*!r. 81. Abomuments-Ktdwgnngen: SbonnementZ- Preis pränumerando! Pierteljährl. 3,30 Ml, monall. 1,10811., möchenilich 28 Plg. frei in» Hau». etiuelne Nu»l»>»r 6 Plg. Sonmagi- Zlummer mil>»»Nrilc>-r Ksnniagi- Beilage.Die Neue Weli" 10 Pfg. Post- Äbonnsinent: 1,10 Mark pro Monat. Singelragen In der Post-ZeitungZ- Preisliste für Ivos unier Et. 7878. Unter«reuzband für Teutlchland und Oesterreich-Ungarn 2 Mark, für da» übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Sri'cheiuk iiiglich«ulier Slv»k»g«. iÄM Verliitev Volktsblslk» 19. Jahrg. Ii» InftrtlonS'Gelillyt beträgt sür die sechsgespalten« Kolonsi« zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche BereinS- und VerfauimlungZ- Anzeigen 20 Pfg. „Kielne Anietgcn" fede» Wort 5 Pfg. (nur da» erst« Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bi» 4 Uhr nachmittag» in derExpedition abgegeben werden. Die Sxpcdition ist an Wachen- tagen bi» 7 Uhr abend», an Sonn- und Festlagen bi» SUhr vormittag» geöffnet. Telegramm- Adresse! „Svri»ldr»li>l>r4t S-rlin» Gentvalovgan der sc> cialdenrokrati schon Partei Deutschlands. Kedalttivn: LXV. 19. Vench-Slrasze 2. sserusprccher: Zliut l. Nr. lkOli. Dienstag, den 8. April RtWÄ. Gxpedttivn: sw. 19, Vench- Strafte 3. aeriisprecher: iHliil I Nr. B121- Professor Wagners „Agrar- und Industriestaat". II. Bcvölrcr««gS- und Agrarfrage. Neben den schon gencnnitcn Giiinden hat Wagner jedoch noch einen andern Gnmd— nach seiner Ansicht der wichtigste von allen — der ihn zn seinem Plaidoher fiir die möglichst lange Konscruierniig des Agrarstaats bestimmt, nämlich die zu schnelle VoltSvermehrnng im Industriestaat. Wie er des breiteren ausführt, nimmt unter günstigen ErlverbSberhältnissen,«auch bei mit durch massige Preise der Bedarfsartikel bedingten besseren Lebensverhältnissen, bei günstigen Aussichten, besonders betreffs des Erwerbes, bei politischer Ruhe, gesicherten Zuständen uslv." die Bevölkerung rasch zn. Einen solchen günstigeren»Stand der allgemeinen Erwerbs« Verhältnisse" aber schafft meist die schärfere»Hcransbildnng des Jndustriestaats-Eharakters der Volkswirtschaft"— ei» Zu- gcständnis, das den»Jndustriestaatlern" recht willkommen sein dürfte— sie steigert rasch die Volksdichtigkeit, und damit ergicbt sich die Schivicrigkeit„für die regelmästige Beschäftigmig, Ernährung und Zufrtedcnstcllung der immer anspruchsvoller werdenden größeren, immer mehr in den Städten, den Groszstiidten konzentrierten Bevölkerung." ES trete die Gefahr der U e b e r v ö I ke rnn g ein, zwar nicht der absoluten, wohl aber der relativen Uebcrvölkerung. die dann gegeben sei, wenn insbesondre die arbeitenden blasse» nicht sichere und genügende Beschäftigung und Erwerb fänden. und zwar, wie Professor Wagner hinzufügt, nach Mast gäbe folgender drei Reihen von Umstände»:„einmal nach den gegebenen ökonomiscki- technische» Verhältnissen ber Produktion. namentlich nach den Bedingunge» für den Absatz der Arbeitserzeng- Hisse und für die dafür erlösten Preise, sowie nach denjenigen für den Bezug und die Preise der bedurften Produkte; zweitens nach der gegebenen Nechtsordnmig für Produktion und Verteilung der Prodnktionscrträge; endlich drittens aber auch nach den auf Grund der erreichten Lebenöhaltmig gestellten Ansprüchen, sowohl i» Betreff der Art, des Mostes, des Lastgesühls der ArbeitSleistimg, als auch bezüglich der Art deS MasteS, des Lustgefühls der Eutlohmnig bezw. der Bedürfnisbefriedigung." Nim könne ma» allerdings keine bc stimmte Volkszahl und Volksdichligkcit als die an und für sich richtige und allein zulässige bezeichnen; aber ebensowenig könne man eine immer weitere Zunahme der Volkszahl als ein„s e l b st v e r> st ä übliches Ideal' hinstellen. „Nun wird man zwar", meint dann Professor Wagner weiter. „im Hinblick auf die grostcn noch wirtschaftS« und kulturfähigen un- bewohnte», unbebauten oder imtervölkertcn Gebiete unsres Planeten die heutige Zahl der Menschen ans ihm, von ungefähr l'/e Milliarden, nach den jetzigen Schätzungen, nicht als«ine Zahl bezeichnen können, die schon die richtige, zulässige sei, die daher bester nicht mehr gesteigert werde. Aber kann man umgekehrt direkt de- Haupte»: eine viel gröstere Zahl ist viel erwünschter?" Sei jedoch schon,„soweit die ganze Menschheit und Erde in Betracht käme. eine starke Bevöllerungszunahuie nicht erwünscht, so noch weniger, waS die Länder West«, Mittel> und Süd- Europas beträfe; vielmehr könne eine Stabilität der Volkszahl, wie sie Frankreich in letzter Zeit aufweise,„sogar ihre sehr gnten Seiten und Folgen haben". Und auf dem Wege der blosten Vor� aussctzmigcn und Annahmen und der ans diesen abgeleiteten kuriosen Schlustfolgerungen bis zur französischen„Stabilität" gelangt, gefällt sich nun Wagner darin, auf den nächsten Seiten die Vorteile des französischen Zweikiudershstcms und die Berechtigung des diesem zu Grunde liegenden„gesunden Individualismus" auseinander- zusetzen. Den Nutzen deS ZwcikindersystemS hier z» erörtern, bleibe uns fern; wohl aber dürfte es nicht unangebracht sein, Wagners beweis- lose Unterstellimg etwas näher zu betrachten, auf der seine ganzen weiteren Folgerungen ruhen: die Annahme, dast nur im Industrie- staat. nicht aber im Agrarstaat, eine starke BevölkerungSvermchrnug stattfindet. Dast im Industriestaat sich eine sogenannte relative Uebervölkening einstellen kann, sei von vornherein zugegeben— aber dasselbe gilt vom Agrarstaat, vielleicht noch in stärkerem Mäste. Der Ansicht, dast landwirtschaftliche Thätigkeit die Fähigkeit zur Befolgimg des biblischen Spruches nimmt:„Seid fruchtbar und mehret Euch", dürfte auch Professor Wagner kaum sein. Wenn wir trotzdem in Agrarstaaten vielfach eine relativ schwache BevölkerungSzmiahme finden, handelt es sich um andre Ursache». Das«ine Mal um Länder, in denen ein grostcr Teil der Bevölkenmg im tiefsten Elend vegetiert, Ivo es vielen unmöglich ist, eine Familie zn begründen und Unterernährung. Seuchen, Verelendung alljährlich unter den Armen aufräumen. Derartige agrarstaatliche Zustände werden auch Herrn Professor Wagner kaum als„selbstverständliches Ideal" gelten. Dan» haben wir andre Agrarländer, i» denen zwar di» Verhältnisse etwas besser sind, diele bessere Lage aber, wie sich bei näherer Betrachtimg zeigt, nur dadurch aufrecht erhalten werden kann, dast stetig ein groster Teil der Bevölkerung aus- und ab- wandert, teils in entfernte Gegenden, um dorl weiter Landivirtschaft zu betreiben und noch einiger Zeit als Konkurrent der im HeimatS- lond Zurückgebliebenen aufzutreten, teils in näher gelegene iudnstrielle Gegenden. Zn dieser Gruppe gehören fast sämtliche Agrar-Gegenden Mittel- und Südenropas. Auch Deutschland gab früher bekanntlich alljährlich einen bedeutenden Teil seiner Landbevölkerung an andre Staaten ab, bis nenerdingS seine industrielle Entwicklung die Auswanderung fast ganz zurückgedrängt hat. nnd statt nach überseeischen Gebieten sich die überschüssige Bc« völkcrung des Ostens nach dem industriellen Westen ergiestt, um dort Ja der Industrie ein Unterkommen zu suchen. Lst es doch eine all- bekannte, statistisch festgestellte Thatsache, dast die Volksdichtigkeit der Industriestaaten und Jndustriegegendcn weniger durch die schnelle Vcrmehrnng der dortigen alteingesessenen Bevölkerung als durch den stetigen Zustrom aus den Agrarländern geschaffen wird, für deren immer wieder anschwellende relative Uebcrvölkerung sie sich gewisser- mästen als Sicherheitsventile erweisen. Doch noch eine dritte Art von Agrarländern gicbt es: Länder, in denen trotz immer wiederkehrender Hungersnöte und Seuchen, trotz zunehmender Verelendung die Vevölternng zimimmt und infolge der geographischen Lage, religiöser Vorurteile, staatlicher HinderungS- mastrcgel und dergleichen kein genügender Abzug vorhanden ist, wie z. B. in einzelnen Distrikten Chinas und Indiens. Aber wenn schon die oben geschilderten agrarstaatlichen Zustände alles andre denn ein„selbstverständliches Ideal" sind, so ist eS da» in diesen Gegenden übliche Niveau der Lebenshaltimg. das halbtierischc Fort- vegetieren, die dumpfe Ergebenheit in das Schicksal noch weniger. So stellt sich in Wirklichkeit die Vcvölkcrimgöfrage fiir die Agrar- länder. Dagegen finden wir in den Judnstriestaate», wenn es auch in diesen keineswegs a« Störungcu und sogeuaimteu Uebervölkerniigs- zuständen fehlt, dast sie nicht nur den Zuwachs ihrer eignen Bevölkerung. sondern auch noch einen Teil des UcberschusscS der Agrar- ftaaten aiifznuchmen vermögen. Mit der industriellen Entwicklung sind aber doch Krisen nnd periodische Arbeitslosigkeit verknüpft, meint Wagner. Sicherlich, aber nicht minder sind mit der Agrar- Produktion Mistivach?, Misternten und Hungersnot verbunden: chronische, bald schlvächer, bald stärker anftretende Leiden des Agrar- staatcS, die diesen immer wieder aufs heftigste erschüttern. Die ganze Argumentation»nd Problemstellung WagnerS zeigt, dast er nicht auf Grund volkswirtschaftlicher Erkenntnisse zur Forderung der Berlangsamung der industriellen Entwicklung kommt, son- dem wie ihn umgekehrt seine politischen Motiven entspringende Forderung der Erhaltung deS GrostgrnndbesitzcS zur Annahme bestimmter volkswirtschaftlicher Anschammgen führt— wenn er selbst auch vielleicht sich über diesen Zusammenhang nicht klar ist. Fiir den eigentliche» Jndnstricstaatlcr. also auch für Brentano, stellt daS Problem sich so dar: gegeben ist die BevölkenmgSziinahme, Zlvcck ist die Erhallung der steigenden Bevölkerung unter Berück- sichtignng der vorhandenen wirtschaftlichen Bedingungen; die Antwort lautet natürlich: Förderung der industriellen Entwickclung. Anders bei Wagner. Er geht von dem Grundsatz aus, das kon- servalive Element deS deutschen StaatslebcnS(er nennt eS an- scheinend die„politische Gesundheit") ist zu erhalten, daraus ergiebt sich alS Zweck die Konservierung der wirtschaftlichen Stellung deS Grostgrnndbesitzes, nnd da die BevölleriingSznnahme uiitcr den bestehenden Verhältnissen immer wieder zum Ausbau der Industrie treibt, kommt er ganz konsequent zur Forderung möglichster Ein- schränkung dieser Zunahme. Die Konservierung des Grostgrimdbesitzes ist für Wagner so ausschlaggebend, dast er sogar die Erhaltung der Wehrkraft ihr gegenüber gering anschlägt. Klar ist, bleibt Deutschlands Be- völkerung stabil, so wird seine Wehrkraft von den europäischen Ländern, deren Bevölkerung in bisheriger Weise weiter fortschreitet, überholt. Doch Wagner weist sich Rat, wie immer in solchen Fällen greift er auch hier wieder zu einer Annahme. Er imterstcllt einfach, bei der Wehrkraft käme eS auf die Volkszahl und»Vermehrung gar nicht an; Frankreich sei ja auch, obgleich viel kleiner als Nustland, diesem ebenbürtig, und mm gar daS graste China—«w a S leistet es militärisch, politisch?!" Ei» Beweis, der imgcfähr auf derselben Höhe steht, wie daS im ersten Leitartikel mitgeteilte Rechenexcmpel. Würde jemand Wagner bezüglich seiner AuSführimgen über die Schönheit deS Agrarstaates auf Irland verweisen, dessen Bevölkerung im letzten Jahr> hundert um drei Millionen zurückgegangen ist. er würde sicherlich antworten:„Ja haben wir denn irische Verhältnisse?" DnS hindert ihn saber nicht die politischen und militärischen Verhältnisse der europäischen Grostmächte»ach denen Chinas zn beurteilen. Doch min zur Hauptfrage: wie ist die rasche Zunahme der Bevölkerung zu verhindern? Dadurch, dast wir imS nach Bürgschaften umsehen,„damit anS dieser Entwicklmig der Bevölkerung nicht Ucbervölkernng mit all den peinlichen Folgen einer solchen hervorgehe". Und was sind das für Bürgschaften— die Erhaltung deS Grundbesitzes I Zur Erreichung dieses Ziels aber bedarf eS des AgrarschntzeS; folglich niust, wer nicht die ttebcrvölkernng mit ihren Folge» will, für die agrarifchenZollforderungen eintreten. Und nun legt Wagner loS und sticht in langen AnS« führnngcn nicht nur die Notlage der Landwirtschaft nnd Berechtigung hoher Rgrarzölle zn erweisen, sondern auch ihre Nützlichkeit für den Arbeiter; denn, wenn die Landwirte mehr verdienten, erhielten auch die Landarbeiter höhere Löhne, und selbst di« Jndustrie-Arbeiter ge- wäimen, da der Absatz an die Landbevölkernng steigen würde, wo- durch eine Zunahme der industriellen Thätigkeit erfolgen müsse, und daS bedeute für den Arbeiter gesichertere Beschäftigung. Ein kurioser Bandwurm seltsamer Behauptungen und noch seit- samerer Folgerungen. Diesen Knäuel aufzulösen, möchten wir UNS ersparen; eS genügt, auf einen Widerspruch hinznzeigen, mit dem der ganze Bau zusammenfällt. Wodurch soll der Grundbesitz bezw. die Landwirtschaft auf eine Verminderung der BevölkernngSznnahme hinwirken? Nach Wagner hängt die Zu« und Abnahme von den günstigen oder ungünstigen Erwerbs- und LebenSverhältniffen ab. Also kann eine Verminderung der VolkSvermehrung durch die Land« Wirtschaft und die ihrer Erhaltung dienenden Agrarzöll« nur dann angenommen werden, wenn man zugleich unterstellt, dast diese die Lebcnsverhältntsse der unteren Schichten verschlechtern und dadurch eine geringere GebnrtS- und gröstere Sterblichkeitsziffer herbeiführen. DeS- halb hat denn auch in richtiger Konsequenz Brentano Wagner vorgeworfen, sein Ziel sei eine größer« Berelendung der Volksmasse und als deren Folge eine Zunahme der Sterblichkeit. Darüber regt sich Wagner gewaltig auf, spricht von Tiradcn und erklärt, eS wäre ihm gar nicht eingefallen, eine solche Folgerung zu ziehen. DaS ist richtig, in Wagners Aufsätzen steht von dieser, Verelendung" nichts; nicht minder richtig ist aber, dast Brentanos Folgerung sich mit klarer Konsequenz ans WagnerS Ausführungen ergiebt, und dast. sobald sie geleugnet wird. WagnerS ganze Deduktionen einfach sinnlos werden. Und nun gar die in dieser zweiten Auflage verfochten« Be- hauptung, die Stärkung der Landwirtschaft durch höhere Zölle werd« die Bevölkerungsvermchrung vermindern und doch andrerseits die Erwerbs- und Lebensverhältnisse der Arbeiter bessern, nachdem im voranfgegangenen Kapitel erst eben auseinandergesetzt worden ist, inigüussige Lebensverhältnisse beeinträchtigten, günstige erhöhten di» Volksznuahiiikl Die Arbeiter verschließen sich den Folgen der Entwitflimg zum Industriestaat nicht?, sie spüren sie täglich am eignen Leibe und schärfer als in irgend- welchen konservativen volkswirtschaftlichen Schriften sind in den ft-cialistischen die verderblichen Beglcit- ersch einungen der indnstriellci: kapitalistischen Entwicklung bloßgelegt. Aber daraus ergicbt sich für iliiS nicht die Konservierung agrar- staatlicher Zustände nach Wagnerschem Rezept, sondern die Losung: Hinweg über den Industriestaat zur soeialistische» Wirtschaftsordnungl Polikifche Berlin, de» 7. April. Die Koiuiuission fiir Zolltmicher nimmt am Dienstag ihre Beratungen wieder auf. Während da» Plenum erst eine Woche später zusammentritt, will die Kommisfton schon jetzt durch Abhaltung von täglichen Doppelsitzuugen ihren im» geminderten golleifer beweisen. Die Beratungen beginnen bcj Position 44 des Tarifs: Weintrauben. Vorläufig ist man also bereit, ohne Diäten zu arbeiten. Von den vielerörterten AuSnahinediäten für die Zollkommission ist im Augenblick überhaupt wenig die Rede. Das Interesse richtet sich vielmehr fast ausschließlich darauf, ob die Regierung sofort oder bei baldigster Gelegenheit in der Kommission neue Erklänmgen geben wird. Als Graf Posado wskh seine Rundfahrt nach Mittel«'und Süddentschland antrat, lebte die Presse des UeberwnchcrS in der Hosfmmg, eS werde aus diesen Ministerkonferenzen ein Entgegenkommen der Regierungen zu Gunsten der Wünsche der Kompromistparteien entspringe». Die offiziöse» Erklärungen über Inhalt und Ausgang der Besprechungen ztvischen dem Grafen PosadowSkh nnd seinen Kollegen in Dresden. München, Stuttgart, Karlsruhe lassen jedoch keinen Zweifel, daß jene Hoffnungen unerfüllt bleiben. Di«„Krenz-Zeitung" richtet den Zorn ihrer enttäuschten Erwartungen, da sie die N e g i e r u n g vorläufig noch vorsichtig zn behandeln vorzieht, gegen die Offiziösen, deren ungeschickte Federn die Situation wieder einmal bösartig verwirrt hätten u»6 die Schuld trügen, wenn die Opposition„wieder munter' werde. Recht trübselig faßt das konservative Blatt seine letzte Betrachtimg über die zollpolitische Lage in dem Ergebnis zusammen: „Wie man sieht, ist die Lage ivicder einmal dank der Thätig- kcit nnsrcr Offiziösen oder solcher, die sich dafür ausgeben, gänz- lich verworren. Die lachenden Dritten stehen inzwischen schaden« froh beiseite. ES ist wirklich Zeit, dast man— wofern man überhaupt noch Wert ans daS Zustandekommen der Zolltarifreform legt— sich endlich bemüht, durch so schwere Fehler, wie wir sie in Vorstehendem gekennzeichnet haben, nicht weiter der Opposition Wasser auf ihre Mühle» zu liefern." Nicht nnuder unwillig sind die Schacherer deS CentrnmS. dast die Regierung anscheinend das Zollgeschäft durchaus mir zn dem von ihr zuerst gestellten Preis abschließen will. Die „Kölnische Volkszeitung" spricht von Zuspitzung der zollpolitischen Lage und erklärt: „Die Dinge liegen also min thaisächlich so, daß eS gar keinen Zweck mehr hat, sich mit derZollvor läge a b z n m ü Heu, eS sei denn, dast die Mehrheit willens wäre, die Mindestzölle für Getreide