Mr. 100. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. SonntagsNummer mir tauntrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Bfg. Poft: Abonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post- Zeitungss Preisliste für 1902 unter Er. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 19. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgefpaltene Kolonel getle ober beren Raum 40 fg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Bleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: nSocialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Die Mitteilungen erbitten wir per Postkarte, bei sehr weiten Entfernungen telegraphisch. Die Meldungen müssen am 2. Mai morgens in unfren Händen sein. Auch unsre Korrespondenten und Freunde im Auslande ersuchen wir um möglichst beschleunigte Berichterstattung. Die Redaktion des ,, Vorwärts". Die Ansrottungspolitik wider die Inden in Numänien. Mittwoch, den 30. April 1902. = " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Ferusprecher: Amt I, Nr. 5121. deren Familien auch seit Jahrhunderten in Rumänien ansässig sein, lichkeiten gegen die einsässigen Juden Rumäniens beschönigen, trifft An die Korrespondenten und Freunde unsres Blattes. unterschiebslos zu Ausländern zu stempeln, und sie haben damit zu. Und wenn die jüdischen Finanzherren charakterlos genug find, alles, was sie brauchen, ihnen ein Recht nach dem andren zu nehmen, einem Staat noch fernerhin Geld zu leiben, der diese NiederträchtigUm die Leser des ,, Vorwärts" möglichst rasch über den alle Chikanen, die Verfolgungswut und Bureaukratenwitz ersinnen feiten begeht, wenn die europäischen Regierungen gefühl- und ge= Verlauf der Maifeier zu unterrichten, veranstalten wir am fann, gegen sie ins Wert zu sehen. Die so zu„ Fremden" Gemachten finnungslos genug sind, sich von der Verpflichtung drücken zu wollen, 2. Mai eine Nachmittags: Ausgabe. Wir bitten deshalb haben ja keine Möglichkeit, sich auf einen Heimatsstaat zu berufen, die ihnen der Artikel 44 des Berliner Vertrages auferlegt, so wird unfre Korrespondenten und Freunde, insbesondere die Ver: der die Rumänen besser behandelt und ihnen die bürgerlichen Frei- es Aufgabe der Socialdemokratie sein, auch hier für die Sache trauensleute, Festarrangeure und Referenten, uns so rasch heiten gewährt. der Menschlichkeit und Gerechtigkeit ihre Stimme zu erheben. als möglich über den Verlauf der Feier kurz zu berichten. Die Verlogenheit der Deduktion, die die rumänischen Juden als Wie die türkischen Machthaber gegenüber den Armeniern, so Wir bitten besonders um möglichst bestimmte Angaben Landesfremde hinstellt, wird am schärfsten durch die Thatsache be- handeln die rumänischen gegen die Juden. Bis in die fleinsten über die Zahl der Teilnehmer an den einzelnen Ver- leuchtet, daß diese Landesfremden" in Rumänien der allge- Einzelheiten läßt sich dies nachweisen. Hier wie dort hat man Brotestmeinen Militärpflicht unterworfen sind. Der rumänische versuche der Unterdrückten durch die aufgestachelte Hefe der Großanstaltungen. Jude hat gleich dem rechtgläubigen Rumänen Militärdienst zu leisten, städte zu erstiden verstanden. Hier wie dort benugt man die wobei sich aber die Gleichheit bloß auf das Dienen bezieht; von Rivalitäten der Großmächte, sich Straflosigkeit für den Vertragsbruch Gleichheit der Nechte ist auch im Heere nicht die Rede. Zum Beispiel und die begangenen Unmenschlichkeiten auszuwirken. Von der muß der jüdische Mediziner als Gemeiner dienen, während der Diplomatie verraten, find die Opfer dieser nichtswürdigen Politik christlich rechtgläubige Mediziner intr ein Jahr und mit darauf angewiesen, daß die Demokratie allerwärts ihnen zu Hilfe dem Rang des Offiziers zu dienen hat. Aehnlich mit dem kommt und durch kräftige Proteste die Diplomatie zum Handeln geprüften Apotheker, dem geprüften Zeichner und Konstrukteur, givingt. Die Socialdemokratie, die die Sache aller Unterdrückten zu dem Straßen- und Brücken Ingenieur usw. Sogar die Unteroffizier- der ihrigen macht, wird diese Hoffnung nicht enttäuschen. E. B. Vorbereitungsschulen sind den Juden verschlossen. Die Gleichheit des Dienens besteht für die Juden nur in dem Sinne, als es sich Der rumänische Ministerpräsident Herr Stourdza hat kürzlich um ein Dienen im Sinne des Fronens handelt. den Vorsteher der jüdischen Gemeinde von Bukarest Dr. Beck Alle Bestimmungen, die man durch Gesetz oder Verordnung zu sich berufen und ihm Erklärungen gemacht, daß es ihm fern gegen die, keinem Fremdenschutz unterstehenden Ausländer getroffen ein Reglement in Vorbereitung sei, in dem eine Unterscheidung liege, die Juden in ihren Rechten zu verletzen und daß hat, 1m fie in ihrer Bewegungsfreiheit, Gewerbefreiheit, zwischen den eigentlichen Fremden und den Juden des Landes Der in der modernen Kultur vorgeschrittenste Balkanstaat, wie ihrem Bildungsstreben zu beschränken und sie im bürger- gemacht werde. Im übrigen erklärte der Ministerpräsident nach die Rumänen ihr Land gern nennen, macht wieder einmal von sich lichen Verkehr zurückzusehen und in der Wahrung ihrer ge- der" Frankfurter Zeitung", daß er die Frage studieren wolle, sobald reden. Das überverschuldete Staatswesen braucht Geld, um seinem schäftlichen Interessen zu beschränken. richten sich thatsächlich gegen feine Arbeiten es ihm erlauben". Offenbar liegt hier nur die AbFinanzwesen auf einige Zeit aufzuhelfen, die Börsenwelt soll mit die Juden. Es überschreitet den Naum eines Artikels, alle diese sicht vor, die Entrüstung, die sich in andren Staaten gegen die einer neuen zweihundert Millionen- Anleihe beglückt werden. Den Verfügungen hier aufzuzählen. Sie bilden eine endlose Kette von rumänischen Schändlichkeiten erhoben hat, zu beschwichtigen. jüdischen Finanzleuten, die diesen Staat Kredit gewähren, wird die Kleinlich raffinierten Maßregeln der Erwerbsabschneidung, zuweilen, rumänische Regierung gern fette Provisionen zu teil werden lassen. wie in der Frage des Schankwesens auf dem Lande, unter dem Vorwande Bur selben Zeit haben aber rumänische Gesetzgeber ein Gewerbegesetz der Fürsorge für das Volkswohl verhängt, obgleich es selbstverständlich geschaffen, das die jüdischen Arbeiter und Handwerker Rumäniens in um nichts verschlägt, ob der kleine Mann seinen Branntwein von einem Helle Verzweiffung versetzt hat, das, von seinen specifisch zünftlerischen jüdischen oder christlichen Schantwirt entunnint; nicht selten aber auch Schönheiten abgesehen, ein weiterer Schritt ist auf der seit Jahren Maßregeln zum Schutz oder für die Intereffen der schon Privilegierten war am Dienstag bei der Beratung der Uebersichten über die von den Geschäftspolitikern Rumäniens befolgten Politik des zu Tode und zur Brandschatzung einer rechtlosen Volksklasse. Ein Buch. Ausgaben und Einnahmen für 1900 so neugierig, sich nach Drangfalierens der dortigen Juden. das im vorigen Jahre bei Macmillan in London in französischer dem merkwürdigen Vorgang zu erkundigen, daß Rechnungen Es ist dies eine Sache, um die fich zu kümmern das nicht- Sprache erschienen ist( Les juits en Roumanie") weist die für aus dem Arnimprozeß verlegt und erst bei dieser Rechnungsrumänische Europa das Recht und sogar die Pflicht hat. die verschiedensten Gebiete des öffentlichen Lebens an einer legung wieder aufgetaucht sind. Schatzsekretär v. ThielDas jezige Königreich Rumänien hat seine nationale Un Unzahl dokumentarisch belegter Beispiele nach und bildet eine An- mann hatte die Aften nicht zur Stelle, obwohl er sich vorabhängigkeit durch den Berliner Vertrag von 1878 zugesprochen er- flagefchrift gegen die Machthaber in Rumänien, die man nicht lesen her hätte jagen können, daß eine solche Frage gestellt werden halten. Da aber die Rumänen schon damals sich als Bebrüder der fann, ohne ins Junerste empört zu werden. Man verlegt den Juden würde. Nun hat die Rechnungskommission sich noch einmal jüdischen Bevölkerung ihres Landes berüchtigt gemacht hatten, setzten nicht nur die höheren Berufe, den Zugang zu den höheren Schulen, mit dem Vorgang zu beschäftigen. auf Veranlassung der liberalen Mächte die Vertragsstaaten als eine man schließt sie nicht nur aus ganzen Berufszweigen aus, verwehrt Der Nachtrag zum Etat, der, wie angekündigt, 1 300 000 Bedingung für die Unabhängigkeit in den Artikel 44 des Vertrags ihnen, soweit sie Handwerker sind, den Mitbewerb bei Arbeits- Mark für Beihilfen an invalide Kriegsteilnehmer bereit stellt, die Bestimmung hinein, daß in Rumänien den Angehörigen aller ausschreitungen, man hat nicht nur in wenigen Jahren das Ver- wurde debattelos angenommen. Konfeffionen volle bürgerliche und politische Rechtsgleichheit gewährt hältnis der jüdischen Kinder in den Boltsschulen durch wohlberechnete Bei der Gesamtabstimmung über die Seemanusordnung werde. Die Vertreter Rumäniens ihrerseits ließen es an den feier- Chikanen von 15/2 auf 5/2 Proz. heruntergebracht, man erschwert stimmte unfre Partei mit Nein. lichsten Versicherungen, daß ihr Land dieser Bestimmung voll und auch auf jede Weise den Juden die Gründung eigner Volksschulen; Sehr lange Zeit hielt die zweite Lesung des Gesetzgauz" nachkommen werde, in keiner Weise fehlen, und auf diese Er man geht sogar so weit, bei allen öffentlichen Werten und Bauten entwurfes über den Gerichtsstand der Presse auf. Die Ver klärungen hin ward das Königreich Rumänien von einer Großmacht die Beschäftigung jüdischer Arbeiter entweder ganz zu verbieten oder handlungen standen von vornherein unter dem Druck einer nach der andern anerkannt. auf bestimmte Prozentzahlen zu beschränken. anderthalbstündigen, unverdaulichen Rede des Staatssekretärs Politische Uebersicht. Berlin, den 29. April. Der Reichstag Dies feierliche Versprechen nun ist von den biederen Numänen Da alle diese Gefeße und Verfügungen Ausländer" sagen, wo Nieberding, der in weitschweifigen, juristischen Ausin einer Weise beobachtet worden, für welche die Bezeichnung Wort. der Jude gemeint ist, flingen viele von ihnen wie Schutzgesetze für die führungen gegen Genossen Heine polemisierte und unsere bruch noch tausendmal zu schmeichelhaft wäre. Weit entfernt, daß die heimischen Arbeiter. Thatsächlich aber schaffen sie nur eine rechtlose zur Verbesserungsvorschläge berwarf. Einen frischen Ton Lage der rumänischen Juden sich seit jener Zeit irgendwie verbessert Rolle der Lohndrücker verdammte Arbeiterschaft. Für die jüdischen Arbeiter brachte nur die Rede Heines in die Debatte. hätte, hat sie sich im Gegenteil in jeder Hinsicht und bis zur giebt es kein Koalitionsrecht. In Jassy, wo sie die übergroße Mehr- Das Ergebnis der Verhandlungen, an denen, bon Unerträglichkeit verschlimmert. Nicht nur, daß man den Juden heit ihrer Branche bilden, hat man die jüdischen Cigarrenarbeiter Herrn Oertel abgesehen, nur Juristen teilnahmen, feine Spur mehr Recht gewährt hat, als sie vordem be- mit Polizeigewalt gezwungen, von einem begonnenen Ausstand war, daß die Beschränkung auf periodische Druckfaßen, hat man sie vielmehr in ihren Rechten, in ihrer zurückzutreten. Anderwärts hat man jüdische Arbeiter genötigt, bei schriften einstimmig gestrichen wurde. Der fliegende GerichtsBewegungsfreiheit immer mehr eingeengt. Weit entfernt, sie endlich Strafe der Abschiebung zu Streitbrechern an ihren christlichen stand ist also für alle Drucksachen ausnahmslos beseitigt, zu gleichberechtigten Staatsbürgern zu erklären, hat man sie eine Kameraden zu werden. sofern nicht Privatbeleidigungen in Frage kommen. Die ivinzige Minderheit ausgenommen im Gegenteil zu rechtlosen Das eingangs erwähnte Gewerbegesetz würde die Krönung des Ausnahme zu Gunsten des Privatklägers wurde aufrecht erIndividuen gestempelt, fie in jeder Hinsicht als vogelfrei der ärgften Gebäudes sein, indem es die Zulassung jüdischer- ach nein, aushalten. Willkür und Erpreffung ausgeliefert. Gegen 270 000 Menschen, deren ländischer" Handwerker und Arbeiter zu den verschiedenen Berufen Am Mittwoch stehen kleinere Vorlagen, Wahlprüfungen Boreltern schon in Rumänien ansässig gewesen find, ein großer Teil von von der Zustimmung zünftlerisch organisierter rumänischer Voll- und die zweite Lesung der Servisklassen- Vorlage auf der ihnen Abkömmlinge von Leuten, die seiner Zeit von den Bojaren bürger abhängig machte. Es hat einen solchen Schrecken unter den Tagesordnung. selbst in das verarmte und entvölkerte Land gerufen worden waren, jüdischen Handwerkern und Arbeitern verbreitet, daß sie sich in find heute in Rumänien völlig rechtlos. In ihrer übergroßen Maise Maffen zur Auswanderung drängen. Die rumänische Regierung Kleingewerbetreibende, Handwerker und Lohnarbeiter- in vielenStädten sucht im Augenblick diese Auswanderung möglichst zu hintertreiben, Rumäniens bilden die Juden die Mehrzahl des gewerblichen Broles weil es ihr für die Unterbringung der geplanten Anleihe auf den find sie der ärgsten willkür und Chikanen von europäischen Börsen unbequem ist, von neuem im Lichte des Ausbrutalen Ortsmagnaten und deren Polizeikreaturen ausgeliefert, treibers von Juden dazustehen, und in diesem Bestreben wird, sie und alle Mittel, die niedrige Advokatenkunst erfinmen kann, werden durch die Thatsache unterstützt, daß die armen, gehezten jüdischen angewandt, fie auf das denkbar tiefste Kulturniveau herabzudrücken. Proletarier nicht wissen, wohin sie sich wenden sollen. Welches Land ihre Erwerbsmöglichkeiten zu verringern, ihre geistige und materielle wird sie, die völlig mittellos sind, aufnehmen? Wo wird man ihnen Hebung auf jede Weise zu verhindern. Arbeitsmöglichkeit bieten? tariats 1 Abgeordnetenhaus. Das Abgeordnetenhaus hatte am Dienstag eine reichhaltige Tagesordnung zu erledigen. Zunächst mußte es nochmals Stellung nehmen zu dem vom Herrenhause in abgeänderter Fassung zurückgelangten Gefeßentwurf betr. die leberweisung weiterer 10 Millionen Mart Dotationsrenten an die Provinzialverbände. Bekanntlich hat das Herrenhaus beschlossen, auch die Gutsbezirke an diesen Dotationsrenten teilnehmen zu lassen. Während die Freisinnigen diese Liest man die Verfassung und die Geseze Rumäniens durch, so Und kann man es irgend einer Regierung verargen, wenn fie Abänderung des Herrenhauses zu streichen beantragten, wird man freilich von alledem nichts daran finden. Sie triefen sich einer Maffeneinwanderung auf solche Weise herabgedrückter suchten die Konservativen eine bermittelnde Stellung förmlich von Liberalismus. Die Kunst, den Lenten Sand in die Arbeiter widersetzt? Es find nicht Auswanderer, die ihre Heimat zwischen den Beschlüssen beider Häuser einzunehmen; sie Augen zu streuen, haben die rumänischen Gesetzmacher als echte verlaffen, um sich wirtschaftlich zu heben, es find Lente, die vor dem beantragten, die Gutsbezirke ant den Dotationsrenten Halbasiaten von Grund aus gelernt. Alle möglichen Rechtsficher Hungertode fliehen, der künstlich auf sie herabbeschworen wurde. Auch nur teilnehmen zu lassen, wenn es sich um den Bau heiten werden darin den Rumänen verbürgt, und von Ausnahme- unter andren Verhältnissen würde man von der Regierung des von Kuriststraßen handelt, nicht aber für Armen- und sonstige gesetzen gegen die Juden, von einer Ausnahmestellung dieser steht Landes, wo solches geschehen, verlangen können, daß fie fich der so Lasten. Nach unerheblicher Debatte, in der sich auch der auch kein Buchstabe darin zu lesen. Alles ist Gleichheit und Gegen erwerblos Gewordenen energisch annähme. In diesem Fall aber Minister des Innern Frhr. von Hammerstein und zur feitigkeit. Ausländer genießen in Rumänien die weitestgehenden liegt neben dem Interesse ein doppeltes und dreifaches Recht der Freude der Rechten fogar der freisinnige(!) Abg. Pohl für Nechte, sofern nur bei ihnen zu Hause die rumänischen Staats- europäischen Nationen vor. Die rumänischen Machthaber energifch zur den konservativen Antrag erklärten, gelangte er zur Annahme. angehörigen in gleicher Weise behandelt werden. Daß die rumänischen Erfüllung ihrer Pflichten anzuhalten. Das Herrenhaus muß sich nun nochmals mit dem Entwurf Behörden sich gegenüber Ausländern, von denen das nicht zutrifft, Und zwar zur Erfüllung aller Pflichten, welche sie mit dem befassen, gewisse Rechte vorbehalten, wer kann es ihnen verdenken? Thun Berliner Vertrag übernommen haben. Es ist ein himmelschreiender Eine längere Debatte rief die Vorlage, betreffend ErStandal, wie diese Geschäftspolitiker von Bukarest, diese die Un- gänzung des§ 75 der Landgemeinde Ordnung für Auf diese scheinbar gerechteste Deduktion von der Welt baut sich wissenheit einer noch halb barbarischen Bauernschaft ausbeutenden die sieben östlichen Provinzen, hervor. Die Novelle bein Rumänien eine Pragis der Rechtlosmachung der Juden auf. die Sesseljäger, die Rumänien bis zum Staatsbankrott heruntergewirt- stimmt, daß in größeren Gemeinden mit Zustimmung des an Raffiniertheit und tückischer Grausamkeit ihresgleichen sucht. schaftet haben, den Rassenhaß kultivieren und die Gerechtigkeit mit Füßen Ministers des Innern durch Ortsstatut angeordnet das nicht alle Nationen? Für die rumänischen Machthaber hat es genügt, die Juden, mögen treten. Keine der Redensarten, mit denen sie die empörenden Ummensch werden kann, daß die Anstellung eines oder = Wie arg das Unvesen ist, zeigt eine im März d. J. vom Nuhrorter Landrat erlassene Bekanntmachung, in der es heißt: mehrerer Schöffen, jedoch höchstens eines Drittels| Der Präsident teilte mit, daß die Regierung noch vor der Ver- So viel an uns liegt, werden wir es zu verhindern wissen, derselben, gegen Besoldung geschieht. Die Schöffen sind auf tagung des Reichstages die Brüsseler Buderkonvention sowie die daß jene anständige Presse" die Erkrankung Kauffmanns nicht nur 12 Jahre zu wählen. Die Novelle soll angeblich den un- daraus refultierende Herabsetzung der Zuckerstener verabschiedet ausbeutet, sondern sogar erfindet, um die freisinnige Wirtschaft haltbaren Zuständen in den großen Berliner Vorortgemeinden vissen will. Bon konservativer Seite wird der Wunsch ausgesprochen, zu hehlen! ein Ende machen. In Wirklichkeit wird sie diesen Zweck noch vor der Vertagung das Branntweinsteuergesetz zu erledigen. Nach Eingang des Kommissionsberichts über die Brantweinkaum erreichen, denn es ist widersinnig, Landgemeinden, die stener sowie der Regierungsvorlage über 8nderkonvention und freigiebig den befiglofen Maffen ungeheuerliche Steuern in Gestalt Befigeude Steuerbiebe. Daß die befigenden Klassen, die so schon längst städtischen Charakter haben, durch künstliche Budersteuergesetz, foll der Seniorentonvent noch einmal zusammen indirefter Steuern aufbürden, eine heilige Scheu haben, selbst für Witttel in threm vorsündflutlichen Zustande zu erhalten. treten, um sich über die gefchäftliche Behandlung schlüffig zu machen. des Vaterlandes Größe und Herrlichkeit in die Tasche zu greifen, ist Eine wirkliche Abhilfe ist nur möglich, indem man Einmütig sprach sich der Seniorentonvent dafür aus, den Reichs eine durch die Miqueliche Steuerstatistit immer aufs neue erhärtete diesen Gemeinden die Erwerbung des Stadtrechts tag lieber bis wenige Tage vor Pfingsten tagen zu laffen, als nach Thatsache. Die besigenden Patrioten machen aus der Steuererleichtert. Das bezweckte ein freisinniger Antrag, wonach Pfingsten noch einmal zu einer kurzen Session zusammenzukommen. defraudation geradezu ein Gewerbe. Landgemeinden, die mit Ausschluß der Militärpersonen als Termin der Vertagung ist der 16. Mai in Aussicht genommen. 10 000 Einwohner haben, befugt sein sollen, die Städte- Bolltarif- Kommission. Die 50. Sigung der Bolltarif- Rom Ordnung anzunehmen. Das Resultat der Debatte war die mission begann am Dienstag mit einer Geschäftsordnungs- Debatte Ablehnung des freisinnigen Antrages, in welchem die Kon- im Anschluß an die Tags zubor vom Abg. Bach em im Plenum servativen einen Eingriff in die Rechte der Krone erblicken, socialdemokratisches Mitglied der Bolltarif- Kommission habe in unter Berufung auf den Abg. Spahn aufgestellte Behauptung, ein und die unveränderte Annahme der Vorlage. diefer erklärt: wir stimmen dem Entschädigungsgedanken zu." Der Gefeßentwurf betr. Abänderung des Handels- Bereits im Blenum wurde dieser Behauptung lebhaft wider fammer Gesetzes, in dessen Beratung das Haus so- sprochen. Das Ergebnis dieser Geschäftsordnungs- Debatte dann eintrat, will der Berliner Handelskammer eine Reihe war, daß niemand in der Kommission in der von öffentlich rechtlichen Befugnissen, unter andern die war, die Behauptung Bachems zu befräftigen und daß that Aufsicht über die Börse, übertragen. Die Debatte ächlich eine solche Aeußerung von keinem socialwar insofern interessant, als die Konservativen durch den demokratischen Abgeordneten gethan ist. Abg. Felisch sich als Gegner des plutokatischen Dreiflassen- treten auf die Accordlohnung ist. Die socialdemokratischen AbDer ganze Vorfall zeigt, wie peinlich dem Centrium fein Ein Wahlsystems bekannten, allerdings nur für die Handels- geordneten sind sich darüber vollkommen einig und von Anfang an kammer, wo die kleinen Gewerbetreibenden durch diesen Wahl einig gewesen, daß die Diätenvorlage abzulehnen ist. Einverstanden modus unvertreten sind. Mit Recht rief ihnen Abg. Richter sind sie mit einer Diätenvorlage für alle Abgeordneten und alle ( frf. Vp.) zu, warum sie dann an dem Dreiflassen- Wahlsystem Beiten. für den Landtag so zähe festhalten. Diese Erwiderung war gewiß treffend, Herr Richter vergißt nur, daß seine Freunde, so lange fie die Macht hatten, teinen Finger zur Abschaffung des elenden Dreiklassen- Wahlsystems rührten und daß sie auch heute noch für das allgemeine Wahlrecht zu der Stadt verordnetenversammlung nur eine platonische Liebe haben. In ihrem Programm bekennen sie sich freilich dazu, aber in der Praxis haben sie bisher keinen erstgemeinten Schritt zur Verwirklichung dieser Programmforderung unternommen. Der Berliner Kommunalfreifinn und das preußische Junkertum sind in dieser Beziehung treue Waffengefährten. Auch diese Vorlage wurde unverändert angenommen, ebenso eine Reihe kleinerer Gesetzentwürfe. Mittwoch fällt die Sigung aus. Am Donnerstag wird der Antrag Graf Douglas( ft.) betr. die Bekämpfung des unmäßigen Altoholgenusses beraten. Schiffahrtskartell und Weltpolitik. London, 26 April. Das Ereignis dieſer Woche ist die internationale Bertruftung der nordatlantischen Schiffahrt. Vom wirtschaftlichen Standpunkte läßt sich über dieses Unternehmen faum etwas Neues sagen. Hervorzuheben ist nur daß das Kartell ohne Zweifel eine bedeutende Einschränkung im Bau von Handelsschiffen zur unmittelbaren Folge haben wird. Es wird also die Krise verschärfen. Bei eingehender Prüfung der diesjährigen Steuererklärungen hat sich herausgestellt, daß in ungewöhnlich vielen Fällen die Steuerzahler wissentlich unvollständige und unrichtige Augaben über ihr Einkommen gemacht haben, und daß diese unwahren Angaben häufig sich schon auf eine ganze Reihe von Borjahren erstrecken. Es handelt sich dabei um Steuerzahler aus fast allen Gesellschaftsklassen, vornehmlich um Cenfiten mit ziffernmäßig nachweisbarer Höhe des Gehalts, der Tantieme und des sonstigen Einkommens. Es ist infolgedessen bereits in vielen Fällen die Untersuchung wegen Vergehens gegen§ 66 des E.