Nr. 167. Adoimement«-K-dtnzungen: Abonnemenls-PrelZ pränumerando: vierleljährl. Z.ZV Me. monall. U0M?.. wöchentlich W Psz. frei tnt Hau«. Simelne Numw»r ö Psg. Sonntag«» Nummer wir ia»nrieri,r Sonntag«- Beilage„Ble Neue Well" 10 Pfg. Post- Abonnement: l,IV Mark pro Monat. Eingetragen tn der Post- Zeitung»» Preisliste für IVOS unter Hr. 7878. Unter Nreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Mark, für da» übrige SuSIand s Mark pro Monat. IS. Jahrg. Ft« Iilftrtlons.GMyr beträgt für die fechSgefpaltene KolonsU seile oder deren Raum so Psg.. für poltklfche und gewerkschaftliche Berein»- und«ersammlungS- Anzeigen 20 Psg. „Kleine Anzeigen" jedeS Wort S Psg. (nur da» erste Wort fett). Inserate für die nächst« Nummer müssen bt« � Uhr nachmittag» in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bi» 7 Uhr abend», an Sonn- und Festtagen bt»S Uhr vormittag» geöffnet. Srscheint täglich ausser Zvonkag». Devlinev Volksblerkk. Telegramm-Adresse; »Porialdemollrnt Berlin" Csntralorgan der socialdemokratisthen Partei Deutschlands. Krdalition: 3�.19, Beuch-Stralie 2. Nernsprrcheri Amt I, Nr. ISO«. Sonntag, den 30. Jnli 1903. Expedilion: sw. 19, Veuilj-Skralje 3. Kcriisprcchcr: Zlmt l. Nr. KlÄl. Sanden. n. KöniglicheKaufleute. Verschiedentlich wurde in den Moabiter Verhandlungen der über- tricbcne Optimismus Eduard Sandcns erivähnt. und einer der Ber- teidiger fand in diesem Zug. der den Leiter der Preußischen Hypothelenbank für die hochflicgenden Pläne eines Otto Spiel- Hägens eingefangen hätte, einen wichtigen EntschnldignngSgrnnd. Optimistisch war allerdings Herr Sauden, aber cS ist ein OptimiS- mnS eigner Art. Nicht der faustische Drang, seinem Bank- vi»ne, die er nicht mit eigne» Mitteln, sondern mit denen der Preußenbank bei seinen Terrainspckulationen erzielte,— und diese Gewinne waren zum Teil recht bedeutende, bei einem Terrain i» Schöneberg z. B. S28L93 Mark, einem andren in der Grunewaldstraße 277 933 M., in der Passancrstraße 308 000 M. nsw.— steckte er in feine eigne Tasche; die Verluste aber, die ihm und Pnchmüller solche privaten Grnndstückspcknlatione» eintrugen, wußten sie auf die verschiedene» Institute abznschieben. So schoben sie, nm aus der Reihe der festgestellten Thatsachen nur«ine zu nennen, die für sie auf ein Grundstück am Grünen Weg ein- getragenen Nachhypotheken, als sich diese von zweifelhafter Qualität criviescn, der Deutschen Grundschuldbank zu, welche diese Hypotheken wiederum an die Preußische Hypothekenbank abschob, die schließlich bei der Versteigerung einen Verlust von 136 407 M. erlitt. B«b zeichnend für die noble Gefinnnng Sandcns ist ferner, daß er durch seinen Einfluß auf den AnfsichtSrat diesen zu bcivegen wußte, ihm ans dem für Gratifikationen bestimmten Dispositionsfonds Extra Vergünstigungen in der Höhe von über 214 000 M. zu bewilligen. Der Optimismus Eduard Sauden? ist von andrer Art. Er be- steht darin, daß Sauden sich sagte:.Spielhagen ist mit seinen Praktiken durchgekommen, ich habe so lange damit Glück gehabt, andre komme» damit vorwärts und werden zu angestaunten Grundpfeilern der Hochfinanz— und was die Aufsichtsbehörde anbelangt, min, der find wir doch noch allemal dreifach überlegen'. Und dieses optimistische Vertrauen auf seinen guten Stern und auf die Weisheit, mit der die Welt regiert wird, erwies sich als gerechtfertigt. Eduard Sauden wurde Konnnerzienrat, erhielt de» Kroncnordcn IV. Klasse und würde höchstwahrscheinlich inzivischen zum Geh. Koinmerzienrat und Kroncnordenritter III. Klasse befördert sein, hätten nicht die Artikel der.Frankfurter Zeitung' die Wirtschaft des Klüngels aus gedeckt. In seiner Verteidigungsrede meinte Rechtsanwalt Bollert, er dürfe behaupten, durch die Verhandlung sei dargethan, daß sich weder die Staatsaufsicht, die Leiter der Banken, noch deren AnfsichtS� räte, noch die verschiedenen Konnnissionen als auf der Höhe ihrer Aufgabe stehend gezeigt hätte. Der Satz dürfte der unbcstrittendste der sämtlichen PlaidoyerS sein. Besonders die Staatsaufsicht hat völlig versagt. Zuerst hat. durch die Angriffe der Presse anfmerksain gemacht, die Aufsichisbehörd« sich, wie in« ersten Artikel dargelegt «vurde, veranlaßt gefühlt einzuschreiten, je mehr aber die Bedeutung der Preußischen Hypothekenbank stieg, je mehr sich um sie ein Ring andrer Bank bildete, je mehr Herr Sanden in der noblen Hof- fähigen Gesellschaft Zutritt fand, um so größer wnrdc die respektvolle Zurückhaltung der Staatsaufsicht, obgleichauch jctztdie Angriffe dcrPresse nicht nachließen und»och im Mai 1896 selbst die i» jenen Kreisen hochgeschätzte.Köln. Ztg.' die Bilanzausstellung der Preußischen Hypothekenbank verdächtig fand. Nicht daß die Staatskommissare es a» Pflichteifer hätten fehlen lasse»; mit größter Regelmäßigkeit haben von 1879—1837, Ivic Herr Eduard Sanden in« Gerichtssaal versicherte, die Staatskommissare.sehr sorgfältige Revisionen' vorgenommen nnd seit 1894 haben sogar der Behörde sortdanemd eingehende Berichte über die Beleihungen ein- gereicht«verde» müssen,— aber die Aufsichtsbehörde fand nichts,«vaS sie zum Einschreiten hätte bestimmen können. Sie fand nicht den statntemvidrige» Eontocorrent- Verkehr mit Anhalt n. Wagner Nachf. und Petzold u. Co. heraus. nicht die eigentümlichen Schiebungen zwischen den verschiedenen Bauken, nicht die Bilanzverschleierungen, obgleich diese der Presse auffielen, nicht die llebcrbcleihungen. Sie fand alles in O r d n n» g. Nnd die Angeklagte»«vie die Verteidiger ließen sich den ihnen durch diese Nichlfindigkcit gebotenen Vorivand nicht ent- gehen. In verschiedenen Fälle»,«vie z. B. bei der doppelten Tanliemeberechnuug von den Gewinnvorträge« und bei den Ueber- beleihungen stellten sie niit ironischein Spott fest: die Staatsaufsicht hat ja jahrzehntelang nichts darin gefunden, und nun entdeckt die Aullage darin schwere GcsetzcSverletznngen. Alle? was außer diesem eigenartigen Optimismus sonst noch zu Gimstcn deS Herrn Sanden geltend gemacht«verde» konnte, be- steht darin, daß er fleißig in seinen Geschäften gearbeitet hat— «vozu ihn schon seine Privatspcknlationen und die Vorsicht, sich nicht von seinen Angestellten zu tief in die Karten blicken zu lassen, nötigten— daß,«vie der Prediger de la Roche es nannte, in seinem Hause ein„geistlicher Zug' herrschte nnd er zu kirchlichen Zivccken gelegentlich Gelduiiltel spendete. Warum auch nicht? ES ist mehr oder«vcnigcr ei» Bedürfnis aller FinancierS, lvcnn sie cS z» etwas gebracht haben. sich in der sogenannten feinen Gesellschaft zur Geltung zu bringen: Der eine verheiratet seine Töchter an bankerotte Grafen und Barone und hält sich cincn Rennstall, der ziveite spielt sich als Theater- oder Knustmäccn auf, der dritte sucht durch allerlei kostspielige Narretei um jeden Preis Aufsehen zu erregen. Ilm künstlerischen oder«vissc»- schaftlichen Sport zu treiben, reichte bei Komnicrzienrat Sauden die Bildimg nicht ans, und so verfiel er unter den« Einfluß des be- kannten Potsdamer Milien auf den KircheiiailSstattungs-Sport, dem er als guter Geschäftsmann jedoch immer nur eine» geringen Teil seiner Einnahmen«vidincte. In den Jahren 1895 und 1896 stellten sich die Ausgaben Sandcns für kirchliche und Wohllhntigkcits- zlvecke auf zusammen 33 000 M., dagegen sein Privatvcrbrauch, so- «vcit seine Notizbücher ausweisen, auf 389 000 M.,«vährcnd er zur Einkommensteuer dainals auf pro Jahr über 476 000 M. eingeschätzt «vurde. sein«virklichcS Einkommen also für beide Jahre über 1 Millionen Mark betragen haben dürfte. Nnd nun gar erst der andre der beiden königlichen Kanflente, Eduard Schmidt, der eS,«vaS äußere Ehren anbetrifft, noch nm ein Bedeutendes«vcilcr gebracht hat alS Herr Eduard Sande»— zum Generalkonsul und„Hofbankicr" der Kaiserin. Er wurde «vährend der Verhandlungen mehr nnd mehr znin Vertreter einer Abart von FinanzkrctinS gestempelt, von dem schließlich selbst der Staalsanivalt meinte, daß er nicht gerade»übermäßig mit Geistes- kräftcn gesegnet" sei. Man darf von der GeistcSschlväche, in der ihn seine Verteidiger schillern ließen, imincrhin einen Guteil in Abzug bringen, aber ob Herr Eduard Schmidt thatsächlich auch nur jenes Maß von Begriffs- nnd Auffassungsvermögen zusammenbringt, daß von jeden« halbivegS gebildeten Durchschnittsmenschen verlangt«vird, ist doch zweifelhaft und ebenso, ob er im stände«var, sich durch die Bklauz-VerschlcicrungStiinste der Preußischen Hypothekenbank hindurch zu finden. lind diese Geisteskraft«vor,«vie einer der Verteidiger nicht ganz unberechtigt sagte, einer der einflußreichste» Männer Berlins, Vorsitzender deS AnssichtSratS der Preußischen Hypothekenbank, AussichlSralSniitglicd so nnd so vieler andrer Geld- institute, Mitglied des Ccntralausschusses der Reichsbank und noch sonst allerlei. DaS sind die Führer der königlichen Kanflente, der genialen FinancierS, die der moderne«virtschastliche AnSleseprozcß züchtet. Sie ähneln wenig jenen Typen, die in.naturalistischen' Romanen als geniale Herrennatnren spuken, oder jenen Kulturträger««, die sich die Ammonfche GcscllschaslSlehrc ausheckt, aber sie entsprechen dafür desto niehr der Wirklichkeit. Und«vas soll nun«verde»,»achdcm der Prozeß zu Ende? Die Staatsaufsicht hat völlig versagt, die vorgeschriebe««?«« Taxationen haben sich als leere Formalität erwiesen, und die zur Sicherung der Deckung des PfandbriefnmlanfS eingeführte Ucberlvachuug des Hypolhekenbeftandes durch den Treuhänder hat»veder verhindert, daß zur Deckung valutalose Hypotheken(d. h. von der Bank»och nicht bezahlte Hypotheken) als Unterlage für die Pfnndbriefausgabe gestellt «vordcn sind, noch daß Hypotheken dem Tresor entnoinnie» und verkauft oder lombardiert«vnrden. Nun lassen sich gciviß amtliche Taxämter ein richten nnd ebenso läßt sich die Bestiminung verschärfen, nach der zun« sogenannten vorübergehenden Gebrauch Hypotheken von« Treu- händcr ausgeliefert«verde» müssen; aber«virlliche Garantie«vird auch dadurch nicht geschaffen. Und die Staatsaufsicht? Nach den Be- ratungen, die im LaildivIrtschastSuiiuisteriiim stattgefunden habe» — auch das städtische Hypothekcnlvesen gehört zu dessen Amt scheint eS, als solle bei diesem Teil der Hebel eingesetzt«verde««; doch die Staatsanfsicht hat früher versagt, sie hat kürzlich«vieder bei der Pommcrschen und bei der Preußischen Hypothekenbank versagt, nnd sie«vird unter den bestehenden bureaukratischen Verhältnisse» auch künftig versagen.» Wer das Gegenteil erlvartet, muß eine polizenvidrige Vertrauensseligkeit besitze««. Und«vorauf soll die Aufsicht sich stützen? Vorschriften für alle die verschiedenen iin Hypothckensach»löglnhc«« Tlans- aktionen z» treffen, ist»ninöglich; also bleibt nur der AnSiveg, nach der Usance zu verfahre». Gerade die jetzige Usance aber ist etivaS, das recht«venig Sicherheit für Solidität bildet. Wer den Sanden-Prozcß verfolgt hat, wird gc- fnndci« haben, daß nicht nur zivischen der Auffassung der Verteidiger und der Sachverständigen, sondern auch zivischen der Auffassung der letzteren nnd der der verschiedenen Zeugen viele Unterschiede vor- Hände»«varen. Was der eine Sachverständige für verboten hielt, sah der andre als nur etivas bedenklich an, und ein dritter fand, daß cS sich um einen allgemeinen Gebranch handelte. Die kapita« listische Entlvicklnng der letzten Jahrzehnte und besonders des letzten Jahrzehnts hat eben auch auf diesem Gebiete neue Bräuche gezeitigt. Es ist eine kindliche Ansicht, die Preußische Hypothekenbank und die andern in den letzten Jahren zusainmengebrochene» Hypotheken- nnd Jmmobilienbanken hätten ganz besondere Wege eingeschlagen und bei andren fänden sich ihre Praktiken nicht. Vielleicht finden sich nicht alle zu einem so schönen Strauß vereinigt,«vie bei den Sanden- Banken, hier gehören diese, dort jene zur Usance, doch nicht ver- chiedene Systeme, nur Grade trennen die einen von den ander». Das Mittel, das,«vie schon kürzlich dargelegt«vurde, am Ichersten«virken würde,»venn eS auch durchaus nicht die Schäden des heutigen Bank- und AktiengetriebeS zu heilen vermag,«väre die Reform des fast ausschließlich dem dekorativen Aufputz und der persönlichen Bereicherung dienenden AirfsichtSratSIvesenS: eine Ausdehnung der Rechte deS AnssichtSratS und zugleich seiner Verpflichtungen, vor allem der Regreßpflicht. Diesen Weg zu gehen «vird aber gerade die Finanz am allerwenigsten bereit sein, und thatsächlich»«ehren sich seit kurzem in der Handels- und VLrscnpresse die Artikel nnd Notizen, in denen nilter der kuriosesten Begründung gegen solche Forderung gekämpft«vird. Erst kürzlich schrieb daS .Berliner Tageblatt": Glücklichenveise bestehen ja Altiengesellschaflen genug, die sich befriedigend cntlvickeln. Indes«vird diese Thatsache nicht gerade ans die Institution deS AnfsichlsrateS zurückzuführen sein. Daß diese in vielen Fällen keinen ernsten Inhalt, sonder» mehr eine dekorative Beigabe darstellt, geht schoi« ans der eine» Thatsache hervor, daß sich noch immer zahlreiche Fälle konstatieren lassen, in denen ei» und dieselbe Persönlichkeit zivanzig und mehr Anssichlsrats- Stellen einnimmt. Wenn daS selbst für Leute gilt, die von ihrem Hauptberuf ausreichend in Anspruch geuoiumeu sind, so bedarf es keines«veiteren BeivciseS, daß sie nicht auch noch als Anfsichlsrntsmitglieder die Thätigkcit leisten, die sie von Rechts«vegen als ihre Pflicht ansehen sollte««. Durch gesetzgeberische Bestimmungen auf eine Verschärfung der B e r p f l i ch t n n g e n h i n z u«v i r k e n. die dem Anfsichtsrate obliegen, hat aber seine Bedenken. Denn d a S k ö» n t e dazu führe», daß diejenigen, die noch et«vas zu verlieren habe», sich von diese«« Stellungen zurückziehen, und an i h r e S t e l l e m i n d c r>v e r t i g e E l e m e n t e treten. Eine«virkliche Besserung«väre nur davon zu crivnrten, daß die Einsicht dlirchdriiifzt, eine AnfsichtsratSstelle dürfe nur derjenige übernehme», der ihre» Anforderungen auch«virklich geivachsen ist. Daß eine solche Erkenntnis sich so bald einstelle» oder gar ver» allgcincincrn«vird, n«nß freilich bczlveifelt«verde». So wird es auch diesmal,«vie früher bei dem Herumdoktern an einigen Maßregeln bleibe», die durchaus unfähig sind, irgend etivaS an der Fortentlvicklung im bisherige» Geleise zu ändern. Die Not. Alle Anzeichen denic«« darauf hin, daß wir vor einer neuen ge- fährlichc» Ausdehnung der Arbeitslosigkeit stehen,«velche die schlimme» Ereigniffe deS vorigen Winters noch übertreffen«vird. Das verflossene Halbjahr hat nicht die Beendigung der herrschende» Wirtschaftskrise gebracht. Die Krise versumpft nnd die BeschäftigungS- losigkeit ergreift nun auch jene Zlveige der Produktion, die bisher von ihr verschont geblieben sind. Die«vichtigste Frage ist angesichts dessen:«vaS thnn Staat und Gesell- schaft gegen die Arbeitslosigkeit? Wie«volle» sie die Folgen der unverschuldete» Arbeits- osi gleit für die breiten Massen linder»? Obivohl in« Anfang dieses Jahres der Reichstag sich mit der Arbeitslosigkeit beschäftigt hat, und obivohl die Arbeiterpresse seitdem immer auf diese offene Wunde vcrlvicsen hat, hört man von Maß- regeln gegen die Arbeitslosigkeit auch nicht ein Wort. Es scheint, als ob das Reich, Ivelches vom socialpolitischen Gesichts« pllnkte aus die Führung in den« Kampfe gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit zu übernehmen hat, genau so absolut unvor- bereitet in den nächsten Winter hineingehen will,«vie es in de» vorigen hineingegangen ist, nm dann de» arbeits- und brollosc» Massen achsclznckeiid z» sagen:«vir köniieii nichts thun. Und diese völlige Thatenlosigkcit des Reiches, der ersten Stelle für socialpolitische Maßnahmen, wirkt lähinend auf die Verivaltungen der Riesenbetriebe der Einzclstaate», auf die Vcrwaltniigcn der Städte. Es«vird nirgends ein vorbereitender Schritt gctha». Unsre Bourgeoisie«vcilt sorglos in den Bädern und Sommerfrischen. Wenn sie sich mit Beginn der kälteren Jahreszeit plötzlich einer täglich riesenhafter anschlvelleuden Zahl beschäftigungsloser Arbeiter gegenüber sieht,«vird sie ratlos zu ein paar Notstandsarbeiten greifen,»in schließlich machtlos dazustehen,«veil sie i» einer geradezu schändlichen und verderblichen Gleichuiütigkcit unterlasse«« hat, beizeiten vorznsorgci«. Die Socialdemokratie, welche die innerste Ursache der Arbeits- losigkeit in den« kapitalistischen Produktionssystem nnd ihre Be- scitigung erst in der Beseitigung dieses Systems selbst erblickt, ist «vcit davon entfernt, Staat nnd Gesellschaft unmögliche Aufgaben znzlllvcisc». Aber e s gicbt für Staat und Gesellschaft hundert Wege, das Elend und die Ber- z>v c i f l«i» g der Arbeitslosen z u lindern,«venn man sie nur betreten«vollte. Die Socialdemokratie hat solche Wege rni- ablässig vorgeschlagen; man hat»och nicht einmal eingehend darüber debattiert, gcschiveige denn den Versuch gemacht, sie zu gehe». Auch in« ReichSnint des Jimcr» kann man doch nicht blind und taub gegen alle die Zeichen sein',«velche die Iveitere Ver- schlechternng der Ivirtschnfllichen Lage verkünden. Das Reichs- aint deS Innern hat eine einflußreiche offiziöse Presse. «ber man hat vollauf zu thun mit der Bekäinpfinig der Socialdemokratie nnd der Einpfchlnng deS schamlosesten ZollivncherS. Auch nur durch die Presse aus die bedrohlichen Anzeichen hinzu» «veisen und die Gemeinden an ihre socialen Pflichten gegenüber den Arbeitslosen beizeiten erinnern zn lassen, dazu hat man in« Reichs« aint des Innern„keine Zeit'. Ans dein Rnhrrevier, dem bedeutenden deutschen Jndustriebecken, «velcheS ftir die Benrteiluiig der«virtschafilichen Lage«vie ein Barometer«virkt, konimen jetzt erneut Nachrichten, daß im Juli der Niedergang sich«viederum verschärft hat. Die Feierschichten nehmen zu, ans einzelnen Bergiverken müssen die Arbeiter. jetzt Ivöchentlich zwei Tage feiern. Während sonst eine stehende Klage der Kohlenblätter der Wagenmangel«var und der Eisenbahnminister seine liebe Slot hatte, die Kohlenbarone durch ausreichende Waggon« geftellung zufrieden z» erhalten, sind jetzt die Bahnhöfe im Ruhr» «vier derart mit Kohlen- und CoakslolvryS überfüllt, daß bereits auf den Aiischlußbahiihofeii Verkehrshindernisse eingetreten sind. An Rhein und Ruhr sind die Lager der Händler überfüllt.. Dabei geht der Bedarf der Industrie beständig zurück. Das Kohlenshndikat hatte im Monat Juni eine Minderförderung von 20,52 Proz., arbeitstäglich wurden 13g 144 Tonnen gegen 173 636 Tonnen im gleichen Monat dcS Vorjahres gefördert. Das Coakssyndikat hatte eine ErzeugnngScinschränkung von 27,5 Proz., sein Absai betrug im Juni 528 800 Tonnen gegen 539 000 Tonnen im gleichen Monat des Vorjahres. Bei den Verkaufs» abschlüssen für dnS zlveitc Semester sind die Hochofenwerke wiederuni mit ihren Bestellungen zurückgegangen, teils weil ihre Lagerbcstände noch zu grojj sind, teils weil ihr Kundenkreis ebenfalls niit den Be« ftellungen zurückhält und so die Hochofenwerke zu einem noch lang- samere» Betrieb nötigt. Auch der Verein deutscher Eisengiebereien konstatierte auf seiner Düsseldorfer Generalversainmliing. dnh die etwas bessere Beschäftigung seit einigen Wochen bereits wieder einer größere» Stille Platz gemacht hat. Und so wie hier ist es fast in der gesamten Industrie. Der gewaltige Anstoß zum Besseren, den man allgemein von der Beendigung des südafrikanischen Krieges erwartete, ist nicht eingetreten und in London fürchtet man, eS würden kaum die gefüllten Läger in Südafrika selbst gcrännrt werden, geschweige denn werde die europäische Industrie große Aufträge erhalten. Woher soll nun der Aufschrvung kommen, der notwendig wäre, um den Massen im Winter Beschäftigung zu bieten? Nicht mehr lange wird es danern, so lenkt sich der Proletarierstrom, der jetzt über die Landstraßen zieht, wieder nach den Großstädten hin. Auch das Baugewerbe, welches gegeiiwartig zahlreichen Industrie-Arbeitern, die durch die Krise ans den Fabriken hinausgetrieben wurden, Be- schäftignng bietet, wird seine Arbeitslosen ivieder auf die Straße senden. Tritt dazu die Wirkung der andauernden und sich ver- größerndcn Geschäftsstockung: Bclriebseinschränkungen, Lohn- redukiioneii, Arbeiterentlassungcn, so tverden binnen rvenig Wochen wieder hunderttausende brotloser Proletarier auf dem Pflaster unsrer Großstädte liegen. Und all dem Menschenjammer, dem Elend, welches sich daraus entwickelt, will die bürgerliche Gesellschaft ebenso thatcii- los zusehen wie im vergangenen Winter I Ein brutales Unternehmertum benutzt die schlechte wirtschaftliche Lage noch zu Existcnzvcrschlcchternngen der Arbeiter, die noch aus- reichende Beschäftigung haben. Der Unternehmerprofit ist gesunken infolge der durch die Shndikate bewirkten hohen Rohmaterialpreise und der durch die Absatzstockungen herbeigeführten niedrigen Verkaufs- preise der Fcrtigfabrikate. Das Unternehmertum macht seinen Verlust zuni großen Teil ivett durch den Druck auf den Arbeitslohn. Wo jetzt nicht Arbeitereiitlassnngen vorgenommen werden, da hört man von Lohnreduciernngen. Die Thatsache, daß von den Streiks des vorigen Jahres 60 Prozent A b w e h r st r e i k s waren, spricht ganze Bände. Ebenso auch, daß die Arbeiter 679 mal vor Beginn eines Streiks nnd 841 mal während der Daner desselben sich um Einigung bei den Unternehmern bemühten, diese Einigung aber von den Unternehmern in 325 Fällen rundweg ab- geschlagen wurde. Die Krise hat die Stärke und die Macht des Unternehmers gegenüber dem Arbeiter erhöht, sie hat den Arbeiter wehrloser gemacht, und die Lohnrcduktionen und die Verschlechterung der Arbeitcrexistcnz sind die direkte Folge. Mit einer empörenden Gleichgültigkeit überläßt der Staat de» Proletarier seinem Geschick, wo es doch in seinem eignen Interesse läge, die weitere Verschlechterung der Existenz des Arbeiters nach Möglichkeit zu verhüten und ebenso die Folgen der Arbeitslosigkeit zu lindern. Wenn eS sich um de» Proletarier handelt, ist der Staat nicht zu finden. Wohl erläßt der preußische Handelsminister «in Reskript an die Oberpräsidenten zur Förderung des Handwerks durch die Protektion des kleingewcrblichen Genossenschaftsivcscns; ei» Reskript, in welchem er sogar persönliche Unterstützungen von 100 bis 150 Mark in Aussicht stellt, damit geeignete Personen den im Herbst zu Berlin stattfiiidenden genossenschaftlichen Lchr- kursus besuchen können. Indessen die Arbeiter, die Gelvcrkschaften, auch nur zu unterstützen in ihrem Kampfe gegen die Folgen der Krise, weist derselbe Staat leicht von der Hand. Erklärte doch Graf PosadowSky im vorigen Winter im Reichstage selbst eine bloße Zählung der Arbeitslosen für eine glatte Unmöglichkeit. Diese Krise ist in ihrem Verlauf eine zivar furchtbare, aber gründliche Lchrmcisterin des Proletariats. Sic zerstört auch den letzten Rest von Vertrauen, den proletarische Schichten»och zu den Besitzenden gehabt haben, indem sie ihnen die Unthätigkeit des Staates und der Gesellschaft demonstriert angesichts ihres größten Elends. Welcher Proletarier kann im Ernste noch ein Interesse haben an der Aufrechterhaltnng dieser Gesellschaft, die ihn erst ans- kauft und versklavt und ihn dann im Elend zu Grunde gehen läßt! polikifche MebvvMzk. Berlin, de» 19. Juli. Dev Mittelland-Kanal im Reichstag. Die Niederlage der Regierung gegenüber dem preußischen Junkertum in der Kanalfrage war deswegen so besonders jammer« voll, iveil nach all den drohenden großen Worten— nichts, gar nichts gefolgt lvar. Weder hat die Regierung gewagt, an das Land zu appellieren und das Abgeordnetenhaus aufzulösen, noch ver- suchte sie, den Kanal dort durchzusetzen, wo sür ihn eine Mehr- heit sicher war: im Reichstag. Die Regierung fürchtete sich geradezu davor, ein Mittel anzuwenden, das Erfolg ver- sprach. Sie wußte wohl, daß ihr das Junkertum zwar Niederlagen gönnte aber niemals Siege verzeihen würde. Auf die Zweckmäßigkeit, ja Notivendigkcit, die Kanalfrage in den Reichstag zu verlegen— das verfassungsmäßige Recht ist uubestreit- bar— haben wir wiederholt hingeiviese». Aber sowohl die bürgerlichen Kanalparteien wie die Regierungen wagten nicht, gegenüber dem Jmikertnm einen Sieg zu organisieren. Nun erfährt man aus den gestern ivicdergegeben Mitteilungen der Planener Handelskainmer, daß bereits ini Februar d. I. der preußische Minister des Innern in Sachsen eine Unifrage ver- anstaltet hat, wie mau dort über den Kanal denkt. Welchen Ziveck hat eS, für die preußische Regierung die Stimmung im Königreich Sachsen zu erforschen? Hat man sich etwa doch e»t- schlössen, den Mittelland-Kanal vor den Reichstag zu bringen und soll jene Umfrage einen preußischen Antrag im Bundesrate vor- bereiten? Der Plan wäre zu vernünftig nnd zugleich zu unbotmäßig gegen das herrschende Junkertum, als daß man ihn der preußische» Regierung zutrauen sollte. Sicher aber ist, daß in einer Zeit großer und Ivachsender Arbeitslosigkeit— nnd für den nächsten Winter sind furchtbare Zu- stände zn erwarten— der Kanalban ein Mittel wäre, einiger Not wenigstens abzuhelfen. Und deshalb sollten die Parteien die Reichs- regierung zwingen. Mut zu haben! Ueber die englische Ostasieu-Politik verbreitete sich in der Freitags-Sitzung des Oberhauses der Staats- sekretär des Aenßern Marquis of LanSdowne. Als Hauptaufgabe der englischen Politik in China bezeichnete eS der Staatssekretär, alle Maßregeln abzuwenden, die auf eine Teilung China? hinzielten, ebenso Schritte, die China unter die Vormundschaft irgend einer fremden Macht zu stellen beabsichtigten. Der Staatssekretär vermied es naiür- lich, diejenigen Mächte zu nennen, von denen derartige zu be- kämpfende Maßregeln zu befürchten seien. Aber seine sonstigen Aus- fühnmgen über die Einzelprobleme der China-Politik ließen deutlich genug erkennen, wer gemeint sei. So wies Marquis of Lansdowne znnächst auf Rußland hin. das sich noch immer nicht dazu be- quemen kann, sich völlig ans der Mandschurei zurück- zuziehen. Lansdowne konnte aber wenigstens den Tro spenden, die englische Regierung sei benachrichtigt worden, daß die Eisenbahn außerhalb der großen Mauer innerhalb des Zeitraumes von sechs Monaten, der in dein Ab- kommen erwähnt sei, übergeben würde nnd daß N i u t s ch iv a n g innerhalb eines z>v e i t e n Zeitraums von sechs Monaten zurück- gegeben würde. Möglicherweise würden die russischen Behörden aber geneigt sein, N i u t s ch w a n g zur selben Zeit zurückzugeben, Ivo T i e n t s i n an die chinesischen B e h ö r d e n z u r ü ck- gegeben werden würde. Die Zurückgabe der Verwaltung T i e n t j i n s werde also vor- aussichllich in drei bis vier Wochen erfolgen, da die abgeänderten Bedingungen der Mächte aller Voraussicht nach von China an- genommen tverden dürften. WaS die von England mit China vereinbarte Rückgabe der Eisenbahnlinie Peking-Ticntsin-Shanhaiklvan anlange, so sei England völlig vorbereitet, dies Abkommen zu Vertvirklichen. Zwischen China und einer andren Macht sei jedoch eine Schwierigkeit entstanden, welche die Ausführung des Abkommens init China verhindert hätte. Bis diese Schlvierigkeit behoben sei, müsse die Linie militärisch besetzt gehalten werden, die Schwierigkeit dürfte aber wahrscheinlich nicht ernster Natur sein. Schließlich erklärte Laiisdowne mit einer unverkennbaren An- spiclung, daß Englands Gesinnung gegenüber China nicht räch- süchtig sei, daß es deshalb gerne geneigt sei, China die Lasten der Kriegs« irtschädigung nach Möglichkeit z n er- leichtern. Die Regierung habe deshalb vorgeschlagen, daß für die ersten acht Jahre die Mächte sich zu der Annahme einer Summe von T a e l s bereit er- klären sollten, die nicht größer sei als diejenige Summe, die China geschuldet hätte, wenn derTael den Goldwert behalten hätte, den er zur Zeit hatte, als das Protokoll unterzeichnet ivnrde. Dieser Vorschlag habe znnächst bei den Mächten nicht viel Entgegenkommen gefunden; später aber habe sich gezeigt, daß England mit dem Wunsche, China einige Erleichterung zn gewähren, nicht allein st e h e; hinsichtlich der Art nnd Weise könne einige Meinungsverschiedenheit bestehen, das Ziel sei aber dasselbe. England sollte alles auf- bieten, um mit den übrigen Mächten gemeinsam zu ver- handeln, denn die Erleichterung ivürde dadurch für China größer iv erden.— *• * Aeutsches Weich. KöllerischeS von Podbiclöki. Der„Fränkische Kurier" erzählt: AlS die Erhöhung der Gctreidczölle noch im Vordergründe des Jntercfics der Oeffcntlichkeit stand, sagte dem Minister ein frei- iinniger Reichslagsnbgcordneter bei der Renonnnierfahrt des Nord- deutschen Llohddanipfers»Kronprinz Wilhelm":„Excellenz, die sechs Mark bekommen Sie nie und nimmer!" und Excellenz antwortete init der größten Seelenruhe in reinstem Berlinerisch: ,N a, denn »ich. denn i s et auch gut!" Köllers„Wenn»ich— denn nich" wird von PodbiclZki strebsam nachgeahmt. Ilnsre Ministerschaft befindet sich nun einmal auf den höchsten geistigen Höhen!— Zu dem Prager Steckbrief teilt jetzt die.Kölnische Zeitung" offiziös mit, daß nian von Berlin aus keine schroffen oder nnfrcnnd- liche» Anfragen nach Wien gerichtet habe. Man kann also bei uns gelegentlich, aber nur selten, nicht impulsiv sei».— China- Beute. Der„Hannoversche Anzeiger" berichtet ans i I d e s h e i in: Ein interessantes Schlachtenbild ans dem Pe- kinger Kaiserpalast, das von einem Chinakämpfcr erworben und diesem von Freunden deS Museums abgekauft wurde, ist jetzt dem R ö m e r- M u s e u m als Geschenk überiviesen worden. Das 3 Meter 30 Centimeter lange und 1 Meter 60 Centinicter hohe farbige, auf Seide gemalte Vild zeigt eine lebendige Kriegsscene mit vielen Hunderten von Personen.' Die Landschaft nnd beson- ders die Gebirge erinnern an die alten Bilder der Niederländer um die Wende des 14. und 15. Jahrhunderts. Auf der einen Seite des Gebiegcs sehen Ivir das in Brand geschoffene umzingelte Lager der Feinde, auf der andern das eines hohen Mandarinen, vor dem Rebellenführer enthauptet iverden. Das Bild bringt eine Episode aus dem Kampf gegen die Taiping-Rebelle» im Jahre 1853 zur Anschauung. Frage: Von w e m hat der Chinakämpfer das ans dem Pekinger Kaiserpalast stammende Bild»erworben?" Ellva von der Kaiserin-Tantc? Schlimm genug, daß ein deutsches Museum derlei„erworbene" Schätze als Geschenk annimmt. Freilich, man braucht nur nach— Sanssouci zu gehen!— Tic Verlogenheit der„Freisinnigen Zeitnng" zeigt sich wieder recht niedlich in einer Bemerkung zu unsrcm zahlen- mäßigen Beweis, daß in Bayreuth die Freisinnigen für den nationalliberalen Hochschntzzöllner gestimmt haben. Gesteht das Blatt diese Thatsache zn, die es selbst natürlich ebenso gut einsieht, wie wir? Weit gefehlt, die„Freisinnige Zeitung" beruft sich aus eine vor Kenntnis der Einzelergcbnisse geschriebene falsche Behauptung der„Kreuz-Zeitung", die gemeint hatte, die Freisinnigen lvären»b i S a» f den letzten Mann mit den Socialdemokralen gegangen" und fügt ruhig hinzu: „Durch die Vorwürfe, ivelche nachträglich gegen die Frei- sinnigen von rechts wie von links erhoben werden, wird an dieser Thatsache nichts geändert." Eine Partei, deren führendes Organ so frech und feig zugleich ichwindelt, verdient schon wegen dieser sittliche» Entartung den Unter- gang. Daß die Freisinnige»' Bayreuths Mann für Manu national- liberal gewählt haben, an dieser Thatsache wird durch die bewußten Lügen der»Freisinnigen Zeitung" nichts geändert!— Zur Bayrcuther Wahl veröffentlicht der Leiter der Agitation im.Wahllreise, Genosse R a ck l, in der. F r ä n k i s ch e n T a g e s« o st" interefsante Einzelheiten, von denen folgende ivicdergegeben eie»: Mit großem Tamtam traten die Freisinnigen auf. Der Sekretär des Handelsvertragsvereins errichtete in einem Laden der Opernstraße ein eignes Wahlbureau. der Kandidat und zwei Rcichstags-Abgeordnete mußten den Wahlkreis bereisen, trugen sich die Herren doch mit der kühnen Hoffnung, mit dem Socialdemokraten in die Stichwahl zu kommen nnd den freisinnigen Kandidaten in den Reichstag zn bringen. Ganze 1164 Stimmen waren der Dank für all die Mühe und Arbeit, für all das schöne Geld, das den Freisinnigen die Wahl kostete. 