Nr. 65. = Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage„ Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fern sprech- Anschluk: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Das monarchische Bewußtsein. Donnerstag, den 17. März 1892. Expedition: Beuth- Straße 3. popular ſein, ohne es nöthig zu haben, für ſeine Popu- allerunterthänigsten Gegenpetitionen auf den Kampfplat Aber das echte Königthum von Gottes Gnaden will dern Kollege Dubois Reymond in vollem Ernste gab) mit Es gelingt nichts mehr! Vor ein paar Jahren, als larität etwas zu thun. Friedrich Wilhelm I. pflegte Bürger, rückte. das Bismarck'sche Regime mitten im besten Abwirthschaften die aus Angst auf der Straße vor ihm davon liefen, mit Der Spektakel hat keine große unmittelbare war und ein kompromittirender Standal den anderen jagte dem Krückstock zu bearbeiten, denn: Ihr sollt mich nicht politische Bedeutung, das ist wahr; denn der liberale da ging dieses Wort, welches die Situation so treffend fürchten, ihr sollt mich lieben, ihr Rackers. Die Regierung Mannesmuth vor Königsthronen steht bekanntlich im tennzeichnete, durch die ganze Presse. Es gelang wirklich behandelte schroff, hielt die Getreidezölle aufrecht, sie brüskirte umgekehrten Verhältniß zu den Entfernungen vom Königsnichts mehr, und das monarchische Bewußtsein, welches unter im Parlament, kein Mensch wußte warum, die Freifinnigen, thron. Ein Erfahrungssatz, der durch die Bewilligung der dem Eindruck glücklich geführter Kriege und einer rapiden und schien es überhaupt für ihre Pflicht zu halten, Stärke 10 Millionen für den vom Kaiser gewünschten Dombau Be ökonomischen Fortentwickelung in der gesammten Bourgeoisie dadurch zu beweisen, daß sie gegen den Strom schwamm, stätigung findet. Also die liberalen Herren im Abgeordnetenmächtig gesteigert war, als dessen Prophet und ritterlicher wie Herr von Caprivi so schön sagte. Ihr bis jetzt statt- haus tapituliren schon munter darauf los um sich nicht Vorkämpfer sich der damals noch regierende Kanzler aus lichstes Monument hat sie sich in dem famosen Volksschul- zu kompromittiren, während draußen im Lande, wo leicht begreiflichen Gründen im Parlamente aufzuspielen Gesezentwurf errichtet. Der Theolog Paul Göhre in seinem weit vom Schuffe ist, noch starke„ Entrüstung" herrscht. liebte, dies preußische staatserhaltende Bewußtsein empfing Drei Monate als Fabritarbeiter" läuft gewiß ideologischen Unmittelbar, wie gesagt, hat die Regierung davon nichts zu einen Nackenschlag nach dem andern. Die Kaiser Wilhelm- Trugbildern nach, wenn er durch eine Milderung des dog- fürchten, aber die mittelbaren Folgen dürften denn doch Legende, die diesen Fürsten zu dem weitausschauenden Ver- matischen Konfessionalismus auf der Volksschule die etwas gespürt werden. Unzweifelhaft wird eine geistige wirklicher des deutschen„ Einheitstraumes" gestempelt hatte, Armeen der Sozialdemokratie für das Christenthum( freilich Prädisposition geschaffen, die sehr wenig Aehnlichkeit brach durch Geffchen's Veröffentlichung des Kronprinzlichen Tage ein aufgeklärteres) zurückzugewinnen hofft; aber wie mit dem monarchischen Bewußtsein früherer Jahre hat, und buchs in sich zusammen. Es half fein Sträuben, dem Kaiser unendlich hoch steht er dabei über einer Richtung, starke Massen in das Lager der einzigen prinzipiellen war seine volksthümliche Rolle ganz äußerlich durch den Gang welche eben durch Ausbildung dieses Konfessionalismus, Oppositionspartei der gefürchteten Sozialdemokratie der Ereignisse aufgezwungen worden. Wilhelm I. hatte dessen Bande heute selbst für die schwächsten Köpfe zu eng treiben wird. brandenburgische Hausmachts-, aber durchaus keine deutschen sind, die christliche Gesinnung zu propagiren und mit ihr In diese Stimmung schlug die letzte Kaiserrede hinein, Freiheitsideale verfolgt. Die List der Geschichte" war es, den Sozialismus auszutreiben vermeint! welche die Nörgler" auffordert, den Staub von ihren die ihn zum deutschen Einheitsgründer wider Willen aus- Beim Volksschul Gefeßentwurf ging der Spektakel auf Bartoffeln zu schütteln und auszuwandern, welche, jede ersehen. Das schwere Leiden und der frühe Tod seines der ganzen liberalen Linie los. Der früher mehr zurück Spur von Beweisführung stolz verschmähend, feierlich Erben erregten in sehr weiten Kreisen menschliches Mit gehaltene Groll einzelner Kreise über Bismarc's Entlassung, versichert, des Kaisers Kurs sei der richtige und gefühl, aber auch hier wurde die Legendenbildung, des über die Handelsverträge und manches andere hatte eine werde weiter gesteuert, welche das päpstliche Uns Glaubens liebstes Kind", durch die Erinnerungen, welche vortreffliche Gelegenheit gefunden, sich Luft zu machen. fehlbarkeitsdogma ins weltlich Monarchische übersetzt, den der äußerst wohlgesinnte Gustav Freytag veröffentlichte, in Jedoch sicherlich wäre es verkehrt, wollte man die großen Alliirten von Roßbach" für den„ neuen Kurs" höchst empfindlicher Weise gestört. Brachtliebe und ganze Opposition hierauf zurückführen. Prinzipiell steht engagirt und das alles in Wendungen und Vergleichen, Phantasie schienen Friedrich III. für das patriotische Ge- ja, wie unsere Presse oft genug betont hat, die deutsche die in der modernen Welt sehr schwer auf Verständniß müth gar zu stark beeinflußt zu haben. Bourgeoisie dem neuen Gefeßentwurf durchaus nicht feind- rechnen können! Die Herren Staatsanwälte sorgen dafür, W in den Doch wer hätte gedacht, daß der Bersetzungsprozeß des lich gegenüber. Der Muth der Freidenkerei ist ihr längst daß auf derartige temperamentvolle Reden in der Presse monarchischen Bewußtseins in dieser reißend schnellen Weise jammervoll abhanden gekommen, wie die liberale Ent- nur sehr temperamentlos geantwortet werden kann. Aber vor sich gehen würde, wie es in der letzten Zeit geschehen! rüstungsmeierei beweist, als Caprivi seinen Froschmäuse- trotz aller Fußangeln des Gesetzes- die tiefe Erregung, Als der jezige Kaiser Bismarek entließ und das Sozialistengesetz frieg als den Kampf zwischen Christenthum und Atheis- der erbitterte Unmuth, der, wie es scheint, fast das gesammte aufhob, da glaubten sehr Biele wirklich an den neuen Kurs, mus bezeichnete. Aber troß der unglaublichen Heuchelei, politisch aktive Bürgerthum ergriffen hat, wurde immerund die gelegentlichen Reden, in denen der Fürst seinen zu welcher sich unsere Besitzenden und Gebildeten" hin für deutsche Verhältnisse klar genug radikalen Gegensatz zu allem, was sich irgendwie moderne in Sachen der Religion heranerzogen haben, ein gewisser Blättern angedeutet. Wenn die Zeitungen so schreiben, Weltanschauung nennen kann, mit wünschenswerthester Rest halbdunkler kezerischer Gedanken spukt noch in ihrer kann man sich einen Begriff machen, wie ihre Leser denken. Schärfe betonte, wurden von großen Massen mit Sanftmuth Seele fort. Sie bilden sich nicht wenig darauf ein, thurm- Daß, während der Kaiser sich das Recht vorbehält, tommentirt. Man hielt sich an die Werke und nicht an hoch über den lutherischen und katholischen Orthodoxen zu seinen Gegnern in den schärfsten Redewendungen entgegendie Worte, und die Werke machten auf ein Geschlecht, daß stehen, doch soll ihnen dies Bewußtsein- ebenso wie der zutreten, jede Antwort dieser Gegner, sobald sie eine Spur direkt aus der Schule Bismarck'scher Kasernen-, Schutzzoll- Gesammtvorrath ihrer sonstigen fortgeschrittenen Ueber- von Temperament verräth, als Majestätsbeleidigung vor und Gefängnißpolitik kam, den Eindruck eines relativen zeugungen möglichst wenig fosten. Und nun war die die Gerichte geschleppt wird, bleibt natürlich auch nicht ohne Liberalismus. Es wäre der Regierung offenbar leicht ge- Regierung in ihrem Uebereifer, den Sozialismus, diese Wirkung. wesen, ohne irgend welche erhebliche Opfer in den Kreisen, modernste Bewegung, mit den allerältesten und abgestumpf- Das monarchische Bewußtsein ist ebensowenig wie das die überhaupt monarchischen Gefühlen zugänglich find,( die testen Waffen zu bekämpfen, taktlos genug, eine Vorlage religiöse eine abstrakte Ueberzeugung, als welche sie konstärkste Partei Deutschlands rechnet bekanntlich nicht dazu), einzubringen, bei der das Bürgerthum nothwendig Farbe stitutioneller und kirchlicher Liberalismus hinstellen möchte. große Popularität zu erlangen. Natürlich hätte mit einzelnen bekennen mußte! Sie annehmen, war ein eklatanter Bruch Setzt sich der Monarch in thatkräftigen Gegensatz zu den Kliquen energisch gebrochen werden müssen. Aber man denke, mit jenem heimlichen idyllischen Ueberzeugungsvorrath, ein monarchisch denkenden Massen, so wird- unter den heutigen welchen Eindruck hätte bei dem herrschenden furchtbaren offenbares Zusammenknicken vor dem kaudinischen Joch der Verhältnissen nothwendig- auch das monarchiſche Denken Nothstande eine Aufhebung oder auch nur eine Suspension Orthodoxie. Kein Wunder, daß der helle Unwille auf dieser erschüttert werden müssen. Unwiderbringlich so der Getreidezölle, wie sie allgemein gefordert wurde, hervor allen Seiten hervorbrach und sogar das allerloyalste etwa schrieb ein Freikonservativer, ein Freikonservativer, Herr Delbrück gebracht! Welcher Lorbeer wäre leichter zu erreichen, welcher Professorenthum, die„ Leibgarde der Hohenzollern"( ein ist wiederum ein Stück der alten Traditionen hinweg geein populärerer Schmuck gewesen? Titel, den ihm übrigens kein boshafter Satiriker, son schwemmt. Nachdruck verboten.) Feuilleton. Am Webstuhl der Zeit. von A. Otto Walster. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern 65 65 " Das Beste wär's allerdings, wenn ich nur die Zeit Beim neuen Volksblatt?" riefen hier mehrere Stimmen dazu hätte. Solche Sachen fänien dann ganz gewiß nicht zu gleicher Zeit. Es ist eine wahre Schande, wenn man den Leuten sein Vertrauen schenkt und wird so enttäuscht." vor. Ja, beim neuen Volksblatt, an das ich mich sogleich wenden werde; ich habe an diesem liberalen Blatte die " Nun, da schlag' doch das Donnerwetter drein, Herr Liberalität und den Liberalismus gründlich kennen gelernt, Wehrhahn; denken Sie denn, wir sind Esel und Ochsen, und will einmal sehen, wie es Herrn Wehrhahn, der sich's, die von Ihnen Weisheit zu lernen haben? Sie können wie es scheinen wollte, zum Vergnügen machte, mich zu hofja teine fünf Beilen ordentlich schreiben, ohne gram- meistern, gefallen wird, wenn er einmal von mir zersch- mettert matikalische Schnizer zu machen, und wollen uns Tehren, wird." Wehrhahn kämpfte sichtlicher Weise einen schweren er Ich möchte Sie doch sehr bitten, Herr Wehrhahn, wie wir zu schreiben haben? Sie sind aufgebläht vor Hochfich Ihrer eigenen Worte beffer zu erinnern. Gie sagten muth, weil andere Leute Ihre Zeitung in die Höhe gebracht Kampf zwischen verlegter Gitelkeit und geschäftlicher Bedamals zu mir die denkwürdigen Worte:„ Herr Dr. Beißer", haben und es Ihnen mit dem Redaktionswechsel so ziem- forgniß, aber die erstere Eigenschaft mußte unter so vielen fagten Sie, es ist nöthig, daß wir den Umtrieben jener lich geglückt ist. Wir hören anstandshalber Ihre Gfelei Beugen, welche mit großer Spannung auf den Schluß dieser Revolutionäre ein Ende machen; zersch- mettern Sie mir an, das ist alles, was Sie verlangen können, und nun eigenthümlichen Szene blickten, die Oberhand behalten diese Leute ein für alle Mal!" und ich habe mich hingesetzt wollen Sie uns gar noch hofmeistern? Der Teufel soll da und sie zersch- mettert." Mitarbeiter an so einem Blatte sein." schwieg. Dr. Raffmaus aber, welcher immerdar nur das Geder Szene beigewohnt hatte, rief: schäft im Auge behielt und welcher mit großem Verdrusse " Zum Teufel, Herr Wehrhahn, Sie wollen doch nicht gar mit Gewalt und aus bloßem Aerger dem Gegner unsere besten Leute in den Rachen jagen?" Sie können ja gehen, Sie können ja gehen," höhnte " Sie sind, wie immer viel zu schroff gewesen." Entschuldigen Sie, Herr Wehrhahn, ich habe Ihnen Wehrhahn in höchster Wuth, es hält Sie doch Niemand den betreffenden Artikel vorher vorgelesen und Sie haben bei diesem faulen Geschäft zurück, Herr Dr. Beißer?" mir Ihre höchste Befriedigung darüber ausgedrückt." Nicht, daß ich wüßte; und übrigens müssen Sie Sorte von Prinzipalen, zumal wenn sie wissen, daß den „ Gehen? ja, gehen, das ist immer das letzte Wort dieser selbst wissen, was Sie zu thun haben, dafür halte ich sachder Schuh in Geldsachen drückt. Aber Sie Zeitung ist mein," erwiderte der Buchdruckereibesitzer, burch verständige Leute in meinem Geschäfte, die selber wissen sollen es mir zum letzten Male gesagt haben, ich werde diese neue Burechtweisung auf's Aeußerste ergrimmt. müssen, was sie zu thun und zu lassen haben." Sie reden uns aber in Alles hinein." gehen." " Ich mache in meinem Geschäfte, was ich will; die Wo es nöthig ist, selbstverständlich; denn es ist mein Geſchäft, und da muß ich selbst zusehen, sonst ginge Alles wie möglich, aber zahlen Sie mir vorher Ihren Vorschuß wollen, bann braucht die liberale Partei, die bis jetzt Ihr oen Herren Literaten bäckt man Schliff." aus Rand und Band. Ich habe das längst gesehen; mit zurück." Nun, dann würde ich meine Zeitung an Ihrer Stelle allein beforgen," rief Dr. Beißer ergrimmt. " Sie machen was Sie wollen, Herr Wehrhahn? Gut, ,, Es ist mir lieb, Herr Beißer; gehen Sie so schnell thun Sie das, ich denke, da werden wir auch machen, was wir Organ benutzt hat, ein neues; das werden wir zu beschaffen " Ich habe jetzt kein Geld; Sie können mich verklagen, wiffen. Sie mögen dann zusehen, wie Sie zwischen unserem ich werde beim neuen Boltsblatt hoffentlich so viel verdienen, liberalen Parteiorgan und dem neuen Voltsblatt Ihrer um Sie befriedigen zu können." Allgemeinen Zeitung" das Leben fristen." ihnen wohl zu gönnen. Was den großen Alliirten von Roßbach" betrifft, so war die Volksmeinung immer die, daß seine Wege wunder bar und unerforschlich seien. Würden wir an ihn glauben, wir fämen angesichts dieser Entwickelungen zu den merk würdigsten Schlüffen. Um indeß auf dem festen Boden des Jrdischen zu bleiben das können wir wohl sagen: Die deutsche Sozialdemokratie hat allen Grund, mit der Bilanz, mit welcher dies Quartal abschließen wird, zufrieden zu Mer Und das eben ist die Sorge aller weiterschauenden Parteien hatten sich mit aller Macht auf den Reichenbacher Imentarismus, heute durch und durch parlamentarisch! Die Politiker, daß in die früher so geschlossenen Kolonnen der Wahlkreis geworfen die Böttcher, Buhl, Casselmann, Possenreißer des Barzinesen prügeln sich mit der eigenen Ordnungspartei" durch die persönlichen Wünsche und Stöcker, Liebermann von Sonnenberg und andere Größen Peitsche, was auch ein Stück. Vergeltung ist. Reden des Kaisers Opposition hineingetragen würde. Das dieser Art- molochanbetende Pfaffen und Laien, bürgerist es, was ihrem Grolle seine geheime Bitterfeit giebt. liche und Von der preußischen Einkommensteuer. Das Mehr im Dienste adlige Hetzdemagogen im Dienste des Sie wissen, der gemeinsame Gegner, das sind die stets Kapitalismus trachteten, wenn auch nicht einig an Einkommensteuer in Berlin wird nach dem neuen Gefeße mächtiger auschwellenden Arbeiterbataillone der modernen unter sich, doch geeint gegen uns, die Sozialdemokratie auf 7 Millionen Mark veranschlagt; an Steuerprellern hat Sozialdemokratie. Vor dieser großen Gefahr da sollten zu„ tödten" und die Sozialdemokratie, die angeblich am es also auch, wie vorauszusehen, in der Reichshauptstadt alle kleinen Kämpfe im eigenen Lager schweigen. 20. Februar des Jahres 1890 ihren Höhepunkt erreicht nicht gefehlt. Auf politische Selbständigkeit haben die deutschen haben und seitdem hoffnungslos im Niedergang begriffen Das Glücksspiel und der Staat. In dem preußis Bourgeois längst verzichtet; aber als ob das nicht genug sein sollte, hat im ersten Wahlgange glänzend gesiegt über schen Budget- Entwurf für 1893/94 wird eine weitere Vers wäre, reizt man sie immer wieder, wie wenig sie es auch die vereinigten Gegner. Für die Gegner die Niederlage mehrung der Lotterieloose vorgeschlagen werden. verdienten. Das bischen„ liberale Ueberzeugung", tief im und der Niedergang, für die Sozialdemokratie tgl. für die Sozialdemokratie der Hazard spielt, wird bestraft, er müßte denn sich ein Herzen verborgen, das thut doch keinem Harm und wäre Sieg und das Wachsthum! Und das in dem preußisches Lotterieloos kaufen. Musterlande der deutschen Sozialreaktion und und des Polizei Sozialismus, in dem„ hellen" Sachsen, dessen Verlorene Liebesmüh'. Die patriarchalischen Seg Regierung allen übrigen Bundesregierungen voran ist in nungen, welche die pommerscheu Rittergutsbefizer den Ar der Rückwärtserei, so daß der Name Sachsen in Verruf beitern bieten, werden von diesen schroff zurückgewiesen. gekommen wäre, wenn die sächsischen Arbeiter nicht wären. Sie hungern lieber in Berlin, als daß sie das ihnen an Sie haben die Ehre Sachsens gerettet und bewahrt. Ein gebotene üppige Leben in Pommern annehmen. Der Hoch den sächsischen Arbeitern! Und unser Willkomm dem Zentralverein für Arbeitsnachweis" giebt sich die größte Zwölften vom dritten Duhend! Mühe, Arbeiter nach Pommern abzuschieben; die Arbeiter, die fich dazu überreden lassen, erhalten ein Eisenbahn- Billet sein. Die reformirte" Volksschule nehmen wir da gern„ Allgemeinen Zeitung" wird aus Berlin die offenbar Ort und Stelle, dann können sie lange warten, ehe fie Zum Kapitel der Majestätsbeleidigungen. Der 4. Klasse und eine Mark Zehrgeld. Sind sie einmal an inspirirte Meldung: Es bestätigt sich, daß die in letter mittel und Wege finden, sich von dort wieder loszureißen. Beit eingeleiteten Anklagen wegen Majestätsbeleidigungen Wie weit der Zentralverein für Arbeitsnachweis" das ohne Wissen des Justizministers stattfanden und weder seine Interesse des Arbeiters wahrnimmt, darüber verlautet nichts; noch des Reichskanzlers Billigung gefunden haben." Wenn wenigstens bringen die lobhudelnden Mittheilungen der Politische tebericht. diese Nachricht sich bestätigt, wird die Fluth der Anklagen Bourgeoispreffe keine Angaben über den Lohn, welchen der blizschnell ebben, und über allen liberalen Wipfeln wird Arbeiter zu erwarten hat. Daß die Arbeiter vor Pommern Berlin, den 16. März. die heißersehute Ruhe sein. Die Kölnische Beitung" und eine heilige Scheu haben, wird damit erklärt, daß man sie Aus dem Reichstage. Im Reichstag gedieh heute ihre Kolleginnen werden dann die sozialdemokratischen Preß- als nichtsnukiges arbeitsscheues Gesindel hinstellt. Wie vere die dritte Lesung des Krankenkassen- Gesezes bis sünder mit heiligem Zorne betrachten und die Preßfreiheit trägt sich damit die große Sehnsucht des pommerschen zu dem§ 55a. Dieser Paragraph, welcher vom Reichstag als das unantastbare Gut der Bourgeoisie proklamiren, Rittergutsbesizers danach, daß ihm so viel wie möglich von neu eingefügt ist, bestimmt, daß auf Antrag von mindestens das für die Proletarier nicht zu haben ist. Der normale diesem Gesindel zugeführt wird, und das eifrige Bestreben 30 Mitgliedern die höhere Verwaltungsbehörde anordnen Bustand des Bürgerthums, das mit„ absoluter Wurschtig des Zentralvereins", es nach Pommern abzuschieben? tann, daß die gefeßlichen Leistungen, soweit Arzt, Apotheke feit" die Volksrechte preisgiebt, wenn nur für es selbst ein und Krankenhäuser in Betracht kommen, auch von anderen reservirtes Plätzchen übrig bleibt, kehrt zurück. Das Bürger- Zur modischen Sozialreform. Die färglichen Schutz die Staatsanwälte ohne Scheu gegen bestimmungen der Gewerbenovelle erhalten jetzt die als den von der Rasse vorgeschriebenen Aerzten zc. aus- thum, das geführt werden können. Dieser Paragraph ist also bestimmt, die Arbeiterbewegung entfesselt sieht, hört auf zu opponiren in der Novelle zugelassenen Ausnahmen. Der Stellvertreter In seiner des Reichskanzlers, Herr von Bötticher, erläßt zwei Bekannt wenn gewiffe Raffenvorstände es mit dem Aerzteziang zc. gar und fuscht wie Tyras der Reichshund. mit in Rauf! " Münchener Allgemeine Beitung": Umgewandelt. Zur Welfenfonds- Vorlage schreibt die # 1 Auss zu bunt treiben sollten, der oberen Verwaltungsbehörde ein Mittel verächtlichen Halbheit zeigte sich dieser Tage der National- machungen, betreffend die Beschäftigung von Arbeiterinnen zum Eingreifen an die Hand zu geben. Es ist charakteristisch Liberalismus, als im preußischen Landtage der Antrag des und jugendlichen Arbeitern in Glashütten und in Drath für die ganze Novelle, daß sie den Kaffenmitgliedern selbst Abgeordneten Borsch auf Aussehung des Strafverfahrens ziehereien mit Wasserbetrieb. Hiernach gilt betreffs der das Recht der freien Arzt- und Apothekenwahl nimmt und gegen den Zentrumsabgeordneten Dasbach- es handelte Glashütten die Bestimmung, daß Arbeiterinnen und jugendder dadurch etwa fich ergebenden Bergewaltigung von Mit- sich um ein gegen faarbrüdische Bergwerksbeamte gerichtetes liche Arbeiter in solchen Näumen, in denen vor dem Ofen - auf der Tagesordnung stand. Es ist ein alter( Schmelz, Kühl, Glüh, Streckofen) gearbeitet wird, und gliedern durch eine General- Vollmacht für die oberen Ver- Flugblatt waltungsbehörden vorbeugen zu können glaubt. Eine irgend parlamentarischer Brauch, die Immunität der Volksvertreter in solchen Räumen, in denen eine außergewöhnlich hohe erwähnenswerthe Debatte brachte der heutige Tag nicht; zu wahren und debattelos solche Anträge anzunehmen. Der Wärme herrscht( Häfenkammern und dergl.), Arbeiterinnen angenommen wurden die Abänderungsanträge der sogenannten nationalliberale Landbote Olzem aber sprach gegen den An- eine Beschäftigung nicht gewährt werden könne. Verschlechterungs- Kommission Gutfleisch u. Komp. und die trag; ihm sekundirte sein als Phrasendrescher wohlbekannter nahmen kann der Bundesrath zulassen. Verhandlung um deswillen sehr früh abgebrochen, weil Graf Barteigenosse Franke. Trotzdem ging der Antrag durch; Jugendliche Arbeiter unter vierzehn Jahren( Knaben) und v. Schulenburg bei§ 55a seinen gestern abgelehnten An- aber fast die Hälfte der anwesenden Nationalliberalen war jugendliche Arbeiterinnen dürfen mit Schleifarbeiten nicht trag auf gesetzliche Feststellung des Aerzteprivilegiums aufs dagegen! beschäftigt werden. Jugendliche Arbeiter bedürfen eines Neue einbrachte. Die Annahme des Antrages hängt von ein paar Stimmen ab und es scheint, daß beide Seiten ärztlichen Attestes, daß sie ohne Gefahr für die Ge sundheit zur Beschäftigung in der Hütte zugelaffen werden können. noch einpeitschen" wollen, deshalb die Vertagung. Die Die Nachtarbeit für Knaben sozialdemokratische Fraktion wird morgen zu Beginn der Die Vorlage trägt wiederum den charakteristischen Zug und jugendliche Arbeiter ist mit der Maßnahme gestattet, Sigung am Blaze sein. der neueren Zeit, die endgiltige Entscheidung in einer so daß innerhalb zweier Wochen von der zulässigen Gesammt hochwichtigen Sache von dem persönlichen Willen des Arbeitszeit nur die Hälfte in die Nachtzeit fallen darf. Monarchen abhängig zu machen, die Landesvertretung wird Betreffs der Drahtziehereien mit Wasserbetrieb, in welchen von einem Befinden darüber, ob die erforderlichen politischen wegen Wassermangels, Frostes oder Hochfluth die Einthei Garantien und Voraussetzungen gegeben sind, vollständig lung