nuveräiidert anzunehmen. Hoffentlich wird gleich in der ersten Sitzung der Kommission am nächsten Dienstag volle Klarheit darüber geschaffen, ob es sich noch lohnt, die Berniungen fortzusetzen. DaS Hin und Her hat nun wahrlich lange genug gedauert." Es ist also wohl möglich, dast der Staatssekretär für Rund« reisen alsbald aus der Mitte der Kompromistparteien zn weiteren Erklärungen herausgefordert werden wird. Wenn dann Graf PosadotvSky das Festhalten der Regierungen an ihrem„ll»an« n e h m b a r" von neuem verkündigt, so tritt an die Konservativen und das Eentrmn die entscheidende Frage heran, ob sie— ihren Rückzug auf die Regicningsvorlage schon demnächst vollziehen wollen oder ob sie eS vorziehen, noch weiter den starke» Mann zn spielen nnd die Zollberatnng in der bisherigen Art fortzusetzen, um erst später sich mit der Regierung zu finden. Die Zollopposition aber hütet sich, lvie die„Krenzzcitnng" meint, ninuter zu werden infolge des Kleinkrieges, der zwischen den feindlichen Wucher« und Ueberlvucherfreundeu spielt, Die Zollopposition, wenigsteuS ihre stärkste Truppe, die Socialdemokratie, ist munter an» eigner KampfeSüberzeugniig. Mögen Regierung und Ueberagrarier sich schlagen oder sich vertragen, wir rechnen nur auf uns selbst. Wir führen den Kampf, als sei die Berstän«' digung der jetzt noch Hadernden gewiß. Tritt sie etwa doch nicht ein, mn so besser; aber Art und Mast unsrer Rüstung wir» von solcher Möglichkeit keinesfalls bestimmt. Agrarisches a»S Oflpre«sjcu. Man schreibt uns: Nm 3., 4. s Die Geschichte wird aber erst recht pikant, wenn man weiß, daß und 5. April hat in Königsberg die Landwirtschaftskanmier für Ost Preußen getagt. Die Verhandlungen haben interessante Dinge er- geben. Bemerkenswert war gleich die Eröffnungsrede des Vor sitzenden. In derselben hieß es: „Einen durchgreifenden Erfolg für die gesamte Lage der oft preußischen Landwirtschaft werden wir aber mir dann erzielen, wenn die durch nnsre gegenwärtige Zoll- und Eiscnbahnpolitik gc- schaffenen Hindernisse beseitigt werden, die sich einer günstigen Gestaltung unsrer Landivirtschaft entgegenstellen. sZustimimmg.) Wiederholt haben wir uon dieser Stätte aus darauf hingewiesen; mit gespannter Erwartung verfolgen lvir den Gang der parla meutarischen Kämpfe, die gegenwärtig in der Zolltanspolitit aus- gefochten werden. Mögen diese Kämpfe zu einer für die Land- Wirtschaft segensreichen Entscheidung führen! Sollten aber, meine Herren, die Kampfcstvürfel diesmal uns ungiinstig fallen— wir dürfe» darnm nicht verzagen. Den letzten Satz werden alle Gegner des Brotivuchers mit Freuden unterschreiben. Einen breiten Raum nahmen die Erörterungen über die Arbeits- Verhältnisse ein. Die Abwanderung der Arbeiter läßt etwas nach. Die Versuche, die zur Entlassung kommenden Soldaten auf das Land zu führen, wurden als gänzlich gescheitert bezeichnet. Als ein mißlungener Versuch müsse» die Bemühungen, Arbeiter familien aus dem Westen nach Ostpreußen zurückzuführen, angesehen iverden. Nur 74 Familien mit'529 Köpfen sind in drei Transporten zurück befördert. Sehr angeuehnr für uns Socialdcmokraten ist. daß diese Familien möglichst über die ganze Provinz verteilt wurden. Sie werden wie Sauerteig lvirken. Ilm die Arbeiter an die Arbeitsstelle zu fesseln, werde» für langjährige Die»zeit Medaillen und Diplome verteilt. Jin letzten Jahre wurden dafür 2984 M. aus- gegeben. Auf Antrag der Arbeitgeber sind gegen 899 Arbeiter und A r b e i t e r i n u e n beglückt worden. Die Geschichte ist also so billig wie mir möglich. Damit den Arbeitern die Sache nicht gar zu lächerlich vorkommt, ist der Arbeitgeber, welcher die Präniiieruug beantragt, verpflichtet, bei zehnjähriger Tienstzcit dem Arbeiter zu zahlen mindestens 3 M. bei zwanzigjähriger Dienstzeit mindestens ö M. und bei dreißigjähriger Dienstzeit mindestens 19 M. Ein wahrer Bettel also! Aber die paar Me.rk, die sie zahlen sollen, sind den Herren Gutsbesitzern noch zu viel. Das Kammermitglicd Oberst- lieutenant v. Soden st e r n war der Ansicht, daß es nicht billig sei, wenn der Arbeitgeber von der Landivirtschaftskaniniec verpflichtet werde, seinerseits für die Prämiieruug treugedienter Arbeiter auch etwas zu leisten, und stellte den Antrag, daß die V e r p f l i ch t u N g der Arbeitgeber aufgehoben werde. Nach dieser Arbeiterdebatte folgten Auseinandersetzungen, an denen die Landarbeiter ein sehr wesentlicbcs Interesse haben. Es wurde über Schutzvorrichtungen an Göpctwerken verhandelt. Den daraus bezüglichen Paragraphen einer Polizeiverordnmig hat der Oberpräsideut kürzlich auf ein weiteres Jahr außer Kraft gesetzt. Jetzt beantragte Herr von Hippel- Gr.-Kuglack, der Vorstand der Landwirtschaftskammer solle an den Oberpräsidenten die Bitte richten, diesen Paragraphen gänzlich außer Kraft zu setzen. Das Kammermilglied Pelz meinte, man müsse anerkenne», daß Ausschaltvorrichtungen, ivie sie die Polizeiverordmiug verlange. miter Umständen Gutes bc- wirken könnten. Oberstlieutenant B o r b st ä d t erklärte da- gegen, es sei'.uimöglich, unter allen Umständen Unglücks- fälle an Götzelwerkcn zu verhüten. Da in Ostpreußen 149 999 Göpelwerke existieren, werde die Annahme des Antrages 'Hippel Beruhigung in der Landbevölkeruiig hervorrufen.— Diese Beruhigung würde natürlich nur bei den Besitzern der Göpel- werke Platz greifen, nicht aber bei den Arbeitern, die ihre Glied- mgfe�n auf das Spiel setzen.— Der Antrag Hippel wurde ein- stimmig angenommen!— Marirnbttlg, 7. April. Amtliches Wahlergebnis. Bei der am 3. April ini Wahlkreise 1. Elbing-Mariciiburg statt gehabten Reichstags-Ersatzwahl erhielten von 18 399 abgegebenen Stimmen v. Oldenburg, Rittergutsbesitzer in Jamischau, Kreis Rosen berg(Westpreußen), skoiis.) 9295 Stimmen, König, Ltaiifmann in Elbing,(Soc.) 4929, Zagermann, Probst in Elbing,(Etc.) 2587. Kindler, Architekt in Posen, sfreis.) 1251 und Wagner, Jnstizrat in Berlin,(natl.) 415 Stimmen; v. Oldenburg ist somit gewählt.— i Ucber den Fall Abbe kommt die Hetzpresse i»och immer nicht zur Ruhe. Nur mit ärgerlichstem Widerstreben gicbt nian der von der Geschäftsleitnng der Zeiß-Wcrke ausgehenden Mitteilung Raum, daß der Undank und die Bildmigsfeindlichkcit der Jenaer Arbeiter nur eine böswillige Erfindung waren. Am Iviiteiidsten ist das Jenaer Hetzblättchen, das die Tatarcnnachricht zuerst verbreitet hat, die„Jenaische Zeitung". Da sie sviist absolut nichts mehr zu sagen weiß, führt sie ihren Lesern das scnsatioiiclle Ereignis zu Gemiile, daß der„Vorwärts" das freisinnige„Jenaer Volksblatt" als„Bruder organ" bezeichnet habe. Obgleich das„Jenaer LolkSblatt" diese kindische Deinmziatioil mit würdigerer Gelassenheit hnmimmt, als unlängst Herr Dr. Barth die gleiche„Beleidigung" im Abgeordneten Haus, wollen wir doch dem reaktionären Hetzblättchen den Trost onthun, unsere selbstverständlich mir ans einem Flüchtigkeitsfehler beruhende Ernennung des„Jenaer BolksblattS" zum socialdcmo kratischcn Parteiorgan hiermit mit aller Feierlichkeit zu widerrufen.— Ter Bund der Landwirte und seine pfälzische Abteilung. Aus der Pfalz schreibt man uns: Die Pfalz, in der der Bund der Lniidwirie bei den letzten Reichs- und Landtagswahlen die auSschlag- gebende Rolle spielen konnte und die Mandate nach seinem Gut- dünken vergab, dürfte für den Bund das nächste Mal ver- loren sein. Trotz fieberhafter Agitation durch die Wanderredner des BnndcS will es nicht gelingen, cker Gleichgültigkeit und Jiitcrcssclosigkeit feiner Bmidesgenoiscn zu steuern. Als seiner Zeit die Soeialdemo- kraten die Protesllisicn wider den Brotwncher cirknlicreii ließen und einen gewaltigen Erfolg davontrugen, da wurde von BmideSscite eine große Gegenagitatio» angekündigt. Das Resultat wurde bis heute noch nicht bekannt gegeben. die Gcgensammlmig verlief im Sande. Die im vorigen Herbst mit großem Tamtam angekündigte Generalversammlung des Bundes für die Pfalz, die mit einem„großen Bauerntag" verknüpft wurde und zu deren Ab- haltuna das inmitten der Pfalz gelegene weinfröhliche Neustadt an der Hardt bestimmt wurde, fiel kläglich genug aus; kaum 299 Mämielcheit aus der ganzen Pfalz fanden sich ein. trotzdem der Bund seine besten Gäule— Lücke und Nösicke— vor den_ Karren gespannt hatte. Die nationalliberalen Abgeordneten der Pfalz, die vordem gehorsam eines jeden Winkes der Bündler harrten, blieben der„imposanten Versammlung" gleichfalls fern. Der größte Schmerz widerfuhr dem Bunde aber durch einen seiner ungetreuen Knechte, den von ihm in den Sattel gehobenen Weiiigutsbesitzer Fitz in Ellerstedt. Fitz, der Mitglied des Bundes und als solcher zum Abgeordneten des fünften pfälzischen Wahl- kreiscs Homburg-Kusel gewählt wurde, stimmte seiner Zeit mit den Nationalliberalen— seiner alten Liebe—, als diese der Ne- gierung des Onkel Chlodwig ihr Vertraueil bezeugte». Das war mehr, als die Bundeshäuptliuge vertragen konnten, und F i tz ist seitdem ein geächteter Mann. Dafür rächte er sich. indem er das, ivas er hinter de» Coulissen erschaut und gehört, ausplauderte. Einen kapitalen Streich lieferte er jüngst in seinem Heiinatsdorfe dem Bmidesschwätzer Nenreuther ans Ossenbach a. M. Dieser Herr kani. nm die Bauern Ellerstedts für den Zollwucher breitzuschlagen. Fitz aber wachte! Er samnielte seine Mannen. nötigte den ofsiziellcn Bmidesredncr zum Rückzug, zog wider die Buudesführer ordentlich vom Leder und ließ durch die Bauern- v e r s a in m l u» g eine Stesolution annehnien, i» der der Ab- geordnete des Kreises, der bekannte Weinredner Dr. Deiuhard, auf- gefordert wurde, .. für die von der Kommission bereits beschlossenen und noch zu beschließenden Zollerhöhmigen einzutreten, dagegen die Forde- rnngeii des Bundes„alles oder nickits" im Interesse der Landwirtschaft und im Interesse deS Weinbaues auf d a S allerentschieden sie zu bekämpfen". Dr. Deiuhard selbst Höriger des Bundes ist. Der agrarische„Pfälzische Kurier" beschuldigt nmnnehr Fitz, daß er den weinfröhlichen und seligen Doktor ans Deidesheim ans seinem Wahlkreise hinausgraueln und sich selbst a» dessen Stelle setzen tvolle Was wahr ist, weiß mau nicht, aber das weiß man, das; sich Dr. Rösicke nach dem Sitz des Herrn Fitz in Hombnrg-Knsel sehnt, Ivcil dieser immerhin mehr Gclvitzhcit für eine Wiederwahl bietet, als der von den Socialdemokraten bedrohte Wahlkreis Kaisers läutern. Herr Fitz hat aber zur Zeit nicht das geringste Bc dürfnis, aus„seinem" Wahlkreis zu weichen. Auch im ersten Wahlkreis LudwigShafeil, den unser Genoss E h r h a r t vertritt, gehen die Iiationallibcralcn selbständiger all früher. Es verlautet, daß sie den Laudtagsabgcordiictcil Dr. Hammer schmidt, einen Gymnasialprofessor aus Speier und ein entschiedener Gegner der Agrarier, als Kaiididatcu aufstelleii wollen Einen schweren Reinfall erlebte der Brnid auch dieser Tage erst wieder, und zwar waren es echte rnid rechte Bauern, die ihm eine schtvere Niederlage bereiteten. Wie schon einmal berichtet, wurde für die Liidwigshafeiicr Walzmiihlc bei der letzten Reform deS bayrischen Stenergcsctzcs eine eigne Erdrosselungsstencr ge schaffen. Nun muß der Bund aber den Schmerz erleben daß, entgegen dem Wühlen seines Organs, des„Pfälz. Courier" sich 1800 Bauern aus 39 Ortschaften der Vvrdcrpfalz in einer Petition an den bayerischen Landtag ivaiidtcn mit dem Ersuchen, die lex Walzmühle im Interesse ihrer— der Bauern— wirtschaftlichen Lage aufzuheben. Das interessanteste dabei ist aber ohne Zweifel die Thatsache, daß die 1899 Bauern sich gerade in jenen Orten finden, an denen der Bund seit Jahren festen Fuß gefaßt und sogar starke Ortsgruppen hat. Der Bund hat in der Pfalz seine Rolle ausgespielt.— Ausland. Streikbewegung in Frankreich. Paris, 5. April. Mit dem 1. April ist der erste im Gesetz Millcrand- Colliard vom 39. März 1999 vorgesehene Termin der Verkürzung der Arbeitszeit um eine halbe Stünde angebrochen. Die zwei chonperioden von je zwei Jahren, nach deren Ablauf das Zchnstmlden gesetz für die„gemischten" Betriebe, wo Männer, Franen und Minder- fährige zusammen beschäftigt sind, erst durchgeführt iverden soll, waren selbstverständlich darauf berechnet, dem Iliiternchincrtm» den liebtrgaiig zum Zehnstundentag zu erleichtern. Dieses Zugeständnis an die „Interessen der Industrie" hindert»im aber das Ilntcrnehmertmn nicht, der Durchführung der Reform tückischen Widerstand entgegen zusetzen. Wie schon vor 2 Jahren, als die Arbeitszeit auf 11 Stunden verkürzt werden sollte, versucht das Unternehmertum jetzt von neuem den Lohn mn eine der. Zeitverittrzung entsprechende Größe zu reduzieren. Und wie damals, müssen die Arbeiter durch den Streik für die Aufrechterhaltmig des bisherigen Lohnes kämpfen. Diesmal ist aber natürlich die Streikbeweguiig sehr viel ans- gedehnter, ilidem die Einführung des 19>/2stü»digen Tages mehr Betriebe trifft, darunter vor allem die Tcxtiliiidnstrie. Die Bewegung hat bereits erfaßt die Webereien in R c i m s mit etwa K999 Arbeitern, zahlreiche Textilbetriebe im Nord- d e p a rt e m e n t, und zivar in Lille, Ronbaix, Tour- coing, Fourmies, dann in Anuecy tObcrsavoycn), in Vienne, in A u b e n a S sArdsche), wo die Seiden- arbeitcr zugleich de» Z e h u st u n d e n t a g fordern. eine Färberei und eine Weberei im V o g e s e n departeiuent, die Porzcllaiifabrikcn von L i m o g e s u. a. m. Ju den V o g e s e n hat eine Fabrik die Frauen und Minderjährigen einfach entlassen. um weiter 11 Stunden arbeiten lassen zu köiineil. Die Männer traten deshalb in den Streik. In S a i n t- P o n s(Rhone) streiken die Arbeitcr einer Leimfabrik, weil sie um eine halbe Stunde die Mittagspause verlängert wissen tvolle», während die Direktion die Arbeit am Morgen nm eine halbe Stunde später begimie» lassen will. Bisher haben die Uuternchmer nur in vereinzelten Fälle« nachgegeben, in je einer Fabrik zu Rubaix und Tourcoing. In Reims, wo der Ausstand allgemein ist, steht an der Spitze der Bcluegung ein Generalstreik- Komitee, das von den Arbeitern ermächtigt ivurde, namens aller Betriebe den Kampf zu leiten. Die Streikenden halten ihre Versammlungen ab in einer Vorstadt nnter offenem Himmel, auf dem„Streikfeld", so ge- nannt seit dem Streik von 1889. Auch veranstalten sie Straßen- kundgebnugeil. In Vienne hat der Widerstand der Unternehmer nach einer Meldung der„Pctite Rspnbliqne" einen politischen Nebenztvcck: der Streik soll dazu dienen, die W a h l a u s s i ch t e n der»lelinistischen Kandidaten zu begünstigen. Einige kleine Fabriken wollte»»ach- geben, sie wurden aber daran verhindert durch die Boykott- drohmig der große» Betriebe, von denen sie technisch abhängen. Oestreich-Ungarn. Die Wahl in der Rotunde. —st— Wien, 4. April. Am Sonntag wird sich in Wien eine Wahl abspielen, der nicht»nr eine große politische Bedeutung zu- kommt, sonder» die auch in ihrer äußerlichen Abivicklniig ganz nn- gewöhnlich ist. Die H a n d l n n g s g e h i l f e n haben nämlich ihren Gehilfenausschuß— das vertretende Organ der als Neben- körper der ZivangSgeiiojsenschaft fungiereilden Gehilfenvcrsamnilmig — und die Fmiktiouäre für ihre Krankenkasse zu wählen. Es ist dieselbe Wahl, die schon in» Jahre 1893 abgehalten und entschieden worden ist. Damals siegten mit einer Mehrheit von 899 Stimmen die Soeialdcmokraten über die die Stellen besitzenden Christlichsoeialeu, doch wurde die Wahl von dem ganz im christlichsocialcn Fahrwasser schivimmeiiden Magistrat an- nullicrt und der bisherige Obmann A x in a n n mit der Leitung„provisorisch" betraut. Dieses Provisorium dauerte nicht weniger als dreieinhalb Jahre, also länger als die Zeit für die gesetzliche Mandatsdaner bestiiinnt ist. Die Nemvahl fand erst im November 199l statt; wie sie Herr Axniann zu vereiteln wußte, ist noch in Erinnerung. Um der gewissen Niederlage zu entrinne», sistierte er ohne jeden Grund die Wahlhandlung— hoffend, daß er die langjährige Verschleppungspolitik weiter fortführen werde können. Aber daZ energische Auftreten unsrer Genossen im Parlament machte durch diese Rechnung eine» Strich; die Behörde mußte dem Skandal ein Ende, nachen und so wurde Herr Axinann seines AiiitcS eutsctzt und der Magistrat, die Gewerbebehörde erster Instanz, mit der Durch- ührnng der neuen Wahl betraut. Die Wahl findet nun diesen Sonntag statt. Schon das Quantum der zu wählenden Mandatare ist ein ungewöhnlich großes: es sind für die verschiedenen Funktionen etwa 129 Mensche» zu wählen. Gemäß den Bestimmungen deS Gesetzes muß die Wahl in einer Gehilsenversantmlung, also in einer Versanimlnug erfolgen; da nm» die Wählerzahl etwa 18 999 ist— es wählen sämtliche An- gestellten der protokollierten Firmen— so tvar es nicht leicht, ein passendes Wahllokal zu finden, um so mehr, als Herr Axmaun be- hanptet hatte, nur die Kleinheit des Lokals— es wurde in der Vollshalle des Rathauses gewählt— habe im November die Durch- fnhrung der Wahl unmöglich gemacht. Die Regierung hat im» ei» Wahllokal bestimmt, wie es in dieser Ansdehnmig wohl noch nie ge- geben hat: die Rotunde, den bekannten Eisenbau im Prater, der im Jahre 1873 für die Wiener W e l t a u s st c l l u n g errichtet worden ist. Der Riesenramn vermag mit Lcichlig- keit 79 990 Menschen aufzunehmen, ist also als Wahllokal gewiß ein Unikum, das selbst die an gigantische Größen- Verhältnisse gewohnten Amerikaner erstaunen machen würde. In dein gewaltigen Saal werden 24 Sekiioncn erdichtet und ein Heer von Beamten und Polizisten ist designiert, die glatte Dnrchführimg des Wahlaktes zu sichern. Er ist also anzmiehmen, daß diese Wahlen der Haudluiigsgchilfeii, die seit vier Jahren im politischen Leben Oestreichs einen sehr breiten Raum einnehmen, endlich erledigt Iverden iverden. Bei der Wahl stehen sich nur zwei Parteien gegenüber: die Socialdemokraten und die C h r i st I i ch s o e i a I c n. Nur Axmann selbst, der seither Geineiudcrat und Reichsrats-Abgeordncter geworden ist, ist seiner Partei im letzten Angeublick davongelaufen: er kandidiert nicht mehr. Er scheint sich der Erkenntnis nicht mehr zu verschließen, daß sein Durchfall sicher ist, und so sehen unsere Genossen der Wahl mit den besten Hoffnungen und der Erwartung eines großen Sieges entgegen. lieber den Wahlausfall wird gemeldet: Die Stimmabgabe in der Zlotmide, die von Polizciiiiamischasten umstellt war, erfolgte ruhig, aber rings mn den Prater kam es am Nachmittag allcroricn zu Raufereien und Prügeleien ztvischen Christlich- Socialen und Socialdemokraten. Die Polizei war nicht im stände, dies zu ver- hindern. Es gab viele Verwundete. Die Wut der Christlich- Socialen steigerte sich, als sie vernahmen, daß ihr Kandidat in der Minorität geblieben war. Abgegeben wurden 9879 Stimmen. Der Pick wurde mit 5613 Stimmen Soeialdemokrat gewählt. Schweiz. DaS neue ParlamentSgcbände und die BundeSversaiumlung. Bern, 4. April.