Ar. 173. Abomiemtnis- Kedlngnngtn: Abonniinsnli-Prci, pränumerando! HZierleljährl. Z,S0 T!k>, monatl. l.iovll., wöcheuiltch 28 Pig. frei In« Hau». aiiuclne Nnmm-r 5 Pfg. Sonntag», ?!uuimer ml,»inNricrier SonntagZ» ÜZcilage.Die Neue Well� 10 Pfg> PofU "Ibonnemenl: t.lv Mark pro Moual, Singelragen in der Post- Zeitung», Preisliste für Ivos unter Nr. 7878. Unter fkreuzband für Deuifchland und Oesterreich-Ungarn 2 Mark, für da» übrige Autland 8 Mark pro Monat. 19. Inlfrg. Ate Dnstrlkons-Geliffif» Betragt für die f-chtgefpallene Koloned» »eile oder deren Raum«0 Pfg., für polistfche und gewerkschaftliche Pereint- und Berfammlungt- Anzeigen 20 Pfg. «Kleine Anfeigen" jede» Wort 5 Pfg. (nur bat erste Wort feit). Inserate für die nächste Nummer müssen bit i Uhr nachmittag» inderErpedilion abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen biS 7 Uhr abend», an Sonn- und Festtagen bi» ö Uhr vormtliagt geö ffnrt. Erscheint täglich ausser Montag». Vevlinev VulKsbletfk. Telegramm-Adresse, «Porlatdeniokirat Bttlfn" Centvalorgan der socialdemokratischen Partei Deutschland S. Rrdaliiitnl: SV7. 19, Veutlz- Striche 2. ffernsprecher! Sinti I Nr. 1508. Sonntag, den 27. Jnli lOOJJ. Expeditivn: SW. 19, Veilth- Strato 3. fssernsprechert Stint I Nr. 5181. Kinderansbentttttg— Kinderansbildnng. Der„Entwurf eines Gesetzes betreffend Kinderarbeit in aewerblichen Betrieben" ist bekanntlich vom Reichstag vor Antritt seiner Sommcrfericn an eine besondere Kommission verwiesen, so daß sich letztere gleich nach Beginn der Reichs- tags-Bcrhandlungen in diesem Herbst an die Bearbeitung des Entwurfs macheu kann. Daher müßte es eigentlich selbst- verständlich sein, daß das neue Schutzgesetz für die Arbeiter- linder noch vor den nächsten Reichstagswahlen zur Ber- abschicdung gelangt. Sicher werden auch uusrc Genossen iin Reichstag alles thun, um dies zu erreichen; namentlich werden sie darauf bestehen, daß die Kommission ihre Arbeit nicht etwa, wie es üblich ist, bis nach den Rcichstags-Fericil verschiebt, sondern bereits im Oktober in Angriff nimmt. Trotzdem sind die Aussichten für das neue Gesetz nicht günstig, weil die bürgerlichen Parteien auch bei dieser Gelegenheit wieder am liebsten den Pelz waschen möchten, ohne ihn naß zu machen, dies aber nicht unmittelbar vor den Reichstags- wählen wagen und deshalb die ganze Sache bis nach den Wahlen zu verschieben wünschen. Es handelt sich hier namentlich darum, ob jede gewerb- liche Beschäftigung schulpflichtiger Kinder ebenso im Klein- grwerbe. wie bisher bereits in den Fabriken, verboten werden soll. Der Regierungsentwurf will von einem solchen Verbot für alle Betriebe nichts wissen. Vielmehr bezieht sich dort das Verbot nur auf Vatiten, Ziegeleien und Gruben, auf das Stcineklopfen und endlich auf eine Reihe besonders ans- geführter gefährlicher Arbeiten. Im übrigen sollen fremde Kinder vom zwölften Jahre ab täglich 3—4 Stunden, eigne Kinder sogar vom zehnten Jahre ab zur gewerblichen Arbeit herangezogen werden können. Damit wär aber eine Kontrolle bezüglich der Durchfühning des Schutzgesetzes aufs äußerste erschwert. Wie soll festgestellt werden, ob die zugelassene Arbeitszeit eingehalten wird? Nach den bisherigen Erfahrungeil, welche die Gewerbe-Aufsichts- beaniten in ähnlichen Fällen gemacht haben, müssen wir bc- fürchten, daß die Beamten bei ihren Revisionen über die Länge der Arbeitszeit getäuscht werden. Eine Nachprüfung der diesbezüglichen Angaben ist meistens umnöglich. Deshalb muß, wenn wirklich den Arbeiterkindern ein ernsthafter Schutz gewährt werden soll, auch in dem Kleingewerbe jede gewerbliche Beschäftigung schulpflichtiger Kinder verboten werden. Diese Fordening hat aber bei den bürgerlichen Arbeiter- fretmden keinen Anklang gefunden. Gerade jetzt kann man in den bürgerlichen Blättern lange Abhandlungen lesen, in denen mit gar vielen arbeiterfreundlichen Worten das Elend der zu unmüßigen Arbeiten gezwungenen Lffnder beklagt und das Einschreiten der Gesetzgebung dagegen als notwendig an- erkannt wird. Aber, heißt es dann weiter, mau dürfe hierbei auch nicht zu weit gehen: eine„mäßige" Arbeit gewöhne die Arbeiterkinder an die Erwerbsarbeit und sei deshalb im Interesse einer guten Erziehung der Arbeiterjugend unentbehrlich. Und als Beweis dafür, daß auch in pädogogischen Kreisen diese Anschauung herrsche, werden die Bestrebungen zur Ein- fühning des Handarbeits-Unterrichts in den Volksschulen auf- geführt. Das ist aber eine völlige Verdrehung der Thatsachcn. Der Handarbeits- Unterricht ist und soll ein Teil des Unterrichts sein und gelangt dementsprechend zur Aus- sührung. Er steht daher im engsten Zusanimenhange mit den andren Zweigen des Unterrichts und dient dazu, sowohl die Handfertigkeit der Kinder auszubilden, als auch bei ihnen das Verständnis für die Rohstoffe und Hand- werkszeuge zu wecken. Die Hauptsache ist hier, daß der Unterricht planmäßig von solchen Lehrern erteilt wird, die fähig sind, den Kindern die nötige Anleitung und Erklärung für alle wichtigeren Handarbeiten zu geben. Wenn aber ein Kind als Laufbursche oder bei andren ganz einfachen, in ihrem ewigen Einerlei geistcstötendcn Arbeiten stundenlang angespannt wird, kann da von einem Unterricht, von einem erzieherischen Wert der Arbeit die Rede sein? Im Gegenteil, dem Kinde muß durch eine solche Ausbeutung schließlich die in ihm liegende Lust zur Handarbeit ertötet werden. Welch' eine wichtige Rolle für die Heranbildung tüchtiger Arbeiter einer sachverständigen, planmäßigen Unterweisung zufällt und wie sehr diese den Arbeiterkindern nicht nur in ihren jüngsten Jahren. sondern auch noch während ihrer so- genannten Lehrzeit meistens fehlt, hat kürzlich ein hervor- ragender Fachmann auf dem Gebiete des gewerb- lichen Unterrichts, Herr Direktor H. Back in Frankfurt a. M. in einem Vortrage in dem dortigen„Freien Deutschen Hochstifte" hervorgehoben. Er berichtete über den gewerblich- technischen Unterricht auf der letzten Weltausstellung in Paris und wies zum Schluß auf eine„Lehre von wesentlicher Be- deutung" hin, auf die wir zu achten hätten,„wenn anders die berufliche Ausbildung des deutschen gewerblichen Arbeiters nicht künstig gegenüber der ini Auslande üblichen zurückstehen soll". Ihm erscheint nämlich„eine Erweiterung des gewerblich- praktischen Unterrichts durch die Schule in Deutschland erforderlich. Es darf sich der Unterricht in den Gewerbeschulen nicht nur auf Zeichnen und berufstheoretische Fächer beschränken, er muß die Handwerks- lehre durch Vervollkommnung nach der praktischen Seite kräftig unterstützen. Das kann und muß durch Unterweisung in Schulwerk st ütten ge< schehcn, und zwar auch zum Besten des Jungen. Abgesehen von der z w e ck m ä ß i g e n Anleitung, von der eingehenderen Erläuterung des„Wie" und„Warum" seiner Arbeisverrichtungen. kommt der Wechsel zwischen Klassen- und Werkstätten- Unterricht der Gesundheit des Knaben zu gute. Die Auf- gaben werden der Kraft und Befähigung des Schülers ent- sprechend gewählt. Anfänglich arbeitet er 3 oder 4 Stunden in der Werkstatt und erst cutsprechcnd den mit seinem Alter zunehmenden Kräften längere Zeit. Er ermüdet nicht so leicht und wird nichr leisten als in der Prodnktions- Werkstatt, wo er von Anfang an nicht Schüler, sondern Arbeiter ist." So Herr Direktor Back. Die Arbeiter werden daraus die Bestätigung der Anschauung entnehmen, daß Kinderausbentung und Kindcrausbildnng nicht miteinander zu vereinbaren sind. Deshalb können sie mit gutem Recht verlangen, daß ihre Kinder vor der gewerblichen AnSbeutnug bewahrt bleiben und dafür der gewerblichen Ausbildung zugeführt lvcrdcn. Unsre Genossen im Reichstage aber sollten mit allen Krüfteu danach streben, in diesem Sinne den vorliegenden Gesetz- cntwurf zu ändern._ polikischo Mebevltcht. Berlin, den 23. Juli. Tic Wandcrrcdncr dcö BinidcS. Mehr als eine Woche ist cS her, seitdem wir bc» Klagcit der Wonderredner des Bundes der Landwirte über ihre„Rrbeiis- Verhältnisse" Raum gaben. Die.Deutsche Tageszeitung", die zivar Raum findet, den Lorcnzschen Citierschwindel über die Broschüre KmitSfhs noch zu überbieten, hat sich bisher mit keinem Wärtchen zu dieser Veröfseutlichmig geäußert, lind doch ist die Sache recht interessant. Daß der Bund bezahlte Geheimagenten in andren Parteien unter- hält, haben ivir deS öfteren erörtert. Noch charakteristischer aber ist. daß die Agitation de» Bundes von arnicn arbeitslose» Leuten geleistet wird, welche die Not treibt, gegen ihre lleberzeiigung den Mittelstand mit ei» paar ciugclcrntett Brocken für die Jntcresieu des Junkertnmo cinzusangen. Eine Erscheinung ohne gleichen, daß eine große Parteipropaganda durchweg von Leute» betrieben wird, die selbst nicht an das glauben, ivaS sie vortragen, sondern denen eS nur darauf ankommt, die schmalen Diäten, lote es gewünscht Ivird, recht und schlecht abzuarbeiten. Die„lieber- zeugniigen des Bundes der Landwüle" werden von.redegewandten Herren" nicht anders vertrieben, wie Gnnnni- Artikel oder patrio- tische LieferiuigSwerke. Die vornehme» Herren an der Spitze hüten sich wohliveislich, in enge und dauernde Berührung mit dem.Bruder Bauer" und.Bruder Krämer" zu kommen. Sic treten nur in großen. sorgfältig vorbereiteten Galavorstellungen ans. Die eigentliche politische Arbeit läßt sich der Junker von seinen schlecht bezahlte» Lenlen machen. Wie großartig das Versandhaus für agrarische Phrasen ist. zeigt der eine Umstand, daß eS über einen Stab von 150 Geschäftsreisenden, will sagen Wanderrednern verfügt, die für ö M. Diäten bei täglicher Kündigung dein Volke den Zollwncher einzureden bc- flissen sein müssen. Diese Wanderredner charakterisieren scharf das Wesen des Bundes der Landivirte. der— wie vordem die Antisemiten, die schnell vcr- sagten— nichts andres ist, als eine demokratisch gefärbte Wahl- HilfSIruppe für die Konservativen, die es vorziehen, die gröbere und schmutzigere Arbeit anderen Elementen zu Überlassen. Das Wesen des Blindes der Landivirte ist so fest bestimmt, daß die Spelulationc» über den Personenivechscl im Vorsitz des Bundes der Landivirte ziemlich müßig sind. Ob Herr Rösicke erster Borsitzender. Herr L i e b e r m a n n v. S o n n e n b e r g— der auch schon jetzt im Dienst des Bundes der Landivirte stand— zweiter Vorsitzender ivird, ändert am Charakter des Bundes nicht da» mindeste, der nicht» als eine große Tochtergesellschaft deS junkerlichen ZoNnntcrnehnicnS ist, in der all die anrüchigen Geschäfte betrieben ivcrden. die daS Mnttcrinstilnt sich nicht leisten darf. Die ISO 6-Mark-Diätare ge- hören zum ganzen I—__ Heimarbeit und Eentralvetband. Bekanntlich habe» die Abgeordneten Freiherr v. Hehl, Basser- mann und Genossen dem Reichstage den Antrag eingereicht. hinter§ 137 der Geiverbe-Ordnung als§ 187» einen Paragraphen einzuschalten, der für bestimmte Gciverbe, in denen Arbeiterinnen oder jugendliche Arbeiter neben ihrer Beschäftigung in der Fabrik vorn Arbeitgeber zu Hanse beschäftigt werden, die Beschäftigung außerhalb der Fabrik durch Beschluß des Bundesrats beschränkt werde» kann. So geringfügig der Versuch ist. den Nebeln der Helmarbelt entgegenzuwirken, hat er doch den Zorn des Ccntralverbandcs deutscher Industrieller herausgefordert, dessen Direktorium sich unter dem 13. d«.. wie die„Deutsche Judnstrie-Zeitnng" berichtet, mit einer langen gegen den obigen Antrag gerichteten Eingab« an den Reichstag ge- wandt hat, in ivelcher ausgeführt wird, daß die weibliche Arbeit auf den vorzugsweisen in Betracht kommenden Gebieten, besonders der Stickerei- und Spitzenitidnstrfe eine wenig anftrrngeude sei und überdies den Arbeitern nicht verwehrt werden dürfe, ihre Arbeits- kraft voll auszunutzen. „In der Spitzen-, Gardinen- und Äorsettfabrikation giebt eS". so behauptet die Eingabe,„eine Fülle von Specialarbeiten, für welche nur wenige Arbeitetimie» da» nötige Geschick haben. Es liegt nicht nur im Interesse des Unternehmers, daß gerade die Geschicktesten sie ausführen, weil sie sie am besien machen, z sondern ebenso im Jntcrcsie der Arbeiterinnen, da sie an dem, ivaS ihnen am besten von der Hand geht, das Meiste verdienen. An einem Tage, an dem die Arbeiterin nicht die volle gesetzlich zulässige Zeit' in der Fabrik beschäftigt ist, ist sie vielleicht durch hänsliche Arbeiten so»I Anspruch genommen, daß sie nicht Zeit findet, irgend ivclche Heimarbeit für die Fabrik z» Ihn». An einem andren Tage, wo sie voll beschäftigt ist, hat sie vielleicht gar keine Hausarbeit z» versorgen»nd würde gern Heimarbeit für die Fabrik thun, iveil sie selbst die Empfindung hat, daß sie ihre Arbeitskraft nicht voll ausnutzt. Es besteht kein Grnnd, der Fabrikarb eiterin oder dem jn gen blichen Fabrikarbeiter dieFreiheit der Heim beschäftigten stärker z» beschränken als allen andren Staatsangehörige». Jedermann hat da« Recht, sich»ach Schluß seines beruflichen TageiverkeS zu beschäftigen, wie er Lust hat»nd wo er Luft hat. Schon ans diesem Grunde muß eS als wcnig wünschenswert erscheinen, daß über- hanpt eine einzige Gruppe von Arbeiterinnen und jugendlichen Ardeitern nntcr ein Ansnahmcgcsctz gestellt werde. Am aller- wenigsten aber ist dies bei einer ganz und gar nicht gesnndhettS- schädlichen Arbeit angebracht, ivelche bei ihrer Eigenart als Saisonarbeit an sich schon mit der Anhäufung von Arbeitsgelegenheit zu bestimmten Jahreszeiten zu rechnen hat." Neben diesem Grund, daß weiblichen»nd jugendlichen Fabrik- arbeitent nicht das kostbare Recht nud die Freiheit verkümmert werde« darf, sich zum Vorteil der Nntcrnehmer bis an die äußerste Grenze ihrer LeistmigSfähigkeit abzuschinden, sei es auch auf Kosten ihrer Gesundheit, weiß die Eingabe noch anzuführen, daß in den betreffenden Jndnstriezivcigcn die Arbeit sich zeitlveise stark häuft »nd daß, weini es der Arbeiterin verwehrt ivird, diese gute Zeit ans- zunütze», sie für die schlechte» Zeiten nichts zurücklegen kann. Der Eenlralverband weiß also nichts andres als die allgemeinen Gründe anzuführen, die bisher noch gegen jede Arbeitszeit« cinschrünkung herhalten mußten; dennoch ist nicht ausgeschlossen, daß sie bei jener Sorte Arbeitsfreunde, die durch Herr» Schlnnr- bergcr reprajenliert werde», als höchster Beachtung wert erachtet werden.—_ Zwei Millioue» Mark TchadcnScrsatz? London, 24. Juli.(Eig. Bei.) Vor einem der hiesigen Eivilgerichte ivird gegenwärtig ein Klassenkonflikt anSgefochten, der von weittragender Bedcntniig iverdc» dürfte. Wie den Leser» deS „Vorwärts" bekannt ist, haben die s ü d Iv a l i s i s ch e n Berg- leute im Monat Oktober und November 1301 ihre Arbeit ans einige Tage eingestellt, um der lleberprodnliiou und damit auch der Lohnhcrabsetznng vorzubeugen. Denn dort herrschte seit 27 Jahren die gleitende Skala, d. h. der Loh» fiel oder stieg mit der ent- sprechenden Bewegung in den Kohlenpreisen. Die Bergleute von SüdlvaleS sind seit dein Jahre 1838 geiverkschaftlich organisiert und ihre Zahl beträgt 128 000. Ebenso sind die Grubenbesitzer organisiert. Die Einstellnng der Arbeit wurde von den Niitcrnchincrn als ein Eingriff in ihre Eigentumsrechte betrachtet und ans Grnnd deS Taff- Vale- Entscheides klagten sie die Bergarbeiter-Föderation Ivegen Vertragsbruch an. Sie verlange» einen Schadensersatz von 100 000 Pfd. Sterl.(l Pfd. Sterl.--- 20 M.) Die Regreßklage stützt sich ferner ans den Lvrdcnticheid in Sachen Quin» gegen Leatham, ivonach die Handlinigen der Gewcrkschaftsbeaniten als eine Vcr- schivöriuig zu betrachten seien. Der Prozeß«st»och nicht z» Ende. Erfolgt eine Benirteiltnig, so Ivird er den Abbruch der ge- iverkschaftlichen Harmonie Periode, den Ivir nculich signalisierte», noch beschleunigen.— Aeutsches Zieich. Die Reise deS Kaisers nach Posen wird— da? tirsprüng» liche Programm ist abgeändert worden— rein militärischen Charat- tcrs sein. Es ivird den Polen gezeigt werden, wie viel Militär eS giebt. ES toll ein Einzug>vic„in eine eroberte Stadt" werde». Außer»0 000 Soldaten werden»och zahllose geheime Polizciagenten in Thätigleit treten. Die für das Arrangement dieser Reise verantwortliche» Stellen scheinen ja die Wirkungen der neuen Polenpolitik außerordentlich düster aiizujchc».— Gegen den Bund der Landwirte hatte jüngst ein wirkliches Krcisblatt eine» gepfefferte» Artikel gebracht. Darob allgemeiner Jubel bei de» ewig hoffunngSseligen Thoren des Freisinns und den bürgerlichen Demokraten. Jetzt stellt sich heraus, daß diese„gewissermaßen amtlichen" Artikel von— Schwei nbnrg stammen, der sogar in einer A»S> lassung— ganz wie neulich Max Lorenz— sich selbst zustimmend citiert hatte. Man findet diese Selbstberufmigen interessant zur Naturgeschichte des OffiziöscntmnS. Ist aber ei» ganz alter Zauber. Schweiiibnrg hat daS in der Schute Bismarcks gelernt. Brauchte der Kanzler irgend eine„Stimme des Auslandes", so lancierte Büschchcn einen Artikel»acki London oder Paris, der dann brühwarm wieder»ach Berlin zurücktelegraphiert wurde. Auch heute wird das Verfahren Seißig geübt. Die Wiener„Preßstiinmeii" z. B. über Bülow-Reden nd Berliner Ursprungs. UebrigcnS' scheint u»S die antibündlertsche Thätigkeit Schwein« burgS mehr im Auftrage des Ccntralverbandes als der Regierung betrieben zu werde».— Die UiigültigkettS- Erklärung der Tüffrldorfer GewcrbcgcrichtS- Wahlen. Der Bezirksausschuß hat die Düsseldorfer Geiverbegcrichts- Wahlen für ungüllig erklärt, trotzdem die Mehrheit der Kandidaten der freien Geivcrkschaflen 443 Stimmeil betrug. Die Ungnltigkeits- Erllärung ist nicht erfolgt, iveil die Protestgründe der Christlichen a» sich als stichhaltig anertauut worden sind; dieselben waren viel» mehr äußerst fadenscheinig und an den Haare» herbeigezogen. Sondern der Bczirksausschni; ist»ach Prüfung der Sachlage zu dem Entschluß gctouime», die Wahl für ungültig zu erkläre». Iveil angeblich das seit dem Jahre 1805 bei der Düsseldorfer Gewerbegerichts- WM gebrmichliche System der Kollektivliste» zur Beschnffimg der Wohl- Legitiniotioiien in hohe,» Grode geeignet ist, Betrügereien und llnregelniöstigkeiten die erforderliche Hondhnbe zn bieten nnd rveil Überhnnpt die Art und Weise, wie die Aiisstellniig der Wohl-Legitimotionen seitens des hiesigen Meldenmts o»f Grnnd abgeschriebener Kollektivlisten gchondhobt Ivorden ist, g e r n d e z n ungesetzlich ist. In der Vegriinbiing des Bezirksonsschnsses heißt es wörtlich: „An sich ist schon die im Gesetz und Negnlotiv nicht gekonnte Ber- Wendung von Kollektivlisten— und zwar auch der in Urschrift vor- gelegten, um desivillen nls unzulnssig �u erachten, weil es sich der Kenntnis des Meldeamts völlig entzieht, ob die Unterschriften echt sind. Wird dann aber dem Ueberbringer der Kolleklivliste die Wahl-Lcgitimotion für alle Unterschriften ausgehändigt, dann ist die Möglichkeit der Ausübung des Wahlrechts davon abhängig gemacht, daß der Empfänger pflichtgenuiß die Legitimationen sämtliche» Bc- rcchtigte» zustellt. Andernfalls ist der Empfänger der Legitimationen irr der Lage, diese zn vernichten oder hinter sich zu halten und ans diese Art und Weise die Berechtigten um ihr Wahlrecht z» bringen. Wenn dies schon bei den in Urschrift eingereichten Kolleklivliste» un- schwer möglich ist, so ist die Aushändigung der Wahl-Lcgitimatione» auf Grnnd vorgelegter Abschriften und sogar ohne Beilegung der Urschriften geradezu gesetzwidrig." Diese Begründung besagt nun nicht mehr und nicht lvenigcr, als daß die Christlichen in Düsseldorf seit dem Jahre 18VS ans gcsctz- loidrige Art ins Gcwcrbcgcricht gekommen sind und ihre heutigen Beisitzer anf dieselbe gesctzividrige Art noch sitzen. Den geivähllen Vertretern der freien Gewerkschaften bleibt das Gcwerbcgericht verschlossen nnd die Christlichen, welche auf Grund desselben gcsctz- loidrige» Wahlversahrens gewählt worden sind, sitzen nach lvie vor als ordnungsmäßig gelvnhlte Vertreter in dem Gerichte I Als die Gewerkschaften bei früheren Wahlen ebenfalls Protest einlegten, da bekamen sie zur Antwort, die Mehrheit sei so groß, daß die Protest- gründe rcsp. die uachgeiviescnen Unregelmäßigkeiten nicht in Betracht kommen könnten; da war das Listensystcm gut. ES>var so lange gut, als die Christlichen gewählt wurde» und war mit einem Male in Grund und Boden zu verdammen, als die GewerkschaftSIandidaten als Sieger ans der Urne hervorgingen. Es ist überhaupt hier in Düssel- dorf eigentümlich, daß die christlichen Proteste innner durchgeschlagen habe», während unsre Genossen innner abgeivicscn wurden. Noch eins kommt in Betracht. Der Wahlbezirk des Gelverbc- gerichts Düsseldorf besteht ans fiinf Unterbezirken. Im erste» ivnrdc die Wahl für ungültig erklärt, lveil das Wahlverfahren gcsetzlvidrig sei; in Benrath wurde die Wahl für ungültig erklärt, lveil eine Reihe von Orten von ihrem Wahlrecht keinen Gebranch machen konnten; und in Ratingen-Gerresheim und Hilde» ist dieselbe Wahl gültig. oblvohl auf Grund genau desselben gesetzwidrigen Wahlverfahren's gewählt lvrirde. Sonderbar, höchst sonderbar I Da bei der vorzunehmenden Neuwahl Listen nicht mehr benutzt werden dürfen, sondern ein neues Wahlverfahren ausfindig gemacht ivcrdcn mnß, so wird nächstens das Beisitzer-Kollegium ans Leuten bestehen, welche anf Grund eines gesetzlichen nnd eines gcsctz- widrigen Wahlverfahrens i» dasselbe hineingelangt sind. Im übrigen ist die Entscheidung des Bezirksausschusses eine glänzende Recht- fertigung der Gctverkschaftcn, Ivelche von Anfang an das Listensystem bekämpft haben, im wesentlichen ans denselben Gründen, lvie sie der Bezirksausschuß anführt. Der ganze Listenschivindel ist ein Mach- iverk der Christlichen, sie klügelten ihn ans nnd beantragten ihn im Jahre 1895, nachdem sie gesehen halten, daß sie anf ebrtiche Art nnd Weise die Gewerkschaftsvertreter nicht anS dein Gewcrbegericht hinausdrängeln konnten. Wie die Christlichen mit den Listen ge- arbeitet haben, das haben unsre Düsseldorfer Genossen oft genug gebrandmarkt. Bon Hans zu Hans, von Wohnung zn Wohnung gingen die Kaplänc mit de» Listen nnd in Abwesenheit des Mannes ivnrdc dann die Frau zur Eintragung veranlaßt. Bei der vorletzten Wahl mußte der angestellte Wahllciter der freien Gewerkschaften, Genosse Lüders, auf dem Meldeanile er- fahren, daß er in einer christlichen Liste stehe— ohne sein Vor- wissen. Wie es mit den von den Christlichen eingereichten Protestgründen bestellt ist, dazu ein Beispiel: Dem bekannte» Arbeiter Köhiien— dem Terrorisinns-Köhnen— wurde, nachdem er bereits gelvählt hatte, am zweiten Tage eine anf Peter Zielhoff lautende Wahlbeschcinignng ins Hans gebracht mit dein Bemerken, er ivisse, ivas er damit zu thun habe. So! Das ist ein christ- lichcr Protrstgrnnd. Wer die Bescheinigung gebracht— Mumpitz! Wer aber glaubt nicht, daß diese Bescheinigung von einem christlichen Mogeler dem Kühnen(unbewußt) in die Hand gespielt ivurde? Die Mit- glieder der freien Gewerkschaften gehen dem bekannten Kühnen grundsätzlich im iveiten Bogen aus dem Wege. Nach einer Notiz in der Tagcsprcsse soll niiiiniehr die Regierung die Arbeiterorganisationen aufgefordert haben, Vorschläge betreffend anderweitiger Regelung des Wahlverfahreiis einzureichen. Die freien Gciverkschastcn habe» keine derartige Anfforderung erhalten. Sie haben aber nichtsdestoiveniger der Regierung ihre Vorschläge ein- gereicht nnd zivar verlangen sie die Aufstellung amtlicher Wählerliften auf Grund der Ärankeiikassen-Register. Dieses ist das einzig richtige Verfahren, welches Mogeleien ausschließt.— Auf eine Flotte ersten RiuigrS streben unsre Marineschwärmer hin, eine Flotte, ivelche der englischen die Wage halten kann. Daß das nur möglich iväre, wenn wir im schnellsten Tempo Schiffe bauen, die Engländer aber gutmütig genug wären, trotz der gegen sie gerichteten Rüstnnge» ihre Flotte nicht zu vermehren, darauf haben wir seiner Zeit nachdrücklich hingewiesen. Unsre Bc- merkung. sie würden anf ein neues Kriegsschiff bei uns immer gleich zivei neue englische setze», finden ivir jetzt treffend illustriert in einer Zusammenstellung des„Naval amiucl" über die Seestreitkräfte Englaudshund der andren Großmächte. Sobald die jetzt im Bau befindlichen Schiffe fertig gestellt sind, ivird England 41 Panzer erster Klaffe haben gegenüber 13 französischen, 15 russischen, 1V deutschen, zusammen also gegen 44 feindliche, ein- gerechnet die»och im Bau befindlichen. Für England werden dann noch 6 japanische Panzer erster Klaffe hinzugerechnet, so daß Eng- Ia»d mit 47 auch numerisch den drei Großstaaten zusammen über- legen bleibt. Mit Panzern ziveiter und dritter Klasse wird England hinter seinen vereinigten Gegnern etwas zurückbleiben; dagegen ivird es über 49 gepanzerte Kreuzer gegen 41 feindliche(französische, russische und deutsche) verfügen. Unsre Behauptung, daß für e i n neues deutsches Kriegsschiff immer zivei neue englische gebaui werden, trifft also nicht ganz zu, es iverden immer gleich drei gebaut, um den, Dreibund Frankreich, Rußland, Dcntschlaiid die Spitze bieten zu können. Wie dieses wahnfinnige Wettrüsten auf die Finanzen Ivirken mnß, siehl man um so klarer ein, wenn man bedenkt, daß die Schiffe immer größer inid teurer werde». Im Jahre 1389 kostete der Bau eines englischen Panzerschiffes(Typus Admiral) W/i Millionen Mark, die 1893 bis 95 erbauten Panzer(Typus Royal Sovereign) kosteten je 17 Millionen Mark, dann stieg der Preis eines Schiffes auf 18 Millionen, nnd 1901 Ivurde mit Formidable, Dnnca» und den Schiffen desselben Tpps 20 Millionen für ein Schiff überschritten. Die jetzt im Bon befindlichen Panzer„King Edlvard VII" und�mehrere von denselben Typs werden je 26 Millionen Mark losten. Und der Erfolg dieses Wettrüstens? Keine Kräftcverschiebung, wohl aber Belastnng der Volksmnssen bis anfs äußerste. Es sind wirklich ivürdige Aufgaben, denen die Sorgen der Staats- männcr bei allen civilisiertcn Nationen geividmet sind.