Nr. 104. Adomn»»««■ Kedingrngell: VbonnsmenlS-Pret» pränumerando: Bierleljährl. 3,30 Mk.. monatl. l.loMl.. möchentltch 28 Plz. frei inj Hau». Einzelne Numw'r 6 Pfg. Sonntag»» Nummer mir Illusirierier Sonntag»» Beilag«.Die Neue Welt- 10 Psg. Poft- Abonnement: 1.10 Mari pro Monat, Eingetragen in der Post- Zeitung»- PretZltste für 1808 unter Dr. 7878. Unter streuzband für Deutschland und Oesterreich»Ungarn 8 Marl, für da» übrig««u»Iand S Mari pro Monat. Erscheini täglich cugec Montag». Nerlinev Volksblstt. IS. Jahrs. (Me Jastrt«on».«Myt deträgt für die fechägsspaltene Kolonev «eile oder deren Raum«o Psg., für politisch« und gewerlschastliche Berein»- und Versammlung»-Anzeigen 20 Psg. „Kleine Anzelgeu- jede» Wort 5 Psg. (nur da» erste Wort fett). Inserate für die nächst« Nummer müssen bi»» Uhr nachmittag» in derSxpedition abgegeben werden. Die Expeditton ist an Wochen- tagen bi» 7 Uhr abend», an Sonn- und Kefttagen bi» Sllhr vormittag» geöffnet. Delegramm» Adresser «Sorialdemokrat»irlin» Gentrawrgan der socialdemokratischen Uartei Deutschlands. Redaktion: LW. 19, Veuth-SlraKe 2, Ferusbrecher: Amt I Nr. ISV8. Dienstag, den 6. Mai 1903. Expedition: sw. 19, Venth- Strafte 3. Arrnfprecher- Amt I. Nr. K1SI. Außerordentlicher Kongreß der Soeialdemokratie Belgiens. Brüssel, den 4. Mai. Der Kongreß wurde Sonntag früh 10 Uhr im Maison du Petchle zu Brüssel eröffnet. Die Genossen Maes und Demblon präsidieren. Mehr denn 700 Delegierte sind erschienen. Tagesordnung: 1. Die politische Situation.(Bericht deS Partei- Vorstandes.) 2. Die Wahlen am 2S. Mai. Nach Erledigung der üblichen Formalitäten wird die Absendung von Kondolenztelegrammen an die Familien der gefallenen Märtyrer und ein Telegramm des Dankes an die deutsche Soeialdemokratie für die Unterstützung beschlosten. Vandervelde zeigt den Empfang von weiteren 6000 M. als Unterstützung der deutschen Ge- Nossen an.(Rauschender Beifall.) Nach langer Debatte wird mit knapper Majorität die O e ff en t- lichkeit des Kongrestes beschlossen. Es wird zum ersten Punkt der Tagesordnung geschritten. Barsy: Schivere Vorwürfe find im Laufe der letzten Tage gegen den Parteivorstand erhoben ivorden. In der Kammer kam uns, als wir den Antrag, die BerfassungSrevision vorzunehmen, stellen wollten, die Regierung mit einem Antrag, die Revision am 16. April vorzunehmen, zuvor, und wir stimmten diesem ganz nn- erwartet kommenden Regicrungsantrag zu. Dann kam allerdings der Pferdefuß etivas deutlich zum Vorschein, da durch die Annahme auch die Votierung der Kredite er st vorher vor- genommen werden mußte. Wir fühlten, daß hier etivas.schielte". Was weiter folgte, ist bekannt.— Nu» zum Streik oder dessen Beendigung. Wir wußten, nach Ablehnung der Revision war der Streik ein Spning ins Leere. Wir sagten uns, wenn der Streik fortgesetzt wird, hat der König einen Vor lo and, uns nicht entgegen zu kommen. Wir wollten dem König alle Verantwortung zu- schieben. Vandervelde: Mein Vorredner sagte, Fehler find gemacht worden. Jedesmal, wenn eine Niederlage zu verzeichnen ist, sieht jeder Fehler. Wenn ein Sieg davon getragen ivird, ist die Taktik bewunderungS- wert. Wie konnte man die Votientng der Kredite verhindern? Wir befanden uns vor der Abstimmung der �'12-Kredite, tvelche die Anwendung der Obstruktion nicht gut erlaubten. Mit dem Heer von Gendarmen und Polizei konnten wir es eben nicht auf- nehmen. Wer ist unter uns, der sich mit der Verantwortlichkeit be- lasten will, unsre Kämpfer vor die Geivchrläufe zu führen?— Die Partei sah die Gefährlichkeit der Situation und trat in den General« streik ein. Die Liberalen ivaren manchmal windige Alliierte. Allein wir sahen auch den Chef der Liberalen selbst uns zu- rufen: Arbeiter Haltetaus tnit gekreuzten Armen I Woeste erklärte selbst, daß die Majoritätspartei auf keinen Fall nachgeben würde, weil da? Selbstmord bedeute. Die Klerikalen hätten lieber Berge von Leichen auftürmen lasten, ehe sie nachgegeben hätten. Die Ereignisse lehrten uns, daß die Feinde zu allem entschlossen waren, nur nicht zu einem Entgegenkominen.— Die Revision ivar ver- Ivorfen. Niemand unter Ihnen wird behaupten wollen, daß, nachdem der.Moniteur" am Sonntag unsre Hoffnung auf Jnterventiott des Königs nicht bestätigte, der Streik noch etwas an der Situation hätte ändern können. Was soll man zu den Lügen der klerikalen Presse sagen, daß beispielsweise die L 0 g e der F r e i m a u r e r die Beendigung des Generalstreiks beschlossen und daß F ü r n e m 0 n t, I a n s 0 n(Liberal) nnd ich dabei in der Loge mitgewirkt hätten. Fiirnemont hat diese thörichte Lüge schon dementiert; ich thue daL jetzt. Ich erkläre, daß ich seit den Wochen der Bewegung die Freimaurerloge nicht betreten habe. Ich und andre Genossen sind in die Loge eingetreten, um dort für unsre Ideen Propaganda zu machen, unt dort neue Kämpfer zu iv erben. Die Loge und die Liberalen haben keinen Einfluß auf die Beendigung des Streiks gehabt.— Der Streik kam u n e r>v a r t e t. Hätte er länger gedauert, würde die Phalanx unsrer Streiter Lücken erhalten haben. Zivei Wege gab eS. Den Kampf bis zum äußersten fortsetzen, waS die große Mäste der Arbeiter mit stürmischer Begeisterung verlangte, oder Beendigung des Kampfe? bezw. des Streiks. Die Mitglieder des Partei- Vorstandes wußten Ivohl, der Beschluß auf Beendigung könnte ihrer Popularität schaden. Aber sie zogen cS vor, lieber unpopulär zu werden, als die Jnieressen des Proletariats aufs Spiel zu setzen. Wir werden den Kampf schon in einigen Wochen iveitersühren. Aus der heutigen Berfannnlung wird eine Einigkeit größer denn je hervorgehen. Collcan-Ltixemburg: Ich hätte gegen die Beendigung des Streiks gestimmt, oder mich enthalten. Aber wenn der Parteivorstand also beschlossen hat, so ließ er sich von den Gedanken leiie», der Regierung die Gelegenheit zu nehmen, unsre besten Kämpfer z u füsilieren. Eins ist klar. Von heute an ist e i n e R e- v 0 l u t i 0 n i n B e l g i e n unmöglich, aber e b e n s 0 u n- möglich sind alle Kompromisse mit bürgerlichen Parteien geworden. Die Liberalen haben unS immer verraten und wir müsten demzufolge mit einer reinen s 0 e i a l i st i s ch e n K l a s s e n p 0 l i t i k den Anfang mache n. Eine Taktik gegen alle bürgerliche Parteien wird nur alle unsre Kämpfer zu der größeren Begeisternng und Anstrengung ansporne». Delegierter von Herstal: Die ividersprechende Stellungnahme des Parteivorstandes vom Freitag zum Sonntag, den 20. April, hat eine Bestürzung ohnegleichen in unsren Kreisen hervorgerufen. Wenn nun auch die zur Erklärung der gefaßten Beschlüsse vor- gesührten Gründe gewichtig sein mögen, so lönue» sie diese dennoch nicht rechtfertigen. Sie können die klaffenden Widersprüche zwischen Thaten und Versprechungen wie die sich widersprechenden Aktionen selbst nicht erklären. Das Argliment, daß Liberale, Industrielle, dann, wenn der Streik beendigt sei, zu unsren Gunsten beim König inter- venieren würden, ist nicht ausreichend. Auch die aus- gedrückten Hoffnungen auf den König sind zur Erklärung nicht ans- reichend. Wie oft hat man mit Worten gespielt Ivie:„Wir gehen bis' a»Is Ende; oder>v i r st e i g e n in die S t r a ß e I" Wie oft haben uns unsre Abgeordneten gefragt:»Seid Ihr bereit. oder können Ivir auf Euch zählen?" Als wir bereit ivaren, als tvirkdas Signal er>v arteten, blieb dieses a u S; an besten Stelle hielt man uns Predigten, wie: „Ruhig ausharren, Kampf nicht nötig" usw. Auch die Ab- geordneten kanten ihrem oft gegebenen Versprechen, als d i e e r st e n d e» K a m p f in der Kammer z n b e g i n n« N, nicht nach. Sie hielten das alles nicht mehr für nötig Die Niederlage ist trotzdem nicht zu groß, wen» wir die Lehre« auS diesem Kampfe ziehen. Verfallen wir nicht mehr, wie es schon heute wieder den Anschein hat, in den alten Fehlerl Lecke«, Mitglied des Parteivorstandes: Bei den ganzen Rednern habe ich eine Oberflächlichkeit gefunden. Keiner hat die Frage gründlich erörtert. Die meiste Verblüffung haben die beiden sich widersprechenden Beschlüsse vom Freitag, den 18. und Sonntag, den 20. April hervor- gerufen. Wir haben leider Genossen, in deren Kopf der Gedanke einer Niederlage nicht hinein wollte. Sie konnten nicht b e- greifen, daß ivir am 13. April, als die Revision abgelehnt ivar, wir wirklich verloren hatten. Als ihre Hoffnungen an diesem Fceitagnachnrittag zu nichte waren ivollten sie immer noch nicht glauben, daß 300 000 Mann den Sieg nicht mehr herbeiführen konnten. Man schielte dann nach den Liberalen und den König. Auch diese blieben hart. Die optimistischen Genossen wurden durch die nackten Thatsachcn endlich gezivungen, sich vom Freitag bis zum Sonntag mit der Niederlage vertraut zu machen— das find(die Ursachen dieser leider so viel diskutierten Beschlüsse.— Wir sind nicht bis ans Ende ge- gangen; nicht aus F u r ch t, s 0 n d e r n i m P a r t e i i n t e r e s se. Zu spät haben wir gemerkt, daß der Widerstand weniger bei der Regierung als bei dein König zu suchen war. Wir habe» hieraus die Lehren gezogen und iverden uns von neuem mehr mit der republikanischen Propaganda zu beschäftigen habe». Destree» Abgeordneter von Charleroi: Freitag, den 18. April. erhielten wir gleichzeitig die Nachricht von der Ablehnung der Revision und die Fortführting des Streiks bis ans Ende. Die Fortsetzung des Kampfes rief großen Jubel hervor. Kaum Ivaren indes die nötigen Vorbereitungen für einen lange» Kampf getroffen, da traf ivie ein Blitz aus Helten« Hiinmel die Order ein, den Streik zu beendigen. Im ersten Augenblick wollte dies niemand glauben. Als die Nachricht sich be- släligte, legten die besten Kämpfer heftige Proteste ein. Die Ruhe trat erst ein, als von Brüssel einige Genossen erschienen und uns die Gründe ihres Schrittes auseinandersetzten. Der Delegierte von Charleroi im Parteivorstand hatte den Auftrag, Sonntag, den 2V. April, für Fortsetzung deS Streiks zu stimmen. Er hat seinen Auftrag nicht erfüllt und ist auch von seinen Mandanten desavouiert worden. Anf'jeden Fall waren wir bereit, den Kampf bis ans Ende zu führen. Aber das Unglück ivar, daß über das„jusgu'au beut" (bis ans Ende) die Meiiiungen sehr geteilt waren. Wir verstanden darunter, nicht eher aufzuhören, mit allen Mitteln bis zum endlichen Siege zu kämpfen. Die andren verstanden darunter. so lange die Alliierten mit uns gingen. Wer hätte von uns geglaubt, daß der Kampf beendigt werde, noch ehe er begonnen? Daß der Kampf aussichtslos ge- wesen wäre, kann niemand beweisen. Bloße Ber- mutungen ersetzen nicht Gründe. Die Verhältnisse waren so, daß wir den Kamps g e t r 0 st und mit guten Aussichten hätten ausführen können.(Widerspruch.) Hätten Sie Angst bekommen vor den Gewehren der Civilgarde?(Rufe: Nein, nein.) Fühlten Sie sich nicht stark genug, die ganze Batthe zum Teufel zu jagen?(Ja, ja. Rauschender Beifall.) Ja, ivir haben zu viel in P h r a s e n r e v 0 1 u t i 0 n, zu wenig in wirtlichen Thaten machen sehen. Wir werden deshalb künftig Vorsicht üben müssen vor den revolutionären Phrasendreschem, Vorsicht vor denen, die revolutionäre Phrasen gar fein drechseln, aber im Momente der Er- füll» n g der Worte ausreißen.(Minutenlanger Beifall.) Ich mißbillige den Beschluß(Beendigimg des Streiks) deS Parteivorstandes. Er hatte nicht das Recht, das zu beschließe»!, ohne die Gruppen zu konsultieren. Die Arbeiterklasse hat gezeigt, daß sie der ganzen Aufgabe besser ge- wachsen und instinktiv die Sachlage besser beurteilt hat, als unsre ganzen Parlamentarier. Die Arbeiter- klaffe ist mündig geworden, sie verlangt überall gefragt zu iverden. Ja. sie lehnt selbst daS Gute ab. daS man ihr. ohne sie zu fragen, geben will. Wir verlangen, um solche Vorfälle künftig zu verhindern, eine Reorganisation des Partei- Vorstandes. Wir wollen ihn zusammengesetzt wissen auS selbständigen unabhängigen Genossen, Mitgliedern der Syndikate, auS Arbeitern. Wir wollen, daß die Arbeiter, die die Bcschlüste auS- führen und die Folgen tragen müssen, auch diese selbst fassen. Eins steht fest: die Kompromisse sind für immer vorbei. Die Liberalen ließen uns schon im Stich, als wir mit O b st r n l t i 0 n drohten und s i e f r a g e n uns heut- pöttisch: Warum habt ihr keine Obstruktion ge- macht? Als der C h i n a s e I d z u g begann, haben die l i b e- ralen Bürgern! ei st er der vier größten belgischen Städte sich bemüht, Soldaten auf die chinesische Schlachtbank zu schicken. Und bei der Wahlrechtsbewegung haben diese liberalen Bürger- meister, unsre alliierten„Freunde", keine Hand zu unsren Gunsten gerührt. Ja, im Gegenteil, ihre Meute von Polizisten haben sie gegen uns losgelassen. Wir Revolutionäre werden, allein auf unsre eigne Kraft vertrauend, den Sieg erlangen.(Tosender Beifall.) Hubi»(Abg.) protestiert gegen die Rede Desträs.(Stürmische Unterbrechungen.) Verdnre(Delegierter der Borinage) greift den Parteivorstand heftig an.(Tumult. Abgg. Delporte und Barly: Sie lügen, lüge n.) Vandervelde springt auf die Bühne und will sprechen. Die ganze Masse ruft:„Schweigen Sie---". Sobald Vandervelde zum Sprechen anhebt, beginnt der Chorus:„Schweigen, schiveigen."(Abg. Terwegne wechselt heftig Worte mit seiner Nach- barschaft.) Verdure setzt seine gegen den Parteivorstand gerichtete Vor- lesung fort. Er läßt die Begebenheiten in kritischer Form Revue passieren. Ansccle: Ich bin gegen die eingelaufenen Rcsolntioncn. wie gegen jede, die nicht ohne Umschweife die Stellungnahme des Partei- vorstandeS gutheißt. Die Stellungnahme der Liberalen und des Königs hatte auf unsren Beschluß nur einen sekundären Ein« fluß. Die Interessen des Proletariats vor allem diktierten unsre Beschlüsse. Sie sprechen, wir sind geschlagen, wir haben die Schlacht verloren. Ich bin nicht dieser Ansicht. Ich fühle mich nicht ge- schlagen. Wir haben nur einmal den Kampf für einen Augenblick eingestellt. DaS ist alles. Morgen wird es weiter gehen. Unsre Feinde waren auf alles gefaßt, bewaffnet bis an die Zähne und entschlossen, den Kampf auf Leben und Tod zu führen. Sie wußten, um was es sich für sie handelte. Und es ist klar, daß ein solcher bewaffneter Feind nicht auf den ersten Anlauf geschlagen werden kann. DaS wird erst nach zwei, drei oder niehr Schlachten möglich sein. Ich habe während meiner politischen Thätigkeit alle bürgerlichen Parteien bekämpft und bin dann doch mit ihnen wieder zuweilen z n s a in m e n gegangen. Wer wagt daraus abzuleiten: ich sei kein guter Socialist? Auch kann ein tak- tischcs Borgehen wie das bei dem Revisionskampf in Zukunft abermals notwendig iverden. Was hat der Kampf gelehrt? Er lehrt uns, daß die klerikale Regierung sehr gut weiß, daß das allgemeine Wahlrecht ihr den GaranS macht; daß sie sich mit aller Macht gegen desten Einführung sträuben muß. Der kompakten klerikalen Masse müssen Ivir unsere Einigkeit, unsere gemeinsame Energie und Solidarität entgegensetzen, dann iverden die Psaffeu niemals wieder als Majorität in die Kammer einziehen. Immer vorwärts, gemeinsam vorwärts für das allge« meine Wahlrecht.(Stürmischer sich wiederholender Beifall.). Der Kongreß stimmt die Internationale an. ES kommt zur Abstimmung. Die Resolution, die die Beschlüsse des Parteivorstandes ohne Umschweife gutheißt, wird gegen eine starke Minorität angenommen. Der Kongreß wurde 6 Uhr geschlossen. politische Mebeelicht. Berlin. de» k. Mai. Die Zuckerfrage im Reichstag. Das Haus stand am Montag so unter dein unmittel- baren Eindruck der Nachricht von dem Eisenbahnunglück bei Delitzsch, das einem Mitglied des Hauses das Leben ge- kostet hat, daß die dritte Lesung der Diätenvorlage für die Zolltarif- Kommission fast unbemerkt vorüber- ging. Von keiner Seite wurde mehr ein Wort darüber verloren. Die Linke beschränkte sich darauf, durch die Ab- stimmung gegen den Entwurf zu protestieren. Schneller auch, als sich voraussehen ließ, wurde die akademische Erörterung über den T 0 l e r a n z a n t r a g des Centrums zu Ende geführt. Unsere Fraktion hatte ihrem An- trag auf Fortfall des Religionsunterrichtes in allen öffent- lichen, der allgemeinen Erziehung dienenden Schulen eine genauere Form gegeben. Den principiellen Gedanken dieses Antrages vertrat heute Bebel gegen die Angrisse des nationalliberalen Dr. Hie ber, und Kunert schloß sich ihm an, um seinen Streit nüt dem polnischen Abg. Fürst Radziwill auszusechten. Aber auch gegen die aufdringliche Mentorschaft des Herrn Richter mußte sich Bebel wenden. In seiner Liebedienerei gegen das Centrum vermerkte es der freisinnige Führer höchst unangenehm, daß unsre Redner sprachen und Anträge begründeten. Bebel wies ihn energisch in seine Schranken zurück. Bei einem weiteren Paragraphen des Toleranzantrages hatte dann Stadthagen noch einen kleinen Konflikt mit Herrn Dr. Hieber, bei dem er die Lacher auf seiner Seite hatte. In seinem Aerger zog sich Herr Dr. Hieber einen Ordnungsruf zu. Die Hauptaufmerksamkeit des Hauses aber galt dem Gegenstand der Tagesordnung, wo die materiellen Interessen am stärksten in Bewegung gesetzt werden: der Zucker- frage. Die Angelegenheit schien dem Reichskanzler so wichtig, daß er sich an der Spitze der beteiligten Ressort- minister im Hause einfand und die Vorlage in einer langen Rede begründete. Neue Gründe für die Notwendigkeit, sich der Brüsseler Konvention anzuschließen, hatte Graf Bülow nicht anzuführen. In der Hauptsache waren seine Worte darauf berechnet, die Rechte durch aller- Ijnnb Liebenswürdigkeiten gefügiger zu machen und die Verschleppungsversnche zu verhindern, die sie offenbar im Plane hatte. Die Erfolglosigkeit dieser Methode bei der jitanalvorlage hat den Reichskanzler offenbar nicht eines Besseren belehrt. Auch heute versagte sie gänzlich. Die Rechte besteht auf ihrem Schein, sie dringt auf eine Durchberatung in einer Kommission und es scheint so, als ob das Centnlm den Zuckeragrariern diesen Gefallen thun will. Der Freisinnige W i e m e r und der Redner uusrer Fraktion Genosse Wurm deckte das Manöver der Zuckerinteressenten auf. Eine Kommissionsberatung kann an den Dingen nichts ändern. Deutschland steht �vor einem Entweder— Oder. Entweder tritt es der Konvention bei, dann bricht der mächtige Znckerring, der jetzt alle Minen springen läßt, in sich zusammen, oder es schließt sich aus, dann verliert Deutschland den englischen Zuckermarkt und gerät in tvirtschaftlichen Kampf mit den wichtigsten Kulturländern. In seiner ausgezeichneten Rede wies Wurm darauf hin, wie die Prämicnwirtschaft für die 5llassenregierungen der einzelnen Länder zu einer Schraube ohne Ende geworden ist. Die unheilvollen Wirkungen des Zuckernnges deckte er schonungslos auf und vergaß nicht, an die Ausbeutungen zu erinnern. denen die Arbeiter in der Znckermdustrie ebenso wie die kleinen Rübenbaner aus- gesetzt sind. Bei der Festsetzung der Tagesordnung für Dienstag kam es noch zu einem heftigen Zusammenstoß derLinken mit derMehr- hcit. SBunn hatte mit Recht in seiner Rede darauf hingewiesen, daß man den Verschleppungsgelüsten der Rechten am besten da- durch begegnen könne, daß man den Schnapsinteresscntcn die Branntweinsteuer-Vorlage so lange vorenthält, bis die Zuckcrsteuer-Vorlage erledigt ist. Hiergegen aber wehrte sich die Rechte; sie will es gerade umgekehrt haben: erst den Branntwein und dann den Zucker. Dementsprechend beantragten die Abgg. Sieg, v. Kardorff und v. Komierowski, das Brannt- weinstcuer-Geietz auf die morgige Tagesordnung zu setzen. Bebel und Richter, denen sich auch das Ceutrum anschloß, widersprachen. Dem Präsidenten blieb nichts übrig, als über den Antrag abstimmen zu lassen. Richter aber bezweiseltc die Beschlußfähigkeit des Hauses, und es stellte sich die Beschlnßnnsähigkeit des Hauses heraus. Es mußte also bei dem ursprünglichen Vorschlag des Präsidenten bleiben, der die Beratung der Branntweinsteuer-Vorlage der Erledigung von Petitionen hintansetzte. Die Rechte schäumte vor Wut und ihre Heißsporne fordern, daß sie am Dienstag Gleiches mit Gleichem vergelten und die Wciterbcratnng der Zuckcrstcuer verhindern solle.