(Eig. Bcr.) An dem ctivas ominösen 1. April ist das neue B u n d e s- P a r l a in e n t s h a u S eingeweiht worden. 7Vs Jahre, also seit 1895. ist an der Herstellimg desselben gearbeitet worden, und 8 299 999 Fr. hat der prachtvolle Monnnieiitalbaii ge- lostct. Im neuen Bimdeshaufe halten National- und Ständerat ihre Sitzungen, und daneben giebt es zahlreiche Säle und Sitzungszimmer für die Kommissionen, die Präsidien der beiden Räte, fürlden Bundes- rat, für die Journalisten und Stenographen, Zcitungs- und Bibliothek- zinimer ee. In, zweiten Stock sind die Bureaus des eidgenössischen statistischen Amts, in den Dachrämnen die Archive:e. Ein böses Omen ist es, daß als erste wichtige Materie die Zollvorlag c zur Behandlung gelangt, die es ans eine Plünderung aller Kreise. die nicht zur Landwirtschaft, dem verzogenen Schoßkind der biirger- lichen Parteien und des Bundesrats ivie der Kantoiisregiermigen, gehören, abgesehen hat. Ter mit der Einweihung des neuen Parlaments eröffneten Bundesversammlung liegen gegen 60 verschiedene Geschäfte zur Erledigung vor, wovon wir als wichtigste außer dein Zolltarif erwähnen: Die Vorlage betreffend Knebelung der Presse wegen Bc- leidigling des Militarismus, Erleichterung der Embürgernng, Neu- eiliteilmig der Nationalrats-Wahlkreise, Unterstützung der Volksschule. Freigabe des Sonnabendnachinittags ze. Demnach kommt dieser parlamentarischen Frühjahrsscssion eine ganz antzcrgewöhnliche Vc- dcutnng zu.— Frankreich. Zu den Wahle». Von den ansschcidenden Deputierten werden 52 nicht wieder kandidieren, 9 Sitze find durch Tod oder Wahl der Inhaber zu Senatoren zur Zeit erledigt. so daß also mindestens 61 Depiiliertensitzo durch nciie Männer besetzt werden. Trotzdem die Wahlperiode offiziell erst seit 3 Tagen eröffnet ist, haben sich im Seiiiedcpartcmeiit doch bereits 163 Kandidaten gemeldet: in den Provinzen sind bisher 899 Kandidaten zur Anmeldung gelangt.— Belgien. Verbot der Demonstrationen. Aus Brüssel meldet der Tele- graph: In Brügge mid andern belgische» Städten wurden die für morgen und übermorgen angesagte» politischen Demonstrationen polizeilich nntersagt. Nichtsdestoiveniger habe» die vereinigten Oppositionsparteien öffentliche Versammlungen einberufen, dieselben iiide» größtenteils in der Nähe der Bahnhöfe statt, wo die klerikale» Abgeordneten bei ihrer Rückkehr aus Brüssel mit feindlichen Knud- gebunge» empfangen werden sollen. Die belgische Regierimg hat den Armeeeorps-Koimnandaiiteii strenge Befehle zur Aufrechterhaltmig der Ordnung erteilt.— Spanien. Das Programiii der Regierung. In der Kammersitzmig vom 5. April unterbreitete das Ministeniim sein Programm Danach scheinen die letzten Ereignisse nicht ganz ohne Einfluß ans die Re- gierung geblieben zu sein. Wenigstens versprechen die Minister, daß 'oeiale Reformen in die Wege geleitet werden solle». Einer bc- ondercii Abteilung im Miiiisterimn für Gewerbe und Ackerbau soll die Aufgabe zufalle», Gesetze zur Regelung de» Verhältnisses zivischen Kapital>md Arbeit vorzubereiten. Auch eine Stenerrefonn ivird in Aussicht gestellt; die Steuern und das städtische Oktroi sollen herab- gesetzt beziehentlich beseitigt werden. Angekündigt wird ferner ein Gesetz, wonach die Religionsorden unter Staatsaussicht gestellt werden sollen.— Schwede». Gegen den Wahlrechts-Entwnrf der Regierung wurde in de» Feierlagen an vielen Orten des Landes in zahlreich besuchten Versammlmigen protestiert, die teils von den liberalen Wahlrechts- freunden eiiibernsen ivaren, teils uon der Arbeiterschaft. In allen Versammlmigen ivurde der Regierungsvprschlag entfchieden zurück- gewiesen; einige erklärten sich für den Verniittelungs- Vor- schlag der freisinnigen Landcsvereiuigmig, das politische Wahl- recht auf alle Kommmial-Wahlberechtigten, aber ohne jede Ein- 'chränknng, auszudehnen, einige wollten sich mit dieser Reform als mit einem S ch r i t t a u f d e in W e g e zum allgemeinen Z a h l r e ch t vorläufig zufrieden gebe», ivogegen andre u n- edingt ander Forderung des allgeuieiiteii Wahl- echts fe st hielten und die Entscheidung über die fernere Taktik dem außerordentlichen P a r l e i k o n g r e ß der Socialdemokralie überlassen.— Tic Arbeiterschaft Stockholm» wird am Sonniag eine allgemeine Demonstratiöns Versammlung zur Wahlrechtsfrage ahhalten.— Türkei. Unruhe» in Albanien. Das Wiener Telegr.-Korresp-Bnreau meldet: Nach Jpek, Ivo, wie gemeldet, Unruhen ausgebrochen sind, Ivnrden zwei Bataillone abgesandt. Eingetroffenen Nachrichten zufolge ist der Verkehr mit Mitro» Iv i tz a und N o v i b a z a r seit dem 2. April gestört, �n beiden Städten herrsche eine Panik. Tie Bazare seien gesperrt �n Rovibazar sei der Kaimakmn in die Citodelle gefluchtet. Der Konar »nd das Telegraphenamt werden durch die Ausständischen I'c,etzt ge- halten. General Schnnsi-Pascha sei mit einem Kavallerie-Regiment von Pristina abgegangoii,«rn die Ruhe wiederherzustellen. Aus der Pforte versichert man. daß die Vorfälle lediglich lokale» Charakter trügen und die Wiederherstellung der Ordnung heule oder morgen zu erwarten sei. Nach einer Meldung von andrer Seite sind ans Albanien be- richigenderc Meldungen eingelanfe». Den türkischen Truppen unter General Schemsi-Pascha soll es gelungen sein, den Aufstand in �pel. Mitroivitza und Rovibazar zn„nterdrücken. Die Anfregnng miter der friedliebenden Vevölkeriiiiq beginne sich zu lege». Die rnisilchen, östreichischen»nd italieiiischcn Konsul» seien bestrebt, die Faedens- aktiou nach Möglichkeit zu»»ierstützeu-—..... Der Albaneseiihäilptling Jssa Bolietmac besteht auf ÄuSIiefemng des Mörders des Mollah Pascha, der bekanntlich auf Anstiften deS Gendarmerickapitäiis Znim von dessen Anhängern ermordet wurde. Amerika. Anarchistrnbill— Philippinenkrieg. Ne w Y o r k. 25. März. Im Binidesieiiat ist der Gesetzentwurs gegen das„Amocklaufen", welches den Titel führt„Gesetz zun! Schutz deS Prasldentci.". mit 52 gegen 15 Stimme» angenommen worden. Dasielbe ,etzt Todes- strafe ans Mordversuch gegen den Präsidcntcn, Vieeprasidentcn oder irgend eine andre zur Nachfolge in der Präsidentschaft berechtigte Person, sowie gegen Negiermigshmipter andrer Länder, und bestimmt ferner, dah ans der regulären Armee eine ständige„Schntztrnppe" für den Präsidenten gestellt iverde.— Es habe» also ans dieser Per- sannnlnng der„weisesten Männer des Landes"(ans welchen nach Ansicht der Gründer nnsrer„Nepiiblil" die Mitglieder des Ober- Hauses der Bnndeslegislatnr bestehen sollten, weshalb sie deren Erwählung durch die Lcgislalnrc» der Eingelstaate», statt direkt durch das Volk bestimmten) nur fünfzehn davor Scheu gehabt, als Idioten betrachtet z» werden, Tic übrigen können jetzt auch gleich daran gehen, Ausnahmegesetze gegen Hagelschlag, Blizzards und Cyclone zu schaffen— sie würdcii ihrer Reputation dadurch auch nicht weiter schaden. Was die Gesetzentwürfe gleicher Art betrifft, die in den Legis- laturen diverser Einzelstaaten zur Vorlage gelangten, so gebührt New Dork die Ehre, daS erste„Anti-Amnck Nnnning"-Gcsetz geschaffen zu haben. Dessen Hanpkbeslimmnng ist die Festsetznng der Strafe für Mordversuch gegen den Präsidenten auf 2ö Jahre, während jenes Verbrechen, gegen Nicht-Präsidenteu verübt, niit Strafe bis zu 10 Jahren geahndet wird.— Zukünftige Amocklänfer haben sich also, wenn ihneti„ihr Leben lieb ist", davor zu hüten, von ihrem Rappel im Distrikt of Columbia befallen zu tvcrdcn; sie müssen sich als Schauplatz ihrer Thaten derartige Staaten answählen, ivelchc gleich New Dorl bei mißglückter„Rnnning" wenigstens„das Leben garantieren!" • Auf deir Philippinen tvird gegentvärtig ein Offizier der regulären Armee wegen„ungewöhnlicher Gransamkeit'" gegenüber de» Eingeborenen prozessiert. Derselbe halte u. a. eine» Filippinos, von dem er Geständnisse über den Anfeuthalt von „Insurgenten" und Waffen erpressen wollte, an einen Baum binden lassen und ihnl als«ersten Grad" der Tortur eine Kugel in den Arm geschossen; am nächsten Tag applizierte'er ihn» eine solche inS Bein, am dritten in das dicke Fleisch des Körpers, und am vierten machte er ihm den Garaus durch einen Schuß in den Unterleib. Es bat übrigens allen Anschein, daß die Verteidigung mit der Vor- führnng des„Tropeiikollers" Erfolg habcir und die Bestie frei auS- gehen wird.— Tie Kolportcure des„Hamburger Echo" haben den Antrag gestellt, �die für den 1. Mai fällige Nummer des„Echo" nicht an diesem Tage, sondern erst am 2. Mai austragen zu dürfen, damit auch sie den 1. Mai durch Arbcitsruhe feiern könnten. Eine kombinierte Versammlung der socialdcmokratischen Vereine für die drei Hamburger Wahlkreise befaßte sich mit diesem Antrage und lehnte ihn gegen 20 Stimmen ob. Begründet wurde die Ablehnung damit, daß dann auch de» Musiker», Kellnern, Pcrsonen-Transport- arbeitern:c. die ArbcitSruhe gewährt iverde» müßte, was unmöglich sei. Uusre Genossen könnten auch, nicht aus die gelvohnte und am 1. Mai besonders bedeutsame Lektüre verzichten imd schließlich hätten ja doch die Kolportcure den S. Mai bei voller Bezahlung ganz frei. Totcnliste der Partei. I» Dortmund starb der Monteur T h. Q n a d b c ck. Er war unter dem Socialistcngcsetz einer der Wenigen in Dortmund, die stets auf den» Platze waren, wenn es galt, denr Feinde ein Schnippchen zu schlagen. Pvliivilichcs, Gerichtliches«sw. � Wegen Beleidigung des Cigarrcnfabrikantcn Tick i» S ch w e g u i tz wurde am Sonnabend von denr Schöffengericht zu Dresden lltedactcur Gen. Riem von der«Sächsischen Arb.-Ztg." zu töv M. Geldstrafe evcnt. lö Tage» Gefängnis verurteilt. Juteresiant ist bei der Sache, daß Dick früher ein bekannter An- Hänger nnsrer Partei war, jetzt aber so tvcit geht, seinen Arbeitern die Zugehörigkeit zu einer Organisation zu verbieten. Er läßt einen Vertrag unterschreiben— und dieser wurde dem Gericht vorgelegt—.nach dem der Einzustellende der Organisation der Tnbakarbeiter nicht angehören dal f. Iii der inkriminierten Notiz war außerdem behauptet ivorden, Dick habe eine seiner Arbeiterinnen aus ihrer in der Fabrik befindlichen Woh- uiing mit ihren Kindern ausgesperrt und diese habe deshalb im Spritzenhanse übernachten uiüjseii. Auch dies wurde erwiescu. Dick entschuldigt sein Vorgehen damit, daß ihm von der AmtShauplmaiin» jchast aufgetragen sei, ein KonkubinatSverhältniS, in dem die heraus- gesetzte Frau mit einem Cigarreumacher leben soll, in seiner Fabrik nicht zu dulden. Er habe diesen amtshauptmnnnschaftlichcn Befehl nicht anders ausführen können als durch Aussperrung der Frau— loährend ihrer zeitweiligen Entfernung verstopfte der Manu daS Schlüsselloch.— Mit Recht tvurde vom Genossen Riem darauf ver- wiesen, daß es da sicher noch andre Mittel gebe. Es sei bedaucrns- lvcrt, lvenn ein ehemaliger Soetaldemokrat in einer solchen Weise seine Arbeiter behandle. Obgleich also die Bchanptungcn des Artikels als der Wahrheit entsprechend erwiesen wurden, erfolgte die Ver- iirteilung. Dicks Verhalten sei vollständig korrekt gewesen. Es sei nicht erwiese», daß er v o n se i n e n Arbeitern den Aus- tritt aus der Organisation fordere; er nehme ii u r k e i n e organisierten Arbeiter an. Auf die Frage des Genossen Riem, ob er einen einzige» organisierten Arbeiter bc- schäftige. mußte Dick zugestehen, daß daS nicht der Fall sei; er hätte das nicht nötig; es boten sich genug Unorganisierte au.— Berufung wird natürlich eingelegt werden. Zeugen, die beweisen können, daß Dick den Austritt ans der Organisalion gefordert hat. mögen ihre Adresse an Genossen Riem, Sledacteur der„Sächsischen Arbeiter- Zeitung", einsenden. Aus Judultvio und LZaudcl. Der deutsche Arbeitsmarkt wild zu Beginn dcS Frühjahrs Nlit neuem und starkem. Angebot belastet. Auf der einen Seite strömt die schulentlassene Jugend in Hnnderttausendcn in die Fabriken und Werkstätten ein. auf dxr andern Seite beginnt an den östlichen und südlichen Grenzen der Zufluß ausländischer Arbeits- kräste. Namentlich von Italien her ist der Zuzug in diesem Frühjahr stark. Im Durchschnitt kommen über den Bodensee gegenivartig zwischen 400 und"00 Mann täglich nach Deutschland. Bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage muß eine solche Zunahme der Beschäftiguiigsnchendcn ejue ungünstige Wirkung auf den Arbeits- molkt ausüben, wenn nicht gleichzeitig der Beschäftigungsgrad sich hedt. Ties ist aber in letzter Zeit nicht der Fall gewesen. Im Bergbau gab es in der Woche vor Ostern so viele Feierschichten. daß ans vielen Zechen, z.«i. a„f Graf Benft, in der ganze» Woche üverhanpt nur drei Schichten verfahren wurden. Die Metallgewerbe haben eine abermalige Zuiiahme der Arbeitslosigkeit zu konstatieren. Die Lage ans dem awerikanischen Eiscnmarkte ist gespannt, da jetzt dort, wie vor Pa Jvhrcn in Dcnljchlaud, der Eijenbedarf stark überschätzt worden ist, und die gemachten Bcstellniigen mit dem thaisächticheu Bedarf verwechselt wurden. Der Bergarbeiter- Ausstand in Pemishlvanieii. an dem sich schon 10 000' Gruben- arbeiter beteilige», kann den Anlaß zu einer Störung des in lebhaftester Thätigkcit steheiidcn Wirtschaftsorganismus der Bereinigte« Staaten geben,©egcii das Verbot des mit Borsäure behandelten Fleisches droht die amerikanische Regierung niit Gegen- maßrcgcln, die das deutsche Brauerei- und Fleifchereigetverbe, den Wcinhandel und die Spielivaren-Jndiistrie in hohem Mciße schädigen würden.''' Die einfliißrciche» Personen der amerikanischen Industrie haben »ach allen Richtungen den Markt sondiert, um bei dem zn erwartenden Rückgang der Gcschäflskoujunktur ihre Maßuahnieii zu ti'ffen. Nach der Richtung zielen die Verträge niit de» Schiffahrts- gejelljchofteil und sicherlich gehört die Reife des Herrn Schwab, des ircvmscheii Leiters des amerikanischen Stahltriifts,»ian zu einer Ver- gnügniigsfahrl. vielmehr galt sie einer Sondierung der europäische» Markiverhällnisie. Wie jetzt erst bekannt wird, hat Herr Schwab bei seincni Hiersein auch mit dem Unternehmer des große» Esfener StahltverkeS, dem Herrn Krupp, konferiert. Man traf sich in Monte Carlo, wahrscheinlich um nicht die öffentliche Aufmerksam- keit zu errege». Mit deni Prosperieren des amerikanischen Marktes hängt die Geschäftslage des hiesigen Eiseiigclverbcs eng zusammen und die Krise würde init erneuter Heftigkeit einsetzen. wenn ivir dieses Absatzgebiet verlieren und in andern von der Konkurrenz zurück- gedrängt werden. Damit würde sich dann die Lage des ArbeitS- inarktes abermals nnter dem Znstroin überflüssiger Arbeitskräfte ivcitcr ungiinstig gestalten. Der Koukursbcricht der Leipziger Bank über die Bcnval- tnng und Verwertung der Masse in der Zeit von der Konkurs- eröffnung bis zum io. Februar d. I. tveist eine» Kassenbesiand von 6 896 358,58 M. auf. Der Bericht erwähnt, daß bei der Konkurs- eröffnung i» Verivahrnng der Bank fremde Wertpapiere im nomi- Hellen Betrage von 270 778 670 M. waren, deren Anslieferimg in geordneter Reihenfolge slatlfand. Die Einnahme» beziffern sich ans 34 076 616.83 M.. die Ausgabe» ans 27180 258,25, die Massckosten auf 216 061,94, die Masscschnlden auf 4 975 069,92 M. Bei der ersten AbschlagSverteilniig Ivaren insgesamt 76 355 188,02 M. zn berücksichtigen; zur Auszahlung gelangte» 21 089 126,39 M. Die KonkurSverwaltmig schätzt die Eingänge ans den noch vorhandenen Berinvgensobjekte» der Konkiirsinasse auf insgcsanlt 25 258 000 M, bis 32160 000 M. Unter Berücksichtigniig aller einschlägigen Verhältnisse glaubt die Konknrsvcrivaltmig die Gesamtdividcnde für die nichtvevorrechtigten Gläubiger onf nicht weniger als 60»nd nicht mehr als 65 Proz. schätzen zu dürfen, so daß noch 30 bis 35 Proz. zur Vcrteiltmg gelangen werden. Die Diökonto-Gcsellschaft hat in der Generalversanmilung der Aktionäre die Erhöhung des Aktienkapitals um 20 Millioiien beschlossen. Die nenen Kommaiiditanteile iverden zum Kurse von 160 den bisherigen Kommanditisten angeboten. ?