— Der ewige Krieg zwischen Panzer nnd Kanone. Ei» cngli- sches Fachblatt berichtet von neuen Schießversnchen, bei denen Panzer- platten von 305 Millimeter Dicke glatt durchschlagen wurden. Die 1901 fertig geivordenen Panzerschiffe vom Typus„Duncan" haben einen Panzer von 178 Millimeter Dicke, die noch im Ba» befindlichen vom Typus„König Eduard VII." sollen einen Panzer von LLOMilli- meter Dicke erhalten. Sind diese Schiffe vielleicht jetzt schon wieder veraltet? Und lvie steht es bei uns in Deutschland? Miiffe» auch wir wieder stärkere Panzerschiffe bauen, um von neuem fiirchtbarere Kanonen herborzuntfen? WnndervoNe Anwendung des menschlichen Scharfsinn«!— ttnbcancmer PatriotiSi»«?. Ein aufsehenerregender Prozeß ivegcn betrügerischer Hinterziehung der Wehrpflicht fand sitzt in Zwickau i. S. statt. Der Mühle»besitzer Paul Renfranz(jetzt in Leutzsch bei Leipzig) hatte 2 Jahre lang gedient und wurde„zur Disposition des Regiments gestellt." Danach konnte er also jederzeit wieder eingezogen werden. Kurz nachdem er nun Miihlenbesitzcr geworden, erhielt er die Aufforderung, das dritte Jahr abzndiciicn. Da ivedcr ihm noch den, Vater(cincm agrarischen Mühleirmeister) das in den Kram paßte, stellte sich R. g'e i st e s k r a» k. Der hinzugezogene Arzt.Dr. L a a b s- Gersdorf konstatierte auch infolge des Benehmens R.s„ s ch iv e r e Gehirnerschütterung" uisi> bescheinigte, daß R. dienslnnfähig sei. Ans Grnnd dieses ärztlichen Zeugnisses wurde R. nicht ein- gestellt. Später kam jedoch eine neue Aufforderung, aber auch diesmal sprang der Arzt Dr. Laabs wieder mit einem neuen Zeugnis ein, und R. kam ivieder frei! Anf dem Bezirkslomiiinndo benahm sich R. dann derart, daß er selbst die Militärpersonen'und den Bezirksarzt Medizinalrat Dr. Hnuckel zn lnäschen wußte. Schließlich stellte sich aber doch heraus, daß R. mit seiner„Geistes- kraukhcit" einen groben Schiviudel iusccnicrt hatte, und er ivurde als Simulant entlarvt. Zur Verhandlmig waren eine große Anzahl Zeugen und medizinischer Sachverständiger geladen. Das Landgericht Zlvickan verurteilte schließlich den R. jnn. zn zivei nnd den Vater zu drei Monaten Gefängnis.— Die Gefahren der Düsseldorfer AuSstelliing. Aus Düffel- dorf ivird uns berichtet: Kommt da ein Bäiicrlcin auf die Düffel- dorfer Kunst- und Jndnstricansslcllung und will sich einmal recht satt an den Wnndcnl der Ausstellung sehen. Da hört er, daß Prinz Eitel Fritz anf der Ausstellung fei und sich die Sachen ebenfalls besehen ivolle. Unser Bäuerlein macht eine Bemerkung— im Augen- blick darauf ist er verhaftet. Ein Herr in Civil stellt sich ihm als G e h c i», p o l i z i st vor und nimmt das vcrivnndert dreinschauende Bäuerlein wegen Niajestätsbcleidiginig fest. So geschehen am freien deutschen Rhein. Es wimmelt in Düsseldorf von Geheim- Polizisten. Auf der Ausstellung thun Dutzende Polizisten, verkleidet als Civilistcn, Ausscher, Portiers, Revisoren rc. geheimen Polizei- dienst. Dnell-ttrsachc». Ans Halle Ivird uns berichtet: Einen Bei- trag zn dem Kapitel Dnell-Unfng lieferte eine vor dem Kriegsgericht der 8. Division geführte Verhandlung gegen den Reserve- l i e u t e n a n t Oberarzt Dr. Paul Weber und den R e- s e r v e l i e u t e n a n t G e r i ch t s a s s e s s o r Walter von C c r a tz k i genannt K r i e ß. Die beiden etwa 34 bis 3öjnhrigen Angeklagten nahmen nicht auf dem Auklagcbänkchcn, sondern auf zwei vor dem eiiigezäimten Auklagcraum bereit gestellten Rohrstühle» Platz. Jedenfalls war es für de» Herrn Gcrichtsassessor, der auf dem Amtsgericht in Würzen die Rechtsprechung praktisch betreibt, nicht angenehin, heute nls Gesetzesverächier die Anklagebank zn zieren. Besonders auf- fällig erschien es, daß das Gericht dem Antrage des Staatsanwalts gemäß auf Grund der allerhöchsten K a b i n e t t s o r d c r vom 1. Dezember 1898 beschloß, die F ü h r u n g s- z c n g n i s s e der Angeklagten in nichtöffentlicher Sitzung bekannt zu geben. Erklärt ivurde aber später, daß die Angeklagten bisher unbestraft und von guter Führung wären, v. Ceratzki wurde beschuldigt, am 16. Januar d. I. in Mügeln den den Dr. Weber durch den Gerichts- refercndar Zimmcrman» zum Zweikampf mit tödlichen Waffen (Revolver) herausgefordert zn haben und dem Dr. Weber wurde zur Last gelegt, daß er dies« Herausfordernng angenommen hat. Ferner wurde Weber nvch beschuldigt, Anfang Januar eine Herausfordernng zum Zweikampf mit Pistolen von dem Licutcnaiit der Reserve Stabsarzt Dr. Klinger in Mügeln angenommen zn haben. Das Spiel mit den Mordwaffen, das in beiden Fällen keine bösen Folgen gehabt, war ans Bagatellen entstanden. Zum 15. Januar hatte?, der Kegelklub ein Festessen anberaumt. Auch Dr. Weder und der Gcrichtsassessor, die seit längerer Zeit auf gcspauiitem Fuße leben, nahmen daran teil. Weber war am be- treffenden Abend zuerst erschienen, und von Ceratzki nicht begrüßt ivorden, während letzterer dem Gutsbesitzer Wolf und dem Pastor Paaschc, die bei Dr. Weber standen, die Hände gereicht halte. Weber ärgerte sich darüber nnd ließ nach dem Festessen Ceratzki fragen, ob er ihn sprechen könne. Ceratzki ließ erwidern, daß Dr. W. ja wisse, wo er, C. wohne; er sei auch anf d e m A m t s g c r i ch t zu sprechen. W. erwiderte darauf:„Das ist eine Flegelei". Die Hernnsforderung des Stabsarzt Dr. Klingcr wurde seitens des Dr. Weber a u f K o n i u r r e n z- n c i d zurückgesührt. Klinger ist ebenfalls praktischer Arzt in Mügeln nnd soll sich über die Zunahme der Praxis Webers geärgert haben. Beide Forderungen sind später durch Ehren- erklärungen gütlich beigelegt worden. Das Urteil lautete gegen den Gcrichtsassessor auf 1 Woche und gegen Dr. Weber auf 14'Tage F e st u n g s h a f t.— Begnadigter Duellant. AnS Mainz wird berichtet: Der Lieutenant Vogt vom 13. Husaren-Regimcnt, der vor einem Jahre wegen Duells zu zwei Jahren Festung verurteilt wurde, ist b e- g n a d i g t worden! Ein Mittel, das Duellwesen einzuschränken!— Vom„neuen Kulturkampf" in Bade». Aus H e i d e I- b e r g wird uns vom 25. Juli geschrieben: Zum Kampf gegen die anrückenden M ä n n e r o r d e n machen nun auch die badischen Hoch- schulen mobil. Daß sich dabei die llnivcrsität Heidelberg, ihren kulturkämpfcrischen Traditionen aus Bismarcks Zeiten folgend, das Recht der Priorität nicht werde streitig machen lassen, war vorauszusehen. Mit einer geharnischte» Erklärung rückt sie heute in der Tagespresse in die Reihen der„Klosterstürmer" ein, indem sie die Regierung beschwört, den klerikalen Wünschen doch unter keinen Nmständen nachzugeben, da die Einführung der Männerordcn in das Großhcrzogtnin unnötig sei und eine wirtschaftliche wie politische Gefahr bedeute. Demnächst sollen, wie liberale Blätter berichten, auch seitens der Studentenschaft der Hochschulen zn Freiburg, Heidelberg und Karlsruhe Kundgebungen gegen die Männerklöster veranstaltet werden. Wenn in s o c i ä l i st i s ch e n Versammlungen sich die R e k r u t e n der Arbeiterbewegung»in ihre Klaffenintcrcssen bekümmern, o sind die liberalen und konservativen Preßorgane die ersten, die über die„unreife I u g e nd" schimpfen uiid ihr das Recht der Teilnahme an politischen Dingen absprechen. Im vorliegenden Fall aber begrüßen sie die Bethätigung der a k a d e ni i s ch e n Jugend im „neuen Kulturkampf" nicht nur als selbstverständlich, sie finden sie sogar hochcrfreulich. llud das geschieht sogar seitens der Konservativen, die durch die Zustimmung zu der von der badischcn Regierung in Aussicht genommenen H e r a u f s e tz u n g des aktiven Wahlalters dem staatsbürgerlichen Nachwuchs im Alter der jetzt so eifrig politisierenden Studentenschaft die Urteils- ahigkeit in politischen Dingen absprechen wollen.— Schutz vor Schutzleuten? Ans Heidelberg schreibt man uns vom 25. Juli: Die hiesigen gegenüber studentischen Ans- chreitungcn so außerordentlich nachsichtigen Polizci-Organe können auch anders, sobald es sich um„gewöhnliche" Rkenschenkinder handelt. Gestern hatte sich vor der hiesigen Strafkammer der Schutzmann Schlipphake wegen schwerer Körperverletzung im Amte zu verantworten. Er hatte in der Nacht zum 22. April dieses Jahres einen jungen Mann wegen einer geringfügigen Ruhe- störung angehalten, ihn grundlos verhaftet und ihm dabei ohne alle Veranlassung einen F a u st s ch l a g ins Gesicht versetzt, so daß das getroffene Auge anschwoll und stark blutete. Auf der Polizeiwachtstube suchte Schlipphake den Miß- handelten zu der Erkärung zn bestimmen, er habe die Verletzung bei einer Schlägerei er- halten. Als ihm dies nicht' gelang, mißhandelte er den Arrestanten mit einem Gummischlauch, wobei ihm andere Schutzleute behilflich waren. Die deutlichen Spuren der Miß- Handlung wurden später gerichtsärztlich festgestellt. Schlipphake wurde der Anklage gemäß unter Ausnahme mildernd e r Umstände zu' sechs Woche» Gefängnis verurteilt. Als straf- mildernd wurde vom Gericht in Betracht gezogen, daß der Ange- klagte in jener Nacht einen anstrengenden Dienst hatte, wie überhaupt der Dienst der Heidelberger Schutzmannschaft ein äußerst schwieriger sei. Allzu streng ist also die Sühne der rohen und gemeinen Hand- lungswcise des polizeilichen Uebelthäters nicht ausgefallen.— Vom Hegclmaier. Heilbronn, 24. Juli.(Eig. Ber) Unser reichsbekannter Hegelmai er, der nnbegreiflicherweife immer noch Oberbürgermeister unsrer guten Stadt Heilbronn ist nnd seine vielen Absonderlichkeiten dadurch nm eine neue vermehrte, daß er als Vertreter der ersten schwäbischen Handelsstadt im Reichs- tage für Erhöhung der Agrarzölle eintritt, hat sich wieder einmal eine gründliche wohlverdiente Schlappe geholt. Vor einigen Monaten richtete die Organisation unsrer städtischen Arbeiter eine Eingabe an die Stadtverwaltung, worin sie nm Verbesserung der Lohiiverhältnisse der städtischen Arbeiter bat. Da bekginpfte Hegclmaicr die Eingabe in öffentlicher Gcmeinderatssitznng damit, daß er die Personalien der einzelnen Petenten bis in die fernste Vergangenheit preisgab und die ganze Organisation dadurch zu verkleinern suchte. Er erntete dafür schon in seinem Kollegium den gebührenden Dank in Form von Protesten. Die städtischen Arbeiter nahmen zn dieser Hcgelmaierschcn Arbeiterfrenndlichkeit in einer öffentlichen Versammlung Stellung. Der Vorsitzende des Stuttgarter Vereins städtischer Arbeiter, Genosse Altvater, rechnete in keineswegs rücksichtsvoller Weise mit dem tugendhasten Hegelmaier ab, in welchem Geschäft ihn unser hiesiger Genosse Schäffler kräftigst unterstützte. Dabei erstrahlte die Vergangen- licit Hegclmaiers auch nicht ganz sauber. Diese � öffentliche Charaktcrisicrung hatte den Effekt, baß selbst Hegelmaier sich be- lcidigt fühlte und mit de» beiden Rednern auch den Redacteur der .Heilbromicr Zeitung" vor den Kadi schleppte. Am Mittwoch war die Verhandlung, die schon nach Vernehmen eines Zeugen damit endete, daß Hegelmaier seine Strafanzeige zurückzog. Er fürchtete sich offenbar vor seiner eignen Nacktheit.— Auskand. Ter antiklerikale Kampf in Frankreich. Ueber die am Sonnabend begonnene Zustellung des Dekrets betreffend Schließung der kongrcganistischen Schulen wird gemeldet: In der Schule in der Rne Salncnvc wurde den Schwestern gc- stattet, zn bleiben, weil eine Waisenanstalt und ein Greisenasyl mit der Schule verbunden sind, die Sckmle selbst ivurde geschlossen. Die Schwestern in der Rne Saint Manr werden von ungefähr 50 Personen, an deren Spitze sich Girard nnd Janme, die che- maligen Gefangenen des„Fort Chabrol" befinden, thatsächlich gc- fangen gehalten und verhindert, das Hans zu verlassen, obgleich sie sich der ihnen von ihrer Oberin erteilten Weisung gemäß nach ihrem Mutterhanse begeben wollen, lim Gewaltthätigkeiten zu ver- meiden, hat die Polizei beschlossen, hinsichtlich dieser Schwestern für den Augenblick von der Anssührnng des Dekrets abzusehen. In Lyon ist die Ausführung des Dekrets ohne ernstlichen Zwischenfall erfolgt. Die Schule» wurden geschlossen und die Siegel wurden trotz des mündlichen Einspruchs der Jntcrcffeuten angelegt. Ans Privas wird gemeldet, daß im Departement Ardeche die Bevölkerung sich dem Weggange der Schwestern mehrerer Nieder- lassungen widersetzte. In Concaruau(Dep. Finistörc) haben Familien-Väter und Mütter eine Depesche an den Präsidenten Loubct abgesandt, in welcher sie seine Vermiltclnng dafür nachsuchen, daß die Schwestern bleiben dürfen. Weitere Nachrichten ans dem Departement Finistüre besagen, daß die Lage in diesem Departement ernst sei. Der nationalistische„GanloiS" fällt, wie der„Voss. Ztg." telegraphiert wird, wütend über Lonbet her.„Bisher war er nur lächerlich", schreibt er,„jetzt ist er schändlich; nichts zwang ihn. die ihm vorgelegten niederträchtigen Verordnungen zn unterzeichnen. Sie vergewaltigen die Verfassung, deren Hüter er ist. Er mußte den Minister, der ihn an einem derartigen Anschlag teilnehmen lassen wollte, unverzüglich zur Thür hinauswerfen." Paris ist init kleinen Klebezetteln solgcndcn Inhalts bedeckt:„Die Polizei läuft. Wen sucht sie? Die HnmbertS? Nein, die gute» Schwestern!" Ein bedeutender Arbeitersieg. London. 24. Juli.(Eig. Ber.) Die Ersatzwahl in Clithero, ist bereits entschieden, obwohl die offizielle Nomina tiou noch nicht stattgefunden hat. Ein eigentlicher Wahlakt wird überhaupt nicht vorgenonimen werden. Der Arbeiterkandidat S h a ck l e t o n ist der einzige Bewerber um das Mandat. Sowohl die Konservativen wie die Liberalen verzichteten definitiv auf Gegenkandidaturen. Der Sieg der Arbeiter ist bedeutungsvoll. Wenn wir nur eine Arbeiter- presse hätten, um die Lehren dieses Sieges in die Massen zu tragen!—_ Der Generalstreik von Barcelona und die socialistische Partei Spaniens. Der Nationalrat(Vorstand) der socialistische» Partei Spaniens unterbreitet den socialistische» Parteien aller Länder einen Bericht, in welchem er seine Stellungnahme gegenüber dem Generalstreik von diesem Frühjahr rechtfertigt. Dieses Dokument ist insofern von Interesse, als es einmal den Kampf, den unsre spanischen Partei- genossen gegen die Anarchisten zu führen haben, zeigt, und ferner auch, weil es dem nächsten internationalen Kongreß in Antwerpen zur Beurteilung vorgelegt werden soll. Eingangs' heißt es: Die teilweise irrtümliche Auffassung einiger Partei- Organisationen und einiger Parteiblätter über unser Verhalten bei der letzten Bewegung in Barcelona zwingt uns, uns an Euch zu wenden; damit über unser Thun keine unrichtige Meinung aufkommt, seien hier die Gründe auseinandergesetzt. Wir haben die Bewegung in Barcelona nicht unterstützt, sondern wir haben»nS ihr entgegengestellt, indem wir glaubten, damit dem spanischen Proletariat und der internationalen Socialdemokratie einen großen Dienst zu erweisen. Wir streben wie alle Socialisten danach, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen zu bc- seitigcn, und unterstützen alles, was geeignet' ist, diese Ausbeutung zu verringern, aber immer unter der Voraussetzung, daß der Weg, um diesen Zweck zu erreichen, uns geeignet erscheint. ES wird nun in dem Schriftstück weiter auseinandergesetzt, daß dies in Bezug auf den Generalstreik in Barcelona zugetroffen habe. Die Metallarbeiter verlangten eine vollständig berechtigte Verkürzung ihrer Arbeitszeit; aber ihrer Bewegung fehlten von vornherein alle jene Voraussetzungen, welche für einen möglichen Erfolg unbedingt erforderlich sind. Sie gingen in den Streik, ohne den besten Zeit« Punkt gewählt zu haben, ohne die nötigen Hilfsmittel und fast ohne jegliche Organisation für den Kampf. Es kam. wie es kommen mußte, die Arbeiter wurden bald durch Hunger getrieben, die Arbeit wieder aufzunehmen. Sodann wird die Rolle auseinandergesetzt, welche die Anarchisten bei diesem Streik wie überhaupt in Spanien spielen. Diese hätten schon in, Jahre 1891 in Barcelona und andern Industriegebieten den Generalstreik, der mit großen Unruhen und Blutvergießen verknüpft war, hervorgerufen und seien auch jetzt wieder die Veranlaffer gewesen. Hierzu seien noch andre Faktoren gekommen, so zum Beispiel gewisse republikanische Elemente, welche die An- archisten unterstützt hätten, den Haß und die Leidenschaften zu erregen und einen gewaltsamen Streik zu propagieren; viele von diesen Elementen nur, um ihrem persönlichen Ehrgeiz zu frönen. Ein wirklicher Kcinipf mit der bewnfsneten Macht habe nich staitgefiinden. Was>väre tvohl, so wird in dem Schriftsiiick gefragt. aus de» 2000 Personen geworden, welche am Tage der Streik erklärnng die bewaffnete Macht bildeten, wenn sie von den 80 Ovo Streikern angegriffen worden wäre? Die meisten der letzteren seien in ihrer Wohnung geblieben, und Blut ist mir deslvegen ge flössen, weil einige Gruppen die Versorgung der Stadt mit Fleisch. Brot und andren Nahrungsmitteln verhindern wollten. Die Gen d armen hätten nur 2 Verwundete gehabt, die größte Zahl der Toten seien Passanten und Neugierige gewesen. Der Streik von Barcelona sei also nicht eine allgemein vorbereitete. sondern eine durch verschiedene Ursachen hervorgerufene gelegentliche Bewegung gewesen. Der Generalstreik sei von den Anarchisten vorbereitet und propagiert ivorden zu dem Zivecke, eine sociale Ne volution hervorzurufen, und wenn dieses Drama nicht so verlaufen sei, wie sie es gehofft hätten, so deshalb, weil die große Masse eben nicht Anarchisten sind. Im letzten Teil des Dokuments wird anseinandergesetzt, warum die Partei sich an dieser Bewegiing nicht beteiligt habe. Wenn die Partei in ihrer Beteiligung am Generalstreik die Möglichkeit hätte erblicken können, dadurch das monarchische Regime in ein repnbli konisches umgewandelt zu sehen, so hätte sie keinen Augenblick ge zögert aber diese Hoffnung habe aufgegeben werden müsse», im Gegenteil sei die Parteileitung der Ueberzengung gewesen, daß die Bewegung einen blutigen Rückschlag erfahren und die Diktatur und die Reaktion zu erwarte» gewesen wäre. So sei die Situation gewesen und so sei sie»och heute. Die Partei würde aus dem Kamp! hervorgegangen sein, indem sie zahlreiche Opfer an Menschenleben in den Straßen gelassen, viele der Beste» wären ins Gefängnis ge komme», die Sache des Proletariats, der Vormarsch der socialistischen Ideen wäre auf Jahre hinaus zurückgedrängt worden. Die Vorsicht. die Vernunft habe die Partei gezwungen, so zu handeln, wie sie gethan, selbst auf die Gefahr hin, sich bei einem Teile des Proletariats unpopulär zu mache» und selbst in Verdacht z» kommen, die Partei einer Regierung zu ergreifen,„die wir verachten, die wir bekämpfer und für Institutionen einzutreten, die uns verhaßt sind und die wir zri beseitigen suchen". Das Schriftstück schließt:«Wir haben die Ueberzengung, richtig gehandelt zu haben; ivir wissen, daß jede Frakuo» der internationalen Socialdemokratie vollständige Un abhängigkeit besitzt, aber das hindert uns nicht, unser Verhalten dem Urteil des nächsten internationalen Kongresses zu unterbreiten."— Schweiz. Der Konflikt mit Italien. Das«Journal de Gcneve" meldet der italienisch-schweizcrijche Konflikt sei endgültig beigelegt. Die beiderseitigen Eesaudtcn Silvcstrelli und Carlin werden abberufen Die Beilegung des Konfliktes erfolgte durch Bermittelung Deutsch lands.— Holland. Eine grosie Agitation für das allgemeine Wahlrecht, vcr- anstaltet von dem„Komitee für allgemeines Wahlrecht", findet zur Zeit in Holland statt. Alle Provinzen des Reiches sollen nach einander durch Abhaltung von Bersaiinnlungen an allen Orten, Ivo eS nur möglich erscheint, und durch Verbreitung von Manifesten be arbeitet werden. Mit der Provinz FrieSland wurde der Aufan.. gemacht. Soweit bis jetzt Berichte vorliegen, sind die Versammlungen mit einzelnen Ausnahmen recht zahlreich besucht gewesen und günstig verlaufen.— Auö Ostindien sind in letzten Tagen wiederum mancherlei Nachrichten eingetroffen, die erkennen lassen, daß die Zustände in den von der Natur so reich ausgestatteten holländischen Kolonien keineswegs befriedigend sind, daß die Eingcbornen den Koloniallrnppen noch immer energisch Widerstand leisten können und daß Fieber und Cholera schwere Opfer fordern.— Die Sl t j e h e r haben den Holländern wieder mal eine empfindliche Niederlage beigebracht Dem«Nieuwe Rottcrdamer Conrnnt" wurde kürzlich aus Batavia gemeldet:„Eine Abteilung von Matthes Kolonne wurde, als sie ins Bivonac zurückkehren wollte, durch einen Klewang-Augriff überrascht der sich aus die Vorhut und Nachhut erstreckte. Lieutenant de Bruija und 11 Gemeine fiele», Controleur Äoul und Kapitän Nijpels wurden verwundet, Auch auf Neu-Guinea erleben die Holländer viel Ungemach. Den dort eingeführten Kulis ist bei dem schlechten Klima die Arbeit zu schwer, die Nahrung ungenügend; sie gehen wieder in ihre Heimat zurück. Auf B o r n c o ist es auch«icht zum besten bestellt.«Der physische Zustand der Kolonne sowohl als der der Zwangsarbeiter so wird in ostindischen Blättern berichtet,«läßt viel zu wünschen übrig, so daß in der nächsten Zeit keine großen Züge zu er- warten sind." Schweden-Norwegen. Die Kousulatöfragc. Wie aus Kristiania gemeldet wird, sind die schwedischen und norwegischen Mitglieder des Konsnlatskomitees darüber einig geworden, daß ein besonderes KousulatSwesen für Norwegen errichtet werden kann, ohne daß die Leitung der äußeren politischen Angelegenheiten dadurch irgendwie beeinträchtigt wird.— Damit hat die norwegische Anffassung in dieser Streitfrage gesiegt Die Vertreter Schwedens aber haben der vernünftigen und praktischen Erwägung der Frage folgend, dem Geschrei derjenigen. die meinen Schwedens Ehre leide darunter, wenn es Norwegens wirtschaftliche Selbständigkeit in dieser Weise zuerkenne, keine Bv achtung geschenkt.— England. Die Krönung ist nach einem vom König unterzeichneten Erlaß auf den 9. August festgesetzt.— Steuerherabsetzung. In einer Rede erklärte Hicks Beach, das Budget des nächste» Frühjahrs solle eine sehr wesentliche Herabsetzung d e r B e st e u e r u» g bringen. Die Steuer, welche hierbei zunächst in Betracht gezogen werden müsse, müffe fraglos die Eiiikommcnsteucr sein. Er glaube aber auch, daß das Budget einen neuen Staatsschnldentilgungs-Fonds zur Deckung der Kriegskosten enthalten müsse.— Weiteres zur„Hohenzollertt"-Schlacht. Ans Düsseldorf wird uns geschrieben: Der Grnbcnvorstand der Gewerkschaft«Hohenzollern" bekämpft Herrn Kommerzienrat Röchling nnt einer ganzen Reihe von Cirkw Taren. Röchling seinerseits antwortet mit ebenso vielen und nicht minder gepfefferten Cirkulare». Im Nachsiehenden geben wir, um dem Leser ein Bild zu geben, einige der wichtigsten Punkte aus den Cirkulare» wieder: Cirkular vom 12. Juni 1902. Dr. Sauer gegen Röchling. «Hat Herr Röchling schon in der letzten Gewerkeii-Versamm- lung die Taktik gutgeheißen, durch Unterdrückung der Erörterung über die Gründe für die Einsetzung der Kommission den Vorsiand zu verhindern, etwaige Beschuldigungen zu widerlegen, so führt er dieses System jetzt immer krasser weiter, indem er die Absetzung des Vorstandes vor der Prüfung seiner Geschäftsführung betreibt. Erst soll also der Vorstand beseitigt und dann die Geschäftsführung geprüft Iverden, offenbar in der' Absicht, es ihm unmöglich oder wenigstens sehr schiver zn machen, etwaige Vorwürfe zu widerlegen.— Diese Taktik, solche Beschuldigungen zu erheben/ dem Beschuldigten aber die Möglichkeit� sich zn rechtfertigen, abzu- schneiden, charakterisiert sich von selbst. Besäße Herr Röchling die Mehrheit der Kuxen und betriebe er alsdann die Ersetzung des bisherigen Vorstandes, der die trüben Zeiten von.Hohenzollern" durchgekämpft hat. durch ihm genehme Personen, welche da ernten sollen, wo andre gesät haben, so ließe sich hiergegen schon mancherlei einwenden. Einen bedenklichen Charakter aber besitzt sein Vorgehen, weil er die Stimmen der übrigen Gewerken durch unwahre Mitteilungen und Diskreditierung der Vorstandsmitglieder zu gewinnen sucht. Auf solche Weise getäuscht, haben viele Gewerken Herrn Röchling resp. der Firma Gebr. Röchling ihre Vollmachten für die nächste' außerordentliche Geiverkcnversammlung bereits erteilt. Diese Situation will Herr Röchling ausnützen und drängt daher zur Abhaltung der Versammlung, die er natürlich mittels der erlisteten Vollmachten beherrschen würde. Aufklärung ist... geboten. Vor allem hat Herr Gcwerke Joseph Schmitz- Jörüme in Hannover es sich angelegen sein lassen, als Mitarbeiter des Herrn Röchling unwahre Behauptungen und Verleumdungen gegen den Vorstand und einzelne Mitglieder desselben brieflich Herrn Kommerzienrat Röchling mitzuteilen, die dann ihren Zweck ent- sprechend als„Kundgebungen ans de» Kreisen der Gewerken" von Herrn Röchling einer Anzahl von Gewerken abschriftlich zn- geschickt wurden. Daß Herr Schmitz-Jöröme'gleichzeitig sich einen Vorstands- Posten ausbittet und zugesagt erhält(sein Brief an Röchling vom 14. April d. I. und Röchlings Brief an Lütlig vom 25. April) und für den Sohn eines Freundes einen Pastor als Chemiker auf„Hohenzollern" erbittet sseiuen Brief an Röchling vom 21. April) wird er angesichts seiner wertvollen Dienstleistungen für ein mäßiges Acqnivaleut halten, die Gewerken aber mögen hieraus ersehen, welche egoistischen Zwecke jene Herren verfolgen.