Nr. 153. hinge Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illustrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post BeitungsBreisliste für 1902 unter Br. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. 13 # 31-90790 Vorwärts Berliner Volksblatt. 19. Jahrg. Die Insertions- Gebage beträgt für die fechsgespaltene Rotonet geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Aleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der Socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Industrieller Zollkrieg. II. Freitag, den 4. Juli 1902. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. 4 Mart pro 100 Kilogramm tuch, Badtuch, mit Kautschuk, Guttapercha 2c., wasserdicht gemacht oder überstrichen. eindrähtig, roh, bis Nr. 22 D " " über Nr. 22-32 über Nr. 32-47 über Nr. 47-63 10 100 " 14 " " 20 " 100 100 " Dagegen forderte die Regierungsvorlage: eindrähtig, roh, bis Nr. 17 " 〃 über Nr. 17-25 15 100 D " " über Nr. 25-45 " " über Nr. 45-60 18 24 # 100 " " 100 " " Die Rollfäge betragen für 504: 12, 30 und 50 M., für 505: 12 und 30 m., für 506: 90 M. Baudert verlangt die Streichung der Anmerkung. Die Positionen werden nach der Vorlage angenommen. und Sandleinen- 6 m. Position 507, Schmirgeltuch, Bims steintuch, Glas g Zu einer Beibehaltung der jetzigen hohen Garnzölle oder gar, wie der neue Tarifentwurf fordert, einer weiteren Staffelung über Die Socialdemokraten beantragen 3ollfreiheit. Nr. 79 hinaus und einer beträchtlichen Zollerhöhung für bessere Molkenbuhr, der den Antrag begründet, meint, daß durch die 9 Mark pro 100 Kilogramm Bölle zu 504, Wachstuch 2c., eine Reihe von kleineren Gewerben ge Garnsorten, die bis zu 15 Proz. der durchschnittlichen Garnpreise steigt, liegt umsoweniger eine Notwendigkeit vor, als keineswegs die troffen werden. Daß auch Wachsmusselin und Wachstaffet, das viel zu Heilzwecken verwandt wird, mit hohem Zoll belegt ist 50 M. deutsche Baumwollspinnerei unter ungünstigeren Bedingungen pro= fei um so verwunderlicher, als die Einfuhr gleich Null ist. Handelsduziert als ihre hauptsächlichsten Konkurrenten, England und die Ebenso stimmten die Agrarkonservativen für den Antrag Müller- politische Momente und finanzielle Rücksichten walteten nicht vor, Schweiz. Sind in England die Maschinenpreise niedriger, so Sagan, der die von der Regierung geforderten Zölle für feinere deshalb fei Bollfreiheit geboten. stellen sich andrerseits die baulichen Anlagen meist bedeutend Garne von Nr. 63 aufwärts ebenfalls um 14-20 Prozent ermäßigt. fonders auf die zu Heilmittelzweden verwandten Stoffe, während Müller- Sagan verwendet sich für die Zollverminderung, bes höher. Und stehen dort die Kohlen durchweg tiefer im Angeblich fühlten sie sich zu dieser ihrem sonstigen Verhalten wiber- egierungsrat Martin für die Borlage eintritt. Preise, so haben dafür die Spinnerlöhne eine Höhe erreicht, die sprechenden Votierung durch die Rücksichtnahme auf die Webindustrie unsern deutschen Spinnern geradezu als enorm erscheinen muß. In veranlaßt; das wirkliche Motiv ist jedoch in einer andren Richtung Lancashire z. B. beträgt das Arbeitseinkommen des erwachsenen zu suchen. Ihre Abstimmung ist eine Mahnung an den Centralmännlichen Spinners( es wird meist in Accord gearbeitet) nach verband deutscher Industrieller, in dem, wie schon gefagt, die offizieller Feststellung durchschnittlich über 80 Mark die Woche. Spinnerei eine hervorragende Rolle spielt, sich darauf vorzubereiten, Auch die Preise für Rohbaumwolle stellen sich, wie die Börsen- daß wenn er mit seinem Einfluß sich ferner gegen die agrarischen freiheit damit, daß die betreffenden Waren viel von Kleinhandwerfern Baudert begründet den socialdemokratischen Antrag auf Bollnotierungen ausweisen, auf dem Bremer Markt im Durchschnitt nur Mehrforderungen und eine weitere Festsetzung von Minimalzollsätzen verbraucht würden, für die doch sonst die Mehrheit der Parteien eine um ein Geringes höher, als in Liverpool. Ebenso arbeitet die Schweizer Baumwollspinnerei unter Be- dustriegruppen zu Fall bringen werden. Bezeichnend ist, daß Graf stand belasten; diese Belastung des Mittelstandes sticht aber aus sträubt, sie die Bollwünsche der in ihm vereinigten größeren Ju- Lanze brechen. Auch durch diese Position würden z. B. die kleinen Buchbinder betroffen. Halbfabrikate verteuern, heißt den Mitteldingungen, die im wesentlichen die gleichen find, wie in Bayern Kanit jogar die Gelegenheit für günstig hielt, um die Doppeltarif diesen Bofitionen nicht mur, sondern aus dem ganzen Tarif hervor. and im Elsaß. Die Löhne sind ziemlich dieselben, die Betriebs- trage wieder aufzurollen. fosten auch, und das Rohmaterial stellt sich sogar Auch deshalb ist Zollfreiheit geboten. Es ist die umgekehrte Kompenfationspolitit, die von einigen Die Position wird nach der Vorlage angenommen. in der Schweiz noch etwas teurer, als in Deutschland. Dennoch Mitgliedern in der Zolltarif- Kommission getrieben wird. Wie diese Tieferte in 1900 die Schweiz nach Deutschland an eindrähtigem rohen für manche Zollerhöhungen nur zu dem Zweck stimmen, der Re- aus Linoleum, zusammengefaßt. Die Zölle betragen 10, 12, 18 und Es werden die Positionen 508-510, Fußbodenbelag, Tapeten 2c. Garn der Nr. 17-459440 Doppelcentner, Nr. 45-60 5715 gierung für für die Doppelcentner, Nr. 60-79= 3393 Doppelcentner, über Nr. 79 gleich Rompensationsobjekte zu schaffen, von denen sie sich recht viel künftigen Handelsvertrags- Verhandlungen 40 Mart. Müller Meiningen beantragt zu den Pofitionen 508/98, 8056 Doppelcentner. Gerade die Feingarnspinnerei, die in Deutsch- abdingen lassen kann, so haben die Agrarier für die Nednktion der 10 mb 12 M. land nur zu schwachen Anfägen gelangt ist, blüht in der Schweiz. Garnzölle nur gestimmt, um diese, sobald der Centralverband sich Müller- Meiningen rügt es, daß der Referent für Petitionen, Die Socialdemokraten beantragen 8ollfreiheit. und zwar hat sie sich dort unter dem minimalen Schutzzoll von willfähriger zeigt, wieder zu erhöhen. Das ergiebt sich deutlich aus Abg. Arendt, höchst ungenügend über die Wünsche der Betenten 2 Fr.( 1,60 m.) pro Centuer entwickelt. Erst seit 1884 ist die Schweiz den verschiedenen Auslassungen der konservativen Presse zu den berichtet habe, die Gründe der Petitionen habe er gar nicht ans den deutschen Spuren gefolgt und erhebt höhere Garnzöfle; aber Stommissionsverhandlungen, speciell aus dem Kommentar des gegeben. Redner weist auf die kaiserliche Botschaft von 1881 hin, auch jetzt beträgt selbst für bestes Feingarn der Zoll nur 7 Fr. pro Bündlerblattes, der Deutschen Tageszeitung", in welchem es die den Arbeitern Versprechungen in Bezug auf Verbesserung ihrer Doppelcentner, also noch nicht die Hälfte des jetzigen deutschen Zoll- heißt:„ Die landwirtschaftlichen Zollsäge befinden sich nach Lage machte; aber durch Zölle, wie die hier vorgesehenen werde den sages für die ordinärste aller Sorten. Beschlüssen der Zolltarif- Kommission in erster Lesung Arbeitern nicht geholfen. Umfomehr sei es verwunderlich, daß die Der hohe Zollschutz, der in den beiden letzten Jahrzehnten der unter dem Niveau, welches die berufenen Vertreter der hätten sich auf die socialpolitischen Lasten berufen, durch die die Regierung diese Zölle damit begründete, die Linoleum Industriellen Baumwollgarn- Spinnerei zu teil geworden ist, da sie im Central- Landwirtschaft für nötig erachtet haben, um verband deutscher Industrieller neben der Eisen und Stahlindustrie einen ausreichenden Schutz auf dem Jnlandsmarkte zu erzielen. damit wirklich Broduktion verteuert würde. die erste Geige spielt, hat sie nur davon abgehalten, sich in ihrer Die industriellen Zollfäße sind dagegen von der Regierung in einer erstatten vergaß, Gründe hätten die vorher benannten Petitionen Arendt entschuldigt sich, daß er über eine Petition Bericht zu Produktion mehr und mehr den Weltmarktsverhältnissen anzupassen. Höhe vorgeschlagen, welche über das Schutzbedürfnis der Industrie nicht enthalten. Gerade darin aber liegt eine Gefahr für die Zukunft, denn neben auf dem Julandsmarkte noch wesentlich hinausgeht. Demgegenüber Baudert begründet den Antrag auf Bollfreiheit. Energisch der englischen und schweizerischen Konkurrenz beginnt ein dritter erfordert es die Gerechtigkeit, zunächst unter Absehung von verwahrt sich Reduer gegen die Begründung des Zolles mit dem Konkurrent aufzuwachsen, die Garnspinnerei der Bereinigten Staaten ben fünftigen Handelsverträgen und Hinweis auf socialpolitische Lasten. Dergleichen Gründe glaubt im von Amerifa, in der die Zahl der Spindeln von 14,64 Millionen im nahme auf den Schutz des Julandsmarktes die industriellen Zölle und wünscht, daß die Anmerkung gestrichen wird. mit alleiniger Bezug Lande lein Mensch. Redner äußert dann noch sachliche Bedenken, Fistaljahr 1890/91 auf 20,87 Millionen in 1900/01 gestiegen ist und im auf dasselbe Niveau herunterzurangieren, auf dem abgelaufenen letzten Rechnungsjahre eine weitere Zunahme er- fich die landwirtschaftlichen Zölle nach den Beschlüssen der socialpolitischen Lasten nur die Angaben der Industriellen wiederGeheimrat Wermuth betont, daß in den Motiven bez. den fahren hat. Kommiffion in erster Lesung zur Zeit befinden. Gegenüber dem gegeben seien. Die Abstufung des Bolles bedeute eine Verminderung Daß eine Abschaffung der bisherigen Bölle für die gewöhnlichen vom Grafen Kaniz geltend gemachten Gesichtspunkte, bei der An- desselben. Garnforten und eine Reduktion der Bölle für Feingarn manchen segung der Industriezölle Kompensationsobjekte für fünftige Handels- Müller- Sagan tritt für die Herabsetzung ein. Betrieben zunächst eine Beeinträchtigung ihrer bisherigen Jahres verträge zu bewilligen, geben wir der Meinung Ausdruck, daß die die Positionen nach der Vorlage angenommen. Nach einem angenommenen Schlußautrag Paasches werden gewinne bringen würde, ist selbstverständlich. Jede, auch die von größere und wichtigere Sorge für die Vertreter der Landwirtschaft volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten aus allergiedmäßigfte Boll zur Zeit wohl zweifelsohne die sein muß, ein gleiches Niveau zwischen ordnungs- Debatte, in der die Linke das Unmotivierte berartiger Ueber diesen Schlußantrag entspinnt sich eine längere Geschäftsreduktion schafft für den betreffenden Industriezweig eine neue Lage, Industrie- und Agrarzöllen herzustellen. Sollten dann nach Schlußanträge rügt, die socialdemokratischen Mitglieder aber speciell an welche er sich erst anpassen muß. Soweit aber wirklich zunächst Abschluß der ersten Lesung der 8olltarif Rom- diefe Winkelzüge scharf bekämpfen. " den " 9 eine Verminderung der bisherigen Profperität zu befürchten mission die beschlossenen Industriezölle den In Danach fommt der Unterabschnitt F, Watte, Filze und stände, würde sie überreichlich ausgeglichen durch die Er- dustriellen und ihren Vertretern zu niedrig nicht genabte Filzwaren zur Beratung. Zur Position 511, Teichterung der Produktionsbedingungen, welche die Baumwollericheinen, so mögen sie zunächst die Landwirtschaft Watte au Seilsweden in Aufmachungen von unter 1 Stilo weberei und Wirkerei erlangte; und zweig in volkswirtschaftlicher Hinsicht, d. h. was den Gesamt einer Erhöhung der Agrarzölle über die Beschlüsse stoffen 4 M., beantragt Müller- Meiningen 24 M. zu 511, die welcher Industrie- und deren Vertreter durch ihre Zustimmung au gramm 30 M., von mehr als 1 Nilo 20 m.; 512, andre mit Leim 2c. überzogen, aus Seide- Abfällen 2c. 24 M., aus andren Spinn produktionswert, die Höhe des Exports, die beschäftigte Arbeiter der ersten Kommissionslefung hinaus in die Lage Gocialbemotraten gollfreiheit. zahl usw. aubetrifft, der wichtigere ist, kann nicht zweifelhaft sein. bringen, auch höheren Industriezöllen zuzustimmen. Nach unwesentlicher Debatte wird der Antrag MüllerDamit soll nicht gesagt sein, daß die Motive, welche die Die Industriezölle des Regierungsentwurfs können erst annehmbar Meiningen, im übrigen die Position nach der Vorlage angenommen. Webereibefizer und ihre parlamentarischen Fürsprecher zur Be- werden nach vorhergegangener Revision der land- Auch zu den Positionen 513 und 514, Filzwaren 3 M., Kämpfung der beantragten Grenzzollerhöhungen bestimmen, andrer wirtschaftlichen gölle bei der zweiten Lesung Filaschuhe 30 M., Fußbodenteppiche aus Fila 15 W.; 514, Klavier Art sind, wie die der Spinnereibefizer, daß sie sich vom wirtschaftlichen des 8olltarifs unter der Voraussetzung einer entsprechenden filze 220 M., andre 100 M., beantragen die Socialdemokraten Allgemeininteresse leiten lassen. Der Ausspruch des konservativen Erhöhung der landwirtschaftlichen Zölle. sächsischen Webereibesizers Förster Löbau in der Bolltarif Herr Abgeordnete Graf Kanizz in der zweiten Lesung des Bolltarifs Münch Ferber, Förster- Sachsen beantragen zu 514-100 m. Wir wissen nicht, wie der 80llfreiheit. Arendt beantragt zu 518 5 M.; Müller Fulda, tommission: Wir konfervativen wollen höhere in der Kommission über die industriellen Zölle votieren wird, wir Getreidezölle, da können wir doch durch so glauben aber annehmen zu dürfen, auch nach Aeußerungen, die in im 2. Abschnitt die zu Krazentuch verwendeten Filze auszunehmen. Baudert und Genossen beantragen außerdem zu Position 514, hohe Industrieaölle, wie die Garnzölle, ben der Stommission von ihm darüber gefallen sind, daß er, falls die Die Positionen werden mit Einschluß des Antrages Müller- Fulda armen Arbeitern, den Webern, nicht noch den landwirtschaftlichen Zonsätze in der zweiten Kommissionslesung nicht zu Bos. 514 nach der Vorlage angenommer. Werdienst schmälern und die Kleidung ver- erhöht würden, unmöglich auch für die JIndustriezölle der Regierungs teuern", steht genau auf derselben Höhe der sogenannten vorlage stimmen wird." nationalen Wirtschaftspolitit, wie die Behauptung des Herrn Bugleich wird mit der Abstimmung eine Bression auf die NeSchlumberger in seiner Eigenschaft als Leiter des Elsässer gierung beabsichtigt, für die ein Bolltarif mit hohen Agrarzöllen und Spinnersyndikats, er vertrete bei seinen exorbitanten Bollforderungen mit herunterrangierten Industriezöllen, besonders wenn die Interessen von 50 000 in der Baumwollspinnerei beschäftigten diese Rangierung" sich direkt gegen die im Centralverband Arbeitern. Wie seine Fürsorge für die armen Weber" den gefühl deutscher Industrieller maßgebenden Industriegruppen richtet, vollen Vertreter für Löbau nicht abhält, diesen die notwendigsten annehmbar ist. Lebensmittel maßlos zu verteuern, so findet es andrerseits Herr Das Eintreten der Agrarier für niedrige Garnzölle ist nichts Schlumberger mit seiner Arbeiterfreundlichkeit vereinbar für Aus- als ein taktisches Manöver; und es ist deshalb auch keinesfalls nahmegesetze gegen die Arbeiterbewegung und für die Beschränkung ausgeschlossen, daß sie nicht später, wenn die Centralverbändler sich der Fabritinspektion zu schwärmen. Jede dieser Intereffenten gefügiger erweisen, im entgegengesetzten Sinne stimmen. Darauf gruppen wird von dem niedrigsten Selbstinteresse getrieben; jede scheint auch die Regierung zu hoffen; denn andernfalls ist die von fordert ausschließlich für sich den größten Anteil an der durch die ihr abgegebene Erklärung, daß sie sich die Entschließung über die Bolltarif- Reform in Aussicht gestellten Beute. Das zeigte sich deutlich herabsetzung der Garnzölle bis zur zweiten Lesung vorbehalte, faum in der Sitzung der Zolltarif- Kommission am Dienstag, als dieselben zu verstehen. Herren, die einige Tage vorher so herzbeweglich für die Herabjegung der Bannuvollgarn- Zölle zu Gunsten der armen Weber ein" " Boi. 413, Strollhaare, aus Nindvich, Schweine 2c. Haaren 5 M.; Mit dem Unterabschnitt G, Waren aus Pferdehaaren, werden die 471, Krollhaare Erfasstoffe aus Sotos- Manilahanf 2c. 5 M., ver5 M.; 516, Preßtücher, Gurte 2c. aus Pferdehaaren bunden. Der Zoll beträgt zu Bos. 515, Strollhaare aus Pferdehaaren Seile, Beberligen 2c. 50 M., fünstliche Blumen, Spigen- 120. Moltenbuhr begründet den Antrag mit Rücksicht auf die Möbel Die Socialdemokraten beantragen 8ollfreiheit. industrie. Den weiteren Antrag: der 20 M., Taue, M. Nr. 413 als Anmerkung zuzusetzen: Krollhaare dürfen nur dann eingeführt werden, wenn nachgewiesen ist, daß diese Haare dem in§ 2 Absatz 2 Ziffer 1 der Bundesrats- Verordnung vom 28. Januar 1899( Reichs- Gesetzbl. S. 5) vorgesehenen Desinfektions begründet ebenfalls Molkenbuhr, der auf die Austedungsgefahr bei verfahren unterworfen find der Einfuhr hinweist und das Desinfeftionsverfahren bespricht und empfiehlt. Wenn dieser Anmerkung entsprochen wird, ist die Rollfreiheit um so berechtigter. Blantenhorn beantragt die Zollsätze für Krollhaare auf 10 M. zu erhöhen. Förster Sachsen be60 M. zu erhöhen. getreten waren, plöglich für die Erhöhung der Leinengarn- göle 76. Sitzung der Zolltarif- Kommission. antragt, im zweiten Abschnitt, Position 516, den Boll von 50 auf plädierten, um der Leinenindustrie die Konkurrenz mit der BaumwollJuduſtrie zu erschweren. Berlin, 3. Juli. Abg. St ettich; an Stelle des Abg. Grünberg ist Abg. Geyer Den Vorsitz führt der wieder in die Kommission eingetretene Geheimrat v. Henle tritt für die Vorlage ein. Graf Kanig tritt für genügende Desinfektion ein. Staatssekretär Graf Posadowsky ersucht, die Anmerkung abzulehnen; die Regierung verfolge die Augelegenheit, die ihr am Zur Beratung werden die Pofitionen 504-506 aufammen- Herzen liege, aber Schwierigkeiten bezüglich der Lösung mache. Eine gefaßt wasserdichte Gewebe, Wachstuch, Leder- Berschärfung der bestehenden Vorschriften scheine ihm nötig. Interessant ist die Taftif, welche die Agrarier gegenüber diesem häuslichen Bollteieg innerhalb der industriellen Gruppen befolgten; eingetreten. fie traten für den Antrag Spahn ein, der für die Garne bis Nr. 63 folgende Bölle feſtſetzt: Schrader tritt für gollfreiheit ein. Nach längerer Debatte, au der sich die Bundesrats- Bevollmächtigten für Baden und Bayern, Molkenbuhr, Geheimrat Wermuth, Blankenhorn und Geheimrat v. Henle be teiligen, werden in der Abstimmung die Positionen 413, 471, 515 und 516 nach der Vorlage angenommen; die beantragte Anmerkung wird abgelehnt. = Die Positionen 517-520 des Unterabschnittes H, Kleider, Bugwaren, werden trotz des Widerspruches von einigen Rednern zur Beratung zusammengefaßt. Zu allen Positionen beantragen die Socialdemokraten Bollfreiheit. Müller Fulda, Minch Ferber, Förster Sachfen beantragen zu Pofition 519, Kleider 2c. aus Baumwolle statt 400 M. 350 M. zu setzen. Miller Meiningen beantragt zu 518, statt 350 M. 300 M. zu fegen, ferner: Konservativen zum Siege verhelfen. Eugen Richter antwortet darauf seinerseits, teine bürgerliche Partei habe bisher vermocht, ihre Wähler zum Stimmen für die Socialdemokraten zu bewegen, auch die deutsche Volkspartei nicht: " Denn wenn auf der einen Seite das Interesse vorTag, die Opposition zu stärken für gewisse dem Reichstage vor liegende Hauptfragen, so fiel andrerseits in die Wagschale, daß die Socialdemokratie eine Iaffenpartei ist. Je schärfer fie bei der Hauptwahl den klassenstandpunkt der Arbeitnehmer gegenüber den Arbeitgebern betont, desto weniger ist, zumal nach besonderen Verhältnissen in einzelnen Wahlkreisen, eine Unter stügung der Socialdemokratie bei der Stichwahl zu erwarten, ganz abgesehen von den Nachwirkungen der