Nr. 75. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements- Prets für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mr, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Gonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mr., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. gern sprech- Anschluß: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Nachwort zum Gewerkschafts- Kongrek. Nachdem der Kongreß in Halberstadt seit 8 Tagen geschlossen ist, die letzten Berichte darüber in der Presse erschienen sind und die meisten Delegirten vor ihren Wählern Bericht erstattet haben, wollen wir auf dieses für die Entwickelung der deutschen Arbeiterbewegung immerhin nicht unwichtige Ereigniß auch noch einmal zurückkommen. Wir nennen den Kongreß ein nicht unwichtiges Ereigniß, wollen dem aber gleich beifügen, daß die Bedeutung der Halberstädter Zusammenkunft für uns vor Allem darin liegt, daß sie jedem Sehenden zeigte, was unsere gewerkschaftliche Bewegung noch nicht leisten kann. In dem negativen Ergebniß der langen Verhandlungen, welche zeitweise einen sehr erregten Charakter annahmen, liegt das Charakteristische. Wir haben dieses Resultat vorausgesehen und die Gründe, warum es so kommen mußte, in der Nr. 61 des Vorwärts" auch des Näheren dargelegt. Der Kongreß sollte nach den Wünschen seiner Arrangeure eine Aufgabe lösen, für welche nicht mehr als so ziemlich alle Voraussetzungen fehlten. Dienstag, den 29. März 1892. eines solchen Zentralblattes beschaffen sein soll, darüber haben sich die Bäter des Vorschlages wohl selbst nie eine flare Vorstellung gemacht. Wie mit dem Zentralblatt, so stand es mit den meisten übrigen positiven Vorschlägen, welche die Einberufer dem Kongresse vorlegten. Expedition: Beuth- Straße 3. d. h. um die Formfrage teinen allzu breiten Spielraum gewähren werde, und daß die Erkenntniß, die Form bedinge nicht das Wesen, dort allgemein durchdringen werde. Diese unsere Erwartung ist leider nicht im vollen Umfange erfüllt worden. Die alten Streitigkeiten: ob LokalSpeziell in Rücksicht auf die Organisationsfragen war oder Zentralorganisation, ob Berufsvereinigung oder unserer festen Ueberzeugung nach den Schwierigkeiten nicht Industrieverband sind mit einem Eifer und einer Berve ergenügend Rechnung getragen, welche jeder großen zentrali- örtert worden, als säßen lauter Theologen beisammen und firten Organisation aus der reaktionären Vereinsgesetzgebung als handele es sich um die Auslegung irgend eines erwachsen. Wir behaupten, und diese Behauptung stützt Streitigen Punktes aus dem Neuen Testament. Dabei schien fich auf eine zwanzigjährige Erfahrung, daß es in Deutschland sich die Mehrheit der Delegirten darin einig zu sein, die unmöglich ist, eine zentralisirte Organisation durch die Klippen Generalkommission als das Karnickel zu behandeln, welches der Vereinsgesetzgebung hindurchzuführen, wenn die Behörden an allem Malheur Schuld trage. Daß diese Generaldie Geseze rücksichtslos zur Anwendung bringen. Daß augen- fommission nur den einen Fehler gemacht hat, nämlich den, blicklich eine mildere Praxis geübt wird, beweist nichts, es eine Aufgabe zu übernehmen, welche unter den gegebenen bedarf nur eines Wintes von oben, und zahllose Auflösungen Verhältnissen überhaupt nicht durchzuführen war, dessen und Prozesse werden folgen. Bei der Gelegenheit würden scheinen sich sehr wenige Delegirte bewußt geworden zu sein. dann auch die Anhänger der sogenannten losen Zentrali An dieser unglücklichen Generalfommission wurde alles sation mit Vertrauensmänner- System erfahren, daß es nur getadelt, was sie gethan und was sie unterlassen hat. Daß ein schöner Traum ist, wenn sie annehmen, ihre Organisations- die Kommission mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln form sichere gegen die Wolfsgruben der verschiedenen Vereins- die Aussperrung der Hamburger Bigarrenarbeiter untergefeße. stützte und dabei Schulden machte und den Maifonds aufDiesen für die Arbeiterorganisationen schon schwierigen brauchte, wurde ihr sehr verübelt, dasselbe geschah aber auch Stand hätte der neue Organisationsplan mit Unionen und deshalb, weil es der Kommission nicht möglich war, für die Der Plan der Kongreßeinberufer war der, eine große, Bentral leitung noch wesentlich verschlimmert, indem nach Erfurter ausgesperrten Schuhmacher frische Schulden zu alle Berufsorganisationen umfassende, in sich wohlgegliederte, demselben für sämmtliche Organisationen ein Kopf geschaffen machen. Ein Delegirter, der seine Pfeile speziell auf die aber unter gemeinsamer Leitung stehende Organisation zu werden sollte, so daß bei gegebener Gelegenheit die heilige Generalfommission zugespitzt hatte, wandte sich gegen die schaffen. Das Haupt dieser Organisation sollte die so- Hermandad nur nach diesem hätte zu greifen brauchen, um hohen Beiträge, welche die Arbeiter nicht leisten können. Da genannte Generalfommission sein. Als Aufgaben dieser den ganzen großen Körper zu lähmen. Dieser Delegirte zufällig ein Mitglied der Reichstagsfraktion Organisation waren vor allem die einheitliche Agitation, Wir sind zwar weit davon entfernt, aus der ungünstigen ist, folgerte der Vertreter der Buchdrucker gleich weiter, daß, die Zentralisation der Presse und eine beffere Regelung des Lage der Gesetzgebung den Schluß zu ziehen, es sei auf alle da ohne Opfer gewerkschaftliche Erfolge nicht zu erzielen Streits- und Unterstützungswesens gedacht. Dieser Plan gewerkschaftliche und vor allem auf jede zentralisirte Organi- seien, die politische Parteileitung überhaupt kein Interesse nahm sich auf dem Papier recht hübsch aus, für die Praxis fation zu verzichten. Diesen Rath zu geben kommt uns gar für die Gewerkschaftsbewegung zu haben scheine. aber litt er an dem Fehler, daß er auf bestehende, und nicht in den Sinn. So lange die Herren Unternehmer sich In dieser Weise bewegten sich fast die ganzen Verzwar sehr berechtigte Interessen feine Rücksicht nahm, und nach ihren Berufsinteressen organisiren und in diesen ihren handlungen. Man wußte nicht, was man eigentlich wollte, daß er mit Voraussetzungen operirte, für welche in der Vereinen und Verbänden unbekümmert um die bezüg- war ärgerlich darüber und suchte nun nach einem PrügelWirklichkeit auch nicht der Schatten einer Thatsache vor liche Gesetzgebung lustig Politik treiben und auf die knaben, an dem man den Werger auslaffen konnte. handen war. Gesetzgebung Einfluß auszuüben suchen, wird kein vernünf- zankten sich auch die Anhänger der verschiedenen Organitiger Mensch den Arbeitern zumuthen, durch die gesetzlichen fationsformen in den Spezialfongreffen wie auch in den Schwierigkeiten sich von der Ausnüßung des Vereinsrechtes Plenarsizungen herum. Daß mit all diesen Debatten die abhalten zu lassen. Aber ein Anderes ist es, ein Recht zu streitigen Fragen auch nur um ein Jota ihrer Lösung näher üben, troß der Gefahren, die daraus entstehen können, und gebracht worden wären, wer möchte das behaupten! Am ein Anderes, diese Gefahren unvorsichtiger Weise zu ruhigsten und zweckentsprechendsten haben noch die Tischler provoziren. Das Letztere wäre aber mit den Unionen that- und verwandten Berufe diese Fragen auf ihrem Spezialsächlich geschehen. Dieselben hätten, wären sie in's Leben fongreß behandelt, während bei den Metallarbeitern die gerufen worden, der gewerkschaftlichen Bewegung gar Gegenfäße nach Halberstadt noch genau so schroff vorhanden nichts genügt, wohl aber wären sie ein stets zur Hand sind, wie sie sich nach dem vorjährigen Metallarbeiter Hier fehlt es liegendes Angriffsobjekt für Polizei und Staatsanwälte ge- Kongreß in Frankfurt am Main zeigten. zweifellos an einer die Gegensätze versöhnenden, von allwesen. seitigem Vertrauen gestützten Persönlichkeit, wie die Tischler in dem Leiter der Kongreßverhandlungen, Kloß, eine solche besigen. Der Zant, der zwischen den deutschen Maurern herrscht, wurde in Halberstadt nur gestreift, leider darf, nach allen sonstigen Anzeichen, daraus nicht geschlossen wer den, daß dieser leidige Zwiespalt sich im Aussterben befinde. Was zunächst die Ignorirung berechtigter Interessen betrifft, so sei hier nur auf die Idee eines Zentral- Gewerkschaftsblattes hingewiesen. Uns ist augenblicklich die genaue Zahl der in Deutschland erscheinenden Gewerkschaftsorgane nicht bekannt, doch dürften es zirka 40 Blätter sein. Die selben erscheinen in den verschiedensten Städten Deutsch lands, in vielen Fällen an den Hauptsitzen derjenigen Industrien, für deren Arbeiterschaft fie ins Leben gerufen wurden. Sollte nun der ursprüngliche Plan eines Bentral blattes durchgeführt werden, so hätten alle diese Blätter verlegt werden resp. eingehen müssen. Wer nun weiß, mit welchen Opfern einzelne dieser Organe von den betreffenden Wenn wir nun den positiven Vorschlägen, wie sie dem Berufsorganisationen hochgebracht worden sind, wer weiter Kongresse unterbreitet worden sind und seine Tagesordnung bedenkt, wie sehr persönliche und fachliche Gründe dafür bildeten, keinen Geschmack abgewinnen konnten und dies sprechen, daß bestimmte Blätter an gewissen Orten bleiben, auch in unserem Begrüßungsartikel in der Nr. 61 ausder wird die Unmöglichkeit der Durchführung eines solchen sprachen, so gaben wir uns doch der Hoffnung hin, daß der Planes ohne weiteres zugeben müssen. Wie die Redaktion Kongreß selbst dem alten Streit über die OrganisationsFeuilleton. Nachbruc verboten.] Am Webstuhl der Zeit. [ 75 Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. einen geschildert, in welchem die Menschen nur als solche niedrige Geschöpfe leben können?" Frank: Ich habe zunächst an keiner Stelle von nnserem Staate im Besonderen gesprochen, sondern nur erklärt, wie in den modernen Staaten die Verhältnisse im Allgemeinen liegen." Präsident: Sie haben aber den unsrigen nicht besonders ausgenommen?" Frank: Weil ich dazu keine Veranlassung hatte." Präsident: Sie haben ihn also stillschweigend mit eingeschlossen?" So thiere. Ich habe nicht gesagt, daß unser Staat einen solchen ungerechten Krieg geführt hat oder führen wird, aber es ist auch teine Garantie dafür gegeben, daß er ihn nicht führen könnte, und aus diesem Zustande herauszukommen, halte ich für heilsam. Um das zu bewirken, ist es nöthig, daß Jeder sich dieses Zustandes flar bewußt werde; da muß man die Sachen beim richtigen Namen nennen." Präsident:" Sie geben also jetzt zu, daß Sie unseren Staat dabei mit im Auge gehabt?" Frant: Ich kann im Auge gehabt haben, was ich will, Die Anklage der Staatsanwaltschaft ward verlesen, ich bin nur verantwortlich für das, was ich gesagt habe." bie mit einem Antrage auf Verhängung von 15 Monaten Frant:„ Das lasse ich dahingestellt; es ist nicht meine Präsident: Sie sagen ferner, daß der Staatsbürger Gefängniß gegen Frank und Barth wegen öffentlicher Auf- Schuld, wenn er stillschweigend mit eingeschlossen werden in dem einen, wie in dem anderen Staate von jedem reizung zu Haß und Verachtung gegen einzelne Stände von fann. Mir genügt es, beweisen zu können, daß ich von Polizeier chitanirt werden kann. Hier haben Sie doch Staatsangehörigen, sowie gegen Staatseinrichtungen, den gegenwärtigen Staaten im Allgemeinen gesprochen, ziemlich deutlich gesagt, daß dies auch auf unseren Staat Schmähung von Letteren und zwar im Komplott begangen, feinem besonderen eine besondere Schuld beigemessen." Bezug hat?" schloß; gegen Dr. Lange aber wurden wegen genannter Ver Präsident:„ Sie werden zugestehen, daß diese Ausdrücke Frank: In diesem besonderen Falle gebe ich es zu, brechen, in Verbindung mit direkter Aufforderung zur Reweil ich keinen Grund wüßte, warum ich ihn ausnehmen volution, welche den Thatbestand des Hochverraths in sich sehr start waren?" Frant:" Sie mögen sehr stark sein, aber man müßte sollte. Die Möglichkeit ist unbedingt vorhanden; und ich schließe, 5 Jahre Zuchthaus beantragt. Dieser letzte Antrag rief im Saale eine großartige mir beweisen, daß sie im Verhältniß zur Wirklichkeit zu bin erbötig, Thatsachen hierfür mitzutheilen, obwohl ich nur start waren. Ich sprach vom Krieg; kein Mensch kann von der Möglichkeit gesprochen." Sensation hervor. Helene fühlte, wie sich ihr Herz zu feugnen, daß unsere jungen Leute gegen andere Truppen Präsident: Sie sprechen im Weiteren das Verlangen sammenschnürte, und sie mußte einige Minuten an die frische Luft, um ihre Aufregung zu bemeistern. Der Präfi- Krieg führen müssen, auch wenn es nicht ihr Wille ist, aus:" Wir wollen ein menschenwürdiges Dasein innerhalb dent fragte sodann die Angeklagten, ob sie sich der ihnen auch wenn sie den Zweck des Krieges mißbilligen. Wir des Staates" und behaupten damit indirekt, daß dieses beigemessenen Verbrechen für schuldig erachteten, was sie alle haben in letzter Beit viele Kriege gehabt, es waren feine innerhalb unseres Staates nicht gegeben ist?" bloßen Kriege zur Vertheidigung des Vaterlandes, sondern Frank:„ Ich möchte doch sehr bitten, daß man meinen auch Kriege aus Eroberungssucht, politischer Eifersucht, aus Worten nicht immer die Deutung unterschiebt, als hätte ich Präsident: Haben Sie, Herr Frank, in der bewußten staatskünstlerischer Intrigue und verbrecherischer Macht- Gebrechen unseres Staates im Gegensatz zu Versammlung gesagt, wir wären Sklaven, Knechte und eitelkeit. Eine der kriegführenden Mächte muß immer im Staaten betont. Unter einem menschenwürdigen Dasein Schlachtthiere?" Unrechte sein, und trotzdem haben dann die Landessöhne ihr verstehe ich eines, in welchem nach den gegebenen MöglichFrank: Ja, Herr Präsident." Blut versprizen müssen. Eine solche Stellung macht aber feiten Jeder ein gleiches Maß von Rechten und Freiheiten, Bräckdent: Haben Sie da nicht unseren Staat als den Staatsbürger zum Knechte, zum Sklaven, zum Schlacht- von Pflichten und Arbeiten, von Erholungen und Genüssen Drei laut verneinten. anderen Ein Aufruf des Vertrauensmannes der deutschen Maurer| Röschwoog und in der letzten Nummer des Blattes, Der Bauhandwerker" läßt örtlicher Ergänzungsanlagen( Gleise, Wasserversorgungs- stimmung Endlich ist geplant Herstellung besonderer der Macht der drohenden Wahrheit, daß es Ueberein sozialdemokratischer Privatenqueten" im Gegentheil darauf schließen, daß im Baugewerbe der Anlagen, Labevorrichtungen u. a.) an verschiedenen Punkten. Kommissioneller Ermittelungen in Betracht ziehen muß, so Krieg der Arbeiter unter einander mit ungeschwächten Das Reich trägt die Kosten für die Neu- bezw. Ausbauten ist es uns im Uebrigen den Beweis dafür schuldig geblieben, Kräften fortgesetzt werden soll, worüber am meisten der Strecken im Reichslande; die übrigen Kosten trägt daß jene privaten Erhebungen sich mit den Thatsachen im die Herren Bau- Unternehmer sich zu freuen Ursache haben. Preußen, welches daher am meisten betheiligt ist. Im Widerspruche befinden. Als Grund für dieses Vorgehen führt der Vertrauensmann Ganzen sind für das Reich aufzubringen 32 234 440 M. Schriften der Privatstatistiker Thun, Schnapper- Arndt, Wie steht es übrigens mit den den Beschluß des Kongresses gegen die Lokalorganisationen Das Erforderniß für das erste Jahr beläuft sich auf Emanuel Hans Sax, Herkner, um nur diese zu nennen? an. Dieser Beschluß, welcher in Halberstadt schon einige 9 643 400. Die Steuerzahler müssen bis aufs Weiße Gerade weil wir von allen Seiten die sozialen Verhältnisse Delegirte zum Verlassen des Kongreßsaales bestimmte, wird bluten: so gebietet es der Despot Militarismus. in den Gewerkschaftszänkereien der nächsten Zeit eine große beleuchten, deshalb bekämpfen wir auf das Allerentschiedenste Rolle spielen. Besonders geschickt war er, vom taktischen Der Redlitziade Ausgang. jeden Versuch, die soziale Statistik in den Dienst einer beDer neue preußische stimmten Tendenz zu stellen, wie dies offenkundig das ReGesichtspunkt betrachtet, nicht. Wir wissen uns von einer Ministerpräsident, Graf Eulenburg, ist heute im Abgeordneten gulativ der künstlich zusammengesetzten Kommission thut besonderen Sympathie für die Lokalorganisationen, wo hause erschienen und hat den Volksschul- Gesetzentwurf zurück- und so geht denn auch den Inspiratoren der„ Nordsolche durch die Lage der Gesetzgebung wie in Sachsen gezogen. Er erklärte, daß die Regierung sich weitere Er- deutschen" der Athem aus, sobald sie statt leerer Be. nicht aufgenöthigt werden, vollständig frei, wir wissen auch, wägungen vorbehalte, wann und in welcher Weise innerhalb hauptungen und unbegründeter Anwürfe mit Argumenten daß unter den Schwärmern für diese Art Organisation sich des durch die Verfassung gegebenen Rahmens auf die An- vorrücken sollen. Die Norddeutsche" meint zum Schluß: Elemente befinden, deren Beweggründe auf ganz etwas gelegenheit zurückzukommen sei". Die Gegner der Vorlage anderes hinauslaufen, als darauf, die deutschen klassen- fubeln, ihre Freunde sind in Aufruhr. So sinkt die Vorbewußten Arbeiter auf ein gemeinsames Ziel zu vereinigen. lage klanglos zum Orkus hinab, die alte Misère macht Trotzdem aber glauben wir, wäre eine weniger schroff ab- vorläufig feiner neuen Play, und statt des frommen Zedlik lehnende Haltung der Mehrheit in dieser Frage doch am ist der fromme Bosse Kultusminister. Blaze gewesen. Organisationsfragen sind keine Prinzipienfragen, sondern sie müssen vom Standpunkt der Zwed mäßigkeit aus beurtheilt werden. Bleiben die Verhältnisse wie sie sind, so ist es nur eine Frage von Monaten, bis die Lokalorganisationen sich verschmelzen mit den Zentralverbänden. Erstere werden einfach in den Letteren auf gehen. Wenn nicht eher, so wird sicher der nächste wirth schaftliche Aufschwung und die damit wiederkommende Lohnbewegung dieses Resultat herbeiführen. Diese Verschmelzung würde sich mun um so eher und glatter vollzogen haben, je weniger man den Lokalorganisationen Vorwand für ihr Verbleiben im Schmollwinkel geboten hätte. Nun ist freilich der Fehler gemacht und der Froschmäusekrieg: ob Zentraloder Lokalorganisation? wird in den nächsten Monaten in mancher Versammlung weiter toben. Wir wiederholen also: Alles in Allem genommen besteht das wirkliche Verdienst des Halberstädter Rongresses darin, daß er den Arbeitern flar gemacht hat, was nicht möglich ist. Weit ausschauende Organisationspläne auszuarbeiten nüßt verteufelt wenig, worauf es ankommt, das ist, die Massen erst zu organisiren. Auf die Form, wie diese Organisation stattfindet, kommt viel weniger an, als mancher Genosse anzunehmen geneigt ist. Eine alte Erfahrung in der Arbeiterbewegung ist es, daß je schwächer die Theilnahme an den Organisationen ist, desto mehr Aenderungen und Neubildungen vorgenommen werden. Das trifft für die gewerkschaftliche wie für die politische Bewegung zu. In Ländern, wo die sozialdemokratische Partei noch schwach ist, vergeht kaum ein Kongreß, der nicht schwere Organis sationsänderungen bringt, während bei uns in Deutschland bei einem anerkannt sehr fragmentarischen Organisationsstatut die Partei von Erfolg zu Erfolg schreitet. Zu dieser Erkenntniß müssen sich auch unsere Gewerkschaften noch durchringen. Die Form ist von Werth, aber nicht entscheidend. Der Geist aber, der eine Organisation beseelt, das gefchickte Benügen der thatsächlichen Verhältnisse seitens der Leitung und das damit gewonnene Vertrauen der Massen, das sind Voraussehungen, die, wenn sie vorhanden, den Erfolg sichern. Man laffe die großen bestehenden Organisationen in Ruhe, störe fie in ihrer Entwickelung nicht, und ihr Beispiel wird mehr nügen als Dutzende von Kongreßbeschlüssen, hinter denen nichts steckt. Politische Uebersicht. hielt am 28. ein gewisser Herr von Klinkowström, blauAus dem Antiquitätenkabinet. Im Herrenhause blütiger Junker vom Wirbel bis zur Zehe, derselbe, der Bedlig den rührenden Nachruf gewidmet hat, eine Rede, die in ihrer wundervollen Naivität für sich selbst spricht: Nimmt aber das sozialdemokratische Zentralorgan haupt fächlich daran Anstoß, daß die zu bildende Kommission im Wesentlichen die ihr vom Reichskanzler und Bundesrathe zu ftellenden Aufgaben zu lösen haben wird, so tann doch wohl taum Jemand daran gedacht haben, daß etwa der sozialdemo fratische Parteivorstand zu den Instanzen". gehören solle, welche der Kommission zu bezeichnen haben, welchen Gebieten sie ihre aufklärende Thätigkeit zuwenden solle." Ueberzeugender kann das Zutreffende