4000 M. sollen, soviel wir wissen, für die frcisiiinige Kandidatnr aufgewendet worden sein, fast 3>/s M. kostet also die Stimme! Welch grober Undank! Während sich Socialdeinokratie. Bündler und Freisinn auf gleiche Stimmzettel einigten, gingen die Liberalen ihren eigne» Weg und benutzten bläulichgrünes Papier. Wahrscheinlich gehört dies nach Ansicht der Liberalen zur Sicherung des Wahlgeheinmisses! Mit Bangen sahen die bürgerlichen Parteien dem Abend entgegen, sie hatten auch alle Ursache dazu. So sehr lvir mit dem Resultat zufrieden sein können, stehen wir doch nicht an zu sagen, daß eS leicht möglich gewesen wäre, unsrem Kandidaten in der Hanptwahl zum Siege zu verhelfen. Es ist falsch, wenn ei» Teil der Wähler glaubt. es giebt ja doch Stichwahl und da werden wir schon unsre Schuldig- keit thun. Bevor»och das amtliche Resultat ausgezählt war, konnten die bürgerliche» Blätter der Welt mitteilen, daß am Freitag, den 11. Juli. die Stichwahl stattfindet. Den Socialdemokraten sollte' die Möglichkeit genommen werden, zwischen Haupt- und Stichwahl sür ihren Kandidaten wirken zu können. Blieben doch nur 3'/« Tage zur Wahl- arbeit übrig. Wir können zur Ehre unsrer Parteigenoffen sagen, daß daß nötige Material bis zum Wahltage prompt verteilt war. Die gesanite» Gegner einschließlich dcö Freisinns traten in der Stichwahl für Hage» ein. Alle möglichen Beamten und Räte leisteten Schleppdienste. Derselbe Freisinn, der im Reichstag gegen die Zölle kämpft, dieselben Freisinnigen, die bei der Hauptivahl gegen die Verteuerung der nötigen Lebensmittel kämpften, die das' Wort„LebenSmittelwncherer" Dutzend- und Aberdutzcndmale gebrauchten, wählten den Zöllner Hage». Die Freisinnigen des Wahlkreises Bayreuth haben sich würdig gezeigt ihrer Parteigenossen von Memel-Heydekrug. Trotz all' dieser schönen und unschönen Mittel gab eS nur 920 Stimmen Majonlät— fürwahr ein trauriger Sieg! Drei Parteien znsainmen 8543 Stimmen und die Socialdeinokratie aus eigner Kraft 7623 Stimme»; wer ist da der Besiegte? l Jener Fabrikant hat das richtige Urteil gehabt, der bei Bekanntgabe der Resultate am Stichwahltag erklärte:„Wir haben keine» Anlaß zum Jubel, viel eher zu trauern, es ist der letzte Sieg, der Wahlkreis ist verloren, er gehört der Socialdemokratie". Die Wahlbewegung hat uns sechs neue socialdemokratische Vereine gebracht, so daß wir bei der Wahl im Jahre 1903 14 Vereine im Wahlkreise habe» iverden. Dadurch wird die Agitation sür diese Wahl ivescntlich erleichtert werden. Aachener Reliqulenwunder. Der„Frankfurter Zeiwng' wird aus Aachen berichtet: Tagtäglich halten Tausende von Menschen, ihrer Tracht nach meistens Bauern, das Mliuster umstellt und hemmen im Kernpunkt der Stadt de» Verkehr. Morgens 10 Uhr beginnt die öffentliche Vor- zeigung der Hciligtüiner von einer Turmgaierie des Münsters aus. Ein priesterlicher Herold rnst die einzelnen Gegenstände in der Art dcS liturgischen Gesanges aus, ivie folgt: „Man wird Euch zeigen die Windeln, worin C h r i st u S nach seiner Geburt von seiner Mutter ein- gewickelt ward. Bittet den allmächtigen Gott, daß wir dieses Heiligtum anschauen mögen zur Vermehrung seines Lobes und zur Erlangung der' etv igen Selig- keit!" Sodann zeigt ein andrer Geistlicher die Gegenstände vor, worauf daZ Volk zu beten anfängt. Wenn zum Schluß mit dem Lenden- tiich, mit dem man Bildchen, Skapuliere, Rosenkränze und die Kranken verührt, der Segen erteilt wird, fallen die Tansende in die Knie.. Ein älteres Fräulein wurde bei der Heiligtnmsfahrt vom Schlage getroffen und als L e i ch e weggetragen, ein Guts- besitze r au SSitkart verfiel in religiösen Wahn- sinn, lief betend und singend durch die Straßen und machte be- ständig den Versuch, sich zu entkleiden.— Die Einladung zur diesjährigen Katholikenversammliiug wird in der„Germania" veröffentlicht. Sie soll diesmal in Darui- stadt stattfinden. Eine eigemliche Tagesordnung, die die G e g e n- st ä» d e der Beratung bezeichnete, enthält der Aufruf nicht, sondern nur eine Aufzählung der zahllosen rednerischen und feuchtfröhlichen Vcranstaltnngen, die die große Festwoche ausfüllen werden. Auch der einleitende, gewissermaßen programmniatische Teil der Einladung enthält keinerlei politische Gesichtspunkt«. Dafür handelt er um jo anssührlicher von de» historischen Erinneningen und den landschaft- lichen Reizen der„weingesegneten" Rheinpfalz. Bekanntlich lassen sich die Katholikenwge»nt Parteitagen politischer Parteien nnd demokratischer Organisationen nicht vergleichen. Die sogenannte» Generalversammlungen bestehe» an? einer Reihe von Deinonstralionsrcdcn, pfäffischcr und sonstiger Drahtzieher; eine Diskussion findet nicht statt. Dafür ist aber das sonstige Programm »m so reichhaltiger, Iveist es doch nicht weniger als 6 F e st g o t t e S- dienst« je. und 13 Festkommerse und Festmähler auf.— Rudolf VlrchowS Befinden soll sich dem„Berk. Tagebl." zu- ölge verschlechtert haben. Der greise Gelehrte hat in Schierke(Harz), Ivo' er sich aufhält, in den letzten Tagen bedrohliche Schwächezustände durchgemacht.—» Ein uniformierter Amokläufer. Vor dem BreSlauer Ober-KriegSgericht des VI. Armeecorps stand am Freitag ivcgen grober M i ß h a n d l u n g e» von C i v i l i st e n mit der Waffe der Ulan Aug u st Pandel vom Regiment Katzler in G l e i w i tz. Der Vaterlandsverteidiger war wegen obiger Delikte am 13. Juni vom Kriegsgericht der 12. Division in Reitze zn zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden, hatte aber gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Am zweiten Osterfeiertag hatte der Vatcrlandsverteidiger Lust, sich mitCivilisten zu reiben. Die Gelegenheit schien ihm günstig, als am Abend der Arbeiter Sikiera ihn höflich um Feuer für seine Cigarre bat. Grob ant- Ivortete der Ulan: Für Sie habe ich kein Feuer. Als der Civilist sagte, er olle sich nicht aufregen, ging der Ulan mit gezogenem Säbel auf de» Civilisten loS. Dessen aus dem Hause kommende Mutter. eine alte Frau, die den Ulan bat. er solle vernünftig sein, hieb er mit der scharfen Seite des S ä b e I s so blutig, daß sie dreizehn Wochen krank ivar und jetzt um fünfzig Prozent Ivcniger arbeitsfähig ist. Nun kam der Arbeiter Wichs aus der Wohnung und redete dem Ulan zu, nicht mit dem Säbel zu schlagen mid die alte Frau nicht so zu m a s s a k r i e r e n. Da antwortete der' Soldat:„WaS, Sie wollen auch noch was haben?", nnd versetzte dem zweiten Civilisten >>vei wuchtige Schläge mit der scharfen Säbel- eite über, daß er blutüberströmt besinnungslos z u s a m m e n b r a ch. Die Kopfhaut war samt Knochen durchgeschlagen und das Gehirn bloßgelegt. Er ward ins Krankenhaus geschafft, wo er vier Wochen behandelt wurde. Die Aerzte glaubten zuerst, der so schwer Verletzte würde st e r b e». Er hat jetzt oft noch starke Schmerzen, kann nicht arbeiten und die Folgen find nach Aussage des Sachverständigen nicht abzusehen. Es kann noch Tod oder geistige Um- n a ch t u n g eintreten. Nach der Schlacht rühmte sich derHeld des Abends noch zn einem Kameraden, er habe Civilisten verdroschen. Der Verteidiger, Justizrat Geisler-Gleiwitz. beantragte mildere B e- strafung, der Vertreter der Anklage, KriegsgerichtSrat Tschirfchke. Veriverfnng der Beriisniig. Das Öber-Kriegsgericht verurteilte den Schläger zu e i n e m I a h r e G e s ä n g» i s. Das Urteil, obgleich gegen einen„Gemeinen" gefällt, erscheint uns angesichts der scheußlichen Ausschreitungen des ManncS ganz unverhäitniSmäßiq gelind. Uiisres ErachtenS müßte der Manier des Amoklanfens. die sich unter den Soldaten merkwürdig häufig bemerk- bar macht, mit äußerster Schärfe entgegengetreten werden.— Weshalb man SanitätSrat wird! ES giebt naive Leute, die glauben, daß ei» Arzt mit dem Sauilätsrals-Titel begnadet wird, weil der Staat seine medizi- nische Wirksamkeit ehren wolle. Wie irrig diese Meinung ist, das lehrt ein Geschichtche», das unter dem Titel„Beinahe S a n i t ä t s r a t" in der„ M e d i z i n i s ch e n Reform" erzählt wird. Dort schreibt Dr. X. D das Folgende: „Daß die Zahl der Berliner und preußischen SanitätSräte ver- mehrnngsbedürftig sei, daß es SanitätS-, geheiine SanitätSräte, überhaupt Räte aller Gattungen und Arte» nie genug geben könne, da- von war ich schon immer durchdrungen;»ur mußte ich. wenn die Kollegen und andre Leute mich, wie so oft, darüber.aiullkte», daß ich bei meinen 30 Praxisjahren, d. i. so an die 70 Bierseniester, es noch nicht einmal zum SanitätSrat lind, was wichtiger, meine Frau nicht zur Frau Sanitätsrätin gebracht habe. ihnen geginübe doch immer bestreiten, dnß, die so erwünschte'weitere Nummer nun gerade ich unbedingt sein mnsse. Aber beinahe wäre es doch ge- schchen, ivenigstens schien mir das so. Lon dieser meiner beinahigen Besanitätsratung und Ivie dann wieder alles Essig wurde— bittere Thränen habe ich darüber vergossen— davon die Historie werde ich nunmehr den Herren Kollege» zirr Unterhaltung und Belehrung in dieser stoffarnrcu Zeit hier ivahrhcitsgemäk erzählen. Es war so etiva vor sechs Monaten oder auch ein wenig darüber, ich hatte es schon ganz vergessen, wurde aber glücklicher- weise noch rechtzeitig wieder daran erinnert, da erhielt ich unversehens eines Tages eine Borladung vor die Kriminalpolizei zu dein und dein Tage, mittags so und so viel Uhr, zu ivelchem Zweck, war nicht weiter gesagt, nur, daß es sich um eine persönliche Vliigelegenhcit handle. Ich kriege natürlich einen gelinden Schreck und sinne nach, was ich eigentlich Großes verbrochen haben könne. Hatte ich vielleicht einen Diphthcriefall nicht angezeigt? Aber dies- i»al fand ich wirklich nichts, was»icin Getvissc» gröblich belastete. Ich fasse mir also ein Herz, viel mehr wie den Kopf kann es ja keinesfalls kosten, und wandere zu der bezeichneten Stunde pünltlich »nd erwartungsvoll nach dem Kriininalbnreau. Ich werde da auch gar nicht grob und unhöflich enipfangen, lvie das polizeifeindliche Mensche» so oft in die Zeitungen schreiben. sondern ganz freundlich vor den Herrn Polizeilieutenant geführt. Der ninnnt Feder, Tinte und einen Bogen Papier und dann geht das Verhör los. Sie heißen also so und so— usw. Zu welcher politischen Partei zählen Sie sich oder welche politische Richtung verfolgen Sie V— Ich will gerade auf den lliücken fallen, den» so was ist mir denn doch noch nicht passiert, da kommt aber schon der Herr Lieutenant ettvas hohnlächelnd über mein erstauntes Gesicht mir mit den Worten z» Hilfe: Ich ivill Ihnen osfe» sagen, cö handelt sich nm die Verleihung dcS SanitätöratS- titels, und da man obige Frage von mir bcantlvortet haben will, hielt ich es snr besser, Sie selbst direkt, als andre darüber zu fragen. Das leuchtete mir allerdings ein, denn welches Gerede wäre möglicherweise entstanden, wen» die Polizei nach meiner politischen Stellung andre Leute befragt hätte? Etlvas verivundert ivar ich nur, daß die Polizei erst zu fragen brauchte. Ich bcantlvortc also die Frage«nd damit war das Verhör zu Ende. Die ganze auf so breiter Basis insccnierte Haupt- und Staats- aktiou fiel kläglich ins Wasser. Wahrscheinlich hatte irgend jemand richtig herausgefunden, daß mein politisches und öffentliches Vcr- halten doch nicht in alle Wege so ganz rein und zweifelsohne sei, wie das die Wichtigkeit der Stcllniig erfordere und auch für die Zukunft in der Art vielleicht nicht viel von mir zn crlvartcn sei. Soviel ist hiernach aber jedenfalls klar: Obgleich wir Bei- spiele dafür haben, daß selbst Tüchtigkeit und Verdienste um Allgemeinheit lind Acrztcstand gegen Sanitätsratisierung nicht unbedingt immun machen, so schafft doch sicher GesinnnngSlüchligkeit und polilischcs Wohlverhalten, auf welche in allen Fallen eingehend geprüft wird, nach obigem zum mindesten eine sehr starte Prädisposition. Für den aber, den es nach dem Sanitätsrat oder dessen Frau es nach der Sanitätsrätin verlangt, ergiebt sich aus dein erzählten Beispiele die wichtige Lehre: Sei p o I i t i s ch h ü b s ch brav und o r d e n t l i ch, so wie man das oben wünscht und bist du das, so sage es auch laut; das kann viel, inindestens ganze Semester und mehr tviegcn, von allen» andern gar nicht zu reden. Hast du aber einmal so deine eigne Meinung, io mach dich jedenfalls nicht allzu breit damit, sonst kann der ganze Sanitätsrat mitsamt der Sanitätsrätin ins Wasser fallen und das lväre doch sehr traurig." So erzählt der humoristisch veranlagte Beinahe- SanitätSrat. Aber die Frage hat nicht nur eine humoristische, sondern auch eine rechtliche Bedeutung. Es will uns scheinen, als ob der Staat durch Verleihung des Sanitätsratstitels lso etwas Ivie unlauteren Wettbewerb, Vorspiegelung falscher Thatsachen und Täuschung des Publiknnls betreibt. Das Publikum hält den Sanitätsratstitel für eine Anerkcnnnng niedizinischer Verdienste. Und doch soll bloß politisches Wohlvcrhalten markiert werden. Warum wählt man in der Bctitelnng den gröblich irreführenden besonderen sprachlichen Hinweis auf die Medizin, statt durch den Titel zu kennzeichnen. daß es sich lediglich um ein politisches Sittenzcngnis handelt. Warum verleiht man nicht dem Rescrvclientenant liouoris csusa sehrenhalber) das Hoflicfcrantenprädikat? Oder den Kommissions-, Komuicrzienrats-, Regicruiigsratstitel? Der Hinweis auf die .Sanität" trügt, niemand aber tviirde an eine höhere medizinische Würde denken, wenn der gutgesinnte Arzt in den Neservelicutenant- oder Kommissionsrats-Rang erhoben würde.—., Ausland. Eine KtiegSerklärnng au den französische» Ministerpräsidenten. Die Deputierten Cochin, Abbe Gay raud, Lerolle. Baron de Mackan, GrafdeMun n»d d e R a n» e l haben dem Ministerpräsidenten C o m b e s unterm 16. Juli ein geharnischtes Schreiben zugestellt. In demselben heißt es u. a.: Sie haben sich geweigert, auf eine Frage eines der Unseren Ivcgen der Schließung der Schulen und ivegen der Beschlagnahme von Privateigentum zu antworten. Es wird in dem Schreiben ferner dem Ministerpräsidenten der Vorwurf gemacht, daß er dem parlamentarischen Recht zuwider die Interpellation des Deputierten A y n a r d un- berücksichtigt gelassen habe, und daß er die Session geschlossen am Borabend solcher scharfen Maßnahmen, ivie sie gegen die Kongregations- schulen geplant seien. Wenn der Präsident geglaubt habe, damit das Stillschweigen über die„Gcwaltsakte" zu er- zwingen, so täusche er sich. Wenn auch die Parlanicntstribünc verschlossen bleibe, so verbleibe ihnen(den Schreibern) die Presse. Sie würden in de» Zeitungen ihre Stinmie erheben und das Land ihre» Protest hören lassen gegen die unberechtigten Maßnahmen der Regierung. Die Schulen seien auf Grund des Dekrets vom 27. Juni geschlossen und die Frauen idie Lehrerinnen der ReligionSgesellschaften) seien in brutaler Weise während der Nacht(?) auf die Straße gesetzt worden. Die„Gesetze der Humanität" nnd das„Eigentumsrecht" seien verletzt worden, denn fast alle Schulen seien gegründet nnd unterhalten von Privaten und dürften deswegen nicht als Nieder- lassnngen der Religionsgesellschaften angesehen werden. sDic Religionsgesellschnften versuchte» dadurch, daß sie ihre Nieder« lassnngen vorgeschobenen Privatbesitzern übergaben, den Bestiinmmigen des Gesetzes zu entschlüpfen.) Die Einsender berufen sich ans den Minister Waldeck-Roussean, mit dessen Einwilligung fast alle diese Schulen eröffnet worden seien; Rousseau habe in diese» keine Niederlassungen er- blicken können, die dem Artikel 13 des Gesetzes vom 1. Juli 1901 unterstehen. In vielen Gemeinden seien die öffentlichen Schulen unzureichend, sie könnten neue Schüler nicht aufnehmen, so daß die Kinder für lange Monate jeden Unterricht entbehren müßten. So geben sich die Herren Reaktionäre den Anschein, als ob sie im Interesse des Unterrichts nnd der Aufklärung kämpfte», währenddem es ihnen natürlich nur um die Fortexistenz der Religionsschulcn zu thun ist. Die.Freiheit des Unterrichts" werde, so heißt es weiter, durch das Vorgehen des Ministerpräsidenten beseitigt nnd die Republik werde um ein halbes Jahrhundert zurückgeschlendert. Es sei der Regierung nicht bloß um die Verfolgung der Kongregationen nnd des katholischen Unter- richts zu thun, sondern uin die der„christlichen Ideen" überhaupt. Es werde von Tag zu Tag klarer, daß der Präsident eine. a n t i- liberale, atheistische und jakobinische Doktrin" verfolge. Im Senat wird es bei dessen Zusainnieutritt ebenfalls sofort zu Kiiltnrlanipf-Debatten kommen. Der Senator Herr de C h a- maijlard hat dem Ministerpräsidenten angezeigt, daß er ihn über die Schließung der Schulen interpellieren werde.— Ein Tenkiiial für Robert Owen. London, 16. Juli.(Eig. Ber.) Während die Londoner Bevölkerung zur Begrüßung des Generals Vicomte Kitcheners eilte, versammelte sich eine beträchtliche Zahl britischer�Genossenschaftler um den kleinen Friedhos der nordwali- fischen Stadt Newtown, um der Enthüllung eines Denkmal» für Robert Owen beizuwohiten. Diese Ceremonie wurde von dem 8Sjährigen Georg J'a e o b Holyoake vollzogen, der als Owenist und Chartist begann und als freidenkerischer Socialistentöter seinen Lebens- abend beschließt. Nur das Ideal des Genossenschaftswesens ist ihm geblieben, in den» er das Allheilmittel gegen die socialen Schäden erblickt. Bei der Enthüllung des Denkmals hielt Holyoake folgende Rede:„Es wird heute von vielen anerkannt, daß Owen die be- dentendste Figur der ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts gewesen sei. Er starb vor 34 Jahre», aber erst heute sind wir hier ver- sammelt, um ihm uusre Dankbarkeit auszudrücken. Als der letzte der socialen Apostel, die im Jahre 1841 ernannt wurden, Olvcns neue Ansickitcn zu verbreiten, und als der einzige noch lebende seiner Schüler ist mir die Ehre zn teil geworden, das Denkmal zu enthüllen. Es ist unter manchen Kritikern heule Mode geivordcn, Owen als„den Mann einer einzigen Idee" zu betrachten. In Wahrheit teilte und verteidigte er jede wichtige und lebenskräftige ncnc Ansicht über Wissenschaft, Erziehung und Regierung. Sein Geist war allen Forlschrittsplänen zugänglich und' er selbst schuf mehr originelle Gedanken über die Leitung der Gesellschaft als irgend ein andrer Denker seiner Generation.' Es war gerade die Mannig- faltigkcit seiner Gedanken und Bestrebungen, die ihm den Beifäll von Prinzen, Monarchen, Gelehrte» und Philosophen Europas und Amerikas einbrachte. Ebensowenig haben jene Kritiker recht, wenn sie behaupten, olle Pläne Owens hätten keinen Erfolg gehabt. Sie sehen nicht, daß manche seiner Pläne nur deshalb mißlangen, weil sie in ihrer Größe ein Jahrhundert zur Verwirklichung brauchten. Wahr ist, daß er mehr versprach als erfüllte, aber er erfüllte mehr als irgend ein andrer Politiker. Er stellte die Behauptung auf. daß die Unternehmer, die am meisten für das Wohl- ergehen ihrer Arbeiter thun, den meisten Nutzen davon haben. Keiner wollte ihm das glauben. Aber Owen machte seine Vchanptnng zur Wahrheit und wurde reich dabei. Er laufte und �verarbeitete den ersten Ballen Baumwolle und be- gründete die moderne Textilindustrie Englands. Er eröffnete de» ersten genosscnschastlichen Laden und die Kooperation ist heute eine sociale Macht. Er war der erste Agitator für den Acht- stundcntag. Owen ist der Inspirator der Fabrikgesetzgebung, die unsre Rasse vor körperlicher Verkommenheit bewahrte. Er war der erste, der eine allgemeine Schulpflicht verlangte. Im Jahre 1871, bei der hundertjährigen Geburtstagsfeier Owens, sagte Professor Hnxley:„Hätte Robert Owen uns nur seine An- sichten und Arbeiten über Erziehung hinterlassen, er würde sich schon dadurch allein die ewige Dankbarkeit der Nation erworben haben." Die Welt sah noch nie einen praktischeren Träumer und ver- »ünftigcren Revolutionär als Owen. Er war der erste Denker, der es wagte, dem Volke z» sagen, daß das Gesetz von Ursache und Wirkung auch den menschlichen Geist beherrscht. So wenige ivarcn sich damals dieser Wahrheit bewußt, daß man ihn deshalb anklagte, er hätte die Grundlagen der Moralität untergralten. Aber der größte Gedanke Owens bestand in den» Nachweise, daß der Mensch das Produkt der Umgebung sei. Er sah, daß die materielle Welt das Material biete zur Vervollkommnung der Menschheit. Der englische Dichter Browning betete:„Gott. mache keine Riesen mehr, erhebe die ganze Mensch- h e i t!" Das war auch Olvens Gebet. Erst jetzt begreifen wir, was seine Lehre des Milieus bedeutet. Die socialen Fortschritte dcS 19. Jahrhunderts sind eine Bestätigung der Lehren dcS ManneS, dessen Denkmal wir heute enthüllen."— Schtneiz. Professor Vetter hat, wie der„Bund" meldet, seine Demission als Lehrer an der hiesigen Universität zurück- gezogen. Z�rnnkreich. Pclletan und die Mariuc-Arbciter. PariS, 18. Juli.(Eig. Ber.) P e I l e t a n, der linksradikale Marineminister,, hgt.den Mgriiic-Arbeiter» eine kleine, wenn auch etwas verspätete Morgeugabc beschert. Vor acht Tagen kam c§ im Arsenal von Brest zu einem Konflikt zwischen den sogenannten Regic-Arbeitern(die iiur zeitweise beschäftigt werden) und der Verwaltung. Diese Arbeiter hatten bereits vergebens die Bezahlung des ans Anlaß des Loubetschcn Besuchs gefeierten Tages gefordert, während dem beständigen Arbcitspcrsonal der LohnanSfall bezahlt worden war. Darauf versprach ihnen der Direktor die gleiche Behandlung mit dem beständigen Personal in Bezug auf daS Nationalfest deS 14. Juli. Aber auch dieses Versprechen wurde nicht erfüllt. Es kam daher zu Protcstkundgcbnngctt vor dem Kabinett des Direktors. Die Manifestanten wurden durch acht Gendarmeric- Brigaden auseinandergejagt nnd obendrein 162 Regie-Arbeiter gemäß- regelt, dauernd anS dem Dienst entlassen. Pelletan hat nun den Admiral Roustan angewiesen, diese grau- same Maßregel rückgängig zu machen. Die entlassenen Arbeiter sollen am 28. Juli wieder angestellt werden, d. h. nach einer vier- tägigcn Anssetznng. Ein weiteres Zugeständnis an die„Autorität" der. Lokalbehörden ist die Nichtbezahlung des gefeierten 14. Juli an die gemaßregelte» Arbeiter. Hingegen hat der Minister beschlossen, daß sonst in allen Marine-Werkstätten auch die zeitweilig beschäftigten Arbeiter für daS Rationalfest zu entlohnen sind, in diesem Jahre und künftighin.—__ England. Von der Kolonialkonferenz. Verschiedene Blätter bringen Einzelheiten über die Konferenz der Minister der Kolonien. Ob- gleich die Verhandlungen geheim gehalten werden sollen, machen die Minister doch Mitteilungen aus denselben. Wie bekannt wird, sind große Meinungsverschiedenheiten an den Tag getreten, welche sicherlich eine Eiiiigung verhindern werden. Der Premier- minister von Neuseeland, Seddon. welcher bisher ein eifriger Befürworter d e S Z o l l v e r e i n s war, bezeichnete alle die- jcnigen, welche in England den Freihandel ableugnen, für Ketzer. Der Ministerpräsident von Australien, Barton, erklärte, eine Z u st i m m u n g A u st r a l i e n s zum Zollverein sei unmöglich, da dies den Ruin Australiens bedeuten würde. Der kanadische Premienninister sagte, Kanada werde sich keine Mühe geben, eine Aenderung des Status quo herbeizuführen. Daß Australien Gegner dcS imperialistischen Zollvereins sei, war bekannt; nunmehr scheint aber auch der Imperialismus Kanadas nnd Neuseelands bedeutend abgekühlt zu sein.— Ucber die Beziehungen Englands zn Italien machte Lord LanSdowne in der Freitags- Sitzung des Oberhauses folgende AnSführmigen: Es habe zwar niemals ein Bündnis zwischen den beiden Ländern bestanden mit demselben Charakter wie das Bündnis mit Japan, es habe aber zwischen beiden Regiernnge» ein MeinuiigsauStansch stattgefunden, welcher die Thatiailie ergab, daß die Ansichten in der Frage der Mittel- m e e r p o I i t i k einander sehr ähnelten. Beide wünschten die Aufrechterhalt u n g des statu« quo im M i t t e l m e e r und wünschten, daß kein Eingriff in die Unabhängigkeit der Länder am Gestade des Mittelmeers geschehe, daß die englische Politik auf dieses Ziel gerichtet sein müsse und daß, sollte sich eine Gelegenheit ergeben, sich beide Länder vereint sehen niüssen zur Aufrecht- erhaltung dieser Ziele. Dieser Meinungsaustausch über die Politik sei nicht i» irgend einem Vertrage niedergelegt worden. Von diesem politischen Versprechen sei England niemals zurück- z e t r e t e ii. Es haben keine Schwierigkeiten zwischen England und Italien bestaiiden außer in einer oder zwei Angelegenheiten, die Auseinandersetzungen erheischten, darunter die Frage der erythräifchen Grenze und zuletzt im Jahre 1399 die t r i p o l i t a n i s ch e Frage. Ueber diese Frage sei SaliSbury mit der französischen Regierung zu einer Ver« st ä n d i g u n g gelangt und unzweifelhaft sei die Wirkung dieser Verständigung die gewesen, daß sie bei der italienische» Regierung Besorgnis erregte, daß letztere glaubte, daß Eng- laiid den storus quo an der Küste des Mittelmeeres zu stören beabsichtige. Die italienische Regierung habe aber sowohl von der englischen Ivie von der französischen Regierung Versicherungen Über diesen Punkt erhalten, die sie völlig befriedigt hätten. Es ist so dargestellt worden, als ob ivir das Bündnis mit Italien verloren hätten und als ob Italien in Frankreichs Arme getrieben tvorden sei. Wir erachten es für ebenso völlig natürlich, daß Italien auf freundschaftlichem Fuße mit seiucm mächtigen Nachbarn zu stehen wünscht, als es unser Interesse ist, daß Italien gedeihe, und wir wollen die letzten sein, die es beklagen, wenn durch ein solches Ab- lomnieii Italien seine internationale Lage verbessert hat.— Schweden. Die Wahlbrwegnng für die im Herbst stattfindenden Wahlen zur Zweiten Kammer hat bereits begonnen. Nachdem es nicht ge- hinge» ist, die Wahlrechlsfrage im vorigen Reichstag endgültig zu lösen, ist selbslverständlicki die Ziisamuieiiietzung des kommenden Reichstages von größter Bedeutung für die Frage, ob die große Masse des schwedischen Volkes auch in Zukunft politisch unmündig öder mit der besitzenden Klasse politisch gleichberechtigt sein soll, lieber die Taktik, mit der nuter den bcstchcndeü Verhältnissen die besten Resultate zu erzielen sind, fand kürzlich in Stockholms Arbeitertemiinune, der gemeinsamen Organisation der Socialdemo- kratie der Hauptstadt, eine sehr lebhafte Debatte statt. Ans Antrag des Vorstandes wurde danu beschlossen, mit den Liberalen ein Wahlbündnis unter der Bedingung abznichließen, daß vier Kandidaten der Socialdemokratie überlassen ivcrdcn. In mehreren anderen Städten Schwedens wurden ähnliche Beschlüsse gefaßt.— An die Parteigenossen der Provinz Brandenburg. Die diesjährige Proviuzialkoiiferenz für Brandenburg findet mit 31. August(Beginn mittags 12 Uhr) u"d I.September in Berlin, Gewerkschaftshaus, Engel-Ufcr 15,. statt. Die provisorische Tagcsordniuig lautet: 1. Bericht der Agitatioiiskonimission. 2. Bericht der eiiizelucn Kreise. 3. Presse. 4. Reichstagswahlen. 5. Landiagswahlen. 6. Gemeiiidewahleii. 7. Arbeiterversicherung, besonders der ländlichen. Wir ersuchen, ans den beborstehenden Kreiskonferenzen Stellung dazu zu nehmen. Die Agitationskommission für die Provinz Brandenburg. AnS Oberschlesien wird der„Breslauer Volkswacht" gemeldet, daß die Anhänger der polnisch-socialistischcn Partei in Oberschlesien, am 13. d. M. im galizischen Grenzorte OStviecien eine Parteikonferenz abgehalten haben, ans der n. a. d i e F r a g e d e r K a n d i d a t c n für Oberschlcsien erledigt w u r d e.— Man hat 8(von 12) Wahlkreisen mit Kandidaten besetzt.— Von dieser Konferenz war. wie die„Volkswacht" dazu bemerkt, den deutschen Genossen nichts mitgeteilt tvorden. Die deutschen Genossen hatten dem Vorstand der polnisch-socialistischcn Partei mitgeteilt, daß sie bereit seien, mit ihm über die Kandidatenfrage zu verhandeln. Die Nachricht ist auch der„Leipziger ValkSzeitnng" zugegangen. Wenn sie richtig ist, würde hierdurch die Grundlage für eine be- dancrliche Zersplitterung nnsres Knmpfcs gegen die Ausbeutung in Oberschlesien geschaffen. Das Jahr 1893 hatte»nS bei den Wahlen in Oberschlrsie» einen erfreulichen Aufschwung gebracht und in die nächsten RcichslagSwahlen könnten wir mit den besten Hoffnungen eintreten. Eine Zersplitterung der Kräfte des känipfenden Proletariats nach nationalen Gesichtspunkten Ivüt'de diese Hoffiningen zu nichte machen und könnte nur mit einem bedenklichen Stückschlage enden. Wir sprechen deshalb die bestimmte Erwartung ans, daß unter den in Frage kommenden Parteigenossen noch rechtzeitig eine Einigung zn stände kommt, für die lediglich die Interessen des Proletariats unter Beiscitelassmig aller nationalen Empfindsamkeiten maßgebend sein dürfen. Die Konfiskation der„Augöbnrgcr VolkSzeitung" hat auch die Billigung des Landgerichts gefmide». Die Beschwerde des Ver- Inges gegen den amtsrichterlichen Beschluß ist kostenpflichtig ver« ivorfen tvorden. Poltjriltche», Gericklilickirs«sw. Vom Kriegsschauplätze in Danzig. Der socialdemokratische Wahlverein in Danzig hatte zum 15. Juli wieder eine Vereinsversanimlung in das mit der Achtnhr-Polizei- stunde beglückte Lokal einberufen. Die Versammlung wurde wiederum verboten mit der Begründung, daß in dem genannten Lokal über- Haupt keine Vcrsanimlnngen stattfinden dürsten. Der Vereins- Vorsitzende, Genoffe Schatz, teilte der Polizei darauf mit, daß die Bersanimlinig dennoch stattfinden tviirde, da das Verbot nnzulässig sei. Als dann abends etwa 12 Personen erschienen waren. wurden sie von einigen Dutzend Polizisten gewaltsam auS dem Saale entfernt. Das ganze Berfahrcn in dem Lokale und auf der Straße mutet nach der Schilderung der„Königsberger Volks« zeitung" an, als ob über diese Sladtgcgend der Belagerungszustand verhängt wäre. Die Polizcibeamten entwickelten eine Schneidigkeit, die bei Bewältigung einer großen Ranbniörderbande sehr angebracht getvescn wäre, hier aber nur zn einer durchaus unzulässigen Be- einträchtignng der Freiheit friedlicher Staatsbürger führte. Am 17. Juli konfiscierte die Polizei einige Ausschnitte auS der „Königsberger Volkszeitnng", die die Thaten der Danziger Polizei 'childeiten und im Schanfenster des Parteilokals hingen. Man kann es der Danziger Polizei schon nachfühlen, daß es ihr unangenehm ist, ihre Thaten öffentlich geschildert zu sehen. Wenn die Presse ebenso polizeilicher Willkür unterstellt lväre wie das VersammlnngS- recht, dann freilich hätte die Polizei es noch leichter, zu thun, was ihr beliebt. Zn den Vorgängen in Königsberg hatten wir ,n der Nr. 160 vom 12. Jul'i geschrieben, daß es der Polizei gewiß fatal 'ei, der Polizeistunde wcgc» gegen politische Versammlungen ein- chreitcn zn müssen nnd deshalb darauf anfnierkstim gemacht, daß die Königsberger Genossen die Polizei ans dieser fatalen Lage be- freien konnten, wenn sie es ermöglichten, ihre Versammlungen in einem Lokale ohne Schankkonzession abzuhalten. Dazu schreibt uns heute ein Königsberger Parteigenosse einen entrüsteten Brief, in dem er erklärt, es sei ihm vollkommen unklar, woher wir die Königsberger Polizei so kannten. Um die Versammlnttgen sei es ihr ja gerade zu thun; die wolle sie ver- hindern und deswegen fei die Polizeistiinoe eingeführt tvorden. Nach dieser Belehrung können wir unsre frühere Meinung nicht mehr aufrecht erhalten und müssen zugeben, daß der Königsberger Polizei die Verhinderung von Versammlungen gar nicht fatal ist. Um so 'ataler dürften ihr aber mit der Zeit die Folgen ihrer östlichen Taktik tverden. Unsre Genossen im Osten werden Mittel zu finden wisse», um diese Polizeiwirtschaft agitatorisch nach Möglichkeit ans- zunützen und den Arbeitern klarziinrachcn, daß socialdeinolralische Wahlen die beste Antwort auf solche Maßregeln sind. Ans Indttltvio nnd Handel. RnfflandS Masinahnieu gegen die Trusts. Wie kürzlich be- richtet wurde, hat Niißland als Gegendenionstration gegen die Er- Hebung von Ausgleichszöllen, die seinem Zucker droht, eine Unter- uchung darüber angeregt, wie weit durch die Preispolitik der Syn- dikate und Kartelle ein Druck auf den internatioiialeii Markt aus- fleflBt wird. Wie HerTnntct, bereitet jetzt Rlchlcmd eine Konferenz vor, zu der demnächst die Mächte eiiisicladen werden sollen. Ein Mitarbeiter des Londoner„Chronicle", der eine Unterrediing mit Tatischeff hatte, meldet dariiber: „Sobald der Vorschlag einmal im Princip angenommen wäre, sei kein Grund vorhanden, dag nicht auch Dänemark, die Schweiz, die Türkei, Japan und China an der Konferenz teilnehmen werden. Tatischeff weiß zwar nicht, aber er nimmt an, datz Amerika auch aufgefordert worden sei. Jedes interessierte Land würde willkommen sein. Rußland ergriff die Initiative, tveil die Trusts den auswärtigen und inneren Handel schädigen, und weil es un Verein mit den Hauptmächten, der Welt diese„schivarze Pest" auszurotten wünscht. Ob dies durch gesetzliche Bestimmungen zu geschehen hat, sei Sache der Konferenz, zu bestimme». Tatischeff hofft, die öffentliche Meinung in England Ivürde die britische Regierung unterstützen, dann wäre kein Grund vorhanden, daß England die Konferenz nicht nach London einlade." ES ist noch recht zlveifelhaft, ob aus der Konferenz etlvas wird. denn für Rußland Handell eS sich lediglich um einen Gegenzug gegen die an der Brüsseler Konvention beteiligte» Mächte, und eS ist vorläufig recht fraglich, ob diese sich darauf einlassen werden, bei der Posse mitzuwirken. ZluS dem rheinisch-westfälifchen Kohlcurrdicr betrug in der ersten Hälfte deS Juli der Absatz an Kohlen und Coaks täglich im Durchschnitt 16 137 Wagenladungen von je 16 Tonnen gegen 16 666 in der zweiten Jnnihalfte und gegen 16 527 vom 1.