Gehässigkeit, mit der bei den Hauptwahlen die Socialdemokratie in der Regel den Kampf geführt hat." entIn der Zeugenvernehmung wurde eine übrigens von den Genossen bereits aufgededte Spitelgeschichte noch einmal aufgedect: der Zeuge Gufner, ein ganz fonfuſer Bursche, cus puppte fich als Gehilfe des Greuzkommiffars Mädler in Beuthen in Oberschlesien. Durch diesen Spizel und seinen Auftrag= geber war übrigens, das ergab sich auch aus der Verhandlung, ein junger russischer Genosse der russischen Polizei überantwortet worden. Die Verhandlungen dauerten mit einstündiger Unterbrechung von 9 Uhr früh bis nachts 10 Uhr. Die Oeffentlichfeit war für die 5 Stunden dauernde Verlesung und lebersetzung der infriminierten Stellen der beschlagnahmten Schriften sowie für die Plaidoyers der Staatsanwaltschaft sowie der Werteidigung Genosse eine Berlin führte die Verteidigung ausgeschlossen. Die intriminierten Schriften waren nur zum Teil in den Geschäftsräumen der„ Gazeta Robotnicza" gefunden worden; mehrfach waren sie bei Haussuchungen gefunden worden, die bei Anhängern der polnisch- socialdemokratischen Partei vorgenommen worden waren." a) Nr. 519, Kittel( grobe Blufen) und Leibwäsche aus Baumwolle 150,-. Der ganze Eugen Richter! In seinen Augen hat die SocialAndre Kleider, Buzivaren und sonstige genähte Gegen- demokratie ein großes unverzeihliches Verbrechen verübt, daß sie stände aus Baumwolle, auch gemischt mit andren nämlich wagt, zu existieren. Für dieses Verbrechen giebt es mur pflanzlichen Spinnstoffen 300, M. eine Sühne: die Socialdemokraten müssen in der Hauptwahl dine bie mififien in der b) Für den Fall der Ablehnung des Antrags unter a: gleich freifinnig wählen. Das will der Freifinn uns großmütig Soweit die Nachrichten über diesen Prozeß erkennen lassen, Nr. 519 300, M. erlauben. handelte es sich um Veröffentlichungen, die zum Teil schon längst in Nr. 520 aus andren pflanzlichen Spinnstoffen als Baumwolle wir unsrerseits haben nichts dagegen, wenn der Freisimm und einer Zeitung verbreitet worden waren, die sich der sorgfältigsten 300, M. Müller- Meiningen begreift nicht, wie man höhere Bölle gerade die Demokratie ihre eigne Marime zunächst selbst befolgt und ihre Aufmerksamkeit der Polizei und der Staatsanwaltschaft erfreut. Dies auf baumwollene Kleider legen kann, die Hauptsächlich von Ar- Wähler anweist, um die Kreise nicht der agrarischen Reaktion felben Gedichte, die hier straffrei verbreitet werden durften, werden beitern tonfumiert werden. Münch Ferber begründet kurz den auszuliefern, von vornherein für die Socialdemokratie zu stimmen. zum Anlaß schwerster Berurteilungen, sobald sie im oberschlesischen Sammelantrag. Wir hingegen werden fortfahren, unsren principiellen Gegensatz Hüttenverein verbreitet werden, wo die polnische ArbeiterReißhaus spricht für golfreiheit, die auch für teure Kleider ge- gegen den Freifinn ehrlich zut betonen, der fich von schaft sich loszulösen beginnt von der Bevormundung boten sei, weil die Haupteinfuhr nur Modelle umfaffe, die für die der„ Liebe" des Freisinns zum antireaktionären Kartell der eines bisher in seinen Ausbeutungsbegierden ungehemmten, deutsche Konfektion unentbehrlich seien. Vertenere man diese Modell- Linken" dadurch unterscheidet: daß wir zwar den Freisinn be- nun auf Widerstand stoßenden Unternehmertums. Gegen die stücke so, wie es durch die höheren Zölle geschehe, dann begreife man es fämpfen, daß wir aber in der Stichwahl zwischen ihm und den Polen! heult der preußische Chauvinismus. Wehe den Polen, um so leichter, wie die Verhältnisse in der Konfektionsbranche sich verschlechtern müssen. Man solle bedenken, daß die Kleider- agrarisch- klerikal- reaktionären Parteien allemal für ihn stimmen, wenn sie es wagen, zugleich Socialdemokraten zu sein. konfektion die beste Stüße der Textilindustrie ist. Außerdem während der Freifinn zwar gegen die Reaktion donnert, aber nie- Dann winkt demjenigen, der es unternimmt, die Bevölkerung gegen provoziert man mit diesen Zöllen Repreffalien des Auslandes mals in der Stichwahl für den Socialdemokraten eintritt. Die ihre Unterdrücker aufzurufen, die schwerste Strafe, die das Redner führt dann die großen Summen an, die bei der Konfektion Socialdemokratie hat noch nie einen Wahlkreis an die Reaktion aus- Strafgesetzbuch für das Vergehen der Aufreizung zu Gewaltthätigin Betracht kommen; ferner erklärt er die mißlichen Arbeitsverhält- geliefert, der Freisinn in Dugenden von Fällen. feiten vorsteht. nisse der Arbeiter, das Hausarbeit- und Zwischenmeistersystem, und Die Freifinnige Zeitung" enthüllt die bürgerlichen Sommer- Sollte das Reichsgericht dieses furchtbare Urteil bestehen lassen, konstatiert, daß der Zollschaden trotz alledem noch auf die Arbeiter ab- träume von dem„ Kartell der Linken" in all ihrer lächerlichen Nichtig- so würde unser tapferer polnischer Parteigenosse Morawski, der gewälzt werde, die als Konsumenten und Produzenten doppelt leiden. Die feit. Gerade umgekehrt schreitet die Entwicklung. Die Kluft wächst. im Dienste der socialdemokratischen Idee schon früher größte persön betheiligten Industrien feien ebenfalls für Bollfreiheit, warum beachte und je reaktionärer sich der Freifinn entwickelt, um so schwieriger liche Opfer getragen hat, wiederum auf zwei lange Jahre der man das nicht? Wenn jetzt wieder gesagt werden sollte, da Nohstoffe und Halbfabritate verzollt feien, tönnten doch fertige Fabrikate wird für diel Socialdemokraten die Frage, ob es sich denn noch Pein des Gefängnisses überantwortet sein und neben ihm auf nicht zollfrei gelassen werden, so sei das eine verfehlte Begründung des lohne, dieses Häuflein Elend am Leben zu erhalten, dadurch, daß wir Jahresfrist eine jüngere Genoffin, die sich in glühender Begeisterung Bolles. Die Socialdemokraten hätten feine Schuld daran, seine Kandidaten bei den Stichwahlen heraushauen. dem Dienst der Arbeiterklasse ergeben hat. Diese Opfer, so furchtbar Snd daß auf Rohstoffe und Halbfabrikate Zoll gelegt worden. Im Deutsches Reich. propagandistisch wirken und die Maſſen in dem Entschluß feſtigen, 15 For this in sie sind, sie werden die junge Bewegung der polnischen Arbeiterschaft in Oberschlesien nicht zurückschrecken, sie werden weithin ihren Kampf gegen Ausbeutung und politische Bedrückung un erschrocken und würdig derer, die ihr persönliches Wohl für fie in die Schanze schlugen, weiter zu kämpfen. am Der amerikanische Weltauffäuser Morgan war Donnerstag Gaft des Kaisers in Kiel. An Bord der„ Hohenzollern" waren außer andren Amerikanern auch der bekannte BüchsenfleischExporteur Armour. Ins End Interesse der Industriellen und Arbeiter müsse der Zoll fallen. Darauf wird auf Antrag Schrader Vertagung beschlossen. Schluß 43 Uhr. Nächste Sigung Freitag 9 Uhr. Strangulierungsversuche in der Zollkommission. Und wieder gab es Kollisionen zwischen Mehrheit und MinderPolitische Uebersicht.dheit in der Zollkommiffion. Nachdem am Dienstag der Vergewaltigungs- Versuch der Mehrheit abgeschlagen worden und die MittwochsBerlin, den 3. Juni. sigung bei fleißiger Arbeit ohne Zwischenfälle verlaufen war, verLiberale Sommerträume.fuchte die Mehrheit am Donnerstag eine andre Methode, um die Wie in früheren Jahren die orientalische Frage den Sommer- Durchpeitschung des Tarifs zu erzwingen. Und wieder war cs regelmäßig zwischen Juni und August die Idee" eines gewaltigen und mit unmotivierten Schlußanträgen die Minderheit dem Willen Startells der vereinigten Linken auf. Heuer hat sich ein focial der Mehrheit unterzwingen wollte. Zwar darf über Schlußanträge demokratisches Blatt, die in Gießen erscheinende Mitteldeutsche nicht debattiert werden, aber, als die in Frage stehende Position durch Sonntags Beitung" den Scherz geleistet, diese Seeschlange zu den gewaltsamen Schluß der Debatte erledigt war, rügte Baudert Scherz Die Redaktion unfres Parteiblattes war so freundlich, in einer Bemerkung zur Geschäftsordnung scharf diese neue den krausen Betrachtungen eines Sonderlings Aufnahme zu ge- Strangulierungsmethode, die dem in Zeitungen gemeldeten Plane währen, verwahrte sich natürlich aber dagegen, daß sie sich mit den entspreche, täglich mindestens 25 Positionen zu erledigen, damit am Ansichten des Einsenders identifizierte. In der Einsendung waren 8. August die erste Lesung beendet sei. Ihm erwiderten die Abgg. folgende Säge zu lesen: Hahn, Arendt und Paasche in offenherzigster Weise, so daß „ Es ist ein ebenso schöner wie fluger Gedanke, die gesamten aus ihren Worten die Absicht der Vergewaltigung hervorlenchtete. sekundären( zweiten) Brincipiengegensätze der linksstehenden a hn meinte, die Socialdemokraten müßten es der Mehrheit Dant Hahn Parteien für den Augenblick wenigstens zurücktreten zu lassen vor dem primärsten( ersten) und aktuellsten( dringendsten) Gegensatz, wiffen, wie geduldig diese die socialdemokratischen Redner anden es überhaupt giebt, dem Gegensatz zwischen Reaktion und gehört hätte. Paasche machte aus dieser Geduld Fortschritt." redaktionen Stoff zum Nachdenken bot, so taucht seit einigen Jahren" rchpeitschunger Abg. Paasche, der den Vortrab nahm Morgan wird vermutlich zu dem Zwede gekommen sein, um " # Steuern wir erst einmal zielbewußt auf die Demokratie los. Die Erfüllung unsrer socialistischen Ziele können wir danu um so ruhiger der weiteren vernünftigen Entwicklung der Dinge überlassen." Deshalb haben wir nur noch ein Wort an die wirklich liberalen Parteien d. h. an die demokratisch gesinnten Volksgenoffen: Beweist Eure demokratische Gesinning! Habt Butrauen zu der größten demokratischen Bewegung, die es giebt, zur Socialdemokratie. Ihr teilt nicht alle unfre Ideale. Aber wenn Ihr wahrhaft demokratisch denkt, so müßt Ihr trozdem uns, die wir keinen andren Richter über unser Wollen anerkennen, als die Majorität des Volkes, der Menschheit, als unbedingt zu Recht bestehend anerkennen, als Bundesgenossen im Kampf gegen jedes metaphysische( außerirdisch begründete) Gottesgnadentum." " # gar sich nach dem Preis Deutschlands zu erfundigen. Besonders eifrig erscheint jetzt Herr Armour in der Nähe des Hofes. Seine Ware, das Büchsenfleisch, ist allerdings durch die agrarische deutsche Fleischsperrpolitit aus Deutschland verbannt. folgende droflige Erklärung: Schlumbergers Abbitte. Schweinburg veröffentlicht heute In der 71. Sigung der Zolltarif- Kommission des Reichstags habe ich, obgleich im amtlichen Protokoll nichts darüber enthalten ist, vielleicht im Eifer der Verhandlungen, zur Kenn zeichnung der gegen die Baumwoll- Zölle des Tarifentwurfs gerichteten Agitation die Worte Schwindel, Heze und Exportdusel fallen lassen. Jedes der in der Sizung anwesenden Mitglieder der Zolltarif Kommission, das ich darum befragt habe, giebt giebt meinen Ausführungen eine andre Deutung und Beziehung. Infolgedessen sehe ich mich veranlaßt, hierdurch zu erklären, daß sich jene Bezeichnungen in teiner Weilerionen bezogen und daß ich insonder heit gehabt habe, damit den Vorstand des Vereins der Baumwollgarn konsumenten zu beleidigen. 2. Juli 1902. Theodor Schlumberger." der Ueberzollivut ohne daß diese Bemerkung auf eine Person Theodor Schlumberger entwickelt sich immer mehr zum Parodisten bezogen sein soll. eine Engelsgeduld; die Anträge auf Bollfreiheit hätten ja gar keinen Zweck, da Rohstoffe und Halbfabrikate verzollt feien, es sei damit nur Verschleppung der Beratung beabsichtigt. Und Arendt schleuderte der Minderheit progig entgegen, sie habe fich der Mehrheit zu fügen. Geyer erwiderte darauf, in der Kommission habe niemand eine Dankespflicht zu erfüllen, am wenigften die, die vergewaltigt werden sollen; das Urteil über die Zweckmäßigkeit der ſocialdemokratischen Anträge möge man den Antrag ftellern überlassen, sie dienten der Sache. Dem Abg. Arendt las aber Geyer speciell ein Privatissimum, das den Herrn außer Rand und Band brachte. Außerdem spottete Geyer darüber, wie der Militärpersonen des preußischen Heeres ist eine neue Verordnung Heiratöverordnungen für Offiziere. Ueber das Heiraten durch diese Vergewaltigungsversuche und Winkelzüge das Renommee des Kaisers ergangen, deren wichtigste Bestimmungen nach der der Bollkommission vor der Oeffentlichkeit herabgesetzt werde, denn National- Beitung", wie folgt, lauten: Die Erlaubnis zur Ver das erkenne man im Lande sehr wohl, daß die Durchpeitschung des Zoll- heiratung eines Offiziers oder Sanitätsoffiziers mit geringerem Gehalt Jeder Socialdemokrat, der solche Säße lieft, schüttelt lachend tarifentwurfs nicht aus Arbeitseifer versucht werde. Die Minderheit wolle, als demjenigen eines Hauptmanns( Rittmeisters) 1. Gehaltsklasse darf über den weltfremden Kauz den Kopf und wundert sich höchstens wie sie bereits früher erklärt habe, gründlich, sachlich und nur dann nachgesucht werden, wenn zuvor der Nachweis geführt ist, daß darüber, daß man diese Meimmgsäußerung, wenn auch nur als Einschnell beraten; aber einer verständnislosen Durchpeitschung des der Offizier oder Sanitätsoffizier ein außerdienstliches Einkommen gesandt, abdruckt. Tarifs werde sie sich entgegensetzen und sie zu vereiteln wissen. Der hat, das mindestens betragen muß bei einem Hauptmann( Rittmeister) Das Spaßhafte aber ist nun und damit erhält die gleich Schlußantrag sei unmotiviert, die Sache nicht geklärt. Letterer mit einem Gehalt von 4500 m. jährlich 1500 M., bei einem Distrikts. 2. Gehaltsklasse und bei einem Distrikts- Offizier der Landgendarmerie gültige Sache eine kleine Bedeutung daß die bürgerliche Bresse Ansicht gaben auch die Abgg. Schrader, Müller Meiningen und Offizier der Landgendarmerie mit einem Gehalt von 3300 M. jähr den Artikel mit ungeheurem Ernst behandelt. Die größten Welt- Müller- Sagan Ausdruck. Ziemlich heftig ging dann die Debatte lich 2100 M., bei einem Oberlieutenant und Lieutenant einschließlich blätter" reißen sich förmlich darum, ihn zu diskutieren. Das demo- weiter, an der sich noch Arendt, Reißhaus und Baudert beteiligten. Oberjäger und Feldjäger des Reitenden Feldjäger- Corps jährlich fratische Weltblatt, die Frankfurter Zeitung", ift entaüidt Dann wurde die fachliche Beratung bei der Position:" Watte zu Ein Rittmeister mit 4500 m. Gehalt wird also nicht für fähig von dem Aufruf zur Einigkeit. Das katholische Weltblatt" die eilaweden" fortgesetzt. 2500 m. „ Kölnische Volkszeitung" widmet dem Ereignis einen gehalten, eine Familie begründen und ernähren zu können. Das ganzen hochwichtigen Leitartikel, fie rechnet halb und halb mit einem die Justiz im Klaffenkampf. Griſtenzminimum beträgt vielmehr 6000 M. Mancher Beamte, der Kartell der Linken" bei den nächsten Reichstagswahlen. Und die Aus Beuthen kommt die Kunde von einem Urteilsspruch, der mindestens den gleichen Bildungsgrad wie ein Offizier besigt, muß Konservative Korrespondenz" schreibt über die„ noch nur zu begreifen ist aus den Erregungen des jähen Klaſſenkampfes mit beträchtlich weniger auskommen. Dafür trägt er auch nicht den vornehmsten Rock. größere Jnnigkeit der roten Phalang". Es ist ja eine alte Erin jenen oberschlesischen Gebieten der machtvoll emporstrebenden fahrung: Es braucht nur einmal eine Dummheit in polnisch- socialdemokratischen Arbeiterbewegung. Wegen Aufreizung Ein Generalstabswerk über den Chinakrieg unter kaisereinem socialdemokratischen Blatt zu stehen und sofort ist von Klassen der Bevölkerung zu Gewaltthätigkeiten" wurden von licher Redaktion. Ein Generalstabswerk über die China- Expedition die gesamte bürgerliche Presse, insonderheit die liberale, der Straffammer in Beuthen am Mittwoch nach 12 stündiger, zum Expedition wurden angewiesen, über Erlebnisse, Beobachtungen usw. ist gegenwärtig im Entstehen begriffen. Auch die Mannschaften der von dieser Eruption socialdemokratischer Vernunft tief begeistert. Teil unter Ausschluß der Oeffentlichtfeit statt- Bericht zu erstatten, ja bei den Kontrollversammlungen wurden die Das allerschönste aber ist, daß dieses famose, socialdemokratische" gefundenen Verhandlung Genoffe Morawski zu zwei Jahren Leute befragt, ob fte Briefe, Karten oder sonst welche Andenken Angebot bereits Ablehnung erfahren hat. Eugen Gefängnis, Genoffin Dr. Golde zu 1 Jahr Gefängnis ver- aus China befizen. Dem Generalstab sei die leihweise UeberRichter erklärte dem„ Kartell der Linken", als die Phantasie urteilt. Das Vergehen soll begangen sein durch Verbreitung von Mai- lassung des Materials sehr erwünscht. Nach der Wesereines Gießener Eingesandt Philosophen geboren, grimme Fehde; liedern und andren Arbeiterliedern in polnischer Sprache, die im Beitung" wird das Werk reich illustriert sein und in mehreren die Freifinnige Zeitung" schrieb in einer Aufwallung ihrer berühmten Verlage von Morawski und unter Redaktion von Frau Golde erBänden erscheinen. Der Kaiser nimmt lebhaften An schönen Seele: teil an der Arbeit und hat sich wiederholt über den Stand schienen find. Es wird uns aus Beuthen über den Verlauf dieses Prozesses Graf Waldersee geliefert. Die einzelnen Manuskript. derselben Vortrag halten laffen. Das wertvollste Material hat Abteilungen werden vor dem definitiven AbDie Bestrafung der Genossen Morawski und Frau Dr. Golde schluß stets dem Kaiser vorgelegt. wegen Aufreizung zum Klaffenhaß mit 2 und 1 Jahre Gefängnis hat sogar in Oberschlesien, wo man Noch keine Binnenlandflotte. Die Kölnische Zeitung" meldet gewöhnlich hohe Strafen gegen Socialdemo- aus Berlin 3. Juli: Berliner Blätter haben wieder einmal die fraten bereits gewöhnt ist, eine große Er- Nachricht ausgestreut, daß fünftig zwei Torpedoboote auf dem Auch jetzt hat die regung hervorgerufen. Die Schriften, um die es sich in der Niederrhein dauernd stationiert werden sollen. Straffache Handelte Mailieder, Vater Simon, Giebt es noch mitteilung, wie wir auf Grund zuverlässiger Erkundigung feststellen Robot? waren längst überall verbreitete Schriften, ins- tönnen, feinen thatsächlichen Untergrund; sie ist ebenso unrichtig, wie Gazeta Robotnicza" abgedruckt worden, ohne daß besondere die Mailieder waren früher einzeln in der die älteren Behauptungen dieser Art. " eine berichtet: „ Die Socialdemokratie erachtet es sogar bei den Wahlen als ihre Hauptaufgabe, gerade die Freifimigen auf das schärffte zu bekämpfen, weit schärfer als die Konservativen oder irgend eine andre Partei. Die Socialdemokratie bekämpft die Freisinnigen in diefer heftigen Weise grundsäßlich auch dort, wo die Social demokratie selbst gar keine Aussicht hat, das Mandat für sich zu erlangen. Indem die Socialdemokratie den Freisimmigen hier, wo sie sich gegen starke Nechtsparteien zu erwehren haben, heftig in den Rücken fällt, erreicht sie höchstens, daß statt des freisinnigen der socialdemokratische Kandidat in die Stichwabla gelangt mit dem konservativen, und zwar mit einer Stimmenzahl, welche von vornherein den Sieg des socialdemokratischen Kandidaten ausschließt, zumal unter den Nachwirkungen der Kämpfe bei den Hauptwahlen. Auf diese Weise haben Duzende von Wahlkreisen statt der liberalen eine tonservative Vertretung erlangt, die nicht stattfinden würde, wenn die Socialdemokratie nicht vorhanden wäre oder eine andre Taktik befolgte." Die Frankfurter Zeitung" entdeckte in diesen freifinnigen Betrachtungen zwar einen wahren Kern", deutete aber zugleich, um den Traum des„ Kartells der Linken" nicht aufzugeben, an, daß doch bisweilen Freifinnige in der Stichwahl den