— Die Zulassung von grauen zu politischen Vereinen. Die Zulassung von Frauen zu polittschen Vereinen, die in letzter Zeit andauernd die Oeffcntlichkeit interessiert hat, beschäftigte das Abgeordnetenhaus in seiner Sitzung vom Montag. Die Landcsvereine preußischer Volksschuhllehrerinnen hatten um Acnderung des Vcreinsgcsetzes in der angedeuteten Richtung petitioniert, und die Kommission beantragte, gemäß der reaktionären Zusammensetzung des Hauses, über die Petttton zur Tagesordnung überzugehen. Im Lauf der Debatte ergriff der Minister des Innern, Frhr. v. H a m m e r st c i n, das Wort. Seine Rede ist um deswegen von hoher Bedeutung, weil er unumwunden zugab, daß bisher in Preußen mit zweierlei Maß gemessen wurde. Räch seiner Auslegung des Vereinsgcsetzes ist die Polizei nicht verpflichtet, sondern nur berechtigt, politische Vereins- Versammlungen zu überwachen und event. die Entfernung der Frauen zu verlangen, und sie hat bisher von dieser Befugnis nur„bestimmten, politisch sehr scharf auftretenden Vereinen gegenüber" Gebrauch gemacht, nicht aber gegenüber solchen Vereinen, deren Verhandlungen in einem ruhigeren Fahr- Wasser dahin fließen. Der Minister steht nicht an, offen zu erklären, daß die Polizei ungerecht verfahre n ist, und er glaubt, diese Ungerechtigkeit durch seine Verfügung an die Regierungspräsidenten zu beseitigen, wonach Frauen, die nur als Zuschauer anwesend sind, im Saale geduldet werden sollen. Sobald aber die Frauen versuchen, politisch thätig zu sein, soll die Polizei ihre Entfernung verlangen dürfen. Er warnt die Frauen, dieses„Entgegenkommen" zu mißbrauchen, denn dann wäre er gezwungen, von der Befugnis, die das Gesetz ihm giebt, schärferen Gebrauch zu machen. Die Rede des Ministers spiegelte in ihrer hilflos tastenden Unsicherheit sehr getreu die völlige Sinnlosigkeit des heutigen Vereinsgesetzes. Herr v. Hanimerstein erklärt zwar — und es gehört erstaunlicher Mut dazu, er stehe' in der politischen'Frauenfrage noch auf dem Standpunkt vor fünfzig Jahren— aber er will doch kein Don Quixote der Reaktion sein und versteht sich zu kleinen Anpassungen an die modernen Bedürfnisse. Aber er bleibt auffhalbemMege stehen und lvagt nicht, ganze Arbeit zu machen und eine Aenderung des Vcreinsgesetzes zu veranlassen. Ein weiteres Konzessiönchcu des Ministers liegt auch darin, daß er er- klärte, man brauche cS nicht so genau zu nehmen, wenn ge- legcntlich einmal in Benifsvereinen politische Fragen be- handelt werden. Die konscrvativ-klcrikale Mehrheit des Hauses stellte sich auf den Standpunkt des Ministers offenbar deshalb, weil nach wie vor die Frauen dem Ermessen der Polizei über- lpntwortet bleiben, statt daß sie ein gesetzliches Recht zu fordern haben. Die Linke trat für die Erweiterung der Frauenrechte ein. In Ucbercinstimmung mit dem Kommissions- antrage ging das Haus über die Petttton zur Tagesordnung über, und bekundete dadurch sein Einverständnis damit, daß auch in Zukunft nicht das Gesetz, sondern die Polizeiwillkür auf dem Gebiete des Vereiuswesens in Preußen maßgebend sein soll.—___ Nieder mit dem Reichstags- Wahlrecht. DaS preußische Herrenhaus begann am Montag die Beratung des StaatöhauShaltS-EtatS, oder besser gesagt, ein Geplauder über alle möglichen Fragen, die den edlen nnd erlauchten Herren am Herzen liegen. Bon einer eigentlichen EtatSberaNmg kann in diesem Hanse keine Rede sein, denn die erste Kammer hat nicht da» Recht, irgendwelche Aenderuugen am Etat vorzunehmen. Nm aber wenigstens nach außen hin den Schein zu wahren, werden alljähr- lich einige niehr oder weniger überflüssige Reden gehalten. Programmmäßig macht schon seit Jahren Graf Mirbach den Anfang mit dem Gerede. Er ließ eS sich auch diesmal nicht nehmen, als erster— ausgerüstet mit der ganze» Wissenschaft des JahrhimdcrtS, die für ihn in den beiden Bänden der Bismarckschen Gedanken und Erinncnmgen znsammengefaßt ist— das Wort zu ergreifen, nicht etwa, nm über den preußischen Etat, sondern um über RcichStagS-Diäten, Reichstags-Wahlrecht und Zollpolitik zu reden und die Beseitigung de» geheimen Wahl- rechts zu fordern. Bor Jahren hat Graf Mirbach, wie erinnerlich, die EiatSbcratung im Herreuhause benutzt, um über den Staats- streich zu predigen. Ganz so scharf ging der Graf diesmal nicht vor? er fürchtet, daß der Zolltarif an der chronischen Beschluß- Unfähigkeit des Reichstages scheitern könnte, er ist ergrimmt darüber, daß aus demselben Grunde in der vorigen Session die Novelle zum Braimtweinsteuergesetz nicht zu stände gekommen ist, warnt aber trotzdem davor. Diäten zu bewilligen. Die Vorbedingung für die Bewilligung von Diäten ist für ihn die Beseitigung des geheimen Wahl- rechts, das nur den radikalen Parteien zu gute kommt. Dabei ist er so gütig, zu versichern, daß keiner seiner Freunde an die Be- seitigung des allgemeinen Wahlrechts denkt; er hält jetzt offenbar das allgemeine Wahlrecht für da? beste aller Systeme, sofern es durch öffentliche Kontrolle ermöglicht,.gute" Wahlen zu erpressen! Graf Mirbach redete insbesondere dem Centrum gut z», Diäten für die Beseitigung der geheimen Wahl zu nehmen. Nebenbei versetzte er dem toten Caprivi noch einen Fuß- tritt, spottete über den Zickzack-Kurs, gab seinem Wnnsche »ach einer neuen ZuchthauSvorlage Ausdruck und forderte die An- bahnung einer„nationalen" Wirtschaflspolitik. Die Vertreter der Regierung gingen auf den Inhalt der Mirbachschen Rede nicht ein. Minister Frhr. v. Rhei Nbaben vertrat den durchaus korrekten Standpunkt, daß es nicht Sache des Landtags sein könne, Angelegenheiten des Reiches zn erörtern, und er ließ sich von dieser Ansicht auch nicht abbringen, als Graf Mirbach ihm aus seinem Bademekum eine entgegengesetzte Aeußermig des Fürsten Bismarck vorlas. In sachlicher Hinsicht trat nur der Breslauer Oberbürgermeister Bender dem Grafen Mirbach ent- gegen. Im übrigen wurde die Etatsberatnng durch eine Polen- debatte ausgefüllt, an der sich u. a. der Exjesuit Graf Hoens- b r o e ch, Fürst Bismarck nnd Minister Frhr. v. H a m m e r st e i n beteiligte». Neues zeitigte die Debatte nicht. Am Dienstag werden die Specialetats beraten.— »» » Deutsches Weich. Der Fall Kanffmann. In der Angst ihres bösen Geivisscns kommt die„Freisinnige Zeitung" wiederholt ans den Fall Kanffmann zurück. Sie behauptet jetzt, daß Kanffmann noch dieser Tage an eine ihn befreundete Adresse in Berlin wörtlich geschrieben habe:„Ich habe bereits die Angabe des„Lokal-Anzeiger"(„auf Anraten meiner Freunde usw."' berichtigt. Sie haben treffend erkannt, daß dies z» berichtigen war. Auch sonst enthält der Artikel vieles nicht Verstandene." Wir müssen der„befreundeten Adresse" anheimgeben, mitzuteilen erstens, daß s i e an Kanffmann geschrieben hat, und ziveitens, was Kanffmann ihr vollständig geantlvortet hat. Es wird sich dann heraus- stellen, daß die„Freisinnige Zeitung" nnt diesen ans dem Znsammen« hang gerissenen Sätzen den reinen Hokuspokus treibt. Ferner behauptet die„Freisinnige Zeitung" nach ihrer bekannten, der Loyalität und dem Scharfsinn der Tausch und Meerscheidt- Hülleffem abgemausten Schnnffelmanier, die Artikel de?„Vorwärts" über den Fall Kanffmann seien von dem„sattsam bekannten Herrn Mehring" verfaßt. Wir haben keinen Anlaß, uns dieser schoflen Manier, die der.Freisinnigen Zeitung' um so schöner zu Gesicht steht, als sie selbst von der Anonymität der Presse den aus- gedehntesten Gebrauch macht, irgendwie anzubequemen und be- schränken uns auf die Bemerkung, daß die Artikel deS„Vorwärts" über den Fall Kanffmann unter unsrer redaktionellen Berantwortlich- keit erschienen sind. Genosse Mehring drückt uns übrigens brieflich seine lebhafte Genugthuung über die ihm von der„Freisinnigen Zeitung" ividerfahrene, leider nicht ganz verdiente Ehre an» nnd teilt uns zu unserer Information mit, daß er gern bereit sei, mehrere Zeugen zu benennen, die gerichtlich in der Lage sein würden, zu erhärten, daß Kmiffman» sich ihnen gegenüber in allen ent- ichcidcnden Punkten genau so ausgelassen habe, wie gegenüber dem Interviewer des„Lokal-Anzeigers". DaS einzige, ivaS Kauffmann an diesem Interview— etwa von dieser oder jener, für daS öffentliche Urteil gleichgültigen Quisqnilie abgesehen— berichtigt hat, ist daS von der kapitalistischen Presse in den Bericht deS„Lokal-AnzeigerS" hineingetragene Mißverständnis, als habe Kanffmann sagen wollen, daß seine Freunde ihn zu dem schriftlichen„Verzicht" in der Liaison de sante veranlaßt hätten. Wir haben bereits hervor- gehoben, daß diese Behauptung von niemand aufgestellt worden lvar und auch nicht aus dem Interview des„Lokal-Anzeigcrs" heraus- gelesen werden brauchte. Um jedoch alle» weiteren Hokuspokus in dieser Frage abzuschneiden, stellen Ivir erstens fest, daß— ivie auch die„Freisinnige Zeitung" in einem unbewachten Augenblick verraten hat— die politischen Freunde KanffmannS schon vor seiner Er- lrankung über seinen„Verzicht" mit ihm verhandelt haben, und zweitens, daß der schriftliche„Verzicht" selbst nach seiner Erkranlnng von einer Persönlichkeit geschrieben ist, die zur Beratung KanffmannS nur ein gewiß aufrichttgeS Wohlwollen qualifizierte, nicht aber die in diesem Fall absolut notwendige Unabhängigkeit vom Rat« hause. Diesen„Verzicht" hat Kanffmann nur unterschrieben in dem Zustande geistiger Benommenheit, der durch ärztlich ihm vcr- chriebene Opiate erzeugt ivar, in einem Znstande. Ivorin er nach ärztlichem Zeugnis nicht diSpositionsfähig war. Ueber die völlige Rechtsungnltigkeit dieses vom 3. April datierten Papiers hat acht Tage lang in allen Kreisen. Ivo es bekannt war. nicht der leiseste Zweifel bestanden, und kein kapitalistischer Hahn würde danach gelräht haben, wenn Kanffmann wirklich geisteskrank gewesen wäre. Aber daß am 10. April, als KaufimaunS volllommene geistige Gesundheit durch die Acrzte der Maisou de sante festgestellt ivar, der wertlose Wisch durch die Reporter des Rathauses in die kapitalistische Presse lanciert und von dieser in dem Sinne verarbeitet wurde, als läge ein in vollkommener Geistes- nnd Willensfreiheit vollzogener Verzicht KanffmannS vor, das ist eine Infamie, die durch die ganze Lügen- kraft der„Freisinnigen Zeitung" nicht auS den Annale» des hiesigen KomnmnalsreisümS gelöscht iverdcn kann.— Der Aufschwung der Vtchproduktton. DaS königliche statistische Bureau Preußens fährt fort, ivertvolles Material gegen de» Zolltarif der Reidisregicrnng zn liefen«, indem eS die Einzel- ergebnifie der Viehzählung von 1900 veröffentlicht. Daß nicht nur die Stückzahl des Viehes, sondern auch der Berka ufslvert seit 1892 geivaltig gestiegen, daß also nicht der mindeste Grund für Viehzölle vorliegt, haben«vir bereits»«itgeteilt. Jetzt erhalten«vir auch eine lehrreiche Statistik über die Steigerung deS Lebcndgcivichts der Viehbestände. Dtinach ist das Lebendgewicht des R i n d v i e h e S in Preußen von 3 45ü 505 631 Kilogramm in« Jahre 1892 auf 3 001 980 379 Klogramm im Jahre 1900 gestiegen, das' der Schlveine von 542 267 219 Kilogramm auf 706 725 016 Kilogramm.— Ncber daS Trauerreglemeut von 1792 soll dem Landtag nach Pfingsten ein Gesetzentivnrf zugehe». So ist den Freisinnigen, die einen Antrag auf Aushebung der KabinetSordcr stellten, von der Regierung mitgeteilt Wolde». Hoffentlich bringt die Novelle nicht etwa eine gesetzliche Bestätigung der jetzt' nicht rechtsgültigen Kabinetsorder.— Agrarische Flotteuneiguug. Bisher war die Flotte den Bündlern„gräßlich", jetzt keimen zarte Neigungen für das Jnstnnnent der Wcltpolitik iin finnigen Aqrariergemüt. Es«viiilt die Änssicht. als Heizmatenal für Kriegsschiffe anstatt der Steinkohle Spiritus zu verwerte» I Der Kaiser hat Versuche augeordnet, Dampfschiffe mit Spiritus zu heizen. Wie ivird sich der agrarische Moiiaichismus ernenecn, lvemi die gesamte Marine z««r Spirunsyeizinig übergeht I Die„Deutsche Tageszeitmig" schwelgt in Aiipr-lsinig der vortrefflichen Eigeilichaftcn ihres Spiritus für die Marine; z>var giebt sie zn, daß eine Verteuerung eintreten«vürde, doch das schreckt nicht gegenüber den Vorteilen, die der Kriegsmarine in ihrer Leistungsfähigkeit entstehen solle». Wenn man jüngst noch gegen die gräßliche Flotte geheime Raule spann, begeistert man sich nui« für die Vermehrung ihrer Leistmigsfähigkeit und gewiß bald auch ihrer Zahl— sofern dabei klingender Verdienst in den agrarischen Säckel strömt.— Die Verstaatlichung der Sacchariniudnstrie wollen die Zuckeragrarier in der Kommission beantragen. Die bestehenden Sacchaniifabrilen sollen, ähnlich wie 1899 die Pttvatposten, gegen EMschädiguiig abgelöst werden. Der Plan hat natürlich nur den Zlvcck, die lästige Konkurrenz loS zu«verde««.— Das Anti-Polcilgcsck; soll nicht nur weitere 100 Millionen Mark zur Verstärkung des Fonds der AnsicdelnngSkoimnissiou fordern, sondern auch einen neuen Fonds von 100 Millionen Mark zum Ankauf von Domänen in den polnisch gewählten Landes- teilen.— Die Schule in Mecklenburg. Ueber ein neues„Regulativ für die Sommerschulcn im Domaniiim" wird dem„B. T." be- richtet: „Die Unterrichtszeit ist nach Z 1 auf vier Stunde» täglich festgesetzt, MittnwchS und Sonnabend" auf drei. Wohlgemerkt, für ei«, klassige Schulen! Aber die Schulzeit kann noch bedeutend ermäßigt«verde» I Nach§ 7 brauchen Kinder,«velche die Dieustc'rlaiibuis haben, mir acht Stunden wöchentlich unterrichtet zu iverdcn, die anf drei Tage zu verteilen sind, und zivar entfalle» von diesen acht Stunden aus Religion vier Stnnden, auf Deutsch und Rechnen je zivei Stunden. Alles aiidre ist osseiibar für einen echten„Meckelnbörger"«»«nötiger Ballast. Zu den vier ReligionSstiniden kommen dann aber noch jede» Sonntag ei» bis zwei Stlinden kirchliche Kiuderlehre, die bei Eutziehiiiig der Dienst- erlaubnis ja nicht versäumt«verde» dürfen." Beinahe ist so das Schnlideal des JimkcrlnmS erreicht. Nur «vären noch einige Stunden Rechnen und Deutsch dtirch ReligionS- stunden zu ersetzen I— Ausland. Zu den französischen Stichwahlen. Paris, 2. Mai.(Eig. Der.) Wie heute gemeldet, ist die Mehrheit oder sogar die über- «viegcnde Mehrheit der 173 Stichivahlen, rein ziffernmäßig betrachtet, den Linksrepublikanern beziv. der Regierung günstig. Das Ihatsächliche Ergebnis hängt aber natürlich davon ab, ob die „republikanische Disciplin" nicht iiur von den Kandidaten und ihren Komitees, sondern auch von den Wähler» befolgt«verde» wird. In Frankreich kommt cS mich auf den gute» Willen der Kandidaten au, da hier gesetzlich sämtliche Kandidaten der Hanptwahl ohne Unterschied ihrer Stimmenzahl, sowie auch ganz neue Kandidaten an der Stichivahl teilnehmen dürfen. Bisher vollzieht sich nun der Rückgang der Kandidaturen fast allcnthalven und besonders in Paris sozusagen mit militärischer Pünktlichkeit, und zwar im linksrepnblikanischen Lager pünktlicher als im nationalistisch-melimstischen. I» Paris gehen die sich zurück- ziehenden linksstehenden Kandidaten vielfach noch«veitcr: sie be- teiligen sich aktiv am Wahlkampf zu Gunsten ihrer glücklichen Neben- buhler. So der unabhängige antiministerielle Socialist Le G r a n d a i s zu Gunsten des bisherigen Abgeordneten, des miuisteriellen Socialistcn R o n a n e t; ferner der socialistisch« Kandidat, das Pariser GcnicindcratSinitglied Labusquiere (den Jaurssisten nahestehend) zu Glinslei« G abriel D e v i l I e s; der socialistssche Kandidat Navarre(Pariser Gcmcideratsmitglicd, aus der lokalen jaurssistischen Organisation vor den Wahlen ausgetreten. »in gegen deren Willen seine eigne Kandidatur aufzustellen) zu Guiisien deS Kandidaten der Janrösiften, des Arbeiters Card et. Nock) mehr. Im 13. Pariser Bezirk, wo es den bisherigen nanona- listüchen Abgeordneten niederziiwerfen gilt, tritt der jmiröfistiiche Kandidat, der Arbeiter G i v o r t, nebst der Organisation aktiv siir den linksradikalen Kandidaten, Professor B u i s s o n ein. Die lokale Situation»nd die Stimmeiivcrtcilinig in der Hanptivahl sind nämlich derart, daß nur die Vereiiiigimg sämtlicher socialistischer HaupUvohI- Stiunnen auf Buisson den Nationalisten, einen ex-Bonlaiigisten, der diesen stark proletarischen Kreis seit 1889 verscuckt. besiegen kann. Andrerseits arbeitete im benachbarten Kreis der ziinickgelrelene links- radikale Kandidat am Wahlerfolg des genannten jaurssisti'chcu Kandidaten, C a r d e t,»«it. Und auch sonst treten die Radikalen zu Gunsten der socialistischen Kandidaten zurück. Die Pariser Zeitungen:„Aurore",„Fronde",„Lanterue", „Petite Rspublique",„Nadical",„Rappel",„Siede"(selbst der „ S i b c l e", das Organ des ehemalige» SocialistentöterS A v e S G u y o t!) unterstützen für das Seine-Departenient eine gemein- s a in c Kandidatenliste, auf der nebst bürgerlichen Radilalen Jauresisten und Blanqnisten stehen. Was die Stellung der anti ministeriellen Social« st en zu den Stichivahlen betrifft, so weichen die Blanqnisten von den GueSdisten ab. Das Revolutionäre Centralkomitee(der Vaillmilscbcn revolutioiiär-socialiftiichen Partei) hat beschlossen, daß alle Partei- kandidaten, die leine ernste Aussicht in der Stichwahl haben, ihre Kandidatur zurückziehen müssen in den Wahlkreisen,.«v o die Wahl eines reaktionären oder nationalistischen Kandidaten z» befürchten ist", wobei die lokalen Organisationen „sofort nntzliche Vorkebnnigen«in Interesse deS SoeialiSmuS und der Repnblil treffen niüfsen." Dagegen hat der gnesdistische Partei- vorstand— übrigens gemäß dem Beschlüsse des lctztjährigeu Roubaix- KougresseS niit niiter Bezugnahme auf denselben— den ciiizelucn Föderationen für die Stichivahl sreie Hand gelassen. Der Beichlnß von Roudnix besagt:„In der Stichivahl«verde» die Föderationen forlfahren zum Besten der Partei-Jniercssen z» Handel» innerhalb der Schranke» der verbotenen Alliancen nnd der geduldeten Koalitionen, lvie dies auf dem Kongreß zu Jvry beschlossen wurde." Der Beschluß von Jvry(1900) wurde bekanntlich auch vom inter- nationalen Kongreß 1900 votiert. ES liege» nun zivci konkrete Beschlüffe guesdistischer Lokal- organisationen vor. Die Pariser Föderaiion Hot ihre Kandidaten „eiiifach" zurückgezogen, d. h. ohne sich z» Gunsten irgend eincS Stichwahl-Kaudidalen erklärt zu haben. Die L i I l e r Sektion(Nord) hat«nit 135 gegen 119 Stimmen ein Zusammengehe«» mit de» Radikale» in der Stichwahl verivorfeu, und zivar entgegen ihrem früheren Vorhalten: der Gemeinderat von Lille wurde 1396 und 1900 der Reaktion entrissen dank dem Zusammengehen der GneSdiste» und Radikale». Jetzt stehen in Lille zur Stichivahl zivei gnesdistische Kandidaten, deren Erfolg von den Radikalen abhängt, wie ander« seitö die Wahl niehrerer Radikalen in» Norddeparlcnient von de» Guesdisten abhängt.—_ Schweiz. Genosse Wullschleger gewählt. Wie unS durch ein Privat- telegranim gemeldet wird, lvurde Genosse Wullschleger in der Stich- ivahl mit 5261 Stimmen zum Regierungsrat geivählt.— Insgesamt wurden 22 Socialdemokrateu tu den Großen Rat gelvählt. Die Stadt Bern entsandte 7, B i e l 5 socialdeinokratisch« Kantonalsräte.— Iin Kanton Bern lvurde das ErbschaftS st euer-Gesetz verwarf««, das Eisenbahn-Subventionsgesetz angenonunen.