— 15.' Juli auf 200 780 Wagenladungen gegen 208 857 bezw. 214 883 Wageiv ladungen. Neber die Trustgrtindungen in den Vereinigten Staaten deS letzten Jahres berichtet die„Deutsche Industrie- Ztg." Danach hat sich die Trustbewegung folgendermaßen gestaltet: Borzugsaktien Stammaktien Bonds Dollar Dollar Dollar 862 450000 1153 450 000 558 375 000 Neugründimgcn 1001 Kapitalvergrößerungen älterer Gründungen 26 500 000 196 500 000 S 200 000 Zusammen 1901 1900 1899 888 950 000 180 800 000 759 100 000 1 349 950 000 560 595 000 1674 450000 566 575 000 203 800 600 220 395 000 GeiveMfiszAfklidies. Berlin und Umgegend. Der Arbeitsnachweis der Berliner Holzindustriellc» wird wegen seiner arbeiterfeindlichen Tendenzen bekanntlich von den Holz- arbeitern in ebenso scharfer, wie gerechtfertigter Weise bekämpft. Ebenso bekannt ist es. daß ein Teil der Tischlermeister mit den Absichten der führenden Scharfmacher nicht einverstanden ist, und ihnen nur wider willig folgt. DaS selbstherrliche Gcbahrcn der JnnungSgrößen erregt bereits lebhafte Bedenken in jenen Kreisen, die mnn'geiviß nicht zu den Vertretern von Arbeiterinteressen zählen kann.' Das »Berliner Tageblatt" steht gewiß nicht in dein Verdacht, seine Stimme zu Gunsten der Arbeiter zu erheben und man kann deshalb wohl innchmen, daß die blindwütige Taktik der Herren Rahardt und Gc- jiosse» für die Arbeitgeber selbst schädigend ist, wenn das„Berliner tageblatt" schreibt: „Die Forderung eines Abgangszeugnisses er- scheint auch uns für die Gcgcinvart als unberechtigt und undurchführbar. Hoffentlich gelvinnt endlich die gesunde Vernunft auf beiden Seiten die Oberhand, damit eine dauernde Schädigung der sehr bedeutenden Berliner Holzindustrie vermieden wird. Denn die auswärtige» Fabriken denken gar nicht daran, dem Wunsche der Berliner Innung zu willfahren und die Berliner Tischler nicht einzustellen; sie bemühen sich viclinchr in jeder Richtung, der Berliner Industrie Terrain ab- zugraben. Der ganze Vorgang zeigt aber wieder die Gefahr, die in einseitigen Arbeitsnachweisen liegt. Es wäre eine gute Wirkung einer bedenklichen Erscheinung, wenn auf beiden Seiten die Ueberzeugung von der Notwendigkeit und Nützlichkeit eines paritätischen Arbeits» ach iveises sich Bahn bricht. Die NcibungSfläche zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ivird dadurch um ein gutes Stück vcrnnndert." Was den Wunsch betrifft, es möge auf beiden Seiten die llcberzcngung von der Nützlichkeit eines paritätischen Arbeitsnach- weises Platz greifen, so weilen wir darauf hin, daß der Holzarbeiter- Verband sich schon längst bereit erklärt hat, wegen der Einführung eines solchen mit der Innung zu verhandeln. Diese Unterhandlungen hatten aber keinen Erfolg, weil die Arbeitgeber von wirklicher Parität nichts ivissen ivollcn. Es kommt ihnen eben nur darauf an, in ihrem Arbeitsnachiveis ein Kontroll- und MaßregelungS-Bnreau zu schaffen und deshalb wird der Nachweis von den beteiligten Arbeitern scharf bekämpft. Es ist also nur noch die eine Seite, nämlich die Arbeitgeber von der Notwendigkeit und Nützlichkeit eines paritätischen Arbeitsnachweises zu überzeugen, und sobald das gelungen ist, hat auch der Kampf mit seinen schädlichen Folgen ein Ende. Achtnug, Metallarbeiter! Der Streik der Dreher in den NileZ-Werken dauert unverändert fort. Da es der Finna bis jetzt nicht gelungen ist, in Berlin Streikbrecher z» bekommen, tvird ver- sucht, von' außerhalb durch Inserate in Nürnberger, Chcnmitzer, Magdeburger und Düsseldorfer Zeitungen. Streikbrecher heran- zuholen. Um nun zu verhindem, daß die eventuell Konnnende» mit den Streikenden in Berührung treten, sind eine Anzahl Matratzen an- geschafft, die von den Streikbrechern als Lagerstätte im Werk benutzt werden sollen, so daß die Streikbrecher gar nicht erst das Werk ver- lassen. brauchen. Nun, Ivir werden Mittel und Wege finden, um trotz dieser Vor- sichtsmaßregel an die Streikbrecher heranzukommen und die Pläne der Werkleitung zu durchkreuzen. Deutscher Metallarbeiter-Berband, OrtSverwaltung Berlin. Zur Lohnbewegung der Brillen-«ud Pincenezarbciter bei Aitfibe u. Günther in R a t h e n o w wird berichtet: ES tvird Ernst mit dein Streik, falls die Firma nicht noch im letzten Moment ein- lenkt. Nachdem die Verhandlungen mit den Backenbrillen-Nrbcilern zu einem Ausgleich geführt hatten, scheiterte ein solcher bei den Pincenezarbeitern. Ein Angebot der Firma, noch tveiterc vier Wochen im Zeitlohn zu arbeiten, lehnten die Arbeiter ab, da sie der Ueberzeugung sind, ihre Situation dadurch bedeutend zu verschlechtern. Den Arbeitern blieb nun nichts iveiter übrig. als den Kampf gegen die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen aufzunehmen. Derselbe wurde denn auch mit seltener Einmütigkeit beschlossen. In der geheim vorgenommenen Abstimmung stimmten von 96 beteiligten Mitgliedern des Metallarbeiter-Verbandes 95 für den Streik und 1 dagegen. Von 8 Mitgliedern des Gewerkvereins stimmten sämtliche 8 für den Streik. Der Gctvinn oder Verlust dieses Streiks wird für die Lohnvcrhältnisse der optischen Industrie Rathenolvs von ausschlaggebender Bedeutmig sein. Tentsche» Reich. Warnung silr deutsche Glasmacher. Der„Sächs. Arbeiterzeitung" tvird aus England geschrieben: Die Londoner Presse berichtet über die traurigen Berhältniffe der deutschen Glasmacher in North-Woolwich folgendes: „Vor einigen Tagen ivurde eine Scene von außerordentlich er« greifender Art in North-Woolivich beobachtet, die durch die gericht- liche AttSsetznng einer ganzen Kolonie deutscher Glasmacher auS den Wohnungen verursacht ivurde. Ungefähr 150 Glasmacher wurden vor einem oder zwei Jahren von Deutschland für die Glasfabrik von Moore n. Nettlefold in North-Woolwich importiert. Ilm die Arbeiter unterzubringen und zuni größten Verdruß der alten Mieter, die zivangStveis« ausgesetzt lvurden, kaufte die Firma zwei oder drei Straßen Häuser. Die Häuser in der Anberonstraße, Jaitroad und Mnirstrahe lvurden jedes von zwei und in manchen Fällen von drei deutschen Familien� bewohnt, von denen die Majorität mit vielen Kindern gesegnet ist. Manche Familien brachten ihre Möbel von Deutschland nnt, und was sonst nötig war, lvurde von der Finna gegen Abzahlung geliefert. Die Arbeiter behaupten, daß ihnen ein' Verdienst von 50 M. die Woche versprochen wurde, aber infolge einer ausgebrochenen Differenz wurde eine große Zahl von ihnen gerichtlich a»S den Wohnungen gesetzt und ihre Möbel lvurden als Pfand abgenommen Die Ankunft' der Gerichtsdiener verursachte große Allfrcgung. Kaum einer in der Kolonie ist der englischen Sprache mächtig, oder nnt dem englischen Rechtsverfahren bekannt. Nachdem die ersten Häuser in der Aiiberoiistraße geräumt und die Möbel in Beschlag genommen worden waren, wurden die andren Mieter alanniert mid schloffen ihre ThLren zu. Schlüssel wurden herbeigeholt und ein Haus nach dem andren Ivurde geöffnet und die Möbel wurden herausgeschafft. I» manchen Häusern ivurde der Eintritt mit Leiter durch die Fenster im ersten Stock ermöglicht. Die Männer benahmen sich thöricht, aber die Frauen schrien und die Kinder weinten bitter- lich, fder Anblick war schmerzhaft. In einigen Fällen wurde das Eingreifen der Polizei notwendig. Die Mutier einer großen Familie kämpfte Mitleid erregend gegen die Wegilahme eines Kinderwagens, an dem sie mit großer Hartnäckigkeit festhielt, bis der anwesende Vertreter der Firma Moore u. Nettlefold die Zurückgabe anordnete. In einem Hanse, das geräumt wurde, war eine Frau ein paar Tage vorher entbunden worden. Die Arbeiter sind gänzlich entblößt und obdachlos." Lohnabzüge von durchschnittlich 50 Pf. pro-hundert Flaschen gaben den Anlaß zu den geschilderten scharfen Differenzen. Die deutschen Glasmacher werden ersucht, keine Arbeit nach London an- zunehmen, ehe die Differenzen nicht beseitigt find. Aus den vor- stehenden Schilderungen ist zur Genüge zu sehe», waS die deutschen Arbeiter von den Werbungen ausländischer Glashütten zu erivarten haben. Vom Lohnkampf im Hamburger Baugewerbe. Am Freitag habe» auch die Zimmerer auf Antrag ihrer Verbandsleitung be schloffen, die Sperren aufzuheben. Der Beschluß wurde gegen eine heftige Opposition und auch nur niit geringer Mehrheit gefaßt. Die Situation ist durch diesen Veschliiß insofern eine andre geworden, als den Unternehmern der Vonvand zur ferneren Aufrechterhaltung der Aussperrung genommen ist. ES ist zu beachten,' daß die von den Unternehmen! verfügte Aussperrniig bis jetzt noch nicht aufgehoben ist, dieselben sich vielmehr bemühen, Arbeitskräfte so viel als möglich von auswärts nach Hamburg zu locken. Im Interesse der Hamburger Bauhandwerker und-Arbeiter ist eS dringend geboten, daß niemand diese» Lockungen folgt, und daß kein Maurer. Zimmerer oder Bauarbeiter fich noch Hamburg anwerben läßt. Die arbeiterfreundliche Presse wird ersucht, ihren Einfluß nach dieser Richtung geltend zu machen. Die Maurer i» Königsberg i. Pr. befinden sich jetzt wieder in einer Anzahl von 654 im Streik, davon sind 200 abgereist. Vor dem erneuten Ausbruch des Konflikts— in voriger Woche betrug die Zahl der Streikenden 87. Da sich der Kampf aller Voraussicht nach in die Länge ziehen wird, so tverden in de» nächsten Tage»»och viele der Ausständigen abreisen, so daß nur etwa 100 am Ort bleiben werde». Die Maurer haben beschlossen. an der Forderung eines Stundenlohns von 50 Pf. festzuhalten und die Vertragsklausel, welche die Ursache des erneute» Konflikts ist, ab znlchnen.— De» Unternehmen» ist eine Hilfe, wenn auch nur eine lleine, von einer Stelle zu teil geworden, die eine ganz andre Auf- gäbe hat als die. sich in die wirtschaftlichen Kämpfe der Arbeiter ein- znmischen. An einigen Arbeitsstäitcn sind nämlich Feuer- wehrleute an Stelle der st reiken den Maurer be- s ch ä f t i g t. Einer der RrbeitSwilligen in Kiel führte sich bei seinem Meister mit folgender„Empfchlnng" ein: Der Direktor........... der königlichen Strafanstalt........ EntlassungS-Austveis der...... ohne Domizil geboren zu Gloga», Kreisstadt, am...... bat die vom königlichen Landgericht zu Frankfurt a. O. wegen Diebstahls im ivied'crholten Rückfalle erkannte ZuchlhanSstrafe von 5 Jahren in hiesiger Anstalt verbüßt und will sich nach Kiel begeben. Bei seinem Abgange hat er 3,25 M. erhalten. 9,50 M. sind für ihn der Special-Kommission der Gesellschaft freiwilliger Armen- freunde in Kiel übersandt. Der AnstaltZvorsteher. Es ist ja anzuerkennen, wenn man einem entlassene» Sträfling Arbeit verschafft, um ihm den Weg zu einem ehrlichen Enverb z» öffnen. Fiir gewöhnlich kennen die„ehrbaren" Unternehmer aber solche Rücksichten»ickit, sie Pflege» sich vielmehr vor einem, der eben aus dcin Znchthanse kommt, zu bekreuzigen, und ihm ohne Erbarmen die Thür zu weisen. Wenn es aber gilt, ehrlich uni Verbesserung ihrer Lage kämpfende Arbeiter»iederzmvcrfen, dann find ihnen anch solche Elemente als Rausreißer willkommen, die sie sich sonst gern vom Leibe halten. AuS der christlichen Gewerkschaftsbewegung. Infolge des Streites zwischen den Befürwortern rein katholischer Geivcrkschaftc» nnd de» Führern der christlichen Gcivcrkschaften ist jetzt in Waldenburg sSchlcsien) eine Fachabteilung der Berg- leute im dortigen katholischen Volksvcrein gegründet worden, die im tveiteren Verlauf zum Znsammcnschluß aller katho- lischcn Bergarbeiter Deutschlands führen soll. Nim hat Herr Brust also im eignen Lager gegen zwei Fronten zu kämpfen. Einerseits gegen die rein Konfelsionellen, denen Bnist und Genossen schon zu radikal sind, nnd andrerseits gegen die hinausgedrängten Zvllgcgner unter Wiebcrs Führung. DaS wird ja ein schönes Bild christlicher Eintracht geben, wenn die drei feindlichen Brüder sich gegenseitig bekämpfen. Jnr katholische» Arbeiterimienverein zu Görlitz wurde eine Fach- abteilung für Fabrik- und Handarbeiterinnen gegründet. Ausland. Feldarbriterstreik ii« Galizirn. Der Feldarbeiterstreil in Gaje inr Bezirk Lemberg ist beigelegt. Vorgestern vertrieben ungefähr 200 streikende Feldarbeitcr in Gaje die aus Biika berufene» Arbeiter sowie das Dienstpersonal deS GntshofeS. Im Bezirke Zbaraz. wo sich der Feldarbeiterstreik auf sechs Gemeinde» erstreckte, blieben die AnsgleichSverhaiidlungcn mit den Ausständigen infolge der dort herrschenden Erregung bisher erfolglos. ES wurde eine Compagnie Infanterie»ach Hliniee entsendet. Der Verband eidgruössischcr Telephon- und Telegraphen- arbeiter verlangt von der Verwaltung die Festsetzung eines Minimal- lohncs, frühere» Feierabend an den Vorabenden von Sonn- und Festtagen nnd die Bezahlung bürgerlicher wie kirchlicher Feiertage. Die spanischen Eisenbahnarbriter haben dieser Tage in Madrid einen Kongreß abgehalten, ans dem 20 000 Arbeiter vertreten waren. Es ivurde veschlosien, wegen Aufbessennig der Löhne einen allgemeinen Ausstand ins Werk zu setzen, sobald drei Viertel der in Frage kommenden Arbeiter damit einverstanden sind. AnS Madrid, 19. Juli, ivird gemeldet: Man fürchtet, daß der Streik der Eisen bahn angestellten inVal e n c i a beträchtliche Ausdehnung annimmt. Auf mehrere» Strecken ist der Dienst bereits eingestellt. Die Ausständigen bemühe» sich, eine allgemeine Arbeitseinstellung herbeizuführen. Die Behörden haben entsprechende Maßnahmen getroffen. Ans Anlaß de» K»hl«»arbeiterstreik» in Penusnlvanieu trat am 17. ds. MtS. in JndianopoliS der Nationalkonvent der ver- einigten Grubenarbeiter zusammen. Ungefähr 900 Delegierte nahmen an i>cm Konvent teil. Es lvurde die Frage erörtert, ob eS ratsam sei, daß die Weichkohlenarbeiler in den Ausstand treten, um den Streik der Anthracit-Kohkenarbciter zu unterstützen. Der Vcrbandspräsidcnt Mitchell erklärte sich gegen den Gcneralansstniid. Nach einer Depesche vom 19. Juli hat der Konvent gegen den Generalstreik gestimmt._ SociKles. Ju dem Prozesse der hamburgischen Werftarbeiter gegen Werftbesitzer tvegcn der AuSsPerrnng ist den Klägern die Ans- fertignng des oberlandcsgerichtlichen Urteils zugestellt worden. Das Oberlandesgericht hat sich in der thatsächlichen Würdigung der Vor- gänge und Maßnahme» der Parteien im Sommer 1900 so ziemlich der Auffassung des Landesgerichis angeschlossen. Land- gerichtliches und oberlaudesgerichtliches Urteil kommen zu dem Schluß, daß die Arbeitgeber der Auffassimg hätte» sein können: es handle sich nicht mn einen partiellen Streik der Nieter der Reiherftieg-Schiffswerft, sondern um eine plamnäßig vorbereitete und betriebene Lohnbewegung aller Werftarbeiter. Während das Landgericht auS dieser angeblichen Auffassung der Unternehmer von der Sachlage nun die dann fidss der Unternehmer folgert und sagt, weil sie geglaubt hätten, es drohe ein Allgemeinausstaud, hätten sie mit dem Gegenmittel der Allgcmeinaussperning nicht ividcr die guten Sitten verstoße», geht das Oberlandesgcricht erheblich weiter, indem es sagt:„Nach dem dem Gericht unterbreiteten Material handelt es sich um einen Arbcitskampf, bei welchem die Verbandswcrflen es aus wirtschaftliche» Motiven nach den vorausgegangenen Lohnbewegungen für gut befunden haben, deniselbcn für absehbare Zeit durch einen Gegenangriff ein Ende zu bereiten. Selbst wen» die Wcrstbesitzei hierbei nicht von der Ueberzeugung geleitet gewesen sein sollten, daß ein allgemeiner Streik drohe— Ivos das Landgericht feststellen zu können erachtet hat— sondern nur die Gelegenheit benutzt haben sollten, den Lohnbewegungen und den damit unvermeidlich verbundenen Beunrnhigungen entgegenzutreten und die Arbeitslage in einer für sie güiistigen Weise festzulegen, so lvürde das nur immer nur ein Arbeitskampf mit erlaubte» Mitteln sein, den man noch so lebhaft bedauern, den man aber als den gute» Sitten ividerstreitend nach den gesamten Umständen des gegebenen Falles nicht ansprechen kann." AlterSversorgimg von städtischen Arbeitern. Am 1. Juli ist in München die Versorgungskasse für städtische Arbeiter ins Leben getreten. Doch befanden sich in den städtischen Betrieben 416 Arbeiter, die die festgesetzte Altersgrenze von 38 Iahten schon überschritten haben.' aber schon länger als 7 Jahre, die größere Mehrzahl sogar schon 20 bis 30 Jahre. in städtischen Diensten sind. Der Magistrat stinunte nun eine», Antrage des ersten Bürgermeisters zu, wonach Arbeitern, die infolge ihreS hohen Alters nicht mehr in die VcrsorgungS- lasse aufgenommen werden können, bei eintretender Erlvcrbsunfähig« keit insofern entgegenzukommen ist, daß sie neben den Bezügen der Alters- und JnvälidilätSrente ebenso viele Prozente aus ihrem zuletzt bezogenen Jahreseinkommen, als sie Dienstjahre hinter sich haben, erhalten sollen. Hat beispielsweise ein Arbeiter 7 Jahre in städtischen Diensten verbracht, so bekommt er 7 Prozent, bei 30 Dieiffijahren 30 Prozent seines letzten Jahreseinkonmieiis. DaS Gemeinde- kollegium ftinnnte dem Magislratsbeschlusse einstimmig zu. Nus der �venlenbcwrgttttg. Zur Verkürzniig der Arbeitszeit der Frauen. Bekanntlich sind die Geiverbe-Jnipektoren angeiviescn worden, iljr Gutachten abzugeben, ob eine Herabsetzung der gesetzlichen Arbeits- zeit der Frauen von 11 auf 10 Stunden möglich und zu empfehle» sei. Die Geiverbe-Jnspcktoren scheine» nun ihre Weisheit von den Unternehmern beziehen z» ivollcn. Wenigstens berichtet die„Vossische Zeitung", daß die Geiverbe-Jnspektion M.-Gladbach vom Vorsitzenden des Verbandes rheinisch- westfälischer Bnumwollspinuer auf seine Aufrage eine verneinende Antivort erhalten habe. Jede Herrabsetzimg der Arbeitszeit der Arbeiterinnen in den Spinnereien würde, so soll es in der Antivort des Unternehmers heiße», die Herabsetzung der Arbeitszeit überhaupt, also auch die sämtlicher männliche» Arbeiter, zur unausbleiblichen Folge haben. Der Verband weise dann im einzelnen nach, daß in regelrechten Zeiten jede Verkürzung der Arbeitszeit in den Bauniwollspinncreien eine entsprechende Erhöhung der Gestehlingskosten nnd dem- gemäß auch eine Verminderung des Lohncs zur Folge haben müsse. Ob eine Verlängerung der Mittagspause von 1 auf 1'/» Stunden angezeigt erscheine, hänge von den örtlichen Verhältnissen ab nnd würde gegebenenfalls keine Schivierigkeiten bieten, wenn die Arbeiter damit einverstanden seien, abends eine halbe Stunde später zu schließe». Ein früherer Schluß der Arbeitszeit für iveibliche Arbeiter an Sonnabenden, als um 5>/2 Uhr, wie jetzt bereits, sei nn- möglich. Aehnlich beurteilt man nach der„Kölnischen Zeitung" die jfrage in andren Betriebszweigen, die iveibliche Arbeiter be- schäftigc». Wenn alle Gewcrbc-Jnspcktoren so verfahren, dann kann man im voraus sagen, ivie die Gutachten ausfallen werden. Vom deutschen Uilteniehmertuin ist in absehbarer Zeit keine besser« Ein- ächt zn erwarte», obivohl die zehnstündige Arbeitszeit anch in Dentschland schon längst für Hunderttausende von Arbeitern Üblich ist nnd obivohl die Erfahrung längst gelehrt hat, daß anch«ine Herabsetzung der Arbeitszeit auf 8 Stunden die Arbeil nicht verteuert, sondern gerade unigekehrt verbilligt und die Industrie leistungsfähiger macht._ Uetzto und Depeschen« Die Bczirhmige» Englands zum Kontinent. London, 19. Juli. jW. T. 33.) Bei der heute nachiniltag stattgehabten Eröffnung des neuen tonservativeil Klubs zu Fnlham hielt Premierminister' Balfour seine� erste parlamentarische Rede. Der Premierminister führte aus, daß England ivährcnd des Krieges ieiliveise erstaunt und teillveise empört geivesen sei über die Anschauungen verschiedener Völker des Kontinents gegenüber dem britischen Volke nnd die englischen Truppen; Balfour gab der Hoffnung Ausdruck, daß diese Aontroverse» für immer ihr Ende gefunden hätten. Er glaube, daß die Kritiker Eng- l a» d S nach einiger Neberlegnng einsehen lverdcn. England habe einige Züge' an sich,' die nicht ganz unvorteilhaft eie» und daß diejenige», welche England beschuldigten, eS habe ei» freies, sich selbst regierendes Volk mutwillig angegriffen, auS der zukünftigen Entwicklung Transvaals erkennen loerden, ivaS die britischen Ideen von Freiheit, kolonialer Sclbstregicrnng und Reinheit der Venvaltung das thun könne, die Rassen zu verschmelzen und aus Südasrika das zu machen, Iva» England aus so manchen ander» Teilen der Welt gemacht habe. Er glaubt, daß die Angriffe gegen England auf dem Kontingent eingestellt würden, und daß man Aussicht habe auf stcls wachsend« gute Beziehungen zwischen England und de» Nationen des Kontinents. (Beifall.)_ Rückkehr der Boeren. Lissabon, IS. Juli.(23. T. 33.) Neunhundert kriegsgefcmgei/r Boeren, die seither in verschiedenen Teilen Portugals vcriveilt hatten, stid heute ans dem Dampfer„Bavarian" nach Kapstadt abgereist. Die fremden Nationen angehörenden Kriegsgefangenen werden durch Bermittclnng ihrer Konsul» nach der Heimat znrückbefvrdcrt. Frankfurt a. M., 19. Juli.(B. H.) Der„Franks. Ztg." wird mi» New Dork gemeldet: Der in Indianapolis ingendc National- kongreß der vereinigten Kohlengruben- Slrbeitcr dürste beschließen, daß keine Weichkohlen in die bisherigen Absatzgebiete der Hartkohlen ge- bracht werden dürfen. Es ivird geplant, als Streikbeiträge 1 Milli o n monatlich z» erheben. New York, 19. Juli.(23. T. 85.) Aus St. Vincent wird ge- meldet, daß durch d>e Erdstöße am verflossene» Donnerstag ver- chiedene Gebäude stark erschüttert lvurden. Die Bcivohner verließen die Häuser. Auch später lvurden noch Erdstöße lvahrgeliommen. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid m Berlin. Für den Jnscratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltnugsblatt. ilr.167. 19, 1. Stilfljc des„KmSrts" finlintr DcksM Solllltltg, 20.|llli 1902. Zur sociale« Lage der Eisenbahner in Prentzen. ii. Von ganz besonderem Interesse ist ein kritischer Blick aus das Arbeitsverhältnis im Staatsbahnbetrieb, das durch die Arbeitsordnung und ihre Handhabung seitens der Vorgesetzten bestimmt wird. Diese Arbeitsordnung, der alle Arbeiter vom einfachsten Bahnarbeiter bis zum Hilfs- beaniten unterworfen sind, atmet den Geist des Mittelalters; niit einem Federstrich wird das Koalitionsrecht, das Vereins- recht der Arbeiter hinwcgdekrcticrt; mit Gewalt soll ver- hindert werden, daß die Staatsarbeiter sich ihrer Menschen- würde bewußt werden. So dürfen nur solche Arbeiter ein- gestellt werden, die sich„in ihren bisherigen Lebensverhältnissen achtbar und unbescholten geführt und an ordnungs- feindlichen Vereinen und Bestrebungen nicht beteiligt haben und aus ihrem letzten Dienstverhältnis ohne Verletzung der etwa eingegangenen vertraglichen Ver- pflichtungen ausgeschieden sind". Auch außerhalb des Dienstes wird dem Arbeiter zur Pflicht gemacht,„sich achtbar und ehrenhaft zu führen und sich von der Teilnahme an ordnungs- feindlichen Bestrebungen und Vereinen fernzuhalten". Ohne besondere Genehmigung ist u. a. verboten„die Vornahme gemeinschaftlicher Besprechungen sowie das Vorlesen, Aus- bieten, der Verkauf und die sonstige Verbreitung von Druck- fachen und Schriftstücken während der Arbeitszeit in den Arbeitsräumen, Höfen oder sonstigen Plätzen der Ver- waltung". Mit sofortiger Entlassung ohne Kündigung wird bedroht, wer die Arbeit unbefugt verläßt oder den ihm nach dem Arbeitsvertrage obliegenden Verpflichtungen nachzukommen beharrlich verlveigert. _ Es bedarf keines besonderen Scharfblickes, um zu erkennen, daß die ganze Arbeitsordnung darauf zugeschnitten ist, die Arbeiter vor der Berührung mit der Socialdemokratie zu bc- wahren, sie der modernen Gewerkschaftsbewegung zu ent- frerirdcn und Streiks nach Möglichkeit im Keinie zu ersticken. Dabei wird auf die herrschenden Klassen die weitgehendste Rücksicht genommen. Dürfen doch, um nur ein Beispiel zu erwähnen, kontraktbrüchige Arbeiter von den Eisenbahn- Verwaltungen und von den Eisenbahnuntcrnehmern nicht in den Dienst gestellt werden, um der Landwirtschaft in ihrem Arbcitermangel nach Möglichkeit entgegenzukommen I Aber trotz dieser peinlichen Bevormundung wird es der Eisenbahnverwaltung nicht gelingen, die Gesinnung der Arbeiter zu disciplinieren. Anzeichen dafür sind zur Genüge vor- Händen. Wo nicht die Denunzianten wuchern und die Eisen- bahncr ihre kritische Ueberzeugung nicht zu verleugnen gezwungen sind, da findet man, wie Zimmermann betönt, nicht durchweg jene Harmoniestimmung, wie sie auf den durch die Gegenwart der Vorgesetzten verschönten Vereinsfesten zu Hause ist.-, Tie„Gesinnungspolizei" erreicht ihren Zweck nur äußerlich; sie kann es nicht verhindern, daß auch die Eisenbahner von dem Geiste der modernen Arbeiterbewegung erfaßt werden, und es ist durchaus nicht ausgeschlossen, daß die zahlreichen Eisenbahncrvcreine, die hellte noch keinen gewerkschaftlichen Charakter haben, über kurz oder lang einmal zu planbewußten Berufsorganisationen werden. Die Vorbedingungen dafilr sind gegeben. In der Regelung der L o h n v e r h ä l t n i s s e begegnen wir auch den Arbeitern gegenüber dem berühmten Spar- systein. Alle neueren Verfügungen bezüglich der Dienst- Verteilung und-Vergütung sind säintlich von dem Geist der Sparsamkeit diktiert. Insbesondere sind die wiederholten ministeriellen Anordnungen, nach Möglichkeit Frauen im Bahn- dienst an den geeigneten Plätzen zu verwenden, eher durch alles andre als durch ein fürsorgliches Interesse der Eisenbahn- Verwaltung an der Fraueilfrage zu erklären. Daß dem so ist, zeigt eine Gegenüberstellung der Löhne für männliche und weibliche Arbeiter der gleichen Kategorien. Die Hilfs- bahn- und Schrankenwärterinnen bekonimen nur 60 bis 75. Pfennig pro Tag, die Wagenwäscherinnen werden in Berlin um 1 M. geringer entlohnt, als die ent- sprechenden männlichen Bediensteten; die Damen, welche an Stelle der früheren etatsmäßigen Telegraphisten und der aus dem höheren Weichenstellerpersonal herangezogenen Hilfs- telegraphisten beschäftigt werden sollen, werden mit 2 M. Pro Tag entlohnt; die Fahrkarten-Ansgeberinnen haben den Durchschnittslohnsatz dieser Hilfsbeamtengruppe, der 1895 noch weit über 3 M. stand, auf unter 2,50 M. hcrabgedrückt. Die etatsmäßig angestellten Ausgeberinnen beziehen heute nur 900—1400 M. Gehalt, während sie vor dem 1. April 1899 gleich ihren männlichen Kollegen 1200— 1600 M. bezogen. Unter diesen Umständen darf man sich nicht wundern, wenn der Minister in einem Erlaß an die Direktionen vom 21. Januar 1901 sein Befremden darüber ausspricht, daß mit der Einstellung weiblicher Arbeitskräfte zu säumig vor- gegangen werde. Und was soll man erst dazu sagen, daß Bahnwärter- stellen im Rebenamte an Handwerker oder Rentenempfänger gegen 1 M. täglicher Vergütung ausgeschrieben werden! Eine nicht zu unterschätzende Rolle im Budget des Eisen- bahners spielt das Wohnungsgeld, das jedoch gegen- über der thatsächlichen Mietsteumrng völlig unzulänglich ist, zumal da sich das Wohnungsproblem für die Eisenbahner noch schlvieriger als für die übrigen Beamten gestaltet. Der Charakter des Betriebes zwingt sie, sich gerade dort nieder- zulassen, wo sich das gewerbliche Leben am intensivsten ent- faltet, wo dementsprechend preistreibende Tendenzen, zumal auf dem Gebiete der Wohnungsprodnktion am wirksamsten auftreten, weil eben hier die größte Verkehrsarbeit zu leisten ist. Am schlimmsten tritt das Mißverhältnis zwischen der Entwicklung der Mietspreise und der unzureichenden Aus- gcstaltung des Servissystcms in den Vororten der großen Städte zu Tage. Besonders instruktiv sind die Verhältnisse in und um Berlin. Der auf einen Wohnsitz in den Vororten angewiesene Beamte ist fast immer schlechter daran als seine in Berlin selbst wohnenden Kollegen. Wohnt er aber innerhalb der Stadt, oblvohl er in einem Vororte Dienst zu thun hat, so steht ihm in der Mehrzahl der Fälle kein Dienstreisegeld und keine Kommandozulage zu. So haben z. B. die in Charlottenburg wohnenden, aber in Grunewald stationierten Eisenbahnbeamten sogar auf die früher bezogene Reisevcrgütung von Charlotten- bnrg bis Grunewald neuerdings verzichten müssen. Die„Wohnungsfürsorge", deren sich die Regierung bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit nicht genug zu rühmen vermag, an dieser Stelle eingehend zu behandeln, würde zu weit führen. Es sei nur darauf hingewiesen, daß die Zahl der bis dahin geschaffenen Dienstwohnungen in gar keinem Verhältnis zu der Zahl der Beamten steht, ganz ad gesehen davon, daß die ohnehin schon von der Verwaltung abhängigen Beamten durch diese Art Wohnungsfürsorge nur allzu leicht auch den letzten Rest ihrer Selbständigkeit ver lieren. Wohl das furchtbarste Kapitel unter den socialen Erschei- nungen des Eisenbahnbetriebes ist das der gesundheitlichen Verhältnisse. Kernfeste, junge Gesundheits-Elitemenschen sind es, die nach peinlicher ärztlicher Untersuchung und einer längeren Probedienstzeit zur dauernden Verwendung im Eisen bahndienst zugelassen werden. Sucht man nach wenigen Jahren dieselben Männer wieder auf, so begegnen einem in der Mehr- zahl blaßgraue Gesichter, der Elasticität beraubte Gestalten, die zum Teil schon„ihren Knacks weg haben". Unter den Angestellten des Fahrdienstes und vor allem beim Lokomotiv- personal treten diese Wirkungen des Bahnbetriebes am schärfsten hervor. Wind und Regen, Qualm und Staub, un- regelmäßige Ernährung und unzulängliche Nachtruhe, bei den Lokomotivcrn außerdem die Kontrastwirkung von Kessclhitze und Zugwind, die stete Erschütterung des ganzen Organismus und endlich die psychische Anspannung, die jähen Aufregungen in Fällen wirklicher oder auch nur eingebildeter Gefahr, dazu die Fülle der Unfälle— sie alle zusammen fordern, zumal bei der langen Dauer des Dienstes, ihre Opfer. Leider ist die Statistik über die Erkrankungsverhältnisse der Beamten von dem Verein deutscher Eisenbahn- Ver- waltungcn vor einem halben Menschenalter eingestellt worden, weil man die aus fünfjährigen Beobachtungen gewonnenen, nicht wesentlich von einander abweichenden Informationen für genügend erachtete. Die letzten statistischen Nachrichten stammen aus dem Jahre 1887. Daß sich seitdem angesichts der ungeheuren Entwicklung des Betriebes und der Um- gestaltung der Bctriebsorganisation keinerlei graduelle Ver- änderungen in dem durchschnittlichen Gesundheitszustände er- geben haben sollten, ist nicht recht wahrscheinlich. Die Aus- weise der Arbeitcr-Krankenkassen sprechen entschieden dagegen. Am meisten kränkeln die Zngbeamtcn, bei denen die Erkrankungen der Atmungsorgane eine ganz außerordentlich hohe Ziffer aufweisen. Die Krankheitsziffern des Fahr- und vor allem des Lokomotivpersonals müssen um so furchtbarer erscheinen, je weniger die statistisch festgestellten Zahlen die wirkliche Summe von Krankheit, die dieser Berufsklasse be- schieden ist, zum Ausdruck bringen. Meldet sich doch das Fahrpersonal, wenn es sich irgend halten kann, nicht krank, um nicht der bcini Fahrdienst abfallenden Nebengelder ver- lustig zu gehen! Vor allen andren Berufsarbcitern wird das Lokonrotiv- personal von Krankheit heiingcsncht. 