unserer Beurtheilung nicht aufgezeigt werden. In der That, die Ar beiterklasse, über deren Zustände zahlenmäßiges Material In Bezug auf die traurigen Arbeiterverhältnisse will ich zusammengebracht werden soll, hat keinen Anspruch darauf, bemerken, daß eine Petition des Landwirthschaftsraths dahin gehört zu werden, und die Kommission ist gehalten, auf geht, die Personentarise für die Familienväter unter den Arbeitern Anordnung der Regierung ihre begutachtende Thätigkeit zu herabzusehen, die, aus dem Osten nach dem Westen ausgewandert, beginnen. Haben nicht Reichskanzler und Bundesrath bahnjetzt wieder zurückkehren wollen. Ich bitte die Regierung, brechend auf dem Gebiete der sozialen Statistik gewirkt, als diefer Petition die möglichste Berücksichtigung angedeihen zu sie die Eisen, die Baumwoll- Enquete veranstalteten, iſt Laffen. Die sozialdemokratische Bewegung ist nach Aufhebung die Erhebung über die Sonntagsruhe nicht eine Musterdes Sozialistengeſetzes meiner Beobachtung nach nicht zurückgegangen. Die schlimmste Wirkung der Aufhebung des Leiſtung? Hat nicht der Regierung des größten deutschen Sozialistengefeges aber ist der Umstand, daß die sozial- Bundesstaats, die auch im Reich die Leitung hat, die Erdemokratische Agitation jetzt auch den gefunden Theil der Behebung über die preußischen Bergarbeiter- Zustände den völkerung und insbesoudere die Landbevölkerung ergreift. Bei Stempel objektiver, allseitiger sozialpolitischer Beleuchtungseiner der letzten Reichstagswahlen haben oie Sozialdemokraten kunst aufgedrückt? An ihren Früchten sollt ihr sie erin schlimmster Weise auf dem Lande agitirt, nicht nur um fennen! ihren Kandidaten durchzubringen, sondern um zunächst in diesen Kreisen Fuß zu fassen, um die Arbeiter gegen die Arbeitgeber zu heben, allgemeine Streits heraufzubeschwören. Ein Streit auf dem Lande wäre aber der Anfang vom Ende. Fraktion des Reichstags hat einstimmig beschlossen, die erste Ja möchte daher die Regierungen bitten, hier ein- Rate für den Kreuzer K in dritter Lesung abzulehnen. Uns zufchreiten, so lange lange es noch Zeit ist. Es werden kann diese Verminderung der Ausgaben für die Kriegsflotte Broschüren im Lande verbreitet, welche die schlimmsten Lügen nur willkommen sein. Die Ultramontanen im Reichstage enthalten, u. a. auch eine ältere Broschüre von Engels, reagiren auf den Fall der Schulvorlage im preußischen dem Nachfolger von Mary, welche den internationalen Landtage wie zu erwarten war. Auch eine„ Oppofition"! Charakter der deutschen Sozialdemokratie betont, während die. Das Zentrum in Oppofition". Die Zentrums " 1 studenten wie folgt äußerte: russische und französische Sozialdemokratie immer noch eine Souft und- jetzt? Der neue Kultusminister hielt nationale ist. Ist das eine politische Partei? Ich sage: Nein! am 4. Juli 1888 in der Staatswissenschaftlichen GesellEs sind Hochverräther, gegen welche die Schärfe des Gesetzes schaft" einen Vortrag, in welchem er sich über die Corps angewendet werden muß. Jeder von uns ist gern bereit, den reblichen treuen Arbeiter zu unterstüßen, ihm zu helfen, seine Lage zu verbeffern, so weit es geht. Aber wir wollen nicht unser deal mit Füßen treten lassen, wir wollen unsern Kindern und Kindeskindern erhalten, was wir mit so großen Opfern errungen haben.( Beifall.) Die deutsche Sozialdemokratie nennt fich deutsch, sie ist es aber nicht, sie ist keine deutsche Partei; dieser Gedanke muß vernichtet werden, und geht es nicht im Guten, dann mit Gewalt.( Beifall.)" Die Kommission für Arbeiterstatistik. Die Auftraggeber des Herrn Bindter scheinen an einer heillosen Begriffsverwirrung zu leiden: Offenbar sind die Nachwehen der Ministerkrisis noch nicht verwunden. So entdeckt die " Norddeutsche Allgemeine Zeitung", der Vorwärts" habe vor der Kommission für Arbeiterstatistik schon jetzt so viel Angst, daß er dieselbe in einem längeren Artikel zu disfrebitiren versucht, obwohl weder er noch sonst Jemand diese Ergebnisse bisher kennt." Unsere sachliche und sachBerlin, den 28. März. gemäße Kritik des Regulativs findet bei dem offiziösen Strategische Bahnen. Der Nachtragsetat, welcher Blatt den Wider hall, den wir erwartet haben. Merger und für militärische Eisenbahnen etliche dreißig Millionen be- Verlegenheit haben die Replik der Norddeutschen Allgemeinen ansprucht, ist dem Reichstag sehr rasch zugegangen. Es Beitung" inspirirt. Sie schreibt u. a.: Daß die Ergebnisse sollen hergestellt werden eine neue Linie von Röschwoog mit den bekannten sozialdemokratischen Privatenqueten viel( Station der Strede Germersheim- Straßburg) in der Rich fach nicht übereinstimmen werden, ist allerdings wohl an tung auf Karlsruhe, mit Ueberbrückung des Rheins bei zunehmen; will aber der Vorwärts" sie deshalb schon Roppenheim. Ferner zweigleisiger Ausbau folgender heute als Schönfärberei" denunziren, so verräth er nur, Strecken: Thorn( Katharinenflur) Korschen, Trier I. U. daß für die sozialdemokratischen Zwecke mur ein feitige, Landesgrenze bei Sierd- Diedenhofen, Saaralben- Bensdorf, nicht aber all seitige Beleuchtungen brauchbar sind." Saaralben- Obermodern, Obermodern- Hagenau, Hagenau Steht sogar das Organ des Herrn Pindter so sehr unter " Ich bin Korpsstudent gewesen, und wir wurden von Korps wegen geradezu angehalten, ins Kolleg zu gehen. Das soll ja freilich jetzt anders geworden sein. Die farbentragenden Studenten sollen sich, außer den Medizinern, taum noch im Kolleg fehen lassen. Ein hiesiger angesehener Professor verficherte mir jüngst, daß ein Korps in Heidelberg feinen Mitgliedern und Füchsen den Kollegienbesuch als unanständig geradezu verbiete. Das wäre denn freilich die Krone eines unsinnig gewordenen studentischen Lebens. Richtig ist nach meinen Erfahrungen, daß die Korps an die Lebenshaltung ihrer Mitglieder jest Anforderungen stellen, die schon finanziell für nicht sehr reiche Bäter kaum erschwinglich sind. Daraus ergiebt fich dann auch leicht eine Gewöhnung an materielle Genüsse und eine Summe von äußeren Ansprüchen, die neben fittlichen und materiellen Gefahren auch auf das wissenschaftliche Leben ungünstig zurückwirken müssen. Ein hiesiger Richter, welcher der freisinnigen Partei angehört, beklagte sich vor einiger Zeit gegen mich in den bittersten Ausdrücken über die erstaunliche Unwissenheit und Intereffelosigkeit zahlreicher Referendarien über deren völligen Mangel an idealer Lebensauffassung, und wenn dies Zeugniß eines Praktikers, der doch täglich Gelegenheit hat, unseren juristischen Nachwuchs zu beobachten, mit den Wahrnehmungen der akademischen Lehrer übereinstimmt, so scheint in der That die Besorgniß nicht unbegründet zu sein, daß die tonangebenden Kreise unserer akademischen Jugend Wege gehen, welche die Bewahrung der traditionellen Tüchtig teit unseres Beamtenthums ernstlich zu gefährden drohen. Außerdem klagte Herr Bosse, die Vorbildung der Ver waltungsbeamten sei unzulänglich; namentlich würden die tüchtigen Gewerbedezernenten immer seltener; bei der Mehr zahl der jüngeren Beamten finde man oberflächliches Aberhält. Ein solcher Anspruch wird von jedem vernünftigen Staatsangehörigen gar keine Vertreter wählen darf, sondern Geldsack wurde zum Maßstabe der politischen Reife und Menschen als billig anerkannt, nur leider sind der ver- daß dies nur einer Minderzahl und zwar der Besitzenden Rechtsbefugniß gemacht. So entstand das Klassenwahl nünftigen Menschen noch lange nicht genug vorhanden und eingeräumt ist, welche andere Bedürfnisse, Wünsche und geseh, nach welchem man angenommen haben muß, daß leider sind diese bis jetzt noch über die Möglichkeit der Aus- Interessen haben, als die große Masse der Enterbten." Einer, der bestimmt ist, Hunderttausende zu erben, von der führung in Verlegenheit gewesen. Daß diese Sache aber Präsident: Sie haben endlich gesagt, der Arbeiter Vorsehung mit hundertmal mehr Verstand begabt wird, als wichtiger ist, als Bieles, was der einseitige Patriotismus folle nicht fortleben, um eine Anzahl Schmarogerpflanzen Einer, dem es beschieden war, als Sohn eines armen Geder Herren Nationalliberalen für nöthig hält, dürfte mit zu ernähren. Wen haben Sie unter Schmaroßerpflanzen lehrten geboren zu werden." Sie haben in der Vorunter der Zeit allgemein anerkannt werden, und in dieser Rücksicht gemeint?" suchung zugestanden, diese Worte gesprochen zu haben; ich habe ich gesprochen." frage Sie zunächst, ob Sie dieselben auch jetzt noch als von Ihnen so gesprochen anerkennen?" Präsident: Es scheint aber doch, als wenn Sie damit aufreizen wollten, denn Sie sprechen bald auch von der , brückenden Lage der Arbeiter." Frank:" Ich habe, wie sich aus den Worten ergiebt, Diejenigen gemeint, die von der Arbeit Anderer leben, ohne daß sie selbst etwas Nützliches auf Erden leisten." Barth: Ich erkenne diese Worte als die mei nigen an." Präsident: Sie sind gebildet genug, Herr Barth, um einzusehen, daß diese Darstellungsweise nicht geeignet ist, die Achtung vor dem in unserem Staate zu Recht be bestehenden Wahlgesetze zu erhöhen?" Barth: Das war auch meine Absicht nicht, Herr " Präsident: Und wen denn da im Besonderen?" Frank:" Darauf weiß ich nichts zu erwidern; ich kann Frank:" Ich habe damals Niemanden genannt und nur auf die Steinhauer- Vorstadt hinweisen. Wenn glaube daher auch hier Niemanden nennen zu müssen." der Mensch von früh 6 Uhr bis Mittag und wieder von Präsident:" Bur Aufklärung des ganzen Falles und 1 Uhr bis um 7 Uhr harte anstrengende Arbeit zu ver- der Tendenz Ihrer Rede wird es doch nöthig sein, und ich richten hat, dabei nicht hinreichend verdient, um seine muß deshalb auf meiner Frage bestehen." Familie ordentlich ernähren und erziehen zu können und sich Advokat Streit:" Ich sehe mich genöthigt, meinem Präsident. selbst die bei der Arbeit aufgewandten Körperkräfte wieder Klienten das Recht auf Alleinbestz seiner Gedanken zu Präsident: Nein, das war Jhre Absicht nicht, und zu ersetzen, dann befindet er sich nach meiner und vieler wahren. Jeder stellt sich unter Schmarogerpflanzen vor, Sie sind sich gewiß bewußt, daß Sie damit das Gegentheil anderer Leute Meinung in drückender Lage. Ich habe wen er will; die Ansichten sind verschieden hierüber, und bewirkt haben?" es nicht gesagt, um aufzureizen, sondern weil es die Wahr- wenn sie nur nicht in beleidigender Weise mit Bezug auf Barth: Wie es meine Absicht war, Herr Präsident." heit ist." genannte oder handgreiflich zu erkennende Personen geäußert Präsident: Sie gestehen also die bösliche Absicht ein?" Bräfident:" Sie haben die Aeußerung gethan, die kirch- werden, entziehen sich ganz der Verantwortung. Ein weiteres Barth: Die bösliche Abficht nicht, Herr Präfident, liche Ehe sei dem Arbeiter nicht viel unangenehmer, als die Dringen in den Angeklagten würde leicht den Charakter sondern nur die Absicht." Zivilehe. Sie wenden sich damit gegen das staatliche und einer Gedanken- Inquisition annehmen." Präsident: Wenn Sie das Vertrauen zu Staats firchliche Institut der Ehe in ziemlich wegwerfender Weise." Staatsanwalt:„ Die Sache steht doch nicht ganz so, Einrichtungen und die Achtung vor Gesetzen erschüttern Frank: Da hat man mich nicht recht verstanden. Ich wie die Vertheidigung behauptet. Bei der aufreizenden wollen durch derartige Darstellungen, nennen Sie die Absicht Iprach nicht von diesem Institut überhaupt, sondern mit Tendenz der ganzen Rede hat gerade diese Stelle eine Be- dazu nicht eine böse?" Rücksicht auf die Dürftigkeit der Arbeiter." deutung, die, wenn auch unausgesprochen, den Zuhörern Barth:„ Es kommt auf den Endzweck an, wie ich mir Präsident: Sie stellen das Werk der Gesetzgebung so gewiß verständlich war und in dieser Fassung auch ihren vorstelle. Mein Endzweck aber ist nicht, das Vertrauen und hin, als wenn die Besitzenden in ihrer verschwindenden Zweck erreichte." die Achtung vor gefeßlichen Zuständen zu erschüttern, sons Minderheit beliebige Gesetze vorschrieben. Das ist doch eine Streit:" Die Vermuthungen des Staatsanwalts sind dern heilsame und nothwendige Reformen zu erstreben. Wie totale Entstellung der Thatsachen, die ganz geeignet ist, diese Vermuthungen des Staatsanwalts. Ich kann ihnen gegen- fann man das aber anders, als indem man das Unhalt. Gesetzgebung zu diskreditiren." über nichts thun, als mich auf meinen Einspruch zurück- bare, Schädliche und Widersinnige der zu verbessernden zubeziehen." Staatseinrichtungen nachweift?" Präfident: Sie können sich setzen, Herr Frank. Präsident:" Ich will annehmen, daß dies Ihr Endzweck E3 ist in der Anklage gegen Sie behauptet, Herr war, meine aber, daß Sie den viel beffer erreichen konnten, Barth, Sie hätten sich über das in unserem Staate zu wenn Sie ruhige Ueberzeugung anwendeten und sich Recht bestehende Wahlgesetz wörtlich dahin geäußert:„ Der frei von Uebertreibung hielten!" " Frant: Ich weiß nicht, ob dies die Folge sein kann, bestreite aber, daß ich die Thatsachen entstellte." Präsident: Sie wissen doch, daß die Geseze unter Mitwirkung der Landesvertretung zu Stande kommen?" Frank:" Das bestreite ich; da der größte Theil der ( Fortsetzung folgt.) urtheilen in Hülle und Fülle, gediegene Arbeit aber so selten. »daß jede einigermaßen werthvolle Arbeitsleistung sofort auffällt." Als Kultusminister hat Herr Bosse ja Gelegenheit, mit dem Unfug des Korpsstudententhums gründlich auf- zuräumen. Es ftagt sich blos, ob der Kultusminister noch so denkt wie der Geheimrath.-» Grosinmth gegen die armen— Standesherren. Nicht blos die armen preußischen Standesherren, denen, obwohl sie kein Recht dazu hatten, fürstliche Großherzigkeit — auf Kosten der übrigen Steuerzahler— die Steuerfreiheit zum Geschenk machte, sondern auch die neu einver- leibten hessischen, nassauischen und hannoverschen Standes- Herren, welche vorher keinerlei Steuerfreiheit genossen, sollen jetzt für Ausgebung ihrer wiederrechtlich genossenen Steuer- freiheit noch eine besondere Entschädigung erhalten. Zu den Standesherrn, welche ohne jeden Rechtsanspruch solche er- halten sollen, gehören die Hänser Jsenburg-Birstein, Isen- burg-Büdingen-Wächtersbach, Jsenburg-Budingen-Meerholz, Solms-Rödelheim und Bentheim-Steinfurt. Es ist dieses auch dem Ministerium selbst nicht unbekannt, wie es der von dem Geheimen Ober-Finanzrath und vortragenden Rath psrkeinsihvichtken. AuS Gelsenkircheu wird uns unterm 27. März geschriebene Die KnappschaftSältesten-Wahlen haben bis heute die Gemüther in Aufregung erhalten. Es hat einen sehr heißen Wahlkampf gegeben, uberall ging es mit Macht gegen die „Rothen". So nannte uns die Zechenpartei. Die ultramontanrn und nationalliberalen Zeitungen leisteten ihr Mögliches an Be- schimpfungen und Verhöhnungen, auch die Gewerkvereine hatten sich aus die Seite der Gegner gestellt. Allerdings hat alles nichts genützt, die Sozialdemokratie siegte fast überall. Die Nachrichten, die von Dortmund, Bochum, Witten einlaufen, lauten alle: Sieg auf der ganzen Linie! Hier in Gelsenkirchen wurden ganz besondere Anstrengungen gegen die Kandidatur des Vertrauens- mannes der Partei gemacht. Die hiesigen Zechen gaben die Parole aus, die Arbeiter könnten wählen, wen ste wollten, nur den Meinert nicht. Dies war jedoch Oel ins Feuer. Meinert wurde gewählt, und zwar mit großer Majorität. Für die nächsten Reichstagswahlen kann der Ausfall der Wahlen der Knappschasts- Aellesten als gutes Vorzeichen betrachtet werden. So sängt es doch endlich auch in den schwarzen Bezirken Westfalens zu tagen an I � � Zum„geistigen Kampfe"' wie ihn die Gegner lieben, wird aus Steinbach-Hallenberg in Thüringen ein Beitrag geliefert. Als daselbst Genosse Paul Jahn aus Berlin in einer Versammlung über Christenthum und Sozialismus sprach, stürzte eine Anzahl Gymer auf den Referenten zu und insultirte ihn thätlich. Die Versammlung wurde infolge dieser Rüpelei der Gegner aufgelöst. Dem Fortschritt unserer Ideen in jenem Orte kann das Vorkommniß nur forderlich sein. Theater. Dienstag, den 29. März. Opernhaus. Cavalleria rusticana ( Bauern Ehre.) 4 schmied. Der Baffen Schauspielhaus. Das heilige Lachen. Deutsches Theater. Der Richter von Zalamea. Lessing- Theater. Der Fall Clé- 8 menceau. Berliner Theater. Der Veilchenfreffer. Arbeiter- Bildungs- Schule.] Lehrplan für das II. Quartal 1892, am Freitag, den 1. April, in Kraft tretend. Die Stunden fallen wie bisher Wochentags von bis 10% Uhr Abends. Wallner- Theater. Der Löwe des Montag Lages. Residenz- Theater. Der kleine Schwere- Mittwoch nother( Ferdinand le noceur,) Dienstag. 9 Donnerstag Freitag. do. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. do. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Ein blauer Teufel. Eine vollkommene Frau. Frühere Sonnabend Verhältnisse. Bellealliance- Theater. 1. Rezitation von August Junkermann mit lebenden Bildern. 2. Ontel Bräfig's Montag legte Stunden. Du brögft de Dienstag. Bann weg. Jochen Bäsel, wat büft do. Du vorn Esel. Ostend- Theater. Berlin im Jahre Donnerstag. 2000. Mittwoch Freitag. Sonnabend Nordschule. Müllerstr. 179a, Deutsch( mittl.) Geschichte( mittl.). Deutsch( ob.). . Buchführung. Chemie. Deutsch( unt.). Physiologie. Rechnen. Ostschule. Markusstr. 31. Buchführung. . Physiologie. Deutsch( mittl.). Rechnen. Geschichte( mittl.). Deutsch( unt.). Südschule. Hagelsbergerstr. 43. Rechnen. Deutsch( mittl.) Geschichte( neu). Deutsch( ob.). Buchführung( doppelte). Deutsch( unt.). Süd- Ostschule. Reichenbergerstr. 183. Rechnen. Deutsch( mittl.). Mathematik. Deutsch( ob.). Geschichte( alt). Deutsch( unt.). Buchführung. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis Versammlung am Dienstag, den 29. März d. J., Abends 8½ hr, in Bielefeld's Salon Zum Spreewald", Hafenhaide 12. Tagesordnung: 1. Bortrag:„ Die Ziele der Sozialdemokratie." Referent: Genoff Th. Metzner. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Ber, 450/8 schiedenes und Fragetaften. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Versammlung am Dienstag, den 29. März cr., Abends 8 Uhr, in der Braueret Bötzow, Prenzlauer Thor. Tagesordnung: 385/15 1. Der Großbetrieb und das Handwerk. Referent: Reichstags- Abgeordneter J. Auer. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Die mit bezeichneten Stunden werden mit Benutzung der Doppel- für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Räume ertheilt. * Versammlung am Dienstag, den 29. März, Abends 8 Uhr, in Ahrens Brauerei, Thurm- Straße Nr. 25/26( Moabit). Tagesordnung: Adolph Ernst Theater. Der Tanzteufel. Feenpalaßt. Spezialitäten- Borstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Für alle vier Schulen: an jedem Sonntag Vormittags 10-12 Uhr: Winter- Garten. Spezialitäten- Bor- National- Oekonomie. Das Lotal wird noch bekannt gemacht. stellung. Die Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder kann an Kaufmann's Variété. Spezialitäten- endstehenden Zahlstellen, deren je eine auch in jeder Schule errichtet ist, Vorstellung. erfolgen. Dafelbst wollen auch die Theilnehmer und Theilnehmerinnen am Konkordia- Valat- Theater. Spe- Unterricht ihre Schulkarten einlösen. Beitrag mindestens 25 Pf. monatlich, die zialitäten- Vorstellung. Schulgeld monatlich 50 Pf. An den mit bezeichneten Zahlstellen sind auch 3. Billets zum Aquarium à 40 f. und zur Urania à 25 Pf.( welche lettere dann nur noch eine Nachzahlung von 25 Pf. bedingen) gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches zu haben. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Eiskeller. Theater und SpezialitätenVorstellung. Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Circus Renz. Karlstraße. Dienstag, den 29. März 1892, Abends 74 Uhr: Außerordentliche Vorstellung. Zum 191. Male: Auf Helgoland" I ober: Ebbe und Fluth. Große hydrologische Ausstattungs- Pantomime in 2 Abtheilungen vom Direktor E. Renz. National- Tanze( 65 Damen). Einlage: Tscherkessen 2c. Dampfschiffs u. Boots fahrten, neue überraschende Licht- u. Feuereffekte. 80 Fuss hohe Riesenfontaine. Außerdem: Zyzska, Zante, Dubosz und Bravo, arab. Vollblut Schimmelhengste, zus. vorgeführt von Herrn Franz Renz. Colmar, ger. v. d. beliebten Schulreiterin Frl. Clot. Hager. Eine Schulquadrille, ger. v. 8 Herren. Sisters Lawerence am flieg. Trapez. 