!lv. 86. Adomuments-Kedinsungen: «bonnemenl»-yret» pränumerando! vierteljährl. S.go MI., monall. l.IOMr., wöchenilich LS Pfg. frei in» Hau«. Simelne N»mm»r s PIg. Sonnlag«» Nummer mu>u»n>>-l>«r Sannlag«- Beilage„Tie Neue Welt" lv PIg. Post- Ibounemeni: l.iv Marl pro Monat. «lngelragen in der Post- Aeltung». Preliliste für IJXffl nnler ffic. 7878. Unier Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn L Marl, für da» übrige Nutland s Marl pro Monat. «»scheint täglich nutzer XonUg». _____ � � Devlinev VolksblÄtk. 19. Jahrg. Die Jnstrtions-GMyt betragt für die sschtgespaltene Kalonel» zetle oder deren Raum 03 PIg., tut politische und goiverlschaslliche Bereins- und Lersannnlung«- Anzeigen L0 Psg. „Kleine Anzeigen" jede« Wort ö Psg. (nur da« erste Wort sett>. Inserate sür die nächste Nummer uitissen bi« t Uhr nachmittag« in derErpeditton abgegeben ineroen. Die Expedition ist an Wochen- lagen btS 7 Uhr abend«, an Sonn- und gestlaAen btS öllhr vormittag« geöstnu. Telegramm- Adreste» „Sorialdrmolirat Serlin" C�ntralorgan der sorwldemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion:&W. 19. Beuch-Strahe 2. ffcnifdrcchcr: Amt I, Nr. 1508. Sonntag, den IB. April 1902. Expedition: sw. Fernsprecher: 19, Beuch- Strasze 3. Zimt I. Nr. 5121. Fleischwncher. Wie vorauZzusehen u>ar. hat die letzte Verhandlung der Zolltarif-Koinmisston nicht nur mit der Annahme des Gampschen Antrages auf Erhöhung der Wertzölle fiir Pferde geendet, sondern auch den Zoll fiir Rindvieh auf 13 M. pro Doppclcentner Lebendgewicht erhöht mit der weiteren Be stimmung, daß dieser Zoll durch vertragsmätzige Abmachungen nicht um mehr als 20 Proz.. also nur bis auf 14,40 M. pro Doppelcentner Lebendgewicht herabgesetzt werden darf. Welche Bedeutung eine solche Erhöhung für die Ernährung der unteren Volksschichten hat, lehrt ein einfacher Vergleich des von der agrarischen Mehrheit der Kommission angenommenen Zollsatzes mit den heute bestehenden Zöllen. Rechnet man die bisherigen Stuck- zölle stiild zwar die Sätze des autonomen Tarifs, n i ch t die niedrigeren Vertragssätze) nach den von der Berliner Schlachthofs Verwaltung ermittelten DurchschnittSgewichtcn in Celvichtszölle um, so stellt sich der bestehende Zollfür Ochsen auf SM. pro DoppelcentnerLebend gewicht, für Kühe und Stiere durchschnittlich auf circa 2 M. pro Toppelcentuer. ES bedeutet Älso der Zollsatz von 1» M. pro 100 Kilogramm eine Steigerung des jetzigen Zolles für gcivöhnlicheS Rindfleisch um 300 Proz.; und berechnet man lveiter nach dem Verhältnis von 100 Kilogramm Lebendgewicht — 55 Kilogramm Schlachtgelvicht den Zoll, der auf ein Pfund Rindfleisch entfällt, so ergiebt sich eine Zollbelastung von IK'/e Pfennig, während jetzt der Zoll etwa 2 Pfennig pro Pfund beträgt. Selbst die hohen von der Regierung vorgeschlagenen Erhöhungen der Viehzölle nehmen sich gegenüber dein KommissionS- beschlnh recht winzig auS, denn sie stellen sich nach PosadowSkys Berechnung immerhin nur auf 4,28 M. pro Doppelcentner für Kühe und 4.61 M. für Stiere(Bullen). Das Junkertum und das seinen Spuren folgende Centrum haben nicht nur den Ehrgeiz. Deutschland zu dem Land der höchsten Brotlvuchcrzölle der Welt, sondern auch zu dem der zweit- höchstcu Fleischwncher- Zölle auszugestalten, das sich nur noch von den, unter dem Regiment der Geistesverwandten des CentrumS verelendeten Spanien übertrumpfen lästt. Selbst das hochschntzzöllnerische Frankreich erhebt für Ochsen. Stiere. Kühe nur einen Zoll von 10 Frank(---- 8 M.) pro 100 Kilogramm Lebendgewicht, während eine ganze Reihe andrer europäischer Staaten, zum Beispiel England. Rnjzland, Holland, Däneinark, überhaupt keine Viehzölle kennen. Um so ungeheuerlicher der Beschlnst, um so lächerlicher sind die Gründe, ivelche die agrarische Majorität ausspielte. Die Herren wußten nichts andres anzuführen, als die bekannten Redensarten, daß die Viehzucht gegen die ausländische Konkurrenz geschützt werden miisie und Biehzölle das Fleisch nicht verteuern. Nur Herr v. Podbielski ivnßte in einer Rede, die an Unkenntnis und Naivetät nichts zu wünschen übrig ließ, noch zwei andre Gründe— allerdings auch nur ans dem Jntelligenzblatt des Bundes der Landivirte heraus« gesuchte— anzuführen, nämlich— daß für d a S lebende Vieh heute die deutsche Landivirtschaft keine höheren Preise bekommt lvie früher, und zweitens, daß unter der Wirkung der Viehsperre die Maul- und Klanenseuche auf ein Minimum geschwunden sei. Es hieße zu hohe Ansprüche an einen preußischen LandwirtschaftS- minister stellen, von ihm zu verlangen, daß er etivas von Volks- Wirtschaft verstehen soll; aber daß er wenigstens über die Hanpt- ergebnisse der in sein Fach einschlagenden, von der Regiernng veranstalteten Enqueten unterrichtet sei, sollte man voraussetzen dürfen. Herr v. Podbielski zeigt indes, daß ihm die Resultate der im Anschluß a» die letzte große Viehzählung vorgenommenen Ermittelungen des VerknnfswerteS der Hauptviehgattungen, die kürzlich durch die im Verlage des königl. Statistischen Amtes er- scheinende.Statistische Korrespondenz" veröffentlicht tvorden sind, völlig unbekannt geblieben sein müssen. Nach diesen Ermittelungen betrug in Preußen der VcrkaufSlvert 1900.1892 des Rindviehs..... 2349,4 Mill. Mk. 1952.9 Mill. MI. . der Schweine..... 588.7„, 439,1„ der Schafe...... 140.9„„ 157,4.„ der Ziegen...... 33,6„„ 81,4.„ (einschließlich Böcke und Lämmer). Der durchschnittliche Verkanfswert deS einzelnen TiereS stellte sich nach diesen Ermittelungen: 1900 1892 Mark Mark Rindvieh: Kalber bis 6 Wochen..... 85,76 29,62 ..von 6. bjä i/j Jahr 65.51 55,32 Jungvieh, unter 2 Jahre.... 141,07 119,67 Stiere und Ochsen...... 346,71 290.37 Kühe. Färsen-c........ Lgg�O 243,64 Schweine: bis 1 Jahr alt........ 42,08 43,74 über 1 Hahr alt....... 104.44 97,75 Schafe: unter 1 Jahr alt....... 12.28 9,01 über 1 Jahr alt....... 23.17 18,08 Ziegen:.............. 16,39 15,96 Wie der Vergleich zeigt, fast überall eine bedeutende Preis- stcigcrung innerhalb eines kurzen Zeitraumes von 8 Jahren: nur für Ferkel und jüngere Schweine sind die Preise etwas gefallen. Natürlich ist die Steigerung nicht in allen Provinzen eine gleich- mäßige: einige pnrticipieren stärker, andre weniger daran; aber von einem Stehenbleiben oder gar einem Rückgang der Preise kann keine Rede sein. Und ebenso steht es um die Behauptung, die Viehsperre hätte zn einer Verminderung der Maul» und Klauenseuche gesührt, wie die Znsainnuustcllung der Zahlen der Viehscuchen-Statistik seit Ein- führung der Viehspme beweist: Thntsächlich handelt es sich denn auch, wie Bebel in der letzten Kommissionssitzmig treffend ausführte, um ganz etivas andres als um eine sogenannte Notlage der Viehzucht und deren Schutz gegen ausländische Konkurrenz. In unbewachten Augenblicken gesteht die agrarische Preffe selbst zu, daß heute die Viehzucht und Vieh- Haltung durchaus rentabel sei; so ist eS beispielsiveise noch nicht lange her. daß die Korrespondenz des Bnndes der Landivirte(in Nummer 6 vom 21. Januar dieses Jahres) sich in einem Artikel gegen die Forderung der Ermäßigung oder Ivenigslens Nichterhöhung der Futtermittelzölle mit der Darlegung wandte, die Viehhaltung sei in den letzten Jahren unter dem Schutz der hohen Zölle dermaßen rentabel geworden, daß, wenn der Gelreidebmier keine höheren Zölle für sein Getreide und seine Fiitteriniltck erhalte, er sicherlich ebenfalls zur Viehzucht über gehen würde. Wörtlich meinte das die Ansichten des Trifoliums Wangenheim-Hahn-Rösicke verkündende Organ: „Die Getreidebaucr, die trotz aller Sorgfalt, trotz aller an- gewandten Mühe infolge der unzulänglichen Getreidezölle nicht einmal die Produktionskosten decken können, würden diesen nn- rentable» la»d>virtschaftlichen Betriebszweig ans das allergeringste Maß einschränken und zu der inzwischen unter dem Schutze hoher Zölle rentabel gewordenen Viehzucht bczichungs weise Vlehmästerei übergehen. Von dem Augenblicke an, wo dies in größerem Unrfange geschieht, ivürde dann eine heute schon ans dem Gebiete' der Viehzucht drohende N e b e r p r o d n k t i o n entstehen, die im Handumdrehen die Vieh- und Flcischpreise Iverfen und damit auch diesen Ziveig der Landwirtschaft ebenso lvie den Getreidebau dem sicheren Unter gange eiitgrgenführeu würde." Mit dieser Ansicht, daß die Viehzucht rentabel geworden ist und ihr daher bereits eine Ueberprodnltion droht, stiiiinicn jedenfalls die Lamentation«» über Notlage, Rückgang und Preisfall sehlecht überein. DaS eigentliche Motiv ist auderSwo zn suchen. Es besteht hauptsächlich, wenn auch nicht ausschließlich darin, daß der Grundbesitz des Ostens, der im Vergleich zu Bayern, Württemberg, Baden, Hessen, Hannover, Oldenburg usw. nur geringe Viehzucht treibt, unbedingt seine Futtermittelzölle durch setzen möchte, und da die viehhaltciiden Bauern des Westens für diese Zölle nicht zu haben sind, so wird ihnen, mn sie für die Uiiterstützimg der junkerlichen Zollforderimgen einziifangen, als Lockmittel die Erhöhung der Viehpreise durch hohe Zölle und Abschneidmig fremder Zufuhr, vornehmlich der östreichischen, hin- gehalten._ Zwischen den Kämpfen. Unser«ach Brüssel entsandter Korrespondent meldet nnS: Brüssel, IS. April, 7,34 Min. abends. Der Tag verlief ruhig. Die Kammer votierte die Vermehrung der Mandate um 14. Daranf Beratnng des AnSnahmc- bndgets. Tie Socialisten wurden beim Verlassen der Kammer lebhaft begrüßt. Die Menge verhielt sich ruhig. Plötzlich erfolgte im Laufschritt ein Angriff der Polizei mit blankem Säbel. Vandcrvclde wnrde verhaftet. Der Bürger« meistrr von Brüffel befreite ihn und geleitete ihn bis fast zum Maiso» d» penple. In den Straßen herrscht in- folge deS Vorgang» lebhafte Bewegung. Patrouille» der Bttrgrrwchr durchstreifen die Straßen.— Im Ccntre-Gcbict streike» SO 009 Arbeiter. Brüssel, 12. April, 8,39 abend». DaS Meeting im Volkshanse wnrde abgesagt.— Die Kammer be- willigte die provisorischen Kredite. Die Situation ist beiderseits eine verzweifelte; zweifelsohne ist der Generalstreik am Montag allgemein! Viele Soldaten verweigern den Die» st. ES cirkuliercn Gerüchte über eine sorialistische Deputation an den König, eS ist jedoch noch nichts beschlossen.— Der Genieinderat Hallet, der alö Civilgardist den Dienst ver- weigerte, wurde zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt und auS der Ctvilgarde ausgestoßen. • Der EnischeidnngSkainpf um d-iS Wahlrecht scheint in der nächsten Woche zum Anstrag gebracht werden zu sollen. Es ist möglich, baß bis dahin eine gewisse Ruhe, wenigstens in Brüssel, eintreten wird. Nicht infolge des rigorosen Vorgehens der Polizei und des Verbotes der„Zusanimciirotlimgen" durch den Bürgermeister von Brüssel, sondern wegen der Ermahnungen der socialistischen Fraktion, erst mit dem Beginn der n ä ch st e n Woche in den Generalstreik und neue energische Demonstrationen einzutreten. Die socialistische Parteileitung scheint den klerikalen Machthabern noch eine Bedenkzeit einräumen zu wollen. Ob sie sich während dieser Frist eines Besseren besinne» werden? ES scheint leider, als ob die Regierung allen Mahnungen, allen Warnungen das Ohr verschließen, als ob sie mit dem Säbel ihre infame Gewaltherrschast bis zum äußersten verteidigen wolle. In den Wandelgängen der Kammer war man nach Meldmizen bürgerlicher Blätter gestern der festen Ueberzeugiing, daß die Regierung nicht nachgeben werde, daß sie gewillt sei, auch ferner auf die Forderungen � des Volkes mit Säbelattacken und Gewehrsalven zn antworten. Ferner besagt eine Drahtmeldung, daß gestern das Kabinett mit dem Bürgermeister von Brüssel eine gemeinsame Konferenz abgehalten und beschlossen habe, mit äußerster Schärfe gegen erneute Demonstrationen vorzugehen und nötigenfalls in der nächsten Woche die Militärdiktatur über die Haupt- stadt und das Land zu verhängen. Fiir eine solche Politik des brutalen Trutzes und der perfiden Hinterlist zeugt vor allem auch eine längere Auslassung der offiziösen„Agence Havas", die das Wölfische Bureau reproduziert. Sie lautet: Brüssel, 12. April. Das charakteristische Merkmal deS gestrigen Tages ist der offene Bruch, der sich in der gestrigen Sitzung der Repräsentanten- k a m in e r zwischen den Social! st en und dem Teile der Liberalen vollzog, der sich den Socialisten angeschlossen hatte, mn das allgemeine Stimmrecht zu erlangen. Die k l e r i» kalen Blätter zollen den Liberalen für die patriotische Haltung Beifall. Dies wird für die R e g i e r u n g bei der energischen Verteidigung der Ordnung eine neue Stütze sein. Die Gruppierung der für die Ordnimg eintretendeii Elemente vollzieht sich durch die Geivalt der Dinge und der W a f f e n st i l l st a n d der gemäßigten Parteien wird so lange bestehen, als die Erregung andauert. Die Regierung, unterstützt von den Provinzial- mid Kommmial- bchörde», hat alle Maßregeln ergriffen, welche die Lage ver- langt. Die Verteidigung der Ordnimg ist gesichert. Polizei, Gendarmerie und die Elitecorps sind vom besten Geiste beseelt und bis jetzt hat ihr Eingreifen allein genügt, mn die Heißblütig- keit einiger Manifestanten zn zügeln und die Ansammlungen zu zerstreuen, die— eö sei gesagt— nickt aus e r n st h a f t e n Socialisten, sonder n aus Leuten b e st a n d e n. welche durch die Straßen ziehen, mit Revolvern auf die Polizei schießen, F e n st e r s ch e i b e n ein- schlagen und V e r>v ü st u n g e n anrichten, nicht um poli- tische Reckte zn erlangen, sondern um Ausschreitungen zu begehen. Die Bürgergarde ist cbeiifalls vom besten Geiste erfüllt und besteht zum größlen Teil aus Bürger», die bei eiiierStörmig der Ocbiinng. welche die GcschäftSthätigkeit hindert, nichts zn gewinnen haben. Die Bürger- garde wird ihre Pflicht mit Mäßigimg. aber ohne Zögern thnn. Die Armee, welche ans Grund gewisser Vorrechte der Gemeinden nur verwendet werden darf, wenn Polizei, Gendarmerie und Biirgergarde nicht genügen, ist von der socialistschen Partei stark bearbeitet tvorden. Es ist sicher, daß es in den Reihen der Truppen Anhänger der extremsten Ideen giebt: was können aber diese wenigen vereinzelten Leute ausrichten, die von Soldaten n in geben sind, deren Loyalität über jeden Argwohn erhaben ist? Die Erregung hat ihren Gipfelpunkt noch nicht erreicht, das wird erst in der nächsten Woche geschehen und zwar wahrscheinlich gleichzeitig mit dem allgemeinen Ausstande. Aber, es sei wiederholt, all« Maßregeln sind getroffen und Ueberraschungen sind nicht mehr möglich. Die Regierung ist fest«nt- schloffen, dem revolutionäre» Drucke nicht nachzugeben, und ihre energische Haltung findet die Billigung aller O r d ii n n g s f r e u n d e. Das Parlament muß in aller Freiheit beraten können, um seine Entscheidung über eine etwaige Revision der Verfassung und über das allgemeine Stimmrecht zu treffen. Diese offiziöse Schilderung der Situation und der RegierungS« abslchtcn ist deutlich genug. Die Regierung will nicht nach- geben, sie will vielmehr alle Demonstrationen mit Waffengewalt niederzwingen. Erst dann, wenn die„Ordnung" wiederhergestellt ist. soll die in ihren Entschlüsscn durch keinerlei Boikskundgebungen bceinflußte Kammer über eine„etwaige" Verfassniigsrevision be» raten. Die Wahlrechtsftage soll also solange vertagt werden, bis die Ablehnung der Volksforderungen keinerlei Gefahren mehr nach sich zieht I Auch die sonstigen Auslassungen deS offiziösen Waschzettels verraten deutlich genug die dummpfiffigen Absichten der Regiernng. Den Liberalen werden Komplimente gemacht wegen ihrer treulos- kläglichen Haltung. Sie sollen von den Socialisten und der Wahl- rechtSbcwegung vollständig losgelobt werden. Auch den Socio- listen wird Honig um den Mund geschmiert. Sie werden groß- mütig von der Schuld freigesprochen, für die Straßenlämpfe verant« Ivortlich zn sein. Sie brauchen nur noch die Generalftreik-Proklamation rückgängig zu machen und die Masse zum Vertrauen in die wohl- nieinende Absicht der Regierung zu ermahnen, um ebenfalls dcS Ehrentitels der„Patrioten" gewürdigt zu werden. Uiisre belgischen Genossen werden freilich derartige Insulten mit Entrüstiing von sich weisen. Sie werden auch ohne die nachgerade kompromittiereiide Unterstützung der Liberalen den Kampf um die Volksrechte durchzuführen wissen. Für sie ist die Situation, so schwierig sie sein mag, eine klare. Daß s i e nicht an die brutale Gewalt appellieren, daß sie auf friedlichem Wege den Widerstand der Reaktion zu brechen suchen, braucht nicht erst gesagt zu werden. Ihr ganzes Verhalten während der letzten blutigen Tage beweist das Maß ihres Verantwortungsgefühles. Wie sie bisher trotz der skandalös provozierenden Polizeiattacke n, für die wir lveiter unten noch Beispiele bcivringm werden, die Massen zur Ruhe mahnten, wie sie sich, Mibhandlungeii nicht scheuend, vor die Säbel und Revolver der kosakisch tobenden Gendarmerie warfen, nni weiteres Blutvergießen zu verhindern, so werden sie auch in der iiächsten Woche alles auf» bieten, um Metzeleien zu verhüten. Wenn aber, wozu es allen Au- schein hat, die Regierimg durch ein Blutbad die Wahlrechtsbewegnng zn ersticken sich vorgeiiomnien hat, so wird auch die Langmut der Massen, die sie nur zu lange schon auf die Probe gestellt hat, ihr Ende erreichen und das blutige Würfelspiel über das Geschick der Regierung entscheideil. DnZ offiziöse Blatt führt ja eine sehr prahlerische Sprache. eZ beteuert die Zuverlässigkeit der Armee und der Bürgcrgarde. Es könnte indes fein, daß die Regierung sich bitter verrechnete� Und Iveiin auch die liberale Fraktion ostentativ von den Socialistcn ab- gerückt ist und Hnysmans erklärte, die Liberalen würden das ar- bcitende Voll bei der Verteidigung seiner Rechte gegen die Säbel- diklatur schnöde im Stiche lassen, so werden die Massen ihrer Wähler sich schwerlich zu aktiven Mitschuldigen der Reaktion machen. Daß sie von den Liberalen im Falle der Not eine thatkrästige Unterstützung erhalten würden, werden unsre belgischen Genossen nach den in andren Ländern dutzcndfach gemachten Erfahrungen ja schwerlich selbst geglaubt haben. lieber die Ecene in der Kammer, t» der der feige Rückzug der Liberalen erfolgte, berichtet daS„Berliner Tageblatt" vom Freitag: „Die heutige Sitzung der Rcpräsentantenkammer war sehr lebhaft. Es stand das Finanzbndgct zur Beratung und wurde mit 92 gegen 29 Stimmen angenommen. Einige Bemerkungen arteten zu wüsten Schimpfereien zwischen Klerikalen und Socialistcn aus. Der Ministerpräsident schlug eine veränderte TageS- ordnung vor, die von den Socäalisten lebhaft be- kämpft wurde. Die Abgeordneten Hoyois und Hnbin wurden dann handgemein. Vnndcrvelde beschwor in glänzender Rede, daß die Liberalen mit den Socialisten gemeinsame Sache machen sollten, und führte aus:„Der Regierungsvorschlag, sieben Zwölftel der Provisionen zu bewilligen, bedeute nur, daß sich die Regierung die nötigen Mittel verschaffen wolle, um auch ohne Kammer regieren zu können. Seit Wochen haben wir friedlich manifestiert, die Aufruhrer sitzen auf den Ministerbänken, wir sind die Beschützer der Gesetze. Die Liberalen unterstützen uns im Kampfe für die Gerechtigkeit und Versöhnung." Huysmans erklärte, die Liberalen würden den Socialisten nicht auf die Stratze folgen, falls die Regierung nicht ern st hafte Angriffe auf die Volksfreiheiten mache. Er beschwör die Socialisten noch einmal, vor den letzten Folgen zurückzuschrecken und nicht den Bürgerkrieg zu entfesseln." Man sieht daß sich die Liberalen das Lob der Klerikalen redlich verdient haben. Genierte sich doch Hnysmans nicht, die Situation vollständig auf den Kopf zu stelle» und den Socialisten die Verantivortung für den Bürgerkrieg zuzuschieben! Daß eS aber die Polizei war, die die Zusammenstöße durch ihr hunnenmäßiges Vorgehen provozierte, beiveist schon folgendes Telegramm der„Frankfurter Ztg." über den am Freitag- abend vor dem Volkshaus entbrannten Kampf: „Wie ich die Treppe im Volkshanse hinunterkomme, trägt man einen blutüberströniten jungen Menschen berein, welcher sofort nach oben gebracht wird, wo ein Arzt und einige socialistische Damen die Pflege übernehmen. Alsbald trägt man einen Mann herein, den ein Säbelhieb am Kopf schwer verletzt hat und«inen ebenfalls am Kopi blutenden fünf- jährigen Knaben, der herzzerreißend»ach seinem Vater schreit. Draußen ist die Biigerqarde ausgepflanzt, welche eine korrekte passive Haltung zeigt. Ans der nahen Rne Hante aber tönt Kampfeslärnr herüber. Ein Teil der Teilnehnier am Meeting ist herausgezogen, ein andrer Teil, dein ich angehöre, bleibt vor- läufig eingeschlossen, ja belagert. Vandervelde erhält die Er- loubiiis herauszugehen, um die Massen zum friedliche» Aus- einandergehen zu ermahnen. Aber die Erbitterung gegen diePolizei, welche überallmit dem Säbel d r e i n s ch l ä g t, ist so groß, daß man ihn, wie er mir selbst nachher gesteht', nicht anhört." Nach einer andren Meldimg wurde Vandervelde von den auS Rand und Band geratenen Polizisten sogar selbst mißhandelt I Wie brutal die Polizei schon am Abend vorher vorgnig, schildert unser Brüsseler Korrespondent folgendermaßen: „Um 10'/, Uhr begann die P o l i z e i- A t t a ck e auf das „ M a i s o n du P e u p l e", Ivo sich vielleicht hundert Per- s o n e n(I) befanden. Schließlich konnten wir daS Hau? verlassen und trafen am Place des SablonsM Polizisten, die Säbel inderHand. Als wir gegen de>i Platz de la Chapelle hinabstiegen, begannen einige Personen die Bretter eines Neubaues abzureißen, andre Eisen- schienen auS dem Bau zusammen zu fügen, in IS Minuten stand eine Art Barrikade da. Daß diese Barrikadenbauer Socialisten waren, scheint sehr zweifelhaft, den» die Socialisten befanden sich bei den Manifestanten, die die Stadt durchzogen. Als wir auf dem Platz de laCha pelle ankamen, sprangen auS der Rue Saint Esprit ungefähr zwanzig Polizisten hervor, schlugen wie die Besessenen mit dem Säbel nm sich und schoffen ans alle Paffanten. Bon einem Angriff auf die Polizisten kann keine Rede sein, da diese eben erst ankamen und auf dem ganzen Platz sich vielleicht 50 Neugierige befanden Mit knapper Not den Polizeisäbeln entronnen, konnten wir noch sehen, wie die Polizisten eine Jagd auf fliehende Passanten Vera»stalteten und wie ihrer drei mit ihren Säbeln auf einen schwächlichen Menschen unausgesetzt eiu- hieben." Ueber die gestrige Attacke auf das BolkshauS, von der schon oben der Bericht der„Franks. Ztg." sprach, wird noch gemeldet: Brüssel, 1l. April. sW. T. B.) Nach Schluß der heutigen stürmischen Kammersitzung beschlossen die Mitglieder der s o c i a l i st i s ch e n Linken der Kammer, die Bevölkerung dringend aufzufordern, weder heute noch morgen abend Kundgebungen zu Vera»st alten. Von der Deputiertenkammer begaben sich die socialistifchen Deputierten zum Volkshause, wo eine Versammlung staltfand. Der Platz vor dem VolkShause war militärisch besetzt: Bürgergarde und Polizei verhinderten Ansammlungen von niehr als 10 Personen. In der Versammlung forderte der s o c i a l i st i s ch e D e p u t i e r t e D e st r ö e die Bevölkerung auf, von nächster Woche ab in eine Aktion einzutreten; die Arbeiter sollten die Waffe des allgemeinen AusstandeS gebrauchen, wenn die Regierung Gewalt anwende. Der Deputierte Vandervelde ermahnte die Bevölkerung, kalt Blut zu bewahren und erst am nächsten Montag eine Kundgebung zu veranstalten. Vandervelde forderte die Anwesenden auf, in einzelnen Gruppen den Saal zu verlassen, damit kein Zusammenstoß mit der Gendannerie hervorgerufen würde. Während der Ausführungen Vanderveldes kan, es vor dem Volkshause zu einen, Handgemenge. Nach einer Herold-Meldung wurden S0 Personen ver- letzt.