Ar. 89. Abonnements- Bedingungen: Abonnement!-Preis pränumerando: Pisrleljährl. Z,Z0 Mb, monatl. I.IllM!., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Simelne Nummer S Pfg. Sonntags- Nummer mir>l!»nr>m-r Sonntags- Weilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: l,1v Marl pr' Monat, Singelragen in der Pol»- Zeinmgz- Preisliste für 1002 unter Er. 7878. Unter Kreuzband für Deutfchland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Er>cheini täglich«ister Donlag«. Berliner Volksblnit. 19. JalM. Die Iiiseitioils-Gebllyr beträgt für die sechSgefpaltene Lolonsl» zeile oder deren Raum iO Pfg.. für politische und geiverlschaftlicho Vereins- und BerfammlungS- Anzeigen 20 Pfg. „Kielne Zinseigen" jedes Wort 5 Pfg. (nur das erste Wort fett). Inserats für die nächste Nuinmer muffen bis i Uhr nachmittags in derExped ition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen biS 7 Uhr abends, an Sonn- und Festlagen bis ö Uhr vormittags geö ffnel. Telegramm-Adresse- «Eorlaldrmokrai Berlin" Csntrawrgan der sorialdemokratiMen Partei Deutschlands. Kedahtion: SW. 19, Beukh-Strahe 2. Fernsprecher: Zlint I Nr. li»08. Don»»erstag, de» 17. April 1003. Expedition: sw. 19, Beullz- Strafe 3. Fernsprecher: Slnit\, Nr. ßiSl. An die Arbeiter aller Länder. Im letzten Jahre appellierten wir an die internationale Solidarität zu Gunsten des gegen den Absolutismus kämpfen- den russischen Proletariats. Heute ist auf der andern Seite des Kontinents der Kamps zwischen Socialismus und Reaktion entbrannt. Seit Jahren arbeitet die belgische Arbeiterpartei an der Erringung des allgemeinen Wahlrechts und an der Bescitignng des Pluralsystems, welches den Reichen 3 Stimmen und den Armen 1 Stintme giebt und dadurch bei allen Wahlen die Erwürgung der Arbeiterklasse durch die Klasse der Reichen ermöglicht. Nachdem wir alle Propagandamittel angewandt, nachdem wir alle möglichen Aktionsmittel vergeblich versucht, haben die belgischen Arbeiter beschlossen, zum letzten Mittel zu greifen, zur letzten legalen Waffe, die ihnen bleibt, zum Generalstreik. Gleich am ersten Tag haben 100000 Mann die Arbeit niedergelegt, morgen wird sich die Zahl verdoppeln. Die in den großen industriellen Centren begonnene Bewegung ver- breitet sich über das ganze Land, und die terroristischen Maß- nahmen der Regierung, welche auf die Arbeiter zu schießen befahl, sind an der Kaltblütigkeit und Energie der Arbeiter- klasse gescheitert. Ueberzeugt von ihren Rechten, hat sie das unerschütterliche Vertrauen, ihre Rechte siegen zu sehen. Aber es sind Opfer.erforderlich, die Aermstcn unter den Streikenden zu unterstützen. Unter diesen Uniständen appellieren wir an die Arbeiter und Organi- sationen aller Länder. die belgischen Socialisten materiell und moralisch zu unter st ützen! Wir zählen hauptsächlich ans die Gewerkschaften der Nachbarländer. Sie werden Anstalten zu treffen wissen, den Streik für das allgemeine Wahlrecht zum Siege zu führen. D e w i n n e, Parteisekretär. Vandervelde, Anseele, Servy für das intcr-, nationale Bureau. Schutz der nationale« Arbeit! ... Und tansend Kinder siehst du stehen, die still oil einein Stücke drehe», früh nlt vor Hunger und Gevrest, nnd siehst die Niiter sich erheben, alle, die hätzlich niüssen leben, damit es Schönheit löune geben... R. Tehmel. Jetzt, da die deutsche Rcichsregiernng mit ihrem Gesetz- entwurf zur Einschränkung der Kinderarbeit es versucht, neben dem vervollkommneten Schutze der heiniischen Viehzucht auch etwas zur Verteidigung der menschlichen Generation zu unter- nehmen, darf die Stinune eines Mannes nicht ungehört ver- hallen, der sich auf dem Gebiete des Kindcrschutzes sehr bedeutende Verdienste erworben hat. Es ist von dem Rix- dorfer Lehrer Konrad A g a h d die Rede, dessen litterarisches Wirken erst unlängst in diesen Blättern verdiente Anerken- nung gefunden hat*) und der eben jetzt wieder ein Buch über die Ausnutzung der kindlichen Arbeitskraft erscheinen läßt.") Die Erhebungen des Deutschen Lehrervereins und einer Reihe statistischen Aemter über den Umfang der Kinder- arbeit fiildet man hier gewisseilhaft zusammengestellt. Der amtliche Bericht hat bekanntlich die Zahl der erwerbsthätigen unter den schulpflichtigen Kindern auf 6,53 Proz. angegeben. DieserDurchschnittwillwenig besagen, wenn durch die Erhebungen der Lehrer festgestellt wurde, daß die Großstädte mit 10 bis 13 Proz. erwerbsthätiger Knaben und 6—9 Proz. erwerbs- thätiger Mädchen belastet sind. Viel schlimmer aber steht es noch in den ausgesprochenen Industriestädten, wo 30 bis 30 Proz. der Kinder erwerbsthätig sind, und ani aller- schlimmsten in den Jndnstriedörfern. wo gar bis 80 Proz. aller schulpflichtigen Kinder an den Pflug der Erwerbsarbeit geschirrt sind. Diese Kinder verladen Erze, klopfen und schleifen Steine. brennen Kalk, niahlen Gips. Sie tragen Ziegel, glasieren Thon, formen Porzellan, schneiden Glas. Sie fertigen Uhr- ketten an, klöppeln Spitzen, malen Zinnsoldaten und stanzen Knöpfe. In der Eisengießerei sind sie mit Kernmachen, Brechen und Forincil beschäftigt. Sie schanzen in Blech- Warenfabriken, hämmern Nägel, schmieden Klingen und hauen Feilen. Tausende sind mit Ührmacherarbeiten und in Musik- instrumentenfabriken beschäftigt, zehn- und Hunderttausende in Spinnereien, Webereien. Stickereien, Wirkereien, in Häkeleien, Stickereien und Posamentenfabriken. Der Papiermachefabrikant •) Siehe Nr. 87 d. Bl. K o n r a d A g a h d. Kinderarbeit und Gesetz gegen die NnSnutznng kindlicher Arbeitskraft in Deutschland.(Unter Be- rücksichtigung der Gesetzgebung des Auslandes>>nd der Beschäftigung der Kinder in der Landivirlschaft.j Jena, Gustav Fischer. 1902. will sie ebenso wenig entbehren wie der Gerber. Andre der- fertigen Spielwaren aus Leder, andre sind in der Holz- indnstrie thätig. Wieder andre drehen Hornknöpfe, binden Besen und Bürsten, machen Cigarren und helfen beini Schneidern. Sie flechten, putzen und schleißen Federn, schneiden und enthaaren, nähen und beizen Felle, sie machen Handschuhe, nähen Korsetts, sie helfen dem Schuster wie dem Maurer. Sie tünchen Wände und mahlen Farben. Es sind im ganzen 306 323 kleine Geschöpfe, die nach den amtlichen Erhebungen vom Jahre 1898 in der Industrie be- schäftigt sind. Weitere 16 576(?) arbeiten im Handel, 1376 im Verkehr, 12 748 in der Gastwirtschaft. 42 837 tragen Back- waren, 45 603 Zeitungen aus. 35 909 sind schließlich als Laufjungen oder Laufmädchen beschäftigt. In lvelchcm Alter stehen nun die beschäftigten Kinder? In Charlottenburg giebt es vier- bis sechsjährige Knaben und Mädchen, die erwerbsthätig sind! Die Haupt- masse der arbeitenden Kinder verteilt sich ans das Alter von 8— 11 Jähren. In Dresden ist jeder zehnte achtjährige Knabe schon ein Arbeiter. Im Jndustrie-Orte Schmölln arbeitet jedes dritte achtjährige Mädchen und jeder fünfte siebenjährige Knabe! Man muß sich mit der Auswahl einiger Beispiele begnügen, weil die amtlichen Berichte über das Alter der erwerbsthätigen Kinder unzuverlässige Schön- Malereien sind. Im Sonnebcrger Bezirk wird vor Weihnachten oft die ganze Nacht durchgearbeitet. In Sachsen-Kobnrg-Gotha dauert die Arbeit 7—10 Stunden, in Reuß ä. L. arbeiten die Kegel- jungen vielfach bis 2 und 3 Uhr morgens. In Hamburg arbeiten 810 Kinder bis nach 8 Uhr. 150 davon bis Mitter- nacht. Für andre heißt es wieder früh aufstehen! In Char- lottenburg arbeiten 20 kleine Frühstücksträger— im Winter! — schon vor 4 Uhr morgens, und weitere 175 beginnen zwischen 4 und 6 Uhr. Man fand dabei in Charlottenburg 12 stündige, in Chemnitz 13 stündige Arbeitszeiten. Der Leser, der uns bisher durch diese erschütternde Tra- gödie der Zahlen gefolgt ist, mag selbst berechnen, wie viel Zeit diesen Kindern, die— nebenbei doch auch ihrer Schulpflicht genügen sollen, zum Schlafen übrig bleibt. Er mag selbst ermessen, eine wie ungeheure Menge an jugend- lichen entwicklungs bedürftigen Kräften alljährlich der kapita- listischen Ausbeutung zum Opfer fällt; er mag auch die Ur- fache selbst ergründen, warum die Statistik der Schulausweise so viele„schlimme" nnd„faule" Kinder zählt. In Hannover beispielsweise bleibt fast die Hälfte der erlverbsthätigen Kinder in ihren Schulleistungen unter normal. Wie lohnt es nun das Kapital den Proletariern, daß sie ihm ihre Kinder geben? In Chemnitz verdienen die kleinen Arbeiter je nach Alter und Geschlecht 0,42 bis 2,03 Mark wöchentlich. In Hannover verdient ein Schüler im Jahre durchschnittlich 62 Mark. Summen, die in einer Nacht von manchen Einzelnen verspielt, verspeist, vertrunken werden, sind der Lohn, der für die schwere Schädigung, ja fast sichere Vernichtung eines knospenden Menschenlebens gezahlt wird. Kindcrfleisch ist billig. Daraus erklärt es sich ja auch, daß in Charlottenburg einzelne Unternehmer bis 37 Kinder beschästigeu, und daß in Berlin, indes 75 000 Erwachsene arbeitslos feiern müssen, 20 000 Kinder rastlos auf den Beinen sind. Wahrlich, eine gesegnete Ordnung. Es ist erlaubt, über diese Zustände die Hände über dem Kopfe zusammenzuschlagen, und die Regierungen haben>vohl selbst ein statistisches Talglichtchen angezündet, um über diese finsteren Abgründe des entsetzlichsten Jammers einige Dämnierhelle zu verbreiten. Aber auch dieses Licht erlöscht, wenn wir uns auf unsrer Höllenwanderung den geheiligten Gebieten der Landwirtschaft nähern. Es sind 135 125 Kinder, die hier in Frage kommen, so behauptet die unzu- verlässige Berufs- und Gewerbezählung voin Jahre 1895; über alle näheren Umstände verweigert der amtliche Statistiker die Auskunft. Es ist darum besonders hoch- zuschätzen, daß der Deutsche Lehrerverein seine mutigen Forschungsreisen durch das dunkelste Deutschland auch auf diese gefährlichen Gegenden erstreckt hat. Dabei geht freilich oft der Pfad verloren. So hält es die Mehrzahl der pommerschen Lehrer nicht für geraten, An- gaben über die Arbeitsverhältnisse auf den Gütern zu machen. Es wurden in Pommern 10797 Kinder in die Untersuchung einbezogen, davon 30 Proz. erwerbsthätig. Sie wurden zun�Hüten von Vieh, zu Torf- und Gartenarbeit, zur Kartoffel- ernte, zum Kornhacken, zur Heu- und Kornernte, zur Rübenarbeit, zur Forst- und Tabakkultur und als Jagdtreiber verwendet. Der Tagelohn schwankt zwischen 1 M. und— 15 Pf.! In Mecklenburg werden jährlich etwa die Hälfte der Landschulkinder zur Arbeit vom Unterricht dispensiert. Aehn- liche Schulbefreiungen werden in 22 der 28 mecklenburgischen Städte erteilt. Auch in Preußen werden bekanntlich Schul- befreiungen, wenn auch in geringerem Umfange, vorgenommen. In Baden mnd Württemberg werden alljährlich Kinder- Märkte abgehalten. In geschlossenen Transporten werden Knaben und Mädchen aus Tirol ins Land eingeführt. Das Stück zahlt man mit 8— 20 Gulden. Aber Vieh darf nicht ins Land, erfordert der„Schutz der nationalen Arbeit". Selbst die königlich preußische Forstverwal- t u n g beschäftigt(in Könitz) Kinder bei Waldarbeiten. Die Kinder werden behufs Eintritts in den Dienst des Vater« landes— vom Lernen dispensiert. Unser Gewährsmann findet diese auf Zeitungsmeldungen beruhende Nachricht un- glaubwürdig und erfährt von einem höheren Forstbeamten: Nach Verfügungen vom 27. November 1832 und 3. Januar 1336 sollen schulpflichtige Kinder nicht mit Gefängnis bestraft werden, sondern nach§ 14 des Forstdiebstahl-Gesetzcs mit Forst- Strafarbelte», und diese Strafarbeiten werden in die Ferien verlegt. Ein überaus praktisches Verfahren zur gleichzeitigen Besserung der jugendlichen Missethäter und der Staats- finanzen. Ist die landwirtschaftliche Berufsarbeit der Schulkinder gesundheitsschädlich? Auch über diesen Punkt lauten die Gutachten meist recht vorsichtig. Immerhin schreibt Sanitäts- rat H e y n a ch e r- Graudenz über die Hütejungen: „Thatsächlich sind mir nnd andren Kollegen gerade die Hüte- jungen, die sich noch zur Wiederimpfung einstellen müssen, durch ihre elende, körperliche Entivicklung aufgefallen, so dost ich in den meisten Fällen hierdurch allein solch' ein schon dienendes Kind erkennen konnte, während die Mädchen in demselben Alter viel kräftiger ivaren. Uebrigcns sind nicht nur die Aerzte, sondern auch alle Lehrer und vor allein auch alle Lokalschiilinspektoren, die ich gesprochen, durchaus gegen diese Art der Beschäftigung wenig entwickeller Kinder, die inindestens vorher zu untersuchen wären, ob sie einer solchen Beschäftigung, wie sie ihnen nieist infolge des Arbeitermangels zufällt, körperlich ge- lvachsen sind." Um so reicheres Material ist über die sittliche Verwahr- losung zusammengetragen worden, der die arbeitenden Kinder in der Landwirtschaft, besonders wieder als Viehhüter aus- gesetzt sind. Die Kinder schlafen mit dem erwachsenen Ge- finde in denselben Räumen. Ueber die Verrohung der Hüte- kinder wird viel geklagt. Die kürzlich konfirmierten Hüte- mädchen in Mecklenburg geben sich zum größten Teil rück- haltlos preis. Sittlichkeit auf dem Lande! Mehr noch als in der Stadt leidet hier die geistige Ausbildung der Kinder durch die frühzeitige körper- liche Arbeit. Zwar weiß man, daß ein guter Teil des landwirtschaftlichen Notstandes, soweit er wirklich Bauern trifft, durch Unwissenheit und geistiges Ungeschick ver- schuldet ist— trotzdem hört man die berufenen Vertreter der Landwirtschaft in den Parlamenten, die Junker, alltäglich gegen Lehrer, Schule und Uebermaß des Unterrichts zetern, trotzdem zerstört man durch körperliche Ueberarbeit und geistige Unterernährung die hoffnungsvollen Keime der Jugend. Die berufenen Vertreter der Landwirtschaft wollen keine freien und wirtschaftlich selbständige Bauern erziehen, sondern billige Arbeitstiere für ihre Güter züchten. Unsre Heimatspolitiker lieben es, sich auf Friedrich List zu berufen. Wollten sie es aber mit seiner Theorie von der Vermehrung der produktiven Kräfte ernst nehmen, so dürften sie nicht mit den besten kräftigen Produktivkräften der Gesell- schaft, der werdenden Generation, so schonungslos Raubbau treiben. Sie werden sich hüten, ein zu junges Pferd einzu- schirren oder in das junge Korn das Vieh zu treiben. Die Verwüstung menschlicher Zukunft aber kostet sie nichts— bis zu dem Tage, an dem das Volk mit ihnen Abrechnung hält und vor dem Gericht der Weltgeschichte Sühne für seine Leiden fordert.__ Der organisierte Kanipf. Die Proklamation der Parti Ouvricr an das Volk hat folgenden Wortlaut: „Man massakriert in Brüssel! Man massakriert in der Provinz I Die Regierung ist ohnmächtig, die Bewegung für das allgemeine Wahlrecht aufzuhalten. Sie versucht, sie durch den Schrecken zu unterdrücken; sie im Blnte zn ersticken. Kameraden! Arbeiterl Fällt nicht in die Falle, die die Reaktion Euch gestellt. Gebt unfern Feinden nicht den Anlaß, den sie suchen zu einer blutigen Unterdrückung. Wir verlangen dringend, mehr denn jemals, kaltblütig und ruhig zn bleiben. Wir appellieren an Eure Energie und Opferfreudigkeit. Die Woche der Revision ist eröffnet. Der entscheidende Kampf lvird Mittwoch, den 16. April, beginnen. Möge sich Brüssel erheben! Die ganze Provinz wird sich morgen erheben, ans die blutigen und nichtsivürdigen Brutalitäten der Gendarmen und Polizisten wird die Arbeiterklasse antworten, indem sie mit Ruhe und Stärke ihre einzige loyale Waffe handhabt, den Generalstreik. Mitbürger der Bourgeoisie! Wir verlangen nur Eins: die Beseitigung der Wahlrechts- Privilegien, die permanent die Arbeiterklasse degradieren. Wir haben geschworen, die politische Gleichheit zu erringen. Vereinigen Sie sich mit dem Proletariat zur Verteidigung dieser gerechten Sache! Die Stunde ist gekommen, den Schwur von St. Gilles zu ver- wirklichen. Erhebt Euch alle für dnS allgemeine Wahlrecht!