Ar. 113. Kbomitments-f eiingtingcn: KbonnemsnIZ-Preti pränumerando! vierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10®»., wöchentlich 28 Psg. frei in» Hau». Sin, eine Numm»r S Pfg. Sonnlagt- Nummer mir illun»ei>-r Sonntagt- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pig. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monal, Eingetragen tn der Post- Zeltung»- Preisliste für 1002 unter Nr. 7878. Unter lireuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für da» übrige Autland 3 Marl pro Monat, 19. Jahrg. Ale Instrlroiks-Gcblryk beträgt für die sechsgespaltene Kolonel- »eile oder deren Raum«0 Psg., für politische und gewerlschaftliche Vereins- und VersammlungS- Anzeigen 20 Pfg. „Kleine Anieigen" jedes Wort 5 Psg. (nur das erste Wort fet». Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derErpebition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abendS, an Sonn- und Festtagen bis s Uhr vormittags geösjuel. Lrjchrinl täglich«ister»onlig«. Vevltner Volksblerkk. Telegramm- Adresse: «<»ciatdrinokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Kartei Deutschlands. Redalition: SW. 19, Beuklz-Strasle 2. ffernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Sonnabend, den 17, Mai 1902. Expedition: SW. 19, Ventlz- Strasse 8. Fernlprecher: Amt I, Nr. 5121. Die Wahlrechtsbewegnng in Schweden. Der Reformvorschlltg oder, wie unsre schwedischen Porteistenosscn richiiger sage», der„Pfuschvorschfag" des Verfassuiigsausschusses, der die Grundlage der zur Zeit stattfindenden Reichstags-Verhaiidlungen bildet, wiirde eine Vermehrnng der Zahl der Wahlberechtigten von 4<)()tXX> auf ca. 660 000 herbeiführe». Dann wären immer noch 600 000—600 000 mündige Männer vom Wahlrecht ausgeschlossen. Da Schweden ungefähr ein Zehntel der Einivohnerzahl Deutschlands zählt, so mufite ein allgemeines Wahlrecht entsprechend dem deutschen Ncichstags-Wahb recht dort ea. 1 100 000 Wahlberechtigte ergeben.(Es ist freilich für den deutschen Staatsbürger kein Grund zu besonderer Zufriedenheit hinsichtlich dieses Punktes vorhanden, da ja die Vorzüge des Reichs tags-WahlrcchtS durch die elenden Wahlsysteme der einzelnen Bundes staaten wesentlich beeinträchtigt werden.) Um aber dem Einzug von Arbeitervertreter» in dasParlament noch wcitereHmderiiisse in den Weg zu legen, verlangt der Konslitutionsausschutz, dafi 62 in den industriellen Landdistrikten gelegene Gemeinden zu den Städten gezählt werden. Dadurch würde erreicht iverden, dah nicht mehr, wie jetzt, ein Ab geordneter auf 10 000 städtische Einwohner kommt, sondern erst auf 15 600; Stockholm würde statt seiner 22 nur 19 Sitze erhalten, Göteborg, Malmö, Gefle würde je einen Sitz verlieren und die Landmannspartei. die Agrarier Schwedens, würden dafür gewinnen Diese Absicht wird übrigens in der Motivierung, die der Verfassungs- ausschnfi seinem Vorschlage beigegeben hat, sehr deutlich klargelegt.„Der Grundgedanke bei der Ausarbeitung des Vorschlages," heifit es dort unter anderm:„war der, das Wahlrecht in so iveiter Ausdehnung wie möglich denen zuzuerkennen� für deren Teilnahme an den Wahlen zur Ziveiten Kammer hinreichende Gründe angeführt werde» können; aber andrerseits der, dnfi die Verfassnngsbestimmungen über den Besitz und die Ausübung des Wahlrechts so formuliert werden, dafi die Gruppen der Gesellschaft, die schon lange an öffentlichen Ans- gaben teilgenommen haben und sich dadurch bedeutende Erfahrung und Einsicht verschafft habe», nicht mit einem Male bei den Reichslags- wählen durch andre Volksgruppen verdrängt werden, die Verhältnis- mäfiig noch wenig daran gewöhnt sind, sich mit den Angelegenheiten des Staates zu befassen. Mit Bezug hierauf hat der ÄnSschnfi bc- sonders dem vorzubeugen gesucht, dafi die R ep r ä s e n t a n t e u der wichtigen Interessen der Landeigentümer nicht auf eine verschwindende Minorität der zweiten Kammer herabgedrückt werden, um Platz zu mache» für eine überwiegende Majorität von Repräsentanten der sogenannten Arbeiterklasse."— Unter den 13 sich reservierenden Mitgliedern dcS VcrfassimgS- ansschnffes sind 3, die mit einigen Einschränkungen für das allgemeine Wahlrecht nach proportionalcni System eintreten. Einer davon, ein Konservativer, war früher für das Plnral-Wahlsystcm. hat sich aber durch die Vorgänge in Belgien belehren lassen, dafi hierdurch auch die Wahlrechtsbewegnng nicht zur Ruhe kommen würde. Ein andrer giebt zur Motivierung feiner Reservation folgende Aufstellung über das Verhältnis der Zahl der Wahlberechtigten zur VevölkerungSmenge in verschiedenen Ländern: In Frankreich sind 27,9 Proz., in der Schweiz 23.5, i» Griechenland 23, in Spanien 22,4, in Belgien 2l,5, in Deutschland 21,2, in Bulgarien 21,2, in Norwegen 19,9. in Oestreich 19,9, in Portugal 19, in Grofibritaiinie» 16,5, in Dänemark 16,4, in Serbien 16, in den Niederlanden 16, in Italien 7.1(?), in Schweden 6,7, in Ungar» 5,4 Prozent Wahlberechtigte in der Bevölkerung.— Zwei der reservierenden Mit- gliedcr des Ausschusses sind mit dem bestehende» Znstand ganz zufrieden und lehnen jede Aendernng ab.— Dafi das schivedische Volk, das im allgemeinen auf einer verhältnismäfiig sehr hohen Bildungsstufe steht, nicht damit zufrieden ist, dafi eS in staatsbürgerlicher Rechtlosigkeit nur uoch von Ungarn überlroffcn wird, ist selbstverständlich. Die von den Arbeiterkoinmunen einberufenen Versammlungen, die am Dienstag und dann am Mittwoch, am Vorabend der Arbcitsnieder- lcgung, in Stockholm, solvie an viele» Orten des Landes stattgefunden, waren äufierst zahlreich besucht und von starkem Enthusiasmus getragen. Die Machthaber in Stockholm scheinen von besonderer Angst erfafit zu sein und haben zu der 5000 Man» umfassenden Garnison und der 600 Mann betragenden Polizei»och mehr denn 1000 Mann Truppen herangezogen, um die Ordnung aufrecht zu erhalten, trotzdem die Arbeiterschaft Stockholnis doch schon hinlänglich bewiesen hat, dafi sie nicht einmal der Polizei bedarf, um in ihren Reihen Ordnung zu halten. Der Kommandant von Stockholm, General Sloen Lag erbe rg, hat sich auch durchaus mifibilligeud über die Heranziehung der Karlsborger Truppen ausgesprochen, indem er meinte, die Arbeiter in Stockholm hätten bei ihrem Zuge durch die Stadt eine D iscip lin an den Tag gelegt, iv i e er sie besser unter seinen Soldaten nicht habe.„Dafi die Arbeiter ihrer Meinung Ausdruck geben, ist ihr verdammtes Recht", erklärte General Siven. « Der Korrespondent des„Bureau Laffan" telegraphiert anS Stockholm: Der würdige Charakter des Generalstreiks macht grofien Eindruck. Die Haltung der Streikenden ist rubig und ordent- lich. Nahezu alle Gewerbe sind an dem Ausstände beteiligt. In den meisten Städten erscheinen keine Zeitungen. Von morgen ab ivirdStockholm ohneGas sein. Im hiesigen Hafen liegt der Schiffsverkehr völlig still, in einigen andren Häfen wird er jedoch aufrecht erhalten. Die meisten Fabriken sind geschlossen. Obgleich auch die Bäcker sich dem Streik 0 n g e s ch l o s s e n haben, ist doch Brot für drei Tage vor- h a n d e n. Die Garnison ist verstärkt worden, um das Parlamentsl und andre öffentliche Gebäude zu schützen. Es ist indes nicht wahr scheinlich, dafi sich Ausschreitungen ereignen, falls die Polizei nicht die Bevölkerung unnötig reizt. K>olitLflltze Mebevfilszk. Berlin, den 16. Mai. Die WahlvechtS-Rcforin in Bayer». Zur gestrigen telegraphischeu Meldung über die Wahlrechts Debatte in der bayrischen Abgeordnetenkaimner wird uns ergänzend aus München geschrieben: Die Reform des bayrischen LandtagS-WahlrechtS scheint nun doch endlich in Flnfi zu kommen. Die Abgeordnetenkammer befafite sich heute mit einer an die Regierung gerichteten Resolution, die von dem im Jahre 1899 eingesetzten besonderen Ausschufi einstimmig vorgeschlagen wird. Die Resolution fordert die Regierung auf, dem Landtage in der nächsten Session den Entwurf eines neucn Wahl- gesetzcs vorzulegen, für das unter anderm folgende Grundsätze auf gestellt sind: Das direkte Wahlrecht einzuführeii; Relative Mehrheit hat zu entscheiden mit der Einschränkung, dafi der Geivählte ein Drittel der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen muh. Das Lebens- alter ist für das aktive und passive Wahlrecht auf 25 Jahre fest- zusetzen. Der Wahlberechtigte muh dem Staate seit mindestens einem Jahre eine direkte Steuer entrichten und seit mindestens einem Jahre die Staatsangehörigkeit besitzen. Die Wahlzettel sind von der Regierung nach Gröfie, Stärke und Farbe zu bc- stimnien und mit einem deutlich wahrnehmbaren amtlichen Kenn- zeichen zu versehen; andre Wahlzettel werden nicht zugelassen und sind ungültig. Die Zahl der Abgeordneten ist nach der Bevölkerungsziffer des Königreichs in der Art zu berechnen, dafi im Durchschnitt aus je 38 000fScelen ein Abgeordneter trifft. Für diese Berechnung ist das Ergebnis der amtlichen Volkszählung vom 1. Dezember 1900 mafi- gebend. In der Regel darf ein Wahlkreis mit einem Abgeordneten nicht unter 32 000 und nicht über 44 000 Seelen, ein Wahlkreis mit zwei Abgeordneten nicht unter 61 000 und nicht über 880v0jScelen umfassen. Tie zwischen diesen Ziffern bestehende Differenz soll so» wohl zur leichteren Abgrenzung der Wahlkreise dienen als ins- besondere zum Ausgleich des llnicrschiedcs zwischen den gröfieren Städten und dem Lande hinsichtlich des in ersteren vorhandenen verhältnismäßig gröfieren nicht wahlberechtigten BevölkerungStcilcs führen. Im Vergleich mit dem jetzige» Wahlgesetz enthalten diese Grund- züge einige Vcrjchlechternngen, von denen namentlich die Hinauf- riicknng des aktiven Wahlrechts vom 21. auf das 25. Lebensjahr und die Einführung»iuer einjährigen Karenzzeit in Betracht kommen. Der wesentlichste Vorteil, auf den namentlich unsre Partei das aller- gröfite Gelvicht legen innfi, besteht in der Einführung der direkte» Wahl; auch eine Neueinteilung der Wahlkreise würde dringend zu wünschen sein. Die svcialdcmokratische Fraktion wird vor die Entscheidung gestellt iverden, ob sie einem diesen Grnndzügen entsprechenden Gesetzentwurf trotz der,'angedeuteten Verschlechterungen ihre Zustimmung geben soll. Das Gesetz bcdaif verfassnngSninfiig einer Zwcidaittclinchrhcit. Nun sind aber die Bauernbündler, Konservativen und ei» Teil der CentrnmSlcute von vornherein Gegner jeder Wahlreform, weil sie dadurch eine Schwächung des bäuerliche» Einfl.isses auf Politik und Gesetzgebung fürchten. Die in der Freka Vereinigung vereinten Bauernbündler der verschiedenen Richtimgen liefien denn auch heute erklären, dnfi sie gegen den Gesetzentwurf stimmen iverden, wenn die ländlichen Wahlkreise nicht erheblich ver- klciucrt werden. Für die Socialdeniokraten sprach Abg. S e g i tz, der mitteilte, unsre Fraktion werde lediglich aus den oben dar- gelegten Gründen zunächst für die Resolution stimmen; sie halte aber ihre principiellen Forderungen aufrecht und werde nicht davon ablassen, für deren Durchführung zu kämpfen. Die Liberalen und das Centrum wollen zunächst ebenfalls der Resolution ihre Zu- stimmung erteilen, ohne sich aber damit für den kommenden Gesetz- entwurf festzulegen. Als die gröfite und gefährlichste Klippe wurde bisher allgemein die Frage der Wahlkrcis-Einteilung und deren gesetzliche Festlegung angesehen, sind doch daran schon seit dem Jahre 1843 alle Versuche einer Reform gescheitert. Dieser Befürchtung wurde auch heute wieder niehrfach Ausdruck gegeben. Der Minister des Innern v. Feilitzsch meinte jedoch, auch um diese Klippe werde man herumkommen können. Wenn sich die Kammer bezüglich der Wahlkreis- Geometrie nicht einigen könne, so solle man hier den alten Zustand aufrecht erhalten und der Regierung nach wie vor die Einteilimg der Wahlkreise überlassen. Dieser Evenlualvorschlag niufi umsomehr überraschen, als Herr v. Feilitzsch bisher in dem Verdacht stand, dnfi er hinter den Coulissen die Wahlgesetz- Reform zu hintertreiben suche. Heute aber redete er gar davon, dafi man doch den modernen Ver- Hältnissen etwa? mehr Rechnung tragen müsse, und bat sogar um möglichste Beschleunigung der Beratungen, damit auch die RcichSräte die Resolution noch in dieser Session erledigen können. Er versprach chliefilich, bei Beginn der nächsten Session einen neuen Gesetz- entwurf vorzulegen. Die Weiterberatung der Resolution erfolgt am Freitag.— 4» München, 16. Mai.(Telegramm.) Die vom Ausschufi vor- geschlagene Resolution auf Reform deS Landtags-WahlgesetzeS wurde heute in der Kammer cinstiinmig angenommen. Die spanische Köliigökröiiung. Alfons XIII. wird am 17. Mai in Madrid imter riesigem Gc- pränge und mit aller Feierlichkeit, deren das spanische Hofeeremoniell nur fähig ist, zum König gekrönt werden. Die spanische Aristokratie wird die Gelegenheit benutzen, nm einen besonderen Toileltcnaufwand zu entfalten, und das Volk wird sich— wie das ja in dem frommen katholischen Spanien üblich ist— an den so beliebten Sliergefechtcn ergötzen, die diesmal als Teil der offiziellen Feier in ganz besonders grofiem Stile abgehalten werden. Mit dem Glockengeläut und dem Pfaffengemurmel werden sich die Todesschreie zu Tode gemarterter Pferde und Stiere harnionisch verschmelzen. Der junge König zählt erst 16 Jahre, trotzdem rechnet man mit ziemlicher Bestimmtheit mit seinem baldigen Tode, da er von sehr schwächlicher Konstitution ist. lieber seinen Intellekt und seine Neigungen ist bisher nicht allzuviel bekannt geworden, man weifi also nicht, ob die pathologische» Ansschtveifungen seiner Ahnen sich auch als psychische Vclastnng auf ihn übertragen haben. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" rühmt ihm die vorzüglichste körperliche und geistige Erziehung nach; interessant ist an dieser Darstellung höchstens, dafi sein Unterricht in R e I i g o n und Ethik in den Händen eines Jesuiten Paters gelegen hat. Voraussichtlich wird sich auch Alfons XIII. gleich seinem Vater Alfons XII. wenig um die Regierung kümmern, sondern das politische Regiment der Horde der klerikalen und„liberalen" Bentepolitiker überlassen, die sich um den Löivenanteil der Beute raufend, um die Wette daran gearbeitet haben, das bedauernstverte Volk dem grenzen- losesten Elend auszuliefern. Das Volk nimmt an der Krönung denn auch nicht den geringsten Anteil. Die tranrigen Zustände haben einen Fatalismus enttvickelt, dafi man sich kaum um die politischen Kämpfe zwischen Klerikalen und Liberalen kümmert, geschweige denn nm eine Fmnilieiicercnionie eines Königshauses, das in den breitesten Kreisen die absoluteste Nichtachtung geniefit. Der„Tag" brachte unlängst so krasse Beiträge zur Skandalchronik des Königshauses, dafi das Fehlen auch des allerprimitivsten Respekts vor der Mon- archie und ihres Nepräsentaiiten nur zu erklärlich ist. Der kostspielige Pomp, nnt dem die Krönungsfeier begangen wird, wird die ohnedies herrschende Stimmnng nur noch ver- schlimmern. Bedeutet doch dieser Pomp geradezu eine Verhöhnung des grauenhaften Elends, in dem die Masse der Nation sich befindet. Die Anhäufnng des furchtbaren Grolles der Nichtbesitzendcn wird sich denn auch bald genug wieder in blutigen Revolten entladen, wie sie die letzten Jahre wiederholt gesehen haben. Freilich werden diese Stevolte» nichts an den trostlosen Zuständen ändern. Das Pfaffenregiment vor allem lastet zu sehr wie ein Alp auf dem unglücklichen Lande. Allein in Madrid wachsen 30000 Kinder ohne jeden Schulunterricht auf. Wie soll eine solche Bevölkerung da? pfäffische Joch abschütteln? Auch die Bourgeoisie ist durch und durch korrupt und unfähig, die Entlvickelnng in ge- snndere Bahnen zu lenken. Auch der mit zäher Energie kämpfende Socialismus wird noch namenlose Schwierigkeiten zu überivinden haben, bevor er als befreiender Luftstrom die faulen Dünste der Korruption zerteilen können wird.— Deutsches Weich. Das Tenkinal eiucS Monarchen in Washington! Der Kaiser stiftet nicht nur in Deutschland Denkmäler. Kürzlich hat er nach Rom ein von Eberlein hergestelltes Goethe-Denkmal geschickt, das übrigens den starken künstlerischen Widerspruch der deutschen Kilnsilerkolonie in Rom gefunden hat. Jetzt hat Wilhelm II. dem Präsidenten der Vereinigten Staaten mitgeteilt, dafi es seine Absicht sei, ans Anlafi der Amerikafahrt des Prinzen Heinrich— Ivie es in einem Telegramm des Kaisers hcifit—„den Vereinigten Staaten eine Broncestatile Friedrichs des Grofien zum Geschenk zumachen, die in Washington auf einem Platze zu errichte» wäre, den Sie freundlichst aus- wählen wollen". Der Präsident Roosevelt hat dem Kaiser in seiner Antwort tele- graphiert, er sei tief empfänglich für das großartige und freundliche Anerbieten; er lverde es sogleich dem Kongreß vorlegen. Gewiß wird eS"— versichert Herr Roosevelt—»unsrem Volke daS gröfite Vergnügen bereiten, ans Ihren Händen eine Statue des berühmten Herrschers und Soldaten, eines der größten Männer aller Zeiten, Friedrichs des Grofien, zu erhalten." Nimmt der Kongreß chas Geschenk an, so käme die demokratische Republik in die interessante Situation, wohl das erste öffentliche Denkmal eines Monarchen zu beherbergen, der allerdings längst tot ist. Der Kaiser hat sein Geschenk gerade des alten Fritzen damit motiviert,„dafi mein Ahn, Friedrich der Große, gegenüber der jungen amerikanischen Republik zur Zeit ihrer Entstehung eine freundliche Haltung stets bewahrt habe". Wie eS um die freundschaftlichen Beziehungen zivischen Michel und Jonathan in Wahrheit steht, haben wir am 8. März d. I. an den geschichtlichen Thatsachen dargelegt. Das Verdienst der deutschen Fürsten um die ilnabhängigkeit der Republik bestand lediglich darin, daß sie deutsche Untcrthancn für bares Geld an England gegen Amerika verkauften. Friedrich II. hat allerdings an diesem Menschen- fleischhnndcl nicht teilgenommen. Wir erzählten damals, warum: Daß der alte Fritz erklärt habe, er würde vo» den sein Gebiet berührenden verkauften Truppen V i e h z ö l l e erheben lassen, weil hier vernünftige Menschen als Tiere verschachert seien, ist eine Hohenzollern-Legcnde, eine Ente, der der Hals umgedreht werden innfi. Wahr ist dagegen, dafi Friedrich II. im Oktober 1777 vorübergehend etlichen verkauften Truppenkontingenten deutscher Potentaten den Durchzug durch sein Gebiet versagt hat. Den Grund jür dies Verhalten bildete aber durchaus nicht Sympathie mit den amerikanischen Freiheilskämpfern und Entrüstung über die Schimch des SoldatcnhandelS. Er selbst spricht es in den �lömoirs!; cw 1774 juscj« ä 1778" mit der ihm eigenen schlichten Nüchternheit in bttrren Worten auZ, doß es sich bloß um eine„Ehikane Ken eil En gl and" handelte, das ihn 1762 in der dicken Tinte des siebcnjährikcn Ärienes hatte sitzen lassen und ihm eben er� wieder in seinen Amiexioiisfleliisten ans DanziI Steine in den Weg ncwälzt hatte. Er sagt wörtlich:„Es war nur eine kleine Rache fnr das häßlich« Vorgehen des Londoner HofeS hinsichtlich der Stadt und deS Hafens Danzig; indessen wollte der König die Sache nicht zu weit treiben; eine lange Erfahnnig hatte ihn gelehrt, daß man in der Welt eine Menge Feinde findet, und daß nran sich nicht selbst leichten Herzens welche schaffen muß." So ließ er denn auch Iveiiige Monate später, als er wegen deS bayrischen ErbfvlgekriegeS sich mit England und Hessen-Kaffel gut stellen wollte, das Kanonenfutter für Amerika nicht mir ohne Hindernisse, sondern unter den freund- I i ch st e n Worten sein Gebiet passieren. Bei derartig lcalpolitische» Anschnunngen zog selbstberstandlich eine amerikanische Gesandtschaft, die um eben diese Zeit Friedrichs i h ä t i g e S Einschreiten gegen den tollen Skandal des SoldatcnhandelS verlangte, mit ebenso langer Nase wie Ohm Paul vom Deutschen Reiche ab. Das sind die einzigen Beziehungen— von einem bedcntnngS- losen, nach langem Widerstreben abgeschlosiencn Handelsvertrag ab- gesehen—, die Friedrich II. zu den Vereinigten Staaten hatte, ungefähr ebenso viele und innige, wie jede der anderen Persönlich- keilen, die ans der Berliner SiegcSallee zn schauen find.