- Auch in andern Stadtteilen machte sich die Polizei Arbeit. Ein Privattelegramm meldet uns von 1 Uhr nachtS: „Brüssel befindet sich förmlich im Kriegszustand. Im Quartier St. Jean machte die Polizei wiederholt Säbel- a t t a ck e n, auch gab sie verschiedentlich Schüsse ab. Die Apotheken sind mit Berwundeten gefüllt. Selbst Bourgeois protestieren gegen das Vorgehen der Polizei. Auch die Civilgarde trat in Aktion. Das V o l k s h a u s wurde g e s ch l o s s e n." Das„Bureau Herold" meldet: Der socialistische Abgeordnete Dr. Dellas wurde gestern abend durch einen Säbelhieb am Arme ver- wundet. In der S t e e n p o o r t- S t r a ß e wurde eine neue Barrikade errichtet; die Gaslaternen wurden ausgelöscht und ans den anliegenden Häusern auf die heran- rückende Bürgerwehr Revolverschüsse abge- geben. Die Bürgerwehr mußte sich zurück- ziehen. Der Lieutenant V e r I e h s e n, sowie ein Artillerist wurden durch Steinwürfe erheblich verletzt. Polizei-Heldenthaten in La Lonviöre. La Louviöre, 12. April. fB. H.) Beim Herankommen von Gendarmen wurden dieselben von einer Gruppe Arbeiter. unter denen sich Frauen befanden, ausgepfiffen. Die Gendarmen ergriffen ihre Gewehre und schössen in den Haufen. Eine furchtbare Panik bemächtigte sich der Menge. Ein Arbeiter wurde schwer, mehrere andre leicht verletzt; die Menge war sehr aufgeregt und suchte nach Waffen, um sich zu rächen. Als die Gendarmen zurückkamen, spieen die Frauen ihnen inS Gesicht und riefen ihnen„Mörder" zu. Ein Ar- beiter zeigte einem Gendarmen seine blutige Hand und rief:„Dich kenne ich unter Hunderten wieder heraus! Ich werde mich rächen, auch wenn ich noch 100 Jahre leben müßte!" V i e r P e r s o n e n wurden verhaftet und von den Gendarmen mit gezogenen Revolvern ins Gefängnis abgeführt. Die AnsstandSbewcgung. La Louviär«. 12. April.(W. T B.) In der Fahencefabrik von Boch. in welcher 1200 Arbeiter, darunter 500 Frauen be- schäftigt werden, ging heute früh ein Drohbrief ein. in welchem er- klärt wird, die Fabrik werde, wenn die Einstellung der Arbeit nicht erfolge, mit Dynamit in die Lust gesprengt werden. Die Direktion forderte darmifhin die Arbeiter auf, die Fabrik in Ordnung zu ver- lassen, und die Arbeit wurde eingestellt. Möns, 12. April. sW. T. B.) Hier ist man allgemein überzeugt, daß die Arbeiter in den Kohlengruben des Borinage am Montag in den Aus st and treten werden. In mehreren Gruben haben die Arbeiter ihr Hand- werkszeug schon zu Tage gefördert. Ruhestörungen sind nicht vor- gekommen. C h a r l e r o i, 12. April. sW. T. B.) Für den nächste n Montag ist im Becken von Charleroi der allgenicine Aus st and beschlossen worden. In den Kohlengruben find heute viele Arbeiter nicht zur Arbeit erschienen: jedoch herrscht völlige Ruhe. Morgen soll eine große Kundgebung zu Gunsten des allgemeinen Stimmrechts statt- finden. Alle erforderlichcu Maßnahmen zur Unterdrückung etwaiger Ruhestörungen sind getroffen worden. Spitzelarbeit. Unser Brüsseler Korrespondent schreibt uns vom Freitag: Wieder wird ein neues Dynamitattentat in Hondeng- Aimeries im katholischen Kasino gemeldet. Bei den bis jetzt gemeldeten sechs Attentaten ist merkwürdigerweise noch bei keinem einzige» der Thäter entdeckt. Sonderbarerweise waren auch die Bomben so angelegt, daß sie absotnt keinen Schaden an- richten konnten und nur einen Knalleffekt erzielten. W i r glauben sicher zu sein, wenn wir behaupten, daß Polizeispitzel dabei die Hand im Spiele haben, den» alle Umstände deuten daraus hin. Uebrigcns sind die Spitzel auch hier in voller Thätigkeit. Heute abend passierten drei solcher Individuen unfreiwillig die Thür des Maison du Peuple. Eine liberale Gewissensregung? Frankfurt a. M.. 12. April.(B. H.) Von„hervorragend beteiligter Seite" erfährt der Brüsseler Korrespondent der„Franks. Zeitung", daß socialistische Abgeordnete bisher keine Audienz beim König nachgesucht haben, daß die Frage aber ernstlich erwogen werde. Eines der angesehensten Blätter Brüssels, die liberale„Gazette" schreibt, der einzige. welcher die Situation retten könne, sei der König. der schon zu verschiedensten Malen gegen den Willen der Majorität die Minister zum Rücktritt, wie zum Rückzug zwang. Wichtiger alS alles andre bleibe, zu per- hindern, daß belgisches Blut von Bürger» im einzigen Interesse der Mönche und Pfaffen pergoffc» werde.— Auch in Antwerpen wurden alle Mauifestalioneu und Ansammlungen verboten. Die Polizei zeichnete sich durch zunehmende Brn- talität anö, wodurch die Erbitterung der Masse» noch mehr gesteigert wurde. AuS allen Gegenden des Landes kommen Nachrichten, daß die Zlufregmig aufs höchste gestiegen ist. Man könne ohne Uebertreibung sagen, daß am M o n t a g der Bürgerkrieg in Belgien ausgebrochen sein werde, wenn nicht im letzten Augenblick, wofür aber bisher gar kein An- zeichen vorliegt, eine Verständigung eintritt. Vielleicht überlegt sich die Regierung angesichts dieser Sturm- zeichen doch noch einmal ihre Taktik! VolikiNhe Uebevficht. Berlin, den 12. April. Zolltäuscher. DaS tolle Zollspiel zwischen der Wncherregiening und der Ueber- Wucherparteien wird nicht bald zu Ende gehen. Die Ueberwucherer wissen, daß die Regierung ihre Unsinnigkeiten nicht annehmen kann. Wenn sie dennoch fortfahren, die Zollsätze der Regierung«- vorläge durch phantastische Ziffern zu ersetzen, so thun sie die« dock nicht zum Spaß. Und wenn die Regierung die brutale Nichtachtung ihrer Warnungen durch die Zollparteie» ge- duldig erträgt, so erträgt sie diese Nichtachtung nur. weil sie weiß, daß das ein notivendiges Zubehör ist zu der Komödie, die man spielt zur Täuschung der Zolloppofition. der Bevölkerung sowie des Auslandes. Die Farce, die sich in der Zollkommission abspielt und die von den beteiligten Schaufpielern mit wohlberechnetem Eifer fortgespielt werden soll, ist jetzt die eigentliche Zollgefathr geworden. ES giebt seltsame Musikanten, die dieses Spiel ernst nehmen und die „Voss. Ztg." verkündet froh, daß die Zollarbeit zum Papierkorb verurteilt sei. Nichts thörichter als sich dem Wahn zu ergeben, als ob die Gegensätze zwischen Regierung und Zollparteien die Zoll- gefahr entfernen könnten. Im Gegenteil! Man sei sich doch klar. Die Zollparteien sind nicht thöricht genug, um durch Beharren auf unerfüllbaren Wünschen den erreichbaren Wucher in Frage zu stellen. Je länger sie bei der Taktik der Ueber- zölle verbleiben, um fo leichter glauben sie schließlich die als allzu mäßig vorgetäuschte Regierungsvorlage gegenüber der Zollopposition erzwingen zu können. Wenn aber diese Aussicht ihnen entschwinden würde, wenn man sich endgültig darauf vorbereiten muß. daß die Zolloppofition die Regierungsvorlage nicht Gesetz werden läßt, so bleiben die Ueberzollfordeyingen ein nicht verächtlicher Rückhalt für den Abschluß neuer Handelsverträge auf Grund des bisherigen TarifeS. Da auch die Regierung mit der Thatsache rechnen mutz, daß die Zolloppofition den neuen Tarif nicht zuläßt, so ist es ihr will- kommen, wenn sie später dem Ausland wird erklären können: So denkt, so fordert es die Mehrheit des Reichstages! Regierung und Zollparteien spielen in verteilten Rollen. Sie sind einig im Willen zum Wucher. Die Gefechte, die sie mit einander ausfechten, sind Scheingefechte und die Ueberzolloppofition— man mag von den bündlerischen Katilinas des Zollkrieges absehen— hat nur das von der Regierung gleicherweise erwünschte Ziel eines möglichst hohen Grades von Zollsperren und Zollwucher in de» künfttgen Handelsverträgen. Die Gegegensätze zwischen Regierung und Zollparteien wittern nicht die Zollgefahr, die sogar gesteigert werden würde, wenn die Opposition sich irgendwie durch daS schlaue Spiel täuschen ließe. Doch sie läßt sich nicht täuschen! «* • Centrum und Konservative, zum Teil auch Nationalliberale, haben weiter folgende Ueberzoll- Anträge in der Kommission ein- gebracht: In Position 106 Federvieh, Hühner aller Art, soll ein Zoll von 16 M. per Doppclcentncr eingesetzt werden. Gegenwärtig geht Federvieh zollfrei ein. Der Regienlügseiilwurs will Gänse mit 70 Pf. für daS Stück und das übrige Federvieh mit 6 M. für den Doppel- centner verzollen. In Position 112 soll für Würste aus Fleisch von Vieh, Feder- vieh oder Wild ein Zoll von 70 M. per Doppelcentner erHobe» werden jetziger Zoll 17 M.. Regierungsvorlage 45 M.). In Position 131 Milch und Rahm, frisch, auch entkeimt (sterilisiert) oder peptonifiert, Buttermilch und Molken, sollen für Milch 3 M., Rahm 15 M. eingestellt werden, Buttermilch und Molken sollen frei bleiben. In der' Vorlage ist ZoNfreiheit gewährt, zur Zeit besteht die gleiche Bestimmung. In Pos. 132 soll bei Butter. frisch, gesalzen oder eingeschmolzen(Bäckerschnialz), der jetzige Zoll von 16 M. und der Zollsatz des Entwurfs(30 M.) auf 35 M. erhöht werden. Ferner beantragen die nationalliberalen Kommissionsmitgliedcr Erhöhung der Finanzzölle auf Kaviar. Anstenr, Hummern:c.— Arbeiterfragen im Landtag. DaS Abgeordnetenhaus hat am Sonnabend die General- dcbatte zum Etat der Eiscnbahnverwaltung beendet und dabei eine volle Stunde seiner kostbaren Zeit der Erörterung von Arbeiterfragen gewidmet. Abg. Goldschmidt(frs. Vp.) besprach eingehend die Arbeitszeit und die Lohnverhältnisse und unterzog den vom„Vorwärts" veröffentlichten Thielen- schen Sparerlaß, der bekanntlich eine Herabsetzung der Löhne und Verkürzung der Arbeitszeit unter entsprechenden Lohn- kürzungcn empfiehlt, einer abfälligen Kritik. Ebenso tadelte er es, daß den Arbeiter- Ausschüssen ein so geringer Einfluß eingeräumt sei und daß der Minister die unteren Beamten und Arbeiter durch hohe Prämien zum Beitritt zu dem unter seinem Protektorat gegründeten Verein bewege, in welchem Eisenbahn-Direktoren und Arbeiter in edler Harmonie ihre gemeinsamen Interessen(!) vertreten. Die Antwort des Ministers v. T h i e l c n fiel so aus, wie wir es von ihm erwarten mußten. Er sang ein langes Loblied auf sich selbst und suchte das Beweisthema zu ver- schieben, indem er völlig ungerechtfertigte Angriffe gegen die Socialdemokratic und gegen den„Vorwärts" richtete. Da er wußte, daß ihm niemand aus dem Hause wider- sprechen würde, machte er in edler Ritterlichkeit dem„Vor- wärts" den Vorwurf, er habe die für die Arbeiter günstigen Stellen des Spar-Erlasses nicht veröffentlicht. Sein Harmonieverein soll einen hieb- und stichfesten Panzer gegen die socialdemokratischen Bestrebungen bilden. Wir fühlen es dem Minister nach, daß ihm viel daran liegt, die Socialdemokratie aus seinem Reiche zu verbannen, aber gelingen wird ihm das nicht, und wenn er noch so viel Vereine zu diesem Zweck gründet. Will er Schmeichler großziehen, so können wir ihn daran nicht hindern; anständige Arbeiter und Beamte treten solchen Vereinen höchstens gezwungen bei. in ihrem Herzen aber wollen sie nichts davon wissen. Im Gegenteil, die Versuche, die wirtschaftlich Abhängigen auch politisch zu knebeln und ihnen ihr freies Selbstbestimmungs- recht zu nehmen, werden zu Gunsten der Socialdemokratie ausschlagen. Die Thielensche Rede ist ein klassisches Zeugnis dafür. wie weit wir von dem einst verheißenen Ziele noch entfernt sind, wonach die Staatsbetriebe Musterbetriebe sein ollen. Will er doch im Grunde seiner Seele nicht einmal von den Arbeiterausschüssen etwas wissen, deren segensreiche Thätigkeit selbst bürgerliche Socialreformer an- erkennen! Daß weiter kein Redner auf Arbeiterverhältnisse zu sprechen kam, ist bei der Zusammensetzung des Hauses er- klärlich. Die Specialdebatte zum Eisenbahn-Etat, die am Montag ortgesetzt werden soll, war belanglos.— LandtagSwahl und 8 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Vielfach ist darauf hingewiesen worden, daß die Bestimmungen über die Urwahlen es nnt sich bringen, daß der Arbeiter, der an ihnen teilnimmt, einen ganzen oder halben TageSlohn einbüßt. Nun gehört aber die Beteiligung an der UrWahl zu den Staatsbürger pflichten, wenn sie auch vom Staate gleich andren wichtigen Pflichten nicht zwangsweise geltend gemacht wird—„weshalb man, ivie eS bei Schulze, Preuß. Staatsrecht Band I K 108 heißt, in der vulg ästen Auffassung, nur an ein Wahlrecht, nicht an eine Wahlpflicht zu denken gewohnt ist". Besteht aber anerkanntermaßen eine Wahlpflicht, so ist die Wahl- beteiligung des Arbeiters als„ein in seiner Person(als prcußi- cher Staatsbürger) liegender Grund" zu betrachten, durch den er „ohne sein Verschulden"„für eine nicht erhebliche Zeit"„an der Dienstleistung verhindert wird". Hiennit sind die Voraussetzungen des§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs gegeben; also muß dem Arbeiter für die durch die Beteiligung an der Urwahl bei der Natur der Wahlvorschriften notwendigerweise(im Gegensatz zu den Vorschriften bei der Wahl zum Reichstag oder der Stadtverordneten-Versammlnng) versäumte Zeit der Arbeitslohn vom Unternehmer gezahlt werden. Daß die Versäumnis nicht wie gelegentlich der Kontroll« versammknng st a a t l i ch erzwungen wird, Ist kein Gegengrund.' So fallen nach allgemeiner Anficht unter den 8 616„auch Er- krankungen der nächsten Angehörigen des Verpflichteten" und doch liegt hier für ihn kein Zwang durch äußer« Machtmittel vor: er könnte seine Dienstleistung verrichten, tuen» er nur seine, freilich höheren Pflichten vernachlässigte. Bei der Ausübung des llrwähler- rechtes liegt eS nicht anders. Hoffentlich veranlaßt auch diese Erwägnng die Gemeinde- behörden, den Beginn der Urwahl-Handlung auf eine spätere Rachmittagsstunde festzusetzen; Rücksichten auf den Geldbeutel de« Unternehmertums pflegen ja immer den besten Erfolg zu haben.— ' Deutsches Weich. - Lockspitzel Namenlos. Wie erinnerlich, hatte der Staatsanwalt den Antrag des Genossen Wasewitz abgelehnt, den Lockspitzel, seinen Anstifter und seinen Bc- günstiger strafrechtlich zu verfolgen, den Wasewitz am 4. Dezember estgenommen und zur Polizeiwache zwecks Feststellung seiner Per- onlichkeit transportiert hatte. Der Staatsanwalt konnte in dem Angebot Spitzeldienste zu leisten, weder objektiv noch subjektiv eine Beleidigung erkennen und lehnte es"ab, den Sach- verhalt dahin zu erforschen, welche direkten Schimpfworte von Herrn Lockspitzel Namenlos angewendet waren. Gegen diesen Bescheid hatte Wasewitz bei der Ober-Staats- anwaltschast des Kammergerichts Beschwerde erhoben. Er ver- langte strafrechtliches Einschreiten, Angabe deS Namens eS Lockspitzels und MitzbilliIim.q des Verhaltens der Staatsanwaltschaft im Aufsichtsweqe. Jetzt ist die Antwort des Ober-Staatsanwalts einIelanfen. Der Herr Ober-Staatsanwalt hat offenbar die Darleipintr der Beschwerde für beachtlich erachtet, daß der Staatsanwalt bei der Prüfling der Frage, ob eine Beleidigung vorliege, einen Maffstab angewendet habe, der mit der Moral, dem Recht, der Logik und der Anschauung ehr- liebender Leute»invereinbar sei. Er kam aber auf einen andren AblehnnngSgrund. Er läßt dahingestellt, ob in den von Wasewitz geschilderten Thatsachen objektiv und subjektiv Beleidigungen enthalten sind, lehnt aber ein strafrechtliches Einschreiten ab, weil er eine Strafverfolgung von Amtswegen im öffentlichen Interesse nicht für erforderlich erachtete und stellt dem Antragsteller anHeim, den Weg des Privat- klagc-VcrfahrcuS zn beschreiten. Eine Veranlassung. Maßnahmen zur F e st st e I l n n g des T h ä t e r s zu treffen, fehle daher. Von einer Mißbilligung des ersten Staatsanwalts beim Landgericht enthält die Antwort nichts. Gegen diesen Bescheid ist nunmehr Beschwerde beim Justiz- minister eingelegt. Die Anffassung der Oberstaatsanwaltschast ist irrig. Nach§ 257 des Strafgesetzbuchs ist Begünstigung einer Straf- that stets eine im öffentlichen Jntercffe von Amts wegen zn vcr- folgende strafbare Handlung. Ferner haben die zur Strafverfolgung eingesetzten Behörden kein Recht, Missethäter, die zwecks Feststellung ihrer Persönlichkeit ihnen übergeben sind, ohne Mitteilung des Namens zn entlassen. Eine strafrechtliche Verantwortlichkeit ist nach der preußischen Verfassung Lockspitzeln und deren Begünstigern nicht garantiert. Ans die Entsagung Kauffmanns arbeitet jetzt die ganze freisinnige und liberale Presse, insonderheit auch.die„F r e i s i n n i g e Zeitung" hin. Es wird versichert, daß Kanffmann in einer per- sönlichen Unterhaltung mit Dr. Langerhans und Rechtsanwalt Hugo Sachs jetzt erklärt habe, auf den Bnrgermeisterpostcn zu verzichten. Die..Freisinnige Zeitung" schlägt vor, daß die„bürgerlichen" Fraktionen der Stadlverordneten- Versammlung miteinander v e r- traulich sich über einen neuen Kandidaten verständigen sollen. Es könne dann die Wahl vor sich gehen,„sobald die ablehnende Er- klärung Kauffmanns in einer auch für skrupulöse Juristen der Stadt- verordneten-VersammInng genügende» Form vorliegt". Hoffentlich.fragen die„Freisiimige Zeitung" und die bürge r- l i ch e n, d. h. sreisinnigeN Fraktionen vor dem Beschluß über den neuen Kandidaten bei der Krone an, welchen Bürger- m c i st e r sie w ü n s ch t; denn es wird nun offenbar. daß der Freisinn in der That— auch der Freisinn der„Freisinnigen Zeitimg" — Kaufsmann los zu werden wünscht. Sonst würde man anständiger- weise bis zur Genesung des Kranken warten und nicht die jetzige seelische Depression Kauffmanns allsnützen. Der Fall Kanffmann endigt somit für den Freisinn genau ivic die Märchenbrimnenaffaire. Man nnterwirft sich. Die Krankheit Kauffmanns kam den„Vollen" und„Ganzen" sehr gelegen.> Es lvärc angebracht, daß die Stadtverordneten- Versammlung die Angelegenheit jetzt in voller Oeffentlichkeit behandelt. Wenn endlich angedeutet wird, Kanffmann werde zwar nicht Bürger- mcistcr aber Stadtrat bleiben. so ist das ein Widerspruch in sich. Erlaubt es die Gesundheit Kauffmanns nicht, Bürgermeister zu sein, so ist er auch dem Stadtratsposten nicht mehr gewachsen, zumal ja behauptet wird, daß er sich gerade in seiner Stadtratsthätigkeit über- arbeitet habe. Es geht aus dieser freisinnigen Darstellung hervor, daß auch im Fall Kanffmann die„Gesundheitsrücksichten" benutzt iverden sollen, um einen kläglichen politischen Rückzug zu verdecken. Das ist das jämmerliche Ende des freisinnigen Maccabäer- Kampfes für die„Selbstverwaltung". Und das Volk will die Herrschaft des Junkertums brechen!— Tie Flctschnot. In einer Denkschrift der Königsberger städtischen Körperschaften wird ein reiches Material über die au Schweincmangcl zurückzuführende Steigerung derSch weine- f l e i s ch p r e i s e mitgeteilt. Dieser«chweinemangel ist veranlaßt durch das Fortbestehen des Schwcine-Einfnhrverbots, durch das Inkrafttreten des neuen F l e i s ch s ch a u g e s e tz e s und durch die im Jahre 1901 besonders stark aufgetretenen Schweine- k r a n k h e i t e n, die trotz der Grenzsperre grassiert haben. Die Reichsregicrung sollte so schnell wie möglich das durch nichts gerechtfertigte Einfuhrverbot aufheben.— Ter fliegende Gerichtsstand der Presse. Das diesen Gegen- stand behandelnde Gesetz ist nunmehr vom Bundesrat angenommen worden. Es entspricbt dem, was schon bekannt war: Zuständig soll im allgenieinen der Ort des Erscheinens sein, nur für private Beleidigungsklagen soll auch das Gericht zuständig sein, wo der Be- leidigte seinen Wohnsitz hat. Diese Ausnahme macht das Gesetz wertlos und unannehmbar. Dadurch wird die Vorlage geradezu zn einem Ausnahmegesetz gegen die Presse; der fliegende Gerichtsstand, der bisher' ver- hältnismäßig wenig angewendet worden ist, würde fortan in Privat- beleidigungsklagen die Regel bilden, der jetzige Ncchtsznstand zu Ungunsten der Presse verschlechtert iverden.— Die Polenpolitik. Eine Korrespondenz berichtet: Ueber die Polcnpolitik hat sich der Kaiser kürzlich in privatem Kreise ausgesprochen. Bei einem Mahle, das der Staatssekretär des Auswärtigen, Frhr. v. Richthofen, jüngst veranstaltete, traf der Kaiser auch niit dein Historiker, Prof. Dr. Theoder S ch i e- m a n n, zusammen, dejsen Name infolge der Polendemonstration in seiner Vorlesung in diesem Winter so viel genannt worden war. Bei dieser Gelegenheit sprach sich der Kaiser mit vollster Eni- fchicdcnhcit für die Fortführung einer energische» Polen- Politik ans. Die Mitteilung ist sehr naiv. Als ob jemand daran gezweifelt hätte, daß der Kaiser mit der schneidigen Polenpolitik, die jetzt ver- folgt wird, nicht einverstanden sei. Die Regierung wäre sicher auch gern bereit, jene zweckmäßige Politik gegenüber dem Polentum zu befürworten, die in den Tagen Caprivis geherrscht hat. Damals freilich waren gewisse polnische Persönlichkeiten bei Hofe sehr beliebt. Es war die Zeit, wo das Ehepaar Koscielski — er wurde wegen seines Flotteneifers Admiralski genannt— in Berlin höchst freundschaftlich aufgenommen wurde. Jetzt sind die Koscielskis vom Hofe verschwunden und— die Regierung treibt „energische" Polcnpolitik.— Alljährliche ArbeitSloseuzählungr» werden hinfort in Dresden— wie uns von dort gemeldet wird— stattfinden. Noch im Herbst vorigen Jahres erklärte der Dresdener Oberbürgermeister B e n t l e r auf das Ersuchen der Gewerkschaften um eine amtliche Arbeitslosenzählmig: eine solche Erhebung sei zn kostspielig. Er wolle das Geld lieber den Arbeitslosen zukommen lassen.— Die Kritik dieser Auffassung seitens unsrer Dresdener Genossen hat aber de» Dresdener Rat bekehrt. In einem Schreiben an die Stadtverordneten unterm 4. April schlägt der Rat vor, von jetzt ab regelmäßig am Jahres- scbluß in Dresden und in den einzubezirkcndcn Vororten sowie in den Vororten Plauen und Blaseivitz auf Grund der Einkommen- steuerlisten eine Statistik über die Arbeitslosen aufstellen zu lassen und hierzu für das laufende Jahr WO M. zn bewilligen. Begründet wird diese Forderung mit der Erwägung, daß der Umfang von Nolstandsarbeiten nur richtig bemessen werden könne, wenn man zuverlässige Zahlen über den Grad der Arbeitslosigkeit besitze.