Kr. 75, Absnnemeitts• Zedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Pierteljährl. 3,30 Mb, monatt. 1,10 Mb, wöchentlich 28 Pfg. frei ins HauS. Siiuelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mir illnnumer Sonntag?- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg, Post- Pbatineniem: 1,10 Marl pr Monat. Eingetragen in der Post-ZeitungS- Preisliste für IVOS unter Nr. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. 19, Jahrg. Dir Inftrtlons-AMyr beträgt für die fechsgespaltene Holottel« zeile oder deren Raum io Pfg,, für politische und gewerlschastliche VereinZ- und AersammlungS- Anzeigen 20 Pfg. „Kleine Allseigen" jcdeS Wort 5 Pfg. (nur das erste Wort feil). Inserate für die nächste Nummer lnüssen biS 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 3 Uhr vormittags geöffnet. ErschklNl läglich auhrr Moniag«. Devlinvv Volksvl�kk. CLntralovgan der socialdemokratisthen Partei Deutschtands. Telegramm-Adreffer „«vrialdemvstxnt Berlin»' Redalttivn: 19. Benth-Strasle 2. Kernsprecher: Slmt I. Nr. ISO«. Sonntag, den 30. März 1003. Expedilivn: sw. 19. Beuch-Strako 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5131. Der Feiertage wegen erscheint die nächste Nnmmer des„Vorwärts" am Mittwochmorgen. Nene Ostern. Alljährlich wird in der Berliner Silistnlademie am Karfreitag Bachs Matthäns-Passion aufgeführt, Damen und Herren vom Hofe erscheinen in der Loge. Der Dirigent besteigt nicht früher das Podium, bis die hohen Herrschasten zur Stelle sind, auch lvenn er den programmgemäßen Anfang um eine Viertelstunde verzögern muß. Erscheinen diese Gäste, dann verbengt sich der Dirigent respektvoll nach der Loge hin und hebt den Taktstock. Die Passion beginnt. Das Publikum aber schaut tief ergriffen— nach der Hof- löge, raunt sich die Namen der Erlauchten in die Ohren, und in der Pause zwischen den beiden Teilen des heiligen Werkes gafft es unablässig, mit Operngläsern beioehrt, zn der Hof- löge empor. Das Interesse an dein lebendigen Prunk weltlicher Majestät Überwiegt bei weitem die Hingebung an die dieser Gesell- schaft innerlich weltenferne Leidenstragödie des Märtyrers des jüdischen Proletariats, selbst wenn sie erscheint in der Kunst des größten, vielleicht des einzigen Meisters, den der reine, ideal gc- dachte Protestantismus hervorgebracht hat. In Bachs Passion ist nichts von der bunten katholisiereudcn Weltlichkeit, Streng und ernst streben ihre Pfeiler in einen vergeistigten Himmel. Kein üppiges äußerliches Schloelgen in Blut und Wunden. keine ekstatische Schwärmerei, und wo sich die Schwere eines erhabenen Menschenschicksals in die weiche Innigkeit des Schmerzes auflöst, auch dort keiit greller, wühlender Ueberschivang des Gefühls; diese iveinendcn Augen verbergen ihre Thränen. Es gicbt keine edlere Verklärung des Passionsgedankens, der zur Auferstehung der Ostern führt, als Bachs MatthäuS-Passion, Und doch vermag die Allgeivalt dieser feierlichen Kunst die Hörer nicht derart in Besitz zu nehmen, daß ihre neugierige Teilnahme an dem Sein und Gehaben höfischer Personen nur im mindesten vermindert wird. Es scheint nnS, als ob in diesem kleinen Zug sich die ganze Zwei- deutigkeit und Unlvahrhaftigkeit unsrer bürgerlichen religiösen Kultur offenbart, die auf einem widerspruchsvollen Doppelleben ruht. Int Grunde hastet ihre Religiosität an der Oberfläche, sofern sie nichts Schlimmeres ist, und ihre religiösen Feste haben für sie gar keinen Sinn, Wie sollten sie auch ausrichtig von dem Leiden eines Menschen ergriffen werden, der für eine Idee in den Tod ging, die nicht mit dem Interesse der Herrschenden verknüpft war. Eiiicn Hochverräter und Volksaufwiegler traf die gesetzliche Strafe—und unsre bürgerliche Gesellschaft, diese realpolitische, geldcrwerbcnde Gesellschaft, die jedes sittliche Princip aus dem Kalkül ihres politischen Getriebes beseitigt hat, sollte in echter religiöser Inbrunst von dem Geschick dieses Märtyrers gerührt werden I Diese Lente sollten vor der todesmutigen lieber- zeugung in Ehrfurcht knien, sie, die heut- mehr denn je zuvor der Obrigkeit die maßgebende Richtung.yrcr Meinungen überlassen I Sie sollten ftaatsgefährlichem, revolutionärem Thun fanatisch Borschub leisten— ach nein: man gafft nach der Hofloge! An den Alten. Eine Epistel in gereünter Prosa, Ein Denkmal weiht man Dir aus Stein und Erz. Ein kühner Wurf: Der Arbeit Sohn, vom Schmerz Sich stolz erlösend, reicht der Wissenschaft Getrost die Rechte, um in Werbekraft Dem hehren Weib verbündet eine Welt Nach Deinem Bilde kämpfend zu gewinnen, Nach Deinem Bild ein Dasein zu beginnen, Das ihn in Freiheit auf sich selber stellt. Das Werk ist schön; des Künstlers Genius, Ich will ihn wahrlich nicht vermessen schelten. In Ehrfurcht laß' ich seine Schöpfung gelten, Und dennoch komm' ich zu dem leid'gen Schluß: Dies Denkmal, als ein künstlerisch Gedicht Wird's wirken, doch mein Denkinal ist es nicht. Es zeigt Dich, Alter, wie Du Deine Kraft In großen Zügen hast der Welt geweiht. Du blickst, gewappnet mit der Wissenschaft Hin auf Dein Volk, Du siehst es kampfbereit An Deinen Lippen hängen: Und Dein Wort Weiß Herzen zu entzünden sonder Zahl, Der Rede Wucht reißt die Gemüter fort, Die eh'dem in Verzweiflung dumpf befangen, Die Du erlöset aus der Knechtschaft Qnal, Die Du gelehrt, zitr Freiheit zu gelangen. > Weil den Frommen der bürgerlichen Welt aber nichts so fremd ist, wie der Passionsgedanke, darum fühlen sie auch nicht den faustischen Sinn des Osterjtlbels, den revolutionären Befrcinngsdrang. der alle Kerkergittcr und Grabesmmauern sprengt! Ihre Lippen lallen unempfundeue Worte, ihr Kopf ist voll von nicht ausgedachten Begriffen. Weil sie nicht leiden, darum ist ihnen auch die Befreiung nichts. Es ist darum kein Zufall, daß das Proletariat, dem das Glück einer einheitlichen Weltanschauung beschieden ist. ein feineres Empfinden für den Gehalt der„christlichen" Feste hat, obwohl es dem alten dogmatischen Glauben entwachsen ist, als die lauten und aufdringlichen Bekenner der herrschenden Kirchlichkeit. Die Ungläubigen iverden so ztt den ehrlichen Trägern der religiösen Gedanken, Denn dasProletariat selb st geht dcnPassionswe'g zur Erlösung! Freilich es ist ein neuer Passionsgedanke und ein neuer Oster- glauben, der im Socialismus lebt. Das war die gefährlichste Tendenz des Christentums, daß es in Wüsten floh, lveltabgeivandt, zerknirscht, demütig, daß es die Idee der strengcti, kämpfenden Gerechtigkeit in das unklare, verivirrende und mißbrauchte Gefühl des licbeseligcn Mit- lcids erlveichte; so schmiedete sich die Kirche ihr wirksamstes geistiges Bändigungs- und Untcrjochungsmittel für die Massen. Der Herr, der zum Knecht sprach:„Liebe DcinensNächstcn", konnte bequemer die Geißel schwingen; dieser christliche Sklave ivar leichter auSzubentett als der Sklave, den man im Namen der Gerechtigkeit belehrte, daß es sein Recht sei, ein Auge zu fordern, wenn ihm der Herr gcivaltthätig das seine ausgestoßen. Dieses Untergehen in unterlvürfige, still leidende Liebe, dieses Dulden des Nebels, wie es heute noch schlimm verführend, wenn auch in reinster Absicht Tolstoj predigt, war in der That eine Sklavcmnoral, aber nicht eine Moral zu Gu listen der Sklaven, wie ein krauser Mode- Philosoph der Welt einzureden suchte, sondern eine Herrenmoral g e g e n Sklaven. Das Christentnnt in seinem kirchlichen Gebrauch wurde zn einer RechtSentänßernng der unterdrückten Klaffen. Die Passion weckte nicht die Anferstehnng, sondern sie Ivard nur eine Vorbereitung, um Ostern— im Jenseits m"— erssöffcn, Das Proletariat aber trägt nicht in Demut sein Kreuz. Es schreitet nicht gebeugt den Passionsiveg. Es hat das Leiden als einen Mißbrauch menschlicher Gewalt erkannt, und es erkämpft trotzig sein Osterrecht. Die Pein des gefesselten Prometheus treibt es, und in der Osternacht reißen seine Ketten. Nicht das zerknirschte Leiden-Mnssen ist der Gedanke der neuen Passion, sondern das freie Nicht« Leiden- Sollen. Und nicht das Wunder läßt Ostern erstehen, sondern die bewußte Arbeit. Dergestalt ist unser Passions- und Osterngedanken in Weg und Ziel durchaus gegensätzlich zn jener Mystik, die von der Kirche gelehrt wird. Gleichwohl bildet die Idee der Wandlung der KarfreitagS-Trauer in die Osterfrende und die Forderung der zu jedem Opfer bereiten idealistischen Hingebung an die große Sache eine Berührung niit der alten Legende, die das Proletariat befähigt, tiefer den Gehalt dieser Festzeit zn verstehen als ihre Prediger selbst, Am Ostermorgen tvird die Hülle vom Gedenkstein uiisrcS Wilhelm Liebknecht fallen, der— nach der Rechnung dieses Jahres— zivischen Karfreitag und Ostern geboren ivard. In ihm verehren wir einen Repräsentanten jenes modernen BefreiungsgeistcS, der aufrecht und tapfer auf dieser schönen reichen Erde stehend und schreitend unverzagt das niartervoll leidende Proletariat zum Oster- Das Bild in Erz geformt von Küiistlerhattd, Es zeigt als Herrscher Dich im Reich der Geister; Nicht nur gebunden an Dein deutsches Land, Nicht nur allein der deutschen Sprache Meister, So lehrt es, ward Dir Englands Proletar, Ward Frankreichs Blusenmann Dir zum Verehrer— Doch bliebst uns Deutschen Du der stärkste Mehrer Des Reichs der Freiheit, weil im grauen Haar Du hier für sie im Kerker hast gelitten, Wie Du für sie als Jüngling hast gestritten Auf Deutschlands Flur im Völkerfrühlingsjahr. Das alles lehrt das Bild auf Deiner Gruft, Doch gab es damit Dich schon ganz mir wieder?— O, nein, so wenig wie der Rose Duft Und wie der Lerche frühlingsfrohe Lieder Zu meißeln sind, so hält des Künstlers Hand, So hält sein Sinn in diesem Bild umspannt Die lieben Züge Deiner Menschlichkeit, So wie sie mir intim sich offenbarten, Wie sie, ob scheinbar oft in Widerstreit, So doch in reicher Harmonie sich paarten. Es war nicht immer der Kothurn, lvorauf Du durch die weiten Lande bist geschritten, Des Rheinstroms Reben hemmten Deinen Lauf Das„Testament" im Nebclheim der Briten... Uild wenn Dich heimwärts Deine Umsicht rief, Um hier die Ordnung wieder herzustellen, Die von uns bösen, windigen Gesellen Verachtet wird— so nianches stand da schief Dann ging's nicht ohne Zank und Hader ab, Dann gingen Koboldgeister aus Rumoren, Und ich gesteh', zu jeileu schlimmen Thoren, An denen Malz und Hopfen schien verloren. Gehör' auch ich... Du grollst mir nicht im Grab. kämpfe weckten und führt. Er selbst ging stolzen Mutes durch eine Welt von Feinden und Verfolgungen, ungeschreckt von Gefahren und ungebengt von harten Schlägen, den trotzigen Lcidenslveg gen Ostern. Eine helle, junge, stürmische und wahrhaftige Osterstimmnng ivebt um das Stück Erde, in dem er ruht. Er hat unS die Zuversicht österlicher Erfüllung und den Mut, sie zu erringen, gelehrt— es ist ein reiner und sinnvoller Festdienst, iverni diese Ostern ihm huldigen._ Nottttsche M-b-rstcht. Berlin, den 29. März. Die Mlnisterznsainnieukmift in V e n e d i g giebt den Zeitungen in diesen stillen Tagen Stoff zu allerlei Mutmaßungen und diplo- matisierendem Schwatz. Thatsächlich weiß niemand sicher, ivas Graf B it low mit Herrn P r i n e t t i, dem italienischen Minister der auswärtigen Angelegenheiten, zu besprechen hat. Fest steht allein, daß die beiden Herren sich gegenseitig znnt Frühstück beziehentlich zuin Diner eingeladen haben, welches Frühstück und welches Diner sehr glänzend gewesen sein sollen. Es ist aber auch sehr überflüssig, sich den Kopf z» zerbrechen, ivelcheS der etwaige politische Sinn und Erfolg der Zusammenkunft gewesen sein mag. Neues wird sich nicht zugetragen haben. Graf Bülow wird den Italienern wiederholt haben, daß sie ihre Extratour mit Frankreich getrost fortsetzen dürfen, für welche gütige Gewährung Herr Prinetti die Treue Italiens im Dreibund ucubekräftigte. Weiter iverden sich die Herren über die Handelspolitik zivischen den beiden Staaten unterhalten haben und Graf Bülow wird gesagt haben, daß er trotz der preußischen Agrarier den Abschluß eines neuen Handelsvertrages mit allem Eifer ivünsche. Nach solcheit gewichtigen Leistungen wird niemand dem Herrn Reichskanzler einige Tage österlicher Erholung im schönen Venedig mißgönnen.— Lehrer als konservative Zwaugöagitatore». Aus O st p r e u ß e n wird uns geschrieben: Neue Aufgabe» für die Lehrer haben die Konservativen in Ost- Preußen hcrausgefnnden. Es genügt ihnen nicht, daß die Landlehrer Kolporteure mit agrarischen Kalendern, Abonnentensammler für kon- servativ-muckerische Blätter, in denen die Socialdemokratie vernichtet wird, Wahlmacher usiv. sind. Die Lehrer sollen dafür Sorge tragen, daß in die konservative Parteikaffe, an tvclche die Agitation gegen die Socialdemokratie so hohe Anforderungen stellt, daß Ebbe ein- getreten ist, neue Mittel fließen. Im Kreise Ragnit, den Graf K anitz vertritt, sind die Kon- servativen besonders rührig. Iveil sie den Kreis für sehr gefährdet� durch die Socialdemokratie halten. Dort sind die Lehrer im Februar dieses Jahres durch ein Schreiben beglückt worden, das jetzt der„Tilsiter Allg. Ztg." zugestellt ist. Dasselbe hat folgenden Inhalt: Der Delegierte des Ostprenßischen Althof-Ragnit, Februar 1302. konservativen Vereins. Die stetig anwachsende Agitation der Socialdcmokratcn und die herannahende Reichstagswahl nötigen dazu, der konservativen Parteikaffe Mittel znznsühren, um ivirksame Gegenmnßregeln ergreifen zu können. Die Verteilung von Kalendern und die Ver- brcitung andrer guter Volksschriften verursachen fortgesetzte Aus- lagen, für welche ebenfalls Deckung beschafft iverden mutz. Doch solch' ein leidiger Gewitterschauer Zog bald an Deinent Sonnengeist vorüber, Er trennte immer nur auf kurze Dauer Von Deinen Kindern Dich, und sieh', je trüber Der Wcrkeltag gctvesen, um so mehr Stand aus die Festtagsfreude Dein Begehr. Das war ein wundervoll, ein froh Beginnen. Wenn Du, zur glückgeweihten Feierstunde Uns für die Schönheit wußtest zu gewinnen, Mit Zauberkraft entströmt' es Deinem Munde— Und es entstand ein buntes Märchenreich Aus holder Kinderphantasie geboren, Da wanden Blumen sich um jeden gleich, Den Du zu solcher Gasterei erkoren. Es that sich auf ein weiter Palmenhain, Es sprühten Wunderflammen, Wunderlieder Und S i e erschien, allein vom Sterneuschein Der Tropennacht verhüllt die weißen Glieder... Fast scheint mir's sträfliche Vermessenheit, Daß ich der Schönheit jetzt den Schleier lüfte; Es wäre anders wohl Gelegenheit Als hier zur Weihestund' im Reich der Grüfte. Doch laß mich, Alter, immerhin enthüllen, Fast glaub' ich Deinen Willen zu erfüllen, Wenn ich ein Schalk zum Fabeln froh bereit Des Denknials Sinn nach meinem Sinn ergänze, Nach meinem Sinn Dein liebes Haupt bekränze. Du läßt ja gern die Phantasie sich tollen— Und auch der Künstler wird gewiß nicht grollen! W. S. ES ergeht daher an Sie die ergebene Biite,'mir zi? den genannten Zwecken eine thmilichst hoch bemessene Geldspende zuzusenden und bei Ihren Bekannten und Nachbani Beiträge einzusammeln. Ihre Sendung bitte ich an mich bis zum 1. März dieses Jahres abführen zu Ivollen und danke ich im voraus für die der guten Sache geleisteten Dienste. An P. Mack. den Lehrer Herrn N. in N. Ob die Lehrer konservativ sind oder nicht, danach fragen die Herren vom konservativen Verein nicht. Der Landlehrer muß einfach die Geschäfte der Agrarier fördern, mag er wollen oder nicht. Die Zumutung, dah die Lehrer.thunlichst hohe' Geld- fnmmen spenden sollen, klingt bei den Konservativen be- sonders gut, weil sie für die Lehrer und die Schule noch nie ctlvas übrig hatten. Den Mut, die Zumutung des Herrn Mark zurückzuweisen, haben die Lehrer nicht. Das ist auch be- greiflich. Es ist erst ivenige Monate her, daß ei» hoher Schul- Iicnmter in Ostpreichen anordnete, daß ih», eine Zusammen- stcllnng geliefert iverde. aus der zu ersehen sei. wie viele Abonnenten von den Lehrern auf dem Lande für den konservativ-muckerische»„Volköfrcund" gesammelt wurden. Da die Lehrer in Bezug auf die Gewährung von Unterstützungen ebenso wie bei Versetzungen auf gute oder schlechte Stellen von dein Willen der Vorgesetzten abhängen, die vielleicht schon vielfach deutlich zum Ausdruck gebracht haben, wiesehr sie eine Förderung der konser- vativen Sache wünsche», werden sie natürlich stets bcniüht sein, nichts zu thnn, waS sie um das Wohlwollen der Herren dringen könnte. WaS Lehrern geschieht, die gegen den konservativen Stachel löckcn, zeigt die Tilsiter freisinnige Zeitung, indem sie folgendes mitteilt: „Neulich hatte ein an d e r G r e» z e feiner AmtSthätig- keit stehender Lehrer den Mut, die ihm durch Herrn Mack zu- gesandten Agitationspapiere und Stimmzettel mit dem Beinerken zurückzusenden, daß die Lehrer nicht agitieren dürfen. Als nach einigen Wochen darauf seine Versetzung im Jntcresie des Dienstes erfolgen sollte, bezog er dies auf jenen Fall mit den Stimmzetteln und Agitationspapieren und nahm— seinen Abschied." So unglaublich der Fall klingt, ist doch sehr wahrscheinlich, daß er wahr ist._ Zum Zollstreit. Der Rückzug des Gros der Ueberzöllner, der sich in heißem Drange, zur Verständigung mit der Regierung zu gelangen, bekundet, wird begleitet von erregtem Geschrei der Unentwegten vom Bund der Landlvirte. Die„Deutsche Tages- zeitung" zeichnet ihre kompromißbcreite Wucherfreude recht iiiter- essant also: „Sieht man denn nicht ein. wie man den Gegnern in die Hände arbeitet, wenn man immer und immer wieder d i e Befürchtung ausspricht. daß die künftige» Wahlen unter der Parole des Brotlvuchers sich vollziehen könnten? Merkt man nicht, wie in an dadurch die Be- hauptung der Gegner stützt, daß die gegenwärtige Zusammensetznng dcS Reichstages der Stimm», ig der Wählerschaft nicht entspreche? Empfindet man thatsächlich nicht, wie unklug und unmännlich die fortgesetzte Aeußerung solcher W a h l b e k l e m m u n g e n ist? Es ist svahrhaftig kein Wunder. daß die gegnerische Presse jetzt Triumphgesänge anstimmt. Sie muh aus den Preßäußerungen, gegen die wir uns mit aller Entschiedenheit wenden mußten, denSchluß ziehen, daß die Erklärungen derMchr- heit in der Zolltarif-Kommission nicht ernst zu nehmen seien, daß der Antrag im Abgeordnetenhnuse nur ein Dekorativ ns- st ü ck sein solle, und daß die Mehrheit Angst vor den Wahle» empfinde und fick, dessen bewußt fei, nicht die Mehrheit deS Volkeö zu vertreten. Mag das gekennzeichnete Vorgehen eines Teiles der konservativen und der CentnnnSpresse innnerhi» gut gemeint sein, thatsächlich ist es im höchsten Grade kurzsichtig und eminent gefährlich." Der Lärm des Oertelbkattes wird aber die Mehrheit der konser- dativen Partei und das Centrum nicht hindern, ihren Rückzug auf die Regierungsvorlage weiter zu bewerkstelligen. Denn thatsächlich ist ihre Scheu vor einer Rcichstagswahl unter der Losung des Wuchertarifs viel zu groß, als daß sie um ihrer ivcitergehenden Wünsche willen den fetten Happen, den die Regicrung bietet, zu riskieren Ivagen. Der Anöwandererznstrom nach Bremen hält fortgesetzt an und dürfte, den vorhandeneii Anzeichen nach, wie uns ans Bremer- Häven berichtet wird, noch bis in den Mai hinciii andauern. Die Answanderiiden sind fast ausschließlich im Alter von IS— 30 Jahren und entstanimen den slavischcn Ländern des mittleren Europa. In Bremen werden sie jetzt vom Norddeutschen Lloyd nicht mehr in Massenquartieren, sondern truppweise in Gasthäusern untergebracht, während in B r e m e r h a v e n nach wie vor die Wcllblccki- Baracken deS Chinakricgs- Lazaretts zu ihrer Unterkunft dienen. Am Donnerstag und Freitag letzter Woche haben die beiden neuerbauten Lloyd- Dampfer„Chemnitz" und .Brandenburg" ihre erste Reise nach Neiv Jork mit je 1700 AuSIvandcrern an Bord angetreten, am verflossenen Donnerstag hat der Lloyd-Dampfer„Friedrich der Große" die ebenfalls respektable Zahl von 1500 Zwischcndcckern»ach New Aork mit- genomnien, am heutigen Sonnabend soll die„Dresden" mit iveiteren Auswanderermassen folgen. Im Bremcrhavener Baracken- lazarett kampieren zur Zeit 1000 der Auswanderungslustige». Dem Vernehmen nach soll der Norddeutsche Lloyd zur Besördernng der Leute die Charterung eines ziveiten Dampfers der Hamburg- Amerika-Linie planen. Diese hat übrigens bald»ach dem Nord- deutscheu Lloyd ihre Ztvischendeck-Preise' gleichfalls um 10 M. erhöht. So schöpft der Seekapitalismns ans der wirtschaftlichen Zersetzung der Agrarländer seinen Profit.