— »*'. * — m. Brüssel, DienStag, 13. April. Das Signal zum General- st r e i k wurde vom belgischen Proletariat mit einem Gefühl der Erleichterimg begrüßt. Die Unsicherheit der letzten Tage, der voll- ommene Mmigel einer Kampfeslosung, cineS SchlnqworteS un edelsten Sinne dieses Ausdrucks, hntte die Straste dex anonymen lind direkiionslosen Menge ausgeliefert, die die Bewegung zu kompromittieren drohte und doch im Grunde genommen alle Sympathien auf ihrer Seite hatte, sobald die cxcessive Brutalität der Polizei neue Opfer forderte. Diese Unsicherheit und beständige Aufregung machte die Massen nervös, trieb sie vom hellsten Opti miSmus dieser Stunde in den schwärzesten Pessimismus der nächsten hinein. Die Ereignisse tiberholtcn die Weisungen der Führer, die nicht vor Montag, ja Mittivoch loszuschlagen rieten. AuS der Mitte der Arbeiterschaft heraus kam dann das befreiende Wort, die befreiende That des Beginns des allgemeinen Streiks. Diese Maßregel ist in Belgien seit langer Zeit diskutiert worden, aber jetzt wurde sie nicht von oben herab kommandiert, sondern von der Arbeiterschaft ge- fordert. Die Spontaneität ist das bedeutendste Merkmal dieses Drills; daß man in Charleroi. in Lüttich, iin Borinagc, in den Centrcn der Industrie und der organisierten Arbeiterschaft der selbst- gegebenen Losung folgen werde, war schließlich zu erwarten; aber wichtiger ist, daß auch in den kleinen, von der Propaganda kaum berührten Orten, besonders in den viamischen Landesteilen, die Be- wegnng spontan losgebrochen ist. Man schätzt an diesen Mengen die Zahl der Streikenden aus mindestens 120(XX), andre Zehntansende werden im Laufe dcS Tages und am Mittwoch sicher folgen. Nie zuvor, selbst nicht in den Tagen, als man das Ministerium Vnndenpeereboo», durch eine Bolksbewegnilg stürzte, herrschte ein solcher Elan in der Masse. Die klerikale Herrschaft, die einen durch Erneuten gemilderten Parteiabsolutismus etabliert halte, ist reif zum Fall,— und sie wird fallen,»nag das Ministerium auch noch so heftig und polternd be- tonen, daß es niemals„der Straße' Konzessionen machen»verde. In Belgien sind zur Zeit alle Bedingungen gegeben, die einem Generalstreik den Erfolg sichern können: das kleine, dichtbevölkerte und niit vorzüglichen KomnmnikatioiiSmitteln versehene Land er möglicht den unmittelbaren Kontakt der verschiedenen Arbeiter gruppen, erleichtert die centrale Leitung; die tiefe Erbitterung über jahrzehntelang erlittenes Unrecht schafft eine erhöhte Solidarität; die versöhnliche Haltung der liberalen Unternehiner, die vielfach offen mit den streikenden Arbeitem syinpathisieren, erleichtert die Bcr- ständignng in den Werkstälten; die Wut über die Brutalität der provozierende» Polizei verstärkt die politischen Instinkte, die Massen- belvegnng reißt auch die Lauen niit fort: kurz,„jetzt oder nie' ist die Meinung des ganzen arbeitenden Volkes. Dazu kommt noch die allgemeine,»venu auch vermutlich nicht ganz gerechtfertigte Meldung, daß das Militär nicht schießen»verde,»venu es von uenein zu Zusammenstößen kommen sollte. In den Bersaminlungen am Montagabend, die alle überfüllt waren,»vurde von allen Rednern betont, daß mau in voller Ruhe und in durchaus gesetzmäßiger Weise vorgehen»volle; die Zeit der»in- organisierten Scharmützel ist vorüber, die Kinderkrankheiten dieser B e>v e g n n g sind ii b e r>v n n d e»r. Aber aus der Menge heraus»vurde überall betont, daß»nan, sollte die verblendete Regierung nicht»achgeben, zum Aeußersten entschlossen sei. In den Provinzstädten ist es gestern abend zum Teil sehr blutig zugegangen. Die Einzelheiten hier aufzuzählen, hat keinen Wert, da der Charakter dieser Ereignisse bei der Schilderung der Brüsseler Bor- gänge bereits gekennzeichnet»vurde. Ein vläinisches liberales Blatt verkündete heule»norgcn, daß der König seine B ereitwilligkeit zun» Nachgeben bekundet habe. Aber der Mangel jeder zuverlässigen Nachricht ist sehr sonder- bar: nicht einmal die Regiernngsorgane enthalten die geringste An- dcntung über die endgültigen Absichten des„Landesvaters'. Als geriebener Geschäftsmann weiß er die Bedeutung dcS Generalstreiks wohl zu würdigen; aber sein starrer Konscrvativisinns läßt ihn an dem klerikalen Ministerium noch immer festhalten, obschon er selbst nichts weniger als klerikal ist. In den Straßen der Stadt Brüssel sieht man zur Zeit neben zahlreichen Soldaten viele Streikende. Die Bürgenvehr hat heute von 12 Uhr ab Dienst. Specialausgaben der Zeitungen überstürze» sich und»verde» von den CamelotS mit fürchterlichem Geschrei feil- geboten. Unser Parteiorgan„De Peuplc' hat zur Zeit seine Auflage vervierfacht und erscheint dreimal am Tage; in allen Cafös sieht»nan ihn in den Händen der Bourgeoisie, die besonders die Streiknachrichlcn und die zahlreichen, durchaus authentischen Briefe aus den Kasernen eifrig diskutiert. Der Generalstreik perfekt. Frankfurt a. M.. 16. April.(B. H.) Nach einein Tele- gramm der„Franks. Ztg." aus Brüssel streiken laut Polizei- b e r i ch t in der Hauptstadt 8V Proz. aller Arbeiter. Brüssel, 16. April.(W. T. B.) AuS Anlaß der heute in der Repräsentantenkaininer stattfindenden Beratung der Vorlage be- treffend die Revision der Verfassung sind»och strengere Maß- regeln zur Aufrechterhalt n ng der Ruhe getroffen »vorden, als an den vorhergegangenen Tagen. In Brüssel solvie in den Vorstädten nnd in Charleroi ist die letzte Nacht ruhig verlaufen. Heute f r ü h i st der Ausstand f a st allgemein; die Zahl der Ausständigen beträgt mehr alö «o 000. Brüssel, 16. April.(23. T. B.) Die Zahl der Ausständige» in den Hauptgebieten der Großindustrie»viro»vie folgt geschätzt: Charleroi 30 000 Mann, Bassin du c e n t r e 25 000 bis 30 000 Man». Borina ge 25 000 Man». L ü t t i ch 30 000 Mann, V e r v i e r s 8000 Mann. Ein Telegramm unseres ständigen Brüsseler Korrespondenten vom Mittivochmorgen schätzt die Zahl der Ausständigen auf 200 000, doch spreche»! bereits bürgerliche Meldungen von einer Viertel- Million. Brüssel, 16. April.v e n d i g k e i t des Zusammengehe n s der Bourgeoisie und des Proletariats. Die Bourgeoisie müsse begreifen, daß an den Geivaltthaten in der letzten Woche nicht die Arbeiterschaft schuld trage, sondern die Regierung und die Gendarmen. Wie»väre es sonst möglich. daß fast alle Wunden in» Rücken empfangen seien. Redner bedauert die Ablvesenßeit der berufenen liberalen Führer in den Arbeiterversammdlngen.— D e l p o r t e betont, daß das Proletariat allgemein das Stimmrecht verlange, damit endlich die Aera socialerReformen in Belgien beginnen könne.— Bandervelde, von stürmischer Begeisterung begrüßt, erklärt: Wir fordern eine Reform,»velchc in DeutsÄland ei>> Mann, der gelviß kein Socialist»var, freiivillig durchgeführt habe, und»vir»verde» siegen I Seit heute ist die Lage der von 1899 ähnlich geworden. Damals habe das Ge- »vitter eines Abends emschieden, diesmal»verde das Un- »vetter länger dauern. Der Ministerpräsident habe heute er- klärt, die Auslösung der Kammer sei nicht Sache des Ministeriums, sondern des Königs. Damit habe er den allen konstitutiv« nellen Grundsatz verlassen: lo roi regne et ne gouveme ein. Die Entscheidung liege nun bei Leopold von Coburg; er vermöge der Rechten»vie der Linken die Auflösung anfzuzlvingen. Wir haben vorläufig dazu nichts zu sagen;»vir haben unser Mni'idat von den Arbeitem, und der Generalrat der Partei»nüßte sich ge- gebcnenfallS aussprechen. Die eingetretene Besserung der par lamentarischen Lage verlange eine doppelte Energie der Streikbetvegnng. Sie»nüsse ruhig, würdig und legal bleiben. Die Regierung muß keinen Vorivand zu Hetzereien haben. Zum Schluß Ivendct sich Redner an die Bourgeoisie, welche durch die Unordnungen tief erschreckt»vordei»»väre. Aber je größer eine B e »vegung sei. um so rnhigersei sie. Auch der Gießbach brülle, der Strom aber fließe ruhig und majestätisch zun, Meere Redner fordert die AiNvcsenden auf, zu Ehren der Toten deS allgemeinen Stimmrechts das Haupt zu eut- b l ö ß e n. Gleichzeitig aber mahne er alle, der christlichen Lehre eingedenk zu sein: Du sollst nicht töten I Die? sei den, Volk und den Soldaten gesagt. Aus alle», Städten käme die Kunde, daß diese Mahnung der socialistischen Frauen auf die Soldaten einen tiefen Eindruck gemacht habe. Die »vahrcn A n s st ä n d i s ch e n gegen die Mehrheil der Bevölkerung seien die Machthaber. Wenn die Bourgeoisie sich uns anschließt und unsre Streikbelvegung mit Geld unterstützt,»vird sofort Be- ruhig, tna eintreten. Vorivärls! ruft Bandervelde, zum Siege des allgemeinen Stimmrechts! Die Menge schwenkt begeistert die Hüte und trennt sich dann ruhig und»vürdig. Brüssel, 16. April.,. politische Meberfichk. Berlin, de» 16. April. ES wird fortgewurstelt. Am Schluß der ZollkonimissionS-Sitzniig nahm am Mittivoch Genosse Bebel die Gelegenheit»vahr, die Mehrheit und die Re- giernng zu zivingen, Farbe über ihr ziveidentiges Spiel zu bekennen. Bebel meinte,»venu die Mehrheit der Zollkoininission fortivährend die Posilioncn ins Ungeheuerliche erhöhte und die Regierung die beschlossenen Zollsätze für uiiannehinbar erklärte, so hätte die Weiter- beralnng keinen Sinn. Wenigstens sollte man, um Klarheit zu schaffen, die bisher beratenen Zollsätze gleich in ziveiter Lesung be- raten. Der Abgeordnete Heim, der Tags zuvor eine ähnliche Meinung, allerdings platonisch, vertreten hatte, znppte, als er merkte, daß»nan ihn beim Wort nahm, erheblich zurück. Die Konser- valiven und das Centrum gaben deutlich zu erkennen, daß sie,»vie»vir stets betont haben, nehmen»vollen,»vas sie ohne die Opposition der Linken erhalten könnten; sie hoffen, daß ihre enormen Forderungen dazu beitragen»verde», entlveder Handels- vertrüge unmöglich zu machen oder siesozuge- st alten, daß sie für Deutschlands Bevölkerung verderblich sind und die Junkerherrschaft ver- länger». Das hat die Geschäftsordinnigsdebatte innviderleglich klar gestellt und ebenso, daß die Mehrheit der Kommission es ist, die das Fortschreiten der Arbeiten verzögert. Die Ansflnckit des Abgeordneten Spahn, die Kommission sei nicht berechtigt, ihre Arbeiten zu unterbrechen, innßte auch von dein nationalliberalen Abg. Dr. P a a s ch e z»rückge>viesen»verde». Paasch« erkannte auch unter Zustimniling der übrigen Kommissionsmitglieder an, daß die social- demokratischen Mitglieder sehr fleißig sich vorbereitet nnd sachlich an den Verhandlungen teilgenommen hätten. Es ist klar, daß die Mehrheit, trotz ihres Geschreis, ans eine Verständigung mit der Regierung rechnet, von der sie noch die eine oder die andre Konzession herauszuschlagen hofft. Auch die Re- gierung verhält sich der Mehrheit gegenüber recht entgegenkommend. Sie deklamiert zivar bei jedem Beschluß der Ueberzöllncr ihr»Un- annehmbar"— aber sie vermeidet es doch, definitive Erklärung ab- zugeben. Vorher verhandelte die Kommission über Gänse-, Fleisch- und Wurstzölle. Mit einer Einführung«iueS enormen Zolls auf Gä»ise begann die Sitzung. Gänse sind zur Zeit zollfrei. Nicht »v eniger als 70 Pfennig pro Stück verlangt die Regierungsvorlage. Die Mehrheit stininite diesem Vorschlage bei: er schädigt die Allgemeinheit und die Landivirtschaft, insbesondere die die Mästung dieses Vogels betreibenden Landtvirte der Mark Branden- snirg und der Provinzen Pommern und Posen in ungeheurem Maße. Noch schlimmer kain das Huhn und andres Federvieh fort. Auch diese nützlichen Tiere haben den Zollgrimm der Agrarier auf sich geladen. Sie sind zur Zeit zollfrei, die Mehrheit verlangt einen Zoll von 6 M. pro Doppelcentner. die Mehrheit beschloß 16 M.— also 16 Pf. pro Kilo. Auch das zubereitete Fleisch Fleischextrakte und W ü r st e einer Zollerhöhung nicht. In die Debatte spielte das bekannte Verbot der Borsäure hinein. Zur Krönung der Viehzollgier ivnrdcn auch beim Fleisch Mindest- zölle, die die Regierung für unannehmbar erklärt hatte, fest- gelegt. Uebrigens verrieten die Uebcrzöllner bei dieser Gelegenheit das allerdings längst öffentlich bekannt geivordene Geheimnis, daß für sie die Vichsperre» nur ein Ersatz für die zu niedrigen Zölle sind; das Gerede von den Gesundheitsrücksichten ist damit preis- gegeben.»» Ter Reichstag setzte am Mittwoch die Beratung der Seemanns- Ordnung fort. Die Verhandlungen nahmen durchaus den Charakter eurer erweiterten Konunissionssitzung an. Fast zu jedem Paragraphen liegen Abänderungsanträge, und zivar nicht nur aus unsren Reihen, sondern auch von den Mehrheits- Parteien vor. Unsre Genossen betrachten es als ihre Pflicht, auch im Plenum noch zu versuche»», günstigere Bestimmungen für den Seeinann zu erzielen. Es gelang ihnen auch bei Z 56, der den Heuerbezug in Krankheitsfällen für Angehörige der Seeleute regelt, eine Verbesserung durchzusetzen, obwohl der Unterstaatssekretär Rothe in dein Antrag einen zu großen Eingriff in die Taschen der Reeder sah. Dabei handelte eS sich hier wieder anSschließlich darum, die Seeleute mit den Jndustrie-Arbeitern gleichzustellen. Leider ist zu befürchten. daß die von uns vorgeschlagene und in zweiter Lesung angenommene Fassung in dritter Lesung iviedcr beseitigt»vird. für unsren Antrag stimmten die Freisinnigen und die Ailti- scmiten und diese Gruppen bildeten iin Verein mit uns bei Beginn der Sitzung die Majorität. Bei den weiteren Paragraphen blieben unsre Ver- besserungsversuche, die von den Genossen Herz selb, M e tz g e r und Schwarz- Lübeck begründet wurden, ver- geblich. Dagegen gelang es beim Paragraphen 71 wenigstens eine Verschlechterung zu verhindern, die der Reichsparteilor Stockinann als freiivilliger Regierungskominissar mit Rücksicht auf den Profit der Reeder an den Koinmissionsbeschlüssen vor- nehmen wollte. Ter§ 71 regelt die Lohn- und Entschädigungsanspriiche des Seemanns, der vor Ablauf der Dienstzeit seine Eni- lassung u. a. deshalb genominen hat, weil das Schiff nach einem verseuchten Hafen geht, ohne daß er vorher bei der Anmusterung davon Llenntnis gehabt hat. Ter Kommissions- bcschluß gewährte ihin in diesem Falle neben der Monatshcuer das Recht der Rückbeförderung. Dieses Recht wollte Herr Stockmann wieder beseitigen. Vor allein war es dem höchst ungeschickten Auftreten des Regierungs- Vertreters, des Kapitäns Schmidt, zu danken, daß die Mehrheit hier Herrn Stockinann die Gefolgschaft versagte. Herr Schmidt bekämpfte nämlich die Rückbeförderung der Seeleute auf Kosten der Reeder, weil er eine Gefahr für die Passagiere darin er- blickte, wenn die Seeleute auf Grund dieser Bestimmung das Schiff verließen. Was den Passagieren aber recht ist, muß den Mannschaften wohl billig sein. Am Donnerstag wird die Beratung fortgesetzt.— Abgeordnetenhaus. Das Abgeordnetenhaus beriet am Mittwoch eine Reihe keiiierer Etats i» zweiter Lesung und bcivilligte zunächst die an die Budget- koinniissio» zurückgeiviesene Position des Etats des Finanz- »niilisteriums, welche sich auf de» Wohnuugsiuspektor in Düsseldorf bezieht. Allerdings ließen die Konservativen durch den Abg. Win kl er erkläre», daß sie mit der Bclvilligmig dieser Forderung kein Präjudiz schaffen»vollen, sonder» die Sache nur als einen Versuch betrachten. Es erscheint hiernach fraglich, ob es der Regierung gelingt, weitere Geldmittel für die Wohnungsinspektion vom Hause zu erlangen. Die Beratung des Etats der Seehandlung gab dein Slbg. Richter(frs. Vp.) Veranlaffmig, das Geschäftsgebahrei» dieses Instituts, namentlich zur Zeil, als Frhr. v. Zedlitz an seiner Spitze stand, eingehend zu kritisieren. Redner tadelte es, daß dem Ab- geordneteiihause ein so geringer Einfluß auf die Seehandlmig ein- geräumt ist nnd warf die Frage auf, ob eS nicht ratsam sei, die Seehandlmig gänzlich aufzulösen, zumal da jetzt die Reichsbank den, Kreditbedürfnis vollkommen genüge. Völlig zu ver- urteilen sei es, daß die Seehandlung hier und da sogar die Diskontpolitik der Reichsbank durchkreuzt habe. Zum mindesten iniißte daS Institut, das noch ans der absolutistischen Zeit stamme und daher in seinem Geschäftskreise völlig ungebunden sei, in seine»» Geschäften gesetzlich beschränkt»verde». Emschieden »vanien innsse er vor der Beteiligung der Seehandlung an in- dustriellen Unternehmungen. In der Debatte verteidigte der Finanzmiiiister Freiherr v. R h e i n b a b e n die Seehandlnng, deren weitere Ansbildnng im Interesse des PnbliknmS und des Staates liege und deren Kapital sogar erhöht»verde»» müßte. Noch»vciter als der Minister gingen die Abgeordneten Graf L i m b n r g- S t i r n m(k.) nnd Frhr. v. Zedlitz(stk.) in der Verherrlichung der Seehandlnng, während die Abg. Friedberg(natl.), v. E y n e r n(natl.) nnd Fritzen(C.) bei aller Hochachtung vor diesem Institut doch von Bedenken nickit ganz frei sind. Nachdem noch die Herren Dr. Arendt(frk.) und Dr. Hahn(b. k. P.) ihre Weisheit an den Mann zu bringen ge- sucht hatten,»vnrde der Etat beivilligt. Eine Reihe kleinerer Etats wurde ohne Debatte, der Etat der A n s i e d e l n n g s k o m m i s s i o n nach einer lebhaften Polen- debatte angenommen. Am Donnerstag soll der Eisenbahn« Etat in ziveiter Lesimg zu Ende beraten werden.