— Grostgrilndbesik, Bund der Landwirte und Zolltarif. Wir veröffentlichten vor einiger Zeit unter obiger Stichmarke eine Zuschrift ans dem Großherzogtnm Hessen, in der unter Zu- grundelegung der VerpachtungZpraxiS des Direktors der Gräflich Solms-Laubachschen Rentkammer behauptet wurde, daß die drohenden Zollerhöhungen dazu benutzt worden seien, den Pachtpreis eines Gutes in die Höhe zu treiben. Gegenüber dieser Mitteilung gingen uns zwei Berichlignngen der Gräflich Solnis- Lanbachen Reut- kannner und der Fürstlich Solms- Brannfelsschen Rcntkanimer zu, in denen die Nichtigkeit der in der betreffenden Zuschrift gemachten Mitteilungen bestritten wurden. Wir veröffentlichten diese Berichtigungen nicht, weil ihre Form nicht den Anforderungen des 8 11 des Prcßgesetzes entsprach, hielten uns jedoch nichlsdesto- weniger für verpflichtet, über die uns gewordene», durch die beiden Berichtigungen bestrittenen Mitteilnnge» nochmals Erkundigungen einzuziehen, um ettvaige Unrichtigkeiten der Zuschrift richtig stellen zu können. Auf Grund der uns neuerdings zugegangenen Mitteilungen können wir nun das Folgende erklären: Wenn die Berichtigungen der beiden Rentkammern behaupten, es entspreche nicht den Thatsachen, daß Kammerdirektor Schön bei den Güterverpnchtnngen durch den Hinweis auf die zu crivartende Zoll- erhöhung eine höhere Pacht herauszuschlagen versucht habe, so wird diese Thatsache von unsrem Gewährsmann, aufrecht erhalten. Die Berichtigung der SolmS-Brannfelsschen Rentkammer erklärt speciell, daß Direktor Schön nicht, ivie in unsrer Zuschrift ver- inutungsweise geäußert worden ivar, wegen seines Verfahrens beim Abschluß von Pachtverträgen von der Führung der fürstlichen Ge- schäfte enthoben worden sei, und bctoni ferner, daß der einzige in die Zeit der Geschäftsführung Schöns fallende Pachtvertrag eine Herabsetzung der Pacht von 17 auf 13 M. per Morgen stipuliert habe. Der letzteren Nlchsigstellnng gegenüber sei nur erklärt, daß in unsrer Zuschrift etwas Gegenteiliges überhaupt nicht behauptet, sondern nur von dem Versuch Schöns die Rede war, höhere Pachtsnmmen zu erzielen. Die Herabsetzung der Pacht beweist übrigens nicht das mindeste für die Concilianz des Herrn Schön. War doch der Pächter, der für den Morgen des betreffenden, zum Teil minderwertigen Boden enthaltenden Gutes 17 M. bezahlt hatte, infolge der um fast die Hälfte zu hohen Pacht in Konkurs geraten. Die 13 Mark-Pacht stellt eben daS diesmal zu erzielende Maximum dar. In der Verichtigmig der S o I m s- L a u b a ch s ch e n Reut- k a m m e r wird zugegeben, daß die thatsächliche Pachtsumme auf 22 M. pro Morgen erhöht worden ist. Allerdings hat der frühere Pächter 29. nicht, ivie eS in unsrer Zuschrift hieß, 18 M. pro Morgen gezahlt. Die Berichtigung b e st ä t i g t zcdoch den Umstand, daß dieser Pächter, der das Gut 24 Jahre lang bewirtschaftete, nach anfänglichem Sträube» einivilligte, diese 29 M. auch ferner zn zahlen, daß jedoch einem andren Bewerber, der infolge der ihm von der Reut« kaminer gewordenen Mitteilung von diesem Gebot des bisherigen Pächters sein Gebot auf 22 M. erhöhte, der Zuschlag erteilt wurde. Die Berichtigung erklärt mir, daß dieser Vorgang sich bei Verhandlungen abspielte, die infolge einer öffentlichen Ausschreibung schwebten, also etivas Ungewöhnliches nicht darstelle. Wie die„Deutsche TageS-Zeitnng" und andre agrarische Blätter, die die beiden Berichtigungen ihrerseits zum Abdruck brachten, nun gegen den„Vorwärts" polemisieren zn können glauben, ist uns wirklich nicht klar. Unsrc Notiz sollte, wie deutlich darin zum Ausdruck gebracht war. als Beleg dafür dienen, welchen Vorteil der G r o ß g r u n d- besitz anS den Zollcrhöhnngeii ziehe. Und dieser Beweis wäre erbracht, auch wenn Direktor Schön nicht, wie unser Gewährs- manu nach wie vor behauptet, bei den Pachtverhandlmigen auf die durch die Zollcrböhnngcn zn erwartenden Mehreinnahmen hingewiesen hätte. Diese Mehreinnahmen fließen aber in Gestalt der gesteigerten Pacht in die Tasche des Großgrundbesitzers!— Ausrand. Amerikanische Bestialitäten auf den Philippinen. Dem„Berk. Tagebl." wird aus Washington gemeldet: Die von dem Philippinen- Ausschuß des Senats verlangte A u f k l ä r n n g über die Lage bringt mehrere bisher zurückgehaltene amtliche Berichte ans Licht, so erregt der eingeforderte Bericht des C i v i l g o ii v e r n e n r s der Provinz T a y a b a s, MajorS Garde n er. vom 16. Dezember 1991, das größte Anfsehcn. Gardener erklärt, eine säilemiige Konzentrierung der Truppen in einer oder zwei Garnisonen sei nötig, wenn die früheren guten Verhältnisse erhalten werden sollen. Das Verhalten der Truppen sei barbarisch. Die Ver- Wüstung des Landes, die Marternng der Eingeborene» durch die sogenannte Wasserkur, das empörende Austrete» junger iDffiziere, die unterschiedslos jeden E i n g e b o r e n e n als Insurgenten und Banditen behandelten, habe die frühere günstige Gesinnung in tiefen Haß verwandelt. Durch das gleiche Verhalten der Truppen in den Provinze» Ba tan gas, L a g u n a und S a m a r werde die Saat beständiger Ne- v o l n t i o n und ewige» Hasses gegen Amerika gesät. Noch Schlimmeres enthält der Bericht des stellvertretenden Civilgo u verneurs der Provinz Batangas, welcher besagt, daß seit dem Einzug der amerikanischen Truppen die Einwohner von 3VV OOv durch Tötung, Krankheit, Elend und Hunger auf SiOt> 000 reduziert seien. Der Senats- ausschuß beschloß, vom Kiiegsniinifter die Berichte aus den andern Provinzen zu fordern. Im Senat gewinnt die Ansicht an Boden, daß General Miles mit seiner scharfen Kritik der Kriegs führung auf den Philippinen recht hatte und nicht vom Kriegsminister hätte gemaßregelt Iverden sollen. Sehr nnangenehm berührt auch die gestrige Meldung aus Manila über die Unterdrückung der Preßsreiheit. Man beginnt zuzugeben, daß die wirkliche Lage auf den Philippinen un- bekannt sei. Der wegen summarischer Erschiesiung von Eingeborene» auf S a in a r angeklagte Major Waller verteidigte am Freitag in einer Rede vor dem Kriegsgericht seine Handlungsweise. Er lehnte es ab, um Milde zu bitten, und berief sich zu seiner Recht- f e r t i g n n g auf die Maßnahmen britischer O f f i e r e in Aegypten und a m e r i k a n i s ch c r O f f i z i e r e auf Kuba. Er sagte, in China seien die gefangenen Boxcr-Fanatiker von den amerikanische» und europäischen Truppen wegen Verstümmelung Toter summarisch erschossen worden, ohne daß man auf Weisung vom Oberkommando gewartet habe. Waller erklärte, dies sei in Bezug auf alle Nationen wahr. Er sagte ferner:„Ich habe in China während drei Wochen amerikanische Truppen befehligt, aber dieselben Vorgänge ereigneten sich auch unter ni e i n e in Nachfolger, ohne daß irgend welche Proteste erhoben wurden. Ich glaube, daß ich auf Samar recht gehandelt habe und kein Mörder bin." Die Verhandlung wurde vertagt.— Oeftrcich-Nngarn. Billige Freude». -st- Wien, 11. April. Den östreichischen Machthaber» ist eine große Freude bereitet worden: Graf B ii l o w ist nach Wien ge- kommen und hat sich herbeigelassen, mit dem Grafen GolnchowSki zu konferieren. Wenn der deutsche Reichskanzler Wien gemieden hätte, fo wäre das eigentlich erstaunlich, geradezu verletzend gewesen. Denn Graf Bülow hat mit Herrn Prinetti keine andern Geschäfte als mit dem östreichischen Minister des Aenßern; bei der Erneuerung des Dreibunds und der neuen Handelsverträge spielen doch Oestreich- Ungarn zumindest dieselbe Rolle wie Italien. Und wenn eS nötig war, daß Graf Bülow zu der Besprechung mit dem italienischen Minister �extra nach Italien gereist ist, so follte er Wien absichtlich ausweichen wollen? Das wäre doch gewiß eine un- zweideutige Bagatellisierung gewesen! Trotzdem scheint sie geplant gewesen zu fein, denn der Besuch des Grafen Bülow ist in Wien ganz unvermutet gekommen. Wie immer, man ist hier über ihn sehr glücklich und freut sich, daß damit bewiesen sei, daß Oestreich auch international noch zähle, daß man in Europa über den kranken Staat noch nicht ganz zur Tagesordnung übergegangen ist. Die habsburgische Großmacht, in der einmal die Sonne nicht unter- ging, ist sehr befcheiden geworden. Billig ist auch die Freude darüber, daß daS arme Parlament noch nicht ganz zu Grunde gegangen ist. ES gab zwar gestern und vorgestern wieder stattliche Skandale, aber die Maschine funktioniert noch immer, von Zeit zu Zeit wird über eine Budgetpost wieder abgestimmt, und so tröstet man sich mit der Hoffnung, die Lage sei zwar ernst, aber doch noch nicht ganz verzweifelt. Indessen mächt die Zersetzung im Hanse reißende Fort- schritte: heute ist auch die bekannte Organisation der deutschen Parteien, die Obmänner-Konferenz, zusammengebrochen. Die Bolkspartei verlangte nämlich, daß ihre Compagnons die Schwenkung mitmachen, die sie plötzlich von der unbedingten Knecht- seligkeit zur„schärfsten Opposition" geführt hat: da aber dazu weder die Christlichsocialen, die sich mit jeder Regiernng vertragen, weil sie von jeder etwas wollen, noch die Großgriindbesitzer, die schon von Geburt aus regiernngsfromm sind, Fähigkeit und Neigung haben— die Fortschrittler schwanken zwischen beiden Strömungen hin und her—, so hat die Volkspartei heute ihren Austritt aus der O b m ä n n e r- K o n f c r e n z erklärt. Die Obmänner- Konferenz, die in den Stnrmtagen der Obstruktion gebildet wurde, war zwar eine nur lose Organisation der deutschen Parteien, aber immerhin eine Organisation, deren Einflußsphäre und Macht nicht gering waren. Ihre Zerslörnng beweist nur wieder die traditionelle ilnfähigkeit der Dcutsch-Oestreicher zur ernsten Polilik.— Schweiz. Der Konflikt der Schweiz mit Italien« AnS der Schweiz wird uns geschrieben: Wie eine Bombe wirkte die am Donnerstag vom Bundesrat den beiden Parlamenten in Bern gemachte Mitteilung, daß die Schweiz ihre diplomatischen Beziehungen zu Italien abgebrochen hat. Genau genommen kommt die Zuspitzung der Beziehungen beider Staaten zu einander bis zum offenen Bruch nicht überraschend. Seit Jahren behandelte Italien mit dem Uebcrmnt des Größeren und Stärkeren die Schweiz, ein Zwischenfall folgte auf den andern, Rudini machte eS wie CriSpi, Pelloux wie Rudini und Zanardclli wie Pelloux. EriSpi dekretierte vor Jahren die Goldzahlnng der Zölle, was einer erheblichen Erhöhung derfelben gleichkam und ei» Bruch de? Handelsvertrages mit der Schweiz war; aber dennoch lehnte Italien den schweizerischen Vor- schlag, den Konflikt vor ein Schiedsgericht zu bringen, mit gewohnter Brutalität ab. Die Greiizvcrletznngcu durch italienische Zollwächter sind alltägliche Erscheinungen und die zahlreichen Reklamationen der Schweiz haben diesen Frechheiten noch immer kein Ende zu machen vermocht. Die Arroganz des italienischen Gesandten Silvestrelli in Bern hat nun den Becher zum llebcrlanfen gebracht, der Bundesrat verlangte mit vollem Recht dessen Abbernfuiig und da sie von der Regiernng in Rom abgelehnt wurde, stellte er dem Herrn seine Pässe zu. Wäre Herr Silvcftrclli in Berlin, Wien oder Paris als Vertreter Italiens gewesen, würde er sich zweifellos seine Taktlosigkeit nicht erlaubt haben, cvent. würde ihn die italienische Regierung sofort abberufen haben. Der kleinen Schweiz gegenüber setzte man sich aufs hohe Roß und lehnte die verlangte Genugthnung ab. Beifall wird der italieni- scheu Regierung diese ihre durchaus verwerfliche Haltung nur von den reaktionärsten Feinden der Schweiz gezollt werden, während das ganze Schweizervolk hinter dem Bundesrat steht, aber auch alle freiheit- lichen Elemente des Auslandes mit ihren Syinpathie» auf Seite der Schweiz stehen werden. Lorbeeren wird die italienische Diplomatie in diesem ohne alle diplomatische Klugheit provozierten Konflikt mit der Schweiz nicht ernten.— England. Die Verfolgung der Tradcö-UuionS durch spitzfindige Richter und Juristen wird wacker fortgesetzt. Der Taff Vale-Fall ist bekannt: dort waren es Unlernehnier, die gegen die Eiscnbahner-Gewerkschaft vorgingen; dieser Tage wurde in C a r d i f f aber ein Fall vor Gericht ausgetragen, bei dem der Kläger ein Arbeiter war. Der Arbeiter James Giblau klagte gegen' die allgemeine nationale Arbeitergewcrlschaft beziehentlich gegen deren Beamten ans Grund der Vcrschlvörmigsakte. Giblnu ivar Kassierer eines Zweig- Vereins dieser Gewerkschaft gewesen, und als solcher mit seiner Abrechnung im Rückstand geblieben. Er gab das Versprechen ab, den fehlenden Betrag der Gewerkschaft zu zahlen, kam diesem Ver- sprechen aber nicht nach. Er behauptete nun, daß er deswegen von feiten des Generalsekretärs der Gewerkschaft, Williams, und des Bezirkssckretärs Fooincy auf die schwarze Liste gesetzt worden sei und darnni keine Arbeit mebr gefunden habe. Es sei den betreffenden Unternehmern, wo er in Stellung gewesen, immer gedroht worden, daß, falls er nicht entlassen würde, die andren Arbeiter die Arbeit niederlegen würden. Das Gericht verurteilte die beiden An- geklagten zu 2999 Mark Schadensersatz, weil sie den Kläger verhindert hätten, Arbeit zu bekommen. Hierauf wurde die Frage geprüft, ob die Gewerkschaft mit ihren Kassen für den Fall haftbar gemacht werden könnte. Der Richter verneinte diese Frage, das Statut gebe keinen Anhaltspunkt hierfür: die Angeklagten hätten eigenmächtig' gegen das Statut gehandelt. Die Sache gehe also die Gewerkschaft nichts an, die Angeklagten seien nur persönlich haftbar. Hier scheint für die englischen TradeS-UnionS der Weg ye- fnnden, wie sie sich gegen derartige Prozesse sichenr können, nämlich, indem sie für Handlungen ihrer Beamten, die nicht ausdrücklich im Statut festgelegt sind, die Verantwortung ablehnen.— Rußland. Der Mäudschurci-Berträg ist nunmehr durch den Petersburger„RegieruiigSboteu" in seinem Wortlaut veröffentlicht worden. Die wesentlichsten Bestimiiiungen dcS Vertrages besagen: Die riissische Regierung verpflichtet sich, ihre Truppen allmählich anS der Mandschurei znrückzuzieheii. falls keine Wirreu ausbrechen und die Handlungsweise andrer Mächte sie nicht daran hindert, und zwar sollen 1. ini Laufe von sechs Monaten nach Nnterzeichnimg des Vertrages der südwestliche Teil der Provinz Mulden bis zum Lianho-Fluß von den russischen Truppen geräumt und die Eisen- bahnen China übergeben werden; 2. im Laufe der folgenden sechs Monate der übrige Teil der Provinz Mnkdcn sowie die Provinz Kirin von den russischen Truppen geräumt werde»: 3. im Laufe der nächsten sechs Monate die übrigen russischen Truppen, die sich in der Provinz Ho-Lnn-Kiang befinden, zurückgezogen werden. .'Im.Artikel 3 finden sich Bestiminniigcn über die chinesischen Truppen', die in die Mandschurei verlegt werden, so lange die russischen Truppen noch nicht zurückgezogen sind. China darf in der Mandschurei nur so viele Truppen halten, als die russischen Militär- behörden gestatten. Wenn die russischen Truppen die Mandschurei geräumt haben, steht der chinesischen Regierung das Recht zu, die Anzahl der chinesischen Truppen in der Mandschurei zu bestimmen. Die russische Regierung muß von jeder Vermehrung oder Ver- Minderung dieser Truppen sofort benachrichtigt werden. Der Inhalt des Vertrags war bereits bekannt, llnsre Bewertung desselben haben wir nicht zu modifizieren. Unsre Bewertung stimmt übrigens so ziemlich mit der„ M ü n ch. A I l g. Z t g." überein, die vor einigen Tagen schrieb: „Daß dieser Mandschurei- Vertrag ein pactum Isonimiin zu Gunsten Rußlands ist, daß dieses sich a l l e s F I e i s ch nimmt mid dem chinesischen Kontrahenten nur die K n o ch e n läßt, unterliegt gewiß keinem Zweifel."— Asien. Aufstand i» Kwangsü. Wie ans Hongkong gemeldet wird, ist in der Provinz Kwangsü ein Aufstand ausgebrochen: über 1999 Eingeborene find bereits getötet worden. Die reguläre Armee ist ohnmächtig, die Ruhe wieder herzustellen.— Der Boeren- Krieg. Dcöavottieruug der Friedenögeriichte. London, 12. April. Nach Mitternacht lieb das Krleqsamt ent- gepen de» abends rirkulierenden Friedensgerüchten offiziell erklären, dafe derKrieq nicht beendet i st, daß vielmehr u»t>ern>eilt neue Truppcnverschiffnnge» noch Südafrika stattfinden werden. London, 12. April. Lord Roberts besichliqte geflern 1000 Vi a n n der Garde, welche nach Südafrika ab» gehen. Die Einberufung von 20 000 Mann Ersatz- t r u p p e u wird vorbereitet. Nach einer nenen Verlustliste sind am 8 und 9. April bei Pieters- bürg ein Offizier gefallen, 3 Offiziere und 5 Mann verwundet worden. Bei Bethlehem wurden am 8. April 3 Mann getötet und 3 ver- ivundet. An demselben Tage wurden bei Uirblacht ein Offizier und ein Mann getötet, ein Offizier und 3 Mann verwundet. Graaf-Ncinet, 10. April. Die Boeren griffen am 6. April Aberdeen an. wurden aber ohne Mühe zurüekgeivorfen. Nnvkei-NÄckzvichtem Bei der Gemeindcvcrtrctcr-Wahl in NiegerSdorf (Schlesien) wurde in der 3. jUasse unser Genosse Maschinist Z e n g l e r gewählt. I» einer i» DreSdc» abgehaltenen Parteiversammlung deö fünfte» säckisischen RcichotagöwahlkrciseS wurde nach der Berichterstattung der Genossen Riem und Krüger und nach längerer Debatte über die Petition die Wahl des C e n t r a l- A g i t a t i o n s- komitees für Sachsen vorgenommen und die Genossen Sindermann und Schulze wieder- und an Stelle des nach Nixdorf verzogenen Genossen Breslau er Genosse Braune- Radeberg neugewählt. In das Agitationskomitee für die neun oft- sächsischen Reichstagswahlkreise wurden die Genossen T h i e m e, N e i ch e l t und P e tz o I d t wiedergewählt. Der schweizerische socialdeniokratische Parteitag findet am 3. August in Wintert hur statt. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Fünfzig Mark Geldstrafe erhielt Genosse Max Günther als verantwortlicher Redacteur des Dessauer„Bolksblatt", weil er die Berichterstattmig des„StaatsanzeigerS" über die Gemeinderats- Sitzungen scharf kritisicrt hatte. Der Antrag hatte auf 200 M. Geldstrafe oder 20 Tage Gefängnis gelautet. Der Staatsanwalt hatte die Anklage„im öffentlichen Interesse" erhoben.—„Im öffentlichen Interesse" liegt es, wenn amtliche Organe sich einer in jeder Hinsicht eiuwandSfrciet? Berichterstattnng befleistigen. Wenn sie das nicht thun, handelt der„im öffentlichen Interesse" der dieses Ver- halten kritisiert. — Sachse»- Nltenburgischc„Waffen"« In Sachsen-Alten- bürg dürfen, wie anderwärts auch. Bewaffnete an Versammlungen nicht teilnehmen. Als nun i» Kahla dieser Tage eine Ver- sammlung staltfand, die sich mit dem Brotwucher beschäftigen sollte. erinnerte sich der antvesendc Gendarm dieser Bestimmung und ver- langte, das; Schirme und Stöcke vor dem Lokal abzulegen seien.— Dieser Gendarm sollte nach München versetzt werden, um dort ultramontane Versanunlungen zu überwachen. Ans JttdnZtrie und Hnndel. Tie FrühjahrSfaifon auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat im März die leisen Anzeiche» einer Besserung, die schon im Februar als Borboten zu bemerken waren, nicht Lügen gestraft; allein von einer Erholung ist die Lage des Arbeitsmarktes auch jetzt noch weit entfernt. An den deutschen Arbeitsnachweisen ging auf je 100 offene Stellen daS Angebot der Arbeitsuchenden von 208,3 im Februar bis auf 143.9 im März zurück. Dieser Rückgang des Andrangs ist bedeutender, als in den beiden ent- sprechenden Monaten deS Vorjahres, wo er nur von 146,8 auf 122.2 gewichen ist. Gleichwohl geht auch aus diesen Zahlen hervor, daß der Andrang der Arbeitsuchenden immer noch stärker ist, als er in dem auch schon in der Krisis stehenden vorjährigen Frühjahr gewesen ist. Die Zahl der Beschäftigten nach den Mitgliederziffern der Krankenkasien, sowrit diese der„ArbeitSmarkt- Korrespondenz" zur Verfügung stehen, hat im Laufe des März zwar zugenommen (um 3,4 Proz.), aber nicht so stark, wie im Vorjahre <4,5 Proz.). Dabei kommt in diesen Ziffern die starke Ver- niinderung der Belegschaften im Kohlen-Bergbau noch nicht einmal zur Erscheinung. Mastgebend für den Arbeitsmarkt ist noch immer der schwache Geschäftsgang in den meisten Zweigen des Maschinen- und Eisengcwerbes; noch nirgends konnte uireine wesent- liche Einstellung neuer Arbeitskräfte gedacht werden. Immerhin bieten sich für einige Erwerbszwetge auch erfreuliche Ausblicke. Im Textilgcwerbe hält der gute Geschäftsgang auch nach Ostern noch an. Im Brancreigewerbe sind die Arbeiter überwiegend voll ve- schäftigt. Ganz besonders aber macht sich»n Baugewerbe etne regere Thättgkdt geltend, die auf den Wechsel Bei Witterung zurttck- zuführe» ist._ Die Generalverfammlnttg der Aktionäre deS Zoologischen Gartc»s, die zu gestern noch dem Konzertsaale des Instituts ein- berufen war, um über de» geplanten Bau einer Ausstellungshalle schlüssig zu'werden. nahm einen überraschend schnellen und friedlichen Verlauf. Nachdem Vorstand und AnfsichtSrat ver- schiedene Einzelheilen Über das Hallenprojekt vorgetragen halten, brachte Ober-Reg.-Rat Werner folgenden Antrag ein: „Die Generalversammlung beschliestt, mit Zurückstellung sämtlicher Punkte der Tagesordnung ein Komitee von 12 Aktionären zu wählen. welches beuufllagt wird. die thatsächlichste» Unterlagen zur Benr- leilung der vom Äuffichtsrat und Vorstände eingebrachten An- träge festzustellen und das Ergebnis dieser Feststellung den Aktionären binnen vier Wochen durch Drnckbericht mitzuteilen." Durch Akklamation wurde dieser Antrag widerspruchslos zum Be- schliist erhoben. In das Komilee wurden je sechs Anhänger und Gegner der Ausstellungshalle gewählt. Zum Schlust der Versammlung wurde es auf einige Minuten noch recht lebhaft, als Oberstaatsanwalt Lademann o>c Anwesenden auf die Probe stellen wollte. Er forderte dteientgen, die für den Hallenbau wären, auf, die Hand zu erhebe». Unter lautem Protest wurde jedoch dieses Ansinnen zurückgewiesen. Die Zunahme ver Auswanderung über die deutschen Nordsee« Häfen stellt sich für Vre m e n resp. Bremerhaven nach dem bremischen statistischen Amte während deS Monats März Vergleichs- weife und ziffernmästig folgendermasten dar: 1893: 7604. 1899? 7734, 1 90t) c 12 929. 1901:15 459, 1902; 17 684 Köpfe— in vier Jahren also eine Steigerung um 133 Prozent I Für das erste Vierteljahr 1902 beträgt die Steigerung gar 147 Prozent, da 1898: 14 725. 