ür Eisenbahn- Baute» und außerordentliche B e- ilisse der E i s e n b a h u- V e r iv a l t n n g wird am 10. April die Subskription auf nominell 14 Millioiien Marl ZVsproccutigcr württembergischer Staats- Schnldverschreibling bei den dainit beanf- tragten Bankfirmeu in Stuttgart Frankfurt a.M. und Darmstadt zum Subskriptionspreise von 100,15 zuzüglich ZVi Proz. Stückzinsen vom 1. April 1902 ab aufgelegt. Allgemeine Erhöhung der Passagicrprcise für atlantische Fahrten. Nur die englische Beaver Line hat sich von de» Miilimmn» preisen für Salonpassagiere transatlantischer Linien ausgeschlossen. Die Cnnard Company trat erst dann bei, als die Doniinioii Line versprach, ihre Sonnabeiidfahrlen nach Boston eiiizilstellc». Die dazu i» Aussicht genommenen Dampfer werden in Zukunft Liver- Pool Doiiiierstags verlassen. Ei» Resultat des Abkommens wird darin bestehen, daß die Einnahmen der Gesellschaften sieigen werden, weil inan die Sommerprcise, die für die Gesellschaften eine große Rolle spielen, erhöhen wird. Die erstllassigen Dampfer, iverden dadurch ihre» Eigentümern inehr einbringen. Obgleich noch nicht alle englische» m,d sonstigen Gesellschaften unterzeichnet habe», werden die nachfolgeiiden Dampferliiiicn zu den angegebeiien Be- diiiguiigcii beitreten: Allan Line, Allan State Line, American Line, Anchor Line, Atlantic Transport Line. Cunard Line, Dominion Line, Lcylaiid Line, Generale Transatlantiqne. Hanibnrg-Amerikanische DainpfschiffahriS-Gesellschnft, Norddentschcr Lloyd, Red Star Line und die holläudisch-amerikanische Linie. Der„Segen" der in New Dork geschaffenen„Jnteresscngcineni- schaft" beginnt bereits, sich fühlbar zii machen. Die Gründung einer Gesellschaft für drahtlose Tclcgraphie ist von der Morgangruppe unternommen. Zu dem Zivcck ivnrden die Patentrechte der Marconi-Gesellschaft für Amerika mit 25 Millionen Mark Kapital angekanst. Marconi persönlich erhielt 2 Millionen Mark bar nnd einen Teil der Aktien. Die Morgangrnppe kündigt an, sie werde Kcywest, bekanntlich den südlichsten Hafen Floridas, mit Havanna sowie Havanna und Keywcst mit Portorico, ferner Alaska nnd die Philippinen, San Francisco und Haivai und Hawai nnd Manila durch Marcoui-Stationcn verbinden nnd habe dafür das Monopol erworben._ Neunte keuMversimuilliilg des Vereins Deutscher Schuhmiicher. M ü n ch e u. den 4. April 1902. Nach äußerst reger Diskussion nnd dein Schlußwort der beiden Referenten Ivnrden die Anträge des Vorstandes auf obligatorische Einführung der Kranken- und Arbeitslosen- Unterstützuiig in namentliche r Abstimmiuig erledigt. Die obligatorische Einführung der Kranken- und Arbeitslosen- nnterstütznng wlirde mit 29 gegen 24 Stinlmen abgelehnt— Die A r b e i t S l o s e»- U n t e r st ü tz u n g allein wurde' mit 46 gegen 7 Stimmen, die obligatorische Einführung der Kranken Unterstützung niit 33 gegen 20 Stimmen ebenfalls abgelehnt. Dagegen wurde ei» Antrag auf ll r a b st i m m u n g für beide Jnstitutiolien vor der nächsten Geiicralversanimlinig cinstimniig angenommen. Dainit sind sämtliche diesbezügliche' Anträge er- ledigt.— Zum vierte» Punkt der TageSordninig: AtiSgestaltnng der Agitationslommissioit bezw. Anftellnng besoldeter Vezirksbccimtcn referierte Haupt- Magdeburg. Beschlossen wurde, nach Bedarf Bczirlsbeamte aiiznstellen imd sie aus der H a tt p t k a s s e zn bc- soldcn. Damit sind alle Anträge bez. die Agitationskommissionen bez. Bezirksbeamte erledigt.— Der östreichischcn Bruderorganisation ivird zur Agitation ein Beitrag von 800 M. überwiesen. Beim 6. Punkt der Tagesordnung:„Die Bedeutung der Tarif- gemeinschaft für den Verein Deutscher Schuhmacher" begründete Bock folgende Resolution: „Die in dem Verein Deutscher Schuhmacher organisierten Ar- beiter und Arbeiteriimen halten an der Atisfassung der Notwendigkeit und Nützlichkeit der Tarjfgcmeiiischaft sür die Schuh- und Schäfte- Industrie, wie für das Schnhmachergcwerbe fest und verpflichten sich, niit aller Energie für die Eittführtttig derselben z» wirken. Die Tarifgemeinschast besieht in Deiitichland schon sür eine ganze Reihe von Gewerben, nnd in Australien, England und einem Teil Nordamerikas ist dieselbe auch für die in der Schlihindnstrie be- schäfligten Arbeiter nnd Arbeiterinnen eingeführt. Arbeitgeber nnd Arbeitnehmer hoben die Vorteile der Tarisgcmeinschaft öffentlich kntidgegebcn inid durch die Thatsachen die kurzen tmd ober- fkächlichen Einwendtmgett der Gegner tvidcrlcgt. Diese günstigen Ersahrtingen geben tntS den Mut auszuharren, in diesem Äanipfe, bis der Mangel socialpolitischer und ivirtschaft- sicher Kenntnis über die Zweckmäßigkeit dieser Einrichtung der besseren Einsicht bei dem größten Teil inijrcr Arbeitgeber gewichen ist. Das beste Mittel, die Tarifgcmcinschaft zu fördern, ist eine starke, materiell gut fmidicrte Gewerkschaft, weshalb es die Pflicht eines jeden i„'der Schuhintuistrie nnd dem Gewerbe thätigen Arbeiters nnd Arbeiterin ist, dem Verein deutscher Schuhmacher beizutreten." Ans Antrag der Beschwerdekommisston tvird der Witwe des ver- storbenen Hilfsbeamten K h n a st eine Uiiterstütztmg von 100 M. zugewiesen. Ferner wurden folgende Anträge angenönimen: Die Anstellung der Bezirlsbeamten erfolgt zunächst aus 1 Jahr ans Probe. Das' Anfangsgchall beträgt 1500, nach bestandener Probezeit 1600 M. jährlich und steigt bann jedes Jahr»m 50 M. bis zum Höchstgehalt von 2000 M. Die Anstelliuig erfolgt auf Kündigung nach' den diesbezüglichen Bestimmmtgeii des Handelsgesetzbuches. Der Borstand wird beauftragt, der nächsten General- versaittnilung genaue Austellimgsbcdiiigniigeii vorzulegen. Pettsioiticrtmg: Die Geueralversammlung»volle beschließen: Die fest besoldeten Beamten des Vereins nach den vom Gewerkschafts- longrcß zu beschließenden Bediiigungen der in Aussicht genommenen Pensionseinrichtmig zu versichern mit der Maßgabe, daß die Bereinskasse die Hälfte der Beiträge zahlt,' tvährend die andre Hälfte der Versicherte selbst zu tragen hat. Gleichzeitig tvird empföhle», bei dem Gewerkschaftskongreß zu beantragen, den§ 4 des Entwurfs der Generalkommission betreffend Peiistoitiertntg der Gewerkschaftsbeamten hinzuzufügen: Nach vollendetem 60. Lebensjahre. sofern der Versicherte daraus anträgt nnd dies von dem Vorstand seiner Organisation befürwortet nnd bescheinigt tvird, daß der Antragsteller zur AttSttbimg seiner ihm obliegenden Pflichle» nicht mehr fähig ist. E i tt st i i» m i g nnd ohne Debatte beschloß die Generalvcr- sannnlnng ferner: Unter Anerkennung der großen Verdienste, ivelchc sich Kollege S i e b e r t während seiner langjährigen Thätigkeit in der Organisation für dieselbe«rivorbcn hat, ihm infolge seiner zcr- rütleten Gesttiidheitsverhältnisse ein Ruhegehalt von jährlich 1200 M. zuzusprechen mit dem Wunsch, daß, wen» cS der Zustand des Kollegen Siebcrt gestattet, er mich ferner der Organisation seine Dienste widmen möge. Siebcrt versprach, den letzten Wunsch, so weit ihm dies möglich, zn erfülle». Die Diäten sür die Delegierten tvnrden von der General-Ver- sammlnng auf 10 M. festgesetzt. Hierauf wurden eine Reihe von Staitttenändernngen vor- genommen. Der Antrag des Vorstandes, Mitglieder ausländischer Berufsorganiiationcn, die in Deutschland in Arbeit treten und deren Bücher in Ordnung sind, ohne Eintrittsgeld auszunehmen, die in ihren Organisationen bezahlten Beiträge und bezogenen Unter- stiitzimgSsinnmen in Anrechnung zn bringen, ivmde angenommen. Abgelehnt wurde der Antrag der bayrischen Konferenz, Redaktion nnd Expedition des Schuhmacher-Fachblattes mit der Central-Vcr- waltnng an eincii Ort zu verlegen. Als Redgctcttr wurde Bock wiedergewählt. Angenommen wnrde ein Antrag, den Beamten einen jährlichen 14tägig'en Urlaub zu gelvähren»nd den Vorstand zn ermächtigen, nach Bedarf eine Hilfskraft anziistelle». Zum Gewerkschaftskongreß in Stuttgart ivnrden sechs Delegierte gewählt und gingen ans der Wahl folgende hervor: S i m o n- Nürnberg, W o z n i a k- Köln, Weise- Weißenfels, Haupt- Magdeburg, Göller- Frankfurt und Herr tu a tt tt- Verlin. Der seitherige Vorstand mit Simon als Vorsitzenden, R e n ß als Kajsirer nnd Kölke als Sekretär wurden per Acclaniation tviedcrgewählt. Nach Erledigung einiger Beschwerden ividmete der Vorsitzende Simon dem verstorbenen Hilfsbeamten Kynast einen ehrenden Nachruf nnd schloß dann, nachdem der vftrcichische Delegierte Möller- Wien an die Versammlung noch einige Abschicdslvorte gerichtet, mit einem Hoch auf die Schnhmacherbeivegting die ttctmte Gcueral- versainmlnng._ keM-BersWAlWen schVeiztrUtt CkwerksWö- Verbiiliüe. Die Veröffentlichung der VerhaiidltmgSberichte erfolgt sehr schleppend, so daß sie erst zum Teil vorliegen. Am bedeutsamsten war der Verbau dstag der Metallarbeiter, dem auch S ch l i ck e- Stuttgart, der Vorsitzende des deutschen Metallarbeiter- Verbandes, beitvöhutc imd der den schweizerischen Metallarbeitern die Grüße ihrer deutschen Kollegen überbrachte. Erschienen waren 76 Delegierte ans 58 Sekiionen mit 3581 Mitgliedern. tvährend deren der Verband 4100 zählt, erheblich weniger als 1900, worin sich die verheerenden Wirkungen der Krise in der Metall- und Maschineniudttstrie beknnden. Aus dem Berichte des Eeiitralvorstmides, in dem auch eine Uebcrsicht über die Lohn- nnd Streikbelveguiigen gegeben tvnrde, erwähneit wir, daß der Centralvorstniid' in' 60 Fällen Vertreter entsandte, 22 AaitationS- Versammlungen veranstaltete, 77 Gesuche betreffend Kranken- und Arbeitslosen-Unterstützung, 18 Gesuche zur Unterstütznng von Gemäß- regelten und 12 Rcchtsjchntzgeinche für 49 Personen zc. behandelte. Der Kassenbericht bilanziert mit 27 463 Fr. in Einnahmen und Ausgaben; von den letzteren entsallen 2057 Fr. aus Reisetintcr'stütznng, 1240 Fr. ans anßergclvöhnliche Unterstützung, 5412 Fr, für Unterstützung von Streiks und Geinaßregelten, 1414 Fr. sür Rechteschutz. Zlvei wichtige Beschlüsse faßte die Generalversamm- lnng der Metallarbeiter, nämlich mit 60 gegen 14 Stimmen die Einführung der A r b e i I s l o s e n- U n t e r st n tz u n g und mit 59 gegen 9 Stimmen die Herausgabe eines eignen Verbands- organS unter dem Tilel„S ch w e i z c r i s ch e M e t a l l a r b e i t e r- Zeitung", die 14tägig erscheinen soll. Das Eintrittsgeld wurde auf 50 Cts. für tnännliche nnd 25 Cts. für weibliche Mitglieder festgesetzt, der wöchentliche Beitrag pro Mitglied an die Central« lasse ans 30 CtS. erhöht. Als Vorort wurde Wieden»» Bern bestimmt. Tie Generalversammlung deö H o l z a r b e i t e r- B e r b a n des war von 27 Delegierleu aus 20 Sektionen mit ca. 1400 Mitgliedern besucht. Der Verband hat unter dem schädlichen Einfluß der Krise ca. 1000 Mitglieder verloren. Von der ausgezahlten Reise- Unter- stützung erhielten 968 Fr. die Mitglieder des schweizerischen und 2013 Fr. die Mitglieder des den tsch en Holzarbeiter- Verbandes, letztere also mehr als noch einmal so viel wie die ersteren. Von den ausgegebenen 1000 statiflischcn Fragebogen sind mir etiva 100 wieder an den Vorstand zurückgesandt ivorden. Bc- schlössen wurde, nach dem Vorbild des deutschen Holzarbeiter-Verbandes einen Jndiistrieverbmid anzustreben durch Verschmekznng der ver- wandten Bernfsverbäirde. Als Vorort wurde Basel bestätigt. Die Arbeitern nion schweizerischer Transport- n ii st a 1 1 e» hielt ihre Generalversammlung in Vellinzona ab. Die- selbe ivar von 75 Delegierten ans 2.8 Sektionen besucht. Beschlossen tvurde die fernere Benntzung des Luzorncr„Demokrat" als Ptiblikationsorgan, die Ueberwe'isinig der Revisivu der Statuten der Sterbekasse an den Centralvorstand zur Vvrbereitnng, die Uebcr- iveisuiig der Einführung des Rechtsschutzes, dcS Eintritts in den Ge- werkschnstsbuiid und der Gründmig eines Centralvcrbandes cid- genössischer Angestellter. Eine bestellte nenngliebrige Kommission er- hielt den Auftrag, ein Lohnregulativ aitfznstcllcn und dasselbe der Generaldircktion der Bundesbahnen einzureichen. Als Vorort wurde St. Gallen gewählt. A« Rcgicriingsrat Curti in St. Gallen wurde ein Sympathietelegramm gesandt. Eine in Bern abgehaltene Typographenkonferenz, woran Vertreter ans der ivelschen und der deutschen Schweiz teil- nahmen, stellte den Setzmasckiinentarif fertig und beschloß eine Ein- gäbe an die Prinzipale betteffend die endliche Fertigstellung des längst versprochenen LehrlingSregnlativs. Die Vertreter der O r g a n i- s a t i o ii e u der in graphischen Gewerben b e- s ch ä f t i g t e n Hilfsarbeiter beschlossen die Schaffung eines Ccntralvcrbandes sowie die Errichtung eines centralen Arbeits- Nachweises und Einführung einer Kraitkenkasje. Provisorischer Vorort ist Bern. Getvvvkslsrc.ftl iches. Berlin nnd Nmgcgcud. Eine Konferenz von Vertreter» der Organisattoue» der NahruugS- und Geuufintittel-Branchc trat ani 4. April abends int hiesigen Gewerkschajtshause zusammen. Es sollte versucht Iverden, eine Basis sür ein eveitt. gemeinschaftliches Vorgehen resp. Zujammenarbeiten zu eruieren. Es ivaren vertreten die Organi« sationeii der Bäcker, Branereihilssarbciter, Konditoren, Müller nnd Tabakarbciter. Nach sehr gründlicher Aussprache tvurde nachstehender Beschluß einstimmig gefaßt: Indem die heute anwesetideit Vertreter der Nahrnngs- nnd Geiiußmittel-Organisatioiieti au- erkenne», daß ei» engeres Zitsammeuarbeiteu dieser Branchen äußerst wünscheusivett ist, wird z. Z. doch von weitere» Konferenzen abgesehen; es bleibt den ciiizelneii Organisationen überlassen, bei ihnen wichtig gentig erscheinciiden Anläsien ans sich selbst heraus entsprechende Einladungen ergehen zn lassen nnd sind die resp. Ver- Ivaltniigen verpflichtet,'diesen Folge zn leisten. Achtung, Dachdecker! Da es in der Firma N e u m e i st e c zn ernstlichen Differenzen gekommen ist, werden die Kollegen dringend ersucht, die Firma bis auf ivcitereS zu meiden, D i e A g i t a t i o n s k o m m i ss i o n. Achtung, Metallarbeiter? Seitens des Ingenieurs Barth, Eisatterstraße, werden Arbeitskräfte nach der Fabrik von Altmann. Marienfclde, geschickt Wir ersuchen alle Kollegen, denen derartige Angebote geinncht sind, sich bei uns zu melden, damit wir die Handlungsweise des Herr» Barth öffentlich brandmarken können. Deutscher Mclallarbeiter-Verband, Ortsverwaltung Berlin. Deutsches Reich. Daö GrwerkschnftSkartell in Halle hat jetzt zuni erstenmale nach einem Vierteljahre wieder eine Sitzung abhalten können, welche nicht durch polizeiliches Eingreifen gestört wurde. Warum geht es nun auf einmal? IAO Bergarbeiter in Nieder-Lichte n'an bei Lauban sSchlesiens haben durch einen kurzen Streik eine Reihe von Zir geftändnissen seitens der Werkleitung erzielt. Die Dresdener Stuccatenre haben ihre Forderungen in allen bis auf vier kleine Geschäfte durchgesetzt und infolgedessen den Streik für beendet erklärt. Die Innung hat sich in den Verhandlungen sehr entgegenkommend verhalten.- Der Seidenwebcrstrcik in Rhcinfelden dauert noch immer fort. Es sind von den 116 vor 10 Wochen in den Streik ein getretenen Webern ungefähr 46 abgereist, 7 sind Streikbrecher ge- worden, so daß zier Zeit noch etwa 65 Personen mit 26 Kindern in Betracht kommen, die unterstützt werden müssen. Ausland. DaS internationale Komitee der Bergleute hat dieser Tag in Dower(England) eine Sitzung abgebalten. Vertreten waren England, Frankreich, Belgien, die deutschen Delegierten fehlten. Zweck der Zusammenkniift war die Festsetzung der Tagesordnung deS nächsten internationalen Kongresses. Die Anträge der verschiedenen Länder beziehentlich der Tagesordnung decken s'ch fast, sie heziehen sich auf den Achtstundentag, die Pensionskassen, Unfallversicherung. Lohmninimum usw. Von den Deutschen lag der Antrag vor, den nächsten Kongreß in D ü s s e l d o r f abzuhalten; es wurde beschlossen. denselben am IS. Mai in Düsseldorf zu eröffnen. Die Arbeiter der städtischen Gasanstalten in Kopenhagen hatten vor einigen Tagen beschloffen, an» S. April die Arbeit nieder- zulegen, weil sie mit ihren Klagen über verschiedene Mißstände und Vorkommnisse vom Magistrat abgewiesen worden ivaren. Jetzt hat sich jedoch der Dänische Arbeits m an ns-Verband, die Centralorganisation, der die Beleuchtnngsarbeiter angehören, der Sache angenommen und nun hat sich der Magistrat zu verhandeln bereit erklärt, so daß es wahrscheinlich nicht zum Streik kommt. Die Lohnbewegung der Bäcker in Christiania. Die Ver Handlungen� zwischen den Vertreter» beider Parteien haben zu dem Beschluß geführt, den alten Tarif, mit einigen Zusatzbestimmungen durch welche die Lohnsätze jedoch nicht berührt werden, wieder zu erneuern. Dieser Beschluß wird nun in den nächsten Tagen den beider- seitigen Organisationen zur endgültigen Entscheidung vorgelegt werden. Der norwegische Säge- und HobelwerkSarbeiter-Verband, der in fünf Mitgliedschaften insgesanit ca. 600 Mitglieder zählt, hat dieser Tage zu Lilleslrömmen seinen Verbandstag abgehalten und beschlossen, den Verband aufzulösen und die Mitgliedschaften von, I.Mai ab dem. N o r w e g i s ch e n A r b e its m a nnS-Verband" anzuschließen.