Dr. 179. Abomuments-Kedingung-ll: SbonnemiNlZ-Preis pränumerando: vierteljährl. ZLV MI., monatl. 1,10911., wöchentlich LS Psg. frei WS HauS. Situelne SJlumm»! 5 Psg. Sonntags» Nummer mt! tduntltiuf Sonntags- Beilage„Tie Neue Welt" 10 Psg. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Mona«. Eingetragen w der Post- gettungs- Pretiltste sür»SOS unter Nr. 707». Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, siir das übrige Ausland 3 Marl pro Mona«. «rschrini täglich«ufter Zvonlsg». - Berliner Volksblnlk. 19. Jahrg. Die Jnstrtlons-Weliayt beträgt sür die sechSgefpaltene Kolonst- »eil- oder deren Raum so Psg., sür politische und gewerksch astliche Vereins- und Versammlung»-Anzeigen 20 Psg, „Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Psg. (nur daS erste Wort seit). Inserate siir die nächste Nummer müssen biS l Uhr nachmittags in derExpedttion abgegeben werden. Tie Srpcdttion ist an Wochen- tagen biS 7 Uhr abends, an Sonn- und gesttazen btssuhr vormittags geöfsnet. Telegramm- Adresse« .Sorialdemoltrai vrrlitt« C�ntralorgan der socialdemokratischen Varter Deutschlands. Kedalttwn: L�v. 19, Beukh-SkrMe 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1608. Sonntag, den 3. Augnst 1N9Ä. Expedition: sw� 19, Benth-Slrakv 3. Fernsprecher: Zlni« I, Nr. 6lSl. Guiktung. Im Monat Juli gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge ein: Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 1. Kreis 120,— sdarunter Werkstatt Schimmler 10,—, Werkstatt Ellroth 50,—, ein säumiger Zahler 50,—). 4. Kreis Ost 2400,—(darnnter Ueberschust einer Kranzspende von den organisierten Etnisarbeitern Berlins 2,75.) 5. Kreis, socialdem. Berein 150,—(darunter R. K. 50,—' Berlin, diverse Beiträge: L. u. H. B. 10,—. Geburtstagsf. Stnccateure Logenbau Joachimsthalerstraße 2,05. Dr. L. A. 50,—. I. 10, Sl. 50,—, M. B. 75,—. I. B. 25,—. Eigarrenfabrik N. Schnlze. sfriedrichsfelderstr. 21, 10,80. Ueberschuß einer Kranzspende von den Kollegen des Baues Eharlottenburg, Schloststr. 17. 1,20. Die Kontobuch arbeiter vom Wedding 5,—. G. E. und E. S. S,—. A. B. 50,—, P. S. 60,—. Bon Nichtbesuchcrn der Dreschgrafcn-Bersammlung 1,—, Bon Mitgliedern U.- Dr. 6,30. Bleisteg 1,—. Namenlos, Marien dorf, in 2 Raten 24,10. Frcese'sche Schlosserwerkstatt, Ueberschust von der Landpartie 1,30. Reinickendorferstraße 5,—. Geburtstagsfeier Fett, Moabit 1,15. Bromberg, vom Wahlverein 50,—, Bern 60,—. Bremerhaven, socialdeniokratischer Verein von Br. und Umgegend 150,—. Brüssel, vom deutschen Arbeiterverein 10,48. Breslau, socialdemokratischer Verein 50,—. Bant- Wilhelmshaven, 2. Quartal 1902 120,—. Bielefeld, C. Sch. 2. Quartal 1,—. Cunnersdorf, vom Vertrauensmann des Wahlkr. Hirschberg-Schönau 10,—. Crimmitschau 150,—(darunter lustiges Kartell durch H. Ag. 1,10, O. Fischer 5,—, Doppelschafkop�— ,85). Delmenhorst, durch H. M. 30,—. Durlach, von den Parteigenossen durch Chr. H 45,—. Dresden, vom socialdcmokratischen Verein Dresden-Alistadt 400,—. Elberfeld, vom socialdemokratischen VolkSvcrein 500,—, Ueberschuß der Maifeier 153,80, Sa. 653,80. Falkenberg(Ober- schlesien) 2,—. Flensburg, durch F. M. 50,—. Friedrichshagen N. N. 5,—. Frankfurt a. O., Wahlkreis Frankf.-Lebus durch Schulz 300,—. Finstertvalde 10,—. Gera, Wahlkreis Reuß j L. 200,—. Göttingen, 12. hannoverscher Wahlkreis durch den Vertrauens mann Fr. W. 50,—. Gaarden, von den Parteigenossen 100,—. Guben, vom Wahlverein Guben- Lübben' 100,—. Gießen, E. K. 10,—. Hastedt bei Bremen, von Genossen 10,—. Hamburg, von dem Ertrag der Maimarken, Sektion der Former und Gießereiarbeiter des D. M.-V., Verivaltungsstelle H. 137,—. Hamburg, an erzieltem Ueberschuß im früheren Norddeutschen BelagertingS gebiet 10 000,—. Höchst-Usingen-Homburg, Wahlkreis 150,—. Harburg a. E., Parteigenossen aus dem 17.' hannoverschen Wahlkreis 200,—. Hannover 2000,—. Hof i. V., vom socinldemo kratischen Verein durch Eberl 50,—. Königsberg i. Pr., Parteibeitrag, III. Quartal 1902, 100,—. Klingenthal i. V., von den organisierten Genossen v. K.». Umg. 5,—. London, E. M. 10,20 Lößnitz i. Erzgb., 4 Gen. 13,80.1 München, Waldläufer 5.—. Mylau i. V., Ueberschuß vom Sommerfcst 10,—. Marburg i. H., durch den Vcrtrauensniaun von einem vaterlandslosen Gesellen 300,—. Nürnberg-Altdorf, socialdemokratischer Verein 20,—. Ober-Langen bielau, Arbeiter aus dem Eulcngebirge 100,—. Oberhauseu in Rhcinl. 20.—. Oberstem, Volksverein v. O. und Umg. 3,30. Pieragen, P. 1,35. Rostock i. M., Parteibeitrag 150,—. Remscheid, durch K. L. 100,—. Ronsdorf, allgem. Arbeiterverein 2. Quartal 25.—. roter Maulwurf 4,—, Genosse E. W. 1,—, A. I.—.50, Summa 30,50. Regensburg, Beitrag des socialdemokr. Vereins 5,—. Steglitz, Bierprozente von den Zimmerern am Bau Ruhemann 2,05. Stralsund, durch den Vertrauensmann infolge Cirkular Nr. 27 10,—. Schmalkalden, Teilübcrschuß vom„Wahren Jakob" durch Chr. K. 10,—. Schwäbischer Zinsgroscheu 250,—. Straßburg i. E., Allvater 5,—. Stuttgart, G. U. 10,—. Sorau, von den Parteigenosse» 30,—. Staßfurt, von Parteigenossen des Wahlkreises Calbe-Aschersleben 100,—. Solingen, durch den Krcisvcrtrauensmann 15,—(darunter vom Volksverein Solingen 10,—). Stockum, Kreis Bochum, ge- sammelt auf einer roten Hochzeit 5,56. TcIto>v-Beesko>v-Char- lottcnburger Wahlkreis vom 1. Januar bis 30. Juni 1902, 600,—. „Vorwärts", 2. Quartal 1902, 17 145,40. Württemberg 100,—. X..?)., Z. 2000,-. Berlin, den 31. Juli 1902. Für den Parteivorstand: A. G e r i s ch, Kreüzbergstr. 30. Hoch- und Landesverrat für Parteizwecke. i. Die hysterischen Ergüsse der Scharfmacherpresse über den an- geblichen Hochverrat in Kautskys Schrift über die sociale Revolution sind schnell verstummt:»ur die.Post" lärmt noch. Die Fälschung, die zu ihnen Anlaß gegeben, war zu plump, um lange vorzuhalten. Aber»och ein andrer Grund mochte es den klügere» unter den litterarischen Vertretern der herrschenden Gewalten nahe gelegt haben, den Gegenstand bald iviedcr fallen zu lassen. Es giebt kaum einen Punkt, in Bezug auf den die macht- habenden Kreise und Parteien leichler zu verwmiden sind, als das Thema des Hoch- und Landesverrats zu Parteizwecken. Nicht für die Svcialdemokratie, die in dieser Hinsicht vielmehr ein blankes Schild hat, sondern für sie ist es ein Blümchen Rührmichnichtan.! Es giebt keine Klasse im Lager der Besitzenden, keine Dynastie im Rat der Regenten von Gottes Gnaden, in deren Geschichte der Hoch- und Landesverrat nicht auf unzähligen Seiten verzeichnet stünde. Der Adel und daS Bürgertum haben zur Zeit ihrer urwüchsigeren Kämpfe mit dem»lonarchischen Absolutismus unbedenklich zu diesem Millel gegriffen, wenn es ihnen in kritischen Zeiten Erfolg verhieß, und umgekehrt haben die Fürsten es geradezu für ihr Gottes- gnadenrecht gehalten. Verrat gegen die eigne Nation zu üben, wenn ihr dynastisches Jntcressc mit dem Landesiuteresse in Widerspruch geriet. So nahm Karl I. von England nicht de» geringsten Anstand, Geld und Truppen des Auslandes gegen das englische Volk aufzu- bieten, als dies gemeinsame Sache mit den« Parlament machte, zwischen ihm nnd dem Parlament zu seinen Gunsten einzugreifen. Sein Sohn Jakob und dessen Erben ließen sich von Frankreich subveu tionieren, um bewaffnete Aufstände in England zu ihren Gunsten hervorzurufen. Aehnlich handelte Ludlvig XVI. von Frankreich nach der Revolution von 1789— eine Revolution, die z u n ä ch st in keiner Weise sich gegen die monarchische Regierungsform oder die herrschende Dynastie gewendet hatte. In wie weit Ludlvig direkt bei den Verhandlungen mit dem Ausland beteiligt war, die auf Umsturz des von ihm anerkannten neuen Rechtszustandes abzielten, läßt sich nicht mit völliger Sicherheit feststellen. Wie im Falle Karls I. war es auch hier die Frau des Königs, die den Landes- verrat direkt betrieb. Aber es liegen hinlänglich Beweis- stücke vor, aus denen hervorgeht, daß Ludwig von den Schritten seiner Frau wußte nnd ihnen, wenn er sie auch aus opportunistischen Rücksichten in Einzelheiten mißbilligte, keinen grundsätzliche» Widerstand entgegensetzte. Ganz offen betrieben und übten dagegen die Brüder LudivigS, der Graf von Provence und der Herzog von Artois, die später als Ludwig XVIII. und Karl X. den Thron bestiegen, zu jener Zeit Hoch- nnd Landes verrat. Daß Ludwig und sein Bruder 1792 unter Führung einer auswärtigen Macht(Preußen) in Frankreich eingedrungen waren und gegen das eigene Volk Krieg geführt haben, nahm ihnen in den Augen der Vertreter deS Legitimitäts- Priucips nicht die legitime Anwart schaft auf den französischen Thron. Unvergleichlich reicher als die Geschichte Frankreichs und Eng lands ist die deutsche Geschichte an fürstlichen Landes- Verrätern. Nur spielt sich der fürstliche Landesverrat hier meist anders ab wie in jenen Ländern. Er wendet sich nicht direkt gegen die Nation, sondern- gegen deren gesetzmäßiges Oberhaupt, den Kaiser, und dessen Haus. Mit irgend welcher auswärtigen Macht g e g e n d e n K a i s e r zu k o n s p i r i e r e n, um die eigne HauS- macht zu fördern, ward von den deutschen Fürsien Jahrhunderte hindurch für die selbstverständlichste Sache von der elt gehalten und bei jeder sich bietenden Gelegenheit praktiziert. Kein Fürstenhaus macht da eine Ausnahme, kaum ein zlveites hat aber so Bedeutendes auf diesem' Gebiet geleistet, als die Dynastie der Hohenzollern. Der Aufstieg der Hohen zollern aus einem unbedeutenden Duodez- Fürstengcschlecht zur mächtigsten Dynastie in Deutschland ward nur durch eine schließ- lich zur Tradition ausgebildete Kette von lau des- oder vielmehr reichsverräterischen Durch st echereien mit fremden Mächten, insbesondere Frankreich, ermöglicht. Man hat vieles zur Verteidigung dieser immer wiederkehrenden Bündnisse mit dem Ausland gegen die rechtmäßige Spitze des Dentschc» Reiches geschrieben, unter anderm ist Droysens vielbändige Geschichte der preußischen Politik im Grunde nur eine lange Verteidigungsschrift für die Hohenzollern gegen ihre Ankläger, eine Verteidigungsschrift, die viel KompromittierlichcS verschweigt, vieles in durchaus falschem Lichte darstellt, aber mit all ihren Be- schönigimgen doch die Thatsache der verräterischen Verbindungen elbst nicht bestreiten kann. Und ivenn wir historisch genug denken, einen großen Teil der mildernden Umstände, die Droysen für die Auslandsdienste der Hohenzollern ins Feld führt, als berechtigt an- zuerkennen, ja, Ivenn ivir die Droyseusche Darstellung bis zum letzten Buchstaben unterschreiben, was wäre damit für unsre Gegner gewonnen? Die berühmteste Verteidigung der Hohenzollern läuft mit der Verherrlichung dieser bestenfalls auf eine Verherrlichung des Hoch- und Landesverrats für Parteiz wecke hinaus. Das giebt selbst Droysen zu, wenn er anerkennt, daß der große geschichtliche Zweck, der in seinen Augen alle die kleinen und großen Verrätereicn mit einer Gloriole umgicbt: die Schaffung einer deutschen Macht, ivelche daS deutsche Interesse ohne Rücksicht auf die auherdeutschen Interessen des Hauses Habsburg wahr- zunehmen imstande, das evangelische gegen das römische Interesse zu verteidigen geeignet war— daß dieser Zweck sich nur allmählich mit den ursprünglich rein selbstsüchtigen Zwecken verflocht, welche die Hohenzollern bei ihren politischen Prcisgebungcn von Kaiser- und Rcichsinteressen leiteten. BiS die Kurfürsten von Brandenburg sich eine solche Mission vindicieren konnten, die aber dann lange Zeit noch mehr Vorwand als wirklich maßgebendes Ziel war, mußte» sie chon eine gewisse Macht erlangt haben, welche die ihnen seiner Zeit vom Kaiser verliehene bedeutend überstieg. Zu dieser Macht brachten ie eS aber zum großen Teil erst durch Maßnahme», welche alle Merkmale des Hochverrats gegen Kaiser und Reich an sich trugen. Arbeiterwohttungen in amtlicher Belenchtung. In richtiger Würdigung der hohen Bedeutung einer ge- unden und preiswerten Wohnung widmen die Fabrik- und Gewerbe-Jnspektoren vielfach auch den Wohnungsverhältnissen in den ihrer Aufsicht unterstellten Bezirken ihre Aufmerksamkeit. Zwar wird die Wohnungsfrage in den amtlichen Berichten nur gestreift, aber auch diese spärlichen Hinweise sind von grotzem Wert. Zeigen sie doch, wie noch immer weite Schichten der Bevölkerung in Behausungen ihr Leben fristen, die auf den Namen„Wohnung" auch nicht den geringsten Anspruch haben I Und lehren sie doch ferner, daß die Staats- und Gemeindebehörden, namentlich in Preußen, in ihrer Passivität beharren, obwohl die private Bauthätigkeit völlig versagt! Wir beschränken uns für heute auf die amtliche Schilde- rung der WohnungSzustände in Preußen. Zwar ist nicht zu verkennen, daß sich im Laufe des letzten Jahres die sowie' ansländische Mächte auffordern z» lassen, in den Kampf I Wohmingsverhältnisse in einzelnen Bezirken gebessert haben. aber ganz verfehlt wäre es, daraus etwa den Schluß zu ziehen, daß die herrschenden Klassen sich mehr als bisher ihrer Pflicht bewußt geworden wären. Wer die Vorgänge auf dem Wohnungsmarkt verfolgt, der weiß, daß Wirtschaft- licher Aufschwung und Wohnungsnot in einer Wechselwirkung stehen. Die Wohnungsnot ist eine Begleiterscheinung der Prosperität: erreicht der wirtschaftliche Aufschwung seinen Höhe- Punkt, so ist auch stets die Wohnungsnot am größten. Tritt die wirtschaftliche Krisis ein, so nimmt die Wohnungsnot ab, allerdings nicht, um gänzlich zu verschwinden; sie wird nur latent, um in der nächsten Prosperitätsperiode desto stärker einzusetzen. Diese theoretische Auffassung findet ihre Bestätigung durch die Praxis. So berichtet der Bergrevierbeamte aus Frank- f u r t a. O.. daß sich die Wohnungs- und Mietsverhältnisse gebessert haben, seitdem mit dem Rückgang der Cementindustrie Arbeitercntlassungcn auf den Cementfabriken stattgefunden haben. Auch in E l b i n g besteht, dem Bericht des Fabrik- inspektors für Westpreußen zufolge, jetzt„namentlich seitdem die Zahl der beschäftigten Arbeiter geringer geworden ist" keine Wohnungsnot mehr. Sollten aber die herrschenden Klassen glauben, in ihrer Unthätigkeit weiter beharren zu können, da ja die Wohnungsnot von selbst verschwindet, so werden sie durch eine Schilderung der Zustände in den meisten Bezirken Preußens eines Besseren belehrt. Vor Anbruch der Krisis hatte die Wohnungsnot einen so hohen Grad erreicht, daß sie trotz der Abwanderung großer Arbciterscharen aus den Jndustriegegenden nach wie vor weiter besteht. In Pommern herrscht, obgleich die vor- handenen Spar- und Bauvereine fleißig an der Arbeit sind, Arbeiterwohnungen zu bauen, dennoch au vielen Stellen noch ein großer Mangel an kleinen Wohnungen. Die Beteiligung der Kommunen, wie auch die Bildung weiterer öffentlicher Verbände erscheint dem Fabrikinspektor dringend erforderlich. Aehnlich in Ostpreußen. Hier lassen die Wohnungs- Verhältnisse nach wie vor viel zu wünschen übrig; die Mietspreise sind verhältnismäßig hoch. Auch im Regierungsbezirk L i e g n i tz macht die Erlangung geeigneter und preis- werter Wohnungen den Arbeitern immer mehr Schwierig- leiten. Im Bezirk Magdeburg bleibt trotz der Thätigkeit einiger Spar- und Bauernvereine und gemeinnütziger Baugesellschaften noch viel zu thun übrig; im Bezirk Erfurt herrscht an mehreren Jndustrieorten ein fühlbarer Mangel an guten und preiswürdigen Arbeiter- Wohnungen. In Köln haben sich die Wohnungsverhältnisse weiter verschlechtet. Bei der Untersuchung eines Drittels der Wohnungen haben sich 900 als überfüllt und 300 als zu Wohnräumen nicht geeignet erwiesen. Der Mietspreis hat gegen das Vorjahr wiederum eine Steigerung erfahren. Nicht besser ist es in Düsseldorf. Hier läßt die