Nr. 69. Grscheint täglich außer Montags. Abonnements Prets für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mr., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprech- Anschluß: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Dienstag, den 22. März 1892. Expedition: Beuth- Straße 3. Das Schulgesetz scheint gefallen, oder vielmehr auf- fann nur noch innerhalb des konservativen Lagers selbst gegeben zu sein. Mehr als Blindheit gehört dazu, hierin Interesse erregen. Das Triumphgelchreiben zu fein. der Geschlagenen. einen Sieg des Liberalismus zu erblicken. Dem Liberalismus Das System Eichhorn- Raumer- Mühler hat, auch ohne ist nicht das geringste Zugeständniß gemacht; im Gegentheil Schulgesetz, seinen vollständigen Sieg errungen, und dieser Schon beim Beginn der Berathungen über das preu- ist mit Erfolg alles, was auch den Anschein liberaler Sieg wird von dem ganzen Freifinn, Wadenstrümpflern und Bische Volksschulgeset konnten wir den Sieg der Reaktion Ideen hat, niedergeschlagen. Nur den Bedenken der Wasserstieflern als eigener Triumph bejubelt. Graf Zedlitz fonstatiren, gleichviel ob dasselbe angenommen oder abgelehnt Freikonservativen und eines Theils der Deutsch geht und Miquel bleibt! in diesen Worten gipfelt der würde. Bisher war das System Eichhorn- Raumer- Mühler konservativen sowie sehr orthodoxer Mitglieder der Triumphschrei der Liberalen. Graf Zedlig geht als Mann von fast allen nachfolgenden Kultusministerien konsequent evangelischen Kirche ist Rechnung getragen worden. Die und als Sieger, seinen Nachfolgern den Breis feines entwickelt worden, so daß zur Krönung des Gebäudes der Besorguiß, die katholische Kirche zu unabhängig von der Kampfes überlassend. Er kann stolz sein Haupt erheben. Reaktion es nur noch einer vollständigen gesetzlichen Kodi- Staatsgewalt zu machen und dem Einflusse dieser vollständig Miquel aber bleibt und wird und wird auch noch bleiben fitation bedurfte. Das neue Volksschulgesetz hätte nichts that zu entziehen, war es, was die Regierung im letzten Augen- und wird den ganzen schönen Kranz der Gesetzessächlich geändert. Der Erfolg jedoch, den die Reaktion mit blick bewog, auf das Gesetz zu verzichten. In der vorlagen, die noch zu erledigen sind, durchbringen der bloßen Einbringung des Gesezentwurfs, errungen, über- evangelischen Kirche, in welcher Königthum und Papstthum helfen. Geseke, wie die lex Heinze, die gleichzeitig die nicht trifft, selbst wenn dieser zurückgezogen wird, alle Hoffnungen,( Summepiskopat) in einer Person vereinigt sind, ist der tonzessionirten Zuhälter( Nicht- Hausbesizer) wie die Auswelche sie sich von dem Geseze versprechen konnte. Was die Mühler, Streit über die Grenzen der Staats- und Kirchengewalt ein fteller einer Tizian'schen Venus und Verfasser von Schriften, Buttkamer, Goßler auch unternehmen mochten, um die Volks- nebensächlicher. Anders steht es mit der katholischen Kirche, wie der Heilige Antonius" von Busch bedrohen, oder die schule vollständig in den Dienst der kirchlichen Orthodorie die als selbständige unabhängige Macht dem Staate gegen- Strafgesetz- Novelle, welche die Anwendbarkeit der Prügelzu bringen, immer waren sie es sich bewußt, daß alles, was über steht. Sie steht um so mächtiger da, als der Staat strafe nicht blos für Messerhelden und ähnliche Strolche, fie erringen mochten, der Feindschaft des Liberalismus be- die Kirche als seine Hauptstüße anerkennt und sie bei Leibe sondern auch für Redakteure ermöglicht, die Landesverraths gegnete und im beständigen Kampf mit diesem zu ver- nicht geschädigt wissen will. Auch die Schule will unsere Novelle, die nicht nur wirkliche Verräther, sondern auch theidigen war. Das ist jetzt anders geworden. Der ganze Staatsregierung in der Dienstbarkeit der Kirche erhalten die Veröffentlicher unliebsamer Militärerlasse, wie des Liberalismus bis zum äußersten Freifinn hat sich für die wissen, aber der Staat will selbständig aus eigenem An- Prinzen Georg, ins Zuchthaus führen möchte, und vertonfeffionelle Volksschule erklärt. Wenn es jetzt heißt, der triebe die Ansprüche der Kirche befriedigen. Die formelle schiedene andere. Neue Steuerlasten werden noch weniger Kultusminister Graf Zedlitz oder gar Herr v. Caprivi Oberhoheit des Staates über die Schule soll erhalten bei den Liberalen Anstoß erregen, als sie ihnen direkt von felbst haben ihr Entlassungsgesuch eingereicht, weil der bleiben. Daß dieselbe durch das Volksschulgesetz beein- dem liberalen" Finanzminister abverlangt werden. Schade, Kaiser Willens sei, das Volksschul- Gesez zurückzuziehen, was trächtigt werde, gab einem Theil der Konservativen zu Be- daß der neue Dom, für den jetzt der preußische Landtag ja sogar vielfach auch von konservativer Seite empfohlen denken Anlaß, zumal da der katholischen Kirche dadurch vorläufig 10 Millionen bewilligte, noch nicht fertig ist, der wurde, so ist das nichts weniger als ein Sieg des eine Bevorzugung gegenüber der staatsabhängigen evangelischen Liberalismus könnte in demselben seinen Triumph mit einem Liberalismus. Nachdem der Liberalismus und der Frei- Geistlichkeit gewährt wurde. Nur diese Bedenken waren Te Deum feiern. Das ist wahrlich der höchste Triumph finn einmal unter das Kaudinische Joch gegangen sind, ausschlaggebend beim Fallenlaffen des Gefeßentwurfs. That feigherziger Knechtsseligkeit, den der Liberalismus errungen, kann man ruhig ihre vollständige Vernichtung verschieben. sächlich ändert es wenig. Es kommt uns hierbei eine alte über die empfangenen Schläge noch zu jubeln und zu Die Konsequenzen der Anerkennung des konfessionellen Anekdote in Erinnerung. Ein Referendar verhandelt in jauchzen. Charakters der Boltsschule Seitens der Liberalen werden Gegenwart und unter Aufsicht des Gerichtsraths mit einem auf dem Wege der Verwaltung und der Verordnungen Bauer und droht diesem, als er sich etwas ungeberdig verdasselbe Resultat erzielen, wie das Gesetz. Sie werden nicht hält, ihn herauszuschmeißen. Der Gerichtsrath bemerkt auf sich warten lassen. Herr Otto Hermes, der sich in der hierauf Herr Referendar, das Herausschmeißen überlassen Fortschrittsversammlung am 18. März als„ Ew. Majestät Sie mir! Der Referendar merkt sich das, und bei nächster getreueste Opposition" aufspielte, wird ebensowenig wie Gelegenheit ruft er dem Bauern zu: Wenn Sie sich jetzt andere freidenkerische Männer in den städtischen fortschritt- nicht anständig benehmen, lasse ich Sie durch den Herrn lichen Schuldeputationen länger geduldet werden, nachdem Gerichtsrath rausschmeißen. Das Schulgesetz hätte der Kirche Aus dem Reichstag. Vor leeren Bänken begannen der Freifinn" selbst sich für die Konfessionalität der Bolts- die Macht gegeben, ihr untauglich erscheinende Lehrer auf heute Mittag die Verhandlungen. Die paar Abgeordneten, schule erklärt hat. In der genannten Versammlung rief eigene Hand aus der Schule zu entfernen; jetzt, da das Schulgesetz welche überhaupt da waren, trieben sich im Foyer herum der deutschfreisinnige Munckel aus: Die Stimme des beseitigt ist, bleibt es wie bisher; die kirchliche Behörde läßt und unterhielten sich über den Stand der preußischen MinisterVolkes wird gehört und unsere Regenten achten darauf. den Lehrer durch den Herrn Regierungspräsidenten raus- frisis. Bestimmtes über diese Angelegenheit wußte übrigens Mit diesem Ergebniß, so gering es nach 44 Jahren schmeißen. Und bei der heute herrschenden Regierungspolitik Niemand zu sagen, einstimmig aber war man darin, daß ſei, wollen wir uns am 18. März zufrieden kann der Lehrer, welcher bei der kirchlichen Behörde Anstoß das Ansehen der Regierung und speziell des Grafen Auch die freifinnigen Blätter, die den erregt hat, sicher sein, gegen dieselbe nicht von der Regierung von Caprivi durch die neuesten Vorgänge nicht gewonnen 18. März vergessen hatten, fanden am 19., daß der 18. März geschützt zu werden, und heute am allerwenigsten, wo der hat. Es werden Urtheile laut, welche auch nur anzudenten ein wichtiger Gedenktag" in der preußischen Geschichte sei. ganze Liberalismus, bis zum äußersten Freifinn hin, die die Rücksicht auf das Preßgesetz verbietet. Am 18. März 1848 sei der Absolutismus zusammen- Nothwendigkeit des konfessionellen Unterrichts in der Volks- Der sehr umfangreiche Gesetzentwurf über die Gesellgebrochen, am 18. März 1890 habe Bismarck nothgedrungen schule anerkannt hat. Nach dieser freiwilligen Anerkennung schaften mit beschränkter Haftpflicht wurde, nachdem der sein Entlassungsgesuch eingereicht und am 18. März 1892 des Konfessionalismus der Volksschule hat es keinerlei Be- Antrag Brömel, den Gegenstand von der Tagesordnung habe der Unterrichtsminister Graf Zedlitz um den Abschied deutung für den Liberalismus, ob der Schulgesetz- Entwurf abzusehen, abgelehnt war, in dritter Lesung en bloc angebeten. zum Gesetz erhoben oder zurückgezogen wird. Diese Frage genommen. " erklären." Feuilleton. Nachbruck verboten.) [ 69 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. Der Weinhändler wollte sich rasch erheben, aber vergeblich waren alle seine Anstrengungen. Der Augstschweiß trat ihm auf die Stirn, und mit halberstickter Stimme rief er: Herr Gott im Himmel, was ist denn das? Ich bin gelähmt, ich kann weder Arm noch Bein regen, ich bin ein geschlagener Mann! Herr Roscher, Sie sind schuld, Sie haben mich geärgert, ich bin zu Schlaganfällen geneigt, die Alteration schadet mir, ich werde Sie verklagen." " Polische Ueberlicht. Berlin, den 21. März. Es geht ja, was wollen Sie denn? Sie stehen ganz gieriger einsog, als er es hier und da von seiner schönen gut. Und num rühren Sie einmal die Arme. Was? Sie Nachbarin theilen hörte. Dr. Raffmaus verfehlte denn wollen gelähmt sein und erschrecken die ganze Gesellschaft?" auch nicht, zwischen dem Rehbraten und dem Rebhuhn Es war mir wirklich so," meinte Tieftrunt beruhigt einen glänzenden Lobtoast auf die Fülle von Geist und und sah mit mißtrauischen Blicken den Armstuhl an. Aber Liebenswürdigkeit, von Geschmack und Genie, mit welcher die Krebssuppe duftete gar zu lieblich, und so ließ er sich, der edle Festgeber seine Gäste überrascht, auszubringen, einen ungestört durch die große Zuschauerzahl, wieder bei derselben Toast, welchen Howald mit einem auf das Wohl seiner verehrten Gäste und besonders auf den schönen Theil der selben beantwortete. Die Leistungen der Kapelle ließen erkennen, daß auch hier weniger der Preis, als die Leistungsfähigkeit angesehen worden war. nieder. " Ich bitte die Herrschaften, Platz zu nehmen und Herrn Tieftrunt, wenn auch in einiger Entfernung, Gesellschaft zu leisten," bat Howald, und eine sanftanhebende Musik erscholl vom Fuße der Veranda. Trotz allen Abmahnungen seiner Tochter Esmeralda Beim Umdrehen bot sich der Gesellschaft der unerwartete ließ sich der Bankier Roscher nicht abhalten, zur ungelegenen Anblick einer langen und prachtvoll dekorirten Mittagstafel. Stunde diejenigen Damen leben zu lassen, welche vor Die kostbarsten Vasen von Porzellan, gefüllt mit aus einigen Wochen sein Fest verherrlicht hatten; und so fehlte ländischen Blumen, reihten sich an massive Tafelaufsätze von denn auch nicht das komische Element. gediegenem Silber. Reizend geflochtene Körbchen von Als dann die Tafel mit dem föstlichen Dessert zu feinem Stroh enthielten die Brötchen, und selbst die elfen Ende, erhob sich Howald und klingelte mit der filbernen Die Umstehenden wußten nicht, was sie von der Sache beinernen Hefte der Messer und Gabeln zeigten sich künstlich Glocke, womit er die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf denken sollten, die Einen waren bestürzt, die Anderen geschnitzt. Was aber allen Bequemlichkeiten die Krone auf sich zu lenken pflegte, und rief: lachten, und der im höchsten Grade erschrockene Bankier ehte, das waren die gleichfalls schön ziselirten silbernen Ich möchte meine geehrten Gäste ersucht haben, mir stellte rasch die Krebssuppe wieder auf den Tisch. Howald Brunnen, welche je zwischen einer Blumenvase und einem aber trat ruhig lächelnd hinter den unglücklichen Wein- Aufsatz aus der Tafel herausgewachsen schienen und in zum Kaffeetische zu folgen; sie können aber allesammt auf eine Anzahl von Röhren ausliefen, über denen eine Auf- Für Diejenigen, welche nach dem Essen eine bequemere den Seffeln bleiben, die zum Fortrollen eingerichtet sind. Was schreien Sie denn hier, Herr Tieftrunk? Was schrift die Sorte des Weines angab, welche beim Umdrehen Lage einzunehmen für bequem und gesund erachten, ist zu bilden Sie sich denn ein? Stehen Sie doch auf!" des niedlichen Hahnes aus der betreffenden Röhre in das Ich kann nicht, ich kann nicht!" stöhnte der Ver- untergehaltene Glas floß. Es konnte somit Jedermann ohne bemerken, daß die Lehnen der Stühle dem leisesten Druck des Rückens nachgeben." händler und meinte: zweifelnde. Prächtig, herrlich!" riefen die Gäste von Neuem. Ei was, versuchen Sie nur, es wird schon gehen!" es ihm beliebte, eine kleine Weinprobe anstellen. ZahlDamit faßte er den Weinhändler unter den Arm und be- lose Lobsprüche, die beim Auftragen der einzelnen Speisen Prächtig, superbe!" rief auch der Bankier und gab wirkte damit, daß sich der eben noch Gefesselte mit Leichtig- sich häufig wiederholten, wurden dem erfindungsreichen und der Rücklehne seines Sessels einen solchen Ruck, daß er geschmackverrathenden Wirthe zu Theil, der sein Lob um so Kopf und Füße in eine gerade Linie brachte, eine Lage, aus teit erhob. Eine eben solche Einstimmigkeit des Reichstags zeigte in die Fronde ein. Freilich heute nicht mehr die kundigen Thebaner des Klerikalismus, die beschränkten fich in Bezug auf den Entwurf des Gesetzes, betreffend die mit Roß und Reisigen, nicht mehr mit Kreide- Inschriften Krautjunker, um die Ehre, wer die Stellung des Thurms“ Unterstützung der Familien der zu Uebungen einberufenen an den Pforten der Schloßgemächer, sondern hösisch- neuzeit- am raschesten erschüttern und die Partei am besten blamiren Landwehrmänner und Reservisten, wie derselbe in der Kom- lich. Ihre Polemik gegen die„ unehrlichen Rathgeber", die könne. Man hat der Regierung gegenüber nicht die Spröde mission einstimmig beschlossen worden ist. Hier aber sich als Beichtväter" aufdrängen, schnellt einen Pfeil von gespielt, bewilligt, man hat mit dem Kopf genickt, den Jesuiten war es der Minister von Bötticher, welcher es mit einem straff gespannter Sehne, der nicht blos die Beichtväter trifft. Antrag zurückgezogen, weil der fette Schulgesetbissen winkie, Male mit dem Sparen kriegte, und der der Besorgniß Aus- Wir stehen dem ganzen wirren Intriguenspiel mit lächelnder den Dombau ermöglicht, und nun ist Alles gefährdet. Die druck gab, daß die Regierungen zu den Erhöhungen der Ruhe gegenüber. Das ins Garn gegangene Zentrum, die Kölnische Volks- Zeitung", die den demokratisch angehauchten Unterstützungsfäße vielleicht ihre Zustimmung nicht geben enttäuschten Konservativen, der kurzsichtige Liberalismus, Flügel der rheinischen Zentrumsleute vertritt, schreibt in könnten. Mit diesen Besorgnissen hatte der Herr Minister welchem der Himmel voller Geigen hängt, weil Zedlig geht, ihrer Sonntagsnummer: aber nur bei ganz vereinzelten Abgeordneten, so bei der obwohl der Kurs der alte bleibt, fie arbeiten allein für uns. Lustigen Person des Zentrums, Herrn von Schalscha, und Mehr und mehr bricht sich die Ueberzeugung Bahn, daß die beim Geheimrath Gamp Glück, sonst aber stimmten alle Arbeiterklasse die volksthümliche Politik treibt, und daß an Parteien für die Kommissionsanträge. dem granituen Fels des Klassenkampfs das bürgerliche Glück von Edenhall zerschellen wird, ein klingendes, klirrendes Glas. Laßt die Todten ihre Todten begraben! Mögen sie sich streiten, die Fraktionen der Besitzenden, der Sozialismus ist der lachende Dritte. Der Antrag Möller- Rösicke auf Abänderung des Unfallgesetzes, durch welchen bezweckt wird, die Zahl der nicht ständigen Beisiger im Reichs- Versicherungsamt von drei auf sechs zu vermehren, fand ebenfalls ohne Debatte einstimmige Annahme. " Die Kölnische Zeitung" meint, der„ Ultramontanen" habe sich eine große Niedergeschlagenheit" bemächtigt. Wir verspüren von einer solchen nichts. Eine gewisse Ent täuschung, ja! Vielleicht ist es aber nüglich, daß die ein getreten ist. Auch in uns näher stehenden Kreisen machte sich eine gewisse Hurrah- Stimmung bemerkbar, die im politischen Leben immer vom Uebel ist. Jetzt wird man wohl die Dinge allgemein ein wenig nüchterner betrachten, und damit tommt man weiter." Das ist deutlich. Herr Miquel, der offenbar als Draht Die sofortige zweite Lesung wurde aber nicht be- Zur Naturgeschichte des Klaffenstaats. Das zieher hinter den Koulissen die Schulfomödie- Spieler lentte, liebt, da erst in einer sogenannten freien Kommission etliche Schul gefey ist zurückgezogen, und der Minister, welcher ist denn doch als alter Kommunist der Mann, einige Stunden Roulissenschieberei besorgt werden soll. Ohne Diskussion es eingebracht, hat seine Entlassung gegeben. Für das Ge- früher aufzustehen, als die Mandarinenritter Ballestrem und wurden auch ein paar Wahlberichte erledigt, nachdem der setz war nicht blos dieser Minister, sondern die ganze Re Genoffen. Bericht über die Wahl des Abgeordneten von Colmar aus- gierung, namentlich auch der Reichskanzler persönlich, mit geschieden worden war. Mit den Vorgängen bei dieser Wahl wird morgen die Sigung eröffnet und wird es bei der Gelegenheit wohl zu lebhaften Auseinandersetzungen tommen. Die Minifterkrisis. In ihrer Abendnum mer vom 21. März schreibt die Kreuz- Zeitung": Die Ministerkrisis hat ihren vorläufigen Abschluß gefunden. Graf Caprivi, welcher zum Kaiser nach Hubertusstock befohlen war, ist gestern Abend von dort zurückgekehrt und hat die Lösung mitgebracht: Graf Caprivi bleibt als Reichskanzler im Amte, legt aber das Präsidium des preußischen Staatsministeriums nieder; das Abschiedsgesuch des Grafen Zedlig ist genehmigt; ein Ministerpräsident ist noch nicht ernannt, man nennt noch verschiedene Namen, u. a. die Fürsten Radolin und Stolberg." äußerstem Nachdruck eingetreten, und es unterliegt nicht dem Zur Reichstags. Erfahwahl in Mecklenburg geringsten Zweifel, daß die augenblicklich maßgebendsten Strelit. Im Obotritenlande macht die Sozialdemokratie Persönlichkeiten auf dieses Gefeß den äußersten Werth erkleckliche Fortschritte. Die am 19. März stattgehabte legten. Und doch ist es zurückgezogen worden weil die Wahl ergab( vorläufiges Ergebniß) für den konservativen Strömung im Volke ihm feindlich war." Kandidaten, den Grafen Schwerin 5237, für den Deutsch Merkwürdig, diese Nachgiebigkeit gegen die„ Strömung freisinnigen Wilbrandt 5680, für den Sozialdemokraten im Volke". Im Frühling vorigen Jahres, als der un Lütgenau 2133 Stimmen. Es wird offenbar zur Stich günstige Stand der Saaten eine Mißernte in Aussicht stellte wahl zwischen Junker und Deutschfreisinnigen kommen. und folgedessen die Brotpreise eine Höhe erreichten, wie Im Jahre 1890 wurden im ersten Wahlgang für den Freinicht mehr seit den Hungerjahren 1817 mb 1818, ertönte finn 5005, für die konservative Partei 6864, für den aus dem Volk der Ruf nach Abschaffung der Kornzölle, die nationalliberalen Kandidaten 2000, für die Sozialdemokratie das Brot künstlich verthenerten. Und der Ruf schwoll an- 1687 Stimmen abgegeben. Um den Gang der Entwickelung zu keine Stadt Deutschlands, in der nicht große Volksversamm veranschaulichen, vergleiche man die Einzelergebnisse in fol lungen einstimmig die Aufhebung der brotvertheuernden Zölle genden Wahlbezirken des Wahlkreises vom 20. Februar 1890 gefordert hätten. Das war mehr als eine Strömung im und 19. März 1892: Volke" das war das Volk selbst, das war eine Volfs= Graf Caprivi ist also auf militärischen Befehl", wie es bewegung so ernst und so allgemein, wie es nur je eine für uns von Anfang feststand, stramm eingeschwenkt. Daß gegeben. Der Nothruf von Millionen fand aber kein Gehör er fich die Theilung der Gewalten gefallen läßt und statt bei der Regierung. Es giebt keinen Nothstand!" war die Kanzler und Ministerpräsident- General nur Kanzler- General Antwort, und bis heute vertheuern die Kornzölle zur Besein will, ist nur ein Beleg mehr für den stetigen Auf- reicherung des Großgrundbesizers das Brot des armen Die bürgerlichen Mannes. Dort der starre Widerstand und hier das rasche schwung des persönlichen Regiments. Parteien in ihrer erdrückenden Mehrheit wünschen auch gar Nachgeben, wie erklärt sich der Widerspruch? War hier nicht, daß Caprivi geht, so hart er auch z. B. mit den Libe- etwa ein größerer Druck? Mit nichten. Das Gegentheil ralen umgesprungen ist. Sicher aber ist die Auffassung der war der Fall. Die Bewegung gegen die Kornzölle umfaßt " Kreuz- Zeitung" nur konsequent, wenn sie schreibt: mit winziger Ausnahme das ganze Volt. Und die Bewegung Wir bedauern diesen Ausgang lebhaft.. Zunächst, weil gegen das Echulgeset beschränkte sich fast ausschließlich auf Graf Caprivi sich damit in eine schon an sich unhaltbare, nach die Bourgeoisie, obgleich selbstverständlich auch die Sozialder Entlassung des Grafen Zedliß aber, nach der eine Mehrheit demokratie das Gesez bekämpfte. Dort das Volt, hier die für die Regierung im Reichstage nicht mehr denkbar ist, in eine Bourgeoisie. Dem Bolte starrer Widerstand vor der geradezu unmögliche Stellung begeben hat. Bourgeoisie kapitulirt- das ist der Klassenstaat. Und sie plaudert Familiengeheimnisse aus, indem sie ausführt: " " 70 1482) 168 2183) 622 692¹) Konservat. Soziald. 1890 1892 1890 1892 2 30 131 252 238 288 Deutschfr. 450 680 1890 1892 252 354 148 5101) 4 31 108 • 80 76 171 11 168 116 229 184 85 107 82 148 2505) 87 254 285 486 78 84 112 129 102 1187) 8 21 51 127 117 284 Woldeg? Neustrelitz... Feldberg Stargard. Friedland Fürstenberg Neubrandenburg. Mirrow. Wesenberg Strelit. O a 19 143 929 8136) 193 1468) 202 2699) Selbst in dem Paradies der Feudalen, im Lande der Patrimonialverfaffung beginnt es zu tagen. Die Landarbeiter werden aufsässig gegen die„ gnädigen Herren". „ Um gut zu lehren, muß man aus dem Bollen schöpfen, 1) 1890 wurden noch 878 nationalliberale Stimmen abge gegeben, die offenbar sämmtlich diesmal größtentheils auf Wilbrandt gefallen sind, wie dies auch in den anderen Bezirken sich deutlich zeigt. 2) 1890: 36 nationalliberale Stimmen. 3) 1890: 32. 1890: 77. 5) 1890: 30. 6) 1890: 181. 7) 1890: 17.8) 1890: 18. 