— Arbeiterbewegung in Spanien. Die Arbeiterinnen der Cigarrenfabrik in Madrid hielten eine Versammlung ab, in der man sich für allgemeinen Ausstand aussprach. In Gijon fand eine Ver sammlung der Fuhrleute statt, in welcher heftige Reden gehalten wurden. Es bestanden Meinungsverschiedenheiten zwischen den Arbeitern, die im Verlaufe der Versammlung zu Thätlichkeiten führten._ RchnsMberW her Berlmtr VewMilstSkMmisßM. In einer ziemlich umfangreichen Broschüre berichtet die Berliner Gewerkschaftskommission über ihre Thätigkeit im Jahre 1901. Ein leitend enthält der Bericht eine Schilderung der allgemeinen Geschäfts läge, der sich dann die Besprechung der Lohnkämpfe und inneren Air gelegenheiten der einzelnen Gewerkschaften anschließt. Die Geschäfts- thätigkeit des Bureaus war eine sehr ausgedehnte, die Auskünfte, die in Bezug auf Alters-, Jnvaliditäts-, Unfall- und Kranken Versicherung, soivie Gewerbe- und Gestnde-Ordnung und Civilsachcn erteilt wurden, erreichten gegen das Vorjahr die doppelte Zahl. 1618 Personen nahmen auf diesem Gebiete die Hilfe des Bureaus in Anspruch, außerdem wurden an 6000 Personen Auskünfte über Fragen untergeordneter Natur erteilt. Die Korrespondenz des Bureaus war eine sehr umfangreiche; eS wurden expediert Briefe und Karten 11 604, 68 Geldsendungen, Eingegangen sind Briefe und Karten 4200, Drucksachen 1408, Geld sendungen 1610. In Bezug auf die Gewerbe-Jnspektion nahm das Bureau in 25 Fällen Beschwerden entgegen, von denen circa zehn dje Zustände in der Konfektion betrafen. Die Beschtverden wurden den zu ständigen Inspektionen überwiesen und ist auch, so weit dem Bureau Mitteilungen gemacht wurden, recherchiert und Abhilfe geschaffen. Außerdem hat die Beschwerdekommission der Frauen in 24 Fällen Bcschlverden entgegengeuommen und den zuständigen Stellen unterbreitet. Auch hier sind es namentlich die Konfektions- arbeiterinnen, welche Beschwerden über die Arbeitsstätten bringen. So wird i» einer Arbeitsstube für mechanische Stickerei zum Aufpausen der Stickereizeichnungen eine Mischung von Bleiweiß, Kolophonium und Kreide benutzt. Diese Mischung staubt derartig stark, daß. wenn doS Aufpansen geschehen, auf den Stoffen zc. «ine dicke weiße Staubschicht liegt. Bleiweiß ist nun aber äußerst gesundheitsschädlich, und wurden so die Mädchen durch Einatmen des giftigen Standes der Bleivergiftung in hohem Maße ausgesetzt.— Die meisten Beschwerden richten sich gegen die oftmals geradezu skandalösen Zustande der Klosetts. Erwähnt sei noch, daß die Frauenkommission eine rührige Thätigkeit unter den in der Industrie beschäftigten Frauen und Mädchen entfaltet. Wenn auch langsam, so ringt sich der Gedanke für bessere Arbeitsbedingungen auch bei den Frauen imnier mehr durch Nach der statistischen Zusammenstellung zählen die 73 Gewerk- schaften, die der Gelverkschaftskouimission angeschlossen sind. S3 662 Mitglieder, gegen das Vorjahr ist ein Rückgang von 806 zu verzeichnen. Die Berliner Gewerkschaften haben sich somit trotz der gerade für Berlin sehr ungiinstigen Arbeitsverhältnisse auf der Höhe ihrer Mitgliederzahl gehalten. Beachtenswert ist es, daß die Metallarbeiter»nd Holzarbeiter, die wohl am schwersten von der Krise betroffen wurden, eine» Mitgliedcrzuwachs mifweisen. Die Metallarbeiter stiegen von 20 000 auf 22 374 und die Holz- arbeiter von 12 000 auf 13 000 Mitglieder. Der Kassenbericht der Kommission schließt in Einnahme und Ausgabe mit 115 962,80 M. Für Unterstützung für Streiks wurden aufgebracht: für die Weber in Calais 3197,65 M.. für Glas- und Perlenmachcr in Wermensteinach 1030 M., für die Glasarbeiter 66 798,40 M.. für die Tabakarbciter in Nordhausen 7634,19 M.. für die Bauanschläger 1826,76 M. und für die Cunewalder Weber 699,66 M.. für'die Schuhmacher 6866,60 M. In seinem socialpolitischen Teil enthält der Bericht eine kritische Betrachtung der Stellung der Vertrauensärzte zu Berufsgcnossen- schaften und der Bemühungen auf dem Gebiete des Bauarbeiter- schutzes. Zum Schluß ist das wichtige Material der Arbeitslosen- zählung mit den ausführliche» Tabellen, lvie sie der„Vorivnrts" seiner Zeit brachte, beigegeben und erläutert. Vielleicht läßt sich der Bericht im nächsten Jahre dahin ergänzen, daß von den einzelneu Gelverkschafte» die Einnahmen und' Ausgaben tabellarisch geordnet wiedergegeben werden. Es fehlt bisher ein einem Ueberblick über die finanzielle Leistung der Berliner Gelverkschasten. Geviifxks--Seikung. Eisenbahn-Höflichkeit. Ein Konflikt, den die Ueberfüllung der Stadt- und Ringbahnzüge mittelbar hervorgerufen hat, beschäftigte gestern die I. Strafkammer des Landgericht? I in einer gegen den Mufiklehrer Paul Feist gerichteten Anklage wegen ver- suchter Nötigung. Der Angeklagte hatte im vorigen Jahre ein unangenehmes Pfingstabenteuer. Er hatte ani 1. Pfingstfcicrtag mit seiner gesamten Familie, Jung und Alt, einen Ausflug gemacht, war abends bei der Heimkehr in Gesundbrunnen auf die Ringbahn übergestiegen und hatte sich Fahrkarten zu 10 P. zur Fahrt bis zur Station Centralviehhof gelöst. Der Ver- kehr war an jenein Tage sehr groß und die Wagenabteile ivaren überfüllt. Als der Zug am Centralviehhof hielt, vermochte sich die Fainilic Feist nicht schnell genug hernuszuwinden. Der 78 Jahr alte Schlvicgervater kam glücklich auf den Bahnsteig, die ihm folgende Frau des Angeklagten gelangte aber nur»och bi§ zum Trittbrett, als das Signal zum Weiterfahren gegeben, die Thür zngeivorfeu ivurde und die Frau in das Abteil zurücktorkelte. Die ganze Familie Feist niußtc auf diese Weise, wider ihren Willen bis' zur Station Frankfurter Allee mitfahren. Dort ergaben sich neue Schivier'gkeitcn, denn die Tour Gesundbrunneu-Franksurter Allee kostet nicht 10 Pf. sondern 20Pf. Als dcrAngeklagtc dem. diensthabenden BeaintenSalomsu sein Mißgeschick klagte und verlangte, daß er mit dem nächsten Zuge zurückfahren oder aber auf seine unzureichende Fahrkarte d-n Bahn steig verlasse» dürfe, fand er keinerlei Gegenliebe. Der Beamte soll nach der Behauptuug des Angeklagten und seiner Angehörigen sofort gesagt habe»:„Sie können unS viel erzählen, das glaube ich nicht, Sie wollen nur die Bahn betrügen Der Beamte bestritt dies zwar sehr lebhaft, die Gegenpartei verblieb aber dabei. Der Angeklagte will darauf empört erwidert haben:„Wie kommen Sie dazu, uns hier als Betrüger hinzu stellen?" �Es kam zu lebhaftem Wortwechsel; der Angeklagte ver- langt- wiederholt, ohne weiteres zurückfahren zu können, der Beamte— der inzwischen auf telephonische Anfrage von der Station Central-Viehhof die Antwort erhalten, daß der Zug dort vorschrifts mäßig gehalten habe— verwehrte ihm das Besteigen des nächste» Zuges und auch den Ausgang und verlangte kategorisch die Nach. lösung einer Fahrkarte von 10 Pf. Die Gemüter ivurdcn erhitzter. Plötzlich soll der Beamte Solomon— nach dem von diesem entschieden bestrittenen Zeugnis eines Thürschließers der Eisenbahn und eines Zeugen aus dem Publik um— dem Angeklagten eine» Stoß vor die Brust gegeben haben, so daß dieser zurücktaumelte und beinahe auf eine Bank gefallen wäre. Darauf hob dieser seinen Spazierstock in die Höhe und drohte dem Beamten über den Kopf zu schlagen, falls er ihn noch einmal anfassen würde. Nun entriß der Beamte dem Angeklagten de» Stock und zerbrach ihn. Der Angeklagte wollte sich nun Zuschlagbillets kaufen, der Beamte verweigerte die? aber und erklärte den Angeklagten ftir seinen Arrestanten. So mußte denn dieser wohl oder übel auf dem Bahnsteig bleiben, bis ein Schutzmann herbeigeholt worden war, was eine geraume Zeit dauerte. Jnztvischen fragte der An- geklagte den Beamten nach seinem Namen und da soll dieser ihm fälschlich den Namen Weise genannt habe». Auch dies bestritt Herr Solomon entschieden. die Behauptung wurde jedoch durch die eidliche Bekundung eines Zeugen ini t e r st ü tz t. Stecht peinlich war die Art und Weise, wie sich der Zeuge Solomon und sein Untergebener, Türschließer Schrank, gegenüber. traten. Der letztere beschuldigte den Zeugen, daß er alsDienst- habender bei jeder Gelegenheit mit demPublikum räch" mache und bestätigte durchaus, daß er den Angeklagten vor die Brust gestoßen und dabei gesagt habe:„Wenn Sie nicht hören Iv ollen, so werde ich Ihnen zeigen, daß es Mittel und Wege g i e b t. um Sie zu zwingen!" Herr Solomon trat den Be- hauptungen seines Untergebenen, dessen Aussage protokolliert wurde, ehr scharf entgegen und erklärte sie für einen Ausfluß der Rache. Herr Schrank hat übrigens genau dieselben Aussagen schon einmal bei einer gerichtlichen Vernehmung gemacht. Der bei dem Konflikt herbeigerufene Schutzmann erklärte' auf Befragen des Vorsitzenden, daß Herr Solomon dem Publikum gegenüber ziemlich schroff und kurz sei. Der Angeklagte hat nach dem Vorfall gegen den Beamten Solomon eine Strafanzeige wegen Freiheitsberaubung. Sachbeschädigung und Mißbrauchs der Amtsgewalt erstattet. DaS Verfahren ist aber eingestellt und die dagegen erhobene Be 'chwerde erfolglos geblieben. Dagegen hatte sich nun Herr Feist wegen versuchter Nötigung zu verantlvorten, da die Anklage von der durch die Beweisaufnahme nickt bestätigten Ansicht ausging, daß dxr Angeklagte mit dem Stocke gedroht habe, falls ihm nicht gestattet wtirde, den Zug zu besteigen". Staats- miwalt-Rat Cretzschmer beschränkte die Anklage auf Widerstand �egen die Staatsgewalt und beantragte 20 M. Geldstrafe, wogegen lechtSanwalt Schachtel II völlige Freisprechung für geboten hielt. Der Gerichtshof erkannte den Angeklagten der Beleidigung für chuldig, erklärte ihn aber für straffrei, da gegenseitige Beleidigung vorliege und auch der Beanite bei dem Vorfall keineswegs die ivünschens werte Ruhe bewahrt habe. Der schon mehrfach angekündigte Prozeß gegen die Harmlose» von Charlottcndnrg" begann gestern unter der Firma„Bönigk und Genossen" vor der H. Strafkammer des Land- . erichts II. Die Anklage richtet sich gegen 18 Personen, die Ver- jandlung gegen 2 Personen, darunter gegen den Angeklagten Bönigk, mußte abgetrennt werden, weil ein Krankenattest eingelaufen ivar. Die Anklage nimmt an, daß der Barbier Joseph Stycz-ynski, der Töpfermeister Ernst Fredersdorf, der Reisende Franz K a r p i n s k i, der Kaufmann Karl N e h r i n g. der Bäcker Johann W i I c z e k. der Bäcker Heinrich Wulf, der Eisendreher Wilhelm Ohme eine Art gewerbsmäßiger Spiclergenosscnschaft gebildet und unter Leitung eines noch nicht ermittelten Spielers in den Jahren 1000 und löOl in den Lokalen der angeklagten Charlottenburger Gastwirte häufig Glücksspiele veranstaltet haben. Wir werden das Ergebnis der Verhandlung«nsren Lesern mitteilen. Wie braucht ein Mitgliederverzeichnis gemäß A 2 de» VereinSgcseheS nicht anözuschen? Eine fiir alle Arbeiter- vereine wichtige Entscheidung hat das Kammergericht ge- ällt. Der Vorsitzende eines politischen Arbeitervereins, WyciSk, hatte der zuständigen Ortspolizeiverwaltung ein Mitgliederverzeichnis ein- gereicht, worin die Mitglieder mit Vor- und Zunamen aufgeführt Ivaren. Der Polizeiverwalter hielt dies nicht für anS« reichend, sondern verlangte ein Verzeichnis nnt Angabe» über das Alter. Ein neues Verzeichnis mit AltcrSangabe» genügte dem tolizeiverwescr auch noch nicht. Er übersandte nunmehr dem Vor- itzenden ein Schema und verlangte, daß dieses bei der Ausführung der Mitglieder genau beachtet werde. Danach sollte das Alter der Mitglieder nicht schlechtweg, sondern Geburtsjahr und-Tag angegeben werden. Letzteres that der Vorstand des Vereins nicht, und zwar auch dann nicht, als der Vorsitzende bestraft und zweimal vergeblich zur Einreichung eines neuen Mitgliederverzeichnisses auf- gefordert war. Die Angelegenheit brachte W. drei Geldstrafen ein, welche von den Gerichten erster und zweiter Instanz aufrecht erhalten wurden. Das Kammergericht al« Revifions- instauz hat nun jetzt Wycisk mit folgender Begründung frei- gesprochen: Es könne dahingestellt bleiben, ob der Verein eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten überhaupt bezweckt, denn auf keine» Fall habe der Angeklagte den§2 deS Vereinsgesetzes übertreten. Der Verpflichtung, binnen drei Tagen ein Mitglieder- Verzeichnis einzureichen, habe er durchaus genügt. Zur Ein- reichung eines Mitgliederverzeichnisses nach einem bestimmten Schema und zur Angabevon Jahr und Tag derGe- n r t der Mitglieder in dem Verzeichnis verpflichte ß 2 des Vereins- gesetzes nicht die Vorstände von Vereinen im Sinne dieses Para« graphen. Es genüge vielmehr die Angabe von Name» und Wohnort, sowie in größeren Städten der Wohnung der Mit- glieder. Run könne allerdings die Polizei eine auf das Mitglieder« verzeicknis und auf die Veränderungen im Mitgliederbestände bezügliche Auskunft von den Vorstehern der fragitchen Verein« verlangen. Dieses Recht gehe aber nicht so weit, daß sie immer ,„id immer wieder ein Verzeichnis verlangen könne, und noch dazu nach einem bestimmten Schema. Insbesondere könne sie eS dann nicht, wenn es sich, wie hier, nicht darum handle, eine genaue Auskunft über die Personen zu erlangen,, c-er«„arum, ein Schema zu erreiche», das augeuscheiulich der Polizeiverlvaliuug die bequeme Rubrizierung und Unterbringuiig in de» Akten ermögliche» sollte. Nach alledem rechtfertige sich die Freisprechung. Vevscumnlum�en. Eine gut besuchte Stuecatcurversaninilnug, die am Sonntag bei Bnske, Grcnadierftrahe, tagte, befaßte sich mit dein Thema: „Die diesjährige Kvnjnnktnr und wie nutzen wir dieselbe aus." Rösner, der das einleitende Referat hielt, sprach über die all- gemeine Verschlechterung der Lohn- und Arbeitsbedingungen der Stuccatenre und wies darauf hin. daß die Freie Vereinigung, deren Mitglieder zu der Bcrsannnlung besonders eingeladen und zum Teil auch erschienen waren, auch nicht das erreicht habe, was sie hätte erreichen wolle», und daß der seiner Zeit anerkannte Accordtarif von den Unternehmern nicht iiinegehalte» werde. Der Redner mahnt, den Zwiespalt in der Organisation durch Eintritt in de» Central- verband zu beseitige», um dann geschlossen auf eine Verbesserung der Verhältnisse hinwirken zu könne».— Es folgte dann eine sehr' ein- gehende Diskussion, in der unter andcrm auf die ungeheuerliche Schinutzkoukurreiiz hingewiesen wurde, die darauf schließen läßt, daß inanche Unternehmer des Stnccateurgewerbes nicht im stände sind, eine Arbeit richtig zu taxieren. So reichten z. B. fiir die Arbeiten am Herrenhans 13 Firmen Kosteuauschläge ein. von denen der höchste auf 23 000 Mark, der niedrigste auf 8000 M. berechnet war.— Die gegenwärtige Konjunktur wurde allgeniein als eine nicht hervorragend gute, sondern mir als eine Durchschnitts- konjunktur bezeichnet, so daß es angebracht sei, vor Zuzug nach Berlin zu warnen.— Schließlich wurde folgende Resolution ohne Gegenstimmen angenommen:„Die heutige' öffentliche Ver- samnilung der Berliner Stnccatciire ist mit den Tendenzen des CentralverbandeS vollständig einverstanden. Sie ist der Meinung, daß nur ei» einheitliches Vorgehen gegen die Iluternehmer von wirtschaftlichem Vorteil für die Arbeiter sein kann, mag das nun a»f dem Boden der Lohn- oder der Accordarbeit sein. Sie beauftragt die Filiale des Ccntralverbandcs, einen einheitlichen Boden des Kampfes zu schaffen. Bis dahin verpflichtcu sich alle Kollegen, Ivclche noch nicht dem Verband angehören, diesem wieder beizutreten, denn mir ein vereintes Kämpfen kann einen einheitlichen Erfolg ver- sprechen. Die hier»och bestehende„Freie Vereinigung" hat bis jetzt nicht gezeigt, daß ihr Tarif wirklich bezahlt wird; damit hat sie jegliche Berechtigung zu weiterer Existenz verwirkt. Sie ist keine KainpfeSorganis'ation und ist daher vollständig zu ignorieren."— Darauf fand eine Diskussion über die diesjährige Maifeier statt. Der erste Mai soll wie bisher durch allgemeine ArbcitSruhe gefeiert werden; morgens 10 Uhr wird im Gewerkschaftshaus eine öffentliche Stuccateur-Versammlung abgehalten. Der Boerett'-5?rieg. Tie Friedensverhandlungen. „Daily Mail" berichtet, daß die Unterhandlungen in Süd- afrika noch fortdauern. Obwohl allein Anschein nach Stejn und De Wet die Bedingimgen ablehnen, ivelche Schalk Bürger anznnchmen bereit ist, werden' die Verhandlungen fortgesetzt und die Hoffnungen auf ein günstiges Resultat sind noch nicht aufgegeben. Ans' Kröonstad wird gemeldet: Obgleich Schalk Burger sich fortwährend mit Stejn nnb Delarcy bespricht, schreiten die Unter- Handlungen nur langsam fort infolge der großen Entfernung, welche die Mitglieder der Transvaal-Regierung vvn einander trennt. Man glaubt, daß die Transvaal-Delegierten demnächst Kroonstad verlassen werden, uni sich an einen Ort zu begebe», wo die Verhandlungen chncller geführt werden können.— Nach Meldungen ans Pretoria sind die Behauptungen Schalk Bürgers, die im Felde stehenden Boerenführcr zur Annahme der Autonomie, anstatt der vollen Unabhängigkeit zu bewegen, resultatlos leblieben. Stejn, De Wet, Delarey und Botha lehnen edes Kompromiß ab und bestehen auf völliger ■Inabhängigkeit.