cine Strafverfolgung unternommen worden wäre. " ant un= Zur hessischen Wahlreform. " Das Gericht nahm an, daß einzelne Lieder, besonders in ihrer Aus Darmstadt, 2. Juli, wird uns geschrieben: Die heute Sammlung in einem Buche, und daß viele Stellen in den beiden begonnene zweite Lesung der Wahlrechtsvorlage hat, wie bereits andren inkriminierten Schriften geeignet feien, die oberschlesische telegraphisch gemeldet, zur definitiven Ablehnung der fünf neuen Arbeiterbevölkerung zu einer Empörung gegen die Unternehmer und gegen die Obrigkeit zu bewegen. Auch da, wo in den städtischen Mandate mit 27 gegen 19 Stimmen( es ist ZweidrittelSchriften eigentlich nur russische Zustände geschildert Majorität erforderlich) geführt. Die gegen die Vermehrung seien, würden deutsche Leser diese Stellen auf Deutschland bestimmenden Abgeordneten setzten sich aus antisemitischen Bauernziehen. bündlern und nationalliberalen Agrariern zusammen. Nur bie wenigsten von ihnen hatten, wie die nationalliberalen p Abgeordneten Jöckel, Heidenreich, Koch und Möllinger, den Mut, fich als offene Feinde des direkten, gleichen Wahlrechts zu bekennen. Der größere Teil versuchte sich öffentlich als Freund des direkten Wahlrechts aufzuspielen, um der Reform um so sicherer hintenherum ein Bein stellen zu können. Deftreich- Ungarn. war etwa 14 Tage lang wieder in der Lage, feiner Berufsthätigkeit Die Intervention der Krone. als Redacteur am Halleschen Boltsblatt" nachzugehen. Da -st. Wien, 1. Juli. Herr v. Koerber hat sich gegen seinen warf den taum Genesenen abermals eine Krankheit nieder. störrigen ungarischen Kollegen Hilfe geholt: der Kaiser hat die Der Arzt stellte fest, daß unser Genosse am Typhus verfeindeten Minister gestern zusammengebracht. Herr v. Szell kam erkrankt sei und ordnete seine leberführung in ein Krankengestern in Wien an, um dem Kaiser, der morgen auf zwei Monate haus an. Diese Ueberführung sollte gestern vor sich gehen. Unfre Redner, die Abgg. David und Ulrich, betrachteten es nach Ischl übersiedelt, Vortrag zu halten. Vorher hatte der ungarische Am Morgen hatte es den Anschein, als hätte der Zustand als ihre Aufgabe, diesen Herrschaften die Maske vom Gesicht herunter- Ministerpräsident sehr bestimmt erklären lassen, seine Reise nach Wien des Kranken sich etwas gebeffert, das Fieber war gesunken, der zureißen, was ihnen auch bestens gelang. Insofern war die Debatte habe keinen besonderen Zwed; er tomme nur, wie jedes Jahr, um Stranke war ganz heiter. Die Gattin unfres Genossen verließ ihn von größtem Wert, als sie die heimlichen Gegner der direkten Wahl über die laufenden Angelegenheiten zu berichten, und es sei ganz deshalb einen kurzen Augenblick, um eine notwendige Besorgung im nötigte, Farbe zu bekennen. Wir werden nach Erledigung der Vor- ausgeschlossen, daß er die Gelegenheit benügen werde, um die ab- Haushalte vorzunehmen. In dieser Zeit muß der Kranke einen Tage auf die reaktionären Bekenntnisse schöner Seelen noch ein- gebrochenen Ausgleichsverhandlungen aufzunehmen. Diese offen plöglichen Angstanfall bekommen haben; er verließ, um sich Luft zu gehender zu sprechen kommen. Die unwürdige Komödie, fundige Mißachtung war mun Herrn v. Koerber gar zu unangenehm schaffen, das Bett und eilte nach dem Fenster. Seine Gattin, bedie insbesondere die nationalliberale Partei in der ganzen und er rief deshalb die Hilfe des Kaisers an. Bevor Herr fanntlich eine Tochter unfres unvergeßlichen Liebknecht, trat gerade Wahlrechtsangelegenheit spielt, verdient weit über die Grenzen des v. Szell zur Audienz kam, war schon Herr v. Koerber dort durch die Stubenthür in das Zimmer zurück, als unser kranker weit, zen er eine Roofthur is suüd, Landes hinaus bekannt zu werden. gewesen, und es ist nicht schwer zu erraten, was er vom Genosse am Fenster das Gleichgewicht verlor und so unglücklich Was die principielle Haltung unsrer Partei zu den Abstim- Kaiser verlangte: daß dieser den passiven Widerstand des Ungars zusammenbrach, daß er zum Fenster hinausstürzte. Bei mungen der zweiten Lesung anlangt, so gab Abg. David namens der breche. Der Kaiser beschied nun nachmittags beide Minister zu sich, dem Sturze aus der Höhe von 2 Etagen zog er sich derartige Ver Fraktion die Erklärung ab, daß wir, um das Zustandekommen des lud dazu den Grafen Goluchowski ein, und in dieser dreistündigen legungen am Kopfe zu, daß er auf dem Wege nach der Klinit ganzen Reformwerkes unsrerseits nicht zu gefährden, nunmehr für Unterredung soll eine Stimmung herbeigeführt worden sein, die eine verstarb. die Anträge der Ausschußmehrheit stimmen würden. Sei es der Wiederaufnahme der Verhandlungen möglich macht. timicot Mit Swienty verliert die Partei einen ihrer fleißigsten Regierung ernst mit der Einführung der direkten Wahl, so könne und müsse auch sie auf dem Boden der Ausschußanträge eine Ver- v. Sperber das Spiel schon verloren. Umsomehr, da er die Inter- noch nicht Sobald sich die Kerone in den Ausgleichsstreit mengt, hat Herr und zweifellos auch intelligentesten jüngeren Vertreter. 26jährige hat sich namentlich große Verdienste ständigung anstreben. Die Regierung hüllte sich demgegenüber invention schon jetzt anrufen mußte: nur um zu den Verhandlungen die Handlungsgehilfen Bewegung erivorben und auch weises Schweigen. Morgen Fortsetzung und voraussichtlich Schluß zu kommen, denn damit schafft er dem Ungar die Möglichkeit, von gehilfenblatt" redigiert. Den Berliner Genossen ist er besonders aus eine Zeitlang das Organ des Verbandes, das„ Handlungsder zweiten Lesung, die zugleich die letzte ist. der Krone die Unterstützung bei der fachlichen Entscheidung zu Ffordern. Zu dem entscheidenden Schritte findet Stoerber nicht den seiner Thätigkeit im sechsten Wahlkreise bekannt. Im Jahre 1898 bont Während gestern das as Zustandekommen der Wahlreform ausfichtslos schien, ist sie am Donnerstag dennoch beschlossen worden. Mut; das unnatürliche Verhältnis mit Ungarn zu lösen, ist er nicht der geeignete Maim. Also ist er aufs Bitten und Betteln anwurde mit 32 gegen 4 Stimmen definitiv angenommen. Die für gut befinden werden. Ein Privattelegramm meldet uns: Die Wahlreform gewiesen, und er wird das bekommen, was die Ungarn zu bewilligen BahItreisregelung wird einem besonderen Gesetz vor: behalten. " Schweiz. = Der siedelte er nach Halle über, um in die Redaktion des„ Volksblatt" einzutreten. Hier blieben ihm die Ehrenbezeugungen, welche die bürgerliche Gesellschaft an ſocialiſtiſche Redacteure zu vergeben hat, die Gefängnisstrafen, nicht erspart; nicht weniger als zehn Monate mußte er einmal hintereinander abmachen. Aus dieser Zeit Ein Opfer des Rantouli- Chauvinismus. Der Rektor der rührt wahrscheinlich auch sein Leiden her. Er erkrankte im Ge Berner Universität, Professor Dr. Vetter, hat sich genötigt ge- fängnis an einer Unterleibskrankheit, die der Arzt als Das Wolfffche Bureau" berichtet über die Donnerstagsigung: sehen, seine Demission als Professor einzureichen, weil der Senat der Kolit" bezeichnete. Einige Zeit nach seiner Entlassung Die Zweite Kammer führte nach zweitägiger, teilweise sehr universität eine Rede, die Vetter als Delegierter der deutschen stellten sich erneute Beschwerden ein, und die Aerzte konstatierten erregter Debatte die zweite Lefung der Landtagswahl Gesetz- schweizerischen Universitäten bei der Feier des Germanischen eine Blinddarmentzündung, welche eine schwere Operation notwendig Borlage zu Ende. Der Artikel 4, welcher die Einführung der Der Artikel 4, welcher die Einführung der allgemeinen direkten und geheimen Landtagswahlen Museums gehalten hatte, wegen der durch sie provozierten be- machte. In ursächlichem Zusammenhang damit stand wohl auch vorsteht, wurde mit 38 gegen 2 Stimmen angenommen. Die Hagenswerten Weißverständnisse" aufs lebhafteste bebauern zu müssen seine legte Erkrankung am Unterleibstyphus. Swienty ſelbſt mag bei der ersten Lesung beschlossene Wahlpflicht wurde dagegen politisch anstößig. erklärt hatte. Die Rede Vetters erschien dem Senat als allzu pangermanisch Wir vermögen in den Berichten, die über die zur Verschlimmerung seines Bustandes sehr viel beigetragen haben; mit 20 gegen 18 Stimmen abgelehnt. Da über die künftige Zu- Ansprache vorliegen, ein derartiges Delikt nicht zu entdecken. Better die Partei- und Gewerkschaftsbewegung ging ihm über alles, so daß ſammensetzung der zweiten Kammer Einigung nicht erzielt wurde, feierte danach zwar die geistige Zusammengehörigkeit der er sich in keiner Weise schonte. Um so schwerer entbehrt die Partei nahm die Kammer mit großer Majorität einen Antrag an, wonach deutschen Schweizer mit Deutschland, ohne indes auch nur die den unermüdlichen Kämpfer. Mit ihr trauert an der Bahre die das zur Zeit bestehende Wahlgefeß noch bis zum 31. Dezember 1907 geistige Autonomie der Schweiz irgendwie preiszugeben. Gültigkeit behalten soll. Bei der Schlußabstimmung fand das neue Zadelsvotum des Senats kann uns deshalb mir als Ausfluß mit den Stadtverordneten Wahlen in Frankfurt a. M. Das Witive mit einem Kinde. Wahlgesetz, wie es aus den Beschlüssen der Zweiten Kammer hervor nationaler Hyperempfindlichkeit erscheinen. gegangen ist, mit 32 gegen 4 Stimmen Annahme.h beschäftigte sich eine außerordentliche Generalversammlung des dortigen socialdemokratischen Vereins. Redacteur 3ielo isti legte eine vom Vorstande des Wahlvereins und dem Agitationskomitee beschlossene Resolution vor, in der ein Zusammengehen mit den Demokraten abgelehnt wurde. Diese Resolution wurde von der stark besuchten Bersammlung mit allen gegen 4 Stimmen angenommen. Ursache dazu, daß unsre Genossen die Aufeiner Stellung gemeinsamen Lifte einmal ablehnen, ist die Thatsache, daß die demokratischen die demokratischen Wähler wohl dod Freilich scheint Prof. Better selbst seiner Sache dadurch einen schlechten Dienst geleistet zu haben, daß er gegen eine Kazenmufit, die ihm Berner Studenten aus dem gleichen Motive brachten, schleunigst die Polizei mobil machte, die mit den pfendo- patriotisch entflammten Jünglingen nicht allzu säuberlich verfahren sein soll. Frankreich. = Die Reaktion in Baden. Der Frankf. 8tg." berichtet aus Karlsruhe: Die Verfassungskommission hat sich in Gegenwart von Regierungsvertretern mit der Frage des direkten Wahlrechts zum Landtag beschäftigt. Soweit aus der vertraulichen Sigung bekannt wird, hat Minister Schenkel über den Inhalt des für den nächsten Landtag in Aussicht stehenden Gesetz- Die franco- italischen Beziehungen und der Dreibund entwurf überaus rückschrittliche Gedanken geäußert. bildeten den Gegenstand einer Erklärung Delcassés in der DonnersEr hat allerdings unverbindlich gesprochen; doch vertrat er die tags- Sigung der Deputiertenkammer. Auf eine Anfrage Chastenets, Unterstützung ihrer standidaten durch unsre Parteigenoffen gern Forderung der Pluralwahl, des Census und des mehr- welche Einflüsse die Erneuerung des Dreibundes auf das Verhältnis ſehen, ihrerseits aber die socialdemokratischen Kandidaten auf der jährigen Aufenthalts des Wählers im Lande. Die Angelegenheit Frankreichs zu Italien gehabt habe, erklärte der Minister des Aeußeren, gemeinsamen Liste durchfallen ließen, andrerseits die Erwägung, daß wird in den nächsten Tagen im Landtag zur Verhandlung gelangen, daß nach der Beendigung des wirtschaftlichen Krieges das beste gerade die Demokraten und Freisinnigen im Frankfurter StadtEinvernehmen bestehe, wenn auch beide Staaten ihre völlige Unab- uard, der dort die Socialdemokratie vertritt, erbarmungslos zu parlament fast alle Anregungen und Anträge unsres Genossen hängigkeit wahrten. habe die Regierung sich durch Erklärungen von Italien selbst die den Wahlkampf zu ziehen; für etwaige Stichwahlen behielten sie Als der Augenblick der Erneuerung des Dreibundes herannahte, Fall brachten. Da man unsern Genossen nicht zumuten kant, direkte Gegner ihrer Bestrebungen zu wählen, beschlossen fie, allein in Gewißheit verschafft, daß die Beziehungen dadurch keine Aenderung erfahren würden und daß Italien sich niemals zu einer Angriffs= sich den Beschluß vor. politik gegen Frankreich herbeilassen würde. der am 10. Juli geschlossen wird.. ministers v. Landmann soll, wie die Münchener Allg. Ztg." Die Nachricht vom Rücktritt des bayrischen Kultusoffiziös schreibt, völlig aus der Luft gegriffen sein. Ausland. Neue Revolten in Rußland. Ueber einen neuen Verzweiflungsausbruch des hungernden Boltes wird aus Petersburg vom 1. Juli gemeldet: Italien. " Parteipreffe. In die Redaktion der Chemnizer Boltsflimme" ist der Genosse Gustav Noste jaus Königsberg eingetreten. Die Kommunal- und Provinzialwahlen in Rom haben, wie bereits mitgeteilt, mit einem Siege der gemäßigten Liberalen In Rostow am Don, Gouvernement Jekaterinoslaw, find in geendet; es gelang mur, einen einzigen Kandidaten der äußersten Aus Industrie und Handel. den letzten Tagen ernste Unruhen ausgebrochen. Eine be- Linten durchzubringen. Seit Jahren war nie so energisch um die Vom rheinisch- westfälischen Kohlenmarkt bringt die„ Boff. trächtliche Anzahl Arbeiter drang in mehrere Fabriken ein, Sige gekämpft worden, als diesmal, namentlich waren die Klerikalen Zeitung" einen Bericht, in dem es heißt:" Seit dem Niedergange plünderte und zerstörte dort alles und zerbrach die Maschinen; Socialisten und Radikalen unterlegen sind, haben sie doch einen nicht Kohlenzechen wohl nie so groß gewesen, als in der lezten Zeit. mit großem Eifer in den Stampf eingetreten. Obgleich die der allgemeinen wirtschaftlichen Lage ist die Absaystockung auf den gleichzeitig plünderte das Landvolk in der Umgegend die Häufer unerheblichen Zuwachs an Stimmen aufzuweisen. Bei den letzten Wahlen wußten bisher nur die Magerkohlenzechen keinen Absatz für ihre der Gutsbesitzer und Bächter. Militär mußte einschreiten, um die Ordnung im Juni 1899 entfielen auf die Kandidaten der Volksparteien" Förderung, so leiden unter derfelben Kalamität gegenwärtig fast wiederherzustellen. Die Soldaten schossen in die Menge im Minimum 3008, im Magimum 3461 Stimmen, bei der jetzigen ebenso sehr die Fettkohlengruben. Die Zechenbahnhöfe stehen und töteten oder verwundeten eine große 3ahl der Wahl erlangten ihre Kandidaten im Minimum 3164, im Maximum jetzt wieder Tage lang dicht voll von beladenen Koblenzügen, so daß Ruhestörer. Die Landleute sowie die Arbeiter waren aufgewiegelt 4182. Von den Wahlen im Lande sind noch folgende Resultate leere Wagen nicht mehr zugeführt werden können. Die Förderung worden und wurden bei den Ausschreitungen geführt durch Fremde, bekannt: in Bologna siegte die Liste der Volksparteien" mit muß häufig eingestellt werden, weil alle Wagen gefüllt sind und die eine Phantasie- Uniform und-Ordensauszeichnungen trugen und einer Majorität von 1500 über die Reaktionären; es wurden gewählt nicht abgesandt werden können. Die Kohlenhauer in der Grube sich als Send boten des Baren ausgaben. Sie redeten den 22 Radikale und 5 Socialisten. In Neu- Modena siegte die können ihre Kohlen nicht zu Tage fördern und müssen entweder Massen ein, die Maschinen seien nur ein Mittel, um die Zahl der Liste der Socialiſten gegen alle andren mit einer Mehrheit von müßig in der Grube liegen oder feiern. Die 150 Stimmen. In Pontassieve wurden 9 Socialisten und unerfreulichen Erscheinung liegt zum Teil Arbeiter immer mehr zu beschränken und den Ruin der Armen her- 6 Moderierte gewählt. Ju Re francore wurden 6 Socialisten einschränkungen, welche die Eisenwerte infolge der gegenwärtig stattbeizuführen, worüber der gütige Herrscher selbst tief betrübt sei. In gewählt. findenden Inventuraufnahmen haben eintreten lassen, zum größeren einem großen Teile von Süd- Rußland, namentlich in den GouTeil aber noch in dem stetig abnehmenden Kohlenverbrauch der bernements Chartow, Boltawa, Siew, Woroneich, heimischen Verbraucher. Die letzteren beziehen nur die unbedingt Saratow, Cherson, Jekaterinoslaw, sowie im nördnotwendigen Mengen, da sie die bereits vorhandenen Vorräte nicht lichen Kaukasus, macht sich bei dem niedern Bolte eine gefahrnoch vermehren wollen. Es stellt sich jetzt immer mehr heraus, drohende Gärung bemerkbar. daß viele Eisenwerke beim Abschließen der neuen Lieferverträge fich zur Abnahme größerer Mengen verpflichtet haben, als fie jetzt wirklich brauchen. Verleitet worden sind sie hierzu durch die inzwischen getäuschte Hoffnung, daß im Laufe des Jahres eine entschiedenere Besserung in der Lage des Eisenmarktes eintreten werde." Sofern die Einzelheiten der Meldung richtig sind, handelte es sich bei den Revolten um den elementaren Verzweiflungsausbruch der Massen, aus deren Mitte sich Führer erhoben, die in ihrer naiven Weise das Recht der Revolution predigten, wobei sie den„ gütigen" Zaren für sich reklamierten. Noch eine andre Nachricht, die freilich noch sehr der Beglaubigung entbehrt, zeugt indirekt von der tiefen revolutionären Erschütterung Rußlands. Monarchenbesuche. Der König von Italien will sich nach befannten Mustern ebenfalls auf die Reise begeben. Er beabsichtigt zu nächst in Petersburg vorzusprechen, sich dann nach Berlin zu begeben und schließlich, wofern nicht eine Katastrophe entstehen sollte, auch Eduard VII. einen Rekonvalescenzbesuch abzustatten. Der Minister des Aeußern, Brinetti, wird den König begleiten. Wie der Wiener Storrespondent der Morning Post" aus amtlither Quelle erfahren haben will, soll die Reise auf die direkte inladung des Baren und des deutschen Kaifers erfolgen. Der Bar sowohl wie Wilhelm II. sollen gleichzeitig die Versicherung abgegeben haben, daß sie ihrerseits eine Gegenvifite in Rom abstatten ivürden. Es ist ja jezt die Reisesaison, irgendwelche politische Bedeutung dürften die Besuche schwerlich haben. Afien. " in Ursache dieser den Betriebs= Der Bericht bestätigt völlig die fürzlich vom Vorwärts" gegebene Uebersicht über die Lage des rheinisch- westfälischen Kohlenmarktes. Aus dem Walliser Kohlenrevier. Nach Meldung der„ Industrie" haben die Vertreter der Grubenarbeiter in Südwales am 1. Juli die bestehende Lohnabmachung( sliding scale) gekündigt. Einer Petersburger Meldung des„ Daily Expreß" zufolge herrscht Die Mandschurei- Konvention ist nunmehr in Petersburg von Aenderungen seit dem 28. Mai 1875 in Straft war. Die Arbeiter Sie läuft somit am 31. Dezember ab, nachdem sie mit geringen in der russischen Hauptstadt großes Aufsehen über einen außer den beteiligten Mächten ratifiziert worden. Eine Meinungs- schlagen für die Lohnregulierung die Einrichtung eines Ausschusses gewöhnlichen Schritt des Baren, der, ohne die Proteste der verschiedenheit soll gleichwohl noch über die Beibehaltung der vor, der aus 24 Befißern und 24 Vertretern der Arbeiter mit einem Minister zu beachten, beabsichtigen soll, über 200 Ber- fremden militärischen Mitdirettoren bei der chine unabhängigen Vorsitzenden bestehen soll. Sie verlangen, daß 40 Broz. fonen aus allen Ständen der russischen Bevölkerung fischen Nordbahn unverändert fortbestehen. England über dem Lohndurchschnitt des Jahres 1879 als Mindestlohn und in Privataudienz zu empfangen, darunter Universitäts- drängt auf ihre Beibehaltung, während Rußland ihre Ab- 70 Proz. über diesem Durchschnitt als Höchstlohn zu gelten haben. professoren, Redacteure, Bublizisten und sogar politische berufung fordert Gefangene und Leute, die in den Polizeilisten als verdächtig bezeichnet werden. Der 3 