— Fürst Münster ist am Freitag im Alter von 82 Jahren in Berlin verstorben. Fürst Münster wurde in neuerer Zeit viel ge- legentlich der DrehfuS-Affaire genannt: er war in dieser Zeit deutscher Botschafter in Paris, von welchem Posten er erst Ende des Jahres 1900 zurücktrat.— Herr Stöcker scheint eS nicht ertragen zu können, daß von ihm so wenig gesprochen wird. In dem in Königsberg erscheinenden Landärbciterblatt„Ostpreußischer Landbote" waren a» einen Bericht über die Dnellrede, welche Stöcker im Dezember vorigen Jahres im Reichstage hielt, Bemerkungen geknüpft, in denen auf die bekannte Slöckcrsche Eidgeschichte hingetvicscn wurde. Darob ist der teure Gottesmann so ergrimmt, daß er nicht nur gegen den Redactcur, Genossen N o s k e, sondern auch gegen den Verleger und den Drucker Slrafantrag gestellt hat. Eine VernehmlUig der drei Genossen vor dem Untersuchllngsrichter hat schon statt- gefunden. Die Gerichtsverhandlung ivird interessant werde». Der Reichstags-Abgeordnete und RechtSauivalt Haas«, der die Verteidigung führen ivird, beabsichtigt einen großen Zengenapparat aufzubieten. um feststellen zu lassen, mit Ivclcher Berechtigung gegen den früheren Hofprediger der Vorwurf des' Becidigcns einer unrichtige» That- fache erhoben werden kann.— Ein Totschlag in Ticntsiu. Vor dem Kriegsgericht der ersten Division zu Königsberg i. Pr. hatte sich der Unteroffizier Paul S t u d t vom 6. Osiprcußischcu Jnfanterie-Negimcnt Nr. 43 wegen Totschlages zu verantworte». Der Angeklagte, der am 17.' Juli 1900 als Gefreiter in die Sanitäts-Cvmpaguie des oft- asiatischen Expcdilionscorps eingestellt ist, wird beschuldigt, am 25. Mai vorigen Jahres den Gefreiten Konezak vorsätzlich getötet zu haben. Er ist bereits am 1. Juni 1901 durch das in Tientsin zusammengetretene Feldgericht freigesprochen, doch ist das Urteil durch den Korpskomniandantcn von Lesse! ausgehoben mit der gleichzeitigen Bestimmung, gegen den Angeklagten anderweit zu er- kennen. Ans der Vernehmung des Angeklagten und der Zeugen ergiebt sich, daß bereits' während der Ausfahrt nach China auf der„Aachen" zwischen Studt und Konezak Reibereien entstanden waren, die schließlich nach der Anknnft in Tientsin zu Thätlichkeiten führten. Bei jeder Begegnung prügelten sich die beiden und Konezak stieß gefährliche Drohungen aus. Am Morgen des 2S. Mai versetzte Konezak dem Studt im- Versehens einen heftigen Schlag. Der so Ueberraschte griff nach dem in der Nähe liegenden scharf geschliffenen Seitengewehr und stach nach Konezak, wobei er iinglücklichertveise die Hauptkörper-Schlagader traf. Der Stich hatte den Tod des Konezak zur Folge. Der Vertreter der Anklage beantragte auf Grund dieses Thatbesta'ndes ivegcn Körper- Verletzung mit nachfolgendem Tode l'/eJahre Gefängnis. Der Gerichtshof indessen erblickte zivar in der That des Angeklagten eine Körperverletzung mit Todesfolge, erachtete jedoch nur eine Ueberschreitung der Notwehr für vorliegend, wobei der Angeklagte, gereizt durch die fortgesetzte Streitsucht des Konezak, in einem Äugenblick spontaner Bestürzung ohne alle Ueberlegung vorgegangen sei. Der Gerichtshof erkannte daher wiederum auf Freisprechung. Polnische Schulkinder standen kürzlich auf der Anklagebank deS Landgerichts zu Krotoschin. 46 Zeugen wurde» vernommen. Die Verhandlung dauerte von 9 Uhr früh bis 3 Uhr abends I Und weshalb der große Lärm. Die Kinder haben bei der Rückkehr von einem SchulanSfluge zwei polnische Lieder angestimmt und sollen damit gegen den deutschen Gesang, der gleichzeitig'erklang demonstriert haben. Der S t a a t s a n w a l t beantragte gegen die Kinder Gcsäuguiöstrafe,„denn Geldstrafen kann man in jetziger Zeit nicht als Strafe betrachten, weil sie doch ans andren Ta'iche» bezahlt werden". Man müsse, sprach der Herr Staatsanwalt- weiter,„ein abschreckendes Beispiel geben, um sie ein für allemal von der groß- polnischen Propaganda abzuhalten". Das Gericht ivar einsichtig genug, die Kinder freizusprechen. Wir aber fragen: Wie konnte man bei diesem Thatbestand überhaupt Anklage erheben?— Wegen MajestätSbcleidigung, wegen der sie von einem ehe- maligen Kostgänger denunziert ivorden Ivar, verurteilte die Essener Strafkammer die Ehefrau Lucia Blcsli zu drei Monaten Ge- fänguis. Ausland. Schniefz. Für die Bciltczugö Initiative hat das agrarisch-reaktionäre Kleeblatt Fayallez, Hochstraßer und Bopp 57 761 Unterschriften— 50 000 sind notwendig— aufgebracht, wovon 372 für ungültig erklärt wurden. Die meisten Unterschriften stamnien aus den Kantonen Waadt, Luzern, Freiburg, Bern usw. Im Kanton Zürich haben von etwa 100 000 Stimmberechtigten 3240 unterschrieben. Inzwischen hat der Bundesrat bereits die Vorlage betreffend die Ncu-Einteilung der Nativnalrats- Wahlkreise auf Grundlage der VolkLzählungS- Ergebnisse von 1900 fertig gestellt und der Bundesversammlung, die am 1. April in Bern zusammen tritt, zugehen lassen, so daß im nächste» Herbst danach und nicht nach der Kleeblatt-Jnitiative der Nationalrat gewählt werden wird.— Frankreich. Frankreich alS Büttel der spanischen Reaktion. PariS» 28. März.(Eig. Ber.) Die neueste Reaktionsthat der Regierung ist das Verbot der in Paris erscheinende» spanischen republikanischen Zeitung„El P a l s", ivohlgemerkt einer bürgerlich- republikanischen Zeitung l Das Verbot wurde im Mini st errat beschlossen. Alle Minister, ein- schließlich Mfi l I e r a n d s, tragen also dafür direkt die Ver- antwortung. Zugleich hat die Regierung eine von den spanischen Repnblikanern. ivorunter vier Deputierte, einberufene Versammlung verboten. Das sind Akte der Liebedienerei gegenüber der spanische» Monarchie, die desto widerlicher ivird, als dabei der reaktionäre böse Wille nicht einmal durch den Schatten eines diplomatischen Vor- wands verhüllt wird. Ucbrigens hatte daß Kabinett Waldcck-Millcrand auch dem Sultan zulieb die I u n g t ü r k e n verfolgt. Selbst die m i n i st e r i e l l e linkSradikale„Lanterne" protestiert mit Entrüstung gegen den„republikanischen Bankrott" des Ministe- rinms der„republikanischen Verteidigung". Die ministeriell- focialistische„Petite Rspublique" betitelt freilich ihre anstandshalber protestierende Notiz—„Ucbereifer" strop cks?sls)l Diese Ueber- schrift kennzeichnet zur Genüge de» Ton deS Möchtegern-ProtesteS. M i l l e r n n d aber hat am folgenden Tage nach seiner rettenden That in, Dienste der spanischen Monarchie in einer Wählcrvcrsnmm- lnng seines Wahlkreises von seiner„republikanischen und socialistischen" UebcrzengungStrene gesprochen!— Die ministeriell- focialistische Kammerfraktion bleibt mit nachgerade selbstinvrderischer llnermüdlichkeit des Ministeriums würdig. Die Kammer doktort gegenwärtig an einem Gesetz gegen die W a h I k o r r u p t i o n herum. Der bürgerliche Abg. de l'Estonr- beillon wollte nun durch einen Znsatzantrag auch die von der Re- gierung getriebene Wahlkorruplion fasse». Danach sollten als straf- bare Korruptioushandlungcn betrachtet werden„die Vergüttstigungen und ausnahmsweise» Schenkungen zu Gunsten eines Wahlkreises oder irgend eines Wählers, die auf Verlangen eines Kandidaten oder eines bisherigen Deputierten von einem Minister oder irgend einem Staatsbeamten während der Wahlperiode und des ihr voraufgehenden Monats gewährt würden." Ferner sollten in dem- selben Zeitraum und unter gleicken Strafe überhaupt keine„außer- ordentlichen und außergesetzli'cher Schenkungen oder Vergünstigungen" von Ministern und Staatsbeamten gewährt werden dürfen. Wie stimmten nun über diesen mit 283 gegen 151 Stimmen ab- gelehnten Antrag die ministeriellen Socialiste»? 21 dagegen, bloß 4 dafür und 4 enthielten. Hier die Namen der 21 Negicriings-Socialisten, die die Wahl- korruption von Regierungs wegen geschont wissen ivollen: Allcmane, Cadenat, Calvinhac, Carnaud, CharleS-Gras, Chassaing, Colliard, Dcvbze, Ferrero, Fournier, Foiiruibre, Paschal-Grouffet. Krauß, Labussisre, Legitimus, Millerand, Narbonne, Palix, Pastre, Renou, Nonanet. Ein weiterer Antrag verlangte ein doppeltes Strafmaß für die von einem Minister begangene Wählerbcstechung. Der Bericht- erstatter der Kommission bekämpfte den Antrag unter dem Vorwand, daß der Art. 4 des Gesetzentwurfs bereits dasselbe Strafmatz für „öffentliche Beamte" festsetzt(nämlich im Falle der d ir ekt en Wählerbestcchung). Der Antrag wurde dam, richtig mit 296 gegen 135 Stimmen abgelehnt. ll»d iviedernm findet man unter den Ab- lehnenden 23 miiiistcrielle Socialisten, und zwar 20 von den oben- genannte»(ohne Krauß) und dazu Basly. Boyer und Jonrde. Finden Antrag stimmten bloß drei, und drei enthielten sich. Wöchentlichcr Ruhetag. Die Kammer hat einen Gesetzentivurf des Genoffe» Zövaäs lGucsdist) votiert, der allen Arbeitern und Augestellte», privaten und öffentlichen(mit Ausnahme der Landarbeiter) einen iv ö ch e n t l i ch e n Ruhetag sichert. Die VIeform wird namentlich den Handels- angestellte,! und denen der NahrungSmittel-Jndustrie zu gute kommen, die bisher nur ganz ausnahmsweise einen Ruhetag genieße!,. In der Gesamtabstim'muiig wurde die Reform mit 422 gegen bloß zehn Stimmen votiert— die in socialpolitischen Dingen hier nieist üb- liche, an Einstiininigkeit grenzende Kainmerniehrheit. sobald es zur Gesamt abstiinmlliig über eine» im einzelne» bereits votierte» Entwurf kommt. Arbeitcrfreuiidlichkcit der Bourgcoisparteien auS Wählerfurcht und a»S Hoffnung tmf den— furchtlos-arbeiterfeindlichen Senat! Und dann die gerade begonnene Wahlcampagne! Warten wir ad. ob der Senat vor Thorcsschluß überhaupt»och die Reform zur Debatte stellt.— Jtalie». DaS Franen- und Kinder-Schntzgrsctz. R o m, den 26. März.(Eig. Ber.) Das Parlament genehmigte das Arbeitsgesctz für die Franc» und Kinder. Es lagen drei Entwürfe vor, derjenige der Regierung, derjenige der Socialisten und ein dritter von der Kommission dcS Parlamentes, welch letzterer denn auch im wesentlichen und mir mit wenigen Abänderungen genehmigt wurde. Die Hanplpunkte dieses neuen Gesetzes sind folgende: Die Altersgrenze für die in Fabriken und, auf Vorschlag der Socialdemokraten, auch für die in den Werkstätten und bei Maurer- arbeiten beschäftigten Kinder, wurde von 9 auf 12 Jahre, für die in Grube» arbeitenden auf 13, mid für die bei gefährlichen nud nächt- lichen Arbeiten beschäftigten auf 15 Jahre festgestellt. Frauen jeglichen Alters können nicht zu unterirdischen oder»Acht- lichen Arbeite», ebenso wenig können minderjährige Frauenspersonen zu gefährlichen oder gesundheitsschädlichen Arbeite» verpflichtet werden. Wöckmerinnen dürfen nicht vor Ablauf eines Monats nach ihrer Niederkunft zur Arbeit zugelassen werden. Die Socialdemokraten schlugen vor, diese Frist a»f 6 Wochen vor und nach der Niederkunft auszudehnen, doch wurde dieser Vor- schlag vom Minister der Landwirtschaft, trotzdem er Arzt und in Deutschland wegen seiner Heilmittel gegen die Maul- und Klauenseuche bekannt ist, verlvorfen, so daß er vom Parlamcnt zurückgewiesen ivurde. Auf Vorschlag zweier Abgeordneten der Rechten, denen sich auch die Socialdemokraten anschlössen, versprach der Minister eine» Fonds für Wöchnerinnen zu gründen, durch den dieselben vor und nach ihrer Niederkunft llnterstütznug erhalten können. Die gegenivärtig in Fabriken arbeitenden Kinder von 10 bis 12 Jahren bleiben freilich nach Ivie vor darin beschäftigt: dos Gleiche gilt auch für die Frauen, für welche das Gesetz erst nach 5 Jahren in Kraft tritt. Die Arbeitszeit für Kinder über 10 und unter 12 Jahren darf die Dauer von 8 Stunden, für die von 12 bis 15 Jahren von 11 Stunden, und für die Franen von 12 Stunden täglich nicht überschreiten. Leider wurde das Gesetz nicht auf die Reisfelder ausgedehnt, wo die Arbeit für die Franen so sehr gesundheitsschädlich ist. Die Arbeitszeit der Kinder und grauen muß auf 1. I'/Z oder 2 Stunden unterbrochen werden, je nachdem dieselbe 3, 11 oder mehr Stunden währt; ferner sind Kinder und Frauen wöchentlich zu einem Ferientage berechtigt. In Fabriken, wo wenigstens 50 Ar- beiter beschäftigt sind, muß ein freies Zimmer für die Verpflegung der Säuglinge der Arbeiteriimen vorgesehen Iverden. In den andern Fabriken sind die Mütter berechtigt, nach Hause zu gehen, um ihre Säuglinge zu pflegen. Andre Artikel des Gesetzes beziehen sich auf die Benennung von Staatsinspcktoren, die die Ausübung des Gesetzes zu überlvachen haben; auf die Gründung von Patronaten zum Schutze der dem Gesetze unterworfenen Kinder und Frauen; auf die Strafen bei Ueberlretung des Gesetzes— 5 bis 25 Lire für die Arbeiter und 50 bis 500 Lire für die Arbeitgeber,— ferner auf die Einsetzung eiiieS Ausweisbüchlcins für jeden Arbeiter, in dem Gesundheitszustand, Impflingen und Schulbesuch aufzuzeichnen sind. Dieses neue Gesetz, obgleich es nichts Besonderes darstellt, be- deutet immerhin einen großen Fortschritt im Vergleiche zur Ver- gangenheit, Sicher ist, daß dasselbe viel günstiger ausgefallen wäre und daß die Regierung verschiedene eingehendere Vorschläge angenommen hätte, wenn sie nicht befürchtet hätte, daß auch dieses Gesetz das gleiche Schicksal treffen könnte, das dem früheren zu teil wurde, d. h. daß es vom Senate in reaktionärstem Sinne verstümmelt würde. Wir wollen hoffen, daß dieser Fall nunmehr wenigstens nicht ein- tritt.— Asien. Diplomatisches Gankelspicl in der Mandschnreifrage. Wie ans Peking gemeidet wird, dauern die Unterhandlungen über den Mandschurei-' Vertrag fort. Der russische Gesandte Lessar zeigt sich sehr beschwichtigend und auch Prinz Tsching ist äußerst ziivorkommend. Man ist einig über alle Punkte und die U n t e r z e i ch n u n g deS Vertrages kann als b e v o r st e h e n d betrachtet werden. Die Räumung der drei mandschurischen Provinzen findet in drei Perioden von ze sechs Monaten statt, von dem Datum der Unter- schrift des Vertrages an gerechnet.— Amerika. Antwort ans die Flcischsperre Deutschland». Ans Washington wird vom 28. März telegraphiert: In der heutigen K a b i n e t t s s i tz u n g gab der A ck e r b a u m i n i st c r eine Er- klärung hinsichtlich der D i ffer enzialp oli t ik ab, welche von Deutschland gegen amerikanische Nahrungsstoffe, insbesondere gegen Fleisch, ausgeübt worden sei. Der Ackerbauminister be- merkte, man analysiere diese Waren in Deutschland sehr st r e n g. Wenn die amerikanischen Beamten die in den Bereinigten Staaten ankomni enden deutschen Erzeugnisse einer gleichartigen Analyse unterwerfen würden. würden deutsche Waren im Werte von Millionen Dollar jährlich ans- geschlossen werden.— Zur Lage in Beneznela. DaS„Rentersche Bureau" meldet aus Curacao: Die Engländer haben dem Dampfer„Libertodor" (früher Banrigh) befohlen, sofort Port of Spaiu zu verlaffen, ohne Kohlen einzunehmen. Drei venezolanische Kanonenboote erwarten ihn außerhalb der britischen Gewässer, um ihn in ein Gefecht zu verwickeln. Die venezolanische Regierung teilt mit, daß die Auf- ständische» unter Riera bei Coro völlig geschlagen worden seien.»» Die Partei in Württemberg. AuS dem Geschäftsbericht, den der württembergische Landesvorstand dem am Ostersonntage be- ginnenden LandeSpärteitage vorlegt, ist zu entnehmen, daß die Organisation gegenwärtig etwa 160 Mitgliedschaften zählt. Die regelmäßigen Mitgliederbeiträge stiegen von 6331 M. im vorher- gegangenen Jahre auf 7708 M. Die Gesamteinnahmen deS Landes- Vorstandes betrugen einschließlich eines geringen Vortrage? II 255 M. Unter den Ausgaben finden sich 1000 M. an den Hauptborstand, 1700 M. für Agitation, dann wurden 4787 M. für LandtagSwahl- schulden gedeckt. In der Kasse verbleiben 923 M. Die„Schwäbische Tagwacht" erzielte einen Reingewinn von 8694 M. bei 154 500 M. Einnahme, während der„Schwäbische Volksfreund", ein Wochenblatt, 713 M. Deficit machte. Dies wurde nebst einigen andeni Agitationsaufwendungen ans den Ueberschüssen der„Tagwacht" gedeckt. Wahlsiege. In S ch n a r s l e b e n bei Magdeburg wurde 1 Socialdemökrat und in P a s s e n d o r f bei Halle wurden 2 Social- demolraten in den Gemcindcrat gewählt. In Rellingen bei Pinncbcrg wurden 3 Parteigenossen in das Schulkollegium gewählt. Parteipresse.„Vom Harz zur Weser" ist der Titel eincr iiene» parteigcnössischcn Zeitschrist, die von Zeit zu Zeit je nach Be- darf als„Miiteilungen für die Wähler des dritten braunschweigischen Reichstags-WahlkrciseS" bestimmt ist. Sie wird voni Vertrauens- manne des dritten Wahlkreises, Genossen Krosse, verantwortlich ge- zeichnet und erscheint in Seesen. Die Nr. 1 deS eisten Jahrgangs ist auf Ostern 1902 datiert. poliieilichrs, Gerichtliches usw. Der Weschc-Brief vor Gericht. Vor der Bern burger Strafkammer stand der Redactenr dcs.Volksblatts für Anhalt". Max Güulhcr-Dessnn. unter Anklage wegen öffentlicher Beleidigung durch die Presse. Es handelt sich um Veröffentlichung des sogenannten Wesche-Briefes, welcher bei Besprechung der Krankenhänser im Reichstag sowie iin«nhaltischeu Landtag bekannt gcwotden ist. Ter Brief stammt aus dem Jahre 1891 und war von dein damaligen Bernvurger KreisphysikuS, Wesckie, an den Deceriiente» für Mcdiziilalangelee>enheitcn vci der aiihaltischen Re�ierunft, Medizinalrat M a n n gerichtet ivorde». In diesem Briefe werden dem Chefarzt des Bernburger St. Johannes- KrankenhanseS, Dr. Hagemann, fchivere Borwürfe über feine Thätig- keit als Arzt gemacht.' Die Art der Abfassimg des Briefes mufztc für jeden Laien den Glauben erwecken, das; es sich nin schwere Mib- stände handelte. Da nun Dr. Hageman» heute»och Chefarzt des neu erbauten Bcrnburger Kreis- Krankenhanses ist, Wesche aber als höchster Medizinalbeämter in der anhaltischen Regierung sitzt, verlangte das„Volksblatt" von der anhaltischen Negierimg Aufklärung über die Sache. Wesche ivnrde das Recht, Aussage z» machen, zweimal verweigert, schlietzlich aber doch gestattet. In der Verhandlung konnte Wesche von S in dem Briefe behaupteten Fälle» nur 3 aufklären. Ueber die andern 2 Fälle war von keiner Seite irgend welcher Beiveis zu erbringen. Die Sachverständigen, Professor Riedel-Jcna nnd Professor Lvser-Halle, fanden in den ans- gezählten Fällen keinerlei Momente, welche Hageina»» irgendwie belasten konnten. Günther wurde zu 400 M. Geldstrafe verurteilt für Behauptungen, die nicht er, sondern das gegenwärtige Mitglied der anhaltischcii Regierung, Medizinalrat Dr. Wesche aufgestellt hat. — Wege» GotteSlästming wurde der verantivortliche Redactcnr der�„Brandenburger Zeitung", Genosse Schmückert, zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Es handelte sich um einen Weihuachlsartikcl. I» der Ilrteilsbcgriiiidung hieß cS: Die Gottheit Christi sei ein Axiom der Kirche, das Geltung habe, auch wenn cS von einigen Seilen geleugnet werde, und das jedenfalls von der Kirche in der Mark Brandenburg anerkannt werde. Blofzcs Leugueii einer kirchlichen Lehre sei nun nicht strafbar,»iid auch Bcschinipfungeii einer Lehre als solcher würden durch das Strafgesetzbuch nicht betroffen, sonder» nur solche von Einrichtungen der Kirche. Deshalb sei die Stelle, die von einer»nsinnige» Forinel deS christlichen Dogmas rede, nicht strafbar und ebenso ivenig die Anseinandcrsetznng über die Eni stchmig der Götter. Dagegen sei im zweite» Absatz anscinander gesetzt, dah die heutige Kirche, auf die cS allein ankomme, an ein Dogma glaube, welches ein auf pricsierlichcm Schwindel beruhendes, also niedriges Produkt sei, und darin liege auch eine Beschimpfung der Kirche selbst. Ebenso gelte von dem Ausdruck„schwarze Polizei", dast er in der Bezichung auf die Kirche eine Beschimpfinig rnthnltc Der Angeklagte habe aber daneben die Person Jesu vo'rurtcilÄoS z« würdigen gesucht, sei auch noch unbescholten, und deshalb sei eine geringe Strafe angeincssen. — Durch Verbreitung socialdcniokratischcr Kalender nnd Flugblätter an einem Sonntage sollten die Parteigeposse» Jörgensen nnd Wegner die schlcsivig-holsteinsche Vcrfromnmtigs-Vcrordnung übertreten haben. Es ist dies eine der in alle» prc.ichischeii Provinzen erlasseneu, inhaltlich übereinstimmenden Oberpräsidial- Verordmmgen über die äiistcre Heilighaltung der Sonn- nnd Feier- tage, wonach». a. an solchen Tagen jede öffentlich bemerkbare Arbeit, sowie das mit störendem Geräiisch oder Aussehen verbundene Fort- schaffe» von Sachen verboten ist. Obwohl die Angeklagten die Druckschriften nur i n den Häuser» verteilt hatte», wurde» sie au Grund jener Bestimmnng vom Landgericht' Flensburg zu Geldstrafe! v er urteilt. Sie legten Revision ein nnd machten geltend, dasz sie weder Aufsehen erregt, noch eine öffentlich bcmerlbare Arbeit verrichtet hätten. Das Landgericht selber habe festgestellt, dast jeder nur öS Kalender und Flugblätter in Taschenforinat in ihren Joppen- taschen bei sich gehabt hätten. Die Schriften hätten sich zu dem noch in einer Papierhülle befunden.