— Die„Daily Mail" berichtet: Die Erörterungen zwischen Schalk Bürger und Präsident Steijn dauern fort. Schalk Bürger schlägt Bedingungen vor, die für England an- n e h m b a r sind. Dem Vernehme» nach sind zwar Stciju und De Wet andrer Meiniing als Schalk Burger, jedoch betrachtet man in London die Lage immer»och als hoffnungsvol l. Das Unterhaus trat am Montag»ach den Osterferien wieder zusammen. Auf eine Anfrage erklärte B a l f o u r, er könne keine Mitteilung hinsichtlich der FriedenS-Ver- Handlungen machen. Brüfsel, 6. April Entgegen den Meldungen de« Londoner Kriegsanues heißt es in hiesigen Boerenireisen. daß die Engländer bei dem Gefecht bei Kartriver' wenigstens 260 Mann an Toten und Verwundeten gehabt haben. London, 7. April.' l e». New Bork, 7. April.(W. T. B.) Aus Port au Peine« lvird telegraphiert: Revolutionäre setzten sich am Sonnabend»i Besitz der Stadt Jacmel(Südknste von Haiti) mid hielten sich dort 24 Stunden lang. Sie ließen die Gefangenen ans dem Gefängnis rei und zogen sich dann mit allen Waffen- und MnnitionSvorrüten, deren sie hafhaft werden konnten, auf die benachbarten Hügel zurück. Bei dem Angriff ans die Stadt waren zwei Revolutionäre gefallen und eine Anzahl verwundet worden.___ ~ Hierzu 1 Beilage n. llllterhaltungsbla»,. Jlr. 81. 19. Zahrgavg. Kcilm Ks„Umw" Lnlimr MsM Dicnsla�& April 1902. Berliner Pnrtei-Nngclegenhcitcn. Heute. DienStariabciid Sl/i Nhr hält der Wnhlverein des sechste» W»hlkreises sS ch o» h fi u s e r V o r st a d t) in Pnhlincinns VlNideville-Theater, Schmihmiscr-Allee 148, eine auberordentliche Mitglicdcr-Verslmnnluiig ab. Zahlreiches Erscheinen ist erwünscht. Der Vorstand. Wahlvercin Grost-Lichtcrfclde. Mittivochabend 8 Uhr bei Richter. Chansscestr. 104: M o n a t s- V e r s n m ni l u n g. Die Partei� genossen werde» darauf hingewiesen, das; die regelinnszige» Vereins� versainmlungen j e d e n M i t t w o ch vor d e m 15. stattfinden. Die verzogenen Mitglieder wollen den Bezirksführern oder dcnr Kassierer Hermann Seilst, Chansseestr. 91, ihre jetzige Wohnung mitteilen. Jeden Sonnabend»ach dein 1. und IS. jeden Monats findet im obcngenaiiutcn Lokal die Kassierung der Vereiiisbeiträge statt, ebenso in jeder Mitglicder-Versamnilung. Der Vorstand. Der Wahlverein für NowalveS-Renendorf hält am Mittwoch seine nächste Versaniiiilmig mit folgender Tagesordnung im Lokale von O. Hienike, Wallstraste, ab: 1. Geschäftliches. 2. Abrechnuiiiig vom 1. Quartal. 3. Maifeier. 4. Kommunales. Zfolmles. Einschulung. Am Montag haben die Genieindeschulen ihr Sommerhalbjahr eröffnet— diesmal einen Tag früher als die höheren Schulen, die den Unterricht».rst heute, Dienstag, wiederanftiehmen. Ueber 10 000 schulpflichtig gewordene Kinder haben nun wieder ihre» ersten Gang zur Schule gethan. Ein wichtiger Gang— wichtig für die Sechsjährigen, die ihn in der Frühe des gestrigen Tages angetreten hatten, wichtiger noch für die Eltern, die die Kleinen auf ihrem ersten Schulweg lorglich begleitete» I Von den Kindern gehen diesen Weg die einen in Bangigkeit und Furcht, andre in freudiger Erivartluig, noch andre in dem Gefühl vollkoniiueiister»Wnrschtigkeit*. Recht habe» allein die Kinder der dritten Gruppe. Man begegnet ihnen besonders in Familien, die reich mit Nachwnchs.gesegnet" find. Wo bereits ein paar Kinder zur Schule gehen, da ivifsen die jüngeren Gcschivister Bescheid,»och ehe sie de» Fast zun, erstenmal über die Schwelle des Schulhauses gesetzt haben. Ihnen braucht man nicht erst zu sagen, dast in der Schule niemand„gegessen* wird— sie sind aber auch von vorn- herein darüber i», klaren, daß sie sich nach der andern Seite ebenso- wenig irgend tvelchen Jllusioilcn hingeben dürfen. Bei den Eltern, die ihre Kinder ans den, ersten Schulweg geleiten und begleiten, überlviegt meist das Gefühl der Sorge. Wird der Junge gut einschlagen? Wird das Mädchen»ntkonnuc»? Und noch ein paar andre Frage» bewegen die tiefer Denkenden»nter de» Vätern und Müttern, wenn sie ihre Kinder zur Einschulung bringen. Wie wird der Uebergang aus der Familie in die Schule das seelische Befinden deS Kindes beeinflnffen? Wie wird es auf den Gesund- heitszustand wirken? Das sind Fragen, die wohl geeignet sind, uns an, ersten Schultage nnsrer Kinder ernst zu pimuicn und uns mit Sorg« zu erfüllen. In den Genieindeschulen stellen sich dem Schulbetrieb mancherlei Schwierigkeiten besonderer Art entgegen. Darinn ist hier auch der unterrichtliche und erziehliche Erfolg des Schulbesuches um so viel zweifelhafter, während andrerseits die gesundheitliche Schädigung, die der Schulbesuch„an, entlich im ersten Schuljahr bringt, um so viel größer zu sein pflegt. Wir brauchen hier nur das eine Wort „Ueberfüllung" z» neun«,! Eine erste Probe davon hat mancher frischgebackene Abc-Schntz gleich am Montag in vollste», Maße zu kosten bekomme». Da» Eiiischulmigsgcschäft ist wieder einmal, wie an jeden, Semesteranfang, nicht überall ganz glatt abgelaufen. Wo die Zahl der Schulrekruten zu groß ivar, da mußten die Eltern mit den Kindern stundenlang im Gedränge auf dem Flur nnd selbst auf de», Hofe warten, waS bei der trotz des lachenden Sonnenscheins recht empfindlichen Kühle des Montagmorgens wirklich kein Ver- gnllgen war. In den nächsten Tagen muß min erst die oft recht schwierige Aufgabe gelöst werde», die überzählige» Kinder an ander, weniger besetzte Schulen abzuschieben. Bis das erledigt ist, kann in de» davon betroffenen Schule» weder von einer Beachtung der für die Frequenz festgesetzten Höchstzahl, noch von einem eigentliche» Unterricht die Rede sein. Mancher kleine Schulrekrut wird dabei arg hin und her geschoben und gestoßen, bis es endlich gelingt, ein Plätzchen für ihn zu finden. Wohl ihm, iven» er einer von denen ist, die, wie oben gesagt, in» Gefühl der vollkoinmensten„Wurschtigkeit* ihren ersten Schulweg antreten I TaS Kuratorium für die Verwaltung des RrbeitShanseö Und deS städtischen ObdachS halte in seiner letzten Sitzung eine reichhaltige Tagesordnung zu erledigen. Ins Plei,,»,, der Armen- direktion wurde Stadlv. Hinz abgeordnet, zu Kuratoren für das Obdach wählte man an Stelle des verstorbenen Stadtv. Kluth die Stadtvv. Wittkowski und R i e m e r. In einer gemeinsamen Sitzung uiit der Grnndstücks-Depntation soll darauf hingewirkt werden. im städtischen Obdach den Spielplatz für die Kinder obdachloser Familien zu erhalte». Wie erinnerlich, hat bereits Stadtv. Hoffmai», auf die Notwendig- keit der Erhaltung dieses Platzes hingewiesen, als darauf hingedeutet wurde, daß die Gasanstalt den Platz für ihre Zwecke beanspruche. Auf den, Hofe des Obdachs soll eine Bedürfnisanstalt errichtet werden, auf dem Bodenraum ist ferner die Aufstellung eines Desiufek- tion sapparates in Aussicht genommen, der wesentlich zum Ausbrennen der Kleider der Ashlisten zu diene» hat. Leider wird die Fertigstellung dieser Neueruiissen bis 1903 hinausgeschoben, da der Antrag unsres Genossen Hoffmonn, in einer besonderen Vorlage die Errichtung noch für diesen Som», er vorznsehe», abgelehnt wurde. Ferner kam die Dnngaiisamniluitg auf den, verpachteten städtische» Gelände gegenüber den, Obdach zur Sprache. Am 1. Oktober soll der skandalöse Zustand verschwinden: wen»'» nur wahr wird. Abgelehnt wnrde trotz der Beförwortung durch unsre Parteigenosse» ei» Gesuch um Lohnerhöhung, welches einige Arbeiter stellten. Unsre Parteigenoffen erklärten sich ferner mit Entschiedenheit gegen de» Brauch, daß die Angestellten des Obdachs die augeblich wertlosen U e b e r b l e i b s e l. die bei Auktionen keinen Bieter finden, zu ihren, Nutzen verkauften. Man möge den Leute» eine Bezahlung geben, bei der sie nicht nötig hätten.' auf derartige Einnahmen zu rechnen: der Lohn von drei Mark für eine von morgens 6 bis abends 6 Uhr dauernde Arbeitszeit sei allerdings nicht genügend. Auch hier wurde die Gehaltserhöhung gegen die Stimmen unsrer Partei- genossen abgelehnt, jedoch beschlossen, den Angestellte» den Verkauf der Ueberbleibsel zu untersagen. DaS Gesuch der HilfSaufseher am Obdach, ihnen für geleistete U e b c r st u n d e n eine Vergütigung zu gewähren, wurde dem Oberbürgermeister zur Berücksichtigung empfohlen, gleichzeitig soll der Oberbürgermeister ersucht werden. das System der H i l f s a„ s s e h e r zu beseitigen und deren Funktion von fest angestellten Beamten ausübe» zu lassen. Von bc- sonderer Bedeutung für die Oeffentlichkeit ist Ivohl der vom Kuratorium gefaßte Beschluß, über den Ursprung der Lügen und Alarm,, achrichte» auS dem Obdach eine Unter- suchung anzustellen; hierbei wurde konstatiert, daß es einen Aufseher uiit dem von,„Deutschen Blatt* seinerzeit genannten Nanie» überhaupt nicht giebt. Die Eröffnung der großen Arbeiter- Heilstätte» der L a u d c s v e r s i ch e r u» g s- A n st a l t Berlin in Beelitz steht nunmehr bevor. Wie der Vorsitzende des Vorstandes, Dr. Freund, in der letzten Ausschußsitzuiig auf eine Anfrage mitteilte, soll Ende dieses MonatS ziniächst das Sanatorium für männliche Personen belegt werden. Kurze Zeit darauf, im Laufe des Monats Mai, wird die Belegung deS Sanatoriums f ü r weibliche Personen erfolgen. In, Laufe des MonatS Juni wird alsdann die Belegung der L u n g e n h e i l st ä t t e für männliche Person e'n statlstiiden, an der sich die Eröffnung der L u u g e n h e i l st ä t t e für weibliche Personen un- mittelbar anschließen wird, so daß voraussichtlich die gesamten Heil- stätten Ende Juni in Betrieb sein werden. Die Belcguiigsziffer be- trägt vorerst ca. 600 Betten mit einem Personalbestäud von circa 120 Köpfen; doch sind die Geiieral-Eiurichtnngen für die drei- fache Zahl berechnet. Der Gesamtkostenbetrag der gegenwärtigen Anlage wird sich nuf 8 Millionen Mark stellen. Von einer Einweihungs-Feier wird, wie Dr. Freund auf eine weitere Anfrage mitteilte, abgesehen werden. Die Influenza ist i» dem nun zu Ende gegangenen Winter in Berlin so milde aufgetreten, wie seit Jahren nicht. Die Sterblichkeit an Influenza blieb fast den ganze» Winter hindurch unter 10 Fälle» i» der Woche. Nur einmal wurde eine höhere Sterblichkeit beobachtet: in der erste» Dezcmberwoche, ans der 14 Sterbefälle gemeldet wurde». Andrerseits kam in einer Woche nicht ein einziger Influenza- Sierbefall vor: in der ersten Märzwoche. Ans dem Winterhalbjahr von Anfang Oktober 1901 bis Ende März 1902 wurde» zusaiumen nur 130Jnfl>lenzn-Sterbefälle gemeldet, während noch im Winter zu 1901 allein im Februar und März zusammen 153 Stcrbefälle und im Winter zu 1900 in denselben beiden Monaten zusammen 404 Stcrbefälle vorgekommen waren. Das Polizcipräsidinn, verwahrt sich in einer Zuschrift an die Zcitnngen gegen den Vorwurf, daß es in seiner Milchverordnnng den Ausdruck„Vollmilch" nicht erwähnt habe und erklärt, daß diese Bezeichnung auf de» Gefäßen der Milchhändler durchaus zulässig sei. Die N e ch t s g ü I t i g k e i t der Milchverordnnng, welche am 1. April in Kraft getreten ist, wird demnächst gerichtlich geprüft werde». Der Verein der Milchhändler im Norden Berlins hat nämlich beschloffen, dem ersten seiner Mitglieder, das ei» Strafmandat wegen Ueber- tretung der neuen Bcstimmniigcn, besonders in Sache» der neu ein- geführten Marktmilch, erhält, auf Vereiuskoste» bis zur höchsten Instanz Rechtsschutz zu gewähre». Postlvcrtzcichcu. Die Postbehörde giebt bekannt: Im Reichs- Postgebiet und in Württemberg werde» jetzt nur noch Postwertzeichc» mit der Inschrift„Deutsches Reich" ausgegeben. Die bisherige» Reichspost- und württembcrgischen Postwertzeichen sind mit Ende März außer Kurs gesetzt worden; doch haben die Postaiistalte» An- Weisung erhalten. Seiidiinge» mit alten Postwertzeichen bis auf weiteres nicht in der Beförderung aufzuhallen und auch nicht mit Nachtaxe zu belegen. Immerhin liegt es im Interesse deS Publiknms, möglichst die richtigen lueucii) Postwertzeichen zu verwenden. Die in den Händen des Publikums noch vorhandenen alten Postwertzeichen werden bis Ende Jmii d. I. an den Postlchaltcrn und von den Landbrieflrägeri, gegen neue Postwertzeichen umgetauscht. Ter»eucste Vörseuwitz. Ameier: Wissen Sie schon, wer nach KauffmaniiS Rücktrilt Bürgermeister werden soll?— B e m e i e r: Nein, wer denn?— Ameier: Der kleine Cohn, denn der stößt oben nirgendwo an! Ans de», Hamburger Güterbahnhof kam am Sonnabend der Nnugiercr Niefeld ums Leben. Als er gesunden wnrde, lag er mit ein- gedrücktem Brustkorb zwischen einem Eisenbahnwagen und dem Mauer- iverk einer Rampe. Offenbar ist er während der Arbeit von einem Eisenbahnwagen heruntergefallen. Genaues ist nicht bekannt, da niemand Augenzeuge des Vorganges war. Die Sclbstniordchrouik war am gestrigen Tage sehr reich. Gestern erschossen sich in hiesigen Hotels ein Fremder aus Frank- fürt a. M., ein Privatgclchrler aus Heidelberg und in der Nacht zum Sonntag vergiftete sich ein hiesiger Ärzt mit Morphium. Am Kottbuser User sprang eine Arbeiterin in den Landwehr- kanal, ivurde aber gerettet. Ei» Schlosser versuchte sich durch Queck- silbcr zu töten. Der Ausschuß für Erhaltung dcS Botanischen Gartens als öffentlicher Park trat am Sonntagniittag nach längerer Pause im Schönebcrger Rathause zusammen. Der Vorsitzende, Stadt- verordiieteii-Vorstcher Gustav Mnller-Schöneberg, betonte, daß die Angelegenheit jetzt wesentlich günstiger liege, als unter dem verstorbenen Finanzminister Miqnel, der dekamitlich durch de» Verkauf des ge- samten Terrains des alte» Botanischen Gartens zu Bauland die Kosten für den Neubau der Cbaritce decken wollte. Der jetzige Finanzmiiiister nehme eine andre Stellung ein, doch könne er uatürlich der Stadt Berlin leine Offerte machen. Wenn die Stadt- gemeinde aber an ihn herantreten würde, so stehe es schon jetzt fest, daß er ihr dann annehmbare Bedingungen stellen würde. Ferner wnrde mitgeteilt, daß von einen, Neubau deS Museum« für Völkerkunde ans dem Terrain des alten Botanischen Gartens, wie dies vor einiger Zeit in Aussicht geiionmien war, jetzt keine Rede mehr fei. Schließlich wurde beschlosten, an die Stadtverordneten- Versammlung zu Berlin, eine Petition zu richten, mit dem dortigen Magistrat in Verhandlung zu treten, um den Botanischen Garten als öffentlichen Park zu erhalten. Von einem Stier in die Lnft geschlendert wurde auf dem Ceutralvichiiinrkt der Obertreiber Theodor Knopf. Der Treiber wurde plötzlich von dem Bullen angegriffen, auf die Höruer gc- nommeii und hoch in die Luft geschleudert. Mit schweren Verletzimgcu wurde Knopf in das HedwigskraiikenhanS gebracht. Seine Wirtin mit dem Beil zn erschlagen versuchte gestern, Moiitaginorgeii, der ehemalige Handwerker Jnluis Beyer in der Tresckowstr. 52, ein geistesschwacher Manu von 57 Jahren. Beyer ist infolge eines Schlaganfalles an der rechten Kürperseite etwas gelähmt. erhält Ariiienuiiterstützung und befand sich bei dem Kutscher Hertrampfscheu Ehepaar in Schlafstelle und Privatpflcge. nachdem er eine Zeit lang in ciiicni Sicchenhans« gewesen war. Streitsüchtig. wie solche Leute oft sind, Hatto er mit seiner Wirtin wiederholt Reibereien. Dazu kam, daß er gern hinter den Frauen im Hause herlief. Alles das führte dahin, daß die Wirtsleute ihm zum MoiintSersteu kündigten und am Sonnabend ihre Schlaf- stelle durch einen Ansbängezeilel anderweitig anboten. Daraufhin machie Beyer der Frau Herirampf schon am Sonutag einen heftigen Auftritt, als er aber sah, daß ihr Mann nach Hause kam. ging er weg. Gestern morgen mm wartete er. bis Hcrlrampf ins Geschäft gegangen war. Dann drang er wieder zu der Frau in die Küche ein, ergriff ein dort liegendes Beil und versetzte der Frau einen fcharfe» Hieb über den Kopf. Die Verletzte floh in das Neben- zimmer und schrie zum Fenster hinaus um Hilfe. Nun lief Beyer davon, wurde aber bald eingeholt und festgenommen. Frau Herirampf erhielt auf der nächsten Uufallstntion einen Verband und konnte dann wieder nach der Wohnung gebracht werden. Ihre Verletzimg ist nicht gefährlich. Beyer giebt an. daß er sich für die Kündigung habe räckien wollen. Ob er strafrechtlich verantwortlich ist, steht dahin. Er ist zeitweilig stark geistesschwach und bildet sich dann ein. ein Hoheuzollernpriiiz zu sein. Herr OSwald Skier ist, wie jetzt bekannt wird, freiwillig ans dem Leben geschieden. Er konnte sich i» die veränderten Verhältnisse nicht fügen und wollte die Umwandlung seines Geschäfts mit ihren Folge» für seine persönliche Stellung nicht überleben. Nier erlitt im Panamakrach erhebliche Verluste, konnte sich aber trotzdem halten und gut leben. Seine Frau, die seit Jahren leidend ist und in Marseille wohnt, pflegte er jedes Jahr zu besuchen. Nier tvurde schon seit Jahren wegen eines Herzfehlers ärztlich behandelt. Um so mehr griff ihn die Umwandlmig scincs Geschäfts in eine Gesellschaft an. Wie aus hiiiterlassenen Briefen an ehemalige Angestellte und die neue Gesellschaft hervorgeht, ging Nier nach der Geschäftsübergabe nach Hanse, schloß sich ein, schrieb seinen letzten Willen auf und ver- giftete sich dann mit Morphium. Ans der Hochbahn spielten sich am Sonntag recht unerquickliche Vorgänge ab. Schon vom frühen Vormittag an war der Andrang zu den Schaltern der Bahn ein bedeutender. In die Waggons wurden so viel Personen als möglich hineingestopft, so daß man sich kaum zu rühren vermochte. In den Durchgängen standen die Menschen wie Mauern, so daß viele Fahrgäste, welche auf den Zwischeiistationen aussteigen wollten, nicht in der Lage waren, die Ausgänge des Waggons rechtzeitig zu erreichen und weiter mitfahren mußten, als sie beabsichtigten. Seitens dcS Betriebspcrsonals geschah nichts, um diesem Unfug eiitgegeiiziitreten, im Gegenteil forderten die die Züge begleitenden Beamten die schon ohnehin gepreßt stehenden Passagiere auf, sich noch immer mehr zusammenzudrängen.