1899: 15 531, 1900: 26 162, 1901: 31 347 und 19t)2: 36 396 Auswanderer über bremische Häfen während der ersten drei Monate befördert worden sind. Der Ausivanderer» andrag in Bremerhaven dauert, wie unS von dort geschrieben wird. unverändert fort. Kaum dast die Wellblech-Barackeu deS Chinakriegs- Lazarells und die Maiiiischaftskaiittlie deS Nordd. Lloyd für einige Tage von Ausivanderern frei sind, treffen auch schon wieder von Bremen aus Extraziige mit neuen Eliropamuden ein, die dort untergebracht werden, bis ein Lloyddampfer sie befördert. Lloyddampfer„Cassel" hat Monlag mit 1334, Ltoyd-Schnellpost- Dampfer„Kaiser Wilhelm der. Große)" Dienstag mit 600 Zivischendeckern nach New Aork die Weser verlassen. Aus den Auswanderer-Sammelpuiikten Myslowitz und Ratibor wird jetzt übrigens bei der Beförderung nach den Ostseehäfen eine schärfere Kontrolle als bisher geübt. Russische Ausivanderer werden fortan überha upt nicht in Deutschland eingelassen, wenn sie nicht Paß, Ver>ini wörtlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil Dampfer-Fahrkarte nach Amerika und Barmittel von 400 Mark (jüngere Personen 100 Mark) besitzen. Aehnlich scharfen Be- stimmungcn sind die aus Oestreich-Ungarn kommenden Ausivanderer unterworfen. Die deutschen Reedereien beztvecken mit ihre» ver- schärften Mastregeln, zii verhindern, dast Mittellose, die sie in Anierika nicht landen dürfen, von ihnen znrückbefördet iverden müssen. Es ist sehr wahrscheinlich, dast die Hamburg-Amerika-Linie infolge des alißergeivöhnlicheni PassagierangrangeS sich veranlastt sehen tvird, in den nächsten Tagen eine Erhöhung der Zwischendeckpreise um 10 M. vorzunehmen. TaS Kalisyndikat hat wieder den Kampf gegen ein austerhalb der Bereinigung steheudes Werk begomien. Es betrifft die Getvcrk- schaft Hohenfels, die shndikatsreif geworden ist, d. h. ihre Pro- diiktion hat eine Höhe erreicht, dast ihr Eintritt in daS Kalisyndikat gefordert wird. Die Gewerkschaft Hohenfels hat nun so hohe Anforderungen i» Bezng auf die Bcteiligungsziffer gestellt, daß das Syndikat unter diesen Bedingmigen die Aufnahme ab« gelehnt hat. Es liegen mithin hier dieselben Differenzen vor, die im vorigen Jahre mit einigen andren Werken den Konflikt herbeiführten. Das Syndikat ist sofort zur Be- kämpfuiig des Koiikurrenten übergegangen und hat bestinimt, dast seine Agenten in Amerika, wo die Gewerkschaft Hohenfels ihre Produkte absetzt, die Preise unter die Angebote des aiistenstehenden Werkes norinieren. Wie nun bekannt wird, hat die Gesellschaft Hohen- fels, durch den Kampf gegen Kaiseroda belehrt, ihre Liefer- Verträge mit festen Preisen ans längere Zeit abgeschlossen, so dast sein Absatz ans gerailine Zeit gesichert ist und die Kampfmittel deS Syndikats wirkungslos bleiben. Der Nickcltrust. Dem„Berliner Börsen-Courier" wird aus New Dork geschrieben: Die angelündigte Nickelkombinatioii ivnrde unter dem Namen International Nickel Company mit dein Kapital von 34 000 000 Dollar(davon 12 000 000 Dollar 6proz. Vorzugs- aktie», 12 000 000 Dollar Stammaktien und 10000 000 Dollar BondS) incorporiert. Wie bereits gemeldet, schließt die Gründung die Canada Copper Company, die Nickel Corporation von London und die Orford Copper Company ein, während die Nickel Company vo» Paris, die größte Prodnccntin der Welt, vorderhand selbständig bleibt. Die neue Gesellschaft wird 50 Proz. der Welt-Nickel-Produkiion kontrol- lieren, und dazu noch ein herorragender Produzent vo» Kupfer sein. Es wird nun nicht mehr geleugnet, dast Charles M. Schwab, der Präsident des Stahl-Trnsts, zu den Hauptgrüiiderii der neuen Gesell- schast gehört, wenn auch betont wird, das; der Stahl-Trust als solcher an der Gründung nicht direkt beteiligt ist. Der ArbeitSmarkt des Staates New Jork zeigte, wie an» dem soeben erschienenen offiziellen Bulletin des statistischen Bureaus von Nciv Dork ersichtlich ist, im 4. Quartal des BorfahreS eine viel bessere Konjunktur als in den europäische» Staate». Bon den 97 270 Mitgliedern von Arbciterorgaiiisalioiie» waren im vierten Quartal 1901 nur 4.6 Proz. arbeitslos, gegen 8,5 Proz, in derselbe» Periode deS Jahres 1900. Der Geschäftsgang tvar namentlich im Baugewerbe»»d in der Bekleidliiigsindnstrie ein sehr guter. Erst am Ende des Janiiar 1902 machte sich eine kleine Steigerung vo» Arbeitslose» bemerkbar._ Gcmrvksrszttfkliches. Berlin und Umgegend. Die Militärschneider beschlossen gestern abend, die diesjährige Lohnbeivegung bis zu einer geeigneten Zeit zu Verlagen. Be- gründet wurde dieser Beschlust dainit, daß die Berhrnidliingen am Gewerbcgericht gezeigt haben, dast die Unternehmer die Bewegling nur verschleppen wollen Weitere umständliche Berhandlniigen köüiite» deshalb keine» Erfolg habe». Ein Streik biete in dieseni Augenblick auch keine Aussicht ans Erfolg. iveil die Arbeiter der maßgebendsten Firma in ihrer Mehrheit der Bewegung sernstehen, Deutsches Reich. Der Centralverba»d der Zimmerer verzeichnet in der Jahresabrechnung für 1901 einen Mitgliederrückgang von 2260. Günstiger gestalten sich die Kassenverhältnisse, die eine Besserung in Höhe von 86 941,73 M. aufiveisen. Die Einnahmen betrugen 296 622,92 M. und außerdem 30 037,69 M. sür den Streikfonds. die Ausgaben beliesen sich aus 215 780.25 M. Die Kicker Baunnternchmer erlassen in der Provinzprcsie folgendes Inserat: 50 bis 60 tüchtige Maurergesellen und ebenso viele tüchtige Zimmergesellen finden dauemde Arbeit in Kiel bei einem Lohnsatz von 55 Pf. pro Stunde. Zu meldeu an die„Bauhütte" im JnnnngShauS Harmonie in Kiel. Falls Kolouiien hierher kommen, würde ein Baumeister von hier zum Abholen hinkommen. Also nicht einmal einen Lohnsatz, wie er in Kiel ziim auSkömm- lichen Lebensiliiterhalt unbedingt verlangt Iverden must, bieten die Herren von der„Bauhütte" ihren„RauSreistern" I Oder wolle» sie dieselben dadurch entschädigen, dast sie sie bis in die Puppen arbeiten lassen?— Aber sei dem wie ihm wolle: Und wenn sie die Ver- räterdienste mit Gold aufwiegen, werden sie die allsgesperrten 2000 nicht niederzwingen, denn jeder anständige Bauarbeiter meidet Kiel. Den Schuhmacher-JnnungSmelstern in K i e I hat das Beispiel ihrer Kollegen von der. Bauhütte" so imponiert, dast sie in deren Fuststapfeil treten ivollen. In der letzten Versainmlnng der „Freien Innung der Schuhmacher Kiels", welche nur von einem Bruchteil der Mitglieder besucht war, ivurde der Beschlutz gefaßt, von jetzt an überhaupt nicht mehr mit den Gesellen zu unterhandeln, sondern einen Lohntarif in Druck zu geben und nach diesem die Gesellen zu bezahle». Der Beschlutz wurde gefastt unbelümniert um die große Mehrzahl der Mitglieder, welche nicht in der Versammlung a»weseiid waren und somit ihre Zu- stimmung dazu»ichl gegeben, ebenso unbekümmert um diejenige» Meister, die die Forderungen der Gesellen aneriannt haben. Die Herren von der Innung wollen die Streikenden über- Haupt nicht mehr einstellen, sondern haben schon verschiedentlich den Versuch gemacht, aus andren Gegenden Deutschlands sich Geselle» komme» zu lassen. Die Schuhmacher haben jedoch allerorten ihre Solidarität bewiesen. AlS Arbeitersekretär für Kiel wurde vom GewerkschaftZ- kartell unter 22 Bewerbern Genosse Johannes Jipp, Vorsitzender des Kartells, mit großer Majorität gewählt. AlS„notwendig zur Erzielung günstiger BetriebS-Er- gebnisse" wurde der Ladekolonne des Kruvp'chen Schienenwalzwerks am Mittivoch ei» Accorvabzug von 20 Proz. gemacht.— Krupp scheint die neue» Kanonen nicht aus« t g e n e s Risiko, sondern aus Risilo der Arbeiter zu bauen. Die Dachdecker sind tu Schöppenstedt. Küblingen und Umgegend in den Ausstand geweien. weil ihnen die Meister 4 Psennig pro Stunde, die sich die Geselle» erst im Vorjahre er- kämpft hatten, wieder abzogen. In Schöppenstedt arbeite: nur noch ein Mann. Den Bau eines modernen GewerkfchaftShaufeS im Werte von etwa einer halbe» Million Mark beschlost Freitagabend eine große Partei- und Gewerkschaftsversammlung i» D r e s d e». Der Grundstock beträgt bereits 53 000 M. Er soll durch Ausgabe von vierprozentigen Fünfmark-Antcilscheinen und Schiildscheineii von beliebiger Höhe vergrötzert werden. Da Dresden 3000 politisch organisierte und 18 000 geiverkschnfllich organisierte Arbeiter auf- weist, dürfte das Risiko deS Unternehmens nicht sehr bedeutend sein. In Pirna ist ebenfalls dieser Tage ein GewerkschaftShauS geschaffen worden. Es ist das Gasthaus zum weitzen Rost in der Reitbahn- straste._ verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mar vadt» Die Chemnitzer Arbeiter beabsichtigen sich ein eignes Ver- sammlungShauS zu schaffen. Gegenwärtig beschäftigt das Projekt die einzelnen Geiverkschaften. Die Buchdrucker beschlossen ein- st i m m i g, dem Unternehnien ihre moralische und finanzielle Unter- stlltzung zuzusichern. Der Ttschlcrstreik in der Neutliiigerschei, Fabrik zu Karls- ruhe ist durch Vereinbarung beendet. Nene Tarifgemcinschaft. In S ch w a b a ch faßte eine Ver- sammlung der S i l b e r s ch l ä g e r Iii e i st e r, an der auch Gehilfen teilnahiiie», den Beschlust, mit dem Deutschen Metallarbeiter-Vcr- bände, als dem Vertreter der Arbeitw: und Arbeiterinnen genamiter Branche, eine T a r i f g e m e i n s ch a f t(ähnlich wie in> Goldjchlägcr- Gewerbe) abzuschliesten. AnSlaiid. Steinhauerstreik auf Bornholm. Die Slcinbruchbesitzer Bornholms kündigten vor einem Vierteljahre ihren Arbeitern den Lohiilaiif und ein iienes Uebereinkonimcn ist inzivischen nicht zu stände gekoinmcn. Verhandlnngen zwischen den Vertretern der beider- seitige» Organisationen führten zu deni Vorschlag der Arbeitgeber, die Preise des alten Tarifs um zehn Prozent herabzusetzen. Eine Geiieralversainn Illing der Arbcitgeber-Organiiation, an der auch Folkethiiigsnianii M. Olsen als Repräsentont des„Gesamt- Verbandes der Gewerkschaften" teilnahm, hat cm Donnerstag getagt iiiid diesen Vorschlag fast e i n st i»1 in i g v e c w o r f e n. Bei dem Konflikt kommen 400—500 Arbeiter in Betracht.— Ein Maurcrstrcik in Malmö steht nahe bevor. Die dortige Abteilniig des„Schwedischen Maiirerverbaiides" hat am Mittivoch mit 228 gegen 21 Stimmen beschlossen, bei der Verbnndsleitulig um Znstiinniung zur ArbeitSiiicderlegiiiig ilachziifuchen. Die Arbeiter verlangen 45 Oere Stundenlohn. Verkürzung der Arbeitszeit und Unsallversicherunz._ Sociales. 6500 Schnitter passierten am Mittwoch, zum Teil in Sonder- zügen, den Bahnhof von Nclibrandenbnrg. Sie waren durchweg sür mecklenburgische Güter bestimmt. Eegen die Schntzvorrichtnngen an landwirtschaftlichen Maschinen» die nicht im Fahren arbeiten, hat sich, ivie wir schon mitteilten, die ostpreustische Landivirtschaftskannner ausgesprochen. Um die Stichhaltigkeit der gemachten Einwände z» prüfen, wandte sich die Königsberger„Bolkszeitnng" mit dein Ersuche» um AuSkunst an einen Landwirt, der in seiner Gegend bei Freund mid Feind als Autorität gilt. Dieser schreibt: „Die Ansrückvornchtilngcii an den Göpelwerken verursachen eine geringe Ausgabe, sind gut und lv erden m a n ch e s, wen» auch nicht jedes Unglück verhüte» könne». Meine Bremse s» n k t i o n i e r l gut. Weshalb die Be- stimmung ivegen der Einführung jetzt zurückgezogen ist, nachdem sich wohl e i» V i e r t e l aller gröberen Landwirte die neue Vorrichtung a» geschafft hat, ist mir unklar. Merkwürdig, wie sich die Landwirte gegen de» geringsten Fortschritt ffränbeii, selbst wenn er nicht mehr Ausgaben verursacht, als ein opulentes Cham- p a g» e r- F r ü h st ü ck. Für die Baucrii mag die Ans- gäbe ja«ine Last sein, aber aus diesen Kreisen ist bis jetzt kein Widerspruch gekommen. Natürlich wird nia» die arme» Bauern, die die Last nicht tragen könne», als Paradepscrd brauchen." Es handelt sich also um die Frage, ob die Herren Ritterguts- besitzer ein Chainpagner-Fnihstiick entbehren oder die Arbeiter ihre Knochen riskiere» sollen. Die Herren Agrarier schreien, dast sie auf das Cbanipagner- Frühstück nicht verzichten können, da»ilissen die Rücksichten auf die Arbeiter schiveigen und diese in altgewohnter Weise weiter ihre Haut zu Markte tragen.— Es lebe die agrarische Socialreforn, I Die ArbeitSlosenkafsc des Baseler Arbriterbnndes zählt gegenwärtig 857 aktive und 101 passive, zusammen 958 Mitglieder. In der Zeit vom 1. November 1901 bis 23. März 1902 wurden an arbeitslose Mitglieder gegen 3000 Fr. Unterstützungsgelder auS- bezahlt. Der Kassabestaiid beträgt noch über 2500 Fr. Die Arbeitslosen in Zürich wurden im verflossenen Winter mit 57 000 Fr. aus städtischen Mitteln unterstützt. Uehto Mschvichken und Depeschen. Znm Wahlrechts-Kamps in Belgien. Brüssel. 12. April. l u» g»verde wegen der von der Polizei in der Umgebung des Vollshauses getroffenen Mastregeln nicht stattfinden. DaS Blatt empfiehlt, nia» solle Knndgebuiigen ohne Gewaltthätigkeitcn veranstalteii und sich überall dort, wo Kundgebungen verboten seien, solcher enthalten, um nicht die großartige Arbeit einer zlvauzig- jährigen Propaganda zu vernichten. Brüssel, 12. April. ch lv e>» ni t. i in Berlin Hierzu t Beilage» n. tt»«erhalt»ngsblatt. Dr. 86. 19. Iahrgaus. l. ßdlnjc i>es Jomärtf fttliim PMIttt. Sfliintag, 13. April 1902. AbgeovdnekenhÄUS. 57. Sitzung vom 12. April, 11 Uhr. Am Negierungslisch: v. Thielen. Freiherr v. Rhein- Kaden. Die zweite Beratung des Eisenbahu-Etats wird fort- gesetzt. Abg. Goldschmidt(frs. Vp.): Einer unsrer Minister hat mir gegenüber einmal scherz« Iveie erklärt, man müsse es mit den Frauen halten, wenn mau die Männer gewinnen wolle. Dazu würde sich dem Eisenbahu-Mlnister eine Gelegenheit bieten durch die Ein- führung von Wochenkarten für Arbeiterfrauen im Berliner Stadt-, Ringbahn- und Vorort-Verkehr. Diese Züge werden besonders in der Mittagszeit sehr viel von Arbeitcrsrauen benutzt, die ihren Männern das Mittagbrot bringen Ivollen. Wenn es aber de» Arbeiterfrauen durch die Höhe der Ausgabe unmöglich gemacht wird, ihren Männern regelmäßig das Mittagessen zu' bringen, so müssen diese in der Restauration esse» und auch trinken. Bekanntlich besteht innerhalb der Eisenbahn-Arbeiter ein Verein der Wasser- trinker. der seinen Mitgliedern zum.Princip macht:„Hüte Dich vor dein ersten Glas!" In der Äestauration ist dies aber den Arbeitern unmöglich. Ich komme auf den vom Minister von Thielen verfügten Spar- erlast vom 13. September v. F. Dieser hat im Bereich verschiedener Eisenbahndirektionen eine Auslegung gefunden, die wohl kaum im Sinne des Eisenbahnminiftcrs gelegen hat. So hat der Erlaß für die Inspektion Berlin I. die Wirkung gehabt, daß die Werkstätten bis auf weiteres an jedem Mittivochnachniittag geschlossen iverden. Wenn diese Maßregel notwendig erschien, so ist es mir doch fraglich, ob man sie mit der Rücksicht auf etwaige Etnlsüberschreitungen bc- gründen durfte. In vielen Werkstätten ist die Arbeitszeit von 10 auf N Stunden herabgesetzt worden, Ivas natürlich auch eine Schmälerung des Einkommens der Arbeiter zur Folge hatte. Auf diese Weise haben sich allerdings Arbeiterentlassnngc» mit wenigen Ausnahmen ver- meiden lassen, aber man muß doch immer ivieder fragen: war es notwendig, bei dem ohnehin bescheidenen Einkommen der Eisenbahn- arbeiter diese Lohnkürzungen vorzunehmen? Die Staaatsbetricbe müssen Musterbetriebe sein, die in jeder Beziehung der Privatindustrie mit gutem Beispiel vorangehen. Ueberall versucht man aber jetzt in den Eisenbahn- Werkstätten in rigoroser Weise z» spare», was natürlich den Stolz der Arbeiter darauf, daß sie in einem Staats- betriebe arbeiten dürfen, sehr beeinträchtigt. Mir sind zahlreiche Bc- schwerdcn von Arbeitern ans vielen Teilen des Labdes zugegangen. die sich über eine starke Schmälerung ihres Verdienstes beklagen. Ein Arbeiter in Witten teilt mit, daß sein Tagesverdienst um SO— 7V Pfennig zuriickgegangen sei! Er fügt hinzu, viele Ar- beiter sähen von Klagen über den Arbeitsverlust und die Lohn- kürzungen ab, wail sie fürchteten, deswegen denunziert und vielleicht sogar entlassen zu werden. Ans Bromberg wird berichtet, daß dort die sonst übliche Lohnzulage vollständig ausgefallen sei. Oft wird der Be- schwerde der Arbeiter nichtin gebührender Weise Gehör geschenkt. Sosragte ein höherer Eisenbahnbeamter die Mitglieder einer Ärbeiterdeputatiön, die sich über Lohnkürzungen beklagte:„Wie alt sind Sie?" und als die Arbeiter ihm geantivortet hatten, fügte er hinzu:„So alt schon und noch so dumm l" Das ist doch nicht die Art, in der ein ge- bildeter Mann mit seinen Untergebenen verkehren sollte. Ich möchte dem Minister besonders ans Herz legen, die über- mäßige Dam. der Nachtarbeit möglichst zu beseitigen. Dazu ist eine Vermehrung des Personals erforderlich. Gewundert habe ich mich darüber, daß der Eisenbahnfiskus sich hat verklage» lassen auf Grund des 8 61k des Bürgerlichen Gesetzbuches. Es handelte sich um einen bereits 10 Jahre im Eisenbahndienst beschäftigten Arbeiter, der auf 12 Tage zu einer militärische» Nebung einberufen wurde. Der Fiskus wurde verurteilt, dem Arbeiter den verweigerten Lohn für diese Zeit zu zahlen. Ferner hat der Minister am 14. Oktober ll>(X> einen Erlaß ergehen lasse», wonach solchen Arbeitern, die sich um die der Eisen- bahu-Verwaltung genehme» Vereine besondre Verdienste erworben haben, einmalige Lohnznlagcn bis zur Höhe eines MonntslohneS oder besondre Remunerationen gewährt iverden sollen. Auch ich wünsche, daß möglichst alle Ar- beiter der Eisenbahnverwaltung auf dem Boden der heutigen Staats- und Gesellschaftsordnung stehen und innerhalb derselben die Besserung ihrer Lage verfolgen, wie es in den Gewerkvereincn geschieht. Aber die Art, wie die Eisenbahnverwaltung die von ihr begünstigten Vereine gegenüber den andern zu stärken sucht, muß das sittliche Niveau der Arbeiter herabdrücken, sie bildet Schmarotzer und Schmeichler heran, nicht aber treue deutsche Männer, die geraden Sinnes sind. Ich bedauere die Verfügung vom 14. Oktober Iö(X1 aufs tiefste. Es wird damit auch nicht etwa eine Schwächung der socialdcmokratischen Vereine erreicht, sonder» nur die Heuchelei gezüchtet. Ich bitte den Minister, meine Beschwerden zu prüfen. (Beifall links.) Eisenbahnniinister v. Thielen: Die Löhne sowohl der Betriebs- wie der Wcrkstättenarbeiter find von Jahr zu Jahr gestiegen. Wenn ich im September v. I. de» sogenannten Sparerlaß nicht erlassen hätte, so würde ick-infach meine Pflicht verletzt haben. Die Einnahmen gingen dama.s ganz außerordentlich zurück, Güterzug auf Güterzug mußte eingestellt werden. Auf die Arbeiter ist bei der Durchführung dieses Erlasses die größtmögliche Rücksicht genommen worden; wir haben die Arbeiter nicht entlassen, obwohl in den Werkstätten keine volle Arbeit vorhanden war. Es gab nur eine Wahl: die Einführung von Feierschichten oder Reduktion des Lohnes. Das letztere ist nur in sehr seltenen Fällen geschehen, und auch mit der Ein- führung von Feierschichten ist möglichst vorsichtig vorgegangen worden. Ich habe auch in einem Erlaß vom Dezember v. I. den Eisenbahn-Direktionen keinen Zweifel darüber gelassen, daß sie mit möglichster Schonung gegen die Arbeiter vorgehen sollen. Der Minister verliest darauf einen Sparerlaß vom September v. I. Dieser Erlaß ist abgedruckt worden im„Amtsblatt der Eisenbahn- Verwaltung" und auch in der Presse; auch der„Vorwärts" hat ihn abgedruckt, natürlich unter Weglassnng derjenigen Stellen, die für ''''"......(Hört! hört! rechts.) Den Arbeiter- volles Gehör geschenkt. Daß die die Gesundheit wirkt als die Tages- Hand; die Nachtarbeit ist aber im zu entbehren. Wir haben den Nacht- er kaum»och gesnndheits- Es sind auch in den letzten die Arbeiter günstig sind. ausschüsse» wird überall Nachtarbeit ungünstiger auf arbeit, liegt klar auf der Eisenbahndienst nicht völlig dienst immer mehr so eingerichtet, daß schädlich für die Beanrte» wirken kann. Jahren keine Klagen darüber eingelaufen— außer von» Abgeordneten Goldschmidt.(Heiterkeit rechts.) Was meine Verfügung vom 14. Oktober ISKXI anlangt, so existiert bekanntlich ein allgemeiner Verein der Eisenbahnbeamtcn und Arbeiter, der alle Beamten vom Präsidenten bis zum Bahnwärter umfaßt. Es hat sich daraus ein sehr erfreulicher Corpsgeist cnt- wickelt, der namentlich eine durchaus stich- und htcbfefte Waffe gegen die Bestrebungen der Socialdemokratie abgegeben hat. Wenn wir denjenigen Arbeitern und Beamten, die unter Auf- opferung ihrer freien Zeit um diesen Verein sich Verdienste erwerben, Remunerationen gewähren, so wird damit nur das gegeben, was unbedingt billig riud recht ist.(Zuruf links.) Es ist das um so be- rechtigter, als' wix ja wissetz, welcher Zwang seitens der Social- demokratie angewandt wird,»'in die Leute in ihre Vereine zu drängen.(Vielfaches sehr richtig I rechts.) DaS scheint aber Abg. Goldschmidt nicht zu wissen. Im großen ganzen kann die Staats- Eisenbahnverwaltimg wohl bestehen auch vor dem kritischen Auge in Bezug auf die sociale Behandlung ihrer Arbeiter und Beamten. (Beifall rechts.) Abg. v. Savigny(C.) bittet den Minister, wenn irgend an- gängig,' für die im Altrnbekencr Prozeß verurteilte» Beamten den Weg der Gnade zu befürworten. Es liege für die Schuldigen eine Reihe von Milderungsgründen vor. Weiler regt Redner eine Vermehrung der Bahnlinien, die über Altenbeken führen, an. Die Schilderungen des Abgeordneten Goldichmidt bezüglich der für die Eisenbahn-Ängestellte» bestehenden Vereine seien im allgemeinen nicht zutreffend. Er kenne keine Beamten und Arbeiter, die, wie Abgeord« neter Goldschmidt meinte,„vor ihren Vorgesetzten im Staube liegen". Die Zugehörigkeit zu dem vom Minister erwähnten Vereine wirke durchaus segensreich. Freilich habe die Durchführimg des Spar- crlaffeS gewisse Härten für die Arbeiter niit sich gebracht. Wenn in Zukunft ähnliche Ereignisse eintreten sollten, müsse den Arbeitern wenigstens ejne. längere Uebergangszcit geivährt werden. Im all- gemeinen müsse die Fürsorge des Ministers für das sociale Wohl der Arbeiter dankbar anerkannt werden. Damit wird der Gegenstand verlassen. Einladung. Donnerstag, de» 21. April 190S. abends S'/, Uhr, findet im„Gcwerkschastshause", Engel-User 15, Saal V, eine Ordentliche Geneval-Nersammltmg der Vertreter der Kassen- Mitglieder u. Arbeitgeber der Orts-Kranke»?asse deöManrergewerbes statt. Tages- Ordnung: I. Vorlegung des Verwaltungsberichts und Rechnungsabschlusses für das Jahr 1901. 2. Bericht des Ausschusses über die vollzogene Rechnungsprüfung und Beschlußfassung über die Abnahme der Jahresrechuung. 3. Antrag auf Bewilligung einer Eni- schädigung für die Kassenmitglieder des Rechnniigsausschufses. 4. Bericht resp. Beratung und Beschluß- sassung in Sachen der Abänderung des Kasienstalnts. b. Verschiedene Mitteilungen des Vorstandes. 1845b» Berlin', den IS. März 1902. Der Vorstand. A. Daelme, Vorsitzender, Pfingstl. 17, A. Kelpin, Schriftführer, Demurinerstr. 25, Orts-Uenkasse der Schneider, Schneiderinnen und verw. Gewerbe zu Berlin. Die Vertreter der Oris-Krantenkasse der Schneider, Schneiderinnen und verw. Gewerbe zu Berlin werden zu der am Dienstag, den 22. April, abends 8r/z Uhr, in„Franks Fest- sälen-, Sebastianstr. 39(an der Alten Jakobstraße) stattstndenden Ordentlichen General-Versammlnng ergeben st eingeladen. Tagesordnung: 1. Vortrag u. Abnahme deS JahreS- berichts pro 1901. 2. Erteilung der Decharge. 3. Gehaltserhöhung der Beamten. 4. Verschiedenes. 184Sb Berlin, den 13. April 1902. Ter Vorstand. Frau Bmm» Relmenn, Vorsitzende, Lübbenerstraße 3. Peter Bauer, Schristf., Schützenstr. 31. Utax Brlnnev Ferusalemerstr 12 Vruniienstr. 6. Großartige Auswahl von Kinder-, Sport- und Puppenwagen, Kinderdcttstellen, best. Fabrikat, billigst. Teilzahlung geftatlet. Orts- Krankenkasse der Welkvi» und verwandte» Gewerbe. Montag, den 2t. April, abends 8 Ubr, in Wolsis Festsälen, Fnicht- straße 3K a.: 187kb Geueraloersammllmg sämtlicher Delegierten. Tagesordnung: 1. Borlage der Jahresabrechnung pro 1901. 2. Bericht der Revisoren und Antrag aus Erteilung der Decharge. 3. Festsetzung des Gehalts der Kasten- angestellten. 4. Wahl eines Kassierers und dessen Stellverketers. 5. Verschiedenes. Berlin, den 13. April 1902. Der Vorstand. Earl Spann, Vorsitzender. Gustav B e r n d t, Schristsührcr. Am billigste» kauft»m» Tuch- u. Stoffreste zu Herren-«. Knaben- Anzügen, sowie Damenkoiifettio», Kottviiserftr. 2. Zur größten[* Kottliuser Rester-Handlung. Zaiin-Kliii. uuiiii ununi. zahi„ng. Qlga Jacobson. Achtung, KttrNchner! Vaiband der Kärsctiner Berlins and Umgegend. Montag, den 14. April, abends 8>/2 Uhr: General-Versammlung im Lokale des Herrn Feind, Weinstr. 11. Tagesordnung: 1. Bericht deS Vorstandes. 2. Dislnsston. 3. Neuwahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 102/15 Der Vorstand. 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Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen der Mitglieder und Gäste ersucht der Vorstand. Ueber die Frauen und der Friede spricht Genosse W a l d e ck- M a n a s s e Montagabend in einer bei Wernicke, Bismarckstr. 