Nr. 77. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements- Prets für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illufir. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Bost- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg Insertions- Gebühr beträgt für bie fünfgefpaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., jür Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. fern fprech- Anschlug: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. „ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, den 31. März 1892. Expedition: Beuth- Straße 3. Posts, Eisenbahn-, Marinedienst u. f. w. zu gewährenden den pommerschen und den ostpreußischen Junkern, noch von Sonntagsruhe interpellirt wird, ist sie mit der Antwort König Stumm und anderen Industrie- und Mammonsbereit, daß sie Alles aufbiete, ihren Angestellten die baronen zusammengehalten werden können. Mit dem 1. April eröffnen wir ein neues Abonnement Theilnahme an dem Gottesdienste zu gewähren. In gleichem Der christliche" Staat gewährt nichts den Arbeitern auf den salbungsvollem Tone wiederholt sich dieses Frage- und Ant- um ihrer selbst willen, weil es ihren Wünschen entspricht, wort- Spiel im Reichstage wie im Landtage. weil es ihnen heilsam ist und zum Vortheile gereicht, weil Man sollte meinen, daß die überlasteten Post- und die Gerechtigkeit es fordert, es ihnen nicht zu versagen; der Bahnbeamten ein Wunder wie großes Interesse an der christliche Staat" gewährt den Arbeitern nur, was der Theilnahme am Gottesdienste hätten. Davon ist uns aber staatlichen und kirchlichen Autorität keinen Abbruch thut, kaum je etwas bekannt geworden. Diese Beamten würden was die herrschenden Klassen nicht schädigt, was die Arbeiter die ihnen gewährte Ruhezeit zu allem anderen lieber be- in der Unterwürfigkeit unter diese erhält. Justitia cst nutzen als zum Kirchgang. Das Bedürfniß zur Theilnahme fundamentum reipublicae, Gerechtigkeit ist die Grundlage am Gottesdienst wird ihnen angedichtet, und um dieser des Staates, ist ein heidnischer Spruch, der im„ christlichen" Fiktion willen wird die spärlich gewährte Sonntagsruhe Staate teine Anwendung findet. noch geschmälert. Würde nicht die sogenannte„ SonntagsDer Bezugspreis des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt mit der ,, Nenen Welt" als Gratisbeilage beträgt 1 Mark 10 Pfennige monatlich frei ins Haus, ins Hans, wöchentlich 28 Pfennige. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 1,10 entgegen. M. für den Monat April Die Redaktion und Expedition des „ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntagsheiligung und Sonntagsruhe. heiligung in den Vordergrund gestellt, dann würde die verkürzte Arbeitszeit, der eingeschränkte Dienst dem Ruhenoch einigermaßen Befriedigung schaffen. Stattdessen und Erholungsbedürfnisse der Beamten pie der Arbeiter aber zwingt die Sonntagsheiligung ihnen nur verlängerte So schwer auch der Staat daran geht, den Arbeitern einen wöchentlichen Ruhetag zu sichern, und wo er es end- Die Sonntagsheiligung erschwert es den Geschäftslich thut, noch darauf bedacht ist, durch allerlei Ausnahme- treibenden, die frühzeitige Sonntagsruhe eintreten zu lassen; bestimmungen dem Kapital d.e Ausbeutung der Arbeit auch die Kirchenzeit ist für den Geschäftskommis nichts weiter als am Sonntag zu sichern, so leicht ist er bereit, die Vereine verlängerte Arbeitszeit. Politische Uebersicht. Arbeit und verkürzte Sonntagsruhe auf oder wird wenigstens Berlin, den 30. März. Aus dem Abgeordnetenhause. Die Herren Landbes empfindliche Beeinträchtigung des Postverkehrs könnte boten, denen ein ganzes Bündel Vorlagen aufgepackt ist, dez Postdienst in den Morgenstunden erledigt werden, wenn oerden am 8. April in die Ferien gehen und erst am nicht das Interesse der Kirche um 9 Uhr Morgens die Unter- 26. April ihre Thätigkeit wieder aufnehmen. brechung des Postdienstes verlangte, und diese Unterbrechung haben eine große Anzahl Beamte damit zu büßen, daß der Post- Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Der Reichss dienst sie wieder Nachmittags in Anspruch nimmt. Von Anzeiger" veröffentlicht in seiner Nr. 78 vom 30. März bie einer Sonntagsruhe kann bei diesen Beamten also kaum die Taiserliche Verordnung, nach welcher für das Handelsgewerbe Rede sein; sie haben höchstens eine etwas längere Mittags die Bestimmungen der§§ 41a, 55a, 105, 105b Absatz 2, pause und können sich ein Mittagsschläfchen erlauben. Zu 105c, 105e, 105f, 105h und 105i des Gesetzes, betreffend die irgend welchen Ausflügen und Spaziergängen mit ihrer Abänderung der Gewerbe- Ordnung, vom 1. Juni 1891 ( Reichs- Gesetzbl. S. 261), soweit es sich um die zu ihrer Familie haben sie keine Zeit übrig. Durchführung erforderlichen Maßnahmen handelt, mit deri 1. April 1892, im übrigen mit dem 1. Juli 1892 in Kraft treten. Reichstags Stichwahl in Mecklenburg- Strelit. wendung des Sonntags zur Erholung und Erfrischung des Aber auch für diejenigen Arbeiter, welche der Sonntags- Bei der gestern vollzogenen Stichwahl hat der DeutschArbeiters im Interesse der Sonntags heiligung zu bearbeit überhoben sind, bedeutet die Sonntagsheiligung eine freisinnige Wilbrandt- Pisede über den konservativen Grafen schränken. Hierin wird er noch besonders von den Einschränkung der Benutzung der Sonntagsruhe zur Be- Schwerin gefiegt. Bis Mittwoch waren nach der Freis. Frommen und Frömmlern unterstützt. Daß wir in friedigung ihrer materiellen und geistigen Erholung und 3tg." für den ersteren 8990, für den letteren 6995 Stimmen einem christlichen Staate Leben erkennen wir Auffrischung. Im Interesse der Sonntagsheiligung bleibt gezählt. Das Endresultat dürfte nach demselben Blatte für besten daraus, daß die ursprünglichen Lehren den Arbeitern die Zeit, die sie der Pflege ihrer eigenen den freisinnigen Kandidaten etwa 10 000, für den KonserJesu überall in ihr vollständiges Gegentheil ver Interessen in Versammlungen und Vereinen widmen könnten, vativen etwas über 8000 Stimmen ergeben. fehrt werden. Der modernste christliche" Staat ist eingeschränkt. Der Klang der Kirchenglocken ist kein Ruf eben Militärstaat, Klaffenstaat, Millionärzüchter und alles zur Freiheit, sondern mahnt die Arbeiter, daß auch ihre andere eher, als ein solcher, in welchem die