— Niederlande. Die Königin Wilhelmine »st also doch nicht an» Typhus erkrankt gewesen, vielniehr haben sich die Befürchtimgen bestätigt, daß sie abern»als von einer Fehl. g e b»i r t entbunden»vorden sei. ES steht also fest, daß die jnnge Königin au einem schweren organischen Unterleibsleiden erkrankt ist. rc-�ri .... en dem sie wahrscheinlich dahinsiechen wird. Die Kraule soll furchtbar leiden. Man nrnchr sich denn auch bereits mit dem Snsjcrftcn r.-riraut und rechnet damit, dag die Gemahlin deS Prinzen Heinrich VII.. Rcnh, den Thron besteigen wird, der für die arme iunfle «önflht feit ihrer Berheiratima zu einem Martyrium geworden ist. lieber die Ursache der Erkrankung der Bcdauernsiverten, die man ja überhaupt so lange als möglich zu vertuschen versucht hat. haben sich die behandelnden Mediziner noch nicht geäußert.— Vsvkei-MsÄxvirtzken. Zur Aufklärung deS„Correfpondeut". SluS dem Parteibureau erhalten wir folgende Zuschrift: Ans Anlaß einer Polemik über den Geiieraistreil in Belgien schreibt der.Correspondenf. das Organ für Deutschlands Buchdrucker. u. a. wie folgt: .Wir haben mit voller Absicht darauf hingewiesen. daß der Partei vorstand.ganz gegen seine sönslige Gepflogen- dcir überraschend schnell Geldmittel für de» General- streik flüssig gemacht hat. Darauf erwidert der.Vorwärts" mit den» Himveis auf die Unterstützung der Buchdrucker durch die socialdemclratiiche Partei im Jahre 1891. Dies ist im Laufe der Zeil in der Parteipresse schon so oft geschehen, daß einige Auf- klärmig am Platze sei» dürste. Wir stellen fest, daß danials der Parteivorstand ivicderholte Gesuche der Nerbandsleituug, auf t ü r z e st e Zeit eine größere Summe den Buchdruckern als Darlehen zu gewähren, abgelehnt hat und daß er lediglich sich dazu bereit erklärte, den Leipziger Buchdruckenr, aber nur diese», 20000 M. als Darlehen vorzustrecken, welche Summe alsbald dem Parleivorstande wieder zurück bezahlt worden ist. Das ist die ganze Unterstützung, welche der Parteivorstand erst nach wieder- Hollen Vorstellungen den Buchdruckern zu teil werden ließ. S i e war mehr gezwungen als freiwillig zuge st anden worden. Darum berührt eS ebenso eigentümlich, daß der für die deutsche Arbeiterschaft so unendlich bedeutungsvolle Streik der Buchdrucker nur eine so w i d e r w i ll i g e. der Streik der belgischen Arbeiter dagegen eine frendige Unterstützung fand. Wenn der.Vorwärts" sagt, daß damals bei der Partei kaum ein Zweifel bestand, daß der Kampf der Buchdrucker erfolglos bleiben würde, so>var das zur Zeit des Unterstiitzungs« gesuches nicht zu sagen, während niit dein Augenblicke der Prosta- mierung de« belgischen Generalstreiks für jeden Klarblickenden das FiaSko feststand." Dieser Darstellung deS„Correspondcnt" gegenüber, die ersichtlich den Zivcck verfolgt, auch bei dieser Gelegenheit wieder bei seinen Lesern den Glanben zu erwecke», die socialdemokratische Partei habe von jeher der Bnchdrucker-Organisation gegenüber eine»n- freundliche, wen» nicht gar feindselige Haltung eingenonimc». seien folgende Thatsachen festgestellt: Die Arbeitseinstellung der Buchdrucker im Herbst und Winter im Jahre 1891 zum Zivecke der Erringung des Neunstundcntages fand in der gesamten socinldenrokcatischcii Partei die lebhafteste Unterstützung. In säintlichen Druckereien, wo socialdeniokratische Blätter hergestellt wurden, ist die Forderung schlank- weg durchgeführt, in mehreren Parteidrvckereien bereits danials der Achtstundentag eingeführt worden. In Partei- und Gewerkschafts- kreisen wurde für die Streikenden lebhaft gesammelt. Leider ergab sich, daß die Unternehmer im Buchdruckgewerbe für die große Auseinandersetzung sbesser vorbereitet wareu als die Arbeiter, und als dann im Dezember auch noch die Behörden in ent- schiedenster Weise gegen die Arbeiter Partei ergriffen, da ivar es klar, daß letztere für dieses Mal ihre Forderung nicht durchsetzen konnten. Während dieses Kampfes stellte die Organisation der Leipziger Buchdrucker einen Autrag auf Gewährung eines Darlehns an den Parteivorstand. Die Leipziger Buchdrucker haben lvührend der Zeit deS Socialijtengesetzes die Partei in aufopferndster Weise unterstützt. Die dortigen Genossen traten in entschiedenster Weise für das Darlchnsgcsuch ein. Unter Berücksichtigung dieser Umstände stimmte der Vorstand dem Antrage zu und bewilligte das Darlehn in Höhe von 20 000 M. Erst später kam der Verbandsvorstand mit dem Antrage, ein bedeutend höhere« Tarlehn ans der Parteikaff« zu gewähren. Der Vorstand lehnte ab mit dem Hinweis, daß eS immöglich angehe, die Partcikasse als NescrvefondS für die gewerkschaftlichen Kämpfe zu benutzen. Der Parteivorstand wies auf die Thatfache hin, daß er früher schon eiirer Reihe andrer Gewerkschaften gegenüber denselben ablehnenden Standpunkt habe einnehmen müssen, und daß er im Interesse der Parteifinanzen nicht anders handeln könne. Würde der Parteivorftand ander? gehandelt haben, so wäre die Parteikasse durch frühere Streiks längst erschöpft ge- Wesen. Daß bei diesen Verhandlungen auch auf die Avsstiütslosio- keit deS Kampfes hingewiesen wurde, ist Thatsache. Wenn nun der.Correspondeut" schreibt, daß die den Buchdruckern von der Partei gewährte Unterstützung mehr gezwungen und widerwillig als freiwillig geivährt worden fei, so mag dem- gegenüber angeführt sein, wie von den am Kampfe direst beteiligten Arbeitern und deren Führer damals die von der Partei gewährte Unterstützmig beurteilt wurde. Am 14. Januar 1892 tagte im Lokale der hiefigen Bockbrauerei eine Biichdnickerversammlung, in der die Beendigung des Streiks beschlossen wurde. Den Antrag begründete der Schriftsetzer Philipp Schmitt. In dem Bericht über dieses Lieferat heißt es: Unter den gegebenen Berhältniffen und den Maßnahmen gegen die Gehilfen und unter Berücksichtigung der be- schränkten Mittel, welche bereits 177 Kollegen veranlaßt haben, fahnenflüchtig zu werde», sah sich Redner ver- anlaßt, namens der Kommission die Beendigung des Streiks für jetzt zu erklären, um nicht die principientreuen Känlpfcr noch mehr zu schädige». An dem Neiinstnndentag werde unentwegt festgehalten und derselbe später errungen iverden, der UnierstützinigSverein werde nicht fallen gelassen und im Geiste der modernen Arbeite rbewegilng ausgebaut, die Buchdrucker echte und treue Socialdeinokratcn werden.... Herr Töbli» schloß sich den Ausführungen Schmitts an. Zum Schlüsse faßte die Versammlung folgende Resolution: »In Rücksicht auf den großen Zuzug von 800 Streikbrecher» von außerhalb und den Abfall von ca. 200 hiesigen ehemaligen Kollege», wodurch der Streik aussichtslos geivordc» ist, beschließt die Versammlung, den Streik für beendet zu erklären. Die Versammlung verpflichtet sich aber, auch ferner fest und treu zui» Gcwerkverein, der für die Folge ein Kampfverein »verde» muß, zu stehen und in» Anschluß an die nioderne Arbeiterbe»vegung»nit de» social« de in akratischen Arbeitsbrüdern Schulter an Schulter um die Verkürzung der Arbeitszeit zu kämpfen. Angesichts dieser Kundgebung der direkt Beteiligten können»vir wohl über die Märchen und Salbadereien des.Correspondeut" zur Tagesordnung übergehen._ Tie Maifeier in Skanditiavien. In den drei nordischen Ländern hat die Maifeier einen impo- sanlen Verlauf genommen. In Kopenhagen war die Teil- nehmerzahl an dem großen Demonslrationszug iviederum größer als je zuvor und wird ans 18—20 000 berechnet. An der Spitze des Zuges marschierten die Führer und Reichstags-Abgeordneten der Arbeiterpartei hinter dem Banner des.Socialdemokratischen Ber« bandeS". Viele Häuser»varen mit Blumen und Guirlanden ge- schmückt. Unter den Geiverksctiaften erregten die ausgesperrte» Hafen- arbcilcr ganz besondere Aufmerksamke:.. Sie trugen ein Banner ,nit dem Bilde des despotischen Direltors vou„Det forenede Dampskibselskab" Brandt, der als Rosakeuosfizier gekleidet, die Knute über eine» Hafenarbeiter schivingt.»nit der Unterschrift: .Gestrenge Herren regieren»licht lauge." Ans mehreren Staudarten war die Forderung ans Staatshilfe für die ArbeitSIosen-Kaffen der Gewerkschaften hervorgehoben. Die Straßenbahn- und die Eisenbahn- Angestellten, sowie die Feuerwehrleute»varen in Uniformen an- getreten. Auch mehrere Frauenvereine nahmen am Zuge teil.— Der Versammlungsplatz der Demonstranten war in diesem Jahre in Sondermarken, dem zu FrederikShaven, dem Schloßgarten gehörenden schönen Park, der bisher nur den bürgerlichen Parteien zur Verfügung gestellt wurde, jetzt aber unter dem neuen Miuisteriuin auch den Arbeitern für ihre Demonstration überlaffen worden ist. Hier sprachen von zivei Rednertribünen nacheinander die Genosicn P. Knudsen, M. Olsen, P. Sabro und I. A. Hansen. Alle Nestauraiionen in der Nachbarstadt Frederiksberg hatten anläßlich des Festtags ihre Preise herabgesetzt. Ain Abend wurden in sechs großen Lokalen Kopenhagens Festvcrsammlungen abgehalten.— Auch aus den Provinzstädtcn Däneniarks wird von einer außer- ordentlich starken Beteiligung an den Maidemonstrationen berichtet. In Stockholm kain trotz eines scheußlichen Schnee- und Regen- »vctters eine Riesendemonstration zu stände, an der 143 Vereinigungen teilnahmen und deren Personenzahl auf ca. 21 000 angegeben»vird. Auch die Buchdrucker nahmen diesinal in großer Anzahl am Zuge teil, die Abendzciiungeu konnten erst am andern Morgen erscheine». Mittags um 1 Uhr»vurde aller Straßenbahnverkehr, und bald darauf auch der Omnibusverkehr eingestellt, weil die Angestellten sich an der Demonstration beteiligen wollten. Außerdem hörte mich von mittag an der übrige Transportvcrkehr auf und viele Geschäfte schloffen, so daß es ganz stille in den von dein Dcmonstrationsznge nicht berührten Straßen»vurde. Auch Frauen nahmen trotz des kalten, schmutzigen Wetters in überraschend großer Zahl am Zuge teil. Die Polizei hielt sich von der Demonstration fern, so daß diese ohne jede Ruhestörung verlaufen tonnte. Auf dem Sammelplatz »vurde von vier Rednertribünen gesprochen und eine Resolution für den Achtstundenlag, das allgemeine Wahlrecht und für internationale Solidarität einstimmig angenommen.— Auch aus den übrigen Städten Schlvedens»vird von einer erstaunlich großen Teilnehmer- zahl berichtet. So beteiligten sich z. B. in Eskilstnna 2400 Personen, in Gefle 4000, in Jönköping 8000, in Göteborg 10 000, in Malmö aar 15 000 Personen an den Demonstrationen. In N o r»v e g e n, dessen Arbeiterbewegung hinter derjenigen der andren beiden nordische» Länder etwas zurückgeblieben ist,»var die Beteiligung an der Maifeier diesmal ein« recht erfreuliche. In Kristiania hatten die Arbeiter auf vielen größeren Werkstätten und Arbeitsplätzen die Arbeit mittags eingestellt. Es»var kaltes, regne- rischcö Wetter. Dennoch beteiligten sich an dein Zuge, der sich nachmittags um 4 Uhr unter den Klängen der Marsailleise in Bc- ivegnng setzte, ca. 5000 Personen. Auf dem Versammlnngsplatz sprächen E i» a r L i und Stortingsmann Egede Nissen. Abends fand eine große Versainmluiig iin Cirkus statt, Ivo Chr. H. Kmldsen über Organisation sprach.— Ans Bergen»vird gemeldet, daß die Zahl der'Denionstrnnten 1500 betrug, ans Narvik werde» 2000 Teilnehmer am Zuge gemeldet, ans Trondhjem ca. 1200, hier nahmen 5000—6000 Persoilen a» der Versammlung auf dem Demoiistralionsplatz teil. In vielen andren kleineren Orten, wo man früher nichts oder»venig von der Maifeier gespürt hat, ist dics>nal die Beteiligung ziemlich stark gewesen. AuS Warschau»vird uns berichtet: In der Nacht deS 21. April ist hier eine Gehcimdruckerei»der socialdemokratischen Partei des Königreichs Polens und Littauens" aufgefunden und beschlagnahmt »vorde». Bei dieser Gelegenheit»vurden einige Arbeiter, die sich mit der Anfertigung der Maiproklamationen beschäftigten, verhaftet. Jedoch gelang eS der Parteileitung, ungesäumt eine neue Pro- klamation herzustellen, die noch bis zum Sonntag, den 27. April, an welchem die Maidcnronstration stattfinden sollte— und stattgefunden hat— in einer Anzahl von 3000 Exemplaren herzustellen und zu verbreiten. Es wurde auch eine Maibroschüre, sowie die März« und Mai- nummcrn des neue» Partei-Organs»Die socialdemokratische Revue" in großer Anzahl verbreitet. Polixeilickles, Gerichtliche« usw. — Ostpreußische Versa», mlungSfreihcit. In dem ost- preußischen Städtchen Li a g n i t führen die Arbeiter seit Jahren einen harten Kainpf»in die Ausübung des armseligen preußische» Versammlungsrechts. Jetzt sind sie endlich so»veit, daß sie ein Versammlungslokal haben(ein Privatlokal) und Versainmlmigen darin abhalten dürfen. Aber die Polizei hat immer neue— Gedanken. Jetzt dürfe» sich in der Stube keine Menschen anfhalten, wenn nicht Versannnlung ist. Kürzlich hielten sich vier Parteigenossen in dein Räume auf; da erschicu ein Polizeibeamter und forderte die vier Mann auf. sich sofort zu entferne», indem er zugleich gegen erhobene Ein- »oendungcn mit Geivalt drohte. Er wartete, bis die Stube geschloffen ivar und verlangte den Schlüssel, dainit nieinand hinein könne I Er erhielt ihn allerdings nicht. Aber der Mieter des Lokals »vurde unter Anklage gestellt»vegen Abhaltung einer uiiangemeldeten Versammlung I In der Gerichtsverhandlung beantragte der Ver- lreter der Anklage eine ziemlich hohe Geldstrafe. Das Gericht er- kannte auf Freisprechung. Wenn es nach der.Logik' der Polizei ginge, dann müßten die dortige» Parteigenossen in ihrem Versammlungslokale, in dem sie früher gar keine Versammlungen abhalten sollten, jetzt die Versa»,»»- l,ii, g in Permanenz erklären, damit sie sich überhaupt darin auf- hallen können. Daß die Polizei mit den Gesetzen nichts anzufangen »vüßte, kann nicht behauptet werden. K�bgeovvnvkenhsus. 74. Sitzung vom 5. Mai, 11 Uhr. Am Regierungstisch: Freiherr v. H a m m« r st e i n. Auf der Tagesordnung stehe» Petitionen. lieber eine Petition des Landesvereins preußischer VolkSschnl- lehrerinnen um«enderung des Vereinsgesetzcs(Zulassung von Franc» zu politischen Vereinen) beantragt die Konimission, zur Tagesordnung überzugehen. Abg. Dr. Krieger(frs. Vp.): Wenn Z 8 deS VereinSgesetzcs die Frauen mit den Lehrlingen auf eine Stufe stellt, so»vird dadurch der Bedeutung der Frauen für das moderne Lebe» nicht Rechnung ge- tragen. Allerdings muß auf dem Wege zur politischen Gleichberechtigung der Frau mit dem Manne schrittweise vor- gegangen werden, aber das E>»dziel mutz nach meiner Ueberzeugung die völlige Glcichbrechtigung der Frau mit dem Manne sei». (Sehr richtig I links.) Wen» viele Männer sich gegen solche Forde- rungen sträuben, so liegt daS wohl häufig daran, daß sie sich den Frauen gegenüber nicht koukurrenzfähig fühlen. Was mm die Zulassung der Frauen zu Versammlungen politischer Vereine anlangt, so hat der Minister neulich erklärt, daß Frauen zu solchen Versammlungen nur zugelaffen»verde» solle»,»venu sie in einem besonder» Segment abgesondert und dadurch als bloße Zuhörerinnen kenntlich gemacht»vorden sind. Ich halte eine solche Absondernng, wie sie sonst wohl nur noch in den Synagogen vorkommt(Heiterkeit), für nicht anaemesse» i unsren deutschen Anschauungen entspricht sie jedenfalls nicht. Auch die Pflicht der Schweigsamkeit, die dadurch den Frauen auf- erlegt»vird. wird von vielen sehr bitter empfunden.(Heiterkeit und sehr richtig! rechts.) Wir sind der Meinung, daß die Petition eine bessere Behandlung verdient, als die Kommission vorschlägt. Abg. Willcbrandt an der etwas zu ändern ich»veiiigstens keinerlei Bedürfnis� empfinde. Ich bin dann vom Abg. Dr. Sattler gefragt»vorden,»vie sich mit diesen Bestimmungen des Gesetzes die neue Anordnung deS' Polizeipräsideute» von Berlin bezüglich der Zulassung von Frauen zu Vercinsvcrsammlungen politischer Vereine ver-. trage.§ 8 des VereinSgesetzcs' bestimmt, daß Vereine, die bezwecken, politische Gegenstände in Bersammlunnei, zu erörtern, Frauenspersonen, Schüler und Lehrlinge als Mitglieder i nicht aufnehme» solle»,. Die Zuwiderhandlung wird ausdrücklich uiiter Strafe gestellt. Es ist weiter gesagt, Frauenspersonen dürsten i den Versammlungen und Sitzungen solcher politischen Vereine nicht: beilvohnen. DaS klingt ebenso apodiktisch als wie:»Sie dürfen nicht Mitglieder»verde»," es ist aber anders gedacht. Aus den VerHand- liingen der Kommission dieses hohen HauseS geht daS ausdrücklich hervor. ES soll danach nicht die Anivesenheit einer Frau in solchen Versammlungen direkt unter Strafe gestellt werden, das würde zu»veit führen. Es soll nur der Polizei Gelegenheit gegeben werden, auf die Entfernung dieser Frauen hinzulvirkc» I Erst dann, wenn diese Gelegenheit ergriffen ist und dem Gebote der Polizei nicht gefolgt»vird soll eine Strafe verhängt iverden. Der Schlußsatz des Paragraphen lautet deshalb ausdrücklich:„Wenn die Frau auf die Aufforderung des anwesenden Abgeordneten der Obrigkeit sich nicht entfernt, so ist Grund zur Auflöiung der Versammlung oder der Strafe vorhanden." Es»vird also hier auch nicht eine Strafe festgesetzt, sondern nur konstatiert, daß ein Grund zur Auflösung gegebc», sei. Es kommt»in» hier ziveierlei in Betracht, Erstens ist die Polizei nicht verpflichtet, einer jeden Versammlung eines politischen Vereins bciznlvohncn. Es ist der Polizei nur die Besiignis, das Recht dazu eingeräumt. Der Erfolg dieser Bestiinmiiiigen ist der geivesc», daß in sehr zahlreichen Vereinen in der ganzen Monarchie, bei deren Versammlungen Abgeordnete der Polizei nicht an- »veiend»varen, Frauen' den Bersammlungen unbeanstandet bei- Ivohiiten. Zweitens kommt in Betracht, daß, wenn die Polizei von ihrem Rechte Gebraiich»nacht, solchen Versammlungen bei- zuivohnen, sie auch wiederum das Recht, die Befugnis hat. die an- ivesenden Frauen zu entfernen und dazu aufzufordern. Sie ist aber nicht gezwungen dazu und so ist es thatsächlich in der ganzen Monarchie gehandhabt»vorden. Nun ist richtig, daß scharf ans- tretende» Berei», c» gegenüber die Polizei geneigt ist, anders vorzugehen,»vie gegenüber andren Vereine», deren Ver- haiidlling-n in einem ruhigen Fahrwasser sich beivegen.(Leb- haste Zurufe links,— Aha! Bund der Landwirte! Große Unruhe!) DaS ist an und für sich vollständig naturgemäß, das ist geschehen, und daraufhin bin ich hier im Abgeordnetenhans apostrophiert»vor- den:„ES wird mit zweierlei Maß gemeflen!"