6 Gladiatoren, plastische Gruppirungen. Auftreten der Reitkünstlerin Frl. Edith. Mr. Alex. Briatore, Saltomortalesreiter. Komische Entrees 2c. Täglich ,, Auf Helgoland". E. Renz, Direktor. Die Zahlstellen sind folgende: S. Südschule, Hagelsbergerstr. 43, * Börner, Ritterstr. 108. Gründel, Dresdenerstr. 116. Klein, Rottbufer Damm 14, SO. Südostschule, Reichenbergerstr. 133. Kehr, Röpnickerstr. 126. Schmidt, Wrangelstr. 141. * Schulz, Admiralstr. 40 a. Ulrich, Wrangelstr. 84. Zubeil, Naunynstr. 86. Linke, Forsterstr. 45. Schayer, Reichenbergerstr. 54. SW. Grabe, Mariendorferstr. 10, * Fafforke, Junkerstr. 1. Goepel, Razbachstr. 1. * Antrick, Steinmetzſtr. 60. 0. Ostschule, Markusstr. 31. A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. E. Böhl, Frankfurter Allee 74, Radke, Krautstr. 48. " Lock, Friedrichsbergerstr. 11. Tempel, Breslauerstr. 27. Rusch, Markusstr. 31. 432/12 Castan's Panopticum Achtung! Friedrichstr. 165a, Ece Behrenstr. Interesanteste Völkerschaft Inner- Afrikas: Schuli b. Emin Pascha- Reich. 30 Personen, Männer, Frauen, Kinder. Vorstellungen: 11, 12 u. 1 Uhr Vormittags, 4, 5, 6, 7, 8 und 9 Uhr Fachmittags. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. PassagePanopticum. Riese, 9 Fuß. Zwerg, 25 Zoll. Mann m. Steinkopf. Pigmy v. Stanley10-1 Zwergvolk. 4-9 Uhr. * C. * Berndt, Neue Schönhauserstr. 18. Kuhlmey, Rosenstr. 30. N. Nordschule, Müllerstr. 179a, Krause, Pappel- Allee 8/4. Abraham, Straßburgerstr. 5. * Gleinert, Müllerstr. 174. Gnadt, Brunnenstr. 38. Kleinau, Gartenstr. 171. Lehmann, Brunnenſtr. 83. Schmidt, Tresckowstr. 24. Thierbach, Schwedterstr. 44. Raabe, Ruppinerstr. 42. * Scholz, Rastanien- Allee 35. NO. * Gumpel, Barnímstr. 42. Drescher, Linienſtr. 50. NW. * Vogtherr, Stephanstr. 27a Voss, Lübeckerstr. 8. Friedrichsberg. Heineke, Friedrich Karlstr. 11. Der Vorstand. Achtung! Oeffentliche Versammlung sämmtlicher Gewerkschaften am Sonntag, den 3. April, Vormittags 9½ 1hr, im Feen- Palast", Burg- und St. Wolfgangstraßen- Ecke. Tagesordnung: Fortsetzung der Diskussion über die Beschlüsse des Halberstädter Gewerkschafts- Kongresses, betreffs der sogenannten Lotolorganisation. Die Vorstände aller Gewerkschaften sowie die Vertrauensmänner der Partei werden im Interesse dieser Versammlung ersucht, an diesem Tage heine Versammlung einzuberufen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Das Bureau der Versammlung vom 27. März. J. A.: Hugo Lehmann, Buttmannstr. 20 II. 219/7 Sattler und Fachgenossen! Versammlung 1. Die Bestrebungen der deutschen Bodenbenk- Reformer und 423/18 Sozialdemokratie. Referent Herr Dr. Borchardt. 2. Diskussion. Vereinsangelegenheiten. 4. Berschiedenes und Fragetaften. Der hochwichtigen Tagesordnung wegen und um die Diskussion recht und geistig nußbringend zu gestalten, ersucht um zahlreiches Erscheinen Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. rege Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstrasse No. 2. In unserem Verlage erschien soeben: Gewerbe- Ordnung für das Deutsche Reich vom 21. Juni 1869, in der Faffung des Reichsgesetzes vom 1. Juli 1888 und unter Berücksichtigung der durch die Gesetze vom 8. Dezember 1884, 23. April 1886, 6. Juli 1887 und die Novelle von 1891 eingeführten Aenderungen. Mit erläuternden Anmerkungen u. ausführlichem 16 Sachregister. Bogen Taschenformat. Preis elegant kartonnirt 1 Mark. Mit dem 1. April tritt die durch die Novelle vom Jahre 1891, das sogenannte Arbeiterschuß- Gefeh", veränderte GewerbeDrdnung in Kraft, und wird sich die Anschaffung derselben für jeden, sei er nun selbständiger Gewerbetreibender oder Arbeiter, als eine zwingende Nothwendigkeit herausstellen. Unsere Ausgabe ist den Bedürfnissen der Arbeiter angepaßt. Die oft schwer verständlichen Gesetzesparagraphen sind durch entsprechende Anmerkungen erläutert. Ein umfassendes Sachregister, sowie die solide Ausstattung werden jedenfalls zur weitesten Verbreitung beitragen. Vereinen und Wiederverkäufern gewähren wir beim Partiebezug entsprechenden Rabatt. Ich habe keine Filialen und stehe mit ähnlich lautenden am Mittwoch, den 30. März, Abends 81/2 Uhr, im Klubhaus, Annenstrasse 16. Firmen in keinerlei Beziehung. Tagesordnung: Das Herren- u. Knaben- Garderoben- Geschäft Gäfte willkommen. 1. Vortrag des Herrn Berndtgiber:„ Die Pariser Kommune." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. E 263/14 Großer Umsatz. Hierzu ladet ein Der Vorstand. Sonnabend, den 2. April, im Restaurant Schmiedel, Alte Jakobstrasse 32: Stiftungsfest. Zur Aufführung gelangt: ,, Die Bismarkspende". Lustspiel in zwei Gratweil'sche Bierhallen Aufügen. Ausgeführt von Kollegen. Billets sind in der Versammlung zu haben. Kommandantenstrasse 77-79. Heute, sowie täglich: Gr. Freikonzert. Anfang Wochentags 71/2 Uhr, Sonntags 20 Pf. Entree. Anfang 6 Uhr. Empfehle meinen berühmten Mittagstisch à la Duval. Diner à 1 Mark. 3 Kegelbahnen, 6 Billards, 2 Säle. Sowie täglich: Bekanntmachung. Vom 1. April d. I. befindet sich meine Cigarren und Tabakfabrik nicht mehr Brüderstraße 20, sondern Oranienstr. 191, Vis 31. März d. J. noch Brüderstr. 20, Ecke Gr. nur annehmbaren 8- Cigarren zu jedem vorzüglichster Preise. 1169L Gr. Bock- Ausschank aus der Berliner Bock- Brauerei. KRONENGARN. Dr. Hoesch, homöopath. Arzt, Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. Künstliche Zähne 2 Mark. Plomben von 1,50 M. an. Schmerzloses Zahnziehen 1 M. 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Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Berathung des Nachtragsetats für 1892/93, in welchem als erste Rate für den Neubau bezw. Ausbau strategischer Bahnen an der Ost- und Westgrenze des Reichs, Gesammtbedarf rot. 32 Millionen Mark, die Summe von 9 643 400 m. gefordert wird. Dienstag, den 29. März 1892. 9. Jahrg. Im sekretär nicht beipflichten; Nordamerika habe und feine Kon- nahme auf seine früheren gleichartigen Anregungen. zeffionen gemacht, sondern es sei alles beim alten geblieben. preußischen Abgeordnetenhause sei eine entsprechende Anregung Schaßsekretär v. Malzahn: Das neue Verzeichniß der meift- auf fruchtbaren Boden gefallen. Das Reich müsse auch für ideale begünstigten Staaten beruht auf Bundesrathsbeschluß vom Zwecke etwas thun. 30. Januar und ist im Zentralblatt für das Deutsche Reich ver Staatssekretär v. Bötticher: Wir können leider nicht von öffentlicht. Von europäischen Staaten fehlen darin Rumänien der Frage absehen, ob das Reich für solche ideale Zwecke und Portugal, außerdem auch Spanien, welches erst nachträg- engagirt werden darf und ob die Finanzlage danach angethan lich wieder in die Liste auf Grund des provisorischen Abkommens ist. Von dem Standpunkt des Staatssekretärs des Innern ist aufgenommen ist. es ganz gerechtfertigt, sich dafür zu interessiren, vom Standpunkte Abg. Jebsen( natl.): Welche Schritte sind geschehen, um des Schaßsekretärs ebenso gerechtfertigt, zu erklären, daß dafür von der chilenischen Regierung eine Entschädigung für das in Reichsmittel nicht angewiesen werden können. Die BedürfnißValparaiso mit Mannschaft und Ladung vernichtete deutsche frage scheint mir zweifelhaft. Die Hebung des Kunstfinnes wird Schiff Potsdam zu erlangen? in den Einzelstaaten so erfolgreich gefördert, daß man von diesen Staatssekretär v. Marschall: Die Entschädigungsfrage liegt nicht mehr verlangen kann. Jedenfalls muß den verbündeten in diesem Falle rechtlich sehr schwierig. Die Hamburger Bart Regierungen die volle Freiheit der Entschließung gewahrt " Potsdam" war von der Kongreßregierung, welche die Blokade werden. Abg. Hammacher( nl.) bedauert, daß diese Vorlage erst so spät dem Reichstage zugeht und zwar in einem Moment, wo Das ganze Haus sich schon mit dem Gedanken des bevorstehenden des Hafens von Valparaiso ausgesprochen hatte, zum Verlassen Abg. Orterer erklärt sich aus Verfassungs- und Opportunitäts. Schlusses der Session beschäftigt. Die Forderung des Nachtrags- des Hafens aufgefordert worden, ist troh ihres anfänglichen rücksichten in Uebereinstimmung mit dem Standpunkt des Staatsetats fei eine sehr hohe, die Begründung im Einzelnen nichts Widerspruchs aus dem Hafen hinausbugfirt worden und auf sekretärs des Innern gegen den Antrag. weniger als erschöpfend. Es stehe auch in Frage, ob nicht durch freiem Meere verloren gegangen. Das Recht zur Verhängung Bayerischer Gesandter Graf Lerchenfeld: Das Reich hat bedingungslose Bewilligung des Kredits die mit Baden über die der Blokade seitens der Kongreßregierung wird natürlich von der gegebenen Falls auch für einzelne Kunstzwecke erhebliche Opfer Linie Roschwoog- Karlsruhe schwebenden Verhandlungen zum jetzigen Regierung aufrecht erhalten; eine Anregung der Rechtsfrage gebracht. Wenn der Antrag nunmehr eine ständige Position im Nachtheil des Reichssäckels beeinflußt werden. Die Berathung würde also gegenwärtig in Santiago keinen Erfolg haben. Da aber Etat wünscht, so ist meine Regierung sowohl aus finanziellen, des Nachtragsetats in der Kommission sei unumgänglich; hoffent- andere Entschädigungsansprüche von der dortigen Regierung be- als anch aus Rücksichten auf das Kunstinteresse selbst dagegen. lich werde die Kommission mit der größten Beschleunigung rücksichtigt worden sind, ist unser Gesandter angewiesen, eine Die Kunst hat sich lokal und partikularistisch überall entwickelt arbeiten. solche Entschädigung auch für die" Potsdam" anzuregen. Eine und ihre Blüthe ohne eine tünstliche Zentralisation erreicht. Abg. Hahn( dt.) schließt sich diesen Ausführungen und dem Antwort ist bis jetzt nicht eingegangen. Letztere würde aber in gewissem Umfange eintreten, und das Antrage auf Verweisung des Nachtrags- Etats an die Kommission wünscht meine Regierung nicht. an, zweifelt aber nicht daran, daß in der Kommission diejenigen Aufschlüsse über die Nothwendigkeit der Forderung gegeben werden, die in der gedruckten Begründung nicht wohl gegeben werden tonnten. Preußischer Kriegsminister v. Kaltenborn- Stachan: Die Heeresverwaltung ist mit der Ueberweisung an die Kommission einverstanden, wird daselbst alle wünschenswerthen Aufschlüsse geben und auch die Frage erörtern, weshalb die Vorlage erst so spät eingebracht werden konnte. Abg. Orterer: Das Zentrum bedauert auf das lebhafteste, daß eine Vorlage von solcher Tragweite so dicht vor Thoresschluß eingebracht wird; wir hoffen, daß bei Kommissions: Berathung die durchschlagenden Gründe für die Lewilligung uns unterbreitet werden; sind diese Gründe nicht ganz besonders durchschlagend, so werden wir die Vorlage ablehnen, da bei aller Opferwilligkeit des Reichstags ihm nicht zugemuthet werden fann, in diesem Stadium noch so präjudizirende Beschlüsse zu faffen. Abg. Barth( dfr.) protestirt gegen die Ausführungen des Grafen Kaniß, welche den Bollkrieg mit allen seinen Konsequenzen mit allen möglichen Staaten an Stelle des Systems der Handelsverträge heraufbeschwören würden. Abg. Möller( natl.) schließt sich in der Frage der Handelspolitik den Ausführungen an, welche vom Bundesrathstische gefallen find. Namentlich habe man Ursache, die Vereinigten Staaten rücksichtsvoll zu behandeln, da ihre Konzessionen für uns sehr werthvoll gewesen sind. Abg. Krause( dfr.) erklärt sich gegen den Antrag, des gleichen Abg. Bamberger, der nur unter der Bedingung dafür sein will, daß die für den Zurus der afrikanischen Kolonialpolitik bewilligte Million dafür zur Verfügung gestellt wird.( Heiterkeit.) Der Antrag wird abgelehnt. Abg. von Hülft( ntl.) richtet an den Bundesrath die Anfrage, ob eine Berschärfung des Viehseuchen- Gesetzes in Aussicht Abg. v. Kardorff spricht diesen sogenannten Ronzessionen stehe, speziell in Ansehung der Maul- und Klauenfeuche. Staatssekretär von Bötticher: Anträge auf Verschärfung Nordamerikas jede Bedeutung ab; auf Grund des Meistbegünstigungsrechts, welches beide Nationen einander gewährt der gefeßlichen Bestimmungen sind beim Reich bisher nicht einhätten, sei die Außerkraftsetzung der Mac Kinley- Bill bezüglich gegangen; auch die bekannte Resolution des Landwirthschaftsrathes ist uns bis jetzt nicht zugekommen. Die bisherigen Bedes Zuckers selbstverständlich gewesen. ſtimmungen reichen aus, um der Verbreitung der Maul- und Klauenfeuche entgegenzuwirken, wann fie nur energisch gehandhabt werden. Wenn die Gehöfts- und die Ortssperre wirksam durchgeführt wird, ist nicht abzusehen, weshalb die Weiterverbreitung nicht verhindert werden kann. Die Sperre ganzer Provinzen innerhalb des Landes, wie sie jetzt für Schleswig- Holstein und Ostfriesland. verlangt wird, erscheint undurchführbar. Die Seuchen können wir nur interniren. Im Uebrigen sind neuerdings Maßregeln ergriffen, welche genauere Kunde über die Seuchenherde verschaffen; es ist ferner das Treiben des Viehs auf den Straßen untersagt worden. Abg. Graf Kanit: Jedermann weiß, wie schwer unsere Industrie durch die Mac Kinley- Bill getroffen wird; und dazu sollen wir stillschweigen? Nirgends kann die einseitige Freihandels. theorie verderblicher auf unsere eigene Produktion wirken, als in unserem Verhältniß zu Nordamerika. Herr Dr. Barth sollte doch einmal nach Amerika reisen und die amerikanischen Verhältnisse genauer ansehen.( 3wischenruf links.) Frankreich ist in Nordamerika viel erfolgreicher gewesen. Abg. v, Kardorff( Rp.): Wir sind sehr geneigt, sobald die Nothwendigkeit dieser Forderung erwiesen ist, sie zu bewilligen, nicht bloß im militärischen, sondern auch im wirthschaftlichen Staatssekretär v. Marschall: Frankreich hat den Vereinigten Interesse, da die jetzige Arbeitslosigkeit die Verwendung von Reichsmitteln für diese Zwecke durchaus rathsam erscheinen läßt. Staaten gegenüber dasselbe gethan, wie wir; es hat die Meist Staatssekretär v. Bötticher: Für derartige Vorlagen im begünstigung gewährt und die Nichtanwendung der RetorsionsAbg. Thomsen( liberal) empfiehlt die neue Kanallinie des Intereffe der Landesvertheidigung laffen sich, nicht alle Gründe paragraphen der Mac Kinley- Bill gewissen französischen ExportNordostsee Kanals als Scheidegrenze zur Errichtung einer in der Deffentlichkeit darlegen; wir werden in dieser Beziehung artifeln gegenüber erlangt. Abg. Brömel( dfr.): Es ist nicht recht abzusehen, was Graf Quarantäne gegen ausländisches Vieh, damit der Biehstand in der Kommission das Material vervollständigen. Aus früheren ähnlichen Bewilligungen sind zwar noch Bestände vorhanden, Ranitz mit seinem heutigen Vorstoß erreichen will. Wollte er Schleswig- Holsteins, die Quelle alles Wohlstandes der Provinz, aber es würde an sich ganz unzulässig sein, das noch Vorhandene unser Verhältniß zu Nordamerika erörtern, so konnte er das viel nicht noch mehr dezimirt werde. In Schleswig- Holstein begreife Weltausstellung in Niemand die Milde der Reichsbehörden gegen den Hamburger ohne Weiteres für andere Zwecke zu verwenden. Aus diesem beffer bei der Forderung für die Grunde fonnte also die Vorlage nicht zurückgestellt werden. Die Chicago. Die Bewilligung von 3 Millionen für diese Aus- Markt und die von dort her immerfort brohende Seuchengefahr. Staatssekretär v. Bötticher: Die Regierung muß den in früheren Bewilligungen werden aufgebraucht werden für die stellung zeigt, welche Bedeutung dem amerikanischen Markte von Zwecke, für welche sie bewilligt find. Die späte Borlegung erklärt allen Seiten des Hauses beigelegt wird; sie zeigt ebenso, daß die den Ausführungen des Borredners liegenden Vorwurf, als habe sich daraus, daß in weiten Kreisen des Hauses die Meinung be- deutsche Industrie auf diesem Markte auch nach der Mac Kinley- fie tein genügendes Interesse für das Wohlergehen seiner Heimathsteht, so. bald als möglich zu den heimischen Penaten zu wandern; Bill tonkurrenzfähig bleiben wird. Die Mac Kinley- Bill ist keine proving als unbegründet zurückweisen. Es ist uns trotz aller Bewir mußten deshalb diese Vorlage, weil wir sie für dringlich blos prohibitive Maßregel, sondern enthält auch zahlreiche gerade mühung nicht gelungen, den englischen Markt für das schleswigfür Deutschland sehr wichtige und erfreuliche Bollerleichterungen. holsteinsche Wieh wieder zu eröffnen. Dagegen hat das Bieh aus halten, eben jetzt noch einbringen. Abg. Sinze( dfr.) hofft, daß die Erklärungen der ver. Mit dem Ausfall auf Dr. Barth ist Herr Graf Kaniz hinein- der Proving erheblichen Absatz nach dem Innern Deutschlands gebündeten Regierungen genügen werden, um die Bewilligung ausgefallen, denn Herr Barth ist gerade vor Jahresfrist mehrere funden. Wenn die Lage aber auch so troftlos wäre, so giebt Monate in Amerita gewesen und hat sich dort sehr eingehend es bessere Mittel als die Absperrung der Landesgrenzen. zusprechen. Auch wir stimmen für die Kommissionsberathung. unterrichtet. Unsere Bestrebungen zur Durchführung einer Wäre der Kanal fertig und gäbe es über ihn nur einige UeberHandelsvertrags- Politik find die einfache Folge der Friedens gänge, dann ließe sich über den Vorschlag des Herrn Thomsen politik, welche die verbündeten Regierungen unter dem Beifall reden; so liegen aber die Dinge zur Zeit noch nicht. Abg. v. Kardorff: Die Bestimmungen des Viehfeuchender gesammten Nation verfolgen.( Beifall links.) Die Vorlage geht an die Budgetkommission. Darauf wird die dritte Berathung des Etats fortgesetzt und in der Spezialdiskussion zunächst der Etat für den Reichstag und für den Reichskanzler und die Reichskanzlei ohne Debatte unverändert genehmigt. Abg. Barth: Was Herr Graf Kanit im Auge hat, ist ein gefeßes muß ich vom landwirthschaftlichen Standpunkte aus für Beim Etat des Auswärtigen Amte 3 erwidert auf Rollfrieg mit Amerika zur Beseitigung der Mac Kinley- Bill. unzureichend erklären. Es werden allerdings die vorbeugenden Nichts fann verkehrter sein. Die Sympathien für ein über- Bestimmungen desselben, besonders an der ruffifchen Grenze, zu eine Anfrage des Abg. v. Marquardsen( nl.) der Staatssekretär v. Marschall, daß es unzweifelhaft sei, daß triebenes Schutzzollsystem in Amerika sind im Schwinden und locker gehandhabt, so z. B. wird das Verbot des Treibens der eine große Menge deutscher Staatsbürger, hauptsächlich aus Süd- daher würde allerdings den Schutzöllnern nichts angenehmer sein, Schweine auf den Wegen übertreten, die Desinfektion der Eisenund Mitteldeutschland ihre Ersparnisse in Zitres der portu- als daß irgend eine fremde Nation sich in die Thorheit eines bahnwagen nur sehr unvollkommen besorgt. Aber die Begiesischen Staatsschuld angelegt haben und zwar zu einem Kurse, solchen Bollkrieges einließe, die dann Wasser auf ihre Mühle Stimmungen selbst bedürfen einer Verschärfung; die nächsten Jahre von dem es sehr zweifelhaft sei, ob er jemals berechtigt gewesen. liefern, ihnen vielleicht den Sieg bei den nächsten Wahlen sichern werden es beweisen. Staatssekretär vou Bötticher: Wenn der Vorredner mir Das Auswärtige Amt sehe nun seine Aufgabe darin, die Dele. würde. Graf Kanit mag sich zunächst selbst einmal in dieser spezialisiren wollte, was er bezüglich der Zustände der russischen girten der auswärtigen Staatsgläubiger Portugals, also in diesem Beziehung auf amerikanischem Boden orientiren. Abg. Graf Kauit: Gerade Herr Brömel hätte beffer gethan, Grenze ausgeführt hat, so würde ich sehr dankbar fein, denn es Falle die deutschen Delegirten, in jeder Weise zu unterstützen, um einer Berkürzung der Rechte der Gläubiger möglichst entgegen- feine Rede bei der Forderung für Chicago zu halten. Ich habe würde eine schwere Uebertretung vorliegen. Wir müssen zu einer zuwirken. Die bezüglichen Verhandlungen mit der portugiesischen ganz allgemein über unsere Handelsverhältnisse zum Auslande verstärkten Kontrolle des Angeordneten und zur gewissenhaften Regierung seien im Gange und die letztere zeige das ernstliche gesprochen. Die Amerikaner sind doch vor und nach der Reise Durchführung des Gesetzes kommen. Bemühen, die entstandenen Schwierigkeiten möglichst zu mildern. des Abg. Barth dieselben unverantwortlichen Schutzöllner geEs sei zu hoffen, daß ein billiger Ausgleich gefunden werde. blieben.