— Ter Fall Kanssniann. Man schreibt uns: Unsere nenliche thatsächliche Darstcllmig de Falles Kauffmann ist von der. N a t i o n a l- Z e i t u n g" und der ,F re isinni g e» Z e i tn n g" in dem holden Einklang, der diese feindlichen Schivestern sofort vereint,»vciin eS kapitalistische Interessen zu verfechten gilt, als ein �Hintertreppenroman" und eine„Kriminal- Phantasie im Stile des Neuen Pitaval" traktiert»vorden. Die„National« Zeitung" gefällt sich zudem in der Tirade,»vir hätten„die Mehrheit der Berliner Stadtverordneten" für„geivaltlhätige Verbrecher" erklärt, die„einen Mann erst seelisch ruinierten und ihn dann als Irrsinnigen unschädlich machen ivollteu"; sie meint, die Zumutung, daS zu glauben, sei denn doch allzu lächerlich. Wir begreifen, daß die „National-Zeitnng", die ans dein Gebiete polilischer„Kriminal- Phantasien" den Siegesprcis unsterblicher Lächerlichkeit besitzt. seitdem sie in hochpolitischen Leitartikeln Karl Marx als den Chef einer Iveitverziveigte» Erpresser- und Räuberbande dargestellt hat, »nnmehr jede Konkurrenz fürchtet, aber sie kann ganz ruhig sei»: Ivir haben ihr diese Konkurrenz nicht gemacht. Es ist ein alter Trick kapitalistischer Koinplolteure, wenn sie anf frischer That ertappt»Verden, so zu thnn, als beschuldige man sie. im Stile feudaler Ritter- und Ränberroniane konspiriert zu habe». In Vor- auSsicht dieses Tricks hatten Ivir nicht nur in unsren Ausfuhriliigen xas. Smet de Nacyer führte hiermit' eine v e r s ö n l i ch e Herrschaft wurde mit maßlosen Zöllen(30— 120 M.) belegt, ebenso entgingen die„plump- feudale' von der„rassinicrt- kapitalistische» Methode" nterschieden, sondern über Kauffmcnms Jnternierung in der Ilsisov de sante ivörtlich gesagt:„Es sei ausdrücklich erwähnt, bah die Aerzte.die dieseAnordnnng trafen, sich formell innerhalb ihrergesetzlichcn Befugnisie gehalten haben; auch darf nicht daran gezweifelt werden, dah sie ihre Diagnose, mag sie sich inzwischen auch als thatfächlich irrig heranSgestellt haben, nach bestem Wissen und'Gewissen gestellt haben. Aber dann bleiben noch folgende Fragen spcdetl an den langjährigen Hansarzt Kanffmanns übrig." Es bezeugt schlagend die mala fides der.National-Zeitung', dah sie in ihren angeblich wörtlichen, beiläufig auch sonst gefälschten Citaten aus unsrem Ar- tikcl diese Sätze einfach unterschlägt, um ihre» Lesern das Märchen aufbinden zu können, als hätten wir.Mordsgeschichten" über die „Mehrheit der Stadtverordneten" verbreitet. Die Fragen, die wir an den Hausarzt Kanffmanns gerichtet haben, halten wir vollkommen aufrecht. Der Mann ist uns ebenso unbekannt wie gleichgültig, aber sein Verfahren berührt eine Frage der allgemeinen NcchtSsicherheit, die weit über den einzelnen Fall hinausgeht. Wenn ein Kranker, der infolge ärztlich ihm zur Linderung körperlicher Schmerzen verschriebener Opiate vorübergcbend de- sinniliigs- oder bewuhtlos wird, sofort in eine geschlossene Anstalt zur Heilung von Geisteskranken gebracht wird, so ist schlichlich kein Mensch vor diesem verhängnisvollen Schicksal sicher, einem Schicksal, das auch dann verhängnisvoll bleibt, wenn der ärztliche Irrtum sich als solcher so schnell herausstellt, wie in dem Fall Kanffmann. Im Unterschiede von der„National- Zeitung" hält sich die „Freisinnige Zeitung" nicht erst bei Fälschung unsres Textes auf, sondern lügt nach ihrer bekannten Manier in den Tag hinein, das heiht, in der Manier jenes Taschendiebes, der in der Gefahr der Entdeckung am lautesten schreit: Haltet den Dieb! Für ilnsern„Hintertreppenroman" sollen wir den Umstand ausnützen, dah Kauffmann im Interesse seiner Genesung der Ruhe bedürfe und deshalb nicht in der Lage sei, selbst dein Liigcngeivebe des„Vor- lvärtS" entgegenzutreten. Dies Geschwätz ist so dumm wie perfide. Dumm, weil Kauffmann die entscheidenden Kapitel unsres„Hinter- treppenromans" weder für Lüge noch für Wahrheit erklären kann, da er von alledem, ivas sich in seiner Sache nach seiner Jnternierung in der geschlossenen Anstalt abgespielt hat, überhaupt nichts iveih. Ob er unsre Darstellung bis zu seiner Jntcnnerung für richtig erklären würde, läht sich insoweit auch nicht sagen, als er diese Darstellung nicht kennt. Möglicherweise können hier aber die Herren LangerhanS und Hugo Sachs aushelfen; da sie nnt ihren Mitteilungen an die Presse über ihre» Besuch bei Kanffmann sonst nicht gekargt haben, so teilen sie ihren Freunden von der„Freisinnigen Zeitimg" vielleicht mit, wie sich Kanffmann zu ihnen über die Ursache seiner Erkrankung und seine Jnternierung in der Aiaisou de saute geäiihcrt hat. Perfide ist jenes Geschwätz der„Freisinnigen Zeitung" aber darum, weil sie uns vorwirft, Ivas wir als die Schande ihrer kapi- talistische» Clique gebrnndmarkt haben. Unsere Ansführnngc» gipfelten in dem Satze, dah sobald Kanffmann in der Älaisou de sants interniert war, jedem Mann von Ehre und Gewissen das einfachste Taktgefühl gebot, die Frage seines Verzichts oder Nichtverzichts zu vertagen, bis er Ivieder ein freier Mann und vollkommen ge- sundet sei. Statt dessen begann in den Blättern des hiesigen Stadt- klüngels jenes Spiel elender Treibereien, das in seinen verschiedenen Stadien darauf hinauslief, von dem augenblicklich wehrlosen und in seiner Willensfreiheit beschränkten Mann einen«rechtsgültigen Ver- zicht" zu ergattern. Diese Bübereien haben wir in unserem neu- lichen Artikel,— von dem wir selbstverständlich jedes Wort aufrecht erhalten—, nach Verdienst und Würdigkeit registriert, und da ivirft uns die„Freisinnige Zeitung" vor. wir nützten die Lage eines wehrlose» Mannes aus. Die Sache des kapitalistischen Stadtklüngels mutz oberfaul stehen, wenn seine getreneste Helferin schon zu dein letzten Bcrzweiflungsmanöver des Taschendiebs greift, der die Augen de» Publikums auf seine langen Finger gerichtet sieht. Die Erschicsjnng SsipjaginS. Die„Post" glaubt den Vergcltungsalt der russischen Volks- sustiz zur Anpreisung eines internationalen Umsturzgesetzcs frnktifi- zieren zu können. Sie deliriert: „Die revolutionäre Bewegung im Zarenreiche hat durch das Verbrechen des Meuchelmörders Balschnnerv wieder einmal in erschreckender Weise ein Lebenszeichen von sich gegeben und die Welt von neuem daran gemahnt, dah es end- lich Zeit ist, zur gemeinsamen Bekämpfung des mit Dolch, 3t cvolver undDynanrit arbeitendes Ilm- stürze» energische Abwehrmahregeln z u er- greife n." Was in aller Welt geht das deutsche Scharfmacherorgan der Kampf an, den die fortschrittlichen Elemente des russischen Volkes gegen den russischen Absolutismus und dessen Knutenregiment führen? Will sich der ehedem Stnmmsche Schleifstein lvirklich zum Hüter dcS zarischen Absolutismiis auswerfen? Dah das Blatt den„Vorwärts" der angeblichen Verherrlichung der Erschiehung SsipjaginS denunziert, finden wir minder auf- fallend: „Ernstlich scheint demnach der„Vorwärts" d o ch nicht davon überzeugt zu sein, dah die Propaganda der That überhaupt verwerflich sei. Dah er wenigsten» für 3l u h l a n d diese Art des Kampfes seitens der llmstnrzpartei für die rechte hält, geht unzweideutig aus seiner Schluhbcmerknng hervor, welche lautet:„In der Hand des Zaren liegt es, die Formen des künftigen politischen Kampfes zu bestimmen." Das heiht doch nichts andres als: „Bist Dn nicht lvilliU. fo brauch' ich Gewalt." Giebt der Zar also dem Lande nicht eine Verfassung, die eö dem Umstürze ge- stattet, auf Gassen und Märkten seine revolutionären Lehren un- gehindert zu predigen, dann wird, wie der„Vorwärts" z» verstehen giebt, lv e i t e r mit den Mitteln feigen Meuchelmordes gekämpft." ES fehlt nur noch die Behauptung, dah der„Vorwärts" den russischen Freiheitskämpfern die Direktive gebe, lveitere Repräsentanten der Reaktion ans dem Wege zu räumen! Und diesen albernen Angriff zog sich der„Vorwärts" nur des- halb zu, weil er die Situation den Thntsachcn geniäh kennzeichnete, weil er konstatierte, dah der brutal vergewaltigten Opposition eines absolutistischen Staates gar kein andres Kampf- mittel übrig bleibe als das der Geivalt. Dah dem so ist, begreift sogar ein sonst mit der Post zuweilen in der Scharfmacherci konkurrierendes Kapitalistenblatr, wie die, Rh einisch- Westfälische Zeitung". Dieselbe schreibt: „Ziveifellos hängt die Ermordung ,nit den letzten Unruhen zu- sannnen. Die russischen Studenten verlangte» Reform des Ilniversitätsstudiums, Abschaffung der Uniform, freien Auswahl der Kollegs, Freiheit der wissenschaftliche» Lehre. War manches Unklare und Brausende in der Veweguiig verfehlt, so waren E r s ch i e h u n g e n, Knute»hiebe der Kosaken und Transport nach Sibirien, mit denen mau strafte, noch zchnmal verfehlter. Die R a ch e für das Auf- treten der Pollzci und des Militärs liegt heute vor." Wenn übrigens die„Post" B u s ch i r e f f als„feigen Meuchel- mördcr" schmäht, so verrät das ebenso wenig Hirn ivie Geschmack. Bnschiress hat die Folgen seiner That. die er offenbar sür eine ideale und patriotische hält, auf sich genommen, er hat sein Leben für seine That eingesetzt. In den humanistischen Lehranstalten Deutschlands werden unsren künftigen Staatsstiitze» antike Tyranne« Mörder als Heide».vorgeführt, die kaum einen derartigen Mut an den Tag gelegt haben. Und wird nicht sogar auf der Berliner Hofbühne Schillers„Tcll", diese f ü n f a k t i g e Glorifikation des Tyrannenmordes, aufgeführt? Mit einigem Recht konnte Börne an den» Schillcrschcn Freihcitshclden tadeln, dah dieser dadurch, dah er seinen Pfeil aus dem Hinter- halte abschiehe, an moralischer Gröhe einbühe. Buschircff kann man nicht einmal diesen Vorwurf machen, er bewies keinen geringeren Mut, als jener gepriesene Winkelried, der sich, um der Freiheit eine Gasse zu bahnen, in die Speere der Feinde stürzte. Man mag von seinem politischen Standpunkt aus die That des Studenten noch so sehr verdammen; aber man macht sich nur lächerlich, wenn man Buschireff einen„feigen Meuchelmördcr" nennt. Der deutsche Kaiser hat den Botschafter Grafen v. Alvens- leben tclegraphisch beauftragt, dem Kaiser Nikolaus und der russischen Negicnmg sein Beileid und seinen tiefste» Abscheu über die Ermordung des Ministers des Innern, Ssipjagin, auszusprechen. ** # Deutsches Aeich. Kollege Hoheit. Wir haben gestern mitgeteilt, dah der Herzog Ernst Günther vor Gericht eine Aussage über einen Zeitungsartikel verweigerte, indem er sich darauf berief, dah er Gefahr laufe, sich selbst einer strafrechtlichen Verfolgung auszusetzen. Nachdem nun Seine Hoheit derart unter die Journalisten geraten, stellen wir uns vor, was nun mit ihm geschehen könnte, wenn er die krimi- nellen Vorzüge des JournalistenbcrufeS an seinem eignen Leibe pro- bieren würde. Die Entwicklung würde sauft beginne» mit einem kleinen Zeugnis- zwangs-Vcrfahrcn; der Herzog braucht sich davor nicht zn fürchten, denn er darf höchstens sechs Monate eingesperrt ivcrdcn, und er kriegt obendrein nur Haft, was immerhin erträglich ist. Wir nehmen an, dah er schlichlich als Verfasser dcS Artikels— irren wir nicht, stand er im„Kleinen Journal"!— ermittelt und prozessiert wird. Der Staatsanwalt wird dann ein fulminante 3icde halte» über die Gepflogenheit, eine ehrcnivcrte schutzlose Dame, noch dazu die Kanunerfrau einer Herzogin, durch einen Zeitung»- artikel„unter dem Schutz der Anonymität" zu beleidigen. An- gesichts der Schwere der Beleidigung und der Stellung des An- geklagten, zugleich aber in Erwägung des Umstandes, dah er bisher unbestraft war, kommt er mit sechs Monaten davon. Das Gericht nimmt an, dah der Herzog ins Ausland gehen könnte und bcschlieht ivegen Flnchtvcrdackits sofortige Verhaftung. Seine Transportierung ins Gefängnis erfolgt aus polizcitechnischen Gründen zu Fnh, dafür aber in Ketten; die halbe Bevölkerung der Stadt bildet Spalier. Im Abgcordnctenhause beschwert man sich einige Monate später über die Frffelung, Minister v. H a m in e r st e i n aber erklärt scelcnrnhig, der Mann sei ja kein wirklicher Journalist gewesen. Vielleicht hat Seine Hoheit Glück, findet einen„Arbeitgeber" und die Gcfängnisverwaltnng erlaubt die Selbslbeschäflignug. Andern- falls mnh er Federn zupfen oder Bettstellen polieren. Als Zcilnngs- lektüre ist ihm nur der„Reichs-Anzeiger" gestattet, der ihm ia aller- dings eine angemessenere und willkommenere Lektüre sein dürfte, als sonstigen Journalisten. Runifutsch und blauer Heinrich werden auf der herzoglichen Tafel serviert. Endlich wird er entlassen. Aber daS ist der Fluch der bösen That! Nach Jahr und Tag will er sich in einem Berliner Vorort niederlassen. Kaum hat aber der Amtsvorstchcr davon Knude erhalten, so schickt er dem Herzog eine— Ausweisungsorder, ans Grund jener famosen, neuerding» beliebten Anwendung des Bagabondenparngraphcn, der bestrafte Zeitungsschreiber für Personen erklärt, die für die Sicherheit und Moral des Ortes gefährlich sind. Er hat dann nichts weiter zn thnn, als sich nach dem Ort zu begeben, Ivo er den UnterstütznngSwohnsitz genieht. Damit find nun die Folgen des Zeitungsartikels erschöpft, natürlich sofern er hinfort für alle Zeit freiwillig ans komnmnale Remter verzichtet; er würde niemals bestätigt werden, Es bleibt ihm jetzt nur noch übrig, jeden Rückfall in die journalistische Thätig- keit z» vermeiden; denn Wilsten— wehe, wenn der Staatsanwalt auf Vorstrafen hinweisen kau»! Wohlan— das Schicksal nehme seinen Lauf!— Die evangelische» Arbeiter und der Brotwnchcr. Die „Deutsche Tageszeitung" stellt mit Entrüstung fest, dah zwei evangelische Arbeitervereine Sachsens gemeinsam mit dem Handelsvertrags-Vercin Petitionen gegen die Wucherzölle abgesandt hätten. Nach diesem Verbrechen mühten die bisherigen„Sympathien" der Konservativen und Bündler für die evangelischen Arbeitervereine erkalten. Die evangelischen Arbeitervereine können diese Sympathien des Fuchses für die Tauben leicht missen, wenn sie sich ihrer Ktaffenlage nicht nur bei den Wuchcrzöllcn vollends bclvnht werden! Dah sie nicht das Evangelium der Oertel-Trnppe beten: Unser täglich Brot n i m in uns heute und gieb es den Junkern— ist schlechtweg selbstverständlich!— Der standhafte Lieber. Am Dienstag hatte die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" folgende Erklärung gebracht: „Ans Wiesbaden und Frankfurt a. M. wird in der Presse ver- breitet, dah nacki Erledigung dcS ersten FlottcngcsctzcS von Er. Majestät dem Kaiser und König dem Abgeordneten Dr. Lieber ein höheres 3! e i ch s a m t oder ein O b e r p r ä s i d i n m angeboten worden sei. Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, dah ein derartiges Angebot niemals erfolgt ist." Derartige Zwangserklärnngen haben ja keinen Wert. Diese zn- mal bat ein' Loch; denn sie vcrgiht die p r e u h i s ch e Minister- schuft zu dementieren. Merkwürdig ist nur, dah die„Germania" die ihre eignen Partei-Organe scheinbar lügenslrafeude Meldung ohne ein Wort der Kritik mitteilt. Die Wahrheit mnh sich doch leicht auS der betreffenden Tage- buch-Notiz Liebers feststellen lassen!— Eine Handclsgcwrrbc-Novclle wird offiziös angekündigt. Der schon seit längerer Zeit verbreitete Entwurf wegen desbtechts- Verhältnisses zwischen Arbeitgebern und Arbeit» n e h m e r n im Handels geiv erbe soll zur legislatorischen Bc- Handlung„reif" geworden sei».— Neue Artillericvorlagc in Sicht. Einem Berliner Blatt wird geschrieben: Aus Anlah der bevorstehenden Anwesenheit des Kaisers und des Kronprinzen auf dem Kruppschen Schiehplatz bei Meppen sind in der Presse Nachrichten ver- breitet worden, die mehr oder minder auf Kombination verüben. Naturgemäh wird über die Art der Schiehversuche das strengste Stillschweigen beivahrt, jedoch steht so viel fest, dah die jetzigen Ver- suche von ganz besonders hervorragender Be- d e u t u n g sein werden. Ein neuer Uniformknopf soll im deutschen Heere eingeführt werden. Der neue Knopf ist, ähnlich dem östreichischen. kleiner und gewölbter als bisher. Der„ReichSbote" schreibt zu der Neuerung: '„Erwägt man bei allen diesen mehr oder minder venneidbarcn Abände- rnngen der Ausrüstungen auch immer hinreichend die nicht unbedeutenden Kosten, welche sie der Verwaltung wie dem einzelnen Soldaten verur- fachen? ES scheint doch nicht zu sein, denn sonst würde man z. B. in Offizicrskreisen nicht innner wieder Klagen über die steigende Be- lastung der Ausgaben für die Uniformierung begegnen. So wird es auch schwer' einleuchten, was ein etwas mehr oder iveniger eleganter Ulliformknopf für den Geist und die Schlagfertigkeit der Armee bedeuten soll. Die vorhandenen Bestände hätt e n geivih noch für Generationen gereicht. Aber mit der alten preuhischen Sparsamkeit ist es schon lange reihend bergab gegangen." Ausland. Die ainerikanischen Bwstialitäteu auf den Philippine». Besondere Erwähnung ans den Verhandlungen gegen Major Waller verdient, so meldet daS„Bureau Lassan", die scharfe Kritik der amerikanischen KriegSführnng auf den Philippinen durch de» Staatsanwalt K i n g S b u r h. Der Staatsanivalt bezeichnete die Lanang-Expeditiou als einen„dummdreisten und«»entschuldbaren Mist- griff". Er ging schonungslos auf die Behauptung ein. dah die amerikanischen Soldaten auf dieser Expedition zehn ihrer Kameraden waffenlos und sterbend in den Bergen zurückgelassen hätten. Er erklärte, die Hingerichtete» Filipinos seien eher treue Patrioten als Verräter, und fällte ein vernichtendes Urteil über den Gemeinen Davis, der als 3t i ch t e r seine Opfer ohne Verhör zum Tode verurteilte. Dem Hinweise ans das Kriegsrecht gegenüber sagte der Staatsanivalt, Major Wäll er habe unter dem Militärgesetz gestanden und hätte Hinrichtungen ohne Verhör nicht gestatten dürfen. Wie ferner aus Washington gemeldet wird, hat der Kriegs- sekretär mit Bezugnahme auf die Untersuchung gegen den Major Waller in Manila wegen der gegen ihn erhobenen Anklagen nn- erhörter Grausamkeit gegen Filipinos und nüt Bezug ans Wallers Freisprechung den General Chaffee angewiesen, wenn die Blättermeldungen über die Untersnchnng gegen Waller richtig seien, den General Smith auf dessen Instruktionen Waller ge- handelt haben solle, vor ei» Kriegsgericht zu stelle». Italien. Die Wahl im Wahlkreise Tnratis. Wie bekannt, hatte Filippo Tnrasi, obgleich wiedergewählt, abermals sein Mailänder Mandat aus den in seinem Briefe bekannt ge- gebcncn Gründen niedergelegt. Jetzt aber, nachdem viele Mihverständnisse aufgeklärt, nachdem die Zwistigkeiten grvhteulcils behoben sind, weil die Ansichten Tnratis bei der Majorität der Genossen das Uebergewicht erlangt haben, ivar Turati geneigt, die Kandidatur wieder anzunehmen, die ihm von der Partei selbst angeboten wurde. Indessen die Republikaner, die in Mailand eine verschwindende Minorität bilden, nahmen ans Hah gegen Tnrati die Gelegenheit wahr, nicht etiva die Kandidatur eines Republikaners zu prokla- mieren, sondern die eines Anarchisten, der sich zur Zeit im domicilio coetto lZwaiigSwohnsitzj befindet, Pietro Caleagno, zu unterstützen. Wenig loyal spekulierte» sie damit ans eine übel augebrachte Sentimentalilät, ans die Agitation gegen das domieilio coetto, das alle VolkSparleicn gleichmähig abgeschafft wissen wollen. In dieser Lage nahmen die Svcinlisteu die Kandidatur an, unter» liehen es jedoch nicht, die Jlloyalitäi und die von den 3lepublikaiiern verübte pvliiischc Erpressung beim richtigen Namen zu nennen. Unterdessen sind die ersten vorbereitenden Wahlversammlungen für die am 20. er. anberaumte Wahl unter lebhaften 3tcibungen zwischen Sociatisteii und Republikanern verlaufen. Bemerkenswert ist dabei noch, dah der aniipnrlamcntarische Anarchist Caleagno die Kandidatur angenommen hat, dah hingegen das anarchistische Organ„ L' A g i t a z i o n e" die 8kepttblikancr tadelt, dah sie diese Kandidatur aufgestellt haben.