(?)— Vorgestern abend 7 Uhr entstand auf der Untergnindbnhnstrecke der Hochbahn am Wittenberg« Platz eine längere Verkehrsstockung. Ein Zug, der vom Zoologischen Garten kam, liiußte mitten im Tiimicl zwischen Wittenberg-Platz und Nollendoif-Platz eine volle Viertelstunde halten. Daß sich bei dem langen Aufenthalt in der uiiterirdischeii Enge, bei der schwülen Luft übe'rfüllter Nniime und bei dem vollständigen Mangel an Aufkläruiig über den Grund der Stockung einiger Leute, namentlich einiger Frauen niit Kindern, eine beklemmende Unruhe bemächtigte, bedarf leiner weiteren Worte. Ei»„nnbfchbarcS Unglück ivurde gestern nachmittag durch die Geistesgegenwart und Uncrschrockenheit des Branddirektors Giersberg und des Gefreiten Pnrzig von der 7. Cvmpngnie des Gardc-Füsclier-Rcgimeuts verhütet. Als gestern der Brand- direktor den Mühleiidamm passierte, kam ein zweispämüges Lohn- fuhrwerk ohne Kutscher im schärfsten Galopp von der Königstraße angestürmt. Gicrsberg griff nach dem Zügel des Handpferdcs, wo- bei das fchengewordene Pferd zur Seite sprang, so daß der Brand» direktor vor dem Kopf des Handpferdes zu stehen kam. In dem- selben Augenblick sprang der Gefreite Purzig hinzu und erfaßte mit großer Gefahr die Zügel, wodurch die Pferde, die bei dem großen Verkehr sicher großes Unheil angerichtet hätten, zum Stehen gebracht wurden. Vermißt wird seit dem 1. April abends 9 Uhr der 18jährige Arbeiter Bruno Liebe, zuletzt wohnhaft bei seiner Mutter, Frank« furter Allee 143. Er war bekleidet mit einem schwarzen Jackett« anzug, grauen Strümpfen, Normalhenid, schwarzem, weichem Filz- Hut und Schnürstiefeln. Er war völlig mittellos. Als besondere Kennzeichen dient eine Fleischnarbe an der Nase, sowie der Uiiistmid, daß der rechte Fuß bis au die Hüfte einer früheren Verbremiimg wegen völlig entstellt ist. Es wird vermutet, daß der Vermißte iii einem Anfall von Schwermut Hand an sich gelegt hat. Wer etwas über den Verbleib des Vermißten angeben kann, wird gebeten, sich an seinen Bruder, Herrn Karl Liebe, Frankfurter Allee 4, wenden zu wollen. Durch einen Sturz von der Treppe venmglückte in der Nacht zum Montag der Lehrling Albert Janicke in der Bäckerei von Briischle in der Dciinewitzstraßc 33, als er in den Backkcller himinter- gehen wollte. Er fiel auf den Kopf, zog sich eine Gehirnerschütterung zn und mußte in ein Krankenhaus gebracht werden. Auf der Rennbahn Fricbenan Ivar am Sonntag das Früh- jahrs-Dcbüt. Das Wetter schien nicht allzu günstig; ein heftiger Ostwind hinderte die Fahrer, jedoch war das Publikum recht zahl- reich zur Stelle. Die eigentliche Ueberrafchnng des Rennens bestand barm, daß Robl mit scineu Motoren wieder bedenkliches Pech hatte. Die Maschinen ivaren als wahre Wundertiere bezeichnet worden; als cS aber losgehen sollte, wollten sie nicht von der Stelle, so daß das Reimen abgeläutet und von neuem angefangen werden mußte. Aber auch jetzt streikten die Motore und Robl blieb zurück. Bei Schluß des Rennens war Robl als Vierter 29Vg Rundeu hinter dem Sieger, der die Distanz in 50 Minuten 35�/5 Sekiuiden bewältigt hatte. Am besten konnte noch Ryser widerstehen, der 4'/s Runden zurück als zweiter endete; dritter wurde Schennemaiiii, Heiny, der als Fünfter niitthnt, gab das Nennen bald auf, da auch sein Motor nicht mitwollte. Im übrigen verliefen die Neiuieii wie folgt: F r ü h j a h r s p r e i s. Wert 500, 200, 100 M. Distanz 1000 Meter. Eiidlauf: Schilling(1 Min. 47, l Sek.) 1. Huber 2. Vroka 3. E Ii t s ch ä d i g u n g s f a h r e n. Distanz 2000 Meter. Otto Meyer 1. E. Suchetzky 2. Käser 3 E r m n n t e r u n g s f a h r e n für Berufs- fahrer. Distanz 2000 Meter. Arno Conrad- Hannover(3 Min. 52 Sek.) 1. A. Suchetzky 2. F. Schmifchke 3. Ludwig Meyer 4. P r ä m i e u f a h r e n für Berufsfahrer. Distanz 5000 Meter. E. Suchetzky(7 Min. 26.1 Sek.) 1. F. Dittloff 2. I. Lagardc-Lyon 3. Tandem-Ha ii ptfahreu für Berufsfahrer. Distanz 3000 Meter. Schilliug-Käicr(5 Min. 7,1 Sek.) 1. Otto Meyer- Bettinger 2. Heeruig-Althoff 3. Fcuerbcricht. Ein größerer WohnnugSbrand beschäftigte die Wehr Sonntagabend 9'/« Uhr in der Bessclstraße 38. Hier standen im dritten Stockwerk des ScitcnfliigelS Betten, Möbel, Decken, fußboden nnd Balkenlage in Flaninien, die erst nach längerer cit mit einer Dampffpritzenleitniig abgelöscht werden konnten. Kurz vorher bräunte in der Müllerftraße 14 Papier je. im Aschenkasten. Nachmittags wurden Tempelhofer Ufer 37 Möbel und Tapeten durch Feuer beschädigt. Sonntag früh 4 Uhr wurde die Wehr nach dem Urbanhafen gerufen, wo in einem Miillkahu die Schifferwohnung brannte. In der Hauptsache wurden Betten und eine Bretterwand eingeäschert, doch sind Personen nicht verletzt. Zur selben Zeit halte in der Admiralstr. 6 in einer Gips- gießcrei der Fußboden und die Balkenlage unter einem Trockenofen Feuer gefangen. Montag früh erfolgten in der Angnststr. 26 und in der Äirchstr. 25 kleinere Wohmmgsbrände. Außerdem liefen noch Fcneriiielduiigen von der Bergmaiiiistr. 96, der Schönhauser Allee 45, Stettinerstr. 34 und Rcinickendorferstr. 57b ein. In allen Fällen konnte indes die Gesghr in kurzer Zeit be- seitigt werden. Ein neuer KnriiiS im Schreiben auf der Schrelbniaschiiie (System Bar-Lock und Remiiigton) wird in der 7. stiidtischeu FortbkldungS- schule stir Jünglinge und Männer, Äräfcstr. 85—88, an der Kottbuser Brücke, jetzt eingerichtet. Der Unterricht findet Freitag- oder Mittwochabend von 71/,— fl'/j Nhr statt. Jedem Teilnehmer werden aus Wunsch noch besondere Ueviingsstunden eingerichtet. DaS Unterrichtögeld beträgt halbjährlich nur 2 M. Anmeldungen nimmt Herr Rektor Faltz noch täglich von 12—1 Uhr und von 7—8 Uhr abends im Amtszimmer eiitgegen. Orgelkonzert. Mittwoch, den 9. April, mittags 12 Uhr wird ein Chor ans Schülerinnen der Frau Marie KornatiS(Soll i Frl. Elly Metzner, Frl. Margarete Heniiiiig. Frl. Lncie Oelsthläger, Fr. Johanna Grasnickel), der Biolinist Herr Hans Bussenius, Herr David Stitter anö Bergen, Herr Hans Schirmer und Miß Nancy de Vtlliers aus Südafrika den Orgel- Vortrag des Musikdirektors Otto Dienel w der Marieiilirche unterstützen. Der Eintritt ist frei._ SlnS de» Rnckibinorte». Reu-Wcißensee. Kurz vor Eintritt in das neue Etats« jähr ist den Vertretern der hiesige» Einwohnerschaft der Vor- aiischlag für das Rechnungsjahr 1902 zugestellt worden. Böswillige Zungen ziehen ans dieser verspäteten'Zustellung allerlei Schlüsse. Verfechter für Erlangung der Stadtrechte für die Gemeinde meinen, daß der Grund für die Verzögerung dieser Angelegenheit in der den Ansprüchen einer solch großen Gemeinde nicht inehr ge, lügenden Ver- hjnltuiifl des Gemeinwesens zu suchen sei; wieder andre behaupien. daß der Ausfall der letzten Geineuidevertretcr- Wahlen in mab�ebeiiden Kreisen derart auf die Nerven eingewirkt haben, daß verschiedene Leute „impotent" gelvorden seien. Wir maßen uns kein Urteil hierüber zu.— Zunächst bringt der neue Etat eine Steuerherabsetzung und zlvar für die Einkommensteuer von 5 Proz; statt 17ö Proz. Zuschlag werden in diesem Jahre nur 170 Proz. erhoben und— Gleichheit muß herrschen, wenigstens dann, wen» Steuern festgesetzt werden. Damit diejenige» nicht zu kurz kommen, die sonst, beispielsweise au- läßlich der Wahlen zur Eemeiudevertretuiig doppelt und dreifach größere Rechte ausüben konnten. als der nur Einkommeustcuer zahlende„Schund" der Bevölkerung— damit also wenigstens hier gleiches Recht für alle zur Geltung gelange, sind auch die Gewerbe- und Gemeindegrund- und Gebaudcstcuern herabgesetzt worden. Ter Etat für 1902 balanciert in Einnahme und Ausgabe, außerordent- liche Einnahmen und Ausgaben eingerechnet, mit 1380000 SR Die allgemeine Verwaltung erfordert einen Zuschuß von der Gemeinde von 95 787 SR, die Ärmenverwaliung einen solchen von 47 503 SV?., für die Schnloerwaltmig sind aus Mitteln der Gemeinde 239 639 M. aufzubringen; der ganze Etat der Schulverwaltiing erfordert 278 069 SR Im Kapitel Armcnverwaltnng ist auch eine Summe zur baulichen Unterhaltung des Armenhauses ausgeworfen, und es wird in den Bemerkungen gesagt:„Das Armenhaus bedarf einer gründlichen Renovierung." Bekanntlich wurde einUebelthätcr, der früher mchreremale dasselbe,' wenn auch in etwas drastischer Forur bc- hanptct hatte, vor den Kadi gezogen und empfindlich bestraft, ivcil angeblich die behauptete» Uebelstände nicht existieren sollten.— Das Gehalt des Gemeindevorstehers' betragt 6000 M., für die Nacht- Wächter sind pro Mann ivicderum nur 620 SR als Jahrcsgehalt in de» Etat eingestellt worden.— Die Kosten für das zu errichtende Gewerbegericht sind mit 850 M. ebenfalls im Boranschlag verzeichnet, sonst schwebt in dieser Angelegenheit Ruhe über den Wassern.— Das Vermögen der Gemeinde beträgt 5 170 265 SR, die Schulden 2 749 155 Sv?.' lieber einen Auflauf in Spandau versendet eine Korrespondenz folgende, dem Anschein nach erheblich gefärbte Milteiluiigen: Arge Ausschreitungen haben in der Nacht zum Sonntag in Spandau statt- gefunden. Auf dem Budeuplatz hatten sich Hunderte von Menschen gegen 10 Uhr zusammengerottet und drohten die Buden zu stürmen. Die ivachehabcnden Polizeibeamtcn ivaren nicht im stände, die Ruhe wieder herzustellen und ordneten die Schließung der Schaubuden und Schankzelte an. Nun zogen etwa 500 Mensche» unter ungeheurem Lärm nach demMarktplatz vor das Rathaus und die Polizeiwache. Die iveuigc» Polizeibeamteu und Nachtwächter suchten vergebens die Menge aus- einander zu treiben. Es ertönten Rufe:„Haut die Blauen!"„Wir wollen Arbeit!" und andre aufreizende Worte. Ein Haufe versuchte in die Polizeiwache einzudringen und warf Steine gegen die Thür. Die Polizei sah sich genötigt, vom 5. Garderegiment' Hilfe zu er- bitten. Von den Soldaten wurde die Menge dann auseinander- getrieben. Zehn Personen wurden festgenonimcn, aber nach Fest- stcllung des Namens wieder entlassen. Nur ein gewisser Rüster wurde in Haft behalten. Die Potsdamer. Die„Potsdam. Korr." meldet: Sein Amt als stellvertretender Vorsteher der Potsdamer Stadt- v e r o r d n e t e n- V e r s a m in l u n g hat der Geh. Nechnungsrat Julius Steinbach, welcher belaimtlich in der Assaire wegen der angeblich 2 Duelläußerun. en des Kaisers zu 300 M. Geldstrafe ber- urteilt wurde, jetzt'niedergelegt, nachdem er bereits in der vorigen Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung mit Entschuldigung gefehlt hatte. Wegen der Person seines Nachfolgers haben bereits Vorbesprechungen der Stadt- verordneten stattgefunden, wobei es sich herausstellte, daß es einige Schwierigkeiten macht, für dieses Amt, mit dem unter Um- ständen Nepräsentatioiispflichten b e i H o f e verbunden sind, einen geeigneten Vertreter zn finden. Eine seltsame Anffassniig ist es, die Verurteilnug in einem Be- leidigungsprozeß. wie er sich in Potsdam abgespielt hat, als eine SVZindcrinig der Ehre und des öffentlichen Aiischciis des Verurteilten aufzufassen. Noch seltsamer ist die Rücksicht ans die Repräsentation»- pflichten, die dem Stadtvcrordneten-Vorstehcr erwachsen solle». Ei» Betrüger, welcher sich Statioiisasstsient F. Steidel in Rixdorf, Richter in Steglitz, Emil Wolter, Gustav Günther, F. Schild aus Landsberg a./W., Eisenbahu-Wei.'meister Gustav Conrad, Bahn- meister F. Sommer in Wittenberge, Pvstassistcnt E. Nvwacki, Lehrer Schröter in Brandenburg und anders neimt. schädigt seit mehreren Monaten Cigarren- und andre Geschäfte, deren Inhaber in Beamten- Zeitungen annonciere». Bei diesen bestellt er, gleichzeitig im angcb- tichen Auftrage von Kollegen, größere Posten Cigarren, Uhren und Uhrkettcn zc. und bittet, die Ware an einem bestimmten Tage abzusenden. Der Schwindler mietet dann ein möbliertes Zimmer und bcanstragt die Vermieter, die mit der Post ankommenden Pakete für ihn in Empfang zu nehmen. Gewöhnlich wartet er aber das Eintreffe» des Posipaketboteu selbst ab und verläßt dann nach Elu.pfaiignahme des Pakets die Wohnung. Beschreibung: 25— 30 Jahre alt, 1,70—1,75 Meter groß, hellblondes links gescheiteltes Haar, kleiner hellblonder Schnurrbart, längliches blasses Gesicht, voll- ständige Zähne, Thüringer Dialekt. Kleidung: graubrauner Pelerinen- Mantel, fteiser schwarzer Hut, dunkler Auziig. Verein ber Miueralwasserarbeite». Dienstag, den s April, abends 81/, Uhr, bei Patt, Dragouerstr. 15: Außerordentliche General! versanimliiiig. Dagesvidnuiig: Wie stellen sich die Kollegen zum Auschluiz an den Centralvnbaiid der Handels- und Trausxoltarbcitcr? Referent: A. Werner. Eciitralbem» der Bnrcau-Augcstcllten. Dienstag, den 8. April, abends 9 Uhr. Roseiitbalcrstr. 57, bei Bauer: Generalversaniuilung. Ge- schästSbericht, Kassenbericht, Neuwahl des Gesäint Borpandes. Vevmifchkes. Die deutsche Knff„Gcsina" ist heute vormittag unmittelbar vor Norderney gesunken, lieber den Verbleib der Mannschaft ist nichts bckamit; sie hat sich vermutlich auf einen Fischdampfer gerettet. Wie aus Glasgow vom 6. April weiter gemeldet wird, sind im ganzen 177 Personen, die bei dem Durchbrechen der Barriere während des Fußballspiels Verletzungen erlitten, in Krankenhäusern aufgenommen worden. Außer den 3 sofort Getöteten sind noch 17 ihren Verletzungen erlegen. Eiugcgaugeue Triiltschrifte». Von der..Neue» Zeit"(Stuttgart. Dicy' Verlag) ist soeben das 27 Heft des 29. Jahrgangs erschienen, mit dem ein neuer HaibjaHresband beginnt. Die Zeitschrist bat mit diesem Hesk ein Gewand erbalien, da? modeinen typographischen Ansprüchen gerecht wird. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Das große Keiseltreiben.— Tie Lalldarbeiterirage i» Ostclbieii. Von A. Hofer(Gr.- Skaisgi.rrcii).— Die Ärbeiterstagc in Spaiileii. Von Antonio Garcia Quejido.— Iocialpolitische Umschau. Von Emamicl Wurm.— Splitier.— Llttcrariiche Nundschau; W. Swicnlq,.DI» Wohiniilgsverhölliiipe der Arbeiter in Halle a. S.— Felülletoil: Briese von Karl Marx an Dr. 9. Kilgelmaiin. Von der„Gleichheit�. Zeitschrift für die Interessen der Arteilerimien (Sliillgart, Tietz' Verlag) isi miS soeben die Nr. 8 des 12. Jahrgangs zu- gegangen. Aus dein Jilhost dieser Nummer heben wir hervor: Fraiicil- Stimmrecht. II. Die Eiltwicklmig des Fraiieil- Stimm rechts: C. Großbritaiiiiieil ilild Irland. D. Die engiischeil Kolovialinnder. Von ack. br.— Der Stand der Bewegung uiiter den Plätieriimen und Bleicherei-Arbeitcr» in Hamburg. Von Lvickie Zietz.— Aus der Beivegliiig. — Feuilleion: Frau Rat Goethe. Von Manfred Wiitich.(Fortselzung.) — Notizenteil: Weibliche Fabriktuspeltoreu.— Sckgale'Gesetzgebung.— Vereinsrecht der Frauen.— Eciiosieiischaftsbcwcgiing.— Frailen- Stimm- recht.— Franciibeweguiig.— Dienstbotensrage. Die„Gleichheit" erscheint olle 14 Tage einmgj. Preis der Nummer 16 Ps., durch die Post bezogen(cingcinigeii in der Reichspost-Zeltliiigslisi» für 1902 unter Nr. 8051) beträgt der AboniieliientspreiS vierteliährlich ohne Bestellgeld 55 Pf; uiller Kreuzband 85 Ps. Briefkasten der Redaktion. Tie juristische Sprechstunde findet täglich mit Zlusnahme bei Sonnabends von?>/» bis!>>/,>lhr nbclids statt. G.T.IVO, acl 1. Reichäkanzler lOO OOO.M, Staatssekretär 50 000 SR, prcilßischcr Minister 30 006 Dt.— aä Neun. Gustav. Die Nachfragen könne» de» Zweck Habens event. die Fürsorge- Erziehiillg wegen Vcrilachlässiglilig det'Erzieynngspfljcht zu bcanirogeu. Die Fürsorge-Erzichmig selbst kann mir on» Giund eines Beschlusses des Amts- gerichts ergehen.— Tt. Georgen 103. Die Ebe ist vor dem znsländige» Standesbeamten zu schliebcn. Ziisländig ist der Standesbeamte, i» dessen Bezirk einer der Verlobten seinen Wohnsitz oder seiileii. gewöhnliche» Auseni- Haltsort hat. Die'Bekoniltmachiilig des Aufgebots eriolgt in der oder die Gemeindcli, wo die Verlobten ihren Wohnsitz hohen und, wen» elller der Verlobten seinen Wohnsitz imlerhaib der letzten 6 Monate gewechselt hat, ancki Iii der Gemeinde seines srüheren Wohnsitzes.— � R. Rixdorf. Nein — E. H. lv. Ja.— 777. 1. Sie löinic» einem Rechtsanwalt Vollmacht erteilen. 2. Nein. 3. Ja.— Sturm und Drang. 1. Ein Witwer oder eine Witwe müsscil vor Wiederverheirallllig sich mit ihren»linder jährigen Kinder» aiiscinonderfetzen. Zu diesem Bchiü wenden Sie sich mit einem Alitrog auf Aiiseiiiandersetzniig au das Amtsgericht. Ein Beispiel für solchen Antrag finden Sic in dem dem„Arbeiterrecht" hinzugefrlgten Führer S. 221. Nr. 19. Das Buch liegt in den öfsentliche» Lesehallen aus. Welches. Erb- recht i» Beiracht kommt, richtet sich danach, wo und wann der Todessall eintrat und ob ein Testainent vorliegt. 2. Nein.— W. R. Iä. Net». - F. K. 53. Etwa 3 Mark.- N. St. 123. 1. u. 2. Nein. 3. Etwa 600 Mark. 4. Ja.—(?. E. 8. Wende» Sie sich an die Waisenhaus- Direktion.- R. K. Fordern Sie den Wirt auf. innerhalb einer von Ihnen zu bestimmeiiden Frist die Mängel der Wohnung zu beseitigen. drohen Sic ihm für den Fall sruchtlvscn Abiauss der Frist an. die Mangel ans seine Kosten zu beseitigen, nnd führen Sie dann Ihre Drohung o»s oder klagen beim Amtsgericht aus Beseitigung der Mängel.— 13 A. Ais Nichtdeiitscher habe» Sie kein Reckst ans Naturalisation. Das Gesuch ist bei der Polizei zu Protokoll zu erkioren oder au den Regierung?