( Lachen links.) Wie kommen die Herren zu der BeImmerhin würden sich die deutschen Gläubiger auf erhebliche hauptung, daß ich einen Zollfrieg mit Amerika will? Ich habe Berluste gefaßt machen müssen, und der eine Erfolg der Sache lediglich auf das Vorgehen Frankreichs hingewiesen. ftehe außer Frage, daß in Zukunft die Deutschen bei der Anlegung thres Rapitalbesiyes in ausländischen Fonds etwas vorsichtiger zu Werke gehen werden. Abg. v. Marquardsen ist mit diesen Erklärungen zufrieden und spricht auch seinerseits die Hoffnung aus, daß das deutsche Rapital in Zukunft den Spruch:" Bleibe im Lande und nähre dich redlich!" mehr beherzigen werde. Abg. Graf Kauit( dt) fragt, welche Erfolge die Ermächtigung der verbündeten Regierungen zum Abschluß weiterer Handelsverträge bisher gehabt hätten. Abg. v. Kardorff: Wir bleiben bei dem Wunsche stehen, daß das Deutsche Reich unsere Handelsbeziehungen zu Amerika mit etwas mehr Konsequenz und Festigkeit vertritt als wir es bisher haben wahrnehmen tönnen. Diskussion. Nach einer kurzen Erwiederung des Abg. Barth schließt die Das Kapitel auswärtiges Amt" wird bewilligt, ebenso das Kapitel„ Gesandtschaften, Konsulate und Schutzgebiete". Beim Kapitel allgemeine Fonds" fragt Abg. Lingens, ob Er würde bedauern, aus den Mitteln des Etats zur Unterstützung deutscher Schulen Auslande auch katholische Schulen Unterstützung erhalten. Staatssekretär v. Marschall: Beide Konfessionen werden ohne jeden Unterschied gleichmäßig aus diesem Fonds berückfichtigt, der allerdings nur 60 000. beträgt. Beim Etat der Schuhgebiete stellt der wenn die Zeitungsnachricht sich bewahrheiten follte, wonach der im Bundesrath allen Staaten, welche 1885 durch BundesrathsBeschluß für meistbegünstigt erklärt worden seien, die Vortheile der Handelsverträge ohne irgend welche Gegenleistung zugestanden hätte. Seit 1885 hätten doch die meisten dieser Staaten ihre Zölle gegen uns ganz beträchtlich erhöht. Es brauche nur auf Dänemark und Schweden verwiesen zu werden. Direktor der Kolonialabtheilung, Geh. Rath Kayser, eine Hamburgischer Bevollmächtigter Senator Burchard protestirt gegen die Behauptung des Abg. Thomsen, daß der Hamburgische Markt die Ursache der Verseuchung Schleswig- Holsteins sei. Abg. v. Kardorff: Wer die russisch- schlesische Grenze fennt, weiß, daß, gleichviel wie die auf dem Papier stehenden Geseze lauten, das Hebertreten und Serübertreiben von Vieh über die Grenze nicht zu verhindern ist. Das Treiben von Schweineheerden muß gesetzlich verboten werden; es kann jetzt nur durch Polizeiverordnung geschehen. Die Eisenbahnwagen werden in der That ungenügend desinfizirt, denn es ist gesundes Vieh nach dem Transport in Bayern plößlich an der Maul- und Klauenfeuche erkrankt. Es müssen hierfür besondere Desinfektoren angestellt werden. Staatssekretär v. Bötticher: In allen diesen Punkten reicht das bestehende Gesetz aus.( Widerspruch des Abg. v. Kardorff.) Wenn eine Beschränkung des Viehtransportes an der russischen Grenze nicht möglich wäre, würden wir allerdings bas Geld für die Bewachung der Grenzen umsonst ausgeben. So mißtrauisch sehe ich die Wirtsamteit unserer Beamten und unsere Gesetzes vorschriften doch nicht an. im vorigen Jahre gethane Aeußerung richtig, wonach die Be- Abg. van Hüfft verweist auf das Beispiel Oldenburgs, Staatssekretär v. Marschall: Das erwähnte Verzeichniß ist hauptung, daß im Schuhgebiete von Kamerun der Branntwein- welches durch Einführung der Sperre von der Maul- und Klauenvom Bundesrath bereits einer Revision unterworfen worden und genuß derart im Schwange sei, daß auch Kinder infolge Brannt- feuche verschont geblieben ist, während die Seuche nach Dit= es sind verschiebene ber 1885 als meistbegünstigt bezeichneten weingenuſſes bewußtlos betrunken angetroffen würden, auf leber- friesland zweimal von Berlin eingeschleppt wurde. Abg. Thomsen erklärt, daß die Thierärzte unmöglich das mänien und Portugal. Im übrigen läßt sich hier nicht wohl habe die Richtigkeit dieser Behauptung ergeben. G3 sei zu hoffen, Bieh, wie es auf dem Hamburger Markt untergebracht wäre, Staaten daraus gestrichen worden, in Europa besonders Ru- treibung beruhe. Eine Enquete der Basler Missionsgesellschaft barlegen, welche Handelspolitik im allgemeinen die verbündeten daß die inzwischen erfolgte weitere Grhöhung der Branntwein- gründlich auf seinen Gesundheitszustand untersuchen braden. Staatssekretär v. Bötticher stellt wiederholt in Abrede, daß Regierungen weiter einschlagen werden. Wir haben die Voll- abgabe über die höchsten Sätze der Brüsseler Konferenz hinaus die Regierungen irgend etwas in Bezug auf die Förderung der macht vom Reichstage, gegenüber solchen Staaten, die in dem diesen Mißständen abhelfen werde. Der Etat der Schuhgebiete wird genehmigt, desgleichen Viehzucht in Schleswig Holstein versäumt haben. Die Gründe Meistbegünstigungs- Verhältniß zu uns nicht stehen, dieses gegen angemessene Gegenleistung zu gewähren, bis zum definitiv der Geschentwurf, betreffend die Einnahmen und Aus- gegen eine Sperre sprächen in potenzirter Weise gegen eine Quarantäne. Der Verkehr würde bei beiden die gleichen Schleichhandeln. gaben der Schutzgebiete. ersten Dezember, und wir werden Zum Etat des Reichsamt des Innern liegt eine wege aufsuchen. Tie Verträge, welche früher Preußen und andere Einzelstaaten Abg. Wiffer( wild, liber.): Wir haben alle Ursache, auf mit andern deutschen Staaten geschlossen haben, sind nach der Resolution des Abg. v. Meyer- Arnswalde vor, die ver Gründung des Deutschen Reichs widerspruchslos als für das bündeten Regierungen zu ersuchen, im Stat für 1893/94 als die erhobenen Forderungen immer wieder zurückzukommen, denn Deutsche Reich bindend anerkannt worden; ihre einfache ordentliche Ausgabe mit einer ben vorhandenen Mitteln ent- es handelt sich nicht nur um Schleswig- Holstein, sondern um die Zur Bewilligung von landwirthschaftlichen Verhältnisse im ganzen deutschen Vaterlande. Ründigung ist also ganz unthunlich. Unsern Konventionaltarif sprechenden Summe einzuschalten: haben wir Amerifa gewährt gegen die Erklärung des Präsidenten, Stipendien und Unterstüßungen für talentvolle junge Künstler, Am besten würden wir die Schwierigkeiten überwinden, wenn zur Förderung der monumentalen Malerei Zein Gebrauch gemacht werden würde. danach Abg Graf Kauig fann in dem lehteren Punkte dem Staats- I Deutschland." " für unsere landwirthschaftlichen Produkte, also auch für das Bieh Abg. v. Meyer befürwortet den Antrag unter Bezugeschafften. Abg. v. Pfetten(Zentr.) widerspricht einer Ausdehnung und Verschärfung der bestehenden Vorschriften,. während Abg. Graf Holstein(dl.) eine strengere Kontrolle für den Rayon des Hamburger Biehmarktes empfiehlt. Senator Bnrchard: Eine solche Kontrolle besteht bereits. Abg. v. Kardorff: Die Ereignisse werden mir Recht geben; eine Verschärfung des Gesetzes wird fich schon in den nächsten Jahren als uothwendig erweisen. Abg. Bamberger wünscht Auskunft über die Geschäfts- ergebnisse der subventionirten Dampferlinie nach Ostafrika. Staatssekretär von Bötticher: Bis jetzt haben wir eine vollständige Statistik darüber nicht; wir sind angewiesen auf die Mittheilungen aus den Jahresberichten des Aufsichtsrathes der betreffenden Gesellschaft. Daneben aber sind Schätzungen der Kolonialabtheilnng vorhanden, welche auf dem Ertrage der Zölle beruhen. Schon jetzt eine sichere Prophezeiung über die Zukunft der Linie wagen zu wollen, ist außerordentlich schwer; es sind erst lVs Jahre seit dem Jnslebentreten der Linie vergangen. Darüber, daß es sich hier um ein nützliches und vaterländisches Unternehmen handelt, werden wir uns doch noch verständigen. Abg. Bambergrr: Wir geben doch 900 000 M. jährliche Subvention zu dem Zwecke, die Einfuhr ans und die Ausfuhr nach dem überseeischen Gebiete zu fördern. Inwieweit die deutsche Industrie von dieser Leistung Vortheile zieht, darüber besagt die Antwort des Staatssekretärs nichts. Läßt sich aber darüber über- Haupt nichts sagen, so haben wir doch eine Thorheit begangen, diese Subventionirring zu bewilligen, denn die Reisegelegenheit wurde und wird durch bereits vorhanden« Linien besser und billiger bewirkt, als durch die deutsche Linie. Kapitel 7 a, allgemeine Fonds, wird darauf bewilligt. Der Rest des Ordinariums des Etats des Reichsamt des Innern wird ohne erhebliche Debatte bewilligt. Beim Extra-Ordinarium und zwar bei der Forderung von 40 000 M. zur Ausdeckung des liines romanns kommt Abg. Lieber auf seine Ausführungen in zweiter Lesung über die Verdienste des Herrn v. Cohausen um dieses Unternehmen und über das Verhalten des Professors Mommsen in demselben zurück. Redner erklärt, daß er durch den in der„Nation" ver- öffentlichten Artikel des Professors Mommsen im Wesentlichen befriedigt sei. da er wenigstens einigermaßen dem verdienstvollen Limesforscher Gerechtigkeit widerfahren lasse. Abg. Barth stellt fest, daß die Angriffe des Abg. Lieber auf den Professor Mommsen durchaus unberechtigt gewesen seien, zumal die Behauptung, daß Mommsen bei dieser Gelegenheit mit einer selbst in Deutschland seltenen Unanständigkeit ver- fahren sei. Abg. Lieber behauptet dem gegenüber, daß auch der Artikel in der„Nation" an Verunglimpfungen des Obersten v. Cohausen das Menschenmögliche leiste. Abg. Barth bestreitet dies entschieden. Bei der Position für den Nordostsee-Kanal bringt Abg. Thonisen verschiedene Beschwerden vor. Nach einer kurzen ErwiiXrung des Staatssekretärs v. Bötticher, durch welche sich der Abg. Lorenzen befriedigt erklärt, wird der Titel bewilligt, ebenso der Rest des Etats des Reichsamts des Innern und ohne jede Debatte der gesammte Militäretat. Die Fortsetzung der Etalsberathung wird um oV« Uhr auf Dienstag 12 Uhr vertagt. Außerdem steht auf der Tagesordnung die Wahl von Mitgliedern des Hauses zur Kommission für Arbeiter- statistik, Rechnungsvorlagen, Gesetz, betr. die Vergütigung für Kakaozoll und die dritte Lesung des Weingesetzes. AbgeoednetenhanS. 43. Sitzung vom 28. März,!l Uhr. Am Ministettische: Graf Eulenburg, v. Bötticher, Miguel, Hcrrsurth, v. Berlepsch, Bosse, v.Heyden und Kommist arien._ Vor dem Eintritt in die Tagesordnung nimmt das Wort der Ministerpräsident Graf Elttenburg: Meine Herren! Der Mittheilung, welche Ihnen über Personalvernnderungen im Staatsministerium zugegangen ist, möchte ich Folgendes hinzu- fügen: Die Vereinigung der Aemter des Reichskanzlers und des Präsidenten des preußischen Staatsministeriums bringt, wie nicht erst in neuerer Zeit bekannt geworden ist, ein Maß" von Arbeit und Verantwortung mit sich, welches die Kräfte auch des leiftimgs- fähigsten Mannes vorzeitig aufzureiben im Stande ist. Dazu kommt, daß die Stellung des Reichskanzlers eine freiere wird, wenn dieselbe von Zwischenfällen unabhängig wird, welche allein preußische Angelegenheiten betreffen. Wenn diese Erwägungen dazu geftihrt haben, das Amt des Reichskanzlers von dem des Ministerpräsidenten zu trennen, so ist dadurch, daß der Reichskanzler Minister der auswärtigen Angelegenheiten und Mitglied des prenßi- schen Staatsministeriums bleibt, Fürsorge getroffen, daß die einheit- liche Leitung der auswärtigen Angelegenheiten und das bisherige gegenseitige Verhältniß des Reichs und Preußens nicht be- einträchtigt wird. Was sodann den Ihnen vorgelegten Gesetz- entwurs über die Volksschule angeht, so hat die Erörterung im Hause und im Lande scharfe Gegensätze hervortreten lassen, welche sich bisher unvermittelt gegenüberstehen. Auch die Berathungen Ihrer Kommission haben zu einer Verständigung nicht geführt (Widerspruch rechts und im Zentrum), und die Aussicht, daß sich eine solche werde erreichen lassen, nicht eröffnet. Da unter diesen Umständen ein befriedigendes Ergebniß nicht zu erwarten ist(Widerspruch rechts und im Zentrum), verzichtet die königl. Staatsregierung auf die Fortsetzung der Berathung des Gesetz- entwurfes(lebhafter Beifall links; Zischen rechts) und behält es der weiteren Erwägung vor, wann und in welcher Weise inner- halb des durch die Verfassung gegebenen Rahmens auf die An- gelegenheit zurückgekommen wird.(Beifall links; Zischen rechts.) Abg. Rickert erklärt zur Geschäftsordnung, daß er sofort um das Wort gebeten habe, um auf die Rede des Minister- Präsidenten zu antworten; der Präsident habe ihm nicht das Wort ertheilt. Er behalte sich deshalb vor, bei nächster Gelegen- heit auf die Rede zurückzukommen. In dntter Berathung genehmigt das Haus den Gesetzent- wurf betreffend das Ruhegehalt der Geistlichen und die Fürsorge für die Wiltwen und Waisen derselben. Bei der ersten Berathung des Gesetzentwurfes betreffend die äußere Heilighaltung der Sonn- und Fe st tage in den Provinzen Schleswig- Holstein, Hannover und Hessen- Nassau, sowie in den Hohenzollernschen Landen spricht Abg. Jmwalle(Zentr.) spricht den Wunsch aus, daß der religiöse Geist, welcher durch die älteren Polizeiverordnungen weht, auch in die neueren Verordnungen übergehen möge. Minister von Berlepsch: Dem Wunsche des Vorredners wird willfahren werden, soweit es innerhalb der Grenzen der Möglichkeit liegt und soweit es geschehen kann, ohne die be- rechtigten Interessen zu schädigen und das gewerbliche Leben am Sonntag überhaupt lahm zu legen. Abg. Sack: Man sollte doch in Bezug auf die Sonntags- rnhe keinen Rückschritt machen, ein solcher liegt aber in dieser Vorlage vor gegenüber den strengeren bisherigen Bestimmungen. Eigentlich würde die Vorlage eine gründliche kommissattsche Be- rathung erfordern; aber dazu sei wohl keine Aussicht. Abg. Francke-Tondern(natl.) empfiehlt ebenfalls eine kom- missarische Berathung, weil festgestellt werden müsse, wie weit die Befugniß der Oberpräsidenten gehen solle. Die Grundlage für die Sonntagsruhe gebe die Gewerbe-Ordnung; Sache des Ober- Präsidenten würde seiner Meinung nach nur sein, kür die äußere Hcilighaltung deS Sonntags zu sorgen. Es werde mitgetheilt, daß das Schema für die Verordnung bereits ausgearbeitet sei; vielleicht könnte dasselbe der Kommission vorgelegt werden. Minister Berlepsch: Die Kompetenzfrage scheint mir ganz klar zu sein; dem Oberpräsidenten fällt es nur zu, die äußere Heilighaltung des Sonntags zu ordnen. Das ausgearbeitete Schema vorzulegen, dagegen habe ich nichts einzuwenden, aber eiiift kommissarische Berathung wird nicht nöthig sein. Die be- stehenden preußischen Verordnungen über die Sonntagsruhe geben die Grundlage dafür ab. Die Verordnung wird dem Ober- Präsidenten zur Begutachtung vorgelegt werden und ehe sie in Kraft tritt, muß sie dem Provinzialrathe oder dem Bezirks. auSschuffe vorgelegt werden. Eine Schablonisirung wird also nicht stattfinden. Abg. Hansen empfiehlt die Annahme der Vorlage ohne kommissarische Berathung; eine Erörterung der vorbereiteten Vorlage in der Kommission gehe doch nicht an. Redner bittet den Minister, aus die Verhältnisse der Landwirthschaft Rücksicht zu nehmen und nicht über die bestehenden Verordnungen hinauszugehen. Abg. v. Rauchhaupt(k.) hält es für praktisch, daß die Vor- schriften über die Sonntagsruhe provinziell geregelt werden; dabei werde viel mehr für die Sonntagsheiligung geschehen als durch ein Gesetz. Damit schließt die erste Berathung; die Kommissions- berathung wird abgelehnt, in zweiter Berathung wird die Vor- läge genehmigt. Es folgt die erste und zweite Berathung des Gesetzentwurfs betr. die Aufhebung älterer, in der Provinz Hessen- Nassau geltender gesetzlicher Bestim- mungen über die Untersuchung des Schlacht- viehes und die Ausstellung vonVieh-Gesund- heitsscheinen; die Vorlage wird ohne Debatte genehmigt. Zur ersten Berathung des Gesetzentwurfs betr. die Eni- schädigung für an Milzbrand gefallene Thiere führt Abg. v. Erffa(k.) aus, daß einzelne Provinzen sich noch ablehnend zur Vorlage verhalten hätten; er wolle aber keinen Widerspruch dagegen erhebe», daß die Frage hier fakultativ gcsetz- lich geregelt werden solle. Die Abgg. Knebel, Ostrop, Sombart und Gerlich empfehlen ebenfalls die Annahme der Vorlage, weil dieselbe die Entfcheidung in die Hand der einzelnen Provinzen lege. Abg. v. Schalscha spricht sich gleichfalls für die Vorlage aus, hält aber die Gewährung von vier Fünfteln des Gehalts als Entschädigung für zu hoch. Abg. Knebel beantragt, die zweite Berathung von der Tages- ordnung abzusetzen, da er für die zweite Lefung noch einen An- trag vorbereite. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. v. Schalscha und Knebel und des Regierungskommiffars wurde das Gefetz sofort in zweiter Berathung ohne Debatte angenommen. Es folgte der Gesetzentwurf, betr. die Aufhebung der Befreiung von ordentlichen Personal steuern gegen Entschä-digung. Abg. v. Heercmann(Zentr.) beantragt, die Vorlage einer Kommission von 21 Mitgliedern zu überweisen. Die Begründung der Vorlage lasse nicht erkennen, in welcher Weise mit den in Betracht kominenden Reichsunmittelbaren verhandelt sei. Darüber sei eine genaue Prüfung nöthig. Die Regierung scheine bei diesen Verhandlungen nicht sehr entgegenkommend verfahren zu sein. Erworbene Rechte könnten nach Ansicht seiner Partei nur bei hinreichender Entschädigung aufgehoben werden, daß die Reichs- unmittelbaren ein Recht auf Steuerfreiheit haben, sei anerkannt. Die vorgeschlagene Entschädigung sei nicht»ach einem gewissen Maßstab bemessen. Rechte müßten unter allen Umständen gewahrt werden.(Beifall im Zentrum.) Abg. Rickert(dfr.): Ich will der Kommissionsberathung nicht widersprechen. IS hatte erwartet, daß die Reichs- unmittelbaren unter Anerkennung der Grundlagen unserer Ver- fassnng freiwillig auf die Steuerfreiheit verzichten würden, aber nur zwei derselben sind überhaupt mit der Vorlage einverstanden. Wir erblicken in dieser Steuerfreiheit kein wohlerworbenes Recht und werden gegen jede Entschädigung stimmen. Die Rechtsfrage muß noch«ingehend geprüft werden und auch erwogen werden, ob die Entfchädigung" nicht viel zu hoch ist. Nach dem Ein- kommensteuer-Gesetz hätte die Regierung schon ohne Entschädigung die Reichsunmittelbaren zur Steuer heranziehen und ihnen dann die Vertretung ihrer vermeintlichen Rechte im Rechtswege über- lassen können. General-Steuerdirektor Burckhart: Gerade nach dem Ein- kommensteuer- Gesetz können die Reichsunmittelbaren nur zur Steuer herangezogen werden, wenn die Entschädigungs- frage gesetzlich geregelt ist. Die Verhandlungen mit den Be- treffenden über die Höhe der Entschädigung sind im Geiste vollster Loyalität und vollsten Wohlwollens von der Regierung geführt worden. Wie die Regierung zu der vorgeschlagenen Höhe der Entschädigung gekommen ist, darüber wird in der Kommission bereitwillig Auskunft gegeben werden. Abg. v. Rauchhaupt(k.): Ich beantrage die Uebcrweisung an die Budgetkommission, da es sich um eine budgetmäßige Frage handelt. Es handelt sich hier um alte wohlerworbene Rechte, und das hat auch das neue Einkommensteuer-Gesetz ausdrücklich anerkannt, sodaß es sich nur noch um die Höhe der Entschädi- gung handeln kann, und in dieser Beziehung stimmen wir den Vorschlägen der Vorlage zu. Abg. v. Tiedemann-Bomst(frk.): Auch wir halten dafür, daß es sich um wohlerworbene Rechte handelt, und schließen uns im übrigen den Ausführungen des Abg. v. Rauchhaupt vollkommen an. Abg. Friedberq(natl.): Uns ist es zweifelhaft, ob in jedem einzelnen Fall ein Rechtsanspruch aus Steuerfreiheit vorliegt, da indessen das Einkommensteuer-Gesetz das Recht darauf anettannt hat, erübrigt es, die Rechtsfrage noch zu behandeln. Die vor- geschlagene Entschädigung scheint uns reichlich hoch bemessen, und wir schließen uns daher behufs näherer Prüfung dem An- trage auf Ueberweisnng an die Budgetkommission an. Darauf wird die Vorlage der B u d g e t k o m m i s s i o n überwiesen. Schluß I'/e Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch 12 Uhr. (Kleinere Vorlagen und Petitionen.) Wahlnachkläuge. Aus Friedland i. M. berichtet die „Nordwacht":„Der Wahlkampf hier hat unserem braven Ge- nassen Herzberg, der mit der größten Aufopferung für unseren Kandidaten Lütgenau agitirt hat, die Existenz geraubt. Er hat zum Wanderstabe greifen müssen und ist abgereist. Der Ordnungsmeute Rache über den Stimmenzuwachs der Sozial- demokratie hat ihn vertrieben. Der Stimmenzuwachs war aber auch ein außerordentlicher, 11 sozialdemokratische Stimmen am 20. Februar 1890 und 1L3 Stimmen am 19. März 1392." «* Die Hamburger KctverbcgerichtS-Wahle» haben mit der Wahl der sozialdemokratischen Kandidaten für 6. und die 7. Abtheilung der Arbeiterbeisitzer ihren Abschluß gefunden. Das Gesammt- ergebniß ist folgendes: In fünf Abtheilungen der Unternehmer- beisitzer siegten die Innungen, in einer Abtheilung derselben fowie in sämmtlichen Abtheilungen der Arbeiterbeisitzer die Sozial- demokratie. Die Sozialdemokratie besitzt damit im Hamburger Gewerbegericht bei insgesammt 84 Beisitzern 48 Stimmen, also die absolute Majorität.