9) 1890: 51. " Auch ein Gegner des Volksschul- Gesetzentwurfs. Gerade einen Tag nach dem Ausbruche der preußischen Aus dem preußischen Abgeordnetenhause. Der Ministerkrisis veröffentlicht der preußische Hofhistoriograph Wir bleiben bei unserer Behauptung, daß un ehrliche Heinrich von Treitschke in der Münchener Allgemeinen Rathgeber, die sich dem Monarchen als politische Beichtväter erste Frühlingstag, der die Knospen springen macht, ließ Beitung" einen Aufsatz über den Zedlig'schen Entwurf. Beaufdrängen, den Kaiser über die wahre Lage und Stimmung auch einen Minister springen, und gerade den, in dessen fanntlich zählt der Geschichtsklitterer und Sozialistentödter im Lande getäuscht haben. Sie tragen die Verantwortung Reffort die Kammerverhandlungen des 21. März gehörten. Treitschke zu der buntscheckigen Schaar, die das Kreuz gegen für die hochbedauerliche Thatsache, daß in diesen Tagen die Richter benützte die günstige Gelegenheit, die Frage der Treitschke zu der buntscheckigen Schaar, die das Kreuz gegen Zedlitz genommen hat; Rickert und Bennigsen, Richter und preußische Regierung ver dem Ansturm des neupreußischen und Ministerkrisis in die Erörterung zu ziehen, indem er reitschke, Freikonservative, Fortschrittler, Nationalliberale füddeutschen Liberalismus in einer die Grundlagen des ganzen gegen die Berathung der Novelle des Pensions- und Re- sind einig in ihrem Grolle gegen die Vorlage, so manuig. preußischen Staates entscheidend berührenden Frage fapitulirt liftengefeßes für die Geistlichen Altpreußens Einspruch erhob. fach auch ihre Beweggründe zur Opposition sind. Ein hat. Daß dabei auch sogenannte Konservative betheiligt sind, und zwar deshalb, weil augenblicklich ein Zwischenreich Reaktionär wie Treitschte, christlich- germanisch, Schwärmer indem sie dem Monarchen vorgelogen haben, daß selbst die tonservative Fraktion des Abgeordnetenhauses nicht bereit sei, herrsche, Zedlitz demissionirt habe, ein Nachfolger aber noch für teutsche Rindviehheerden und polternder Haffer aller den Grafen Zedlitz unter allen Umständen zu unterstüßen, ist nicht ernannt sei. Graf zu Limburg- Stirum, den seine Juden und vor allem des Juden Heine, der„ nie ein Trink Juden und vor allem des Juden Heine, der nie ein Trinkleider Thatsache, kann aber an unserem Gesammturtheil nichts Disziplinirung zu den wundersamsten Kapriolen vor einer lied gedichtet", ist vor allem Feind der Vorlage, weil sie ändern. Graf Zedlig hat sich als ein ganzer Mann und hoch- hohen Regierung aufgestachelt hat, sprach gegen Richter's begabter Staatsmann gezeigt. Die konservative Partei bedauert Bertagungsantrag: mit der rührenden Kindlichkeit eines nach seiner Ansicht dem Zentrum Vorschub leiftet. Doch zwar seinen Rücktritt, aber würde sein Verbleiben unter den Berliner Backfisches erklärte er, Richter stüße sich auf uns fümmern hier nicht seine Angriffe auf Graf Caprivi, jezigen Verhältnissen tief beklagt haben." Gründe, von denen das Haus nichts wisse. Das arme alte gegen den er sich aufspielt wie ein heuriger Randalirfuchs, Graf Zedlig hat in der That den starrvackigen Junker Haus verwarf sowohl den Vertagungsantrag, wie den wir wollen nur die eine Stelle seines Aufsatzes tiefer hängen herausgekehrt und den Muth der Ueberzeugung bewährt, weiteren Antrag, daß nach Artikel 60 der preußischen Ver- denen, die es angeht, zur Kenntnißnahme. Er schreibt: indem er die Konsequenzen seines Vorgehens gezogen hat. fassung die Gegenwart des Ministers zu verlangen sei. Die Wenn ihm die Kreuz- Zeitungs"-Partei dabei Gesellschaft Welfenfonds Vorlage wurde nach eingehender Debatte leistet, so gereicht ihm das nicht zur Unehre. Gegenüber an eine 21gliedrige Kommission verwiesen. dem Jammer der Breiseelen des Liberalismus muthet dieser Aristokratentroh geradezu wohlthuend an. Die Herren be Die Ultramontanen und die Ministerkrisis. Daß finnen sich auf ihre ritterliche Vergangenheit, als sie noch das Schiff des Zentrums festgefahren ist, daran fann nicht mit Joachim in Fehde lagen und treten wieder gezweifelt werden. Seit Windthorst todt ist, streiten sich der er nur mit Hilfe der Diener und unter dem lauten in eine reizende Waldung von südlichen Bäumen und alle Maßen," bemerkte Lange zu Helenen;„ diese Freigebig Lachen der Gesellschaft wieder erlöst werden konnte. Pflanzen gelangte, strömte den Nahenden eine würzigere und feit ist schwer in Einklang zu bringen mit dem Mangel an Wäre es Ihnen gefällig, Fräulein Findeisen, in mildere Luft entgegen. Wiederum rauschten die Klänge der Großmuth, den er Ihnen gegenüber bewiesen." ihrem Stuhle nach dem Kaffeetische zu fahren, so würde ich Musik in reizenden Melodien aus Gluck's Armida", und Sie wundern sich, Herr Doktor, darüber? Ich nicht, es mir zum besonderen Vergnügen machen, Sie dahin nach und nach erst gewahrten die Besucher, daß sie den denn was Anderes wird hier verschwendet, als die Früchte zu rollen," bemerkte Howald zu seiner schönen Tischnach- Wirkungen der äußeren Witterung durch ein Glasgebäude des Schweißes von so vielen Arbeitern, die trotz allen ihren entzogen worden waren, dessen großer Umfang anf die ge- Anstrengungen ein elendes, bemitleidenswerthes Dasein führen. " Ich ziehe das Gehen vor," erwiderte Fräulein Find- schickteste Weise benutzt war, um die eigentliche Beschaffen- Sollte er gegen mich weichherziger sein als gegen Die, welche eisen, sich erhebend, und nahm nachlässig den dargebotenen heit des Aufenthaltsortes den Wahrnehmungen möglichst ihm seinen Heichthum geschaffen?" Arm des Wirthes an. zu entziehen. Unterirdische Röhren verbreiteten von unten Sie sprechen wahr, es ist eine bittere Fronie; auch Auch Helene und Elise, sowie Lange und der jüngere auf wohlthätige Wärme, und eine praktische Ventilation die Leute, welche thätig gewesen, um diese Herrlichkeiten zu Findeisen hatten sich erhoben, um den Weg zu Fuße zurück- ermöglichte es, daß weder zu große Size noch ein allzu schaffen, haben mit Seufzern und Sorgen daran gearbeitet; zulegen; der größte Theil der Gesellschaft aber ließ sich starker Pflanzenduft längeren Aufenthalt unangenehm oder und wer genießt sie? Die Edelſten, die Besten der Nation? theils aus Bequemlichkeit, theils des Spaßes halber von unräthlich erscheinen ließ. Die ganze Gesellschaft wendete Sehen Sie den Bankier an, sehen Sie den Weinhändler an! den Dienern fortrollen, und der lange Zug von Rollstühlen sich nach dem oberen Theile des Wintergartens auf ver- Und da giebt es der Pfaffen noch genug, welche den alten bot in der That einen komischen Anblick dar. schiedenen Wegen und fand sich vor dem Orchester wieder Mütterchen vorpredigen, wie weise Alles in der Welt einDie Dämmerung begann bereits hereinzubrechen, als zusammen in einer Rotunde, in welcher auf einer Anzahl gerichtet sei." die Gesellschaft die Veranda verließ, und mit der Dämme kleiner Tische der nervenanregende Mokka in fein gemalten Das Orchester spielte eine kleine Ouverture, der Vor rung wurde die Luft herbstlich fühl. Porzellantassen dampfte. hang rauschte in die Höhe, und das erste Liederspiel wurde Schade," meinte der Weinhändler, daß die Jahreszeit Eine neue Ueberraschung harrte hier der Gäste; denn sauber und gewandt ausgeführt, während die Zuschauer bes schon so vorgerückt ist; der schöne Tag ist nun schon zu an dem Ueberbau jenseits des Orchesters und an den elegant haglich ihren Kaffee schlürften, dessen erwärmende WirEnde, das Fest hätte eigentlich im Sommer vor sich gehen gedruckten Zetteln, von denen je einer auf den weißen fungen sie wieder durch den Genuß von Eis milderten. sollen." Servietten lag, erkannte man, daß man sich im Angesichte Und noch war der Ueberraschungen kein Ende; denn Haben Sie keine Sorge, Herr Tieftrunk," beruhigte eines kleinen Theaters befand. Der rosafarbige Theater- als nach Schluß der Vorstellungen die Gesellschaft sich ers Howald, welcher mit seiner Begleiterin stehen geblieben war, zettel kündigte zwei Liederspiele und ein Lustspiel an, welche hob, um die empfundenen Eindrücke unter sich auszutauschen, um die Rollstühle Revue passiren zu lassen, und diese Worte sämmtlich den Bewohnern der Hauptstadt unbekannt waren. Da lief ein Ruf der Bewunderung von Mund zu Mund, hörte; haben Sie keine Sorge, der Sommer wird uns auch Ein langanhaltendes Beifallgeklatsche verkündigte dem Fest- und rückwärts blickend sah man den ganzen Winterheute nicht fehlen." geber die außerdentliche Wirkung dieser Ueberraschung garten in magischer Beleuchtung tages hell schimmern; Der Weg, welchen die Gesellschaft eingeschlagen, führte und den Dank der Gesellschaft. Auch Hermine von unzähligen Spiegeln aufgenommen und zurückgeworfen, durch die schönen Alleen des Parkes, die unter dem Ein- konnte sich nicht enthalten, dem hochbeglückten Howald zu eilten die Flammen hin und wieder und schienen nunmehr flusse des Herbstes noch wenig gelitten, aber freilich bei sagen: einen fast grenzenlosen Raum zu erhellen. Die Gesellschaft jedem Stoße des frischer wehenden Windes eine große Zahl" Sie sind in der That ein kleiner Zauberer, Herr zertheilte sich, um diese Herrlichkeiten einzeln in Augenschein von Blättern verloren. Mehrere Damen begannen zu Howald, man wird Mühe haben, wenn man von Ihnen zu nehmen. frösteln und äußerten die Ansicht, daß es besser sein möchte, weggeht, sich wieder in der gewöhnlichen Alltäglichkeit zurecht Howald aber geleitete seine Gefährtin nach einer sich nach dem Hause zu wenden. weniger erleuchteten Allee, die sich in schiefer Richtung von der Hauptallee abwendete und schließlich in einer Grotte endete, die mit Moos und Rasen ausgekleidet, eine Fontaine enthielt, unter deren Strahlen, wie Johanniswürmchen, eine Unzahl kleiner Flämmchen glühten. ( Fortsegung folgt.) barin. Tragen Sie teine Sorge, meine Damen," tröstete aber Howald von Neuem; wir tommen jegt nach dem Oliven hain, der die Wärme beffer hält, als jene Kinder unseres falten Klimas." Er schien wahr gesprochen zu haben, denn als man jetzt! oder an ihr Geschmack zu finden." Sie entzücken mich mit Ihrem Lob, Fräulein Findeisen, und ich wünschte in der That, ich wäre so eine Art Bauberer, diese Stunden zu einer Ewigkeit oder wenigstens zu um einem Lebensalter auszudehnen." " Ihr Herr Bruder hat sich's Geld kosten lassen über etwas mehr wissen, als was man lehrt: auf diesem erUnterm neuen Kurs. Der preußisch- wussische Aus- I Flasche war wohl eine leere Geneverflasche, in der ein zerprobten Grundfage beruht die Einrichtung unsrer Lehrer- lieferungsvertrag hat wieder ein Opfer gefordert. Nach lauter Bigarrenstummel schwelte. seminare, Doch über dem löblichen Bildungseifer wird nur zu einer über Posen gekommenen Warschauer Meldung wurde Frende an feinem schönen, anspruchslosen Berufe ver " oft die ebenso erprobte Wahrheit vergessen, daß der Schul- der Student Bronislaus Slawinski, welcher im großen Eine Erinnerung. Ein eigenes Dynami t- Gesetz ist meister nicht zu viel wissen darf, wenn er nicht die Poſener Sozialistenprozeß im Jahre 1888 als Haupt- in Frankreich bekanntlich in Arbeit. Wie sich Alles wiederlieren soll. Die Krankheit des Jahrhunderts, die dilettirende angeklagter zu dreijähriger Gefängnißstrafe verurtheilt holt! Im Jahre 1871, nach der Kommune, erhob sich ein Vielwifferet, die je nach Kräften entweder im fleinen wurde, diese Strafe in Plößensee verbüßte und dann an weiser Deputirter, um ein Verbot des Petroleums zu beoder im großen großen Meyerschen Konversationslexikon den Rußland ausgeliefert wurde, in Rußland wegen sozialistischer antragen. Schafft das Petroleum ab," rief der KammerInbegriff menschlicher Weiheit fucht, ist auch in Geheimbündelei zu siebenjähriger Zwangsarbeit und späterer Salomon, und die Wiederkehr der Kommune ist unmöglich." die Seminare eingedrungen... Die Seminare halten das Ansiedelung in Sibirien verurtheilt. Die Reaktion im Reich Als inzwischen einmal in einem reaktionären Blatte gegen allerdings schwer zu findende rechte Maß des Unterrichts nicht der Hinterrussen offenbart ihre Ergebenheit und Wahl- das Dynamit gezetert wurde, meinte Jules Vallès ganz immer ein.... Nach solcher Vorbildung wird sich ein junger verwandtschaft mit dem Zarenthum, indem es politische fühl: Schon recht, aber die Hunde haben das Dynamit Mann in der Stille eines Walddorfes bei dürftigem Ge- Verbrecher", Männer, die ihre Ueberzeugung ehrlich ver- nicht erfunden!" halte. schwerlich wohl fühlen, In einer Zeit, da fast Inzwischen hat ja. Deutschland sich ein Dynamit- Gesetz Jedermann über seinen Stand hinausstrebt, fann ein Beruf, treten, in Ketten und Banden schlägt und dann den Kosaken der gleichfam zwischen zwei Stühlen sigt, dem sozialen Un- und den fibirischen Kerkermeistern ausliefert, welche den Un- angelegt in dem sich schon alle möglichen Menschen gefangen haben, nur nicht die, welche man fangen wollte. frieden unmöglich entgehen. Der Schullehrer gehört zu dem glücklichen, der ihnen verfällt, zu Tode quälen. schlichten Volke, mit dem er lebt, und glaubt doch oft den Figaro 1892 in Rußland! Beaumarchais' revoBauern weit überlegen zu sein, während in Wahrheit zur Lei- Amtliche Sozialstatistik? Der Kölnischen Volls- lutionäre Komödie: Figaro's Hochzeit, welche das feudale tung einer großen Bauernwirthschaft viel mehr Kraft des Beitung" zufolge werden bei den Industriewerken Er- Regiment zu Tode gespottet und gelacht hat, jener Borbote Willens und des Verstandes gehört, als zum Ginüben des hebungen darüber angestellt, ob Arbeiter- Entlassungen statt der großen französischen Revolution, ist in der Residenz des Einmaleins und des ABG; er verwechselt leicht den unschätz gefunden haben und in welchem Umfange, welcher Natio- russischen Selbstherrschers am 19. März 1892 mit großem baren Werth des heranwachsenden Geschlechts mit dem benalität die entlassenen Arbeiter angehören, ob in der nächsten Erfolg vor ausverkauftem Hause gespielt worden. Beau scheidenen Werthe der Dienste, die er dieser Jugend leistet." Der Erdgeruch der Friederizianischen Urwüchsigkeit, die Beit Entlassungen bevorstehen, ob Lohnherabsetzungen vor- marchais' Stück ist wie man weiß 1784 zum ersten Mal marchais' Stück ist wie man weiß 1784 zum ersten Mal zu Krüppeln geschossene Landsknechte als Schulmeister in- genommen sind und in welchem Umfange. Da das Feigen vor dem königlichen Hofe und der Aristokratie unter rauschenſtallirte, strömt uns aus diesem Verdummungs- Manifest des blatt- Gesetz für„ Landstreicher", d. h. die durch die anarchiſche dem Beifall aufgeführt worden: der Bourbon und sein Wirthschaftsweise( Krisen, Uebererzeugung) auf die Land- Gesinde ahnten nicht, daß sie ihrem Ende, dem ZuGeschichtsprofessors der ersten deutschen Hochschule entgegen. straße geworfenen Proletarier mit Lattenarrest und Fasten- sammenbruch der alten Ordnung applaudirten. Angesichts Wenig und nur das Eine mit Meisterschaft erlernen, das Diät dafür, daß sie die Opfer des Kapitalismus find, be der bis ins innerste Mark verderbten russischen Zustände, Entsagen und Fasten, die Unwissenheit zur Hüterin einsetzen der Ignoranz der Massen, die Aufklärung fernhalten, welch strafen will, ist die angekündigte Erhebung im besten Fall angesichts eines Regiments, das mit Blut die Gefeße seiner ein beneidenswerthes Ziel! Und daß sogar die vermuckerten ein Schlag ins Wasser. Es gelingt nichts mehr. preußischen Lehrerseminare dem Genius der deutschen Rinder heerden zu viel leisten, das ist in der That das Tüpferl auf dem i! Selbstherrlichkeit schreibt, seinen Weg mit Galgen und Es wird immer hübscher. Das offiziöse Hirsch'sche Bügen der Verbannten bezeichnet, das Volk aussaugt und Bureau" theilt mit, daß in einem Pariser Briefkasten eine jede auch nur halb träumende Zuckung der Freiheit mit Bombe mit erloschenem Zünder gefunden worden sei. Kolben niederschlägt, ist diese Figaro"-Aufführung nicht Immer gleich. Unter den Feinden, die Herrn Eugen Dieſe Nachricht ist nicht vollständig. Es fand sich im Brief: ohne Bedeutung. Die Bürger aller zivilisirten Gemeinwesen Richter verhaßter find als der Tod, ist sein Erb- und Erz- fasten noch ein gezogener 21 Zentimeter Mörser mit Be- können nur den heißen Wunsch hegen, daß auch dem Zarenthum so rasch sein 1789 komme, wie dem feudalen Frankfeind die Sachlichkeit, die mit unbefangener Wahrheitsliebe spannung und Bedienungsmannschaft. reich, und daß mit seinem endgiltigen Sturz die ewige Gedie Dinge darstellt wie sie sind, ohne zu unterstellen, zu Der Angstmeier amüsirt sich. Wenn der kapita fahr für Frieden und Kultur, der zarische Alp von den entstellen, zu fälschen. Klingt es darum nicht auferbaulich, listische Hans Hasenfuß sich einmal Muth angetrunken hat, zivilisirten Völkern genommen werde. wenn der Politiker, dessen Laufbahn eine fortgesetzte Ge- bann sagt er die Sozialdemokratie todt oder läßt sie sich hässigkeit gegen die Widersacher ist, den„ Vorwärts" be spalten oder Lügt wenigstens ein paar sozialdemokratische schuldigt, er habe über Richter's Dombaurede nicht korrekt Führer und Agitatoren zum Lande hinaus. Lesen wir da berichtet? Wie Herr Richter diese und eine andere Anklage erhebt, das ist charakteristisch für die Heckenreitermanier des deutschfreisinnigen Sozialistentödters. Er schreibt: " Von der Verhandlung des Abgeordnetenhauses über den Dombau weiß er seinen Lesern nur mitzutheilen, daß Eugen Richter nur falfulatorische( rechnerische) Einwände, feinerlei prinzipielle Bedenken zu dem Dombau geäußert habe. Weiter hin wird im Vorwärts" erfunden, daß die liberale und die freifinnige Preffe in Berlin fich des 18. März schämt. Die " Freifinnige Zeitung" werfe auf die am 18. März Feiernden ihren Roth. Wir haben die elende, unwürdige Art geschildert, wie die sozialdemokratische Presse durch ihr kindisches Spiel mit der rothen Farbe am 18. März Quartalsreklame zu machen fuche." heute: Ruffifch- amerikanische Verbrüderung. Den hungernden Russen haben einige Yankees Getreide gebracht. Dies gab Anlaß zu einem Verbrüderungsfest, das bei Champagner Abermals hat ein sozialdemokratischer Agitator, der vor und schwungvollen Reden in der russischen Hafenstadt Libau malige holsteinische Lehrer Sievers, Deutschland heimlich ver- gefeiert worden ist. Sind die Perlen des Schaumweins ver laffen. Sievers hielt seit 1/2 Jahren in hiesigen sozialdemo- flogen, so ist es auch mit dem Uebrigen aus. Die amerifratischen Versammlungen und Leseklubs Vorträge und hatte tanische Getreidesendung war übrigens nur eine Humanitätssich dadurch mehrere Antlagen wegen Aufreizung und Be komödie und Geschäftsreklame. Bruder Jonathan interessirt leidigung zugezogen. Um den Strafen zu entgehen, flüchtete sich nicht für Bankrotteure, und seine russische Sympathie" er, von der Partei kräftig unterstützt, ins Ausland. Er soll wird nicht bis zum Pump eines einzigen Dollars gehen. sich zur Zeit in Spanien aufhalten." Sievers ist ein junger Lehrer- wissenschaftlich ge Ein König comme il faut. Der dice Milan bildet und ehrlich, also Sozialdemokrater lebte, nachdem ist wirklich ein unbezahlbarer Bursche- er sah ein, daß er seine Stelle aufgegeben, einige Monate in Berlin, hielt das Königs- ,, Metier" für ihn kein dankbares mehr war während dieser Zeit einige wissenschaftliche Vorträge, von er schüttelte die Krone von seinem gesalbten Haupt und den Eitelkeit und Verlogenheit zu gleicher Zeit, das ist die denen einer, weil nicht fromm genug, zu einem kleinen Staub von seinen Pantoffeln, ließ sich dafür von seinen hervorstechende Doppeltugend Richter's. Wir haben in Prozeß Anlaß gegeben hat, und nahm, ehe er von diesem vergnügten Gy- Unterthanen ein rundes Sümmchen bezahlen, unserer Rundschaunotiz die Bewilligung der Dombau- Prozeß etwas wußte, eine Stelle im Ausland an, weil er Millionen prinzipiell kritisirt und nach einer Charakteristik sich die Welt ansehen will. Hat er dies gethan, so wird der dafür eingetretenen Gruppen u. a. beiläufig erwähnt, er zurückkehren und Hans Hasenfuß kann dann vielleicht Herr Richter habe dagegen gesprochen. Es heißt( Nr. 66 eine kleine Freude erleben. vom 18. März): ein von erklärt ist jetzt in die Schweiz gegangen, und will dort Bürger der Republik Genf werden und sich mit einer schweizer Republikanerin verheirathen, nachdem er seine intrigante Russen- Natalie glücklich losgeworden. Milan war noch flüger als Kar! der Fünfte. Zum Abdanken war dieser gefcheidt genug, daß er sich aber in ein Kloster vergrub, war nicht gescheidt. In der schönen freien Schweiz ruhig und sorglos als Republikaner unter Republikanern ist hübscher, als im düsteren Klostergefängniß von St. Juft. Fürwahr, der dicke Milan hat guten Geschmack, und er hat seine Zeit begriffen. 0 Parteinachrichten. das Gestern hat das preußische Abgeordnetenhaus in einer Streifstatistik. Der von Dr. Böhmert und Doktor Nachtfizung glücklich die zehn Millionen Mark bewilligt. Nur v. Gneist herausgegebene Arbeiterfreund", Zeitschrift für die Deutschfreisinnigen sahen sich genöthigt, dagegen zu stimmen; die Arbeiterfrage, bringt in seinem vierten Vierteljahresheft Herr Eugen Richter betonte fromm und brav in seiner Rede, eine Abhandlung von Johannes Corvey über die deutsche für das viele Geld könne man zwölf Predigtkirchen bauen." Streitbewegung im Jahre 1891, worin der Verfasser Mit Kalkulatorische Einwände" sind es, wenn der fromm theilungen über den Verlauf von etwa 100 Arbeits thuende Klopffechter der sich fromm gebärdenden Bourgeoisie einstellungen macht. Von diesen sind 11 zu Gunsten der Gleiche Brüder, gleiche Kappen. Das Oberbundes nicht etwa gegen den Dombau von vornherein ohne Rückstreifenden Arbeiter ausgefallen, während 89 Streiks zu halt Front macht, sondern mit verzücktem Augenaufschlag Gunsten der Unternehmer ausfielen. Im Ganzen, waren gericht der nordamerikanischen Union hat, wie auch in unter Parteiwehmeiert, für die zehn Millionen könne man ja ein 96 Streits zur Abwehr, 4 zum Angriff unternommen. Die unserer New Yorker Korrespondenz die Berufung der zu Dutzend Predigtkirchen bauen. Der Liberalismus ist heute Kosten des allgemeinen Buchdruckerstreits betrugen 1 582 000 nachrichten gemeldet ist, zutage zu feig, um gradheraus die Dotirung eines Kirchen- Mark, die Kosten des Schuhmacherstreiks in Erfurt 45 000 m., lebenslänglicher Buchthausstrafe verurtheilten Opfer, des baues aus Staatsmitteln abzulehnen. obwohl er noch vor die Kosten des Streits der Hamburger Tabatarbeiter Justizmordes von Chicago, Schwab und Fielden, zurückzwei Jahrzehnten für Ludwig Feuerbach gesammelt und 400 000 M. und die der Tischler und Stellmacher in Mainz gewiesen. Ja, wenn es nicht der Arbeiter Fielden, sondern der und die de Millionendieb Field, der Sohn des New- Yorker Monopolisten für David Friedrich Strauß geschwärmt hat. Die An 40,000 m. paffungslehre Darwin's ist in ihrer Wirksamkeit auch bei Diese Rechnungen sind ganz werthlos, wenn sie die Cyrus Field gewesen wäre; diesen hat die vorübergehende den Vertretern des Bürgerthums zu beobachten. Wenn wirthschaftlichen Nachtheile der Streiks für die Arbeiter be- Aufnahme in eine Nerven Heilanstalt vor dem wohlHerr Richter nicht Wort haben will, daß er die Märzfeier weisen sollen. Für die Arbeiter handelt es sich bei den verdienten Zuchthause bewahrt. Schwab und Fielden geschmäht hat, so darf man nicht vergessen, daß für Herrn Streits nicht blos um die Vertheidigung und Verbesserung mögen im Kerker verkommen, so will es das heilige Gesetz Richter Athmen und Schimpfen dasselbe ist. So wenig das ihrer wirthschaftlichen Interessen, sondern auch um des Klassenstaates.das Moment, Stunt dafür verantwortlich gemacht werden kann, daß es ihre Machtstellung den Jäger in fürchterlichen Geruch bringt, so molte bekanntlich für ein ideales Gut" wenig ist es dem politischen Stunt zu verargen, wenn es worden ist. Und von der Machtstellung der Arbeiter gilt die Märzfeier mit übler Nachrede bewirft. Skunk bleibt der Ausdruck viel mehr, als von der Machtstellung der Stunt. Fürsten, die mit diesem Wort sehr wenig Idealismus" zu verbinden pflegen. Der 18. März ist auch in Hamburg in imposanter Noch ein Fachmann über den nächsten Krieg. Daß Streits in Perioden des geschäftlichen Niedergangs Weise gefeiert worden. In zahlreichen Versammlungen, welche in Nach dem Chirurgen Billroth und dem Militär Horst der wie der gegenwärtigen, wenig Aussichten haben, das wissen der Stadt und deren Umgegend abgehalten wurden, gab Hambedeutendste deutsche Kriegschirurg Generalarzt Dr. v. Barde- die Arbeiter so gut wie die Herren Böhmert und Gneist, burgs arbeitende Bevölkerung der Pietät Ausdruck, welche sie den leben! Am 19. März hat Herr v. Bardeleben im Berliner aber sie wissen auch was fene Herren ebenfalls wissen, für die Bolksfreiheit in den Tod Begangenen bewahrt hat. medizinisch- chirurgischen Friedrich Wilhelms- Institut einen aber nicht sagen daß wenn sie in fog. schlechten Zeiten nach dem Referate des Reichstags- Abgeordneten SchumacherIn Magdeburg faßte am 18. März eine Volksversammlung Vortrag über die friegschirurgische Bedeutung der neuen sich jede Lohnherabsetzung lammfromm gefallen ließen, ihre Solingen eine Resolution, in welcher u. A. erklärt wird, daß eine Geschosse gehalten, in welchem er, wie die" Norddeutsche Lebenshaltung noch mehr herabgedrückt würde als es mög foziale Umgestaltung nicht durch Gewalt, sondern nur durch unAllgemeine Zeitung" mittheilt, ausführte: „ Wir werden in einem zukünftigen Kriege nicht blos lich ist, wenn sie, selbst durch aussichtslose Streiks, sich ent- ablässige Aufklärung und Bildung des Volkes erreicht werden schloffen zeigen, für ihre Machtstellung bis aufs Aeußerste tann. YING eine größere Anzahl von Verwundeten überhaupt, son zu kämpfen. dern auch eine größere Zahl unmittelbar und sofort tödtlicher Verwundungen zu erwarten haben, als bisher. Da- Infam! Wie wir in unserem Sonntags- Leitartikel in der Klasse der Arbeiterbeifizer in der 1. Abtheilung die sozialgegen wird die Heilung für Diejenigen, welche verwundet schlagend gezeigt, ist die Ursache der Katastrophe von demokratischen Kandidaten; dieselben wurden einstimmig und aber noch lebend vom Schlachtfelde fortgeschafft werden Anderlues die schnöde Profitgier der Unternehmer, die ohne nehmerbeifizer siegten in der 5. Abtheilung die arbeiterfreundwar mit 2540 Stimmen gewählt. In der Klasse der Unterkönnen, gegen früher steigen. Ausgedehnte Bersplitte- Rücksicht auf die drohende wohlbekannte Gefahr die Leute lichen Kandidaten, in den übrigen die Kandidaten der Innung, rungen der Knochen werden seltener, engere Schuß einfahren ließen. Jetzt lassen die Mörder von Anderlues doch erhielten unsere Listen eine sehr bedeutendes Anzahl von lanäle, welche der Verunreinigung weni ger zugängig in einem ihrer Organe, die von dem Wolff'schen Tele- Stimmen. sind, werden häufiger sein. Einer erfolgreichen Thätig- graphen- Bureau mit Jubrunst weiterverbeitete Nachricht austeit des Arztes wird sich ein weiteres Feld öffnen. Sprengen, daß ein Rache- Att eines gegen die BergwerksEs ist vermessen zu glauben, daß sich bei Bereitstellung der direktion erbitterten Arbeiters" das Unglück herbeigeführt erforderlichen Mittel nicht noch weitergehende Vorkehrungen habe. Und Leute, die mit solchen tecken unwahrheiten die zum Schuße und für die Rettung der Verwundeten, als Welt täuschen und die von ihnen Gemordeten auch noch bewir sie haben, treffen ließen. Aber der Krieg sei nun ein schimpfen, wundern sich, wenn die verzweifelte Er mal feine Humanitätseinrichtung, und in erster Linie stehe bitterung des Unterdrückten einen der Ihrigen einmal die„ Erreichung des Ziels, das Gewinnen der Schlacht".. ,, watrinisirt". Bardeleben spricht vom Standpunkt des Arztes und Bei den Gewerbegerichtö- Wahlen in Hamburg siegten In Magdeburg wurde hach einer Mittheilung der dortigen Voltsstimme" deren Austräger Wilborn verhaftet und in feiner Wohnung nach inkriminirten Schriften gehaussucht. Wohl damit im Zusammenhange dürfte die Nachricht der„ Franks. 