82 von 100 Lokonrotiv- beamten mußten 1887 den Dienst wegen Krankheit aussetzen, und zwar durchschnittlich auf je 19 Tage. Als nicht ganz so anfällig, dafür aber meist von schwererer Erkrankung betroffen, eNveist sich das Zugpersonal, bei dem stets 64 von je 100 Beamten eine Erkrankung im Jahre, die sie 24 Tage ihrer Berufsarbeit entzieht, zu befürchten hatten. Bedenkt man, daß nach der Ncichs-Krankenversichernng für 1887 auf 100 Mitglieder 40 Erkrankungssälle kamen, deren jeder durch- schnittlich 14 Tage zur Heilung verlangte, so zeigt es sich, daß der Fahrbetrieb doppelt bis dreifach so gesuudhcits- schädlich ist als andre Betriebe. Die meisten Opfer fordern die Verdanungsleiden, die rheumatischen Erkrankungen und die der Atmungsorgane. Nerven- und Hautkrankheiten bilden ebenfalls einen nicht zu unterschätzenden Bestandteil der Erkrankungsursachen. Eine besondere Gruppe von Bcrufsschädlichkeitcn stellen die Ver- letznngen dar, denen das Fahrpcrsonal doppelt so häufig ans- gesetzt ist wie das Bahnhofspersonal und viermal bis fünfmal so häufig wie das Stationspersonal. Zngunfälle und die beim Hinanslehnen des streckenbeobachtenden Lokomotiv- beamten so oft zu beklagenden Zerschmetterungen des Schädels an vorspringenden Signalen und Telegraphenmasten, ferner Quetschungen und Verbrühungen treiben die Vcrletzungs- ziffern unheimlich hoch. Begnügen wir uns mit diesen wenigen Daten aus dem ungemein reichhaltigen Material, das der Verein für Social- Politik veröffentlicht! Zeigen sie doch zur Genüge, wie das ganze System in der preußischen Eisenbahnverwaltung darauf zugeschnitten ist, hohe Ueberschüsse herauszuwirtschaften, sei es auch auf Kosten von Leben und Gesundheit der Bediensteten. Der Staatsbetrieb, der nach dem Ausspruche des deutschen Kaisers vom Februar 1890 ein Musterbetrieb sein sollte, der für die Privatindustrie vorbildlich sein soll, hat auch nicht entfernt seine sociale Mission erfüllt. Ist doch die Eisenbahnverwaltung, wie hinlänglich bekannt. nicht einmal davor zurückgeschreckt, zur Zeit der Krisis einen Teil des Wirt- schaftlichen Druckes, den das Staatsunternehmen getroffen hat, auf die schwachen Schultern der Angestellten abzuwälzen, indem Lohnreduktionen vorgenommen, bisherige Zeitlöhne in knapper bemessene Stücklöhne verwandelt, die Arbeits- zeit eingeschränkt, beziehungstveise Feierschichten eingeschoben wurden! Völlig verfehlt wäre es, dem aus seinem Amte geschiedenen Herrn von Thielen die ganze Verantwortung für die Mißstände im Staatseisenbahn- Betrieb zuzuschreiben. Gewiß, sein Schuldenconto ist übervoll, aber in erster Linie trifft die Schuld nicht ihn. wie überhaupt nicht eine einzelne Person, sondern das System. So lange die Eisenbahnen nicht reine Verkehrsinstitnte sind, sondern sie in erster Linie eine ergiebige Einnahmequelle für den Staat bilden, wird kein Wandel ge- schaffen werden, mag nun Herr Budde oder ein andrer General das Erbe Thielens angetreten haben. Mit ober- flächlichen Reformen ist hier nichts gethan. Hier heißt es, ganze Arbeit machen und mit dem bisherigen System völlig brechen._ Berliner Partei-Angelegenheiten. Die nächste Lokal-Liste erscheint am Sonntag, de» 3. Augnft 1S02. Wir ersuchen daher die Mitglieder der Lokal- k o m m i s s j o n v o n B e r l i n und Umgegend, Aenderungcn und Nenaufnahmc» bis spätestens Freitag, den 25, Juli 1902, einsenden zn wollen: für„Teltow-Bccökow" an den Genossen Hermann Schliebitz in Britz, Jahnstr. 2; für„Rieder- Barniw" an den Genossen Otko Riebe in Friedrichsfelde, Victoriastr. 4; für„Potsdam-Ost-Havelland" an den Genossen Albert Neue in Spandau, Jagowstratze 0; für„Diverse Orte" an den Genossen Gustav Stein in Wriezen a.O.» Frank- furterstr. 32, soivie für Berlin an den Genossen Wilhelm Hinz, Prinzenstr. 66, 8. 14. Die Genossen werden ersticht, hiervon Kenntnis zu nehmen und die Einsendungen umgehend zu besorgen, da spätere Einsendungen nicht mehr berücksichtigt werden können. Nachträge können in der Folge nicht mehr veröffentlicht werden. Vielfach ist cS in den letzten Wochen vorgekommen, daß Zuschriften in„ L o k a l a n g e l e g e n h e i t e n" an die Redaktion des„Vorwärts" gesandt worden sind; Ivir teilen daher den Gc- »offen»och mit,' daß alle Anfragen und Zusendungen nur an den Genossen Wilhelm Hinz, BerlinS. 14, P r i n z e n st r. 66. zu richten sind und nicht an die Redaktion des„Vor- wärt s". Die Parteiblätter der genannten Kreise werden um Abdruck ersucht. Die Lokal-Kommission. Arbeiter-BildungSschule. Sonntag, den 27. Juli, Aus- fing nach Saativinkel. Abfahrt des Nordrnigzuges Michtung Eharlottenbnrg). Schlesischer Bahnhof 8,53, Jannowitz-Brücke 8,56 usnn Treffpunkt Bahnhof Jnngfernheide. Für Nachzügler bis IG/s Uhr Restaurant Waldkater, Tegeler Weg, am Bahnhof Jungfernheide, von 12 Uhr ab Restaurant Jägerhaus in Saatwinkel.— Sonntag, den 10. August Dampferpartie nach Ziegenhals bei Zeuthen. Billets sind iii den Zahlstellen und bei den Vorstandsmitglieder» zu haben. Zu recht zahlreichen Besuch der Veranstaltungen ladet ein Der Vorstand. Dritter Wahlkreis. Dienstag, den 22. Juli, abends S'/s Uhr, im„Märkischen Hof", Admiralstr. 180, General- Versammlung dcS Wahlvcreins. Tagesordnung: Bericht und Abrechnung vom letzten Quartal. ErgänzungSlvahl des Vorstandes. Vortrag deS Genossen Dr. Wcyl:„Der Kampf gegen die Kurpfuscherei". Diskussion. Vereins« angelegenheiten. Sechster Wahlkreis. Dienstag, den 22. Juli, abends 8 Uhr, findet in den Germania-Sälen. Chanffeestr. 103, eine öffentliche Parteiversammlung mit folgender Tages- ordnnng statt: 1. Bericht der Vertrauensleute und Neuwahl derselben. 2. Vortrag des Ncichstags-Abgeordneten Rosenow über:„Der Kampf der Arbeiterklasse mit dem Junkertum". 3. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Vertrauensleute. Die Parteigenossen der Schönhanscr Vorstadt veranstalten am Sonntag, den 20. Juli, in den Lokalen„Jägerhaus" und „Schönhauser Volksgarten", Schönhauser Allee 101—103, ein Sommer- fest. Das Programm, bestehend in Konzert, Gesang, Neigenfahre», turnerische» Aufführungen, Kinderbelnstigungen, Feuerwerk sc., verspricht eine» genußreichen Sonntag und können wir den Besuch des- selben bei dem niedrigen Eintrittspreis von 20 Pf. nur empfehlen. DaS Koinitee.- Die Beerdigung dcS Genoffen Gustav Bischoff findet heute nicht statt, da die Behörde die Obduktion der Leiche angeordnet hat. lieber die Beerdigung erfolgt später die Bekanntmachung. Der Vorstand des Wahlvereins Rixdorf. Schöneberg. Dienstag, den 22. Juli, findet bei Obst die Generalversammlung des Wahlvercins statt.(Siehe Inserat in heutiger Nummer.) Pankow-Nicdcr-Schönhansen. Am Sonntag, den 20. d. MtS., findet bei Thiele, Nieder- Schönhanscn, Bismarckstraße 44 und Kaiserin Augnstastraße, ein Somnierfest statt, veranstaltet von den Genossen von Pankoiv und Schönhanscn. Da alles anfgewendet wird, um das Fest angenehm zu gestalten, erhofft das Koinitee recht zahlreichen Besuch. Alles Nähere bringt das Inserat in heutiger Nummer. Lichtenberg. Friedrichsberg, Wilhclmöberg. Am Dienstag. den 22. d. MtS., abends S'/s Uhr, wird im Saale des Herrn Höflich, Frankfurter Chaussee 120, Dr. Leo Arons einen Vortrag halten über „Die Wirkungen der Beteiligung der Socialdemokratie an der preußischen Landtagswahl auf das Dreiklaffen-Wahlgesetz". Zu dieser Versammlung sind alle Vertrauenspersonen und Voistände der socialdemokratischen Vereine des Kreises Niederbarnim ganz besonders eingeladen.— Ein weiterer Punkt ist die Aufstellung zweier Kandidaten zu der bevorstehenden Ersatzlvahl für die Gemeinde- Vertretung. Ein Waldfest veranstalten die Parteigenossen von Wilm erS« dorr am heutigen Sonntag in dem herrlich am Rande des Grüne- Waldes gelegenen W i r t s h a n s zum S ch>v a u, Schmargendorf, Dclbrückstraße. Der schöne große Garten des Lokals ist weit und breit bekannt; die Veranstalter des Festes, sowie der Wirt haben alles aufgeboten, um den Anfcnthalt so angenehm Ivie möglich z» machen. 12 llbr mittags beginnt die Matinee, am Abend ist Fcncr- werk und Kinder-Fackelzng. Karten im Voraus kosten nur 20 Pf,, au der Kasse 25 Pf.(Siehe Inserat.) Stralau. Auf das heute in SchonertS„Neu-Seeland" von den Genossen arrangierte Volksfest machen tvir alle Parteifreunde noch einmal besonders aufmerksam. Die Vertrauenspersonen. In Zchlcndorf findet am Dienstag, den 22. Juli, abends 8 Uhr, im Lokal von Giese, Teltowerstr. 23, die Generalversammlung des socialdemokratischen Wahlvercins statt. Genosse G. Bernhard spricht über«Der Sanden-Prozctz und das Proletariat". Köpenick. Die Parteigenossen werden aufgefordert, in der am Dienstag, den 22. Juli, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Seidel (Gescllschnftshans), Grilnauerstr. 31, stattfindenden Versammlung des focialdemokratischen Wahlvereins recht zahlreich zn erscheinen. Frauen haben Zutritt als ZuHörerinnen. Der Vorstand. UoKnles. Schont den Wald! Als wir im Frühjahr, bei Beginn der Saison der Ausflüge, an die Berliner Ansfliigler die Mahnung richteten, die Wälder in der Umgegend Berlins zn schonen, fügten wir hinzu, daß den Wald- befitzern gegenüber leider oft die gleiche Mahnung angebracht sei. Wir führten damals das Beispiel der Stadt Köpenick an, die ihre Waldungen am rechten Ufer der Dahme, in der Nähe von Wenden- schloß, zn Baustellen ausschlachtet. Ein neucs Beispiel für die Schonnngslosigkeir, mit der die Waldbcsitzer— private Eigentümer, Gemeinden' und der FiSkuS— die Waldungen»m Berlin zu vernichten bereit sind, sobald für sie selber ein Vorteil dabei herausschaut, bildet der Plan (über den wir bereits berichtet haben), die dem FisknS gehörige Heide bei S ch ö n h o l z niederzuschlagen und als Bauland zu verkaufen. Die Schönholzer Heide steht zwar an landschaftlichem Reiz zurück hinter den Waldungen an der Dahme, aber sie ist für die Erholung der Berliner Bevölkerung nicht weniger wichtig, zumal da sie rasch und billig zu erreichen ist. Für die Bevölkerung von Berlin-Nord ist sie geradezu unentbehrlich. An niaßgebender Stelle scheint man nun allerdings von dem Publikum,' das an den Sonntagnachmittagen in dichten Scharen die Schönholzer Heide aufsucht, nicht sonderlich hoch zu denken. Einer Zeitungsnachricht zufolge würde die AbHolzung nicht um des Profites willen, sondern nur deshalb beabsichtigt, weil die Heide ein Sammelpunkt für allerlei Gesindel sei, das nian ans andre Weise nicht los werden könne. Besseres Publikum habe die Heide schon seit Jahren nicht mehr ausgesucht. Die Bevölkerung von Berlin-Nord mag ja gewissen Kreisen nickit als besseres Publikum gelten— das ist schon glaublich. Sie hat aber gleichwohl ein Anrecht darauf, daß ihr eine alte und ihr lieb gewordene Erholungsstätte erhalten bleibt. Der Gcdmile, aus.SicherheitSgrlinden" die Schönholzer Heide zu zerstören, ist noch toller als das Stückchen, das sich vor 70 Jnhrcn die Stadtgeineinde Berlin geleistet hat. DanialS nmrdcn am Ufer der Obersstree die Reste der Äölliiischen Heide, eiiicZ alten Berliner Gemeindeivaldes, gedankenlos niedergeschlagen, Iveil— zu viel Holz gestohlen wurde. Jener Schildbürgerstreich ivnrde freilich wenige Jahrzehnte später wieder gut gemacht. An der Stelle der alten Köllnischen Heide wurde vor jetzt Lg Jahren der Plänterwald an- gelegt, der ursprünglich als Baumschule gedacht war, aber in neuerer Zeit durch Anlegung von Spazierwege» in einen Park umgewandelt worden ist. Die Schvnholzer Heide ivürde natürlich niemals neu erstehen können, das ist auger allem Zweifel. Sobald sie nieder- geschlagen ist, wird sie parzelliert und als Bauland verkauft. Moderner Menschenhandel. Wenn von der bedrängten Lage der Landwirtschaft die Rede ist, kveisen die Agrarier immer mit Nachdruck auf den Arbeilsmangel hin. unter dem sie zu leiden haben. Dieser Mangel wäre nicht vorhanden, wenn die Arbeitsverhältnisse auf dem Lande nicht so überaus trübe wären. Je größer der Betrieb, um so schlechter ist oft die Entlohnung und die Behandlung der Arbeiter, obivohl gerade hier mit Leichtigkeit bessere Verhältnisse geboten werden könnten. Der Großgrund- besitzer zieht sich die bedürfnislosesten Arbeiter heran, ihm stehen die geeignete» Werbeburcaus zur Verfügung, die ihre Fangarme überall hin ausdehnen. Aus dieser Geschäftspraxis erzählt ein Parteigenosse den» Dcssauer Partciblatt folgendes Erlebnis: Als ich vor einigen Tagen eine längere Strecke mit der Eisen- bah» Berlin- Frankfurt a. M. zurücklegte, sah ich mitternachts einen Mann auf dein Boden des Eisenbahnwagens 4. Kl. schlafend liegen. Ich beobachtete ihn ziemlich lange. Als er auftvachte. kam er aus mich zu und zeigte mir seine Fahrkarte. Es war ei» Mai», in den besten Jahre», der pur gebrochen deutsch sprach. Ich deutete ihm a», daß es noch lange Zeit zum Aussteigen sei. Gegen Morgen setzte ich mich zu ihm � und unterhielt mich, so gut eS ging, mit ihm. Da er mir nicht erzählen konnte, von Ivo er kam und wohin er wollte, so zog er einige Schriftstücke aus seiner Bnisttnsche, die sollten mir Aus- kunst geben darüber, wohin er„adressiert* war, was für einen hohen Lohn er erhielt und in welches„Eldorado" er geraten sollte. Das Begleitschreiben— richtiger Frachtbrief— lautete: Berlin. 27. 6. 1902. Theodor Ricfenstahls Bcrmittelungs-Bnrcau für ländliche Dienstboten und Ziegelei-Arbeiter. Berlin N., Große Hamburgerstraße 19. Der Stellennachweis ist für Dienstboten und Ziegelei-Arbeiter kostenfrei. Lohn- Zettel. Zugleich Abschrift des Dienstaunahme-Scheins. Der Heinrich Rosin(folgt Nationale) verniietet sich als Ochscn- knecht und zur Verrichtung aller in der Landwirtschaft vorkonnnendcn Arbeiten, besonders Mähen, Pflügen, Ackern uud andres, bei Herrn Landivirt B. in B.(Sachsen-Meiningen) vom 27. Juni 1902 bis 1. Januar 1993 für freie Kost, Schlafstelle lind einen HalbjahrSlohn von 99 Mark und erhält freie Reise zum Dienstorte. Derselbe versichert ausdrücklich, daß er die oben genannten Arbeiten versteht und leisten wird, z. Z. gesund und dienstfrei ist, und verpflichtet sich, falls er den hierdurch angenommenen Dienst durch seine Schuld vor Ablauf verläßt, die zu seiner Beschaffung aufgewendeten Kvsten zurückzuerstatten. Bezüglich des mir zu gebende» Reisegeldes oder Eisenbnhnbillets erkenne ich ausdrücklich an, daß dasselbe nicht mein Eigentum, sonder» lediglich anvcrtrautcs Gut zum Zweck der Hinreise zu meinem Dienstherrn sein soll. Lohnzahlung: für das l. Quartal Vs, des ganzen für das II. Quartal Vs] Lohnes. gez. Heinrich Rofin. Wie der Mann weiter zu verstehen gab, ist er auch verheiratet. Der Halbjahrslohn betrögt neben freier Station 99 M.. was einem Wochenlohn von etwa 8.69 M. entspricht. Davon soll sich der Man» kleiden und auch seiner Faniilie etlvas schicken, lieber die Dauer der Arbeitszeit, wie das Esse» nsiv. beschaffen seien soll, darüber besagt der Kontrakt nichts. Ist es ihm nicht niöglich auf der Stelle aus- zuhalte», dann muß er noch de» Teil des Lohnes, der ihm in wohl- berechneter Absicht innegehalten wird, schwinden lassen. Solche gefügige Ausbeulnngsobjekie dürften in der That i» hiesiger Gegend nicht mehr zu finden sein und man findet es begreiflich, wenn die Herren Agrarier nur noch Sachsengänger beschäftigen wollen. Wie traurig nmß cS aber erst in der Heimat dieser unglücklichen Geschöpfe aussehcn I Die Nene Berliner OninibuS-Akticngcsellschaft ist bekanntlich ein linternehmen, das als Verkehrsmittel nicht gerade auf der Höbe steht. Die„Große Berliner* ist daneben, so berechtigt die Angriffe auf sie auch sind, ein für die Omnibus-Gesellschaftcn wahrscheinlich nie erreichbares Ideal. Nur in einem Punkte übertrifft die Neue OnmibuS-Gescllschaft die Große Berliner, in Bezug auf die Aus- Nutzung der menschlichen Arbeitskraft. Da für die Angestellten kein Ticrschutz-Verein eintritt, ivie für die armen Pferde der Gesellschaft, und die Mehrzahl der Angestellten der Organisation sich noch fernhält, so sind sowohl die Lohn- wie die Arbeitsbedingungen bei der Neuen Berliner Qnuiibns-Gescllschafl äußerst klägliche. Von diesen kläglichen Löhne» aber müssen die Angestellten noch bei allen niöglichen Anlässen ganz fabelhafte Strafgelder zahlen, Strafgelder, die in durchaus keinen, Verhältnis zu der Schlvere des„Verbrechens" stehe», daS durch sie gesühnt werden soll. Erscheint z. B. ein Angestellter zu spät zu», Dienst, so werden ihm dafür 69 Pf. abgezogen, außerdem muß der llebelthäter jedoch noch den Betrag etwa durch sein Zuspätkommen oder gar Fortbleiben ausgefallener Toiire» extra bezahlen I Das heißt also: Die Gesellschaft sichert sich vor jedem Schaden, zwackt aber außerdem dem Angestellten noch einen un- verhältnismäßig hohen Strasbetrng ab. Wird der Schaffner vom Contcoleur dabei betroffen, daß er einen Fahr- gast ohne Billet befördert, so ahndet die Gesellschaft dieses Vergehen, das ihr etiva 19 Pf. Schaden resp. Gcwinnverlusl zufügt, mit dem Abzug von einer Mark! Ei» Schaffner, dem es entgeht, daß ein Fahrgast über die Teilstrecke hinaus fährt, zahlt dafür 69 Pf.; ebensoviel tostet das Verloäien der Fahrscheine, das auf dem schaukelnden Wage» sehr leicht passieren kann, und das irr- tüinliche„Abschreiben" der Fahrscheine an de» Haltestellen. Charakte- ristisch für den Geist, der in der Berwaltnng herrscht, sind die Nummer» 8, 9 und 19 der Strafliste. Das Publikum hat sicher An- spruch auf höfliche Behandlung seitens der Omuibusangrstelltcn, ob eine solche aber erreicht wird dadurch, daß mau die Angestellte» in eine Geldstrafe von 69 Pf. niinmt, wenn sie sich einer Un- Höflichkeit gegen das Publikum schuldig machen, ist mindestens zweifelhaft.' Wir wollen der Gesellschaft verraten, wie man mit Sicherheit eine austäudige Behandluug des Publikums ohne Strafgelder erzielt: Man entuimmt das Schaffner- personal ohne Ausnahme dem intelligenten Teil der arbeitenden Bevölkerung, der von vornherein auch sich eines angemessene» Be- »ehinens befleißigt; dann hat man nicht nötig, zur' Erringung des höflichen Betragens bei den zurückgebliebenen Elcnienten Straf- gelber einzuführen und dadurch den anständig«» Teil des Personals zu beleidigen, dann, ja dann muß man allerdings auch höhere Gehälter zahlen! Ein schlimmes Beispiel von Unhöflichkeil gegen daS Publikum giebt übrigens die Direktion selbst, indem sie zwar in Punkt 9 die UnHöflichkeit gegen Publikus mit 69 Pf., in Punkt 19 aber die Unhöflichkcit gegen„Vorgesetzte" mit 1 M. bestraft wissen will. Der Autor der Strafskala muß entschieden ein Unteroffizier der Reserve sein! Rücksichten gegen das Publikum sind es sicher auch nicht, vielmehr ein Atavismus des SkaleuverfasserS in seine ehe- malige militärische Stellung, daß er es mit 69 Pf. bestraft wissen will, wenn der Schaffner während der Fahrt nicht„die nötige Stellung einnimmt; mau fühlt förmlich heraus, wie leid es ibm thnt, daß er hier nicht als Strafe 24 Stunden„strengen Arrest" verordnen konnte. Eine Slrafe, die»nter Unisländcn den Schaffner noch treffen kann, wollen wir nusren Lesern mehr der Kuriosität >vegen nicht vorenthalten: Nach§ 21 wird dos � Belecken der F in g e r beim Abreißen der Fahrscheine mit 1 Mark bestrast! So kiirioS wie diese Bestimmung ist, so komisch sind zwei ander«: Da« Z n f r Ü h a n k o m m e n' am Endpunkt kostet 69 Pfennig, das W e t t f a h r e n eine Mark. Die Komik liegt hier nicht in den Strafgelder», beileibe nicht! Aber daß die Gesellschaft glauben kann, mit ihren Pferden könnte ein Wagen zu früh ankoinmen oder ein Kutscher gar Wette fahren mit andren Berliner Fuhrwerken, ist wirklich zwerchfellerschütternd, Uebrigens sollen diese Strafen, deren Höhe teilweis« geradezu frappierend ist, nach den Worten der Direktion nnr für„Nachlässig- keilen" und„seichtere Vergehen" gelten; die Direktion hat sich dabei auch von„milden Gesichtspunkten* leite» lasse». Was mag da im Hintergründe drohen, wenn dem Angestellte» das Unglück zusiößt, daß er ein wirklich folgenreiches Vergehen begeht? Droht ihm doch schon bei iviedcrholtem Vorkommen der obige» Kleinigkeiten,„wenn Aussicht auf Aenderung resp, Besserung nicht vorhanden ist*, die Entlassung, Nun wander» allerdings die Strafgelder statuten- gemäß in die BctriebSkcankenkasse, so daß sie'.hierdurch zum Besten sämtlicher Angestellten Verwendung finden*. Was soll es aber den Angestellten nutzen, daß sie, deren schon so niedrige Lebenshaltung durch die Strafgelder noch mehr herabgedrückt wirb, schließlich mit den ihnen aus der Krankenkasse wieder zufließenden Strafgeldern den durch Ueberanstrengung und Unterernährung krank gclvvrdenen Körper wieder herstellen dürfen? Müßte nicht, wenn die Strafgelder der Betriebskrankenknsie fehlten, die Direktion ein etwaiges Defizit decken? Den Vorteil von Strafgeldern hat also auch in diesem Falle, wen» auch auf einem Umwege, die Direktion, den Nachteil haben die Augestellten, denen ein Schutz vor Krankheit durch bessere Lebenshaltung sicher notwendiger wäre, als die Aussicht, über kurz oder lang der Betriebskrankenlasse zu verfallen. Daß diese Aussicht eine so große ist, daran trage» die„milden Gesichts- punkte* bei Festsetzung' der Strafgelder ihr gut Teil bei I NeneS Bauland. Im nördlichen Teil der Schönhauser Vor- stadt sind in der Umgebung des Ningbahnhofes„Schönhauser Allee* gegenwäriig mehrere neue Straßen im Entstehen begriffen. Inner- halb der Ringbahn wird das westlich der Schönhauser Allee gelegene Gelände, das noch im vorigen Sonimer mit einer Laubenkolonie be- setzt gewesen war, durch Regulierung der Gleiinstraße und Schaffung einer zweiten, von der Schönhauser Allee abzweigenden Querstraße, die in ihrer Verlängerung die Nordgrenze des ExercierplatzeS bilden wird, der Bebauung erschloffen. Die»och näher der Ringbahn ge- legene, bereits angebaute Kopenhagenerstraße wird weiter nach Westen verlängert. Auf der Ostseite wird die Bc- banung der vor Jahresfrist von der Schönhauser Allee nach der Pappel- Allee durchgelegten Gneiststraße von der „Berliner gemeinnützigen Baug'csellschaft* fortgesetzt. Außer- halb der Ringbahn ist das ausgedehnte Baulaud östlich der Schön- Häuser Allee durch zwei Querstraßen sowie durch die Schönhauser Allee parallele Verlängerung der Greifenhagenerstraße bereits im vorigen Jahre erschlossen worden. Im vorigen und in diesem Jahre ist hier eine beträchtliche Zahl von Wohnhäusern aufgeführt worden. die teiliveise ini Herbst bezogen werden solle», namentlich auch der umfangreiche Wohnungshaiisbau des„Beamten-WohnniigSvereins, Auch die Westseite der Schönhauser Allee weist hier draußen eine bereits stark in der Bebauung begriffene Querstraße auf. Eine zweite Querstraße ans dieser Seite ist den letzten Wochen hergestellt worden und harrt der Bebauung. Nur kurze Zeit der Freiheit erfreut hat sich der 18jährige Strafgefangene Michael Kwiatkowski ans Köpenick, welcher in der Nacht vom Sonntag zum Montag aus der Strafanstalt Tegel zu entweichen vermochte. St., ein vielfach trotz seiner Jugend vor- bestrafter Verbrecher, der auch i» der Abteilung für jugendliche Ver- brecher in Plötzensee erzogen ist, hat seine Flucht außerordentlich sorgfältig vorbereitet. Da er in einer zur ebene» Erde gelegenen Zelle des Gefängnisses II als Tischler beschäftigt war, so gelangte er leicht ins Freie. Sowohl die Fensterscheibe als die Eisen- tralgcn hatte er so eingerichtet, daß sie sich leicht heraus- nehmen und wieder einsetzen ließe». Die von seiner Zelle nicht allzu ferne Mauer überstieg er mit Hilfe eines kunst- voll gefertigten, leicht zu einer Leiter eiiizurichtendeil Gestelles, das er offenbar während der Nacht gefertigt hatte. Während die Behörden ihn in Köpenick bei seiner Mutter suchten, wandte sich der Flüchtling nach Spandau. Unterwegs aber ereilte ihn sein Geschick. Er fand eine günstige Gelegenheit zu einem Einbruchsdiebstahl in Haselhorst bei Spandau, wobei er drei Flasche» Wein und ein Jackett erbeutete, das er mit seiner Gefangeneujacke vertauschte. Von dem Wein trank er zwei Flaschen ans und legte sich dann, den Rausch zu verschlafe», in die Juiigfernhcide. Dort fand de» Schlafenden des Morgens ein Gendarm, der ihn als Land- streicher verhaftete und der Militärwacbe von Plötzensee in vor- läufigen Gewahrsam gab. Einem zufällig anwesenden Aufseher sielen die Hosen auf, eine Untersuchung ergab, daß dieselben aus dem Gefängnis stammten und nun war alles Iveitere gegeben, Nach Vornabnle der erforderlichen Verhöre traf der Flüchtige gestern wieder von seinem„Ausflug* in Tegel ein. Die Miinchener Kellnerinnen, die auf dein Schiitzenfesiplatze in Schönhvlz beschäftigt waren, streiken. Der Oekonom Netschlag hatte durch einen Agenten Fischer 26 Münchneriimen kommen lassen, die den dmstigeil Schützen das Bürgerbräu kredciiztew Die Mädchen waren durch' Vertrag für die Zeit vom 6. vis zum 29, d, M. an» genommen worden. Nun ging aber das mitteldeutsche Bundesschießcn schon am 13. zu Ende. Netschlag wollte daber nnr die Hälfte der Kellnerinnen ivcitcr behalten, den andern 19 M, Reisegeld geben. Die Mädchen aber verlangten 39 M.,»nd als ihnen diese nicht be- ivilligt ivnrde», erklärten sich sämtliche Bayerinnen solidarisch, legten die Arbeit nieder und verllagtcn den Wirt beim Gcwerbegericht. Der hiesige französische HandelSattachö abgestürzt. Der Handelsattache der französischen Botschaft in Berlin. M o n o d ist vorgestern abend in einer Bergichlncht auf dem Kullabrrg(Schweden) tot aufgefmiden ivorden. Er hatte am Morgen mit Frau»nd Kindern eine Bergpartie unternommen«nd war, als die Familie ermüdet war. allein weitergegangen. Wie Monod ums Leben ge- kommen ist, ist noch nicht festgestellt. Beim Absteigen von einem in der Fahrt befindlichen Strasicnbahiiuiagr» kam vorgestern die sich beinchsweise hier aushallende Frau Wcißkopf aus Wesendorf bei Zehdenick zu Schaden. Sie wollte den von ihr benutzten Straßenbnhnivagen der Linie Britz�Schönhanser-Allee in dem letzteren Straßenzuge in der Nähe der Buchholzcrstraße verlassen und sprang kurz vor der Haltestelle, als sich der Wagen noch in langsamer Fahrt befand, von der Vorder- Plattform hinunter, fiel zu Boden und blieb neben dem Wagen liegen. Sie erlitt eine Verletzung am Hinterkopf. Ihre» achtjährige» Sohn zum Fenster hiiiauSznivcrfcn, versuchte gestern früh die 46 Jahre alle, aus Breslau gebürtige Hausiererin Valeska Böhm, die seit dem 1. November v, I. im Erdgeschoß des Hauses Skalitzerstr. 7 eine Stube bewohnte. Die Hausiereriii, die mit Schenerlappe» n. dergl, haiidellc, ivar schon seit einige» Woche» nervös aufgeregt. In der vergangenen Nacht lännte sie zlvet Slniideii in ihrer Stube, lvährciid der Knabe jammerte und iveinle. Endlich drangen »m 2>/« Uhr die Gesellen des Roßschlächters Knüppel bei ihr ei», indem sie die Thür« einschlüge», während andre Hausbewohner eine Leiter an das Fenster legten. Man kam gerade noch zur rechien Zeit, um den Knaben vor Schaden zu bewahren. denn eben stand seine Mutter im Begriff, ihn zu», Fenster hinauSzuiverfen. Multer und Sohn wurden mit einer Droschke vo» einem Schutzniann dem Krankenhaus an, Urban zngeftihrt. Hier erkannte mau, daß die Frau geisteskrank ist, und brachte sie mit einem Rünzelschcn Wage» nach der Jirenanstalt in Hcrzberge. Der Knabe hat von einer Mißhandlung mit einem schlvere» Werkzeuge am linken Knie eine ztvei Centim'cter lauge Wunde. Mau mußte ihn also im Kranken- hause behalten. Aller schützt vor Thorhcit nicht. Der 69 Jahre Steuer- beanile Alexander Zunder, der vis vor neun Jahre» in einer Stadt am Rhein angestellt war, seitdem im Ruhestand lebte und seit einem halben Jahre in Berti» in der Beteranenstraßc 8 ein möbliertes Zimmer bewohnte, war hier anfangs ein ganz solider Mann und bezahlte alles pünktlich. Seit drei Monaten aber blieb er Miete und Kostgeld schuldig. Bon seiner Monatspension von 69 Mark hatte er schon nach wenigen Tagen keinen Pfennig mehr. Da er nicht trank, so konnte man sich nicht erklären, Ivos er mit dein Geld« anfing, bis man erst vor Kurzem erfuhr, daß der alte Mami zwei „Brautens" hatte, denen er Geschenke machte. Nachdem das Geld verbraucht war. ging auch die Liebe der„Brautens" zur Neige. Vorgestern morgen fand ihn der Wirt, der ihm den Kaffee bringen wollte, als Leiche wieder; er hatte sich an einem Kleiderhaken erhängt. AuS nnglücklicher Liebe Gift genommen hat am Freitag- abend die 27 Jahre alte Schneiderin Martha Gluthmanu ans der Linienstr. 