— England. PreiSsteigernng drS Getreides«nd deS BroteS durch die »ene» Kornzölle. Die neuen Korn- und Mehlzölle haben im ganzen Lande ziemlich allgemein eine Preissteigerung von 1 Shilling für das Q n a r t e r Weizen und ebenfalls 1 Shilling für den Sack Mehl bewirkt. Einige Bäcker in London haben be- rcits den Preis für das z lv e i p f ü n d i g e Brot um eine n halben Penny heraufgesetzt. Norlvegen. Demission deS MinisterinmS. In dein am Mittwoch ab- gehaltenen Ministerräte überreichte der Ministerpräsident Steen dem Kronprinz- Regemcn sein Abschiedsgesuch; auch die ü b r i g e n M i n i st e r stellten i h r e P o r t e f e u i l l e S z u r Verfügung. Nach dem Ministerräte berief der Kronprinz-Negcnt den Präsidenten des S t o r t h i n g. V e r n e r, und übertrug ihm die Bildung des neuen Kabinetts.— Asien. Neuer Sieg der chinesische» Insurgenten. Wie ans Kanton berichtet wird, hat ein dort am Diensiag eingetroffener Kurier die Meldung überbracht, dah mehr als 2000 Mann kaiserlicher Truppen, die vom General Sn entsandt waren, nni Ans- ständische ans einer Ortschaft zu vertreiben, von diesen in einem E n g p a h überfallen wurden; die gesamte M a n n- s ch a f t sei getötet b e z w. gefangen genommen worden; der Vicekönig von Kanton habe aus Peking telegraphisch Verstärkungen erbeten. Rußland in der Mandschurei. Der„lllussische Invalide" ver- öffentlicht einen vom Generalstab erhaltenen Bericht vom 12. April aus Port Arthur, demzufolge sich in letzter Zeit auf der Grenze der Provinz Mnkden und Kinn grohe Banden chinesischer Räuber in der Nähe der Eisenbahnstationen gezeigt haben. Eine Abteilung der Grenzwache verfolgte eine 200 Mann starke Räuberbande, die sich nach der Befestigung von Kiandnntai zurückzog, wo drei Banden vereinigt waren. Von 800 Räubern rettete» sich nur 30 Mann. Auf russischer Seite fiel ein Mann, während ein Mann schwer und ein Offizier und vier Mann leicht verletzt wurden.— Der Bocren- Krieg. Stockung der Friedensverhandlungen. „Daily Mail" erfährt, es sei in de» Friedensverhandlungen ein« Stockung eingetreten. DaS Ministcrinni habe absolut n»d ein» stimmig das dringende Ersuchen der Boerenführer um' W a f f e ii st i l l st a n d während der VerHand» lungen abgelehnt. Man erwarte nicht, dah dies zum Weg- gang der Boerenführer von der Konferenz führen werde, aber die Fragen der A in n e st i e inid der Kitchen etfche» V e r- b a n n n n g S p r o k l a m a t i o n drohten, die Verhandlimgeii z n in Stillstand zu bringen. Milncr sei ans Weisung der britischen Rcgiernnq voiiJohaimesbnrg nach Pretoria gekommen, inn fcstznslellen. wnL die Boeren als nnrediicierbare Miiideftforderiingen anfstcllteii. Die Griindzüge der Boerenfordernngen, wie sie am Montag in Pretoria auf« gestellt wurden, seien folgende: Die Boeren erklärten sich zur all- gemeinen Uebergabe bereit und mit V e r l n st ihrer Unabhängigkeit einverstanden(?), verlangten aber Wiederanfban und Wiederaiisstattiuig der Farmen, Amnestieriing der aiisstäiidiicheii Kolonialboeren unter denselben Bedingimge» wie bei den Burghers, Zurückziehung der Vcrvannimgs-Proklamation und Abkürzung der von der englischen Regierung in Aussicht genommenen Frist. innerhalb welcher in den Boerengevicten ivieder eine repräsentative Regierung eingesetzt werden svll; schliehlich solle England die gesetzlichen Verpflichtimgen der beiden Republiken über- nehmen. Kitchener meldet ans Pretoria, die Kolonne Bruce Hamiltons sei am 14. d. M. abends an der BlockhanSlinie bei Standerton an- gekoninie», Sie habe während ihrer Operationen von Middelburg her nach Süden insgesamt 146 Boeren gefangen genommen, getötet oder veriviindet. Nstvkei-MKMvichkem Ei» Bcschlust, der Nachahmung verdient, fand im socialdemo- kratischen Verein in Essen Annahme. Der Beschluß geht dahin, den Vorstandsmitgliedern und Bezirksfiihrer» die„Nene Zeit" zum Preise von 10 Ps. pro Nummer zur Verfügung zu stellen, der fehlende Betrag soll aus der Vereinskasse gedeckt werden. Der Be- schlutz bezweckt, den Agitationsleitern, deren Opferwilligkcit ja sehr in Anspruch genommen wird, das Streben, sich auf allen Gebieten des parteigenvssischcn Lebens zu informieren und die in« Kampf mit dem Gegner erforderlichen Kenntnisse anzueignen, zu erleichtern und fördern. Totcnliste der Partei. In Magdeburg verunglückte am Dienstag spät abends der Genosse Karl S ch o ch, seit Jahrzehnten einer der thätigsten und unerniüdlichften Parteigenossen Magdeburgs und ebenso lange an der Spitze der Mnurerbcwegung dortsclbst thätig. S ch o ch verunglückte inmitten seiner Thätigkcit für die Arbe'iterbeweguiig. Er war am Tage stundenlang in Magde- bürg auf dem Fahrrad umhergeeilt, um seine Kollegen für eine Sitzung in Sachen der gegenwärtigen Maurer-Lohnbewegung zusammenzuholen. Aus dem Heimwege fuhr er hinter einem Motorwagen der Straßenbahn her. Als dieser seine Fahrt verminderte, tvollte S ch o ch denselben auf der rechten Seite überholen, wurde aber von einem entgegenkommenden Wagen daran gehindert und bog nun nach links ab. In demselben Augenblick wurde er von einem aus der entgegengesetzten Richtung in schärfster Fahrt heransausendcn Motor- wagen gepackt und mit furchtbarer Gewalt zur Seite geschleudert. Der gewaltsame Sturz hatte einen Genickbruch und den sofortigen Tod zur Folge. Schach hinterläßt eine seit 16 Jahren kranke Frau und fünf Kinder, von denen das älteste 21, das jüngste 6 Jahre alt ist. Um den mitten in seiner Thätigkcit gefallenen Arbeiterführer trauern außerdem der Maurerverband und die Partei, in deren Dienst er wiederholt sich Gefängnisstrafen zugezogen hat. Der Wahlkreis Salzwedel-Gardelegen verliert mit S ch o ch seinen langjährigen Kandidaten zum Reichstag. Der außerordentliche Parteitag der schwedischen Social- demokratie hat an die Belgische Arbeiterpartei das folgende Telegramm gesandt:„Die schwedische Socialdemokratische Arbeiter- Partei, versammelt in Stockholm auf dem außerordentlichen Partei- kongreß zur Verhandlung über die Frage der Eroberung des all- gemeinen Wahlrechts, folgt mit gespanntester Anfmerlsamkeit Eurem bewundernswürdigen. Heldenmütigen Kampf für das allgemeine und gleiche Wahlrecht. Unser Kongreß hat beschlossen, die Arbeiterpartei zur Aktion für dasselbe Recht aufzurufen.— Wir wünsche» Euch auf das wärmste Erfolg und vollständige» Sieg.— Es lebe das allgemeine Wahlrecht! Es lebe der General- streikl Es lebe der internationale SocialismuS!" Eine D e m o n st r a t i o n s v e r s a m in l u n g, die am Sonntagnachmittag vor der Stadt am Lilljans-Walde stattfand, sandte ebenfalls ein Begrüßungstelcgramm an die belgische Arbeiterpartei. Die Massenversammlung, deren Tcilnehmerzahl auf 12(XXI— 15 606 Personen geschätzt wird, war von herrlichstem Frühlingswctter bc- günstigt. Die Demonstration wurde mit dem Gesang der Mar- seillaise und des Liedes„ A r b e t c t s S ö n e r" eingeleitet. Darauf berichtete H e r m a n n L i n d q u i st, der Vorsitzende der Landes- orgawisation der Gewerkschaften Schwedens, der dcnKongrcßprnsidierte, über der Verlauf der Verhandlungen. Dann sprachen noch eine Reihe andrer Kongreßteilnehmer, unter andcrm K a t a D a l st r ö m im Namen der organisierten Frauen. S br a ß e ii d e m o ii st r a t i o ii. Nach Schluß der Versammlung bewegte sich die Volksmassc in zwei große» Zügen und auf zweierlei Wegen nuter Gesang und Hochrufen auf das allgenieine Wahlrecht durch die Straßen der Stadt nach Folkets Hns. Hier wurde wiederum gesungen und von den Balkonen des Hauses hielten mehrere Redner Änsprachen. Hochrufe wurden ausgebracht auf das allgemeine Wahlrecht und auf den Generalstreik.— Die Polizei verhielt sich -•dieser durchaus friedlichen Deinonstration gegenüber während des ganzen Verlaufs passiv. Nachdem sich aber die Massen 'bei Folkets Hus ausgelost hatten, wurden vier Personen verhaftet, wovon zwei sofort wieder entlassen wurden. Auch in verschiedene» kleineren Städten Schwedens haben am Sonntag DcmonstrationS- versammlmigen für das allgemeine Wahlrecht stattgefunden. Ans Malmö wird unterm 14. April gemeldet: Als die Arbeiter- Repräsentanten heute abend von dem socialdemokratischen Kongreß in Stockholm zurückkamen, wurden sie von einer sehr großen Bolls- menge empfangen. Es waren mindestens 1666 Menschen. die sie nach' Folkets Hus begleiteten, von dessen Fenstern aus die Führer für das allgemeine Wahlrecht sprachen. Die Menge brachte Hochrufe auf das allgemeine Wahlrecht und den Generalstreik aus.— Deutsche Socialisten in der Schweiz. Der in Zürich sitzende Landesausschuß der deutschen und östreichiich-ungrischen Socialisten in der Schweiz versendet soeben seinen gegen 56 Seiten starkep Jahresbericht für 1Ü61, nach dein die Landesorganisation 36 Sektionen mit ca. 2566 Mitgliedern zählt. Die Organisationen haben im Berichtsjahre unter dem Einfluß der Krise fast ausnahmslos ciiicn Mitglieocrverlust erfahren. Die Einnahmen des Landcsausschusses betrugen 1668,85 Fr., die Ausgaben 655,35 Fr., der Kassenbestand 1253,56 Fr. Der internationale Fliichtlingsfouds hatte 328,36 Fr. Einnahmen und 218,66 Fr. Ausgaben, der Kasienbestaud beträgt 169,76 Fr. Unterstützt wurden aus demselben 8 Personen. Die Sektionen haben in ihren Bibliotheken zusammen 16 266 Bände gegen 9156 im Vorjahre, ausgeliehen und gelesen wurden 4458 Bände. Aufklärende Schriften wurden für 4566 Fr. verkauft. Im Monat August soll in Basel eine internationale Znsainminkunft stattfinden. Aus JuduflPie und LZundrl. Die Sanierung der Hypothekenbanken läßt jetzt erst die Obligationäre erkennen, wie schwer sie in einigen Fällen bcnach- teiligt wurden, besonders dann, wenn sie, wie bei der Grnudschnld- bank sich zu dem Modus der Barabfindung herbeiließen und damit auf jede Beteiligung an der Besserung des Status verzichteten. So geht uns aus Interessentenkreisen folgende Zuschrift zu: „Die Realobligationen der deutschen Grundschuldbank»otiercii täglich ca. 39 Proz. Dieser Prozentsatz soll ja auch den Obligatio- nären in allernächster Zeit ausgezahlt werden. Nicht weniger als 61 Proz. zuzüglich der Zinsen seit 1>/2 Jahren beträgt mithin der Verlust, den die Besitzer der wirklichen Grundschuldwerte trotz der Hilfe der Darmstädter Bank erleiden sollen. Oder beträgt der Verlust von 61 Proz. nicht trotz, sondern wegen der Hilfe der sanierenden Bank 61 Proz.?— Es ist wahr, daß durch die Be- triigereien von Sauden und Genossen die Obligationäre um 36 Proz. ihrer Werte gebracht worden sind: es ist aber ebenso wahr, daß durch die Hilfe der Darmstädter Bank die Obligationäre nochmals 36 Proz. ihrer Werte Schaden erleiden sollen. Dafür der Beweis nach zwei Seiten: as Bei 94 Millionen Obligationen waren am 29. Dezember 1360 über 36 Millionc» Hypotheken vorhanden. Die staatliche Aufsichtsbehörde wie auch die Vertreter und der Ausschuß der Obligationäre gaben im gedruckten Bericht bekannt, daß davon 53,8 Millionen deckungsfähig seien, und daß bei ruhiger Abwicklung 66 Millionen als eingangsfähig zu be- trachten seien. Regreßansprüche an Baron Cohn, an die Preußische Hypothekenbank, an Sauden, an Anhalt n. Wagner, ausstehende Buchforderungen zc. erhöhten den Betrag in dem Maße, daß— wie oben angegeben— reichlich 76 Proz. in der Masse lagen. b) Die mit immensen Zwischengcwinueii aus der Deutschen Grund- schuldbank herausgeschnittene» Neuen Bodenwerte werden schon jetzt als Aktien mit cä. 160 Proz.. als Obligationen mit 106 Proz. be- wertet. Das bedeutet auf den Wert der Real-Obligatione» zurück- geführt: 65 Proz.-l- l'/e Proz. Barzahlung-l- Zinsen und Dividende. Rechnen wir nur 2 bis 3 Proz.. die die Darmstädter Bank durch Mehr- ausgäbe von Aktien, Provisionen, durch Umwandlung in Bodenwerte zc. in Ansatz brachte, so lagen— wie oben angegeben— 70 Prozent in der Masse. Die Werte der Griindschuldbank wurden durch den Konkursverwalter an die Darmstädter Bank verkauft. Eine einzelne Person verstand die Hypothekenwerte auf 47 Millionen zu taxieren und ging— man staune— auf die Verkaufsofferte von 38 Millionen ein. Alle Regreßansprüche an die Preußische Hypothekenbank, an Baron Cohn, an Sauden, alle Vermögens- objekte und Rechte, Buchfordcrimgen zc.. die nicht in Geld oder Kurs anzugeben waren, wurden mit„Null" Mark abgegeben. Wir fragen nun: Müssen sich die Obligationäre eine Quote von 39 Proz. bei zweijährigem Zinsenverlust gefallen lassen? Müssen in dunipfer Resignation solche Besitzer, denen der Besitz von Aktien- werten fremd oder verboten ist, erschreckende Verluste erleiden?" Wir haben schon bei der Bilanz der Neuen Boden- Aktiengesell- schaft auf die ungünstige Stellung derjenigen Obligationäre hingewiesen, die den Modus der Umwandlung— ihre Besitzstücke zu 25 Proz. in Aktien der Neuen Bodengesellschaft und zu 25 Proz. Obligationen einzutauschen— ausschlugen. Eine besondere Un- gercchtigkeit bestand aber darin, daß die kleinen Besitzer den für sie günstigen Weg überhaupt nicht wählen konnten, da erst von 4606 M. ab der Umtausch erfolgen konnte. Jetzt läßt sich an der Sache nichts mehr ändern, auch darüber bestand kein Zweifel, wer den Gewinn aus der Transaktion ziehen wird. Die Darmstädter Bank dürfte die Sanierung zu ihren gewinnbringendsten Unternehmungen rechnen. GrntevItMZAftlichVs. Deutsches Reich. Die Harmonie zwischen Kapital und Arbeit ist nach Schilde- rnngen der„Schleswig-Holsteinschen Volksztg." jetzt in Kiel völlig hergestellt. Die Scharfmacher, die so rücksichtslos 2666 fleißige Arbeiter auf die Straße warfen, sind Lämmer an Milde geworden— allerdings nur gegen die„Arbeitswilligen", die sie fast vergöttern. Ani Sonntagabend kamen mit dem gegen 7 Uhr eintreffenden Zuge sieben italienische Maurer an. Auf' dem Perron war ein großes E ni p f a n g s k o m i t e e von Maurenncister» anwesend, um die sehnlichst erwarteten südländischen Helfer in der Not in Empfang zu iichnicn. Die Koffer und sonftigcn Effekten der Italiener wurden von den Meistern eigenhändig besorgt und in drei Droschken ging es dann nach dem' Jnnungshanse'„Harmonie".— Wahrhaft herz- erfrischend ist auch das Verhältnis, das sich zwischen einem Schuh- m a ch e r m e i st c r und einem seiner arbeitswilligen Gesellen heraus- gebildet hat. Allabendlich nach vollbrachter Tagesmüh und Arbeit bringt der Meister den Gesellen nach seinem Logis und behütet ihn fürsorglich, daß ihm kein Leids geschehe. Wie man sagt, bringt der besorgte Meister seinen Schützling dann zu Bett und deckt ihn warm zu. Vielleicht singt er ihn auch in süßen Schinnnner mit dem schönen Wiegenlied:„De Gös goht barft, denn se h fft kecn Schoo usw." Nachbarn wollen wenigstens einen ähnlichen Gesang gehört habe». Die Maurer von Quedlinburg sind am 15. April in den Streik getreten, nachdem die lliitcrnehmcr es abgelehnt hatten, über die aufgestellten Forderungen— 35 Pfennig Stundenlohn, geregelte Arbeitszeit usw.— in Nnterhandlniigen zu treten. Tic Töpfer-Anösperruug in Klciumöhlau hat leider mit einer Niederlage der Arbeiter geendet. Es war dem Unteniehmer gelungen. Arbeitswillige ans Oestreich heranzuziehen. Durch diesen ilmstand sahen sich die Ausgesperrten veranlaßt, zu retten, was»och zu retten war, und gaben sie die Bedingungen auf, worauf die Aus- spcrrung aufgehoben wurde. Von den Ausgesperrten selbst ist nicht ein einziger der Fahne untren geworden. Eine Konferenz sächsischer Eisenbahner fand dieser Tage in Dresden im Gebäude der Generaldirektion der Staats- bahnen statt. Ursache dazu ist folgendes: Die Betriebs« Werkstätten der Bahnen(in Zwickau, Leipzig, Chemnitz zc.) haben seit einiger Zeit wegen„Mangel an Arbeit" die Ein- richtnug getroffen, daß die Arbeiter an den Sonnabend- Nach« mittagen„frei" haben. Natürlich auf ihre eignen Unkosten. Die Eisenbahner sind jedoch der Meinung, daß, wenn die Arbeitszeit vernünftig geregelt wird, diese nuliebsame Einrichtung wegfallen könne. Die Bctriebsiverkstätten entsandten daher je einige Delegierte nach Dresden, die mit der Generaldirektion über eine eventuelle Verkürzung der Arbeitszeit Rücksprache nehmen soll. Die letztere hatte, da sie vorher von der Sache verständigt worden ist, sich auch bereit erklärt, mit den Abgesandten der Eisen- bahncr zu verhandeln. lieber das Resultat dieser Verhandlungen verlautet noch nichts. Wie die Unteruehnier Vercinbarnngcn respektiere«. Unter dieser Spitzmarke berichtet die„Sächsische Arbeiterzeitung" über die Verhältnisse im F e i» g o l d s ch l ä g e r- G e w e r b e zu Dresden: Vor zwei Jahren haben die Dresdener Prinzipale niit den Gehilfen eine Tarifgcmcinschaft abgeschlossen, die bis 36. Juni 1962 gültig ist. Nach derselbe» hat in allen Betrieben bis spätestens 1. April 1962 die Einführung der n ch t st ü n d i g e n Arbeitszeit zu erfolgen. Das will nun den Herren Unternehmern gar nicht passen. Einzelne versuchen, durch allerhand Anschläge und Verordnungen die Tarif- gemcinschaft abzuschütteln.