8tg." stehen, wonach in Magdeburg 7 Personen wegen Ver breitung angeblid, verbotener Schriften, ferner wegen Vertheilung eines Flugblatts verhaftet worden seien, in welchem der Fall Beus scharf gegeißelt ist. Unter den Verhafteten befinde sich auch der Expedient der Boltsstimme". des an die Nothwendigkeit des Militarismus glaubenden Der uk in Permanenz. Die offiziöse Wolff'sche Bourgeois. Aber seine Darlegungen erklären troßdem dem Lügenfabrik haufirt nachstehende Schwindelgeschichte, die den Kriege den Krieg. Fort mit dem Militarismus, fort mit Polizeistempel haarscharf auf der Stirn trägt: In Lüttich Briefkaffen der Redaktion. bem Kultus des Massenmords! ( Belgien) entdeckte am 19. März eine Polizeipatrouille an Berichtigung. Der Bericht des Vereins Berliner Haus dem Hause des Polizeichefs Mignon eine Flasche, welche diener über die Versammlung vom 19. März ist dahin richtig zu Wie zu erwarten war. Die„ Kölnische Zeitung" eine Dynamittartouche zu enthalten schien. Der Zünder stellen, daß nicht Herr Rechtsanwalt D. sich erboten hat, den theilt den ihr zugegangenen Beschluß des Landgerichts mit, war in Brand gesteckt worden, aber infolge des engen Mitgliedern gratis Auskunft zu ertheilen. Die betreffende Aeußewonach die von der Staatsanwaltschaft gegen sie erhobene Halses der Flasche erloschen. Lettere wurde einem Artillerierung ist lediglich vom Vorsitzenden ohne Veranlassung des Antlage wegen Majestätsbeleidigung abgelehnt wird. offizier zur Feststellung ihres Inhalts übergeben." Die Herrn D. gebraucht worden. Theater. Dienstag, den 22. März. Opernhaus. Keine Vorstellung. Circus Renz. Karlstraße. Dienstag, den 22. März 1892: Donnerstag, den 24. März: Abschieds- Vorstellung. Achtung! Achtung! Beaufpela se ne ofertedung monk op brus Circus G. Schumann. Gr. Kommunalwähler- Versammlung Schauspielhaus. Vorstellung. Abends 7/4 Uhr: Zum 185. Male: Auf Helgoland" oder: Ebbe und Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstr. Dienstag, den 22. März: Abends für den 22. Kommunal- Wahlbezirk Pluth. Große hydrologische Ausstat 71/2 Uhr. Große Gala- Vorstellung. am Dienstag, den 22. März, Abds. 8 Uhr, in Haase's Salon, tungs- Pantomime in 2 Abtheilungen Das Programm ist aus den vorzügvom Direktor E. Renz. NationalDeutsches Theater. Wildfeuer. Leffing- Theater. Wahrheit. Berliner Theater. Graf Effer. Rehdenz- Theater. Der kleine Schwer nöther Ferdinand le noceur,); Tänze( 65 Damen). Einlage: Garde- lichsten Repertoire- Nummern zusammenWallner Theater. Sein bester Susaren c. Dampfschiff- und Boot- gefeßt. Auftreten des anerkannt besten Schulreiters der Gegenwart Freund. fahrten, neue überraschende Licht- und Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Feuereffette. 80 Fuss hohe Riesenfontaine. Das Sonntagskind. Außerdem: Auftreten des B Thomas Theater. Ein blauer Teufel. Der Bureaukrati Bellealliance Theater. Onkel Bräfig. Oftend- Theater. Berlin im Jahre 2000. Original Gebr. Rasso. Bal u. Concert hippique mit 8 arab. Schimmelhengsten, arrang. u. vorgef. v. Herrn Franz Renz. Jeu de la rose, fantasie equestre von Frl. Clot. Hager u. Mlle. Theresina. Trepido, ger. v. der Schulreiterin Frl. Oceana Renz. Königsquadrille, ger. u. Mr. James Fillis, mit seinem Schulpferd„ Germinal". Mittwoch, d. 23. März: Große GalaBenefia- Vorstellung für die Gebrüder Max, Jaques und Adolf Schumann. Donnerstag: Abschieds- Vorstellung. Vereinszimmer m. Piano f. 60-70 Pers. Montag, Dienstag Schönes Grosse Frankfurterstr. 117. Tagesordnung: 1. Die bevorstehende Stadtverordneten- Wahl im 22. Kommunal- Wahlbezirk. Referent Reichstags- Abgeordneter Stadthagen. 2. Diskussion. Am Mittwoch findet in demselben Lokale die Verkündung des Wahlresultats statt. werden ersucht, sich am Mittwoch, Morgens 8 Uhr, Markusstr. 6, Diejenigen Genossen, welche am Tage der Wahl mit thätig sein wollen, bei Spieckermann, einzufinden. Zahlreichen Besuch erwartet Das Komitee. 430/7 Sozialdemokratischer Wahlverein Adolph Ernst- Theater. Der Tanzteufel. Feenpalast. Spezialitäten- Vorstellung. sina auf dem 20 Fuß hohen Drath- 1998b Gebrüder Richter's Variété. Spe- feil. Pas de deux auf 20 Pferden von zialitäten- Borstellung. den Geschw. Briatore. Auftreten der Winter- Garten. Spezialitäten- Bor- Jockeyreiterin Miss Edith, sowie des ftellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten- Romische Entrees von sämmtl. Klowns. Täglich„ Auf Helgoland". v. 8 Damen 11. 8 Herren. Mlle. There- u. Freitag. Reſtaurant Schneekoppe, für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Borstellung. Konkordia- Palast- Theater. Spezialitäten Vorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. PassagePanopticum. Frauengestalten in 7 lebend. Bildern dargestellt von Berliner Modellen. Ohne Extra- Entrée. Castan's Panopticum Friedrichstr. 165a, Ece Behrenstr. Interesanteste Völkerschaft Inner- Afrikas: Schu b. Emin Pascha- Reich. 30 Personen, Männer, Frauen, Kinder. Borstellungen: 11, 12 u. 1 Uhr Vormittags, 4, 5, 6, 7, 8 und 9 Uhr Tachmittags. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. Gratweil'sche Bierhallen Kommandantenstrasse 77-79. Heute, sowie täglich: Gr. Freikonzert. Anfang Wochentags 72 Uhr, Sonntags 20 Pf. Entree. Anfang 6 Uhr. Empfehle meinen berühmten Mittagstisch à la Duval. Diner à 1 Mark. 3 Regelbahnen, 6 Billards, 2 Säle. Sowie täglich: 1169L Gr. Bock- Ausschank aus der Berliner Bock- Brauerei. Wilhelmshöhe auf Pichelswerder. Nostizstr. 29. Das grösste Brot für 50 Pf. liefert Wrangelstr. 8, Saltomortalesreiter Mr. Alex. Briatore. Albrecht's Bäckerei, E. Renz, Direktor. Langestr. 26., Falkensteinstr. 18. Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstrasse No. 2. In unserem Verlage erschien soeben: Gewerbe- Ordnung für das Deutsche Reich vom 21. Juni 1869, in der Fassung des Reichsgesetzes vom 1. Juli 1888 und unter Berücksichtigung der durch die Gefeße vom 8. Dezember 1884, 23. April 1886, 6. Juli 1887 und die Novelle von 1891 eingeführten Aenderungen. Mit erläuternden Anmerkungen u. ausführlichem Sachregister. 1614 Bogen Taschenformat. Preis elegant kartonnirt 1 Mark. E Mit dem 1. April tritt die durch die Novelle vom Jahre 1891, das sogenannte Arbeiterschuh- Geseh", veränderte Gewerbe Ordnung in Kraft, und wird sich die Anschaffung derselben für jeden, sei er nun selbständiger Gewerbetreibender oder Arbeiter, als eine swingende Nothwendigkeit heruus. stellen. Unsere Ausgabe ist den Bedürfnissen der Arbeiter angepaßt. Die oft schwer verständlichen Gesetzesparagraphen sind durch ents sprechende Anmerkungen erläutert. Ein umfassendes Sachregister, sowie die folide Ausstattung werden jedenfalls zur weitesten Verbreitung beitragen. Vereinen und Wiederverkäufern gewähren wir beim Bartiebezug entsprechenden Rabatt. Gefärbt wird für Mk. 2,50 in allen Farben: Damenkleider, Ueberzieher, Röcke, im Ganzen oder getrennt; Bettdecken à Paar 2,50 4s Gunben). Empfehle dem geehrten Publikum Gegr. Berlins u. Umgegend mein Restaurant 1875. mit comfortablem Garten. 2004b Hochachtungsvoll A. Winkel. KRONENGARN. Grosse Betten 12 Mk. ( Oberbett, Unterbett, zwei Rissen) mit gereinigten neuen Federn bei Gustav Lustig, Berlin, Prinzenstraße 43. Preistourante gratis und franto. Viele Anerkennungsschreiben. 2053L Teppiche in allen Arten und Größen kleiner Musterfehler wegen offeriren sehr billig. Portieren, Gardinen, Steppdecken in den geschmackvollsten Ausführungen zu anerkannt billigen 477M Preisen. 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J., Abends 8 Uhr, in Krieger's Salon, Wafferthorstraße Nr. 68. Tagesordnung: 1. Bortrag über: Der Einfluß der Agrarier in Preußen." Referent Reichstags- Abgeordneter Genosse Schippel. 2. Dis fussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 399/10 Der Vorstand. Verein oft- und westpreuß. Sozialisten. Mittwoch, den 23. März, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Ehrenberg, Annen- Strasse No. 14% Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Redakteur Pöhsch über: Nationalität und Internationalität."-Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht 257/15 Der Vorstand. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. 390/4 Branchenversammlung d. Mechaniker am Mittwady, den 23. März, Abends 8½ Uhr, im Louisenstädtischen Klubhause, Annenstrasse 16. Tagesordnung: 1. Die gegenwärtige Lage unseres Gewertes. 2. Berbandsangelegen heiten und Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Nichtmitglieder als Gäste willkommen. Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung aller in Buchbindereien, Album-, Karton-, Luxuspapierund Lederwaaren- Fabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen am Mittwody, den 23. März 1892, Abends präzise 8 Uhr, in Müller's Salon, Johannisstraße Nr. 20. 1. Bortrag über: Stlaventhum und freie Arbeit." Referent Herr " Silberberg. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. NB. Es wird dringend ersucht, pünktlich zu erscheinen, da die Ver sammlung präzise 8 Uhr eröffnet wird. 439/15 Der Einberufer. Arbeiter- Bildungsschule Versammlung am Mittwoch, den 23. März d. J., Abends 8 Uhr, im Saale von Norbert, Beuthstr. 18-22. Nadeln, Granaten, Corallen etc. zu Fabrik- Preisen, jedem Laden. bes Massiv goldene Trauringe N euheiten! Schweizer Uhren in garantirt rein. Dukatengold, ohne jeglichen Zusatz: 1 Dukaten schwer 11 Mark, 1% Dukaten 16 Mark, 2 Dukaten 21 Mark, 14 karätig von 6 Mark, 8 karätig von 4 Mark an. 14 17 20 bis 25Mk. Anker- Remontoir 7. Cyclus- Vortrag Schriftstellers Herrn W. Bölsche: Ueber die Entwickelungsgeschichte der Erde. Fortfehung„ Der Mensch". Gäste zahlen 20 Pf. Entree. Achtung! Silberne Cylind.- Remont. Silberne 25- Mim otat es gern Delmann( früher Zemter), Münzstr. 11, statt. Der Der Unterricht in der National Dekonomie findet jetzt jeden Sonntag Nickel Cylinder- Remontoir Neuarbelten und Reparaturen werden sorgfältig und billig ausgeführt. 1877. Gegründet 1877. 2 bis 5 Jahre Garantie. 9 10,75 12 und 15 Mk. Goldene 22,50 25 30-120 M. Unterricht wird wie bisher von 10-12 Uhr ertheilt. Georg Wagner, Oranien- Str. 63 eine Treppe, nahe Moritz- Platz bitte auf die Hausnummer zu achten Illustrirte Preislisten gratis und franco. 432/10 Aufruf Der Vorstand. Plakate für die Anschlagsäulen an sämmtliche gewerblichen Hilfsarbeiter Berlins und Umgeg. Telephon Amt III. 1965. 2055L] unter Naud& Hartmann, sowie sämmtliche Buchdruckarbeiten liefert die Buchdruckerei Maurer& Dimmick, von 3 Elisabeth- Ufer 55. 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Vortrag über Lokal und Zentralorganisation. Referent Genoffe F. Siegerist. 2. Diskussion. 3. Berathung resp. Annahme von Statuten. 4. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Es ist Pflicht eines jeden Hilfsarbeiters, in dieser Bersammlung zu er scheinen; eine Versammlung am Dienstag, den 8. März, mit derfelben Tages ordnung mußte unverrichteter Sache wegen mangelhaften Besuchs nach Hause gehen. Der provisorische Vorstand. [ 158/6] Hoesch, homöopath. Arzt,| Betten, schöner Stand, neu, f. 28580 Kinderwagen. Andreas. 23.p. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. zu vert. Brigerſtr. 10, v. pt. Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. 1853b Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 69. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 199. Sigung vom 21. März, 1 Uhr. Dienstag, den 22. März 1892. 9. Jahrg. ob ste oder Kommunalbeamten gehört. Der Anspruch auf Unterstützung Rechte verlustig zu werden. Der Staatssekretär hat auch ist bei der Gemeindebehörde des Drts anzubringen, wo der der finanziellen Belastung gedacht. Man wird diesen Unterstützungsberechtigte zur Zeit des Beginnens des Unter- Einwand nicht begreifen in einem Moment, wo der größte stügungsanspruchs seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Bundesstaat, Preußen, für den Dombau in Berlin 10 Millionen Der Referent bemerkt, daß die Vorlage von der Kom- aus den Taschen der Steuerzahler bewilligt hat, wo man eine Am Tische des Bundesraths: von Bötticher, von mission im einzelnen erheblich geändert worden ist; die Aende- beträchtliche Anzahl von Millionen zur Ablösung der Rechte der Marschall, v. Goßler, Bosse. rungen und die ganze Vorlage sind einstimmig von der Kom- Standesherren und 11/ 2-22 Millionen zur Ablösung der StolZur dritten Berathung steht der Gesetzentwurf betr. die Gemiffion angenommen, von der Regierung aber fellschaften mit beschränkter Haftung. lebhaft gebühren bewilligt hat und zur Herstellung eines Dampfers, dessen bekämpft worden, zumal die beschlossene Erhöhung der Zweck wir richtiger bezeichnen, wenn wir von seiner Kaiseryacht In der Generaldiskussion führt Abg. Brömel aus, daß an Unterstüßungsgegenfäße. Gestrichen worden ist auch die Besprechen, ebenfalls größere Ausgaben gemacht haben und wo den Kommissionsbeschlüssen Ausstellungen in zwei Richtungen ge- ftimmung, daß die Unterstüßung die Bedürftigkeit des zu Unter- immer wieder Millionen für unsere kolonialen Zwecke verwendet macht werden könnten. Einmal sind die Vorschriften über die ftüßenden zur Voraussetzung haben sollte. Die Kommission hat werden. Geschieht dies, dann muß doch auch diesem Wunsche Begründung und Verwaltung der Gesellschaften zu schematisch dafür gesagt:„ auf Verlangen"; dadurch wurde denn die Ein- des ganzen Wolfes, der alle Parteien einig sieht, seitens der Regeblieben, da die Kommission in der Gestattung von Abweichungen schiebung einer Präklusivfrist nöthig, welche auf vier Wochen gierungen so viel Entgegenkommen gezeigt werden, daß sie die im gesellschaftlichen Vertrage nicht weit genug gegangen ist; angesetzt wurde. Die Erstattung der Mittel soll gang, statt zur finanzielle Verantwortlichkeit übernehmen. Die Frage, anderseits lassen die Bürgschaften, welche für eine ordentliche Be Hälfte auf die Reichstaffe übernommen werden. die Unterstüßungen für die Angehörigen im Kriegsfall gründung und Verwaltung den Gläubigern gegenüber getroffen Staatssekretär v. Bötticher: Die Beschlüsse der Kommission erhöht werden sollen, sollen, steht gar nicht nicht zur Entschei find, zu wünschen übrig. Es liegt die Gefahr vor, daß von find von großem Wohlwollen und großer Menschenfreundlichkeit dung; sollten aber die kolossalen Mehrausgaben, welche diesen Bestimmungen ein Gebrauch gemacht wird, der sowohl für diftirt und alle Barteien haben sich gleichmäßig um fie bemüht. diese' Erhöhung im Kriegsfall nach sich ziehen würde, zirr die Gesellschafter als für die Gläubiger schwere Nachtheile im Aber darauf allein kommt es nicht an; es handelt sich vor allem Folge haben, daß man vorsichtiger würde mit der Herbeiführung Gefolge haben kann. Sollte man die bezüglichen Bestimmungen auch um die finanziellen Konsequenzen. Die verbündeten Re- des Kriegsfalles überhaupt, so tönnten wir zu diesem Erfolge des Entwurfs etwas verschärfen, so könnte man wohl schon jetzt gjerungen find nach dem Erlaß des Gesetzes von 1888, welches uns nur gratuliren. Die Befürchtung, daß die verbündeten Remanchen Auswuchs abschneiden, der sich nach dem Inkrafttreten eine ähnliche Unterstützung für den Fall der Mobilmachung vor- gierungen die Verantwortung für die von der Kommission vordes Gesetzes, wenn sich an dasselbe eine neue Gründungsära an- sieht, gern darauf eingegangen, auch für die Friedensübungen geschlagenen Säße nicht übernehmen können, hege ich nicht schließt, zweifellos zeigen wird. Da ohnedies der Entwurf keine die gleiche Vorsorge zu treffen. Normirt man aber in diesem würden mit der Nichtbewilligung den Interessen des Volkes in Gile hat, so sei zu hoffen, daß es bei einer nochmaligen gründ- leyteren Geseze die Säße anders und höher, dann werden auch einer Weise entgegentceten, daß auch hier ein gegen den lichen Erörterung der Materie in einer nächsten Seffion gelingen diese Säße erhöht werden müssen für die Unterstützung der Strom Schwimmen Schwimmen auf die Dauer Dauer nicht durchgeführt wird, eine befriedigendere Form zu finden. Redner beantragt, Familien der mobil gemachten Mannschaften. 1888 haben ton- werden könnte. Die verbündeten Regierungen haben ja die dritte Lesung von der Tagesordnung abzusehen. servative und Zentrumsredner sehr eindringlich davor gewarnt, auch ein großes Interesse an der Wehrhaftigkeit des Heeres, und Abg. v. Bar( dfr.) schließt sich diesen Ausführungen und in der Unterstüßung zu weit zu gehen. Jetzt ist die Kommission diese würde durch Ablehnung der Kommissionsvorschläge dem Antrage auf Absetzung an. einstimmig auf viel höhere Sätze gekommen. Die jährliche Be- leiden; denn Leute, die wissen, daß ihre Familien zu Hause Staatssekretär Bosse kann nicht finden, daß die vor lastung der Reichskasse würde nach dem Entwurf 275 000 m. betragen; hungern, werden nicht mit der nöthigen Freudigkeit in die Militärgetragenen Bedenken so schwer wiegen, um eine Absetzung in nach der Kommission würde sie 1/2 bis 2 Millionen betragen. übung eintreten. Ich bitte Sie also, den Kommissionsvorschlägen diesem Stadium zu rechtfertigen. Seit September liege der Werden die Säge auf den Kriegsfall übertragen, so würde sich beizutreten und damit die berechtigten Wünsche des Volkes zu Entwurf der öffentlichen Meinung vor; die letzten Be- die Belastung bei einem Kriege von der Dauer desjenigen von erfüllen. denken seien in der sehr gründlichen Kommissionsberathung ge- 1870/71 auf 4-500 Millionen belaufen. Diese Zahlen lassen Staatssekretär v. Bötticher: Nicht die Gewährung der hoben worden. doch die Kommissionsbeschlüsse als sehr bedenklich erscheinen. Von Unterstüßung, sondern das Maß der Unterstügung ist es, worüber Abg. Hammacher ersucht um Ablehnung des Antrages den anderen Abweichungen sind wir mit derjenigen einverstanden, wir streiten, und ich fürchte, wenn man das Maß überspannt, auf Absetzung, da in der That eine vollständige Klärung statt- welche auch die Erfahreserve einbezieht, aber der Ersatz der gefährdet man die Vorlage. Das Maß des Bedürfnisses müssen gefunden habe und allseitig die Meinung getheilt werde daß die Voraussetzung der Bedürftigkeit durch das Verlangen macht uns die verbündeten Regierungen untersuchen, weil es bereits durch neue Gesellschaftsform befriedigend funktioniren werde. wiederum bedenklich. Sehen Sie die Sache in das Belieben der Vorkehrungen von anderen Instanzen gänzlich gedeckt ist. Dieses Abg. Bamberger( dfr.) hält zwar die Unverbesserlichkeit Betheiligten, dann wird die Belastung sehr viel höher sein, als Maß des Bedürfnisses hat 1888 auch der Abg. Singer als das des Gesetzes nicht für erwiesen, kann aber doch die Anschauung wenn nur die Bedürftigkeit berücksichtigt wird. Ich bin nicht im richtige anerkannt. Die Unterstützung ist keine Almosenunterfeiner Parteifreunde Brömel und v. Bar nicht theilen, daß die Zweifel, daß eine Vorlage wie die der Kommission schwerlich die stüßung und wird kein Almosen dadurch, daß die Bedürftigkeit Materie noch nicht reif zur Verabschiedung sei. In der Kom- Zustimmung des Bundesrathes finden wird. Die Oberpräsidenten festgestellt werden soll; der Rechtsanspruch auf Grund des Gesetzes mission hätten neben vielen Theoretikern auch zahlreiche Männer haben sich in dem Sinne geäußert, daß ein Bedürfniß in diesem tann niemals eine Armenunterstüßung sein. mit praktischer Erfahrung auf diesem Gebiete gesessen und die Umfange überhaupt nicht vorliegt, da für den Fall der Einziehung Abg. v. Schalscha( Zentr.): Die hier ausgesprochene Korrektur der begangenen Fehler müsse ebenso wie beim Attien- schon seitens der Gemeinde, der Gutsbezirke u. s. w. in aus Kompetenz der Einberufenen und ihrer Angehörigen fann auch gesetz von der Praxis erwartet werden. Die Befürchtung von reichendem Maße gesorgt sei. nach meiner Meinung nimmermehr eine Armenunterstützung sein. großen Uebervortheilungen des Publikums durch Mißbrauch der Abg. Hahn( df.) empfiehlt einen Antrag, welcher die Aus- Der Hinweis des Herrn Singer auf die anderen durch den neuen Bestimmungen werde übertrieben, da auch in dieser Be- nahmebestimmung für die Beamten auf diejenigen Reichs, Reichstag erfolgten Bewilligungen hat keine Beweiskraft; es fragt ziehung genügend Vorsorge getroffen sei. Staats- und Kommunalbeamten einschränken will, denen nach sich in dem vorliegenden Falle nur, ob das von der Vorlage Abg. Schenck( dfr.) hält ebenfalls eine weitere Verzögerung dem Militärgeseze in der Zeit ihrer Einberufung zum Militär- Gebotene genügend ist. Ich glaube dies und sehe die Beschlüſſe des Beschlusses der Angelegenheit für nicht angezeigt und bittet dienste ihr persönliches Diensteinkommen gewahrt ist."