— «Nunmehr vorläufig nur einige Proben/ welche aber genügen werden, daS ganze Agitationstreibcn zu charakterisieren und jeden gerecht denkenden Gewerken bewegen müssen, sich mit Entrüstung von denen abzuwenden, die sich für ihre egoistischen Zwecke solcher schmutzigen Mittel bediene». a) Unter dem 2l. April cr. richtete Herr Joseph Schmitz- Jerome an Herrn Kommerzienrat Röchling zur Saarbrücken ein 4 Seiten langes Schreiben, in dem er zunächst mitteilt, daß er am vergangenen Tage eine zweistündige Unterredung mit dem bereits erwähnten Herrn Dr. Hermann, welcher sich wohl in Er- Wartung seiner Wiederaustclluug noch in Freden aufhält, ge habt habe. In diesem Schreiben heißt es dann weiter: „ S ä ni t l i ch e U n t c r b e a m t e und Meister sind schon für die bevorstehende Revision von Sauer und Hilde- brandt instruiert worden und müssen daher von der Revisions- kommissio» in Gegenwart von Dr. Hermann und vielleicht auch Murray vernommen werden, da sie sonst falsche Auö- sagen machen." Daß Herr Dr. Hermann solche Unwahrheit dem Herrn Schmitz Jsröme gesagt hat, holten Ivir um so weniger für glaublich, als Herr Dr. Hennann unterm 7. cr. bereits die schriftliche Erklärung abgegeben bat, daß es„ibm nicht im Traume eingefallen sei" derartiges Herrn Schmitz-Jöröme mitzuteilen. Der Schmitz Jorömesche Brief erweckt allerdings den Anschein des Gegenteils Ich aber erkläre hiermit für mich und im Auftrage des vcr dächtiglcn kaufmännischen Leiters unsrcs Werkes. Herrn Hildcbrandt, sowie im Interesse der Unterbeamten und Meister den Erfinder solcher Unwahrheiten für cincn iufamc» Verleumder. Nun möge sich derjenige incldcn, der der Elfinder dieser Ver- leumdung ist. Die Verbreiter solcher Unwahrheiten sind jedenfalls in erster Linie Herr Schmitz-JSröme in Hannover und Herr Kommerzienrat Karl Röchling in Saarbrücken. d) Herr Kommerzienrat Röchling schreibt unter dem 17. April lin Kopie von ihm auch andren Gewerken gesandt) an Herrn Schmitz- Jeronie:„Nach einer vertraulichen Mit t e i l» n g ist man in Freden in fieberhafter Thätigkeit begriffen, um alles zu beseitigen, waS allenfalls die Rcvisiouökommission anstösftg finden könnte, und wäre eS doch deshalb doppelt erwünscht, wenn durch möglichst rasche Wahl eines ucucn VorftnndcS allen diesen Machenschaften ein schleuniges Ende bereitet werden könnte." Wer immer dem Herrn Kommerzienrat Röchling solche„vertrauliche", von ihm aber eifrig verbreitete Unwahrheiten berichtet hat: auch der Mann ist ein elender Verleumder. Möge ihn Herr Kommerzienrat Röchling neunen, sonst bleibt cr als Verbreiter der Verleumdung verantwortlich. Während also die Kommission nichts thut und der Unter- zeichnete sie vergeblich zur schlennigen Jnniigrisinahine ihrer Arbeit zu drängen sucht, verbreitet Herr Röchling solche, den Vorstand und die Verivaltimg schwer verlcumdeudc Unwahrheiten. Daß kein Wort an jenen Mitteilungen wahr ist, wird jeder Wcrksbcamte bezeugen. c) siveniger von Belang). d) Herr Schmitz-Jerüme scheut sich sogar nicht, die Autorität der königlichen Bergbehörde für seine AgitationSzwcckc zn mißbrauchen und verbreitet die einfach erdichtete Behauptung, die Aufsichtsbehörde habe den Betrieb auf Hohenzollern alö San Wirtschaft(sie!) bezeichnet. In einem Schreiben vom 21. April, gerichtet an den Kommerzienrat Röchling und von diesem weiterverbreitet, behauptet Herr Schmitz-Jöröme ferner, der Bergrevierbcamte habe von dem Unterzeichneten schriftlich verlangt, daß er seine Kündigung dcL Betricbsführers Herrn Murray zurücknähme, weil er nicht dulden könne, daß dem „nnerfahrenen" an Stelle des Herrn Dr. Hermann engagierten Fabrikleiter Dr. Ebel die Verantworlichkeit für den Betrieb übertragen werde. So viel Worte, so viel Unsinn. Eine der- artige Kritik hat jener Beamte niemals geübt; auch lag hierzu. wie er bereits dem Unterzeichneteii erklärt hat, nie ein Anlaß vor. Herrn VctriebSführer Murray ist überhaupt nicht gekündigt worden. Die angebliche schriftliche Aufforderung sebeuso, wie cine inünd lichc) existiert gar nicht und kann gar nicht existieren, weil der Bergwerksbetrieb des Herrn Murray und der Fabrikbetrieb des Herrn Dr.Ebel ganz verschiedenen Auffichtsbehördcn unterstellt sind. Warum aber richtet HerrKommerzienrat Röchling, bevor cr sich zum Verbreiter solcher Unwahrheiten hergicbt, nicht eine bezügliche Anfrage an die amtliche Stelle, von wo ihm zweifelsohne sofort Aufklärung ge- worden wäre. Hierzu hält sich Herr Kommerzienrat Röchling' aber gar nicht für verpflichtet, sondern er vermehrt seine genugsam charakterisierten„Knudgebungen ans Gewerkenkreisen" auf diese Weise auch noch durch eine erdichtete Kundgebung von amtlicher Seite. Und diesem Herrn Schmitz- Jsrüme, dem Erfinder und Ver� breiter solcher Unwahrheiten, sagt Herr Kommerzienrat Röchling in Saarbrücken in seinem Schreiben an den Herrn Gewerken und Mitagitator Lüttig vom 25. April einen VorstandSpostcn im Vor stände von„Hohenzollern" zu!!!... Herr Kommerzienrat Röchling verbreitet folgende. ihm von scinem Vertrauensmann Herrn Bergwerks- Direktor Kayser ge fchriebene Verleumdung: Der Absatz von /Wallensen" stockte(im Spätherbst vorigen Jahres). Statt daß nun die Kohlenhalde auf.Wallensen" angelegt wurde, wurden unglaubliche Braunkohlenvorräte auf.Hohenzollern" aufgehäuft. Für'etwa 5—6000 M. Kohle sei in„Hohenzollern" auf der Halde verbrannt sc. Und Herr Kayser wagt es, als Quelle dieser Verleumdung den königlichen Bcrgrcvier- beamtcn in Hannover anzugeben. Es ist geradezu unglaublich, wie man solches Gemisch von Un- sinn und Unwahrheit in die Welt letzen kann, denn nicht der Absatz hat damals in„Wallensen" gestockt, sondern das gerade Gegenteil war der Fall.... Im übrigen besitzen Ivir in einer Reihe uns übergebener Briefe und Berichte der Herren Bergwerksdirektor Kayser, Röchling, Schmitz- Jeröme, Lüttig usw. ein, wie bereits gesagt, in einem Rundschreiben gar nicht zu erschöpfendes Material, auf welches znrückzukommeil wir uns vorbehalten. Für heute genügt daS obige, woraus jeder, der sehen will, sich ein klares Bild zu machen im stände ist, mit welchen Mitteln die Herren arbeilen und welches Vertrauen ihre Mtteilungen ver« dienen. Nicht auf die von Herren Gebr. Röchling aus naheliegenden Gründen vorgeschlagene Unterdrückung der Erörterung in der nächsten Gewerkenversammlung sollten die Herren Gewerken eingehen, nicht dem Herrn Kommerzienrat Röchlina und seinen Partei« freunden sollten sie ihre Vollmacht geben, sondern solche widerrufen. waS durch einfachen schriftlichen Widerruf geschieht, und selbst in der Versammlung erscheinen und eine offene Diskussion ver- langen."— Das ist die Hauptsache aus dem berühmten Cirkular vom 12. Mai er., und am letzten Montag fand nun diese Ver- sammlung statt. Sie hat in Düsseldorf mit einer jämmerlichen Niederlage des Herrn Kommerzienrat Röchling geendet, den die Ge- werke mit Pfuirufen überschütteten, dem man die allcrschwersten Vorwürfe machte und den man auf ein Haar durchgeprügelt hätte. Für uns hat es kein Interesse, zu entscheiden, auf wessen Seite das Recht ist. Der Blick hinter die Coulissen der— Unternehmer- intelligenz ist auf alle Fälle lohnend.— Vavket Zur Krage der Aufstellnug der Rcichstags-Katididakett itt Oberschlcsic» erhalten wir noch folgende Zuschrift: „Genosse Winter gesteht, daß er von der Konferenz in Oswiencim doch Kenntnis gehabt habe, und ztvar am Tage der Konferenz als auch Tags zuvor. Warnm Genosse W. erst so spät von der Konferenz benachrichtigt wurde, liegt in der Eigenheit derer Sache selbst. Die oberschlesischen Genossen, gewitzigt durch die letzten Vorgänge, wie z. B. durch den Fall des Spitzels Gusner, haben den Ort' und Tag der Konferenz so streng geheim gehalten(dieses war notwendig, da sonst fast alle Delegierten würden ihre Existenz aufs Spiel setzen, wenn ein Spitzel zur Stelle wäre), daß selbst der polnisch-socialistische Parteivorstand erst Donnerstag, den 10. d. M.. in seiner Abendsitznng durch einen ans Oberschlesien hierher gesandten Genossen in Keiiutiiis gesetzt wurde. Da der polnisch- socialisti'sche Vorstand glaubte, als solcher keine Befugnis zu haben. Einladungen zu Provinzialkonfereiizen zn vollziehen, so wurde der- selbe Genosse beauftragt, das Wahlkomitee in Oberschlesien auf- zufordern, den Genossen Winter zu der genannten Konferenz einzu- laden. Warum die oberschlesischen Genossen trotzdem den Genossen Winter nicht hierzu eingeladen haben, entzieht sich unsrer Kenntnis; jedenfalls spricht hierbei der Mangel ani Sympathie für denselben. Wir. als Vorstand, hatten also gar keine Veranlassung, den Genossen Winter zn der Konferenz einzuladen, doch haben wir gleich Tags darauf auf seinen vom Dienstag, den 8. d. M. datierten Brief, welch letzterer eine Einladung zu einer in absehbarer Zeit stattfindenden Konferenz erhielt, mit dem Bedauern geantwortet, daß uns leider nicht möglich ist. an derselben teilzunehmen, da nnsre oberschlesischen Genossen eine solche schon am Sonntag. den 13. d. M.. in Oswiencim abhalten und die Frage der Kandidaten für Oberschlesien erledigen werden. Wäre die Konferenz in Osiviencim nicht, so hätte man am genannte» Doniierstag in der Vorstandssitzung über die Einladung des Gen. W. Beschluß gefaßt; doch konnten wir nun zu dieser Sache keine andres Stellung nehmen, als die obengenannte. Von einer„Ab- lehnung", wie der Gen. W. beliebt zu sagen, kann gar keine Rede sein, sondern es fehlte nur die Möglichkeit, was Gen. W. nach dieser Darstellung hoffentlich jetzt selbst zugeben wird. Für den polnisch-socialislischcn Parteivorstand: August B e r f u s, 80., Rcichenbergerstraße 50 III. Wir haben diese Zuschrift noch veröffentlicht, obwohl sie an der Darstellung, die Genosse Winter gegeben, nichts ändert, diese im Gegenteil nur bestätigt und im übrigen auch zur Erledigung der Differenzen nichts beiträgt. Die Sachlage wird dadurch m keiner Weise geändert und daher auch unsre Stellung dazu nicht. Auf der polnisch-socinlistischen.Konferenz wurden, wie bei dieser Gelegenheit nach der„Oberschlesischen Volksstimme" mitgeteilt sei, folgende Kandidaten nominiert: Kattowitz-Zabrze: Morawski- Kaitowitz; bisheriger Kandidat Morawski. R a t i b o r: Morawski; bisheriger Kandidat Bebel. B c u t h e n- T a r n o w i tz: Broja- Benthcn; bisheriger Kandidat Sachse. G l e i w i tz: Winter-Beuthcn; bisheriger Kandidat Winter. R y b n i k: Broja; bisheriger Kandidat Morawski. K r e n z b u r g: Bienidewitz-Bertin; bisheriger Kandidat Krziminiecki- Breslau. Kosel-Groß-Strehlitz: Binidiewitz; bisheriger Kandidat Wolny- Breslau. Oppeln: Tronibalski- Kattowitz; bisheriger Kandidat Recker-Ncustadt O.-S. Genosse Winter erläßt in der„Breslauer Vollswacht" folgende Erklärung: „Meine Bestimniung zum Ncichstags-Kandidaten des Wahl« kreises Lublinitz-Tost-GIeiwitz durch die Konferenz der polnischen Socialisten in Osiviencim am 13. d. Mts. ist sowohl wegen der Form, in der diese Bestimmung erfolgte, als auch insbesondere des« halb völlig gegenstandslos und nichtig, weil die Genossen des Wahl- kreises Lu'bliiii'tz-Tost-Gleiwitz nicht den mindesten Anteil an dieser Kandidatenbestiimnung hatten. Die polnischen Socialisten hatten nicht das Recht, über die Köpfe der Gleiwitzer Genossen hinweg für diesen Kreis einen Kandidaten zu bestiinmen; eine Anfrage an mich in betreff der Annahme dieses Mandats ist weder vor noch nach der OSwienciiner Konferenz erfolgt." Partciprcsse. Genosse Heinisch, bisheriger Geschäftsführer der „Leipziger Bolkszeitniig", hat, so berichtet die„Frankfurter Volks- stimme",„eineni Rufe der hiesigen Preßkonimiffton Folge geleistet und wird am 1. Oktober die Leitung der Frankfurter Union-Druckerei („Volksstimme") übernehmen. Der bisherige Geschäftsführer Langen- dorf scheidet am 1. Oktober ans unsrer Parteidrnckcrei aus." Totcnliste der Partei. In Augsburg starb der Genosse Gäbclein, der schon Anfang der 70 cr Jahre der Partei bei- getreten ist und seit dieser Zeit stets wacker gekämpft hat für die Befreiung des Proletariats. An den Folgen einer Operation starb in Solingen der Genosse Flocke,' an dem die Partei einen regen Mitkämpfer vcr- liert. Der Verstorbene war in Gräfrath mehrere Jahre Stadt- verordneter. Reorganisation der socialdemokratischeu Partei Hollands. Die niederländische Arbeiterpartei wird im September d. I. einen außerordentlichen Parteitag abhalten. dessen Aufgabe es ist, der Partei eine festere und zweckmäßigere Form der Organisation zn geben, damit sie ihre Aufgaben besser erfüllen kann. Der Partei- vorstand hat nun einen Neorganisalionseiitwurf ausgearbeitet, worin der Hauptsache nach folgende Aenderungen vorgeschlagen iverden. Gegenwärtig bestehe» an den einzelnen Orten im Lande sowohl Abteilungen der Partei als auch Wohlvereine, die beide als vollberechtigte Partei-Organisationen gelten. Hierunter leidet natürlich die Einheitlichkeit des Wirkens der Partei an den einzelne» Orten und außerdem kann jetzt bei allgemeine» Abstimmungen ei» Parteigenosse, der mehreren Vereinen angehört, 2—3 Stimmen ab- geben. Nun sollen die Wahlvereine beseitigt werden und nur noch örtliche Abteilungen der Partei anerkannt werden. In den Städten, die aus mehreren Wahlkreisen bestehen, wird für jeden Wahlkreis eine Abteilung gebildet. Sämtliche Abteilungen einer Stadt bilden eine lokale Föderation. deren Leitung ans Vertretern der Abteilungen besteht. Diese bildet das Band zwischen den Abteilungen, regelt die Agitation, die Aufstellung von Kandidaten, die Wahlbeivegung usw., alles selbstverständlich im Ein« Verständnis und nach Rücksprache mit den Abteilungen. In de» beiden Städte»-Groningen und Haarlei», wovon jede nur einen Wahlkreis bildet, üben die Abteilungen selbst die Funktionen der Föderationen aus. In denjenigen Wahlkreisen, die aus mehreren Städten und Dörfer» bestehen, bilde» die örtlichen Abteilungen Kreis« öderationen. die nach Maßgabe der besonderen Verhältnisse dieselben Funktionen wie die lokale» Föderationc» ausüben.— Außerdem ollen Bezirksföderationen gebildet iverden, nuter einem Bczirksrat, Zer sich aus Vertretern der oben erwähnte» Föderationen znsammen- etzt. Die Bezirksräte sollen dem Parteivorstand mit Rat und That zur Seite stehen und mit ihm alljährlich zivcimal eine gemeinsame Sitzung abhalten. Zwecks Bildung dieser Föderationeu wird das Reich in Bezirke eingeteilt, wobei vor allem die industrielle und wirtschaftliche Zusammengehörigkeit der einzelnen Landcsteile berück- ichtigt werden soll. Im übrigen sind in dem Entwurf noch mthrtte weniaer bedeutende Aenderunaen voraesebcn. Als Sekretär der ittillenisdHocialistischcn Partei in der Schweiz ist der Professor Cesar Lougobardi gewählt worden. Derselbe wirb sich in diesen JCaflcu von Neapel nach der Schweiz begeben. Mus Itiduflviv und Handel. Ucber die Aussichten im rheinischen Jndnstricbezirk c»t- hält der soeben erschienene Jahresbericht der Bochnmer Handels- lammer eine bcmerkenSivertc Auslassung. Nach einer längeren Dar- legung der wirtschaftliche» Lage des Bezirks im Jahre 1901 spricht sich der Bericht über den weiteren Verlauf im ersten Halbjahr 1902 und da« prophezeite Herannahen eineS neuen Aufschwunges folgendcnnaste» aus:„Bisher hat das Jahr 1902 trotz einiger Anläufe Im Frühjahr noch keine Ausbesserung gebracht, die von Dauer war. und ob die neuestens wieder zu Tage tretende zuversichtlichere Stimmung an der Börse in Berbindmig mit einigen durch Verbände be- schlossencn Preisaufbcsseruugen wirklich den Anfang einer neuen auf- steigenden Entwicklung bedeuten soll, erscheint sehr zweifelhaft. Irgendwelche bedeutsame Anzeichen für das Herannahen eines AufschlvnngS liegen nicht vor, auch in dem Aufhören des südafrika« »ischen Krieges können wir ein solches Anzeichen vorläufig noch nicht sehen. Es wäre gefährlich, iveim vorzeitig infolge rein spekulativer Motive an der Börse eine Haussc-Stimmung geweckt werden würde dem, der dann unausbleibliche Rückschlag iönute leicht bedenkliche Folge haben." Papierzöllc und Tlvidcuden der Papierfat'''ikcii. Angesichts der von den Papier-Judustriellen mit größter Rührigkeit ver- fochtcucn Forderung einer Erhöhung der Papierzölle ist es von Interesse, die Diuidendenverteilung zweier größerer Papier fabriken kennen zu lernen, die soeben bekannt wird. Nach einer Meldung anS Halle erzielte die Kröllwitzer Papier fabrik im letzten Geschäftsjahre einen Rohgewinn von 897 490 M., und beschloß' der AufsichtSrat, der General Versammlung eine Dividende von 15 Proz. vorzuschlagen, gegen 18 Pro�. im Vorjahre, b--' einer Abschreibung von über 138 000 M. Das Mindererträgnis ist neben etivaS niedrigeren Verkaufspreise» in der Hauptsache erhöhten Strohpreiscn im zweiten Semester zu zuschreiben. Die Fabrik ist zur Zeit gut beschäftigt.— Auch die Ammendorfer Aktien-Papierfabrik schlägt 10 Proz. Dividende vor wie i. V.) bei reichlichen Abschreibungen und Rücklagen. Anficnhandcl Frankreichs im ersten Halbjahre kSOS. Nach der amtlichen Statistik bezifferte sich die Einfuhr nach Fraul reich in den Monaten Januar bis Juni 1902 auf 2 251824 000 Fr. gegen 2 224110 000 Fr. im ersten Halbjahre des Vor jahrcS. Die Ausfuhr erreichte einen Wert von 2 033 205 000 Fr. gegen 2 014 697 000 Fr. in den ersten sechs Monaten des Jahres 1901. Die Einfuhr der Monate Januar bis Juni des laufenden Jahres war hiernach»m 163 619 000 Frank größer als die Ausfuhr desselben Zeitraumes, während der Einfuhrüberschuß des ersten Halbjahrs 1901 209 413 000 Frank betragen hatte. Die Einfuhr von Nahrungsmitteln ist von 356,8 auf 350,7 Millionen Frank gesunken, die Einfuhr von Rohstoffen siir die Industrie dagegen hat sich gesteigert von 1422,3 aus 1515.4 Millionen Franke», die von Fabrikaten von 384 8 auf 385,8 Millionen Frank. Die Ausfuhr zeigt bei den Nahrungsmitteln ein Zurückgehe» von 366,7 aus 337,0 Millionen Frank, ivährend der Export von Rohstoffen von 493,4 auf 572,4 Millionen, der Export von Fa bcikaten von 1032,4 auf 1053,4 Millionen Frank angewachsen ist: die Ausfuhr jvon Poststückc». ist von 122,0 auf 120,2 Mill, Frank gesunken . Zwischen dem englische» und amerikanische» Tabaktrust wird zur Zeit ein harter Kamps um die Vormacht geführt. Der amerikanische Tabaktrust sucht in England an Boden zu gc- Winnen, während die Leiter deS englischen Trusts nach Amerika gehen, um dortige Firmen zum Anschluß an ihre Verbindung zu bewegen. Außerdem macht der englische Trust jetzt seine Einkäufe unter Umgehung der Zivischenhändle'r direkt bei den Pflanzern, ivas diese gern sehen, denn die Konkurrenz der beiden Trusts setzt sie in den Stand, ihre Preise in die Höhe zu schrauben Zum Morgauscheu trauSatlautischcu Tampsertrust. Schon seit einigen Wochen hieß es, dem Zustandekommen des Trusts habe sich dadurch eine neue Schivierigkeit cntgcgcngestellt, daß es Morgan bei seinen starken Engagements und dem über- triebe»«» Ankaufspreise der verschiedene» Dampferlinien schiver falle, die nötigen bedeutende» Kapitalien aufzutreiben. Den Haupt- sächlichsten Grund zu diesem Gerücht gab ein Cirkular der Leiter der„UorÜr Atlantic Steam Navigation Co."(Dominion-Line) an die Aktionäre dieser Gesellschaft, worin es hieß:„Der vollständige Ankauf der Aktien dieser Gesellschaft durch die Herren Morgan u. Co. ist uncrwarteterweise verzögert worden, und»bschon wir Grund zu der Annahme haben, daß er alsbald vollendet sein wird, hat die Ver- waltung beschlossen, inzivischen eine Dividende zur Rate von 5 Proz. xer annum für das Halbjahr bis zum 30. Juni zu bezahlen." Von der Direktion der„Hamburg- Amerika- Linie" wurde auf eine Anfrage diese? Gerücht als völlig unbegründet bezeichnet; daß aber thatsächlich unvorhergesehene Hindernisse dem TrustieruugS- Projekt entgegenstehen müssen, zeigt folgende telegraphische Mit- teilung des„Daily Expreß" ans New Aork:„ES ist möglich. daß der S ch i f f a h r t s t r u st nicht in d e r u r s p r ü n g l i ch beabsichtigten Gestalt zu stände kommt. In einigen Fällen, so sagt man, sind extravagante Preise für die englischen Aktie» vereinbart Ivocden. Man nimmt jedoch an, daß diese Preise nicht endgültige waren und Veränderungen ausgesetzt blieben. Dies ist nach amerikanischer Ansicht die Veranlassung zu dem Stillstand in dem Handel mit der Dominion-Linie. Ich suchte heute morgen das Bureau der Morgan-Gesellschaft auf und sprach Mr. Per- kins, den Partner Mr. Morgans. Er streitet energisch ab, daß der Verband gescheitert sei. Er sagte:„Es ist absolut keine Streitigkeit in dem Handel mit den englischen Gesellschaften vor- gekommen. Man kann auch von keiner Verzögerung reden. Das im vergangenen März getroffene Abkommen gicbt»us bis zum Ende des Jahres Zeit, den Handel abzuschließen. Es verläuft alles ganz harmonisch, aber eine Transaktion von solcher Bedeutung, bei der so viele verschiedene Interessen in Frage kommen, nimmt natürlich Zeit in Anspruch." Gewevkfchaftlikszes. Berlin und llmgcgend. Achtung, Vergolder! Bei der Firma Schmidt, Braune u. Co. sind Differenzen ausgebrochen und ist Zuzug bis auf weiteres fern- zuhalten. Der Bevollmächtigte der Filiale Berlin. Achtung, Glasschleifer? Bei der Firma A r l t, Dresdener- firaße 35, sind sämtliche Glasschleifer entlassen. Die Firma hat es darauf abgesehen, an Stelle der bisherige» Schleifer dillige Arbeitskräfte einzustellen. Die am 24. Juli stattgefmidene Versammlung der Glasschleifer Berlins beschloß deshalb, daß der Firma Arlt Arbeitskräfte nur durch den Arbeitsnachweis der Glas- schleifer zugeführt iverden sollen. Alle Kollegen haben deshalb oben- genannte Firma streng zu meiden. Der Vorstand der Filiale Berlin. Die Lohnbewegung der Bauarbeiter hat in den letzten Tagen bedeutsame Erfolge gebracht. So bewilligten u. a. die Firma L ö w e» st e i n(Bau in der Hochstraße, Arbeiterzahl 50) und die Firma Busse n. G a n s o w(Schulbau in der Hohenstanffinstraße, Arbeiterzahl 53). Außerdem ist die Forderung auf einigen hundert andern Bauten anerkannt worden, woselbst eine Arbeiterzahl von 1 und 2 bis zu 30 in Frage kommt, so daß gegenwärtig circa 3000 Arbeiter auf ungefähr der Hälfte aller in der Ausführung begriffenen B a u t e n zu den n e u e n Bedingungen arbeiten. Es fehlt aber auch nicht an Versuchen, den Arbeitern Schwierig- kelte» zu bereiten. So hat z. B. die„Aktiengesellschaft für Bau- ausführimgen" ihre schon früher gemachlen Zusagen wieder zurück- gezogen.— Auf dem Van der Neuen Charitö(Firma W i t t l i n g u. G ü l l n e r) find 42 Mann in den Streik getreten. die Arbeit ruht dort gänzlich, tveil die Arbeitswilligen nicht zu ge- brauchen sind._' Der ttbertriebeue Eifer, den die Polizei beim Schutz der Streikbrecher in den NilcSwcrkcn entwickelt, führt mitunter zu Auf tritten, die ein erheiterndes Element in dem ernsten Kampf dar stelle». Uns wird hierüber berichtet: Vor einigen Tagen gab es auf der Eisenbahn ein regelrechtes „Greifspiel" um Arbeitswillige. Mehrere dieser sauberen Elemente wollten von Nieder-Schöneweide aus nach Berlin fahren. Einige Streikposten bemerkten dies und suchten auf dem Bahnhof ein ver- uünftiges Wort mit jenen zu reden. Dies gelang ihnen aber nicht. denn der dort postierte Gendarm überwachte seine Schützlinge mit Argusaugen. I», Einverständnis mit dem Zugführer praktizierte er „die für den Staat so besonders nützlichen Elemente" in das Dienst coupö. Die Streikposten aber dachten: wartet, wir kriegen euch schon: sie lösten sich ebenfalls BillctS und setzten sich in den Zug der dann auch 6,13 Uhr laugsam abfuhr. Während dieS geschah, winkte der Gendarm den Arbeitswilligen. Diese sprangen jetzt schnell aus dem Dienstcoiips und liefen nach dem andern Zuge, der 6.22 Uhr abfährt: aber so leicht ließen sich die Streikenden ihre Absicht nilbt vereiteln. Auf der Station Baumschulenweg verließen sie ihr Coups und stiegen in den ander» Zug, mit dem die Arbeitswilligen ankamen Dem imterrichteten Zugführer schien diese Wendung der Dinge nicht recht zu behagen, doch was sollte er niachen. Die Streilbrechcr konnten sich mnmiehr einer vernünftigen Unterredung nicht entziehen. Die Streikenden hatten ihre Absicht erreicht und dem Gendarmen hatte sein Diensteifer mithin nichts genützt.— An einem andren Tage faßte ein Streikposten in Ober-Schöne- weide einen Bayer ab, der Arbcitswilligendienste verrichten wollte. Kaum waren beide im Gespräch, so erschienen auch schon zwei Schutz- leute und beförderten den Streikposten ziemlich unsanft nach dem � Spritzenhause, wo er eingesperrt wurde. Hier verlangte er etwas zu essen. Jetzt war guter Rat teuer, den» woher nehmen und nicht stehlen. Der Wachtmeister überlegte.„Haben Sie Geld?" fragte er den Arretierten.