— Kanlinclhcrlcnschuy auf der Biihue. Am Dienstag wurde im königlichen Schanfpielhanse in Berlin von Schanspielern deS Dresdener HoftheatcrS die Komödie„Pastors Nücke" zum erstenmal aufgeführt. In diesem Stück hat nach der Buchausgabe im dritten Akte eine Schnnspieleri» zu sagen„Also Onkel Peter in Kopenhagen ist Kam m e r h e r r geworden. Ausgerechnet Onkel Peter. Der d ü m m st e in der ganzen Fannlc." Wie der„Freist Ztg." mitgeteilt wird, wurde in der Anfführung am Dienstag daS Wort »Kammerherr" ersetzt durch—„Abgeordnete r". Tie Geschichte einer Belohnung. Ter Stuttgarter„Beobachter" erhält folgende Zuschrift: Jüngst war ich in einer international zusammengesetzten Gesell- schafi.(Es war an einem Lnflknrort südlich des Brenners.) Oestreicher waren zugegen, Italiener, Franzosen, Engländer. Ein östreichnchcr höherer Offizier zog plötzlich eine Anzahl Zeitungen anZ der Tasche und wandte sich an mich mit den Worten: „Verehrtest« Herr! ES ist mir wirklick, ein Herzensbedürfnis, Aufschluß über etwas zn erhalten, Ivos mich schon längst bewegt hat. Die andren Herren der Gesellschaft können mir keine Auskunft geben; Ihnen als Deutscher ist daS sicherlich möglich. Sehen Sie hier das Telegramm, daS seiner Zeit offiziös verbreitet und meines Wissens niemals dementiert wurde. Es lautete: Berlin, 7. Juli llöOO). Der Kaiser telegraphierte an den Chef deS KrcnzergeschwaderS, den Gouverneur' von Kiantschou, den Genrralgonvernenr von Schantnng und die Bicelönige von Nanking und Wntschang, er verpflichte sich ans sein kaiserliches Wort, für jeden zur Zeit in Peking eingeschlossenen Fremden jeder Nationalität, der lebend einer deutschen oder sonstige» fremden Behörde übergeben>v i r d, demjenigen, w e I ch e r d i c A u s l i e s e r u n g herbeiführe, tausend T a e l S auszuzahlen. Auch übernimmt der Kaiser alle Kosten, die jedwede llcbermi l telnng seiner Zusage nach Peking verursacht. Der Gonverncnr von Schantnng hat darauf ans Tsiiiatau im Kiantschongebict tclegraphisch— laut dieser weiteren Zcitungs- Meldung geantwortet: „Von jeher war ich in größter Sorge wegen der in Peking eingeschlossenen Europäer und versuchte wiederholt, Kundschafter zu schicken und Hilfe z» bringen, aber vergeblich. Jetzt sind alle Wege nach Peking voll von Rebellen, und alle Maßnahmen bieten daher auch wenig Aussicht auf Erfolg. Trotzdem werde ich es als meine Pflicht halten, das äußerste zu ihun. um Hilfe zu bringen. � Annschikai." Das kaiserliche Anerbieten war also in Ehiua bekannt gcivorden. AIS dann die Entsetzung Peking? gelang, berechnete Ende August 1000 der Ostnsiatischc Lloyd die ungefähre Zahl der geretteten Europäer ans circa 1000. Bei einer Kopfzahl von 800—900 wurde dann die EnschädiginigLi'ilmme von 8—900 000 TaclS berechnet, ivas von den einen auf ä Millionen Mark, bo» den andren auf 2 720 000 biS 8 060 000 M. umgerechnet wurde. Die Stärke der internationalen Truppen, welche damals die Eingcschlossciicn befreiten, wurden auf 18 000 Mann geschätzt. Jeder Beteiligte hätte somit 260 bis 800 M. erhalten sollen.„Ich gestatte mir nun", schloß der östreichische Offizier,„die höfliche Frage, od diese Sninme wirklich zur Aus- zahinng gekoinmcn ist, wie man bei der Verteilung vorging und warum wohl über die ganze Angelegenheit nichts mehr bekannt gc- worden ist." Ich war thatsächlich verblüfft. Denn die ganze Angelegen- hcit ivar mir aus der Gvimunmg verschwunden. Die nicht mißznvcrstchendcn Mienen der übrigen Herren ärgerten mich unsäglich. .»Ich gestehe," mußte ich endlich zugeben,„daß ich Ihnen darüber keine Auskunft geben kann, wie sich die Angelegenheit Iveiler entwickelt hat." „Mein Herr, ich kann Ihnen auf Ehre die Versichernng geben," sagte der Franzose,„daß an französische Trnppenkörpcr nichts ans- bezahlt wurde. Wir haben uns vor ein paar Tagen schon gestritten. Da habe ich nach Paris telegraphiert und von einem Bekannten ans dem Kriegsininistcrinm folgendes Telegramm erhalten." Und das Telegramm bestätigte die Aussage. Plötzlich hielt mir der Engländer und der Italiener ähnliche Antworte», die sie eingeholt hatten, vor. Ich stand also einem förmlichen Koniplolt gegenüber. «Meine Herren, geben Sie nur. da ich nicht Poliliker bin, einige Tage Bedenkzeit; dann sollen Sie befriedigt werden." DaS war meine einzige Rettung. Ich wandte mich an die Heimat und erhielt postwendend die Antwort: „«elbstverslandlich nichts bezahlt; die Bedingungen des An- gebotS nicht erfüllt; weder„Auslieferung" stattgcfmidcn, noch sind Gerettete Fremden„übergeben" worden. Jene haben sich durch fast sechs Wochen selbst verteidigen müssen. So in den an- geschenstc» deutsche» Zeitungen seiner Zeit begründet." Triuinphierend suchie ich die Gcscllichaft auf und legte ihnen da» Telegramm vor, das— soweit notwendig— auch übersetzt wurde. Die Gesichter werde ich mein Lebtag nicht vergessen. Mit triumphierender Befriedigung haben sie mich nicht erfüllt. Endlich nach einem peinlich langen Schweigen meinte der östreichische Offizier niit seltsamem Achselzucken: „Wie ich weiß, war es ei» deutscher Kaiser, e!» Hohcnsimifc, kein Hohenzoller, welches Hans damals noch klein ivar, dem die Worte nachgerühmt wurden:„An einem Kniserwort soll man nicht deuteln und k fisteln." Wie dem auch sei, so ist doch meine Ansicht,— und die Herik» stimmen mir vielleicht zn— daß die Auslegung eines Kaiserwortes, da« vor der ganzen Welt in solch' bestimmter Weise abgegeben wurde, nicht Sache der Parteiprcffe ist, sondern hierüber sollle vom Kaiser selbst oder einer andren amtlichen Stelle Ans- schlnß gegeben werden. So lange das nicht geschehen ist, ist für mich die Angelegeicheit nicht erledigt. Es fragt sich also nur, ob eine solche amtliche Slellmignahme zu jenem Kaiscrtelegramm unter- dessen erfolgt ist und in welcher Richtung. Ich habe hierüber bis heute nichis erfahren köimen."... Niemand war in der Lage, auch ich nicht, bestimmte Angaben machen zn könne». Darum ersuche ich Sie, mir weiteren Rat zu erteilen, um den Anständeru so entgegentreten zu können, wie ich es als Deutscher wünsche. Da wird wohl Graf Bükow mit einem passenden Citat die Frage klären müssen._ Ungetreue Kiichcn-Nutcroffiziere. Vor dem B r e§ l a u e r Kriegsgericht der elften Division unter Vorsitz des Majors v. S ch m c t t a u standen am Dienstag der Z a h l in e i st e r- As pirant Engen Strande, der Sergeant Hermann K e r n o t h, beide vom Hnsareii-Regimeiit Nr. 4 in O h l a u, und der ehemalige Vice iv acht meister Heanann Pohl, zur Zeit in Breslau, sowie der Reservist Hermann D l u g o s ch, zur Zeit in O h l a u, von demselben Regiment, angeklagt der unterlassenen Meldung, Unterschlagung und A n st i f t u n g. In der Sache sind 16 Zeugen geladen. Als Verteidiger fungieren die Ntechtsanlvälte B i ck und P a r e l. Reservist Dlngosch kochte in der Küche im Jahre 1901. Dort n n t e r s ch I n g er fortgesetzt Nahrimgsmittel, wie Fleisch, Speck, Reis und Konserven, beschenkte auch damit Verwandte. Auch schaffte er für den milangeklaglen Wachtmeister Pohl Fleisch beiseite. Der Wachtmeister hat dem D. gesagt. da seine Frau krank i in W o ch e n b e t t liege, könne er etwas Fleisch gebrauchen. Der Angeklagte, der in diesem Fall nnter dem Druck des Vor- gesetzten stand, st c ck t e d a S f n r d c n W a ch t ni e i st e r u n t e r- s ch l a g e n e F l e i s ch in ein neben d e r K ü ch e i n e i n e in Raum stehendes Sofa, das zerrissen ivar. Die Küchen- Unteroffiziere Pohl und Gernoih verboten ihm seine Handinngen nie. Dem Vice-Wacht meist er Pohl und dem S e r- g e a u t e n G e r n o t h legt die Anklage zur Last, als Kücheimnteroffizicre Fleisch. Brühe, Eisbeine, Speck Kon- selben unterschlage« und die ihnen obliegende Bcaussichligmig und Meldung in sch'iildbaster Weise verabsäumt zii haben. Wachtmeister Pohl giebt den Fall mil dem Fleisch im Sofa für seine im Woche»- bett liegende Frau zu, e s s o l l n n r e i n m a l g e lv e s e n s e i n. Sergeant Gernoth bekam seine Portion in bar. Trotzdem eignete er sich zum zweiten Frühstück immer eine» tüchtigen Teller Brühe, Fleisch und Eisbeine an. Einmal frühstückte er ein und ein halbes Pfund Schweine- fleisch, ein aiidemal zwei Pfund, ein drittes Mal einen halben S ch w e i n S k o p f. So saß denn der Korporal drei bis viermal i II der Woche bei den Fleisch- topfen Aegyptens. Dem Sergeanten wird noch falsche Rapporterstaltnng zur Last gelegt. In der Küche ward Margarine zum Kochen' gebraucht. ober Butter ein- getragen. Nach Vorschrift sollte übrigens Margarine nicht verwandt werde». Die als Zeugin vernommene Kochfrau sagt a»S, sie habe dem Zahlmeister- Aspirant gemeldet, daß der Angeklagie D. Fleisch verstecke, dieser habe die Sache unterdrückt. Als sie den Aspiranten anfmerksani gemacht, daß Margarine ins Essen komme, Kabe er ihr geantwortet, die Leute wissen viel tu n S sie esse u. Ter Vertreter der Anklage be- antrngte gegen Dlngosch vier Monate Gefängnis und zweite Klasse. für Vice- Wachtmeister Pohl und Sergeant Gernoth je v i e r M o» a t e G e f ä n g n i s und Degradation, gegen den I a h l in e i si e r- A s p i r a n t e n Straube 21'? Monate Gefängnis. Da" Kriegsgericht verurteilte Dlngosch zn zehn Wochen Haft, Pohl zn z lv e i Wochen Haft und drei Tagen gelinden Arrest. Gernoih zn i c b e n Wochen Haft und z iv e i Wochen M i t t e l a r r e si, Straube Ivard freigesprochen.— Freisinnige«. An? Königsberg wird uns geschrieben: Zu C e» s v r e n spielen sich ivaschechte Königsberg« Freisiimig« ans »nd die bürgerliche, liberale Mehrheit der Königsberger StadlVerord- netcn erklärt sich damit einverstanden. Die Censur ivird natürlich gegen ein socialdcmok ratisch es Blatt, unser KönigSberger Partei«Orgmi geübt. Dem Vorstand einer Lesehalle ivnrdc von" der Stadtverordneten- Versammlnng eine Beihilfe von 1000 Mark bewilligt. Bei der Gelegen« heit brachte unser Genosse Noske zur Sprache, daß dieser Vor- stand, dem mehrere freisinnige Stadtverordnete angehören, trotz des Verlangens der Besucher der Lesehalle das socialdcinokrotischc Blatt nicht auslege, Ivcil ihm angebticki der Ton desselben nicht gefalle. Die Cciisnr iverdc also zn Gunsten der frctfiiinigen Partei geübt. Dieselben Leute, die sich sonst über die Ceiisnr entrüsten, üben solche selbst ans, wo sie die Macht dazu haben. Ein Gymnasial- Oberlehrer und ein Professor der Geschichte, die im Bor- stand« der Lesehalle sitzen, ivnßten zur Beschönigimg der geübten Censur nur nnznfütneii, daß es in ihren Kreisen unan» genehm enipiimdcn werde, daß die„KönigSberger VolkS-Zeitung" heftige Angriffe gegen die ganzen besitzenden Schichte» wie auch gegen Personen an» de» besitzenden Kreisen richtet. Die Mehrheit der Vcrsanimlnng gab lebhast ihrer Znstiniiimiig Ausdruck. Dieselbe Vcrsainnilling beschloß dann mit großer Mchrheil, daß vi« Socialdeinokratc», die früher durch Verlassen deS Saales die B c s ch l n ß n» f ä h i g k e i t der Versammlung herbeiführte», um zn veihindern. daß ei» socinldcmokratischer Antrag betreffend die Lcrninittelsreihcit i» später Stunde dcbatteloS abgcthan wurde, mit je 1, 50 Mark zu bestrafen seien, linsre Genossen hatten sich vorher geweigert, die vom Bureau verhängte Strafe z» bezahlen. Die Geschäftsordnung der Bersammlimg sieht eine solche Strafe vor für solche Drückeberger, die ohne Abmeldung nach Hanse gehen. Ilnsre Genossen erklärten, sie hätten die Versammlnng nicht ver- lasse», sondern sich nur vorübergehend in einem Nebenraimi aufgehalten, ivie das auch bei andern Stadtverordneten oft vorkomme. Festgestellt lvnrde. daß eine Gruppe von Hansbesitzern ebenfalls einmal solche Obstruktion geübt hat, aber nicht bc- straft wurde. Genosse Haas« wie« vergeblich darauf hin, daß eS nnsinnig fei und zn den tollsten Konsegiicnze» sübre, wenn die Ob- ftrnktionisten mit Drückebergern ans eine Slnic gestellt würden. Mit großer Mrhrheir wurden nnsre Genossen verdonnert. Sie iverdcn gegen den Beschluß den Klageweg beschreiten.— Zn den GruiciiiberatSwahlr» in Vlsaß-Lotljringrn wird miS ans Strnßbnrg geschrieben: Der Aium, irsch der Parteien zu den Ecmcindcwahlen deS lö. Juni hat sich in den größeren Städten des Landes»nnmclir vollzogen. In der Landeshauptstadt Straßbnrg wiederholt sich daS ergötzliche Schauspiel vom ver- flosseucn Späljahr. Ivo bei einer Ergniizniigswabl der gesamte kl«ikal-liberal-freisiimig-de»iokratische Ordnnngsbrei in trauter Harmonie gegen die Socialdemokratie anSrückte. Diesmal solle» auf demselde» Wege die letzten beiden s o c i a l d e m o k r a t i s ch e n Vertreter, Böhl« und Brzoitewicz, ans dem Stadthaiiic entfernt werden. Die„Demokraten", sür sich allein total macht- und ein- flußloS, habe» sich als Siindcnloh» sür ihre Teilnahiiic an dem Ordnungswerk zehn Sitze � anSbednngcn.— In, Gegensatz zn Straßbnrg ist in M ii l b a n s e n zwischen der»cn gegründeten demokratischen Partei und de» Socialdemokrateii eine Einigung zu stände gekommen, deren Zweck der Sturz der durch eine Reihe schwerer Kommnnalskandale stark komproinilticrien klerikalen RalhanSmehrhcit ist. Ilnsre Partei hat dort durch ihr energisches inid doch besonnenes Eingreifen in die städtischen Wirren sich de» Boden in der Arbeiterschaft längst wieder erobert, der ihr infolge der verschiedenen unliebsamen Vorkommnisse der letzten Jahre vorüber- gehend verloren gegangen war. Der socialistischc Wohlvereiii erließ dieser Tag« mit den Demolrate» einen aemeinsainen Wahlanfrnf.— Die Partcikonstellation in Colmar scheint sich wieder ebenso zu gestalten, wie vor zwei Jahren, wo die vereinigten Liberalen und Socialdeiv.okratcn dem KlcrckalismnS bei den ErgänzmigSivahlen zum Gemeinderat eine schwere Schlappe beibrachten. Gelingt ihnen dies am 15. Jnui wieder, dann ist's mit der klerikalen Herrlichkeit auf dem Eolmarer Rathaus gründlich zu Ende.— Grnf HocnSbrocch. Wir erhalten folgende Znschrist: Sehr geehrte Redaktion! Soeben sind« ich in,„Vorwärts" vom 14. Mai eine Besprechung des 2. Bandes meines Werkes über„Das Papsttum in seiner social- kulturellen Wirksamkeit". Sie schreiben dort: ich hätte„das idealste Wesen der ch r i st l i ch e n Sittlichkeit im V c o t e st a n t i s ch e n Muckertum entdeckst". Da diese Worte absolut unrichtig und deshalb geeignet sind, im Leserkreise deS„Vorwärts" eine völlig falsche Auffassung meiner geistig- religiösen Richtung hervorzmufen, so bitte ich Sie, Ihren Satz dahin zn berichtigen, daß ich von jeher ein scharfer Gegner „des protestantischen Muckertums", wie des Muckertums überhaupt. gctvcsen bin und»och bin, ein ebenso scharfer Gegner dieser ver- derblichen Nichtimg wie Sie selbst es sind. Das„Lenmniidszengnis" über meine religiöse Stellimg. das Ihnen aus Befragen z. B. die „Krenz-Zeitung", die ein Typus des geineingesährlichen Muckertums ist, aushändigen tvird, wird Sie darüber aufklären, wie ich in den Kreisen„des protestantischen MnckertnmS" angeschrieben bin. Udingens geht auS fast allen meinen Schriften meine Gegnerschaft gegen diesen religiösen und socialen Krebsschaden deutlich hervor. Ich bekenne mich zum Christentum, aber mir zum Christeiitmn der ficicstcn Nichtnng. weil einzig und allein freies Christeninm wahres Christeutum ist. Bitte teilen Sie daS Ihren Lesern mit, an deren richtiger Schätzimg mir sehr viel liegt, da ich, um dies auch einmal in einem socialdemokratischen Blatte auszusprechen, wie ich es neulich in Leipzig in öffentlicher Versammlung ausgesprochen habe, in der Socialdcinokratie durchaus nicht den schlimmen Feind, sondern in ihren meisten Forderungen eine berechtigte Bewegung erblicke, die zum Ziele hat, die Gesundung unserer schreiend schlechten socialen Zustände. In vorzüglicher Hochachtung ergebenst Graf von Hoensbroech. Drnckfchker-Verkchtignng. In dem Artikel übeer das bayrisckie Schulgesetz in Nr. 110 miiß es ans Seile 2 Zeile 12 von oben statt l o n s'e s s i o» e l l e S t a a l s j ch u l e natürlich heißen: l o n- sessionSlose Staatsschule. Fustand. Die Gaunerei Hnmbert-Crawford und die Nationalisteu. Paris, 14. Mai. lEig. Ber.) Der Schwindel, die gewissenlose Bcthöuing und Verblödung deS LesepnblikuinS. dieses Hauptmittel der»ationalistiichen Tcniagogie in der Drcyfns-Affaire und im Wahlkampf, wurde von ihr auch anläßlich der Erbschafts-Gaunerei des Ehepaars Humbert ins Werk gesetzt. Ter geschäftige und gutgcsinnle Ageniur-Draht hat sofort in alle Welt die Finie des monarchistischen„Soleil" hinausdepcschiert. es handle sich in der ErbschnftL- Gaunerei um ein„zweites Panama", das sür„republikanische Größen" fatal werden müsse. Das Organ der Assumptioniste»- Mönche, das„Kreuz", spracki gleich von einem„Freimaurer- Panama". Den Vogel aber hat I n l c S Lern nitre in Person abgeschossen. Dieser nun endgültig gc- ichlagene Großwähler Frankreichs hat noch in allerletzter Srniide. am Mvrgen des Stichwahltages, in allen nationalistischen Blättern einen ebenso blöden, wie verleumderischen Wahlaufruf veröffentlicht, worin die Gaunerei direkt gegen das Ministerium und die links- lepublikanüchcn Kandidaten ausgeschlachtet wird. Der feine„im- sterblich"« akademische Kritiker a. D. nennt da die Madame Hninbert ein.Werkzeug' de» MiiiisicriumS. Die von ihr seit 20 Jahre» ergaunerten Millionen ivären dazu bestimmt gelvcscn s.vielleiwt".) „vssizielle Kandidaturen" u»d„verschiedene geheinmisvolle Geschäfte" zn subventionieren:„In diesem Fall könnte mau sagenl a t i o n a l i st i s ch e n Elemente. Wer war der ivirksaniste Schirm der iselbstverständlich kirchen- sromnien Gaunerin? Rechtsanwalt du Buit, eine klerilal- nationalistische Leuchte des Pariser AdvorntcntumS. ei» von der Generalstabspresse gefeierter Patriot, der die B-rteidignng Z o l a S in der DreysuS-Sache annehme» zn wollen erklärt hatte nur unter der Bedingung, den«W a h n s i n n" des tapferen Schriftstellers als RechtfertigniigSgnind ins Feld zn führen. Zur gleichen Zeit war der geistig hellsehende Patriot von der Existenz der Hnnderniillioncn-Erbschasl„überzeugt". Zur gleichen Zeit fuhr er in den endlose» Hunibert-Erawfvrd-Prozcsscii die Anwalte der ungläubig gewordene» Gläubiger der Humbert barsch an, wenn sie nach der Adresse der geheimnisvolle» Gebrüder Crawford fragten. Zur gleichen Zeit prangte sein Name als„juristischer Beirat" im BerwaltliiigSrat der L e i b r e» I e n- A n st a l I. die von der Familie Humbert specicll zum Einsangen kleiner Gimpel eingerichtet war. lind neben du Bnit stand im Diciistc der Ganneriii der Notar L a n q u e st, der zugleich der Notar des Prätendenten, des Herzogs von Orlöans, ist. Die