- Für die der Kommission als solche an, welche über das Ziel hinausum en bloc- Annahme. Abänderung des§ 1 hinsichtlich der Bedürftigkeitsfrage sei auch schießen. Die Ersetzung des gewöhnlichen Aufenthaltsorts durch Abg. v. Strombeck( 3.) erklärt, daß er und das Zentrum am er eingetreten; es habe sich darum gehandelt, der Unterstützung den Wohnort habe ich aus zahlreichen Erwägungen vorgeschlagen. Liebsten gegen das Gesez stimmen würde, weil es doch noch er- den Charakter des Almosens zu nehmen und die Weiterungen Der Aufenthaltsort vieler Leute wechselt zuweilen alle Wochen, hebliche Mängel enthält; da aber der en bloc- Annahme auch und Umständlichkeiten zu vermeiden, welche sich an die Fest- den gewöhnlichen Aufenthaltsort festzustellen, würde also erhebliche das Zentrum nicht widersprechen wollte, so würde es sich der stellung der Bedürftigteit ganz von selbst knüpfen. Schwierigkeiten haben. Deshalb soll man die Kompetenz beziehen Abstimmung enthalten. Abg. v. Schalfcha( 3.) beantragt, in§ 1 zu sagen statt nach den Lohnverhältnissen des Wohnorts. In den allermeisten Geh. Rath Hoffmann: Der Vorwurf, daß die Vorlage zu Aufenthaltsorte Wohnorte". Fällen werden dabei auch die Familien nicht zu kurz kommen. Schablonenhaft verfahre, muß überraschen, da dem Individualismus Abg. Singer( Soz.) ist mit dem Antrage Hahn einver: Die Festsetzung der täglichen Unterstützung nach Prozenten des in derselben ein sehr weiter Spielraum gewährt ist. Was die standen, widerspricht aber dem Antrage v. Schalscha, da durch ortsüblichen Tagelohns, 30 pet. für die Frau, 10 pet. für jedes erwähnten Bürgschaften den Gläubigern gegenüber bei der br- denselben der Einberufene leicht schlechter gestellt werden kann, Kind, im ganzen aber nicht über 60 pct. in Verbindung mit der schränkten Haftung betrifft, so find von sehr beachtenswerther wenn die Lohnverhältnisse an dein Wohnorte schlechter sind als Bestimmung des§ 4, wonach die ganze Unterstügung aus Seite grade nach der andern Seite Bedenken erhoben worden, ob an dem Aufenthaltsorte. Die Einwände des Staatssekretärs Reichsmitteln erstattet werden soll, wird eine gewisse Larheit in nicht die bezüglichen Vorschriften des Entwurfs zu rigorose feien. tönnen uns nicht abhalten, die Fürsorge für die Angehörigen der der Bewilligung der Unterstützung herbeiführen, da man Abg. Brömel sucht unter Bezugnahme auf verschiedene Mannschaften, welche zu Friedensübungen einberufen werden, fahrungsmäßig aus fremden Taschen sehr leicht Gelder bewilligt. Einzelheiten der Vorlage und der Kommissionsbeschlüsse das möglichst weit auszudehnen. Auf eine Anregung aus unseren Abg. Buhl( nl.) tritt für die Kommissionsbeschlüsse ein. Die Gegentheil nachzuweisen und hält den Hinweis darauf, daß das Reihen hat man diese ganze Sache in Angriff genommen, und Mehrbelastung wolle er gern tragen. Die Kommission sei einAttiengeset feiner Zeit ebenfalls en bloc angenommen worden vier bis fünf Jahre hat es bedurft, ehe diese Vorlage gekommen stimmig darüber gewesen, daß diese Beschlüsse für das Gesetz be= fei, für nicht stichhaltig, zieht aber seinen Antrag wegen der Aus- ist. Wenn der Staatssekretär dem Beschluß der Kommission treffend die Kriegsleistungen nach feiner Richtung präjudizirlich fichtslosigkeit desselben zurück. Wohlwollen und Menschenfreundlichkeit vindizirt, so muß ich seien. Im Kriege würden außerdem alle Kräfte der Nation so Abg. Klemm( dt.) verzichtet nach der Zurückziehung des An- dies zurückweisen. Die Kommission hat nichts weiter gethan als scharf angespannt, daß eine nicht ausreichende Unterstützung der trags Brömel auf das Wort. ihre Pflicht und Schuldigkeit, indem sie statt der von der in Rede stehenden Kategorie von Angehörigen eher zu verDamit schließt die Generaldiskussion. In der Spezial- Regierungsvorlage verlangten Bettelpfennige für die Unterstützung antworten sein würde. Den Antrag von Schalscha bittet Redner diskussion wird der Entwurf wiederum auf Antrag der Familien( Bizepräsident Graf von Ballestrem rügt diesen abzulehnen. v. Bennigsen en bloc angenommen. Ausdruck.) Sätze vorgeschlagen hat, welche als Mindestanspruch Abg. Orterer( 3.) hält die Erweiterung, welche die Vorlage Es folgt die zweite Berathung der Vorlage betreffend die zu bezeichnen sind. Die Frage der Bedürftigkeit ist auf diesem in der Kommission erfahren hat, für im allgemeinen unbedenklich Unterstützung von Familien der zu Friedensübungen einberufenen Gebiete nicht anwendbar. In den meisten Fällen ist die Ein- und wird für den§ 1 stimmen. Die Mehrbelastung, welche die Mannschaften. Die Budgetkommission erstattet durch den Abg. berufung des Familienvaters gleichbedeutend mit Arbeitslosigkeit Beseitigung der Bedürftigkeitsfrage mit sich bringt, werde allerHartmann( Plauen) darüber mündlichen Bericht. und damit Hilflosigkeit der Familie und Preisgabe an die öffent dings nicht unbedeutend sein, denn die Neigung, dem Fiskus § 1 lautet nach den Kommissionsbeschlüssen: Die Familien liche Armenpflege. Ich bin überzeugt, daß ein großer Theil etwas zu schenken, sei in den betheiligten Kreisen nicht sehr verder aus der Reserve, Landwehr oder Seewehr zu Friedens Derer, die auf diese Unterstüßung Anspruch haben, lieber auf die breitet. Die Erhöhung der Säße in§ 2 nach den Beschlüssen der übungen einberufenen Mannschaften erhalten auf Verlangen aus Unterstüßung verzichten, als daß sie sich zu Almofenempfängern Kommission ist nothwendig, denn die von der Regierung voröffentlichen Mitteln Unterstützung. Das Gleiche gilt bezüglich degradiren laffen. Als neulich in Leipzig infolge des augenblick geschlagenen Säße sind überhaupt keine Unterstügungen. Die der Familien der aus der Erfahreserve für die zweite oder dritte lichen Nothstandes für die Arbeiter die öffentliche Armenpflege Ersetzung des Aufenthaltsorts durch den Wohnort könne er nicht Uebung einberufenen Mannschaften. Vorstehendes findet nicht nutzbar gemacht wurde, erklärten die Arbeiter: Wir ver- empfehlen; man müsse den effektiven Lohnverhältnissen des ArAnwendung, wenn der Uebungspflichtige zu den Reichs, Staats- zichten auf diese Unterstützung, um nicht unserer politischen beiters möglichst Rechnung tragen. Theater. " N er fein lebhaftes Interesse für die soziale Frage besaß: die erste Professor avanzirter Physiologie Privatdozent( Herr Sauer), fozialistische Schrift, bie er, nicht ohne davon gepackt, aber Freund der Familie, ist Konversations- Lexifon für Emmy, liebt Lessing- Theater. Zum ersten Male: Wahrheit? Schauspiel natürlich ohne dadurch in seiner gefesteten Auffassung der Dinge fie, macht Heirathsantrag, bekommt Korb, erfährt, daß sie den Herrn in drei Alten von Paul Heyse.- Zwar eifert Heyse in seinem beirrt zu werden, kennen lernte, ist Bebel's Buch:" Die Frau" Schwager liebt, enthüllt mit bewundernswerthem Taft dies Dieser Biedermann ist Heyse der Typus Drama gegen jene, welche rücksichtslos im Leben und in der gewesen, das er in München 1883 zum ersten Male gelesen hat. der Familie. Dies vorausgefchickt, wird es einleuchten, weshalb das der von ihm gegeißelten Wahrheits" Fanatiker. Kunst die Wahrheit und nur die Wahrheit sagen. Aber die Wahrheit ist es denn doch, daß der feinsinnige Lyriker, der moderne Leben von Heyse wie in einem Sohlspiegel geschaut Verzweiflung, Katastrophchen. As dea ex machina eine Großglänzende Stilist, dessen Novellen Kabinetsstücke sind, mag man wird, weshalb er gegen parodirte Widersacher streitet, weshalb mutter( Frau von Böllnik), in deren Hände Heyse das Schicksal Die Episode großbürgerlicher der bürgerlichen Gesellschaft gelegt hat, die als Gesellschaftsretterin auch das künstlerische Bekenntniß des Dichters für ein veraltetes, seine Polemit scheitern muß. D Darob längst überwundenes halten, nie und nimmer ein Dramatiker Familientragit, wie sie das Schauspiel: Wahrheit? bietet, beweift, auftritt. Vermittelnd, helfend, die Zungen bindend und lösend. gewesen ist. Sein jüngstes Schauspiel zeugt nur zu beredt von was Niemand bestreitet, daß Indiskretion taktlos und daß eine Zu allem Unglück ein neues. Die Mutter der Bankiersfrau und seinem Mangel an Gestaltungstraft. Die Geschöpfe feiner Nothlüge erlaubt ist. Aber nicht ein Jota mehr! Die Philosophie des Emmy's hat im Konflikt mit ungeliebtem, gemeinem Kerl von Gatten Phantasie sind Schemen, sind nach der Schablone zurechtgeschnittene Stückes wird durch die Großmutter des Hauses vorgetragen, und fich jungem Künstler hingegeben. Emmy ist die Frucht dieses Figuren, Menschen von Fleisch und Blut sind es nicht. Seine worauf reduzirt sie sich? Auf ein Plaidoyer für die bürgerliche Ghe, Verhältnisses, die mit dem Kolophoniummuth der TheaterBeweisführung mißlingt ihm, statt des schlagenden Arguments bie bürgerliche Normalehe, die nicht aus Neigung, fondern aus jungfrau beschlossen hat, ins Wasser au springen, weil sie erscheint der Trugschluß und es gelingt dem Poeten nicht, aus Grwägungen des Verstandes, der Rechenkunst geschlossen wird. den Schwager, der Schwager nicht sie liebt, erfährt jezt, daß sie dem fehlerhaften Zirkel sich zu lösen, in den er verstrickt ist. Nicht die Unfittlichkeit dieser Ehe wird aufgezeigt, ihre Noth- des Künstlers, der nun Malprofessor ist( Herr Molenar), wildEdle Sprache, geistreiche Gedanken in Hülle und Fülle, liebens- wendigkeit wird behauptet, die Degradation des Weibes, gezeugtes Kind ist. Sie bricht zusammen, will ihn nicht sehen. dem Manne unterwürfig sein und die gefell- Unter dem hypnotischen Einfluß der Großmutter durch eine würdige Einfälle, die Heyse sich aus dem Aermel schüttelt, daß das so mancher Jüngste" ihn darum beneiden könnte, verstehen sich schaftliche Lüge mitlügen foll, gilt als leitender Grundsay. Thür hindurch- Sinnesänderung, allgemeine Aussöhnung. Emmy Geräth das Weib in Konflikt mit der skandalösen Rechts- geht mit Papa, den sie für den Adoptivvater ausgiebt, nach Rom. bei Heyse von selbst. Daß ein altes Weib die bürgerliche Moral, das bürgerliche Aber wie übt er Kritik? Erschafft sich einen Gegner, der ein Popanz ordnung, so ist das Wichtigste, zu schweigen nnd zu vertuschen. ift und er verzerrt die Grundsäge, die er bekämpft. Daß Heyse so Die Fabel des Stücks? Ein junges Mädchen Emmy( Frl. Reich des Schönen vertheidigt, ist charakteristisch für die tarifirt, ist nichts zufälliges und nichts Absichtliches, es entspringt viel Minow), von der Dichter und Mitwirkende behaupten, sie sei Greisenhaftigkeit der Weltanschauung, die das Drama verficht. man bedente, sie steht vor der Selbst ein Talent wie Heyse muß versagen, da wo es sich um mehr folgerichtig aus dem gesellschaftlichen Mittel, welchem Heyse seine flug, bedeutend, tief, Weltanschauung, seine fünstlerischen Erfolge und seine Fehler Lehrerinnen- Prüfung, die aber in nichts sich von dem die Austragung fozialpolitischer Streitfragen handelt, wenn dies Schuldet. der Musterbackfisch Die Welt, in welcher er lebt, ist die Welt des üblichen Talent kraft seiner ganzen Entwickelung mit feinem Tropfen ästhetischen Moralprinzips, dieser Nachblüthe des Götheanismus, deutschen Lustspiele unterscheidet, verliebt sich in ihren sozialen Dels gesalbt ist. Heyse's Drama ist das letzte unter deffen machtvollem Einfluß Form und Richtung Heyse's Schwager, in deffen Hause sie lebt. Schwager Bantier und in Waldlied bürgerlicher Poesie, der Protest der alten Poetengegen den Naturalismus in der Kunst, den fich herausgebildet haben. Heyse wandelt wie ein Träumender seinen Mußestunden Philosoph( Herr Brandt)- ob Heyse das schule erzkeuschen, unbedeutenden durch die gesellschaftlichen Rämpfe unserer Epoche. Aristokrat vom Modell dazu in der Thiergartenstraße oder in München in der Sozialismus im Leben. Daß aber der Dichter der Kinder der Wirbel bis zur Behe ist ihm der betrübende Untergrund, auf dem die Kaufingerstraße gefunden hat?- plaudert gerne mit seiner Schwägerin- Welt", dieses hohen Liedes auf den Atheismus, den lieben Gott Herrlichkeit des bürgerlichen Daseins sich aufrichtet, nothwendige Examinandin. Seine Frau, hohle, oberflächliche, hübsche Welt- in seinem neuesten Werk so fleißig walten läßt, ist das auch Voraussetzung, der Klassenkampf ist ihm ein Räthsel, und fremd dame( Frl. Reisenhofer), die sich gern mit eignen Brillanten und ein Zeichen der Zeit? Unsere Bourgeoisie ist freilich fromm, steht er den unsere Zeit bewegenden sozialen Problemen gegen- fremden Federn schmückt, ein Bischen eifersüchtig auf Schwester. sehr fromm geworden. über. Wir wissen es aus des Dichters eigenem Munde, daß er Der Naturbursch von grandioser Rüpelhaftigkeit, eben zum Bs. Abg. Gamp( Rp.): Die Reichspartei hat namentlich gegen die Erhöhung der Säße so schwere Bedenken, daß sie leicht zur Verwerfung des ganzen Gesetzes kommen kann, wenn diese Erhöhung aufrecht erhalten wird; wir wollen doch lieber einen Theil annehmen, wenn wir das Ganze nicht bekommen fönnen, als daß wir in diesem Falle das Gebotene verwerfen. Die Bemessung der Entschädigung nach dem Aufenthaltsorte wird lediglich zu einer weiteren Entvölkerung des Ostens führen.( Widerspruch.) Es muß also der Wohnort an dessen Stelle treten. Da sollten wir die Sache vertagen. Ebenso bedenklich ist die verschiedenartige Gestaltung der Säße nach Prozenten des Tagelohns; viel vortheilhafter und gleich zeitig bequemer ist die einheitliche Fixirung eines Sahes von 20 oder 30 Pf., wie ihn die Vorlage will. Der Osten würde nach der Kommission fast gar keine Vortheile haben. Billig aber wäre es, den Unterschied der Vorlage zwischen Sommer und Winter fallen zu lassen und den Saz einheitlich auf 30 Pf. zu normiren. Abg. Richter: Der Minister ist für heute entschuldigt, da wäre es eine Ironie, wenn wir seine Gegenwart verlangen wollten. Ich beantrage deshalb die Vertagung der Angelegenheit bis zur Erledigung der Ministerkrisis. man Abg. Graf Limburg- Stirum: Wir wissen offiziell von einer Entlassung des Ministers nichts, deshalb können wir ruhig die Abg. Hinze( dfr.):„ Der Often hat keine Vortheile von dem Vorlage berathen, bei welcher die Anwesenheit des Ministers Gesetz," so führt Herr Gamp aus; aus diesem Grunde will er nicht so dringend erforderlich ist. gegen das Gesetz stimmen. Wir machen doch ein Gesetz für Abg. Rickert: Es wiederholt sich dasselbe Schauspiel, wie Wie die Leute es machen sollen, um in das ganze Land. der Schulgesetz- Kommission, möchte weiter be furz vor ihrer Uebung sich der Sachsengängerei zu be rathen ohne Gegenwart des Ministers. Mindestens dürfte fleißigen und dadurch eine höhere Unterstützung zu erlangen, man nicht in die zweite Berathung einzutreten. fann ich mir nicht verstellen. Die Zeit zwischen der Einberufung Abg. v. Eynern( natlib.): In der Schulgesetz- Kommission und der Zustellung der bezüglichen Ordre ist doch höchstens war die Anwesenheit des Ministers doch nothwendiger als bei 14 Tage, also viel zu kurz zu solchem umständlichen Orts- und dieser Vorlage. Aber da einmal Widerspruch gegen die weitere Beschäftigungswechsel. Von dem Wirthschaften aus fremden Berathung erhoben ist, haben wir keine Ursache auf der Weiter Taschen kann doch nach dem Wortlaut der Kommissionsbeschlüsse berathung zu bestehen. nicht gesprochen werden; es handelt sich nicht mehr um Mindest= Abg, v. Kardorff: Nach den Geschäftsgewohnheiten des fäße und nicht mehr um die Erstattung der Hälfte der Unter- Hauses würde allerdings die Vertagung richtig sein; vielleicht ftübungen aus Reichsmitteln, wobei also die Gemeinden über den verzichtet aber Herr Richter auf seinen Antrag und begnügt sich Mindeftfah hinausgehen könnten, sondern es handelt sich um eine mit der Aussetzung der zweiten Berathung. fixirte Entschädigung, so daß die Gemeinden überhaupt nicht mehr mitzusprechen haben. Auch der Reichstag hat die Verpflichtung, das Maß der Belastung nicht zu hoch anschwellen zu lassen, wir fönnen aber nicht anerkennen, daß ein Plus von 1/ 2-2 Millionen eine große Belastung sein würde; jedenfalls wollen wir sehr gern dafür die Verantwortung übernehmen; der Vorwurf einer unverständigen Politik kann uns daraus nicht gemacht werden. Abg. v. Meyer Arnswalde( dk.): Das Wort„ auf Verlangen" im§1 ist ein durchaus falsches; das kann ich aus einer 38jährigen Praxis als Landrath bestätigen. Es wird sich Niemand melden, der es nicht nöthig hat, so tröstet man sich, aber das trifft nicht zu; es haben sich damals bei allen Kriegen und Mobilmachungen, welche ich durchgemacht habe, unzählige gemeldet, welche es gar nicht nöthig hatten, namentlich alle herrschaftlichen Tagelöhner und Deputanten. Ich beantrage die Widerherstellung der Vorlage. Abg. Ofanu( nl.): Die Verlangensfrage ist meines Erachtens das Zweckmäßigere; tie Bedürfnißfrage führt zu einer Menge von diskretionären Unbehaglichkeiten, namentlich wenn politische Momente auf die Entscheidung mit einwirken. Die Sätze des§ 2 find so minim, daß man wirklich Abstand nehmen muß, fie in das Gefeß aufzunehmen; die Erhöhung muß also Play greifen. Ich beantrage einen Zusatz zum Gefeße als§ 7, wonach diese Unterstützungen weder verpfändet noch übertragen werden können. Damit schließt die Diskussion. Unter Ablehnung des Antrages v. Schalfcha wird§ 1 mit dem Antrage Hahn angenommen. Nach§ 2 der Vorlage sollte die Unterstüßung der Ehefrau in den Monaten von Mai bis Oktober mindestens 20, in den übrigen Monaten mindestens 30 Pf., für jede sonst unterstützungsberechtigte Person 10 Pf. täglich betragen. Die Kommission hat entgegen diesem Vorschlage beschlossen, die Unterstüßung einheitlich nach Prozenten des ortsüblichen Tagelohnes des Aufent haltsortes zu bemessen, und 30 pet. für die Ehefrau, 10 pet. für jeden anderen Familienangehörigen angefeßt, mit der Maßgabe, daß im Ganzen 60 pet. nicht überstiegen werden. Geheimrath Hegel: G3 ließen sich bisher die entgegen- 1 ministerium hat nicht gezögert, die Vorlage einzubringen in der stehenden Schwierigkeiten nicht überwinden. Absicht, sobald einige fleine entgegenstehende geschäftliche Hinder Abg. Richter: Wer ist denn hier eigentlich der verantwort: nisse beseitigt sein werden, die Beschlagnahme aufzuheben. Die liche Vertreter der Staatsregierung? Wir wollen doch nicht so Form ist lediglich durch diese kleinen geschäftlichen Hindernisse thun, als ob wir garnichts wüßten von dem, was außerhalb des bedingt, es soll nicht eine langdauernde Vollmacht ertheilt werden. Hauses vorgeht. Der Regierungskommissar hat eine Erklärung Wenn Sie fragen: warum lautet die Vorlage nicht: Die Beabgegeben im Namen seines Chefs. Der Minister verfährt ganz schlagnahme wird aufgehoben, so lautet die Antwort: Der korrekt und enthält sich der Theilnahme bei den Verhandlungen. Vertrag von 1867 würde dann unmittelbar in Kraft treten. Der Vertrag bedarf aber, schon wegen der verflossenen Zeit, einiger Abg. von Eynern: Stellt der Abg. Richter den Antrag, Aenderungen und auch die Beseitigung einiger Zweifel ist nothdie Gegenwart des Ministers zu verlangen? wendig. Es ist erwünscht, daß von vornherein nach allen diefen Richtungen hin die Sachlage geklärt wird; nach der Aufhebung der Beschlagnahme können doch keine Verhandlungen mehr stattfinden. Daß die Beschlagnahme auf unbestimmte Zeit vertagt werden fönnte, war gar nicht zu denken. In der Kommission könnte über die Einzelheiten keine Auskunft gegeben werden. Dahin wird die kommissarische Berathung nicht führen, daß über die einzelne Verwendungsart der Gelder Auskunft ertheilt wird. Die Regierung ist zur Rechnungslegung nicht verpflichtet. Die Gelder find verwendet zu Ausgaben in politischer und polizeilicher Richtung; die Regierung wird daher weder mit ja noch mit nein antworten.( Hört!) Mein Schweigen bedeutet also in diesen ( Große Falle keine Zustimmung, es bedeutet dies nichts. Seiterkeit). Ich kann Ihnen nur empfehlen, da über die Auf hebung der Beschlagnahme allgemeines Einverständniß herrscht, die Beschlußfassung nicht zu verzögern. Die Staatsregierung ist gewiß ihrerseits erfreut, daß sie sich der Vermögensverwaltung in Zukunft nicht weiter zu unterziehen braucht. Daß die Auf hebung den Wünschen der Provinz Hannover entspricht, geht aus den einstimmigen Beschlüssen des hannoverschen Provinzial landtages hervor. Es ist in der Preffe die Frage aufgeworfen, wie denn nun die auf 16 Millionen Thaler bemessene Abfindung gesichert werden soll. In dem betreffenden Anleihe gesetz ist vorgeschrieben, daß zur Auslieferung der Summen Die Zustimmung des Landtags erforderlich ist, sonst bleiben die Gelder in der Hand der Krone Preußens. Ich spreche den Wunsch aus, diesem Gefeßentwurf, da wir in Biel und Sache einverstanden sind, ohne kommissarische Berathung ihre Zustimmung ertheilen zu wollen.( Zustimmung.) Abg. Heereman( Bentr.): Wir begrüßen die Vorlage mit Freude und werden ihr unsere Zustimmung ertheilen, in der Hoffnung, daß die Regierung ohne Verzug die weiteren Schritte einleitet. Wir wollen die Vorlage schnell erledigen und halten deshalb eine kommissarische Berathung nicht für nothwendig. Weil vorher sehr viele Dinge abgewickelt werden müssen, ehe die Abg. Simon v. Zastrow: Man sollte doch durch die Ver- Aufhebung der Beschlagnahme eintreten kann, wünschen wir die tagung der Berathung es nicht dahin bringen, daß die armen Aufhebung durch Königliche Verordnung herbeigeführt zu sehen. Wittwen und Waisen noch länger hungern. Abg. Krause: Wir stimmen der Aufhebung der BeschlagAbg. v. Huene: Die Sache liegt nicht so wie in der Kom- nahme zu, um dadurch die Versöhnung in Deutschland einen miffion; denn die Kommission kann die Anwesenheit der Minister Schritt weiter zu führen und die Verwendung unkontrollirter nicht verlangen. Gelder aufzuheben. Durch die Vorlage wird die Frage, ob eine Abg. Richter: Der etwa durch die Vertagung entstehende Kapitalabfindung stattfinden soll, in keiner Weise berührt, dazu Zeitverlust fann später wieder eingeholt werden. Die Schul- ist die Mitwirkung der Landesvertretung nothwendig. Ginige fommission hat ihre Verhandlungen ausgesetzt. Es ist bestritten meiner Freunde sind aber der Meinung, daß dies noch ausdrück worden, daß ein Entlassungsgesuch des Kultusministers vorliegt. lich im Gesetz ausgesprochen werden sollte. Daß die Aufhebung Das hätte der Finanzminister wohl sofort flargestellt; auch flar der Beschlagnahme gerade durch Verordnung aufgehoben genug für den Grafen Limburg- Stirum.