— Die Gehilfen sind entschlossen, den Kampf für ihre ihnen früher von den Unternehmern selbst zugestandenen Rechte anfznnchmcn. Unter de» Weber» im sächsischen Voigtlandc kommt es infolge des Verhaltens der Arbeitgeber nicht zur Ruhe. Bei der Firma Moritz Merkel in M y l a u wurden nach Beilegung des Streiks die Löhne wiederholt reduziert. So wurden z. B. der Lohn für Kammgarn- Cheviot, der durch die Lohnbewegung von 5,86 M. auf 6,66 M. erhöht worden war, jetzt nach und»ach bis auf 5,35 M. herabgemindert. Einer vorstellig werdenden Kommission gegenüber erklärte Herr Merkel: Weni es nicht passe, der könne gehen, und ließ durch einen Coniptoiristcn den seiner Zeit infolge der Lohnbewegung vereinbarten Tarif zerreiße». Darauf legten sämtliche 56 Weber die Arbeit nieder. Fast alle sind organisiert. Eine Tarisgcmeinschaft für das Branergewerbe ist zu Nürnberg und Fürth angenoinnien. Die Braucreibesitzer dort- selbst erklärten sich mit der Errichtung einer Lohnkommission cinvcr« standen und erkennen dieselbe als erste Instanz in stritiigen Fällen an. Als zweite Instanz gelten die Gcwerkschaftskartelle in Fürth resp. in Nürnberg und als letzte die Gewcrbegerichte. Der Tcidcnwebcrstrcik in Rheinscldc» ist beendet. Nachdem die Firma am 5. April vom Landgericht zur Auszahlung des Standgeldes, welches wegen Konlrnktbruchs inuebchalten worden ist, verurteilt wurde, wodurch die Streikenden in materieller wie in moralischer Beziehung einen schönen Erfolg erzielten, haben dieselben den streik beendet, wollen aber ihre sonstigen Forderungen zu geeigneter Zeit wieder aufnehmen. Anslaud. Der Streik der dänischen Dampfschiffsheizer dauert im- verändert fort.— Der neue Amerikadampfcr„Oscar II." ist von seiner ersten Reise zurückgekehrt. Die Rückreise von New Dork hat 12 Tage gedauert, obgleich die Fahrt nur auf 16 Tage berechnet ist. Bei der Ankunft in Netv Aork waren sofort 26 von den Heizern des Schiffes desertiert, und es hielt, nachdem es bekannt geworden ivar, daß in Dänemark geslreiki wird, schiver. neue Leute zu bekommen. Als das Schiff in See stach, waren 14 Heizer zu wenig an Bord. Die in New Dork angeworbenen Heizer haben, wie„Socialdemo- kraten" mitteilt, ca. 78 Kronen für die 12 Tage der Ueberfahrt ver- langt und auch erhalten. während bekanntlich den organisierten dänischen Heizern ein Monatslohn von 45 Kronen geboten wird.— Das Schiff hatte auf der Rückfahrt nur 156 Passagiere an Bord._ Sociales. Socialpolitik mit der Knute. Der großkapitalistische Lederlvalker Freiherr v. Hehl in Worms ist ein großer Sportsman in Socialpolitik. Sogar für das Koalition'srecht Vegeisten er sich und schon manche schöne Rede hat er darüber geredet. Ob er freilich das Koalitionsrccht„seiner" Arbeiter damit ineint, ist sehr fraglich. Jedenfalls dürfte es nur ein dem Herrn v. Hey! genehmes Koalitionsrccht sein und niemals darf es die patriarchalischen Gefühle des Herrn v. Hehl beleidigen. Sonst verbietet er es. Ein in Worms erscheinendes demokratisches Blatt, die„Wormser Vollszeitnng", hatte sich mit der Menschwerdung Hehls, soll heißen mit seiner Erhebung in den Adelstand beschäftigt und dabei folgendes geschrieben: „Herr v. Hehl nimmt es sehr ernst mit seinem Adel. Sein Großvater war ein schlichter rheinhcssischer Bauersmann, genannt „der Norwig", aber nicht etwa wegen irgendwelcher romantischen Beziehung zu Norwegen, sondern wegen der Blatternarben, die sein Gesicht bedeckten. Der„Norwig" hatte keinerlei aristokratische Gelüste. Er soll sogar, als er ein wohlhabender Mann geworden war und es nicht mehr nötig hatte, zu seinem Vergnügen immer noch eigenhändig„gezackert" haben. Enkel und Urenkel treiben es freilich,' nachdem der Lacklcderfabrikbetrieb ihre Mittel zu Millionen vervielfacht hat. weitaus vornehmer als der Ahn. So entsteht heutzutage der Adel." Dadurch fühlte Herr v. Hehl sich und seinen Großvater beleidigt. Man kann es ja verstehen, wenn sich jemand, der sich schon ansängt heimisch zu fühlen in der Gesellschaft der Jtzenplitze und Zitzewitze, beleidigt fühlt durch die Erinnerung an seine ehrliche bürgerliche Herkunft; aber wenn dieser Jemand sich zugleich als Socialpolitikcr aufspielt und zugleich von den Arbeitern seiner Fabrik verlangt, daß sie sich mit ihm beleidigt fühlen sollen, so ist das wirklich kompromittierend für diese Socialpolitik. Durch Anschlag in der Fabrik wurde den Arbeitern verboten. die„Wormscr Volkszcitung" weiter zu lesen, und das Blatt führt Umstände an, die erkennen lassen, daß dies mit Kenntnis und Villi- gnng des Herrn v. Hehl geschieht. Das ist Arbeiterschutz von Untenichmcrs Gnaden l Schutz den Heimarbeiter«. Im Kommissionsverlage der Buchhandlung Vorwärts ist eine wichtige Schrift erschienen': Die Denkschrift des Verbandes der Schneider und Schneiderinnen an den Bundesrat und Reichstag zur Bekämpfung d e r H e i in a r b e i t. In einem Anhange wird auf Grund einer vom Verbände veranstalteten Erhebung die Lage der Arbeiter im Schncidergewcrbe Deutschlands dargestellt. Die Schrift giebt ein reichhaltiges Material über die Schäden der Heiniarbeit und die Geschichte des Kampfes gegen sie. Ivobei namentlich auch die energischen Versuche einiger australischer Kolonien zur Bekämpfimg dieses Ücbcls berücksichtigt sind. Die statistischen Erhebungen über die Lage der Arbeiter des Schneidergewerbcs bilden«ine wertvolle Ergänzung des ersten Teiles. Zur Orientierung über die Frage der Heimarbeit ist die Schrift sehr zu empfehlen. Der Preis beträgt 1,50 M. VovsÄnrnrl ungon. Rirdorf. Der socialdemokratische Wahlverein hielt am 9. April im Lokale des Herr» Thiele, Bergstr. 151/152 seine General- Versammlung ab. Den Vvrstandsbcricht erstattete B o c§ k e. Aus demselben ist hervorzuheben, daß im Laufe des 1. Quartals 166 neue Mitglieder aufgenommen worden sind, und 27 Mitglieder gestrichen werden mußten. Der Mitgliederbestand am Schlüsse des 1. Quartals betrug 1374. Der Kassenbericht, welchen Stieler gab. war folgender: Einnahme 739,32 M. inkl. 165,76 M. für BonS, Ausgabe 267,66 Mark. An den Hauptvorstnnd wurden abgeliefert 528,52 M. bleibt für das 2. Quartal ein Kasscnbcstaud von 3,86 M. am Orte. Der Bericht des Partcispeditcnrs Öfter m a n n ergab einen Reiiigcivinn von 338,37 M. für das 1. Quartal 1962. Bei einer Abomicutcnzahl von 2410 am Schluffe des 1. Quartals haben bei dem Aprilumzug 724 die Wohmmg gewechselt. Hierauf hielt Waldeck Ma nasse einen Vortrag über„Kirchen und Kasernen im Dienste der Reaktion". Eine Diskussion über den mit Beifall aufgenommencn Vortrag wurde nicht beliebt. Aufgenommen wurden 22 neue Mitglieder. Dem Vorstand wurde aufgegeben, für den Herbst eine Urania-Vorstellung zu ciigagieren. Außerdem wurde noch beschlossen, jedem Mitglied« ein Erfurter Programm dem QuittungSbuch beizulegen. Uehte Metrhvichken und Depeschen. Die sächsische Stcnrrrcform gescheitert! Dresden, 16. April.(Privatdcpesche.) Die erste Kammer lehnte die vorgeschlagene Einkommensteucr-Erhöhimg a b. Damit ist die Steuerreform von 1898 wieder gescheitert. Zwölf Jahre Zuchthaus. Dresden, 16. April.(Privatdepesche.) Das Ober-Kriegs- Gericht verurteilte den Deserteur Goehler vom Regiment 177, der seit dem Januar bei Klingenberg als Räuber lebte, zu zwölf Jahren Zuchthaus.__ Zur Eischießiing deS russische» Polizeiministers. Petersburg, 16. April.(W. T. B.) Der Mörder des Ministers des Innern ist ein Student der Universität in Kiew namenSMalyschew, welcher bei den letzten Unruhen relegiert worden war und sodann straf- weise in das Heer eingestellt, bald darauf aber vom Kaiser be- gnadigt worden wax. Der dritte der von dem Mörder abgegebenen Schüsse verwundete den Diener des Ministers, welcher auf den Angreifer zusprang und ihm die Waffe entwinden wollte. Der vierte Schuß ging in die Wand. Die letzten Worte des Ministers waren:„Warum ermordet man mich? Ich bin mir nicht beimißt, jemand Böses zugefügt zu haben." Ei» Schuß hatte den Minister in den Unterleib getroffen, ein andrer die Leber durchbohrt._ Belgrad, 16. April.(SB. T. B.) Auf den Bencht der zur Prüfung des Dispositionsfonds eingesetzten Koni- Mission beschloß die Sknptschina eiiistimmig über die Miß brauche des Kabinetts Wladan George witsch im Jutereffe der Würde Serbiens und mit Rücksicht auf den vertraulichen Charakter des betreffenden Fonds, welche ein Gerichtsverfahren nnziilässig erscheinen lasse mit Verachtung und unter strenger moralischer Verurteilung der für die Schuldigen zur Tagesordmmg überzugeben. Petersburg, 16. April.(B. H.l Das Geheime Central- k o in i t- e der russischen Studentenschaft hat von Moskau ans einen Aufruf erlassen, welcher alle Kreise der Intelligenz auffordert, die Studenten im Kampfe für die Freiheit zu unterstützen. Die russische Studcutcnschnft, so beißt es in dem Aufruf, kämpfe nicht nur für ihre akademischen Rechte, sondern für die Rechte des russischen Volkes überhaupt. Die Studenten seien zu den größten Aiistrengungcn und Opfern bereit und würden vor nichts zurückschrecken, um niit der Reaktion aufzuräumen. Petersburg, 16. April.(B. H.) Wie verlautet, hat der I u st i z- m i» i st e r M u r n w j e f f das ihm angebotene M i n i st e r i u in des Innern abgelehnt, weil er ebenfalls befürchtet, das Opfer eines Slttcntats zu werden. Der Ministerrat soll dem Zaren die Entfernung sämtlicher Studenten und Studentinnen aus PetcrS- bürg vorgeschlagen haben. London, 16. April.(W. T. B.) Dem„Evening Standard" znsolge ist die heute aufgelegte Anleihe bereits zehnfach gezeichnet. Hierzu L Veilagcn«. llntcrhaltuiiaSblatt. Beramworilicher Redacieur: Carl Leid in Berlin. Für den Znserateuteil verantwortlich:»h.«locke in Berlin. Druck und Verlag vou Max vadiug in Berlin m. B W,», l. KtilU ilts„UmiW" Kerlim KlkÄM Ml! \m. Keiitzskag. 1CÖ. Sitzung April 1902, vom Mittwoch, den 16. n n ch n, i t t a g s 1 Uhr. Am Bundesratstisch: Gros P o s a d o w s l y. Die zweite Beratung der Seemann s-Ordnung wird fortgeletzt bei§ 56. /z ilhr. SchaiispielKaus. Das grobe Licht. Anfang 7-/2 Mr. Neues Obern- Dbeater slkrolli. Gastspiel der franitösikchen Opern- geseNschafl. Faust. Anfang 7-/z Uhr. Schiller. Nathan der Weise. Anfang 8 Mir. Deutsches. Es lebe daS Leben. Anfang 7i/, Nbr. berliner. Alt-Heidelberg. Anfang �?>/- llbr. Lessing. Duse-Gastspiel.?ran<:osca -la. Kimini. Anfang 7>/, llbr. VZcsiru. Don Juan. Ansang 7-/- Uhr. Residenz. Einquartierung. Anfang 7-/- Uhr. Neues. Gastspiel des Pariser Ensembles vom Thsatre du Palais Royal. Laers.Lsoiieo. Ansang 71/2 Uhr. Central. Das süße Mädel. Anfang 7'/, Uhr. Vrlle-Zllliauce. Die Dame aus Tronville. Hierauf: Er. Ansang 7'/- Uhr. Thalia. Seine Kleine. Anfang 7-/2 Uhr. Luisen. Bei Neumanns. Unsre Männer. Ansang 7-/, Uhr. Carl Weist. Hannemann vom Biehhos und; Der kleine Cohn. Anfang 8 Uhr. Fried rich-Wilhel ui städtisches. Berlin, wie es weint und lacht. Ansang 7i/, Uhr. Seeessiousbiihue. Detlev Lilien- crons Bmiles Brettl. Ansang 8 llbr. E. v. Wolzogens Buntes Theater (Ueberbrcttl). Anfang 8 Uhr. Schall und Rauch. Strindberg- Cyklus. Serenissimus-Zwischen- spiele. Anfang 8»/, Uhr. Orpheus. Specialttäten-Vorstellimg. Anfang 8 Uhr. Charibari. Täglich Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Wietropol. Uiilre Don Juans. nicht. Specialitäten-Vorstellung. »lnfang 8 Uhr. Slpollo. Lysistrata. Specialitäten- VorsteNung. Ansang 8 Uhr. Passage- Panoptikum. Speciali- tnten-Vorstellniig. Palast. Specialitäten-Vorflellnng. Ein« Nacht im Ballhaus. An- fang 8 Uhr. Easiuo-Theater. Berlin auf Stelze». Specialitäten- Vorstellung. An- sang 8 Uhr. Reichshalle». Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Passage- Theater. Specialitäten- Vorstellung. Anfang nachmittags b Uhr. klrauin. Taubeustr. 48/sv.(Im Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. Juvalibeustraste S7/VL. Täglich: Sternwarte._ SWttÄjtlittt (Walluer-Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: lV»tIi»n«le»' Dramatisches Gedicht in 5 Aufzügen von Gotth. Ephr. Lessing. Freitagabend 8 Uhr: Zleki» Leopold. Sonnabendabend 8 Uhr: Klein Leopold. Ckiltral-WM. Heute zum 120. Mal: 7V, Uhr. 71/2 Uhr. Dns sütze Wliivel. Operette in 3 Akten von Landsberg und Stein. Musik von Reinhardt. Morgen und folgende Tage 71/, Uhr: Das süste Mädel. Sonntagnachmiltag 3 Uhr. in erster Leicljung: Der Zigeinierbaron. Abends 71/, Uhr: Das süste Mädel. fin'I Weiss-Theater. Groste Franksurterstr. 132. Täglich: HillllltliillW m\ Biehhos und: Der kleine Cohn. Grobe Berliner Ausstattungsposie mit Ges. in ö Bildern von Ernst Ritterfeld. Musik von Albert Wicher. Ansang 8 Uhr: Sonnabendnachin. 4 Uhr: Aschen- brödel. Sonntagnachm. 3 Uhr: Gänseliesel. Kl. Preise. Parkett«0 Pf._ Ipollo- Theater. Um 8 Ulrr: dell'Oro» Hillu. Hull Gebrüder Wille Olga Viarda« Kinematoskop Elsa Malta. Um 9 Uhr: Liysiistrata Ausstattungs- Operette von Panl LincKc Ä.aE.„Crigdalis". Katseneröffnuncj 7 Uhr. Urania. Tauben-Strasee 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. Csstw Panopticum Frledrich-Strasse 165. Zwergin Ä Kinde (einzig in ihrer Art auf dem| Erdenrund!!) Der Boerenkrieg (Botha, DeWet, Delarey, Krllger.)] Lebende Photographien. üailf humor-muslkal. Quintett! IiCll, Klrchmcyei*. Üetropol-Hieater Emil Thomas a. G. Henry Bender Josef Joseph! Anna Möller-Linke Fritzi Georgette Frid-Frid Zum 3. Mal; Unsre Don Juans Grosse Posse mit Gesang u. Tanz in 4 Akten von Leon Treptow. Musik von Franz Eoth, Adolf Ferron und Victor Holländer. In Leone gesetzt vom Direktor Kiohard Schultz. Morgen und folgende Tage: Unsre Don Juans. Anfang 8 Uhr. Hauchen überall gestattet. Palast-Theater (friihcr Fcen-Palast) -»nigstr. SS. Direktion Rlchard Wlnlder. Das gröaste Programm der Saison Dazu täglich; Gastspiele der grösttcu Schau- nnmnier« der Welt. 8i/z Uhr SV, Uhr Unsagbarer Beifall l!! Line Nacht im Ballhaus. schwank in 4 Akten von Kneiiel. Hänfling. Küster: Dir. Rieh. Wlnlder. Hellborn, Pfarrer: Hob. DIU. Lotte, Slüchill: Franziska Kentier. An fang präcise 8 Uhr. Entrec 50 Pf.-WU Schluß dieser Saison: An» 30. Api-il 100». Thalia-Theater. DreSbeuerstraste 7L/73. Täglich. Anfang Uhr: Täglich. Seine Kleine. Gr.Ausst.-Possein. Ges. u.Tanz in 3 Akt. Im 2. Akt:„Hab'n Sie nicht den kleinen Cohn geseh'n?" Am 30. April: Abschieds-Vorstellung imd Benefiz für Dulde Thielseher. Am I.Mai: Gastspiel der Sohllerseer. Scliail und Rauch (Kleines Theater) Unter den Linden 44. Heute, abends S'/a Uhr, Gastspiel von Emannel Reicher. Serenissimns-Zwischenspiele Casino- Theater Lothringerstr. 37. Gastspiel Antonie Agoston in „Berlin mif Steljen" it. Urkomisch! Sensationell! Anfang Wochent. 8, Sonntags 7i/,Uhr. Sonntaanachui. 4 Uhr: Dienstbote. Specialitäten.— Weihuachtcn. I'äNSge-IIiniei'. Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5, Ende 11 Uhr. Emilie Earota. preisgekrönte Wiener Schönheit. Gusta¥ Bonnä, Humorist, mit sein. Schlager; Berlin sei ruhig, schrei hurra! 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(Ohne Gewahr.) 04 148 219 95 406 57 551 645 797(5001 908 1031 155 521 56 99(10001 703 78 88!30001 842 986 2085 188 210 71 327 404 78 642 972 81 95 3066 385 428 526 28[500] 647 758 870 935 4006 67 86 148 70 356 409 32 81 85 749 858 967 5177 346 59 95 13000] 633 721 26 805 62 6092 132 54( 5001 411 574 87 710 15 97 7100 36 305 98 477 638[500] 8100 217 332 60[5001 88 15001 557 627 793 886 909 9058 73 212 88 606 704 808 70 907 10023 108 23 249 615 53(5001 703 815(10001 52 C500) 56 935[ 5001 82 11073 143 81 369 631{30001 805 949 1 2178 592 716 62 832 951 73 1 3022 226 43 391 507 17 759 73 929 85 14027 67(5001 85 221 77 350 508.15092 279 473 551 706 876 1 6426 528 55 627 833 69 1 7029 138 78 227 410 35 75 550 639 73 81 858 68 80 968 90 1 8164 412 55 81 563 66[10001 778 836 119212 437 65(30 0001 543 961 95 20146( 50 001 80 315 93 416 88[1000] 530 616 61 11000] 762 961 2 1 037 48 113 54 247 389 423 48 571 620 780 862 67 905 18 33 70 2 2011 170 87 243 304 592 774 86 800 24 23121 44 218 35 73 302 419 848 24083[1000] 139 206 566 87 834 958 2 5027 66 86 177[500] 372[1000] 420 920 2 6037 149 284[50Ü] 644 772 845 916 27118 70 212 507 738 841 948 2 3059 f 10001 80 119 208 353 59 434 51 65 78 545 63 805 29045 f 10001 85 133 52 202 51 361 549 92 609 831 77[5001 30407 31 504 60 801 975 3 1 208 534 65 603 22 67 718 69 71 924 3 2 056 198 266 321 52 436 64[500] 623 783 94 3 3144 67 248 56 321 60 421 678 87 773 866 S4255 734 97 98 850 3 5056 77 163[500] 307 527 79 635 729 81[10001 869 78 3 6084 96 152 252[1000] 344 431 82 92 524 25 743 894 900[3000] 37281 843 927 38055 205 7 319 92 517 610 853 3 9042 103 253[500] 636 769 985 40292 96[5001 98 392 431 518 652[3000] 719 flOOOJ 62 68 928 4 1 003 49(10001 241 451[500] 513 777 873 94 4 2235 335 490 789[500] 822 90 957 60 43034 116 43 266 361 488 552 657 763 999 4 4002 21 115 384 485 87 717 45056 206 76 314 466 521 46 54 72 658 834 40 42 4 6011 44[10001 106 444 79 672 651 (1000) 711 872 019 4 7053 139 39? 640 809 48087 «39 49172 740 836 917 41 89 96 50011 618 79 795 933 5 1020 52 202 24 338 39 81 697 841 52281 84 5 3024 110 221 315 36 692 734 906 74 5 4096 146 220 338 409 78 519 739 943 5 5035 210 38 324 447 511 76 631 745 74 984 85 5 6004 39 332 480 91 588 820 33 5 7066 82 128 239 391 403 563 644 728 805 30 58 69 916 58109 50[3006] 262 85 472 694 777 869 990 5 9092 96 209 402 513 762 60120 52 63 208 452 68 537 51 701 6 24 975 6 1036 83 119 84 264 522 36 98 715 980 6 2020 31 183 459 559 683 764 828 63162 15 208 434 69 90 516 22 614 769[30001 810 77 910 26[500] 39 64125 279 81 88 SOÜ 90 492 503 753 842 921 6 5041 199 621 50 712 61 «48[5001 957 66130 213 410[10001 24 29 611 49 57 766 842 944 54 87 6 7006 50 59 185 364 550 839 6 8925 264 378 616 65 777 929 69165 283 534 684 926 59 70017 115[5001 49 94 344 455 631 70 942 96 71067[560] 163 314 456 535 700 44 820 921 31 72073 311 78 426 99 564 93 736 829 68 7 3696 13000] 340 483 (500) 92 593 624 69 755 87 89 814 73 7 4002 67 81 100 256 507 737 901 7 3310 474 527 802 7 6096 317 535 692 934 92 7 7016 60 152 202 74 331 519 657 701 21 78044 257 97 395 429 774 884[500] 935 65[500] 67 79170 384 508 603 80106 68[1000] 90 98 250 313 31 57 77 88 472 61 507 905 90 8 1 683 187 219 54 95 368 621 43 757 62 93 803 48 60[3666] 72 89 8 2061 230 458 650 65 714 23 33 53[1666! 