Beschaffenheit sehr vieler Arbcitcrwohnungen,„trotz der Bestrebungen der Kommunen und Vereine, den Arbeitern zu gesunden und ausreichenden Wohnungen zu verhelfen," noch manches zu wünschen übrig. In der Stadt Düsseldorf wurden von 318 be- sichtigten Wohnungen nicht weniger als 191 beanstandet und 108, also mehr als ein Drittel, als gänzlich ungeeignet zum Wohnen bezeichnet. Der Beamte sür Hannover, Osnabrück und A u r i ch kommt zu den Schluß, daß die vorhandenen ungünstigen Wohnungsverhältnisse vieler Arbeiter eine durchgreifende Abhilfe immer notwendiger erscheinen lassen und er bezeichnet es als wünschenswert, daß die größeren Städte der ministeriellen Anregung in thunlichst weiterem Maße Folge leisten möchten. Kurz, fast überall wird über die mißlichen Wohnungs- Verhältnisse Klage geführt. Sind schon die„freien" Arbeiter gezwungen, mit unverhältnismäßig teuren oder ungesunden. ja teilweise sogar mit ungeeigneten Wohnungen sürlieb zu nehmen, so sind vollends diejenigen Arbeiter, die von den Arbeitgebern untergebracht werden, schlimmer daran, als das Vieh. Lassen wir einige Beamte selbst reden! Aus Oppeln wird berichtet: „Die Unterknnftsränme der Arbeiter in Ziegeleien und Stein- brüche» gaben loieder häufig Anlaß zum Einschreiten. Allmählich macht sich jedoch infolge des scharfen Vorgehens der Gelvcrbc- anfsichtsbeamten auf Grund einer hier gültigen Polizeiverordnung über die Unterkunftsrännie in Steinbrüchen und Gräbereien Besiernng deutlich bemerkbar. Da die Verordnung auf die oben genannten Industriezweige beschränkt ist, fehlt es oft an einer Handhabe zum Einschreiten gegen vorhandene Mißstände in andren Betrieben. Recht betrübende Ergebnisse lieferte die Bcsichrignng der den Gesellen nnd Lehrlingen in handwcrkSmäsiigcn Betrieben» besonders in Bäckereien und Fleischereien, zur Verfügung gestellten Unterkunftsräume. Der Gelverbe-Jnspektor in Kattowitz mußte nicht weniger als 69 mal die Art, Lage und Ein- richtung solcher Räume beanstanden. Besonders bemerkenswert Ware» folgende Fälle: Bei einem Schmicdcmeistcr mußte» sicbc» Lehrlinge in einem schlecht z» lüftenden Ranmc von etwa 39 Kubikmeter Inhalt schlafen. Bei einem andren stand vier Lehrlingen ein Schlafranm von 29 Kubikmeter zur Verfttgnng, vier Arbeitern eines T i s ch l e r m e i st e r s war ein zwei Meter hoher, 1,8 Meter unter dem Vor» gelände liegender Keller zum Schlafen an- gewiesen. Bei der Enge des Raumes mußten auch noch je zwei Betten übereinander stehen. Für Gesellen und Lehrlinge eines Bäckers war ein gä««zlich fensterloser, mit Mehl- Vorräte» zum Teil gefüllter Schlafranm eingerichtet. Noch schlechter, feucht nnd mit Ungeziefer erfüllt war in einer andren Bäckerei der Keller- Schlafraum. den der Aufsichtsbeamte nach inzlvischen erfolgter polizeilicher Schließung gegen Ende des Jahres doch wieder im Gebranch fand. Daß»nehrfach die Bäcker auf dem Backofen oder in dessen unmittelbarster Nähe in der Backstube schlafen, war leider auch im Berichtsjahre wahrzunehmen. Aehnliche Zustände wurden in den Schlächtereien angetroffen. Soweit möglich, wurde den Mißständen scharf entgegengetreten." Das gleiche Klagelied stimmt der Beamte für den Ne gierungsbezirk Breslau an: .lieber den Mangel an kleinen Wohnungen ist noch überall, wo gelverbliche Thätigkeit herrscht, Klage geführt worden. In einigen Orten, z. B. Rcichenbach und Altwasser, sind Bauvcreine zwar gegründet, aber noch nicht viel über die Beratung der Satzungen hinanSgekommen. Bei der Unterbringung von vorüber- gehend beschäftigten Wanderarbeitern wurden namentlich in den Ziegeleien n»d Zuckerfabriken wieder Misistäude angetroffen; sie werden ivohl erst dann seltener werden, wenn die in Aussicht genommene Verordnung über das Schlafstellcnwesen erschienen und ein sicherer Anhalt dafür gegeben ist, wie die Untcrkunfts räume beschaffen sein müssen. In drei Anlagen fchlicfcn die Arbeiter beiderlei Geschlechts i» demselben Räume, in zivei Ziegeleien auf dem Fußboden, in drei solcher Anlagen in zivei- etagigen Bettgerüsten mit je vier nicht getrennte» Lagerstätte». Soweit eS sich um genehmigungspflichtige Anlagen handelte, haben sich die Anfstchtsbeamten emstweilen in der Weise geholfen, daß sie entsprechende Vorschriften in die Bedingungen aufnahmen Solche ekelerregenden Behausungen sind aber keineswegs eine Specialität des in der Kultur zurückgebliebenen Ostens. Auch in andren Teilen der Monarchie sieht es stellenweise nicht besser aus. So wird aus Minden berichtet: .Auf einer Ziegelei betrug die Höhe der Schlaf- und Wohn räume nur 2,4 Meter, die Decken waren nicht verputzt, die Räume solvie die Bcttgestelle und Betten waren außerordentli unsauber, die Bettwäsche war nur einmal während der Ziegelperiode erneuert worden, Waschgelegenheit sowie Abort anlagen waren sehr mangelhaft. Die Räume lagen unmittelbar neben dem Brennofen, dessen ausstrahlende Hitze den Aufenthalt in den Räumen, namentlich zum Schlafen, unerträglich machte." Es ist gerade kein erfreuliches Bild, das die Berichte der Fabrikinspektoren uns aufrollen. Aber das Material, das sie zusammentragen, ist äußerst wertvoll für die Beurteilung des Kulturstandes, den der preußische Staat am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts glücklich erreicht hat; es ist um so wertvoller, als es nicht von Socialdemokraten herrührt, die natürlich nach Ansicht der staatserhaltenden Philister ungemein übertreiben, sondern von königlich preußischen Beamten, die doch wahrlich nicht zu schwarz malen. Daß es so wie bisher nicht weiter gehen kann, darüber sind sich die Gewerbe-Aufsichtsbcamten einig, aber die Vor- schlage, die sie zur Beseitigung des Wohnungselends machen, werden an den jammervollen Zuständen wenig ändern. Was nützen die schönsten Polizeiverordnungen über Schlafräume, wenn die Arbeitgeber tausenderlei Mittel haben, sie zu über- treten, und wenn diese Uebertretungen so gelinde geahnt werden, daß man von einer Bestrafung auch beim besten Willen nicht reden kann? Was nützen die schönsten Ministerial- erlasse, wenn sie nur auf dem Papier stehen und die Regierung ängstlich davor zurückschreckt, auf die herrschenden Klassen auch nur den leisesten Druck auszuüben? Gegen der ftvi'ino toSov ÖitT-fitv rtTiv» f S„.t! pp, ,K, � ru„ r.. � � i, artige, jeder Kultur Hohn sprechende. Gesittung und Gesundheit untergrabende Zustände bedarf es eines energischeren Ein- schreitens, hier heißt es ganze Arbeit machen und den Grund und Boden der Privatspekulation entziehen. Erst dann wird die Wohnungsnot und ihre Begleiterscheinung, das Schlaf- stellen-Unwesen, verschwinden. Die essanten August. die.inter- die Soeiat polikische Meberflchk. Berlin, de» 2. Der Stolz deö Centrums. Centnimspreffe ist von großem Stolz über Geständnisse" des„Vorwärts" erfüllt, daß demokratie bisher keine bedeutenden Erfolge gegenüber dem Centrum erzielt hat. Man nennt unser Geständnis das �höchste Ehrenzeugnis, welches de» katholischen Wählern ausgestellt iverden kann." Es sei damit bewiesen,.daß der Katholieismns der einzige Damm ist an dem die soeialistische Hochflut abprallt, und daß es den roten Verführern nicht gelingen wird, in den Maffen de§ gläubig-katholi scheu Volkes sich einznnisten, dort Erfolge zu erringen." Der Triumph der Centrumspresse ist begreiflich, aber stolz darauf zu sein, dazu liegt nicht der mindeste Anlaß vor. Es liegt keine Herabsetzung der Götterkraft darin, wenn man ihr nachsagt, daß selbst sie gegen die Dummheit vergebens kämpft I Gerade der Umstand, daß die soeialistische Aufklärung nur schwer in die katholischen Massen eindringt, beweist de» niedrigen Kultur- zustand der von dem Centrnm versklavten Gegenden. Um reif und zugänglich für den erhabenen soeialistischen Gedanken zu sein, dazu gehört schon eine gewisse Erhebung ans dem Niedrigsten. Der Soeialismns fordert als Voraussetzung eine Freiheit des Urteils, eine Tapferkeit der Gesinnung und ein Maß von Bildung, dys eben den Hörige» des Centrums von ihren Fttbrer» gewaltsam vorenthalten wird. In demselben Artikel wird gleich eine Probe dieser skrupellosen Verdummungspolitik gegebe». Da wird den Gläubigen wider besseres Wissen vorgelogen,' der.Vorwärts" hätte deshalb die Be- vorznguug der aktuell politischen Aufgaben auf dem Münchener Parteitag gefordert, weil die Soeialdemokratie kein sonderliches Interesse für das leibliche Wohlergehen der Arbeiter habe. Eben jetzt wird zu einer neuen Heiligtumsfahrt»ach München- Gladbach eingeladen, allwo vom 9. bis 19. August folgende Raritäten zu sehen sind: Ein großer Teil deS Tischtuches, auf welchem Christus dnS letzte Abendmahl mit feinen Jüngern gefeiert hat.— Viele Bruchstücke eines KelcheS, dessen der Heiland sich am letzten Abendmahle mit den Jüngern bedient hat.— Ein S ch ü s s e l ch e n, desgleichen wie vor.— Ein Stück von dem P u rp u r k l e i d e. in ivelchein Christus von den Soldaten ver- spottet ivurde.— Vier kleinere Teile von den Gewändern der hl. Jungfrau Maria.— Zwei kleinere Teile von den Kleidern des hl. Johannes des Evangelisten.— Partikeln vom Holze des Kreuzes unsres Herrn und von andren Leidensiverkzeugen.— Teile von dem Tuche, welches da? Haupt Christi in. Grabe bedeckte; von dem weißen Kleide, in welchem Christus von HerodeS verspottet ivurde ze. ic. Wie sollen die armen, verwirrten, kranken Menschen, die zu solchem tollen Fetischdienst gewissenlos verkrüppelt werden, die geistige Reife haben, die das Verständnis des SoeialiSmus erfordert I Es ist kein Zufall, daß die W a h l st a t i st i t parallel mit der K r i m i n a l st a t i st i k läuft. Uns ungünstige Wahlziffern und hohe Kriminalität treffen überall zusammen. Die festen Burgen der ostelbischen Junker und deS Centrum« find auch die Brutstätten des Verbrechens— beides gleichermaßen Anzeiche» eineS tiesenKntlurzustandes und socialen Elends. Die hohe Kriminaliiät gewisser katholischer Gegenden, in die noch nicht die sittlichende Kraft der Soeialdemokratie eingedrungen, ist durchaus nicht zufällig. Die katholische Bevölkerung ist nur halb so stark wie die evangelische, die geistig nicht so von der ziemlich ohnmächtigen Kirche beherrscht und unterdrückt wird, und doch wurde» nach der letzten Statistik 66 katholische und 43 evangelische Mörder gezählt. Die Zahl der gefährlichen Körper Verletzungen ist bei den Katholiken zwar nicht absolut, aber prozentual fast doppelt so hoch wie die der Evangelischen 44 304 gegenüber 45 535. Die schweren Körperverletzungen sind sogar wieder absolut höher: 841 Katholiken, 275 Evangelische Nicht als ob dieser Unterschied durch die ver- schiedenen Religionen oder Konfessionen ver- anlaßt wäre; eS sind lediglich kulturelle und sociale Unterschiede, eS sind die Wirkungen der verdununenden klerikalen Presse, der geistig und moralisch verkrüppelnden klerikalen Erziehung. Darum ist der Kampf der Soeialdemokratie in diesen Kreisen so schwer, aber er wird dennoch geführt werden und mit E r f o I g I— Gegenstücke zum Fall Liihuing. Seit den, Bekanntwerden der Ehegeschichte der Feldwebeltocher werden wir mit Zuschriften überschüttet, die ans.Gegenbeispiele" hinweisen. Wir hören von einem Richter und Reservelientenant, der in eine begüterte Ver- brecherfamilie hineingeheiratet hat, von hohen Beamten, deren Söhne im Zuchthaus sitzen, ja von Prinzen hervorragender Dynastien, die mit plebejischen Bäckermädchen zärtlich gekost. Alle diefe Sittenbildchen ans der höheren und höchsten Gesell schaft beweisen doch nur, daß der Hang zum„Volke" nux dann straflos und löblich ist, wenn er sich illegitim austobt oder kriminell vergoldet ist. Die herrschende Gesellschaft hat eben ein feines Gefühl dafür, daß die offene Anerkennung von demo kra tischer Vernunft und Sittlichkeit geeignet ist, die faulen Grundlagen ihrer Herrschaft vollends zu zerstören.— Keine Durchbrechung der Flotteuborlage? Die.Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: „Gegenüber der von den.Verl. Polit. Nachrichten" aus in die Presse gekommenen Meldung, betreffend den Marineetat 1993, stellen Ivir fest, daß der im Reichsmarineamt abgeschloffene Etats entwurf für 1993 sich durchaus im Gesamtrahmen des Flottengesetzes hält." Alle neuen Flottenvorlagen begannen bisher mit— Ab leugnnngen der„Nordd. Allg. Ztg." Auch diese Erklärung kann mit hin als ein böses Omen gelten I Uebrigens ist auch der Gesamtrahmen des Flottengesetzes sehr weit. Angesichts der verzweifelten Finanzlage sollte man über- Haupt die Schiffsneubauten sistieren; es war ja der Sinn und Zweck der Marinevorlage, derartige Anpassungen an die Finanz- läge vorzunehmen. Der Gesamtrahmen ist so weit, daß Schweinburg gar keine» Unterschied zwischen seiner Ankündigung und dem Dementi der Nordd. Allg. Ztg." sieht.— Gegen die Berkürznug der Arbeitszeit für Fabrikarbeite- rinnen hat der Centralverbnud Deutscher Industrieller eine Erhebung veranstaltet; es wird.hauptsächlich die Einsendung von Mitteilungen darüber als wichtig erklärt, inwiefern durch eine solche Beschränkung der Arbeitszeit der erwachsenen Arbeiterinnen die Arbeitszeit der Arbeiter beeinflußt iverde» würde". Das ist also die Gegen-Enquete gegen die Umfrage deS Grafen Posadowsky l— Für die Biersteuer agitiert wieder ein OffiziosnS der„Münch. Allgemeinen Zeitung". Die Einführung neuer Konsumsteuern ist bekanntlich durch daS Zlottengesetz'verboten. Jeder Versuch in dieser Richtung würde die Aufhebung des Flottengesetzes zur Folge haben I— Zur Charakterisierung des preußischen LandtagS-Wahl- rrchtS. In seinem Aufsatz„Ein Mahmvort zur Statistik der preu- ßijchen Landtagswahlen von 1898" stellt der gut bürgerliche Königs- berger Schriftsteller R. Siegfried eine Reihe von Forderungen be- züglich einer solchen Statistik. Wir entnehmen der trefflichen kleine» Schrift ierschieueu 1899, Berlin, Wredc) einen besonders interessanten Absatz über die„schweren Opfer, welche den weit über hunderttausend W a h l m ä n n e r» bei jeder Wahl durch die Wahrnehmung ihrer Wahlmamispflichten erwachsen": „Man' bedenke, daß jeder Abgeordnete in einem getrennten Wahlgangr gewählt wird, daß, ivenn keiner die absolute Mehrheit erhalten hat, bei jeder weiteren Abstimmung nur derjenige Kandidat, welcher vorher die wenigsten Stimmen erhalten hatte, fortgelassen wird, und daß endlich jeder Wahlmann beim Ausruf an den Wahltisch heranzutreten hat. Infolge dieses äußerst schleppenden Verfahrens hat z. B. in Königsberg i. Pr. am 7. November 1893 die Wahl der Abgeordneten ohne jede Unterbrechung von 9 Uhr vormittags bis s/4l9 Uhr abends gedauert, in Breslau gleichfalls ohne Unterbrechung von 9 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends, am 6. November 1888 sogar von 9 Uhr morgens bis 5 Uhr nachts, während in Berlin I, U und IV die Wahlhandlung bei derAbgeordneten wähl 1893 ungefähr 7 Stunde» und i» Berlin III 19 Stunden in Anspruch genommen hat. In Bromberg Stadt und Land. Wirsitz ist sehr häufig bis nach Mitter- nacht gewählt worden, was für die Bromberger Wahlmänner nm so beschwerlicher ist, als sie dazu jedesmal nach Nakel fahre» müsse»... In weitaus den meisten Fällen haben sich die Wahlmänner zur Wahl der Abgeordneten des betreffenden Wahlkreises in einer kleinen Stadt zu versammeln. Ost ist es nicht einmal die Kreisstadt eines der Kreise deS Wahlkreises, sonder» eine sonst kaum beachtete kleine Stadt, der nichts weiter zur Einpfeblung dient. als ihre verhältnismäßig centrale Lage im Wahlkreis. Selbst Kirchdörfer kommen als Wahlorte vor. Diese Orte gewähren naturgemäß nur sehr beschränkte Lokalitäten zur Vornahme der Wahlhandlung; im Abstimmungslokal reicht