— In Bremen siegten in der zweiten, dritten und vierten Gruppe der Arbeiterbeisitzer gleichfalls die sozialdemokratischen Kandidaten. «• Bei de» Gewerbegerichts- Wahlen für de» Kreis Reichenbach i. Schl. wurden am 23. März in allen drei Kammern die sozialdemokratischen Kandidaten gewählt. Hente findet in Mecklenburg-Strelitz die Reichs' tags- Stich wähl statt. In Limmer(Hannover) siegten bei der Wahl der Arbeiter- Vertreter zum Gewerbegericht die sozialdemokratischen Kan- didaten. «» I» Eelle(Hannover) gingen aus der S ch u l v o r st e h e r- Wahl drei Sozialdemokraten als Sieger hervor. Bisher hatten wir im Schulvorstand nur zwei Genossen. Sozialdemokratische Partei der Schweiz. Die Urab- stimmung über den Parteitagsbeschluh betr. das Recht auf Arbeit ergab folgendes Resultat: Bei einem absoluten Mehr von 624 wurde somit der Partei- tagsbeschluß betr. Einführung des allgemeinen Volksrechtes auf Arbeil in die Bundesverfassung auf dem Wege der formulirten Initiative mit 1013 Stimmen angenommen. Ein erst vom 22. März datirtes und am 23. eingelaufenes Abstimmungs- resultat aus Baden(Spenglerfachverein)— 16 Stimmende, 16 Ja— konnte, weil verspätet, nicht mehr berücksichtigt werden. Ueber die Art und den Zeitpunkt der Ausführung dieses Be- fchlusses wird das gesammte Parteikomitee, welches zu Monat Juni d. I. zu seiner nächsten Sitzung einberufen werden soll, entscheiden.— An einzelnen Vereinen sind mit ihren schweizerischen Mit- gliedern ferner der Partei beigetreten: Grütliverein Oberwyl (Baselland), Verein schweizerischer Sozjaldeinokraten Basel, All- gemeiner Arbeiter-Bildiingsvereiu Wädensweil(Zürich). Sodann hat eine weitere Anzahl von Arbeiter- und Grütlivereinen in verschiedenen Orten, ohne der Partei formell sich anzuschließen, den Vertrieb von Partei-Mitgliedskarten übernommen. Neue Mitgliedschaften der Partei haben sich gebildet in: Sursee (Luzern), Stäfa(Zürich), St. Gallen, St. Fiden(St. Gallen), Horgen(Zürich), Osterwyl(Baselland), Langnau(Bern), Wattwyl (St. Gallen), Baden(Aargau), Wädensweil(Zürich). Polizeiliches, Gerichtliches tc. — In Chemnitz stand am 25. März der Redakteur des „Beobachters", W a l t h e r May, abermals vor den Schranken des königlichen Landgerichts. Er hatte sich wegen des in Nr. 13 abgedruckten Artikels„Die Greuel des Kasernenlebens" zu ver- antworten. Die Verhandlung fand wiederum hinter verschlossenen Thüren statt. Wegen Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen wurde ihm unter Wegfall der vor kurzem zuerkannten Strafe von 1 Jahr 3 Monaten Gefängniß nunmehr eine Gesammtstrafe von 1 Jahr 10 Monateu Gefängniß zuerkannt. Der Artikel soll nach den Urtheilsgründen die Militärverfassung verächtlich gemacht haben, indem darin die in dem Erlaß des Prinzen Georg ge- kennzeichneten Mißhandlungen von Soldaten als allgemein vor- kommend bezeichnet sind. Weiter war behauptet, daß das ganze Soldatenlebcn für das deutsche Volk entwürdigend und entehrend sei. Von einer Beleidigung des Offiziers- und Unter- osfizierkorps, Hervorgerufe» durch denselben Artikel, wurde May freigesprochen. Er wird gegen dieses, Urtheil Verufung an- melden. Der Zlrbeiter-Sänaerbnud Berlins und Umgegend sendet uns hetite einen Bericht über seinen am 13. d. M. ab- gehaltenen Liederabend. Der Liederabend am 18. d. M. in Lips' Brauerei im Friedrichshain ist in wirklich glänzender Weise verlaufen. Es war dem Bund leider nicht möglich, Eintrittskarten ausgeben zu können, da derselbe in erster Linie für seine Mitglieder sorgen muß. Nun gehören dem Bunde 157 Vereine mit ca. 4000 Mit- gliedern an, so daß der Bundesrath ein Recht hat, die Devise zu führen: Nicht daß wir singen, sondern w a S wir singen macht uns groß und stark. Der gewaltige Saal der Brauerei, der sehr geschmackvoll dckorirt war, war bis auf den letzten Platz gefüllt. Als Ehrengäste waren die Abgeordneten und Stadt- verordneten der Partei eingeladen worden, von denen eine gknze Anzahl erschienen war. Eine dem Tage entsprechende Ansprache hielt der Reichstags-Abgeordnete Paul Singer, der namentlich des„unbekannten Tobten" im Friedttchshaiu gedachte, der doch der bekannteste Mann im Herzen der Arbeiter sei. Die Rede Singer's erntete stürmischen Beifall. Die Lieder, welche theils von Mitgliedern des Bundes, theils von einzelnen Vereinen vorgetragen wurden, erzielten eine mächtige Wirkung und bewiesen, daß auch in gesanglicher Be- ziehung in den einzelne» Vereinen bedeutende Fortschritte ge- macht worden. Sehr ivacker hielt sich die Musik, gestellt von der Freien Vereinigung der Zivil-Berufsmusiker, deren Dirigent den Beweis lieferte, daß er über ein tüchtiges und gut geschultes Musikkorps verfügt. Einen imposanten Anblick gewährte es, als die Masscngesänge zum Vortrag gelangten. Als die Bundeslieder: „Mann der Arbeit aufgewacht",„Hoch Ferdinand Lassalle", die „Arbeiter-Marseillaise" und die„Volkshymne" durch den Saal brausten, war des Beifalls kein Ende. Der Liederabend hat einen wirklich erhebenden Verlauf genommen, mit welchem jedes Mitglied des Bundes vollauf zufrieden sein kann. „Jnseratenstndie»" aus Berliner Blättern haben wir kürzlich an dieser Stelle veröffentlicht. ES war eine Blüthenlese von Heirathsanzeigen aus der kapitalistischen Sumpfpresse, die klar zeigten, wie die bürgerlichen Kreise die„Heiligkeit der Ehe" auf- fassen. Diese Heirathsinserate sind nichts weiter, denn ein Aus- bieten von weißen Sklavinnen und Sklaven und sehr oft war der Zynismus in dem Wortlaut ein geradezu widerwärtiger. Einer unserer Abonnenten in Frankfurt a. M. macht uns nun darauf aufmerksam, daß in Bezug auf diese Inserate, welche dcu Handel mit weißer Menschenwaare in Fluß bringen sollen, Berlin vor der Provinz durchaus nichts voraus hat. Namentlich in jenen Städten, welche reich gesegnet sind mit Mitgliedern der Plutokratie, ist man oft Berlin an Schamlosigkrit noch„über. So brachte die„Frankfurter Zeitung" des„bürgerlichen Demo- kraten" Sonnemann vor kurzem folgende Anzeige: „Ein junger kräftiger Mann wünscht mit nner älteren Dame bekannt zu werden." �____ Der Das Morgenblatt vom 16. März enthielt weiter nachstehen- I loser Arbeiter vom Schlüterfteg in die Spree, wurde jedoch| flagte versuchte im Termine, den größten Theil der Schuld auf den des Inferat: mittelft Rettungsballes aus dem Waffer gezogen und nach der Kaufmann Dann zu wälzen, der sich im vorigen Jahre das Heirath! Charitee gebracht. Am 27. d. M., Vormittags, wurde ein Leben nahm, als er wegen Wuchers angezeigt war. Dann habe Ein Herr, 34 Jahre alt, Christ, tüchtiger Kauf- Redakteur in seiner Wohnung, in der Bärwaldstraße, er- ihm einen Theil der Wechsel diskontirt und sei dabei unreell mann, von tadellofem Rufe, stattliche Erscheinung, hängt vorgefunden. Auf dem Bahnhof Moabit wurde verfahren. Einige der Wechsel habe er bei einer hiesigen Bank in einträglicher Stellung und mit nachweislich späterem zu derselben Zeit ein Bahnarbeiter beim Abspringen diskontirt. Wider Erwarten habe sich die Bank dabei für frühere Vermögen, wünscht behufs Verheirathung die Bekanntschaft von einer Rangirmaschine von der Lokomotive eines in Verluste, die durch von ihm vermittelte Wechselgeschäfte enteiner reichen Dame zu machen. Suchender sieht nicht auf demselben Augenblick vorüberkommenden Ringbahnzuges erfaßt standen waren, schadlos gehalten, indem sie ohne Weiteres diesen vortheilhaftes Aeußere und wollen auch Damen mit und auf das Geleise geworfen. Es wurde ihm dabei die rechte Betrag von den neuen Wechseln fürzte und so sei es gekommen, daß törperlichen Gebrechen vertrauensvoll nicht Hand abgefahren, und erlitt er außerdem anscheinend schwere er seinen Auftraggebern nicht gerecht werden konnte. anonyme Briefe nebst genauer Angabe der Verhältnisse innere Verlegungen, so daß er nach dem Krankenhause in Moabit Bankbeamte, der hierüber vernommen, die Angaben des unter 8116 an die Expedition dieser Zeitung gelangen gebracht werden mußte. Gegenüber dem Grundstück Weiden- Angeklagten bestätigte, eine mußte fich herbe Kritik laffen. Ehrenhafte Bermittler nicht ausgeschlossen. Ber- damm 1 sprang Nachmittags ein Holzbildhauer in die Spree, seitens Des Vorsitzenden, Landgerichts- Direktor Brauseschwiegenheit zugesichert und erwartet. wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach der wetter, gefallen lassen. Die Bank wußte, daß Danziger nur die Der Zynismus dieser Inserate liegt flar zu Tage. Der Charitee gebracht. Zu derselben Zeit versuchte ein Mädchen Rolle eines Vermittlers spielte und verpflichtet war, den aus den junge fräftige" Mann, der eine ältere Dame sucht und der in der Wohnung seiner Mutter, in der Auguftstraße, sich zu er- Wechseln erhaltenen vollen Betrag seinen Auftraggebern zu über" Chrift von vortheilhaftem Aeußern", der auch Damen mit hängen. Es wurde indessen noch rechtzeitig aus seiner Lage be- geben, bei dem Verfahren der Bank werde er aber dazu außer förperlichen Gebrechen innig an sein Herz zu schließen wünscht, freit. Gegen Abend wurde eine Frau vor dem Hause Kastanien- Stand gesetzt. Die Summen, die der Angeklagte hinter sich bewenn's gut bezahlt wird, das sind der Gesinnung nach An Allee 40 betrunken und mit einer bedeutenden, anscheinend von halten, waren zum Theil recht erheblich und bei dem groben gehörige der Louiszunft in Frack und Zylinder. einem Fall herrührenden Verlegung aufgefunden und nach Vertrauensbruch, den der Angeklagte begangen, hielt der GerichtsUnd die Zeitung, welche solche Schandinserate aufnimmt? der Universitätsklinik gebracht. Vor dem Hause Elsasser- hof eine empfindliche Strafe am Playe. Es wurde auf ein Ach, die ist unschuldig, wie zwei neugeborene Kinder. Die straße 10 wurde Abends ein Laternenanzünder von einer Jahr drei Monate Gefängniß erkannt, auch die sofortige Redaktion schwört Alles ab, denn Inserate find die Sache der Droschke überfahren und erlitt außer schweren Quetschungen beider Inhaftnahme des Verurtheilten verfügt. Expedition. Diese wieder fann feine Garantie übernehmen für Schienbeine anscheinend auch innere Verlegungen. In der das Arnonzenbureau, und über diesen beiden unschuldsvollen Nacht zum 28. ds. Mts. entstand in dem Tanzsaale der BäckerEngeln schwebt freundlich lächelnd der Verlag des Blattes und herberge, Bergstr. 12, eine Schlägerei, wobei ein Arbeiter, ein streicht voller Harmlosigkeit die Inferatengebühren ein. Non olet! Stuckateur, ein Steindrucker, ein Former und zwei unbekannte Personen zum Theil bedeutend verlegt wurden. Die beiden Die Goldftaub Schwindler, die früher mehrfach die Hauptschläger, Bäckergesellen Höker und Hawska, wurden ver Zeitungen beschäftigt haben, laffen nach längerer Pause wieder haftet. Am 28. d. M. Morgens erlitt ein Portier in seiner einmal etwas von sich hören. Es handelt sich um eine Schwindler: Wohnung, Doretheenstr. 56, beim Kochen von Bohnermasse im bande, die den Juweliren vorgeblich sibirischen Goldstaub liefern Gesicht und an den Händen bedeutende Brandwunden, so daß will, in Wirklichkeit aber nur wertblose Mineralien fenbet. feine Ueberführung nach der Universitätsklinik erforderlich wurde. Früher sind verschiedentlich auch deutsche Juweliere für solche Am 26. und 27. d. M. und in der darauf folgenden Nacht werthlose Sendungen ihr gutes Geld los geworden. In fanden 11 fleine Brände statt. den letzten Jahren aber hörte man hier nichts mehr von der Bande. Jezt ist zufällig ein Brief in die Hände der hiesigen Kriminalpolizei gelangt, der zeigt, daß die Schwindler noch immer an der Arbeit sind. Der Brief, den ein gewisser Bertram unterzeichnet, ist an einen Juwelier Iglesias auf der Insel Sardinien gerichtet. Der Briefschreiber empfiehlt dem Juwelier in sehr gem Wallnertheater wurde am Sonntag die Aufführung heimnißvoller Weise ein glänzendes Geschäft mit einem Artikel, der nur in Rußland gehandelt werden dürfe. Dieses glänzende Geschäft ist eben kein anderes als der alte Schwindel mit dem sibirischen Goldstaub. B Zu seiner natürlichen Wildheit fehrte in der verwichenen Nacht gegen 12 Uhr ein Sohn des schwarzen Erdtheils zurück. Der etwa 25 Jahre alte Neger hatte an dem Bauzaun der Kochand Friedrichstraßen- Ecke Posto gefaßt und war auf den Einfall gekommen, vorübergehende Personen weiblichen Geschlechts durch fein plöbliches Erscheinen zu erschrecken und in aufdringlicher Weise zu belästigen. Nachdem er sein Treiben eine Zeit lang fortgesetzt hatte, schritt die Polizei ein, und es sollte die Sistirung des Mohren durch einen Schußmann und einen Wächter vor genommen werden. Dieser Zwang führte den Ausbruch der unter dem Einfluß europäischer Kultur schlummernden wilden Natur herbei: der Schwarze riß unter allerlei unverständlichen Rufen fich die Kleidung vom Leibe und mußte schließlich in fast heimathlichem Kostüm festgenommen werden. Ein Schwindler ist in der Person des stellenlosen Kellners Bruno v. Zettelmann verhaftet worden. Diefer, wegen Unterschlagung bereits vorbestraft, hat ein Geschäft daraus gemacht, Knaben und Laufburschen die fortzutragenden Packete abzuschwindeln, indem er sie mit einem Auftrage und unter dem Versprechen einer Belohnung von 75 Pf. in irgend ein Haus schickte, das Packet sich zur Aufbewahrung geben ließ und damit verschwand. Es sind sechs solcher Fälle festgestellt worden. Genern hatte Bettelmann das Unglüd, einem der bestohlenen Knaben zu begegnen, der ihn wiedererkannte und seine Fest nahme bewirkte. Theater. Fahrlässige Tödtung eines Kindes durch Ueberfahren führte gestern den Kutscher Paul Heinrich vor die I. Straf tammer des Langerichts I. Der Angeklagte fuhr am 18. Oktober vorigen Jahres in schnellem Trabe durch die Brizerstraße. Ein zweijähriges Kind wurde von ihm überfahren und auf der Stelle getödtet. Die Behauptung des Angeklagten, das Kind sei ihm direkt in's Fuhrwerk hineingelaufen, wurde durch die Verhandlung nicht erwiesen, der Angeschuldigte vielmehr zu einem Jahre Gefängniß verurtheilt. Versammlungen. Verein Vorwärts in Rivdorf. Der Unterricht der National- Defonomie beginnt heute und wird ertheilt von Dr. Lütgenau. Verband deutscher Zimmerleute( Sohalverband Schöneberg und traße Vortrag. Mieget, Stralauerfir. 67. der Poffe„ Der Löwe des Tages" von H. Wilfen, in neuer Ein- mgegend). Heute Abend 8 Uhr Versammlung bei Jakob, Grunewaldstudirung wieder aufgenommen." Der Löwe des Tages" ist ein Verband der Geschäftodiener, Padier und Berufsgenossen. Heute junger Dichter und Rezensent, der aus diesen beiden Eigenschaften Abend Bersammlung im Westen Blumenthalstraße 5 im Sokal von Behrend. der Gegenstand der Liebe und des Hasses wird. Da er unter Berliner Kolportage- Buchhändler. Heute Abend 8 Uhr, Sigung bet einem Pseudonym schreibt, so wenden jene beiden Gefühle sich Nationale kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe. Heute Abend einem älteren komischen Herrn zu, dessen wirklicher Name jenes Pseudonym ist, einem Hühneraugen- Operateur, der nach dem Doktortitel schmachtet. Diese Verwechselung führt eine ganze Anzahl komischer Situationen herbei, um welche sich dann der ganze übliche Poffenapparat gruppirt. Von den Darstellern verdient vor Allen Herr Guthery als Hühneraugen- Operateur hervor gehoben zu werden, ebenso Herr Meißner als Gallenberger, auf der Suche hinter dem der mit seinen Stöcken hr im Restaurant Norbert( früher May) Beuthstraße 21: BorstandsSigung. Gauverein Berliner Bildhauer. Heute Abend Annenstraße 16 Steinbildhauer- Abend. Achtung, Schneider! Deffentliche Bersammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen der Waaß- und Zagschneider- Branche. Heute Abend 8 Uhr in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79. Tagesordnung: Wertstellenverhältnisse der Maaßbranche in der Friedrichstadt, speziell bei Golms u. Husfeldt. Säderei- Arbeiter! Heute Nachmittag 3½ Uhr große öffentliche Berfammlung im Saale der Attienbraueret Friedrichshain. Tagesordnung: Berichterstattung vom Halberstädter Gewerkschaftstongreß. Stellungnahme zum 1. Mat. Bur gefl. Notit! Aus Rücksicht auf den überaus beschränkten Naum des " Borwärts" tönnen wir in den Bereins- und Versammlungskalender Hinweise auf Bergnügungen nicht mehr aufnehmen. Red. d.„,." anonymen Rezensenten, der sein spiritistisch- philosophisches Wert lächerlich gemacht hat, her ist, um gründliche Rache an ihm zu nehmen. Den Preis des Abends errang sich Frl. Josefine Glöckner, die den bühnenüblichen Backfisch, der aus der Pension gelaufen ist, und zum Schlusse einen reichen Amerikaner mit prachtvollem Schnurrbart zum Manne friegt, mit ganz allerliebster Drolerie und zum Küssen füß" so behauptete wenigstens unsere Nachbarin darstellte. In den vorkommenden Kouplets fehlt es nicht an einer Reihe Anspielungen auf die neuesten aktuellen Vorgänge, die ihre Wirkung nie verfehlen. Die ganze bet&. Behrend, Blumenstr. 5. bei J. Winkler, Manteuffelstr. 60.- Sozialdemokrat, Abends 8% Uhr, Darstellung war eine flotte und hatte sich auch des reichsten Bei- müller, Wienerſtr. 31. falls zu erfreuen. bei Kreuzberg, Lichterfelderstraße 7-8 bei Alle Abänderungen, welche den Arbeiter- Sängerbund oder den Bund ber geselligen Arbeitervereine betreffen, find nur an die Borstände derselben zu richten. Lese- und Diskutirklubs. Dienstag. Johannes Webde, 9 Uhr, Agitationsverein Bassalle, bei DrügeArbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Dienstag, Abends 9 Uhr, Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder.- Freundschaft 1, bet Das Zitherquartett ,, Veilchen", größtentheils aus Ar- Oswald Berliner, Brunnenstraße 114.- Harmonia, Flottmelfir. 5 bei Bartels. Olympia, Buckowerstraße 9 bei Junghans. Schildhorn, beitern bestehend, hielt am Sonntag, den 27. März, in Schmiedel's Usebomstraße 33 bei miere. Fidelitas, Bergstraße 68 bei feller. Prachtfälen ein zahlreich besuchtes Konzert, mit darauf folgendem Ilegro, Kaiser Franz- Grenabter- Blas 7. Myrthenblätter, BelTanzkränzchen ab. Das Konzert fand unter Mitwirkung der fortersir. 15 bet Schneider. Bruderherz, Straußbergerstr. 3 bei Birk. Klavierlehrerin Frau 2. Wagner, Fräulein Eug. Wagner, Herrn umor, Straußbergerstraße 3 b. Birt. Un verzagt2, Moabit, KronenBraueret. Hoffnung 2, Deutsch- Wilmersdorf, Brandenburgstraße bet Warnung. Gegenwärtig treibt ein Schwindler hier wieder Max Wagner und des Rezitators Herrn Constantin Sala statt. Gräs. Walbtapelle 1, Berliner Bockbrauerei.- Arbeiter- matsein Wesen, der unter der Maste eines Buchhandlungs- Reisenden Das Programm, welches sorgfältig ausgewählt und geschmackvoll bund, Nowawes, Wallstraße bet Gärtner. Gängertette, Schönleines namentlich auf ältere Konversationslexika abgesehen hat. zusammengestellt war, fand durch seine tadellose Ausführung den fraße 6 bei D. Klein. Winter. Freiheit 2, Adlershof, bet Albrecht.- Alte Linde, Derselbe stellt sich meist als Reisender einer hiesigen bekannten größten Beifall der anwesenden Bereinsmitglieder und Freunde. Mariannenstraße 31-32 bei Doberstein. Vorwärts 4, Rathenow, Walhalla". Die Programm Restaurant Ginigfeit 2 Buchhandlung vor und offerirt die Lerika von Brockhaus, Pierer Namentlich hervorzuheben sind Psalm 100. Landsbergerstraße si Musehold. Gorgenlos, Röslinerstraße 17 Ein Sohn des Voltes" fand enthusiastischen Beifall. bet Wendt. und Meyer zu einem hohen Preise mit der Erklärung, daß er nummer: Gefangverein der Böttcher Steineiche, Jüdenstraße 55 bei ältere Auflagen zu einem hohen Preise in Zahlung nehme. Da Das Streichzither- Solo des Herrn Heinrichs und" Les Adieux" Titania, Köpenickerstraße 191 bet Boge. Krüger. Worder Schwindler fehr redegewandt ist und auch die Billigkeit der wurden allerliebst vorgetragen. Es soll damit nicht gesagt sein, Vorwärts 2, betreffenden Werte mit der gegenwärtig herrschenden Geschäfts- daß die anderen Piècen nicht ebenfalls Anklang gefunden hätten. stockung in plausibler Weise erklärt, so lassen sich viele Leute von Nach Beendigung des Konzertes wurde in fliegender Eile ihm bethören. Sie gehen auf das verlockende Anerbieten ein, das Podium beseitigt, um Play für den Tanz zu gewinnen. Die indem sie die in ihrem Besitz befindlichen älteren Auflagen des sämmtlichen Räume des prachtvoll ausgestatteten Etablissements bestellten Werkes dem Gauner sogleich gegen seine Bescheinigung, wurden nun zum Tanz in Benußung genommen. daß er diese zu einem vereinbarten Betrage als Abschlags zahlung empfange: habe, mitgeben, natürlich auf Nimmeriviederfehen. Derfelbe Schwindler scheint auch Kenntniß der Abon nenten verschiedener Lesezirkel erlangt zu haben und hat bei vielen derselben den Versuch gemacht, als angeblicher Bote dieser Handlung die Journale abzuholen, was ihm leider in zwei Fällen auch geglückt ist. Zur Kennzeichnung seiner äußeren Erscheinung bemerken wir, daß der Gauner im Anfang der 30 er Jahre steht, schlank gewachsen ist, einen blonden Stußbart und Brille trägt. " Gerichts- Beitung. Wilhelm Nölte. Triefchmann. iebesfreiheit 2, Straußberg, Restaurant Marwig, Bönhauser Allee 28 bet Stuhlmey. Hilaria, Blumenfiraße 46 bei Went. Freies Lied 2, Friedrichsberg, Frankfurter Allee 165, bei Feder. Wieder Sänger- Chor der Töpfer, Münzftr. 