169. Die Unglückliche liegt im Krankenhause schlver da- nieder. Als Leiche wiedergefunden w»rde der 48 Jahre alte Schlosser Otto Ernst aus der Brunnenstraße 86, der seit vierzehn Tagen ver- mißt wurde. Der Mmm zeigte in den letzte» Monaten ein auf- geregtes Wesen und legte ohne Veranlassung vor drei Wochen seine Arbeit bei Ludtvig Loewe nieder. Acht Tage lang suchte er ver- geblich neue Beschäftigung. Nach einem Streit mit seiner Fron ergriff er dann sein Taschenmesser, das auf dem Tische lag, uud lief mit der Drohung, daß er sich den Hals abschneiden werde, davon. Vorgestern laiidete man ihn in Plötzensee auS dem Spandaner Schiffahrtskanal. Taö Berliner Aqnarlnm bietet in seinen verschiedenen Becken und Behältern wieder mancherlei neue Erscheinungen dar. Mehr noch als die angekomnienen neuen Gäste werden manchem Besucher gewisse Vorgänge der Fortpflanzniig interessieren, die zu beobachten er jetzt im stände ist. In einer Abteilung des hauptsächlich von großen Meerfischen bewohnten„Achtecks" liegt gegeiiwärtig eine ans dem Mittelmeer stammende Haifischart ihrem Ver»iehrn»flsgeschäft ob. Die eigentüinlichen vierzipfeligen lange» Eier lege» die Weibchen an der auf der linken Seite des Bassins senkrecht i» die Höhe steigenden und vom Dnrchlüftniigsstroine getroffenen Glasröhre ab. In einem der obere» Seewasserbecken dagegen sind die Jungen einer andren Haifischart eifrig beim Ausschlüpfen, und in einem benach- borten Behälter, der schon mehrere große Rochen-Eier aufgenommen hatte, sind nun auch einige kleinere Eier einer nordische» Nochenart aufgehängt und ist zn hoffen, daß auch aus diesen nach etlichen Wochen oder Monaten Junge schlüpfen werde». In der Nranin wird der mit zahlreichen farbigen Bildern auS« gestattete Vortrag„Die deutsche Ostseelüste von den Wanderdünen bis zum Alsensund* noch für einige Zeit gegeben. Trcptow-Sternlvarte. Auch in komiuender Woche wird der Mond den Besuchern der T r e p t o w- S t e r n w a r t e gezeigt. Das Institut ist in den Sonimermoiiateii stets bis 12 Uhr nachts für die Bcobachiiing geöffnet. Die Pracht des Sternenhimmels tritt be- sonders sckön hervor, wenn der Mond jetzt in den späten Abend- stundeil erst über den Horizont koninit. In dem Soniitagsiiachlnittags- Vortrag um 6 Uhr,„Die Beivohnbarkcit der Welten", führt Herr Direktor Archcnhold besonders die Abbildungen von den jetzt sichtbare» Planeten Jupiter und S a t» r n vor. Um 7 Uhr lautet das Thema„EullanismnS auf dem Monde und der Erde*. Gestohleue Gegenstände. Bei einem hiesigen Sattlermeister wurden bei einer Durchsuchung eine Anzahl Geschirrtcile gefunden, welche sämtlich ans Diebstählen herrühre». Unter andrem befinden sich Zauiiizeiige mit dem Monogramm 0. und verschiedene Wappen bei den Geschirren. Personen, denen in letzter Zeit Geschirre gestohlen sind, iverden ersucht, sich in den BormittagSstnnden Zimmer 36 des Polizei- Präsidiums zu melden. Gesperrt wird die Königgrätzcrstraße vom Potsdamer Platz bis zur Boßstraße von heute ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter. Aus den Nachbarorten. Der Lenchtturm bei Pichelsdorf. Daß sich ein Lenchttlirm in»ächslcr Nähe Berlins befindet, dürfte eine de» Berlinern nur wenig bekannte Tbatiache sei». Derselbe hat seinen Staudort am Gmünd bei Pichelsdorf, dort, wo die Havel in den Gatower See mündet. Ans dieser Wasserstraße herrscht ein sehr lebhafter Schiffs- verkehr, doch ist die Einfahrt an besagter Stelle nicht niigcfährlich, besonders zur Nachtzeit. Um nun die Einfahrt bei Nacht zn mar- kieren, wurden bei der vor etwa zioaiizig Jahren vorgenoinmeneir Regulierung der Havel zwei Molen in de» See hinein- geschüttet.' auf deren Spitzen eiserne«tänder befestigt nmrdcn, die große Tafeln trugen, die mit einem leuchteuden Anstrich versehen tvaren. Diese„Leuchttafeln* dienten dazu, den Schiffern zur Nachtzeit die Einfahrt in den See zu kennzeichne». Dieselben haben sich indessen nicht beivährt und gäbe» zu fortdauernde» Klagen seile» der Schiffer Veranlassung. Infolge vielfacher Beschiverden hat die Wasser-Banverwaltung sich veranlaßt gesehen, an Stelle der Lcnchttafeln einen Lenchttiirin. niid zwar am Ende der westlichen Mole errichten zu lasse». Um de» Leiichttilrin herum ist die Mole erhöht luorden. Um diese Erhöhung nun vor dem Abspülen durch die Welle» zu schütze», ist ma» jetzt dabei, dieselbe mit Feldsieiiien zu belegen, wodurch auch der Turm mehr Sicherheit erhält. Zohleudorf. Recht unniigeiiehm fühlbar macht sich hier am Orte der Uiiisiand, daß die öffentlichen Gewässer sich in Privatbesitz befinden. Vo» Jahr zu Jahr steigert der Pächter dieser Geivässer, ohne daß ihn jemand daran hindern kann, die Preise für die Bade« karlcu. Kosteten dieselben vor zwei Jahren durch Vereine bezogen nur 19 Pf. pro Bad, so im vorigen Jahr 16, in diesem Jahr sogar 29 Pfennig; eine Saisoilknite kostet 19 M. Trotz dieser horrenden Preise sind die Einrichtungen der Anstalt sehr priniitiv, Es ist»n» geluuge», durch Beriiiitteliiiig hiesiger Ortsvercine und eine» Zuschuß vo» deren Seite de» Preis wieder auf 15 Pf. zu drücke». Der Geineiiide wäre aber anzuraten, mehr ivie bisher ihr Angenmerk auf diese Schraube ohne Ende zu richte». Eine Nntcrgrmidbahil»ach Schöueberg soll, wie berichtet ivird, geplant sein. Die Pläne für die Berliner st ä d t i s ch e Unter- gruudbahn sind fertiggestellt. Es handelt sich um die Entwürfe, nach denen die unterirdische Nord-Südlinie durchgeführt werden soll. Nicht am Wcdding, wie man zuerst gewollt, sonder» an der Grenze vo» Reiiiickeiidorf wird die Bahn ihren Ausgang»chme». um am Schön eberger Rathause zn enden. Die Anlage Ivird teils als Untergrund-, teils als Unierpflasterbahn geplant. Letzteres System niuß deshalb mit zur Verwendung gebracht werden, weil zweimal ein Wasserlniif zu kreuzen ist, und zivar an der Weiden- dammer Brücke die Spree und später der Lalidivehrkanal. Durch Salzsäure vergiftet hat sich im Tegeler Forst bei HenuSdorf ein bisher unbekaiiiit gebliebener Mann, anscheinend dein Arbeiterstande angehörend. Passante» sckafflc» denselben nach Tegel, woselbst er ärztliche Hilfe fand, die jedoch ohne Erfolg ivar. Er starb wenige Stnuden nach seiner Einliefernng in die Kranlenstnbe dcS Amtes, Vorher konnte er noch angebe», er sei Rohrleger, doch ergab sich späler, daß die von ihm genannte Wohiiung ebenso ivie sein Name nicht der Wahrheit cnlsprnchen. Der cliva 49—44 Jahre alte Man» führte nichts weiter bei sich als einen Zollstock, Er trug eine braune Lederhose und ei» dunkles Jackett mit schwarzem weichem Hut und hatte dunkelblondes Haar n»d einen rötlichen Vollbart, BevölkeruiigSabuahmc iu Spandau. Die Einivohnerzahl Spandaus gehl seil etwa einem Jahre langsam aber fast ohne Unterbrechung zurück. Im Monat Mai hat sich die Zahl der Einwohner wiederum»m etiva 169 Personen verniindert. Die Fortzüge überwiegen die Zuzüge sciion seit gcraunier Zeit ganz erheb» lich und werde» nur durch den Ueberichnß an Geburten zum Teil wieder aufgewogen. Diese Bevölkcrungsabnahinc ist mn so bedauerlicher, als' Spandau ja auf dem Sprunge sieht, sia, mächtig zu eutwickeln, und daher eher dauernd ein größerer Zuzug zu verzeichncg sein nnchte. Die Nrsnche dersell'en ist wohl hauptsächlich die von UNS schvii so oft cm einzelnen Bolkoinmnisse» gekeiinzeichiiete„warm herzige Eociolpolitil" der städtischen Behörden, die es„ich als ihre Pflicht betrachteten, gegen das llnisnligreifc» der Arbeitslosigkeit, hervorgerufen durch die ungelvöhnlicheu Mafseiikündiginigen und Eiitlasjnugcu in den Staatsbetrieben zweckmäßige Schritte zu unternehmen und auch sonst sich etwas ein- gehender init den, Wohl und Wehe der arbeitenden Klasse zu be schäfligen I Aber vielleicht sehen manche Größen dieses U e b c r wiegen der F o r t z n g e von Arbeitern nicht einmal ungern. äußerten sich doch verschiedene Stadtväter bei gewissen Gelegenheiten ganz energisch gegen das Heranziehen von weiteren Arbeiter« familicn nach Spandau! Nun zichcii die arbeitslos gewordenen Arbeiter fort n»d die sehnlichst erwarteten.Millionäre' wollen auch nicht vom Himmel fallen!— Gevicszts An die Tortur deS Mittelalters erinnerte die Dehandlnng welche ein Ehepaar aus den gebildeten Ständen seinen beiden Kindern sollte haben zu teil werden lassen. Bor der 4. Ferien Strafkammer des Landgerichts I stand gestern der städtische Lehrer Friedrich Kopp und dessen Ehefrau Else K ö p p. geb. Knorr, unter der Beschuldigung, ihre beiden Kinder, die 13jährige Helene und den vjährigen Bruno Köpp, unter llederschreitnng des ZNchtignngSrechts fortgesetzt in einer das Leben gefährdenden Weis gcmißhandclt zu haben. Es waren eine große Anzahl Zeugen geladen. Der Verhandlung wohnten der Stadtschulrat-Dr. Gersten berg sowie ein Regierungsbeamter bei. Den Vorsitz führte Landgcrichtsrat Telle, die Anklage vertrat Staatsanwalt Fiegcn. die Verteidigung log in den Händen deS Rechts anwalts Abramczhk. � Der Kanzleisekretär Beyer, welcher als Vormnnd der beiden Kinder bestellt worden ist, hatte beantragt, die Letzleren als Nebenkläger zuzulassen. Diesem Antrag war statt! gegeben worden. Referendar Wittke als Vertreter des Rechtsanwalts Dr. Schwindt nahm die Rechte der Kinder im Termine tvahr. Der Angeklagte Köpp war früher mit einer Dame ans Culm verheiratet welche im Jahre 1SS4 starb. Ans dieser Ehe stammen die beiden in Rede stehenden Kinder. Im Jahre 1890 ging Köpp niit seiner jetzigen Ehefrau, die als Lehrerin bei derselben Schule angestellt war ivie er. die zlveite Ehe ein. Die Kinder, welche bis dahin keinen Anlaß zur Klage gegeben hatte», sollen von diesem Zeit Punkt an ivie umgewandelt geworden sein. Zuerst machte sich die Veränderung bei dem Knaben bemerkbar. Wie die Angeklagten behaupten, hat er gestohlen wie ein Rabe und seinen Eltern allerlei Schaden zugefügt. Er soll in einer Nacht anfgestanden sein und eine Menge Kleidungsstücke zerschnitten haben. Schließlich habe der Angeklagte Kopp den Jungen nach der Erziehungsanstalt in Zehlendors bringen müssen. Bald nachher soll das Mädchen die« selben Untugenden entwickelt und noch haarsträubendere Dinge be- gangen haben als der Bruder. Die Mutter behauptete, daß das Mädchen auch plötzlich..ngcfangen habe zu stehlen. Es habe im ganze» wohl über 100 M. gestohlen und zugegeben, daß es einen Teil vernascht und den Rest fortgeworfen habe. Auch das Mädchen habe Wäschestücke zerschnitten, die zum Speisen dienende» Geschirre mit Kot beschmutzt, Porzellansachen zni» Fenster hinaus geworfen Zc. Das Mädchen sei schließlich»ach Culm zu der Groß- mutier gebracht worden. Hier stellte der Arzt fest, daß das Mädchen 27 blntunterlanfenc Striemen, von Slockschlägen herrührend, ans zuweisen hatte und außerdem im Gesicht viele Narben. Wenn alle die den Kindern nachgesagten Schandthatcu der Wahrheit entsprächen, was seitens der Anklage bestritten wird, so wird de» Angeschuldigten zur Last gelegt, wahrhaft barbarische Mittel zur Besserung an- gewendet zu haben. Wenn die Kinder einen ihnen zw gesagten Diebstahl in Abrede stellten, sollen sie von den Eltern so lange geschlagen worden sein, bis sie die That einräumten. Es wird angenommen, daß dies wnhrheitswidrig aus Furcht vor weiteren Schlägen geschah. Der Vater soll ei» scharfes eichenes Lineal zum Schlagen benutzt und rücksichtslos damit über den Kops geschlagen haben. Die Kinder sollen häufig gefesselt worden sein. Eines Tages soll das Mädchen eine Büchse mit Gries in ekelhafter Weise vernnrcinigt haben. Da habe die Mutter das Kind gezwungen, die Giicskörner aus dem Schmutz herauszulesen, habe ihm von dem Gries eine Suppe gekocht und eS mit der Nase in den Kot gestoßen. Die Angeklagte bestreitet alle diese Ungeheuerlichkeiten, sie will nnr damit gedroht haben, im Wiederholungsfälle ganz energische Mittel anivcnden zu wollen. Es wird angenommen, daß die Kinder be- sonders der Sticsmntter lästig waren und daß die Niederträchtigkeiten ihnen»nr angedichtet wurden, um Gelegenheit zu haben, dieselben zu züchtigen. Nachdem erst auf diese Weise der Knabe ans dein Hanse gebracht worden war, soll dieselbe Methode bei dem Mädchen zur Anwendung gebracht worden sein. Die Kinder befinden sich jetzt bei der Großmutter in Culm. I» der Voruntersuchung haben ver- schiedene Zeugen den Verdacht ausgesprochen, daß das Dienstmädchen der Angeklagten, die damals 17 jährige Hedwig Fischer, die Schand« thateii ausführte, die dann den Kindern in die Schuhe geschoben wurden. Die Angeklagten bestreiten dies alles und meinen, daß die Großmutter der Kinder, die mit der zweiten Ehe ihres Schwiegersohnes nicht einverstanden war, die Triebfeder zu der gegen sie erhobene» Anklage geivese» sei. Die BeweiSanfnahme, bei welcher von einzelnen Zeugen viel Gehässigkeit produziert wurde, gestaltete sich außerordenttich umfangreich.— Ein Hausnachbar hat bemerkt, daß die Kinder nach der Wiederverhciralung des Vaters nicht mehr denselben guten Eindruck gemacht haben und elender aussahen als früher.— Der Schutzmann Voigt hat nach der Behauptung der Angeklagten und nach dem Inhalt zweier zur Verlesung gebrachter Briefe Material gegen die Angeklagten gesammelt und dieserhalb mit den Eltern der ver- storbene» Frau des Angeklagten korrespondiert. Seine Wohnung lag über derjenigen der Angeklagten. Einmal hat er lautes Wimmer» und Schläge gehört, als ivenn Teppiche anSgeklopft würden. Die Kinder seien»ach der Wiedervcrheiratung des Vaters scheu und niedergeschlagen gewesen, während sie früher lebenslustig»md fröhlich waren. Er ist der Meinung, daß die Schmutzereie» und die sonstigen Niederträchtigkeiten in Wahrheit von den, Dienstmädchen begangen worden seien und die Kinder nur unter de» Drohungen und Schlägen der Eltern sich ivahrheitsividrig als die Tdäter bekannt haben. Das Dienstmädchen habe in seiner neuen Dienststelle ganz ähnliche Schnndthaten begangen. Ter Angeklagte Köpp habe ihm einmal ans seine Frage zugestanden, daß er ei» Zimmer als„Arrestzelle" für die Kinder eingerichtet habe. Oberlehrer Dr. Werner bekundet, daß der Knabe Bruno Kopp nicht gerade inimer ein musterhaftes Betragen gezeigt habe, aber es liege kein Anhalt dafür vor, daß er lügenhaft sei. Die folgende Zeugin, Dienstmädchen Hedwig Schmidt, wird aufs eindringlichste zur Wahrheit ermahnt. Sie ist gleich nach der Hochzeit bei den Angeklagten eingetreten. Die Kinder— so sagt sie— hätten große Angst vor der Stiefmutter gehabt, weil diese stets bei der geringsten Veranlassung mit Ohrfeigen bei der Hand war. Bald beschuldigte die Mutter den Knaben des Diebstahls. Die Zeugin hat bei diesen Züchtigungen stets gehört, daß die Mutter rief:„Ich schlage Dich so lange, bis Du gestehst!" Daß die Kinder die ihnen zur Last gelegte» Schnndthaten mich begangen. hat die Zeugin nicht mit eignen Auge» gesehen, sie hat es nur von der Frau Kopp gehört. Der Knabe sei Iviederholt furchtbar ge» schlagen worden, weit unmenschlicher sei aber noch die Behandlung gewesen, die später dem Mädchen zu teil wurde. Die Zeugin be- kündet, daß daS Mädchen zwei bis dreimal täglich von der Stief- muttcr gezüchtigt wurde, zumeist allerdings in Abwesenheit des Vaters. Die Angeklagte band wiederholt das völlig entkleidete Kind derart auf einem Stiihle fest, daß das rechte nnö das linke Bein an das rechte und linke Stuhlbein und die Hände auf dem Rücken an die Stuhllehne gebunden wurden. Die Stiefmutter pflegte das Kind mit Vorliebe„Du Bestie!" anzureden. Sodann bekundet die Zeugin Fischer eine Geschichte, ivodurch die Empörung der Zuhörer in so hohem Grade erregt wird, daß der Vorsitzende zur Ruhe ermahnen muß. Als Frau Köpp eines Tages gefunden habe, daß ein Topf mit Gries durch Kot verunreinigt war, mußte die Zeugsn den Inhalt deS Gefäßes auf einen Bogen Papier schütten, der auf den Fußboden gelegt wurde. Dann habe Frau Kopp ihre Tochter gerufen; diese mußte knicend die Grießkörner aus dem Unrat heranssucheu. Die Zeugin habe darauf eincii alten Topf vom Boden holen müssen. In diesem habe F ra u Kö p p a uS dem. a n s e r l es e neu" Gries eitie Suppe gekocht und ihrem Kind ge- heißen, sie zu essen. DaS Mädchen habe sich geweigert u n d die Lippen z u s a m m e u g e k n i f f e u, da habe die Mutter den Löffel in die Hand genommen und d e in Kinde>» i t G e>v a l t den Brei eingeflößt. Die Zeugin bestreitet niit Entschieden- heit, daß sie selbst eine der in Rede stehenden Niederträchtigkeiten begangen habe. Darauf wurde der jetzt 13jährige Bruno Köpp- vernommen. Er erklärt, daß mit dem Eintreten der Stiefmutter eine böse Wand- lnng vorgegangen sei. Es sei nicht wahr, daß er gestohlen oder Sachen beschädigt habe. Er habe die Züchtigungen unverdicnt er- halten. Erst habe er von seiner Mutter und dann, wenn der Vater nach Hause gekommen sei. auch von diesen Schläge erhaktcii. Einmal habe er sich entkleiden müssen und dann habe der Vater ihn mittels eines Rohrstockc» geschlagen, bis Blut geflossen sei. Er habe in einem Raum schlafen und seine Schularbeiten machen'nrüsseu, der kalt war. Das Fenster sei vernagelt gewesen. Seine Schwester habe zu damaliger Zeit noch keine schlechte Behandlung erlitten. Helene Kopp, ein aufgewecktes Mädchen, erzählt eine Leidens- geschichte wie ihr Bruder. Nach der Entfernung deS letzteren sei sie an die Reihe gekommen und aller möglichen schlechten Handlung«! beschnldigt worden, die sie nicht begangen habe. AuS Furcht vor iveitere» Schlägen habe sie dann die Thaten eingeräumt. Dies sei auch einmal der Fall gewesen, als sie von der Mutter beschuldigt worden sei, den Teppich in gröblicher Weise verunreinigt z» haben. Nachdem die Schläge ihr ein Geständnis herausgetrieben, habe die Mutter sie mit dein Gesicht in den Kot hineingedrnckt. Auch die ab- schenliche Scene in der Küche erzählt daS Kind genau so wie die Zeugin Schmidt. Die Angeklagte Frau Köpp hat hierauf weiter nichts zu er- klären, als daß diese beiden Zeuginnen die Unlvahrheit sagen. Von fast allen Zeugen wurde den Kindern daS beste Zeugnis ausgestellt, der Zeugin Hedwig Fischer wurde dagegen von einer früheren Dicnstherrin viel Schlechtes nachgesagt. Sie sei faul und unordentlich. Es traten auch einige Zeugen auf, denen nicht auß gefallen war, daß die Angellagten ihre Kinder lieblos behandelte» Der Vorsteher der Zehlendorfer Zwangserziehimgsanstalt wußte mit zuteile», daß der Knabe Bruno Köpp bei der Emlieferung Schwielen aufzuweifc» hatte, die von Mißhaiidlimgen herzurühren schiene» Schlechte Neigungen habe der Knabe nicht verraten. Allerdings habe er zugegeben, daß er feinen Eltern Geld gestohlen und aus Rache Gegcnslände zerschnitten habe. Die Beweisaufnahme schloß mit der Vernehmung des medizii»! scheu Sachverständigen Or. meä. Heise aus Culm. Helene Kopp habe Spuren schwerer Mitzhandliiiigen auf ihrem Körper gehabt, 27 blutunterlaufene Striemen seien zu zählen gewesen. Das ganze Gesicht des Mädchens sei mit kleinen Narben bedeckt gewesen, die aber nach einiger Zeit verschwunden seien und wohl von frühere» Windpocken herrühre» könnten. Der Staatsanwalt schilderte das Verhalten der Angeklagten in scharfer Weise. Besonders die Ehefrau Kopp habe sich als eine Stiefmutter gezeigt, wie sie schlimmer nicht gedacht werden könne Geiviß gäbe eS anck viele gute vortreffliche Stiefmütter, aber eine Stiefmutter von solcher Schlechtigkeit, wie die Angeklagte eine sei, gehöre zum Glück zu de» Seltenheiten. Die Angellagte Frau Köpp hatte selbst Nachkommenschaft zu erwarten und dies nwge ivohl die Triebfeder zu ihrem Bestrebe» gewesen sein, die Kinder erster Ehe zu beseitiget. Denn hierauf zielten unzweifelhaft ihre ganze» systematischen Mißhandlungen hin. ES seien entsetzliche Dinge, welche durch die Bclveisanfnahme zu Tage gefördert und bewiesen worden seien. Er wolle dem Verdachte, von ivem die Schändlichkeitcn, die im Köppschcn HanSstande vorkamen, begangen seien, keinen Ausdruck gebe», aber nnr soviel wolle er sage», gegen daS Dienstmädcken Schmidt richte er diesen Verdacht nicht. Der Ehemann Köpp sei zwar nicht so strafbar ivie seine Ehefrau, aber immerhin habe er sich auch in unveraiitwortlicher Weife an den Mißhandlungen seiner Kinder beteiligt. Er beantrage gegen die Ehefrau Köpp ein Jahr Gefängnis bei sofortiger Verhaftung, gegen den Ehemann sechs Monate Gefängnis. Ter Vertreter der als Nebenkläger zugelasienen Kinder hielt das gegen die Ebefrau Köpp beantragte Strafmaß für gerechtfertigt, »leinte dagegen, daß der angeklagte Ehemann als natürlicher Vater der Kinder von einer härtere» Strafe betroffen werden müsse, als der Staatsanwalt beantragt hape. Der Verteidiger focht in erster Linie die Glaubwürdigkeit der Hanptbelastiingszengcii an, welche in ihren Aussagen Interesse für die Kinder und Gehässigkeit gegen die Kinder verrate» hätten. Er meine, daß viele der Ungeheuerlichkeiten, die zur Sprache gekommen seien, auf Erfiiidimg oder Hirngespinste zurückgeführt werden müßten und dazu gehöre in erster Linie die Fabel von der elclhaften Griessuppe. Die Mutter habe jedenfalls reinen Gries genommen und dem Kinde, um es vor Wiederholnngen abzuschreckc», vor- geredet, es sei das von ihm selbst verunreinigte Material. Sollte der Verdacht, der in dein Plaidoyer des Staats- anwalts angedeutet worden fei, bestätigt worden fei». Tenflischte, was die kühnste Doch hierfür spreche gar nichts. einem non Ilguet kommen, was so wäre es allerdings daS Phantasie nicht ersinnen tönne. Sollte der Gerichtshof nicht zu beantragt werde, so sei das vom Staatsanwalt beantragte Strafmaß doch viel zu hoch. Der Angeklagte Köpp hielt dann noch selbst eine längere Ver- teidignngsrede, in deren Verlauf er zu schildern bestrebt war, daß er zwar ein strenger, aber auch gerechter Vater ivar, wie er auch seit 23 Jahren ein humaner Lehrer gewesen sei, wie seine Vorgesetzte» ihm bestätigen würden. Die Angeklagte Ehefrau Köpp beteuerte ebenfalls ihre Unschuld. Die Rinder hätten stets Abneigung gegen sie gezeigt und vollständig unter dem Einflüsse ihrer Großeltern gestanden. Der Gerichtshof kam zu der Ansicht, daß der Ehemann Köpp in einem Falle das Züchtigungsrecht seinem Sohne gegenüber über- chritten habe, in nichrcren Fällen aber in Gemeinschaft mit seiner Ehefrau der Tochter gegenüber. Schwerer habe sich die Ehefrau Kopp vergangen, der überhaupt als Stiefmutter ein Züchtigungsrecht nicht zustand. Ter Gerichtshof habe den Angeklagten mildernde Um- 'tände nicht zubilligen können. Die Ehefrau Kopp sei geradezu barbarisch vorgegangen, sie sei zu einem Jahre drei Mo- ii a l e n, der Ehemann Köpp zu drei Monaten Gefängnis ver- urteilt worden. Die Ehefrau Kopp wurde sofort in Haft genommen. Vermifitztesa Zwei Pasewalker Kürassiere ertrunken. Ein schwerer Unfall, dem zwei blühende Menschenleben zum Opfer fielen, wird aus Pafeivall gemeldet. Der aus Milow gebürtige Kürassier Lemke von der zweite» Eskadron des Pasewalker Kürassier-Regiments nahm außerhalb der Miliiär-Schwimmanstalt in der freien Uecker ei» Bad. obwohl dies für Nichtfchivimmer streng verboten ist. Er wurde hierbei von einem Strudel erfaßt und in die Tiefe gezogen. � Sei» ans der Gegend von Magdeburg stammender Kamerad Osterloh von der dritten Eskadron, ein Freiichivimmer, sprang dem Er- trinkenden nach, tvurde jedoch� von Lemke, der sich in Todesangst an ihn festklammerte, mit in die Tiefe geriffcn. Die Leichen koiniten erst nach längerem Srichcn aufgefniiden und geborgen werden. King Bell in Teutschland. Mit dem RetchSpostdampfcr„Ernst Woermann" trafen aus Dualla King Mango Bell nebst Söhnen, Kronprinz Rudolf Mango Bell und Prinz Ernst Mango Bell, sotvie Enkel Prinz Richard Manga Bell mit Dienerschaft in Hamburg ein. Wie Kronprinz Rudolf Manga Bell mitteilte, war eS schon seit langein der Wunsch seines BalerS, auch Deutschland und namentlich Berlin ans eigener Anschauung kennen zu kernen, zumal Kronprinz Rudolf, der seine Erziehung in Deutschland genossen und über drei Jahre als Abschluß derselben das Gymnastnm in Ulm besucht, ihm soviel Rühmliches davon erzählt. Hauptzweck der Reise nach Deutsch- laud ist die Unterbringung der Prinzen Ernst und Richard, von denen der erste zwölf, der andere etwa sechs Jahre alt ist, und die in Afrika bereits den Unterricht eines deutschen Hauslehrers genoffen haben, in einem deutschen Erzichungs-Jiistitnt, um sie auf den Be- such eines Gymnasiums und zu späterem Uiiiversitäts-Studium vor» zubereiten. Heftige Gewitter sind am Donnerstag an verschiedenen Orten der Mark Brandenburg niedergegangen und haben viele Verwüstungen angerichtet. In Milow bei Rathenow wurde die Frau des Schiff- bnücrs Schmuhts auf dem Felde vom Blitz getroffen und gelähmt. Der ganze Körper war durch den Blitzstrahl mit braunen Flecken besät und glaubt man nicht, daß die Frau wieder hergestellt wird. In N e u- R u p p.i n wurden ganze Straßcnziige unter Wasser gesetzt; die Bewohner der niedriger belegenen Stadtteile hatten einen halben Tag zu thnn, um daS. Wasser auS ihren Kellern zu entfernen. Das mit vielen Kosten ani Scheuiienthor hergestellte neue Bohlwcrk wurde unterspült und eingerissen, so daß die dort ver- ankerten Kähne schnell losmachen mußten. In Da rritz wurde ein Knecht des Baucrngntsbcsitzers Spielhngcn vom Blitz erschlagen, ei» zweiter betäubt. Die Knechte befanden sich im Pferdestall, der infolge des Blitzschlages, ebenso wie der Schweine- stall vollständig niederbrannte. Ein Pferd wurde außerdem noch durch den Blitz getötet, ein zweites erblindete durch den Schreck. In W a l s l e b e n traf ein Blitzstrahl den Schafstall des Ritterguts- besitzerS LivinS, zündete und äscherte denselben ein, wobei 400 Schafe verbrannten. Au vielen Orten wurden außerdem noch Personen durch Blitzschläge betäubt, auch richteten die Wassermassen an den Feldfriichten vielen Schaden an, rissen Obstbäume um und ver- wandelten die Wiesen teilweise in weite Seen. Ei» uttgewöhnlich heftiger Taifnn richtete großen Schaden in Hongkong und im ganzen Distrikt an. Zwanzig Menschen sollen umgekommen sein. Cholera-Epidcmie. Der„Daiky Expreß" meldet aus Hongkong: In der chinesischen Provinz Kwaiisi wütet die Cholera. Die Seuche fordert täglich Tansende von Opfern. In Kweilingfu, der Hauptstadt der Provinz, können die Beerdignngsunternrhmer nicht genügend Särge beschaffen, um die Toten zu begraben. Hunderte von Leichen liegen in den Slraßen umher. Ans Alexandrien wird gemeldet: Einer amtlichen Mitteilung zufolge sind in Mucha bei Assinh 96 Cholerafälle festgestellt worden, von denen 50 tödlich verlaufen sind. Theaterspielplan für die kommende Woche. Neues köuigl. Operntbeater. Sonntag und Mittwoch: Boccaccio. Montag: Das süße Mädel. Dienstag und nächsten Sonntag: Tbo Kilver Slipper. Donnerstag: Die Geisha. Freitag: Zigcunerbaron. Sonnabend: Die Puppe. Theater des Westens. Soimtagnachmittag: Zar und Zimmer- mann. Abends: Die Brantlotterie. Montag: Fledermaus. Dienstag. Mittivoch, Freitag und nächsten Sonntag: Die Brautlotterie. Donnerstag: Bettelstiideut. Sonnabend: Undine. Metropol-Theater. Sonntag: Travlata. Montag und Freitag: Die verlauste Braut. Dienstag: Barbier von Sevilla. Mittwoch: Undme. Donnerstag, Sonnabend und nächsten Sonntag: Unbestimmt. Neues Theater. Täglich: Ledige Leute. Buntes Theater. Täglich: Ueberbrettl. Urania. Täglich: Die deutsche Ostscelllste. Wetter-Prognose für Sonntag, den SO. Juli 1003, Ziemlich frisch, zeitweise heiter, aber veränderlich mit leichten Regen- fällen und mäßigen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. centrsI-Vertouil! 1 Maurer Deulsclilauds Zwcigvcrcin Berlin. Sekilcm der Putzer. Den Mitgliedern sowie den Mit- gliedern deS Gesangvereins der Putzer zur Nachricht, daß unser Mitglied CA feliOff am Dienstag, den 15. Juli, in seiner vollen Thätigkcit auf der Arbeitsstätte plötzlich verstorben ist. Ehre seinem Andenke». Die Beerdigung findet am Man- tag, den 31. Juli, uachmittags 6 Uhr, von der LeiSciihalle des Treptower Kirchhofs in Treptow aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 134/41 Tic örtliche Verwaltung. Kranken- u. Sterbekasse alier gewerbliclien Arbeiter für Scliöneberg und Umgeg. E. H. Nr. 115/132. Geueral-Versammlulls am Sonntag, den 27. Juli er, vorm, ist Uhr, im Saale des Herrn Krtlgcr, Grimewaldstr. HO. Taaes-Ordnnng: I. Kasscnvericbt vom 1. u 2. Quartal 1902. 2. Bcrschtedene Kasseuaugcleacn- heiten, 274/3* MitgliedSbnch legitimiert. »er Vorstnnd. Gterbe-Kafse ehemaliger Pstug'schcr Arbeiter (Hetzel'sche Kasse). Keneralversammiuug am Sonntag, den 27. Juli, vor- mittags 10 Uhr, in Niimanns Saal, Bruunenstr, 188, Tagesordnung: 1, Verlesung deS Protokolls der Generalversammlung vorn 26. Januar 1902. 2. Kassenbericht pro 1 Halbjahr 1902 sowie Bericht der Revisoren. 3. Festfetzung der Publitatioiisorgane pro 1903. 4. Verschiedene Kassen- Aiigelegeuheitcu. 797 b* Otto Wlnkler, Vorsitzender. DaS Mitgliedsbuch legitiiuiert. Orts- Krankenkasse zu Berlin. Gemäß§ CO des Kassenstatuts bringen wir hiermit den Mitgliedern zur Kennt- nis, daß die in der Gcueralversamm- lung vom 20. April er. beschlossene achte Abänderung zum Statut(be- treffend Erweiterung bczw. Erhöhung der Kassenteistungen) durch die höhere Verwaltungsbehörde genehmigt war- den ist. Diese Abänderung tritt mit dem 20. Juli er. in Kraft und Ivird den Mitgliedern gemäß z VI des Statuts ausgehändigt. 902b Ter Borstnud. �����cu�t���orss�ender Roh-Tavak, sämtliche lltensilicn zur Cigurren-Iabrikatlon offeriert in der gröstte» Auswahl zu den billigste» Preise» Urnisnii Miillei*. 22 Atcxcittderstraste 22. Rohtabak! Prima Java-Einlage, meist Umblatt, >ro Pfund nur Marl 0,95. 44I4L* Uarl Kolund. Kottbuserstr. 3 a. Genan auf Hausnummer achten! Rob-Tubak 4484L* Strclitzerstr. 52. Rohtabak. Größte Auswahl.— Billigste Preis« Guter Brand! Vorzügliche Qualität. Sämtliche s446SL* Fabrikiltioilg-Nteilsliit«. Neue Farmen, sehr große Auswahl zu Original-Fabrikpreisen. Heinrich Franck, 185 Brunnenstr. 185. Ik o Ii- T a b a k in großer Auswahl empfiehlt Emil Berftorsf, Rl-HiinvnNti-. 25. 46468* ! Roli-Xabak! Friedrich Krause. «rKHin» Kiuderumge». ßrösslts Lager Kiiid-rbettsteNeu. Berlins. ifiOO Mark Belolimmg ffii* feJJÄ'ÄÄ Diese Belohnung biete ich schon seit 15 Jahre» als dos ineinige nachweist..... .ans und isi njeizk Sonfumnj garntcht in der Lage, diese 1000 Ml. zu verdienen. Berantwortlicher Redacteur; Carl Leid w Ano»min» ist das wirksainst« Mittel gegen Fuh- schweiß, macht denselhen vollständig geruchlos, ohne die Schwcißbildung zu unterdrücken, erhält eine normale Transpiration, erfrischt die Fußhant und stärkt die Füße. Kann niemals schädlich Wirte», ist vielmehr von großem Vorteil f. d. Gesundheit. Fl. M. 1,50. Anosmin-Zitreupulver gegen Hand- it. Achselschweiß, feuchte Hände. Dose M. 1,00. Otto Reichel. Berlin SO. 49, Eiseubahnftratze 4.[' Zwölf MMonafe Garantie u o Sä m S 1 ? S o B B P B B x » gewähren wir für obenstehendes Portemonnaie Nr. 2702(genau wie Zeichnung), eckites brannes Rindleder, Z aus einem Stück gearbeitet, 6 Fächer,_ hochfein vernickelter Bügel und Schloß, �sehr�schSn�und dauerhaft � * gearbeitet, reelle Ware für den denkbar billigsten Preis von Ä,50 Mk. franco gegen u s Nachnuhine oder vorherige Kinsendnng des Betrages. Jedem Portemonnaie 3 •— wird Garantieschein beigelegt.? ES sollte Keiner versäumen, diese günstige Gelegenheit zu benutzen, da solches bis heute von ke g Konlurrenz angeboten wurde. �.. Unser Katalog enthält eine graste Anstvahl von Portemonnaies, falls vorstehen - Muster nicht gefallen sollte, bitte nach de», Kataloge zu wählen. « Zahlreiche Zlnerkettuunge« laufen täglich nnaufgefordert bei uns ein. LH„„„H,_■_ Nicht gefallende Waren tauschen wir um oder zahl«« daS Ksrsmiesoliem.«sin susuck. IIB«! versenden wir an jedermanu unsren nenesteii PT illustrierte» Prachtkatalog Ausgabe 1902"HW mit über 2Ö0<) Abbildungen von Solinger Stahlware», Lederwaren, Gold- und Silber- waren, HauöhattungS-Gegcnständen, Uhren, Uhrkettc», Mnsikwarcn, Pfeife», Cigarrcn, Cigarrenfpitzen, Spielwaren, Rcgcnfchirnten, Spazirrstöckett u. sonstige» vielen Neuheiten. Bemerken noch, daß u»r elegante, gediegene, gute und pretswürdige Ware zum Versand kommt. DM- Vir bitten genau auf nnsre Finna and Fabrikmarke zu achten.""**3 Gebrüder Rauh, Gräfrath bei Solingen. O * m » tf f> 3, 55 Brlquettes. 55 Wegen Räumung des Platzes verkanst beste Senftenberger Salon 1000 Stck. von 5.00 M. an. Bruch 00 Pf. pro Ctr. ab Platz. Fuhrlöhne billigst berechnet. Mühl«nst.l2. A.Hsrrmanns Kohlenlager Dr. med. ScJictper homöop. Arzt u. Spez.-Arzt f. Haut- u. Harnleiden, FrauenJcranhh eiten. Königgrätzerstr. 27. Spr.9-J.4-7. Dr. SchQnemann, Specialarzt für Haut-, Harn-„«d Frauenleiden, Se.vdelstr. O.1 Vzia-'/zB, 'Berlin." Für fc* ftüMlnMr riratfnottttt:»h.«leite in Brrlw. Druck»nd'Berlas vvn Max Padfng in Beil«.' m Nr. 167. 19. Mgang. 2» te„Wmilrts" Sttlinct DcksM Smxilag. 20.