-G. vom 24. Juni 1891 eingeleitet worden. Bei einer noch größeren Zahl find die Ermittelungen im Gange und die Ers öffnung der Untersuchung steht bevor. Die eingeleiteten und noch einzuleitenden Untersuchungen werden aufs nachdrücklichste, inter Inanspruchnahme der ordentlichen Gerichte, durchgeführt werden. Da die Steuererklärungen nur von Personen abgegeben werden, die mehr als ein Jahreseinkommen von 3000 m. haben, befinden In der eigentlichen Arbeit der Kommiffion wurden die Vorschläge fich Proletarier unter den fast allen Gesellschaftsklassen" nicht. Es der Regierungsvorlage bei Bier, Hefe und Abgängen von der Be ist also ausschließlich die Gesellschaft von Bildung und Besiz", die arbeitung landwirtschaftlicher Erzeugniffe( leie, Rückstände von der den Staat um die paar Pfennige beträgt, die die Wohlhabenden zu Stärke und Rübenzuder- Fabrikation) durchweg mit einer fleinen entrichten haben; namentlich scheinen es die höheren, tantiemes Besteuerung bei getrockneten Zuckerrüben angenommen. Der Zoll gefegueten Induſtriebeamten zu sein, deren Steuerscheu einen geradezu auf gewöhnliche Bad ware wurde von 12 auf 16 M. erhöht. friminellen Charakter angenommen hat. Besonders interessant war der Versuch der Herren Wangenheim, Die Kölnische Zeitung" ist über den indiskreten LandSchwerin und Genoffen, die Futtermittel zu erhöhen. Der rat böchlichst empört. Der rat böchlichst empört. Es scheint beinahe so, als ob sie, wenn der Entwurf des Reichsamtes des Junern hatte Stleie und Rückstände mit Landrat nicht sofort gerüffelt würde, wieder einmal beabsichtigt, einem Zoll von 1 M. belegt wissen wollen. Der Bundesrat hatte wegen der Steuerdeklarationen ihre monarchische Gesinnung zu" reviauf Drängen der kleinen Landwirte gollfreiheit be schloffen. Die Herren v. Schwerin u. Gen. wollten nicht einnach der Richtung der Verteuerung ihrer Nahrung menschlich" be sehen, daß man doch, wie Molkenbuhr treffend sagte, die Tiere nicht handeln, sondern in ihrem und ihrer Besizer Interesse die Futtermittel frei laffen müsse. Dieser Darlegung stimmten auch die Centrumsagrarier bei. Bei der Beratung über die Erleichterungen für den Grenzverkehr wurde die Debatte auf Mittwoch vertagt. Zum Fall Kauffmann. " dieren".Freifinnige Socialpolitik. Dem Freifinn ist seiner Natur hat er wohl einige Stonzessionen gemacht, aber im Grunde seines und seinem Irivrung nach jede Socialpolitit verhaßt. Der Wahlnot erzens wünscht er das freie Spiel der Sträfte des Kapitalismus, ungestört durch Eingriffe" des Staates. " Dabei hat der Freisium die nette Gewohnheit, socialpolitische Forderungen größeren Stils nur dazu erheben, wo er ficher ist, daß sie teine Aussicht auf Annahme haben. Darum geberden sich die Freisinnigen im preußischen Abgeordneten haufe, wo sie nichts zu sagen haben, äußerst vorgeschritten", während fie da, wo sie die Macht hätten, socialpolitische Reformen durchzulegen, starr jeden Fortschritt verhinden. Die freifinnig verwalteten Kommunen, wie Berlin, find wahre Musteranstalten socialpolitischer Rückständigkeit und Engherzigkeit. In der Kommune find die Freistunigen ja auch für ein Wahlrecht, das noch schlechter ist, als das Dreitlassensystem: für die Ceniuswahl. in Königsberg in einem bemerkenswerten Falle gezeigt, auf Die socialpolitische Zweiseelennatur des Freisinns hat sich auch den unser dortiges Partei- Organ aufmerksam macht. Die liberale Presse beträgt sich in der Angelegenheit Kauffmanns ungefähr wie die französische nationalistische Prefie, als es galt, Dreyfus unschädlich zu machen. Es sind die gleichen Lügen, Fälschungen, Verwirrungen, mit denen die Schuldigen ihre Sache zu retten suchen. Wir wollen dabei gern annehmen, daß das eine oder andre Blatt von der freisinnigen Stadtclique blog dupiert ist und sich für Zwecke, die sie selbst nicht will, mißbrauchen läßt. Die Mehrheit Dagegen dürften seine politischen Folgen von erheblicher Be- aber treibt das Spiel wissentlich und ihr ist kein Mittel zu unsauber deutung sein, und zwar für diejenigen Staaten, die auf einen Krieg oder zu roh, um die kommunalfreifinnige Intrigue zu fördern und mit England spekulieren. Soweit die Einzelheiten des Kartell- die Aufdeckung der Nichtswürdigkeiten zu hindern. Der kommunal Im preußischen Abgeordnetenhause ist mit bevertrags bekannt sind, werden die deutschen Schiffe ihre vater- freifinnige Generalstab verfügt über eine sehr gefällige Presse. sonderer Entschiedenheit der Freifinnige Krieger für die Rechte ländische Flagge behalten; ebenso die französischen Schiffe, wenn sie Deshalb sind wir genötigt, die Fälschungen und Verdunkelungen der Eisenbahner eingetreten. Ungefähr zur selben Zeit, wie dem Kartelle beitreten. Mit den englischen Schiffen dürfte das anders festzustellen, so sehr es uns an sich widerstrebt, so lange Stauffmann Herr Krieger diese Reden schwang traten die Königsberger sein. Nach etwa drei oder vier Jahren sollen sie die englische Flagge nicht völlig genesen ist, die traurige Angelegenheit zu erörtern. Straßenbahner an die Stadtverwaltung mit etlichen herunterholen und die amerikanische annehmen. Diese Wartezeit ist nötig, da erstens einige englische Linien noch bis zum Jahre 1906 von der Regierung Subventionen erhalten; zweitens muß das amerikanische Gesetz, das nur den im Julande gebauten Schiffen den Schutz der Flagge gewährt, dahin umgeändert werden, daß auch den von Amerikanern im Auslande erworbenen Schiffen dieser Schuß zu teil wird. Besonders brutal und gemein verfahren jene Blätter, die fich den Anschein geben, als wüßten fie ganz genau, daß Kauffmann schwer„ nervenleidend" sei und aus diesem Zustand heraus seine jezigen Erklärungen abgegeben habe; nur Diskretion und die menschenfreundliche Rücksichtnahme auf den Kranken, so versichern sie mit frommem Augenaufschlag, hindern sie, die Wahrheit zu enthüllen. Ein elenderer Kuiff ist nicht denkbar als dieses Verschanzen hinter das Diese Nachricht hat selbstredend in England eine ziemlich starke angebliche ärztliche Amtsgeheimnis. Dieses dunkle„ schonende" Sensation hervorgerufen. In den legten zwei Sigungen des englischen Geraune ist ja viel rücksichtsloser gegen den Kranken, als wenn man Parlaments wurde die Regierung darüber sowohl von konservativen offen ausspräche, was man weiß. Aber diese ganze geheimnisvoll wie liberalen Abgeordneten interpelliert. Der Unterstaatssekretär der andeutende Zurückhaltung" ist nichts als ein gewissen Admiralität( Marineministerium) gab keine flare Antwort. Er meinte, loser Trid. Denn wir können auf Grund gerade ärzt die Regierung habe kein Recht, sich in private Transaktionen zu licher Versicherungen feststellen, daß Kauffmann niemals mischen. Sie könne nur bei subventionierten Linien mitsprechen. wirklich geistig krank gewesen ist, geschweige daß er es jetzt ist. Der Präsident des Board of Trade( Handelsministerium) erklärte, Damit ist das Geschreibsel der liberalen Presse abgethan, das wir britische Schiffe feien aus dem Register zu streichen, wenn sie an u. a. in der Morgenpost" finden: eine Handelsgesellschaft verkauft werden, die ihren Hauptsiz im Auslande habe. Diese offiziellen Erklärungen sehen einer Bestätigung jener Nachricht sehr ähnlich. Die sensationelle, unwissende Presse diesseits und jenseits des atlantischen Oceans beutet dies in chauvinistischem Sinne aus. Sie sagt, das bekannte britische Nationallied: ,, Britannia rules the waves"( Britannien beherrscht die Wellen) müßte jegt heißen:„ Columbia rules the waves". Aber der Sinn dieses Kartells liegt viel tiefer. " bescheidenen Wünschen heran; Herr Krieger ist der Direttor dieser Straßenbahn. Dennoch wurden die Forderungen der Straßen bahner von den freisinnigen Stadtherrichern glatt abgelehnt; man bekannte sich einmütig zu einer Auffassung, die ein nationalliberaler Stadtverordneter in den Satz zusammenfaßte:„ Socialpolitik treiben wir hier nicht!" Das ist in der That freisinnige Grundanschauung. In den Kommunen, wo sie herrschen, treiben sie feine Socialpolitik; wo sie aber drauf los fordern können, ohne Gefahr zu laufen, daß man foftet und hübsch aussieht. ihnen folgt da werden sie furchtbar socialpolitisch, weil's sie nichts Zur Anti- Polen- Vorlage. Nach der Münchner Allg. 8tg." zugehenden Meldungen würde es sich um einen Entwurf Handeln, verlange, um das bäuerliche Ansiedelungswert in der in beträchtlicher Höhe, 100 Millionen Mark und darüber, größerem Stile als bisher vornehmen zu können. Der Anfie de lungsfonds für Posen und Westpreußen, der Mitte der achtziger Jahre geschaffen wurde, betrug zuerst 100 Millionen und ist " Daß Herr Kauffmann sich selbst nicht über die Art seines später auf 200 Millionen erhöht worden. Leidens klar ist, erscheint fast selbstverständlich; um so unentschuld- Bisher hat man mit dieser antipolnischen Ansiedelungspolitik die barer ist das Verhalten derjenigen, welche aus einer ein- denkbar schlechtesten Erfolge erzielt. Herr v. Bülow berief sich ja fachen Krankheitsgeschichte jetzt einen Kriminalroman machen seiner Zeit in seiner großen Polenrede selbst auf die fortschreitende wollen. In gerechter Würdigung der thatsächlichen Umstände hat Polonisierung des Ostens. An dem polnischen Granit werden sich fich der Arzt des Herrn Kauffmann bisher nicht für berechtigt auch dann noch germanisierungswütige Staatsmänner die Zähne gehalten, auf die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu antworten, ausbeißen, wenn die Episode Bülows längst vergessen ist. Wenn denn er würde damit unzulässigerweise Mitteilungen über den man mit den 100 000 Dänen binnen vier Jahrzehnten nicht fertig Gesundheitszustand seines Patienten verlautbaren lassen. Wünschens geworden ist, wann will man dann mit den 3 Millionen Polen wert wäre es, wenn man sich diese Umstände allgemein vergegen- fertig werden? wärtigt und weitere Erörterungen über den Gesundheitszustand unterblieben. Zum mindesten hätte man es unterlassen sollen, Die geiftesfranke Hoheit. Den Monarchisten ist es höchst Aeußerungen eines Kranken weiterzutragen, die derfelbe Mann in egal, an wen fie ihre Huldigung verschwenden. Das zeigte sich so gefunden Tagen niemals öffentlich gethan haben würde." recht in der Sigung des Landtags für Neuß ä. L., die sich mit Onein, es Ein llebergang der englischen Handelsflotte unter den Schuh der amerikanischen Flagge heißt eine Verdoppelung der englischen Krankheitsgeschichte in det fich nicht um die Verwandlung einer der Regentschaftsfrage zu befaffen hatte. Als nämlich der zu dieſem Verweck zusammengerufene Landtag sich konstituiert hatte, brachte der der amerikanischen Flagge heißt eine Verdoppelung der englischen Strankheitsgeschichte in einen Kriminalroman, sondern um den Ber Bräsident, nachdem er dem Landtag Mitteilung von der GeistesKriegsflotte im Fall eines Krieges mit irgend einer europäischen such, die ehrliche, tapfere Charakterfeftigteit frankheit des Throufolgers Heinrichs XXIV. gemacht, ein breis Macht. Und die einzige europäische Macht, von der England eine eines unbequem gewordenen Mannes als Strant- maliges Hoch auf den geiftestranten Landesherru ans! Hierauf erFriedensstörung erwartet, ist Deutschland. Auf einen Zusammenstoß mit beitsgeschichte erscheinen zu laffen. Die Aeußerungen Kauffmanns folgte die offizielle Mitteilung der Regierung, daß der regierende Deutschland wird hier mit fast mathematischer Gewißheit gerechnet. entstammen nicht krankhaften Nerven, sondern im Gegenteil der Fürst von Reuß j. 2. Heinrich XIV. fich bereit erflärt habe, die Regentschaft anzunehmen, und im nächsten Augenblide der ganze Man sagt sich hier und wohl nicht mit Unrecht, daß die höchst gefunden Erkenntnis freifinnigen Intrigantentums. I brachte der Präsident zunt deutschen Flottenrüstungen, die weit über die Finanzquellen Deutsch- Wie von der liberalen Preffe gefälscht wird, dafür liefert das Vorgang dauerte faum 30 Minuten zweitenmal ein hoch auf den durchlauchtigsten Fürsten und lands hinausreichen, nur gegen England gerichtet sein können. Man Berliner Tageblatt" ein besonders trasses Beispiel. Dies Organ Herrn, Herrn Heinrich XXIV." aus! Nach diesen sechsmaligen Hochs fann sich in Deutschland kaum einen Begriff machen von dem tiefer entblödet sich nicht zu schreiben: des Präsidenten Herrn v. Geldern- Crispendorf erhielt auch der neu und tiefer greifenden Mißtrauen Englands gegen die deutsche Politik. eingejezte Regent ein dreimaliges Hoch und dann wurde der Lands tag nach halbstündiger Dauer geschlossen. Man studiert hier Deutsch mit einem solchen Eifer, wie ihn nur die Franzosen nach Sedan zeigten. Pierpont Morgan ist nicht nur ein großer internationaler Truftgründer, sondern ein weitsichtiger angelsächsischer Diplomat. Den. Alldeutschen und der Wasserpolitit des Kaisers wird da eine schlimme Enttäuschung bereitet. Was England im Kriegsfalle, hauptsächlich fürchtete, war die Berstörung seines Handels, seiner die Weltmeere durchkreuzenden Handelsflotte. Zu ihrem Schutze hätte England die Hälfte seiner Striegsflotte verwenden müssen. Steht nun aber die englische Handelsflotte unter dem Schuße der amerikanischen Flagge, so ist England tommerziell geschützt und kann seine gewaltige Kriegsflotte un geteilt dem Feinde entgegensenden. Dem Interviewer des Stadtrats Kauffmann in Friedrichroda ist nach den Mitteilungen der Bolts- 8tg." ein recht unliebfames Mißverständnis zugestoßen. Herr Stadtrat Kauffmann hat dem Dr. jur. G. M. gegenüber nicht erklärt, daß die Verzichterklärung And Verzweiflung über Mihhandlungen fahnenflüchtig auf Anraten seiner Freunde erfolgt sei. Diese Richtigstellung geworden ist der Musketier Richter von der 7. Compagnie des ift insofern von Bedeutung, als durch fie nunmehr erwiesen Thüringischen Infanterie- Regiments Nr. 153 in Altenburg, der sich ist, daß Herr Kauffmann aus eignem Antriebe jenen Ent- vor dem Kriegsgericht in Halle a. d. Saale wegen Fahnenflucht zu schluß gefaßt hat." verantworten hatte. Nichter, der 1901 beim Militär eingetreten ist, Wir haben schon gestern darauf hingewiesen, daß jener, Nat der war bis zum 8. Januar cr. im 2azarett und deswegen in seiner Er wurde dann dem Unters Freunde" in die Zeit vor der Erkrankung Kauffmanns fällt. Der Ausbildung zurückgeblieben. tonnte aber in offizier Reinhardt zur Ausbildung übergeben, " Verzicht" aber ist wie das„ B. T." sehr wohl weiß feinen Vorgesetzten wegen rheumatischer Schmerzen einem durch Morphium hervorgerufenen Zustand momentaner nicht zufrieden stellen. Der Unteroffizier glaubte, Richter jei ein Geistesverwirrung und Willenslosigkeit Kauffmann fuggeriert Gimulant, und soll ihm wiederholt töße mit dem Gewehr; worden. Dennoch wagt das„ B. T." zu behaupten, Kauffmann habe tolben por die Brust, Tritte in die Kniekehle und jetzt gestanden, daß er den„ Verzicht" aus eignem Antrieb ausgesprochen. Faustschläge gegen das Kinn versezt haben. Diese We Wie dieser Verzicht zu stande gekommen ist, das ist jetzt auch hinlänglich gaben machte Richter und erkärte zugleich, er habe diese Be bekannt. Man wird, wenn es notwendig werden sollte, auch darüber handlung nicht länger aushalten fönnen und sei Reichstage Dispofitionen. Der Seniorenkonvent hat am schonungslos reden. Einstweilen ist es unser Stolz, daß wir nicht aus Verzweiflung weggelaufen. Er hatte sich vorher bont Kammer Unteroffizier feinen Civilanzug geben laffen, Dienstag unter dem Vorsiz des Präsidenten vereinbart, die Session nach Aufarbeitung der Reste vor Pfingsten bis zum Herbst zu ver- au jener anständigen Presse" gehören, von der die„ Freischiedenen Ortschaften umher, nahm dann bei einem Bauer in Oschahz tagen. Die bereits in Angriff genommenen Vorlagen: Fliegender sinnige 3tg." triumphierend feststellt, daß sie sich durchweg mit Ent- angeblich, um ihn nach Hause zu schicken. Er irrte dann in ver Gerichtsstand, Tariffommissions- Diäten, Servis- und Wohnungsgeld- rüstung und Ekel abwendet von der Art und Weise, wie der einige Tage Arbeit und reiste schließlich nach Hause, wo er vers wurde. Der Angeklagte gab auch bor Gericht zuschuß- Tarif, Gebührentarif für den Nord- Ostsee- Kanal, sowie die Borwärts" und einige Sensationsblätter die Erkrankung Kauffmanns haftet day er und der Behandlung nur infolge der noch ausstehenden Wahlprüfungen und die noch nicht erledigten Be- und die damit verbundenen Umstände für ihre Zwede auszubeuten an, richte der Petitionstommiffion sollen verabschiedet werden. gesucht haben". rheumatischen Schmerzen entläufen sei und nicht habe dauernd Der Trust war bisher eine auf höchster Stufenleiter hergestellte Berbindung zwischen Industrie und Finanz. Jezt tritt er als De miurg der Weltpolitik auf. # Deutsches Reich. fernbleiben wollen. Der Gerichtshof aber sah das Vergehen des Angeklagten als ein schweres an und verurteilte ihn wegen Fahnenflucht zu 8 Monaten Gefängnis und Verfezung in die zweite laffe des Soldatenstandes. Von der Gefängnisstrafe wurden zwei Wochen auf die Untersuchungshaft in Abrechnung gebracht. Konsumbereine und der 1. Mat. Unfre gestrige Notiz unter dieser Aufschrift hat, wie uns bekannt wird, zu einem Mißverständnis geführt. Wir haben lediglich gegenüber gegnerischen Angriffen darauf verwiesen, daß die betreffenden Bemerkungen im Wochenbericht der Großeinkaufs- Gesellschaft nichts andres befagen können, als daß die Verwaltungen der Konfumvereine, infolge einer unsres Grachtens gänzlich unberechtigten Gesezhandhabung der Behörden, die Freigabe des 1. Mai zu beschließen nicht in der Lage seien. Wir halten es für ausgeichlossen, daß jene Bemerkungen eine Maßregelung der Lagerhalter androhen sollte, die ihrerseits am 1. Mai feiern. Wäre eine solche Androhung beabsichtigt, so wäre sie allgemeiner Verurteilung in der Partei gewiß. What Deftreich- Ungarn. Sehr in Winterthur, ferner Geibel Greulich, Dr. med. Straft, Dr. jur. Herr Wolf in Möten. Farbstein c. In Oerlikon ist Lang wiedergewählt, in Winterthur -st- ien, 26. April. wurden statt der bisherigen 2 Vertreter deren 4 gewählt, aber leider Für Herrn Wolf find Tage gekommen, von denen er sagen ist einer überzählig, desgleichen in Töß bei Winterthur, wo statt des muß fie gefallen mir nicht. Der in seiner Eitelkeit verlegte Herr bisherigen einen Socialdemokraten deren 4 gewählt wurden. In Schönerer hezt alle Hunde auf ihn, und wenn Herr Wolf auch gerade Oberwinterthur wurde neu Redacteur Dr. Huber gewählt. fein Hafe ist: dem fombinierten Steffeltreiben wird er auf die Dauer erfreulich ist auch die glänzende Wiederwahl unseres Genossen Ernst, nicht gewachsen sein. 8war, die Wähler find für ihn, und wenn es der die größte Stimmenzahl erhielt und sodann die Wiederwahl des möglich wäre, den Streit zwischen den zwei Nebenbuhlern durch ein Demokraten Dr. Stößel mit 35 416 Stinmen. Plebiscit zu entscheiden, fo bliebe Herr Wolf Sieger. Aber so einBelgien. fach geht es nicht, denn Herr Schönerer hält in seiner Hand die Die Nachwehen der Revisionsbewegung werden sich noch Unteroffiziere, er hat auch Geld und also Macht, und seine häßliche Nach lange fühlbar machen. Zahlreiche Verwundete liegen noch in den fucht kennt feine Grenzen. Es wird ihm also wohl gelingen, den Hofpitälern, vielen davon winkt, nachdem sie geheilt, das Gefängnis, einstigen Jünger und späteren Konkurrenten zur Strecke zu bringen, denn im Namen der„ Ordnung" wird ihnen der Prozeß wegen wenn auch dabei, was übrigens das einzig Erfreuliche dieses Stratehls Aufruhr usw. gemacht werden. So wurden dieser Tage zwei Berwäre, die Partei in Trümmer geht... In den letzten Tagen sind Herrn wundete, die in Löwen in einem Krankenhaus gelegen hatten, nach Am Sonntag wurde unter Wolf sehr unangenehme Dinge widerfahren. Bei einer Besprechung dem Polizeigefängnis abgeführt. Das bahrische Schulbedarfsgesetz ist von dem Landtag nach über die Delegationswahlen entstand zwischen ihm und feinem allgemeiner Beteiligung der am 12. April in Brüffel verwundete mehrwöchiger Beratung mit 81 gegen 70 Stimmen angenommen früheren Barteigenossen Dr. Schalt- den politisch erfunden Demarez beerdigt. Demarez ist erst 20 Jahre alt und wurde bei worden. Dafür stimmte außer dem Centrum nur Beckh der letzten Anshebung als Ernährer seiner alten Mutter zurückgestellt. ( freie Bg.), dagegen stimmten die Liberalen, die Social- und hinaufgebracht er hatte, den aber Schönerer damit gewonnen Er behauptet, sich nicht unter den Manifestanten befunden zu haben; demokraten und die freie Vereinigung außer Bedh. hat, daß er ihn zum Kronprinzen" der Partei avancieren ließ er geriet inter bas durch das Eingreifen der Polizei herbeigeführte ein Streit, in dessen Verlauf ihn Herr Schalt für politisch Gebränge und erhielt dabei einen Schuß in den Rücken, an dem er ehrlos" erklärte. Herr Wolf, der ja ein bekannter Raufbold ist, nun erlegen ist. erließ hierauf an seinen Beleidiger eine Herausforderung; Herr Schalt erflärte jedoch, Herrn Wolf nur dann Genugthuung zu geben, wenn ihn ein Ehrenrat für fatisfaktionsfähig erklärt haben wird. Im„ Vorwärts" und andren deutschen Blättern wurde fürzlich Trotzdem sich nun die Verhandlungen einige Tage hingezogen hatten der Fall Fratoddi behandelt, eines Italieners, der seit Wochen im und jedermann die Einsetzung des Ehrenrats erwartete, dem Herr Gefängnis zu Dortmund gehalten wird, ohne daß er weiß, wesSchalt sein ganzes Material" sofort vorzulegen sich bereit erklärt wegen. Fratoddi mußte wegen politischer Verfolgungen Italien ver hatte, brach Herr Wolf die Verhandlungen plöglich ab. Angeblich aus laffen; aus der Schweiz, wohin er zunächst ging, wurde er ausdem Grunde, weil der Gegner sich geweigert habe, die die Satisfattions- gewiesen und kam nach Deutschland. Er bestreitet, Anarchist zu sein, verweigerung begründenden Thatsachen, wie so der" Comment" beren Doktrin er bekämpft, er fei stets Socialist gewesen. Der Abgeordnete Bissolati hat eine Beschwerdeschrift an den Minister des verlange, präcise und bestimmt anzugeben, in Wirklichkeit aber. Aeußern, Brinetti, gefandt und darauf die Antwort erhalten, daß um der Prüfung und dem Spruche des Ehrenrates zu entgehen. Fratoddi demnächst zurückkehren werde. Heißt dies, daß er Herr Wolf mag der Entscheidung vielleicht nur deshalb aus dem von Preußen an Italien ausgeliefert werden solle? Wege gegangen sein, weil ihm ein Spiel, dessen Einfaz der Anspruch auf Ehre ist, zu gefährlich schien. Aber es ist selbstverständlich, daß die öffentliche Meinung überzeugt ist, Herr Wolf gehe mur deshalb aus der Sonne, weil er Butter auf dem Kopfe habe. alten. Ausland. Die Wahlen in Frankreich. Das heute vorliegende spärliche Nachrichtenmaterial ändert nichts an dem Eindruck der Wahlen: Es ist im wesentlichen alles beim Bellagenswert ist es, daß der Socialismus, so weit sich die Refultate bisher übersehen lassen, in seiner Gesamtheit anscheinend trog einzelner persönlicher Erfolge, keine Fortschritte gemacht hat, vielleicht hier und da sogar Rückschritte. Bei dem mörderischen Bruderkrieg. der zwischen den zahlreichen socialistischen Richtungen andauernd geführt wird, ist dieses Ergebnis nur allzu begreiflich. " * * " Italien. Zum Fall Fratoddi. Der Voff. 8eitung" wird über das Gesamtergebnis noch telegraphiert: Die neapolitanischen Skandale erhalten denmächst eine zweite Jede Zeitung, jede Partei, die Regierung, die NachrichtenAuflage. Der mutige Senator Saredo, der die Untersuchung über Agenturen denten den politischen Charakter der Wahlen die Korruption in Neapel geführt, hat jetzt eine solche in der Provinz anders. Die Regierung nimmt an, daß die 413 endgültigen Wahlen Noch schlimmer ist die andre Enthüllung: es ist nämlich eriviesen, Provinzialräte find kompromittiert; 80 von ihnen werden den GeNeapel veranstaltet. Gegen 200 Personen und fast alle früheren 248 ministerielle und 165 regierungsfeindliche Abgeordnete gegeben daß die Ostdeutsche Rundschau", das Organ des Herrn Wolf, von richten überwiesen. Auch gegen Cafale wird ein neuer Prozeß anhaben, in melinistischer Beleuchtung erscheinen dieselben Zahlen als daß die„ Ostdeutsche Rundschau", das Organ des Herrn Wolf, von richten überwiesen. 