— Der Oberstaatsanwalt an> Kammergericht erachtele die Revision für begründet, wünschte aber nicht die sofortige Freisprechung, sondern die Znrückverweisnng aii die Vorinstanz, daniit diese nachprüfe, ob eine„mit Aufsehe» verbundene" Thätigkeit vorliege. Der Vorderrichter sage zivar. das Thun der Angeklagten sei.anfgefallcn", das genüge indessen nicht, Wenn etwas„auffalle", da»» sei es noch nicht mit Aufsehen vcr< bunden. Das wäre es vielmehr mir, wenn es auf eine größere Me»scheiimei,ge„tieferen Eindruck" mache. Der Strafsenat des Kammergerichts hob die Vorentscheidnng ans und verwies die Sache zu nochmaliger Vcrhandlmig und Entscheidung an das Landgericht zurück. Begründend wurde ausgeführt: Eine Bestrafung könnte hier nur eintreten, wenn die Angeklagten eine öffentlich bemerkbare Arbeit verrichtet hätten, die geeignet gewesen sei, die äußere Heilighaltmig der Sonntage und Feiertage zu stören. Eine solche äußerlich bemerkbare Arbeit sei eine äußerlich in die Erscheinung tretende Beschäftigung, die ,uit einer gewissen Aiistrenginig verbunden und nicht des Vergnügens oder der Erholung wegen unternommen sei. Nach dieser Richtung hin fehle bisher jede thatsächliche Feststellung, weshalb das Landgericht noch einmal mit der Sache befaßt werden müsse. — Durch ei» Flugblatt, das der Genosse K. Schürer i» Bockwa verlegt und der Genosse P. I r n, s ch e r in Z w i ck a u ge- druckt, sollen die Beiden den Gemeinderat von Bockiva beleidigt haben. Das Flugblatt war zur Agitation für die Gcmeindeivahlen bestimmt und warf de», Gemeinderat„Verrat am Volke" vor, austerdem behauptete es. die Gemeindcratssitznngen seien nur des- halb nicht öffentlich, weil die Vertreter ihre Thätigkeit nicht vor der Oeffentlichkeit verantivorten könnten. Jrn, scher wurde zu SV M. und Schürer zu 40 M. Geldstrafe verurteilt. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Berlin, den 29. März 1902. Die vergangene Börsenwoche hat wenige Ereignisse gebracht, die es sich noch nachträglich z» registrieren lohnte- Die Apathie, die in der voraufgegangene» Woche de» Verkehr lähmte, hielt auch in dieser Woche der Stimulation gegenüber ziemlich stand. Am Montag weckten zwar die ans Transvaal über London eingelanfeiicn Nachrichten von der Einleitung neuer Friedensverhandlmigen, sowie Meldungen aus dem rheinisch- ivestfälischcn Industriegebiet über größere EisenliefermigS- Abschlnfse iiach den Bereinigten Staaten die SpcknlatioiiSlust und bewirkten. daß nicht nur die Transvaalbahn- Aktien und Dynamit- Trust- Shares, sondern auch verschiedene Bankaktie» und leitenden Moiitaiiwerte, vornehmlich Bochmner Gußstahl, Lanrahütte, Hibernia, Harpencr und Gelscnkirchner Bergwerke, ihren Kursstand um einige Prozente zu erhöhen vermochten; aber die Steigerungen haben sich in de» folgenden Tagen nicht zu behaupten verniocht. Schon am Dienstag war der Geschäftsverkehr iviedcr recht träge, wenn auch die Grund- tondenz noch fest blieb und verschiedentlich sogar ein iveiteres leichtes Anziehen der Kurse stattfand. An den beiden folgende» Tage» jedoch war von dem Einfluß dieser Anregung kann, noch etivas zu spüren: wieder trat die frühere Erschlaffung hervor mid führte mehrfach zu erneuten Kursabbröckelungen. Unerklärlich bleibt, wie eS ein Teil der Spekulation fertig bringt, aus den gemeldete» Abschlüssen neucr Eisenlieferuiigcn nach den Vereinigten Staaten ans eine Besserung der Lage des dentschc» EisengeschäftS zll schließen. Verständlich wird diese Schliißfolgerling höchstens dann, iven» nian aiminnnt, daß es de» Herren, nachdem es von den Preisheraufsetziingeii seitens der Produktionsverbände recht still geworden ist, zur Zeit an plansiblen Argumente» iür den behaupteten neuen Aufschwung fehlt, nnd sie deshalb uchmen, was zu haben ist. Daß derartige Abschlülse iiattgefimden habe» nnd vielleicht»och slaltfiiidc», läßt sich nichi bestreiten: als Zeiche» des EchiviiidenS der Depression können sie aber umsoweiiiger gellen, als es sich erstens nicht— ivenigsleiis nicht in dcrHanplsache— um die Lieferung von Fertigware oder besserem Halbzeug, sonder» zumeist von Roh- nmterialic»»iid groben Halbsioffen bandelt, und zweitens die Verkäufe. was sich schon bei einem flüchtigen Vergleich der Preis- Notierungen blibe»»nd drüben ergiebt, zu Berlustpreise» erfolgen. Es sind gcwisfcrniaßen Notcxporle. durch die Ucberfüllnng der Läger nnd die Fortsetzung der Produktion veranlahte Zivangsvcrkünfe: nnd mag inmi auch in diesen Abstostmigen insofern einen Vorteil er- blicken, als sie de» iiincre» Markt erleichtern, so beweisen doch gerade sie, daß von einem allgemeinen Wicdereilisctzeii der Aufwärtsbewegung noch nicht die Rede sein kann; deiin eZ unterliegt' keinen, Zweifel, daß, tvern, die deutsche Eisenindustrie lohnenden Absatz ans de», einheimischen Markt oder nach den europäischen Ländern fände, sie sich auf diese unrentablen Exporte »ach den Vereinigte» Staaten nicht cinlafsc» würde. Die Zunahme der Eiseiiansflihr nach den Vereinigten Staaten beweist ebensowenig den Wiederbeginn der ProduktionSregsamkeit, wie das rapide Eni'porschnellen der Eisenexporte im Sommer vorigen JahreS und die neuerliche Allsfuhrsteigermia im Jamiar und Februar dieses JahreS; sie beweist„ux, dast die Aufnahmefähigkeit des deutschen Marktes noch immer in einen, argen Mißverhältnis zu den Vorräten und zu der Erzeugung steht, so sehr die letztere auch herab- gemindert worden ist. Zun,'Beweise dafür genügt eS, die Ziffern der Ein- und Ausfuhr von Eisen- und Eisenwaren i» den zivei ersten Monaten des laufenden und des vorigen und vorvorigen Jahres einailder gegenüberzustellen. ES betrug': in Tonnen(1090 kg) 1902 1901 1900 die Einfuhr von Eisen u. Eisenwarcn 30402 74229 123419 die Ausfuhr„„.. 491411 283 982 230 8SS Won der Einfuhr kamen auf: in Tonne»(1900 lcg) 1902 1901 1900 Brncheisen und Eisenabsälle. r.. 3 303 8 242 11 ISO Roheisen........... 19 311 49 476 88165 Eck- und Winkekcisen....... 33 139 97 Eisenbahnschienen nnd Schwelleir., 23 110 37 Lnppeneiseii, Rohschi cnen, Jngols., 102 230 320 Stab-, Radkrnnz-Eiscn ec...,.. 8 234 3 053 7 949 Rohe Platten und Bleche..... 245 4lS 970 Elsendraht, roh......... 937 1 228 1 343 „, verkupfert, verzinnt ic... 113 140 182 Rohe Gnstwaren........ 1413 1583 2 659 Rohe Röhren......... 2 875 2 625 5 624 Grobe Eifen waren....... 1098 2 026 2 007 Emciillicrtc ffiifeuwf-i,...... 55 52 63 Abgeschliffene, gcfirmsttc Eisenware» ec. 053 032 905 Feine Waren aus Gnstcifen.... 90 80 105 „„ ans schmiedbarem Eisen 221 258 255 Hingegen kamen von der Ausfuhr auf: in Tonnen jlOOO kg) 1902 1901 1900 Brucheifen nnd Eisenabfälle.... 37375 15 027 0740 Roheisen........... 51 272 20059 22 557 Eck- und Winkcleisen....... 51 492 35 749 30 570 Eisenbahnschienen und-Schwellen zc.. 51 084 27 473 80 540 Lnppeiicisen, Rohschienen, Jngols.. 75 401 12 011 3 501 Stab-, Radkranz-Eisei, zc...... 61 537 89 244 24 769 Rohe Platten und Bleche..... 47 130 89200 24 770 Eisendraht, roh........ 26 800 18 980 14 694 „, verkupfert, verzinnt:c... 17 895 10 538 13 373 Rohe Gnstwaren........ 3 552 3 670 4 236 Rohe Röhren......... 7176 5 818 6 556 Grobe Eisenwaren....... 15 849 15 955 10 655 Emaillierte Eiseinvaren...... 3145 2 948 2 530 Abgeschliffene, gesirnißte Eisenwaren ec. 10 995 7 513 0181 Feine Waren a»S Gnsteiscu.... 1 079 1 157 1 109 „„ ans schmiedbare», Eisen 2 740 3134 2 802 Was lehren diese Zahle»? Sie zeigen, dast gerade die Einfuhr von Eisen-Rohmatcrialien, die früher die Eisenindustrie vom AnS- lande bezogen, z» Fertig- oder Halbfabrikate» verarbeitet und dann zum Teil wieder exportiert hat, am meisten zurückgegangen ist, weit mehr als die Einfuhr von besseren Fertigware». Hingewiesen sei nur auf die bedeutende Abnahme des Imports von Roheisen, Bruch- eise», Eiscnabsällcn.Stabeisc» zc. Das beweist, dast die solcheMaterialien weiterverarbeitendc» Fabriken in weit geringerem Maße beschäftigt sein niüsse» als früher,»in so mehr als die Slatistik des Bureaus der Eiscniiidiistriclle» zeigt, daß nicht»ur die Einfuhr dieser Artikel zurückgegangen ist. soiidcr» auch ihre Erzeugung in Dcnlschland selbst beträchlich abgenonimc» hat. Dazu kommt aber noch, dast auch der vermehrte deiusche Eisenexport nach de», Auslände, wie die obige Zllsammeiistelliiiig veranschanlicht, vornehmlich Rohmaterialien»iid gröbere Halbstoffe betrifft, nicht etiva die bcsfere nnd feine Fertig- ivare. Die jAnsfnhr der besseren Artikel hat sogar tciliveisc stark abgenomnien, während der Export von Roheisen, Brncheisen, Eck- und Winkeleiscn, Luppcneise», Nohschienen, JngotS, Stabeisei,�»siv. in geradezu erstaunlichen, Maße ziigenoinmc» hat. So führte z. B. i» den zwei ersten Monaten dcS JahreS 1900 Deutschland über viermal so viel Roh eise» ein, als eS exportierte; dagegen stellte sich im letzten Januar und Februar die Ausfuhr um über 2'/s mal höher als die Einfuhr. Was daraus folgt, ist, daß alle solche Materialien weiterverarbeitendc» deutsche» Werke und Fabriken ihre Produktion ganz erheblich ein geschränkt habe» müsse». Bestätigt wird diese Folgerung im weiteren durch den Rückgang deS Exports von Jiistrimlentcn und Maschinen. Im Gegensatz zu den Roh- nnd Halbstoffe» hat nämlich die Gesamtausfuhr von Maschine» und Jnftruinenten abgenomnie». Sie betrug in de» Monaten Januar und Februar des JahreS 1900: 40 452, in 1901: 42 804, in dem laufenden Jahr aber»ur 30 034 Tonnen, und zivar zeigt sich auch hier wieder, sobald man näher untersucht, bei welchen Arien von Maschinen der Export am meiste» znrückgegaiigei, ist, dast der Ausfall größtenteils die bessere» Fabrikate betrifft: laudivirb schaftliche Maschinen, Dampfmaschinen, elektrische Maschinen, Walz- n, aschinen. Spinn» und Webemaschnien, sowie verschiedene andre Maschinenarten zu industrielle» Zwecken. ES kann sich hier sicherlich nicht dannn handeln, schwarz zu färbe» und übertriebene Befürchtungen zu wecken. Im letzte» Wochenbericht ist offen ziigegeben ivorden, dast in einzelnen Ziveigc» der Eiseilindustrie eine Besseriing eingetreten ist. Doch noch vcr- dcrblicher als übertriebene Befürchtniigen find übertriebene Hoffiilingeii mit ihrem Gefolge von Kursstcigcrnngc». Preiserhöhniige», unvorsichtige» Ahschlnst- und Abiinhmebedingiiligeii; denn das Ende einer derartigen künstlichen Geschäftsstimlilatio» kann mir ein noch schwererer Rückfall sein. Eincil recht eigeiiliiinliche» Eindruck macheii die sich Ividerstreilciide» Berichte der Schiffahrtskonferenz in Nciv Uork. Bald heißt es, das Morgail-Syndikat wolle die Cunard-Linie erwerben; dann ivieder soll es nicht diese Linie, sondern die White-Star-Linie sein. Daraufkommt ein„besonders gutnuterrichtetes" Blatt und verkündet, die Abmachiingeii beträfen nur geringe Erhöhungen der Fracht- und Passagierpreise, wenige Tage ein andres noch besser nnterrichletes und versichert, die Passagierpreise sollten erst später festgesetzt»verde» usw. Dazwischen erfolge» allerlei sich widersprechende Dementis der Schiffahrtsbureaus und der Direktoren der verschiedencii Linien. Ich habe im Wochenbericht schon wiederholt hervorgehoben, daß alle diese Aiigabeii. solveit sie überhaupt ernst zu nehmen sind, sich nur auf einen Teil der Abmachungen beziehen kömien. Um sich unter- einander über Fracht- und Passagierprcise oder über das Lllilausc» in bestimmten Häfen zu. verständigen, brauchten die Direktoren der englischen und deutschen SchiffSgescllschafte» nicht nach Neiv Uork zu pilgern. um dort unter Morgans Obhut diesem zusagende Beschlüsse zu fasse». Es muß sich um weit mehr handeln: um eine Aiigliedcrlnig an die Bahnlinien deS Morgansydikats, Ausgabe von durchgehenden Passagierbillets, be- bejondere Veigüiistiglmgen für die Morgmischen Bahnen. Er- lcichterunge» für de» Export bestimmter ainerikanischcr Produkte, Errichtung von irgend welche» den amerikanischen Exporthediirfiiissen djeiicndcn Zwciglinien oder dergl. Eine Bcstätigniig für diese Auf- ässiing liefert die Acustcrnng des Vorfitzendcii'orr General-Versamni» Iniig der Haiiiblirg-Amerika-Linie, des Herrn Gnstaw W. Tictgens, am'Domierstogmittag i» Hainburg. Er sagte dort nach dem.Haulbg. Korrespondeiiteii zu den Aktionären: „WaS nun die uielbesprochenci, Verhandlungen anbetrifft, die in de» letzten Konferenzen in Köln, in London und New Uork geführt wurden, so ist die sehr verbreitete Anschaiimig, dast e S sich nur darnni handle, a n d i e S te lle f rü h e r c r unwirksam gebliebener Tarifkonbentionen neue T a r i f k o i'i v e n t i o n e n z ,i s e tz e n, n n r i ch t i g. In keinci» Bcnifszivcige ist tvohl durch eine»»wirtschaftliche AiiSmitzung deS zum Erwerb dienenden Materials»nehr Geld vergeudet worden, als in dein grosten, viel nmstrittcne» nordatlantischei, Verkehr. Die Schäden, die sich dort im iiiternationale» Weit- beiverb ergeben haben, waren durch Tarif-Vereiiibarungen allein, so nützlich sie sonst wirken möge», nicht zu beseitigen. Um einen ivirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen, ist es � vielmehr erforderlich, e.i n e I n t e r e s s e ujg e m e i n s ch a f t zu schaffen, eine Abgrenziing des Arbeitsfeldes vorzunehmen und eine Ueber- einstiimining iii den Dispositionen herbcizufiihrei,. Wir hoffen, unsren Herren Aktionären in einer biniien kurzem eiiiznberiifenben ansterordeiitlichen Ge»eralversainmluiig weitere Mitteilungen über die angestrebte Vereinbarung machen zu können und Ihrer B e s ch'l u ß f a s s u n g diejenigen Abmachungen zu unterbreiten. die eine Aende.rung unsrer S t a t il t e» bedingen. Gleichzeitig beabsichtigen wir. unsren Herren Aktionären in dieser austerordeutlichen Geiieralversammlimg einzelne Statiitciiändcrungei, vorzuschlagen, die in der Hauptsache den Ziveck verfolgen,' ein Eindringen ausländischen Einflusses in die Verwaltiiiig und in den Betrieb unsrer Gesellschaft zu ver- verhindern." Also um eine Tarifvereinbarung handelt eS sich keineswegs allein, sondern um die Schaffung einer Jnteressengemein- schaft, und zwar eiucr solche», dast es dazu einer vorherigen Aenderung der Statuten bedarf. Dast übrigens auch die Aktionäre in der erwähnten ansterordeiitlichen Geiieralversammlung uur das erfahren werden, was nun einmal nicht gut verschwiegen iverde» kaiiii, ist selbstverständlich; das dicke Ende loinmt später nach oder. wie Herr Morgan denken dürfte: Üio but-end is always beliind. Wenn nur nicht dieses dicke Ende darin besteht, dast die Hamburg- Amerika-Linie und der Norddeutsche Lloyd sich dazu verpflichtet haben, dem Stahltrust besonders günstige Frachtbedingmigen für spätere Exporte nach dem europäischen Festland einzuräumen oder zwischen amerikanischen und fremden Häfen direkte Schiffsverbindungen herzustellen, die den deutschen Exporthaiide?' nach jenen Häsen schädigen? Für derartige Zugeständnisse an amerikanische Interessen Ivare das den deutschen patriotischen Gemütern zugedachte Pflaster, die Einfügliiig einer Klansei in die Statuten, die das Eindringen amerikanischen Einflusses in die Verwaltung und den Betrieb der Gesellschaften hindert, eine recht wertlose Kompensation, eine Sympathickur, die noch»ntzloser wäre, als andre derartige Kuren. GemeMMaftliches. Berlin und Umgegend. Der Arbritöiluchwcis der Kiihneiuäuner. In der Bc- richtignng des Hm» Klef f e l bezüglich eines Mistbrauchs voir Speijenrarkcn znm Ziveck der Verleitung znm Strcikbrnch wird nns folgendes Nähcrc mitgeteilt: Von irgend einem Wohlthätigkeitsverein sind deni Herrn solche Marken zur Verteilung an die Arbeitslosen zur Verfügung gestellt. Mehreren Metallarbeitern, die sich tum weigerten, wurden unter direktem Hinweis auf diese Weigcrmig diese Speiseniarkcuvoreuthalte». Das ist derHergang. an dem nicht zu deuteln ist. Der Arbeitsnachweis der Kühiiemänncr hat sich doch schon ganz andre Dinge erlaubt. Herr KIcffel mag sich nur an sein Auftreten den Modelltischler» gegenüber erinnem, denen er drohte:„Wciin die Sache nicht schleimigst genug beigelegt wird, bekommen alle be° teiligtc» Modelltischler keine Arbeit mehr, und die Modelltischler können anSwandeni, ivie seinerzeit der Metallarbeiter Jakob auswandern imistte." Dieser Jakob ist seinerzeit auf die schwarze Liste gesetzt und, weil er»irgeuds Uiiterkommen fand, ausgewandert nach Süd- Afrika. Nach einer Reihe von Jahren kehrte er zurück; aber auch iiuii war es ihn» nicht möglich, Arbeit zu erhalte» und er mustte seine Heimat wieder verlasse». Mit dem Schicksal dieses Kollegen drohte Herr Kleffel den Modelltischlern.— Noch ein Beispiel aus letzten Zeit: Bei der Finna Kunitz wurde ein Klempner eingestellt, arbeitete dort 10 Tage anf einem Ba». ivnrde per Karte Nach dem Comptoir der Finna' gerufen nnd erhielt den Auftrag, mit einem Nachiveisschei» zmn Uiitcrsteinpeln»ach dem Bilrean deS Kühne« männer-BerbandeS zu gehen. Hier ivnrde aber das Unterstempeln verweigert, weil der Klempner vor 3U Jahre» am 1. Mai nicht gearbeitet hat. Die Folge ist: Die Firma mustte den Klenipner bei Strafe entlassen, und der Klempner wurde mit Arbeitslosigkeit be- straft für die Verivcgenhcit, gegen einen Beschlust der Kuhuemänncr gehandelt zu haben. Solche Fälle kommen dntzendweiS vor.