des Betriebes in regelmäßige Schichten von gleicher ausgeschlossen, auch ist aus der Vorlage feineswegs erficht- Dauer zeitweise nicht innegehalten wird, dürfen Kinder lich, ob fortan nur die Gewähr der Zinsen oder auch die unter vierzehn Jahren und Arbeiterinnen bei der Her Rückgabe des Kapitals beabsichtigt wird. Wenn ehemals stellung des Drahtes nicht gestattet werden. Die Beschrän Fürst Bismarck dagegen anzukämpfen hatte, daß die Krone fung des Arbeitstages für jugendliche Arbeiter von 14 bis zu einem Dekorationsstück am Parlamentsgebäude herab- 16 Jahren fällt weg und gilt nur die Bestimmung, daß die gewürdigt wurde, so wird neuerdings das Parlament mehr wöchentliche Arbeitszeit nicht über 60 Stunden und die und mehr zum Dekorationsstück an einem neuen monarchischen Nachtschicht nicht über 10 Stunden betragen darf. Zwischen Bau, der ganz eigenartig aus den preußischen und den zwei Arbeitsschichten muß eine Ruhepause in Länge der deutschen Verfassungsverhältnissen herauswächst. Es würde letzten Arbeitsschicht liegen. An Sonntagen darf innerhalb vielleicht heutigen Tages nicht befremden, aber in späterer zweier Wochen nur einmal die Beschäftigung in die Zeit von Beit um so auffallender erscheinen und um so weniger ver- 6 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends fallen. standen werden, wenn der Landtag dieser Vorlage ohne Man sieht, Hofmann hat in dem ersten Wahlgang weiteres die Zustimmung gäbe." Der Hungertyphus in Oberschlesien. Im Paradies mehr Stimmen erhalten, als vor zwei Jahren in der Haupt- Die demagogische Politik der Bismarck- Organe, für die der Großgrundbesitzer und Schlotbarone, wo Massenelend wahl was ein ungewöhnlich günstiges Verhältniß ist, Rechte der Volksvertretungen sich ins Zeug zu legen, welche und Riesenreichthum einer kleinen Minderheit sich schroff da bei Nachwahlen sich in der Regel feine so große Be- ihr Abgott gerade mit Füßen getreten hat, führt zu den und unvermittelt gegenüberstehen, wo die Lebenshaltung der theiligung zeigt, als bei allgemeinen Wahlen. Die reaktionären köstlichen Widersprüchen. Einst Kampf gegen den Parla- breiten Schichten stets dicht an der Hungergrenze sich bes Sozialdemokratischer Sieg im 22. sächsischen Reichstags- Wahlkreise. Folgende Drahtnachricht ist uns heute zugegangen: Reichenbach i. V., 16. März, 5 Uhr 10 Minuten Nachmittags. Hofmann 11 721, Cramer( natl.) 8654, Förster( Antisemit) 2296 Stimmen. Sechs Kleine Orte fehlen. Sieg unser. Bei den Hauptwahlen am 20. Februar 1890 erhielten Genoffe Hofmann 11 301, der Konservative, LandgerichtsDirektor Kurt 10 870 und der Deutschfreisinnige 1103 St. Bei der Stichwahl fielen auf Hofmann 11 799, auf Kurt, der damals den Sieg mit Hilfe aller zu Einem Brei zu sammengerührter bürgerlichen Richtungen über den Arbeiter kandidaten davontrug, 12 407 Stimmen. " Oho, das wollen wir sehen," rief der Buchdrucker, ich scheue feine Konkurrenz, ich weiß, auf wen ich zu zählen habe." " Desto besser für Sie, Herr Wehrhahu", fuhr Naffmaus gleichmüthig fort. Sie, Herr Professor Birnenmann, übernehmen doch selbstverständlich die Leitung des neuen Parteiorgans?" Selbstverständlich gehört meine Thätigkeit der Partei", erwiderte der Gefragte. " Wie, Herr Profeffor?" rief Wehrhahn erstaunt, Sie wollten mir nichts, Dir nichts aus meinem Dienste scheiden?" " A Wenn ich aber sehe, daß mein Blatt rückwärts geht?" " So berufen Sie uns zu einer Redaktions- Konferenz über einen solchen Fall Rath halten wird. Wenn Sie das thun wollen, Herr Doktor, dann bin zufrieden." Das ist einmal vernünftig, Herr Wehrhahn, so muß es sein. Und nun, Herr Dr. Beißer: Sie sind durch dieses Flugblatt in erster Reihe und persönlich angegriffen, spitzen Sie Ihre Feder und zerschmettern Sie diese Leute." Ich werde sie zersch- mettern", erwiderte Beißer, und Gesellschaft zerstreute sich etwas beruhigter. die will? Ich will ihr ja dienen, versteht sich, es ist meine denen wir wußten, daß sie unseren Zwecken am besten zu Pflicht; was ich gesagt habe, betraf doch nur mein Ge- entsprechen verständen. Sie haben nun die Wahl: entweder schäft, nichts anderes." die Redaktion ruhig in den bisherigen bewährten Händen Ein Beitungsgeschäft ist ein anderes, als jedes andere," liegen zu lassen, oder sich von der Partei zu trennen und erwiderte Staffmaus trocken, und wenn Sie nicht begreifen der Herausgabe eines anderen Partei- Organs gewärtig zu tönnen, daß Männer der Wissenschaft zu Ihnen kommen, sein." blos zu dem Zwecke, unseren Ideen zu dienen, und wenn Sie solche Männer, die weit, sehr weit über Ihnen stehen, und die Ihnen nicht die Ehre anthun würden, Sie anch die nur anzusehen, wenn Sie in Ihnen nicht einen Parteigenossen erblickten, wenn Sie, wie gesagt, solche Männer ich's als in Ihrem„ Dienst" befindlich ansehen, dann sind Sie Aus Ihrem Dienste, Herr Wehrhahn? Ich muß Sie unfähig, überhaupt ein Partei- Organ zu führen, denn, Herr doch ganz dringend bitten, dergleichen Aeußerungen zu unter- Wehrhahn, Ihr persönliches Einmischen in Redaktion- Anlaffen. Ich habe die Redaktion der Zeitung übernommen, gelegenheiten ist geradezu lächerlich." um der Partei zu dienen; Sie waren mir dabei eine Herr Doktor!" schrie der Buchdruckerei Besitzer, von ganz gleichgiltige Person, ein Mittel zum Zweck, und von diesem letzten Stoß aufs Aeußerste verlegt, ich verbitte Sem Augenblicke an, daß Sie nicht mehr der Partei dienen, mir. habe ich nichts mehr mit Ihnen zu thun. Ihrem Mangel Sie haben sich gar nichts zu verbitten, Herr Wehran Bildung, Herr Wehrhahn, haben Sie es zu danken, daß hahn", unterbrach der Advokat trocken; es wird Ihnen ich Ihnen Ihre Worte nicht übel nehme." mur gesagt, was Ihnen gesagt werden muß, und wenn Häufiger und häufiger sang schon der scharfe Westwind Nun, so schlage doch Der und Jener drein", schrie Ihnen dieses Lokal nicht passend dazu erscheint, so brauchen den Blumen und Blättern des Herbstes das Grablied; unter Wehrhahn, außer sich vor Wuth, bin ich denn hier ver- Sie es nur zu sagen, und wir suchen uns einen anderen seinem Hauche erzitterte, was noch warmes Leben in fich rathen und verkauft? Herr Dr. Raffmaus, wissen Sie was, Ort zur weiteren Besprechung unserer Angelegenheiten aus." fühlte, aber seine Kraft gebrochen wußte ich mag mit dem ganzen Zeitungsframe nichts mehr zu Das wollte ich nicht damit gesagt haben ihm so nöthig war zum erfolgreicheren Widerstande gegen thun haben, kaufen Sie mir die Zeitung ab." " Nun, dann schweigen Sie und lassen Sie mich aus den unerbittlichen Feind alles Lebens. I'm warmen Gluth Was wollen Sie denn dafür haben?" fragte Naffmaus reden. Ich sage, es ist lächerlich, wenn Sie Leuten wie hauch des Sommers hatten sie ihre ganze Fülle von Lebens Herrn Professor Birnenmann und Herrn Dr. Beißer sagen kraft aushauchen lassen, als überflüssige Fülle, und nun Ich habe 20 000 Abonnenten, geben Sie mir für wollen, was sie zu thun und zu lassen haben, ba biefe zitterte der entnervte Stengel. beim sanftesten Hauche, wie jeden 10 Thaler und das Geschäft ist glatt." Herren das viel besser als Sie verstehen, indem Ihnen die bie furchtsame Gazelle bei der leisesten Ahnung vom Nahen 200 000 Thaler? Unter solchen Berhältnissen? Dafür unentbehrlichen Kenntnisse zur Leitung eines Journals ganz des Löwen. tann ich zehn neue Zeitungen gründen. Uebrigens handelt und gar abgehen und Sie über den nächsten Tag nicht Auch der Mensch verweichlicht meistens im Glück, statt es sich nicht blos um die Zeitung. Wenn Sie der Partei hinaussehen. Die liberale Partei hat in der gegenwärtigen in ihm Kraft zu schöpfen, und wenn das Unglück naht, nicht mehr dienen, dann ist auch für uns fein Grund mehr Beit die größten Stürme zu erwarten, fie muß sich zur findet es zu seiner Abwehr keine gestählte Bruſt. vorhanden, Ihnen die vielen anderen Arbeiten zuzuweisen, äußersten Energie aufraffen, da kann sie einseitige, egoistische die man Ihnen für Ihre Bestrebungen im Interesse der und unzuverlässige Leute nicht brauchen und ebenso wenig Bartei zuzuweisen für Pflicht hielt." ein Partei- Organ, bei dem ein in Eitelkeit verfahrener Eigen" ganz gleichgiltig. " " Wie? Herr Doktor? rief jetzt Wehrhahn wirklich thümer seine Ansichten und Ideen geltend zu machen ver erfchreckt, Sie wollen mich förmlich in den Bann thun? sucht. Den Herrn Professor Birnenmann und den Herrn Habe ich denn gesagt, daß ich der Partei nicht mehr dienen Dr. Beißer haben wir Ihnen empfohlen als Leute, von Fünftes Kapitel. Die Wunder des Reichthum 3. ( Fortsetzung folgt.) die Kraft, bie Vertheidiger Lottini: Herr Staatsanwalt, eben diese angebliche Verlesung durch den früheren Präsidenten wurde Nachdenken ist ein logischer Zusammenhang zwischen dieser Aufvon feinem einzigen der Vertheidiger gehört, und bei ruhigem hebung des Prozesses und der heutigen Aussage der Zeugin doch wahrhaftig nicht so schwer. wegt, Schmuk, Entbehrungen, Schnapssuff, Kartoffeltoft das das angstbebende Bürgerherz mag ruhiger schlagen. Nach Staatsanwalt Vico rief aufspringend: Das ist eine A und des Proletarierdaseins bilden, in diesem Bezirke Erledigung des Zwischenfalls legte der Justizminister das Berleumdung! Ihr seid eine Verleumderin! In diesem Moment ist wieder einmal der chronische in den akuten Nothstand von uns bereits charakterisirte Dynamitgesetz auf den Tisch erhebt sich ein furchtbarer Aufruhr in dem Käfig. Die Angeklagten umgeschlagen. In dem Kohlengrubendistrikte von Zabrze des Hauses nieder. Und die Bourgeoisie schläft sorgenlos Sänden heftig gegen die eisernen Stäbe des Käfigs, unverständliche rufen und schreien durcheinander. Cipriani schlägt mit beiden graffirt der Hungertyphus, den die besorgte Rücksicht der unter dem Schatten ihrer geliebten Guillotine. naleporte der Empörung hinausrufend. Da auch das Publikum, dar Offiziösen lieber Flecktyphus nennt. Ueber Ursachen dieser Seuche sind Aerzte und Sozialpolitiker im Reinen. Ein förder- Noch kennt man die Personen nicht genau, welche unter Weiber und Geschwister der Angeklagten, fehr aufgeregt wird, so läßt der Präsident den Zuschauersaal räumen. Endlich beruhigen liches Moment mag ja„ die Wassersnoth und der Mangel sich die Aufgabe gestellt haben, die Pariser durch sogen. fich die Angeklagten und es erklärt der Staatsanwalt: an Trinkwasser" sein; aber der Nährboden der Epidemie Dynamitattentate in Schrecken zu versezen. Das aber steht dh halte meine Worte aufrecht! Die Aussage der Zeugin ist ist der schwarze Hunger. In Zabrze ist übrigens das größte feft: von wem immer die Sache ausgehen möge, Revo- eine schwere Verleumdung. Der Prozeß wurde wegen ganz Steinkohlenwerk des festländischen Europas, die fiskalische lutionäre und Freunde der Arbeitersache sind es nicht. Wer anderer bekannter Vorgänge, wegen des Protestes der VerKönigin Louisen- Grube mit Tausenden von Arbeitern. Der eine Revolution will, muß vor allen Dingen doch die theidiger gegen eine vom Präsidenten am Schluß der vorletzten ftaatliche Musterbetrieb wird doch jetzt auf der Höhe der nöthigen Kräfte für sie gewinnen. Und geschieht das durch Sigung verlesene Verfügung aufgehoben. Situation sein?! folche wahnwißige Bübereien? Was wird die Folge sein? Jezt lacht man in Paris noch über die Sache, weil man sich Es wird fortgepindtert. Wir erwähnten jüngst, gewöhnt hat, die Finger der Polizei in derlei Dingen zu daß Herr Bindter, anläßlich unserer Notiz:" Lohn der sehen. Sollte aber ein solches Attentat Menschenleben Faulheit" die Lüge angefertigt habe, die sozialdemokratische kosten, so wird Born und Erbitterung eintreten, und häufen Reichstagsfraktion stelle im Verhältniß zu ihrer Zahl das sich dann die Explosionen, so wird sich des Volkes und Angeklagter Gnocchetti: Herr Präsident! Als wir hierhergrößte Kontingent zu den Reichstag3, Schwänzern". Wie namentlich auch der Arbeiter eine so ingrimmige Wuth be- gebracht wurden in diesen Käfig, waren wir von Anfang an wir voraussahen, hält die Bindter'sche Lüge jetzt durch die mächtigen, daß die Thäter, im Fall der Entdeckung, gelyncht überzeugt, einem Prozesse beizuwohnen, der aufgebaut ist( mit gesammte Ordnungspartei- Presse ihren Rundgang. That- würden. erregter Stimme) auf einem Haufen von Lügen und Betrug! fache ist, daß die sozialdemokratische Fraktion, obgleich es Das sind nicht haltlose Vermuthungen sie stüßen sich Präsident schellt heftig und ruft mit Lautefter Stimme: für sie im Reichstag feine Schachergeschäfte zu machen und auf frühere ganz ähnliche Vorgänge. Man wird sich der Ich verbiete dem Angeklagten fortzufahren; man führe ihn sofort tein Fleisch von den Rippen des armen Volkes zu schneiden irischen Dynamitarden" erinnern. In den 80er Jahren hinaus! giebt, wie für andere Parteien, und trotz ihres platonischen befolgten die Fenier die Dynamit- Taktik das heißt, sie Viele Angeklagte erheben sich und rufen: Wir wollen dann Berhältnisses zum Parlamentarismus dennoch im Besuche des wollten die englische Regierung durch eine Reihe Alle fortgeführt sein! Wir wollen diesem Schauspiel( Commedia) Reichstags fleißiger ist, als jede andere Partei. Am faulsten von Dynamit Attentaten in Schrecken versetzen und nicht mehr beiwohnen! find notorisch die Nationalliberalen und Konservativen, mürbe" machen. Nun, die englische Regierung wurde Präsident: Das soll geschehen, und gleich! Wachen! also die Ordnungsparteien par excellence. Freilich das nicht mürbe" gemacht, wohl aber es tamen verschiedene führt alle Angeklagten zurück ins Gefängniß! Die Sigung iſt heilige Zentrum giebt ihnen nicht viel nach. Personen um und einer unserer tüchtigsten Genossen wurde bis um 2 Uhr Nachmittags aufgehoben. bei einem der„ Attentate" schwer beschädigt das englische Ueber 200 000 Exemplare! träht die Freisinnige Bolk dermaßen erbittert, daß die Dynamit- Taktik rasch einBeitung", find verkauft, nämlich der„ Richter'schen Zukunfts- gestellt werden mußte. Und was tam schließlich an den bilder". Von diesen 200 000 gingen die letzten 10 000 Zag? Daß die Leiter der Dynamitarden, der berüchtigte in den Reichenbach'schen Wahlkreis, um die Wahl eines O'Donnovan Rossa und der in dem Parnell- Prozeß entsozialdemokratischen Abgeordneten zu verhindern. Und die larvte Mr. Caron im Dienste der englischen Wirkung? Das dritte Duhend wird voll! Diese kostbare Bolizei standen. Spar- Agnes! Herrn Eugen Richter steckt sie Geld in die Tasche und uns Stimmzettel in die Wahlurne. Herz, was verlangft Du? 5 Der Gerichtshof zieht sich zurück, während die Angeklagten in lebendiger Erregung und Empörung von den Wachen fortgeführt werden. Auch die Bertheidiger, die zu einer Berathung zurückgeblieben waren, müssen auf Aufforderung des Polizeihauptmanns den Saal verlassen. Um zwei Uhr Nachmittag bei wiedereröffneter Sigung vertündet der Gerichtshof, welcher das Verhalten der Angeklagten in den schärfsten Ausdrücken verurtheilt, den auf Grund der vorgefallenen Unordnungen gefaßten Beschluß, während des Die Lage in Rußland. Während die Hungersnoth ganzen Fortganges des Prozesses die Angeklagten vom Saale mit ihren treuen Begleitern, dem Hungertyphus und der entfernt zu halten und abgesehen von Fällen der EinzelDer englische Kohlenarbeiter- Streif. Die bis jetzt hebt in verschiedenen Theilen des Reiches der Geist der Hungerpest, die Unterthanen des heiligen Bars bezimirt, er- Vorladung die Verhandlungen in ihrer Abwesenheit er- weiter zu führen. Aim folgenden Tage erklärte der Advokat Mazza im Namen vorliegenden Nachrichten müssen mit großer Vorsicht auf- Revolte das Haupt. Wir hören von Bauernaufständen, die des Kollegiums der Vertheidiger, daß sie die vom Gerichtshof begenommen werden. Selbst in Bezug auf die Zahl der sich nicht blos gegen einen vereinzelten Gutsherrn richten, fchloffene Maßregel, welche in der Geschichte der politischen Feiernden sind dieselben sehr widerspruchsvoll. Während sondern gegen die Regierung. Die Masse des russischen Prozesse unerhört sei, aufs Aeußerste beklagen mußten, daß sie nach den meisten Angaben nahezu eine halbe Million feiert, Wolfes ist geistig so tief heruntergedrückt und alles politischen sich aber für verpflichtet hielten, den Verhandlungen trotzdem beisoll nach einer Mittheilung des Parlamentsmitgliedes und Denkens so vollständig entwöhnt worden, daß es schon ein großer zuwohnen, um den Angeklagten soviel ihnen noch möglich denjog. Arbeitervertreters Pickard die Zahl der Streikenden Fortschritt ist, wenn der Bauer dazu kommt, die Regierung, jenigen Schutz zu gewähren, den ihnen die Behörden geraubt nur gegen 300 000 betragen, und sollen 190 000 Rohlen- bas herrschende System, anstatt irgend eines lokalen Käfig fortgesetzt. Da fortan jeder Widerspruch durch einen der haben. Das Zeugenverhör wird darauf bei leerstehendem gräber der am Streit sich betheiligenden Organisationen Drängers für sein Elend verantwortlich zu machen. Natür- Angeklagten und ebenso jede Gegenüberstellung einer Zeugenaus weiter arbeiten. Herr Pickard, der die Interessen der lich sind die Nihilisten nicht unthätig. Kann fage mit einer Aussage der Angeklagten unmöglich gemacht ist, Grubenbefizer weit mehr vertritt als die der Arbeiter, ist auch nicht festgestellt werden, ob die Gerüchte so schleichen die Verhandlungen bei faft leerstehendem Saal lang aber fein zuverlässiger Gewährsmann. Authentische Nach- von Attentaten auf den Zar begründet sind oder nicht, sam und langweilig dahin. richten werden wir erst heute Abend oder morgen erhalten. so steht doch soviel fest, daß Nihilisten oder sagen Der Vizebrigadier Alfonso Valentini war AugenHeute treten nämlich die Delegirten der Ausständigen zu wir richtiger: bewußte Geguer der Regierung in den von zeuge, wie der Angeklagte Bolpi von der Polizeiwache zu entscheiden hat. Bei dieser Gelegenheit werden natürlich wühlen" d. h. die Bauern aufklären. Gewiß ist ferner, Raffaele Santoro, über dessen Erklärung die Beugin einer Konferenz zusammen, die über die Dauer des Streits der Hungersnoth heimgesuchten Provinzen herumreisen und De Luca mit einem Revolver niedergeschossen wurde. Die folgende Verhandlung ist wichtig durch das Verhör des Agenten genaue und authentische Mittheilungen gemacht werden. daß der Nothstand auch in Russisch- Polen einen bedeu- Adele Baldi- Ciccognani ihre Aussagen gemacht hatte. Thöricht ist das Gerede einiger Bourgeoisblätter, die tenden Umfang angenommen hat, und daß, theils aus diesem Der Zeuge bestätigt, daß er am Abend des 1. Mai den englische Industrie könne durch Einfuhr belgischer Kohlen Grunde, theils infolge des unerhörten politischen und sozialen schwer verwundeten Cipriani in feiner Wohnung aufgesucht und den Zweck des Streits vereiteln. Die gesammte belgische Drucks eine hochgradige Gährung eingetreten ist, die einen feine Pflegerin begrüßt habe. Er schildert auch die den Ge Rohlenförderung würde nicht annähernd für England ge- gewaltsamen Ausbruch erwarten läßt. Daß die russischen fangenen am 1. Mai auf dem Playe Santa Croce während des nügen und Belgien braucht seine Kohlen selbst. Nihilisten mit den polnischen Feinden des Zarenthums im Tumultes abgenommenen Waffen; er sah diese Waffen auf Belgien's Dynamiter. Aus Brüssel wird unterm Einverständniß sind, kann als gewiß angesehen werden. bewahrt und bewacht in dem Hospital Santa Croce, wohin die Verwundeten gebracht wurden und wohin er selbst am Nachmittag 16. März gemeldet:„ Seit zwei Tagen ist die Verhandlung Aus Warschau hören wir Tag für Tag von Verhaftungen des 1. Mai sich begab. Diese Waffen waren: Ein Taschen16. März gemeldet:" Seit zwei Tagen ist die Verhandlung und die militärischen Vorbereitungen, welche getroffen sind, revolver, ein Nagel, ein bicker Spazierftod, ein im Lütticher Assisenprozeß gegen die drei anarchistischen Dynamitdiebe" von Tilleur eröffnet. Gestern Abend erhielten lassen mit Bestimmtheit darauf schließen, daß die Behörden Schusterpfriem( punternolo"), ein Rasiermesser einen Aufstand ernstlich befürchten. die Geschworenen zahlreiche Drohbriefe. In der gestrigen und ein Taschenmesser. Die Begegnung mit der Zengin Berhandlung nahm der Angeklagte Haussen die Schuld auf Inzwischen ist auch die lang vorausgesehene Finanz- Ciccognani im Oktober auf der Straße beſtätigt er. fich allein, indem er zugleich behauptete, das gestohlene die erste Bankierfirma Rußlands, hat Bankrott gemacht, bruch gesprochen. Nur müsse ihn die Zeugin mit ihrer letzten fich allein, indem er zugleich behauptete, das gestohlene frisis hereingebrochen: das Haus Günzburg in Petersburg, natürlich mit ihr von dem Prozesse und dessen plötzlichen AbDynamit fei für französische Anarchisten bestimmt gewesen. Der Staatsanwalt fuchte dagegen nachzuweisen, daß die Dußende von Firmen werden nachfolgen, und da Handel Aussage falsch verstanden haben. Er habe nur im Allgemeinen von dem Prozesse gesagt, die Anklage auf Hochverrath und Zerstörung Lüttichs geplant war." Bourbaix und kein und Geschäfte völlig barniederliegen, so ist nicht abzusehen, gewaltsame Revolution tonne unmöglich aufrecht erhalten werden, Ende, das ist der Kehrreim in diesen und allen ähnlichen wo und wann die Krise endigen wird. Prozessen. Lockspitzel und beschränkte Fanatiker, die in das ausgespannte Gimpelney fliegen... gundl Aus Italien. dus ihm zuvorkam. Der Prozeß wegen des Maitumults in Rom. ( Fortsetzung.) Er habe da die vorhergehende Verabredung fehle und die Ergebnisse der Gefangennahme doch zu kläglich seien. Unter den Beugen der folgenden Sigung ist ein bisher nicht verhafteter Sozialist mit Namen Cesare Curci, Bürger von Rom, hervorzuheben. Er war auf dem Balkon auf der Prazza Jta Croce und wollte eben das Wort ergreifen, als der Redner Palla Er schildert den Ausbruch des Tumultes durch einen Revolverschuß, der gegen die um Den Balton stehende Voltsmenge abgefeuert wurde. Der Zeuge er flärt sich auf die Anfrage des Präsidenten als Gegner des Anarchismus; er will die Biele des Sozialismus durch Er. ringung der politischen Macht in Antheilnahme an den Wahlen erreichen. Er erklärt auf seinen Gib, daß in keiner der Borversammlungen vom 1. Mai, denen er beiwohnte, von irgend einer Verabredung oder Absicht, am 1. Mai einen Aufruhr zu ver12 571 Frants ermittelt. Eine Bürgerversammlung beschloß Es wird die durch den Advokaten Santini geladene anstalten, die Rede gewesen sei. Während des Tumultes fab er eine Reihe Maßregeln zur Hebung des Nothstandes. Beugin Adele Baldi- Ciccognani vorgerufen, in deren selbst einen ihm von Umstehenden als Polizei- Agenten bezeichneten Hause der im Tumult von den Soldaten verwundete Cipriani Mann im Zivil aus einem Revolver auf die Menge Conftans u. Co. Dynamit um jeden Preis, ist des zuerst aufgenommen und verpflegt wurde. Sie wurde noch einen Schuß abgeben. Dann wurde er in die Nebenportefeuillewüthigen Constans und seiner polizistischen Spieß am selben Tage, dem ersten Mai, um 11 Uhr Abends zum straßen gedrängt und enttam. Auf die Frage des gesellen Parole. Aus einer Pulvermühle im Savonischen Berhör auf die Quäftur geholt, dort über Nacht gefangen Präsidenten zum Beweise, daß er in den Vorversammlungen find angeblich 32 Dynamitpatronen gestohlen worden, was gehalten und als sie am anderen Vormittag freigelassen wurde, zum 1. Mai anwesend war, die allwiffende Polizei sofort erfuhr. Die Wolff'sche Lügen war inzwischen Cipriani ins Gefängnißhospital gebracht worden. von Anarchisten, die ihn kennen, und die sämmtlich verhaftet Fabrit berichtet aus Baris von zahlreichen Haussuchungen wundet? Vertheidiger Advokat Santini: War Cipriani schwer ver- find. Der Vertheidiger Santini spricht dem Zeugen seinen Glückwunsch aus, daß er bis heute glücklich der Gefangennahme bei Personen, die als" Anarchisten" bekannt seien, nament- Beugin: Sehr schwer; es floß Blut aus seiner Schulter- und der zehnmonatlichen Kerterhaft in der Boruntersuchung ent lich bei ausländischen Revolutionären. Auch etliche Verwunde und aus dem Munde floß ihm Blut. gangen fei. Bahlreiche Angeklagte und Gefangene, die nicht haftungen haben stattgefunden. Damit verdient sich die Vertheidiger Santini: Erzählen Sie uns, was Ihnen einmal Sozialisten feien, müßten ihn beneiden. Bourgeoisrepublik einen Gotteslohn" bei„ Bäterchen", dessen nach der Unterbrechung des Prozesses im Oftober mit einem geBeauftragte zwar am Balkan Putsche veranstalten und un- beimen Polizeiagenten begegnet ist. Nothstand überall. In dem schweizer Industriezentrum Biel hat die Bürgerschaft eine Erhebung über die Arbeitslosigkeit veranstaltet. Die Untersuchung von Haus zu Haus ergab im ganzen Bezirke( Biel, Bözingen, Mabretsch) 701 nothleidende Familien mit 2472 Röpfen, worunter 1485 unerzogene Kinder. Davon sind ganz ver dienftlos 225 Familien( 196 länger als zwei Monate); Borverr Das Aussehen der Bühne in dieser traurigen Gerichts: theilweise verdienstlos 476 Familienhäupter( 452 über zwei fomödie, welche in einer der letzten Sizungen ein Advokat mit theilweise verdienstlos 476 Familienhäupter( 452 über zwei Recht eines Kulturvoltes unwürdig nannte, hat eine Nenderung Monate lang). Der wöchentliche Lohnausfall ist auf erfahren. " nennt er mehrere Namen In der folgenden Sizung erschienen als Zeugen die Parlamentsabgeordneten Antonio Maffi und Imbriani. bequeme Gegner erdolchen, der aber vor dem Terrorismus Beugin: Eines Tages, Ende Oktober, folgte mir, als ich Maffi nahm als Mitglied des Komitees der Volksversammlung vom zittert, den er selbst betreibt. Im Uebrigen sollen die Spieß nach Hause zurückkehrte, den ganzen Weg entlang ein Mensch und 1. Mai an allen vorbereitenden Versammlungen theil. Er bebürger fopfschen gemacht werden. Der Herenfabbath der nicht," erwiderte ich, Gure Person tommt mir bekannt vor." Denkt auf der Piazza Santa Croce sollte friedlich sein. Beuge erhärtet richtete zulegt an mich die Frage:„ Kennt Ihr mich nicht?" Ich weiß stätigt, daß alle Redner barin übereinstimmten, die Versammlung Spigel und Staatsretter entlockt jedem Unbefangenen ein nach, sagte er, am 1. Mai war ich in Eurem Hause."" Ja" sagte durch seinen Eid die wichtige Thatsache, daß Steine auf dem mitleidiges Lächeln, und sogar eingefleischte Pariser Bour- ich, nun weiß ich, Ihr seid der Polizei- Agent, der zu mir fam, als Plage felbft gar nicht vorhanden waren, die Steinwürfe konnten geois- Organe machen sich über die Taschenexploſionen Cipriani bei mir verwundet lag."" Ganz richtig"; erwiderte er, erst eine Zeitlang nach Ausbruch des Tumultes aus den Seitenluftig. der Ju vom Rammerfizung 15. März und habt Ihr den Prozeß verfolgt?"