Jesuslehre ge- Erholung, ihre geistige Auffrischung dem Banne des Zwanges handhabt wird. So fagt zwar Jesus: Der Mensch ist unterliegen. nicht um des Sabbaths willen, sondern der Sabbath um In anderen, sogar streng katholischen Ländern ist, des Menschen willen geschaffen". Im„ chriftlichen" Staate selbst ohne Widerspruch der Geistlichkeit, der Sonntag gilt das Gegentheil, und das Mucker- und Jesuitenthum, der Tag der öffentlichen Wahlen. Am Sonntag hätten die lutherische und katholische Pfaffen interessiren sich um die Arbeiter nicht nur die freie Zeit, sondern sie hätten Sonntagsruhe der Arbeiter nur so weit, als sie dieselbe der am ehesten Gelegenheit, sich der Beeinflussung ihrer ArbeitKirche dienstbar machen können. Die Staatsregierung aber geber und deren Sklavenaufseher zu entziehen. In unserem geht hierin mit der Kirche Hand in Hand, und so oft fie christlichen" Staate fürchtet man diese Freiheit; am Sonn von Pfäffischer Seite betreffs der ihren Angestellten im tag würden die Arbeiter nicht so heerdenmäßig weder von am Feuilleton. Nachdrud verboten.) Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. [ 77 " und ausgeübt werden; ich weiß sogar, daß die Meisten derselben in ihrem Leben nie daran gedacht haben. Nichtsdestoweniger stellen sich die Thatsachen so heraus; denn ein Stand, dem man seine Mitwirkung bei der Fest stellung der staatlichen Einrichtungen versagt, dessen Stimme man nicht hört, der ist nach allen Begriffen, die man hierüber hat, unterdrückt." Einstellung des Güterverkehrs am Sonntag? In einzelnen Direktionsbezirken der preußischen Staatsbahnen soll vom 1. April ab der Güterverkehr versuchsweise an Sonntagen eingestellt werden. Aus den Erfahrungen, die man durch diese Einschränkung des Verkehrs machen wird, will man", wie offiziös verlautet, später beurtheilen, ob sich diese neue Einrichtung ohne Nachtheil für den Handel und Juduſtrie auf den gesammten Eisenbahnverkehr wird ausdehnen laffen." In der Schweiz ist der Güterverkehr an Sonntagen nach gefeßlicher Vorschrift eingestellt, und diese Einrichtung, die vielen geplagten Eisenbahnangestellten Streit: Herr Präsident! Die erste Aeußerung meines Klienten, Herrn Dr. Lange, war eine ganz allgemeine Bemertung über die Schwäche einer Anzahl von Staatsanwälten überhaupt, die bereits vielfältig anerkannt ist und an die mein Klient unwillkürlich denken mußte, als er von dieser Annahme der Staatsanwaltschaft Notiz bekam." Präsident:" Ich habe auch gegen die erste Bemerkung Präsident:" Sie gehen aber noch weiter; Sie fordern nichts zu erinnern gehabt, sondern nur gegen die zweite, geradezu die nach Ihrer Meinung Unterdrückten auf, diesem welche einen direkten Angriff enthielt. Fahren Sie also fett Zustande ein Ende zu machen, indem Sie die Worte ge- fort, Herr Doktor." Bei der Miethe scheint sich die Steuer besser zu brauchen:" Schließen Sie Ihre Reihen, organisiren Sie sich, Lange:" Ich sage also, daß eine derartige Anschuldigung vertheilen; die Berechnung ist hier etwas zusammen- damit Sie eine Macht bilden. Treten Sie zusammen, nur die Folge von einer Art Gespensterseherei seitens der gesetzter; aber die Verkaufsläden bestehen auch nur marschiren Sie in Kolonnen, werfen Sie die Schranken des Staatsanwaltschaft sein kann. Ich sagte kurz vor jener von dem Gewinn, den den die Käufer bringen; die Egoismus nieder, helfen Sie sich, und Sie helfen der ge- Stelle, welche von der Anklage aufgegriffen wurde, einen Gewerbslokale rechnen die Miethe zu den Geschäftskosten, sammten Menschheit." Die Anklage findet hierin, und nicht Sah, den die Anklage seltsamer Weise nicht mit aufführt, der Rentier bezahlt von seinen Zinsen die Miethe, und die mit Unrecht, eine direkte Aufforderung an die Massen zur und der lautete:" Sie müssen, Sie müssen zum Lichte der Zinsen schafft immer wieder die Arbeit. Ich kann mich Empörung, zur gewaltsamen Selbsthilfe?" Erkenntniß heran. Nur wenn die Massen einen Schritt hier nicht weiter in diese Berechnung vertiefen, aber ich Lange:" Ich wundere mich nicht über die Staats- vorwärts gethan, ist die Kultur um einen Schritt weiter glaube, Sie werden erkennen, daß meine Behauptung nicht anwaltschaft, denn die Gespensterseherei war immer ihre gegangen." Zum Lichte der Erkenntniß heranzugehen, aus der Luft gegriffen war, wenn ich darauf hindeutete, Sache, wenn es sich darum handelte, eine nothwendige habe ich aufgefordert, das ist das Kurze und Lange meines daß der Arbeiter einem komplizirten System von Besteue- Neuerung herbeizuführen." Staatsverbrechens, ich kann dem nichts weiter hinzufügen. rung unterliegt, daß er also weit mehr steuert, als man Staatsanwalt: Ich muß gegen eine derartige Kritik Will die Anklage etwas Anderes darin finden, so mag anerkennen will und er selbst erkennen kann, daß er auch in unserer Rechtsbefugnisse und Pflichten an diesem Orte entdieser Beziehung ein volles Recht auf politische Gleich- schieden Protest einlegen." berechtigung mit den anderen Ständen hat." Präsident:„ Das Alles aber konnte Sie doch kaum zu dem Ausspruche berechtigen: es gäbe im Staate nur zwei Parteien, die der Unterdrücker und die der Unter drückten?" Lange:" Ich habe das Recht, denn der Staatsanwalt sucht mich zu verdächtigen." Staatsanwalt: Auch gegen die Aeußerung muß ich Verwahrung einlegen und ersuche den Herrn Präsidenten, solche Aeußerungen dem Angeklagten zu verweisen." Präsident: Sie werden selbst einsehen, Herr Doktor, daß Sie persönliche Angriffe gegen die Staatsanwaltschaft Lange:„ Es folgt dies nothwendig aus dem Vorhergefagten. Ich sage nicht, daß die Unterdrückungen von Allen aus der jenseitigen Partei bewußter Weise ausgeführt zu vermeiden haben." sie es thun, ich würde es von meiner Seite geradezu als eine Jmpertinenz ansehen müssen, wollte ich dem hohen Gerichtshofe die Grundlosigkeit dieser ganzen Anschuldigungen noch weiter auseinander zu setzen ver suchen." Staatsanwalt: Die Angeklagten haben mit ziemlichem Geschick die vielen, mit gutem Grunde gegen sie erhobenen Anschuldigungen von sich abzuwenden versucht. Indessen darf nicht außer Augen gesetzt werden, daß diese drei Herren auf Verabredung in die Volksversammlung gekommen " bie Möglichkeit einer Erholung giebt, hat sich trefflich be- shatten mit der Sache nicht das Mindeste