ar sei durch die Morde gegen Minister, fo= wie durch die häufig wiederkehrenden feindseligen Kundgebungen im Aus Pretoria wird berichtet: Das Land nimmt wieder sein ganzen Reiche beunruhigt worden und habe sich entschlossen, früheres Aussehen an, nachdem der Belagerungsvon der Hoftradition abzugehen und in persönlichen Unter- zustand aufgehoben ist. Man kann jetzt die Stadt ohne redungen mit Bertretern des Volkes sich ein Bild davon behördliche Genehmigung betreten und verlassen. Die Eisenbahn zu machen, ivas gethan werden müsse, um die Ruhe in Rußland wurde wieder unter Civilverwaltung gestellt. wieder herzustellen. Die zu den Unterredungen eingeladenen Ber- Wie aus Kapstadt gemeldet wird, ist der Dampfer ,, Canada" fonen würden aufgefordert werden, frei und rückhaltlos ihre Ansicht mit 400 Boeren an Bord, aus St. Helena tommend, gestern zu äußern, wie der Not und Unzufriedenheit in den unteren Klassen in der Simonsbai eingetroffen. Afrika. thi Die Pacifikation Südafrikas. der Bevölkerung Rußlands abgeholfen werden könnte und an- Das Kriegsamt veröffentlicht aus Südafrika eine Verlust gemessene Reformen vorzuschlagen. Der Zar sei von seiner Liste, welche zwei Tote, drei Verwundete und einen Vermißten Gemahlin zu diesem Schritte ermutigt worden. umfaßt. Man weiß nicht, ob diese Verlustliste von einem Kampfe Diese Entschließung des Baren wäre zu vernünftig, als daß sie herrührt und wo dieser eventuell stattgefunden haben soll. ohne weiteres als glaubhaft erschiene. Allerdings müßte der Bar, rai ofis falls er wirklich den Beschwerden des Voltes sein Ohr liehe, auch 90 den ernſten Willen haben, die geeigneten Schritte zu deren Be- in omdonPartei- Nachrichten. feitigung zu unternehmen. Mit ein paar philanthropischen Utajen wäre es natürlich nicht gethan, sondern dem Volte müßte durch die Einführung eines demokratischen Repräsentationssystems die Möglich feit der Selbsthilfe gegeben werden. Wie es heißt, soll noch fraglich sein, ob die Grubenbesizer sich diesen Vorschlägen fügen werden, obschon vorläufig geringe Aussicht vorhanden ist, daß der Lohn auf den von den Grubenleuten vorgeschlagenen Mindestbetrag sinke. Der Außenhandel Dentsch- Ostafrikas weist für 1901 einen Rückgang von 11/2 Millionen, d. h. 10 Broz, gegenüber dem Jahre 1900 auf. Die Einfuhr hat um 1920 000 M. abgenommen, die Ausfuhr dagegen ist um 330 000 m. gestiegen. Die Einfuhr in den Schutzgebieten hängt in der Hauptsache ab von den Aufwendungen, die im Reichshaushalts- Etat für die Schutzgebiete gemacht werden. Vom amerikanischen Eisenmarkt meldet die Fachzeitung Iron Age" Die Lage in Roheisen wird durch den Kohlenarbeiter Ausstand ernstlich in Witleidenschaft gezogen; es sind deshalb große Mengen von schottischem, englischem und deutschem Eisen in Auftrag gegeben worden. Die Oceandampfer sind bis zum September voll besetzt. Die Einfuhr von auswärtigem Stahl hält in mäßigem Umfange an. Die Nachfrage nach Stahlschienen überschreitet den Vorrat um ein Bedeutendes. Sociales. Unser Genoffe Wilhelm Swienth in alle ist einem tragischen Geschicke zum Opfer gefallen. Derselbe erkrankte vor Die Verhältniswahl beim Gewerbegericht soll nun auch in einiger Zeit schon an einer schweren Blinddarmentzündung. Es Ludwigshafen a. th. zur Einführung gebracht werden. In gelang jedoch der ärztlichen Kunst, ihn wieder herzustellen und er der legten Stadtratssigung wurde eine Kommission beauftragt, zur anida gale Entgegennahme von Vorschlägen zur Abänderung der Getverbegerichtstatuten nach diefer Nichtung hin mit den Interessenten in Verbindung Bu treten. Gewerkschaftliches. Die chriftlichen Gewerkschaften Deutsches Reich. Leute mit einer rigorojen Arbeitsordnung bedacht werden. In Hannover sollten die bei der Firma Conrad beschäftigten Alle bis auf einen haben die Arbeit niedergelegt, um sich dem Ansinnen des Arbeitgebers zu widersetzen. Zuzug ist feruzuhalten. sse Gerichts- Beitung. Lehte Nachrichten und Depeschen. Neichstags- Nachwahl in Bayreuth. Ueber die gestern erfolgte Nachwahl liegt bisher nur folgendes Teilresultat vor: Das Zu Gunsten der Ausgesperrten in Kiel hat, wie wir bereits mitteilten, ein erheblicher Teil der Kieler Einwohner eine von drei Die Arbeitsthätigkeit in den bayrischen Strafanstalten. großen Volfsversammlungen angenommene Resolution an den Die eben erschienene amtliche Uebersicht über die Arbeitsthätigkeit in Magistrat gerichtet, worin dieser ersucht wird, zur Verhinderung der den Strafanstalten und in den Arbeitshäusern Bayerns nach dem Wohnungsnot, die durch die Aussperrung herbeigeführt wird, Stande vom 31. Dezember 1901 ergiebt: Die Gesamtzahl der männ- städtischerseits Wohnungen zu bauen. Die Antwort, die der Bayreuth, 3. Juli, 9 Uhr abends.( W. T. B.) Bei der heutigen lichen Gefangenen betrug 7840. Hiervon waren umbeschäftigt 410. Magistrat auf diese Nesolution erteilt hat, zeugt von einer eichstags- Eriagwahl im Wahlkreise II( Oberfranken) für Beschäftigt waren für den eigenen Bedarf der Anstalten 1395; mit fo hochgradigen Verständnislosigkeit für sociale Dinge, daß den verstorbenen Abgeordneten Friedel wurden bisher gezählt: für Landwirtschaftlichen Arbeiten, gewöhnlichen Taglohnarbeiten, sowie die Kieler Bevölkerung mit Recht dagegen Proteft erhob. Der Hagen( natl.) 2634 Stimmen, für Günther( freis. p.) 981, mit Arbeiten für Rechnung des Staates 2658; für Anstaltsbeamte Magistrat beabsichtigt nämlich, Banland, welches sich im städtischen Feustel( Bund der Landwirte) 1376 und für ugel( Soc.) und Bedienstete 112; für Rechnung von Gewerbetreibenden 2710 Besiz befindet, zu einem verhältnismäßig niedrigen Preise an 3849 Stimmen. ( davon u. a. 189 mit Weberei, 280 mit Schuhmacherei, 180 mit Privatunternehmer zu verkaufen, um dadurch die Baulust anzuregen. Filzschuhmacherei, 109 Pantoffelfabrikation, 63 mit Schlosserei. Das heißt also: Zu Gunsten einiger Bauunternehmer, die dabei ein 218 mit Holzschnitzerei, 295 mit Goldleistenfabrikation, Bei der Reichstagswahl im Jahre 1898 erhielt der National 229 gutes Geschäft machen können, soll sich die Stadt ihres Grundbefizes liberale 6424 Stimmen, der Volksparteiler 2314 Stimmen und der mit Brillengestell Fabritation, 89 mit Korbflechterei, 69 mit Maßstab entäußern. Drei große von 7000-8000 Einwohnern Kiels bes Socialdemokrat 4211 Stimmen. Fabrikation, 91 mit Kartonnage und Buchbinderei, 215 mit Düten- fuchte Versammlungen, die am legten Dienstag stattfanden, nahmen Nationalliberale v. Fischer, Bürgermeister in Augsburg, mit In der Stichwahl siegte der Anstalten zum Verkauf an Gewerbetreibende waren beschäftigt 46 an. Im übrigen drückten die Verfam Gine intereſſante Epiſode in den erhielt. fabrikation, 290 mit Maschinenstrickerei 2c. 2c.); für Rechnung der Protestresolutionen gegen den bezeichneten Magistratsbeschluß Versammlungen den ausgesperrten Bau- 9144 Stimmen über unsren Parteigenossen, der 5994 Stimmen und zwar mit Seilerei; endlich für Rechnung der Anstalten zum handwerkern ihre Sympathie clos@ gdi dng Verkauf überhaupt, dann für Rechnung von Privaten 514( darunter Bersammlungen bildete das Eingreifen des italienischen Ab192 mit Weberei, 78 mit Schneiderei, 62 mit Storbflechterei, 130 mit geordneten Cabrini, der als Vertreter der vereinigten ArUnterhaus. Steinbauen 2c.). Die Gesamtzahl der fich auf 991. Davon waren unbeschäftigt en Gefangenen belief beitskammern Italiens, einer Köperschaft analog der General: 53. Beschäftigt waren: fommission der deutschen Gewerkschaften, erschienen war, um den des Auswärtigen Amtes beflagt Dilfe in Bezug auf London, 3. Juli.( W. T. B.) Bei der Beratung des Etats für den eignen Bedarf der Anstalten 173; für Rechnung des Staates ausgesperrten Bauhandwerkern die sympathischen Grüße des das franzöfifch- italienische Einvernehmen den Verlust der bis 83; für Rechnung von Gewerbetreibenden 401( davon 45 mit Düten- organisierten italienischen Proletariats zu überbringen und herigen guten Beziehungen zu Italien hinsichtlich der Erhaltung anfertigung, 71 mit Maschinenstriden, 268 mit weiblichen Hand zugleich im Namen der anständigen Arbeiterschaft seines bes status quo im Mittelmeere. Dieser Verlust sei eine der arbeiten); für Rechnung von Privaten 273( davon 242 mit weiblichen die unwürdige Rolle Ausdruck zu geben, die die italienischen Streit Die Regierung sei für den Verlust des auf den Frieden Vaterlandes feinen Schmerz seiner Entrüftung über schwierigsten Fragen, mit denen England zu rechnen habe Handarbeiten). brecher in dem gegenwärtigen Lohnfampf spielen. Angelo Cabrini gerichteten Bündnisses mit Italien verantwortlich. Dilfe ver war nachmittags von Lübed, wo er sich auf der Durchreise nach urteilt ferner die englische Politit in China als einem Gewerkschaftstongreß in Stockholm befand und wo ihn die schwach und voller Widersprüche. Kunde von den Kieler Veranstaltungen erreichte, in Riel eingetroffen. ihrer Interessen in China durch Rußland und England würde Eine deutliche Abgrenzung Da sein Erscheinen vorher nicht bekannt geworden war, entging er zu einem guten Ergebnis führen. sind seiner Zeit ins Leben gerufen worden, um ein Gegengewicht dem Schicksal der englischen Maschinenbauer, die vor einigen Jahren ein geheimes Ginvernehmen zwischen Deutschland Er fragt weiter an, ob gegen die freien Gewerkschaften zu bilden. Indem man tünstlich gelegentlich des großen englischen Maschinenbauer- Streits in Kiel und England bestehe, welches Deutschland Zugang zum perfieinen Gegensatz zwischen christlichen und andersdenkenden Arbeitern hatten sprechen wollen, aber verhaftet und ausgewiesen worden schen Golf verschaffe. Er erklärt sodann, die gegenwärtige tonstruierte, suchte man unter dem Banner christlicher Gewerkschaften waren. Cabrini tam in allen drei Versammlungen zu Wort. die Arbeiter in den katholischen Gegenden zu vereinigen, um sie, die Das Gewerbegericht will in der Angelegenheit der Ausgesperrten zuführen über in der Schwebe befindliche Fragen. Er schließt mit Beit sei günstig, um ein besseres Einvernehmen mit Frankreich herbeinach einer Bertretung ihrer wirtschaftlichen Interessen verlangen, einen ernenten Einigungsversuch machen. dem Antrage, am Etat einen Abstrich zu machen. vor dem Beitritt zu den freien Gewerkschaften und dem Einfluß bed a. G. hat sich veranlaßt gesehen, die Accordpreise plöglich um mit Rußland zu sprechen und sagt:„ Die Regierung wünschte VerSteinjeter. Der Steinfegmeister Haase in Schöne Cranborne kommt auf die Möglichkeit einer Verständigung der Socialdemokratie zu behüten, und sie als willige Gefolgschaft 2 Pf. pro Quadratmeter herabzusezen. Es find deshalb Differenzen ständigung mit fast jeder Macht, und es iſt nicht Schuld der der Centrumspartei zu erhalten. Wenn trotzdem in einem Teil der christlichen Gewerkschaften ernsthafte Gewerkschaftsarbeit betrieben ausgebrochen. Regierung, wenn es an solcher Verständigung fehlt. worden ist, so geschah das auf Drängen der Massen. In der Abwichtigste bei internationalen Beziehungen und Freundschaften find sicht der Führer die traditionellen Sympathien und materiellen Interessen der bewenigstens derjenigen, die hinter den Coulissen treffenden Mächte. Das ist der große Vorteil des Uebereinkommens der gewerkschaftlichen Bühne ihr Wesen treiben lag das mit Japan, das auf den gegenseitigen Interessen der beiden vertrag sicher nicht. Die katholischen Arbeiter unter falschen Vorwänden abschließenden Mächte beruht. sondern von ihren andersdenkenden Klassengenossen, mit denen Des weiteren äußert sich Cranborne zu den chinesische n sie durch die gleichen wirtschaftlichen Interessen verbunden sind; sie Angelegenheiten. Bezüglich des Vorgehens Deutschlands in hindern, ihre Klasseninteressen unter sachgemäßer Führung zu bere Schantung habe der deutsche Reichskanzler Graf Bülow in Abrede treten: Das war und ist die Absicht der Macher in den christlichen die IV. Straffammer des Landgerichts I in zehntägiger Sizung be- und erklärt, es bestehe fein Grund zu der Behauptung, daß Eine große Auflage wegen Wuchers und Betrugs, welche gestellt, daß Deutschland dort ausschließliche Rechte beanspruche Getverkschaften. Diese Absicht tam auch jetzt wieder auf dem schäftigen soll, hat vorgestern ihren Anfang genommen. Den Borsiz Deutschland die offene Thür geschlossen habe. Unter diesen UmKongreß in München mit voller Deutlichkeit zum Ausdruck. Nicht führt Landgerichtsdirektor Oppermann, die Anklagebehörde vertritt ständen könne er Cranborne nicht zugeben, daß der mur christliche Gewerkschaften, sondern auch christliche Konsum Staatsanwalt Hellwig, die Verteidigung liegt in den Händen der englischen Regierung die Politik der offenen Thür mißlungen sei. bereine möchte man gründen, wenn auch dieser Blan einstweilen Rechtsanwalte Dr. Davidsohn und Lissauer. Aus der Untersuchungs- Cranborne schließt, was die Beendigung der provisorischen Ver noch nicht verwirklicht werden kann. Um sich den Anschein haft wurde der Agent Heinrich Johann Hinrichs vorgeführt, ein waltung in Tientsin angebe, so werde die britische Regierung froh von Vertretern der Arbeiterinteressen zu geben, suchen die zweiter Angeklagter, der Buchhalter Karl Moebis, hat nicht er fein, wenn die Bedingungen dafür abgeändert würden; er hege aber christlichen Führer alle Einrichtungen der freien Gewerkschaften nach Hinrichs ging folgender Thatbestand mittelt werden können. Aus der Vernehmung des Angeklagten gelinden Zweifel, daß eine solche Aenderung gemacht werde. zuahmen. Dabei vergessen diese Leute nur das eine: daß es nicht aus hervor: Er stammt einem Dorfe im Oldenburgischen, besuchte die Dorfdie Einrichtungen, nicht die äußeren Formen sind, welche die Erfolge schule und lernte dann bei seinem Vater das Schuhmacherhandwerk. Die Boerengenerale anf der Neise nach Europa. der freien Gewerkschaften bedingen, sondern daß es vielmehr der in In seinem 24. Jahre erlitt er wegen Sittlichkeitsverbrechens eine Durban, 3. Juli.( B. H.) Die Boerengenerale Louis Botha, diesen Organisationen herrschende Geist ist, welcher ihr Wachstum Buchthausstrafe von 4 Jahren, bald nach Verbüßung der Strafe eine De Wet und Delarey haben sich Dienstagabend auf dem Dampfer und ihre Erfolge bedingt. In dieser Hinsicht gilt auch für die christ- zweite wegen desselben Verbrechens zu einem Jahre drei Monaten Kanzler" der Deutsch- Ostafrita- Linie nach Europa eingeschifft. Das lichen Gewerkschaftsführer der bekannte Saz aus dem Wallen- Buchthaus. Es folgten noch mehrere Borstrafen wegen Betruges. Schiff läuft am 4. August Neapel und am 19. August Lissabon an. stein: Wie er sich räuspert und wie er spuckt, das habt Sodann schlug der Angeklagte sich bettelnd bis Berlin durch. Er Es ist noch unbestimmt, in welchen von beiden Städten die BoerenIhr ihm glücklich abgeguckt." Auch ein Reichs- Arbeiter öffler fennen, wurde von diesem als Comptoirschreiber lernte hier den inzwischen ermordeten Geldvermittler generale landen werden. fetretariat wollen die christlichen Gewerkschaften einrichten, und Bote" angenommen und kam dadurch in eine gute Wirren im Orient, damit die christlichen Arbeiter um Himmelswillen nicht in die Lage Schule, um sich für seinen späteren Beruf als Geldvermittler tommen, ihre gesetzlichen Ansprüche vor dem Neichs- Versicherungsamt vorzubereiten. Er lernte bald den Betrieb jener Darlehnsgeschäfte, Konfularberichte aus Manastir forderten mehrere Botschafter die Konftantinopel, 3. Juli.( B. H.) Infolge der alarmierenden durch einen vielleicht nicht christlichen, dafür aber um so sach- bei denen durch hohe Zinsen usw. bedeutende Vermögensvorteile ge- Pforte auf, der gefahrdrohenden Lage im dortigen Vilajet volle kundigeren Arbeitersekretär der freien Gewerkschaften vertreten zu vomen werden. Nach etwa Jahresfrist wurde Löffler ge- Aufmerksamkeit zuzuwenden. Der aus Sofia zurückgekehrte bul laffen. Der salbungsvolle, aber recht unpraktische evangelische Theologe fänglich eingezogen. Hinrichs mietete fich nun ein kleines garische diplomatische Agent drohte scharfe Repressalien an, falls die Mumm wird dafür sorgen, daß die Absonderung der christlichen Arbeiter Bureau in der Liegmannstraße und begann den Betrieb selbstforte die von der bulgarischen Regierung wegen des Unfalles in auch in dieser Hinsicht durchgeführt werde. Ob die betreffenden ständig. Er annoncierte besonders in Blättern, welche Forret geforderte Absetzung des dortigen Muffetarifs und Wiedervon Beamten gelesen werden werden und Arbeiter von dieser Einrichtung Nutzen haben werden, das ist eine Prospette, verfandte gedrudte anbringung des bulgarischen Wappens und der Fahne nicht be worin er Darlehne unter Zusage der Berwilligen. andre Frage. schwiegenheit gegen coulante" Bedingungen versprach. Die Die Macher in den christlichen Getvertschaften betreiben in erster verlockende Faffung der Annoncen verfehlte nicht ihre Wirkung. Dresden, 3. Juli.( B. 5.) Zum Präsidenten der zweiten Linie die Geschäfte der Centrumspartei. Das läßt sich mit ernsthafter Aus allen Gegenden und Ständen meldeten sich Darlehnssucher. fächsischen Kammer wurde Dr. Mehnert gewählt, zum ersten Gewerkschaftsarbeit natürlich nicht vereinigen, und die Folgen diefer Eine gewaltige Korrespondenz wurde nach der Verhaftung des An- Bicepräsidenten Dr. Schill, zum zweiten Opig, zum ersten Schrift Art von Gewerkschaftsbewegung haben sich denn auch gerade in jüngster geklagten beschlagnahmit, im Laufe der Voruntersuchung sind über Bicepräsidenten Dr. Schill, zum zweiten Opiz, zum ersten SchriftBeit gezeigt. Sie tamen ganz besonders scharf zum Ausdruck in 1000 Personen vernommen worden, welche von dem Angeklagten führer Rüder, zum zweiten Ahnert. Darlehen suchten. Sein Kundenkreis scheint aber ein viel größerer Eydtkuhnen, 3. Juli.( W. T. B.) Der Gesellige" meldet: der Stellung, welche die katholischen Arbeiter einerseits, die gewesen zu sein. Da er über eigne Mittel nicht verfügte, so mußte Der um 4½ Uhr nachmittags fällige gestrige Schnellzug aus Centrumspartei und mit ihr die maßgebendsten Führer der christ- er sich, wie sein ehemaliger Lehrmeister Löffler, nach Geld Petersburg traf mit mehr als elfstündiger Verspätung, also erst lichen Gewerkschaften andrerseits zur Bollvorlage einnehmen. Dieser gebern umsehen, denen er selbst hohe Binsen zahlen heute früh, hier ein. Der Grund dieser Verspätung ist ein großes Gegensatz führte denn auch in München zu lebhaften Debatten. mußte. Das Kapital, über das er auf diese Weise verfügte, Eisenbahn- Unglück. Der Schnellzug stieß bei Gatschina mit Wieber, der Vorsitzende des Metallarbeiter Verbandes, der in reichte auch nicht annähernd aus, um den an ihn gestellten An- einem Bergnügungszuge zusammen. Der Lokomotivführer eiu feinem Blatte gegen die Brotwucherpolitik des Centrums eingetreten forderungen seitens der Dahrlehussucher gerecht zu werden, der An- Heizer und mehrere Personen sind tot, über 60 Passagiere schwer twar und deshalb bon Brust und Giesberts, den allzeit geklagte bat felbft in einer seiner Vorvernehmungen eingeräumt, es verlegt. sei ihm bewußt gewefen, daß er höchstens jedem zehnten Dahrlehus- Bremen, 3. Juli.