fast regelmäßig der Raum nicht dazu aus, daß die Wahlmänner versammelt bleiben und auf ihren Auf- ruf warten können; sie sind daher genötigt, sich in de» benach- borten Wirtshäusern aufzuhalten und abzuwarten, bis sie von den Drahtziehern herangeholl werden, resp. die Eifrigeren unter ihnen frage» von Zeit zu Zeit nach, ob sie bald an die Reihe kommen, und vermehren dadurch die im Wahllokal herrschende große Unruhe. Man kau» sich schon denken, wie die animierte Stimmung bei den Wahlmännern mit der Dauer der Wahl- Handlung zunimmt, und in welcher Verfassung sie sich auf den Heimweg machen. Und die vielen, vielen Kilometer, die die Wahl- niänner zu machen haben, nm zum Wahlort z» gelangen und nachher nach Hause zu kommen! Auf der Specialkarte von Ost- Preußen habe ich festgestellt, daß die Wahlorte, an denen sich die Wahlmänner des betreffenden Wahlkreises zu versammeln haben. von de» weitest abgelegenen Punkten des Wahlkreises zwischen 34 und 69. meistens aber zwischen 49 bis 59 Kilometer entfernt sind, alles nach der Luftlinie gemessen, so daß man in Wirklichkeit immer ein Gewisses zuzuschlagen hat, um die faktische Eni- fernung der am weitesten abgelegenen Orte des Wahlkreises zu ermitteln." Siegfried schließt mit der Forderung, in einer Stnfentabelle mitzuteilen, wie viel Wahlmänner bis 2, bis 4, bis 6 ze. Kilometer zum Wahlorte zurückzulegen haben und ferner eine Tabelle über die Dauer der Wahlhandlung in den einzelnen Kreisen zu veröffentlichen. „Ich fürchte, daß diese beiden Statistiken den Verlust einer un« geheuren Summe nationaler Thätigkeit„achiveisen werden, welche jede Landtagswahl»ach dem gegenwärtigen Wahlsystem dem Lande kostet, aber im Interesse der über 199 990 Wahlmänner, welche man als die beklagenswerten Opfer eineS grundverfehlten Wahlsystems anzusehen hat, halte ich eS für dringendst geboten, daß die amtliche Statistik in dieser Beziehung reinen Wein einschenkt und nichts tendenziös verheimlicht." Bedenkt man, daß bei reger Beteiligung der Soeialdemokratie an den Wahlen außerdem der Tag der Urwahlen mindestens für die industriellen Bezirke ein Tag völliger Arbeitsruhe werden muß, so- lange das jetzige Wahlverfahren besteht, so wird man es begreiflich finden, daß auch außerhalb der Arbeiterkreise der Wideriville gegen das.elendeste aller Wahlsysteme" in raschem Steigen begriffen ist.— „Hurra für Kaiser und Reich!" Die Lorenzelcien haben die „Parole", das Organ der Spitzschen ftriegervereiiie. zu einer hastige», sehr schönen Sedanrede begeistert. Nachdem als Meinung der Kautskysche» Broschüre festgestellt, daß im Kriegsfalle„die Armee versagen, daß sie meineidig ihres Fahneneides vergessen soll"— erhebt der„Parole"-Maiin in diese», Sinne das zwölfte oder fünfzehnte Glas und bringt ein donnerndes Hoch aus:„Hurra für Kaiser und Reich!" Der„Hamb. Korrespondent", das liberale Blatt, bemerkt dazu: „Das Blatt scheint seine Kenntnis von den, Inhalt der Schrift a»S den alarmierenden Artikeln der„Post" geschöpft zu haben." Die „Parole" hat offenbar bisher gar keine Zeit gefunden, die Schrift, über die sie lärmt, anzusehen. Sollte es aber für sie zur Zeit nicht eine dringendere Aufgabe sein, gegen die Verächtlichmachnng der— Feldwebel und ihrer Töchter durch preußische Mtnister und Generale energisch anzukämpfen? In d i e s e m Kampfe bedarf sie keiner Fälschungen!— Bon der Kieler Professoren-Garnison. Nach unsrem Kieler Parteiorgan ist die Maßregelung des Studenten G. wegen der „ S implici ssimus"-Affaire aus 7 Gründen erfolgt, deren letzte lauten: 5. Ivegen der Veröffentlichung des Artikels in einer social- demokratischen Zeitung; 6. wegen bewußter Förderung soeialdemokratischer Tendenzen durch die Veröffentlichung in der„Volks-Zeitung"; 7. sollte er durch die Wahl dieser Zeitung die Ehre der deutschen Studentenschaft verletzt haben. Zu seiner Rechtfertigung gab Herr G. zu Protokoll: aä 5) die Veröffentlichung des Artikels in der„Volks-Zeitnng" sei geschehen, weil dieses Blatt allein in Kiel sich zur Aufnahme des'Artikels bereit erklärt, auch könne man unmöglich i» der Ver- öffenllichiing durch ein socialde», akratisches Blatt etivas Achtnugs- verletzendes sehen; aä 6) er, der Student, kenne zu wenig die socialdemokratische Partei, um die bewußte Absicht haben zu können, ihrer Agitation Vorschub zu leisten.— er habe nur die Affaire ans irgend eine Weise in die Oeffenilichkeit bringen ivollen. Er sei allerdings der„Volks-Zeitung" für ihre Bereitwilligkeit zu großem Tank verpflichtet; ad 7) der Vorwurf einer Ehrverletzung der deutschen Studentenschaft durch sein Vorgehen sei ihm durchaus un- v e r st ä u d l i ch, er müsse ihn mit Entschiedenheit zurückweisen. Trotzdem erfolgte die Maßregelung. Tie Kieler Professoren fühle» sich bereits schon so sehr als Unteroffiziere, daß sie jede Beziehung eines Studenten zu einem Socialdemokraten für eine strafbare Handlung halten. Kein UniversitätSstalut verbietet derlei Beziehungen. Nach Kiel aber gehören offenbar nicht Studenten, die sich für den„SimplicisstmuS" interessieren, sondern die— aus dem Simplicissimus" stammen!— Die frcisiuuiac Zolltaktik, die e? für schablonenhaft erklärt, in der Kommission prmcipiell Zollfreiheit zu fordern, findet be, ihren Parteigenossen im Lande Widerspruch. So lesen wir in der von freisinnigen Volksparteilern redigiertdn Fachzeitschrift„Der Holz markt"(vom 39. Juli d. I.): „So lange das Reich nicht im jstande ist, den Bedarf an Bau-, Nutz- und Brennholz in genügendem Maße zu decken, und so lange der Holzhandel darauf angewiesen ist. die fehlenden Bestände sich aus dem Auslande zu besorgen und schließlich auch die Holzindustrie nach besonderen Höl-ern des Auslandes große Nachfrage hält, so lange wird man eS als einen großen Fehler betrachten müssen, wenn sowohl für die Ein- fuhr von rohen Hölzer» wie bearbeiteten ein Zoll verlangt wird. Die Zollfrcihcit für Holz aller Art muß das Grundprincip bei der Herstellung und dem Abschluß der neuen Handelsverträge sein. Wie kann man verlangen, daß der gesamte Hol�- Handel, der gesamte Holzverbranch und die gesamte Holzindustrie unter dem Vorleilsprineip derjenigen wenigen Großgrundbesitzer, welche an den Grenzen ihre verlehrslosen Waldungen besitzen. leiden solle»?" Herr Müller-Sagau wird solche Anschauung wohl als— chablonenhaft verwerfen I— Ei neu Hieb gegen die Leiter deS Bundes der Landwirte richtet Herr L i e b e r ,„ a n n V. S v n n e n b e r g. Er erklärt die Nachricht, daß er ziveiter Borsitzeuder des Bundes der Landwirte werden solle, für eine Ente.„Er würde es", schreibt er,„für einen groben Verstoß gegen de» gesunden Menschenverstand ansehen, wenn ein Nichllandwirt Vorsitzender des Bundes der Landwirte werden wollte." Weder Herr Rösicke noch Diederich Hahn sind Landwirte; der erstere hat sich allerdings vor einiger Zeit ein Gut gekauft. Auch von den lonservativen Abgeordneten sind nur ganz wenige„gelernte" Landwirte. Der agrarische Führer des Centrums ist Lehrer. Der Bund wird es schließlich auch Herrn Liebermnn» ermöglichen, Landwirt zu werden.— Geweihte Knüppel. Wir hatten dieser Tage den Borschlag gemacht, daß die fromme» Knüppelhelde» von Urberach ihre Waffe» 'ür die heilige Sache als Reliquien ausstellen sollten. Zu diesen, gutgemeinten Vorschlage bemerkt ein katholisches Blatt ein wenig unhöflich: „Wie unsäglich roh mid sittlich verwahrlost muß der Bursche sein. der einer solchen Leistung fähig ist? Aber deshalb bleibt Religion doch„Privatsache"!" Der Bursche ist sogar noch roher nnd noch verwahrloster. Dem, Ivenn er seine ganze Herzensmeinung aussprechen ivürde, so würde er schreiben: Solche Reliquien sind sittlich erheblich an- ständiger als die andren; denn sie sind wenigstens echt, während die Ausstellung irgend� welchen alten Trödels— unter dem Vor- geben, es seien Reliquie», d. h. wunderthätige Gegenslnnde aus der Ursprnngszeit des Christentums— sofern sie mit Geldvorteilen für ihre Veranstalter verbunden ist, einfach unter de» Betrugs- Paragraphen des Slrafgesetzbuches fallen. Was vollends dieser similose und ekelhafte Fetischismus mit Religio» und folglich mit dem soeialdemokratische» Programmsatz über Religion zn'thi», hat. das einzustehen ist„»srein rohen und verwahrlosten Gemüt nicht gegeben, von dem der Begriff der Religion immer noch als hohe Schöpfung menschlichen Grübelns nnd Erkenntnisdranges empfunden und geachtet wird.— Kolouiale SchnapSkultur. Ans dem deutschen Togoland be- richtet die„Germania": „Seit Jahren überfluten denlsche Großhändler die Kolonie (Togo an der westafrikaiiischei,?li'isle) aus niedriger Gelvinnsucht mit dem Gifte des Branntweins. Wurden doch Haupt- sächlich ans Deutschland eingeführt i», Jahre 1892; 1 492 593 Liter Branntwein lRu», und schlechter Fusel). 1893: 1974 343 Liter, 1894: 1 992 756 Liter. sowie 1899—1999 trotz aller Gegenbemühungen noch immer 1 954 543 Liter. Das macht für jeden Tag durch- schnittlich 2839 Liter, und daS in einem Lande von kl, um zehn Stniiden Rüsteiibreite. Von den Hafen- und Versandplätzen Lome, Porto-Segnro und Klein-Popo aus wird der Schnaps durch Träger ins Innere weitergeschleppt. Die Folgen kann man sich denken. Kaum giebt es heule etwas, was so das öffentliche Lebe» des Negers beherrscht als der Rum. Er begleitet ihn, man mochte sage», von der Wiege bis zum Grabe. Ein Schmipsgelags begrüßt den Neugeborenen, mit Nun, kaiist sich der Bursche seine Braut, der Rum versöhnt den Häuptling und Fetischpriester, der Nim» bildet die Zahlung für Ländereien, der Rum begeistert die Schlvarzei, zu ihren wilden Totentänze». Wer es nicht gesehen, kann es kau», glauben, welch' magische» Zauber der Rum ans den Neger ausübt.' Wie besessen springt er im betrmikeneii Zustande herum. Sein fast natürlicher Anstand verkehrt sich in niedrige Gemeinheit; er wird viehisch nnd ist zu jede», Verbrechen fähig.' Wenn es schon so schwer hält, einen christlichen Schnaps- bmder zn bekehren, wie viel schwieriger erst einen»och halbwilden Negerscniser. lind trotzdem,' trotz aller Vorstellnnge» bei der Regierung und aller Versprechen landen täglich neue Rnin-Danipfer und rollen zohllose Num-Fässcr, fast ihre einzige Ladung, ans Land. Und das nennt man kolonisieren!" So klagt das katholische Blatt. In Deutschland aber ist cS das C e n t r u in, das durch eine ungeheuerliche LiedeSgaben-Politik die Erzeugung des„Brannttveingifts" fördert, das hier freilich als «nationale Arbeit" erscheint, die geschützt tverden müsse I— Spaßhafte Soldaten-Mißhandlnng und vorschriftswidrige Behandlung. Vor dem Breslau er Kriegsgericht der elften Division unter Vorsitz des Majors T h ü m m e l war am Donnerstag angeklagt der Unteroffizier Alvin Müller vom zehnten Regiment in Schweidnitz. Der Unteroffizier kam am neunten Juli angetrunken in die Kaserne des Abends. Der genossene Alkohol mochte ihn anregen, sich mit Soldaten „Spähe", wie er sagt, zu erlauben. Er packte den Füsilier K r e s ch l a, stich ihn vor die Brust, warf ihn aufs Bett und zog dann Ivicder den Vaterlandsverteidiger vom Bett an den Beinen herunter. Dann ging der U n t e r o f f i z i e r zum Bett des dort liegenden Füsilier Famul er, ohrfeigte diesen, zog ihm die Decke über de» Kopf, drückte und würgte de» Mann so, dah diesem die Sinne schwanden und er feuer- r o t tvnrde. Das bemerkende Kameraden riefen dem Vorgesetzten zu: „Herr Unteroffizier, der ist ja bald tot, wenn s i e s o w a s machen, kommen sie auf Festung." Doch der Unteroffizier sagte: «Quatscht mich nicht an, der verstellt sich bloh". Nach einer Zeugen- aussage machte der Unteroffizier oft Spähe. Das Kriegsgericht ver- urteilte den Späher zu drei Wochen und einem Tage Mittel- arrcst.— Ausland. Der Knltnrkampf in Frankreich. Die Klerikalen versuchen es jetzt mit der— Steuerverweigerung I Marquis de Castellane-Escarron hat dem Präfektcu des Departe- uientS Gironde geschrieben, dah er der Regierung, die die Ver- fassung von 1876 verletzt habe, keine Steuern zahlen werde. Der „Ganlois" erklärt dieses Vorgehen für ein nachahmenswertes Bei- spiel. Der Gerichtsvollzieher dürfte sich als stärker erweisen! Das Amtsblatt veröffentlicht die Dekrete betreffend die S ch I i e h u n g der kongregauistischen Anstalte», tvelche nicht die Er- mächtigung zum Fortbestehen erlangt und sich auch geweigert haben. entsprechend der an sie ergangenen Aufforderung sich aufzulösen. Es werden zweihundert Schulen von dieser Mahregel betroffen. Den Präfekten wurde mitgeteilt, dah der Inhalt der Dekrete sofort nach dem Erscheinen in den Amtsblätter» der Departements in Kraft zu treten hat i jedoch werde ihnen, je nach dem Bedürfnis, eine Ver- tagung der Durchführung überlassen. Diese Klausel ist besonders für die bretonischen Gemeinden eingeschaltet worden, um dort Blut- vergiehen zu verhindern. I» einer Unterredung mit den Deputierten der nationalistischen Partei des Seinedepartcnrcnts erklärte der Ministerpräsident Combes, die von den Niederlassungen sofort nach ihrer Auflösung oder Schließung beantragten Genehmigungen könnten keine aufschiebende Wirkung haben. Der Staatsrat wird über mehr als 12 000 Gesuche um Genehmigung Beschluß zu fassen haben. Dem„Journal" zufolge haben die zu Abgeordneten gewählten «ationalistischen Pariser Gemeinderats-Mitglteder die Absicht, bereits jetzt ihre Gemeinderats-Mandate uiederznlrge», anstatt bis zum 31. Dezember zu bleiben, da sie hoffen, daß bei den durch die CombeSschen Erlasse verursachten Unnihen die nationalistischen Wahl- bewerbungen leichter durchdringen werden. England. Präsident Steh«. Der frühere Präsident Steyn traf in Ve- «leitung seiner Frau und seiner Familie in Southampton ein. Er wurde von den Boerendelegierten Wessels und Fischer aufgesucht.— Amerika. Die demokratische Wahlparole. Nach einem New Borkcr Telegramm des.Globe' will die demokratische Partei den Angriff auf die Trusts zur Parole im kommenden Wahlkampf machen.— Die Revolution auf Haiti. Die von der Regienlng ent- sandten Kommissare, die mit dem Führer der Aufständischen Herrera verhandelnsollten, siudnach Panama zurückgekehrtund berichten, sie seien infolge äuherst heftiger Kämpfe an, 31. Juli nicht im stände gc- wesen, ihre Misston zu erfüllen. Das Blutbad unter den Aufständischen wäre furchtbar gewesen. Der Kampf begann am 23. Juli. Wie verlautet, sind bis zum 30. Juli SOt» Aufständische getötet oder verwundet worden, während die Ver- luste der Regiernngstrnppen 19 Mann betragen. China. Der chinesische Handelsvertrag. Nach Schanghaier Meldungen besteht zwischen den britischen und chinesischen Mitgliedern der Handelsvertrags- Kommission eine Meinungsverschiedenheit. Die Chinesen sind gegen die von Eng- land vorgeschlagene Regelung der Binnenschiffahrt, die Engländer bestcheu aber darauf, dah der ganze Plan James Mackays genehmigt wlrd. Der„Figaro" veröffentlicht eine Unterredung mit dem General- gonverneur von Jndochina Bean. Er erklärte, er sei über den Ab- schlnh des englisch-chinesischen Handelsvertrages, den er nickt für so bald bevorstehend hielt, überrascht gewesen. Es sei die Frage, ob die Erhöhung der Seczölle um 10 oder 11 Prozent von den englischen Kaufleuten gut aufgenommen werden würde, von denen viele der Ansicht seien, dah' durch den zur Zahlung der Ltriegscntschädignng erhobenen Aufschlag von b Proz. ihnen ungerechteriveise Lasten er- wachsen würden. Rußland i» China. Nach einem Telegramm der.TimcS" aus Peking war das Abkommen über die chinesische Nordbahn Gegenstand eines Noten, vecksels zwischen dem britischen Gesandten Satow und dem Prinzen Tsching. England hat uunnichr seine Zustimiiumg dazu gegeben, dah die Klausel ans dem Abkommen entfernt wird, in der die Beibehaltung der ausländischen Militärs als Mitdirektore» der Eisenbahn ansgcsproche» wird. Jetzt müssen noch Deutschland und Japan ihre Zustimmung zu dieser Aenderung des Abkommens geben. Dann müssen sich alle Mächte über die Rückgabe der Eisenbahn an die Chinesen einig sein, ehe dieselbe erfolgen kann. Bis dahin behält Rnhland die Bahnlinie von der großen Mauer bis nach Niutschwang unter seiner Aufsicht.