zu thun- sie[ zeichnet, durch welche einige 40 ausländische„ Anarchisten währt. Wir hinten stets nach, und am Ende wird die pflegen auch in Frankreich nicht in die Kirche zu gehen. ausgewiesen werden." Mehrere der Leyteren," meldet fistalische Spartheorie über den schüchternen Anlauf zum Wolff's Telegraphisches Bureau, welche bereits ausVersuch einer kleinen Reform den Sieg davontragen. Unerfättlich. In Effen fand am 29. März eine gewiesen waren, wurden sofort an die Grenze gebracht. Sigung des Vereins für die bergbaulichen Interessen im Die übrigen von dem Defret betroffenen Anarchisten, Zug um Zug. Die Schacherpolitik zwischen Zentrum Oberbergamtsbezirke Dortmund, welcher bekanntlich die gleichviel ob Italiener, Deutsche, Desterreicher, Schweizer und Regierung findet ihren scharfen Ausdruck in den neuesten Hälfte der gesammten Steinkohlenförderung in Deutschland oder Belgier, müssen Frankreich innerhalb 24 Stunden vers Aeußerungen der vatikanischen Blätter. Sie drücken ihre umfaßt, behufs Berathung der Novelle zum preußischen lassen. Mehrere andere, welche mittellos sind, werden auf Genugthuung darüber ans, daß infolge der Haltung des Berggefeße statt. Die Hauptbedenken" richteten sich gegen Kosten der Regierung an die Grenze ge bracht werden. Der deutschen Bentrums die Kreuzerkorvette K abgelehnt worden die$$ 80b, 80d fowie gegen die Artikel 4 und 5. Auf Frau eines der Ausgewiesenen wurde seitens des Polizeiift. Hiermit sei der deutschen Regierung der Beweis Anregung des Vereins ist eine große Versammlung sämmt präfetten eine Unterstüßung gewährt; zwei Andere baten gegeben, daß ohne Erfüllung der berechtigten Forderungen licher Bergbauvereine des preußischen Staates nach Berlin um Aufschub, es sind deshalb Erhebungen angestellt, ob der Katholiken die Reichsinteressen eine zweckdienliche auf den 7. April ds. Js. einberufen worden. So unter der Aufschub zu bewilligen sei. Unter den Ausgewiesenen Förderung nicht erfahren können. Hand wird nur von nehmerfreundlich die Novelle ist, ein wahrer Knappentruß, befinden sich auch zwei deutsche Anarchisten, Namens Fleiß Hand gewaschen! so scheinen die Herren Grubenbefizer trotzdem noch nicht und Mayer." Die Panit, der Philister, ist groß, die Attien Dhr leihen? Wir sind nicht so optimistisch, die Frage zu befriedigt zu sein. Wird Herr von Berlepsch ihnen sein des Herrn Constans steigen. verneinen. Ein Opfer des Militarismus. Der Ersatreservist Karl Schmidt aus Schüßingen, dessen erschütternde Erlebniffe der Abgeordnete Conrad Haußmann im Reichstage geZweijährige Dienstzeit in Italien. Der Abs schildert hat Schmidt wurde infolge der körperlichen und Ein amtlicher Beleg. In den dieser Tage erschienenen geordnete Canzio beantragte am 29. März in der italienigeistigen Mißhandlungen, die ihm ein Unteroffizier zufügte, Jahresberichten der sächsischen Gewerbe- Inspektoren ist der schen Deputirtenkammer die Einführung der zweijährigen wahnsinnig ist in der Frrenanstalt Pfullingen gestorben Kehrreim aller Berichte, daß die Geschäftslage eine schlechte, Dienstzeit, zunächst für den gegenwärtig unter den Waffen und in seinem Heimathsorte Schüßingen unter großer Be- die Produktion und somit auch der Verdienst der Arbeiter wortete die Berathung dieses Antrages und fündigte eine befindlichen Jahrgang 1871. Der Kriegsminister befürtheiligung der Bevölkerung beerdigt worden. Der edle geringer gewesen ist, als im Vorjahre. Der Leipziger Bericht wortete die Berathung dieses Antrages und fündigte eine Regierungsvorlage an, betreffend die Einführung einer Graf Kanit in seines Junkerhochmuths überschäumender erklärt, daß die Lage der Industrie im Allgemeinen eine Regierungsvorlage an, betreffend die Einführung einer Frivolität spricht aber, wenn die Frage der Soldatenmiß- unbefriedigende gewesen sei, da der größere Theil der Ge- zwischen einem und drei Jahren schwankenden Dienstzeit. doch zur Genüge abgemolken" sei. Dieses Manto an hältnisse und die Lage des Geldmarktes genöthigt gewesen Milliarde nach der anderen, das ist das A und O unserer handlungen im Reichstage erörtert wird, von der„ Kuh", die werbetreibenden durch die veränderten zollpolitischen Ver- Unsere Militärpolitik kennt nur das ftete Anziehen der den letzten Blutstropfen auspressenden Steuerschraube. Eine Scham hält gut und gerne den Vergleich aus mit dem sei, die Produktion der verminderten Nachfrage entsprechend Feingefühl des genialen" Bismard- Sprößlings, der gesagt einzuschränken. Der Bericht des Dresdener Gewerbe- In Heeres- ,, Reformen". hat, daß die Hundesperre viel lästiger sei als der kleine fpettors flagt ebenfalls über die veränderten Exportverhalt- Belgischer ,, Fortschritt". Wir gebrauchen das hier Belagerungszustand. nisse, daneben aber auch über die Ueberproduktion der Vor- in dem Sinne von Fortschrittspartei, wie das häufig in jahre und die verminderte Bauthätigkeit, Umstände, durch Deutschland geschieht, und haben es gewählt, weil in die auch die Lage der Arbeiter wesentlich verschlechtert Belgien von einer Fortschrittspartei ftreng genommen nicht worden sei. Die Arbeiterschaft war, wie auch diese offizielle die Rede sein kann, fintemalen der Fortschritt" nur aus Schrift beweist, durchaus berechtigt, von dem Rothstande einer Person besteht. Belgien ist durchweg industriell hoch zu sprechen, den die Forckenbeck und Genossen so entschieden entwickelt, und der Klassengegensatz ist dort so scharf zu abgeleugnet haben. gespigt, daß das Bürgerthum sich ebenso wenig den Luxus Konsequenz. Der früher fortschrittliche, später demofratische Redakteur der Wurzener Zeitung", Adolf Thiele, den Lesern unseres Blattes durch die Verfolgungen bekannt, welche ihm sein unerschrockenes Vorgehen zugezogen hat, ist mun, nachdem er sich von der Unhaltbarkeit und Unfittlichkeit" der kapitalistischen Weltan schauung überzeugt, öffentlich in die Reihen der Sozial- Vom Antisemitismus. Gegenüber einer Abordnung der des demokratischen Radikalismus erlaubt, wie in dem wirthdemokratie eingetreten. In einer Volksversammlung hat er Volksschullehrer hat der Großherzog Ernst Ludwig von Hessenschaftlich ähnlich gestellten deutschen Land Sachsen, wo diesen Schritt ausführlich begründet. Ein herzliches Will- den" Mainzer Nachr." zufolge geäußert, daß er die