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Ziehung 4. Klasse 206. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung com 16. April 1902. nachmittags. Nur die Gewinn« über 232 Sit find den beirefiende» Nummern in itlamncrn beigefügt (Ohne Gewähr.) 25 442 637 834 938 1 086 255 64 390 539 89 666 90 965 2295 751 810 3128 97 250 575 605 724[500] 4049 141[5001 243 89 377 86 88 491 510 61 5003 101 234 437 696 830 756 91 98 804 955[500] 6294 346 82 494 503 81 778 883 7027 61 64 229 52 620[1000] 62 709 815 8644 811 12 31 60 941 8053 275 77[5001 334 522 736 79 966 68 10147 211[1000] 13 313 426 49 633 39 46 715 834 994 11099 103 69 272 432 659 784 807 988 1 2279 391 406 52 553 61 80 695 757 879 1 3090 169 389[1000! 557 14008 52[500] 77[3000] 79[5001 121 374 412 21[10001 571 614 79 781 87 815 1 5020 109 342 462[5001 65 90 744 825 28 87 1 6008 243 458 82 749 06 988 1 7101 40 214[10001 65 81 310 49 640 725 56 842 908 1 8156 245 79 328 477 517 658 827 53 1 9027 165 285 97 335 565 687 98 735 828 58 99 926 20046 200 18 369 589 777 991[1000] 2 1 410 625 35 704 887 992 22186 329 673 747 934 78 2 3025 153 215 21 371 79 426 578 895 978 24102[500] 53 380 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Worte mit mehr als Ä M Ä" WM* M in y tB Buchstaben zählen doppelt. Ja y 6 /or die"ächate XlUZtuyKIt Xtimmer werden in den Annahmestellen für Berlin bh bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der JJauptexpedition Beuthstr.S bis f Uhr angenommen. uchate werden 9erHn lAr. lM Cigarreiigeschäft, daselbst auch ein Kindenvagen zu verkaufen, Pan- nierstrabe 8, Rixdorf.__ 19396 Mtlchtiibel nach genauer polizci- licher Vorschrift sowie alle Milcdwirt- schaftsgeräte bei Jordan. Kleine Marlnsstrabe 28. 1086K* <50 Waldparzellen, nahe am See, hundertjähriger Hochwald, Quadrat- nite 12 Mark, verkauft bei kleiner Anzahlung Pflaumbaum, Hermsdorf, Lindenstraße 15�_ 1101K* Borortparzclle, 600 Mark, verkauft bei halber Anzahlung Bunge, Schiffbauerdamm 37._ 18536 50 Baustellen Ostbahn- Vorort. Quadratrute acht Mark. Schirop, Eldenacrstrabe 8. Kleine Anzahlung. GnrbiiieiihnilsGrobeKrniikfiirter. straße 9, parterre._ f37* Borfithrige elegante Herrenhosen ans scinsten Stoffen 9—12 Mark. 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Wagner, Schneidermeister, Frank- furterftrabe 59, III._ 19485* Biviscktion k Wer sich über diese nichloseste Graiisamkett nnsrer Zeit nnterrichien will, verlange die Fluc blätter deö Welibundes gegen Viv fektion, welche unentgeltlich versendet werden vom Berliner Tierschutzverein, Königgrätzerstrabe 108. Um gütigen Abdruck wird gebeten. I61b* Pfandscheine, Bücher kauft Leih- haus Elsasserstrabe 59 I. 143/3* Bücherankauf zu höchsten Preisen. Epstein, Markgrasenstrahe 101.[130/4* Mctalldruch aller Art kaust Bro- derick, Oppelnerstrabe 16. t27* Goldfachen, Silber, Platin, Zahn- gebiffe taust Schmelzern Brnnnen- strabe 137, Schneider._ 1940b* Kanarienhähne. Weibchen kauft Vogelhandlung Flottwellstrabe 6.* 2 BereinSzimmer und Kegelbahn zu vergeben. E. Wagner, Wöhlert- strabe 21._ 18226 BereinSzimmer Gerichtsstratze 74. ZU vergeben t72* Rechtsbiirean. Prozebbeistand, Steuersachen, Eingabengesuche, Rat- erteilung. Bniiinenstrabe vierzig. lS63b Hilfe im RechtSburra« George, Fichiesirabe 2. Steuersachen, Straf- fachen, Unfallsachen. Gnadengesuche, Vertretungen gewissenhaft. Sprech- stunden 1 biS 9, Sonntags 9 bis 3. Steucrberufnug! Stellunggesuche, Ehcscheidungs-, Unfallsachcn! Schank- erlaubniS, Sirafanffchub, Rat- ertcilungen! Zahlungsbefehle! Linien- strabe 36. 144/19 Stenerberufiing, Schristsätze, Rat- erteilung: Rechtsbureau„Moabit", Ouitzowstrabe 118. 1964b* Vermietungen. Läden, große, kleine mit und ohne Wohnung, in feiner, aufblühender Gegend Motzstraße 31 zu vermieten. �rbeitsmarkt. StsIIsngssuoks. Blinder Stuhlflechtcr bittet nm Arbeit. Stühle werden zu den billigsten Preisen geflochten, werde» abgeholt und unentgeltlich zurück- geliefert. Adresse: Mulackflraße 27, A. Gläser.• Stellenangebote. Klavierspieler sucht kleinen Tanzsaal. Siebert, Wrangelstrabe 109. ZeitnugSträgcr oder Trägerin. 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Wir ersuchen daher die Mitglieder der Lokal- t o m Mission von Berlin und Umgegend, Aenderungen und Reuanstiahmen bis spätestens Freitag, den 25. April, einsenden zn wollen: für„ T e l t o w- B e eskow" an den Genossen Hermann S ch l i e b i tz in Britz, Jahnstr. 2; für„Nieder- A a r n i m � an den Genossen Otto Riebe in Friedrichsfeldc, Bictoriastr. 4; für. P o t s d a in- O st- H a v e I l a n d" an den Genossen Albert Neue in Spandau, Jagowstrahe 9; für »Diverse Orte" an den Genossen Gustav Stein in Wriczicn a.O., Frankfurterstr. S2, sowie für Berlin an de» Genossen Wilhelm Hinz, Prinzenstr. 66. 8. 14. Die Genossen werden ersticht, hiervon Kenntnis zu nehmen und die Einsendungen umgehend zu besorgen, da spätere Einsendungen nicht niehr berücksichtigt iverden können. Gleichzeitig teilen wir den Genossen noch mit. dah alle An- fragen und Znscndnngen nur an den Genossen Wilhelm Hinz, Berlin L. 14, Prinzenstr. 66, zu richten sind und nicht an die Redaktion d e S„B o r w ä r t s". Die Parteiblätter der genannten Kreise werden um Abdruck ersucht. Zur Lokal-Liste. Wir weisen nochmals darauf hin, daß das Stiftungsfest des Berliner Spar- und Bauvereins am Sonnabend, den 19. April 19V2 in der Philharmonie, Bernburgerstrahe 22/23, streng zu meiden ist, da das Lokal der Arbeiterschaft zu Versammlungen nicht zur Verfügung steht.— Das Lokal„Köp nicker Hof", Köpnickerstrasze' 174 (Inhaber K. Liidwig), steht der Arbeiterschaft zu V e r- s ammlun g e n usw. zur Verfügung.— Folgendes ist für Reinickendorf zu beachten: Das Lokal von K u» z e,„Zum Brocken. Scharnweberstrabe, ist als gesperrt zn betrachte», dagegen ist das Lokal von Schosch, Reinickendorf(Osten) für die Arbeiterschaft frei. Die L o k a l- K o m m i s s i o n. Erster Wahlkreis. Freitag, abends 8Vs Uhr, findet im Brandenburger Haus. Mohrenstr. 47, die Generalversamm- lung des Wahlvereins statt. Auf der Tages-Ordnung steht zunächst: Kassenbericht und Wahl des Vorstandes. Ferner wird der Genosse Rechtsanwalt Dr. Broh einen Vortrag halten:„Der Bocreukrieg— ein Ileus tskel der kapitalistischen Kultur". FricdrichShage». Die nächste Versammlung des Arbeiter- Bildungsvereins findet am Sonnabend, den 19. April, abends 9 Uhr, im Lokal des Herr» I. Kasnbke(„Sängcrhaüe"), Friedrichstr. 61, statt. Den Vortrag hat unser Genosse Eduard Bernstein übernommen.„Ans der Zeit des Socia- listen-Gesetzes" lautet das Thema.— Laut Vereinsbeschliist finden die Vereinsversammlungen von jetzt ab regelmäßig im Lokal des Herrn I. Kasubke(„Sängerhalle") statb— Diejenigen Mitglieder, Ivelche aus ihrer bisherigen Wohnung verzogen sind, werden ersucht, dies möglichst sofort unter Angabe der nencn Wohnung dem Kassierer, Genossen Albert Schmidt, Wilhclmstr. 4L, mitzuteilen._ ToknIvS. DaS Unwetter vom Montag. Die focialdemokratische Fraktion hat in der Stadt- oerordneten-Versaminlung folgenden dringlichen Antrag eingebracht: Die Versammlung wolle beschließen, den Magistrat um eine Vorlage zu ersuchen, durch welche Mittel bereit gestellt werden, um den. infolge deö in der Nacht vom IS. zum 14. d. MtS. Uber Berlin hereingebrochenen Unwetters an Hab und Gut ge- schädigten Mitbürgern, deren wirtschaftliche Notlage und Bedürftig- keit es erfordert, materielle Hilfe zu teil werde» zu lasten. Die Stadtvv. Noscnow, Kreitling und Genossen haben gleichfalls folgenden dringlichen Antrag über die durch die Wassersnot Ge- schädigten in der Stadtverordneten- Versammlung eingebracht: Die Stadtverordneten-Versanmilung ersucht den Magistrat, angesichts der durch den Wolkcnbruch hervorgerufenen erheblichen Schädigungen von Bewohnern Berlins überall da, wo Not vorhanden ist, sofort hilfreich einzugreifen nnd der Versammlung über die erforderliche» Beträge eine Vorlage zugehen zn lassen. Es wird sich nun ja herausstellen, ob die Berliner Kommunal- verivaltung Gemeinfinn genug zeige» wird, um einer großen Anzahl Mitbürger, die ohne ihr Verschulden ins schlinnnste Elend geraten sind, vor dem völligen Verderben zu schützen. Angesichts der schlimmen Notlage wollen wir hoffen, daß nian diesmal zu der beantragten Hilfsaktion eine andre, willigere Haltung einnimmt als bei früheren Gelegenheiten. Der Bund der Handel- und Geiv erbetreibenden hat den Magistrat in einer Eingabe ersucht, in der nächsten Sitzung der Stadtverordneten-Versannnlung die Bewilligung von Geldmitteln zur Linderung der Not der in der Nacht vom 13. zuni 14. April er. in ihrem Eigentum schwer geschädigten Bürger, unter denen sich eine große Anzahl kleiner Gewerbetreibender befindet, zu beantragen und ist wohl i» Anbetracht des großen Elendes, das über eine große An- zahl, namentlich von Kellerbewohnern, hereingebrochen ist, zu er- warten, daß der Magistrat der Anregung des Bundes der Handel- und Gewerbetreibenden entspricht. Ueber das U n w e tt e r und seine Folgen iverden noch folgende Einzelheiten mitgeteilt: Auf dem Fernsprechamt III, welches. wie gemeldet, durch die Gewitter-Katastrophe besonders stark in Mit- lcidenschaft gezogen worden ist. konnte der Betrieb bisher noch inimer nicht in vollem Umfange arrfgenomnien werden und etwa 6060 Teilnehmer des Amtes können Verbindungen nicht erhalten. Das in die Kellerräume des Amtes eingedrungene Waffer ist zwar nach 20 stündiger Arbeit entfernt worden, doch sind die Kabel der- artig verschlammt, daß sie untereinander schließen. Es dürfte noch mehrere Tage dauern, bevor es gelingen wird, den Defekt zu be- festigen und den Bollbetrieb wieder aufzunehmen. Die Geschäfts- leute sind durch den mangelnden Telephonanschluß in arge Ver- legenheiten geraten. Auf Schadensersatz wollen die Bewohner des Hauses Gerichts st raße 23, das bei dem Unwetter durch die Rutschungen des Eisenbahn-Dammes eingedrückt wurde, den Eisen- bahn-Fiskus verklagen. Sie begründen ihren Anspruch auf Schadlos- haltüng damit, daß sie die nächste Nordringstation schon bei Beginn der Rutschungen auf die drohende Gefahr aufmerksam machten. Hätte die Bahnverivaltung, so behaupten sie, auf diese rechtzeitige Warnung hin geeignete Maßregeln getroffen, so wäre das Unglück nicht eingetreten. Der Fiskus habe jedoch gegen die Gefahr nichts gethan und mllsie daher für den durch seine Schuld entstandenen Schaden haften. Ueber tausend Fuhren Sand und Schlamm sind vom Montag« mittag bis zun, Dienstagmorgen aus den Straßen Berlins entfernt worden, und noch den ganzen gestrigen Tag hindurch waren die Straßenreiniger mit dem'Zusammenwerfen von Schlammmassen be- chäftigt. Gestern ist auch mit der Wiederherstellung der zerstörten Bürgersteige begonnen worden. An mehr als vierhundert Stellen ist das Pflaster aufgerissen und unterspült.— Die Verkäuferin Elise Stern aus der Chausseestraße Nr. 6, die vor- gestern abend beim Zerspringen des Schlvungrades einer Dampf- pumpe in der Jnvalidenstraße um Kopfe schwer verwundet wurde, schwebt auch heute noch in Lebensgefahr. Ihr Zustand hat sich noch nicht gebessert. Einen Begriff von der elementaren Gewalt des Unwetters am vergangenen Montag gebe» am besten Zahlen, welche durch das hiesige Wetterbureau festgestellt sind. Demnach te Jotwärts" betrug der Niedergang des wolkeubruchartigen Regens von nachts 3 Uhr an 156 Millimeter, während bisher bei den stärksten Regeinnassen eine Regenstärke von nur 86 Millimeter konstatiert wurde. Der Luftdruck wurde bis zu 7,56 Millimeter gemessen. Das Unwetter selbst kam aus der Richtung Ost-Südost. Von welcher Stärke die Hagelkörner waren, zeigt der Umstand, daß sich dieselben teilweise auf freiem Felde bis zum Dienstagabend, also 36 Stunden, hielten. Uebrigens wird ein offizieller Bericht über den Verlauf des Unwetters vom königl. meteorologischen Institut im„Rcichs-Auzeiger" veröffentlicht werden._ Der Verein Berliner Milchpächter beschloß in seiner gestrigen Sitzung eine D e p u t a t i o n an den Magistrat und den Vorstand der Stndtverordneten-Versanimluug zu entsenden, welche abernials die Einführung der Milchwirtschaft auf den städtischen R i e s e I g ü t e r n anregen soll. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen:„Der Verein Berliner Milchpächter richtet an die städtische» Behörden die Bitte, der Gefahr eines agrarischen Milchnionopols im Interesse der städtischen Bevölkc- riuig durch Einführung der Milchwirtschaft auf den städtischen Riesel- gütern entgegenzutreten." Die Deputation soll diese Forderung an zu- ständiger Stelle eingehend begründen und außerdem darauf hin- weisen, daß selbst die Produktion von Kindermilch auf den Nieselgütern sich ermöglichen ließe, durch Anwendung der künstlichen Riesclgras- trocknung, nach einem von dem Arzte Dr. Auerbach erfundenen System, das der Erfinder in der Versammlung ausführlich darlegte. Im übrigen wurde die letzte Erklärung der Mil'ch- centrale, durch welche sie die Verantwortung für die Einführung der Marktmilch von sich abzuwälzen sticht, einer scharfen Kritik nnter- zogen. Es wurde, auf Grund wiederholter Aeußernngen des Ober- nmtmanns Ring-Diippcl, festgestellt, daß die Polizeiverordnung lediglich auf die Agitation der Centrale zurückzuführen sei. Milch- krieg nnd Milchverordnung seien nicht zu trennen. TagcSordniing für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag, den 17. April, uachnüttags 5 Uhr. Vorlagen betreffend den Etat für den BerwaltungSfouds der Spar- lasse für das Etalsjahr 1902,— die Beschaffung zweisitziger Bank- tische für mehrere im Bau begriffene Schulen,— die Bewilligung von Mehrkosten für den Erweiterungsbau des Leichenhauses beim Krankeuhause am Urban,— die erfolgte Bauabnahme der baulichen nnd inneren Einrichtung dcS ehemaligen Erziehungshauses auf dem Urban zur Unterbringung von 120 Krankenbetten,— die Vermietung der Vichhofrestaurntion— und die Beibehaltung des Einheitssatzes bon 1 M. für die einmalige Rillenreinigung von je 1000 Meter einfachen Geleises der Straßenbahn auf ein weiteres Jahr.— Bericht- erstattnng über die Vorlage betreffend die Uebertragimg der Druck- Herstellung des Geinciudeblattes nnd der damit in Verbindung stehenden Drucksachen an die Firma Wilh. Grcve(Inhaber Max Pasch) auf die Dauer von 3 Jahren.— Berichterstattung be- treffend die Wahl von zwei Bnrgcrdeputierten in die Deputation für die städtischen Ärnnkcnanstalten und die öffentliche Gesnndhcits- Pflege sowie eines Biirgerdcpntiertcn für die Armcndireltion.— Vorlagen betreffend einen bei dem Vorschußkonto noch offenstehenden Posten,— die Bewillignug einer außerordentlichen Remniieration, — das Vermächtnis des verstorbenen Fräulein Marie Daß für wohl- thätige Zwecke. Die Bctricböverwaltnug der Hochbahn will eine Ermäßigung der Fahrpreise eintreten lasse». Geplant ist die Einführung eines Stationentarifs nach Art der Stadtbahn. Die Fahrkarten der ersten Zone zum Preise von 10 Pf. in der dritten Klasse berechtigen dann zur Fahrt ans einer beliebigen Strecke innerhalb der nächsten vier Stationen. Gegen den jetzigen Tarif bedeutet dieses eine Ermäßigung fiir verschiedene Strecken. So wird man vom Potsdamer Platz für 10 Pf. bis zum Äottbuscr Thor, anstatt wie bisher nur bis zur Prinzenftraße, fahren können. Die Groschenstrecke Möckernbrücke— Kottbnser Thor wird bis zur Oranienstraße verlängert. Der Fahrpreis auf der Weststrecke bleibt derselbe: dagegen wird im Durchgangsverkehr die Groschcnstrecke Prinzenftraße— Bülotvstraße bis zum Nollendorfplatz verlängert. Die zweite Zone mit den Fahrpreisen von 15 Pf. dritter Klasse reicht bis zur siebenten Station. Gleichzeitig mit der Einführung des neuen Tarifs wird ein neuer Fahrplan eingeführt. Es wird beab- sichtigt, Tarif nnd Fahrplan am 1. Mai in Geltung zu setzen.— Zu der wirkliche» Reform der Einführung des Z e h n p f e n n i g- t a r i f s scheint sich die Hochbahnverwaltung immer noch nicht auf- schwingen zu können. lind doch würde, wie das Beispiel der Straßenbahn zeigt, nicht allein das Publikum, sondern auch die Ver- waltung bei dieser Maßnahme am besten fahren. Aus der GcnossenschaftSbetvcgnng. Die Konsum- und Produktivgenosscnschaft B e r l i n- R i x d o r f hat abermals einen schönen Aufschwung zu verzeichnen. Im ersten Quartal d. I. betrug der Umsatz rund 163 000 M. gegen 77 500 M. in den gleichen Monaten des Vorjahres. Im Monat März allein wurden 53 000 M.� Unisatz erzielt Auch die Mitgliederzahl der Genossen- schaft hat sich im verflossenen Quartal um 490 gehoben. Besonders die neueröffneten Verkaufsstellen florieren recht gut. Die Hnndesperre hat auf einzelne Geschäftsbetriebe einen wesentlichen Einfluß ausgeübt und nach vielen Richtungen hin Nutzen gestiftet aber auch Schaden angerichtet. Den Hanpivortcil aus der Sperre ziehen die Sattler, bei denen Hundeleinen. Hundckörbe und Halsbänder in großen Mengen gekauft werden. Die Nachfrage nach diesen Artikeln war bei Beginn der Hnndesperre so bedeutend, daß nur«ine geringe Anzahl der Kunden befriedigt werden konnte und die Sattlergehilfen tagelang nur mit der Herstellung dieser Specialartikel beschäftigt wurde». Ferner haben auch hier und da Arbeitslose als Hundeführer einen Broterwerb ge- stuiden. Erheblich geschädigt dagegen sind durch die Sperre die Hundehändler, die gegenwärtig ihre lebende Ware fast gar nicht verkaufen können. Der deutsche Tierschutzverein hat durch die Hundesperre einen Verlust von weil über 10 000 Mark, da die laufenden Unkosten durch die ständige ärztliche Ueberwachung der eingelieferten Hunde sich wesentlich erhöhen, während Auslösungen gefangener Tiere fast gänzlich ivegfallen. Auch die Polizei ist durch die Hundesperre außerordentlich in Anspruch genommen, da eine große Anzahl von Hundebesitzern die Ausstellung von Ausfuhrscheinen beantragen. Die städttsche Armendirektion hat das Anerbieten des Armenarztes Dr. C. S. Engel, Inhabers eines bakteriologisch- mikroskopischen Instituts, die Absonderungen a r m e r K r a n- k e n bakteriologisch, cheniisch und mikroskopisch untersuchen zu wollen, angenommen. Sie wird in geeigneten Fällen davon Gebrauch machen. Wege» KindcSmordes ist ein Dienstmädchen Anna Tillack, da? in der AndreaSstr. 