— Der Streik der galizischen Landarbeiter. Krakau, 1. August. sEig. Ber.) Lebende Barrikaden. Aus BorSzszow berichtet der Lemberger konservative„Przedswit"; Bczirkskommissar Mühlner, in Szerszeniowce stationiert, beschloß den Widerstand der Streikenden zu breche» und lieh die auL Bukowina angeworbenen Streitbrecher zur Arbeit führe». Eine halbe Compagnio Soldaten und 20 Gendarme» eskortierten die Streikbrecher vom herrschaftlichen Hof bis zum Felde. Hunderte von streikenden Bauern, mit Frauen und Kindern schauten schweigend dem Zuge der Arbeiter zu. Plötzlich liefen die Frauen zu den Soldaten und Gendarmen, umfaßten ihre Knie und Waffen und flehten verzlveifclt, schreiend und weinend, sie möchten die Streik- brccher nicht zur Arbeit geleiten. Die Soldaten trieben die Frauen mit Kolben- st ö ß e n weg. Als der Zug in eine schmale Gasse kam, liefen alle Frauen voraus und legten sich häufe NIV eise»eben und auf« einander auf die Gasse, eine Barrikade ans lebenden Leibern bildend. Der Zug blieb stehen. Die Soldaten begannen das Hindernis zu.räumen". Es war eine Balgerei mit jedem einzelnen Weibe. Schwangere Frauen stellten sich vor die Soldaten und riefen, de» Vlnscn entblößend:«Stoßt zul" Einen» Bauer, welcher dem Offizier den Weg versperren wollte, schnitt dieser mit einem Säbelhiebe ein Ohr ab. Bei der Brücke am Scretflnsse entwickelte sich wieder ein Kampf. Man begann die Brücke abzutragen. Die Baueni wurden jedoch vertrieben und die Brücke ausgebessert. Auf dem Felde währte die Arbeit den ganzen Tag. Ei» Telegramm der r«the»Ischen Abgeordneten. Die rnthcnischen Reichsrats- und Landtags- Abgeordnete haben an den Ministerpräsidenten Dr. Koerbcr est, Telegramm abgesendet, worin es unter anderm heißt: „In Anbetracht der kritischen Lage sind seitens der Central- behörden folgende Maßnahmen sofort zu treffen: 1. Strenge Belehnmg der politischen Behörden, der Gendarmerie und des Militärs, daß sie sich aller Provokationen und einseitiger Intervention zu Gunsten der Schlachta zu enthalten und nur dort einzuschreiten haben, wo es dringend notwendig ist, und nicht, wie es jetzt fast überall geschieht, als Organe der polnischen Schlachta aufzutreten haben; die Großgrundbesitzer(wie z. V. in den Bezirken Husiatyn und Zaleszczhki, wo sie sich solidarisch zu keinen Unterhandlungen verpflichtet haben, zur Beilegung des Streiks zu veranlassen; 2. Die sofortige Delegierung von Ministerialbeamtcn nicht polnischer Nationalität»nit außerordentlichen Bollmachten behufs Nachforschung und Aufsicht, ob obige Verordnung thatsächlich befolgt wird,— eventuell»nit dem Rechte, beeidigte Uebersetzer, anzn- stellen. Diese Delegierimg ist notwendig, da die ruthcnischen Bauern absolut kein Vertrauen zu den galizisch-polnischen Beamten haben und in denselben vielmehr Vertreter der polnischen Schlachta sehen. Nur diese Maßnahmen können in diesem kritischen Momente das rnthcnische Volk von drohendem großen und unverschuldeten Unglück erretten." Neues Blutvergießen. Das rnthenische Tageblatt„Dilo" berichtet aus dem Bezirk Vrzezanh: Im Dorfe Plothcze kam es zu einem Massacre. Zwei Eskadronen Dragoner und eine Konipagnie Infanterie griffen die versammelte» Bauern an und machten einen Sturm auf daS Schulgebäude, Ivohin sich die Bauern geflüchtet hatten. Ein Bauer»vurde getötet, »nehrere verwundet. Einzelheiten fehlen noch. »» Die„Wiener Arbeiterzeitung" schreibt: � Die Situation in Ostgalizicn ist unverändert. Jminer mehr Soldaten und Gendarmen werden in das Streikgebiet geschickt, und immer inehr Streikende werden verhaftet. In Czortkoiv ivnrden an» Dienstag 120 Bauern eingeliefert, die in Bnrykowka»nid Slobodka koszhtowiecka verhaftet worden Ivaren. In Szwajkowce bei Czortko»vnrde das gairze! aus fünf Bauern bestehende Streik- lomitce und vier andre Bariern verhastet. Der Bezirksrichter entlieh jedoch acht von den Verhaftete»». In das Haus eines der Ver- hafteten ivnrden fünfzig Soldaten einquartiert. Auch in» Bezirke Zaleszczyki wurden viele Verhaftungen vorgenommen. In Popowce wurden der Gemeindevorsteher, der Genieindeschreiber und ein Bauer verhaftet. Alle diese wurden vom Bezirksrichter in Tluste freigelassen. In Supranowka(Bezirk Skalat) begab sich das Streikkomitee zum G»ltspächter Materes, um niit ihm zu verhandeln. Dieser er- klärte, er»verde die Fordcrnngen bewillige»», sobald auch nur ein Gutsbesitzer der Umgebung sie bewillige. An demselben Tage erfuhr das Koniitee, daß in Kolodziejowka die Forderungen bewilligt seien. Drei Mitglieder des Komitees— die Bauern Konrad Lubianiccki, Jivan Ofycka und Jlvan Knchta— gingen nun nach Kolodziejowka, um sich dort zu erkundigen. Dort ivnrden sie aber als„Anfrührer" verhaftet und der Bczirkshanptmal»nschaft überstellt. Erst anf Jnter- vcntion des Gemeindevorstehers von Snpranoivka wurden sie frei- gelassen. «» » Lemberg, 1. August.(W. T. B.) Der Ausstand der Feld- arbeiter dehnte sich neuerdings auf mehrere weitere Gemeinde» des Ansstandsgebietes aus. In 6 Gemeinden ist der Ausstand bei- gelegt worden. Jin Bezirke Zloczoiv wurden ungefähr 120 Personen wegen Ausschreitungen verhaftet. Im Bezirke Przemysl wurden ein rnthenischcr Jonrnalist und zivci rnthenische Universitätshörcr verhaftet. In Ricslachotv machte Kavallerie in- folge von Ausschreitungen bei Militäreinquartiernng von der Waffe Gebrauch. Es wurde niemand verletzt. In mehrere Ge- nieinden»vurde neuerdings Militär beordert. Lemberg, 2. August.(W. T. B.) In säintlichen Bezirken, die voin Feldarbeiter-Aussiande berührt»verde», ist eine Bekannt- »nachung des Statthalters angeschlagen Ivordei», in»velchcr die Be- völker>»»g auf das nachdrücklichste ermahnt wird, sich jeglicher Ge- »valtthätigkeiten und Gesetzesverletzungen zu eirthalten, da Znivider- handlungei» die strengsten gesetzlichen Strafen zur Folge haben »vürden. L e»n b e r g, 2. August.(W. T. B.) Der Ausstand der Feld- arbeiter dauert fort. Nur in vereinzelten Gemeinden ist die Arbeit »vieder aufgenommen. In Jakioroiv im Bezirk Przeinyslany fand ein Znsauimenstoß zwischen den» Militär und den Ausständigen statt. Ein Ausständiger wurde schiver, ein andrer leicht verlvundet. Drei Bauern, welche einen Husaren vom Pferde herimterznziehen versuchten,»vurden leicht verletzt. Ein Husarenlieulenant erhielt einen Steinlvurf auf die Hand. Die Nachricht eines ruthcnischen Blattes, dah in PlothcS eine Metzelei stattgehabt habe, wobei ein Bauer getötet und mehrere verlvundet»vorden seien, ist unrichtig. Nsrkei � idikem Zur bayrischen Wahlrechtsfrage. Eine unsinnige Be- hanptung über das Verhalten Bebels gegenüber den bayrischen Ge- nossen bei seiner Polemik in der Wablrechtsfrage stellt die.Germania" auf. Ans der Korrespondeirz Bebels mit Löivenstein macht sie ein „Jntriguenstück", das Bebel hinter dem Rücken der bayrischen svcialdemokralischen Landtagsfraktion aufgeführt habe und niit den» er bei den Bayern sehr schlecht fahren»verde. Diese gaiize komische Spekulation fällt in nichts zusammen in» Lichte der Thalsache, daß ja Bebel den» Genossen Lölvenstein ausdrücklich erklärt hat, er»volle seine Meinung öffentlich sage»», die Fraktion in der Ocffentlichkeit angreifen, und daß Bebel von diesen» Briefivechsel früher öffent« lich Mitteilung gemacht hat,»vie Lötvenstein. Genosse Lölvensteii» beruft sich ja für seine Erlvähnung des Briefivechsels ausdrücklich darauf, daß Bebel in seinen Artikeln von diesem Briestvechfel ge- sprachen habe. Ter Parteitag für Reuß j. L. findet am 31. August in Gera statt. Auf der Tagesocdming steht u. a. die Partei-Organisatioi» in, Lande. Aus Judultviv und Huudel. Uebrr den Einfluß der Krise auf die Bergarbctterlöhne in» Ober- Bergamtsbezirk Dortmund während des vorigen Jahres enthält der Bericht der Bochnmer Handelskainmer für 1301 eine Reihe interessanter Angaben, die»in so benchtenSivertcr find, als der Bericht überall verrät, dah feine Verfasser ängstlich bemüht geivescn sind, den Arveiterverhältiiisscn eine günstige Seite abzngcivilinen. Wie eingestanden wird, sind die Einkommensverhälinisse der Bergarbeiter in allen Lohnllassen gegen das Vorjahr ungünstiger ge- »vorden. Der Schichtverdtcnst ist zivar nach den» Bericht nur»in, »venige Prozent heruntergegangen, aber da gleichzeitig die Zahl der verfahrenen Schickten geringer geivorden ist, haben die Arbeiter doch eine bare Einbuhe erlitten. Der Schichtenverdienst in allen fünf Lohnllassen ist von durchschnittlich 4,13 M. auf 4,07 M. oder um 2,6 Proz. gegen 1900 gefallen. Berücksichtigt in-in nur die-unter» irdisch beschäfligten eigentlichen Bergarbeiter(20,3 Proz. der ganzen Belegschaft), so ist deren durchschnittlicher Schichtverdienst von 2,17� M. im Jahre 1900 auf 4,98 M. im Jahre 1901 oder um 3,8 Proz. gc- falle»». Infolge der mangelhaften Beschäftigung hat aber die Zahl der verfahrenen Schichten gleichzeitig abqcnonimen, bei der Gesaint- belegfchaft von 31? im Jahre 1900'auf 301 im Jahre 1301 und bei der Lohnklaffe a von 303 aiif 291. Denientsprechend ist denn auch der Jahresverdienst der Bergleute zurückgegangen. Während derfelbe im Durchschnitt aller Lohnklassen in» Vorjahre 1332 M. betragen hatte, belicf er sich im Jahre 1301 nur anf 1224 M., ist also»in» 103 M. oder 8 Proz. gefallen. In der Lohnklasse a (»»»terirdisch beschäftigte eigentliche Bergarbeiter— 50,3 Proz. der gesamten Belegschaft) ist der Jahresverdienst von 1592 M. anf 1447 M. oder um 145 M.— 9 Proz. gesunken, in der Lohiiklasse b (sonstige unterirdisch beschäftigte Arbeiter— 28,4 Proz. der Belegschaft) ist der Verdienst von 1036 auf 1024 oder um 72M.— 7 Proz. gefallen, und in der Lohnklaffe o endlich(über Tage beschäftigte Arbeiter, ausschließlich der jugendlichen und»veiblichen Arbeiter -- 17,9 Proz. der Belegschaft) ist der Verdienst von 1125 M. auf 1030 M. oder um 45 M.= 4 Proz. gefallen. Zur ZahluugScinstelluug der Ba»ikfirma Ed. Rockfch Nachf. erfährt das„Verl. Tagebl.". dah ein Arrangement folgender Art vorgeschlagen sei: Znnächst sollen sämtliche kleinen Gläubiger, etwa 400 an der Zahl, voll und sofort befriedigt»verde»». Die großen Gläubiger, etlva 30, halte» am nächsten Dienstag eine Versamm- lung ab. Diese Gläubiger sollen die Liquidation selbst in die Hand nehmen»ind bei einer langsamen Liquidation sollen auch diese Gläubiger voll befriedigt tverden. Die gesamten Passiven»verde»» auf 2 Mill. Mark beziffert. Die Aktiven bestehen aus ca. 3 Millionen Mark Effekten und 3 Mill. Mark Terrains. Beide sind sehr schlvcr vcränßerlich und es»vürde längere Zeit bedürfen, vielleicht ein �ahr, bis die Liquidation durchgeführt ist. Bedii'gnng ist, daß Geheimer Komincrzienrat Hahn aus der Liquidation ausgeschaltet ist. Zu dem Projekt eines Schuelldainpferdienstes zwifcheu England nnd Kanada erklären die augenblicklich in London»veilenden kanadischen Minister in einer Mitteilung an die Presse, daß alle Nachrichten, die kürzlich über Vorbereitungen der kanadische»» Regierung betr. Einrichtung einer englisch-kanadischen Linie veröffentlicht»vorden seien, in mancher Hinsicht Unrichtigkeiten enthalten. Die Minister hätten zivar verschiedene Vorschläge und Anregungen zur Erivägung gestellt, aber eS sei»vedcr eine Entscheidung getroffen, noch ein Be- schluß gefaßt ivordei». Die Thatsnche, daß Unterhandlungen im Gange sind, wird durch diese Richtigstellung zugegeben, nnd da der kanadischen»vie der eng- lische» Regierung viel daran liegt, den Verkehr beider Länder mit einander unabhängig von den Dispositionen des Morganschcn Dampfertrnsts z» stellen, so wird auch der Weg gefunden»verde»», der zur Schaffling einer solchen Schnelldampfer-Verbindung führt. Export der Vereinigten Staate» von Nordamerika im Nrchnlingsjahr 4901/02. Der„New Jork Herald"— u>»d durch seine Lanientationen veranlaßt, auch verschiedene deutsche Blätter— finden, dah die diesmalige Handelsbilanz der Union eine sehr ungünstige sei, da die Einfuhr gegen daS Vorjahr un» 79,7 Millionen Dollar zugenommen, die Ausfuhr n»n 105,7 Millionen Dollar abgenomincn habe. Die Erörterungen sind völlig müssige. Abgesehen davon, daß der Ueberschnh der Ausfuhr über die Einfuhr immer- hin»och 479 Millionen Dollar übersteigt, kann aus dein Export- rückgang schon deshalb nicht ein Nachlassen der industriellen Ent- »vickluug der Union gefolgert»Verden, Iveil an dem Ausfall von 105,7 Millionen Dollar Lebensmittel und Rohstoffe mit rund 32 Millionen Dollar beteiligt sind. So hat beispiclsiveise die Aus- fuhr von Mais infolge' der vorjährigen ungünstigen Ernte »in 66 Millionen Dollar, von Hafer um 7 Millionen Dollar abgenommen, und ebenso ist, bedingt durch den stärkeren Verbrauch des inneren Marktes, die Ausfuhr von Vieh, Fleisch, Butter und Käse zurückgegangen. Was die Ausfuhr von Industrie- Artikeln anbetrifft, so»veiscn nur Eisen nnd Eisenivaren eine Ab- »ahme, und zivar um»»ngefähr 19 Millionen Dollar, auf— aber nicht iveil die Produktionsentivicklung stockte, sondern iveil der inländische Verbrauch enorm gestiegen ist. In Wirklichkeit ist die angebliche Verschlechterung der Handelsbilanz eher ein BclveiS der günstigen Wirtschaftslage der Vereinigten Staaten. Sociales. VolkSschulperhältniffe nach dcm Herzen«usrer Junker findet man vor allen» i» den» Lande, das mit Recht den Ochsenkopf in» Wappen tragt, in Mecklenburg. Erhebungen, die in letzter Zeit dort veranstaltet ivnrden, ergaben, daß von den 2074 Volksschnl- lehrerstellcn des ObotritenlandcS 146 Stellen gar nicht oder nicht ordnungsgemäß besetzt»varcn. Mehr als die Hälfte derselben, nämlich 82 Stellen, standen unter dem Patronat des DomaninmS, 43 Stellen unter dem der Ritterschaft,»vährend anf die Städte immerhin noch 20 Stellen entfielen. Die Folgen dieser Verivahrlosnng waren in mehreren Fällen drei- bis vier- monatliche Zwangsferien für die Kinder, in andren Fällen mußten die Schüler stundenlange Wege zurücklegen, um die nächste ordentliche Schule in der Umgegend zu erreichen. Anf den» Rittergute Benz bei Lübtheen»vnrde ein ganzes Jahr lang kein Unterricht gehalten. Die Patrone derartiger vcrivahrloster Schulen übereilen sich zumeist nicht iiiit der Beseitigung der Schnlnot, zumal sie ja direkt dabei profitieren. Eine ordnnngsmäig besetzte Schnlstelle kostet im Durchschnitt 800 M. jährlich in Mecklenburg. Ein Vertreter stellt sich bedeutend billiger. Man bekommt ihn unter Um- ständen schon für 100—200 M. jährlich; 300 M. Gehalt und ein Fuder Heu, 400 M. nnd ein Fuder Holz sind sogar schon annehm- bare„Löhne" für Wanderlehrer. Der Kirchendienst bringt dem »itterschafllichen Lehrer eine allsonntägliche Zubuße von 2 M. Diese kleinen Details vervollständigen daS schon bekannte Bild des niccklen« burgischen Schnlelendcs mit seinen jäininerlichen Lehrergehältern, der nnivürdigen Abhängigkeit der Lehrer von den Patronen, den über- füllten Schnlklassen nnd schließlich den lebcnS- nnd gesiindheitS- gefährliche» Schnlbaracksn. Das schtvcizerische Arbeitersekretariat hat soeben seinen 15. Jahresbericht veröffentlicht, der außer dem Bericht des Sekretariats in Zürich und den Berichte»» der Adjunkten Reiinann- Biel und Sigg-Genf auch noch einen Bericht des leitenden A»is- schnsses des schiveizerifchen Arbeiterbundcs soivie»nehrere Protokolle von Sitzungen des Bundesvorstandes und des letzten Osterkongresses in Bern mit der viel besprochenen Schntzzollrcde Greulichs enthält. AuS dem Berichte des Arbeitersekretariats ist ersichtlich, daß es bei einer Enquete der Krankenkassen über die Verfichcrungs- frage sich hervorragend beteiligte und dah dabei 418 Krankenkassen nlitlvirkten. DaS Arbcitersekretariat konimr in dem Enqnetebcricht zu dein Schluß, dah seiteits des Bundes ein neuerlicher Versuch zur Regelung der Krankenversichernng gemacht»verde» soll, daß dann aber dieselbe sich auf alle Einivobner erstrecken und den Erlaß der »vesentlichsten Vorschriften den Kantone» überlassen soll. Das Obligatoritm» soll auf Leute mit höchstens 3000 Frank Jahres- einkommen beschränkt und statt der Versicherung»ach Lohnklaffe»» nur ein Minimnm von Krankengeld vorgeschrieben»verde»; ein Minimun, der Unterstlltzuiigsdaiicr»nd zivar von höchstens sechs Monaten. Die Frage der Unfallversicherung soll vorläufig noch unberührt bleibe». In» Oktober soll eine Delegicrtcnvcrsammlung der Krankenkassen über das»vcitere Vorgehen beschliehen. Der be- kannte Uzwilcr Streik findet kurze kritische Beleuchtung, ebcnso daS empörende parteiische Verhalten der Behörden. Miindliche Auskunft wurden 610, schriftliche 282 in Zürich erteilt. 