anti- ebenfalls eine Fortschrittspartei nicht aufkommen kann. Der kommen dem braven Kämpen! Thiele war beiläufig weitaus femitische Bewegung aufs tiefste bedauere und fie, gleich Fortschritt in Belgien heißt Janson und beschränkt sich der tüchtigste Vertreter, den der Fortschritt Richter'scher Kaiser Friedrich, als eine Schmach unseres Jahrhunderts auf diesen. Baul Janson hat als Verfechter des allgemeinen Wahlrechts und vielleicht noch in höherem Maße Observanz jemals in Sachsen gehabt hat. betrachte. Soweit es in seiner Macht liege, werde er in durch seine Aufdeckung und Brandmartung des Reseinen Lande entschieden Front gegen diese verwerfliche bekannten Affäre Nationalliberale Nichtswürdigkeit. In national. Sege machen". Es genügt nicht, sich über den Anti- gierungs- Anarchismus in der des Polizei- Dynamiterichs Pourbaix sich unbestreibare Liberalen Blättern findet sich eine wahrscheinlich der semitismus zu entrüften, man muß die sozialpolitischen Verdienste und eine große Volksthümlichkeit erworben. In Nationalliberalen Korrespondenz" entnommene Notiz über Grundlagen, auf denen er ruht, untersuchen. Er ist eine der gegenwärtigen Bewegung zu Gunsten des allgemeinen bie Pariser Dynamit, Attentate", welche mit den Worten Reaktion des untergehenden Kleinbürger- und Kleinbauern Wahlrechts stand er bisher in der vordersten Reihe, und beginnt: thums, das seine unhaltbare Stellung mit aller Gewalt be: Sozialisten und Anarchisten entfalten in Paris haupten möchte, gegen das Großkapital. Seine Kritik au machte ein Zusammengehen der sozialistischen Arbeiter mit eine" unheimliche Thätigkeit. Zwischen beiden scheint eine den Zuständen ist reaktionär, weil sie den Versuch macht, dem bürgerlichen Radikalismus möglich. Arbeitstheilung der Art stattgefunden zu haben, daß erstere abgelebte Formen zu erhalten und statt im Gelbjudenthum hatten das höchste Vertrauen in Janson, und jetzt auf einfich die Propaganda des Wortes, lettere die der That angelegen die Kapitalistenklasse, in der Kapitalistenklasse das Geldjuden allgemeinen Stimmrechts in Verhandlung getreten ist und mal kommt an den Tag, daß er mit den Gegnern des sein lassen. Dementsprechend zeichnen den Pfad der Sozialisten thum bekämpft. Sind die Kleinbürger und Kleinban freche Herausforderungen, aller geordneten Autoritäten, Kirchen vollends proletarifirt, dann fällt die Binde von sich einem Kompromiß geneigt erklärt hat, dessen Annahme standale, Konflikte mit den Behörden, Aufhebung des Militärs c. 2c., während der Anarchismus neuerdings fich Augen, fie werden Sozialdemokraten und streifen den Anti- die Einführung des allgemeinen Stimmrechts zum Mindesten nur noch der Dynamitpatrone als beweisträftigsten Argumentes semitismus mit spielender Leichtigkeit ab. Die Arbeiter perzögern würde. Mit Recht geht unser Genosse Bertrand. bewegung allein macht prinzipiell Front gegen den Anti- in der Montagsnummer des Peuple" sehr scharf ins Gericht bedient u. f. 1." an " Die Arbeiter Ein Kommentar ist überflüssig. Die Gemeinheit brand- semitismus, und es wird ihr allein glücken, ihm den Boden mit Herrn Janson. Möglich, daß dieser sich noch eines Besseren markt sich selbst und die denunziatorische Absicht liegt so abzugraben. Ein Einzelner, sei er wer er wolle, wird nichts besinnt möglich auch, daß es zum vollständigen Bruch offenbar zu Tage, daß sie mit Händen zu greifen. Die Ver- erreichen, und ist er ein Mächtiger, so wird er dem Vor: zwischen ihm und den Sozialisten kommt. Jedenfalls iſt faffer und Verbreiter dieser Notiz und ähnlicher Nichtswürdig wurf sich aussehen, daß er irgendwie Partei ergriffen habe. Bündnisse der Arbeiter mit bürgerlichen Elementen nie aber von Neuem die alte Wahrheit gelehrt worden, daß teiten sind die würdigen Spießgesellen des gesellschaftsretterischen Mag die antisemitische Bewegung noch so verkehrt sein und Biedermanns Rabachol", der, wie weiland sein belgischer mit den unlautersten Mitteln operiren, der Eingriff des etwas taugen, und daß die Arbeiterklaffe, wenn sie sich nicht Kollege Bourbaix die Verworfenheit der Sozialdemokraten Regenten verleiht den Angegriffenen nur den Heiligenschein Kampf des Proletariats nur auf sich selber zu rechnen hat. Täufchungen hingeben will, in dem großen Emanzipationsund die Nothwendigkeit von Ausnahmegesehen und sonstigen des Martyriums. Unterdrückungsmaßregeln durch die Propaganda der That" Französisches. Der Gesezentwurf, betreffend die Russische Nothstandspolitik. Der Petersburger vermittelst Dynamit ad hominem- das heißt den Bürgern und Bauern auf den Leib zu demonstriren hat. Was die Frauen- und Kinderarbeit, ist nach langem Zögern endlich Beitung Rußkaja Shifn" wurde wegen angeblich überden Sozialisten zur Laft gelegten Dinge betrifft, so sind es Baris erließ eine Verordnung, wonach die Konferenzen in Einzelverkauf entzogen. So stillt der Zarismus den Hunger, im Senat angenommen worden. Der Erzbischof von triebener Berichte über den Nothstand die Erlaubniß zum entweder tindische Henlmeiereien( freche Herausforde ben Kirchen nicht mehr statthaben sollen. so heilt er die gesellschaftlichen Schäden. Zensur, Sibirien, rungen" zc.) oder einfach Lügen. Konflikte" d. h. gewaltsame Zusammenstöße zwischen Sozialisten und Be- au immer neuen, immer fostspieligeren Hüftungen treibt. Der Fluch des Militarismus ist es, daß er die Staaten Galgen! hörden sind in Frankreich seit dem 1. Mai, wo die Soldaten Die Völker brechen unter der Kriegslast zusammen. Am will nicht darauf bestehen, daß die Pforte von Rußland die Der Gewalt weichend. Die bulgarische Regierung ohne jeglichen Grund in Fourmies eine Arbeiterin 29. März. hat die Kammer die vom Kriegsminister Freycinet Auslieferung Schischmanows verlange, da sie überzeugt ist, erschoffen, überhaupt nicht vorgekommen; und und die " Kirchenstandale" bestehen darin, daß ein fanatischer eingebrachte militärische Kreditvorlage mit 416 gegen daß ein solches Verlangen nie ein praktisches Ergebnis Pfaffe in einer Pariser Kirche rohrspaßenmäßig auf haben würde. Während die Meuchelmörder im Solde des die Republits schimpfte, und dafür von den Zuhörern Die Ausweisungswnth. Am 30. März hat der Barenthums straflos ausgehen, weil Väterchen" sie schüßt, verdientermaßen zur Raison gebracht wurde. Sozialisten