Gauner-Anstalt berief sich ferner als aus ihre Schutzpatrone auf die E r z b i s ch ö f e. Richard(Paris), E o n i l l ö und L a b o n r s und ans den— Papst, deren Porträt» im Reklame- ProspekiuS der Anstalt prangten. Ter«heilige Genich" der letztere» mußte den Ginipeln ganz besonders in die Nase steigen noch des- halb. Iveil sie ihre Kimdschnft mit Borüebe durch B ermittel n n g der P r i e st e r und der„religiösen" Presse, wie die diversen„Kreuz"- Zeitungen, einznfangeii suchte. In einem besonderen Prospeltus an die Priester wurde ver- sproche». daß die von den letztere». empfohlenen" Rentner Extra- begünftiguiigen genießen ivürden. Und ivcr hat als G e r i ch t s v o r s i tz e n d e r jahrelang die schwindelhaste Prvzessiererei der Humbert wohlwollend gewähre» lassen, auch dann noch, als der Schwindel in die Augen springen mußte? Nein andrer als P ö r i v i e r, ein klenkal-nationalislischer Parieigänger, der sich im zweiten Zolaprozeß durch seine cynische Haltnng die lobende Anerkennung der Generalstäbler er« worben hat. Erst sein vom gegenwärtigen Miiiisterini» ernoiintcr Nachfolger, F o r i ch o n, hat es gewagt, daS kunstvolle juristisch« gaunerische Splnngelvcbe zn zerreißen, das den mysteriösen Geld- schrank vor neugierigen Blicken schützte. Wer hat hingegen zuerst den ganzen Schwindel durchschaut n»d denunziert? Gerade W a l d e ck- R o u s s e a u in seiner Eigenschaft als Rechtsamvalt der Betnk Girard,' deren Inhaber durch die Zahlungsunfähigkeit der Hnmbert zum Selbstmord getrieben ivar. Die Blätter veröffentliche» einen Aiiszng ans dem bezüglichen Plaidoyer Waldeck-Rousscaus, das ans dem Jahre 1897 stammt und worin bereits alle wesentlichen Momente der„giößten Gaunerei des Jahrhunderts"(wie Waldeck-Ronsseail sich schon damals aiiS- i rückte) klar angedeutet werde». Als dann Waldeck-Rousseau die MimsterprAfidenlschaft übernommen holte, wnrde die von ihm be- yonnene Entlarvung der Gaimer von seinen» Sekretär, den» RcchtZ- amvalt N o n e l, bis ans Ende geführt. Soviel zur parteipolitistbc» Seite der Gaunerei, die vor allem für die kapitalistische Kultur und das kapitalistisch durchseuchte civile Gcnchtsivcscn charakteristisch ist. Nach dein Gesagten ist es klar, dag diesmal keine jesuitische Meisterschaft im Fälschen. Lügen und Lerlcuinde»» den Nationalisten helfen kann, die Verrottung der kapita- listische» Welt, die in erster Linie die Vcrrottung des klerikalen Teils dieser Welt ist, gegen die Republik beziv. die nntiklerilaleir Parteien auszuschlachten. Sic sehen das übrigens bereits selbst ein. Der Wahl« agitations- Streich des Lemaitre hat in ihrer Press« keine» Nach- hall gefunden, nachdem er bei der Wählerschaft erfolglos ver- pufft war._ Ei» Nachklang znm belgischen WahlrcchtSkampf. Die„Franks. Ztg." meldet ans Brüssel: In» Kohlengebiet dcS Borinage wurden die Löhne aügcinein um 12 Proz. u»»d mehr herabgesetzt. Diese Nachricht ist insofern bemerkenswert, als sie den merk- würdigen Nnlstand zu erklären scheint,»varinn die Nnternehiner im WahlrcchtSkampf zun» Teil mit dem Generalstreik der Arbeiter sympathisierten. Eil» solcher Streik war ihnen— in einer Zeit wirtschafllichen Niedergangs— offenbar als unauffälligstes und wirksanlsteS Mittel der Prodnktionscinschränknng sehr»villkonnnen. Unter solchen Uniständen war es allerdings das einzig Ver- niinflige, daß der Generalstreik schleunigst beendigt lvlirde. Oestreich-Uilgarn. Der socialistischc TringlichkeitSantrag, betreffend die Artillerieforderung von 38 Millionen, stand am DienSIag in» östreichischen NeichSrat zur Verhandlung. Genosse D a s z y»Ski geißelte besonders die groteske Institution der oft- rcichischen Delegation. „Das Wesen des Parlamentarismus ist die Wählbarkeit und die Verantwortlichkeit den Wählern gegenüber. Wie viele Wähler stecken hinter jenen Jannnergcstalten, die in den Delegationen sich ver- fainmel»? Zuerst sind es zivanzig Herrenhäusler, und unter de» 10 gewählten Abgeordneten befinden sich hencr In Großgrundbesitzer, sie repräsentieren rund 830 Wähler. Diese Männer geben die fertige Majorität in den Delegationen. Z» der ungarischen Delegation giebt eS Fachansschüsse, in welche Fachleute entsendet»verde». In unsrem Bndget-AnSschnß sind doch leine Fachleute! Sie verstehen gar nichts von den» MilitarisnuiS »nd haben auch keine Gelegenheit dazu gehabt, etwas davon zu lernen. Von den» Referenten über das Ordiuariuni, Baron Walterskirchen, tveiß man im politische» Leben gar nichts, und der Referent über das Exta-Ordinarinni, Abgeordneter Popoivski, cnveckte Mitleid, als er hier im Hause als Referent fuugierte. Aber das schadet nichts. Je unsachlicher, je unwissender die Liefe- renten sind, desto besser für die gemeinsame Regicriing. Geschäfte in der Höhe von Hunderten von Millionen werden in ein paar Stunden abgeivickelt. Da kommt der Kriegsminister oder sein Liefe- »cnt und hält einen»vunderschvuci» Vortrag, die Delegierten sangen die Wissenschaft gierig ein.(Heiterkeit bei den Svcialdeniokraten.) Sie sind entzückt, daß sie einen solchen fachivissenschaftlichen Lehrer vor sich haben und»vie»vollen sie dann»ein sagen? In Frankreich ist Herr de Freycinet, ein Civilist. Kriegs», inistcr geworden, weil er io viel militärisches Fachwissen besaß, daß er den Militärs iniponicrcn konnte. In Deutschland sind Parlamentarier»vie Bebel oder Enge» Richter,»velche den Militarismus ans den» ff kenne». Denen wird so ei» Kriegsininistcr nicht irgend etwas vorphäntasieren. Wer käinmert sich bei»iiS um die ziveijährige Dienstzeit? Ein Herr Mayer ans Bockflicß hat gefragt, ob der Minister geneigt sei, die ziveijährige Dienstzeit einzuführen. Darauf»vnrde ihn» geantivortet, der Minister könne sich für die Idee nicht erwärinen. Und das ist das Um und Auf der ganzen Delegation(Hört I hört! bei den Socialdemokraten), und die Pagoden nickten In. ES ist ein unlvürdiger Zustand, der zur Verhöhnnng dieser Gesellschaft herausfordert, die sich vor den» ganzen europäischen Forum blamiert" Für den DringlichkeitSaiitrag stininitcn schließlich 99, dagegen 75 Abgeordnete. Da aber zweidrittel Majorität notlvendig ist � war er abgelehnt. Den Unsinn der Kolonialpolitik gestand am Freitag Graf G o I u ch o lv s k i in dein Marine-AnSschnß der ungarischen Delegation in anerlcnnenSiverter offener Weise ein. GoluchoivSki erklärte, das Detacheinent in Peking diene dazu, den de»» Botschaftern an- gciviesenen befestigten Stadtteil z,l verteidigen. Kolonial- Politik sei für die Monarchie»> n z w e ck mäßig, iveil sie mit der staatsrechtlichen Struktur derselbe»» nicht in Einklang ge- bracht»verde» köimc. Andrerseits hätten die Staaten der ganze>» Welt die zur K o l o n i s i e r u» g v c r>v e n d b a r e» Gebiete bereits so besetzt, daß Ocstrcich- Ungarn heute verspätet solche nicht u, e h r e r>v e r b e n könnte. DaS letzte Motiv sollte nicht nur für Oestrcich gelte»!— Zollkonflikt zwischen den beiden Ncichöhälsten. In,»in- garischen Abgeordnetenhaus« erklärte an» Do»i»crStag. anf den Borivurf RakovskyS', daß für de», Fall des Scheiterns des Ausgleiches mit Oestrcich keinerlei Vorbereitungen zur Errichtlina eines selbständigen Zollgebietes getroffen seien, der Ministerpriif ident v. Szell, falls das Land zur Errichtling von Z ollschra nke» gegen O est reich entschlossen sein sollte, so»verde dies seiner Zeit ohne Z e i t V e r l u st bewerkstelligt werden könne». Ter Zolltarif sei soiveit ausgearbeitet und redigiert, daß er inner- halb von 4 bis 5 Wochen in einen solchen Tarif»migearbeitct»vcrden könne, der als Grundlage für ein selbständiges Zoll- gebiet diene. Dieser Ausfall des Ministers gegen Oestrcich fand langanhaltenden Beifall auf allen Seiten des Hauses. Frankreich. Zt» den Wahle». Die Resultate der letzten Wahlen sind mm- mehr in ihren» volle» Umfang bekannt und man kann sich ein genaues Bild verschaffen, in welcher Weise die einzelnen L a n d e§ t e i l e in der neuen Kammer vertreten sei» iverde». Untersucht man die Wahlen nach dieser Richtung hin, so gelangt man zu folgenden inlerefsantc» Ergebnissen: der Norden(17 Departements) hat gewählt 22 Reaktionäre, 6 Nationalisten, 13 Liberale. 3 Nepu» blikmier, 25 Radikale und 4 Socialisten. Die Kräfte sind hier also ziemlich gleichmäßig verteilt. Der Osten<12 Departements) bat II Nationalisten. 7 Liberale, 1 Republikaner, 37 Radikale nnd 2 Socialisleu in die Kaiumer gesandt. Hier ist eine ministerielle Majorität von �/Z vorhanden. Im Weste»(22 Departements) wurden 57 Reaktionäre, 8 Nationalisten, SO Liberale, 22 Republikaner und 20 Radikale gewählt. Hier ist eine Majorität der Antiministeriellen vorhanden. DaS Eentrii»,(22 Departements) hat 5 Rcaklionäre, 10 Nationalisten. 17 Liberale, lONepnblikanec. WRadikale und 13 Svcia- listen gewählt. Die Opposition steht hier 1:3. JmSlidoste»(10 Departe- „»»IS) betrug die Zahl der gewählten Nationalisten 2, Liberale 3 Nepn« blitaner 7, Radilalc 31, Socialisten 3. Der Siidwcstcii(13 De- partements) endlich hat 2 Nationalisten. 5 Reaktionäre, 9 Liberale. 24 Republikaner, 36 Radikale und 4 Socialisten ins Parlament ge- schickt. In Paris und im Seine- Departement sind bekanntlich fast zu gleichen Teilen Nationalisten ans der einen, Radikale und Socia- liste» auf der ander» Seite gewählt.— Bclgici». Ter Wahlkumpf hat»iinmehr begonnen. D!e Brüsseler farteigenossen haben bereits i» sämtlichen zwölf Wahlkreise» die audidaten nominiert; unter ihnen befinde» sich die libgcordnetc» Baudervelde, Delpvrte, Bertrand nud Telbasiee. deren Maudatc jetzt ablanfeu.— Der KlerikaltsinnS hat feit de» belgischen Umwälzungen in den vierziger Jahren in diesem Lande»maeheure Fortschritte gc- »nacht, so daß seine Macht vo>» der Arbeiterpartei jetzt kann» zu brechen»st. Nach einer Aufstellnng des„Pellpke" waren im Jahre 1846 12 000, in» Jahre 1900 31 000 Ordensbrüder Vorhände»! dazu konnnen 6000 ausländische Brüder. Außerden» sind 31000 Mönche und 6000 weltliche Geistliche vorhanden. Während In, Jahre 1846 779 religiöse Niederlasimigcn bestaitden, zählte man im Fahre 1900 deren 1709. Unter den 15 828 Lehrern und Lehrerinnen, die im Jahre 190V für die Elementarschulen angenommen waren, befanden sich 4240 Geistliche.— Shiftiiien. Die drohende MinistcrkrifiS ist vorläufig bis nach den KröirnngSfeierkichkeiten verschoben. Der Ackcrban-Minister Canakejas bat seine Demission von der Stellung seiner Kollegen zur Frage der Kongregationen(OrbcnSgesellschaften) abhängig gemacht. Nach ihn» ist es mnnöglich, den Konzessionen zuzustimmen, ivekche der Minister des Acnßern dem Vatikan bezüglich der Kongregationen gemacht hat. Canalejas— es ist derselbe, der kürzlich eine Aciidermig der agrarischen Eigeiitmnsverhältnisse in derKauuner empfahl und einen diesbezügliche» Gesetzentivurf ankündigte scheint einer der ivenigen spanischen Staatsmänner zu sein, die wenigstens cinigermatzen vom modernen Geiste durchdrungen find; dämm wird es höchst wahr- schcinlich auch bei semer Dcinission bleiben, denn es ist kaum an- zunehmen, daß er mit seinen Anschauungen gegenüber der Kirche bei seinen Kollege» in der Regierimg durchdriiigen wird. Gelegentlich der Krönung Alfons XII. soll eine Amnestie in größerem Umfange erfolgen. Dänemark. Die Abtretung der westindische» Insel». Der Folkething nahm am Freitag mit 93 gegen 2 Stimmen bei 5 Stinmi- euthaltungeii den Gesetzentwurf betr. die Abtretung der westiiidischen Inseln unter der Bedingliiig an. daß die Abstimimuig unter den Bewohnern der Inseln eine Mehrheit dafür ergiebt. Asien. Der SocialiSmuS in Japan. Das Organ der Socialdemokratie Japans, die„I/sbor World'' (Welt der Arbeit) erscheint jetzt wöchentlich in der Form einer Revne. Von de» 66 Seiten dieser Zeitschrift sind drei in englischer, der Rest in japanischer Sprache abgefaßt. ScilenS der focialiftischeii Partei war auch die Herausgabe einer Tageszeitnng versucht ivorden; die- selbe hat aber nach einmonatlichem' Erscheinen ivicder aufgehört zu existieren, iveil sie von de» Behörden zn sehr bedrängt wnrde. Die Agitation der Socialisten tvird nichtSdestoiveniger mit großem Eifer fortgeführt, naincnllich tvird für die Einführung des' allgemeine» gleichen Wahlrechts gekämpft. Mit der hohen Obrigkeit steht die socialiftische Partei Japans anf den» gespanntesten Fuße! Anklagen, LcrsammlnngSuerbole nnd sonstige Chikanen sind auch in Japan die Mittel, niit ivelchcn die Negierrmg glaubt, einer Knltiirbeweguiig Herr zu tverdc». So sollten B. am 3 April in Tokio drei große Versannnluiigcii statlfinden; dieselben wurden aber vom Minister des Innern verbitten.—, Afrika. Englisch« Kolonialkämpfe in Nord-Nigeria. Ueber englische Operationen in dem a» Nard-Kmncrm» grenzenden englische» Gebiet tvird gemeldet: Die englische Zaria Relief Expedition ist von Jcbbar, dem Hauptquartier dcS Nord Nigeria-RegiinentS, an» 5. Februar aufgebrochen,»nn den König gefangen zn nehme» lind feine Anhänger zu zerstreuen. Die Truppe, die noch ansehnliche Verstärkung von befreundeten Stämmen erhielt, marschierte von Tcbvar ans nach dem 124 englische Meilen entfernt liegenden Birmiit Givari, wo sie ai» 18. Februar eintraf. Dort erhielten sie durch befreundete Eingeborene die Nachricht. daß größte Schnelligkeit geboten sei, um de» König zn fangen. Trotz der Anstrengung gelang cS aber den Eng- länvern nicht, Kaija, Ivo der König ein Lager bezogen, in eineni Tage zu erreichen nnd als an» übernächsten Tage' die berittene Jnfanlerie»ach MaSca kam, nn» den Rückzug abztischnciden, stellte sich heran», daß der König bereits anf dem Wege gc» Kauo zn ge- flohen ivar. DaS Lager bei Kaija tvar bereits verlasse», doch gelang es, einige Meilen hmter MaSca wieder Fühlung mit dem Feinde zu bekonnneit nnd später den König Ibrahim Silben» mit seiner Armee bon 10 000(?) Mann,>vie gemeldet wird, gefangen zu nchiiic». Durch die Wirreu, die die englische KnegSfiihmiig hervorgerufen, tvird wahrschelulich auch Dentsch-Kaineruil zu leiden haben. llnsrer Kamernner Vertvallung, die ohnehin Expeditionen in das Hinterland ausgerüstet hat, tvird das freilich nicht lmangeuch»» sein, Amerika. DaS Bestehe» eiueS britischen MilitärdepotS bei Port Chalincttc bat die Legislatur dcS Staates Louisiana zur Amiahme einer Resolution veranlaßt, die den Gonverncur dieses Staates auf- fordert, die nötigen Schritte zn ergreifen, um dem Völkerrecht nnd de» zwischen Amerika und andren Staaten bestehciiden Verträgen Gcltmig zu verschaffen._ Der Boere«- Krieg. Die FriedrnSkonfcrcnz In Verccnigtng. PariS, 16. Mai. Der Londoner Korrespondent deS„Figaro" berichtet, das Llesultat der Znsnininenknnft in Verecniging sei nicht z lv c i f e I h a f t: der Fried« sei gesichert. Dagegen ver- öffentlicht der„Matin" ei» Telegramm aus London, ivonach in dortigen bocrciifrcnndlichcn Kreisen die Ansicht vorherrsche, daß die Uuterhaiidluiigcu r c s u l t a t I o s verlaufen werde». Londo», 16 Mai. Die Regierung»veiß absolut nichts über die Boeren beding«»gen, soivie darüber, ob die Boereuführer die in Bereeiiigina vorgebrachten englischen Be- dliignngeii angenommen oder abgelehnt haben. „Daily Mail" teilt dagegen die Bedingungen mit. welche die Boeren bei der Znianuneukiinft in Verecniging bereits an« genommen haben solle». ES seien dieselbe», ivelckc von der englischen Regierung in Pretoria als Mindestforderniia aitfgestellt wvrdeit sind, nämlich völlige Aufgabe der Unabhängigkeit und allgeuicine Eni- ivafsiinng._ Die unselige» Zwistigkettcn in Nürnberg nehmen kein Ende. Wie gestern schon kurz berichtet, beschloß eine aitbcrordcnllichc Ge- iieralvirsammllUlg deS soeialdemokratischen Vereins den Ausschluß der Mitglieder R o ß k o p f und E t r ö b e r t. Wie ans deil» heute vor» liegende» ausführlichen Bericht der„Fränk. TageSp." hervorgeht, hat St. in» Jahre 1900 einen gegen den damalig«»» Nednelcnr der„Frank. Tagespost", Genossen Siidekun», gerichteten Artikel in dem frei- siimigen„Fränkischen Kurier" veröffenllicht. Ströbert, der als Heizer in,„Kurier" arbeitet, ist ihm dabei behilflich gelvefen. Der Sachverhalt ist von einer Konunijsion untersucht Ivorden, der auch drei Vertreter des Landesvorstandes angehörten. Nach langer erregter Debatte ivurde der Ansschlußnntrag voil der sehr stark besuchten Versammlung mit erdrückender Mehrheit an« gs»o»»meu.__ Aus Judttflvtv nnd Handel. Sächsische Sprozentige Anleihe. Das sächsische Finanz- ui''steri»»» hat an die„Sächsische Bank" zn Dresden, die„Dresdener Bank" i» Dresden, die„Allgcuieine Dentschc Kreditanstalt" ii» Leipzig, die Firma S. Bleichrüder, die Direktion der Diskonto-Gesellichaft. die Rationalbank für Deiitschkaiid»nd de» A. Schaaffhausenichei» Bankverein restliche 50 Millionen Mark Sprozentiger sächsischer Reni« vom Jahre 1900 fest begeben. Da« Finanzministerium hat den übernchnienden Banken die Zusage erteilt, bis znm 81. Dezember 1902 weitere Beträge Sprozentiger sächsischer Rente ohne Znstimnlmig der« selben nicht ai» den Markt zu bringen. Eciieralbersammlnng der Aktionäre ber Hannoverschen Gtrastenbah».(Fortsetzmig des gestrige» Berichts.) Ja> weiteren Verlauf der Versaimnlung ergriff Direktor Krüger zn seiner Ver- teidigung das Wort. Er«rtkärt«: Es ist mir der ungoheiterliche Vorwurf der Unredlichkeit gemacht: aber er ist gemacht von Lentc:», die mich nicht beleidigen könne». Man hat»»»ich dem Staatsauivalt denunziert und ich bin neulich bereits drei Stunden lang vernoininc». Ich bin den Demmzianten zu Dank verpflichtet, denn»nir ist cS sehr lieb gewesen, daß ich an der Stelle Rechenschaft ablegen konnte. Ich habe'nichts zn fürchten. Das Unternehmen ist allein schlecht gc- ivorden dm-ch die wirtschaftlichen Verhältnisse. Es wird aber wieder ein Aiisschivinig konnnen.— Aktionär Schüller meint, er könne sich nur wirnderi», daß man der Revisionskonimission die Original- Protokolle der AnfsichtSratssitzungen vcriucigcrt habe. Er stelle den Antrag,»na»»nöge nicht erst ein Giitachici» abwarten, wie es die Nevisionskoinmissioi» vorschlägt, sondern sofort die Rcgreßklage wegen Bilanzverschleierung einreichen. Nachdem Geh. RcgicningSrat Lndowig sich damit einverstanden erklärt hatte, daß mir betreffs der Negr'eßpflicht»vegen zu viel gc- zahlter Dividenden»md Tantiemen ein RcchtSgntachten eingeholt iverde. und Bnnkdirektor Basse Ramens der allen Verivaltnng erklärt hatte, daß diese sich nicht für gebunden erachte, irgend welche Opfer zn bringen, kan» es zur Abstimmung. Der Antrag anf Einholnng eines Rechisgntachtens und eventueller Er- Hebung einer Regreßklage»vnrde»nit großer Mehrheit obgekehnt, ebenso der Aittrag auf Vermeigernng der Decharge-Erteilnng. Dagegen»vnrde ein Antrag des Vorstandes betreffs nachträglicher Zuzahlimgen anf die Aktien aiigcnoinmc». Danach sollen diejenigen Siaininaktionäre,»velche innerhalb von»nindestenS vier Wochen eine Zuzahftmg von 300 M. pro Stück leisten, eine Onittniig erhalten, gegen»velche ein auf den Namen lautender, durch Jndoffanicnt übertragbarer Gelvinn- Anteilschein in Höhe von 250 M. über- geben wird. Hierauf wnrde in die Wahl des AufsichtsratcS ein- getreten. RnSfnhrprämien. Wie die Fachzeiinng„Industrie" berichtet, ist zwischen den» Kohlcnsyndikat, dem Roheiscnsyndikat nnd dem Halbzengverband bei den letzten Verhandlungen eine neue Ver- einbarnng hinsichtlich der AnSfnhrvergütnngen für die Eisenindustrie abgeschlossen. Die genannten Syndikate beteiligen sich daran gc- meinschaftlich mit der Maßgabe, daß die Vergütung künftig auch für verarbeitetes Rohmaterial gewährt wird. Bedingimg ist, daß der Auslandspreis plus AnSfnhrvergiitung nicht höher ist als der Inlandspreis. Boin internationalen SchlffahrtStrnst. Der kürzlich be- richtete Ankauf der„China Mntnal Stean» Navigation Company" durch den Morganschen Schisfahrtstrnst wird oeinentiert. Ter Käufer ist Alfred Holt, aus dessen Besitz vor circa zivci Jahren die als„Holtlinic" bekannte, in Hinterindien fahrende Küsten- linie an den„Norddeutschen Lloyd" überging, und der gegenwärtig »och mit der„Ocean Steanisbip Co." ain ostasiatisch-anstralischci» Verkehr beteiligt ist.