2500 in Biel und 841 in Genf. Die Ausführung der Haftpflicht, die bekannte nnsociale Praxis der meiste» Aerzte, die Arbeits- und Lohiivcrhält- nisse, namentlich der Uhrenarbeiter, aber auch andrer Branchen in der»velschen Schivciz»verde»» eingehend geschildert nnd»eben er- frenliche» Fortschritten noch arge Rückständigkeit»nd viele Mißstände angeführt. Adj»»llt Sigg bespricht die kantonale Arbeiterschutzgesetz- gcbnng verschiedener welscher Kantone. Bon der Bundessubbention von 25 000 Fr. lvnrden im Johre 1901 24 920 Fr. ausgeqeben, wovon 18 200 Fr. für Geholter, 2934 Fr. für Dnicksache», IISO Fr. für Bibliothek. 1009 Fr. für Miete usw. Ans Vvv I�vnnenbeinvgnng. Franc»«nd Mädchen CharlottcnbnrgS! Dienfto-,, den 5. August, abends 8Vs Uhr. findet im Volkshause, Kosineiistratze 3, eine Wonderversonunlung des Vereins für Frauen 'md Mädchen der Arbeiterklasse für Schöneberg und Umgegend statt. Vortrag des Herrn Dr. Borchardt über: Warum steigen die Mieten? Diskussion. Um rege Beteiligung, auch der Männer, ersucht Der Vorstand. Gleichzeitig machen wir noch einmal auf den heute, Sonntag, den 3. August nachmittags stattfindenden Ausflug des Vereins nach dem Grunewald, Restaurant zum Schwan, Delbrückstraße, aufmerksam und bitten um recht zahlreiche Beteiligung. Gc:veLkpch�Nliches. Berlin und Uiiigegend. Anöspcrrnng der Zimmerer in Potsdam und NowaweS. Wie wir schon gestern mitteilten, sind die organisierten Zimmerer in Potsdam und Nowawes seit letzten Montag von dem dortigen Arbeitgeberverband für das Bangewerbe ausgesperrt. Der Hergang bei dieser Aussperrung ist kurz folgender: In einigen Baugeschäfte» lveigerten sich die Zimmerer von Nowawes, auf den Bauten zu arbeiten, wo italienische Maurer Streikbrecherarbeit verrichteten. Als sie dieserhalb im Baugeschäft vo" Menze u. Dreßler entlassen wurden, boykottierten sie im stillen diese Geschäfte, d. h. es ging keiner dort hin um Arbeit zu sprechen. Dies war für die Arbeitgeber die längst herbei- gesehnte Gelegenheit, ihren in, stillen gehegten Wunsch in Erfüllung gehen zu lasse», nämlich die Zimmerer von Nowaives und Potsdam auszusperren und im Anschluß daran von jedem einzelnen den Aus- tritt aus der Organisation zu verlangen. Am Dienstag, den 21. Juli erhielt der Vorsitzende des Verbandes der Zimmerer von Potsdam ein Schreiben vom Arbeitgeberverband, worin er aufgefordert Ivurde, bei der Zahlstelle Nowawes dahin zn wirken, daß die Sperren über die Baugeschäfte von Menze und Dreßler bis Donnerstag, den 23. Juli aufgehoben würden. Da den Potsdamer Zimmerern von einer Sperre über die genannten Geschäfte nichts bekannt Ivar, mußte erst eine Klarstellung der Sachlage herbeigeführt werden. Es stellte sich denn auch heraus, daß von einer Sperre überhaupt nicht die Rede sein könne, weil nur einige Mitglieder der Zahlstelle Nowawes dem Gedanken Ausdruck gegeben hatten, in diesen Geschäften nicht zn arbeiten. Weder in Potsdam»och in Nowawes lag ein Versammlungsbeschluß vor, welcher besagt, daß über die betreffenden Baugeschäfte die Sperre verhängt sei. Nichtsdestoweniger wurde in einer Versamrnlung der Zimmerer in Potsdan, am Sonntag, den 77. Juli, an welcher auch die Zimmerer vo» NowaweS teilnahmen, die Sperren— soweit überhaupt davon die Rede sein kann— ausdrücklich für aufgehoben erklärt. Die Zimmerer nahmen an, daß»uninehr diese Angelegenheit erledigt sei; als sie aber am Montag zur Arbeit kamen, wurde ihnen seitens der Arbeit- geber eröffnet, daß sie ausgesperrt seien und zwar jeder so lange, bis er schriftlich seinen Austritt aus der Organisation erklärt habe. Also auf die Vernichtung d e r O r g a» i s a t i o n Wales abgesehen. Daß dieser Plan schon lange Zeit vorher bc- stand und die angeblichen Sperren nur den erwünschten Anlaß dazu boten, geht aus der Thatsache hervor, daß ein Arbeitgeber aus Potsdam schon vor den, Tage, welcher von, Arbeitgeberbund als Aufhebungstermin der Sperren festgesetzt war, nach Budapest reiste, um dort Arbeitswillige anzuwerben. Am Sonntag sind diese ja auch in einer Zahl von 45 Mann in Potsdam eingetroffen. Wenn bisher auch einige ängstliche Gemüter den Revers, welcher den Aus- tritt aus der Organisation bedeutet, unterschrieben haben, so dürfte der Wunsch der Arbeitgeber, die Organisation der Zimmerer Potsdams zu vernichten, doch niemals in Erfüllung gehen. Wir haben es hier also mit einer beispiellos terroristischen Handlungsweise der Unternehmer zu thun. Arbeiter, die nun den Versuch machten, ihre Kameraden in nicht ganz höflicher Weise zum Eintritt in die Organisation zn bewegen, sind bekanntlich wegen Bedrohung, ja sogar wegen Erpressung bestraft worden. Die llntcr- nehmer dagegen können durch Drohung mit derAnssperrung dieArbeiter ans der Organisation auszutreten zwingen, die Unternehmer können ihre frivole Handlungsweise vollenden, indem sie diejenigen, welche der Drohung nicht Folge leisten, ans der Arbeit jagen,»nd ihnen die Möglichkeit, anderwärts Arbeit zu erhalten, nehme»; die Unter- »ehmer können auf diese Weise den Arbeitern die Existenz rauben und sie den, Hunger überantworten: dagegen schreitet kein Staats- anwalt ei», dagegen wird kein Gesetzesparagraph angcivandt, und trotz alledem leben wir angeblich im Rechtsstaat und unter dem Zeichen der Socialreforin._ Zn», Dreherstrcik in den NileStverken wird uns aus dem Bureau des Metallarbeiter-Verbandes geschrieben: Wenn bis 1. August die Sache nicht erledigt ist, tv erden lOProz. der BerlinerMetallarbeiter ausgesperrt, sagte Herr Kleffel drohend zu den arbeitslosen Drehern, die sich weigerten,„ach Ober-Schöneweide zu gehen. Wir haben uns daraufhin vorbereitet,„klar zum Gefecht gemacht" und er- tvarteten den Angriff der Kühnemänner. Der 1. August ist da, aber nicht die angedrohle Aussperrung. Mau glaubte wohl durch die Drohung uns einschüchtern zu können, so daß wir den günstig stehenden Streik abbrechen würden. Ja, da hat man sich eben ver- rechnet. Wohl sind wir uns des Ernstes der Sachlage bewußt, falls es zn einer großen Aussperrung kommen sollte, und wir werden auch nie in frivoler Weise die Beranlassung zu einer solchen Aus- sperrung geben. Wenn aber der Generalgewaltige, Herr Kleffel, glaubt, daß wir bei der bloßen Drohung, eine große Aus- sperrung vorzunehmen, ins Mauseloch kriechen: da irrt er sich ganz gclvaltig. Nachdem wir alles gcthan, was gethau werden mußte, im, die Sache nicht unnötig in die Länge zu ziehen, sehen wir mit Ruhe den kommenden Dingen cnt- gegen.— Die Gewaltspolitik der Kühnemänner, durch die diese Herren es erreiche» wollten, daß die Metallarbeiter nicht mehr ivage» würden zu streiken, hat nicht verhindern können, daß die Organi- sation der Metallarbeiter von Jahr zu Jahr stärker geworden ist. Es kann offen ausgesprochen werden, daß gerade die rigorosen Maß- nahmen der Kühnemänner unser bester Agitationsstoff gewesen sind. Auch die für den 1. August angedrohte Gewallmaßregel wäre für uns von Ungeheure», agitatorischen Wert gewesen. Daß die Herren es vorgezogen haben, nichts zu unternehmen, scheint zu beweisen. daß es auch bei den Kühnemännern zu dämmern beginnt, daß auch diese Herren einsehen, mit all ihren Gewaltmatzregeln erreichen sie das Gegenteil von de»,, was sie erreichen wollen. Die Kühnemänner haben uns durch ihre rücksichtslos brutale Behandlung eine Reihe so trefflicher Agitatoren geschaffen, daß wir ivohl berechtigt sind, zn sagen:„Die Herren sind auch ein Teil der Kraft, die das Böse w,ll und das Gute schafft." Die Portcfeniller der Firma Weiß u. Kündiger haben «sie neunstündige Arbeitszeit und eine Lohnerhöhung von 10 Proz. durchgesetzt. Die Töpfer(Wcrkstnbenarbeiter) in H e r z f e l d e, Lichtenow und Rüdersdorf haben eine Lohnbewegung geführt und durch Verhandlungen mit de» Unternehmern erreicht, daß in Herzfelde und Lichtenow die Arbeitszeit von 11 auf 10 Stunde» herabgesetzt �Verantwortlicher Redacteur: Julius Kaliski m Berlin. Für den Ins«« »nd die Accordlöhne um 10—20 Proz. erhöht wurden. Der Tarif ist bis 1. August 1903 festgelegt, und von einen, Vorstandsmitgliede des Töpferverbandes mit unterzeichnet. Für Rüdersdorf steht der Abschluß eines Tarifes unter den gleichen Bedingungen in Aussicht. In dem Lohntarif der Maler, ven wir in einem Ver- sammlmigsbericht in unsrer Sonnabendnummer mitteilten, ist eine wesentliche Bestimmung aus Versehen weggeblieben. In dein Tarif ist nämlich auch für Anstreicher ein' Minimallohn vorgesehen, und zwar soll derselbe den, Mnidestlohn der jungen Malergehilfen gleich sein. Es erhalten also vom 1. Oktober ab die jungen Maler- gehilfen, welche länger als zwei Jahre ihre Lehrzeit hinter sich haben, einen Mindestsiundenlohn von 63 Pf., diejenigen Gehilfen, welche noch in den beiden ersten Jahren nach vollendeter Lehrzeit stehen. sowie die A n st r e i ch e r 48 Pf. Von, 1. April 1903 ab erhöhen sich diese Löhne auf 65 beziehungsweise 60 Pf. Achtung! Kistenmacher. In der Fabrik von Find e i s en Nachfolger S. Lachs sind Differenzen ausgebrochen. Zuzug von Holzarbeitern und Maschinenarbeiten, ist streng fernzuhalten. Die Lohnkommission. Deutsche» Reich. Die streikenden Manrer in Königsberg i. Pr. haben dieser Tage mit den Unternehmern vor dem Einigungsamt verhandelt. Es wurde ein Schiedsspruch gefällt, der den Streikenden, die bekanntlich 60 Pf. Stundenlohn fordern, für dieses Jahr einen Lohnsatz von 43 Pf. zuspricht. 47 Pf. hatten die Unternehmer geboten. Obgleich der Schiedssvruch noch eine Vertragsbedingung festsetzt, gegen welche die Arbeiter bisher heftig opponiert hatten, erkannten sie doch de» Schiedsspruch an. Die Unternehmer dagegen lehnten ihn ab. Der Streik Ivird nunmehr durch die Schuld der Unternehmer fortgesetzt. Die Ausständigen setzen den Kampf mit»», so größerer Zuversicht fort, als die Unternehmer untereinander nicht enng sind über die ferner einzuschlagende Taktik. Zwei Unternehmer haben nachträglich die im Schiedsspruch festgesetzten Bedingungen anerkannt. Ausland. Gegen die Nachtarbeit in den Bäckereien ivird gegenwärtig von den Bäckergesellen in Holland eine lebhaste Agitation entfaltet. An, 27. Juli tagte zu Haarlen, eine große provinziale Bäcker- Versammlung unter starker Beteiligung der Verbandsabteilungen aus Haag, Amsterdam, Arnhem, Zaanden, und Utrecht, in der eine Resolution augenommen wurde, wodurch die Regienmg aufgefordert wird, die Nacht- und Sonntagsarbeit in den Bäckereien gesetzlich zu verbieten. Besonders ivird noch erklärt, daß man wegen des christlichen Charakters des jetzigen Ministeriums um so eher eine Erfüllung dieser gerechten Forderung erwarte.— Außerdem erklärten die Versammelten, kräftig für das allgemeine Wahlrecht wirken zu ivollen._ VersÄ unnluttigen. Tie Elektroniontenre beschäftigten sich in ihrer an, Freitag im Geiverkschaftshause abgehaltenen' öffentlichen Versammlung mit den, Streik bei der Firma Hardegen u. Comp. Der Referent Holz führte aus: Schon im vorigen Monat sei es zu Differenzen mit der Firma gekonunen, Iveil Lohnreduzierunge» von 6 bis 8 Proz. an den, 30—60 Pf. betragenden Stundenlohn vor- genommen sind und die lveitere Zahlung von Wegzeiten und Fahrgeldern verweigert Ivurde. Weil aber damals infolge des geringen Zuzugs nicht ein einziger Streikbrecher vorhanden war, so sah sich die Firma bald zu einer Verständigung ge- nötigt, die ihren Ausdruck in den am 2. Juli festgelegten Eimgmigs- beding, mgen fand. Hiernach ivurde die Fahrzeit wieder wie früher vergütet, soivohl bei Accord- als auch bei Lohnarbeit, ganz gleich. ob in der Fabrik oder auf einer andren Arbeitsstelle zu arbeiten war. Ferner sollten die Monteure nicht mehr verpflichtet sein, gegen eine Panschulsumine zu arbeiten, d. h. selbständige Arbeiten gegen eine vorher vereinbarte Entschädigung in eigner Ausführung von der Firma übernehmen zu müssen. Am 26. Juli, also ungefähr nach 3 Wochen ivar Herrn Hardegen die von ihm unlerschriftlich anerkannte Zusage lvicder leid geworden. Er brach sein gegebenes Wort als auch den Kontrakt und wollte wieder die frühere» Zustände ein- führen. Bei der hierauf siatlfindcnden Rücksprache mit dem Arbeits- ausschuß stellte sick> der Chef einfach auf den Herrenstandpunkt, indem er sagte, er ließe sich keine Vorschriften machen, vielmehr setze er die Arbeitsbedingmigen nach seinem Belieben fest. Das einzige„Zu- geständnis", das er machte, war. daß er die Aenderungen erst nach 14 Tagen in Kraft setzen wolle. Mit solchem Vorgehen konnten sich die Monteure nicht zufrieden geben, sie legten erneut die Arbeit nieder. Ob- ivohl nun der Zuzug von Arbeitslosen ungewöhnlich stark ist, so arbeiten außer den Obermonteuren und Lehrlingen auch jetzt keine Streikbrecher daselbst. Diesen, Umstände niag es zum guten Teil mit zuzuschreiben sein, daß ein Einignngsversuch vor den, Geiverbc- gericht nnternommen ivurde, der bis jetzt aber noch zu keinem greif- baren Resultat geführt hat. Die Hauptdifferenz liegt in der Forde- rung auf Aufhebung der Accord- und Panschalarbeit, welche der Unternehmer in, Hinblick auf die Konkurrenz nicht bewilligen zn können vermeint.— Eine Resolution, in der den Streikenden pekuniäre und moralische Unterstützung zugesichert wurde, fand ein- stimmige Annahme. Fachvcrein der Tischler. In der ain 23. Juli stntlgefnndenc» Generalversammlung gab Hürtler den Vorstandsbericht. Statt- gefunden haben in, zweiten Vierteljahr 3 Generalversammlungen, i Mitgliederversammlung und 1 öffentliche. 2 VertrancnSmänner- Versai'nnilnngeii und 12 Vorstandssitzungen. Für die Mvrgen- sprachen, deren 9 stattfanden, scheinen die Kollegen„och»echt ivenig Interesse zu hegen. Aufgenommen wurden in, letzten Vicrteljahr 110 Mitglieder. Wege», restierender Beiträge gestrichen wurden 61. ausgeschlossen wurden 4 Mitglieder. Differenzen sind in dieser Zeil 6 vorgekommen, Rechtsschutz erhielten 4 Kollege». Der Kassenbericht ergab eine Einnahme von 2180,60 M., Ausgabe 1910,61 Rt., Bestand 269,99 M. Dem Kassierer Klinisch wurde Decharge erteilt. Die Bibliothek ivurde von nnr 32 Kollegen benutzt. Die Ersatz- wählen ergaben folgendes Resultat: Vertrauensmann: Hürtler. Stellvertreter: Schwarz, 1. Vorsitzender: Eberts, 2. Vorsitzender: Härtung, Revisor: Hinz. Zu Mitgliedern der Arbeitsvermiitelimgs- Kommission ivurde» bestimmt: Otto Kunisch, Ramsch, Willi Nchse, Bnbcner, Alfred Nehse und Schulz. Zun, Beitragsammler für die ncuerrichtele Zahlstelle in der Putbuserstr. 