Präsident der französischen Republik die Dekrete unter- liefern Kulturstaaten" politische Flüchtlinge, die ihre und daselbst in ziemlich schroffen Worten und in leiden- Präsident: Der Gerichtshof wird sich jetzt zur Be- ich ganz gewinnen; ich habe mir schon für den äußersten schaftlicher Weise die Gemüther aufgereizt, die Achtung vor rathung des Urtheils zurückziehen. Fall eine fulminante Nichtigkeitsbeschwerde zurückgelegt." bestehenden Staatseinrichtungen untergraben, Haß und Ver Eine große Aufregung herrschte unter der zahlreichen Sie sind ein wahres Unglückskind," meinte Fräulein achtung sowohl gegen diefe, als gegen ganze Staatsbürger- Buhörerschaft während der Pause. Die Angeklagten gingen Muffelich zu Frank, als er sie begrüßte. Was machen Klaffen zu erregen versucht haben. Was den Angeklagten mit ihrem Bertheidiger nach der Tribüne, wo die Damen Sie nur eigentlich für Geschichten, sizen im Wechselarrest Dr. Lange betrifft, so ist die Abmilderung, die er mit dem faßen. Der Staatsanwalt unterhielt sich mit einigen hinzu- und sollen nun gar ins Landesgefängniß. Das nimmt ja herbeigezogenen Bordersah versucht, kaum stichhaltig zu tretenden Führern der liberalen Partei, unter denen sich gar kein Ende." erachten, denn das Publikum, zu dem er gesprochen, wird Dr. Raffmaus befand. 25 Stimmen genehmigt. " " " Ich mache gleich etwas zusammen ab," versetzte Frant. Uebrigens bin ich schon etwas weiter gekommen. Ich habe eine Stellung bekommen." " Eine Stellung? Ei, das ist ja schön, da werde ich gleich mit Papa ein ernstes Wort sprechen, damit wir uns wenigstens öffentlich verloben können. Was für eine Stellung haben Sie denn?" " Ich bin Mitarbeiter am Boltsblatt" geworden und gegenüber erübrigt mir nur, die vollständige Freisprechung selbst beeinflußt, denn er weiß, daß die Tage seines werde wahrscheinlich dort auch Expeditions- Borstand." " Ach, also so etwas, wie mein Vater? Nun, dann er gewiß nichts mehr an Ihnen aussehen." und kann schließlich nichts anderes darin gefunden haben, Drei Monate Gefängniß für die beiden Ersten und als die Aufforderung zu offener Revolution. Die Staats sechs Monate für Lange werden herauskommen," meinte der anwaltschaft tann unter folchen Umständen nichts thun, als Staatsanwalt. ihre Anträge einfach aufrecht zu erhalten, und höchstens in Bezug auf die Angeklagten Frank und Barth Milderungs- mord," rief Raffmaus entrüftet. " Es wäre eine unerhörte Milde, ein staatlicher Selbst. gründe anzuerkennen." Streit: Der Entschließung der Staatsanwaltschaft minister hat die Zusammensetzung des Gerichtshofes diesmal " Es war nicht mehr zu machen, der konservative Justiz der sämmtlichen Herren Angeklagten zu beantragen. Was Ministeriums gezählt sind, wenn es ihm nicht auf solche die gemeinschaftliche Berabredung betrifft, so würde es mir Weise gelingt, den Einfluß und das Ansehen ber liberalen kann eine Kleinigkeit fein, hinreichend nachzuweisen, daß diese in Partei zu beschränken." Wer weiß, er ist kein Freund von diesem Blatte." nichts Anderem besteht, als in dem allseitigen Bewußtsein„ Er will also mit der Demokratie fofettiren," meinte " Aber ich; mir gefällt es ganz schön, ich habe gleich der Gemeinschaftlichkeit ihrer Ansichten. Da in Bezug auf die Thatfrage kein Zweifel darüber Ministerium fommt." barber Raffmaus ingrimmig, es ist Zeit, daß ein andenis barauf abonnirt. Mir gefallen die Plaudereien so gut, die find gewiß von Doktor Lange?" bestehen kann, daß die Herren Angeklagten nichts Oben auf der Tribüne begrüßte Lange Helenen und die weiter beabsichtigt haben, als die Grundsahlosigkeit " Nein, die sind von mir." der Herren Fortschrittsmänner nachzuweisen, da sie keiner anderen Damen, unter denen Frank zu seiner Freude auch unwahren Behauptung, feiner wirklichen Schmähung in Fräulein Musselich und Barth seine Schwester fand. concreto überführt sind, da ferner die vermeintliche Auf-" Ich habe eine schwere Stunde gehabt," gestand Helene. forderung des Dr. Lange zur offenen Revolution trotz der" Ich glaube es Ihnen und danke Ihnen," erwiderte Nein, nein, das ist mir nicht recht; wenn ich Ihren Namen ansehnlichen Redegabe des genannten Herrn nicht im Ent- Lange, die Staatsanwaltschaft hat ihr Möglichstes gethan, darunter lesen fann, freue ich mich gleich noch einmal so sehr ferntesten eine von der Staatsanwaltschaft befürchtete und aber der Gerichtshof besteht aus Männern, denen ich einige darüber. Und dann kann ich doch auch Staat damit machen, für möglich gehaltene Wirkung gehabt, so halte ich die Be Einsicht und auch etwas guten Willen zutraue. Sonst wenn ich sagen kann, das hat mein Bräutigam geschrieben. weisführung für das Nichtvorhandensein einer gemeinschaft- wäre, wie die Erfahrung aus anderen Fällen zeigt, jedes Nicht wahr, das thun Sie?" lichen Verabredung für gänzlich überflüssig, denn die Verabre- Wort, ausgenommen was die Wirkung auf das Publikum dung zu einer nicht strafbaren Handlung tann selbstverständlich auch nicht strafbar sein. Und nun bleibt mir nichts weiter übrig, als im Vertrauen auf die erleuchteten Ansichten des Gerichtshofes die Hoffnung auszusprechen, daß dieser Versuch, in unserem Lande ein unschäzbares Gut, die Rede freiheit, zu beschränken und zu vernichten, der letzte gewesen sein möge." anbelangt, verloren gewesen." Aber eine Freiheitsstrafe werden Sie doch wohl erleiden müssen?" " Ich hoffe es nicht," meinte Lange. " Nicht einen Tag," rief Advokat Streit, das fehlte noch. Meine Klienten haben sich ausgezeichnet gehalten. Es ist mein erster Prozeß in der neuen Aera, den muß Von Ihnen? Ach, das ist zu reizend. Aber warum schreiben Sie denn Ihren Namen nicht darunter?" Weil ich dente, es ist ganz gleichgiltig, von wem fie find, wenn sie nur gut sind." " Ja, gewiß, das werde ich thun; denn ich kann Ihnen sonst so gar wenig Freude machen." Nun, da seh ich doch, daß Sie mich wirklich lieb haben, und ich will dann auch gern Alles ertragen, was vorkommen mag. Im Wechselarrest dürfen Sie mir aber nicht mehr lange figen; ich arbeite schon mächtig an Ihrer Befreiung." ( Fortsetzung folgt.) " G Existenz für den ruffischen Freiheitstampf in die Schanze| Der Vertheidiger Rechtsanwalt Burghardt hielt auch die Ver- der ersten Klaffe der höheren Schulen unterrichten laffen in hlagen, mitleidslos