— Anck» die Cnnard-Linie scheint— IvenigstenS vorläufig— nicht an» Trust beteiligt z« seit»! IvenigstenS erklärte im llnterhanse Staatssekretär Balfaur, er habe Ursache zn der Annahme, daß kein Vertrag vorhanden sei,»velcher dein aineri« kniiische» Dampfertriist das Siecht geben tvürde, die Cunard-Linic in sich aiifzmiehine». Saatenstand in den Vereinigten Staaten von Amerika und t« Rußland. Der Bericht des amerikanischen Ackerban-Bnreans beziffert de» Stand des Winteriveizcns mit 76.4 Prozent gegen 94,1 Prozent an» 1. Mai des Vorjahres und den Stand des Winter- roggens mit 83,4 Prozent gegen 94,6 Prozent. Die mit Winter- tveizen bestellte Fläche wird auf 27 103 000 Acres geschätzt gegen 28 267 000 in» Vorjahre abgeerntete AereS. Der New Dorker Statistiker Brown schätzt den Ertrag anf 341 498 000 Bnshcls gegen 418 351 600 Busheis, welche im vorigen Jahre geerntct »vnrden. In Rußland ist nach amtlichen» Bericht der Stand der Winter- saale»» in den»leisten Gouvernements der mittlere» Skayons in» ganzen als befriedigend anzusehen. Der größte Rayon der Be- schädignngen umfaßt einige Kreise der Gonvernements KurSk, Orel und Woronesh. Ursache» des schlechten Saatenstandes ist hier zumeist Mangel an Feuchtigkeit, der auch i» den» Bon- vernenient Grodno Schaden angerichtet hat, iveni» auch in geringereu» Maße. Am günstigsten lauten die Nachrichte» ans den einzelnen Gegenden des Nord- und Nordwestens des Schwarzerde- RayonS, anS den Gonvernements Kalnga, Minsk, Mohikeiv, tcitiveise auch anS dc»l Gonvcrneinent Ssamara und dein baltischen Rayon, doch wurden in letzteren» die Aussaaten mehrfach durch starke Nord- nnd Nordosltvinde beschädigt. Das Anbau-Areal ist weiiig verändert: die Somincrfelder sind ans Kosten des WintergetreidcS»iiir im baltische» Rayon vergrößert. Umbestellungen sind in den am »neiste» beschädigten Kreisen der Gonvernemeuts Woronesh, KnrSk und Orel»ottvendig._ Von de» Antillen. Ueber den BnlkananSbrnch anf St. Vincent veröffenllicht der„Neiv Dork Herald" folgendes Telegramm anS St. Vineent vom 13. Mai: Am 5. wurde der See im alten Krater des Soufriöre nnrnhig. Um 2 Uhr nachmittags an» 6. begann der Berg, vulkanische Regungen zu zeigen. Heftig« Erdstöße traten anf. Schreck- licheS Getöse nnd Detonatioiicil folgten. Gegen 7 Uhr abends stieg ans dem Krater eine gewaltige Dampfwolke nnf. Das dauerte bis Mitternacht. Am Mittivochmorgen hörte man furchtbare Explosionen und diese» folgte n,n 7 Uhr ivicder ein Enstveichen von Dampf. Nach drei Slnnde» erfolgte ein Ausbruch. Gegen Mittag schienen sich drei Krater zu öfsliei», die Lava aiiSfpiec». Sechs Lnvaströnie flösset» an de» Seite» des Berges herunter. Nach de»» ersten Erscheine» der Lava arbeitete der Berg eine halbe Stunde lang heftig, während Blitze um die Ränder des Krater? zuckten. Die Detonationen gingen bald in ein linniiterbrochenes Gebrüll über. Dieser Znstand dauerte bt« Frcitagmorgcn an. Den Donner hörte man im ganze» karaibischcn Meer. Der eigentliche Ausbruch be- gniil» am Mittwoch. Eine gewaltige Wolke stieg in dnnlle» Säulen acht Meilen hoch von der Bergspitze auf und verbreitete eine Dirnkel- hcit, als wäre es Mitternacht. Die mit Schivcfel angefüllte Lust ivar»nit feinem Staub geladen. Einem schivarzen Regen folgie ein Regen von Schlacken, FelSsiückcn und Steine». Zahlreiche Blitze e»- böhte» das Entsetzen,»velches durch das Erdbedrn, das Getöse, die Lava nnd die fallenden Steine hervorgerufen wnrde. Groß« Strecken kultivierten Landes ivnrden begraben. Die Plantagen von Valibon »nd Nichnionb ivnrden mit den Dörfern vollständig zerstört, die crsterc» zum Teil von der See überflutet. Alles Land in diesen Distrilien war mit Asche und Lava 2 bis 4 Fuß hoch bedeckt. Mit der Vegetation tvar der ganze Viebbestand vernichtet. Die Gebäude ivaren zerstört, die Wasserläuse»nd Flüsse berffegten. Wasser- und Lebensinittelmangel herrscht jetzt auf der Insel, von der bis heute schon der Verinst von 1620 Menschenleben gemeldet wurde. 167 Leute liegen in» Hospital von Beorgttow». Die Todesursache war hnnplsächlich Erstickung durch Tchweselgase, Blitzschlag oder Verbrennen drnch Lava. Ganze Farmersainilicii kamen durch Blitzschlag nn». DaS englische Kriegsschiff„Jndesaligable" brachte gestern Nahrungsmittel von Trinidad nnd St. Lucia. Die Mannschaft deerdigte die Leichen von 30 Bauern. die anf de»» Gut Ovia, nördlich von Sonfrisre. gefunden ivnrden. Anf dem Gut Richmond soll sich >» der Näbe des Strandes ei» neuer Vulkan gebildet haben. Die Verstümmelung der Verivimdeten ist granenbaft. Die Distrikte der Windivardküste sind buchstäblich niit Leichen übersät. Kingston nnd seine Bevölkerung sind in Sicherheit. I» der Stadt sclt'st sind leine Unfälle zu verzeichnen gewesen, aber Wolken bon Asche sege» dailibrr hin. ES sind Aerzte iind Pflegerinnen eingetroffen. Die ineislei» Leichen lagen nnter Asche Uns waren so in Verwesung übergegangen, daß man sich ihnen kaum näher» konnte. Ans Fort de France nieldet„Reuters Bureau" vom 15. Mai: Der Geschäftsverkehr ist hier eingestellt. Das Volk strömt in die Kirchen und Kathedralen, wo besonderer Gottesdienst für die Toten von St. Pierre abschalten wird. Der Mont Pclse stöstt immer noch Feuer und Rauch aus. Zu später Stunde in der vergangenen Nacht meldete ein Telegramm ans Dominica, das; 300 Uebcrlebende in KanoeS von St. Pierre angekommen seien. Aus St. Pierre werden viele unerklärliche Vorkonnunisse berichtet. So fand man die ver- kohlten Ucberreste einer weiblichen Leiche, die ein vollständig un- beschädigtes seidenes Taschentuch an die Lippen gedrückt hielt. An einer andren Stelle lagen die verstünmreltcn Körper junger Mädchen, deren Schuhe unverletzt waren... Der italienische Konsul in Barbados hat die Leiche seiner Tochter, die St. Pierre besuchte, auf- gesunden. Militär bewacht das Eigentum gegen die Räubereien der Halunke», die schwer gezüchtigt werden, wenn man sie bei der Aus- Plünderung der Leichen faßt. Große Scharen von Arbeitern werden Monatelang zu thun haben, um die Straßen von den Trümmer- und Leichenhausen zu säubern. Monillage Rouge, in der Nähe von St. Pierre, ist erhalten geblieben, Basse Pointe und Macuba find bis jetzt der Gefahr entgangen; der Krater arbeitet aber immer noch. Den letzten Meldungen zufolge ist der gesamte Norden der Insel geräumt worden. Es hat sich nämlich ein neuer Krater auf dem Moni Pelvc an der St. Pierre entgegengesetzten Seite geöffnet, nach der Basse Pointe genannten Gegend zu. Die ganze Bevölke- rung von La Martinique ist nunmehr in und um Fort de France konzentriert, Ivo sie in Sicherheit zu fein scheint. Denn bisher ist »och kein Moment entdeckt worden, das die Befürchtung rechtfertigte, der Südteil der Insel könne gleichfalls in Mitleidenschaft gezogen werden. Der„New Dork Herald" meldet aus Fort de France: Die ganze Bevölkerung von St. Vincent nördlich der Linie Chätean Bellair bis Georgestown ist vernichtet. 700 Leichen sind bereits geborgen. Die eingeborgenen Karaiben der ganzen Insel und fast alle Karaiben Westindiens sind durch die vulkanischen Ausbrüche ausgerottet. Es blieben nur wenige Karaiben auf Dominica und Saiifta Lucia übrig. Aus Fort d e France wird noch gemeldet: Ein englischer Offizier, welcher beschuldigt wird, aus den Ruinen der Kirche von St. Pierre heilige Gefäße gestohlen zu haben, wird gegenwärtig steckbrieflich verfolgt. Meilttichrozei Hillger Ni> Anchn. Landgerichtsrat G r o d ke eröffnet die Sitzung um 10 Uhr. Der Zudrang des Publikums ist gewaltig. Die den Gcschivorncn vorgelegten Fragen lauten mit Bezug auf den Angeklagten Hillger- Schuldig des wissentlichen Meineids? oder des fahrlässigen Meineids? Betreffend den Angeklagte» Dr. Klein: Schuldig des wissentlichen Meineids nnd Begiinstigung des vom Angeklagten Hillger geleisteten Meineids um ihn der Bestrafung zu entziehen? Staatsanwalt Reis sucht zunächst in seinem Plaidoyer dar- zulegen, daß Amtsvorstcher Schulz ans dem Beleidigungsprozeß sowohl, in welchem Dr. Klein zu S00 M. Geldstrafe verurteilt wurde, als auch aus diesem Meineidsprozeß unantastbar und als Ehren- mann hervorgegangen sei. Der Staatsanwalt führte sodann alle die Punkte an, welche für die Schuld nnd das Schuldbewußtsein des Angeklagten Hillger sprechen. Er sucht nachzuweisen, daß alle Bc- kundungen Hillgers bei seiner Vernehmung der Wahrheit ins Gesicht schlugen. Besonders frivol sei dessen freiwilliger Znsatz gewesen:„Ich empfinde um so mehr eine be- sondere Genugthunng darüber, au dieser Stelle öffentlich erklären zu können, daß ich niemals Mitarbeiter der„Lichterfelder Zeitung" geivesen bin, da ich wohl weiß, daß man in Lichterfcldc in ver- schiedenen Kreisen der entgegengesetzten Ansicht ist." Der Staats- anwalt sucht dann den Nachweis' zu führen, daß Hillger eine ganze Menge Artikel für die„Lichtcrfelder Zeitung" geschrieben habe, es müßten deren mindestens sieben Stück sei». Auch in der Behaup- tung Hillgers, er habe nicht gewußt, gegen wen die Artikel gerichtet seien, liege ein Widerspruch mit der Wahrheit. Rechtsanwalt H ö n i g e r, der erste Verteidiger Hillgers, sucht darzulegen, daß Hillger, obgleich er vielleicht vier Notizen für das Blatt geliefert, dennoch im Gefühl der Unschuld den Eid geleistet habe und beantragt, das Nichtschnldig auszusprechen. Hierauf nimmt Jnstiznt Dr. Sello für Hillger da« Wort: Von Tag zu Tag wende sich die öffentliche Anfnicrksanikeit mehr und mehr dieser Verhandlung zu, deren Ausgang für den Angckl. Hillger selbst, dessen Frau und Familie von vitalster Bedeutung sei, bei ivelcher aber auch Fragen des öffeutlichen Jntereffes auf deni Spiele stehen und doch auch berührt werden müsse, ob in Lichtcrfelde die Selbstverwaltung so unbedingt tadellos sei, wie der Staatsanwalt behaupte. Die Verteidigung nehme keinen Anstand zu erklären, daß sie in der Preßfehde, um die es sich hier handle, durchaus auf feiten der angegriffenen Selbstverwaltung stehe und daß sie alles das, was in den Artikeln der„Lichtcrfelder Zeitung" an hämischen Angriffen gegen den Bürgcrnicistcr Schulz veröffentlicht worden, für Klatsch, Klatsch nnd nochmals Klatsch halte. Aber eine andre Frage sei es, ob die Leute, die in diesen Kampf eingegriffen' haben, mit zulänglichen geistigen und sonstigen Mitteln operiert haben i»id ob nicht systematisch die öffentliche Meinung zu Ungunsten Hillgers herausgebildet worden sei. Der erste Rufer im Streite sei der Schöffe Lange gewesen, in dessen ganzer Aussage die polemische Tendenz, das Verurteilen auf Grund»nkontrollier- barer und vorurtcilsvoller Behauptungen greifbar hervor- trat. Auch aus dem Zeugnis des Pfarrers Stolle, der seinen sogenannten Trostbesuch in der Hillgerscheu Wohnung gewiß in wohlineiuendster Absicht gemacht hat, gehe besonderes Wohlivollen nicht hervor. Dann denke man an die iviederholte» Denunziationen, die den Rektor Hillger der verschiedensten Ver- untrenungen an den minimalsten Dingen beschuldigten oder daran, daß gegen die ganz bestiniuile Weisimg der Rc- gierung zu Potsdam die den Angeklagten tief kränkenden Dienst- Vorschriften in einer Weise bekannt gemacht ivurden, die ihn bloßstellen iiinßtcn, oder an das absolut Ungelvöhnliche, daß die Polizeiverwaltung bei Erstattung einer Strafanzeige gleich eidesstattliche Versicherungen beilegte, um derselben ein größeres Gewicht zu verleihen. Das sehe doch der versuchten Be- einflussung des Richters sehr ähnlich und es erscheine doch fast uu« glaublich, daß man jemand fürsorglich in das llntersuchiiugsgesängiiis sperrt, um ihn„vor dem Selbstmorde zu bewahren". Ebenso befremdlich sei die Handhabung der Haussuchung, bei der der Steuer- sekretär Schrapol Funktionen ausgeübt hat, die nach dem Gesetz nur dem ordentlichen Richter zustehen. Der gegen die Polizei- Verwaltung von Groß-Lichterselde erhobene Vorwurf, daß sie bei der Haussuchung vom 8. Juli ungesetzlich verfahren sei, sei nach allen Richtungen hin begründet. Wenn bei der heftigen, die Seele und den Frieden des Angeklagten zerrüttenden Fehde, bei welcher der Angeklagte von allen Seileu gehetzt wurde, dieser schließlich in den letzten Jahren auch an seinem Charakter einigen Schaden nahm, so fei dies begreiflich. Hier heiße es: Alles verstehen. heiße alles verzeihen I In eingehender Erörterung der Momente, die bei der Frage des Meineids in Frage konimen, betont der Redner die Unterschiede, die zwischen den Ausdrücken„Artikel",„Material" und„Stoff" liegen und sucht nachzuweisen, daß der Angeklagte mit vollem Recht unter seinem Eide bestritten habe, Artikel für das Blatt geschrieben zu haben. Redner legt in interessanter Beweisführung dar, daß der Angeklagte Hillger auch in dem allgemeinen Teile den Eid mir dahin ge- leistet habe, daß er nicht Mitarbeiter der.Lichterfelder Zeitung" sei. Dazu sei er berechtigt gewesen, denn es sei nur nachgewiesen, daß er im Lauf von etwa 7 Jahren etwa 10 Notizen für das Blatt geliefert habe. Der Verteidiger stützt sich bei dieser Beweisführung vornehmlich auf das urkundliche Material, wie eS in dem sorgfältig überlegten Bericht des Regierungsassessors Lange an die königliche Regierung vorhanden sei. Justizrat Dr. Sello kam nach eingehender Würdigung aller sonstigen noch in Betracht kommenden Momente' zn dem Schluß, daß Rektor Hillger einen Meineid bei seiner Haupt- befragimg nicht geleistet habe und die Nachtragsaussage offenbar eine ganz unbeachtliche und so flüchtige Episode gewesen sei, daß das Protokoll nicht einmal etwas von einer nachträglichen Versicherung enthalte. Dies könne nicht durch drei oder vier Zeugen ersetzt werden, die dem Angeklagten böse gesinnt und in die' Verhandlung mit der Ueberzeugung ge- gangen seien, daß„etwas passieren" werde. Sollte das möglich sein, dann würde man für eine geordnete Rechtspflege jeden Boden unter den Füßen verlieren. In der zehnten Abendstunde beginnen die ausführlichen Plai- dohers des Justizrats Dr. C a s s e l und des Rechtsanwalts Dr. L ö w e n st e i n für völlige Freisprechung des Angeklagten Dr. Klein. GeiveMMAftlichrs« Feinde deS socialen Friedens. Wie unsre Leser wissen, ist kärglich ein Ausstand in der Brenner- abteilung der Metallwarenfabrik von Spinn n. Sohn durch Ver- Handlung vor dem Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts bei- gelegt worden. Hätte diese Verhandlung nicht stattgefunden, dann bestände der Konflikt vielleicht heute noch, der in der Fabrik bestand zwischen dem leitenden Direktor und den Slrbeitern der Meister, der eigenmächtig Accordabzüge auf einige Artikel gemacht hatte, was der Direktor gar nicht billigte. Erst vor dem Einigungsamt kamen diese Dinge zur Kenntnis des Direktors, und das trug in hohem Maße zum Zustande- konimen der Einigung bei. Diese ist also dem Umstand zu danken, daß sich der Vertreter der Firma und die Vertreter der Arbeiter auf dem neutralen Boden des Gewerbegerichts unter nuparteiischcr Leitung Auge um Auge gegenüberstanden. Jedermann, dem es ernst ist mit der Herbeiführung eines guten Verhältnisses zwischen Unter- nehmer nnd Arbeiter, jeder, der bestehende Konflikte nicht verschärft und die Gegensätze nicht auf die Spitze getrieben zn sehen wünscht, müßte es mit Freuden begrüßen, daß in dem vorliegenden Falle ein Lohnstreit zur Zufriedenheit beider Teile gütlich beigelegt worden ist. Nicht so der vom Kommerzienrat Kühnemann geleitete unrühm- lichst bekannte Verband der Metallin du striellen, dessen Mitglied die Firma Spinn u. Sohn ist. Der Kühnemannsche Verband hat nämlich den Direktor Scholz von der Firma Spinn nnd Sohn in Strafe genommen, und den für solche Fälle hinter- legten Wechsel von erhebliche ni Betrage z urZahlung präsentiert. Der Verband der Metallindustriellen jterrorisiert seine Mitglieder bekanntlich in der Weise, daß er ihnen gegen hohe Strafe verbietet, in Streitfällen mit den Arbeitern vor dem Eiuigungsamt zu verhandeln. In diesem Falle hat die Leitung der Kühneniänner dem Direktor Scholz zwar wegen der Ver- Handlung selbst Absolulion erteilt, den» die Firma Spinn nnd Sohn war in erheblicher Verlegenheit, weil Streikbrecher an Stelle der Ausständigen nicht zu haben waren, und man deshalb ein Loch zurückstecken mußte. Aber ein andrer Grund war es, den der Vorstand des Verbandes der Metallindustriellen als strafwürdiges Verbrechen ansah. Direktor Scholz hatte nämlich nichts dagegen ein- zuwenden, daß vor dem EiuigungSamt der Vorsitzende der hiesigen Verwaltungsstelle des Metallarbeiter- Verbandes. Genosse Cohen, die Sache der Aus- ständigen vertrat, und daß er nicht darauf bestand, nur mit„seine n" Arbeitern zn verhandeln. Dieser Verstoß gegen die„heiligsten" Priucipien der Kühnemänncr mußte mit einer empfindlichen Strafe gesühnt werden. Den Frieden mit den Ar- beilern, der durch sachgemäße Vertretung ihrer Interessen herbei- geführt Ivird, wollen die Herren Metallindustriellen nicht. Ihnen paßt nur der Friede, den sie selbst in protzenhaftem Herrendünkel den Arbeitern diktieren.