46 bei Hermann ivurde Golder bestimmt. Alsdann gab Hürtler den SitualiouSbericht und kritisierte dabei das Verhalten des Holzarbeiter-Verbandes gegen- über dem Arbeitsnachweis der Innung und die Entlassungsscheine. Arbeiter-Sauiariter-Kolonne. Montag, den 4. August 1902, abendS 9 Uhr, tu der Filiale Brunnenstr. 41 bei Lichte, Vortrag über V«- giftungen und gefahrdrohende Krankheitszustände. Nach dein Vortrage praktische Ucbungen._ Gevicfzks-Ieitunq. Ei» Pistolenduell beschäftigte Sonnabend die erst: Ferien-Straf« kammcr am Landgericht II. Auf der Anklagebank saß der canck. pbil. Heinrich P r a n d e l mit seinem Kartellträger stuä. med. Karl Kothen. Prandel befand sich in der Nacht vom 11. zun, 12. Dezember v. I. in,„Strammen Hund", einen, vielbesuchten Lokal am Oranienburger Thor. Dort geriet er mit den, stud. med. Werk zusammen, dem er das Schimpfwort„Schlothe" an de» Kopf ivarf. Da in dem Lokale„Burgfrieden" herrscht nid jede», der Wiedereintritt ins Lokal verwehrt ivird, der dort einmal Streit pro- vozicrt, so ließ Werk den Prandel Heransrufen und verlangte von diesem— nachdem derselbe den, Rufe Folge geleistet— die Karte. Prandel zeigte seine Karte nicht, nannte aber Namen»nd Wohnung. Als er währenddem nochmit einem andren Kommilitonen sprach, gab ihn, Werk einen Schlag ins Gesicht. An, andren Tage ließ Prandel den Werk durch Kothen fordern und zivar auf Pistolen. ES wurde eine Distanz von 10 Sprungschritte» und einmaliger Kngelivcchsel ver- einbart. Das Duell fand in der Jungfernhaide statt. Werk erhielt ienteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max einen Schuß in die Brust, der ihn sehr schwer verletzte. Nach seiner Wiedergenesung wurde er vom Militärgericht— er besucht lie Pepiniöre— zu vier Monaten F e st u n g s h a f t verurteilt. Der Angeklagte Prandel gab in der heutigen Hauptverhandlung den obeugeschilderten Thatbestand zu und Kothen gestand auch ein, daß er keinerlei Versuch gemacht habe, eine Versöhnung herbeizuführen oder den Zweikampf zu verhindern. Das Urteil lautete für Prandel auf vier Monate, für Kothen auf z>v e i Wochen F e st u n g s- Haft. Wege« Beleidigung einer Anzahl Herren, welche in der antisemitischen Bewegung eine hervorragende Rolle spielen, hatte sich Sonnabend der Redacteur Max K l a u s n e r vor der vierte» Ferien-Strafkammer des Landgerichts I zu verantivorten. Wie erinnerlich sein ivird, hatte die„Staatsbürger-Zeitung" eine Reihe von Gutachte» veröffentlicht, welche über den Ritualmord von zu- meist dem Gelehrtenstande angehörigen Personen abgegeben worden waren. Klausner hatte die Verfaffer dieser Gutachten in der von ihm herausgegebenen„Israelitischen Wochenschrift" so scharf kritisiert, daß acht der Herren Strafantrag ivegen Beleidigung gegen ihn stellten und bei der Staatsainvaltschaft auch Gehör fanden. In der „Israelitischen Wochenschrift" von, 26. April nannte der Angeklagte die Namen der acht Strafantragsteller und knüpfte daran die Mit- teilung, daß am 10. Mai Termin in dieser Sache anberaumt worden sei. Auf derselben Seite der Nummer, aber in der folgenden Spalte befand sich in gleicher Höhe mit der erwähnten Notiz folgende Mit- teilung:„In, benachbarten Städtchen Trebbin hat der Prediger Disselhoff gegen 200 000 M. Kirchen- und andre Gelder unterschlagen' und in liederlicher Weise verpraßt. Disselhoff war eine Säule des Antisemitismus. Aber so sind sie alle, alle." Die Strafantragsteller erblickten in der Gegen- überstelluug der beiden Artikel einen Himveis darauf, daß die Bc- merknng:„So sind sie alle, alle!" sich auf sie beziehe» sollte. Der Angeschuldigte bestritt dies entschieden. Es liege lediglich ein Zufall bei' der technischen Herstellung des Blattes vor. Wenn er seinen Gegnern etivas Unfreundliches sagen wolle, so thue er dies direkt und nicht auf Umwegen, ivelches seiner Natur ividerstrebe. I», übrigen wisse er auch nicht, ob die Strafantragsteller als„Säulen" des Aiitisemitismtts zu bezcichueu seien, er halte sie nicht dasiir. Staatsanwalt Kiesel gewann doch die Anschauung. daß die Strafantragsteller durch die beiden Notizen getroffen werden sollten, er beantragte gegen den Angeklagten eine Geldstrafe von 200 M. Der Verteidiger," Rechtsanwalt Moses, plädierte für Frei- sprechung, indem er darauf hinwies, daß es Gepflogenheit der auti- semitischen Presse sei, eine von einem Juden begangene Strafthat zu verallgemeinern. Er erbot sich auch, den Beivcis dafür anzutreten. daß der Angeklagte mit der technischen Zusammenstellung deS Blattes nicht das geringste zu thun gehabt. Der Gerichtshof kam zu eine», freisprechenden Erkenntnis, da ein Zusammenhang zwischen den beiden Artikeln nicht nachgewiesen sei. Tetzke ZlachviMen und Depeschen. Ncichörat gegen Abgeordnetenkammer. München, 2. August.(W. T. B.) Die Kammer der Reichsräte beriet heute den Knltusetat und stimmte dabei dem Beschlusie der Abgeordnetenkammer zu. eine eigene Professur für Homöopathie in Aussicht zu nehmen. Die von der Kammer der Abgeordneten abgelehnte Forderung von 2000 M. für den Ankauf antiker Vasen für die Vasensammlung >vurde!.wiedcrhergestellt, ebenso einstimmig die von der Kammer der Abgeordneten gestrichene Position von 20 000 M. für Nenerwerbnngeu für das Nationalmuseum. Bei dem Abschnitt„Akademie der Tonkunst in München" trat Prinz Ludwig Ferdinand aufs wärmste ür die Wiedereiustellung der von der Kammer der Ab- geordneten gestrichenen 12 000 M. ein, woraif die Wieder- einstcllnng einstimmig erfolgte. Sodann sprach Prinz Ludwig Ferdinand für die Wiederherstellung oer von der Abgeordneten- kammer gestricheuen 100 000 M. zur Erwerbung ausgezeichneter Kunstwerke für die staatlichen Kunstsammlungen. Freiherr v. Cramer- Klett hob hervor, daß die Ablehnung dieses Postens in der Ab- georduetenkamnier für Bayern höchst beschämend sei und daß der Reichsrat gewissermaßen die Ehrenrettung des Vaterlandes vor- zunehmen habe. Ebenso warn, traten auch ReichSrat v. Miller und Staatsrat v. Wehner für die Wiederherstellung der Position ein, worauf dieselbe beschlossen wurde. (Damit ist die„Verweigerung der Kulturforderungen' durch die klerikalen Abgeordneten des Abgeordnetenhauses neutralisiert. Wird das Centrum eS nun auf einen Konflikt zwischen den beiden Häuser ankommen lassen?)_ Ter Kulturkampf in Frankreich und der Vatikan. PariS, 2. August.(B. H.) DaS„Echo de Paris" veröffmt- licht ein Telegramm auS Rom, welches besagt, daß der Papst mit den Kardinälen Barocchi, Ferrata und Aaliardi aber die Haltung des Vatikans mit der französischen Regierung beraten habe. Die Kardinäle haben dem Papst geraten. keine offizielle Protestnote zu veröffentlichen, sondern sich darauf zn beschränken, de», französischen Vertreter beim Vatikan mündliche Vorstellungen zu machen, um zu Gunsten der Ordens- chivcstern einzuivirken. Die Kardinäle bedauerten die bisher be- ölgte Politik des Kardinal-StaatssekretärS Rampolla. In vatikani- !chc» Kreisen glaubt man, daß diese Angelegenheit eine vatikanische KriseS hervorrufen und daß Rampolla seine Demission geben werde. PariS, 2. August.(B. H.) In Sully, wo OrdenSleute das Eigentum der Marschalli» Mac Mahon bewohnen. weigerten sich diese, ihr Domizil zu verlaffe». Die Bewohner des Orte» Habensich beivaffnct und erklärt, die Schwestern bis zum letzten Blutstropfen verteidigen zu wollen._ Die Gefährdung Venedig». Venedig, 2. August.(B. H.) Ein Teil deS königlichen Palastcö zeigt bedenkliche Riffe, auch die eingezogenen eisernen Träger sind gebrochen. Panzerplatte und Kanone. Frankfurt a. M., 2. August. Die„Franks. Ztg." nieldet auS New Jork: Ter Marinelieutenant Devis soll eine Panzerplatte hergestellt haben, die angeblich ividerstandsfähiger ist als diejenigen Krupps.(Bor wenigen Tagen ivurde erst eine Kanone entdeckt, die jede Panzerplatte durchbohrt. So geht der Kampf zwischen Panzcr und Kanone iveiter, zun. Heile der— Eisenindustrielle» I) Kohlenarbeitcr-Streik. New Bork, 2. August. Der Verband der Kohlengrubenarbeiler verlor zive. Gruben, die vollständig in, Betriebe sind. Für die nächste Woche ist die Wicderiubctricbsetzung von drei weiteren Zechen von den Zechenbesitzer» in Aussicht genommen. Der Präsident des Verbandes Milschcll hielt eine Ansprache an 7000 Arbeiter, in der er äe zum Ausharren crmahnte.(„Franks. Ztg.") Fraukfnrt a. M., 2. August. Die„Franks. Ztg." meldet au? London: Das Verbot der Einfuhr ausländischer Zeitnngen nach Südafrika ist zurückgezogen worden.(Auch der„Vorwärts" war von diesen, Verbot betroffen worden!) Paris, 2. August./- bis 9'/- Kür abends statt. A. P. 7. Wenden Sie sich an die Kolonialavteilung, Berlin W. 8, Wilhelmstraste 75 u. 76.., G. P.(Fehrbellinerstrabe). Gebräuchlich mit klernen Anfangs- buchstaben._-,... ,. H.«. 27. 1. Wünschen Sie, daß Ihre Frau zu Ihnen zurückkehrt, so können Sie auf Wiederherstellung des ehelichen Lebens klagen. Erst wenn seit Rechtskraft eines Ihnen günstigen Urteils ein Jahr verstrichen ist, ohne daß die Frau zurückgekehrt ist, können Sie auf Ehescheidung wegen bös- licher Berlaffung klagen. 2. Den Unterhalt der wider Willen ihres Ehemanns von ihm getrennt lebenden Ehefrau hat der Mann nicht zu bezahlen. 3. Das von Ihnen Geschilderte ist ei» Ehescheidungsgrund. Der Klage mich ein Sühnevcrfahren vorausgehen. 4. Wird der Zustand Keffer, so kann auch Herabsetzung oder Entziehung der Entschädigung eintreten. Ebenso können Sie bei Verschlechterung des Zustandes eine Erhöhung beantragen. 5. Die von Ihnen benannten Papiere sind sicher, ebenso die von Ihnen genannte Bank. Sie können auch der Reichsbank Ihr Vermögen zur Ausbewahrung � � N. L. F. 1. und 2. Nein.— Rechtsanwalt. Wenn in Ihrem Ver- trasse nicht das Gegenteil ausgemacht ist. muß der Wirt sich die Miete holen. Ebenso steht es mit dem Gläubiger, der die Miete hat pfänden lassen. Fordern Sie ihn zur Abholung der Miete aiif.— J. Sv«- P. N. 30. Tcinmincrstr. 35: Nein.— B.®. 1 Durch die Polizet. 2 Sie haben als Vater über die Att der religiösen Erziehung Ihrer Kinder zu bestimmen.— H. F. Nein. Sind Sie Gewerbegehilse, so ist das Gewerbegertcht, sind Sie Handlungsgehilse, so ist das Amtsgericht für Ihren Anspruch auf Zahlung des Gehalts zuständig.—®. 42. Versuche, durch Schtebungen eine Pfändung erfolglos zu gestalten, sind nutzlos und strafbar. Sie könnten nur iiochmals Stundung beantragen.— W. F-«ssw könnten auf Rechnungslegung und Zahlung beim Amtsgericht klagen.— A. O.. 30. 1. und 2. Ja. 3. Unbefugtes Brieföffnen wird auf-straf- antrag hin bestrast. Allein ein Strafanttag könnte wohl nützen Für de» Ii, halt der Inserate übernimmt die Redaktion de», Pttblitnin gegenüber keinerlei _ Bcrantniortnng._ TlIrsrtoi'. Sonntag, den 3. August. Neues Opern- Theater Panoptikum. Specials- täten-Vorstellung. Urania. Tanbenstr. 48/40.(Im Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Die deutsche Ostseeküste. Jnbnlidenstraste S7/02. Täglich: Stcrinvarte._ yrania. Tauben-Strasae 48/49, Im Theater um 8 Uhr; Die deutsche Ostseekiiste. z OOIOCISCHER GARTEN Heute, 1. Sonntag im Monat 25 Pf. Entree a Person Gp.MilitäP-Konzert (3 Kapellen, einschliesslich der Kapelle des 21. Bayrischen Infanterle-Reg virig. Schreck). DeuMs Tlikkter Sonntag 2-/- Uhr: Die Weber. 7V2 Uhr: Es lebe das Lebe». . Montag: Rosenmontag. | Dienstag: Es lebe das Leben. Jarl Weiss-Theater. Groste Frankfnrterstr. 132. Nachmittags 3 Uhr, kleine Preise: Die Grille. Ländliches Charakterbild in 5 Alten von Ch. Birch-Pseiffer. Abends 8 Uhr: Der Dämon. Schauspiel in 7 Bildern von Ernst Ritterseldt. Hierauf:„Blv". Nacht- scene in 1 Akt von Schätzler-Perasini. Im Garten: Neues Specialitäten- Programm. 4 Uhr. emANS Panoptikum Frledrlch-Strasse 166. Das berühmteste Wachsfiguren-Kabinett der Welt. Beachtenswerte Neuheit: Lebende Bilder, ausgeführt v. einem Ensemble junger, schöner Damen. Apollo- Theater und Komert-Carten. Um 7t/j Uhr: Die nenen Specialit&ten. 6Sennets«BeilaRosa"Serra Liane Leltchner Ä Georg Röaier The 3 Satoure$ Klnematoecop. Um 8»/s Uhr: Lysistrata Ltn. Leonidas.. Robert Steldl. Kasseneröffnung 6 Uhr. Anfang 7>/, Uhr. nuii) Unter Jen Linden 08a. Einsang Schadowistr. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis; 50 Pf. Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, _ Reptilien etc._ Passage-Ttieatep. Das Elite August-Programm. Alice Markert. Darstellerin komischerVolks- typen. Willy Präger (Prolongiert!) 16 neue erstkl. Nummern. Passap-Psnopticuin. Molea Pariser Marionetten-Theatep. Arabischer Fakleru Feuermensch. Sanssouci Kottbnseratr. 4 a, Station der Hochbahn. Täglich im Garte», bei un- günstig.Witterung imSaal: ■iuir»ia,i um NorickMe Siiiigec und Konzert. Sonntag, Montag und Donnerstag nach der Soiree: Tanzkränzchen, Tanz frei! Anfang Sonntags 5 Uhr, Entree 3l> Pf., ab 9 Uhr 20 Pf. Anfang Wochentags 6 Uhr. Entree ZÜPs., ab 9 Uhr 20 Pfg. IVietFopol-TliGiitei' Morwitz-Oper. Nachm. 3 Uhr bei halben Preisen: Der WalTensclunled. Abends 8 Uhr: Gritaiti(Der Bandit). Montag: Franceschina Prevostl. Zum 100. Male: Traviata. Dienstag: Die verkaufte Kraut. Vorletzte Woche. S Patentanwalt Dammann, Moritzplatz 57. Auskunft bis abends neun. s45ZSL' s--—•> ' Sommertheater Marienbad Badstr. 35/36, Gesundbrunnen. Neu! Täglich: Neu! Grotzstadtlebe»t. Gr. Ausstattungspoffe in 2 Bildern von Reichard. Musik von Schmidt. la Specialitäten. Entree 20. 30 und 50 Pf. Sonntags: BsiII» Empfehle meine Räumlichkeiten den verehrten Vereinen und Geiverkschaften bestens, billigste Bedingungen.»Ichanl Wagner. Vrater-Thellttr Kastanien- Allee 7—9. Täglich: Johanniszauber. Operetten-Burleske in 4 Bildern von W. Gericke. Musik von Schmidt. Hedvdg Döring, Kostüm-Soubrette.— Eugen Milardo, Tanzhumorist.— Cirkus Loyal.— Leodlskas Kakadus, komische Recktnrner.— The Eirados. IWdm. Georgette, Feuer- u. Flammentanz.— Lebende Photographien. (Neue Serie.)— Kontert. Ansang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf., numerierter Platz 50 Psi Kalbo. SC* Fröbels Allerlei Theater sr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Gr. Extra-Vorstellung des brillanten. erstklassigen l4iix:»»t-�pielpian«». Der unvergleichliche Karl Brann"VQ aus kurze Zeit noch prolongiert! Man m»v UM" Karl Brarii» gesehen haben! Ganz Berlin amüsiert sich. !! 18»»»e KnnstHterne!! Ansang 4 Uhr- Entree 30 Pf. Montag: 8oniiiier- Cent des St. Metnrad Vereins. Max Kliems Sommer- Theater. HaNeniieiile 13—15. Artistischer Leiter: Gust. Bock. Täglich s Gr. Konzert, Theater- u. Specialitäten-Vorstellung Jeden 1. und 15. d. Monats: Wechselndes Programm! Donnerstag: Elite- Tag. Bernhard Rose-Theater Gesundbrunnen, Badstr. 58. Das große Weltstadt-Programm. Um 8 Uhr: Verlin wie's bautu.krHt. Gr. Poffe mit Gesang in 2 Bildern von L. Elp Musik v. R. Thiele. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Vorzugskarten haben Gültigkeit. Kaffeeküche.— Ball.— Mittwoch, 6. August: Grosses Gartenfest. Dienstag, den 12. August: Beneftz siit Karl Lohrmann und Waldi Jasinsky:„Der Bettel- ftudent von Berlin"._ Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Ansang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr Tageskasse 11-1'/, Uhr kMm Garten Am KünigMthor 42029* Am Fricilrlchahaln __ Täglich:_ Thtilter- null Spttilllitiiten- Arstelluilg. Täglich bis 7 Uhr: Freier Damentanr. Jeden Abend 10 Uhr: Die Ballettschule. Grobe Gesangsposse mitTanz v. Anno. W. Noacks Theater. Bruimeiiftrabe 16. Tttgllcls Vorsteilnng. Das tagende Verlin. Posse mit Gesang und Tanz von Leopold Ely. Nur keine Männer! Burleske mit Gesang von Gericke. Im Saal: Danaikrliaicciicii. Hz lies Restaurant 50 Kreuzbergstr. 