— Warm» die Nervosität lvcge» der Spcisemarken? Fürchtet man durch die Veröffciitlichiiiig im„Vorwärts" ein so prächtiges Züchligungs- mittel z» verlieren? Zur Lohnbewegung der MilÜiirschneider. Am DonnerStag- mittag tagte eine vom Herrn Geiverbegerichts« Direktor v. Schulz einberiifeiie Konferenz von sechs der mnstgebcndeil Firme» der Mililär-Mastbranche. Eine der geladenen Firmen, Rod recht ans der Jägerstraste, hatte rö für nicht»otivendig befiniden. zu er- scheinen. Da letztere Firma eine der grüstte» Konkurrenten der aiiwcsciide» Firmen ist, so machten die anivescnden Vertreter ihre Stellimgiiahme davon abhängig, imvielveit die Firma R o b r e ch t geneigt sei. die Forderungen der Arbeiter zu bewillige». Für die socialpolitischc DenkungSart der Untenichmer dieser Branche ist es bezeichiieiid, dast sie es ablehnten, die Organisation, der auch die Militärschiieider angehören, den Verband deutscher Schneider, als die Vertretniig der Arbeiter anziirrkeiinen, indem sie erklärten, nur mit ihren Arbeitern verhandeln zu wollen. Konstatiert m»ih werden, dast die llnteriichincr einer prozentnalcn Erhöhung der Löhne nicht abgeneigt sind. Die Militärschiieider werden uunmehr sämtliche Unternehmer vor das Geiverbegericht laden lassen. Sollte dort eine Vcrständigiing nicht erzielt werde», so dürfen sich die Arbeitgeber über eintretende Unzuträglichkeiten nicht besonders aushalte»;' die Schuld liegt daiiu auf ihrer Seite. Eine Versnniiiilling, die am iiächsten Mittivoch, den 3. April, tagen wird, wird weitere Stellung zu dieser Angelegenheit nehmen. Ziinmcrcr! Das ArbeitSvermittliingS!- Bilrean in der Brüder- straste treibt immer noch sein Univcsen. NcnerdingS werden dort Zinnnerer für eine» Unternehmer in Mariendorf verlangt. Die Arbeit wird dem Betreffenden, der sich dort meldet, aber erst nach- gewiesen, nachdem er 3 M. dafür gezahlt hat. Auf Abzahlung läßt sich die. Firma nicht ein. Verschiedene Zinnnerer, die infolge einer längeren Arbeiislosigkeit nicht im stände waren, die gestellte Bedingung sogleich zu erfüllen und deshalb die geforderten 3 M. be- zahle» Ivollle», nachdem sie eine Woche gearbeilet hatten, wurde dies rimdivcg abgeschlagen, sie erhielten die Arbeit nicht. Jedenfalls weis der Herr Vermittler, daß die Arbeit vielleicht kam» eine Woche andauert.— Es sind in unsrem Beruf verschiedentlich Versuche gemacht, Arbeitsnachivetse ins Leben zu rufen, etivas so. Unerhvr'ies ist aber noch nicht oorgekonmie». Wir erwarte» deshalb »lit Bestimmtheit, daß sich außer dem oben geiiannten Fall kein Polier mehr finde» lvird, welcher das Elend u'ud die Notlage seiner Kameraden zu cinein Nebeiicrtvcrb— jeder Polier erhält für jeden Mann, de» er einstellt, 50 Pf.— ans- nützt. Alle Berliner Zinunerer müffen im eigenste» Interesse solchen und ähnlichen ArbeitSliackiveisel, sernbleibe». Da, tvic imS mitgeteilt wird, bezeichneleS Bureau auch in der Provinzprcffe Zinunerer nach Berlin verlangt, so inöchtcn ivir darauf hmiveisen. daß zur Zeit noch eine große Anzahl Zinunerer in Berlin und den Vororten ohne Arbeit sind. Lasse sich also iiicinand durch derartige Inserate ver- locken, so ohne lveitereS»ach Berlin zu komiiie». Alle Arbciterblätter werden um Abdruck gebeten. Die VerbandSleitung. Achtung, Kerumacher f Der Streik bei Ludtv. L ö lv c dauert ililberündert fort.— Zuzug ist streng feriizuhalten. Deutsche» Reich. Sämtliche Maurer u»d Zimmerer in Kiel(zweitausend an der Zahl) sind nach eincni unS zugehend«» Prlvatlelegramm bis zmn nächsten Donnerstng ausgesperrt worden. Wie ein hönischer Lniiun.qsbrief sagt, geschah die Aussperrnng, damit die Slrbeiter LZcrsammlungen besuchen und ein niedrigeres Lohnangebot der Innung sich überlegen können. Der Abwchrstreik der Schneider bei der Firma Hcrio» in Stuttgart ist zu Gunsten der Arbeiter beendet. Ausland. Der Zuzug von Tapezierer» nach Zürich ist streng fern zuhalten, da sie gezwungen sind, mit dein 1. April in den Ausstand zu treten. Bezüglich des Diauiantarbeiter- Streiks in Aiiisterdam ist zur Zeit wieder eine Vernuttluiigs-Äomuüssion in Thatigkeit. Die Bereinigung der Fabrikbesitzer hat nun beschlossen, ihre Fabriken nicht zu schlietzen. so lange die Vermittlungsversuche der Kommission "dauern. Sociales. Ei«„raffinierter Simulant". 25 Jahre war der Kesselschmied M. auf der kaiserlichen Werft Wilhelmshaven thätig; da erlitt er einen Betriebsunfall. In dem engen, sehr heißen Heizraume eines Torpedobootes nmßte er in ge dückter Stellung eine S8 Kilo schwere Feuerbuchse hochheben, um sie in den Buchsenraum hineinzulegen. Dabei fühlte er Plötzlich im Rücken einen heftigen Ruck und stechenden Schmerz, so daß er das Eisenstück wieder fallen lassen mußte. Der Kassenarzt konstatierte Muskelzerrung oder Muskel Zerreißung, kompliziert mit Rheumatismus. Als M. darauf seine Rentenansprüche geltend niachte, wurde ein Gutachten des Ober stabsarztcs Dr. König, leitender Arzt des Werft-Krankenhauscs präsentiert, wonach weder von Muskelzerrung noch von Muskel Zerreißung die Rede sein sollte; nur ein Aufall von Rheumatismus habe den M. getroffen, der im übrigen„ein raffinierter Simulant" sei. Auf Grund dieses Gutachtens lehnte solvohl der Marinefiskus wie auch das Schiedsgericht den Rentenanspruch des M. ab. Mau sollte meinen, wen» ein Arbeiter, der sich 25 Jahre laug als ge wisse»- und ehrenhafter Arbeiter im Staatsdienste erwiesen hat plötzlich in so ehrenrühriger Weise verdächtigt und als Schtvindler hingestellt wird, da hätte der Marinefiskns stutzig werden sollen, z» mal schon ein ärztliches Gutachten vorlag, das Betriebsunfall konstatierte. Es wäre wirklich nur im Sinne der oft betonten Arbeiterfreundlichkcit gelvese», wenn man einen ehrlichen, treuen Arbeiter nicht so leichthin als Schwindler behandelt, wen» ina» viel mehr durch Einholung iveiterer Gutachten versucht hätte, ein objektives Urteil über den Zustand des M. zu gewinnen. Ein Mann, den man seit 25 Jahren als ehrenhaft kennt, verdient doch einigen Glanben, auch wenn er nur ein Arbeiter ist! Wir glauben ja nicht an die gerühmte Arbeiterfreundlichkcit. Aber es giebt noch Leute, die daran glauben, auch unter den Ar- beitern; sollte man nicht durch solche Erwägungen dazu bestimmt werden, einen Arbeiter für 25jährige treue Dienste nicht einfach des wegen als Schwindler zu behandeln, weil ein schneidiger Oberstabs- arzt dies für recht findet? Das Reichs-Versicherrliigsamt holte ein Obergutachten des Ge- Heimen Medizinalrats Pros. Dr. Braun in Göttingen ein. Nach längerer Beobachtung stellte dieser ein Gutachten ans, ivorin er so- Ivohl die Annahme rheumatischer Schmerzen wie die Annahme der Simulation als ivillkürlich und unbegründet und Mnskelvcrletznng als sicher bezeichnete. Dr. König bekämpfte dieses Gutachten>md das Reichs-Bersichernngsamt sandte den M. nochmals an Professor Braun, der dann in einem umfangreichen, wissenschaftlich scharf pointierten Gutachten den Herrn Dr. König glänzend widerlegte und auf eine Erlverbsverminderung von 25 Proz. gutachtete. Auf Grund dieses Endgutnchtens ivurde der Marinefiskns ver urteilt, deni M. für die Daner der Krankenbehandlniig die Vollrente, im übrigen eine Rente von 25 Proz. zu zahlen. Es würde der Arbcitcrfrenndlichkeit die Krone aufsetzen, wenn man den„Schwindler" mm auch noch entließe! Die Central- Krankenkasse der Maurer ic.„Grundstein zur Einigkeit" wurde am 1. April 1877 konstituiert, blickt mithin am 1. April d. I. auf eine fünfnndzwanzigjührige Thätigkcit zurück. Anfangs war sie nur für Altona gegründet, aber schon nach ein- jährigem Bestehen konstituierte sie sich als Centtalkassc für ganz Deutschland und gründete im Laufe des Jahres 1878 12 Ver- ivalwngsstellen, die zusammen 318 Mitglieder zählten. Die Ge- schichte dieser Kasse ist zum Teil eine Geschichte der Arbeiterknmpfe überhaupt. Obwohl eine gemeinnützige Einrichtung, bekam doch auch diese Arbeiterorganisation die Knute des Socialistengesetzes z» fühlen. Im Oktober 1873 wurden sämtliche Bücher und Kasseuutensilien polizeilich beschlagnahmt, iveil man die Kasse als eine Fortsetzung des„Allgemeinen deutschen Maurer- und Steinhauerbundes" ansah, der sich im Juni desselben Jahres selbst aufgelöst hatte. Die Polizei fand allerdings nicht, was sie suchte; sie mußte nach 3 Wochen die beschlagnahmten Sachen lvieder herausgeben. Aber die Kasse blieb verdächtigt, sie mußte seitdem alle ihre Versammlungen und Vorstaiidssitznngen polizeilich melden und diese wurden bis zum Herbst 1884 regelmäßig über- »vacht. Aber damit Ivaren die Verfolgungen der Krankenkasse noch nicht beendet. Im Jahre 1886 lvnrde ein Verfahren auf Schließung gegen die Kasse eingeleitet, weil sie sich mit andren als den statutari- scheu Zwecken beschäftigt haben sollte. Das Verfahren endete im Oktober 1837 mit Einstellung. Jetzt ist die Kasse groß und mächtig geworden; in 237 Ver- waltungsstelle» zählt sie über 20 000 Mitglieder und mehr als eine halbe Million Mark Vermögen. In dem gegenwärtigen Vorstande sind noch 4 Mitglieder ver- treten, die zu den Gründern der Kasse gehörten, nämlich Äläscher, Reiß, Themar und I. Meier. Davon ist Reiß seit Anfang Kassierer der Kasse geivesen und Themar ist seit 1879 Vorsitzender. Sic können mit freudiger Genugthuung ans das Werk blicken, das sie einst be- gründen halfen, dem sie ein Menschenalter hindurch ihre Kräfte weihten und das, allen Verfolgungen zum Trotze, aus kleinen An- sängen doch ein stolzer Bau geworden ist und ein Wahrzeichen dafür, was Arbeitersolidarität vennag. Für unentgeltliche Lieferung der Lehrmittel an die Schüler der gewerblichen Fortbildungsschule sind ii&Lehe bei Bremerhaven auf socialistischen Antrag versuchsiveise 1500 M. in den Haushalts- plan der Gemeinde eingestellt worden. Berichtigung. In der Notiz: Kapitalistische Wohnungspolitik in Nr. 74 ninß es in der 10. Zeile des 2. Absatzes heißen: Durch- lüftung anstatt Durchführung. Iu den Getneindenmhlen. Spandau. Zu der am Freitag stattfindenden Stadtverordneten- Ersatzivnhl ivird von unseren Genossen der Maschinen- s ch l o s s e r P a n l Schmidt als Kandidat präsentiert. Von einer anonymen Seite Ivird der Hansbesitzer Taßlcr, von„liberaler" Seite der Bäckermeister Knoth als Kandidat in Vorschlag gebracht. Sache der Arbeiter ist es. durch unermüdliche Agitation unsrenr Kandidaten Schmidt zu einem glänzenden Siege zu verhelfen. Schmargendorf. Wie seiner Zeit mitgeteilt, hatte der Wahl- und Gemeindevorsteher H o h m a n n bei der Wahl eines An- gesessenen die a»f die Kandidaten der Socialdemokratie und der ver- einigten Hausbesitzer- und Mieterpartei abgegebenen 181 Stimmen kassiert, da die Kandidaten nicht alleinige Besitzer eines Hauses sind und den Kandidaten der A m t s p a r t e i mit nur 89 Stimmen für gewählt erklärt. Vertreter der beiden benachteiligten Parteien wiesen Gemeindevorsteher sofort vergeblich auf das UnVerein- den..............„.. bare seiner Publikation mit dem klaren Wortlaut der Landgemeinde- �Vewimvorilicher Redaueur: Earl Leid in Berlin. Kür den Znseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Ordnung hin. Der Herr pochte aber auf seine Gesetzeskenntnis. Inzwischen ist dem gesetzeskundigen Herrn auf seine Anfrage beim Kreisausschnß die gleiche Belehrung erteilt worden. Jetzt geben die Beisitzer des Wahlvorstandes im Kreisblatt bekannt, daß der nieindevorstehcr entgegen seiner Zusage es unterlassen hat, in der amtlichen Bekanntmachung des Wahlergebnisses ihren Protest mitanzuführen und stellen fest, daß eine Beschlußfassung des Wahlvorstandes über das Wahlergebnis nicht stattgefunden hat. Die Kassierung der 181 Stimmen ist ohne Zustimmung der Beisitzer eigenmächtig vom Wahlvorsteher vor genommen. Dieser schivere Verstoß gegen die gesetzlichen Vor schriften, der zur Kassierung des gesamten Wahlaktes führen muß, hat die Beisitzer veranlaßt, das spätere Ersuchen des Gemeinde Vorstehers, eine Stich ivahl anzuberaumen, abzulehnen. Mehrere eingehend begründete Wahlproteste sind eingereicht. Nachdem der Gemeindevorsteher durch den Vorsckilag einer Stichwahl selbst die Wählbarkeit von Mitbesitzern anerkannt hat. wird er wohl nicht umhin können, sich den Wahlprotesten anzuschließen. Die Arbeiten schaft aber muß aus diesen und andren kommunalen Vorkommnissen die Lehre ziehen, den örtlichen Angelegenheiten ihre Aufmerksamkeit zu widmen und alle Kräfte zur Durchdrückung unsres Kandidaten bei der demnächst notwendig werdenden Ersatzivahl anzuspannen. Wilmersdorf. Die Stichwahlen der dritten Abteilung, zu welchen nnsre Genossen Wahlenthaltung proklamiert hatten, haben gezeigt, wie nnsre Gegner unter sich bemüht sind, ihr Wahlrecht ans zunützen. Die Beteiligung war sehr gering: der Wahlvorstand wartete zeitiveise lange Zeit auf einen Wähler. Nur ivenn die Socialdemokratie auf der Bildfläche erscheint, sind auch unsre Gegner rührig. Die Liberalen sind bei den Wahlen derartig abgefallen, daß in Zukunft am Ort wohl nur noch von Socialdemokrnten und„Reichstreuen" die Rede sein kann Die bürgerlichen Kandidaten, Herrmann, Hesse und Supke, ver- einigten auf sich 316 bis 322 Stimmen. Letztgenannter ist bereits in der ersten Abteilung gewählt und wird das Mandat der dritten Abteilung annehmen, da die erste Abteilung weniger gefährdet ist. Jedoch ist es eine Frage, ob die vorliegenden Proteste nicht eine Neuwahl erfordern. Trcptow-Baiimschnlcnwcg. Die Gemeindevertreterwahl in nnsrem Orte zeitigt die sonderbarsten Erscheinungen. Am Abend der Hauptivahl, am 19. März, beschloß der Wahlvorstand einstimmig, die notivendig gewordene Stichlvahl am Sonnabend, den 29. März, statt finden zu lassen, nachdem dex Gemeindevorsteher eingehend dargelegt hatte, daß nur durch die Wahl, dieses Tages allen bei der Stichlvahl zu beobachtenden gesetzlichen Vorschriften genügt werden könne. Am folgenden Tage fiel aber dem Herrn Gemeindevorsteher plötzlich ein, daß er sich vorgenommen hatte, am 29. zusammen mit den Herren Schöffen Rieselfelder zu besichtigen. Er setzte deshalb in der Bekanntmachung eigenmächtig den Termin auf den 27. März fest. Die beiden Beisitzer, hie nachträglich«m ihre Zustnnmung zu der Aendernng ersucht ivurden, beharrten aber als selbständig denkende Männer auf der gemeinsam getroffenen Verabredung und wandten sich, als der Gemeindevorsteher durchanss nicht von seiner Exkursion nach den Rieselfeldern lassen wollte, schließlich mit einer telcgraphischen Beschlvcrde an den Landrat. Der Landrat schickte die Bcschlverde durch Eilboten an den Gemeindevorsteher mit einer Versügung, die wohl ziemlich bündig gelautet haben muß. Denn der Herr Gemeindevorsteher ließ sofort Rieselfelder Riesel- felder sein, hob die erste Bekanntmachung ans und setzte durch eine neue Bekanntmachung den Termin der Stichwahl ordnungsgemäß auf den 29. März fest. Soweit, so gut. Durch die Wahl am Sonnabend Iväre» aber vielleicht die Chancen der Arbeiter gestiegen und darob große Eni- riistnng unter den ehrsamen Bürgern, denen doch von GoltcS- und Rechtsivegcn alle Dinge allein' zum Besten zu dienen haben. Wenn die Herren hundert Papierlvählcr in die Wagcschale lverfen und sich damit Mandate verschaffen, die sie sollst niemals erhalten würden, so ist das natürlich gut und recht. Aber die Wahl so an- zilsetzen, daß vielleicht einige Dutzend abhängige Arbeiter mehr ihr Wahlrecht ausüben köinie», das ist schauderhafter Terrorismus. Da edoch nnsre honette, von„unlauteren Elementen" freie Bürgerschaft sich in ihrem Thun und Lassen beileibe nicht von selbstsüchtigen Motiven leiten läßt, sondern nur von den Grundsätzen der lautersten Moral, so erinnerten sich die konservativen Mannen rechtzeitig ihrer tiefen Religiosität. Die skrupellosesten Mietssteigerer erklärten mit frumbem Angenaufschlag, es sei eine Sünde und Schande von einem Christen- menschen zu verlangen, daß er zwischen dem Leidenswege seines Herrn und Heilands und dein heiligen Osterfeste zur Wahl gehen solle. Bald wurden denn auch die beiden Beisitzer lvieder vor den Herrn Gemeindevorstand citiert, der sie zu bestimmen suchte, einen andren Wahltermin anzusetzen, da durch die Wahl am Ostersonnabend das religiöse Gefühl schwer verletzt iverde. Die Beiden erklärten jedoch, daß durch eine ernste, dem Gcmeinivohl dienende Handlung der Vor- abend eines Festes niemals cutivciht werden könne und lehnten alle weiteren, auf die Verlegung des Wahltcrmins abzielende» Verh..»d- lungen ab. Der Herr Gemeindevorsteher drohte dagegen, dap er sich nunmehr wahrscheinlich in seinem Gcivissen gedrungen fühlen würde, eigenmächtig vorzugehen. Was nuter solchen Umständen kommen mußte, kam. Zivar eigenmächtig vorzugehen, mochte dem Herrn Gemeindevorstehcr doch wohl etivas bedenklich erschienen sein. Dagegen war er in der Lage, am Donnerstag, den 27. März, nachmittags, durch Extrablatt die Bekanntmachung zu erlassen, daß„auf höhere Anordnung der vom Wahlvorstande ans den 29. März anberaumte Termin aufgehoben sei." Die„höhere Anordnung" kam vom Herrn Landrat, der zwar am 21. offenbar den Herrn Gemeindevorstcher rektifiziert hatte, am 27. aber zur Auffassung gekommen ivar, daß der Vor- abend des Osterfestes sich znr Vornahme einer Wahl nicht eigne. Die beiden Beisitzer Huben zunächst gegen die nach ihrer Ueber- zeugnng jeder gesetzlichen Begründung entbehrende Maßnahme des Herrn Landrats Protest eingelegt. Für unsere Genossen müssen diese Vorgänge aber ein Ansporn ein, ihre besten Kräfte einzusetzen, um dem konservativen Klüngel bei der Stichwahl die Lektion zu erteilen, die ihm gebührt. Grüna»!. Spät konimt sie, aber sie kommt; nämlich die Stich- ivahl in Grüna»', so dachten die Wähler der dritten Abteilung, aber ie hatten die Rechnung ohne die Majorität des Wahl- Vorstandes, des Herrn Gemeindevorstehers von List und des Herrn Dr. H a m e l gemacht. Diese Herren hatten nach drei- wvchentlicheni Nachsinnen, da ihr in letzter Stunde auf- gestellter Kandidat durchgefallen ivar, endlich heransgeklügelt, daß doch eigentlich ein' Angesessener gewählt werden müsse, welche Eigenschaft nach' der Meinnng der genannte» Heri'en nur ihr vorgeschobener Kandidat besitzt. Bei der Hauptwahl erhielten der Fondsmakler Schmidt III, unser Genosse Wustrow 97 und der Kandidat der gcnannteit Herren 93 Stimmen. Da nun diese Herren glaubten. daß durch dies Resultat ihre Sonderinteressen gefährdet ivären, sind sie zu deni Resultat gekommen, daß die Stimmen der beiden erstgenannten Kandidaten iir ungültig zu erklären sind, da sie Nichtangesessene sind. Bei Herrn Schmidt ist das allerdings noch eine offene Frage. Ohne die Frage genauer auf ihre Nechtsgnlägkeit zu prüfen, ivurde der ihnen genehme Kandidat für gewählt erklärt, trotz des Proteste« des dritten Herrn, welcher dem Wahlvorstand angehörte. Da diese Handlung jeder gesetzlichen Berechtiglmg entbehrt, Iverden unsre Parteigenossen den Klagciveg beschreiten. Klein-Schöuebcck nnd Fichtenau. Die Gcmeindeivähler der dritten Abteilung werden nochmals auf die am Mittwoch, 2. April, nachmittags von 6— S Uhr im Wolffschen Lokale in Klein-Schöiiebeck tattfindende Stichwahl zwischen unsrem Kandidaten Maurer Gustav Schultze und dem Schlächtermeister Karl Schneider aufmerksam gemacht. In demselben Lokal findet am Dienstag, den April, abends 8 Uhr, eine Volksversammlung statt mit der Tagesordnung: Die bevorstehende Stichwahl. Die Gemeinde- ivähler iverden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Meldung. mangele die der Maul- Der Boereu- Krieg. Die Fricdcnöberhalidliingen spielen sich