— Wie wir hören, will Direktor Scholz sich der Strafgewalt des Verbandes der Metallindustriellen nicht schweigend unterwerfen, sondern ivege» der Wechsclsnmmc Klagt führen, das heißt also, sein Recht„Herr im eigne» Hanse" zn sein, gegenüber den Ein- griffen des Verbandes der Metallindttstriellen erstreiten. Berlin und Umgegeiid. Der Arbeitsnachweis dcr Berliner Tischlcrinnnng ist in Verlegenheit um tüchtige Arbeitskräfte. Durch Annoncen in den Zeitungen in P r a g', Düsseldorf und andren Städien sucht er tüchtige Bautischler. Angesichts der Thatsache, daß hundert tüchtige Tischler, ansässige Familienväter, in Berlin arbeitslos sind, wird das Vorgehen dcr Führer der Hokzindustriellen, ans Böhmen Arbeiter hierherzulocken, gemeingefährlich. Während städtische Behörden ersucht werden, etwas zur Milderung der Arbeitslosigkeit zu thun. versuchen die Herren Industriellen die ArbeitSlosigkeir durch Heranziehung von Arbeiter zu vergrößern. Nun sind ja glücklicher- weise die organisierten Arbeiter auch in Böhmen so weit, daß sie auf die Lockungen dcr Herren nicht anbeißen. Sie ver- ständigen ihre Landslcule davon, daß die gesuchten Tischler den Berliner organisierten Holzarbeitern in den Rücken fallen sollen. Die Rückständigkeit der hiesigen Jnnnngsgrößeu scheitert somit an dcr socialpolilischen Einsicht der Arbeiter. Die einsichtsvollen Tischlernicister Berlin? kehren sich trotz der Ermahnungen der Herren Bry und Rahardt auch nicht an den Jnnnugsnachweis mit den Entlassungsscheinen, sondern stellen Leute ein, wie sie sie bekommen und brauchen können. Unsre Arbeiterpresse i» Deutschland wie im Ausland ersuchen wir, ihre Leser auf das Treiben dcr Berliner Holzindustriellen auf» merksam zu machen._ Arbeiter und Hausfrauen Berlins nnd der Bororte! Gedenket der Fr ei nacht der Bäckergcsellenl Wieder wird ein hohes Fest gefeiert. Während aber der weitaus größte Teil der Arbeiter an den Feiertagen seine müden Glieder ausruhen und sich in der ncuerwachten Natur ergehen kann, ist den Bäckergesellen auch dies noch lange nicht in allen Fällen ver- gönnt. Noch nicht in der Lage, durch eignes Machtivort für eine Nacht an jedem der 3 hohen Feste die Bäckereibetriebe zum Stillstand zu zwingen, wenden sich die Bäckergesellen auch jetzt wieder an Euch mit der Bitte, sie im Kampfe um Erlangung einer Freiuacht zu unterstützen. Von cincm Fest zum andern haben immer mehr Bäckergesellen ihre Freiuacht erhalten. Mit Eurer Hilfe werden wir es soweit bringen, daß jeder Bäckergeselle eine solche bekommt. Und so ersuchen wir Euch auch diesmal:„Kaust am zweite» Feiertage keine Backware!" Der Vorstand des Verbandes dcr Bäcker Deutschlands (Mitgliedschaft Berlin). DaS Bureau der Berliner Gewerkschaftskommission bleibt am Sonnabend, den 17. Mai, nachmittags, sowie Dienstag, den 20. Mai, nachmittags geschlossen. An sonstigen Wochentagen ist das Bureau geöffnet von morgens 9— 1, nachmittags 6—8 Uhr. ES wird daselbst AuSknnst erteilt über alle gewerblichen Fragen, Unfall-, Invaliden- und Altersversicherung, über Krankenwesen und Gelvcrbe-Jnspektion. Beschlverdeu wegen maugelhastcr Schutzvorrichtung und sonstigen Arbciterschutz-Bestimmuiigeii werden ohne Nennung des Nanicns an die Behörden elitgegengenommen. Auch werden alle zu obigem benötigten Klagen und Schrift- sätze für organisierte Arbeiter und Arbeiterinnen nnentgeltlich an- gefertigt. Der Ausschuß d e r G e w e r k s ch a f t S- K o m m i s s i o n. Achtung, Tapezierer! Die Firma F u r t w a e n g I e r in Zürich, woselbst die Kollegen sich im Ausstände befinden, sucht in Berlin Gehilfen. Wir ersuchen, den Zuzug unter allen Umständen fernzuhalten. I. A.: L e o S ch m i d t. Deutsches Reich. Die Lohnbewegung der Textilarbeiter im Bogtlaude ge« winnt wieder an Ausdehnung. Der Streik bei der Firma Gebr. Walter in Reichen dach, der am 10. Mai begann und an dem etwa 60 Personen beteiligt sind, dauert noch an. Die ausständigen Arbeiter fordern den gleichen Lohn wie in den andren Webereien. Der Betricbsinhaber zeigte noch kein Entgegenkommen. Da der Bc- trieb außerhalb des Stadtbezirks liegt, konnte das Gewerbegericht Reichenbach als Einigungsamt nicht angerufen werden. In den andren Baumwoll- und Streichgarn-Webereien sind die Arbeiter mit gutem Erfolg vorstellig geworden. Die Moquettcwebcr der Firma Scbeffner Sohn in Elb er- f e l d befinden sich seit acht Wochen im Ausstande. Eine Beendigung des Streiks ist noch nicht abzusehen, da die Firma jeden Einigungs- versuch zurückweist. Die Ausständigen ersuchen die Textilarbener allerorts, den Streik in Elberfeld zu beachten und denselben moralisch und materiell zu unterstützen. Buchbinder, Kartonnagen- nnd Galanterie- Arbeiter. ES wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die Kollegen dcr Firma A n h ö ck u. Comp, in Gößnitz wegen ihrer Zugehörigkeit zum deutschen Buchbinder-Verband gekündigt worden sind, und daß deshalb der Zuzug nach der genannten Firma unter allen llmständen fernzuhalten ist. Zahlstelle Gößnitz des deutschen Buchbinder-BerbandeS. Dcr Streik dcr Steinmetzen in Kiel i st beendet. Am Mittwochnachmittag ist es gelungen, mit den Arbeitgebern eine Einigung zu erziele». Die Meister haben sich damit einverstanden erklärt, daß dcr von ihnen verlangte Passus bezüglich dcr geringeren Bezahlung minderwertiger Arbeiter aus dem Tarif fortbleibt. Die Maurer in Quedlinburg streiken bereits seit 5 Wochen. Dieser Tage hatte dcr Bürgermeister beide Parteien zu Einigungs- Verhandlungen eingeladen. Die llutcrnehmer waren zwar gekommen, als sie aber sahen, daß auch die Vertreter der Streikenden geladen und erschienen waren, erklärten sie, ganz erfüllt vom Herren- dünkel:„Persönliche Ilnterhandluugen gicbt es nicht. Soll Frieden eintreten, dann müssen die Arbeitnehmer zn den von uns gestellten Bedingungen die Arbeit aufnehmen". Die Streikenden dachten natürlich gar nicht daran, sich dcr Diktatur der Unternehmer zn unterwerfen, denn sie glauben, den Kampf noch lange aushalten zn könucn. Der Bürgermeister will jedoch nochmals versuchen, eine Einigung herbeizuführen. Bei den Gcwerbegcrichtö- Wahlen in Krimmitschau am 14. d. M., wurden die vom Geivcrkschaftskartell aufgestellten Arbeit- nehmer- Kandidaten mit 630 Stinuncn gewählt. Bei der Wahl im Jahre 1893 wurden 481 Stimmen abgegeben. Arbeitgebcr-Kandidaten hatte das Kartell nicht aufgestellt. Ausland. Die bangewerblichen Arbeiter in Haag haben beschlossen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Sie haben eine Niederlage erlitten, die, wie„Hct Volk" urteilt, dem Mangel an dcr nötigen Vorbereitung und an Geldniitteln zuzuschreiben ist. Tie„Niederländische Bereinigung deS Eisen- nnd Straften- bahn-Pcrfonalö" hat dieser Tage ihre Jahresversammlung zu Arn- heim abgehalten. Vertreten waren 23 Abteilungen der Organisation mit zusammen ca. 2000 Mitgliedern. Beschlossen wurde unter anderin, den internationalen Transportarbeiter-Kongreß in Stockholm zu be- schicken. setzte MttchviMen und Depeschen. Wechselfälscher. Bochum, 16. Mai./s Monaten Kerker verurteilt worden sei. Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid iu Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag voll Max Babing iu Berlin. .Hierzu 2 Beilagen. «t. HB. 19.»«. i. Keilllge iles„UmMg" Kerlim IgllisblM. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Verl in. den 16. Mai 1902. Der Verlauf der letzten Börsenlvoche zeigte noch deutlicher als sonst, lvie völlig energielos die Berliner Börse im Schlepptau der großen ausländischen Börsen treibt, vornehmlich der Neiv Dorker. Jede drüben eintretende Abschwächung oder Befeslignng. jede lvichtigere Notierungsverschiebung fand hier sofort am nächsten Tage ihr Echo in der Richtung der Kursbelvegung, und zwar nicht nur soweit amerikanische Werte oder von der amerikanischen Geschäfts Inge direkt abhängige Papiere in Frage kamen, lvie zum Beispiel die Aklieu der Kanada- Pacific- Bahn, die getreu lich hier dieselbe Auf- und Abwärtsbewegung wieder holten, die Neiv Jork meldete, sondern auch ivas die Gesamttendenz Stimmung und Verstimmung, anbetrifft. Eine Thatsache, die, wenn man das relativ bescheidene deutsche Engagement in amerikanischen Werten berücksichtigt, deutlich zeigt, dost, so wenig auch manche dies offen zugestehen wollen, eine allgemeine Furcht vor einem Umschlag der amerikanischen Konjunktur vorhanden ist. Im Vergleich zu diesem Einfluß Nelv Jorks trat der Einfluß der Wiener Börse weniger hervor, wenngleich natürlich die Erklärung des östreichischen Eisenbahmninistcrs v. Wittel im Abgeordnetenhanse über die beabsichtigte snccessive Berstaatlichnng der Privatbahnen auch hier in Uebereiustimmnng mit Wien günstig auf den Kursstand östreichischer Bahn- und Bankaktien ivirkte. Und ebeiisowcnig ver niochten die Nachrichteil über die Friedensverhandlungen in Prctoria� die zu Anfang der Woche recht pessimistisch, gestern dagegen wieder mal als sehr günstig aufgefaßt wurden, irgend ivelcheu' tieferen Ein- druck ans den Geschäftsverkehr zu machen. Wie in voriger Woche herrschte auch in dieser intensive Geschäftsslille; die Umsätze blieben äußerst gering— und zieht man das Resnltat aus den Kurs. schwankungen der Berichtswoche, ergeben sich schließlich nur ganz u» beträchtliche Verschiebungen. Einen größeren Kursrückgang erlitten nur die Aktien der Dort- munder Union auf Grund des in Nr. 110 des„VortvärtS" kurz mitgeteilten Reorganisationsprojekts, obgleich die Diskonto-Gesellschaft, um den Kurs zu halten, zu größeren Jnterventionskäufen griff. Die niißliche Lage der Dortmunder Union, die, seit sie im Gründlings- jähr 1872 aus der Vereinigung der Dortmunder Hütte mit der Henrichshütte in Hattingen und Neuschottland in Horst solvie der Zeche Glückauf-Ticfbau hervorgegangen ist, nicht weniger als fü»' größere.Sanierungen" durchgemacht hat, gilt keineswegs durch die jetzt beschlossene Zusammenlegung der Aktien und die Ab- trennung der Henrichshütte als beseitigt— und mit Recht Wenigstens für die Gesellschaft selbst oder richtiger für die Aktionäre kommt bei der ganzen Nekonstrilktion nichts Er- freuliches heraus. Von dem Aktienkapital werden 16 800 000 Mark abgeschrieben(davon 61/, Millionen Mark auf die Henrichshütte), tvodurch dieses auf 2ö 200 000 M. rcduciert wird; dafür aber werden 10 800 000 M. fiinfprozentige Vorzugsaktien wieder ausgegeben, so baß das Aktienkapital doch wieder auf 36 Millionen Mark steigt. Von diesen 10 300 000 M. erhält aber die Gesellsebaft nichts; sie sind zur Bezahlung der Bankschulden bei der Disconto-Gesellschaft bestimmt, die ferner 2 800 000 M. an ueuanszngebcnden vicrprozcntigen Obligationen und schließlich noch 3 500000 M. aus dem Erlöse für die Aktien der neuzngründeuden Aktiengesellschaft„Henrichshiitte" erhält, also im ganzen über 17 Millionen Mark. Und auch die übrigen 6Ve MiNione» Mark aus dem Erlös für die Henrichshütten- Akticn verbleiben der GeseNschaft nicht; sie sollen zur Einlösung eines Teils der fundierten Schulden dienen. Das Ergebnis der Sanierung ist also, daß das Aktienkapital sich ivenig verringert und nur der größte Teil der Bankichulden bei der Disconto-Gesellschast abgestoßen wird, dafür aber die Henrichs- Hütte nebst den vorhandenen Magazinbeständen zc. verloren geht, und zivar nachdem vorher noch 6>/s Millionen Mark von der Henrichshütte, die 1872 für 15 Millionen Mark angekauft wurde lind jetzt mit 13 Millionen Mark zu Buch steht, abgeschrieben tvorden sind, nachdein also ihr Wert auf 6Vz Millionen Mark herabgesetzt worden ist. Eigentlich sollte man diese sogenannte„Reorganisation" eine Sanierung der Henrichshütte, nicht aber der Dortmunder Union nennen, denn ivas durch die projektierten Maßnahmen flott wird, ist nicht die Union, sondern die Henrichshütts, die sich auf der neuen Grundlage später zu einem recht vorteilhaften Unternehmen ent- lvickeln kann, woran aber dann die Union nicht mehr participiert. Bare Mittel erlangt also weder die Dortmunder Union noch die neue Aktiengesellschaft Henrichshütte. Und selbst die Bankschulden der Union sind mit der obigen Summe noch nicht beglichen. Ge- tiaues über die Höhe dieser Schulden erfährt man zwar nicht, der Verwaltung beliebt es, darüber zu schiveigen, aber nach der letzten Bilanz zu urteilen, werden es schon' noch ein paar Millionen sein; und dazu kommen ca. 4—5 Millionen Schulden an verschiedene andre Kreditoren und etlva 17 Millionen Mark fundierter Schulden Die Folge kann nur sein, daß sich die Union und auch die Henrichs- Hütte bald zu neuem Schnldenmachen gedrängt sehen wird. Hingegen macht die Disconto-Gesellschaft ein extra-feines Geschäft. Sie erhält über 17 Millionen Schulden bezahlt, die Dortmunder Union wie die Henrichshütte bleiben von ihr abhängig und müssen sich bald zu neuem Pump bei ihr einfinden, und ferner ergicbt sich bei der Emission der neuen Heurichshütte-Aktien und der 10 300000 Vorzugsaktien ein netter Profit, umsomehr als die alten Aktionäre nur zrnn geringen Teil von dem ihnen eingeräumten beschränkten Bezugs recht Gebrauch machen dürften. So eine Sanieningskur ist wirklich eine feine Sache— für Kurkünstler. Neben den ungünstigen Saatenstandsmeldunge» aus den ivest- liche» Getreidegegendcn und den Preisschwankungen auf dem Baum» tvollenmarkt war es vornehmlich der am Montag ansgebrochene Streik in den Pennsylvanischen Anthracit-Bergwerken, der in den letzten Tagen zu der unsicheren, schivachen Hnlinng der Neiv Jorker Fondsbörse beitrug. Soweit sich aus den bisher herübergcdrungene», sich gegenseitig widersprechenden Mitteilungen ersehen läßt, erstreckt sich zwar der Streik bis jetzt nur auf das Anthracitkohlen-Nevier Oft-Pennsylvaniens, bei der Bedeutung der dortigen Lager als Ver- sorgungSreservoire der pennsylvanischen Eisen- lind Stahl-Industrie ist aber, vorausgesetzt, daß der Streik längere Zeit andauert, immer- hin von ihm eine ernste Schädigung der nordamerikanischen Industrie zu befürchten; und zudem scheint nicht ausgeschlossen zu sein, daß der Streik aus dem Hartkohlen-Revicr, das etiva zu drei Vierteln im Besitz mehrerer großer Eisenbahn-Gesell- schaften ist, auf das größere peunsylvanische Wcichkohlenrevier über- greift. Rangiert auch, Ivos die Ausdehnung anbetrifft, das Kohlen- areal Pennsylvanicns erst an siebenter Stelle, so liefert es doch mehr als die Hälfte der gesamten Kohlenausveute der Vereinigten Staaten. Im Jahre 1900 wurden von de» 241 Mill. Tons(a 2000 engl. Pfund), die insgesamt i» der Union gefördert wurden, allein 132 Millionen Tons in Peimsylvanien gewonnen. Außer dem pennsylvanischen Anthracit-Kohlenrevier, in welchem etwa 160 000 Grubenarbeiter beschäftigt sein mögen, von denen nach der Angabe des Vorsitzenden des Vereinigten Grubenarbeiter- Verbandes rQrät.sck Mine Workers Union) an 140 000 streiken sollen, befinden sich im Gebiete der Vereinigten Staaten nur noch größere Anthracitlager an der Grenze zwischen Nord-Carolina und Virginien. Dagegen sind die gewöhnliche, bituminöse Stein- kohle enthaltenden Kohlenreviere weit größer und verstreuter. Das wichtigste dieser, das Appalachenrevicr, von dem man einen nörd- lichen und südlichen Teil unterscheidet, erstreckt sich nach den Angaben des„Coal Trade Journal" in einer Länge von 850 amerikanischen Meilen(1 Meile— 16099 Kilometer) von Nord-Pennsylvanien bis in die Mitte von Alabama. Es durchzieht neun Staaten mit annähernd 70 800 amerikanischen Quadratmeilen überhaupt kohlenhaltigem Areal, ivovon 75 Proz. abbauwürdige Kohle führen. Das Nördliche Revier(Michigan-Sievier) im Staate Michigan ist 11000 Quadratmeilen groß. Das Oestliche Jnnenrevier(Illinois revier), das sich über die Staaten Indiana, Illinois und Kentucky erstreckt, umfaßt 53 000 Qnadratmeilen Kohlenboden, wovon circa 55 Proz. ansbeutefähig sind. Das Westliche Innere(Missouri-) und das Südwestliche(Texas-) Revier werden gebildet durch eine Reihe kohlenhaltiger Gebirgszüge und reichen von Nord-Jowa bis nach der Mitte von Texas' mit' einer Länge von 880 Meilen und einem Umfang von 94 000 Quadratmeilen.'■, DaS Rocky Mountainrevier zieht sich mit 1200 Meilen Länge und 43 610 Quadratmeilen Ausdehnung von der kanadischen Grenze nach Südosten. Das San Carlos-Nevier in der Gegend von El Paso (Texas) und das Eagle Paff Revier, welches sich in' einer Länge von ungefähr 75 Meilen vom DistriktUyalde(Texas) bis zum Rio Grandeflnß und quer durch Mexiko erstreckt, gehöre» eigentlich mit zum Rocky Mounlainrevicr. Die Pacifischen Küsienreviere nmfassen ein Kohlen- areal von ungefähr 1000 Qnadratmeilen, mit den bedeutendsten Gruben in Washington und einige» im westlichen Oregon sowie im mittleren und südlichen Teile Kaliforniens. Während seit Wochen im Ruhrkohlen-Revier Arbeitereutlassungen stattfinden und auch in' der rheinisch- westfälischen Eisenindustrie im ganzen wenig von einer Besserung der Geschäftslage zu verspüren ist, ja in einzelnen Branchen sich sogar gegenüber der Situation von vor 6—8 Wochen eine Verschlechterung konstatieren läßt, nimmt in der ebenfalls von der Krise betroffenen Textilindustrie schon seit einigen Monaten die Bcschästignug stetig, wenn auch in manchen Bezirken nur recht langsam, zn. Relativ guter Geschäftsgang wird aus den sächsischen Textilgegenden, speciell aus Chemnitz, berichtet, und ebenso schreitet die Textilindustrie des Wnppcrthals ivieder vor- wärts. Wie sehr die Krise aber auch hier das Geschäftsleben beeinträchtigt hat, zeigt der soeben erschienene umfangreiche Jahresbericht der Handelskammer für Barmen. Es heißt dort in einem Uebcrblick über die allgemeine wirtschaftliche Lage, nachdem konstatiert worden ist, daß der Barmer Bezirk nach verhältnismäßig am wenigsten unter der allgemeinen geschäftlichen Depression ge- litten hat:„So sehr es anch ans fast allen Gebieten unsres viel- gestalteten Iverkthätige» Lebens an Arbeit mangelte und die Betriebe infolgedessen eingeschränkt werden mußten, so konnten doch Massen- Entlassimgen von Arbeitern, das untrügliche Zeichen des Niederganges, in unsrem Thale vermiede» werden." Den sichersten Beleg für das Gesagte bietet die berusSgenosseu- schaftliche Statistik. Danach ist die Zahl der in der Textilindustrie unsreS Bezirks im Jahre 1901 durchschnittlich beschäftigten Arbeiter. die seit Jahren stets eine Steigerung zeigte, nur um rund 400 zurückgegangen, während die Löhne eine Abnahme von rund 600 000 M. infweise». So bedauerlich letztere Thalsache ist, so beweist der verhältnismäßig geringe Rückgang der Zahl der beschäftigt gewesenen Arbeiter, wie sehr uusre Industrielle» bemüht waren, den altbewährten Arbeiterstand, wenn anch in beschränktem Ilmfange, in Beschäftigung z» halte».... Von den beiden Haupt- faktorcn unsrer Textilindustrie hat die Bandwirkerei mehr gelitten als die Rieniendreherei, die wenigstens einigermaßen beschäftigt war, während jene, namentlich die Hailsindustrie, das ganze Jahr hindurch in mißlicher Lage sich befunden hat. Von den sonstigen Zweigen der Textilindustrie ivarcn die Eisengnrn- Fabriken noch am besten bc- schäftigt, während die mechanischen Webereien. die Stück- färbereien, die Türkischrotgarn- und alle sonstige» Färbereien und Bleichereien unter der Ungunst der Verhältnisse sehr zu leiden hatten." Zurückgeführt wird die schlechte Geschäftslage in der Haupt- fache ans den von der Eisenindustrie ausgegangenen allgemeinen Rückschlag, den ungünstigen Einfluß des südafrikanischen Krieges ans den Handel nach England, die Wirren in China, die Zollabschlicßung der Vereinigten Staaten von Amerika und die Erstarkung der Textilindustrie in deren Gebiet. Wie berechtigt der letztgenannte Grund ist, zeigt eine kürzlich von der amerikanischen Fachzcitung„The Tradesman" gebotene Uebersicht über die Zunahme der amerikanischen Textilfabrike» während der letzten sechs Jahre. Nach dieser ZnsanrmenstcNnng wurden in den verschiedenen Zweigen der Textilindustrie errichtet: 1901 1900 Baumwollwaren.... 59 171 Wollwaren...... 53 48 Strumpfwaren..... 93 109 Seidcnwarcn...... 