„Ja. 20 Pf.", lautete die Antwort. Der Wacht- meister nahm's und besorgte dafür ein belegtes Butterbrot. Nachdem der Streikende dieses verzehrt, wurde er entlassen. Nicht minder eifrig wie die Polizei ist die Verwaltimg der Nileswcrkc um ihre Arbeitswilligen bemüht. I» einem Magazin der Fabrik sind 14 Beltcn aufgestellt, und in dieser improvisierten Herberge kampieren 14 Arbeitswillige. Sociales. Daö preußische Volksschulwesen. Na*i den vorläufigen Znsammenstellungen der preußischen Schul stalislik vom 27. Juni 1901, mitgeteilt von der..Statistischen Korrespondenz", gab es.m ganz Preußen 36 734 öffentliche Volksschulen Da Preußen 53 383 Gemeinden zählt(am 1. Dezember 1900), so ergiebt sich daraus, daß 17 649 preußische Gemeinden noch immer einer eignen Volksschule ermangeln. Die Schulen zählen zusammen 104 034 Schul klassen, aber nur 90 206 Lehrstellen. Da überdies noch 1863 Stellen im- besetzt waren, so ergiebt sich daraus, daß 15 741 Schulklassen ohne Lehrer waren, so daß also rund 30 000 Klassen zu zweit auf einen Lehrer angewiesen waren. Es müßten, um nur jede der vorhandenen Schul klaffen mit einem Lehrer zu besetzen, 15 741 Lehrer mehr angestellt werden. Wenn man aber berücksichtigt, daß im Durchschnitt des ganzen Landes jeder Lehrer 63 Schulkinder zu unterrichten hatte (auf dem Lande sogar 68). so kann man sagen, daß eine Ver- doppclung der Lehrkräfte erforderlich wäre, bevor von einer aus- reichenden Versorgung des Volkes mit Lehrern gesprochen werden kann Auch die Zahl der Schulklassen erforderte eine erhebliche Ver- mchruug; kommen doch»och immer auf eine Schulklasse 54 Kinder. Es giebt also noch sehr viel Schulbaiiten zu schaffen. Die gesamten Schulunterhaltung« Kosten werden mit rund 270 Millione» Mark berechnet. Da 5 670 870 Kinder zu iiiiterrichten waren, so komme» auf jedes Kind»och nicht ganz 43 M. Preußen wird sich gewiß Holland nicht als Vorbild für die Volksschule vor- halten lasse» wollen, aber wie aus unsrer gestrigen Notiz über das Schulwesen in Holland hervorgeht, betragen dort die öffentlichen Aufwendungen für die Volksschule auf jeden Schüler 31,7 Gulden, das sind rund 53 M.. also mehr wie in Preußen. Als durchschnittliches Gesamteinkommen der Leljrer wird an« cgebcn per Jahr auf dem Lande 1693 M. und in den Städte» 401 M. Wir wollen hieran keine Erörterungen über die Lage der Lehrer knüpfe». Doch die folgende Betrachtimg drängt sich auf: der Gcsamtdurchschiiitl eines Lchrereinkommeiis(Stadt und Land) wird auf 1942 M. berechnet. Nehmen wir an, daß sich der Lehrer- Mangel auf Stadt und Land gleichmäßig verteilt, daß etwa 30 Kinder auf einen Lehrer eine ausreichende Anzahl wäre, iim sie ordentlich. ohne Ueberarbeitung des Lehrers, zu unterrichten, das; sonach»och ca. 90 000 Lehrer angestellt werden müßte», so erhalten wir allein für Lehrergehalte reichlich 170 Millionen Mark. Dazu die nötigen Schulbaute», so kann man amiehmen, daß zur Zeit in Preußen jährlich rund 200 Millionen Mark zu wenig für die Volksschule ausgegeben werden. Dabei haben wir natürlich noch nicht berücksichtigt, daßsdie Bezahlung der Lehrer ganz ungenügend ist, daß auch die Ausbildung der Lehrer weit besser sein niüßte und dadurch theucrcr würde— und daß auch das Lehrziel in der Volksschule höher sein müßte. wodurch wiederum höhere Ausgaben entstände». Es ist deshalb nicht zu viel gesagt, daß die Ausgaben für das Bolksschulwesen in Preußen verdoppelt werden müßten, um es auf einen einigermaßen geuügcuden Stand zu bringen. Aber um dieses Ziel zu erreiche», muß nicht nur das Jniikerrcgiment im Lande ge- brachen werden, dazu werden lvir erst gelangen, wenn die Arbeiter- klaffe das entscheidende Wort in Staat und Gemeinde zu sprechen hat. Juiikertum und Bourgeoisie haben entweder gar kcins oder nur ein durch ihre» eignen Vorteil begrenztes Interesse an der all- gemeinen Volksbildüng: im übrigen haben sie so viel mit ihrer eigne» Bereicherung zu thun, daß für die Arbeiterklasse nicht viel mehr übrig bleibt._ A»S einem preußischen Tchnlhanse. In Muckrow bei Lcuthen, Regierungsbezirk Frankfurt a. O., hatte am 11. d. Mts. die Frau des Lcbrers. wie die.Lehrerzeitung" erzählt, auf dem Boden des SchulhauseS zu thun, der sich gerade über dem Schul- zimmer befindet. Da sah der Lehrer, daß sich ein Teil der Schnlstnbcndccke senkte. Sofort rief er den Kindern zu,»ach vor» zu springe». Kaum war das geschehen, so kam auch schon ein Stück der Decke herimtergestürzt und mit ihm die Frau, die dabei eine Gehirnerschütterung erlitten hat. Da die Frau überdies guter Hoffnung ist, so kann der Sturz für sie noch die chliminste» Folgen haben. Der Lehrer wird gut thnn, die Gemeinde für den ihn er- wachsenden Schaden haftbar zu machen. Schon vor Jahren ist die Gemeinde, ein Großbauerndorf, vom Kreisarzt und vom Rcgierungs- rat dringend auf den schleckileu baulichen Zustand der Schule auf- mersam gemacht lvcrde». Die Kosten des Umbaues sollten etwa 4500 M. betragen. Die Gemeinde lehnte den Umbau ab, giebt aber dafür 9000 M. für ein neues Pfarrhaus her. An die GewcrbcgerichtS- Beisitzer Deutschlands richtet der Centralausschuß der Gewerbegerichts- Beisitzer(Arbeitnehmer) eine» Aufruf, in dem es nach der„Frankfurter Volksslimiiie" heißt: Die letzte Gewerbegerichts-Beisitzerkonfereiiz in Lübeck wählte Berlin zum Bororte, von welcher Stelle aus die Interessen der Gewerbegerichts- Beisitzer(Arbeitnehmer) gewahrt werden sollen. Nach Koiistituierimg einer Zehnerkommission(Mitglieder des Ausschusses de» Berliner Gewerbegerichts) nannte sich die Kommission mit Zustimmung der Generalkvmmission Centralausschuß der" Gewerbegerichts- Beisitzer Deutschlands(Arbeitnehmer). Unter andern hatte der Ausschuß von der Konferenz i» Lübeck den Auftrag bekommen, einen Anschluß resp. eine Verständigung mit dem Verbände deutscher Gewerbegerichte anziistreben, damit den seitens der Beisitzer aus dem Verbaudstage in Lübeck geäußerten Wünschen. Sitz und Stimme im Verbände, berechtigte Teilnahme an den Verbandstagen und Ver- tretung im Ausschuß. Rechnung getragen würde. Auf dem Verbands- tage wurden diese Wünsch, dahin beantwortet, daß man dieselben in Erwägung ziehe» und jedenfalls eine Antwort vor Zusammentritt des nächsten VerbandStagcs erteilen werde. Um nun über die Aussicht unsrer Wünsche Klarheit zu schaffen und gleichzeitig der Anregungen der Kollegen aus dem Reiche Rechnung tragend, nahm der Ausschuß Veranlassung, mit dem maßgebendsten Manne des Verbandes, Herrn Dr. Jastrow, Rücksprache zu nehmen. Herr Dr. Jastrow äußerte sich ivie folgt: Eine offizielle Autwort würde vor Zusammentritt des nächsten VerbandstagS erfolgen. Es solle zu dieser Zeit eine Vor- konferenz ftattfinden, zu welcher die Antragsteller resp. die Vertreter der Gcivcrbcgerichts-Beisitzer, der Centralausschuß, geladen werden. Dagegen könne er schon heute, allerdings privatim und vertraulich, aber für die Beisitzer bestimmt, die bestehende Ansicht äußern und die voraussichtliche Antwort geben. Dieselbe würde so zu verstehen sein: „Ein gemeinschaftliches Zilsamineiiarbciten der Vorsitzenden mit den Beisitzern im Verbände sei nicht gut möglich und auch nicht erwünscht. Man betrachte sich als ein Verband von Behörden, zu welchen man die Beisitzer nicht rechnen könne. Ei» Stimmrecht könne nicht zu« gebilligt werden, weil es nichts abzustimmen gäbe, lieber Urteile oder wünschenswerte Abänderungen könne man überhaupt nicht ab- stimmen, und in der Verwaltung sei die Mitarbeit unter den ob- waltenden Umständen nicht verträglich. Dagegen könne er sagen, daß die Teilnahme der Beisitzer an den Beratungen ans Verbandstagen sehr erwünscht sei. und daß eine Abänderung der Bestimmungen, wo- nach es heißt, Beisitzer können zugelassen werden, eine andre ent- sprechende Form erhalten solle. Auch sei im allgemeinen ein zeit- weises Zusammenarbeiten auf Verbandstagen, von Organisation zu Organisation, oder den Beisitzern und ihren Vertreter» zum Ver- bände, sehr zu begrüßen." Aus dieser Erklärung ist ersichtlich, daß eine Aufnahme der Beisitzer in den Verband deutscher Gewerbe- gerichte ausgeschlossen ist. Es entsteht nun die Frage, ob von dem Angebote der Teilnahme der Beisitzer oder deren Delegierten an den Verbandslage» Gebrauch grmacht werden soll oder nicht. Um die allgemeine Ansicht der Beisitzer über diese Frage kennen zu lernen, bitten wir, uns sobald wie möglich zu antworten, damit zu geeigneter Zeit ein einheitliches Vorgehen erfolgen kann. Letzte TUutzeichken und Depeschen« Zollspionage. Graf Kanitz hatte dieser Tage mitgeteilt, daß er im Besitze des ö st r e i ch i s ch e n Zolltarifs sei, von dem bisher niemand nichts weiß. Diese Mitteilung hat in Wien Aufsehen erregt. Und es ivird aus Wien telegraphiert: Wien, 26. Juli.(B. H.) In hiesigen informierten Kreisen ist der„N. F. P." zufolge nicht bekannt, in welcher Weise Graf Kanitz in den Besitz eines Exemplars des östreichischcn Zolliarif-EntwurfeS gelangt sein soll. ES giebt nur ci» fertig gestelltes Exemplar deS Entwurfes, ivelcher jetzt den Gegen- stand der Verhandlung mit dem ungarischen Referenten bildet. Es sei nicht unmöglich, daß Graf Könitz sich nicht im Besitz des RegimmgSciitwurfcs, sondern im Besitz deS Vorschlages der ivirt« schaftlichen Korporationen befindet. »« * Auf legitimen Wege kann der Graf Kanitz sicher den Ent- wurf nicht erlangt haben. Wenn die Socialdeuiolratie in der Lage ist, den Schleier von Coulisseugeheiuinissen zu lüften, so entsteht allemal ein Heidenlärm über.Aktendiebstahl, Vertraucusbruch, Hehlerei. Landesverrat" usw. Wenn Graf Kanitz aber Staats- geheimuiffe sich verschafft und preiSgiebt, so ist das ein löbliches Werk I Der Berliner Berichterstatter, der s. Z. in den Besitz des deutscheu Entivurfs gelangt war, mußte fliehen. Herr Graf Kanitz aber rühmt sich der gleichen„Besitzergreifung". Ein schweres Unwetter. Köln, 26. Juli.(W. T. B.) Heute nachmittag um ö�s Uhr ging über Köln und Umgegend ein mit schwerem Sturm und Hagel- schlag verbundenes Gewitter nieder. Der Sturm trieb kirschgroße Hagelkörner gegen Gebäude und Pflanzen und richtete großen Schaden an. Zahlreiche Fensterscheiben wurden zertrümmert. In dem benachbarten Mcrkenich entwickelte sich der Sturm zu einem Wirbclsturm, der Häuser und Scheunen u in st ü r z t e und zahlreiche Bäume entwurzelte. Besonders hat das Unwetter in Jülich und dem imilicgenden Gebiet zahlreiche Fabrikschornsteine nmgelvorfen. Außerdem ist das PortierhauS einer Fabrik eingestürzt, lvobei der Portier und ein anderer Bedien st eter getötet wurde. In Hirschberg wurden mehrere Personen verletzt. Ein 25 Meter hoher Waffer- türm in der Nähe von Jülich Ivurde umgelegt, wobei ein darauf beschäftigter Arbeiter mit in die Tiefe stürzte, jedoch nur unerhebliche Verletzungen davontrug. Bei einer andern Fabrik st ü r z t e der F a b r i k s ch o r n st e i n auf das Kesselhaus, ivelches niederbrannte. An dein Gebäude einer Kunstscide-Fabrik in Jülich ivurde bedeutender Schaden angerichtet. Auch in Jülich wurden zahlreiche Personen verletzt. In E s ch w e i l e r ist daS Fabrikgebäude einer Gerbcreifirma gänzlich zusamiliengestürzt. Eine große Zahl von Arbeitern, welche gerade dort an- wesend waren, um ihren Lohn zu empfangen, konnten sich noch rechtzeitig ins Freie retten, wo sie sich zu Boden warfen, um nicht vom Sturm uingerissen zu werden. Demonstrationen für nnd gegen daS französische Schulgesetz. PariS, 26. Juli. iW. T. B.) Die„Ligue de la patrie t'ranfaise" bereitet für heute abend in eiueni Saale in der Rue d'Athencs eine Kundgebung gegen die Maßregeln betreffend die Kongregationen unter dem Vorsitz von Jules Lemaltre vor. Socialistische Gcgeiikmidgebungc» sollen auf dem Trinitö-, dem Opern- und dem Clichy-Platzc veranstaltet werde». Die Familicnmütter im St. Roche Viertel haben für morgen eine Kundgebniig anf dem Concordieuplatz gegen die Maßregeln betreffend die Kongregationen vorbereitet. Die Teilnehmerinnen werden sich wahrscheinlich noch dem Ministerium des Innern begeben. Die Nationalisten wollen sich daran beteiligen. Seitens der Socialistc» ist eine Gegen- kuiidgcbuiig anf dem Courordienplatz für morgen angekündigt. Ab- gesehen von vorübergehenden Zwischenfälle» lokalen Charakters ist Paris wie die Provinz vollständig ruhig. Die umlaufenden Rachrichten, daß die Pariser Garnison verstärkt worden sei, sind im- richtig._ Drahtlose Tclcgraphie. Rom, 26. Juli.(W. T. B.) Während der Fahrt von Krön- stadt nach Kiel wurden auf dem italienischen Kreuzer„Carlo Alberto" unter der Leitung Marconi» wichtige Versuche mit drahtloser Telegraphi« gemacht. Lei den Sigiialisieruiigen wurde eine Entfernung von 2000 Kilo» meter wovon 1000 über See und 1000 über Land gingen, erreicht. Eine englische Expedition. Aden, 26. Juli.(W. T. B.) Die englische Expedition zegen den Mad-Mullah konnte infolge Wassermangels nicht weiter mrch den Haud-Distrikl vorrücken; sie marschierte daher in daS Nogal-Thal und verfolgte den Feind auf 80 Meilen. Es wurden auf kindlicher Seite 150 Alaun getötet. Die Expedition erbeutete erner 4000 Kamele und 17 000 Schase. Die Engländer verloren acht Mann a n T o t e n u n d V e r w n n d e t e n. Die Haupt- kolomie marschiert jetzt nordwärts um die aufständischen Stämme vom Mullah abznschiiciden, der sich noch in Hand anfhaltcu soll. Beraiitlvortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil veraniwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Atar Babing in Berlin. Hierzu 3 Beilagen u. Uiiterhaltnugsblatt. 5t. 173. 19. IahtWg. l. KeilM des Jmöttf Dl« llolMlift S01111I115, 27.|nli 1902. Berliner Partei-Angelegenheiten. Achtung! S. Wahlkreis? Parteispedition! Parteigenossen I Wie in jüngster Zeit bekannt gegeben, wird der„Vorwärts" und sonstige Parteiliteratur vom 1. August d. I. ab in eigner Parteispedition ausgegeben. Wir ersuchen nun alle diejenigen Parteigenossinnen und d Nossen, von denen die ausgegebenen Listen noch nicht abgeholt worden sind, oder die, welche es bisher versäumt haben, bei der Parteispedition zu abonnieren, dies unverzüglich zu thun bei dem Parteispediteur Hermann Werner, jetzt wohnhaft S t e i n m e tz st r a st e 29, Hof 4. Etage, vom 1. A u g u st ab M i t t e n w a I d c r st r a st e 80, vorn parterre. Weiter sei dringend darauf hingewiesen, dah es notwendig ist, dast alle die Leser, welche bei der Parteispedition aboimiert sind, bei ihrem bisherigen Spediteur abbestellen. Ausgenommen hiervon sind die bisherige» Abonnenten der Spediteure Ohnesorge, Bergmannstr. 23, und Z 0 l ch 0 iv, Zosscncrstr. 13. Alle Anfragen ec., die Parteispedition betreffend, sind zn richten an die unterzeichnete Kommission und an die Vcrtranenslente. Die Kommission. Nich. Reimann, Urbanstr. 129, Laden, Obmann. Otto Witte, Arndt- strahe 17. August Seikrit, Fidicinstraste 16, Ouergebäude 4 Tr. Jul. Michaelsen, Mariendorferstr. 16, Hof 2 Tr, Joseph Lohrmann. Die Vertrauensleute, Paul Scholz, Zosscncrstr, 1, parterre. Gustav Schmidt, Nostizstr. 43, Hof parterre. Erster Berliner ReichStagS-WahlkreiS. Heute Ausflug nach Friedrichsfelde nach Budes Festjäle, Prinzcii-Allee 30. Treffpunkt vormittags von 10 bis nachmittags 4 Uhr. Nachher im Schlostpark. Im Gasthof zum Schwan in Schmargendorf, der sich durch seine schöne Lage an, Rande des Grunewalds auszeichnet, wird von den Parteigenossen Wilmersdorfs am Sonntag ein W a l d f e st mit Kinder-Fackelzug und Feuerwerk veranstaltet. Äuf diesem Feste, das mich der Arbeiterschaft Berlins zum Besuch empfohlen sei, kommen hauptsächlich die am letzten Sonntag des Regenwetters wegen unterbliebenen Arrangements zur Ausführung. Der Eintritt ist frei. Schmargendorf. Dienstagabend S'/Z Uhr hält der Wahlvercin im Wirtshaus Schmargendorf seine Generalversammlung ab. Zahl- reiche Beteiligung tvird crivartet, Billets für das am 17, August im Birkenwäldchen zu Steglitz stattfindende Volksfest des Teltower Kreises sind beim Genossen G u t b i e r und im Vereinslokal zu haben. Treptow-Baiimschulenweg. Morgen Montag, abends 6V- Uhr, Flugblattverbreitung. Treffpunkt bei Staffeld. Zahlreiches Erscheine» wird crivartet. Britz. Montagabend 8VsUhr: bei Piischel, Chausscestr. S7, Volksversammlung. Tagesordnung: 1, Zeit- und Streitfragen des Reichstages. Referent: Fritz Zubeil. 2. Das Verhalte» unsrer Ge- uieindcvcrtreter Jenner und Dorn. Nieder- Schönhause». Bezirk Pankow. Dienstag 8'/? Uhr. Versaimnlnng bei Settekorn, Lindeustr. 1. Vortrag des Genossen M. Kiesel- Berlin über: Kapital und Armut. NummelSburg. Den Mitgliedern des Wahlbercins zur Nachricht. dast am Mittivoch, den 30, Juli, abends OVe Uhr, im Lokale des Herrn Hahn, Hauptstrnste, die G e n e r a l v e r s a m in l u n g statt- findet.(AlleS Nähere siehe Inserat am Dienstag). Der Vor st and. Mühlenbetk. Wahlverein Bezirk Pankow. Heute»ach- mitlag Punkt 4 lihr, austcrordcntliche Mitglieder- Versammlung in Gerlachs Gasthof zur Sonne, Vortrag des Genossen Frei- >v a l d t- Pankoiv: Die Gesinde-Ordnung, ein Ueberbleibsel der Leib- eigenschaft._ Toknles. Zweierlei Tnch geht vor! Wenn in der Dorfschenke Tanz ist und von der benachbarten Garnison ein halbes Dutzend steifbeiniger Rekrnten herüberkonnncii. dann sinken ihnen sämtliche Bauernmädel begeistert an die schlecht sitzende Uniform, und die einheimischen Burschen— sie mögen so schmuck sein, wie sie wollen— haben für heute das Nachsehen. Wenn ig Berlin ein frisch gebackener Gardelieutcnant mit kokettem Schwung die Strastenbahn besteigt, dann macht ihm der brave Bürgersmann höflich Platz, und der Schaffner, der eben noch die civilistischen Passagiere unterschiedslos mit kühler Zurück Haltung behandelte, legt ehrfurchtsvoll blickend die Hand an die Mütze. �Zweierlei Tuch geht vor, das ist nun mal eine alte Sache. Die Dorfschöne folgt der Stimme ihres Herzens, wenn sie sich dem Rekruten an den Hals ivirft— wenn der Strahenbahnschaffner vor dem Lieutenant in Dehmnt erstirbt, so erfüllt er damit nur einen „unausgesprochenen" Wunsch seiner Direktion, der ihm Befehl ist, Auf dein Dorfe gicbt's in solchem Falle geivöhnlich ein paar blutige Köpfe— in Berlin, Ivo man die ländliche Ursprünglichkeit des Fuhlens und Haitdelns mit der Zeit abgestreift hat. denkt man sich sein Teil. Im Vertrauen gesagt:>vir verstehen zur Not den Grimm. der den Bauernburschen packt, wenn er hinter dem zweierlei Tuch zurückstehen mnst: doch über die Bevorzugung, bereit sich unsre Lieutenants auf der Strastenbahn erfreuen, braucht sich in der That niemand aufzuregen. Der Schinerz lästt sich ertragen. Bedenklicher sind jene andren Bevorzugungen und Vorrechte des Militärs, die in Handel und Wandel der Groststadt hemmend und schädigend eingreifen. Wir Berliner kennen die„Freuden" der Paraden und ähnlicher Festlichkeiten militärischen Charakters zur Genüge. Ab- sperruiigcn, die für niehrere Stunden, ja für halbe Tage den Ver- kehr ganzer Stadtviertel lahm legen, sind da nichts Seltenes Ziveierlei Tuch geht vorl Auch bei iveniger feierlichen Gelegenheiten macht sich der Einfluß der militärischen Privilegien auf dein Slrastenverkehr unangenehm genug bc- merkbar. Wo ein Trupp Soldaten vorbeiniarschiert, da mutz allemal jeder andre stramm stehen und warten. Wehe dem Kutscher, der mit der Spitze der Marschkolonnen zugleich an der Strasten- kreuzung ankonmit und noch vor ihr hinüber will, sich aber im Tempo verrechnet hat und nun den Zug für einen kurzen Augenblick aushält! Wehe dem eiligen Passanten, der in dem ihm endlos scheinenden Zug eine ztifällige Lücke erblickt und lcichtfüstig hindurch- zuschlüpfeu versucht I Der Frevler ivird mit festem Griff gepackt, i» sicheren Gewahrsam genoinnien und dem Gericht zu strenger Bc- strafung übergebe». Ziveierlei Tuch geht vor I Ein Fall, der jetzt ans Charlottenburg gemeldet ivird, ivirft ei» ganz besonders grelles Licht auf das Herrenrecht, dast das Militär in den Strasten für sich beansprucht. Eine Compagnie' Soldaten traf, durch die Bismarckstraste niarschicrend, an der Ecke der Leibnizstraste mit einer durch diese Strntze fahrenden Abteilung der Feuerivehr zusannnen. Ter Hauptmann ivinkte mit dem Säbel und' gebot Halt— nicht etwa seinen Leuten, sondern der Feuerwehr! Das ivird, wie wir annehmen, vollkommen instruktionS- tind Pflicht- gemäst gewesen sein. Aber auch der Brandmeister, der die Feuer ivehr führte, dachte an seine Pflicht. Er fuhr weiter nnd das Militär mnstte ausweichen. Die Angelegenheit hatte hinterher noch ein Nachspiel. Der Hauptmann forderte— auch das wird instruktions und pflichtgemäst gewesen sein— von der Staatsanwaltschaft die Bestrafung des Brandmeisters. Die Staatsanivaltschaft gab die Sache an die Amtsanwaltschaft, die sie an den Charlottenburger Magistrat weitergab. Der Magistrat stellte sich indes auf den Stand Punkt, dast der Feuerwehr in jedem Falle der Vortritt gebühre. Das Vorkommnis bedarf keines Kommentars. Mancher wird es für unglaublich, mancher andre für leider nur z u glaublich halten. Es verlautet, der Berliner Polizeipräsident sei inzivischen ersucht worden, dahin zu wirken, dast die Negimentskomniandcure ihre Offiziere anweisen, mit ihren Marschkolonnen künftig der Feuer- wehr Platz zu machen. Ob und eventuell was der Polizeipräsident beziv. die Negimentskoinmandeure darauf geantivortet haben, ist vorläufig nicht bekannt. Hoffentlich erfährt mnws. Ernte. Dieses Wort hat für den Vollblut-Berliner einen gar seltsamen Klang. Es versetzt ihn im Geiste weit hinivcg aus dem Häusermeer der Groststadt, fort aus dem wogenden Getriebe der Metropole, hin in eine ferne ländliche Einsaulkeit. Er denkt an ostpreustische Güter oder märkische Bauernhöfe, an üppige, ausgedehnte Kornfelder und reife Nehren, an schivcrbeladene Erntewagen, gefüllte Scheuncen lind Stoppelfeld, an notleidende Agrarier und an das Heer der frondcndeii Landarbeiter. Kurz, das Wort Ernte hat für ihn etwas nebelhaftes, fernliegendes im Begriff. Und doch liegt auch hier das Gute so nahe. Für einen Nickel fährt man heute in kurzer Zeit vom Centrum der Stadt nach den verschiedenen Vororten. Hier im Weichbilde Berlins, wo ländliche Stille mit groststädtischem Trubel zusammen- stöstt, auch hier gicbt es die Ernte. Freilich ist das Erntebild ein andres als etwa auf einem ostprcnstischen Rilterziit oder in den holsteinischen Marschen. Wie die Faitgarine eines riesige» Polypen. so strecken sich die neuen Strastenzüge der Weltstadt in die»ni- liegende Feldmark hinaus, ländliches Wesen und ländliche Eigenart in ihrer Ursprünglichkeit immer mehr verdrängend. Wie Rudimente einer vergangenen Epoche muten uns die kleinen Felder an der Peripherie der Stadt a». Hier eine Kolonie sorgsam gepflegter Pachtgärtchen mit ihren Lauben, ihren Vlunien- und Geniiisebecten. Dort ein magcrer Kartoffelacker, dazwischen ein gröberes Roggenfeld und in unmittelbarer Nähe desselben die vier- stöckigen Häuserreihen. Trotzdcni, Ernte bleibt Ernte. Das Korn ist reif, es must bearbeitet werden. Wir sehen die Schnitter mit breit- kräinpigcni Strohhut, ivir hören das Klingen der Sense. Lang strecken sich die Schivadcn auf den Feldern und flinke Hände beeilen sich, die Garben z» binden und das Korn in Maiideln zu stellen. Einige Tage tvciter, dann kann es eingefahren werden. Zivar macht diese ganze Arbeit nur den Eindruck des Nebensächlichen, des Zwerghaften, es ist. als wenn das schiiiiinernde Häusermeer, die dnnipfcnden Fabrikschlote das kleine ländliche Bildchen gänzlich überschatteten, während sich uns das Erntcbild auf dein flachen Lande, in den Dorf- schaften nnd Gutsbezirken in seiner ganzen Gröste mit allen Licht« und Schattenseiten zeigt. Da aber die Masse der Groststadtbcwohner fast gar keine Gelegenheit hat, die Eindrücke der eigentlichen Ernte mit ihrer Unsinnme von Schiveist tind Arbeit an Ort und Stelle in sich aufznnchmcn, so tinist sie sich schon mit dem Wenigen be- gllügen, was ihr in der Nähe geboten Ivird. Diese Zeit nimmt der Berliner auf seinen Sonittagsansflügen denn auch nach Kräften ivahr. Er äuhert sich angesichts eines Roggenfeldes lebhaft über die Ernte- aussichten, er bekrittelt die Güte von Korn und Stroh so gut er es versteht und knüpft mit seinem Freunde die tiefsnmigsten Agrar- dcbatten an. Weht später der Wind über das Stoppelfeld, so denkt er mit einer gctvisscn Wehmut an die verschwundenen Halme zurück. Vielleicht tvar'S das letze Mal, dast dort noch Roggen wuchs. Ein rätselhafter Vorfall hält die Gemüter dcS Wcdding- Viertels in Spannung. Der Brenmnalerialienhändler Gustav Ackermann, Gerichtsstraste 61, begab sich am Sonnabend, den 12. Juli, nach der Stadtvogtei zur Berbüstung einer dreitägen Haft- strafe. Als er am Dienstag, den 16., nicht ivieder zu seiner Familie zurückgekehrt war, bemächtigte sich seiner Frau eine begreifliche Uitrtihe. Da sie sich aber nicht gut aus ihren: in der Paiikstraste betriebenen Kohlengcschäft entfernen konnte, so schickte sie am nächstcuTagc einen Bekannten nach der Stadtvogtei, um sich nach dem Verbleib ihres Mannes zu erkundigen. Jener brachte jedoch am Mittwoch wie auch am Dounerstag nur ungeitügende Nachricht heim. u. a. ist ihm vom Portier mitgeteilt worden, Ackermaiin habe noch„fünf Tage zubekommen". Am Freitag, den 18., begab sich dann die Frau selbst nach der Stadtvogtei. Auf ihre Anfrage nach dem Verbleib ihres Ehemannes erhielt sie dort nach einigem Hin und Her vom In l'peklor die verblüffende Antivort: Der.Kerl" sei verrückt geivorden und bereits am Dienstag nach der Irre nanst alt zu Herzberge transportiert!— Ihrer Sinne kaum noch mächtig, Ivankte die bedauernswerte Frau jetzt nach dem Polizeipräsidium. Hier wurde ihr ebenfalls be stätigt, dast ihr Mann nach Herzberge übergeführt worden sei, gleich- zeitig sagte man ihr. sie könne deuielben dort nicht eher sprechen als am Sonntag, den 20., vormittags von 11—12 Uhr. Wohl oder übel geduldete sich die Frau nun bis zum Sonntag, indem sie sich vergeblich die Frage zu beantworten suchte, was wohl ihren bis dahin geistig stets normal gewesenen Mann nur den Berstand ge bracht haben könne. Endlich ist es Sonntag. Sie packt einige Erfrischungen ein und fährt kummervoll nach Herzbcrge. Und hier wird ihr der niederschmetternde Bescheid: Ihr Mann sei bereits tot und begraben! Am Dienstag, den 13. sei er als irrsinnig eingeliefert ivorden, am Mittivoch habe er einen Tobsuchtsanfall gehabt und sei dann am selben Tage an Herzschivächc verstorben, und heute(Sonntag, den 20. Juli) vormittags 9>/e Uhr habe seine Beerdigung stattgcfiinden!— Als sich die Frau soweit ivieder erholt hatte, um einige Worte herausbringen zu können, fragt sie, weshalb man ihr denn von alle- dem keine Mitteilung gemacht habe. Ihr wurde zur Antwort, man habe überhaupt nicht gewnstt, dast der Verstorbene verheiratet gewesen sei.— Am nächsten Tage erhielt die Frau die Sachen ihres Mannes ausgeliefert: sie vcrmistte dabei die Uhr und 16 M. bares Geld, auch erstaunte sie nicht wenig, dast Jackett und Weste hinten total zerrissen sind, während vorne nicht einmal ein jknopf fehlt. Jetzt fuhr die Frau wieder nach Herzberge, um Uhr und Geld soivie einen Totenschein zu fordern. Ihr wurde jedoch alles verweigert mit dem Bemerken, erst müstten die ent- standenen Kosten bezahlt werden.