(Zurufe links; Sehr richtig I— Unruhe.) Um dein abzuhelfen und um in der gaiizen Monarchie gleiches Maß z» schaffen, habe ich die Ber- fiigung erlaffen, auf Grund dessen der Polizeipräsident nunmehr die Polizei-Organe zur Anivendnug dieses Paragraphen angeivicscn hat. Die Verfügung geht ausdrücklich dahin, daß ohne Unterschied der Partei überall mit gleichem Maß gemessen»verde», soll, und daß von der Befugnis der Polizei, die anivesende» Frauen aus Versa»,»ilnngei, politischer Vereine zu entfernen, thunlichst dann kein Gebranch ge- macht»verde» soll,»venn durch die äußeren Thatumstände dokumentiert ist. daß die Franc», nicht als eigentliche Teilnehmer auftreten. Den Schmerz, der sür die Frauen nach Herrn Dr. Krieger darin liegt, zur Schweigsamkeit verurteilt zu sei», will ich ihnen gerade bereite»; ich will nicht, daß sie in politischen Augelegeuheite» mitreden. Oberbürgermeister Bender- Breslau: Gegenüber den Aensse- rungcn des Grafen Mirbach betr. die Diäten für die Reichstags- Mitglieder wolle er nur bemerken, dass Diäten kommen werden und kommen niüssen. Sie kämen auch nicht nur den radikalen Parteien, sondern allen Parteien zu gute. Damit schliesst die Generaldiskusston. Aus Induptvie uuv KZandel. daß für die nächsten drei Jahre die dem Trust an- geschlossenen Linien unter englischer Flagge und die sub ventionierten Schiffe der britischen Admiralität als Kreuzer zur Verfügung bleiben; und nebenbei trösten sie sich mit der Hoff nnng, daß auch nach Ablauf dieser dreijährigen Frist wahrschein- lich die Schiffe aus verschiedenen Gründen nicht ihre Flagge wechseln werden. Auch der Aktionärsstandpunkt wird zur Geltung gebracht und als Vorteil bezeichnet, dass nun die scharfe. ruinöse Konkurrenz zwischen den verschiedenen Dampferlinien aufhören und wieder erträgliche Verhältnisse im Schifsahrtsbetriebe — d. h. erträgliche Verhältnisse für die pekuniär am Ertrage der Linien Interessierten— eintreten dürften. Es ist dieselbe Unter nehmer-Auffassung, die meist in den Urteilen der deutschen kapital listischen Presse zum Ausdruck kommt, von der„Kreuz-Zeitung" bis zur „Franks. Ztg.", die von einem beabsichtigten Morganschen Welttrust zu berichten weiss, zu dessen Leiter Herr Ballin. dem ein Jahresgehalt von einer Million Dollar angeboten worden sein soll. ousersehen gewesen sei. Die Frage, wieweit die Abhängigkeit von der amerikanischen Direktive sich als schädlich für den Außenhandel und besonders für die Exportinteressen erweisen kann, Ivird durchweg ignoriert. Nur wenige Blätter scheuen sich nicht, offen zu sagen, warum es sich handelt. darunter die.Daily NewS", die einen gegen den Trust gerichteten Artikel mit den Worten schließen:„Was in der Gegenwart der Trust für uns bedeutet, ist klar genug. Die Kontrolle wird centralifiert, die Preise für die Frachten werden vielleicht zunächst herabgesetzt, um nachher zu steigen, und endlich werden alle Fragen über Transport und Ladung nicht mehr im englischen, sondern im amerikanischen Interesse entschieden." Ocstreichisch-ungarisches Eiseukartcll. Nachdem kürzlich die Vcrhnndlniigen über die Bildung des neuen ungarischen Eisenkartells zum Abschluß gelangt sind, ist nun auch zwischen diesem und dem östreichischen Kartell eine Verständigung herbeigeführt worden. Damit hat die kartellose Zeit, die einen so hübschen Ucberfluss an gegenseitigen„Commniiiqnss" und so manche seltsamen Treibereien an der Wiener Börse gezeitigt hat, endlich ihren Abschluß gefunden. Bekanntlich ging vor etwa zwei Jahren das damalige„Oestreichiscb-unqarische Kartell" in die Brüche, weil die Rima-Murauyer-Gewerkschaft damals ohne Verständigung mit den übrigen Gruppen des Kartells die Hernadthaler Eisenwerke, die bisher ausserhalb des Kartells gestanden und sich im Kampf gegen dieses ruiniert hatten, ankaufte, und nach dem Ankauf ver- langte, daß sie berechtigt sein solle, ausser dem Quantum Eisen, das sie bisher, dem gegenseitige» Ilcbereinkommen entsprechend, alljährlich nach Oestreich geliefert batte, auch jene Menge dorthin auszuführen, die früher die Hernadthaler Eiseuindustrie regelmässig in der östreichischen Rcichshälfte abgesetzt hatte. Im Grunde handelte es sich um eine Bagatelle, um etwa 4600 Tons pro Jahr:»der jeder Teil beharrte auf seinen: angeblichen Recht, und so entwickelte sich ein heftiger Kampf, der mit beiderseitigen Preisunterbietungen ausgefochten wurde. Vielleicht würde die kartelllose Zwischen- zeit noch länger ausgedehnt worden sein, da sie mit ihren verschiedenartigen' Wendungen gute Gelegenheit zu Spekulationen an der Börse bot, aber erstens kommen jetzt die staatlichen Investitionen zur Ausfuhr, die im vorigen Jahr bewilligt worden sind, und zweitens handelt es sich für die Eisenindustrie darum, einheitlich ini Zollkampf vor- zugehenj um möglichst viel herauszuschlagen und den Ansprüchen der unga- rischen Agrarier ein Paroli zu bieten. Sohaben sich denn die kämpfenden Parteien wieder zusammengefunden, und werden sich jetzt sicherlich daran machen, die Preise nach und nach so hoch zu treiben, wie es die Rücksicht auf die deutsche Konkurrenz gestattet. Der Erfolg liegt im ganzen auf seileuj des ungarischen Eisen- kartells, dem nach Oestreich ein Absatz von 80900 Tonnen, davon der Niinn-Muranyer-Gewerkschaft ein Kontingent von 16 000 Tonnen, zugestanden worden ist, während das öfter- reichische Kartell nach Ungarn nur 18 000 Tonnen ab- setzen darf. Zugleich ist mit den staatlichen ungarischen Eisenwerken und den Werten der Staatseisenbabn-Gesellschaft ein Abkommen ge- troffen, das diese zu Mitultcrcsseutcn des ungarischen Kartells macht, wie denn auch in dem ungarischen dreigliederigen Exekutivkomitee neben dem Direktor der Rima-Mnraiiher Gesellschaft ein Vertreter der Reschitzaer Werke der Staatseisenbahn-Gescllschaft und der Direktor der staatlichen Eisenwerke Sitz nnd Stimme haben werden. Durch diese» Anschluß der Staatswerke hat sich das Kartell bei den Zollnnd Handelsvertrags-Verhaudlungen eine gewisse llnterstütznng der ungarischen Regierung gesichert. Saateustand in Ungarn. Der SaatenstandS-Bericht des ungarischen Ackerbauministeriiims besagt: Weizen überwinterte gut, der Stand desselben ist teils befriedigend, teils sehr gut, fast zu üppig; Roggen litt in einzelnen Gegenden unter Zern Frost und der Kälte im April, der allgemeine Stand ist fast befriedigend; Wintergerste steht durchschnittlich gut. Sommergerste 'chwächer, Hafer befriedigend. Ge iv ovl» ftfzaf tl i»5; es. Berlin«ud Umgegeud. Achtung, Vergolder! Die Differenzen bei der Firma Kunzen- dorf, Muskauerstr. 29, dauern fort. Die Vertreter unsrer Organi- ation, welche gestern, Montag, mit Herrn Kunzendorf unterhandeln wollten, sind brüsk abgewiesen worden mit dem Bemerken, dass er mit uns nichts zu unterhandeln habe. Die Kollegen sind sämtlich entlasse» worden und es wird hiermit dringend vor Zuzug ge- warnt. Bemerkt sei noch, dass die Accordpreise bei Herrn Kunzen- dorf um 150 Proz. niedriger stehen, als in allen andern Werk- tätten und Fabriken. Die Ortsverwnltung der Filiale Berlin. Deutsche» Reich. Maßregelungen wegen der Maifeier. Die Lederfabrik von E. Meyer, Berlin, Prinzen-Allee, hat 70 Arbeiter wegen der Feier des l. Mai bis zum 9. Mai aus- gesperrt. Die Organisation der Lederarbeiter unterstützt dieselben mit 3 M. pro Tag. In Hamburg sind 196 Steinsetzer und 176 R a m m e r auf 10 Tage ausgesperrt worden.— Zu den bereits gemeldeten Aussperrungen von Holzarbeitern in Leipzig kommen noch die Arbeiter von zwei weiteren Tischlereien hinzu.— In Mark- r a n st ä d t sind fast sämtliche Kürschner und Hilfsarbeiter von der Aussperrung betroffen.— Eine Baufirma in W o l f e n b ü t t e l 'perrte eine Anzahl Maurer aus. Die Kollegen der Ausgesperrten erklärten sich mit diesen solidarisch und legten die Arbeit nieder. Von der Aussperrung find 36 Maurer betroffen. Malerstreik in Posen. Von 360 am Orte beschäftigten Malern und Anstreichern haben 342 die Arbeit niedergelegt. Sie fordern Verkürzung der Arbeitszeit von 11 auf 10 Stunden, sowie Fest- 'etzung eines Mindestlohnes von 33 Pf. für Anstreicher und 40 Pf. ür Maler.— Um Fernhaltnng des Zuzugs wird ersticht. Die Barbier- und Friseurgehilfeu i» Hannover haben den Streik beschlossen und deshalb am letzten Sonnabend ihre Stellungen gekündigt. Gefordert wird: Regelung der Arbeitszeit, Minimallohn mit sreier Station 8 M., ohne freie Station 20 M.. 'ür Aushilfe 3 M. bezw. 4.50 M. pro Tag. Anerkennung des Ver- bandes und seines Arbeitsnachweises, Jnnehaltung der gesetzlichen Ruhezeit, Freigabe der zweiten Feiertage an den hohen Festen. Bei de» GeWerbegerichtS-Wahlen in Stettiu, die am letzten Sonntag stattfanden, siegten die vom Gewerkschaftskartell aufgestellten Arbeitnehmer- Kandidaten sänitlich, während die Arbeitgeber- Kandidaten des Kartells in drei Bezirken gewählt wurden. In einem Bezirk mit 15 000 Wählern(Arbeitnehmer) konnte wegen des großen Andranges die Wahl nicht zum Abschluß gebracht werden, sie mutz deshalb an einem späteren Termin vollzogen werde». Der Schneiderstreik in Flensburg ist nunmehr beendet, nach- dem er 8 Wochen gedauert hat. Am Montag wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Erfolge haben die Streikenden nicht errungen. Lohnbewegung der Maurer in Stuttgart. Nachdem sich Arbeitgeber anfangs geweigert halten, in Einigungsverhandlungcn einzutreten, haben solche nun doch auf Betreiben eines Gewerbe- richters stattgefunden, jedoch kam kein befriedigendes Resultat zu stände. In einer dieser Tage abgehaltenen Versammlung machte sich eine lebhafte Stimmung für den sofortigen Streik bemerkbar, schliesslich wurde jedoch beschlossen, noch einige Tage abzuivarten, ob nicht doch eine Einigung erzielt werden könne. Ausland. Die Aussperrung der dänischen Hafenarbeiter und See- leute. Die Hofenarbeiter haben nun. entsprechend dem Beschlutz des.Gesamtverbandes der Gewerkschaften", in fast allen Hafenstädten Dänemarks die Arbeit eingestellt. In E s b j e r g wurde von einer von 500 Hafenarbeitern besuchten Versammlung freilich beschlossen weiterzuarbeiten. Es hat dies darin seinen Grund, dass von den landwirtschaftlichen Genossenschaften in Jütland so viele Bauern- söhne, Häuslersöhne und Dienstleute nach Esbjerg geschickt worden sind, um die Arbeit der Hafenarbeiter zu verrichten, daß diese durch Arbeitsniederlegung keine Verzögerung erfahren würde.— Im Kopen- Hagener Hafen sind nur sehr wenig Schiffe. Der Seeverkehr stockt. Viele Güter werden mit der Eisenbahn transportiert und die Güter- expedition auf dem Bahnhof ist mit Waren überlastet. Auch im Frei- Hafen ruht die Arbeit seit Sonnabend. Bergarbeiter- Ausstand in Spanien. In der Gegend von Cuervas sind 2000 Grubenarbeiter in den Ausstand getreten; eine Abordnung der Ausständigen verhandelt mit den Arbeitgebern. Aus der Frauenbenregung. Das Frauenstndium in Bayern. Wie der„Müucheuer Post" berichtet wird, dürfen nach einer neuen Verorduuiig des Ministeriums Frauen zu den Vorlesungen der Universitäten nur noch mit bc- sonderer Genehmigung zugelassen werden. Bisher war es den Universitälslehrcrn' überlassen, ob sie Frauen zulassen wollten oder nicht. Gründe für diese Maßregel werden nicht genannt; sie dürfte» auch schwerlich das Licht der Oeffentlichkeit vertragen. Der Verein Berliner Tieustherrschaftcn und Dienst- angestellten hält eine öffentliche Versammlung am Dienstag, den 6. Mai, abends 8'/s Uhr, im Königshof. Bülowstr. 37/40 ab. Herr Waldeck Manasse wird über:„Der Dicnstbotenstand in Gegenwart und Zukunft" sprechen. Freie Aussprache. Gäste willkommen. Vevsnmnrlttttgen. Der Verein zur Wahrung der Jntereffen der Maurer Berlin» und Umgegend hielt am 2. Mai eine Versammlung ab, um Stellung zu nehmen zu der Aussperrung wegen der Maifeier. Gehl gab den Situationsbericht, aus welchem hervorgeht, daß die Androhung des Bundes der Baugeschäfte, bis zum 8. Mai auszusperren, ein Schlag ins Wasser war. DaS hat der zahlreiche Besuch der Versammlung am!. Mai bewiesen und ferner, dass nur 328 Mitglieder ausgesperrt find. Die Versammlung beschloß nach längerer Diskussion, die Aus- gesperrten sowie die Arbeitslosen vom 3. Mai ab mit 3 M. zu unterstützen. Die Kontrollmeldung geschieht täglich vormittags von 8—12 Uhr, die erste Auszahlung erfolgt am 7. Mai, nachmittags von 3 Uhr ab im Lokal von Fritz W i I k e, Linien- und Rückerstrassen-Eck«. Unter Verschiedenem wurde erwähnt, dass auf dem Bau d« Gasanstalt Danzigerstrasse am 30. April drei Mann ihre Entlassung bekamen, weil sie zu viel„agitiert" haben. Verhandlungen zwischen dem Ingenieur und den Organisationen hatten keinen Erfolg, deS- halb legten sämtliche 70 Maurer die Arbeit nieder. Die Töpferträger besprachen am Sonntag in einer stark be« suchten Versammlung die Tarifverhandlungen mit der Berliner Töpfer-Jnnung. Aus dem Bericht des Vertrauensmannes ist hervor- zuheben, dass die Innung Bedingungen stellt, die anzunehmen die Kommission nicht empfehlen kann; so sollen u. a. alle vor dem 1. Juli begonnenen Arbeiten noch nach dem alten Tarif bezahlt werden und nach dieser Zeit der neue Meistertarif in Kraft treten, der bis zum 31. Dezember 1903 Gültigkeit haben soll. Nachdem eine längere Disknsfion stattgefunden hatte, gelaugte eine Resolution einstimmig zur Annahme, in der die Ver- sammelten die Forderungen der Meister ablehnen und auf der Anerkennung des eignen Tarifs, der am 1. Juni d. I. in Kraft treten soll, bestehen. Die Versammlung beauftragt die Kommission, diesen Standpunkt in der Mitte dieser Woche stattfindenden gemeinsamen Kommissionssitzung(der Arbeiter und der Meister) energisch zu ver- treten. Sollten jedoch die Verhandlungen nochmals resultatlos ver- laufen, so ist sofort, spätestens zum nächsten Freitag, wieder eine Versammlung einzuberufen, in der endgültig über den Beginn deS Streiks entschieden werden soll. Centralvercin der Bureau-Angestellten Deutschlands.(Mitglied- Ichaft Berlin.) DienStag, den 6. Mai, abends 9 Uhr. Roscnthalcrftr. 57 bei Bauer i Mitglieder-Bersainmlimg. Vortrag der Frau Lily Braun: Die gesellschaftliche Notwendigkeit der Frauenarbeit. Gäste willkommen. MU- glieder werden aufgenommen. Vo»n SchiffahrtStrnst. Die Erregung der englischen Presse über das„Navigations-Syudikat". wie der Morgausche Schiffahrts- trnst meist genannt wird, beginnt abzuflauen. Wenigstens die der Regierung nahestehenden Blätter erklären sich durch die von den Herren«rthur und Balfour abgegebenen Erklärungen für befriedigt,_ Leraulworilicher Redacieur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Badiug in Berli» Nrtzke Mschvichkett und VepeMen. Arbeitseinstellung. Krefeld, 6. Mai.» Artilleriegeschoss. Durch die Explosion wurden zwei llnteroffizicre getötet und einer schwer verletzt. Budapest, 6. Mai.(W. T. B.) In dem Badeorte Barfeld wurden 200 Häuser samt Nebengebäuden durch eine FcuerSbrunst zerstört: mehrere Personen wnrde» verletzt. Kopenhagen, 6. Mai.(W. T. B.) Die Generalversammlung der dänischen vereinigten Arbeiter« Fachvereiae erklärte heute nach iebenstüiidiger Sitzung den Ausstand der Hafenarbeiter, Seclente nnd Heizer, da derselbe aussichtslos sei, sür beendet. Die Kopen- Hagener Hafenarbeiter, welche der genannte» Vereinigung nicht an- gehören, werden, mit Ausnahme der Freihafen-Arbeiier, von obigen: Beschluß nicht berührt. Petersburg, 6. Mai.(W. T. B.) Die„Gesetzsammluna" von hente veröffentlicht die Proklmniermig des Standrechts in fünf Kreise» des GouvernenientS Poltawa. Hierzu 3 Bcilagcu u. Nnterhaltnnzöblatt«/ i,. w» i. KW ito„Kraiirts" Krlinft PlksM«»«.9».»<>>9» Veichskstg. 132. Sitzung vom Montag, d en 3. Mai 1202, nachmittags 1 Uhr. An, Bundesratstisch: Graf Posado wsky. Präs. Graf Ballcftrcm: Ich habe Ihnen eine erschütternde Trauernachricht mitznteilen. Unser Kollege, das Mitglied des Reichs- tags Johann Friede! snatl.), seit dem 6. März 1900 für den 2. Wahlkreis sOberfrankenZ ist heute auf dem Wege von seiner Heimat nach Berlin, wohin er sich als Abgeordneter begeben wollte, durch einen Eisenbahnnnfall getötet worden. Wir beklagen auf das schmerz- lichstc den Verlust des Heimgegangenen, der auf dem Wege derPflicht den Tod erlitt. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Sie haben sich zu Ehren des Verstorbenen von Ihren Plätzen er- hoben. Ich konstatiere das. Auf der Tagesordnung steht zunächst die dritte Beratung des Gesetzentwurfs betr. die geschäftliche Behandlung des Entwurfs eines Zolltarifs(Diäte„vorläge). Der Entivnrf Ivird debattelos angenommen, ebenso in der Gesalntabstimnmng gegen die Stimmen der beiden freisinnigen Gruppen, der Antisemiten und der Socialdemokraten. Zweiter Punkt der Tagesordnung ist der Gesetzentwurf, betr. Militärdien st leistung bei den Schutztruppen. Auf Antrag Basser mann lnatl.) wird dieser Gegenstand von der Tagesordnung abgesetzt, weil der Abg. Dr. Hasie, der einen Abändernngsantrag stellen will, durch das Eisenbahnunglück bei Czordau am Erscheinen verhindert ist. Hierauf wird die zweite Beratung des Toleranzantrages fortgesetzt. Z 2b bestimmt in der Komnnssionsfassung: Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten darf ein Kind nicht zur Teilnahme an dem Religionsunterricht oder Gottesdienst einer andren Religions- gcmcinschaft angehalten werden, als den im§ 2 und§ 2 a getroffene» Bestimmungen entspricht(das nämlich das Religionsbekenntnis des Kindes durch Vereinbarung der Eltern event. durch die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs bestimmt wird). Dazu liegt ein Antrag A l b r e ch t(Soc.) u. Gen. vor, der 8 2b durch folgenden§ 2b ersetzen will:.Die Religionsunterweisung kommt in allen Schulen des Deutschen Reiches als Unterrichts- gegenständ ausnahmslos in Fortfall." Ein Antrag v. Chrzanowski, Dr. v. Komierowski will zu§ Lb als Absatz beifügen, daß ein Kind gegen den Willen der Erziehungsberechtigten auch nicht zur Teilnahme an dem nicht in seiner Muttersprache erteilten Religionsunterricht angehalten werden darf. Die Entscheidung über die Muttersprache soll den Erzichnngs- berechtigten zustehen. Ein Antrag Schräder will in 8 2b bestimmen, daß ein Kind gegen den Willen der Erziehungsberechtigten nicht zur Teilnahme an einem Religionsunterricht oder Gottesdienst angehalten werden darf. Abg. Schräder(frs. Vg.) begründet seinen Antrag. Die G e- w i s s e n s f r e i h e i t ist n i ch t gewahrt, wenn wir nur verhindern, daß ein Kind nicht am Religionsunterricht einer andren Religions- gcinciiischaft teilnehmen muß, wir müssen den staatlichen Zwang ans dem ganzen religiösen Leben ent- fernen. Abg. Dr. Hicver(natl.): Wir werden alle drei gestellten An- träge ablehnen, weil sie schwere Eingriffe in die Schnlgcsetzgebnng der Einzelstaatcn bedeute», die diese sich heute wenigstens auf keine» Fall gefallen lassen werden.— Hern, Knnert ist es sehr schwer ge- worden, dem Programmsatz.Religion ist Privatsache" in der Be- gründnng seines Antrages gerecht zu werden. Seine Begründung erinnerte vielmehr an den scherzhaft umgestalteten Satz: �Religio» ist Privatsache, im übrigen aber Unsinn".— Wenn er von' den Privatschnlen den Neligionsnnterricht angeschlossen wiffen wollte, so wäre ein solches Verlangen krasseste Intoleranz und der größte Ein- griff in die Gewissensfreiheit der Eltern. Der Antrag Schräder wäre durchaus diskutabel, wenn in einem neuen Staatswesen die Schnlgesetzgebnng neu zu regeln wäre. In unfern, koinplizierte» Staatengebilde aber mit seiner langen Geschichte ist ein solcher Eingriff in die Schnlgesetzgebnng der Einzelstaaten unmöglich. Zudem bedeutet der Antrag einen erheblichen Eingriff in das Recht und die Gewissensfreiheit des Kindes. Der Vater kann nach de», Antrag Schräder unter Umständen anS ganz nichtigen Gründen die Teilnahme des Kindes an dem Religionsunterricht der Schule verhindern. Wir werden für die Kommissionsfassung stimmen, mit deren Grundzügen wir einverstanden sind. Eine erhebliche praktische Bedcutmig messen wir dem Antrag nicht bei, wollen aber auch den Schein der Intoleranz vermeiden. Abg. Dr. Bachemie politische Macht der Zuckerindustriellen bei uns geht, das wird erst klar werden bei der gründlichen Durchbcratung, die die Herren da drüben dem Gesetz zu Teil werden lassen wollen.(Sehr gutl jtinks.) Wie weit die Macht in Oestreich geht, daS ist durch die That- fache erwiesen worden, daß der Preßfonds der Regierung ans dem iKarlellfonds der Zuckerfabriken gespeist worden ist. Unsre Agrarier und ihr Organ, die„Deutsche Zuckecindustrie", sucht bereits die Regierung als Agent dcS Auslandes hinzustellen. Aeder, der etwas thnt, was nicht die Taschen derer füllt, »ie bei uns die wirtschaftliche Macht haben. wird des «Landesverrats bezichtigt und für u n p a t r i o t i s ch erklärt. Patriotisch nennen Sie(nach rechts) es aber. Millionen jpi verpulvern, um ein künstliches Absatzgebiet>>» Aus- blande zu schaffe», das auf die Daner nicht aufrecht zu «rhalten ist. Dabei sind gerade in den Zuckerfabriken die Arbeiter anfs krasseste ausgebeutet worden. Die erbarm- l i ch st e n Löhne wurden gezahlt trotz Dividende» von 40 Proz., die ungesundesten Betriebsräume waren in der Zuckerindustrie vorhanden. Die ärmsten Galizier und Polen wurden ins Land gelassen, um die Löhne zu drücken, trotzdem auch später noch die Dividenden 20 bis 30 Proz. betrugen. Als im Reiche die A r b e i t e r s ch u tz- G e s e tz e ge schaffen wurden, da waren es die Z u ck e r i n d u st r i e I l e n, die V e r g ü n st i g u n g e n zugestanden erhielten. Acht Jahre lang wurde sie von dem Verbot der Nachtarbeit nicht betroffen. Und wie ist eS der Landwirtschaft von den Zuckerindustriellen ergangen? Die Rüben bau er» sind durch einen horrenden Preisdnick der Rüben der durch die künstlich gezüchtete Ueberproduktion ermöglicht war, von den Zuckerindustriellen geradezu ausgepreßt worden.