--Ja, aber Ihr müßt da straßen erfolgen, da sie von entfernten Mauern hergenommen interpellirte Mir. Dreyfus, der Chef der Firma, von mehr wissen, als ich."-" Da mögt Ihr recht haben", lacht er. werden mußten. Schon von den Angeklagten war diese Thatwelche den hungernden Russen statt Getreide Sand auf- und nun begann er mir aus freien Stücken zu erzählen. Sört, fache gegen die Polizeiwachen und Agenten hervorgehoben worden, wißt Ihr wohl, daß der Prozeß eigentlich um meinet willen welche aussagten, unmittelbar bei Ausbruch des Tumultes durch geschwindelt hat, folglich ein berufener Fürsprech des Eigen aufgehoben wurde? Die Sache war die: Wir Agenten waren Steinwürfe angegriffen zu sein. Der Abgeordnete Imbriani thums, der Ordnung, der Religion und Familie mit einem nach dem Tumult und den Gefangennahmen im Grunde doch der( bürgerlich- radikal) erklärt: Ich lernte Cipriani in Paris anderen republikanischen Philister, Martin, den Minister Meinung, daß aus dieser Sache die Idee, die Leute feien zu kennen und ehre und liebe ihn seitdem; denn er ist eine selbstgewaltsamen Revolution Revolution auf den Plaz Santa lose Natur, fein Wesen ist erfüllt von Menschenliebe, und er be wissen, welche Maßregeln die Regierung für bie Sicherheit Croce gegangen, nicht gut nicht gut festzuhalten wäre. Denkt, ist die reinste, edelste Seele. Beuge erklärt, er könne diese ganze ein wurden ja bei allen Gefangenen nur der Bevölkerung ergreifen werde." Der Minister erwiderte, es wurden Birtel, Anklage in dem ungeheuerlichen Umfange nicht anders als absurd Nagel und ein Stock gefunden. Damit man dürfe die Bedeutung der Vorfälle nicht übertreiben, ein großer nennen. Wem der Charakter dieses Prozesses noch nicht flar dieselben wären übrigens Frankreich und Paris nicht allein macht man doch keine Revolution! Nun müßt Ihr wissen, geworden sei, der sei blind oder wollte nicht sehen. eigenthümlich. Zur Sicherung der Bewohner habe die Re- daß ich gerade nach dem Tage, an welchem die Gigung so schön aufgehoben und der ganze Prozeß vertagt wurde, als gierung die erforderlichen Maßregeln ergriffen. Die Kammer Beuge vorkommen sollte, um meine Erklärungen abzugeben. werde begreifen, daß die Regierung jest nichts mehr sagen also... Tönne." Das Spigelthum ist allerdings international, damit spricht der Herr Minister eine Binsenwahrheit aus. Aber Präsident: Wer war dieser Agent? om Beugin: Es war der Geheimagent Raffaele Santorol ( Fortsetzung folgt.) Theater. Donnerstag, den 17. März. Opernhaus. Cavalleria rusticana. ( Bauern- Ehre.) Prometheus. Schauspielhaus. Wohlthätige Frauen. Deutsches Theater. Haus Lonei. Testing- Theater. Großstadtluft. befizer. • Berliner Theater. Der Hütten Residenz- Theater. Riquette( Ma Cousine). Wallner Theater. Sein bester Freund. Friedrich- Wilhelmätädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Die Hochzeit des Reservisten. Bellealliance Theater. Bräfig. Onkel Der Circus Renz. traurige Nachricht, daß meine liebe Karlstraße. Allen Freunden und Bekannten die] Frau Klara Wolgast am 15. d. M., Donnerstag, 17. März 1892, früh an den Sozialdemokratischer Wahlverein Abends 74 auf Belgoland", bindung nach, furzem, aber schwerem für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Uhr: ,, Auf oder: Ebbe und Fluth. Große hy Leiden gestorben ist. Die Beerdigung drologische Ausstattungs- Pantomime findet am Freitag, den 18. d. M., Nach in 2 Abtheilungen vom Direktor E. mittags 5 Uhr, von der Leichenhalle in Renz. National- Tänze( 65 Damen) 2c. der Zionsgemeinde in Weißensee aus Einlage: Garde- Husaren etc. Dampf- statt. Um stilles Beileid bittet der tieffchiffe und Bootfahrten, neue über betrüble Gatte Albert Wolgast, Töpfer, raschende Licht- und Feuereffekte. Puttbuserstr. 18, nebst vier unmündigen 80 Fuss hohe Riesenfontaine. Außer- Kindern. 1893b bem: Auftreten der Gebrüder Rasso. um 1. Male in Berlin. 1. Heben eines Orchesters von 12 Mann. 2. Trägt Ferdinand Rasso ein Klavier sammt Pianist, Flötist u. Violinist, welche schwebend eine Konzertpièce vortragen. Prinz Carneval und sein Gefolge, fomisch equestr. Arrangement Oftend- Theater. Am Altar. mit 12 Freiheitspferden von Herrn Adolph Ernst Theater. Franz Renz. Coriolan, geritten von Tanzteufel. der Schulreiterin Frl. Oceana Renz. Feenpalat. Spezialitäten- Borstellung. Auftreten des Schulreiters Herrn GaGebrüder Richter's Variété. Spe- berel mit dem Schulpferde Cyd. Die zialitäten- Vorstellung. grossartigen Tremplinsprünge über Winter- Garten. Spezialitäten- Bor- 4, 6, 8 und 10 Pierde mit Doppelstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten- Saltomortales. Sisters Lawerence am flieg. Trapez. Auftreten der ReitVorstellung. tünstlerinnen Frls. Rosa und Edith, Komische Entrees von sämmtlichen Konkordia- alat- Theater. Spe- sowie des Jockeyreiters Mr. Jules etc. American- Theater. Spezialitäten: Rlowns 2c. Vorstellung. PassagePanopticum. Renz. Conntag 2 Vorstellungen. Frauengestalten in 7 lebend. Bildern dargestellt von Täglich ,, Auf Helgoland." Sonnabend Equestrische Gala- Vorstellung zum Benefiz für Herrn Franz E. Renz, Direktor. Donnerstag, den 24. März: Abschieds- Vorstellung. Danksagung. Meinen herzlichsten Dank den Herren Rollegen nebft Sängern bei der Beerdigung meines lieben Sohnes Frih v. Weydenberg. 1900 b Freitag, den 18. März, Abends 8 Uhr, Kähler's Salon, Mödernstr. 117, Ecke Teltowerstraße. 450/5 Zages- Ordnung: 1. Die Bedeutung des 18. März. Referent: Stadtv. Frik Zubeil. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragen. Achtung! Große Der Vorstand. Achtung! fozialdemokratische Bolksversammlung Die Mutter Gertrnd v. Weydenberg. für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis( Often) Danksagung. am Freitag, den 18. März, Allen Denen, welche meinem lieben im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11-13. Manne, den Arbeiter Carl Adolph, die legte Ghre erwiesen haben, meinen herzlichen Dank. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bruno Schönlank über die Be1894b bentung des Tages. 2. Diskussion. 8. Wahl eines Komitees jur Maifeier. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Alle Genoffen und Genossinnen werden hiermit ersucht, in dieser Versammlung zahlreich zu erscheinen. Der Vertrauensmann. Die trauernde Wittwe Anna Adolph und vier Kinder. Berichtigung. In dem Inserat Todesanzeige Karl Wolfmus statt II. Wahlkreis kein Bierzwang! VI. Wahlkreis heißen. Genossenschafts- Buchdruckerei ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht). Sonntag, den 20. März, Nachm. 5 Uhr, bei C. Ern zu Solingen: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Geschäfts Bericht. 2. Beschluß= Berliner Circus G. Schumann. faffung über Anleihen. 3. Prüfung Friedrich- Karl- Ufer, Ede Karlstr. und Feststellung der Jahresrechnung. Modellen. Beute Abend 7½ Uhr: Große 4. Art der Revision. 5. Entſchädi 71/2 außerordentliche Vorstellung mit gung des Vorstandes und Aufsichtsneuem, vorzüglich gewähltem, aus rathes. 6. Berathung über Ausdehden besten Repertoir- Nummern be- nung der Genossenschaft. Ohne Extra- Entrée. Präuscher's anat. Museum. ftebenbem Brogramm. Auftreten des berühmten anerkannt besten Schulreiters der Gegenwart Schluss unwiderruflich Mr. James Fillis, am 30. März. und vieles andere Zum 2. Male. nen! Influenza Täglich für erwachsene Herren. das Schulpferd ,, Markir" rettend. Neu für Berlin! Der Krieg im Zululande, oder: Damen- Taged. Dienstag Die Vertheidigung des Königs Freitag. 425/7 Der Vorstand. Aufforderung. Hierdurch fordere ich alle Diejenigen, die seit 1, 2 und 3 Jahren Bilder zum Ginrahmen zu mir gebracht und selbige noch nicht abgeholt haben, auf, solche bis zum 1. April d. J. abholen zu wollen. Karl Scholz, 21302 Wrangelstraße 82. Cetevayo gegen die Engländer. KRONENGARN. Große historische KriegsPantomime, arrangirt vom Direktor G. Schumann, Castan's Panopticum ausgeführt von 250 Personen. Friedrichstr. 165a, Ecke Behrenstr. Interessanteste Völkerschaft Inner- Afrikas: Freitag, den 18. März, gr. Vorstellung mit neuem Programm. Auftreten des Mr. James Fillis. Zum 3. Male: Der Krieg im Zululande. Große historische Kriegs- Pantomime. Sonntag, den 20. März, Zwei gr. Vorstellungen. Nachmittags 3/2 Uhr ( 1 Kind frei) und Abends 712 Uhr. Schuließe b. Emin Pascha- Reich. 30 Personen, Männer, Auftreten des Mr. James Fillis. Der Frauen, Kinder. Vorstellungen: 11, 12 u. 1 Uhr Vormittags, 4, 5, 6, 7, 8 und 9 Uhr Sachmittags. Krieg im Zululande. Robtabat A. Goldschmidt, Spandauerbrücke 6, am hiesigen Blaze bekanntlich Größte Auswahl. Garantirt ficher brennende Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabake sind am Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt. 2069L Buchdrucker! Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Stimmbegabte Kollegen, die gewillt sind, einem neu zu gründenden Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. Buchdrucker- Gesangverein, der im Anschluß an den Arbeiter- Sängerbund die Gratweil'sche Bierhallen gebes Gefanges unter den Buchdruckern bezweckt, beizutreten, werden Kommandantenstrasse 77-79. Heute, sowie täglich: ersucht, zur Vorbesprechung am Sonntag, den 20. März, Vormittags 11 Uhr, im Restaurant Wienecke, Alte Jakobstr. 83, zu erscheinen. Gr. Freifonzert. Arbeiter- Bildungsschule( Oftbezirk). Anfang Wochentags 71/2 Uhr, Sonntags 20 Pf. Entree. Anfang 6 Uhr. Empfehle meinen berühmten Mittagstisch à la Duval. Diner à 1 Mark. 3 Regelbahnen, 6 Billards, 2 Säle. Sowie täglich: 1169L Sonnabend, den 19. März, in Joël's Festsälen, Andreasstraße 21: Grosses Kränzchen 1858b verbunden mit Theatervorträgen und sonstigen Belustigungen. Anfang 8 Uhr. Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. Billets sind in allen Schulen und folgenden Stellen zu haben: Lock, Friedrichsfelderstraße 11. Tempel, Breslauerstraße 27, Hodler, Auguststraße 38. Gr. Bock- Ausschank H. Gumpel, Barnimstraße 42. aus der Berliner Bock- Brauerei. B. Nieft's Weberstr. 17. Fest- Säle, Weberstr. 17., find noch einen Sonnabend im April frei und Sonntag d. 10.( Palmsonntag). Elsholz, Markusstraße 81. Radke, Rrautstraße 48. Um recht zahlreichen Besuch bittet Die Schulkommission. Große öffentliche Versammlung Seeschlößgen Reinidendorf. der Berufs- Musiker Eröffnung: 2129 2 Sonntag, den 20. März. Gr. Ball im Barquettsaal. Es ladet ergebenst ein Böttcher. Künstliche Zähne 2 Mark. Plomben von 1,50 M. an. Schmerzloses Zahnziehen 1 M. Sprechstunden 8-7 Uhr. Zahnarzt Robert Wolf, Chausseestr. 128, am Oranienb. Thor. Verlag von Rob. Lutz, Stuttgart. Soeben erschien in 4. Auflage: mit dem Erla des Prinzen Georg, Ein Aufschrei misshandelter Soldaten. Von E. Miller, früher Hauptmann 1. D. Preis 60 Pf. 2097L In jed. Buchhandlung vorräthig. am Sonntag, den 20. März, Vorm. 11 Uhr, im großen Saale des Handwerker- Vereins, Sophienstr. 15, zu der auch ganz besonders die Eltern und Vormünder, welche ihre Söhne resp. Mündel in eine Musiklehre geben wollen oder schon gegeben haben, eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Die Schäden und Mistände im Lehrlingswesen des Musikerbernfes.( Referat aus gerichtlichen Atten.) Referenten: Herr Rechtsanwalt Dr. Bonk; Herr J. Bumke, Präf. des Allgem. deutschen Mus.- Verb.; Herr Dachs; Herr Redakteur Lackowitz. 2. Diskussion. Der Einberufer. 1822b W. Krüger, 1. Vorsitzender des Vereins Berliner Musiker, Schlegelstr. 16. Achtung! Fachverein der Holz- und Bretterträger Berlins und Umgegend. Große öffentliche Versammlung für Männer u. Frauen am Freitag, den 18. März, Abends 82 Uhr, in Hoffmann's Fettsälen, Oranienstraße 180. 391/16 Keine Tellersammlung! Arbeitslosen- Versammlung der in der Buchbinderei, Papier und Lederwaaren- Brauche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen am Freitag, den 18. März, Nachmittags 2 Uhr, in Feuerstein's Saal, Alte Jakobstr. 75. Es ist Pflicht aller Arbeitslosen, zu erscheinen. Große öffentliche Der Einberufer. 1892b Bersammlung für Männer u. Frauen Freitag, den 18. März, Abends 82 Uhr, im Restaurant Otto Klein, Schönleinstraße 6. Tagesordnung: 1. Vortrag über die Bedeutung des 18. März. Res ferent: Genosse Antrick. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. 438/8 Verein der Lithographen, Steindrucker und Berufsgen. Deutschl.( Filialen Berlins). Heute, Donnerstag, den 17. März, Abends 8% Uhr, im Lokale von Feuerstein, Alte Jakobstraße 75( ob. Saal): Kombinirte Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Geschäftliches. a) Sommerfest refp. Stiftungsfest.( Wahl des Fest Romitees.) b) Resplution der Steindrucker. 2. Die event. Verschmelzung der drei Filialen. 3. Abrechnung von der Matinee am 27. Dezember 1891. 4. Verschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es nothwendig, daß die Mitglieder pünktlich und recht zahlreich erscheinen. Die Verwaltungen. J. A.: Friedewald. 446/8 Möbel- und Ausstattungs- Magazin Don J. Adler, Oranienstraße 47. Auch Theilzahlung gestattet. UNIVERSAL METALL- PUTZER Schutzmarke. POMAD ADALBERT VOGT& CO BERLIN FRIEDRICHSBERG. se, goldene u.silberne Medal Die in der ganzen Welt rühm lichst bekannte ,, Helm- Putz- Pomade" ist nur unser Erzeugniss. Dosen mit anderen Helmen und nicht mit unserer Firma, weise man als werthlose Nachahmungen zurück. EinsegnungsAnzüge von 10, 12, 15, 18, 20, 22, 25 M. Prima. Knaben- und BurschenAnzüge von 4, 5, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20 M. Prima. 2131L Goldene 110" 110 Leipzigerstr. 10. 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Nach§ 7 tann statt der von der Krankenkasse zu gewähren den Leistungen freie Kur und Verpflegung in einem Krankenhause gewährt werden. Hat der im Krankenhause untergebrachte Familienangehörige, für welche er bisher Ernährer war, so soll die Hälfte des Krankengeldes gewährt werden. Ein Antrag v. Strombeck will die letztere Bestimmung dahin erweitern, daß diese Zahlung auch unmittelbar an die Angehörigen erfolgen fann. Der Antrag wird nach kurzer Begründung durch den Antragsteller gegen die Stimmen der beiden Parteien der Rechten und der Freifinnigen angenommen, mit dieser Aenderung auch § 7, ebenso§ 8 ohne Debatte. §§ 10, 16, 19 gelangen ohne Debatte mit nur redaktionellen Menderungen zur Annahme. Bei§ 20, Unterstützung der Wöchnerinnen, fragt Abg. Endemann, ob auch die fünstlichen Entbindungen, welche infolge anomaler Befruchtung nothwendig werden, unter den Begriff der Erkrankung nach diesem Gesetz fallen. Ministerial Direktor Lohmann: Erkrankung ist, was die Hilfe eines Arztes nothwendig macht; daher fallen auch die er wähnten Fälle unter das Gesetz. 9. Jahrg. müssen, nicht eingehen wollten- gestattet war es ihnen. Um diese Verhältnisse beurtheilen zu können, muß man eben die Lage der Arbeiter besser kennen, als Abg. Buhl und die anderen Herren, die an diesem Gesetze so eifrig Theil nehmen. Abg. v. Stumm erklärt sich gegen den Antrag der Sozial demokraten und gegen jede Zulassung von Ueberversicherung. Nach einer mehr persönlichen Auseinandersehung zwischen den Abgg. Buhl und Grillenberger über die wirklichen Bedürfnisse und Interessen der arbeitenden Bevölkerung schließt die Debatte. lehnung der sozialdemokratischen Anträge mit den redaktionellen Der Antrag Höffel wird zurückgezogen,§ 26a nach AbAnträgen der freien Kommission und dem Antrag MöllerMerbach angenommen, desgleichen§§ 27, 28, 31, 32, 33, 34a, 37, 38, 38a, 39, 40, 43a, 44, 46, 46b, 40c, 47, 48, 48a nach den Vorschlägen der freien Kommission Gutfleisch u. Gen. einer versicherungspflichtigen Person, von der Verpflichtung, § 49a der Vorlage hatte vorgeschrieben, daß der Anspruch der Gemeindeversicherung oder einer Orts- Krankenkasse anzu gehören, befreit zu werden, binnen einer gewissen Frist bei der Meldestelle anzumelden und der Nachweis des Befreiungsgrundes zu führen sei.§ 49b schrieb eine gleiche Meldepflicht den freien Hilfskaffen bei jedem Ausscheiden eines Mitgliedes in eine niedrigere Mitgliederklasse vor. Die Spezialdiskussion steht bei§ 6a, welcher die Gemeinden ermächtigt zu beschließen, 1. daß freiwillig der Kaffe beigetretene Mitglieder erst 6 Wochen nach dem Beitritt Krankengeld erhalten sollen; 2. daß Versicherten, welche die Kasse durch Betrug geschädigt oder sich die Krankheit vorfäßlich oder durch schuldhafte Betheiligung an Schlägereien oder Raushändeln, durch Trunt fälligkeit oder geschlechtliche Ausschweifungen zugezogen, das Krantengeld gar nicht oder nur theilweise zu gewähren ist; 3. daß Versicherten, welche im Laufe eines Jahres 18 Wochen lang Krankengeld erhalten haben, im Laufe der nächsten 12 Monate Krantenunterstüßung nur für die Gesammtdauer von 13 Wochen 31 gewähren ist; 4. daß Krankengeld allgemein oder unter beftimmten Voraussetzungen schon vom Tage der Erkrankung an fowie für Sonn- und Feiertage zu zahlen ist; 5. daß auch Familienangehörige mit versichert werden dürfen; 6. daß die ärztliche Behandlung, die Lieferung der Arzneten und die Kur § 20 wird angenommen, ebenso auch ohne wesentliche Debatte und Verpflegung nur durch bestimmte Aerzte, Apotheker und die§§ 21, 22, 24, 26. Krankenhäuser zu gewähren sind. Ferner sollen die Gemeinden§ 26a trifft im Absatz 1 Bestimmungen gegen die sogenannte ermächtigt sein, Vorschriften über die Krankenmeldungen, über Ueberversicherung. Das Krankengeld soll bei mehrfach Verdas Verhalten der Kranken und über die Krankenaufsicht zu erficherten soweit gekürzt werden, daß es den vollen Betrag des laffen und eventuell Ordnungsstrafen bis zu 20 M. zu verhängen. durchschnittlichen Tagelohns nicht übersteigt. Durch das KaffenAuf einen Antrag der freien Kommission Gutfleisch und statut tann diese Kürzung ganz oder theilweise ausgeschlossen Gen. sollen in Nr. 2 die Worte durch Betrug geschädigt oder" werden. Durch das Kassenstatut tann ferner bestimmt werden ersetzt werden durch durch eine mit dem Verlust der bürger-( entsprechend den analogen Bestimmungen des§ 6a für die Gelichen Ehrenrechte bedrohte strafbare Handlung geschädigt haben, meinden), daß die Mitglieder spätestens am dritten Tage nach für die Dauer von 12 Monaten seit Begehung der Strafthat, der Krankenmeldung ihre anderweiten Versicherungsverhältnisse sowie daß Versicherte, welche" u. f. w. dem Kassenvorstande anzeigen müssen, daß im Falle des Betrugs Geheimrath v. Woedtke ist, obwohl die Wiederherstellung oder selbstverschuldeter Krankheit das Krankengeld ganz oder auch des§ 49a den Vorzug verdiene, auch mit der Annahme des theilweise entzogen werden kann, daß Ordnungsstrafen bis zu§ 49b einverstanden. 20 m. verhängt werden können, daß Aerzte- und Arzneizwang. vorgeschrieben werden kann. Die Abgg. Hirsch und Gutfleisch wollen in Nr. 2 die Worte oder geschlechtliche Ausschweisungen" streichen. Abg. Höffel will in Nr. 4 den Text dahin ändern, daß Krankengeld schon vom 1. oder 2. Tage nach dem Beginn der Erwerbsunfähigkeit sowie für Feiertage zu zahlen ist." In Ziffer 6 will derselbe Antragsteller die Bezahlung der durch Inanspruchnahme anderer Aerzte, Apotheken und Krankenhäuser entstandenen Kosten außer in dringenden Fällen auch dann durch die Krankenkasse erfolgen lassen, wenn die Arbeitsstätte des Versicherten sich außerhalb des Kassenbezirkes befindet. Abg. Höffel empfiehlt kurz seine Amendements; die Abgg. Sike und v. Strombeck erklären sich gegen dieselben, da man sehr wohl dem Statut der Kasse oder dem Rassenvorstand entsprechende Anordnungen überlassen könne. Abg. Höffel will den letzten Satz des ersten Absatzes streichen. Die Abgg. Möller, Merbach, v. Strombeck und v. d. Schulenburg wollen die Versicherten zur Anmeldung der anderweitigen Versicherungsverhältnisse 8 Tage nach dem Eintritt in die Kasse bezw. nach dem Abschluß der Ver ficherung entsprechend der Regierungsvorlage verpflichten. Endlich beantragen die Abgg. Grillenberger u. Gen., den§ 26 a ganz zu streichen, event. in Absatz 1 die Ueberversicherung bis zu 1/3 über den durchschnittlichen Tagelohn zu gestatten. Die Kürzung soll sämmtlichen Kassen gleichmäßig zu Gute kommen. Beide Paragraphen waren in zweiter Lesung ohne Diskussion nach dem Kommissionsantrage gestrichen worden. Ein Antrag der freien Kommission will nun§ 49b wiederherstellen mit der Maßgabe, daß die Meldefrist von einer Woche auf einen Monat ausgedehnt wird. Der Antrag wird von den Abgg. Gutfleisch und Buhl unter Hinweis auf§ 76, welcher eine fast gleichlautende Bes ftimmung enthält, befürwortet, während Abgeordneter Moltenbuhr wegen der mit der Meldung verbundenen unnützen Scherereien die Ablehnung empfiehlt. Abg. Hirsch kann eine Nothwendigkeit auch für die Melde pflicht der Hilfskassen nicht erkennen und bittet den Antrag abzulehnen. Abg. Moltenbuhr weist darauf hin, daß die großen zentralisirten Kassen bisher nur vierteljährlich mit ihren örtlichen Verwaltungsstellen abrechneten und durch die Meldepflicht binnen Monatsfrist in große Verlegenheiten gefeht würden. § 49b wird nach dem Antrag Gutfleisch angenommen, desgl. die§§ 50-55. Um 44 Uhr wird die weitere Berathung auf Donnerstag 12 Uhr vertagt." miffarien. Abgeordnetenhaus. 