( W. T. V.) Die Familie des Photographen getreuen Centrumstnappen, heftig befehdet wurde, ist abgefägt fucher werde Geld geben können. Troydem hat der Angeklagte fast Bogt, bestehend aus dem Ehepaar mit zwei Kindern, wurde heute worden, während man seinen Brotwucher freundlichen Gegnern durch alle, die sich schriftlich an ihn wandten, in den Glauben verfegt, daß fie früh in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Die Todesursache ist bis Wiederwahl in den Ausschuß des Gesamtverbandes christlicher Ge- Geld erhalten würden. Er ließ fich zunächst 3 bis 25 M. Auskunfts- jetzt nicht bekannt. werkschaften ein Vertrauensvotum erteilte. Die Delegierten, welche gebühren im voraus zahlen. Sodann erhielt der Darlehussucher Aus Kaffel melden die Leipziger Neuesten Nachrichten" vom diesem Vertrauensvotum zustimmten, mögen sich der principiellen ein Schreiben mit den Bedingungen. Der Brief hatte folgenden 3. Juli: Der frühere Generaldirektor der Trebergesellschaft Schmidt Bedeutung ihres Beschlusses wohl nicht bewußt gewesen sein, denn stereotypen Wortlaut:„ Antwortlich Ihres Geehrten werde Ihnen wurde heute vormittag von dort nach Leipzig überführt, um in dem es ist sicher anzunehmen, daß ihre Mandatgeber nicht einverstanden m..... verschaffen, wenn ich über Ihre Verhältnisse günstige Leipziger Banfprozeß als Zeuge vernommen zu werden. find mit der Maßregelung des Mannes, der energisch gegen die vom Auskunft erhalte. Ich laffe diefe Auskunft durch ein hiesiges Bureau Barmen, 3. Juli.( W. T. B.) In der städtischen GasCentrum befürwortete Brotwucherpolitik eingetreten ist, und sie durchaus diskret einziehen. Das Darlehn werde Ihnen mit 6 Prog. anstalt im Stadtteil Nittershausen explodierte heute vor Die unvereinbaren Gegensäge zwischen Centrumspolitik und und 2 Proz. Provision verschaffen." Daran schloß sich dann das mittag ein Teerlessel. Vier Bersonen tamen ums Leben, eine Ersuchen um Einsendung eines Geldbetrages für Auskunft, Person ist schwer verletzt. Intereffenvertretung der Arbeiter sind es, die ein Gedeihen der Borto usw. und um Unterschrift eines Reverses, worin der Geldchristlichen Sonderorganisation in der Gewerkschaftsbewegung aus fucher erklärte, daß er sich in feiner Notlage, sondern nur in schließen. Die Debatten in München haben ja auch gezeigt, daß es einer vorübergehenden Verlegenheit befand. Beit über 800 Per mit den christlichen Gewerkschaften ungünstiger steht, als die Führer es sonen haben erklärt, daß sie den Vorschuß geopfert haben, ohne auch instellen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wie lange sich die katholi- nur das geringste Darlehn erhalten zu haben. Allerdings sind auch ichen Arbeiter noch von ihren der Centrumspartei ergebenen Führern Darlehnsgeschäfte zu ſtande gekommen, doch dann verlangte der Anleithammeln, und wie lange sie sich noch einreden laffen, daß fie, geklagte die Stellung eines Bürgen und wechselmäßige Verpflichtung. leithammeln, und wie lange sie sich noch einreden lassen, daß sie. Er nahm auch nicht 6, sondern 100 Proz. und darüber. Eine erabgesondert von ihren andersdenkenden Klaſſengenossen, ja im Gegen- staunliche Vielseitigkeit entwickelte der Angeklagte, wenn er die Darsatz zu diesen, ihre wirtschaftlichen Interessen vertreten können. Die lehnssucher hinzuhalten suchte. Zunächst verhielt er sich abwartend. nüchternen Thatsachen sprechen deutlicher als salbungsvolle Redner, Wurde der Geldfucher drängend, jo erwiderte der Angeklagte bald, daß Aus Tübingen, 3. Juli, meldet die Frankfurter Zeitung": Die und diese nüchternen Thatsachen werden auch die Arbeiter in den jetzt der Krieg in Südafrika" oder die allgemeine wirtschaftliche Lage, oder zu dortige Banffirma Wilhelm Bränning hat ihre Zahlungen einnoch vom Centrum beherrschten Gegenden zu der Erkenntnis bringen, fällige Geldknappheit bei der Bank" die Sache verzögert gestellt. Die Paffiva belaufen sich auf eine halbe Million Mark, daß die Arbeiter ohne Unterschied der religiösen Meinungen zu habe. Das Gesuch müſſe ſpäter erneuert werden. Bisweilen wurde benen nur 50 000 Mart Attiva gegenüberstehen. Der Inhaber hat Abschluß einer Lebenssammen gehören, wenn es gilt, ihre wirtschaftlichen Intereffen zu bingung gemacht, sonst dauerten die Verhandlungen so lange, bis der ich dem Gericht gestellt und ist sofort in Haft behalten worden. Marienbad, 3. Juli.( B. H.) Heute früh brannte das Rudolfs. Darlehnssucher einsah, daß er betrogen war. Bei der Einheim nieder. Zwei Personen kamen in den Flammen um. treibung soll der Angeklagte in der rücksichtslosesten Weise Ein junges Mädchen sprang aus dem zweiten Stockwerk und wurde Es sind über sechzig Zeugen geladen, schwer verlegt. vorgegangen sein. welche von dem Angeklagten in der schwersten Weise bewuchert Rom, 3. Juli.( V. H.) Die Arbeiter der italienischen Stearinworden sein sollen, viele auswärts wohnende Bengen find auswärts vernommen worden. vernommen worden. Der Angeklagte bestreitet, daß er von einer fabrik Aktien- Gesellschaft in Rivarolo bei Genua forderten unter Anbetrügerischen Abficht geleitet worden sei, die meisten der Geldsucher drohung des Streiks eine Lohnerhöhung. Die Direktion beschloß, feien so wenig kreditwürdig gewesen, daß von einer Bewilligung ben Betrieb sofort einzustellen und sämtlichen 800 Angestellten zu fündigen. ihres Gesuches nicht die Rede sein konnte. bertreten. A Berlin und Umgegend. Achtung, Metallarbeiter! Die Former der Niles Wert zeug Maschinenfabrit, 41 an der Zahl, befinden sich im Abwehrstreit. Deutscher Metallarbeiter- Berbaud, Ortsverwaltung Berlin. un 10 Achtung, Gußputer! Wegen Weigerung, Arbeiten von jetzt ab um 50 Proz. billiger herzustellen, sind die Gußpußer der Firma Gebr. Arndt, Fennstr. 21, Eisengießerei und Maschinenfabrik, am Mittwoch entlassen worden. Zuzug ist fern zu halten. Deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft, Verwaltung Berlin. " Bei dem einförmigen Verlauf, den die Beweisaufnahme naturgemäß nehinen muß, werden wir uns auf mitteilung des Urteils beschränken. 150 Frankfurt a. M., 3. Juli.( B. H.) Wie der Frantf. 8tg." ans New York telegraphirt wird, ist nach einer Meldung der Tribüne" eine Untersuchung gegen den Zuckertrust wegen Be ftechung von Zollbeamten eingeleitet. " Zittan, 3. Juli.( B. H.) In dem großen Induftriedorfe Gr. Schönau ist der Gemeindevorsteher Weichelt seit gestern ver fchwunden. In der Gemeindekasse sind bedeutende Fehlbeträge im Betrage von etwa 50 bis 60 000 Mart entdeckt worden. gerüchtweise verlautet, sok Weichelt bereits in Breslau verhaftet worden sein. Wie London, 3. Juli.( B. H.) Nach Meldungen aus Kapstadt haben fich die englischen Gerichtshöfe in nächster Zeit mit eigentümlichen Interessen zu befassen. Berschiedene Boerenfrauen, die Nachricht vom Zode ihrer Ehemänner erhalten hatten, haben sich wiederum verElektromonteure! Der Streit bei der Firma Hardegen ist zu Im Leipziger Bankprozeß brachte die gestrige Berhandlung heiratet, obwohl, wie sich später herausstellte, viele der Totgesagten Gnnsten der Streifenden beendet. Momente von hervorragender Bedeutung nicht ans Licht. noch am Leben sind. Berantwortlicher Redacteur: Carl Zeid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. se Ur. 153. 19. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 4. Juli 1902. Bücherrevisor Huschke wird noch mit einigen Feststellungen der Rentenberechtigte wahre Tantalusqualen ziehen, beauftragt. erduldet, Bierter Kongreß der christlichen Gewerkschaften Deutschlands. aus den Steueraften, die fich auf den Angell. Heinrich Schmidt be- er das bißchen Rente zum erstenmal in Empfang nimmt. München, 2. Juli 1902. Nach Abschluß unsres gestrigen Berichtes teilte Lic. Mumm Berlin mit, die Statuten für das Reichssekretariat feien entworfen, und da auch die Kosten durch verschiedene Verbände gedeckt seien, so könne das Institut am 1. Oftober d. J. ins Leben treten. Schließlich tauchte Herr Brust nochmals auf und gab folgende Erklärung ab: Ich erkläre hiermit, daß ich mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln die Gründung eines neuen Metallarbeiter- Verbandes betreiben werde. Um nicht mit den Beschlüssen des Ausschusses in Kollision zu kommen, werde ich mich nicht mehr in diesen wählen laffen. Hierauf wird die Sigung auf nächsten Sonnabend 9 Uhr vertagt. Freitag fällt die Sigung aus. the ehe Wie unendlich viele Klagen und Beschwerden über dieses lange Wartenlafsen laufen bei den verschiedensten Arbeitervertretern, bei Arbeitersekretariaten und nicht zum mindesten auf den Redaktionen der Arbeiterblätter ein. Der einzige Rat, der den Leuten dann gegeben werden kann, besteht darin, sich beschwerdeführend an das ReichsBerliner Partei- Angelegenheiten. Versicherungsamt zu wenden, damit dieses eine Beschleunigung der Ueber die Grenelthaten des Zarismus wird Reichstags wäre wirklich nicht zu viel, wenn die Versicherungsanstalten ein Rentenzahlung veranlasse. Doch auch dieser Weg ist zeitraubend. Es Abgeordneter Ledebour am Donnerstag, 10. Juli, in ellers etwas schnelleres Tempo in der Berechnung der Renten einschlagen est sälen, Koppenstr. 29, in einer Protest versammlung und für deren rechtzeitige Zahlungsüberweisung an die Bostämter sprechen, zu der die Arbeiterschaft Berlins hiermit eingeladen wird. Sorge tragen würden. Der bureaukratische Apparat könnte hier Wir ersuchen die in Betracht kommenden Parteigenossen, an diesem jedenfalls etwas besser funktionieren. Tage thunlichst teine audern Versammlungen einzuberufen. Die Vertrauensleute. Die Versammlung geht in großer Erregung auseinander. Bei Beginn der heutigen Sizmig verliest Ellertamp folgen den Antrag: Die Versammlung beschließt: 1. So lange der der zeitige christliche Metallarbeiter- Verband das persönliche Verhalten In Grünan hält der Wahlverein seine Mitgliederversammlung und die Kampfesweise seines Vorsitzenden Wieber, die mehrfach mit wichtiger Tagesordnung Sonnabendabend Bunft 9 Uhr bei gegen den Ausschuß und die Interessen des Gesamtverbandes Gerte, Köpenickerstr. 88, ab. gerichtet waren, gutheißt welches seitens der heutigen Leitung des Verbandes geschehen ist - kann der Metallarbeiter Verband dem Gesamtverband nicht angehören. 2. Jn Konsequenz dieses Beschlusses wird der Ausschuß beauftragt, die Bildung eines neuen Ver bandes baldigst in die Wege zu leiten. 3. Die örte lichen Kartelle und Zweigvereine der christlichen Gewerkschaften werden aufgefordert, den gewerkschaftlichen Verkehr mit Ortsgruppen des christlich- socialen Metallarbeiterverbandes( Siz Duisburg), welche vorstehenden Beschluß, der im Interesse der Gesamtbewegung gefaßt ist, nicht respektieren, einzustellen. Die Generalversammlung ladet alle christlichen Metallarbeiter, die eine planvolle und einheitliche gewerkschaftliche Thätigkeit als notwendig erachten, ein, fich dem neu zu gründenden christlichen Metallarbeiter- Verbande anzuschließen. Be= Diese Resolution wurde mit 26 gegen 9 Stimmen zum schluß erhoben; damit ist also der Bruch vollzogen und Brust geht aus dem Kampfe gegen die Antizöllner in den christ lichen Gewerkschaften als Sieger hervor, freilich erst, nachdem er die Kabinettsfrage gestellt hatte. Weitere schwere Differenzen mit verschiedenen fleineren Verbänden, namentlich mit den nicht gewerblichen in München, wurden noch einmal mühsam ver tuscht. Bei der mun folgenden Ausschußwahl wird auch Brust wiedergewählt; außerdem Kister, Breidebach, Schiffer, Pesch, Kurtscheidt, Ellerkamp, Melcher, Dann, Braun, Luz, Rinneder. Der Beitrag an den Gesamtverband wird von 10 auf 15 f. pro Mitglied erhöht. Lokales. Die Wiener Cafés. Zur Lage der Schlafwagen- Angestellten, über die wir in Nr. 142 berichteten, erhalten wir noch einige recht bezeichnende Mitteilungen. Es ist danach nichts Seltenes, daß die Angestellten acht Tage lang kein Bett zu sehen bekommen; Fälle von 40-60 Stunden Dienst, der dann durch eine kurze Nachtruhe unterbrochen wird, sind nichts Seltenes. Der Kondukteur muß sich selbst beföstigen, was bedeutet, daß er sich das Essen in der Küche des Zuges zu kaufen chat. Verzehrt wird es im Badwagen auf den Gepäckstücken der Reisenden. Das Gehalt des Kondukteurs variiert je nach der Division, welcher er angehört, zwischen 50 bis 90 Frant. Davon Mit der Entwicklung Berlins hat die Zunahme der Wiener hat er Beköstigung, Logis und Uniform zu zahlen, ebenso muß er Cafés gleichen Schritt gehalten; ja man kann wohl sagen, daß diese für sämtliches Inventar, als Betttücher, Besen und Institute sich weit über Bedarf vermehrt haben. Es giebt ihrer Gläser, ja selbst für die Fensterscheiben auftom men. etwa hundert in Berlin. Fünfzehn davon existieren hauptsächlich durch Ebenso bezahlt er die Seife der fünf im Wagen vorSpieler und Buchmacher, 38 dieser Lokale haben ihr Dasein haupt handenen Toiletten, desgleichen das Klosettpapier. Seife und fächlich der holden Weiblichkeit zu verdanken und der Rest endlich Reinigen der Wagen sind ihm 20 bis 40 Frant monatlich ab Papier muß er von der Gesellschaft faufen. Für das ist derart, daß man, sei es bei Tag oder bei Nacht, auch mit Damen ohne Gänsefüßchen darin Platz nehmen kann. Etliche solcher Lokale diese darauf achten, daß nichts aus dem Wagen gestohlen wird, etwa gezogen; außerdem aber hat er den Wagenpuzern dafür, daß bieten ihren Gästen Unterhaltung durch Musikkapellen. 20 M. Trinkgeld zu zahlen. Alle diese Sporteln müssen aus den Trinkgeldern herausgeschunden werden. Wie gründet man ein Wiener Café? Wird irgendwo ein Haus gebant, so ist es selbstverständlich, daß des größeren Mietsertrages Nicht jeder kann Schlafwagen- Kondukteur werden. Es wird von balber ein Restaurant darin untergebracht wird. Für ertragreicher einem solchen Mann verlangt, daß er außer der deutschen möglichst noch wird ein Wiener Café gehalten. Es hält nicht schwer, für ein die englische und französische Sprache beherrsche. Aus der 27 Seiten langen Dienstverordnung seien noch einige drastische solches einen Mieter zu finden. Der hohe Profit lockt manchen Bestimmungen angeführt:§ 2 Art. 2. Bei seinem Dienſtantritt heran. Zumeist ist der neugebackene Inhaber Fachmann; aber auch hat der Angestellte eine saution von 250 M. zu hinterlegen, frühere Schuhmacher, Schlächter oder Tapezierer findet man als welche ihm seitens der Gesellschaft mit 4 Proz. pro Jahr verziuft Wirte von Cafés und es ist nicht immer gesagt, daß sie einen Rein wird. Diese Staution bleibt in der Kasse der Gesellschaft deponiert fall erleben. Oft machen sie bessere Geschäfte als gelernte Sellner. und bietet der letzteren eine Gewähr für die genaue Befolgung aller In den ersten Monaten giebt der Hauswirt das Lokal am Ende Bedingungen und Vorschriften dieser Dienstverordnung. Art. 3. Die mietefrei her, auch die Brauerei stundet oder steckt gar noch Geld Kaution wird in dem Falle seitens der Gesellschaft als Entschädigung oder ins Geschäft. Ebenso borgen der Wein- und Liqueurlieferant; für das Schadensersatz zurückbehalten, in welchem der Kondukteur sich entweder Inventar ist am Ende eine kleine Anzahlung zu leisten. Den Kaffee- ohne vorherige einmonatliche schriftliche Kündigung Unredlichkeit zu Schulden hat kommen lassen, oder seinen Dienst und Buckerlieferanten verschreibt der Wirt seine Seele und oft genug verlassen hat. Die Gesellschaft ist nicht verpflichtet, Rechenmuß das Publikum dafür mit einem sehr minderwertigen Gebräu schaft darliber abzulegen, oder den Schaden nachweisen zu vorlieb nehmen. Die Hauptperson in so einem neugegründeten müssen. Art. 7. Die Rückerstattung der Staution crfolgt einen Café ist jedoch nicht der nominelle Inhaber, sondern der Agent. Monat nach seinem Dienstaustritt, wenn er allen feinen Ber Er besorgt zunächst das Personal. Auf keinen Fall darf das pflichtungen nachgekommen ist.§ 4, Art. 10. Die Kosten der Café mit Kellnern sparen; auf fünf oder sechs Tische einer. Jeder uniform werden dem Kondukteur berechnet und dieser ist verpflichtet, Angestellte bringt 20 bis 50 M. Vermittelungsgebühr, wozu noch die Uniform bei dem Schneider der Gesellschaft zu bestellen. der gleich hohe Kautionsbetrag fommt. Für die Wäsche, ebenso für mittlerer Größe sein. Das Haar muß furz geschnitten und die Hände Das Gesicht muß rasiert oder der Bart nur von die oft goldbordierten Jacketts sind 50 Pf. Abnutzungsgebühr zu stets rein sein. zahlen. Fehlt es dafür an irgend etwas, so streckt der Agent einige verantwortlich für Entschädigungen, welche sie an die EisenbahnArtikel 22. Die Gesellschaft macht ihre Beamten hundert Mark vor. Namentlich muß er beim Anschaffen von Messern verwaltung eventuell zu zahlen hätte, in Fällen, in denen Reisende und Gabeln, des sogenannten Silbers, das nur gegen bar erhältlich in den Schlafwagen ohne ein gültiges Eisenbahnbillet oder mit ist, aushelfen. einem Billet niedriger Klaffe betroffen werden. Die Entschädigungen tönnen 100-150 m. betragen. Ellertamp giebt bekannt, daß verschiedene Delegierte, darunter der Sekretär des oberpfälzischen Glasarbeiter- Verbandes, die Gründung eines Verbandes der in der feramischen Industrie( Glass, Porzellan, Steingut und Töpferei- Arbeiter) befchäftigten Arbeiter beabsichtigen. Dagegen opponieren heftig die Delegierten des Verbandes der Porzellanarbeiter in Stol berg. Trotzdem wird beschlossen, die geplante Gründung zu unterſt i zen. Damit ist die Generalversammlung des Gesamt- Verbandes beendigt. Die Fortsegung des Kongreffes leitet Giesberts ein mit einem Referat über die Notwendigkeit der Landarbeiter Organisation. Nach kurzer, unwesentlicher Distussion wird eine Nefolution angenommen, die ausspricht: Der Kongreß erachtet die Schaffung einer Berufsorganisation der Landarbeiter als dringend notwendig. Zur Ermöglichung solcher Organisationen verlangt der Kongreß auf das ausdrücklichste die Beseitigung des Koalitionsverbots für die LandDas Kellnerpersonal wird unter den bekannten Bearbeiter. Der Ausschuß wird beauftragt, eine Betition vorzubereiten, dingungen eingestellt: Ohne Gehalt, ohne Kost, ohne Kündigung welche von der Regierung und vom Reichstage das Koalitionsrecht Will der Kellner ein Glas Bier trinken oder ein Butterbrot verfür die Landarbeiter fordert. Um schon unter den heutigen Verzehren, so muß er zumeist dieselben hohen Preise zahlen wie der hältnissen eine allgemeine Organisation vorzubereiten, ist es not Gast. Selbst für eine Scheibe trocknen Brotes sind 5 Pf. zu blechen; wendig, daß auf dem Lande nach dem Muster der industriellen nur zwei Tassen Kaffee erhält er im Lauf des Tages oder der Nacht Arbeitervereine ebenfalls Vereine für die Landarbeiter ge- gratis. Für das Geschirrputzen hat der Kellner sogar täglich 20 bis schaffen werden. Ferner ist zu fordern eine Ausdehnung der 50 Bf. zu erlegen, ebenso muß er die Streichhölzer aus seiner Tasche Krankenversicherungs Pflicht in entsprechender Weise auf die ländlichen Arbeiter, das Gesinde und die Arbeiter in der bezahlen. Forstwirtschaft; Verbot der Sonntagsarbeit für das Land mit Ausnahme der Arbeiten zur Viehwartung und von Fällen dringender Not. 9 Schließlich verliest Giesler Freiburg ein Referat über die Förderung der Geistesbildung der Arbeiter. Er kommt zu dem Schluffe, daß sociale Reformen und Bildungsbestrebungen von ein ander abhängig feien. Die vorgeschlagene Resolution spricht aus, die Förderung der Geistesbildung sei als eine wichtige Aufgabe der christlichen Arbeiterbewegung zu betrachten; fie wird ebenfalls nach Damit ist die im Programm festgesezte Tagesordnung erledigt. bedeutungslofer Debatte genehmigt. Prozeß Sanden und Genossen. Artifel 14. vor, der die Schlafwagen- Angestellten obliegen müssen, wenn fie Man stelle sich die raffinierte Trinkgelderjagd und ihre Familie noch den Unterhalt herausschlagen alle diese Bestimmungen erfüllen und außerdem für sich wollen. Jahre hindurch nachgelassen. In den Jahren 1897-99 waren Der Zuzug von Dienstmädchen nach Berlin hatte mehrere 46 845, 45 320, 48 964 Dienstmädchen als nach Berlin zugezogen gemeldet worden, in nur zwei Jahren hatten sich also die Zuzüge Jn Cafés, wo das 8ahlfellnersystem eingeführt ist, ist von Dienstmädchen um ziemlich 3000 vermindert. Das Jahr 1900 der Jammer besonders groß. Beim Komunissionär ist eine Kaution hatte dann mit 48 266 Dienstmädchen- Buzügen eine unerivartete zu hinterlegen, die sich auf 50 bis 500 m. beläuft. Auf den Umsatz Im Jahre 1901 ist aber eine erneute und recht beträchtliche Abund sehr bedeutende Zunahme, um weit über 4000, gebracht. hat der Zahlfellner 3 bis 4 Proz. Zuschlag zu zahlen. Die Zuträger nahme eingetreten. Es wurden im letzten Jahre nur 45 766 Dienst erhalten zumeist 66 M. des Monatslohnes vom Wirt und 30 M. mädchen als nach Berlin zugezogen gemeldet, also um 2500 vom Bahltellner. Ebenfalls hat der Bahlkellner noch für kleinere weniger als im vorletzten. Abgenommen hat im letzten Jahre abgaben täglich auf eine Mart zu rechnen. d dehistorie a auch der Fortzug von Dienstmädchen, aber viel weniger start. langer Thätigkeit zu einem Notgroschen, vielleicht gar zu einem Berlin fortgezogen gemeldet worden. 