(Sehr richtig I links.) Die Gründe, die für eine Kommissionsberatung angeführt worden sind, sind nicht beweiskräftig. Dentschland war da» Karnickel das angefangen hat: es ivar der erste Staat, der Prämien ein führte, nun ist es auch verpflichtet, den ersten Schritt zu thun, um sie wieder abzuschaffen.(Große Unruhe rechts.) Allerdings ist ja zu befürchten, daß eS der kleinen, aber einflnß reichen agrarischen Gruppe gelingt, dahin zu wirken, daß schließlich aus der ganzen Konvention nichts wird und daß der Reichskanzler wieder einmal beweist, hast er auch anders kann.(Heiterkeit links.) Von einer besonderen Selbständigkeit des Reichskanzlers gegenüber den Ansprüchen der Agrarier haben wir ja auch auf andren Gebieten nicht viel gemerkt. (Sehr gutl links.) Wenn lvir auch der Ansicht sind, daß eine Verbrauchsabgabe auf Zucker von 16 Mark noch sehr hoch ist. so glauben wir doch, daß eine Kommissionsberatung daran wenig andern würde. Es läßt sich sehr wohl auch im Plenum die Zuckerstcuer bedeutend herabsetzen oder auf ein Minimum reducieren: darin befinde ich mich im Gegensatz zu der Aufforderung des Abg. Dr. Wiemer. Man weist auf das Defizit der Reichs- lasse hin, das die Herabsetzung der Zuckersteuer im Gefolge haben müßte. Nun, ei» solches Deficit hat eine Erhöhung der Matrikular- beitrüge zur Folge, und es soll uns recht freuen, wenn dadurch auch die besitzenden Klassen, die bei der progressiven Einkonimensteuer doch weit mehr belastet sind als bei den indirekten Steuern, etwas von dem Segen der Herabsetzung der Znckersteuer empfinden. Eine solche Erscheinung könnte auch einzelne Bundesstaaten, die sich auch auf dem Gebiete der Zuckersteuer von Preußen nicht nur führen, sondern geradezu leithanimeln ließen, veranlassen, sich künftig etwas mehr um die Steuergesetzgebung des Reiches z» bekümmern. Welches Interesse hat der ganze Süden, haben Württemberg und Baden daran daß eine Zuckersteueucr- Gesetzgebung geschaffen wird, die daS Volk belastet und nur gewissen Kapitalisten in einzelnen Teilen Preußens und in einzelnen Kleinstaaten Mitteldeutschlands Vorteile gewährt? Namentlich das C e n t r u m sollte doch bedenken, daß S ü d d e u t s ch l a n d nicht das g e r i n g st e Interesse an der Aufrechterhaltung einer hohen Zucker st euer und der Zuckerprämie hat. Man hat behauptet, daß die Zuckersteuer nicht fertig werden würde, wenn die Branntweinsteuer nicht erledigt würde. Ä» der Branntweinsteuer liegt den Herren in Preußen so viel, daß, wenn man statistisch richtig vor- ginge, man ihnen nur sagen braucht:„Ohne Zuckersteuer, keine Branntweinsteuer!" Dann würden Sie(nach rechts) im Handumdrehen die Zuckerkonvention und die Novelle zum Zucker st euer-Gesetz unterschreiben.(Sehr richtig! links. Große Unruhe rechts.) Wir verlangen, daß die Be ratnngen im Plenum weitergeführt und daß der Gegenstand sobald wie möglich erledigt wird. DaS deutsche Volk erwartet, daß es von dieser Zlusbcutnng möglichst bald befreit werde(Großer Lärm rechts), daß das Zucker kartell, das dem deutschen Volke wie ein Bamptzr das Blut aussagt(Oho! rechts), beseitigt wird. Alle diese Kartelle »nd Ringe, der Spiritnsriug, der Zuckerring, der Kohlenring und der Milchring, sie alle sind von demselben Kaliber, sie alle leben nur davon, daß sie dem Volke die Lebensmittel verteuern, uni einer kleinen Interessengruppe die Tasche zu füllen. Dagegen protestieren wir und deswegen wünschen wir die Abschaffung dieser Ausbeutung. die das Zuckerkartell bisher betrieben hat.(Lebhafter Beifall bei den Socialdcmokraten. Großer Lärm rechts.) Abg. v. Kardorff(Rp.): Die Auslassungen des Vorredners geben mir keinen Anlaß zu einer Entgegnung.(Sehr gut I rechts.) Ich habe namens nieincr politischen Freunde zu erklären, daß wir die Beratung der Brüsseler Konvention und des damit zusammen hängendeu Gesetzes in einer Kommission für not- wendig erachten.. Dort werden uns von der Regierung Auf klärungen gegeben werden können, die im Plenum nicht gegeben werden können. Darauf wird von der Linken ein Antrag auf Ver- tagung eingebracht. Für denselben erheben sich die Social demokraten. Freisinnigen und Nationalliberalen, während das Centrum und Konservativen sitzen bleiben. Auf der Linken entsteht große Bewegung. Abg. Richter ruft laut nach dem Centrum zu:„DaS ist gegen die Abrede!"(Große Unruhe im Centrum.) Endlich erklärt Präsident Graf Ballestrem, nachdem er sich eingehend mit den Schriftführern besprochen hat:„DaS Bureau ist einig, daß die Mehrheit steht.(Lebhafte Bewegung.) Der Vertagungsantrag ist also angenommen." Präsident Graf Ballestrem beraumt die nächste Sitzung an auf Dienstag 1 Uhr und setzt auf die Tagesordnung: Dritte Beratung des"Gesetzentwurfes über den Militärdienst bei den Schiitztruppen; Fortsetzung der heutigen Beratung; Petitionen. Zur Geschäftsordnung bittet Abg. Sieg(natl.), morgen das Branntweinsteuer- Gesetz auf die Tagesordnung zu setzen. Abg. Bebel(Soc.): Wenn morgen die Brantweinstener nicht auf die Tagesordmiug konmit, so ist damit nicht gesagt, daß sie nicht erledigt werden soll. Wir unsrerseits erklären uns dagegen, daß die vom Präsidenten vorgeschlagene Tagesordnung geändert wird. Neulich im Scniorenkonvent wurde hervorgehoben, es sei notwendig, daß vor der Vertagung auch noch zahlreiche Petitionen erledigt würden. Abg. v. Kardorff(Rp.): Ich teile den Wunsch deS Abg. Bebel daß die Petitionen zur Erledigung kommen, daS sind wir den Petenten schuldig. Ich bitte aber den Abg. Bebel, seinen Widerspruch zurückzuziehen. Abg. Bebel(Soc.): Ich bin gar nicht in der Lage, meinen Widerspruch zurückzunehmen, selbst wenn ich es wollte, weil meine Fraktion noch nicht die Möglichkeit hatte— und ich behaupte, es geht auch andren Fraktionen so— sich mit der Vorlage zu beschäftigen. Der Komiteebericht ist erst am Sonnabendabend ausgegeben wor- den. und es war unmöglich, sich in der kurzen Zeit genügend zu in- fornneren. Ich bitte deshalb, morgen die Branntweinsteuer nicht auf die Tagesordnung z» setzen. Präsident Graf Ballestrem: Ich werde, da Widerspruch gegen die von mir vorgeschlagene Tagesordnung erhoben worden ist, ab- stimmen lassen. Abg. Richter: Ich bezweifle die Beschlußfähigkeit deS Hauses.(Große Unruhe.) Der Namensaufruf ergiebt die Anwesenheit von 162 Mit- gliedern, das HauS ist also beschlußunfähig.(Ruf rechts: Weil die Linke hinausgegangen ist!) ES bleibt bei dem Bor» schlag des Präsidenten. Schluß 6»/« Uhr._ Die Einweihung des Charlottenburger Volkshanses. Das neue Volkshaus in Charlottenbnrg ist am Sonntag mit einer von vielen Tausenden besuchten, in jeder Beziehung harmonisch ver- laufeuen Einweihungsfeierlichkeit seiner Bestimmung übergeben worden. Alle Festteilnehmer waren einig in dem Gefühl stolzer Gennathuung, daß es der organisierten Arbeiterschaft Charlottenburgs in so über- raschend kurzer Zeit gelungen ist, sich ein eignes Heim und«ine Centrale ihrer politischen, gewerkschaftlichen und geselligen Bestrebungen zu schaffen— aus eigner Kraft I Bekanntlich hat die für die Gesinnungen eines großen Teiles der Bourgeoisie so charakteristische Thatsache, daß eS uüsren Charlottenburger Genossen bisher nicht möglich war. in genügendem Maße Lokale für ihre Versammlungen zu erhalten, den ersten Anstoß gegeben zu dem Gedanken, der Arbeiterschaft ein eignes Haus zu bauen, ein „Volkshaus" im besten Sinne des Wortes, eine Heinistätte für Menschen, wie Ibsens Bannieister Solneß sie �u schaffen in so heißen Streben ersehnte. Schneller als irgend jemand vermuten und hoffen durfte, wurde der schöne Gedanke dank der thatkräftigen Opferwilligkeit aller Beteiligten zur Wirklichkeit: rasch und sicher wuchs in der Rosinenstr. 3, unweit der Berlinerstratze, der Gebäude- komplex empor, der am Sonntag zum erstenmale ein tausendfaches, hoffnungsfrohes Leben in seinen Räumlichkeiten sah— ein freies Volk auf freier Erde. Die Straßenfront wird von einem Privathau« eingenommen, dessen erste Etage von der Allgemeinen Ortskrankenkasse auf zehn Jahre gemietet worden ist; die übrigen Räume des Vorderhauses sind, ebenso wie die des Seileuflügels, als Wohnungen von 2—4 Zirnmern eingerichtet. Ueber einen freundlichen, garten- artigen Hof gelangt man dann in das eigentliche Volkshaus, dessen hübsche Fassade einen sympathischen, anheimelnden Eindruck hervorruft. Das Erdgeschoß enthält zwei Säle, deren einer dem allgemeinen Verkehr und RestaurationSzwecken dient, während der an- stoßende Raum einen geräumigen VersammlungSsaal, der etwa 600 Per« fönen faßt, bildet. Eine bequeme, breite Treppe führt in den ersten Stock, der. abgesehen von einem Büffet- und Garderobenraum, von dem großen Fest- und Versammlungsraum eingenommen wird. Dieser Saal, der für 1200 Personen Platz bietet, ist mit seiner einfachen und doch künstlerisch vornehme» Architektonik so recht geschaffen, unsren Genossen in den weihevollen Stunden der Hoffnung auf eine bessere Zukunft ein ivürdiges, ernstes Heim zu sein. Er ivar am Sonntag geschmückt mit Tanneuguirlanden und rotfarbige» Fahnen, die in leuchtender Schrift die Wahlsprüche unsrer Partei:„Proletarier aller Länder, vereinigt Euch I" und„Freiheit, Gleichheit, Brüderlich- keit l" verkündeten. Die Rednerbühne zierten die Bilder und Büsten von Marx, Lassalle und Engels, in deren Mitte, blumengeschmückt, das Bildnis unsreS unvergeßlichen Liebknecht stand.— Am Sonnabendabend war eine Eröffnungsfeier im internen Kreis dem allgemeinen Einweihnngsfest vorhergegangen. n dieser Feier waren erschienen die Reichstags- Abgeordneten enosse» Z n b e i I und P f.a n n k u ch, von den Mitgliedern der städtischen Behörden Charlottenburgs Stadtrat Dr. I a st r o w, soivie die liberalen Stadtverordneten Geh. Justizrat Prof. v. L i S z t und Kaufmann, ferner die Söhne des alten Liebknecht, Karl und Theodor Liebknecht, Dr Leo Arons und die Bau- meister Scharuke und Kurt Bern dt, die Erbauer deS Volkshauses. Genosse Stadtv. Paul H i s ch leitete das Zusammensein mit einer Begrüßungsansprache ein, in der er die Entstehungsgeschichte »nd die Einrichtungen des Baues erläuterte. Daran schloß sich ein Rundgang durch die Räumlichkeiten, deren Schönheit und praktische Anlage allgemeine Anerkennung fand. Man blieb dann im geselligen Vereine beieinander, und die Genossen Stadtv. Kurt Baake, örke, Hirsch, Zubeil sowie Baumeister Scharuke nahmen das Wort zu kurzen Ansprachen; im Namen der Gäste sprach Dr. Arthur Bernstein.— Am Sonntag schien eS zuerst fast, als sollte ein uubehag- liches Regenwetter die Feier deS Volkes beeinträchtigen; als wenn es noch im April wäre, so wechselten um die Mittagszeit Regenschauer und kurze Sonnenblicke mit einander ab. Dann aber verzogen sich die Wolken und warmer, leuchtender Sonnenschein strahlte vom Himmel, als die Tausende Charlottenburger Arbeiter sich mit Weib und Kind aufmachten zn ihrem ersten Gange ins VolkshauS. Schon von 3 Uhr an begann sich der große Festsäal zu füllen, um 4 Uhr, der für de» Beginn der Feier festgesetzten Stunde, war kaum noch ein Plätzchen zu bekominen, und noch eine halbe Stunde später war nicht nur der große Saal und seine Galerie überfüllt, sondern in allen Räumen des Gebäudes, in den Parterresälen, im Garten, ja selbst im Souterrain, wo vier Kegelbahnen untergebracht sind, wogte eine frohe Menge, Genossen»nd Genossiniien jeden Alters, alle beseelt von der einen Empfindung des Stolzes, weil so Schönes erreicht ist, und des ernsten Mute?, nun weiterzuarbeiten und zu streben für die Rechte des Volkes. Es mochten sich im ganzen 3— 4000 Menschen zusammengefunden haben. aber trotz der drängenden Fülle störte kein Mißton, keine Zivistigkeit die wohlgelungene Feier, die mit Musikdarbietungen einer trefflichen Kapelle eingeleitet wurde. Dann sprach Genossin Liedtke einen Prolog, der die Hoff- nuugsfreudigkeit deS Proletariats, aus den Bedrängnissen und der Not der Gegenwart zu einer glücklicheren Zukunft hinaufzusteigen. zu schönem Ausdruck brachte. Es folgten nnt lebhaftem Beifall aufgenommene Gesangsvorträge der' vereinigten C h a r- lottenburger Arbeiter-Gesangvereine und darauf der gemeinsame Gesaug des Socialifteinnarsches. So ivechselten Musik und deklamatorische Vorträge mit einander ab. indes das lebhafte gesellige Treiben im Saal und Garten sich immer ftöhlicher entfaltete. Goldener Sonnenschein spielte auf dem weißen Haar so manches alten Arbeiters, spielte in den braunen Locken mancher junge» Genossin, und rote Nelken schmückten gleicherweise die Jugend und das Alter. Im unteren Saal begannen sich die jungen Leute zum Tanz zusammenzufinden, während Väter, Mütter und die ganz Kleinen oben bei Kaffee und Bier bei einander blieben. Der Vortrag von Bedichten von Klara Müller. Ada Negri und Herwegh erhöhte die weihevolle Stimmung, und mit besonderer Begeisterung wurde eine dramatische Scene„Vor den Schranken" von Max Stempel aufgenommen, ein sociales Bild tiefster Not und Verziveifluug in poetischer Verklärung, mit dessen Wiedergabe Genosse Berlhold Schröder verdiente An- erkennung fand. Auf einen hoffnungsfroheren Ton ge- 'tiinmt war eine scenische Darstellung„Huldigung deS Mai", ein überaus aumutigeS lebendes Bild, in dem kleine Mädchen mit den Zeichen der verschiedenen GeWerk- chaften den Göttinnen des Mai, des Lichtes und der Freiheit huldigten. Wieder sauge» die Gesangvereine, mit tiefer Wirkung und einer allen Lobes würdigen Kunst!; als gemeinschaftlicher Gesang erbrauste die alte Melodie der Marseillaise durch den weiten Raum— dann folgte als Höhepunkt des Festes eine Ansprache des Genossen Reichstagsabgeordneten Fritz Zubeil, der in knapper, wirksamer Form Gedanken und Gehalt des schönen Volksfestes zusammenfaßte. Mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Social« deniokratie, in das alle Anwesenden laut einstimmten, schloß Genosse Zubeil seine mit lebhaftem Beifall aufgenommene Rede. Dann nahm das Fest seinen Fortgang. Ein allegorisches Fest- stiel„Der Sieg des Lichtes" von H. Kränk! wurde wirkungsvoll und begeisternd dargestellt, und endlich gab ein Ball- vergnügen der Feier, die allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben wird, den fröhlichen Abschluß. So möge denn das Charlottenburger VolkshauS, diese Warte der organisierten Arbeiterschaft, sich entwickeln im Geiste des schönen. leuchtenden Maientages seiner Einweihung, in dem ernsten, un- gebrochenen Geiste deS Proletariats! BSitterungSübersicht vom 5. Mai 190S, morgen» 8 Uhr. Stationen Swinemde. Hamburg Berlin «antf./M. tünchen Wie» Ls IM 5» 52 3?® c 2 5 S Wetter OK c »'I i» w 756 WSW 758 WSW 758 W 762 WNW 761 SW 759 W I 4 wolkig 3 bedeckt 4 wolkig Lhlb.bed 3 bedeckt 1 bedeckt Stationen be ? e Z- S2 I I Haparanda 762 N Petersburg 756 ONO Cork Aberdeen Paris 768 NNW 766I 2 WUtir -1 2wolkc»I I Nebet 3 heiler H- 1 heiter c g* Wetter< Prognose für Tienstag. den 6. Mai 1002. Vielfach heiter, ain Tage etlvaS wärmer, aber noch veränderlich mit einzelnen Regenlchaucrn und mäßigen westliche» Winden. {für de» Jnlialt der Inserate übernimmt die Redaktion dein Pnblikni» aegennber keinerlei Verantwortung. Tlirntev. Dienstag, den K Mai. Opernhaus. Carmen. Anfang IVt Uhr. Tchanspielhans. Sappho. Anfang 7V, Uhr. Renes Opern> Dhenter(KroNi. Meisterspiele Ästher. Demetrius. Anfang?>/, Uhr. Schiller. Zwei Wappen Anfang 8 Uhr. Die Weber Ansang lentsches. ?>/, Uhr. Berliner. (I. Teil.) Ueber unfre Kraft Ansang?>/- Uhr. Lessing. Die Zwillingsschwester. Ansang?>/, Uhr. Westen. Opern- Aufführung des Sternschen Konservatoriunis der Musik. Anfang?>/, Uhr Neues. Der Frauenarzt. Anfang 7-/- Uhr. Residenz. Einquartierung. Anfang 7'/- Uhr Eentral. Das süße Mädel. Ansang 7t/, Uhr. Thalia. Gastspiel der Schliersccr. Jägerblut. Anfang 7»/, Uhr. BeNc-ZlNiance. Die Dame aus Trouville. Hieraus i Er Anfang 7»/, Uhr. Luisen. Der Bettelstudent. Anfang 7'/, Uhr. (Carl Weift. Hannemann vom Viehhof und der kleine Cohn Anfang 8 Uhr. Seressionsbnhne. Detlep Lilien- crons Bnnlcs Breill. Anfang 8 Uhr E. v. WolzogenS Buntes Theater (Ueberbrettl). Anfang 8 Uhr. Schall und Ranch. Serenissimus-. Zwifchenfpielc. Ansang 8»/, Uhr Frirdrich-Wilhelmstädttsches. Ihre Familie.'Anfang 7»/, Uhr. OrphenS. Specialitiilen-Borstellung. Ansang 8 Uhr. Charivari. Täglich Borstellung Ansang 8 Uhr Metropol. Unfre Don Juans. Ansang 8 Uhr. lNpollo. Lystsirata. Specialitäten- Vorstellung. Ansang 8 Uhr. Palast. Specialitäten-Vorstellung. Bcn-Ali-Bey und sein ortentali schcs Zauber-Ensemble. Anfang 8 Uhr. Easino-Theatcr. Der Lumpenball. Der beste Bruder. Specialitäten� Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Retchshalle». Sleltiner Sänger Aniang 8 Uhr. Passage-s Theater. Specialitäten- Vorsiellinig. Ansang nachmittags b Uhr. Passage- Panoptikum. Specialt- täten-Vorstellung. llrania. Taubenstr. t8/-tt».(Im Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Die deutsche Ostseeküste. Jnvalidcnstrafte S7/tiL. Täglich; Sternwarte. (Wallner-Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Zum 1. Mal: Zwei Wappen. Schwank in 4 Akten v. Osk. Blumen- thal und Gustav Kadelburg. Mittwochabend 8 Uhr: Zwei Wappen. Donnerstagabend 8 Uhr: Die Roiiiantischen. Hierauf: H exenfang. Central-TlMter. Heute, Dienstag, 7�/, Uhr, z. 140. Mal: DÄS siMe Mädel. Operette in 3 Akten von Landsberg und Stein. Musik von Reinhardt. Morgen und folgende Tage 7�/, Uhr: Das süft« Mädel. TonnerStagnachmittag 3 Uhr, halbe Preise, zum 7S6. Male: Die Geisha. Abends 7»/, Uhr: Das softe Mädel. Freitag und Sonnabend,?!/, Uhr: Das siifte Mädel. Sonntag, 11. Mai, nachm. 3 Uhr, in grst. Besetz., halbe Preise: Die Puppe. Abends 7t/, Uhr: Das süfte Mädel. (foj Weiss-Theater. Grofte Frank, nrterslr. ISS. Znm letztenmal: ßanntmailn vom Viehhof »nd der kleine Cohn. Poffe mit Ges. in S Bildern von Ernst Ritterfeld. Musik von Albert Wicher. Anfang 8 Uhr. Mittwoch, z. 1. Male: vor Doppel. SSngee. Gr. Novität! Der spannende loman aus der„Morgcnpost". Donnerstagnachm. 3 Uhr: Volks- tümliche Vorst., Parkett KV Pf.: Das Aäthchen von Hcilbronii. Abends O Uhr: Der Doppelgänger. Im Sonzertgarten lionrert,'kbeater- vnd Cr. Specialltätenvorstellung. Passage-Theater. Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5, Ende 11 Uhr. Da« sensationelle Mai-Programm 16 guu neue erstklassige Specialitäten I Urania. Tauben-Strasse 48/49. Im Theater am 8 Uhr: Die deutsche OstseekOste. CASTANS Panoptikumj Frledrlch-Strasse 165. Bärenweib! ein Wunder der Schöpfung I Neu: Skaiidinaviüicheiti InKtruinentnl- u.Vokal- KünMtlcr-Fnscmble. 4 Damen, 2 Herren Das Apollo- Theater und Konzert-Garten. 7uuhr Gr.GllttMonmt Um 8 Uhr: Die nenen sroMsartigcn Special ititten. Um 9 Uhr(stürmifdier Lachersolg): Operette von Paul Linde, Metropol-Tlifiatfir Emil Thomas s. G. Henry Bender Josef Josephi Unsre Don Juans Grosse Posse mit Gesang u. Tanz in 4 Akten von Leon Treptow. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Thalia- Theater. Dresdencrstrafte 7S/7Z. Ansang 8 Uhr. Astsvitl her StHlierseer. Zum 1. Male: Jägerblut. Mittwod,: Liserl von Tchliersee. Donnnerstag: Jägerblut. Der Sommer- Garten ist in oberbayrischer Slrt dekoriert. 8e!wtll und Rauch (Kleines Theater) Unter den Linden 44, Dienstag, 6. Mai, abends 8Vj Uhr: Gastspiel von Emanucl Reicher. Serenissimus-Zwisclieiisiiiele W. Hoacis Theater. Vrnnnenftralie Id. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Iheatsr-Vorstellnng. Die Auua-Liese. Schauspiel in ö Akten von Hirsch. S�Tanzkränzchen. Palast-Theater (früher Fccii-Pitlast) Bnrgstr. LÄ. Täglich abends 8 Uhr: Ben-Ali-Bey u. sein Orient, Zauber-Ensemble. Vorverlauf d. Logen u. num. Sitze an der Theaterkasse des Warenhauses Zl. Wertheim, Leipzigerstr. Preise der Plätze: Logcnsitz 2,50 M, Sperrsitz 1,50, num. Parkett u.»um. vlang- Balkon 1 M., Parterre 50 Pf., Stchpart. u. unnum. Rg. 30 Pf. Ssrnrnmimei Kottbiiverstr. 4 n, Jeden Donnerstag, Sonntag und Montag; II«»(Till Uli II K Nordiitiitslhe Ciiiigtr Nach jeder Soiree: T'nnzhi'ii»v.clicn. Wochentags Vercinsbillcts gültig und Tanz frei. Wiuterosrfoii. Mai- Programm: Heute und folgende Tage: Das glänzende Ballett. l'oy, Serpentin- und Feuertänzerin. Otto Keutter. Flora Sidlng, Wiener Soubr. vom k. k. priv. Theater a. d. Wien. Auguste Pouget, Pariser Sängerin und 11 andere hervorragende Specialitäten. Casino- Theater Lothringerstr. 37. Leonardy HaSkel mit s. Gesellschaft 8 Uhr:„Der Iinnipeirfoall". B/z Uhr:..Ter beste Bruder". Anfang Wochent. 8, Sonntags 7>/,Uhr. Belle-Klliaiiee-Thealer. Heute zum 132. Male; Die Dame tmä Trouiiille. Schwank mit Gesang n. Tanz in 3 Akt. Em» Sondermann a G perd. Worms. btttil lllrkner, llasa blarten. Hierauf:„Er". Pariser Leben?- bild in I Akt. Anfang 71/2 Uhr Morgen: Dieselbe Borstellung. Re ichshalle n. Tilgl ich; Stettiner Sänger. Ansang Wochent. 8 Uhr Sonntags 7 Uhr. An der Spandauer Brücke 3, Gröast.VergnUgungslokal Berlins Internationale Konzerte von 5 Künstler Kapellen. Im 6 u. 7. Bogen erstklassige Theater- nnd Specialitäten-Vorstcllnng Ausschank der Bei'Iiiiel' Bock-Brauerei. Bürgerl. Diner, 5 Gänge. Tägl. Matinee von 12— 2 Uhr Fröbels Allerlei Theater früher Pnlilmann Scliänhauser-Allee No.>48. MM" durchweg erneuert Jeden Sonntag Sali. 3(iii 1. Psiugsttag: Crosse Eröffnungs- Feslvorslellusg. Ailftrcten des gesamten, sensationellen. erstklassigen Schauspiel- und Kiinstlcrpcrsonals. 20 Ehordame» können sich melde» nachmittags von 4—0 Uhr. Socialdomokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags-Wahlkreis(Osten). Dienstag, den 6, Mai, abends 8 Uhr,„Königsbank", Gr. Frankfurterstraße 117: FW- Versamminng'.-WK Tages-Ordnung: 1. Vortrog des Genossen Dr. Leo Arons über:.Wie beteiligen wir uns an der preußischen Landtags- wähl?- 2 Diskuliio» 3 Verschiedenes. 243/1 2 Diskusnon 3 Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht 243/1 Dcc Torstand. Achtung! Achtung! Dienstag, 6. Mai, abends 8 Uhr, im Lokal von Granmann, Nannynstr. 27: Volks-Versammlung. TageS-OrdNUNg: 1. Vortrag deS ReichStagS-Abgeordneten Pens über.Die Bedeutung die Arbeiter" 2. Diskussion. Um zahlreichen Besuch, besonders der Frauen, bittet_ der Konsum- Genosscnschaslcn für 288/12 Der Eiuhccufci'. Morrow Freilanf- Hinterräder. Fertig gespannt zum Einsetze» in jedeS Rad. Zusammengesetzt aus: Prima amerikanischen Doppeltdickend- Speichen, ans Kupfer hochfein vcrnick.'tt. Kronprinz- Stahlselge bestens schwarz lackiert, auf Wunsch weiß oder holzsarbig, und Morrow Freilauf-Nabe mit automatischer Bremse, Modell 1902, 4076L' M. 27,- einschließlich Porto nnd Der. Packung frei Deutschland und Oestreich-Ungarn. Nachnahme oder Borausbezahlung Bei Bestellung ist nur Ketten- linie, Ketteuradbrettc, Teilung nnd Zähne-Anznhl sowie die Größe»nd Brette des Reisens anzugeben. Zu beziehen durch: Otto Bieber, Berlin dl.. Berg- straße 19. lulius ttopter, Berlin N,, Badstr. 20. Richard Kaethner, Berlin N, Ackerst raße 103. Richard Buckow Berlin SO, Oranienstr. 171. Stcuipel- Fabrik von 137650* Robert Heclil, Iterlin S., Orauicnstr. 1 42, liefert schnell und billig alle Arten Stempel in bester Aiisfiihrnng. Kantschnk- Typen„Perfekt" zum Znsammeitsetzen einzelner Wörter sowie ganzer Sätze von 1,50 M. an. Deutsch. Metallarbeiter-VeybaiKi Vcrwaltiingssttcllc Iterlin.__ Bnrean: Engel llferlS» Zimmer 1—5. Fernsprecher: 3lmt TU, 3bit. Mittwoch, den 7. Mni, abends 8�s Uhr, bei Heren Gold Grosse Franksnrtersir. 133: Konferenz der Verlrauensleule des Ostens. Donnerstag, den 8. Mai 1902(HinnnelfahrtStag): §etrcttp(irtic kt DrMtirbtiter iltiih des Miitilitlderlitii. Trcfipuiikt: 7 Uhr 20 Minuten Görlitzer Bahnhof /Omnibus-Haltestelle). Für Nachzügler: G r ü n a u„Zur grünen Ecke"«üpuickerstr. 89. 114�16 Die Detscveewaltang. Fachverein der Tischler. Mittwoch, den 7. Mai, abcndS 8>/. Uhr: Uevtrauensmiittner-Uevsammlttng i» Zöls' Festsäle», Köpnickerstrasse 1Z7. Mitgliedsbuch und Karte legitimiert. Jede Werkstatt liiuß vertrete» sein. Um pünktliches Erscheinen ersucht 186/12- Der Toestaiid. Sie werfen Geld fort! wenn Sie immer Ihre Cigarre» zu teuer einkaufeu. Rauchen Sie nur meine beliebten„Ilavaalllos", 500 Stck. mir 7 M., 1000 Stck. nur 13 M., franco gegen Nachnahme. Sie werde» in Zukunft viel Geld sparen! Gaianlie: Umtausch oder Ziirückuahme! Unzählige Worte der Auerlennung von Pfarrern, Lehrern, Förstern, Landwirten zc. Bestellen Sie bitte sofort postsrei ins Haus 500 Stück für 7 M., 1000 Stück für nur 13 M. bei Rad. Tresp, Eigarrenfabrik. JVeustadt(Westpreußen) H. 88.[* Steirtififl �FabrikmSB. Emil LeföYre,®|riin 30 Mark hochfeine Sommcrpaletots. 30 Mark hochelegante Herrenanzüge. 42 Mark hochelegante Beinkleider. Anfertigung nur»ach Mass. Guter Stoff, tadelloser Sitz. s4044U» 14 Krauseustraste 14, 1 Tr.. Tel-Amt I Nr. 3708. 4 Tr. Achtung!"WD HS?* Achtung! Sorinlheniohrntifdifr Verein im 5. Berliner Veichsingg- Wahlkreis. Dienstag, den 6. Mai. abends 8'/: Uhr, im Alien Schntzenhanse, Linienstrasie 5: General-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes, des Kassierers und der Revisoren. 2. Dislnssion 3 Neuwohl sür die ausscheidenden Mitglieder des Borstandes. 4 Bestätigung der neugewählten Abtellnngssührer 5 Bericht der Veriranensleute. Preß-, Lokal- und Agitationskoinmisston. 6 Bericht über die Neuorganisation in Berlin. 7 Vereinsongelegenheiten und Verschiedenes. 245/8» Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht jedes Mitgliedes. pünktlich zu erscheinen. Mtgiltbgblllij ifllUilllitti. Der Borsiand. (Zahlstelle Berlin.) Mittwoch, den 7. Mm, abends 8� Uhr: Vttltttttkttsmiittttkr-Vtt'stimmlttttgktt Osten nnd Vordasten: bti». Tagesordnung: i. Bericht der Werlstatt-Konirollkommission. 2. Werl- stattangelegeuheiten. 3 Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Sjidtn: bei Ret-!«Ih, Wasserthorstrafte 68. Tagesordnung: 1. JnnungSnachweis und Entlassungsschein. 2. Bericht der Kommission. 3. Bericht über die Maifeier. 4. Verschiedenes. Folgende Werkstätten sind besonders eingeladen: Krügern. Höh- mann, Benthstr. 4. Bnsc, Köpnickerstr. 55 Kroll, Boeckhstr. 25. Heering u. S immer lein, Benthstr. 4. Kühn, Hollmannstr. 32. Brandt, Dieffenbockistr. 36. Wedding nnd Gesnnddrnnnen:«01�«'��. Tagesordntcng: 1. Bericht der Kommission. 2. Verbands- und Werk- stattangelegenheite». 3. Verschiedenes. Jede Werkstatt muß vertreten sein. SiiHlMkii Mi Weste«:'"IStÄT-T1' Tagesordnung: 1. Bericht dcr'Koulinilfion 2. Bericht der Vertranens- lente und Werkstattangclcgenheitcn. 3. Verschiedenes. Jede Werkstatt ninß vertreten sein. Mk»tli«Ier«nd Zchöndnitser Uorstadt: bei Wernau, Schwedtersir. 23/241. Tagesordnung: 1. Bericht der Vertrauensmänner. 2. Verbands- und Werkstattangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Moabit: bci»»rmstr. s*. Tagesordnung; I. Bericht der Vertrauensmänner. 2. Werkstattange- legcnhcilen. 3. Verschiedenes. Miisikinstnimeiiten-Arbeit-r Tagesordnung: 1. Bericht vom 1. Mai. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Jede Werkstatt muß vertreten sein. MT Drechsler."WD Osten nnd Nordosten: Südost nnd Südwest: mmÄÄ Norden: t,c' lSehialt«, Brunntnstr. 150. Tagesordnung: Verbands-, Branchen- und Werkstattangelegenheiten. Jede Werlftatl, aud> die in Tischlereien bcschästigtcn Kollegen, mstssen vertreten setn. Modell- u. Fabriktischler im 1�*' Tagesordnung: 1. Bericht der Werlstatt-Kontrollkommission. L. Bericht der Vertrauensleute und Verschiedenes. Jede Werkstatt muh vertrete» sein. gM- Mitgliedsbuch legitimiert."96 82/10 Die Tcrualtung. AAnng! Zimmerer. AAnng! ßfiiti'iil-ürniiffn» uiil) Sterbtklisse der Zmuierer. (Eiiigeschriebene Htlfskassc Nr. 2, Hamburg.) Oertlichc Venvaltung Berlin. Freitag, den S. Mai, abendö 8'/s Uhr, im GewerkschafkShanS (Saal TI), Engelnfer 15: 259/6» Alitj» ItedlSR'-V ersamuil nng. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1902. 2. Verschiedene Kassenangelegenheiten. Der Borstand. I. A.: R. Schröder, Tilsiterstr. 82. Pnlenianwnit Dammann, Moritzplatz 57. AnSlUNst bis abends neun. I4018L' Achimig! Charlottenburg. Achimig! Deutscher Buchbinder-Verband. (Zahlstelle Charlottenburg.) Sonnabend, den 10. Mai, im neuerbauten Gewerkschaftshanse, Rosilieustrasse 3: Drittes StifkniiasfeU bestehend in Gesangsanfführuugen(Verein„Lyra". M. d. A.-S.-B), komische» Vorträge»(Komiker und Soubrette), Fvlkvedo— Gr. Vsill Vevlosiing. Billets a 25 Pf.(an der Kasse 30 Ps.) sind zu haben beim Ockonom, im Ccgarrengeschäft von W. Wesch, Wilmersdorfer- u Schillerstraßen-Ecke), beim Vorstand, sowie in den mit Plakate» belegten Lokalen. Ansaug 8 Uhr. Herren, welche am Tanz teilnehmen, zahle» 30 Ps. nach. 2320 Um zahlreiche Teilnahme bittet Dm Komitee. K G Verlag von Sustav tHsdier In?sna. Zoebsli erschienen: - Klnderarbeil• Gesetz gegen die Ausnutzung kindlicher Arbeitskraft in Deutschland Don Konrad flgahd. Preis: 2.40 Mark. Bulletin des internationalen Hrbeitsamts herausgegeben vom Snfernat. flrbeiisamf In Basel. Bd. I, llo. 1, 2, 3(5anuar bis März 1902). monatlich erscheint ein Beft. flbonnementspreis der Deutschen Ausgabe: M. 7.50 Jährlich. Vereins- u, Versammlungsrecht Ruder die Koalitionsfreiheit Referat, dem Ausschüsse der Ses. f. soz. Ref. erstattet von Ferdinand Cönnies, eutm. 1 (Schriiten d. Ses. f. soziale Reform Beft 5.) Preis: 40 PFg. Beine Stahlbrillen von Mk. 1.00 bis Mk. Ö.50, Nickelbrinen und Pincenez v. Mk. 1.50 bis Mk. 4.C0. Neugold-Baitlen und Pincenez v. Mk. 2.50 bis Mk. 3.50. •Gold-Doubbe-Brillen u. Pincenez v. Mk. 3.50 bis 13.00. Gediegen© Angwahl und elegante Ausführung in Gold-Brillen a. Qold-Pincenez von M. 8.00 bis Mk. 40.09. Alles mit Ratbenower Kriatall-Glftflern versehen. #: Specialttät: Theater- und Eeise- PerepeettT« von,. fik.lSOMsBk 50.00 Eeissjenge von 125— 4060. . Baremeter etc. Kin. schvracbes Auge verdanken Viele dem Nichtbeaobten dieser Mahnung. Ist- aber das Auge einmal einer Unterstützung bedürftig, so sollte demselben ohne SUinnen das richtig passende Glas anprobirt werden. Besondere ßorg- lalt auf genaues Auspassen der Gläser und den bequemen Sita der Brills oder des Pincenez wird in dem Ingtfttft fÖP Prüelslons-Optlk von Ernst Riek, Oarl Bultendorff, Iterlin I?., tVcinherc�wec JSb aweites Goschitft Tom Roseatheier'Thor, rorweDdet 'Bitte genau auf Firma n. Hausnuicaier 15b. an achten.) I i 3 H I .& P. Ullei-, EngeT-üfe�ö. I Fabrik-Lager sämtlicher gangbarer Kautabake "it: Nordhäuser Kautabak» stets frisch zu billigsten Engros-Preisen. 3487Ü* � Eigene Confection. 0 Elegante iniröcke enorm billig in Tuch, Zibeline, Kammgar» und EHevtot, « M.. 7 M.,»« M.. IS M., 15 M.. � Q l«4 c n>1 i> in n t 25 M.. Alpacca 4.50 M.,« M.. bis ZV M, Ebevict UNd Pique 3, 5, 7-15 M. J�ketkleider elegante Faxens in Zibeline. Reversibel, Eheviot, Covercoat und Homcspnn 40848* 15 M, 20 M.. 25 M. BolerokBeider Saccokleider Blusenkleider lebte Neuheit 12 M, 15 M, 18 M. Seidenblusen 6,50 M. 8 M, I« M.. 15 M. Blnsenhemden 1,75 M., 2,50 M. Golf capes e M.. s M.. 10 M Jchtvarze, glatte u. bestickte Capes und Kragen 10 M, 12 M., 15 M. Jakets. Sackpaletots, moderne Fafons in vorzüglichem Siy und tndel- loser Verarbeitung 1« M.. 12 M.. 15 M., 2v M. Sielmann&Roseiilier!) BERLIN. Koinmandantcu-Strasie, Ecke Lindcnstrasie. Idsassankerligung. Ii:» v K f i s c Ii- Saccos u. Jafets 10 M. Prima kahrrader, auch aus Teil- Zahlung ohne Prriscrliöhniig zu coulantcn Vedingnilgen unter Ga- rantie. Wenig gebrauchte Räder auch ans Thcilz. nntcr Garant Preise be- deutend ermaftigt. Reparatur- anstalt aller Susicmc schnell und billig Adoineit A, I.nndan,• Lothringerstr. 48 X, am Rosenth. Th. 9 Wir- 10 Jahre Garantie. � fll 11*5 ä IIB IV. Teilzablimg wöchentlich 1 Mark. Vollkommen schmerzloses Kahnzlchcn 1 Mark. |Plomben 1,50 M. Reparatur, sofort. Umarbeit. schlechtsitz. Gebisse, Zabn-Arzt W olt*. Leipzigerstr. 130. (Haus Schaarwaohter). Sprachst. 9—7 Uhr.[19/7* Zähne 2 M. 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzlos. Zahn' ziehen X M. Plomben 1,50 M. Teilzahl, wiichentl. 1 M. Zadnacit Walt, Leipzigerstr. 130. Spr. 9—7. 5% Wni» Brot 50%l Backware 6 Stuck für 10 Pf. Aibrechts Bbckereien: Wraugelstrafte 9, Krautstrafte 19, Faikensteiustr. 28, Laujitzerstr. 2. Dr. Simmel, Prinzensir. 4!. Specialarzt für 22/5* Haut- nnd Hnrnlcidcn. 10-2, 5-7, Sonntags 10-12, 2-4. 20. Zithlmg4. Klasse 206. Kgl. Preuß. Lotterie. Ziihsng vom b. Mai>902(Schluß). Slax dl» Vtmlitiu über 232 Mt sind den betreffend« Nummern in Klammer» beigesügt. (Ohne Bewähr.) 205 49 370(500) 532 071 84» 10)5 19 1X000) 113 220 87 308 428 654 678 2102 21g 588 110001 929 38 54 3074 173 345 99 454 087 4013 37 143 79 343 516 47 611 746 64 887 921 5284 578 650 826 937 6122[500] 648 775 841 60 7082 161 202 19(5001 326 8205 71 98 347 79 435 92 664 1500) 9112 400 97 579 332 10247 50 595 725 920 11058 106 210 318 35 599 722 878 1 2572 96 1 3030 51 69 180 88 266 1 4-214 345 494 596 1 5080 193 359 702 70 95 836 1 6010 316 505 1 7042 485 604 87 717 819 951 18000 100 51 55 526 79 88 765 956 1 9013 18 135 249 404 631 977 20093 173 84[3000] 255 312 595[10001 756 988 2 1065 118 265 510 832 72 2 2005 86 106 42 62 289 373 110001 722 55 826[30001 23092 458 921 43 24015 97 359 421 503 702 998 2 5002 150 539 673 907 2 6274 383 432 556 834 926 2 7092 680 785 845 980 2 8018 32 60 285 320 716 991 29285[10001 529 46 98 732 50 825 57 30010 93 129 271 340 565 721 15001 40 ilOOO] 99 922 31194 375 32105 53 281 84 304 13 93 404 6 56 589 762 65 820 33186 292 492 567[3000! 624 75 804 54 975 3 4011 83 72 147 225 30,3 41 731[5001 960 61 35055 339 441 95 613 870 3 6052 130001 370 77 521 841 61 958 3 7060 351 110001 550 710 37 95 862 909 20 39(30001 38202 13 73 521 610 733 881 88 39162 208 311 445 110001 872 15001 953 70 40175 90 233 13000] 614 969 41197 439 539 744 925[10001 42579 603 81 700 850 4 3432 625 743 848 44031 302 41 549 93 743[10001 90 4 5087 261 354 425 58 528 950 92 46114 60 293 95 470 978 47199 223 75 428 626 864 943 4 8072 105 201 57 304 90[10001 673 740 829 929 49160 314 498 680 825 50047 195 286 355 582 626 881 5 1044 135 81 94 373 684 966 5 2234 66[30001 90 349 50 57 92 454 59 552 672 904 5 3058 269 397 404 5 37 89 518 81 958 54031[5001 207 62 342 441 558 806 5 5315 534 63 608 737 56138 244 799 874 97 937 54 57167[500] 331 69 733 60 898 924 92 5 8308 97 626 872 73 972[500] 59069 70 304 82 471 543 604 85 814[3000] 973 60037 276 564 629 722 6 1 066 292 343 523 619 62106 310 89 619 885 6 3078 100 297 373 89 409 96 550»97 64166 461»7 590 674 6 5077 120 304 567 78 807 997 66013 172[1000] 340 453 601 35 711 811 67311 410 568 712(3000) 91 92 824 48 68419[500] 582 728 832 992(30001 69053 270 306[1000] 70749 71073 229 619[500] 828 94 916 41 81 72009 303 33 971 73195 15001 313 609 720 875 74091 189 417 684 15001 755 802 34 909 75117[5001 204 450 716 7 6041 563 676 839 96 7 7098 164 306 28 590 622 86 806 110001 78448 721 805 7 9066 105 23 269 314 63 575 617 70 838 80063 110001 143 228 64 348 704 922 8 1282 770 844 8 2213 472 746 69 858 62 8 3061 120 476 634 775 824 84107 12 301 41 428 501 701 8 5663 920 22 29 15001 86053 135 251 87030 110 0001 247 326 528 919 8 8201 66 315 39 919 8 9018 148 260 77 368 96 423 556 778 809 966 90507 666 68[1000] 836 90 962 9 1058 119 444 531 026 34 12000] 734 9 2064 78 193 204 62 305 746 802 93026 59 297 302 34 405 758 916[10001 30 94152 61 307 9 15 110001 519 55 79 626 88 700 88 937 54 66 81 9 5217 68 85 342 425 745 89 811[1000] 96082 224 322 41 536 803 99 97143 501 44 949 66 9 8018 133[500] 50 232 326 465 673 713 930 9 9013 60 296 316 400 23 92 767 100738 72 858 926 66 1 01148 539 606 709 95 811 102069 86 455 103248 537 923[1000] 57 1 04040 45.5 710 43 130001 105522 846 1 06185 244 92 304 479 96 512 77 110001 98 724 864 73 944 1 07070 102 200 341 501 616 15001 717[1000] 10 8295 367 513 613[1000] 833 36 1 09063 82 220 392 99 488 511 54 110224 320 423 700 40 62 94 852 933 111337 94 728 83 864[30001 112062 258 98 451 113059 169 404 20 529 71 777 83 857 94 921 30 59 114202 11000] 361 416 537 790[1000] 115246 65 309 512 90 921 132137 263 441 116186 243 309 401 655 951 117218 478 118018 146 227 81 320 776 818 905 119098 174 276 599 638 98 809 120020 145 9J 228 57 91[500] 343 450 628[5001 916 121120 217 77[30001 329 639 805 1 2 2073 464 1 2 3030 172 451 722 26[3000] 993 1 24105 41 381 639 53 58 808 904 47 1 2 5029 116 255 494 526 624 914 1 26397 468 71 15001 621 815 1 2 7092 15001 262 326 777 128024 32 43 47 15001 285 308 849 952 75 1 29182 222 457 631 62 877 932 130509 615 893 131197 248 91 495 326 614 997 1 33096 310 531 36 1 34152 61 67[30001 513 17 98 656 784 960 1 35145 359 493 713 828 1 3 6020 33 89 230 492 689 974 1 3 7018 151 72 465 883 968 92 1 38360[500] 771 946 139226 66 93 346 449 705 140177 316 74 77 519 849 1 4 1 013 109 405 44 528 760 11000) 14 2042 85 129 55 263 96 382 407 25 727 976 143659 803 144126 444 531 63 11000] 668 744 974 1 4 5019 71 486 746 146007 128(1000) 321 22 (30001 40 481 761 70 878 1 47001 350 400 634 811 35 148020 285[30001 523 98 1 49425 27 56 537 820 09 150063 216 98 359 591 15 1 314 15 585 609 49 [5001 63 78 880• 152018 65 402 858(5001 65 153129 96 361 816 36 90 1 54118 59 603 43 705 71 82 828[3000] 67 977 1 5 5083 274 355 71 444[16001 742 02 804 32 1 5 6074 454 524 903 1 57233[ 30001 360 79 88 464 556 684 803 999 1 58047 87 101 73 619 66 777 872 1 59028 399 531 60 86 953 70 160082[3000] 225 161311 526 84 843 162088 127 451 525 891 930 44 76 1 63123 212 369 562 629 717 22 59 968 1 64030 123 207 55 92 331 92 506 36 715 1 65349 83 656 66 77 892 916 78 1 6 6064[5001 309[10001 59 401[3000] 41 959 167070 392[5001 423 54[10001 683[1000] 168146 223 359 447 555 601 51[5001 740 71 842 936 1 69008[30001 101 278 170058 84 484 698[5001 758 907 17 17 1393 400 66 585 734 977 83 1 72175(3000) 643 704 173061 65[5001 211 409 512 39 601 174046 260 61 74 340 503 655 59 895 921 175075 112 89 223 71 362 94 432 38 81 520 636 796 953 58 1 76138 255 324 90 512 25 65 653[1000] 793 94 804 57 965 17 7055 353 537 752 987 1 78489 94 518 91 179057 536 637 95 99 770 909 44 94 180082 9-1 690 864 84 99 1 8 1 381 547 78'. 