— Dies der thatsächliche Vorgang. Man fragt sich, wie ist es nur möglich, dast so etwas in Berlin vorkommen kann. Hier wird unter den Augen der Behörde ein Mann, dessen Personalien haarklein bekannt sind—„„irrfinnig""—, seiner Familie macht man keine Mitteilung davon. Man transportiert ihn nach einer Irrenanstalt, dort stirbt er und wird begraben—, kein Hahn kräht danach. Vielleicht wäre die geängstete Frau heute noch ohne be- hördliche Nachricht, wenn sie nicht selbst nach dem Verbleib ihres Mannes geforscht hätte. Offen gestanden, die befremdlichen Beglcit- umstände lassen diesen Vorfall als einen sonderbaren, als einen höchst sonderbaren erscheinen. Es wäre Pflicht der Polizei- behörde, sofort eine öffentliche Klarstellung dieser mysteriösen Angelegenheit zu veranlassen, wenn nicht den gewagtesten Vermutnngen Thür und Thor geöffnet werden sollen. Befreiung der Lcipzigcrstraffe vom Straffenbahnvertchr. Man beschäftigt sich, so meldet eine Korrespondenz, in den Kreisen der Verkehrspolizei zur Zeit wieder mit der Frage, einen Teil der Strastenbahnliiiien ans der Leipzigerstraste in benachbarte Strasten- züge zu verlegen. Diese Frage iviirde schon einmal im Februar d. I. vom Minister des Innern im Abgeordnetenhause berührt und von weiteren Kreisen mich sympathisch aufgenommen. Als Hauptverkehrs- ivege kommen für die geplante Ablenkung der Slrastenbahneit in Betracht: die Lützow- und Flottivellstrnste, der Hafenplatz, die Dessauerstrastc, Prinz Albrccht- nnd Zimmerstraste. Durch die Zimmer- nnd Prinz Albrechtstraste ist bekanntlich schon seit längerer Zeit eine neue Strastenbahn-Verbindung geplant. Der frühere Verkehrs- Decernent des Polizeipräsidiums', Regiernngsrat von Glasenapp, hatte seiner Zeit den Vorschlag gemacht, dicht bei der Flottivell- straste über de» Landivehrkanal eine massiv konstruierte Brücke zu bauen, welche nusschliestlich für den Verkehr der Strastenbahnen frei zu halten ist. Ucbcr diese können die Wagen der hierher verlegten Linien den Hafenplatz und die Dessanerstratze bequem erreichen, ohne den sehr lebhaften Lastivagenverkehr am Potsdamer Güterbahnhof, sowie die Ein- und Ausfahrt am Fenerwehrdepot Hafcnplatz zu beeinträchtigen. Der Magistrat soll diesem Projekt auch sehr sympathisch gegegenüber- stehen. Auch die Bewohner dieser von fast allein Verkehr streng ab- geschlossenen Strasten haben den sehnlichen Wunsch, dast dieses Projekt bald verwirklicht wurde. Das von einigen Seiten geäusterte Bedenken, dah der Markthalleuverkehr in der Zimmerstrahe zeitweise den Berkehr der Strastenbahnen behindern werde, ivürden insofern zu beseitigen sein, als die Zu- und Abfahrt der Marktivagen durch die Manerstraste anderiveit geregelt werden könnte. Die geplanten iteneit Linien werden den Centr'alpunkt Berlins, den Dönhoff-PIatz, an zivei Stellen, der Jernsälemer- und der Linden- und Konunan- dairtenstraste, berühren und dann ihre Fortsetzung durch letztere, die Alte Jakob- und Köpeitickcrstraste nach dem Osten nehinen!— Bedeutende Schwierigkeiten haben sich der Anlage der Unter- leitnng für den Strastenbahnbetrieb über den Schlostplatz entgegen- gestellt, die nach langivierigen Verhandlungen endlich gehoben sind. Bekanntlich hatte der Kaiser bestimmt, dast die Strastenbahnlinien, welche über den Schlostplatz führen, unterirdische Stromzulcitung er- halten sollen. Um das durchzuführen, hätte sowohl die Kurfürsten« als auch die Schleusenbrücke von dem Lcitungskanal durchschnitten werden müssen, wozu jedoch ivcder der Magistrat, noch die Kgl. Waffer- bau-Vcrivaltung die Erlaubnis erteilte. Einesteils würde durch den Bau die Festigkeit der Brücken ungünstig beeinflustt, andrerseits aber durch den Kanal die Lichthöhe der Brücken- Durchfahrten verringert und die Schiffahrt somit, besonders bei höherem Wasscrsiande, stark beeinträchtigt, teilweise sogar völlig gestört Ivorden sein. Die Unterlcitnng ivird nunmehr in folgender Weise hergestellt: Der Unterleitungskanal nimmt seinen Ausgangs- Punkt auf der Kurfürstenbrücke anherhalb der Scheitelhöhe, so dast iveder die Durchfahrt, noch die Brücken-Konstriiktion selbst in Mit- Icidenschaft gezogen wird. Die Ueberdecknngsstrecke wird hier nur 23 Meter lang und circa 10 Meter nach dem Schlostplatz hinüberragen. Ein Mast zum Tragen der Kabelleitung gelangt auf dem Schlostplatz neben der Wettersäule zur Aufstellung. Auf der entgegengesetzten Seite des Platzes wird der Kanal gleich hinter der Schleiisciibrücke, ohne diese zu berühren, seinen Ausgangspunkt nehmen. Die UeberdeckungSstrecke wird hier 40 Meter lang und bis zur Stechbahn geführt. Nachdem sämtliche beteiligten Behörde» die Genehmigung zu diesem Plan erteilt haben, wird voraussichtlich am kommenden Montag mit dem Bau der Unterleitung am Schloßplatz begonnen werden. Nachdem auch die Südseite der Straffe Unter den Linde» am heutigen Sonnabeudnachmittag für den Fahrverkehr wieder frei- gegeben ivcrden konnte, nähern sich die Ncugcstaltungsarbeiten deS tratzenzugeS ihrem Ende. Sobald die Versetzung der elektrischen Bogenlampenträger. an tvelcher jetzt mit grostcr Energie gearbeitet wird, beendet ist. kann mit der Pflasterung der Bürgcrsteige, die in der Mitte mit Ccmentplattcn, zu beiden Seiten mit Reihen von Cemeiit-Kliiikersteiiien belegt, begonnen werden. Auch dieRegnIiernngs- arbeiten des Promenadenwcges werden mit größter Schnelligkeit gefördert. Die Nen-Chaussier»ng und Belegung mit Kies wird gleichzeitig von verschiedenen Seiten aus in Angriff genommen nnd, soweit der Weg von Trümmern und Baubuden bereits gereinigt iverden konnte, schon zur Zeit durchgeführt. Die Fertigstellnug der Nasenlinien ivird noch vor Mitte nächsten Monats zu erwarten sein und bis dqhin soll auch die eiserne Uinfriedignng der Fläche, womit bereits am Pariser Platz begonnen ist, zur Durchführung gelangen. Gleichzeitig ivird die Ausstellung der neuen Bänke erfolgen. Voraus- sichtlich am 20. August werden die Gcsamtarbeiten beendet sein und der Strastenzug in seiner vollen Ausdehnung sich in seiner Neu- gestnltnng zeigen. Nur die Anpflanzung der' Baumreihen ans den Bürgerstcigen erfährt eine Verzögerung und kann nicht vor März nächsten Jahres stattfinden. Der Ncnbau des Märkische» Provinzial-MuscnmS am Märkischen Platz ist im Rohbau nun fast vollendet und nur noch tciliveise sind die roten Ziegelfassaden des imposanten Gebäudes durch Gerüste verdeckt. Der Turm in der Mitte des Gebäudes tritt besonders markant hervor nnd verleiht in seiner massiven Gedrungen- heit dem Bau das Gepräge einer mittelalterlichen Burg. Mit dem inneren Ausbau der Räumlichkeilen ist man jetzt beschäftigt. DaS Museum besteht aus drei mit einander verbundenen Ge- bänden. DaS Dach wird gleich dem Turm mit mattglänzeuden Kupferplatten gedeckt, die zum Teil schon Patina angesetzt haben»nd hierdurch das Altertümliche der Anlage noch erhöhen. Die Hauptfront des MuseumS liegt nach dem Märkischen Platze zu, während die Seitenflügel an die Wallstraste und den„Köllnischen Park" grenzen. Neben den eigentlichen Saminlitngs- tind den VerwaltungsräunteN ivird das neue Märkische Museum noch eine Anzahl Räiune für zeit- iveise Ausstellungen beachtenswerter Erzengnisse des Berliner Knust- Handwerks enthalten. ' /'Die Ncncnbnrgerstraffe von der Alten Jakobstraße einschließlich Des' Kreuzdainntes bis zur Lindcnstraste wird behufs Umpflastcrung vom 28. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerte und Reiter gesperrt. Selbstmord durch Sturz ans dem Fenster. Gestern nach- mittag gegen 4 Uhr stürzte sich die 21jährige Anna Opolka, In- validenstraße 14, in selbstinörderischer Absicht ans dem fünften Stock herab und blieb mit zerschmetterten Gliedmasten liegen. Von einem Schntzmann sofort zur Unfallstation gebracht, starb sie dort an den Folgen der schivereu Verletzungen. Die Leiche wurde später dem Schauhause zugeführt. Ein Motiv zur That scheint nicht vorgelegen zu haben nnd die Ausführung desselben nur in einem Anfalle von Geistesgestörthcit begangen ivorden zn sein. Beim Spiele» überfahren. So oft die Unsitte des SpielcnS der Kinder auf dem Daimne schon gerügt ivorden ist. es ist ei» Uebcl, das iiiemals auszurotten scheint und gesteru abend gegen '/s 9 Uhr feilt drittes Opfer in dieser Woche gefordert hat. Zur an» gegebenen Zeit spielte unter Aufsicht einer größeren Schivester der dreijährige Sohn deS Buchhalters Proskaner aus der Elsasserstr. 31 bot dem elterlichen Hause. Als er plötzlich bor einem Postwagen über den Damm lief, glitt er, erschreckt durch daS ihm zugerufene Waruungsstgnal, aus, und fiel hin. Ehe der Postillon es berhindern tonnte, ivar das Kind bereits überfahren und hatte einen schweren rechtsseitigen Oberschenkelbruch dabongetrageu. Da die Ver» letzung eine sehr schwere ist, so brachte die Mutter ihr jammerndes Kind, nachdem es einen Notverband erhalten hatte, nach dem Jüdischen Krankcnhause. Ein aufregender Strafienbahnnnfall tnig sich borgestern, Kreitagabend, in der Kastanien-Allee zu. Die 62 Jahre alte Frau AgneS des Wächters Zahn aus der Schönhauser Allee 62, der im Neuen königlichen Opernhause angestellt ist, wollte dort ihren Mann besuche» und bestieg vor dem' Hause Kastanien Allee 9/l0 einen Wagen, der nach Moabit fuhr, nachdem er sich bereits ivieder in Bewegung gesetzt hatte. Obwohl der Wagen erst langsam fuhr, verlor fie auf dem Tritt den Halt und rutschte auf die untere Stufe hinab. Um nicht ganz vom Wagen zu fallen, hielt sie sich a» der Stange fest, schlug nun aber mit den Schienbeinen gegen den Tritt und zog sich einen doppelten Unterschenkelbruch zu. Die Verunglückte wurde nach der Rettungswache in der Kastanien-Allee und, nachdem sie dort einen Verband' erhalten hatte, auf ihren Wunsch mit einer Droschke nach ihrer Wohnung gebracht. AuS der Spree gelandet wurde gestern vormittag an der Charlottenburger Schleuse die Leiche eines unbekannten Mädchens von etwa 20 Jahren. Die Ertrunkene, die nach dem Charlotten« burger Schauhause gebracht wurde, ist 1.60 Meter grofi, hat hellblondes Haar imd trug nur eine grüne Taille, ein Korsett und einen roten und einem blauen geblümten Unterrock, dagegen kein Hemd, keinen Oberrock und keine Fußbekleidung. KanalijationS- arbeitet wollen vor drei Tagen gesehen haben, daß sie ins Wasser sprang. Der Genuß giftiger Beeren, die sie im Tiergarten fanden, brachte gestern und vorgestern zivei Knaben in schwere Lebensgefahr. Der zehnjährige Sohn Paul des Pförtners Ahlfeld ans der Klopstock- straße brach vorgestern nachmittag, als er aus dem Tiergarten zurück« kehrte, vor der Thür der elterlichen Wohnung bewußtlos zusammen. Ein Arzt von der Rettungswache in der Altonaerstraße beseitigte die Gefahr, in der er schwebte. Noch schlimmer lag der zweite Fall, in dem wiederum die Hilfe der Rettungswache angerufen wurde. Den 7 jährigen Sohn Karl deS Bäckermeisters Böttcher ans der Perlebergerstraße fand man gestern nachmittag um 6 Uhr be- siimungslos wie tot auf dem Hansaplatze liegen. Es gelang dem Arzte erst nach vier Stunden, ihn wieder zum Bewußtsein zu bringen. Auch dieser Knabe erkrankte nach dem Genuß von Beeren, die er im Tiergarten gepflückt hatte. Beide befinden sich jetzt auf dem Wege der Besserung. Durch einen herabstürzenden Stein schwer verletzt wurde an dem Neubau Köpnickerstr. 73, Ecke Ohmstraße, ein Steinträger, der nach der Unfallstation und von da nach dem Krankenhaus geschafft werden mußte. Der ca. IVs Centner schwere Stein, der zu einem über dem Portal angebrachten Vorbau verwendet werden sollte, stürzte aus der Höhe deS ersten Stockes auf den Unglücklichen herab. Inwieweit mangelhafte Schutzvorrichtungen den Unfall verschuldet haben, wird hoffentlich genau festzustellen sein. DaS«nterfchlagene Geld herausgegeben hat nunmehr der Kaffenbote Friedrich Wagner, der mit 67 000 Mark fli'ichtig geworden Ivar, sich aber bereits am Tage nachher dem Gericht wieder gestellt hatte. Bekanntlich hatte Wagner bei der Vernehmung er« klärt, den größten Teil des Geldes verloren zu haben. Er hoffte wohl, nach Berbüßung der Strafe die defraudierte Summe in Ruhe verzehren zu können. Wiederholte Ermahnungen haben ihn nunmehr jedoch veranlaßt, auch daS Geld wieder herauszugeben. Er gab noch gestern abend dem Untersuchnngs- richtet an, das Geld bei Tegelort vergraben zu habe». Noch spät abends wurden Nachsuchungen veranstaltet und ein Teil deS Geldes noch abends und der Rest heute früh gefunden. Die ganze gestohlene Summe betrug annähernd 66 006 M., wovon etwa 3000 M. von Wagner an seine Gläubiger gezahlt wurden. Nachdem diese 3000 M. von den Gläubigern wieder eingezogen worden sind, fehlen jetzt etwas über 1000 M., die Wagner wohl für sich ver« braucht hat. Wie die unterschlagene Summe gefunden wurde, das geht aus folgender Darstellung hervor, die wir zu geben in der Lage sind: Nach seinem Geständnis wurde Wagner abends von Kriminalbeamten nach Tegelort hinausgeführt. Nach längerem Suchen deutete der Defraudant auf eine Stelle, an der beim Nachsuchen nur flach verscharrt eine Seltersflasche mit 24 000 M. gefunden wurde. Es wurde dann bis Veg Uhr vergeblich nach dem Rest gesucht. Wegen eingetretener Dunkelheit mußte die Suche einst« weilen eingestellt werden. Wagner wurde ins Tegeler Gefängnis geführt und gestern früh 3 Uhr von dort wieder abgeholt. Das Absuchen begann wieder und bald wurde auch ein Paket mit 26 000 M. Inhalt aufgefunden. Auch dieses lag unmittelbar unter der Oberfläche. Ein besonders geschickter Defraudant und verstockter Sünder ist Wagner danach nicht. Straßensperrung. Die Dorotheenstraße von der Sommer- bis zur Neuen Wtlhemstratze wird behufs Baues elektrischer Unter- leitungsaulagen von heute ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Ein gefährlicher Zusammenstoß ereignete sich heute nach- mittag an der Warschauerbrücke. Ein Wagen der elektrischen Straßen- bahn von Siemens u. Halske fuhr mit solcher Gewalt in einen vor ihm die Schienen kreuzenden Mörtelwagen der Firma Junge, Köpenicker- straße 8, daß die Hinterräder zertrümmert wurden und der Kutscher Paul Kauf aus der Menielerstr. 21 in weitem Bogen bis vor seine Pferde siel. Bei dem Sturz zog er sich ganz erhebliche Verletzungen zu und mußte zunächst nach der Unfallstation in der Warschanerstraße gebracht werden. Der Straßenbahnwagen war so schwer beschädigt worden, daß er ausrangiert werden mußte. Fcucrbericht. Ein Schadenfeuer kam Sonnabendfrüh 4 Uhr ans nicht ermittelter Ursache in der Malerei und Lackiercrei von Siemens und Halske in der Markgrafenstr. 31 zum Ausbruch. Es wurde zuerst bemerkt, als die von der Hitze gesprungenen Fenster- scheiben klirrend auf den Hof flogen. Die schnell herbeigerufene Feuerwehr beschränkte den Brand auf die Werkstatt. Gegen 100 Waffer- niesser schmolzen von der Hitze. Eine Betriebsstörung findet nicht statt. Kurz vorher niußten Landsbergerstr. 96 und Memelerstr. 6ü kleine Wohnungsbrände beseitigt werden. Uebcr das erste allgemeine Arbeiter-Sportfest am 3. August in Friedrichshagen teilt uns das Komitee mit, daß an dem betreffenden Tage außer den fahrplanmäßigen Zügen noch 24 Sonder- züge abgelassen werden, und daß außer diese» Zügen noch mehrere Extrazüge von Friedrichshagen nach Berlin zwischen 10 und 12�» Uhr eingelegt werden. Außerdem wird eine von dem Komitee gemietete Dampfschiffsgesellschast vom„Cafe Alfen", Vor dem Schlesischen Thor 2. Festteilnehmer nach dem Fcstplatz für 70 Pf. hin und zurück befördern. Kinder unter 10 Jahren sind frei. Die Abfahrt erfolgt nach Bedarf von 7 Uhr früh an, ebenso wird die Rückfahrt so lange erfolgen, als Fcstteilnehmer auf dem Festplatze anwesend sind. Billels für die Dampfer sind in de» mit Plakaten kenntlich gemachten Geschäften und Restaurationen zu haben. Der Billctverkanf muß jedoch ani Montag, den 28. d. M., abends 7 Uhr, geschlossen werden. Nähere Auskunft, das Fest betreffend, erteilen die Herren W. Härtig, Andreasstr. 43 und, R. Danziger, Burgsdorfstr. 14. Ein Pinguin im Berliner Zoologischen Garten. Man sagt gewöhnlich,„den Vogel erkennt man an den Federn". ES giebt aber Vögel, deren Federn eine verzweifelte Aehnlichkeit mit Haaren haben. Wer den Brillenpingui», der jetzt in der JbiS-Voliere des Zoologischen Gartens jeden Besucher zum Nachdenken anregt, aufmerksam betrachtet, wird vor allem ein Hauptmerkmal der Vögel an ihm vermiffens er hat keine Flügel. Auf seinen Armen sitzen nur kleine schuppenfönnige Federchen, die ihm die Möglichkeit zum Fliegen nicht gestatte». Wohl aber find die in so merkwürdiger Weise umgewandelten Vordergliedmaßen in andrer Deziehuug sehr brauchbar; eS sind die schönsten Ruder, die nian sich denken kann. Ein Blick auf das haar- artige, dicht anliegende Fcderkleid, auf die zu Flossen verbundenen vier'zehigen Füße und den nach vorn verjüngten, nach hinten breiter werdenden Körper erinnert uns daran, daß dieser Vogel für daS Leben im Wasser vorzüglich eingerichtet ist. EL giebt keinen ge- schickteren Taucher als ihn. Auf dem Lande geht er aufrecht daher und gewährt in seinen grotesken Bewegungen ein Bild, welches einer aewiffen Komik nicht entbehrt. Der Brillenpinguin ist für uns be- fonderS intereffant, weil er unfren Deutsch-Südwcstafrikanern wohl bekannt ist. An manchen Guano« Inseln in der Rühe von Deutsch- Siidwestafrika brütet er. Im Berliner Nqnarium erregt unter den neuvesetzten Becken gleich eins der ersten im oberen Gröttengange unsre Aufmerksamkeit. Es ist bevölkert mit allerhand lang- und vielbeinigem Getier, von dem uns eine Gesellschaft plump gebauter, aber hübsch bunt gc- zeichnetcr Geschöpfe bei näherem Zusehen sich als Mitglieder der Krcbstierklasse ausweist, und zwar shaben wir in ihnen die durch blattartig verbreiterte Anhänge der äußeren Fühler ausgezeichneten Bärenkrcbse vor uns, die sich mit Vorliebe an und in den Fels- Partien der Beckenwände aufhalten. Erinnert diese Gattung zum Teil an uusren Flußkrebs, so vermögen wir in andren Bewohnern desselben Beckens keine Krustentiere zu erkennen, indem sie nicht nur eine dreieckige, vorn zugespitzte und in einen Stachel endende Kopfbrnst besitzen, sondern auch den Rumpf, den Stinischnabel und selbst die Beine mit Schwämmen, Polypeukolouicn, Blattwerk und Pflanzenteilen bedeckt haben, damit sie von ihren Feinden wie auch von den ihnen zur Beute dienenden Lebewesen nicht erkannt werden. Es sind sogenannte Spitzschnabel- oder Spinnenkrabben, ans welcher Familie auch die „Meerspinnen", die Niesen unter ihresgleichen, in den viel größeren Bassins des unteren Grottenganges untergebracht sind. Im Zoologische» Garten findet am heutigen Sonntag großes Extra- Militärkonzert statt, welches von drei Kapellen in Uniform ausgeführt wird und um 4 Uhr nachmittags seinen Anfang nimmt. Der Eintrittspreis beträgt 50 Pf.; Kinder unter zehn Jahren zahle» die Hälfte. Berliner Aquarium. Der Eintrittspreis beträgt heute, am letzte» Sonntag im Monat, nur 25 Pf. pro Person. In der bevorstehenden Woche geht der Mond erst nach Mitternacht aus so daß die Besucher ider Treptow- Sternwarte eine günstige Gelegenheit haben, schon von 9 Uhr an den Saturn mit seinen Ringen und etwas später den Jupiter mit dein Ricfen-Nefraktor zu sehen. Direktor Archen- hold wird Somitagnachmittag um 5 Uhr über„Die. Däminenmgs- erscheinungen und leuchtenden Nochtwolken" sprechen und um 7 Uhr über „Die Planeten Jupiter und Saturn". Die Plätze in dem Vortragssaale sind an diesem Sonntage für die Einzelbesucher frei gehalten. In der Ilranin wird der mit zahlreichen farbigen Bildern ausgestattete Vortrag„Die deutsche Oststckinte" in dieser Woche noch allabendlich zur Wiederholung gelangen. Derselbe schildert die Hauptpunkte der schönen deutschen Küste, rnid bringt neben wissenschaftlicher Belehrung auch manche humorvoll« Scene aus dem Bade- nud Strandleben. Ans den Nachbarorten. Schttlhansbait Schönebcrg. Z» niisern in Nr. 164 und 171 deS„Vorivärls" gebrachten Notizen über Mißstände auf dem Schnlbau in der Hohenstaufenstraße geht uns vom Polier Knbiak. eine Er- klärnng zn, nach welcher er behauptet, von keinem Gesellen nnf die fehlenden Schutzvorrichtungen aufmerksam gemacht worden zu sein, weil keine Veranlassung dazu vorgelegen habe. Den Unfall des Arbeiters Kmiert fuhrt er darauf zurück, daß derselbe einen Anfall von Schwindel gehabt habe. Die vielen lleberstunden der Lau- arbeiier seien gemacht ivorden, damit die Maurer nicht aussetzen brauchte». NebrigenS sei der Bericht über die Zustände nnf dem Bau weit übertrieben. Was nun die Güte der Arbeit anbelange, so führt der Einsender anS, daß er nur solide Arbeit von den Maurern verlange. Der beste Beweis hierfür sei der, daß bei allen von ihm ausgeführten Bauten Monilas noch nie gemacht worden seien. Betreffs der Entlassung von 70 Geselle» beruhe der Bericht in Nr. 171 auf Unwahrheit, es wären im ganzen nur Co Gesellen beschäftigt gewesen, 16 Mann hätten aussetzen sollen, bis Verblcndsteine kommen würden, und trotzdem hätten 40 Mann die Arbeit niedergelegt. Wie uns berichtet worden, ist die Differenz ans dem genannten Bau durch die Achtzchner-Kommission nffoweit beseitigt, als am Sonnabend alle Maurer die Arbeit wieder aufgenommen haben. Wenn nun der Polier meint, daß keine Veranlassung zum Bau von Schutz- rüstnngen vorhanden gewesen sei, so ist es doch ausfallend, wieso erst aus Grund der ersten Notiz die Schutzdächer angebracht wurden, und daß der Arbeiter Kunert vom Hochparterre nach dem Keller fallen konnte, wo doch die Vorschrift besteht, daß die Kelleretage abgedeckt sein muß. Auch ist uns nicht recht ersichtlich, lvaruni der Polier K. heute noch bestreitet, daß zn viel und spät Ueberstimde» gemacht Ivorden sind, trotzdem doch auf Veranlassung der Firma, wahrscheinlich infolge der Notiz in Nummer 164 deS„Vor- wärts", die lleberstunden wesentlich eingeschränkt wurden und es direkt verboten ivorden ist, nach 7 Uhr abends noch arbeiten zu lasse». Auch wird bestritten, daß, sobald die Bau- verivaltung den Rücken kehrt, auf die Gute der Arbeit kein Gewicht mehr gelegt wird, und doch werden die Ausdrücke„Vom Krenzberg ist die Arbeit nicht zu sehen",„Es ist keine Verblendarbcit, man zu" usw. von ihm nicht bestritten. Man kann ja auch vom Ver- tretern der bauausfiihrenden Firma nicht erivarten, daß er zugiebt, schlechte Arbeit zn leisten. Wenn nun aber der Einsender sagt, daß 16 Maurer nur so lange aussetzen sollten, bis Verblendsteine kämen, so heißt das doch die Sache auf den Kopf stellen. Als am Mittivochmittag ein Vertreter der Mmircrorganisation die Differenz zu schlichte» versuchte, erklärte der Polier K. unter dem Beisein eines wohl nach seiner Ansicht eiiiwandS- freien Zeugen, eines Polizeiwachtmeisters, den der Polier zu seinem Schutze(!!!) nach dem Bau hatte kommen lnssen, daß, obwohl in- zwischen die Verblendsteine angekonimen ivaren, keiner der Entlassenen wieder eingestellt würde. Abends vorher, also vor der Entlassung, hat derselbe im Beisein vieler Maurer erklärt, daß entiveder die Maurer den Bau verlassen oder er aber selbst vom Bau gehen müsse. Das ist wohl charakteristisch und widerlegt die Einivendniigen des Einsenders. Aus Rixdorf. Bei der Prüfimg einer neuen Beleuchtung?- anlage in einem Restanrnnt in der Bcrgstrnße verunglückte der Mechaniker Karl Krebs aus Berlin, Bernauerstr. 99 wohnhast, in schwerer Weise. Der 46 Jahre alte K. hatte sich, um an die Zimmer- decke heranzukommen, eine Leiter auf einen Tisch gestellt; diese rutschte jedocki ab nnd K. schlug mit dem Gesicht so heftig auf den Tisch auf, daß er sich"außer andren Verletzungen einen schweren Niiterlieferbnich und eine große Wunde am Kinn znzog. K. wurde zunächst»nch der Unfnllstation in der Steinmetzstraße gebracht und dort verbunden, woroiif er nach seiner Wohnung transportiert wurde. Der Verunglückte ist Familienvater. Wilmersdorf. Am 28. Juli wird bei dem kaiserlichen Post- amt i» Wilmersdorf bei Berlin der Rohrpostbetrieb eröffnet. Der Rohrpostverkehr findet täglich im Sommerhalbjahr von 7 Uhr, im Winterhalbjahr von 8 Uhr morgens bis 10 Uhr abends statt. Reinickeudorf. In der letzten Generalversammlung deShiefige» Wahlvereins wurden in den Vorstand geivählt: Schumacher als Bor- sitzender, Leonhardt I. als Kasfierer, Euf6 als Schriftführer. Zum ständigen Beisitzer Ivurde der bisherige Vorfitzende Otto ernannt. Revisoren sind: Achter, Metzky und Hempcl. ES Pflegt doch zu helfeu! Ans Spandau schreibt man unS: Bei den diesjährigen Beratungen des Militär-Etats im Reichstage hat der Abg. Zubeil bekanntlich u. a. auch eine Reihe Mißstände aus dem SPnndnuer Artillerie-Depot zur Sprache gebracht. und zwar rügte er das Fehlen von Aborten, Unterkunfts- räumen, Waschvorrichtungen usw. Damals bestritt Herr General v. Einem, allerdings ettvas zögernd, die Berechtigimg der! Zubeilschen Beschwerden, der„freiwillige Kommissar deS Kriegsministers", der bekamite Herr Pauli aiis Potsdam dagegen , kellte mit imponierender Sicherheit die ganzen Zubeilschen AnS- führungen in das Reich der Fabel! Heute zeigt sich aber, wie recht gerade unser Genoffe Zubeil mit seinen Beschwerden gehabt hat, denn in Haselhorst sind inzwischen bereits brauchbare UnterlimftS- räume, getrennt für Männer und Frauen, gebaut ivorden, dem gänzlichen Mangel von Aborten in den Pulvermagazinen zu Nieder-Nenendorf wird auch bereits abgeholfen, iiideni dort zur Zeit ein Abortgebäude in: Bau begriffen ist, und auch für die Wagen« Häuser am Fehrbelliner Thor steht die Errichtung von Aborten nahe bevor I— Der„Allesbesserwisser" Pauli, der sich bei passender Gelegenheit so gern mit dem Nimbus eines Arbeiterfreundes um- giebt, hat aber auch in nndrer Beziehung bewiesen, wie herzlich schlecht im Gegenteil er, und nicht, wie er dreist behauptete, unser Genosse Zubeil. über die Vorgänge in den Staatsbetrieben unterrichtet ist. Von der geplanten„neuen L o h n o r d n u n g" behauptete Herr Pauli, daß'dieselbe von den Arbeitern acccptiert werden wurde, denn nach Aufklärung eines bestimmten Pimktes bestände für die Staats- arbeitet kein Grnnd mehr, die Annahme dieser„neuen Lohiiordnung" zu verweigern. Zubeil dagegen behauptete, auf Grund seiner Jnfonnationen, daß sämtliche Spandauer Arbeiter« ausschüsse an dieser Lohnordnmig eine Reihe vonAuS« st e l I u n g e n gemacht hätten, und bis heute, nach mehr als einem Hülben Jahre ist diese Lohnordnimg denn auch nicht zur Ein« f ü h r u n g g e k o m m e n I Wer war also besser informiert, Herr Pauli oder.unser Ge� nasse? Z_ Govichks Hypothekrnschwindeleien arger Art lagen der Anklage wegen gemeinfebostlichen Betrüge? zn Grunde, welche gestern vor der nennten Ferienstrafkammcr des Landgerichts l gegen den Zimmcrmeistcr Ernst R a u e und den Restanrateur Hein- rich Kunert verhandelt wurde. Beide Angeklagte haben den Offen« barungscid geleistet, behaupten aber, daß sie jetzt wieder zu etwas Vermögen gekommen sind. Im März 1897 kaufte Rane bei Rheins« berg ein Stück Wiesenland, 26 Morgen groß, für den Gesamt- preis von 1000 M. Er will erfahren haben, daß die zu erbauende Seknndärbahn über das erwähnte Stück Ackerland gehen und dieses dadurch im Wcrte�erheblich steigern würde. Rane leille das Grundstück in zwei gleich große Parzellen, die er uns seinen Namen im Grund« buche eintragen ließ. Nun belastete er das eine Grundstück, das er mit 600 M.' bezahlt hatte, mit einer ersten Hypothek von 6600 M. und dann noch mit einer zweiten in Höhe von 3000 N. �Jn gleicher Weise verfuhr der Angcllagte mit den: zweiten Grundstück, welches er mit 4500 nnd 6000 M. belastete. Dann soll Rane unter Beihilfe deS Miiangellagten Kunert versucht habe», die vier Hypotheken- instrumente zn verkanfen oder zu verpfänden. Hierbei sollen beide Angeklagte zu falschen Vorspiegelungen gegriffen haben. Besonders Rane soll sich in übcrschwänglichen Aenßerungen über den Wert des Grundstücks bewegt und behnuptet haben, daß nicht nur der Bahnhof, sondern auch eine Porzellanfabrik in unmittelbarer Nähe erbaut tverden würde. Rane ivar auch im Besitze eines Schlnßscheines von einem geivissen Rentier Meier ans Oranien» bürg, worin diesem das Vorkaufsrecht für das eine der beiden Grundstücke zum Preise von 18 000 M. eingeräumt ivurde. Auch dieser Schein soll dazu benutzt worden sein, in den Geldgebern falsche Vorstellungen über den Wert der zu beleihenden Grundstücke zu erwecken. Der erwähnte„Rentier" Meyer ist nach Auskunft des Bürgermeisters in Oranienburg ein mittelloser kleiner Handlverker, es liegt deshalb die Annahme nahe, daß der Schein nur zum Zwecke des Betruges her« gestellt wurde. Es haben sich zwei Personen gefunden, die je eine der Hypotheken erstanden und das dafür gezahlte Geld, in jedem Falle mehrere Tausend Mark, verlöre». Raue hatte auch einen hübschen Plan gezeichnet, ans dem der Bahnhof und die Porzellan« fabrik in unmittelbarer Nähe seines Grundstücks abgebildet waren. Tie eine Hälfte desselben ist später gerichtlich bersteigcrt ivorden »nd hat 400 M. gebracht, die zweite Hälfte ist noch im Besitzendes Angeklagten Rane, der in Rheinsbcrg erbaute Bahnhof liegt über 1000 Meter entfernt vom Grundstücke de? Rane nnd, ivie die Beweis» ausnähme ergab, war dessen Lage schon im Jahre 1896 festgesetzt, während der Angeklagte Rane das Grimdsiück erst im Jahre 1897 kaufte. ES wird angenommen, daß beide» Angeklagten bekannt ivar, daß sie ans die Bahnhofsanlage gar nicht niehr rechnen konnten, denn der Bürgermeister zu Rhcinsberg bekundete, daß jedes Kind dort damals schon wußte, Ivo der Bahnhof liegen würde. Der Ban-Sachverständige begutachtete, daß das umliegende Land durch Anlage des Bahnhofes auch nicht an 10 M. pro Morgen an Wert gewonnen habe. Die Angellagtcn behaupteten, daß sie sich im guten Glaube» befnnden hätten. Das Terrain habe sich besonders zur Anlage einer Villenlolome geeignet und zu diesemZwccke habe es auch der erivähitte Meier, der Bau» Unternehmer sei, eriverben wollen. Rane bchanplete ferner, daß sich ans dem Grund und Boden eine ertragreiche Kiesgrube anlegen lasse. Alle diese Angaben wurden durch die Betveisaufunhme widerlegt. Die Angeklagten sind von den Erlverbern der Hypotheken verklagt ivorden, die Zwangsvollstreckungen sind aber bei beiden fruchtlos ansgefalleit. Der Staalsanivnlt beantragte eine Gefängnis« st r a f e von je anderthalb Jahren bei sofortiger Verhaftung. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Davidsohn, führte nns, daß die Angeklagten die Opfer einer verfehlten Spclnlalion geworden seien und zur fraglichen Zeit noch nicht wußten, daß sie ans die Anlage eines Bahnhofs neben dem Terrain nicht zn rechnen hatten. Wenn der Gerichtshof nicht zu einer Freisprechung komme, die er in erster Linie beantrage, so sei er genötigt, sich noch ans eine Anzahl Zeugen zu berufen, die den guten Glauben der Angeklagten bestätigen würden. Aach müsse, der Zeuge Meier anS Oranienburg geladen werden. Der Gerichtshof glaubt, diese BeiveiSanträge nicht ablehnen zu sollen und vertagte deshalb die Verhandlung. VeLZÄnrnUntttien- Tie Vorstände nnd VerwaltungS- Veaiitten der Kranken« kassen Vrrlins und der Vororte hielten am Freitag eine Ver« sannnttmg in der Berliner Ressource ab, in der zunächst Dr. Freu« d e n b e r g über den gegenwärtigen Stand �des Apotheken« Boykotts berichtete. Nach diesem Bericht ist die Situation fürdieKassen nach ivie vor eine durchaus günstige und der bisherige Verlauf deS Kampfes befriedigend. Vor einiger Zeit haben ivieder Verhandlungen zwischen den Apothekern und der Centrälkommission stattgefunden. die durch eine große Minderheit innerhalb der Apolheker-Bercinignng, welche de» Frieden anstrebt, veraiilnßt worden sind. Die VerHand« lnngen sind jedoch rejultatlos verlaufen, weil, die den Kassen zuge« staudenen Bedingungen nicht genügten. Es erscheint aber nicht ausgeschlossen, daß in Bälde doch wieder Verhaiidlnngen angebahnt werden, zumal sich herausgestellt hat, daß der von den Apothekern unter sich geschlossene Vertrag, in dem die Konventionalstrafe fest« gesetzt ist, jederzeit anfgehoben werden kann, wodurch die Majorität deS Apolhekerringes gezwungen ist, der Minorität mehr als bisher Rechnimg zu tragen.— Vor einiger Zeit ist von den verschiedenen AussichlSbehordeil ersucht worden, die Sclbstdispensatiou der Kassen zu verhindern. Allgemein ivurde» aber keine weitere» Maßnahmen getroffen,»nr die Rixdorfer Aufsichtsbehörde hielt es für not« weiidig, ein direktes Verbot der Sclbstdispcusntion durch die Kassen zu erlassen. Trotzdem das Verbot im Widerspruch zu den bekannten Kaininergerichts-Eiiischcidmigen steht, hat man daraufhin in Rixdorf den früher schon van der Central-Ko>i»i>issio>l in Vor- schlug gebrachten Plan zur Ausführung gebracht nud die bisher von den Kassen dispensierten Mittel durch eiueu Apotheker den Kassen« Mitgliedern direkt ins Haus schicken lassen. Dieses Verfahren hnt sich sehr gut beivährt und eS soll, wenn notwendig, der Vertrieb über gn»z Berlin und der in Betracht kommeiideii Vororte in derselben Weise und schließlich mit einer größeren Anzahl geeigneter Heilmittel organisiert werden. Auch daS System der Rezepl-Sanimelstellcn hat sich als sehr vorteil» hast erwiesen nnd soll in Zukunft erheblich erweitert iverden. Gegenwärtig bestehen solche Saimnclstcllcn für den Norden ein- schließlich Pankow, fiir Charlottenburg, Schöneberg und Umgegend, und nächstens sollen dieselben auch für den Südosten geschaffen werden. Außerdem wird die Ceutral-Kommission Postkarten an- fertigen lnssen, die für nicht eilige Verordnungen zu benutzen sind und denjenigen Aerzien, welche die Kassen in diesem Kampfe unterstützen wollen, zur Verfügung gestellt werden. Diese Verordnungen iverden dem Apotheker per Post übermittelt und von diesem daS betreffende Medikament durch den Boten den Patienten in» Hau» zugesandt. Selbstverständlich iverden hierbei nur solche Apotheken berücksichtigt, ivelche die Forderungen der Kassen an- erkennen. Der Boykott selbst tvird womöglich noch niehr als früher von den Kasieiunitgliedern beachtet und sindvondicscrSeitekeinerleiBcschiverden erhoben worden. Sogar die Apotheker haben die bisher geübte Praxis, fingierte Beschwerdeschriflcn an die Aufsichtsbehörden ein- zureichen, aufgegeben, nachdem sie sich überzeugt haben, das; auch dieses Mittel für sie keinen Erfolg hatte, obwohl sie sich sonst über die Unterstütznng von behördlicher Seite nicht beklagen könne». Charakle- ristisch ist folgendes Vorkommnis: Mit der Revision der Drognen- Rezepte ist nach Beginn des Kampfes der Apotheker Herr Zillmann seitens der Geiverbcdcputation betraut worden. Gelegentlich einer Revision bei der Ortskrankenkasse der Gastwirte und verwandten Gewerbe hat Herr Zillmann eine größere Anzahl angeblich nicht vorfchriftsniäßigcr, bei Droguisten angefertigten Rezepte entnommen, dieselben aber nicht sofort der Behörde zur weiteren Ver- folgung. sondern den pharinacentischcn Assessor im Kultus- uimisterinm Herrn Fröhlich privaterweise zur Begutachtung übergeben. Herr Fröhlich, der bei seinen Kollegen, den Apothekern, eine bedeutende Rolle spielt, hat eS für gut befunden, der Apothcker-Vereinignng diese Rezepte oder die Photographien hiervon für ihre Zlvccke zur Verfügung zn stellen. Jedenfalls ivare» die Rezepte bei den letzten Einigungsverhandlungen vor dem Gewerbe- gericht zur allgemeinen Ansicht ausgestellt.' Die Gastwirts-Kasse wandte sich hierauf beschiverdeführend an die Aufsichtsbehörde und erhielt nunmehr den Bescheid, daß der Obcrpräsident das Ver- fahren des Herrn Zillmann gerügt habe. Der Magistrat schloß sich dem a» und mißbilligt« gleichfalls das Verhalte» des Herrn Revisors, glaubte aber� weitere Maßnahmen Herrn Zillmann gegenüber nicht treffen zu müssen, da derselbe im gute» Glauben gehandelt habe.— Nachdem vom Referenten soivohl als auch von den Diskussionsrednern dieses Verfahren kritisiert ivorden war, ivnrde der Centraikommission aufgegeben, gegen Herrn Fröhlich beim Kullnsministerium vorzu- gehen, snm die Einleitung eines Disciplinarverfahrens zu ver- anlassen. Dr. Frendenberg berichtete hierauf über die Vertrags- Verhandlungen mit dem in der Charitö eingerichtete» Institut für W a s s e r h e i I- B e h a n d l u u g, die bereits ziemlich zum Abschluß gelangt sind. Nach den getroffenen Vereinbarungen soll der Preis für die von den Kasten überlvicsene» Kranken auf 80 Pf. und 1,25 M. festgesetzt Iverden. Der letztere Satz kommt jedoch nur bei wenigen und sehr komplizierten Prozeduren in An- Wendung und ist der Preis in allen Fällen niedriger als in gleich- artigen Instituten. Das bestehende Institut wird zunächst erheblich erweitert und dann ein nenes errichtet werden, daß i» technischer uiid fanitärer Beziehung allen Anforderungen entsprechen soll. Die mit der Leitung dieses Instituts getroffenen Ver- einbanliigen, die nur noch die Zustimmung des Kultus-Ministeriums bedürfen, liegen im Jntereffe der Kranken und bieten auch den Kasse» finanzielle Vorteile. Nachdem der Leiter dieses Instituts Herr Geheim- rat� Profeffor Krüger die jetzigen und die geplanten Einrichtungen erläutert und darauf hingewiesen, daß dieses Institut nicht als Konkurrenzunternehmen privaten Heilanstalten gegenüber gelten, sondern ein Musterinstitut darstellen soll, wurde die Cenlrnlkommission einstimmig beauftragt, namens der Krankenkassen einen Vertrag nutet den mitgeteilten Bedingungen abzuschließen. Ueber die Lieferung der Milch für die Mitglieder der Kr ankenkasseu referierte Herr S k a I l e r. Die Central- konnuission hat mit dem Berein Berliner Milchpächter ver- handelt und vereinbart, daß die Mitglieder dieses Vereins den Kassen bezw. deren Mitgliedern den' Liter gute Milch mit mindestens 3 Proz. Fettgehalt für 18 Pf. liefern. Zu diesem Zweck werden von den Kassen Bons verabfolgt werden, gültig für je einen Liter Milch, die von Milchhäudlcrn in Zahlung genommen und von deren Dnrean' monatlich oder vierteljährlich mit den'Kassen verrechnet werden. Die Mitglieder dieses Vereins, die zu diesen Bc- dingungen liefern, erhalten Plakate und werden von der Central-Koin- Mission kontrolliert, die Milch Chemikern zur Untersuchung überwiesen und, falls dieselbe den Anforderungen nicht entspricht, werde» die betreffenden Händler von der Lieferung ausgeschlossen. Für die Kassen, die bisher allgemein 20 Pf. pro Liter bezahle» mußten, bedeuten diese Vereinbarungen einen wesentlichenVorteil.noch mehr aber für dieKassen- Mitglieder, denen dadurch die Lieferung von guter Milch gesichert ist. Be- kanntlich wird behördlicherseits, um de» Agrariern nicht tvehc zu thun, nur ein Fettgehalt von 2,7 Proz. gefordert'.— Von einige» Kasse» sind bereits Beiträge abgcfchlosten worden und allem Anschein nach wird allgemein die Milchversorgimg für die Kafsenniitglicder in dieser Weise geregelt werden, nachdem sich die Kasseuvertreter durchwegs zustimmend geättßert und den Abschluß von derartigen Verträgen empfohlen haben. Die Anträge der Krankenkassen zum diesjährigen Verbandstag, der ini Oktober in Haniburg stattfindet, sollen in der nächsteii Ver- sanimlung beraten werden. Ts liegen bereits mehrere Anträge von der Centralkommission vor, und sollen bis dahin die einzelnen Kasse» ihre Anträge formulieren. Nach einer längeren DiSknssion über die Zustände in dcn Erholnngs- ftätten, wobei über die Einrichtniigen der Pankower lebhaft Klage geführt wurde, während die Eiiirichtmigciijaudrer Erholungsstätten als gute bezeichnet wurden, erfolgte der Schluß der Versammlung, in der 43 Orts«, 24 Hilfs-, S JnnttUgS-, 5 Betriebs- und 7 Vorortskassen, insgesamt 85 Krankenkassen vertreten waren. Charlottcnburg. Am Donnerstag fand im Volkshanse eine öffentliche Verfanimlmig statt, einberufen von der Gewerkschafts- koinmission. Der Stadtverordnete Hirsch referierte über daS Snbnujsioiiswcse» und die Mißstände im Baugewerbe. Iii der Diskussion wurde» verschiedene Uebelstäude gerügt, die am Anbau des Rathauses sowie bei andren Bauten bestanden haben. Zum Schluß wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die Versammlung fordert, daß die Behörden das Submissions- tvcsen beseitige» und an seine Stelle die Uebernahme von Arbeiten in eigne Regie treten lassen. So lauge das Submissiouswesen nicht beseitigt ist, sollen alle Verwaltmigszweige, welche Arbeiten in Sub- nüssion an Unternehmer vergeben, angeiviesen werden, daß sie in den Verträgen die Unternehmer verpflichten, die ortsüblichen Lohu- und Arbeitsbcdmgmigcn, ivelche von den Organisationen der Arbeiter anerkannt sind, für sich als bindend zu erachten, sowie für ziveck- entsprechende Maßregeln zum Schutze der Arbeiter bei Neu- und Um- bauten Sorge zn tragen. Nllgcmeine Faiiitlien-Tterbe-Kafie. Heute Zahltag: Ackerstr. 123 bei Diele, und Mariannenstr. 48 bei Liebehenschel, von 3— ö Uhr. Arbeiter-Samariter-Kvlonne.(Gegründet 1888.) Montag, den 28. Juli, abends 9 Uhr, in der Centrale, Dresdenerstrahe 45: Vortrag über Vergistungen und gefahrdrohende Krankhettszustilnde. Nach dem Vortrage praltische Uebungen.— Sonntag, de» 27. Juli: Familien- Ausflug nach Treptow, bei Nonncnberg, Parkstrahe. Treffpunkt 3 Uhr nachmittags. Vermischkes» Von de» Opfer» der Hamburger Dauipferkatastrophe sind laut amtlicher Meldung bis heute 72 geborgen worden. Von diesen 72 Leichen konnten indeffen erst 45 recognosciert iverden. Ober- Staatsanwalt Mühle in Altona erteilte den Bestattnngsdispens für alle Toten vom Unglücksdanipfer.Primus' und wies die Landräte von Itzehoe, Meldorf, Pinneberg und Ratzebnrg an, falls in ihren Bezirken Leichen antreiben sollten, sofort nach Hamburg Meldung zu machen.— Auch jetzt noch treiben an beiden Elbufern, wie uns iveiter telegraphiert tvird, zahlreiche Leichen bis Brunshausen hinunter an. Die preußische Strompolizei hat einen Regierungsdanipfer mit dem Absuchen der Elbe beauftragt.— Die Verhandlung vor dem See-Amte über den Zusammenstoß zwischen„Hansa" und„PrimuS" findet voraussichtlich am kommenden Donnerstag statt. Familiendrama. In Arnsdorf hat am Freitag der Wald- arbeiter Lose seine Frau und dreizehnjährige Tochter durch Beilhicbe zu erschlagen versucht und sich selbst durch einen Schuß durch die Brust getötet. Die Frau und Tochter sind in die Diakoiiissenanstalt in Dresden übersührt worden. Wie englische Offiziere«nter einander derkchre«, schildert ein Augenzeuge in den„Evening NcwS" folgendermaßen: Ungefähr um Vs12 Uhr hörte ich Geschrei von dem Nasen her. welcher sich m der Nähe der Osfiziersivvhnungen der zweiten L i f e g u a r d s in W i n d s o r befindet, und da ich glaubte, daß eS sich um Mann« schafteii handelte, ging ich nach der Stelle hin, fand jedoch, daß es Offiziere waren, welche sich d«n Lieutenant G r e g s o n vorgenommen hatten. Sie jagten den Unglücklichen mit ihren Reitpeitschen um den Kaserncnhof, wobei sie sich einer sehr schlechte» Sprache bedienten. Ich hörte Redensarten:„Nun, Du...... I Jetzt haben Ivir Dich I", und „nimm da«, Du...... I" usw. Dann ergriffen sie Grcgson und wälzten ihn auf dem Sande umher. Dann steckten sie ihn in den W a s s e r t r o g. Sie tauchten ihn über und über ins Wasser, und mehr tot als lebendig kam er ans dem Troge h e r a n S. Dann machten sich die Offiziere nach Gregsoiis Wohnung auf, Ivo sie alles auf den Kopf stellten. Sic zerschlugen die Fensterscheiben und schleuderten die Möbel auf den Hof. Die Stiefel warfen sie auf das Dach seiner Wohnung und verzierten die Thülen mit Matten je. Nachdem alles vorbei Ivar, kehrte der arm« Lieutenant in seine Wohnung zurück und verbrachte, in seinen Paletot eingewickelt, eine schlechte Nacht. Seine Kameraden hatten seine ganze Ausrüstung zerstört und am nächsten Morgen hatte er keine Umformstücke, um zur Parade zu gehen." Lieutenant Grcgson ist ein ganz junger Offizier und erst im Februar dieses Jahres befördert Ivorden. Er hat sich beim Regiment jederzeit als ein dicnsteifriger Offizier gezeigt, welcher seinen Beruf sehr ernst nimmt, und der Augenzeuge versichert, daß er nicht nur ein tüchtiger Soldat, sondern auch bei den Mann- schaften außerordentlich beliebt ist. Nur die That- fache, daß er sich von den Gelagen seiner Kameraden ferngehalten hat, sei der Grund der Abueignug gegen ihn. Der Berichterstatter sagt, er habe während seiner Militärdienstzcit zwei oder drei junge Offiziere gekannt, die in gleicher Weise behandelt ivorden seien und den Abschied hätten nehmen müsse n. Ein junger Offizier, dessen einziger Fehler es gewesen sei, daß er ans einem Miliz- regiment hervorgegangen Ivar, wäre vor ein oder ztvei Jahren vor- genommen worden, aber seine Angreifer hätlcn den Kürzeren ge» zogen, da er glücklicherweise ein vorzüglicher Boxer ivar. Lieutenant Grcgson meldete am folgenden Morgen die Vmffälle persönlich dem Kriegsministeriiim. Sein Onkel. Major Gregson, hat inzwischen mit dem Kommandeur. Oberstlieutcnant Neeld, Rücksprache genommen. Der Kommandeur erfuhr erst am nächsten Morgen von dem Vorfall, und soweit bis jetzt bekannt ist, hat keiner der älteren Offiziere irgend eitvas damit zu thnn. Die Vernehminige» zur Feststellung de« Thaibcstandes haben begoimen, und eS ist anzunehmen, daß die Untersuchung in gründlichster Weise stattfinden tvird, da König Eduard Chef des Regiments ist.', Das bedrohte Venedig. Eine ganze Reihe von Baulichkeiten zeigt nach den jetzt vorgenommenen genauen Untersiichnngcn Spuren des Verfalls. So mußte die Ki rch'e San Chris o ftomo ab» gesteift Iverden, mich der Dogenpalast ist vom Hofe aus abgesteift worden. Seit zwei Tagen wird die Räumung der Bibiioicca Mariana vorgenommen, deren Grundstock die Büchereien Petrarca» im ersten Stockwerk des Dogenpalastes bilden. Die Pläne für den Wiederaufbau des Campanile sind bereits fertig. Die RnSsichten des WetterfchicfsenS. Die int er» nationale S a ch v e r stä n d i g en- K o n f e r e n z fürWetter» schieße» in Graz beendete Freitag die Beratung über die Wiiksamkeit des Hagelwetterschießeiis. Die Mehrzahl der Sach» verständigen ist der Ansicht, daß die Frage zur Zeit noch als iincntschieden bezeichnet Iverden müsse und die � bisher gemachten Erfahiimgeu wcmg Hoffnung auf ein günstiges Resultat übriglasfen.' Bei der Beratung der Frage, welcher Weg zur Erzielung eineS sicheren Nefnltates führe, nahm die Kon- fercnz mehrere Anträge an. Jedes Hagelwetter soll in Zukunft auf das genaueste beobachtet n»d Mitteilungen über die erzielten Schieß- rcsulte gemacht werden, nach dein Muster der als nachahmenswert bezeichneten Station Caftelfraiico in Italien. Auch ivnrde eine inten- fivere Beteiligung der meteorologischen Institute an den Gewitter- studien für uötiveiidig erachtet. Eine eigenartige Natnrcrschcliiniig ist von Profeffor Rnsselll, einem der nach den kleine» Antillen entsandten anicrikaiiischen Ge» lehrten, auf der Insel St. Vincent beobachtet und in den soeben» veröffentlichten Berichten dieser Expedition beschrieben ivorden. I» der Nachbarschaft des B u l k a n s S o n f r i s r e, dessen Ausbruch bekanntlich wie der des Moni Pclöe auf Martinique zu weitreichenden Zerstörungen Anlaß gegeben hat, befindet sich das Thal des FlusseS Wallibu." Als Professor Russell sich diesem Thale näherte, bot sich! ihm ein ganz eigenartiger und ungemein großartiger Anblick dar.. Der Kessel schien in seiner ganzen Aiisdelmimg in einen furchtbaren Aufruhr geraten zu sein. Ans Tausenden von Stellen quollen heftige Dainpfströnie aus dem Erdboden hervor wie auS dem Ventil einer großen Dampsmaschine und Ivurderr zuweilen mehrere hundert Fuß hoch in die Luft geschlendert. Der Forscher nnieisuchie die Erscheinung so eingehend wie möglich und vermochie auch ihre Entstehung festzustellen. Das ganze Thal war bis zu einer Höhe von 15—20 Meter von glühendheißen vul» kanifchen Answurfmassen erfüllt, die dem Fluß den Weg verlegt hatten. Das Flnßwasser war bestrebt, sich durch dies plötzlich ent- simidene Hindernis Bahn zu brechen, geriet aber überall bei der Berührung mit den glühendheißen vulkanischcii Bomben ins Kochen und verwandelte sich demzufolge in Dampf. Begreiflicherweise wurde die Erscheinung noch gewaltiger, wenn ein heftiger Regenguß niedergiiiq, wie es während der Thätigkeit des nahen Vulkans öfters geschah. Dann war die ganze Landschaft derart in Dampf gehüllt, daß man nicht die Hand vor Augen sehen und sich ohne Lebensgefahr nicht einen Schritt vorwärts beivegen konnte. Die mächtigen Dampswolken stiegen dann bis zu einer Höhe. von mehreren Tausend Fuß hiinmclwärts, und das Zffchen des ausströmenden Dampfes ivar auf mehr als eine Meile hörbar. Außerdem ivnren die Dampfstrahlcn von solcher Kraft, daß sie oft große schtvnrze Säulen mit sich rissen, die wahrscheinlich ans heißem Schlamm bcstaiidcn und mehrere Minuten lang riesige Spring- bruimeii von wenigstens 80 Meter Höhe bildeten. In den Zeilungs- berichten über die viilkanischen Ereignisse auf St. Vincent sind diese kleincn Eruptionen mehrfach als Bildniigen neuer Krater aufgefaßt worden, was jedoch nach den Veobnchtiiiigen von Profeffor Russell ein Jrrinm ist. Auch bei St. Pierre ist übrigens ein ähnliches Schau- spiel wahrgenommen worden. „Ter Herr Stationsvorsteher badet!" Unter dieser Spitz» marke erzählt die„Reurnppiner Ztg."; Eine köstliche Scene spielte sich vorgestern auf einer»nsrer Kleilibahncn ab. Der Vorsteher einer Station derselben fühlte das Bedürfnis nach einem kühlen Bade. Um dieses Bedürfnis zu befriedigen, ivanderic er wohlgemut zum Dorfe hinaus und sprang, nachdem er sich entkleidet, mit einem lühncii Satz in die Fluten des Stromes.„Dem Glücklichen schlägt keine Stunde l" Und er empfand eS wirklich als ein Glück, der Herr StalionSgeivaltige, so in dem Wasser hmimznplätschern. Da sieht er plötzlich, o Schreck, in weiter Ferne Dampf aufsteigen; gleich darauf braust auch schon— höchst unwill» kommen— der Abciidzng heran. In seinem Wonnegefühl hatte der Herr Statioiisbenmte sein Bad zu lange ausgedehnt. Was thun? -- Er winkt und ruft so lange, bis der Zugführer die aus den Wasscifliiicii gegebenen Signale bemerkt und den Traiii zum Stehen bringt. Nachdem mm der Herr Voistehcr unter dem großen Gaudium der Passagiere mit einer bewuiidernswiirdigcn Schnelligkeit Toilette gemacht, springt er in einen der Wagen, und fort geht es der Station zu.'Slls man hier anlangt, hat der Herr Vorsteher seine Würde ivicdergefuiidcn. Gcniesseiien Schrittes wandelt er den Perron ab und giebt mit einer stolzen Bewegung dem Zuge daS Abfahrtszeichen. Tie Cholera. Nach amtlicher Feststellung sind in den letzten beiden Tagen in Kairo 13Z Cholerasiille vorgekommeii.— Ans B ii k a r e st wird vom 26. Juli gemeldet: Für Piovciiicnzen anS Odessa ist wegen der dortigen Cholcrafälle eine fünftägige Quarantäne angeordnet Ivorden. Ans Odessa wird berichtet, daß dort die P e st ausgebrochen ist. Vier verdächtige Fälle wurden amtlich festgestellt. ! Heute morgen entschlief sanft nach langer schweier Krankhcit mein innig- geliebter Mann, der Schnhinacher- meister IInn« Penkert im 41. Lebensjahre. Dies zeigt tief- betrübt an 4715b 4o»«pb» peuliert geb. Krizek. Die Beerdigung findet statt am Sonntag, den 27. d. Mts., nach- miti-gS 4 Uhr von der Leichenhalle des Kirchhofes w Köpenick aus. Donnerstag, den 24. Juli, nach- mittags 2 Uhr, verstarb nach längeren Leiden mein lieber Mann, der Einsetzer ]£ai>1 Ulnlini in seinem 57. Lebensjahre. 10886 Dies zeigt tiefbetrübt an W«. 4gn«, Binbm geb. Ztehippang. Die Beerdigung findet Sonntag- nachmittag 2 Uhr von der Leichenhalle deS Emmaus-Kirchhofs aus statt. centrsl-Verbsnö ö. Hsurer Deutschlands Zwcigberciii Berlin. Sekilon der Putzer. Unfren Mitgliedern, sowie den Mit- gliedern des Gesangvereins der Putzer zur Nachricht, dag unser Mitglied August NdvkK am 26, Juli verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 29. Juli, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhouse, Faiksirahe 5, Rixdorf, nach dem iicue» Nixdorfer Friedhof, Mariendorserweg, statt. Um rege Beteiligung ersucht Die örtliche Verwaltung. Orts-Kraukenkasse der Di« in der Generalversammlung am 21. Mai ds. Js. beschlossene Statutenändemiig ist genehmigt worden. Die Drnckexeinplar« dieser Ab- ändernng werden demnächst den Arbeilgebem mit der Bitte um Ver- tcilnng an die Mitglieder zugestellt. Die berechtigten und freiwilligen Mit- glieder können die Druckexcuiplare am 18. Auzust ds. IS., an welchem Tage die nächste Kafienanflage statt- findet, tu Empfang nrbliien. Es wird nochmals darauf hingewiesen, dag die Kassenauslagen regetuiäfiig alle vier Wochen, Slratauerstr. 3/6, Montags zwischen II und 12 Uhr ftaltfinde». Die vierwüchentlichen Beiträge be- tragen für die Klanen 1—4 jetzt 2,40, 1,44, 1,26 und 0,96 M., für Witwen 0,40 M. Das Sterbegeld für letztere ist auf 40 M. herabgesetzt worden. Berlin, den 26. Juli 1902. Ter kommissarische Verwalter. Gebhardt, MagisttatssekreiAr. 274/9 [30/13 >„ Arzt. SO., Mnokauerstr 24. Von der Reise zurück Dr. MW>, Cigarren-Auklion ivtoiitagnachm. 