34, Charlotte n bürg, stattfindenden Versammlung, zu der besonders unter den Frauen rege Agitation erwünscht ist.' Lichtenberg. Mittwochabend gl/s Uhr findet bei Höflich eine Volksversammlung statt, in der Reichstags-Abgeordneter Kunert einen Vortrag halten wird. Zahlreicher Besuch wird erwartet. FriedrichSfeldc-Karlshorst-MahlSdorf. Den Mitgliedern des Wahlvereins zur Kenntnis, daß am Dienstag die General- Versammlung stattfindet, und zwar bei Haberland, Wilhelm- strave 33. Tagesordnung: 1. Bericht des Gesamtvorstandes und Neuwahl desselben. L. Wahl einer Statutenbcratnngs-Kommission. 3. Bericht über unsre Wahlbewegnng. 4. Verschiedenes. Trnipelhof-Mariendorf-Marienfclde. Dienstag, 15. April. abends S'/e Uhr, findet die ordentliche Generalversammlung des Wahlvereins für Mariendorf und Umgegend bei Adel, Germania- slrasze 1, statt. Der Wichtigkeit wegen werden die Mitglieder ersucht, recht zahlreich und Pünktlich in der Versammlung zu erscheinen. Köpenick. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Versammlung des Socialdemokratischcn Wahlvereins am D i e» s t a g. 15. Aprii, abends 8 Uhr, in, Lokale deS Genossen Alb. Stippekohl. Schöner- linderstr. 5. stattfindet. Un, zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird dringend ersucht. Ausgabe»: Honorar an den Künstler 8000.— Friedhofs- Gebühren und Dekoration..... 134,40 Porti und Drucksachen. 106,75 Abrechnung vom Liebknecht-Denkmal! Einnahmen: Bereits quittierte Beiträge 7274,04 Krcisbeiträge....'. 300,— Alt-Moabit verspätet.. 20,— L. G........ 3,— Weber. Tiekstraße... 3,— Zinsen(Deutsche Bank), 92,60 Snmma 8232,64 Einnahnien.... 8232.64 Ausgaben.... 8241.15 Ueberschnß M. 51,49 welche an die Parteikasse abgeliefert sind. Pfarr. Hintze. Scholz. Wenges S. Summa 824l,15 Uokttle-s. Der Umschulungöunfng. Die Umschulungen überzähliger Schulkinder, die in den Berliner Gemeindcschnlen jedesmal zn Beginn eines nene» Semesters in großem Umfange vorgenommen werden»lüssen, find— wenn wir ans den in den letzten Tagen von uns gemachten Einzelbeobachtungen einen allgemein gültigen Schluß ziehen dürfen— anch diesmal wieder recht zahlreich gewesen. Sie finden meist gegen Ende der ersten Schnlwoche statt, doch ziehen sie sich zuweilen auch erheblich länger hin. Stadtschulrat Gcrstcnberg hat ja erst kürzlich in der Stadtverordneten-Versammlung auf eine Anfrage eines socialdemokratischcn Stadtverordneten eingestehen müssen, daß das Umschulungsgeschäft selbst Anfang Mai bezw. Anfang November noch nicht in allen Schulen beendet ist. Bi« zur Vornahme der Umschulungen herrscht in denjenigen Schule». denen der Semesterbeginn einen besonders großen Zustrom über- zähligcr Kinder gebracht hat. ein Zustand der Ungewißheit n»d der Verwirrung, der ein regelrechtes Unterrichten ausschließt. Man ver- sucht zwar, den Unterricht sofort aufzunehmen, aber von einer nutz- bringenden Arbeit kann znnächst nicht die Rede sein. Ein- zelne Klafien haben in der ersten Woche bis zu 50 Proz. über- zähliger Kinder, so daß es manchmal»ur durch engstes Zusammenrücken der Kinder erreicht werden kann, die Ueberzählige» vorläufig mit unterzubringen. Da soll einmal jemand mit Erfolg unterrichten! Der Lehrer einer solchen Klasse weiß nicht, wie viele Kinder und wen er behalte», wie viele und wen er abgeben wird. Andre Lehrer, denen der Zufall eine»„vollständig gefüllte Klasse beschert hat, miisien sich darauf gefaßt machen, daß ihnen die Um. schulung noch ein bis zwei Dutzend neuer Schulkinder zu- führt, mit denen dann das Pensum der ersten Woche noch einmal durchgenommen werden muß. Mehr oder weniger leiden eigentlich sämtliche Schulen, die überfüllten und auch die nicht völlig gefüllten, unter dieser Ungewißheit und Unsicherheit, die bis zur Beendigung der Umschulungen herrscht. Auch das UmschuIungSgeschäft selber bereitet den Beteiligten viel Kopszerbrechen und Verdruß. Da wird gezählt und gerechnet, wie viele Kinder an der eine» Stelle zu viel vorhanden sind, wie viele Plätze an einer andern Stelle unbesetzt geblieben find, da wird hin und her beraten und erwogen, welche Kinder man znr Um- schulung bestimmen und welchen man dieses Schicksal erspare» soll. Es ist begreiflich, daß sich kein Lehrer und kein Rektor danach drängt, die besseren Schüler abzugeben. Und doch wäre cS gerade den Schwächeren zu wünsche», daß sie— von bestimmten Ausnahmen abgesehen— möglichst nicht umgeschult würde»! Wie sehr die Umschulungen die Kinder, oft selbst die besieren, hinsichtlich des Unterrichtserfolges schädigen, das ist bekannt. An die erziehlichen Nachteile dagegen wird seltener gedacht, obwohl sie kaum geringer sind. Nur wenige Eltern sind sich völlig darüber klar, was es bedeuten will, wem, ei» Kind aus einer ihn, lieb ge- wordenen Umgebung herausgerissen wird. Daß Eltern gegen die zwangsweise Umschulung ihrer Kinder Einspruch erheben, kommt leider nur verhältnismäßig selten vor.' Wir wünschten, daß die Elten, das recht zahlreich thäten I Die Schulverwaltung würde sich dann vielleicht doch veranlaßt fühle», auf eine Einschrän- k n» g des U m s ch u I u n g s u n f u g e s hinzuwirken, die natürlich nur bei entsprechender Vermehrung der Schulen möglich ist. Proteste gegen die Unischulung sind keineswegs immer erfolglos; es genügt manchmal schon eine ruhige, leidenschaftlose Aussprache mit dem Lehrer oder Rektor.__ Tie städtische Untcrpflasterbahu(Norb-Süd-Linie) wird in allernächster Zeit wieder die Verkehrsdeputation beschäftigen. Wie erinnerlich, haben die städtischen Behörden im Juni v. I. die Aus- arbcitung deS Projekts dieser von, Weddiug nach Schöneberg(Man- steinftraße) geplanten Linie der Gesellschaft für den Bau von Unter« grundbahnen übertragen, welche den Spreetunnel zwischen Treptow und Stralau hergestellt hat. weil dieselbe bereits die Plane für eine durch die Friedrichstraße führende Linie ausgestellt hatte. Die Ans- arbcitung des städtischen Projekts hat sich nun verzögert, weil die Linienführung der Bahn mehrfach abgeändert worden ist: erst sollte sie ebenfalls durch die Friedrichstraße, dann durch die Maiierstraße und endlich, wie wir jüngst mitteilten, durch die Charlotten-, Markgrasen- und Lindcnstraße führen. Auch hier ist freilich die von der A.-G. Siemens u. HalSke geplante Fortsührnng der elektrischen Stadtbahn, Potsdamerplatz— Spittelmarkt— Alexanderplatz«., zu kreuzen und zwar am Gendarmenmarkt, woselbst zudem noch ein Hauptentwässcrungs-Kanal liegt. Die genannte Firma hat nun dem Magistrat und Polizeipräsidiuni ein neues Projekt eingereicht, welches die Frage der Kreuzung beider Bahnen in sehr geschickter Weise löst. Da nun auch die Gesellschaft für den Bau von Untergriindbahnen in wenigen Wochen die Pläne und Kostenanschläge fertig gestellt haben wird, so werden die städtischen Behörden sich alsbald wieder mit dieser wichtigen Verkehrsfrage beschäftigen, deren baldig« Lösung das Polizei- Präsidium schon deshalb wünscht, ivcil die Erweiterungs« linie Potsdanier— Alexanderplatz der außerordentlichen Verkehrs- Ueberlastniig der Leipziger-, Gerlraudten-, Spandaner- und Königstraße Wirksani zu begegnen geeignet erscheint. Die Gesamt« k o st e n der städtischen N o r d- S ii d- L i n i e werden sich dem Vernehmen nach auf 60 bis 70 M i l l i o n e n M a r k stellen, je nachdem man an dem KreuzungSpiiiikte mit der Siemeiisbahn die eine oder die andre Lösung wählt. Die Verlegung von Bau- werken d e r K a n a l i s a t i o n allein dürste sich auf m i n d c st e n s fünf Millionen Marl stellen. Für die verschiedenen Strecken, auf denen der Untergrund verschieden ist, iiamentlich für die Unter- führungen der Spree und des LandwehrkanalS, könne» die Kosten natürlich nur auf Grund der bisher gemachten Erfahrimgen veranschlagt werden,— sie können sich daher leicht um einige Millionen erhöhen. DaS Projekt einer Verbreiterung der Neuen Wilhelui- strastc im Anschluß an die beabsichtigte Beseitigung der Neuen Thor- Gebäude wird im„Griindcigeiitunr" den städtischen Behörden dringend empfohlen. Durch die Beseitigung der Thorgebände wird ein Platz geschaffen, der an Größe und Schönheit dein Belle-Alliance-Platz wenig nachgeben dürfte. Der kurze Engpaß in der Neuen Wilhelm- straße zwischen der Dorotheenstraße und den Linden ist eine häßliche Unterbrechung in dem sonst hübschen und breiten Straßenznge. Für die Beseitigimg dieses Engpasses sprechen aber auch rein prakiische Gründe. Die Ailkmündnng der Wilhelmstraße an der Südseite der Linden beträgt in der Breite etwa 2l,5 Meter, und ungesähr dieselbe Breite hat die Nene Wilhelmstraße bei ihrer Ausniündung auf der nörd- lichen Seite der Dorotheenstraße. Dagegen ist die Nene Wilhelnistraße zwischen der Südseite der Dorotheenstraße und der Nordscite der Linden nur 10.75 Meter breit. Hierunter leidet der öffentliche Berkehr. Er muß in der Regel einen großen Umweg durch die Dorothecn-, Sommer- und Königgrätzerstraße machen, um nach dem Bellealliaiicc- platz zu gelangen. Nach der Verbreiterung der Neuen Wilhelmstraße aber wäre eine direkte Verbindung zwischen dem Neuen Thor und dem Bellcallianceplatz geschaffen. Ferner würde die Friedrich- und auch die Chausseestraße wesentlich entlastet und ein großer Teil des übrigen Wagenverkehrs ansgeiiommeii werden. An der Kostenfrage könnte dem Blatt zufolge die wünschenswerte Berbreiternng nicht scheitern, da ja anch an andren Stellen, wo Straßeiiverbreiterttiigen notwendig waren, z. B. in der Charlottenstraße, erhebliche Kosten nicht gescheut worden sind. Anch ist bei dem bekannten Gemeinfinn der Hauseigentümer anzunehme», daß sie im öffentlichen Interesse gern Opfer bringen. Die Jndustrie-AnSstcklimg für Gast-„nd Hauswirtschaft wurde gestern mit den, üblichen Pomp im.Louisenhof", Dresdenerstr. 34/35, eröffnet. DaS Unternehmen hatte schon vorher zn heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Koiiknrreiizvereincn der Berliner Gastwirte geführt: die„Besseren", die vom„Großen deutschen Gastwirte-Verband", hatten eS nämlich für nötig befunden, öffentlich zu erklären, daß ihr Verband nichts mit der Ansstellnttg zu thun habe. Außer dem„Verband der Gast- und Schankwirte für Berlin und Um« gegend' ist der„Bund für Handel und Gewerbe"(Herr Dr. Lissa, icr) an dem Unternehmen beteiligt. Wie wenig es übrigens ans die Unter- nehmer ankommt, zeigt ein Blick in die Ansstellung: nicht von den Gastwirten wird ausgestellt, sondern für die Gastwirte, die AuS- steller machen die AuSstellimg. Daß bei einer Aiisstelinng für Gastwirtschaft die geistigen Ge- tränke eine hervorragende Rollo spielen, versteht sich am Rande, da- neben fehlen auch die alkoholfreien nicht. Einen breiten Raum nehmen naturgemäß die verschiedenen Gerätschaften, deren der Gastwirt' in Küche und Keller bedarf, ein. Unter diesen Putz-, Spül-, Schneide«, Koch- und sonstigen Apparaten findet sicki manches Nene und manches Bekannte in ver- bessertcr Methode. Als ein besonders praktischer Apparat ist uns hier aufgefallen eine„Holzspaltemaschiiie". Diese spaltet das Holz eigentlich nicht, sondern zerreißt es vielmehr in kleine und kleinste Stückchen, die, ivcil sie nicht glatt durchgeschnitten, sondern stark fasrig zerrissen sind, sich zum Anzünden vorzüglich eignen. ES folgen sodann Chokoladcii-, Cigarren-, Miisikantomaten, automatische Klaviere usw. in allen möglichen Formen und Größen, ferner Möbel, Geschirr, Wäsche, Bestecke und andre gast wirtschaftliche Utensilien, die aber natürlich alle mehr oder weniger auch in der privaten Hauswirtschaft Vorwciidnng finden können, vorausgesetzt, daß für ihre Anschnffnng daS nötige Kleingeld vorhanden ist. Unter den ausgestellten Bestecken fiel imS eine Nenerimg in Tischmeffeni auf. Bei diesen Messern ist Heft und Klinge nicht ineinander gekittet, sondern die Klinge ist direkt im Metall des Heftes eingeschmolzen. Dies ermöglicht, daß die Messer nach dem Gebranch zur Reinigimg in kochendes Waffer gesteckt werden können, ohne daß sie sich dadurch ent kitten könnten. Heute wacht nämlich der Gastwirt ängstlich darüber. daß seine Angestellte» die Messer ja nicht„zu iveit hiiieiiisteckcn" in das kochende Wasser, damit die Klinge sich nicht lockert. TieS Ver- fahren ist aber in hygienischer Hinsicht nicht imbedeuklich; die neuen Fabrikate helfen über diesen Mißstand hinivcg. Im ganzen ist die AuSstelluiig nicht besier irnd nicht schlechter wie alle andren derartigen Unternehmen; lvie schon erwähnt, giebt es nicht allzu viel, waS ans dem allgemeinen Durchschnitt hernuSragt. Der Stadtverordneten- Versammlung ist eine Vorlage zu- gegangen, 1 600000 Mark als zweite Baurate für den Bau der Gasanstalt V nachträglich zu bewilligen, damit der Bau keine Unterbrechung erleidet und nach Möglichkeit gefördert werden kann. Tie Hundesperre in den Vororten. Nach dem Seuchen- gesetz muß die Hundesperre auch ans diejenigen Vororte ausgedehnt werden, ivelche innerhalb eines Kreises von vier Kilometern von dem Weichbilde Berlins aus berechnet belegen sind. Diejenigen Vororte. in denen die Hundesperre in Kraft tritt und in denen sie auch zum Teil bereits proklamieil ist. sind: Charlottenburg mit Westend, Halensee mit Grunewald, Wilmersdorf, Friedenau, Schmargendorf. Schöneberg. Südende, Tempelhof. Rixdorf mit Neu-Britz. Treptow mit Banmschulenweg, Rummelsbnrg- Stralau, Lichtenberg, Friedrichsfelde, Wcißciisce, Hohen- Schönhausen, Heiners dorf, Pankow, Reinickendorf, Schönholz und Nieder- Schön bansen. Infolge zahlreicher, in den letzten Tagen an den deutschen Tierschutzverein ergangener Ansragen, ob Hunde bei dem genannten Verein in Pflege gegeben lverden können, teilen wir mit, daß Pen- sionShunde nach wie vor in unbeschiänkter Zahl in dem dem Verein gehörigen Tier-Asyl in Lankwitz, welcher Vorort von der Hundesperre nicht berührt wird, Aufnahme finden. Der Besitzer, welcher seinen Hund dort unterbringen will, muß sich von dem Borftand deS Polizei- Reviers, in welchen er wohnt, eine AuSführungS-Bescheinigung auS- stellen lassen. Diese Bescheinigimgen lverden ohne weiteres gegeben, doch ist es notwendig, daß der auszuführende Hund nach dem Polizei- bureau mitgenommeii wird. Auf Grund dieses Attestes, welches übrigens stets erforderlich ist, wenn der Hund aus dem Weichbild Berlins hinausgeführt wird, erfolgt auch die Annahme des HimdeS in dem oben genannten Tier-Asyl. Die Gerhard Hauptmannstraß». Ueber die für die preußische Geisteskultur bezeichnende Angelegenheit der Gerhard Haiiptniami- straße brachte unser Parteigenosse Ritter in der letzten Sitzung der Gemeindevertretimg zu Rummelsburg eine Interpellation ein. Es seien, so führte Ritter ans, über die' Gründe, ans welchen Nummelsburg eine Straße dieses Namens entbehren muffe. Nach- richten in der Presse verbreitet worden, die offenbar den Thatsachen nicht entsprächen. Der Vorsteher beantwortete die Frage imsrcs Partei- genossen mit der Mitteilung, daß die Hälfte der Straße zn Berlin gehöre; auS diesem Gnmde hätte zu der gewünschten Straßen- beiienming die Genehmigimg des Kaisers eingeholt werden müssen. Der Eisenbahiiniiiiisier von Thielen, als die in diesem Falle in Betracht kommende Mittelsperson, habe sich aber geweigert, dem Kaiser den Antrag der Gemeinde Rummelsburg zur Genehmigimg zu milerbreiten. Wilhelms II. Stellung zu dem hervorragendsten Dichter des neuen Deutschland ist bekanntlich dadurch gekennzeichnet, daß er im Deutschen Theator die Hofloge aufkündigen ließ, als Direktor Brohm dies Kunstiiistitut von L'Arronge übernommen und die Aufführung der„Weber" der Polizei zum Trotz zu erzwingen gesucht hatte. Prenszische Gnstfrenndschaft. Wie das königliche Polizei- Präsidium bekannt giebt, ist der Arzt Max Hempel, 1868 zu Dresden geboren, amerikanischer Staatsangehöriger. � als lästiger Ausländer aus Preußen nusaewiesen worden. Sein Schicksal teilt n. a. der Schauspieler Josef Misch eck, 1878 zu Rosenthal in Böhmen geboren, östreichischer Staatsangehöriger. Landrat v. Stubcnranch und die Verlin-Brandenbnrgcr Aerztekammer. Die vielbesprochene Angelegenheit des Lichterfeldcr KreiskrankenhauscS wird nun auch die Aerztekammer Berlin-Brniiden« bürg beschästigen. Für die Sitzung am nüchsten Sonnabend(den 19. d. M.) hat Herr Hehl solgcnden Antrag' gestellt:„Die Aerzte« kammcr wolle beschließen: a) zu erklären: Die Aerztekammer hält die in der Sitzung deS Tcltower Kreistages vom 18. Dezember 1301 mid 26. März 1302 öffentlich geihane Aeußerung des Vorsitzenden, königlichen Landrats Herrn v. Stubenranch: „die lebhafte Beunruhigung des PublikmnS sei irnbegriindet und im wesentlichen auf eine Animosität der Aerzle gegen den leitenden Arzt des Lichtcifeldcr Kraiikenhanses zurückzuführen", sowie „daß der vermniderte Besuch deS letzteren seinen Grund in einer Art Boykott der Aerzte gegen den Genannten habe", für eine durchaus irrige und bedauert die vom königlichen Landrat für das Verhalten der' Aerzte gewählte Bezeichnung„Straßenlärni". d) Diese Erklärung dem Herrn Oberpräsidenten znr gefälligen Kenntnisnahme zu übermitteln., Für Nngler giebt das Polizeipräsidium bekannt: Nach einer Vereinbarung mit dem Herrn Neftierungspräfldenten zu PotSdam sind Gesuche nm Erteilimg der Erlaubnis zum Angeln während des Sonntags oder während der wöchentlichen Schonzeit der Fische in den außerhalb der Berliner Weichbildgrenze befindlichen Gewässern von Personell, die in Berlin wohnen, zimächst dem Polizei-Schiff- fahrtSblircan. Probststr. 8, cinziircichen. Zu der Gandinschcn Mordsache berichteten kürzlich einige Zeitniigeii, daß die llntersiichnng an die Kriiiiinalpolizei zurück- gegangen sei. Das ist nicht der Fall, und nach dem Eigebnis der Erniittelimgcn ist auch nicht anzunehmen, daß eS jemals geschehen werde. Es ist nämlich festgestellt worden, daß Gandin seinen sträflichen Verkehr ausschließlich mit Militärpersoncii gepflogen hat, und zwar mit Kavalleristen, Garde-Dragonern und Garde-Kürasfleren. Noch vierzehn Tage vor seiner Ermordung wurde Gandin eineS Abends auf dem Tempelhofer Felde von einem Kriminalbeamten ans den Händen von Garde-Kürassieren, die ihn iiiißhandelten, befreit. Die Militärpersoncn, unter denen sich auch ein Unteroffizier befand, cittkanicil damals und konnten auch nachträglich nicht fest- gestellt werde». Irrtümer bei der Nnweudung der OrtS-Brieftaxe. Die Bekanntmochiliig der Aufnahme der gemeinsamen OrtS-Brieftaxe im Verkehr zwischen Groß-Lichterfelde und Südende in das Verzeichnis der Nachbarpostorto hat, wie nach der Fassung der Mitteillmg auch kaum anders zn erwarten war, die irrtümliche Deutimg veranlaßt, als ob die beiden Vororte in das Bereich der gemeinsamen Orts- Brieftaxe Berlins und der zugehörigen Orte aufgenommen worden wären. Das ist aber nicht der Fall. Vielmehr hat nur Groß-Lichter- selbe und Südende im gegenseitigen Verkehr Orts-Brieftaxe erhalten. Auf den Verkehr mit dem postalischen Groß-Berlin hat die Nenerimg keincii Einfluß. Hier ist lediglich Britz hinzugetreten. Groß-Lichter« selbe hat nur mit Lankwitz, Steglitz lind jetzt auch mit Südende gemeinsame Orts-Brieftaxe. Die geincinsame OrtS-Brieftaxe von Südende erstreckt sich jetzt ans Lanllvitz, Mariendorf, Südende, Steglitz und Tcinpelhof. Der Brand in der Wienerstrasje. An der noch immer rauchenden lind glimiiieudell Brandstelle in der Wienerstr. 44 war mich gestern die Feuerwehr noch imallsgesctzt thätig. Branddireltor GierSberg war schon um 7 Uhr anwesend, nm die Situation zu übersehen»nd Dnordmmgeu zu treffen. Eine fast vollständig frei« stehende Giebelwand bildet insofern eine große Gefahr, als ein massiver Eckpfeiler auS dem Lot gegangen ist, wodurch die Einsturz- gesahr gestiegen ist. Ei» angrenzender Bauplatz hat deshalb gleich geräumt werden müssen. DaS Umlegen dieser 24 Meter hohen und 20 Meter breiten Giebelwand ist noch ein recht schwieriges Stück Arbeit. Mit welchen Gefahren diese Arbeiten ver- bnnden sind, geht daraus hervor, daß eine Reihe von braven Männern dabei verletzt worden. So erlitt der Brandmeister Bau- manu durch hermiterfallendes Holz auf der Baustelle eine leichte Gehirnerschütterung. Er stürzte und muß nun auf ärztliche An- ordniing daS Zimmer hüten. Oberfeuerniam» L o r e n tz und Feuer« mann Märten sind von den Unstrengiingen und durch Einatmen von Rauch erkrankt, Obersciieniiauii P a l u ch o w s t y hat sich eine Augeneiltziiiidung durch die euornie Hitze zu- gezogen und muß auch noch wegen Hautabschürfungen de- handelt werden. Auch der Feuermann Wabncr bat Haut- abschürfmigen an den Händen davon getragen, während Feuermann Grabow Sky Verletzungen am rechten Fuß erhalten hat. Ein siebenter Feuermann W i n k e l m a n n fiel durch den Schutt und verletzte sich die linke Hüfte und Feuermann Manthey klagte über Bmstbeflemmiing. Die Ober-Feiiermäimer Balz irnd Z i e ch mußten wegen Augcneiitziiiiduiig den Arzt aufsuche». Haut- abschiirfungen an den Händen zc. zogen sich die FeuermäunerRothcr irnd Scholz, besonders aber Feuermann Stenz zu. Die meisten von diesen Verletzten sind trotzdem bis zur letzten Stunde im Dienst ge- blieben. Die Angelegenheit der Entfchädignng privater Brief« marken-Verränfer wurde in der Generalversammlung des Vereins aller Tabakiiitcressenten eingehend erörtert. Seitens der Postbehörde war auf die letzte Eingabe des Vereins wiederum eine entschiedene Ziirückiveisimg erfolgt. Den abschlägigen Bescheid begründete Staats- sekretär Kraetke damit, daß die Post unbedingt eine Kontrolle über den Markenverkauf haben müsse, da sonst der Fall eintreten könnte, dnß irgend ein Institut, das jährlich um diele Tcmsende Marken braucht, sich ganz einfach mit den Cigarrenhändlern inS Einvernehmen setzt und so die Marken zu einem viel billigeren Preise erhält. An diese Mitteilungen schloß sich eine lebhafte Debatte, bei der erwähnt wurde, daß, um die Bedeuten des Staatssekretärs zu zerstreuen, ganz einfach das wiirttembergische System zur Anwendung gebracht werden sollte, nach dem die Markenverkäufer eine Pauschalsumme erhalten. Am Gymnasium zum grauen Kloster, dcssen Gebäude in der letzten Zeit um das neue, bereits bezogene Lehrerwohtihaus an der Klosterstr. 73, sowie um den Tnrnhallenbau an der Neuen Friedrich- straße vermehrt ivorden sind, werden in diescin und dem nächsten Jahre noch weitere baulicheVe ränderungen vorgenommen. Das ältere jetzt leer gewordene Lehrcrwohiihaus an der Klosterstr. 74, das unter Direktor Büsching in den Jahren 1786— 88 errichtet wurde, wird in seinem Inneren einem vollständigen Umbau unterzogen, mit dem soeben begonnen worden ist. Auch die äußere Ansicht des Gebäudes wird dadurch verändert. Das große Sandsteinportal a» der Klosterstraße, das die Zahl 1783 tragt, ist abgebrochen worden, um mit dem Treppenhanse nach der dem Schulhofe zngeivendeten Seite des Hauses verlegt und hier wieder. aufgebaut zu werden. Im Herbst, sobald das Büschingsche Lehrcr-Wohnhaus wieder bezogen werden kann, soll ferner das Lehrer-Wohnhaus an der Neuen Friedrichstraße, das erst in de» Jahren 18E)8— 60 erbaut wurde, be- seitigt werden. Es wird durch einen Neubau ersetzt, der mehrere Klassenzimmer, einen Zeicheusaal und Räume für die umfangreiche Bibliothek enthalten wird. Schließlich wird in dem alten Backstein- bau an der Klosterstraße, dessen Erdgeschoß aus dem Anfange des 16. Jahrhunderts herrührt, während die oberen Stockwerke in den Jahren 1829— 32 neu aufgesetzt wurden, die im Erdgeschoß befindliche Halle mit ihrem kunstvollen Sterngewölbe in ihrer frühere» Form wiederhergestellt werden. Beim Auf- resp Absteigen bei in der Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen verunglückten gestern abend wiederum zwei Personen. Der Kaufmann Julius Dichen, Bremerstr. 