182251 82 351 68 83 401 656 734[5001 1832 i 570 76 633 949 1 84226 322 458 67 618[1000] 7t"• 185035 112 51 517 652 973 186067 86 257 Si i 418 626[5001 752 93 914 21 89 1 8 7023 348 4-18 188301 18 651 922 189181 232 322 30 408[3000t 87 532 33 655 74 98 778 825 190224[10001 569 608 51 731 74 831 977 1 91164 263 300 418 584 712 49[5001 879 1 92039 51 436 7(1 623 93 975[1000] 78 1 93334 512 602 41 866 915 41 194437 40 927 42 1 9 5225 569(5001 891 907 17[30001 196181 15001 623 71 197094 239 313 502 71 661 755 1 9 8059 239 649 723 199038 137 213 300 483 603 200213 370 404 24 564 772 201013 19 254 99 471 85 613 970 74[500] 86 2 0 2044 49 348 75 525 28 69 689 915 2 0 3089(5001 155 600 9 746 844 53 906 13 63 204032 498 533 42 205115 244 340 630 841 43 88 2 06106 39 476[1000] 569 98 865 207059 254 440 713 78 79[30001 925 2O8220 395 415 544 642 51 906 88 2 0 9043 328 411 60 558 766 897 2 1 0196 372 518 36 634 63[500] 851 55 50 211253 15001 374[10001 601 16 838 2 1 2103 87 295 402 562 73 678 719 99 858 934 2 1 3090 191 375[5001 641 214032 94[5001 140 51 200 389 565 776 99 868 952 2 1 5256 318 57 445 93 923 2 1 6200 313 580 83 831[30001 981 2 1 7097 162 456 721(500) 901 218075[ 85 256[10001 752 827 2 1 9187 215 356 806 22 0014 144 88 328 540 652 713 69 934 22 1 050 59 119 41 218[5001 304 400 37 38 558 654 711 60 858 86 936 86[10001 22 2223 76 366 472 568 604 14 16 52 906 2 2 3041 133 65 792 2 2 4082 305 35 613 83 Tie elfte Ziehung der 207. Kiiuialich Preußischen glasseil Üsltcrie findet Natt am 8., 9. und 10. Öuli 19ü2. fCleinß Anzßiaon* usf Wort fett. Worte mit mehr nie /* AI BX a ä' �tW fw MV ak wenn � M V tn de Jf 1B /Buchstaben Mähten doppelt, jfwi&n aea äs» fT b Anzeigen in den Anyiahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, der Uauptexpedition Bcuthstr.3 bis 4- Uhr angenommen, Verkäufe. Eckrestaieration(preiswert) Familienverhältnisse halber zu verkaufen Lanfitzerpla? 13._+29* Bierlokal, voller Schank, wegen Todesfall verkauft billig, Möckern- strafte 70,_ 24416* Schankgeschäft preiswert zu ver- kaufen, Miete 1650 Mark, mit an- schlieftender Wohnung. Zu erfrage» bei Knappe, Tieck- und Gartenstraften- Ecke. 1-72» Flottgeheudes Restaurations- Grundstück Friedrichshagen für 48 000 Mark verläuflich. Auskunft erteilt Brüsewit'.Pferdebucht.Köpenick,* Baustellen. Meine im G,, Samariterstrafte und Rigaerstrafte, nahe Frankstlrter Allee, verkaufe unter günstigen Bedingungen! Projekle vorhanden! Matten, zahle Pro- Viston! Julius Anker, Tauben- strafte 44— 4b. 2355b* Gltenike bei HermSdorf, 50 Morgen Spekulationsterrain, Waldbestand. Quadratrute 8 Mark. Faust, Berlin, Seydelstrafte 21; näheres auch bei Herrn Schulze, Glienike._ 23956 tSardiuenhaus GrofteFranksnrier. strafte 9, parterre,_ 137* Milchknbel nach genauer Polizei- licher Vorschrift sowie alle Mitckiwirt- fchastsgeräte bei Jordan. Kleine Mariusstrafte 28. 1127K* Maurerfilz vorrätig Potsdamerstrafte 61. Hutgeschäst 11I5K* Borjährige elegante Herrenhosen ans seinsten Stoffe» 9—12 Mark. Verkauf Sounadend nnd Sonntag. Versandhaus Germania, Nnier den Linden 21, II._ 1030R* Gelegenheitskauf. Pgrtie neuer Kinderwagen, nur Einzelverlaus, billig. Landsbergerstrafte 22. Gold- bäum.___ 24346 Neuer Kinderwagen billig, gimmer- strafte 63, II Treppen, 24336 Eigarre» ans rein überseeischen Tabaken. Mille Mark 30, 34. 42,«8. 60, Probezehntel, enthaltend 20 Stück jeder Sorte, 4,80 sranlo. Heinrich Gelhaus, Ctgarrenfabrik, Rehme(West- salen],_ 11453* Haarfärbemittel, unübertroffen, überzeugnngshalber Fünfzig Psennw- Probeflaschen, Charlottenstrafte 3 Riugschiff, Bobbin, Adler, Schnell- näher, ohne Anzahlung, Woche 1,00, gebrauchte 12,00, Lieferung sofort Posttarte genügt, Köpnickerstrafte 60,-61, Landsbergerstrafte 82, I. 189* Schantgcschäst. billige Miete, krankheitshalber zu verkaufen. Zu erfragen Meyer, Strelitzerstrafte 50 Borjährige elegante Henen-Anzüge und Sommerpaletots ans seinsten Stoffen 25— 40 Mark. Verkauf Sonn- abend und Sonntag. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21. IL Borjährige elegante Herrenanzüge und Paletots ans feinsten Stoffen verkauft von 25.00 Mark an B Lewkowih. Alexnuderstrafte 22._ Zlnziige und Palelots nach Maft von 30,00 Mark an, wer Stoff hat 25.00 Mark, B, Lewkowitz. Alexander- strafte 22. 1102K* Herreuauzüge. Paletots, elegante Anefiihntng, geringe Teilzahlung, Knrzberg.Ln»dsbergerstrafte13, 1 1403* Tuchstoffreste, spoltbillig, Aachener Fabrikate, Hobensteinweg 15, Hof.* Weiche Herrenhüte, gute Qualität, Stück 95 Pfennig. Veffere Suchen enorm billig. Hutfabrik, Compioir Kaiferstrafte 25.A,, früher Barnimstrafte 4 und 5. Sonntags geöffnet._ 110883* Teppiche, gute Qualität, kleine Webfehler, alle Gröben, spottbillig, Fritz Stoehr, Münzstrafte 17,_» Teppiche i(fehlerhaste) in allen Gräften für die Hälfte des Wertes im TeppichlagerVrünn. HackescherMar[t4, Bahnhos Börse._ 111/7* Spottbillig! Teppiche, Betten, Steppdecken, Repetieruhren, Regula- toren, Sommerpaletots, Gardinen, Leihhaus Neanderstrafte 6. Teil- Zahlungen gestattet. 2-2/2» Niöbctmngaziu Meyer. Invaliden- stiafte 38, nahe Chauffeestraftr, liefert Möbel, Teppiche, Gardinen auf Teil- zahlnng. Abzahlungen ans Jahre hinaus verteilt._ 1133K* Teppiche mit Farbensehiern Fabrilniederlage Grobe Franlsiirter- st raste 9, parterre�_ 137* Fahrrad(neu) für Herr und Dame verlaust billigst Krieg, Skalitzer- strafte 136._ 24196* Damenrad. Herren rad, elegant, spottbillig. Pfandlethe ltüstriner- platz 7,_ 199* Zlquarium verkauft Bütow, Brunncnstrafte 88. 2302B* Steppdecken billigst Fabrik Graft« Fraiikfiirlerstrafte 9, varierre. 137* Malzkraftbier, blutbildend, für Blutarme, Brustkranke. Schwächliche, Gewichlszunahme, besser« Gesichts- färbe, überraschend, 14 Flaschen 3 Mark,>/>« Tonne 3,50 erNnsive Nicht Flaschenzahl, Qualität eilt- scheidet. Porter- Kellerei Ringler, Bernanerstrafte 119. 117/7* Fahrrad Wiechotzek, strafte 22, billig zu Adlershof, verkaufen, Feldherr»- Steppdecken spottbillig Weinstrafte 20 I. Fabrik 2461b* Kinderwagen, Vogelbauer, billig, Einccke, Fichtesirafte 30. 2400b Nähmaschtne», gebrauchte und nagelneue, spottbillig, Pfandleihe Aiexandrinenstrafte 73,_ 22/15* Hobelbank verlaust Hartwig, Brunnenstrafte 99.__ 162 Barbicrgeschäst, gut gehend, billige Miete, elegante Einrichtung, sofort verkäuflich. 600 Mark.„Figaro", Kastanien- Allee 96,„Vorwärts"- Filiale._ 162 Kinderwagen, gebraucht, zu ver- kaufen. Keil, Äotzlowskystrafte 3, Qnergebäudc I. 183 jtiiidrrwage», gut erhalten. Kusch, Gricbenowstrafte 18, I._ 162 Riudcrslvwagcn, vierrädrig, fast neu, billig. Zahn, Lehrtcrstrafte 40, 'Bcrfallrne Pfänder. Zum bevor- stehenden Pfingstsest goldene Uhren, Ringe und andere Goldfachen, wie Kelten jeder Art, sauber und schön, werden billig verkauft; auch alte Goldwareu in Zahlung genommen i» der Pfandleihe Prinzenstrafte 28, I, Ecke Ritterstrafte. 2466b Vermjzedte zvielgev. Tanksagnug. Für die rege Be- teiligung bei der Beerdigung imsrcs lieben Vaters Fritz KSfelamp sagen wir den Genoffe» deS 6. Reichstags- Wahlkreises unsercnherzlichsten Dank. Die Hinterbliebenen. 2453b Zithcrinsiitnt Frau Huber, 3Mark der Kursus. Gneisenauftrafte 115 Rechtsschuh! Nachmittags 1—3. 8-10, Pallisadenstrafte 22, 23466* Rechtsbnrea» Fabisch, Andreas- strafte dreiundsechzig. Rechtshilse, Eingabengesuche, Raterteiluug. f2311b* llufallsachen, Klagen, Eingaben, Reklamationen. Putzger, Steglitzer- strafte 65. 1692b* Aiignsta-Bad, Köpnickerstrafte 60, Bäder jeder Art für sämtliche Kranken- kaffen. I126K» Kuiiststopferei von Frau Kokosky, Steinmetzstrafte 48, Quergebände hoch- parterre.__ Vivisektion! Wer sich über diese ruchloseste Gransamkett misrer Zeit unterrichlc» will, verlange die Flug- blätter des Weltbundes gegen Vtvi- sektion, welche unentgeltlich versendet werden vom Berliner Tierschutz- verein, Königgrätzerstrafte 108, Um gütigen Abdruck wird gebeten, 161b* Pfandscheine, Bücher lauft Leih- Haus Eisasserstrafte 59 I. 143/3* Metallbruch aller Art kaust Ära- dcrick, Oppelnerstrafte 16._ 127* Emil Schmidt hat eine Restau- ration eröffnet. Bereinszimnier. Guter Mittagsttsch.' Markusstrafte 16. Bercinszii» uier und Kegelbahn empfiehlt Suter, Blnmenstrafte 62. VereiuSziminer. sehr schönes, mit Pianino, auch als Zahlstelle zu ver- geben. Luiscniifer 51,___ 24246 Wer Stoff hat 2 Fertige Herren- anzüge mit Futtersachen 15 Mark, Wagner, Schneidermeister, Frank- furterstrafte 59, III. 2455b» Pkatinn, altes Gold, Bruch- gold, Silber, Gebiffe, künstliche Zähne, alte Uhren, Brillanten kauft höchst- zahlend Broh, Wrangelstrafte 4. s2454b Freunde» und Bekannten empfehle mein Weift- und Bayrtsch-Bier-Lokal. Fritz Engelhardt, Anklamerstrafte 50, Ecke Strelitzerstrafte, 731 Wer leiht Parteigenossen 100 M, gegen monatliche Rückzahlung, st, X, 100 Postamt 61,_ 245Gb 75 Pfennige! Steuerbernfnng, Eingabeiigesnche, Strafsachen, Ehe- scheidungs-, JnterventionS-, Beleioi- gungs-, Alimentationsklagen, Unfallsachen, Zahlungsbeschle, Ratelteilung. Wulkow, Skalitzerstrnfte 141. Abends geöffnet.___ 2471b Anfertigung eleganter Herren- garderobe. Teilzahlung gestattet. Marens, Holzmarktstrafte zweiund- sechzig.____ 24656 RcchtSburean. Prozeftbeistand, Ehetlagesachen, Eingabengesuche. Rat- erteilung Brunnenstrafte vierzig, 124706 150. Nack gesucht gegen Sicherheit Pvstautt 19. A. 60. 1103 Vermietungen. W ohnungon. Ioachiinsthaier-Strafte 41 Wohnung, zwei Stuben, Zubehör, sofort vermietbar. 22/10» Zwei Stuben. Küche zum Juni, Schlestschestrafte 14, vom II. l1146 Zimmer. Landaufeuthalt, Zimmer Woche 4 und 5 Mark, Gustav Wende, Eggersdorf-Slrausberg. 2463b* �rheitsmarkt. Stellengesuche. Blinder Swhlflechter bittet um Arbeit. Stühle werden zu den billigsten Preisen geflochten, werden abgeholt und unentgelilich zurück- geliefert, Adrenet Mulackstraft« 27, A. Gläser.* Stellenangebote. Presser für Goldleisten-Verzierung verlangt Erich Probst, Kvpuicker- strafte 37. 2376b* Schristhauer verlangt Stahl u, Herzog, Rixdors, Hermannstrafte 198, Korbmachergcscllen auf Rohr- kiepcn verlangt Holze, Oranicn- strafte 3. 2457b Maschinenmeister für Blcchdruck für unsre Brandenburger Fabrik ver- langt. Gerson, Berlin, Kolhener- strafte 28/29,__ 114851* Wickclmacher verlangt Donndorf, Putbuserstraft« 41, vom IV, s24g7b Wickclmacher, 2H., Nachm. Gursche, Lortzingstrafte 2. 2469b Faiitasicfedern. Tüchiige Ar- beiterinnen in und anfter dem Hanse finden lohnende und dauemde Be- chästigung bei Louis Fünkeiisteiii, Oraniensnafte 131. 2415b* Lehrmädchen bei sofortigem Ge- halt finden beste Lehrstelle. Töchter von Handwerkern bevorzugt. LouiS Fünkeiistein, Pntzfederfabrik, Oranien- strafte 131. 2414b* Für ein täglich erscheinendes sächst- sches Parteiblatt wird ein l4047L* Redaetenr zum baldigen Antritt gesucht. Offerten unter iw. A an die Ex- pedition dieses Blattes erbeten. Geiverkslhastssekretar. In Magdeburg soll zur Wahr- nehmung aller gemeinsamen gewcrk- schaftlichcn Jntereflen zum 1. Juli d. IS. ein GewcrkschaftSsekrrtär vom Gewcrkschastskarlell angestellt werden. Ansangsgehalt 2000 M. Jährliche Zulagen: in den ersten fünf Jahre» 100 M., in den nächsten Jahren 75 M.,' bis zur Höhe von 3000 M.— Be- Werbungen, unter Beifügung einer. Probe-Arbeit, die ein Programm für die Thättgkeit eineS Gewerkschasis- sekretärs cuthaltm muh, niüffen bis zum 1. Juni d. Js. bei dem Unter- zeichneten eingegangen sein. Derselbc giebt Refleklanten weitere Auskunft. Das GewerkschaftSkartell Magdeburg. I, A.: Otto Vo»», Magdeburg, Kochenhaucr-Ufer 27/28. Achtung! Aißtilsslücher, Holzarbeiter lind Maslhl»tiilirbtit?r!. I» derKistensabrik«tolu, Linde»- strns.e. sind sämtliche Kollegen ans-. gesperrt. 103/14 Zuzug fernzuhalten! lMe Lolinkontmlssion-- WiiiiS, Mgölder!, Wegen Differenzen bei der Fiulil� Knuzendorf, Muskauerftr.20, ist Zuzug bis aus weiteres streng' fernzuhalten. 225/12~ Die Orts Verwaltung der Killale Berlin.- Berantwortiictzer Redaeteur: Earl Leib in Berlin. Für de» Inseratenteil»ernitworttich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag vo» Max Badiug i» Berlin. Aciitiing, HoUeiter! Bei der Firma K,ell»e»St Co.,� Grofibccrc» strafte 54. befinden ficht' sämtliche Bautischler und Maschinen- arbeiter im Ausstand. Zuzug streng- semzuhalten. 83/1 Die OrtsvcrwaUnng.. |t. 104. 19. Zahtg-N. 2. flfilfipr Ein schweres Eisenbahnunglück. Wie aus Delitzsch gemeldet wird, ist der Münchener D-Zug, der in Berlin um 6,10 Ubr früh emtrefscu sollte und Leipzig 3,47 Uhr verliex. in Zschortau bei Delitzsch infolge Bruchs einer Tenderachse teilweise entgleist. Zwei Personenwagen st ürzten um lind wurden vollständig zertriiinmcrt, mehrere andere arg be- schädigt. Der in einem Abteil 1 Klasse befindliche bayrische national- liberale Reichstagsabgeordncte, Brauerei- und Gutsbesitzer Friede! (zweiler oberirnnlischer Wahlkreis), sowie eine bisher noch unbekannt gebliebene Dame wurden anf der Stelle getötet. Fünf Fahrgäste wurden schwer, mehrere leichtverletzt unter den Trümmern hervorgezogen. Die erste Hilfe leistete ein aus Delitzsch herbei- gerufener Arzt. Die Verwundeten wurden nach dein städtische» Zlrankenhanse in Leipzig gebracht, zu welchem Zwecke ein Kranken- wagen nach dem dortigen Berliner Bahnhof dienstlich hinbestellt worden ist. Als erster Schwerverwundeter traf dort der 47 Jahre alte Kaufmann Wandel aus Posen ein. Die weniger schwer verletzten Fahrgäste setzten die Fahrt mit dem von Halle kommenden, um 9 Uhr 20 Min. in Berlin eingetroffenen Zuge fort. Beide Geleise waren auf ungefähr sechs Stunde» unbefahrbar. Der Personenverkehr wurde durch Umsteigen aufrechterhalten. Der Koch des Speisewagens wird vermißt, man vermutet, daß auch er tot unter den Trümmern liege. Der schwerverwundete Karl Wandel aus der Provinz Posen ist ins Leipziger Krankenhans ein- geliefert worden.— In der bayerischen Abgeordnelenkammer verlas gestern vormittag der Vicepräsident v. Keller ein Telegramm des Reichsrats-Abgeordneten v. Lama, welcher meldet, daß bei dem Eisenbahnunglück der Reichstags-Abgeordnete Friede!(2. Ober- franken) ums Leben gekommen ist. Die ans Berlin datierte Depesche lautet:„Schnellzug verunglückt; Kollege Friede! to t, i ch z u fälli g g er e tt e t. Lama." Weitere Telegramme ans Leipzig besagen: Unter den bei Zschortau Verletzten finden sich folgende Namen: Marie Leder-Berlin, Marie Stmiberg-Berlin, Lilly Mannö- Friefing(?), Charlotte Döring-Bitterfeld, Rittergutsbesitzer Wandel- Posen. Der Schnellzugverkehr Berlin-Hof-München wird vorläufig noch über Halle geleitest Die Bnndeskanzlei des deutschen Samariterbundes teilt mit: Bei dem Eisenbahnunglück bei Zschortau fgab cS 2 Tote und 8 Ver- letzte. Neben der ärztlichen Hilfe von Delitzsch waren die Acrzte des Saniaritervereins von Leipzig. Ober-Stabsarzt Dr. Dühms und Dr. Hahn, sowie Mannschafte» und Freiwillige des Leipziger Samaritervereins alsbald mit Nettungswagen zur Stelle, so daß gegen 8 Uhr sämtliche Verletzte geborgen waren. Die Schwer- verletzten wurden dem Kranlenhause zu St. Jakob in Leipzig zu- geführt. Die Ursache des Unglücks ist ein schwerer Defekt an der Lokomotive. Während der Fahrt sprangen plötzlich Einzelteile von der Lokomotive ab. Dieselbe riß sich vom Zuge los und fuhr un- gefähr SOOO Meter weiter, während die Wagen entgleisten und über- einander geworfen ivnrdcn. Fast der ganze Zug ist de- mokiert. Von den Schwerverletzten hat eine Danie einen Unter- schenkelbruch, eine andre Verletzungen im Rückgrat erlitte». Nach dem Bericht des„Leipziger Tageblatts" über das Eisen- bahn-Unglück bei Zschortau ereignete sich dieser unmittelbar am Bahnhof Zschorta», etwa 14 Kilometer von dem Berliner Bahnhof in Leipzig. Bei demselben büßten 2 Reisende, der Reichstags-Abgeordnete Johann Friede! aus Bayreuth und eine Frau Hirsch das Leben ein; zwei Personen, eine Dame und ein junges Mädchen. find schwer, sechs andre Passagiere leicht verletzt. Die getötete Dame trug einen Trauring mit der Inschrift „Verheiratet Nizza 1871". Mit furchtbarer Vehemenz müssen die am meisten von dem Unfall betroffenen Wagen aus dem Geleise gesprungen sein. Glücklicherweise ivar der Zug Verhältnis- mäßig schwach besetzt. Als Ursache der Entgleisung ivird mit Be- stimmlheit der Bruch einer Axe des Tenders bezeichnet. Der erste Personenwagen kippte nach rechts, der zweite nach links um, während der Küchenwagen sich an beiden vorbei auf dem Geleis vorwärlsschob. Lokomotive, Tender und Packwagen rissen sich los, rasten noch etwa 600 Meter iveiter und blieben dann auf freien: Felde auf den Schienen stehen. Die letzten Wagen entgleisten ebenfalls nicht. Die beiden Getöteten hatten sich im ersten und zweiten Wagen befunden und weisen schwere Schädel- bräche auf. Eine Dame, die durch Teile des Wagens ein- gekeilt war und einen Bruch des linken Armes erlitten hat, wurde iiach Beseitigung der Hindernisse aus ihrer Lage befreit und aus dem Wagen herausgeholt. Dessau, 5. Mai. Die hiesige Eiscnbahn-Betriebsinspektion giebt bekannt: Heute morgen um 4 Uhr entgleiste der von Leipzig nach Berlin über Bitterfeid fahrende D-Zug Nr. 21 infolge Brnckws einer Tenderachse auf dem Bahnhof Zschortau. Von den Reisende» wurden 2 getötet, 2 schwer und 4 leicht verletzt. Beide Geleise werden bis etiva 2 Uhr gesperrt sein. Der Verkehr Ivird durch Um- steigen aufrechterhalten. DaS„Berl. Tagbl." veröffentlicht folgenden Bericht eines Augenzeugen: Zehn Minute» nachdem ich um 3 Uhr 30 Minuten im D-Zug Nummer 21 von Leipzig abgefahren war und mich in der Nähe von Zschortau befand, gab es plötzlich einen durch Mark und Bein gehenden Ruck. Die Maschine war, wie uns später g-.sagt wurde, infolge eine« Radrcifenbruches'— andere sprachen von einem Achjenbruch nach der linken Schienenseite hin entgleist. Der Zug bestand au« fünf Harmonikawagen. denen zum Schluß der Postwagen angekoppelt war. Die beiden' ersten Wage» nach der Lokomotive waren jdurch den plötzlichen Stillstand derselben ineinander- geschoben worden; die übrigen drei Wagen waren teils nach links, teils nach rechts umgeworfen. An» Postwagen, der auf den Schienen stehen blieb, ist die Mittelachse gebrochen. DaS Bahn- personal stand hilf- und ratlos da. Nicht einmal daS notwendigste Verbandmaterial war zur Stelle. Die Postbeamten, die den Zng begleiteten, sprangen den Jammernden und Hilferufenden hilfreich zur Seite und drückten in den umgestürzten Waggons die Fenster «in, auS denen sich die Reisenden retten konnten.' Der kleine Ver- bandSkasten, der für die Postbeamten im Postivagen mitgeführt wurde, that, wenn auch unzureichend, so doch gute Hilfe. Während die Postbeamten noch eifrig bei ihrer Samariierthätigkcit beschäftigt waren, traf ein telegräpisch herbeigerufener Arzt aus Leipzig ein und übernahm die Leitung des Rettungswerkcs. Zwei Reisende waren bereits tot; eine sehr schwer verwundete Dame, welcher der Brustkasten eingedrückt war. gab noch Lebenszeichen. «IS wir später in Berlin eintrafen, erfuhren wir, daß auch sie in- zwischen den Berletznngen erlegen ist. Außerdem waren»och fünfzehn Personen teils leicht, teils fchwer verletzt. Die nervöse Aufregung, in die die Passagiere durch den Unfall versetzt waren, machte sich noch in der Weiterfahrt bei jedem Ruck, bei un- erwartetem Bremsen ec. bemerkbar. * Der Reichstags- Abgeordnete Friede! war am 27. Mai 1856 zu Oberkaiserswerth geboren. In seinem Heimatorte besuchte er die Volksschule und später von 1868 bis 1871 die Gewerbeschule zu Bayreuth, wo er den väterlichen Berus, das Braugeiverbe erlernte. Nachdem er 1873 bis 1874 als Eiujährigfreiwilliger im 2. bayrischen Kürassierregiment gedient und i» München als Brauer thätig ge- Wesen, übernahm er 1887 das väterliche Geschäft. In die Oeffcut- lichkeit trat er zuerst im Jahre 1886 als Mitglied des Distriktsrats Bayreuth. Dann wurde er von 1888 bis 1893 zum stellvertretenden Landrat und im Jahre 1893 in die bayrische Abgeordnetenkammer Sts Jiiniiiirte" gewählt. Seit dem Jahre 1886 war er außerdem stellvertretender Bürgermeister in Oberkonimersrenth. Er vertrat seit März 1900 im deutschen Reichstage den Wahlkreis II Oberfrankcn und gehörte der nationalliberalen Partei an. Berliner Partei-Angelegenheiten. Fünfter Wahlkreis. Heute Dienstag OVs Uhr abends hält der Verein seine General-Versammlung im Alten S ch ü tz e n h a u s e. L i n i e n st r a ß e 6, ab. Auf der Tages- ordnung stehen neben Wahlen und Berichten auch Beschlußfassungen über die N e u- O r g a n i s a t i o n in Berlin. Auf zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gerechnet. Mitgliedsbuch legi- timiert. Der Vorstand. Wilmersdorf. Am Mittwoch findet in Wittes Volks- garten, Berlincrstr. 