1900 war die Zahl der Fort In einigen wenigen Geschäften kann es der Kellner nach jahres 1897-99 waren 35 017, 33 625, 34 687 Dienstmädchen als von Kleinen Vermögen bringen. Ein früherer Angestellter des„ Staiser- aüge auf 38 150 gestiegen, 1901 aber ist sie wieder auf 37 088 bofs" nennt jetzt ein ertragreiches Haus in der Bülowstraße fein aurückgegangen. Nach den Meldungen( die allerdings nicht ganz eigen, ein andrer ist im Besitz einer sehr ansehnlichen Billa. Aber schuß der Zuzüge über die Fortzüge in den letzten fünf Jahren vollständig zu fein pflegen) hätte bei den Dienstmädchen der Ueber das sind natürlich seltene Ausnahmen. 11.828, 11 695, 9277, 10116, 8678 betragen. Auch der Ueberschuß von 1901 erscheint noch recht groß und geht sicherlich über den Mehrbedarf an Dienstmädchen weit hinaus. Es ist jedoch zu berücksichtigen, daß in Berlin Jahr für Jahr zahlreiche Mädchen infolge von Berufswechiel, Heirat usw. aus den Reihen der Dienstboten überbaupt ausscheiden. Und der Wirt? Geht das Geschäft nicht, so geht er, schlägt Aus den Verhandlungen des gestrigen, 26. Tages, ist folgendes die Geschichte aber ein, so sieht man den Edlen am Totalisator der von allgemeinem Interesse. Ueber die Berbindung der Kommandit- Rennbahnen, wo die Blauen dann nur so fliegen. Bur Sicherung abteilung der Allgemeinen Kreditanstalt in Leipzig wird der Direktor ihrer Interessen haben die Herren neuerdings einen Cafétier dieser Bank, Kommerzienrat Favreau, vernommen. Generalkonsul Schmidt habe ihm seiner Zeit mitgeteilt, daß sich verein gegründet, der auch eine straff geleitete Stellenvermittelung verschiedene größere Bankiers für das Stutari- Unternehmen inte- unter sich hat. Sind die Vermittelungsgebühren hier auch nicht so Von einem Mechaniker Paul Johannes Steinke in der reffierten und daß sich auch der Bankier Auguft Sternberg event. boch wie beim Kommissionär, so sind die Engagements dafür auch Wiesenstr. 15 werden zur Zeit reklamehafte Prospekte herausmit 6 Millionen an demselben beteiligen wollte. Auch nach Auflösung von weit fürzerer Dauer. Wo in einem Jahre wie hier fast gegeben, worin junge Leute, welche Ingenieur oder Techniker der Verbindung habe die Allgemeine Kreditanstalt der Firma Anhalt u. tausend Stellen vermittelt wurden, klingt es fast wie Ironie, wenn werden wollen, zum Besuch seines„ Pädagogiums Heron Wagner bis in die letzte Beit hinein ganz ansehnlichen Diskonto- Kredit der Verein für fünfjährige treue Dienstzeit Prämien aussetzt. Faraday" eingeladen werden. Ebenso macht Herr Steinke durch gegeben und Accepte von Anhalt u. Wagner zum Privatdiskontsag anZum Schluß sei noch einer Person im Café gedacht, der Annoncen auf sein Institut aufmerksam. Wir warnen die jungen genommen. Die Firma arbeitete mit guter und teilweise allererster Staffiererin. Sie hat eine Vertrauensstellung inne und spielt Leute, welche den Besuch dieser Anstalt ins Auge gefaßt haben Kundschaft. Auf Befragen des Justizrats Stern bestätigt der Beuge, daß Generaltonful Schmidt in einem Privatgespräche trotz des niedrigen Gehalts, das sie erhält, oft eine ausschlaggebende sollten, und deren Eltern oder Vormünder, sich mit Herrn Steinfe noch ein Jahr vor Eintritt der Katastrophe, als es fich Rolle. Ihren Launen ist zuweilen nicht nur das Personal unter einzulaffen. um den Uebertritt feines Sohnes in das Bantfach handelte, worfen, sondern auch der Cafétier, ja sogar die Frau des Hauses. die allerbesten Ansichten über den Stand seiner eignen Firma geäußert habe. Er habe in der ganzen Verbindung Die Segnungen" des Invaliditäts- und Altersmit der Firma Anhalt u. Wagner nie bemerkt, daß der Bersicherungsgesetzes sind ja bekanntlich recht mannigfaltiger Art. Angeflagte Schmidt wider besseres Wiffen derartige Angaben gemacht Richt allein daß der fiech und erwerbsunfähig gewordene Arbeiter hätte, er sei aber wohl etwas phantastisch und ein zu großer eine mehrjährige Karenzzeit durchzumachen hat, ehe er überhaupt Optimist gewesen. Er habe sich zu wenig selbst um sein Geschäft rentenberechtigt ist, muß er seine 33 Pfennig- Rente durch langbekümmert und zu viel auf andre Leute verlassen, das lag zum Teil wierige Slagerei vielfach noch erst sozusagen aus dem Fener daran, daß er viele Aemter in Wohlthätigkeitsanstalten, Kirch- holen, denn wo ein Fall nicht ganz flar liegt, werden dem Antrag bau- Vereinen und dergleichen hatte. Als gewissenhafter Banfier steller eine ganze Reihe von Schwierigkeiten bereitet, bis er hätte er seine Zeit lieber für sein eignes Geschäft verwenden ein obfiegendes Urteil erzielt. Ift ihm dann endlich eine Rente sollen. zugesprochen, so geht ihm noch recht häufig die Armen " Justizrat Stern: Haben Sie nicht den Eindrud gewonnen, verwaltung mit einem beträchtlichen Teil über den Harz, daß der Angeklagte sehr vertrauensselig war? Präs. Wer zu so daß die Freude des Armen auf die erhoffte Nach vertrauensselig ist, ist gewöhnlich nicht übermäßig flug. Wie stellt zahlung" meistens bitter getrübt wird. Am unangenehmsten fich der Zeuge zu dieser Frage? 3euge: Ich habe Herrn für den Invaliden aber ist das Iange Warten auf die erste Generalfonful Schmidt in intellektueller Beziehung nicht gerade für Auszahlung der bewilligten Rente. Man stelle sich vor: der einen erstklassigen Bankier gehalten. Staatsanwalt Beed: Jst Mann hat lange Monate im Krankenhause gelegen, verdienen konnte der Zeuge der Ansicht, daß der Angeklagte Schmidt von gewöhnlichen er nichts, in seinem Haushalte geht alles den Krebsgang, Not und kaufmännischen Geschäften nichts verstand? 8euge: Er war, Elend umgeben ihn auf allen Seiten. Da leuchtet ihm wie ein venn man mit ihm fiber feine eignen Sachen sprach, ferner Hoffnungsstrahl die Aussicht auf Juvalidenrente; endlich felten orientiert. Vors.: Verstand er eine Bilang zu empfängt er den heißerfehnten amtlichen Brief mit der Nachricht, lefen oder nicht? 3euge: Das glaube ich entschieden. daß ihm eine Rente bewilligt sei. Er atmet auf, es find wenigstens Staatsanwalt Beed: Wenn er es nicht that, lag es wohl einige Notgroschen, die ihm werden sollen. Doch was nicht kommt, weniger an seinen Fähigkeiten, als an guten Willen? Benge: ist das Geld. Er wartet eine Woche, die zweite Woche es kommt Der Angeklagte war etwas bequem und hatte die Neigung, in nichts. Jezt rennt er zu den Behörden, zur Post, er schreibt gewissen Stellen zu sein, die nach außen hin einen gewissen Eindruck an die Versicherungsanstalt alles vergeblich, immer noch machten. tein Geld. So können Monate vergehen, während deren Herr Steinke hat früher bereits eine Lehrlingszüchterei so schlimmer Art betrieben, daß die Gewerbebeputation des Berliner Magistrats sich mit seinem Treiben befaßte und ihm auf Grund einer sehr eingehenden Untersuchung die Lehrlingszüchterei verbot. Wir teilten am 13. September v. J. den Beschluß der Gewerbedeputation in folgendem Wortlaut mit: " Die Gewerbedeputation des Magistrats beschäftigte sich in ihrer Sigung am Mittwochabend aufs neue mit den so oft gerügten Mißständen im Lehrlingswesen, mit der Lehrlingszüchterei, die be sonders fraß im Mechaniker- Gewerbe zu Hause ist. Der Mechaniker P. J. Steinke, Wiesenstr. 15, beschäftigt in seiner Werkstatt, die er als eine Lehranstalt" bezeichnet, 13 Lehrlinge. Er versteht es, durch eifrige Reklame stets neue Lehrlinge heranzuziehen, welche diese Muster- Lehranstalt" besuchen und deren Eltern für die ers hoffte Ausbildung ihrer Söhne dem„ Lehrherrn" ganz respektable " Lehrgelder"- welche die Haupt- Einnahmequelle des Herrn Steinke fein dürften zahlen müssen. Nach dem Gutachten Sach verständiger handelt es sich hier um eine Lehrlingszüchterei schlimmster Art, bei der von einer gewiffenhaften Ausbildung der Lehrlinge nicht die Rede sein kann. Die Lehrzeit beträgt 1 bis 3 Jahre, je nach der Höhe des gezahlten Lehrgeldes. Die Gewerbedeputation beschloß auf Grund der Bestimmungen des§ 128 der GewerbeOrdnung, dem genannten„ Lehrherrn" aufzugeben, vom 1. Januar 1902 ab die Zahl seiner Lehrlinge auf drei herabzusetzen. Wenn mm Herr Steinte sein Gewerbe unter der am Ende weniger faßbaren Firma eines Pädagogiums fortsetzt und in seinem die sonst mir in Krantenanstalten sein. hatten in der Pflugstr. 9 Möbel, Betten usw. in einer Schlafstube Unterstützung um 2 M. herabgesetzt festgesetzt, die Arbeitslosen etwas an Aus den Nachbarorten. 350 = wurde mit Prospekt gar eine Reform im Lehrwesen" ankündigt, so wird das| Kleidungsstüde gingen Mittwochabend 11 Uhr in der Rungestr. 18a| machte namens der Verivaltung der Generalversammlung folgende in Betracht kommende Publikum sich hoffentlich den Beschluß der in einer Wohnung in Flammen auf. Kurz darauf hatte die Wehr Vorschläge: Der Kampf ist in der bisherigen Weise fortzuführen; der Gewerbedeputation merken und gegenüber der Anstalt dieses Herrn in der Klosterstraße 62 einen Kellerbrand abzulöschen. Gegen 1 Uhr Beitrag wird obligatorisch auf 60 Bf. festgesetzt, die Arbeitslosendie Kollegent äußerste Vorsicht walten lassen. Fener gefangen, das jedoch in furzer Zeit beseitigt werden konnte. werden veranlaßt, abzureisen, um das Ueberangebot von ArbeitsEs giebt keinen Notstand! Eine Korrespondenz bringt ein ähnlicher Brand mußte eine Stunde später in der Naunynstr. 33 fräften zu vermindern. Hieran inipfte sich eine lebhafte Debatte. folgende sehr bezeichnende Meldung: Die rückläufige Bewegung, die abgelöscht werden. Außerdem hatte die Wehr in den letzten 24 Stunden Nach Schluß derselben erklärte sich die Versammlung mit der bisher fast alle Zweige des Erwerbslebens erfaßt hat, macht sich in ihren noch Alarmierungen von der Lothringerstr. 38 und Burgsdorfftr. 3 gegen den Jumungs- Arbeitsnachweis und die Entlassungsscheine an Folgen auch in den Berliner Krankenhäusern bemerkbar. zu verzeichnen, die jedoch nur auf unbedeutende Anlässe zurückzugewandten Taktik einverstanden und beschloß, den Nachweis auch Zahlreicher als sonst sind aus den minder begüterten Kreisen der führen waren. ferner zumeiden und die Entlassungsscheine zurückzuweisen. Nichtversicherten die Kranken, die von vornherein die Kurkosten nicht bezahlen können oder zwar den Anfang damit Nach Unterschlagung von Kirchengeldern flüchtig geworden Ferner wurde mit großer Majorität beschlossen, den Beitrag auf 60 f obligatorisch festzusetzen. Dieser Be machen, aber nach kurzer Beit die Zahlung einstellen ist der Pfarrer Theodor Ziemer aus dem Dorfe Wollin schluß muß jedoch erst durch eine Urabstimmung bestätigt werden müssen. Daher hat in den Anstalten auch die Zahl der im Krcise Prenzlau. Man vermutet, daß Ziemer, dessen Verfolgung bis dahin bleibt neben den Verbandsbeitrag der Grirabeitrag von Freibetten, Dan negat, Gier Berlin vor- die Berliner Kriminalpolizei aufgenommen hat, fich hier in Berlin Pf. handen waren, fortwährend zugenommen. Ein Stillstand in dieser aufhält. Bor vier Tagen verließ der 44 Jahre alte Geistliche seine 50 f. bestehen. Die Herabfegung der Arbeitslosen Unterstügung wurde abgelehnt. Der Antrag, daß die ledigen Arbeits Bewegung ist noch nicht abzusehen. Auch in der körperlichen Be- Gemeinde, in der er eine lange Reihe von Jahren thätig und sehr losen Berlin zu verlassen haben, schaffenheit vieler Kranken kommt die Not der Zeit zum Ausdruck. beliebt war, mit dem Bemerken, daß er sich nach Berlin begebe, um Der Ernährungszustand ist oft schlechter, als es sonst in den gleichen fich hier in einer Augenklinik einer Operation zu unterziehen. Bald großer Majorität angenommen. Von diesem Beschluß Die in der Versammlung vorgenommene Wahl des Ausschusses Uebel durch vermehrten Aufwand an fräftigen Speisen nach Möglich- gliedern der Berdacht ausgesprochen, daß in der Verwaltung der hatte folgendes Ergebnis. Es erhielten: Rob. Schmidt 1134 Stimmen, Kreisen durchschnittlich der Fall ist. Die Krankenhauspflege sucht diesem nach seinem Weggange wurde von mehreren Stirchengemeinde- Mit- werden ca. 250 Arbeitslose betroffen. feit zu begegnen. Eine Folge dieser gesteigerten Ernährung, die die Kirchengelder etwas nicht in Ordnung sein könne, da Ziemer eine monien 1015, Ahrens 1009, Boeste 1003, Arudt 989, Grner 987, Aerzte im Interesse des Heilerfolges nicht entbehren können, wird Revision der Kasse und der Bücher kürzlich mit einer gewiffen Matthes 973, Hoffmann 879 und Naetebusch 814. Die übrigen Vora eine unvorhergesehene Zunahme der Verwaltungskosten der Berliner Bengstlichkeit bestaat wichte, gitt mail all die Stevision heret und geſchlagenen erhielten weniger Stimmen, und find mithin die neun vertagt wissen wollte. Als seine plötzliche Abreise jenen alona Verdacht noch reger Die Straßenbahnlinie Nr. 52, Danzigerstraße- Königs- verschleiern gewußt hatte. Die Höhe seiner Beruntreuungen ließ sich d entdeckte zahlreiche Fehlbeträge, die Ziemer längere Zeit gefchickt zu genannten Mitglieder in den Ausschuß gewählt. plak- Lükowplay, eine der beiden letzten Pferdebahnlinien, hat Eine öffentliche Maurerversammlung, die vom Vorstand der gestern morgen elektrischen Betrieb erhalten. Die Wagen, welche in bis zur Stunde noch nicht feststellen, da die Geschäfte der KirchenLokalorganisation am 2. Juli nach den Germaniasälen einberufen Abständen von 15 Minuten folgen, benutzen den Unterleitungsbetrieb beriwaltung ziemlich verwickelter Natur waren. und von etwa 1800 Personen besucht war, beschäftigte sich mit der in der Königgrägerstraße bis zum Potsdamerplay und fahren in Frage, wie die günstige Konjunktur im Baugewerbe auszumugen sei. Rücksicht auf die Bauarbeiten in dieser Gegend statt durch die PotsDer Referent Gehl erörterte die Notwendigkeit einer Erdamer durch die Königgräger, Schöneberger, Flottivell- und Revolutionäre Strömungen in Wilmersdorf. Jn Wilmers höhung des Stundenlohnes für die Maurer und meinte, Lügowstraße nach dem Lügowplay. dorf haben die Adjacenten der weltabgeschiedenen Achenbach daß die angenblickliche, sehr gute Baukonjunktur an sich In die Ferienkolonien sind gestern 1200 Knaben und Mädchen straße den Gemeindevorstand um Neupflasterung dieser durchaus geeignet wäre, die schon einmal gestellte Forde bom Stettiner Bahnhof aus abgereist. collites andStraße ersucht. Die dort ansässigen Hausbesitzer haben der Ge- rung eines Stundenlohnes von 70 Pfennigen nen zu erheben Zum Fall Thomaschke. Gegen das Erkenntnis des Schwur meinde bisher noch keinen Pfennig für Pflasterkosten gezahlt und da und durchzuführen, zumal auf 106 von 950 Banten in Berlin be gerichts, wonach der des gegen den Geldvermittler Löffler verübten ferner ein besonderes öffentliches Interesse, dem Verlangen der reits mehr als 65 Bf. gezahlt würden. Ausgehend von dieser ErGiftmordes beschuldigte Agent Thomaschke freigesprochen wurde, Betenten nachzugeben, nicht vorhanden ist, so schlug die Tiefbau wägung habe sich der Vorstand des Vereins zur Wahrung der hatte die Staatsanwaltschaft Revision angemeldet. Diese ist nun- Deputation, an die die Sache gegangen war, der Gemeinde- Interessen der Maurer Berlins und Umgegend in einem Schreiben an mehr zurückgezogen worden, so daß das Urteil jetzt vertretung vor, auf Grund des in Betracht kommenden Ortsstatuts die Berliner Verbandsleitung gewandt, und zwar lediglich um Gewißrechtskräftig geworden ist. bi von den Adjacenten 50 Proz. der in Auschlag gebrachten Pflaster- heit über die Haltung des Verbandes für den Fall zu erhalten, daß Abermals eine verkrachte Krankenkasse. Das tal. Bolizei- to sten einzufordern und nur nach Erfüllung dieser Bedingung die ein Kampf von den Anhängern der Lokalorganisation, die nicht wie präsidium macht bekannt, daß die Central Krankentaiie Pflasterung vorzunehmen. Es wären von den Hausbesizern im der Verband durch Vertrag gebunden seien, begonnen werden sollte, für Deutschland zu Berlin( Eingeschr. Hilfskaffe Nr. 134), ganzen 24 800 M. zu zahlen. In dem Schreiben, das die Verbandsmitglieder nicht zum welche im Jahre 1899 gegründet ist, sich durch Beschluß der ordentDiefer Vorschlag brachte in der letzten Sigung der Gemeinde- Bertragsbruch auffordere, sei( nach einigen allgemeinen Ausführungen) lichen Generalversammlung vom 20. Juni 1902 aufgelöst hat. Der vertretung die Hausbesitzer in Aufruhr. Einer der Herren ent- gefagt:„ Wir richten nun an Euch die Frage, ob Ihr unserm Grund zu diesem Beschlusse liegt in der Befürchtung, daß die Kaffe rollte ein schreckenerregendes Bild von der Empörung, die im eventuellen Vorgehen entgegentreten werdet oder nicht?" bei Beobachtung der in dem Hilfskaffengefeße bezüglich des Reserve- Grundbesitz des Ortes einreißen werde, wenn die Vertretung das Die Verbandsleitung habe geantwortet, daß der Verband sich nicht fonds gegebenen Vorschriften, auf deren Innehaltung feitens der Verlangen der Tiefbau- Deputation erfülle. Unfehlbar werde dann auf leichtfertige Experimente einlassen könne und daß ein Lohnkampf Aufsichtsbehörde mit aller Strenge gesehen wird, nicht mehr lebens- der Stand, der bis dahin als eine der festesten Stüßen der Ordnung jeßt das Ende des Vertrages mit dem Arbeitgeberbund bedeuten fähig sein würde. Mit der Abwicklung der Geschäfte der auf gegolten habe, von Haß und Unzufriedenheit gegen die würde, da für den Herbst ein Rückgang der Bauthätigkeit gelösten Kaffe sind durch Beschluß der Generalversammlung die bis- Obrigkeit und alles Bestehende ergriffen werden, denn die Durch zu befürchten fei. Nach der vertragslosen Zeit sehnte fich herigen Vorstandsmitglieder Fride, Diehl, Morgenthal, führung einer solchen Maßregel führe die Hausbesitzer zur Sub- der Verband nicht zurück und lehnte deshalb seine Unterstützung Obermeier und Lau als Liquidations Kommission betrant haftation, zu Verzweiflungsthaten, an den Beitelslab. ab. Nunmehr habe der Vorstand der Lokalorganisation sich noch worden. Ihr Geschäftslokal befindet sich vorläufig im alten Kaffen- Gemeindevertretung waren durch diesen Verzweiflungsausbruch er- daß man ja nur gefragt habe, ob der Verband einem Vorgehen der Namentlich die socialdemokratischen Mitglieder der einmal an die Verbandsleitung gewandt und hauptsächlich betont, raum N. 65, Utrechterstr. 