4 tthr werden Kommandantenstr. 18 circa 8V Mille Ctgarren, 25 Mille Ct- gnreiten ineistbicteiid uerstetgert. Kaiman, Ault. u. Tax., Blumenstr. 51. Ctntral-Krlliiktlt- n. Sterbest btt Tischler «. andrer gewerblicher Arbeiter. (E. H. 3, Hamburg) Pillnie A. Montag, den 28. Juli 199», abends 8»hr: Mitglieder-wsanmlW im Lokale des Herrn V/o»«ed>Sisr, Adalberstr. 21. TageS-Ordnung: 1. Abrechnung vom 2. Ouartal 1902. 2. Bcrschiedene Kaffcnangelegeuheitcii. Um regen Besuch bittet 181/8 Tie Ortsvcrwaltung. Die Sprechstunden fallen an diesem Abend weg. Mull der fectioer. Am Montag, den 28. d. M, abends 8'/, Uhr, bei Feind, Wcuistr. 11: Versammlung* Tages-Ordnung: 1. Dortrag des Genossen Joni Henrtchten über die Ziele der freien Gewcrlichasten in Deutschland. 2. Tiskuisivn. 3. Abrechnung 1. Quartal, 7. Jahr- gang. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 102/10j Der Vorstand. Oi. iiieci. Schapen homöop. Arzt u. Spez.-Arzt f. Haut- u. Harnleiden, Frauenkrankheiten. Königgrätzerstr. 27, Spr.S-1. 4r7. Roh-Tabak 44848* Max JacMStrelitzerstr. 52. Rohtabak. Größte Auswahl.— Billigste Preise Guter Brand! Barzfialiche Qualität. Sämtliche s4485L* zabrikatiolls-Mejlßlien. Neue Formen, sehr grobe Auswahl zu Original-Fabritpreise». Heiuricli Franck, 185 Vrunnenftr. 185. Rohtabak? 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Berliner Beichsiagg- Wahlkreis. DienStag, den 29. Juli, abends S'/e Uhr, bei Glciuert, Schulstrabe 29: DM- Vevsaittinlung. Tages-.Ordnung: 1. Vortrag deS Genossen F. Rtetzhe über:„Ist eine Regelung der Arbeiterschulj-Gesetzgebung aus internationaler Grundlage möglich?" 2. Dis lussion. 3. Verschiedenes. 248/16'' AJtB Gäste— auch Damen alS Zuhörer— willkommen. _ Zahlreichen Besuch erwartet Ter Borftand. Oeutscher Holzarbeiter-Verband (Zahlstelle Berlin). Dmche der KordWcher! Montag, den S8.d. MtS., abends 8 Uhr, Engel-Ufer 13: IßT Wersammlnng'-MW Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Da die Tagesordnung von Wichtigkeit ist, ersucht um zahlreichen Besuch 86/16])le Koiuiuission. Parkettbodenleger. Dienstag» den SS. Jnli, abendS 8 Uhr, im GrwerkschaftS- Haufe, Engel-Ufer 13: WM" Versammlangs"MW Tag eS-Ordnnng: 1. Unfre Bewegung und wie halten wir unsre Errungenschaft fest? 2. Branchenangclegcnheit. 3. Verschiedenes. Ganz besonders sind die Kollege» Kuppig, Ciaßcn und Dahmke der Firma Schramm eingeladen. Der Obmann. Deutsch. Metallarbeiter-Verband Tcrwaltnngsstelle Berlin. Bureau: Engel-Ufer IS. Zimmer 1— S. Telephon Vint 7 Nr. 3SS. DienStag, de» SS. Juli, abends 8V, Uhr, Versaimnlüflg der Sold- u. Silberarbeiter im„Dresdener Garten", DrcSdenerstrafsc Nr. 43. Tages-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet 118/15 _ l>le Ortzverwaltang. Heute Sonntag, den 27. Juli: Merttzfeiev des am vorigen Sonntag verregneten_ 203/6 \ olks- Festes arrangiert von den Wilmersdorfer Parteigenossen im Restaurant„Xnm Schwan" K früher Jaretzkl) im G r u'n e w a l d. Feuerwerk. Kinder-Fackelzug. Gr. Garten-Konzert. Kaffeeküche von 2 Uhr ab geöffnet._ AM- Entree frei.-M Steinarkelter! DienStag, den SS. Juli, abends 8 Uhr, im„Engl. Garten", Rlcxanderstrahc 27 c: Oeffentliche Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung. 2. Die Arbeitsverhältnisse der Berliner Steinarbeiter 3. Verschiedenes. Um vollzähliges Erscheinen ersucht 172/18 Oer Vertrauensmann. Arbeiter- Dildungsscbule Berlin. Tieustag, den 29. Juli, abends 8V,»hr. im Gewerkschaftshause. Engel-Nfer IS(Saal VIN): General- Versammlung. Tages-Ordnung: >. Bericht des Vorstandes, deS Lchrer-KollegiumS und der Revisoren. Schul-Angelegcnheiten. 3. Verschiedenes. 4/19 Mitgliedsbuch legitimierk."MF Beiträge werden entgegengenommen Sonntag, den 19. August: Dampferfsilirt mit Musik nach Ziegeuhals bei Zeuthen(Restaurant„SportShaus" Inhaber. »ax Mörschel). Konzert, Tanz, Spiele im Walde. Belustigungen aller Art für Grob und Klein. Abfahrt früb TV�llhr von der Jannowitz- Brtieke(Schultheib' Restaurant). Billets a 1,25 M.(Kinder unter 14 Jahren frei/ sind in den Zahlstellen, sowie bei den Vorstandsmitgliedern zu haben. Berbaud der Tapezierer. (Filiale Berlin.) Moutag, 28. Juli,'abends 8Vs Uhr, im Gewerkschaftshanse, Engel-Ufer 15: Gunrtals-Nersmttmlmlg. Tages-Ordnung: 1. Bericht der Ortsverwaltung. 2. Kassenbericht pro II. Quartal. 3. Verbandsangelegenheiten. MM- Mitgliedsbuch legitimiert."__ N.B. Wir machen die Mitglieder schon jetzt ans das" am 9. August im Schweizer-Garten stattfindende aufmerksam. 178/3_ Die Berbaudsleitung. Nlhkunq! A�ziung! VmkiiksflWisns Slhiikidkr«ui> -Miieidkrimien. Nm Montag, den 28. Juli, abends 8'/, Uhr, iu den„König fälrn", Nene Königstr. 26: Oeffentliche Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Der Einflub de? Verbandes auf die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Schneider und Schneiderinnen. Referent: Kollege Knoop. 2. Diskussion 3. Verschiedenes. Die Kollegen und Kolleginnen dieser Branche werden ersucht, sich zahl- reich und pünktlich einzufinden, sowie für einen gute» Besuch zu agitieren. 162/13 Ber Elnbernfer. Verlitiiid der an Daljiiearlieitiings-Maschinrii beschäftigten Arbeiter Berlins n. Hing. Dienstag, SS. Juli, abcudS 8> 2 Uhr im Gewerkschaftshause, Engel-Ufer 15, Saal IV: IlMfir Tages-Ordnung: t. Fortsetzung der Tagesordnung der letzten Generalversammlung. 2. Der Kampf gegen den Arbeitsnachweis der Berliner Tischler-Innung nnd die geplante Aussperrung. 3. Verschiedenes. 76/1 gM- Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert vollzähliges Er- scheinen. Eintritt gegen Vorzeigen des Mitgliedsbuches. Der Forstand. Achtung! Achtung! ICistenmacher! Montag, de» 28. Jnli, abends 81/2 Uhr, im Lokale von Kussin,„Rndreas-Festsäle", AndrcaSstr. 21: Genernl VeozÄmmlung. Tages-Ordnung: 1 Abrechnung vom Vergnügen. 2. Unsre Stellung zur Arbeitslosen- Unterstützung. 3. Verschiedenes. Kollegen! Da die Tagesordnung von weitgehender Bedeutung ist, erwartet ein vollzähliges Erscheinen der Mitglieder. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. IG/1 I. A.: Karl Juckel, Ruulmelsburg, Türrschmibtstr. 34. Partei-Speditionen: Berlin-weiter"IVahlhreis: Hermann Werner, Steinmetzstrabe 29, Hos IV., vom 1. August ab Mittenivalderstrabe 39, vorn parterre.— Vierter �Vahlhrels O.: Robert W e n g e ls, Grobe Frankfnrterstr. 133, Hof pari.— SO.: Paul Böhm, Lausitzerplatz 14/15 (Laden).— Sechster IVahlhrels(Boablt): Karl Anders, Salzwedelerstrabe 8, im Laden.— HVedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stoltzenburg, Wiesenstrabe 41/42.— Oesond- brnnnen, Reinickendorf(Ost»nd West), Wilhelmsruh und SchOnholn: Hermann R a s ch k e, Grüuthalerstr. 65.— Rosen- thaler und Schiinhanser Vorstadt: Karl Mars, Kastanien- Allee 95,96.— Charlottenburg: Gustav Schar nberg, Sesen- Heimerstrabe 1, Ecke Gvethestrabe, vorn I.— Deutsch- Wilmersdorf: W. Nickel, UHlandstr. 108, pari.— Fricdrlehsbcrg-Frledrichs- felde: Oswald Graner. Berlin O., Frankfurter Allee 197.— Oriinan: Gustav M t e r s, Köpenickerft raste III.— Rixdorf: Ost ermann, Erk- strahe 6.— SchUneberg: Wilh. Baumle r, Martin Lniherstr. 51, Laden. — Obcr-Schönewelde: Ernst K a u f H o l d, Wiihelininenhofstr. 18, — Akieder-Scbitneweide: Bonakowslp, Bcrlinerstrabe 8.— dohannisthai: Paul Mann, Friedrichstrabc 39,£— Adlershof: Gustav Hitze, Hackcnberastrabe 8.— Kvpenlck: Friedrich Wo ick, Grünstrabe 29.— Friedenau- Steglitz: H. Berus e e, Kirchstr. 15 in Friedenau. Bestellungen nehme» entgegen in Steglitz: H. Mohr, Düppelstrabc 8, nnd Fr. S ch e l l h a s e, Ahonistrabe 15a.— Baumschulen weg: Stock. Ernststrahe 2, II.— Aen- Wclssen- sce: Heinrich B a ch m a n n, Lehderstrabe 5, Ecke Friedrichstrabe.— Rumnielsburg: Forgbert, Prinz Albertftr. 5a. Außerdem ist sämtliche Parteititteratnr sowie alle wissenschaftlichen Werke dort zu haben. Auch werden Inserate für den„Vorwärts" entgegengenommen. AM- Ritte ausschneiden k I-edsun-Vorsiodsrung. s Mitglieder der Freien Volksbühne. Die Mitglieder werden dringend ersucht, die in den Zahlstellen ansliegenden Fragebogen betreffs obligatorischer Einführung des BUhnenheftes etc. auszufüllen. Die Mitgliedskarten der verflossenen Saison müssen in den Zahlstellen mit einer Erklärung bezüglich weiterer Mitgliedschaft abgegeben werden. Umschreibungen aus einer Zahlstelle in eine andre müssen in den Monaten Juli und August bewirkt werden. Die neuen Mitgliedskarten gelangen vom Anfang des Monats August ab zur Ausgabe. Menaufnahinen von Mitgliedern können nur für die nene 13/14. Abteilung erfolgen. Anmeldungen nehmen alle Zahlstellen entgegen gegen Hinterlegung des Eintrittsgeldes und mindestens eines Beitrags. 229/15 Der Vorstand. I. A.: C. Winkler. Centraiverband der Bauarbeiter (Zahlstelle Charlottenbnrg). Heute Sonntag, de» 27. Juli, im VolkShaufe, Rosineustraste 3: 43/3 6. Stiftungsfest. Anfang 4 Uhr. Entree 25 Pf. Das Romitee. I Herren-Stoffe. RaumungssAllsverkauf!!! Die Bestände unsres Ladengeschäfts SpsntßsusfS'is'. 33/23 werden wegen Aufgabe deS Ladens SW- bedeutend unter Preis ausverkauft. s4674L* Brenner& Co. EiigroS- Nil VersNd-LM jcht: Königstr. 46 I. Annug-, Paletot-, llosen-bitoffc. --- Reste spottbillig.-«SQ—-- Metznens Korbwaren- Fabrik Berlin, NiidreaSstrahe 23. Pappenwagon, II. Geschäft: Briunienstr.SS l-sttorvags»,•== III. Geschäft: Beuffelstr.«7. Sportswagen,|jj IV. Gesch.: LeiPzigerst.SI/SS Ktnderattiüle. h«« Kittderwagen, Grösstes Lager KittderbettsteNett. Berlins. 1000 Mark Belohnung Ä«* als das meintge nachweist. Diese Belohnung biete ich schon seit 15 Jahren aus und ist meine Konkurrenz garnicht in der Lage, diese 1900 Mk. zu verdienen. GrstUldhrit ist Reichtum! Stampf- biiuI ISelsslnft-MliUler wirksamstes, erfolgreichstes und billigstes Mittel gezeu Lrtlüldunßs, kZlotir und kitisurnatzlsmus Liesernng an sämtliche Krankenkassen. 44381,* Sad Frankfurt Ritter- Bad Versicherungsbestand 920 Millionen r«. Victoria zu Berlin. 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Druck nnd Verlag von Max Babing in Berlin flt.m. 19. 2. Stilnjt ks Jotiüärtf Krim WWW. Smtxg. 27. Juli l9v2. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Berlin, den 2ö. Juli 1902. In voriger Woche hat der wirtschaftliche Wochenbericht ver- schiedener Umstände wegen ausfalle» müssen, doch gicbt es, was die Börsenlage anbetrifft, nichts nachzuholen. Dieselbe Geschäfts. nnlnst,' die in der ersten Hälfte deS Juli vor- herrschte. lähmte auch in letzter Zeit den Verkehr. An Anregungen, welche die Spekulation hätte» ausstacheln können, fehlte es gänzlich. Die Ernteaussichten wie die Haltung der Londoner Börse haben sich zivar nicht unbeträchtlich gebessert; dafür aber hat sich die Lage des rheinisch- westfälischen Kohlen- und Eisen. niarktcs im Vergleich zum Anfang deS Monats weiter verschlechtert und diese Thalsache, die jetzt, nachdem sich die erst versnchte Vertuschung als nutzlos erwiesen hat. fast allseitig zugegeben tvird. hat bewirkt, daß der Kurs der wichtigsten Spekulationslverte der Kohlen- und Eisenindustrie heute»och um 4— 7 Proz. niedriger notiert, als vor 14 Tagen. Dagegen haben Bank- und Bahnaklicn im ganzen ihren Stand zu behaupten vermocht und weisen durchiveg nur minimale Abiveichungcn auf. In einem Teile der kapitalistische» Presse findet sich noch immer das Kapitel vom wirtschaftlichen Niedergange Englands ans gesponnen, dem meist ein mehr oder niinder versteckter Hinweis darauf folgt, daß das Deutsche Reich infolge der in seinen in- dustriellcn und handeltreibenden Schichten aufgespeicherten Energie dazu berufen sei, das Erbe der englischen Weltmacht an- zulreten. Die noch schnellere und ausgedehntere wirtschaftliche Entwicklung des nordamerikanischcn Freistaats init seinen enormen Hilfskräften, die dieses Land noch Iveit mehr als Deutschland zum künftigen Rivalen des britische» Reiches bestimmt, läßt man dabei geflissentlich außer Acht. Zumeist wi.d bei solchen Betrachtungen die finanzielle, induslrielle und kommerzielle Widerstandskrast Englands bedeutend unterschätzt. Die kürzlich im.Vorwärts gezeichnete politische Bilanzverschleierung gefällt sich darin. jede» Rückgang des englischen Wirtschaftslebens. selbst wenn er für die Stellimg Englands auf dem internationalen Markt ganz belanglos ist, maßlos aufzubauschen, während andrerseits die deutschen Mißerfolge sorgsam verschleiert, wenn nicht gar zu Er- folgen gestempelt werden. Ein treffendes Beispiel dafür bietet das Verhalten der Blätter nationalliberaler und auch-freisinnigcr Richtung gegenüber der deutschen Kolonialpolitik, die thatsächiich völlig abgeivirtschastct hat und vor der geistigen wie materiellen Pleite steht. Laßt sich nicht leugnen, daß seit etwa einem Jahrzehnt Deutsch land und die Vereinigten Staaten von Amerika schneller fortschreiten, als England und daß, wenn dieses FortbewegungsvcrhältuiS andauert. England schließlich ins Hintertreffen gcratenwird, somiißdochandrerscits anerkannt werden, daß vorerst»och in der englischen Nation ein ungeheurer Fonds wirtschaftlicher Kraft steckt, der noch manche Ader. lässc vertragen kann, ehe er ausgeschöpft ist. Das beweist die Leichtigkeit, mit der England die Mittel zur Kricgfiihrnng in Süd- afrika und zur Expedition nach China aufgebracht und zugleich Handel und Judurstie ausgedehnt hat. Trotz der Wirkung des Krieges hat bc- kanntlich in 1900 gegenüber dem vorausgegangenen Jahre die englische Einfuhr um 38,60, die Ausfuhr um 26,96 Millionen Pfund Sterling zugenommen, und wenn auch das vorige Jahr(1901) bei der Einfuhr einen Ausfall von 0,84, bei der Ausfuhr von 10,69 Millionen Pfund Sterling brachte, bleibt diese Abnahme doch»och immer beträchtlich gegen den Ausfall deS deutschen Außenhandels im vorigen Jahr zurück, der sich in der Einfuhr auf 333, in der Ausfuhr auf 240 Millionen Mark bclicf. Auch für das beendete erste Halbjahr 1902 ergicbt sich nach der jüngst vom.Economist" veröffentlichten Znsanunenstcllung ein recht günstiges Resultat für den englischen Anßenhaudcl, wenn' auch unter dem Einfluß der Krise die Einfuhr im Vergleich zum erste» Semester des Jahres 1901 um 323 298 Pfund Sterling zugcnonnncn hat, während die Ausfuhr um 3 204 824 Pfund Sterling zurückgegangen ist. In der c r st e n Hälfte des laufenden und des vergangenen Jahres gestaltete sich näinlich die Handelsbetvegung wie folgt: E j» f« b- �1 1902 Wert in Pfund Sterling Lebendes Schlachtvieh.... 4 706 663 3 938 487 Eßware» und Getränke, zollfreie. 47 929 325 48 511821 Desgl. zollpflichtige..... 56 289 039 53 781 292 Tabak.......... 1882 152 2 064 815 Metalle......... 14 642 082 15 583 350 Chemikalien. Färb- und Gerbstoffe 3 462 687 3 343 778 Ocle.......... 5 407 302 5 638 990 Rohe Spinnstoffe...... 45 232 958 44 868 399 Rohstoffe für andre Industrien. 26 165 777 24 732 447 Fabrikate......... 47 851 799 49 106 474 Verschiedenes........ 8 149 190 10 429 288 Poststücke......... 697 810 631 497 Zusammen. 262 416 790 Ausfuhr Lebendes Vieh....... 298 282 Eßwaren und Getränke.... 6 163 062 Rohstoffe......... 16 637 790 Garne und Webwaren.... 51 157 522 Metalle und Mctalllvarcn... 19 785 572 Maschinen......... 0 054 073 Schiffe(neue)....... 4 973 570 Kleidungsstücke, Schuhware», Hüte 5 249 194 Chemikalien, chemische und medi» zinijche Präparate..... 4 672 126 Alle andren Artikel..... 18 866 614 Poststücke.......■■ 1 717 593 262 740 088 320 604 6 556 527 14 522 870 51 072 828 19 589 683 9 031 606 3 053 256 6 860 767 4 953 227 19 124 465 1 789 746 Zusammen. 138 580 398 135 375 574 Wiederausfuhr fremder Waren. 84 082 626 32 818 842 Was die Einfuhr anbetrifft, so ist am stärksten der Rückgang bei lebendem Schlachtvieh und bei Eßlvaren(vornehmlich Zucker, Weizen- mchl, Kaffee). Dagegen weist der Import von Metallen und von Mctallwaren sowie von fertigen Banniivollivaren aller Art nicht un- beträchtliche Steigerungen auf. Der Rückgang der Ausfuhr entfällt in erster Reihe auf Kohlen, Coaks und Zinder, auf baumwollene Stoffe und Schiffe. Das Andauern der Krise in Mitteleuropa und Rußland hat auch die Auswanderung über deutsche Häfen, die ivnh- rc»d der Prosperitätsjahr» sehr abgenonnnen hatte, wieder inS Fließen gebracht, ivie die soeben bekannt gegebene» Ziffern der über Hamburg im erste» Halbjahr 1902 Ausgewanderten beweise». Danach umfaßte der Reiseverkehr über Hamburg während der Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 1902 72 469 Personen: eine Zahl, welche die Passagierzahl aller entsprechenden Zeit- räume in den letzten zehn Jahren übersteigt. Deutsche AuS- Wanderer waren hieran mit 5299 Personen beteiligt(nämlich 6535 deutsche Reisende, abzüglich 3236 Richtanswandercr). llcbertrifft diese Ziffer auch beträchtlich die deutsche AuS- Wanderung j» de» eigentlichen Aulschivungsjahrcu, so übersteigt sie doch nicht die Durchschniltsziffcr des letzten Jahrzehnts, wobei aber berücksichtigt werden m»ß. daß in 1893. vor dem Einsetzen deS industriellen Aufschwungs, die Auswanderung eine sehr starke war und im ersten Semester jcncS Jahres 17 773 Deutsche über Hanl- bürg auswanderten. ' Das Ziel der über Hamburg reisenden Auswanderer ist wie stets in erster Linie Neiv York geivesen: dahin gingen in den letzten 6 Monaten 25 642 Männer. Frauen und Kinder ans Oestreich-IIngarn, 23 458 auS Rußland, 5 966 aus Deutsch- land. 4003 aus andren Ländern, insgesamt 59 069 Personen. Der stärkste Andrang von Russen war im März(6612). von Oestreichcrn im Mai(5396) und März(5086). von Deutscheit im Mai(1538) und im April(1374) zu verzeichnen. Von europäischen Ländern cnipfing nur England einen nennenswerten Zuzug von Hamburg, nämlich 3918 Russen, außerdem Oestrcicher und Deutsche in geringer Zahl. Nach Britisch- Nordamerika fand eine Auswanderung nur in den letzten 3 Monaten statt; von 5208 Personen, die dieses Ziel nahmen, ivare» 4334 anS Ocstreich-llugarn und nur 77 Deutsche. Wenige Austvanderer zogen nach Mexiko, Centralamrrika und Westindien, fast nur Deutsche. Nach Brasilien gingen 893 Personen,(682 Deutsche) und nach Argentinien 479(204 Deutsche). Afrika wurde von 909 Personen, die über Hamburg giugen, ausgesucht; darunter waren 704 Deutsche. 436 Deutsche beabsichtigen, sich i»»nsrcn afrika nischen Kolonien anzusiedeln. Nach Asien(hauptsächlich Ostasien) gingen 135 Personen(96 Deutsche). Dat. Nhv drv Isrnuettbewegnug. MtitttnilMl BerliiiS, wahret Eure Rechte! Die Bestiinmnngcn der Grwerbe-Ordnung, die zum Schutze der Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeiter erlassen find, werden viel fach seitens der Unternehmer nicht beachtet und die Rechte der Arbeiterinnen werden oft gekürzt. Das Gesetz bestimmt: Tic Arbcttszcit dauert für Arbeiterinnen über 16 Jahre 11 Stunde» täglich, mit einstüudigcr Mittagspause; an Vorabenden von Sonn- und Festtagen nur 10 Stunden, und cS muß die Arbeitsstätte an diesen Tagen bis spätestens 5>/e Uhr verlassen sein. Jugendliche Arbeiter von 14—16 Jahren dürfe» täglich nur 10 Stunden mit einstündiger Mittagspause sowie je VastiinMgcr Frühstücks- und Vcspcrpause beschäftigt werden. Kiindignnflcn und Entlassungen. Gründe für sofortiges Ver- lassen der Arbeit sind z. B.: Unsittliche Angriffe der Unternehmer oder ihrer Vertreter, Thätlichkcite», grobe Beleidigungen, un- regelmäßige Lohnzahlung, bei Accordarbcit nicht ausreichende Bc- schäftigung usw. Die Kündigungsfrist ist eine 14tngige; sie kann durch gegen- seitige Vereinbarung ausgeschlossen werden. Wenn Ründignngs- fristen bestehen, müssen sie' für beide Teile gleich sein. Anöflellnng von Zengniffcn. Tie Arbeiterin hat das Recht, ein Zeugnis über Art und Daner ihrer Beschäftigung zu verlangen; besondere Merkmale, welche die Schädigung der Arbeiterin zur Folge haben können, sind ungesetzlich und sind zurückzuweisen. Strafgelder. Bcstiinmnngen über Lohnabzüge in Form von Strafgeldern niüsfcn in der Fabrikordnnng, die sichtbar aushängen muß, bekannt gegeben sein. Die Verhüngnng jeder Strafe muß der Arbeiterin ohne Verzug mitgeteilt werden. Hygientsltic und Schutzmaßrcgeln. Arbcitsräume, Betriebs- Vorrichtungen, Maschinen und Gerälschaften find so einzurichten und zu unterhalte», daß die Arbeiterinnen gegen Gefahren für Leben und Gesundheit geschützt sind. ES ist für genügend Licht, reine gute Luft. Beseitigung von Staub und Abfällen zu sorgen; ebenso sind Schutzvorrichtungen an Maschinen anzubringen. In Anlagen, deren Betrieb es mit sich bringt, daß die Arbeiterinnen sich umkleiden und »ach der Arbeit reinigen, müsse» ausreichende, für beide Geschlechter getrennte Ankleide- und Waschräume vorhanden sei». Bedürfnis- ansialten müssen in genügender Zahl vorhanden und so eingerichtet sein, daß Sitte und Anstand nichr verletzt iverden. Arbeiterinnen, achtet darauf, daß diese zu Eurem Schutze er- laffenen gesetzlichen Bestimmungen durchgeführt und innegehalten werden. Wir weisen darum von neuem darauf hin, daß nachstehende Personen bereit sind, um es den Arbeiterinnen zu ermöglichen, ohne Nachteile für ihre Existenz auf Beseitigung der Mißstände in de» Arbeitsstätten hinzuwirken, wahrheitsgetreue Beschwerden entgegen- zunehnicn und für schleunigste Abhilfe Sorge zu tragen. D i e N a ui e u der Besch iverdcführer w e r d en streng geheim gehalten! Beschlvcrden nehme» entgegen: Frl. Baader, Großgörschen- straße 38. zweiter Hof II. Frau B n u s ch k e. Rostockerstr. 47, Hof II. Frau Dr. W e y l. Lothringcrstr. 67, 1. Frau Lutz, Waterloo-Ufer v, ini Laden. Frau M e s ch, Lyckicnerstr. 3, linker Ausg. IV. Frau T i e tz. Blumenstr. 63, 1 rechts. Frl. H e i d e m a» n, Alte Jakvbstr. 118, 1 V. Frl. G r ü n b e r g, Köpnickerstr. 8 b. IV. Frau Zeetze, Nixdorf. Steinmetzstr. 120, Hof I. Sprechzeit jeden Mitttvochabend von 7—9 Uhr. G e w e r k s ch a f t S b u r e a u, im GewerkschaftShaufe, Engel- Ufer 15, im Laden. Vorm. 9—1 und nachm. 6—8 Uhr. Die Ge iverbc-J» spektio n S-Asfi st entinnen Frl. Reichert, Engel-Ufcr 4, Frl. Kümmert, Georgcnkirchvlatz 21. Frl. v. Bennigsen- Förder, Prinzen- Allee 83, sind für Arbeiterinnen allein jeden Donnerstag von 7—8 Uhr abends und jeden ersten Sonntag ini Monat von 9—10 Uhr vormittags zu iprechen. Das SegmentverfanimliingSrecht. In Hannover war eine Versammlung der Zahlstelle des Maurer- Verbandes wegen der Anwesenheit von Frauen aufgelöst worden. Auf die dagegen eingelegte Beschwerde erging folgender Bescheid deS dortigen Polzei Präsidenten: Hannover, den 23. Juli 1902. „Auf die Vorstellung vom 13. v. Mls. erwidre ich dem Vorstand, daß ich das Verhalten de« Polizeibeainten, der die Versniumlung der Zahlstelle vom 10. v. MtS. überwacht hat, villige und die über ihn er- hobcne Beschwerde als unbegründet zurückweise. Die Zahlstelle ist ein politischer Verein im Sinne deS§ 8 de« VcrcinSgeietzes voni 11. März 1850. Zu Bersanimlungcn und Sitzungen solcher Vereine dürfen aber Frauenspersonen nur dann zugelassen werden, wenn sie nicht als eigentlich« Teilnehmerinnen, andern lediglich als Zuschauerinnen zugegen sind nud die Annahme ihrer aktiven Beteiligung an denselben von vornherein ausgeschlossen erscheint. Letzteres ist nur dann der Fall, wenn ihr Platz von denr Versammlungslokal räumlich getrennt ist, derart, daß sie sich in durch ausreichende Schranken abgesonderten Reben- räumen oder Logen befinden. Dies traf in der fragliche» Ver- ammlung nicht zu. Die erschienenen Frauen befanden sich mit den anwesenden männlichen Personen ziisammen und nnabgcsondert in ei» und demselben Saal. Auch, als sie auf die Aufforderung des überwachenden Polizeibeainten in den Nebensaal geführt worden, >var die obige Voraussetzung nicht erfüllt. Denn, nachdem die Jalousien, welche die beiden Säle trennten, emporgezogcn und dadurch zwischen denselben Oesfnnngen in Gesamtbreite von 8,32 Meter hergestellt worden, ivar zwischen den beiden Räumen ein ungehinderler Verkehr ermöglicht, der keine Garantie dafür bot, daß die aktive Beteiligung der in dem Neben- aal untergebrachten Frauen an der Versammlung von vornherein ausgeschlofleu war. Der überwachende Polizeibeamte war daher berechtigt, wie verpflichtet, die gänzliche Eutfernuiig der Frauen anzuvrduen.' ES wird sich empfehlen, daß sich der Polizeipräsident von Hannover auf der nächsten Versammlung des Bundes Landwirte im CirluS Busch durch den Augenschein überzeugt, wie wenig begründet 'eiue Schrankentheorie ist._ Schönebcrg. Der Verein für Frauen und Mädchen Schönebergs und Umgegend hält am Mittwoch, den 30. Juli, abends 8Va Uhr, eine jährliche Generalversanniilung im Lokale von E. O b st, Meiningerstr. 8, ab. TaS Erscheinen sämtlicher Mitglieder ist un- bedingt nötig, da wichtige Angelegenheiten in dieser Versammlung zn regeln find. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Mkleimvifches. Herniann Beck:„Gerechter Arbeitslohn 1' Dresden. Verlag von O. V. B ö h m e r t. 1902. Herr Hermann Beck hat seinem Buche ein Vorwort voraus- geschickt, in dem er um schlechte Receiisioiie» bittet, damit er den ihm wüiischenswerteii„Platz zwischen zwei Stühlen"— Uuternehmer- welt und Arbeiterkreiscu— veibchaltcu könne. Man wäre nach bloßer Kcniitiiisiinhme des Titels leicht geneigt, dem seltenen, in so liebenswürdiger Form geäußerte» Wunsche gefällig entgegen- zukommen. Denn der Titel ist ein llnsiiiii init einem Rufzeichen dahinter. Der Verfasser ist aber auch wieder so liebenswürdig, das gleich im ersten Satze seiner Ein- leitung anzuerkeiuie». Hier stelzt der„gerechte" Arbeits- lohn schon auf Gänsefüßchen, und es wird als aussichtslos erklärt. für ihn eine unbedingt richtige Formel zu finden. Schließlich einigt sich der Autor mit der Vernunft auf de» Begriff eines b e- dingt gerechten Arbeitslohnes, der dann im Verlaufe der Arbeit bescheiden ohne Rufzeichen, aber auch ohne Gänscsüßchen Iveitcr- geführt Ivird. Zn seiner Konstruktion bedarf der Antor einer eignen Theorie des kapitalistischen Produktionsprozesses. Im Gewinn des Kapitalisten unterscheidet er den Unternchinerlohn, den„lieber- lassungspreis des Kapitals", ivill sagen die Zinsensumme, die sich bei unbedingt sicherer Anlage des Kapitalwertes ergeben würde, schließlich den eigeiillichen Reinertrag, das ist jene Summe, um die der wirkliche Ertrag über die Summe des UntcrnehiiiniigslohncS und des Kapitals- überlassiiiigspreises hinausgeht. Der erste Faktor, der Unternehmer- lohn(der natürlich in zahlreichen Fällen ganz cntsälll) ist ein Entgelt für geleistete geistige Arbeit durch Leitung des Betriebs; der' zweite ist damit gerechtfertigt, daß er zur Erhaltung deS Kapitals dient, wobei der Verfasser übersieht, daß diese Erhalinng des Kapitals wieder auf Arbeit beruht,„gcrcchter"-lvcise also der Knpitalaetvinn nickt dem Kapitalvcsitzcr, sondern denen zufallen müßte, die die zur Erhaltung des Kapitals notwendige Arbeit leisten. Ter letzte Faktor schließlich erscheint ihm höchstens zum Teile als Risilopräinie gerechtfertigt. Es bleibt also ein nichtgercchlfertigter Rest, der eigentlich dem„gerechten Arbeitslohn" zugeschlagen werden sollte. Also Gewinnbeteiligimg der Arbeiter, oder wie der Verfasser es lieber nennen will, Ertrags- b e t e i l i g u ii g I Um gleich das Exempcl auf diese Theorie zu machen: Ein Fabrikant hat mit 200 000 M. ein Unteriiehmeii gegründet, das ihm 40 000 M. Jahrescrtrag bringt. Wenn er seinen Unteriiehmerlohn aus 25 000 M.. den Kapital-UeberlassmigSpreis auf 7000— 8000 M. taxiert, so bleiben noch weiter 7000—8000 M. als Risilopräinie zu erklären, und er ist, wie man in Berlin zn sagen Pflegt,„schön heran« I" Bleiben aber wirklich noch vielleicht„ungerechtfertigte" 1000 M.. so braucht sich mir.der Bankzinsfuß um Va Prozent zn erhöhen, woran weder der Uiitcriichmer Verdienst, »och seine Arbeiterschaft Schuld trägt, und der„gerechte" Ertrags- antcil der Arbeiter ist wieder dahin. Man sieht, auf dem Fliigsande dieser Theorie läßt sich kein dauerndes Gebäude der Praxis errichten. Denn sie rechnet mit niinicßbarcii Faktoren, deren Größe nicht durch irgend ein Gerechtig- keitS-Jdeal, sondern durch Macht- und Machtverhältnisse bestimmt wird. Es giebt darum cincii„gerechten" Arbeitslohn weder bedingt noch unbedingt. Glücklicher erweist sich die Hand des AntorS, wo sie uns in das wirkliche Leben hineinführt und die Wirkungen der ver- schiedciicn Lohnformcn kritisch untersucht. Freilich fehlt cS auch hier nicht an Absonderlichkeiten. Daß die„Streiks wie eine Spcrrklinke am Spcrrrad wirken," d. h. eine Erhöhimg der Löhne de« wirlcn, ihre Herabsetzung aber zu verhindern suchen, erscheint ihm als„volkswirlschastlich außerordentlich unheilvoll." Herr Beck ver- laugt ,gcrechter"wcisc. daß sich die Arbeiterschaft dem KiSmct der Krise stillschweigend untcrwirst und sich ihre Lnxusbedürfuisse wieder abgewöhne. Dabei hält er sich für einen Gegner deS ehernen Lohn- gesetzcs und fchnliiieistert den alten Ricardo, der bekanntlich die Förderung des Geschmacks der arbeitenden Klassen für höhere Aiinehinlichlciteii und Genüsse als notwendiges Gegengift erkannt hat. Sehr treffend und interessant ist dagegen das meiste, was über das Stiicklohnsystcm anSgesührt wird. Die Steigung der Arbeits- löhn«, die durch vermehrte Anstrengung hcrvorgcrnfcii wird, entspricht keineSivegS der resiillierendeu Steigung der Produklioii, sondern bleibt wesentlich hinter ihr zurück. So erzählt Beck anS eigner Er- fahning u. a. von cincni Sckloffcr, der durch llm Wandlung des Zeit- lohns zum Slücklohn seine Produktion nni ca. 50 Proz., sein Ein- kommen aber nur um rinid 16 Proz. steigerte, so daß der Lohn relativ im Verhältnis zur Leistung um 21,4 Proz. gcsiinkeii ist. Auch das erkennt der Vcrfaffcr als einen Nachteil an, daß die Herabsetzung der Lohnsätze von Fall zn Fall nicht in das Bewußtsein des Arbeiter« dringe und nicht mit Protest und Streikdrohnng beantwortet wird. Zuvor aber hatte er gerade doch solche Antworten als niisittlicheS Geschrei" verurteilt I Der Hanpttcil des BnchcS ist naturgemäß dem Thema der Ertragbeteiligimg gewidmet. In ihr erblickt Beck eine Lohnform der Zukunft, z» deren Dnrchfnhrnng er Unternehmer, Gesetzgebung und Arbeiterorganisationen gleichmäßig anruft. Unter Heranziehimg der einschlägigen Litlcratnr und liebevolle» Schilderung einzelner vor- liegender Beispiele— er zählt im ganzen 108 französische. 96 eng» lische, 12 amerikanische, 42 deutsche, in der ganzen Welt 316 Unter- nehmmigen mit Geivinnbeteiligniig— gicbt er ein plastisch-anschmi« licheS Bild der verschiedenen Organisationc». Er entscheidet sich für jene Forin, die den Arbeitern einen Rechtsanspruch an bestimmte Percente des„Reinertrags" gewährt, die Berweiidung der An- teile grundsätzlich den Arbeitern freiläßt, womöglich aber darauf hinwirkt, mit Einwilligung der Srbeitervertretnng einen Teil de« Arbeitsertrags' verzinslich anzulegen. ES würde auf diese Weise eine Klaffe von Zwergcentneri! geschaffen werden, deren Entstehung der Arbeiterschaft vom Standpunkte ihres Klassenbewnßtseiiis au« kamn erwünscht wäre. Daß sich die Gewinn- rcsp. Ertragsbctcilignng für die Arbeiter im einzelnen Falle nicht lukrativ gestalten könnte, kann weder theoretisch behauptet, noch an den Erfahrmigen der Praxis bewiesen werden. Die allgemeine Lohnhöhe, als Grundstock des Einlommcns bleibt aber doch entscheidend und der vom Antor vorgesehene Fall, die Lohnhöhe könnte cincn Grad erreichen, der die Beteiligung ausschlösse, ist am ehesten lonnschenswert. Einzig und allein in dieser Richtung ist auch der sociale Fortschritt zu snchcii, während die ErtragSbcteiligiing wenigstens bei der gegenwärtigen Regel« losigleit der Produktion doch nur eine kapitalistisch-rcaktionäre Utopie ist. k.». Schriftett-Emgang. Tie Arbeiterversichcrung im Auslände. Von Dr. Zacher. Heft XVl. Berlag der Arbetterveiforgmig- A. Troschel. Berlin Grunewald. Die Ergebuiffc der Eidgenösiischen NolkSzälilinig vom 1. Dezember 1966 in drr Stadt Zürich. Heft II. Methode und Ergebnisse der Arbeits- loscii-Zählung. 1,50 Fr. Zürich. Druckerei deS schweizerischen Arütli- veretns. Mehrarbeit»nd Mehrwert. Von V. W. Paycr. Wien 1902. Wiener Volts- Buchhandlng Jgnaz Brand. VI. Gninpendorserstraße 16. 10 Heller. Bekenntnisse eines ArztrS. Von W. Weressägew. Einzige vom Versafler genehmigte Uebcrsctzung. Stuttgart 1902(Robert Lutz). Tie WrUhcrriii und ihr Schatten. Ein Vortrag über Energie und Entropie von Dr. Felix Auerbach, Professor in Jena. Jena 1902 (Gustav Fischer). ffiit bcii Julialt bee Inserate «bernimint bie Nebaktimi bem Piiblifum flcaciiiib« keinerlei Aerantivortiing. UTörnfrv. Sonntag, den 27. I u I i. Neues Oper»- Theater tKr-Ns. Die Geisha oder: Eine japanische Thechans- Geschichte. Anfang 7V, Uhr. Montag: Boccaccio. Im Liederspielhaus: Ossenvach- Cvkliis.(Die Zaubergeige.— Die Hanni weint— der Hansi lacht.— Apotheker und Friseur.) Anfang 8 Uhr. Montag: Die Zaubergeige.— Der Regiinentszaubcrer.— Die Hanni weint— der Hansi lacht. Westen. Die Brautlotterie. Anfang 7-/- lthr. Nachmittags 3 Uhr zu halben Preisen: Der Troubadonr. Montag: Die Brautlotterie. Metropol.(Morwih-Oper.) Carmsn Anfang 8 Uhr. Montag: Die verkaufte Braut. Neues. Ledige Leute. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Borslelluug Carl Weist. Der Dämon. Hier auf: Sie. Anfang 8 Uhr. Nachmittags 3 Uhr: Die Biper. Montag: Der Dämon. Hierauf: Sie. gsriedrich.-Wilhelmstiibtisches Der Zerrissene. Anfang 7»/, Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Seeession. Silbersteins Flitter- Wochen. Anfang 8 llhr. Wolzogens Buntes Theater. (Ueberbrettl.) Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorslellnug. Apollo. Lysistrata. Spccialitäten- VorsleNnng. Ansang 7i/z Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Neichshallen. Slettincr Säuger. Anfang 7 Uhr. Passage- Theater. Specialitätcu- Borstellung. Anfang nachmittags 3 Uhr. Passage> Pauoptikuni. Speciall- täten-Vorstelluug. tlrania. Taubeustr. 48/tl».(Im Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Die deutsche Ostseeküste. Montag: Dieselbe Borstellunz. Jnualideustraste 57/02. Täglich: Sternwarte._ ifitropol-Mtfir Anfang 8 Ulir. Morwltz-Oper. Franceschlna Prevosü: Urania Tauben-Straese 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Die deutsche Ostseekiiste. z OOIOCISCHER GARTEN Passage-Theater. glfinzende Juli-Programm. Das Willy Präger. (Prolongiert!) 16 nene erstkl. Xninmern Passase-Panoptlcum. IHoles Pariser Marionetten-Theater. Das Affenwelb. Seejungfer._ Tigerknabe. Frttbels Heute mm Sonntag Ib Entree: Kinder unter 10 Jähren die Hälfte. 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Sitzung jeden Sonnabend um s Uhr I im Ostend-Restaur., Gr. Frankfurter- strahe 18. Beitrag wöchentlich 50 Pf. Herren u. Damen herzl. willkommen AlImiiriVi'» Wallnertheater-Strasse 15 Jeden Sonntag und Dienstag: Grofter Extra-Ball bei doppelt besetztem groben Orchester. Anfang 5 Uhr.«Ntree 50 Pf. inkl. Tanz. A. Kameitat. Hagenbeeks Malabaren-Truppe- Unniderrnf iich letzter Tag. Radrennbahn Kurfürstendamm. Vorstellung: 4, 6 und 8 Uhr. | Eintritt 50 Pf."VS[30/15] SV Kinder SO Pf. Heute: Indische Biacht, Brillant-Feuersverk. GeseNschaftshaus Swineinünberstr. 42. Tägl. Theater- u. Specialiläten- i Borstellung. Jeden sonntag: Ball. Säle für Gesellschaften. Vereine coulant zu vergeben. Noch einige Sonnabcnbe frei. s318SL» Süss' LsII-TsIon Groste Frankfurterstrafse 85. Vereinen empfiehlt feine bestciugerichteten F e s t- 8 ü 1 o 4S13L»| für Festlichkeiten und Versammlungen. September, Oktober und November] einige Souuabenbe frei! 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Da die vorjährige Erhebung in die Zeit der heute noch andauernden wirtschaftlichen Depression fiel, so wurde die Frage ernstlich erörtert, ob der Augenblick tvirllich geeignet sei zur Schasiung einer neuen Fabrikstntistik, die wieder für eine Reihe von Jahren für die Beurteilung vieler Verhältnisse als Grundlage dienen werde. Allein es drang der Gedanke durch, dah man nicht ein schönes, sondern ei» wahres Bild geben wolle, und so wurde die Enquete durchgeführt. Dabei wurden in die Frage- bogen wichtige neue Fragen ausgenommen, so nach der Zahl der verheirateten Fabrikarbeiterinnen, der Zahl ihrer Kinder ini Alter von unter 12 Jahren, und nach der Zahl der von den Fabriken nebenbei noch beschäftigten Heimarbeiter. Die Fragen wurden im allgemeinen gut beantwortet, jedoch waren zahlreiche Rückfragen nvlwendig. Einige Seidenfabrikanten im Kanton Zürich zeigten sich renitent und erklärten, es gehe niemand etwas an, wie viel Frauen sie beschäftigen. Die Frage nach den Kinder» sei— indiskret(wie zartfühlend lj und die Zahl der Hansarbeiter sei ihr Geheimnis! Die vereinzelten Lücke» im Material mußten dann so gut alS möglich ausgefüllt werden, was aber nicht überall gelang. Einige kleine Aendernngen hat auch das Verzeichnis der Industrie- zweige erfahren. Dasselbe weist 157 statt früher nur 150 Gruppen ans, obwohl einige der älteren zusannnengezogen worden sind. So sind neu: Mineralwasser, Tecrfarbe», Calcinmcarbid, galvanische Kohle, Papierwäsche und Stahlfedern. Im großen ganzen aber cnt- sprechen die Gruppen nach Umfang und Inhalt demjenigen der 1895cr Statistik. Der nachfolgenden vergleichenden Statistik von 1901 und 1895 setzen wir noch die Zahlen von 1883 bei, so daß der Vergleich einen dreizehnjährigen Zeitramn umfaßt. Es wurden demnach gezählt: 1901 1895 1888 Betriebe..... 6080 4843 3776 Arbeiter..... 242 534 200 199 159 106 Betriebskräfte... 289 037 152 718 82 393 Alle Faktoren der Industrie sind demnach erheblich gestiegen, von 1895 bis 1901 die Zahl der Betriebe um 23,2 Proz. der Arbeiter imr 21,1 Proz. und der mechanischen Bctriebskräfte um 89,3 Proz. Noch gewaltiger läßt ein Vergleich der Zahlen von 1901 und 1883 die In der Zivischenperiode erfolgte Weitcrentivickelung der schweizerischen Jndnstiie erscheinen. Die Zahl der Fabrikarbeiter ist seit 1895 in allen Kantonen mit Ausnahme des Kantons Glarns gewachsen, der eine Abnahme um 9,6 Proz. erfuhr, welche die seit Jahren daniederliegende Bamnwoll- Druckerei verschuldete. Beachtenswert ist die weit größere Vermehrung der Arbeiterzahl in den welschen als in den dcntschcn Kantonen. So stieg sie im Kanton Zürich nur um 13,5 Proz,, St. Gallen, Thurgau und Appenzell um zusammen 18,6 Proz., in den Kantonen Bern, Waadt, Genf, Tessin und Neuenbürg dagegen um 38,6 bis 55,7 Proz. In Bezug auf die Zahl der Etablissemente steht niit dem Wachs- tum der Kanton Tessin obenan, in dem die Zahl der Etablissemente von 62 auf 14/ ober um 137,1 Proz. gestiegen ist; dann folgen Genf mit 60,6, Solothunr mit 45,2, Bern mit 40, Neuenbürg mit 36, Basel mit 34,6, Wandt mit 34 Proz. usw. Interessant ist, daß fast überall. wo esne Zunahme konstatiert ist, die Zahl der Betriebe stärker zu- »ahm als die der Arbeiter, was auf die Untcrslcllnng vieler kleinerer Betriebe unter das Fabrikgefctz hindeutet. Sehr stark ge- wachsen ist die Metall- und Mnfchinenindnstrie, indem die Zahl ihrer Betriebe um 42,7 und der Arbeiter um 84 Proz. stieg. Die Tcxtil- und Bekleidungsindustrie>nit über 100 000 Arbeitern hat einen Rück- gang der Betriebe um 3,4 Proz., dagegen aber eine Vermehrung der Arbeiter nm 6,2 Proz. erfahren. Der Rückgang der Betriebe ist ans dem immer wieder vorkommenden Uebergang vom Fabrilbctrieb zur Hausindustrie in der Stickerei zu erklären. Uni ein Drittel der Betriebe und 52 Proz. der Arbeiter ist in der Weslschlveiz die Uhren- und Bijontcric-Jndustrie gestiegen. Dem G e s ch I e ch t e»ach verteilt sich die Arbeiterschaft mit 150 202(1888: 119 204) auf das männliche und mit 92 331(80 995) auf das Iveibliche, so daß die männlichen Arbeiter eine viel stärkere Vermehrung als die Arbeiterinnen erfuhren. In de» meisten Industrien blieb das zahlenmäßige Verhältnis zu einander ziemlich gleich; in der Kettcustich-Stickerci»nd in der Uhren-Jndustrie ist die Zahl der Arbeiterinnen stark gestiegen, in einigen Zweigen der Textil-Jndnstric, ferner in der Schuh- und Bijonlerie-Jndustrie ist sie zurückgegangen. Insgesamt machten die Arbeiterinnen im Jahre 1901 38,1 Proz. aller Arbeiter ans gegen 40,5 Proz. in 1895 und 45,8 Proz. in 1888. Die Zahl der Betriebe mit ausschließlich iveiblichen Arbeitskräften ist von 230 in 1895 zurückgegangen auf 214 in 1901, die Zahl der Arbeiterinnen von 5090 auf'3487. Dem Alter nach entfallen die meisten Arbeiter, was ganz naturgemäß, auf die Klasse von 18 bis 50 Jahren, nämlich 76,3 Proz.; dann folgt die Klasse von 14 bis 13 Jahren mit 14,5 Proz. und schließlich die Klasse von über 50 Jahren mit 9,2 Proz. Das Verhältnis ist gegenüber 1895 fast unverändert ge- blieben. Dagegen weifen einzelne Industrien erhebliche Verschiebungen in dem Altersausbau der Arbeiterschaft auf. Verheiratete Fabrikarbeiterinnen wurden 24 042 gezählt, ivovon 11 736 Kinder im Alter von unter 12 Jahren hatten. Natürlich entfällt die große Mehrzahl derselben auf die Textil- industrie, nämlich 17 201, wovon 8439 Kinder unter 12 Jahren be- saßen. Daran schließen sich die Lebens- und Geniißmittelindnstrie mit 2825 bezw. 1416, Bijouterie- und Uhrenindustrie mit 1899 bezw. 901, Papierfabrikation ec. mit 681 bezw. 332 usw. Heimarbeiter werden 52 291 von 90(von 157) Industrie- gruppen beschäftigt, d. h. auf je 100 Fabrikarbeiter kommen 21,5 Heimarbeiter, lhatsächlich dürste die Zahl derselben be- deutend größer sein, da nach der Ausführung der Fabrikinspcktorcn durch ihre Erhebung nur ein kleiner Teil der Heimarbeiter ersaßt worden ist. In mehreren Industrien überwiegt nach den ermittelten Zahle» diejenige der Heinrarbeitcr die der Fabrikarbeiter, so in der Tricoterie(134:100), Musikdoscn- fabriken(138: 100), Schnitzlerei(302: 100) und Halbwollenweberei (453: 100), in der 41/2 Heimarbciler auf 1 Fabrikarbeiter komme». Aehnlich ist es noch in der Maschinenstickerei, Seidcnlvebcrci und Strohhulindustrie. Während einige unsrer alten, einst mächtigen Hausindustrien durch die Einführnng der Maschinen ganz zur Fabrik- industrie geworden sind(so die Bainnlvollspiniierei), kämpft in andre» Ziveigen, z. B. in der Seidenweberei, in der Stickerei, die alte Prodnktionsform mit unveränderten Arbeilerzahlen gegen die neue und wieder in andren überläßt die Fabrik der Hausindustrie gern diejenigen Arbeitsgebiete, wo Maschinenarbeit noch unbekannt oder nicht lohnend ist. Die Zahl der Ausländer unter den 242 534 Fabrik- arbcitcrn betrug 39 576, ivovon 18 375 D e u t s ch e, 4204 Franzosen, 14 028 Italiener, 3063 Oestreicher und 398 verschiedener Nationalitäten. Im Jahre 1895 machte» sie 12,7, 1901 dagegen 16,5 Proz. aller Fabrikarbeiter anS. Die Italiener haben am meisten an Boden ge- Wonnen und das nicht nur in ihrer Gesamtheit, sonder» überall in den einzelnen Industrien: nur 20 von den 757 Industrien führen solche nicht auf. Nicht geringes Interesse bietet die Statistik der Arbeits- zeit. Danach halten ivöchentliche Arbeitsstunden: Stunden Betriebe Arbeiter «runoe» 1895 1901 1895 bis 65 2782 2935 101 223 114 297 , 62i/2 533 308 29 572 18 530 . 60 2720 1333 92 458 56 738 . 57 188 117 11 254 6 651 . 54 248 128 6 550 2 793 unter 54 08 48 1 481 1 190 In dem sechsjährigen Zeilraum sind 13,6 Prozent der Betriebe vom Elfstundentag zu einer kürzeren Arbeitszeit übergegangen, und die Zahl der Arbeiter, welche dieselbe genießt, ist um 13,3 Prozent größer geworden, und zwar haben die meisten davon den Zehn- stundentag erhalten. Jnsgesaint haben 41,7 Prozent der Arbeiter noch den Elsstundentag, 12 Proz. die lOVestiindige tägliche Arbeitszeit (genau 62�/2 Stunden die Woche) und 46,3 Proz. 10 und weniger tägliche Arbeitsstunde». In der Rubrik„unter 54" ist ein, wenn auch bescheidener, doch erfreulicher Ansatz von achtstündigen Schichten im ununterbrochenen Betrieb zu verzeichnen. Am Elfstundentag hält »och immer der größte Teil der Textilindustrie fest, namentlich die Baumwolliiidnstrie, in welcher große Arbeitermasscu beschäftigt sind und Ivo ohne gesetzlichen Ztvang kaum nennenswerte Fortschritte in der Verkürzung der Arbeits- zeit zu erreichen sein werden. Der Zunahme der m e ch a n i s ch c n B e t r i e b s k r ä f t e ent- spricht auch eine Vermehrung der Motorenbctriebe und zwar von 60,0 in 1895 auf 74,0 Proz. aller Betriebe in 1901. Ohne die Unter- stellung der Elcktricitätswcrke unter das Fabrikgesetz würde die Vermehrung der mechanischen Bctriebskräfte nur 11,4 Proz.� aus- machen statt 89,3 Proz. In der Art der mechanischen Betriebskräfte ist insofern eine Veränderung zu verzeichnen, als Wasser und Dampf zurückgegangen, die elektrische Kraft dagegen von 6.6 auf 26,7 Proz. gestiegen ist, ivobei es sich in der Hauptsache freilich auch um die Verwendung der Wasserkräfte, aber in der umgetvandelte» Form der elektrischen Energie handelt. Angesichts der rapiden Eutlvicklung der schlveizerischen Industrie und ihrer großen Bedeutung für das schweizerische Wirtschaftsleben erscheint die excessive schweizerische Agrar- und Zollpolitik geradezu als Selbstmord, denn Handelsverträge mit lebhaftem internationalen Güteraustausch sind für die Schlveiz ein ebenso unentbehrliches Lebeuselement wie für alle andren Industriestaaten. Theaterspielplan für die kommende Woche. Neues königl. Operutheater. Sonntag: Die Geisha. Montag: Boccaccio.(Frl. Schober a. G.) Dienstag: Die Fledermaus.(Jesefine Vettori o G.) Mittwoch: Die Geisha. Donnerstag: The Silver Slipper. Freitag: Das süüe Mädel. Sonnabend: Der Bettelstudent. Sonntag: Die Fledermaus. Montag: Die Glocken von Corneville. Deutsches Theater. Wiedercrösfimng: Freitag, den 1. August: Die versunkene Glocke. Sonnabend: Es lebe das Leben. Sonntagnachmittag: Die Weber. Sonntagabend: Es lebe das Leben. Montag: Rosenmontag. Der Kartenverkauf beginnt am Dienstag, den 29. Juni, 10 Uhr. Lessiiig-Theater. Wiedereröffnung: Freitag den I.August: lieber den Wassern. Die Medaille. Sonnabend: Flachsmann als Erzieher. Sonntag: So leben wir. Neues Theater. Täglich: Ledige Leute. Metropol-Theatcr. Sonntag: Carmen.(Prevosti.) Montag: Die verkaufte Braut. Dienstag: Der Barbier von Sevilla.(Prevosti.) Mitt- wach: Die verkaufte Braut. Donnerstag: Traviata.(Prevosti.) Freitag: Die verkaufte Braut. Sonnabend: Der Troubadour.(Prevosti.) Sonntag- nachmittag 3 Uhr: Der Waffenschmied. Abends: Ernani. Theater des Westens. Montag»nd Dienstag: Die Brautlotterie. Mittwoch: Die Fledermaus. Donnerstag und Freitag: Die Brautlotterie. Sonnabend: Der Zigeuncrbaro». Sonntagnachmittag: Das Nachtlager von Granada. Abends: Die Brautlotterte. Buntes Theater. Täglich: Ueberbrettl. Urania. Täglich: Die deutsche Ostseeküste. Witterungsübersicht vom SV. Juli 1902, morgens 8 Uhr. Stationen Ii*.- Si is Swinemde. Hamburg Berlin Franlf./M. München Wie» 763: Still 762 SO 763 Still 762 O 765 SO 765 Still Wetter —heiler 1 Dunst — hlb.bed. 2wollenl Lwolkenl -jDunst ß dll §«*> Stationen 06 « 6 *1 S 3 S«■ Wetter iaparanda 757 SO lctcrsburgij762 W �" 1(744'® 758:® SO 1 4Regen Iwolteul 31 bedeckt Lwotlenl 65. c äU Sa 13 16 14 20 19 Cork 18 Äberdeen 17 WatiS 18| Weiler Prognose für Sonntag, den 27. Juli 1902. Vielfach heiter und sehr warm bei lebhaften südlichen Winden und etwas Neigung zu Gewittern. Berliner Wettcrbureau. Briefkasten der Redaktimr. Die fiiviflifchc Sprechstiiude findet täglich mit AnSnahme dcS Sonnabends vo»?>/- bis 9'/,»hr abends statt. K. T.£31. Vor mir und nicht„für mich". Auch sagt man nicht: Seh Dir vor, sondern:-Sieh Dich vor. O. Sl. Um in Berlin Hebamme zu werden, meldet man sich beim BezirkSphysikus Schulz am Tcnipelhoser Ufer 29; Frauen aus dem Regierungsbezirk Potsdam meldeil sich bei ihrem Kreisphysikus. Diese erste Meldung geschieht zum Zwecke der Vorprüfung und Untersuchung. Hieraus haben die Frauen beim Polizeipräsidenten und die aus dem Regierungs- bezirk Potsdam beim Regierungspräsidenten et» Gesuch um Zulassung zur Ausbildung cinznreichtn. Sodann erhalten sie Bescheid, ob sie angenommen sind oder nicht, und werden im ersteren Fall zu dem Kursus einberufe», der jährlich vom 1. Okiober bis 3l. März in der Charit« abgehalten wird. Während der Zeit ihrer Ausbildung miisien die Frauen in der Charite wohnen. Die Kosten für Ausbildung, Wohnung, Verpflegung und Jnftru- mcnte stellen sich auf etwa 300 M.• Frauen im Alter von über 30 Jahren werden in Preußen zur Ausbildung nicht zugelassen. A. L. 101. Ihre am 23. Juli unter ,.C. H. 140" gestellte Anfrage ist im Brieflasten voni 24. Juli beanttvortet. Wenn Sie nachgesehen hätten, hätteil Sie sich und uns unnützen Zeitverlust erspart.— O. H. 5. 1. Den Wert, den die Nutzung des Grundstücks durch vermieten, verpachten usw. hat. 2. Ja. — Triberg. 1. Ja. 2. Nein. Nach K 37 des K. V. G. bestellt die Generalversaiiinilung eniweder aus sämilichcn großjährigen Kasscnniitglieder» oder aus Vertretern, welche von den großjährigen Kaffenmitgliederit aus ihrer M i i t e gewählt werde».— Ernst. Ein schriftlicher Vertrag ge- »ügi.— Schähel. Ein Gastwirt ist zur Darreichung von Speise oder Trank nicht verpflichlet. In der Weigerung kann aber eine Beleidigung liegen.— Vermöge«. 1. Sie müssen sich an tmS Amtsgericht mit dem Antrage wenden, die Auseinandersetzung mit dem Kinde vorzunehmen und Ihnen eine» AuSeüiandersetzungssckiein zu erteilen. 2. Bom Tage der Rechtskraft ab wird gerechnet.— E. F. 11. Ja.— W. 9. 1. und. 2. Ja. — Grcnadierstraße 13. 1. Die Klage auf Alimente für das Kind hat nicht der Vormund der Mutter, sondern der zu ernennende Vormund des Kindes aiizüstrcngcn. 2. Das Vorgehen des Vormundes»nd des Gerichts ist in dem von Ihnen geschilderten Fall durchaus dem Gesetz enisprechend. Ein Gnmd zur Absetzung des Vormundes liegt nicht vor. 3. Eine Groß- jährigkeitserklärung kann nach zurückgelegtem 18. Lebensjahre erfolgen. In der Regel nimmt das Vormundschaftsgericht an, daß ein besonderer Grund für eine Großjährigkettserklärnng vorliegen müsse, z. B. Uebernahme eines Geschäfts. Das von Ihnen Erwähnte dürfte schwerlich als hinreichender Grund vom Gericht erachtet werden.— Ä. B. Ja. AUSVERKAUF zu ungevöhnlicb billigen Preisen, zum Tbell erbeblich unter dem Einkaufspreise. Eine Menge Eine Menge Eine Menge Eine Menge Eine Menge Eine Menge Eine Menge Eine Menge Herren-Strand- Anzüge:• � 5 Herren-Stetf- Anzüge•••> 10 M Herren-Stoff-Hosen.... 3 m. Herren-Sommer-Paletots» 6 m. Englisch. Gummi-Paletots* 14 m. Herren-Loden-Havelocks. 6 m Herren-Radfahrer- Anzüge- 5 m. Herren-Loden-Joppen••.2m an 50 SO 25 Eine Menge von Herren-Piqa6-Westen Herren Sommer Joppen Menge Herren-Lüster-Jackets Eine Menge MEjnn|e Schul-Anzüge....... Menge 1�1)6� AUZÜgG•.. i- Menge Jünglings-Stoff- Anzüge. MEinn|e Herren Stroh-Hüte... 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Bei der Firma htckmtdt, Krunnc«& Co. sind Differenzen ausgebrochen. Zuzug für sämtliche Brauchen ist fernzuhalten. 226/6 Die Ortsverwaltung. Aimahmc-Stdlct» fiir„Kleine ZlnzeiFeu". OKtvo: WengelS. Gr. Frankfurtcrstr 133, H Gustav Vogel, Koppenstr. 83. Chr. Schnitz, Blnmcnstr. 14. Nordost«»»: I. Renl, Barnimstr. 42. �fo»-d«u: H. Raschle, Grünthalerstt. 65. Karl MarS, Kastanien-Allee 95/96. C. Stoltzcnbnrg, Wiesenstr. 4l/42. L. Dechand, Ruyeplatzstr. 24. H. Vogel, Deiittuinerslr. 32. Äl. Tictz, Jnvalideustr. 124. Xordwestcu: Karl ZlnderS, Salzwedclerstr. 8. Siidwegtcn: F. Ohnesorge, Bergmannslr. 23, HU. H. Schröder, Kreuzbcrgstr. 15. Sttden: F. Gntschmidt, Kottbuser Damm 8 h-iidoNte»: Paul Böhm, Lausitzer Platz 14—15. W. Gesche. Wraugelstr. 58. Marti» Mescha. Adalbertftr. 24. P. Horsch, Engel-Ufer 15. Contr»»»: Zl. Tietz. Breitesir. 23. ClinrloUenburg: G. Scharuberz, Sesenheimerstr. 1. Friedcnuii: H. Bernsee, Kirchstr. 15. Frledrlelmberc: O. Grauer, Frankfurter Allee 197 : Kuininert, Florastr. 48. irixdoi-r: G. Osterinann. Erckstr. 6. C. Retzera», Hermaiuistr. 50. dicIumoKci'K: Wilh. Bänniler, Martin Lutherstr.öl Weissenseo: Heinrich Baihtnaun, Lehderftr. 1. Julius Schillert, Känigchaussee 39» Vtraittivortltcft« Redaueur: Earl Leid m Verl«. Für btu Smeuuaual otmuaoaliä: Th. Glocke in Lerlui. Druck und Verlag von Mar Babing m Berliu.