56 wollte gegen VilO Uhr vor dem Hause Luisenstr. 33 die Vorderplattform des Motorwagens 1645 der Linie Canncrstraße— Moabit besteigen. Er verfehlte das Trittbrett, stürzte und erlitt so erhebliche Wunden am Kopf, daß er nach der Charitö gebracht werden mußte.— Uni IOVs Uhr abends sprang der Kaustnann Ferdinand Mithge, AugSburgerstr. 97 wohnhast, an der Ecke der Motz- und Eiscnacher- straße von der Hinterplattsorm eines Straßenbahnwagens der Linie Kastanienallee— Victoria Luise-Platz und fiel hierbei so unglücklich zu Boden, daß er einen Beckenbruch erlitt. Der Schwerverletzte wurde dem Elisabcth-Krankenhause zugeführt. Zu dem Neberfall im Laden, über den wir gestern. Sonn- abend, berichteten, ivird weiter mitgeteilt, daß der Üebelthätcr jetzt ein Geständnis abgelegt hat. Der Verhaftete ist ein im Jahre 1886 zu Fricdrichsbcrg geborener Bursche namens Richard Seller. einer jener Müßiggänger, die weder Arbeit noch Wohnung suchen und sich am Ostbahnhof herumzutreiben pflegen. Seller gesteht, in der Absicht den Laden betreten zu haben, die Verkäuferin zu berauben. Er wollte sie überfallen, sobald sie sich bückte, um die auf dem Flur stehende Kiste zu beseitigen. Da aber die Verkäuferin sich weigerte, die Kiste auf die Seite zu briugen, so war sein Plan, sie hinterrücks nieder- zuschlagen, gescheitert. Der Bursche zeigt keine Spur von Reue und spricht über seine» verbrecherischen Anschlag, als Ivcun es sich um die harmloseste Sache von der Welt handelte., Wegen eines scheusilichc» BerbrcchcnS ist der 38 Jahre alte Badenieister Emil Kiviecizinsli aus der Pflugstraße 5 festgenommen ivorden. Der Unmensch lockte ein zwölfjähriges Mädchen, ein arnics Kind, daS mit Scheuerrohr hausierte, unter den, Versprechen, ihm etwas abkaufen zu wollen, in die von ihm bewohnte Küche und ver- gewaltigte es. Eine Frau aus dem Hause, die Verdacht geschöpft hatte, lief zur Polizei, sobald sie das Kind schreien hörte. Mehrere Schutzmänner erbrachen die Thür und nahmen den Unhold fest. Eine vollständige Mondfinsternis, die während des größten Teils ihrer Dauer auch bei uns beobachtet werden kann, ist für de» 22. April zu erlvarten. Das Berliner Astronomische Jahrbuch gicbt für den Verlauf folgende Zeiten an: Anfang der Finsternis 6 Uhr v.» Minuten mitteleuropäische Zeit, Anfang der vollständigen Ver fiusterung 7 Uhr 10, s Minute», Mitte der Finsternis 7 Uhr 52,8 Minuten, Ende der vollständige» Verfinsterung 3 Uhr 35,« Min., Ende der Finsternis überhaupt 9 Uhr 45,z Minuten. In Berlin geht der Mond um 7 Uhr 11 Minuten auf, also unmittelbar»ach Beginn der Totalität. Berberich macht in der„Naturwissenschaftliche» Nundschan" darauf aufmerksam, daß die Sonne an jenem Abend erst um 7 Uhr 13 Minuten untergeht? es stehen also die Sonne und der ganz verfinsterte Mond gleichzeitig über dem Horizont, eine Folge der Refraltio», die beide' Gestirne' in größerer Nähe erscheinen läßt, als sie in Wirklichkeit sich befinden. Auf der Radreiinbalin Kurfürstendaium(Bahnhof Charlottenburg) finden heute(Sonntag) nachmittag 3 Uhr Flieger- und Steber-Renuen zu billigen Eintrittspreisen statt, für welche mehr als 40 der in Berlin trainie- rendcn Fahrer ihre Beteiligung zugesagt haben. Das 10 und 20 Kilometer- Rennen, sowie das Haupt-, Prämien- und Tandemsahren dürften einen sehr anregenden Verlauf nehnien. Arbeiter- Bildungsschule. Heute abend 7 Uhr, im Gcwerk- schaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal l: Vortrag des Herrn I. Wollheim über:„Luft und Leben."— Der Unterricht beginnt am Dienstag, den 15. April, in Geschichte; Donnerstag, den 17. April, in Nationalökonomie; Freitag, den 18. April, in Rede« Hebung.(Näheres siehe Lehrplan im Inseratenteil.) Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein der Vorstand. Fenerbericht. Sonnabend früh gegen 2 Uhr wurde die Wehr nach der Kirchstr. 16 gerufen, um einen Brand abzulöschen, der den Fußboden und die Balkenlage ergriffen hatte. Vormittags kurz nach 9 Uhr war in dem Lagerraum eines Gummigeschäfts ein Feuer ent- standen, das indes in kurzer Zeit abgelöscht werden konnte. Ein größerer Kellerbrand kam Freitagabend gegen 8 Uhr in der Langen- straße 7 aus. Die Schaldecke, Kisten, Gerümpel zc. waren hier in Brand geraten. Die Wehr hatte daher längere Zeit aus einer Schlauchleitung Wasser zu geben, um die Flammen, die schnell um sich gegriffen hatten, zu'ersticken. Außerdem liefen im Laufe des Vormittags noch Feuermeldungen von der Markgrafenstr. 45 und der Greifswalderstr. 22/23 ein. In beiden Fällen handelte es sich jedoch nur um unbedeutende Brände, deren Löschung bald erfolgen lomile._ AuS de» Aachliarvrteu. Lichtenberg. Bei der Beratung des Etats für 1902, der erst jetzt zur Verabschiedung kam und gegen dessen Annahme unsre Ge- »offen stimmten, brachten Welk und Grauer wieder die That- fache zur Sprache, daß die D r u ck fachen der Gemeinde in einer Druckerei(Albert Koch) hergestellt werden, deren Besitzer wohl @ e m e i n d e v e r t r e t e r ist, es aber ablehnt, der Tarif- Gemeinschaft der Buchdrucker beizutreten und deren Lohnsätze anzuerkennen. Unsre Genossen forderten, daß der Gemeindevorstand anerkennen solle, daß es eine Pflicht der Gemeinde sei, Druckarbeiten sowie alle von der Gemeinde zu vergebenden Arbeiten nur solchen Arbeitgebern zuzuwenden, die den für den in Betracht kommenden Berus' vereinbarten und gegenseitig anerkannten Lohnsatz zahlen. Der Gemeindevorsteher glaubte in„Privatinteressen" sich nicht ein- mischen zu sollen und lehnte, Ivenn auch weniger schroff wie sonst, das Verlangen unsrer Parteigenossen ab. Aus dem Etat selbst heben wir einige Zahlen, die das„Dorf" illustrieren, hervor. Es sind an Ausgaben eingestellt für Kommunalverwaltung 147 921 M.. Amtsverwaltung 65 897 M., Schulverwaltung 303 164 M., Armen- .Verwaltung 100 020 M.. Straßenbeleuchiung 18 000 M.. Straßen- Unterhaltung 59 000 M., Feuerlösch- und Friedhofswesen 13 000 M., Kreissteuern 104 000 M., Schuldenverwaltung 334 000 M. Es balanciert der Etat insgesamt mit 1 171 000 M. in ordentlichen Aus- gaben und Einnahnien; die Nebenetats(Gas- und Wasserwerk. Kanalisation) stellen sich auf 650 000 M. An Steuern werden er- hoben: 125 Prozent Zuschlag zur Staatseinkommensteuer. 250 Proz. zur staatlich veranlagten Gnmd- und Gebäudesteuer(Grundwert- steuer), 150 Proz. zur Gewerbesteuer und 100 Proz. zur Betriebs- steuer. An den fünf Gemeiudeschulcn sind zur Zeit neben 6 Rektoren und einem Hauptlehrer 114 Lehrer und Lehrerinnen thätig. Drei Schulärzte fungieren seit dem Oktober 1901. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres wird die erste Bade-Einrichtung in Gebrauch ge- nommen; das siebenstufige Schulsystem ist durchgeführt. Zwei Turn- hallen sollen im laufenden Jahr erbaut werden, ebenso wird der Turnunterricht für Mädchen in diesem Jahr eingeführt. Steglitz. Man schreibt uns: Ein Unstern waltet offenbar über der im Schöße unsrer Gemeindeverlretimg ruhenden Wohnungs- statistik, zu deren Vorbereitung schon vor mehr als einem Halben Jahre eine durch Bürgerdeputierte verstärkte Kommission gewählt wurde, welche sich auch in kürzester Zeit ihrer Aufgabe entledigte und mit Vorschlägen hervortrat. So oft die' Wohnu'ngsstatistik seit jener Zeit auf der Tagesordnung erschien, mußten die zahlreichen Tribünenbesncher enttäuscht von dannen gehen, weil der Referent fehlte. Auch zur gestrigen Sitzung der Gemeindever- t r e t u n g waren die Zuhörer zahlreich erschienen, um der Verhandlung über diese für unsreu Ort so wichtige Angelegenheit beizuwohnen. Mit Befriedigung wurde konstatiert, daß der Referent, der Ex- Mieter- kandidat Fischer, diesmal nicht„verhindert" war. Jedoch— das Verhängnis schreitet schnell. Vor Eintritt in die Tagesordnung teilte Bürgermeister B u h r o w mit, daß nach einer soeben eingelaufene» Meldung der frühere Amts- und Gemeindevorsteher Zimmermann seinen langen Leiden erlegen sei. Er widmete dem Verstorbenen, der 25 Jahre unser Oberhaupt war, einen kurzen Nachruf und schlug vor, anS Anlaß des Ablebens die Sitzung aufzuheben. Widerspruch erfolgte nicht, und damit ist die Wohnungsstatisti! abermals hinaus- geschoben. Wann nunmehr der Referent wieder einmal nicht ver- hindert ist— das wissen die Gölter! Der verstorbene Herr Z i in m e r m a n n war 25 Jahre lang Amts- und Genieindevorsteher von Steglitz und seit 1. Oktober v. I. mit dem vollen Gehalt von 7200 M. in den Ruhe- stand getreten. In den erbitterten Kämpfen innerhalb der Gemeinde- Vertretung hat er stets auf der Seite der Mehrheit gestanden. Mit den socialdcmokratischcn Gastwirten und der soeialdemokrattschen Arbeiterschaft lag er in stetem kleinlichen Polizeikrieg, den er zwar mit demselben Eifer und Erfolg, aber mit weniger Talent wie der selige Herr von Oppen führte. Seine Glanz- leistung, durch die er auch in weiteren Kreisen berühmt wurde, bestand in der Entdeckung, daß das E i s b e i n e s s e n, das ein hiesiger Arbeiter-Gesangvereiu veranstaltet hatte, eine politische Versammlung sei, aus welcher die Gendarmen die in Gesellschaft ihrer Männer er- schiene»?» Frauen entfernen und so den Staat vor den bereits aufgetragenen umstürzlerischen Schweinshaxen retten mußten. Daß nach diesen Kculenschlägen die Socialdemokratie in Steglitz nicht vernichtet war, sondern bald darauf siegreich ins Rathaus einzog. schien ihm sehr nahe zu gehen— es hilft nichts mehr, die Social- dcmokratie überlebt ihre Gegner. Die Beraubung ciueS GcldbricfeS ist gestern in Spandau unter eigenartigen Umständen erfolgt. Die Gattin des Gutsbesitzers Schnitze, des wohlhabendsten Grundeigentümers der Stadt. Iiatte einige Einkäufe zu besorgen und wollte noch auf der Post einen Gcldbrief mit 1100 M. Inhalt abgeben. Während der Einkäufe hatte sie in einem Geschäfte de» Geldbrief neben sich auf den Laden- tisch gelegt und ihn bei ihrem Fortgange zurückgelassen; als sie etwas später den Verlust wahrnahm, war ver wertvolle Brief in dem Laden nicht mehr vorzufinden. Am nächsten Morgen entdeckte nian das inzwischen erbrochene Couvcrt leer in einem Postbriefkasten. Ueber den Verbleib des Geldes ist noch nichts ermittelt worden. gestern über die Revision von 19 im Wreschener Prozeß ver-> urteilten Angeklagten. Das Urteil lautete auf Verwerfung der Revision von 13 Angeklagten. Die Revision des Angeklagten Schuh- macherS Ignatz Furmaniak anS Wrefchen wurde teilweise verivorsen und die Hauptstrafe um eine Woche ermäßigt. Die Scharfrichtertochter. Die 23jährige Tochter jAgneS deS Scharfrichters Rcindel aus Magdeburg, welche sich vor längerer Zeit ans dem elterlichen Hause entfernte und sich seitdem herumtrieb. hatte sich dieser Tage vor dem Schöffengericht in Köln a./Rh. zu verantworten. Die ungeratene Scharfrichterstochter war von Berlin nach dort gekommen, ohne sich polizeilich anzumelden. Aus einer ihrer nächtlichen Exkurstonen lernte sie im Kaisercafs zu Köln einen Diamautenhändler aus Amsterdam kennen, der sie schließlich verhasten ließ unter der Beschuldigung, ihm Diamanten im Werte von mehreren Hunderttausend Mari entwendet zu haben. Im Laufe der Untersuchung stellte sich jedoch die Beschuldigung als unwahr heraus. Die Angeklagte, welche zur Verhandlung in einem blutroten Kostüm erschien, wurde von der DiebstahlSbcschuldigung auch freigesprochen, doch verurteilte sie das Gericht wegen Sittenpolizei-Kontravention zu einer 14tägigen Haftstrafe. Laut Auskunft der Gerichtsakten war dies die fünfzigste Bestrafung der von ihren Angehörigen verstoßenen Scharfrichtcrslochter._ Zlllgemeine Familien-Sterbe-Kasse. Heule Zahllag: Ackersir. 123 bei Dicke von 3— S Uhr. Zlllgemeine Kranken und Sterbekasse der Metallarbeiter(S.H.Z9, Hamburg). Filiale Berlin 8. Sonntag, den 13. April, bei Schirm, Badstr. 19. Kassenbericht. Statuten-Konnnissions-Bericht und Verschiedenes. Zwei große öffentliche gewerkschaftliche Männer-»nd Frauen- Versammlungen finden am Sonntag und Montag statt. Sonntag, den 13. April, abends 5 Uhr, in den Apollo-Sälen, Sebastian- strab- 39, Vortrag des Magnetiieurs und Naturarztes Rudolf Geist. Montag, den 14. April, in Ahrends Brauerei, Moabit, Tnrurstr. 25/26: Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Zeitungsboten im„Lokal-Anzeiger". Die Bcrsammlnng des Vereins abstinenter'Arbeiter nud Arbeiterinnen Berlins findet nicht, wie irriümlich inseriert, am Sonntag, den 13. April, sondern erst Souutag, den 20. April, in demselben Lokal statt. Arbeiter-Samariter-Kolonne. Morgen, Montag, im BereinSlokal Dresdenerstr. 45; Fortsetzung der Generalversammlung, 9 Uhr abends. Punkt 4. Anträge und 5. Verschiedenes sind noch zu erledigen. Der jetzige Vorsitzende W. Meyer wobnt Bernauerstr. 76. An denselben sind alle An- fragen und Aufträge zu richten. (fine öffentliche Bersammliing der in der Palmen- u. Markart Bonquct- Fabrikation beschäftigte» Arbeiter und Arbeiterinnen findet am Dienstag, den 15. April, abends 8»/, Uhr, in den.Arminhallen", Kommandantenstr. 29, statt. Vortrag der Frau Thiede:„Mißstände und Ausbeutung der ArbeitSkrast in der Palmenindiiprie". Brieskssten der Kedakkimr. de» hat. der Gevichis-Äo iku ng. „Berliner EinzichungS- Institut" nannte der Kaufmann Julius W a n n o v i u s ein uou ihm vor Jahren in der Elisabeth- straße eröffnetes Bureau. Die ganze Art seiner Geschäftsführung brachte ihn bald mit den Gesetzen in Widerspruch, er erlitt in den letzten Jahren zwei empfindliche Vorstrafen wegen B e t r u g e s. j Nachdem er im Mai vorigen Jahres die letzte Strafe verbüßt halte,' nahm er sofort sein früheres Geschäft wieder ans. Seine Grundsätze hatten sich nicht geändert und so stand er gestern wieder unter der Anklage des Betruges im Rückfalle vor der achten Strafkammer des Landgerichts I. Es wurde ihm vorgeworfen, daß sein ganzes Tie inrlsttlche Sprechslnnde findet täglich mit Auiuahme Sonnabends von 7>/z bis!»>/, llbr abends Katt.- Arbe iterfckrctär. Darüber, ob eine Unterstützungspflicht vorliegt, unter Vorbehalt des Rechtsweges, auf Anrufen' des Ärmenverbandc» Bezirksausschuß zu befinden.(§ 65 des preußischein Aussührungsgesetz-s zum Unterstüyuiigswohnsitz-Gesetz.) Ist solche Entscheidung ergangen, so kann der Verurteilte gegen den Ärmenverbaud bei dem Amtsgericht oder Landgericht aus Aushebung dieser Entscheidung klagen. Ist leine solche Eni- scheidung ergangen, so kann der Annenverband keineswegs Pfändung vor- nehmen. Er kann aber statt bei dem Bezirksausschuß beim Amtsgericht auf Beilrag zur Unterstützung klagen. Der Anuenvcrband hat keinen rechtlich erzwingbaren Anspruch aus Beitragszahlnug zu den Kosleu der Unterstützung für cinc Mutter, deren Sohn verheiratet ist, Kinder bat und nur 18 M. Wochenlohn verdient. Denn Kinder sind nach§ 1603 B.® B nur soweit iinlerhaltspflichtig, als sie bei Berücksichtigung ihrer sonstigen Verpflichtungen, insbesondere ohne Gefährdung ihres eignen und ibrer Familie standes- mäßigen Unterhalts hierzu in der Lage sind(Führer, angehängt dem Arbeiterrecht, Seite 14.)— W. 828. 1. und 2. Ja.— D. 666. Nein. — A. Ainb. Alisstatt illigsgegeiistäiide an ncilen Kleidlingsstucken, Wäsche, Hausgeräten und Effetten von Ausländern, welche sich aus Veranlaflunz ihrer Verheiratung im Lande niederlassen, sind aus besondere Erlaubnis zollfrei. Der Antrag auf Zolllreihcit ist an die Steuerdircktion zu richten, m deren Verwaltungsbezirt der BesiiiiimilNgsort der AusstattungSgegen- stände liegt.- Bernhard Dh. Ihre Anfrage ist im Briefkasten vom 9. April unter B. T. 199 dahin beantwortet: Welche von beiden Ver» sicheriingsanstalten die ungeheuerliche Lodderei ausgeübt hat, läßt sich nicht erkennen. Beschweren Sie sich über das Gebaren sowohl der Braiidciidurgcr wie der Berliner Anskalt beim Reichs-VersicherungSamt. — R. St. 38. Wenden Sic sich an eine Kortbildungsschule. — F. H. 0. Die vercinbarte eintägige Kündigungsfrist ist gültig. Ader, wenn die Kündigung nicht nnsgesprochen ist, so besteht der Verlrag weiter: Die Krankheit hebt nicht ohne weiteres den Bertrag auf.— P. ffl. Wie« Geschäft auf Schwindel berechnet war. Durch die Zeitungen viel Prozent Ihre Rente beträgt, ist in dem Feststellungsbescheide angegebeir. ------- n, neu an und ES ist unmöglich, allgemein zu„igen, wie viel Prozent 3. 4, 5, 19, 39 Pt. bot er sich zuni Einziehen zweifelhafter Forderungen an»nd stellte guten Erfolg in Aussicht. Die sich Meldeuden mußten sich gegen einen AbonncmentSpreis von 36 M. verpflichte», dem Bureau auf ei» Jahr laug die Einziehung ihrer Aiißeiistäudc zu übertragen. Nach dem§ 1 der Staiillen sollten die Schuldiier nur dem Auftraggeber selbst die Abzahlungsbeträge übergeben. Dadurch hielten die Letzteren sich von jeder Uevervorteilung geschützt und achteten nicht auf einen der folgenden Paragraphen, worin gesagt war, daß am Schlüsse des Jahres Abrechnuug(erfolgen solle. Auf diesen Satz stützte sich der Angeklagte. Er ging' energisch gegen die säumige» Schuldner vor, ließ die Beträge aber an sich selbst zahlen«nd lieferte sie den Auftrag» geberu nicht ab. Als die Betrogenen Anzeige erstatteten, wurde der Angeklagte flüchtig, der Steckbrief hatte aber bald Erfolg. Es stellte sich heraus, daß der Angeklagte auch nichrcre Kautiousschwiudeleic» begangen; er hatte Leute als Burcaudeamtc. Kasscndieuer oder Rechercheure augeuommen und sie um ihre Ersparnisse betrogen. Durch die Beweisaufnahme wurde die Schuld des Angeklagten i» vollem Umfange erwiese». Der Staatsamvalt beantragte gegen ihn zivei Jahre Zuchthaus und die üblichen Nebeiistrafen, der Gerichtshof hielt aber das Treiben dcS Angeklagten für so gemeingefährlich, daß gegen ihn a»f drei Jahre Zuchthaus, 100 M. Geldstrafe und fünfjährige» Ehrverlust erkannt wurde. Die Revision im Wreschener Prozeß verworfen. Leipzig, l2. April. Der vierte Strafsenat des Reichsgerichts verhandelte sind: Die Höhe der Rente richtet sich nach der Höhe des Jahresarbeits» Verdienstes, der verschiedenartig ist. Ihre Rente scheint weniger als 15 Proz. zu betragen. Ist das der Fall, so külinen Sie Kapitalsabsilidung beaiurageii. — KallieS. 1. Die Rangstufe ist dieselbe. 2. Das Reich hat«inen Reichs- kanzler, keinen Minister. Die Verwalter der einzelnen Reichsamlsressort» deiben Staatssekretäre.— W. 2. 77. Sie müssen auffordern, die Maschine iinierhalb einer destimmten, angemeflenen Frist zu einer brauch- baren umzugestalten, widrigensalls Sie sich vorbehalten, entweder vom Vertrag zurückzutreten oder die Reparatur auf Kosten der Firma vor- nehmen zu lassen, und Ihrer Ausforderung entsprechend handeln. — 3333. Nach ß 43 ist in geschlossenen Räumen! also ,. B. Sälen, nicht aber Gärten, die nicht gewerbsmäßige Verteilung von Druckschriften ohne polizeiliche Erlaubnis zuläing. Nach§ 10 des preußischen PrcßgesetzeS ist das AiiSrilseu, Verkauft», Verteilen, Anheften oder Anschlageil von Bekannt- lliachungeii, Plakaten oder Alisnisen auf öffcntlicheii Wegen, Straßen, Plätzen oder an andre» öffentlichen Orten nur mit polizeilicher Genehutigiliig gestattet. Sie hätten deshalb in dem öffentlichen Garten nicht die Bekannt- iiiachung, sondern eine die Bekaiintiiiachuiig enthaltende Zeitung verbreiten sollen. Ziehen Sie den Einspruch vor dem Termin zurück.— P. D. 33. Die Kastenfestsetzung iilüffeu Sie selbst beziehentlich Ihr Anwalt betreiben. Das scheint auch geschehe» zu sei». Erstattet werden nicht die vereinbarten AnwaltSkostcn, iaudern nur die tariflichen. Daher ist wohl die Differenz zu erklären.- Alter Zlboniient 100. Nein.— E. H. 24. 1. Das ist möglich. 2. Ja. 3. Nein.- H.(Kim. Ja »Zetler- Prognose für Sonntag, de» 13. April>002. Boriviegend nebelig, zeitweise auftlarend, am Tage etwaS wärnier bei schwachen südöstlichen Winden; keine wesculkichen Niederschläge. Berliner Theater. Alle Abende(außer Montag und Freitag): Alt- Heidelberg. Montag: Ueber unsre Kraft I. Freitag: Hamlet.— Residenz- Theater. Alle Abende: Einquartierung. Nächsten Sonntagnachmittag: Der Schlaswagencontrolcur.— Neues Theater Sonntag und Montag: Le Dinckon. Soft Dienstag an allabendlich: L,» ckarne de chez Maxim.—(kcntral-Theater. Allabendlich: DaS süße Mädel. Nächsten Sonntagnachmittag: Der Zigeunerbaron.— Schall und Rauch Sonntag, Dienstag, Donnerstag»nd Sonnabend: Serenisnmus-Zwlichen- spiele. Montag, Mittwoch, Freitag und nächsten Sonntag: Strindberg-Cyklus. Diesen und nächsten Sonntqgnachmittag: Vorstellung vor ScrellisfliimS.— Friedrich WilhelmstädtischeS Theater. Alle Abende: Berlin, wie es wemt und lacht. Nächsten Sonntagnachniittag: Don Carlos.-<5arl Wetsi- Theater. Alle Abende: Hannemann vom Viehhof und der kleine Cohn Diesen Sonntagnachmittag: Gänselieftl.- Secesftons-Thcater. Alle Abende: Buntes Brettl.- Urania. Alle Abende: Frühlingstage an der Riviera.- Metropol-Theater. Alle Abende: Die wahre Liebe ist das nicht. Bon Dienstag ab: Unsre Don Juans.- ApoUo-Theater. AN- Abende: Lysistrata. SolialdemokraMer Verein im 5. Berliner Reichstais-WMreis. Dienstag, de» 13. April 190S, abends Pnnkt 8�/2 Uhr, in I�szrdsoKsis Salon, Sophieustr. 34: Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: l. Das Märchen vom socialen Berständnis nnsree Bürgertums. Resereut: Genosse Julias linllslil. 2. Diskussion. 3. Vereins- angelegenheiten und Verschiedenes. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen ist Pflicht. rur die Frauen ist die Gaiierie reserviert. 245/7* Gäste willkommen. Der Toratand. Zorialdeui. Wahiseret« für dea Bezirk Rammeisbure. Mittwoch, den 1K. April, abends 8V. Uhr, im Lokale des Herrn Schumann, Kiel,, Nene Prinz Albertstr. 70/71: General-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Paul Litfin:„Die wirtschaftlichen Um- kvälzungen und die Entwicklung der Socialdemokratie". 2. Diskussion. S. Kassenbericht. 4. Bericht des Bibliothekars. 5. Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. L/4 Uor Vorstand. Große öffentliche gewerkschaftliche Franenversammlung am Montag, den 14. April, abends 8V2 Uhr, in Ahrens' Brauerei, Moabit, Turm-Strahe 25—26. Tages-Ordnung: 1. Die Zustände und Lohnverhältnisse der im„Berliner Lokal-Anzeiaer" angestellten Zeitungsausträgerinnen. Referentin: Frau Gnbela. 2. Diskussion. Anträge, Verschiedenes. Alle Zeitungsfrauen, Reinemacherinnen, Frühstückausträgerinnen, Auf- Wärterinnen, namentlich auch die, welche in Rcinigungs-Jnstituten arbeiten, sowie sämtliche Fabrikarbeiterinnen der Petroleumwerke sind hierzu ein- geladen._ Die Elnbemferln. Deutscher Holzarbeiter-Verband. (Zahlstelle Berlin.) Montag, den 14. April, abends 8 Uhr: Bezirks- Bersammluugen. Ade» und Siidoke«: Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Georg Davidsohn über: Die oberen Zehn- tausend und die unteren Millionen. 