begreiflicherweise unter Ausschluß der Oeffentlichkeit ab. Was an Meldungen durchsickert, ist absolut unbeglaubigt und apogryph. Und da die Vorbedingung zu einem einiger- maßen zutreffenden Urteil über den Ausgang der Ver- Handlungen, die genaue Kenntnis der wirklichen Kriegs- läge, fehlt, wäre es Schnninschlägerei, allerhand Betrachtungen über den vermutlichen Lauf der Dinge anstellen zu wollen. Nur so viel dürfte sich mit einiger Bestimmtheit sagen lassen, daß die Friedensverhandlungen nur dann zu einem Vertragsschluß führen können, wenn England ernstliche Konzessionen macht. Eine so gut wie bedingungslose Unterwerfung der Boeren halten wir nach dem, ivas selbst vom englischen Kriegsamt über die letzten kriegerischen Operationen bekannt gegeben ivorden ist, für ausgeschlossen. Zwar berichtet jetzt eine Kapstädter daß es den Boeren momentan an Pferden nnd daß die Truppen Delareys gezivnngen seien, Kolonne Methuens bei Tiveebosch abgenommenen e s e l zu besteigen, allein diese Meldung verdient wohl mit aller Skepsis aufgenommen zu iverden. Es ist ja begreiflich, daß gerade jetzt, während der Verhandlungen. England alles zu vermeiden sucht, um seine Lage irgeudivie als ungünstig und zu Konzessionen zivingend erscheinen zu lassen. Aus Brüssel wird denn auch über eine schärfere Handhabung der Depeschencensur gemeldet: „Um den Druck der boeren freu üblichen öffent- l i ch e n Meinung des Kontinentes und des f r i e d e n s- freundlichen Teils der englischen Presse zu ver- meiden, hat das b r i t i s ch e Ä r i e g s a m t im Einvernehnien mit Kitchencr und Milner der Censnr befohlen, s ä m t l i ch e Privattelegramnie über die in Südafrika s ch>v e b e n d e ii Verhandlungen zurückzuweisen. Nach hiesiger Auffassung ist vor acht Tagen kein Ergebnis der Ko ufere n zenzu erwarten." Ueber die Friedensverhandlungen liege» uns folgende Mel- düngen vor: Frankfurt a. M., 29. März. Aus London wird der„Franks. Ztg." telegraphiert: Hier zweifelt man nicht an der absolute» Ans- richtigkeit der Absichten Schalk Burgers und seiner Kollegen bei den Kriedensverhandlungen und man glaubt, daß die Punkte, worauf die T r a n s v a a l e r bestehen, keine u n ü b e r st e i g l i ch e u Hindernisse bieten werden. In allen wesentlichen Punkten wird England nicht nachgeben. London, 29. März. K r i e g s m i n i st e r Br o d ri ck, der einzige Minister, welcher während' der Osterferien in London ver- bleibt, befindet sich in ununterbrochenem telegraphischcn Verkehr mit K i t ch e n e r und Milner. Rosebcry nnd die VerhanNungr». Ans Paris wird vom Sonnabend genieldet: Lord Rosebery ist hier eingetroffen. Die Ankunft hatte zu dem Gerücht Anlaß gegeben, daß er mit dem gleichfalls hier ein- getroffenen Vertreter Transvaals Dr. Leyds Friedens- 'Verhandlungen anknüpfen wolle. Das Gerücht ließ Rosebery durch einen Mitarbeiter des„Petit Parisien" energisch d e m e n t i e r e n; er sei nur in Privatangelegenheiten auf der Reise nach Neapel über Paris gekommen. Ueber die letzte» Operationen gegen Delarey wird anS London berichtet: Wie aus Klerksdorp gemeldet wird, find die O P e r a t i o n e n im W e st e n Transvaals nicht b e- friedige n d verlaufen. Eine große Anzahl Boeren, etwa 600 bis 700 Mann, sind entkommen, darunter General Liebenberg, dessen Papiere in englische Hände gefallen sind. Wie verschiedene Gefangene berichten, befand sich unter den Kämpfenden auch Delarey. Eine große Anzahl Boeren unter dem Kommandanten Kempf entkamen, indem sie die rechte Flanke der Engländer umritten. Urtzkv LlKchvikMe« und Drpefrszrn. Posadowsky auf Reisen. München, 29. März.(W. T. B.) Der Staatssekretär des Reichsamt des Innern. Staatsminifter Graf Posadowsky trifft nächsten Dienstagabend in München ein, um sich mit der bayerische» Staatsregierung, insbesondere mit dem Ministerpräsidenten Grafen v. Crailsheim, über verschiedene schwebende Fragen persönlich WS Benehmen zu setzen._ ProduktionSeinschränkung. Siege»(Wcstf.), 29. März.(W. T. B.) Das Roheisen-Syndikat beschloß in seiner Sitzung am 23. März, wie erst heute bekannt wird, eine weitere Produktionseinschränkung der Hochöfen eintreten zu lassen nnd zwar soll dieselbe nnnmehr 30 Proz. betragen. In- folge dieses Beschlusses sind die Hütten des hiesigen Bezirks ge- zwungen, ihre Oefen auf einige Wochen zu dämpfe»,' bis sich wieder genügend Vorräte angesammelt haben, um den Betrieb wieder auf« nehmen zu können. Siegen(Westfalen), 29. März.(33. T. B.) Wegen Ans- bleibens neuer Aufträge in Roheisen hat die„Siegener Hütte" vor- gestern den Betrieb eingestellt. Der Hochofen ist gedämpft iind die Arbeiter sind bis auf wenige Mann entlassen ivorden. Man hofft, die Arbeiten in vier bis sechs Wochen wieder ausnehmen zu können._ Heizer-Streik. Fiiime, 29. März.(B. H.) Heute traten hier die Heizer der ungrisch- kroatischen Seeschiffahrtsgesellschaft in den Streik. Die „A'dria"-Heizer dürften folgen. Verhandlungen wegen Beilegung dcZ Streiks sind eingeleitet._ Englische Verluste. London, 29. März.(W. T. B.) Die heute nachmittag ver- öffentlichte Verlustliste giebt an. daß die Engländer bei dem Gefecht im Rhenosterthale bei Snlherland am 24. März 8 Tote, darunter einen Lieutenant, verloren. Acht Mann wurden verwundet; ein Hauptmann und 28 Mann wurden gefangen genommen, aber säind- lich wieder freigelassen. In dem Gefecht in der Nähe von Tatings am 26. März wurden 6 Mann von der Kap-Polizei verwundet, von denen einer inzivischcn gestorben ist. Bei Mcintjesnek am 27. März wurde ein Hauptmann der berittenen Infanterie schwer verwundet, drei Manu in demselben Regiment wurden verwundet. Entdeckte Geheiindrnckcrei. Charkow, 29. März.(B. H.) In der hiesigen psychiatrische» Klinik entdeckte die Polizei eine geheime Druckerei. Aus diescig Anlaß wurden zahlreiche Haussuchungen und Verhaftungen vor« genommen.__ Frankfurt a. M., 29. März.(W. T. B.) Ueber den in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag auf dem Bahnhofe Laudenbach verübten Einbruch wird' anderweitig gemcldet't Ein Mensch drang in den Kassenranm der abgelegene» Station, während sich ein Hilfswärter einen Augenblick entfernt hatte. nnd feuerte drei Schüsse auf den Vorsteher ab. welchß den Beamten an der Hand, der Schulter und sam Kopf verletzte� Der auf den Lärm herbeieilende Hilfsivärtcr verscheuchte den Räuber, welcher gestern vor Heidelberg von Gendarmen verhaftet wurde: Nach anfanglicheni Leugnen gestand er die That ein, nachdem er niit dem Hilfswärter konfrontiert worden war. Er iienut sich Reßmann oder Reschmann. h Peking, 29. März.(Meldung des Reuterschei« BnrcauS.) In den südlichsten Präfetten von Tschili kam eS zu Unruhen infolge von Versuchen der Lokalbeaniten Entschädignngsgeldcr für die von den katholischen Missionaren erlittenen Verluste einzutreibeil, Es heißt, daß viele Leute getötet worden sind. Druck und Verlag von Mar Babing in Berlin Hierzu 3 Beilagen u. Uuterhaltuiiasblatt. Et. 75. 19. lajrpg.|. KtilllKt htS JOtlllW KklijUl KlliSllZM. 30. Pt{ 1802. Berliner Partei-Angelegenheiten. Am 1. Osterfeiertag, mittags 12 Uhr, findet eine von den Genossen des vierten Berliner Wahlkreises L.O. arrangierte Matinee im Konzcrthause Sanssouci, Kottbuserstr. 4a, statt. Die Ho mmnische» Norddeutschen Sänger treten auf. Der geringe Eintritts preis von 30 Pf. pro Person läßt tviedennn ein gefülltes Hans rrlvarten. Dritter Wahlkreis. Auf vielfache Anfragen an? den Kreisen der Parteigenossen teile ich mit, daß die Agitation unter den Ge nassen des dritten Kreises betreffend den Bezug des„Borlvärts" und andrer Parteilitteratur durch die P a r t e i s p e d i t i o n S ii d o st Lansitzer Platz 14/15, im Einverständnis mit dem Unterzeichneten geschieht. Ich ersuche deshalb die Parteigenosse», bei Bedarf Be stcllungen au die vorgenannte Parteispedition zu richten. Der Vertrauensmann. Der VertranenSmann dcö erste« Kreises, Genosse Georg Oppel, wohnt vom 80. März ab: H i n d e r s i» st r. 14,1V. Zu der vom Wahlverein Qber- Tchöneweide am ersten Feiertage, nachmittags 4 Uhr, veranstalteten Uraniavorstellnng („von den Alpen zum Vesuv") sind an der Kasse noch eine Anzahl Billets zum Preise von 00 Pf. zu haben. Schöuebcrjj. Am ersten Osterfeiertage veranstaltet der Wahl verein in O b g's Festsälen, Meinlngerstr. 8, ei» Vereins vergnügen fsiehe Inserat). Entree 30 Pf.— Eine offene Kas findet nicht statt, ein jeder hat sich vorher mit Billets zu versehen. Wilmersdorf. Den Parteigenossen zur Kenntnis. daß am Mittlvochabeud 3Vs Uhr, i» WitteS Volksgarten, die regelmäßige Vcrei»sversannnlu»g des Wahlvereins stattfindet, in welcher Genosse Waldeck- Manasse über daS Thema»Kirche und Kaserne im Dienste der Ncaktiou" referieren wird. In Anbetracht des wichtige: TheniaS ist zahlreiches und pünktliches Erscheineil erwünscht.— Uoknles. Ostern. „Grüne Weihnachten— weiße Ostern 1" warnt bedächtig eine alte Wetterregel. Die schlichte Bauernweisheit hat oft recht bc halten— zuweilen sogar buchstäblich. So manches Mal hat uns der Winter noch im Scheiden einen bösen Streich gespielt, indem er erst um Ostern nachholte, ivas er launisch um Weihnachten unsre Wünschen versagt hatte. So manches Mal sind die Osterfeiertage durch ein sehr unzeitgemäßes Schneegestöber eingeleitet worden, das mit seinem lustig wirbelnden Flockentanz uns leider gar nicht lustig stimmen konnte. Es sah in der letzten Zeit ganz danach aus, als solle die Bauern Weisheit auch diesmal wieder zu Ehre» konimen. Einladend waren die Tage, die uns der diesjährige Frühling bisher gebracht hat. ivirltich nicht. Eisige. vom Nordost gepeitschte Regenschauer— das ist keine Witterung, wie man sie sich zu Ostern wünscht. Bei solchem Wetter lvar auf grüne Ostern nicht zu rechnen: da mag kein Halm aus dein Boden heraus, wagt sich kein Blatt anS der Knospe hervor. Selbst an Schneeflocken hat es bis in die allerletzten Tage hinein nicht gefehlt, sodaß man sich in der That.darauf gefaßt machen mußte. wieder einmal»weiße Ostern" im vollsten Sinne des Wortes zu erleben. Bei solchem Wetter will denn auch schwer eine rechte Oster stimmnng in uns aufkeimen. Wie die Weihnachtsstimmung nur bei Schnee und Eis gedeiht, so verlangt die Osterstimmung freundlichen Sonnenschein und linde Lüfte, sprossende Saaten und fröhlichen Bogelgesang. Einen richtigen Ostcrsonntag können wir uns nur als lockenden Frühlingstag denken. Denn die Osterzeit ist uns die Frühlingszeit und das Osterfest das Fest des Iviederkchrenden LeiizeS I Das Fest der Auferstehung Christi zu sein, hat Ostern für die meisten längst aufgehört. Für alle aber ist es daS Fest der Wiedererstehung der Natur geblieben— daS. was es war, ehe die Priester der christlichen Kirche kamen und ihr Fest des auferstandenen Christus an die Stelle des Frühlings festes der heidnischen Ostergöttin setzten. Des Frühlings offizieller Beginn, das ist Ostern in der Vorstellung des Volkes, trotz den Lehren der Kirche. Hinaus aus der dunklen, dumpfigen, lähmenden Enge des Winters! DaS ist deS Volkes Osterevangelium.' DaS mag schmerzlich sein für gläubige, fromme Christen— aber sie werden's nicht ändern. Sie müssen es sich schon gefallen lassen, daß ein in lachendem Frühlingssonnenschein heraufsteigender Ostersountag nicht die Kirchen füllt, sondern die Menschen hinaus zieht und hinauStrcibt in Feld und Wald. Doktor FaustenS Öfter spaziergang wiederholt sich alle Jahre aufS neue, und immer ivieder wirkt er befreiend. In Berlin verläuft er freilich viel weniger romantisch— gewöhnlich nicht ohne einen harten Kampf um ein Plätzchen im Straßenbahn- oder Eisenbahnwagen— aber ein Hauch von Poesie schwebt trotzdem auch über dem Osterspazicrgang des modernen Berliners. In emer Versammlung der Armenkomviissiouö-Vorstehcr hielt der Vorsitzende der Lrmcndirektion, Herr Stadtrat M ü n st e r- berg, einen Vortrag über die am 1. April d. I. in Kraft tretende neue GcschäftSanweisung für die Lrinenkonimissionen. Wenn auch die neue Geschäftsanweisuug in, wesentlichen nichts NeucS biete» könne, so bedeute sie doch in den Grenze», in denen sie sich beivegt, insofern einen Fortschritt, als sie die Notivendigkeit des Zusammengehens der öffentlichen Armenpflege mit der Privatwohlthätigleit. namentlich mit der Wohlfahrtspflege betone. Damit in Zukunft die Zulvendung von Extra-lluterstützung an dauernd unterstützte Personen und an Pflege gcld-Enipfängcrinnen auf die Fälle unerwartet erhöhter Notlage br schränkt bleibe, soll namentlich bei Betvilligung von Pflegegeld mehr als bisher die Natur und Hilfsbcdürftigkeit der Kinder und die Erlverbsfähigkeit der Mutter berücksichtigt und dementsprechend die Hohe der Unterstützung bemessen iverden. An den Auszahlungen der Unterstützungen beteiligen sich vom 1. April ab alle Mitglieder der Armcnkommisston, damit sie mit den Armen ihres Bezirks mehr in ein persönliches Verhältnis treten und VertraueuLpersonen der be- treffenden Arme» werden sollen. Zu diesem Zwecke sei eS erforderlich. daß die Mitglieder der Konnnisston möglichst dauernd an die- selben Personen auszahlen, weshalb eine Vermehrung der Mit- gliederzahl der Kommissionen in Aussicht genommen sei. Nach Z 54 der neuen Geschäftsanweisuug dürfe kein Ärnienkominissions-Mitglied zugleich Lieferant von Naturalien für die Kommission sein. Um etwaige Härten zu vermeiden, sei eine Uebergaugszeit festgesetzt Ivorden, die aber spätestens mit dem 1. April 1903 ablaufe. Zum Schluß wies der Vortragende darauf hin, daß auch die besten Be- stimnnlngen nicht frei von Mängeln seien. Auch die neue Geschäfts- aniveisung iverde nur ein Stück bedrucktes Papier bleiben, wenn es nicht gelinge, den toten Buchstaben lebendig zu machen. Für Telbst-Vcrsichcrcr. Di'. Ausgabestellen für die QuittinigS- karten der I n v a l i d e n- V e r s i ch e r u n g sind von den zuständigen Ministern angewiesen worden, vom 1. April d. I. ab über die von ihnen erstmalig oder infolge des Umtausches je. ausgestellten grauen Q n i t t u n g s t a r t e n �Formular S, für Selbstversicherer) b e- s o n d e r e L i st e n zu führen, in welche, alljährlich unter neu be- ginnenden Nummern, das genaue Nationale, Wohnort und Beruf des Versicherten, soivie die Nummer und der Tag ihrer Ausstellung eingetragen werden sollen. Am Karfreitag sind auf dem Spandauer Bock insgesamt nur 13 Sistierungen vorgekommen, eine so geringe Zahl, wie sie noch in keinem Jahre zu verzeichnen war. Das energische Vorgehen der Gendarmerie in den Vorjahren, tvie auch die in den Lokalen angeschlagenen Warnungen haben erfreulicherweise den Erfolg gehabt, daß die Ausschreitungen bedeutend geringer waren, und nur am Vormittag hatte die Gendarmerie Veranlassung zu energischen, Ein- schreiten, als zwischen einer Anzahl von nngetruukeuen jungen Leuten eine größere Schlägerei entstand. Nachdem die Hauptlärmer sistiert und die übrigen aiis dem Lokal entfernt worden waren, wurde die Ruhe Ivieder hergestellt. Auch der Bierkonsun, in den Lokalen lvar bei einem verhältnismäßig schwachen Besuch recht gering und blieb nicht unerheblich gegen denjenigen in den Vorjahren zurück. RlS ihre» Kommis scheinen die Hausbesitzer den Staat zu betrachten. Der Bund der Berliner Grundbesitzer-Vereiue hat an den Justizminister Dr. Schönstedt eine Petition gerilbtct, um seine von dem Präsidenten des Amtsgerichts I und dem Aufsicht führenden Amtsrichter des Amtsgerichts ll abgelehnte Bitte in Sachen des Pfandrechts des Ve r n, i e t e r's beim Minister nochmals vor- zutragen. In der Petition wird es als ein Mißstand bezeichnet, daß der Verniietr von de» in seinen, Hause bei Mietern vorgenonu neuen Pfändungen gar nicht oder so spät i» Kenntnis gesetzt wird, daß die Geltendmachung dieses Pfandrechts vielfach unmöglich gemacht bezw.' erschwert wird.' Die Petition erbittet eine Aenderung der Gerichts- vollzieher-Ordnung in dem Sinne, daß die Gerichtsvollzieher gehalten sein sollen, in, Falle von Pfändungen bei Mietern den, Hauswirt oder dem Vertreter desselben i», Hause von diesen Pfändungen von Amts wegen, ohne Antrag, Mitteilung zu machen, damit der Haus- lvirt sofort i» der Lage ist, sein Vorzugsrecht geltend zu machen. Der KtndeSmord, der an, Dienstagabend in der Pallisadcn- straße 73 entdeckt wurde, ist jetzt aufgeklärt. Unter dem Papier, i» das die Leiche in der Pappschachtel eingewickelt war. befand sich auch eine Nummer einer hiesigen Zeitung— Berliner Tageblatt—, aus der ein Inserat ausgeschnitten war. Diese Lücke im Zeitungsblatt bildete den einzigen Anhalt für die Ermittelungen der Kriminal- Polizei. So schwach er auch lvar, so führte er doch zum Ziel. Kriininalkommissar Brau» stellte durch Vergleichnng mit einen, vollständigen Blatt fest, daß das Inserat leistungsfähige HolzwoN-Fabriken suchte. Nun Ivandtc er sich an alle derartige Fabriken und ermittelte so einen Geschäftsmann in der Landsberger Allee, bei dem ein L3jähriges Mädchen Namens Elise Sergezun aus Ostpreußen diente. Diesen, Mädchen sagte der Konnnisiar auf den Kopf zu, daß sie das Kind geboren und ermordet habe. Das Mädchen war nicht im geringsten betroffen und bestritt lachend jede Schuld. Erst als sie sah, daß der Kriminalkommissar in ihre», Raun, eine mit Blut besudelte Schere fand, gestand sie, die Mutter und die Mörderin zu sein. Sie habe daS Kind heimlich geboren, ihm mit der Schere den Hals durchgeschnitten, als es z» schreien anfing und die Leiche in der Pappschachtel selbst weg- geschafft. Ei« reuiger Sünder. Von einen, Fall, wie er wohl nur selten dagewesen ist, gab uns der Inhalt eines eingeschriebenen Briefes Kunde, der uns, mit dem Poststempel Leipzig, 23. 3. 02. 3—10, 15Ä versehen, an, Sonnabendmorgen zuging. Die Zuschrift lautet: An die Redaktion des„Vorwärts", LW., Beuthstr. 2. Anfang Juli 1887 hat ei» Herr Kästner aus Leipzig in Berlin einen Geldbrief mit M. 25 150 Inhalt zur Post gegeben, in welchem an seine», Bestimmungsorte Leipzig diese Summe Geld nicht und statt dessen Papier vorgefunden wurde. Der Absender wurde ohne sein Verschulden bestraft.--- ES lag nicht nur die angegebene Summe in den, Briefe, sondern noch ei» Tausendmarkschein mehr darin, welcher in ein feparateS, an die Frau des Absenders adressiertes Couvert gelegt war. Ich habe seiner Zeit die in dem Briefe liegenden 26150 M. gestohlen.— Das Glück hat mich dabei und auch noch später begünstigt, denn ich durfte mich Jahre lang an mehr als der Verdoppelung dieses Raubes erfreuen. Aber es rächt sich jede böse That— denn nicht nur, daß ich seit der Ausführung dieser That keine ruhige Stunde hatte, habe ich seit vorigen, Jahr durch die zur Sucht gewordene Börsenspekulation fast das ganze Geld wieder verloren— der Fluch der böse» That!