11, bei Ohlmann. Zufriedenhett, Willi hall, Gisenbahnstraße 20 bet Siegmund. bald- Alertsstraße 43 bei Krone. Gängerfreiheit, 9 Uhr, bei Fröh lich, Naunynstr. 44. Theater- Berein Othello 2 Abends 9 Uhr, bei Zägers, Gartenstr. 13-14. Privat- Theater- Gesellschaft Berliner Humor, Abends 9 Uhr, Köpniderstraße 158 bet Buchs. jäten, Müllerfir. 7. Deutscher Reichsadler, Beuſſelſtr. 9. Bergnügungsverein Amicitia, 8% Uhr, bei Schönnagel, Barnimftr. 47. Vergnügungsverein Reich strone, Abends 9 Uhr, in Reichert's FestGefelliger Verein Brüderschaft, im Restaurant Orientalischer Rauchflub Spar- und Kreditverein, Abends 9 Uhr, Reichenbergerstr. 24, bei Schröder. Rauchflub Eldorado, Abends 8 Uhr, Rauchklub Dämmerwolfe, Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Dien fag: Geselliger Verein Climbim, bei George, Gr. Görschenstr. 16. Theaterverein Atagie bei Ockert, Beughofstraße 8. Theaterverein Blumenlefe bet Krüger, Dresdenerstr. 105.- Tambourverein Deutsche Etche, bei Sabed, Fürbringerstr. 7.- Geselliger Verein Mehr Sicht bei Babel, Frankfurter Allee 90.- Tambour- Verein Borussia bet Feldhahn, Weidenweg 12. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Gesangverein Musikverein Kautionsschwindeleien lagen einer Anklage wegen wieder natreon, Abends 9-11 Uhr, bet Reßner, Annenstraße 10.bolten Betruges zu Grunde, welche gestern vor der dritten Straford 8-11 Uhr, Briesenerftr. 6, bet Sendre. fammer des Landgerichts I gegen den früheren Hotelbefizer Paul Reeder verhandelt wurde. Der Angeklagte ist in seinen Bermögensverhältnissen zurückgekommen, er besaß ein Hotel in Selbstmord. Von der Kronprinzenbrüde sprang in der der Priegniß, welches er hat aufgeben müssen. Im November Nacht zum Sonntag gegen 2 Uhr ein Mann ins Wasser, um vorigen Jahres begab er sich nach Hamburg und obgleich er völlig seinem Leben ein gewaltsames Ende zu bereiten. Drei Herren, mittellos war, bewarb er sich um die Bachtung eines foeben welche den verzweifelten Sprung wahrgenommen hatten, eilten fertig gestellten großen Vergnügungslokals" Sur Alfterburg." im Restaurant w. Schulze, Ofibahnhof 7. an das Wasser, löften den Rettungstahn und steuerten der Stelle Der Eigenthümer sah indessen bald ein, daß Reeder Böchftr. 51. Rauchtlub Bruderbund, Abends 9 Uhr, Laufigerstr. 50, zu, an welcher der Lebensmüde verschwunden war. Derselbe teine geeignete Persönlichkeit war und brach die Ver- bet Grande. Rauchflub 8eitgeist, Abends 9 Uhr bei Kaspar, Restaurant tauchte auch alsbald empor, wehrte sich jedoch mit aller Kraft handlungen mit ihm ab. gegen die drei Herren, welche ihm Rettung bringen wollten; er tautionsfähiges Personal und spiegelte den Bewerbern vor, daß bei Thiele, Brandenburgstr. 56. Troydessen suchte der Angeklagte sum Beitgeist, Bernauerfir. 72. sant nochmals unter und tauchte wieder empor, ohne daß es auch er die Alsterburg gepachtet habe. Einem derfelben zeigte er sogar diesmal gleich gelingen wollte, ihn in den Kahn zu ziehen. Erst die leeren Räume. Einer der Büffetiers zahlte 700, ein zweiter nach längerem Rampf und nachdem der Verzweifelte die Be 2000 Mart Raution. Diese Beträge hat der Angeklagte zum sinnung verloren hatte, glückte es den vereinten Kräften der drei Theil für sich selbst verbraucht, bevor die von ihm angenomme Herren, den Selbstmörder zu ergreifen und ans Land zu bringen. nen Personen dahinter tamen, daß sie betrogen waren. Der Der Gerettete, ein gutgekleideter Mann von etwa 40 Jahren, Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten zu einer Gefängnißwurde zunächst nach der nächstgelegenen Sanitätswache und von strafe von neun Monaten und einjährigem Ghrverlust. Zwei dort, nachdem ihm die erste Hilfe zu Theil geworden, nach der Monate wurden durch die erlittene Untersuchungshaft für verCharitee geschafft. Seine Persönlichkeit und das Motiv zu dem büßt erachtet. Selbstmord haben noch nicht festgestellt werden können, daß der Patient sich gestern noch nicht so weit erholt hatte, daß er hätte vernommen werden können. Tambourverein Rothe Nelte, Dienstag und Freitag, Abends 9 Uhr, Tambourverein Wirbel, Dienstag und Freitag, Übends 9 Uhr, im Reſtaurant Müller, Gartenſtr. 52. Tambour verein uf, Dienstag und Freitag, Abends 8x Uhr, bet Sommer, Grünfir. 21. Sonntags Sigung. Stattlub Kreuz- Solo, 8-10 Uhr, Krautsfir. 2, bei Mühle. Touristentlub Wanderlust, Abends» Uhr, bei Biehrat, Franseckistraße und Schönhauser Allee Ecke. Literarisches. " Die dritte Strafkammer des 2andgerichts I hatte gestern Gelegenheit, wegen des Vergehens der Urkunden Aufflärung und Unterhaltung. Verlag von J. Beranek, Die Zeitschwingen", Monatsschrift für Volksbildung. fälschung auf das zulässig niedrigste Strafmaß einen Tag Mit der Koch'schen Lymphe" als Getränk dürfte Gefängniß zu erkennen. Die unverehelichte Marie Lange Reichenberg, Böhmen, Friedländerftr. 11. Die Beitschwingen" sich voraussichtlich die Strasbehörde nächstens beschäftigen. Unter batte zum 9. September vorigen Jahres eine gerichtliche Vor- find das einzige fozialwissenschaftliche Organ in Desterreich, welches diefem wenig appetitreizenden Namen wird nämlich in ver- ladung als Zeugin erhalten. Sie versäumte den Termin. Um in entschiedener Weise die Lehren des modernen Sozialismus ver= schiedenen Restaurationen ein Schnaps verzapft, dem ein sehr die daraus entstehenden Folgen von sich abzuwenden, that sie tritt. Außer Abhandlungen über Volkswirthschaft, Wolfserziehung, starter Zusatz von Gayennepfeffer beigemengt ist. Ein Glas einen Schritt, wodurch sie vom Regen in die Traufe tam. Sie gefchichte sowie Biographien berühmter Vorkämpfer der Mensch Gesetzeskunde, Gesundheitspflege, Naturwissenschaft, Kulturdiefes nichtswürdigen Gebräues wurde vorgestern einem Ahnungs- machte einfach aus der 9 eine 10 und stellte sich am 10. Sep- geschichte sowie Biographien berühmter Vorkämpfer der Menschlosen in der Markthalle VI in der Invalidenstraße von einem tember beim betreffenden Gericht ein. Eine möglichst unbefangene Romane, Novellen, Dramen aus dem sozialen Beben, Gedichte 2c. heit 2c. bringen" Die Zeitschwingen" auch gute Erzählungen, Freunde" fredenzt, und war die Wirkung eine derartige, daß Miene annehmend, übergab sie dem Gerichtsboten ihre BorPreis pro Hest 20 Kr. 40 Pfg. Probe- Hefte stehen aur der mit dieser Lumphe" Behandelte besinnungslos niederfank ladung. Dieser entdeckte sofort die plump ausgeführte Fälschung. Verfügung. und die Hilfe eines Arztes in Anspruch genommen werden Die Lange gab auch bald zu, daß sie die Aenderung selbst vormußte. Der Polizei ist von dem Vorfalle Anzeige erstattet genommen habe. Bei ihrem reuigen Geständniß beließ der Gerichtshof es bei der obigen gelindesten Strafe. worden. = Vermischtes. Polizeibericht. Am 26. b. M., Mittage, wurde im Land- Umfangreiche Wechselfchwindeleien führten gestern den wehr- Kanal, nahe der Korneliusbrücke, die Leiche eines unbe- Buchdruckereibefizer Adolf Danziger unter der Anklage der tannten, etwa 40 Jahre alten Mannes angeschwemmt. Bu Unterschlagung, verbunden mit Untreue vor die erste Straffammer derfelben Zeit wurde ein Arbeiter in seiner Wohnung in der des Landgerichts I. Der Angeklagte befaßte sich damit, die Dis- Mehrere Arbeiter Auerbachs verspotten in einem Markusstraße erhängt vorgefunden. Vor dem Hause Lands- fontirung von Wechseln gegen entsprechende Provision zu ver- Inferat, daß fie in eine vogtländische Zeitung einrüden ließen, bergerstr. 44 wurde Nachmittags ein Kaufmann, als er das durch- mitteln. In fünf Fällen bat er seine Auftraggeber benachtheiligt, die bei der Reichstagswahl unterlegenen Ordnungsparteien in gehende Pferd eines Geschäftswagens aufhalten wollte, eine indem er ihnen nur einen Theil der ihnen zukommenden Summe folgender Weise:" Sonntag, den 27. März, Mittag punkt 1 Uhr, Strede weit mitgeschleift und erlitt dabei anscheinend innere aushändigte, oder in einer Weise über die Wechsel verfügte, mit großes Siegereffen in 3 Gängen. 1. Kartoffeln mit Wurstbrühe Verlegungen. In der Nacht zum 27. d. M. sprang ein obdach der die Aussteller keineswegs einverstanden waren. Der Ange- Hering an der Decke, um nach einem Artikel der Auerbacher Tabat. Beitung das nach der Deckestrecken zu üben. Hierbei wird ein| Ter- Schelling. Feuerschiff mit dem englischen Dampfer Indra" 16. Wahlkreises ein Romitee zur unparteischen Untersuchung der mit Delitateffen, Fleischtonferven 2c. gespickter Glaskasten mit der zusammengestoßen und 14 Faden tief gesunken. Sämmtliche Sache gewählt worden ist. Aufschrift:" Nur ansehen!" die Runde machen. 2. Bilze und 44 Passagiere und die Mannschaften wurden von dem englischen Ein Anti- Quatscholog. Im Bär" befindet sich ein SittenSchwämme gratis von„ Anti". 3. Berspeisung eines Semiten". Dampfer, Oporto" aufgenommen und sind in Hamburg gelandet. roman: Berlin O.", in welchem der Lohn eines Maurergesellen Während dem Effen wird ein Künstler auf den am 28. Februar Die Ladung des Defterro" bestand aus 20 000 Sad Raffee und auf 10-12 Mart pro Tag angegeben wird. Sie möchten den 1890 geleerten Champagnerflaschen den Trauermarsch spielen." Namen des noblen Maurermeisters wissen, der solche Löhne zahlt. Der Stuttgarter Gemeinderath beschloß die Ab= Wenn Sie Anti- Quatscholog sind, was lefen Sie denn solche fchaffung des Volksschulgeldes. Bravo! Quatschromane? Ihren Zweck, den Philister zu figeln, erfüllen berartige Romane vollauf; auf die Arbeiter nehmen die parteilofen" Blätter am wenigsten Rücksicht, wenn jene nur dumm genug find, derartige Blätter fleißig zu abonniren und durch Annoncen zu unterstützen. An solchen Dummen ist leider noch immer fein Mangel. Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Vom Aschenbrödel Volksschule". Zu Alt- Rhäda in Mecklenburg wird seit dem August vorigen Jahres tein Schulunterricht mehr ertheilt. Der alte Lehrer starb damals und ein neuer ist noch nicht angestellt. Der Pastor unterrichtet privatim seine eigenen Kinder und die des Gutsherrn. Die anderen Kinder lehren sich auf der Gasse gegenseitig Unarten. London, 28. März. Den ausstehenden Bergarbeitern wurden Der Uebelstand wurde vor kurzem in einer jozialdemokratischen heute morgen neue Stimmzettel von dem Erefutiv- Romitee in Wahlverfammlung zur Sprache gebracht; Wählerversammlungen Durham verabreicht. Dieselben find bis Mittwoch ausgefüllt bieten ja in Mecklenburg, wo politische Versammlungen sonst zurückzugeben. Man glaubt, daß die Zahl der für die Fortftrafrechtlich verboten sind, zu solchen Klagen die einzige Gebauer des Ausstandes Stimmenden eine geringere werden, aber legenheit. immerhin sich noch als eine beträchtliche zu Gunsten des AusIm Gefängniß erhängt hat sich in Posen der Schuhmacher standes ausweisen dürfte. Von der großen Zahl der in Durham Blatschat, der wegen des an dem Dienstmädchen Szataniat ftationirten Polizeimannschaften sind noch keine zurückgezogen verübten Raubmords zum Tode verurtheilt war. Der Bergmann Latos ist im Knappschafts- Lazareth zu Myslowig gestorben. Durch eine Fenersbrunft wurden in Sevelen bei Sargans 70 Häuser und die Kirche in Asche gelegt. worden. " D. Sch. Was streiten Sie sich mit Anarchisten herum, zumal noch wenn sie mit so dummen Behauptungen wie die von den zwölf Zimmern", welche Bebel bewohnen soll, tommen? Alter Abonnent 100a. Wo ein junger Geschäftsmann Geld zu leihen bekommt?" Bucheradreffen mögen wir nicht angeben, selbst wenn wir es fönnten. Die bestehenden Borschußvereine verlangen Sicherheit und Bürgschaften. Die eblen Menschenfreunde" aber, die aus reiner Menschenfreundlichkeit Darlehen gewähren, sind mit der Laterne zu suchen und wünschen am allerwenigften an die Deffentlichkeit gebracht zu werden. F. P. 100. Außer der Sprechzeit ist es ungewiß, ob das betreffende Redaktionsmitglied zu sprechen ist. Maske: Kann eine Lieutenants- Maske der Sozialdemo Briefkaffen der Redaktion. Die Londoner Blätter geben der Meinung Ausdruck, daß tratie ein Hinderniß oder Aergerniß sein?" Der Sozialdemo der in Australien verhaftete Mörder Deeming keinesfalls der Herr Karl Kullick, Schneider, Marsiliusstraße 13, III., er- fratie gewiß nicht; ob einzelnen Sozialdemokraten oder einer Urheber der Morde in Whitechapel sein könne. Das Vorleben fuchte uns auf Grund des Preßgesetzes um die Mittheilung, Vergnügungsgesellschaft derselben, das kommt auf die besonderen Deeming's fei bekannt. Derselbe sei zu der Zeit, als die Morde daß die Worte des bekannten Schneider Versammlungsberichts, Umstände an. Ob man mit der Wahl einer Maste Glück hat, in Whitechapel begangen wurden, entweder im Auslande oder er habe im Sinne der Firma Bär Sohn gesprochen, nicht ob man damit die beabsichtigte Heiterkeit oder das Gegentheil im Gefängnisse gewesen. Die Polizeibehörden glauben, Deeming so zu verstehen sind, daß er im Auftrage jener Firma ge- erregt, das hängt von vielerlei Umständen ab. Mit derselben hoffe durch sein Geständniß, die Morde in Rainhill sowie die handelt hätte. Zwischen ihm und der Firma Bär Sohn hätten Maste, mit der man an einem Orte der Mittelpunkt der verbeiden letzten Morde in Whitechapel begangen zu haben, seine bis heute feinerlei Beziehungen bestanden. Seine Er- gnügtesten Stimmung wird, kann man anderwärts rausgeschmissen Aburtheilung durch englische Gerichte herbeizuführen und dadurch klärungen feien völlig unparteiisch, lediglich auf Grund seiner werden. Dann hat man aber Pech gehabt. feine Lebensfrist noch etwas zu verlängern. Erfahrungen und aus Rechtlichkeitsgefühl und Wahrheitsliebe F. H., Markusstraße. Es giebt eine ganze Anzahl sichere Infolge Futtermangels mußten im Gouvernement Rie werfolgt. Weiter habe er seine Rede nicht selbst abgebrochen, Feuererversicherungs- Gesellschaften. Es widerstrebt uns, ein Privat( Rußland) über 21 000 Pferde getödtet werden. sondern es sei ihm das Wort entzogen worden, als er der geschäft vor den anderen zu empfehlen. Sie tönnten sich sonst In Luxemburg wurde der Redakteur des Servais'schen Agitationstommission Vorwürfe gemacht hätte. Auch sei er nicht ebenso gut an uns mit der Frage wenden, wo Sie einen guten Journals Echo" wegen Verleumdung zu 1 Monat Gefängniß, aus der Agitationskommission ausgeschlossen worden, sondern aus Rock bekommen. 50 Frts. Geldbuße und 1000 Frts. Schadenersatz verurtheilt. den bereits früher angegebenen Gründen aus derselben ausSchiffsunfall. Der Hamburger Dampfer Desterro", auf getreten. Für den Vorwärts" ist die Angelegenheit nunmehr H. P. in Sch. Ift bereits in Angriff genommen und wird der Heimreise von Südamerika begriffen, ist vier Meilen von endgiltig erledigt, zumal in der letzten Versammlung des in furzer Zeit erscheinen. " Bock- Brauerei. " W Dem stark angerötheten Tischler Otto Zern Empfehle den großen Garten mit beiden Sälen zu Sommer- bie besten Glückwünsche. Der rothe Festlichkeiten. 2158L August Tiedemann, Dekonom. Gefärbt wird für Mk. 2,50 sende zu seinem heutigen Geburtstag Buchhändler aus der W strasse. N.B. Na, Otto, sei heute nicht so genau! 2186b Unserm Freunde und Genossen, dem gemüthlichen Bommer und Budiker Albert zu seinem heutigen Wiegenfeste ein fräftiges Hoch. Die trockenen Kehlen, ordentlich anfeuchten. in allen Farben: Damenkleider, Ueberzieher, Röcke, im die wir davon friegen, kann er ja ( Lieferzeit Ganzen oder getrennt; Bettdecken à Paar 2,50 48 Stunden). Gegr. 1875. Chemische Wäscherei zu den solidesten Preisen. A. Pergandé, Haupt- Geschäft: Waldemarktraße 52. 21856 Unterstützungs- Verein deutscher Tabakarbeiter. Zahlstelle Berlin. Mitglieder- Versammlung Dienstag, 29. März, Abends 82 Uhr, bei Hermann, Elisabethstr. 30. Tages- Ordnung: 1. Anträge zur Generalversammlung. 2. Wahl von zwei Delegirten zur Generalversammlung. 3. Verschiedenes. 309/13 1832L Sophabezüge! Reste in Rips, Damast, Granit, Blüsch u. bunt. Stoff, pottbillig. Emil Lefèvre, Oranienftr. 158. Proben franko! Grosse Betten 12 Mk. 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Diefe Resolution behauptet, daß selbst die Gehilfen mit meldet, daß der Streit der Brauer der Marienthaler der stritten Durchführung der Sonntagsruhe nicht einverstanden Brauerei siegreich beendet wurde. Die Arbeiterschaft hatte feien, indem sie bei Einführung der Sonntagsruhe den gegenüber das Bier jener Brauerei den Boykott verhängt, um die wärtigen Lohn nicht mehr beanspruchen könnten. Der letzte Sat Brauer in ihrem Streit zu unterstützen. Kollegen und Berufsgenossen! Die große Mehrzahl der der Resolution kennzeichnet die Innungsbestrebungen aber am organisirten Arbeiter Deutschlands hat sich zentralisirt oder ist Der braunschweigische Laudtag hat bestimmt, daß in den Rahmen des Handwerts noch des Handelsgewerbes passe, sondern deutlichsten; er besagt, daß das Barbiergewerbe weder in den darin begriffen; wir Maschinisten dürfen und wollen auch die Landgemeindeschulen zur Sommerszeit der Handfertigteits- Unter- zur Kategorie der persönlichen Bedienung gehöre. Es wurde Hand nicht in den Schooß legen. Im Fach der Maschinisten richt 8 Wochen lang ausfällt, und& var- wie der Braun hierzu die betreffende Frage aufgeworfen, ob zu einer persönlichen und Heizer steht es jetzt noch recht trübe aus, obwohl es eins der schweiger Volksfreund" schreibt nicht etwa, damit die Schüle- Bedienung es einer 8-4jährigen Lehrzeit und einer Prüfung als wichtigsten Glieder im Fabrikbetriebe ist. Wenn man bedenkt, rinnen während der heißen Jahreszeit für einige Stunden den Gehilfe, wie einer solchen als persönlicher Bedienungsmeister be was von einem Maschinisten oder Heizer heute alles verlangt Schulräumen entrückt sind, sondern zu dem ausgesprochenen dürfe. Diese Frage ist zugleich die passendste Antwort auf die wird, 14-20 stündige, durch unerträgliche Hize noch mehr erweck, damit sie im Dienste der Landwirthschaft thätig sein naive Resolution der Innungsleute. müdende tägliche Arbeitszeit, und welche hohen Anforderungen können. Der„ nothleidenden" Landwirthschaft auf die Beine zu uns nicht nur praktisch, sondern auch theoretisch gestellt werden, helfen, müssen schon die Proletarierkinder im zartesten Alter be Zu einer gut besuchten Versammlung hatte sich die so ist es wirklich an der Zeit, daß wir versuchen, durch Zu- hilflich sein. freie Vereinigung aller in der chirurgischen sammenschluß in einer großen Organisation uns eine bessere Branche beschäftigten Berufsgenossen Existenz zu erringen. Aus Bern wird der Köln. Ztg." berichtet, in der unter 22. März bei Seefeldt versammelt, um einen Vortrag des Herrn Bedenkt, Kollegen, welches Kapital uns anvertraut wird in dem Patronat der Berner, Solothurner und Neuenburger Ne- Dr. N. Wolf über Hygeine des Mundes zu hören. Der Refe Gestalt von Dampfteffeln, Maschinen und Triebwerken; aber gierung in Biel abgehaltenen Besprechung der Unternehmer und rent erntete für seinen Vortrag lebhaften Beifall, und die vielen nicht allein dieses, sondern noch viel Wichtigeres ruht in unserer Arbeiter der Uhrenindustrie des Jura sei hinsichtlich Fragen, welche an ihn gerichtet wurden, bestätigten das Interesse, Hand, nämlich das Leben und die Gesundheit vieler unserer Mit des ausgebrochenen Streits Waffenstillstand beschlossen worden. mit welchem die Versammelten seine Ausführungen verfolgt hatten. menschen, denn es ist Thatsache, daß durch die Umsicht eines Der Streit betreffe die Stellung der Visiteurs, Atelierchefs u. f. 1. Alsdann kam der Streit der Firma H. Krüger, Artillerietüchtigen und gutgeschulten Maschinenpersonals so manches ftraße, zur Sprache, und zugleich das Verhalten des Wertführers Unglück verhütet wird. Zweck dieses Aufrufes ist nun, Euch daselbst. Letzterer hatte einen Brief an den Vorsitzenden geKollegen aufzufordern, überall in Städten und Orten, wo richtet, welcher unter allgemeiner Heiterkeit verlesen wurde. BeMaschinisten- und Heizervereine bestehen, Euch denselben anzu fannt wurde noch gegeben, daß sich leider zwei Mitschließen, und wo diese noch nicht vorhanden, solche zu gründen, um später etivas Ganzes, einen Allgemeinen Deutschen Maglieder der Vereinigung gefunden haben, welche, trotzdem die Kollegen aus jener Firma nur streiten, um ihre früheren schinisten- und Heizerverband schaffen zu können. Es bestehen zwar in verschiedenen Städten Maschinisten- und Heizervereine, Die Maurer von Rigdorf, Britz und Umgegend hatten Arbeitsbedingungen fortzuerhalten, an deren Stelle zu den im Königreich Sachsen existirt auch ein Verband; bei all diesen sich am 21. März versammelt, um die Berichterstattung über den 3 sind diefes der Schleifer Albert Bolt mar und der Gürtler der Firma gestellten Bedingungen in Arbeit traten. Organisationen tommen jedoch nur Bruchtheile der Gesammtheit Halberstädter Kongres anzuhören, die in eingehender und mit Franz Rumpf; die Versammlang beschloß einstimmig, beide aller Kollegen in Frage. Wenn auch diese Vereine resp. der Zwickau gab. In der ausgedehnten Diskussion über das halten der Streif- Kontrollkommission wurde debattirt, doch kam lebhaftem Beifall bedachter Weise Herr 2. Edstein aus nicht mehr als Mitglieder zu betrachten. Auch über das Ber Verband ihren Mitgliedern schon einiges bieten, z. B. Be- Zwickau gab. In der ausgedehnten Diskussion über das nicht mehr als Mitglieder zu betrachten. Auch über das VerVerband ihren Mitgliedern schon einiges bieten, z. B. Be Referat trat zunächst Herr Hoffmann gegen den Referenten es zu feinem endgiltigen Resultat, weshalb eine öffentliche Ber lehrung durch technische Vorträge, Sterbe- Unterſtüßung an sämmt auf, betonend, daß das häufige Insfeldführen der Schlagworte fammlung stattfinden wird, um die betr. Sache richtig zu stellen. halten der Streit- Kontrollkommission wurde debattirt, doch tam liche Familienmitglieder, Rechtsschutz, Arbeitslosen Unter- Lokalisation" und" Bentralisation" zu einem Unfug auszuarten fung u. 1. 