- Präsidenten zu richten. Die NaturalisationSurlimde kostet 50 Mark vleller- Prognose für Dienstag, den 8. April I'.IOS. Trocken und vielsach heiter, nachts leichter Frost, um Mittag ziemlich warm bei mäßigen nordöstlichen Winden. Berliner Wetterb u reo u Für de» Inhalt der Inserate übernimmt die Redakiion dem Publikum gegenüber keinerlei _ Beranimortii»g. Tltesltrv. Dienstag, den 8. A v r i l. LpernhanS. Zar iind Zimmer- mann. Ansang T/, Uhr. Tchansplelhaiis. König Heinrich der Vierte. Aiisiing f'/, Uhr. Skenes Opern- Theater'(Kroll). Geschlossen. Schiller. Hexensimg. Hierauf: Der Mensch i» der Bestie. Ansang 8 Uhr. Deutsches. Anfang Berliner. Der Weg zum Licht. 7-/, Uhr. Ueber unsre Krast. (2. Teil.) An fang 7'/, Uhr. Lcssiug. Fremde Mütter. Anfang 7'/, Uhr. Eöesteit. Wiener Blut. Ansang ?>/- Uhr. gtesideiiz. Eiiiquartteruiig. Ansang "i/, Uhr. Neues. Goldfische. Ansang 7'/, Uhr SeeessionSbühiie. Detlev Lilien- crons Buntes Bielli. Ansang 8 Uhr. E. v. Wolzogens BiniteS Theater (Uebcrbrettl). Anfang 8 Uhr. Schall nnd Rauch. Serenissimus- Zwischenspiele. Ansang 8'/, Uhr. Cenlral. Das süße Mädel. Ansang 7-/, Uhr. Thalia. Seine Kleine. Anfang 7V, Uhr. Luisen. Gebrüder Bock. Ansang 71/, Uhr. Carl Weist. Haiincmann vom Viehhof und: Der kleine Cohn. Ansang 8 Uhr. Friedrich-WilhelmstäbilscheS. Die Grille. Ansang 71/, Uhr. Bellc-AIIiance. Die Dame aus Trouvillc. Hieraus: Er. Anfang 7i/, Uhi� Orpheus. Specialitäteu-Vorstellung. Ansang 8 Uhr. Charivari. Täglich Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Bieiropol. Die wahre Liebe ist das nicht. Svecialitäten-Vorstellniig. Ansang 8 Uhr. Apollo. Llzflstrata. Specialitäteu- Borstelimig. Ansang 8 Uhr. Passage> Panoptikum. Speciali- tvicii-Vorstellung. Palast. Specialitäteil-Vorsielliliig. Eine Nacht im Ballhaus. An- sang 8 Uhr. Casiuo-Dheater. Berlin am Stelzen. Specialitäteu- Borstellung. An- sang 8 Uhr. Rcichöhalle». Stelliner Sänger. Ansang 8 llhr. Passage- Dheater. Svecialitälen- Vorslelllliig. Ansang nachmittags 5 Uhr. Urania. Danbensir. 18/4!».(Im Theatersaai) Abends 8 Uhr: Frühlingstage an der Rioiera. Im Hörsaal. Ansang 8 Uhr: Dr. Donath: Die physikalischen Grundlagen der Musik. Jupaltdenstraste 57/OS. Täglich: Sternwarte._ Schall und Rauch (Kleines Theater) Unter den Linden 44. Dienstag, 8. April, abends 8'/, Dhr: Gastspiel von Emauuel Reicher. Serenissimns-Z\visclien8piele u. a. Slhilltl'Ajtliktr (Walluer-Dheater). Dienstagabend 8 Uhr: Hexo»kiu,~. Lustspiel in 1 Auszug von HanS Hopfen. Hieraus: He»' Hensoli In«loi- Ilestle. Schwaiil in 3 Alten von Lothar Schmidt. Mittwochabend 8 Uhr: Hexenftiux. Hieraus; Der SHcnsch in der Bestie. Donnerstagabend 8 Uhr: �iatiian der Weise. farl Weiss■Theater. G.oste Frauksurtersir. 132. Abends 8 Uhr: §01111 eiHdüit uoiii Viehhof und; Der kiciitc Cohn. Große Berliner AusstaitungSposse mit Gel. in 5 Bildern von Ernst Ritterield. Musik von Albert Wicher. Morgen und solgeude Tage: Hanliemauu«. drr kleine Cohn. Ckillilil-TIirolkr. Heute, DieliStag, abends?>/, Uhr, zui» 112. Mal: DAS sützv Nliidel. Operette in 3 Akten von Landsberg und Sleiii. Musik von Reinhardt. Morgen und solgeiide Tage 7»/, Uhr: DaS süste Mädel. W. lilliicil! IllLSlel. Vrnviienslraße lü. Der Gold-Ottkel. Posse mit Gesang und Tanz in 5 Akten von Elilil Pohl, Musik vou Couradi. Heute: T an�lcräni-ehsil. Mittwoch: Eine Tochter des Südens. Urania. Tauben-Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Frählingstage an der ßiviera. Im Hörsaal um 8 Uhr: Dr. Donath;„Die physikalischen Grundlagen der Musik". Castis PanoptiCDin Frledrlch-Slrasse 165. Zwergin � Kinde (einzig in ihrer Art auf dem Erdenrund l!) Oer Boerenkrieg (Botha, De Wet, Delarey, KrUger.) Lebende Photographien. Hnnl humor.-mnslkal. Quintett MCUi Klrchmcyer. 1 ilfitropol-Hißater Emil Thomas a. G. Henry Bender Josef Josephi Zum O. Mal: Die wahre Liebe ist das nicht. Grosse Posse Mit Gesang u. Tanz in 4 Bildern von Horst u. Stein, bearbeitet von Julius Freund, Musik von Victor Holländer Anfang 8 Uhr. Bauchen überall gestattet. Morgen und die folgenden Tage: Oie wahre liebe ist das niclit, rs Koppeustr. 29. Jeden Dlenstas:-MM Norddeutsche Säuger (Fährmann, Horst, Walde). Anfang 8 Uhr. Eistree 50 Ps. 3879P* Nach jeder Soiree: Faniilieu- Kriinzchen. — BonS haben Gültigkeit.— Jeden Mittwoch: Herllner Prnter. Kaftaliien Allee Sie werfen Geld fort! wenn Sie immer Ihre Cigarren zu teuer einkaufen. Rauchen Sie Nur meine beliebten„Hnvnnlllos", 500 Stck. nur 7 M., 1000 Stck. mir 1-5 M. ftniico gegen Nachnahme. 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Emilie Carola, preisgekrönte Wiener Schönheit. Hugo Mödlinger, der originelle Humorist mit seinem Schlager: Mit der Hand, mit dem Daumen und vier Fingern an der Zahl. 1 16 neue erstkl.Nnmmern! d» Apollo-Theater. Anfang 8 ührl: Um 9 Uhr: Um 9 Uhr: Lysistrata, Ausstattungs- Operette von Paul Lincke mit dem Luttballett „Orfgolatls". Ferner: Elsa Malia und 8 erstkl. 8pcclaUtiUen. Kasseneröffnung 7 Uhr An der Spandauer Brücke 3. | Grösst.VergnügungsIokal Berlins Inleniaiionale Konzerte | von 5 Künstler-Kapellen. Im 6. u. 7. Bogen erstklassige Theater- und Specialitäten-Vorstellnng Ausschank der Berliner Bock-Brauerei. Bfirgerl. Diner, 5 Gänge. Tägl. Matinee von 12— 2 Uhr. Kotf bnserstr. 4 a, Jeden Donnerst ng, Sonntag und Montag: ll<>ifiii»nns MOciitslhe Siiiifjtr Xen! Xeu! Oer Kesselflicker. Charakterbild mit Gesang. Nach jeder Soiree: Tan�kräasietieii. Wochentags Vereiilsbillets und Tanz srei. gültig Vusino-l'hcAter Lothriiigerstr. 37. Gastspiel Antonie Agoston in „Berlin auf stelzen" ic. Urkomisch! Sensationell! Soniltaglinchm 4 Uhr:..Mutter- segr'---. Anfang Wochent 8, Sonntags 7>/,Uhr. hWi Dienstag, 8. April, abends 71/, Uhr: Klondike. Orig.-Pantomime des Cirkus Busch. DiePriiizHeinrich-Fahrt nach Amerika. ?s1s8t-Theater (früher Feen-Palost) Vurgstr. SS. Direktion B. Winkler u. W. FrBbel. Dä« Riesen-April- Programm! Täglich Gastspiele von Gchlageriz f. Ranges. Si/2 Uhr SV, Uhr Der grpste Lacherfotg! im Nacht im Ballhaus. Schwank in 4 Akte» von Kneifet. Häntiing, Küster: Dir. Bich. Winkler. L,es i»a» 1 as, einzig dastehend. Analld. Zuul 1. Male in Berlin Ada Marce»!„Im Bnudnir". Gesangs- u.Tniiz-Tcrzett. Hianieliae Hochberg, Snubretten-Divq. Riifiiiig Präcise 8 Uhr. MF' Entree 50 Pf Ceiitraiwriiaiiiiilerlöpler Filiale Herliu. Todes-Anzeige. Am Freitag, den 4. April, verstarb nach langem Leiden Mlscr Miiglied� Herttmn» Eichler. Die Beerdigung findet Dienstag, den 8. d. M., iiad)mitlags 4V, Uhr, von der Leichenhalle des Jakobi- Kirchhofes, Ripdorf, Hermaunslraße, ans ilatr. 105/8 Rege Beteiligung erwartet Her Vorstand. Danksagung. Sag« hiermit allen Bcnnaiidten. Freunden und den Kollegen herzlichen Dank für die Teilnahme bei der Be- erdiguutz melues lieben Mannes, des Maurers Hohert 8ch»Iis. 1777bs Auguste Schulz mit Kindern. Zu kaufen gesucht l„Xene Zelt'- 1808/00 gut erhalte».* Biichhandliing Borwärts. Stempel> Fabrik vpll s37i>5L- Rcherf Hecht, Kerlin 8., Oranienstr. 142, liefert schnell und billig alle Arten Ttempcl in bester Allssühriliig. Kautschuk- Dtipe»„Perfekt" zum Zilsammenseyell eiilzekner Wörter sowie ganzer Sätze von 1.50-Hl. an, iWF" m- Reichsh allen. Täglich: Stettiuer Sänger. Anfang Wochent. 8 Uhr Sonntags 7 Uhr Dr. med. Schaper höriiöop. Arzt u. Spez.-Arzt f. Haut- u, Harnleiden, Frauenkrankheiten. König grützer str. 27. Spr. 9-1. 4-7, -»G MMe für Derren neueste Form, i.öv nnd 2.0», hochfeine O.natität 2,»O— 3,50. 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Dislnisivii. 214/g� Zahlreichen Belucti erwarten vle Vertranenslente. Sonaldemokratischtt Walilvemn für den L Derliner Reichstags-Wahlkreis. (Osten.) DicnStag, 8. Zlpril, abends 8 Uhr, Gr. Frankfurtcrstr. 117: (ftenerQl-Do�mnznlmuj TageS- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes �»ud der Revisoren. S. Neuwahl des Vor- siandeö und der Revisoren. Si Bartrag des Genossen Adolf Hoffuinn» über:„Wohin steuern wir?.4. Verschiedenes. 242/1K� Mitgliedsbuch ligitiiniert. Um zahlreiche» Belttch er!»cht Oer Vorstanri. SlisjalkitmoKratischer Mahloerein für den 6. Derliaer Reichstags-Wahlkreis. Dienstag, den 8. April, abcndö 8'/. Uhr: DevfÄmmlmtg im„Berliner Prater", Kasta»ic>t-Allee Nr. 7—8. TagcS-Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Genossen Hrim» über:„Das Ber- liner Schulwesen". 2. Diskussion, lt. Verschiedenes. 247/4 Zalnrcicheu Besuch erwartet Idee Vorstand. PST* Den Mitgliedern zur Kenntnis, dab die Zahlstelle von Behrens, Fehrbcllmerstr. 8ö nach Chorinerstr. KS bei W. Slnzyck verlegt ist Achtung:"WU MF" Achtung: SocislileiHOltratjscIierWahlferein für den seebsten Berliner Reicbstags-Wablkreis (Schöll hauscr Vorstadt.) DirnStag, dcn 8. April, abends 8�/2 Uhr, in PnhlmanuS Vandeville-Thratcr, Schönhanscr Allee 148: Tagcs-Ordnung 1. Bericht der Einigungskomuiission über die Sihnng am Freitag, de» Referent Genosse Bürgin ann. 2. Diskussion. 3. Ver- 4, d. M. schiedencs. Zahlreiches Erscheinen erforderlich. � Ber Vorstand. 17846 I. A.: C. Mars. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, beu 9. April, cibenbs 8V4 Uhr: Uertllillkiismiimlkr- Ukrsammlittlgku Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt: bei IVernan, 2ch>vcdterslr. 23/31. Tagesordnung: Bericht der Werkstatt- Kontrollkommission, Ber- baiids- uud Werkstattangelcgeiiheiien und Verschiedenes. Oste» Itlld Rordosten: bei Mann, Ttrauhbergerstr. 3, Tagesordnung: 1. Bericht der Werkstatt- Kontrollkommission 2. Werkstattangelegenheiten. 3. Vcrbandsangelcgenheiten und Verschiedenes. Die Zahlstelle von l-ange, Töebcrstr. 10a, ist zu Haseloph, Laudsberaerstr. 8, verlegt. Süden: bei Betzollc, Wasserthorstrasse 08. Die Kollegen ans folgende» Werkstellen sind zu dieser Versammlung eingeladen: l. Friet«, Grimmstr. 30; 2. Schachtmeyer, Sebastianstr. 7 3. Stribke, Köpnickerstr, Sti; 4. Lux, Kopnickerstr. 55; 5. Nestband, Luisen User 13; 6. Haffke,. Brandenburgstr. 19. in Mahel« Branerel, Bergmannstr. 3—7. Kommission. 2. Bericht der Süd-Westen und Westen: Tagesordnung: l. Bericht der Vertrauensleuie. 3. Verschiedenes. Mllllhlt:"" Lokale des Herrn doekaoh, Turuistr. 81. Tagesordnung: l. Bericht der Kontrollkommission. 2. Werkstatt- vngelcgcnheiten nno Berschiedenes. Die Kollegen von Schnleitbnrg sind besonders eingeladen. Wedding und Gefnnddrnnneu: K-'�rg-"��. Tag es ord Illing: I. Bericht der Konimission. 2. Verbands- und Werlstattangelegeilheiten. 3. Verschiedenes. ZM" Die Koiiiintsnonsinitglieder werden ersucht, eine Stunde früher zu kommen. Der ObMamr wohnt seht Kulomestr. 45. Znedrichsberg-Niijttiiderl!: sllidli«».lm-'Ä. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Verbands- angelegenheiten nnd Verschiedenes. Musikiustrlimenten-Arveiter ii» GewerkschaftsstanS, Engel-Ufer 13. Tagesordnung: 1. Bericht der Kontrollkoiniuission. 2. Werkstatt- aiigekcgcilheilen und Verschiedenes.— Wir ersuchen die Kollegen dafür zu sorgen, dab jede Werkstatt vertreten ist. USf Drechsler. Vörden: bei Schmits, Brnunenstr. 150. Osten: bei Mathes, Koppcnstr. 41 Südosten und Westen; im„Märkischen Hof", Advliralstr. 15e. 8I/l7 Tonncrstng, den 19. April, abends 8V2 Uhr, bei Bancr, Roscnthalerstr. 57: emebu-VikZUiWlliig der Stellmzeber. Tages-Ordiiung: 1. Vortrag. 2. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Ble Konimission. Achtttttg!""��1 Zllchtttttg: Arbcitervertreter-Bercin. DonncrStag, 19. April, abdS. 8'/i Uhr, im GcwerkschaftShanS, Gngel-Ufcr 13, Saal 3: » Versammlung T a g« S- O r d n u» g: 1. Berichterstattung der Arbeiteroertrcter über ihre Thatigkeit bei den Schiedsgerichten und untere» Venvaltnngsbehörden der Landes- Ber- sicheriingsanstalt Berlin. 2. Tisknssivn. 3. Verschiedenes. 53/4 Der Vorstand. I. A.: F. Pleschel I Metallarbeiter! 1 Am Mittwoch, beu 9. April 1902, abends S1� Uhr: 2 öffentl. Metallarbeiter Uerfammlnngen. Für beu Norden: Für beu Osten: m LM„Kolhttgtt Snlon", KölhergerSiühe LZ.! im Lokal„Köuigsbank", Aehe zrallksllitttstr. 117. TagcS-Ordllung in beiden Aerfanimlniigeu: Der Streik bei und die netteste Heldenthat der Kiihtientänner". Zahlreichen Besuch erwartet_[113/11]_ Der Einbernfer: Cohen. ff auitime! MAURER. Mtune! Mittwoch, 9. April, abends 8'.2 Uhr, in Kellers Festsälen, Koppenstr. 29: Grosje ösfeiitliche Maurer- KersitiittülliW. 129/12 Tages-Ordltiing Welche Stellnng gedenken die Maurer Berlins und der Vororte gegenüber den jetzt vorhandenen Mistständen ans den Bauten einznuehmen? AM- Kollegen, da in dieser Bersauimlung cvent. Beschlüsse von lveitttagrnder Bedeutung gesagt werden, ist es eines jeden Pslicht, in dieser Versamnilnng zu erscheinen. I.?l.: dnlins<»«hl. MiataMdjrc Mchlöttkln Mittlvoch, de» 9. April 1902, abends 8Vfc Uhr: General-Bersammlnng im Lokale des Hrn. Thiele(fr. Laukner), Bcrgstr. 151 152. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes, des Kassierers, deS Bibliolhekars und Partei-Svediteurs. 2. Vortrag des Gcnosieu Waldeck Manasse über„Kirchen und Kasernen im Diensie der Reaktian". 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Derenisangelegeliheilen. S. Verschiedenes nnd Fragckastcn. 232/5 Die Versainliilniig wird pünktlich eröffnet und werden die Genossen ersucht, zahlreim und pünktlich zu erscheine». Bor Vorstand. Deutsch Jetallarbeiter-Verband Vcrwaltanesstelle Berlin. Bureau: Eugrl Nser 13, Zimmer 1—5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Mittwoch, den 9. April, abends 8'/s Uhr: DtMltg-VkrsMMlilNg für MM in den ArmininShallcn, Vremerstrahe 72 73. Tages-Ordiiung: 1. Vortrag des Kollegen Pawlowitsch. 2. DiSkllssto». 3. Ver- ------------- 113/12 Ble Ortsvcrwaltnne. bandsaligelegcnhciten. Zahlreichen Besuch erwartet Fachoerew d. Tischler Mittwoch, 9. April, abcndS 8'/: Uhr, in ZölS Festfäle», Köpnickerstr. 137: Bertrauettsukätttter-Versattttttlttttg. Tages-Ordiiung: 1. Die Situation betreffs des Arbeitsnachweises. 2. Werkstattangelege»- Helten. 3. Berschiedeucs._ 186/9 AM- Buch und Karte legitimiert.'Vfi Bei- Vorstand. + M lei Lichtbilder-Vortrag Hr. W über: Herz-, Lungen-, Leber-«. Nieren- leiden anl Mittwoch, den 9. April, abds. 8Vs Uhr, im„Märkischen Hof". Admiralstr. 18c, vom praktischen Natur- heilkundigen Grundmann. Frauen und Männer 20 Pf. Naturheilbcrci»„Reform:' Kuranstalt: Köpnicker Straffe 72. _ Sprechstnndeil 11—2, 6—8.__ Arbeiter-Bildongs- Schule Gawerkscliaitsbaai, Engel-Üfer 15, Hoi links II. Lehrplan für das Ii. Oluartal 1902. Unterrichtsfach Geschichte National Ökonomie Rede- Uebung Behandelter Lehrstoff Die Litteraturgescbichte von Luther bis zur Gegenwart Börsen und Banken Uebungen in mündlicher Rede und im schriftlichen Aufsatz Lehrer Schriftsteller Or Rudolf Steiner Schriftst. Georg Bernhard Schriftsteller Dr.Kudolf Steiner Unter- richts- Abend Dienstag Donnerstag Freitag Der Unterricht beginnt in Geschichte Dienstag, 15. April; VationalOkonomle Donnerstag. 17. April; Kode- Pehuns Freitag. 18. April.— Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um V-ill Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8—9 Uhr geöffnet.— Der Mitgliedsbeitrag betragt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mark und ist am zweiten Abend zu zahlen. Der erste Abend jedes Kursus steht jedermann zum unentgeltlichen Besuch frei. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Gewerk- schaftshanN, Engel- Ufer 15, Hof link«, S Tr., und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schnl», Admiralstrasse 40a; Uenl, Barnimstrasse 42; Vogel, Demminerstrasse 32; Kransc, Müllerstrasse 7 a. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann Uamme, Berlin SW. 42, Möokerostr. 101, 4 Xr., Geldsendungen an den Kassierer H. Rtinlzx«, Berlin S. 59, Hasenheide 50, zu senden. 4/15 Ber Vorstand. Cirkus Renz-Konzert-Tunnel Karlstrasae. Wochentags 7 Uhr. Rur erstklassige Direktion: Sonntags 5 Uhr. 8 p S 0 1 S 1 1 1 a t SB. J. H. Hiltt. Jeden Sonnabend nach dar Voratallung: Tanz ahne Nachzahlung AchtkAIlilMmg jllin Statut der Orts- Krankenkasse der Dachdcrker Berlins. Artikel 1. K 27 deS Statuts, Nachtrag III wird dahin ahgeäildcrt: Die wöchentlichen Kasicnbeiträge betragen siir Mitglieder I. Klaffe 51 Pfennige II... 42„ „ III.„ 3». Artikel II. Diese Abänderung tritt nach Bc- schlnh der Generalversamntlnng am 1. April 1902 in Kraft. Berlin, dcn 15. November 1901. Ter Vorstand der Orts.«t>t»re»k>,sse der Dach- dccker Berlins. H. Apel, G. Krebs, Schriftführer. 1. Vorsitzender. Genehmigt! Berlin, dcn 7. Februar 1902. Der Bezirksansschuff z» Berlin Abteilung II. (L. S.) K a n s e Ziehung 17. u.i8.Aprn 1902 Ktinigsbergep Geld-Lotterie 6241 Geldgewiime Mark 200000 1 Gew. 50 OGO= 1 za 20 000 1» 10000 1 in 5000 1 m 3 000 2 ta 2 000 4 m 1000 10» 500 40» 300 60 m 200 120» 100 200 m 50 300» 30 500» 20 1000» 10 4000» 6 50 000& 20000,. 10000. - 5000.. - 3000. ■ 4000. - 4000. - 5000.. 12000.. 12000.. 12 000» 10 000.. 9000. 10 000.. 10 000. 24 000. Loose 1 3 Mark, Porto nnd Liste 30 Pfg. extra, empfiehlt und versendet auch anter Nachnahme Carl Heintze Berlin W., Unter den Linden 3. itni) Miileilbiilbtttl höh Robert Meyer, ii nc M'iMtil-Mjt 2. Bereius-Kränze, Palmen- u. 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