33. Sigung vom 16. März. 11 Uhr. Am Ministertische: Miquel, Graf 3edlig und KomDie zweite Berathung des Staatshaushalts Etats für 1892/93 wird fortgesetzt und zwar im Etat des Kultus gemeinsam", in welchem u. A. ausgeworfen sind: 750 000 m. halbjährlicher Betrag des Staatszuschusses für die evangelische Landeskirche als Beihilfe zur theilweisen Ablösung der Stolgebühren. Der Titel wird gegen die Stimmen der Freisinnigen und einiger Nationalliberalen bewilligt. Beim Kapitel Medizinalwesen kommt die sei Abg. Olzem auf die Regelung des Apothekenwesens zurück; im Reichstage vorgeschlagene Verstaatlichung der Apotheken doch eine zu radikale Lösung. Bei den Ausgaben für die Kreis physiter tritt Abg. v. Pilgrim für die Ausbesserung der Gehälter ihrer Beamten ein und empfiehlt mindestens die Gewährung eines höheren Ranges für die älteren unter diesen Beamten, vielleicht unter Verleihung des Titels„ Kreismedizinalraths." Abg. Hirsch beantragt getrennte Abstimmung über die Abg. Grillenberger( Soz.): Der§ 26 a enthält eine Nr. 6; mit Rücksicht auf die Geschäftslage verzichte er auf die solche Unmenge von Vorschriften, welche in der Praxis zu Ungunsten Wiederholung seiner gegen die Beschränkung der freien Aerztewahl der Arbeiter ausschlagen, daß wir prinzipiell feine Streichung gerichteten Anträge in zweiter Lesung. Dagegen habe er den beantragen müssen. Wir geben uns aber kaum der Hoffnung Antrag auf Beseitigung der stärksten Härte, die durch die Nummer 2 hin, daß Sie darauf eingehen werden, und empfehlen Ihnen herbeigeführt werde, wieder eingebracht, weil es sich hier in daher, wenigstens unseren Eventualantrag anzunehmen, wonach eminentem Sinne um eine Frage der öffentlichen Gesundheits- die Ueberversicherung wenigstens bis zu einem Drittel des durch ministeriums beim Kap. 124:„ Kultus und Unterricht pflege handle und dieser gegenüber alle andern Rücksichten zurück- schnittlichen Tagelohns gestattet sein soll. Dadurch würde die treten müßten. Ungerechtigkeit, daß der Versicherte für seine Beiträge nachher Geheimrath v. Woedtke erklärt sich gegen alle Abänderungs- im Falle der Erkrankung eine oder nur eine theilweise Gegenanträge mit Ausnahme der von der freien Kommission gestellten. leistung erhält, wenigstens in etwas gemildert. Schon 1883 wiesen Für die Heranziehung der Krankenkassen zur Gewährung der wir nach, daß in Krankheitsfällen auch bei freier Arznei und Krankenunterstüßung bei Krankheiten, die die Folgen geschlecht- freier ärztlicher Behandlung die Ausgaben für Pflege so groß licher Ausschweisungen feien, fönne auch die Rücksicht auf die sind, daß auch die Einnahmen größer sein müssen, als in geöffentliche Gesundheitspflege nicht durchschlagend sein. Für die funden Tagen; dazu kommt, daß da, wo die Frau des Arbeiters Fälle, in welchen die Arbeitsstätte des Versicherten nicht im auch in einer Fabrik arbeitet, sie bei der Erkrankung des Mannes Raffenbezirt liege, treffe§ 7 des Gesetzes Vorsorge. entweder zu seiner Pflege zu Haus bleiben muß, also ihren Abg. Molkeubuhr( Soz.): Ich habe mich gewundert, welche Arbeitsverdienst verliert, oder durch eine fremde Pflegerin im Vorliebe die Herren, welche die Kompromißanträge gestellt haben, Haus vertreten werden muß, was auch Kosten macht. Die Furcht, für die Betrüger haben. Woher diese Zärtlichkeit? Wer eine die Ueberversicherung könne zur Simulation führen, ist bei den Kasse betrügt, handelt doch immer mit einer gewissen Ueberlegung, forgfältigen Rassen- Kontrollmaßregeln unbegründet; übrigens ist welche dem Raufbolde doch in vielen Fällen abgeht. Raushändel, auffallend, daß man auch hier wieder die Arbeiter sofort der Schlägereien werden ohnehin schon bestraft und es ist nicht noth Neigung zur Simulation verdächtigt, während Angehörige wendig, sie durch Verweigerung des Krankengeldes zum zweiten anderer Stände, ohne diese Furcht zu erregen, sich bis zu jeder Mal zu bestrafen. Den Geschlechtskranken ist mit Arzt und beliebigen Summe gegen Krankheit versichern können. Die AnMedizin in den meisten Fällen nicht geholfen, sie bedürfen der nahme oder Aufrechterhaltung der vielen sonstigen BestimPflege in einem Krankenhause, und diese kann ihnen verweigert mungen dieses Paragraphen wird die Schwierigkeit der AusBei den Ausgaben für das Institut für Infektionswerden. Ich bitte Sie, den Antrag Hirsch anzunehmen. legung des Gesetzes und die Zahl der mißverständlichen Aus- Krankheiten( 285 405 M.) bemängelt burch Statut die freie Arztwahl auszuschließen. Damit würden, die Atademie der Wissenschaften übertreffen und dem Zuschuß legungen nur noch vermehren.§ 26a giebt auch die Fakultät, Abg. Brömel die Höhe der Ausgabe, welche die Ausgaben für da durch den gestrigen Beschluß nur approbirte Aerzte als Raffen- für eine Universität, Greifswald, gleichkommen. ärzte angestellt werden dürfen, allgemein Zustände möglich, wie sie in Nürnberg schon, bestehen; dort sind nämlich laut Kassen- weitere Berathung bis 72 Uhr Abends vertagt. ftatut nur Mitglieder des ärztlichen Bezirksvereins als Kaffenärzte verwendbar, drei approbirte Aerzte, die, weil sie ein Naturheilverfahren treiben, in den Bezirksverein nicht aufgenommen werden, werden also zu Kaffenarztstellen nicht zugelassen. Den Antrag Höffel bitte ich ganz besonders dringend abzulehnen; er will den Ausschluß der Ueberversicherung nicht den Kaffen selbst überlassen, sondern generell vorschreiben; das zeigt wieder einmal recht deutlich, daß die Aerzte nur die nackten eigennützigen Interessen ihres Standes vertreten, ohne Rücksicht auf die Arbeiter. Der Präsident rügt den von dem Redner gebrauchten Ausdruck von der Rücksicht auf die Betrüger als unzulässig. Abg. Gutfleisch( dfr.) stellt dem Abg. Moltenbuhr gegenüber fest, daß eine präzisere Faffung für das Wort„ Betrug" durch aus erforderlich gewesen sei, und bittet auch seinerseits, den Antrag Hirsch anzunehmen, der eine große Menge Unzuträglichkeiten und Ungerechtigkeiten aus der Welt schaffen würde. Abg. v. Stumm( Rp.) spricht sich nachdrücklich gegen den Antrag Hirsch- Gutfleisch aus, der eine schwere Schädigung des fittlichen Bewußtseins bei den Arbeitern zur Folge haben würde und auch materiell nicht berechtigt sei, da den Erkrankten dieser Kategorie nicht Arzt und Arzenei, sondern nur das Krankengeld entzogen werden kann. Bei den Ausgaben für die Charitée weist Abg. Goldschmidt darauf hin, daß eine Poliklinik errichtet\ worden sei für Orthopädie. Die Ausgaben für die Charitee werden bewilligt. Die Ausgaben werden darauf bewilligt. Darauf wird die Parteinachrichten. " die Die Boykottkommission der Halleschen Arbeiter ersucht alle Kupferschmiede Deutschlands, dahin zu wirken, Abg. Singer( Soz.): Die Frage der Heilung der Geschlechtsdaß deren Hallescher Kongreß in feinen Lokalen stattfindet, welche frankheiten hat mit der Sittlichkeit nicht das Geringste zu thun. Abg. Buhl: Ich bin ebenfalls gegen den Antrag Höffel. boykottirt sind. Die Lokale, in welchen der KupferschmiedeGittlich ist, dafür zu sorgen, daß diese Kranken möglichst schnell Wir dürfen es ruhig dem Kassenstatut überlassen, wie es in Kongreß und die Vorversammlung der Delegirten stattfinden gesunden; sittlich ist, zu verhüten, daß nicht Andere unter ihrer dieser Hinsicht gehalten werden soll. Wenn wir so verfahren, sollen( Aichamt" und" Stadt London") sind boykottirt. Es Schuld zu leiden haben. Der Abg. v. Stumm, als Fürsprecher der dann verliert gleichzeitig der größte Theil der Vorwürfe des Abg. wird dort Bier aus Brauereien verzapft, über welche in öffentSittlichkeit, hat diesmal feinen Standpunkt schlecht gewählt, ganz Grillenberger ihre Berechtigung, denn es liegt hiernach in der licher Volksversammlung der Boykott verhängt ist, weil die beim Sinne der Zeit, als die Geistestranten noch als von Gott Hand der Bethetligten selbst, das ihnen Gutscheinende zu betreffenden Brauereien den Ideen der für ein menschliches Dasein gezeichnet, dem Spott und Glend preisgegeben wurden. Wir schließen. Daß die Ueberversicherung ihre großen Schattenfeiten tämpfenden Arbeiterschaft zuwiderhandeln, indem sie der Erlangung machen hier fein Sittlichkeits-, sondern ein Krankenkassen- Gesetz hat, werden auch die Sozialdemokraten nicht leugnen. Für den von Sälen zur Abhaltung von Volksversammlungen auf dem und hier müssen alle Kranken ohne Ausnahme Heilung finden Antrag Möller- Merbach möchte ich geltend machen, daß er den platten Lande hinderlich sind. können, dafür bezahlen sie ihre Beiträge, und ohne daß die Kaffen Raffen, die eine Ueberversicherung nicht wollen, die Möglichkeit Boykottkommission, ein in seiner Art wohl noch nie dagewesenes Es wäre", sagt fich zum Richter über die Ursachen einer Krankheit machen der Kontrolle geben soll. Durch die Beseitigung der in der Vorkommniß, wenn Arbeiter, die unermüdlich bestrebt find, ihre dürfen. Es ist eine finstere mittelalterliche Anschauung, daß Der ursprünglichen Vorlage enthaltenen Androhung bei Verlust Menschenrechte zu erkämpfen, die sich hierzu nöthig machende jenige, welcher sich eine Krankheit zuzieht, noch besonders bestraft ihrer Ansprüche an die Kasse" ist der Vorschrift ihre Härte ge- Berathung in einem Lokale abhielten, dessen Wirth sich wohl ihre werden soll durch Entziehung des Krankengeldes. Herr v. Stumm nommen. Groschen gefallen läßt, aber mit zur Verfümmerung des Ver hätte warten sollen, bis die lex Heinze zur Berathung kommt, Abg. Hirsch: Ich kann in dem Antrag Grillenberger feinen sammlungsrechts beiträgt. Wir wollen das Inkonfequente, was um seine Ansichten über Sittlichkeit hier zum Besten zu geben. Vorzug finden, sondern muß mich für die Aufrechterhaltung des fich hieraus für die Kupferschmiede Deutschlands ergäbe, nicht Ich hoffe, daß der Reichstag auf diesem Gebiete zu vernünftigeren ersten Absages erklären. Namentlich erfordert dies die Rücksicht weiter anführen und bitten sie nunmehr, nachdem ihnen hierdurch und menschlicheren Ansichten gekommen ist und den Antrag an- auf die freien Kaffen, welche ja auch die Sozialdemokraten nicht die sie gewiß intereffirende Sachlage bekannt gegeben ist, allerorts schädigen wollen, aber schädigen würden, da bisher diese im Falle Stellung dazu zu nehmen, damit ihre Vorsammlung und ihr Abg. Gutfleisch: Unser Antrag gefährdet nicht die Sittlich der Ueberversicherung durch Statut sich ausbedingen konnten, daß Kongreß in einem Lokal abgehalten wird, wo kein boykottirtes teit. Wir machen hier kein Gittlichkeitsgesetz. Die Impulse, ihnen nur die Zahlung der Differenz zwischen Krankengeld und Bier verzapft wird." welche zu geschlechtlichen Verirrungen führen, haben mit den Vor- Tagelohn, also den organisirten Kassen die Zahlung des vollen schriften dieses Gesetzes gar feinen Zusammenhang. Krankengeldes obliegt. Bezüglich der Anmeldung der DoppelAbg. v. Stumm kann nicht einsehen, wie gegenüber der versicherung muß ich dringend bitten, es bei den Beschliffen beilage zur" Thüringer Tribune" ein Blatt zu schaffen, das vor Die Sozialdemokratie Apolda's hat beschlossen, als Gratisartigen Erkrankungen die Entziehung des Krankengeldes eine zweiter Lesung zu belassen und den Antrag Möller abzulehnen. läufig jeden Sonntag, nach Bedarf öfter erscheinen und den Titel inhumane Maßregel sein soll. Alles übrige bleibt ihm ja doch. Abg. Grillenberger: Ueberversicherung ist im Hinblicke auf Freie Presse für Apolda und Umgegend" führen soll. Redaktion Er die Zwecke des Gesetzes nicht nur statthaft, sondern geradezu und Verlag wird Genosse August Baudert, den Druck Genosse nicht gerecht, wenn feine Kameraden ihm dafür noch Entschädigung nothwendig. Keine freie Kasse außer den Hirsch. Duncker'schen F. Berger, beide in Apolda, übernehmen. hat vor Erlaß dieses Gesetzes irgendwelche Beschränkungen beDer Antrag Hirsch Gutfleisch wird abgelehnt; dafür züglich der Ueberversicherung eingeführt; erst das Gesetz hat hier Eine Landesversammlung der Sozialdemokratie des Groß flimmen: Sozialdemokraten, Bolkspartei, Freifinnige und National- und da zur Folge gehabt, daß solche Beschränkungen eingeführt herzogthums Eachsen- Weimar- Eisenach wird am 1. und 2. Diter liberale, lettere mit Ausnahme der Abgg. Böttcher, Keller und wurden. Wenn bei den Medizinalvereinen nur mit bestimmten feiertag in Jena über folgende Punkte verhandeln: Müllensiefen. Mit der Mehrheit stimmt auch der Abg. Freiherr Aerzten Verträge abgeschlossen sind, so liegt dies nur daran, daß die anderen Aerzte auf die Bedingungen, die diese Vereine stellen der zeitgemäßigen Abinderuna des beitebenden Panhtaak unh Schaffung einer Landesorganisation; Agitation zum Zwed nehmen wird. zahlen müssen. v. Münch. Rommunalwahl- Gesetzes; Preffe und deren Verbreitung; Anträge aus der Mitte der Versammlung. Zuſchriften in Sachen der Konferenz sind an Tischler Richard Schulz in Wenigenjena bei Jena zu richten. Gewiß eine reizende Jdylle des Deklarationszwanges! G3 Die Petition der Arbeiter- Bildungsschule um Ueber wäre ganz nett zu erfahren, in welcher Weise diese Deklarationen laffung von Schulräumen ist, statt an die Petitions- Rommission, erfolgt sind, denn es gehört doch schon eine gehörige Dosis von an den Etatsausschuß überwiesen worden und soll schon heute Unverfrorenheit dazu, den Staat derart hinter's Licht zu gelegentlich der Etatsberathuung zur Verhandlung kommen, falls führen. Das Spandauer Lokalblatt hütet sich natürlich wohl der Antrag, die Petition an die Petitionskommission zu verweisen, In Deffau beauftragte eine sozialdemokratische Partei- weislich, das Ding beim richtigen Namen zu nennen: es spricht abgelehnt werden sollte. versammlung den Vertrauensmann, auf der demnächst stattfinden- nur von einer erstaunlichen Naivetät", damit es den braven " . # Ultramontanes. Ein schlesischer Pfaffe benutzte neulich die Kanzel, um gegen die Sozialdemokratie folgendermaßen loszudonnern:" Der Proletarier" stammt von den Juden her, den Lefern des Proletariers" wäre es am besten, es würde ein Mühlstein an ihren Hals gehängt und sie würden ersäuft im Meere, wo es am tiefsten ist. Christus wird zu ihnen sagen: Weichet von mir, Ihr Verfluchten, in das ewige Feuer. Die Führer der Sozialdemokraten werden den Lesern des Broletarier" und der anderen schlechten Schriften nicht zu Hilfe tommen, wenn fie im ewigen Feuer brennen werden." Die schlesische Bevölkerung wird soweit sie dentfähig das Gefchimpfe dieses Pfaffen mit dem Gebote vergleichen:" Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst", und dann naturgemäß zu der Erkenntniß tommen, daß fie gar nichts Gescheiteres thun tann, als sich der Sozialdemokratie zuzuwenden. " Läppische Nache. Der Einberufer einer am 6. März in Ruppertsgrün( fächs. Vogtland) stattgehabten Voltsversammlung wurde noch an demselben Tage aus dem Militärverein aus geschlossen. Er wird sich über die Trennung von solchen " Kameraden" jedenfalls zu trösten wissen. " " " nicht außer Acht gelassen werden. " die den Konferenz der anhaltischen Sozialdemokratie feine Stimme Spandauern nicht etwa zu nahe tritt. Es ist möglich, daß sich In unserem Artikel ,, Die Berliner Volksküchen", in dafür abzugeben, daß Genoffe Heinrich Peus als Kandidat für ähnliche Vorkommnisse auch in anderen Provingstädten wieder- Nr. 64, erste Beilage, muß es statt:„ Es ist einfach be den 1. anhaltischen Reichstags- Wahlfreis aufgestellt wird. Diese holt haben, denn es geht dem ehrenwerthen Bürgerthum nichts wiesen worden, daß Frau Lina Morgenstern u. f. w." natürlich Konferenz wird mitte April stattfinden, als Ort derselben ist mehr wider den Strich, als wenn dasselbe von der süßen heißen:„ Es soll einfach bewiesen werden, daß Frau Lina Zerbst in Aussicht genommen. Gewohnheit des fortgesetzten Betrügens des Staates abweichen Morgenstern mit ihren Volkswohl"-Bestrebungen und dies foll. Deshalb hat es wohl kein Steuerprojekt gegeben, welchem bezüglichen Schriften am Ende doch nicht überflüssig ist, sondern Ueber die Lage der ländlichen Arbeiter und Ar- das Bürgerthum weniger freundlich gegenüber gestanden hat, als Beachtung und Berücksichtigung verdient." Hat Frau Morgen beiterinnen in der Provinz Schleswig- Holstein und den das Miquel'sche Einkommensteuer Gefeß. Hier hört eben jede stern die Reklame denn so nöthig, daß ihr selbst der Drud angrenzenden Landesteilen veranstaltet die sozial- Mogelei auf und das Bürgerthum hatte sich an diese Mogelei so fehler- Teufel Beachtung und Berücksichtigung erschwindeln muß? demokratische Agitationskommission in Neumünster eine Statistik. gewöhnt, daß es schon gar kein Unrecht mehr darin zu erblicken Sollten Parteigenossen einzelner Orte noch nicht im Besige der vermochte, wenn es fyftematisch von Jahr zu Jahr einen erheb- Aussicht vom Königlichen Schloß aus zu verbessern, sollen die Eine neue Schloßplotterie wird wieder geplant. Um die Fragebogen sein, so können sie dieselben von H. Lienau, Neu- lichen Betrag an Steuergeldern hinterzog. Daß das jetzt ein Aussicht vom Königlichen Schloß aus zu verbessern, sollen die münster, Rielerstr. 35, beziehen. Ende haben soll, betrübt die guten Seelen auf das Schmerzlichste. Häuser am Schloßplatz zwischen dem Marstallgebäude und der Nirgend aber hat dieser Schmerz einen ergreifenderen Ausdruck Spree erweitert, und die Kosten hierfür durch eine Lotterie aufgefunden, als in der Stadt des Juliusthurmes. Die Leute mit gebracht werden. Der Lotterie steht noch eine große Zukunft ben gewiffen Wohlstand" deklariren gleich Almofenempfängern! bevor. Kirchbau- Lotterien sind nichts Seltenes, Kunst und Pferde Die Bürgerkrone den gewissenhaften und wahrheitsliebenden zucht werden durch die Lotterie gefördert, und wenn erst die Spandauern! Religion wieder das ganze Volt durchdringt, dann können Religion und Lotterie mit einander in engern Zusammenhang gebracht Inferatenstudien hat ein Korrespondent der„ Köln. 3tg." werden. Dann wird man zwar nicht mehr von Gottes Segen gemacht, indem er den Inseratentheil der Berliner" bürgerlichen bei Cohn" reden, wohl aber von Gottes Segen unter dem Schirm Beitungen durchstöberte. In der letzten Nummer des rheinischen aller Heiligen. Blattes wird eine niedliche Blüthenlese von Anzeigen veröffent licht. Wir greifen aus derselben die Heirathsgesuche heraus, weil und seiner Umgebung bringt der von Prof. Hellmann verfaßte Ueber die Niederschlagungsverhältnisse von Berlin diese den Beweis liefern, welchen Begriff die bürgerlichen Kreise Jahresbericht des Berliner Zweigvereins der Deutschen von der vielgerühmten Heiligkeit der Ghe" haben. Korrespondent hat von diesem Heirathsmarkt selbst einen ab- Linie ist das Ergebniß der Niederschlagshöhe des ganzen Jahres Der Meteorologischen Gesellschaft u. A. folgende Angaben: In erster stoßenden Eindruck erhalten:" Für die gesunde Empfindung bemerkenswerth, insofern als sich darin der naffe Sommer, den giebt es faum etwas, was mehr abstößt, als diese Ehegesuche. wir hatten, unverkennbar wiederspiegelt; während nämlich Zuweilen mögen die Verhältnisse eine solche Anzeige rechtfertigen. nach den in den 43 Jahren von 1848 bis 1890 inner Es giebt thatsächlich Männer, die ins reife Alter gekommen sind, halb der Stadt Berlin gemachten Beobachtungen ohne vor Arbeit Zeit zu finden, ein Weib zu suchen, und die mittlere jährliche Niederschlagshöhe 584 Millimeter beträgt, zeigt wirklich inneres Verlangen nach ruhiger Häuslichkeit empfinden. Das Jahr 1891 eine Erhöhung dieses Werthes um nahezu Im Allgemeinen aber prägt sich in der ganzen Fassung aus, daß 100 Millimeter, und stellt sich hiermit den niederschlagsreichsten es sich nur um ein Geschäft handelt, wenn auch neben den Jahren, die Berlin in dem genannten Zeitraum überhaupt gehabt 30 000 m. noch, Gemüth" gefordert wird. Sehr oft wird das hat, an die Seite. Ebenso interessant ist das weitere Ergebniß, Polizeiliches, Gerichtliches ze. lettere garnicht erwähnt, sondern blant ausgesprochen, daß wegen daß das Spreethal westlich von Berlin reichlichere Niederschläge Polizeiverordnung, betreffend öffent- lebernahme einer Gastwirthschaft, einer Schlächterei u. f. w. eine hat als die Stadt selbst und das füdlich von der Spree gelegene liche Rolletten und Sammlungen. Der Oberpräsident Frau mit so und so viel Tausenden gesucht werde." Gebiet in der Nichtung Zoologischer Garten- Joachimsthalfches der Provinz Schleswig- Holstein hat unterm 31. Januar er. Daß es auch Angehörige der besseren Schichten" nicht Gymnasium. Die aus dem Westen herankommenden Gewittermit Zustimmung des Provinzialraths unter Aufhebung der Polizei- anders machen, weist der Korrespondent an folgenden Anzeigen Regengüffe haben ihre größte Stärke unmittelbar vor Berlin verordnung, betreffend Sammlungen in öffentlichen Versamm nach: und erreichen die Stadt in geschwächtem Zustande. Im lungen. vom 19. November 1890( A. BI. S. 432) für den Umfang Bekanntschaft mit vermögender Dame behufs Heirath und Ginklang damit steht die Thatsache, daß in den Vororten west der Provinz was folgt verordnet:§ 1. Zur Ausschreibung und Gründung einer Buchhandlung sucht junger Buchhändler." Rechts- lich von Berlin mehr Gewitter vorkommen als innerhalb der Abhaltung öffentlicher Kollekten bedarf es der Genehmigung des anwalt und Notar, 31 Jahre alt, gemüthvoll, heiter, Christ, mit Stadt und östlich von ihr. Die große Häufermaffe der Stadt töniglichen Oberpräsidenten. Die königlichen Landräthe und die sehr kleinen Füßen(!)