29 43 Waren verschiedener Art. 21 29 Neue Fabriken 1899 1898 1897 34 25 46 19 10 91 49 57 32 16 49 53 71 43 14 1896 66 31 85 17 8 Zusammen 255 400 245 134 230 207. Sociales. Hattingen(Ruhr) ist bestimmt, daß DaS»ie»e GewcrbegcrichtS-Ttatnt fiir hat die Proportionalwahl festgestellt. Außerdem die Wahl Sonntags vorgenommen wird. Eine verfehlte Gründung. Nach dem Cunewalder Weber- treik wurde dort eine Genosseuschaftsweberei gegründet, die auf Hausweberei beruhte. Jetzt muß die Genossenschaft bereits wieder liquidieren;»ach Verkauf der bedeutenden Lagerbestände wird sie aufgelöst werden. Gegen den Achtstundentag. Der sächsische Landtag hatte sich kürzlich mit einer Petition der Bergarbeiter zu beschäftigen, in der auch die gesetzliche Achtstnndenschicht gefordert wird. Natürlich fanden die Wünsche der Bergarbeiter keine Verücksichtigung bei dieser Klassenvertretung. Einen ganz besonderen Grund, der den Reiz der Neuheit für sich hat, führte die Erste Kammer gegen den Achtstuuden- tag ins Feld. Es sei bewiesen, „daß überall dort, wo die längste Schichtzeit be- steht, wo außerdem die m eisten Ueber stunden verfahren werden, sich die w enig st en Unglücks- fälle e r e i g n c n t" Das steht, wie der„Sächsischen Arbeiter-Zcitung" berichtet wird, gedruckt in dem Deputationsbericht der Ersten Kammer. Wo mögen diese Berufenen üjxe Weisheit her beziehen I Doch nicht etwa ans dem königlichen Sleinkohlenwerke Zaukerode, auf dem die Achtstundenschicht für die Untertagarbeiter besteht? Nns dev-3rvm»eubeutrguttg. Im Verein für Frauen und Mädchen CchönebergS hielt am 14. d. M. Herr Ingenieur Paul G r e in p e einen Vortrag über Beleuchtungswcsen. Unter Vereinsangelegenhciten wurde beschloffen, am Montag, den 2. Feiertag, einen Familien-Ausflug nach Eichkamp bei Halensee zn machen. Abmarsch früh 9 Uhr von der Apostel- PauluSstraße, Grunewald- und Akazienstr.-Ecke, für Nachzügler nach- mittags 2 Uhr, im Lokale Eichkamp, nahe der Haltestelle Eichkamp. Die Mitglieder von Wilmersdorf finden sich um �210 Uhr in Wittes Volksgarten ein. Bei ungünstiger Witterung findet der Ausflug am 3. Feiertag statt.— Ferner wurde beschlossen, das 2. Stiftungsfest des Vereins am 12. Juli im Obstschen Lokale abzuhalten. Frauenbildiuig. In Hamburg wird demnächst eine staatliche Fortbildungsschule für weibliche Handlungsbefliffene eröffnet werden. Das Schulgeld ist auf nur 6 M. für ein halbes Jahr festgesetzt. „Die Arbeiterinnen- und die Frauenfrage der Gegenwart", die bekannte Broschüre der Genossin Zetkin, ist vom Allgemeinen üdischen Arbeiterbunde in Litauen, Polen und Rußland' übersetzt worden und wird von dieser Organisation als Agitationsbroschnre zur Gewinnung der Frauen vertrieben. Lalmles. Frostige Pfingsten. Immer noch rauhes, unfreundliches Wetter. Die drei Eisheiligen sind von dauuen gezogen, aber an ihren Nachfolgern kann man sich auch nicht die Hände wärmen. Bei solcher Unzuverlässigkcit muß auch das frömmste Gemüt die Beziehungen, welche die Helden der Kirchengeschichte zur Meteorologie haben sollen, für getrübt erklären und im alten Glauben wankend werden. Ueber ganz Nordeuropa erstreckt sich die Kälte. Während jenseits der grauen Wasserwüste die Vulkane sich austoben und eine Stadt um die andre in feuriger Glut versengen, rückt uns eine sehr frostige Kalamität näher. Die infame Kälte soll nämlich in einer M a s s e n a u s w a n d e r u n g der arktischen Eisberge ihre Ursache haben. Schon ist die Nordsee voll von diesen llu- getümen und noch ist nicht abzusehen, wo sie bleiben werden. Man vernehme folgenden Witterungsbericht aus dem Nordwesten unsres Erdenwinkels: In Westmoreland und andren Teilen Nord-Englnuds und Schottlands sind wieder beträchtliche Schneefälle eingetreten. In Wales sind seit Montag früh dieBerge gleichfalls mitSchnee bedeckt. In der Nordsee treiben eine ungemein große Zahl von Eisbergen. Die Schiffahrt ist, namentlich der schottischen Küste entlang, gefährlich geworden und sind bereits einige Schiffe, in« folge von Zusanmiciistößen mit den großen Eismassen, unter- gegangen. Das für die Jahreszeit ungewöhnlich kalte Wetter wird mit diesen unerbetenen Gästen aus dem Polarkreise in Zusammen- hang gebracht. In Kcnt gab es während der letzten Nächte starke Fröste, die an den blühenden Obstbäumen„im Garten Englands" großen Schaden angerichtet haben. Die Pflanzen- Welt ist überhaupt im ganzen Laude in der EntWickelung auf- fällig zurückgeblieben, und es laufen viele Klagen über Futter- Mangel für das Wcidevieh ein. In Morgate wurde Montagvor- mittag bei Hellem klaren Wetter die Bildung einer dunkeln Wolke bemerkt, die sich zusammenballte und etipa eine halbe Seemeile vom Ilfer entfernt aufs Wasser niedersenkte. Plötzlich erfolgte ein Blitzschlag, und im nächsten Augenblick sah man eine Wasserhose, die wohl 300 Fuß hoch gegen Osten zu über das Meer weiterzog. Etwa eine Meile von der Mole entfernt platzte die Wasserhose. und der Himmel war wieder ganz hell und klar. Machen die Eisberge in ihrem Drange nach Süden die Flnßläufe Deutschlands unsicher, so können wir zu Pfingsten noch etwas er- leben. Glücklich dann jeder, der scine» Wintcriiberzieher noch nicht ins Leihhaus gebracht hat. Die rcichshanptstädtische Menschheit wird in den Festtagen dem tückischen Feinde voraussichtlich auf zwei Wegen begegnen. Der kleinere noch am konservativen Princip des Alkohols hängende Bruchteil der Berliner schützt sich durch Grog vor dein Mailüsterl. Die Masse der Abstinenzler trinkt jedoch heißen Thee. Ein kleiner Schuß Rum soll auch hierzu nicht schädlich sein. Die Parteigenosse» der Rosenthalcr Vorstadt und deS Gcsundbrunneu veranstalten am zweiten Pfingsttage bei Ball- schmieder, Badstr. 16, ei» großes Frühkonzert, au welchem der Gesangverein„Nord" mitwirkt. Das Konzert beginnt morgens Uhr; die Eintrittskarten kosten 25 Pf. Der„MagistratSrat" vor dem Ober-VerwaltungSgericht. Der Berliner Magistrat hatte am 17. Mai 1901 beschlossen, den auf Lebenszeit angestellten und pcnsionsberechtigten Magistrats-Assessoren die Amtsbezeichnung M a g i st r a t s r a t beizulegen. Ferner wurde den beiden Vorstandsbeai'ntcn>der Alters- und Jnvalidcnversiche- rmigs-Austalt Berlin, den Herren Dr. Freund und Sträter, die Be- zeichnnng„Direktor" sowie dem Gcwcrbcrichtcr v. Schulz die Bezeich« nung„Direktor deS Berliner GeweibegerichtS" für die Dauer des Verbleibens in ihren jetzigen Stellungen verliehen.— Der Obcr- präsident bemängelte im Auftrage des Ministeriums das Recht des Magistrats hierzu, indem er geltend machte, es handele sich um eine T i t e l v e r l e i h n n g im e n g e r e n S i N n e, die ein Recht der Krone sei, und nicht bloß um eine andre Amts- bcnemumg, die die amtliche Stellung der Leute kenn- zeichnen solle. Darauf beanstandete der Oberbürgermeister auf Grund des Z 15 des ZnständigkeitsgesctzcS den Beschluß des Magistrats. Nunmehr klagte der Magistrat gegen den Oberbürgermeister beim Obcr-Verwallnngsgcricht, vor dem am Freitag, den 16. Mai, in der Sache verhandelt wurde. Der Oberbürgermeister war unvertreten, den Magistrat verlrat Justizrat Liebe nthal und das Ministerium hatte als Kommissar den RegierungSrat Dr. D r o st e gesandt. Justizrat Liebe nthal machte in längeren Ausführungen gellend, daß hier nur besondere Amtsbezeichnungen vom Magistrat geschaffen worden seien, wie es das Recht jeder Privat- Person, namentlich aber aller öffentlichen Korporationen sei. An eine persönliche Auszeichnung sei durchaus nicht gedacht worden. Regie- rungsrat Dr. Droste plädierte in sehr langer Rede für die Abiveisimg der Klage. Das Ober- VerwaltnugSgericht beschloß, die Entscheidimg der Sache auszusetzen und das Urteil den Parteien schriftlich zuzustellen. Daö Charlottenburger VolkshanS, das in der Rosinenftr. 3, dicht an der Berliner Straße, der Fortsetzung der Tiergartenchaussee, gelegen ist, wird zum Pfingstfest anch das Ziel mancher Berliner Genoffen sein. Am ersten Feiertage giebt der Gesangverein „Vorwärts" ein Frühkonzert. Am Nachmittage treffen sich die Genossen zu einem gemütlichen Beisammensein, bei dem für gute Musik gesorgt ist. Die Kafseeküche ist von 2 Uhr nachmittags ab geöffnet. Für den zweiten Feiertag nachmittags ist ein Tanzkränzcheil geplant. Die Verpflegung ist auerkannt vorzüglich. Die Erholungsstätte» vom Rote» Kreuz in der Jungfern- Heide für Männer, bei Pankow für Frauen sind wieder eröffnet und von den hiesigen Krankenkasse» bereits beschickt. Wie im Vorjahre erhallen die Patienten dort Milch und Mittagessen entweder auf Kosten der anweisenden Kasse oder gegen geringes Entgelt des Bs« siickers. Eine weitere Erholungsstätte für Müimer wird bei Eich- kamp, eine für Frauen am Spandauer Berg vorbereitet. Die Eisenbahn- Direktion und die Große Berliner Straßenbahn haben für Hin- und Rückfahrt namhafte Fahrtermäßigungen bewilligt. Acht Tage nach Pfingsten wird ferner die Kinder- Erholungs- statte im Schönholzer Forst eröffnet werden. Aufnahme finden Kinder im schulpflichtigen Alter, jedoch nur solche ohne ansteckende Krankbeilen. Bezüglich der Krankheit ist bei der An- Meldung ärztliches Zeugnis erforderlich. Die Verpflegung, welche die Kinder in der Erholungsstätte bekommen, besteht in Frühstück, Mittagessen und Abendbrot nebst reichlicher Milch. Der Ver- pflegungssatz beträgt 50 Pf. täglich, in besonderen Ausnahme« fällen 30 Pf. Zur Ueberwachuug und Bcschäftigimg der Kinder ist eine Kindergärtnerin angestellt. Anmeldungen zu sämtlichen Er« holimgsstätlen nimmt entgegen das Bureau der Erholungsstätten vom Roten Kreuz. Leipzigerstr. 122, II., geöffnet an Wochentagen von 11—1 Uhr. In der letzten geheime» Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung ist auf Ersuchen des' Magistrats beschlossen worden, bei der Pensionierung der städtischen Beamten von jetzt ab nnit dann das volle Gehalt zuzusichern, wenn der betreffende Beamte die 50jährige Dienstzeit ausschließlich im Diensie der Stadtgcmeinde zn- gebracht hat. Hinsichtlich der Beamten, die in der Zwischenzeit ihr BOjnljriflcS Diknstjubiläum flefcievt hliven, aber eine entsprechende Julaae nicht erhatte» haben, weil sie die-,csn»ite Dienstzeil nicht im Dienste der Stadt zugebracht hatten, hat sich der Magistrat«ine besondere Vorlage an die Stadibcrordnetcn- Versammlung vor behalten. Tic städtischen Laternenanziinder Nagen znr Zeit aber die Behandlung, die ihnen die Controleure zu teil Ivcrden lassen. Die Laternenanzünder haben nach langem Petitionieren jetzt alle 14 Tage einen Ruhetag erhalten. Diesen Feiertag müssen die Leute an Gcheik ihrer Controlenre oft zum Laternenpntze» verwenden, trotz dein der Oberinspektor sich mit einer solchen Verletzung de» Ruhetages nicht einverstanden erklärt haben soll. Auch über die Härte, mit der Strafen festgesetzt werde», sind die Laternenanzünder sehr unzufrieden Sie wollen in einer Versammlung nächstens ihre Veschtverdcn ösfent lich zur Sprache bringen. In der MagistratS-Sihimg vom Freitag wurde beschlossen dem Beschlnst der Stadtvcrocdneten-Versannnliing von» Donnerstag in Sachen der Bewilligung von 60000 St. für die durch das Nu' Ivctter vom 14. April Geschädigten beizutreten. Dieser Betrag soll dazu dienen, denen eine Beihilfe zu gewahren, die durch das Unwetter in ihrer Existenz bedroht sind. Eine Magistratskommission wurde mit de» endgültigen Fcststellunaen beauftragt. Da die Gesuche von den städtischen Organen schon sorgfältig vorgeprüst sind, tvird die Auszahlung der Beihilfen vorauSsichllich immittelbar nach Pfingsten zu Ende geführt werden. Es handelt sich in» etwa 230 Gesuche, deren Erledigung mir ivenige Tage erfordert.— Ferner hat der Magistrat beschlossen, den von der gestrigen Stadtverordneten Versammlung genehmigten Beschlüssen des Ausschusses zur Ab nnderitng der Magistratsvorlage über den BcbannngSplan für das ehemalige V o r s i g s ch e Gelände in Moabit beizutreten.— Von einem ungenannt bleiben wollende» Stadtberordneten sind dein Oberbürgermeister Kirsch» c zehntausend Mark eingehändigt ivorden, als G>»»dstoct zn einer zu errichtende»«Martin Kirsch ner-Stiftung". Der Zinsertrag soll de» uolleidende» Witwen»nd Töchtern oon Stadt verordnete» nnd Magistratsmilgliederii zu gute kommen. Da' Kapital soll der Stadt Berlin übcrivicseii iverdcn. Die Stiftung soll mii der v. Forckenbeck« Zelle- Stiftimg vereinigt werden. Anherdem Ivnrde noch beschlossen, der Stadlverordiietcn-'Versammlling«ine Vor läge tvegrn Erhöhung des Schulgeldes an allen höheren fiädtlschen Schulen, einschliestlich der Töchterschnlen, nm 10 M. pro Lahr vom 1. Juli d. I. ab zn machen. ZliiS der AnSstener-Itiftmig des Kaufmanns Ferdinand Lange nnd feiner Ehefra» Klara geb. Schlicke für bedürftige KaufiiianiiS töchtcr soll die diesjährige AuSfteliersiiNinie mit 1500 Ü)f. vergebe» werben. Belvcrberilluen uiüfscn Töchter solcher hiesigen verarmten Kauflente sein, ivclche entlveder ii» dürftigen Berhättnisscn leben oder in solchen Verhältnissen gestorben sind. Aiisterdei» miissen Vewerberiiiiie» einen makellosen LebenSivandel gc führt haben. Bevorzugt ivird die Tochter eines Kausmanns. Ivelchcr den Handel mit Materialwaren betrieben hat oder noch bc- treibt; in Erniangclinig einer solchen aber die bedürftigste.— Die AnSstrnrrsnnnüe wird nach eriviesener Ncrhcirntnng der Benefiziatin an diese ausgezahlt. BcweibuiigSgesnche sind bis spätestens A). Jnni dieses Jahres bei der slädlischeu Stiflnngödeplltalioii einziircichen nnd ist demselben ein polizeiliches Führn'ngsa tieft, ein Attest des betreffende» VezirksvorsteherS über die EriverbL- n»d Vermögens verhättnisse der Beiverberin und ihrer Eltern, solvic daS GeburtS. atlest der Velvcrberin beizufügen. Mit der KalmiiSzufiihr Ivird eS bei», dieSjährigeii Psingstfcste Wohl sehr hapern. Die Staiide» sind infolge der kalten Witlernug iiu Wachstum sehr zurückgeblieben, recht dü»» nnd kurz. Die Ernte ist unter dicscii Nmständen sehr beschtverlich. Wenn man sieht, ivie die armen Jungen stundenlang bis a» die Knie in dein lallen Wasser an den Seenfeiil hcriiiinvatcn, inu»»r einen Arni boll zusaiiimen zn bckoiiiinen, so tvird inan ihiieil den PreiSaufschlag, den die Knappheit der Ware mit sich bringt, gem gönne». Die Strahen Händler verlangten und erhielten gestern für ein Bündelchen von drei Standen 10 Pf. Die.Maien" sind im Laub auch noch nicht stark enttvickelt, dafür aber um so schöner in der Farbe. Zur Herbeifiihruiig einer einheitlichen Regelung der Polizei stunde haben die Abgeordnete» der GasttvirtSvereme von Berlin und llingegend wieder eine gcniciiisanic Sitzung abgehalten nnd bc schlössen, bei dein Minister des Inner», Frhrn. v. Hmitmerstem, eine Andicnz in dieser Attgelegenheit nachzusuchen. Zum Milchkrieg. Der Verein der Berliner Milchhändler hat beschlossen, eine VerschärstiUg der Milchkontrolle einziiführc». Es soll mindestens jeden Monat bei jedem Vereinsmitglied eine Milchniiter- snchnng stattfinden und die z» prüfende Milch stets»ur dem Ver- kanfskübcl, nicht aber Ufie bisher dem Faste eiitnommcil meiden. Jedes Mitglied, bei dci» vcifälsckite Milcv vorgesiinden ivird, soll verpflichtet sein, sich darüber z» änster». Alle diese Bestinunnnge» «Verden in ein»rnznschnffeiidcs Regulativ für die Milchkontrolle anfgriwniinc». das für die VcreiiiSmitgttedcr unbedingt inastgebend sein soll. Jl»f drr Strasteiibahiiliiiie Vehreiistraste-Treptotv iverden bei günstiger Witterimg an de» Pfiiigsttagcil F i ü h>v a g c n fahren. Von der Lindcnslraße, Ecke Hollmannstraste, ivird von 4 Ühr SO Mi»., von der Vehrenslrastc ans vo» 5 Uhr an ein Zehuniinuteii-Verkehr nilterhaltci!. Die elektrische Hoch- und Untergrundbahn«vird Pfingsten znm ersteginale Züge in Betrieb sielleii, die lediglich ans Wagen dritter Klasse bestehen. Ein nicrkiviirdiger Umstand veruriachte gestern nachmittag am Hallcsche» Thor eine langanhaltcade, reckt nnangenehme BerkehrSstöruiig. Beim Durchfahren unter dem Viadukt der Hoch- bahn verbog sich plötzlich die LeilnngSstange eines elektrischen E I r n st e ,, b a h ii>v a g e n s, indem sie ans der Drahtlcilnng sprang. Die Stange klemmte sich so fest zwischen Wagen iiub dem Viadnktbodc». das; der Wagen ivcder vor»»och rückivärts lonnte Länger als eine Viertelstunde wurden alle mögliche» Versuche unter- nomine», lliii de» Wagen flott zu machen, jedoch ohne Erfolg. Die »achkomnieiiden Wagen standen schon über den ganzc» Bellcalliance- Platz bis in die Frirdrichstraste hinein. die Ansaniinlnng der Neu- girrige» machte jede Pasiuge unmöglich; da stiegen Schaffner auf i>ae Dach des Wagens, risse» die den Drähten cutlang laufeliden Holzverschalungen ivcg und drückte» die Stange so lange nieder, bis der Wagen den Viadukt passiert hatte. Fenerberlcht. Die Meldung:«Meuschenleben in Gefahr!" er- ging Freilagiiachmittag kurz nach 4 Uhr von der Hohenlohe- sl r a st e vor dem S l r a l a n e r Thor an die Fenerivehr, worauf die gesamte!!. Compagnie und auch Branddirektor Giersderg herbei- eilten. Hier war ein schwerer Bammfall erfolgt. Der Baumeister Janke sWrangelstr. 19) führt hier einen Renban aiif, der schon bis zliiii ersten Stockwerk gediehe» ist. Als nun gestern nnchniittag 4 Uhr zwei Sleiutiäger das Jnneiigcnift betraten, kaii, dieses ins Schwanken'und stürzte in sich zustimmen. Der Arbeiiec K a d o l s k y, der in der Milte des Gerüstes stand, wurde init i» die Tiefe gerissen und zwischen Balken und Bretter» förmlich eingekeilt. so dast»ur ein Teil des Oberkörpers frei blieb. Ein ziveiter Arbeiter, der am End« des Gerüstes stand, fiel zwar auch mit berab, kam aber glücklicherweise mit leichteren Ouelschiiiige» davon. Die übrigen auf dem Bau be- schästigten Arbeiter machte» sich nun sofort au die Be- freiung deS Bermiglücklen. sorgten aber auch für die Atarmieruiig der Feuerwchc. Als diese indes an der UnglÜckSstättc er- schien, war Kadolstp bereits unter den Trümmern hervorgezogen, halte aber anscheineud so schwer« innere Verletzung«»«rlitten, dast er sofort durch einen Maiuischaflswageu der Feuerivehr nach seiiiein Nranlenhausr geschafft werden miistle. Freitag früh gegen 2 llhr «vurde die Wehr nach der Reichenbergerstr. 84 gerufen, wo i» einer Küche ein kleiner Brand entstanden war. I» der Rächt zum Freitag war in der Kottbnserstr. 10 ein Kellerbrand ausgekommen, der tu der Hauptsache Gerümpel, Kohle» zc. vernichtete, aber in kurzer Zeit abgelöscht werden konnte. Ansterdem erfolgte noch eine Alanniernng »ach der Madaistr. 6, die jedoch ans«blinde» Länu" znrück- zuführen tvar. Ein schwerer Nu fall, der einem Manne das Leben kostete, trug sich ii! der vergangenen Nacht zn gestern bei de» Arbeiten zimi Neubau der Lcssiiigbrücke zn. Ein Bockgerüst mit einem Flaschen- znge, der zn Bcionanschnitlnigen beiintzt wird, fiel so unglücklich um, dast er den 50 Jabre alten Polier Karl Bauer am Nocke» traf und i» die Spree schleuderte. Da die Mitarbeiter und der im Samariter- dienst des Noten Kreuzes ausgebildete Gastivirt Mcher rniS der Lcssingstr. 