10. fo würde doch noch mehr geleistet werden brohe. Tief bedauerlich sei es, daß man auf dem Kongreß in Nachdem der Vorsitzende noch über die Maifeier gesprochen hatte, können, wenn die Kollegen der Pflicht eingebent wären, sich Alle der Weise, wie dies geschehen, der Minderheit den Fehbehand- wurde die Versaminlung geschloffen. zu organisiren. Die unterzeichnete Kommission, welche vom schuh hingeworfen habe. Um so bedauerlicher sei diese Thatsache, Berliner Verein gewählt wurde, richtet deshalb die Bitte an Euch weil der Kongreß sich die Aufgabe gestellt habe, etwas Einheit hielt am 21. März eine öffentliche Versammlung für Männer Der sozialdemokratische Arbeiterverein zu Weißensee Kollegen in ganz Deutschland: Organisirt Euch, gründet Fachliches zu schaffen, einheitlich einberufen worden sei und nach und Frauen ab, in welcher Reichstags- Abgeordneter Kunert vereine, um später einen Allgemeinen Deutschen Verband zu alten Prinzip, schaffen, um es auch den einzelnen Kollegen in den kleinen Orten Arbeiter zur Berathung gemeinsam über die Voltsschule und das Volksschulgeset" referirte. Der zu ermöglichen, durch Anschluß an den Verband des Nugens zusammenträten, jeder das Recht haben müsse, seine Meinung felbe fchickte voraus, daß, obwohl der Entwurf zu diesem Gesetze einer allgemeinen großen Organisation theilhaftig werden zu zu sagen und dieselbe zu vertreten. Redner bezeichnet als Ur- allem Anscheine nach zurückgezogen werden würde, es bennoch einer allgemeinen großen Organisation theilhaftig werden zu fache des Verlassens des Kongresses seitens mehrerer Delegirter nothwendig erscheine, darüber zu sprechen, da der Entwurf uns tönnen. Mit Rath und Statuten stehen wir gern zu Diensten. Der sogenannten lokalen Richtung den Absatz 5 der Resolution 9. zeige, in welchem Fahrwasser die Regierung segelt. Redner erDie Kommission. J. A.: Karl Kirschnid, Berlin N. Anklamerstr. 25. Die Organisation der Arbeiter solle und dürfe kein Versuchsfeld läuterte dann die einzelnen Paragraphen des Entwurfes, zeigte, für Experimentirsucht sein. Kartellverträge, die man in Halber- welchen erhöhten Einfluß durch den Entwurf die Geistlichkeit Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruckt gebeten stadt, da man das Ziel der Union nicht erreichte, beschlossen, habe auf alle Zweige des Volksschul- und Unterrichtswesens gewinnen und alle zielbewußten Arbeiter, welche vorstehenden Aufruf man längst schon in Berlin. Man solle fich mit Dingen befassen, müsse, trotzdem ein Geistlicher in lesen, werden ersucht, die in ihren Betrieben beschäftigten die flar und unzweideutig vor Augen lägen, nicht in die Ferne als Laie anzusehen sei, und kennzeichnete hierauf die diesen Dingen Maschinisten und Heizer auf denselben aufmerksam zu machen. schauen, um auszutüfteln, was vielleicht in fünfzehn Jahren an- Haltung der verschiedenen Parteien dem Entwurfe gegenüber, zubahnen sei. Herr Buchholz wandte sich gegen diese An- wie eine jede der im Abgeordnetenhaufe in Betracht kommenden Au die Barbier, Friseur- und Perrückenmachergehilfen schauungen. Berlin habe für jeden übergenug Gelegen- Parteien weit davon entfernt ist, einer wirklichen Reform des Deutschlands. heit, sich sich politisch zu bilden und dementsprechenden Unterrichtswesens oder auch nur der Volksschule das Wort zu Kollegen! In Nachfolgendem bringen wir zu Eurer Kennt- Anschluß zu suchen. Redner betont und erläutert die Berechti- reden. Frankreich sei in Bezug auf das Schulwesen Preußen niß, daß der dritte Kongreß der Barbier, Friseur- und Berrücken- gung der Hamburger zur Führung. Der Verband sei stattlich allerdings über, da dort die Weltlichkeit der Schule durchgeführt machergehilfen Deutschlands in der Beit vont 2. bis 8. Mai d. J. genug. Er zähle 12 000 zahlende Mitglieder. Maurer ille fei; jedoch wäre auch die französische Schule nicht das, was die in Köln a. Rh., im Lokale des Herrn Mebus, Kämmergaffe 18, sprach gegen den Referenten. Die Generalfommission habe ihr Sozialdemokratie erstrebe; wir wollten vielmehr die allgemeine stattfinden wird. Derfelbe wird von dem unterzeichneten Borstand eigenes Gebiet nicht erkannt. Der ganze Aufbau der Zentrali- Volksschule, in welcher ein Jeder diejenige Stufe der Bildung einberufen. sation gleiche einem auf Sand gebauten, hübsch ausgepußten erlangen kann, zu der er die Veranlagung besitzt. Wer mitarbeite Soll sich unsere Zukunft etwas freundlicher gestalten, dürfen Hause. Man habe nicht die mindeste Ursache, die anders ge- an der Befreiung des arbeitenden Volfes, der arbeite mit an der wir nicht länger in stumpfer Theilnahmslosigkeit verharren; wir sonnenen Organisationen auszuschließen. Man sollte im Gegen- höchsten Bildung, die dem Menschen zu Theil werden könne. müssen gegen die Bevormundungen und Bedrückungen von Seiten theil auch die nicht nach der Schablone Marschirenden anerkennen.( Lebhafter Beifall.) In der Diskussion wurde der Absatz 6 des unferer Gegner energisch Front machen. Vornehmlich sind es die Möglichste Bewegungsfreiheit müsse belassen sein und mit der Parteiprogramms: Religion ist Privatsache" von zwei Nednern Innungsmeister mit ihren mittelalterlichen Anschauungen, welche ungeheuren Masse der Nichtorganisirten müsse man rechnen. Die angegriffen; dieselben waren der Ansicht, daß wenn man einStück um Stüd uns unseres Rechtes berauben; sie haben uns Herren Eckstein und Buchholz vertheidigten die Ansicht, gefehen habe, welchen Werth die Religion befige, man auch auf nicht einmal den freien Arbeitsvertrag gelaffen, welcher jedem daß man in Halberstadt recht wohl von einem allgemeinen religiösem Gebiete den Kampf offen führen müsse, so gut wie Arbeiter vom Gesetz gewährleistet wird. Daber, Rollegen, Rongreß habe sprechen dürfen. Man könne sich gar feinen Ron- bies auf wirthschaftlichem und politischem Gebiete gefchehe. Der fordern wir Euch auf zur Theilnahme am britten greß denten, der den Charakter der Allgemeinheit deutlicher an Referent widerlegte dieselben in feinem Schlußwort und 100 nur Rongreß in Köln. Rafft Euch auf; schüttelt die Gleich fich trage. Das Berdrehen der Worte sei man indeß von dieser vertheidigte den angefochtenen Baffus des Programms. giltigkeit von Euch ab, wählt die Tüchtigsten, die Be Seite gewohnt. Dittatur wollten die Gegner üben und das habe Folgende, vom Genossen Kunert beantragte Resolution wurde fähigtsten aus Eurer Mitte und sendet sie als Vertreter Eurer ihnen mit Recht die große Mehrheit auf dem Kongreß verleidet. Dann einstimmig angenommen: Interessen nach Köln. Dort wollen wir gemeinschaftlich Verächtlich seien die ewigen persönlichen Nörgeleien. Aber die Die heutige Versammlung erklärt, in Bezug auf Schule und berathen, welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um eine Herren hätten nichts gelernt, wollten nichts lernen. Oftmals Religion auf dem Boden des sozialdemokratischen AktionsVerbesserung unserer mißlichen gewerblichen Lage herbeizuführen, fegelten die Lokalorganisationen in völlig falschem Fahrwasser. programms zu stehen. um beffere Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu schaffen. Wir Die Feindschaft finde auch zum Theil darin ihre für die fordern Euch auf, gleichviel ob Ihr dem Gehilfenverband an Gegner allerdings nicht sonderlich schmeichelhafte Erklärung, herrschenden Klaffen, die im preußischen Landtage ausschließlich Sie hält sich überzeugt, daß weber die Regierung noch bie gehört oder nicht, helft und fördert thatkräftig den Ausbau der daß man ärgerlich opponire, weil man mit den Geldern nach vertreten sind, den Willen besigen und ihn aus Klaffeninteresse Gehilfenorganisation; je stärker diese ist, desto mehr wird das bestimmtem Plane verfahren müsse. Herr Reyzer au erklärte: nicht besigen können, diesen Grundsätzen gerecht zu werden. lebergewicht unserer Gegner abgeschwächt. Nur dann können Die Rigdorfer Maurer sind zentral organisirt und zentral ge- Daher steht die Versammlung allen von dieser Seite ausgehenden wir unsere Ziele erreichen, wenn wir als ein geschlossenes Ganze sonnen. Es komme lediglich darauf an, auf welchem Wege man Reformen ablehnend und feindlich gegenüber. vorgehen. das Groß der politisch und gewerkschaftlich Unmündigen heran- Sie ist ferner durchdrungen von der Ueberzeugung, daß die Hinsichtlich der Delegirtenwahl weisen wir besonders darauf zuziehen vermöge. Die Hamburger seien zentralisirt und politisch frei organisirte, wahrhaft allgemeine Boltsschule nur Leben und hin, daß die Delegirten da, wo fein Zweigverein besteht, in einer dennoch hoch aufgeklärt. Herr Förster kritisirte die Anhänger Wirklichkeit werden kann unter der Voraussetzung des Sturzes öffentlichen Versammlung zu wählen und mit einem von dem der Lokalorganisation, welche die Harmonie im Munde führten, der kapitalistischen und des Sieges der sozialistischen WeltBureau der Versammlung unterzeichneten Mandat zu versehen in den Versammlungen aber als Sprengkolonnen aufträten, und anschauung." sind. Den Kollegen derjenigen Orte, welche dem Verbande noch wandte sich dann sehr scharf gegen Wilke. Nachdem Wilke entnicht angehören und nicht Mittel besitzen, einen Delegirten zu gegnet, fand eine Resolution gegen 4 Stimmen Annahme, die sich entfenden, machen wir den Vorschlag, sich durch einen Kollegen in für Verwirklichung der auf dem Halberstädter Kongreß auf gestellten Ziele aussprach. Köln vertreten zu lassen. Anträge zum Rongreß und die Namen der Delegirten sind bis spätestens 15. April d. J. an F. H. Merzig, Kleiner Burstah 11, Hamburg, einzusenden, daselbst wird auch jede diesbezügliche Ausfunft ertheilt. Ferner machen wir darauf aufmerksam, daß behufs Erhebung einer Berufsstatistik an sämmtliche Kollegen Orts- und PersonenFragebogen vertheilt werden; zur Erlangung derselben wolle man sich umgehend an die oben angegebene Adresse wenden. An Euch aber, Arbeiter, Freunde, richten wir die dringende Bitte, helft uns bei unserem Unternehmen, macht die Gehilfen des Barbiergewerbes, wo Ihr mit diesen in Verkehr tretet, auf den Nutzen und die Nothwendigkeit der Organisation aufmerk sam, damit sie sich dem bereits bestehenden Gehilfenverbande anschließen, so daß wir in der Kette der organisirten Gewerkschaften als ein starkes und wichtiges Glied gelten können. Der Vorstand des Verbandes deutscher Barbier, Friseurs und Perrückenmacher- Gehilfen. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden höflichst gebeten, vor tehenden Aufruf zum Abdruck zu bringen. Im Verein zur Wahrung der Jntereffen der in der Sutfabrikation beschäftigten Arbeiterinnen Berlins und Umgegend sprach fürzlich Rollege Böltel unter reichem Beifall über Zweck und Ziele des Vereins und über die Möglichkeit, Eine Versammlung der Drechsler und Berufsgenoffen das geringe Interesse der Mitglieder dem Verein gegenüber zu Deutschlands( Ortsverwaltung Berlin) hörte am 21. März einen heben. In warmen und eindringlichen Worten schilderte der Vortrag des Herrn Dr. Rautorowicz über die Hygiene des Referent die heutigen traurigen Zustände und wies darauf hin, Mundes. Der Redner fand allseitigen Beifall. Nachdem erstattete wie sehr auch die Hutarbeiterinnen unter denselben zu leiden der Bevollmächtigte Bericht über die Thätigkeit des Vorstandes haben, weshalb es für sie unbedingt nothwendig sei, eine straffe und dann wurde die Wahl der Verwaltungsbeamten vor- Organisation zu schaffen, welcher anzugehören Pflicht einer jeden genommen, welche auf folgende Kollegen fiel: Erster Bevoll- Kollegin sein müsse. Nachdem dann Kollege Böllel in eingehender mächtigter Dost, zweiter Thomas; erster Schriftführer Weise Zweck und Ziele des Vereins largelegt hatte, gelangte ander, zweiter Sangershausen; erfter Raffirer folgende Resolution zur Annahme: Baumberg, zweiter Beier; erster Beisitzer Klotsch, Die anwesenden Mitglieder des Vereins zur Wahrung der weiter Kanzius; Revisoren: Beise und Bruckner; Ver- Interessen der in der Hutfabrikation beschäftigten Arbeiterinnen trauensmann der Stockbranche: Rasehorn; Vertrauensmann Berlins und Umgegend erklären es nach den Ausführungen des der Kammmacher: Vogt; zum Hilfskassirer für Südost wurde Referenten für ihre heiligste Pflicht, ihre eigenen wirthschaftlichen Rollege Schneider gewählt. Dann wurde den Kassirern von Interessen zu vertreten; um das aber thun zu können, auch für der Matinee und Maskenball nach stattgehabter Abrechnung das Fortbestehen des Vereins Sorge zu tragen, damit derfelbe Decharge ertheilt. Kollege Plagens wies auf die am zweiten voll und ganz seinen Zweck erfüllt. Sie verpflichten sich auch, Osterfeiertag stattfindende Matinee der freien Hilfskaffe der ihr volles Interesse demselben zuzuwenden und alle fernstehenden Drechsler hin und Kollege Kanzius ersuchte, dem Genossen Kolleginnen ihm zuzuführen." Peus dadurch entgegen zu kommen, daß man recht zahlreich die von demselben herausgegebenen Broschüren taufe. Die nächste Bersammlung findet am 10. April statt. Unter Vrrschiedenem wurde dann noch der Beschluß gefaßt, die Versammlungen hin und wieder am Sonntag Nachmittag abzuhalten, und zum Unterschiede von dem bisherigen Brauche dem Aus Gadebusch wird uns mitgetheilt, daß in der dortigen Die Freie Vereinigung selbständiger Barbiere, Bortrage ein gemüthliches Beifammenfein folgen zu lassen, um tuhlfabrit von Fließ u. Ko. 47 Arbeiter wegen anblicher Aufwiegelung die Entlassung erhielten, diejenigen jedoch, Friseure und Berrückenmacher Berlins und Umgegend hielt dadurch einen regeren Besuch der Versammlungen herbeizuführen. ' che die Erklärung abgaben, weder dem Verbande anzugehören am 21. Mär eine start besuchte Monatsversammlung ab, in Der Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Sozialdemokrat zu sein, ferner sich verpflichteten, bis Neujahr welcher Genosse Gründel über das Thema sprach:" Die Volks- Arbeiter Berlius u. Umgeg. hielt am 20. März in Norbert's Sälen, er Fabrit zu bleiben, in Arbeit bleiben konnten. Ausgesperrt ernährung, wie sie ist und wie sie sein soll." In einer Reſolution Beuthstraße, eine beschließende Versammlung ab. Ueber den ir dadurch schließlich 22 Arbeiter, worunter 8 Ledige, die in- erklärte sich die Versammlung mit den interessanten Ausführungen 1. Punkt der Tagesordnung, die geplante Lohnbewegung der if hen abgereist seien. Die Meisten gehörten dem Berbande" des Referenten voll und ganz einverstanden und forderte, da von Drahtarbeiter", referirte Kollege Mu de. Die von der betreffenden 1. Die Lage derselben sei eine traurige, fie ersuchten deshalb der heutigen Gesellschaft nichts zu erwarten fei, alle Kollegen auf, Brauche aufgestellte Lohnstatistik wurde von diesem den Miting nd um Unterstützung. Alle Zuschriften und Sendungen Schulter an Schulter mitzutämpfen für eine menschenwürdige gliedern unterbreitet. Bei der in Aussicht genommenen Lohnid zu richten an Felix Hildebrand, Bevollmächtigten Existenz alles dessen, was Menschenantlig trägt. Unter Ge- bewegung ist die Forderung: 9 Stunden Arbeitszeit bei 45 Pf. 3. Tischlerverbandes, Gadebusch in Mecklenburg, Steinstr. 24. schäftlichem" wurde die von den Innungsleuten am 14. März Stundenlohn. Da die Konjunktur in dieser Branche eine günstige Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. gegen die Somtagsruhe gefaßte Resolution einer Kritit unter- fei, Buzug auch schwerlich zu erwarten stehe, glaubt Redner, daß diese Forderungen ohne große Schwierigkeiten durchgesetzt werden| Ausgabe der rothen Nummer der„ Volks- Tribüne" vom 18. März, 1 Wähler der dritten Klasse und trotzdem die Gemeindevertretung können. Von Seiten der Kollegen Hartmann und Gerisch die schon am Mittwoch in Tausenden von Exemplaren aus teine politische Thätigkeit zu entfalten habe, es doch von Werth wurde den Kollegen der betreffenden Branche empfohlen, den gegeben worden ist, während sie den Spediteuren, die das ganze sei, wenn die Sozialdemokratie im Gemeinderath vertreten sei, Unternehmern ein Zirkular mit den bestimmten Forderungen zuzu Jahr hindurch die" Bolts- Tribüne" drei und vier Treppen hoch indem sich auch auf kommunalem Gebiete viel im Intereſſe der stellen und mit ihnen dann durch den Vertrauensmann zu unter- für zehn Pfennig pro Monat expediren und noch dabei auf lange Besitzlosen thun lasse und eine sozialdemokratische Vertretung in handeln. Ein Antrag ,,, die Sache der nochmaligen Prüfung zu unter- Beit Kredit gewähren müssen, erst am Donnerstag und zwar in der Gemeindekörperschaft auch viele praktische Vortheile biete. ziehen und der nächsten Versammlung weitere Beschlüsse zu unter- der Weise verabfolgt wurde, daß um 4 Uhr morgens sämmtliche Der Vortragende empfahl den Genossen, selbständig in die Ge breiten", fand einstimmige Annahme. Der 2. Punkt der Tagesordnung, Exemplare vergriffen waren, wodurch die meisten Spediteure meindewahlen einzutreten, anderenfalls aber von der Betheiligung Antrag der Fachkommission, eine in diesem Jahr aufzunehmende nicht in die Lage tamen, ihren Abonnenten die Volks- Tribüne" an der Gemeindewahl Abstand zu nehmen. Die folgende Dis Statistik betreffend", wurde, nachdem der Werth einer Statistit am Donnerstag zustellen zu können. Hierauf wurde der Beschluß fussion gestaltete sich sehr lebhaft und wurde in derselben das noch genügend erläutert, von der Versammlung angenommen mit gefaßt, den Vorstand zu ermächtigen, bei dem sozialdemokratischen Für und Wider der Wahlbetheiligung sehr eingehend erwogen, dem Zusatz, diese Statistiken alljährlich zu erheben. Die Fach- Barteivorstand hierüber Beschwerde zu führen. Zur Aufnahme dabei fam es au lebhaften Auseinandersetzungen mit„ Un kommission soll zu diesem Zweck Fragebogen ausarbeiten. Der meldeten sich die Herren Wedeking, Eisenbahnstr. 29; Mar abhängigen", welche entschieden gegen Wahlbetheiligung waren. Antrag der Rechtsschutz- Kommission um Gewährung einer Unter- Rothe, Yorkstr. 16; Kirch, Schönebergerstr. 