den Schergen der russischen Regierung ordnung von 1887 für ungiltig, da sie zwar eine Rollette von Deutsch und Französisch. Ich habe auch nichts dagegen, daß die aus. Das ist die ausgleichende Gerechtigkeit" im Sinn der Genehmigung des Oberpräsidenten abhängig mache, aber Frauen den ärztlichen Beruf an Frauen und Kindern ausüben. und Wesen der europäischen Reaktion. nachgeordnete Polizeibehörden ermächtige, diese Genehmigung zu Dagegen bin ich durchaus gegen die Errichtung von Mädchenertheilen, was nach der Instruktion für die Oberpräsidenten vom gymnasien, es tönnten vielmehr an die Diakonissinnenanstalten Jahre 1825 unzulässig sei. Das Rammergericht hob hierauf die Frauenakademien angeschloffen werden. Ich bin auch kein Freund des Borentscheidung auf und wies die Sache in die Vorinstanz zurück. gemeinsamen Studiums der Frauen mit den Studenten zusammen. Die Verordnung vom 19. November 1890 fei ungiltig, dagegen Es ist tein schöner Anblick, die Studentinnen in Zürich auf den tönne die vom 17. August 1887 Anwendung finden, welche fich Straßen flaniren zu sehen, und nur wenige halten sich auch vom auf Sammlungen beziehe, die der Oberpräsident nicht genehmigt. Nihilismus fern. Wir müssen neue Berufszweige für die Frauen Eine Sammlung in einer öffentlichen Versammlung, wo jeder schaffen. Nichts ist schlimmer, als daß Taufende unferer MitFremde Zutritt habe und der Kreis der Angesprochenen ein un- bürgerinnen ihr Leben ohne Beruf hinbringen müssen und ohne begrenzter fei, fönne allerdings unter den Begriff einer Kollette die Befriedigung, welche ein Beruf gewährt.( Beifall links.) fallen. Parteinachrichten. arnung: Die Magdeburger Volksstimme" veröffentlicht folgende " Der Kronzeuge Wilhelm Drichel im Prozeß Neve, ber mit einer Buchthausstrafe von 5 Jahren und 2 Monaten davongekommen war, während Neve bekanntlich 15 Jahre au verbüßen hat, ist dieser Tage aus seiner Haft entlassen worden und hat in Berlin versucht, sich in sozialdemokratische Kreise eins zudrängen. Da wir in der Vermuthung wohl nicht fehl gehen, daß der p. Drichel sich auch wieder Magdeburg zum Felde feiner fichtscheuen Thätigkeit auswählen dürfte, warnen wir hiermit nachdrücklichst vor demselben." Uns ist nicht bekannt, daß Drichel in Berlin fich in die Kreise unferer Parteigenoffen einzudrängen versucht hätte, wir können uns aber der Warnung unseres Magdeburger Bruderorgans nur anfchließen. Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 43. Sigung vom 30. März, 12 Uhr. Am Regierungstische: Rommissarien. Geheimrath Schneider: Schon jetzt sind Lehrerinnen auch in den oberen Klaffen der höheren Mädchenschulen, selbst der öffentlichen, beschäftigt. Es werden auch alle Veranstaltungen gefördert, welche den Mädchen die Möglichkeit geben, ihre Rennt niffe über das hinaus, was fie im ersten Gramen nachweifen müffen, zu erweitern. Die Pflicht wird anerkannt, für die Mädchenbildung weitere Wege zu finden, aber fraglich ist es, ob die Bildungswege für die Frauen dieselben sein werden, wie für die männliche Jugend. Darin gebe ich dem Vorredner völlig Recht. Es giebt eine Menge von Männern ohne jede akademische Prüfung, die zahlreiche andere Männer mit akademischer Bildung Eingegangen find folgende Vorlagen: Vertrag vom 14. b. M. überragen. Was bei den Männern der Fall ist, muß auch bei zwischen Preußen und Bremen wegen Erweiterung des Bremischen den Frauen der Fall sein können. Sie dürfen gewiß sein, erStadtgebiets nördlich von Bremerhaven; Gefeßentwurf, betreffend wogen wird die Sache. Der vorige Minifter hat bereits damit Bur nenen prenfischen Landgemeinde- Ordnung liefert die Einführung der Landgemeinde- Ordnung für die fieben öftlichen begonnen, der neue wird ebenfalls die Frage gewissenhaft prüfen. die ordnungsparteiliche Magdeburgische Zeitung" folgenden be- Provinzen der Monarchie vom 3. Juli 1891 in der Proving( Beifall.) zeichnenden Kommentar: Die Landgemeinde Ordnung hat Schleswig- Holstein; Gesezentwurf, betreffend die Erweiterung, Nachdem Abg. Hartmann( Lübben) den Abg. Ridert er betanntlich durch die§§ 48 und 52( der letztere Paragraph Vervollständigung und beffere Ausrüstung des Staatseisenbahn- widert hat, daß von einem Mißbrauch der männlichen Gewalt bestimmt, daß mindestens zwei Drittel der Mitglieder der Netzes; Gesetzentwurf, betreffend die Erweiterung des Unter nicht die Rede sein tönne, weil eine große Zahl von Frauen Gemeindevertretung Angefeffene sein müssen) dafür gesorgt, nehmens der Stargard- Küstriner Eisenbahn- Gesellschaft durch den derselben Ansicht sei, wie seine Partei, beschließt das Haus nach daß die fozialdemokratischen Bäume nicht in den Himmel wachsen täuflichen Erwerb der Eisenbahn von Glasow nach Berlinchen; dem Antrag der Kommission. fönnen." Dieses Gingeständniß der braven Magdeburgerin ist Gefehentwurf, betreffend die Beseitigung der kirchlichen Steuers föftlich. Wo bleibt denn ihr Rechtsstaat", wenn fie felber zu freiheit der Angehörigen der Kieler Üniversität; Antrag auf Angiebt, daß Gefeße erlassen werden, um den Millionen Unanfäffiger nahme eines Gejegentwurfs, betreffend eine vorläufige Beftimdas Recht, welches die paar Tausend Angesessene haben, auch mung über die Regulirung der gutsherrlichen und bäuerlichen ferner vorzuenthalten? Verhältnisse behufs der Eigenthumsverleihung in Neuvorpommern und Rügen. " . Auch im Bremer Gewerbegericht hat die Sozialdemokratie bie abfolute Mehrheit; von insgesammt 48 Beifizern find 30 auf Grund der sozialdemokratischen Listen gewählt. = In dritter Berathung werden die Gefeßentwürfe, betreffend die äußere heilighaltung der Sonn- und Fest= tage in den Provinzen Schleswig- Holstein, han nover und Hessen- Nassau, sowie in den HohenUeber ben Boykott sprach sich die fozialdemokratische Partei sollernschen Landen, und betreffend die Aufhebung älterer Altona's in ihrer legten Versammlung folgendermaßen aus: in der Provinz Hessen- Nassau geltender gesetzlicher BeDer Boykott, in besonders gerarteten Fällen angewendet, ist eine Stimmungen über die Untersuchung des Schlachtviehs Waffe der Arbeiter zur Abwehr der Bestrebungen des Unter- und die Ausstellung von Vieh Gesundheitsscheinen, nehmerthums: die wirthschaftlichen und politischen Intereffen der ohne Debatte angenommen. Arbeiter zu schädigen; und ferner, um die soziale und politische Zur dritten Berathung steht ferner der Gefeßentwurf betreffend Stellung der Arbeiter zu verbessern. In Verbindung mit Streits die Entschädigung für an Milzbrand gefallenen wegen geringfügiger Dinge ift der Boykott zu verwerfen und nur Thiere. Nach längerer Debatte wird der Gesetzentwurf unanzuwenden, wenn es sich um die allgemeinen Intereffen einer verändert angenommen, ebenso in erster und zweiter Berathung Gewerkschaft oder der Gesammtarbeiterschaft handelt." die Gefeßentwürfe, betreffend die Abänderung von Amt3 gerichtsbezirten, und betreffend die Errichtung eines mtsgerichts in der Gemeinde Lechenich unverändert angenommen. Jn Schneeberg i. S. gründeten unsere Parteigenossen einen Boltsbildungsverein. Es folgen Petitionen. Schluß gegen 23/4 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag 12 Uhr.