2. Diskussion. 3. Verbands- angelegenheiten. Nicht, uitglicder mid Franc» haben freien Zutritt. Es wird jedem Kollegen zur Pflicht gemacht, in der Versammlung pünktlich zu erscheinen. Uedding und Gesundbrunnen: Tages-Ordnung: l. Di- Maifeier. Kollege BöSke. 2. Der JnnungsnachweiS. 3. DiS- kussion. 4. Verbands- und Werkslatt-Augelegenheiten. Kollegen, in Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Ehrenpflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen. Roftilthaler«»d Zchönliauser Vorftadt: bei ITernan. Schwedterstr. 33/24. Tagesordnung: 1. Vortrag deS Kollegen Klingner über:„Unsre Innung und JnnungS- Krankenkasse". 2. Diskussion. 3. BerbandSangclegenheiten u. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung sind alle Kollegen mit ihren Damen, sowie auch Gäste bestens eingeladen. Zlchtenberg-kriedrichsberg: 174. Tages- Ordnung: l. Bortrag des Herrn Magnus Schwandje über: Vivisektion und ihre Gefahren für die Arbeiterklasse". 2. Lerbandsangelegcnheiten und Verschiedenes._ 82/2 Dienstag, den 15. April, im Wedding-Park, Müllerstraße 178: H i*» i»« I»« i»> V«»' 8» m n» I n i» k der Modell-«nd Fabriktischler. Tages-Ordnung: l. Vortag des Genossen Pawl»witsch. 2. Verbandsangelegenheitcu. z. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Der Obmann. Mittwoch» den 16. April, abends 8 Uhr: fg: Branchen- Versammlung der Ksrnrn- uii) Ctiiuioid-Blilirschmulkarbeiter und-Arbeiterinnen bei Herrn Müudner, Linienstraßc IS. Tages-Ordnung: l Arbeiterbewegung früher und jetzt. Referent Reichstags-Abgeordneter Bosenoiv» 2. Diskussion. 3. Stand des Streiks bei Strelvb. 4. Ver- fchledencs. äÄP" Die Versammlung wird pünktlich eröffnet."W Recht zahlreiches Erscheinen erwartet_ Die Kommission. Ceck'ckerhM kt Iiiitter if. Sektion Rabitzpntzer. Mittwoch, den 16. April cr., abends 8'/- Uhr, in den„Arm inhallen", Kouimaudantenstr. 20: Wiitglieder- Versammlung Tages-Ordnung: I Vortrag.- 2. Dislusjion.- 3. Abrechnung vom 1. Quartal 1302. I Verschiedenes. De, Vorstand. P S. Die bei Luginow arbeitenden Kollegen können in der Versammluns mit der Firnia abgeschlossenen Vertrag in Empfang nehme». 252/l Uervan) der an Doiidttrdeitimgs-MsWuru desihüMsten Arbeiter Berlins u. Nm«. Montag, den 44. April er., abends 8 Uhr, in,„GewerkschaftShaus", Engelufer 15: General-Bersammluug. Tages-Ordnung: 1 Abrechnung vom l. Quartal 1902.- 2. Ersatzwahlen.- Z.Anträge. 4. Der 1. Mai.- ö. Gewerkschasllichcs.. SÄT" Mitgliedsbuch legitimiert.'*S 75/9 Der vorstand.• Bauarbeiterschutz! Dienstag, den 15. April 1903, abends 8 Uhr» im großen Saale des Gewerkschaftshanscs, Engel-Ufer 15: Große Versoiiiliilliilg kt(mitpail. Arbeiter als: Wuhilfsurdriter, Giafer, Bachdeilier. Maler. Maurer, Ztulrateure, Töpfn. Steiubiidliauer. Zimmerer und Elrlltromauteure. Tagesordnung: 1. Die Petition der bangewerbliche» Arbeiter Prenftens, die prensiische Regierung und der Banarbeiterschnu" und die Stellungnahme der Berliner baugewerblichen Arbeiter. 2. Dislussion. 3. Beschluhfäsiung über Absendung einer Zustimmmigserkläruiig über oben- genannte Petition. Baugewerbliche Arbeiter! jeder»inst in dieser Versammlung zugegen sei». Er handelt sich Maßnahmen zu treffen, die unser höchstes Gut, unser Leben und die Gesundheit schützen sollen. 124/9 __ Die Vevtranenspersonen der bangewerbllchen Arbeiter Berlins._ Aufruft Aufruf! Wahlkreis Kese- n. Diskutierklnb„Snd-Ost" Sonntax, Sv. April, in den Räume» der Berliner Bessonree, Kommandauienstr. 57; . Künistler-Konzert auSgesührt vom Berliner Sinibnie-Drebester nnier Leitung des Herrn Kapellmeisters Maximilian sslsodor und unter gütiger Mitwirkung bedeute Uder Solisten. Violine: Herr Konzertmeister Hermann Gerlach. Cello: Herr Cellist Paul Neumann. Flute: Herr Flöten-Virtuos M. Fischer.'Waldhorn: Herr Franz Kappel.[288/2 Nachher: Grossei* Balls(Herren zahlen 50 Pf. nach. Kasseneröffnung 4 Uhr. Anfang 5 Uhr. Eintritt 50 Pf. Programme an der Kasse gratis. Zählreichen Besuch erwartet Ber Vorstand. Alle Parteigenossen aus dem ge- nannten Wahlkreis werden zu einer Zufammeiikunft ai» Dienstag, de» 15. April, abends l/.g Uhr, nach der Köingsbergerstraße Nr. 5 bei Marschinszcct freundlich eingc- laden. 19l8b Zilttmerpoliere Berlins und Umgegend werden eingeladen, am Sonntag, den 23. d, vorm. 13 Uhr, im„Gewerkschafts- hanS", Engel-Ufer 15, Saal VIXI, Seitenfl. II, zu erscheinen, betreffs Gründung eines Vereins. Zutritt nur Poliere. Der Beauftragte. Neanderstraße 4 Nene Abendkurse 17. April. Elektrotechnit.— Maschinenbau Zeichnen.— Algebra. Laboratorium. Programm frei. Allen werten Belaniiten n. Genossen teile hierdurch mit, daß ich Reichen- bergerstraste Kit eine 1815b Blumen- und Kranzbinderei eröffnet habe. Um gütigen Zuspruch Richard Engelice. Deutsch. Metallarbeiter-Verband Vcrxvaltnnssstclle Berlin. Bureau: Engel-llfer 15, Zimmer 1—5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Montag, den 14. April, abends S'/a Uhr: Bezirksverfammlttng für Rummelsburg bei Mailer, Türrschmidtstraste 37. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Stopsaelc. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes._ Dienstag, den 15. April, abends 8''s Uhr, bei Ndmann, Brunucustrasic 188: Versammlung der chirurgischen Branche Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen!8assenbaeb über: Die Freimaurer, ihre Geschichte, Thätigkeit und innere Einrichtung. 2. Diskussion. 3. Verbands- angelegenheiten.— Die Kollegen werden ersucht, vollzählig und pünktlich zu erscheinen._ Dieuötag, 15. April, abends SVs Uhr, im GewerkschaftShauS, Engel-Ufer 15, Saal V: Versdnunlung der DrMardetter iNabler,SlhlnI!tr, Suiuuer uuli Hilfsarbeiter). Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Wiesentbal über: Professor Abbe und der Achtstundentag, die Drahtarbeiter und der Neun- stundentag. 2. Diskusston. 3. Verbandsangelegenheiten. DW»- Die Mitglieder werden darauf aufmerksam gemacht, daß bei Platb, Rcinickcudorferstrafse 60c, und Hirschmeier, Pankow, Florastrafte 84, Zahlstellen errichtet sind. 113/16__ Die Oi'tsvei'waltnng. Atmu beutslher Slhuhmalher. Mittwoch. 16. April, abends 8V- Uhr im„Englischen Garten". Alexanderstrafte S7e: GenevÄll�Vevszattttnlung. Tages-Ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht vom 1. Quartal 1932. 2. Neuwahl des ersten Bevollmächtigten. 3. Berichterstatinng der Delegierten von der Generalversammlung zu München. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Montag, de» 14. April 106S, abends 8V2 Uhr, bei MerkowSki, Andreasstrafte 26:_ IM" D C f Irt Ut tu l« tt tj Hg der Ball- und Reiseschuh- Arbeiter. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 163/8 Die Drtsversvaltnnx. für Deut zu Berlin(£. H. 134). N. 65, Utrechterstr. I. Dienstag, 29. April, abends 8 Uhr, im Kassenlokal: OrdknUichk Ge»m!tiersmilil»g. Tages-Ordnung: 288/3 1. Anderweite Beschlußfassung über Beiträge und Leistungen. 2. Verschiedenes. Ckiitrlillittbllilb ber Maurer u. Zahlstelle Prledrichsberg. Sonntag, 13. April, vorm.«>/- llhr. im Lokal deS Herr» Höflich, Frankfurter Ehauffee 120: Mitglieder- Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom ersten Quartal. 2. Bericht aus der Vertretersitzung und Landeskonferenz. 3. Verschiedenes. 4. Verteilung der Legilimationen zur Gewerbegerichtswahl 133/2 Guten Besuch erwartet__ Der Borstand. Berliner Konsum-Verein. dL Abteilung II:„Osten". E) Avteilungs- Versammlung am Montag, den 14. April, abends 8>/s Uhr, im„Freischütz", Fruchtstraße 36a. Tages-Ordnung: 1. Vortrag der Frau Dr. Lily Braun über:„Hauswirtschaftliche Genossen- schaften".— 2. Diskussion.— 3. Bericht des Abteilungsvorstandcs.— 4. Neuwahl desselben.— 5, Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen sehr erwünscht. SW Gäste sind willkommen. 136/15 ver Vorstand. Arbeiter-Bildnngs-Schnle. Sonntag, 13. April, abends 7 Uhr, im Gewcrkscharts- hans, Engel-Ufer 15(Saal 1): Vortrag des Herrn Wolllieim über: „Luft und Leben". � Nach dem Vortrag: Ocmiltl. Beisanniicnsein and Tanz. Eintritt 23 Pfennig."TWg_ gpy Garderobe frei. Ceutralverbaub deutscher Brauer uub BerufWlajseu. Zweigvcrcin Berlin: Sektion der Brauer. Die heutige Mouatsversammlnng findet nicht im Gewerlschaftshause, sondern nachmittags 1 Uhr, in den„Arininhallen", Kommandanten- stratze 23, statt. Tages-Ordnung: 1. Vortrag deS Genossen Dr. Rudolf Steiner über:„Das Innere der Erde".— 2. Delegiertenwnhl zum Gewerlichastskongreß 1332.— 3. Abrechnung vom letzten Maskenball.— 4. Vercinsangelegenheiten.— 5. Verschiedenes. 41/2 Der Vorstand. Uerbntid d.Tapezierer WM" Sektion der Näherinnen."WE Montag, den 14. April, abends 7'/- Uhr: � Mitglieder- UersammUmg Tages-Ordnung:' 177/16 I. Vortrag übet:«Moses oder Darwin"? Referent: Kollege Bechert. 2. Diskussion. 3. Wie ist die Organisation der Näherinnen zu gestalten? Um zahlreichen Besuch ersucht Die Sektionsleitnajx. Verband der Möbelpolierer. Montag, den 14. April, abends 81/, Uhr, Hnssitenstrofte 40: Versammlung."HW Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Wollhcim über: Die Berufslrankheiteii der Möbelpolierer und ihre Bekämpfung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Mittlvoch, de» 16. April, abends s'/z Uhr, Koppenstraftc 20: M Oeiieral- Ver samin laug. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes 2. Abrechnung der Billets vom Maskenball. 3. Die Beschlüsse der Tischlermeister und welche Gegen- maßregeln wollen wir ergreifen? 4. Verschiedenes. Der Borstaud. MarnAOrarlkSstSr. Dienstag, den 15. April, abends 8 Uhr. im„Englischen Garten", Alexanderstrafte 27 e: Oeffentliche Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vierteljahres- Abrechnung. 2. Wahl der Delegierten zum Kongreß. 3. Der I. Mai. 4. Das in Vorschlag gebrachte Verbandsstatut zum Kongreß. 5. Gewerkschaftliches. Aflp- Ohne Organisationöbnch kein Stimmrecht!-MM' Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht 172/11 Der BertrauenSmann. Achtung! Achtung! ßigurreuforttercr, Sortiermuiieu, Weuuilchr, Kifteulucheriuutu uub Btklrberiuueu. Mittwoch, den 16. April, abends 8>/2 Uhr, im Lokal deS Herrn Feind, Wrinstrahc 11, Belßenlliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Zweck und Ziele unsrer Organisation. 2. Diskussion. Referent: Reichstags-Abgeordneter A. v. Elm. _ I. A.: G. K r e i s e I t, Pankow, Berlinersw. 131a. MW- Kißemiiulher. mmi Montag, den 14. April 1002, abends 81/: llhr. bei Stechert, Andreaöstrafte 21: Anßerord. Geneval-Uersammlnng. Tages-Ordnung: 1. Stellmignahme zur Maifeier. 2. Der Streik bei Lemke. 3. Anträge deS Vorstandes. 4. Verschiedenes. 133 12 Der wichtigen Tagesordnung halber darf in dieser Versammlung kein Kollege fehlen. Ter Borstaud. I. A.: Karl I u ck e l. 4 Herren-Vortrag m Mittwoch, 16. April, abends 8V2 Uhr, im„Mcßpalast",»W» NN Alexandrinenstr. 113, und Freitag, IL. April, abends HBgHH 8V3 Uhr, im„Neuen Hofjägcr", Haieuheide 52/53: Kurl CA Bruckhoff, Friedrich str 10; Tie sogenanutc»«»heil-— � baren Männerleidc». Eintritt frei! Nur sür Herren! s18Zgh „Lnna-Säle", Neue Köuig-Straße 7. Empfehle meine Säle sowie 533 Personen fassenden Natur-Garten ncbst 2 Sommer-Kegelbahne» zur Abhaltung von Sommersesten, 6. volägtild«. BERLIN C. SPANDAUERSTR. 26-30 N. JSRAEL BERLIN C. KÖNIOSTRASSE 11-14 Baumwollen- und Leinen-Waren, Wäsche, Tricotagen, Strümpfe. Schuhe und Stiefel für Herren, Damen, Kinder. Hüte und Mützen, Handschuhe, Weisswaren, Schirme, Herren- und Knaben-Konfektion. Konfektion und Hüte""Kr,.""'' Gardinen, Möbelstoffe und Vorhänge, Decken, Teppiche, Felle, Läuferstoffe, Linoleum, Wachstuche, Fahnentuche, Möbel. Seidenwaren, Kleiderstoffe, Futterstoffe und Besätze, Pferdedecken. Wäsche- a. Wohnungs-Ausstattungen. Geschäftshäuser der Firma N. Jsrael, Berlin C, gegenüber dem Rathausc. 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(Früher Jfonmann.)[38878» Empfehle meinen 1000 Personen safsende» schattigen Naturgarten mit Bühne und Saal für Bereine zur Abhaltung von Sommcrfestcn, Versammlungen, Hochzeiten zc. Noch einige Tage Kegeldahn und Vereins- ztmmer zu vergeben. Raireekttelie Liter OO Pf. l-(Schmitz. LZiehun, 4. Klasse 206. Kgl. Preuh. Lotterie. 8>eh»n» vom 12. Avril 1902.»ormittagS. Mr d» Vewmiie über 232 Mi. smb de» belreiseilbM piummera i»»..immern beigefügt. f(Ohae«ewähr.) 100 51 371 504 748 88 937 87 1095[500] 164 rm 78 601#18 37 79 82 2131 81 290 328 636 71 818 73 79[5001 910 3048 129 72 215 318 406 98 613 16 37 Ii Voi«30 4098 238 470 673 648 873 932 110001 41 ll� 574 672 725 999 6 447 97 533«06 A 37 756! 30001 7%�Mt i8 äWo% M 0 172 �10M? 2«5 � 448 505 9 57 71 674 731(8001 fs?4Z Z5Z S'iO 14066 338 72 484 634 54 718 72 829 50 900 415161 204 73[1000] 431 85 509 47 769 83 940 1 6004 Gl 371 509 605 704[500] 39[1000] 855 64 17196 277 (89 605 20 744 1 8005 30 36 83 131 62 84 233 44 444 .47 522 616 19 771 811 19004 260 86 98 324 767 3 2O0n9[500] 26 244 300 79 438 987[30001«1231 74 323 66[10Ö01 97 98 818 912 54 98 2 2027 189 209 «3 14 495 534 625 44 66 68 945 91 97 99[10001 23 905 aoo[500] 255 460 530 711 873 24108 17 248 341 72 74 479 633 704 49 97 978[ 500] 25 123 316 34 467 679 704 2 6051 433 96 515 42 875 972 2 7007 98 107 15001 «6 227 322 432 41 98 728 852 977 2 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770 69 2 24144 255 340 472 668 843 !)m lNewinnrabe verblieben: l Gewinn zu S09 999 Ml, 2 z, 200 000 Ml, 2 zu 150 OuO Ml, 2«l icooou Sil, 2 zu 75 Duo Ml, 2 zu SOüOO rn, 10 zu 30 090 Mt,• 20 zu 15 u»>-„-» l« n« w>Lffe»bach„Offenbacher Abendblatt" Grobe Marktstr. 2S Zonalistische Nrejse Deutschlands. �°!l�,��l°nb..-gische B°ttsz°.tung-- �«00°�.«. IL Quartal 1902. Central-Organ. „Vorwärts" Berliner Volksblatt, Beuthstr. 2, L'W.IS Täglich erscheinend. Wissenschaftliche Wochenschrist. »Tie Neue Zeit.� Revue des geistigen und öffentlichen Lebens. Stuttgart, Furthbachstr. 12. Täglich erscheinende Zeitungen. Rltenburg„Altenburger Volkszeitung" Kunstgaffe 12. Baut..Norddeutsches Bollsblatt" Neue Wilheluishavener- straffe 82. Bielefeld..Volksmacht" Schulstr. 20. Bochum..Volksblatt" Iohanniterstr. 10. Brandenburg..Brandenburger Zeitung, Märkisches Bolksblatt", Kurftr. 73. Braunschweig..Braunschweiger Volksfreund" Höhe 4. Bremen„Bremer Bürger-Zeitung" Hankenstt. 21/22. Bremerhaven„Norddeutsche Voltsstimme" Am Hasen 49. BreSlan„Volksmacht" Neue Graupenstr. 8. assel„Bolksblatt für Hesien und Waldeck" Töpfermarkt 6. Ghemnit!..Volksstimme" Uferstr. 14. Dessau..Bolksblatt für Anhalt" Ballenstedtcrstr. 5. Dortmulid..Rheinisch-Westfälische Arbeiter-Zeitung" Westenhellweg 120. Dortmuud„Westfälische Volkstribüne" Lüdenscheid, Louiscnstr. 7. Dresden„Sächsische Arbeiter-Zeiwng" Zwingerstr. 22. „Sächsischer Voltsfreund" Zwingerstr. 22. Diisseldorf„Düsseldorfer Volks- Zeitung" Münster- straffe 67, pari. Elberfeld-Barmen„Freie Presse" Friedrichstr. 37. Arfurt„Tribüne" Futterstr. 7 p. Essen„Der Weckruf" Kirchstt. 8. Forst i. L.„Märkische Volksstinnne" Frankfurterstr. 11. Frankfurt a. M.„Volksstimme" Grober Hirjchgrabcn 17. Fürth„Fürther Bürger-Zeitung" Königstr. 9-. Gera„Reiifflsche Tribüne" Alle Schloffgaffe 11. Greiz„Reuffische Volkszcitung" Hohegasse. Halle a. S.„Voltsblatt für Halle" Geiststr. 21. Hamburg„Hamburger Echo" Fehlandstr. 11. Harburg„Volksblatt" Grober Schippiee 4 p. Hannover„Voltsmille" Burgstr. 9. Hof„Obersräntischc Boltszeitung" Lorcnzstr. 23. Karlsruhe„Volkssreund" Werdcrplatz 31. tiiel„Schleswig-Holftem schc Bolks-Zeitung" Bcrgstr. 11. Köln„Rhcinilche Zeitung" Ursulaplatz 6. Königsberg i. Pr.,„KönigSberger Volks- Zettung Kuochcustr. 32, pari. Leipzig„Leipziger Volkszciwng" Tauchaerslr. 19/21. Ludwigshafen„Pfälzische Post" Oggersheimerstr. 10. Lübrrk„Lübecker Vollsbote" Hohannisslr. 30. Lüneburg„Lüneburger VollSblatt" Schröderstr. 11. Niagdeburg„Volksstimme" Jatobsstr. 49. Aiainz„Mainzer Volkszcitung"(„Helsische Volksstimme") Margarethengasse 13. Mannheim..Bollsstimme" R. 3, 14. Mülhausen i. E.„Freie Presse" Bäckerstt. 17. Mnittbeu„Miwchcner Post" Wittclsbacherplatz 2. Nürnberg„Fränkische Tagespost" Luitpoldstr. 9. Saalfeld„Saalfelder Volksblatt" Rosmaringasse 15. Solingeli„Bergische Arbeiterstimme" Hohegasse 7. Stettin„Volls-Bote" Schillerstr. II. Strafsbnrg t. E.„Freie Presse für Elsaff-Lothringen" Schilttgheim, Bischwcilerstr. 23. Stuttgart„Schwäbiiche Tagwacht" Furthbachstr. 12. Zwickau l. S.„Sächsisches Bolksblatt" Richardstr. 15. Wöchentlich dreimal erscheinende Blätter. Aachen„Aachener Bolksblatt" Augustinerbach 12. AugSburg..Augsburger Volkszeitung" Maximiltan straffe B. 31. Breslau„Die Wahrheit" Neue Graupenstr. 5/6. „Schlesische Volksmacht", Neue Graupenstr. 5/6. „Posener Volkszeitung", Neue Graupenstr. 5/6. Ersfeld„Niederrheinische Volkstribüne" Breitestr. 44. Gotha„Volksblatt für die Herzogthümer Coburg und Gotha" Mohrenberg 7. Görlitz„Görlitzer Volkszciwng" Teichstr. 2. Wöchentlich zweimal erscheinende Blätter. Delmenhorst„Delmenhorster Volksblatt" Koppelstr. 6. Langeiibielan„Der Proletarier aus dem Eulengebirgc" Ober-Langenbielau, 2. Bezirk. Saalfeld„Thüringer Bolksblatt"(Schwarzburger Volks freund) Rosmaringasse 7. Wöchentlich einmal erscheinende Blätter. Bant„Die Nord-Wacht" Neue Wilhelmshavenerstr. 38. Braunschweig„Der Landbotc" Höhe 4. Cassel„Der Wegweiser" Hohenthorstr. 2. TreSdcn„Der arme Teufel" Falkeiiftr. 10. G testen„Mitteldeutsche Sonntags-Zeitung" Kirchen- platz 11. talberstadt„Sonntags-Zeitung" Bakenstr. 37. öln„Rheinische Zeitung"(Wochenausgabe) Ursulaplatz 6. Stuttgart„Schwäbischer Volkssreund" Furthbachstr. 12. Monatlich zweimal erscheinend. Königsberg«Der Oftpreuffische Landbote" Knochenstr. 32. Monatlich einmal erscheinend. Berlin„Die Fackel" Louisen-User 11. Hanau„Der Bauernfreund" Philipp Ludwigs-Anlage 9 Witzblätter(Erscheinen aller 14 Tage). München Stuttgart „Süddeutscher Postillon" Senefelderstr. 4. „Der wahre Jacob" Furthbachstr. 12. Illustrierte Unterhaltungsblätter. Berlin„In freien Stunden" Beuthstr. 2 SW. 19. Erscheint in Wochenhesten. Hamburg„Die Neue Welt" Fehlandstr. 11. Erscheint wöchentlich einmal. Gewerkschaftspresse Deutschlands. II. Quartal 1902. Dreimal wöchentlich erscheinend. Leipzig„Correlpondent für Deutschlands Buch- drucke» und Schristgieße r", Salomonstr. 8 Wöchentlich erscheinend. Altenbnrg„Correspondent für die Arbeiter und Ar- beitermnen der Hut- und Ftlzwaren- Industrie" Wilhelmstr. 2, parterre. Berlin„Bildhauer- Zeitung", Solmsstr. 33. «Die Einigkeit", Organ der Vertrauensmänner- Centtalisationen Deutschlands, Adalbertstr. 19 II. „Allg. F a h r-Zeiwng", Schützenstr. 58. „Der G a st w i r t y s g e h i l f e", Jüdenstr. 36. «Der S t e i n a r b c i t e r", Nixdorf, Bergftraffe 30/31 Hof pt. „Der Töpfer" Engel-Ufer 15. Bochum„Deutsche Berg- und Hütten arb eiter-Zeitung", Johanniterstr. 12. Bremen„Deutsche Böttcher- Zeitung", Hankenstr.21/22 Eharlottenburg„Die Ameise", Organ deö Po r zellanarbeiter- Verbandes, Rosinenstr. 3. Cheninitz„Der Textilarbeiter", Uferstr. 14. Gotha„Schuhmacher- Fachblatt", Mohrenberg 7. Hain bürg„Correspondenzblatt der Gencrnlkom- Mission der Gewerkschaften Deutschlands", Marktstr. 15 II. „Deiltichc Bäcker- Zeiwng", Organ des Bäcker Verbandes, Gr. Neuinarkt 28, I. „Der Arbeiter"(für Bau- und Hilfsarbeiter) Bremerreihe 15, pt. „Der G r u n d st e i n"(für Maurer), St. Brennerstr. 11 I. «Holzarbeiter- Zeitung", Eiuisbüttcl, Bismarck- straffe 10. „Bruder Schmied", Uhlenhorst, Hcrderstr. 21, Haus 8 II. „Fachzeitung für Schneide r", Gärtnerstr. 16a.. „Der S t u c c a t e u r", Barmbeck, Vogelweide 16. «Vereins- Anzeiger für Maler:c.", Barmbeck, Schmalenbeckerstraffe 17. „Der Z i»l m e r e r", Barmbeck, Fefflerstr. 28 I. Karlsruhe„G l a s e r- Z e i t u n g", Schützenstr. 8 a. Leipzig„Buchdrucker-Wacht", Tanchaerstr. 19/21. Leipzig„Der Tabakarbeiter"(für C i g a r r e n arbeiter), Tauchaerstr. 19/21. Leipzig-Schkeuditz„Graphische Presse", Schkeuditz. Liiideii'Hauiiover„B r a u e r- Zeitung", Burgstr. 9. Löbtau- Dresden„Der Fachgenosse"(für Glas-, Porzellan- u. Thonwaarcn-Arbeiter), Reifewitzerslr. 34. Nürnberg„Deutsche Metall arbeiter-Zeitung", Luit- poldstraffe 9. Stuttgart„Buchbinder-Zeitun g", Heusteigstr. 30. «Der H a n d s ch u h in a ch c r", Eierstr. 21 II. Mo«atlich dreimal erscheinend. Altenburg„Einigkeit", Publikationsorgan für die deutschen Müller und Konditoren, Pfeffer- und Leb- küchler-Verbände, Mauergasse 4d. Aller 14 Tage erscheinend. Berlin„Der C o u r i e r", Centralorgan fiir die Interessen der im Handels-, Transport- und Verkehrs- gcwerbe beschäftigten Arbeiter Deutschlands, 80., Engel- user 15. „Correspondenzblatt des Verbandes der V e r g o l d e r Deutschlands", NW. Wilsnackerstr. 39. «Deutscher Maschinist und Heize r", Organ der Maschinisten und Berussgenossen Deutschlands, SO., Pücklerstr. 55. „Die Gewerkschaft", Organ für die Interessen der Arbeiter in Gasansialten und sonstigen städtischen Bettieben, Berlin W. 27, Bnlowstr. 21. «Lederarbeiter-Zeitung", N. Brunnenstr. 102- „Sattler-Zeitung", SO., Engelnser 15. Allg. Steinsetzer-Zeitung", NW., Waldenserstr. 18. „Solidaritä t", Organ aller im graphischen Beruf« beschäfttgten Arbeiter und Arbeiterinnen, Reintcken- dorferstt. 7. „Solidarität", Publikationsorgan der deutschen Metallarbeiter-Gewerkschast, Gerichtsir. 35. „Zeitschrift für Graveure und Eis el eure", Kott- buler Damm 8. Frankfurt a. M.„Neue Deutsche Dachdecker- - Zeitung", Brückenstr. 31. Hamburg„Barbier- und Friseur-Zeitung", Caffamacherreihe 15/17. „Correspondenzblatt der Tapeziere r", Steiiidamm 99. „Handlungsgehilfen- Blatt", Valeiitins- kamp 92. „Der S ch i f f s z i m»i e r e r", Eilbeck, Konventstr. 5 „G ä r t n e r- Z e i t u n g", Organ für die Interessen der Gärtner und ihrer freien Vereiiiigmige», Marga- rethenstr. 50, I. „Der K» p s e r s ch in i e i>", Eilbeck, Maxpr. 6, I. „Der Seemann", St. Pauli, Hafenstr. 116. „W e ck r u s der Eisenbahner" Marktstr. 15. Hannover„Der Proletarier"(für Fabrik- ic. Ar- beiter nnd Arbeiterinnen), Schillerstr. 5, II. Ofscnbnch„P o rte fe u i l l er-Z eitun g Schloff- straffe 3, I. Stuttgart„Die Gleichheit", Zeitichrift für die Jnter- essen der Arbeiterinnen, Furthbachstr. 12. Monatlich einmal erscheinend. Berlin„Der A d r e s s e n s ch r e i b c r", Organ de? Centtalvereiiis der im Adressemvcse» und verwandten Branchen Beschäftigten, Wallstr. 57 pari. ,D e r Backe r", Organ für die Interessen der Bäcker- gesellen Berlins und Umzegeud, Klosterstt. 101. Der Bureau-Angestellte", N., Arkonaplatz 3 II. Der Elektromonteur", O. 17, Bödikerstr. 6. Der Fleische r", SO. 33, Köpnickerstr. 148. Gewerkschaft", Organ der Moler- Vertrauens- männer-Centralisation, NW. 52, Ali.-Moabit 132. Der Wäsche-Bote", Organ für alle in der Wäsche- und Krnwattenbranche, Dainpsivöschereien und Plättereien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, NO., Höchstestr. 