( Heiterfeit.) Wenn der werden muß, ist mir zweifelhaft. Man sollte erst den und ihn dann zur Genehmigung Antrag auf Vertagung abgelehnt wird, werde ich die Gegenwart Vertrag abschließen ehe man die Beschlagnahme aufhebt. Diese des Ministers beantragen und der Antrag wird beim dritten vorlegen, Frage müßte doch wohl in der Kommission ausführlich er Gegenstand der Tagesordnung wiederholt werden. Abg. Hobrecht empfiehlt die Absetzung der zweiten Be- örtert werden und es ist gar nicht ausgeschlossen, daß, wenn jetzt schon Verhandlungen geführt werden, der Abschluß derselben in rathung. der Kommission noch berücksichtigt werden kann. Abg. v. Heereman( Bentr.) sieht feinen Grund für Vertagung, da hier große konstitutionelle Fragen nicht in Betracht tommen; man könne mit den Herrn Kommissarien verhandeln. Abg. Korsch: Ich wollte zur zweiten Lesung den Antrag einbringen, daß das Gesetz durch königliche Verordnung in Kraft gesetzt werden soll. Dazu brauchen wir die Gegenwart des Ministers nicht, der offiziell noch im Amte ist. Finanzminister Miquel: Ich will in die Geschäftsordnungsfrage nicht eingreifen, aber doch erklären, daß die Verzögerung der Berathung der Regierung unangenehm sein würde. Die Minister bleiben so lange im Amte, bis sie ihre Entlassung erhalten haben. Die Anwesenheit des Ministers ist nicht geradezu erforderlich und auch nicht verlangt werden. Abg. Rickert: Der Praxis entspricht es, für den Fall eines folchen Interregnums die Berathung auszusehen. Eine Verzöge rung entsteht dadurch nicht. Geheimrath Hegel: Der Antrag des Abg. Korsch würde der Staatsregierung sehr erwünscht sein. Abg. Richter: Auf welche Weise hat sich der Regierungs§ 2 wird ohne Diskussion nach der Kommission gegen die fommiffar diese Ansicht verschafft. Hat der Minister schon vorher Stimmen vereinzelter Mitglieder der Rechten angenommen. feine Ansicht kundgegeben oder hat er auf unsichtbarem Wege fich § 8. Die bewilligten Unterstüßungsbeträge sind in wöchent- biese Erklärung verschafft. Ein Verordnungsrecht kann man der lichen Raten voraus zu zahlen" wird dem Kommissionsantrage Regierung doch nicht geben, wenn man nicht weiß, wer der verentsprechend gestrichen. antwortliche Minister ist. Nach§ 4 find gezahlte Unterstützungen aus Reichsmitteln zu erstatten. Nach der Vorlage sollte nur da die Hälfte des Mindestbetrages erstattet werden. Nach§ 5 soll das Gesetz am 1. Juli 1892 in Kraft treten. Ein neuer§ 6 will Unterstützungen nach Maßgabe dieses Gesetzes auch rücksichtlich solcher Friedensübungen gewähren, welche gauz oder theilweise in der Zeit vom 1. April bis 1. Juli stattgefunden haben. Ein vom Abg. Dsann neu beantragter§ 7 statuirt die Unpfändbarkeit und Unübertragbarkeit dieser Unterstützungsbeiträge. Sämmtliche Bestimmungen werden ohne Debatte angenommen. Abg. Möller: Für das Bedürfniß der Aenderung haben fich in der zweiten Lesung des Etats alle Fraktionen ausgesprochen. Ich empfehle ihre Annahme. Vielleicht einigt man sich in einer freien Kommission über die Detailfrage. Finanzminister Miquel: Kein Regierungskommissar braucht darüber Aufklärung zu geben, woher er seine Vollmacht hat, eine Erklärung abzugeben. Abg. Nichter: Aber das Gewicht der Erklärung hängt doch davon ab, ob thatsächlich ein Minister vorhanden ist. Gegen die Stimmen der Freifinnigen und eines Theils der Nationalliberalen wird die Aussehung der Berathung abgelehnt, ebenso gegen die Stimmen der Freifinnigen der Antrag, die Gegenwart der Minister zu verlangen. Finanzminister Miquel: Das ganze Werk wird sich viel leichter und glatter abspielen, wenn alle Einzelfragen vor der Beschlagnahme durch ein Einvernehmen zwischen dem Ministerium und den Vertretern des Herzogs von Cumberland geregelt sein werden. Die Auslieferung des Kapitals ist durch das Geset ausgeschloffen; darüber eine besondere Bestimmung aufzunehmen, ist nicht nothwendig. Die Frage der kommissarischen Berathung ist nur eine Geschäftsordnungsfrage; es kann dadurch nur eine Sie werden nach der KommissionsVerzögerung entstehen. berathung nicht mehr wissen, als vor derselben( Heiterkeit); des halb halte ich sie nicht für nothwendig. Abg. Graf Limburg- Stirum: Wir haben es immer beklagt, daß eine Versöhnung nicht erfolgt ist. Die Gründe für die Aufrechterhaltung der Beschlagnahme liegen nicht mehr por. Wenn wir die Vorlage auch an eine Rommission verweisen wollen, so wünschen wir die Frage zu erörtern, ob nicht die Beschlag nahme besser durch Gefeß aufgehoben wird. wirkung des Landtags früher dem größten Staatsmann gegenüber in Aussicht genommen ist, brauchen wir heute nicht darauf zu verzichten. Ich bin der Meinung, daß durch die Kommissionsberathung nüße Debatten erfpart werden. Allen Fragen, die sich auf die Vergangenheit beziehen, werden wir den entschiedensten Wider stand entgegensetzen. Nur Leute, welche an der Sensation Freude haben und welche Gelegenheit haben, sie zu verwerthen, können solche Dinge verlangen. Nach der zwar starren, aber loyalen Handlung des Herzogs von Cumberland habe ich die leber zeugung, daß, wenn die Herren sich einmal mit dem bestehenden Bustaude versöhnt haben, sie zur Sicherung des Deutschen Reiches beitragen werden. Finanzminister Miquel: Die 16 Millionen Thaler find ein Aequivalent für das Fideikommißvermögen; davon sollten nur die Revenüen ausgeliefert werden. Das Kapital sollte in den Händen Preußens bleiben. Dagegen wird gegen die Stimmen der Konservativen und eines Theils des Zentrums die Aussehung der zweiten Berathung beschlossen. Damit ist die zweite Berathung des Geschentwurfs erledigt. Es folgt die erste Berathung des Gefeßentwurfes, betreffend Es folgt die erste und ev. zweite Berathung der von den die Aufhebung der durch die Verordnung vom 2. März 1868 Abgg. Möller und Rösicke eingebrachten Novelle zum Unfall- verhängten Beschlagnahme des Vermögens versicherungs- Gesetze, wonach§ 87 desselben dahin geändert König 3 Georgs. werden soll, daß der Bundesrath befugt ist, die Zahl der Stell- Abg. Richter: Mit dem Prinzip der Vorlage sind wir vertreter der nichtständigen Mitglieder des Reichsversicherungs- einverstanden. Daß die Gründe für die Beschlagnahme nicht autes aus dem Stande der Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf mehr bestehen, haben wir schon früher mehrfach ausgeführt. je 6 zu erhöhen. Etwas anderes ist die Form, in welcher die Aufhebung der Beschlagnahme vorbereitet werden soll. Man hat allgemein angenommen, daß die Beschlagnahme unter Zustimmung der Landes vertretung aufgehoben werden soll. Jezt wird aber nur eine Vollmacht für die Regierung verlangt, die Beschlagnahme aufzu Abg. Richter: Ich will durchaus nicht erst die Beschlag Abg. Grillenberger( Soz.): Der Antrag stammt aus einer heben. Gründe dafür sind eigentlich nicht angegeben. Diese nahme aufheben und dann eine Vereinbarung herbeiführen, fonts von mir in der zweiten Etatsberathung gemachten Bemerkung, Vollmacht ist zeitlich garnicht limitirt. Die Vertrauensseligkeit, dern umgekehrt. Das kann dahin führen, daß die Vereinbarung welche die vorgenommenen Wahlen anfocht. Ich konstatire, daß welche bei der Beschlagnahme des Welfenfonds herrschte, ist so stattfindet und uns in der Kommission mitgetheilt wird. Eine die Einbringung dieses Antrages meine Auffassung von der Un- schmerzlich getäuscht worden, daß es bedenklich ist, neue Voll- Verzögerung entsteht dadurch nicht, es müßte denn gerade ein gefeglichkeit der betreffenden Wahlen rechtfertigt, und erwarte, machten zu ertheilen. Der König Georg hat Staatsgelder mit Schluß der Session eintreten. Es scheine aber doch die Fort daß diese Wahlen und die von den Gewählten gefaßten Be- nach England genommen, sie müssen an Preußen zurückerstattet fetzung der Session über Ostern hinaus in Aussicht ges schlüffe annullirt werden. Selbstverständlich erwarte ich auch, werden durch Anrechnung auf die Abfindung aus preußischen nommen zu sein. Die Aeußerung des Finanzministers ist daß diese Vorlage nicht eine umfassende Novelle des Unfall- Staatsgeldern. Hierbei sind unsere Interessen mit denen der durch die Heiterkeit als eine Zustimmung bezeichnet worden. versicherungs- Gesetzes verzögern soll. Staatsregierung gemeinsam. Aber das Haus hat auch ein Interesse Sonst hätte er doch wohl Veranlassung gehabt, den betreffenden Staatssekretär v. Bötticher: Die Regierung hat eine miß der Staatsregierung gegenüber, nämlich bezüglich der Aus- Mann aus der zweifelhaften Gesellschaft der Koftgänger des bräuchliche Anwendung des Gesetzes nicht zugegeben; die Kon- einandersetzung über die Revenuen. Fürst Bismard hat erklärt, Reptilienfonds auszuscheiden. Graf Limburg- Stirum meint, es statirung des Vorredners geht also nicht die Regierung an. Die daß Ersparnisse nicht gemacht werden; dafür werde er sorgen. handle sich um Sensationsmache. Davor fürchten sich die KonNovelle an sich aber halten wir zur Behebung der entstandenen Graf Caprivi hat dagegen der Verwendung engere Grenzen ge- fervativen doch sonst nicht, wenn es sich um antisemitische Zweifel für nüßlich. zogen und es sind wohl Ersparnisse gemacht worden; es fragt Debatten handelt. Freilich fürchten sie wohl, daß konservative Abg. v. Stumm protestirt gleichfalls gegen die Wieder- fich, ob auf den Revenuen Verbindlichkeiten lasten, welche nicht Staatsmänner und sonstige Gesinnungsgenossen kompromittirt holung der Behauptung, daß der Bundesrath ungesetzlich ge- ablaufen mit dem Tage der Aufhebung der Beschlagnahme. Es werden könnten. Ich will nichts von der Vergangenheit wissen, handelt habe. würde eine Restverwaltung des Reptilienfonds entstehen, die noch sondern eine Bilanz gezogen haben, damit man weiß, wie der Damit schließt die erste Berathung. Die zweite wird heute Jahre lang weiter geführt würde. Es soll eine ganze Summe Fonds steht und damit verhindert wird, daß nicht für den Fonds von der Tagesordnung abgesetzt. für eine Garnisonkirche in Hannover verwendet sein. Die Kirche der preußische Staat eintreten muß. Bezüglich der Wahl des Abg. Müllensiefen( Bochum) ist noch nicht fertig, wer giebt das Geld dazu her? Es sollen Finanzminister Miquel: Der Vertrag vom September 1867 wird Beweiserhebung über die Proteste beschlossen; die Wahl Pensionen gewährt sein z. B. für den Kabinetssekretär Meding. ist niemals vom Landtage genehmigt worden; die Staatsregierung des Abg. Poll wird für giltig erklärt. Soll die Pension auf den Staatshaushalt übergehen? Dagegen hat ausdrücklich die Nothwendigkeit dieser Genehmigung bestritten. Schluß 5 Uhr. Nächste Sigung Dienstag 12 Uhr( Wahl- würde ich doch Widerspruch erheben. Zu den Koftgängern des Nur das Anleihegesetz, welches die Mittel zur Ausführung des prüfungen und Petitionen). Reptilienfonds soll der Kardinal Melchers in Rom gehören. Vertrages forderte, hat der Genehmigung des Landtages unter ( Seiterkeit.) Der Kardinal ist niemals thätig gewesen zur Ab- legen und in dieses Gesetz ist eine Klausel über die Zustimmung wehr der feindlichen Bestrebungen des Königs Georg. Es soll des Landtages zu einem gewissen Punkte aufgenommen worden. der Regierung daran gelegen gewesen sein, den Kardinal Melchers So weit dieser Punkt nicht in Frage kommt, können Modis von seinem Erzbisthum Köln loszulösen und ihn in die Karbi fikationen des Vertrages von der Verwaltung vorgenommen Der Landtag wollte blos eine vorzeitige Beschlagnalsstellung zu bringen. Bielleicht giebt die Regierung darauf eine werden. bündige Erklärung. Wir werden eine tommiffarische Berathung nahme verhindern; das ist doch heute nicht mehr der Fall. beantragen, durch welche die Zustimmung der Landesvertretung Ich finde in der kommissarischen Berathung nur die Möglichkeit zur Aufhebung der Beschlagnahme erforderlich gemacht wird. einer Verzögerung, welche der Regierung unerwünscht wäre. Abg. von Tzfchoppe( freit.) erklärt die prinzipielle Zus Die gegenwärtige Beit ist so reich an Ueberraschungen, daß wir nicht in der Lage find, auf unsere Rechte zu Gunsten der Krone ftimmung seiner Freunde zur Vorlage. Wenn die Erklärungen, welche der Finanzminister heute abgegeben hat, in der Begründung Finanzminister Miquel: Die Vorlage ist aus der hoch- der Vorlage enthalten gewesen wären, wären manche Bedenken herzigen Initiative Sr. Majeftät des Kaisers hervorgegangen, meiner Freunde beseitigt worden. Weil die Bedeutung der Borwelcher den Zeitpunkt zur Aufhebung der Beschlagnahme für ge- lage aber nicht vollständig klar gelegt ist, haben wir den Antrag kommen erachtete und welcher der Proving Hannover einen Beweis auf Kommissionsberathung zu stellen uns entschlossen. Eine Ber feines Vertrauens geben wollte und ein Bedürfniß der Aufrecht- zögerung wird dadurch nicht entstehen, denn die eingeleiteten Vererhaltung der Beschlagnahme nicht mehr anerkannte. Das Staats- handlungen können ruhig weiter aehen. Abgeordnetenhaus. Sigung vom 21. März. 11 Uhr. Am Ministertische: Miquel und Kommissarien. Eingegangen ist ein Gefeßentwurf betreffend die Abänderung einzelner Bestimmungen des allgemeinen Berggefeßes vom 24. Juni 1865. Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Berathung des Gefeßentwurfes zur Ergänzung des Gesetzes betreffend das Ruhgehalt der emeritirten Geistlichen und be- zu verzichten. treffend die Fürsorge für die Wittwen und Waisen der Geistlichen der evangelischen Landestirche in den neun älteren Provinzen der Monarchie. Abg. Bruel richtet an die Regierung die dringende Aufforderung, auch für die neueren Landestheile eine ähnliche Vorlage zu machen. Abg. Sattler: Als Eingeborener der Provinz, welcher hier Bertrauen entgegengebracht wird, spreche ich mich für die Vorlage aus. Eine Kommissionsberathung halte ich für nothwendig, weil dafür gesorgt werden muß, daß der Landtag nicht für den Fall eines Scheiterns der schwebenden Verhandlungen sein Mite wirkungsrecht aus der Hand giebt. M Finansminister Miquel: Ich fann die Konsequenzen, die diesen, sondern von der Freien Vereinigung der Kutscher und zwei Schuhmännern festgenommen werden sollten, leisteten fie Herr Richter aus der Nichtbeantwortung seiner Fragen zieht, aller im Fuhrwesen beschäftigten Arbeiter Berlins und Um- heftigen Widerstand und versuchten demnächst zu entfliehen. Innicht gelten lassen. Aus meinem Schweigen würde man sonst gegend. folge dessen fand ein Auflauf von etwa 200 Personen statt, die das herleiten, was der betreffende Fragesteller für gut findet. Ich für die Genannten Partei nahmen, sodaß die Beamten mit Der Vorstand des Kriegervereins Schwedter Dragoner der blanken Waffe einschreiten mußten. Bedeutende Ver bin weder als Finanzminister in der Lage, über die Einzelheiten Auf dem Stadtbahnhofe Bescheid zu wissen, noch kann ich es im Interesse des Landes fürs ersucht uns in echt tavalleristisch schneidigem Tone ganz legungen sind nicht vorgekommen. nüblich halten, mich darauf einzulassen. energifch" um die Mittheilung, daß der schlagfertige Kohlen- Bellevue fiel Abends eine Frau beim Verlassen eines Buges händler Kury, Straußbergerstr. 50, nicht Mitglied des betreffenden zu Boden und erlitt bedeutende Verlegungen am Kopf. In der Vereins ist. Die Entrüstung und Energie der Herren Dragoner Nacht zum 21. d. M. warf sich eine etwa 20 Jahre alte unbe richtet sich natürlich gegen das Benehmen des Kury, wovon wir tannte Frauensperson auf dem Bahnhof Alexanderplatz vor einen mit Vergnügen Notiz nehmen. einlaufenden Vorortszug, so daß sie überfahren und ihr beide Beine vom Körper getrennt wurden. Sie wurde noch lebend nach Auch ein Standpunkt. Der Tischlermeister Schröder, der Charitee gebracht. Am 21. d. M. Morgens wurde in der dalbertstr. 63, scheint von der Ansicht auszugehen, daß Leute, Straße 46 cin unbekannter, etwa 25jähriger Mann an einem die bei ihm um Arbeit anfragen, fich bei ihm in Balltoilette vor Baum erhängt vorgefunden. Am 19., in der darauffolgenden stellen müssen. Als nämlich gestern der Tischler Capöhn bei dem Nacht und am 20. d. M. fanden 13 Brände statt. Bei einem Serrn um Arbeit anfragte, wies er ihn mit dem Bemerken ab, derselben im Seitenflügel des Hauses Staligerstr. 104, wo in Arbeit nachweisen fönne. Wie wir uns felbft überzeugt haben, dahinter liegenden Stube befindliche blinde Frau mit vier kleinen Daß er einen Tischler, der eine englisch- lederne Hose trage, feine einer Küche Möbel und Betten brannten, gerieth eine in der war der Anzug des Genossen Capöhn durchaus reinlich, fauber Rindern in große Lebensgefahr. Es gelang den Mannschaften und ganz. Wie ein Gigerl kann man sich nicht kleiden, wenn man der Feuerwehr jedoch noch rechtzeitig, in den bereits verqualmien Raum einzubringen und das Feuer zu löschen. Abg. Briel: Ich glaube die Sache zu fördern, wenn ich mich an der Debatte nicht betheilige, möchte aber feststellen, daß mein Schweigen nicht als Zustimmung zu den heute gefallenen Aeußerungen gelten foll. Die Vorlage wird darauf gegen die Stimmen des Zentrums einer besonderen Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen. Abg. Richter( zur Geschäftsordnung): G3 folgt jetzt wieder Abg. Richter( zur Geschäftsordnung): Es folgt jetzt wieder eine Vorlage aus dem Ressort des Kultusministeriums. Ich be antrage die Abfehung derselben von der Tagesordnung. Abg. von Eynern schließt sich diesem Antrage an. Der Antrag wird gegen die Stimmen der Freisinnigen und Nationalliberalen abgelehnt. Abg. Richter erklärt darauf, daß die Freifinnigen sich in Abwesenheit des verantwortlichen Ministers nicht an der Berathung betheiligen können. schwer arbeiten muß. Eine gefälschte Sammelliste, mit welcher ein junger Mann angeblich für stellenlose Mädchen Beiträge erhoben und mehrere hundert Dienstmädchen um Beträge von je 50 Pfennig bis zu einer Mart prellte, ist gestern von einem in der Königgrägerstraße wohnhaften Herrn angehalten worden. Derfelbe kam zufällig hinzu, als der Schwindler von seinem Gerichts- Beitung. Es folgte erste und zweite Berathung des Gefeßentwurfs Dienstmädchen einen Beitrag erheben wollte. Während der Wegen Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen betreffend die Sterbe- und Gnadenzeit bei Pfarr- Dienstherr sich die Sammelliste näher betrachtete, ergriff der und wegen Beleidigung des Bundesraths stand stellen. ind ofne Debatte angenommen Fremde die Flucht und ließ sich nicht wieder blicken. Die Liste gestern der Maurer Ferdinand Grothmann vor der Die Vorlage wird ohne Debatte angenommen. Die Rechnung erwies fich als gefälscht; die Sammlung sollte, wie der Fremde ersten Straftammer des Landgerichts I. Um 8. Februar v. 3. der Kaffe der Ober- Rechnungskammer für 1890/91 wird der angegeben, durch die Prediger Frommel bezw. Stöcker verhielt der Angeklagte einen Vortrag in einer öffentlichen VersaminRechnungskommission überwiesen. anlaßt sein. lung der Maurer, die in einem Lokale in der Chausseestraße stattSchluß 1/2 Uhr. Nächste Sigung Dienstag 11 Uhr. fand. Er besprach die Lohnverhältnisse und das Alters- und ( Denkschrift über den Dortmund- Ems- Kanal und Denkschrift über Eine erblindete Frau und vier kleine Kinder geriethen Invaliditätsgesetz. In Betreff des letzteren soll der Angeklagte die Ober- Kanalisirung in Breslau.) vorgestern Abend in der neunten Stunde in schwere Bedrängniß. nach der Bekundung des Polizeilieutenants Gladisch, der die VerDie Frau hat im vierten Stock des rechten Seitenflügels vom fammlung überwachte, ausgeführt haben, daß die Regierung durch Hause Staligerstr. 104 eine Wohnung inne, die aus Küche und das Gesetz den Arbeitern nur etwas vormachen wollte, es anstoßender Stube besteht. In der Küche war ein Feuer ausge- diene im Wesentlichen nur dazu, um einigen hundert der Stube befindlichen Personen vollständig abgeschnitten waren. Staat und Arbeitgeber sei nichts zu hoffen. Der Angeklagte Am Mittwoch, den 28. März, haben die Wähler der 3. Ab- Als die Feuerwehr anrückte, schwebten die Unglücklichen schon in behauptete dagegen, daß der Polizeilieutenant ihn falsch vertheilung, also die Arbeiter, fleinen Handwerker und Beamten im der größten Lebensgefahr. Infolgedessen wurden sofort Leitern standen haben müsse. Er sei Sozialdemokrat und als solcher 22. Stadtbezirk an die Wahlurne zu treten, um ihre Stimme für und Schlauch vorgenommen, was aber einige beherzte Mann- stehe er dem in Frage kommenden Gesetz freundlich gegenüber. einen Vertreter im städtischen Parlament abzugeben. Die bis- schaften der Feuerwehr nicht abhielt, auch über die Treppe noch Allerdings habe er verschiedene Mängel desselben gerugt und herige fortschrittliche Mehrheit im städtischen Verwaltungstörper vorzubringen. Es gelang ihnen, die lichterloh brennende Küche besonders darauf hingewiesen, daß die Verwaltungskosten den bat in augenfälligfter Weise gezeigt, daß sie für die Interessen zu pafsiren, sich den Weg bis zu der schon start verqualmten größten Theil der von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern geunferer Wähler, des arbeitenden und dabei nothleidenden Volfes, Stube zu bahnen und die Gefährdeten so weit zu beruhigen, daß leisteten Beiträge verzehre und dadurch der eigentliche Nutzen für fein Verständniß hat, daß ihre Klaffenzugehörigkeit ihr einfach fie in dem inzwischen sachgemäß entqualmten Zimmer verbleiben die Arbeiter illusorisch gemacht werde. So habe er beispielsweise verbietet, dem etwa vorhandenen guten Willen" die That folgen konnten, bis das Feuer in der Küche gelöscht war. an der Hand der Statistik nachgewiesen, daß die Verwaltung der zu lassen. Kaffe der Schornsteinfeger nicht weniger wie 68 pet. der Bei Entsetzliche Verftümmelungen erlitt in der verfloffenen träge in Anspruch genommen habe. Polizeilieutenant Gladisch Nacht um 2 Uhr auf dem Bahnhofe Alexanderplatz ein Dienst- blieb bemgegenüber dabei, daß die Aeußerung so gelautet habe, mädchen, welches daselbst sich von einem Eisenbahnzuge überfahren wie in der Antlage behauptet ist. Während der Staatsanwalt ließ, um ihr Leben gewaltsam zu enden. Nachdem die Lebens- 14 Tage Gefängniß beantragte, führte der Vertheidiger, Rechtsmüde eine Beit lang unftät auf dem Bahnsteig sich aufgehalten anwalt Sachs, aus, daß die Aeußerungen des Angeklagten, soweit hatte, warf sie sich furz vor der Maschine eines heranbrausenden sie als erwiesen anzusehen seien, keineswegs das Maß des ErBuges auf die Schienen und wurde auch derart überfahren, daß laubten überschritten. Der Gerichtshof schloß sich im Wesent ihr das eine Bein vollständig abgetrennt wurde, während das lichen diesen Ausführungen an und fällte ein freisprechenzweite nur noch lose am Körper hängen blieb. Die Unglückliche des Urtheil. wurde mittelst des Lück'schen Krankenwagens nach der Charitée Parteigenossen! Arbeiter Berlinsfommen, das so schnell um sich gegriffen hatte, daß die fünf in Offizieren und Unteroffizieren Stellungen zu verschaffen, vour Es ist daher unfere unabweisbare Pflicht, wirkliche Vertreter der Arbeit, Ilaffenbewußte Sozialdemokraten in die Gemeinde verwaltung zu entfenden. Jeder Parteigenoffe agitive, wo sich Gelegenheit bietet: in Werkstätten, Verkehrslokalen, in Versamm lungen und wo er sich sonst befinden mag. Es gilt, durch Wort und Schrift Säumige neu aufzurüttelu, neue Stämpfer für die Reihen der Proletarierbewegung zu gewinnen. Es gilt, am 28. März einen neuen Martstein in der Klassenbewegung der Arbeiter aufzurichten! Dies erreichen wir, wenn wir, fest geschlossen, dem Kandidaten der Sozialdemokratie, Kaufmann Robert Flatow, Wallner- Theaterstr. 18, zum Siege verhelfen. Wir bitten Folgendes zu beachten: P Nach den gesetzlichen Bestimmungen ist in die GemeindeWählerliste als stimmberechtigt jeder selbständige Preuße einzutragen, welcher das 24. Lebensjahr erreicht hat, wenn er feit einem Jahr Einwohner der Stadt ist, sich im Vollbesitz der bürgerlichen Ehrenrechte befindet, keine Armenunterstützung aus öffent lichen Mitteln empfangen und seine Gemeinde Abgaben gezahlt hat, auch an Klaffensteuer einen Jahresbetrag von 6 M. entrichtet oder doch zur 2. Klassensteuer- Stufe eingeschätzt worden ist. Als selbständig wird Jeder betrachtet, welcher einen eigenen Hausstand hat, d. h. welcher über einen Wohnraum oder mehrere Wohnräume selbständig verfügt. Als unterstützt wird auch der jenige angesehen, welcher für sich oder seine Familienangehörigen Krantenpflege aus öffentlichen Mitteln durch Aufnahme in ein Krankenhaus empfangen und die dadurch entstandenen Rosten nicht zurückgezahlt hat. Nach dem Lehrter Bahnhofe wurde vorgestern früh um 6 Uhr die Feuerwehr gerufen; die Gefahr war jedoch glücklicher Weise keine große, denn es stand nur eine Wächterbude auf dem Güterbahnhofe in Flammen, mit denen die Feuerwehr Mann schaften sehr bald fertig wurden. Im Laufe des Vormittags fanden noch drei weitere Alarmirungen nach der Stephan Straße 53, Memelerstraße 8 und Großbeerenstraße 72 statt, doch auch an diesen Stellen handelte es sich nur um unbedeutende Als Legitimation zur Ausübung des Wahlrechts genügt die feitens des Magistrats jedem Wähler zugestellte Wahlkarte". Brände. Im Nothfalle auch die letzte Steuerquittung. der geschafft, woselbst ihr auch das zweite Bein abgenommen werden Der Redakteur der Volks- Zeitung", Hermann Holdmußte. Ueber das Motiv, welches das Mädchen, die 23 Jahre heim, ftand gestern unter der Beschuldigung, das t. Gouverne alte Dentke aus Rixdorf, zu der verzweifelten That veranlaßt ment zu Köln beleidigt zu haben, vor der I. Straffammer des hat, konnte noch feine Feststellung erfolgen, da die Patientin Landgerichts I. Es handelt sich um die von der„ Kölnischen nicht vernehmungsfähig ist. Volkszeitung" f. 3. verbreitete Nachricht, daß an einem militärgefangenen Marinesoldaten ein standrechtliches Urtheil durch ErAuf dem Bahnhofe in Potsdam wurde am Sonntag fchießen vollzogen worden sei. Ueber die Wahrheit oder unwahrVormittag vor den Augen des zahlreichen Publikums der Weichenheit dieser Mittheilung, welche große Aufregung hervorgerufen steller R. aus Neuendorf, ein alter Beamter, von einem Vororts- hatte, wurde damals in verschiedenen Zeitungen hin- und zug aus Berlin überfahren. Ihm wurden die Beine vom Körper hergestritten, bis das t. Gouvernement in Köln den Inhalt Hiervon nahm getrennt, welcher Verwundung er gestern früh im Krankenhause der Zeitungsnotiz vollständig dementirte. erlegen ist. auch die Bolts- Beitung" in ihrer Nummer vom 13. November Notiz. Sie leitete die betreffende Mittheilung mit der Bemerkung ein, daß endlich" das fgl. Gouvernement sich dazu herbeigelassen habe, der allgemeinen Beunruhigung durch ein Dementi ein Ende zu machen. In dieser Bemerkung erblickte der General v. Stod den Vorwurf der Pflichtvernachlässigung und Verfäumniß und stellte Namens des Gouvernements den Strafantrag. Der Angeklagte bestritt jede beleidigende Absicht und behauptete, daß das Gouvernement gar nicht die amtliche Pflicht habe, der zit erlaffen. Der ganze Fall artige Berichtigungen fei fei blos blos als Juustration zu der Nothwendigkeit von besonderem Sichfte, da hafte die Kiste. Seit dem 25. v. M. hatte die Deffentlichkeit im Militär- Strafverfahren i. P. Werthe gewesen.Aehnliche Aehnliche Ausführungen Ausführungen machte auch Die Wählerlisten sind bis zum Wahltage einzusehen bei 38 Jahre alte unverehelichte Peters, welche aus Stolp der Bertheidiger Rechtsanwalt Albert Träger, welcher noch Spiedermann, Markusstr. 6. stammt, im vierten Stockwerk des Hauses Griebenowftr. 18 eine Der Wahlbezirk umfaßt folgende Straßen: eigene aus Stube und Küche bestehende Wohnung bezogen. Sie darauf hinwies, daß dieser Fall auch schon den Reichstag bei Alexanderstr. 1-52, 69-71 Blumenstr. 1-34, 51a und 84. erwarb ihren Unterhalt dadurch, daß sie in einer Apotheke der Frage der Militärgerichtsbarkeit am 15. Februar 5. J. beGroße Frankfurterstr. 38-49, 89-100. Kleine Frankfurter arbeitete. Bor längerer Zeit hatte die Peters den Koulissen- fchäftigt habe. Damals fei von einem nationalliberalen Rebner " Die Militärbehörde habe sich ftraße 1-9, 20-25. Gonnerstraße, von Alexanderstraße bis fchieber S. fennen gelernt und diesen wahrscheinlich in der Abgleichfalls gesagt worden: Stadtbahn. Grüner Weg 1-22, 102-125. Holzmarktstr. 1 bis sicht einer späteren Verheirathung gebeten, zu ihr zu ziehen, sie schließlich zu einer Berichtigung veranlaßt gesehen," ohne daß 18, 52-55, 58-73. Ifflandstraße 1-11. Raiserstraße 1-48. werde ihm die Küche einräumen. S. lehnte längere Zeit hin- irgend Jemand im Hause darin eine Beleidigung erblickt habe. Krautstr. 2a, 11 u. 12. Königsgraben 1, 20-22. Neue König durch ab. Da aber die Peters aus dieser Veranlassung wieder Gine amtliche Pflicht zur Widerlegung des Gerüchts habe das Straße 44-46. Kurzefir. 2-19. Markusjir. 16-21b, 24-40. holte Selbstmordversuche durch Erhängen gemacht hatte, gab G. Gouvernement garnicht gehabt, der Artikel habe es nur als eine Magazinstraße. Schicklerstraße. Schillingstraße mit Ausschluß endlich dem ungestümen Drängen nach, und bezog vor einigen Art Menschenpflicht betrachtet, schleunigst zur Beruhigung der von Nr. 20. Alte Schüßenstraße 13-16. Wallner- Theater Tagen die Küche. Gestern Morgen nun zeigte sich die Peters Gemüther beizutragen. Der Gerichtshof erkannte im Anschluß Straße 1-12, 85-45. Weberstr. 64. An der Jannowitzbrücke. auf S. eifersüchtig, es entstand ein Bank, und die Erstere griff, an diese Ausführungen auf Freisprechung. Der StaatsAn der Michaelsbrücke, Westseite". Raupachstraße. Die Stadt- ehe es verhindert werden konnte, zu einer Flasche, welche an anwalt hatte 100 M. Geldbuße beantragt. bahn von Michaelsbrücke Westseite" bis zum nördlichen Ufer scheinend Strychnin enthielt und in der Wohnung aufbewahrt der Spree bei der Alexanderstraße. Alexanderplat. Kl. Markus wurde, leerte das Gift und fiel mit den Worten:„ Siehste, da straße mit Ausschluß 14 u. 15. Ostseite der projektirten Straße hafte die Kiste" vor den Füßen des Koulissenschiebers um. Oblängs der Stadtbahn. An der Stadtbahn 1-22. gleich ein Arzt sogleich zur Stelle war und den Magen ausDas Zentral- Wahlkomitee. pumpte, starb die Peters unter seinen Händen. Das Gift scheint sie aus der Apothkte, wo sie beschäftigt war, entwendet zu haben. Die Leiche ist dem Schauhause zugeführt worden. " J. A.: Otto Klein, Schönleinstr. 6. Lokales. Soziale Lteberlicht. Die Sequestration der Invalidenkaffe des Unterstüßungs vereins Deutscher Buchdrucker ist aufgehoben worden, nachdem der vorm Stuttgarter Ober- Landesgericht anhängig gewesene Prozeß durch Vergleich erledigt war. Zur Aufklärung! Polizeibericht. Als am 19. d. M. Morgens der Kaufmanus- Lehrling Günther im Lagerfeller seines Prinzipals in der Nostizstr. 42 mit dem Abfüllen von Benzin beschäftigt war, entzündeten sich die entströmten Gafe an dem Lichte der schadhaften Zur Kommunalwahl im 22. Bezirk. Wir ersuchen die Laterne, die den Lagerraum erhellte, und brachten das Benzin in In der bürgerlichen Bresse befindet sich eine Notiz, wonach Wähler der dritten Abtheilung des 22. Kommunal- Wahlbezirks, der Steinkruke zum Explodiren. Günther erlitt dabei und bei die Kornträger Berlins in einen Streit eingetreten sind, um anam 28. d. M. streng ihre Pflicht zu erfüllen. Bei reger, unermüd- dem Versuch, das entstandene Feuer zu löschen, bedeutende geblich den Lohn in der für die Kornträger gegenwärtig licher Thätigkeit ist ein Erfolg sehr wohl möglich. Sorge Jeder Brandwunden im Gesicht und an den Armen, so daß er von günftigen Zeit um 50 pet. zu erhöhen resp. eine Mehrforderung den Mannschaften der inzwischen herbeigeeilten Feuerwehr ver- von 50 pCt. zu stellen, bei einen Tagesverdienst von 10-12 M.; dafür, daß am Tage der Wahl unser Kandidat, der Kauf- bunden und demnächst nach dem Krankenhause am Urban gebracht diese Notiz ist erfunden und bezweckt nur, das Publikum hinters mann Robert Flatow, ein alter, bewährter Parteigenoffe, werden mußte. Zu derfelben Zeit wurde eine Aufwärterin in Licht zu führen. Thatsache ist, daß die Kornträger Berlins als Gewählter in das städtische Parlament entfendet wird. Es ihrer Wohnung in der Griebenomstraße todt aufgefunden. Die- lediglich ihren alten, feit 1. Juli 1878 bestehenden gilt, zu zeigen, daß das klassenbewußte Proletariat nicht gewillt felbe hat sich anscheinend vergiftet. Nachmittags fiel ein zwei Tarif, welcher amtlich mit der Berliner KaufJahre altes Mädchen Hafenhaide 48 aus dem Fenster der im mannschaft abgeschlossen und vom tönigist, die Tyrannei der liberalen Majorität länger zu ertragen dritten Stock belegenen elterlichen Wohnung auf den Hof hinab lichen Polizeipräsidium unterzeichnet wurde, verstarb auf der Stelle. Abends gerieth in aufrechterhalten wollen. Zur vollständigen Klärung Wähler des 22. Bezirks- denkt an die dreisten Ableugnungen und des Nothstandes von Seiten der Freisiunigen und thut am einem Schanklokale in der Perlebergerstraße der Steinmetz der Angelegenheit findet am Mittwoch, Abends 8 Uhr, bei FeuerRaab init dem Droschkentutscher Schröder in Streit, stein, Alte Jakobstr. 75, eine Versammlung der Kornträger Berlins 23. März Eure Pflicht! der in Thätlichkeiten ausartete, in deren Verlauf Ersterer statt, zu welcher die Unternehmer und Kaufleute eingeladen find. Ueber den Streit erfahren wir noch das Folgende. Der In der Bekanntmachung vom 3. März, betreffend die dem Letzteren einen Messerstich in die Brust beibrachte. Vertrauensmänner der Alters- und Invaliditätsversicherungs- Schröder, anscheinend schwer verletzt, konnte sich noch zu einem Ausstand brach am 18. März früh im Inselspeicher, Fischerbrücke, Anstalt Berlin, ist die Wohnung des Vertrauensmannes- Ersatz- in der Nähe wohnenden Arzte begeben, brach dort jedoch be- aus. Es waren Säcke 4 Treppen hoch zu tragen, wofür der mannes im 5. Bezirk, Klempner Robert Schulze, nicht richtig wußtlos zusammen und mußte nach dem Krankenhause in Moabit Zarif der Kornträger pro Wispel(= 1 Zonne= 20 Bentner) gebracht werden. Am 20. d. M. Morgens sprang eine Arbeiter- 1,15 M. Vergütung vorschreibt; für das Tragen der Säcke vom angegeben. Herr Schulze wohnt Manteuffelstr. 99. frau gegenüber dem Hause Louisen- Ufer 10 in den Kanal, wurde Kahn bis zur Waage sind nach demselben Tarif außerdem 60 Pf. Zu den Kranzspenden im Friedrichshain wird uns noch jedoch noch lebend aus dem Waffer gezogen und nach ihrer zu zahlen; hierzu die an den vereideten Wieger zu leistende mitgetheilt, daß auch der Interessenverein der Buchdruckerei Wohnnng gebracht. Mittags drangen bie Kellner Gebrüder Wiegegebühr von 25 Pf. gerechnet, ergiebt pro Wispel 2 M. Hilsearbeiter sich mit einem Kranze an der Feier betheiligte. Franz und Max Stürmer mit drei anderen, bisher noch nicht tarifmäßiges Entgelt. Der Unternehmer wollte jedoch anfänglich Ebenso die Freie Vereinigung aller in der Papierindustrie be- ermittelten Personen in das Biergeschäft von Abraham, Fehr- nur 1,50, dann 1,55 und endlich 1,60 m. zahlen. Die Kornschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Der Kranz, den wir mit bellinerstr. 8, zertrümmerten die Thürscheibe und warfen die in träger gingen aber mit Recht nicht auf diese Kürzung ein und Was nun die Angabe der der Devise„ Kutscher Berlins" registrirt hatten, stammte nicht von dem Laden befindlichen Gegenstände umber. Als sie deshalb von legten die Arbeit nieder. Tapitalistischen Presse über den hohen Verdienst der Kornträger) betrifft, so hat dieſe Preſſe wie gewöhnlich nur das günſtigſte Verhältniß ins Auge gefaßt, aber verschwiegen, daß die Kornträger im ganzen Jahre etwa nur 4 Monate Arbeit haben und beim Unternehmer im höchsten Falle 10 bis 12 M. pro Tag dann verdienen, wenn genügend Arbeit da ist. Ferner verschwieg dieselbe Preffe, daß bei voller Beschäftigung der Arbeitstag von etwa 5 Uhr morgens bis abends 7 Uhr dauert. Alles in Rücksicht gezogen und dazu gerechnet, daß um die schweren Rornfäce tragen zu können, der Arbeiter selbstverständlich auch entsprechend fräftig essen und trinken muß, so ergiebt sich, daß Der Streit der Kornträger selbst nach Bourgeois- Begriffen be rechtigt sein muß. 1873 gab es noch feine Lehensmittelzölle, auch die Wohnung und manches Andere war lange nicht so fostspielig als heute, wenn nun die Kornträger den 1873er, wohlverbrieften Tarif aufrecht erhalten wollen, also keine Mehrforderung stellen, so muß Jedermann, auch der anständige Gegner, besten Erfolg wünschen. Oder sollen die Kornträger etwa das ganze Jahr am Hungertuch nagen? Soweit sind wir glücklicherweise denn doch noch nicht. Wer das Korn baut, transportirt, mahlt und bäckt, soll sich auch selber satt essen können. Versammlungen. Berichtigung. In der Nr. 68 des Vorwärts, Berliner Volksblatt", befindet sich ein Bericht über eine Schneider Versammlung, zu welcher wir folgendes bemerken müffen: $ 9 Vorlage des Lohntarifs. zu richten. Wir Don Sozialdemokratischer lub der im Buchdruckgewerbe beschäftigten den Erwerbsverhältnisse die Arbeiter mehr und mehr zur Ghelosigkeit Breußer, Gendelſfir. 30. Bortrag über wirthschaftliche Krisen. Grfas: refp. She in die Arme getrieben und damit der Gefahr der Ansteckung Arbeiter. Heute Abend 8 Uhr ordentliche Versammlung im Restaurant verdammt, dadurch dem geschlechtlichen Verkehr außerhalb der Neuwahl des Borstandes. Glaser- Gesellschaft Berlins und Umgegend. Heute Abend 8% Uhr ausgesetzt werden. Des Weiteren beleuchtet der Verfasser die bei Bratweil, Kommandantenstr. 77-79, große Mitglieder- Versammlung. lendenlahme und heuchlerische Bekämpfung der Prostitution durch Lese- und Diskutirklubs. Dienstag. Johannes Wedde, s uhr, die Bourgeoisie und kommt zu dem Schluß, daß es dem Sozialis bei. Wintler, Manteuffelstr. 60. 6031 aldemokrat, Abends 8% Uhr, mus überlassen bleiben müsse, der Prostitution das Ende zu be= Agitationsverein affalle, bet Drügereiten. Dann werde auch die, in einem sozialistischen Gemeinbei C. Behrend, Blumenftr. 5. müller, Wienerstr. 31. wefen fich frei entfaltende Wissenschaft die Menschheit von den Alle Abänderungen, welche den Arbeiter- Sängerbund oder den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffen, sie nur an die Borstände derfelben traurigen Folgen der Prostitution, der Syphilis, befreien. tönnen das Heftchen bestens empfehlen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Dienstag, Abends Sozialpolitisches Zentralblatt( herausgegeben Uhr, uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder.- Freundschaft 1, bet Oswald Berliner, Brunnenstraße 114. Harmonia, Flottwellfir. 5 bei Dr. Heinrich Braun, Verlag von J. Guttentag in Berlin). Die Bartels. Olympia, Budowerstraße 9 bei Junghans. Schildhorn, soeben erschienene Nummer 12 enthält u. A.: Die Organisations ufedomstraße 33 bei Miete. Fidelitas, Bergstraße 68 bei Keller. forterfir. 15 bei Schneider. Allegro, Kaiser Franz- Grenadier- Play 7. Myrthenblätter, Bel- bestrebungen der Gewerkschaften auf dem Halberstädter Kongreß. Von Dr. Adolf Braun. Das schweizerische AuswanderungsBruderherz, Straußbergerftr. 3 bei Birk. Sumor, Straußbergerstraße 3 b. Birt.- unverzagt2, Moabit, Kronen Der Entwurf eines Brauerei. Hoffnung 2, Deutsch- Wilmersdorf, Brandenburgstraße bei geseh. Von Kantonsstatistiker E. Naef. Das Höferecht in bund, Nowawes, Wallstraße bei Gärtner. Waldrapelle 1, Berliner Bockbrauerei.- Arbeiter- mat- Heimstättengesetzes für das Deutsche Reich. Sängertette, Schönlein- Zirol. Statistik der Arbeitslosigkeit in England. Der ftraße 6 bet D. Klein. Kreuzberg, Lichterfelderstraße 7-8 bei Alte einde, französischen Arbeiter- Gewerkschaften. Von Leo Frankel. Freiheit 2, Adlershof, bei Albrecht. Die Kommis der Ge Mariannenstraße 31-32 bei Doberstein. Borwärts 4, Rathenow, Gewerkschaftskongreß zu Halberstadt. Restaurant Eine Statistik wandernder Walhalla". Ginigteit 2, Landsbergerstraße 31 mischtwaaren- Händler von Paris. bet Musehold. Gorgenlos, bei Röslinerstraße 17 Wendt. bei Handwerksgehilfen. Westfälisches Rots- Syndikat.- Amtliche Gefangverein der Böttcher Steineiche, Jüdenstraße 65 Berichte über die Unfallversicherung in den Jahren 1890 und Trieschmann. bet Boge. Titania, Köpenickerstraße 191 Stedesfreiheit 2, Die Krankenversicherung der Straußberg, Restaurant Krüger. Bor: 1891. Von Dr. M. Quard. wärts 7, Marwin, bet Wilhelm Nölte. Borwärts 2, Arbeiter im Jahre 1890. Ein neues Prud'hommes- Gesetz in Schönhauser Allee 28 bei Kuhlmen. Hilaria, Blumenstraße 46 bet Went. Frankreich u. s. w. Fretes Lied 2, Friedrichsberg, Frankfurter Allee 165, bet Feder. Sänger- Chor der Töpfer, Münzstr. 11, bet Ohlmann.- Wiederhall, Eisenbahnstraße 20 bet Siegmund. 8ufrieden hett, Willi bald- Alexisstraße 43 bei Strone. Sängerfreiheit, 9 Uhr, bet FröhGräz. Winter. -O 1 1 Theaterverein 1. Es ist nicht wahr, daß die Kommission der Schneider bei lich, Naunynstr. 44. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. den Unterhandlungen wegen Einrichtung von Betriebswerkstätten Dienstag: Geselliger Berein Climb tm, bet George, Gr. Görschenstr. 16. von uns getäuscht wurde. Es ist wahr, daß wir die Betriebs- heaterverein Atazte bei Ocert, Beughofstraße 8. Blumenlese bei Krüger, Dresdenerstr. 105. Tambourverein Deutsche werkstätten, in denen im Jahre Tausende auf dem Spiele stehen, iche, bei Gabed, Fürbringerſtr. 7.- Geselliger Verein Mehr& icht bei nicht unter Leitung des gegen unseren Willen uns aufgedrängten Babel, Frantfurter Alee 90. Tambour- Berein Borussia bet Feldhahn, Herrn Pfeiffer, als Leiter der Werkstätten, sehen wollten. Beidenweg 12. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Gesangverein 2. Es ist nicht wahr, daß wir mit Vorliebe Arbeiter von Anatreon, Abends 9-11 Uhr, bet Keßner, Annenstraße 16.- Musikverein außerhalb nehmen. Wir haben bei Anstellung von Schneidern Nord 8-11 Uhr, Wriezenerftr. 6, bei Gendte. niemals nach deren Heimath gefragt. 3. Es ist nicht wahr, daß wir von den Löhnen unserer Lohntabelle türzen. Lettere hängt in jedem unserer drei Geschäfte aus und muß genau inne gehalten werden. Diese Lohntabelle ist seiner Zeit von derselben Kommission als richtig anerkannt worden. 4. Es ist nicht wahr, daß wir für diese Saisonarbeit Wochenlöhne von 20-24 M. und nach der Saison Stücklohn zahlen. Wir hatten vielmehr bei Gründung unserer Geschäfte Wochenlohn eingeführt und diesen einige Zeit darauf auf Wunsch unferer Schneider in Akkordlohn umgeändert, den wir bis heute genau nach den Säßen der Lohntabelle beibehalten haben. Eine Ausnahme hiervon bilden 3 jüngere Tagschneider, die nach wie vor einen Wochenlohn von 21 resp. 28 M. erhalten. Unsere Lohnbücher können diese Thatsachen beweisen und liegen zu Jedermanns Einsicht aus. 5. Es ist unwahr, daß unsere Schneider von früh 4 Uhr bis Abends 10 Uhr gearbeitet haben. Die längste Arbeitszeit war bisher und ist 10 bis 11 Stunden pro Tag. Urlaubsgewährungen von einzelnen und mehreren Tagen finden außerdem statt und tritt dafür bei Schneidern von Wochenlohn fein Lohnabzug ein. 6. Es ist nicht wahr, daß wir uns im 6. Wahlkreise aus Gründen der Geschäftsreklame als Genoffen gerirt haben. Vermischkes: Die Bei einem Erdbeben auf den Liparischen Inseln stürzten am 16. März auf der Insel Alicudi 5 Häuser ein. Mehrere andere Gebäude wurden beschädigt. Auch auf der Insel Filicubi wurde Schaden an Gebäuden angerichtet. In Reichenbach i. Schl. brannte die Rosenberg'sche Spinn fabrik nieder. 600 Arbeiter sind brotlos. Der Grubenbrand in Anderlues nimmt an Umfang zu. Der ungarische Reichstags- Abgeordnete Geza Eötvös hat sich erschossen. Depeschen: Theater- Verein Othello 2 Abends 9 Uhr, bei Tägers, Gartenstr. 13-14. Privat- Theater- Gesellschaft Berliner Humor, Abends 9 Uhr, köpnickerftraße 158 bei Buchs. Vergnügungsverein Amicitia, 8% uhr, bei Schönnagel, Barnimsir. 47. Bergnügungsverein Reich strone, Abends 9 Uhr, in Reichert's Feft fälen, Müllerstr. 7. Geselliger Verein Brüderschaft, im Restaurant Deutscher Reichsadler, Beuffelstr. 9. Orientalischer Rauchflub Spar- und Kreditverein, Abends 9 Uhr, Reichenbergerstr. 24, bei Schröder.- Rauchklub Eldorado, Abends 8% Uhr, im Restaurant W. Schulze, Ostbahnhof 7. Rauchtlub Dämmerwolte, ( Depeschen des Bureau Herold.) Böckhstr. 51. Rauchklub Bruderbund. Abends 9 Uhr, Laufizerstr. 50, München, 21. März. Das heutige Schwurgericht verhandelte bei Grande. Rauchflub 3eitgeist, Abends 9 Uhr bei Kaspar, Restaurant gegen den 21jährigen Maler Schindler und den 24jährigen Mezger zum Beitgeist, Bernauerstr. 72. Tambourverein Rothe Nelte, Dienstag und Freitag, Abends 9 Uhr, Abel von hier, die angeklagt waren, in der Nacht vom 4. No: Freitag, Abends 9 Uhr, im Restaurant Müller, Gartenstr. 52. Tambour- vember v. J. auf der Kohleninsel den Tagelöhner Würstle aus verein Ruf, Dienstag und Freitag, Abends 8% uhr, bet Sommer, Grünftr. 21. Ledernan durch zehn Messerstiche ermordet zu haben. Schindler wurde zum Tode verurtheilt, Abel erhielt unter Einrechnung Sonntags Sigung. Stattlub Kreuz- Golo, 8-10 Uhr, Krautsstr. 2, bei Mühle. Touristenklub Wanderlust, Abends 9 Uhr, bei Biehrat, Fransedistraße anderer Vergehen eine Gesammtstrafe von 15 Jahren Zuchthaus. und Schönhauser Allee Ecke. 1 bet Thiele, Brandenburgstr. 56. Tambourverein Wirbel, Dienstag und Literarisches. Dr. H. Lux( Magdeburg). Die Prostitution, ihre Paris, 21. März. Die hiesige Polizei hat bis jetzt im Ganzen 11 Individuen verhaftet, die für die Urheber der letzten Dynamitattentate gehalten werden. Genügende Anhaltspunkte gegen diefelben haben sich bis jetzt nicht feststellen laffen. Die Untersuchung nimmt ihren weiteren Verlauf. Paris, 21. März. Die Dbmänner in Carmaux haben ihr schiedsrichterliches Urtheil abgegeben. Sie erkannten allen re sind damit zufrieden gestellt. 7. Es ist nicht wahr, daß uns eine Rechnung über Kontroll Dritte Serie, 4. Heft der Berliner Arbeiter- Bibliothek. Berlin beitern eine Lohnerhöhung von 5 Prozent zu, Die Bergleute Marken uns Agitationsgelder und Gebühren für Zeitversäumniß verlangt Der Verfasser will, wie er selbst sagt, den Arbeitern feine neue Berlag des Borwärts", Berliner Voltsblatt. Preis 20 Pf. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) wurden, die wir uns zu zahlen weigerten. Thema Lüttich, 21. März. Wegen einer Lohnherabsehung von 8. Es ist eine unwahrheit, daß sich der Wochenverdienst der sozialethische Untersuchung liefern oder das alte 10 pct. ist heute in Marihaye und Seraing ein Streit aus Don einem be: neuen Gesichtspunkte Schneider in unseren Geschäften auf 8-14 M. stellt. Es ist der Prostitution Charleroi, 21. März. Der Brand in dem Rohlenwerke von vielmehr wahr, daß der Mindestlohn 21 M. und der Meistlohn trachten; ihn leitete vielmehr die Absicht, in furzer, übersicht gebrochen. licher Weise darzulegen, daß die Prostitution auf das 40 M. pro Woche beträgt. Dafür liegen unsere Lohnbücher zu Junigfte mit dem Kapitalismus verwachsen ist, ist, und Anderlues scheint nunmehr erloschen zu sein. Man wird heute Jedermanns Einsicht aus. sie nur verschwinden kann, wenn der Sozialismus mit Abend versuchen, die Leichen der bei der Katastrophe Ver 9. In der Versammlung fonnten wir jene unwahren Be hauptungen nicht berichtigen, da nur einem von uns, gleich nach dem Kapitalismus selbst wird aufgeräumt haben. Dieser unglückten herauszuschaffen. dem Referenten, ein einziges Mal das Wort ertheilt worden ist. Aufgabe sucht der Verfasser gerecht zu werden, indem er auf In dem Bericht befindet sich aber auch nicht eine einzige der Grund der Untersuchungen von 2. H. Morgan nachweist, daß Briefkaffen der Redaktion. Widerlegungen. Auf unser Ersuchen, uns zu Berichtigungen das von einer Hingabe des Weibes aus anderen Gründen, als den Wort zu ertheilen, gab uns der Vorsitzende Herr Pfeiffer ab- der Liebe nicht die Rede sein fonnte, so lange das Mutterrecht herrschte. Erst durch die Entwickelung H. G. Wenden Sie sich an die Redaktion der N. W." schlägigen Bescheid. des Privateigenthums konnte die Prostitution entstehen und( Hamburg, Große Theaterstraße 44), auch betreffe der Spielecke. durch die vom Kapitalismus erzeugten Mißstände Besten Gruß! Uebelstande gestalten. Mit Hilfe P. B., Trier. Leider aus technischen Gründen nicht vers Zivil- Berufsmusiker Berlins und Umgegend. Arbeitsnachweis bei der Statistik zeigt der Verfasser, daß es nicht frivoler Leichtsinn wendbar. Wernau, Rosenstraße 30. Bersammlung jeden Dienstag nach dem 15. des ist, der die Prostituirte zu ihrem traurigen Gewerbe treibt, Bergnügungsverein Vulkania. Derartiges gehört in den Nationale kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe. und Sterbekasse. Seute sondern daß es einzig jene Mißverhältnisse sind, welche die BeAbend 8% Uhr Mitglieder- Bersammlung mit Damen im oberen Saale des gleiterscheinungen der kapitalistischen Produktionsweise ausmachen Restaurants Norbert, Beuthstr. 21-22. Bortrag des Herrn Dr. Böhm: aus und unter denen die arbeitenden Klaffen am schwersten zu leiden Kranken- Unterstühungsbund der Schneider. Heute Abend 8% Uhr haben. Aber auch die Folgen der Prostitution seien äußerst bedenkenin den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, Statutenberathung zur General- erregend, durch die immer mehr uni sich greifende Syphilis und Versammlung. Gauverein Berliner Bildhauer, Annenstr. 16. Heute Diskussion über die daraus resultirende Entartung der Geschlechter. Erschwerend der Fabrik B. C. A. G. 5,65 M. erhalten. tomme noch in Betracht, daß durch die immer unsicherer werden Bär Sohn, Chausseestraße 24a. Brückenstraße 8. Gr. Frankfurterstraße 16. fich einem fozialen Monats. der Krankenstube." bas neue Statut. zu Bock- Brauerei. Empfehle den großen Garten mit beiden Sälen zu SommerFestlichkeiten. 2158L August Tiedemann, Dekonom. Echt Stonsdorfer, Bitter- Liqueur, Ltr. 1,20 Mt., 10 Str. 10 Mt. Johannisbeer- Wein, vorzüglich, Flasche 55 Pf., 10 FI. 5 Mt. Maitrank, frischen, Flasche 65 Pf., 10 Flaschen 5,50 Mt. Tokayer, med. füßer Ungarwein, Literfl. 2,10 mt. Himbeer, Kirsch, Johannisbeersaft, Liter 1,20 Mt. 6a Belle- Alliance- Plak 6a, [ 513M Eugen Neumann& Co., si eue Friedrichstr. 81. Wegen Räumung des Plates werden Deichselstangen, Rungen, Speichen zc. sehr billig ausverkauft. 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Für die vielen Beweise herzlicher und liebevoller Theilnahme, wie für die reiche Kranzspende bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Richard Maan fagen wir allen Freunden und Genossen von Nah und Fern, sowie allen Verwandten und Bekannten unfern herz2006b lichsten Dant. Wittwe Maan geb. Fischer nebst Kindern. Empfehle mein Geschäft in friscaen 533 L Blumen und Kränzen. Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Irrthum zu ver meiden, bitte ich meine Freunde und Genossen, genau auf meine Adresse zu achten. Bettfedern vollständig Baubfrei, mit vorzüglicher Füllkraft, à Pid. 50 Pf. bis zu den feinsten Qualitäten. Daunen von 2 bis 5 Mark. Komplette Betten in großer Auswahl enorm billig.[ 2099L N. Lehmann, Köpnickerstraße 25 a. Inseratentheil. R. K. Karlsruhe. Der Vorsitzende des Arbeiter- Sängers bundes ist A. Neumann, Berlin N., Brunnenstr. 101, II. Grabow a. d. Oder. Kommandeur des X, Armee- Korps. Für die Arbeiter Bildungsschule durch Herrn R. von H. Gumpel, Barnimstr. 42. Verlag von Rob. Lutz, Stuttgart. Soeben erschien in 4. Auflage: mit dem Erlak des Prinzen Georg, Ein Aufschrei misshandelter Soldaten. Von E. Miller, früher Hauptmann 1. D. Preis 60 Pf. 2097L In jed. Buchhandlung vorräthig. PRS AL- METALL UNIVERSAL Schutzmarke. PUTZ- POMADE ADALBERT VOGT& CO BERLIN FRIEDRICHSBERG goldene u.silber! Die in der ganzen Welt rühm lichst bekannte ,, Helm- Putz- Pomade" 1832L Sophabezüge Reste in Rips, Damast, Granit, Plüsch u. bunt. Stoff, pottbillig. Emil Lefèvre, Oranienstr. 158. Proben franko! Ein magah. Spiegelspind nebst Spiegel u. Sophatisch ist billig zu verk. bei Bay, Mittenwalderstr. 44,... III. Ein Kinderwagen billig zu verf. bei Albrecht, Hochstr. 35 p.( 2002b Rechtsbureau richters a. D., Alte des föniglichen AmtsJakobftr. 130. Gewissenhafter Rath in allen Angelegenheiten. Unbemittelten unentgeltlich. Auch Sonntag. Betten Bettfebern- Spezialgeschäft. Theilzahlung. F. R. 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Verantwortlicher Redakteur August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Spezial Geschäft von S. Pollack, Dranienstraße 61, am Morigplay. Staare 2 M., Singlerchen 1,50 M., rothe Dompfaffen 3 M., alle Arten Waldvögel billig, Hedbauer 2,50 M. 21482 Schnelle, Staligerstr. 132. 2020b Bertha Wolffberg, Kochstr. 3. Ein Klavierspieler für Sonntags 4500 M. Offerten find zu richten au Nachm. von 5 Ühr ab gef. Mariannen: 2007b straße 48, Gittler. 2001b 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 69. Parteinachrichten. Dienstag, den 22. März 1892. 9. Jahrg. Lokales: Pariser Schwindel. In der bürgerlichen Presse sirkulirt Jeder und überall erhält 20 Mark per Woche bei zwei Stunden Arbeitszeit auf leichte fünstlerische Arbeit. Offerten unter..... postlagernd Paris. L'Avenir des Travailleurs den Tischen das Bureau und der Vortragende faßen. Im Hintergrunde wurde das Lied:" Deutschland, Deutschland über alles" angestimmt. Drohende Fäuste ballten sich gegen Aus Schwedt a. D. geht uns die Nachricht zu, daß unfern Gräbner.„ Er hat uns alle beleidigt!" schrie es dazwischen. dortigen Parteigenossen nunmehr auch das letzte Versammlungs- Einzelne Antisemiten bestiegen das Podium( vor den Tischen) jetzt folgendes Inserat: lofal abgetrieben worden ist. Der Bericht ist ein treues Spiegel- und hielten Reden, von denen aber nichts zu verstehen war. Die bild der Mifere, unter welcher in den meisten kleineren Orten Aufregung wurde immer größer, die Stimmung immer bedrohdie Arbeiterbewegung zu leiden hat. Zwei Briefe, welche der licher. Endlich wurden die Tische, die letzte trennende Schranke Wirth des betreffenden Lokals unseren Parteige offen zustellte, zwischen den Parteien heruntergerissen und die aufgereizten mögen hier zur zur Charakterisirung der Situation im Wortlaut Massen drangen auf den Lic. Gräbner ein. Es wurde Einer unserer Abonnenten ist auf dieses Inferat hineins folgen. Polizei geholt. Unaufhörlich ertönten Hochrufe, hin und gefallen und ersucht uns um Veröffentlichung zur Warnung für I. Schwedt a. D., den 3. März 1892. Geehrter Herr Robert wieder wurde ein Lied angestimmt. An sich ist dem Vorstande Alle, welche etwa ebenfalls ihr Geldnach Paris senden wollen. Auf Schmidt! Hiermit muß ich Sie zur Anzeige bringen, daß der und dem Vortragenden, wenigstens bis um 11/2 Nachts, die Offerte tommt nämlich ein gedrucktes Zirkular aus der franArbeiter- Bildungsverein, sowie die anderen politischen Vereine nichts geschehen. Die zwei herbeigerufenen Schuhleute verließen zösischen Hauptstadt mit folgendem Wortlaut: und öffentliche Bersammlungen von heute ab nicht mehr statt den Saal bald wieder, um sich Verstärkung zu holen, die indeß Gräbner finden dürfen, da wir von polizeilicher Seite ganz genauen Be- faum Gelegenheit gehabt haben dürfte, einzuschreiten. scheid erhalten haben, deswegen dreimal in kürzester Zeit Ueber- und der Vorsitzende verhielten sich den aufgeregten Maffen gegentretung des Polizeigesetzes der mir gegebenen Beitangabe ich als über vollständig still, unternahmen es aber auch nicht, von ihrem Wirth nicht inne gehalten habe; es sind daher zwei Strafen erhöhten, verhältnißmäßig sicheren Standpunkte herunterzutreten zu à 3 M. und die legte vom Sonntag, den 28. Februar, zu und den Saal zu verlassen. Wenn das so fortgeht, werden 15 M. und ich zwei Stunden Abenos von meiner Kon- die Arbeiter Berlins wohl noch wie ein guter Freund zeffion verurtheilt bin, und Punkt 10 Uhr Winters des Vorwärts" schon längst bezweckt einen Verein zur mein Lokal schließen muß; sollte die Polizeibehörde Hebung der guten Sitte unter den befferen" dennoch eine Uebertretung beransfinden, so würde ich nach dem Gesellschaftstlassen gründen müssen. heutigen Gesetz sowie des Kreisausschusses die ganze Konzession verlieren und mein Geschäft für immer schließen müssen. Also geehrter Herr Schmidt( Borsigender) sowie die Herren vom Vor stande und Herren des Vereins werden Sie Alle heraussehen, daß ich gezwungen bin, um mein Grundstück nicht aufgeben müssen, Sie Alle hiermit dies anzuzeigen. Achtungsvoll Franz Horte, Restaurateur, Gesellschaftshaus. II. Schwedt a. D., den 4. März 1892. Geehrter Herr Vorfigender Schmidt! Wir wollen für Sie und den ganzen Verein, so die geehrten Damen noch unsern aller und aufrichtigsten Dank aussprechen für die bis dahin gute Geschäfte und Ordnung, die wir von Alle erhalten; es thut uns beide sehr weh, daß wir Sie die Mittheilung machen mußten, aber es liegt ja nicht in meiner Hand. Achtungsvoll Horte. . * " " Praktisches Christenthum? Nach der Würzburger Volts Tribüne" soll aus dem dortigen Juliushospital ein Kranker aus gewiesen worden sein, weil er dem Wunsche der Geistlichkeit zu wider das Abonnement auf jenes sozialdemokratische Organ nicht aufgab. Was hat die Krankenpflege mit der Politik zu thun? Jst den betr. Geistlichen die Legende von Christus und dem Samariter unbekannt? # = 1 Aus New- York wird uns berichtet: Die durch das Kabel gemeldete Nachricht vom Selbstmord Reimer's bat unter den hiesigen alten Genossen einen schmerzlichen Eindruck gemacht. Als R. vor einem Jahre aus unserer Mitte schied, herrschte allgemeine Genugthuung darüber, daß der hier stets vom Mißgeschickt Der Arbeiter- Bildungsverein zählte bei seiner Gründung im verfolgte Genoffe endlich wieder in einen ihm zusagenden November vorvorigen Jahres 50 Mitglieder, welche Zahl troß Wirkungskreis treten konnte. Er war bei der Abschiedsreier in herbeiAbganges von 11 Unabhängigen", jetzt auf 160 gestiegen ist. Der besten Stimmung; über den Verlust feines Beines Schon an dieser Thatsache können die Gegner ermessen, daß alle geführt durch die unverantwortlich leichtfertige Behandlung im ihre Versuche, die Sozialdemokratie wenigstens in der guten Hospital-hatte er sich schon so ziemlich getröstet, und Stadt Schwedt auszurotten, erfolglos bleiben werden. Demnächst er vermochte sich mittelst des künstlichen Gliedes einiger wird eine sozialdemokratische Bersammlung über die Lokalfrage maßen frei zu bewegen. Das Bundes Obergericht hat entscheiden, fie wird wohl in einer Scheune oder unter freiem die Appellation im Prozesse Schwab und Fielden Himmel tagen müssen. abgewiesen. Vielfach war die Hoffnung gehegt worden, die Richter würden den im Uebrigen ja unwesentlichen Formfehler- Nichtzuziehung der Angeklagten bei Verkündigung des Urtheils in der Appellinstanz als Handhabe benußen, um den in Chicago verübten Justizmord wenigstens für die noch lebenden Opfer desselben rückgängig zu machen und einen neuen Prozeß bewilligen, der eine völlige Freisprechung bringen würde. Angesichts einer Hochfluth" in der Arbeiterbewegung gleich 1886 wäre diese Hoffnung auch nicht so sehr illusionär gewesen; da aber leider das Gegentheil einer solchen eine gleichfalls gerichts bekannte" Thatsache ist, so war die ungünstige Entscheidung des B. D. G. zu erivarten. Dasselbe begründete diese damit, daß der betreffende Gefeßespassus sich nur auf die Prozeß- Verhandlungen beziehe, nicht aber auf die Urtheilsverkündigung in der Appell instanz. Während eine Vereinigung der 1888 getrennten beiden sozialistischen Gruppen bevorsteht, hat ein Theil früherer Mitglieder der amerikanischen Sektion Neu- Yorks, welche wegen ihrerer Parteinahme für die Separatisten aus derselben aus geschlossen worden waren, eine neue Organisation mit dem Titel Socialist League of America" gegründet. In Lübeck findet am 18. und 19. April ein sozialdemoFratischer Parteitag für beide Mecklenburg und die Hansastadt Lübeck statt. Regelung der Agitation und der Frage der Reichs tags- Randidaturen ist Zweck der Zusammenkunft. Briefe, welche den Parteitag betreffen, find an P. Pape in Lübeck, Rosenstr. 15, zu richten. Eine fozialdemokratische Konferenz für den Wahlkreis Darmstadt- Großgeran beschloß die Gründung eines Vereins, welchem fämmtliche Parteigenossen dieses Kreises an gehören follen, und setzte hinsichtlich der Maifeier fest, daß die selbe von allen Parteigenossen jeues Kreises gemeinsam in Darmstadt begangen wird. Wieder ein Zugeständniß. Dr. Wyneten fagt in einer Broschüre über die Sozialdemokratie: Eines ist gewiß, die Emanzipation des vierten Standes ist nicht mehr aufzuhalten und was das Schlimmste(!!) ist, der vierte Stand hat dies einzig und allein den bösen Sozialdemokraten zu danken. Bon all den arbeiter freundlichen Gefeßen wäre bis jetzt kein einziges zu Stande ge tommen, wenn dies Schreckgespenst der grollenden Arbeiterpartei nicht dahinter stand." Man sieht, dem Herrn Doktor wird es schwer, uns dies 3ugeständniß zu machen; um so bemerkenswerther ist es. Auf Helgoland ist die Arbeitermarseillaise bereits das populärste, Lied. " * Polizeiliches, Gerichtliches 2c. - Vorspiel zur Maifeier. Dem, sozialdemokratischen Wahlverein von Elmshorn und Umgegend wurde Ball sowie Umzug zum 1. Mai verboten, da er als politischer Verein eingetragen sei und laut Verfügung des Regierungspräsidenten zu Schleswig zu solchen den Damen der Zutritt nicht erlaubt wäre. Der Umzug, dessen Genehmigung in Händen des Bürgermeisters lag, batte natürlich keinen Zweck, in Folge dessen war er zu verbieten. Somit war Staat und Gesellschaft gerettet. Beschwerde ist bereits an das Ministerium abgesandt; der Bescheid Aus Verden geht uns ein Bericht über eine Agitations wird eintreffen, höchstwahrscheinlich zu spät, erst nach der Maitour zu, welche die dortigen Genossen im 6. hannoverschen feier, wie das ja gewöhnlich der Fall ist. Nun, sollte es nicht Wahlkreise unternommen haben. Der Bericht ist leider zu um- anders möglich sein, so werden die Arbeiter von Elmshorn eben fänglich, als daß er gang zum Abdruck gebracht werden könnte, wieder ein Männerfränzchen abhalten, um die Maifeier würdig und so begnügen wir uns mit der Wiedergabe einzelner Schluß zu begehen. Db das Maifeierverbot auch zum richtigen Kurs fäße. Diefelben lauten: Wir sind der Aufgabe, auch in Orten, gehört, in dem weiter gesteuert werden soll? Redakteur Kuth von der Zeitung deutscher Berg wo Versammlungen nicht abgehalten werden können, Fühlung zu gewinnen, nachgekommen. Die seitens der Unabhängigen in leute" ist von den 146 Knappschaftsältesten wegen Beleidigung Berlin gefaßten Refolutionen, mit der Behauptung, daß wir verklagt worden. Sympathien werden sich die KnappschaftsDerselbe Redakteur schick unter der Landbevölkerung verbreitet worden und wird da- wurde von der Anklage, die Direktion der Zeche Eintracht Tief unsere wahren Ziele verbergen, sind von den Gegnern mit Ge- ältesten dadurch erst recht nicht erwerben. Durch unsere Agitation wesentlich erschwert.- In jedem Orte, bau beleidigt zu haben, von der Straskammer zu Eſſen fostenlos auch dem kleinsten, sind Kriegervereine gebildet, welche gegen uns freigesprochen. ins Treffen geführt werden. Gendarmen besorgen, vielleicht auf- Redakteur Gust. Sprenger von der Mainzer höhere Anweisung, das Ihrige, die Gemeindevorsteher treten als Volks- Zeitung" wurde von der Anklage, durch die VerStaatsretter hinzu und so bleibt wohl mit Recht die Ansicht be- öffentlichung zweier Artikel, wegen deren der Verfasser Genoffe stehen: der 6. hannoversche Wahlkreis hinkt langsam den besser Hoch schon eine längere Freiheitsstrafe verbüßt, sich der Majestätsentwickelten Kreisen nach. beleidigung und der Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen (§ 181) fchuldig gemacht zu haben, in erneuter Verhandlung fostenlos freigesprochen, nachdem das Reichsgericht das frühere Urtheil, welches gegen Sprenger 4 Monate Gefängniß aussprach, auf Grund einer neuen Auslegung des§ 20 des Preßgesetzes faffirt hatte. 19. sächsischer Reichstags- Wahlkreis. Am 13. März fand in Thalheim eine öffentliche Parteiversammlung ftatt, in welcher Genosse Demmler aus Geyer unter Beifall über: Unsere Taktik und die Maifeier" sprach. Bezüglich der letzteren beschloß man, daß dieselbe in den bedeutenderen Orten des Wahlfreises in möglichst großartiger Weise von den betr. Parteigenossen 3 veranstalten sei. * # In Sagan fand am 13. März eine äußerst start besuchte Boltsversammlung statt, in welcher Genosse Friß 8 u beil aus Berlin über den Volksschulgesetz Entwurf referirte. Die Verfammlung verlief vortrefflich. Der Geist der Arbeiterschaft Sagans ist ein guter und die Sozialdemokratie gewinnt daher in jenem Diftritt fortgesetzt an Boden. " Rostenlos freigesprochen wurde in Erfurt der Redakteur der Thüringer Tribüne", Genosse Ile, von der Anklage, den Gemeindevorsteher von Goldläuter beleidigt zu haben. " oder Die Zukunft der Arbeiter". Allgemeines Informations- Organ für Handel, Ackerbau, Gewerbe, Administrationen, Unterricht, Künste, Erfinder und Spezialisten aller Länder. Ueber 2000 Handelshäuser, Industrie- Etablissements und Gesellschaften, sowie mehr als 60 000 Korrespondenten stehen mit uns in steter Verbindung. P. C. Höflich Bezugnehmend auf unsere Anzeige, haben wir die Ehre, Ihnen hiermit die Mittheilung zu machen, daß wir in allen Ortschaften Frankreichs, der Kolonien und des Auslandes rechtschaffene Leute fuchen, welche sich in ihrer freien Zeit mit leichter, angenehmer Bureau- Arbeit beschäftigen möchten. Es würde diese Arbeit keine anderen Kenntnisse, als diejenigen des Lesens und Schreibens erfordern und auch eine besondere Einführung nicht erheischen. Jede thätige Person, Herr oder Dame, kann ohne große Mühe, in wenigen Stunden täglich, 25 M. per Woche verdienen. Wir haben felbft Korrespondenten, die es noch höher bringen, je nachdem eben mehr oder weniger Zeit für diese leichte Arbeit verwendet wird. Wir gestatten auch Personen, welche aus irgend einem Grunde nicht im Falle sind, die Arbeiten selbst zu besorgen, dieselben unter Ihrer Aufsicht durch einen Verwandten, Freund oder Betannten ausführen zu lassen. Diese Arbeit besteht im Adressiren, unter Kreuzband legen und Versenden von Beitungen, Rorrespondenzen 2c. für Rechnung unserer Zeitung, und bezieht fich nur auf Handel, Industrie, Ackerbau und Verwaltungen der von unfern Korrespondenten bewohnten Gegenden. Wir suchen ebenfalls Personen, welche fich zu Hause mit einer kleinen, leichten und angenehmen Arbeit beschäftigen möchten, die auch feine besonderen Kenntnisse erfordert. Dieselbe wird unfern Korrespondenten von einem bedeutenden Pariser Haus offerirt und findet sich jeweilen detaillirt auf der ersten Seite unserer Zeitung. Sie wird innerhalb 8 Tagen nach deren Ablieferung bezahlt und fann täglich 3 bis 4 M. eintragen. Wünschen Sie eine dieser Stellen zu besetzen, so wollen Sie uns hiervon gefl. Mittheilung machen. Steht Ihnen genug freie Beit zur Verfügung, so können Sie sogar mit beiden Arbeiten einen Versuch machen. Zugleich bitten wir Sie, uns gefl. per Post mandatden Betrag für ihr Abonnement auf das einzusenden. Innerhalb fünf Tagen werden Sie alsdann franko unsere Instruktionen und die letzte Nummer obiger Zeitung erhalten. " " Wir machen Sie darauf aufmerksam, daß das Abon niren auf unser Blatt unerläßlich ist; denn da Sie mit uns fortwährend auf dem Laufenden sein müssen, ist es nothwendig, daß Sie von allen unseren Operationen und allen Arbeiten, welche von Seiten unserer Kundfame offerirt werden, Kenntniß haben. Den Abonnementsbetrag können Sie uns auch in Briefmarten einsenden, nur müssen Sie dann auf je 1 m. 20 Pf. für Umtauschkosten beifügen. Im Uebrigen ersuchen wir Sie noch, nicht zu vergessen, uns mit Ihrer Baarsendung, inliegendes Bulletin gehörig ausgefüllt und unterschrieben, zurückzusenden. In Erwartung Ihrer werther Antwort, zeichne ich Hochachtungsvoll, Der Direktor, Franz Braielle. Avis. Sie werben ersucht, alle Briefe, Postmandate und Beitellungen an Herrn Franz Braielle, Direktor des Blattes l'Avenir des Travailleurs", 11, Boulevard Barbes, Paris( France) zu adressiren. Die Rückseite des Wisches enthält ein Abonnements- Bulletin" und eine werthvolle Entdeckung," bestehend in der Herstellung von Wine Good. So heißt ein fonzentrirter Extrakt aus Weintrauben und Himbeeren. Das ganze geht auf eine ganz gewöhnliche Weinplantscherei hinaus. die Abonnementsgelder auf das durchaus werthlose Blättchen Es handelt sich bei der ganzen Geschichte lediglich darum, einzuftreichen. Der famose Monsieur le direkteur Franz Braielle scheint es besonders auf die Arbeiter abgesehen zu haben, wie schon der Titel seines Blättchens beweist. Und gerade deshalb warnen wir unsere Lefer auf den faulen Zauber hineinzufallen und Geld nach Paris zu schicken. " Der Humor der Bourgeoisie ist auf den Hund gekommen. Einer der Wiße" der braven Bürger besteht jetzt barin, sich gegenseitig bezüglich der Steuereinschägung zu uzen". Gine hiesige Luxus Papierfabrik stellt gedruckte Formulare her, welche den Steuerveranlagungen nachgebildet find in Format und Text. Wenn nun einer der geistreichen Bürger seinem guten Freunde einen Schreck einjagen will, so schickt er ihm ein Formular mit folgendem Wortlaut zu: auf Grund der angestellten Ermittelungen sich zu niedrig Ew. Wohlgeboren benachrichtigen wir hierdurch, daß Sie eingeschätzt haben. Remonstrationen und Reklamationen gegen dieses Verfahren - Unerlaubte Sammlung. Die Genossen Dehme Die Ermittelungen haben ergeben, daß Sie ein erheblich und Dertel in Nürnberg hatten sich vor einigen Tagen wegen größeres Einkommen genießen, als deklarirt, und werden Sie Aufforderung zu einer unerlaubten Sammlung zu verantworten. Deshalb hiermit zur mündlichen Berhandlung nach der unten Sowohl in der„ Fränkischen Tagespoſt" als auch im„ Bayerischen näher bezeichneten Stelle vorgeladen und ersucht, sämmtliche Wochenblatt" waren die Genoffen von Nordbayern aufgefordert, Beweismittel, aus denen sich Ihr Ginkommen ergiebt, mit zur dem Agitationsverein durch freiwillige Beiträge ihre Unterstützung Stelle zu bringen. Sie effen gut, Sie trinken gut, Sie fleiden Das Bürgerthum unter sich. Im deutsch freisinnigen au Theil werden zu lassen. Hierin erblickte die Amtsanwaltschaft fich höchft elegant, Sie machen tostspielige Bergnügungen mit, Berein zu Berlin- Moabit kam es am Donnerstag zu wüsten Standal- eine Aufforderung zu einer Sammlung, für welche die vor Sie rauchen theuere Zigarren und treiben sonstigen Luyus, mit Szenen zwischen den Freisinnigen und den zahlreich er- geschriebene polizeiliche Erlaubniß weder verlangt, noch ertheilt einem Worte: Sie erfreuen sich eines beneidenswerthen Daseins, schienenen Antisemiten, als der bekannte Licentiat Gräbner war. Dehme und Dertel, ersterer als Redakteur des Bayerischen was nicht in richtigem Verhältniß zu ihrer Deklaration steht. in seiner Rede über den Antisemitismus und die politischen Wochenblattes", lekterer als Vorsitzender des Agitationsvereins Parteien den Antisemiten eine kräftige Epistel gelesen und einem und Urheber des Artikels, erhielten deshalb Strafmandate in der müssen binnen einer Frist von zwei Wochen erfolgen, sind jedoch, antisemitischen Sprecher erwidert hatte:„ Als anständiger Mensch Söhe von 15 bezw. 10 M. Gegen diese Strafbefehle erhoben wie Ihnen schon im Voraus versichert werden kann, in den fann ich nicht in antifemische Bersammlungen geben." Die dickste bie Genannten Einspruch. Das Gerichte erkannte auf toſtenloſe feltensten Fällen von Erfolg. Säule der gesellschaftlichen Ordnung, die fromme" Kreuz- Zeitung", Freisprechung, da in dem Bericht keine Sammelstelle, an welche Die Remonstration gegen die einfiweilige Veranlagung hebt affichirt über die Auseinandersetzungen des juden- und des Geldfendungen gerichtet werden könnten, angegeben sei und also die Verpflichtung zur Zahlung der veranlagten Steuer nicht auf. deutschthümenden Bürgerthums folgenden unterhaltenden Bericht: auch von einem Erbieten zur Empfangnahme von Beiträgen Dieselbe muß vielmehr auf alle Fälle berappt Bald war der Lärm so groß, daß man einzelne Laute nicht nicht die Rede sein könne. werden und sind etwaige Reklamationen anzubringen bei der mehr unterscheiden konnte. Der Vorsitzende schloß die( polizei-- Desterreichische 3. Die Statuten des Fachvereins Rommission der Kalauer lich nicht überwachte) Bersammlung, wodurch der Tumult der Verkehrsbediensteten Niederösterreichs sind nach fünfmaligem Steuer Abtheilung IV. indeß nicht gemildert, sondern noch gesteigert wurde. Ueber Ginreichen und nach zweijähriger Arbeit endlich von Stempel. Unleserliche Unterschrift." 100 Antisemiten umdrängten das Podium, auf welchem hinter der Statthalterei genehmigt worden. The der mit einem solchen Wisch Beglückte herausgebrocht hat, daß er genasjührt worden ist, hat er doch einen gelinden nährung fein tönnten. Allerdings sei der Angeklagte| Die Schrauben- und Faffondreher hatten am 13. März Schreck bekommen, weil er sich zu niedrig" eingeschätzt haben etwas beschränkt, aber es liege feine Veranlassung eine öffentliche Versammlung, in welcher Herr Dr. Pinn einen soll und weil er fürchtet, daß er noch mehr wird bluten müssen. zu der Annahme vor, daß derselbe zur Zeit der That in einem Vortrag über: Lügen des Jahrhunderts" hielt, der mit lebhaftem Um nun aber den„ ult" voll zu machen, befindet sich auf der Geisteszustand sich befunden habe, daß seine Willenskraft aus- Beifall aufgenommen wurde und an den sich eine kurze, aber zweiten Seite des Formulars ein obfcönes folorirtes Bild, eine geschlossen war. Dagegen spreche auch das Planmäßige der lebhafte Debatte schloß. Zum Hauptpunkte der Tagesordnung: Orgie darstellend, wie sie in der guten" bürgerlichen Gesellschaft hat. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten eine„ Die Mißstände in den Schraubenfabriken", wurden von einigen gefeiert zu werden pflegen. Das Ganze legt Zeugniß ab von Buchthausstrafe von zwei Jahren, während der Vertheidiger, Rednern die in diesen Betrieben herrschenden Arbeitsverhältnisse einem erschreckenden Mangel jedweden Wiges, wenn sich hier- Rechtsanwalt Wronker, für eine gelindere Strafe plaidirte. Das geschildert. Danach sollen u. A. die Schuhvorrichtungen in der über die Bourgeoisie noch amüfirt, so zeigt sie, daß sie für Urtheil lautete auf ein Jahr Zuchthaus und zweijährigen Fabrif des Herrn Roll, Louisen- User 8, in welcher der größte einen gefunden herzerfrischenden Humor wirklich kein Verständniß Ehrverluft. Theil der Beschäftigten aus weiblichen Personen bestehe, der Be mehr hat. sichtigung durch den Fabrikinspektor dringend bedürfen und auch die Löhne daselbst sehr niedrig sein. Ferner wurde behauptet, Um die Bezeichnung Kollege" handelte es sich in einer daß der Bruder des Herrn Roll im Zuchthause zu Straußberg mehrere Disziplinarsache gegen einen Anwalt, die auch den EhrengerichtsSchraubenbänke aufgestellt habe, um leichter konturriren zu können. hof beschäftigt hat. Der Rechtsanwalt hatte während einer mündMehrere andere Firmen( Schaal u. Kühls, Latté[ früher Stelzner] lichen Verhandlung geäußert, der Vertreter des Gegners möge und Schulze) wurden gleichfalls, zum Theil aus anderer Ursache, ihn nicht mehr Kollege" nennen, er nenne ihn auch nicht so. fritisirt. Angesichts dieser Verhältnisse wurde bedauert, daß die Diefe Aeußerung war derart gemacht worden, daß sowohl der Die Arbeitslosen Leipzigs forderten in ihrer letzten, von Kollegen und namentlich diejenigen, welche sich immer so gern als Richter wie die sonst anwesenden Personen sie vernahmen. Das 2000 Personen besucht gewesenen Versammlung die städtischen Leiter und Führer gerirt hätten, nur so spärlich in den VerEhrengericht erkannte auf eine Warnung, welche der Ehren- Behörden auf, dafür zu sorgen, daß sofort alle vom Rath der sammlungen, feien es öffentliche oder die der Branchenvereinigung, gerichtshof mit folgender Ausführung bestätigte:„ Die im Verkehr Stadt Leipzig bewilligten Arbeiten in Angriff genommen werden. erscheinen, und der Wunsch geäußert, daß sich jeder Kollege bezwischen Rechtsanwälten übliche Anrede als" Collega" oder Ferner sprach die Versammlung ihre Mißbilligung darüber aus, streben möge, das gewerkschaftliche Interesse bei seinen MitKollege" deutet keineswegs auf ein freundschaftliches Berhältniß daß die Abtragungsarbeiten an der alten Gasanstalt durch Bau- follegen wieder zu wecken. Als neuer Vertrauensmann wurde oder besondere persönliche Beziehungen zu dem Angeredeten, Unternehmer und nicht von der Stadt bewerkstelligt werden. Herr Ernst Schulze, Köpnickerstr. 192, 3 Tr., gewählt. vielmehr lediglich auf die Gemeinsamkeit des Berufes hin. Selbst Jm Uebrigen beklagte sich die Versammlung, daß die Arbeiten, wenn also der Anwalt irgend welche Kränkung erlitten hätte, welche vom Rath unternommen werden, auf Atford vergeben wäre er nicht berechtigt gewesen, einem Berufsgenossen, zumal in werden; wünschte vielmehr, es möge den städtischen Arbeitern einer Gerichtssigung, das Prädikat„ Kollege" abzusprechen, um ein den lokalen Verhältnissen angemessener Stundenlohn zu Theil ihn damit der Stellung eines Rechtsanwalts für unwürdig zu er werden, ein Lohn, von dem man menschlich leben kann. flären." Das erste trichinöfe Wildschwein nach Erlaß der Polizeiverordnung, welche die Untersuchung der Wildschweine, die hier zum Verkauf eingeführt werden, den Händlern zur Pflicht macht, ist, wie mitgetheilt wird, gestern in der Untersuchungsstation I. Wegen der in der Zentralmarkthalle angehalten worden. Frage der nochmaligen Untersuchung des von Amerika eingeführten frischen Schweinefleisches auf Trichinen sollen tommissarische Verhandlungen mit dem Polizeipräsidium stattfinden. Gerichts- Beifung. Soziale Lebersicht. Wie die Arbeiter der Bekleidungsbranche ausgebentet werden, verräth ein Herr Friedrich Hoting im Wilhelmshavener Tageblatt" recht naiv, indem er daselbst inserirt: Sie kaufen Ihre Garderobe bei mir zu den denkbar billigsten Breifen, da ich infolge vieler( Aufträge febr niedrige() Arbeitslöhne bezahle. Für guten Sitz und saubere Arbeit wird garantirt." Im Fachverein der Gasanstalts- Arbeiter und Berufsgenoffen sprach fürzlich Genoffe Jahn vor einer gut besuchten. Versammlung über des Volksschul- Gesetz. Seine interessanten Ausführungen fanden reichen Beifall. In der Diskussion zog Herr Günther gegen die in der Versammlung befindlichen ufpasser zu Felde und besprach dann die in den Gasanstalten, gezahlten Löhne, welche bei manchen Arbeitern 2,40-2,80 m. be= tragen und worüber er meinte, daß die Stadtgemeinde, welche jeden Arbeiter bei der Neu- Einschätzung mit einem Tagelohn von 3 m. veranlage, doch auch wenigstens einen dementsprechenden Lohn zahlen müsse. Ein anwesender Polier, Herr Kurz, er klärte darauf, der Lohn betrage nicht 2,40 m., sondern 2,60 M.! Man wies ihm nach, daß die Angabe von 2,60 M. den SachKapitalistisches Gegenwartsbild, immer noch zu verhalt gar nicht ändert. Nachdem noch ein Antrag betreffs Händen des Herrn Eugen Richter. Aus Wilhelm- Unterstützung der Familie des inhaftirten Kollegen Schwarze an haven schreibt man dem in Bant erscheinenden Norddeutschen genommen war, schloß die Versammlung mit einem dreifachen Boltsblatt":" Mein Weg von und zur Arbeit führte mich an Hoch auf das Gedeihen der jungen Organisation. dem Schulschiffe Mars" vorbei, wo ich des Mittags immer beobachten kann, wie eine ganze Anzahl Menschen, meist Männer Ju Weißensee fand neulich im Saale des Herrn Hähling und Kinder, am Schiffe warten, bis die Backsgäste von Bord eine sozialdemokratische Gemeinde Wählerversamm tommen, um ihr Eßgeschirr zu waschen. Sie erhalten dann von Iung statt, zu welcher Genosse Jakobs das einleitende Referat diesen die Reste des Mittagsbrotes, die sie mit wahrem Heiß- übernommen hatte. Derselbe sprach zunächst über die ZweckDer Aufsehen erregende Expreffungsversuch, der im hunger verzehren. Zur selben Zeit hält auch das Fuhrwert des mäßigkeit der Betheiligung an der Gemeindewahl und brachte Dezember vorigen Jahres gegen den Inhaber eines hiesigen Wirths R. mit Pferd und Wagen, um die Küchenabfälle, den dann verschiedene am Drte bestehende Mißstände zur Sprache. Bankgeschäfts gerichtet wurde, beschäftigte gestern die siebente sogenannten Trant", zu holen. Am Donnerstag Mittag nun sab Bemerkenswerth ist, daß in Weißensee 130 Wähler in der ersten Straffammer des Landgerichts I. Am Nachmittage des 15. Dezember vorigen Jahres erschien in dem Bankgeschäft von May Konservenbüchse, während der Abwesenheit des Wächters des ein Wähler der ersten Klasse soviel Recht wie 15 Wähler der zember vorigen Jahres erschien in dem Bankgeschäft von Marich, wie einer von den Hungernden mit seinem Eßnapf, einer alten und 1997 Wähler in der dritten Klasse zu wählen haben. Es hat also Hermann, Königgrägerstraße 117A, ein junger Mensch, der in Fuhrwerks in die Tranktonne langte, um eine Portion von den britten Klasse, während in Berlin bei den Landtagswahlen ein der Rechten einen Brief und in der Linken einen in Papier ge- Speiseresten heraus zu holen und sich zu sättigen. Der Lenker Wähler der ersten Klasse mehr als 49mal so viel Recht besitzt, als hüllten Gegenstand hielt. Derselbe erklärte dem ihm entgegen des Fuhrwerts, der eben mit einem Gimer voll„ Trank" oder ein Wähler dritter Klasse. In der Diskussion gaben mehrere Antretenden Prokuristen, daß er den Chef selbst sprechen müsse, dem Essen von Bord kam, sah dieses Thun des armen Teufels. Ihn hänger der sogenannten Unabhängigen unter lebhaftem Widerer eine wichtige Mittheilung zu machen habe. Der Prokurist rief erbarmte nicht des Hungers, der den Jammergestalten aus den spruch der Anwesenden, die bekannten Faseleien über den Parden im Nebenraume befindlichen Chef, dem der junge Augen sah und deren Anblick mir Herz und Kehle zusammen- lamentarismus zum besten, wahrscheinlich nur zu dem Zweck, um Mensch den Brief mit dem Bemerken übergab, daß es schnürte, er stürzte fich wuthschnaubend auf den Uebelthäter und zum so und so vielen Male widerlegt zu werden. Hierauf wurden gut für ihn, den Bankier sei, daß er ihn getroffen habe. entriß ihm unter wenig schmeichelhaften Worten die Büchse mit fast einstimmig folgende Genossen als Kandidaten aufgestellt: Etwas neugierig gemacht, öffnete der Bankier den unadressirten dem Essen, daß doch nur für die Schweine bestimmt war. Es Im ersten Bezirk: Iler( Pfeifen- Müller) und Ko3; im Brief und las Folgendes: " Dieser Brief ist erst zu Ende zu lesen, bevor Sie Antwort war dies alles das Werk eines Augenblicks. Ich war empört zweiten Bezirk: Knöller und im dritten Bezirk: Hähling sowohl über solche Hartherzigkeit als auch über Zustände, die und Münzberg. Sämmtliche Kandidaten verpflichteten sich geben. Hierdurch theilen wir Ihnen unumwunden mit, daß gegen solche Noth zulaffen, die einen Menschen dazu treibt, aus der durch eigenhändige Namensunterschrift im Falle ihrer Wahl zu Tranktonne Essen Tranktonne Effen wie man sagt widerrechtlich zu ent- Gemeindevertretern nach ihrem besten Können und Willen für die Sie eine Verschwörung besteht, welche ein Dynamitattentat gegen nehmen, um seinen Hunger zu stillen. Wie mir schien waren die Erfüllung der nachstehenden Forderungen zu wirken: Aufhebung Ihre Person und Ihr Geschäftslokal geplant hat. Es geht Alles täglichen Gäste am„ Mars" Bau- Arbeitsleute, deren Kinder und des Schulgeldes in der Gemeindeschule. Unentgeltliche Liefe von zwei Herren aus, welche Sie früher einmal benachtheiligt Handwerksburschen," die schon Monate ohne Arbeit sind." haben, die jetzt dadurch in Noth gerathen find. Aber Sie können Sich und Ihr Geschäftslokal auch dadurch Spar Agnes, wat seggst nu? retten, daß Sie Ueberbringer dieses für uns eine Entschädigungsfumme von 10 000 M. übergeben. Nur zu dem Zweck kommt er zu Ihnen. Ueberbringer ist aber zur Sicherheit mit zwei Dynamitbomben ausgerüstet und wird davon sofort Gebrauch machen, wenn es erforderlich ist Die übrigen zur Verschwörung gehörigen Personen befinden sich bei Ueberreichung dieses Briefes in der Nähe Ihres Geschäfts " " 1 Zur Sonntagsruhe. Die Chemnißer Handels- und Gewerbekammer hat gegen 7 Stimmen beschlossen, der Kreishauptmannschaft vorzuschlagen, es möge ein Verbot der Sonntags arbeit im Handelsgewerbe von Mittags 1 Uhr ab erfolgen und möglichste Einführung der gleichen Schlußzeit für das ganze Land herbeigeführt werden." rung der Unterrichtsmittel. Errichtung einer Volts- Badeanſtalt. Eine den Ansprüchen der Humanität entsprechende für Armen- und Waisenpflege. Unentgeltliche Geburtshilfe alle ortsangehörige weibliche Personen. Unentgeltliche ärzt liche Behandlung, Arznei und Heilmittel an alle orts angehörige, gefeßlich nicht versicherungspflichtige Frauen und Kinder bei freier Arztwahl durchdie Kranken oder deren Angehörige. Nebernahme des Beerdigungswesens durch die Gemeinde. Allen Angehörigen ist ein, für alle gleiches, anständiges Begräbniß unentgeltlich zu gewähren. Uebernahme der Gasanſtalt, der und überwachen Alles. Es sind ihrer viele Personen, so daß Als Marterbureau bzeichnet mit Recht die Agitations Pferdebahn und aller bestehenden oder noch zu errichtenden gemeinein Fehlschlagen des geplanten Attentats nicht möglich und Sie fommission der Metallarbeiter der Provinz Sachsen den gänzlich machtlos gegen uns find. Die Bedingung, unter der Arbeitsnachweis des Verbandes der Halleschen Eisen: nützigen Anstalten durch die Gemeinde. Vermeidung aller Aus wir die 10 000 m. nur annehmen, ist, daß Sie größtes Still- industriellen. Nach den Angaben der Kommission verhält es sich gaben, welche der Mehrheit der Ortsangehörigen nicht direkt schweigen über diesen Fall bewahren und feinem etwas davon mit diesem Unternehmer- Institut folgendermaßen. Jeder Metall- nüßlich sind. Alle für die Gemeinde nothwendigen, gewerblichen fagen. Dies geschieht in Ihrem eigenen Interesse, da wir, falls arbeiter, welcher in Halle Arbeit haben will, muß sich von jenem Arbeiten sind, wenn möglich, ohne Zwischenunternehmer auszu Sie nicht stillschweigen, das Attentat auch später noch ausführen. Arbeitsnachweis eine Bescheinigung verschaffen darüber, daß er führen. Unbedingt, wenn zwischenunternehmer nöthig, ist dafür außerten liegt ja dann auch die Möglichkeit vor, daß Sie noch eingestellt werden kann". Es ist nun mehrmals vorgekommen, zu sorgen, daß den für die Gemeinde thätigen Arbeitern eine einmal von anderer Seite angegangen werden. Dahingegen, daß Kollegen, die für ihr wirkliches Wohlergehen, sowie das ihrer tägliche Arbeitszeit von neun Stunden, sowie ein auskömmlicher wenn Sie das Geld zahlen, haben Sie von uns nichts Schlechtes Familien eintraten, auf Grund dessen aus der Arbeit entlassen Lohn gewährt wird. Die Wahlen zur Gemeindevertretung haben mehr zu erwarten; ja sogar die Möglichkeit, das Geld wieder wurden. Ist ein solcher Arbeiter auf's Straßenpflaster geworfen, stets an einem Sonntage stattzufinden. Die Versammlung wurde zurück zu erhalten. Jede Einwendung, die Nichtzahlung des Be- so übernimmt der Arbeitsnachweis die weitere Verfolgung, indem mit einem dreimaligen Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. trages und jeder Versuch zu Ihrer Hilfe hat die sofortige dem Arbeiter keine Entlassungsbescheinigung ausgestellt wird. Explosion der von dem Ueberbringer in der Hand gehaltenen Bei der Suche nach Arbeit wird ihm dann entgegnet: Arbeit Dynamitbomben zur Folge. Der Aufenthalt des Ueber- tönnen Sie bekommen, bringen Sie nur die Bescheinigung, ohne bringers dieses darf nicht länger als nöthig dauern. Geben diese können Sie keine Arbeit bekommen. Gelingt es nun dem nur dem Ueberbringer Geld, denn Geld, denn davon hängt Arbeiter nicht, außerhalb feines Gewerks eine Beschäftigung zu Alles ab. Wir schwören Ihnen zu, daß Alles ausgeführt wird, finden, oder kann er sich nicht mit Hilfe der Kollegen auf eigene wie gesagt. Dieser Brief ist zurückzugeben. Das Konsortium. Füße stellen, so ist er mit sammt seiner Familie dem Verhungern Im Auftrage: A. Schüler." überliefert. Sie Der Angeklagte Dividende. M Zu dem in Nr. 68 veröffentlichten Bericht über Mittheilungen, die in einer Schneider- und Schneiderinnen- Vers sammlung gemacht wurden, geht uns folgendes Schreiben zu: Mit Bezug auf die in Nr. 68 des Vorwärts Berliner Boltsblatt" enthaltenen unrichtigkeiten, betreffend das Verhältniß der Firma Bär Sohn zu uns, stellen wir hierdurch fest, daß die genannte Firma durchaus selbständig und von uns ganz unab hängig ist. Wie Hunderte unserer Kunden, so steht auch die Firma Bär Sohn in feinen anderen Beziehungen zu uns als in denen eines Abnehmers. Alle anderen Auslegungen beruhen auf Unwahrheit. Hochachtungsvoll Hugo Baruch u. Ko., Rommandit Gesellschaft. Vermischtes: Der Bankier Hermann ließ sich durch den Inhalt des Briefes feineswegs einschüchtern. Ruhig erklärte er dem Ueberbringer. Bum Todtentanze der alten Gesellschaft liefert die daß er ihn einem Schußmanne übergeben werde. Der junge Budapester Gesellschaft folgenden charakteristischen Beitrag: Mensch beging nun nicht das angedrohte Attentat, sondern Freut Euch, Ihr armen Berhungernden Ober- Ungarns! wandte fich zur Flucht. Man verfolgte ihn aber und ergriff Das Bergnügungs Romitee(!!) zur Unterstützung der ihn auf der Straße. Seine Persönlichkeit wurde als die des 1871 Mothleidenden ist an der Arbeit und in einer Sigung, in der zu Quedlinburg geborenen Handlungskommis Friedrich Karl es von edelfühlenden" Weibsbildern der Geburts- und GeldRoda hr festgestellt. Gestern wurde derselbe dem Gerichte vor- aristokratie wimmelte, wurde beschlossen, daß sich all die feinen geführt. Kurze Zeit bevor der Angeklagte die That beging, hatten Leute" zu Gunsten der Hungernden föniglich amüfiren sollen in Die Zeitungen die Mittheilung eines Verbrechens gebracht, welches einer glänzenden Opern- Soiree, bei einer Faltenjagd am Wettin New York geschehen war. Ein Mann hatte ein Bant- rennplay, an einer Schaustellung mit" slovakischen Markt" 2c. 2c. Geschäft betreten, eine große Summe verlangt und eine Dynamit- Von dem wahrhaft rührenden Mitgefühl zeugt z. B. die Aeuße- Zu Tode gehetzt wurde in Wilhelmshaven der zehn bombe geworfen, als man ihm mit Berhaftung drohte. Der rung einer Gräfin Esefonics, welche gegen das Tragen gleich- jährige Schulfnabe Schneider. Derselbe war mit meh Chef und der Attentäter selbst seien getödtet, mehrere Personen mäßiger Kostüms ist, weil sonst Viele nicht ihre Galatleider an- reren Schülern vom Turnunterricht gekommen und wurde auf. verletzt worden. Die Anklagebehörde nahm an, daß der An- legen könnten!" dem Heimwege von einer Anzahl älterer, einer anderen geschuldigte hiervon Kenntniß gehabt, dasselbe vom Bankier Schule angehöriger Schüler mit Schneebällen geworfen. Hermann voraussetzte und nun diesen durch Androhung eines berg'iche Aktiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb Der gehnjährige Knabe mag hierbei übermäßig in Angst se Zum Nothstand der Dividendenschlucker. Die Aren Schließlich wurden die Jüngeren von den Aelteren verfolgt. bestritt, daß er den New- Yorker Fall gekannt habe, der zahlt auf das abgelaufene Geschäftsjahr achtzig Prozent rathen und allzuschnell gelaufen fein. Er fiel in der Nähe des Plan sei seinem eigenen Gehirn entsprungen und ein Marine- Garnisonlazareths ohumächtig nieder und konnte tros Durch die bitterste Noth herbeigeführter Verzweiflungsakt. Bei den gewerblichen Schiedsgerichten in Lausanne der im Lazareth sofort angestellten Wiederbelebungsversuche nicht Er habe hier in Berlin mehrere Stellen in männischen Komtoirs bektleidet, sei aber immer bald wieder macht, davon 811 Fälle friedlich beigelegt und 58 gerichtlich ent verstorben, welche am Freitag durch das Plagen des Kesselrohrs fauf wurden im Jahre 1891 insgesammt 369 Streitfälle anhängig ge- mehr ins Leben zurückgerufen werden. In Wilhelmshaven sind der Unteroffizier und vier Heizer entlassen worden, weil seine Leistungen nicht genügten. Seit schieben. Februar v. J. sei er ohne Stellung gewrsen. Im November v. J. auf dem Panzerschiff„ Siegfried" verwundet worden waren. hätten die ihm bis dahin Seitens seines Bruders zu Theil geDas Schwurgericht zu Braunsberg verurtheilte den wordenen Unterstützungen aufgehört und nun sei die bitterste früheren Amtsvorsteher Wachter wegen Fälschung von Amts. Noth an ihn herangetreten. Seit Wochen habe er nicht mehr zu ausschuß- Protokollen in betrügerischer Absicht zu einem Jahre Mittag gegeffen, vom Hunger gequält fei er in den Straßen und einem Monat Zuchthaus und 300 M. Geldstrafe. Vier Tage umbergelaufen. Schließlich habe er den Plan gefaßt, den bei vorher hatte W. im Gerichtsgefängnisse den Versuch gemacht, der Ausführung so so vollständig mißglückte. Das Packet, fich mit einer Gabel die Pulsadern zu öffnen. das er beim Besuche des Bankgeschäfts in der Linken Der Diskutirklub ,, Diengen" hielt kürzlich in Knebel's Unschuldig 6 Monate Gefängniß verbüßt hat, wie aus trug, enthielt zwei kleine Tintenflaschen, von benen die Restaurant eine Versammlung für Männer und Frauen ab, in Staßfurt gemeldet wird, der Handelsmann Karl Obenauf. eine mit Pulver, die andere mit gewöhnlichem Koch- welcher Genosse Men er über das Thema„ Freiherr v. Stumm Die Magdeburger Strafkammer verurtheilte ihn voriges Jahr Ueber seinen Geisteszustand befragt, er- und die Sozialdemokratie" unter großem Beifall sprach. Nach zu dieser Strafe auf Grund der beschworenen Aussage des Bergklärte der Angeklagte, daß er von Kind auf etwas schwach im bem noch Genosse Gutheit fargelegt hatte, wie nur die Angst arbeiters Knöppel, der inzwischen wegen wiffentlichen Meineide tönne, deshalb fei er auch überall entlassen worden. Zur Zeit geordneten D. Gumm at dem Ruſe nach Unterdrückungs- ihm wegen schweren Diebstahls zuerkannte Strafe abgefeffen und Ropfe gewesen sei, nur langsam denken und sehr schlecht rechnen vor dem Ende ihrer Macht die besitzende klasse bezw. dem Ab- zu 3 Jahren Zuchthaus verurtheilt worden ist. Obenauf hat die der Noth habe er häufig Schwindelanfälle gehabt und eine eigen maßregeln veranlasse, wurde eine Resolution einstimmig an- ist nun im Wiederaufnahme- Verfahren freigesprochen worden. rthümliche Leere, nicht nur im Magen, sondern auch im Kopfe genommen, in welcher diesem Gedanken Ausdruck gegeben und In Mülhausen i. E. soll es ein langjähriges flerikales Jempfunden. Geheimrath Lewin begutachtete, daß die lehteren erklärt ist, daß die Sozialdemokratie froß aller Versuche, fie zu Erscheinungen recht gut eine Folge der schlechten Er- unterdrücken, ihr Ziel erreichen wird. lefen kann. Verantwortlicher Redakteur August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. falz gefüllt war. Versammlungen.