59 in Stellung war, verhaftet worden. Das Mädchen erkrankte am Freitag voriger Woche unter verdächtigen Umständen und mußte in eine Anstalt gebracht werden. Die Nach- forschungcn, die auf Veranlassung der Dienstherrin augestellt wurden, ergaben, daß es an, Tage vorher ein Kind zur Welt gebracht und mit der Schürze erdrosselt hatte. Die Leiche ihres Kindes hatte die Mutter, die jetzt als Polizeigefangene behandelt wird, in ihre Schürze gewickelt und in dieser unter ihrer Wäsche versteckt gehalten. Durch Einbrecher ist der Postillon Menzel aus der Schlvartz- kovffstratze empsindlich geschädigt ivorden. Frau Menzel ging am Dienstagabend um 8 Uhr zum Einholen aus und traf mit ihrem Manne,' der aus dem Dienst kam, eine Stunde später zusammen. Als nun die Eheleute nach Hause zurückkehrten, fanden sie drei Thüren erbrochen und alle Behältnisse in der Wohnung durchwühlt. BareS Geld erbeuteten die Einbrecher nicht, dagegen einen Trauring mit dein Zeichen M. S„ eine silberne Damen- und eine Herrenuhr- Diiilllerslllg, 17. April 1992. kette, einen schwarzen Gehrockanzug, einen dunkelgrauen Sommer- Überzieher, ein graues Umschlagtuch, zwei Armbänder, Ohrringe und Brosche aus Korallen und einen Trauerschmuck. Durch eine» Sturz auS dem Fenster tötete sich Mittwoch- vormittag um 10 Uhr der 62 Jahre alte Schankwirt Waldemar Weiß aus der Schlüterstr. 13 zu C h a r l o t t e n b u r g. Der alte Mann war seit längerer Zeit nervenleidend und schon einmal in einer Heil- anstalt gewesen. Vormittag besuchte er seine Tochter, die im dritten Stock des Hauses Pestalozzistr. 12 wohnt. In einem Anfalle von Verfolgungswahnsin» bat er sie wiederholt, alles zu verschließen, damit niemand hereinkommen könne. Als die Tochter kurz vor 10 Uhr ins Geschäft gehen mußte, wollte Frau Weiß ihren Mann lviedcr nach Hanse holen. Weiß ließ sie aber nicht ei», sondern stürzte sich, während sie vergeblich anklopfte, kopfüber aus dem Fenster hinaus. Der Unglückliche blieb mit zerschmettertem Schädel und gebrochenen Beinen tot auf dem Pflaster liegen. Die Leiche lvurde nach dem Charlottenburger Schanhnuse gebracht. Von der Kriiniitalpolizei beschlagnahmt ist eine goldene Brosche in Hufeiseuform mit sieben kleinen Brillanten besetzt. Der bisherige Inhaber will dieselbe vor etwa zwei Jahren beim Aus- räumen der Röhrenleitung der Kanalisation an der Ecke der Horn- und Aorkstraße gefunden. die polizeiliche Anmeldung des Fundes aber unterlassen haben. Die Eigentümerin wolle sich an den Vor- mittagen im Zimmer 330 des Polizei-Dienstgebändes. 2 Treppen, melden. Das Metropol-Theater hat die dumme Unbedeutendheit, die Ostern als Novität aufgeführt wurde, jetzt mit einer Gesangsposse von Leon Treptow vertauscht..11 n s r e Don Juans" heißt das Stück i es hat sich, wie versichert wird, bereits vor zwölf Jahren im Adolf Ernst-Thcater bewährt, und was von dort Ivmnit, wird schon etwas für sich haben. Das Stück ist in seiner Art auch niedlich, für das Metropol-Theater allerdings ein bißchen hannlos. Diese Schwerenöter, die da als Don Juans nnd verfluchteKcrls berumstolzieren, sind im Grunde genommen furchtbar hausbackene Gr"'!len, an denen auch die bescheidenste Gans auf die Dauer keinen Gefallen finden kann. Sic tragen sehr viel von den Modejünglingen der achtziger Jahre, den Reif« Reiflingen und Veilchenfrcssern mit sich herum, und die Großthate», die sie verüben, laufen auf schreckliche Philistrositäte» hinaus. Selbst eine eifersüchtige Gattin wird diese Männchen mit kühler Gelassenheit anhören, wenn sie sich einst ihrer nnbäudigcn Streiche rühmen sollte». Aber der Mangel an Pikanterien lvurde durch etivas besseres, durch einen bescheiden auftretenden Humor ersetzt, der dem ganzen Stück eine anheimelnde Wärme giebt. Mit gutem' Geschick wußten die geschulte Kttnstlerschaft des Metropol- Theaters sich auf dem neuen Boden zurecht zu finden; nur einen, nämlich Herrn Bender, hätten wir lieber in einer andren Rolle gesehen als der des schüchternen Jünglings. Ebenso gut könnte er den Hanilet spielen. Unter den Damen hat vor allem Fräulein Fritzi Georgette Ursache, dem Autor dankbar zu sein; denn in der annintigen Rolle der Czechin Kathinka fand diese Künstlerin Gelegenheit, ein Talent zu vssenbaren. das ihr niemand zugetraut hätte, der sie in früheren Ausstattungs-Alsanzereien untergehen sah. Dem überraschend schelmischen Spiel von Fräulein Georgette ist zum sehr wesentlichen Teil der Erfolg des Stückes zu- zuschreiben. Im dritten Akte spendete ein Ballett von großer Pracht dem Auge die im Metropol-Theater nun einmal unerläßlichen Gaben. Arbcitcr-BildnngSvcrein, Gewerkschaftshaus, Eugel-Nfer 15, Saal 8. Heute abend beginnt der Kursus in National- ökonomie(Börsen- nnd Banken); Vortragender: Schriftsteller G c o r g Bernhard. Freitag, den 18. April: R e d e- U e b u n g (Hebungen in mündlicher Rede' und im schriftlichen Aufsatz); Vor- tragender: Dr. Rudolf Steiner. Beginn 9 Uhr. Bibliothek 8—9 Uhr. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird der neue Vortrag von Herrn Franz Görke„Die deutsche Ostseeküste" tn der nächsten Woche zum ersten Male zur Darstellung kommen. Der Vortrag, welcher durch die vielen schönen, nach eignen Ausnahme» des Verfassers angefertigten farbigen Bilder ganz besonders an Interesse gewinnt, schildert die deutsche Ostfee- küste von den Wanderdünen bis zum Alsensund. Bis zur Erstaufführung dieses Vortrags wird der Vortrag„Frühlingstage an der Riviera" noch einige Male wiederholt werden. R«f Verlange« hat sich der Berein„Berliner Presse" eni- schloffen, in diesem Jahre noch einen Dicht er innen-Abend zu ver- austaltc», und zwar am Donnerstag, den 24. d. Mts., im Architektenhanse. Es werden an diesem Abend Emilie ErHardt(Baronin v. W a r b u r g), Frieda Schanz und Her n> ine Villinger aus deni Podium er- scheinen, nur aus ihren Werken vorzulesen Der Verlaus der Eintrittskarten beginnt am Mittwoch, den 16 d Mts, in den Buchhandlungen von Amelang, Potsdonicrftr 126; Lazarus, Friedrichstr. 66; Speyer u. Peters, Unter den Linden 43; Woyle, Pviödamcrstr. 13 und im Berliner Presseklnb, Unter den Linde» 33(Fahrstuhl: Charlottenstr. 37). Feucrbericht. Ein größerer Brand kam Mittwoch früh kurz nach 2 Uhr in der Union, Eleltricitätsgesellschaft, in der Hutten- stratze 13/14(Moabit) zum Ausbruch und beschäftigte die Wehr fast drei Stunden. In einem Nebcnraum der Modelltischlerei hatte sich anscheinend der durch Ventilatoren aufgesogene Holzstaub von selbst entzündet und ein Lager von Späne» und Holznbfällen in Brand gesetzt. Die Anfräuniungsarbeiten ivarcn erst um 5 Uhr beendet.— Auch in der Pappclallee 26 gab es früh gegen 6 Uhr längere Zeit zu Ihn». Hier war in einem Fachwerkschnpp'en ein Feuer ausgekommen, das schnell um sich griff und auch die Dachkonstcultion in Mitleiden- schaft zog. Die Wehr mußte längere Zeit mit einem Rohre Wasser geben, um die Flamme» zu ersticken. Eine kleine Venzincxplosion erfolgte Dienstag gegen Abend in der Großen Frankfurterstr. 32. Glücklicherweise ging es jedoch ohne Menschengcsährduug und nemieiisiverteii Schaden ab. Außerdem erfolgten noch Alarmierungen nach. der Skalitzerstr. 126, Plan-Ufer 40, der Friedrichstr. 155, Lange- straße 6 und Barnimstr. 13. »lnS den Nachbiieoeten. I« AdlerShof wurde gestern die Wahl nnsres Genoffen Krerschmer vom Wahlvorstand für gültig erklärt. DaS Neueste ans den Spandaner„Musterwerrstätten". ES wird uns geschrieben: Von einer schier rührenden Fürsorglichkeit ihrer Direktion erhielten am letzten Freitag die Arbeiter der Artillerie-Werkstatt einen eklatanten Belveis. Sehnsüchtig erivarteten die Arbeiter am letzten Freitag die Auszahlung ihres „Nachschnsses" für vier Wochen, der an diesem Tage fällig war. Jedoch die verantwortliche Instanz überraschte die Arbeiter damit. daß sie ihnen den Nachschuß u i ch t zahlte. Eine Deputation des ArbeiterauSschnsseS begab sich zu der Direktion, stellte ihr vor, daß die Arbeiter sämtlich infolge der Feiertage nnd des Umzugs sc. auf Auszahlung des Nachschnsses bestehen müßten. Sie erfuhren dort aber, daß keine Zeit gewesen sein soll, um die NechnunaS- abschlüffe rechtzeitig fertig zu stellen. Dabei bliebe» der Dircktlon immer zwei Wochen Zeit, um diese Abschlüsse anfertigen zn lassen I Die Direktion sah sich denn auch genötigt, den Arbeitern Vorschüsse anzmveiscn, wovon auch im großen Umfang Gebrauch gemacht wurde.— Vor kurzem wurden in dem F e u e r w e r k«- L a b o r a- t o r i u m nochmals circa 200 Arbeitern gekündigt. Die Zahl der Gekündigten in der G e s ch ü tz g i e ß e r e i allein beträgt circa 460, die der dort Entlassenen 106! In diesein Jilstitnt ivär bereits eine weitere Masseiikündiginig vorgesehen, und zivar sollten diesmal Arbeiter mit einer Dienstzeit bis zu 15 Jahren daran glauben. Es scheint aber, als wenn von„oben" Gege norder gegeben Ivorden ist, denn einstweilen unterbleibt diese Kündi- gnng. Angesichts der immer größer werdenden Gärimg unter den Spandaner Staatsarbeitern scheint man also doch wohl einlenken zu wollen. Die Gemeindevertretung Groß- Lichtrrfelde hntte sich in ihrer letzten Sitzung mit dem Einspruch, der seitens unsrcr Partei- genossen gegen die Wahl im zweiten Bezirk erhoben war, zu be- fasse». Der Protest gründete sich auf die Thatsache. daß-ine Anzahl Wähler, obwohl in der Liste eingetragen, und denen außerdem noch eine amtliche Wahllegitimation zugegangen war, zur Wahl nicht zugelassen wurden mit der Motivierung, daß ihr Wahlrecht wegen r ü ck st ä n d i g e r Steuern ruhe. Da das Ergebnis der Wahl bei Zulassung dieser abgewiesenen Wähler eventuell beeinflußt worden wäre, ist Einspruch erhoben worden. Gemeindevorsteher Schulz stellte den Antrag auf Zurückweisung des Protestes, indem er sich auf Z 4t der L.-G.-O., der vom Ruhen des Gemcinderechtcs infolge Nichtentrichtung der Steuern handelt, berief. Nach der ständigen Judikatur ist jedoch die Aufnahme in die Wählerliste, die vm 30. Januar, wie auch der Gemeindevorsteher zugab, ihre e n d- g ü l t i g e Gestalt annimmt, das allein entscheidende Moment und die Thatsache der Nichtentrichtung der Steuern unerheblich. Die Gemeindevertretung schien es niit der Abweisung des Einspruchs sehr eilig zu haben; sie opferte nicht ein Quentchen ihrer Geistes- fülle der genannten Angelegenheit und beschloß einstimmig die Zurückweisung des Wahlprvtcstes.— Alsdann erfolgte die Einführung der neu- bezw. wiedergeivähltcn Gemeinde Vertreter Dietrich, Leugner, Gebauer. Braun und Schulze.— Zum Punkt 3 der Tagcsorduung machte der Baurat Tietzen die aiu e'ehmc Mitteilung, daß infolge der Berzögernng der Ausführung des B.iiieS des Teltow-Kanals bcziv. der Richtsenkung des Teltou er Sees eine Erhöhung der Koste» für die örtliche Kanalisation im Bnr ige von mindestens' 230 000 M. eintreten werde. Die Diskussion zu dieser Sache war überaus rege. Gemeindevcrtrcter Raupert stellte den Antrag, für die Mehrkosten de» Kreis haftbar zu machen, da bezüglich der Bauausführung des Teltowkanals gewisse Versprechungen gemacht worden seien. Er gab der Ucberzeugung Ausdnick, daß der Kreis zweifellos die Bagatelle von 250 0Ö0 M. auf die Vorstellung der Gemeindevertretung hin der Gemeinde sofort ersetzen Iverde. Der ungeheure Optimismus des genannten Herrn schien seine Kollegen höchlichst.zu amüsieren, denn man erblickte bei diesen Ausführungen überall vergnügte Gesichter.— Schöffe Lange führte aus, daß irgendwelche Bersprechnugen nicht gemacht lvorden seien und daß leider der Kreis-Bauverwaltung gerade auf L i ch t e r f e I d e r Gebi e t durch die Grundstücksbesitzer außerordentliche Schwierigkeiten bereitet würden, indem diese für ganz wertloses Land ungeheuerliche Forderungen stellten, z. B. 000 M. pro Quadratrute! Ueber solche Forderungen lasse sich nicht einmal reden. Nicht weniger als 28 Expropriationen müßten vorgenommen werden.— Das„staatserhaltende", von Phrasen über das„Gc- meindewohl" triefende Grundbesitzertum von Lichterfclde also ist es, das durch seine patriotische That, für sunipstgen, tvertlosen Bode», der selbst den Wasserratten zum Aufenthalt zu schlecht ist, möglichst hohe Summen zu ergattern, der Kreis-Vcrwaltung eine Stellungnahme aufgezwungen hat, die den Steuerzahlern jetzt die Stimme von 2SOO0O M. kosten wird. Selbst Gcmcindevertrcter Dr. Leugner bezeichnete die Forderungen mit dem Prädikat„unverschämt". Nur� Herr Raupert war durch die Worte des Schöffe» Lange sehr gekränkt und wünschte, daß solche«unvorsichtige Aeußerungcn" unter- blieben— im Interesse des braven Grnndbcsitzerklüngels natürlich. Die Sache endete mit Verweisung in die Konnnission. Tenipclhof. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung mit dem Protest, den unsre Parteigenossen Müller. Schieritz und Frantz i» Sachen der Gemeindewahl vom 13. März eingelegt hatten. Damals wurden die ans unsrcn Partei- genossen Thiel gefallenen 152 Stimmen von der Mehrheit des Wahl- Vorstandes für ungültig erklärt, weil Thiel Nichtangesessener sei. Die Gemeindevertretung hielt den Protest für Unbegründet und bestätigte die Wahl des Eigentüniers Hahn. Man stützte sich auf ein Urteil des Ober-Berwaltungsgerichts, das nächstens von uns besprochen wird. Britz. In der letzten Sitzung der Britzer Gemeindevertretung wurden die neugeivählte» Vertreter eingeführt und verpflichtet. Es befinden sich darunter die beiden Genossen Weniger und K r e u s ch n e r. In einen ständigen Wahlausschuß wurden auch die Genossen I e n n e r und Weniger gewählt. Der Gemeinde- Vorsteher wurde beauftragt, die Verhandlungen Ivegen des Anschlusses an die Schö neberger Kanalisation einzuleiten. Ferner wurde die neue L e h re r b e s o l d un g s o r d n u n g genehmigt. In nächster Zeit wird auch der Ort Britz' durch die Errichtung eines Kaiser Wilhelm-Denkmals verschönert werden, das dem Orte noch fehlte. Friedrichsfelde. Am Freitag wird die Gemeindevertretung sich nnt der Prüfung der letzten Wahlen befassen. Hier wird sich herausstellen, ob die Vertretung trotz des Gesetzes wirklich die Wahlen für gültig erklärt.— Den hiesigen Straßenfegern ist die Arbeitszeit, ohne daß eine Lohuzulage erfolgte, von neun auf zehn Stunden verlängert worden. Auch ein Stück konunu- naler Socialrefonn. Johannisthal. Gegen die Wahl des Genossen MertinS in der 3. Abteilung war von dem unterlegenen Gegenkandidaten Protest eingelegt worden. Die Genieindevertretung wies in ihrer letzten Sitzung diesen Protest ohne Debatte als völlig unbegründet zurück. Gegen die Wahl des in der 1. Abteilung wiedergewählten Vertreters Schmidt war ebenfalls Protest eingelegt worden. Nach längerer Debatte erklärte sich die Gemeindevertretung einverstanden mit dem Vorgehen des Wahlvorstandes, welcher die ans den Amtsbaumeister Poscck entfallenen b Stimmen für ungültig und die für den Baumeister Schmidt ab- gegebenen 3 Stimmen für gültig und letzteren als gewählt erklärt hatte.— Mit welcher geradezu sträflichen Leichtgläubigkeit die Hand- lungen des früheren Gemeindevorstehers gutgeheißen wurden, zeigte sich bei der Beratung des vom Vertreter Mette und Genossen auf Veränderung der Baufluchtlinie der F r i e d r i ch st r a ß e gestellten Antrages. Nach dieser vor einigen Jahre» fest. gesetzten Baufluchtlinie mußte der Vertreter Mette mit seinem geplanten Neubau beträchtlich vor der Front des vor fünf Jahren erbauten Hauses des Vertreters Scherfling zurückbleiben. Die Vertreter Mette, Scherfling, Schmidt und der Schöffe Knape erklärten von einer derartigen Festsetzung nichts zu wissen und in gutem Glauben die damals festgesetzte Bau- fluchtlinie gutgeheißen zu haben. Die Vertretung beschloß dcni Antrag entsprechend, die Verlegung der Banfluchtlinie. Allerdings gewinnt das Aussehen der Friedrichstraße, der Hauptstraße des Ortes. nichts. Die treppenartig vorspringenden Häuser werden auch noch ferner den Hohn und Spott der Vorübergehenden und der zahlreichen Aus- flüglcr herausfordern und ein Denkmal bilden für die Thätigkeit des Herrn v. Benda und die mit der Vertretung der Interessen der Gemeinde beauftragten Gemeindevertrcter.