1, I. Unterstügungsansprüche gegen die Kasse sind ausschließlich bei der Liquidations- Kommission geltend zu schüttert. Man schlug hier eine Kollekte zu Gunsten der aus Lokalorganisation entgegentreten werde. Es würde weiter machen, wohin auch alle auf die Kasse bezüglichen Anfragen zu Hausbesitzer vor und legte ihnen außerdem nahe, sich mit der nicht helfen wolle. Redner besprach dann die Stellungnahme des nur zu entschuldbarer Empörung mit der Revolution drohenden nichts vom Verbande verlangt, als daß er neutral bleibe, wenn er richten sind. socialdemokratischen Forderung auf Ueberführung des Grund und Verbandes in der Generalversammlung vom 1. Juli und meinte, die In Hamburg ist gestern ein 15jähriger Berliner Durch Bodens in Kommunalbesitz zu befreunden, da ja doch einmal der Frage sei jegt, ob man trotz des Beschlusses der Verbandsversammlung gänger verhaftet worden. Am 1. Juli abends traf dort auf dem Umsturz alles Bestehenden unvermeidlich sei. Schließlich wurde in in eine Bewegung eintreten solle. Klosterthor- Bahnhofe mit dem D- Buge von Berlin ein etiva namentlicher Abstimmung mit 14 gegen 9 Stimmen der Beschluß Es entspann sich eine lebhafte Debatte, in welcher die meisten 15 Jahre altes Bürschchen ein, das beim Aussteigen sich nach allen gefaßt, die Hälfte der Pflasterkosten von den in Betracht kommenden Redner den Verbandsbeschluß mißbilligten. Verschiedene Redner Seiten scheu umfah. Ein auf dem Bahnhofe stationierter Kriminal- Adjacenten einzufordern. Wilmersdorf steht mithin am Vorabend traten dafür ein, daß wenigftens überall da, wo in der Beziehung beamter redete den Knaben an und erkundigte sich teilnahmsvoll welterschütternder Ereignisse. Einmütigkeit unter den Kollegen auf den Bauten herrsche, der Stundennach Ziel und Zweck der Reise. Verwirrt antwortete der Bursche und verwickelte sich in Widersprüche. Schließlich aber gestand er In Wilmersdorf bewilligte die Gemeindevertretung in ihrer lohn von 70 Pfennig gefordert und dafür eventuell durch Streik einweinend ein, daß er der Laufbursche Otto Georg Klasiusti sei letzten Cigung die Mittel zum Bau einer Gemeindeschule getreten werde. Ma a ß, Verbandsmitglied, warnte vor einem nnd am Morgen seinem Brinzipal, einen Agenten in Berlin, für den Friedenauer Ortsteil. Die Schule wird an der Koblenzer daß die jetzt start organisierten Arbeitgeber es beim Streit auf eine Streitbeschluß und rechtfertigte den Beschluß des Verbandes damit, 1000 M. unterschlagen habe, die er gegen einen Check auf der straße erbaut. Machtprobe ankommen lassen würden. Nachdem noch verschiedene Nationalbank habe erheben müssen. In dem Besiz des jugendlichen Vorschlag mit sehr großer Majorität abgelehnt und gegen 10 Stimmen eine Resolution angenommen, in der u. a. Vermißt wird seit acht Tagen der 35 Jahre alte Magistrats- Unfall eines dem Betriebe fernstehenden Arbeiters bei gefagt wird: assistent Johannes Welz, der bier Sabres bei der Stabet; einer Silfeleistung. Eine wichtige Gutſcheibung bat das StriderDie Versammlung erkennt das Vorgehen des Vorstandes des verwaltung von Schöneberg angestellt ist und mit Frau bei Versicherungsamt gefällt. Der Mehlkutscher Schwert ver- Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umden Eltern in der Koburgerstr. 9 wohnte. Welz ist seit drei Jahren mochte nicht ohne fremde Hilfe mit seinem schwerbeladenen Wagen gegend in Bezug auf den 70 Pfennig Stundenlohn als durchherzleidend. Heute vor acht Tagen ging er aus, um frische Luft zu eine steile Straße in Rigdorf hinaufzukommen. Verschiedene aus zeitgemäß und für die gesamte Maurerschaft Berlins und schöpfen. Seitdem ist er verschwunden. Die Angehörigen fürchten, Personen machten sich daran, ihm zu helfen. Vororte notwendig an. Sie ist der Ansicht, daß daß ihm ein Unfall zugestoßen sei und vermuten, daß er unerkannt Arbeiter P., der eben von der Arbeit kam und nach Hause augenblicklich trotz der äußerst günstigen Konjunktur, und obwohl die daß eben von der Arbeit Auch der der irgendwo bei Privatleuten liege, da er sich in keinem Krankenhause wollte, griff zu. Er padte am Hinterrade an, während andre die Zeit zur Erringung eines folchen Stundenlohnes günstig wäre, ein Berlins oder der Vororte befindet. Der Vermißte ist mittelgroß und Vorderräder zu drehen versuchten. Da die Pferde nicht anzogen, durchgreifender Erfolg des Kampfes deshalb nicht zu erwarten unterſezt, hat schwarzes Haar und Schnurbart und eine gelbliche rollte jedoch der Wagen zunächst statt nach vorn, rückwärts. B. fam wäre, weil die erforderliche Einigkeit durch den Beschluß des CentralGesichtsfarbe und trägt einen schwarzen Jackettanzug, einen weißen zu Fall, ein Rad ging über ihn hinweg, und bereits am nächsten verbandes stark beeinträchtigt ist und demzufolge der Lohukampf von Strohhut und weiße Wäsche.d Tage verstarb der Bedauernswerte. Für die Witwe und die Kinder nur etwa der Hälfte der in Berlin anwesenden Maurer geführt Festgestellt ist jetzt der geistestrante Mann, der am Sonntag beantragte demnächst der Vormund der letzteren, Herr August Härtel, eine werden könnte. Auf Grund dieser Thatsache beschließen die Vernachmittag in der Friedrichstraße die Spaziergänger in Angst und Unfallrente bei der Fuhrwerts- Berufsgenossenschaft, bei welcher sammelten, in der jetzigen Zeit von einem Lohnkampf abzusehen. Schrecken versette, indem er mit gezücktem Messer um sich stieß, von der Betrieb des Fuhrherrn, dem der Wagen gehört, versichert ist. Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Am Dienstag fand im zwei Schußmännern unschädlich gemacht und von der Revierivache Diese lehute indessen jede Entschädigung ab und bestritt das Vor- Charlottenburger Boltshause eine öffentliche Versammlung, einberufent nach der Irrenanstalt zu Dalldorf gebracht wurde. Es ist ein liegen eines von ihr zu entschädigenden Betriebsunfalles, weil der vom Centralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutsch32 Jahre alter Arzt Dr. Karl Hoffmann aus der Spreestr. 14/15, Verstorbene tein Arbeiter des Fuhrherrn gewesen und lands und vom Centralverband der Handels- Hilfsarbeiter, statt. der Sohn eines Gutsbesizers aus Bonath in Ostpreußen. Dr. H. auch nicht durch die Hilfeleistung in deffen Betrieb eingetreten sei. Die gut besuchte Versammlung nahm das Referat des Reichstagswat bereits vor Sabren tuumal schwer netventrant und fommte keine Das Schiedsgericht, bei dem Berufung eingelegt wurde, Abgeordneten sto senow über„ Behn Jahre Kampf um die Braris mehr ausüben. Ein wohlhabender Verwandter, der für ihn verurteilte jedoch die Berufsgenossenschaft zur Rentengewährung Sonntagsruhe" mit Beifall entgegen. An das Referat schloß sich sorgte, hatte ihn bei einem Glasermeister in der Spreestraße unter- und das Reichs- Versicherungsamt als Retursinstanz bestätigte eine Diskussion im Sinne des Referenten an. Die vom Referenten gebracht. Die Wirtsleute vermißten ihren Mieter und wurden die Entscheidung des Schiedsgerichts. Aus Neuruppin wird uns geschrieben: Am Sonntag tagte in Ausreißers befanden sich noch 924,50 M. Er wird sehr bald wieder Sociale Rechtspflcar. Redner ihren Standpunkt vertreten hatten, wurde der oben erwähnte die Rückreise nach Berlin antreten müssen. a 11= 9 Der Verein Berliner Dienstherrschaften und Dienstangestellten, Schöneberg- Berlin, Hohenfriedbergstraße 11 I, hält am 8. Juli, abends Lutherstraße, in der Herr Chr. Tischendörffer sprechen wird über:„ Berreisende 812 Uhr eine öffentliche Versammlung ab in den Augusta Victoria- Sälen, Herrschaften und zurückbleibende Dienstboten." durch die Zeitungsmitteilung über den Auftritt in der Fridrichstraße Das Reichs- Versicherungsamt ging von folgenden Erwägungen vorgeschlagene Resolution wurde einstimmig angenommen. auf ihn aufmerksam. Kurz vor diesem hatte Dr. H. noch seinen aus: Unzweifelhaft habe sich der Kutscher in einer Notlage befunden, unserm Nachbarstädtchen Altruppin nach langer Zeit eine öffentliche Verwandten besucht, dem nichts besonderes an ihm aufgefallen war. so daß die Hilfeleistung fremder Personen erforderlich gewesen sei, Versammlung und zwar unter freiem Himmel. Trotz der großen Der leidige Schießprügel. Beim Revolverputzen verunglückte den Wagen in Gang zu bringen. Unerheblich sei der Einwand heute morgen der 22 Jahre alte Kaufmann Hermann S. aus der der Berufsgenossenschaft, daß der Verstorbene nicht von dem Kutscher Size waren ca. 220 Personen, Männer und Frauen, erschienen. Der Luisenstraße. Ein Schuß, der sich noch in der Trommel befand, um seine Hilfe gebeten worden sei. Hieraus tönne die Berufs- Reichstagskandidat des Wahlkreises, Kiesel- Berlin, hielt einen Borohne daß er es wußte, ging plöglich los, und die Kugel durchschlug genossenschaft nicht den Schluß ziehen, daß P. durch die trag über die Zolltarif- Vorlage. Zum Schluß wurde eine Resolution, des Fuhrherrn über die fich energisch gegen jede Erhöhung der Lebensmittelzölle wendet, ihm den fleinen Finger der linken Hand. Zum Glüd konnte der Hilfeleistung nicht in den Betrieb Arzt, der S. verband, feststellen, daß kein Knochen verletzt war. getreten sei. Nach Ansicht des Reichs- Versicherungsamts müsse angenommen. auch bei ganz vorübergehender Hilfeleistung fremder Arbeiter ein Durch einen Sturz vom Bau verunglückte gestern, Donnerstag- uebertritt in den fraglichen Betrieb dann vormittag, der 38 Jahre alte Zimmermann William Sasch web, genommen werden, wenn nach der Sachlage die geleistete Hilfe ein verheirateter Mann, in der Cauerstraße 12 zu Charlottenburg. als ein dem mutmaßlichen Willen des abwesenden Unternehmers Infolge eines Fehltritts verlor er im zweiten Stock eines Renbaues entsprechendes, für dessen Betrieb förderliches Eingreifen das Gleichgewicht und fiel in das Erdgeschoß hinab. Der Berunglückte, angesehen werden konnte, insbesondere, wenn ein aug ender sich einen Bruch beider Arme und schwere innere Verlegungen idlicher Notstand das Eingreifen erforderlich gemacht Aus der Frauenbewegung. zuzog, wurde, nachdem ein Arzt ihn auf der Unfallstelle verbunden habe. Alle diese Voraussetzungen feien hier gegeben. hatte, mit einem Swadeschen Rettungswagen nach dem Charlotten wie das Schiedsgericht schon ausgeführt habe, sei z. B. das Ein- Der Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklaffe burger Krankenhause gebracht. greifen der Baffanten dem Fuhrherrn insofern zu statten gekommen, hält am Montag, den 7. Juli, abends 81/2 11hr, in den Arminhalleir In der Schlaftrunkenheit tödlich verunglückt ist der 45 Jahre als badurch der Wagen wieder in Gang gebracht, der Kutscher zur Kommandantenstraße 20, eine Generalversammlung ab. Um zahl alte Kaufmann. Hugo Meier aus der Naunynstr. 8. Meier, der Erledigung seines Auftrages in Stand gesetzt und eine Gefahr für reiches Erscheinen der Mitglieder bittet Der Vorstand. als Agent für Lebensversicherungen thätig war, fam am Sonn- das Fuhrwerk und die Ladung verhütet wurde. Daß hierbei der abend voriger Woche um 11 Uhr abends nach Hause und legte sich Verstorbene infolge seines Sturzes selber nicht mehr helfen konnte, noch ins offene Fenster, weil es in der Stube, die er als Jung- hindere nicht, ihn als im Betriebe beschäftigt anzusehen. Auch fönne gefelle bewohnte, sehr heiß war. In der Schlaftrunkenheit lehnte er die Berufsgenossenschaft nicht einwenden, daß infolge des Zufich zu weit hinans, verlor das Gleichgewicht und stürzte auf den springens von 6 bis 7 Leuten schon genügende Hilfe vorhanden ge= asphaltierten Hof hinab. Mit gebrochenen Gliedmaßen und schweren wesen sei, als der Verstorbene kam, denn der Notstand sei ja noch Stopfwunden wurde er in das Krankenhaus am Urban gebracht, wo nicht beseitigt gewefen. Somit rechtfertige sich die Verurteilung der er feinen Verletzungen erlag. Berufsgenossenschaft. Straßensperrung. Die Altonaerstraße von der Stadtbahn, bis zum Schleswiger Ufer wird behufs Umpflasterung vom 7. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Versammlungen. o Vermischtes. Großes Unwetter ging gestern in der Stadt Judenburg ( Steiermart) nieder. Die Wassermassen fezten die ganze Stadt in wenigen Minuten unter Wasser. Viele Häuser drohen einzustürzen, zahlreiche Brücken wurden weggerissen. In der Umgebung der Stadt wurde ein Bauernhaus samt seinen Bewohnern, bestehend aus einem Ehepaar und einem Kinde, vom Wildbach weggeschwemmt, nur der Baner konnte fich retten. Weiter sind mehrere Sägearbeiter ertrunken und eine auf freiem Felde arbeitende Frau wurde vom Blig er schlagen. Fenerbericht. Donnerstagnachmittag gegen 4 Uhr wurde die Der Kampf gegen den Arbeitsnachweis der Holzindustriellen. Wehr nach der Höchſteftr. 27 gerufen. Hier war in einem Keller Die Zahlstelle Berlin des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes hielt durch Selbstentzündung von Breßkohlen ein Brand entstanden, der am Mittwoch eine außerordentliche Generalversammlung ab, um über Erlauchte Krönungsvergnügungen. Zu dem Gefolge des Kisten, Verpackungsmaterial 2c. erfaßt hatte. Die Gefahr konnte die weitere Stellungnahme zum Inmungsnachweis zu beschließen. frommen östreichischen Thronfolgers, der zur Krönung nach London indes bald beseitigt werden. Ein größerer Posten von Prestohlen Die Versammlung war außergewöhnlich start, besucht; Kellers großer gekommen war, befand sich auch der Prinz Franz Joseph von war früh 4 Uhr auf dem großen Kahlenplatz in der Sickingen- Saal samt den Galerien war bis auf den legten Platz besetzt. Un raganza, ein 23 jähriger östreichischer Offizier. Dieser hohe firaße 19/24 ebenfalls durch Selbstentzündung in Brand gemittelbar vorher hatte sich eine Versammlung der Vertrauensmänner Herr glaubte mun im Sinne des Königs die Krönung nicht würdiger raten, zu dessen Ablöschung die Wehr längere Zeit aus sämtlicher Bezirke und Brauchen mit derselben Frage bejchäftigt, die und patriotischer vorbereiten zu tönnen als indem er in eine bes einer Schlauchleitung Wasser geben mußte. Gardinen und Beschlußfassung jedoch der Generalversammlung überlassen. Güthlrüchtigte Kneipe des Londoner Ostens wanderte und dort mit jungen Eingegangene Druckschriften. auch, daß diese und jene sich in der gleichen Nichtung bewegen. Die eine und sociale Revolution. II. Am Tage nach der socialen Revo: und die in dieser und jener Einzelfrage immer wieder auf die TagesDie sociale Revolution. Von Karl Kautsty. I. Socialreform wie die andre find wesentlich Aufgaben der Organisation. Wer also in den Streitfragen, die jüngst die Partei beschäftigt haben uition. Bei Broschüren, die soeben unter biefem genuinfawn itu i ordnung gelangen werden, zu einem flaren Urteil gelangen will, muß Verlage der Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW, Beuthbiese Kautsky'schen Schriften, die sich durch klare, gemeinfaßliche Darstellungsbildet ein für sich abgebefaltefornt nuo sociale Revolution( 56 Seiten, traße 2, erschienen sind, werden das Intereſſe weiter Parteitreise erregen. weise auszeichnen, lesen und studieren. Wir tönnen sie unseren Lesern bestens Beide Schriften hängen innerlich miteinander zusammen, aber jede einzelne empfehlen. felbständiges Die erste Burschen die Krönung in einer vom Gesetz verbotenen Weise feierte. Der Prinz wurde von Polizeibeamten auf frischer That ertappt und festgenommen. Die Beamten brachten ihn ins Gefängnis und vorgeſtern hatte er sich vor dem Polizeigericht in Southwark gemeinſam mit Leuten zu verantworten, von denen einer 24 Jahre, der andre erst Mittwoch auf eine Woche vertagt und der Richter entlich den Binzen, 17 und der dritte gar erst 15 Jahre zählt. Die Verhandlung wurde nachdem dieser eine hohe Bürgschaft hinterlegt h Kulturprobleme der Gegenwart. Herausgegeben von Leo Berg Verteidigung laufe darauf hinaus, daß der mit der Deputation zu zur 40 Pf.) behandelt den Begriff der socialen Revolution, welche aus unsrem( Berlin, Joh. Räde.) Es erscheinen im Laufe des Jahres 6-8 Bände. Krönung hergekommene Brinz in betrunkenem oder betäubtem Bu- Wörterbuche zu streichen ja unlängst beantragt wurde. Sie untersucht ihr Feder Band bildet ein in sich abgeschlossenes Wert. Wian abonniert auf stande in ein Haus in dem berüchtigtsten Londoner Stadtteil Wesen, ihre Wandlungen, die Wandlungen der Klassen in der jüngsten Zeit eine Folge von 8 Bänden zum Preise von 2,00 M. für jeden Band. Der Southwark gelockt, daß dort dann ein Erpressungsversuch gemacht und und erörtert die Frage, ob diese Wandlungen die Revolutionen fünftighin Einzelpreis jedes Bandes beträgt 2,50 M. Gebundene Eremplare kosten infolge Widerstandes ein Krawall entstanden sei, wobei die An- unmöglich oder unnötig machen oder nur einen neuen Typus einer socialen 50. mehr.- Band 1: Die Erſtaſe in ihrer kulturellen Bedeutung von Professor 2,50- Band II: Die Boden: geklagten dann verhaftet wurden. Die zweite Schrift: Am Tage nach der socialen Revolution reform. Grundfäßliches und Geschichtliches von Adolf Damaschte, Hebung von Vanwerken. Ueber einen merkwürdigen Fort-( 48 Seiten, 30 Pf.) untersucht die Aufgaben, die dem Proletariat aus der Borsitzender des Bundes der deutschen Bodenreformer. 2,50 m. schritt im Bauwesen wird den M. N. N." aus Stuttgart ge- Groberung der politischen Macht erwachsen, die Schwierigkeiten, die daraus Band III: Wir und die Humanität von Professor Alfred Klaar. schrieben: Gegenwärtig wird ein Verfahren erprobt, das bisher fast entspringen, und die Hilfsmittel, die ihm zu ihrer Ueberwindung zu Gebote 2,50 M. Es ist feine müßige Utopisteret, um die es sich dabei handelt, gezweifelt wurde. Es handelt sich um die ebung von Ge- fondern um eine propagandistisch höchſt bedeutsame Sache. Kautsty geht in diesen Schriften von dem Gedanken dus: Eine Partei bäuden jeder Bauart und Größe. Der Erfinder des fann nie ihre volle Kraft entfalten, wenn sie nicht die feste Ueberzeugung in Verfahrens ist Werkmeister E. Ruckgauer in Stuttgart, der in der sich trägt, daß sie im stande ist, nicht blos zu fiegen, sondern auch die Auf: legten Zeit verschiedene Wohnhäuser, wie in Böblingen, Kann- gaben zu lösen, die ihr aus ihrem Siege entspringen. Gine flare Erkenntnis statt, Mezingen, Mariazell usw. und vor einigen Tagen ein dieser Aufgaben der Zukunft giebt aber auch eine Richtschnur für die Auf Haus in Wildbad gehoben Das Haus sollte zur Unterbauung gaben der Gegenwart. Das Ergebnis, zu dem Kautsky kommt, bestätig Profeffor an der Universität Basel. Basel, Fr. Reinhard, Buchdruckerei. eines Malliv stod wertes um 1,45 Meter gehoben werden. 32 Hebmaschinen( die Maschine ist in sämtlichen Kulturstaaten patentiert), deren zierlichem Bau niemand die ungeheure Tragfähigkeit von annähernd 60 000 Stilo zutrauen würde, und zehn Zahnstangenwinden mit 10 000 Kilo Tragkraft wurden angewendet, um unter freuzweis verfügtent Balkenwerk die etiva 280 000 Kilo schivere Laft 1,45 Meter hoch zu heben, damit sofort das Erdgeschoß, das gebaut werden kann. Nach 21/2 Stunden hatte man das Haus be läden enthalten foll, untervorbereiten. pu II. Wahlkreis.im Deutschland am Scheidewege. Ein letztes Wort zur wirtschaftlichen Klärung von Heinrich Beder. Verlag bei Gottl. Schmidt, Remscheid. Preis 0,50. M. Christentum, Arbeiterschaft und sociale Frage. Von Otto Lauterburg, Arbeiterfekretär in Bern. Basel 1902. Friedrich Reinhardt. Die Alkoholfrage. Ein Vortrag von Dr. med. G. Bunge, ordentl Partei- Versammlung Brauerei Germania Freitag, den 4. Juli, abends 8 Uhr, Tages- Ordnung: 210/4 1. Vortrag des Genossen Ströbel. 2. Diskussion. 3. Die Errichtung einer Zahlreichen tei- Spedition für den II. Wahlkreis. erwarten Die Vertrauensleute. reits um 70 Centimeter gehoben und gegen 10 Uhr war die gewünschte im großen Saale der Bock- Brauerei am Tempelhofer Berg. Höhe, 1,45 Meter, nach achtmaligem Ansetzen der Maschinen zu je etiva 20 Centimeter, erreicht. Die Hauptschwierigkeit war die Seit wärtsbewegung, um von dem angebauten Nebenhaus wegzukommen. Besondere Erwähnung verdient noch, daß während der Hebung im Hause selbst flott klavier gespielt wurde, was unter den zahlreichen Zuschauern große Heiterkeit hervorrief. Die Hebungsarbeiten selbst, famt den Vorbereitungsarbeiten für die Sicherheit des Gebäudes, nahmen nur drei Tage in Anspruch. Es waren während der Ausführung derartige VorsichtsDeutscher Holzarbeiter Verband. Heute, Freitag, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15: 2WATAktien- Gesellschaft Berlin O.. Frankfurter Allee 53. 0. car ee- Telephon Amt VII 2645. dound. A od vo5. if all D Wir verkaufen nach wie vor in unseren circa 80 eigenen Ausschantstätten, welche unter unserer eigenen Verwaltung stehen, natregeln getroffen, daß jedes Bedenken vollſtändig aus geſchloſſen Sitzung der Orts- Verwaltung. unfere aus ben feinſten Rohmaterialien hergeſtellten, ſletz friſchen und war. Das merkwürdigste ist, daß das Gebände ganze Zeit bewohnt blieb, und daß sich nicht einmal an den Fenstern eine Die Kollegen, welche noch Bücher aus der Verbands: Schädigung durch die Hebung erkennen läßt. Unstreitig ist die Ruck- bibliothek in Händen haben, werden ersucht, dieselben umgehend gauersche Erfindung, wenn sie sich auch fernerhin bewährt, als ein auf dem Bureau abzuliefern. bedeutender Fortschritt zu begrüßen. In Amerika ist bekanntlich das Fortbewegen von Häusern, ja von ganzen Straßen, bereits Jahr- Achtung! bereits zehnte alt. Briefkasten der Redaktion. T Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabendo von 7 bis 912 Uhr abends statt. E. 77. 1. Wenn Sie die betreffenden Anleihepapiere verkaufen wollen, wenden Sie sich am besten an ein Bankgeschäft. Den Tagesfurs ersehen Sie aus dem Kurszettel. 2. Nein, die Zinsen werden nicht pro Tag be rechnet. Der Preis versteht sich mit nächstfälligem Coupon. ban. HOS Einsetzer. 85/14 103 9 Achtung! Sonntag, 6. Juli, vormittage 11 1hr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Große öffentliche Versammlung. beffern? Referent Franz Kurkowsky. 2. Diskussion. 1. Mänger und Schäden utfrer Branche und wie sind dieselben zu Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Branche der Jalousie- Arbeiter. Martin G- ge. Die Detail preise der genannten Waren in den nordamerikanischen Städten können wir nicht angeben. Die Angaben der Marktstatistik und die Marktnotierungen beziehen sich auf GroßMittwoch, den 9. Juli, abends 9 Uhr, bei Ladewig, handelspreife. A. B. 21. Zur Kammerjungfer werden Sie im Letteverein, Königgrägerstr. 90, ausgebildet. Hier dauert der Lehrkursus sieben Monat und foftet 159 M. Ebenfalls unterhält die Berliner Fröbelschule, Wilhelm ftraße 105, einen Lehrkursus für Jungfern und Stubenmädchen. Kursus von 3 Monaten foftet 35 Mart. Lehrstunden von 9-12 und 2-4 Uhr. Ein Kommandantenjtr. G Sitzung der Werkstatt- Kontrollkommission. Die Ortsverwaltung. Massenrin. usw. Präsidium( C., Alexanderplatz) abgehalten. Sie erfahren dort auch Näheres über die Zeit, den Preis usw. Amtliche Kurje ber Maffage ufio. werden im Bolizei: Achtung! Bauarbeiter! Adtung! Koppenstraße. Diese Thorheit follten Sie dem in Betracht kommenden in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstraße 35: Freitag, den 4. Juli, abends 8½ 1hr, Manne doch nicht zutrauen. G. 2. 27. Das Abiturienten- Examen macht man nach Absolvierung der Oberprima einer höheren Lehranstalt; das„ Einjährigen- Framen" bereits nach dem erfolgreichen Besuch der Untersekunda. H. M. Verjährung tritt erst in 30 Jahren nach der letzten fruchtlosen Große Mitglieder- Versammlung Pfändung ein. Der Bormund beauftragt( ohne neue Klage) einen Gerichts der Freien Vereinigung der Bauarbeiter Berlins u. Umg. Tages Ordnung: vollzieher mit Vornahme der Pfändung. R. R. 222. Da es in Ihrem Bertrage unterlassen ist, eine genauere Vorschrift zu treffen, so würde die Entscheidung nach Tren und Glauben zu treffen sein. Als Biertelstadt und unsre Stellungnahme dazu. 2. Diskussion, 1. Bericht über die Verhandlungen mit dem Verbande der Baugeschäfte würde demnach eine Entfernung von etwa 1000-1500 Meter erachtet werden. P. 2. 17. 1. und 2. Ja. Jeder Streifende ist verpflichtet, seine Streiffarte am te am Gingange des G. D. Meterstr. 19. Durch Nachfrage auf dem Auswärtigen Amt. Carl 112. 1. und 2. Nein. Saales vorzuzeigen, widrigenfalls er sein Streifgeld verlustig geht. Die Lohukommission. J. A.: H. Norgel. 3. Ja. A. W. 1. Der Wirt ist im Unrecht. Fordern Sie ihn schriftlich auf, anzuerkennen, daß Ihr Vertrag bis zum 31. März läuft; eventuell perflagen Sie ihn. H. W. Ihren Antrag auf Ladung eines Bengen oder Sachverständigen hätten Sie unter Darlegung, was der Betreffende 31/2 Verband der Bau-, Erdbetunden oder begutachten soll, an das Gericht( nicht an die Staatsanwalt und gewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands. schaft) zu richten. E. B. 37. 1. und 2. Ja. 3. Nein. S. T. Ja. ( Bahlstelle Berlin III.) Mitglieder- Versammlung. R. B., Rathenow. Derartige Bravourstücke sind zwecklos. Es würde Sonntag, 6. Jult, vormittags 10 Uhr, bei Rose, Badstr. 58: gewaltsame Räumung erfolgen können. Der Widerstand dagegen kann zu einent strafbaren werden. K. E. M. Ist in dem Vertrage eine Kündigungsfrist von drei Monaten und drei Tagen bereinbart, so ist die dem Gefündigten am 27. Juni zugegangene Kündigung rechtzeitig. Unerheblich ist es, ob er die Kündigung annimmt, die Annahme des Briefes 2. berweigert oder ob der Brief wegen seiner Abwesenheit erst verspätet ab: gegeben werden kann. Peter F. Konfursverwalter ist kein besonderer Beruf. Zum Kontursverwalter kann das Gericht von Fall zu Fall ernennen, Tages Ordnung: Diskussion. 3. Abrechnung des Kassierers. 4. Verschiedenes. 42/19 1. Vortrag des Genossen Th. Metuer über: Gleiches Recht für alle. Regen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Verband der Bau-, Erd- u. gewerbl. Hilfsarbeiter Deutschlands. Zahlstelle Berlin I. 1613 Festfälen, Naunynstraße 27: wen es will. Ju fleineren Orten werden häufig Rechtsanwalte dazu ernamit. Eine besondere Vorbildung für einen Konkursverwalter giebt es nicht. Zweckmäßig find kaufmännische und juristische Kenntnisse.. a. Sonntag, den 6. Juli, vormittags 10 Uhr, in Graumanns Zwei Streitende. Vom Standpunkte der Partei sollten Sie nur Leute berücksichtigen, die den Tarif anerkannt haben. F. S. Wir haben feine Verbindung, um behaupten zu können, daß St. besser behandelt wird als andre. Von einer schlechteren Behandlung fann gar feine Rede sein. .K. 48. Sie müssen sich mit einem dahingehenden Antrag an das Bezirkskommando wenden. F. N. In Berlin besteht keine Schule für das Brennereigewerbe. M. Irrgang. Centralverein der Bureau- Angestellten Deutschlands, Borsigender Gustav Bauer, Berlin, Rosenthalerstr. 57. Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal 1902. 2. Allgemeines aus der Ge: werkschaftsbewegung. Referent Genosse Wiesenthal. 3. Diskussion. Centralverband 4. Verbandsangelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands, Vorsitzender May Josephson, Hamburg, Valentinskamp 92. F. N. 3. Ueber 13 Wochen hinaus unterstützt die Krankenkasse nicht. Die Unterbringung in eine Lungenheilanstalt ist bei der Invaliditätsanstalt zu beantragen. Die Frau erhält eine kleine Unterstützung. Die Ortsverwaltung Verein der Bauanschläger Berlins und Umgegend. SUB / 2 Liter Liter the helles ZU ZM 10 10 Pt. Lagerbier.. 5 Pt. 11. 4/ وو pro 7/10 Ltr. 10 Pf. Münchener Pilsener Art 1/10 Ltr. 2/ 5 Pf. 1 gr. Weisse 15 Pf., 1 kl. Weisse 8 Pf. RA- 91190 Flaschenbiere für M. 1,50 frei Haus: 15 Fl.( ca. 1/2 Ltr.) 18 Fl.( ca. 4/10 Ltr.) 15 Fl.( ca. 4/10 Ltr.) 15 Fl.( ca. 4/10 Ltr.) Helles Lagerbier. ✰ Pilsener und Münchener Art 19V 20 kl. Weissen( gelb Etikett). 15 kl. Tafel- Weissen( weiss Etikett). 15 Flaschen Malzbier. 20 Flaschen Weizenbier. Zum Selbst- Abziehen: 42/18 1 8 To. Weissbier 1 16 99 17 8 99 1 M. 50. Der Wechsel muß mittels besondrer lage eingeklagt werden. Bis zu Beträgen von 300 Mart ist ein Anwaltszwang nicht vorgeschrieben. Sonntag, 6. Juli, vorm. 10 Uhr, im Getverkschaftshaus, K. M. 77. 1. Nein. 2. Ja. Pankow 68. 1 und 2: Ja. A. V. 8. Eine Rüderstattung würde nicht erfolgen, Anträge wären also nuẞlos. E. Koefer. Die Kündigung ist berechtigt. G. W. 100. Sie find verpflichtet, dem Verwalter mit dem Mietsluftigen den Zutritt zu geftatten. E.. 100. Die Klage wird voraussichtlich abgewiesen merden. Ein Bater haftet für den von seinem minderjährigen Sohn an gerichteten Schaden nicht, wenn er feiner Aufsichtspflicht nachgekommen ist oder der Schaden auch bei gehöriger Aufsichtsführung entstanden wäre. Wenn gleichaltrige zwei Knaben spielen und von der Spielerei zur Schlägerei übergehen, so ist eine Schadensersatzklage seitens des bei der Schlägerei schlecht fortgekommenen Angreifers aussichtslos. Witterungsübersicht vom 3. Juli 1902, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm WindSwinemde. 764 NW Hamburg 767 N richtung Windstärke Wetter 5 heiter க Temp. n. G. 60.= 40. Stationen Engel- Ufer 15, Saal I: General- Verlammlung. Tages Ordnung: 1. Kaffenbericht und Bericht der Revisoren. Neuwahl der Revisoren. 2. Vereinsangelegenheiten. Mitgliedstarte legitimiert. Mitglieder werden aufgenommen. Beiträge werden nur zwischen 1210-11 Uhr angenommen. Am 14. Juli findet eine Kremserpartie mit Musit nach Billets sind in den Arbeitsnachweisen 33/13 Der Vorstand. 23. T. 80. Nein. Blumeshof( Saatwinkel) statt. Barometerstand mm Winds richtung Windstärke 15 Haparanda 756 W 767,2 Wetter Temp. n. 6. 2hlb. bed. 10 1 bedeckt 11 16 2 bedeckt 770 ONO 1wolfen! 12 3 wolfig 13 Petersburg 752 NNO Berlin 4 heiter 766 NW 12 Cort Frantf./M. 770 NNW 2 wolkig 12 Aberdeen München 770 2 2hlb. bed. 12 Baris Wien 766 NW 3 heiter 13 Wetter Prognose für Freitag, den 4. Juli 1902. Nachts noch fühl, am Tage wärmer, vorwiegend heiter und trocken bei mäßigen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. a 1 M., Kinder von 10-14 Jahren a 50 Pf. zu haben. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag, den 13. Juli 1902, in Eberswalde: Provinzial- Sängerfest. Der Arrangeur des Sängerfestes, Verein„ Eintracht II", empfiehlt allen Sängern, die Partie mitzumachen, da das Fest im schönsten Teile von Eberswalde, beim romantischen Wasserfall im herrlichen Buchenwalde, stattfindet. Staffeeküche zur Verfügung. Glas Bier 10 Pf. 16/12 Das Komitee. 1,75 M. 0.90" Werdersch- Malz 2,50 16 9999 1 16 " 99 1,25 99 99 Braunbier... 0,90 99 oder Weissbier, Braunbier à Lit. 10 Pf., Malzbier à Liter 15 Pf. in der Brauerei, Frankfurter Allee 53, und in den JungbierVerkäufen: Berlin N: Wörtherstraße 38, Ramlerstraße 5, Usedomstraße 8, Lortzingstraße 41, Müllerstraße 25a.: Grüner Wen 60. SO: Schmid straße 39. S: Dresdenerstraße 114. Prinzenstraße 105, Gräfestraße 12. SW: Hagelsbergerstraße 18. NW: Turmstraße 66, Lübeckerstraße 7. Friedrichsberg: Frankfurter Chaussee 104. Charlottenburg: Wilmersdorferstr. 119. Bestellungen auf Flaschen und Faßbiere erbitten per Post nach Frankfurter Allee 53. 45622* 10 493 B Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 4. Juli. = Neues Opern Theater( Kroll). The Silver Slipper( Der filberne Pantoffel). Anfang 7 Ubr. Jm Liederspielhaus: Offenbach: Cyklus.( Regimentszauberer. Dorothea. Die Hanni weint der Hansi lacht. Anfang 8 Uhr. Westen. La Traviata. Aufang 71 11hr. Metropol. ( Morivitz- Oper.) Der Barbier von Sevilla. Anfang 8 Uhr. Nenes.Ledige Leute. Anfang 72 11hr. Central. Tolle Mitbürger. Anfang 8 11hr. d Belle Alliance. Die Dame aus Trouville. Hierauf: Er. Anfang 8 Uhr. Carl Weiss. Gefallene Mädchen. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Zerrissene. Anfang 72 Uhr. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Die deutsche Ostseeküste. Invalidenstrasse 57/62. Täglich: Sternwarte. ellas Fröbels Urania. Allerlei Theater Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Die deutsche früher Puhlmann Schönhauser Allee No. 148, Heute, Freitag, sowie täglich: Neue Specialitäten!! Der phänomenale Verwandlungs: Künstler und Komponisten- Darsteller Carl Braun mit feiner Blig- Romödie Ostseeküste. Eublich allein“. Passage- Theater. Das glänzende Juli- Programm. Berlins bester Romiter Hugo Schulz. Vulkanos Teufelsspuk. Onras. Orleans. Ben Aramed. Im Prachtsaal: Grosser Ball. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Morgen, Sonnabend: Verein. Willy Prager. prater- Theater ( Prolongiert!) 16 neue erstkl. Nummern. Passage- Panopticum. Mole's Pariser Marionetten- Theater. Das Affenweib. Seejungfer. Tigerknabe. CASTANS Central- Theater Panoptikum Seute, den 4. Juli, Anfang 8 Uhr. Bum 8. Male: Friedrich- Strasse 165. Tolle Mitbürger Photographische Aufnahmen Gesangsposse in 4 Att. v. A. Schmasow. Musik von Kurt Goldmann. Morgen und folgende Tage: Tolle Mitbürger. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurterstr. 132. Abends 8 Uhr: Gefallene Mädchen. Berliner Sittenbild in 4 Atten von F. Schäfer. Morgen: Die Viper. Im Garten: Specialitäten Borstellung. Anfang 51/2 Uhr. von der Insel Martinique und von den Schlachtfeldern Transvaals. Im Konzertsaal: Schw edische Künstlerkapelle 4 Damen, 2 Herren. OOLOCISCHER CARTEN Sonntagnachmittag 3 Uhr: Kabale Täglich ab 4 Uhr nachmittags: und Liebe. In Borbereitung: Der Dämon. MilitärMilitär- Doppel- Konzert. Apollo- Theater und Konzert- Garten. Um 7 Uhr: Garten- Konzert. Um 8 Uhr: Neue grossartige Specialitäten. Um 9 Uhr: Der Schlager der Saison: Lysistrata Gastspiel der Kapellen des I. u. II. Leib Husaren- Regiments ( Totenkopf- Brigade). Entree 1 Mark von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder die Hälfte. Metropol- Theater Anfang 8 Uhr. Morwitz- Oper. Freitag: Ausstattungsoperette von Paul Barbier von Sevilla. Lincke. : Franceschina Prevosti. Der Sonnabend, zum vorletztenmale: Carmen. Prevosti. Sonntag: Franceschina Belle- Alliance- Theater. Traviata. Montag zum ersten8um 186. Mal: male: Die verkaufte Brant. Die Dame aus Trouville". W. Noacks Theater. Hierauf:„ Er". Anfang 8 Uhr. Von 6 Uhr ab: Garten- Konzert. Bei günstiger Witterung auf der Gartenbühne. Sonnabend: Der bengalische Tiger. Sierauf:„ Er". Bum Schluß:" Behn Brunnenstraße 16. Täglich Theater- u. Specialitäten- Vorstellung. Mädchen und kein Mann". Bet Rosen und Dornen. günstigen Wetter: Stalien. Nacht. Neapolit. Konzert Sängergesellschaft. Illumination des Gartens. brg HA Jedes Wort: 5. Burleste mit Gefang u. Tanz in 2 Aften. Jm Saal: Tanzkränzchen. Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Kastanien: Allee 7-9. Freitag, den 4. Juli: Benefiz für die Kapellmeister R. Mahnecke und R. Kersten. Tausend und eine Nacht. Phantastisches Märchen in 3 Abteilg. Ballettges, Catrini. Kostüm- Soubrette Paula Grigatti. Grotesque Komiter Senor it. Berad. Miss Kitty, Sport: Aft. Barsikow Truppe, ParterreAfrobaten. Mr. Bartling, leb. Photo: graphien. Bartlings elektrische Feerie. ( 3000 Glühförper.) Konzert. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf., numerierter Platz 50 Pf. eins Kalbo. Sommertheater Max Kliems Sommer- Theater. Hasenheide 13-15. Artistischer Leiter: Gust. Bock. Täglich: Gr. Konzert, Theater- u. Specialitäten- Vorstellung Jeden 1. und 15. d. Monats: Wechselndes Programm! Donnerstag: Elite- Tag. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Sanssouci Kottbuserstr. 4a, Station der Hochbahn. Täglich im Garten, bei un günstig Witterung imSaal: Hoffmanns Norddeutsche Sänger und Konzert. Sonntag, Montag und der Donnerstag nach Soiree: Tanzkränzchen, Tanz frei! Anfang Sonntags 5 Uhr, Entree 50 Pf., ob 9 Uhr 20 Pf. Anfang Wochentags 6 Uhr, Entree 30 Pf., ab 9 1hr 20 Pf. Wintergarten. Anfang: Wochentags Im äusserst amüsant. Jull- Programm: 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Tageskaffe 11-11/ hr. ,, Cavalleria schufticana". Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferstr.71. Hermann Imbs. Täglich: Marienbad Gr. Konzert, Theater Badstr. 35/36, Gesundbrunnen. Täglich: Das erstklassige Specialitäten- und Theater Programm. Größter Er folg! Punkt 10 Uhr: Schlager! und Specialitäten= Vorstellung. Berlin wies lebt und liebt. Dr. Simmel, Prinzenstr. 41. Entree 20 Pf. Sonntags: Ball. Specialarzt für 25/ 17* Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4, gul Cognac: Deutscher Verschnitt- Cognac a 0,90 M. deutscher Cognac 99 99 99 59 Franz. Verschnitt. Originalfl.v. Hermann Meyer& Co. 1,40 2,40" 3,40, 2, 99 Franz. Cognac M. 2,40 u. 2,75 12 • Franz. 19 sehr fein 99 3,90 u. 5,40, Ei- Cognac nur aus frischen Eiern feinster Qualität 1 Ltfl. 2,40,41,80, 1,25,4 0,65 M. Flasche wird mit 10 Pf. berechnet und zurückgenommen. Zu haben auch in unseren ca. 300 Niederlagen. Nicht Zusagendes wird zurückgenommen. Bestellungen frei Haus bitten an uns direkt zu senden. Hermann Meyer& Co., Wattstr. 11/12. Fernsprecher Amt III No. 3524. 4465L* Socialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Graveur 238/11 Hermann Winzer, Boechstr. 26, am Montag, d. 30. Juni, in der Charité an der Schwindsucht gestorben ist. Ehre seinem Andenken Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß Otto Reutter. unfer Mitglieb, der Dreher ,, Das Mädchen mit dem gold. Haar" und 16 andre brillante Specialitäten. Schweizer Garten Am Königsthor 42022* Am Friedrichshain Täglich: Konzert, Theater, Specialitäten- Borstellung und Ball. Unt 10 Uhr: Bauditenstreiche. Operette in 1 Att von Suppé. Blusen, Oberhemden in größter Auswahl auch Ertraweiten vorrätig zu billigsten Preisen. Kostüm- Röcke neuester Schnitt tadelloser Si saubere Arbeit. Maßanfertigung schnellstens. Specialgeschäft Max Arnsdorff Oranienstr. 176, Ecke Adalbertstr. Auf Nimmerwiedersehen verschwinden Schwaben mit Brut durch das unfehlbar tötende Martial". Pad. 50 Hugo Meier am 29. d. M. gestorben ist. 117/3 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet statt am Freitag, den 4. Juli, nachmittags 1/2 Uhr, vom Krankenhaus am Urban nach dem Thomas- Kirchhof in Nixdorf. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Sonntagvormittag 10 Uhr: Kombinierte Versamms tung im„ Elysium", Landsberger Allee. Mittags 22 Uhr: Frankfurterstr., Ece Memelerstraße: Nach Hirschgarten( Keller). Gäste wil tommen. 12/11 Arbeiter- Radfahrer- Verein ,, Vorwärts", Berlin. Sonntag, den 6. Juli, vormittags 812 Uhr, Waldstr. 8: Abfahrt nach der Kombinierten Versammlung, " Elysium", Landsberger Allee. Mittags 22 Uhr, Frankfurterstraße, Ece Memelerstraße: Nach Hirsch 6536 garten( Keller). Sonntag, den 13. Juli: Tour nach Finkenkrug. Abfahrt früh 7 Uhr Waldstr. 8. Nächste Vereinsverfammilung Mittwoch, den 19. Juli, Waldstraße 8. Gäste willkommen. 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