|«li 1902. Wnchevzoll itttb Maschine. Mit demselben Nachdruck, mit welchem sich die Socialdcmokratie da�eqcn wehrt, daß unter der falschen Flagge.Hebung der Notlage der Landwirtschaft*, durch eine volksausbcnlcrische Zollpolitik den junkerlichen Großgrundbesitzern Millionen in die Tasche geschanzt werden, hat sie andrcrseils betont, sie sei stets bereit, die Mittel zur Verfügung zu stellen. um die Bewirtschaftung des Grund und Bodens für die wirklich Notleidenden rentabler zu gestalten, sofern diese Hilfe für die Landwirtschaft nicht zum Schaden der Allgemeinheit und zum wirtschaftlichen Fort- schritt notwendig sei. Dah die Brot- und Flcischwucherpolitik, ivelche die Agrarier mit heißem Bemühen erstreben, eben nur ihnen die Tnschei, füllt, der Landwirtschaft als solcher indessen nichts nützt, ist eine erwiesene Thatsache. Ja, unter ihr wird sich die Lage des ivirklich notleidende» Bauern nur noch schlechter gestalten. Jeder Bauer, der Futter- und Lebensmittel zukaufen muß. der Jungvieh zur Mast taufen nniß, wird zu seinem Teil die erhöhten Lebensmittel-, Fleisch- und Viehzvllc milbezahlen müssen. Erhebt die herrschende Gesetz- gebung Anspruch darauf, der Landwirtschaft, nicht nur der junker- lichcn Großlvirtschaft, wirklich helfen zu wolle», so nmß sie mit der gegen Ivärtig cn Leben smittel-Vcrtcuerungs- Politik grundsätzlich brechen und einen gangbaren Weg suchen, durch geeignete Mittel die Technik des landwirtschaftlichen Betriebes in Deutschlaird derart zu bessern. daß er konkurrenzfähig bleibt. Wie dieser von der Socialdemokratie stets vorgeschlagene Weg der einzig richtige ist, beweist eine umfängliche Abhandlung in Schmollers„Staats- und sociallvissenschaftlich'en Forschungen* von Gustav Fischer über:„Die sociale Bedeutung der Maschinen in der L a n d w i r t s ch a st*. Diese Arbeit kau» gerade jetzt ein hohes Interesse beanspruchen. Mit Recht sieht Fischer den Wert der Maschinenverwcrtung für die Lairdwirtschaft darin, daß sie nicht bloß die ProduktioirSkostcn verringert, sondern auch die in nicht genügender Menge zu beschaffende nrcnschlichc Arbeitskraft durch mechanische ersetzt. Die Maschinen- anwcndung hebt den„Sentcmangel* vollständig auf. Die Maschine ist kerne Domäne des landwirtschaftlichen Großbetriebs, die Möglich- kcit ihrer rentablen Benutzung ist bis in die Parzcllcnbetricbe hmcrn vorhanden und wird spccicll für die Bauernwirtschaften ein Hilfsmittel sein, den Kampf um die Existenz erfolgreich zu führen. wnS ihnen unter der volksausbeuterischeu Zollpolitik nicht möglich ist. Jnlereffant ist die Darstellung dcS Verfassers über die Maschinen in der Landwirtschaft Nordamerikas. Hier bringt Fischer viel neues Material bei. Weit früher und in ausgcdchntcrem Umfange als in Deutschland fand die Maschinenverwendung Eingang in die nordamcri- kanische Landwirtschaft. Fruchtbares Land, geringe menschliche Arbeits- kraft waren die treibenden Ursachen. So komint es, daß auch die amcri- kanische» Maschinenfabriken für einige Spccialitäten landwirlschaft- l icher Maschinen derart den Weltmarkt beherrschen, daß selbst inisre agrarische» Zollwüteriche sie nur mit geringem Zoll belegen, weil sie auf die Einsuhr derselben angewiesen sind. Jntcressantc Beispiele citicrt Fischer, wie die Maschine in Nordamerika menschliche Arbeits- kraft ersetzt. NnS dem Staate Wisconsin citicrt er als solches Beispiel ein Gnt von 30V Acres Größe, 75 Acres Holz, 100 Acres müssen jährlich umgepflügt werde». Diese Arbeit besorgen z>v e i Brüder mit einem Knecht. Während unsre Agrarier einen großen Menschenapparat benötigen würden, besorgen Maschinen- pflüge, Egge». Schleppe», Mähmaschinen. Binde-Äpparate, Heuwender,-Lader,-Aufzüge, Windmotor zum Wasserpnmpcn die ganze menschliche Thätigleit. Zahlreiche arrdr« Beispiele lassen sich an- führen. Selbst auf den kleineren Gutem findet man alle modernen Maschinen, uud Ivo die Güter zir klein sind, um die Maschincnkraft voll auszunutzen, haben mehrere Nachbarn diese Maschinen gemeinschaftlich. Die Maschinen haben gerade den kleineren Farmer gegenüber dcni Großbetriebe gestärkt und gekräftigt, so daß mehrfach große Farmen, um sie rationeller bc- wirtschaften zu könne», zerlegt tvorden sind. So citicrt Fischer das Beispiel einer 7000 Acres großen Farm im Staate Joiva, welche in 22 Einzelbetriebe aufgelöst wurde, deren Leiter täglich bei der Centralstclle zusammenkommen. Der Statistiker dcS LandwirtschaflS- ministeriumS der Union, Georges K. Holmes, fällt denigegen- über das Urteil: „Die M a s ch i n e n a» w en d u n g ist ein wichtige? Element in der Landwirtschaft unsrcs Landes, und vielleicht ist anzunehmen, daß die mittlere Farm in ihrer heutige» Gestalt ökonomischer kultiviert und bewirtschaftet werden kann, als kleinere oder größere, und unter den wirtschaftlichen Gründen hierfür muß die I a n d- wirtschaftliche Maschine als hochwichtig angesehen werden. Aber worin auch die Erklärung liegen nmg. die Thatsache bleibt be- stehen, daß der mittlere Farnier, nach der dnrch die Zählung von 1890 enthüllten Tendenz, mehr und mehr in die er st c Reihe der Landwirte tritt.' Die rückständige deutsche Technik in der Landwirtschaft haben die Wortführer der Agrarier bis jetzt nicht anders zu erklären ge- wüßt, als daß ihre Arbeiter mit den Maschinen nicht umzugehen wüßten. Wie unfähig müssen dann aber unsre Agrarier n»d ihre Betriebsleiter fein, wenn sie die Arbeiter in der Handhabung von Maschinen noch nicht einmal wirksam zn interessieren wisse»! Die wahre Ursache ist, daß der Maschinenarbeitcr eine bessere Bezahlung und Behandlung bcausprucht alS der Schollcnkuli dcS Junkers oder dcS Großbauern und. da er sie nicht findet, in die Stadt ab- wandert. So bleiben den„Notleidenden" nur die weniger fähige» Arbeitskräfte. Abschaffung der Gcsinde-Ordming, hohe Löhne, gute Wohnverhältniffe, Koalitionsrecht, gute Behandlung würden bald einen tüchtigen, maschinengeübten Landarbcitcrschlag in Deutschland schaffen. Nach den anierikanischen Erfahrungen besteht die Hebung der Rentabilität des mittleren und kleinen Grundbesitzes nicht in den Wucherzöllen, nach welchen die Agrarier schreien, soudern in der umfassenden Anwendung von Maschinen, viel- leicht bei gemeinschaftlicher Bcutzung und Beschaffung auf genossenschaftlichem Wege. Fischer sieht die gesteigerte Anwendung von Maschinen für die kleinere Laudwirtjchast in Verbindung mit der Anwcndung der Elektricität. Es werde gelingen, auch die Feldmaschinen durch elektrischen Strom zu treiben. Die Erzeugung desselben werde sich in großen Centralen am billigsten bewirken lassen, an die der kleine Besitzer so gut Wie der große sich werde an- schließen können. Die Vorzüge der Elektricität vor andren Energieformen, ihre bequeme Ilcbertragbarkeit dnrch feste Leitungen, ihre Teilbarkeit, die Möglichkeit, sie je nach Bedarf in Licht, Wärme, mechanische oder chemische Energie umzuwandeln, machen sie für die Landwirtschaft besonders geeignet. Nach einer Veröffentlichung ans der Abteilung für Domänenvcrwaltuyg des preußische» Land- wirlfchaftS- Ministeriums, befindet sich die derzeit größte elektrische Anlage im landwirtschaftlichen Betriebe auf der Domäne Sillium im Regicnmgs- Bezirk HildeSheim. Dort nützen zwei Turbinen von 48 und 21 Pferdekräften eine Wasserkraft, ans. Die größere treibt eine Drchstrom- Dynamo- Maschine, welche den Strom nach dem 2750 Meter entfernten Guts- Hof leitet, woselbst er wiederum zur Bewegung einer ganzen Anzahl landwirtschaftlicher Maschinen, als auch zur Beleuchtnng verwendet wird. Die Anlage stellt sich um 388 M. billiger als der Dampfbetrieb. vom Handbetrieb gar nicht zu reden.' Andre Erfahrungen sind ebenso günstig ausgefallen. Die vermehrte Einführung der Maschinerie in die Landwirtschaft schafft auf einen intelligenterm Arbeiterstamm. Fischer sagt dazu: „Hervorzuheben ist der Einfluß der meisten Maschinen auf die intellektuelle Ausbildung der Arbeiter. Die Führung der Drillmaschine, der Hackmaschine, der Mähemaschinen und der Rübenheber setzt höhere geistige Thätigleit voraus, als die Ausführung der entsprechenden Handarbeit. verringert aber das Maß—' der erforderlichen physischen Arbeit.... Ohne Frage ist in dieser Hebung des geistigen Niveaus der Arbeiter ein günstiges Moment zu erblicke».* Wäre' es den Junkern ernst mit der„Hebung der Notlage der Landwirtschaft", womit sie aber nur ihren eignen Klaffeuvorteil ver- stehen, wären sie wirklich die„Kämpfer für das Jntereffe der Bauern*. als welche sie sich ausgeben, so müßten sie in solchen die Technik der gesamten deutschen Landwirtschaft hebenden Maßnahmen das Heil sehen, anstatt zu dcm volkSverwüstenden und dabei von ihnen selbst noch als„imvollkomnieue Waffe' bezeichneten Mittel des Wuchcrzolles zu flreiscu. Aber der Wucherzoll ist das Bequemere. Er deckt die Folgen eines jahrzehntelangen Schlendrians, einer rückständigen Produktionsweise, aus den Taschen des Volkes und sichert den Junkern Millioucnprofite, auch wenn der laudwirtschafllichc Betrieb in Deutschland sich noch so hoch vom AuS lande überflügeln läßt. U»S. dem Volke, aber wird die Erhaltung dieser rückständigen Wirtschaftsweise fast mit jedem Jahre kostspieliger und man müßte es deshalb vom Standpunkte einer gesunden Volks wirlschaft mit Jubel begrüßen, wenn endlich der Schutzzoll zusammenbräche. Vevsn murin ngen. Ter Centralverband der Maurer(Zweigvcrein Berlin) hielt am Domierslag eine Generalversaniinlung sämtlicher Zahlstellen des Lohngcbietes Berlin und Unigegend im Äcwcrkschaftshnnse ab. Nach einem Vortrage von Link über die socialpolitische Gesetzgebung er- stattete P a n s e r Bericht über das II. Quartal. Der Mitglieder bestand, so führte er ans. habe eine starke Zunahme erfahren. Genaue Zahlen ließen sich bis jetzt noch nicht feststellen. Gemaßregelt wurden 184 Kollegen. Eine größere Anzahl Mitglieder wurde dnrch den Bauarbei'ter-Streik in Mitleidenschaft gezogen.— Mit dcm . P o l i e r b Ii n d" sollte eine Vcrcinbarimg getroffen werden, um eine gemeinsame Kommission zur Sckilichtung von Diffcrcnzcii zwischen Maurern und Poliere» z» bilden. Nachdem der Poucrbund sich anfänglich eiuvcrsiaudcn erklärt hatte, hat er nun aber ein Schreiben der Vcrbandslcitung vom 13. Juni niibeantlvortct gelassen, so daß der Plan als gescheitert anznschcn ist. Wie Redner meint, ist der Klassciistandpimkt der Poliere das Hindernis eines solchen Ucbcrcin- kommens; auch mag sie die Furcht, eiitlasscii zu werden, wohl davon abgehalten haben.— Die B a u k o n t r o l l c vom 27. Mai lvnr sehr unifasscud und hat ein günstigrs Bild von der Banthätigkcit er- geben. 914 Bantcn, auf denen 8661 Kollegen beschäftigt waren, ivnrdcn kontrolliert. 540 Maurer auf 74 Bauten hatten 70 Pf. Stniideiilohn, III auf 32 Vanten 67Vs Pf. Redner erklärt hierbei, daß das nicht so zu v e r st c h c n sei, daß auf 74 Ballten der 70 Pf-Lohn und auf 32 Bauten der 67�/» Pf.-Lohn einheitlich eingeführt sei, solider» so, daß auf der angegebencii Anzahl Bauten insgesanit so viele besser bezahlte Maurer gezählt wnrde». Einheitlich sei der 70 Pf.- Lohn nur auf 37 Bauten durchgeführt. Hinsichtlich der Banbuden und der Aborte wurden wiederum eine große Anzahl Mißstände aufgedeckt, wovon die gröbsten beseitigt iverdc» konnten.— Entsprechend eineni Beschluß dcS letzten VerbandS- tagcs hat der Vorstand des ZlveigvcreinS eine Eingabe a n d e n Berliner Magistrat zwecks allgclneiner Durchführung der vertragsmäßigen Lohn« und Arbeitsbedingimgeir auf den städtischen Bauteil gemacht. Eine offizielle Anttvort ist bis jetzt nicht erfolgt; wie bekannt geworden ist, hat aber der Magistrat ab lehnend cutschieden. Die Eingabe soll nun dem Stadl verordneten-Kollcginiii zugestellt werden.— Der Rcdncr erwähnt dcS weitern die B e w e g u n g der Putzer bezüglich der Träger- frage und das von den Putzern 1900 gegebene Versprechen auf Eiiv sührnng der Lohnarbeit. Bis jetzt ist es hierüber»och zn keinem endgültigen Beschluß gekommen; eine deninächst stattfindende Sitzung ivird sich nochmals mit der Frage der Abschaffung der Accordarbeit im Putzergewerbe befassen.— Die Achtzeh»er- Kommission hat sechs Sitzniigen abgehalten. Beschlossen ivnrde dort nntcr andrein, daß an zwei Kollegen, die unrecht- mäßig entlassen wurden, Schadensersatz zu leisten ist. Ferner ivnrde der Zwcigvereiii ermächtigt, bei solchen Illilernryniern, die nicht dcm Verband der Bangeschäfte augchömi, nach eignem Er messen vorzugehen.— In Tegel haben sich die Unternehmer ge weigert, die vertragsgeniätzc» Bedingungen anznerkeiiiien. Ein Streik halte dort nicht den gewünschten Erfolg, Dieser Ort scheidet also ans dcm Lohngcbiet Berlin ans.— Bei der Wahl zum Innung S» Schiedsgericht siegte trotz geringer Beteiligung der Verbands- Mitglieder die Liste der Organisation vollständig.— Die Beteiligung an der Maifeier war fast ganz allgemein. ES wurden 5491 Maikarten ausgegeben. Ausgesperrt wurden 1143 Maurer zusammen 3326 Tage, was 10869 Mark UnterstiitzlingSkosten verursachte.— Der Redner ging dann noch kurz auf die von den Lokalorganisierten geplante Bewegung zur Er- ringimg des 70 Pfennig-Lohnes und auf das neuerdings von jener Seite herausgegeben« Flugblatt ein. Er verweist demgegenüber auf die vom vorstände des ZlveigvcreinS hernnSgegebcneii„Milteilniigeii* und schließt mit dcm Wnnsche, daß die Lokalorgniiisiertc» cS doch einmal cinschcii möchten, daß es daS beste ist, wenn sie sich dem Verbände anschließen. Der Kassenbericht weist, einschließlich eines Bestandes vom vorigen Quartal von 91 402,02 M.. eine Einnahme von 154489,32 M., eine' Ausgabe von 60 770,22 M. a»f. so daß ein Bestand von 93 719,10 M. verbleibt.— Dem Kassierer Lehmann wurde ein- stimmig Dccharge erteilt. Mit dem paritätische» NrbcitSiiachtvclS im Töpfergcwcrbc beschäftigte sich am Freitag eine sehr zahlreich besuchte öffentliche Töpfe rversammlniig. die den großen Saal des GeiverkschasishanseS bis auf den letzten Platz füllte. Hermanii John schilderte die Vorteile, die ein gnt finiklioiiierender paritätischer Arbeit?- Nachweis gegenüber den Zuständen bietet, die früher all- gemein waren, als die Tifyfcrgchilfen von Bau z» Bau um Arbeit anfragen mußten. Eine geregelte Arbeits- Vermittlung kann selbstverständlich auch den Arbeitgebern nur vorteil» Haft fein; trotzdem suchen einzelne von ihnen den ArbeitSnachtveis zn umgehe» und ihren Bedarf an Arbeitskräften in andrer Weise zu decken, und ebenso wiffe» einzelne Gehilfen die Vorteile der neuen Institution nicht zu würdigen. Redner tritt dafür ein, daß mit aller Kraft dahin gestrebt tverde, den ArbeitsnachivciS voll zur Geliimq zu bringen. und«mpstehlt die An- nähme eincr Resolntio». in der gesagt wird: Die Versnmmlnng erklärt die Einführung de« paritätischen Arbeits- Nachweises nicht allein vom moralischen Standpunkt ans, sonder» auch in Bezug auf die wirtichasiliche Besserstellung der Kollegen- schnft für vorteilhaft und beschließt deshalb: Für die Zukunft find alle Arbeitgeber, die den Arbeitsnachweis um- gehen, zu sperren; Ver st öße der Kollege niv er den Tarifverletz u n gen gleichgestellt und als Streik- bruch betrachtet. An da? Referat schloß sich eine sehr lebhafte Debatte, die durch die Opposition einer kleinen Gruppe lokalorgninsierter Töpfer gegen den Arbeitsnachweis hervorgerufen wurde. Zu der Erregung, die in der Versammlung zum Ausdruck kam, gab namenilich der Umstand Anlaß, daß die Lokalorganisierten vor 14 Tagen in einer öffenllichcii Versammlung eine Protestresolution gegen den Arbeitsnachweis an- nahmen, die dcni Obermeister der Innung zugestellt wurde, und daß auch von jener Seite durch Annoncen der Arbeitsnachweis zu be- kämpfen versucht wurde.— Die Resolution wurde schließlich mit allen gegen 16 Stimmen angenommen. Außerdem wurde gegen 6 Stimmen eine Resolution angenommen, Ivelche das Verhalten der Lokalorganisierten gegenüber dcm Arbeits- Nachweis entschieden verurteilt, weil dadurch die Organisation der Arbeiter in den Augen der Arbeitgeber herabgesetzt werde. Schließ- lich wurde noch mit gleich großer Majorität eine dritte Nesolution angenommen, die besagt, daß in Zukunft öffentliche Versammlungen nur vom Vorsitzenden der Filiale Berlin des Verbandes der Töpfer oder vom Altgesellen einberufen werden sollen, damit Beschlüsse mög« lichst einheitlich gefaßt und ausgeführt werden. Gewerkschaftökartell für Berlin und Nmgcgeiid. In der Sitzung am 18. Juli gab P i e s l e r die Abrechnung vom II. Quartal. Die Einnahme betrug 2723,75 M., die Ausgabe 2307,74 M., so daß ein Kasscnbestand von 421,01 M. verblieb. Auf Antrag der Rebisoren wurde dem Kassierer Entlastung erteilt. Hierauf folgten die Sitnationsberichte der dcm Kartell an- geschlossenen im' Ausstände stehenden Gewerkschaften. H ü r t I e r schildert den Kampf der Tischler um den Arbeitsnachweis. Trotz der gemachten Anstrengungen ständen die Erfolge in keinem Ver- hältniS zn den materiellen Opfern, die der Kampf bereits gekostet habe. Redner hält die zu Anfang eingeschlagene Taktik des Cciikralvcrbaiidcs für falsch; überhaupt ständen sich die Tischler jetzt schlechter wie im Jahre 1884. Man werde unbedingt mit einer baldigen Beendigung des Kampfes rechnen müssen. Wolter teilt mit. daß die Werkstättcnstrciks der Kisten- niacher seit Weihnachten auch schon 2760 M. verschlungen hätten. K l e i n l e i n gicbt cincn Ncbcrblick über den bisherigen Verlauf dcS Streiks der M u s i k i n st r u in e n t e n- A r b e i t c r bei der Firma Schopf ii. Co. Er glaubt, daß auch dieser Kampf zn Ungniisten der Arbeiter verlaufen werde, und zwar hauptsächlich durch die Schuld der H i r s ch- D n ii ck e r i a n c r. die dort in aller Form Streik- brccherdienste leisten. lieber den Stand der Vnuaibcitcr-Bewegung berichtet N o r g e l. Die freie Vereinigung sei von dcm Ccntralvcrband zwar etwas widerivillig in den Kampf hineingczogcn worden, doch könne man mit den bisherigen Erfolgen um so mehr zufrieden sein, als man eS in einem großen Teil der Bauarbeiter mit einer zusammen- gelaufenen Masse zu Ihnn habe, die nur schwer zu organisieren ist. An Streiknntcrstützmig seien bisher 1335 M. verausgabt; gezahlt werden pro Mann und pro Woche 15 M. und für jedes Kind 1 M. Da der Kampf noch einige Wochen dauern dürfte, so ersuche er das Kartell um moralische und wenn nötig auch um matcriclle Unter- slütznng. In der sehr ergiebigen DiSlussion wurde allgemein die Höhe der von den Bauarbeitern festgesetzten wöchentlichen Strcikuiiterstiitzuna bemängelt, die iiinsowenigcr gerechtfertigt erscheine, als die Auf- bringmig der erforderliche» Geldmittel ohnehin schon auf Schwierig- keilen stoße. Schließlich wird der Ausschuß ermächtigt, den Bau- arbcitcrn während des Streiks auch in der Finanzfragc beratend zur Seite zu stehen. Ein Antrag der Hausdiener um gänzlichen Erlaß eiiieS Darlehns von 200 M. fand keine Sympalhie, Iveil.eine so geringfügige Summe im Laufe der Zeit immer zurückzuzahlen sein müsse. Charloiteiiburg. Der socialdemolratische Wahlvereiii hielt am Donnerstag im„Voltshanse* seine ordentliche Generalversannnlmig ab. Dr. Leo A r o» s sprach unter lebhaftem Beifall über die bc- reitS in andren Wahlkreisen mchrsach erörterte Frage:„Wie be- teiligcn wir uns an den preußischen Landtagswahlc»?* In der Diskuision wandte sich Menge gegen die Anssühriiiigcn des Referenten, während Hirsch, P a g e I u. a. im Sinne des Vor- trags sprachen. Sodann verlas der Kassierer Wer» ecke die Abrechnung vom II. Quartal. Dieselbe ergab eine Einnahme von 1428 M. und eine Ausgabe von 1052,25 M.' Der Kreisknsse wurden 350 M. zugeführt. Auf Antrag der Revisoren erteilte die Versaimnlnng dem Kassierer Dechnrgc.— Als Delegierte zu der am 10. August stattfindenden Wahtkreis-Ko ufere n z wurden Runge, W e r n e ck e und Förster gcivählt. Anträge zu der Konferenz hatte die Versammlung nicht zn stellen. Der soclaldcmokratischc Wahlbercin siir Weißensee hielt am 15. Juli eine Generalversmiunlung ab. Vor Eintritt in die TageSordiimig ehrten die Bersammelten das Andenken des ver- slorbenen Genossen Gerstcnbergcr dnrch Erhebe» von den Plätzen. Nachdem der Vorsitzende de» Bericht des Vorstandes gegeben, verlas der Kassierer die Abrechnung des letzten Vierteljahres. Dieselbe ergab eine Einnahnie von 489,31 M. und eine Ausgabe von 243,60 M. Es verbleibt somit ein Bestand von 245,71 M. Hierauf beantragt Taub,»an», 100 M. an den Vertrauensmann zu über« iveise», was von der Vcrsannnlnng beschlossen wurde. Die Zahl der Mitglieder beträgt 517. Nachdem der Vertrauens- lnann lind die Bibliothekare über ihre Thäligkeit berichtet hatten, erteilte die Versanunluiig ihnen, sotvie dem Kassierer Dccharge. Ein Antrag des Vorstandes, dem Genossen Bachinann zum 1. Angnst seinen Posten als ZeitungSspediteur zn kündigen, wnrde gegen eine Etinnne angeiiommen und der Gen off« Rci» bestimmt, dieses Amt zu übernehmen. Ferner ivnrde beschlossen, daS Stiftungsfest im November statlfindeii zn lassen. Znr Kreis- konfercnz wurden die Genossen Hanfschild, Schmnann, Rein, Zemke, Gnrtz uud Haak delegiert. Die Neuwahl des GcsnmtvorstandeS ergab als 1. Vorsitzciibcn Penkert, 2. Vorsitzende» Noßkopf, Schriftführer Ständer. Zu Abtcilnngssührern wnrde» Rochfnngstcin, Helmke. Rein, Walter und Tender bestimmt. Als Revisoren fungicreil Eschbach, Winkler und Gartz. Ccntrnl-Keankeii-«nd Sterbelasse der deutschen Wagcnbaner. (Bezirk III) Dienstag, den L2. Juli, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Gleinert, Schnlstr. 23: Mitgliederversaunnlung. Zlllgemeilie Kranken- und Tterbckafle der Metallarbeiter (E. H. 29, Hamvnrg). Mitgliederversaiiiinlungen halten ab: Filiale Berlins, Somitagvvrmlltag SV, Uhr da Schirm. Badstr. 19. Filiale Berlin 9, Sonntagvorinittag 9 Uhr bei Fischer, Waldstr. 8. glrbciter-Salliariter-Koloilnc.(Gegründet 1888.) Montag, den 21. Juli, in der Filiale. Briinnenstr. 41 bei Lietzke. Vortrag über Ertrinken, Erslickcn, verschiedene Formen der Bennchtlosigkeit. Nachdem praktische Uebungen(Wiederbelebung). Trepta>l>-Bn>l»lich»le»tveg. Zum Besten der Bolls- Bibliothek Treptow-Laiimichulemveg findet heute in AckennminS Restaurant, Bauni- schillenstr. 78, ein groszcS Kartcnkonzert unter Leitung des Mustldirektors Herrn Martin Lehmann statt. Der Einlrtttspreis betrögt 20 Pf., der Er- trag desselben soll zur Erweiterung der Bibliothek verwendet werden. Briefkasten der Redaktion. Di« i»i isilsche Sprechfinnde findet täglich mit SlnSnahnie des Zlonnabendö von?>/, b!S!>>/, Uhr abends statt. Stltcr Zlboniiciit. DaS Niederwald-Denkmal wurde am 28. September I88Z enthüllt. Zwei Streitende. Kaiser Wilhelm II. war bei seinem Regienmgs- antritt Generalmajor und Kommandeur der 2. Garde-Jiifanterie-Brigade sowie Ches des 2. Gardc-Laiidwehr-Rcgimcnts. Ei» weiteres Avanccnicnt erübrigte sich dadurch, daß der Kaiser beim Regierungsantritt Höchst- tommaudierender der deutsch»» Armee wurde. R.(9. 25. Gaues bedeutet Gauner, Dieb. Jüdischer Jargon.— A. W. Sie können eine sreic Innung gründen. Ist die Zwangstunimg aufgelöst, dann brauchen Sie keiner Vereinigung beizutreten. B. 09. Wird es kaum gebe». Jedenfalls müht«» Sie sich an«inen Arzt wenden.__ Briefkasten der Expedition. Max Wenzel. Wenn kurz und sachlich: Ja. Aiir heu Inhalt der Inserate übernimmt die Nedattion de», Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Sonntag, de» 20. Juli. Neues Opern- Theater(Kroll). Boccaccio, Anfang?>/, Uhr. Montag Das süße Mädel. Im Liederspielhaus: Offenbach- Cyllus.(Die Savoyarden.— Die Hanni weint— der Hansi lacht.— Die Zanbergeige) An- fang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Westen. Die Brantlotterie. An- fang 7l/z Uhr. Nachmittags zu halben Preisen: Zar und Zimmermann. Montag: Die Fledermaus. ivtetropol.(Morwih-Oper.) IVa- viata. Anfang 8 Uhr. Montag: Die verkaufte Braut. Neues. Ledige Leute. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Varl Weist. Der Dämon. Hierauf: Sie. Anfang 8 Uhr. Nachmittags 3 Uhr: Die Grille. Montag: Der Dämon. Hierauf: Sie. Sriedridj-WilHelmstiidtisches. Der Zerrissene. Ansang 7'/- Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo. Lyststrata. Specialitäten- Vorstellung. Anfang 7V2 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ncichshalleu. Stcltiner Säuger. Ansang 7 Uhr. Passage- Theater. Specialitäten Vorstellung. Anfang nachmittags 3 llhr. Passage> Pauoptitum. Specials täten-Vorfiellnng. Urania. Taubenstr. 18/10.(Fm Th-atersaal.) Abends 8 Uhr Die deutsche Ostseeküstc. Montag: Dieselbe Vorstellung. Jubalideustraste S7/<»S. Täglich: Sternwarte. Ul'anls. fl'sudsn-Sta'Ssss 48/48. Im Theater um 8 Uhr: Die deutsche Ostseekuste. castans, Panoptikumj Frledrlcli-Strasse 165. Neu! Die lVordlnndreise des! Kaisers und Wandernli- gen durch liondoii. Eiesen- Projektionsbilder mit| erläuterndem Vortrajr. ilfitropol-Ilifioter Anfang 8 Uhr. Korwitz-Oper. Franceschina Prevosti: StF" Traviata.'WW Gr. Oper in 4 Akten von G. Verdi, nach Dumas' Eoman;„Die Dame mit den Camelien." Montag Die verkaufte Braut. Korn Oper in 3 Akten von Smetana, Nationaltänze von 16 Tänzerinnen. Dienstag: Franceschina Prevosti Der Barbier von Sevilla Cüii Weiss-Theater. Graste Frauksnrterstr. 102. Nachmittags 3 Uhr, kleine Preise SBf- Wie«rille.-WM Schauspiel in 5 Akten von Charlotte Birch-Pfeifscr. Abends 8 Uhr: Der Dämon. Hierauf:„Sie". Nachtscene in 1 Akt von G. Schählcr-Perasini. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Im Garten: SpecialitKten-Vor- ftellung. Anfang 4 Uhr.— Morgen Benefiz für W. Bractinaun. Apollo- Theater Um 61/, Uhr: Garten- Konzert. Un�'/jUhr: Die grossartigen 8|)ccialitiiten. Um SVj Uhr: Paul Linckes Ausstattungs-Operette: Lysistrata Kasseneröffhuug 6 Uhr. Vroter-UkM Raftauien- Allee 7—9. UM- Täglich:-MM Tlltlscili! tlitii eine Nucht. Phantastisches Märchen in 3 Abteilg. von Hugo Schulz. Ballettges. Catrlnl. Kostüm-Soubrette Paula Grlgatti. Grotesque- Komiker Sencr u. Berad. Miss Kltty, Sport- Akt. Barsikow- Truppe, Parterre- Akrobaten. Mr. Bartling, leb. Photographien. Bartlings elektrische Feerie. (3000 Glühkörper.) Konzert. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf., numerierter Platz 50 Pf. Kaibo. S®- Fröbel«"VA Allerlei Theater früher l'nhliiiann"VA Schönhauser Allee No. 148. Unbeschreiblicher Erfolg hat der einzig dastehende UM- Juli-Spielplan. _ Um 8V, Uhr: AlM- Die Weber."VF Berliner Volksstück mit Gesang. _ Um 10 Uhr:_ UM- Carl Braun"VA der unvergleichliche deutsche Fregoli. jfjV" Hugo Scliul/."VA der urdrastische Liebling. Im Saal: Groster Ball. Anfang 4 Uhr.— Entree 80 Pf. Garten Am KUnigsthor 4202P* Arn Criedrlclishain __ Täglich: Theater- und TpecklMen- Vorstellung. Täglich bis 7 Uhr: Freier Gamenianz. Jeden Abend 10 Uhr: Leute von heute. Große Posse mit Gesang und Tanz ?g88S[|c-Trhestei'. Das glänzende Juli-Programm. Willy Prager. (l'rolongicrt!) 316 neue erstkl. Nummern Passap-Panopticum. Koles Pariser Marionetten-Theater. Da« Atfcnweib. Seejungfer._ Tigerknabe. SÄ 5® Pf., Entree: 7 Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Nachmittags ab 4 Uhr: Grosses lir-Konzert. 3 Musikcorps. Unter den Tjindcu 68a. Hingang Schudowstr. 1A. Heute Sonntag Eintrittspreis; Sügr 50 P*. Eeichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Soetieren, _ Reptilien etc. Hagenbecks Malabarentruppe. Nur noch kurze Zeit. Radrennhahn Kurfürstendamm. Vorstellungen; Wochentags: d'/a, 6 und 8 Uhr.— Sonntags; 3, 4Vj, 6 und 8 Uhr.* Eintritt 50 Pf. Kinder 20 Pf, Logensitze 2M. Res. Plätze 1 M. W. Riacks Theater. Brnnnenflraße Iti. Tiiglilh Theater- n. Speeill- litiiten-Arstcllung. Gediegene Gesellschaft. Nur keine Männer! Burleske mit Gesang und Tanz von Gericke. Im Saal: Dau-brAunebeu. Sommertheater RfBaBMenbad Badstr. 35/36, Gesundbrunnen. T-iglich: Das erstklassige Specialitäten- und Theatcr-Programm. Größter Er- folg! Punkt 10 Uhr: Schlager! Berlin ivie's lebt nnd liebt Entree 26 Pf."tWP Sonntags: Ball. Max Kliems Sommer- Thealer. Haticnhcide 13—15. lArtistischer Leiter: Cust. Bock. Täglich: Gr. Konzert, Theater- u. ISpecialitäten-Vorsteilung Jeden 1. und 15, d. Monats: Wechselndes Programm! Saususonci Kottbnaeratr. 4 a, Station der Hochbahn. Täglich im Garten, bei un- günstig. Witterung imSaal: llofTniauns Norbbeiitsche Sauger und Konzert. Sonntag, Montag und Donnerstag nach der Soiree: Tanzkränzchen, Tanz frei! Anfang Sonntags 5 Uhr, Entrce30 Pf., ab 9 Uhr 20 Ps. Anfang Wochentags 6 Uhr. Entrce 30 Pf., ab 9 Uhr 20 Pfg. Ostbahu-Fark. Am Kiistrtnerplatz. Rüdersdorferstr.?!. Hermann Imbs. Täglich: Gr. ioiuctt, TlMirr- md Siierialitiitrii- Norkklluiig. eemlizrll ilese-llusler Gesundbrunnen, Badstr. 58. riigiieb: Das grostariige neue Programm. -AßsOStOU. Berlin auf Stelzen. Außerdem: Konzert, Theater, Specialitäten. Anfang 4 Uhr.(sutvee 30 Pf. * Vorzugskarten haben Gültigkeit. A Kafseeküche. Im Saale: Ball. Urania Wrangelstrassc 10/11. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Aus. 4 Uhr. Siehe Anschlagsäulen. Empfehle mein Lokal zu Fest-( lichkeiicn und Versammlungen. 4496S* C. F. Walter. Berliner Illk-Trio. Felix Scheuer u StraliindenU. I. Für Vereiue. Empfehle meine sämtlichen Nänmlichkeiten bestens, coulante Bedtiigungeii. 4K70L' Dir. Biebard Wagner, Etabliffemcnt„ 911 arte üb« b", Gesunbbrniineu, Badstr. 35/8C. Englischer Garten. 27 c. Alexanderstraste 27 c. Jeden Montag, Mittwoch, Donners- tag und Sonnabend: 460S* ..Ii) e Fntree nnd £»clll. Tanz frei! Ming. Meine! Zur Unterstützung eines am 11. Okt. d. I. im Gewerkschaftshanse statt- findenden Bcrgnügeus wird ein Gesaug- oder andrer geselliger, einem A.-B. angehöriger Verein ge- sucht. Meldungen erbeten bei Söfib Schnicber, Admiralstr. 21. Miillg! Vereine. Achtung! Säle sowie 500 Personen fastender Naturgarten mit Theaterbühne nebst zwei Sommerkcgelbahncn noch frei, auch Sonntags 71/9 Neue Königstr. 7._ Nr Mi«. _ Im Juli, August habe meinen Saal und Garten zur Veranstaltung von Sommerfesten noch frei.[44938* Frau Oh. Thccl. _ Große Frankfnrterstr. 85. Achtung! Glieder der Freien Voiksbühne. Die Mitglieder werden dringend ersucht, die in den Zahlstellen ansllcgendcn Fragebogen betrcITs obligatorischer Einführung des BUhnenheftea etc. anszuruilen. Die Mitgliedskarten der verflossenen Saison müssen in den Zahlstellen mit einer Erklärung bezüglich weiterer Mitgliedschaft abgegeben werden. Ilmschreibnngen aus einer Zahlstelle in eine andre müssen in den Monaten Juli und August bewirkt werden. Die neuen Mitgliedskarten gelangen vom Anfang des Monats August ab zur Ausgabe. Menaufnahmen von Mitgliedern können nur für die neue 13/14. Abteilung erfolgen. Annieldnngcn nehmen alle Zahlstellen entgegen gegen Hinterlegung des Eintrittsgeldes und mindestens eines Beitrags. 229/15_ Der Vorstand. I. A.: C. Winkler. Seeterrasse Lichtenberg Röderstraße 6.— Jnh.: C. Maschke, A. Walter. WM- Sonntag, de» 30. Juli: PWs poiüfrt it. SMiallMtN-WAMW Turmseiliäufer The Liepelts. Land- und Wasser- Feuerwerlt. P. Sückau, Orosscr Ball. ÄM" Anfang 4 l'hr. Entree 15 Pf. W. Hoacks Theater Btunurustr. 16. 46428» Sind noch einige Sounabcude im Monat August n. Anfang September an Vereine, Gewerkschaften zu vergeben. Wnllncrtheater-Strnsse 15 Jeden Sonntag und Dienstag: Groster Extra- Palt bei doppelt befetztem großen Orchester. Ansang 5 Uhr. Eutree 50 Pf. inkl. Tanz. A. Zanicitat. Concordla-Sartefl. Lichtenberg. ÄT Jeden Sonntag: 3 verdeckte Kegelbahnen. Kaffeeküche von 2 Uhr an geöffnet 5348») B. Pnulz.ow, Gastwirt. Buss' Ball-Salon Groste Frankfurterstrastc 85. Vereinen empfiehlt seine besteingerichteten IE est- Slllc 46138* für Festlichkeiten und Versanimlungen. September, Oktober und November einige Sonnabende frei! Jeden Sonntag, Dienstag, Don- nerstag und Freitag: Groster Ball. Johaimisthal. Raus Park-Reslauranl. Jeden Sonntag: Grosser Ball Kaffeekdche.— Kegelbahn.— Ausepannung.— Saal für Vereine nnd Versammlungen. 44928* Gesellschiiftshabts Swittemnuderstr. 12. Tägl. Theater- n. Specialililten- Borftelluitg. Jeden Sonntag: Ball. Säle für Gesellschaften. Vereine conlant zu vergeben. Noch einige Sonnabende frei. 131898* | Reinickendorf nnd Umgegend.| « Sonntag, den SO. Jult A � im„Sieepark" bei Emll Itlr«ch(früher Bvttcher),! ß Marttstr. 1-S: ß J Großes Volksfest| � veranstaltet S von de» Parteigenossen bestehend in | grossem Ikouzert ausgesührt von Civil.Berussmnsikern), Gesangsaniriihrungen der Beieine„Einigkeit" und»Weiste Nose*(Mitgl. d. A.-S.-B.), lioniische Vorträge. Kinder- Belnstigiiiigen gratis: Kasperle-Thearer. Stoltlateriirn, Faekelzug. Von 4 Uhr ab(Herren, welche daran leilnehmeif, im Saale: M zahlen 50 Pfennig nach.) aale: Bittet a SO Pfennig."TUfiS Um rege» Zuspruch bittet Kafienöffniing S llhr. Da» Komitee __ Diez' Specialitäten-Theater. Landsberger Allee?v/77, gegenüber der�iingbahn-Station. Elektrische Bahnen von allen Gegenden der Stadt. Im herrlichen j Sommergarten event. im großen Saal täglich: Konzert, Theater, Speeialitäten-Borstelliing und Ball. Ohne Konkurrenz. Kolossaler Erfolg des phänomenalen Jnliprogramms. Auf.-1 Uhr. Entree Sonntags S5 Pf., Kinder frei, Wochentags 15 Pf., HM- hierfür wird ein Glas Bier verabfolgt. Tgay Kaffeeknche. Warme Küche. 2 Kegelbahnen. Bolksbelnftignnge» aller Art.— Jeden Mittwoch: törosteS Kinder- Ztzreuden-Fest mit Gratis-Präsent-Verlosung und große» Ueberraschimgen.— Jeden Montag und Donnerstag: Elite-Vag. 4447L* s Ab 1. August: Margarete U,n»en, Itobert u. Bertrum. Acgidiuiü Die». BS MENTE'S Volksgarten, Lichtenberg, RSfitsir. SSM.'"'S iSPn »5000 Personen fassend. 8000 Sitzplätze. Sonntags: Jeden Sonnttig und Donnerstag: Grosses Frei-Ronzert. JmSiieieiitaiileBalL Tanzmeister: W. Bauer. Fnr 4500 Personen verdeckte Hallen nnd Zelte. Mee-Ktlclie. Drei verdeckte Kegelbahnen. Volksbelttstignttgeu oller Art. � Der«efiher(früher«1 Jahre Oekouom des Böhmischen Brauhanse») Ii. Meute. Feuerwerk. Avis: Dienstag, 22. Juli: M Zwei Ringkämpfe Georg Strenge gegen Nanjokat und Schilling. Anfang imwtt, SptttalMett lt. Ball ng 4 Uhr. IZntree IS Bf. Arnold Scholz. Hasenhalde 108/114. ts�GUC 6 2*£■ Heute, Sonntag, sowie täglich: 03c. Noklze ZKonzcck. Gala-Tperialitäten Borftellniig.—«« Clanznummern. Sffjp- Sensationellstes Speeialitäten-Programm Berlins."WV Im Rai charnpstro: Olrosser Ball. Ansaug des Konzerts 4 Uhr, der Vorstellung 5 Uhr. Eintritt 25 Ps. Villets im Vorverkauf a 20 Pf. sind in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben.— Kaffeeküche.— Drei Kegelbahnen. Rnss. Rutschbahn.— Montag und Dienstag: Gala-Speclalltätan- Vorstellung. Hubertusbador. Hnbertasbader- Strasse 8 10. UllC W Strasse 8-10. „Wirtslians znm Schwan"(früher Jaretzki). MW" Sonntag, den 20. Juli:"WA Großes Uolks-Fest, arrliilgiert voit htn Plitteigtiiositil tfiimersliorfz. Mittags 12 llhr: Grosse Matinee- InstniMtal-Konzsit Gcsangsvortrlige. 202/20* Im Saale: Grosser Ball. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. ESi*illsnt»k'euei*wei*lc.— Kinder-Fackelzng. Kafseeküche von 2 Uhr au geöffnet._ Eutree im Vorverkauf ZV Pf., an der Kasse 25 Pf."WM Tabberts Waltlschidssciien a. d. Oberspree. Von Bahnstation Rieder- Schöngweide in 15 Min., von Karlshorst in 18 Min. zu erreichen. Tampferstation der„Stern"-Gesellschaft. AM- Endpunkt des Biertelftnuden-Berkehrs au Sonntagen, daher günstigste Fahrgelegenheit nnd begneme Rückfahrt."Wß Gr. schallioer Garten.""/„S'Si" Tanz. JUMHe»- J-"- ÄÄ»IT Schnlthelss-Mlirzen. Urquell l'ilnener. Mtinchcner. Weistbier aus der Brauerei kcnla Tabbsrt. 