48. Bremerhaven„D e r Werftarbeiter". Hamburg„D e r H a s e n a r b c i t e r", Gänsemarkt 35, 1. *»' Obige Zusammenstellung veröffentlichen wir zu Beginn jeden Quartals. In der Zwischenzeit sich ergebende Adreb- oder sonstige Veränderungen bitten wir uns behuss Vor- merkung mitteilen zu wollen. Berlin, den 8. April 1902. Der Parteivorstand. Vovlammlungvn. lieber die politische und ökonomische Entivickluiig Deutschlands im 19. Jahihniidert sprach Geliossc Bebel in einer Volksversaninilung, die der Vertrauensmann des fünften Wahlkreises am Donnerstag»ach der Brauerei Friedrichshain einberufen halte. Schon lange vor Beginn der Versammlung war der grosse Saal von einer mehrere Tansciid Perjouc» zählende» Zuhörerschaft gefüllt. Mit regem Interesse folgte die Vollsmeiige dem fesselnde» Vortrage Bebels, der mit einer Darlegung der Verhältnisse begann, welche die grosse französische Revolution am Ende des achtzehnten Jahrhunderts herbeigeführt hat, und da»» au der Hand der bedeutsamsten geschichtlichen Ereignisse die Gestaltung der politischen und wirischaftlichen Verhällnisse i» Deutschland schilderte. Weiter führte Bebel aus, daß die Enlstehung und das Wachstum der Socialdemokratie die bedeutsamste Erscheinung im 19. Jahrhundert ist. er zeigte, wie sich die Grossiudustrie in den letzte» Jahrzehnten des verflossenen Jahrhinidcrts euttvickelt und ei» zahlreiches Proletariat geschafsen hat. wodurch der Boden für die Ausbreitung der socialisiischen Ideen gegeben ist. So ist die Social- demolratie ein Kind der»roderneu wirtschastliche» Entwicklung. und je iveiter diese fortschreitet, desto mehr muß naturgemäß die Macht der Socialdemokratie zunehmen. bis es schliesslich dahin kommt, daß die socialisiischen Idee», welche die Interesse» des Proletarials zui» Ausdruck bringe», den Sieg davontragen, und die Gesellschaft im Sinne dieser Ideen umgestaltet wird. Wann dieser Zeitpunlt eintritt, das wisse» wir nicht. Daß ivir den Staar imd die Gesellschaft zwingen, uusrc Forderungen anzuerkennen und n»z Konzeisioncn zu mache», das hängt wesentlich ab von der Machteutsaltiuig des Proletariats. Um uusre Macht� zu stärte», müssen wir uusre Ideen verbreiten durch Schrift und Wort, wir müssen die Arbeiter politisch organisiere», und durch Teilnahnie an den Wahle» uiisre Idee» zum Ausdruck bringen. In diesem Sinne muß jeder wirke», der die Ehre in Anspruch nimmt, ein deutscher Arbeiter zu sein. Mit stürmischem Beifall wurde der zweistündige Vortrag des Genossen Bebel ans- genommen. Da sich kein Gegner zum Wort meldete, schloß der Vorsitzende Liepmann die imposante Bersammlimg niit einem Hoch auf die Socialdemokratie. Die Anwesenden verließen den Saal unter lebhaften Hochrufen auf Bebel. Der Wahlverein für de» vierten RcichStagStvahlkrciS (Osten) hielt am Dienstag im Lokal„Köiiigsbank" eine General' versannnliuig ab. Der Vorsitzende. Genosse Bader erstattete de» Bericht des Vorstandes: Seil der letzten Geiiernlversainmliing im Dezember haben vier Vcreiusversaintulimgen statigesnude»»ud drei Vorstandssitzimgen, die sich hauptsächlich init den die Reorganisatio» betreffeilden Frage» beschäftigte». Gestorben sind seit Dezember die Mitglieder KlageS, Max Müller. Buchnian» und Witkoivski, deren Au- denken die Versammlung>» der übliche» Weise ehrle.— Der Kassenbericht. den Genosse Th i clk e erstattele, erstreckt sich ans die Zeit vom I.Okt.lOOl bis 1. April 1902. Die Einnahme» betragen 2468,05 M.. ein» schliesslich eines bei Veginn des Halbjahres vorhandene» Bestandes von 258,10 M. Ausgegeben sind 2356.35 M., darunter 2000 M. für Agitation an die Verttaneusleute. Es verbleibt ein Kassenbestand vo» 112.30 M. Der Verein bat rund 3000 Mitglieder.— Der Kassiercr wurde entlastet.— Hierauf erfolgte die Neuwahl des Vorstandes. Es wurden einstimmig wiedergewählt: Bader als erster. K u n a t h als zweiter Vorsitzender. L e s e b e r als erster. I u tz i als ziveiter Schriflsllhrer, T h i e l k e als erster, E» d e r s als zweiter Kassierer»nd W e n g e l s als Beisitzer. Als Revisoren wurden K a» d a l e, Wasewitz und M a tt h i e s gewählt. Nachdem die geschäftlichen Angelegenheiten erledigt waren, hielt Adolf Hofft» an n eine» mit lebhaftem Beifall aufgcnoiinnencn Vortrag. Er schilderte einige Hanptvorgänge ans den auf Ver- ttichlung der Socialdemokratie gerichteten Bestrebniigen der Re- aktionäre und zeigte, daß alle rückschrittlichen Hemmungsversuche imsrer Gegner nicht vermögen, die Socialdemokratie in ihrem Siegeslauf aufzuhalten. lieber die politische Lage sprach am Mittwoch Reichstags- abgeordneter L e d e b o n r in einer zahlreich besuchten Volks- Versammlung im Lokal„Urania", Wrangelstrasse. Der Redner ging zunächst auf die Zollfrage ein, führte den Anwesenden vor Augen, welche ungeheuerliche Verteuerung aller Lebensmittel hier geplant wird, und gab dann eine inleressaute«nd treffende Kritik des Militarismus und Mariiiismus. Seit einiger Zeit seien wiederum im Reichstagsgebäude schematische Darstellungen von Kriegsschiffen ausgestellt und das deute darauf hin, daß der Reichstag für eine neue Flottcuvorlage präpariert werden solle zur Förderung der Wcltpolitik. Wie lorrumpicrcnd diese Weltpolitik wirke, das sei am deutlichsten hervorgetreten in der Debatte und bei der Abstimmung über die beantragte Zimicksendnng der astroiiomischeii Instrumente, die zu einer imsäglicheu Blamage sür die bürgerlichen Parteien geworden seien. Und so zeige sich auch in den Verfolgiuigen der fremdsprachlichen Elemente des Deutschen Reichs, daß uusre herrschenden Klaffen und regierenden Kreise nm nichts bester sind, als die Englands, über deren Verhalten gegenüber den Boeren man sich sittlich entrüstet, und daß sie unter ähnlichen Uiiiständen nicht besser handeln würden. Darum gelte es, diese Wellpolitik aufs äußerste zu bekänipfen, und an diesem Kampf müsse ein jeder teil nehmen.— Der Vertrag wurde mit sehr lebhaftem Beifall auf- genommen. Trotz der Aufforderung des Vorsitzenden meldete sich kein Gegner zum Wort. Zum Schluß forderte der Vorsitzende H a ck e l b u s ch zum Eintritt in den Wahlverein auf.— Tie letzte Vcrsainmlnng der Korbmacher beschäftigte sich mit der Neuwahl der Kommission. Es wurden gewählt: Kummer, Höft, Lingner, Walther und Kasewitz. Die Stellung- nähme zur Maifeier wurde bis zur»ächsten Versammlung vertagt. Der Verband deS technischen Bühnenpersonals hielt seinen ersten Delegiertenlag am 28. März in» Berliner Gewerkschaftshause ab. Ausser dem Centralvorstand waren Vertreter für Berlin 3, Breslau. Hamburg, Magdeburg je einer erschienen. Der nur teil- weise Erfolg des Versuches zur Einfühmug eines regelmässigen Ruhetages hatte die Bühiieuaugeftellleil veranlasst, eine Petition behufs Einführung eines gesetzlichen ivöchcutlicheu öluhelageS an den Reichstag zu senden. Auch die Vereinigung der Bühneuangestellte» Münchens(Mitglied des christlichen Gewerkschaftskartells BalieruS) machte diese Forderung zu der ihrigen. Die Fortschritte der Orga- nisation lassen auslvärlS noch sehr zu wünsche» übrig, was vielleicht viel daran liegt, daß in de» meisten Städte»»nr wenige Bühneuaiigestellte vorhanden sind. In den Zahlstelle» soll darauf mehr Gewicht gelegt werden, daß auch die Hebung des geselligen Verkehrs mehr ins Auge gcfasst wird. Die Augestellteit der königlichen Theater solle» aufgefordert werden, sich ihrerseits auch der ihre Interessen verlreteiideu Organisation anzu- schließen. Beschloffcn wurde eine Erhöhung der Beiträge von 50 auf 60Pfe»iiig monatlich, zahlbar au jedem 1. und 15. im Monat. Anstatt der jetzige» 50 Pfenmg-Marleu werde» 30 Pfennig-Marke» ausgegeben. Ei» Antrag, der die Einführung einer Sterbe-Uulerstiitzuiig bezweckt, wird den eiitzeliieu Filialen zur Berücksichtigung über- wiesen, ebenso ei» Antrag auf Gründimg einer Bibliothek. Ferner wurde beschlossen, alle Eierteljahre einen im Druck erscheinende» Geschäfts- und Silnatioiisbericht durch den Ceutralvorstaud heraus- zugeben, der in genügender Anzahl au die einzelnen Zahlstelle» zu verteilen ist, um so ei» festeres Bindeglied zwischen de» einzelnen Filialen zu schaffen und diesen Material zu Agitationszwecken z» gebe». Die Aemter des Central- und Lokalvorstaudes. ivelche bisher(ausser denen der Kassierer) gemeinsam verwaltet wurden, sollen in Zukunft getrennt werden lvegen Auhänsinig der Arbeiten. Eine Bcfchluss- fassung hierüber soll der Zahlstelle Berlin überlassen bleiben, da nach Z 13 des Statuts dieselbe, weil der Verband dort seinen Sitz hat, die Wahle» des Centralvorstandes vorzunehmen hat. Das Streikroalemcnt wurde mit dem Zusatz zu Z 4„mindestens 6 Monate dem Verbände angehört", auf ein weiteres Jahr angenommen. Mit dem Wunsche, der nächste Verbaudstag möge mindestens die doppelte Anzahl Delegierter versammelt sehen,»nd einem Hoch aus daS Gedeihen des Verbandes schloß der Vorsitzende die Konferenz. Ter Verein der Bauanschläger tagte am Sonntag, 6. April, im GeiverlschaftLhanse. Waldeck Manasse hielt einen mit Beifall aufgenonnnenen Vortrag über„Kirchen, Kasernen und Reaktion", Ter Kassirer brachte sodann den ersten Vierteljahres- vericht. Der Bestand der VcreinSkasse stellt sich hiernach auf 808,31 M. und der der Streikkasse auf 436,73 M. Bemerkenswert hierbei ist, daß die seiner Zeit beim Streik aufgenommenen 5000 M. jetzt vollständig zurückgezahlt sind. Zur Maifeier wurde folgender Antrag fast einstimmig angenommen:„Der Verein beschließt, den I.Mai durch Arbeitsrnhe zu feiern. Diejenige» Kollegen, welche gezlvuiigen sind, zu arbeiten, haben 50 Pf. zur Streikkasse zu zahlen, und wird dafür eine 50 Pfennig-Marke geklebt. Arbeitslose Kollegen erbaltm, sofern sie sich an der Feier beteiligen, eine Mark aus der Kasse." Welcher grösseren Korporation wir uns anschließen, wurde dem Gewerkschaftsdclegierte» überlassen, imd ist dies ans den Bekanntntachmige» der Gewerkschaftskommission zu ersehe». In der iiäckisten Versammlung soll darüber Beschluß gefaßt werde», nnter welchen Bedingniigen Mitglieder wieder aufgenommen werde» können. In der Pcrsammlnng der Graveure und Ciselcure sprach am 8. April Waldeck Manasse über das Thema:„Wie sich die Menschen ihre Götter schufen". Bezüglich der Maifeier ersuchte der Vorsitzende, wo irgend möglich, am 1. Mai die Arbeit ruhe» zu lassen und in der vormittags i»,„Dresdener Garten" stattfindenden Versammlung zu erscheine». Kollege», die arbeiten oder ander Ver- sanimluug nicht leilnehmen, haben eine Maimarke a 1 M. ins Mitgliedsbuch zu kleben. Groft-Lichtcrfeldr. Am 8. April fand hier eine öffentliche Gewerkichaftsversaniinlnug statt, in der Genosse F l e m m i» g über den Bauarbeiterschutz i» Preußen sprach. Zur Annahme gelangte eine Resolution an den Landtag, die eine gesetzliche Regelung der Frage fordert. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde die Gründung eines GewerkschaftSlarlells beschlossen. Spandan. lieber die„Technik der LandtagSwahlen" hielt Genosse Dr. AronS am Donnerstagabend Hierselbst in der General- versaininlniig des„Socialdemokratischen Arbeitervereins" eine» sehr gemeinverständlichen instruktiven Vortrag, den die Versammlung mit Beifall anfnahm. Bei Beginn der Versammlung hatte der überwachende Polizcikommissar die Entfernung der anwesenden Frauen ans der Bersammluiig gefordert. In der Diskussion unterzog darum Genosse R i e g e r das so herrlich beschaffene preußische Aereiiisgeictz. das die Frau von der Erörterung ernster Angelegenheiten ausschließt»nd die Mütter der Vaterlandsverteidiger mit»nniiindigen Kindern und Idioten auf eine Stufe stellt, einer scharfen Kritik. Man müsse sich wirklich schämen ein—„Preuße" zu sein. Dem Vorstandsbericht für das verflossene Quartal entiicbmen wir das Folgende: Die Einnahme betrug(einschließlich des alten Bestandes »nd des Ueberschusics von der Urania) 483.38 M.. die Ausgabe 261,01 M., so daß ein Bestand von 222.01 M. verbleibt. Die Abonnentenzahl des .Vorwärts" stieg von 204 auf 299, die der«Laterne" von 907 auf 1984, die Zahl der Mitglieder von 154 auf 138! Nachdem dem Vorstände Decharge erteilt war, wurde ans den Genossen Schüller, Rndke, Reinert, Knospe, Gryga, Oderwald und Hallecker das diesjährige M a i f e st- K o»i i t e e gebildet. UikkevsrisÄze Nundfihkru. Mryer, Georg. D->» parlamentarische Wahlrecht Nach des Verfassers Tode heraiisaeaeben von Gcora Icllinet Berlin 1S01. Verwj, von O. Häring. VIII. 73S s s rt Prämiiert mit nur geldenen Medaillen. Berlin. Brüssel. Höchst beachteniswert! Beste Herren- und Knaben-Garderoben der Gegenwart in reichster Auswahl nnd in allen Grössen. Z? Billigste und anerkannt reelle Einkauisqnelle Berlins. Prämiiert mit nur goldenen Medaillen. Paris. lielpzlg [3621L* Hie Preise sind streng fest und an Jedem Oegenstand deutlich in Zahlen vermerkt. —. yerpfliohte mich, jeden Artikel in besserer Ausführung und bedeutend billiger zu liefern als die sogenannten Ausverkäufe und Beklamegeschäfte. Anerkannt nur gute Arbeit, eigene i avnkation, elegante fagon, tadelloser oitz. lür Bestellungen nach Mass reichhaltigste Auewahl der neuesten und besten Stoffe aus dem In- und Ausland. Jeder Auftrag wird in kürzester Zeit erledigt. Werkstatt im Hause. Der langjährige gute Huf meiner Firma bürgt für billige und gewissenhafte Bedienung. 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KeilM Ses„Kmillts" Attlim Alksblatt. s°>'M.lS MMZ. Aus dev Fvsurnbemognng. Die Frauen Rixdorfö werden auf die heute, Sonntag, den 13. d. M., nachmittags 6 Uhr, bci Mercier, Steinmetzstr. 113, stattfindende öffentliche Fraueiiversanrmlung oufmerlscun gemacht. Tagesordnung: Warum müssen die Rixdorfer Frauen sicki der socialdemokratischen Partei anschließen?'Uni regen Besuch bittet Herren haben als Gäste Zutritt. Die Vertrauensperson. Ter Verein für Frauen und Mädchen der Arbeitrrklaffe beranstaltet für heute abend 7 Uhr in den Arminhallen ein geselliges Beisammensein. Um zahlreichen Besuch der Mit- glieder'und Gäste bittet Der Vorstand. Tenipclhof. Der Verein für Franc» und Mädchen Schönebergs und Umgegend hält am Montag, den 14. April, abends 8l/z Uhr, eine Wanderversammlung in Tempelhof im Lokale von Adel, Germaniastr. 20. ab, in welcher Herr K a l i s k i über„Die Frau der Zukunft" einen Vortrag halten wird. Gäste. Herren sowie Damen, haben Zutritt. Um rege Beteiligung der Frauen und Mädchen Tempelhofs und Mariendorfs ersucht ...... Der Vorstand. Für den Inhalt der Inserate über» in»» t die Redaktion dem Pülilikilm gegenüber keinerlei Bern»«wort»»g. Cfjcafcv. Sonntag, den 13. April. Freie Volksbühne. Berliner Theater. 9. und 10. Ab- teilung: Wilhelm Tell. Ansang SV. Uhr. Lessing-Theater. 1. Ab- teilung: Die Hoffnung. Anfang SV« Uhr. Obernhans. Carmen. Ans. 7V-Uhr. Montag: Der Ring des Nibe- lungen. Siegfried. Schauspielhaus. König Heinrich der Vierte. Anfang 7Vz Uhr. Montag; Dieselbe Vorstellung. Sie»es Oper»- Theater tKroNf. Das große Licht. Ans. 7»/- Uhr. Montag: Gastspiel des Lessing- Theaters. Flachsmann als Er- zieher. Schiller. DerProbekandidat. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Nathan der Weise. Montag: Mein Leopold. Tentschcs. Der Weg zum Licht. Ansang 7>/z Uhr. Nachm. 2V2 Uhr 1 Rosenmontag. Montag: Es lebe das Leben. Verlincr. Alt-Heidelberg. Anfang 7V- Uhr. Montag: Hebet unsre Kraft (1. Teil.) Lessing. Fremde Mütter. Ansang 7'/- Uhr. Montag: Eleonora Duse-Gastspiel. ?roncosca do. Eimini. lkScste». Gasparone. Ans. I1/, Uhr. Nachmittags zu halben Preisen Undine. Montag(Schüler- Vorstellung): Die weiße Dame. Stesipenz. Einquartierung. Ansang 7-/2 Uhr. Rachut. 3 Uhr: Nora. Montag: Einquartierung. Nencs. Gastspiel des Pariser Ensembles vom Theätre du Palais Royal. Do Dinäon. (Der�Frauenjäger.) Ans. 7>/i Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Seressioiisbnhne. Detlev Lilien» crons Buntes Brettl. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellmtg. E. v. Wolzogeus Buntes Theater (Ueberbrettl). Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Schall und Ranch. Serenissimus- Zwischenspiele. Ansang iü/z Uhr. Nachmittags 3V, Uhr: Vorstellung vor Serenissimus. Montag: Serenissimus- Zwischen- spiele. Central. DaS süße Mädel. Ansang 7Vz Uht. Nachmittags 3 Uhr; Die Puppe. Montag: Das süße Mädel. Thalia. Seine Kleine. Anfang ?>/- Uhr. Nachmittags 3 Uhr: Der liebe Onkel. Montag: Seine Kleine. Luisen. Romeo und Julia. Au- sang 7t/z Uhr. Nachmitags 3 Uhr: Der Hüllen- besitzer Montag: Der Pfarrer von Kirch- seid. Carl Weiss. Hannemann vom Viehhof und: Der kleine Cohn. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Äänscliesel. Montag: Hannemann vom Vieh- Hof und: Der kleine Cohn. Yricdrlch-Wilheliiistadtisches. Berlin, wie es weint und lacht. Ansang 7 t/z Uhr. Nachmittags 3 Uhr: Die Grille. Montag: Berlin, wie es weint und lacht. Vrlle-Blliance. Die Dame aus Tronville. Hieraus: Er. Anfang 7'/, Uhr. Munlag: Dieselbe Vorstellung. Orpheus. Specialitäteii-Vorstellung. Anfang 8 Uyr. Charivart. Täglich Vorstellung. Ansang 7>/, Uhr. ivietropol. Die wahre Liebe ist das nicht. Specialitäteii-Vorstellung. Altsang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo. Lysistrata. Specialitäten- Vorstellung. Ansang 7»/, Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. -P» singe- Panoptikni». Sprciali- . iäten-Vorstelliing. Pgfnst. Spccialilälen-Vorsiellinig. Eine Nacht iiu Ballhaus. Ansang 7 Uhr. Mmung: Dieselbe Vorstellung. Easiuo-Theater. Berlin auf Stelzen. Specialitäteii- Vorstellung. An- sang?V- Uhr. Nachmittags 4 Uhr: Dicustbote. Specialttäteii. Weihnachteii. Monlag: Berlin aus Stelzen.— Specialitäten- Vorstellung. Rcichshnlten. Steltiner Sänger. Ansang 7 Uht. Pasing-- Theater. Specialitäten- Vvrstellting. Altsang nachmittags 3 Uhr. Urania. Tanbeustr. 4« 4».(Im Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Frühlliigslage an der Riviera. Montag: Dieselbe Vorstellung. Jnpalidensirnsse S7/VL. Täglich: Sternwarte. LlhillkrÄitiittl' (Walliicr-Theatcr). So n ntagnach mittag 3 Uhr: Alstlmn der Weise. Dramatisches Gedicht in 5 Aufzügen von Gotth. Ephr. Lessing. Sonntagabend 8 Uhr: ver Probeknndidat. Schauspiel in 4 Aufzügen von Max Dreyer. Montagabend 8 Uhr: Hein Leopold. Diens tagabend 8 Uhr: Hein Leopold. Thalia-Theater. Dresdenerstrasse 7X/73. Heute und folgende Tage 7»/, Uhr: Seine Kleine. Gr.Ausst.-Poffe m. Ges. u.Tanz in 3 Akt. „lladp Slo nicht den kleinen Cohn geseh'n?" Sonntagiiachniittag 3 Uhr, N. Preise: Ter liebe Onkel. Dienstag, IS. April, abends 7 Uhr: WohlthSttgkcits-VorsteNung für 4nneBSckere, Seine Kleine. Hierauf Grosses Künstler-Cabaret. farl Weiss-Theater. Grosse F» anksnrtcrstr. 132. Nachm. 3 Uhr. Kl. Preise. Parkett«0 Pf. Gänscliescl. Romantisches Schauspiel in 5 Alien nach dein berühmten Roman von Nataly von Eschstruth. Abends 8 Uhr: Hllitttemn vom Mhhos und: Der kloiuc Cohn. Große Berliner AusstattungSposse mit Ges. in S Bildern von Ernst Nitterfcld. Musit von Albert Wicher. Morgen u. folgende Tage: Hanne- mann und der kleine Cohn. Belle-Alljaace'Tlieater. Heute zum 109. Mal: Die Dame ilus TrollM. Schwank mit Gesang u. Tanz in 3 Akt. Emil Sondermann. Ferd. Wörme. Mizzi Birkner. Rosa Marten. Hierauf:„Cr". Pariser LebenS- bild in 1 Akt. itdele Hartwig a G. Leopold Thumer a G. Ansang 71/2 Uhr. Morgen: Die- selbe Borstellüng._ Schall und Rauch (Kleines Theater) Unter den Linden 44. Sonntag, 13. April, naejim. 3�/, Uhr, bei über d. Hälfte ermäss. Preisen: Vorstellung vor Serenieelmue. Abends 8 Uhr: Gastspiel von Emannel Reicher. Sereinssinms-Zwiselienspiele Crvtrlll Tilkllter. Heute, Sonntagnachmittag 3 Uhr, halbe Preis«, in erster Besetzung, zum 209. Mal: Die Duppe. Operette in 3 Alten von Maurice Ordenneau. Musik von Ed. Audran. Abends 7»/, Uhr, zum 116. Mal: DAS sü�e Windel. Operette in 3 Akten von Landsberg und Stein. Musik von Reinhardt. Morgen und folgende Tage 7'/, Uhr: Das ffisie Mädel. Puhlmanus Vaiideville-Theater. Inhaber: Wilhelm Fröbel. Schünhaneer-ällee 148. Heute Sonntag:"ME Großer Kall. NM" Vomnzieijpv! Am 18. Mai(1. Pfingstfeiertag): Eröffnung der Sommer-Spielzett unter der neuen Firma: Rödels„/illepIei-Hiestel"'. Auftrete» des erstklassigen Schauspiel- nnd Specialitäten- Personals. Alles Nähere wätere Anzeigen. Den geehrten Vereinen, Gesellschaften, Versnmniliingen zc. stehen iiieine gesamten Räume zu soliden Bedingungen jederzeit zur Versügung. l85ld Wilhelm Fröbel. UsiiUs Konzerttiallen. An der Spandauer Brücke 3. Grösst. 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Schlager: Berlin sei ruhig, schrei- hurra I Der kleine Cohn, der kleine Cohn, Der kleine Cohn ist da! 16 erstklassige Nummern. * lelropol-flißatfir Emil Thomas a. G. Henry Bender Josef Joseph! Zum 14. Hai: Die wahre Liebe ist das nicht. Grosso Posse mit Gesang u. Tanz in 4 Bildern von Horst u. Stein, bearbeitet von Julius Freund, Musik von Victor Holländer. Anfang l/ß Uhr. Rauchen überall gestattet. Dienstag, den 15. April. Zum ertenmal: Unsre Don Jaans Grosse Posse mit Gesang u. Tanz in 4 Akten von Leon Treptow. W. Noacks Theater. B>»»nenürabe 16. Die Grille. Ländliches Charakterbild in 7 Bildern von Charlotte Birch-Pfciffer. Heute: Lan�ränzotisii. Montag: Lamm und Löwe. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Ansang Wochcnt. 8 Uht SonntagS 7 Uhr. Casino- Theater Lothringerstr. 37. Gastspiel Antonie Agoston in „Berliv ait| Stchen" it. Urkomisch! Sensationell! Anfang Wochcnt. 8, Sonntags?>/, Uhr. Sonntagnachm. 4 Uhr: Dienstbote. Specialitäten.— Weihnachten. 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Am Freitag, den 11. ds. Mts. starb unser langjähriges Mitglied, der Schuhmacher Neinhold Wittwer. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung ftndet am Diens- tag, den 15. ds. Mts., nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des KranlenhauscS Friedrichs Hain nach Wilhelmsberg statt. Um zahlreichen Besuch bittet 242/17 Der Borstaud. ! treiilhMerWMWr. Todes-Anzeige. Am Freitag, de» 11. ds. Mts. ver- starb nach längcrem Krankenlager imser langjähriges Mitglied Reiubolll Wittwer im Alter von 27 Jahren. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am DtenS- tag, den 15. dS., nachm. 4 Uhr, vom Krankeuhaus Friedrichshain aus nach Wilhelmsberg statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Central-Verein aller in der Hntbranche beschäftigten Arbeiter nnd Arbeiterinnen. (Filiale Berlin.) Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied 192lb Joh. mandrlck am Freitag verstorben ist. Die Be- erdigung stndet Sonntag, den 13. April, nachmittags 4 Uhr, vom Hedwigs- Krankenhause, Große Hamburgerstraßc, aus nach dem katholischen Friedhofe in der Liesciistraßc statt. Um rege Beteiligung ersucht der Vorstand. Danksagung. Am Grabe persönlich durch Krank- hcit verhindert, im Namen der Hjuter- bliebenen meinen Dank ab- zustatten, sage allen lieben Leid- wagenden ftir die Beweise herzlicher Teilnahme und herrlichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meiner guten, braven Frau, liebenden Mutter n. Schwiegermutter Angcia HolT- mann geb. Sroka, aus diesem Wege meinen herzlichen Dank. 18S2b Berlin, den 11. April 1902. Im Namen der Hinterbliebenen Karl Hoffmann. Dankisat agang. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau sage ich allen meinen herzlichen Dank. Eduard Röhr. Danksagnng. Hiermit sage ich allen Freunden, Bekannten, sowie den Kollegen herz- lichen Dank für die Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Stockarbeiters Paul Lehme»». 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