( Welfenfonds- Vorlage; leinere Borlagen; Sekundär bahngefeg). Soziale Uebersicht. Straße 23, dauert unverändert fort. Achtung! Der Streit bei H. Krüger, Berlin, Artillerie straße 23, dauert unverändert fort. Achtung, Zimmerer! In Alt- Damm haben die Meister am Lohn abgezogen. Es wird deshalb gebeten, Zuzug fernzuhalten. hiesigen Firma Heinrich und August Brünig, chromoHanau. Die Steinbrucker und Lithographen der lithographische Kunstanstalt, legten am 26. 6. M. die Arbeit nieder, lithographische Kunstanstalt, legten am 26. 6. M. die Arbeit nieder, Grund hierzu war die Maßregelung eines Kollegen, des Bevoll mächtigten der Bahlstelle Hanau. Vor Zuzug wird gewarnt. Frankfurt a. M. Die Damenschneiber der Firma Jureit legten die Arbeit nieder. Bor Zuzug wird gewarnt. Zur Sonntagsruhe meldet Herolds Telegraphenbureau aus Berlin: Infolge der demnächst eintretenden obligatorischen Sonntagsruhe sind Bestrebungen im Gange, um den ganzlichen Schluß fämmtlicher hiesiger Engros- und Fabrikgeschäfte an Sonn- und Feiertagen zur Durchführung zu bringen. In einzelnen hiesigen großen Geschäftsweigen haben sich, wie„ Der Konfektionär" mittheilt, bereits fast fämmtliche Firmen von Bedeutung mit der geplanten NeueinrichIn Hannover bewilligte die Gemeinde für die akademisch gebildeten Lehrer eine Mehrausgabe von jährlich 48 000 R.; die Petition der seminaristisch gebildeten, also der Boltsfch u II ehrer, welche um Gleichstellung der Lehrergehälter mit den Gehältern der Subalternbeamten ersuchte, wurde dagegen vom Bürgervorsteherkolleg abgelehnt, während sie der Magistat annahm. Dieser Vorgang zeigte den Volksschullehrern, wie nothwendig es auch für sie ist, die sozialdemokratischen Be strebungen zu fördern. Von den herrschenden Klassen haben die Boltsschullehrer nichts zu erwarten. " 18 Im fächfifchen Landtage hatte der tonfervative Abgeordnete Geheimrath Klemm am 25. März erklärt, es sei nicht wahr, daß er in einer 1884 er Wählerversammlung gesagt habe:" Wenn der Raffezoll den armen Beuten zu viel wird, dann Eine Petition von Dr. Stolp zu Charlottenburg mögen fie eben ein paar Bohnen weniger nehmen." wünscht den Erlaß eines Gesetzes, nach welchem den bei NeuDemgegenüber erlaffen nun drei Dresdener Arbeiter, welche jener bauten betheiligten Unternehmern und Bauhandwertern Bersammlung beigewohnt haben, unter Nennung ihres Namens bezüglich ihrer Forderungen ein Vorzugsrecht vor allen in der Sächf. Arb.- 3tg." eine Bekanntmachung, worin fie mit hypothetarischen Eintragungen zu gewähren fei. theilen, daß jener Abgeordnete in der betr. Bersammlung auf Die Petitionsfommission beantragte durch den Berichterstatter eine Anfrage von fozialistischen Arbeitern, wie er sich zu den Abg. Czwvalina, die Petition der Regierung als Material für Lebensmittelzöllen stelle, dem Sinne nach u. A. allerdings er die Gesetzgebung zu überweisen. widert hat:„ Wenn der Kaffezoll wirklich drückend sein sollte, Die Petition wird der Justizkommission über- tung einverstanden erklärt. nun bann mögen die ärmeren Leute ein paar Bohnen weniger wiesen. nehmen." Die Arbeiter machen sich anheischig, für ihre Be Verschiedene Petitionen um Erlaß eines Verbots, törper hauptung den Wahrheitsbeweis anzutreten und gegen 50 Beugen fiche Zwangsmittel zur Herbeiführung der Impfung an zu beschaffen und fagen zum Schluß ihrer Erklärung: Die zuwenden, beantragt die Petitionskommission durch Uebergang Entrüftung des Herrn Klemm über den ihm gethanen Vorhalt zur Tagesordnung zu erledigen, dagegen die Regierung um Erhalten wir daher für ungerechtfertigt und setzen der Glaub wägung darüber zu ersuchen, ob nicht Zwangsimpfungen ledig würdigkeit des Herrn Geheimraths Klemm die Glaubwürdigkeit lich bei Ausbruch einer Pockenepidemie zulässig feien und ob armer Arbeiter hiermit entgegen." nicht in epidemiefreien Zeiten von Zwangsimpfungen Abstand zu nehmen sei. Das Haus beschließt ohne Debatte nach diesem Antrage. Ueber die Petition des Tuchfabrikanten oll und Gen. in Falkenburg( Pommern) um Errichtung von Betlei Die Gewerbe- Ordnung spricht den Zünften und kauf Todtenlifte der Partei. In Schweinau bei Nürnberg bung 3 ämtern für die Eisenbahn- und Boftmännischen Korporationen das Recht ab, Andere vom Betriebe ist der Gastwirth Völkel gestorben, welcher feiner Treue halber, beamten geht das Haus ohne Debatte auf Antrag der eines Gewerbes auszuschließen, und hob die Zwangs- und Banndie er unserer Partei hielt, manches Ungemach hat erdulden Petitionstommission zur Tagesordnung über. rechte auf, welche sich auf die Ausübung eines Gewerbes be= müffen. Bezüglich der Petitionen des Vereins Frauenwohl in ziehen. In Dessau sucht ein Unternehmer ein solches Bannrecht. Berlin und des Frauenvereins Reform.in Weimar, wieder einzuführen, wie folgendes Formular beweist, das im Polizeiliches, Gerichtliches zc. betr. die Zulassung der Frauen zum Univer: Dessauer Boltsblatt" abgedruckt, ist: -Begen Beleidigung der Staatsanwälte Binoff itätsstudium beantragt die Unterrichte kommission, über rechtlicher Giltigkeit, während eines vollen Jahres nach meinem Jch Endesunterzeichnete... verpflichte mich hierdurch zu und Balbamus in Elberfeld hat der Redakteur der dortigen biefelben, soweit fie die Errichtung eines Mädchengymnasiums rechtlicher Giltigkeit, während eines vollen Jahres nach meinem Austritt aus dem Geschäft der Firma H. S. Art'l, BuchFreien Preffe". N. Lingweiler, 100 M. Geldstrafe