213 Oppositionelle, 186 Ministerielle und 14 zweifelhafte Abgeordnete. dem berüchtigten Zuckerkartell Bestechungen angenommen hat. gestrengt werden. Die Agence Havas" nähert sich der ministeriellen Schäßung, ohne Es teilt diese Charakterlosigkeit mit dem überwiegenden Der italienisch- schweizerische Konflikt tam dieser Tage in der fich mit ihr zu decken. Danach waren 171 Regierungsgegner und Teil der Wiener Presse, die fast gänzlich den Zucker- Kammer zur Sprache. Cabrini, der im Namen der Socialisten 242 Regierungsanhänger gewählt. wucherern dienstbar ist und die Interessen der Bevölkerung an sprach, betonte, daß das Recht auf feiten der Schweiz sei. Die Die Statistit der abgegebenen Stimmen kann nicht mit Sicher das Buderkartell für klingende Münze ausgeliefert hat. Der Unter- Redner der Rechten bezeichneten hierauf die Socialisten als Antiheit aufgestellt werden, io lange die Parteizugehörigkeit der Beschied ist mur, daß man die„ Ostdeutsche Rundschau" für ein an- Patrioten". werber nicht zuverlässig feststeht. Nur vom Seine departement ständiges Blatt gehalten hatte, wozu sich bei der„ N. Fr. Presse" Schweden. weiß man, daß 334 000 socialistische und radikale und 277 000 nationalistisch- antisemitische Stimmen abgegeben wurden. zum Beispiel wohl niemand entschließen wird; daß man von ihr Die zweite große Wahlrechts- Demonftration in Stockholm Für den zweiten Wahlgang haben die Anstrengungen erwartete, sie sei für solche Gemeinheiten unfähig, wogegen man am Sonntag ist bei einer fofoffal starten Beteiligung vollkommen bereits begonnen. In Paris treten im regierungsfreund- von der vulgären Börsenpresse weiß, daß sie zu allem bereit ist. ruhig verlaufen. Die Zahl der Demonstranten, die an der Verlichen Socialistenlager Santon zu Gunsten Vivianis, Daß es dem Zuckerkartell gelungen ist, auch zu dem bis dahin sammlung am Liljans- Walde teilnahmen und dann durch die Stadt and Chériong zu Gunsten Chauvières zurück. unbemakelten Blatte Zugang zu finden, zeigt dem Kulturhistorifer nach Folkets Hus" zogen, wird auf 80 bis 40 Tausend veranschlagt. Der focialistische Gegenkandidat Millerands, Chauvin, der über wieder einmal die unheimliche Macht der modernen Geldmächte. 1000 Stimmen erhielt, hat bisher noch nicht erklärt, zu Gunsten Herr Wolf sucht die Sache so darzustellen, er habe von der Intimität Millerands zurücktreten zu wollen. In Toulon wurde der konservative Kandidat Guillabert, als des Blattes, dessen Herausgeber er ist, mit dem Zuckerkartell nichts er das für ihn ungünstige Wahlergebnis erfuhr, vom Schlage ge- gewußt; der Schuldtragende sei der ungetreue Administrator, der troffen; sein Zustand ist hoffnungslos. freilich kein einfacher Beamter, sondern ein bekannter Führer In Constantine, wo die Antisemiten unterlagen, kam es zu in der Wolfschen Partei ist. Thatsächlich ist dieser sofort aus dem Ausschreitungen; es wurde der Verfuch gemacht, die Läden von Juden Blatte entfernt und zur Niederlegung feiner Ehrenstellen veranlaßt zu plündern. worden. Aber ob Herrn Wolf Absicht oder nur Fahrlässigkeit zu Schulden kommt: daß sich seine ohnedies so üble Situation nicht beffert, wenn nun sogar die primitivste Anständigkeit seinem Blatte bestritten wird, liegt auf der Hand. Jeder Tag bringt ihm eine neue Bloßstellung, und so wird Jung- Siegfried", wie ihn feine verzückten Anhänger einst genannt haben, bald am Ende seines Ruhmes gekommen sein. " Die Presse jubelt übereinstimmend. Im nationalistischen„ Echo de Paris" triumphiert Lemaître:„ Wir haben gefiegt! Baris war wundervoll. Es ist absolut unmöglich, daß das Kabinett WaldedRousseau fich hält." " Dagegen ruft Rappel":" Die Ilerifale Meute ist verloren, ihre ungeheure Anstrengung hat ihr nichts genügt, sie ist zermalmt." * Statthalter Die gelblichen Stimmzettel. " Der Boeren- Krieg. " Die Friedensverhandlungen. Ob die Friedensverhandlungen völlig gescheitert find oder noch was ein Zeichen für Neigung zur Unterwerfung der Boeren auseinander. Auch viele Frauen beteiligten sich daran. In der Versammlung ſprachen Sjöstadt, Kate Dalström und Branting. Im Demonstrationszug bemerkte man mehrere Reichstags- Abgeordnete, Profefforen, Schriftsteller, Künstler, der Presse, Mitglieder des FreiVertreter sinnigen Klubs" und über 300 Studenten der Stockholmer Universität sowie mehrere Studenten von Upsala. Der Vorbeimarisch des Zuges dauerte eine Stunde und 10 Minuten und geschah in vollkommener Ruhe und musterhafter Ordnung. „ Das Demonstrationsrecht." schreibt Branting in einem Triumph" überschriebenen Artikel, ist wiedergewonnen für die Hauptstadt und zum erstenmal für das allgemeine Wahlrecht in einer Weise angewandt worden, die in großartigem Massenanschluß und in faltblütiger, musterhafter Beherrschung taum übertroffen werden. fann. Die Flut der Wahlrechts- Bewegung steigt, von einer Arbeiterbewegung wächst sie zu einer Volksbewegung an."- Auch in den andren Städten Schwedens fanden am Sonntag wiederum großartige Demonstrationen statt, die überall ohne jede Ruhestörung verlaufen sind. -st- Wien, 28. April. Bei den Mitteilungen über die Wahlergebnisse muß man in Der Banditenstreich des Wiener Magistrats ist Betracht ziehen, daß die französische Wahlstatistik sehr im argen liegt. von der Statthalterlei befeitigt worden: Die famose EntDas ist, wie manches viel Schlimmere, eine Folge des unicheidung, wonach 4784 socialdemokratische Stimmzettel wegen einer organisierten oder nur mangelhaft organisierten Parteiwefens. Die Farbennuance tassiert und der mit 1200 Stimmen in der Minorität bürgerlichen Parteien sind gänzlich auf die amtlichen Berechnungen gebliebene Christlichsociale als gewählt" erklärt wurde, ist von dem augewiesen, die aber- von absichtlichen Ungenauigkeiten ab= durch einstimmiges Votum des Gremiums der gesehen vielfach keinen sicheren objektiven Maßstab für die Statthalterei, wie der Erlaß mit pointierter Absichtlichkeit sagt-wäre- fortdauern, darüber gehen die Lesarten noch immer diametral Klassifikation der Wahlstimmen befißen. Die Purzelbäume der aufgehoben und Genoffe Bid als gewählt Daily Telegraph" meldet aus Pretoria vom 27. April: französischen Kammermehrheiten in principiellen und Ministersturz erklärt worden. Man scheint oben der niederträchtigen Die" Kommandos von Utrecht und Vryheid haben Ende Fragen wären ja unmöglich, wenn die gewählten Deputierten der Winkelzüge der Luegerbehörde herzlich müde zu sein, denn voriger Woche Versammlungen abgehalten, denen Louis Botha Barteifarbe treu blieben, zu der sie sich im Wahlkampf bekannt die Entscheidung der Statthalterei besagt ausdrücklich, daß und andre Boerenführer beiwohnten. Es machte sich bei den haben. Für die bürgerlichen Parteien kommt daher in Betracht einer Beschwerde gegen die Entscheidung- sie geht an's Versammlungen eine starte Strömung zu Gunsten des als Maßstab zur Aufstellung ihrer Gewinns und Verluft- Handelsministerium- eine aufschiebende Wirkung nicht zugebilligt Friedens geltend. Die Versammlungen wurden von den briti rechnung nur die Parteigruppierung unter dem jeweiligen legten wird, und der Magistrat wird beauftragt, jede Behinderung in diesen Bezirken läuft morgen ab. schen Truppen nicht behelligt. Der stillschweigende Waffenstillstand Ministerium der verflossenen Legislatur. Dieser Maßstab fann aber ber Gewählten an dem unverzüglichen Antritt Ferner meldet„ Daily Expreß", in London sei eine Kabeldepesche wieder nur annähernde Zahlen liefern. Das muß man für den ihrer Funktion zu beseitigen". Das ist ebenso deutlich aus Bretoria eingetroffen, General Delary habe Kitchener Bergleich zwischen den jezigen Wahlergebnissen und denen von 1898 als vorfichtig; die Statthalterei weiß eben, weffen sie sich von dem davon benachrichtigt, daß drei Kommandos im westlichen im Auge behalten. torrupten Magistrat zu versehen hat. Au Gründen für die Auf- Transvaal zugestimmt hätten, sich unter den ihnen vorDas Ministerium Waldeck- Rousseau stügte sich nun auf eine bebung des rechtsbeugerischen Schandstretches hat es nicht gefehlt. Die gelegten Bedingungen der Engländer zu ergeben. Dagegen ständige„ treue" Mehrheit, die im Durchschnitt 40-50 Stimmen Statthalterei stellt aber ausdrücklich fest, daß weder im Statut noch in würden Schwierigkeiten bezüglich der Kommandos aus der betrug, darunter 20-30 ministerielle Socialisten, bei einer Gesamt- der Wahlausschreibung irgendwelche Bestimmung enthalten ist, wonach Oranje- Kolonie befürchtet; eines derfelben habe sich gezahl von 581 Deputierten. Daraus ergiebt sich unter Abzug der eine Abweichung der Stimmzettel von der Anordnung der Wahl: weigert, mit dem Präsidenten Steijn zur Beratung der 30 ministeriellen und der 13 antiministeriellen Socialisten eine Bedingungen zusammen zu kommen. tundmachung die ungültigkeit der Stimmen nach sich ziehen würde Demgegenüber erklärte Dr. Leyds dem Brüsseler Korrespon= rein bürgerliche Miniſtermehrheit( Linksradikale, Radikale und links- Ueberbies haben zwei gerichtliche Sachverständige unter denten der„ Neuen freien Breffe", die Friedensverhandstehende Bourgeoisrepublikaner) von etwa 280 gegen eine rein bürger Gib erklärt, die benutte Farbe fei wirklich weiß. An gewiffenhafter I ungen seien gescheitert wegen der Verweigerung der liche Opposition( Klerifalmonarchisten. Ralliierte, Rationalisten und meli- Prüfung hat es die Statthalterei also wirklich nicht fehlen laffen. Amnestie für die Kap- Rebellen, die einen beträchtlichen Prozentsatz der nistische Bourgeoisrepublikaner) von etwa 260 Stimmen. 10 und mit den Boeren verschwägert seien. Mit dem heutigen Tage ist dieser vierjährige Kampf um die Kämpfer bilden Was den früheren Besigstand der Socialisten betrifft, so Führung der Wiener Sandlungsgehilfen entfbieden: Die Kraft und Die Entstehung neuer staatlichen Gebilde im läßt sich auch ihre StimmenzabI( in der Hauptwahl) mit das Recht der Socialdemokraten haben den Sieg erfochten! Westen der Kap- kolonie beweise die unzufriedenheit der freilich nur annähernder Genauigkeit feit 1893 vergleichen. 1893: Afritander. Die englische Regierung wolle das Scheitern der Verhandlungen nicht sofort eingestehen, da namentlich etwa 440 000 focialistische Stimmen, 1898: 751 554( diese und fol Wenn die Boerenführer gende Zahlen entnehme ich einer neulichen dankenswerten Berechnung Zu dem Wahlfieg wird uns noch aus 8 ürich gemeldet: die Börse schon große Hoffnungen hegte. des Genossen Chaboseau im„ Mouvement Socialist"), macht 9.21 Broz. Der Sonntag twar für die zürcherische Socialdemokratie ein wirklich die Kommandos befragen, so geschehe dies, um sich von der der abgegebenen 8 159 912 Stimmen und 6.96 Proz. der Siegess und Festtag, wie sie ihn noch nie erlebt und der in der Verantwortlichkeit zu entlasten. Die Kriegskosten. 10 787 470 eingeschriebenen Wähler. Jene Stimmenzahl fiel 1898 Geschichte der Partei für immer denkwürdig bleiben wird. Die Kosten für den füdafrikanischen Krieg schätzt die Westauf 288 Kandidaten in 59 Departements. Jm einzelnen lieferte das 64 Kandidaten, welche von unfren Genossen in den verschiedenen Seine- Departement bei der 1898er Wahl 197 851 Stimmen, macht Wahlkreisen aufgestellt wurden, sind, wie bereits telegraphisch ge minster Gazette", soweit England in Betracht kommt, folgender26,38 Proz. der Gesamtzahl der socialistischen Stimmen, Nord: meldet. 41 gewählt worden, wovon allein 30 in der Stadt Zürich. maßen ab: Von Anfang des Krieges, 12. Oftober 1899 bis zum 1. Januar 1900 beliefen sich die Kosten bereits auf 464 min. Mart, 81 369, macht fast 11 Proz.. Pas- de- Calais: 41 657, Bourches( Jn unfrer geftrigen Notiz war infolge einer mißverständlichen für das Jahr 1900 auf 1300 Millionen, für das Jahr 1901 auf Deutung des Telegramms die Wahl von 41 Genoffen allein in 1420 Millionen. Die Kosten für das laufende Jahr sind vorläufig du- Rhône( Marseille): 36 214 usw. Zahl der socialistischen Abgeordneten: 1898 32, Zürich gemeldet worden.) Alle Erwartungen übertroffen hat der auf 1275 Millionen veranschlagt; insgesamt hat der Strieg bereits 1898 38 beziehungsweise 40( zwei sind der Fraktion nach Wahlausgang in Außersihl, to förmlich va banque gespielt und also 4459 Millionen Mark verschlungen. Dazu kommen noch bon dieser Summe müssen den Wahlen beigetreten). Außerdem wurden im Laufe der zwischen unsrer Partei und den verbündeten bürgerlichen Parteien 100 Millionen Emissionstoften; Legislatur in Nachwahlen drei Socialisten gewählt( Alle eine Straftprobe ihresgleichen vorgenommen wurde. Jebe Bartei 1400 Millionen durch neue Steuern und Zölle aufgebracht werden. die 27 Sige ebensoviele Kandidaten auf, fo mane Paris und Fournier Nimes, Ministerielle, Bouveri- stellte für gewonnen Montceau- les- Mines, Antiministerieller). In der Hauptwahl 1898 wurden daß alles oder alles verloren werden mußte.. ( unter Abzug der zwei später beigetretenen Abgeordneten) 14 Socialisten Uufre Partei hat muu trotz einer noch nie erlebten Agitation Die Arbeiter haben An die Arbeiter aller Länder richtet das internationale gewählt, davon sieben im Seine- Departement, und in der Stich feitens der Bügerlichen glänzend gefiegt. Genosse Erismann socialistische Bureau in Brüssel einen Aufruf zur Feier des wahl 24, darunter acht im Seine- Departement. Bei den diesmaligen eine wunderbare Parteidisciplin bethätigt. Wahlen famen in der Hauptwahl 24 Socialisten durch, zehn mehr erhielt mit 5392 Stimmen die größte Zahl, die für die andern Ge- 1. Mai. Der Aufruf skizziert den Kampf der Socialdemokratie in als 1898, so daß sie in der Stichwahl nur 14 Mandate zu behaupten noffen bis auf 4822 Stimmen herabging. Die höchste Stimmenzahl den verschiedenen Ländern, in denen alle dieselben Forderungen erbrauchten, um die Zahl von 1898 zu erreichen. der Bürgerlichen beträgt 4029, die bis auf 3429 herabging. Unter hoben werden und das gleiche Kulturgiel erstrebt wird. Mag auch, den Gewählten find außer Erismann die Pfarrer Pflüger und Reichen so fagt der Aufruf, dieser Kampf noch mannigfache Prüfungen zu Schweiz. Bon Partei- Nachrichten. " bestehen haben, bis das Ziel erreicht ist, die Arbeiter aller Länder, I rechnung ist ersichtlich, daß die Gefamteinnahme an Streitunterstützungen fich 200 Frauen. Jn Bra find 500 Gerber ausständig. Sie ber unentwegt treu ihrer Aufgabe, vereinigt in gemeinsamer That, 537 051,58 M., die Gesamtausgabe 591 222,95 M. betrug; die Differenz langen 10 Broz. Lohnerhöhung, für Ueberstunden 25 Broz., Uebere marschieren unaufhaltsam dem Siege zu!" zwischen beiden Summen ergiebt einen Zuschuß der Verbands- Haupt- stunden sollen solange nicht gemacht werden, solange am Orte taffe von 54 171,37 M. Von den Unterstügungen wurden in den arbeitslose Gerber vorhanden sind. In Ravenna streiken dir Gegen die Maifeier richtet sich eine amtliche( 1) Bekannt- Kreisen der deutschen Glasarbeiter selbst 219 006,46 M., einschließlich Bäcker und die Schuhmacher, in Ancona die Tischler. Auf demachung, die der Stadtrat von Crimmitschau( Sachsen) im des Zuschusses der Hauptkasse 273 177,83 m. aufgebracht, von aus- Linie Florenz Pistoia haben die Erdarbeiter die Arbeit ein Amtsblatt veröffentlicht. In dieser Bekanntmachung wird darauf ländischen Glasarbeitern 91 513,85 M.( darunter 40 749 M. Dar- gestellt, weil ihnen 20 Cts. pro Stunde nicht bewilligt wurden. hingewiesen, daß es im Interesse der Arbeiter selbst" liege, wenn lehen von der englischen Glasarbeiter- Union), zusammen 364 697,77 sie das geplante Fernbleiben von der Arbeit unterlassen. Sodann Mart. Von deutschen Gewerkschaften gingen ein: von den Ver wird versucht, die Arbeiter gruselig zu machen, indem ebenfalls bänden 102 558,74 M., von Kartellen und Sekretariaten 61 666,75 wohlwollendster" Weise an den§ 123 Abjazz 3 der Gewerbe- Mart, von Redaktionen 1816,19 m., zusammen 166 141,68 m.. Ordnung erinnert wird, wonach unentschuldigtes Ausbleiben von der während an den Streikorten direkt, teils durch Gewerkschaften Arbeit mit sofortiger Entlassung bestraft werden kann. Es ist er- und Kartelle, teils durch Sammlungen 45 916,30 M. und auf staunlich, was sächsische Behörden im Interesse der Arbeiter zu leisten Sammellisten der Hauptkasse 971,30 M. eintamen. Der Rest entfällt im stande sind! auf diverse Einnahmen. in B Einen Arbeiter Bildungsverein haben die Genossen in Kottbus gegründet. Hoffentlich ist diese Organisation erfolg. reicher wie die früheren Organisationsversuche in Kottbus, die aus Mangel an Intereffe immer wieder scheiterten. Dem neuen Berein traten gleich 50 Mitglieder bei. Der focialdemokratische Verein in Bremerhaven faßte folgenden Beschluß: Der focialdemokratische Berein Bremerhaven und Umgegend als legitime Organisation der socialdemokratischen Partei Deutschlands in den Unterweserorten lehnt es ab, für das Verhalten der Bürgervorsteher Vosteen und Mehliz im Leher Bürgervorsteher- Kollegium noch irgend welche Verantwortung zu übernehmen." Die beiden Bürgervorsteher, die als Vertreter der Partei in Lehe gewählt worden waren, waren aus nichtigen persönlichen Gründen aus dem socialdemokratischen Verein in Bremerhaven ausgetreten und alle Verfuche, einen Ausgleich der Differenzen herbeizuführen, scheiterten. Der mitgeteilte Beschluß bildet den Abschluß der Differenzen. Die socialdemokratischen Stadtverordneten in Forst haben beantragt, daß die städtischen Körperschaften der Frage der Erbauung von Arbeiterwohnungen aus städtischen Mitteln näher treten. Polizeilichtes, Gerichtliches usw. Wegen Beleidigung eines Lehrers, den er mit deffen von dem Buchdruckereibesizer Augustin geohrfeigten Bruder verwechselt hatte, wurde Genosse Thielhorn in Hannover zu 200 M. Geldstrafe verurteilt. An Strafen wurden verhängt in 70 Fällen 21 Monate 8 Tage Gefängnis und 1136 M. Geldstrafe. Die Gerichtskosten belaufen sich auf 549,40 M. Bum Schluß bemerkt der Bericht: Organisation einen bedeutenden Mitgliederverluft erlitten, doch hoffen Wohl hat durch den traurigen Ausgang des Kampfes die wir diesen Verlust nicht allein auszugleichen, sondern durch unermüdliche Agitation den Mitgliederbestand noch in diesem Sommer höher zu bringen, als vor dem Ausbruche des Generalstreifs." Berlin und Umgegend. Versammlungen. In einer Volksversammlung des vierten Wahlkreises( Osten), die am Montag im Kellerschen Saal tagte und sehr stark besucht war, sprach die Genossin Klara Bettin zum zweitenmal über die revolutionären Kämpfe in Rußland und Belgien. Lebhaften Beifall fanden die temperamentvollen Ausführungen der Rednerin, besonders an den Stellen, wo sie darlegte, daß die Socialdemokratie Bündnis mit einer bürgerlichen Bartei verwerflich sei, falls die ihre Ziele nur erreichen könne im reinen Klaffenkampf, und daß jedes Socialdemokratie dabei etwas von ihren Principien aufgebe.