42978* Jeden Donnerstag: Gr. Frelkonzcrt. Vorzügliche Speisen zu soliden Preisen. H. Gehrke. Restaurant„Neuer Krug" an der Oberspree zwischen Müggel- und Dämeriüsee. Bahnstation Neu Rahnsdorf, in 10 Minuten zu erreichen, empftehlt fein Lokal für gröftrre Bereine und Gesellschaften bi» 3000 Personen. Telephon-Amt Erkner 51. 45328* Hochachtungsvoll_ Britz Domnlng. Gattwirt. Wo amüsiert man sich groesartlg? In Schnegeltbergs Festsälen Inhaber: Max Scliindler Hawenheide 21 und Jahnstrasn-ie 8. Heute: DE?" Gvotzev Vnll verbunden mit Eigarren-, Bonbon stiegen und diversen Ueberraschimgen. Entree: Mittsvoch» frei, Sonntags 15 Pf. Täglich: Speclnlitatcn-'VorMtcIIiing. Eutree frei. 45358* Max Schindler. Ä Birkenwäldchen. Inhaber£. Felsch. Größtes und schönstes Bergnüguiigs-Etabliffemeiit von Berlin und Umgegend. Der Reslaurations- und Konzertpark fäßt über 10000 Personen. Dazu Wäldchen, Tummelplätze, Volkswiese._ NM- Mit der Wannseebahn für 10 Pf. bequem zu erreichen."WU Sonnlsßk, klsri 20. Juli 1902: Grosses Moiistre- Konzert sowie___ 48878 SV Großes Land- und Wasser-Feuerwerk. Im Saal: BALL— Kaffeelüche ab 2 Uhr.— Ans. d. Konzertes 4 Uhr. Entree 15 Pf. Kinder frei.— Montag, den 21. Juli: Humoristische Soiree. Norddeutsche Sänger.— Mittwoch, d. 23. Juli: Gr. Sinder- u. Familiensest. VI. Wahlkreis Sonntag, den 27. Juli im Hestanrant„Schloss Weissensee' 6r. Uolks-Test arrangiert von den Parteigenossen des 6. Kerl. Wahlkreises. Grosses Friilh mittags- lind Naelrmittags-Konzert von zwei starkbesetzten Kapellen. Cesangs-Auflührnngen von 20 Gesangvereinen des Arbeiter-Sänger-Bnndes unter Leitung des Bundes-Dirigenten Herrn R. Ulobel. Aaftrctcn von Stltglledern des Tarnvereins„Fichte". Auftreten des Klogara- Trios auf dem ISO Fuss hohen Drahtseil. Im herrlich gelegenen See-Theater: $$$& Vorstellung der neu engagierten Specialitäten bei freiem Entree. Torstellnng eines Kasperle-Theaters bei freiem Entree. Grosses BriBlani- Wasser- Feuerwerk. Bei eintretender Dunkelheit: Kinder-Fackci-Polonalse durch den Garten. Jedes Kind erhält am Eingang 2 Bons, einer berechtigt zur Empfangnahme einer Stocklaterne und einer zur einmaligen Benutzung eines Karussells oder einer Schaukel. Von 4 Uhr nachmittags T Ä IVTT� in beiden SUIen: Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Die Kaffeekttche steht den geehrten Damen von 2—0 Ehr znr Ter fiignng; a Eiter 60 Pt. Anfang des Konzerts früh 8 Uhr.'' ii_- Blllets im Torverkanf 20 Pf., an der Kasse 25 Pf. Ausführliches Programm an der Kasse gratis. Zahlreichen Gesuch erwartet DaS KotnÜCC* Für hinreichende Fahr Verbindung ist Sorge getragen. 248/11» f\i. Wahlkreis(MlAllstt UMM).| Sonntag, den 20. Juli 1902, in den Lokalen: „JagerHans� und„Schönhauser UolKsgarten�, Schönhauser Allee 101—103: Gr. Sommer-Fest veranstaltet von den Parteigenossen der Schönhauser Vorstadt. ---- Grosses Konzert s von 2 stark besetzten Kapellen, ansgesührt von Clvll-Bcrnfsmnslkcrn. Gesangs Vorträge. Radfahrer-Reigenfahren. Tarnerlsche AalTUhrnngcn von Mitgliedern des Turnvereins„Fichte". Grosse Klnderbelnstignngen mit Präsent Verteilung. Feuerwerk. Klndcrnmzng. Klnderfackelzng. In beiden Sälen: (ßfullcf Fest Voll. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach.— Die KafTeeküche fleht den geehrten T.uuen von 2 Uhr ab zur Berfiigmig(a Liter OO Pf.)"88b [7836 Anfang des Konzerts 12 Uhr. � mmmmm Sonniaa, den 20. Juli: TIS Grosses Sommer- Fest veranstaltet von den Genossen von Pankow und Nieder-Schönhansen in den Gescnntriinmen von TMotas Oesellscliaftsliaus, Nieder-Schönhansen, Bismarckstrafte 44 und Kaiscrin Augnstastraste. (10 Morgen grosser schattiger Garten.)[223/3 Konavnt. GesaugsauHukpuugen mehrerer Gesangvereine unter giitiger Leitung ihres Dirigenten Herrn Lnedsdork. Tanz. Kinderbelustiannge»(Kasperlc-Theater, Fackelzug, Spiele, lebende Bilder usw.) VNHNNt Grotzes �envvwerk. SjiWWN) Eintritt 20 Pf. Kinder frei. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Um zahlreichen Besuch bittet_ Das Komitee._ Neues Klub-Haus Kommandanteustraste Nr. 72. Sonntags, Mittwochs, DoiliierStags: tzKW Grosser Ilail. TSU �B. Säle an Sonnabende» und Sonntagen noch frei. N. Fdert. Sanssouci, Schmargendorf Haltest.: SchützenhauS-Noscnelt. SonutagS: ÄOlipt U. Bilk. st. Weib- u. Bayrifchbicr. Kaffec- liiche. Kegelbahne», Spielplätze-c. 4530L» Ii. Ebert. Lrnsl lilniZöft-lMöii llötlieb OSII-SSIM Fricdrlchsbcrg, Frankfurter Chaassce 120. Im herrlichen Lindenpark: Jeden Sonntag: Crodtö Kjinstltr-Ksllstrt Mh Suttilllitäten- Verstellung. Im Königs-Saal: Grosser Dali. Anfang 4 Uhr. 4244L» Eniree 20 Pf. Jeden Mittwoch: Gr. Frei-Konzert. Im Königs-Saal: FamiUcnkelnzchcn. Ansang 4 Uhr. Ernst Httflieb. Max Kliems Festsäle"" Hasenhelde 13—15. In allen Sälen: Zovlllags grosser Za!!. Montags und TonnerStagS: Familien-Kränzchen. Jeden Mittwoch die beliebte» Kinderfeste. HW Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet.-WS Empfehle meine Säle, auch den groben renovierten, zu Festlich- leiten an Vereine und Verfauinilunge«. Mehrere Sonnabende noch frei.[4307L» üfflax Kliem. Andreas-Festsäle mmmmmrnm&BL. Andrcasstr. 21. Vom 1. Juli er. ab übernehme ich obige Säle und stelle die- selben den Vereinen ze. zur Verfügung. Es wird mein Bestreben fein, die besten Speisen und Geiränie zu den coulaniesten Bcdiiigungeii zu liefern. BesteUuiigen werden schon jetzt täglich, auch Soniags, nachmittags von 1 bis 0 Uhr, im Bnrean, Andreasstr. 21, entgegen- genommen. Wilhelm Kussin. Vcu! Zwielmscli, Berliner Schweiz Jede» Dienstag 2 Uhr: Extrafahrt der Dampfer» Gesellschaft„Stern-. 4547L» Hin- n. Niirisabrt 50 Ps � Kinder 25 Pf. H. Gärtner. Amt IV. 1278. Treptm Bade s Volksgarten NiipkÜfpiliip Haltestelle der elektrischen PUtllltligr. Sirabenbahn(Siemens). V°n?7uh� Tvcctalitäteil-Vsl'stelliliig.®äIÄu£l Im vergröberten Parkett-Spiegelsaal: Hall.— Katreekäohe. Vereinen zu hiommer festen bestens empfohlen.[46578» Cafe Bellevue am See. Rummelsburg am See. Empfehle mein vollständig neu renoviertes Lokal.— Groster schattiger Natur vlarteu für 5000 Personen. Drei Süle mit Piavino stehen Bereinen»nd Gcselischaften stets zur Verfügung. 2 neue Kegelbahnen. Bei ungünstiger Witterung bequeme linier- kunst für 2000 Personen. Hochachtungsvoll Friedrich Duchow. 44688* Ibsts Festsäle, Schöneberg Rciningcrstr. 8. Martin Entherstr. 51. Empfehle meinen neuerbauten Saal nebst Garten sowie Kegelbahnen für Vereine und Festlichkeiten. �....„. Sonntag von 4 Uhr ab: Gnrtenkonzert bei freiem Entree.— Im Saal jeden Sonntag: Grosser Dali.— Mehrere Sonnabende im Sommer noch frei.. � «chiungsvoll: Ernst Obst. Landpartie- Vereint- Verlosungi-Oeuenetände. Lampions, Papiermtltzen, Radau- inttrumente in hervonag. Auswahl. AuaaargewBhnlich billig, z. B. transparente Stacklaternen Dutzend 45 Pf. Bernhard Keilich. Grässle» Spielwarengeschäft Deutschi., Gr. Hamburgerstr. 22 23, Ecke Oranienburgerstrasse. Allen Parteigenossen, Freundensowie meiner werten Ziachbarlchasi hiermit zur Kenntnis, dab ich mein Wtiß-ll.BMslh-Bicr-LM von Pallisadenstr. 0»ach bei Zoru- dorferftraste 8 verlegt habe. Vereinszimmer bis 60 Peisanen. 844b� Achtungsvoll(Jffc Franke. Max Brinner Jerusalemerftr 12 Brunuciisti. G. Grobartige Auswahl von Kinder-, Sport- und Puppenwagen, Kinderdettsicllc», best. Fabrikat, billigst. Teilzahlung gestatlei Ehren, Goldwaren H. Gottschalk Admiralstraste 37.• Dm Lesern des„Vorwärts" als reelle Bezugsquelle seit zehn Jahren bekannt. Massenmord dm Wrtuzen nebst Betet durch unsren weit und breit bekannte» Spccialartilel **(gesctzl. geschützt), „lurfbol a Fl. 0,50, 1,00, 1,50, 3,00, 5,00 Mark. Kchwaben-�Ä!!''� a 0,50 und 1,00 Mk. Erfolg garant. Paul Sllnderbaut u. Co., Chemiker, Berlin 24, Gr. Frankfurteiftr. 89. Rühnersugen il.HornHaitt enifemtimt. Garant, schnell u. schmcrzl. m. d. Wurzel mein berühmt. ßuhilttaugtM! wuchs md.r. Do'c 75 Pf. franco 1,00 Mk. nur bei MoRMtl,«.".» Teilzahlung mouatlich 10 M. liefert elegante Herrengarderobe nach Mab, von streng reellen Stoffen, an Unvcr- heiratete nur gegen sichere Bürgschaft, gegen barKasse spvttbiUige Preise. Tornporowskß, Schneider- ineifter. Prinzcnstr. 55. Edc Dresdenerftrahe, I. Etage. Handschweis»! Schweib linier den Armen macht sofort trocken und ge ruchloS. Wundlaiisen je. verhindert Pohlemlnestenz. Garant,»nschädl., sicher wiricnd, per Nachnahme 1,50 M. sranco 2,— M. nur bei Oleorg Pohl, Perlt», Brunnenstr. 157. 44068» Die sctiiMfio Herren- Anzüge. Herrengarderobe in»eil. sowie speciell 42748� Monatsgarderobe von Kavalieren zurückgelegt« Sachen, fast neu, für jede Figur passend, sind in gröbter Auswahl zu stauumd billige» Preisen stets zu habm. J. Wand, PniljeilKr. 17, Ecke Wasserthorstraste. Prima Zahrräder. auch auf Deil- zahluug ohne Preiserhöhung zu coulantm Bedingungen unter Ga- rantie. Wenig gebrauchte Räder auch ans Theilz. unter Garant. Preise de- deutend crmüstigt. Reparatur- anstalt aller Susteme schncll»nd billig. Adomclt de Enndan,* Lothringerstr. 48 I, am Noscnth. Th. Mio Ueinzo j-ht Vriickeilstr. ti. Fährräder, Teile, Reparaturen __ zu billigsten Preise». Miihlenstr. Kr. 8, an der Warschauerstr., sind vom 1. Ok- iobcr ab billige Hoswohnungen von 2 Stuben!C. zu vermieten. Näheres daselbst beim Verwalter. 462gL» Kinderwagen 7 Mk. Gnuimiräder 12,00 Ml., vernickelte 15,00, 20—80 Nif. Killdersport- wagen 4,50, 6,00 b. 30,00 TO. Kin- derlicttstellcn 7,00, 21,00—50,00 Mk. Tische, Stühle. Cusiav Linke, 1. Gesch. iPrinzcn- _ sirabe 55. II. Geschäft: Ehaiisseestrahe 13. III. Gesch.: Oraiiieiistrabe 64. 74328- feppllecken killtst Iltiiit am besten und billlgsteit »iir direkt iu der Fabrik B. Strohmandel, Berlin 8. 72, Wallslr. 72,«Ä™.", wo auch alte Decken aufgearbeitet werden. 45648» 8 Gesichtshaare Haare an Händen und Arnim eni- ferut ans chcm. Wege— schmerzlos und für immer— Depilator'. Zerstört die Haarwurzeln allmählich aber sicher und vollständig. Der Haut völlig unschädlich. Dose 2 M. Für starken Wuchs 3 M. Porto 25 Pf. Nur bei Otto Itolchel, Berlin 80. 31, Eismbciynslrabe 4. Patentanwalt Dammann, Moritzplatz 57. Auskunft bis abends nenn.[45308* Bemuszimmcr, auch als Zahlstelle, einige Tage frei. Heinrich Enders, Prinzen-Alle« 21. Arbeiter-Säiigerbymi Berlins und Uuigegeud. Sonntag, den 27. Juli, vormittags präcisc 1t Uhr, in der Brauerei Friedrichshain: Uebnngsstnnde. Geübt werden: Frühlingsstürme, Brnderlied, Arbeitervaterlandslied, Empor zum Licht, Gelübde und Sängermarsch. Es ist Pdiehs eines Jeden Säugers zu erscheinen. Bundoskat'.e legitimiert Im Nebensaale vormittags präcise 10 Uhr: Äusschuss�Sitzung. Tages-Ordnunz» 16/15 1. Aufnahme von vereinen. 2. Bundesangclegenheiien. Der Vorstand. MW! 6. Wahlkreis. Achlmg! Dienstag, SS. Juli, abendS 8 Uhr, in den Germania-Prachtsälen, Chansseestr. 103: Partei-Versa miniuiig. Tagesordnung: 1. Bericht der Vertrauensleute. 2. Neuwahl der Vertrauensleute. 8. Vortrag des Reichstags-Abgeordnetcn E. Rosenow über: Der Kampf der Arbeiterklasse gegen das Junkertum. 4. Diskussion. 219/17» Zahlreichen Besuch erwarten Die Vertrauensleute. Sotjaldemokrlltjscher Mahlverein flirdttt�.Bttl.Reichstllgs-WllhlkmgWiisten). Dienstag, den SS. Juli, abends 8Vs Uhr, bei Herrn Otto(Drnchcnbiirg), Vor dem Schlrs. Thor 2: £> e v sei»mu l mr g. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Will offen Metzner über: Die Bestrevilngen der de- fftzcnden Klassen und die Lage der arbeitenden Bevölkerung. 2. Diskufston. !!. Vereiusaugelegenheiten. 243/17» Gäste haben Zutritt. vor Zahlreichen Bestich erwartet Der Vorstand. Schcneberg. Socialdemokrat. Wahlverein. Dienstag, SS. Juli, abends 81/, Uhr. im Obstsche» Lokale, Meiningerstraste 8: Ge»rerQl-1>eri'i«n»nlu«g. Tages-Ordnung: I.„Zeit- und Streitfragen ans dein Reichstage". Referent: Genosse IKubeU. 2. Diskusston. 3. Kassenbericht. 4. Bericht des Partei- spcditeurs. 5. Anträge zur Generalversammlung, Provinziallonferenz und zum Parteitage. 6. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 7. Vcreinsangelegenheiten. Der äußerst wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen sämtlicher Mitglieder erforderlich.— Frauen als Gäste haben Zutritt. 203/3 Der Vorstand. Deutsch. Metallarbeiter-Verband VcrwaUmiRSstelle Berlin. Bureau: Engel-Ufer 13, Zimmer 1-5, Telephon Amt 7 S!r. 353. Montag, S1. Juli, abends 8Vs Uhr, im GewrrkschaftShanse, Engel-Ufer lö, Saal 4: Tages-Ordnung- 1. Stellungnahme zu den bevorstehenden Neuwahlen. 2. Stellungnahme zu den vorliegenden Anträgen. 117/20 Mitgliedsbuch und Einladung ist mitzubringen. Orts-Kraiikcnkafse der Dliiidschiihmiiilier unä verw. Gewerbe zu Berlin. Durch Beschluß der letzten General- Versammlung ist für die Mitglieder der Kasse als homöopathischer Arzt angestellt: Herr Dr. Denxerinann, Brunnenstraße 25 wohnhaft. Sprechstunden: Die Konsultationen dürfen nur auf Ausweis des Medizinscheins geschehen. Berlin, den 1s. Juli 1902. 227b Der Vorstand. Allgemeine Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Drechsler und deren Bernf�geuossen. (£3. H. 86 Hamburg:.) Mitglieder- Uersammwngen Bezirk finden statt: iL(im Msiitag, i>t« 21. Ziili, MM 8 llfjr, bei Nrnvak, Mliiittilsstlstr. 3. B. am Mittag, den 21. Spi, MM 8% Ilhr, im Reßaamt„zur hatte", SkalijerAraße 33-31. C. am Mittag, 21. Juli, MM 81» Uhr, bei Zt aiiler, Meiterstr. 16» D. am Matag, 21. Juli, MM 81» Uhr, bei Bauer, Raseuthalerßr. 37. TageSordnun'g: 1. Geschäftliches. 2. Vierteljährlicher Kassenbericht. 3. Verschiedenes. Die Zahlstesten, in denen an jedem Sonnabend neue Mitglieder aufgenommen werden(bis 45 Jahre) befinde» sich Nauuynstr. 78 bei Grnndmann, Kl. AudreaSstr. 14 bei Seliniidt. Reichenbcrgerstr. 29 bei Schmidt, Sknlitzcrstr. 69 bei liiebraudt, Zosseuerstr. 46 bei Städler. Alte Jakobstr. 69 bei Denz, Elsasscrstr. 11 bei Raddat«, Gcorgrukirchstr. S3 bei Radthe, Turniftr. 69 bei Ohm. 274/6 Die Ortsverwaltungen. // tt // Lfehtenlierjä:. Soeialdeuiokratifcher Wahlverein. DIciiStag, den SS. d. MtS., abends 8'/« Uhr, im grossen Saale von»«flieh, Frankfurter Chanssee 120 t Verientttttlung."S® TageS-Ordnung: 1. Bortrag deS Genossen Dr. L,eo Arons:„Die Beteiligung der Socialdemokraten an der preußischen LandtagSwahl unter Berticksichtigung der Verhältnisse im Kreise Niederbarnim»nd das Dreiklasicn-Wahlgesetz" 2. Ausstellung von 2 Kandidaten zur Ersatzwahl für die Gemeindevertretung Mit Rücksicht auf den ersten Punkt der Tagesordnung sind alle Vorstände und Vertrauenspersonen der socialdemokratischen Vereine deS Kreises de- sonders eingeladen. Frauen haben Zutritt. 14/5 Der Tlorstand. Itutslher Helzurbtittr-Berljuub. (Zahlstelle Berlin). AlAiulg! Parkettbodenleger. Montag, den 21. Juli, abends 5'/-»Hr. im Restaurant FrUI, Charlotteiibnrg. Grolmanstrasse: Moisiniissfoiis- Sitznng. Sämtliche Kommissionsmitglieder müssen erscheinen._ 85/9 A»'«"»! BliUlillslhIilger. AX-WS! Montag, Sl. Jnli, abcndö 6'/� Uhr, im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45: 3®r Ve rsa na in 1 ia ng-"MI der Kollegen folgender Firmen: STärster A Rnngc, Scmmler& Kleibers:. Ittoldenhancr A Rotzdcrf, A. Bei» vor, Orlchl, Schilf»er& Pleen, Ocorg Drechsler, Schild. Kcchlln, Trost, John, Schmallsch& Below, Scheffel, llctzner, Jahn, Scbnpp- niann(Inhaber Steifen). Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Kollege» l'awlowitsch über:„Die jetzige Kon- llinktur und was Haben wir zu thun?» 2. Dislusfion. 3. Verschiedenes. , Pflicht aller Kollegen ist es, zu erscheinen.— Der Meister Z u b e t l von der Firma Förster u. Runge ist besonders eingeladen. Dienstag, SS. Jnli, abendö 8Vs Uhr, im GewerkschafiShanse, Engel-Ufer 15, Saal 3: Vsvsslmmlnna der Mechattiker, Uhvniacher, Optiker und verwatkdten Berufsgetloffen. TageS-Ordnnug: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet _ Die OrtsTerwaltnnff. CSF" Wir machen die Kollegen darauf aufmerksam, dag die Bibliothek seit dem 15. d. M. geschlossen ist.~ schnell wie möglich zurückznliefern. Die»och ausstehenden Bücher find so D. O. Donnerstag, S4. Jnli, abdS. 7l.> Uhr, im Gewerkschaftshanse (Saal I), Engel-ilfer 15: Große offen tl. Versammlung für sämtliche Bauanschläger. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags-Abgevrdneten E. Rosenow. 2. DiSkttsflon. 3. Verschiedenes. 33/14» Der Binhernfer. iiEk'lLlÄTnngs. Bezugnehmend auf das Inserat vom 15. Juli er., durch welche? der Oekonom des„Btüggelschloß" bei Friedrichshageu, Herr End r ig at, für das am 3. August stattfindende gpSii Nrbeikev-Sportfelk Buffetiers sucht, teilen wir auf zahlreiche an uns ergangene Anfragen nach persönlicher Rücksprache mit Herr» E n d r i g a t mit, daß wir eS ablehnen müssen, der hohen Preise wegen uus an der Besetzung der Büffets zu beteiligen.— Herr E. verlangt: pro Hektoliter Bier(>/i« Ausschank) 59, 9« pro Liter Counae 5,59 M., pro Liter RordhSnier 2,25 M. Die Preise an sich und die damit verbundenen Unkosten sind derartige, daß die event. zu beaustragenden BuffetierS außer stände sind, den gerechten Wünschen der Arbeiterschaft nachzukommen. 63/4 Der Vorstand des Verbandes dentscher(Sastwirtsgehilfe». (OrtSvenvaltung Berlin.) Ceirtrahrerdand der Maurer etc. Zweigverein Berlin. Mittwoch, illll n. Zllli«, lllltllils n Uhr, i« Kellers xeftsälkti. SmeWiie Oeneral-Uersammwng aller zum Lohngebiete Berlin und Umgegend gehörigen Zahlstellen u. Sektionen. Tages-Ordnung: Die diesjährigen Lohilkämpfe der deutschen Maurer und die Verantwortlichkeit des Deutschen Maurerverbandes. Referent Kollege Bönielburg-Hamburg. Die wichtige Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller Berbandsmitglieder. Der Ztveigvereins-Vorstand. I. A.: Karl Panser. Grotze öffenkliche Slhuhmulher-Bersuiuiuluug Montag, den Sl. d. MtS., abends 8V2 Uhr, in Cohns grossem Saal, Benthstr. SO: Tages-Ordnung: 1. Die Lage der Schuhmacher Deutschlands und wodurch ist dieselbe zu verbessern? Referent: Kollege Schaum bürg- Hamburg. 2. Diskussion 3. Verschiedenes. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht 169/18_ Tie AgitattonSkoiiiinission. Mttsikiustrumeuten-Arbeiter. (IfodiveroiH.) Montag,«1. Jnli, abends 8V1 Uhr, bei Graumann, Nanuyuftr. S7I General- Versammlung. Tages-Orduung: 1. Ahrechnnng vom 2. Quartal. 2. Ergänzungswahl des Vorstandes. 3. Verelnsangelegenheiteu. 141/16 Die Viersn»i»il»»g wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Montag, den?1. Jnli, abendS 8 Uhr, im Charlottenburger BoikShanfe, Nosiuenstrasie S: Gr. ¥ei*saBiBGi£liBBe£* für Männer und Franc» aller Stände. TageS-Ordnung: 1. Die uuhalibaren WohnungSverhältnisse in Charlottenvurg und was gedenken die Mieter dagegen zu unternehmen? 2. Freie Aussprache. ggSb Ter Ginbernfer: P. Gnildigr. Bekanntmachnng. Um die Benutzung elektrischer Energie aus unsren Werken weiteren Kreisen zugfingig zu machen, werden wir die Beisteuer für elektrische Leitungen nebst Zubehör im Innern der Häuser, welche für unsre Eechnun»; ausgeführt und den Interessenten zur Benutzung überlassen werden, vom 1. Juli d. Js. ab wesentlich ormässigen. Unter Aufrechterhaltung der sonstigen Bestimmungen wird!§ 18 Abs. 5 onsror Stromlieferangs-Bedingungen nunmehr wie folgt lauten: Beleuchtung. Achtung i Bau-Arbeiter. Achtung i Verband der Bau-, Erd- u. gewerb!. Hilfsarbeiter Deutschlands, Dienstag, den 22. Juli 1902. abends 8 Uhr: Gr. kombinierte Mitgliedsr-Uersammlnng allkr zum Stteiligklliet Inltu seliimgtu Vklliliiids-ZuliWtu in Cohns Festsäle, Benthstr. 20. TageS-Ordnnng: 1. Der Stand nnsrer Bewegung nnb die ablehnende Haltuna der Arbeitgeber. 2. Wie stellen sich die Accordarbeiier zu der ablehnenden Haltung»er Arbeitgeber? 3. Die vewes«»« der Putzertriiger und ist dieselbe gerechtfertigt? 4. Diskussion. 5. V-rbai''-'angelc>lenhtiten. Kollegen! Der wichtigen Tagesordnung halber ist daS Erscheinen aller VerbaudSmiiglieder erforderlich.« l l e Kollegen, welche noch für 49 Pf. arbeite.., sind hierdurch besonders eingeladen. VcrbandK|ap�e�l�Ulmiercn.m�� Hcldcman.. � —————— z��„��tlicher Siedacicur: Carl Seid in Berlin. Für den Jnser-tenleil verantwortlich: Tb. CNoits M vsstiii? P.lst»k Oie Beisteuer für die Hausinstaiiation vom Hausanschluss bis an die Beleuchtungskörper wird nach der Anzahl der an- zuschiiesseneen Lampen berechnet und beträgt jährlich a) für jede Glüh- oder Nernstlampe, welche in eine Fassung ein geschraubt werden kann{Mod.B) b) für jede grössere Nernstlampe mit besonderer Armatur(Mod. A)............ o) für jede Bogenlampe.........,. insgesamt jedoob(a 4- b+ c) mindestens jährlich,. d) für Treppen- und Hausnummer- Beleuchtung, sofern die Installation mit besonderen Kosten nicht veranüpft ist, für jede Glüh- oder Nernstlampe(Mod. ß.)............. ■rössere Nernstlampe(Mod. A)... M. 2.— M. 4— M. 6- M. 40.- e) für jede grössere Nei D für jede Bogenlampe ip Bogenlampen mit Ge lehängen in einfacher Ausführung werden auf"Wunsch auch leihweise feliefert und beträgt die Miete pro Jahr und tüek für normale Bogenlampen mit 1 offenen Lichtbogen für M. M. M 4— 6- 8.— M. 10.- ir Bogenlampen mit 2 offenen Lichtbogen (Doppel-Bogenlampen) oder mit einem angesclilossenen Lichtbogen (Dauerbrand-Bogenlanipen).... M. 20.— Kraftübertragung. Die Höhe der Beisteuer bei elektrischen Leitungen für Kraft. zwecke bleibt jedesmaliger besonderer Vereinbarung vorbob alten. Hausauschlüsse. Für Benutzung der Hausanschlüsse sind die tarifmässigen Gebühren zu zahlen. Antrilgo werden in nnKrcni Burcan I.nlscnstr. 35 nngenoinnicn, woselbst auch jede gewünschte Auskunft erteilt wird. Berlin, im Juli 1902. 4652L» Berliner Elektricitäts- Werke. F. Bubes Volksgarten, Friedpichsfelde, Pr,xoe,,»«Uee Ecke Wilhelmstraße. Endstation der Straßenbahn. Swönsteö Lokal im Ort. Großer schattiger Garten n. Spielplatz Jede» Sonntag: PamI.Isn-Solree der beliebten Kummerschen Qnartett-SJuaer und Humoristen. Im Saale: Grosser Ball. Kaffeelückie. Vorzügliche Speisen u. Geiränke. ii. Weiße. Gesellschaslen«. Vereinen bestens eiinssohlen. Eintritt frei. 4'. Bube. Uerreu-S tolle. Riinmunas-Ansverkanf?!! Die Bestände unsres Ladengeschäfts Spandauepsti*. 33/35 werden wegen Aufgabe des Ladens bedeutend unter Preis ausverkauft. s4674L» VfVNINSN& Co. EMS- M BttMii-Lllger jP: Röttigstr. 46 I. Ansug-, Daletet-. Iloscn-Sttotfe._ MM- SM- ätzchr Reste spoi, billig."Mfl Uli) Verlag vou Rtaz Badii.» tu Bern». pt. 167. 19. mmn. 3. Ktilage iles, Jotmarts" Icrlinct WsblR 20 1«« 1902 Likker�rrfÄze KunvPH�u. Kulturproblcme der Gegenwart. Herausgegeben von Leo Berg. Band I— III. Prof. Dr. Thomas A ch e I i s. Die Ekstase.— Adolf Damaschke. Die Bodenreform. Alfred K l a a r. Wir und die Humanität. Berlin, Johannes Rüde. 1902. Die Sammelwerke und Enchklopädien sind seit einiger Zeit auf dem Büchermärkte eine überaus häufige Erscheinung geworden. Leider entspreche» sie mehr dem Marktbedürfnis als dem' Zustande unsres geistigen Lebens. Es ist in de» letzten zwei Jahrhunderten eine Menge geistiger Arbeit geleistet worden. die für den Einzelnen schlechthin nicht mehr zu übersehen ist: daher das Bedürfnis nach Zusannncufassung. Andrerseits kann aber diese Zusaiunieufassung nicht als der Abschluß einer bestimmte» geistigen Schaffensperiode betrachtet werden; denn fast auf alle» Gebieten wissenschaftlichen Er- kenncns ist heute alles noch im vollem Flusse. Ans diesem Wider- spruche zwischen dem Bedürfnisse selbst und der Möglichkeit seiner Befriedigung erklären sich auch die Schwächen der vorliegenden Sammlung. Schon ihr erstes Buch behandelt ein Gebiet, das weniger als irgend ein andres als ein erforschtes betrachtet iverden kann und aiif dein die Gegensätze der Meinungen mit großer Heftigkeit auf- einanderprallen. Das Bestehen ekstatischer Zustände selbst'ist ebenso eine objektiv erwiesene und unbestreitbare Thatsache, als die Gründe ihrer Eiitstchung mit Bestimmthcrt nicht erweislich sind ii»d je nach dem Stnndpnult ihrer llntersncher verschiedene Er- klärungsversnche finden werden. Die Vorstellung von der nn- beschränkten Freiheit� des Willens und der ebenso schrankenlosen Herrschaft des Bewußtseins kann allerdings als längst aufgegeben detrachtet werden. Mit welchem Rechte aber eine so scharfe lluter- scheidnng zwischen bewußter und unbewußter SeeleiithLtigkeiten, wie Achelis sie liebt, aufrecht erhalten iverden kaiin— diese Frage läuft schließlich a>if das Problei» des ZusainnrenhangeS zwischen objektive», Nerze und subjektivem Empfinde» hinaus»ind verliert sich so wiederum in die tiefsten Abgründe der Spekulation, in denen schließlich immer wieder die„Ekstase" der Intuition den Sieg über geistige Bewußt- seinS-Nrbeit davonträgt. Mag man sich nun zu den erkeinitnis- theoretischen Voraussetzungen Achelis' wie immer stellen, so wird man ihm doch für seine objektive und nüchterne Darstellung des Thatsachenmaterials Dank zollen dürfen. Der Socialpolitikcr mag aus ihr lernen, von welcher Bedeutung auch für seine Wisscnschast die Erkeuntnis psychologischer Massenvorgänge ist. Allerdings mag er dabei nicht vergessen, daß unsre Ekstase sich zu der der UrVölker ungefähr wie ein niodcrner Pafiagierdanipfer zi»n indianischen Kanoe verhält, also absolut weder nützlich noch schädlich, sondern eiue Naturkraft ist. die ebensowohl zerstörend als befruchtend wirken kann. Der vielverschriene„AntomatiSimis" der socinldcmo- tratischen Weltanschaunng bietet gewiß kein Hindernis dafür, jene noch dunklen Grenzgebiete zu besuchen, auf denen sich materielle Zu- stände zu massenpsychologischen Erscheinungen und diese wieder zu neuen ökonomisch-politischen Verhältnissen ausweiten. Weniger glücklich hat sich die Hand des Herausgebers bewiese», als sie sich zur Einführung in das Gebiet der Socialpolitik den nationalsocialen Eigenbrödler Damaschke auscrkor. Es läßt fich kaum— das Wort braucht nicht gleich im schlechtesten Sinne aufgefaßt werden— ein beschränkterer Fanatismus, eine schlimmere Unfähigkeit, große Gegenstände von großen Gcsichtspnnktcn zu behandeln, denken, als fie gerade im Kreise der Bodenreformer zu finden sind. Herrn Daniaschkes Vortragschklus— um einen solchen handelt es sich nämlich— wirkt geradezu burlesk. Er be- ginnt mit der berückenden Aussicht, die sociale Not abschaffen zu wollen, und endet mit dem Berichte über einen mißglückten Ver- such, durch Nnpetitionierung der Behörde» und Verhininicliing der Hohenzollern ein winziges zur Linderung der städtischen Wohnungsnot beizutragen. Soweit Damaschke die Ausbeutung der Stadtbewohner wie der Landwirte durch das Kapital bekänipft, zieht er doch nur bescheidene Tcilfolgeruugen aus dein großen Progrannn des Socialisinus, oder, Ivie er es lieber nennt, Kommunismiis, und es soll gar nicht geleugnet werden, daß diese Teilfolgerungen zum Teil recht glücklich aiisgebant sind. Daß man aber mit dem Rezept: Ein Kaffeelöffel Radikalismus auf zwei Liter Spreclvasier, uu- möglich iveiterkonnnt, daß der Bescheidene schließlich gar nichts er- hält, daß nichts von einer»topistische» Erkenntnis des Gemeinivohls und alles nur vom leidenschaftlichsten und opfervollslen Kanipfe der Interessen, das heißt vom Klassenkampfe herkomnien kann, das ver- mag er durchaus nicht einzusehen. Damaschke setzt starke Hoff- »ungc» auf die Uiizerreißbarkeit der menschlichen Geduld, wen» er erklart: ob die Bodenrefornilehre wirklich die Erlösung aus der sociale» Not unsrer Zeit bedeutet, werde sich endgültig nur erweisen können, wenn ivir versuchtcn, fie in die Praxis zu übersetzen. Vorläufig liegt das Probierland der Bodenreform frei- lich noch drei Meilen hinter Weihnachten. Kiantscho», das Mekka der Bodenrefornier, ist ja bezeichnenderweise nur unter der Gewalt der gepanzerten Faust und ohne heftige Widerstände mächtiger Jnteresseiitengruppe» zu seinen vernünftigen Bodengesetzen gekoiiime». Und wenn der„Vorwärts" seiner Zeit prophezeit hatte, das Kapital wurde sich, sofern es sich in Kiautscho» ausäsfig mache, eine Bcschncidnng seiner Ausbcntungsfreihcit nicht gefallen lassen, so weiß Damaschke nun mit der pathetischen Frage zu antworten: ,... wer will die Hoffnung aufgeben, daß auch unsre n a t i o n a l e n K r e i s e nicht doch n o ch s!) die Bedeutung des socialen Moments für die Entwicklung unsres Vaterlandes begreifen?" Es gehört wahrhaftig der ganze ökonomischeDilletantismus einesMannes, der die Netze des ivendischen Spreefischers als— Kapital betrachtet, dazu, eine solche Frage zu stellen, die sich längst selbst beantwortet hat. Wenn Herr Damaschke es nicht iveiß— auf Grund aller bisherigen tbatsächlichen Erfahrung hat die Arbeiterschaft längst und end- gültig die Hoffnung aufgegeben, unsre„nationalen Kreise" könnten sich jcnials von andren Beweggriinden leiten lassen als einerseits von den. Streben nach Profit und andrerseits von der Angst vorder anfstrcbcnden Macht der Arbeiterklasse. Einzelne gutherzige Exeniplnre find dabei natürlich nicht eingerechnet, die aber iverden allezeit Prediger in der Wüste bleiben. Ueber Alfred K l a a r s„Wir und die Hnnranität' kann man sich kurz fassen. Es handelt sich um eine Sammlung von Feuilletons ziemlich gewöhnlicher Machart. Die nach Berlin verpflanzte Huma- nität des Prager dcutsch-böhmischen Liberalismus trifft an der Spree einen andren Boden, als sie ihn von der Moldau her gewöhnt ist. Höchstens in dem einen Sinn- ist diese recht überflüssig scheinende Buchausgabe journalistischer Arbeiten interessant, daß fie in jedeni Zug die Weichheit des Leidenden verrät, das Geschehenlassen und Nichtsdagegenthunwollen, das thatenunlustige Raisomneren und Danebenherreden.„Raunzen"»euut man's in Ocstreich. Mit den Knlturproblemcn der G e g e nw a rt hat dieser müde FeuilletoniSmuS der Weltauffassung ivcnig zu schaffen.„Prager Kafinogedanken" Iväre vielleicht ein besserer Titel gewesen.' f. s. Theodor Schicmann. Deutschland und die große Politik 1901. Berlin. Druck und Verlag von Georg Reimer 1902. Herr Professor Theodor S ch i e ni a n» versieht seit Jahren bei der„Kreuz-Zcitung" das Amt eines WochcnschauerS ddr auswärtigen Politik. Nun hat er es für ersprießlich erachtet, seine Jahres- Übersichten seit 1396 und sämtliche Wochenübersichten vom Jahre 1901 gesammelt in einenr stattlichen Bande dein Lesepnblikum nochmals vorzuführe». Solche Neudrucke journalistischer Arbeiten recht- fertigen sich doch nur aus zwei Gründen. Entweder ist ihr Verfasser selbst eine bedeutende schriftstellerische Persönlichkeit und vermag durch die Art, wie er die Dinge sagt, ästhetische» Genuß zu gewähren, oder aber es handelt sich ihm darunr, eine» politischen Gruirdgedauken, der alle vereinzelten Arbeiten durchzieht, durch ihre Zusaiunieufassung kräftiger zu propagieren. Herrn Professor Schicmanns Buch scheint aber nur zu dem Zwecke veröffentlicht worden zu sein, um zu bciveisc», daß sein Verfasser seit fünf Jahren überhaupt keinen Gedanken gehabt hat. Freilich giebt diese Ideenarmut, die sich immer mit dem Geduld- spiel der verschiedenen denkbaren diplomatischen Kombinationen vergnügt, ein besseres Spiegelbild der herkömmlichen Durchschnitts- dipjomätie, als es das geistreichste Buch zu gewähren vermöchte. Man nehme die in Betracht komincnde» Mächte, Dcntschland, Frank- reich. Ocstreich, Rußland, England, Italien nslv., setze sie gleich A, B, C, D, E, F, G und pcnnuticre nun A gegen B— G, Ä und 23 gegen E—@ ii. s. f. und man hat das Wesen von Herrn Schicmauns „großer" Politik. Dabei ist er lannisch wie ein junges Mädchen. Einmal schmollt er mit dem„kaiserlichen Herrn", daß er mit England zu dicke Freund- schaft halte, dann beweist er wieder die Notwendigkeit einer deutsch- englischen Allianz. Erst kann er den Sturz des„socialistischen" Ministeriums Waldcck- Rousseau gar nicht mehr erwarten, dann all- mählich versöhnt er sich mit dem Gedanken, daß ein Socialist Handclsministcr ist und wiiuscht ihm ein recht langes Lebe». Diese Beispiele ließen sich beliebig vermehre». Wenn aber bei Schiemaim von einer Richtung überhaupt ge- sprachen werden kann, so ist sie zum mindeste» nicht konservativ zu nennen. Die Konservativen lehnen sich bekanntlich— und von ihrem Standpunkt aus init Recht— a» den Hort der europäischen Reaktion, an Rußland an; sie sind Gegner der dcuisch- englischen Freundschaft und machen die Kolonial- und Floltcnpolilik nur widerwillig mit. Bei Schiemaim ist aber das alles umgekehrt, er schwärmt für Flottcuvermehrung und Kohlenstatiouen und ist ein ausgesprochener Feind alles Slaventums. Diesem— das ist für einen Mitarbeiter der„Kreuz- Zeitung" wiederum sehr lustig— kau» er keinen schlimmeren Vorwurf machen, als daß es zu einer parlameularischeu Regierung nicht fähig sei. (Ein Satz, der freilich eist bewiesen werden müßte.) Seine aus- gesprochen slaveufeindliche Richtung hat übrigens, wie erinnerlich, erst vor einigen Monaten an der Berliner Universität zu Folgen geführt, die zwar nicht für ihn, wohl aber für eiue Reihe temperamentvoller junger Leute sehr unheilvoll geworden find. Wie Ivenig Verständnis der Herr Professor für die Dinge besitzt, über die er schreibt, belveist sich schon daraus, daß er am 3. Januar 1901 plötzlich in einer Betrachtung der südafrikanischen Ereignisse über„das Eindringen kapitalistischer Interessen in die Leitung der auswärtigen Politik" zu lamentieren beginnt. Er findet dieses Ein-, dringen„schliinincr in seinen Nachwirkinigen, als daS im 18. Jahr- hundert und auch zu Anfang des 19. Jahrhunderts nicht seltene Besteche» einzelner Staatsmänner, weil das sittliche Bewußtsein aller Völker und Zeiten einen bestochenen Staatsmann mit Verachtung gestraft hat, während in dem Machtkampf der Gegenwart das Groß- kapital, das nicht a'ndcrS als einseitig wirken kann, die Erringung der leiteude» StaalSstcllcn als sein gutes Recht betrachtet und es vor aller Welt als das zu erstrebende Ziel bezeichnet. Ob Baumwolle oder Zucker, Diamanten oder Kohle König sind, ist im Grunde gleichgültig, in dem einen Ivie i» dem andre» Falle ist es erbarmungslose u n d sittlich völlig unbedenkliche P ar t e i h c r r s ch a f t."