— Um die mich peinigenden Vorwürfe zu linder» und meine letzten Stunden zu er- leichtern, will ich de» mir verbliebene» Rest seinem rechtmäßigen Be itzer zustellen. Meine vielfache» Versuche, die Adresse aisszufinden, waren vergeblich. Ich bitte deshalb, den Absender des uniseits er- wähnten Geldbriefes:«Herr» Kästner aus Leipzig", ge älligst zu ermitteln, eventuell mit Hilfe der dortigen Staats- anwaltschaft, durch welche er damals ohne Schuld verurteilt war. und demselben oder de» Erben die beigefügte, von de», einstigen Brieftaube mir verbliebene Restsumme übergeben zu lassen. Sollte derselbe verstorben und Erben nicht da sein, fo überlasse ich die bei- gefügte Summe Ihrer Parteikasse. Ich bitte dringend um gefällige Erledigung und um Entschuldigung dieser Ihnen zugemuteten Be mühung. wofür ich sehr danke. Ich hoffe, daß Sie mir meinen letzten Wunsch erfüllen könne» und zeichne Hochachtungsvoll X. X. Der Brief war mit dem Buchstaben X. S. gestegelt. Den beigefügte» Geldbetrag, übrigens eine nicht allzu hohe Summe, haben wir an amtlicher Stelle deponiert. Vielleicht trägt die Bekanntgabe dieser seltsamen Mitteilung dazu bei, i» diese vorab noch recht dunkle Angelegenheit einiges Licht zu bringen. Eine aufregende nächtliche Scene verursachte der 30 Jahre alte obdachlose»»d geisteskranke Handelsmann Wilhelm Klcinke in der LandSbergerstraße. Hier steht vor dem Hause 23 ei» drei Stock '. Putzgerüst. Auf dieses kletterte Kleiuke in der Nacht zu gestern um 12 Uhr hinauf und pfiff auf einer seiner Nachtigall pfeifen, mit denen er handelt, die Lieder„Verlorenes Glück" und war einmal". DaS eigentümliche Nachtkonzcrt lockte eine Menschenmenge von vierhundert bis fünfhundert Personen an. Da die Leute für den Pfeifer ein Unglück befürchteten, so kletterte ein , mger Mann ihn,„ach, um ihn zum Verlassen seines ge 'ährlichen Standpunktes am untersten Rande der Rüstimg zu wegen. Da er das ablehnte, so band der junge Mann ihn mit einem Seil, an de», die Putzer ihr Material aufzuziehen pflegen, zu seiner Sicherheit an. Als nun der Geisteskranke ein neues Lied anstimmte, erschiene» drei Schutzmänner, die Ich daran machten, ihn herunterzuholen. Nun verschob sich aber ein Brett und der Mann stürzte bis zur Hälfte des zweiten Stockwerkes herab. In dieser Höhe blieb er ein Weilchen hängen, als sich dann aber der Knoten des Seiles löste, fiel er auf den'Bürgersteig herab. Trotz der Höhe des Sturzes kam er mit eine», Bruch des rechten Beines davon. Ei» NettimgSwagen brachte den Verunglückten von der Wache des 02. Reviers, auf die die Schutz,. minier ihn getragen hatten,> in das Krankenhaus am Friedrichshain. Kleinke ist derselbe Man», der vor etwa drei Jahren vom Turm des Jsraelschen Hauses in der Spandauerstraße ein ähnliches Konzert gab. Er mußte da- mals durch die Feuerwehr heruntergeholt werden und war dann eine "eitlang in der Irrenanstalt zu Herzberge. Der.gros)« Karl", ein seit längerer Zeit polizeilich gesuchter Verbrecher, wurde am gestrigen Tage festgenommen, als er als „falscher Dienstmann" Geschäftsleute in der Landsbergerstraße schädigte. Der Bursche, ein ehemaliger Bauarbeiter Karl Groß, hatte an, Alexanderplatz einen Dienstmann beobachtet, der dort eingeschlafen und welchen, die Mütze vom Kopf gefallen war. Er vertauschte die Dienstmütze mit der seinigen und begab sich»ach der Landsberger- straße, Ivo er bei verschiedene» Geschäftsleuten fingierte Bestellungen ausrichtete und den Botenlohn, der ihm von den Auftraggebern an- geblich nicht bezahlt worden war, forderte. So teilte der Schwindler einem Bäckermeister mit, daß ein Herr in einen, Restaurant am Alexanderplatz ihn sprechen wolle. Der Handwerker traf auf dem Wege dorthin einen Nachbar», dem von den,„Dienstmam," ein gleichartiger Auftrag zugegangen war. Die beiden Männer erkannten nun, daß sie einen, Schwindler in die Hände gefallen waren und blieben mit einander plaudernd auf der Straße stehen. I» diese», Moment bemerkten sie den Dienstniami aus einem Fleischerladen komnien und dam, in ei» Hutmachergeschäft Landsbergerstr. 113 hineingehen. Sie folgten ihm und hielten ihn so lange fest, bis von der Rcvierivache an, Büschingplatz Schutzleute hinzukamen. Der Ber- brecher, der über seine Persönlichkeit zunächst falsche Angaben machte, wurde„ach dem Polizeipräsidium gebracht, wo er als der schon viel- fach vorbestrafte und seit Monaten wieder polizeilich gesuchte„große Karl" erkannt wurde. Eine Ansstclluua der Zeichen- und Modellie, arbeite» hat aus Anlaß des 25jährigen Bestehens die 0. städtische Fortbildungs» schule veranstaltet. Dieselbe bietet ein freundliches Bild von den Fortschritten des Berliner Fortbildnngs-Schulwesens. Die Be- sichtiguug ist uneutgeltlich an den beiden Festtagen von vormittags 11 Uhr bis nachmittags 5 Uhr. Anmeldungen für die kaufmännische lind getverbliche Abteilung während der Ausstellung und täglich abends von 7—9 Uhr Frnchtstr. 33. Zln den beiden Osterfeiertage» hält Direktor Archen hold wie gewöhnlich nachmittags u», 5 und abends n», 7 Uhr auf der Treptow- Sternwarte Vorträge ab. Die Themata derselben lanten a», 1. Feierlag nachm. ö Uhr:„Stcrnhnufen und Nebelwelten", um 7 Uhr: „Ueber Auffindung von Sternbildern", mit praktische» Uebiuigen auf der obere» Plattform. Am 2. Feiertag nachm. ö Uhr:„Wolken»nd Blitze", mn 7 Uhr:„Bewohnbarkeit der Welten". Mit dem groben Fernrohr wird ein D o p p e l st e r n und der Orionnebel beobachtet. Orgelkonzert. Herr Musikdirektor Olto Dienel teilt uns«ist, daß leine Orgelvorträge in der Marienkirche mm wieder jeden Mittwochmittag 12 Uhr stattfinden. Die erste dieser Matineen am 2. April wird unterstützt durch einen Chor aus Schülerinnen der Fr. Marie Koruatis(Soli: Frl. Ell.) Metzner, Frl. Margarete Henning, Frl. Lucie Oelschläger und Frau Johanna Grasnickel), Hrn. Haus BusseniliS, Violinist, Hrn. David Nitter ans Berge», Hm. HanS Schirmer und Miß Nancy de VillierS anS Südafrika. Der Eintritt ist frei. Ei» nncntgcltlichcr Kursus in Elektrotechnik beginnt am Donnerstag, den 3. April, abends 7>/e Uhr, in der 7. städtischen Fvrtbildungsschnle. Die Teilnahme ist jedermann gestattet und bedingt keine Vorkenntnisse. Annieldunge» werden täglich abends im Amtszimmer Gräfesir. 85/88 entgegengenommen. N»S de» Nnchbaeoeten. Ter Niedcrbarntnier Kreistag nahm in seiner Sitzung am 24. März zunächst den V e r iv a l t» n g s b e r i ch t entgegen. Aus de», Jahre 1900 sind danach 55 077 M. Ueberschuß in den neuen Etat übernommen. Aus den Kopf der Bevölkerung entfällt eine Kreissteuer von 2,74 M. Das endgültige Ergebnis der Volks- z ä h l u n g vom 1. Dezember 1900 stellt sich aus 293 025 Einwohner, das der Persoiienstandsaufnahme vom 28. Oktober 1901 auf 302 943 Einwohner. Der Kreis ist danach der am stärkste» bevölkerte Landkreis des Königreichs Preußen. Unser Nachbar- kreis T e l t o>v steht mit 268 203 Einwohnern an dritter Stelle. Die SterblichkeitSziffcr betrug im Jahre 1901 23,12 Proz gegen 23,87 Proz. im Vo»jahre. Die im Kreise vorhandenen Krankenkassen sl23 an der Zahl) tveisen einen Mitgliederbestand von 50 330(darunter l4 397 weibliche) ans. Nicht gezählt sind die Mitglieder der auswärtigen Hilfskassc», die i», Kreise 83 örtliche Verwaltungsstellen haden. Das Gcsamtvermöge» der 123 Kassen beläuft sich ans 874 393 Mark. Bei der l a n d iv i r t s ch a f t l i ch e n Unfallversicherung sind 283 Unfälle gegen 230 im Vorjahre zur Anzeige gelangt. Jnvali- ditäts- und Altersrenten ivurdeu 529 Kreiseingesessenen zugesprochen. Gewerbliche Fortbildungsschulen find imZKreise nur zwei vorhanden, ivährend in neun Ortschaften die Errichtung solcher Schulen Gegenstand der Verhandlung ist. lieber die Fürsorge- Erziehung Minderjähriger wird berichtet, daß 131 Fälle i», Jahre den Vormundschaftsgerichte»„nterbcitet wurden. Von den Volksbibliotheke» sägt der Bericht, daß solche in 42 Ort- schaften vorhanden sind und daß daS Lesebedürfnis der untere» wie der mittleren Schichten der Bevölkerung wachse. Der Etat wurde i» seinen Einnahmen und Ausgaben auf 1055 820 M. gegen 1020 000 M. im Vorjahre festgesetzt. Die obligatorische Leichenschau, die der Kreis als einziger der Monarchie seit 20 Jahren durchführt, lvar Gegenstand längerer Debatte. Während der Abgeordnete P l o» z sich gegen daS Obligatorium aussprach, wnnsckite Abgeordneter Mendel die Ver- allgemeineruiig desselben. Der Versuch, den komniissarischen Amts« vor st ehern aus Kreismiteln etz. Pension zu gewähren, fand lebhaften Widerspruch und war ohne Erfolg. RummelSlinrg. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung wurde der H a„ s h a l t u n g s p l a» ftir 1902 in Einnahme und Ausgabe auf 953 593 M. endgültig festgesetzt. Die Einnahmen im vergangene» Jahre belaufen sich aus 1 631 000 M.. die Ausgaben auf 1 312 000 M. Die Summe der projektierte» Anleihe von 1600 000 M. wurde auf 2 000 000 M. erhöht. Das Geld soll zu einem Zinsfuß von 37/» Proz. der Gemeinde zur Verfügung stehen. Durch eine Umänderung der F r i e d h 0 f s g e b ü h r e n- Ordnung sind sämtliche Preise ftir Grabstellen durchgängig erhöht worden: auf eine Anregung unsres Genossen R i t't e r wurde festgesetzt, daß die Gräber von den Angehörige» selbst belegt»nd bepflanzt werden dürfen.— Zur Erhaltung der hiesigen freiwilligen Feuerwehr war die Einführung einer Feuerwehrsteuer geplant; beschlossen ivurde, die Steuer imr von Grundbesitzern und zwar zu 1lio pro Mille des versteuerten Grundwertes einzuziehen, während ein Antrag auf Besteuerung sämtlicher Censitc» abgelehnt wurde. Bemerkenswert war hierbei die Angabe des Amtsvorstehers, daß am hiesige» Ort nur 965 Personen ein Eiukonimen über 1200 versteuern, Ivährend 5778 Ccnsiten ein Einkommen unter 1200 haben. Da»ach Austveis der letzten Gemeindewählerliste im ganze» nur 3000 Wähler verzeichnet sind, so ist hierdurch der Nach- weis geliefert, daß ziemlich die Hälfte der Steuerzahler an, hiesigen Orte ein Einkomnlen unter 660 M. besitzt, gar nicht eingerechnet die- enigen. welche wegen zu geringen Einkommens überhaupt zu keiner Steuer veranlagt sind. Von den, eingegangenen Bericht der Schnlkommissioii ist zu erwähne», daß die Abteilung für »linde rbegabte Kinder jetzt eingeführt wird. Es werden zunächst zwei Klassen eingerichtet, die darin unterzubringenden Kinder sollen vor- her ä r z t l i ch untersucht werden, was einige Herren zu der bangen Beinerkiing vcranlaßte, daß dies ja der erste Schritt zur An- 'tellmig von Schulärzte» sei. Der Herr Vorsitzende gab dann noch bekannt, daß beabsichtigt lvar, die Straße 14 in Boxhngen G e r h a r t H a„ p t n, a 11 11 st r a tz e zu nennen, daß aber vom Ministerium die Genehmigung hierzu versagt w u r d e. Dies veraiilaßte einen Vertreter zu dem nicht üble» Vorschlag, die Straße Major Laufstraße zu taufen.— Zum Schluß ivurde die Pacht des Ratskellers von 1000 auf 600 Mark herabgesetzt. Die Gemcindcvertretttng In Fricdrichöhagen beschäftigte sich in der Sitzung am Donnerstag mit dem Antrag der G e nieinde-Sch nll ehrer nnr Erhöhung ihres Dienst- e i n k o m m e n s. Wiederholt schon hatte dieser Antrag der Ver tretnng zur Beschlußfassung� vorgelegen, wurde aber stets gegen die Stimmen unsrer drei Genossen abgelehnt. Aber Beharrlichkeit führt zum Ziel, denn niit Zustimmung der Schullommission solvie des Gemeindevorstandes empfahl der Gemeindevorsteher der Vertretung vom 1. April 1902 das Grundgehalt der Lehrer von 1200 ans 1300 M,, die Alterszn lagen von 180 ans 200 M,, die M i e t s e n t s ch ä d i g u n g von 390 auf 450 3>t. zu erhöhen. Die finanzielle Lage der Gemeinde ermögliche es nicht, dem Antrag der Lehrer für das lanfcndc Etatsjahr zuzustimmen. Ilnser Parteigenosse Barth beantragte, die vom Vorsteher vorgeschlagene Erhöhung schon am 1. April dieses Jahres eintreten zu lassen, da die Gemeinde finanziell wohl dazu im stände fei. Genosse Sonnen- bürg schlos; sich dem Antrage an und wies darauf hin, daß eine große Anzahl Berliner Vorortgenieinden die Dieustbezüge der Lehrer ihren Wünschen entsprechend erhöht haben. Der Antrag Barth wurde jedoch gegen die Stimmen von Albrecht, Barth und Sonnen- bürg abgelehnt, der Antrag des Gemeindevorstehers dann ein- sti m in i g a n g e n o m m e n. Mit der Annahme des Antrages erfolgt gleichzeitig auch eine Erhöhung der Dieustbezüge für die Gc- meinde- Schullehrerinnen sowie der Gymnasial- und Vorschullchrer. Veefaimnlungem DaS Gctverkfchaftskartell hielt am Doimerslag eine Dcle- gierleiiversanimlung ab. Zu dem Jahresbericht, der ini„Vorwärts" bereits besprochen ist, machte T h. Fischer einige erläuternde Ans- führungen. Dann erstattete P i e s k e r den Kassenbericht.— In der hierauf folgenden Diskussion äußerten sich mehrere Redner abfällig darüber, daß der„Vorwärts" an dem Jahresbericht des Kartells Kritik geübt habe. Die Ansführnugeii dieser Redner beziehen sich auf folgende Sätze, die am Schluß des Auszuges ans dem Jahres- bericht in Nr. 71 des„Vorwärts" enthalten find: «Die neutralen Gewerkschaften nnd Verbände sind vielfach Gegen- stand des Angriffes! wie weit dieser Tendenz Raum gegeben' ist, charakterisiert der Schliißpassns des Vorworts, i» dem das'Resiimee folgeiiderinaßen lautet:„Für gewissenlose Streber darf kein Platz in der Arbeiterbewegung sein und das Mißtrauen ist eine berechtigte dcniokratifchc Tugend. Achtet auf Eure Tribiincn I" Klamme d meinte, eine derartige Kritik fei unberechtigt. Man könne verlangen, daß der„Vorwärts" den Bericht des Kartells ebenso ausführlich bringe, und vor allem ebenso objektiv behandle, wie den Bericht der Gewerkschaftskommission. K l e i n I e i n äußerte sich in dciiisclben Sinne. A r e n d s e e meinte, man könne mit dem, was der„Vorwärts" über den Jahresbericht gebracht habe, zufrieden sein. Es sei das Wesentlichste anS dem Zahlenmaterial wiedergegeben, nnd die Schlußbcmerknng mache ja die Leser ans den Berichs des Kartells anfnierksain nnd trage so zur Verbreitung desselben bei. Das könne doch nur angenehm sein. H A r t I e r verlangte, daß der Ausschuß des Kartells Stellung nehme zu den Bemerlnngen des„Vorwärts" nnd eine Gegenerklärung dazu veranlaßt werde. K l e i n l e i n wülischt, daß diese Entgegnung in der„Einigkeit" erfolge. Er mißbilligte eS, daß die„Einigkeit" den Kartellbcricht noch gar nicht beachtet habe. T h. Fischer bemerkte dazu, es sei gut, daß diese Ilnterlassnng der„Einigkeit" hier festgestellt wird. Keßler habe bei Gründung' des Kartells' zwar versprochen, dasselbe nach Kräften zu unterstützen, aber nian habe bis jetzt noch nichts davon gemerkt. Keßler müßte es als Redacteur der „Einigkeit" für seine Pflicht halten, in den Versammlungen des Kartells zu erscheinen, er lasse sich hier aber nicht sehen. Wenn der „Vorwärts" den Kartellbericht kritisiert habe, so sei das sein gutes Recht. Da wir selber Kritik üben, müssen wir uns auch die Kritik, die uns zu teil wird, gefallen lassen. Daß nnsre Kritik den Verbänden und der ans ihrer Seite stehenden Presse nicht an- genehm ist, das war vorauszusehen, es soll uns aber nicht hindern, auf imsrem Wege fortzuschreiten.— Nachdem dem Ausschuß Dccharge erteilt lvorden' war, erfolgte die Neuwahl desselben. Gewählt wurden: Zinimerer H i li r i ch s e n, Möbclpolierer Reuter, Schirmmacher Pieskcr, Kleber Uessem, Mnsikinstrnmenten- arbciter P i e p e n h a g e n. Als Revisoren wurden Gehl und K u n i s ch bestimmt. Der nächste Punkt der TageSordninig war: Stellungnahme zur Maifeier. Die meisten Delegierten bekundeten, daß ihre Gelverkschaften noch keinen Beschluß über die Maifeier gefaßt haben sie würden aber voraussichtlich, ebenso wie die, welche bereits Stellung genommen haben, auch in diesem Jahre den 1. Mai durch Arbeitsinlje feiern. Der Ausschuß ersucht darum, daß ihm über die Adhaltung der Maiversamnilungcn rechtzeitig Mitteilung gemacht werde.— Hierauf erstattete S t r a s s e r Bericht Über den Verlauf des Kleberstrciks. Er sagte, der Streik habe mit einem vollen Erfolge geendet. Zum Schluß ersuchte der Redner, den Klebern die' Rückerstattung eines Darlehns von 300 M. zu erlassen. Von mehreren Seiten wurde dagegen bemerkt, daß laut Regulativ des Kartells die Gewerkschaften ihre streikenden Mitglieder in den ersten zwei Wochen des Streiks ans eignen Mitteln zu unterstützen haben. Da die 300 M. aber für die ersten zwei Wochen erforderlich waren, so müßten sie auch zurück- gezahlt werden. Schließlich wurde ein von Kleinlcin ge- stellter Antrag angenommen, welcher besagt: Die Kleber brauchen die 300 M. nicht zurückzahlen, die Gewerkschaften, welche noch keine Beiträge für die Kleber geleistet haben, werden ersucht, dies nachzuhoien.— Nimmehr gab Hürtler eine Darstellung von dem Konflikt in der Holzindustrie. Er kritisierte das Verhalten deS Holzarbeiter-Verbandes in dieser Aiigelegenheit, nnd meinte, nur durch energische Maßnahmen konnten die Pläne der Holzindiistriellen bekämpft werden. Die hierauf folgende Diskussion bestand hauptsächlich in einer abfälligen Kritik Über die Taktik der Ccntralverbändc.— Unter Verschiedenes wies Oriwohl� ans den Metallarbeite rstrcik bei Altmanii hin. Sollte der Streik länger als 4 Wochen dauern, dann würde die Mctallarbeitcr-Gewerkschaft wahr- schcinlich die Uiiterstützung des Kartells nachsuchen müssen.— In der Vcrsammlniig fehlte der Delegierte der Maler. (tciitralüerbmid der Konditoren nnd verw. Berufsgeiiossen. Am 31. März und 1. April 1902(2. und 3. Ollerfeiertag) findet im Gewerkschafts- hause, Engel-Ufer 15(Saal 7), der fünfte ordentliche VcrbandStag statt. Zu den Verhandlungen haben nur Mitglieder Zutritt. Mitgliedsbuch legitimiert. Saiiiariterkursns für Zirbeiter und Zlrbelteriniien. Morgen, 2. Ostcrseicrtag, bei günstigem Wetter: Faniilien-Ausflug nach Friedrichs- Hägen. Treffpunkt: 2 Uhr Nestaurant Spreeschloh, nahe der Fähre. Geiieralverfaimiilung findet am 7. April statt. Einladung erfolgt noch. Vevmifihkes« Eisenbahn-Unglücksfälle. Zunächst wird uns ans Würzburg gemeldet: Der von hier nach Nürnberg abgegangene Güterzug 1982 überfuhr Freitag früh nach 1 Uhr im Bahnhof Kitzingen das Einfahrts- signal und kam dem ausfahrenden Güterzug 19ö7 in die Flanke. Ein Spritfaß explodierte, wobei ein Bremser schwer und ein Wagen- wärter-Gchilfe leicht verletzt wurden. Zehn Wagen wurden zer- trümmert, weitere fünf niehr oder minder beschädigt. Der Verkehr war längere Zeit gestört.— Ferner wird aus Köln berichtet: Die „Kölnische Volkszeitnng" meldet ans Bingen: Durch Ablösung be- trächtlicher Steimnassen auf der Bahnstrecke Bacharach— Oberwcsel wurde in der Nacht zum Donnerstag ein Bahngeleise gesperrt. Durch einen weiteren heute früh erfolgten Erdrutsch ivnrde auch das zweite Geleise unpassierbar. Der Verkehr wird durch Umsteigen an der U»fallstelle bewerkstelligt. Es ist unbestimmt, wann die Verkehrsstörung behoben sein wird. Bahnhofs-Einbruch. Die„Frankfurter Zeitung" meldet aus Laudenbach(Main-Necknr-Bahu): Auf dem hiesigen Bahnhofe wurde in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag ein Einbruch versucht. Die Einbrecher hatten es auf die Stationskasse abgesehen. Als sich der diensthabende Stationsvorsteher energisch zur Wehr setzte, zog einer der Einbrecher einen Revolver und schoß dem Beamten eine Kugel in die Hand nnd eine in den Kopf; schwerverletzt brach der Vorsteher zusammen. In Weinheim wurde ein Verdächtiger ver- hastet; er leugnet bis jetzt jedoch, etwas von der That zu wissen. Briefkasten der Redaktion. Bayer. Die Reklamation hat keine aufschiebende Wirkung. Sie sollten sich noch einmal schriftlich an die Steucrdeputation wenden.- Moabit. 1. Ja: nicht nur die Beiträge zu einer Krankenkasse, der man kraft Gesetzes angehören muh, sondern auch die für eine Kasse, der man durch Bertrag angehört(freie Hilfskasse, Ziischuhkasse und dergl.) sind vom Einkommen abzuziehen. 