— Die Telto w e r K a n a l b a u v e r w a l t u n g hat es endgültig abgelehnt, für die von der Gemeindevertretung bewilligten 6000 M. einen Hafen anzulegen und fordert als Mindestleistung die Summe von 15000 M. In nichtöffentlicher Sitzung beschloß die Vertretung über die Auf- bringung der fehlenden 9000 M. AuS Lichtenberg wird gemeldet: Die E i n g e m e i n d u n g s- k o m m i f s i o n des B e r l i n e r M a g i st r a t S begab sich, nachdem sie die EtatsanfsteNungen der Gemeinde Lichtenberg eingehend geprüft hatte, am Dienstagmittag nach Lichtenberg, um unter Führung des Bürgermeisters Ziethen eine Besichtigung deS OrteS und seiner Gemeinde-Einrichtungen vorzunehmen. Die Magistratsmitglieder blieben bis gegen Abend in Lichtenberg und unter- richteten sich über die Straßenzüge, den Verkehr, die öffentlichen Gebäude, Anlagen, freien Bauplätze usw. Wie von wohl- unterrichteter Seite mitgeteilt wird, liegt dem Berliner Magistrat sehr an der niöglichst raschen Erledigung der El»kemeindu»gs- frage. Die Angelegenheit wird schon in einer der nächsten Magistrats- sitzungen zur Beratung gelangen. Wahrscheinlich>vird� der Kreis Niederbarnim, der nicht weniger als 668 000 M. Entschädigung bei deni etwaigen Ausscheiden Lichtenbergs aus dem Kreise verlangt, der Eingemeindung einige Schwierigkeiten bereiten.' Zehlendorf. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer letzten Sitzung, den P r o t e st, den unsere Parteigenossen wegen verschiedener Unregelmäßigkeiten bei den Gcmeindewahlen erhoben hatten, nicht anzuerkennen und die Wahlen für gültig zu erklären. Es wird sich herausstellen, ob der Kreisausschuß derselben Meinung ist.— Es wurden weiter die Sitze in den verschiedenen Kommissionen verteilt. Einen befremdlichen Eindruck machte die Mitteilung, daß in der R e ch n u n g s k o m in i s s i o n die Revisionen bisher ohne Beihilfe eines Bücherrevisors erfolgt sind. Hoffentlich ändert sich dies.— Nicht weniger als 83 Bewerber haben sich für das Amt eines Gemeindevorstehers gemeldet; die Wahl ist bereits auf einen Dr. Köster aus Hadersleben gefallen.— Der Tunnel unter der W a n n s e e b a h n, der seit langer Zeit als öffentlicher Durch- gang gilt, wird jetzt plötzlich vom Eisenbahnfiskns reklamiert. Die Heimstättengesellschaft als Erbauer des Durchganges will jetzt einen neuen Tunnel bauen.— Der an der Beerenstraße zwischen Zehlen- darf und Schlachtensee zu erbauend» Bahnhof Ivird 620 000 M. kosten..>_ Gevt6zks--Äeikung. Der Gommrrner Laudfriedenöbruch-Prozest hat vor dem Schwurgericht in Magdeburg am Dienstag begonnen. Wegen einfachen und schweren Landfriedensbruchs sind ange klagt: 1. der Arbeiter Friedrich Witt zu Plötzky; 2. der Arbeiter Adolf Borger zu Plötzky: 3. der Steinhauer August Gebhardt zu Plötzky; 4. der Stcinschläger Wilhelm Gebhardt, ebendaselbst; 5. der Stembruchsarbeiter Julius Gollin zu Völpke; 6. der Arbeiter Anton Kahner zu Gricshain; 7. der Steinhauer Paul Lissak zu Plötzky; 8. der Steiubruchsarbciter Joseph Mieszinsky zu Gommern; 9. der Steinhauer Friedrich Möhring zu Plötzky; 10, der Arbeiter David Rinkowsky zu Plötzky; 11. der Arbeiter Friedrich Runzel zu Plötzky; 12. der Steinhauer Gustav Wächter zu Plötzky. 48 Zeugen sind geladen. Der Tbatbestand ist folgender: Im Mai vorigen Jahres brach in den Steinbrüchen zu Gommern bei Magdeburg ein Streik ans. Der zu Prctzin stationieitc Gendarm P o l a c z e k erhielt den Auf- trag, den Schutz der Arbeitswilligen und Unternehmer, welche sich über„Belästigung" beklagt hatten, zu übernehmen. Am 14. Mai machten die Angeklagten einen Ausflug nach Grüne- Walde, nach ihrer Angabe, um Arbeit zu suchen, nach Annahme der Anklage, um Arbeitswillige aus Schönebeck abzuhalten. Doch das ist schließlich gleichgültig: das eine wie das andre war ja ihr gutes Recht. Auf dem Rückwege lagerten sich die Angeklagten ungefähr 100 Schritt von dem Hofmannschen Gasthofe entfernt in das Gras einer Wiese, die an der Chaussee zwischen Grünewalde und Plötzky lag. Das Idyll fand jedoch ein rasches Ende, als abends gegen 9 Uhr der Gendarm in Begleitung des Amtsdieners Schröder ans Griineivalde dazu kam. Als der Gendarm den K a h n e r liegen sab, forderte er ihn auf, sich zu erheben, und hob ihn schließ- lich mit Hilfe des Amtsdieners hoch. Dabei fragte der Gendarm, so schließt die Anklage den weiteren Thatbestand, nach Kahncrs Namen und weshalb die Angeklagten sich dort gelagert hätten. Er erhielt jedoch keine Antwort und machte Miene, Kahner und den Angeklagten Wilhelm Gebhardt zu verhaften. In diesem Augenblick erhielt der Gen dann von hinten einen Schlag mit einem starken Stock über den Kopf, wie er an- nimmt von August Gebhardt. Nach dem Schlage drangen Ninkowski und noch ettva zehn andre, die in einem Graben gelegen hatten, auf de» Gendarmen ein und schlugen sowohl mit de» Fäusten als auch mit Stöcken auf ihn los. Nu» zog der Bedrängte seinen Säbel und tvollle sich»ach deni Eingang des Hoffniannschen Gast- Hauses zurückziehen. Während des Kampfes rief eine Person: Auf Dich haben wir schon lauge gewartet. Du sollst heute derbe Schläge haben. Dem Amtsdiener Schröder riefen sie zu, er möge sich zurückziehen. Der Gendarm wehrte anfangs die Angreifer ab, lief dann aber, um Hilfe zu holen, in den Gasthof. Als er ivieder herauskam, Ivollte er eine ihm nnbekanute Person, die er für einen der Thäter hielt, festnehmen und in das Gasthaus ziehen. Als die Angreifer dies bemerkten, kehrten sie zurück und stürmten auf den Gendarmen ein, ivobci derselbe derart umringt wurde, daß er weder Säbel noch Revolver gebrauchen konnte, auch den Fcstgcnommelicn loslassen mußte. Dem bedrängten Beamten kamen nun aus dem Gasthof verschiedene Personen, Gäste und Kellner zu Hilfe. Als durch diese der Gendarni befreit ivurde, zogen sich die Angreifer zurück, nahmen aber die Säbelscheide mit. Nach dem Abzug kamen dann von der dunklen Chaussee her Steine gc- flogen. Ein Stein traf den Gendarm am Fuß, ei» zweiter den Amtsdiener ani Ange und zivar derart, daß eine gefährliche Wer- letznng entstand. Der Steinwerfcr soll Ninkowski gewesen sein. Nachdem sich dann der Gendarm in den Gasthof zurückgezogen hatte, soll Gollin draußen zwei Schüsse abgegeben haben. Vor Gericht leugneten die Angeklagten ausnahmslos ihre.Schuld, Der Gendarm selbst kann sich mit Sicherheit nur auf den Arbeiter Friedrich Witt besinnen, bezüglich der übrigen Angeklagten ist er unsicher. Auch der AmtSdicner Schröder ist sich bezüglich der einzelnen Personen nicht sicher. Bllerhand Streiksiinden wurden dem Tischler Weidner zur Last gelegt, der am 16. April vor der achten Strafkammer des Land- gcrichts I zu Berlin stand, doch schrumpfte die Anklage alsbald sehr zusammen. Er sollte während eines Streiks bei dem Tischlermeister H i tz l e r im Januar Arbeitswilligen gedroht haben, sie würden „Kloppe" bekonimen. Der Zeuge aber, der das im Vorverfahren bestätigt hatte, bekundete bei seiner eidlichen Vernehmung, daß ein ganz andrer und nicht der Angeklagte der Thäter gewesen sei. Auch ein andrer Arbeitswilliger, Tischler Theodor Mevius, konnte von derartigen Bedrohungen nickits bekunden, aber er behauptete, daß der An- geklagte ihm gesagt hätte, tveun er nicht die Arbeit niederlegte, würde er in den„Vorwärts" kommen. Auf Grund dieser Aussage beantragte der Staatsanivalt drei Wochen Gefängnis wegen Nötigung. De>� Verteidiger Rechtsanwalt Wolfgang H eine ersuchte, wenn man wegen Nötigung verurteilte, eine Geldstrafe festzusetzen, was nach§ 240 Str.-G.-B. zulässig sei. Es könne nicht leicht ein Fall milder liege» als dieser. Das Gericht wendete zwar den Nötigungsparagrapheu au, erkannte aber doch auf 14 Tage Gefängnis, weil die Drohung, den Namen eines Streikbrechers im„Vorwärts" zu veröffentlichen, eine ganz besonders wirksame und gefährliche sei. Auf das Treiben der Mädchenhändler«nd Seelen- Verkäufer sollte eine Anklage ein Schlaglicht werfen, zu deren Vcr- Handlung gester» Termin vor der I. Strafkammer des Land- gerichts I stattfand. Wegen schwerer Kuppelei mittels hintcrlistigen Kunstgriffes hatte sich die unverehelichte Chana Freilech aus Warschau, wegen Beihilfe die Frau Esther Winkler geb. Hirsch Reisemann aiis Warschau zu verantworten. Der Bruder der letzteren. Cigarettenmachcr Peisach Winkler, der in dem Verdacht steht, neben andren dunklen Geschäften auch Schmnggelgeschäfte zu be- treiben, und in dieser ganzen Affaire wohl die Hauptperson ist. hat sich rechtzeitig aus dem Staube gemacht. Die Angeklagten, die von den Rechtsanwälten Dr. W e r t h a u e r und Dr. Paul I v e r s verteidigt iverde», sprechen mir unvollkommen Deutsch, als Doimetscher der' russischen und polnischen-Sprache ist deshalb Re- gierungsrat Brandt geladen. Die Angeklagte Freileck, ist im Februar d. I. mit einer unverehelichten Libe Rybach in Warschan zusammengetroffen, die in Begleitung eines unbekannten Mannes dorthin gekommen war. Es wird behauptet, daß ihr vorgeredet worden sei, sie solle eine Dienststellung bei der Freilech erhalten, in Wirklichkeit sei sie aber dazu bestimmt gewesen, nach Südamerika verkauft zu werden. Die Freilech soll der Libe Rybach erklärt haben, daß sie ihr eine Dienststelle in Berlin verschaffen und deshalb mit ihr nach der deutschen Reichshanptstadt fahren wolle. Am 4. März sind dann die beiden Frauenzimmer aus Warschau nach Berlin gereist und es wird behauptet, daß der erwähnte unbekannte Mann der Freilech vorher eine größere Summe Geldes in die Hand gedrückt habe. Anfänglich soll noch ein zweites Mädchen mit- gefahren, aber schon auf der ersten Station hinter Warschau aus dem Zuge wieder ausgestiegen sein, nachdem sie mit der Freilech sich geheimnisvoll unterhalten hatte. Letztere soll der ihr die Absicht kundgegeben zu schaffen und dort' mit bringen. Die Angeklagte nach der Hauptstadt der Rybach die Weisung gegeben haben, sich einen andren Namen zuzu« legen und sich für ihre Tochter auszugeben. Hier auf dem Bahn- bofe wurden die Ankömmlinge von dem Cigaretteinnacher Peisach Winkler empfangen und nach seiner in der Schönhauser-Allee 50 belegenen Wohnung geleitet. Am 7. März hatte der Polizei- lieutenant K o l b mit dem Polizeiwachtmeister Voigt auf Grund eines anderweitigen Verdachts in der Winklerschen Wohnung eine Haussuchung vorzunehmen. Diese wurde ihm aber durch die Angeklagte Winkler tvesentlich erschwert, denn letztere bemühte sich eifrigst, den Polizcibeamten den Zutritt zur Wohnung zu verwehren und sie uamcutlich von dem Betreten eines bestinnnten Zimmers abzuhalten. Es gelang ihr dies nicht. Als die Beamten dieses Zimmer betraten, entdeckten sie, hinter einem Bett versteckt, die An- geklagte Freilech und das aus Warschau hierher verschleppte Mädchen. Letztere hat bei einer gerichtlichen Vernehmung ausgesagt, daß Peisach Winkler und die Freilech hätten, sie nach Buenos Aires einem Herrn in Verbindung zu Freilech wollte sogar die Reise Argentinischen Republik, die sie nach ihrer eigenen Angabe schon wiederholt besucht hat. mitmachen. Die jetzigen beiden Äiigcl.'agten wurden deshalb in Haft behalten. Um sich der Libe Rybach als Zeugin zu versichern, wandte sich der Kriniinalkommissar von T r e s ck o w zunächst an den Vorstand des jüdischen Komitees zur Bekämpfung des Mädchenhandels. Da dieses dem Mädchen eine Unterkunft nicht beschaffen konnte, brachte er es im„Mädcheuheim" unter. Hier hat es ihr auch ganz gut gefallen. Eines Tages erhielt Libe Rybach Besucki und kehrte dann von einem Ausgange nicht wieder heim. Sie ist seitdem verschollen. Dieser Umstand bildet eine gewisse Schivierigkeit für die gerichtliche Verhandlung, denn die gcrichtlickie Aussage der Verschwundenen kann nur verlesen tverden, tvemi ihre Unaiifsiiidbarkeit festgestellt ist. Kriminalkommissar v. Tresckow bekundete»un ztvar, daß er alle möglichen Schritte gethan, um ihren Aufenthalt zu ermitteln, R.-A. Dr. I v e r s hielt dies abernoch nicht fürgcnügend.sondern beantragte, tveitcre Nachforschungen nach der Verschwundenen anzustellen, während R.-A. Dr. Werthaucr die Unauffindbarkeit für dargethan erachtete.— Der Gerichtshof hielt zunächst noch weitere Recherchen, namentlich im Heimntsorte der Rybach für nötig und vertagte zu diesem Behufe den Termin. Nach Ansicht des Herrn v. Tresckow dürften diese Schritte vergeblich sein, da die Verschtvundene wahrscheinlich von Helfershelfern der Angeklagten in Enipfang genommen und wer weiß wohin verschoben worden ist._ Eiiigcgcuigeue Triickschviften. „Ter Nrbeitöniarkt-, Halbmonatsschrift der CentralsteNe für Arbeits- markt-Berichle(Herausgeber Dr. I. Jastrow), Berlin, Verlag von Georg Reimer. Die als Organ des„Verbandes deutscher Arbeitsnachweise" erscheinende Zeitschrift enthält in Nr. 14 des 5. Jahrganges unter anderm: Arbcitslosen-Zählung und Arbeitslofen-Meldung.— Allgemeines, Rund- schau über die Lage des Arbeitsmarktes.— Reform der Arbeitsumrkt- Berichterstattung an der Orlslrankenlassc Leipzig.— Sirnationsberichte aus einzelnen Gewerben: Bergbau(Entlasfungen im Ruhrrevier. Arbeiter- verhtlltnifse im sächsischen Braunkohlen-Bergbau).— SttuationSvertchte aus Plätzen und Ländern.— Statistisches Monatömaterial.— Verwaltung der Arbeitsnachweise: Das Arbeitsamt Konstanz über die wirtschastlichc Lage.— Städtischer Arbeiterbedars und Arbeitsnachweis in Braunschwcig.— Kritik der Karlsruher Arbeitsnachweis-Statistik.— Kausmänuische Stelleiwermitte- lung.— Arbcitsloscn-Füriorge: Zeitlöhne und Arbeitszeit bei Notstands- arbeiten.— Holzzcrklcincrungsaustalt am Arbeitsnachweis M.-Gladbach.— Arbeitslosen-Statistik am Arbeitsnachweis Freiburg.— Arbeitslosigkeit und Leseballcn-Besilch in Franksiirt a. M.— Beilage: Mitgliederlifte des Vex- bandes deutscher Arbeitsnachweise nebst zahlenmäßigen Angaben über März Ivos._ Vevmifltzkes- Ein anfseheucrregeiideS Attentat mit tödlichem Erfolge ist. lvie nns ans Oldenburg Gr. in einem Privattelegramm mitgeteilt ivird, dort an dem Amtsrichter Becker verübt worden. Der Bankier v. Baden-Bruns erschoß gestern den Amts- richter mit einem Revolver; man nimmt an, daß die That im Irrsinn begangen wurde. Becker Ivar sofort tot, der Attentäter ist verhaftet worden. Der Attentäter ist der Sohn des Inhabers der Oldenburgischen Vercinsbank, gegen die Herr Becker in letzter Zeit Prozesse führte. Diebstahl bei der Marine. Wie die„Kieler Zeit, mg" meldet. wurde eme ans dem Hafenschiffe„Friedrich Karl" in Kiel ge- stohlene Kassette am Dieiistagmittag erbrochen in cinein für das Linienschiff„Kaiser Karl der Große" bestimmten Kohleiileichtcr auf- gcfuude». Der Inhalt der Kassette im Betrage von 500 M. Kom- iuaudogelder ivar verschiviniden, einige Sparkassenbücher fanden sich in der Kassette vor. Die Kassette niar in der Nacht voni 7. zimi 8. April aus der Kammer des Zahlmeisters gestohlen worden. Zur Affaire deS Pastorö Tiffclhoff in Trebbin. Wie jetzt amtlich festgestellt lvorden ist, fehlen von den Trebbiner Kirchen- geldern rund 105 000 M, Von den Thyrower Kirchengcldcrn, die ebcn- falls�Pastor Disselhoff verwaltete, sollen 30 000 M. fehlen. Ferner soll der junge Geistliche, der ein Gehalt von 2400 M. bezog, Gelder des Vaterländischen Fraucnvereins und der Schule zu Thyrow ver- untreiil haben. Auch viele Privatpersonen, dannitcr Bankhäuser in Berlin und Luckenwalde, gehören zu den Geschädigten. Briefkasten der Redaktion. Tie j»> tstiichc Sprechstnnde findet täglich mit NuSuahine deS Sonnabends von 7Vi bis ttt/, tthr abends statt. C, A. Gehen Sie mit der Dose entweder ins Museum für Kunst- gewerbc, Prinz Albrecktstraße,'oder zu einem der vielen tn der Nähe des Museums wohnenden Antiquare. V. S.. Charlotteuburg. Ueber alle die Freie Volksbühne betreffenden Fragen wird Ihnen der Kassierer G. Winkler, Kirchhofstr. 46, gern AuS- lunft geben. Zl. H. 97. Eine Klage hätte ohne cm bestniimteZ sachverständiges Gutachten, daß eine grobe Fahrlässigkeit vorlag, kam Aussicht auf Erfolg. — zirinmialromäii. 1. Leider wäre eine Klage gegen Sie, da Sie Ihre Pflicht aiierkannt hatten, nicht aussichtslos. 2. Ja. 3. Nein. ES ist eine Einigung ratiaiu.— W. M. 1. Leider nicht. 2 Zu spät. — E. R. 10. 1. Ja. 2. Das hängt völlig vom Ueberetnkonimen ab. S. Die höhere Rente erhält der Betteffende.— O. M. 8». Der Chef ist nicht verpflichtet, Ferien zu geben, wenn nichts Entgegenstehendes vereinbart ist.— Abonnent in 92. Nein.— Nix. 31. Die Kostenzahlung erhalten Sie zugesendet. Bon Kirchensteuern sind Sie vom 31. Dezembcr IS03 ab befreit.—<£. 3., Pirmasens. Wenden Sie sich mit dem An- trag auf Errichtung einer Orts-Kranlenkaffe an die Aufsichtsbehörde. — Franziska 100.' I. Der Ehescheidungsklage muß ein Sühueverfahren vorangehen, das bei dem Amtsgericht schriftlich oder zu Protokoll des Ge- richtsichreibers zu beantragen ist. Nach sruchtlosem AuSsall des Sühne- vcrsuchS ist die Klage durch einen Rechtsawalt beim Landgericht ein- zureichen. 2. Das EhcscheidiiiigS-Verfahren ist innerhalb sechs Monaten nach Kenntnis von dem EhescheidnngS-Gnind einzuletten. 3.— 5. Nein. - 912. B. 1840. Sie können dieselbe Petiiion abermals einreichen. Zweckmäßig ist es, zu warten.- M. M.. Rixdorf. 1. Nein. 2. Ja. Wetter-Prognose für TonnerStag. de» 17. April I90». Ein wenig lühler, vorherrschend wolkig mit leichte» Regenföllen und ziemlich frischen nordöstlichen Winden. � Berliner Wetterbureau. $l(m 14. April 1902 verstarb nach kurzen, aber schweren Leiden mein wntggeliebter Gatte und guter Vater Ollo Schmalenberg im Alter von 32 Jahren.' 19666 Ties zeigt tiefbetrübt an Fran Anna Schmalenberg. Die Beerdigung findet heute, den 17. April, nachm. 4 Uhr, von der Halle des Neuen Matthäi-Kirchhoss, Schöneberg, Priesterweg, aus statt. St0lZ6' 10 Scbrey Verantwortlicher Nedacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Jns-r°tent«il verantwortlich: Tb.«locke i» B-rli». Druck und Verlag von Max Badiiig in Berlin. Ct( II Einen neuen ünterrichts- � kursus für Damen und Herren eröffnet der Arbelter-Stenographen- Vereln„Stolle"(Norden) am IMenstnjr. den 22. April, aber.dt S>/z Uhr, bei Cleinert, Schulttr. 2g. Unterriohtsgeld 4 Mk. Die erste Stunde ist kostenfrei. Das Lehrbuch wird gratis ffeliefert