„Soll", so schließt Schiemaim,„die Welt keine Aktiengesellschaft und alle höhere Kultur...nicht verfchint werden, so ist mit unerbittlichem Ernst dafür zu sorgen, daß fein säuberlich Politik und Großkapital auseinandergehalten wird." Man fragt sich vergebens, welchen Zielen den» sonst die von Schiemami so eifrig vcrfochleue Wcltpolitik dienen soll, wenn nicht den Erpansionsbcstrebnngen des Großkapitals. Ist dieser Manu wirklich so naiv, zu glauben, in der„großen" Politik handle es sich nur>im die Gloire des angestammten Königshauses und um die Versorgung der Aristokratie mit einträglichen und ehrenvollen Aemtern? Acht Tage später macht er für die chiue- fischen Hniniengräucl die„sociald'emokrntischcii Elemente in der Armee" verantwortlich, die erstens einmal gar nicht in China waren und die ja zweitens im Civilstaiide die einzig konsequenten Gegner jener„erbarmungslosen und sittlich völlig unbedenklichen Partei- Herrschaft" sind, der eben derselbe Herr Schiemaim so völlig unbe« denklich den Karren zieht. Auch Logik ist eine Zier, aber ein Buch hat mau rascher beisammen ohne sie. k. o. Schriftett-Eingang. Männertrene. Von I. E. Keidel. Freienwalde a. O. PreiS 50 Pf. Selbstverlag von Keidel, Freienwalde a. O. Hinaus ins Freie. Eine Auswahl von 4j der schönsten Ausflüge in die Umgegend Berlins. Preis 25 Ps. Von Gustav Zeymeisel. Verlag von Gustav Buschhardt, Berlin W. Tie Alkoholfrage in ihrem Verhältnis zur Arbeiterfrage. Ein Vortrag von Dr. Hermann Blohm. Zu beziehen durch die Schristslelle des Alloholgegnerbundes, Leopoldshöhe, Baden. Preis 8 Pf. Milizwese» und Boerenkrieg. Bon Obcrstlleutenant a. D. H. Fabricius, Berlin 1S02, Verlag der Deutschen Stimmen. Preis 1 M. Feuer und Schwert in Südafrika. II. Teil von H. E. Jahn. Berlin(Fußingers Buchhandlung).— Preis 1 M. Eduard Bernstein:„Die Leiden des armenischen Volkes und die Pflichten Europas", Berlin 1S02.(Dr. John Edelheims Verlag.) Preis 50 Pfennige. Materialien zum Verständnis und zur Kritik deö katholischen Socialisniuö von lio. tbsol. G. Traub.(Geschichtswahrheiten. Zwang- lose Hefte zur Aiifllärnng über konfessionelle Zeit- und Streitfragen. Heft 2.) München 1902. I. F. Lehmanns Verlag. Preis 1,50 M. Tarbonrlceli. I» Ölte fiitiire.(Die Stadt der Zilkmist.) karis 1902(Ltoolc, editeur).— Preis 3,50 Fr. Ter russische Weber P. A. Alcxejcw(Biographie). Ausgabe des Allgemeinen jüdischen Arbciterbimdes in Litiauen, Polen und Riißland, London 1902. Druckerei A. Nathanson, 13 Vrandtridgcstr. Burdett Red. „TaS Resultat der Natioual-Bersaminlnug". Erzählung aus der Geschichte der ersten französischen Revolution. Ausgabe des Allgemeinen jüdischen Arbeiterbundcs in Litiauen, Polen und Rußland. London 1902. Druckerei A. Nathanson, 13 Brantridgestr. Burdett Rd. Allgemeine Orts-Krankenkasse in Remscheid. VerwaltimgSbericht für 1901. Kanfmännischcr Hilfsverei» Berlin. VerwaltmigSbericht für 1901. Berlin, Seydelstr. 30. Tentscher Verein für Bolkshygiene. Erster Jahresbericht 1902. Berlin. Ikcjiort of(he Tonth Annnnl Conference of th« Independent Labour Party. 1902. I. L. P. Office 10, Eed Lion Court, Fleet Street, London E. C. Veröffentlichungen der Deutsche» Gesellschaft für Bolksbädcr. Hest 7. Bericht über die Hauptvcrsannnlung 1902. Berlin. August Hirschwald. Tie Lage der Branerci-Slrbciter in München im Jahre 1301. Im Austrage des Teutscheu Branerverbandes von G. Manerer. München. G. Birk u. Co. 50 Pf. Die Kontrolle des Haushalts des Deutschen Reiches von W. T h r ä n, Geh. Obcrrcgiernngsrat»nd vortragender Rat bei dem Rechuuugshos des Deutsche» Reiches in Potsdam. Das 7. Hest des 35. Jahrganges(1902) dcr„ A n n a l e n des Deutschen Reiches für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft" (I. Schweitzer Verlag— Arthur Scllier— in Miinchen) enthält eine Ab- i handlnng über die oben bezeichnete Frage des deutschen Reichsstaatsrechts.. AbomikincntSpreiö halbjährlich(S je 80 S. starke Hefte) 3 M.; einzelne s Nummern 1,50 M. Untersuchungen über die Lage der Arbeiter und Angestettten i» den Verkehregewerbc». Herausgegeben vom Verein für Socialpolitik. l Leipzig. Dimcker u. Hnmblot. 12,60 M. Ueber Kartelle. Von Dr. Josef G r ü n z e l. Leipzig 1902.(Dnstcker u. Humblot.) Preis 6,80 M. Dem Gedächtnis des jüngst verstorbenen, als Redner bekannten Schrift- stellers Manfred Wittich gewidmet hat der Verlag von Richard, L ip in s ki, Leipzig, Langeftraße 27, eine Postkarte herausgegeben, dir nach j einem Pastellbilde das wohkgctrvsfc»« Bild Wittichs wiedergiccht. Im. gleichen Verlage sind auch neue, in sechs Farben gehalten« Ansichts-Ppst- karten mit de» guten Porträts von Bebel und Liebknecht nnV Marx und So ff alle, sowie eine dem Komponisten von„Ein Sohn des Volkes und andrer beliebter Volksweisen" H e im r i ch Pfeil ge-. widmete Ansichtskarte erschienen. Preis jeder enizelnen Karte 10 Pf. s Partie billiger. „Der Slrbcitsniarkt", Halbmonatsschrift derEentralstelle für Arbeits- marft-Berichte(Herausgeber Dr. I. Jastrow, Berkin, Verlag von Georg Reuuer). Die als Organ des„Verbandes deutscher Arbeitsnachweise" erscheinende Zeitschrift enthält in Nr. 20 des 5. Jahrganges unter anderm: Die Thätigleit der Krankenkassen für die Verfolgung deS Arbeitsmarktes.—. Allgemeines: Rundschau über die Lage des Arbeitsnmrktes.— Deutsche Strelkstatistlk 1901.- Verzeichnis der Arbeitersekretariate.— WirtschastS- künde Deutschlands.— Sitnationsberichte aus emzelnc» Gewerben: Metalle nud Maschinen(Uebergang von Metallarbeitern zu andren Berufen. Guter Geschäftsgang in Wersten und Textilmaschinen-Fabriken. Andre Branche». Andrang a» Arbeitsnachweisen): Ccmentgewerbe(Wirkungen des Cement- krieges); HänSliche Dienste(Zuzug von Dienstmädchen in Berlin).— Statistisches Monatsmaterial: Wetterbericht.— Arbeitsnachweise.— Krankenkaffen.— Streikverzeichnis für Deutschland, Ocstreich-Ungarn, Schweiz.— Haushaltskosten. Konstlm: Steigen des Beköstigungsgcldes in der Armee.— Arbeitsloscn-Fürsorge: Stadtkölnische BersicherungSkaffe gegen Arbeitslosigkeit im Winter.— Arbettsloscnzähluiig des Verbandes deutschet Gewcrkvereine. Von der bereits angekündigte» russischen Zeitschrift„Die Befreiung", die zweimal monatlich bei I. H. W. Dietz in Stuttgart erscheint und von P. v. Struve herausgegeben wird, ist das erste Hest erschienen. Ueber Tendenz und Inhalt der neuen Zeitschrist äußert sich der HeranZ- gebet wie folgt: Wie einst die sociale Befreiung der Bauern von dcr Leibeigenschaft, so/ ist in der Gegenwart die politische Befreiung des gesamten Volkes»onj de» Fesseln der bureaukratisch- absolutistische» Staatsordnung— daS alle andern Fragen weitaus überragende Problem des nationalen und staat- lichen Daseins Rußlands. Dies der Sinn und die Bedeutung der grobe» und mannigfaltigen Kämpfe, welche von allen vorwärtsstrebcnden Elcuicincii Nuiilandö gegen dessen überlebte Staatsordnung hartnäckig und mit wachsender Energie geführt werden. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß diese Kämpfe, a» welchen in wachsendem Umfang die BalkSmassen und in erster Linie daS industrielle Proletariat teilnehme», jetzt in ein neues, dem Abschluß nahes Stadium getreten sind. Das Land bedarf dringend durch- greisender und allseitiger Meformili, aber die erste und wichtigste von allen diesen Reformen ist die Abschaffung der bureaukratischen Willkürherrschast und Ausrichtung des Rechtsstaates. Alle revolutionärcil und reformatorischen Bestrebungen, die sich in dem groben rnsstschen Reiche rege machen, gelten in ihrem Kerne diesem politischen Zwecke und arbeiten aus ihn hin, denn alle lebensfähigen Klaffen der Ge- scllschast»nd alle gesitteten Völkcrschasten des Reiches sind gleich daran interessiert, daß an Stelle der Willkstr nud Bevormundung Nechtsordnnng und freie Selbslbethätigung treten. Es ist ein verhängnisvoller Wahn seitens der nissischen Regierung, zn glaube», das gesunde Bedürfnis eines großen und jungen, ailsstrebenden Volkes nach Freiheit könne gewaltsam niedcrgeschlage» werden. Da und soweit die Regierung an diesem Wahne festhält, ist sie die wahre Urheberin einer immer tiefer und tiefer gehenden revolutionären Bewegung, deren Folgen unabsehbar sind. Die Zeitschrift(„Osswoboschdenje"—„Befreiung") wendet sich an alle Kreise, welche dem Problem der politischen Besreiung Jntereffe und Berständnis«ntgcgeybringen. Sie will das Organ dieser groben nationalen Ausgabe sein. JnSvesondcre wird ste aber in ihrer Agitation für durch- greifende politische Reformen an die Bestrebungen und Aufgaben der um die kulturellen Fortschritte Rußlands so hoch verdienten Selbstverwaltunz anknüpfe». LlboiiucmentSpreiS vierteljährlich 5 M. Die einzelne Nummer kostet 80 Pf. Für Briesabonnements»ach Rußland ist eine Ausgabe auf Jndia Bible-Papier hergestellt(Gewicht inkl. Couvert 14>/z Gramm). Preis pro Quartal inkl. Couvert 5,50 M. Die einzelne Nummer dieser Ausgabe kostet inkl. Couvert 90 Pf. Alexander Dmitrijetvitsch Michajlow. Biographie. AuSgabe des Allgemeinen Jüdischen Arbeiterbnndes in Ltttanen, Polen nud Rußland. London 1902. Druckerei A. Nathanson, 13 Brantridgestr. Stettin: Magazinstraße 2. H oheiizollernsttaße 3. j Filialen: l Berlin: Cbauffeestraße 54. Belle-Alliancestr. 98 IWass-Anzilge 24 und 30 Mark. Paletots nach Mass 22 Marli. Es liegt in jedem seinem Jntereffe, mein Angebot zu prüfen und sich von der Rcellität zu überzeugen. Jcki liefere von prima i�taifi'e'cten die elegantesten haltbarsten Maß-Anzüae zu obigem Preise. Kein Zwang zur Zlbnahinr, wenn der Anzug nicht ftftt.(465513" Smensciieln's Engros-ResMandlung Belle-Alliancestrafte V8, 1 Tr., und Ehanffeestraße S4, l Tr. Schlafinöbel-Bazar„Baby" Jnvalidenstr. 160 Belle-Alliaucestr. 107 Reinickendorferstr. 2C Franlfurterstr. 115 Beiiffelstr. 18 Tauenzienstr. 7a Oranienstr. 31 Bnmnenstr. 92 10, 15, 21-75 M Betten Stand 12,00, 18—24-90 MMbetWtll� für Kinder und Erwachsene. gestattet von 1.00 per Wocbe an. Bei größeren Raten Kaffapreise. Lieferant des Post» Spar- und Vorschuß- Vereins. Beckers Restaurant und Festsäle.' Inhaber:"»Villi. Rttaoler, Kommandantenstr. SS. Empfehle meine Säle für Versaniinliingen und Festlichkeiten, coulnnte Beding»ngen. Auch Sonntags zu vergeben. 8815" „Vanzenreiml in der Flasche" Frei» 50 Pf., 1,00, 1,50 Unfehlbar sicher „Mottenfeind im Beutel", nur 5 Pf. Iii. Schmiedel Schwabenfeind im Streu-Turm' 25 50 Pf., 1,00 Gesetzlich yeschtttzt Allein-V erkauf Fabrikant �, a uoui,,_______.Will Von 1 Mark an frei Haus, auswärts gegen Nachnahme -------------- Neue Könlgstr. 63, 1. Fernspr.: Amt 7 a, 6331.(beim Alexanderpl.) frei Haus, auswü.rfs frn o-nn Nachnahme I GdeSen erschkn: «Der Kpotwogol" � Heft 2== Herausgeber: MQvl �tLINeidk IM- Preis SO Pf.-�SU Kei allen Stvaszenhändlevn zn hallen. Wiederverkäufer überall gesueht. Holter HalKitt. Kommissionsverlag der„Welt am Montag" _ Berlin W., Mauerstraße 89. H. Saltzmann, Tabakfabrik und-Handlung, Benin Luisen-Ufer 3, eiujiflehlt als Sj»ccialitllt: 45668» Magdeburger Nordhäuser Kautabak sowie alle Sorten Rnnch- and Schnapftabake. Billigste Preise! Lieferung frei Ins Haus! Fernsprecher Amt IV 8513. S IsJb Bsgv*| BERLIN N.[44368»! «26, Badstraße 26,» xi K c k e P r I nz e n- A I I c e, t s U. 37 Schlleiiinanatrasse 37£ � empfiehlt, wie dekannt, in reellster AuS- 9 lÄSSrciiÄfefea | Herren- u. Knaben-? 1 Garderobe. Z Dr. SlmmOl, Prlnzenstr. 41. Specialarzt für 25/17» Haut- and Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. ZV Arbeltssachcn. u Grosses Stofflager zur Aniertignng nach Mass Zalm-Klinik.'■"»x.V Invallden- strasse 145 Olga Jacobson, .«aj®. Der Ist ohne Tnade sicher allen Man- zen durch Reichels„Coucen- «»irres Wanzen- Fluid» in FL zu 50 Pf, Ml. 1,00,».00. 3,00| und I Liierst. Mk. 5,00. Sprühapparat I SO Pfg. TStct jede Brut unschl. s bar. steine Wiederkehr mdglich. Billig geruchlos, nicht feuer- aesährllch. hinterläsil nirgends j Flecke. Ist überall anwendbar. " Teufel holt auf der Stelle alle Schwaben! auf Nimmerwiedersehen durch Reichels„Pondre Martial" in CartonS zu 50 Pfg., ML 1.00. »,00 und das Pfund ML 4.00. Tötei selbstdle Brui absolut sicher. Reichels Epecia lmiftel find die einzige Rertnng. Glänzende Zeugnisse uuS fernsten Ländern. Radikaler Erfolg garantirt I Otto Reichel, Lieferant fUr Armee und Marine,| Kdnlgl. u. Stadt. Behörden Berlin SO., Slsenbahnstr. 4. ! Hier frei HauS d. meine Bespanne, I | u. auswärls acg Boreins.o. Nachn. BS giebi unwirlfame| Rachahninnacii. Teppiche kauft man in Prachtexemplaren in allen Grössen und nur S�T" guten Qualitäten jetzt spottbillig im des seit 43 Jkhren bestehenden Geschäfts von A. LowenthaS Berlin C. Breltestr. 20, Ecke Scharrenstrasse. 42838» Benin« Speclalhans: grßsstcs Prachtst. a 3,75, 5, 8, 10—300 AI. Stets Gelegenheitskäufe in Teppichen, Gardinen, Portleren, Möbelstoffen, Tischdecken etc. Pracht-Katalog�.�0 sowie Extra-Liste f. bes. Gelegenheits- Angebote gratis und franco. Oranienstr. 158. Ktnderiuagcn 8—90 M., O'nniniirad. 12 M. vcrnick. 16 M. Kinder- bettstclle 7 M. Sportwag. mit Fuhst. 6,50. Ver- stesib.Gtllhl-4,50. Rlesenlag., Sals- Neuh. Best Fabr. Schutzvorr. Ideal, verhind. Herausfall. d. Kind. 3,50. Versand n. auß ab Fabr. Mustcrb.grat. Tcilz.i. Berlin n.Vorort.gest. WochelM. F. Bergmann& Sohn, Audreasstr. 53 pt. u.l.Et. A-lt. Wesch. Verl. Amt 7a, 7228. «f. Maeding� empfiehlt in seinen (Stand 115-118) Krantstruße 48, — direkt neben derHalle.— Fruchtstraße 60 Kuhomerstraße 14 Wleder-verlranler erhalten da ich mit verschiedenen »«Ä,.., IM- HO. Das Allerseinste, den alieruerwölfntestr» Ge- IQA(ftf schuiark zufriedenstellend 1-vU PI» sowie täglich kr!««!»« Bier, alle Sorten deutscher und ftan- zöstscher Art. 45468» direkten Ungros- Preis, erstklassigen Molkereien abgeschlossen habe. Um geneigten Zuspruch bittend, zeichnet Hochachtungsvoll die Firma i J. ÜTaeding. Gesnndbeit ist Keichwm! IllaiupL- aa«t wirksamstes, erfolgreichstes und billigstes Mittel gegen Erl�SILunßs, Gicht und Rheumallsmua. Lieferung an sämtliche Krankenkassen. 44831»» Frankfurt Ritter- Bad 130Gr.Frankfartcr9tr.130 I 18. Ritter-Str*99e 18. tSpeclalltUt: SOOL-, f iE-, sciivrtfSi iFtUHfEkNAIEl- Russ. Lezw. Damiifkasten-, Rom. � bezw. Heissluft-, Lohtannin-, Sool-& nnd Schwefelbäder täglich für Damen und Herren. Von der Reise zurück. 29/16 Uilly Reinhard, i. d. h. künigl. Universttäts-Kliiiit als Techniker thätig geivesen. inLtitut kür ZälinsrSfitz Berlin, Prinzenstr. 103(Ecke Wasser- thorslr.). Sprichst. 8-1, 3-7, Sonnt 9-2. Piepers Holz-Pantoffel» sind weltberühmt, sind bequem im Gang, find haltbar, find elegant. Pankdtr. Ada, früher Kastanien- Allee 49. SObb» Radfahrer! Fahrrilder, verfallene,| RiesenauSwahl, bei nahendem Saisouschluß unglaublich billig. Nur beflere und bcrühmlere Marken oertreten, daher äußerst günstige Gelcgenhcitsfäufe. Gr. Posten ungebrauchter Fahrräder auS Streitsache, spottbillig s bei Garantie und»cuesten Modells. Lagerbestchtigung erbeten, gleich- salls Vergleich mit jeder Kon- kurrenz. Fahrrad-Lethhnns, Neue Schöiihanserftr. 11. Aehtnnzr! v7 lYennig, Jedes Wort: mj � da> Wort feit. Worte mit mehr als 16 IfucÄstabon Mahlen doppelt. kleine ßnzeigen. Anzeigen in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Hauptexpedition Beuthstf.3 bis 4 Uhr an genommen, Verkäufe. Restaurant, gut gehend, altes Ge- schäst, wegen Krankheit des Besitzers billig zu verkaufen Salzwedeler- strahe 2. fSl» Rofto Restauration zu verkaufen Ritter, jstockerstraße 40. gi6b» Restauration mit Garten in Rix. dors, 3 Zahlstellen, Verein, äugen- blicklich Baugeschäst, krankheitshalber sofort zu verkaufen. Zu erfragen Ripdorf, Hermaunstrahc201, Konditorei. Schankgeschäft sofort billig ver käuflich, voller Schank. Wegen Verzug nach Außerhalb, Ramlerstrabe33.s907b' Schankgeschäft, passend für An- fänger, billig verkäuflich. Walther, Bierabzicher, Oppeluerstraße 43. Waldparzelle», an Wiese und Waffer, verkauft Besitzer Pflaumbanm, Hermsdorf, Lindenstraße 15. 819b» Gardiueuhauö Große Frauksnrier- ftraße 9, parterre. 1-37» Vorjährige elegante Herren-Anzüge «nd Sommerpaletots ans feinsten Stoffen 25— 40 Mark. Berkauf Sonn- abend und Sonntag. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21, II. F. Dörge, Dresdenerstraße 109, Herren-Garderoben»ach Maß, saubere Arbeit, großes Stofflager. Paletot 30,—, Anzug 30,—, Hose von 5 Mark an. Kauft beim Handwerter. Lasset den Handwerker verdienen. Teil- zahlung gestattet._ 1178K* Garderoben für Herren und Knaben fertig und nach Maß. Knaien-Wasch- anzöge zu bedeutend herabgesetzten Preisen. August AchilleS, Große Frankfurterstraße 18._ 1219K» Herrenanzüge, Paletots, elegante vusführung, geringe Teilzahlung. Aurzberg,LalidSbergerftraßel3. 1215K» Zwei Mark Vierteldutzend Damen- Hemden, Herrenhemden 3,00. Aus- pattlingen sowie eleganteste Reise- muster spottbillig. Wäschefabrii Adolf Salomonsky, Stadtbahn 21, Nähe Poltzeipräsidium. 71/8 Spottbillig Teppiche, Betten, Steppdecken, Gardinen, Regnlatoren, Nepetieruhren Leihhaus Neuuder- straße 6. Teilzahlungen gestattet.* Teppiche!(fehlerhafte) in allen Gröben für die Hälfte des Wertes im Teppichlager Brünn, HackcscherMarksi4, Bahnhof Börie. 119/5» Rbzahlungs- Schwindel, ohne solchen verkaufe ebenfalls auf Teil- Zahlung Schlagregulator, vierzehn Tage gehend, achtzehn Mark. Silberne Remontoiruhr fünfzehn Mark. Ge- wichtszug- Schlagregulator, ftiuf- viertel Meter lang, dreißig biS ftinf- undvterzig Mark. Uhrmacher, Char- lottenstraße fünfzehn. Gegründet 1848. Aquarium 100 X 64 X 43, 2 schöne Schleierfische zu verkaufen. Münz, Groß-Lichterselde, Roonslraße 9.-flOd» Teppiche mit Farbenfehler» Fabrikniederlage Große Frankfurier- straße 9, parterre._ t37* Fahrräder-Leihhaus, Neue Schün- hauieistraße 11, bietet Röderkäusern durch Allswahl, Billigkeit, Solidität hochgünftige Gelegenheite,» beim Fahrraderwerb. Nahenden Saison- schluffes wegen Preise äußerst herab- gesetzt. Jedwede bessere deutsche Fahrradmarte vertreten. Vergleich mit Konkurrenz erwünscht. 1195K» Fahrräder, gebrauchte sowie uu- gebrauchte, wegen Saisonschlnß spott- billig. Pfandleihhaus, Seydelstraße 20. Nähmaschinen. Phönix, Singer- babbtn, Ringschiffchen, gebrauchte, auch nagelneue, unglaublich billig. Pfand- leihhaus, Seydelstraße 20. 893b» Laubcubau k Gebrauchte neue Bretter, Kantholz, Latten, Leisten, Thören, Fenster, Dachpappe, Theer billig Kottbuserdanim 22. 24bSb» Haarfärbemittel, unübertroffen, überzeugnngshalber Fünfzig Pfennig- Probeflaschen, Eharlottenstraße 3.» Steppdecken billigst Fabrik Große Frankfiirterstrabe 3, parterre. 1-37» Radfahrer! k Es hat keiner mehr nötig, unter der Hand alte, aus- geleierte Fahrräder zu kaufen, da ich schon neue deutsche erstklussige von 65,00, 75,00, 85,00 verkanfe. Wenig benutzte billig. Schläuche 1,50, 3,50, 4,50, Lansdeckeu 3,00, 5,50, 7,50, Luftpumpen 0,35 biö 1,50, Lenl- stangen 1,50 a», Kurbeln 0,75, Glocken 0,15, Radlaufglocken 0,45, Werkzeugtaschen 0,30, Schlüssel 0,10, Laternenhalter 0,10, Carbid 0,15, Fahrradständer 0,50, Achsen 1,00, Ketten 1,00, Sättel 1,50, Rennhaken 0,10, Rahmen emaillieren 3,50. Preisliste sranco. Taeker, Bernauer- straße 21.___ 947b Gaskocher! Eiulochgaslocher! 1,00, Zweilochgaskvcher! 3,00. Geschlossene Gaskocher! 5,00. Gasplättetsen! Gas- Bügelapparat! billig! Wohlauer, Wa llncrthenterstraße zweiuuddrcißig.» Teleskopfische. Panzenvelse, Gi- rardinus. Sprenger, Rammler- straße 21. 9495 Lieferwagen, alte und neue Räder Pallisadenstraße 101._ 9406 Kanarienhähne. Vorsänger, verlaust Krebs, Köpeilickerstrabe 154a, vorn 4 Treppen. 942b Krankheitshalber verkaufe sofort Materialwaren-, Obst- und Gemüse- Handlung Bülowstraße 63. 936b Tonrenrad abreisehalber, vor- züglich erhalten, billig zu verkauseu. Kirchstrabe 25, Scitenflügel III. 946b Gegen Haaraussall, Schuppen, bewährtes Mittel, Probeflaschen 0,50. Winterfeldt, Cbauffeeslraße 121. 944b Existenz k Für 9000 Marl... wert) verkaufe alte Pfandleihe. M. O, Postamt 26, Berlin. 30/2* Schottischer Schäferhund, sehr wachsam, ein EiSspind und Fahrrad Umstände halber billig zu verkaufen. Hinz, Swinemünderstr. 99, Cigarren- geschäfi._ 3436 Kolonie Baufelde, Ostbahnvorort Fredersdorf, 60 Quadratruten 600 Mark, Anzahlung 200, gesündeste Lage, verkauft Walter, Fischcrbrücke 12. Muschelschraut 25,00, Muschel- Vertiko 25,00, Trumeau 33,00, Muschelbetten komplett 34,00, Salon- tisch 10,00, Rohrlehnstühle 4,00, Küchenmöbel, Regulator, Gardinen, Stores, Teppich, icden Preis, auch Sonn- tags, Schönhauser Allee 101—102, Restaurant. 913d Aquarium vcrkaust Güthert, Franlsurterstraße 131._ t35 Restauration. gutes Geschäft, Bahnhos Schöneberg, Gothenftraß- 4, verläuflich._ 326t �lö Fahrräder, Luxus- und Tonren- rad, sofort für jeden Preis zu ver- kaujelt bei Klages, Große Frautjurter- straße 20. t36 Nähmaschinen ohne Anzahlung, Woche 1,00, gebrauchte tadellos, räumungshalber ipollbillig. Köpuicker- straße 60/61, Landsbergerstraße 82. Parzellen in Lankwitz. Neu er- schlosscucs Terrain, auS erster Hand unter vorteilhaften Bedingungen für den äußerst billigen Preis von 25 Mark die Rute abzugeben. Borzüg- licher Boden. Dieses Angebot gilt nur knrze Zeit. Fahrpreis vom Potsdamer Bahnhof 20 Pfennig, vom Bahnhof Pnpestraße 10 Pfennig. Aus- kunft erteilt Wochentags nach 5'/� Sonntags biS 2 Uhr Fritz Kühler, Zossenerstraße 11, III rechts. 931b Ausziehtisch. Platen,„Neue Heil- Methode", vollständig, Aquarium, kom- plett, billtg. Bellach, Lübeckersttahe Nr. 14 III. t81 Nestauratiou zu verlausen Eisen- bahustraße 35._ t2 Fahrrad verlaust Pinnow, Weber- straße 10._ t2 Fahrrad. Halbrcnuer, 65 Mark. Thieme, Cuvry straße 2, Hof IV. 12 Gut erhaltenes Fahrrad für 27 Mark zu verkaufen. Voigt, Schwedt«. straße 32._ ftil Ringschiffche» 20,00, unter Garaiuie, gutiiähend, Langschiffchen 10,00 Neauderstraße 7. 30/3 senmsciilL Anzeigen. Chreiierklärung. Die Bclcidi- gnng gegen die Krugschen Eheleute, Pnilbttserstraße 11, nehme ich hiermit zurück und erkläre dieselben alS Ehren- Icute. Fr. Räch.«36b Belohnung. Paket Noten in hell- grauem Umschlag habe beim Verlassen des Stadtbahnzuges(Bahnhof Vörie) Montag, 7. Juli, zwischen 6»/,— 7 Uhr abends liegen lassen. Dieselben sind gegen Belohnung abzugeben bei Rosenke, Charlottenburg, Leibniz- straße 17.(-142 Dampferpartie mit Musik. Zum 17. August(Somitag) suche ich»och 2 kleine Vereine zur Beteiligung nach Wernsdvrser-Schleuse. Krause, Wiener- straße 37. 1217 K» Rechtsdureau. Teltowerstraße 45, Eingaben, Gesuche, Ratnteilung. Un- bemittelten unentgeltlich. 1185K» Rechtvburean Fabisch, Andreas- straße dreiundsechzig. Rechtshilfe, Eingabengesuche, Raterteilung. s849b» Fahrradgesnch, Ratzlasi, hauser Allee 163 a._ Schön- 119/8» Vivisektion! Wer sich über diese ruchloseste Grausamkeit unsrer Zeit unterrichten will, verlange die Flug- blätter des Weltbundes gegen Vivi- scktion, welche uneMgeltlich versendet werde» vom Berliner Tierschutz- verein, Äöiiiggrätzerstraße 108. Um gütigen Abdruck wird gebeten. 161b» BrockhauSlexikon und alle andren Bücher tauft, beleiht Antiquariat Kvchstraße 56, I. Amt VI, 3397.• Allen Freunden und Belannten empfehle mein Weiß- und Bayrisch- bier-Lolal, Bereinszimmer. F. Dücker, Gndrunsrraßes, am Central-Friedhof, Friedrichsselde._ chll«» Wernaus Festsäle, Schwedterstr. 23, eine ganze Reihe von Sonnabenden sind noch zu gesttichkeite» an Vereine sc. zu vergeben._ 121SK* BereinSzimmer. Lier, Alte Jakobstraße IIS. 1188K» Freunden und Beiannten empfehle mein neu eiugcrichieies Lokal nebst Kegelbahn und Saal, 150 Personen. August Wendi, Kopcnhageiicrstrahe 74, Riugbahnhof Schönhauser-Allee. s-sOl VereiiiSzinimer für 40 Personen noch einige Tage frei. Ladewig, Kommandanienstraße 65. 1090K* BereinSzimmer, großeS, frei. Stineonstraße 23, Flick. 1210K» Rechtsburean. Prozeßbeistand, Eingabengesuche, Raterteilung. Falk, Brunnenstrahe vierzig. 948 b GeschäftSvertäufe jeder Art ver- mittele schnellstens, auch auswärts. Gute Verbindung mit zahlreichen Känserit. Elendt, Engelufer Sa, Hos I. 1-2 BereinSzimmer, großes und kleines, mit Klavier zu vergeben Bernauerstraße 16, Restauration Trapp.>__ 9066* Ztiherklub Südost wünscht Herren »nd Damen als Mitglieder. Wiener- straße 31. Dienstags 8�._ fl Frauenhaare kaust Winterfeldt, Chauffecstraße 121. S45b 7S Pfennige k Eingabengesuche, Schanksachen, Strafsachen, Ehe- schcidungs-, Jiiterveiitions-, Beleidi- gungS-, Alimentenklagen, Unfalls- fache», Zahlungsbefehle, Raterteilung. Wulkow, Skalitzerstraße 141. Sonn- tags geöffnet. 955b Leihhaus H. Grass, Beiithstrahe 5. Coulanz. Diskretion. Rcellität. ilngenicrteste Einzel-Bedienung.» llnfallsache»,«tagen, Eingaben, Reklamationen. Putzger, Sieglitz«- straße 65. 393b» Gmpfehle mein»eurenoviertes und »mgebautes Sommer- und Winter- Etablissement mit Theaterbühne Ge- sellschasten und Vereinen zur unent- geltiichen Benutzung, auch Sonntags. Grensing, Chauffeestraße 54, Central- Halle. 362b Vermietungen. Tlinntsr. Möbliertes Zimmer für 2 Herren Oraniensiraße 204, IV, Puff. 3536 Möbliertes Z immer, Garten- Aussicht, separater Eingang, Luisen- Ufer 55 beim Portier zu vermieten. Möbliertes Zimmer, auch Schlaf- stelle, 2 Herren zu vermiete». Klaar, Reichenbergerftraße 74, vorn II. Einfach möbliertes Zimmer, separat, 10 Mark. Rostizilraße 62, vorn parterre Unts, bei Baruther- straße._ 337b Zimmer für zwei Herren billig vermietbar. Heinrich, Bärwaldstraße 42. �Zimmer fllr einen Herrn zu ver- mieten. Heinrich, Bärwaldstraße 42. �Möbliertes Flurzimmer, Frucht- ftraße 79, Ecke Madaistraße, vom II, 959b links. Möbliertes Vorderztmmer, 1 oder 2 Herren, Bollmanu, Dresdener- straße 135, III. 915b Möbliertes Flurzimmer, bessere Schlafstelle, Protz, Skalitzerstraße 1, II. Sohlnfatellen, Freundliche Schlafstelle für zwei Herren Manteusselftratze 62, Schellner. Freundliche Schlafstelle iür zwei Herren zu vermieten Forsterstraßc 54, Hof III, Witwe Rosenthal. Möblierte Schlafstelle Dresdener- strnhe 99, Hof parterre! inks, Nährlich. Freundliche bessere Schlafstelle für Herrn. Zu erfragen beim Porti«, Bülowstraße 56. 894b Schlafstelle für zwei bessere Herren, sofort oder 1. August, Wafferthor- straße 16, vorn rechts IV, 874b Bessere SchlafsleNe, zwei Herren, Sebastianstraße 68, vorn III rechts. Aiistäudiger Herr findet freund- liche Schlafstelle. Linz, Naunyn- straße 64, vorn IV._ 12 Bessere möblierte Schlafstelle, Herren, Skalitzerstraße 144, II rechts. Freundliche Schlafstelle sür Mab- che», separat, Breslauerstraße-25, vorn IV, Thiele._ 9396 Saubere Schlafstelle, zwei Herren. Müller, Breslauerstraße 25, vorn II. Freundliche Schlafstelle bei Möh- ring, Kommaiidantenstraße 72, IV. Freundliche Schlafstelle Eiisabeib- User 27. Portier._ 9286 Separate Schlafstelle, ordent- lichen Mann. Prinz Eugenstraße 16, Hanneuiann._ jOl* Möblierte Schlafstellr, separat. Breslauerstraße 19, vorn IV, Witwe Molff. 930b Möblierte Schlafstelle, auch zwei Herren, separat. Brunnenstrabe 14, Quergebäude rechts I, Vogelsang. Schlafstelle. Herrn, Rasche, Elisa- beth-Ufer 31. 933b Herrenschlasstelle, separate, möblierte, sofort. König, Fchrbelliiier- straße 47, III._ 9006 Saubere Schlafstelle für Herren. Gebauer, Grünauerstraße 10, O»«- gebäude EL_ ijt Schlafstelle für zwei Herren. Jäg«, Manieuffelstraße 71, Qu«- gebäude I.__+2 Schlafstelle, Herr allein. Skalitzer- straße 54, Aufgang C, IV, Beckmann. Schlafstelle, Mariamienstraße 4, vorn I, Schlag,-j-2 Möblierte Schlafstelle, zwei Herren, Laustyerstraße 8, Quer- gebäude, II rechts._ ftt Anstäiidige Schlafstelle vermietet Frau Wrüske, Rheinöbergerstraße 31, vorn III._ 161 Gut möblierte Schlafstelle, separat, Teilnehmer. Sarge, Admiralstrahe 4, vorn II. 922 b Möblierte Schlafstelle für besseren Herrn, Wasserthorstrabe 68. 1 rechts. 921 Möblierte>-schlasstelle vermietet Frau Fraumann, Äldalbertstra ße 89,111. Freundliche Schlafstelle bel Jähn, Pnttkamerstraße 17, HofrcchtZ,IlE 9186 Schlafstelle. Landsbergerstraße 113, Hof I. Breitiuß. 317b Möblierte Schlafstelle, straße 38, I. Zöwsle. Admiral- 9196 Mietsgesuche. Junger Mann sucht Süden od« Süd- Osten möbliertes Zimmer. Offerten F. F. Postamt 36. f2 Junger Mann sucht SchlafsleNe allem, bis 15 Mark. Lsserteu unter L. 3 a» Expedition dieses Blattes. �rbeitsmarkt. Stellengenuoh«. Buchdrncker>Jnvalide, 85, schrtft- gewandt, guter Rechner, sucht Be- schästigung bei bescheidenen An- sprüchen. Walter, Fischerbrücke 12. Suche Waschstellen. Frau Wille, Alexandrineiistraße 52, vorn III. 914 Invalider Buchdrucker, 41 Jahre, welcher nur Invalidenrente bezieht, bittet um leichte Beschästlguna. Seh«, Oraniensiraße 200 bei Priebusch.• Stellenangebot« Tüchtige Klempner auf Buchstaben, nur solche, verlangen Gebr. Bertram, Küpnickerstraße 108._ 924b Fliesenleger verlangt Pinkofsky, Aledit'chstraße 33. 923b Tüchtige» Farbigmacher verlanat Lausitz« Platz 14/15._ t2* 50 Mamsells auf Steppjackelts verlangt Gottlieb, Müllerstraße 174, Eingang Fennstiaße._ 9616 Mamsells auf bessere Paietois ohne Stepperei 2,00— 2,50 Brnnnen- stcaße 139, Bruch._ 9366« Lehrmädchen auf bessere Jacketts und Paletots verlangt Brunnenstrabe 139, Bruch. 934b» Im Arbeiismarkt durch besanderen Druck hervargehubene Anzeigen koste» 10 Pi. pro Zeile Ntdatteur, bereits seit einigen Jahren an einem Parteiblatt thätig, auf gewerkschast- lichem und kammunalem Gebiet« er- fahren, Ittterarisdie Kenntnisse, m der BerichterstatMng perfekt, gesuchter Redner für Agitation incht vcr- änderuiigShalbcr andre Stellung. Gest. Offerten werden unter B. L an die Expedition erbeten. 4688L» Kunstschlosser. Tüchtige Kvloiineiifnhrer und Gitterschiuiede sucht 878b« Bd. Pols, EisenkonstruktionS- uud Kunstschmiede-Werkstatt. Tempelhof, Germaniastraße. Ächtiilist! ßolzstrbtittr; Gesperrt sind folgende Werkstätten für Tischler, Maschinenarbei!« und Polirer: A. Schulz, Krautstr. 18/19. Emmeluth, Dieffenbachstr. 33. Üimbel u. Friedrichs«,, Aorlstr. 43. Kimbel u. Frledrichieo, Jorkstr. 59. Ferdinand Wols, Waldemarstr. 2? und Bethanien-llker 6. 83/3» Die Ortsverwaltung. Zlchtung, Tischler! Gesperrt sind folgende WerlstätteN! Albert Schulte, Krautstr. 18/19. A. Schettler, Peteröburgerstr. 77. Gemandt, ElsenbaHnstr. 11. Znzug streng fernzuhalten, l««/!* Dieses Inserat erscheint nur jeden Sonntag. Der Fachverein der Tischler. Vtlüülwortlicher Redacieur: Carl Leid m Berlm Für de» Juleratenttil veranmortlich: Th.«locke tu Berlin. Druck und Verlag von Piax«adiua m Berlin