40. die regelmäßige Verein s-Ver- s a m m l u n g des Wahlvereins statt. Die Tagesordnnng wird in der Versammlung bekannt gegeben. Zugleich iv'erden die Mitglieder ersucht, ihre restierenden Beiträge in dieser Versammlung zu be- gleichen. Steglitz-Fricdenau. Die Partcigenoffen werden auf die am Mittwochabend 8 Uhr bei Schellhase in Steglitz. Ahornstr. 15, stattfindende öffentliche Versamnilung anf- merksam gemacht, in welcher Genosse Waldeck Manasse- Berlin über das Thema:„Wie Götter und Götzen sterben" sprechen wird. Speciell die Frauen werden zu regem Besuch eingeladen. Voltsles. Unser Parteigenosse Emil Gerstenberger ist am Sonntag. mittag ein Uhr anf dem Gemeindefriedhof in Weißensee zu Grabe getragen worden. Die Arbeiterfchaft des Proletarier- Vorortes gab unsrem verstorbenen Freund zahlreich das Geleite; ebenso hatten sich auS den nördlichen und östlichen Vororten, sowie aus Berlin selbst viele Deputationen eingefunden, um den, Man», der schlicht und selbstlos die Interessen der Unterdrückten wahrgenommen, den letzten Dank, die letzte Ehre zu teil werden zu lassen. Ein Trauergesang empfing den Sarg am Grabe und in ergreifenden Worten gedachte der ReichstagS-Abgeordnete deS Kreises, Genosse Arthur Stadthagen sodann der OpferwiMgkeit. mit der Gerstenberger auf politischem und gewerkschaftlichem Gebiet thätig gewesen. Als Stadthagen seine Kranzspende am Grabe niedergelegt und von dem Freunde, mit dem er viele Jahre hindurch gewirkt, Abschied genommen hatte, schmückten die Führer der politischen und gewerkschaftlichen Deputationen unter kurzen Abschieds- Worten die Gruft mit den letzten Zeichen der Liebe und des Dankes. Unter den zahlreichen Kranzspenden seien erwähnt die vom Stein- arbeiter-Verbande und von andren Gewerkschaften und politischen Vereinen am Orte dargebrachten, ebenso die von der Gemeinde- Vertretung, in der Gerstenberger mehrere Jahre gewirkt hat. Die Parteigenossen Berlins, die Preßkommission, die Redaktion des „Vorwärts" und die Organisationen vieler Vororte legten ebenfalls Kränze nieder. Ein Grablied beschloß die Feier. Die Witwe und drei Kinder im zarten Alter waren schluchzend dem Sarge gefolgt. Unter unendlicher Mühsal hat Gerstenberger für die Seinen Brot zu schaffen gesucht, und viel schwerer als die meisten seiner Bekannten ahnten, ward es dem kranken Mann, der Familie gerecht zu werden. Er mußte seine Lieben in Armut und Entbehrung zurück- lassen. Soweit es in ihren Kräften steht, liegt es den Parteigenossen ob, die Hinterbliebenen vorab vor dem Schlimmsten zu schützen. Die neue Oberbau- Lagerung der Hochbahu, welche zur Abmilder nng des Zuggeräusches beschlossen worden ist, unterlag dieser Tage der Prüfung der Aufsichtsbehörden jkvnigl. Eisenbahndirektion und Polizeipräsidium). Unter mehreren vor- geschlagenen Systemen hat die Aktiengesellschaft Siemens und H a l s k e eine e l a st i s ch e A u f l a g e r u n g der Fahrschienen unter Berwendnng hölzerner Langschwelle» gewählt. Bei dieser Konstruktion werden alle direkte» Schranbenverbindungen zwischen de» in kurzen Abständen unterstützten Schienen und der Eise»« konstruktio» vermieden und an de» Auflagen»och besondere. schall« dämpfende Mittel sFilz- oder Leder-Platten) verwendet. Diese Maß- regeln haben aber zur Voraussetzung, daß an der fahrbaren Decke selbst, welche sich mit ihren aus Bimsstein hergestellten Kappen und ihrer Asphaltabdcckung überall gut bewährt hat, keinerlei Aendernngen vorgenommen werden dürfen. Andrerseits muß auch die Schienen- Oberkante in der gleichen Höhenlage, wie jetzt, erhalten werde», weil sonst auch die Ströinleitnngsschicne» und die Höhenlage der Bahn- steige geändert werden müßte. Es stellen sich daher angesichts der Pein- lichen Ockonomie derartiger Anlagen der geplanten Probc-Ausführnng große Schwierigkeiten entgegen; diesen gedenkt die Bauleitung n. a. dadurch zu begegne», daß sie anstatt des im Osten verwendeten 180 Millimeter hohen Schiencnprofils das auf der West strecke gewählte niedrigere Profil von nur 150 Millimeter Höhe zur Anwendung bringt. Der geräuschlose Schienen-Verblatt-Stoß, welcher sich auf der ganzen Strecke der Hochbahn bewährt hat, soll beibehalten werden. Durch die elastische Lagerung des Oberbaues hofft man das unmittelbare Znggcränsch erheblich abzumildern und auch das Rcsonnanzgeräusch der Eisenkonstrnktion auf ein Minimum einzuschränken. Die Aufsichtsbehörden haben sich mit einer Probeausführung der beschriebenen Art ei n ver st a» den erklärt. Zunächst soll in der Gitschinerstraße, nahe der Haltestelle.Prinzenstraße", auf einer 300 Meter langen Geleisstr-cke ein Versuch mit der neuen Oberbau-Lageruug vor- g«ion»»en werden. Die hierzu erforderlichen Arbeiten müssen natürlich mit der größten Vorsicht ausgeführt werden und dürften auch zeitraubend sein, da sie nur während der nächtlichen Betriebs- pause vorgenommen werden können. Der bekannte Ohrenarzt Professor Ferdinand Trantmann ist Sonntagabend nach kurzem Krankenlager an Herzschwäche ge- starben. SDie medizinische Wissenschaft verliert in ihm einen hervor- ragenden Vertreter der Ohrenheilkunde. Der Verstorbene wurde am 20. März 1833 zu Wittenberg geboren, absolvierte die militärärzt- liche Bildnngsanstalt zu Berlin und wurde Militärarzt. Ans seinem militärischen' Verhältnis schied er 1887 als Generalarzt 2. Klasse ans und wurde im nächsten Jahre zum außerordentlichen Professor ernannt. 1893 wurde er dirigierender Arzt der neu errichteten Ab- tcilung für Ohrcnkranke a» der Charito und geheimer Medizinal- rat. Vor 2 Jahren siedelte Trautmann mit seiner Abteilung in die neue Ohrenklinil an der Lnisenstraße über. Außerdem miterhielt er eine viel frequentierte Privatklinik in der Steglitzerstraße. Professor Trautman» hat auch vor etwa 20 Jahren den Kaiser erfolgreich a» einem Ohrenleiden behandelt. Der Prozeff Sande» und Genossen, für den ein Haupt- Verhandlungstermin am 20. d. M. stattfinden sollte, wird voraus- sichtlich auf einen spätere» Termin verschoben werden müssen, da sich der Verhandlung im letzten Augenblicke unvorhergesehene Schwierig- keite» entgegenstellen. Der Vorsitzende der 7. Strafkammer, Land- gerichts-Direktor Voigt, der zum Studium des sehr umfangreichen Aktemnaterials seit kurzem beurlaubt ist, ist leider erkrankt und hat die Akten zurückschicken müssen. Da der stellvertretende Borsitzende der 7. Strafkammer, LandgerichtS-Rat Grodke, für die nächsten 14 Tage den Vorsitz im Schwurgericht führt, dürste eine Verhandlnng des Prozesses in diesem Monat unmöglich sein. I« Sache» Ziethen hatte Rechtsanwalt Victor Fräiikl die von ihm verfaßte Broschüre„Der jetzige Stand des Rechtsfalles Ziethen" dem Staatssekretär des Reichs-JustizamteS übersandt. Dieser hatte Ditlistaj, 6. M»i 1902. sie an den preußischen Justizminister„mit dem Anheimstellen der ressortmäßigen Verfügung" abgegeben. Aus dem Jnstizmiiiisteriiyn ist sie dem Oberstaatsanwalt in Köln zugestellt worden, der bisher den verschiedenen Wiederaufnahme-Anträgen stets widersprochen hat. Der Oberstaatsanwalt hat nun dem Rechtsanwalt Fränkl eröffnet, „daß der Inhalt der Druckschrift den Justizbehörden zu irgend welchen weiteren Matznahmen nach keiner Richtung hin Anlaß geben kann". Eine Einrichtung, die nicht allgemein bekannt zn sein scheint. die aber die Anstnerkiamkeit aller verdient, ist die der Berliner Feuerwachen, bei allen Unglücksfällen.'s- jährigen Töchterchen Lieschen und dann sich selbst mit einem Rasier- messcr die Kehle durchschnitten. Das Kind sowie die Mutter haben den Tod gefunden. Zwischen dem Ehemann Anst, der dem Trünke ergeben war. und seiner Frau fanden seit längerer Zeit Skandal- scene» statt. So auch in derNacht zum Sonntag. Nachdem Anst sich gestern früh in seine» Dienst begeben hatte, schickte' seine Frau ihre 16jährige Tochter, die an Krücke» geht, nach einem in der PotSdamerstr. 40 zn Charlottenbnrg belegenen Schlächtergcschäft, um dort Fleisch einzukaufen. Als das Mädchen zurückkam, wurde ihr nicht geöffnet. Sie stieß deshalb das Fenster auf, und nun bot sich ihr ein grausiger Anblick, Die Mutter lag mit durchschnittener Kehle und mit dem Tode ringend neben dem Bett auf dem Fußboden. Ihr Schwesterchen lag mit klaffender Halswunde entseelt im Bett. Das Mädchen lief so- fort zu Hausbewohnern und suchte dann»ach einem Schutzmann. Bei dessen Eintreffen war die Mutter bereits eine Leiche. Die Trunksucht des Mannes soll die Mutter zu ihrer VerzweiflnngS» that getrieben haben. Nach andren Gerüchten soll Frau Anst die That in eine»» Aufall von Geistesstörung begangen haben. Sie hatte erst vor kurzen: an Jnflnenza gelitten, und seit der Zeit, wo sie ans dem Krankenhause eullassei: wurde, hat sie stets«in scheues Wesen zur Schau getragen. Die beiden Leichen wurden nach dem Charlottenburger Schanhans geschafft. Auf der Tnrnfahrt nmS Leben gekommen ist in Oranien- bürg der Turner Alfred Breetsch, Grüner Weg 62 in Rcinicken- dorf wohnhaft. Der Gau 2 der Berliner Turnerschaft, den: die Turnvereine der nördlichen Vororte angehören, macht« am Sonntag eine Turnfahrt»ach Oranienburg, un: den dortigen Turnverein zu besuchen. Die meisten Teilnehmer traten um 9 Uhr abend? wieder den Heimweg an. eine Anzahl Turner aber. darunter Breetsch und ein Fmrnd Fritz K., der gleich ihm dem Turnverein Gesundbrunnen angehört, blieben noch zurück. In ihren: Ucberinut unterhielten sie sich damit, in der Rähs des Bahnhofes über die Barrieren zu springen. Als um 1 Uhr 20 Minuten ein Güterzug von Neu» Strelitz die Stelle passierte, machten Breetsch und sein Freund den Versuch, auf den Zug zu Uettern. Während dies letzterem gelang, inachte Br. einen Fehltritt, geriet unter die Räder und wurde sofort getötet, Die ganze rechte Seite ivurde ihm zermalmt. Mitglieder des Turn- Vereins Wcdding brachten K., der ganz verzweifelt war, nach Hause, »im zu verhindern, dasi er sich ein Leid authue. Die Leiche des Wer- ungliickten wurde gestern morgen, nachdem sie die Nacht über auf der Nuglücksstclle gelegen hatte, nach dem Orauicnburgcr Güter- schuppen gebracht. Ben Ali Bey im Feenpalast. Zu den Künstlern, die Groß und Klein inimer wieder in Erstaunen setzen, gehört Ben Ali Bey, der iudisch-ägyptische Zauberer und Wuudcrthäter. Er ist gleich seineu liebenswürdigen Gehilfinnen zivar seit langen Jahren in Berlin bekannt; aber doch erinnern wir»uS gern wieder der Freuden. die er uns und mehr noch»mern Kindern im Zanberlhcater bereitet hat. Neben manchem Bekannten bringt der Manu inr phantastische» Kostüm jetzt allerhand neue lieber- rasch,»igen, denn a»ch ein Zauberer darf nicht müßig sein, will er das Publikum unterhalten und der leidigen Konkurrenz die Spitze bieten. Man verlangt von gewöhnlichen Künstlern schon das Mcnscheninvgliche. und nun erst von einem Manne, der dort hinten in Indien anscheinend sehr profitable Dinge erlauscht hat. Aber Ben Ali Bey ist nicht so. Wer ein bißchen Glück hat, kann vermittelst der„niagischen Kafsceküche", die der Zauberer aus der Buhne erscheinen läßt, gratis zu einem Täßchc» Mocca kommen. Und in dem Gedanken, daß dieser Kaffee gewiß aus den Zaubergärten cineS indischen Bonzen stammt und daher völlig zichorienfrei ist, ist ein solcher Genuß sicher nicht zu verachte». Wir allerdings als notorische Pechvögel haben den kosibarcn Trank nicht zu kosten bekommen und mußten uns mit der schmerzstillenden Erinnerung trösten, daß die schöne Sulamieth, des Zauberers Gefährtin, uns bei früherer Gelegenheit eine süße Apfelsine auf die Schulter geworfen hat. Neben derartigen, jedermann belustigenden Künsten führt Ben Ali Bey auch "solche vor, bei denen einem das Grnseln parkt. ES ist nichts Kleines. zu sehen, wie dem indischen Magier plötzlich der Kopf vom Rumpfe "verschwindet und nebenan auf dem Tische Platz nimmt. Bei einem Künstler, der solche Leistungen vollbringt, kann es auch nicht wunder nehmen, wcmi er sich sprachlich ans eine ungewöhnliche Weise aus- bildet. IInS ist mancher knnstbcslisscnc Orientale vor Augen ge- kommen, aber keiner, �dcr die deutsche Sprache so germanisch-berlinisch rein wie Ben Ali Bey zu sprechen verstanden hat. Orgelkonzert. Inder Marienkirche werden Mittwoch, 7. Mai, »litlags 12 Uhr, Herr Musikdirektor Diclicl. Frl. Klara lc Pretre, Frau Maria Pimt, Frl. Luise Gau, der Bioliutst Herr Hans Bussenius und der Organist Herr Pom Heuer Kompositioiien von Bach, McudelSsoh», Thiele, Chenibtui, St. Ächnnian», Raff, v. Herzogenbcrg und Dieuel vortragen. Ter Eintritt ist frei. Fcilerbcricht. Sonntagabend kurz nach 7 Uhr wurde die Wehr nach der Königstraße 01 gerufen. Hier war aus noch nicht er- nnttclter Ursache in einem Keller Feuer ariSgekonimcn, das in kurzer Zeit Gernmpel, Küsten, Velpacknugsmaterial zc. erfaßte. Die Wehr «rußte daher längere Zeit mit einer Schlauchleitung Wasser geben, »ini die Flannncn zu ersticke». Kurz daraus hatten in der Bernauer- straße LI Gardinen und Kleidungsstücke Fcncr gefangen. Gegen 9 Uhr , mißte in der Möckcnisiraßc 104 a ein Küchenbrand beseitigt werden, der in der Hauptsache Möbel beschädigte. Früh 3 Uhr Ivnr in der Frank- surtcr Allee 3 in einer Badcsinbe eine Holzwnud in Brand ge- raten, dcstcu Abiöschnng indes bald erfolgte. In der Nacht zum Sonntag gingen in der Moritzsir. 1 Lumpen usw. in einem Keller in Flammen ans, die jedoch noch im Keime erstickt werde» konnten. Kurz»ach Mitternacht nuißtc in der Oraniensir. 50 ein Brand ab- gelöscht iverden, der den Fußboden, Schaldeckc und die Balkenlage ergrissen hatte.? Sonntagabend 10 Uhr hatte die Wehr in der Mctzer- straße 25 zn thun, um einen Kellerbraud zu beseitigen, der in der Hauptsache Lumpen zerstörte. Außerdem hatte die Wehr im Laufe des Sonntags noch Alarmiernngen von der Petersburgerstraß- 79 und der Prenzlauer Allee 3 z» verzeichnen. I» beiden Fällen handelte es sich mn kleinere Brande, deren Ablöschung in kurzer Zeit erfolgen konnte._ 9lii8 de» Siachbarorke». Schmargendorf. Bei der Gemeindcvcrtreter-Ersatzwahl erhielten Herr Jnxg(Mictcrparlci) 104 Stimme», Herr T h u r o w>>'. zu welchem auch die Miiglieder hier- durch eingeladen werden. 273/1 »vi- V»»»-»t»nck. I. A.: Coni-fuI Storch, Vorsitzender. Orts-Kren, kenknsse der Eigarrenmacher,(Zigarren- sorlierce»nd deren gewerbliche Hilfsarbeiter zn Berlin. Durch Beschluß des BezirlS-AnS- sckuffes zu Berlin vom 13. Atärz 1303 ist die VII. Abänderung des Kasten- ftnluls, Abänderung der§§ 3, 5, 10, 30, 31 wegen der durch Ortsstatut der Stadt Berlin vom 7 /14. Oltober 1301 trankeiiversickcmugspflichttg ge- wordene» sclbslständigenHnuSgcwerbe- treibenden genehmigt. 34S8b Die Abänderung tritt vom 1. Ja- nuar 1302 in Kraft. Der Vorstand: Alb. Köhler. Ii. Nllchwg Bilm vom i. Starz IM. Die Haftsumme der Geuosten hat sich im Laufe deS Geschäfisjabres nicht vermehrt, soudem durch Tod eines Geuosten um«ins Mark ver- mindert. Äeschäflsguthaben belrug 85 M., Hastsumme 85 M. am Schluß des Geschästsjahrcö. Miigliederbe- stand am 1. Okiober 1901: 17. Saite kcllchuslM-Wmi (Eiugelr. Ge». m. veschr. Haftpflicht). Iden Vor&titnd. Franz Sclwrsatli. Paul lenz. Ortskrankeykaffe der Uiirschtter und ver- wandten Gewerbe z»«er«». LekKUllimsoduilg. Den Mitgliedern hiermit zur KeinitiiiS, daß die vo» der außer- ordentlichen Generalversammlung vom 8. Januar 1302 beschlassene zweite Abänderung zum revidierten Statut seitens des Bezirksausschusses unter dem 3. April er. genehmigt ist. Die Einhändigung der Abänderung an die Mitglieder erfolgt gemäß den Bestimmungen deS§ 07 Abf. 1 des revidierten Statuts. 272/30 Der Vorstand. I. A.: C. Seidenkranz, Vorsitzender. AuSflellnng für Feuerschutz Berlin 1901 ««»vi?««!Nlv»rh.Il-r-v Höchster Preis. Singsr liähmascliinen Nnvis 1900:[3746 L* i9Gi*and Prix" Höchste Anszeichnnng! Singer Nähmaschinen find mustergültig w Konstrukttoa nnd Ausführung. Singer Xähntasehinen find unentbehrlich für HauSgedr-mq und Industrie. Singer Sffthmaselllnen find in den Fabrikbettitben die ammcistenvervrelteten. Singer Nähmaschinen find unerreicht w L-istuilgsfshtgkett und»«««. Singer Nähmaschinen find für die moderne Kunststickeret vorzüglich geeignet. Unentgeltliche NnterrichtSkurfe in allen Häuslichen NZHarveilen, wie in moderner Kunststickerei. Lager von Stickseide in großer FarbenauSwahl. Elektromotoren für einzelne Maschinen zum Hausgebrauch. „. Singer Ca. Nimascliinen Act. Ges. Filialen iu alle» Sta dtgegeu d e»n_ Hauptgeschäft: BERLIN, Kronen-Strasse Dienstag, d. 6. Mai, abends 8»/, Uhr, ¥aql. Garte«. Alexanderstr. 27c: Vortrag. 4- Nur Herren haben Zutritt. Thema:„Die Heilung sogenannter Männerleiden durch daS Nalnrheil- verfahren". Andrerseits:„Die Queck- siiberkuren und ihre späteren Folgen". Ref.: H. ckliillci-, prakt. Naturheil- luiidiger, Kurbad, Gr.Franffurtcrstr.87. Eintritt frei."V82 tljttrlfltlrrilnuu F. Kunstinann, H[tc. 1. Uta ond Goldwaren! Gro»sartlg;e AiibwuHI! Billigste Preise! Reelle Garantie! � ScWcSraitz Iäsiä Mulla: Sttiunnu steter.«wä'Ä»». Empfehle mein alibekauiites, herrlich a» Wald und Wasser belegenes Lokal den geehrten Vereinen und Gesellschaften zu Ausflügen. Attsspaunung und Dampserslege, Kegelbahnen, grobe Kasteeküche. Gute Küche und bestgepflegte Biere zu soliden Preisen.[3b77L* CWanzenfeind in der Flasche" 1 Preis 50 Pf., 1,00, 1,50. Unfehlbar sicher „Motienfeind Im Beulet", nur 5 Pf.; TA. SeMedel „Schwabenfeind im Streu-Turm" 35 Pf., 60 Pf., 1,00 Gesetzlich geschlitzt! AUein-Verkauf:■••• WUIIIIIIÜUUI Neue Könlgstr. 53, 1. Fabrikant Fernapr.: Amt 7 a, 6331.(Alexanderplatz.) "Von 1 Mark an frei Hans, ausTrärts gegen Xachnahme! 1 Bienenhonig, schön» •Vtzvllig» hell- Tafelware, vers. die 10 Pfunddoie zn 6,50 M., 5 Pfd. 4 M. sranlo. Garant. Rückn. Reelle Bedieuuuz zugesichert. 40919* ED a! 1 Koreliob, Bahnhof, . ilvil, Augustfehn Oldcnbg. * wanaa BB» m i Möbel auf Teilzahlung bei ganz geringer Anzahlung liefert Sie Möbelsabril A. Krause, Ichützenstr. S. Dr. med. Schaper homäop, Arzt u. Spez.-Arzt f. Haut- u. Harnleiden, Fratienkrankheiteti, Königgrätzerstr. 27. Spr. 9-1. 4-7, Dr. ScbQnemann, Specialarzt für Haut-, Harn- und Fraiieuleide«. Sezrdelstr. 9. Vjlä— VjS, Vs6-V,8. Kranz- nnö Bliiütnbinherei im Robert Meyer, nur Marianutu-TttM 2. VereinS-Kränze. Palmen- u. Blumen Arrangements, Bmiqueis, Guirlanden usw. werden fein u. preiswert geliefert Echte Filzljnte neueste Moden größte AusnW erstaunlicli billige Preise auch Einzelverkauf im Special- Hut-Gngroslager Nene Königstrafte 48, 1 Treppe, nächst dem Alexanderplatz. «tc. entfernt un- soh&dl. das gesetzlich geschützte echte Brllnlng's Enthaarungspulver, Dose M. 2,- u. 20 Pf. für Porto, 2 Dosen M. 4.» gezeen Voreinsendung od. Naohnahme. Carl Relssner, Töngesgasse 21 Frankfurt a. 8. 7. 101/2* Bruch-Pnllmanu empfiehlt lein Lager in Bruchhan- dagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensors, sowie silmtl. Artikel zur Krankenpfleg«. SKigne Werkatntt. f.Orls-u. HilfS-krankenkastcn Berlin C.,[3762\!* 30. Men-Straße 30. Preise* beliebige Teilzahlung. Olga Jacobson, iÄ« Zahn-Klinik, Bad Beinerz Dr. Stern Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin.