Nr. 126. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mit illuftrierter SonntagsBeilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Poft 3eitungss Breisliste für 1902 unter Br. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. = Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 19. Jahrg. Die Insertions- Gebnye beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pig. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Boerenfrieden. abschlusses in London ein. General Kitchener tele= graphierte: Das die Bedingungen der Uebergabe enthaltende Schrift ſtück wurde von allen Boerendelegierten, Milner und Kitchener unterzeichnet. erkennen. bänken.) Der Besitz von Gewehren ist in Transvaal und der Oranjekolonie den Personen gestattet, die sie zu ihrem Schutz bedürfen, wenn sie einen gesetzmäßigen Erlaubnisschein dafür erhalten. Dienstag, den 3. Juni 1902. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. " Die Menschheitsgeschichte, die die Sieger zu Heroen zu erheben Beschränkungen gefallen zu lassen. Wir gehen nicht in den Krieg", pflegt, wird mit Englands Staatsmännern strenger und gerechter fagte Rhodes,„ zur Belustigung von Dynastien wie einst, sondern Am späten Abend des Sonntag traf die Nachricht des Friedens- berfahren. Sie wird sie unparteiischer prüfen und ihr südafrikanisches um realer Geschäfte willen"( Daily Mail", 14. August 1900). Und Schlachten als das Werk des Hochmuts, der Thorheit, der Unmensch- Mr. Hayes Hammond, einer der Interessenten der Consolidated lichkeit verurteilen. Denn dieser Krieg war nicht unvermeidlich. Goldfields, sagte in London in einer Versammlung der Aktienbesitzer, Staatsmännische Weisheit, politische Einsicht in die wirtschaftlichen die Compagnie hoffe, unter englischer Regierung werde es ihr Kräfte Südafrikas hätte den Gegensatz zwischen Boeren und möglich sein, die Löhne um die Hälfte herabzusetzen, was den Briten ausgleichen können. Ihn mutwillig geschürt und zu einem Bruttoprofit um 2 199 000 fb. Sterl. steigern würde( Financial vernichtenden Flammensturm entfacht zu haben, ist die Schuld Rhodes', News", 21. November 1899). Die Hauptbeschwerde der Kapitalisten Chamberlains und der Johannesburger Kapitalisten. bestand darin, daß ihnen die Boerenregierung die absolute Die Bedingungen des Friedens. Der Interessengegensatz zwischen Boeren und Briten in Süd- Herrschaft über die Arbeitskraft der Eingeborenen verweigerte. Am Montagabend verlas in feierlicher Sigung des Unterafrika war historisch unvermeidlich. Er war das naturnotwendige Denn die Beschwerden gegen die Beschränkung des Bürgerrechts wurde hauses Lord Balfour das geschlossene Abkommen: Die Burghers im Felde legen sofort die Waffen nieder, Erzeugnis der verschiedenen wirtschaftlichen Verhältnisse und Denk nur erhoben, um die Massen der ausländischen Arbeiter als Kanonenübergeben alle Stanonen und Waffen sowie die Kriegsmunition, die weisen der beiden Naffen. Der Boer war Aderbauer, Schafzüchter futter für den Staatsstreich zu gewinnen. Bekannt ist der Ausspruch in ihrem Besitze sind oder unter ihrer Kontrolle fich befinden. Sie und Gesetzgeber. Der Brite war Händler, Kapitalist, Stadtbewohner Lionel Phillipps, eines der Hauptführer der Reformbewegung:„ Wir stehen von weiterem Widerstande gegen die Autorität König und der Beherrschte. Die Boerenrepubliken waren landwirtschaft- scheren uns den Teufel um das Stimmrecht." Eie gingen in die Eduards des VII. ab, den sie als gesetzlichen Souverän an- liche Demokratien mit den Licht- und Schattenseiten, die dieser Revolution, um geringe Steuern und Ausbeutungsfreiheit zu erStulturstufe eigen find. Die Bürger waren frei, unabhängig, langen. Das war das Motiv des Jameson Raid, des Einfalls von aber infolge ihrer Entfernung vom europäschen Lebens: Dr. Jameson in Transvaal am 29. Dezember 1895. Daß ChamberAlle Burghers im Felde außerhalb der Grenzen Transvaals und der Oranjekolonie und alle Kriegsgefangenen, die jetzt außer from auch rückständig und mißtrauisch. In ihre Mitte kam der lain von Rhodes Plänen allgemeine Kenntnis hatte, kann heute halb Südafrikas sich befinden und Burghers sind, werden, sobald Brite mit dem materiellen und geistigen Rüstzeng der Civilisation gar nicht mehr bezweifelt werden. Der Naid mißlang schmählich. In wenigen Stunden wurdent fie ihre Annahme der Stellung als Unterthanen König Eduards des neunzehnten Jahrhunderts. Es entstanden in Südafrika nicht erklärt haben, zurückgebracht, sobald die notwendigen Be- nur zwei entgegengesetzte Interessensphären, sondern auch zwei Jameson und seine Lente von Cronje bei Clerksdorp aufs Haupt ge= förderungs- und Subsisterzmittel beschafft und gesichert sind. entgegengesetzte Weltanschauungen, die von zwei verschiedenen schlagen und zu Gefangenen gemacht. Aber auf den greisen Die auf diese Weise sich ergebenden und zurückkehrenden Naffen getragen wurden. Schon die erste Frage: die Behandlung Präsidenten von Transvaal, der von Jugend auf unter britischen Burghers werden ihrer persönlichen Freiheit und ihres der Eingeborenen, gab Anlaß zu einem tiefen Konflikt. Der Verfolgungen zu leiden hatte, hinterließ der Raid einen tiefen Der Gedanke an einen letzten Verzweiflungskampf Eigentums nicht beraubt.( Beifall auf den Oppositions- landwirtschaftliche Boer wollte sie zu patriarchalisch beherrschten Dienern Eindruck. machen. Der kapitalistische Brite wollte sie in freie Lohnarbeiter setzte sich bei ihm fest. Inmitten dieser kritischen Erwägungen Es ents Weder ein Civil- noch ein Strafverfahren wird gegen sich verwandeln. Der Boer steckte noch in der Naturalwirtschaft, die der kam das Telegramm Kaiser Wilhelm II. Der Brite hatte schied für den Krieg. Um die Mitte April 1902 schilderte eine Brite durch die Geldwirtschaft zu ersetzen strebte. ergebende oder zurückkehrende Burghers eingeleitet für Hand- den Schuß Englands und der Boer verließ seine Ansiedelung in der Pariser Korrespondenz der„ Times" den überwältigenden Eindruck, lungen im Zusammenhang mit dem Kriege. Diese Klausel bezieht sich jedoch nicht auf gewisse Handlungen, welche den Kriegs- Sapkolonie und zog nach Natal. Auch dorthin folgte ihm der Brite den das faiserliche Telegramm auf den bedrohten und hart gebräuchen widersprechen. Diese sollen sofort nach Schluß der mit seiner Civilisation und der Voer„ treffte" gegen Norden und geprüften Boerenstamm gemacht hatte.„ Das Telegramm war gründete sich eine neue Heimat am Oranje- und Vaalfluß. Diese nicht nur ein Versprechen auf Intervention, es war die Feindseligkeiten vor einem Kriegsgericht verhandelt werden. Jeder von Transvaalern Die holländische Sprache( Baaldialekt) wird in den öffent- Konflikte, die beinahe ein Jahrhundert umfaßten, hinterließen in Intervention selbst. vor Freude und alle fagten sich, es sei die Interlichen Schulen Transvaals und der Oranjetolonie gelehrt, wo die Boerenherzen einen tiefen Groll gegen seinen englischen Verfolger, erbebte Eltern dies wünschen, und ist auch vor den Gerichtshöfen ge- umfomehr, als sie zuweilen zu gar blutigen Zusammenstößen geführt veution Deutschlands und komme feinem Schutz gleich." Das ist stattet, wenn es für eine wirksame Ausübung der Rechtspflege hatten. Im Jahre 1884 glaubten sich die Boerenrepubliken in ihrer übrigens psychologisch sehr begreiflich. Daraufhin begannen die nötig ist. Existenz endlich gesichert, als zwei Jahre später in Transvaal Gold Kriegsrüstungen der Boeren. Die Ausgaben für Kriegszwecke im entdeckt wurde. Und diese Goldentdeckungen waren es, die den Budget von Transvaal stiegen von 87 308 Pfd. Sterl. im Jahre 1895 auf 357 225 Pfd. Sterl. im Jahre 1898. Und Grund genug hatten Boeren ihre Unabhängigkeit kosteten. Richtig aufgefaßt, waren die Goldentdeckungen in Trans- die Boeren für ihre Rüstungen. Drei Wochen nach dem Raid kabelte vaal besonders geeignet, den Gegensatz zwischen Boeren Mr. Chamberlain an den südafrikanischen Statthalter Sir H. Robinson, und Briten auszugleichen. Denn uur das Gold war das Kabinett berate über die Entsendung einer großen militärischen Die militärische Verwaltung soll sobald wie möglich durch heraus Macht nach der Kapkolonie, um auf alle Eventualitäten vorbereitet die Civilverwaltung erfegt werden, und sobald die im stande, die Boeren aus dem agrifolen Leben Umstände es gestatten, sollen repräsentative Inzureißen und sie zu Kapitaliſten zu machen; nur die Fluten des zu fein. Als der Statthalter vor einer derartigen Expedition abriet, stitutionen, die zur Selbstverwaltung führen, eingeführt Reichtums hätten sie auf die Kulturstufe der Briten heben können. tabelte Chamberlain:„ Die Gefahr, der die Boerenregierung soeben Und thatsächlich sahen wir im letzten Jahrzehnt in Südafrika ein entging, war eine reale und wenn die Ursachen, die zu ihr führten, Die Frage, ob den Eingebornen das Wahlrecht zu gewähren ist, Geschlecht von progressiven Boeren heramvachsen, die Englisch lernten, nicht beseitigt würden, so kann sie sich wiederholen, obgleich in einer foll erst nach Einführung der Selbstverwaltung entschieden englische Sitten annahmen und auf englischen Universitäten ein andren Form." Auch der enthusiastische Empfang, der Jameson und modernes Wissen sich aneigneten. Es bedurfte nur der Weisheit, seine Leute in London zu teil geworden, war geeignet, Krüger in seinem Eine specielle Steuer zur 8ahlung der Kriegs- der Geduld und Einsicht der englischen Regierung, um den wirtschaft- Mißtrauen gegen England zu bestärken. Dieselbe Wirkung mußte auf tosten soll auf den Grundbesig in Transvaal und in der Oranje- lichen Prozeß Südafrikas ausreifen zu lassen und die Anglisierung ihn die Komödie der parlamentarischen Untersuchung folonie nicht gelegt werden. der Boeren nicht gewaltsam zu unterbrechen. Vielleicht hätte gegen Rhodes und Genossen machen, die gerade im Momente abbrach, als unter normalen Umständen Sobald die Verhältnisse es gestatten, wird in jedem Distrikte die englische Regierung diese die Mitschuld der englischen Regierung an der Antiboerenverschwörung eine Kommission ernannt werden, in welcher ein Beamter Methode auch gewählt. Sie ist ja der englischen Diplomatie sichtbar zu werden begann. Aber dieser moralische Bankrott Englands den Vorsitz hat und die Einwohner des Distrits vertreten sind, um den als Killing with Kindness( Erschlagen durch Freundlichkeit) wohl hatte noch eine andre Wirkung. Der Oranje- Freistaat, der seit Leuten bei der Wiedereinsetzung in ihren Heim- geläufig. Aber die seit Jahren empfundene Erschütterung der eng Jahren die Transvaalregierung im progressiven, englischen Sinne stätten Beistand zu leisten, und denen, die infolge von lijchen Handelsvorherrschaft hatte die imperialistische Strömung hervor zu beeinflussen gesucht hatte, sah nunmehr die Gefahr, in der die Kriegsverlusten außer stande sind, sich damit zu versehen, Nahrung, gerufen, die die herrschenden Klassen Englands in das Netz der Unabhängigkeit der Boerenstaaten schwebte, und die Folge war ein beiden Republiken. Obdach, Saatgut und andres, was zur Wiederaufnahme normaler Johannesburger Millionäre trieb. Von den Mitgliedern der könig Schutz und Truzbündnis zwischen den Beschäftigung nötig ist, zu liefern. Die englische Regierung wird der lichen Familie bis herab zum einfachen Sommis beteiligte sich alles Auch in England geriet jezt die südafrikanische Frage in ein Kommission 3 Millionen Pfd. Sterl. zur Verfügung stellen. Außer der am Staffern- Cirkus", an den Börsenspekulationen in südafrikanischen rascheres Tempo. Das Jubiläumsjahr 1897 befestigte den Gedanken Dotation von drei Millionen wird die Regierung bereit sein, Vor- Attien. Die Phantasie des englischen Volkes berauschte sich an den des britischen Zollvereins, der Eisenbahn Kapstadt- Kairo und der schüsse als Darlehen für denselben Zwed zinfenfrei auf zwei Jahre Goldschätzen Transvaals und diesen Geisteszustand nügten die angelsächsischen Verbindung. Der bedürftige Sir H. Robinson trat zu gewähren, die hernach mit 3 Proz. Zinsen rückzahlbar sein Johannesburger Millionäre aus, mit Hilfe von Rhodes und von seinem Amte zurück und der Prokonsul Milner ging nach Stidsollen. Kein Ausländer oder Rebell wird berechtigt sein, von dieser Chamberlain und einer feilen Presse das englische Bolt gegen den afrika und trug in den Falten seiner Toga den Krieg an den greisen Boerenpräsidenten. Milner, ganz im Banne von Rhodes, war voit ( Lauter Beifall auf den Bänken der bedrohten Boerenstamm aufzuhezzen. Anfang an entschlossen, mit der südafrikanischen Frage aufzuräumen und Südafrika unter die englische Flagge zu bringen". Unter diesen Der südafrikanische Konflikt verschärfte sich dann noch weiter. Umständen konnten die Unterhandlungen zwischen ihm und Krüger Und zwar aus folgenden Gründen: Die Goldentdeckungen von 1886 betreffend die Reform des Wahlrechts zu feinem befriedigenden brachten Legionen von Ausländern nach Transvaal. Die Mehrheit Resultate führen. Strüger machte Konzessionen, die den Kolonialderselben bestand aus britischen Bürgern, der Rest aus Juden und sekretär nur zu weiteren Forderungen ermutigte. Die schemenhafte Amerikanern. Seit 1892 wurde die Einwanderung noch stärker, so Suzerenität, die Krüger im Vertrage von 1884 anerkannt haben daß die Zahl der Ausländer die der Boeren bald überstieg. Den sollte, diente als diplomatischer Stützpunkt. Um die Mitte 1899 Die Morgenblätter besprechen den Abschluß des Friedens Einwanderungsstrom zu hemmen, war der Boerenregierung auf Grund schickte England militärische Verstärkungen nach Natal, die den Boeren mit Genugthuung und zollen den Boeren sowohl wie den englischen des Vertrags mit England vom Jahre 1884 verboten. Um aber den letzten Rest des Glaubens an die Aufrichtigkeit der Briten Soldaten Anerkennung.„ Standard“ nennt die Boeren den tapfersten nicht von den Fremden überwältigt zu werden, beschlossen die Boeren, raubten. Am 9. Oktober 1899 schrieb Mr. Neig, der Staatssekretär Feind, dem entgegenzutreten den britischen und Stolonialtruppen jemals das Bürgerrecht erst nach 14 jährigem Aufenthalte in der Stolonie zu Transvaals: Irregeführt vom stolonialsekretär, beeilte sich die zugefallen sei.„ Daily News" jagen, es liege eine größere Aufgabe als der Krieg vor dem britischen Volke, nämlich die Aufgabe, Eintracht und Wohl- gewähren. Auch die Ausbeutung der Arbeit wurde beschränkt und englische Regierung, militärische Verstärkungen nach Südafrika zu fahrt in das zerrüttete Land zu bringen und den Boeren zu zeigen, daß die Besteuerung der Goldfelder erhöht. Diese Maßnahmen riefen schicken und droht und beschimpft uns. Sie scheint auzunehmen, wir England sich im Frieden ebenso wie im Kriege auszeichnen könne. unter den Ausländern große Unzufriedenheit hervor und eine Reform- würden so einfältig sein und ruhig warten, bis sie genug Truppen Einige Blätter fordern ein strenges Regiment in Südafrika, bewegung entstand. Anfangs unbedeutend, nahm sie eine drohende an unsren Grenzen hat, um uns die Bedingungen diftieren zu können. damit die Boeren jeden Versuch einer neuen Erhebung aufgeben. Haltung an, als sich Cecil Rhodes und Alfred Beit an ihre Spize Obwohl ihr alle Machtmittel, die ein Weltreich aufbieten kann, zur Die Mehrzahl der Zeitungen wünschen eine Politit der Aussöhnung. stellten. Rhodes war damals Premierminister der Kapkolonie, Verfügung stehen, werden wir nicht länger warten, auch auf die Das erste Glückwunsch- Telegramm am kgl. Hof traf, wie Direktor der Chartered Company und der Consolidated Goldfields. Gefahr hin, als die Angreifenden angeklagt zu werden. Noch heute berlautet, vom deutschen Kaiser ein. Die Bewegung der Ausländer gewann auf diese Weise Anschluß an werden wir von ihr verlangen, daß sie ihre Truppen zurückzieht. den historischen Konflikt zwischen Boeren und Briten( Loyalisten). Ich fürchte, dies würde den Krieg bedeuten, aber wir haben ihn Im Jahre 1895 fanden in England Parlamentswahlen statt, die nicht provoziert." werden. werden. Klausel zu profitieren. Ministeriellen.) Die Aufnahme der Friedensbotschaft in London. London, 2. Juni. Die Bekanntmachung des Friedensschlusses wurde von der Bevölkerung mit der größten Begeisterung aufgenommen. Die Straßen wurden den ganzen Abend von einer zahlreichen Menschenmenge durchwogt, welche patriotische Lieder sang. Von den Türmen der Kirchen ertönten die Glocken. Ein Rückblick. I. II. Mr. Chamberlain als Kolonialsekretär ins Kabinett brachten, Und am selben Tage kabelte er das verhängnisvolle Ultimatum und da seine imperialistischen Sympathien in Südafrika nach London. Mr. Chamberlain lehnte es ab, den Empfang des Nach zweiunddreißig Monaten gewaltigen Ringens zwischen dem bekannt waren, beschlossen Rhodes und feine Johannes- Ultimatums zu bestätigen, und am 11. Oktober nahm der Krieg britischen Weltreich und dem kleinen Heldenvolk der südafrikanischen burger Freunde, eine Revolution zu inscenieren, um die Boeren feinen Anfang. Republik ist endlich der Frieden herbeigeführt worden. Ein Frieden regierung zu stürzen und Südafrika unter die englische Flagge zu unsterblichen Ruhmes für die der Uebermacht Erlegenen und ein bringen. Sie rechneten, es würde ihnen billiger kommen, die Boeren Der militärische Verlauf des Krieges ist zu bekannt, Denkmal der Erniedrigung für die Sieger! zu unterwerfen, als ihnen Steuern zu zahlen und sich von ihnen als daß er an dieser Stelle noch einmal rekapituliert werden III. müßte. Man weiß, wie es kam, daß die Boeren troß ihrer worden ist, die im Reichstag ihnen unangenehme Erörterungen| Keyzer. Jetzt ist Stöcker ein toter Mann, und Herr Harnack blüht anfänglichen glänzenden Siege nach der Ankunft des Lord gern dadurch zu vereiteln suchen, daß sie sie als Angelegenheiten üppig, nachdem er sich zu einem sehr geschmeidigen Herrn entwickelt. Roberts und den kolossalen Verstärkungen der englischen Truppen Preußens behaupten, und die gerade in der Zollfrage immer aufs Die zweite Lesung der Polenvorlage soll bereits in dieser im großen Kriege unterlagen und zum Kleinkriege gezivungen wurden, neue das Recht der Kommunen bestritten haben, gegen die Zoll- Woche stattfinden. den sie zwei Jahre lang, zum Teil mit glänzendem Erfolge, weiter schädigung Einspruch zu erheben. Da kann man sich also nach den Hasen und Kaninchen erEs ist belamit, welch außerordentliche strategische und Trotzdem war Herr v. Heydebrand formell durchaus im Recht, kundigen. militärische Leistungen die Boeren zu Beginn vollbrachten, bis die als er für das Abgeordnetenhaus den Anspruch erhob, die Anträge unverzeihliche Sorglosigkeit Cronjes Lord Roberts zehnfacher Ueber zu debattieren. Der konservative Redner ging mit einer höchst Die ,, Leipziger Volkszeitung" erwidert auf unfre Feststellung, Der konservative Redner ging mit einer höchst daß sie unsre ironische Notiz über die Verhaftung des majestätsmacht zu einem leichten Siege auf dem westlichen Teile des Kriegs- energischen Leidenschaft gegen die Regierung ins Zeug. Das war beleidigenden echten Monarchisten Pleißner" nicht verstanden habe, schauplages verhalf. Dieser Schlag warf den ganzen Defensivplan völlig der junkerliche Rebellenton: Jochimte, Jochimte, hüte di" mit dunklen Anspielungen auf irgend welche geheimnisvolle Urheberder Boeren über den Haufen. Die Belagerung Ladysmiths mußte Bis hierher und nicht weiter rief er der Regierung drohend zu. fchaft der Notiz. aufgegeben werden, man mußte sich auf der ganzen Linie rückwärts Die Landwirtschaft, d. h. das Junkertum verzichtet auf sein Bucherkonzentrieren, da man ja jezt Gefahr lief, im Rücken durch Lord privileg nicht! Roberts umgangen zu werden. Die Zeit der großen Operationen, der Feldschlachten war vorbei, aber damit nicht der Krieg. Lord Roberts zwar schiffte sich, nach em die Hauptstädte bes Landes ,, erobert" und die Republiken ,, anneftiert" hatte, nach England ein, um sich als Sieger feiern zu laffen, allein für den zurückgebliebenen Kitchener begann eine gar ſchwere Zeit. Die Boerent or saloje stöbere und teinere organisierten den Kleinkrieg, während dessen Verlauf sie den Engländern größere Schlappen beibrachten und einen Mut, eine Ausdauer, und ein taktisches Geschick bewiesen, die diesem denkwürdigen Bolfskrieg ein Ehrenblatt der Kriegsgeschichte sichert. An die Stelle der alten Führer, die ihrem Renommee nur teilweise Ehre machten, traten jüngere Sträfte, wie Louis Botha, De Wet, Delarey, Kruizinger, deren Thaten den Glanz der alten Namen bald erbleichen ließen. cr Vergebens fandte England dreimalhunderttausend Soldaten ins Feld, um die heldenhaften Scharen zu Tode zu heben, ihre taktische Geschmeidigkeit und Zähigkeit spottete aller Treibjagden und Einrechts vermochte den Mut der Wackeren ebensowenig zu brechen, wie die trockene Guillotine der Konzentrationslager, in denen man die Jugend des Volkes dem Würge- Engel der Senchen preisgab. Selbst das Stachelza un- und Blockhaussystem erwies fich lange Zeit als wirkungslos. Trotz alledem stellte sich zuletzt der fernere Widerstand als aussichtslos heraus. Die Zahl der Kämpfer schmolz mehr und mehr zu fammen, während England in der Lage war, immer neue Ersatztruppen nach Südafrika zu entsenden. Wohl hätten die Tapferen noch monatelang den Strieg weiter führen können. Aber jede Ansficht auf Erfolg war geschwunden. Die schließliche Niederlage stand außer jedem Zweifel. Wozu sich also bis zum letzten Mann verbluten, ohne auch nur den geringsten Erfolg erhoffen zu können. Die Unterwerfung der letzten paar Tausend ist menschlich und politisch mir zu verständlich; unbegreiflich heroisch fast war schon der so lange aussichtslos geführte Verzweiflungskampf. dipit Ob England seines Sieges, der ihm so wenig Ehren gebracht hat, froh werden wird? Ob der Erfolg, der ihm fast vier Milliarden und mehr als 20 000 Menschenleben gekostet hat, den Einsatz jemals wiederbringen wird? Es wird das im wesentlichen davon abhängen, ob es England gelingen wird, Südafrika, dessen Bevölkerungselement bis jetzt vorwiegend aus holländischen Abkömmlingen besteht, derartig zu anglisieren, daß eine Wiederholung des gegenwärtigen Unabhängigkeits- und Losreißungs- Krieges unmöglich wird. Ist das nicht der Fall, so könnten sich eines Tages die vereinigten Staaten von Südafrika ebenso von England emancipieren, wie das die Vereinigten Staaten von Nordamerika gethan haben. Politische Webersicht. Berlin, den 2. Juni. Ein Krach im Abgeordnetenhause. Die Rechte und das Centrum begleiteten die Rede ihres zorn vollen Führers mit stürmischen Beifallskundgebungen, und als er geendet, setzten die schallenden Bravo Chöre immer aufs neue wieder ein. Wir sind aufs höchlichste erstaunt, daß es ein Parteiblatt für richtig befindet, gegen eine sa chlich unangreifbare Notiz nur deshalb zu polemisteren, weil man einen Anlaß an den Haaren herbeizuziehen sucht, um auf eine vage Vermutung hin gar nicht zur Sache gehörige private und persönliche Streitigkeiten auszutragen. Bir haben von unsrer Notiz tein Wort zurückzunehmen oder zu ändern. Ausland. Radikale Vorübung. Dagegen war der zweite Antragsteller, Herr v. 8edlig, der den freifonservativen Antrag begründen sollte, durch das Verhalten in seiner von ihm verleſenen Fraktionserklärung das Recht des Landtags. Die französische Deputiertenkammer ist am Sonntag zu ihrer der Regierung geradezu niedergeschmettert. Er behauptete zwar auch solche Angelegenheiten zu erörtern, meinte aber in demselben Atem ersten Sigung zusammengetreten. Fast alle Deputierten waren ans zuge, es fei zur Zeit" inopportun, die Frage in ihren Einzelheiten wefend. Der Alterspräsident eröffnete die Sigung und hielt eine zu behandeln. Und so lehnte er eine parlamentarische Kuriosität Ansprache, in der er die Deputierten zur Einigkeit auffordert und Unde Begründung und Diskussion seines eigenen alsdann dem Mitgefühl der Kammer für die Bevölkerung ersten Ranges. Antrages ab. auf Martinique Ausdruck giebt. Darauf wird zur Wahl Namens der Nationalliberalen bekundete Herr v. Eynern in des provisorischen Präsidenten geschritten. Hierbei wurde drei Worten, daß Graf Bülow ganz recht habe; die Anträge ge- Bourgeois mit 303 Stimmen gewählt. Deschanel, der hörten nicht ins Abgeordnetenhaus. Die Rechte wand fich in Lach- Kammerpräsident in der vorigen Kammerfession und Kandidat der främpfen. Ein andrer Nationalliberaler, der Dr. Sattler, aber Melinisten und Nationalisten, erhielt 267 Stimmen. Durch beteiligte sich später doch noch an der Diskussion. die Wahl des Radikalen Bourgeois hat die Kammer die Absicht einer Scharf wendete sich der Centrumsredner Dr. Herold gegen anti- flerikalen und anti- nationalistischen Politik deutlich bekundet. das Verhalten der Regierung, und Engen Richter mußte mit Der Präsident der Republik wird damit genötigt, ein gutem Humor die Komik der Situation, dieses ergöglichen Zusammen- Ministerium zu bilden, in dem die Radikalen und Radikal- Socialisten stoßes der Agrarier mit ihrem besten Minister. Richter teilt wenigstens vorwalten. nicht die Illusionen der freifinnig- vereinigten Kollegen Barth und Ehlers, die wieder einmal von ihrem Bülow entzückt sind und sein Verfahren durchaus rechtfertigten sie hoffen ja immer noch, daß sie den goldenen Apfel kriegen. Aus der sonst belanglosen Debatte ist nur zu erwähnen, daß Herr v. Wangenheim mit dem Abfall des Volkes der Landwirtsbündler von den Hohenzollern drohte, sofern nicht höchster Brotwucher betrieben werde. Zu provisorischen Vicepräsidenten wurden Etienne mit 292 und Maurice Faure mit 281 Stimmen gewählt. Die Wahl Bourgeois' zum Präsidenten wurde von der ganzen Linken mit stürmischen Hochrufen auf die Republik begrüßt. Bourgeois übernahm darauf das Präsidium, sprach für seine Wahl den Dank aus und schätzte sich glücklich zu dem Erfolg der Reise Loubets nach Petersburg, welche die Bande, die die beiden befreundeten und verbündeten Nationen verbinden, noch enger geknüpft habe. Bourgeois spricht alsdann sein Mitgefühl aus für die Opfer der Katastrophe auf Martinique und verliest die aus verschiedenen Ländern aus diesem Anlaß eingegangenen Adressen. Auf Antrag Gérault Richard( Soc.) beschließt das Haus eine Adresse, in welcher der Sympathie Ausdruck gegeben wird, an die Bewohner von Martinique zu richten. Hierauf wird die Sitzung zum Zeichen der Trauer aufgehoben. " * Schließlich wurde der konservative Antrag mit 188 gegen 79 Stimmen augenommen. Die Freikonservativen, deren Antrag abgelehnt wurde, enthielten sich der Stimmen. So dramatisch die Verhandlung äußerlich war, so wenig bedeutet sie für die Klärung der Zollfragen. Warum die Regierung plötzlich den Weg der Schneidigkeit ging, darüber braucht man nicht zu grübeln; das sind nun einmal die staatsmännischen Launen der heute Herrschenden. Was die agrarische Mehrheit anlangt, so verstärkt sich der Eindruck, daß die Kluft zwischen ihr und der Regierung Paris, 2. Juni. Die radikalen und die socialistischen Blätter faum noch zu überbrücken ist. Als im Januar 1901 die Konservativen geben ihrer lebhaften Befriedigung über die Wahl Bourgeois zum im Abgeordnetenhaus einen ähnlichen Antrag wie den Präsidenten der Deputiertenkammer Ausdruck. Jaurès schreibt in jeßigen gestellt hatten, beeilte fich Graf Bülow, bereitwvillig zu er der Petite République": Die politische Bedeutung dieses ersten flären, daß die Staatsregierung entschloffen sei, einen erhöhten Zoll- Sitzungstages der Kammer ist so glänzend, so gebieterisch, daß sie schutz zu gewähren. Heute bestreitet derselbe Graf Bülow die Kom- nicht einmal von den Besiegten geleugnet wird. Die Kammer hat, petenz des Landtags. Es scheint, als ob die agrarische Mehrheit bereits indem sie sich für Bourgeois gegen Deschanel aussprach, nicht Erwägungen persönlicher Art nachgegeben, sondern sie hat einen mit dem Scheitern des Tarifs rechnet und nun bemüht ist. Wahl- politischen Akt vollzogen und dem Präsidenten der Republik einen politik zu treiben; das erklärt ihre demagogischen Oppositions- fehr deutlichen Fingerzeig für die Zusammensetzung des nächsten Ministeriums gegeben. Petit Parifien" sagt, die Wahl Dennoch wäre es sehr verfehlt, dem Schein zu trauen. Bourgeois' beweise, daß die wichtigsten Elemente des neuen So lange die Mehrheit der Zollkommission keine Anstalten Ministeriums aus der radikalen und der socialistischen Gruppe getrifft, die Sache zum Klappen zu bringen, sondern im nommen werden müßten. Die nationalistischen und die ge Gegenteil alles vermeidet, die Entscheidung zu verschleppen-so mäßigten republikanischen Blätter geben zu, daß die Wahl Bourgeois' lange besteht der begründete Verdacht und die große Gefahr, daß einen Sieg der Radikalen und Antiklerikalen bedeute. bie feindlichen Brüder schließlich doch handelseins werden und Graf Bülow doch seinen Apfel los wird. reden. Deutsches Reich. * zukünftiger Ministerpräsident wird besonders genannt der radikale und anti- klerikaler Senator Combes; der bisherige Kriegsminister André und der Minister der Auswärtigen Angelegenheiten Delcassé sollen, so verlautet, im neuen Ministerium wieber erscheinen. Schweiz. Eine fidele Poſſe führte am Montag im preußischen Abgeordnetenhaus der Reichskanzler Graf Bülow auf. Der schöne Hirt auf der Weide der Agrarier sollte sich flipp und klar äußern, ob er ihnen den vollgewichtigen goldenen Apfel geben wolle oder nicht. Aber Baris war es offenbar überdrüssig, seine unverbindliche diagonale Liebeserklärung zum hundertften Male zu wiederholen, und so nahm er seinen Apfel und ging truziglich nach Hause. Vermutlich hatte man den holden Schäfer und Schäfer belehrt, es mache sich sehr gut Kontraktbruch der Landproletarier. Die foufervative Fraktion und imponiere kolossal, wenn er in der Laune des Verliebten ge- des Abgeordnetenhauses hat, wie wir schon in unsrer legten Nummer Die Basler Regierung hat beschlossen, im Hinblick auf die legentlich einmal den Spröden und Zornigen spiele. Und so be: berichteten, eine Interpellation eingebracht, worin die Staatsregierung kommenden Integralerneuerungs- Wahlen für den Nationalrat im um Auskunft darüber ersucht wird, weshalb die bereits seit ge nächsten Herbst von der Vornahme einer Ersagwahl für den zurückHandelte er hente feine intimen Konservativen, wie er feiner Beit raumer Zeit gepflogenen Beratungen und Erwägungen über die getretenen Genossen Wullschleger abzusehen. In unsern Parteitreisen Joe Chamberlain in seiner Granitbeißerrede angeschnarrt hatte. Es war ein festlich gefülltes Haus, das dem agrarischen Verfuchage des Stontrakt bruchs ländlicher Arbeiter sich noch hofft man, daß im Herbst Genoffe Wullschleger wiedergewählt werden nicht zu einem Gefeßentwürfe verdichtet haben. wird, um so eher, als dann Basel sechs statt der bisherigen vier Veranwohnte, die preußische Staatsregierung zur Entscheidung für die Da die Agrarier in dieser Woche, die ausschließlich mit agra- treter in den Nationalrat zu wählen hat. Der Wiedereintritt des Ueberzöllnerei zu drängen. Nichtig war demt auch pünktlich rischen Fragen parlamentarisch bepackt ist, muu einmal in Berlin ver- Genossen Wullschleger in den Nationalrat ist aber nur dann möglich, Graf Bülow zur Stelle, mit ihm Herr v. Rheinbaben und der lange fanumelt find, mußen sie die Gelegenheit aus, um die Regierung mit wenn einer der beiden bürgerlichen Nationalräte in der Regierung Möller. Noch bevor die Antragsteller ihre Bollanträge begründet ihren Anmaßungen zu bombardieren. Die Kontrakbruch- Juter auf feine Wiederwahl als Nationalrot verzichtet oder aber es für hatten, erheb sich der Ministerpräsident und las in einem ziemlich werden, und die Regierung wird dann sicher nicht das Lokal ver 8ulässig erklärt würde, daß drei Mitglieder der Regierung den eidcorpsstudentisch gefärbten Ton eine Erklärung der Staatsregierung faffen, sondern den Agrariern wohlwollende Erklärungen geben, Räten dürfen. vor, in der furz verkündet wurde, daß die Zollfrage zur Kompetenz obwohl das Koalitionsrecht und fein Ausbau verfaffungsmäßig unser Genosse Dr. Waffilieff gemacht. Danach hat der Baufrat Eine recht heitere Entdeckung hat der Basler Arbeitersekretär, des Reiches gehöre, und daß die Regierung es deshalb ablehne, Reichsfache sein sollte. Leider befindet sich kein Abgeordneter im in den mit der ber- ühmten Basler Baugesellschaft abgeschlossenen sich über ihre schon des öfteren unzweideutig befundete Stellung zur Landtag, der bei diefer Gelegenheit den Landproletarier vor den Vertrag betr. die Herstellung des neuen Stantonal( Staats-) BankTariffrage zu äußern. Sprach's und verließ majestätisch mit seinen Verfolgungen ihrer Beiniger schützen könnte! gebändes eine Streittlaufel aufgenommen, wonach ein Streif Kollegen den Saal. Auf Null gefunken feien bie Aussichten des 8olltarifs, als eine außergewöhnliche Verhinderung" angefehen und die BauGraf Bülow wiederholt dieses Demonstrations- Manöver auch so erklärte der nationalliberale Abgeordnete Baffermann auf termine entsprechend verlängert werden! Wirtschaft, Horatio, eine Nachahmung eines Bismarc'schen Tricks binnen kurzer Zeit einer Tagung seiner rheinischen Parteifreunde in Elberfeld. Er teile, Wirtschaft! bereits zum zweitenmal. Auf die gleiche Weise gingen die Herren so meinte er weiter, die rosigen Hoffnungen des Grafen Bülow England. im Gänsemarsch hinaus, als sie die Behandlung der Wreschener An- nicht; die Politik der Reichsregierung beim Solltarif sowie bei der Die ,, Times" und die materialistische Geschichtsauffaffung. gelegenheit, weil zur Kompetenz des preußischen Landtags gehörig, Reichs Finanzreform sei ein energielofes Fortwursteln. Vor den London, 29. Mai. Neuwahlen werde der Zolltarif nicht zu erledigen sein. im Reichstag ablehnten. Die Times", das Organ des englischen Großkapitals, hat einen Herr Bassermann hat anscheinend nur bergeffen mitzuteilen, Das Verhalten Bülows wirkte wie eine starke Ueberraschung aus welchen Gründen denn bei der Aussichtslosigkeit des Bolltarifs Leitartikel- Schreiber, der mit der materialistischen Geschichtsauffassung man hatte offenbar wieder eine seiner nichtssagenden Erklärungen die Beratungen noch fortgeführt werden. Herr Basserman weiß wohl vertraut zu sein scheint. Er schreibt in der Regel mir über erwartet. Und nun diese plötzliche oftentative Buivendung der ele- sicherlich, daß die Wucherparteien von der Abficht geleitet sind, durch auswärtige Politik und über allgemeine wirtschaftliche Fragen. ele- ficherlich, bag of som nur ganten Rüdseite! Von den nationalliberalen Bänken belohnte ein Fortberatung des Tarifs mindestens die künftigen Handelsverträge Mitte dieses Monats hatte er einen vom bürgerlichen Standpunkte nicht sehr starkes Bravo der Heldenthat des Grafen. Die zuerst zollwucherisch zu beeinflussen. vernünftigen Artikel über Rußland und am 22. Mai einen über verblüffte Rechte brach über diese nationalliberale Aufmunterung in Aus dem Lieberschen Wahlkreis. Die Centrimispresse er den internationalen Schiffahrtstrust. Nebenbei bemerkt, ein höllisches Hohngelächter aus, das zwar formell nur den national- flärt die Mitteilung der Deutschen Tageszeitung" als muwahr, daß erinnert dieser Artikel an die Notiz im„ Vorwärts" vom 30. April über liberalen Bravo- Rufern galt, durch das aber auch der Graf Bülow im Lieberschen Wahlkreise dem Centrum angehörige Bauern fich für denselben Gegenstand. Der Leitartikel enthält u. a. folgende Bemerkung: und die Seinen mitgetroffen werden sollten. Die erregte Unruhe war den Kandidaten des Bundes der Landwirte und gegen den offiziellen Der Schiffahrtstruft illustriert eine Wahrheit, die zwar in unfren so start, daß der Anfang der Rede des Herrn v. Heydebrand Centrumskandidaten erklärt hätten. Centrumsfandidaten erklärt hätten. Bei Besprechung dieser An- Geschichtslehrbüchern nicht zu finden ist, nichtsdestoweniger aber gelegenheit wendet sich die„ Germania" von neuem scharf gegen den von der ganzen Geschichte gelehrt wird, wenn man sie nur zu lesen der den konservativen Antrag begründete, im Sturm verwehte. Die staatsmännische Klugheit dieser Bülowschen Schneidigkeit Bund der Landwirte: Bur Charakteristik des Bundes der Landwirte ist das nicht mur versteht. Diese Wahrheit besteht darin, daß die großen Schidwird nicht viele Bewunderer finden. Die Ablehnung der Kompetenz ein einzelner zufälliger Beitrag, sondern von principieller fale der Völker hauptsächlich von ökonomischen hatte nur einen Sinn, wenn Graf Bülow dem preußischen Landtag, von Kräften, Bedeutung auch für die nächsten allgemeinen Sträften ausgearbeitet werden, dieser erweiterten Landwirtschaftskammer und Filiale des Cirkus Reichstagswahlen. Mögen sich andre Parteien, wie die die von unsren Politikern selten verstanden und noch seltener beBusch, überhaupt das Recht bestreiten wollte, als Volksvertretung Konfervativen und Nationalliberalen vor dem Bunde der Land- herrscht werden können. Der Schiffahrtstrust bezeichnet eine zu gelten. Darin würden wir ihm unbedingt beistimmen; wirte, der auch im politischen Leben, fogar bei der deutschen Schiff Verschiebung des ökonomischen Schwerpunktes. Er ist nicht der denn das Abgeordnetenhaus ist ja mur das Zerrbild einer Volksver- fahrt den Schah in Schah" spielen möchte, der Mandats giffer Einfall von, Mr. Morgan. Er ist nicht die Laune amerikanischer wegen verbeugen oder nachgeben. Die Centrumspartei wird Geschäftsleute. Er ist auch nicht der Ausdruck irgend welcher Feind tretung. Aber Graf Bülow ist ja im Gegenteil der Meinung, daß fich dazu nicht hergeben, sondern den Bund der Landwirte in der Landtag ein ganz hervorragendes Gebilde konstitutioneller feinen Bielen wie in seiner Taktit richtig erkennen und danach schaft gegen England. Er ist vielmehr der Ausdruck und die Folge Weisheit sei. Wenn aber der Ministerpräsident nicht die Legitimität von Bedingungen und ökonomischen Bewegungen, die vor auch zu handeln wissen." des Landtags an sich bestreitet, so kann er selbstverständlich auch Wir beachten derartige Dinge Das Centrum will lieber selbst extreme Brotivucher Politik unsren Augen sich vollzogen. nicht lenguen, daß es das Recht des Abgeordnetenhauses sei, auf die betreiben, als sich von den nicht- katholischen Bündlern in seinem An- nicht. Unfre Politiker sind beschäftigt mit Parteizänkereien und endlosen Wortgefechten im House of Commons. Politik der Staatsregierung und ihre Abstimmung im Bundesrate hang schädigen zu laffen. In eingutvirken. Dies formelle Necht ist unbestritten, auch wenn seine Der liberale Softheologe, Profeffor Harnad, hat den flarem Englisch: unser Publikum ist nicht erzogen genug, un Aber Bewegungen Anwendung im Einzelfalle sich als ungehörige Einmischung in Orben pour le mérite erhalten. derartige Bewegungen beobachten zu können. Reichsfragen darstellt. Es ist allerdings ein verdientes Mißgeschick, Als Harnad von Marburg nach Berlin fam, entfaltete der stehen nicht deshalb still, weil die Leute sie nicht sehen wollen; was daß einmal gegen die Junker ein Kompetenzeinwand erhoben damalige Hoftheologe Stöder eine wilde Agitation gegen den sich gewöhnlich ereignet, ist dies, daß das Publikum erschreckt aufs I 0 fährt, wenn die Thür, die sich langsam dem Verschließen näherte| 30gen die wichtigeren Spekulationswerte der Montanindustrie um I weniger als einer Viertelstunde auf die Baufen angerechnet werden mit einem Getöse ins Schloß fällt." mehrere Prozente an. D dürfen. Dazu schreibt die Berliner Korrespondenz": Ju den von Radikalen geschriebenen und für Arbeiter bestimmten Noch weit intensiver gestaltete sich bereits am Sonnabend, da Blättern findet man natürlich derartige Gedanken nicht. Da wimmelt der Friede in den Börsenkreisen als völlig gesichert galt, die Surstreiberei an per zonconer Stod Exchange. Die Kauforders, es von Ethik und sittlicher Entrüstung. besonders auf Konsols, strömten in endloser Fülle herbei, und 21 " Thatsächlich hat es mit dieser behaupteten Verschlechterung des Arbeiterschutzes folgende Bewandtnis: Die als eine tadelnswerte Neuerung bezeichnete Vorschrift war bereits in der früheren Verordnung enthalten; sie ist aus dem Text der letzteren, wie aus der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 1. Februar 1895 hervorgeht, wörtlich übernommen." Norwegen. Das Storthing, das am Donnerstag nach achtmonatiger Dauer auf dem Kaffirmarkt, den der Börseniz mit dem treffenden Namen Wir müssen zugeben, daß wir in der Ueberzahl von Verordnungen, feine Seffion beendete, hat sich nicht durch eine arbeiterfreundliche Kaffern- Cirkus" belegt hat, wurden die furiofesten Kurs- ParforcePolitit ausgezeichnet. Das, was der Arbeit der Abgeordneten das touren geritten. In älteren Minenwerten, in deren Kursen seit Bekanntmachungen, Abänderungen 2c., durch die bei uns„ systematischer" besondre Gepräge giebt, ist die fortgesetzt erhöhte Verausgabung von langem die durch den Friedensschluß sich bietend geschäftliche Arbeiterschuh betrieben wird, übersehen haben, daß die gerügte Ber staatlichen Mitteln für unproduktive Bwvede und in erster Linie für das Aussicht vorweg estomptiert ist, find die Umsätze gering, desto schlechterung der Verordnung von 1892 schon 1895 vorgenommen Militärwesen", schreibt„ Socialdemokraten"." Ferner die ausgeprägteste größer aber in neuen, öfters erst in den letzten Monaten herans: worden ist. Die„ Berl. Korr.", die das ganz genau weiß, erwähnt ben Bröder aber retten, öfters rei Knauferigkeit gegenüber den ökonomischen Forderungen, die die Lebens. gekommenen Werten, die rein spekulativen Gründungen ent- Berordnung", bie nicht einmal eine selbständige Berordnung, sondern davon natürlich nichts, sondern redet schlankweg von der früheren bedingungen der Arbeitermassen erleichtern sollten, sowie der Untville, stammen, von denen man häufig absolut nicht weiß, wo nur eine Abänderung der Verordnung von 1892 war. diese gegen die Uebergriffe und die Uebermacht der Kapitalisten durch die Goldfelber, die fie angeblich erworben haben, sich An der Thatsache, daß die einstündige Pause der jugendlichen die Gesetzgebung zu ſchüßen. Es sei daran erinnert, daß der äußerst be befinden, noch ob sie überhaupt existieren. Hält das Treiben länger Arbeiter in 5, 6 und mehr Teile zerrissen werden darf und an scheidene Vorschlag zur Unterstützung der tausende Arbeitsloser nur eine Stimme, und zwar die des Antragstellers, an, können schwere Rückschläge nicht ausbleiben, bei denen die unsrer fachlichen Kritik dieses Zustandes wird dadurch natürlich nichts erhielt. Es sei daran erinnert, daß ihnen statt Arbeit und Kleinen", die sich durch die schwindelhafte Reklame zum Brot nur das Versprechen gegeben wurde, daß eine statistische Spekulieren verleiten lassen, wie immer, die Genasführten sein Uebersicht über die herrschende Not hergestellt werden solle. Und es werden. song adi fei daran erinnert, daß bei der Debatte über das Fabrikaufsichts- Auch heute begann die Londoner Börse zunächst wieder mit Gesetz die freisinnigen" Elemente sich über das bißchen Schutz be- wilden Kurssprüngen, doch trat später eine Erschlaffung und Abschwerten, das die Arbeiter jetzt schon durch die Gesetzgebung erschwächung ein, die schließlich verschiedene Mineralaktien wieder reicht haben. Es soll ihnen aber nicht gelingen, ihre vielen Sünden ziemlich auf den Schlußkurs des Sonnabends zurückbrachte. hinter den durchsichtigen Coulissen einer„ Ministerkrise" zu verbergen". Bei den demokratischen Regierungsformen in Norwegen würde es Richtung zu geben. übrigens in den Händen der Arbeiter liegen, der Politik eine andre Afien. geändert. Litteravisches. Wie Genosse Schippel berichtigt! 19 Jn Nr. 124 des„ Vorwärts" vom Sonnabend, den 31. Mai, wendet sich Genosse Schippel gegen meine Kritif seines Handbuchs, die am 25. Mai im, Borwärts" erschien. Soweit er dabei zu erklären versucht, Norddeutscher Lloyd und Morgauscher Schiffetruft. Nun weshalb die von mir getadelten Mängel vorhanden sind, aus welchen mehr veröffentlicht auch die Verwaltung des Bremer Norddeutschen Gründen er z. B. den Stofffreis des Buches beschränkte uſw., beg Lloyd" ihre Anträge für die auf den 23. Juni einberufene außer- stätigt er nur, was ich in meiner Kritik schrieb: Hier haben wir es ordentliche Generalversammlung. In allem Wesentlichen decken sich die also mit einer absichtlichen Selbstbeschränkung des Schwierigkeiten in der chinesischen 3oflreform. Aus beantragten Statutenänderungen wie auch der mitgeteilte Auszug aus Autors zu thun." Beting wird vom 31. Mai durch das Reutersche Bureau gemeldet: dem mit dem Morganschen Schiffssyndikat getroffenen Abkommen Dagegen versteigt sich Schippel bei Besprechung meiner Kritik Die chinesischen Mitglieder der internationalen Kommission in mit den Anträgen und dem Vertragstert der Hamburg- Amerika- feines Kapitels: Arbeitswilligengesez" dazu, unShanghai, welche damit beschäftigt ist, den Wertzoll- Tarif in Linie. Auch der Gewinnbeteiligungspaffus ist der gleiche, obgleich der richtige Thatsachen zu behaupten, mit Hilfe deren einen specifischen Tarif auf der Grundlage von 5 Prozent des Durchschnitt der Dividenden, die während die letzten 10 Jahre der er dann die unrichtigkeit und lebereiltheit" meiner Kritik be= Wertes umzuändern, sind von der Regierung angewiesen worden, Lloyd verteilt hat, sich beinahe um 1 Broz. niediger stellt, wie bei weisen will. Infolge dessen bin ich gezwungen, ihm zu erwidern. ihre Thätigkeit einzustellen. Die Kommission hatte die der Hamburger Linie. Es kann diese Normierung als Anzeichen dafür In meiner Kritik hatte ich geschrieben:" Beim Kapitel„ ArbeitsBollfestsegungen unter der Voraussetzung der Bahlung in gelten, daß die Leiter des Trusts auch beim Lloyd auf eine starke willigen- Gesetz" wird eine Rede Liebers mehr als eine Druckseite Silber vorgenommen, und es verlautet nun, die chinesische Re- Steigerung der Erträge und der Dividenden rechnen. lang wiedergegeben, die socialdemokratische Kritit aber gierung beabsichtige, die Entrichtung der Zölle in Gold zu ver Jutereffant ist es im übrigen, wie der Lloyd in der Darlegung mit zehn Zeilen, die aus dem Fraktionsbericht, der 1900 ant langen, da die Mächte auf der Zahlung der Ent- der Motive, ihn zur Abschließung des Vertrages be- den Parteitag erstattet wurde, geschnitten sind." schädigungssumme in Gold bestehen. Sir Robert Hart stimmt haben, sich direkt in Widerspruch zu zu den Aus- Darauf entgegnet Schippel: hat seine Meinung zu Gunsten des Entwurfs der fremden führungen der Leitung der Hamburg- Amerika- Linie setzt. In Kaufleute abgegeben und wird sich dem Plan der chinesischen deren Bericht war ausgeführt, daß wesentlich die Befürchtung Regierung entschieden widersezen; wahrscheinlich wird auch diplo einer ruinösen Konkurrenz von seiten des Trusts Vorstand und matischer Protest erhoben. Aufsichtsrat der Hamburger Linie veranlaßt hätten, das Kartellverhältnis mit dem Trust einzugehen; und auch in der Generalversammlung bezeichnete Generaldirektor Ballin auf eine Anfrage des Abg. Dr. Hahn die Verständigung der beiden deutschen Linien mit dem Trust als eine gebieterische Notwendigkeit. Dagegen leistet fich die Verwaltung des Norddeutschen Lloyd in ihrem Bericht folgende seltsame Auslaffung: Amerika. 30/1022#pud Santiago de Chile, 1. Juni. Der Kongreß ist heute vom Präsidenten er öffnet worden. Die Eröffnungsrede erwähnt mit Befriedigung die Hilfe, welche England dem Laude bei der Beilegung der internationalen Streitfrage mit Argentinien gewährt habe, und betont, daß diese Beilegung wesentlich dazu beitragen werde, bedeutende Ersparnisse im Budget zu ermöglichen. Ferner werden innere Reformen und der Bau einer Eisenbahn über die Anden in Aussicht gestellt. Partei- Nachrichten. Parteipreffe. In die Nedaktion der Chemnitzer„ Voltsstimmne" tritt der Genosse Noste ein, der bisher an der Wolfstribüne" in Königsberg thätig war. Da Noste auch Stadtverordneter in Königs berg war, verlieren die dortigen Genossen durch seinen Weggang einen Vertreter. die Organis Auf dem Gipfel der tritischen Berstiegenheit findet sich unser Genosse E. W. jedoch bei der Besprechung des Artitels Arbeitswilligen Gesez". Zur Orientierung diene ihm das Folgende. Des inneren Zusammenhanges wegen sind alle Angriffe gegen das Koalitionsrecht hisiorisch( und kritisch) unter Koalitionsrecht, Arbeiterschutz und so fort behandelt. Den von ihm vermißten socialdemokratischen Koalitionsentwurf anläßlich der Zuchthausvorlage findet er so im Wortlaut abgedruckt Seite 750/751, allerdings unter Stoalitionsrecht", wo er auch an der einzig richtigen Stelle steht! Der übercilige E. W. Hätte sich ebenfogut entrüsten können, daß er unter„ Arbeitswilligen- Gesetz" nicht einmal das Gesetz selber finden könne! Wahrhaftig, es fehlt"! Es steht nämlich gleichfalls unter Koalitionsrecht, S. 747-749, wiederum aus leicht erkenntlicher Absicht. Somit war unter Arbeitswillige" nur noch der äußerliche ergang der damaligen Aftion festzubalten: unter welchen Besonderheiten sie fich einleitete, weiter entividelte, und unter welcher parlamentarischen Konstellation es schließlich zum Klappen kam. Daher, verehrter E. W., die gewählte Art der Darstellung!" schabe nur, " „ Am 11. Dezember 1897 richtete der neue Staatssekretär des Innern Graf v.Bosadowsky sein vertrauliches Rundschreiben für erhöhten Schutz gegen Mißbrauch der Koalitionsfreiheit" an die Regierungen. Damit war der vorläufig legte Feldzug gegen die Arbeitertoalitionen eingeleitet. Das unrühmliche Ende, das er kurz vor und nach der Reichstags Vertagung von 1899 fand, dürfte noch auf geraume Zeit abschreckend nachwirken. In dem der Generalversammlung am 19. April d. J. erstatteten Bericht haben wir bereits der Verhandlungen Erwähnung gethan, welche wir mit den uns befreundeten englischen und amerikanischen Dampfergesellschaften geführt haben, uni unter Schaffung einer gewissen Interessengemeinschaft die Einhaltung konstanter Naten im Nordatlantischen Verkehr für einen längeren Beitraum zu sichern und gleichzeitig die einzelnen Gesellschaften in ihrem bisherigen Geschäftsbetriebe gegen die Kritisches. Unter dieser Ueberschrift beschäftigt sich Genoffe Konkurrenz der übrigen Gesellschaften zu schützen. Die. Bebel in der neuesten Nummer( 35) der Neuen Zeit" mit der zwischen der Mehrzahl der amerikanischen und englischen am NordWenn man's so hört, möcht's leidlich scheinen bo rischen Wahlreform und mit Schippels Reichs- atlantischen Berkehr beteiligten Gesellschaften in der nämlichen daß die Thatsachen sich nicht den Erläuterungen entsprechend Handbuch. Zgur ersten Frage giebt Bebel zuerst eine Richtung geführten Verhandlungen haben inzwischen zu der Bildung umforrigieren lassen! Darstellung der Sachlage und tadelt dann scharf die Zu- einer organisierten Vereinigung dieser Gesellschaften geführt, welche Wie der Wortlaut meiner Kritik zeigt, hatte ich erstens gar aung unsrer bayrischen Landtagsfraktion zu der Resolution. eine vollständige Jutereffengemeinschaft zwischen ihnen herstellt. Zu nicht geschrieben, daß ich unsern Koalitionsentwurf vermiſſe, Auch an dem Reichstags- Handbuch übt Bebel scharfe Kritit. Seine einem Anschluß an diese neue Organisation lag für die deutschen Ge- sondern die socialdemokratische Kritik" der ZuchtAusstellungen bewegen sich in der Richtung, daß das Buch über sellschaften, deren Wettbewerb mit den englischen und amerikanischen haus- Vorlage. die Thätigkeit unsrer Partei nicht genügend interrichte, während es Linien sich im wesentlichen auf das Gebiet des Paisagegeschäfts der Zweitens: Beim Artitel„ Koalitionsrecht", auf das Schippet Neden der Gegner, Motive zu Gesetzesvorlagen der Gegner vielfach 1. Kajüte beschränkt, von vornherein teine Veranlassung vor; die Frage in seiner Abwehr hinweist, steht über den Streiferlaß und das in überflüffiger Ausführlichkeit gebe. Bebel führt eine ganze Anzahl eines derartigen Anschlusses ist daher auch niemals Gegenstand der Buchthausgefeß auf Seite 847 wörtlich nur folgendes: Beispiele aus älterer und neuerer Zeit an, wo die Thätigkeit unsrer von uns in Gemeinschaft mit der Hamburg- Amerika Linie geVertreter im Parlament teils gar nicht erwähnt, teils zu kurz be- führten Verhandlungen gewesen. Ebensowenig haben handelt fei. wir in der Entstehung fation, welche die uns für gefchäftliche Ver unbequeme handlungen so außerordentlich Intereifengruppe durch eine einheitlich orga. Bieltöpfigteit der englisch amerikanischen nisierte Gesellschaft erseßt, oder in den be= gleitenden Umständen eine Gefahr für die Ausführlich über das letzte Vorgehen unter, ArbeitsParteitag für Meiningen. Der Kreis- Vertrauensmann giebt gistenz oder die Unabhängigkeit der deutschen willigen Gesez" S. 154. Dort ist auch der Wortlaut des Rundschreibens Posadowskys( S. 156) mitgeteilt. Zur Erleichterung bekannt, daß der 1. gemeinschaftliche Parteitag für die beiden Dampferlinien ertennen können, so daß Erder Vergleichungen fügen wir aber an dieser Stelle den Wortlaut des meiningischen Wahltreise auf Sonntag, den 15. Juni nach Schaltau wägungen nach dieser Richtung unsre Ent= Gefeßes zum Schuße des gewerblichen Arbeitsverhältnisses" ein. einberufen ist. Reichstags- Abgeordneter Reißhaus und Landtagsschließungen nicht beeinflußt baben." Num folgt der Wortlaut aber feine Silbe der Kritit. Abgeordneter Wächter werden über die Reichstagswahl und Neuwahl Eines kann nur richtig sein: entweder die Erklärung der des Arbeitswilligen Gefeßes! Im Gegenteil des Meininger Landtages im Jahre 1908 referieren. Hamburg- Amerifa- Linie oder des Lloyd, und zwar entspricht Schippel selbst wird, wie sich aus dem oben mitgeteilten Text Reichstags- Kandidaturen. Eine Kreis- Parteiversammlung zweifellos die Darlegung der ersteren Linie weit mehr den Thatsachen. ergiebt, auf das Stapitel Arbeitswilligen Gefey" binfür den Wahlkreis Solingen, die in Ohligs stattfand, proklamierte at jcheint es, als hätten die Lobhudeleien über das patriotische und gewiefen, wo ein ausführlicher Bericht zu finden fein als Kandidaten für die nächste Reichstagswahl ihren bisherigen geschäftskluge Verhalten der Leitungen beider Linien es dem Vorstand foll. Selbstverständlich hatte ich, bevor ich mir erlaubte, Schippets Standidaten, den Genoffen Philipp Scheidemann, jest Redacteur des Lloyd angebracht erscheinen lassen, sich noch als weit geschäfts- Behandlung des Kapitels Arbeitswilligen- Gesetz" zu kritisieren, fein des„ Offenbacher Abendblattes". Für den 11. Hannoverschen Konkurrenzlinie, indem er so thut, als hätten nicht irgendwelche Be- Kapitel auf das erstere verwiesen wurde und dann dort nur ficherer und unantastbarer hinzustellen, wie die Leitung der Hamburger Kapitel: Stoalitionsrecht" gelesen. Und eben weil von letterent Wahlkreis( Northeim- Einbeck- Osterode) wurde Genosse Adolf Soffmann aus Berlin aufgestellt. Eine Barteiversammlung für fürchtungen, sondern lediglich kaufmännische Geschäftserwägungen ihn 10 Beilen Kritit, die dem Fraktionsbericht entstammten, standen, gerade ben 3. naffauischen Wahlkreis proflamierte ihren alten dazu bestimmt, sich zum Abschluß eines Kartellvertrages mit dem deshalb hob ich die ungenügende Behandlung dieses Kandidaten Vetters Gießen wieder. Truft herbeizulaffen. Stolz liebe ich den Lloyd! wichtigen Gegenstandes hervor. Beim Kapital, Arbeiterschutz", auf das sich Schippel in Die Arbeitslosenbewegung in Salle führte den dortigen handlungen über an ritit des Gesezes, sondern es wird Genoffen Steistal unter der Anklage der Beleidigung des Ober- geführt würden, dann wieder wurde von einem Gegentruft wieder nur auf jenes Kapitel Arbeitswillige" hingewiesen! bürgermeisters und der Polizei vor das Schöffengericht. Der Ober- der Cunard- Linie und einer Reihe andrer Reedereien gegen die wörtlich heißt es nämlich auf Seite 94 des Handbuchs: bürgermeister hat damals bekanntlich in Beziehung auf die Arbeits- Morgansche Kombination gesprochen. Jit einem Telegramm wird Die folgende Seffion 1897/98 war eine vollständig tote: losen den Ausdruck Lattcher( Buhälter) angewandt. In der darüber der Voss. 8tg." aus Liverpool gemeldet: das Posadowskysche Rundschreiben über den Schuß der ArbeitsProtestversammlung, die die begreiflicherweise über die Beschimpfung Ein am Sonnabendabend an die Aktionäre der Cunard- Linie willigen( ver gl.„ Arbeitswilligengeset") beherrschte erregten Arbeitslosen abhielten, soll Stejskal gesagt haben: Bei erlassenes Rundschreiben, das von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats die socialpolitischen Debatten." unfrer Polizei findet ein Arbeiter wenig Gehör; wenn man eine Lord Inverchlde unterzeichnet ist, fegt: Berhandlungen, welche die Beschwerde anbringen will, wird sie entweder nicht angenommen, zukünftige Stellung der Cunard- Linie beeinflußen, find im Gange. oder fie wandert in dey, Papierkorb", während er den Oberbürger- Es ist nicht möglich, gegenwärtig oder bis auf diesen Verhandlungen beruhende Vorschläge der Regierung unterbreitet worden sind, beGentoffe Stejskal bestritt die Beziehung der ersten Aeußerungen stimmte Mitteilungen zu machen. Sollten die Verhandlungen zu gemeint haben. Hinsichtlich des Oberbürgermeisters stellte er nicht davon unterrichtet werden." in Abrede, den Ausdruck„ Oberlattcher" gebraucht zu haben. Er bePolizeiliches, Gerichtliches niv. Die Cunard- Linie und der transatlantische Schiffahrtstruft. Bor " " V bont den Anschluß auch mit der Cunard- Linie Ver- feiner Abwehr noch bezieht, steht ebenfalls teine Silbe JOUL Sonst feine Silbe über dieses Thema! auf die Polizei in Halle; er will die Bolizei im allgemeinen einem günstigen Ergebnis führen, so werden die Aktionäre sofort Unterabteilung angegeben: gli echt ist als treibe neben seinem Restaurant noch sein Glaferhandwerk, und da er Zur Bondeausgabe des Stahltrufts meldet die Morning bamals, als der Oberbürgermeister die Rede hielt, keine Arbeit hatte, Boft" aus New York vom 1. Juni: Inhaber der Stammattien der habe er sich durch die Lattcherrede beleidigt gefühlt. Nur in bedingter United States Steel Corporation versuchen die Direktoren des Form habe er das Wort Oberlattcher gebraucht, indem er gesagt Trusts daran zu verhindern, daß sie weitere Bonds ausgeben, und habe:" Wenu i als Bürger ein Lattcher bin, dann muß der Ober- behaupten, daß der gegenwärtige Binsfuß dies nicht rechtfertige. bürgermeister als das Oberhaupt der Stadt ein Oberlattcher sein." Da sie sich in der Minderheit befinden und nicht im stande find, Auch als Arbeitsloser sei er Bürger von Halle. gegen die Direktoren des Trusts entscheidende Abstimmung Das Gericht erkannte auf 50 M. Geldstrafe; 30 M. für die herbeizuführen, so haben sie sich an das Bundesgericht( Circuit Polizei, 20 M. für den Oberbürgermeister, den obersten Borgesetzten Court) gewandt, daß es eine Verbotsverfügung erlaffen möge. der Polizei. eine Schantung- Eisenbahn- Gesellschaft. Bei der hiesigen Direktion der Gesellschaft ist die telegraphische Nachricht eingetroffen, daß am 1. Juni die erste Hauptstrecke der Bahn mit der Eröffnung der bei Kilometer 184 liegenden Station Weihfien vollendet und dem Betriebe übergeben worden ist. Mit der Eröffnung dieser Linie ist auch der in der Nähe des Stilometer 170 liegende erste Förderschacht der Schantung- Bergbau- Gesellschaft mit Tsingtau verbunden. Aus Industrie und Handel. Friedensschluß und Börsenspekulation. Von allen großen Börsenplägen meldet heute der Telegraph ein Steigen der Kurse. Die Spekulation schickt sich an, nachdem sie so lange schweren Herzens auf flotte Sturstreibereien verzichten mußte, wenigstens etwas von dem Versäumten nachzuholen. An der hiesigen Börse, die, wie bereits im letzten Wirtschaftlichen Wochenbericht" dargelegt wurde, Verschlechterung des Arbeiterschutes. Unter diefer lleber schon in der ganzen vorigen Woche unter dem Einfluß der erwarteten schrift besprachen wir in der Nr. 123 die neueste Verordnung des Friedensnachricht stand, stiegen heute Bankattien, vornehmlich| Bundesrats für die Walz- und Hammeriverke. Wir tadelten dabei Dresdner Baukaktien und Handelsanteile, um 1-2 Broz. und zugleich als eine Neuerung die Bestimmung, daß Arbeitsunterbrechungen von l Sociales. Wie aber wünscht der Verfasser des Handbuchs, daß sich der Leser über dieses Thema orientieren soll? Man schlage boch das Register auf! Dort heißt es: 8uchthausvorlage fiche Arbeitswillige! Bei Roalitionsrecht ist als unterabteilung angegeben: Arbeitswilligen Gefet S. 154 stehen die Unterabteilungen: Entwurf 154-168, Wortlaut 747, Kaiserreden 155, 158, Bofadowštys Rundschreiben 156, Denkschrift 159, 162, Bueckbriefe 314 ff. Die letzteren find späteren Datums als die Debatten um die Zuchthausvorlage, tommen hier also nicht in Betracht, sondern einzig und allein das Kapitel: Arbeitswillige, auf das Echippel bei Koalitionsrecht wie bei Arbeiterschutz binweist. Wie darf Schippel da behaupten, daß ich übereilig" fritisiert und bei befferer Orientierung beim Kapitel Koalitionsrecht die von mir vermißte Kritit gefunden hätte! Schippel hat in seiner Entgegnung Thatsachen behauptet, die vollkommen unrichtig sind. Dasselbe ist bezüglich meiner Monita der allzu langen Wiedergabe gegnerischer Reden der Fall. Schippel thut so, als hätte ich behauptet:" So streicht ein Socialdemokrat einen schwarzen Arbeiterfeind heraus!" eritit vergessen oder nicht zur Hand hat. Ich setze voraus, daß es Das tann nur auf denjenigen Leser Eindruck machen, der meine so auch Schippel erging, sonst würde er feine Abwehr gewiß nicht geschrieben haben! Wörtlich heißt es in meiner Kritik: " Die Länge( mancher Artikel) ist dadurch verursacht, daß Schippel eine große Anzahl Petitionen und Reden der Gegner wortgetreu bringt, während eine referierende Wiedergabe nicht nur Naum erspart, sondern auch die Benutzung des Buches erleichtert hätte. Aber bei all diesen Abdrücken von Meden und Zeitungsftimmen ist unsre Partei gar sehr ins Ausland. Man vergleiche damit, was Schippel in seiner Abwehr über diesen Bunkt schreibt( Aber die Rede des Dr. Lieber" bis politischen Handbuchs") und man wird seine Bewunderung vor Schippels Tabakarbeiter- Ausstand in Paris. Nach vorliegenden tele: Kunstfertigkeit im Scheingefecht nicht gering bemessen dürfen!-graphischen Meldungen sind die Arbeiter der staatlichen TabakDoch ich glaube, wir haben allesamt, Schriftsteller wie Leser, Manufakturen am Montag in den allgemeinen Ausstand getreten. Befferes zu thun als uns mit Fechterkunststücken zu beschäftigen! Auch in den unweit Paris liegenden Fattureien ist die Arbeit nicht Hätte Schippel meine Kritik nicht als eine übereilte, das heißt aufgenommen worden. unsachliche und leichtfertige gerügt, ich würde mich auf keine Erbeendet. Der Direktor hat nachgegeben und alle Arbeiter, die Der Streik in der Malmö- Wollwarenfabrik ist am Generalstreik teilnahmen, wieder eingestellt. Sintertreffen geraten! Gewiß soll und muß das Hand- I konnten infolgedessen ihre Arbeit nicht fortseßen und mußten gleich- geordneten Das z hnsti und Genossen, worin die Regierung aufbuch uns zeigen, wie die Gegner denken, aber da es ein social falls aufhören. Es ist wahrscheinlich, daß auch die Maurer in den gefordert wird, über die heutigen Vorgänge in Lemberg, bei denen, demokratisches Handbuch ist, hat es über die Reden und Streit eintreten. wie verlaute, 15 Personen erschossen und 10 schwer verlegt Ansichten unsrer eignen Partei mindestens in ebenso ausführlicher Weise zu berichten wie über die der Gegner, ja, mit Fug und Der Weberstreit bei der Firma Aug. Hoffmann Söhne in worden seien, sofort Aufklärung zu geben. In der Begründung der Recht tönnen wir fordern, daß in erster Linie diejenige Stritit Frankenberg( Sachsen) ist beendet. Die Firma hat ihre Absicht, die Dringlichkeit führt der Abg. Daszynski unter heftigen Ausfällen steht, die wir an den Gegnern üben, denn aus dieser Kritik eröhne zu fürzen und an Stelle der männlichen weibliche Arbeits- gegen die Regierung, den Ministerpräsidenten und den Statthalter giebt sich ja auch, welche Anschauungen jene haben." fräfte einzustellen, fallen lassen. Am Montag wurde die Arbeit von Galizien aus, daß sich die ausständigen Bauarbeiter in wieder aufgenommen. Lemberg musterhaft benommen hätten. Mit dem Vorkehren der Bajonette und der Schießerei auf das Volk müsse es endlich ein Ende nehmen. In Lemberg seien heute vormittag fünf Salven ab gegeben worden. Das Blut der gefallenen Arbeiter werde nicht un gefühnt bleiben, und er verlange vor allem, daß der Ministerpräsident über diese Angelegenheit ungefäumt Aufklärung gebe. Redner wird zur Ordnung gerufen, ebenso der Abg. Eldersch wegen eines den wegen eines die Armee beleidigenden Ausdruckes vom Präsidenten Statthalter von Galizien beleidigenden Zurufes. Ministerpräsident Dr. v. Koerber erklärt: Mir ist von dem Steinhauer- Konflikt in Schweden. In der Provinz Halland Vorfalle, der sich heute vormittag in Lemberg zugetragen haben im südwestlichen Schweden wollen die Unternehmer einen neuen soll, nicht mehr bekannt, als was ich aus einem Telegramm in den Tarif für das Behanen von Pflastersteinen einführen. Die dortigen Abteilungen des Steinhauer Verbandes haben sich sämtlich gegen bedauern, wenn sich die Notwendigkeit erwiesen hat, mit solchen hiesigen Zeitungen entnommen habe. Ich kann ja meinerseits nur den neuen Tarif ausgesprochen. Streits in Spanien. Es wird telegraphisch gemeldet: Die Mitteln einzugreifen. Da aber die näheren Umstände des ganzen Mehrzahl der Arbeiter der Elektricitätsmerte in Barcelona find Borfalles noch völlig unbekannt sind, darf man nicht derartige in den Ausstand getreten. Vorwürfe gegen die bewaffnete Macht, wie sie insbesondere Internationaler Textilarbeiterkongreß in Zürich. worden Borredner vorgebracht find, ohne Ausständige Angestellte der Straßenbahn in Badajoz griffen bom genaue 8ürich, 1. Juni. Zur Eröffnung des internationalen Textil- die Gendarmerie an, welche drei ihrer Genossen verhaftet hatte. Es tenntnis des Sachverhalts erheben. Ich darf versichern, daß arbeiterkongresses fand sich heute vormittag im kleinen Tonhallefaal fam zu einem Handgemenge, in welchem Schüsse gewechselt wurden. feitens der zuständigen staatlichen Behörden gewiß mit aller ein zahlreiches Publikum ein, das in der Hauptsache aus organisierten 36 Personen wurden verhaftet, drei, darunter ein Gendarm, wurden Vorsicht vorgegangen wird( Zwischenrufe), und daß der Einzürcherischen Arbeitern bestand. Der Regierungsrat war durch verwundet. fein Mitglied, Herrn Dr. Stößel, der zürcherische Stadtrat durch Herrn Stadtrat Hasler vertreten. Vertreten sind durch Delegierte außer der Schtveiz, Deutschland, Italien und England, auch Oestreich, Belgien, Frankreich und Holland. widerung eingelaffen haben. Daß meine und seine Ansichten auch bezüglich des Inhalts eines socialdemokratischen Handbuchs auseinandergehen, ist ja durch sein Werk wie meine Kritik desselben genügend konstatiert. Wer von uns beiden recht hat, das wird sich bei Benutzung des Buches durch die Genossen im Laufe der Zeit deutlich genug ergeben. Emanuel Wurm. Gewerkschaftliches. Aus der Frauenbewegung. wurf, daß wir etwa ein Vergnügen daran finden, mit solchen Mitteln die Ordnung aufrechtzuerhalten, haltlos ist. Darauf aber muß die Regierung bestehen, daß dem Gesetze Achtung verUm 10 Uhr begrüßte der socialdemokratische Sängerbund mit Die Kreis- Vertrauensperson für Teltow- Beeskow berichtet schafft werde, und daß derjenige, der sich gegen das Gesetz verzwei Gesangsvorträgen ben Stongreß. Sodann folgte die Begrüßbis Witte April b. 3. Es wurden in der Zeit zur politischen Auf: Sobald ich über den Vorfall nähere Nachrichten haben werde, in der„ Gleichheit" fiber ihre Thätigkeit, die im Januar 1901 begann, geht, auch entsprechend zur Verantwortung gezogen werde.( Lärm.) rede des Genossen Arbeitersekretär Greulich. Er teilte hierauf mit, daß der Kanton und die Stadt Zürich offiziell vertreten feien. flärung der Frauen und zur Agitation 21 Versammlungen abge- werde ich nicht ermangeln, dieselben zur Kenntnis des hohen Es folgte die Vereinigung der Geschäftsordnung. halten, die alle guten Erfolg hatten. Das vom Parteitag zu Lübeck Hauses zu bringen.( Zwischenrufe; allseitige Unruhe.) Abgeordneter Am nachmittag fand im" Escherhof" in einer luftigen Festhalle beschlossene Frauenflugblatt gegen den Zollwucher wurde von den Fresl verweist auf die Triester Vorfälle sowie auf andre Auszu Ehren der Delegierten der Festkommers statt. Genosse Pfarrer Genossinnen im Kreise in 25 000 Exemplaren verbreitet und fand stände und erklärt, wenn ein Staat nur durch Bajonette und fluger hielt eine Festrede. Es überbrachten dann noch die Grüße überall gute Aufnahme. Die Genossimen beteiligten sich auch an Flinten gegen die eignen Volksgenossen aufrechterhalten werden ihrer Landesorganisationen Delegierte von Italien, England, Holland der Agitation für die Stadtverordneten- und Gemeindewahlen und könne, so verdiene er nicht aufrechterhalten zu werden. Redner be= und Oestreich. Für die deutsche Delegation sprach Genosse Bau dert an den Agitationstouren im Kreise, ihre Mitarbeit war überall will spricht die traurige Lage der Bauarbeiter, beklagt die Einflußlosigkeit Apolda. tommen. Die unpolitischen Frauen und Mädchen- Bildungsvereine des Kreises zählen über 300 Mitglieder und suchen durch belehrende und wissenschaftliche Vorträge die Frauen zu bilden. Berlin und Umgegend. den Unternehmern Voit Versammlungen. " Explosion. Unterhaus. im Parlament und verlangt strengste Bestrafung der Schuldigen sowie Erlaß von Instruktionen zur Vermeidung von Wiederholungen Die Einnahmen der Berichterstatterin, die durch Sammlungen solcher blutigen Vorfälle. Der Präsident teilt mit, der Antragsteller Die derzeitige Arbeitsvermittlung im Berliner Fleischer aufgebracht wurden, betrugen 398,36 M. Davon wurden 316,61 M. Habe den Antrag dahin abgeändert, daß die Regierung aufgefordert gewerbe, die bekanntlich nur in den Händen privater Stellen Stellenangebracht werde, ohne Säumnis" Aufklärungen zu geben. Abg. Daszyusti schacherer und einiger Meisterforporationen ruht, gestaltet sich jetzt, für Agitation ausgegeben, während der Rest in Kasse verblieb. infolge der schlechten Geschäftskonjunktur und der damit verbundenen Einen schweren Verluft hat die Parteibewegung in Dresden erklärt im Schlußwort, der Ministerpräsident sei in derartigen Fällen Arbeitslosigkeit, immer mehr zu einer stark drückenden Last für die erlitten. Dort starb am Montag, wie uns ein Privat- Telegramm nie genügend unterrichtet. Aus dem Polizeibericht gehe hervor, daß Fleischergesellen und bei der privaten Vermittlung fogar zu einer meldet, nach langjährigen Leiden die Genossin Auguste Eichhorn. sechs Husaren durch Steinwürfe verwundet, drei Arbeiter durch Gewehr unerhörten Ausbeutung der Not der Stellenlosen. Die Fleischer- Die Verstorbene war die Witwe des vor mehreren Jahren verstor- schüsse schwer und 20 leicht verwundet seien. Es sei also jedenfalls gefellen- Organisation, der Centralverband, hat in seiner legten Ver- benen Steinmetzen Hermann Eichhorn, der der Arbeiterbewegung in geschossen worden. Das Haus müsse verlangen, daß die Aufammlung den Beschluß gefaßt, die kostenlose Stellenver- Sachsen alle seine Kräfte zur Verfügung stellte und dessen Name gelegenheit so rasch als möglich geklärt werde. Die Dringlichkeit mittlung wieder ins Leben zu rufen. Mit den Vorarbeiten zuletzt in dem Prozesse wegen Boykott der Waldschlößchen- Brauerei und das Meritorium des Antrages werden hierauf angenommen wurde die Berliner Ortsverwaltung des Centralverbandes betraut. weitesten Kreisen bekannt geworden war. Als Lokal für die Vermittlung soll das jetzige Bureau des ihrem Mann eine trene Gefährtin war, folgte diesem nach der Nächste Sigung morgen. Central Verbandes, Berlin C. 22, Dragoner Ausweisung aus Leipzig nach Dresden. Hier kämpfte sie straße 15( Telephon Amt III. Nr. 5028) dienen. Die Gesellen bald an der Seite ihres Mannes tapfer für die Interessen ihrer Organisation, welche auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung Slaffe als eine der ersten Frauen, die in Dresden eine lebhaftere Lemberg, 2 Juni. In den Erdwachsgruben der Länders steht, erwartet von der übrigen organisierten Arbeiterschaft die träf- Parteithätigkeit entwickelten. Ihre opferwillige und unermüdliche bank in Borislaw fand eine Explosion giftiger Gase fiatt. tigfte Unterſtügung. Etwaige Anfragen werden an obenstehende Thätigkeit in der Partei verdient umfomehr Bewunderung, als sie hierbei wurden 16 Personen getötet und 10 schwer verwundet. Adresse erbeten. 13 Kindern das Leben gab, die beim Tode des Mannes noch nicht Die Rettung der noch am Leben befindlichen Arbeiter gestaltet sich Deutsches Reich. alle für sich sorgen konnten. Mehrmals wurde sie von den Dres- sehr schwierig. Zur Lohnbewegung im Baugewerbe Hamburg8. Da die dener Genossen zu deutschen Parteitagen delegiert. In der Organi Baugewerks- Innungen von Hamburg, Altona, Harburg und Wandsbed fierung der Frauen hat sie in Dresden das Beste geleistet. Nur ihre London, 2. Juni.( W. T. V.) Balfour erklärt: Es giebt beschlossen haben, sämtliche Arbeitnehmer auszusperren, falls bis Stränklichkeit zwang fie in der letzten Zeit, sich etwas mehr Ruhe zu Dienstag die Arbeit auf den gesperrten Bauten nicht wieder auf- gönnen. Ihr Andenken wird ebenso unvergessen bleiben, wie das gewisse wichtige Punkte, die in dem eben verlesenen Schriftstück ( siehe Leitartikel), welches das am Sonnabendabend unterzeichnete genommen wird, so erscheint es angebracht, auf die Ursache des ihres Mannes. Dokument ist, nicht enthalten sind. Milner hat an Chamberlain eine gegenwärtigen Vorgehens der Arbeiter hinzuweisen. Es handelt sich bei der Lohnbewegung im Hamburger Baugewerbe nicht eigentlich Depesche gerichtet, welche das verlesene Schriftstid ergänzt und in der es heißt: Nachdem ich den Boerendelegierten eine Abschrift des Entwurfs um die Durchsetzung von Forderungen der Arbeiter, sondern um das Verlangen, daß ein Die Steinarbeiter hielten am Sonntag im Englischen Garten des Abkommens eingehändigt hatte, las ich ihnen folgende Erklärung vor gegebenes Versprechen erfüllt werde. Bei der Festsetzung eine öffentliche Versammlung ab. Zunächst ehrten die Anwesenden und gab ihnen eine Abschrift derselben, nämlich: Die Behandlung des bisherigen Lohntarifs haben die Baugewerksmeister ausdrücklich das Ableben ihres Kollegen Gerstenberger, Redacteur am Stein- der Kap- und Natal- Kolonisten, die im Aufstande waren und die zugesagt, daß bei günstiger Konjunktur für das Jahr 1902 die neun- arbeiter- Organ, durch Erheben von den Sigen. Sodann gab Walter sich jetzt ergeben, wird, wenn sie nach ihren Kolonien zurüdstündige Arbeitszeit und 70 Pf. Stundenlohn eingeführt werden soll. den Bericht vom Leipziger Kongreß, der durch Hirte ergänzt wurde. tehren, von den kolonialen Regierungen und gemäß den GeAn die Erfüllung dieses Versprechens hat aber feiner der Unter- Die lebhafte Debatte, an der sich u. a. Jeichty und eßler jegen der Kolonie entschieden; britische Unterthanen, die sich dem nehmer gedacht, obgleich nach den Angaben unternehmer in ausgiebiger Weise beteiligten, drehte sich hauptsächlich um die Feinde angeschlossen haben, werden dem Gerichtsverfahren des Teiles freundlicher Blätter zur Zeit thatsächlich eine günstige Ston- Wahl des jetzigen Geschäftsleiters sowie des Staffierers und um die des britischen Reiches entworfen, dem sie angehören. Die britische junttur im Hamburger Baugewerbe herrscht. Die Arbeiter Abfägung des bisherigen Geschäftsleiters Oswald. Eine Resolution, Regierung ist von der Kapregierung benachrichtigt worden, daß suchen nun durch Bausperren die Unternehmer ernstlich an die Er- die einen Protest gegen das in dieser Sache angewandte Wahl- ihre Ansichten hinsichtlich der Bedingungen, die denjenigen britischen füllung ihres Versprechens zu mahnen, während diese durch den Aus- verfahren des Kongresses ausdrückt, wurde jedoch abgelehnt. Im Ver- Unterthanen, welche jegt im Felde stehen oder sich ergeben haben Sperrungsbeschluß befunden, daß sie dem schnöden Wortbruch noch schiedenen fand nach ebenfalls sehr ausgiebiger Debatte ein Antrag oder seit dem 12. April 1901 gefangen worden sind, gewährt werden einen brutalen Gewaltakt hinzufügen wollen. Annahme, wonach auch in diesem Jahre von den Kollegen, die am sollen, folgende find: Gemeine Soldaten sollen, nachdem sie sich er1. Mai nicht mitfeiern fonnten, wieder eine Marke im Werte von geben und ihre Weffen ausgeliefert haben, vor dem Magistrat des 1 M. geklebt werden sort. Distriktes, wo die Uebergabe erfolgt, ein Schriftstück unterzeichnen, in welchem sie sich des Hochverrats schuldig bekennen; ihre Strafe soll, vorausgesetzt, daß sie nicht des Mordes oder einer Handlung schuldig sind, die gegen die Gebräuche civilisierter Krieg Blumen, Palmen und But feder- Arbeiter und Arbeiterinnen. Sente abend findet im großen Saale der Armin- Halfen eine öffentliche Verführung verstößt, darin bestehen, daß sie lebenslänglich nicht be fammlung statt. Genosse Cohen spricht über das Thema: Wie können die rechtigt sind, in die Wählerlisten eingetragen zu werden, oder bei Parlaments, Provinzialrats- oder Munizipalwahlen zu stimmen. Gefahren der Saisonarbeit Leseitigt werden? Friedensrichter, Feldkornets und überhaupt alle Personen, amtliche Stellung der Kapregierung oder ehte Nachrichten und Depelihen. autoritative Stellung bezw. ein Kommando bei den Rebellen oder Burgher Streitkräften hatten, sollen wegen Hochverrats vor die gewöhnlichen Gerichtshöfe des Landes vor solche Gerichte gestellt werden, die dafür gesetzlich gebildet find; ihre Be strafung soll diesen Gerichten mit der Maßgabe überlassen sein, daß unter keinen Umständen Todesstrafe zu verhängen ist. Die Regierung von Natal ist der Ansicht, daß die Rebellen gemäß dem Gesetze der Kolonie zu behandeln sind. Balfour fährt dann fort: Das Abkommen in unterzeichnet worden von Kitchener und Milner im Namen der englischen Regierung, von Steijn, Detvet, Olivier, Herzog im Namen der Oranje- Regierung und von Schalk Burger, Reig, Louis Botha und Delarey im Namen der Transvaal- Regierung. Anläßlich des Maurerstreiks in Jena ist gegen 42 Ausständige bei dem Gewerbegericht selage wegen Kontralt. bruchs erhoben worden. Die Verhandlungen fanden am 30. und 31. Mai statt. Durch ihren Vertreter, den Vorsitzenden des Gewerkschaftskartells, ließen die Beklagten einwenden, daß eine Kündigung im hiesigen Baugewerbe nicht bestehe; soweit nicht besondere Abmachungen vorlägen, müsse diese Regel als orts- und gewerbsüblich zu Gunsten der Beklagten eingeschätzt werden. Das Gewerbegericht hielt diesen Beweis nicht für erbracht; wo nicht ausdrücklich die Kündigung ausgeschlossen sei, gelte die gefeßliche Frist von 14 Tagen. Das Gericht tam infolgedessen zur Verurteilung; gemäß dem Klageantrage wurden 37 Maurer zu einer Entschädigung von je 15 m. verurteilt, gegen 2 erging Versäumnisurteil, gegen 3 war die Klage zurückgezogen worden. Wie aus dem vorstehenden Bericht hervorgeht, ist es sonst im Baugewerbe in Jena nicht üblich, daß ein Arbeiter kündigt oder ge= kündigt wird. Das Arbeitsverhältnis wird gewohnheitsmäßig ohne Kündigung gelöst. Nun aber, wo die Arbeiter insgesamt diesen Brauch zu ihren Gunsten ausübten, besinnen sich die Meister darauf, daß die Gewerbe- Ordnung eine Kündigungsfrist vorschreibt. gegen Centralverein der Bureau- Angestellten Deutschlands.( Mitglied schaft Berlin.) Dienstagabend 9 Uhr, Rosenthalerstr. 57 bei Bauer: Mit glieder- Versammlung. Statutenberatung 2c. Bürger- Ausschuswahlen. Pforzheim, 2. Juni.( Privatdepesche des„ Borwärts".) Bei ben heute stattgehabten Bürger- Ausschußwahlen haben unsre Standidaten der dritten Klasse glänzend gefiegt. Polizei gegen Streikende. Zum Stuttgarter Straßenbahnerstreik. Stuttgart, 2. Juni.( Laffan"-Meldung.) Die Straßenbahn hat heute nachmittag den Betrieb auf zwei Strecken aufzunehmen versucht, mußte ihn aber heute abend um 7 Uhr wieder vollständig Gesetzwidrige Kennzeichnung von Arbeitern. Die Gewerbe: Ordnung verbietet zwar den Arbeitgebern ausdrücklich, die Zeugnisse einstellen, da eine mehr als tausendköpfige Menge, in welcher der Arbeiter mit Merkmalen zu versehen, die den Arbeiter in einer das bürgerliche Element die Arbeiter bei weitem überaus dem Wortlaut des Zeugnisses nicht ersichtlichen. Weise kennzeichnen. wog, einzelne Wagen auf dem Schloßplatz mit Hohn- und PfuiDiese flare Gesetzesvorschrift hindert aber die Bauunternehmer rufen empfing. Die berittene Gendarmerie schritt ein. in Koblenz nicht, ein wohl überlegtes System ge= heimer Kennzeichnung die Arbeiter zur Anwendung bringen. Der Lokalverband der Baugeschäfte Lemberg, 2. Juni.( B. H.) 8wischen streitenden Baus bon Koblenz und den Nachbarorten hat einen nämlich arbeitern und der Polizei sowie Militär kam es zu wiederholten Beschluß gefaßt, wonach jedes Zeugnis mit einer Nummer zu versehen ist. Die Nummern haben diese Bedeutung: 1: Kan Busammenstößen, wobei von der blanken Waffe Gebrauch gemacht jederzeit zum selben oder höheren Lohn eingestellt werden. 2: Desdem Polizeibericht sind bei dem Zusammenstoße gleichen zum selben Lohn. 3: Desgleichen mit Abzug von mindestens einem Pfennig pro Stunde. 4: Darf erst nach einer fünf Husaren durch Steinwürfe, zwanzig Arbeiter durch Säbelhiebe Woche und mit einem Abzug von mindestens zwei Pfennig und drei Arbeiter durch Gewehrschüsse verwundet worden. Zur Aufpro Stunde eingestellt werden. 5: Darf erst nach einem rechterhaltung der Ordnung ist Militär requiriert. Monat, am besten aber gar nicht eingestellt werden Lemberg, 2. Juni.( W. T. B.) Nachmittags fand auf dem und mit einem Abzug von mindestens fünf Pfennigen pro Krakauer Plate abermals ein Zusammenstoß zwischen den streifenden Arbeiter, welche streiten oder drei Tage von der Arbeitern und einer Militärabteilung statt, welche von der FeuerArbeit fern bleiben, erhalten nach dem Beschluß des Unternehmer- waffe Gebrauch machte. Drei Personen wurden tödlich verletzt und verbandes unbedingt die Nummer 5. Die Arbeiter haben nicht mur das Recht, sondern die Pflicht, find im Krankenhause ihren Verlegungen erlegen. Gegenwärtig berart gekennzeichnete Entlassungsscheine nicht anzunehmen und das herrscht wieder Ruhe. durch die sauberen Pläne der Gesetzesverächter zu Schanden zu machen. Stunde. wurde. Nach eine inter Zum Tode verurteilt. oder die eine Petersburg, 2. Juni.( B. H.) Der Attentäter 2edert, der bekanntlich den Generalgouverneur v. Wah! verwundet hatte, wurde zum Tode verurteilt. Vom Kohlengrubenarbeiter- Streif. Aus New York meldet die„ Frantf. 3tg." vom 2. Juni: Im Streit der Kohlengrubenarbeiter ist heute ein kritischer Tag, da die Das Frage, ob der Streitbeschluß des Pumpen und Maschinenpersonals allgemein befolgt wird, heute zur Entscheidung kommt. Bersonal der New Yerscher Centralbahn beschloß, den Grubens arbeitern durch einen Streit zu helfen, sobald jene das verlangen. Der Frankfurt a. M., 2. Juni.( B. H.) Nach einer Meldung der Frankf. 8tg." aus New York ist der Standort Rockway- Brach halb verbrannt. Drei Personen wurden getötet, viele verlegt. Bulkan Colina in Merito ist derart thätig, daß voraussichtlich die gegenwärtig im Bau begriffene Verlängerung der Merikan- Centralbahn eine Aenderung der Route notwendig macht. Athen, 1. Juni.( W. T. V.) Gerüchtweise verlautete, daß sich auf dem heute vormittag in Patras eingetroffenen Dampfer„ CherDas Lemberger Blutbad im Abgeordnetenhause. bourg" die Familie Humbert befinde. Der Dampfer„ Cherbourg" Die Banarbeiter in Neumünster haben ihren Beschluß aus- Wien, 2. Juni.( W. T. V.) Abgeordnetenhaus. Zur tam von Liverpool. Die Polizei in Patras stellte die genauesten geführt und einmütig die Arbeit niedergelegt. Eine Anzahl Maurer Verhandlung gelangt ein Dringlichkeitsantrag des Ab- Nachforschungen an. Dieselben waren jedoch ergebnislos. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Verantwortlicher Redacteur: Cart Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Nr. 126, 19. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bud Abgeordnetenhaus. Ministerpräsident Graf v. Bülow: .1910bp | Dienstag, 3. Juni 1902. Es So an Opfer zu bringen in einer Höhe, die ihren Lebensnerv durchschneidet. Tages habe ich mich schon seit Monaten gefreut.( Große Sämtliche Vertreter der deutschen Landwirtschaft haben betont, daß Heiterkeit links, Unruhe rechts.) Ich habe es gar nicht erwarten das, was die Bolltarif- Kommission verlangt hat, noch weit können, bis der Vorhang aufgezogen wurde. Aber man hörte nichts 80. Sigung vom 2. Juni, 12 Uhr. zurübleibt hinter dem, was eigentlich im Interesse der Land- und hörte nichts. Sollte die Vorstellung abbestellt sein Am Ministertisch: Graf v. Bülow, Frhr. v. Rheinbaben, wirtschaft liegt. aus irgendwelchem unsichtbaren Hindernis? Nein plöglich Möller. dad Jos handelt sich hier für uns wahrlich nicht um eine Kleinigkeit. ist jetzt die Sache in Scene gegangen, ganz unerwartet Auf der Tagesordnung steht die Beratung der Anträge der Wir fühlen die Augen der gesamten preußischen Landwirtschaft auf selbst für diejenigen, die an der Regie beteiligt sind. Abgg. Graf zu Limburg- Stirum( t.) und Genossen, sowie der uns gerichtet. Die Vertreter der Regierung hätten sich doch sagen beklagte sich Abg. Graf Kanig am vorigen Freitag in der Abag. Frhr. v. 8edlig Neukirch( frf.) und Genossen, betreffend milffen, wie sehr bereits das Vertrauen der preußischen Land- Bolltarif- Kommission darüber, daß die nächste Sigung der Kommission Verstärkung des landwirtschaftlichen Zollschutes. wirte zur Staatsregierung erschüttert ist.( Bustinuming rechts.) erst am Dienstag stattfinden solle. Er habe dann nichts zu thun Der Antrag des Abg. Graf zu Limburg- Stirum, der von Die Regierung sollte doch bedenken, welche wirtschaftliche Bedeutung und müsse bis Dienstag in Berlin herumschwiemeln.( Große Heiterkonservativen und Centrums- Abgeordneten unterschrieben ist, lautet und welch großen idealen Wert die Landwirtschaft für den keit.) Nun ist plötzlich der Arbeitslosigkeit des Grafen Kaniz ab folgendermaßen:„ Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen, preußischen Staat hat. Wir unsrerseits wollten nicht in das Land geholfen. Der Antrag beweist, daß die Konservativen vielmehr die königliche Staatsregierung aufzufordern, im Bundesrat dafür hineingehen, ohne offen vor dem Laude ausgesprochen zu haben, daß von der Notwendigkeit einer parlamentarischen Regierung einzutreten, daß den von der Mehrheit der Reichstags- Bolltarif- wir das Vertrauen der Landwirtschaft nicht täuschen und daß wir überzeugt sind, als man bisher geglaubt hat. Sie wollen hier die fommission ausgedrückten Wünschen, auf Verstärkung des landwirt- den ganzen Ernst der Situation zu würdigen wissen. Deswegen Regierung verantwortlich machen für die Stellung des Bundesrats schaftlichen Zollschutzes über die Zolltarifvorlage hinaus, ent- bitte ich Sie, nehmen Sie unfren Antrag au!( Stürmischer, an- in einer dem Reichstage vorgelegten Angelegenheit. sprochen werde." haltender, sich immer wiederholender Beifall rechts.) Rechten über die Haltung des Grafen Bülow etwas verwundert sein Als umparteiischer Dritter fann ich zugeben, daß die Herren von der Dazu liegt vor ein luterantrag des Freiherrn v. Jedlik Abg. Frhr. v. Zedlitz- Neukirch( ft.): Neukirch( ff.), der folgenden Wortlaut hat:" Den Antrag des Abg. können. Bei seiner Antritts visite hier im Hause hat er gerade in Graf zu Limburg Stirum in folgender Fassung anzunehmen: die Ich habe im Namen meiner politischen Freunde eine Erklärung Verbindung mit der Kanalvorlage auch über die Zollfrage gesprochen fönigl. Staatsregierung aufzufordern, im Bundesrat dafür ein abzugeben. Unser Antrag beruht auf der Auffassung, daß die ver- und ebenso hat er bei Gelegenheit des Antrags des Grafen Limburg zutreten, daß eine Verständigung mit dem Reichstage betreffsbündeten Regierungen unbedingt den Interessen des Volkes und eine Erklärung hier im Hause abgegeben. Audrerseits aber finde ich der von der Zolltarif Kommiffion gefaßten Beschlüsse auf Ver- speciell der deutschen Landwirtschaft mit ihrem Bolltarifentwurf zu doch auch die Haltung der Herren von der Rechten sehr merkwürdig. Sie stärkung des Zollschutzes für die Landwirtschaft über die Säge der entsprechen wünschten und daß nur Meinungsverschiedenheiten haben doch von morgen ab Gelegenheit, jeden Tag den Grafen Bülow darüber bestehen, welches Maß des Bollschutzes für die Landwirt- im Reichstag zu sprechen. Allerdings ist der Bolltarif in der Kom Bolltarifvorlage hinaus herbeigeführt werde". Es ergreift das Wort schaft mit den Lebensbedingungen der übrigen Bevölkerungsschichten mission. Diese fann aber jeden Tag beschließen, durch Vorbericht vereinbar ist. Wie die Vorschläge der verbündeten Regierungen das die Sache aus Plenum zu bringen. Auch habe ich mich sehr geErgebnis sorgfamster Erwägungen sind, und nach der Erklärung des wundert, ag Zu den vorliegenden Anträgen der Abgg. Graf Limburg- Stirum Ministerpräsidenten einen Ausgleich zwischen den verschiedenartigen schreiben konnte; hat doch der Abg. Spahn erklärt, die daß das Centrum einen solchen Antrag unterund Fehr. v. Bedlig- Neukirch habe ich namens der königl. Staats- Interessen bilden sollen, so beruhen auch die Beschlüsse der Zolltarif Stommissionsberatungen legten in feiner Weise die Partei fest. regierung folgende Erklärung abzugeben: Die fönigl. Staats- Kommission auf eingehender Erivägung der Fragen, welches Maß Er hat sogar der Regierung die staatsrechtliche Befugnis abgesprochen, regierung lehnt es ab, an der Beratung dieser Anträge fich von Zollschutz der Landwirtschaft zukommt. Die Mehrheit der in der Kommission endgültige Erklärungen abzugeben. Im Centrum zn beteiligen.( Unruhe rechts.) Der dem Reichstage vorliegende Kommission hat auf weitergehende Wünsche verzichtet, in dem Be- giebt es ja einige Herren, die sind gar nicht so wilde Agrarier, Entwurf eines Bolltarifs bildet ein nach langen und mühevollen Verstreben eine mittlere Linie im Widerstreit der Interessen festzuhalten. 3. B. die Herren Speck und Trimborn. Herr Trimborn vertritt den Wahlkreis Köln, der gar fein Interesse Handlungen unter den verbündeten Regierungen zu stande gekommenes Bei dieser Sachlage läge es nicht im Intereffe der beiden Faktoren ja auch den Wahlkreis Köln, der Reichsgesetzgebung Kompromiß. Nach der Reichsverfassung und insbesondere nachdem bündeten Regierungen nicht zu einem Entgegenkommen gegen Fuchs gemeinsamen Bieles, wenn die ver landwirtschaftlichen Zöllen hat. Ebenso hat jein Kollege den Antrag der Entwurf eines Bolltarifgesetzes nebst Bolltarif im Auftrage über den Beschlüssen der Zolltarif- Kommission bereit wären. Haupt interessant, daß die zehn Centrums- Abgeordnete, welche nicht unterschrieben. ist überSr. Majestät des Kaifers nach erfolgter Zustimmung des Bundes- Deshalb muß eine Verständigung der leitende Gefichtspunkt für die den Antrag nicht unterschrieben haben, durchweg industrielle rates dem Reichstage zur verfassungsmäßigen Beschlußfassung vor- weitere Behandlung der Frage der landwirtschaftlichen Schutzölle Wahlfreise vertreten.( Große Heiterkeit links.) gelegt ist und zur Zeit der Gegenstand der Beratungen der zu diesem bleiben. Der preußischen Regierung, als derjenigen des größten Sie wollen, das ist der zweite Zweck Thres Antrages, hören, 3wed gewählten Zolltarif- Kommiffion bildet, gehört diese Materie Bundesstaates, tommt es in erster Linie zu, im Bundesrat auf einen wie der Reichskanzler eigentlich denkt. Eigentlich müßten zur ausschließlichen Kompetenz des Reichstages.( Sehr Ausgleich zwischen den abweichenden Standpunkten der beiden gesetz: Sie das doch schon wissen nach seiner Rede auf dem wahr! links.) Die gleichzeitige Beratung des Gegenstandes in unsre Legitimation, uns in dieser Angelegen allerdings schließlich zu verstehen, daß nach den Vorgängen bei. des deutschen Landwirtschaftsrats.& S ist ja den einzelstaatlichen Landtagen und namentlich in demjenigen beit ant die Regierung des größten Bundesstaates kann nur den Zweck verfolgen, von den richtig! rechts.) Im Verfassungsleben bildet das Kompromiß Regierungstisch feinen großen Eindruck auf parlamentarische Verwen de n.( Sehr der Kanalvorlage auch die bestimmtesten Erklärungen vom parlamentarischen Körperschaften der Einzelstaaten aus eine Beeinden regelmäßigen Weg zur Erledigung von Meinungsverschieden treterschaften mehr machen.( Sehr richtig! links.) Die Ausführungen: fluffung auf die Beschlußfassung des Reichstags auszuüben.( Buheiten. des Abg. v. Heydebrand flangen weniger wie eine Rede als vielmehr stimmung links.) Eine solche Tendenz würde der Reichsverfassung Wir halten eine eingehende Erörterung der bestehenden ein Bornesausbruch.( Heiterkeit und Sehr richtig! links.) Aus nicht entsprechen.( Sehr richtig! links.) Wie der Bundesrat sich Streitfragen zur Zeit nicht für zweckmäßig. Sie könnte leicht ihm sprach mehr eine gewisse Erregung, hervorgerufen durch bisher von Beratungen über solche Gegenstände im Reichstag fern- dazu führen und ich glaube, die Vorgänge des heutigen die dramatische Situation, ob aber das Gros der Konservativen im gehalten hat, welche durch die Reichsverfassung dem Reiche nicht ages sprechen nur zu ſehr für die Berechtigung dieser Be- Reichstag an dieser Saltung festhält, das erscheint mir fürchtung fürchtung, die Erreichung des gemeinsamen Bieles zu erschweren. überaus zugewiesen sind, also zweifelhaft. Graf ein Limburg Stirium hat der Zuständigkeit der Einzelstaaten wir wollen uns daher an den weiteren Verhandlungen nicht be- mal erklärt, die Landwirtschaft fönne teinen besseren Reichsvorbehalten sind, ebenso muß es die königliche Staatsregierung fich teiligen und beschränken uns auf diese Erklärung. Wir werden, tangler haben als den Grafen Bülow. Da gebe ich ihm ja ihrerseits versagen, ihren übrigen an zuständiger Stelle wiederholt falls unser Antrag abgelehnt werden sollte, bei der weiteren durchaus recht. Gewiß hat es noch nie einen so agrarischen und unzweideutig dargelegten Standpunkt, betreffend den zur Abstimmung uns der Stimme enthalten. Wir bitten Sie, Reichskanzler gegeben wie den Grafen Bülow, einen befferen Kompetenz des Reichstags gehörigen Zolltarif in diesem hohen Hause durch Annahme unfres Autrages das Schwergewicht der Ver- Kameraden finden Sie( nach rechts) nicht, gehen Sie nur im gleichen näher zu entwickeln.( Beifall links. Große Unruhe rechts.) tretung des preußischen Volkes in die Wagschale zu werfen für die Schritt und Tritt an seiner Seite, sonst erleiden Sie Schaden. Interessen der heimischen Landwirtschaft und des ganzen heimischen( Heiterkeit und Sehr gut! links.) Im Lande lauten die Erkläringen Erwerbslebens.( Beifall bei den Freikonservativen.) der Vertreter des Bundes der Landwirte ganz anders. Der VorFraktionsfigung meiner politischen Freunden festgestellte Erklärung von Oldenburg, Abg. v. Eyuern( natl.): Ich habe folgende in der heutigen sigende des Verbandes dieses Bundes für Westpreußen, Herr er hat erklärt, sei fein Unmensch, abzugeben: Die nationalliberale Fraktion muß es ablehnen, zu nehme keinen extremen Standpunkt ein, sondern den in den vorliegenden Anträgen angeregten Fragen in dem Augen- fich mit dem begnügen, was zu bekommen sei.( hört! blid, wo diese Fragen der Beratung des Reichstags unterliegen, bört! links.) So wird es auch schließlich mit Ihnen allen gehen. im preußischen Landtag Stellung zu nehmen. Wir werden deshalb Wenn Sie nicht mehr bekommen vom Grafen Bülow, dann gegen beide Anträge stimmen.( Beifall links; anhaltendes Ge- nehmen Sie, was Sie kriegen, denn den besten Reichskanzler fächter rechts.) werden Sie doch nicht verlieren wollen.( Große Heiterkeit und Abg. Herold( C.): Sehr gut links.) Herr v. Wangenheim hat ja in der Zolltarif Das gehört zum die Gründe anzuhören, aus denen die Mehrheit derselben Bolltarif- Kommission gegenüber eingenommen hat, giebt uns und der Ganzen. Herr v. Wangenheim muß hohe Forderungen stellen, damit Die ablehnende Haltung, die die Regierung vielen Beschlüssen der fommiffion nicht für das Kompromiß gestimmt. die doch auch eine Ahnung hat von dem Rechte des preußischen Staats und seinen Verpflichtungen Conservativen Fraktion das Recht, dieſe Angelegenheit hier aur hat es ja auch der klerikale Bändler Graf Spee gemacht. Das ist destomehr gehandelt werden kann.( Sehr richtig! links.) Ebenso der deutschen Reichsverfassung gegenüber( Stürmischer Beifall Sprache zu bringen, um der Regierung unzweideutig den Stand- dieselbe Couleur in Schwarz.( Große Heiterkeit links.) Dann können rechts), zu diesem Antrag gekommen ist. Selbstverständlich kann Centrum und rechts.) Wenn sich hier eine geschlossene Majorität doch, daß wir uns mit so wenigem zufrieden geben.( Große Heiter punkt des preußischen Landtags darzulegen.( Bustimmung im nachher die Konservativen sagen: Was für zufriedene Leute sind wir ich es mir nicht versagen, hier näher auseinanderzusehen, bo in der Frage der landwirtschaftlichen Zölle findet, so kann diese feit.) Wenn es schließlich doch anders käme, wenn das Unbegreif welchen Motiven die Unterzeichner dieses Antrages, hinter dem ohne jede Kundgebung der Boltsstimme der Regierung nicht vollständig gleichliche Ereignis werden Ausnahme meine ganze Partei steht, geleitet worden sind. Wir haben würde, wenn ivenn diesen Antrag eingebracht zu einer Zeit, als sich bei den gültig sein. find, daß Agrarier zusammens und Reichskanzler nicht Das Recht des Landtages, die Angelegenheiten des ReichsBeratungen der Bolltarif- Stommiſſion im Reichstage zeigte, daß die tages zur Sprache zu bringen, kaun gar nicht bestritten werden. tommen könnten, was wäre denn das für ein Unglück. Dann Bertreter des Bundesrats nicht geneigt ſchienen, über den in der Dafür giebt es viele Präcedengfälle.( Schr richtig! rechts.) Ich schließen wir mit den Herren auf der Rechten ein Bündnis Bolltarif Borlage gebotenen Zollschutz hinauszugehen. Die Mehrheit brauche nur auf den seligen Finanzminister v. Miquel hinzuweisen, und dann verwerfen wir mit Ihnen gemeinsam den ganzen dieses Hauses Laun dieses Verhalten der preußischen Regierungs- der hier so oft die Reichs- Finanzreform zur Sprache gebracht hat. Bolltarif und find wieder einträgliche Freunde.( Stürmische Heiter. kann instanzen vom preußischen Standpunkt aus nicht billigen. Wir hatten Die Bolltarif- Stommiſſion hat weitgehende Nücksicht auf die Wünsche Leit.) Noch beffer wäre es ja, wenn die Regierung den Entwurf gehofft, daß unjre Stellungnahme die preußische Reüberhaupt zurückzöge. Dann ersparte sie in dieser Brühhize des gierung in irgend einer Weise beeinflussen werde; das ist verzichtet. Die von der Kommission an dem großen Wert vor Sommers den Ministern und den Abgeordneten mit und ohne 2000 m. Es ist jetzt ein gewisser Abschluß er= reicht, nachdem die 8olltarif- Nummern, die die agrarischen genommenen Aenderungen find so unscheinbarer Natur, daß zölle betreffen, erledigt sind. Außerdem stehen wir kurz vor dem die Stellung der Regierung kaum zu verstehen ist. Man darf nicht Schluß der Session, und die Wähler werden an uns die Frage Wenn wir nicht gewisse Minimalsäge für landwirtschaftliche Bölle so weit geben, zu sagen: Handelsverträge unter allen Umständen richten, was wir gethan haben zum Schuße der landwirtschaftlichen Interessen? Ich weiß wohl, daß das andre Wähler find, als die gesichert erhalten, ist es besser, gar keine Handelsverträge Wähler zum Reichstag( Sehr richtig! links), aber sind Sie denn der Bustimmung rechts und im Centrum.) Was wird nun geschehen, Meinung, daß unsre Wähler schlechter find?( Sehr gut! rechts.) wenn am Widerstand der Regierung die ganze Vorlage fcheitert? Dann wird die in allen Zeilen des Reiches so start angewachsene Wir wünschen die Verstärkung des agrarischen Bollschuhes, wie ihn landwirtschaftliche Bewegung sich steigern zu einer Erbitterung, Verwertung zu sichern. Davon hängt die Höhe des Nationalwohl Es gilt vor allem, der nationalen Produktion eine entsprechende die Mehrheit der Bolltarif- Kommission gefordert hat, und wünschen, daß die zur Folge haben wird, daß alle gemäßigten Elemente standes ab. Die ganze Weiterführung der Socialreform hängt indes die preußische Regierung im Bundesrat in dieser Richtung Stellung niunt. im öffentlichen Leben von der Bildfläche verschwinden. ab von der Höhe des Nationalwohlstandes. Die Agitation gegen den Nun hat Herr v. 8edlig eine andre fassung des Antrages porr Der Reichstanzler sprach bei der Einbringung der Bolltarif Bolltarif ist nichts weiter als eine Spekulation auf die Dummheit geschlagen, Ich bedauere, daß wir für seinen Antrag nicht stimmen vorlage im Reichstag von der Notwendigkeit gemeinsamer Arbeit". der Massen. Der Antrag will nichts weiter als der Regierung den fönnen. Er wünscht eine Verständigung, wie und wo dieselbe aber Gemeinsame Arbeit bedeute doch aber feine Unterverfung. Wir Rücken stärken.( Bravo! im Centrum.) Ministerpräsident Graf v. Bülow und die übrigen Bertreter der Staatsregierung verlassen nach Verlesung dieser Erklärung den Snal. Nachdem die lang andauerde Unruhe der Rechten fich gelegt hat, ergreift das Wort Abg. Dr. v. Heydebrand und der Lafa( f.): Ich bin der Meinung, daß, wenn die Vertreter der königlichen Staatsregierung die Begründung unsrer Anträge, die ja noch gar nicht erfolgt ist, gehört hätten, fie vielleicht eine andre Stellung ein genommen hätten.( Sehr wahr! rechts.) Ich kann nur mein Bedauern darüber aussprechen, daß die Regierungsvertreter nicht wenigstens der preußischen Volksvertretung die Ehre erwiesen haben, ( Sehr richtig! rechts) von Abg. Richter( frf. Bp.): P V er er werde die Sigungen. Sie hätte dann schäzbares Material für die Handelsvertrags Berhandlungen gewonnen und so lange folche nicht zu aus den nächsten Wahlen, dann werden die Berhandlungen viel stande kommen könnte sie die bestehenden Handelsverträge prolongieren, Ist erst ein neuer Reichstag hervorgegangen aus den nächsten Wahlen, dann werden die Verhandlungen viel leichter zum Abschluß kommen.( Lebhafter Beifall links.) sfibi di Abg. Fuchs( C.): 10 fiber der Erklärung des Ministerpräsidenten vollständig die Sprache gefunden werden soll, ist nicht so tlar ausgesprochen, daß wir wissen, können von der Reichsregierung Rücksicht auch auf unsre Wünsche Abg. Dr. Barth( frs. Vg.): Herr Fuchs hat es so darzustellen wohin die Reise geht, und wenn die Reise etwa hinter die Be- verlangen.( Beifall rechts und im Centrum.) In einem späteren gesucht, als ob es sich bei dem Antrag nur darum handle, der schlüsse der Bolltarif- Kommission zurückgeht, so bedauere ich, Stadium der Verhandlungen betonte der Reichskanzler, daß eine preußischen Regierung in der Rolltarif- Kommission den Rücken zu daß wir das nicht mitmachen können.( Bravo) rechts. bene Wir halten es nicht für richtig, daß zurückgegangen wird hinter die Regierung diese so mühsam in der Zolltarif- Kommission vorhergesagt: Du sollst ja keine Verbeugung vor den Agrariern Verständigung herbeigeführt werden müsse. Jetzt aber scheine stärken. Warum haben das die Herren dem Grafen Bülow nicht jene sehr mäßigen Forderungen die dort auf erzielte Einigung fünstlich wieder zerstören zu wollen. gestellt sind. Ueber die Hallung des Bundesrats in der Kommission Es ist geradezu eine Pflicht des größten deutschen Bundesstaates, in machen, sondern gerade eine recht aufrechte Haltung einnehmen. find wir einigermaßen erstaunt gewesen und auch im Lande ver der Frage des Zolltarifs entschieden Stellung zu nehmen. Ich bin( Heiterkeit links.) Sehr erstaunt war ich, daß Herr v. Redlitz gegen steht man diese Haltung nicht. Selbst gegen die Erhöhung der Maximaljäge bei den Getreidezöllen habe die Berireter der Re- feſt überzeugt, daß der heutige Beschluß, der unzweifelhaft gefaßt verloren hatte. Daß jemand diesen Antrag einbringt und es gierung protestiert. Je höher aber die Magimalsäge sind, desto mehr werden wird, dem Lande zum Segen gereichen wird.( Lebhafter nicht einmal für erforderlich hält, ihn zu begründen, ist, hat die Regierung doch zu bieten. Es sind sogar Stimmen laut Beifall rechts und im Centrum.) glaube ich ein Novum in der parlamentarischen Geschichte. glaube ich mit geworden, die behauptet haben, daß Deutschland sich dem Auslanders Ich habe es mit Frenden begrüßt, daß die Regierung des gegenüber auf die Säge des Tarifs bereits gebunden habe. Seit einigen Tagen scheint sich hier eine eigentümliche Sitte größten deutschen Bundesstaates, den Versuch eines EinzelEine solche Unterstellung müssen virals mit der herauszubilden: vor einigen Tagen haben die Polen diesen Saal laudtages, fich in die Geschäfte des Reiches einzumischen, Würde des Deutschen Reiches unvereinbar verlaffen( Heiterkeit), weil fie fich an der Verhandlung nicht klippp mud klar abgewiesen hat. Die Regierung hat diese auf das entfchiedenste zu rückweisen,( Bravo! rechts.) beteiligen wollten, und heute ist die Staatsregierung aus demselben Instruktionen zu empfangen von ihren Parlamenten. In Bezug auf Der große Staatsmann Fürst Bismarck hatte eine ganz andere und Grunde abgezogen.( Erneute Heiterkeit.) Es ist uns auch im Reichs- die Reichspolitik hat sie sich allein mit dem Reichstag zu verständigen. wie uns scheint, richtigere Ansicht über das Recht der Einzelstaaten. tage einmal passiert, daß Fürst Bismarck mit allen seinen Staats: Verfolgt man die Anficht des Abg. v. Jedlig bis in die äußersten Ich bedaure, daß kein Vertreter der Regierung anwesend ist, um sekretären abzog, weil ein Antrag, den wir gestellt hatten, nach seiner Stonsequenzen, so bilden die Einzelparlamente eine Kontrollinstang diese Ansicht des großen Vorgängers" zu hören. Er meinte, es Ansicht nur zur Zuständigkeit des preußischen Landtags gehörte. Bei der Reichspolitit. Ein solches Vorgehen halten wir durchaus für gehöre zur inneren Grundlage des föderativen Charakter des Reiches, der Kanalvorlage hat man uns als„ tertii gaudentes" bezeichnet. unkonstitutionell.( Schr richtig! links.) daß auch die Einzellandtage in solchen wichtigen Fragen ihre Stimme Damals waren wir aber nicht gerade gaudiert, im Gegenteil, Die Socialdemokratie ist hier nicht mit einer Stimme vererheben können. Wir schließen uns an die Vorlage des Fürsten wir gehörten zu den Leidtragenden. Heute sage ich Ihnen treten. Aber gerade ihre mehr als zwei Millionen Wähler stellen Bismard vom Jahre 1887 an, mit der sich die Beschlüsse der Bolltarifs ganz offen: Eingewisses Gaudium empfinde jene Massen von Bürgern dar, die durch jede Erhöhung der LebensKommission im wesentlichen decken. Seit jener Zeit haben sich die ich.( Große Heiterkeit links.) Ich bin That mittel vorzugsweise getroffen werden. Daher ist dies Parlament Verhältnisse für die Landwirtschaft nicht gebeffert, sondern verumbeteiligt, weil der Standpunkt des Reichskanzlers in der am allerwenigften legitimiert, über diese Frage ein Urteil von schlechtert. Die Landwirtschaft hat kein wesentliches Intereffe Bolltarif- Borlage zwar ebenso umannehmbar iſt wie der einiger Bedeutung zu fällen. Die Situation, die sich jetzt infolge an langfristigen Handelsverträgen, sie muß es ablehnen, dafür Standpunkt der Antragsteller. Auf das Schauspiel des heutigen des Antrages herausgestellt hat, kann uns ja nur mit Befriedigung rfüllen. Die Agrarier können nach ihren bestimmten Erflärungen nicht mehr zurück, es ist also zu hoffen, daß fie die ganze Vorlage ablehnen werden. Unser Kampf richtet sich ebenfalls gegen die Vorlage, nicht etwa gegen die ausschweifenden Pläne der Agrarier. Diese haben uns ja bisher den größten Teil der Agitation abgenommen. Unser eigentlicher Kampf beginnt erst, wenn es schließlich doch zu einer Verständigung zwischen Agrariern und Regierung kommt.( Bravo! links.) Abg. v. Wangenheim( f.): Prozeß Sanden und Genossen. gefunden hat. Fünfter Tag. wirken? deshalb gesagt: principiis obsta und es vorgezogen, aus den Banken auszuscheiden. Vors: Angeklagter Heinrich Schmidt, Sie sprechen in dem Als ein ahnungsvoller Engel hat sich Herr Heinrich Schmidt Promemoria davon, daß der Weg schließlich nach Moabit führen erwiesen. Schon in einem Briefe, den er vor 16 Jahren an den könnte. Daraus geht doch eigentlich hervor, daß Sie sich damaligen Reichstags- Abgeordneten Robbe richtete, prophezeite bewußt gewesen sein müssen, bei einem unrechten Thun mitzuer, daß der Weg nach Moabit führen werde. So langAngell. Heinr. Schmidt: Nein, durchaus nicht. Eduard fam mahlen die Mühlen der Gerechtigkeit, wenn es sich um Bank- Sanden hatte einen großen Fehler die Schwäche Dränglern direktoren handelt! Vierzehn Jahre noch nach diesem Eingeständnis gegenüber. Deshalb wollte ich größeren Einfluß in der Bank haben, Der preußische Landtag hat unbedingt das Recht, sich mit tomte das edle Geschäft seine Fortsetzung finden; seine Unternehmer um für ihn ein Hemmschuh zu sein. Daß Eduard Sanden Unrechtes feiner Regierung darüber auszusprechen, wie die große Mehrheit sind inzwischen zu Geld, Macht, Titel und Orden gekommen that, habe ich nicht angenommen. unsrer Wähler im Lande denkt. Die Haltung des Bundesrats wollen und die andren Leute um ihr Geld. Zeuge Bankier Burghalter Potsdam war einige Zeit Mitvir nicht beeinflussen, halten es aber für unsre Pflicht, unsre ReDie Verlesung des Moabit- Briefes war wohl die Sensation uicht glied des Kuratoriums der Preußenbank. Er habe seiner Zeit die gierung über die Stimmung im Hause nicht im Untlaren zu lassen. bloß des gestrigen Tages, sondern der bisherigen Verhandlung über- Beziehungen mit Anhalt u. Wagner als gefährlich für die Bank erNach der Rede des Herrn Barth verstehe ich mir nicht, weshalb haupt. Die Berteidiger steckten die Köpfe zusammen, der Staats- achtet. Er habe Excellenz Cohn Dessau darauf aufmerk die Herren nicht dafür sorgen, daß einige Socialsam gemacht und dieser habe gesagt, er werde mit Sanden sprechen. demokraten in dies Haus einziehen. Sie werden ja anwalt schmunzelte, und Herr Eduard Sanden schien sich bedent- Er habe, nachdem er mit ihm gesprochen, gesagt: es sei alles in kommen, aber über Ihre Leichen( Seiterkeit rechts.) lich jenem Zustande seelischer Depression zu nähern, in dem Ordnung. Ferner sei einmal der Aufsichtsrat zu einer Sigung Protest einlegen muß ich aber dagegen, als ob die Socialdemokratie er sich bei der Untersuchung in allem und jedem schuldig erklärt hatte. zusammengetreten und diese schloß, ohne daß gesagt wurde, daß ein Arbeiterintereffen vertrete; bisher hat sie sich als die ärgste Es scheint ihm eine gewisse Befriedigung zu gewähren, daß sich bei Beamter der Bank Fendin des Wohles der Arbeiter erwiesen.( Sehr richtig! diesem Fall Trojas auch das Schicksal seiner Staffandra erfüllt hat, 360 000 M. unterschlagen habe. rechts.) Herr Richter hat ja heute eine seiner besseren Reden ge- und daß mit ihm auch sein jetziger Signachbar den Weg nach Moabit Außerdem habe er gesehen, daß eine Zahlung der Nixdorfer halten, mit bloßen Wigen kommen wir aber um die Sache nicht Vereinsbrauerei feine Verbuchung gefunden habe. Als er sich danach herum.( Unruhe links.) Die Situation ist außerordentlich ernst. Nachdem die Landwirtschaft das vorige Mal die Zeche gezahlt hat, Der Verteidiger Schmidts freilich triumphierte ein Weilchen, und erkundigte, sei ihm gesagt worden, sie sei aufs Agioconto gekommen, find wir dagegen, daß dies zum zweitenmale geschieht. Üns kam es dieser selbst erhob gegen Eduard Sanden die Anklage, daß er hinter und als er es für notwendig erachtete, sich aus den Büchern darüber darauf an, Klarheit zu schaffen, und ich freue mich mit Herrn Barth, seinem Rücken gehandelt habe. Herr Schmidt hat es aber deshalb zu informieren, habe der Vorsitzende des Kuratoriums, Herr daß das geschehen ist. Wir haben ja in den letzten Jahren sehr viel schöne nicht verschmäht, einen so hinterrücs vierzehn Jahre lang jährlich ein v. Buddenbrock, dies abgelehnt und es wurde die Verwunderung Worte von der Regierung gehört. Die Wärme der Erklärungen paar hunderttausend Mark in die Tasche wirtschaften zu lassen. Nach darüber ausgesprochen, was er denn für ein Mißtranen gegen den hochverehrten Vorstand habe". Nach seiner Meinung sei die hat im Gegensatz zur Temperatur draußen mehr und mehr ab- seinem Briefe aus dem Jahre 1886 that er das allerdings nur, um Grundschuldbank nur eine Ablagerungsstätte für schlechte Hypotheken genommen.( Heiterkeit und Sehr richtig! links.) Bisher hat man es nicht zum Skandal kommen zu lassen, getreu dem Grundsatze: gewesen.- Staatsanwalt Beed: Ist es wahr, daß der Mann namens im Lande diesen Versicherungen geglaubt, dieser Glaube Gin Standal ist's, wenn man erwischt wird. schwindet mehr und mehr. Ich bin der Ueberzeugung, daß Ünholz, der die 360 000 M. unterschlagen hatte, später noch Deutschland heute wirtschaftlich am Scheide wege steht und zwar Moabit kommen" eine beliebte Nebensart des Bankdirektor Schmidt Angelt. Ed. Sanden: Der Mann ist außerhalb der Bank be Die Verteidigung versuchte den Nachweis zu führen, daß nach längere Zeit in der Bank beschäftigt worden ist? zum letztenmal. Kommen Handelsverträge gleich den bisherigen zu stande, dann ist die deutsche Landwirtschaft endgültig fertig. Das fei, die weiter nicht viel zu sagen habe. Demnach sollte man fast schäftigt worden, und zwar wesentlich im Interesse seiner Familie, Hohenzollernhause ist im bedenklichen annehmen, daß Du kommst noch nach Moabit!" ein beliebtes nachdem die Bank für den Verlust gededt war. Angell. Heinrich Schwinden begriffen. Wenn es so weiter geht, werden aller- Scherzwort der Bankdirektorensprache wäre. Ueberhaupt wird die Schmidt: Soweit er sich erinnere, hatte Unholz eine schuldenfreie Villa in Lichterfelde, eine ganze Anzahl Effekten 2c. und die Bank dings die Freunde des Herrn Barth, die Socialdemokraten Taktik der Verteidiger für die Bankwelt nachgerade ein wenig imStaatsanwalt Beed: Ist nicht der Unholz nach sehr bald hier einziehen. war gedeckt. Wir haben unsre Pflicht gethan, die gemütlich. Die Verteidiger suchen bei jeder der inkriminierten Begehung einer zweiten Unterschlagung nach England entflohen? weitere Verantwortung fällt auf die Regierung.( Stürmisches Handlungen nachzuweisen, daß dergleichen unter Hypothekenbanken Ed. Sanden: Das weiß ich nicht. Bravo! rechts.) allgemein üblich sei. Man weiß aus der bisherigen Verhandlung, daß Sachverständiger Kommerzienrat Lucas wird beauftragt, nähere Es ist mir im parlamentarischen Leben bisher nicht vorgekommen, dieser Prozeß unter einer Art von Sachverständigen- Boykott steht, und Feststellungen über diese Unterschlagungen und ihre Dedung, sowie vielfach wird die Unlust der Bankdirektoren, die Sache über die Verbuchung der Zahlung der Vereinsbrauerei zu machen. daß, wie hente Herr v. Zedlig es gethan hat, ein Antragsteller erklärt, begutachten, auf sich an den Verhandlungen über seinen eignen Antrag nicht weiter ihres ehemaligen Kollegen zu Es werden sodann einige Zeugen vernommen, die Auskunft über beteiligen zu wollen. Fürst Bismarck hätte sich eine solche Ein- vor einer indiskreten Fragestellung der Verteidiger zurückgeführt. einige Geschäfte geben, welche nach Ansicht der Anklagebehörde beweisen sollen, daß die Bankengruppe in einer Notlage sich befunden mischung, wie sie heute Graf Limburg vornehmen möchte, entschieden Mit der Besprechung des Krachs der Grunderwerbs- Gesellschaft für habe. Diese Erörterungen geben so ins einzelne, daß es unmöglich verbeten. Warum ist eigentlich gerade der jezige Zeitpunkt zur Be- Berlin und Vororte" begann man den Rattenkönig der kleinen ist, sie in Kürze verständlich zu machen. Es handelt sich unter anderm um ratung der bereits am 11. März eingebrachten Anträge gewählt unterbanken und Baugesellschaften aufzuwickeln. Hinter allen diesen ein Terraingeschäft, welches seitens der Aktiengesellschaft mit einem worden? Darüber hat uns bisher noch kein Mensch etwas verraten. Gesellschaften steht bekanntlich immer wieder Herr Eduard Sanden. Konsortium gemacht war, und welches auch auf eine besondere NotDie Konservativen behaupten zwar, sowohl die Interessen der LandHerr Sanden pumpt Herrn Sanden ant, Herr Sanden lage hindenten soll. Der Sachverständige Kommerzienrat 2ucas wirtſchaft wie der Industrie zu vertreten. Nun, wie Sie sich der borgt Herrn Sanden, Eduard Sanden zahlt Herrn Sanden ist dieser Ansicht, die Verteidiger Juſtizräte Dr. Sello u Industrie annehmen, das haben Sie bei der Kanalvorlage gezeigt.( Großer Lärm rechts.) Die Situation ist in der That ernst, oder zahlt ihm auch nicht. Kommt aber Herr Sanden, der Privat- router, sowie Rechtsanwalt Bernstein treten seiner Ansicht zumal wen infolge der agrarischen Forderungen überhaupt mann, nach Hause, so bringt er immer noch ein schönes Sümmchen in verschiedenen Punkten entgegen. Es werden hierauf die Verhältnisse der tein Bolltarif zu stande kommt und die Zollfragen zur Parole der Geldes mit. Geschicklichkeit ist keine Hegerei. nächsten Reichstags- Wahlen werden. Das würde zu einer schlimmen Trogdem jetzt wenigstens der Apparat flappt und es an SachVerhegung der verschiedenen Bevölkerungsklassen führen. Ich fürchte, verständigen nicht fehlt, geht es nur sehr langsam vorwärts. Ein für Berlin und Vororte m. b. H. erörtert. Sie ist von wenn Sie( nach rechts) so fortfahren, so wird es Ihnen trotz oder Ende des Prozesses oder auch nur der Beweisaufnahme ist vorläufig Buchmüller und Ed. Sanden gegründet worden. Nach Aussage vielleicht infolge dieses Antrages so gehen, wie dem berühmten Loh noch gar nicht abzusehen. des Angeklagten Buchmüller ist die Gründung erfolgt, weil er. gerber, dem die Felle weggeschwommen sind.( Heiterkeit und Beifall und Sanden vielfach Grundstücke, mit denen sie gemeinschaftlich lints, Unruhe rechts.) spekulierten und auf denen Restlaufgelder eingetragen waren, bei der Vorsitzender Landgerichtsdirektor Heidrich eröffnet die Sigung Zwangsversteigerung zurückerwerben mußten und ihnen die häufige um 9 Uhr. Als Sachverständiger ist Bücherrevisor eß aus Stettin Renming ihrer Namen in derartigem Zusammenhange unangenehm zur Stelle. Die Verhandlung beginnt mit einigen Auseinander- war. Das Grundkapital betrug ursprünglich 30 000 M. und wurde jezzungen zwischen der Verteidigung und dem Sachverständigen Geb. 1897 auf 400 000 m. erhöht, von denen Puchmüller und Ed. Sanden Hofrat Dr. Hecht über einige Punkte der von diesem in voriger je 200 000 M. gehörten. Eingezahlt find aber nur höchsten 41 726 M. Sigung gemachten Bemerkungen rechtlicher und kaufmännischer Natur. bar, während der Rest von 358 274 M. in Hypotheken geleistet ist, Sachverständiger Dr. Hecht tritt der Ansicht der Verteidigung die die Anklage für minderwertig hält. Am 29. August 1901 entgegen, daß die Aufnahme einer Hypothek auf ein Hypotheken- wurde durch Beschluß des hiesigen Amtsgerichts der Konkurs über Geschäftshaus, wie im Falle der Preußenbank geschehen, einwands- das Vermögen der Grunderwerbs- Gesellschaft eröffnet. Die Gläubiger haben eine Konkursdididende von etwa 16 Proz. zu erwarten. frei ſei. Vertrauen Abg. Dr. Sattler( nail.): Abg. Dr. Becker( C.) erklärt, daß das Abgeordnetenhaus durchaus berechtigt sei, die Bollfragen zu erörtern, und daß die Regierung die Verantwortung für ein etwaiges Scheitern der Vorlage trage. Abg. Ehlers( frs. Vg.): Die große Aktion der Rechten und des Centrums ist ohne Zweifel mißlungen.( Gelächter rechts.) Herr v. Wangenheim hat nur den Rückzug durch seine Kanonade zu decken gesucht. Wie kommt Herr v. Wangenheim zu der Auffassung, daß die Socialdemokraten die schlechtesten Vertreter der Arbeiterschaft sind? Jedenfalls giebt es in Preußen auch Lente, die der Meinung sind, daß der Bund der Landwirte und die Konservativen nicht die geeigneten Vertreter der Landwirtschaft find.( Große Unruhe rechts.) Es wäre geradezu ein Unglück für die preußische Landwirtschaft, wenn die Forderungen des Bundes bewilligt würden.( Värmende Zurufe rechts.) Die Regierung hat im wahren Staatsinteresse gehandelt, wenn sie eine Stellungnahme zu den Anträgen ablehnte, und alle wahrhaft fonservativen Männer sollten daher dem Grafen Bülow für seine heutige Erklärung dankbar sein.( Beifall links, große Unruhe rechts.) Darauf wird ein Antrag auf Schluß der Debatte gegen die Stimmen der Linken angenommen. Persönlich erklärt * " die Schen des Grunderwerbs- Gesellschaft Der Gerichtshof beschließt die von der Verteidigung beantragte Der Zeuge Buchhalter Eugen Görig fagt auf Befragen Vorladung neuer Sachverständiger abzulehnen, weil vorläufig fein unter anderm aus, daß nach seiner Ansicht die Gesellschaft nach ihrer Bedürfnis dazu vorliege.. Die Behauptungen bezüglich der Beleihung ganzen Vermögenslage nicht hätte zum Konkurse gehen brauchen, von Grundstücken der Hypothekenbanken werden als wahr unterstellt. sondern in aller Ruhe hätte liquidieren können. leber die Vermögenslage wird der Sachverständige BücherAls Zeuge wird hierauf Landes- Oekonomierat Nobbe, Direktor der Norddeutschen Hagelversicherungs- Gesellschaft und revisor He ß- Stettin vernommen. Er erklärt, daß der Zeuge Görig bisheriger Vorsitzender des Evangelisch- socialen Kongresses, die Situation doch wohl zu optimistisch ansehe. Er habe diese Verhältnisse vernommen. Er war anfangs 1886, als er als Reichstagsgenau festgestellt, seine diesbezüglichen Aufzeichnungen lagern jedoch noch Abgeordneter in Berlin weilte, in den Aufsichtsrat der Preußi- ämtlich bei der Neuen Bodengesellschaft und er bitte, ihm zunächst schen Hypothekenbank eingetreten und ebenso Mitglied Gelegenheit zu geben, diese Aufzeichnungen bei der Neuen BodenStaatsanwalt Beed hält es für zwedKuratoriums der Deutschen Grundschuldbank geworden. Er geſellſchaft abzuheben. sei vollständig als Laie eingetreten und lediglich von dem Wunsche mäßig, aus diesem Grunde die Erörterung hierüber heute abzubrechen. Justizrat Wronker betont, daß Buchmüller und Eduard Sanden beseelt gewesen, dieses Gebiet kennen zu lernen. Schon nach einem Jahre sei er wieder ausgetreten, weil er aus verschiedenen Vor- für den Konkurs der Gesellschaft nicht verantwortlich gemacht werden können, da sie damals schon verhaftet waren. Abg. v. Oldenburg- Januschau( f.): Abg. Richter hat gesagt, fommnissen Grund zum Mißtrauen und zu der Annahme hatte, daß ich sei Vorsitzender des Bundes der Landwirte in Westpreußen. Das in der Geschäftsführung der Preußenbank und der Grundschuldbank nicht Rechtsanwalt Dr. Bollert betont nochmals, daß es doch ist richtig. Herr Richter hat weiter behauptet, ich hätte erklärt: ich alles nach soliden Grundsätzen gehandhabt würde. Er müsse dem Angeki. wesentlich sei, über die ganzen Verhältnisse gemeinsame Gutachten Wenn bei der Preußischen Hypothekenbank mit fei kein Unmensch und nähme, was ich bekäme." Das habe ich Heinr. Schmidt das Zeugnis geben, daß dieser offenbar mit dem zu erfordern. niemals gesagt. Herr Richter sagte, er habe das gelesen- Brutus ernsten Bestreben von Nürnberg nach Berlin gekommen sei, in der 561/2 Millionen Mark Unterbilang eine Konkurseröffnung umgangen fagt es, und Brutus ist ein ehrenwerter Mann. Die Zeitung aber Grundschuldbank in Gemeinschaft mit dem Aufsichtsrat etwas Tüch werden konnte, so würde das doch bei dieser Attiengesellschaft auch hat gelogen wie gedruckt!( Bravo! rechts.) tiges zu leisten. Er habe aber bemerkt, daß zwischen den beiden möglich gewesen sein. Der Gerichtshof beschließt auf Antrag der Abg. Richter( persönlich): Ich habe die citierte Aeußerung des Direttoren ein großer Antagonismus herrschte. Schmidt habe Berteidigung, auch noch den gerichtlichen Sachverständigen für Herrn v. Oldenburg aus den Blättern des betreffenden Wahlkreises die eruste Absicht gehabt, ein eruste Absicht gehabt, ein möglichst flares Verhältnis Hypotheken Emil Salomon vorzuladen und ihm aufzugeben, die und Eduard Sanden zu schaffen, es sei ihm Vermögensverhältnisse in Gemeinschaft mit dem Sachverständigen entnommen. Rein Blatt hat diese Aeußerung berichtigt. Das war zwischen fich un dies aber in dem gewünschten Maße nicht gelungen. Der Heß zu prüfen und festzustellen. Legterer hatte aus seiner Erallerdings vor der Wahl. Abg. v. Oldenburg: Ich habe in einer schriftlichen Erklärung Benge verliest ein längeres Promemoria, welches Heinr. Schmidt innerung u. a. gefagt, daß seines Wissens sich unter den zum Grundfapital hingegebenen Hypotheken verschiedene Schornstein- Hypotheken an meine Wähler ausdrücklich gesagt, daß ich nicht für den über diese Verhältnisse seiner Zeit dem Kuratorium unterbreitet hatte. Regierungsentwurf stimmen würde, und ich stehe noch heute auf Schmidt klagt darin fehr lebhaft über die selbstherrliche Art und sich befunden haben. diesem Standpunkt. Ich habe diesen Aufruf vor der Wahl erhabe. Er selbst werde in seinem Bestreben, die Bank auf absolut Er befindet, daß in den 80er Jahren durch die Firma Anhalt u. Es wird hierauf der Hauptkassierer Rudolf Seydlig Weise, in welcher Eduard Sanden ihm gegenüber die Geschäfte hand- Friedenau über einige Verhältnisse in der Preußenbank vernommen. Darauf erhält das Schlußwort als Antragsteller solider Grundlage weiter zu entwickeln, fort und fort beengt und beiseite gefchoben. Er spricht die Besorgnis aus, feien und daß lettere gerade dadurch in die Geldverlegenheiten Wagner ganz enorme Summen der Preußenbank entzogen worden Abg. Graf Limburg- Stirum( f.): daß die damalige Art und Weise der Geschäftshandhabung schließ gefommen sei. Ende der 80er Jahre schon seien Gerüchte im Umlauf Ich halte die Auffassung des Herrn Reichsfanzlers, daß die lich noch nach Moabit" führen könnte. Aber Herr Sanden Angelegenheiten des Reichstages hier nicht erörtert werden dürfen, habe ja so großen Einfluß bei dem Aufsichtsrat und er selbst gewesen, die ihn an der Bonität der Firma Anhalt u. Wagner nicht für richtig. Es ist etwas andres, ob der Reichstag partikulare müsse sich schließlich fügen, wenn er es nicht zu einem Skandal Angelegenheiten behandelt oder die Einzellandtage Materien der kommen lassen wolle. In dem Promemoria find noch zahlreiche Reichsgesetzgebung. Das letztere Necht hat die konservative Partei Klagen über Herrn Sanden, und Heinrich Schmidt erklärt u. a.: sich stets vorbehalten.( Sehr richtig! rechts.) Es ist psychologisch Alles das kann einen and politisch richtig, daß die Meinung der Interessenkreise, die wir vertreten, hier zum Ausdruck kommen. Dadurch wird ein moralischer Einfluß erzielt. Das Bedeutsame der Situation liegt nicht darin, daß die Regierung heute ihre Meinung noch nicht sagt, sondern darin, daß der Landtag des größten Bundesstaates seine Ansicht über diese Dinge äußert.( Beifall rechts und im Centrum.) Taffen. ehrlichen Menschen zur Verzweiflung bringen!" zweifeln ließen. Er habe einigen Aufsichtsräten davon Mitteilung gemacht und ihm sei die Auskunft geworden, daß die ganze Summe durch Nkederlegung von Hypotheken gedeckt sei. Mitte der 80er Jahre schon habe die Firma Anhalt u. Wagner Wechsel in sehr großem Umfange diskontiert. Es sei dies zur Zeit gewesen, als kurz hinter einander verschiedene Vankbrüche erfolgten, als die Krachs bei Friedländer u. Sommerfeld, Hirschfeld u. Wolff, Maaß in CharlottenDer Zeuge Nobbe erklärt ergänzend hierzu, daß das ganze burg das Publikum in Unruhe versetzten. Auftreten des Heinrich Schmidt etwas Ueberzeugendes für ihn Zuletzt wird noch Konkursverwalter Dielig vernommen, der hatte und offenbar das Streben zeigte, in der Deutschen Grundschuld- sich ausführlich über die Vermögenslage der Grunderwerbs- Gesellbank ein vollkommen solides Institut zu gründen. Er selbst schaft zur Zeit des Konkurses ausläßt. Letterer zeigte einen eigen Der Antrag Frhr. v. Zedliz- Neukirch wird darauf in( Beuge) fei durch einige Transaktionen, deren Berechtigung tümlichen Charakter, der von andren Kontursen abweiche. Das bes einfacher Abstimmung gegen die Stimmen der Freikonser- ihm nicht einleuchteten, mißtrauisch geworden. Er habe unter anderm gründe sich aus der Personalunion. Eduard Sanden und Puchmüller gesehen, daß immer mehr das Bestreben hervortrat, über gang varen Gründer und gleichzeitig Gesellschafter, Gläubiger waren vativen abgelehnt. Die Abstimmung über den Antrag Graf Limburg. wichtige Dinge das Kuratorium nicht in der erforderlichen Weise zu wiederum die Banken, die zum Spielhagen- Konzern gehörten. Es Die Abstimmung über den Antrag Graf Limburg informieren. So wurde in einem Bericht über den Geschäftsgang handelte sich also vielfach nur darum, daß etwas aus der linken in Stirum ist auf Antrag des Abg. Dr. v. Heydebrand und der in einem bestimmten Monat darauf hingewiesen, daß der Einführung die rechte Hosentasche floß. Weil es sich also eigentlich nur um eine Lasa( t.) eine namentliche. Es beteiligen sich an der Abstimmung der Aktien der Grundschuldbank an der Börse Schwierigkeiten er häusliche Angelegenheit handelte, hätte sich der Konkurs wohl um304 Abgeordnete, von denen sich 42 der Stimme enthalten. Von den übrig bleibenden 262 stimmen 183 Abgeordnete( Stonservative wachsen. Der erste Prospekt sei nicht genehmigt worden. Es sei des gehen lassen. Nach weiteren eingehenden Befragungen des Sachund Centrum) für, 79 gegen den Antrag. Der Antrag ist somit halb in dem zweiten Prospekt angegeben worden, daß die Grundschuld- verständigen durch die Justizräte Wronker und Dr. Sello wird die bant 2 700 000. Hypotheken befize. Nach dem Bericht sei aber Verhandlung auf Dienstag 9 1hr vertagt. der Besigstand nur 1 Million Mark und um die Angaben des Prospekts zu bewahrheiten, sei von der Preußischen Hypothekenbank der fehlende Hypothekenbetrag übernommen worden. Dies geschah auf angenommen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Am 16. Juni beginnt in Leipzig der Prozeß gegen die vor Nächste Sigung Mittwoch 12 Uhr.( 8weite Lesung der Mains Nedarbahn- Vorlage; Interpellation Frhr. v. Wangenheim betreffend dem Wege der Cession ohne Umschreibung in dem Grundbuch. Er maligen Direktoren und Aufsichtsrats- Mitglieder der Leipziger den Kontraktbruch der ländlichen Arbeiter; zweite Beratung habe sich gesagt: wenn das geht, daß eine Baut, die mit ihrem ge- Bant. Die Verhandlungen werden voraussichtlich mindestens zwei der Anträge Trimborn betreffend die Förderung des Hand- samten Attivum für die Pfandbriefe haften muß, einen Teil der Wochen in Anspruch nehmen. werk 3.) Hypotheken weggiebt, um die Papiere einer andren Bank börsenSchluß 4 Uhr. fähig zu machen, so sei dies tein offenes Geschäft. Er habe sich Dermischtes. das blutbefleckte Beil, mit dem der Mord ausgeführt worden Arbeiterrecht, S. 345. R. 171. 1. Ja. 2. Nein. 3. und 4. Ja. ist, auf dem Sofa lag. In dem Wohnzimmer waren sämt M. S. Alimente für ein nach dem 31. Dezember 1899 außer der The Die Vulfanausbrüche. Eine Depesche aus Fort de France liche Behälter erbrochen worden. An barem Gelde sind geborenes Kind sind bis zu deffen zurückgelegtem 16. Lebensjahre zu zahlen. bom 1. Juni giebt bekannt, daß es zwecklos ist, neue Vorräte nach 100 M., ferner eine Taschenuhr und Schmuck die Beute des Die Höhe der Alimente ist nicht gefeßlich festgelegt. Nach dem Gesez ist Die Praxis setzt statt dessen häufig nur Beitragshöhen zwischen Fort de France zu senden, da die aus Frankreich und Amerika ge- Mörders geworden. Die Kriminalpolizei vermutet den Thäter in der volle für Unterhalt des Kindes erforderliche Betrag zu zahlen. Mit dieser Braris sollte sich einem fandten Vorräte für den Bedarf ausreichen. Die Lage bleibt un- einem Seemann, der bis vor kurzem bei der ermordeten Arbeiterin 12 und 18 Mt. monatlich fest. verändert. Der Vulkan ist noch immer thätig und wirft Asche aus. Logis inne hatte. Dieser dürfte in ihrer Abwesenheit in die Wohnung zahlungsfähigen Vater gegenüber der Vormund nicht zufrieden geben. eingedrungen sein, denn das Thürschloß ist erbrochen worden. Die 5. S. I. 1. Reineswegs. 2. Mehrere Monate. Die Zeit richtet sich Aus Budapest wird berichtet: Der erloschene Vulkan Ermordete ist die Frau des Kohlenarbeiters Backhaus, sie war nach der Fälligkeit der Dampfer.-F. H. Schöneberg. Nein, falls nicht Straß bei dem Kurorte Bartfeld( in den Ost- Bekiden nahe der 50 Jahre alt. Der Befund der Leiche läßt erkennen, daß die Frau einer Woche nach ihrer Entlassung erklärt hat. V. 2. 72. Ein Recht etwa die Erkrankte selbst zahlendes Mitglied bleiben zu wollen innerhalb galizischen Grenze) läßt allnächtlich unterirdisches Geräusch und den Einbrecher überrascht hat, als sie nach Hause zurückkehrte; denn auf Fahrpreis- Ermäßigung haben Sie nicht. Sie aber an das Be Gepolter hören. In den umliegenden Ortschaften Gergelylak, Finta, die Frau war im Ausgehe- Anzug. Der Seemann ist ein noch jugend- zirkskommando ein dahin abzielendes Schreiben richten. A. 1. Ja. Ternye ist das Wasser der Brunnen plötzlich verschwunden. Tags licher Mensch, der durch sein hübsches Aeußere und schneidiges AufHelmhagen. In der Neuen Friedrichstraße( jetzt in der Grunerstraße) befand sich die Anmeldestube zur Aufnahme von Klagen und befindet sich darauf kam in sämtlichen Brunnen heißes Wasser zum Vorschein. treten auffällt. noch jetzt das Vormundschaftsgericht. Sie tönnten bei dem VormundschaftsDiese Naturerscheinungen verursachen bei der Bevölkerung große Nach bedeutenden Unterschlagungen ist aus Hamburg, gericht aufragen, wer Vormund ist, damit gegen den Vater geklagt werden Furcht. Aus Athen vom 31. Mai vird gemeldet: Seit einigen wie von dort gemeldet wird, der 38 Jahre alte Rechtsanwalt faun. Das Attenzeichen anzugeben, ist zweckmäßig, Sie erfahren dasselbe Tagen machen sich an verschiedenen Orten Griechenlands Erd- Salomon Salvador Kontinho flüchtig geworden und wird be- durch Ihre Verwandten. P. G. Mit der Zusammenrechnung von erschütterungen bemerkbar. hördlich verfolgt. Der Flüchtige ist 1,69 Meter groß, hat dunkles Unfall und andren Renten verhält es sich wie folgt: Alters- und Haar und Schnurrbart und eingebogene Nase, steht blaß und ab- Invalidenrente ruht, wird also nicht gezahlt: so lange und so weit die gelebt aus und pflegt einen hellen Ueberzieher und einen Kneifer zu rechnung der Invalidenrente oder Altersrente den Unfallrente oder Militärpenfionen oder Militäranwärtergelder unter Hinzufiebeneinhalbfachen tragen. Als besonderes Kennzeichen kann eine Schußnarbe am Gesicht Grundbetrag der Invalidenrente übersteigt, also wenn eine unfall, dienen. Invaliden- und Altersrente zusammengerechnet, falls der Versicherte in der I. Lohnflaffe versichert ist, mehr als 450 M., falls er in Lohnklasse II versichert ist, 525 W., falls er in Lohnklasse III versichert ist, mehr als 600 M., falls er in Lohnklasse IV versichert ist, mehr als 675 W., falls er in Lohnflasse V versichert ist, mehr als 750 M. beträgt. Stellen Sie unter Dar legung, daß Sie dauend erwerbsunfähig sind, den Antrag auf Invalidenrente. Diefer an das Magistratsbureau, Breitestr. 24 a, zu richtende Antrag ist schon deshalb nicht überflüssig, weil ja Ihre Unfallrente möglicherweise in der Zukunft in Wegfall kommt und dann die Invalidenrente voll zu zahlen ist. 0,128. 1. Nicht ganz 1000 Millionen. 2. Beffer imitieren. 3. Erst der Blitz. Das Uebrige lesen Sie im Konversationsleriton nach unter Elektrizität und Gewitter". 4. Wenden Sie sich an Herrn Redacteur Otto Scholz, Bödiferstr. 6. 5. Bitten Sie einen Arzt um Rat.-M. 2. 1902. Fragen Sie an bei dem Direktorat des Gewerbemuseums. Wie der„ Ostdeutschen Rundschau" aus Familiendrama. Samter gemeldet wird, brachte in der Nacht zum Sonntag der Ziegelmeister Krämer in Szymanowo nach einem Streit mit seiner Frau derselben vier Beilhiebe auf den Kopf bei, wodurch die Frau lebensgefährlich verlegt wurde. Dann erdrosselte Krämer seine fünf Kinder im Alter von einem halben bis zu zehn Jahren mit einer Zuckerschuur, schlug Nägel in die Wand und hing die Leichen auf. Der Mörder ist flüchtig. In St. Denis stießen am Sonntagabend infolge falscher Weichenstellung zwei Straßenbahnwagen zusammen. Beide Wagen wurden zertrümmert, 24 Personen erlitten Verlegungen. Briefkasten der Redaktion. Ueber einen Raubmord in Altona berichtet der Hamb. Korr.": Als am Sonnabendnachmittag 42 Uhr eine Hafenstr. 11 wohnende nunmehr nicht mehr Ihre Zinsforderung geltend machen, die übrigens nur H. H. Nachdem eine Abrechnung bereits stattgefunden hat, können Sie Frau nach Hause zurückkehrte, bemerkte fie, daß die Wohnungsthür rücksichtlich der letzten vier Jahre unverfährt war. Zwei Streitende. einer auf demselben Korridor wohnenden Arbeiterin offen stand. Sie Die allgemeine Beweisregel geht dahin: derjenige hat die Richtigkeit einer entdeckte, daß ihre Nachbarin mit zerschmettertem Schädel in einer Behauptung zu beweisen, der aus der behaupteten Thatsache Rechte her: Blutlache auf dem Fußboden des Zimmers lag, während leitet. Näheres finden Sie in dem in den öffentlichen Lesehallen ausliegenden Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 3. Juni. Opernhaus. Die Abreise. Die Verlobung bei der Laterne. Phantasien im Bremer Ratsfeller. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Der wilde Reut lingen. Anfang 72 Uhr. # Nenes Opern Theater( Kroll). Im Liederspielhaus: OffenbachCykins. Die Zaubergeige. Paimpol und Berinette. Apotheker und Friseur. Anfang 8 Uhr. Schiller. Unter blonden Bestien. Der Thor und der Tod. Paracelsus. Post festum. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Es lebe das Leben. Anfang 7/2 Uhr. Berliner. Kläffer. Anfang 71/2 Uhr. Leffing. Geschlossen. Westen. Hoffmanns Erzählungen. Anfang 72 Uhr. Nenes. Die Großstadtluft. Anfang 72 Uhr. Residenz. Einquartierung. Anfang 71 hr. Central. Coralie u. Cie. Anfang 712 Uhr. Thalia. Gastspiel der Schlierseer. Das Glöckerl 1 Birkenstein. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Die Dame aus Trouville. Hierauf: Er. Anfang 72 Uhr. Luisen. Geschloffen. Carl Weiß. Die Viper. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der lustige Ehemann. Anfang 712 Uhr. Sereffionsbühne. Ein Abenteuer in den Blumensälen. Hierauf: Ein geriffener Schwiegersohn. Anfang 8 Uhr. E. v. Wolzogens Buntes Theater ( Ueberbrett). Anfang 8 Uhr. Schall und Rauch. Serenissimus Zwischenspiele. Der Fall Moncel. Schöne Seelen. Kollegen. An: fang 81 Uhr. Orpheus. Specialitäten Borstellung. Anfang 8 Uhr. Charivari. Täglich Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Metropol.( Morwig- Oper.) Rigo: letto. Anfang 8 Uhr. Apollo. Lysistrata. Specialitäten: Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Palast. Ben Ali Bey und sein = orientalisches Bauber Ensemble. Anfang Uhr. Casino Theater. Geschloffent. dieichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 11hr. Paffage Theater. Specialitäten: Borstellung. Anfang nachmittags 5 Uhr. Urania. Belle- Alliance- Theater. Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Die deutsche Ostseeküste. CASTANS Panoptikum Friedrich- Strasse 165. Photographische Aufnahme von der Insel Martinique und von den Schlachtfeldern Transvaals. Im Konzertsaal: Schwedische Künstlerkapelle 4 Damen, 2 Herren. Passage- Panopticum. Der weibliche Affenmensch. Die Seejungfer Der Tigerknabe. Damen- Ringkampf! Alles ohne Extra- Entree. Passage- Theater. Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5, Ende 11 Uhr. Das vollständig neue Juni- Programm. 16 Elite- Nummern. OOLOGISCHER CARTEN Täglich ab 4 Uhr nachmittags: Im Garten auf der Sommerbühne um 8 uhr: Die Dame aus Trouville Schwant mit Gesang u. Tanz in 3 Akten. Vor und nach der Vorstellung: Grosses Konzert. Bei ungünstiger Witterung im Theater:" Er". Garten- Entree inkl. Vorstellung 30 Bf. Saison: farten 3 M. Dugendkarten 2 M. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurterstr. 132. Täglich abends 8 Uhr: Die Viper. Im Garten: Konzert, Theater und Specialitäten- Vorst. Anfang 512 Uhr. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Täglich: Neue Welt Hasenheide 108-114. Direktion: Arnold Scholz. Heute sowie täglich: Gr. Bothe- Konzert und Specialität.- Vorstellung. Kaffeeküche täglich geöffnet. 3 verdeckte Kegelbahnen. Boltsbelustigungen.[ 43140* Prater- Theater Kastanien Allee 7-9. = Täglich: Durch fremde Schuld. Voltsstück mit Gesang in 3 Akten. Ballettges. Catrini. Tyrolienne Mary Konzert, Theater- u. Specia- Bartling, leb. Photogr. Fred Marzahni litäten- Vorstellung. Nord und Süd. Operette in 1 Att von Rob. Linderer. Musik von Richard Thiele. Jm Saal: Tanzkränzchen. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags Sur, Sonntag ur 8 Uhr, 7 Uhr. Tagestasse 11-1/ 2Uhr. Zum Schluß: ,, Stuckes Pfingstfahrt". Reichshallen- Garten und Restaurant. Täglich: Grosses Militär- Konzert. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferstr.71. Hermann Imbs. Täglich: Militär- Doppel- Konzert. Gr. Konzert, Theater " " Socialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. ( Süd- Osten.) Den Genossen zur Nachricht, daß am Sonnabend, den 31. Mai, unser Mitglied Auguft Rothe Sorauerstraße 5 verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, Leichenhalle des Emmans Kirchhofes den 3. Juni, nachu. 4 Uhr, von der aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein unvergeßlicher Mann, unser herzensguter Vater, der Former Wilhelm Stein am Sonnabend früh 4 Uhr 15 Min. nach kurzem schweren Leiden ver: schieden ist. 306 Alle diejenigen, die ihn gekannt haben, werden unsren Schmerz zu würdigen wissen. den 4. Juni, nachm. 5 Uhr, von der Die Beerdigung findet am Mittwoch, Leichenhalle des Central Friedhofes, Friedrichsfelde aus statt. Dies zeigen tiefbetrübt an Witwe Stein nebst Tochter. Deutscher Todes- Anzeige. Ellys. Grotesque- Stom. Paul Coradini. Todes- Anzeige. Todes- Anzeige. Metallarbeiter- Verband Brothers Fred, musit. Excentrics. Mr. Den Kollegen zur Nachricht, daß unfer Mitglied, der Drechsler Max Kestner am Sonnabend, d. 31. Mai gestorben ist. Troupe, Bantoni. Musikantenstreiche. Bartlings elektrische Feerie.( 3000 Glühkörper.) Konzert u. Ball. Anfang 4 hr. Eintritt 30 Pf., numerierter Platz 50 Pf. Kalbo. Schweizer Garten Am Königsthor 42020* Am Friedrichshain Täglich: Konzert, Theater, Specialitäten- Vorstellung und Ball. Volksbelustigung. Freier Damentanz. 10 uhr: Susanne im Bade. Um An Wochentagen ist die Kaffeeküche von 3-6 Uhr geöffnet. Wintergarten. Das neue Juni- Programm Besser und interessanter wie je! Sommertheater Marienbad Badstr. 35/36, Gesundbrunnen. Täglich: Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet statt am Dienstag, den 3. Juni, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Geth: femane Kirchhofes in Nordend bei Nieder- Schönhausen. 115/17 = Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Gentral- Kranken- und Begräbniskasse der Sattler u. Berufsgenossen ,, Hoffnung". Ortsverwaltung Berlin. Nachruf! Den Kollegen zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Former Wilhelm Stein am Sonnabend, den 31. Mai, nach kurzem Krankenlager durch den Tod aus unsrer Mitte entrissen worden ist. Die Beerdigung findet am Mitts woch, den 4. Juni, nachm. 41 Uhr, von der Leichenhalle des CentralFriedhofes zu Friedrichsfelde aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung unsres alten und treuen weiträmpfers erfuht Todes- Anzeige. Die Ortsverwaltung. Hiermit zur Nachricht, daß unser Gesangverein ,, Sängerhort". Mitglied, der Sattler Reinhold Maier 276 M. des Arb.- Sängerb. Nach kurzem schweren Leiden vers im 35. Lebensjahre am 30. Mai verschied unser braver Sangesbruder storben ist. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. Danksagung. Wilhelm Stein. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet am Mitts Für die vielen Beweise herzlicher wochnachmittag 4 Uhr auf dem Teilnahme und die zahlreichen Kranz- Central- Friedhof in Friedrichsfelde spenden bei der Beerdigung meiner statt. lieben Frau 396 Marie Kochmann sage ich hiermit allen Kollegen, Freunden und Bekannten meinen innigsten Dank. Franz Kochmann. Danksagung. Fitr die zahlreiche Beteiligung und den vielen Kranzspenden bei der Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Am 31. Mai, abends Uhr, verschied nach langem schweren Leiden meine liebe Frau und unsre gute Mutter Alwine Hoffmann, geb. Lübke, int 42. Jahre. 266 Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 4. d. t., nachm. 51/2 Uhr, von der us statt. Entree 1 Mk., von abends 6 Uhr und Specialitäte=| Gr. Specialität.- Vorstellg. Beerdigung meines lieben Mannes, Leichenhalle bes Heilig- Kreuz- Kirchhofs ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren Sonntag und Donnerstag 3 Kapellen. die Hälfte. Vorstellung. Metropol- Theater Sanssouci Baffage. Panoptikum. Speciali Anfang 8 Uhr. Morwitz- Oper. täten Borstellung. m Rigoletto. Urania. Zaubenstr. 48/49, Mittwoch: Heinrich Bötel. Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Die deutsche Ostseeküste. Invalidenstrake 57/62. Täglich: Sternwarte. Stradella. Donnerstag: Irene Abendroth vom königl. Hof- Theater in Dresden. Die lustigen Weiber von Windsor. Edhiller Theater Apollo- Theater ( Wallner Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Unter blonden Bestien. Komödie in 1 Aft von Mar Dreyer. Der Thor und der Tod. Von Hugo v. Hofmannsthal. Paracelsus. Bersspiel in 1 Att von ArthurSchnitzler. Post festum. Ernst und Konzert- Garten. Um 8 Uhr: Sensationell sind die neuen Juni- Specialitäten! Um 9 Uhr: Kolossaler Lacherfolg! Die Ausstattungs- Operette von Paul Lincke Luftſpiel in 1 Aft von Graft sichert. Lysistrata Mittwoch a bend 8 Die schöne Melusine. mit dem Luftballett ,, Grigolatis!" Donnerstagabend 8 Uhr: Um 7 Uhr: Garten- Konzert. König Harlekin. Central- Theater. Schall und Rauch Dienstag, den 3. Juni, abends 8 Uhr: Bum 142. Male: Coralie& Cie. Schwant in 3 Att. v. Abin Balabrèque und Maurice Hennequin. Morgen u. folgende Tage: Coralle & Cie. ( Kleines Theater) Unter den Linden 44. Dienstag, 3. Juni, abends 82 Uhr: Serenissimus- Zwischenspiele Gastspiel von Emanuel Reicher. Malennacht. Kollegen. Schöne Seelen. Kottbuserstr. 4a, Station der Hochbahn. Täglich im Garten, bei un günstig. Witterung im Saal: Norddeutsche Sänger Hoffmanns und Konzert. Sonntag, Montag und Donnerstag nach der Soiree: Tanzkränzchen, Tanz frei! Anfang des Konzerts 5 Uhr, der Soiree 7 Uhr. Entree 30 Bf., ab 9 Uhr 20 Pf. Fröbels Berliner Waschermädel. Mittwochs und Sonntags: Ball. Entree 20 Pf. Max Kliems Sommer- Theater. Hasenheide 13-15. Artischer Leiter: Gust. Bock. Täglich: Gr. Konzert, Theater- u. Specialitäten- Vorstellung Jeden 1. und 15. d. Monats: Wechselndes Programm! Donnerstag: Elite- Tag. Allerlei Theater Bruch- Pollmann früher Puhlmann Schönhauser- Allee No. 148. Durchweg glanzvoll erneuert! Täglich: Gr. Garten- Konzert, Theater, Specialitäten- Vorstellung. Sehen! Staunen! Allabendlich stürmischer Beifall Kommen! Im Prachtsaal: Gr. Ball. empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensors, fowie sämtl. Artikel zur Krankenpflege. Eigne Werkstatt. Lieferant f.Orts- u. Hilfs- Krankenkassen Berlin C., unfres guten Vaters, des Metall: brücker Hermann Schröter, fagen wir allen Freunden und Be tannten, sowie dem Herrn Chef und Kollegen und Kolleginnen der Firma Hirschhorn, den Kollegen von Pintsch, dem Pflanzerverein Feldblume", dem Metallarbeiter= Verband und den Maschinenmeistern von Hempel meinen 246 innigsten Dank. Marie Schröter nebit Kinder. Danksagung. Allen denen, welche meinem lieben Mann, dem Schankwirt Hugo Köhn Georg Hoffmann und Kinder. Danksagung. Für die innige Teilnahme und die schönen Kranzspenden bei der Be erdigung meines lieben Mannes und Vaters 236 August Gesche fagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere dem langjährigen Herrn Chef Emil Quandt sowie den Kollegen des Verstorbenen 256 von der Hof Pianofortefabrik C. J. Quandt, auch dem Gesangverein und dem Deutschen Holzarbeiter Verband unsren herzlichsten Dank. die letzte Ehre erwiesen haben, insbesondere bent socialdemokratischen Gastwirtsverein, der„ Norddeutschen Schleife, dem Personal der Firma Franz Mosgau, den Weißbierwirten, dem Sparverein„ Eintracht", dem „ Klub der Freunde", dem socialdemo kratischen Wahlverein Berlin IV ( Südost), der Central Kranken: und Sterbefasse der Tischler, sagen wir hiermit unsren tiefsteit Dank. Witwe Köhn und Tochter. Gustav Schaar nebst Familie. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten V Frau H. Gesche und Sohn. Gesichtshaare etc. entfernt unschädl. das gesetzlich geschützte echte Brüning's Enthaarungspulver. Dose M. 2,-11. 20 Pf. für Porto, 2 Dosen M. 4.- gegen Voreinsendung od. Nachnahme. Carl Reissner, Töngesgasse 21 Frankfurt a. M. 7. 101/ 2* [ 37622 hiermit bie traurige Nachricht, daß Sie sparen viel Geld! erstklassigen Riesen- Brogramms! 30. Tinien- Straße 30. Anfang Stonzert 5 Uhr, Borst. 6 Uhr. Dr. med. Schaper Entree 30 Pf., Sperrsit 50 Pf. Vorzeiger dieser Annonce zahlen auf all. Plätzen d. Hälfte. Bei ungünstiger Witterung finden die Vorstellungen im Saale statt. homöop. Arzt u. Spez.- Arzt f. Haut- u. Harnleiden, Frauenkrankheiten. Königgrätzerstr. 27. Spr. 9-1.4-7. En gros meine liebe Frau und gute Wutter Louise Schulz geb. Urban am 31. Mai, früh 3 Uhr, nach langem Leiden sanft entschlief. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. W. Schulz, Buzzer, und Söhne. Die Beerdigung findet am 3. Juni, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Biesenthalerstr. 16, aus statt. 436 Specialarzt für Haut, Harn: und Dr. Schünemann, Rohtabak En detail 41082* Frauenleiden, Seydelstr. 9. Alle Sorten in großer Auswahl zu den äußersten Preisen. Rud. Völcker& Sohn, Berlin, Köpnickerstraße 45. 212-3, 6-128. Bei mir tostet Uhr reinigen 1 r. Arbeite mit zwei Gehilfen. 316 F. Meissner, Uhrmacher, Stalizerstr. 23; Ecke Mariannenstraße. Schottische Schäferhunde, junge, echte Collie, 8, sehr billig vers täuflich. Schulze, Langeſtraße 63. Dr. Simmel, Prinzenstr. 41. Specialarzt für Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-425/ 17* Deutscher Holzarbeiter- Verband. Centralverband der Maurer etc. Steppdecken ( Zahlstelle Berlin.) shou 356 Mittwoch, den 4. Juni, abends 8 Uhr: ( Zahlstellen Berlin und Umgegend.) Mittwoch, den 4. Juni, abends 82 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15: in billigst der Fabrik Oranien- 150 strasse Vertrauensmänner- Versammlungen Grosse Mitgliederversammlung Katalog Emil Lefèvre, Berlin Süden: bei Retzolk, Wafferthorstraße 68. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Werkstattangelegenheiten. 3. Ver fchiedenes. Besonders eingeladen sind: Bur, Köpniderftr. 55; Krell, Boech fraße 25: Hering u. Simmerlein, Beuthstr. 4; Krüger u. Soh mann, Beuthstr. 4; Heiden, Alte Jakobstr. 108. Süd- Westen und Westen: in Habels Brauerei, Tagesordnung: Bergmannstr. 5-7. 1. Bericht der Kommission. 2. Weristattangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Moabit: bei Jocksch, Turmftr. 84. Tages Ordnung: aller zum Lohngebiet Berlin und Umgegend gehörigen Verbandszahlstellen. Lages- Ordnung: franco. S. Kranz- und Blumenbinderei von Robert Meyer, 139/14 uur Mariannen- Straße 2. 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Rosenow über: Die industrielle Arbeiterklasse im Kampfe mit dem Juntertum". 2. Bekanntgabe des Resultats der am 27. Mai stattgefundenen Bautenkontrolle und Schlußfolgerungen. 3. Verschiedenes. Guten Besuch erwartet Die Verbandsleitung. J. A.: Karl Panser. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Charlottenburg. Verwaltungsstelle Berlin. Burean: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Dienstag, den 3. Juni, abends 8 Uhr: 1. Bericht der Bertrauensmänner. 2. Wertfiattangelegenheiten und Versammlung der Drahtarbeiter Verschiedenes. Jede Werkstatt muß vertreten sein. bei Herrn Raabe, Wedding und Gesundbrunnen: Kolbergerstraße 23. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Diskussion. 3. Verband: und Werkstattangelegenheit. Jede Werkstatt ist verpflichtet, den Vertrauensmann zu entsenden. Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt: bet Wernau, Schwedterstr. 23/24. Tages Ordnung: 1. Bericht der Werkstattfontrollkommission. 2. Verbands- und Werk: Stattangelegenheiten und Berschiedenes. Often und Nordosten: bei Mann, Strausbergerstr. 3. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Werkstattangelegenheit. 3. Wahl eines Beitragsammlers. 4. Berschiedenes. Südosten: bei C. Behrend, Mauteuffelfir. 95. Tages Ordnung: 1. Werkstattangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Hierzu sind die Kollegen der Werkstatt von Gotisch, Pücklerstraße 48; Beihl, Mustauerstraße 14a; Bellenbaum, Waldemarstr. 12; Menzel, Elfenbahnstr. 21; intel, Wienerftr. 57a; Kurzner, Reichenbergersir. 114; Seibt, Benghofstr. 7, ganz besonders eingeladen. Musikinstrumenten- Arbeiter im Gewerkschafts. Tages Ordnung: haus, Saal V. 1. Bericht der Kommission. 2. Branchenangelegenheit und Verschiedenes. Da in dieser Versammlung die Fragebogen zur Austeilung gelangen, so ist es notwendig, daß jede Werkstatt vertreten ist. Modell: u. Fabriktischler im Lokal von Dicke, Tagesordnung: Ackerstr. 123. 1. Bericht der Kommission. 2. Werkstattsachen. 3. Verschiedenes. Jede Werkstatt muß vertreten sein. s Drechsler. ( Nadler, Schloffer, Geflechtsspinner und deren Hilfsarbeiter) im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 7. Tages Ordnung: " 1. Vortrag des Kollegen Pawlowitsch über: Die Forderungen organisierter Arbeiter". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Mittwoch, den 4. Juni, abends 81/2 Uhr, bei Herrn Gold, Große Frankfurterstraße 133: Konferenz der Vertrauensleute des Often. Mittwoch, den 4. Jnni, abends 81/2 Uhr, bei Herrn Kumke, Bülowstraße 59: Konferenz der Vertrauensleute des Westen. Zahlreichen Besuch erwartet 115/16 Die Ortsverwaltung. Schmöckwitz Gasthaus zur Palme ( Endstation der ,, Stern"-Dampfer) Telephon: Juhaber: Hermann Peter. Grünau Nr. 39. Empfehle mein allbekanntes, herrlich an Wald und Wasser belegenes Lokal den geehrten Vereinen und Gesellschaften zu Ausflügen. Ausspannung und Dampferstege, Kegelbahnen, große Kaffeeküche. Gute Küche und bestgepflegte Biere zu soliden Preisen.[ 43120* Stettin: Magazinstraße 2. Hohenzollernstraße 3. 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[ 186/17) Arbeiter- Vertreter- Verein Berlin. Donnerstag, 5. Juni, abends 81/2 1hr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: 03/5 Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Jedes Wort: 5 Der Vorstand. J. A.: Warnst. Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 16 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Sonnenschein's Engros- Resterhandlung Belle Alliancestraße 98, 1 Tr., und Chauffeestraße 54, 1 Tr. 99 Wanzenfeind 366 ,, Mottenfeind| ,, Schwabenfeind 99 in der Flasche" im Beutel", im Streu- Turm" Preis 50 Pf., 1,00, 1,50. Unfehlbar sicher Allein- Verkauf: Fabrikant nur 5 Pf. Th. Schmiedel Fernspr.: Amt 7 a, 6331. 25 Pf., 50 Pf., 1,00 Gesetzlich geschützt! Neue Königstr. 53, I. ( Alexanderplatz.) Von 1 Mark an frei Haus, auswärts gegen Nachnahme! Fordern Sie in den Tabathandlungen AnkerDänischen Kautabak Wefnfte Marte 5 und 10 f.- Schleifen. 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Zuzug von Tischlern und Drechslern Werkstatt Mar Kirchstein, Spandau, ist fernzuhalten. Die Ortsverwaltung des deutschen HolzarbeiterVerbandes, Spandau. Zehn tüchtige Zwiderinnen auf Achtung, Korbmacher! Die Ortsverwaltung. Br. 126. 19. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts” Berliner Volksblatt. Normann- Schumann vor Gericht. " Berliner Partei- Angelegenheiten. Tokales. Immer rein! den Kreisen aus Dienstag, 3. Juni 1902. das Bei Selbst Ein un= fein altes Handwerk staatsretterischer Teufeleien nicht laffen", sei zu wird, zu groß ist, während von den dafür gezahlten Löhnen das weitgehend, wenn auch bezüglich des Ausdrucks berüchtigt" dem Gegenteil gesagt werden muß. Die Versuche mit der Delung der Angeklagten zu gute zu halten sei, daß der Privatkläger wohl all- Dielen, durch die die Fußböden staubfrei erhalten werden Die Hunnenbriefe und die behauptete fabrikmäßige Anfertigung gemein so bezeichnet werde. Die Ehre Schumanns sei infolge seines sollen, scheinen nicht zu einer Besserung, sondern sondern eher dieser Briefe durch Herrn Normann- Schumann in Luzern Verhaltens in dem gegen ihn schwebenden Majestätsbeleidigungs- frauen zu noch zu einer Verschlechterung der Lage der Reinigungsbeschäftigten gestern wiederum das hiesige Schöffengericht. Herr führen. Die Reinigungsarbeit wird durch die Eust Schumann, Rentier in Luzern, der bekanntlich alle Ber- verfahren nicht allzuhoch zu bewerten. Delung etwas verringert, aber die Verringerung kommt nicht den anlassung hat, das deutsche Reichsgebiet zu meiden, hält die Gerichte Frauen zu gute. Eine Reinigungsfrau flagt uns, daß an ihrer mit Privatklagen gegen Redacteure deutscher Blätter fortgesetzt in Schule die Arbeit für die einzelnen Frauen seitdem noch größer Atem. Er ist dabei in einer bevorzugten Lage, denn er kann ruhig geworden ist, weil nun nicht mehr drei, sondern nur noch zwei auf seiner Villa in Luzern weilen, weil auf sein persönliches Er- An die Parteigenossen des Wahlkreises Teltow- Beeskow- Frauen beschäftigt werden. Die Reinigungsfrauen schieben in ihren scheinen verzichtet" ist, während die angeklagten Redacteure persön Storfow- Charlottenburg. Für Dienstag, den 10. d. M., ist die Zuschriften alle Schuld auf die Schuldiener, doch die Schullich an Gerichtsstelle erscheinen müffen. Gestern wurde zunächst der Abhaltung einer öffentlichen reisversammlung geplant. Diener klagen ähnlich. Die Schuldiener werden für die Reinigung verantwortliche Redacteur des Verl. Tagebl.", Dr. Ernst Grüttefien, Die örtlichen Wahlvereine und die Gewerkschaften werden ersucht, entschädigt und haben aus der ihnen gezahlten Summe die zur dem Rechtsanwalt Mosse zur Seite stand, von Herrn Nor- an diesem Tage möglichst teine Sigungen einzuberufen. Nähere Hilfe angenommenen Reinigungsfrauen zu bezahlen. Der Betrag. mann Schumann vor Gericht gefordert. Es handelt sich um Mitteilung erfolgt durch Anzeige in der Sonntagsnummer. der den Schuldienern gewährt wird, ist aber von vornherein einen Artikel, der im Anschluß an die bekannten Beschuldigungen nicht sehr groß; bor vor allem ist er in den Gemeindeschulen Schöneberg. Mit der Stadtverordneten- Nahwahl verhältnismäßig geringer als in den höheren Schulen. Bebels den Privatkläger als vermutlichen Verfasser gefälschter im vierten Bezirk, die am Dienstag, den 17. Juni, den Gemeindeschulen darf es ja nicht viel kosten! Hummenbriefe bezeichnet und darauf hinweist, daß Normann- Schuder Rektoren ist schon mann seit dem Tauschprozeß in Luzern wohnt und wegen seiner stattfindet, wird sich am Donnerstag im Obstschen Saale eine Artikel im„ Mémorial dipiomatique" und in der„ Libre parole" ein Boltsversammlung beschäftigen. In derselben soll die geständnis gekommen, daß für den Preis, der in Verfahren wegen Majestätsbeleidigung schwebe. Rechts- Aufstellung unsres Kandidaten erfolgen. Genosse en Gemeindeschulen gezahlt wird, eine bessere anwalt Dr. Hahn- Charlottenburg, der den Privatkläger vertrat, d. Bernstein hat das einleitende Referat übernommen. Es Reinigung nicht zu verlangen ist. In der Stadtverordnetengab zu, daß ein solches Verfahren schwebe und erklärte, daß er die dürfte schon jetzt Pflicht der Genossen sein, fräftig zu agitieren, da Versammlung ist von socialdemokratischer Seite mehrfach auf diese Privatflage auf diese Behauptung des Artikels nicht mehr stützen wolle, auch die Gegner nicht müßig sind und vom Haus- und Grundbesizers Mißstände hingewiesen und Abhilfe gefordert worden. Das ist erst weil sonst die Privatllage bis zur Beendigung des Verfahrens ausgefeßi Verein bereits der Bäckermeister Polenz, Akazienſtr. 15, als Kandidat im März dieses Jahres wieder geschehen. Der Magistrat erwiderte werden müsse und dem Privatkläger zunächst darum zu thun sei, aufgestellt ist. Der Mieterverein wird jedenfalls an seinem Liebling, freilich, die Berliner Gemeindeschulen seien so sauber, daß die Bernachzuweisen, daß er nicht Verfasser der Hunnenbriefe sei.- Rechts- dem früheren Stadtv. Schlind, festhalten. Es ist deshalb umsomehr treter einer ausländischen Regierung, die die Berliner Gemeindeantvalt Moffe hielt damit die Privatflage für erledigt, da eine geboten, unfren Kandidaten gleich im ersten Wahlgang durchschulen besichtigt hätten, sich sehr anerkennend über die hier herrschende Teilung eines Strafantrages in einer Privatllage nicht gestattet sei. zubringen. Sauberfeit geäußert hätten. Ach, wenn doch unser Magistrat sich Im übrigen beantragte er bezüglich der Verfasserschaft der Hunnen Der Wahlverein für Nowawes- Neuendorf hält am Mitt- nicht nach denjenigen Städten und Ländern richten wollte, in denen; briefe durch den Privatkläger die Bernehmung des Herrn D. 8inner woch seine Versammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Ge- die Schulen noch unsauberer sind als in Berlin! in Winterthur. Ferner beantragte er die Vernehmung des General- schäftliches. 2. Vortrag. 3. Kommunales. 4. Abrechnung von der Die Wasserschäden vom 14. April. Der Magistrat hat bor obersten Grafen v. Waldersee in Hannover und des Maifeier. einiger Zeit die Angelegenheit betreffend die Regelung der WasserKriegsministers. v. Goßler darüber, daß deutschen schäden vom 14. April d. J. einer besonderen Kommission über Soldaten auf dem Kriegsschauplatz in China Aufforderungen wiesen, die er gleichzeitig ermächtigt hat, über die eingegangenen aus Luzern zugegangen find, über Greuelthaten der Angehörigen der Gesuche um Beihilfen nach Maßgabe der vorliegenden Berichte enddeutschen Armee in die Heimat zu berichten und daß zu diesem gültig zu beschließen. Auf Grund dieser Ermächtigung sind rund Zwecke Entwürfe solcher Berichte beigefügt waren, daß sämtliche Das war wieder einmal ein Hochgenuß! So ein Sonntags- 250 Gesuche, im ganzen mit 40 000 m. berücksichtigt worden. Hierzu Briefe aus Luzern famen, und daß sie sämtlich die Handschrift des ausflug, zu dem man die Eisenbahn benutzen muß, ist wirt- tommen noch die in den ersten Tagen nach dem Unwetter an die Schriftvergleichung diese von den Soldaten den Vorgesetzten ab- lich einzig. An„ Gedrängel" fehlt's ja auf unfrer Stadt- und Ring- Betroffenen ausgezahlten 4000 m. Einige Gesuche stehen noch aus gegebenen Briefe von dem Kriegsministerium einzufordern. Nechts- bahn sowie den Vorortbahnen auch an Wochentagen nicht, wenigstens und dürften in nächster Zeit erledigt werden. Mehrere konnten nicht anwalt Dr. Hahn gab anheim, diesen Anträgen zu entsprechen. Auch er zu gewissen Tageszeiten; aber 20-25 Personen in einem Wagen- berücksichtigt werden, weil die Voraussetzungen für die Gewährung der Beihilfen fehlten und die Beteiligten in guten Verhältnissen sich beantragte, den Minister v. Go ßler und den Grafen v. Waldersee abteil, das auf 10 Personen berechnet ist das hat man denn doch befinden. Außerdem liegen noch 3-4 Gesuche vor, die sich darauf darüber zu vernehmen: daß die amtlichen Ermittelungen des nicht alle Tage. stügen, daß die Stadtgemeinde für diese Wasserfchäden verantwort Kriegsministeriums und des Oberkommandos ergeben haben, daß der Man kennt den Ausspruch jenes Eisenbahndirektors, daß der lich sei. Hierüber zu entscheiden hat sich der Magistrat noch vorPrivatkläger weder Verfasser noch der Urheber der sogen. Hunnen- Berliner sein Sonntagsvergnügen nur für vollständig ansicht, wenn behalten. Ob diese Gesuche berücksichtigt werden, erscheint fraglich. briefe gewesen sei, mit denselben überhaupt in keiner Beziehung ein bißchen Gedrängel" dabei ist. Na, gewiß doch! Besonders stehe, daß insbesondere als Verfasser eines in Luzern zur Post gebann, wenn es so hübsch warm ist, wie an diesem Sonntag! Dann Bolizeipräsidenten von Windheim zu einem originellen Der Millionenschwindel der Madame Humbert hat den gebenen nach China gesandten Hunnenbriefes ein Jean Bättig ermittelt worden ist. Rechtsanwalt Mosie beantragt die Vor- dankt man es der Bahnverwaltung doppelt und dreifach, daß die Schritt veranlaßt. Herr v. Windheim flüchtet sich nämlich vor der legung der Aften gegen den Angeklagten: Wenn das wahr sei, was Beförderungsmittel, die sie an Sonntagen bereit hält, nicht zu reich- nicht ganz einwandfreien Konkurrenz, welche das Scherlsche Bilderin den Akten behauptet werde, so würde der Privatkläger eine lich bemessen sind. buch" Die Woche" der Polizei bereitet, fummervoll in die DeffentPersönlichkeit sein, die nicht auf dasselbe Maß von Ehre Es muß übrigens anerkannt werden, daß auch das Beamten- lichkeit. In einer der Berliner Presse zugegangenen Zuschrift flagt Anspruch habe, wie andere Leute. Im Tauschprozeß personal, das auf den Bahnsteigen Dienst thut, bestrebt ist, uns Ver- der Polizeipräsident folgendermaßen über die von der Woche" habe Frhr. v. Marschall erklärt, daß es kein Land gebe, in linern unser Sonntagsvergnügen, unser bißchen Gedrängel", unproduzierten falschen Humberts: welchem der Privatkläger geweilt, ohne daß er Spuren von VerIn den letzten Tagen sind der hiesigen Kriminalpolizei eine brechen hinterlassen habe. Ein Mann, der als Geheimpolizist geschmälert zukommen zu lassen." Immer rein!" heißt es nicht nur Reihe von Anzeigen zugegangen, nach denen Mitglieder der vom im Dienst der hiesigen Polizei stand und das Gehalt eines bei den Ausflüglern, die die einfahrenden, längst voll und übervoll Pariser Untersuchungsrichter verfolgten Familie Humbert in Berlin Polizeirats bezog, der also des„ Königs Geld" nahm und befeßten Züge im Sturm nehmen. Immer rein!" ist angesehen sein sollen. Die Ermittelungen haben in allen Fällen die denselben König im Auslande beschimpfte, ein scheinend auch die Parole der Bahnsteigschaffner und Stationsvorsteher, Grundlosigkeit dieser Anzeigen ergeben, die anscheinend durch Mann, der für Semiten und Antisemiten gleichzeitig, ebenso für die zur Beschleunigung des Verkehrs den letzten der Einsteigenden unzutreffende, in der Presse veröffentlichte Abbildungen der find. Um weiteren. socialdemokratische und Regierungsblätter schreibt, sei ein politisches behilflich sind. Es ist ungemein interessant, zu beobachten, mit gesuchten Personen veranlaßt worden Bublikums und Verdächtigungen Chamäleon. Der Angeklagte föune als Deutscher und als Offizier welchem Geschick diese Beamten das Publikum funstgerecht in den Beunruhigungen des Publikums für den Kriegsfall den Schutz des§ 193 für sich in Anspruch einzelnen Wagenabteilen zu verstauen wissen. Der Laie hat ja gar die in Nr. 21 der illustrierten Zeitschrift„ Die Woche" vom 24. Mai beteiligter Berfonen vorzubeugen, wird darauf hingewiesen, daß nehmen, wenn er solche Beschimpfungen der deutschen Armee keine Ahnung davon, wie viel Menschen sich in einem solchen Raum 1902 auf Seite 945 wiedergegebenen Abbildungen in der Mehrzahl zurückweift. Rechtsanwalt Dr. Hahn bestritt die Ausführungen des Verteidigers und beantragte die Vorlegung der Ermittelungs- unterbringen laffen, wenn man's richtig anfängt und Uebung darin nicht den von der Pariser Behörde veröffentlichten Photographien aften gegen Frhrn. v. Marschall, gegen den Normann- Schumann hat. Manchmal scheint es, als sei es bereits unmöglich, die Thür entsprechen. Insbesondere weisen die angeblichen Bilder von Frau 1. 8. den Strafantrag gestellt hatte. Ihm sei vom Staatsanwalt zu schließen, aber mit einigem Nachdruck geht auch das noch. Humbert, von Eva Humbert, sowie von Emile und Marie d'Aurignac der Bescheid geworden, daß sowohl Frhr. v. Marschall als auch Butveilen finden sich allerdings unter den Sonntagsausflüglern feine oder nur geringe Aehnlichkeit mit den amtlich bekannt gegebenen Dr. Hamann die Mittheilungen in dem Tausch Prozeß nicht aus Leute, die für alles das kein rechtes Verständnis haben. Sie fangen Originalen auf. Dagegen stimmen die in Nr. 21 der„ Berliner eigner Wissenschaft, sondern auf Grund der im Auswärtigen Amt dann an, zu nörgeln- ja( unter uns gesagt) sogar auf die Illustrierten Zeitung" vom 25. Mai 1902 abgedruckten Photographien eingegangenen Nachrichten gemacht habe. Dr. Grüttefien be- Bahnverwaltung zu schimpfen – und vergällen damit anderen der Familie Humbert im großen und ganzen mit den vom Pariser flagte sich darüber, daß er jetzt schlechter gestellt jei, als enten das Vergnügen einer solchen Fahrt. Einer dieser Nörgler Untersuchungsrichter verbreiteten Bildern überein. wenn der Staatsanwalt die öffentliche Klage erhoben hätte, denn In der gestrigen Sitzung der städtischen Gasdeputation im letzteren Falle wird er stande sein, schleuderte am Sonntag auf Bahnhof Treptow dem StationsHerrn Normann Schumann als Zeugen borzuladen. Im vorsteher, der mit Hilfe eines Bahnsteigschaffners in ein erst von unter dem Vorsiz des Stadtrats Namslau wurde beschlossen, die übrigen beantrage elektrische Beleuchtungsanlage der Straße Unter den Linden periönliche Erscheinen des 20 Personen besetztes Abteil noch eine 21. Person hineinschob, das bei der Umänderung der Straßenanlage zu verbessern. Der Plan Privatklägers an Gerichtsstelle anzuordnen und das Ver Wort zu:„ Sie sollen ja der Ueberfüllung vorbeugen!" Der geht dahin, die Lichtquelle, d. h. den Strom jeder einzelnen Bogens fahren bis nach Erledigung der Majestätsbeleidigungs- Affaire aus- Mann erzählte hinterher seinem Nachbar etwas von einer älteren" lamge zu verstärken, von einer Vermehrung der Kandelaber aber zusetzen. Der Gerichtshof( Vorsitzender Assessor Konig) lehnte die Verfügung des Eisenbahnministers, die offenbar schon sehr alt ift. abzusehen. Die„ Linden" werden danach in Zukunft in ganz bes Anträge ab und erkannte in der Sache selbst auf Freisprechung. Als Antwort hatte er von dem Stationsvorsteher einen Blick be- fonders hellem Licht erstrahlen. Ferner beschäftigte sich die Deputation Er billigte dem Angeklagten den Schutz des§ 193 zu. Er habe kommen, wie er in einem solchen Falle nur einem preußischen Be- mit dem Projekt, den sogenannten Goethe- Steig im Tier als Mitglied der Presse und als Deutscher im allgemeinen das garten, vom Brandenburger Thor bis zur Lenitéstraße beziv. Intereffe daran, in der weithin Aufsehen erregenden Frage der Hunnen- amten zur Verfügung steht. Stemperplatz, der bis jetzt mit Spiritus Glühlicht erleuchtet wurde, briefe, die der deutschen Armee und den Deutschen überhaupt Grausamkeit und Brutalität vorwerfen, den Verfasser zu ermitteln. Die ersten Arbeitshäuser in der Mark Brandenburg. mit einer befferen Lichtanlage zu versehen. In den kurzen Bemerkungen, die der Angeklagte an die Aus- Im Anschluß an die vom Vorwärts" lezthin gebrachte Notiz über Eine bedenkliche Instruktion ist den Schaffnern der Großen führungen knüpfte, in welchen sich der Reichstags- Abgeordnete Bebel das Arbeitshaus und Hospital in Rummelsburg dürfte es vielleicht Berliner Straßenbahn wenigstens auf einigen Bahngegen die Unterstellung gewandt habe, daß er einen Meineid geleistet nicht unwillkommen sein, einige Daten über die erſten Arbeitshäuser höfen der Gesellschaft erteilt worden. Wie wir aus zuverlässiger habe, liegen teine Beleigungen. in der Mark Brandenburg, ehemals Landarmenanstalten genannt, zu Quelle erfahren, wurde den Schaffnern in der Instruktionsstunde beDie zweite Klage des Herrn Normann- Schumann richtete sich vernehmen. Die erste Anstalt wurde in Strausberg errichtet und deutet, daß sie, wenn die Wagen bereits vollbesetzt sind, ohne Beam 1. Februar 1792 eröffnet. Die Eröffnung des zweiten Arbeits- denken noch 4-5 überzählige Personen mitnehmen könnten. den Redakteur des„ Vorwärts", Karl Leid und Hauses geschah am 1. November 1793 zu Wittstock, einen Monat Etwaige Anzeigen wegen solcher Uebertretung der polizeilichen Vorden Reichtags- Abgeordneten Bebel als Verfasser später, den 1. Dezember 1793, wurde die dritte Anstalt in Branden- schriften brauchten die Schaffuer nicht zu fürchten, denn vertraulichen eines am 12. November im Vorwärts" veröffentlichten Artikels. burg der Benutzung übergeben. Diese drei Arbeitshäuser in der Mitteilungen zufolge würde die Polizei aus diesem Anlaß teine Gegen letzteren ist das Verfahren bis nach Schluß der Mart hatten auch je ein Hospital, oder nach damaliger Bezeichnung, Strafmandate mehr erlassen. Verpflichtet seien die Schaffner Sizungsperiode des Reichstags ausgesetzt worden. Bebel Jnvalidenhäuser. In einem Zeitraum von zehn Jahren( 1792 bis jedoch nicht zur Mitnahme überzähliger Fahrgäste. wandte sich in dem Artikel gegen die Kritit, die seine Aussage in 1802) gestaltete fich die Gesamt- Frequenz in den drei Anstalten dem Frankfurter Hunnenbrief- Prozesse durch den Staatsanwalt gewie folgt: Aufgenommen wurden 2150 Personen, darunter 242 Kinder. funden hat, und ging mit dem Privatkläger Normann- Schumann Zur Entlassung tamen scharf ins Gericht, indem er deffen Thätigkeit mit drastischen Worten Es starben geißelte und ihn beschuldigte, eine Hunnenbrief- Fabrikation betrieben Es verblieben somit 1802 371 zu haben. Rechtsanwalt Freudenthal als Verteidiger des Im Hospital wurden aufgenommen 854 Personen infl. 186 Kinder. Interesse des Publikums allerdings gedient, wenn die Straßenbahu Angeklagten stellte auch hier die im Vorprozesse angebotenen Beweis- Bur Entlassung kamen anträge und beantragte ferner die Bernehmung des Polizeipräsidenten Gestorben waren b. Windheim darüber, daß er noch feinen Agenten gehabt habe, der in solcher Weise gewirtschaftet habe, wie Normann- Schumann. Fahrgäste in Strafe genommen wird, so muß er ohne Murren Rechtsanwalt Dr. Hahn wiederholte auch seine Beweisanträge. Der Angeklagte sei strafbar auch aus§ 185, da Ausdrüde wie„ berüchtigt", zahlen. Wie nun, wenn infolge von Ueberfüllung des Wagens ein Fahrgast verunglückt? In folchem Falle hat doch der Schaffner eine staatsrettende Teufeleien" 2c. beleidigend seien. Rechtsanwalt Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverlegung zu gewärtigen. Freudenthal beantragte auch in diesem Falle die Freisprechung, Wenn bei solchem Anlaß noch ein Schaden am Wagen verursacht, da der Angeklagte berechtigte Interessen wahrgenommen habe. Bon Ein nettes Sümmchen für damalige Zeiten, das auf die guten etwa eine Scheibe eingestoßen wird, so verlangt nach dem bisherigen dem Ausdruck, berüchtigt" könne ein Mann, der in solcher Weise wie Geschäfte hinweist, welche jene Arbeitshäuser gemacht haben. Was Brauch die Straßenbahn- Gesellschaft Erfaz des Schadens vom Normann- Schumann aus den verschiedensten politischen Lagern seine die Fremden, das heißt die nicht in der Mark Geborenen betraf, so Schaffner. Daß die Gesellschaft die Nachteile, die aus der Befolgung Taschen füllt, sich doch auch wirklich nicht so schwer beleidigt fühlen. mußten diese, wenn sie beim Betteln 2c. betroffen wurden und in der Instruktion entstehen können, nicht tragen will, das geht aus Im übrigen sei es auch gerichtsnotorisch, daß der Privattläger„ be- ein Arbeitshaus kamen, darin zwei( 1) Jahre verbleiben. Nach dem Nachsatz der letzteren hervor: Verpflichtet sind die Schaffner rüchtigt" sei. Ein Mann, der solche Handlungen begehe, wie sie die Ablauf dieser Zeit wurden die Eingelieferten aber auch nur dann nicht zur Mitnahme überzähliger Fahrgäste. Die Schaffner, welche vorzulegenden Atten darthun, habe vollen Anspruch auf diese Be- entlassen, wenn sie nachweisen konnten, daß sie sich ferner selbst zu sich vor Schaden hüten wollen, werden sicher diesen Nachsatz zur ernähren vermöchten. Bei der Entlassung erhielt jeder Bettler" 2c. Richtschnur nehmen. zeichnung. Der Angefl. Leid wies noch darauf hin, daß zwei ein Behrgeld, das für jede Meile( 4 Meilen tamen auf einen Tag) feiner Vorgänger in der verantwortlichen Redaktion gerade wegen 2 Groschen betrug. Die städtische Auftalt für Epileptische ,, Wuhlgarten" hatte Veröffentlichung von Hummenbriefen angeklagt und verurteilt worden nach dem Verwaltungsbericht des Magistrats in der Zeit vom Worans sich die Unsauberkeit in den Berliner Gemeinde: 1. April 1900 bis 31. März 1901 einen Zugang von 449 und einen feien und der„ Vorwärts" das sehr berechtigte Interesse daran hatte, schulen erklärt. Zu unsren Ausführungen über die Unsauberkeit, Abgang von 414 Epileptischen zu verzeichnen. Der Krankenbestand festgestellt zu sehen, ob es sich in diesem Falle um grobe Fälschungen die in den Berliner Gemeindeschulen leider immer noch herricht, ist stieg von 996 Stranten am 1. April 1900 auf 1031 am 81. März Handele. Der Gerichtshof billigte dem Angeklagten an sich den uns aus den Kreisen der in den Gemeindeschulen beschäftigten 1901. An diesem Tage befanden sich 630 männliche und 401 weibSchutz des§ 193 zu, verurteilte ihn aber wegen formeller Beleidigung Reinigungsfrauen weitere Klage zugegangen. Man bestätigt liche Kranke in der Anstalt, und zwar 937 Erwachsene( 572 Männer, zu 20 Mart Geldstrafe. Der Ausdrud:„ Schumann tönne uns wiederholt, daß die Arbeit, die den einzelnen Frauen zugemutet 365 Frauen) und 94 Kinder( 58 Knaben, 36 Mädchen). gegen er, " das • 9 1418 " 361 " " 180 " " 18 " " 44 " 207 92 " " " 263 12 " " " 104 " Die Befolgung dieser Instruktion ist für die StraßenbahnGesellschaft sehr nüßlich, denn wenn jeder vollbesetzte Wagen 4 bis 5 Personen mehr befördert als zulässig sind, so bedeutet das für die Gesellschaft eine nicht zu verachtende Mehreinnahme. Auch die Fahrgäste, die noch als lleberzählige befördert werden, mögen die genannte Instruktion als eine erfreuliche Neuerung betrachten. Besser wäre dem Gesellschaft zu verkehrsreichen Zeiten mehr Wagen laufen ließe. Höchst bedenklich ist die Instruttion aber für die vielgeplagten Schaffner. Wenn mun ein Schaffner trotz der angeblichen vers Es verblieben somit im Jahre 1802 384 Einnahme und Ausgabe der drei ersten märkischen Arbeitshäuser traulichen Mitteilungen der Polizei wegen Mitnahme überzähliger veranschaulicht folgende Bilanz: • Bom 1. Februar 1792 bis 1. Juni 1801 wurden: Eingenommen. 470 600 Thlr. 15 Gr. Ausgegeben. 329 941 Beibt Reingewinn 140 659 Thlr. 7 Gr. 8 " " Von den 449 im Berichtsjahre neu Aufgenommenen waren seinen Angreifer. Tödlich getroffen sank dieser zu Boden. Jetzt er erhöhten Umsatz im flande zu sein, trok des Rabatts gute 93 unter 20, 105 von 20-30, 87 von 30-40, 93 von 40-50, 55 von schien auch eine Anzahl Schuyleute auf der Bildfläche, welche die Waren zu liefern. Zum Teil liegt hier bewußte Täuschung des 50-60, 14 von 60-70 und 2 über 70 Jahre alt. luter den 317 Wenge auseinander trieben. Der Echwerverwundete wurde zunächst Bublifimus vor, zum Zeil anfangs wenigstens Selbsttäuschung. So neu aufgenommenen männlichen Personen befanden sich: 74 Ar nach der Unfallstation Keibelstraße und von dort sofort nach dem bald die Einrichtung der Rabattmarken einigermaßen allgemein wird, beiter, 151 Handwerker, 24 Kauf- und Handelstente, 6 Beamte und Krankenhause Am Friedrichshain übergeführt. ist für den einzelnen Verkäufer ein erhöhter imjaz nicht mehr Schreiber, 5 Landwirte, Gärtner, Diener, 5 Künstler, Musiker, Ein Fälscherpärchen ist auf dem Anhalter Bahnhof verhaftet möglich, er wird also bei Strafe des Untergangs gezwungen, die Schauspieler, 13 Kutscher und Hausdiener, 1 Gastwirt, 6 Kellner und worden; es wollte gerade mit nachgemachten ausländischen Wert Preise entsprechend zu erhöhen oder die Qualität der Waren zu ver 32 ohne Beruf. Unter den 132 neu aufgenommenen weiblichen papieren, die es sich bei einem hiesigen Steinbruder hatte machen schlechtern, also das faufende Bublifum geradezu zu betrügen. Kranten waren dem Beruf nach: Arbeiterinnen 17, Dienstmädchen lassen, sowie mit den Stempeln zur Rumerierung usw., welche auser- Einen wirksamen Echutz gegen Uebervorteilung im Sileinhant el 15, Handwerkerfrauen 26, Arbeiterfranen 6, Almosenempfänge halb bestellt worden waren, das Weite suchen. Der Berliner fönnen sich die Käufer aber verschaffen, indem sie dem Konsum rinnen 1, Näherinnen 1, Witwen 14, Prostituierte 1, ohne Beruf 45. Fabrikant, der mit der Herstellung der Falsifikate in Höhe einer verein beitreten. Dieser ist ja die Organisation der Käufer, die Von den in der Anstalt verpflegten Epileptikern sind im Berichts- Million beauftragt worden war, hatte die Polizei benach im Konsumladen in ihrem eigenen Geschäft, also bei sich selbst einjahre 51 gestorben, darunter 4 Kinder. Selbstmordversuche tamen richtigt; es war aber durch Verlegung der Zeit der Verkaufen. Es wird dort zu Tagespreisen verkauft und der erzielte aus dem oberhaftung im Gauſe des Dunders entgangen. Was für Leute die gabe ihrer Ginläufe bezahlt.resschluß an die Mitglieder nach MafErwürgungsversuche mit aus dem Strohsack gezogenen Fäden oder Verhafteten sind, steht noch nicht fest. Der etiva 30 Jahre alte Mann gabe ihrer Einkäufe bezahlt. mit dem Taschentuch, Halstuch, Hosenträger, Kleiderstreifen oder spricht eine ganze Reihe Sprachen. Bald will er ein Südfranzose, Leider begreifen namentlich die Frauen immer noch nicht, auch mittels der eignen Haare. Diese Versuche konnten jedoch bald ein Spanier, dann wieder ein Italiener sein. Mitunter spricht daß sie die Rabattmarken entweder direkt oder indirekt indem sie glücklicherweise mit Ausnahme eines einzigen Falles rechtzeitig ver- er gut deutsch, um sich später wieder gar nicht auf diese Sprache zu schlechtere Waren erhalten- teuer bezahlen müssen, während der hindert werden. Einer 31 jährigen Kranken gelang es, nach einer befinnen. Auch die Persönlichkeit der jungen Dame ist noch zweifel- Konsumverein nur ein Interesse daran haben kann, gute Wren geringfügigen Auseinandersetzung mit der Pflegerin, fich der Aufsicht haft. Man hat es anscheinend mit einem jener ausländischen zu liefern, und der Geschäftsgewinn den Mitgliedern, even ben zu entziehen und im nahen Teiche zu ertränken. Bedauerlicherweise ziehen sich die Kranken recht häufig, wenn land kommen, weil hier beffer gearbeitet wird als bei ihnen zu Abgeordneter v. Im aus Hamburg in einer Versammlung int Fälscher zu thun, die in der letzten Zeit mit Borliche nach Deutsch laufenden Frauen zufällt. Am Mittwoch, den 4. Juni, wird unser Genosse, Reichstagsauch meist mur leichte Berlegungen bei Strampfanfällen zu. Aber Hause. auch schwere Unfälle tamen in Berichtsjahre vor. So fiel ein Stranker, der die Treppe hinunterging, als er von einem Anfalle Werkmeister Emil Doppler aus der Utrechterstr. 1 zu einem Vereine, auseinandersetzen. Irgend welche Zweifel und Unuklarheiten Krankheit und Arbeitslosigkeit haben den 49 Jahre alten namentlich auch in seinem Unterschied gegen die Rabatt- MarkenBoltshaus, Rosinenstr. 3, die Grundlagen des Konsumvereine, überrascht wurde, über das Treppengeländer, wobei er sich einen Selbstmordversuch veranlaßt. Der Mann war bis vor einem Jahre fönnen in freier Aussprache, die dem Vortrag folgt, beseitigt wert er. Schädelbruch zuzog und nach 4 Stunden starb. Dies veranlaßte die Wertmeister in einer Maschinenfabrit am Weddingplatz und seitdem offentlich benutzen die Arbeiter und besonders auch die Frauen Schädelbruch zuzog und nach 4 Stunden starb. Dies veranlaßte die Vertvaltung, eine Erhöhung der Treppengeländer anzuordnen. Eine Brante erlitt einen Bruch beiber Unterschenkelknochen des rechten ohne Beschäftigung. Obwohl er keine Not litt, da von den vier Hoffentlich benutzen die Arbeiter und besonders auch die Frauen Rindern bereits zwei arbeiten und ihn unterſtügen und auch seine diese Gelegenheit zur Aufklärung. Beines, eine andre einen Knöchelbruch. Frau durch Nähen verdient, so fühlte er sich doch immer gedrückt. Zu der Aufsehen erregenden Testamentsgeschichte des Als min vor zwei Monaten auch noch Atemnot eintrat, wurde Tapeziers und Gemeindeverordneten Hugo Seydel in Steglig er sehr aufgeregt. Als gestern, Montagnachmittag, Frau werden noch folgende Einzelheiten mitgeteilt: Erblasserin ist die Doppler sich mit ihren beiden fchulpflichtigen Kindern in am 21. September v. J. in ihrer Wohnung zu Berlin, Fichtefir. 3, der Stube befand, schoß sich ihr Mann im Schlafzimmer aus in hohem Alter verstorbene Rentiere Seydel. Nach dem Inhalt des einem Nevolver eine Kugel in die Brust. Noch lebend aber schwer erwähnten Testamentes, dessen Herkunft in Dunkel gehüllt ist, solle verwundet wurde er mit einem Rettungswagen nach einem Kranken- die wertvolle Wohnungseinrichtung der Verstorbenen zu Gunsten hause gebracht. der Armen Berlins veräußert werden und Universalerbe des mittag bei den Ausbesserungsarbeiten am königlichen Schloß der Durch einen Sturz vom Gerüft verunglückte gestern, Montag 70 000 Mark( nicht 100 000 Mart) betragenden, zum größten Teil in Hypotheken angelegten Vermögens ihr Neffe 17 Jahre alte Stuecateurlehring Johann Ramler aus der Bremer Sugo Seydel sein. Herr Seydel ſelbſt und dies ist für straße. Der junge Mann trat fehl, fiel aus einer beträchtlichen Höhe die Beurteilung der Schuldfrage von Wichtigkeit ist es geherab, zog sich schwere äußere und innere Verlegungen zu und wefen, der die gerichtliche Untersuchung in Fluß gebracht hat, indent wurde in bedenklichem Zustande einem Strankenhause zugeführt. er an ihn gerichtete Briefe seiner leer ausgegangenen Stegliger Verwandten, in denen diese je 6000 M. als Abfindung forderten, andernfalls sie ihn wegen Testamentsfälschung denunzieren würden, dem Staatsanwalt als Beweismittel für Erpressungsversuche von jener Seite einfandte und gleichzeitig beim Gericht die volle Klarstellung der Authentizität des Testaments beantragte. Die große Site des gestrigen Tages, sowie der enorme Verkehr haben leider eine große Reihe von Unfällen gezeitigt. Einige öffent liche Hilfsstationen hatten den ganzen Tag über zu thun. Am stärksten war die Unfallstation in der Badstraße beschäftigt, in die vom frühen Morgen bis 1/2 12 1hr nachts Patienten tamen und gebracht wurden. Diese eine Station hatte nicht weniger als avanzig ernstere Fälle zu behandeln. givei Fälle von his fchlag werden vom leßten Sonntagnachmittag gemeldet. Der 26 Jahre alte Schloffer War Handke aus der Grenadierftr. 18 flieg nachmittags um 4 1hr auf dem Bahnhof Bellevue aus einem Stadtbahnzug aus. Gleich darauf fiel er auf dem Bahnsteig um und zog sich eine große Wunde am Hinterkopfe zu. Auf der Rettungswache, die ihm die erste Silje leistete, stellte man Higschlag und eine fchwere Gehirnerschütterung fest. S. wurde mit einem Rettungswagen nach dem Krankenhause gebracht. Hier fand auch der zweite Krante Aufnahme, ein unbekannter, gut gekleibeter, gegen 40 Jahre alter Mann, der um 51/2 Uhr in der Nähe vom Schloß Bellevue an der Brücke befimungslos zufammenbrach. Auch in diesem Falle erkannte der Arzt einen Hizschlag. Ein bedeutendes Schadenfener brach am Sonntagnachmittag mm 6 Uhr in dem bei Potsdam gelegenen Dorf Sakrow aus, wo sich bei dem schönen Wetter außer den ständigen Sommergästen auch noch zahlreiche Berliner Ausflügler aufhielten. Das Feuer entstand in einem der dem Forstfiskus gehörenden Häuser, die von Tagetöhner- Familien bewohnt werden, und legte es in furzer Zeit voffständig in Asche, so daß die Bewohner von ihren Habseligkeiten nur wenig retten fonnten. Ein zweites Gebäude war bereits von dem verheerenden Elemente ergriffen worden, konnte aber von den inzwischen von allen Seiten herbeigeeilten Feuerwehren der Umgegend gehalten werden. Vermißt wird seit Mittwoch voriger Woche der 38 Jahre alte aus Schweinfurth gebürtige Dr. phil. gelig 8 eiser aus der Karlftraße 25. Dr. Zeiser war seit einem halben Jahre Hilfsarbeiter im taiserlichen Patentamt und mit der Tochter einer gutgestellten Witwe aus der Auguststraße verlobt. Zum 1. d. M. hatte er in PatentLeerstehende Wohnungen in Charlottenburg. Mit Hilfe Ein Schmalztransport auf der Stadtbahu führte am ridgängig gemacht, da man ungünstiges über ihn gehört hatte. Die leerstehenden Wohnungen und Geschäftslokale ermittelt. Wohamt die Kündigung erhalten, und auch die Verlobung wurde der Polizeidirektion hat das Statistische hunt Mitte Mai wiederum Sonntagvormittag zu einem tragikomischen Unfall. Schlesischen Bahnhof bestieg ein Kuabe mit einem 3 Pfund Schmalz Wohnung nicht mehr zurück und ließ auch nichts mehr von sich hören, 3 leer, mit Zimmer und Küche 16, mit 2 Zimmern und Küche 96, Auf dem Seit Mittwoch voriger Woche fehrte mm Dr. Beijer in seiner mungen ohne Geschäftslotale mit 1 Bimmer ohne Küche standen nur enthaltenden Paket, das er aus der Leipzigerstraße geholt hatte und obwohl seine Wirtin noch Wicte zu verlangen und außerdem für mit 3 Zimmern und Küche 150, mit 4 Zimmern und Küche 137, mit auf einem kleinen Kaffeebrett vor sich her trug, einen nach Grünan ihn Bürgschaft geleistet hat. Ob er sich ein Leid angethan hat, 5 Zimmern und Küche 87. von 6-8 Zimmern 243, von 9-10 fahrenden, stark überfüllten Zug. Das Schmalz war infolge der steht dahiu. Hige so weich geworden, daß es bereits aus dem Papier herausZimmern 40 und von 11 und mehr Zimmern 18. Zu diesen floß, der Junge hatte aber den anfänglichen Widerstand der um in der Großen Frankfurterstraße 29 der Kaufmann Frig Baumgarten, lokale mit Wohnungen und 66 Geschäftslokale ohne Wohnungen. Bei einer Spiritusexplosion verunglückte Montagnachmittag 790 Wohnungen ohne Geschäftslokale tommen noch 107 Geschäftsihre Kleidung besorgten Fahrgäste gegen seine Mitfahrt dadurch zu Mitinhaber der Möbelfabrik von F. Baumgarten n. Söhne. Auf Der Vorrat an Wohnungen deckt sich etwa mit dem zu Anfang überwinden gewußt, daß er ihnen unter Thränen erzählte, er habe nicht ermittelte Weise explodierte ein mit Politurspiritus gefülltes November 1898 ermittelten Bestande. Gegen Anfang Januar 1902 schon eine volle Stunde auf dem Bahnhofe gestanden, ohne mit Gefäß und die dabei erzeugte Stichflamme traf den in der Nähe find die leerstehenden Wohnungen von 563 auf 790 angewachsen, kommen zu können. Zur Borsicht nötigte man ihn, sein tropfendes stehenden Baumgarten derart, daß er am Körper schwere Brand- und zwar verteilt sich der Zuwachs wesentlich auf die kleinerent Schmalzpaket, das auf seiner eignen Kleidung bereits reichliche wunden erlitt und nach dem Krankenhause gebracht werden mußte. Wohnungen. Damals standen nur 3 Wohnungen mit Zimmer ohite Spuren hinterlassen hatte, zum Fenster hinauszuhalten. Als bei der Die Feuerwehr löschte das entstandene Feuer leicht ab. Einfahrt in den Bahnhof Warschauerstraße die Menge an den Bug Küche leer, 18 mit Zimmer und Küche, 43 mit 2 nd 93 mit herandrängte, riß ein Herr die von dem Schmalztransporteur besetzte 12 Orgelfonzert. In der Marienkirche werden Mittwoch, den 4. Juni, 3 Zimmern. Die Einsicht in die Adressen der freien Wohnungen ist Thür auf und bekam im nächsten Augenblick das Kaffeebrett mit mittags 12 Uhr, Musikdirektor Otto Dienel, Frau Adele Pein- Wallmann, Wohnungssuchenden auf dem Statistischen Amte, Rosinenstraße 12, dem inzwischen fast völlig zerschmolzenen Schmalz auf den Rock. Adolf Bolte Kompositionen von Bach, Frant, Händel, Mendelssohn, RheinFräulein Valerie Zitelmann, der Gellist Herr Paul Neumann und Herr geftattet. Anscheinend ohne sofort zu erkennen, in was es sich handelte, lief berger, Beethoven, Reinecke, Guilmant, Max Stange und Dienel aufführen. unweit des Bahnhofes Grünau zwischen dem Bahndamm und Ein Waldbrand entstand am Sonntagnachmittag um 3 1hr er scheltend nach einem andern Wagen, der Junge aber raffte sein Der Eintritt ist frei. Kaffeebrett samt dem Papier und den Schmalzresten, die noch darin geblieben waren, wieder auf und fuhr heulend weiter. A18 er Arend au allgemeiner Ueberraschung sehr schlecht ab. Er ließ sich sehr belebt war, so wurde das Feuer sofort bemerkt, aber infolge Radsport. Im Rennen zu Friedenau am Sonntag schnitt der Chaussee nach Schmöckwig. Da die Chaussee um diese Zeit in Johannisthal ausstieg, ließ sich nicht mit Sicherheit ermitteln, beim ersten Zwischenlauf von v. d. Born schlagen und wurde Legzter. der außerordentlichen Trockenheit erlangte es rasch eine ziemliche wieviel Tropfen Schmalz er noch mit nach Hause nahm. Ellegaard und Jacquelin tamen mit diesem in die Entscheidung. In Ausdehnung. Den aus Grünau herbeigerufenen Forstbeamten geDiffelhoff geftorben. Das Geschick des verhafteten Pastors ziemlich unfairer Weise gewann Ellegaard das Rennen, so daß auf lang es, den Brand mit Hilfe einer großen Zahl von Ausflüglern Johannes Diffelhoff aus Trebbin hat eine überraschende Wendung ben Protest des Publikums noch einmal gefahren werden mußte. gegen 4 Uhr zu dämpfen. Den Flammen war eine mit Birken genommen. Seine Ueberführung nach der Charité erfolgte, wie uns Das Resultat war, daß Ellegaard abermals mit großem Vorsprung untermischte Kiefernschonung zum Opfer gefallen. nachträglich mitgeteilt wird, in erster Linie wegen eines Reberleidens, siegte. das sich der Pastor durch seine Ausschweifungen zugezogen hatte. leber den Verlauf der einzelnen Rennen unterrichtet der nach Dieses hatte sich so gesteigert, daß das Verfahren unterbrochen werden stehende Beitenbericht: Niederrad- Hauptfahren: 1000 Meter: Ellegaard mußte. Mit der Krankenhausbehandlung wegen des Leberleidens( 2: 25,8) 1. Jacquelin 2. van den Born 3.- Niederrad- Prämien sollte zugleich die Beobachtung des Geisteszustandes verbunden werden. fahren: 5000 Meter: O. Meyer( 6: 46.4) 1. Huber 2. Krause 3. Ein plötzlicher Tod hat nun aber dem ganzen Verfahren ein Ende Hindernis Fahren: 8000 Meter: D. Meyer( 7: 00.3) 1. Krause 2. gemacht. Diffelhoff ist, wie es heißt, in der Nacht zum Montag an T. Sucheyty 3.- Niederrad- Vorgabefahren: 1609 Wieter: Schener feiner Leberkrankheit gestorben. Nach andrer Meldung hat Disselhoff mann( 2 02.2) 1. Heering 2. Althoff 3. Malfahren für Klaffe C. Gift genommen. 2000 Meter: Vader( 3:55) 1. Reuschel 2. Steller 3. Tandem Der diesjährige Feiertags- Verkehr hat nach einer soeben Hauptfahren: 3000 Meter: Ellegaard- Arend( 4: 46,4) 1. Huber abgeschlossenen amtlichen Zusammenstellung auch auf der Stadt, Seidl 2. Bettinger- Meyer 2. Jacquelin- van den Born gaben auf. Ring und Vorortbahn unter der Ungunst der Witterung Feuerbericht. Ueber 20 Alarmierungen hatte die Wehr in der Einen tödlichen Ausgang hat ein Unfall genommen, der sich schwer zu leiden gehabt. Unter Ausschluß des Fernverkehrs und Zwischenzeit zu verzeichnen. Die Saison der Preizkohlenbrände ist ant Donnerstag int Feuerwerts Laboratorium in unter Nichtberücksichtigung der vielen an den Wochentagen vorher bei der jetzt herrschenden tropischen Hize angebrochen. Am Sonntag Spandau ereignete. Der Schloffer Lint war damit beschäftigt, auf gekauften Fahrkartenbündel 2c. stellt sich das Ergebnis wie folgt: waren allein deren sechs abzulöschen und zwar am Nordbahnhof, einem circa zwei Stockwerk hohen Gerüst stehend, eine elektrische Es wurden an den Schaltern der Ring, Stadt- und Vorort am Anhalter Güterbahnhof, Wihelmshavenerstr. 17, Oppelnerstr. 6. Leitung im Steffelhause auzubringen. Er stürzte dabei herunter und Stationen verkauft am Starfreitag; 214 850( gegen 242 700 im Frankfurter Allee 5 und Hohenfriedbergstraße 25. Auch noch eine schlug mit dem Kopf auf eine eiserne Schiene. Schwer verlegt wurde Vorjahre), am ersten Osterfeiertage 268 750( gegen andre Erscheinung, die zu Alarmierungen der Wehr führt, hat die er sofort nach dem Garnisonlazarett geschafft, woselbst er jetzt seinen 314 280), am zweiten Osterfeiertage 425 250( gegen Size im Gefolge. Eie drückt den Rauch im Schorstein nieder, führt Verlegungen erlegen ist. Der Verunglückte hinterläßt vier Kinder 704 760), am fimmelfahrtstage 514 340( gegen 611 860), Sadurch zur Verqualmung der Küchen und Stuben und giebt so im Alter von 7-1 Jahre. am ersten Pfingstfeiertage 387 950( gegen 694 230) und am Anlaß zu Feuerbefürchtungen. Infolge niedergedrückten Rauches zweiten Pfingstfeiertage 661 510( gegen 871 170) Fahrkarten. liefen Alarmierungen von der Friedrichstr. 121, Chorinerstr. 12, StochSelbst an den dritten Feiertagen, welche etwas befferes Wetter straße 54a, Petersburgerstr. 10, Strantstr. 35 und der Werftstr. 16 brachten, hielt sich der Lokalverkehr in sehr mäßigen Grenzen, denn ein. Sonntagabend turz nach 10 Uhr wurde die Wehr nach der Oftern waren es mur 274 240 und Pfingsten mur 360 470 Fahrfarten. Berliner Bockbrauerei am Tempelhofer Berg 6 gerufen. Hier war in Ein Röhrenbruch im Milch Kühlapparat sollte daran Diese Verkehrsffatistik der Eisenbahn- Verwaltung bildet für Berlin dem Maschinenhause durch Kurzschluß an der elektrischen Leitung ein Schuld sein, daß die von dem Landwirt Fleischer in Beeskow nach überhaupt eine zuverlässige Wetterfarte. Gehen wir auf die letzten Brand entstanden, der indes wesentlichen Schaden nicht verursachte. In der Berlin gelieferte Wilch mit ungefähr 25 Broz. Wasser verjetzt war. zehn Jahre zuric, so ersehen wir daraus, daß Pfingsten, das Biousfirchstr.3 gingen in einer Wohnung Gardinen und Kleidungsstücke in Die Marktpolizei hatte die von Fleischer an den Berliner Milchliebliche Fest, in feinem der Vorjahre vom Jupiter Pluvius io Flammen auf. In der Nacht zum Montag wurde infolge giveis händler Zimmermann gefchicte Milch nach festgestellter wässerung protegiert wurde wie 1902; bis 1895 erreichte die Zahl der am maliger Meldung ein größeres Löschaufgebot nach der Manteuffel- vernichtet, worauf sich Zimmermann beeilte, in der nächsten Nacht zweiten Feiertag verkauften Fahrkarten immerhin noch das fiebente straße 126 gerufen. Hier war auf noch nicht ermittelte Weise in die Milchhfendung ans Becstow auf dem Bahnhof mit dem gerichtHunderttausend, in den folgenden Jahren überstieg sie fogar das einem Bodenverschlage Fener ausgekommen, das an Gerümpel, lichen Sachverständigen zu erwarten, Proben versiegeln und unterachte( 1898 waren es 850 970 und 1896 fogar 893 350); den schönsten Stiften 2c. reiche Nahrung gefunden und schon einen Teil der Dach- fuchen zu lassen. Die Milch war wieder gewäffert. Fleischer hatte und verkehrsreichsten Pfingstfonntag aber brachte das Jahr 1900 tonstruktion erfaßt hatte. Es gelang indes der Wehr, die Flammen sich deshalb gestern vor der 129. Abteilung des Schöffengerichts mit 935 070 Fahrkarten. Hoffen wir, daß nächstes Jahr die Million in furzer Zeit zu erftiden. Nachmittags gegen 2 1hr waren wegen Bergehens gegen das Nahrungsmittel- Gefeß zu verantworten. Hallisches Ufer 23 in einem Steller die Schaldecke, Farben und an dem Zufall eines mehrere Tage nicht bemerkten Röhrenbruchs Ein unheimlicher Vorgang hat sich in der Nacht zum Some Regale in Brand geraten, dessen Ablöschung jedoch auch konnte das Gericht schon deshalb nicht glauben, weil eine plögliche tag im Scheunenviertel abgespielt. Der Borkosthändler Gründel, bald erfolgen konnte. Durch Unfallen von Petroleumlampen Bermehrung der Milchproduktion um etwa 25 Prozent ohne ent welcher die Verwaltung des Hauses Weydingerstraße 7 besorgte, waren in der Wiesenstraße 33 und dem Weidemweg 82 Bimmer sprechende Vermehrung der Kühe dem Angeklagten unbedingt hätte hatte ernstlich angefangen, mit dem lichtscheuen Treiben der brände entstanden, die in der Hauptsache Decken, Kleidungsstücke und auffallen müssen. früheren Bewohner aufzuräumen. Oftmals war er deshalb schon Möbel beschädigten. Einen größeren Wohnungsbrand hatte die Das Urteil lautete dem Antrage des Staatsanwalts entsprechend Gegenstand von Angriffen gewesen. Man hatte versucht, nachts in Wehr in der Nacht zum Sonntag in der Neuen Königstraße 62 ab auf 100 Mark Geldstrafe und Bekanntmachung in einer hiesigen feine Wohnung einzubringen, war ihm mit dem Messer zu Leibe zulöschen. Hier hatten durch Explosion einer Petroleumlampe die größeren Zeitung. gegangen und andres mehr. Zu der Nacht zum 1. Juni Möbel, Kleidungsstücke usw. Fener gefangen. Obgleich es mun der Tag er frant zu Bett, als ein Witglied einer eben egmittierten in großer Stärke angerückten Wehr bald gelang, die Flammen zu Familie namens Hermann Bruhn, die Frau des Kranken, ersticken, so ist doch die Wohnung vollständig ausgebrannt. Außerdie in Erwartung böjer Dinge aufgeblieben war und den dem hatte die Wehr im Laufe des Sonntags nach Feuermeldungen Laden erleuchtet hatte, zu belästigen begann. Eine gleichfalls an von der Bülowstraße 89 und Victoria Louise- Platz 8 zu verwesende Frau Geißler erhielt einen Schlag mit dem Stmittel, so zeichnen. daß sie nachher in ihre Wohnung getragen werden mußte. Als Bruhu sah, daß noch andre Hilfe zugegen war, feilte er auf die Straße und ließ einige gellende Pfiffe ertönen. Jetzt stürzten aus Charlottenburg. Der Konkurrenzkampf der Kleinen Kaufleute Swinemde. 766 NNO 4 Nebel 11 Saparanda 770 S 764 NO der Hirten und der Linienstraße ganze Stotten von Buhältern und zeitigt allerhand unschöne Erscheinungen, die aus dem Ringen eines Samburg 763 DD Dirnen nach dem Thatort und begannen den Laden zu stürmen. Never in die moderne Entwicklung nicht mehr hineinpassenden Berufs um Frantf./M. 762 O 200 Personen hatten sich angefaminelt. Auf die Hilferufe, die von Erhaltung und Berlängerung seiner notdürftigen Eristenz zu erwünchen 765 Still allen Seiten ertönten, sprang der krante Gründel aus dem Bett, um, flären sind. In dies Kapitel gehört auch die Begründung der so- Wien notdürftig bekleidet, seiner Frau beizustehen. Als er schnell die Roll- genannten Rabatt Sparvereine, beren Mitglieder den Ginjalousie des Ladens herunterlassen wollte, versuchte der Hermann fäufern 9tabattmarken geben, auf welche bei einer gewissen Höhe des Bruhn ihn daran zu hindern. Als nun 88. mit einem Knittet auf Einkaufs den Käufern Wertgegenstände oder bares Geld aus teine wesentlichen Niederschläge. den Verwalter einschlug, ergriff dieser seinen Revolver und schoß auf gehändigt wird. Die betreffenden Kaufleute behaupten, durch Verantwortlicher Redacteur: Carl Zeid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. voll werde. And den Nachbarorten. Gerichts- Beitung. Witterungsübersicht vom 2. Juni 1902, morgens 8 Uhr. Stationen Berlin Barometer ftand mm richtung Wind Windstärke O Wetter Tentp. u. G. Stationen Baronreter Wind Bunдpa Windstärke Wetter 4wolfent i Temp. n. 6. 6° E.= 4° R. 7 1 2 wolfent 20 Petersburg 767 NO 2hlb. bed. 7 2 heiter 23 Cort 759SSO 4 heiter 13 2 heiter 22 Aberdeen -wolkig 19 Paris 16ebeckt 13 1 766 763 Still-heiter 19 Wetter Prognose für Dienstag, den 3. Juni 1902. Kühler und zeitweise wollig bet ziemlich frischen nordöstlichen Winden; Berliner Wetterbureaut. 5