28 sofost Hilfe brachten, so gelang es. den Aerunglückteii bald aus dem Walser berauSzuhulcn und ins Leben zllrflckzlirnfe», leider nur für einige Minuten. E° stellte sich heraiiS, dast die Wucht des»iiiichlagenden Bockes dem Polier daS Genick gebrochen hatte. Dieser Verletzung erlag er.»och bevor»in» cineuArzt holen konnte, kurz»ach Mitternacht. Der Verunglückte ivar verheiratet und Vater von drei crtvachsene» Kindern. Durch cigile llnvorfichiigTeit ist gestern nachmittag ein Otfizier auf der Strastenbahn verniiglückt. Der nach Berlin ablonnnandierte Oberlicntenant v. K eiser ivollte einen fahrenden Strasienbahn- ivagcn vor dem Hanse Potsdamelstraste 120. etwa 150 Meter vor der Haltestelle an der PolSdaincrbiiicke verbissen. Der Schaffner warnte Herrn v. Keiscr und wies ans die nahe Haltestelle hin. Der Offizier sprang jedoch trotzdem von dein in ziemlich scharfer Fahrt befindlichen Wagen ab erlitt eine Verletzung an der Schläfe und wurde in drsimiiingsloscin Znsiand- den« Eliiabcth-Kraiikenbause zn- geführt. Steglitz. Ein bedauerlicher N n g l n ck s f a I l ereignete sich gesleri« nachmittag bei der Eiseubahn-Nntersührung in der Kieler- strastc. Der achtjährige Sohn des Nestanratcurs S ch i in r o ck, ivelcher mit Altersgenossen ans dem Fahrdannii spielte, iviirde von dein schtver beladene» Wagen eines Wilmersdorfer Kohlengeschäfts überfahren. Lebensgefährlich verletzt, ivnrde der Knabe»ach dem Lichterfeldcr Krankeuhansc gebracht. Inwieweit die Behauptung, der Kutscher sei rücksichlslos in die spielende» Kinder hiiicingefahre», richtig ist, war nicht mit Sicherheit festzustellen. Pcrschlviindcn ist die 13 Jahre alte Tochter des HiitmncherS Denker ans der Kolonicstrnstc 39. Sie luhr am 13. d. M. mit der Bahn»ach Erkner, doch ist dort»ieninnd über ihren Verbleib imterrichtet. Wer über da? Kind cllvaS berichten kann, wird ge- beten, den Eltern oder den» nächsten Polizeirevier Mitteilung zu mache». Bei der Postagentur in Nci»ikkr»«dorf-Slhöiiholz ist der Telegraphenbetrieb eröffnet worden. Drnckfchlcr-Pcrirhtigniig. In dem Ariikek«Die Stadt- v e r o r d n e t e Ii- V e r s a in in l» ii g usw." in Nr. 112 vom 16. Mai ist zu lesen? Für die unentgeltliche Hergab« eines Ge- meindeschiil-GinndstsickeS traten ichliestlich bei der Apftiininmig nur (statt: ouch�»nsre Genofscn ein. Ge vrLzks- Äeitu Tie sociale Slcsinuuug cincS SimtSvorstclicrS. Ein graste» GelverkichaslSsest. verbunden mit eincin öfsenllichc» Umzüge der ihm angegliederten und andrer Arbeitelvereine, ivollte daS Gclverkschafts- karlell in L ä g e r d o r f in« Juni 1900 abhalte». Der Ucberschnst sollte de«» Fonds zur Erbaniiug eines G e»> e i» d e- Krankenhauses znflieste». Gleichivohl versagte der A in t S Vorsteher die Genchuiigiing und verbot die Abhaltung dcS Festes, weil eS de» Charakter einer D e>» o u st r a i i p u social« demokratischer Arbeiter trage» Iviirde und Störungen der Ruhe und Ordniliig zu bcsürchte» ivärc». Bcschlverde» beim Landrat und Negierliiigkpräsidentr» zn Schleswig blieben ohne Erfolg. Ans die Klage des Vorsitzenden H i u s ch e, den RechtS- amvalt Roth als Substitut de« RechtSaiuvaltS Tr Heine mann vor dem Obei-VerivalluiigSgericht vertrat, hob letzteres den Bescheid des NegierinigSpräsidcntcn ans nnd setzte die Verfügung deS Amts» Vorstehers mit folgender Begründung anster Kraft: ES könne dahin- gestellt bleiben, ob der AmtSvorsteher die Gciiehniigiing zu dem ösfent- tichen Uinzilge nnd zu der öffentlichen Tanzlnstbarkcit iin sollenden Falle auf Grund des VcrcinSgcsctzcS und derichleSIvig-holsteintlchen Tanz- ordnnng hätte versagen dürfen. Denn' die'Btrsügilng des Amts- Vorstehers sei schon deshalb anster Kraft zu setzen, weil sie ein Verbot deS ganzen Feste» enthalte, obwohl verschiedene Arrnnge- »lent» ans dem Progranu» stände», die den« GenchinigungSrecht der Polizei überhaupt nicht unterlägen. z.B. das geplante Konzert, die Liebhaber-Thcalcraufführmigen und dergleichen. VevsÄnttnlnngvn» Vine Vcrsainiiiliing aller bei drr Firma Vorstg kn Tegel beschäftigtru Arbeiter, die von« Demichen Metallarbeiter-Verband cinbeliife» und von ca. 700 Persoiie» besucht war, tagte am DicnS« tag im Saale bon Trapp in Tegel. Herr Vorfig, die Direktion, BetriebS-Ingcnicurc und die Meister ivaren zu dieser Versainnilung eiiigelade» aber nicht tischicue» mid nur durch einige Berichterstatter vertreten. Das Bild, daS der Referent K. W i e s e» t h a l über die »stände in diesem Riesenbetrieb entrollte, war ei» über- aus ungünstiges. An der Hand eines sehr reichhaltigen Materials konnte der Neferent»achiveisen, dast die Lohn- imd Arbeitsverhältnis«« bei dieser Firma sortgesetzt ver- chlcchtert wurden und die Arbeiter»nier der Willlür der Beamte»»»d Meiste»', die in sehr grostcr Anzahl vorhanden i»d, llilgemcin zn leiden haben. Die Arbeiter befinden sich anster- dem iiisöfer» noch in einer sehr üble» Lage, nlS sich die Meister lim die Anvldiinngen der oberen Beamte» nicht liinnuer», sondern viel« ach gerade eiilgegengesetzie Einrichlnngen treffe»»nd so die Arbeiter gar nicht wiffe», ivelchen Anordiinugeu sie Folge leisten sollen. Die Arbeiter sind völlig von den Meistern abhängig und es soll wieder- holt vorgekommen sein, dast entgegen den Versprechungen und ve- timmiingen der Direktion Arbeiter, dio�ffch bei ihrem AbteilniigS- meister unbeliebt gemacht, von diesen« einfach keine Arbeit mehr er« hielte» und entlassen worden sind. Die Verteilung der Arbeit ivird vo» eiiligcu Meistern in der ungerecht- ertigsten Weise vorgenoiinnen, so dast ein Teil der Arbeiter bessere Arbeit erhält und vollauf zu«huu hat, während andre die schlechter bezahlte Arbeit erhalten oder überhaupt ungenügend bc- 'chäfiigt werden. In den verschiedenen Abteilungen müssen Arbeiter auf Anordnung der betr. Meister trotz der umfangreiche» Arbeits- losigkeit zahlreiche Neverstnnde»« arbeiten, die bei einer besseren Ein- teituiig ganz überflüssig wäre«, auch ohne, dast neu« Arbeiter ein- gestellt iverdcn. Die Lohilreduciernngen solleu ganz erheblich sein. In der Schlosserei werden ebenfalls viel llebersinndeii gearbeitet, da- bei fehlt es aver an Hilfsarbeitern, die den Schlossern das Material zutragen sollen, so dast diese die Arbeit oftmals unterbrechen ninffe» und dadurch nicht vorwärts kommen. Der Verdienst ist sehr minimal. Die Hilfsarbeiter erhallen 24 beziv. 25 Pf. Stundenlohn, und erst nach langer Zeit tritt«ine Erhöhung um 2 Pf. pro Stunde ei». Vom Referenten wurden sodann„och die allgcineineii Ein- richiungeii als recht ungünstige geschildert nnd daraus hingetvicsen, dast sich die Arbeiter über Unreinlichkeit in der Betriebskantine viel beschweren. Trotz der Beschiverden habe die Betriebsleitung noch nicht Wandel geschaffen. Mit de» Arbcitertvohmmgeil in Borsigwalde sollen die Arbeiter sehr üble Erfahrungen gemacht haben. Abgesehen von dein Zustande der Wvhiniiigen elbst, soll mit der Einziehuug der Miete austerordemtich rigoros verfahren»Verden. So wäre z. B. den Arbeitern an« Sonnabend vor den Osterfeiertagen die Miete einfach vom Lohne in Abzug gebracht morde» und hätten verschiedene Arbeiter gar nicht» oder Ivenige Groschen erhalten, so dast sie nicht ivusttc». wie sie die Feiertage über ihren Lebensunterhalt fristen sollten. Einein andre» Arbeiter, der infolge eines Unfalls längere Zeit im Krankenhauie tvar, Ivnrde ein Schreiben zugesandt, in dem die Anfsordcrnng eiithaltcn war, entwcdcr in einige» Tage» die rückständige Miete zu begleichen oder aber die Wohnnng z» räumen. Von den verschiedenen Brauchen-Bertretern ivnrde» im Auschlnh an da? Referat, da" von de» Versammelten ivicdcrholt durch lebhafte ZiistiimnnngSkinidgebiingen unterbrochen iviirde,»vcki die Lohn- und ArbeitSverhältniffe der einzelnen Branchen erörtert. Hierbei«imrdei» insbesondere die sckileckilen Zustände in der Giesterei- Ablciliiiig, in der Schmiede lind Kesselschmiede, die sanitäre» Mangel in der Werkzengmacherei und die traurige Lage der HilfSarbeiler eingehend kritisiert. Infolge der Antreiberei und auch weil vielfach ei» Mangel an dem»otivendigsten Material oder guten, Werkzeug vorhanden ist. Ivird zum Schaden der Arbeiter und auch der Finna viel AiiSschustarbeit her- gestellt. Die Mitglieder der AlbciterauSschüsie. die zugleich Krankenkassen- Vertreter sind, iverden aus dem Betriebe hiiiaus- gegrault, wenn sie die Interessen der Arbeiter vertreten ivolleii, so daß die Einrichtung der ArbeiteranSschnsie vollständig illusorisch gemacht ist. Nur in der Tischlerei, Ivo die Arbeiter sämtlich organisiert sind, herrschen jetzt einigerinaste» befriedigende Verhältnisse, weil man diesen gegenüber eine derartige Behandlinig, wie sie andern Arbcitcm zu teil wird, unterlästt. I» der hierauf folgenden sehr regen Diskussion wurden die AuS- führinigen dcS Referenten»nd der Branchcnvertreter»och durch ver- schieden« Einzelheiten ergänzt nnd von allen Rednern dir Mißstände im Betriebe cincr herben Kritik»nterzogen. ES wurde auch ivicder- holt darauf hingewiesen, dast die Firma selbst bei den gegenivärtigen Verhältniffen geschädigt tvird und durch Schaffung besserer Zustände Vorteile erzielen würde.— Einstinimig ivnrde schließlich einf Re- solnlion beschlossen, in der sich die Versammelten»fit den Ans- fnhlilngc» des Reserniteii vollständig einverstanden erltären»nd sich verpflichten, der Organisation beizutreten, um mit Hilfe derselben die Mistsiände zn beseitigen und geregelte Lohn- und Arbeits- Verhältnisse zu schaffen. ZIllgeinriiic Kranke»-»«d Tterbekasse der Metallarbeiter(/, bis»lir abends fiatt. Lucius 4t. 1. EideSzulchiebiing wäre unzulässig. AuS der Zeugnis- Verweigerung könnte» aber Schlüsse gezogen werden. 2. Diese Uwsiiinde bilden allerdings einen ShescheiduiigSgrur.d? die Klage wurde aber voraus- fichtlich an der Schwierigleit scheitern. daS von Ihnen Geschilderte z« beweisen. — 91. N. Wenn nicht etwa in Ibreni Vertrage Entgegenstehendes ver- eiiibart ist. köirnen Sic die Wiederhersteltniig deo Aborts usw. verlangen, auch eiiic angeiiiesiene Minderung deS MtetSzinseS vornebiue» und, wenn Sie sich nicht gütlich einige», auf Gewährung der geuiieteten Näuiue in dein bei der Mietling vcreüibarie» Zustand»nd Ältnderniig der Miete klagen. Die Pslichte» des früheren Besitzers sind ans den Käufer sibcrgegailgc». — Riimmelsburg 100. l. In Eivilsacheu sind die Kosten mit der Eni- schelduiig fästtg, si»d also vor RechtSlr.fit des Prozesses zu zahleii. 2. Ja, aber beim Kamuiergerichl beliebt in Eivtliache» AnwattSzivang. 3. Rechts- anwalt Dr. Hetneuiann wohnt Kronenstr. 8.— lvt, W. 102. Ja. - RIfonS. Es erscheint»iiglanblich, dah Sic im Jahre 1687 wegen einer iziägigc» Gesäiignissiralc ans Berlin ausgewiese» sind. Sind Sie aber aiisgewiesrn, so besteht die Auöiveisung auch heute noch zu Zlecht, weil Sie uicktS dagegen nntrniominen habe». Sie thrni dan» gm, in der Nähe zu wohnen: arbeiten lviiiien Sie trotz der AiiSweiliiiig tu Berti». Sollte eine neiie AuSweifimg erfolgen, dann unterlassen Sie nicht, dagegen sofort das VerwattinigSstrettversahicn einzuleiten.— L. LV. 1000. Net». — P. S. SV». 1-3. Für Ihre Klage ist das Gericht des Wohnortes deS Schuldners, bei Objekte» bis 300 M. also das AimSgertcht, bei höherei» Obsekt d»S Laiidgericki Berti»(Jüdenstrabe und Neue Fnedrichstrahe) zuständig. Für Laudgerichtsklancii besteht AinvallSzwiliig. Ein Beispiel für eine Klageausstellung für gelieferte Waren finden Sie S. 230 Nr. 36 des dem„Arbctlerrccht" betgefüglc» Führers. 4. Das ist uns nicht bekamit: wenden Sie sich dirclt an das Baiiburea» oder an daS Bureau des Herren- Hmii-S(Lcipzlgerstr. 75).— R. SV. 87. 1-3. Allgemeine Vorschriften gicbt es hterül'-r nicht. SS muh cine Bauzeichnung etugereicht uud ge- »chmigt und später der Bau pollzeilicki abgeiiomiueu sein. Sind dieRäi»»« geluiidheitSgesäkudend oder zum Aiifcnthali von Menschen wegen Fenchlig- leit nicht geeignet, so köirnen Sie sich auch den geiiehiiiigte» Räumlichleiten gegenüber an die Polizei wenden. 4. 200 Mark.— M. W., Britz. Ja. - W. Z. Dem Wortlaut des Gesetzes entspricht Ihre Auffaflmig. DaS Ober-BenvaltungSgericht hat aber eine mit dem Gesetz sreiiich unvereinbare, aver uiaßgedende Praxis als zn Recht bestehend dahin ausgestellt: auch un- politische Verein-, missen Mitgliederlisten u. dergl. aus Erforberu einreichen, damit die Polizei daraus ersehe, ob nicht ein überwächungspflichttger Verein vorliege. Gegenüber dieser Praxis würde«ine Klage, Beschwerde u. dergl. mitzloS sein. Kommen Sie der Aiifforderuiig nach. Sie mache» sich indeS keineswegs strafbar,«eim Sie tu Ihrer Mitlctlnng an dte Polizei die Namen, die Sic nicht mttlcilen wolle», fortlassen. Nur bei Beretnen, welche eine Einwirkung aus Ssientttche Angelegenheiten bezwecken, hat die Polizei ein mit Srrafschu» umgebenes Recht auf richtige Aiisluiist.— 1000. Ja. rSlUeruugSiibersicht vom I«. Mai ISO», morgen» 8 Uhr. Stationen ösi„« lim ; Wetter Sit llork Aberdecn Paris 4 bebeckt 3wollei>l 3 bedeckt 1v7 WSW 4 bedeckt 11 Swtneiüdc. 756 SSO 3 welke»! 8 Hamburg 750 SO«Regen 5 Berlin 756 S 3 heiter 9 Franks /M. 755 SSW 4 bedeck, 9 München 700 SW 4 Regen 6 Wien 761 Siill— wvileul 9 Wetter- Prognose für Sonnabend, den>7. Mai 1002. Zeilweil« ausklarcnd. vorwiegend trübe und regnerisch bei lebhaften süd» weslltchen Winden, etwas wärmerer Nacht und wenig veränderter Tage«- temperatnr. Berliner W r t t c r t u r e a u. Stationen m- &- z B s\i g«■ i= Haparauda 759 O Pctertbnra 761 SO 755 WSW Wetter i iss ä" s ö Wtz, 4 11 10 Hierdurch die traurig« Mitteilung, da» mein liiniggelieblrr Mann und guter Vater Hugo Bräues* am 12 Mai, nachmittags 2,36 Uhr, Im Krankenhaus Urban nach langen, schweren Leiden verstorben ist. Die tiestrauenidi Gattin Miari« Brauer nebst Tochter. Die Beerdtaung findet am Sonn- tag, den 18. ZJtai, nachmittags 3 Uhr. von der LetchenhaNe de« Rene» Jacobi- Kirchhofs, Ripdorf, Hrrmniinslr., statt. LtM der Äluolimr. Den Kollgen zur KeiinlniS, das der Kollege üugo Lrsuer in: Alter von 43 Jahren gestorben ist. Die Beerdtgung stndet Somitaz, den 18. d. M., nachnitttags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Nene» Jakvbi- Kirchhofs tu Ripdorf ans stau. Um zablretche Beteiligung bittet 146/3 vor» Vomtand, 1, Feiertag früh 6 Uhr Künigslhur nach Kloster Choriil, 68 Kilometer.— Mittags 1 Uhr Prenzlauer Thor nach Llepnitz- See. 2. Feiertag, vonnlttag» 9 Uhr, Schlcsilche Brücke nach Zernsdorf, tz? Kilometer. Nachzügler daselbst bei Knarr. 3. Feiertag, mittags U/j Uhr, Kaiser-Gedächtiilstirch«. Kleine Rad- Strelszltg« durch den Grunewald.--- Abends GewerkschastoyaiiS Ehar- lottenburg. Freitags: Uebe» iiu Ncigenfahren KbiiigSgraben 14», nah« der Münz- strahe. Gäste willlommen. DGi- Freuiideii und Partetgendsien euivsehle bei AnSNügen mein BSeltz- und Bayrisch Bier-Lotal. GaUcii, Dampseistation nnd«asseetüche. 4'i-it- Jonm» Grünauer- Stahe 70. Für den Jnlinlt der?l»sernte uberiiinmit die giednktiu» dem Publik»»! ftc-lenüber keinerlei Zkcrnlilwortnng. Tlientev. S o» n a b e n d, den 17. M a i. Qpernkiniis. Zar mid Zimmer� mann. Ansang 7 Ahr. Tchnnibiellians. Das grove Licht. Anfang l'/z Uhr. Neues Qbern- Theater«kroll». Mcisterspicl VI. Stathan der Weise. Skiifang 7>/z Uhr. Schiller. Zwei Wappen. Anfang K Uhr. Trnisches. Es lebe das Leben Anfang 7'/, Uhr. Nerliiier. Kläier. Anfang 7Vz Uhr. Lessing. Flachsniann als Erzieher. Anfang 7>/z Uhr. Nachmittags 3 Uhr zn Volks- tiinüichen Preisen: Die Fee Eaprice. vöeste». Die Fledermaus. Anfang 7i/, lllir. vlenes. Die Großstadtluft. Anfang ?'/-«Hr. Residenz. Einguartierunz. Ansang ?'/- llhr. Central. Das sühe Mädel. Anfang 7'/, Uhr. � Thalia. Gastspiel der Schlierseer. Almenrausch und Edelweisj. Anfang 8 Uhr. Pclle-Zllliance. Die Dame ans TronviN«. Hierauf: Er. Ansang 71/- Uhr. Luisen. Der rechte Schlüssel. An- lang 71/, Uhr. Carl Weif;. Die Viper. Anfang 8 Uhr. Secessiotisbiihne. Detlev Liliew erons Bnnlcs Breill, iiinsang 8 Uhr. E. v. Wolzogens Buntes Theater (Ueberbretil). Anfang 8 Uhr. Tchnll»nd Ranch. Sercnisnuins- Zwischenipicle. Ansang 81/, Uhr. Kriedrich-Bsilhelniftildtisches. LnmpacivagabundnS oder: Das. liederliche Kleeblatt. Anfang 7i/, Uhr. OrphenS. Specialitäten-Vorslellung Anfang 8 Uhr. Charivari. Täglich Vorst eNnng Ansang 71/, Uhr. Metrvpol.(Morwiy-Oper.) Heinrich Bötel-Gastspiel. Der Troubadour. Ansang 8 llhr. Apollo. Lhsistrata. Specialttätcn Vvrftelinng. Ansang I'/, Uhr. Palast. Ben- Ali- Bey und sein orientalisches Zauber- Ensemble. Anfang 8 Uhr. Casino- Theater. Die HochzeIlS> reise. Specialitäten-Vorstcllnng. Ansang 3 Uhr. Reichsliallc». Stcltiner Sänger. Ansang 7 llhr. Passage- Theater. Specialitäten- VorslcNung. Anfang nachmittags 3 Uhr. Passage- Panopliknin. Special!- täten-PorpeNung. Urania. Tanbenstr.(?lni Theatcrsaal.) Abends 8 Uhr: Dr. E. Deckert: Die Vulkan- katastrophe von Martinique und Saint Vincent. Nachmittags-t Uhr zn lleinen Preisen: Frühlingstage an der Riviera. Jnnalideuftraste K7/GL. Täglich: Sternwarte.__ SWttÄMttl tWalluer-Theatcr). Sonnabendabend 3 Uhr: Zwei Wniipcn. Schwant in 4 Akten v. Lsk. Blmneu- thal und Gustav Kadelburg. Sonntagabend 8 llhr: ist! o n t a g n a ch in> t t a g 3 Uhr: ZI»n»«vlien. ivtontagabcnd 8 Uhr: Züvr«! Heute Sonnabend, den 18. Mai, abends 7i/, Uhr, zum läÄ. Mal: Dns Ulcifret. Morgen und jolgcnde Tage: TaS süsse Mädel. Thalia-Theater. DreSdcnerstrasse 78/73. Anfang 8 Uhr. M>7 Zum ersteinnal:'r9&} Almcsmsch uiiö Edelivtiß. Boilssnick mit Gelang und Tanz in 4 Akten vo» Hans Neuert. Sonntag und Montag(Feiertage): T ieielbe Vorstellung.— Bei günstiger Witterung: svroeses vaeten-stonrert. Ml»- Der Garten ist �tn ober- bayriichem Stil dekoriert. t aii Weiss-Theater. Grosse Frantfnrierstr. 138. Ansang 8 Uhr. VIpe»'. Sonntag und folgende Tage: Tie Piper. Sonntagnachmittag 3 Uhr, kleine Preise: QtheUo, der Mohr: vo» Penedig. Montagnachmiltag: Ter Toppelgöiiger.— Sonntag Speeialitälen 1. Ranges, Konzert»nd Theater.— Montag, den 2. Feiertag: Gr. Früh-Vorstellnng. Ansang v Uhr. Casino- Theater Lothriugerstr. 37. Heute Sonnabend: Das beste Special iiäteiuProgramui der Saison. 7 Olanicniiniiiici*n. Dazu„Tie Hochzeitsreise". »u den Bstngsltagen, nachmittags 4 Uhr mid abends 8 Uhr, Vorotollung. s*aiiia. Tauben-Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Dr. E. Deckert: Die VnIIran- kntasti-ophe von Marti- niqne niitl Saint Vincent. Nachm. 4 Uhr zu kleinen Preisen; Frühlingstage an dar Riviera. OOLOCISCHER Heute Sonnabend, nachm. 4 Uhr: Grosses Militär-_ �Doppel-Konzert.� Entree IM., ah 6 Uhrabds.50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Am 1. und 2. Pfingstfeiertag, morgens 6 Uhr: Gr. iililgr-FriiiiKoiizerl (3 Musikcorps). Entree 50 Pf., Kinder die Hälfte. Die Wagen derBorliner Strassen- h ahnen sowie der Hoch- und Untergrundbahn fahren auf den nach dem Garton führendenLinien von früh 5 Uhr ab, desgleichen die Stadtbahn. Das CASTÄNS Panoptikum Friedrlch-Strasse 165. Bärenwsib! ein Wunder der Schöpfung! Neu; SktiiKlinuvisches IiiHtrumontnl- 11. Vokal- Künstlcr-Kiisciubic. 4 Damen, 2 Herren. Schall und Kanch (Kleines Theater) Unter den Linden 44, Sonnabend, 17. Mai, abds. 8'/, Uhr: Gastspiel von Emannel Reicher. Scrwiissimns-Zuischciisp. n a. Passage-Tlieater.l Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5, Ende 11 Uhr. Otto Boy ei*| der elegante Humorist. ISiEERasty]l>»a'e Internationale Soubrette. 16 erstkl. Nummern. Wintepgarten. Heute: DasiimlSai-Propni! Intorcssant! Aniiisant! Sensationell! Fröbels Allerlei Theater früher Dnliluiann Sellönlianser-AHec No. 148. »Ini 1. Psiiigst-Feiertag: Eröffnung der durchweg erneuten Räume. Mra-GalavoiÄetluiig des gesamten erstlliWgen Schauspiel-». litünstler Personals. Rieseii-Fest-Programi». Im prachtvollen Parlettlaal: Am I. und 2. Festtag: Frllh-stonrert und Vorstellnng. Täglich: vr. stonrert u. Vomellung. Ilratf üf Ijralfr Kastaiiien iiillee 7—0. oonntag. den 18. Mai: Erökfnung der Sommersaison. Dnrch fremde SchnM. Volksstück 1». Ges. i» 3 Akt. n. A. Seelen «. O. Richter. Miiük v. 3!. Mahnecke. k»IIettgSseII»cI:aft Latrtnl.— Ipro» Nenn« Marx Ellys.— Giotesque- Stomifer Paul Coradinl.— Brothers Fred, musikalische Ercentries.— Mr. Bartling, lebende Photographien.— Fred Marrahni Troupe, Pautoniiiue.— Muslkanlenstrelche.— Bart'lng* elektrische Feerie.(3000 Glühkörper.)