2 und 3. Nein._ WttterunaSübcrslcht vom LS. März ISvS. morgen»« Iltzr. Stationen L E lS h aS S" Swinenidi Hamburg Berlin Fra»kf./M. München Wie» il if j Wetter c l Wi 760 WSW 759 SO 761 SW 762 SW 763 W 762 NW 1 heiter 2 Nebel 2Nebel ghedertt 3 bedeckt 2hlb.bed. 1 —2 0 6 4 4 Stationen Haparanda Petersburg Cork Aberdee» Paris S" 758 NO 751 SO 756! WNW 7'63SW Wetter bedeckt f Regen wolkig bedeckt äs C« i» St» -4 1 11 s Wetter- Prognose für Sonntag, den 30. März IVOS.' Etwas wärmer, zeitweise heiter, aber sehr veränderlich mit Regenfälle» und lebhaften südwestlichen Winden. �. Berliner Wetterbureau. Unserm alten Theod. Metzner zu seinem 72. Geburtstage die herz lichsten Glückwünsche senden 3787L _ Frrunde und Gcnosscii Socialdemokiatiseher Walilverein für den 6. Berl Reiclistags-Walilkreis, Schönhauser Torstadt. Den Genossen zur Nachricht, dah das Mitglied Anton Fanten, Eberöwalderstraße 19, nach langem schweren Leiden am 29. d. M. ver- storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 1. April, nachmittags 4 Uhr, von der Charits aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 1647b Der Borstand. Todes-.A.n�eiNe. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachncht, daß mein lieber Mann, unser guter VatcrundGrohvatcr Anton Fanten nach langem, schwerem Leiden am 29. März verstorben ist. Die Beerdigung findet am 1. April nachm. 4 Uhr von der Charit« aus statt. Die trauenide Witwe A. Fanten nebst Kindern. 16486 Steinarbeiter. Am Freitag starb unser Kollege Heins. Scfiayertiammer. Die Beerdigung findet am Montag <2. Feiertag), nachm. 4 Uhr, von der Halle des Genieindc- Kirchhofs in Friedenau aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 172/9s Ter BertraiieiiSmanii. Orts- Krankenkasse der Buchbinder und verwandten Gewerbe. Mittwoch, den 9. April, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel Ufer 15. Saal 1: 271/9 Ordentliche Gettemlversammlnng. Tagesordnung: 1. Verlesung der Protokolle. 2. Be- schlubfassung über die Abnahme der Jahresrechiiung für 1901. 3. Ab- änderung des von der AussichtS- behörde beanstandeten§ 20 des Statuts. 4. Verschiedenes. Die Delegierten werden gebeten, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Mitglieder haben Zutritt. Der Borstand. Beruh. Jost, Vorsitzender. Georg Bähler, Schriftführer. NB. Der Jahresbericht ist erschiene» und kann vom 1. April ab im Kassen- bureau, Engel-Ufer 15, in Ei»pfa»g genominen werden. D. O. Polilischer socillldeiiiokrat. Verein ju Berlin. Todes-Auzeige. Am 28. d. M. starb unser Genosse Kasimir Stepniak. Die Beerdigung findet am Montag, den 31. März, nachmittags 3 Uhr, pus dem St. Michael-Kirchhof statt. 1646b Ter Borstauv. Verzogen von Blankenseldestr. «»ch Alexanderstr. 14». vr. N. Auerbach. 17/9 Köpenick. Meine Wohnung befindet sich jetzt Gr ii»a» er Strasse 5.[37748 Iran Dorn. Heblmm. Schöneberg! Die Spedition des„Vorwärts" be- findet sich von heute an Zlartln L-uthcrstr. 51 im Laden, im Obstschen Hause. Parteispedition Schöneberg. 5784L» W. Bäumler. Zum Umzug l Für pünttliche Lie- ferung des„Vorwärts" euipftehlt sich Sarl Weiße, Triststr. 46 a. Korbmacher Orts- Krankelikass e der Korbmacher zu Berlin. Montag, den 7. April 1902, abends 8 Uhr, Engelufer 15(Saal 10, l Treppe links) Ordentliche Eellttlii-llersilllimiung Tages-Ordnung: 1. Jahresbericht des Reudaiiten und Bericht der Jahres- Prüfungs- koniinission. 2. Ersatzwahl für zwei Vorstandsmitglieder(Arbeitnehmer). "1. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Er- scheinen ersucht Her Vorstand. I. A.: Karl Schwedler, Vorsitzender, _ Pappel-Allee 24. 1599 Winitt-Piiliert®"e�uz». suniiiiciiknnft am 2. Feiertag, den 31. März, Stsrgarckoretr. 25. D. R. Orts- Krankenkasse der Drechsler und verwandter Gewerbe. Die Ordentliche Geueral-Versammlmlg findet am Montag, den 7. April, abends 7>/z Uhr, in den„Andreas- Festsälen", Andrcasslr. 21, statt, wozu dicHcrrcn Vertreter der Kasse(Arbeitnehmer) eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Bericht der Reviloi eu und Dccharge- Erteilung. 3. Wahl eines Boistaiidsiuilglieds (Arbeitnehmer). 4. Bericht der Be- schwerdckomuiission und Neuwahl der- selben. 5. Verschiedenes. 1600 Der Borstand. I. A.: H. B r Ü s s o w, Vorsitzender. Freie KriUlken-».Bellräbniö- kasse der Zchuhmacher nnd Berufsgeiiossen Berlins (E. H. Nr. 27). Montag, den 14. April, abendS 3 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakob- straffe 75: 1598 Genera!-VersOTlinlg. TageS-Ordiinng: 1. Vierteljährlicher Kassenbericht. 2 Innere Kassenangelegeiiheiten. Der Vorstand. Fahrräder erstkl., auffer- vrdentl. billig, gefahr. jpoitb. a. Teilz. Ska- litzerstr. 125.[« Ceiltral-Kraiikm- k. Sterbe- Kasse der Tischler u. (E. H.-K. Nr. 3 Hamburg) lOortilost« Verwaltung Berlin A.) Die Vertrciung des ersten Beuvll- inächtigteilhatinKasseiiaiigelegeiiheiteil der zweite Bevollmächtigte c-tkl«lilül. lSVui an der Mariaiineiistrnffe. Sprechstunden: Montag- u. Mittwoch- abend 8—9. Krankengeld-Ailszahlung Soiiiiabendabciid 6>/.— 8 Uhr bei Kölln, Nauiiynstr. 83. 181/3 Die LrtSvcrinaltung. Berlin 81V. Alt« lallobetr. 124.' ltabinen-IMlZtiiile. Höhere Fachschule mit Werkstätten. Elektro-Ma- schinen-Ingeniour-, Techniker-, Werkmeister-, Monteur-Ausbild. Vorkenntnis nicht erforderl. Unbegabtheit kein Ausbildungs- hindemis. Ingenieur-Dipl. Jene Abendkurse." 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Die General- kommission ist durch Legten- Hamburg, die Lithographen nnd Steiudrucker find durch Jansen- Berlin vertreten. Den Geschäftsbericht des Vorstandes erstattete Frau T i e d e- Berlin. Der Verband zahlte bei seiner Gründung im Jahre 1893 1297 Mitglieder. Die Hoffnungen, welche man damals hin- sichtlich der Ausbreitung der Organisation hatte, haben sich nicht ganz erfüllt. Der Verband hat im Laufe der Zeit Mitglieder und Zahlstellen gewonnen, zum Teil auch wieder verloren, wie es andren Organisationen auch gegangen ist. Im ganzen aber ist der Verband vorwärts gegangen. Er hat gegenwärtig 2100 Mitglieder. In ver- fchiedenen Orten hat der Verband festen Fuß gefaßt und steht für die Zukunft gesichert da. Ziemlich trübe sieht es noch aus in Süd- deutschland. Schlesien und Ostpreußen. Den Kassenbericht erstattete B o d a h l- Berlin. DaS wefent- lichste daraus ist bereits in der Freitagsnummer mitgeteilt worden. — Die Diskussion über diese beiden Punkte bot nichts Bemerkens- wertes.— Der Verbandsvorstand wurde einstimmig entlastet. Hierauf gaben sämtliche Delegierten nacheinander Berichte über die Situation in ihren Zahlstellen. Es geht daraus hervor, daß in verschiedenen Orten die Organisation nur durch die thätige Mithilfe der Buch- und Steindrucker aufrechterhalten werden kann, da sich in den Reihen der Hilfsarbeiter nicht die nötigen Kräfte für die Leitung finden. Am stärksten ist die Organisation in Berlin. Das wird aus den Umstand zurückgeführt, daß sie einen Arbeitsnachweis hat, der den Arbeitsmarkt beherrscht.— Im Lause der Diskusston wurde auf einen Druckfehler hingewiesen, der in dem Auszug des Jahresberichts in der Freitag- Nummer des„Vorwärts" ent- halten ist. Der Rückgang der Mitgliederzahl im vierten gegen das dritte und zweite Quartal beträgt nicht rund 1000, sondern noch nicht 100. Die Soimabend-Sitzung begann mit der Statutenberatnng. Zu- nächst wurde beschlossen, daß der Titel des Verbandes lauten soll: „Verband der Buch- und Steiudruckerei-Hilfsarbeiter und-Arbeite- rinnen Deutschlands." Nach§ 1 des Statuts besitzt der Verband den Charakter eines aus Eiuzelmitgliedern zusammengesetzten Vereins. Hierzu beantragt die Zahlstelle Berlin 1(Verein der Arbeiterinnen an Buchdruck-Schnellpressen) eine Aeiidernng, ivelche besagt, daß der Verband in Vereine und Einzelmitgliedschaften eingeteilt werden soll. Die Antragstellerinnen wollen dadurch ausgedrückt wissen, daß ihr Verein, der dem Verband bei Gründung' desselben bei- trat, als korporatives Mitglied des Verbandes gilt, und eine gewisse Selbständigkeit innerhalb des letzteren behält.' Dieser Antrag wurde gegen 5 Stimmen abgelehnt.—§ 2 bestimmt: Die lokalen Verwaltungsstellen sind berechtigt, nach Zustimmung des Verbands- Vorstandes ein MiudestbeitrittSaiter festzusetze». Dazu beantragt der Verbandsvorstand folgenden Zusatz: Sonstige, die Ausnahme er- schwerenden Beschlüsse dürfen nur auf dem Verbandstage festgelegt werden. Gegen diesen Antrag wandten sich besonders zwei Vertreter der Zahlstelle Berlin II, welche aus männlichen Hilfsarbeitern besteht. Berlin II nimmt nur solche Personen als Mitglieder auf, die weiiigstens ein halbes Jahr in Druckereien beschäftigt sind und mindestens 18 M. Wochenlohn erhalten. L e g i e n führte hierzu aus: Die Anfnahniebedingimgen von Berlin n verstoßen gegen die Prineipien der modernen Arbeiterbewegung. Die Organisation habe doch die Aufgabe, für die schlecht bezahlten Kollegen bessre Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erringen, ivas dem Einzelnen nicht möglich ist. Eine Gewerkschaft, welche' die Aufnahme von einer gewissen Lohnhöhe abhängig macht und minder Entlohnte ausschließt, verliere den Charakter einer Kampfes- organisation und sei nichts anderes als eine Unterstützuugs- und Arbeitsnachweis- Organisation. Mahle und Bleich- Berlin II traten für Aufrechterhaltnng der Bestimmung ihrer Zahlstelle ein mit der Begründung, die Nichtaufnahme der unter 18 M. Entlohnten halte die Konkurrenz der Ueberläuser aus andren Berufen fern, der Arbeitsnachweis iverde dadurch in die Lage ver- setzt, nur brauchbare Kräfte zu vermitteln, wodurch eine gewisse Stabilität in der Organisation geschaffen und der Fluktuation vor- gebeugt werde. Ein'andrer Berliner Delegierter führte aus, daß er gegen' Aufrechterhaltnng der genannte» Bestinmmng sei. und auch die Mitglieder von Berlin II hierüber verschiedener Meinung seien. Nach längerer Debatte wurde der Antrag des Verbandsvorstandes gegen drei Stimmen von Berlin II angenommen. Ferner wurde folgende Resolution angenommen: „In Erwägung, daß es vom Standpunkte der modernen Arbeiterbewegung nicht einwandSsrei ist, Kollegen von der Aufnahme in den Verband zurückzuweisen, weil sie nicht einen bestimmten Lohn haben, hält es der Verbandstag sür angebracht, der- artige Bestimmungen nicht zuzulassen, dagegen nach Möglichkeit einen Mindestlohn anzustreben. Der Verbandstag ersucht die Zahlstelle Berlin II, sich diese Resolution zu eigen zu machen."— Die Be- stimmuna des Z 5:„Der Ausschluß eines Mitgliedes erfolgt auf Antrag der Zahlstelle durch den Verbandsvorstand" wurde folgendermaßen geändert:„Der Ausschluß eines Mitgliedes erfolgt durch die Zahlstelle. Dieselbe ist verpflichtet, dem Verbandsvorstand die Gründe des Ausschlusses sofort mitzuteilen. Beschwerde gegen den Ausschluß kann beim Verbandsvorstand und in letzter Instanz beim Verbandstag eingelegt iverden". Eine sehr eingehende Debatte riefen die Anträge hervor, die sich auf Erhöhung der Beiträge, Festlegung der Unterstützungssätze. Karenzzeit nsiv. beziehen. Nach dem gegenwärtigen Statut beträgt das Eintrittsgeld 50 Pf., beim Wiedereintritt 75 Pf., und der wöchentliche Beitrag 15 Pf. für männliche wie für weibliche Mit- glieder. Nach einer Karenzzeit von 52 Wochen erhallen die Mit- glieder Unterstützung bei Arbeitslosigkeit, wenn dieselbe wenigstens sechs Tage währt. Die Höhe und Dauer der Unterstützung bestimmt der Verbandsvorstand. Alle zu diesen Punkten gestellten Anträge wurden einer fünfgliedrigen Kommission überwiesen. Für de» Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Thvntrv. Sonntag, den 39. März. Freie Volksbühne. Berliner Theater. 5. und 6. Abteilung: Wilhelm Tell. Anfang SV« Uhr. Opernhaus. Loheugrtn. Anfang w. Uhr. Montag: Carmen. Dienstag: Margarete. Schauspielhaus. Faust.(1. Teil.) Anfang 7Vz Uhr. Montag: DaS große Licht. Dienstag: König Heinrich der Vierte. Neues Oper»- Theater lKroll). Das große Licht. Ans. Uhr. Montag: Frau Anne. Dienstag: Die Fledermaus. Schiller. Einsame Menschen. An- fang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Nathan der Weise. Montag: Der Herr Senator. Nachm. 3 Uhr: Der Probekandidat. Dienstag: Nathan der Weise. Nachm. 3 Uhr: Der Probekandidat. Deutsches. Es lebe das Leben. Anfang T/j Uhr. Nachm. 2'/, Uhr: Faust. Montag: Lebendige Stunden. Nachm. 2'/, Uhr: Rosenmontag. Dienstag: Es lebe das Leben. Nachm. 2'/, Uhr: Die versunkene Glocke. Verliuer. All-Heidelderg. Anfang 7'/- Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Nachm. 2V, Uhr: Wilhelm Tell. Dienstag: Alt-Heidelberg. Lessiug. Der Hütlenbesitzer. Ansang 7'/- Uhr. Nachm. 3 Uhr: Haus Rosenhagen. Montag: Cyprienne. Weste». Gastspiel des Metropol- Theaters:'ne seine Nummer. Ansang?>/, Uhr. Nachmittags zu halben Preisen: Der Waffenschmied. Montag: GaSparone. Nachmittags zu halben Preisen Der Freischütz. Dienstag: Wiener Blut. Residenz. Einquartierung. Anfang 7V, Uhr. Nachm. 3 Uhr: DaS blaue Kabinett. Montag: Einquartierung. Nachm. 3 Uhr: Verliebt. Dienstag: Einquartierung. Nachm. 3 Uhr: Nora. Neues. Goldfische. Anfang?>/, Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Beilchen- freffer. Montag- und DienStagabend-Gold- fische. Montag- und Dienstagnachmittag: Der Beilchensreffer. Seeesstouöbühue. Detlev Liltew crons Buntes Brettl. Ansang 8 Uhr. Montag und DtenStag: Dieselbe Vorstellung. E. v. Wolzogens Buntes Thealer (Ueberbrettl). Anfang 8 Uhr. Montag und Dienstag: Dieselbe Vorstellung. Schall und Rauch. Strwdberg- Cyllus. Anfang 8'/, Uhr. Nachmittags 3«/, Uhr: Vorstellung vor Serenisfimus. Montag: Serenisfimus- Zwischenspiele. Nachmittags 3'/, Uhr: Vorstellung vor Serenisfimus. Trinuou. Coralie u. Co. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Central. Das süße Mädel. Anfang 7V, Uhr. Nachmittags 3 Uhr: Die Geisha Montag: Das süße Mädel. Nachmittags 3 Uhr: Der Zigeuner- baron. Dienstag: Das süße Mädel. Nachmittags 3 Uhr: Die gleder- Thalia. Seine Kleine. Aufaug 7-/, Uhr. Nachmittags 3 Uhr: Elsriede. Montag: Seine Kleine. Nachmittags 3 Uhr: Der Herr im Haufe. Dienstag: Seine Kleine. Luisen. Gebrüder Bock. Anfang 7V, Uhr. Nachmitags 3 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Montag: Gebrüder Bock, Nachmittags 3 Uhr: Die Räuber. Dienstag: Gebrüder Bock. Nachmittags 3 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Carl Weist. Hannemaun vom Viehhof und: Der kleine Cohn. Anfang 7V, Uhr. Nachm. 3 Uhr: Unsre Marine, oder: Er muß aufs Land. Montag: Hannemann vom Vieh- hos und: Der kleine Cohn. Nachm. 3 Uhr: Der Hüttenbesitzer. Dienstag: Hanuemann vom Viehhof und: Der Nene Cohn. Nachm. 3 Uhr: Othello, der Mohr von Venedig. Frledrich-Wilhelnistädtisches. Die Maschinenbauer von Berlin. Ansang 7V, Uhr. Nachmittags 3 Uhr: Othello, der Mohr von Venedig. Montag: Die Maschinenbauer von Berlin. Nachmittags 3 Uhr: Die Grille. Dienstag: Die Maschinenbauer von Berlin. Nachmittags 3 Uhr: Othello, der Mohr von Venedig. Belle-SIlliauce. Die Dame auö Trouville. Hierauf: Er. Ansang 71/2 Uhr. Nachmittags 3 Uhr: Die Hauben- lerche. Montag und Dienstagavend: Die Dame aus Trouville. Hierauf: Er. Montngnachmittag 3 Uhr: Die Haubenlerche. Orpheus. Specialitäten-Vorstellung. Ansang 8 Uhr. Charivart. Täglich Vorstellung. Anfang 71/2 Uhr. ivietropol. Gastspiel des Theaters des Westens: Die Jüdin. Anfang 71/2 Uhr. Montag und Dienstag: Die wahre Liebe ist das nicht. Speeialitäteu- Vorstellung. Apollo. Lebende Lieder. Speciali- täten- Vorstellung. Ans. 71/, Uhr. Montag und Dienstag: Lhsist rata. Speeialitäten-Vorstelluiig. Passage< Pauoptikuiu. Speeialt tnlen-Vorslellimg. Palast. Suecialtiäten-Vorstelluiig. Die Veilchensee. Anfang 7 uhr. Montag und Dienstag: Dieselbe Vorstellung. Casiuo- Theater. Ihre Familie. Specialitäten-Vorstellung. An- saug 8 Uhr. Nachmittags 4 Uhr: Lieder des Musikanten. Montag und Dienstag: Ihre Familie.— Specialitäten- Vorstellung. Montag- und Dienstagnachmittag: Lieder des Musikanten. Reichshalleu. Stettiner Sänger. Ansang 7 Uhr. Passage- Theater. Specialitäten- BorsteNnng. Anfang nachmittags 3 Uhr. »rauia. Taubeustr. 48/40.(Im Theaiersaal.) Abends 8 Uhr: Fnihlingstage an der Riviera. Montag und Dienstag: Dieselbe Vorstellung. Dienstagnachmittag 4 Uhr zu kleinen Preisen: Von den Alpen zum Vesuv. Juvalideustraste 67/6S. Täglich: Sternwarte. SchiMitflKl' lWalluer-Theater). Eon utagnach mittag 3 Uhr: Kathan der Welse. Dramatisches Gedicht in 5 Aufzüge» von Gottf. Ephr. Lessing. Sonntagabend 8 Uhr: Dlnsame IHeiischen. Drama in 5 Akten von G. Hauptmann. Montagnachmittag 3 Uhr: ver Probekandidat. Mont agabend 8 Uhr: ver Herr Senator. Dienstagnachmittag 3 Uhr: ver Probekandidat. Dienstagabend 8 Uhr: Kathaa der Welse. Thalia-Theater. Dresdeuerstraste 7L/7S. Heute und folgende Tage 7'/, Uhr: Seine Kleine. „ttad'n 81» nicht den kleinen Cohn gesehen?" Guido Thielscher, Fritz Helmerding, Hans Junkermann. Herbert Paul- Müller, Paula Worm a. G., Gerda Walde, Leonore Boja, Else Wannovius. Sonntagnachmittag 3 Uhr, kleine Preise:„Elfriede"(Aschenbrödel). Montagnachmittag 3 Uhr: Der Herr im Hause. CkiiMl-Thkatkr. Oster-Sountag 3 Uhr, z. 735. Male: vsobiolBha.— Oster-Moiltag3UHr: Der Zigeuuerbarou.— Oster- Dienstag 3 Uhr: Die Fledermaus. Allabendlich 7V, Uhr: DAS sützo Mädel. An der Spandauer Brücke 3. Grtisst.VergnOgungslokal Berlin) iuternalionaie Konzerte n Specialitäten Vorstellung Arn l., 2. und 3. Osterfeierta"; Gr. Gala-Konzert nnd Pest- Vorstellung. Ausschank: Berliner Bock-Brauerei. Bürgerl. Diner, 5 Gänge. liigl. Ulatlnce von 12—3 Uhr. Apollo-Theater. Arn 1. Osterfeiertag: Die sensationell. Specialität Georg Barsch 4 Mllons v- Elsa Malta O Cinka Panna— Georg Hertmann 3F Milli Capell � Gebrüder Avolo— Georg Kaiser Gebr. Wille The Llsang-Troupe— Der Kosmograph Kleines Theater (O Bilder). Arn 2. Osterfeiertag: Hit vollständig neuer Ausstattung an Kostümen und Dekorationen. Zum erstenmal: Lysiistrata Phantastisch. Operetten-Burleske von Bolten-Bückers. Musik von Paul Llncke. Im 2. Akt: Das berühmte Luftballott npilinlotie" mit der ersten „UliyUlall» Solotänzerin Preciosa Grigolatis. Ferner: vle vorzüglichen AM- Specialitüten.' Kasseneröffnung 6 Uhr. _ Anfang 7'/; Uhr._ Schall und Ranch (Kleines Theater) Unter den Linden 44. Sonntag, den 30. März 1902, nachmittags 3«/, Uhr: b. halb. Pr. Vorstellnng vor Serenlinsiiniia. Abends Sühr: Strlndberg-Cyklnei. Rosa Bertens.« Gertrud Eyseldt. Emanuel Bcleher. Montag, 31. März, nachm. S'/j II: b. halb. Pr. Vorstellung vor HereniHKlnmei. Abends 8 Uhr: Gastspiel von Emanuel Reicher. Screnlattiinuti- Xwlschen- («piele. Die Frau des Andern, ßauernkomedi, Klein Fite» Ab- schiedi-Souper. Urania. Tauben-Strasse 48/49. Sonntag, Montag und Dienstag; Im Theater um 8 Uhr; Frühlingstage an der Riviera. Dienstag um 4 Uhr zu kleinen Preisen; [Von den Alpen zum Vesuv. Castans Panapticum Frledrlch-Strasse ISS. Zwerflin Ä Kinde (einzig in i Irrer Art auf dem Erdenrund!!) |gp Oer Boerenkrieg (Botha, De Wet, Delarey, Krüger). Lebende Photographien. Hont humor.-muslkal. Quintett nCU! Kirchmcyer. Passage-Theater. Während der 3 Feiertage Anfang 3 Uhr. Ende 11 Uhr Oistersonntag: u. IHontag letzte Aufführungen von Der Bajazzo und sein Kind Ostermontag zum letztenmal Der kleine Cohn ist da! 16 erstklassige Nummern. Dienstag(3. Feiertag) Sensations- Premiere der phänomenalen April-Novitäten Emilie Carola, preisgekrönte Wiener Schönheit. Hngo MUdllnger der originelle Humorist. Eem Eatrcllas Spanische Tänzerinnen. 16 neue erstkl. Nummern! W. Noaclis Theater. Brunnenfirabi 16. Am 1. Osterfeiertag: EiueTMerdesMe« Schauspiel in b Akten von Charlotte Birch-Pfeiffcr. Am 2. u. 3. Osterfeiertag: Der Gold-Ontel. Posse mit Gesang und Tanz in 3 Akten von Emil Pohl, Musik von Conrads. Nach der Vorstellung: Tanzkräitzchen. kalast-Tdeater (früher Fecit-Palost) Vurgstr. 22. Direktion R. Winkler». W. FrBbel 9(nt 1., 2. it. 3. Ostertag: Ct.ftllDfltlttlluiin. WM- Neues Programm.-Wxz 12 Glanz- Xnmniern. ISP Anai'd. Gröbte Sensationsnummer der Gegenwart. Am 2. Feiertag zum letztenmal: Diw Berliner Volksstück: Die llnicheufte. Am 3. Feiertag um S'/j Uhr: Eine Nacht im Ballhaus: Schwank in 4 Akten von Kneisel. Anfang an allen drei Festtagen um 7 Uhr. Eutrce 50 Pf. bis 1,50 M. Gratweils Bierhallen Kommandantenstr. 77—79. Am 1., 2. und 3. Osterfeiertag: AößeW-MWingtN. Am 1. und 2. Feiertag: KW„Dmizitti" »«»„AmistmÄchlsS" Dazu das Riesen-Specialitäten- Programm. Am 2. Feiertag(mittags 12 Uhr): krasse Fest-Matinee bei gänzlich freiem Entree. Auftreten sämtlicher Kunstkrätte. (Reichhaltige Mittagskarte.) Am 3. Feiertag: Vrvnilvi'v: Tappermanns Idee. Gr. Ausstattungsposse mit Gesang. Dazu: Gänzlich neues Programm. Sctiloss Weissensee früher„Zum Stcrneckort' Am 2. und 3. Feiertag: Im Bai champetre: Großer Kall bei grobem Orchester. Kfavl Koch. Qasino-Theater Lothringerstr. 37. Heute und morgen 7Vz Uhr: Extra-Kalll-Arsiellllilil. Abschieds-Vorst. von„Ihre Familie" mit Dir. Blcbter und Berg. Nachmittags 4 Uhr: Die I-ledep den Musikanten. Ansang Wochent 8, Sonntags T/, Uhr. E. von Volzoyens Buntes Theater(Ueberbrettl) KlipnlckcrMtr. 08. Heute und morgen: ä Vorstellungen. Nachm. 8 Uhr zu ungefähr halben Preisen und abends 8 Uhr. In beiden Vorstellungen: l.ina Abarbanell, Marcel Salzer, Bokken I-asson usw. Trianon-Theater. Georgenstrasse, 2 Minuten vom Bahnhof Frledrlchstr. Sonntag: Zum 124. Male: Coralie& Co. Anfang 8 Uhr. Parkett 2 M. Relichshallen. TUgllch- Stctliner Sänger. Ansang Wochent, 8 Uhr Sonntags 7 Uhr. Sianüsonei Kattbiiacmtr. 4 a, Au allen 3 Osterseiertagen Grosse Extra- Yorstcllu ngen. Der Kesselflicker. MMerMer usw. An allen drei Feiertagen wechselndes Programm. Am 1. und 2. Feiertag: Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf. Sperrsitz 75 Pf. Am 3. Feiertag: Anfang 7»/, Uhr. Entree SVPf. Sperrsitz 5V Pf. Tanz ftei. Belle-Alliance-Theater. Heute und morgen nachmittag 3 Uhr: vle Baubeulerehe. Abends 71/2 Uhr und folgende Tage: Die Dame ans Trouvillt. Schwank mit Gesang n. Tanz in 3 Akt. Hieranf:„Er". Pariser Lebensbild in 1 Akt. (yj Weiss-Theater. «roste Fraukfurterstr. Iit3. Heute nachmittag 3 Uhr: kleine Preise. SUF" Parkett 60 Pf. llusre Marine. Schwank in 3 Akt. von Otto Randolf. Abends 7l/z Uhr: Zum erstenmal: Novität! Hanntiiiailll Win Viehhos und: Der kleine Cohn. Grobe Berliner Ausstatttuigsposse mit Ges. in 5 Bildern von Ernst Ritterfeld. Musik von Albert Wicki«. Montagnachmittag 3 Uhr: Kleine Preise. Der Hütteubefiher. Abend» T/2 Uhr: Hauuemmiu vom Lieh- hos und: Der kleine Cohn. Diens- iagnadimitiag 3 Uhr: Othello.ssdei: Mohr von Venedig. Abends 8 Uhr: Hauuemau» u. Der kleine Cohn. Mittwocki und folgende Tage: Hauuemauu und Der kleine Cohn. KIklloiiol-sllkM Letztes Gastspiel d. Opern-Ensemble»! des Theaters des Westens. Nicolaus RothmQhl a. G. Die Jüdin. Gr. Oper in 4 Akten von Halevy.. Ostermontag, den 31. März� Emil Thomas a. 6. H. Bender. Josef Josephi. Zum erstenmal: Die wahre Liebe ist das nicht. Grosse Posse mit Gesang u. Tams in 5 Bildern von Horst u. Stein, bearbeitet von Julius Freund, Musik von Victor Holländer. Anfang'/s® Uhr. Rauchen tiberall gestattet. Cirkus Busch. Sonntag, 30. März(I. Ostertag). und Montag, 31. März(II. Ostertag): Je 2 große Mvorsielliingev. Nachm. I Uhr und abends U/g Uhr. Urania Wraugclstrassc 10/11. Am 2. und 3. Feiertag: Grosser Ball. Anfang an beiden Tagen 4>Uhr. Siehe Auschlagsänlen. C. F. Walter. Elysinm Laudöberster Allee 40—41. 2. und 3. Osterfeiertag: DM" Grosser Ball."MM Ansang 4 Uhr. Entree 20 Pf. Avis: 1. Mai, sowie Sonnabende ist Saal und Garten an Vereine mit „Norddeutschen Sängern" unentgeltlich zu vergeben._ Karl Eisermann. Achtung! Wo wird Kaffee gekocht? 154164 Wo wird Kegel geschoben? Wo wird getanzt? Wo giebt's'ne schöne Weisse? Wo giebt's n grossen Topp?(Vw L.) im Restaurant Hanstsoncl, Schmargundorf, Ruhlaerstr 31 (Haltest. SchUtzenb.■ Grunewald. Neue Hasenheide Welt* 108-114. I inh.: Arnold Scholz. Sonntag, den 30. und Hontae, den 31. Mhvz (1. und 2. Oster-Feiertag): Erosses Promenaden-Konzert ausgeführt von der Regiments-Kapelle des 5. Garde-Regiments ru Fuss unter persönlicher Leitung ihres Dirigenten Herrn Oscar Tschätsch.— Auftreten der Fall- achlrni- und Trapexkiinatlerln Rosa Salve rinl mit ihrem 780 000 Kubikliter Gas fassenden Riesenluftballon„Xcuc Welt" unter Assistenz dos renommierten Luftschiffers Capltaln Rchrends. Beginn der Füllung 2 Uhr nachm. Auffahrt 6 Uhr nachm. Passagiere können sich melden, Anfang des Konzerts 4 Uhr nachmittags. Eintritt 25 Pf. Montag, 31. März(2. Osterfeiertag), 4 Uhr: Grosses Promenaden-Konzert. Ballon-Auffahrt der Miss Rosa Calverini. Grosser _ Ball im Bal-cbampetre-Saal.[374QL* ♦ T Max Kliems Sommer-Tlieater nod Festsäle Hasenl/aide 13—15. «Tm zweite» und dritte» Osterfeiertag. sowie jeden Sonntag in alle» drei Stilen 3722L» MF Grosser Ball!"WW Bei gilnpiger Witterung im Garten SpeelalltUten-TorstcIInne. ErSffnnng der Sommer-Taison am 1V. Mai. ' Passe partout-Ausgabe Vom Charfreitag am Ziiax Rlleni. Kerwsnis-krsMsSIk Chausseestr. 103 Arnold Scholz Chausseestr. 103 Sonntag, den 30. Kärz 1902 Konzert des Bäckermeister- Gesangvereins ,,Word" nnd Bamborger Sänger. Anfang 6 Uhr. Hontag, den 31. März 1902 Hamburger Säuger. In aUen Grosser Ball. Sälen: Wo amüsiert man sich grossartlg? J» Schnegelsbergs Festsülen Inhaber: Max Schindler Hasenlicide LI und Jahnstrasse 8. Am 2., 3. und 4. Feiertag: VStÜ Verbunden mit Cigarren-, Bonbon-Regen und diversen Ueberraschungen. Entree: SS Pf. Täglich: Speclalltäten-Tovstellnng. Entree stei. 23258* Max Schindler. Partei-Speditionen: Berlin vierter Wahlkreis O.: Rodert Wenge 13, Grobe Frankfurterstr. 133, Hos pavt.— SO.: Paul Böhm, Lansitzerplatz 14/15 (Laden).— Seohster Wahlkreis(Meahit): Karl Anders, Salzwedelerstrahe 8, im Laden.— Wedding und Orauieiihurger Vorstadt: Emil Stoltzenburg, Wiefenstrabe 41/42.— Gesniid- hrnanen, Beiniekenderf(Ost und West), Wiihelinsruh und Schänholx: Hermann Raschle, Grünthalerstr. 65.— Besen- thaler und Schönhauser Vorstadt; Karl Mars, Kastanien- Allee 95/96.— vharlettenhurg: Gustav Schar nberg, Sesen- heimcrsfrabe 1, Ecke Goefhesfrabe, vorn I.— Beutsch-Wlluiersderf: SB. Nickel, UHIandstr. 168, pari.— k'rledrlchsherg-W'rledrlchU- felde: Oswald Grauer, Berlin G., Franksurfer Slllee 197.— GrUuau: Gustav Mi er s, Köpenickerstrabe III.— Rlxdorf: Öfter mann, Erk- strahe 6.— SchUueherg: WilH. B ä» m l e r, Martin Lutherftp. 51, Laden.— Ober-Sch«neweide: Otto John, Wilhelminenhosstr. 18. — Xleder-Schviienelde: Bonakowsky, Berlinersirahe 8.— Johannisthal: Paul Mann, Friedrichstrabe 39, I.— Adlershof: Gustav Hitze, Hackenbergstraste 8.— Käpeulck: Friedrich o i ck, Grünstrabe 29.— Srledenan- Stegllt»: H. Bernsee, Kirchstr. 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz; H. Mohr, Düppelstrabe 8 und Fr. S ch e l l h a s e, Ahornsttabe 15a.— Banmschnlcnweg: Stock, Ernststrabe 2, H.— A'en- Weissen- see: Heinrich Bachmann, Lehderstrabe 1, pari, links.— Bnnunels- bnrg: Forgberf, Prinz Sllberlstr. 5 a. Atcherdem ist sämtliche Parteilitteratur sowie alle wiffenschastlichen Werfe dort zu haben. Allch WerdtN JttseMte fÜl' den„Vorwärts" entgegengenommen. Bitte ausschneiden!'WA Arbeiter-Sekretariat für Kiel und Uiiigepnd. Für die Wiederbesekuug deS ZlmteS eines Sekretärs am Hiesigen Institut wird eine geeignete Bersänllchkelt gesucht. Der Antritt Hätte so bald als möglich zu ersolge». Das Anfangsgehalt beträgt 2000 Mark. Kenntnis der plattdeutschen Sprache erwünscht, jedoch nicht Bedingung. Geeignete Bewerber werden gebeten, Offerten mit Lebenslauf bis zum 5. April inkl. an den Unterzeichneten mit der Ausschrist„Bewerbung" einzusenden. Kiel, den 25. März 1932. Alex. Ltitjens, Bors, der Aufsichtskommission des Sekretariats 37428* Knooperweg 26 II. tSGllDr (OrtsverwaUung Berlin.) Vom 1. April er. ab defindet sich unser Verkehrslokal und kosteiiloser Arbeitsnachweis an der Stadtbahn 39, I. 69/8 Telephon: Amt 3, Nr. 1813. Wir bitten alle Jntereflenten, hiervon gefälligst Notiz nehmen zu wollen. Modell- und Fabriktischler sowie Modelldrecbsler Mittwoch, den 2. April, bei Dieke, Ackerstr. 123: Vertranensmänner- Versammlung. Tages-Ordnnng: 1. Bericht der Werfstatt-Koiitrollkommission. 2. Werkstatt-Differenzen. 3. Verschiedene«. 81/11 Jede Werkstatt innsA vertreten sein. Deutscli. MetaMeiter-IManil Wo? ist ein schöner Aufenthalt, schön zu Fuß, Rad und Kremser zu erreichen? Beim alten Frennd auf IMchelswerdcr.— Für gute Küche»sw. ist [3776C* immer destens gesorgt! -« Musik: KI okt ritsch. Neu! Zwlehnsch. Neu! Louis Kellers Fest- Säle, Koppcnstr. 30. GV Am 1. und 2. Feiertag::__ Norddeutsche Sänger Führmanii, Horst, Walde, sowie KonKert de« Neuen Berliner Orchesters. Dirigent: Rudolf Tietz 8. Feiertag: Anfang des Konzerts V36 Uhr. _ Während der Vorstellung in den kleinen Sälen: Ball. DW- Nach der Vorstellung im grobe» Saale: Ball. 3. Feiertag: Anlsoig 8 Uha*. N«eh der Solree;. Ball. Cirkns Renz-Konzert-Tnnnel Knrlstrasse. Wocheittag» 7 Uhr. Nur erstflasstge Direliion: Sonntags 5 Uhr. S p e c 1 a 1 1 1 ä t en. J. M. Hütt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung Mittwoch, den 2. April, Schlutz der dirsjiilzvigrn Snifon. kirklls Alb. Schnmani. 1 ATnr noch 4 Tage. D Oftersonntag, den Zf». und Ostermontag, den 31. März nachmittags 3l/z Uhr und abends?>/, Uhr DM- Je-TSTZ 3 öfo|e eiiSemrüciitlide ßtifti�cfiuji'lfclfiiiip Ä. I» jeder Vorstellung groste ttehrrraschuuge». In jeder Vorsteliiing neue DehütS und Ziuftreten sämtlicher neu engagierten Sperialitäteu. Unter andern die phänomenale Biaicle-Todcsfahrt ans einer Höhe von 36 Meter des Amerikaners Mr. Ehester. Der sensationelle iliilt durch Neuer ai. Flammeu. I.'Äcnyi-i'o Inminüse. Frl. Tora Schumann. Die Erstürmung der hohe» dimesische» Mauer durck die deutsche Marine. Nachmittag auf allen Plätzen ohne Ausnahme ei» Kiud frei, jedes weitere Kind halbe Preise(nuber Gallerie). Abends jedoch volle Preise. In jeder Vorstellung(nachmittags uud abends) l>ie grosse Fantominie des Hof balle ttmeisters A. Siems. Circa 600 Mitwirkende. Mephisto. Zwei Musikcorps. Mittwoch, den 2. April Abschieds-Yorstellung. Rad-Rennb&hn Kurfiirsteniiamm (Bahnhof Charlottenburg) Oster-Sonntag und Oster- nachniittags 3 dir; Montag, 15/9 innen! Berliner Schweiz. Inh. Herm. 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Für vnsnienkui'gsi' Morsiadl und Wedding im Eiskeiler, Chailfseestraste 88, Unter Mitwirkung der Oiefatigbereine„Slordwacht" und..AVeilaingei* Harmonie"(M. b. A.-S-B) und des Hlobelschen M,isik-Ko»serv>itori»ms. Für vesunddi'unnen in LallschwieäerZ XastavfevvälSchell, Vadstras?e 10. Unter Mitwirkung des«esangveroins der Pntacr(M. b. A.-S�Bz und von Mitgliedern des iriirnvereZns„Flehte". Für RosenthaBer und Schönhauser Vorstadt in den Borussia-Sälen, Alkerstraste 6/7. Unter Mitwirkung des Gesangvereins„MaislUehehen I"(M. b. 2l.=@,--S.) und des THeatervereinS ,,�nhe". In allen Matineen: Grosses Vokal- u. Ivstrumellial-Xollsert. Anfaug priietse IS NHr. Um zahlreichen Besuch bitten Die Komitees. 213/11 6. Wahlkreis(SGchlliiser Borstlldt.j Montag, den 31. März 1903(zweiten Osterfeiertag), mittags Punkt 13 Uhr, Lnossv tn Pahlmanns Vandevllle-Pheater, Schönhauser Zlllee 148, und Berliner Pratcr, Kastanien- Allee 7—9, veranstaltet von Parteigenossen der Schönhauser Vorstadt, bestehend aus 14566 HÄT Konaeert, Gesangs« Auf filhruBigenf Theater Bittet Mitwirkung des Berliner Ulk-Trio, Gesellschaft Strzelewiez, Gesangverein„Neue Zeit'. Konzert unter Leitung der Dirigenten Genosien M. Bchiifeld und Mchlhnasc. 3fB. Die Parteigenossen werden ersucht, sich vorher mit Billets zu versehen, da an der Kalle Billets verkauft werden. Um rege Beteiligung ersucht Ha» Komitee. Dov-Mnzeige. Kese- n. Diskntierklnk„Süd Ost" Sonntag, den 20. April 1302, in der Berliner Bessonree, Kominandantenstrasze 57: kCnstler-konzeiit 287/121 bestehend in Sinfonie- und Kanimer-Muslk unter Leitung deS Herrn Kapellmeisters Maximilian Fischer und unter gütiger Mitwirkung bewährter Solisten, - 1 Nachher: Grosser Ball.|- Kafleneröffnung nachmittags 4 Uhr, Anfang 5 Uhr. Eintrittspreis 50 Pf, SollMMMllikr Mlmkin für Schöllkverg. Am Sonntag, den 30. März(1. Osterfeiertag), in Obsts Festsälen, Meiningerstraste 8: Ovm yereins-lfergnügeii Auftreten der Gefellschaft StK'jBvtvivKv«. Entree: 30 Pf. Tanz: 30 Pf. Alifang abends 6 Uhr. sind n Einer Billets Wir machen darauf aufmerksam, daß an der Kasse eine Ausgabe der Billets nicht stattstndet, nur beim Vorsitzenden, bei den Bezirkösührern und in den bekannten Verlehrslokalen zu haben, recht zahlreichen Beteiligung sieht entgegen _ Per Torstan«1. Hiermit beehren wir uns bekannt zu machen, dass wir im April dieses Jahres die Oekonomie obigen Etablissements übernehmen, und empfehlen daher schon jetzt die genannten Räume mit dem herrlichen See und den neuerbauten Hallen, welche genügend Schutz bei ungünstiger Witterung bieten, für Vereinsfestlichkeiten, Sommerfeste etc. Gleichzeitig gestatten wir uns, ein p. p. Publikum zum Besuche unsres Riesen-Etablissements ganz ergebenst einzuladen, und wird es unser Bestreben sein, für aufmerksame Bedienung, ff. KUche und gutgepflegta Biere die beste Sorge zu tragen, Hochachtungsvoll C. Maschke A. Walter Oekonomen. Vormerkungen, auch fürSonntage, erbitten nach derFlscherstr. 33. Central-VerltöiKl der Hendels-, Trsnsport- iSI Verketarbeiter Deutscblands. Heute, Sonntag, den 30. März, 1. Oster-Feiertag: zm Beßtn llusgestttlerttr arbeitsloser Mep unter Mitwirkung 67/5 der beliebt Berliner Bolkssä»ger-Gcsellschaft I,vwnndow«kz� in lionls Kellers Festsälen, Koppenstr, 23, gtzkangt unt« anberm: UlUl«fuli». Schwank mit Gesang in 1 Akt, UrÄlfixixng U Pi»r. Anfang prficlse 12 Chr. BilletS a 25 Pf, sind zu haben in den Zahlstellen sowie bei H o r s ch, Cigarrengeschäft, Engcl-Ufer 15(GewerkschastShauS), Offene Kaste findet nicht statt,— Programm am Eingang gratis, Um zahlreichen Besuch bittet Pas Komitee. u Tischler-Berein z» Berlin (E, H, Nr, 83,) Sonntag, den 30. März(1, Osterfeiertag), im neuen großen Saal des Herm Bax KUcm, Hasenheide 13: Grosser humoristischer Familien-Abend der beliebten Norddentschen Säuger (Zimmermann, Steinhardt, Stobbe, Pocke, Krause, Frick und Stangenberg). Anfang 6 Uhr, KONZERT und B A E E. Entree 30 Pfg. Billets sind bei allen Vorstandsmitgliedern zu haben, Abendkaste findet nieht statt[138/10] Per Vorstand. tunraä ms wer Schwedterstr. 23-24. Berlin N. Sehwedterstr. 23-24. Den geehrte» Vereinen, Klubs, Gesellschaften«. empfehle ich meine ans daS eleganteste eingerichtete» groben und kleine» Säle, von 80, Ivb, 200 bis 500 Personen fassend, zu BetsaMmkuiigen, Vorstellungen, Hochzeiten und Festlichkeiten jeder Art, 3773Ü* Großer schattiger Garten zu 1500 Personen,— 2 verdeckte Kegelbahnen. Leide vstei leieriaxe:'kiieatervorstsllllng und Tanz. Granmann* Festsäle[früher Renz] Nauiiyn- Strasse 27. buxh» Empfehle meine Sale,.80j> Personen fastend(auch mit Böhne), zu alle» Festlichkeiten und Nersämmlungen,— Sonnabende und Sonntage im April und Mut noch frei und an Vereine zu vergeben, Gustap Grauma»».� Köpenick, Schweizergärten. I Lindeiistr. I,— 15 Min. vom Bahnhof Sabouxr oder Köpenick. > Haltestelle d. elektrischen Straseenbabn Hlederschönewelde-KSpenlck. ■ Reizender schattiger Garlen für 3000 Personen. Bcrdcdte Kegelbahnen, Kaffeeküche(Ltr, 80 Pf,). Ausspannung für 40 Pferde, > Volksbelustigungen aller Art. SvNtttags: Gr. 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April; Bfatlonalükonomio Donnerstag, 17. April; Rede- Ilobnnz;' Freitag, 18. April.— Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um O l'hr und endet pünktlich um V-H Ehr. Die reichhaltige Bibllolltek ist an diesen Abenden von 8—9 Uhr geöflhot.— Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unter- richtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mark und ist am zweiten Abend zu zahlen. Der erste Abend jedes Kursus steht jedermann zum unentgeltlichen Besuch frei. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Gewerk- sctaaftnliann, Enjol- Ufer 15, Hof linkst Ä fr., und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Adnüralstrasse 40a; Rcnl, Barnimstrassc 42; Vogel, Demminerstrasse 32; Krause, Müllerstrasse 7 a. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Herinnnn Eainiti�, Berlin SW, 42, Möckernstr. 101, 4 Tr-, Geldsendungen an den Kassierer H. 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Urber die EntwicNimg der Konjunktur in der Industrie für das laufende Jahr geben sich die Vertreter des Bergbaues keiner allzu optiinistischcn Auffassung hin. Die»Rheinisch- Westfälische Leitung" meldet: Bei der kvnigl. Eiscnbahndirektion in Essen hat am 26. März die alljährlich übliche Verhandlung behnfs Er- örternng der voranZsichtlichen Gestaltung der Fördenmgs- und Absnhverhältnisse für Steinkohlen, Coaks, Steinkohlenbriqnetts, Brannkohlen und Braunkohlenbriquetts im laufenden Jahre stattgefunden. Die bei der gleichen Verhandlung im borigen Jahre gehegten Erwartungen über Förderung und Absatz im Jahre 1001 haben sich natürlich nicht als zutreffend erlviesen. Während danach für 1901 gegen 1900 für das Rnhrrevier eine Zu- nähme der Kohlenförderung und des Absatzes von 5 Proz. der Coakserzeugung und des Absatzes insgesamt von B bis 6 Proz. und des Coaksabsatzes nach dem Miuetterevier allein von 16 Proz. ver- anschlagt Ivurde.istthatsächlich die'Kohlenfördening um 1171243 Tonne» oder nm 1,9 Proz. zurückgegangen, während die Cooks- erzeugnng im Jahre 1001 mit 8 773107 Tonnen einen Rück- gang von 9 Proz. aufweist. Hinsichtlich der Beurteilung der für das laufende Jahr in Aussicht zu nehmenden Förderungen und des Absatzes gingen die Ansichten der Vertreter des Bergbaues über» eiustiinmcud dahin, daff, wenngleich unverkennbare Merkmale für ein allmähliches Vorsichgehen einer Besserung der Erwcrbsvcrhältnisse vorlägen und insbesondere bei der Nnhreisenindustrie, die für den Absatz von Steinkohlen und CoakS von ausschlaggebender Bedeutung sei, sich die Verhältnisse wieder i» anffteigendcr Bcivegung befinden, doch mit Rücksicht auf die allerwärts vorhandene» groben Vorräte für das laufende Jahr nur mit der Verkehrsziffer von 1901 zu rechnen sein werde, höchstens aber, und falls kein Rückschlag eintrete, die im Jahre 1901 erzielte Absntzmenge erreicht würde. Der Gencraldirektor der Schnckert- Gesellschaft, Herr Kommerzienrat Wacker, hat nach einer Meldung der„Voss. Ztg." seine Stellung»aus Gesundheitsrücksichten" niedergelegt.— Sollten das Rücksichten auf die Gesundheit der Gesellschaft sein? >x. ./ Sonntag den ersten Feiertag sind unsere 1 Kaufhäuser geschlossen. Montag den zweiten Feierlag von 7-10 und 12-2 Ohr geöffnet •Fabrikation und Maass-Anfertigung guter Herren- u. Knabenbekleidung. Chaussesstrasse 24a /25. Briickenstrasse 11. Gr. Frankfurterstrasse 20. ■Verlangen Sie kostenlos und portofrei die 19 te Preisliste 1902. Das beliebteste allex Hnstenmlttel sind infolge des angenehmen Geschmacks und SKtiiiMllPrtPVtrfli-rff-•Kimfimia Nur allein der durchaus sicheren Wirkung meine echten" 6" haben bei Güstau Bei»», Berlin Ö, Frankfurter Allee 120. G. N. Preuzcl, Prinz Haudjcrystr. 47 n. Hermannstr. L2?, _(sml Ghlers. Wiesenstraße 32, und Otto Schultz. 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