- Nach dem Vortrage machte ein Barteigenoffe einige zustimmende Aus führungen, dann wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Socialdemokratie geschlossen, dem lebhafte Hochrufe auf Klara Bettin folgten. hat den einstimmigen Beschluß gefaßt, den 1. Mai durch Arbeitsruhe nahm den Bericht des Vorstandes entgegen, den Schulz gab. Er Achtung, Holzarbeiter! Die Vertrauensmännerversammlung Der Verband der Möbelpolierer tagte am 16. April und zu feiern. Angesichts der provozierenden Haltung der Unternehmer, teilte u. a. mit, daß in der Straßmannstraße eine Gewerbeschule für die eine Aussperrung der Feiernden bis zum 5. Mai beschlossen Tischler errichtet worden ist. Da auch an die Möbelpolierer immer haben, gebietet es, neben der Pflicht der Mitglieder, die gefaßten größere Anforderungen gestellt werden, so hat der Vorstand an die Beschlüsse zur Durchführung zu bringen, auch die Klugheit, daß Gewerbedeputation des Magistrats das Ersuchen gerichtet, sämtliche Kollegen feiern. Je einhelliger die Feier, desto imponirender daselbst auch eine Fachschule für Möbelpolierer Bu CL wirkt es auf die Unternehmer, je eher werden sie geneigt sein, von vor den Feiertagen statt 1 M. 2 M. pro Tag gewährt werden. Der richten. Ferner soll den arbeitslosen Kollegen die Woche ihren bisherigen Aussperrungsbeschlüssen abzukommen, und um fo weniger sind aber auch die Unternehmer in der Lage, irgend welche Quartal 1902, die Ausgabe betrug in derselben Zeit 3774,62 M., der Kaffenbericht ergab eine Einnahme von 4500,60 M. für das erste Maßregelungen vorzunehmen. Laßt uns einig und geschlossen durch gegenwärtige Kaffenbestand 10 635,94 M. Jm Arbeitsnachweis waren die Maifeier für die Jdee des Achtstundentages demonstrieren. im ersten Quartal 580 eingeschriebene Arbeitslose, abgegeben wurden Am 1. Mai versammeln sich die Kollegen vormittags 10 Uhr in 331 Adressen, befezt 276, nicht befezt 55 Stellen. Die Tischlermeister der Neuen Welt. haben in ihrer Versammlung beschlossen, daß wer den 1. Mai feiert, Am 2. Mai, abends 81/2 Uhr, findet bei Keller, Koppenstraße, bis zum 5. Mai ausgesperrt werden soll. In Anbetracht der schlechten eine Vertrauensmännerversammlung sämtlicher Bezirke statt. Konjunktur wurde von Gegenmaßregeln Abstand genommen, aber Der Jnnungs- Nachweis ist nach wie vor zu meiden. beschlossen, sich nachmittags an den Parteivergnügen recht zahlreich Die Ortsverwaltung. zu beteiligen. Die Maifeier durch Arbeitsruhe begeht außer den schon durch den Versammlungsteil bekannt gewordenen Organisationen auch der Verein der Kleber. Ein unbefangener Richter. Vor dem Landgericht Köslin als Berufungsgericht wurde eine Beleidigungsflage gegen den Genoffen Emil Hemming von dort verhandelt. Henning sollte in einer Verbeleidigt haben, daß er das bekannte Wort vom Denunzianten in Beziehung auf diesen Beamten gebraucht haben soll. Henning Das Vorgehen der Schuhmacher- Junungsmeifter, die den bestritt jede Beziehung auf den Beamten, war aber trotzdem Gesellen ein sogenanntes Kontrollbuch aufdrängen wollen, hat auch vom Schöffengericht zu vier Wochen Gefängnis verurteilt worden. die Hirsch Dunderschen mobil gemacht." In der letzten Ver Die Berufungsverhandlung wurde vom Vorsitzenden mit folgenden sammlung des Ortsvereins Berlin I der deutschen Schuhmacher und Lederarbeiter( Hirsch- Dunckersche Richtung) wurde beschlossen, die in Wie kommt es, daß Sie sich immer Beamte aussuchen zu ihren dem von der Junung herausgegebenen Bescheinigungsbuch enthaltene Beleidigungen, das ist wohl ihre Specialität?" An- und Austrittsbescheinigung nicht zu unterschreiben. Worten eingeleitet: Trotzdem dem Angeklagten seine Angaben, er habe durchaus nicht den Beamten gemeint, nicht zu widerlegen waren, kam das Gericht dennoch zu der Meinung, er fönne nur den Beamten gemeint haben und bestätigte das Urteil des Schöffengerichts. Sociales. Deutsches Reich. Unternehmer und Maifeier. Die in der Wäsche und Krawattenbranche, sowie in Dampf- Waschanstalten thätigen Arbeiterinnen und Arbeiter hielten am Montag eine hauptsächlich von Frauen zahlreich besuchte Verfammlung im Schüßenhause, Linienstraße, ab, in der zunächst der Reichstags- Abgeordnete Albrecht einen Vortrag über den Gesezentwurf zum Schutz der Kinderarbeit hielt. Dem Vortrag, der mit sehr lebhaftem Beifall aufgenommen wurde, folgte eine in gleichem Sinne sich bewegende Diskussion. Darauf befaßte sich die Versammlung mit den Zuständen in den Berliner af chefabriten und von verschiedenen Arbeiterinnen und Arbeitern wurden eine Reihe sehr trasfer Mißstände aufgedeckt. Die Preise sind so herabgedrückt, daß die Arbeiterinnen bei anstrengendster Thätigkeit kaum 8-11 M. pro Woche verdienen. In Magdeburg haben die Arbeitgeber im Baugewerbe den Trotzdem wird noch viele Arbeit nach Sachsen geschickt, wo sie noch Beschluß gefaßt, diejenigen Arbeitnehmer, welche am 1. Mai feiern, bärmlichen Löhnen noch gezwungen, das Garn vom Arbeitgeber zit billiger hergestellt wird. Die Näherinnen werden bei ihren erauf drei Tage auszusperren. Die Berwaltung Magdeburg des deutschen Metallarbeiter- Verbandes" hatte an die dortigen Metall- beziehen und müssen es dort wesentlich teurer bezahlen, als in industriellen einzeln und zugleich an die Unternehmer- Organisation meistertum breit. andren Geschäften. Außerdem macht sich hier auch das ZwischenGegen die Kinderausbeutung haben sich die Dresdner das Ersuchen gerichtet, den 1. Mai als Feiertag freizugeben. Das 1 Dußend Kragen 40 Pf. an den Zwischenmeister, von diesem nur So werden 6. B. von einer Wäschefabrik für Bäcker- Jumungsmeister ausgesprochen. In einer Innungsversammlung Gesuch wurde vom Verband der Metallindustriellen in sehr lakonischer 20 Bf dafür an die Arbeiterin bezahlt. Dann herrscht auch noch die kam die Petition des Vorstandes des Innungsverbandes„ Germania" Form abgelehnt. an den Bundesrat zur Sprache, die sich gegen das Verbot des AusAuch in Braunschweig hatte sich der Metallarbeiter- Unfitte, daß die ärmsten Arbeiterinnen ihren letzten Groschen manchmal tragens von Backware durch Kinder wendet. Gegen diese Petition Verband an die Metallindustriellen gewandt. Hier erwiderten die Fällen schroff und hochfahrend behandelt werden, Geschenke zu hingeben müssen, um den Direktricen, von denen sie in nicht seltenen machte sich in der fraglichen Versammlung eine heftige Opposition Unternehmer, daß sie sich an den Beschluß des Gesamtverbandes in a chen. In sehr vielen Geschäften müssen die Arbeiterinnen auch bemerkbar. Es wurde sogar folgende Resolution eingebracht: deutscher Metallindustriefler( Kühnemänner) gebunden erachten. noch hohe Strafgelder für Zuspätkommen zahlen, über deren Ber„ Die am 25. April stattgefundene Versammlung der Bäcker- Dieser gebt bekanntlich dahin, jeden, der den 1. Mai feiert, bis zum wendung fie oftmals gar keine Kontrolle haben. In vielen GeJumung zu Dresden erklärt: 1. Die Petition des geschäftsführenden 15. Mai auszusperren. Borstandes des Centralverbandes„ Germania" an den Bundesrat Die Vereinigung der Schuhfabrikanten in Dresden hat in werden in manchen Fabriken die Arbeiterschutzbestimmungen nicht schäften herrscht auch eine gefährliche Lehrlingsausbeutung. Auch wegen Beibehaltung der Kinderarbeit im Bädergewerbe ist ohne den den ihr angeschlossenen Betrieben folgenden Ufas angeschlagen: Willen der Inmungsmitglieder erfolgt. 2. beschließt die heutige innegehalten. Die Lohnverhältnisse der Zuschneider lassen auch viel Innungsversammlung den hohen Reichstag zu ersuchen, das Auszu wünschen übrig. Nur wenige bringen es auf 30 M., die tragen des Gebäcks durch Kinder gänzlich zu verbieten." sie es wohl nötig hätten, fich etwas mehr um die Organisation zu meisten verdienen nur 20 M., 18 M. und weniger pro Woche, so daß bekümmern. Zum Schluß machte Reichstags Abgeordneter ihuz sowie auf den§ 115 der Gewerbe- Ordnung aufmerksam, der Albrecht auf die gesetzlichen Bestimmungen über den Wöchnerinnenentweder nur zum Selbstkostenpreis, oder, wenn im voraus veru. a. bestimmt, daß Arbeitsmaterial den Arbeitern vom Arbeitgeber einbart, zu einem Preis, der den ortsüblichen nicht übersteigt, verabfolgt werden kann.- Bon verschiedenen Seiten wurde zu energischer Thätigkeit für die Organisation aufgefordert. Mit dem Inhalt dieser Resolution war man durchaus einverstanden, von einer Annahme und Absendung derselben wurde nur deshalb abgesehen, um den Verbandsvorstand nicht zu blamieren. Die erziehlichen Wirkungen der Kinderarbeit famen übrigens bei der Gelegenheit auch zur Sprache. Die Dresdner Bäckerimmung hat vor einiger Zeit beschlossen, daß Lehrlinge nicht mehr mit Frückstück in die Bordelle geschickt werden dürfen. Ganz eigentümliche und bedenttiche Vorkommnisse mit älteren Lehrlingen sollen zu diesem Beschlusse geführt haben. Da die Leute in den Bordellen aber doch auch leben wollen, so mußte Ersatz geschaffen werden. Und so kann man jetzt, wie in jener Versammlung zur Sprache fam, beobachten, daß statt der Lehrlinge Schulkinder das Frühstück in diefe verrufenen Häufer hineintragen. Das dürfte allerdings eminent erziehlich auf solche Kinder wirken. Vielleicht wird solchen Dingen bei der Besprechung der Bäckermeister- Petition im Reichstag auch einige Beachtung geschenkt. wald. = Beschluß desverbandes der Dresdener Schuhfabrikanten. Am 1. Mai wird voll gearbeitet. Zuwiderhandelnde werden die nächstfolgenden sechs Tage hintereinander von der Arbeit ausgeschlossen. Bemerkenswert ist, daß die Schuhmacher in Dresden seit Jahren anstandslos den 1. Mai durch Arbeitsruhe gefeiert haben. Man sieht, irgend ein Versuch, die Arbeiter davon zu über zengen, daß die Forderungen, für die sie am 1. Mai demonstrieren, ungerechtfertigte wären, wird als völlig aussichtslos von Unternehmer feite nirgends unternommen. Alle Maßnahmen, welche die fich unentbehrlich dünkenden„ geistigen Leiter der Produktion" unter verzweifelter Ueberanstrengung ihrer Hirnsubstanz auszutüfteln vermögen, laufen schließlich auf nichts weiter aus, als auf fleinliche Chikanen oder plumpe Rache- Atte. Aber mit folchen erstickt man keine Stulturbewegung. J Tehte Nachrichten und Depelthen. Abgeordnetenhaus. " Explosion. zur In Kiel gelingt es den Bauunternehmern jetzt leider faft täg lich, fleine Truppe von Arbeitswilligen heranzuschaffen. Bei der Wien, 29. April.( W. T. B.) Zur Beratung steht der Etat Die Forften und Holzungen in Brensen 1900. Nach der Ueberwachung, die man diesen angedeihen läßt, ist es den Streis des Handelsministeriums. Handelsminister Frhr. v. Call Statistischen Korrespondenz" bedeckten im Jahre 1900 die Forsten tenden beinahe unmöglich gemacht, sie über die wahre Lage auf bespricht die handelspolitische Situation und kommt auch auf die und Holzungen 8 270 133,5 Heftar 23,7 Broz. der Gesamtfläche zuklären. Da ist es denn ein wahres Glück, daß die Herren Unter- Handelsverträge mit dem Auslande zu sprechen. Preußens. Die waldreichsten Brovinzen, in denen der Wald mehr nehmer durch allzu forgfältige Abschließung den von ihnen zum Er erklärte, daß die Frage einer einjährigen stillschweials ein Drittel der Gesamtfläche bedeckt, sind Hessen- Nassau, Hohen- Streifbruch Verleiteten selber den Aufenthalt in Stiel verleiden. gen den Verlängerung der Verträge nicht zollern und Brandenburg. Die Provinz Brandenburg hat auch mit Dieser Tage war es den Unternehmern gelungen, in Graudenz Erwägung stehe. Der Minister erinnert daran, daß man bei 1 331 617,6 Hettar absolut die größte Waldfläche. Von der Gesamt- einen Trupp von etwa 40 Leuten zusammenzubringen. Es gelang, den bevorstehenden Vertragsverhandlungen täglich durch einen neuen waldfläche Preußens ist über die Hälfte, nämlich 50,8 Proz., in Privat- davon in der That noch neun Mann bis nach Kiel und in ein im Zwischenfall, wie die Zuderfrage, überrascht werden könne, und besig, davon rund ein Viertel Fideikommißbesig. Circa 31 Broa. der Umbau begriffenes Haus der Streitbrecher- Herberge zu bringen. Die ichließt, in folcher Zeit dürfe man kein Bild der Schwäche im Ber Gesamtwaldfläche ist Staatsbesitz und der Nest verteilt fich auf eute wurden in den Bau eingeschlossen, so daß sie sich geradezu in fahrenheit bieten; die beste Rüstung nach außen sei Zusammen Kronforsten, Gemeindeforsten, Stiftungsforsten und Genoffenforsten. Gefangenschaft befanden. Der Freiheitsdrang bemächtigte sich jedoch faffung aller Kräfte nach innen.( Lebhafter Beifall.) Etwa ein Drittel des Waldes ist Laubwald und zwei Drittel Nadel- schließlich dieser so sorgsam bewachten Leute. Hinzu kam, daß fie großen Mangel an Nahrungsmitteln erlitten hatten. Am Sonnabend Von den Beständen hatten 566 207 Hettar ein Alter von über war ihnen, ihrer eignen Angabe nach, Milch zum Mittag gereicht New York, 29. April.( W. T. B.) Sente Vormittag fand au 100 Jahren, 586 414 hektar ein solches von 81 bis 100 Jahren und worden. Am Sonntag hatten sie sich sogar nur mit Wurst und Bord des Unterseeboots Fulton" von der Holland- Gesellschaft in 850 827 Heftar ein solches von 61 bis 80 Jahren. trockenem Brot behelfen müssen. Die Lagerstätten waren gleich der Nähe der Moole von Delaware eine Explosion statt. Man Der Gesamtertrag in einem im Jahre 1900 beendeten Wirt- falls höchst primitiver Natur. Das Bettlager bestand nämlich glaubt, daß die Explosion durch Gasoline veranlaßt worden ist, wovon schaftsjahre war nach den Angaben der Besizer 24 605 358 Festmeter dece. Am Sonntagabend waren die Eingesperrten der Gefangen- Explosion erfolgte, während das Boot sich an der Oberfläche befand. aus einer Seegrasmatrage nebst Stopffeil und einer Pferde 750 Gallonen zur Speisung der Maschinen an Bord waren. Die einschließlich der Eichenlohe und der Weidenruten. schaft überdrüssig. Vorher hatten sie sich bereits den außenstehenden Der östreichische Marineminister Kochen, welcher sich an Bord befand, Schulzustände in Preußen. In der Gemeinde Kohlow in Kameraden durch Zuwinken bemerkbar gemacht. Abends voltigierten wurde schwer verlegt. Ein Lieutenant der amerikanischen Marine der Mark werden seit vorigem Jahre 110 Kinder von einem Lehrer dann alle neun Mann auf einer Leiter über die hohe Planke und sowie drei andre Personen erlitten ebenfalls Verwundungen. unterrichtet. Trotzdem sträubt sich die Gemeinde noch, sofort einen gelangten so ins Freie. Jetzt haben die Enttäuschten dem gaftlichen zweiten Lehrer anzustellen. Kiel bereits wieder den Rücken gekehrt und so den Architekten Frankfurt a. M., 29. April.( W. T. B.) Wie der„ Frankf. Planmäßige zahnärztliche Behandlung der Schulkinder Lauers, für den sie bestimmt waren, um eine Hoffnung ärmer Beitung" aus New York gemeldet wird, ist der Generalagent der Aachener- Münchener Feuerversicherungs- Gesellschaft Gustav Noelting. wird in Straßburg im Elsaß schon seit einigen Jahren betrieben. gemacht. Die Kinder wurden bisher in einer zahnärztlichen Poliklinik be- Wohlwollende Unternehmer. In Schönebed a. d. E. welcher nach Unterschlagung von über 30 000 m. aus Frankfurt ver handelt. Die vorhandenen Einrichtungen und Arbeitskräfte erwiesen beschlossen die Maurer mit 86 gegen 5 Stimmen, in den Streit ein- schwunden war, bei der Ankunft in New York verhaftet worden. fich aber als unzulänglich und deshalb wird jetzt die Stadt eine zutreten. Sie fordern eine Erhöhung des Stundenlohnes von Hamburg, 29. April.( W.. B.) Die Reparatur der größere Summe bewilligen für bauliche Erweiterungen, für Juftrumente 38 auf 40 Pf. In der Versammlung, in der der Streif beschloffen Deutschland", die heute vormittag in Cughaven eingetroffen ist, und für einen zahnärztlichen Assistenten. wurde, waren auch mehrere Bauunternehmer anwesend. Sie warnten wird längere Zeit in Anspruch nehmen; die voraussichtliche Dauer die Arbeiter vor dem Ausstand, weil erfahrungsgemäß der Ver- derselben ist noch nicht zu bestimmen. band der Maurer für die kleinen Orte nichts übrig habe". Daß Cuxhaven, 29. April.( W. T. B.) Kommodore Albers, Unternehmer, die selber für ihre Arbeiter die wenigen geforderten welcher den anf seiner Reise von einem Steuerschaden betroffenen feiner Untersuchung in Pfennige nicht übrig haben, gegen eine Arbeiterorganisation einen Schnelldampfer Deutschland" nach solchen Vorwurf erheben, ist mindestens originell. Wollten die Bremerhaven hierher führte, ist bei der heute morgen erfolgten Herren ihre Arbeiter täuschen oder täuschen sie sich selbst? So oder Ankunft des Dampfers plöglich infolge eines Schlaganfalles gefo: die Antwort des Maurerverbandes auf diese Anschuldigung dürfte storben. für sie eine recht schmerzhafte sein. Gewerkschaftliches. Ausland. " Kopenhagen, 29. April.( W. T. B.) Der Arbeitgeber. Verein teilte heute den Fachverbänden der Arbeiter mit, daß der Arbeitgeber- Verein am 6. Mai darüber Beschluß faffen wolle, ob man eine Arbeitssperre als Gegengewicht gegen die von den Fachverbänden ins Leben gerufenen und gutgeheißenen Ausstände Der Verband der Glasarbeiter Deutschlands veröffentlicht einen Schlußbericht und Abrechnung über den Nienburg- Schauensteiner Streit und über den Generalstreik der Flaschenmader vom 1. August bis zum 31. Dezember 1901. Aus demselben geht hervor, daß die Zahl der Streifenden in Nienburg- Schauenstein 677( davon 512 Verheiratete), im Generalstreit, außer den ge= Die Streits in Italien beginnen mit dem Frühjahr wieder nannten, in 18 Orten 3564( davon 1885 Verheiratete), zusammen häufiger zu werden. In Bologna streiken neben den Maurern 4113 betrug, denen 730 Arbeitsivillige gegenüberstanden. Aus der Ab- auch die Holz und Zündholzarbeiter; unter den letzteren befinden bewerkstelligen wolle. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leib in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 100. 19. Jahrgang 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. sand 177, Sigung vom Dienstag, den 29. April 1902, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstisch: Freiherr v. Thielmann, Nieber. ding. Abg. Heine( Soc.): Mittwog, 30. April 1902. Der Antrag Bedh Coburg( fri. Vp.) auf Streichung des Der Herr Staatssekretär hat sich bemüht, das, was ich neulich Bed 5 auf Streichung des Sages über die Privatbeleidi Wortes periodisch" wird einstimmig angenommen, der Antrag ausgeführt habe, teils als überflüssig, teils als verkehrt hinzustellen. Er hat mich aber nicht überzeugt, ich glaube fogar, er hat mich in ungslagen wird gegen die Stimmen der Freisinnigen und Socialdemokraten abgelehnt. manchen Punkten nicht verstanden. Was die Auslegung der traue ich dem Herrn Staatssekretär Aenderung angenommen. Vorlage anbetrifft, fo Die Regierungsoortage wird mit der beschlossenen 10 weit, wie überhaupt ein Jurist dem andern Hierauf vertagt sich das Haus. ( Heiterfeit.) Ich bin durchaus zufrieden, daß meine barin traut. Nächste Sigung: Mittwoch 1 US.( 3. Lesung des Gebührentarifs Zunächst steht die zweite Beratung der Uebersicht der Reichs- Bedenken gegen den ersten Saz des Entwurfs den Herrn Staats- für den Kaiser Wilhelm- Kanal, 3. Lejung des Nachtrags- Etats, WahlAusgaben und Einnahmen für das Rechnungsjahr 1900 auf der fefretär wenigstens zu feiner Erflärung veranlaßt haben. Mit prüfungen, 2. Lesung des Servistar: f- Gejeges.) Tagesordnung. dieser Auffassung sind wir durchaus einverstanden Schluß 53/4 Uhr. Die Zolltarif Kommission Abg. Dr. Sattler( natl.) bemängelt den Bosten über die und ich freue mich, daß die Gefahr einer falschen Aus. feiner Zeit verlegten und jest gefundenen Rechtlegung, auf die ich damals hinwies, nunmehr beseitigt nungen aus dem Arnim- Prozeß. Es sei auffallend, daß ist. Der Himveis auf das Preßgefeß war nicht sehr ein solches Vorkommnis bei einer geordneten& inanzglüdlich. Dies Gesez stammt aus dem Anfang der 70er Jahre verwaltung möglich fei, ganz unverständlich aber, wie imd damals tannte man natürlich all die Auslegungsversuche Ehe die Kommission am Dienstag in die Tagesordnung eindieser Posten auf den Etat von 1900 verrechnet werden nicht, die währenddessen gemacht worden sind. Der Herr Staats- trat, gab fonnte. sekretär meinte, die anderen Arten Gerichtsstand hätten mit dem Stadthagen( Soc.) folgende Erklärung at: Die am Montag Reichsschatzsekretär Frhr. v. Thielmann: Der Abgeordnete ambulanten Gerichtsstand nichts zu thun. Sie haben freilich nichts im Plenum vom Abg. Bachem gethane Behauptung, ein Social hätte der Reichs- Finanzverwaltung vorher davon Mitteilung machen zu thun mit der Begründung des fliegenden Gerichtsstandes, den man demokrat habe sich in einer früheren Kommissionssigung für Kommüſſen, daß er diesen einzelnen Titel beanstanden würde, dann bisher auf§ 7 der Strafprozeßordnung begründet hat, aber das missionsdiäten ausgesprochen, ist unwahr. Er habe zu der Sache wären die Aften zur Stelle. Zur Zeit bin ich nicht in der Lage, hindert nicht, daß mit ihnen ein neuer Gerichtsstand wieder gesprochen, aber nur seine Bustimmung zur Tagung während der Auskunft zu erteilen. 307 geschaffen wird. Die eigentümlichen Verhältnisse der Presse bes Ferien gegeben. Die Diätenfrage habe er aber mit keinem Abg. Sattler( natl.): Der Bericht der Rechnungskommiffion bingen einen besonderen Gerichtsstand und diefer muß Worte berührt. steht heute auf der Tagesordnung; ich war also durchaus zu meiner der Gerichtsstand des Verlagsorts fein. Es soll dem Vorsitzender Rettich erklärt, auch ihm sei es nicht bee Anregung berechtigt. Ich beantrage mummehr, diefen Gegenstand Rechtsgefühl des Volkes entsprechen, daß Privatklagen am tanut, daß ein Socialdemokrat seine Zustimmung zu Kommissions von der Tagesordnung abzusetzen und an die Rechnungskommission Wohnort des Beleidigten abgeurteilt werden Gewiß, der Bediäten gegeben habe. zurüdzuberweisen. leidigte wird sich in diefem Sinne aussprechen, der An- Darauf trat die Kommission in die Beratung über Position 184 Die Abgg. Gamp( Rp.) und Dr. Müller Sagan( fri. p.) get lagte jedenfalls nicht. darauf kommt es aber ein. Darin wird auf Bier aller Art und Malzertraft in dünne schließen sich diesem Antrage an. nicht an, sondern es handelt sich darum, wie die Sicherheit flüssigem Zustande auch mit heilmittelzufägen ein Boll von 6 M. Der Antrag Sattler wird hierauf einstimmig angenommen. der öffentlichen Kritik gewährleistet werden kann. Bei wie bisher gelegt. Die Socialdemokraten beantragen Zollfreiheit. Sierauf wird ein Nachtragsetat, der 1 300 000 m. als unfren heutigen Justizverhältnissen ist der Begriff der Stadthagen( Soc.): Bier drängt den Schnapsgenuß zurück. Beihilfe für invalide Kriegsteilnehmer fordert. Beleidigung ein so ausgedehnter, daß fast jede Kritik der öffent- Nach Statistiken der Krankenhäuser führt der Biergenus selten zum debattelos in erster und zweiter Beratung genehmgt. lichen Meinung als Beleidigung aufgefaßt werden kann. Hätten wir Delirium tremens. Am häufigsten ist Schnaps, aber auch oft Bein Es folgt die Gesamt abstimmung über die Seemanns ein anderes Gesez, dann könnten wir wohl in Erwägung ziehen, ob die Ursache von Delirium. Professor Boin, der selbst Abstinenzler ordnung. Das Gesetz wird gegen die Stimmen der Social: wir nicht dem wirklich in seiner Ehre Getränkten den Weg der ist, fieht in dem Bordringen des Bieres einen Kampf gegen den demokraten angenommen. Die Nebengeseze werden einstimmig Privatklage erleichtern könnten. Einer noch weiteren Verhinderung Schyaps. angenommen. der öffentlichen Kritik werden wir nicht zustimmen. Gegen unseren Antrag Spahn( C.), der inzwischen erschienen ist, erklärt zur GeschäftsEs folgt die zweite Beratung des Gefeßentwurfs betreffend Ab- hat der Herr Staatssekretär fachlich nichts einzuwenden geordnung, Abg. Stadthagen habe seiner Beit gejagt, er fei da. änderung des§ 7 der Strafprozeß Ordnung( fliegender babt. Warum will er also unsre Fassung, die feine ausdrückliche mit einverstanden, daß an die KommissionsGerichtsstand der Presse). Erklärung nur deutlicher präcifieren will, nicht acceptieren? Gegen mitglieder Diäten gezahlt würden; er sei aber auch Nach der Vorlage soll§ 7 lauten: über unsrer Definition vom Orte des Erscheinens hat der Herr bereit, ohne Diäten zu fizen. Staatssekretär darauf hingewiesen, daß auch im Breßgesetz dieser Ausdruck vorkomme, es müßte also vermieden werden, in dieser Vorlage den Begriff besonders festzuflegen. Der Herr Staatssekretär hat sich da wohl verfehen; im Breßgesetz tommt mir der Ausdruck vor: Ort der Ausgabe"; das ist etwas andres. Der Herr Staatssekretär hat sich ja entschieden gegen alle unfre Verbesserungsvorschläge gewendet, er hat sich gewundert über die Unerfättlichkeit, mit der die Parteien mehr wollen als die Regierung. Ich stehe auf dem Standpunkt, daß wir hier ein Gesetz schaffen wollen, das etwas nützt. Nichts ist gefährlicher, als wenn man Geiege macht, nur damit etwas gemacht worden ist.( Sehr richtig! links.) Ich wäre allerdings Müller- Sagan( frs. Vp.) stellt nach dem amtlichen Protokoll Die Abgg. Albrecht u. Gen.( Soc.) statt§ 7 Abs. 2 folgenden dafür, ganze Problem tiefer anzufaffen und Sie fest, daß Abg. Spahn am 6 März die Diätenfrage angeregt habe. § 7a in das Gesetz einzuschieben: Begründet der Inhalt einer im Frage zu entscheiden, wo die That überhaupt begangen ist. Um die Lurz( C.) will vom Abg. Fiz gehört haben, daß die Abgg. Inlande erschienenen Drudschrift allein oder in Verbindung mit Lösung dieser Frage kommen wir doch nicht herum! Herr Eiche Müller- Meiningen und Stadthagen sich zustimmend zu der ihrer Herstellung, Verbreitung oder Mitteilung an andre den That fagte, die Politik sei die Kunst des Möglichen. Gewiß, man tann Frage der Kommissionsdiäten geäußert hätten. bestand einer strafbaren Handlung, so ist für die Anklage gegen alle nie mehr thun, als was möglich ist; aber das, was möglich ist, soll hierbei beteiligten Personen, sowie für die in§§ 41 und 42 des man auch thun. Die Haltung hervorragender Juristen, wie v. Lisa18 Strafgefeßbuchs für das Deutsche Reich zugelassenen Maßnahmen und andrer, beweisen aber, daß bei diesem Gefeßentwurf noch sehr ausschließlich das Gericht zuständig, in dessen viel mehr möglich wäre, als im Gesezentwurf steht. Bezirk die Drudschrift erschienen ist. Der Gerichtsstand ist bei demjenigen Gericht begründet, in deffen Bezirk die strafbare Handlung begangen ist. Wird der Thatbestand der strafbaren Handlung durch den Inhalt einer im Inlande erschienenen periodischen Druckschrift be gründet, so ist als das nach Absatz 1 zuständige Gericht nur das jenige Gericht anzusehen, in dessen Bezirk die Druckschrift erschienen ist. Jedoch ist in den Fällen der Beleidigung, sofern die Berfolgung im Wege der Privattlage stattfindet, auch das Gericht,' n dessen Bezirk die Druckschrift verbreitet worden ist, zuständig. venn in diesem Bezirk die beleidigte Person ihren Wohnsiz oder gemähnlichen Aufenthalt hat. Stadthagen( Soc.) widerspricht diesen Angaben; es müsse ein Irrtum vorliegen. Müller- Sagan( frs. Bp.) bestätigt Stadthagens Behauptung und giebt auf Grund feiner Erinnerung und feiner Notizen eine Darstellung des Sachverhalts. Als Redner ausführt. Abg. Spahn habe am 6. März die Diätenfrage in der Kommission angeregt, ruft Abg. Spahn dazwischen:" Das ist nicht wahr!" v. Kardorff( Sp.) meint, er habe damals den Einbrud gehabt, daß seitens der Linken einer Diätenvorlage teine Schwierigfeiten entgegengestellt werden würden. Spahu( C) erklärt, nicht er, sondern Abg. Gamp habe die Frage einer Entschädigung für Kommissionsmitglieder während der Ferien in die Verhandlungen hineingetragen. hätten. Müller- Sagan( frf. Vp.) erklärt, es sei zwar richtig, daß Abgeordneter Gamp in allgemeinen Redensarten zuerst die Frage einer Entschädigung für Ferienarbeit berührt habe, Abgeordneter Spahn habe aber das Verlangen nach Kommissionsdiäten zuerst präcise zum Ausdruck gebracht. v. Kardorff( Rp.) bestätigt dies und fügt hinzu, er habe die Auffaffung gewonnen, daß die Linke aus der Diätenvorlage Als Ort des Erscheinens gilt der Sitz des auf der Drudschrift Abg. Beckh- Coburg( frs. Bp.): Jch halte es im Gegensatz zu feine Haupt- und Staatsattion machen werde. angegebenen Verlages oder in Ermangelung eines solchen der dem Herrn Staatssekretär für febr wesentlich, daß der Auch Paasche( natl.) hat den Eindruck gehabt, daß weder der angegebenen Druderei, sofern sie im Inland belegen find. fliegende Gerichtsstand auch für die nicht periodische Müller- Meiningen noch Stadthagen etwas gegen Kommissionsdiäten Fehlen solche Angaben, so gilt als Ort des Erscheinens der Ort, an Bresse beseitigt wird. Auch der legte Juristentag dem die Druckschrift im Inland ausgegeben ist. hat fich auf diesen Standpunkt gestellt. Herr Diese Bestimmung ist nicht anzuwenden auf Personen, die Rintelen, der sich gestern gegen meinen Antrag erklärte, bereits an das Bublifum verbreitete Exemplare einer Druckschrift hat früher selbst einen Antrag unterschrieben, der weiter verbreiten. den Unterschied zwischen periodischer und nichtperio bischer Breffe nicht machte.( Hört! hört! links.) Der Wortlaut meines Antrages entspricht genau einem Antrage des Oberlandes. gerichts- Präsidenten Hamm auf dem legten deutschen Juristentag. Auf jeden Fall muß die Ausnahme der Privatbelei digungsklagen beseitigt werden. Sehr häufig kann der Beweis der Wahrheit für eine Beleidigung nur an dem Orte erbracht werden, wo die Veröffentlichung erfolgt ist. Dem Interesse des Beleidigten tann insofern genügt werden, als im Falle der Verurteilung des Beleidigers das Urteil am Wohnort des Beleidigten publiziert werden kann. Ich bitte Sie also. unfern Antrag anzunehmen. ( Beifall links.) Ein Antrag der Abgg. Bedh- Koburg und Genoffen( frf. Vp.) fordert, wie der socialdemokratische Antrag, den ausschließlichen Gerichtsstand auch für die nichtperiodische Breffe, enthält aber nicht die besonderen Definitionen über den Ort des Erscheinens, den der focialdemokratische Antrag vorschlägt. Ein Antrag Gaulte, Dr. Müller- Meiningen( fri. Vp.) will in Abs. 2 den Sag 2 wie folgt faffen: Fehlen solche Angaben, so gilt als Ort des Erscheinens der Ort, an dem die fertiggestellte Druckschrift im Julande zuerst an die Oeffentlichkeit ausgegeben worden ist." Geyer( Soc.) bestätigt auf Grund seiner Notizen die Angaben Stadthagens und bestreitet, daß Stadthagen sich zustimmend geäußert haben tönne, da er, Redner. mit ihm, Stadthagen, abgemacht habe, daß er sich die Entschließung der Fraktion vorbehalten solle. In der Abstimmung wird für Position 184 der Satz der Regierungsvorlage angenommen. Die Beratung über Position 185( Essig) wird ausgesetzt. Die Positionen 186 und 187 werden gemeinsam beraten. Bu Position 186 und 187( Weinhefe, andre Hefe) beantragt Gothein( fri. Vg.) für efe, teigartig, einen 3oll von 1,50 m efe, trocken, zollfrei. Müller- Sagan( frs. Bp.) will efe, teigartig und troden, zollfrei lassen. Ministerialdirektor Wermuth sucht den Zollsatz der Vorlage mit vertraulichen zolpolitischen Mitteilungen zu begründen. Müller- Fulda( C.) erklärt, den niedrigen Bollsatz der Vorlage nur gewähren zu wollen in der Voraussicht, daß auch dieser bei Verträgen fallen würde. In der Abstimmung werden die Säße der Regierungsvorlage angenommen. Gamp( Rp., der inzwischen erschienen ist), erklärt zur Geschäfts. ordnung, daß er es gewesen sei. der zuerst die Frage einer Gute schädigung für Ferienarbeit aufgeworfen habe. Er habe dies ge= than nach Rücksprache mit sämtlichen Mitgliedern der Kommission, die sämtlich sich zustimmend geäußert hätten. Staatssekretär Nieberding: Ich möchte schon jetzt die Stellung der verbündeten Regierungen zu den vorliegenden An- Abg. Dr. Oertel( I.): Es ist bedauerlich, daß ein so wichtiger trägen darlegen. Es ist gesagt worden, die Stellung der Vorlage Gegenstand vor so schlecht befeßtem Hause verhandelt wird. Hier zu den prespolizeilichen Delitten sei nicht klar. Das ist nicht der trifft es nicht einmal au bat den Entwurf in zweiter Lefung im das Schwergewicht in der Kommission Fall. Wenn zum Beispiel während eines Krieges eine liegt, denn wir verhandeln Beitung verbotene Mitteilungen über militärische Angelegen Plenum. Gestern warf Herr Richter der Rechten vor, daß mur elf heiten bringt, so ist das ein preßpolizeiliches Delift, bei ihrer Mitglieder anvesend seien, heute sehe ich von der freisinnigen der Juhalt den Thatbestand der strafbaren Handlung Bolfspartei außer den drei Herren, die sich zum Wort gemeldet haben, begründet. Solche und ähnliche preßpolizeiliche Delitte fallen unter mur givei anwesend.( Große Heiterkeit.) Zunächst ist mir unerfindlich, die Vorlage. Alle andren rein formalen preßpolizeilichen Delitte warum nicht auch nicht periodische Drucksachen in das Gesetz fallen nicht unter das Gesez. Weiter hat man gefagt, bei vielen einbezogen werden sollen. Ein Unterschied zwischen diesen und perio Deliften genüge nach der Judikatur des Reichsgerichts nicht der Juhalt, dischen Drudschriften ist völlig unbegründet. und daher werden wir für es müsse Verbreitung der Druckschrift resp. ihre Kenntnisnahme Biffer 1 des Antrags Beckh sein, der das Wort periodisch" streichen durch einen Dritten erfolgen. Daher würden all diese Delitte, vor will; alle andren Anträge aber werden wir ablehnen, weil sie allem alle Beleidigungen dieser Vorlage entzogen und der fliegende teils unnötig, teils bedenklich sind. Für eine Einbeziehung der BreßGerichtsstand bliebe für sie bestehen. Es giebt aber fein Strafgesetz polizeidelikte in dieses Gesetz besteht gar kein Bedürfnis; auch der buch, das den Thatbestand der strafbaren Handlung ganz umfassend Juristentag hat sich dagegen ausgesprochen; die Ausnahmebestimmung Müller- Sagan( fri. Vp.) fragt den Abg. Gamp, mit wem von erschöpft. Die Absicht der Vorlage ist die, daß alle gedruckten für die Brivatbeleidigung aber können wir nicht ftreichen Ich habe der freifinnigen Volkspartei er gesprochen habe.( Abg. Gamp ruft Breßäußerungen unter den Entwurf fallen, einerlei ob zu ihrer die Interessen der Presse schon bei der ersten Lesung gewürdigt, eine dazwischen, ob denn damals Abg. Müller- Sagan Mitglied der Koma Strafbarkeit ein besonderes Moment der Verbreitung oder Kenntnis Streichung dieser Bestimmung aber wäre ein bitteres Unrecht für den Be- miffion gewesen sei.) Redner bejaht diese Frage. nahme gehört oder nicht. Daraus geht hervor, daß auch die Beleidigten. Man hat geiagt, wenn der Entwurf so angenommen würde, Geyer, Stadthagen und Molkenbuhr( Soc.) erklären überleidigungen dem fliegenden Gerichtsstand entzogen werden wie er vorliegt, bedeutete das eine Verschlechterung für die Presse. Die einstimmend, daß Gamp mit ihnen die Frage der Kommissionsdiäten sollen. Die Bedenken, die der Herr Abgeordnete Heine in der ersten Herren der Presse, mit denen ich Fühlung habe, halten den Entwurf in feiner Weise erörtert habe. Lesung in diefer Beziehung vorbrachte, sind also nicht begründet. für eine erhebliche Verbesserung im Interesse der Preise.( Bravo! Position 190 läßt Kleie, Maistuchen und anderes Vieh Ich muß mich grundsätzlich dagegen erklären, daß, wie der Antrag rechts.) futter, 191 feite Oelrückstände, Mandeltleie, 192 Me Albrecht es will, die Vorlage eine von der Fassung des Preßgefeßes Abg. Träger( frf. Vp.): Nach meiner Meinung haben diejenigen laffeichlempe und 193 ausgelaugte Schnißel von 8uders abweichende Fassung erhält. Dadurch würde nur ein Zustand der Vertreter der recht, welche in dem Gesetzentwurf eine wefent- rüben frisch wie bisher zollfrei. Getrocknet sollen diese Schnitzel Rechtsunficherheit herbeigeführt. Die Definition des Erscheinungsortes liche Verbesserung ihrer Lage nicht erbliden. Der fliegende mit einem Zoll von 1 M. belegt werden. ist allerdings äußerst schwierig. Der Antrag Albrecht versucht mun eine Gerichtsstand ist ja erst vom Reichsgericht erfunden Hierzu beantragen Graf v. Schwerin( f.), Frhr. v. Wangen Es ist das ein Punkt. in dem dies Gericht sichheim( f.). Gamp( p.), v. Kanit( f.) und v. se ardorff( Mp.) ortes für alle Gejeze gelten, in denen vom Erscheinen einer Zeitung mit dem Rechtsbewußtsein des Bottes in fchweren für Stleie uſw. einen Zou von 1 M., für Delrückstände ufiv. einen die Rede ist, also 3. B. auch für das Breßgefeß. Dann gehört die Widerspruch gefegt hat.( Sehr richtig! links.) solchen von 50 Pf. Definition nicht hinein in einen verhältnismäßig nebenfächlichen Gerade die bestehende Bragis macht es sehr not= Gamp( Rp.) tritt für einen leiezoll ein, der im Interesse des Baragraphen. Soll der Begriff aber nur für die Strafprozeß wendig, überall bestimmte Definitionen hinein- Müllers und vieler Landwirte liege. Ordnung gelten, dann werden dadurch verschiedene Begriffe des Erauseßen. Ich bin mir noch nicht flar, ob ich nicht, wenn unfre Staatssekretär Graf Posadowsky verteidigt die gollfreiheit der fcheinungsortes geschaffen. Auch dieser Teil des Antrags Albrecht ist Anträge nicht angenommen werden. gegen das ganze Gesetz Regierungsvorlage. Die verbündeten Regierungen legen den größten also für uns grundsätzlich unannehmbar. stimmen werde. Vielleicht drei Viertel aller Fälle der Wert darauf, der Landwirtschaft die billige Kleie zu erhalten. Beleidigung durch die Presse beziehen sich auf Privatbeleidigungen. Bu einem Unterschied zwischen periodischer und nicht periodischer Presse liegt nicht der geringste Grund vor. Eine Einheitlichkeit des Gerichtsstandes ist schon mit Rücksicht auf den großen Kreis der Personen geboten, die bei der Verfolgung eines Breßdeliktes in Frage kommen; dieser Streis erstreckt sich über den Molkenbuhr( fortfahrend) erklärt, auch nur über getrocknete Korrektor hinaus bald bis zum Papierfabrikanten.( Heiter gesprochen zu haben. Wenn er jedesmal, so oft er von teit.) Ich bitte Sie dringend, unfre Anträge anzunehmen. Rübenschuizel spreche, sage" getrocknete und gedarrte", werde Abg. Dr. Esche( natt.): Ich kann mich nicht, wie gestern Herr Abg. Spahn( C.): Ich habe nur zu erklären, daß wir uns dem die Debatte nur umötig verlängert.( Große Heiterfeit.) Dr. Rintelen, mit dem Entwurf vollkommen einverstanden erklären. Botum der Mehrheit des Hauses auf Einbeziehung der Jede Teuerung von Futter führt eine Decimierung des Biehstandes Dem Antrag Bech, die nicht periodische Preffe in die Vorlage nichtperiodischen Preffe in das Gesetz anschließen herbei. Will man das Vieh für Deutschland im Lande produzieren, einzubeziehen, fließe ich mich an. Gegen die andren Anträge muß auch ich mich principiell erklären. Bei der allgemeinen Revision der Strafprozeß- Ordnung wird sich ja übrigens Gelegenheit bieten, diefe ganze Frage von Grund aus zu erörtern. Was die Einbeziehung der nichtperiodischen Presse in die VorTage betrifft, so ist das Bedürfnis für diese Einbeziehung bisher nie mals anerkannt worden und auch bei der ersten Lesung nicht nach gewiesen worden. Es ist auch von dem Forum der Konnerität( des Busammenhanges) und des Wohnsiges gesprochen worden. Das hat aber mit dem fliegenden Gerichtsstand nichts zu thun. In vielen Fällen ist das Forum des Wohnortes geradezu eine Wohlthat für den Beleidigten. werden. Klose( C.) spricht sich für einen Kleiezoll aus. Molkenbuhr( Soc.) tritt für Bollfreiheit auch für Rübenschnitzel ein. Borfizender Rettich bittet den Redner, nur über getrocknete Rübenschnitzel zu sprechen, da frische zollfrei seien. dann muß man für billiges Futter sorgen. Rübenschnigel werden Damit schließt die Distuffion. wenig eingeführt. Sie kommen zum größten Teil aus Belgien und Der Antrag Albrecht wird gegen die Stimmen der Socialdemo- werden wohl im Rheinland, two wenig Buckerfabriken sind, ber fraten und Freifinnigen abgelehnt. braucht. An Kleie hat Deutschland im Jahre 1901 7 684 124 Doppel Die centner eingeführt. Sollte diese Kleie in Deutschland produziert| gegen die Direktion, weil auf den Schiffen der Gesellschaft noch als er bei einer Firma wieder einmal Offerte machte, ließ man ihn werden, werde man wohl für das Mehl keinen Absatz haben. Wenn immer holländische Matrosen und Kapitäne beschäftigt werden. verhaften. Auf der Wache legte er sich einen fremden Namen bei man behauptet, daß Deutschland genug Vieh produzierern kann, muß Eins aber hatte ganz besonders ihren Unwillen erregt, man denke, und bestärkte den Verdacht. Später ließ er sich zu einem Geständnis man nachweisen, daß die Viehzüchter Geld genug haben, um die die holländischen Matrosen wollen am Sonntag herbei und gab an, daß er das Thorium von Pilz erhalten und in verteuerten Futtermittel bezahlen zu können. nicht fischen und halten streng auf die Sonntagsruhe. dessen Namen verkauft habe. Auch Pilz wurde in Haft_ge= Graf Schwerin- Loewig( foni.): Futtermittel sei ein Halb- Das war denn auch das Geheimnis des national bewegten nommen. Dieser bezeichnete die Bezichtigung Fränkels als eine Lüge, fabrikat, aus dem das Ganz fabrikat(!) Vieh hergestellt werde. Empfindens, es muß auch Sonntags im Dienste des christlichen, der letztere habe selbst die Ware beschafft und vertrieben. Deshalb müsse auch Kleie in richtigen Verhältnis zum Rohstoff deutsch- nationalen Kapitalismus gefrondet werden, damit die Kriminalpolizei wie der Untersuchungsrichter waren der Ueberund Ganzfabrikat mit Schutzzoll belegt werden. Die Social Heiligkeit des Profits nicht angetastet wird. Sind die deutschen zeugung, daß das Thorium nur durch Diebstahl in den Besitz der demokraten sollten sich doch nicht zum Vormund der heimischen Arbeiter billiger und gefügiger als der Ausländer, dann wächst die Angeklagten gelangt sein konnte. Die umfassendsten Ermittelungen Landwirtschaft machen, sondern es den berufenen Vertretern" über- nationale Begeisterung des Kapitalisten ins unermeßliche, mit der wurden angestellt, aber es fonnte nicht einmal ein Bestohlener, Lassen, das Interesse der heimischen Landwirtschaft wahrzunehmen. höheren Anforderung erkalten die Gefühle. Dann halten es die geschweige denn ein Dieb ausfindig gemacht werden. Die Herold( C.): Die Meinung der Landwirtschaft über den Kleie- Grubenbarone, im Gegensatz zu ihren Gesinnungsfreunden aus der Hamburger Firma erklärte, daß ihr nichts von ihren Bezoll sei nicht so einhellig, wie Graf Schwerin es dargestellt hat. Schiffahrt, wieder mit den Ausländern und schlagen die nationale ständen abhanden gekommen sei uud ebenfalls versicherten Nach seiner Meinung liege 3ollfreiheit für Kleie und andre Futter- Begeisterung in den Wind. alle ihre Kommanditisten, daß ein Diebstahl bei ihnen mittel im Gesamtinteresse der Landwirtschaft. Vom Kleiezoll habe niemand Nugen, der deutsche Landwirt aber großen Schaden. Hierauf wird ein Schlußantrag v. Kardorff ange Die Sätze der Regierungsvorlage werden angenommen. Position 196 sett für gewöhnliches Backwerk( ohne Zusatz bon Fiern, Fett, Gewürzen, Buder oder dergl.) einen Zollfag von 12 M. fest( bisher 10,50 M.). Fischer- Sachsen( Soc.) plädiert für Zollfreiheit. nomme 11. b. Kardorff( Rp.) erzählt, im Kriegsministerium werde eine Erfindung geprobt, durch die das Kommißbrot monatelang frisch er halten werden soll. Bewähre sich diese Erfindung, dann drohe uns eine Ueberschwemmung mit fremdem Brote. des Mittelstandes. Herold( C.) beantragt, den Zoll auf 16 M. zu erhöhen. Bindewald( Antis.) erklärt sich für diesen Antrag im Intereſſe Stadthagen( Soc.): Außer im Grenzverkehr komme die Einfuhr gewöhnlichen Backwerks gar nicht in Betracht. Der Mittelstand be dürfe doch gerade des gewöhnlichen Backwerks; er werde also durch höhere Zölle nicht geschützt, sondern gestraft. Gothein( frs. Vg.) beantragt, den Zoll von 12 auf 13,55 M. zu erhöhen. Die Relation zwischen Mehl und Brot bedinge einen solchen Zollsatz. Hierauf wird mit 12 gegen 11 Stimmen ein Schlußantrag anGothein zieht seinen Antrag zurüd. genommen. 11 Ein neuer Riefentrust ist nach den Meldungen des Central Baunuvollintereffenten der Südstaaten im Begriff, sich zu foalieren. News New York in der Bildung begriffen. Danach sind die großen Das vereinigte Kapital foll 240 Millionen betragen. er Die Wiener Stadtanleihe, in Höhe von 242 250 000 m., ist den ganzen Verhältnissen nach nicht möglich sei. Im gleich nach Eröffnung der Substription start überzeichnet, so daß in gestrigen Termine blieben beide Angeklagten bei ihren gegenseitigen Berlin und Wien die Subskription gleich nach der Eröffnung ge- Bezichtigungen, eine Aufklärung darüber, woher das Thorium beschlossen wurde. Es wiederholten sich mithin die bekannten Bor- 30gen war, fonnte auch durch die Beweisaufnahme nicht erzielt gänge, daß zum Teil aus Spekulation, andrerseits bei der Geldfülle werden. Es kam noch hinzu, daß der Angeklagte Fränkel, der einen und der Unlust, in Industriepapieren Werte anzulegen, der Markt fast stumpfsinnigen Eindruck machte, bei Beginn der Verfestverzinslicher Anleihen überflutet wird. Uebrigens war Uebrigens war es handlung von Krämpfen befallen wurde. Es wurde festauffallend, daß der Prospett zur Anleihe nicht die Untergestellt, daß er seit seinem zwölften Jahre Epileptiler schrift des Herrn Lueger, des ersten Bürgermeisters in war, und Gerichtsarzt Dr. Puppe begutachtete, daß Fränkel Wien, enthielt, sondern die des Herrn Strobach, sondern die des Herrn Strobach, des für seine Handlungen nicht verantwortlich gemacht werden. zweiten Bürgermeisters. War den deutschen Kapitalisten die Unter- fönne. Der Staatsanwalt mußte daher die Freisprechung schrift des Antisemitenhäuptlings für die Propaganda bedenklich? Fränkels anheimstellen. Den Angeklagten Bilz halte dagegen für überführt. Gestohlen sei das Thorium, das halte er Fränkel bedient, um es abzusetzen. Gegen Bilg beantrage er unter für sicher und es sei anzunehmen, daß Pilz sich des schwachsinnigen Ausschluß von mildernden Umständen eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Leonh. Friedmann, wies darauf hin, daß Pilz aus rechtlichen Gründen gar nicht verurteilt werden könne. Es sei keineswegs dargethan, daß überhaupt ein Diebstahl stattgefunden habe und schon aus diesem Auf allerlei Hindernisse stieß eine Verhandlung, welche geſtern Grunde sei es nicht möglich, den Angeklagten wegen Hehlerei zu vor dem Schöffengericht stattfinden sollte. Der praktische Arzt verurteilen. Es gäbe doch auch noch andre Möglichkeiten, wie Bilg Dr. med. G. Merzbach sollte sich in einer Privat- Beleidigungs- in den Besitz des Thoriums gelangt sei. Vielleicht habe ein kleiner tlage verantworten, die von drei„ Naturheilkundigen", den Herren Glühstrumpf- Fabrikant sein Geschäft aufgegeben oder Konkurs anLaabs, Mistolsky und Böttger, gegen ihn angestrengt melden wollen und habe nun noch vorher seinen Vorrat an Thorium worden war. Am 16. Dezember vorigen Jahres erschien in dem hinter dem Rücken seiner Gläubiger versilbert. Vielleicht habe Bilz Kleinen Journal für hygiene", einer Beilage des fich der Beihilfe zur Hehlerei schuldig gemacht, aber über diesen Kleinen Journals", ein Artikel unter der Spigmarke: Hinter Fragen schwebe ein Dunkel und es geht doch nicht an, ihn wegen der Bühne des Kurpfuschertums", dessen Verfasser der einer Strafthat zu verurteilen, die vielleicht gar nicht begangen sei. Privatbeklagte ist. Die Laienpraktiker und besonders der namhaft Der Gerichtshof schloß sich diesen Ausführungen an und sprach gemachte Privatkläger Laabs, wurden in dem Artikel arg mitgenommen, beide Angeklagten frei. es wurde ihnen Unkenntnis, Unverschämtheit, schnödeste Geldgier und Gewissenlosigkeit vorgeworfen. Auf Grund dieser Ausdrücke stellten " Gerichts- Beitung. Dr. Störmer Aus In der Abstimmung wird der Antrag Herold angenommen. Die Verhandlung wendet sich nunmehr den Anmerkungen betreffend den Grenzverkehr zu den Positionen 102( Rind vieh), 160, 162, 163( ihlen fabrikate und 196 Badwert zu. Danach sollen Bewohner des Grenzbezirks während der ersten sechs Jahre der Geltung dieses Tarifs nach näherer Bestimmung des Bundesrats Zugochsen im Alter von 21/2 bis 5 Jahren zum Zollsaz von 30 M. für das Stück einführen dürfen, sofern sie zum die drei vorgenannten Herren Strafantrag wegen Beleidigung. Zumad Eingegangene Druckschriften. eignen Wirtschaftsbetriebe nachweislich notwendig sind. Der Bundes- Termin, in welchem vom Beklagten der Wahrheitsbeweis angetreten Von der Hütte, Zeitschrift für das Volk und seine Jugend( Dresden, rat foll ferner befugt sein, für bestimmte Grenzstrecken im Falle werden sollte, waren der Vorfiyende der Abteilung der„ Anti- Verlag 5. Wallfisch) ist soeben das dritte Heft( Maiheft) erschienen. eines örtlichen Bedürfnisses die zollfreie Einfuhr von Müllerei- Kurpfuscher Kommission", Professor Coßmann, Ge- dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Der Zukunft Krone. Gedicht erzeugnissen( mit Ausnahme von Reisgries und von gewalztem Reis) richtsphyfitus und die praktischen Aerzte von Clara Müller. Maienfieg. Von K. E. Der Sieg des Schwachen. und von gewöhnlichem Backwerk in Mengen von nicht mehr als drei Dr. Gotthein und Dr. Richter geladen. Die Privatkläger Erzählung von Melchior Meyr.( Fortsetzung.) Lied der Armen. Gedicht Der Boerenkrieg. Ein Ueberblid. Vou Rudolf Krafft. Kilogramm nicht mit der Post eingehend, für Bewohner des Grenz- vertrat Rechtsanwalt Senger. Vor Eintritt in die Ver- von Karl Hendell. Das neue Evangelium. Handlung bat Rechtsanwalt Dr. Schwindt, als Verteidiger bezirts nachzulassen. Von Julian Borchardt.( Fortsetzung.) Aus dem Haushalte des Kududs. Von des Privatbeklagten, den Vorsitzenden, festzustellen, ob einer Spruch. Von Ludwig Uhland. Dr. E. Rey. Das Glück von Edenhall. Gedicht von Ludwig Uhland. der Schöffen sich bereits von einem Naturheilkundigen Constantin Meunier. Von Karl Meißner. Das Maifest der Arbeiter. habe behandeln lassen. Der Vorsitzende zog sich mit den Von Dr. A. Südekum. Trofast. Novellette von Alerander 2. Kielland. Schöffen ins Beratungszimmer zurück. Er erklärte dann, daß Fortsetzung.) Politik. Notizen. Kunstbeilage: Der Laftträger von beide Schöffen sich von Naturheilkundigen beMeunier. handeln zu laffen pflegten. Dies gab dem Verteidiger Die„ Socialistischen Monatshefte"( Administration: Berlin W., Veranlassung, beide Schöffen wegen Befürchtung der Befangen Lügowfir." 85A) haben soeben das Maiheft ihres VIII. Jahrbeit abzulehnen. Der Vertreter der Kläger stellte darauf den gangs erscheinen laffen. Aus dem Inhalt desselben heben wir hervor: Adolf von Antrag, auch die beiden Gutachter Professor Dr. Coßmann und Jean Jaurès: Republik und Socialismus. Paul Kampffmeyer: Sifto: Dr. Störmer wegen Befürchtung der Befangenheit abzulehnen. Staatspflicht und Kampforganisation. Unter diesen Umständen konnte es zu einer Verhandlung nicht risches und Theoretisches zur socialdemokratischen Revisionsbewegung. Mar Schipper: Aus dem Nachlaß von Marg und Engels. kommen, der Termin mußte vertagt werden. Eduard Bernstein: Polemisches über Bolemit. Dr. Eduard welche gestern vor der 9. Strafkammer des Landgerichts I stattfand. Einen unerwarteten Ausgang nahm eine Berhandlung, David: Die neuere Entwicklung des Agrarproblems innerhalb der Gertrud Kühl: Ein Buch vom Leide. Der gewerbs- und gewohnheitsmäßigen Hehlerei beschuldigt, be- Heinrich Kauffmann; Die Großeinkaufs Gesellschaft deutscher fanden sich der Kaufmann Max Pilz und der Reisende Sieg zur Rettung des Kleingewerbes in Deftreich. Konsumvereine im Jahre 1901. Sigmund Kaff: Ein neuer Versuch Rundschau: Politit; fried Fränkel auf der Anklagebaut. Die Firma S thameru. Co. von Richard Calwer. Wirtschaft; von Mar Schippel. in Hamburg stellt einen chemischen Stoff her, der Thorium" be- Socialistische Bewegung; von Dr. L. Gumplowicz. nannt wird, und als wesentlichen Bestandteil bei Herstellung von Gewerkschaftsbewegung; von Heinrich Bürger. Glühstrümpfen Verwendung findet. Das Kilo dieses Produkts wird nossenschaftsbewegung; von Gertrud David. mit 24-26 M. bezahlt. Im vorigen Herbst bot der Angeklagte Fränkel Kommunalpolitik; von Dr. Hugo Lindemann( C. Hugo). Notizen; von Eugen Losinsky. verschiedenen hiesigen Firmen Posten von Thorium in Originalpackung Bücher; von Ernst Bystrow. Zu die Fabrik. Fränkel soll für annähernd 2000 m. abgesezt haben, Beitungs- Katalog Nr. 7138), ferner direkt bei der Expedition der der Hamburger Fabrik an und zwar zu einem billigeren Preise, wie der Preis des Heftes beträgt 50 Pf., pro Quartal 1,50 M. beziehen durch alle Buchhandlungen, Colporteure und Bostanstalten( Postwobei er stets behauptete, er sei nur der Vertreter eines andren, den„ Socialistischen Monatshefte", Berlin W. 35, Lüßowftr. 85 A.( Busendungen er nicht nennen dürfe. Schließlich tam sein Treiben verdächtig vor; unter Kreuzband oder in geschlossenem Couvert.). Fischer Sachsen( Soc.): Gegen die Grenzbewohner ist man oft mit fast chikanösen Vorschriften vorgegangen und hat den Grenz bewohnern die Vergünstigung entzogen. Man schreibt oft vor, daß Grenzbewohner, die wenige Minuten vom Bäcker oder Fleischer des Auslandes entfernt wohnen, dürfen nicht auf geradem Weg nach ihrer Wohnung gehen, sondern müssen oft stundenweite Umivege machen, um auf der sogenannten Zollstraße die Grenze zu überschreiten. An der Grenze haben die Bewohner unter mancherlei Schwierigkeiten zu Leiden, die in den Zöllen begründet find. Für diese Schädigungen muß man ihnen einige Erleichterungen geben. Die Orte an der böhmischen Grenze werden oft von der Grenze durchzogen und hindern den Verkehr und erschweren die Erwerbsverhältnisse. Je mehr man den erlaubten Grenzverkehr erschwert, desto mehr fördert man den Schmuggel. Auch die Gemeinden werden durch die Erschwerung des Grenzverkehrs geschädigt. Viele Leute verdienen nicht so viel, die teuren Lebensmittel in Deutschland bezahlen zu können. Um sich den Zollplacereien zu entziehen, ziehen sie über die Grenze, wodurch die Grenzorte Steuerzahler verlieren. Die Weiterberatung wird auf Mittwoch 9 Uhr vertagt. Aus Industrie und Handel. Generalversammlung der Geestemünder Herings- und Nationale Pflicht und nationales Bewußtsein spielten in der Hochfeefischerei Aft.- Ges. eine wichtige Rolle. Die braven Patrioten waren entrüstet und schleuderten die schwersten Vorwürfe Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Marie Fleschner, geb. Miesner, am 28. April an der Proletarierkrantheit sanft entschlafen ist. 23296 Die Beerdigung findet am 1. Mai nachmittags 4 Uhr vom Urban aus nach dem Neuen Jakobi- Kirchhof statt. Der trauernde Gatte Otto Fleschner. Todes: Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Vater und Großvater, der Buzer Theodor Adam nach schweren Leiden sanft entschlafen ift. Dies zeigen tiefbetrübt an die Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Freitag, den 2. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane: Kirchhofes, Nieder- Schönhausen, aus statt. Deutscher 23406 Nachruf. Am 28. April verstars unser werter Chef, Herr Heinrich Lewy, Inhaber der Lederwarenfabrik Heinrich Lewy, Ritterstraße 45. von Ein dauerndes Andenken be[ 23496] wahren ihm seine Arbeiter u. Arbeiterinnen. em Handels- u. Transportarbeiter Verband, sowie allen Kollegen und Teilnehmerit an der Beerdigung meines lieben Mannes und unsers guten Vaters, sagen wir hiermit den herzlichsten Dank. Witwe Fernftädt nebst Kindern. Danksagung. 40382 Für die beim Begräbnis meines lieben Mannes und Vaters, des fundete Teilnahme sagen wir unsern Den Mitgliedern zur Nachricht, daß herzlichsten Dant. ber Kollege, Stodarbeiter Holzarbeiter Verband. Schriftfegers Carl Heintze be Paul Fresdorf am 25. April verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mitt: woch, den 30. April, nachmittags um 5 Uhr, auf den neuen JakobiKirchhofe statt. Um rege Beteiligung ersucht 82/16 Die Ortsverwaltung. 23286 Achtung! Reinickendorf- Osten. Achtung! Donnerstag, den 1. Mai, abends 8 Uhr: Socialdemokratie. Maifeier arrangiert von den Genoffen in und Im: Ge: Sociale Volksversammlung Pankow Nieder- Schönhausen für Männer und Frauen im Lokal von Emil Kirsch( fr. Böttchers Seepart), Martstr. 1/3. Tagesordnung: 1. Die Bedeutung des 1. Mai. 2. Distuffion. 3. Verschiedenes. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 222/1 Achtung! Den Genoffen zur Nachricht, daß die Maifeier im Lokat von Max Rudolf( Borussia- Part, Provinzstraße), von der Polizeibehörde ver: boten ist. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Der Einberufer. Adlershof und Umgegend. Donnerstag, den 1. Mai, vorm. 9½ 1hr, bei Herrn Scheer ( Wilhelmsgarten) in Köpenick, Rudowerstr. 1: Versammlung sämtlich. Gewerkschaften. Tages Ordnung: Anna Heintze, geb. Bergmann, 1. Die Bedeutung des 1. Mai. Referent Paul Litfin. und Sohn. 2. Diskussion. Erklärung. Ich nehme die gegen den Herrn Malermeister Franz Schmidt, Hagenauerstraße 14, erhobenen Beleidigungen unter dem Ausdruce des Bedauerns 222/7 Die Kollegen aller Brauchen werden ersucht, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen und in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Gewerkschaftskommiffion. Klingenberg, Kaiser Friedrichstr. in den Lokalen Thiele, Bismarckstraße 44. Gesangs: Recitationen. Grosses Garten- Konzert, Aufführungen der Arbeiter- Gesangvereine Freie Liedertafel und Zukunft. In beiben Lokalen: Grosser Ball. Gintritt 20 Pf. Herren, welche am Tanz teilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Die Kaffeeküche steht den geehrten Damen von 3 Uhr an zur Ver: Das Komitee. fügung. 222/10 Anfang 4 Uhr. Centralverband der Handlungsgehilfen u.- Gehilfinnen Deutschlands Bezirk Berlin. Mittwoch, den 30. April, abends 29 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Verlammlung. Tages Ordnung: Die Stellenlosigkeit im Handelsgewerbe. Referent: J. Kaliski. Nach dem Vortrage Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen bittet 288/3 Der Bevollmächtigte. W. Friedländer, Elsafferstr. 15. Schichte wat in doentes, Verein polnischer Socialisten. Pferdebucht', Restaurant b. Köpenick. Frau Charlotte Glement, geb. früher Marienftr. 3.[ 40322* Deutscher Holzarbeiter Verband. Freitag, den 2. Mai, abends 81/2 Uhr, bei Keller, Koppenstraße 29: Vertrauensmänner- Versammlung fämtlicher Bezirke und Branchen. Bericht über die Maifeier und den Innungsnachweis. männerfarte nebst Buch legitimiert. Vertrauens 82/17 Die Ortsverwaltung. Jede Werkstatt muß vertreten sein. bersammeln sich am 1. Mai morgens Mai- Feier Empfehle mein allbekanntes, in herrlichem Lanbwalde gelegenes Lokal den geehrten Gesellschaften und Vereinen zu Ausflügen und Landpartien. Sommerwohnungen mit und ohne Pension. Großartige Promenaden. 100 Morgen Spielpläge. 5000 Sigpläge. Ausspannung für 80 Pferde. Gute und berühmte Küche. Es ladet zum Besuch freundlichst ein 288/15 40362* Wilhelm Brüsewitz, Besizer. Treptow bei Hohlwein, Röpnider Landstr. 27. abends 8 Uhr. Versammlung Referent: Genoffe Berfas. Treffpunkt morgens 8 Uhr bei Merkowski, Andreasstr. 26. Dentscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin.- Bureau: Engel- lifer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, Nr. 353. Montag, den 5. Mai, abends 8 Uhr, in den Germania- Festfälen, Chauffeestraße 103: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Kaffenbericht und Bericht der Revisoren. 2. Wahl eines Delegierten zum Gewerkschaftskongreß. 3. An die Ver: Zu dieser Versammlung werden teine Laufzettel verschickt. 114/10 Zahlreichen Besuch erwartet. Die Korbmacher 8 1hr Ritterstr. 123 bet tramm. waltung gelangte Anträge. Die Stellmacher versammeln sich am 1. Mai, morgens 8 Uhr bei Bauer, Rosenthalerstr. 57. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Ortsverwaltung. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 30. April. Opernhaus. Die Walküre. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Das große Licht. Anfang 7 Uhr. = Neues Opern Theater( Kroll). Geschlossen. Schiller. Die Romantischen. Heren: fang. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Es lebe das Leben. Anfang 7/2 Uhr. Berliner. Alt- Heidelberg. Anfang 7 Uhr. Leffing. Flachsmann als Erzieher. Anfang 7 11hr.* Westen. Der Wundersteg. Anfang 712 11hr. Nesidenz. Einquartierung. Anfang 7½ 11hr. Renes. Gastspiel des Pariser Ensembles vom Théatre du Palais Royal. M'amour. An fang 7 1hr. Central. Das süße Mädel. Anfang 71 Uhr. Thalia. Seine Kleine. 71 Uhr. Anfang Belle Alliance. Die Dame aus Urania. Belle- Alliance- Theater. Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Die deutsche Ostseeküste. CASTANS Panoptikum Friedrich- Strasse 165, Das Bärenweib! aus den Cordilleren Mexikos, einzig in der Welt dastehendes Naturspiel. Central- Theater. Heute 72 Uhr: Trouville. Hierauf: Er. Anfang Das füße Mädel. 71 Uhr. Luisen. Gebrüder Bod. Anfang 7 Uhr. Carl Weiß. Jungfernftift. An fang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Epidemisch. Anfang 72 Uhr. Operette in 3 Atten von Landsberg und Stein. Musik von Reinhardt. Sonntag, 4. Mai, nachmittags 3 Uhr, halbe Preise, erste Besez.: Boccaccio. Abends 71/2 Uhr: Das süße Mädel. Secessionsbühne. Detlev Bitten Thalia- Theater. Lilien: crons Buntes Bretfl. Anfang 8 Uhr. E. v. Wolzogens Buntes Theater ( Ueberbrettl). Anfang 8 Uhr. Schall und Rauch. Sereniffimus: Zwischenspiele. StrindbergCyklus. Anfang 81/2 Uhr. Orphens. Specialitäten Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Charivari. Täglich Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Metropol. Unfre Don Juans. Anfang 8 Uhr. Apollo. Lysistrata. SpecialitätenBorstellung. Anfang 8 Uhr. Specialitäten Borstellung. Eine Nacht im Ballhaus. An fang 8 Uhr. Palast. Casino Theater. Berlin auf Stelzen. Dresdenerstraße 72/73. Anfang 72 Uhr. Abschieds- Vorstellung und Benefiz für Guido Thielscher. Seine Kleine. Donnerstag: Gastspiel der Schlierseer. Der Herrgottschnitzer von Ammergau. Anfang 8 Uhr. Der Sommer Garten ist in oberbayrischer Art dekoriert. 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( Ohne Gewähr.) 46 102 291 363 91 415 39 55 73 77 547 78 1082 125[ 1000] 297 446 557 698 700 871 2040 104 33 66 352 533 808 88 3054 626 714 4244 82 463 800 5122 214 308 406 528 799 900 6276 321 576 736.[ 500] 83 911 16 33 82 7018 164 93 430 44 70 690 838 92 983 86 8016 105 70 227 422 59 74[ 500] 532 92 718 94 9170 456 574( 1000] 695 847 994 10041 56 92 251 83 342 98 457 92 781 842 69 964 11142 217 326 457 509 84 89 888[ 1000] 89 12244 54 94 434 66 511 656 96 937 44 67 13028[ 1000] 34 155 64[ 500] 86 297 307 31 81 97 449 539 55 698 713 82 875 936 53 14073 235 82 447 506 32 54 79 723 810 907[ 1000] 42 15014 47 125 27 78 368 725 812 53( 500] 97 16003 99 220 44 49 90 507 42 79[ 500) 623 80 98 782 894 17063 99 183 254 67 92 577 676 713 62 844 18020 149 86 215 31 376 407 39 567 705 19002 112 20110 27 51 53 501 3 687 718 21044 55 225 90 365 730 989 22001 436 64 552 700 23[ 500] 836 935 64 23078 99 193 233[ 3000) 67 420 522[ 500] 99 775 90 985 24050 174 301 476 821 999 25171 541 44 689 780 883 940 69 26018 74 138 224 78 324 87 562 684 741 815 91 935 66 27565 800 97 28071 84 93 213 330 35 417 666 86 88 953 29022 41 144 233 457 617 59 794 925 62 30026 177 84 368 406[ 500] 735 67 73 878 926 31273 98 455 70 76 574 653 59 744 826 85 906 84 32025 64 69 223 439 567 810 76 901 43 70 33089 137 239 424 512 55 693 950 34038 176 11000] 356 84 759 922 62 35012 29 154[ 1000] 611 859 998 36243 55 320 59 576 614 822 943 89 37274 325( 500) 33 [ 3000] 471 638 764 976 38035 98 417 534 678 736 804 52 39215 57 66[ 3000] 69 433 563 635 51[ 500] 71 88 926 75 749 542 627 819 981 41 40380 83 443 542 627 819 981 41072 92 110 27 707 8 81 931 78( 1000) 42030 141[ 500] 726[ 3000] 98 871 922 62 43196 347[ 1000] 410 66 987 44182 300 14 63 545 726 914 75 45039 65 82 240[ 500] 479 570[ 1000] 649 66 96 46008 37 45 83 276 303 69 586 623 820 51 994 47279 529 738 895 48070 206[ 3000] 22 27 525 1500] 38 53 638 43 54 778 836 74 49016 ( 500] 361 92 520 628 39 50031 32 49 79 451( 1000) 525 659 756 51007 31 329[ 3000] 596[ 500] 743 816 52117 27 296 545 46 770 826 914 79 82 53022 56 136 39 75 213 312 25 430 529 59 625 64 731 57 854 69 85 1500] 54058 70 245 386 602 778 896 55102 13 262 74 371 73 486 523 91 [ 3000] 672 56119 212 569 693 94 758 81 879[ 500] 980 94 57151 93 214 87 400[ 10001 719 881 913 68 58023 48 165 204[ 500] 55 342 560 748 924 59072 152 347 549 661 64 96 903 60226 42 63 416 619 37 49 811 61051 99[ 500] 159 94 268 328 87 405 24 565 77[ 3000] 865 977 62186 359 434 517 657 63326 27 423 560 98 774 841( 500) 951 64079 94[ 500] 314 15 496[ 500] 635 85 88 94 740 91 856 87 955 65137 76 91 330 56 490 518 66 887 66011 59 66 87 182[ 5001 270 433, 540 45 678 67242 317 402 83 509 18 699 728[ 1000] 54 912 60 68024 149 324 465 511 62 67 80 83 756[ 10 000] 65[ 3000] 901 91 69046 173 257 1500) 443 91 606 85 941del of 70058 102 663 806[ 3000] 71101 78 348 88 429 509 621 89 758 868 72079 297 387 400 5 568 98 982 73086 156 85 308 49 467 94 513 668 745 49 834 930 74030 93 180 383 84 93 432 75 525 602 773 968 75207 71 302 548 614 71 812 61 83 76022 224 340 467 92 509 784 77077 303 500 9 600 771 87 78053 192 265 491 602 35 946 57 79232 470 516 26 81 619 773 80017 188 97 578 659 770[ 500] 804 97 910 81014 66 101 20 61 93 251 314 25 98 421 95[ 5001 98 618 771 831 [ 500] 977[ 500] 99 82058 151 274 429 88 999 83061 66 159 238 410 539 51 623 802 84048 138 240 735 857 977 83 85102 394 777 807 11 45 86093 355 63 70 554 641 63 97[ 500] 846 87076 291 436 548 82 682 813 90 99 964 65 88129 71[ 3000] 221[ 3000] 55 330 422 501 49 705 49 58 828[ 500] 901 26 53[ 500] 84 89212 48 74 312 1500] 60[ 500] 488 944 94 1665 93 784( 3000) 90168 229 75 79 94 387 94 569[ 500] 665 98 784[ 3000] 806 14 961 91221 303[ 1000] 492 502 988 92141 [ 500] 78 385 473 542 614 723 89 955 93045 337 688 995 94081 209 348 465 578 747 93 907 13 27[ 500] 74 80 95044 713 56 854 904 61 96026 386 405 502 11 35 39 59 72 670 91 788 97032 242 1500] 355 590 838 960 86 98180 89 245[ 500] 329 712[ 500] 868 90 904 29 99160 81 576 83 774 988 Indi 100052[ 1000] 76[ 500] 212 43 73 407 46 621 56 60 903 67 87 101092 95 663 1500] 714 58[ 3000] 804 98[ 500] 926[ 3000] 97 102013 34 487 536 41 609 103352[ 1000) 80 411 47 668 888 104077 837 70 142 91 291 374 408 34[ 500] 36[ 1000] 66 528 39 897 105088 150 71 343 459 698 776 962 106146 339 637 900 8 65 96 107120 276 344 56 83 436 573 684 770 93 926 76 95[ 500] 108190 351 461 109237 375 90 573 611 809 11 63 96 981[ 3000] 110280 350[ 500] 58 60 66 471 508 36 51 633 111266 382 433 61 65 587 601 60 986 112092[ 500] Jedes Wort: Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. * Verkäufe. 01 Pflugstraße 17. Specialarzt für 17/ 13* Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. 127[ 500] 94 252 331 407 49 581 656 73 113275 91 342 81 428 99 657 114010 150 804 78 936 115178 218 55 306 18 90 456 529 77 668 803 58 80 116115 372 91 469 526[ 500] 870 117167 489[ 1000] 520 48 926 118075[ 500] 107 27 247 332 58 401 17 93 540 74 720 903 119314 564 763 98 120012 125 50 85 200 47 545 631 95 738 895 969 121041 88 138[ 3000] 253 69 344 403 530 41 621 26 122027 308 64 595 726 80 808 943 123022 57 331 96 553 689 700[ 3000] 822 46 53 944 49 50 97 124053[ 1000] 591[ 500] 680[ 500] 857 125043 598 717 21 126006 113 251 305 492 523 852 350 127266 769[ 3000] 79 903 46 90[ 500] 128005 7 114 16 318 26 428[ 1000] 96[ 500] 523 631 129023 92 398 415 788 817 943 130245 314 88 626 34 833 96 993 131013 48 143 379 96 446 51 570 624 43[ 1000] 49 769 98 811 16 53 922 132233 371 482[ 3000] 624 701 87[ 500] 871 133015 17 355 400 86 861 911 96 134001 [ 1000) 29 56 136 58 99 331 406 502 33 68 744[ 500] 78 943 135006 11 211[ 1000] 87 91 323 408 18 539 700[ 500] 136225 438 569 655 728 868 970 137081 464 138069 205[ 3000] 396 538 707 857[ 3000) 139008 127 229 319 680 802 29 140142[ 500] 356 672 819 45 73 938 141143 64 383 434 574 686 90 142013( 500] 29 91 199 499 585 701 865 956 143051 192 397 405 562 80 603 11 919 43 144066 85 216 20 481 762 921 145152 [ 1000] 337 406 522 59 81 624 753 986 146013 517 64 617 69 886 147397 610 708 148112 43 74 475 532 73 663 718 839 75 97 149082 273 454[ 500] 60 79 539 605 867[ 1000] 957 150072 144 684 846[ 30001 151144 362 81 404 504 46 640 81 88 769 848[ 3000] 74 914 152046 130 232 80 349 56 496 712 83 844 153044 133 340 832 154287 842 82 155118 33 401 539 879 958 156118 213 304 80 616 818[ 1000] 32 987 157013 31 79 186 348 405[ 1000] 10 16 551 158037 114 215 18 44 315 57 99 650 83 917 94 159071 124 27 41 273 344[ 500] 160051 102 67 264 337 78 485 571 634 762 808 25 89 95 485 546 708[ 500] 934 87 485 571 634 762 34 940 161168 204 48 57 336 477 760[ 1000] 162022 63 560 665 78 163068 350 448 688 791 801 51 78 ( 1000] 985 164083 140 68 202 357 405 40 578 661 94 793 839 989 165033 123 91 219 512 29 643 78[ 500] 82 873 902 85 166173 224 382[ 500] 406 20 57( 3000) 552 88 707 17 63 850 945[ 30 000] 167132 307 50 56[ 5000) 522 836 940 43 168353 439 61 617[ 3000] 169223 577 718 33 829 911 14 24 170136[ 1000] 38 390 454[ 500] 72 606 717 88 911 171514 675 80 850 172160 69 449 84 517 65 72 604 841 930 74 173070 304 5 53 55[ 500] 469 551 649 768 867 174312 13 534 674 98 750 84 175101[ 5001 268 396 456 595 600 24 34 742 88 899 956 176094 239 88 396 466 538 633 66 76 714 844 177098 99 180 85[ 1000) 318 84 98 514 87[ 500] 802 921 178003 94[ 3000] 306 67 484 517 822 52 939 69 179065 133 76 436 43 528 659 798 809 90 987 180038 89 115 321 447 621 48 756 59 80 868 181187 272[ 500] 352 585 95 182204 81 463 86 562 676[ 500] 90 745 72 830 43 65 80 97 183296 364[ 5001 488 567 777 899 972 184168[ 500] 319 47 78 681 835 942 47 185126 236 99 320 503 16 859[ 500] 186075 468 907 [ 500] 95 187020 44 135 425 91 715 53 58 888 945 188005 34 78 211 395 513 603 6 98 748 50 971 189053 87 435[ 1000] 58[ 500] 78 502 21 42[ 1000] 762 985 190127 200 404 8 39 565 777 800 191042 74 [ 500] 104 35 267 357 583 705 32 52 192092 213 334 553 761.92 950 51 193113 241 47 340 412 575 644 795 806 38 194488 535 776 848 918 195016 27 152 361 709 957 196044 53 208 13 396 98 509 606 96 755 881 197079 108 486 944 84[ 500] 198168 318 53 556 682 896 932 199029 112 58 75 285 559 634 715 965 200088 168 261 89 303 401 604 730 933 44 54 201099[ 500] 126 282 456 519 611 30 94 202089 122 [ 3000] 237 345 93[ 15 000] 511 811 96 203003 66 446 559 789 876 204166[ 3000] 233 423 551 68 628 861 955 205089[ 500] 144 80 342 439 643 92 206253 580 81 664 767 207117 370 539 45 88 665 759 873 917 57 208286 567 698 702 826 58 967 209039 170 278 358 627 738 529 697 812 30 921 30 210001 168 272 529 697 812 30 921 30 94 211007 [ 1000] 13 116 22 58 276 480 590 98 751 98 928 212095 105 27 286 429 34 522 34 689 705 13 17 879 213014 542 96 729 974 214070 429 63 788 853 926 86 215235 316 412 597[ 1000] 655 93 794 96 216063 89 150[ 1000] 75 219 29 70 414 72 544 731 41 861 66 68 99 946 217003 [ 10 000] 11 36 129 42 203 365[ 50001 72[ 30001 529 48 614 17 96 710 22 882 218050 69 116 255 323 44 [ 1000] 56 429 37 649 736 861 989 219123 253 318 52 478 513 778 80 220269 78[ 3000] 83 368 418 35 857 221031 65 [ 3000] 83_3 104 62 312 59 495 509 835 52 68 941 54 222003 559 80 612 54 922 223013 39 272 364 79 528 74[ 500] 689 701 97 843 928 224301 11 15 851 Im Gewinnrabe verblieben: 2 Gewinne 8 75 000 ., f., 14 g I au 50 000 f., 2 gu 80 000 t, 3 zu 15 000 10 000 9, 15 zu 5000 W, 293 qu 3000 t, 396 au 1000 Mr., 802 zu 500 RE $ 119 ed btn Bellealliancestrasse 74 a, Ecke Bergmannstraße. empfiehlt Freunden und Bekannten fein Restaurant in der Nähe des Be zirkskommandos. 38752* Zähne M. 2 au beliebige Teilzahlung. Am 1. Mai bleibt mein Geschäft wie bisher geschlossen. [* Olga Jacobson, Invalidenstr. 145. Wilh. Pahr, 2440339* Arbeitsanzüge, Brunnenstr. 113. 15. Ziehung 4. Klaffe 206. Kgl. Preuß. Botterie. 1 114063 247 311 415 48 55 60 515 55 621 795 852 71 Siehung vom 29. April 1902, nachmittags. Nur die Gewinne über 232 W. find den betreffenden Nummern in flammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 468 592 690 892[ 500] 903 1229 30 342 668 764 840 342 663 764 935 53 2028 158 217 67 323 34 414 603 742 71 3235 443 569 87 717 67 956 4099 329 469 624 39 742 832 974 192 5113 411 24 81 548 898 901 6055 219 41 48 56 608 01010001 16 20 71 87 874 85 909 62 7070 206 48 394 424 904 8055 267 90 357( 500) 74 473 694 928 70 9185 392 520 42 724( 1000) 64 898 963 70 10036 112 311 451 527 94[ 1000] 694 883 92 927 11093 223 337 56 495 501 61 817 918 12114 314 92 693 710 73 801 40 13208 452 90[ 500] 530 92 630[ 500] 14035 135 227 38 310 487 621 710 906 15012 163 289 90 311 622 80 16037 39 96[ 3000] 113 214 74 332 56 729 81 828 952 17039 127 88 373 444 564 741 870 18066 145 50 227 371 506 631 751 98 860 917[ 1000] 19010 24 54 111 47 73 230 321 84 566 91 20182 235 43[ 1000] 423 614[ 1000] 788 898 917 21062 266 404 29 652 725 22084 113 52 240 73 333 91 473 853 92 23032 417 66 780 97 822 30 24037 429 34 568 631 53 803 39 75 25010 584 634 60 706 79 874 921 95 26341 66 528 43 785 855 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Kleine Anzeigen. 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Berantwortlicher Redacteur: Carl Leib in Berlin Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin r. 100 19. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Volksblatt. Mittwoch, 30. April 1902. dies willkürlich # 1 Des Arbeiter- Feiertages wegen erscheint der auf den Rüden geschlagen; er könne nicht sagen, ob Wir wollen hier zunächst gänzlich davon abgesehen, daß diese war, oder ob ,, Vorwärts" am Freitagmorgen nicht. Dagegen wird Pferd schlagen wollte. der Rittmeister sein Behauptung mit allen amtlich festgestellten und amtlich publizierten Der Offizier blieb verwundert stehen und Thatsachen in völligem Widerspruch steht, ebenso wie fast jedes andre am Freitag nachmittag 4 Uhr eine Extra- Nummer fagte vor sich hin: Na, lange wird er nicht mehr Wort, welches zu diesem Punkte der Herr Minister in den Sizungen unfres Blattes herausgegeben. schlagen!" Der Verhandlungsleiter erklärt darauf die Bedes Abgeordnetenhauses lezzthin gesprochen hat. Hierauf werden wir weisaufnahme für geschlossen; die weitere Verhand- demnächst ausführlich zurückommen. Inzwischen ist es jetzt wirklich lung wird auf morgen, Mittwoch, 9 Uhr vormittags vertagt. hohe Zeit, vor der Oeffentlichkeit darzuthun, welchen schweren Stanb Morgen finden die Plädoyers des Vertreters der Anklage und der die Milchhändler gegen die fälschenden Landwirte bisher Verteidiger statt. gehabt haben, und wie oft sie gerade durch die Landwirte mit gefälschter Ware, ausgeschmiert" worden sind. Die Umstände zwingen zu dieser Bekanntgabe. Für heute sei nur der folgende Borfall zur öffentlichen Kenntnisnahme unterbreitet: Der Krosigk- Prozeß. Die Erklärung, Gumbinnen, 29. April. Zu Beginn der heutigen Verhandlung beantragt der Vorfigende, Oberstlieutenant Herhuth von Rohden, daß der Gerichtshof sofort Beschluß fasse über den vom Verteidiger welche der Vorsitzende Oberstlieutenant Herhuth v. Rohden zu BeRechtsanwalt Horn am Sonnabend mitgeteilten Brief des ginn der gestrigen Verhandlung des Krosigk Prozesses in der An1. Am 3. Dezember 1901 wurde bei einem Milchhändler B. in Unteroffiziers der Landwehr Bartel- Berlin, worin das Offizier gelegenheit der Verlesung des von einem Landwehr Unteroffizier Berlin Magermilch durch die Polizei als gewässert beanstandet corps des Dragoner Regiments in der uner Bartel aus Berlin herrührenden Briefes abgegeben hat, hatte folgenden und beschlagnahmt. Diese Mitch war von dem Milchhändler Lieg hörtesten Weise beschuldigt werde. Der Vertreter Wortlaut: alt B. in demselben Zustande geliefert worden, in dem sie eine der Anklage ersucht, über den Brief zur Tagesordnung über- In der Sonnabendsigung hielt es der Herr Rechtsanwalt Horn, hochangesehene Molkerei in der Mark Brandenburg an ihn gesandt zugehen. Die Verteidiger stellen den Beschluß dem Gerichtshof als Vertreter des Angeklagten Hickel, für nötig, einen Brief eines hatte. auheim. Rechtsanwalt Horn fügt hinzu, es sei bekannt, daß das Ehe- Landwehr- Unteroffiziers Bartel aus Berlin vorzulesen, welcher un- 2. Am 4. Dezember 1901, nachts, ist die ganze Milchsendung leben des ermordeten Rittmeisters fein besonders glüderhörte Anschuldigungen gegen Offiziere des hiesigen Dragoner dieser Moltkerei durch den Assistenten des Gerichtschemiters Reich liches war. Fleischermeister Mattern hierselbst habe ihm Nach- Regiments enthält. Auf die Gründe dieses Antrages hier einzugehen, auf dem Hamburger Bahnhofe sofort bei der Ankunft geprüft. Aus folgendes mitgeteilt: Er sei im September oder Oktober 1900 über den fehlt mir jede Berechtigung. Wenn anschließend der Herr Ver- den noch plombierten Gefäßen wurden die Proben entnommen. Magazinplatz gegangen, wo ein Dragoneroffizier das vorübergehende treter der Anklage vorschlug, die Sache ad acta zu legen, so Die Proben sind sofort von dem Gerichtschemiker Reich untersucht Ehepaar von Krosigk grüßte. Als dasselbe vorbeipassiert war, habe fann dies doch nur seinen Grund darin gehabt haben, daß worden. Eine Kanne Magermilch erwies sich dabei als start ge der Rittmeister seine Gemahlin dreimal mit der Reitgerte derselbe den Inhalt des Briefes für unwesentlich zur Feststellung wässert, die Proben der Vollmilch als zum mindesten gering über den Rücken geschlagen; da habe der Offizier ganz des Mörders hält. Und anschließend war der Herr Rechtsanwalt Horn wertig. laut geäußert, so daß es die Nahestehenden hörten: Du wirst so gütig, das Juteresse des Offiziercorps des Dragoner- Regiments Deine Frau auch nicht mehr langeschlagen." Da die wahrzunehmen, indem er darauf hinwies, daß die Mitglieder des Bermutung aufgetaucht sei, der Gerichtshofs die Ehre des Offizierſtandes in erster Linie zu wahren hätten. Wenn nun auch jeder Gebildete wohl keinen Zweifel darüber haben konnte, daß dies auch ohne die Anregung des Herrn Rechts: anwalts geschehen wäre, so kann ich, da die Sache nun einmal öffentlich verhandelt wurde, auch hier öffentlich darauf hinweisen, daß das Dragoner- Regiment v. Wedel sogleich nach Bekanntwerden des unglaublichen Briefes die nötigen Schritte zur Aufklärung ganz energisch eingeleitet hat. Mörder sei auch unter den Offizieren " zu suchen, halte er, der Verteidiger, den Antrag des Vorsitzenden für erheblich. Troydem der Vertreter der Anklage und der andre Verteidiger Rechtsanwalt Burchardt die Sache für unerheblich er achten und den Antrag abzulehnen bitten, beschloß der Gerichtshof, den Fleischermeister Mattern, den Restaurateur Kretschmann und die Offiziere Weiß und Brandt als Zeugen zu laden. Als erster Zeuge wird heute Sergeant Schiedat ver nommen, welcher bekundet, daß Hickel etwa 10 Minuten vor dem Morde mit ihm zusammen im Stall war. Beide seien sofort in die Reitbahn gelaufen, als sie von dem Morde hörten. Sergeant Schiebat bekundet weiter, daß sie erst durch das Guckloch sahen, und als fie den Rittmeister auf einer Strohpuppe liegend bemerkten, in die Reitbahn eingetreten feien. Erst der Zeuge habe den Oberlieutenant v. Hoffman sein Taschenmesser gegeben, um dem Ermordeten den Rockkragen usw. aufzuschneiden. Diese Angabe veranlaßt den Verteidiger Horn festzustellen, daß sonach Hickel nicht an der Bandenthür Berliner Partei- Angelegenheiten. = 3. Am 5. Dezember 1901, nachts, wurde wieder eine Probe von derfelben Molkereisendung in Gegenwart zweier unbeteiligten Zeugen entnommen, versiegelt und an den Gerichtschemiker Dr. C. Bischoff zur Untersuchung übergeben. Diese Probe erivies sich wiederum als start gewässert. direktors bei dem Milchhändler Ließ ein, mit der wörtlichen 4. Noch an demselben Tage lief ein Brief des Molkereis Mitteilung: Bitte, nehmen Sie doch mal eine Probe, hier habe ich ein großes Gut als Fälscher im Verdacht." 5. Nunmehr reiste am 5. Dezember 1901 Liez selbst nach der Molkerei, untersuchte mit dem Direktor zusammen die zum Versand bereit gestellte, für ihn bestimmte Milch. Er stellte an Ort und Stelle fest, daß mehrere Kannen der Magermilch( 150 Liter) so start gewässert waren, daß er sie im Einverständnis mit dem Direktor ohne weiteres von der angeordneten Absendung nach Berlin ausschließen mußte. An die Charlottenburger Parteigenossen! Das Volkshaus in der Nofinenstraße 3 ist polizeilich abgenommen. Die für den 1. Mai angekündigten Verfanımlungen der Gewerkschaften sowie das Maifest der politischen Partei finden in den Räumen des Volfs- eines Vergehens gegen das Nahrungsmittel- Gesetz vorzubringen, Wir sind weit davon entfernt, gegen die Molkerei den Verdacht. hauses statt. Ueber die Eröffnungs Feier, die für den 4. Mai wenn wir ihr auch den Vorwurf einer fahrlässigen Gegeplant ist, erfolgen weitere Mitteilungen. Billets zur Eröffnungs- fchäftsgebahrung nicht ersparen können. Feier sind an den bekannten Stellen zu haben. Die Molkerei hatte es nicht verhindert, daß gewässerte und gegestanden haben könne. Vicewachtmeister Bunkus sagt aus, daß Groß- Lichterfelde. Die hiesigen Parteigenossen veranstalten fälschte Milch an den Händler in Berlin gelangte und dort der er mit Hidel etwa 5 Minuten zusammen war, als er die Ermordung am 1. Mai vormittags einen Ausflug nach Teltow und Stahnsdorf. Polizeilichen Beschlagnahme verfiel. Das ist einer von den nur zu des Rittmeisters erfuhr. Während der Zeuge Madzid hidel nicht Abmarsch 72 hr vom Vereinslokal, Chausseestraße 104. vielen Fällen, wo der städtische Milchhändler für die Sünden der im Stall bemerkt hat, bekundet Dragoner Saturfee, daß er Abends 7 Uhr findet eine öffentliche Versammlung im fälschenden Landwirte büßen muß. Die Nachprüfung dieser Mitteilungen wird Sr. Excellenz dem Hickel durch den finsteren A- B- Stall nach dem erleuchteten Stall Stichterschen Saale, Chausseestraße 104, statt, in welcher Redacteur sehen sah. Hickel habe sich noch gewundert, daß die Lampen Heinrich Stroebel über die Bedeutung des Tages sprechen Herrn Landwirtschaftsminister v. Podbielski um so leichter fallen, als die in Rede stehende Molkerei die Sr. Ey= nicht brannten. Mehrere Dragoner bekunden, daß sie Sidel wird. Vor und nach der Versammlung geselliges Zusammensein. eellenz gehörige Central Molterei Karstädt hätten sehen müssen, wenn er im Stall gewesen wäre und Wilmersdorf. Allen Parteigenossen zur Nachricht, daß die v. Podbielski" ist. sich mit Domning 10 Minuten lang unterhalten hätte. Sie Maifeier in Wittes Volksgarten, Berlinerstr. 40, stattfindet. Das Was wird Herr v. Podbielski auf diese ihn tief berührenden hätten ihn aber nicht bemerkt. Andre Zeugen fagen aus, Gartenkonzert beginnt nachmittags 3 11hr. Ferner Aufführung von Anschuldigungen antworten? daß Hickel, als er in die Reitbahn fam, ein freudiges lebenden Bildern, Tanz und Kinderfackelzug. Jusbesondere die Gesicht gemacht habe. Der Verteidiger Burchardt macht Genossen am Orte werden ersucht, sich recht rege an der Feier zu darauf aufmerksam, daß Dragoner Mach, als er das vorige Mal beteiligen sowie in ihren Bekanntenkreisen dafür zu agitieren. vereidigt wurde, die Möglichkeit zugab, Hide! im Stalle gesehen und auch mit Domning sprechen gehört zu haben. Der Verhandlungsführer bemerkt, daß Mach diese Möglichkeit auch heute zugegeben habe. Sodann wird der frühere Rummelsburg- Stralan. Die Maifeier findet im Restaurant Neu- Seeland( Ww. Schonert), Stralau, statt. Das Konzert beginnt nachmittags 4 Uhr, von 6 Uhr ab Tanz. Die Festrede hält Genosse Dr. Paul Bernstein. Einlaßkarten a 0,15 M. find an der Kasse zu haben. " Der zur Vorberatung des socialdemokratischen Antrages, für alle männlichen gewerblichen Arbeiter unter 18 Jahren den Be such der Fortbildungsschule obligatorisch zu machen, ein gejezte Ausschuß ist in seiner gestern abgehaltenen Sizung noch zu die Generaldebatte um die schon oft gegen den Antrag vorgebrachten feinem endgültigen Resultat gekommen. Im wesentlichen drehte sich Gründe und deren Widerlegung. Der Stadtv. Ulrich wiederholte Unteroffizier Domning hereingerufen, und hält seine Aussage aufrecht. Derselbe soll ver seine in verschiedenen Bezirksvereinen gehaltene Rede gegen die eidigt werden. Der Vertreter der Anklage widerspricht Ober- Schöneweide. Wie alljährlich, so ist uns auch diesmal obligatorische Fortbildungsschule, da sie unsre Fachschulen zu Grunde dem, da der Zeuge durchaus unglaubwürdig und der Be- gestattet worden. Sie verweigerte uns die Genehmigung zu haltbarkeit dieser Ausführungen nachzuweisen. Das Fachschulwesen von der Behörde eine würdige eier des 1. Mai nicht richten würde. Demgegenüber hatte es Singer leicht, die Ungünstigung noch heute verdächtig sei. Die Verteidiger ersuchen, den Domning zu vereidigen, da seine lung darf ein solches stattfinden. Sogar der Gesang als Einleitung wäre, fei so gut, daß wir eben alle jungen Leute hinein haben einem geselligen Beisammensein; weder vor noch nach der Versamm würde nicht gehemmt, sondern gefördert, die Schule wie sie jetzt Aussagen weder unwesentlich, noch unglaubwürdig seien und ein der Abendversammlung wurde, weil er staatsgefährlich sei, verboten. wollten. gesetzlicher Grund nicht vorlige, das nicht zu thun. Wenn Der Vorschlag, zunächst nur die kaufmännische Domning betreffe der Zeit anfänglich andre Angaben gemacht habe, reich in der am 1. Mai, abends 8 Uhr, im Wilhelminenhof statt- weil dann gerade die Kategorie junger Leute, deren Weiterbildung Die Genossen werden ersucht, gerade des Verbots wegen recht zahl Fortbildungsschule obligatorisch zu machen, sei nicht angängig, so fei dies erklärlich dadurch, daß er zunächst nicht die Trag- findenden Versammlung zu erscheinen. Referent ist der Genoffe und Erziehung am notwendigsten sei, vom Besuch aus weite seiner Angaben erkannte. Generallieutenant b. Alten habe, als er diesmal vernommen wurde, feine früheren Angaben Stole. Gleichzeitig machen wir die Genossen auf das am Sonn- geschlossen würde. auch geändert, da könne ein gleiches bei Domning mit Rüdabend, den 3. Mai, im selben Lokale stattfindende Maifest des daß auch die Handwerksmeister nicht mehr gegen die obligatorische ficht auf seinen Bildungsgrad nicht auffallen. Die ver- geld von 20 Pf. ermöglicht es jedem, daran teilzunehmen. Ferner Stadtverordneten- Bersammlung sich bisher gegen den Antrag gehiesigen Arbeiter- Gesangvereins aufmerksam. Das billige Eintritts- Schule feien; fomit falle eigentlich der letzte Grund, weshalb die nommenen Dragoner konnten ein Gespräch zwischen zwei Unter- werden die Genossen ersucht, sich heute abend 7 Uhr zahlreich bei sträubt habe. Wäre doch dort das Argument geltend gemacht worden, offizieren sehr wohl überhören, da sie mit Tränken und Buzen Kaufholt zur Flugblatt- Verbreitung einzufinden. Keiner daß man nicht in so radikaler Weise in das gewerbliche Leben einder Pferde beschäftigt waren und die Pferde viel Geräusch verdarf fehlen. ursachten. Auch seien diese Zeugen erst vier Wochen später vergreifen dürfe. nommen worden, so daß sie faum noch etwas Bestimmtes be- Waidmannsluft. Von den anwesenden Magistratsvertretern gab Herr Stadtfunden können. Inzwischen wird der aus Bismard in Westfalen schulrat Gerstenberg eine persönliche Erklärung ab, in der er in eingetroffene Straßenbahn- Schaffner Loos vernommen, welcher bei seiner sattsam bekannten Manier weder ja noch nein fagte. der 4. Schwadron in Stallupönen diente, als Rittmeister v. Strofigt Dagegen erklärte Herr Oberbürgermeister se irschner, allerdings die Wagenpolster zerschnitten wurden. Er bekundet, daß er der That gleichfalls nur für seine Person, sich mit dem Antrag für den Fall vollständig fernstehe und den Thäter überhaupt nicht fenne. Es ereinverstanden, daß es möglich sei, die vorhandenen Fachschulen als folgt die Bereidigung dieses und mehrerer andrer Zeugen. freiwillige Schulen zu erhalten. Der Magistrat habe noch keine Auch Domning wird bereidigt. Stellung genommen. Der Bürgermeister gab zu, daß es eine Anzahl junger Leute gebe, die die freiwillige Fortbildungsschule nicht besuchen könnten, weil sie daran von ihrem Arbeitgeber gehindert würden. Stadtverordneter Preuß konnte sofort die Erklärung abgeben, daß die Freunde des. obligatorischen Besuchs der Schule gar nicht die Absicht gehabt hätten, die Fachschulen zu schädigen, daß im Gegenteil eine Förderung der freiwilligen Schule durch die Zwangsschule zu erwarten wäre. Stadtv. Cassel legte die Gründe dar, die ihn bisher abgehalten hätten, für die Zwangsschule zu sein. Er wolle an diesem Standpunkt nicht mehr festhalten, wenn ihm nachgewiesen werde, daß das, was der Oberbürgermeister als Voraussetzung für die Einrichtung der obligatorischen Schule hingestellt habe, nämlich daß unsere Fachschulen nicht unter dieser Neuerung leiden würden, zutreffend sei. Die Verhandlung wurde vertagt. Die Offiziere und der Mord. Am 1. Mai, abends 8 Uhr, findet im Lokal von A. Kuhn eine Voltsversammlung statt. Vortrag:" Die Bedeutung des 1. Mai". Der Referent wird in der Versammlung bekannt gegeben. Ju Briß wird die Maifeier vormittags mit einer in der Rofenterrasse", Chauffeestraße 69, stattfindenden Volksversammlung eingeleitet; nachmittage ist bei Kaps, Chausseestraße 18, gemütliches Beisammensein mit Tanz. Mariendorf und Umgegend. Zur Maifeier findet von Danach wird der Lieutenant Brandt vom hiesigen Dragoner- nachmittags 4 Uhr ab ein gemütliches Beisammensein bei Adel, Regiment vernommen; er bekundet, daß er den Namen des Lokales Tempelhof, Germaniastr. 1, statt. Da wegen den leidigen Lokaldes Kretschmann durch die Zeitung zum erstenmale erfahren und verhältnissen, welche in unsren Ortschaften herrschen, es uns unmög es niemals betreten habe. Er habe zur Zeit des Mordes in Stalln- lich ist, eine große öffentliche Versammlung abzuhalten, werden die pönen gestanden und sei nicht in Gumbinnen gewesen. Lieutenant Weiß Parteigenossen ersucht, sich mit ihren Frauen recht zahlreich an dem fagt ebenfalls, daß er niemals bei Kretschmann war; zur Zeit des Mordes gemütlichen Beisammensein zu befeiligen. war er in Berlin. Oberstlieutenant v. Winterfeld hat die Offiziere Friedrichsfelde. Donnerstag, den 1. Mai, abends 81/2 Uhr, des Dragoner- Regiments befragt; sie bekundeten, feiner fei jemals findet im Lokal von Haberland, Wilhelmstraße 38, eine Volts in diesem Lotal geweien; Beuge bezeichnet den Inhalt des Versammlung statt. Referentin Frau Baula Thiede. Tages Bartelschen Briefes als von A bis 8 unwahr; Ordnung: Die Bedeutung des 1. Mai. Eine offizielle Maifeier wird Bartel habe einen sehr schlechten Ruf. Auch der Angeklagte bei Tage hier am Ort nicht abgehalten. Hickel bezeichnet den Bartel als einen unverträglichen Menschen, Weißensee. Die Ausgabe der Billets zu der am Sonntag, den der im ganzen Regiment mißliebig war und oftmals 4. Mai stattfindenden Urania Vorstellung findet nur noch Schlägereien mit den Kameraden anfing. Restaurateurkretsch beim Schankwirt Emil Schumann, Lehderstraße 118, statt, sowie mann, der danach als Zeuge erscheint, bekundet auf Befragen des vor Eröffnung der Vorstellung nachmittags 4 Uhr in der Urania. Berhandlungsleiters, es haben wohl in seinem Lokal einige Offiziere Vollständig unwahr! " am Donnerstagnachmittag 5 Uhr u. a. folgende Gegenstände der Die Stadtverordneten Versammlung hat in ihrer Sizung Tagesordnung zu erledigen: Wahl des zweiten Beisiger- Stellvertreters Wein getrunken und ihn auch mittrinken lassen; er könne aber weder versammlungen aufmerksam gemacht, welche in den Lokalen zettel. Tegel. Die Genoffen werden hierdurch auf die beiden Volts- und eines Bürgerdeputierten für die Armendirektion mittels Stimma sagen, wann dies war, oder was das für Offiziere waren. Vers Beschlußfassung über den Beginn und die Dauer handlungsleiter: Haben unmittelbar nach der Ermordung des Ritton ittte und Krause am 1. Mai stattfinden. Vortrag:" Die der Sommerferien der Versammlung Versammlung(§ 35 der Geschäftsmeisters v. Krofigt Offiziere bei ihnen Seft getrunken und den Tod Bedeutung des 1. Mai". ordnung). Berichterstattung über die Vorlage betreffend den des Rittmeisters gefeiert? 8euge: Grünau. Die Mai- Versammlung findet am Donners- speciellen Entwurf zur Errichtung zweier Infektionsbaracken auf dent tagabend 8 Uhr bei Duchauffour, Köpenickerstr. 79, statt. Ge- Grindstück der Anstalt für Epileptische Wuhlgarten. Berichterstattung noise John spricht über die Bedeutung des 1. Mai. Nachher über die Vorlagen betreffend den Vorentwurf zum Neubau einer Berhandlungsleiter: Können Sie etwas ähnliches dem Bartel gemütliches Beisammensein. Die Parteigenoffen, welche den ganzen einfachen Gemeindeschule in der Buttbuserstraße 3-6, eines Lehrermitgeteilt haben?- Benge: I bewahre.- Verhandlungsleiter: Tag feiern, treffen sich morgens 8 Uhr bei Gerfe und gehen von Wohngebäudes nebst Standesamt und Steuer- Annahmestelle an der Sie haben ja gestern in der Preußisch- littanischen Beitung" eine da zur Gewerkschaftsversammlung nach Köpenick. Lychenerstraße, einer Gemeinde- Doppelschule in der Straße 48 B, Erklärung erlassen, in der Sie den ganzen Inhalt des Bartels'schen Abt. XIII, 2. Berichterstattung über die Vorlage betr. die VerBriefes für erfunden bezeichnen und erklären, daß Sie die Herren mietung der Viehhofsrestauration. Vorlagen betr. die UmOffiziere Brandt und Weiß überhaupt nicht fennen? 8euge: änderung der Haus- und Klassenthüren zur Erhöhung der Feuersicherheit Jawohl, ich habe dies in die Zeitung einrücken lassen. Der Zeuge wird im Humboldt- Gymnasium, den Abschluß eines Vertrages zwischen aufgefordert, diese seine Erklärung vorzulesen. Auf Befragen des Vorder Stadtgemeinde Berlin und der Aktiengesellschaft Verein zur Ver ſizenden bemerkt der Zeuge, daß er diese seine Erklärung beschwören wehren sich gegen eine Aeußerung, die Herr v. Podbielski im besserung der kleinen Wohnungen in Berlin und die Befönne. Der Fleischermeister Mattern, der danach als Abgeordnetenhause gethan haben soll. Sie teilen in einer an den schlüsse der Versammlung vom 9. November vor. Js. betreffend Beuge erscheint, bekundet, im Herbst 1900 sei Rittmeister v. Strofigt Reichstag gerichteten und vom Borsigenden der Milchhändlervereine, die Wohnungsverhältnisse, die Bewilligung von Ehrenpreisen an mit seiner Frau über den Magazinplaz geritten; dabei sei ein Herrn J. Luley, unterzeichneten Zuschrift mit: den Verein für Aquarien- und Terrarienkunde" Triton" zu Berlin Offizier vorübergegangen, der das Ehepaar grüßte; er weiß nicht, Nach übereinstimmenden Zeitungsberichten hat der Herr Land- für eine von ihm zu veranstaltende Ausstellung, die Bewilligung ob dies ein Infanterie- oder Dragoner- Offizier war. Der Ritt- wirtschaftsminister in der Sigung der Zollkommiffion am 22. April eines Beitrages an den Volksheilstätten- Verein vom„ Roten Krenz meister v. Strosigt habe plöglich die Reitgerte in die Höhe dieses Jahres geäußert:„ Mit der bisherigen Vollmilch ist die zwecks Wiedereröffnung früher betriebener Erholungsstätten gehoben und mit dieser seine Frau zweimall Berliner Bevölkerung angeschmiert worden." I bezw. Neueinrichtung einer solchen die Bewilligung von GeldLokales. Die Berliner Milchhändler mitteln für den Empfang des im September d. J. Hier zusammen tretenden Deutschen Juristen tages im Rathause den Verkauf des städtischen Grundstücks Pallisadenftr. 60, Friedenstr. 66 die ausführlichen Projekte und Kostenanschläge für Bauten auf den Riefelgütern bauliche Veränderungen bei der Einrichtung von Strantenfälen im früheren Erziehungshause am Urban. Die Deputation für das städtische Badewesen hat be. schlossen, nach Fertigstellung der neuen Voltsbäder zunächst versuchsweise während der Monate, in denen die Flußbäder geschloffen sind, an Wochentagen zu gewiffen Tagesstunden unentgeltlich Schwimmbäder verabfolgen zu lassen. Die städtischen Rieselgüter haben auch die Aufforstung Ländereien in Möllersfelde und Franz. Buchholz aufgeforstet werden. Die Kosten sind nicht unbeträchtlich, als I. Rate find 6000 m. verer er= Die vom Bublikum in Vorrat gekauften alten Fahrkarten| war, nachdem sogar noch ein zweites, das sogenannte Pfarrgrundbleiben bis zum 7. Mai d. J. zur Weiterbenugung nach dem neuen stück, für den Eriveiterungsbau erworben war, wurde die Erledigung Tarife gültig. Nach diesem Tage lönnen die alten Fahrkarten zur diefer dringenden Frage immer verzögert. Und nun plöglich fontmt Fahrt auf der Hoch- und Untergrundbahn nicht mehr benutzt werden. der mit Magistrat einem ganz andern, die Belegungsfähigkeit auf beiDieselben werden aber in der Geschäftsstelle der Betriebsverwaltung, nahe die Hälfte reducierenden Projekt! Der Beschluß der Finanzdeputation Schönebergerstraße 131, gegen Erstattung des Betrages zurückgenommen. dem der Magistrat beigetreten ist, geht dahin:„ Die Der Berliner Konsumverein hält am 1. Mai seine Nieder- Bedentende Einbrüche in Uhren, Gold- und Silberwaren Gesamtkosten des Krankenhausbaues einschließlich der Aufwendungen Tagen geschlossen. handlungen werden der hiesigen Kriminalpolizei aus Stettin und für Grunderwerb, Straßenherstellungen und Inventar dürfen Volksbibliothek und Lesehalle im Often. Mit dem heutigen Hannover gemeldet. In Stettin erbeuteten die Diebe für 15 000 m., 32 Millionen Marf nicht übersteigen, weil andern= falls der städtische Etat zu sehr belastet würde." Tage wird im Often in dem neuen Schulgebäude der Rigaerstr. 114 in Hannover für 6000 M. Uhren, Ketten, Ringe, Brillanten 2c. Das bedeutet nun nichts andres, als daß statt des beschlossenen, bis die 15. städtische Volksbibliothek und 10. städtische Lesehalle eröffnet. In London verhaftet ist der seit zwei Jahren durch die hiesige Die Anstalten stehen täglich von 6-9 Uhr abends und Sonntags Staatanwaltschaft steckbrieflich verfolgte Agent Kossad, der seiner Beit auf 600 Betten( in der zweiten Bauperiode) zu steigerunden Bettenbon 10-12 Uhr vormittags jedermann zu unentgeltlicher Benutzung in der Elfasserstraße ein Stellen- und Auskunftsvermittelungs- Bureau bestandes nur ein Krankenhaus mit 350 Betten richtet werden soll! offen. Die Boltsbibliothek ist mit Rücksicht auf den nahen Schlacht- unterhielt. Durch Jnferate wies K. darauf hin, daß er Stellen zu Stadtv. Kuznity trat in ungemein scharfer Weise dem neuen und Viehhof mit der einschlägigen Litteratur reichlich ausgestattet. vergeben habe, nahm den sich Meldenden hohe Einschreibegebühren, Projekt entgegen, indem er betonte und darauf hinwies, mit welcher Auch für alle andern Gewerbe sind zahlreiche Fachschriften vorhanden, teilweise auch Kautionen ab, ohne ihnen die entsprechenden Stellen zu vers Giustimmigkeit im Kollegium und mit welcher Freudigkeit sogar der so für Maurer, Schlosser, Tischler, Schneider, Bäcker, Maschinen schaffen. Als der Schwindler verhaftet werden sollte, war erverduftet. Erste Bürgermeister der endlichen Verwirklichung des längst gebauer usw. Schriften über Elektricität, Chemie, Elektrotechnik stehen Ein Hauptlager unfittlicher Schriften und Bilder ist von fühlten Bedürfnisses seiner Zeit zugestimmt habe. Er v in großer Auswahl zur Verfügung. Auf dem Gebiete der Belle- der Polizei ausgenommen worden. Wenn auch schon öfter ein wies auf ähnliche große Städte, wie z. B. Kassel, Effen, Duisburg 2c., tristik find außer den bewährten alten Autoren besonders die neueren einzelner Händler abgefaßt worden war, so wollte es nicht gelingen, die zwar auch kein städtisches Krankenhaus besäßen, dafür aber durch Schriftsteller in großer Auswahl vertreten. den Großlieferanten zu ermitteln. Nun fiel auf einen Händler Adolf andre, den Einwohnern zur Verfügung stehende Anstalten in der 8eibig, Am Tempelhofer Berg 3, der Verdacht der Falsch Lage find, ihre Kranten unterzubringen, während dies am hiesigen müngerei. Beibig ist ein Mann von 77 Jahren. Früher zog Orte in keiner Weise zutreffe. Kuzni gfy schlägt vor, diese Vorer mit Spielzeug auf den Jahrmärkten umber. Das hatte er lage abzulehnen und an der früheren festzuhalten. Der Erste Bürgermeister Wilde bestreitet eine grundsätzliche aber schon lange nicht mehr nötig, feine Verhältnisse waren vielmehr so gut, daß ein schönes Quartier bewohnen Menderung des Programms und meint, auf absehbare Zeit würde konnte. Als er Verwalter des Hauses war, in dem er feit die Errichtung des Krankenhauses den Bedürfnissen der Stadt 26 Jahren wohnt, ließ er sich auf dem Boden eine Stube mit feftem genügen", die Unterbringung in andern Krankenhäusern dürfte nach Mauerwerk und einem Fenster machen. Hier hinein schaffte er eine dem 1. April 1904, wo der Vertrag mit dem Lichterfelder KrankenSäge und andres Zimmergerät und hin und wieder einige Bretter. Hauſe abläuft, für den Fall, daß unsre Anstalt noch nicht beziehbar Jedermann glaubte, daß Beibig dort nur einer harmlosen Be- wäre, mit Leichtigkeit zu bewerkstelligen sein.(?) Die Mehr schäftigung obliege. Ohne daß jemand es merkte, schaffte er immer tosten des Krankenhauses, die durch die durch die alte Programm Eine solche wieder Pakete, die er selbst von der Post abholte, in die Stube hinauf, bestimmung entstehen, betragen 1300 000 m. um dort ihren Inhalt, die denkbar schmuzigsten Druckschriften und Bilder, für den Meinhandel zu sortieren. Zum Echein betrieb er auch noch einen Münzenhandel. Der brachte ihn in den Verdacht der Falsch münzerei und führte so zu seiner Entlarvung. Beamte, die ihn be obachteten, fahen bei ihm auch einen Handelsmann Schulze aus Pots dam verkehren und stellten fest, daß dieser mit den Händlern, die sich durch ihr Geschrei in der Friedrichstraße bemerkbar zu machen pflegen, in Verbindung stand. Man ließ nun diesen Händlern etwas mehr Spielraum und beobachtete, daß der Verkehr Schulzes mit ihnen und mit Beibig in demselben Maße zunahm. Ende voriger Woche nahm man schließlich Schulze und einen Straßenhändler in einer Kneipe der Friedrichstraße fest. Bei jenem fand man nichts, bei diefem dagegen eine Menge unzüchtiger Bilder und Schriften. Als Binnen furzem wird ein Beleidigungsprozeß zur man dann am Sonnabend beobachtete, daß Beibig wieder ein Verhandlung kommen, der nicht allein für versicherungstechnische Bostamt aufsuchte, drang man in feine Dachstube ein und Kreise von großem Intereffe sein wird, sondern auch für alle, die beschlagnahmte alles, was sich darin befand. Das war eine Möbel ihr Leben auf Grund einer dreiprozentig steigenden Dividende verwagenladung ber allergemeinsten Bilder und Druckschriften. Man fichert haben. Infolge einer Broschüre, worin der Generalagent batte endlich die Centrale entdeckt, aus der die Kleinhändler durch Greeven in Friedenau das Berhalten der Waterländischen Schulze ihren Bedarf deckten. Zeibig, der festgenommen wurde, will Lebensversicherungs- Attiengesellschaft in Elber von der Bedeutung des Lagers feine Ahnung haben. Es sei altes feld hinsichtlich der Ausgabe von Prospekten usw. einer scharfen Beug, meinte er, um das er sich nicht gekümmert habe. Bei dieser Kritik unterzog, hat die Vaterländische Lebensversicherungs- Aktien- Ausrede aber hatte er nicht daran gedacht, daß er von den Druck gesellschaft gegen den Berfaffer eine Auflage wegen öffentlicher Be- schriften nur die neuesten Auflagen, zum Teil aus der allerletzten leidigung erhoben. Der Verhandlungstermin ist auf den 16. Mai vor Beit, auf Lager hatte. Die Schriften stammen aus Holland und dem Schöffengericht II in Moabit angesetzt worden. England, wahrscheinlich auch die Bilder. wendet worden. Das Arbeiter Sportfest, auf das wir vor kurzem Himviesen, wird am Sonntag, den 3. August, im Müggelschlößchen zu Friedrichshagen stattfinden. Es beginnt früh 8 1hr mit einem Konzert; während des Vormittags werden die Vertreter der verschiedenen Sportgattungen programmmäßig anfahren und anmarschieren. Am Nachmittag werden die sportlichen Veranstaltungen, wie Ruderregatta, Segelregatta, Wettschwimmen und Springen, Reigenfahren der Radfahrer sowie Turnerei usw. beginnen. Durch Konzert und Gefang wird den Festteilnehmern ein Uebriges geboten werden. Alle Anfragen über das Fest werden von Willy Härtig, Berlin O., Andreasstraße 43, beantwortet. mur zur Sicherung von Bedürfnissen der Zukunft Summe anzuwenden, läßt sich bei den gegenwärtigen verhältnissen unserer Stadtgemeinde nicht rechtfertigen.( Man vergleiche damit die hochtönenden Worte des Herrn Bürgermeisters bei der Nichtverstadtlichung der Gasanstalt, wodurch in den nächsten Jahren sich ein reiner Goldjegen in den Stadtsäckel ergießen sollte.) Stadtv. Dr. Hey I trat ebenfalls für Belaffung des alten Brojefts ein, indem er den Bürgermeister an die seiner Zeit von ihm gebrauchten Worte erinnerte:" Das Beste ist gerade für Schöneberg gut genug", man möge doch die Schere bei andren Gelegenheiten valten laffen. Stadtv. Gen. Küter verweist mit Recht auf die nun schon 31/2 Jahre sich hinziehenden Verhandlungen in dieser Sache, die doch gewiß einen endlichen Abschluß rechtfertigten; war doch die Arbeiterschaft einigermaßen beruhigt, als ihre langjährige Agitation Erfolg zu haben schien, es gewinne aber den Anschein, als ob diefe wichtige Angelegenheit verschoben werden sollte". Für eine höhere Töchterschule komme es auf eine Million nicht an, bei einem Krankenhause aber, das der ganzen Bevölkerung dienen soll, möchte un plötzlich gespart werden. das Wetter". Stadtv. Mafu ch nagelte das Gebaren des StadtverordnetenVorstehers Miller fest, der sich plötzlich auf den finanziellen Standpunkt und in Gegensatz zu seiner früheren Erklärung stelle, man könne auf ihn die Redensart anwenden:„ er ändere sich, wie Nachdem Stadtv. Rudolph beantragt hatte, zur besseren InDer Mordprozeß Tomaschte. Entgegen den zahlreichen Seche Personen verunglückten gestern durch Ueberfahren. widersprechenden Notizen, die in letzterer Zeit durch die Preffe gingen, Mittags wurde vor dem Hause Französischestr. 42 eine Frau durch formierung bei den ferneren Beratungen das gesamte Projelt können wir mitteilen, daß die Antlage gegen den Agenten Arthur einen Straßenbahnwagen umgestoßen und unter den Vorderraum zeichnerisch aufzustellen, wurde zur Prüfung der finanziellen Seite Tomaschte wegen Giftmordes, verfibt an dem am 30. September gepreßt. Nachdem sie aus ihrer gefährlichen Lage befreit worden die Sache einem 11gliedrigen Ausschuß überwiesen, dem auch Gen. 1901 verstorbenen Geldvermittler Löffler, erhoben ist. Die Vervar, erfolgte ihre Ueberführung in die Charité, wo fie schwer am Rüter angehört. Unterleib verlegt daniederliegt. Bei einem Zusammenstoße in Das Erkenntnis des Bezirksausschusses in Sachen der handlung dürfte eine der interessantesten und verwickeltsten werden, der Linienstraße wurde am Nachmittag der Kutscher Paul Klage unfres Parteigenossen Däumig gegen den Beschluß der welche die Kriminaljustiz seit langem beschäftigt hat, da der An- Freudenreich von seinem Rollwagen feinem Rollwagen geschleudert und über- Schöneberger Stadtverordneten Bersammlung wegen Ingeklagte alles bestreitet und ein ganz umfangreicher Ueberführungs- fahren. Er trug eine bedeutende Quetschung an den Unter- gültigteitserklärung seiner Wahl im vierten Bezirk beweis gegen ihn aufgeboten werden soll. Die Verhandlung findet schenkeln davon. An der Oranienbrüde würde der elfjährige liegt jezt vor. In erster Reihe stellte sich der Bezirksausschuß auf voraussichtlich im Juni statt und dürfte bei der Menge Sohn des Uhrmachers Mag Neumann durch einen Radfahrer über den Standpunkt der Beklagten, daß zur fraglichen Beit die erforder= der geladenen Zengen drei Tage in Anspruch nehmen. Die fahren und am linken Borderarm schwer verletzt. Beim Ab- liche Anzahl Hausbefizer vorhanden gewesen sei, selbst wenn man bedeutendsten medizinischen und chemischen Sachverständigen werden springen von einem durch die Neue Königstraße fahrenden Rollwagen das Mandat des Stadtv. Obst( Hausbesiger), das drei Tage nach als Gutachter in Betracht kommen. Die Anklagebehörde wird durch fiel der Arbeiter Wilhelm Kindscher hin, geriet unter die Räder und der Wahl ebenfalls für ungültig erklärt wurde, hinzuffigte. Die trug eine schwere Quetschung am linken Fuße davon. Abends wurde Bekanntmachung des Magistrats, daß im 4. Bezirk am 13. Dezember Staatsanwalt Ellendt vertreten werden, die Verteidigung führt Rechts- in der Müllerstraße der wohnungslose Arbeiter Mag Kulke durch ein Eingesessener zu wählen gewesen wäre, fei formell bindend; in anwalt Dr. Werthauer. Tomaschte befindet sich seit dem Oktober einen Straßenbahnwagen überfahren. Er erlitt außer einer Gehirn diefer Beziehung also müßte die Klage abgewiesen werden. Be= vorigen Jahres in Untersuchungshaft, er wurde jüngst wegen Ur- erschütterung eine schwere Verlegung am Kopfe. In der Bellevue züglich Bellevuezüglich des fimdenfälschung und Betrugs zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt. In straße geriet abends ein Radfahrer unter die Räder einer Drofchle der Verhandlung wird das dunkle Treiben gewiffer Geldvermittler und erlitt anscheinend schwere Verlegungen. und ihrer Hintermänner durch grelle Schlaglichter beleuchtet werden, denn auch der verstorbene Löffler war einer jener dunklen Ehrenmänner, bie namentlich in besseren Streisen ihre Opfer suchen, um sie bewuchern zu können. Zeugen gesucht. Die Personen, welche am Mittwoch voriger Woche mittags 121/2 Uhr gesehen haben, wie ein Knabe in der Gräfestraße einen andern Knaben gefährlich mißhandelt hat, werden dringend ersucht, sich bei Start Voß. Gräfeftr. 5, zu melden. W Gegenkandidaten Schlind müsse indes der selage stattgegeben werden, da nach§ 10 des Bust. Gesetzes nur das Wahlergebnis maßgebend und richtig sein könne, welches vom Wahlvorstand festgestellt und vom Magistrat bekannt gegeben werde. Ihm allein könne nur die Gültigkeit zus oder abgesprochen werden. Die Stadtverordneten- Bersammlung fei nicht befugt, an Stelle dieses Ergebnisses ein andres treten zu lassen. Die Befürchtung des Beflagten, daß bei Durchführung dieses Grundsages eine Partei in der Lage sei, durch beständige Wiederwahl passiver nicht wahlfähiger Personen die Vertretung des Wahlbezirks durch einen Wahlfähigen Eine Fenersbrunft, die einen beträchtlichen Schaden verursachte, brach in der Nacht zum Dienstag in Schmargendorf aus. Aus unbekannter Ursache brannte plöglich das Gerüst des Neubanes Breitestr. 44 lichterloh, die Flammen ergriffen auch das hölzerne Banhäuschen und äscherten dasselbe, sowie auch das Gerüst volle Unter andern berbrannten auch die in dem Baus tommen ein. häuschen befindlichen Baupläne des Architekten Müller. Den ber einten Kräften der Grunewalder, Wilmersdorfer und Schmargen dorfer Feuerwehren gelang es, nach einstündiger Arbeit das Feuer, das für die nebenan befindlichen Stallungen und Holzpläge eine Eine Liebestragödie? Ein Maschinenmeister Preuß und die 20 Jahre alte Fabrikarbeiterin Frieda Müller aus der Logoftr. 4 lernten sich vor einiger Beit kennen, als sie beide das selbe Krankenhaus aufsuchten. Aus der Bekanntschaft entwickelte sich eine Liebschaft, eine eheliche Verbindung aber begegnete elterlichen Zu der seltsamen Demonftration auf dem Friedhofe der Widerstand. Die Folge war, daß das Paar sich am Sonnabend Märzgefallenen, über die wir gestern berichteten, teilt uns von Arbeitsstelle und Wohnung entfernten, um nicht zurückder Bautechnikfer Herr Herzig mit, daß von einer unglücklichen zukehren. Am Montag schrieben die Vermißten in einem zu verhindern, sei nicht begründet. Person, die nicht im Bollbefiz ihrer Geisteskräfte fei, mit feinem Briefe, den sie beim Postamt 46 aufgaben, den Eltern des Die Stadtverordneten Versammlung beschloß gestern, gegen dies Namen Mißbrauch getrieben ist. Herr Herzig steht, wie ausdrücklich Mädchens, daß fie ohne einander nicht leben könnten. Da fie Erkenntnis nur in dem Fall Berufung einzulegen, daß auch von konstatiert sei, der peinlichen Angelegenheit durchaus fern. aber mit einander nicht glücklich werden sollten, so hätten andrer Seite dies Urteil angefochten werden sollte. Infolge der kalten Witterung, die das Thermometer während Neue Unterschlagungen in der Sparkasse. Eine neue Ver- fie beschlossen, nach dem Müggelsee zu fahren und sich in den Fluten untreuung ist bei der städtischen Spartasse entdeckt worden. Die bas Leben zu nehmen. Die Nachforschungen, die die Angehörigen der Nacht bis auf 2 Grab 9. unter Null sinken ließ, find vielfach baraufhin anstellten, hatten bisher keinen Erfolg. Vielleicht sind die die jungen Saaten auf den Feldern erfroren. Namentlich hat der Unterschlagungen des Buchhalters Werkmeister, der durch Selbstmord jungen Leute wieder vernünftig geworden und kehren bald zurück. Hafer, der an einigen Stellen in der Umgegend Berlins sehr endete, hatten eine allgemeine Revision der Kaffe zur Folge. Hierbei Ein Ende mit Schrecken nahm eine Droichtenfahrt, gut stand, arg gelitten, während sich der Roggen widerstandsfähiger stellte sich gestern heraus, daß ein Buchhalter Starl Ulbrich eben- die ein Pärchen in der Nacht zum Dienstag in der Voßstraße an zeigte. Auch die jungen Erdbeerpflanzen haben vielfach an den falls 9000 m. veruntreut hat. Ulbrich ist ein leidenschaftlicher Segler trat. Der Gaul ging gleich durch, rannte auf den Wilhelmsplay, Orten, wo sie nicht geschützt ftanden, großen Schaden erlitten, fich die noch nicht aufgeblühten Knospender und Jäger. Er befigt ein eignes Segelboot und ist Bächter einer Jagd. stolperte über die Rafeneinfassung, brach nieder und verlegte fich während die wenigen aufgeblühten Ein drittes Manto in einer städtischen Kasse wurde so schwer, daß er sofort nach der Abdeckerei gebracht werden Obstbäume besser intakt hielten, In den königlichen gestern, Dienstagvormittag entdeckt. Bei einer Prüfung der Eine mußte. Der Herr, dem es wohl unangenehm gewesen wäre, zugleich dagegen durch den Frost zu leiden hatten. ziehungskaffe der Stadthauptkasse im Rathause, die von der Armen- mit seiner Begleiterin als Beuge aufgeschrieben zu werden, ließ diefe Gärten Potsdams sind die im Aufblühen begriffenen Magnolien im Stich, stirate aus der Droschte, deren Scheiben in Scherben vielfach erfroren. direktion vorauslagte Kosten für Krankenhausbehandlung unbemittelter Patienten beizutreiben hat, wenn sich die wirtschaftliche gingen, hinaus und lief davon. Lage der Behandelten bessert, stellte sich heraus, daß 20 000 Mart fehlen. Der Rendant Urban, ein alter Beamter des Magistrats, der bei den Nachforschungen nach dem Defraudanten außer Betracht bleibt, konnte den Verbleib des fehlenden Betrages Im Palaft Theater eröffnet Ben Ali Bey am Freitag, den ob vielleicht ein 2. Mai, abends 8 Uhr, seine Baubervorstellungen. bisher nicht aufklären. Um festzustellen, Rechenfehler vorliegt, ist eine umfangreiche und eingehende NachTheater. Das Schiller Theater bringt Anfang der nächsten prüfung erforderlich. Der flüchtig gewordene Buchhalter Ulbrich Woche die erste Aufführung von 3 wei Wappen", Schwant in vier war bei der Prüfung seiner Kasse 9 nicht zugegen, bekam aber so atten von Ostar Blumenthal und Gustav Kabelburg. Unmittelbar barauf zeitig Wind, daß er das Kaffengebäude noch verlassen founte. Er wird" Sappho" einstudiert und Mitte Mai zum erstenmal in Scene gehen. große Gefahr bildete, zu lokalisieren. Feuerbericht. In der Nacht zum Dienstag wurde die Wehr hat in sein Abrechnungsbuch falsche 8ahlen eingetragen und in dem Buch seines Silfsrechners radiert, Bahlen geändert und falsch nach der Warschauerstr. 87 gerufen, wo in einer Wohnung Möbel, addiert. Die Rafuren wurden nach dem Fall Werkmeister zum Ver- Kleidungsstüde c. in Flammen standen. Montagabend gegen 8 Uhr Schaldecke und Baltenlage ergriffen hatte. Hierbei wurde auch das Stationen räter. Ulbrich lebt in tinderlofer Ehe. Da er sonst ein folider mußte in ber Hochmeisterstr. 15 ein Feuer abgelöscht werden, das die Mensch war, so scheint es, daß ihm seine Sportliebhabereien ver- Saus erheblich beschädigt. Kurz darauf war in der Neuen Schön berblich geworden sind. hauferstraße 1a ein Sofa in Brand geraten. Nachmittags hatte die Bei der Hochbahn tritt am heutigen Mittwoch ber angekündigte Wehr gleichzeitig zwei Brände zu beseitigen und zwar in der neue Tarif und Fahrplan in Kraft. Es giebt jezt nur noch Dennewigstr. 19 und Rüdersdorferstr. 12. In beiden Fällen hatten eine Fahrkarte zu einem bestimmten Preis, die für jede beliebige Gardinen und Kleidungsstücke in einer Wohnung Feuer gefangen. Strecke, für die der Preis der Karte erhoben wird, gültig ist. So Außerdem waren noch im Laufe des Tages Alarmierungen von Frantf./. 762 NND 6 wolfent fann man mit einer Fahrkarte 3. Klaffe zu 10 Bf. folgende Streden Winterfeldplay 3 und Frankfurter Allee 108 zu verzeichnen, die beide München befahren: Stralauer Thor- Prinzenstraße, Schlesisches Thor- Halle- Fußbodenbrände betrafen. sches Thor, Oranienstraße- Mödernbrüde, Kottbuser Thor- PotsdamerAus den Nachbarorten. plaz oder Bülowstraße, Prinzenstraße- Nollendorfplatz, Hallesches Thor- Wittenbergplag, Modernbride- Botsdamerplay und Zoolo- Die Schöneberger Stadtverordneten- Versammlung und gischer Garten. Fahrkarten zu 15 Pf. gelten für die Strecken: die Krankenhaus- Angelegenheit. Auf der Tagesordnung der Stralauer Thor- Botsdamerplay. Schlesisches Thor- Nollendorfplatz, Sigung am Montag stand u. a. ein Antrag von 16 StadtverordSocialdemokratischer Wahlverein Oranienstraße- Wittenbergplay, Kottbuser Thor- 8oologischer Garten. neten:" Den Magistrat zu ersuchen, das Krankenhausprojekt, welches Eine Fahrt auf der ganzen Strede loftet 20 Pf. In der 2. Klaffe nach den Beschlüssen der Stadtverordneten- Versammlung und vom für den II. Berliner Reichstags- Wahlkreis. wird für die 10 Pfennig- Strecke 15 f., für die 15 Pfennig- Strecke Magistrat( der Hoch- und Tiefbaudeputation) einstimmig genehmigt Unser Mitglied, der Genosse Gürtler Albert Dortschak ist ge: 3. Klasse nur 20 Pf.( statt 25 Pf.) erhoben. Die Büge fahren im wurde, in der nächsten Sigung vorzulegen." Trotzdem der obengenannte ftorben. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 1. Mai, nachmittags algemeinen von allen drei Endpunkten in Abständen von 5 Minuten Beschluß bereits im Juli vorigen Jahres gefaßt und die endliche 4 Uhr, von der Halle des Kreuz- Kirchhofes in Mariendorf aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet Inangriffnahme des Baues schon für den Herbst in Aussicht gestellt ab. Nach Bedarf werden Sonderzüge eingelegt. Verantwortlicher Redacteur: Carl Leld in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: 2b. Glocke in Berlin. Drud und Berlag von Max Bading in Berlin. Witterungsübersicht vom 29. April 1902, morgens 8 Uhr. Barometerstand mm Wind richtung Windstärke Wetter Swinembe. 765 Still heiter 765 SSW 1 woltent 2 heiter 764 SD Hamburg Berlin Wien 758 Still Temp. n. C. 5°-4° R Stationen Barometer stand mm Winds richtung Windstärke Wetter Temp. n. T. Boo volfig 5Saparanda 765 S 6ẞetersburg 763 N 6 Cort 5Aberdeen 2Paris 2woltent 1wolfen! 771 NO 2 heiter 763 NNO 3 wolfent -7 10 5 762 D 2 heiter Wetter Prognose für Mittwoch, den 30, April 1902. Bunächst ziemlich heiter, etwas wärmer, bei mäßigen nordöstlichen Winden; später Trübung und leichter Regen. Der Vorstand.