16; Pirch, Char In die Diskussion griff unter Anderem auch Reichstags. stützung wurde bewilligt, hierbei der Fall Heindorf kontra Zuzka lottenburg, Grünstr. 101; sowie Frau Wendt, Dresdenerstr. 124. Abgeordneter Stadthagen ein, die Berechtigung der Be ( Dreher) erwähnt und die Handlungsweise des Letzteren dem Ersteren gegenüber aufs schärffte getadelt. In Sachen der Reisetheiligung nachweisend und die Zweckmäßigkeit derselben vor Eine große Versammlung der Militär- und Lieferungs- Augen führend. Die Versammlung beschloß endlich WahlUnterstützung beschloß man, an Mitglieder, welche mindestens fchneider mit der Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen betheiligung und verpflichtete sich in einer Resolution, mit allen einen Monat von hier fort gewesen sind und sich ordnungsmäßig Tim m. 2. Diskussion. 3. Abrechnung der Fachschule. 4. Ver- allen Mitteln dahin zu wirken, daß die sozialdemokratischen abgemeldet haben, bei event. Rückfehr nach hier Unterstützung zu zahlen. fchiedenes war auf den 24. März nach Feuerstein's unteren Kandidaten zum Siege gelangen. In's Wahlkomitee wurden ge Die Abrechnung über das Wintervergnügen wurde, da die Re- Saal einberufen worden. Die wenigen Treuen waren, wie man wählt die Genossen Schlee huber, Bartmann, Paaz, visoren an den Belegen des Vergnügungskomitee etwas zu moniren fie immer auf dem Posten zu finden gewohnt, auch hier erschienen knappe und Linde; ferner wurde zum Vertrauensmann gehatten, auf Antrag bis zur nächsten Versammlung vertagt. Be- und harrten bis 10 Uhr Abends geduldig Derer, die noch kommen wählt Genosse Schleehuber, nachdem sich Genosse Meitreffs des am 16. Juli abzuhaltenden Sommervergnügens, be- sollten, es aber vorzogen, durch Abwesenheit zu glänzen, fo daß wa Id nicht bereit finden ließ, den Posten des Vertrauensmannes schloß die Versammlung, von einem Feuerwerk Abstand zu der Vorsitzende Roloff die Bersammlung nur eröffnete, um sie wieder anzunehmen. nehmen. Zum Schluß gelangten die in der Maschinenbau- alsbald wegen allzu schwachen Besuches wieder zu schließen. Attiengesellschaft Schwartkopff vorgekommenen Maßregelungen maßregelten Verbandsmitglieder aus der Verbandskasse zu unterzur Besprechung; das Verhalten, der betreffenden Direktoren Der Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Reichstags- Wahlkreises hielt am 25. März Genosse Millarg In einer öffentlichen Versammlung des 6. Berliner wurde von verschiedenen Mitgliedern einer scharfen Kritik unter- Berlins und Umgegend beschloß am 24. März endgiltig, den einen Vortrag über die Bedeutung der Maifeier. Seine Auszogen. Die Debatte endete mit der einstimmigen Annahme dreier Vorwärts" und den„ Bauhandwerker" bis auf Weiteres nur als führungen wurden mit Beifall belohnt. Hierauf wurde die AbAnträge, laut deren 1. die bei der Firma Schwarzkopff ge- Bubitatione Versammlungen auch an den Säulen vorläufig Genossen 3 a ch a u vorgelegt; dieselbe ergab: Einnahme 780,30 0, Publikationsorgane benutzen und von allen anderen Bekannt- rechnung über die Listen für den Erfurter Parteitag durch flügen sind, 2. in Anbetracht der traurigen wirthschaftlichen Ver- Abstand zu nehmen. Ein Antrag des Vorstandes, die Wander- Ausgabe 302,40 M., Bestand 477,90 M., welcher den Vertrauenshältnisse auch die betreffenden Kollegen, welche gezwungen wurden, unterstützung wieder einzuführen, wurde angenommen und hierzu leuten des Kreises überwiesen wurde. Man beauftragte dann ihre Unterschrift auf die von der Fabrikleitung ausgelegten eine Kommission, bestehend aus den Kollegen Wilke, Nelte und ein Komitee von 17 Personen mit den Vorbereitungen zur MaiListen zusehen, als ehrenhafte Männer zn betrachten, 3. eine be- Kurze, zur Ausarbeitung eines Wanderunterstützungs- Reglements feier. schließende Versammlung im Norden Berlins einzuberufen, welche gewählt. Unter Verschiedenem kam der Fall Bär Sohn kontra in dieser Angelegenheit energisch Protest einlegen soll. Alsdann Agitationskommission der Schneider zur Sprache. Um die ganze wurde Kollege Neumann( Mechaniker) als Beisitzer zum Vorstand Pfefferküchler einberufen von den Borständen ver brei hier gewählt. Außerdem wurde der Agitationskommiſſion der Schneider Eine öffentliche Versammlung der Konditoren und Sache unparteiisch zu prüfen, wurde ein Komitee von 5 Personen vorgeschlagen und von der Versammlung bestätigt. bestehenden Vereine, verhandelte am 23. März über die Frage: das Recht abgesprochen, Jemanden als Parteigenossen nicht mehr Ist die Sonntagsruhe in unferem Gewerbe durchführbar?" anzuerkennen, weil darüber laut dem sozialdemokratischen Orga stimmig angenommen: lach 2/ 2stündiger Diskussion wurde folgende Resolution ein- niſationsstatut nur der Streis zu entscheiden hat, in dem der Betreffende wohnt. Mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie wurde die Versammlung geschlossen. Hilfsarbeiter für Schöneberg und Umgegend wählte Sie freie Bereinigung der Bau- und gewerblichen am 20. März in ihrer Mitgliederversammlung Robert Klinge zum Vorsitzenden, Albert Stollt zum Kassirer, Wilhelm Petrick mit Ausnahme einer du jour." Die Sonntagsruhe ist in unserem Gewerke durchführbar, zum Schriftführer und Hermann Rugo zum Revisor. Der Eine öffentliche Textilarbeiter und Arbeiterinnen Raffirer ermahnte hierauf, die Beiträge etwas reger zu bezahlen, Angehörige eines konfervativen, eines freisinnigen und eines Dorf über den Halberstädter Gewerkschaftskongres referiren und Diese Versammlung war einzig in ihrer Art, indem darin Versammlung,( in welcher am 27. März Herr Paul Peters da doch jetzt die Arbeit wieder beginne, und ersuchte, für den sozialdemokratischen Vereins das Kapital in heftigen Reden be- über die Feier des 1. Mai Beschluß gefaßt werden sollte, konnte Verein zu agitiren, damit derselbe in diesem Jahre wieder feine fämpften. Es wurde beschlossen, auf die an den Lokalverein des allzu schwachen Besuches wegen ihre Tagesordnung nicht era alte Mitgliederzahl erreiche. Unter Verschiedenem brachte Kollege gesandte Buschrift des Ministeriums für Handel und Gewerbe ledigen, und man besprach lediglich die Ursachen desselben, die Behrendt den 1848er Kampf für Freiheit und Recht in Parallele im Sinne der Resolution zu antworten. Mit einem begeisternden man, da weder den Einberufern noch den in Noth gerathenen mit dem jezigen, kam sodann auf den Gewerkschaftskongreß zu Hochruf auf die internationale Arbeiterbewegung ging man aus Kollegen mit Fug irgend ein Vorwurf gemacht werden könne, in sprechen und erklärte sich mit den Vertretern der Lokalorganisation einander. Solidarisch, desgleichen Klinge und Borgwart. Mit einem der traurigen pekuniären Lage der Arbeiter erblickte. Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung schloß die Versammlung. Charlottenburg. In einer öffentlichen Volksversammlung am 25. März sprach unter reichem Beifall Genosse Heitmann die Bedeutung des 1. Mai und die Grstrebung des AchtWernicke, Eine öffentliche Versammlung, welche zum 28. März nach) Scheffer's Salon einberufen war und wozu man besonders die in Del-, Licht, Seifen-, Gummiwaaren-, Ronserven, Mostrich, Effenzen-, Anilin- und eingeladen 21. März begrüßte der Vorsitzende zunächst die anwesenden Verwerken, Gasanstalten, Erdarbeiten und Färbereien beschäftigten stundentages. Man wählte dann in das Festkomitee die Genossen alle dem Verbande beitreten. Genosse R. Wolf sprach dann in hatte, war so schwach besucht, daß von dem angekündigten Vor- Berbe und Scheffer. einstündigem Vortrage über Hygiene des Mundes, unangemessene trage Abstand genommen wurde. Der Schriftführer verlas zu= Behandlung der Zähne und die daraus entstehenden Folgen nächst die von dem provisorischen Vorstand und der Agitations( Bahnschmerzen) und kritisirte die so vielfach angepriesenen fommission entworfenen Statuten des neu zu bildenden Vereins. Reklamemittel, da sich dieselben alle als unnüß erwiesen. Er Derselbe soll den Namen tragen: erntete reichen Beifall und beantwortete in der Diskussion noch( nicht Hilfs arbeiter Verein) Berlins und Umgegend" und „ durch Aufklärung seiner Mitglieder dieselben Rathgeber für den Entwurf von Arbeitsordnungen. wesenden. Hierauf traten mehrere Kolleginnen dem Verbande zur Erkenntniß ihrer Lage zu bringen und ihre wirth- Unter Benutzung der Materialien der Geſetzgebung bearbeitet von als Mitglieder bei. Weiter wurde zum zweiten Verbands- Kassirer schaftliche Besserstellung anzubahnen." Jeder in Berlin und Robert Play, föniglicher Gewerbe Inspektor, gewerbeKarl B3 hm gewählt und beim Verschiedenen sehr gerügt, daß umgegend wohnhafte Arbeiter, gleichviel welche Arbeit er ver- technischer Hilfsarbeiter ber föniglichen Regierungen zu Posen die Herren Gerndt und Link, betreffs der Lokalorganisation, richtet, kann, falls er das 17. Lebensjahr erreichte, Mitglied sein. und Bromberg. Berlin 1892, Verlag von Robert Oppenheim ihre Gesinnung so schnell geändert hätten, indem sie auf dem Eintrittsgeld und Monatsbeitrag sollen je 20 Pfennig betragen.( Gustav Schmidt). Allgemeiner Arbeiterverein Literarisches. mit Rongreß eine andere Meinung verträten. Vom Kollegen Bei Streits und Maßregelungen soll den Betheiligten, falls die Der föniglich preußische Gewerbe- Inspektor tann auf den Leimert wurde die Frage gestellt, wieso sich nach dem selben dem Vereine mindestens 3 Wochen lang angehören, je nach vollen Dank aller Fabrifantenvereine Anspruch machen. Alte und Protest der Versammlung in Brandenburg die Filiale Maßgabe der bestehenden Kassenverhältnisse eine Unterstüßung neue Fabrikordnungen sind hier vertreten, auch Saßungen für Berlin eine Statutenverlegung hätte zu schulden kommen lassen. gewährt werden, doch soll darauf ein klagbarer Anspruch nicht Arbeiterausschüsse. Es sind im„ Vorwärts" schon oft wahre Verschiedene Redner äußerten, daß die Agitationskommission bestehen. Auch Rechtsschutz soll gewährt werden. Dies Statut Muster- Fabrifordnungen" zur Schau gestellt. Der betreffende öffentlich gewählt ist und thun und lassen kann, was sie will, anzunehmen, hielt sich die Versammlung nicht kompetent. Gs Fabrikant wird beim Durchlesen dieses Rathgebers ferner betreffs ihrer Handlungen sich keine Vorschriften zu machen soll dies in einer wiederum einzuberufenden öffentlichen Agitations- Beschämung erkennen, daß er doch noch manches laffen braucht, und man sprach den Kollegen der Filiale Branden- versammlung geschehen, in der die seiner Zeit ins Leben ge in seiner Sklavenordnung vergessen hat. Auz hundert burg das Recht ab, darüber zu befinden, was die Bergolder und rufene Agitationstommission auch Bericht über ihre Thätigkeit älteren Fabrikordnungen hat der Verfasser statistische Zusammen Vergolderinnen in Berlin besprechen. Kollege Höpfner be- geben wird. ftellungen gemacht, und damit wohl ein ziemlich übersichtliches mängelte es, jeden Streit der politischen Partei innerhalb der Bild dessen, was jene Fabrikordnungen lieben, dargestellt. gewerkschaftlichen zu regeln, da man den politischen Kampf nicht mit dem ökonomischen verwechseln dürfe. Zum Schluß wurde Volksversammlung, die bis gegen 12 1hr bauerte, mußten die darunter folche Gründe, unter welche man alles mögliche rechnen Schöneberg. In einer am Freitag Abend hier stattgehabten 54 Gründe sind aufgezählt für sofortige Entlassung der Arbeiter, noch die Handlungsweise des Herrn Ruthenberg besprochen, Anwesenden von 10 Uhr ab auf den Biergenuß verzichten, da der kann( Verhöhnung von Religion und guten Sitten, Raisonniren welcher eine Vergolderin entließ, die am 18. März auf den Gemeindevorsteher die Berabreichung von geistigen Getränken von über den Betrieb oder seine Vorgesetzten), dagegen find in allen Gräbern der Märzgefallenen einen Kranz niedergelegt hatte. diefer Zeit ab verboten hatte. Der Referent, Stadtverordneter diesen Fabrifordnungen, und zwar nur in sehr vereinzelten, nur 3ubeil, protestirte energisch dagegen und bemerkte, eine ähn 4 Gründe für den sofortigen Austritt des Arbeiters angegeben. In der Sigung der Freien Vereinigung der liche Verfügung sei vor einiger Zeit in Potsdam erlassen, aber Für 77 Fälle, darunter auch solche ganz allgemeinen Charakters, find Graveure und Eifeleure am 21. März, ersuchte der durch energischen Protest erfolgreich bekämpft worden, da in der Geldstrafen angedroht. Der Verfasser bringt der Gewerbenovelle ent Borsigende zunächst die Kollegen, ihren etwaigen Wohnungswechsel Landgemeinde- Ordnung nichts davon enthalten wäre. Der sprechende, Musterentwürfe" für Arbeitsordnungen für kleine, mittel Dem Staffirer anzuzeigen, ferner rückständige Beiträge bis zum Referent forderte dann zur energischen Betheiligung an den Ge- große und große Betriebe. Der erste ist knapp gehalten, der letzte am 1. April zu entrichten, da falls länger als 3 Monate reſtirt wird, meindewahlen für die dritte Abtheilung auf, beleuchtete im umfangreichsten und dürfte sich, wie der Verfasser selbst sagt für Die unentgelbliche Zustellung der Fachpresse fortfällt. Kollege Weiteren die Bedeutung des Gewerbegerichts für die Schöneberger Großbetriebe als Vorlage zum Entwurf einer Arbeitsordnung Müller, welcher das Amt eines Kontrolleurs für Arbeitslose Berhältnisse und bemängelte, daß die Beisiger in Schöneberg nur eignen".„ Schließlich", meint er, läßt sich aus diesen drei Entbekleidet, theilte hierauf mit, daß sich seine Wohnung vom 1. April 2,50 M. Entschädigung bezögen, während in Berlin die Diäten würfen unter Buhilfenahme der aus 100 alten Fabrikordnungen ab Brizerstraße 14 befindet. Als Beisiger zum Vorstand wurde 4 M. betrügen. Wünschenswerth sei auch die Betheiligung der gefertigten Zusammenstellung und der im„ Anhang" mitgetheilten Kollege Wolf, als Kaffenrevisor Kollege Raul gewählt. Neber Frauen an den Gewerbegerichten. Zum Schluß der gut besuchten Normalordnungen jede beliebige Arbeitsordnung zusammens Punti 2 der Tagesordnung: Die Konkurrenz der Kollegen Bersammlung wurden 13 Genossen als Kandidaten von Seiten stellen." gegeneinander, der zehnstündige Arbeitstag und die Kleinmeister" der Arbeiter für das Gewerbegericht aufgestellt und außer Das glauben wir. Was die erwähnten Normalordnungen entspann sich eine lebhafte Debatte, nach welcher auf Antrag des dem zwei Deputirte, Meier und Siegeler, beauftragt, im Namen aubetrifft, so sind es die vom linksrheinischen Verein für GemeinKollegen 3 e ch beschlossen wurde, gegen die Meister, welche Lehr- der Versammlung den Gemeindevorsteher um Berlegung der wohl zu M.- Gladbach für Fabriken der Textilinduſtrie empfohlene, linge halten und dieselben nicht ausbilden können, vorzugehen Wahlzeit für die Gemeindewahlen auf die Zeit von 4-8, anstatt die des Vereins deutscher Eisenhüttenleute, die für Hohlglas und alles Andere dem Vorstande zu überlassen. Ferner gelangte wie bisher 2-6 Uhr zu ersuchen. fabriken und die Normal- Arbeitsordnung für die Betriebe des folgende vom Kollegen Guttmann gestellte. Resolution zur Verbandes der Eiſenindustrie Hamburgs. Der Herr GewerbeDie Sattler Berlins und Umgegend waren von der inspektor ist noch so naiv, in den Fabrikordnungen die Erfüllung " Die Ronkurrenz unter den Kollegen ist begründet in dem Arbeitsvermittlungs- Kommission für den 24. d. M. zu einer des Satzes Gleiches Recht für Alle" zu sehen. Indem der Herr allgemeinen herrschenden wirthschaftlichen System des Kampfes öffentlichen Versammlung entboten worden. Dieselbe nahm mit seine Fabrifordnung aufstellt, giebt er dem Arbeiter zu erkennen, Aller gegen Alle. Eine Grenze läßt sich nicht ziehen. Wo die großem Beifalle einen Vortrag des Genossen Franz Berndt daß er zu„ Recht" und nicht nach Willkür regiert werden soll. ausgesprochenen solidarischen Interessen der ganzen Kollegenschaft über das Thema: Die Entwicklung der Technik und Ein Gegensatz der Interessen zwischen Arbeitgeber auf dem Spiele stehen, wie z. B. bei der Arbeitszeit, bei Maß ihre Folgen in der heutigen Produktion" ent- und Arbeitnehmer besteht, im Grunde genommen, überhaupt regelung u. f. w., ist die Konkurrenz auf Kosten dieser Gesammt gegen und im Anschlusse hieran den Bericht der Arbeits- nicht." In der Fabrikordnung sieht der Herr Fabrikinspektor die intereffen nicht nur nicht nothwendig, sondern verwerflich. Die vermittelungs- Kommission. In Anbetracht der überaus schlechten Verwirklichung des gleichen Rechts, und er wundert sich, daß die Kollegialität und die höhere Interessengemeinschaft darf unter Geschäftszeit hat dieselbe keine große Thätigkeit entfalten können. Arbeiter diesen Musterordnungen so feindlich entgegenstehen. feinen Umständen durch die Konkurrenz der Kollegen beeinträchtigt Seit November v. 3. bis Mitte März d. J. ließen sich ein Der Verleger empfiehlt in der an die Nedaktionen zum Gebrauch schreiben 102 organisirte und 46 nichtorganisirte Kollegen. Ein- beigesandten Rezension die Schrist allen Fabritbesitzern. Diese, gelaufen waren in derselben Zeit nur 26 Stellenangebote, von sowie die Fabrikantenvereine haben auch allen Anlaß dem königIn der Freien Vereinigung der Zeitungs- Spediteure diesen 22 von Berlin und 4 von außerhalb. Reise- Unterstützung lichen Gewerbe- Jufpekter Dank zu zollen. Ob es die Aufnud Verkäufer theilte fürzlich der Vorsitzende mit, daß die Ein- erhielten 24 Mitglieder des Allgemeinen deutschen Sattlervereins. gabe eines Fabritinspektors ist den Rathgeber der Fabrikanten richtung der Zentralstelle nunmehr fertig gestellt ist und vom Zum April wird die Kommission wieder Schritte unternehmen, für ihre Arbeitsordnungen zu bilden und diese Beschäftigung 1. April ab benutzt werden kann. Sodann wurde beschlossen, um den Arbeitsnachweis zu heben. Die Kontrolle der ein- nicht lieber den Generalsekretären und Rechtsbeiständen der die Bertheilung der Plätze am 28. März, und zwar durch Aus- geschriebenen Arbeitslosen soll fernerhin wieder strenger gehand großen Fabrikantenvereine zu überlassen, ist eine andere Frage. loofung, stattfinden zu lassen. Hierauf entspann sich eine lebhafte habt werden. Zu passiven Mitgliedern der Arbeitsvermittelungs- Herr Platz sieht alles mit den Augen des Fabrikanten und zwar Debatte über das Einholen der Zeitungen nach der Beutralstelle Kommission wurden gewählt die Kollegen Wittberger und mit denen, der sich bewußt ist, Herr und Gebieter, wenn auch durch einzelne Mitglieder, und wurde die Bersammlung dahin Frey. Zum Schlusse erörterte man Werkstattsverhältnisse und ein gnädiger, über seine Arbeiter zu sein; fein Platz wäre zur schlüssig, es vorläufig noch beim Alten zu belassen. Nur die ein- legte den Kollegen dringend ans Herz, sich zu organisiren, um Seite des Königs Stumm, aber gerade deshalb fehlt ihm der zelnen Beitungen, wie die Neuesten Nachrichten",„ Kreuz- dadurch die traurigen Zustände zu verbessern. objektive Blick, den ein Fabrifinspektor besigen muß, wenn er in Zeitung" u. f. w., könnten schon jetzt einigen Mitgliedern überseinem Amte nüßlich sein will. tragen werden. Herr Schreiber erklärte hierauf, daß er geneigt wäre, das Einholen und das Konto für die Neuesten Nach den Gemeindewahlen fand am 26. März im„ Gesellrichten", die„ Kreuz- Zeitung"," Reichsbote"," Post"," Rundschau" schaftshause" eine gut besuchte öffentlige Boltz- Briefkaffen der Redaktion. und Freifinnige Zeitung" zu übernehmen. Herr Grimm ent versammlung statt. Den einleitenden Vortrag hielt Genosse 2., Straßburg. Gegen vorherige Einsendung des Betrages schied sich für die„ Voſſßische Zeitung". Nach eingehender Be- Reßler Berlin, welcher zunächst die Bestimmungen der neuen von 40 Pf. stehen Ihnen die gewünschten Nummern zur Berrathung wurde der Beschluß gefaßt, beiden Herren die Besorgung Landgemeinde- Ordnung und die von dieser vorgesehenen Be- fügung. dieser Zeitungen zu übertragen, wofür jedes Mitglied pro dingungen bezüglich der Wahlberechtigung erörterte, die Rechte und Für die Arbeiter Bildungsschule vom Kaiser'schen Monat und pro Exemplar 2 Pfg. an sie zu zahlen hat. Pflichten der Gemeindevertretung erläuterte und klarlegte, daß Männerchor 10 M. erhalten. Unter Verschiedenem wurde allgemein Klage geführt über die trotz der durch das Wahlregulativ sehr beschränkten Rechte der Annahme: werden." " Friedrichshagen. Behufs Stellungnahme zu -y. Verantwortlicher Redakteur August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. H. Gumpel, Barnimsir. 42.