— Konzert 11. Ball. Aulaug 4 Uhr. Eintritt 50 Vf.. numer. Platz 75 Pf. Kaiiro. Ipollo' Ikester Um 8 Uhr: Oie vorcugliizö. Specialitäten. Um i» Uhr: mit dem LusibaNett„Gi'iUoIati»" Ka«,enerökfn»ng 7 Ohr_ isfropol-Wer Sonnabend; Jlor» it/;-Oyer. Heinrich Bölel. Der Vroubadour, Sonntag: faMIZf MOPaO 01060. A Basso Porto. Mk Anfang S Uhr.-Mg Beile-Alllanee- Theater. Heute zum 146. Male: Die Dame ans TraVille. Schwank mit Gesang n Tanz in 3 Akt. Emil Bendermann a. G. Ferd. Worms. Mlzzl Birkner. Rosa Marten. Hierauf:„Er". Pariser Lebensbild in 1 Akt. Anfang 71/, Uhr. An allen Pfingst-Feieriagen: Früh- und Nachmittags-Konzert und Porstellung. W. lioacks Theater. Br»»ne»strahi 16. Genchlosnen."TPS Am 1. Pfingstfcicrtag: Eröffnung der Sommer-Saison. Agliih im Garteil: Theater- il. Sclmizer-Garteii Am Königsthor. Ringbahn- HaltesteN«. Am Friedrichshain. MlS'Vmlötl. der neu engagierten Specialiiät. Festprogramm: Handstand- Akrobat., Mustk-Excentr., Kugel- Jongleure, Elown-Equilibristen, Ringgladialoren. Chansonnettcn, Grotcsk-Dueltisten, Humoriste», Wirbelwindiänzer, Gr. Ballett- Ensemble, Elektr. Lichtbilder. Bon Pfingsten ab täglich: Jheatervorstellung, Specialiiät. und Ball. A» beiden Feiertagen v. früh 5 Uhr ab: Frilhkonzert u. Vorstellung, in welcher die Hanptkräste d. Fcstprog. mitwirk. Entrce 66 Pf. Am 2. Feiert. nachm. 50 Pf. Auf. 4 Uhr. Fam.- Kaffeekochcn erst v. 3. Feiertag ab. Vesssuvr". Lommer-Thealer. SS Artilierie-Strasse SS. Jnh. A. Ladewig. Artistische Direktion Hans Johannes. Wiedereröffnung: Pfingsten. Täglich; Theater und Specialitäten. No v itäl! N 0 v i tat! Das Biumenmäiichsn vom Oranienburger Thor von Johannes Eihner. Ans.: Sonnt. V-V Uhr, wochent. l/3S Uhr. «mtaa—naii iiniaRgajjsti Palast-Theater (früher Feen-Palast) Piiigslr. SÄ. Täglich abends 3 Uhr: Ben-AIi-Bey u. sein Orient. Zauber-Entsmble. Borvprkituf d. Logen n. mint. Sipe an der Thcaterkafle des Warenhanses»l. Biertheim, Leipzigerstr. Preise der Plätze: Logensitz 2,50 M., Sperrsitz l,50, numer, Parkett u. in im er. iltang- Balkou l M., Parterre 50 Ps., Siehpart. N. imnnnt. 3lg. 30 Pf. iiotttroxri'ntr, 4», Ltatio» der Hoelihahn. Täglich im Garten, bei ungünstig. Witterung tmSaal: llofflllllll»» Nol'ddtiltsliic Löilger »nd Konzert. l. n. 2. Feiertag: Anfang des Konzerts 5 Uhr, Bor- stellilng 7 Uhr. EnlreeöOPf., ab 0 Uhr 20 Ps. 3. Feiertag: Ansang 6 rcsp. 8 llhr. Entrce 30 Pf. 2. u. 3. Feiertag nach der Vorstellung: Tanzkränzchrn. Tanz frei! Die Borst-iinngen und Konzert- siudcn täglich stall._ Reichshallen. TiiglicU: SlettincrSängci1. Ansang heute 8 Uhr GS S |...PÄPDSS! Treptow. §oi)(ii)fi)i9 ÄffllcrfifiioMcn. 1.»nd S. Psiiigftfeiertag: tiironnoa ITrtHi- tind XachiuittaKN- Kouscrt. Im Saale: 26486 Grotzev Ball. A. Stippekohis Reslaurant KUpenlvk, Schönerlinderstr. S. Arbeiter-- Berkchrslokal. Für gute Speisen u. Getränke ist bestens gesorgt. kraft-RoHwein FürBlutarme Kranke ärztlich espFehlen Fi.150 uiM. Ubtnli zo haben empfiehlt Dr. von Walck. Lauisenst. Apotheke, Köpnickerstr. 119. Ap. z, weiss. Hirsch, Bellcalliancestr. 12. steichssdler-Ap., Gr. Fraulsurterst. 134. Borussla-Ap., Schöneberg, Hanptst. 141. Blans-Apotheks, Turmstr. 28. Orhan-Apotheke, Urbanstr. 118. Fellers Apotheke, Lübederstr. 32. Immanuel-Apoth., Prenzlauer Allee 15. Mlnerva-Ap., Charlbg., Biömardflr. 81. Arcona-Apotheke, Am Arcona-Platz. St. Markus-Apotheke, Markusftr. 1. 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Druck und Lerlag von Max Badiug in Berftu. Ar. 113. 19. Zchrglültz. 2. KW des Jotniurts" Mnn Msdlxlt. Sonsxbmd. 17. Mai 1902. I Prozeß Incobi Bernhard. Der am 6. März d. I. vertaizte Prozeß deZ Stadtverordneten Leopold Jacob: Ivider de» Schriftsteller Georq Bernbard be- ichäflijfte gestern wiederu»: das Schöffengericht unter Vorsitz des LlmtsgerichtsratS W a g l e r. Die Angelegenheit verfiel, wie vorweg bemerkt sei. abermals der Vertagung. Die Verhandlungen fanden im kleinen Schwurgerichtssaale statt. Privatkläger ist der Kaufinann und Stadtverordnete Leopold J acobi, dem Justizrat Dr. v. Gordon und Rechtsanwalt Senfs zur Seite stehen, Angeklagte sind der Re- dactenr Georg Bernhard und der Stadireisende Hermann L c iv i n s l i, die von den Rechtsanwälten Wolfgang Heine, Dr. Cnro und Morris verteidigt werden. Etwa 50 Zeugen sind geladen, darunter zahlreiche Mitglieder der beiden städtischen Körper- jchaftcn. Zur Anklage steht ein in der„Welt am Montag" erschienener, von Bernhard verfaßter Artikel»Der Geineindesnmpf", der schwere Angriffe und Vorwürfe gegen den Privatkläger enthielt. Der Artikel ist. in der Zeit erschienen, als Herr Jacobi zur Wiederwahl stand. Es wurde darin von Gerüchten gesprochen, wonach der Privatkläger vor Jahren einen Betrug gegen Geld ungeschehen geinacht habe und zwar unter Mitwirkung zweier Rechtsanwälte. Ferner wurde eS als uotorisch hingestellt, daß Herr Jacobi mit Wucherern in Verbindung gestanden habe; so habe er beispielsweise eine» kleinen Schneider- meister dadurch geschädigt, daß er ihm Wechsclabschniite gegen Hin- aabe minderwertiger Ware diskontierte. Einige Stadlverordnete litten infolgedessen den Verkehr mit dem Privatkläger gemieden. Jacobi wäre gerade der Mann, der den Kapitalismus und dessen Einfluß ans die Stadtverordneten-Versannnlnng repräsentiere, der selbst einen großen Einfluß ans die Verwaltung gewonnen, der der großen Berliner Straßenbahn stets die Stange gehalten, dann infolge ganz eigentümlicher verwandtschaftlicher Verhältnisse plötzlich für die Uebernahme der Siemens u. Halskeschcn Bahn durch die Stadt eingetreten sei. Es sei höchst bedauerlich, daß ein solcher Mann selbst mit dem Oberbürgermeister ein Herz und eine Seele sei zc. ec. Angekl. Bernhard bestätigt, daß er der Verfasser des Artikels sei und dieser auf Jacobi gemünzt sei. Der Angeklagte Lewin Ski soll den Artikel unter seinen Kunden verbreitet haben. Er erklärt, daß er den Artikel nur diesem oder jenem Kunden gezeigt habe und daß jeder von selbst gewußt habe, daß der Artikel sich auf Jacobi beziehe. Angeklagter L e>v i n s k i hat gegen Herrn Jacobi die Wider- klage erhoben. Danach soll Jacobi gesagt haben: der Artikel rühre wahrscheinlich von einen: Manne her, der seiner Zeit wegen IIn- chrlichkcit aus seinem Geschäfte entlassen Ivordei: sei. Jacobi bc- streitet dies. Erster Zenge ist ein Kanfmann Benno Löwcnberg, der über ein vor 13 Jahren vorgekommenes Geschäft, bei dem der Privatkläger unredlich gehandelt haben soll, vernommen wird. Er ist der Schwager eines Herrn Jackst, der in den 70er Jahren Filialist des Herrn Jacobi war und vertragsmäßig die Waren, die er a»S dessen Hauptgeschäft bezog, zu einen: bestimmten Preise zn cnt- nehmen hatte. Es wurde behauptet, daß Jacobi diesen Filialistcn Über das Ohr gehauen und ihm höhere Preise berechnet habe, als er nach seinen: Originalpreise unter Zurechnung dcS vertragsmäßigen Zuschlags berechnen durfte. Darüber ist es nach der Bekundung des Zeugen zu Differenzen gekommen und der Zeuge hat für seinen Schivager Bcpmittelnngen mit Jacobi geführt, um seinen Schwager für die von ihn: bchaupteten Verluste schadlos zu halten. Jacobi habe sofort gesagt, daß er von der Sache absolut nichts wisse und sich bereit erklärt, etwaige Differenzen und Schädigungen, die Hern: Jackst ans dem Geschäft entstanden und ohne seine Schuld.sich ergeben hätten, zu begleichen. 1889 habe eine AnScinandersetznng zwischen beiden stnltgcfnndcn. Jacobi habe das Geschäft mit allen Aktiven und Passiven und den ausstehenden Forderungen übernommen und Herrn Jackst einen Nachlaß von 40 000 Mark bewilligt. Der Zeuge hatte seiner Zeit im Interesse seines Schwagers sich mit dem Rechtsanwalt Hahn in Verbindung gesetzt und diesem Mitteilungen ge- macht von � den Verdächtigungen, die sein Schwager Jackst gegen Jacobi erhob und die nach der Richtung hin gingen, d'aß Jacobi den angeblichen Selbstkostenpreis, den er dein Filialisten als Grundlage zw dem Aufschlage zu berechnen hatte, fälschlicherweise zu hoch angesetzt habe. Ob diese Behauptungen seines Schwagers that- sächlich begründet waren, ivisse er nicht.— Angekl. Bernhard behauptet. daß spater Herr Jackst accordiert.und daß dabei Herr Jacobi nochmals 10 000 M. geopfert und Herrn Jackst einen Teil seiner Schuld erlassen habe. Er behaupte, daß bei dieser Gelegenheit aus- fnllcndcrwcise die in den Händen des Herrn Jackst befindlichen Ver- träge an Herrn Jacobi ausgeliefert worden seien.— Privatkläger Jacobi bestreitet dies. Er habe nur seinen Originalvertrag in Händen und sei bereit, diesen vorzulegen. Richtig sei es. daß in den 90er Jahren Jackst accordierte. Als Jackst 1896 mit seinem Geschäft nicht weiter kam, habe sich der Zeuge Löwenbcrg wieder mit ihm in Verbindung gesetzt»nd ihm vorgestellt, daß er ans dein langjährigen geschäftlichen Verhältnis mit Herrn Jackst doch wahrscheinlich große Vorteile gehabt habe und dem Manne doch wohl beispringen müsse, um ihn über Wasser zn halten. Er habe dann nochmals 10 000 M. hingegeben und Herrn Jackst 7500 M. Schuld erlassen. Er habe dies hauptsächlich im Interesse der Frau gethan, um dieser die Schande des Konkurses zu ersparen. Herr Jackst habe es aber doch nicht verstanden, den Konkurs zn vermeiden, der zwei Jahre darauf eingetreten sei.— Zenge Löwenbcrg erklärt auf Befragen der Verteidigung, daß er den Rechtsinnvalt Hahn von seiner Pflicht der Amtsverschwiegenheit nicht entbinde. Es kommt darüber zu lebhaften Auseinander- sctzungen zwischen den Verteidigern und dem Zeugen. Die Ver- seidiger halten dies für höchst auffällig und lassen durchblicken, daß das Motiv dazu vielleicht in dem llnistande zu suchen sei, daß Rechtsanwalt Hahn»och Notizen über die damaligen Mitteilungen der Zeugen Löwenbcrg in Händen habe. Auf wiederholtes Befragen der Verteidiger giebt der Zeuge zn, daß er seiner Zeit dem glechts- anwalt Hahn gegenüber auf Grund der Mitteilungen des Herrn Jackst den Verdacht ausgesprochen habe, daß dieser über- vorteilt ivorden sei.— Ueber die Art der Geschäfts- Verbindung des Herrn Jacobi mit Herrn Jackst erhebt sich eine lange. lebhafte Erörterung zwischen den Parteien. Herr Jacobi legt die mit Herrn Jackst abgeschlossenen Verträge vor, der An- geklagte Bernhard behauptet, daß entschieden noch ein andrer Ver- trag vorhanden sein müsse, der über das Rechtsverhältnis in Bezug auf die Preise und die Zuschläge zu den Originalpreisen sich ans- läßt.— Jacobi bestreitet, daß außer den vorgelegten Verträgen noch ein andrer vorhanden sei. giebt nochmals Auskunft über sein GcschäftSvcrhältnis zn seinen Filialistcn und erklärt, daß Herr Jackst ein treuer, gewissenhafter Mann gewesen sei, dem leider dic gcschäst- liche Dispositionsgabe fehlte. Ei» Zwischcufakl. Während dieser Erörterungen wird gemeldet, daß der Zenge Jackst draußen krank geworden sei, lang daliege und nicht ver- nehmnngsfähig sei. Die Verteidiger«vollen unter keinen II m st ä n d e n ans Herrn I a ck st Verzicht l e i st e n. Rechtsanwalt Heine meint, daß die Verhandlung doch noch bis nach den Feiertagen sich hin- ziehen werde und es vielleicht möglich sei. am DicnStag Herrn Jackst zu vernehmen. Zeuge Stadtv. Wittkowski weiß, daß in der Stadtverordneten-Versannnlnng Gerüchte auf- getaucht seien, wonach in den Filialen des Herrn Jacobi nicht alles ordnungsmäßig hergegangen sein solle. Er Wissenichts davon, daß infolge dieser Gerüchte sich Stadtverordnete von Herrn Jocobi losgesagt hätten. WnS de» Fall Jackst betrifft, so wisse er»och ungefähr folgendes: Hr. Jackst, der ein aufgeregter, kranker Mensch sei und einen Blut- stürz gehabt habe, sei eines Tages in seine Privatwohnnng gckonnnen und habe ihm gesagt: Er könne Hrn. Jacobi in das Zuchthaus bringen, da dieser ihm auf seinen Fakturen falsche Berechnnngeii gemacht habe. Das würde doch eine Schande für die ganze Stadtverordneten- Versammlung sein ec. ec. Der Zeuge bekundet Ivciter: er sei darauf in die Wohnung des Hrn. Jacobi gegangen und habe ihn: die Behauptungen des Jackst wörtlich mitgeteilt. Jacobi ivar darüber sehr empört und habe die Vorwürfe des Jackst mit Entrüstnng zurückgewiesen. Der Angeklagte Bernhard bringt eine Reihe von Details vor, aus denen hervorgehen soll, daß in den: Jacobischcn Geschäft zur Täuschung der Abnehmer gewisse Zanclla- und Cloth-Sortcn geringerer Art unter Nnnnnern geführt würden, die bei den Fabrikanten höhere Sorten bedeuten. Privatkläger Jacobi bestreitet diese Behauptungen, und es kommt zu längeren Auseinandersetzungen über die in der Branche geltenden Usancen. Angeklagter L e w i n S k i sucht in längerer Auslegung darzn- legen, daß er selbst aus seiner früheren Thätigkeit die Behauptung des Herrn Bernhard bestätigen könne. Mogeleien. Privatkläger Jacobi: Wenn ein Reisender in eigenmächtiger Weise mit Hilfe der abgestempelten Nummer einen kleinen Abnehmer täuschte, so würde das einfach Betrug sein, dessen sich der betreffende Reisende schuldig macht. Ein derartiges unreelles Verfahren würde der Praxis seines Geschäfts, das 60 Jahre bestehe, nicht entsprechen. Vor der Aanclla-Konvention sei es üblich geivesen, daß die Fabri- kanten auf Wunsch ihrer Ahnehmer diesen die Nummern aufdruckten, die diese wiinschte». lieber die Berechtigung und Nichtberechtigung eines solchen Ver- fahrens und die Möglichkeit, daß durch diesen Usus Tänschnngen des Publikums hervorgerufen werden können, entwickeln sich längere Aus- einandersetzungen zwischen den beiden Parteien, bei denen die An- sichten weit auseinandergehen. AIS Gutachter wird Fabrikant Nagel vernommen, der Ver- treter einer der größten Firmen in dieser Branche ist. Er weiß. daß vor der Konvention ein solcher Usus herrschte, der allerdings Tänschnngen des Publikums ermöglichte. Seine Firma lehne bei Lieferungen„ab Fabrik" eine solche Numerierung nach dem Wunsche der Grossisten ab.— Jacobi stellt fest, daß die Sache so liege: Wenn ein Mann in den Laden komme und die Nummer einer be- stimmten Firma verlange, dann müsse er die Originalware mit der Originalnunnner erhalten; fordere er z.B. nur„Cloth Nr. 100 oder 200", dann müsse er sich mit der Nninmer begnügen, die das Geschäft selbst führe.— Die Angeklagten bleiben dabei, daß ein solches Ver- fahren unzulässig und unreell sei. Zeuge Stadtverordneten-Vorsteher Dr. LangerhanS: Er entsinne sich dunkel, daß einmal das Gerücht auftauchte, Herr Jacobi stehe mit irgend einem Wucherer in irgend einer Verbindimg, er kann aber bestimmtes darüber nicht sagen. Auf Befragen erklärt Zenge weiter: Er kenne Herrn Jacobi als einen geachteten und in der Stadtverordneten- Veriannnlnng sehr thätigcn Mann. Er habe nie den Eindruck gewonnen, daß Jacobi sich bei dieser Thätigkeit von eigensichtigcn Absichten habe leiten lassen.— Verteidiger Rechtsanwalt Morris: Hat denn der Zeuge überhaupt schon jemals von irgend einem Mitgliede der Stadtverordneten-Versammlung geglaubt, daß er sich von eigensüchtigen Motiven habe leiten lassen?— Zeuge: Ja!— Weiler bekundet der Zeuge: ihm sei nichts davon bekannt, daß sich infolge dieser Gerüchte einflußreiche Stadtverordnete von Herrn Jacobi losgesagt haben; c r selbst habe keine Veranlassung genommen, wegen der Gerüchte seinen: Verkehr mit Herrn Jacobi eine andre Färbung zn geben.— Rechtsanwalt Dr. Coro: Vor 6 Jahren erschien bereits in der„Berliner Zeitung" ein Artikel gegen den Privatkläger Jacobi. Kennt der Zcnge diesen Artikel?— Zeuge: Nein. In der„Berliner Zeitung", die vielfach schlvere Angriffe gegen die Stadtverorduelen-Bcrsammlmig richtet, steht sehr viel, was nicht wahr ist.— Zeuge kennt Jacobi auch als sehr wvhllhätigen Mann. ES folgen längere Auseinandersetzungen über die weitere Procednr. Die Verteidiger erklären, daß sie ans die Ver- »ehmnng des Zeugen Jackst nicht verzichte» können. Er müsse auch ans dem Grunde vernommen werden, iveil ja ziveifellos neben den heute vorgelegten schriftlichen Verträgen noch mündliche Abnrachungen mit ihn: getroffen fein müsscn. Jackst müsse doch von der Berech- tignng seiner Anschuldigung fest überzeugt gewesen sein, denn er habe sie vor zehn Jahren, vor sechs Jahren und auch noch vor zwei Jahren erhoben und es sei nichts gegen ihn geschehen. Im Gegenteil: Herr Wittkowski habe den: Privatkläger die ehrenrührige» Mitteilungen desselben nberbracht und dieser sei mcht gegen Jackst vorgegangen, sondern habe sich in Verhandlungen mit ihn: eingelassen und ihn: noch 57 000 M. gezahlt/ Rechtsanwalt S e n f f bittet nochmals, die Sache doch einmal einem Ende zuzuführen. Der Gerichtshof beschließt, die Sache zu vertage» und den Zeugen Jackst durch einen bcanftragten Richter in seiner Wohnung vernehmen zu lassen. In den: neuen, noch festzusetzenden Ternnn ninß also die ganze Verhandlung nochmals ganz von neuem begonnen werden. Alorrnv Freilanf- Hinterräder. Fertig gespannt zum Einsetien in jedes Rad. Zusammengesetzt aus: Prima amerikanischen Doppcltdickend- Speichen, auf Kupfer hochsein vernickelt, Kronprinz- Stahlselge bestens schwarz lackiert, aus Wunsch weiß oder Holzsarbig, und Morrow Freilaus-Nabe mit automatischer Bremse, Modell 1302. 407CÖ* m. ar,- cinschließlich Porto und Ver- Packung frei Teutschland und Ocstreich-Ungarn. Nachnahme oder Vorausbezahlung. Bei Bestellung ist nur Ketten- linie, Kettcnradbreite, Teilung und Zähne-Anzahl sowie die Größe und Breite des Reifens anzugeben.. Zu beziehen durch: Otto Sieber, Berlin N., Bergstraße 19. Julius Hopfer, Berlin N., Badstr. 20. Richard Kaethner, Berlin dl, Acker- straße lß3. 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Eröffnung eincr VcrkaufZsiclle tu Nauen. 2. Bericht iider den Zusainmenschlub der eingetragenen Genoffenschasten Berlins und Umgegend. 3. Beratung und Bcschliißsasiung über Aendernugen deZ Statuts. «. BefchluKfaffung über den Anschluß des Konsum-VereinS Berlin-Süd und Schöneberg. 0. Anträge nach§ 13 Abf. 2 des Statuts. 6. Verschiedenes. 108/5 Der Zutritt Ist nur gegen Vorzeigung des nitglledsbuches gestattet Der Vorstand.««raShold. Tutzaner. H. Rietz. NU. Der Gntwurf des Statuts liegt in sämtliche» Berkauföstelle» aus.— Am 1. Juni gelangt das„Krauen-Gcuosscnschaftsbtalt" zur Einführung und wird den Mitglieder« in sämtlichen Vertaufsslellen unent geltlich eingehändigt._ Der Vorstand. TWler-Berew zu Berlind Sounabeud, den 17. Mai, abends 8'/? Uhr. Melchiorftrahe 13 V ersain ml an Die Mitglieder werden aus die 3 und 4 des Statuts aufmerksam gemacht. 198/16 Der Vorstand Verband der MSbelpolierer. Die Auszahlung der Uuterstützwigen erfolgt heut 3—5 Uhr Blumen- strage 38; daselbst um 6 Uhr BorstandSsitziing. Die Entgegennahme von Beiträgen ersolgt in sämtlichcn Zahlstellen heut abend 8—10 Uhr. Die findet am LS. Jnni statt Der Vorstand. sr Sanerstoffwasser nach ärztlicher Verordnung fposse Flafsche 1© Pf. exkl. Glas. aben in unseren ca. 300 Niederlagen. Von 30 Flaschen an frei Haus. SeKerswasser grosso Flasche n 5 Pf. exkl. Glas. Brauselimonaden. Himbeor, Zitronen, Waldmeister a lO Pf. exkl. Glas, nur aus frischen Früchten bereitet Zu haben in unseren ca. 300 Niederlagen. Von 30 Flaschen ab�frei Haus. Fruclilsäfle Hinibcer., CKronen-, Kirsch-, Brdbeer-, Johannisbecrsnft, in feinster Raffinade eingekocht, u I,iterflasche 1,80 exkl. Glas. Citronensart zur Kur ans frischer Fracht a Fl. 1,50, 1,00 und 0,55 M. Zu haben auch in unseren ca. 300 Niederlagen. 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