... wünscht sich... in füße scheint einen abschwächenden Einfluß auf die von Westen heran Landrathsämter der Stadtkreise Altona, Kiel und Flensburg sind Fesseln schlagen zu lassen. Damen nicht ohne Berziehenden Gewitter auszuüben. Die Erfahrung, daß in Char ermächtigt, fleine Rollekten an örtlichen Zwecken innerhalb ihrer mögen... u. f. w." Die sehr kleinen Füße" find„ einzig da- fottenburg heftigere Gewitterregen als in Berlin niedergehen, Verwaltungsbezirke zu genehmigen. Die Abhaltung firchlicher stehend". Ein Mediziner von 22 Jahren zeichnet" fich durch follte fünftig bei praktischen Fragen, wie Kanalisation und dgl., Kollekten außerhalb der Kirchengebäude unterliegt nach Art. III merkwürdige Großgeistigkeit aus; er fucht eine reiche Wittwe bis der Allerhöchsten Verordnung vom 19. August 1878 und Art. 82 29. F. auch mit 1-2 Kindern:„ Konfession gleichgiltig, da er wurden auf Grund der Beobachtungen ermittelt, welche auf dem Die genannten Thatsachen Nr. 7 des Gesetzes vom 6. April 1878 der Genehmigung des unter allen Umständen diejenige seiner Zukünftigen von dem Meteorologischen Verein eingerichteten Regenmeß Königlichen Regierungspräsidenten. Keiner Genehmigung bedürfen anzunehmen gewillt ist". Das scheint ein sehr zu Verfuchsfeld angestellt worden sind. Dieses umfaßte ursprünglich die von kirchlichen Oberen für kirchliche Zwecke angeordneten verlässiger Charakter zu sein! Ein Maler will feine Etndien bei seiner Begründung im Jahre 1885 ein Gebiet von Kollekten, welche innerhalb der Kirchengebäude gelegentlich des vollenden; er fucht eine„ vermögende" Frau; ein älterer 40 Quadrat- Kilometer, wurde aber später vergrößert und besitzt Gottesdienstes abgehalten werden( Kirchenkollekten).§ 2. Zur Student" hat nicht genug Geld für die Prüfungen; er verlangt gegenwärtig 15 Regenmeß- Stationen. Veranstaltung öffentlicher Sammlungen aller Art, welche nicht ein vermögendes Mädchen; ein junger, schöner, äußerst solider unter§ 1 fallen, bedarf es der vorgängigen schriftlichen Ge- Graf" wünscht eine reiche Frau, Religion Nebensache"( man nehmigung der Ortspolizeibehörde.§ 3. Wer ohne Genehmigung fann nicht deutlicher sein); ein vollendeter Kavalier von uraltem fremdes Dienstmädchen, dem später von einem Unbekannten ihr Die Zeitungsnotiz betreffs des Reisekorbes, den ein der zuständigen Behörde öffentliche Stollekten oder Sammlungen aus- Adel will heirathen, aber: nur sehr reiche Damen mögen sich Dienstbuch abgenommen worden ist, in einer hiesigen Wirthschaft schreibt oder veranstaltet, oder wer den bei der Genehmigung melden( auch Jüdinnen nicht ausgeschlossen)".. festgesetzten Beschränkungen zuwiderhandelt, wird mit Geldstrafe zur Aufbewahrung hinterlassen hatte, ist von Erfolg begleitet bis zu 60 M. bestraft, an deren Stelle im Unvermögensfalle ent angenehmen Herrn" von einer reichen Dame gesucht Nicht selten werden kleinere Beträge von einem jungen, gewefen. Der Wirth des betreffenden Lotals, welcher das Mäd von chen nicht mehr finden konnte, hat sich bei der Polizei gemeldet sprechende Haftstrafe tritt. Der Regierungspräsident hat im An- 100 M. an bis zu einigen Tausenden; den Nachsatz bilden die und der Korb ist seiner Eigenthümerin wieder zugestellt worden. schluß hieran folgende Polizeiverordnung vom 4. März cr. Worte:„ Spätere Heirath nicht ausgeschlossen." veröffentlicht: Einziger Paragraph. Die Polizeiverordnung, beDie Vermuthung, daß der Unbekannte sich des Dienstbuches be treffend die Vornahme von Kollekten, vom 17. August 1887 und Bon weiblicher Seite werden Anzeigen minder oft erlassen." dienen würde, um sich in den Besitz des Korbes zu sehen, hat die Polizeiverordnung, betreffend die Erhebung von Eintritts: den bürgerlichen Kreisen das Heirathen einfach als Aus diesen Proben geht klar und deutlich hervor, daß in sich somit nicht bestätigt, und es ist nicht flar, was ihn ver geldern in öffentlichen Versammlungen, vom 24. September 1890 betrachtet wird und daß von einer„ Heiligkeit" der The gar nicht muthlich wollte sich der Mann Legitimationspapiere für eine Geschäft anlaßt hat, das Buch mit Gewalt an sich zu bringen. Ber werden aufgehoben. Frauensperson verschaffen, die Gründe hat, unter falschem Namen Als Nachspiel zum Streit steht den Frank- mehr die Rede ist. furter Buchdruckern und den Arbeitern, die sie unteraufzutreten. tüßten, ein Monstre prozeß bevor. Wegen Beranstaltung einmal gerichtskundig geworden. Vor der ersten Straffammer in Vergessenheit gerathen ist, giebt der Kriminalpolizei und dem Die lieberbärbung der Eisenbahn Beamten ist wieder Der Mord an der Postschaffuersfrau Wende, der fast einer nicht genehmigten Stollette( Listen- Sammlungen) fanden be reits über 200 Vorladungen und Bernehmungen statt. Ein Ver- des Landgerichts I fand, wie wir gestern berichteten, die Ber- in Vergessenheit gerathen ist, giebt der Kriminalpolizei und dem stoß gegen eine Regierungspolizei- Verordnung von 1877 soll handlung über das„ Friedrichsberger Eisenbahn- Unglück" statt. Untersuchungsrichter noch immer Arbeit. Kürzlich ist aus irgend stoß gegen eine Regierungspolizei- Verordnung von 1877 foll 3 handelte sich bekanntlich um das Auffahren eines Güterzuges Untersuchungshaft genommen worden. Dieser hat dem Unter einer Veranlassung ein bekannter Zuhälter Namens Herzte, in vorliegen. Die Kieler Polizei gestattete es nicht, daß die auf eine Anzahl anderer Güterwagen, welche sich von einem den fuchungsrichter mitgetheilt, daß seine Braut", die Kellnerin Elsa Untersuchungshaft genommen worden. dortige Filiale des Deutschen Schmiedeverbandes am Sonnabend, näher auf die Ursache des Unglücks einzugehen, liegt an dieser selbe noch heute in Berlin aufhalte, und daß die Clampe deſſen Friedrichsberger Bahnhof passirenden Zuge losgerissen hatten. Clampe, den Mörder der Wende ganz genau kenne, daß sich derden 12. März, ihr Stiftungsfest in der projektirten Weise feierte. Stelle keine Veranlassung vor, wir wollen nur noch einmal er Das verstieß gegen die bekannte, aus dänischer Zeit stammende wähnen, daß zwei der Angeklagten freigesprochen wurden, weil Aufenthalt genau wisse. Wenn nun auch auf solche Aeußerungen Sabbathordnung. Auch die Schleswiger Regierung ließ das Fest sie nachweisen konnten, daß fie, als das unglück paſſivte, bereits nicht viel zu geben ist, so steht doch fest, daß die einzige Möglich nicht zu. Tem Marineverein und dem Hirsch- Duncker schen Gewert- 28 Gfunden Dienst gethan hatten. Ein anderer der feit der Ergreifung des Mörders nur gegeben ist, wenn aus Berverein ist, wie die„ Nordd. Volksztg." mittheilt, in gleichen Fällen Angeklagten tam mit einer außerordentlich milden Strafe davon, brechertreisen denunzirt wird. Jede solche Erzählung muß daher -Die Aachener Straftammer hat die Gefängniß weil er nach 20 st ün diger Dienstzeit sich in einen Lehn- genau geprüft werden. Aus diesem Grunde wurde auch die strafe von 9 Wochen, welche einen Bergmann vom Schöffengericht stuhl gesetzt hatte und dort schließlich eingeschlafen war. Dieser Kellnerin gestern vor dem Untersuchungsrichter vernommen. Das zu Düren auferlegt worden war, weil er einen Polizisten beleidigt letztere Angeklagte verfah den verantwortungsvollen Dienst eines esultat der Vernehmung wird natürlich geheim gehalten. hatte, auf 14 Tage ermäßigt. Der Bergmann hatte in Gemein- Stationsassistenten. schaft mit mehreren Gesinnungsgenossen, Arbeiterzeitungen in Während also auf der einen Seite ein heftiger Rampf um das Kolonialwaaren Geschäft von Hermann Krämer, Komman Ein Einbruch ist in der Nacht zum letzten Sonnabend in Langerwehe und Umgegend verbreitet und diese waren von dem die Verkürzung der Arbeitszeit tobt, während der Staat von dantenstraße 22, ausgeführt worden. Der nächtliche Besuch war Polizisten an sich genommen worden. Im Born darüber be- feiner Fürsorge für seine Arbeiter nicht genug Aufhebens machen dem Laden zugedacht, welcher über dem Geschäfts- bezw. Lager leidigte ihn der Bergmann. fann, hat eine staatliche Behörde in ihrem Betriebe eine Arbeits- feller liegt, und dieser lettere ist sowohl vom Laden als auch -Beschlagnahmt wurde die letzte Nummer der„ Elsa ßzeit von 20 bis 24 Stunden hintereinander! Man wende uns vom Hausflur aus zugänglich. Die vom Kellergange aus in den Lothringischen Bolts- 3tg.", wegen des der" Franks. nicht ein, daß die Beamten auch ganz dienstfreie" Tage hätten. Lagerraum führende Thür ist innen mit starkem Eisenblech be 3tg." entnommenen Artikels:„ Gekrönte Worte". Was nutzen denn diese, wenn der Mann so heruntergeracert nach schlagen und außerdem durch querliegende Eisenschienen versichert, -Buchdrucker Karl Höger in Wien, welcher Hause kommt, daß er wie halbtoot ins Bett fällt und in einen der Kellergang selbst ist abgepflastert. Diese Einrichtung muß durch mehrere Reden in sozialdemokratischen Versammlungen fich todtenähnlichen Schlaf verfällt. Aus der Gerichtsverhandlung hat den Dieben bekannt gewesen sein; denn sie haben an ein Aus des Verbrechens der Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung, es sich ja ergeben, daß der Beamte nach 20 Dienſtſtunden vor scheiden oder an eine Sprengung der Thüre sich gar nicht heran sowie der Aufreizung schuldig gemacht haben sollte, wurde von Ermattung in einem Lehnstuhle eingeschlafen ist. Kein Privat gemacht. Dagegen rissen sie das Pflaster auf und unterminirten den Geschworenen freigesprochen. arbeitgeber hat heute mehr den Muth, von seinen Arbeitern zu den Eingang in seiner ganzen Breite. Hierauf stießen sie anscheinend Rebatteur Jilge vom Halleschen„ Voltsblatt" wurde verlangen, daß sie einen vollen Tag und beinahe eine volle mit den Füßen ein quer vor der Thür liegendes Ungarweinfaß zurüc wegen Beleidigung des Rittergutspächters Bieler in Merbis vom Nacht ununterbrochen in seinem in seinem Betriebe thätig find. und frochen nun durch den unterirdischen Gang ein. Bon hier wurde Landgericht zu 60 M. Geldstrafe verurtheilt. Der Staat aber, derfelbe Staat, welcher den Privat die Treppe nach dem Laden leicht erstiegen. Von dem in den unternehmern mit gutem Beispiel vorangehen soll, hat aden befindlichen Geldschrant sprengte man mittelst Stemmeifens in seinen Betrieben einen Normalarbeitstag", vor welchem die Holzthür des Untergestelles, fand aber darin nur Geschäfts bücher und nicht mitnehmenswerthe Papiere. Der obere ges Was bei einer solchen Arbeitszeit von dem Familienleben panzerte Theil des Geldschrankes ist indeß überhaupt nicht ans noch übrig bleiben foll, ist uns schlechterdings unerfindlich. Noch gegriffen worden. Es scheint demnach, als ob es sich um Fach wie neuen Einkommensteuer- Listen scheinen unter der bahnbetrieb solche Ueberanstrengung gang und gäbe ist. Die habe. Dagegen haben die Diebe dem Ladeninhalt arg mitgespielt, unerfindlicher aber ist uns die Thatsache, daß gerade im Gisen männer" in Bezug auf Geldschrank- Einbrüche nicht gehandelt Bourgeoisie der Weltstadt Spandau eine wahre Banik hervor- geringste Unachtsamkeit kann Hunderten von Menschen das Leben indem sie große Mengen von Bigarren, gebrannten Kaffee, Che Das Resultat der Selbsteinschätzung der losten und weitere ungezählte Hunderte können unglücklich ge- foladen u. dergl. m. entführten. Im lebrigen müssen sich be Spandauer ist zwar noch nicht bekannt geworden, aber der Anz. macht werden. Nun bedarf es aber der vollen Aufmerksamkeit Spigbuben durchaus sicher gefühlt haben, denn sie haben u. 2. f. d. Havell." tann berichten, daß sehr viele Deklarationen den und Geistesgegenwart eines geistig frischen Menschen, um dem Summerbüchsen geöffnet und den Inhalt verspeist. Die Höhe Borsigenden der Veranlagungskommission nicht befriedigt haben" schwierigen und komplizirten Dienst gerecht zu werden. Es handelt des dem Geschäftsmann zugefügten Verlustes ist noch nicht zu und daß die betreffenden Steuerzahler dann zur näheren Er- ich im Bahnbetrieb nicht nur um die übermäßige Ausnutzung übersehen, ebensowenig steht es fest, auf welche Weise die Beute flärung über ihre Einkommensverhältniffe veranlaßt worden find. der Arbeitskraft der Angestellten, sondern es handelt sich auch fortgeschafft worden ist. Dieselben werden wohl dann zu dem Ergebniß geführt haben, um das Wohl und Wehe der Passagiere und deren Angehörigen. Erlaubniß ertheilt worden. gerufen zu haben. Lokales. " jeden Arbeiter die Haare zu Berge stehen. daß die Steuerschraube eine etwas stärkere Anziehung erfahren Diese Gründe müßten unseres Erachtens nach mit zwingender Ju Magdeburg sind den dort verhafteten Einbrechern Miller, haben wird. Nothwendigkeit zur Einführung des Achtstundentages führen, Riemer und Röhn folgende Gegenstände abgenommen worden, Bon einer ganz eigenen Art von Drückebergern berichtet aber benn wenn eventuell Menschenleben in Betracht kommen, haben deren rechtmäßige Eigenthümer aufgefordert werden, sich bei ber das erwähnte Lokalblatt weiter: hiesigen Kriminalpolizei zu melden: Ein großer Revolver mit Mehrfach haben hiesige Einwohner bei den Angaben über Ersparnißrücksichten nicht mehr mitzureden. ihr Einkommen eine erstaunliche Naivetät gezeigt. Ring zum Anhängen, eine Nickeluhr mit Hieroglyphen, acht neue Ist kein Kühnemann da? Als Entschädigung für den Schlipfe mit dem Stempel der Firma Dito Roch in Hannover, Leute, die sich notorisch eines guten Einkommens erfreuen und aufreibenden Dienst, welchen die Schugmannschaft gelegentlich der drei weiße Taschentücher, gezeichnet„ W. K.", 9 fleine Taschene es zu einem gewissen Wohlstand gebracht haben, rechnen sich Straßentrawalle zu verrichten hatte, geht man an zuständiger messer mit schwarzer Schale, 26 Stüct verschiedenes Band, eine einen Betrag als steuerpflichtiges Einkommen heraus, bei Stelle, wie einer Lokalforrespondenz mitgetheilt wird, mit der Loupe, eine Altersversicherungs- Karte, ausgestellt zu Erfurt für welchem sie eigentlich, um ihren Haushalt bestreiten zu können, Absicht un, den Beamten für ihr„ braves Berhalten" eine außer den Arbeiter H. Langmuth, eine Altersversicherungs- Karte für noch aus der städtischen Armenfasse eine beträchtlich e ordentliche Goldzahlung zu gewähren. In welcher Höhe dies den Gewehrarbeiter Karl Flemming, eine Altersversicherungs Unterstüßung erhalten müßten." geschehen soll, steht noch nicht fest. Karte für den Handlungsreifenden R. Biegenfuß aus Hannover, M eine Altersversicherungs- Karte für den Buchhalter Louis Werner wiederholt die Genoffen Scholz, Töpfer, Gießhoit, Sonnabend Abend und Sonntag Vormittag im Lokale von Schulz aus Braunschweig, eine Anmeldebefcheinigung des Hutfabrikanten 3 a ch au, Müller, Pensel, Reinhardt, Heuer, in Friedrichsberg, Frankfurter Chaussee Nr. 1. Georg Remtold zu Hannover, eine größere Anzahl Kinder- Hals- Koopmann, Bornemann und der Referent das Wort, fetten, Armbänder und Ohrringe aus Bernstein und Korallen, Lehterer, um seine von Scholz, Gieshoit, Bachau u. A. scharf In einer öffentlichen Korbmacher- Versammlung sprach 26 unechte Broschen und eine Bigarrenspike aus Meerschaum mit angegriffenen Ausführungen aufrecht zu erhalten und zu ver- türzlich Genosse Theodor Meyner über das Thema: Die zwei Pferden. theidigen. Die Gegner des Referenten betonten den obersten wirthschaftliche Lage der Arbeiter und wie bessern wir dieselbe?" Polizeibericht. Am 15. d. M., Morgens, fiel ein Tischler meinten, wenn der Mann arbeite," brauche die Frau nicht ein be- erblickte das Mittel, der Arbeiterschaft wirthschaftlich aufzuhelfen, Grundsatz unseres Programms:„ Gleiches Recht für Alle" und Der Referent erörterte das Thema in eingehendster Weise und vor dem Hauſe Brunnenstr. 124 b zur Erde und erlitt eine so schauliches Dasein zu führen. Dem Einwurfe des Referenten, die in der Errichtung von Arbeiterorganisationen mit weitestem Umbedeutende Quetschung des Oberschenkels, daß er nach dem Frau sei infolge ihres zarten Baues zu vielen Arbeiten zu schwach, fange, welche in erster Linie die Verkürzung der Arbeitszeit und Lazarus Krankenhause gebracht werden mußte. Im Hafen begegneten sie mit dem Hinweis auf die Verhältnisse, wie sie die Erzielung befferer Löhne zu erreichen suchen sollen. Das Bassin, am Potsdamer Bahnhofe, wurde zu derselben Zeit die heute thatsächlich liegen, wo die Frau selbst zu den schwersten Hauptziel für die Arbeiter sei jedoch die Umwandlung der kapiLeiche eines Arbeiters angeschwemmt. Reichstags- Ufers und der Neustädtischen Kirchstraße wurde Nach einer rechten Erziehung der Kinder heute gar nicht fähig, dazu erntete reichen Beifall. An der Diskussion betheiligten sich An der Ecke des Arbeiten herangezogen wird. Im Uebrigen sei die Frau ja zu talistischen in die sozialistische Produktionsweise. Der Referent mittags eine Frau durch einen Bierwagen überfahren und an- sei sie selbst zu wenig erzogen. Es sei deshalb zu fordern, daß mehrere Kollegen, welche besonders über die Arbeitslosigkeit und scheinend schwer verlegt. Abends wurde ein Arbeiter in seiner der Staat die Erziehung der Kinder übernehme und sie solchen Per den Lohn, der gegenwärtig gezahlt wird, sprachen. Es werden Wohnung in der Borsigstraße erhängt vorgefunden. Im sonen anvertraue, die etwas davon verständen. Beschränke man die danach in der Korbmacherei thatsächlich Löhne von wöchentlich Laufe des Tages und am darauffolgenden Morgen fanden 3 Kleine Frau auf die Thätigkeit in der Wirthschaft, so erhalte man sie von 6 und 8 M. hier in Berlin gezahlt. Alle Redner sprachen sich Brände statt. Manne abhängig, was der Gleichberechtigung widerspreche. Aus für die Organisation aus; nur ein einziger Kollege war der dem übrigen Verlaufe der Sigung sei noch Folgendes wieder Meinung, daß er sich erst die Sache ansehen müsse, und wenn er gegeben. Genosse Moos machte darauf aufmerksam, daß die gefunden, daß durch die Vereinigung etwas erreicht worden sei, Arbeiter es schon jetzt in der Hand hätten, für eine aufgeklärte würde er derfelben auch beitreten. Kollege Karl und der Referent Erziehung ihrer Kinder zu sorgen, diejenigen, welche aus belehrten ihn eines Besseren. Die Versammlung nahm schließlich einder Landestirche ausgetreten sind, ihre Kinder von dem Religions stimmig eine Resolution an, welche den Ausführungen des Refeunterricht der städtischen Schulen dispensiren ließen; die Aller- renten zustimmte. Kollege Jungnickel berichtete dann über wenigsten hätten das aber bisher gethan. Die Versammlung die Beschlüsse der Streit- Kontrollkommission und machte darauf beschloß, am Charfreitag eine Fußpartie zu unternehmen, und aufmerksam, daß es Pflicht eines jeden aufgeklärten Arbeiters tf, ging, nachdem noch einige Fragen beantwortet waren, mit einem bei Einkauf von Hüten, Schuhwerk und Textilwaaren in erster Hoch auf die Sozialdemokratie auseinander. Linie diejenigen Geschäfte zu beachten, welche die Arbeiter- Kontrollmarke führten. Jeder Delegirte der Streit- Kontrollkommission fei angewiesen, dies feiner Gewerkschaft mitzutheilen. Es wurde hierauf eine dementsprechende Resolution angenommen. Die Verfammelten gingen mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung auseinander. Gerichts- Beitung. " Der sozialdemokratische Wahlverein für den 5. Reichstags- Wahlkreis hielt am 15. März eine Versammlung ab, in welcher Herr Ringsdorf über das Thema sprach: Stizzen aus dem Elend des Proletariats unfecer Kulturländer". In der Diskussion produzirte ein Unabhängiger" u. A. die bekannten Redensarten gegen den Parlamentarismus; er wurde vom Genossen Griepentrog widerlegt. Die Versammlung beschloß dann die Betheiligung des Vereins an der Schmückung der Gräber der Märzgefallenen. In der Großstadtluft" verdorben ist der Kommis Anton Neuferts, welcher gestern wegen Diebstahls und Urkundenfälschung vor, der vierten Straftammer des Landgerichts I stand. Der Angeklagte stammt aus Süddeutschland und ist der Sohn eines sehr wohlhabenden Bankiers, welcher ein größeres Bankgeschäft betreibt und mit verschiedenen Berliner Bankfirmen in Berbindung steht. Zu einer derselben gab er seinen Sohn als Bolontär. Der junge Mann wurde für die Bedürfnisse der Großstadt sehr reich ausgestattet, denn er erhielt ein Monatsgeld von 300 M. und hatte auch sonst noch mancherlei Vergünstigungen. Trotzdem gerieth derselbe in Schulden, denn er Eine öffentliche Versammlung der Frauen und Mädchen wurde durch lüderliche Gesellschaft mit fortgeriffen, fing an zu fand am Dienstag unter dem Vorsitz der Frauen v. Hofstetten spielen und hatte Bedürfnisse, für welche selbst sein Monatsund Bebel statt. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag wechsel nicht ausreichte. Anstatt sich nun seinem Vater oder dem über die Nothwendigkeit der Gründung eines BildungsProfuristen des väterlichen Geschäfts anzuvertrauen, welche feiner vereins für Frauen und Mäbchen. An Stelle des eigenen Erklärung nach dem jungen Manne sofort die nöthigen Ueber die Generalversammlung der Glaser- Junnuga- unpäßlichen Reichstags Abgeordneten H. Molfenbuhr referirte Summen geschickt haben würden, betrat dieser die Bahn des Ver- Krankenkasse, welche am 4. März bei Feuerstein stattfand, geht Reichstags- Abgeordneter Ulrich. Derselbe wies in feinem Vorbrechens. In einem unbewachten Augenblick stahl er aus dem uns folgender Bericht zu: Trotzdem die Versammlung von nur trage darauf hin, daß gerade heute, wo der Kampf um die Schule Trefor des Bankiers B., bei welchem er als Volontär arbeitete, ungefähr 50 Mitgliedern besucht war eine große Anzahl war tobe, das angegebene Thema besonders wichtig sei. Was drei preußische Konsols im Werthe von 1200 M. und machte die schon am 1. Januar ausgeschieden und in freie Hilfskaffen über- heute in der Boltsschule gelehrt gelehrt werde, reiche nicht felben in verschiedenen Wechselgeschäften zu Gelde, wobei er noch getreten und obwohl fämintliche Innungsanhänger aufgeboten im Entferntesten für den Kampf ums Dasein Dasein aus. mit fremdem Namen quittirte und sich auf diese Weise mehrerer waren, gelang es der Verwaltung doch nicht, einen einzigen Auch die Frauen, die man bei der Erziehung am meisten vers Urkundenfälschungen schuldig machte. Die ungetreue Handlung Punkt der Tagesordnung in ihrem Sinne zu erledigen. Die nachlässige und welche deshalb der proletarischen Bewegung des jungen Mannes wurde erst entdeckt, als derselbe bereits in Abnahme der Jahresrechnung wurde verweigert. Die hemmend in den Weg träten, hätten allen Anlaß, endlich auch ein anderes Bankgeschäft übergetreten war. Ein hiesiger Ver- Revisoren hatte sich die Verwaltung selbst ernannt, was die für ihre Aufflärung Sorge zu tragen. Die wirkliche Erkenntnis treter des Herrn N. bezahlte die fehlende Summe fofort zurück, Versammlung nicht anerkannte. Als die Versammlung von dem der sozialen Einrichtungen führe zur Beseitigung der politischer die Sache ließ sich aber nicht mehr aus der Welt bringen, denn statutarischen Rechte Gebrauch machen wollte, nach welchem der und wirthschaftlichen Mißstände. Der Redner drückte seine Freude ein Buchhalter hatte, ohne damit gerade seinem Chef einen Ge- Generalversammlung eine nochmalige Revision zusteht, gab der über das Projekt der Errichtung einer Bildungschule für das weibliche fallen zu thun, diefelbe zur Anzeige gebracht. Der Gerichtshof Obermeister zu verstehen, daß ja die Kasse gut geführt, von der Geschlecht aus und forderte die Frauen und Mädchen auf, ihr Theil neigte sich nach dem Antrage des Rechtsanwalts Wronter einer Aufsichtsbehörde auch revidirt sei und wir eigentlich nur dazu zur Verwirklichung des Projekts beizutragen. Die Distuffion milden Beurtheilung" au, erkannte aber doch auf drei noch zu nicken hätten. Bei der Festsetzung der Besoldung und gestaltete sich zu einer äußerst lebhaften. Frau Ihrer bat die Monate Gefängniß. Entschädigung der Borstandsbeamten fam es zu lebhafter Debatte. Versammlung, hente den lang gehegten Wunsch: Gründung einer Der Obermeister unterbrach jeden Redner, sobald er anderer Bildungsschule für Frauen und Mädchen, endlich wahr zu machen. Auf den Straßen werden den Passanten jegt häufig Meinung war. Bei einer vorjährigen Generalversammlung war Den Erfolg habe die junge Bewegung bereits errungen, daß das Geschäfts Empfehlungen in die Hand gesteckt, welche bestritten worden, daß keine Generalversammlung bis Dato dem Vorurtheil gegen die Gleichstellung der Frau mit dem Manne annähernd das Aussehen eines Kaffenscheines haben. Es scheint Gehalt des Kassenrendanten zugestimmt hätte. Der Borstand mehr Der Vorstand mehr und mehr gewichen set. Die Frau habe heute nicht bekannt zu sein, daß nach§ 360 ad 6 des Strafgesetzbuches behauptete das Gegentheil. Hatte man nun vorher geglaubt, daß nicht dasselbe Recht wie der Mann, dies und noch mit Geldstrafe bis zu 150 M. oder mit Haft bestraft wird, wer es sich diesmal um eine Erhöhung des Gehalts handelte, so ver- mehr zu erreichen, sei die unabweisbare Pflicht aller Waaren- Empfehlungskarten, Ankündigungen oder andere Druck- ftummten alle, als von Seiten des Obermeisters erklärt wurde, Frauen. Frau Fahrenwald rieth von der Gründung fachen oder Abbildungen, welche in der Form oder Verzierung es handele sich absolut nicht darum, sondern nur um die neuer Vereine ab, und empfahl dafür den Beitritt zum Allgemeinen dem Papiergelde ähnlich find" verbreitet. Wegen Verstoßes gegen Santtionirung des bisherigen Gehalts. Wahrscheinlich ist es erst Arbeiterinnenverein und der Arbeiter- Bildungsschule 2c. Fräulein diese Bestimmung stand gestern der Friseur Jante vor dem jetzt festgestellt worden, daß das Gehalt des Rendanten bis jetzt Ba a der sprach sich entschieden gegen die Gründung aus. Die biefigen Schöffengericht. Derselbe hatte eine Empfehlungs- thatsächlich ohne Bewilligung bezahlt worden ist. In Anbetracht Frauen follten sich den Männern anschließen und feine eigene farte verbreiten lassen, deren Vorderseite entfernt wie der Thatsache, daß der jezige Rendant ein notorisch wohlhaben- Bewegung schaffen; auf allen sozialistischen Kongressen sei dies eine Taufendmark Note ausgestattet war, bei näherem der Mann und Hauseigenthümer ist und nach unserer Auf- ausgesprochen worden. Auch hätten die Arbeiter durch die Zusehen aber die Inschrift trug: Souvenir. Bezahlt faffung nur aus Liebe zum Innungswesen als Rendant Gründung der Arbeiter- Bildungsschule bereits dafür gesorgt, daß gegen diesen Schein feine Tausend Mart zur Strafe fungirt, wurde von den Mitgliedern beantragt, das auch die Frauen sich unterrichten können. Falls etwa diese aber Derjenige, der diesen Schein für einen echten hält." Der Gehalt um 10 pet. zu fürzen und dementsprechend die Bildungsanstalt den an sie gestellten Forderungen nicht genüge, Angeklagte war in der glücklichen Lage, dem Gerichtshofe zum Rassenleistungen zu erhöhen. Diefer Antrag fand Annahme. Bergleiche einen echten Tausendmarkschein vorzulegen und er überreichte außerdem eine ganze Sammlung ähnlicher Reklamefarten, welche den Fünf- und Zwanzigmartscheinen ähnlich sahen. Der Gerichtshof hatte gar kein Bedenten, daß unter den letzteren piele Straffällige sich befanden, den Angeklagten aber sprach er frei, weil er sich aus dem Augenschein überzeugt hatte, daß eine Aehnlichkeit mit einem Tausendmarkschein nicht vorlag. : " müsse sie zweckmäßig ausgebaut werden. Frau Ihrer erwiderte, Als nun auch dem ersten Krankenbesucher das Gehalt um 10 pet. die Arbeiter- Bildungsschule setze Borkenntnisse voraus, welche die gekürzt werden sollte, widersprach der Obermeister. Der Antrag Frauen noch nicht hätten. Es gelte überhaupt sich selbständig wurde indeffen gleichfalls angenommen. Jetzt sollte nach Auf von den Männern zu machen, denn diese betrachteten die Frauen fassung des Obermeisters auch dem zweiten Krantenbefucher das im Kampfe um die Emanzipation des arbeitenden Bolles nicht Gehalt um 10 pet. gekürzt sein. Das betreffende Mitglied hatte als Gleichberechtigte, sondern als Anhängsel. Nachdem noch Herr aber beim Stellen des Antrages hervorgehoben, daß es sich nur Siegerist und die Frauen Reißner und Wengels gegen, um den ersten Krankenbesucher handele und daß der Posten des Herr Kurowsky, Herr Gerhardt und die Frauen uh, giveiten, weil überflüssig, überhaupt gestrichen werden solle. Da Schumme, Rohrlad, Riefel- Botsdam und von HofDie Frage, ob es zulässig ist, die zum Vermischen mit bierzu der Vorstand seine Einwilligung nicht gab und die Mit- stetten für die Gründung gesprochen hatten, wurde mit großer fohlenfauren Wässern bestimmten Fruchtsäfte fünftlich zu färben, glieder auf dem Antrag bestanden, so wurde die Versammlung Mehrheit ein Antrag angenommen, wonach das Bureau beaufbeschäftigte gestern die 126. Abtheilung des Schöffengerichts geschlossen. Die Begeisterung, mit welcher das Hoch auf die tragt ist, einer demnächst stattfindenden Versammlung den Der Fruchtsaft Fabrikant 2., welcher das Färbeverfahren bei Sozialdemokratie aufgenommen wurde, bewies, daß sich die Statutenentwurf der gewünschten Organisation vorzulegen. feinen Erzeugnissen zur Anwendung bringt, hatte sich deshalb Mehrzahl der Berliner Glafergesellen schon langit von den eine Auflage wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittel- Gesetz Innungsbestrebungen fret gemacht und die Bahn der modernen zugezogen. Als Sachverständiger war der Besitzer der rothen Arbeiterbewegung betreten hat. Der Glafer Schlegel fungirte fammlung statt, in welcher Reichstags- Abgeordneter För ster Jn Rigdorf fand am 10. März eine impofante Boltsver Apothefe, Apotheker Marggraf, geladen, welcher den Angeklagten auch diesmal wieder als sogenannter Altgeselle, ohne überhaupt einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über die Bedurch sein Gutachten vollständig entlastete. Derselbe erklärte, daß dazu gewählt zu sein. es unmöglich sei, eine Himbeer- Limonade mit reinem Naturfaft deutung des 1. Mai hielt. Derselbe führte turz folgendes aus: so herzustellen, daß das Produkt die kennzeichnende Farbe des Die Feier des 1. Mai stamme aus Amerika und bedeute eine Der Verein zur Wahrung der Intereffen der Maurer Demonstration für den Achtstundentag, zugleich aber eine Heer Gaftes behalte, die rothe Farbe der Himbeere verändere sich durch die Berlins und Umgegend hielt am 6. März zwei Bezirksschau über die klassenbewußten Arbeiter. Im 6. Berliner WahlEinwirkung der Kohlensäure sofort zu einer bläulichen, die außer versammlungen ab, eine im Norden( Wedding) und eine im freis habe seiner Zeit ein Genosse geäußert, diese Feier habe nur dem einen Bodensat bilde. Da müsse der Fabrikant sich eben Südosten. Die Kollegen Blaurock und Wilke referirten dann Bedeutung, wenn sie an einem Wochentag, bezw. am 1. Mai mit einem fünstlichen Mittel helfen, welches der Limonade die über das Thema„ Zweck und Ziele des Vereins". Beide tamen felbst begangen werde, und stellte solches als eine Kraftprobe von rothe Farbe ertheile, welche dem natürlichen Saft der betr. Frucht zu dem Schluß, daß das Hauptziel des Vereins ist und sein wird, Muth hin, wenn dann der Arbeiter der Fabrik fern bliebe. Wie eigen. Wenn diese Farbe eine durchaus unschädliche fet, fo fönne immer neue Stämpfer heranzuziehen bezw. auszubilden, damit er aber schon allgemein bekannt, habe der Pariser Kongreß bederen Anwendung als ein Verstoß gegen das Nahrungsmittel einfimals als maßgebender Faltor für die gerechte Arbeiterfache schlossen, daß sich jedes Land nach seinen Verhältnissen zu richten Gefeh nicht angesehen werden. Da der Angeklagte nachwies, daß eintreten kann. Ferner forderten fie zum Beitritt und zu reger habe, und wir Deutschen hätten dies dann auch von der erst er die letztere Bedingung erfüllte, so ließ der Staatsanwalt auf Agitation für den Verein auf. An der Diskussion betheiligten maligen Feier an so gehalten. Andernfalls würden gerade die aufGrund des Gutachtens des Sachverständigen die Anklage fallen und sich in ersterer Versammlung die Kollegen Witte, Groth- geklärten Arbeiter aufs Pflaster geworfen, und deshalb sei es beantragte Freisprechung, auf welche der Gerichtshof erkannte. mann, Scheel u. A. Hierauf wurde folgende vom Kollegen besser, wenn man die eigentliche Feier auf den Sonntag Blaurock gestellte Resolution einstimmig angenommen: Versammlungen. " Die heute versammelten Mitglieder des Nordens Berlins verpflichten sich Mann für Mann energisch dafür einzutreten, daß der Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend start an Mitgliederzahl werde, damit derselbe auch in der Lage ist, als bestimmender Faktor für die Interessen seiner Mitglieder eintreten zu können." verlegt. Diesmal fügt es fich nun, daß der 1. Mai auf den Sonntag fällt. Man möge so viel als möglich die Indifferenten zur Feier heranziehen und sämmtliche Arbeiter darauf aufmerksam machen, daß es ihre Pflicht ist, sich an der Feier zu betheiligen, um dem Unternehmerthum zu zeigen, welch starte Macht wir sind. Der Redner ersuchte noch die Amvefenden, Der fozialbemokratische Wahlverein für den sechsten sich an diesem Tage jeder Provokation zu enthalten, ferner solche Wahlkreis hielt am 15. März eine Versammlung ab, in der Am 10. März referirte Genosse Reßler in einer sehr gut Glemente, welche, wie der letzte Krawall in Berlin gezeigt habe, zunächst Herr Henning über das Thema„ Die Aufklärung, die besuchten Mitgliederversammlung über die Bedeutung und Ziele dazu gedungen werden, die Noth und Arbeitslosigkeit zur ProvoFackel des Jahrhunderts" sprach, dabei seine Ausführungen an der Gewerkschaftsbewegung und Sozialdemokratie unter Bei tation anzufachen, sich vom Halfe zu halten und dem unterdie Punkte 5, 6 und 7 der Forderungen unseres Programms an bringung eines interessanten historischen Materials, und kam zu nehmerthum nicht den Wunsch zu erfüllen, sich zu Ausschreitungen den heutigen Staat knüpfend. Den ungetheilten Beifall der Ver- dem Schluß, daß wir auf rein gewerkschaftlichem Wege durchaus hinreißen zu lassen, sondern die Feier überall mit Ruhe und fammlung fand nur der letzte Theil des Vortrages, der sich mit nicht alles das erreichen können, was wir wollen, sondern die Würde zu begehen. Nur Schritt für Schritt könnten wir unser Bunft 6( Erklärung der Religion zur Privatsache 2c.) und 7 politische Bewegung mit der gewerkschaftlichen Hand in Hand Biel erreichen und müßten stets eingedent sein, daß wir eine Weltlichkeit der Schule 2c.) beschäftigte. Was dagegen Redner gehen müsse. Er ermahnte deshalb zum treuen Festhalten am große Verantwortlichkeit haben und es gerade die Kaltblütigkeit als feine persönliche Meinung zu Punkt 5 ausführte, fand in Berein nicht nur in der guten, sondern auch in der schlechten der Sozialdemokratie ist, welche unsere Gegner refp. die Unterder Diskussion lebhaften Widerspruch bei einem Theile der An- Zeit, denn nur dadurch könnten und würden wir zum Ziele ge- nehmer zur Verzweiflung treibt. Jedenfalls wollen wir nicht Unter Nr. 5 fordert unser Programm: Ab- langen. Hierauf erstatteten die Revisoren den Monatsbericht und Veranlassung geben, daß man an uns das Magazingewehr schaffung aller Gefeße, welche die Frau in öffentlich erklärten, daß Kaffe, Bücher und Belege revidirt und alles in befter erprobt. rechtlicher und privatrechtlicher Beziehung dem Mann unterordnen". Ordnung befunden sei. Kollege Bend in theilte schriftlich mit, daß In der Diskussion traten die meisten Redner den AusDer Referent führte dazu aus, es sei nicht Recht, daß die Frau er sein Amt als Rechtsschutzkommissions- Mitglied niederlege; an führungen des Referenten bei, außer einigen Unabhängigen, welche auch in die Fabrik gehen müsse; die Frauen der Reichen hätten feiner Stelle wurde Kollege Heinrich Fiebler gewählt. Die jedoch vom Referenten in schlagender Weise widerlegt wurden. das doch nicht nöthig. Gs bedeute das für den Arbeiter einen Frage: Was versteht man unter Zumpenproletariat? rief eine In einer Resolution erklärte sich hierauf die von ca. 1000 PerAbbruch an der Ghe, die Spannkraft des Weibes gehe dabei viel lebhafte Debatte hervor und wurde vom Genossen Keßler genügend ionen besucht gewesene Versammlung mit den Ausführungen des Birtung, welche der Aufenthalt in der Fabrit auf das Mädchen frühere Wanderunterstützung vom Kollegen de nit an Unter aller Energie für die Feier des 1. Mai einzutreten und jegliche nell verloren, ganz abgesehen von der demoralisirenden beantwortet. Dann theilte Kollege Karl Schulz mit, daß die Referenten voll und ganz einverstanden und verpflichtete sich, mit oder die Frau ausübe. Er, Redner, stehe auf dem Standpunkte, stützungssuchende richtig verabfolgt worden ist. Die Regelung Machinationen von Seiten der Gegner fernzuhalten bezw. gedie Frau gehöre in das Haus, um sich der Kindererz: ehung zu der Frage der weiteren Wanderunterstützung beantragt Kollege bührend zurückzuweisen. Ferner sprach die Versammlung nach wie widmen und das Heim der Familie behaglich zu gestalten. Die Weise dem Vorstand zur Berathung zu überlassen, welcher vor der sozialdemokratischen Frattion ihr volles Vertrauen aus. Frau sollte indeß an allen Versammlungen Theil nehmen, um dann der Versammlung Bericht zu erstatten habe. Den Kollegen Alsdann wurde ein Festtomitee von neun Mann gewählt. Der fich zu bilden, denn nichts bilde so sehr wie die Besprechung der von Friedrichsberg, Nummelsburg u. f. w. wird hierdurch mit Vertrauensmann ersuchte noch sämmtliche Anwesende, fich so zahl= die Beit bewegenden Fragen. In politischer Beziehung feien der getheilt, daß der Kollege Karge bie Beitragssammlung, sowie reich wie möglich an der Feier zu betheiligen. Die Versammlung Frau dieselben Rechte wie dem Manne einzuräumen. In der die Aufnahme von Mitgliedern bis zur nächsten Borstandswahl verlief in einer angemessenen, ruhigen und ernsten Weise und nahmen für die genannten Orte übernommen hat; derselbe tafsirt am bewies. daß die Nixdorfer Sozialdemokraten troy aller Machi nationen der Gegner nach wie vor auf dem Posten sind, wenn es gilt, wichtige Fragen zu erörtern. Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie ging man auseinander. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( G. S. Nr. 29 und 89), Filiale 2. Große Mitgliederversammlung Donnerstag, den 17. b. M., Abends 8% Uhr, in Krösche's Gesellschaftshaus, Fichteftraße 29. Wahl eines Vertrauensarztes. Sele- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dieggen, Abends 8 Uhr, bet Schröder, Biesenftr. 39. Neue Beit, Abends 8 Uhr, Boyenftr. 40, bei Gieshott.Süd- Ost, bei Toltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Ecke. Spinoga, Abends 8% Uhr, bei Hoffmann, Wrangelstr. 32. Seine, Nixdorf, Abends 8% Uhr, bei Beiler, Knesebeck- und Herrenhausstraßen- Ecke. Herwegh, Abends 8% Uhr, Reichenbergerstraße 54, Ece Laufigerstraße, bei Schayer. das Eingesandte Schriften. Jedenfalls ist Gras gerne für ihre Kühe als Futter, ein sicherer mehrerer ähnlicher Leidensgenossen und beleuchtet, wie jeder Beweis für den Nährstoff des Grases. Mensch in die Lage tommen tann, ohne sich vertheidigen zu Hierauf gestützt mache ich den Vorschlag, den Magistrat auf- tönnen, ins Irrenhaus geschleppt und für irrfinnig erklärt zu Die Psychiatrie hat allerdings bedeutende Fortschritte zufordern, die Versorgung Berlins mit Milch selbst in die Hand werden. zu nehmen. gemacht, aber sie hat damit auch die Scheidegrenze zwischen Als ersten Versuch und um die nöthige Erfahrung zu Wahnsinn und voller Geistesgesundheit verwischt. Jede Nerven jede Geistesalteration bringt einen Mangel fammeln, schlage ich vor, im Norden Berlins( im Norden des störung, halb, weil dort der ärmste Theil der Bevölkerung wohnt und an Geistesgesundheit mit sich, und wollte man diesen Mangel weil ich wünsche, daß Wohlfahrtseinrichtungen den wohlhaben- als Geisteskrankheit betrachten, die zur Entmündigung führt, so deren Stadttheilen nicht immer zuerst zu Gute kommen follen) tönnte man leicht in die Lage kommen, den größten Theil der eine Weidewirthschaft für etwa 200 Kühe einzurichten, deren studirten Berufskreise ins Jrrenhaus zu stecken. Milch spätestens Morgens wie Abends um 6/2 Uhr auf eine vollständige Reform des Entmündigungsverfahrens und der Alle Abänderungen, welche den Arbeiter- Sängerbund oder den Bund veckmäßig gelegenen Plätzen zu literweifer Abgabe an Wahnsinnserklärung dringend geboten. ber geselligen Arbeitervereine betreffen, find nur an die Vorstände derselben Jedermann zum Verkaufe gestellt wird. Der Transport der zu richten. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Donnerstag. Uebungs- frischen Milch ist in Kastenwagen auf Pferde- oder Eisenbahn ftunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. Gt. Urban, zu bewirken. Annenstraße 9, bei Prog. unverzagt, Köpenickerstraße 127a, bet Gesunde und wohlschmeckende Milch zu erzeugen, ist, gänzlich Küster. Kornblume, Blumenstraße 54, bei Wuttke. Frühlings: abgesehen von der oft sehr mangelhaften Güte des Futtermaterials, Iust, Flottwellstraße 5, bet Bartel. Brebelschluß, Annenſtr. 16 bei der jetzt vorherrschenden Stallfütterung unmöglich, die Kub bei Reßner. Morgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerstr. 9, bet Friefecte. Dorf fann im Sommer bei vollkommener Gesundheit nur dann sein, glödlein, Wilmersdorf, Berliner- u. Auguftstr.- Ecke bei Schulz. cho 2, wenn fie gutes Futter und vollkommene Bewegungsfreiheit hat, Alte Schönhauserstr. 42, bei Reimann. Einigkeit,( Sutmacher), Bappel im Stalle ist diese Bewegungsfreiheit auf die Länge ihrer Kette Allee 3-4, bet Krause. Butunft 1, Stegliz, Kurhaus Friedenau. Harmonie, Tempelhof, Dorfstr. 10, bet Gerth.-eilchenblau, Rott- beschränkt. wie steht es denn mit Gesundheitsbufer Damm 39, bet Jatob.- 8utunft 2, Nieder- Schönhausen, Lindenftr. 25. fontrolle der Kühe? Wenn nicht gerade Seuchen, wie etwa die Ostpreußischer Männer Gesangverein, Jüdenstr. 55, bei Frischmann. Edelweiß, Melchiorstraße 15, bei Stehmann. Klauenseuche, herrschen, fümmert sich kaum Jemand um den Borax, täglichen Gesundheitszustand der Kühe. Milch ist gleich Geld Blumenstraße 46, bei Wend. und viele Milch ist gleich vielem Gelde; also immer hinein in bei Springstubbe. Eintracht, Glienicke bei Adlershof, bei Keller. Ginigteit 2, Groß- Lichterfelde, Amaltenstraße, bei Hann. den Milchkübel mit der Milch einer franken Ruh, so werden wohl Soff= nung 3". Brandenburg, Neuft. Martt 2, bet Weybmers. Freie Sänger, die meisten Milchproduzenten denken. Weidewirthschaft bietet Langeftr. 108, bei Nebelin. 8utunft 3, Welten, bei W. Grunow. aber Gewähr gegen solches Verfahren; die beinahe Jedermann Kreuzberger Harmonie, Lindenstr. 106, bet Poppe. Nordstern, Müllerstr. 7 bei Reichardt. Morgengrauen,( Bäder), 3 bis 5 Uhr zugängliche Kontrolle und ein tüchtiger erfahrener Hirt, der Nachmittags, Landsbergerstr. 31, bei Musehold.-' te des Echo, Reichen- den Gesundheitszustand jeder Kuh kennen und ihn täglich berger- und Forsterstraßen- Ece, bet Spindler. beobachten muß, das Melfen zu beaufsichtigen und dar auf zu achten hat, daß Milch einer, wenn auch nur leicht erfrankten Kuh in ein besonderes Gefäß gegossen wird, da diese Milch zur Schweinefütterung sich immerhin noch eignen mag, bieten eine sichere Garantie. Weiße tofe, Reinickendorf, Residensstr. 101, bei Garus. Admiralstraße 38, bei Lülow. Seeger'scher Gesangverein, Matglödchen 2, S.-D., Manteuffelstr. 67, 1 Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Donnerstag: Humoristischer Verein Bautenschwengel, bet Sommer, Stallschreiberstr. 68.- Musttverein Animo, bet Schmidt, Wrangelfir. 141. Gefelliger Verein Grüne Eiche,( vor dem Salle'schen Thor), bei Raporte, Solmsstr. 1.- Bergnügungsverein Silaritas, bei Tempel, Breslauerstr. 27. Rauchflub Graue Wolfe, bei Jörte, Krautstr. 6. Theaterverein Fideler Geist, bei Schneider, Adalbertstr. 8. Gefangverein Alt- Dessau, Abends 9 Uhr, bet A. Niemann, Görliger Und Nach einer freilich nur oberflächlichen Berechnung wird das Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Männer: Liter solcher Weidenmilch nach Bestreitung aller Unkosten einstraße 42.- Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins schließlich der Verzinsung des Anlagekapitals auf den hiesigen für Weißenfee und Umgegend. Donnerstags und Sonnabends Abends Verkaufsplägen für 15 Pf., wahrscheinlich aber für 10 Pf. zum bet Müller( Pfeifenmüller), Königs- Chauffee. Verkauf gestellt werden können. Musttverein Osiris, Abends 9 Uhr, bet Roll, Adalberstr. 21. Mufit verein Frisch Auf, Annenstr. 14, bei Ehrenberg. Theaterverein effing, Abends 9 Uhr, bei Musehold, Landsberger ftraße 31. und Donnerstag Abend von 8-10 Uhr, in der Turnhalle, Pantstr. 26. straße 44. Geselliger Verein Regina, Oranienstr. 121, bet Seifert. bet Götze. 9 Uhr, bei Schröder, Stegligerstr. 18. bei Scholz, Kastanien- Allee 35. Stattlub Tournee, Abends 8½ Uhr, bei Ullrich, Wrangelfir. 84. Stat tlub Rückwärts, Abends 8% Uhr, bet Arndt, Pallisadenstr. 47. Gustav Baader, Holzmarktstr. 8. Adamski, G. Offene Antwort an Herrn W. Schimmel pfeng, Berlin. Im Selbstverlage des Verfassers. Grandte, Hans. Die Riefelfelder von Berlin und die Spüljauche unter besonderer Berücksichtigung ihrer chemischen Be schaffenheit. Mit zwei Plänen. Berlin 1892. Verlag von Bodo Grundmann. Grottewig, Curt. Modernisirung der zehn Gebote. Eine Scheidung der Geister. Berlin W, 1892, H. Conizer's Verlag. Reymond, M. Weltgeschichte. In zwei Bänden mit etwa 1000 Abbildungen im Text und 10 Karten in Farbendruck. Berlin. W. Pauli's Nachfolger( H. Jerosch). Heft 1-3. Depeschen: ( Depeschen des Bureau Herold.) Amberg, 16. März. Wie die„ Volkszeitung" aus authen tischer Quelle erfährt, ist der Bismarckattentäter Kullmann heute Mittag gestorben. Brüffel, 16. März. Der Verwaltungsrath der Zeche Ander lues bewilligt eine Million Franks für die Hinterbliebenen der Bergleute. Die Privatsammlungen dauern fort. Brüffel. 16. März. Von den Lütticher Dynamitdieben ist In die Einzelheiten über die Einrichtung der in Vorschlag Hanssen zu 15 Jahren, die beiden anderen zu je 12 Jahren Zucht haus verurtheilt worden. gebrachten Weidemilch- Wirthschaft hier einzugehen, gestattet der Rom, 16. März. Kammer. Der Ministerpräsident Rudini Turnverein Gesundbrunnen( Lehrlings- Abtheilung) turnt Montag und das Richtige herauszufinden, muß der öffentlichen Diskussion italienischen Handelsvertrage vereinbarten Weinklaufel vor. Der Raum unseres„ Vorwärts" nicht, darüber Aufklärung zu geben legt den Gefeßentwurf zur Anwendung der im österreichisch Gefelliger Berein Freiheit, Abends 9 Uhr, bet Thierbach, Schwedter- vorbehalten bleiben; wünschenswerth wird es sein, wenn Sach: Abg. Barzilai fragt, warum die Blätter, welche den Sizungs Gefelliger Klub Blau- Bellchen, Abends 9 Uhr, Oranienſtr. 163 1 r., verständige zu öffentlichen Vorträgen über diese Angelegenheit Bericht des republikanischen Kongresses veröffentlichten, be Berein ehemaliger 22. Gemeindefchüler, punti fich bereit finden würden. Mein nächster Zweck wäre damit schlagnahmt wurden. Er lobe den Minister des Innern, weil er Pfropfenverein Wedding, Abends erreicht, und, wie ich wohl annehmen darf, dürfte dieser Gegen den Kongreß gestattete, er begreife aber die Beschlagnahme 8% Uhr, bet Belterhoff, Antonftr. 5. Freundschaft, Abends 9 Uhr, stand vor seiner bestimmten Erledigung von der Tagesordnung nicht. Der Kongreß verdiene übrigens teine Beachtung. Der Justiz Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, in Bernhardt's Destillation, nicht mehr verschwinden. minister erklärt, daß der Staatsanwalt in seinen Entschließungen Staligerfir. 41. Rauchklub Waldesgrün, Abends 8% Uhr, Restaurant frei sei und er denselben nur dann an seine Pflicht erinnert haben N. Kahlert, Reichenbergerstr. 181a.- Rauchtlub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, in Rogge's Bierhaus, Kohlenufer 2. Rauchflub Kernspize, Abends würde, wenn er die beschlagnahmten Blätter nicht dem Straf 8% Uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. gerichte überwiesen hätte. Der Minister Nicotera sagt, der Kongreß sei gestattet worden, weil er einen privaten Charakter hatte. Die Veröffentlichung seiner Entschließungen fiele jedoch ins gemeine Recht. Er bedaure, daß zwei Abgeordnete ihres Eides vergessend, an dem Kongresse theilnahmen. Abgeord waren Republi von nun ab monatlich erscheinen soll und den Zweck hat, den Spandau, 16. März. Auf der Havel sant heute ein mit für die Vorträge, die bis jetzt zur Erläuterung der aufzuführen- den Eid auf die Verfassung zu leisten, wie Sie es thaten, Herr Mitgliedern des Vereins Freie Voltsbühne einen Ersatz zu bieten noch, so würde ich nicht hier stehen, und nähme ich an einem republikanischen Rongreffe theil, so würde ich Anstand nehmen, 6000 Str. Kohlen befrachtetes Fahrzeug; die Mannschaft wurde den Stücke allmonatlich in den öffentlichen Vereinsversammlungen Fratti!"( Beifall auf der Rechten und auf der Linken.) Fratti gehalten wurden. Diese Vortragsversammlungen müssen bekannterTischlerei uid Glaserei der Firma Fasig u. Sohn ein. Der Den Hauptinhalt jedes einzelnen Heftes der Freien Boltsbühne" torianern!" Furchtbarer Tumult. Hundert Hände strecken sich Ein Brand äscherte in Ludwigshafen die große maßen aus Rücksicht auf die Existenz des Vereins jetzt fortfallen. erbittet sich das Wort, der Vorsitzende verweigert es ihm. Fratti schreit:" Das ist keine Rammer, sondern ein Lager von Prä Schaden wird auf 300 000 m. geschätzt. wird eine Besprechung desjenigen Stückes bilden, welches der Busammengestoßen ist auf der Schelde bei Antwerpen Verein Freie Boltsbühne in dem betreffenden Monate aur nach Fratti aus, der unter Hohngelächter und Drohungen den der deutsche Dampfer Attiva" mit dem großen englischen Aufführung bringt. Die kürzlich erschienene Nummer 1 der überseeischen Dampfer" Abington". Das letztere Schiff sant, Schrift enthält eine ausgezeichnet geschriebene Abhandlung von Rohlenarbeiter, welche von furzer Dauer sein dürfte, wird nur London, 16. März. Die heutige Berathung der vereinigten man hofft die Ladung zu retten. Der deutsche Dampfer ist wenig Julius Hart über Ludwig Anzengruber, dessen Pfarrer von einleitender Natur sein. Der Beschluß über die Zeitdauer des beschädigt. gerettet. Vermischtes. " Literarisches. Freie Volksbühne" betitelt sich ein Schriftchen, welches neter Fratti aufspringend: Auch Sie faner!" Nicotera: Vor 30 Jahren, und wäre ichs " Saal verläßt. Während des Im fürsterzbischöflichen Kurhause in Wien ist der bühne zur Aufführung gelangte und der auch für die II. und Ausstandes wird erst morgen gefaßt werden. 67 Jahre alte Diener Leopold Buchinger, der die in den III. Abtheilung aufgeführt werden wird. Herausgeber der Freien morgigen Tages wird eine Abordnung der Londoner Kohlenoberen Stockwerken wohnenden Rurgeistlichen und Alumnen zu Boltsbühne" ist Dr. Wille und wird dieselbe von der" Freien träger- Bereinigung der Arbeiterkonferenz einen Besuch abſtatten. London, 16. März. Die Zechenbefizer von Lancashire und bedienen hatte, von unbekannter Hand ermordet worden. Berlagsanstalt verlegt. Die einzelne Nummer tostet 10 Pfg. Waldbrand. In den Waldungen und Sumpfmooren der Ein durch ihren Vertrieb event. erzielter Ueberschuß fommt dem Cheshire halten gleichzeitig Bersammlungen ab, um sich über eine früheren Landschaft Périgord( Departement Dordogne, Frankreich) Verein Freie Voltsbühne zu gute. Jedenfalls wird mit diesem den Arbeitern vorzuschlagende Lohnreduktion von 10 pЄt. zu einigen. brach Feuer aus, das sich bis gestern über 500 ha. erstreckte. Unternehmen, mit welchem der Verein als solcher London, 16. März. Die Wahrscheinlichkeit liegt vor, daß Auf dem Todtenbette gestand eine Frau in Liverpool, daß sie vor 21 Jahren ihren Mann vergiftet habe. Sie habe die That begangen, um einen andern, mit dem sie ein Verhältniß gehabt, heirathen zu können. Dieser wanderte jedoch nach Amerifa aus. Die Frau war 20 Jahre älter als ihr ermordeter Mann. Ungeheure Schaaren von Feldmänsen verwüsten in der Ebene von Thessalien( Griechenland) die Felder. Die gefammte Ernte ist bedroht. Sprecisaal. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechfaals, soweit der Raum dafür abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Intereffes zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. nichts zu thun hat, derselbe Zweck wie vordem durch die Vorträge erreicht werden, ohne daß die mit diesen und den darauf folgenden Diskussionen verknüpften Gefahren vorhanden sind. Schwarze Banden unter Aerzten und Juristen im neugeeinten Deutschen Reiche. Eine öffentliche Denunziation an alle gekrönten Häupter und Staatsbürger. Zur Warnung des Publi fums veröffentlicht von F. Draat. Berlag von E. Draat. Friedenau bei Berlin. die Union der Kohlenträger sich dem Ausstand der Kohlenarbeiter anschließt. Es werden große Anstrengungen gemacht, um Durham zur gleichen Aktion mit den anderen Kohlendistrikten zu ver anlaffen ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) " Brüffel, 16. März. Nach hier eingegangenen Meldungen hat heute in dem Kohlenbergwerk Levant du Flénu" in Cuesmes ( Hennegau) ein Einsturz stattgefunden. Drei Arbeiter wurden getödtet und zwei schwer verlegt. Briefkaffen der Redaktion. W. 18. Wie würden Ihnen rathen, vorher einzukommen A. W. 47. Bis zum Mittag des ersten Tages. Derartige Institute kennen wir nicht. A. B. C. Gutgemeint, aber nicht druckfähig. H. Ebert. Physiologie ist die Wissenschaft von den regel, In einem umfangreichen Bande giebt der Verfasser eine Schilderung der abgefeimtesten Schurtereien, die gegen ihn begangen wurden, um ihn in einem Irrenhause unschädlich zu machen. Jahre lang hatte er zu fämpfen, um das gegen ihm geschmiedete Komplot zu beseitigen. Am 29. Juni 1883 wurde er auf Grund der Gutachten des Dr. Wallichs, des Dr. Heidemann, des Provinzial- MedizinalRollegiums in Riel und des Geheimen Medizinalraths Dr. Wolff Nach dem Versammlungsbericht über die Arbeitslosen- entmündigt. Nach 3/2 jährigem Kampfe gelang es Draat, vom Versammlung der Bauhandwerker vom Sonnabend soll ich nach Gerichte zu Stargard auf Grund des Gutachtens des Geheimen der Berliner Zeitung" zum Schlusse der Versammlung meine Medizinalraths und Kreisphysikus Dr. Göden, Vorsitzenden des Erlebnisse mit der Polizei am Tage der Straßentrawalle zum Medizinalkollegiums der Proving Pommern, die Wiederaufhebung mäßigen Funktionen in den fog. belebten Körpern oder Organismen, Beften gegeben haben. Wie der Berichterstatter der Berliner des Entmündigungsverfahrens zu wirken. In dem Richterspruch den Thieren und Pflanzen. 2. Mathematik ist die Wissenschaft Zeitung" zu dieser Behauptung kommt, kann ich nicht verstehen. heißt es: wie man bei Draat eine Untersuchung auf seinen der Größen, weshalb fie Größenlehre genannt werden kann. Ich habe einmal am Tage der Straßenkrawalle mit der Polizei Geisteszustand vornehmen, ja sogar eine Entmündigung über ihn Man unterscheidet die reine und die angewandte Mathemati nichts vorgehabt, und konnte nichts vorhaben, weil ich von aussprechen fonnte, sei gradezu unerfindlich." Draat ver- 3. Das foftet einige Groschen, genau tönnen wir Ihnen die den Krawallen nichts gesehen habe, somit also auch öffentlichte feine Erlebnisse unter dem Titel„ Moderne Hetz- Summe nicht angeben. nicht in der Nähe derselben sein konnte. Ich bin in der Wahl jagd auf Menschen." E. O. 2. Es ist mir für die nächste Zeit unmöglich, Ihnen Durch diese Schrift, welche die meiner Gesellschaft etwas vorsichtiger als unsere gutgesinnte" schwersten Anschuldigungen gegen fie erhob, fühlten sich eine längere Unterhaltung zu gewähren. Rönnen Sie die Ans Preffe. In der Tivoli- Bersammlung der Arbeitslosen konnte ich der Kreisphyfitus Dr. Wallachs in Altona, Dr. Everts und gelegenheit nicht brieflich abmachen? Dies aber auch nicht zum Besten gegeben haben, weil ich in der Amtsrichter Bart aus Hamburg beleidigt, und stellten gegen ihn nahmefähig, weil das Lokal geboykottet ist. Hilfsverein akademisch gebildeter Herren. Nicht auf betreffenden Versammlung gar nicht anwesend Strafantrag. Am 3. März 1888 wurde die Anklage gegen Draat, nahmefähig, weil das Lokal geboykottet ist. der seinen Wohnsiz nach Berlin verlegt hatte, vor der Berliner Ich darf wohl erwarten, daß die Redaktion der Berliner Straffammer verhandelt. Das Gericht stellte auf Grund der Beitung" von dieser Erklärung Notiz nehmen wird. J. Stlberberg, Buchdrucker, Blücherstr. 54. To a r. Beugenaussagen fest,„ daß die Personen, die den Antrag gegen A. B. C. M. Stralau. Der Königstein ist eine Festung, die den heutigen strategischen Anforderungen nicht mehr entspricht. Rothe Blume. Sie müssen nunmehr den Weg der Privat nach nicht ganz sicher. R. S. 122. 1. Ziehhunde sind steuerfrei. 2. Rücken wird F. H. Rigdorf. Wenden Sie sich unter Darlegung Ihrer Draat auf Entmündigung gestellt, übereinstimmend zugestanden hatten, sie wußten wohl, daß Draat nicht verrückt wäre, daß sie jedoch als Beweggrund zu dem Entmündigungsantrage an als strafbarer Eigennut bestraft. Die Versorgung Berlins mit guter Milch. gegeben, fie wollten Draat unschädlich machen, da er ihnen zu Brot, Fleisch und Milch find in unserem Klima des Menschen schlau wäre und sie Geld von ihm haben wollten." Die Straf Hauptnahrungsmittel, tch möchte der Milch sogar den Vorzug tammer gewann auch die Ueberzeugung, daß das Resultat zu vor den beiden Erstgenannten geben, sie ist in jedem Haushalte, welchen die Aerzte in ihren Gutachten, welches den Angeklagten für im ärmsten und im reichsten unentbehrlich, das Kind wie der geisteskrant erklärte, gekommen seien, auf Beeinflussung beruhte, M. St. 250. Wir bedauern aufrichtig, Ihnen keine AusErwachsene bedürfen ihrer, sie hat den Vorzug, ohne weitere Bufo wie auch, daß der Amtsrichter Bart mehrere richterliche Bertunft ertheilen zu können. Wenden Sie sich doch einmal an die bereitung genoffen werden zu fönnen. Uebrigens ist sie das einstöße in der Sache Draat's begangen habe. Der Gerichtshof ver- Wegebau- Kommission des Magistrats. aige mir bekannte Nahrungsmittel, das unsere Besteuerungstünstler urtheilte den Angeklagten nur wegen der beleidigenden Form noch steuerfrei gelassen haben. feiner Angriffe zu 30 M. Geldstrafe. Also Milch, und zwar sehr gute billig taufen Ohne dieses richterliche Erkenntniß und die veröffentlichten zu tönnen, ist ein Verlangen, in dem Alle, aber amtlichen Schriftstücke würden wir glauben, es mit der Phantasie ganz besonders die Hausfrauen, einig sein werden. Daß eines Menschen zu thun zu haben, der, wenn auch infolge ihm Die Milch in Berlin weder gut noch billig sei, bestreitet Reiner. widerfahrenen Unrechts, vom Verfolgungswahn besessen ist; nach N. Briefkaffen der Expedition. Rönnen wir uns wohl Milch beschaffen, die beide Eigenschaften ben ihm widerfahrenen weitverzweigten Verfolgungen scheint der Ihnen unsere Berlagsbuchhandlung zum Preise von 14 Mt. G. Sch., Waldemarstraße. Das gewünschte Buch von hat? ist eine Frage, der wir doch unsere ernsteste Aufmerksamkeit Verfasser im Recht zu sein, wenn er von schwarzen Banden" broschirt, für den 1. Band. zuwenden sollten. Einen Vorschlag, wie die Frage in bejahendem spricht. Der Verfasser suchte vergeblich um eine Entschädigung für Otto St., Sandstr. 8. Wollen Sie fünftig Ihre Briefe Sinne zu lösen ist, unterbreite ich hiermit der Deffentlichkeit. bie ihm zugefügten schweren petuniären Verluste nach, bie doch zum mit Berlin ist mit einem Gürtel von Rieselgütern umgeben. Der großen Theil der Staatstaffe zu Gute tamen. Es wurde ihm weder zahlen müssen. Das Maifestblatt ist nach Erscheinen in unserer Graswuchs auf denselben ist so üppig, daß 5-6mal im eine solche zu Theil, noch gelang es ihm, feine Verfolger zur triminellen Expedition zu haben, einzelne Nummern brauchen nicht vorher Sommer gemäht wird, die Berliner Molkereibesitzer kaufen Verantwortlichkeit zu ziehen. Der Verfasser schildert das Schicksal bestellt zu werden. Berantwortlicher Redakteur August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 65. Allgemeiner Donnerstag, den 17. März 1892. 9. Jahrg. mußte wissen, daß die Berliner Konferenz gewissermaßen nur ein Frauen der Beitritt zu den gewerkschaftlichen Vereinigungen ers Augenblickswerk war. Es ist von den Vertretern der General- möglicht wird. Legien, der Vorsitzende der Generalfommission, tommission gesagt worden, das wird in Zukunft nicht mehr er begründet hierauf den Organisationsentwurf der Generalfommission. deutscher Gewerkschaftskongreß. folgen; dafür muß aber Garantie geſchaffen werden. Be- Zu seiner einſtändigen Rede betont Legien, daß die von der 3. Sigung, Dienstag, den 15. März, Vormittags 8 Uhr. Tagesordnung: Fortsetzung der Diskussion über den Berwaltungsbericht der Generalfommission. " von der Elm- Hamburg: Die Kritik, welche an der Generalfommission geübt wird, verwechselt die Wirkungen mit den Ursachen. Wäre der Tabatarbeiter- Streit gewonnen worden, so wäre dieses ein großer Erfolg der Generalfommission, man würde sie loben, da ein Sieg nicht errungen wurde, macht man die Generalfommission für die verausgabten Gelder verantwort lich. Berlin hat für den Kampf um das Koalitionsrecht nichts gethan; die Marken, welche die Generalfommission ausgab, beSchloffen die Berliner zu verbrennen. Die Berliner verstanden nicht, diesen Kampf zu würdigen. Ueber die Fähigkeiten der Generalfommiffion zu reden, habe er feine Veranlassung; unter gleichen Verhältnissen hätten die fähigsten Röpfe nichts Besseres leisten können. Die Generalfommission müsse ein eigenes Organ haben, die Parteipreffe sei nicht immer gut informirt, der Vor wärts" brachte mitten im Tabafarbeiter- Streit die Nachricht, daß der Streik beendet sei; der„ Gewerkschafter", Organ der Tabak arbeiter, druckte nicht einmal die Abrechnung über den Tabakarbeiter- Streit ab. Metzger ist gegen die internationale Berbindung der Gewerkschaften, ein merkwürdiger Standpunkt, da man doch auf politischem Gebiet diese Annäherung für nothwendig hält. Timm Berlin. Die Generalfommission hat unstreitig ihre Befugnisse überschritten. Sie mußte beachten, daß die Konferenz in Berlin nur von Borständen besucht war, daß die Mitglieder der Organisationen von den Beschlüssen nicht informirt waren. Es ist nicht angebracht, den Arbeitern Vorwürfe über die geringen Leistungen zu machen, die wirthschaftlichen Berhältnisse sind es, welche den Arbeitern es unmöglich machen, höhere Opfer zu bringen. Die Niederlage nach den Mai- Ausständen hat viele Organisationen Kampfunfähig gemacht, daher die geringere finanzielle Leistungsfähigkeit. In Bezug auf wirthschaftliche Kämpfe ist die Kommission zu optimistisch; sie sollte sich mehr mit wirthschaftlichen Fragen befaien. Ausstände, welche länger als 8 Tage dauern, sind in der Regel verloren. " Krieger Dresden nimmt die Generalfommission in Schuh. Bu Unrecht wird der Kommission der Vorwurf gemacht, daß sie Ausstände hervorgerufen hätte, sie mußte die Abwehrstreits unter ftüßen. Als geeignetste Behörde für die statistischen Erhebungen wurde die Generalfommission auch vom Vorwärts" bezeichnet. Die Kommission ist als Mittelpunkt der deutschen Gewerkschaftsbewegung zu betrachten. Bayer- Leipzig: Es wird Alles hervorgerufen, um die Generalfommission anzuschwärzen, besonders diejenigen, die nichts geleistet haben, üben Kritit. Man findet es nicht in der Ordnung, daß Darlehen aufgenommen wurden, aber Unterstügung hat man von allen Seiten beansprucht. Eine Körperschaft wie die General tommission muß ihr eigenes Organ haben. Die Kampfesweise, wie sie von verschiedenen Delegirten beliebt wird, ist nicht die richtige. Hätte man die Kommission genügend unterstützt, fonnte fie mehr leisten. Hacke Hamburg: Der Zabafarbeiter- Streit war Eache der Allgemeinheit; wäre die Opferwilligkeit der Arbeiter überall so gewesen, wie in Hamburg, so hätten wir teine Niederlage zu verzeichnen und der Buchdruckerstreik wäre vielleicht auch gewonnen worden. züglich des„ Korrespondenzblattes" bin ich mißverstanden worden. Genetalkommission vorgeschlagene Organisationsform unter den Sämmtliche Partei- und Gewerkschaftsblätter haben die noth- gegebenen Verhältnissen die einzig zweckmäßige sei, zu Industriewendigen Bekanntmachungen der Generalfommission aufgenommen. verbänden, wie sie von dem Verbande der Metallarbeiter geRegien hat uns zwar mitgetheilt, daß die Nummer des wünscht werden, halte er die Zeit noch nicht für gekommen. „ Korrespondenzblattes" nur 26 M. kostet. Es ließen sich Dem unleugbar vorhandenen Kastengeist müsse Rechnung getragen trotzdem noch ca. 1000 M. pro Jahr ersparen. Man hat mir werden, auch komme in Betracht, daß in Deutschland die Prountergeschoben, ich stände auf dem beschränkten nationalen Stand- duktionsweise feineswegs so weit entwickelt sei, um diese Massenpunkt, es genügt, darauf hinzuweisen, daß ich in Brüssel die organisation als durchführbar erscheinen zu lassen. Selbst in heute möglichen internationalen Beziehungen mitgeschaffen habe. England, wo die Produktionsverhältnisse weiter vorgeschritten Ich war Mitglied der Internationale von ihrer Begründung bis find, als bei uns, wo man schon seit 50 oder 100 Jahren organisirt zum Schluß. sei, habe man die Berufsorganisation durchgeführt. Für die Ein Antrag, die Redezeit in dieser Angelegenheit auf 5 Mi- Metallarbeiter in England sind nicht weniger als 11 Organinuten zu beschränken, wird abgelehnt. sationen vorhanden. Für Deutschland spreche noch ein ganz Kloß Stuttgart: Metzger sagte, er wolle teine Vorwürfe wesentliches Moment gegen die Industrieverbände, nämlich die gegen die Generalkommission erheben, was er zu dem Bericht der geringe Leistungsfähigkeit gewiffer Arbeiterkategorien und die Generalfommission gesagt hat, hätte er dann bei der Organi- Verschiedenheit der Beiträge der einzelnen Organisationen. Diefationsfrage sagen sollen. Metzger meinte, die Kommission hat felben differirten bei den Organisationen der Holzindustrie des Guten zu viel gethan, sie mußte beachten, daß die Kommission zwischen 7/2 und 30 Pf. die Woche. Für die Metallarbeiter ein Werk des Augenblicks war, die Vertrauensleute der Metall- möge die von dem Verbande der deutschen Metallarbeiter ins arbeiter waren es gerade, welche zu dieser Organisation drängten. Leben gerufene Organisation geboten erscheinen, der Kongreß habe Schon bei der Wahl der Kommission waren 3-4 Streits da, die aber auf alle Arbeiter Rücksicht zu nehmen, besonders auf die zahlreichen unterstützt werden mußten. Unter solchen Verhältnissen mußten Arbeiter des Kleingewerbes. Wir ständen in Deutschland erst Darlehen aufgenommen werden, die Generalfommission fonnte am Anfang der Organisation, wir könnten teine Sprünge machen, dieses um so mehr thun, als sie annehmen durfte, daß die in wir müßten erst gehen lernen. Was die lokale OrganisationsBerlin anwesenden Gewerkschaftsvertreter über ihre eigenen Ver- form betrifft, so genüge dieselbe den heutigen Verhältnissen nicht hältnisse informirt waren, daß sie ihr gegebenes Wort einlösen mehr. würden. Nicht einen Vorwurf darf man der Kommission machen, Mit sogenannten geistigen Bändern, mit Sympathie- Erweil sie internationale Beziehungen angeknüpft hat, man muß flärungen und Resolutionen ist nichts gedient, denn wir leben ihr dafür Daut wissen. Die Generalfommission fonnte als Ver- in einer durchaus praktischen Zeit, in welcher nur Dasjenige treter der gesammten Gewerkschaften nicht Bürstenabzüge bei ihren Werth hat, was man thatsächlich festhalten und auf dem man Bekanntmachungen versenden. Das Korrespondenzblatt" hat sich bauen kann. als nothwendig erwiesen. Man hat der Generalfommission einen Das Unternehmerthum bemüht sich immer mehr, gleichfalls Vorwurf daraus gemacht, daß sie für Streits zu viel Geld aus- Organisationen zu errichten und diese zu zentralisiren. Schon. gegeben hat. Der Metallarbeiter- Kongreß und der Verband der deshalb wird man nicht in Abrede stellen können, daß diesem Metallarbeiter haben sich der Verpflichtung entzogen, ihre wohlorganisirten Kapitalistenbunde nur eine in allen Theilen streifenden Genoffen in Göppingen zu unterstützen. Tadeln ist einige, festgegliederte Organisation, wie sie durch die Zentrali leicht, bessere Vorschläge zu machen, sollte sich jeder Delegirte zur fation gegeben ist, Widerstand zu leisten vermag. Richtschnur nehmen. Von den Gegnern der Zentralisation wird gesagt, daß ein Körsten Berlin: Man hat absichtlich die Diskussion auf wesentliches Moment der Fortentwickelung für die Arbeiterdiesen Weg geleitet, um die Berliner zu fompromittiven. Hat bewegung die Bildung, und zwar politische Bildung jedes einzelnen man wohl überlegt, was es heißt, zu sagen, die Berliner Genossen sei. Nach den bestehenden Bereinsgesehen kann eine Gewerkschaften sind verfault? v. d. Elm hat tendenziös die Verbindung solcher, politische Aufklärung verbreitender Vereine Thatsachen entstellt, er hat der Sitzung der Berliner Streit aber nicht geschaffen werden, denn man würde, wie die Beispiele Kontrollkommiffion beigewohnt, er weiß, weshalb man die zeigen, jede auch noch so geringfügige Ueberschreitung der Marken nicht ausgegeben hat. Die Weißgerber wurden von der Grenzen der gewerkschaftlichen Fragen mit der größten Strenge Generalfommission nicht unterstützt, wir mußten eintreten. Die ahnden. Deswegen erscheine es gerathener, von einer zentrali Generalfommission beklagt sich über Jlloyalität; ist es denn eine firten Verbindung Abstand zu nehmen und in den lokalen VerKleinigkeit, 242 000 M. für Streits in Hamburg auszugeben? einen gleichzeitig neben den gewerkschaftlichen Fragen auch die Trifft hier nicht zu: An der Quelle fitzt der Knabe"? Glauben politischen zu erörtern. Die Gewerkschaften haben aber eine Sie, wir in Berlin können nicht auch streiten? Man macht uns wesentlich andere Aufgabe als die politische Partei- Organisation. einen Vorwurf daraus, daß in Berlin nichts geleistet wurde, daß Streitbrecher nach Hamburg kommen. Man beachte doch die Verhältnisse, unser Wollen steht vielfach im umgefehrten Verhältniß zu unserem Können. Wir wollen nicht nörgeln, sondern eine Befferung der Verhältnisse herbeiführen. " " Es liegt nicht der geringste Grund vor, zu befürchten, daß die Gewerkschaften durch ihre Thätigkeit eine Versimpelung der Arbeiter herbeiführen könnten, wenn sie auch keine politischen Fragen erörtern. Mögen die Gegner der Zentralisation ihre Aufgabe nur voll und ganz erfassen und es nicht dabei bewenden Legien, Vorsitzender der Generalfommission, stellt eine lassen, einen Verein als der politischen Thätigkeit sich widmend Aeußerung Körstens bezüglich der finanziellen Leistung der Weiß- hinzustellen und in diesem Verein nachher weniger nach dieser gerber in Berlin richtig und bemerkt, daß den Weißgerbern die Richtung hin zu leisten, als solche, die sich ausgesprochen auf Unterstützung auf Grund der Halberstädter Konferenz entzogen gewerblichen Standpunkt stellen. Es wäre ein müßiger Streit, Fehmerling- Hamburg: Die Generalfommission ist eine wurde. Wenn bürgerliche Blätter eine Nachricht der General- entscheiden zu wollen, welche Organisationen mehr dazu beisehr nüßliche Institution. Man erhebt jetzt gegen die Kommission kommission früher bringen konnten, als der Vorwärts", so kann getragen haben, das Anwachsen der Arbeiterpartei zu zeitigen, Vorwürfe, weil sie den Auftrag erfüllt hat, welchen ihr die nur ein Vertrauensmann die Schuld tragen. Hätten die Lokal- jedenfalls aber dürfte ein nicht geringer Theil der Erfolge, welche Berliner Konferenz ertheilte. Wären die betheiligten Gewerk- organisationen sich zahlreicher vertreten lassen wollen, so konnten auf diesem Wege errungen worden sind, den Zentralisationen zuschaften ihrer Pflicht nachgekommen, dann brauchte die Kommiffion sie dieses; durch die Form der Einladung waren sie nicht verfallen. den Maifonds nicht anzugreifen. Für den Tabakarbeiter Streik hindert. Was die übrigen in Vorschlag gebrachten Organisationsentwürfe hat die Kommission allerdings zu viel Geld verwendet. Wenn Faber Berlin. Die ausgedehnte Diskussion hat Legien betrifft, so wäre noch die vom Verbande der Zimmerer in Behier Vorwürfe am Plaße sind, so kann sie die Generalfommission veranlaßt, der schon Eingangs die Generalfommission gegen An- tracht zu ziehen, an welche sich der neue Organisationsentwurf gegen die Gewerkschaften erheben. griffe vertheidigte, die von dieser Versammlung nicht erhoben der Generalfommission anschließt. In erster Linie halte die wurden. Elm hätte besser gethan, über den Markenverschleiß in Generalfommission an dem vorliegenden Entwurf fest, eventuell Berlin zu schweigen oder Thatsächliches zu berichten. Nicht die empfehle sie den neueren Entwurf, welcher nicht sofort die ZuMarken der Generalfommission wurden vernichtet, sondern die sammenschließung in Unionen verlangt, sondern eine Einrichtung, der Tabakarbeiter, um die Generalfommission kräftiger unterstützen die früher oder später zur Union führt. Selbstverständlich soll zu können und Einheitlichkeit in die Sammlungen zu bringen. feine Organisation, welche heute schon die Grenzen weiter gezogen Wäre der Maifonds seinem bestimmten Zweck zugewendet worden, hat, veranlaßt werden, wieder zur Berufszentralisation zurückdann wären die Sammlungen reichlicher ausgefallen. Die General zukehren. Der Metallarbeiter Verband wird anzuerkennen sein, fommission hat die Glasarbeiter Charlottenburgs, die sie zu unter- es handle sich nicht darum niederzureißen, sondern aufzubauen. stützen hatte, der Berliner Streit- Kontrollkommission zugewiesen Die Delegirten mögen sich nun in jeder Richtung über die und diese Kommission hat gethan, was in ihren Kräften stand. gestellten Anträge aussprechen und dann auf den Spezialfongressen Redner legt Verwahrung dagegen ein, alle Berliner mit den endgiltig entscheiden, welche Organisationsform sie für die zweck" Jungen" auf eine Stufe zu stellen, über Verhältnisse, die man mäßigste erachten. nicht tennt, soll man nicht recen. Hiermit schließt man die Debatte über den Bericht der Generalkommission. Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird abgelehnt. Dabler Hamburg: Der Generalfommission wird das zum Vorwurf gemacht, was jede Gewerkschaft gethan hat. GerischBerlin verlangte in einem in Berlin gehaltenen Vortrage, das Schwergewicht der Arbeiterbewegung auf das politische Gebiet zu verlegen. Es ist der alte Kampf zwischen Berlin und Hamburg, der sich hier wiederspiegelt. Der Artikel im Vereinsorgan der Maler, der sich so gehässig über den Gewerkschafts- Kongreß aus spricht, ist von Reßler geschrieben. Die Maurer wußten, was sie auf der Berliner Konferenz thaten, sie tannten ihre organisirten Genossen bis auf den letzten Mann. Man thue allfeits seine Pflicht, das ist besser, als diese fruchtlosen Debatten. Versammlungen. Rees- Magdeburg schließt sich den Ausführungen des Vorrebners an. Es giebt in Berlin und Magdeburg Leute, welche in der politischen Bewegung abgewirthschaftet haben, und nun versuchen, in der Gewerkschaftsbewegung Einfluß zu gewinnen. Legien als Vertreter der Generalfommiffion erhält das Es sind dieses Leute, die lediglich eine Rolle spielen wollen. Die Schlußwort. Er verwahrt die Generalfommission gegen den Lokalorganisationen halten die Generalfommission für überflüssig, Verwurf, daß sie nicht über die Verhältnisse informirt gewesen die Lokalorganisationen haben die Generalfommission erst noth- sei. Die Ausstände in Friedrichshagen und Charlottenburg Eine von etwa 400 Personen besuchte Volksverfammwendig gemacht. Von 20 000 Metallarbeitern in Magdeburg wurden nicht unterstützt, weil keine Mittel vorhanden waren. lung verhandelte am 15. März im Saale der Brauerei Friedrichsfind noch feine 1500 organisirt. Diese Leute sollen sich die Tabat Die Antipathie gegen die Generalkommission datirt nicht erst seit hain über die Stellungnahme der Berliner Arbeiter gegenüber arbeiter- Organisation zum Muster nehmen. der Verwendung des Maisonds, sie war vom Tage, an welchem den Wirthen, welche denselben ihre Lokalitäten zum 1. Mai verDäne Berlin: Die Hauptursache an dem unerquicklichen die Kommission ins Leben gerufen wurde, vorhanden. Die An- weigern. Es handelte sich hier um einen speziellen Fall, den Bustand der Gewerkschafsbewegung sind die wirthschaftlichen Ver- griffe gegen die Generalfommission haben ja theilweise ihre Be- Genosse Wernau den Versammelten darlegte. Danach hat hältnisse; man sollte anstatt der Kritiken bessere Vorschläge rechtigung, wir haben eingesehen, Fehler gemacht zu haben, man sich der Dekonom des Etablissements„ Brauerei Friedrichshain" machen. Wir müssen uns damit befassen, was die General- muß eben beachten, daß wir nichts hatten, worauf wir uns( früher Lips) geweigert, sein Lokal zu den am 1. Mai stattfindenfommission in Zukunft zu thun hat; von einer Auflösung der stützen konnten als eine Sympathie- Erklärung. Wir haben die den Arbeiterfeftlichkeiten herzugeben. Dieses Vorgehen motivirte Rommission kann ja wohl keine Rede sein. Die Kommission muß Ueberzeugung, gethan zu haben, was in unseren Kräften stand, er damit, daß am 1. Mai die Konzertsaison beginne und er konihr eigenes Organ haben; der frühere„ Bauhandwerker" hat was unter den gegebenen Verhältnissen möglich war. traftlich verpflichtet sei, eine Militärkapelle an dem Tage in D feine Bekanntmachungen der Generalfommission aufgenommen. Es folgen persönliche Bemerkungen der Delegirten Meiger- feinem Lokale für 240. spielen zu lassen. Die Beauftragten Die Berliner Gewerkschaftskommission hat feine Marken ver- Hamburg, Timm- Berlin, Da ble Hamburg, v. Elm- Ham- der Arbeiter erklärten sich bereit, die 240 M. zu zahlen, aber brannt, sondern nur deshalb nicht ausgegeben, um keinen Wirr- burg, Behrend Berlin, Peter Berlin, Körst en Berlin, auf das Konzert dieser Kapelle zu verzichten. Der Dekonom warr in die Sammlungen zu bringen. Allen Gewerkschaften Kloß- Stuttgart, Bayer- Leipzig und Junge- Stuttgart. habe aber an feinem Entschluß festgehalten. Man wurde die Unterstützung der Tabatarbeiter empfohlen. Dann wird angeregt, einen Theil eines Schreibens des Ver- müsse, so meinte der Redner, hiergegen Front machen. Frau Steinbach- Hamburg: Das„ Korrespondenzblatt" ist bandes der Berliner Lohgerber" zu verlesen, in welchem gegen Ein Nachgeben in diesem Falle würden sich andere schon nothwendig im Interesse des Achtstundentages. Der Bau die Form der Einladung zum Kongreß protestirt wird. Dem Wirthe zu Nutze machen. Gehe der Dekonom nicht auf die handwerker", ein Gewerkschaftsblatt, wäre mit der„ Maisteuer" Antrag gemäß wird beschlossen und verliest der Vorsitzende den Bedingungen der Arbeiter ein, dann müsse das Bier der Brauerei einverstanden gewesen, wenn dieselbe in die Parteikasse geflossen ersten Theil der Zuschrift. Es heißt darin: Die Lohgerber sehen Friedrichshain boykottirt werden.( Allgemeine Zustimmung.) Die wäre. Wenn Megger meint, man braucht kein„ Korrespondenz von der Beschickung des Kongresses ab, weil den Lokalorgani- Genoffen Engler, Wilke, Baumgart, Butter, blatt", so verweise sie darauf, daß durch dieses Blatt schon viel fationen nicht genügend Rechnung getragen wurde. Es wird Bogasch und Preuß äußerten sich im Sinne des Referenten. geleistet worden; die Gewalt der Presse dürfe man nicht ver- protestirt gegen die Behandlung der Lokalorganisationen durch Mittlerweile hatten sich die Genossen Wernau und Lock nochfennen. Wenn der Generalkommission der Vorwurf gemacht die Generalfommission und von der Organisationsform, welche mals an den Wirth des Lokals gewandt und konnten der Verwird, daß der Maisonds zur Zurückerstattung der Darlehen ver die Generalfommission in Vorschlag gebracht hat, eine Versammlung die befriedigende Mittheilung machen, daß sich dieser wendet wurde, so ist das unberechtigt. Hätte man die Dars fumpfung der Arbeiter befürchtet. lehen nicht soweit als möglich zurück erstattet, so wäre die Zinsen- Ueber das Schreiben wird zur Tagesordnung übergegangen. last eine zu große geworden. gelehnt. Vierte Sigung. nunmehr verpflichtet habe, gegen ein Entgelt von 240 m. sein Etablissement den Arbeitern zum ersten Mai zu überlassen. Der Wirth selbst bestätigte dies darauf den Anwesenden. Damit war Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird abermals abdiese Angelegenheit erledigt. Unter Verschiedenem" wurde, nachBei Eröffnung der Sigung giebt der Vorsitzende eine Reihe dem Genosse Polter dieselbe begründet hatte, folgende Resolu Metzger Hamburg: Ich habe drei Punkte in meinen von Telegrammen und Begrüßungsschreiben bekannt, worauf eine tion gefaßt: Ausführungen hervorgehoben und dabei ausdrücklich erklärt, daß von 20 Delegirten unterzeichnete Resolution zur Verlesung ge- Die Versammlung erklärt, dahin wirken zu wollen, daß zu ich feine persönlichen Gegensätze zur Kommission habe, ich kenne langt, welche sich gegen den Organisationsentwurf der General Vergnügungen, Versammlungen zc. der Arbeiter von den bedie Verantwortlichkeit und Schwierigkeit dieser Behörde und kommission ausspricht und Lotalorganisationen mit dem System treffenden Wirthen die Kellner dem kostenlosen Arbeitsnachweis weiß mich wohl in deren Lage zu denken. Der Generalfommission der Vertrauensmänner empfiehlt. Weiter wird ein von 22 De- des Vereins der Gastwirthsgehilfen entnommen werden und daß habe ich nicht das Recht bestritten, Darlehen aufzunehmen, die legirten unterzeichneter Antrag mitgetheilt, welcher verlangt, daß mehr als bisher die Kellner nach dem Kennzeichen ihrer ZuKommission ist nur zu hohe Verpflichtungen eingegangen, sie alle Organisationen ihre Statuten dahin ändern, daß auch gehörigkeit zum Verein befragt werden." demokratie auseinander. H Der Ertrag der Gine Frage, ob das Buggenhagen'sche Lokal gesperrt sei,[ einen Theil mit beitragen zu helfen zur endlichen Erlösung des Färbereien beschäftigten und alle noch nicht organisirten Hilfs wurde von Wernau dahin beantwortet, daß dies augenblicklich Proletariats von der Lohnsklaverei." arbeiter. Die Versammlung war einberufen, um die in einer der Fall wäre. Der Defonom Müller wolle es aber, wenn die von der Polizei geforderten baulichen Veränderungen vor- und Umgegend erklärt sich mit dem Vorschlage des General beschlossene Gründung eines alle Branchen derselben umfassenden " Die heutige öffentliche Versammlung der Töpfer Berlins anderen öffentlichen Versammlung der gewerblichen Hilfsarbeiter genommen sind, wieder für Versammlungen hergeben. Eine ausschusses betreffs Beschichtung des Halberstädter Gewerkschafts- Allgemeinen Arbeitervereins" endgiltig zu vollziehen. Leider weitere Frage dahingehend, ob das Lokal, in welchem Bebel's tongreſſes einverstanden, und erwartet von den Bertretern der war der Besuch so schwach, daß sowohl die Statutenberatung 23 jähriges Parlaments- Jubiläum gefeiert wurde, boykottirt sei, Töpfer Deutschlands, daß dieselben unseren bekannten Stand- wie die Erfahwahl für die aus ihren provisoriſchen Aemtern gebeantwortete Wernau ebenfalls. An jenem Festtage seien die punt in dieser Frage auch dort aufrecht erhalten. Wir sind schiedenen Kollegen Arend und Wendt bis zur nächſter Berhandlungen mit dem Wirthe desselben noch in der Schwebe nicht der Ansicht, daß nach den gemachten Vorschlägen, behufs öffentlichen Versammlung vertagt wurden. gewesen. Vordem habe man sich nie an diefen um Ueberlassung Bildung von Unionen, sondern nach unserer Ansicht der Werth Tellersammlung wurde dem gemaßregelten Kollegen hal al seiner kleinen Räumlichkeiten zu Bersammlungen gewandt, darum der Organiſation darin beſteht, wie ſchon oft genug ausgesprochen, gewieſen. Einen Antrag, an den Halberstädter Kongreß ein wäre das Lokal auch nicht auf der alten Liste gewesen, die Bildung der Berufsgenossen als solche auf allen Gebieten zu Glückwunschtelegramm abzusenden, lehnte man ab. während es auf der neuen fehle, weil die Verhandlungen mit pflegen." dem Inhaber noch nicht zu Ende geführt waren. Uebrigens Die öffentliche Versammlung der Knopfarbeiter, welche hätten auf das Vorhalten von Lokal- Kommissionsmitgliedern die Die Hausdiener und Berufsgenossen tagten am 8. März am 9. März tagte, ehrte zunächst das Andenken des dahin Personen, welche das Arrangement jenes Festes übertragen be- in einer öffentlichen, sehr gut besuchten Versammlung. Nachdem geschiedenen Genoffen Otto Reimer aus Hamburg durch Erheben tommen haben, eingesehen, daß sie mit der Wahl des Lokals die Hausdiener Albert Herrmann, Otto Plath und von den Pläßen. Hierauf sprach Reichstags- Abgeordneter einen Fehler begingen. Genosse Fris, Vertrauensmann im Walter in das Bureau gewählt waren, sprach Reichstags- Schmidt Frankfurt in einstündiger Rede über die Entstehung 3. Wahlkreis erklärte hierauf, daß die Genossen des 3. Kreises Abgeordneter Singer über die Verhandlungen im Rothen der Gewerkschafts- Organisationen und deren Unterdrückung durch nie auf jenes Lokal reflektirt hätten, da es eigentlich nur ein ge- Saufe betreffend die Sonntagsruhe ini Handelsgewerbe". Die den Kapitalismus. In der Diskussion traten die Kollegen wöhnliches Bierlokal sei. Unter den Umständen habe auch Nie- Bersammelten gaben mit begeistertem Beifall während des Vor- Spieß und Weißpfluck den Ausführungen des Referenten mand daran gedacht, es als boykottirt zu betrachten, obgleich es trags und am Schlusse desselben ihre Zustimmung zu den Aus- bei und tadelten besonders den Indifferentismus der Kollegen, nicht auf der Liste der freigegebenen Lokale stand. Nachdem führungen des Referenten Ausdruck, was auch sämmtliche Redner welcher häufig sogar nur auf persönlichen Zwiftigkeiten beruhe. Genoffe Gumpel noch zu reger Betheiligung an der Flug- thaten, welche in der Diskussion, die dem Vortrage folgte, das Im Schlußwort empfahl der Referent den Anschluß an die Zentralblätter- Bertheilung im 22. Wahlbezirk aufgefordert hatte, gingen Wort ergriffen. Zwei Resolutionen, welche diese Zustimmung Organisationen; wo dies infolge von Branchenverhältnissen z. die Verfammiten mit einem donnernden Hoch auf die Sozial- besonders erklären, wurden einstimmig angenommen. Die Ber: augenblicklich nicht möglich sei, solle man wenigstens Lokalsammlung beschloß dann, am 18. März auf den Gräbern der Ve einigungen bilden, um so dem Kapitalismus vereint gegens Märzgefallenen durch das Bureau der Versammlung einen Kranz übertreten zu können. Es wurde dann folgende Resolution ein Die Töpfer Berlins und Umgegend waren am 8. März niederlegen zu lassen. Rollege Uthe ß beantragte, folgender stimmig angenommen: etwa 500 Mann start versammelt, um sich über die Organi- Resolution zuzustimmen: Die in Buß' Salon versammelten Knopfarbeiter Berlins sationsfrage schlüssig zu machen. Die Kollegen H. Wolff( als Referent) und He in ecke aus Hamburg sowie Kollege Jato bei gegen das Verfahren der Firma Gebr. Simon, Klosterstr. 88, einverstanden und erkennen an, daß nur in einer strammen Die heutige Hausdiener- Versammlung protestirt energisch und Ümgegend erklären sich mit den Ausführungen des Referenten stellten sich auf den Standpunkt der vereinsmäßigen Zentrali- bei der jetzigen großen Arbeitslosigkeit noch Feuerwehrleute als Organisation dem Sinken der Löhne ein Damm entgegengesetzt sation, während Kollege Thieme, als Korreferent, und die Hausdiener zur Aushilfe zu beschäftigen. Die Versammlung er werden kann. Es verpflichten sich daher alle Unwesenden, soweit übrigen Redner für die sogenannte Lotalorganisation plädirten. wartet von der vorgesetzten Behörde dieser Beamten, daß sie die- sie noch keiner Organisation angehören, sich dem Verein zur Sechs Stunden lang wurde mit Ernst, Eifer und vielem Ver- felben nicht zu dem Zwecke hergiebt, dem stellenlosen Hausdiener Wahrung der Interessen der Knopfarbeiter Berlins anzuschließen" ständniß für und wider diskutirt. Hinter jedem Berliner Kollegen die Möglichkeit zu nehmen, Arbeit zu erlangen." Weiter wurde beschlossen, feinen eigenen Delegirten zum sprach ein Hamburger. Schließlich gelangten folgende Resolutionen Rongreß nach Halberstadt zu entsenden, dagegen sich den Bezur Annahme: Der Antragsteller bemerkte, daß 14 Feuerwehrleute in obiger schlüssen, welche dort gefaßt werden, zu fügen. Nächstdem er: Die Bersammlung erklärt sich mit den Ausführungen des diesen Antrag dahin zu erweitern, daß das Bureau der Ver- fommission. Die Versammlung erklärte sich durch eine Resolution Weise verwendet worden seien. Genoffe Singer schlug vor, ftattete Kollege Achener Bericht über die Streif- KontrollReferenten nicht einverstanden, sondern ist der Ansicht, Bereini- fammlung beauftragt wird, dem Kommando der Feuerwehr von mit den Beschlüssen der Streit- Kontrollkommission einverstanden gungen, in denen, wie der Organisationsentwurf der General- diesem Falle Mittheilung zu machen und Auskunft darüber zu und machte dieselben zu den ihrigen. Mit der Aufforderung, daß fommission der Gewerkschaften Deutschlands klar ausspricht, die verlangen, ob eine derartige Privatbeschäftigung der Feuerwehr- alle Knopfarbeiter der Organisation beitreten möchten, schloß der Politik mit aller Schärfe ausgeschlossen wird, sich nicht leute gebilligt und zugelassen wird, um Klarheit in die Sache zu Vorsitzende die Versammlung. anschließen zu können; 1. weil bei der Auslegung unserer bringen. An Ziehtagen geschehe ja Aehnliches, auch Soldaten mangelhaften Vereinsgesetze durch den heutigen Richter- sehe man vielfach in gleicher Weiser verwendet. Das dürfe der Im Verein der Einsetzer Berlins und Umgegend stand fich gar feine Grenzen ziehen lassen zwischen Steuerzahler sich nicht gefallen lassen. Erfolge in diesem Falle sprach kürzlich Theodor Meyner unterm Beifall der Vers gewerkschaftlichen und politischen Vereinigungen, und weil ferner von dem Kommando der Feuerwehr feine befriedigende Auskunft, sammlung über Gewerbe- Schiedsgerichte. An der Diskussion be Der neue Kurs nach Fortfall des Sozialistengefeßes doch nur so könne man ja weiter mit einer Petition an den Reichstag| theiligten sich die Kollegen Schönberg, Schubert und Der alte geblieben ist, ja im Gegentheil sich noch verschärft hat; gehen. Die Versammlung stimmte der Resolution und der vor- Pitters, worauf folgende Resolution einstimmig zur Annahme 2. da Streits bei der naturgemäß sich vollziehenden Ron- geschlagenen Erweiterung des Antrages zu. Mit einem Hoch auf gelangte: zentration des Kapitals in immer weniger Händen aussichtslos die Arbeiterbewegung und die Sozialdemokratie gingen die zahl= „ Die Versammlung der Einsetzer ist mit den Ausführungen find; 3. weil das allzu scharfe Ausschließen der Politik unbedingt reich Erschienenen auseinander. des Referenten einverstanden und erklärt in die Wahl zum zur Bersumpfung führen muß. Die Versammlung ist vielmehr Gewerbegericht eintreten und energisch dahin wirken zu wollen, der Ansicht, daß diejenige Organisationsform die beste ist, die Eine öffentliche Versammlung der gewerblichen Hilfs daß Personen gewählt werden, welche die Interessen der Arbeiter ihren Mitgliedern die größte Ausbildung in allen den Arbeiter arbeiter fand am 8. März statt. Zu derselben waren besonders voll und ganz vertreten." intereffirenden Fragen bietet, und hält hierzu die lose Zentrali- eingeladen alle in Del, Licht, Seifen-, Gummiwaaren, Kon- Wegen Beleidigung des Vorstands und auf Antrag des sation auf dem Vertrauensmänner System für die geeignetste ferven, Mostrich, Effenzen-, Anilin- und Filzschuhfabriken, felben wurde dann ein Mitglied mit 30 gegen 8 Stimmen aus und verspricht, mit allen Kräften dieselbe auszubauen und so sowie in Elektrizitätswerken, Gasanstalten, Erdarbeiten und dem Verein ausgeschlossen. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. Wie im verflossenen, so wird auch in diesem Jahre in unserem Verlage Mitte April ein zur Maifeier bestimmtes Mai- Festblatt erscheinen. Dieses Mai- Festblatt soll diesmal nicht nur 4 Seiten umfassen, sondern 8 Seiten in Groß- Quartformat.== Ebenso wird in illustrirter Hinsicht alles aufgeboten werden, um dem Blatte ein festliches Gewand zu geben. Die erste Seite soll eine Titelvignette schmücken, eine Idealfigur darstellend, ferner das einleitende Maigedicht ausfüllen. Ein Kunstblatt über die vierte und fünfte Seite wird die Huldigung der Arbeit und Wissenschaft an die Göttin der Freiheit versinnbildlichen. Der tertliche Inhalt, auf dessen Auswahl und Redaktion besondere Sorgfalt verwendet wurde, wird u. A. bringen: Geschichte der Achtstunden- Bewegung in den einzelnen modernen IndustrieLändern. Mai- Prozeß in Italien. Die letzten Arbeiterschutz- Versuche in Deutschland. An die Landarbeiter Deutschlands. Labor Day( Arbeitertag) in Amerita. Aus dem Auslande. Aus dem geistigen Kampfe gegen die Sozialdemokratie. Gedichte und Festlieder 2c. Das diesjährige Mai- Festblatt wird also sowohl nach dem textlichen Inhalt, wie nach der fünstlerisch illustrativen Seite hin reicher und vortheilhafter ausgestattet sein, als das vorjährige und somit für die deutschen Arbeiter ein dauerndes Erinnerungs- Blatt an die diesjährige Maifeier bleiben. Um rechtzeitig die voraussichtlich hohe Auflage des Fenblattes feststellen zu können, bitten wir die Genossen, uns so schnell als möglich ihren Bedarf anzugeben. Bestellungen, die bis zum 20. März cr. in unseren Händen sind, werden rechtzeitig und in der Höhe der gewünschten Anzahl erledigt. Für später einlaufende Bestellungen können wir keinerlei Garantie für pünktliche Lieferung übernehmen. Der Preis stellt sich für das Einzel- Exemplar auf 10 Pfennig im Verkauf. In Partien in jedem Quantum pro Exemplar 5 Pfennig netko. Wir ersuchen unsere Parteigenossen für die Verbreitung des Festblattes" recht thätig sein zu wollen und sehen zahlreichen Aufträgen entgegen. 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