50. Jeden Sonntag frischen Ghnsebraten. Aal grün mit Gurkensalat. Großer PtittagSttsch a Couvert 50 Pf. Reichhaltige Abend-Speisekarte. Kleine Preise. Vorzügliche Biere. Von 4 Uhr an: Pi-vl-Koas�i-t. Schöner grosser Vorgarten.[47408 Leydeckers Salon 34 Sophlcnstr. 34 Im August und September sind noch einige Sonnabende frei. An Wochentagen gebe Musik gratts für Vereine,.liiiiiis HofTmann. Freie Scholle. Gelegentlich unsres Erntefestes am 10. August in Waidmannslnst laden wir alle socialen Genossen- schaftler ein, Kenntnis zu nehmen von den bisherigen Leistungen dieser Baugenoffenschaft. 11521) Das Komitee. Wo treffen wir uns heute Somotag? Im Grunewald beim Bär! 4346L* „Wirt«!»»»« zum Schwan� Haltestelle der elektrischen Straßenbahn. Ecke Delbrückstraße. Großer schöner Garten, Tierpark, u. a. dressierter Bär. Prächtiger Tanzsaäl. 2 verdeckte Kegelbahne». Kafferlüchc. Bolksbeluftigungen aller Art. Jede» � Freikonzert» großer Ball.— � freieä Sonntag: Lokali. Gruuew. Amt IV. 1278. Trcntfllll Bade s Volksgarten Haltestelle der elektrischen Jeden Sonntag: Anfang 4 Uhr. Im vergrößerten Parkett-Spiegelsaal: Dali.— KaileeltiiciiS. Vereinen z» Soinnievresiten bestens empfohlen.[46578* Straßenbahn(Siemens). En t r e e frei. Anfang 4 Uhr. Ostbahn-Fark. Am KUstrlnerplatz. RUdersdorferstrJI. Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater- und Specialitiiten- Vorstellung. „Jagerhänsclieii" Saatwiukel Am Spandauer Schisfahrtskanal. Jnh.:«einrieb Hoppe empfiehlt Bereinen, Gesellschaften und Fabriken sein am Wald und Wasser gelegenes Lokal mit 3000 Sitzplätzen, herrlichem Naturgarten und grasiem Tanzsaal zum gefälligen Besuch Für Kremser Partien be- sonders geeignet. Ausspannung für 150 Pferde. Bestellungen werden auch in meinem alten Geschäft Berlin, Ackerstraße 21 angenommen. 4737L* DsiaHcIi Hoppe. Neues Klub-Haus Konttnandantenstraste Nr. 72 Sonntags, Mittwochs, _ Donnerstags: Grosser Dali."961 NB. Säle an Sonnabenden und Sonntagen noch frei.«. Ebert. Sanssouci, Schmargendorf Haltest.: Schützenhaus-Rofeneck. Sonntags: ftOllJCtt 11. Bill!. ff. Weib- u. Bayrischbier. Kaffee- küche, Kegelbahnen, Spielplätze zc. 4530L* H. Ebrrt. Wo amüsiert man sieh grossarUg? In Schnegelsbergs Festsälen Inhaber: Max �clilncller Hascnheiile 21 und JalinsitraNHe S. Heute: M?- öSvolzov Nall ISi verbunden mit Cigarren-, Bonbon-Rcgen und diversen Ueberraschuugen. Entree: Mittivochs frei, Sonntag* 15 Pf. Täglich: Mpeclnlitiitcu- Vorstellung. Eutree frei. 45358* Ifax Mciiiniller. Hasenhaide 108/114. fÜCUC Arnold Scholz. Hente, Sonntag, sowie täglich: Vv Votlze Monzerk. Gala-Specialitäten-Borstellling. Gnuzlich neues Programm. ???„tZeorgettc"??? Im Lal champelro: tSr. Ball. Stnfmifl des Konzerts 4 Uhr. der Vorstellung 5 Uhr. Eintritt 25 Pf. Billets im Vorverkauf a 20 Pf. sind in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben.— Kaffcekiiche.— Drei Kegelbahnen. Ruff. Rutschbahn.— Montag und die folgenden Tage: Graste Speciaiitäten-Vorstellnng. erliner Ulk-Trio. r H J Schloss Weissensee Zum Sternecker. Inh. Carl Koch. Heute, Sonntag, den 3. August ct.: Gr. mt-tesfinseer Ernte-Fest. Grosser Festzug der Schnitterinnen und Schnitter unter Vorantritt der Alt- ASeifteuseer Bauern- Kapelle, des Ortsschulzen, der Grostniägde u. Groftknechte. scwosSpark: Gr. Iloppel'KollieFt u. Feuerwerk. Im Bai champetre; Cr. BrnteTest-Tanz. Auf der Ponny-Wettrennen, Bsclfuhren Schlosswiese: u. BolkSbelustiguiigen jeder Art. Eutree 20 Pt.— Kinder 10 Pf. Horgeo, Montag: Gr. Humoristische Soiree der Hamburger Sänger, wÄc. Neues Programm. Ungünstiger Witterung halber muhte am letzten Donnerstag die Wiederholung des sensationellen Schauspiels „Ausbruch des Vulkans Pelee auf Martinique" verschoben werden und findet dieselbe nunmehr am „Donnerstag, den 7. August er., statt." MENTE'8 Volksgarten, liicbtenherg, MM. WS,"S IÄ™ 25000 Personen fassend. 8000 Sitzplätze. WM" Jeden Sonntag und Donnerstag: Crosses Frei-HoiMerl. Ball. Sonntags Feuerwerk. Tanzmeister: W. Baner. Für 4500 Personen verdeckte Hallen und Zelte. Kaffee- Küche. Drei verdeckte Ketjelbalinen. Volksbelustigttngett aller Art. sm* Der Besister(früher tii Jahre Oekonom des Böhmische» Brauhauses»___ H. flente. Max Kliems Festsäle" Hasenheide 13—15. In allen Sälen: Sonntags grosser Ball. Montags und Donnerstags: Pamilien-Kranechen. _ Jeden Mittwoch die beliebten Kinderfeste. UM- Die Kasseeküche ist täglich von 2 Uhr ab geüssnet."ME Empfehle meine Säle, auds den grohen renovierten, zu ffestlich- leiten an Vereine und Versammlungen. Mehrere Sonnabende noch frei stUOllL* BBax Kliem. F.Bubes Volksgarten, Friedriclisfelde, PrlS�:�lee Ecke Wilhelmstrahe. Endstation der Strahenbahn. Schönstes Lol.il im Ort Großer sdiattiger Garten u. Spielplatz Jeden Sonntag: Famlllen-Solree der beliebten Kummerschen Quartett-Sänger und Humoristen. Im Saale: Groster Ball. Kafieeküche. Vorzügliche Speiien u. Getränke, fi. Weibe. Gesellschaften u. Bereinen bestens empsohle». Eintritt frei. P. Bnve. Cafe Bellevue Felix Scheuer u Stralnndentr. 1. Johannisthal. Raus Park-Restaurant. Jeden Sonntag: krasser Bali Xakkeelillche.— Kegelbahn.— Ausspannung.— Saal für Vereine und Versammlungen. 4492L» Turnverein„Fichte" Kerlin (Mitgl. des A-T.iB.) Gesellschaftshaus Swiiiemiinderstr. 13. Tägl. Theater- u. 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Die Kafieeküche ist bis 6 Uhr abends geöffnet."90 Siteplätze für 20 000 Personen. Anfang; Früh 8 Uhr.— Billets vorher 20 Pfg.| an der Kasse 30 Pfg. Eahrverblndung; Mit der Stadt-, Hing- und Strassenbahn bis Haltestelle Landsberger Allee, Ferner mit der Hochbahn vom Kottbuser Thor bis Stralaner Thor j & ♦ m ♦ 12506 II» „WieMad" In FriedricUap. Heute Sonntag, den 3. Zlugnst anläßlich des Arbeiter-Sportfestes:"V® Orosse Extra- Solree der beliebten mr Hippels Stettiner Quartett- u. Humoristen-Ensembles. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. _ Reservierter Platz 50 Pf. AAuilg! Sporlshaus Ziegenhals Aldw«! (am Erossin-See». Empfehle mein Lokal, idyllisch am Eroisin-See gelegen, 1500 Personen fasiend, grober Saal, geräumige Hallen, Bootsverlethung, Kegelbahnen, Kaffeeküche, Volksbelustigungen aller Art. Eigene Laudungsstelle. Den Ver- einen und Fabriken zu.Dampfer-Ausstügeli bestens empsohlett. Einige Sonnabende und Sohntage im August noch frei. Billige Dampfer zur Verfügung.— Hochachtungsvoll 47222* KKsx Mörschel. ReAlirM..Zur mitiölgen föie" Alt-Boxhagen No. 56, Ecke Haliuhofätrasse. _(2 Minuten bis Bahnhof Stralau-Rummelsburg) 4745L* SV Die Kegelbahnen sind erölTnet.-ME Um geneigten Zuspruch bittet Liustav Ü'eRBHpel» Freunde and Bekannte! JÄf»«'VS- Spoctstzons Irogenstols finden jetzt von der 3nnn»tvitzbrAeke(„Schultheift- Garten") nachmittags 2l/i Uhr statt. Anlaß dazu gab die Firma Kant u. Hertzer, welche es vorzieht, Extrafahrten nach dem gesperrten Lokal von Rutkowskl (Rauchfangwerder) zu veranstalten. Hochachtungsvoll Max Mörschel. Tabberts Waldschlösscben a. tl. Oberspree. Von Bahnstation Nieder- Sdwneweide in 15 Min, von Karlshorst in 18 Min. zu erreichen. Dnmpfrrstatton der„8teru"-®',".nt«f,nfe _.... Gesellschaft. SV Gndpnnkt des Biertelstiiiideii-Berkehrs a» Sonntage». daher giinftigste Fahrgelegenheit u»d bequeme Rückfahrt.-Mxz vc. sckiMtzsc l-stte». T»,,--. SlMihi'°-*».■«ÄSS.(teTSio'SÄ tbchalthelss-üllirzen. Erquell Pilsener. Büuchener. Weiftbier ans der Brauerei bouls labbert. 4297L* Steden 1>«»nnerstag: Gr. E r c i k o n z c r t. Vorzstgliche Speisen zu soliden Preisen. H. Gehrke. Krbeiter-Svortteot io krikäriehshageu Tonntag, 2. August. Billets an der Tageskasse. ZoclMnMraMtt Mahlvereln füt de» 6. itnlinct RMstags- Wahlkreis. DicnStag, den 5. August, abends SVa Uhr, im Lokal von Wwe. Schirm, Badstrastc Nr. 19: i�T Wersammlnng'-MZ Tages-Ordnung: 1. Dortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 248/17» PST" Gäste— auch Damen als Zuhörer— willkommen."TBg Zahlreichen Besuch erwartet vor Vorstamel. I. Mahlkreis. Oeffentliche Versammlung am Dienstag, den 3. August, abends SVa Uhr, in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstraste Nr. 33. Tages-Ordnung: 1.„Das kapitalistische System vor Gericht." RefereM: Genoffe Georg Bernhard. 2. Diskussion. 236/9 Zahlreichen Besuch erwarten_ Die Bertrauenslente. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Mittwoch, 6. August, abends 8»/««hr, bei Keller, Koppenstr. 39: Menerol Versnntmlung. Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht vom II. Quartal. 2. Bericht des Vorstandes, des Arbeitsvermittlers, der Werrstattlontrollkommission, des Gauvorstandes. 3. Ersatzwahlen für die Ortsverwaltnng. 4. Wahl des Arbeitsvermittlers. b. Anträge. 87/3 MT Eintritt nur mit Mitgliedsbuch."WG Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. VI« Ortsverwaltnng. Mllsikinstrumenteu-Arveiter. Der Generalversammlung wegen kann die für diesen Tag angesagte Versammlung erst am 13. August stattfinden. vi« Kommission. IMIUIer iiMMMs sow. UlliMslGr Dienstag, den 5. August, bei Schmidt, Garteustr. 13: Vt.«»ikie»tVerfÄ»»nnlnng. Tages-Ordnung: 1. Die Differenzen unsrer Kollegen bei Altmann in Marienfelde. 2. Vcrbandsangelegenheiteu. 3. Verschiedenes. DM~ Die Vertrauensleuie werden ersucht, für die Versammlung besonders zu agitieren. ver Obmann. A'iwns! ParkettvoÄenleqer. Montag, 4. Aug., abds. 8 Uhr, im Charlottenburger VolkShanse, Rosiuenstr. 3: BttsaMlnilg sömtlilljer Vertrauensleute u. Kauinlisßous- Mitglieber. __ Die Kollegen der Firma Schramm werden gebeten einen Vertrauensmann zu schicken. Die kürzlich von außerhalb hier angefangenen Kollegen werden ersucht zu erscheinen. ver Ohmann. Deutsch. IVIetallarbeiter-Verband Terwaltnngsstelle Berlin. »«teou: Engel-Ufer 15, Zimmer 1-5, Telephon Amt 7 Nr. 353. Sonntag, de» 3. Nngnst, vormittags 10 Uhr: Morgensprache der Schraubendreher bei Weyel, Wrangelstr. 137. "■ ft"~ A Die Vertrauenslntte sind zur Morgensprache besonders eingeladen. _ Ble Ortsverwaltnng. Nchkung! Arhkung! »........................11....... (Biigler, Stepper, Zuschneider«. Mäntelnäherinnen.) Dienstag, den 5. August, abends 8»/- Uhr, im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderftr. 4S: 162/14 Oeffentliche Bersamniluug, Tages-Ordnnng: 1. Welchen Einfluß haben die Konsettionsarbeiter und-Arbeiterinnen bezüglich ihrer Lohn- und Arbeitsverhältnisse auf die Konfektionäre und Zwischenmeister im Vergleich zu den Arbeitern andrer Branchen in der Schneiderei? Referent: Kollege Knoop. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen, besonders der Frauen und Mädchen, ersucht ver Elnbernfer. KrankenUnterstülzyngsbundderSchneider MM" Versammlung WjJ DienStag, 5. August, abends SV, Uhr, Engel-Ufer 15, Saal T. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom II. Quartal. 166/3 2. Kassenangelegenheiten. _ Die Ortsverwaltnng. Daehdeeker Berlins u. Dingen. Dienstag, de» 5. August er., abends 8 Ilhr, im„Bngllsehen (»arten", Alexauderstr. 37c: Oeffentliche Berfammlung. Tages- Ordnung: Bericht der Kommission über den Stand unsrer Lohnbewegung. 64/5_ Per Elnhernfcr._ SocialtaoW. WalMn für den Oerliaer Relctistap-Watilhreis(Osten). Dienstag, den 5. Angust, abends 8 Uhr, Grosse Frankfnrterstr. 117: iSr IFepsammlimg-."WW Tages-Ordnung: 243/18* 1. Vortrag des Schriftstellers vr. Bndolt Stelner. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. _ Um zahlreichen Besuch ersucht____ Der Vorstand. MslkiHrWeM-Ackiter. Montag, den 4. August er., abends 8>/, Uhr. bei Granmann, Naunynstraste Nr. 37: Delegierten-Berfammlung. Tages-Ordnung: 141/17 1. Vortrag. 2. Diskusston. 3. Werkstattangelegenheiten. Zur Beachtung! Wir ersuchen die Mitglieder, dafür zu sorgen, daß jede Werkstatt vertreten ist. ver Vorstand. B erliner Konsum- Verein. 0 Central-Verwaltnng: Krantstr. 7.(g) Verkanfsstcllcn: Abteilung m, Moabit. Rostockerstrahe 21. Beusselstratze 56. Emdenerstraße 45. Abteilung IV, Rummelsburg. Türrschmidtstraße 6. Abteilung 1, Luiseuftadt. Michaelkirchplatz 4. Abteilung II, Osten Krautstraße 7. Zorndorferstraße 59. Liebigstraße 7. Abteilung V. Lichtenberg. Frankfurter Chaussee 48/49. Mainzerstraße 4. Abteilung VI, Stralau. Stralauer Allee 171. Eintrittsgeld 20 Pf._ Geschäftsanteil 10 Mark. Die infolge Befchlußunfähigkeit am 20. Juli vertagte Fortsetzung der Ordentlicben Oelegierten-Versamiiiiuiig 126/4' im GewerkschaftShaus. findet am Donnerstag, de« 14. August, abends 8 Uhr, Saal I statt. Tag«S-Ordnung: 1. Fortsetzung der Beratung des Entwurfs der Geschäftsordnung. 2. Wahl von Konuuisstonen. 3. Verschiedenes. Nach§ 16 Absatz 2 des Statuts ist diese Versammlung ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Delegierten beschlußfähig. _ DaS Bureau des GenoffenschastSratS. freie Volksbahiie. ZalilstellenTerlegung: Wpcfpn* Die Zahlstelle No. 27 von Wagas ist geschlossen H CBIvII» und befindet sich von jetzt ab: Barbarossastrasse 75 im Clgarrengcschilft von Karl Kflhn. neion• Zahlstelle 14 jetzt Holzmarktstr. 48a Uolcll. bei Karkllnnls. Die Mitglieder dieser Zahlstellen erhalten dort ihre neuen Karten. Die Bltglicdskarten für die Saison 1902/3 können von heute ab aus allen Zahlstellen abgeholt werden Laut Statut ist der August-Beitrag bis spätestens zum 20. August zu entrichten, da nach diesem Termine die Mitgliedskarten, die nicht abgeholt werden, anderweitig an neue Mitglieder vergeben werden. Achtung! Mitglieder, die als Ordner fungieren wollen, können sich für die neuen Abteilungen beim Kassierer schriftlich melden. Creschäftelente werden besonders auf den Inseratenteil unsrer Monatsschrift aufmerksam gemacht. Bestellungen sind direkt an untenstehende Adresse zu richten. 229/16* Der Vorstand. I. A.; G. Winkler, Eixdorf, Kirchhofstr. 46, EL Partei-Speditionen: Berlin«weiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalder- straße 30, v. pari.— Vierter Wahlkreis O.: Robert W e n g« l S, Gr. Frankfnrterstr. 133, Hof pari.- 80.: Paul Böhm, Lausttzerplatz 14/15 (Laden).— Sechster Wahlkreis(noablt): Karl Anders, Salzwedelerstraße 8, im Laden.— Weddlng und Oranienburger Vorstadt: Emil Stoltzenburg, Wiesenstraße 41/42.— Gesnnd- brunnen, Reinickendorf(Ost und West), Wilhelmsruh und SchUnholz: Hermann Raschle, Grünthalerstr. 65.— Rosen- thaler und Schbnhanser Vorstadt: Karl Mars, Kastanien Allee 95/96.— Charlottjenbnrg: Gustav Scharnberg, Sesen Heimerstraße 1, Ecke Goethestraße, vorn I.— Dentsch- Wilmersdorf W. Nickel, Uhlandstr. 108, pari.— Friedrichsberg- Frledrlchs- felde: Oswald Grauet, Berlin O., Frankfurter Allee 197.— Grttnan: Gustav M i e r s, Köpenickerstrahe III.— Rlxdorf: Ostermann, Erk- straße 6.— Schiinebcrg; Wilh. Bäumler, Martin Lutherstr. 51, Laden. — Ober-Schbnewelde: Emst K a u f h o I d, Wilhelminenhofstr. 13, — Mleder-SchUnewelde: Bonakowsky, Berlinerstrabe 8.— Johannisthal: Paul Mann, Frjcdrichstraße 39, I.— Adlershof: Gustav Hitze, Hackenbergstraße 8.— Köpenick: Friedrich Woi ck, Grünftraße 29.— Friedenau- Steglitz: H. B e r n s e e, Kirchstr. 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in 8tegllts: H. Mohr, DüpPelstraße 8, und Fr. Schellhase, Ahornstrabe 15a.— Banmachnlenweg: Stock, Ernststraße 2, El.— Sieu- Weissen» see: Heinrich B a ch m a n n, Lehderstraße 5, Ecke Friedrichstrabe.— Rnmmelsburg: Forgbert, Prinz Albertstr. 5a. Außerdem ist sämtliche Partetlitteratur sowie alle wissenschaftlichen Werke dort zu haben. AuH Werdw JNseMte fttv den„Vorwärts" entgegengenommen. Ritte ausschneiden! jAchtung! Deutscher Metallarbeiter-Verband. Bnrean; Engel-Ufer 15, Zimmer 1-5. Verwaltungsstelle Berlin. Fernsprecher: Amt TD, No. 353. Miliz, Uni i Ailpß 1902, oMS S'k lljr,(ei Met, SmpMt 29 Mtt Sich: Äcncrnl'-Vcrln mm t n n g. Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht und Bericht der Revisoren. 2. Neuwahl des zweiten Bevollmächtigten, des Rendanten, zweier Redisoren, zweier Beisitzer und eines Bureaubeamten. 3. An die Verwaltung gelangte Anträge. Zu dieser Versammlung werden keine Laufzettel verschickt. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Wir ersuchen die Kollege» dringend, die noch nicht abgelieferten Bibliothekbücher sofort zurückzubringen. Ehe«icht das lebte Buch zurück ist, kann die Bibliothek nicht wieder eröffnet werden. 181/9 Die Ortsverwaltung. Lackierer. Dienstag, den 5. August, abends 8Vz Uhr im GewerkschaftShaus, Engel-Üfer 15, Saal III: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. Referent Paul Jahn. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom II. Quartal. 4. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet 107/10 Die Ortsverwaltung. Ceiltral-Krailkeil- n. Sterbe« ber Tischler u. andrer gewerblicher Arbeiter. Verwaltung Berlin F. Montag, den 4. August 1903, abends 8 Uhr: Mitglieber-VechmlW im Lokale des Herrn F. Glelnert, Schulstr. 29. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal 1902. 2. Innere Kassen- Angelegenheiten. 3. Verschiedenes. 183/9 Sprechstunde findet an diesem Abend nicht statt. Mitgliedsbuch legitimiert! Um pünktliches und zahlreiches Er- cheinen ersucht vis Ortsverwaltung. SociaMemokratisclier Walilverein für den 6. Berl, Reiclisfags-Walilkreis. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter GaH Lut�e Schliemannstr. 9, am 31. Juli verstorben ist. Ehre seinem Zludeuken! Die Beerdigung findet statt am Sonntagnachmittag 4 Uhr vom Kran- kenhaus am Friedrichshain nach dem Gethsemane-Kirchhof in Nieder-SchSn- hausen. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 248/18 Ter Vorstand. LenlnU-Verbam! d. Maurer Deulsehiands Zweigverein Verliii. Sektion der Putzer. Am Donnerstag, den 30. Juli, ver- starb unser Mitglied Robert Kroschel im Alter von 51 Jahren an der Lungenschwindsucht. Ehre seinem Andenke». Die Beerdigung findet am Sonntag- nachmittag 2 Uhr von der Leichenhalle des Elisabeth-Friedhofes in der Prinzen-Allee(Gesundbrunnen) aus statt. 134/8 Die örtliche Verwaltung. Kinderwagen 8—90 M., Gummiräd. 12 M., vemick. 16 M. Kinder- bettstelle 7 M Sportwag. mit Fußst. 6,50. Ver- stellb.Stühle4,50. Rlssenlag., Sais.- Meuh. Best. Fabr. Schutzvorr. Ideal, verhind. Herausfall. b.Jfind. 3,50. Versand n. auß. ab Fabr. Musterb.grat. Teilz.i. Berlin u.Vorort.gest. WochelM. F. Bergmann �Sobn, Andreasstr. 53 pt. U.l.Et. Aelt. Gesch. Berl. Amt 7a, 7228. »» Radfahrer!■BTOR Fahrräder, verfallene, Riesenauswahl, bei nahendem Saisonschluß unglaublich billig. Nur bessere und berühmtere Marken vertreten, daher äußerst günstige Gelegenheitskäufe. Gr. Posten ungebrauchter Fahrräder aus Streitsache, spottbillig; bei Garantie und neuesten Modells. Lagerbesichtigung erbeten, gleich- falls Vergleich mit jeder Konkurrenz. Fahrrad- Leihhaus, Nene Schönhanserstr. 11. WWM> Achtung! 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Eintritt a Person SO Pf. Die verehrlichen Fcstteilnehmer erlauben wir uns darauf aufmerksam zu machen, daß es uns gelungen ist, mit einer DainpfschiffabrtS. Gesellschaft einen günstigen Vertrag im Interesse der Teilnehmer abzuschließen. Die- selbe befördert Personen von Gafe Alscn, Vor dem«chlesischeu Thor 2, nach dem Festplatze. Die Hin- und Rückfahrt kostet 70 Pfennig. Kinder bis zu 10 Jahren sind frei. Die Dampfer fahren nach Bedarf von früh morgens um 7 Uhr an. EafS Alfen ist mit der Stadt-, Hoch- und Elektrischen Bahn bequem zu erreichen. Vorverkauf der Dampfer-Billets bei l. Lang, Scharrenstratze 14, III; F. Kell, Köpnickcrstraße 123; W. Härtig, Andreasstraße 43, IY; Kademann, Adalbertsir. 3, Hos I, sowie in allen mit Plakaten belegten Geschäften und an der Abfahrtsstelle Cafe Aisen, Vor dem Schl-sischen Thor 2. Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß diejenigen Teilnehmer, welche die Eisenbahn benutzen, bei der Fähre für Kinder bis zu 13 Jahren nichts zu zahlen brauchen. 290/18__ Das Komitee. sn Louis Kellers Festsälen, KoMilstrstje sind noch einige Sonnabende zu vergeben. 4754L Louis Kellep« Koppenstr. 29. Nordhausea*, 1 alten(wie Cognac),Ltr.-Fl. nur IM., la-Liqueure, Rum, Eioroognac, Citronen- und Himbeersaft, TTngarweine etc. in Ltr.-Fl. billigst bei 1" Carl Schindler, Liqueurfabrik, nur ChaQsseesU'.55."TJty Verantwortlicher Rrdactenr- Julius Kaliskt in Berlin Für den Inseratenteil verantwortlich: Dh. Glocke in Berlin. Druck u nd Verlag von Max Babing in Berlin it. 179. i9. hmm. 2. KtilM iles„Vmmrts"§n\\m WlksblM. s°»ni°g. 9. Aug..» 1992. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Berlin, den 2. August 1S02. Der schon im vorigen Wochenbericht konstatierte Nückzng der leitenden Werte des Montanmarktes hat sich in dieser Woche zu eiliger Flucht gestaltet, die, wenn sie auch nicht an die Deroute der kritischen Tage im Juni und Juli 1900 heranreicht, doch der ohnehin geschwächten Spekulation einen nachhaltigen Stoß versetzt hat. Für den, der, ohne sich durch die bald hier, bald dort auftauchenden Gerüchte über die Besserung des Eisen- und Stahlmarktes beirren zu lassen, die Gesaintlage zu erfassen suchte, stand es schon seit ungefähr zwei Monaten fest, dah die wirtschaftliche Entwicklung vorerst keinesivegs einein neuen Aufschwimg, sondern ivcit eher einer Verschärfung der Krise entgegentreibt, wenigstens soweit das Hanptrevicr der deutschen Industrie, Rhcinland-Westfalen, in Betracht kommt. Bereits in dem ivirtschaftlichen Wochenbericht des„Vorwärts" vom 28. Mai wurde denn auch im Anschlnst an den einige Tage vorher erschienenen III. Quartalabschlußbericht der Laurahütte ausgeführt, dost, wenn in Schlesien die Lage des Eisennmrktes sich etwas gebessert habe, im rheiiiisch-weftfälische» Judustrierevicr eine Verschlechterung gegenüber dem Stand im Vonnonat konstatiert Iverden müsse. Jedoch die züineist von Interessentenkreisen ausgehenden Meldungen über gute Beschäftigung einzelner Branchen und Werke, über die Nachfrage nach deutschen', Eisen auf de», anierikanischen Markt, den Export nach England usw. liebe» an der Börse den wirtschaftlichen Llückfall kaum zur Geltung kommen, obgleich diese Meldungen, soivcit sie richtig waren, sich durch- weg nur aus einzelne lokale Industriezweige bezogen und für die Gesamtsituation von nebensächlicher Bedeutung lvarew Hinzu kam die Hoffnung, daß der Friedensschluß zwischen England und den Boerenstaaten nicht nur ein Steigen der Minenwerte am Londoner Kaffernmarkt, sondern auch einen starken Export von Eisenwaren und Maschinen nach Südafrika zur Folge haben werde. In dieser Hinsicht fand sich allerdings die Spekulation bald enttäuscht. Nach einem schnell vorübergehenden Kurs- auftrieb trat am Londoner Minenmarkt eine Abschwächnng ein, und das Resultat der sogenannlen Friedenswoche war an der Berliner Börse ein mehrprozentiger Knrssall der Hauptspekulations- Papiere der Montanindustrie. Aber, trotzdem die Lage der Kohlen- und Eisenindustrie in de» folgenden Wochen sich immer bedenklicher gestaltete, gingen doch im Juni die Kurse der Kohlen-, Eisen- und Bankaktien nur äußerst zögernd zurück. Vergleicht man die Kurse vom Anfang Jnni mit denen des ersten Juli, ergiebt sich bei den wichtigsten Kohlenaktie» nur ein Abschlag von 2Vs— 4 Proz., bei Eisenaktien von 6— 12 Prozent. Erst in letzterer Zeit, als auch die größeren kapitalistische» Blätter die Lage im rheinisch-ivestfälischen Jndusiricrevier schwärzer zu schildern begannen, da sich die Verschlechterung kau», mehr ver- heinilichen ließ, setzte eine stärkere Abflanung der Kurse der Montan- tverte ein— aber auch jetzt noch recht zögernd und schiver- fällig. Es ist so viel von der llebcrwindung der Krise. von den Anzeichen des baldigen Wicdcraufschwnngcs gesprochen und geschrieben worden, und die Börse hat trotz aller Zurückhaltung und aller gelegentlichen pessimistischen Verstimmungen diesen Verkündigungen der Finanzautoritäten und der Presse im stillen solches Gewicht beigemessen, daß es ihr jetzt schwer fällt, das Gegenteil z» glauben. Zudem handelte es sich bisher durchweg»nr um allgemeine Angabe» über die Lage ganzer Branchen, nicht um die Riickwirkung dieser Gesamtlage auf die Rentabilität der einzelnen Werke. In diesen Optimismus hat jedoch die letzte Woche mit ihren Meldungen über die Abschlüsse des Bochumer Gußstahlvcreins. der Harpener Bergbau-Aktiengesellschaft, vornehmlich aber der Elektricitäts- Aktiengesellschaft vorm. Schlickert n. Co. und ihrer Gründung, der Kontinentalen Gesellschaft für elektrische Unternehmungen, arge Lücken gerissen und in verschiedenen Werten einen Knrsfall herbei- geführt, der daS im ganze» friedliche Einerlei der letzten Monate störend unterbrochen hat. Noch vor ungefähr acht Tagen wurde von der„Kölnischen Volkszeitnng" die Dividende der Schuckert-Gcsellschaft auf 3 Prozent geschätzt, statt dessen er- giebt der Abschluß einen Verlust von I5Vs Millionen Mark, zu dem noch der nicht ausgeschüttete Gewinn im Betrage von ungefähr 6>/, Millionen Mark aus dem vorigen Jahre hinzukommt, so daß sich der Totalvcrlust auf beinahe 22 Millionen Mark stellt. Dagegen hat der Bochumer Gußstahl- Verein zwar eine etwas höhere Dividende ausgeschüttet(7 Proz.), als mau an der Börse erwartet hatte, denn von der früheren Schätzung auf 8 Proz. war man nach und nach . auf 6 Proz. zurückgegangen; aber gegen die Dividende von Ill�/s | Proz. im Geschäftsjahr 1399/1900 und 13Vz Proz. in, vorigen ' Jahre sind 7 Proz. doch immerhin recht wenig, zumal da auch dieses Resultat nur durch eine bedeutende Verringerung der Abschrei- bung erreicht worden ist. ' Diese Abschlüsse, deren Eindruck durch die Aeußerung des General- direktors Müser in der Generalversammlung der Harpener Bergbau- Aktiengesellschaft über die geschäftlichen Aussichten eher verstärkt als abgeschwächt wurde, habe»— wenigstens vorerst— die optimistische Sirömung zurückgedrängt: eine Thatsache, die deutlich in der Empfindlichkeit, mit der die Börse in letzter Woche auf die ungünstigen Meldungen vom Kohlen- und Eisenmarkt reagierte, zum Ausdruck gelangte. Speciell die Mitteilung der„Köln. Ztg.", daß eine Er- Neuerung de§ rheinisch-westfälischen Kohlenshndikats recht fraglich sei, veranlaßtc gestern größere Abgaben in Kohlcnaktien, die zu einem nicht unbeträchtlichen Rückgang der Kurse solcher Werte führten. Vornehmlich hatten uuter diesen Einflüssen— abgesehen von den Aktien der Schnckert-Gescllschaft und der Kontinentale» Gesellschaft für elektrische Unternehmungen— die Kohlen- und Eisenaktien zu leiden. Der heutige Kurs dieser Werte steht durchweg »in mehrere Prozent unter dem a», 23. vorigen Monats, und bei einzelnen, z. B. den Aktien des Bochumer Gnßstahlvereins, den Aktien der Konsolidation, erreicht die Differenz 3—6 Prozent. Da- gegen vermochte» Bankaktien in, ganzen ihren Kursstand zu be- Haupte» und weisen nur geringe Abschläge auf. Wie wenig das Gerede von der Uebenmndung der Krise bedeutet. zeigt schon die einfache Thatsache, daß die Kohlenförderung im ersten Halbjahr 1902 um über 4'/s Proz. hinter der Förderung im gleiche» Zeitraum des Vorjahrs zurückgeblieben ist. Aber diese Minderförderung giebt doch nur einen schwachen Beweis der ungünstigen Lage des Kohlemi, arktes: denn es muß weiter mit in Berücksichtigung gezogen werden, daß ei» eine genaue Statistik; der auf den ZcHcn beschäftigte» Arbeiter 1. Juli 1901. Fast großer Teil der verkauften Kohlen vom rheinisch- westfälischen Kohlenshndikat, um der Konkurrenz der Nicht- Syndikatszechen zu begegnen. zu Preisen weggegeben ist, die beträchtlich unter den offiziellen Notierungen stehen. So ist beispielsweise beinahe ein Viertel der gesamten Coakskohlen Produktion, wie gestern die „Rh.-Wests. Ztg." berichtete, im zweiten Quartal des laufenden Jahres zum Fcinkohlcnpreis, d. h. anstatt für 9,50 M. pro Tonne für 7,30 M. verkauft worden. Und trotz dieser Preisherabsetzungen, zu welche» sich das Syndikat versteht, wenn es sich mir größere Massen und um Lieferungen nach dem Auslände handelt, nehme» bei den Zechen wie in den von de», Syndikat aufgeschütteten Lagern die Vorräte immer größere Ausdehnungen an. Auch die Zahl der auf den Zechen beschäftigten Arbeiter hat ab- genommen, ganz abgesehen von den Feierschichte», die vielerorts eingelegt worden sind. Für die letzten Wochen fehlt leider ~ aber am 1. Juli betrug die Zahl des Obcrbergamts- Bezirks Dortmund nur 239 770 gegen 211 330 am ausschließlich entfällt dieser Rückgang auf"diejenigen Bergrevicre, deren Zechen dem Kohlensyndikat an- geschlossen sind. Der größte Abgang fand z. B. in den Revieren West-Essen, Ost-Essen' und Gelsenkirchen statt. Im ersten wurden 1384, im zlvciten 1232 und im dritten 1121 Ar- beiter weniger beschäftigt, als am 1. Juli vorigen Jahres. Dagegen bclief sich in den Bergrevieren Süd- Essen, Süd- Bochum, Nord- Bochum, Ost- Nccklinghausen, Hattingen, Witte» und Werden die Abnahme durchschniitlich nur auf 500 bis 600 Man». I», Gegensatz zu den Syndikatszechc» weisen die nicht de», Syndikat angeschlossenen Zechen vielfach eine Steigerung ihrer Bclegschaftszahl auf. So hatte� das Revier Oberhausen am 1. Juli dieses Jahres eine um 2234 größere Arbeiterzahl als zur gleichen Zeit des Vorjahres, und zwar hauptsächlich infolge der starken Zunahme, welche.die Belegschaften der beiden außerhalb des Syndikats stehenden Zechen„Deutscher Kaiser" und„Neumühl" erfahren haben. Ebenso waren im Revier West- Necklinghausen 1380 Mann nichr beschäftigt, als im vorigen Jahre. Am New Uorker Geldmarkt sind in dieser Woche wieder Abschlüsse über Goldexporte nach Berlin und Paris erfolgt, im ganzen über 23/4 Millionen Dollar, eine Erscheinung, die um die jetzige Zeit, einige Wochen vor dem Beginn der amerikanischen Getreide- Verfrachtungen nach den europäischen Häfen, etwas ganz Außer- gewöhnliches ist. ES zeigt sich, daß die enormen Ansprüche, ivelche die Neugründuligen und Geschäftscrweiternngen in den Vereinigten Staate» an den dortigen Geldmarkt stellten, stärkere Geld- abflüsse aus den europäischen Börsenplätzen nach drüben bewirkt haben müssen, als bisher meist angenommen wurde. Neben London hat vornehmlich Berlin infolge seiner niedrigen Raten während der letzten Zeit größere Mittel geliefert. Trotzdem»nacht sich auf dem Geldmarkt der Union ein zunehmender Geldmangel bemerkbar, und die Meldung, daß es Morgan schiver fällt, die Kapitalien zum Ankauf der englische» Dampfcrlinieu zu- saminenznbringen, die seine», Schiffstrust eingegliedert werden solleu, dürfte trotz aller Dementis nicht ganz unbegründet sein. Dat. Sommers zu ungewöhnlich billigen Preisen, zum Herren-Strand-Anzüge � 5 m. an Herren-Stoff-Anzüge. 10 m.. Herren-Stoff-Hosen. 3 m.. Herren-Sommer-Paletots... 6 m.. Englischer Gummi- Paletots.. 14 m.. Herren-Loden-Havelocks... öm so,. Herren-Radfahrer-Anzüge..öm.so. Herren-Loden-Joppen—.. 2m25„ Theil erheblich unter dem Einkaufspreise. Herren-Sommer-Joppen Herren- Lüster- Jackets. Herren-Pique-Westen Sch ul- Anzüge......... Knaben-Anzüge. Jünglings-Stoff-Anzüge Ein.« Menge Eine Menge Eine Menge Eine Menge Eine Menge Eine Menge Eine Menge Eine Menge von - ."iaV* .l.fS 12! 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Für den Jnsenit-utetl verantwortlich: Tb. «locke in Berlin. t Druck und Verlag von Max Babing i» Berlin.