und die Bulaffung zum philosophischen Studium betreffen, zur Austritt aus dem Geschäft der Firma§. S. Art'l, Buchzu bezahlen. Die Staatsanwaltschaft hatte 6 Wochen Gefängniß Tagesordnung überzugehen, soweit sie die Zulaffung zum medi- druckerei und Verlag in Deffau, weder in einer beantragt. zinischen Studium und und die Erlaubniß zur Ablegung des biesigen Buchdruckerei irgendivelche Stellung zu nehmen, noch Rebatteur Karl Thiel von der Breslauer Maturitätsexamens an einem Gymnasium beantragen, der Re- mich nach Ablauf eines Jahres, vom Tage meines Austritts ab Bolts wacht" wurde wegen öffentlicher Beleidigung des gierung zur Erwägung zu überweisen. gerechnet, am hiesigen Blaze selbständig zu machen. Bastors Biehler aus Charlottenbrunn zu 150 M. Geldstrafe event. Abg. Dr. Hartmann( Lübben, E.): Wir stehen prinzipiell Ich verpflichte mich ferner, falls ich gegen obige Be 30 Tagen Gefängniß, sowie zu den Kosten des Verfahrens ver- auf dem Standpunkt, daß die Frau ins Haus und in die Familie S. G. Art'l, Buchdruckerei und Verlag in Dessau, eine Konventional. ftimmungen handeln sollte, sofort und unweigerlich an die Firma urtheilt und dem Beleidigten die Publikationsbefugniß zu gehört. Es mögen einige Opportunitätsgründe für die Zulassung. S. Art'l, Buchdruckerei und Verlag in Dessau, eine Ronventionalgesprochen. Der Frauen zum ärztlichen Beruf sprechen, wenn aber erst in traße von 150 m. zu zahlen. Dessau, den In Bezug auf die Frage, ob eller fammlungen, einer Beziehung die Frau aus dem natürlichen Kreis ihrer AufUnterschrift: zu denen erst im Laufe einer Versammlung die Angaben herausgetreten ist, werden immer weitere EmangipationsNatürlich kann ein solcher Bertrag feine Giltigkeit haben. Die regung gegeben und befolgt wird, auch dann unter den Be- wünsche laut werden. Wir halten die Frauenemanzipation für griff einer Rollette" fallen, wenn die Sammlung nur zum an ein nationales Unglück und beantragen daher, über den ganzen Gewerbefreiheit ist kein leerer Wahn, sondern sie gehört zu den in§ 105 der Gewerbe- Ordnung angeführten Beschränkungen der geblichen Zwecke der Deckung der Versammlungskosten veranstaltet Inhalt der Petitionen zur Tagesordnung überzugehen. wird, hat der Straffenat des Rammergerichts in der Revisions- Abg. Seyffardt( Magdeburg, ntl.): Wir stimmen dem An- freien Uebereinkunft bezw. des Arbeitsvertrags, instanz eine wichtige grundsägliche Entscheidung getroffen, welcher trage der Kommission zu. Die Frau soll dem Hause und der Darbende Aktionäre. Es zahlen Dividende pro 1891: nach dem„ Hamburger Echo" folgender Thatbestand zu Grunde Familie nicht entzogen werden, aber wir müssen die Konsequenzen Gelsenkirchener Bergwerke, Aktiengesellschaft 12 pet. Wests Tiegt. Fm August 1891 fand im Kaiferfaale zu Altona eine aus der gegenwärtigen sozialen Entwickelung ziehen und dem fälischer Grubenverein bet Dortmund 12 pet. Gesellschaft für von der sozialdemokratischen Partei berufene, Jedermann ohne Bedürfniß weiter Kreise der Frauenwelt entgegenkommen. Linde's Eismaschinen in Wiesbaden 15 pet.- Wandsbecker Unterschied zugängliche Versammlung statt. Nach Erledigung Innerhalb gewiffer Grenzen kann den Frauen das Studium Leberfabrit, Attiengesellschaft 83% pot. Ilfeder Hütte und zweier Punkte der Tagesordnung stellte der Bigarrenmacher nicht mehr vorenthalten werden, namentlich Angesichts der Er- Beiner Walzwerf 33% s pCt.( gegen 40 pet. im Vorjahre). Borwohler Thomas zum dritten Punkte der Tagesordnung Berschiedenes" folge des Auslandes in dieser Beziehung. Jezt müffen unsere Mechanische Krazenfabrit zu Mittweida 9 pt. den Antrag, eine Tellersammlung zum Zwecke der Deckung der Frauen ins Ausland gehen, wenn fie studiren wollen. Portland- Bement- Fabrit, Blanc u. Go. 18 pet. Eintracht, Untoften vorzunehmen, um nöthigenfalls eine Entscheidung der Abg. Rickert( fr.): Ich hätte nichts gegen eine Ueber- Braunfohlen und Briquetfabrik in Berlin 7/2 pet.- Gifenhöchsten Instanz darüber herbeizuführen, ob die Polizei weifung zur Berücksichtigung, selbst bezüglich des gangen Inhalts gießerei und Maschinenfabrik vorm Miller u. Andrae, Borkenheim verordnung vom 19. November 1890, welche Sammlungen der Petitionen. Es ist nicht gerechtfertigt, daß die Herren der 7 pet. Berlin- Passauer Fabriken für Parquet und Holzin öffentlichen Versammlungen verbietet, nicht rechts- Schöpfung soweit Mißbrauch mit ihrer Macht treiben, daß fie bearbeitung 8 pet. Sächsisch- Thüringische Attien- Gesellschaft giltig erlaffen und eine Uebertretung derselben derfelben nicht die größere Hälfte der Menschheit von den Wohlthaten aus für Braunkohlen- Verwerthung 10 pet. Verein chemischer ftrafbar fei. Der Antrag wurde angenommen und darauf schließen, welche die Männer genießen. Was heißt, die Frau Fabriken, Mannheim 12 pet.- Deutsche Thonröhren- und veranstalteten mehrere Anwesende eine Tellersammlung gehört ins Haus und in die Familie"? Eine große Anzahl von Chamottefabrit 15 pet. Neue Baumwoll Spinnerei Hof im Saale zu erwähntem Zwede. Eine behördliche Genehmigung Frauen kann das überhaupt nicht. Gs ift standalös, daß die 12% pGt. Bergwerksgesellschaft Hibernia 12 pet. Brürer dazu war nicht ertheilt worden. Auf Grund dieses Thatbestandes Männer verlangen, daß die Frauen sich bei gewissen Krankheiten Kohlenbergbau Gesellschaft 8 pCt. Effener Bergwertswurden die betreffenden Sammler und der Maurer Stüven, von Männern untersuchen lassen sollen. Viele Frauen erliegen verein König Wilhelm 27 bezw. 26 pCt. Bergbau- Gewelcher während der Zeit der Sammlungen den Vorsitz geführt ihren Krankheiten, weil das Schamgefühl fie verhindert, ihren fellschaft Neu- Effen bei Alten Effen 662/ s pCt. Biele und legtere geduldet hatte, in erster Instanz zu Geldstrafen von Körper einem Manne zur Unterfuchung darzubieten. Wenigstens felder Maschinenfabrik vormals Dürrtopp u. Co. 10 pt. 18 refp. 9. verurtheilt. Die Angeklagten legten hiergegen müssen wir weibliche Aerate erhalten. Ich bitte Sie, die Frage Hamburg- Südamerikanische Dampfschifffahrts Gesellschaft Berufung ein, indem sie unter Anführung bezüglicher Ent- der Regierung mindestens aur Giwägnng zu überweisen.( Bei 10 pt.Magdeburger Bergwerks- Attien. Gesellschaft, Magde scheidungen des Rammergerichts die Rechtsverbindlichkeit dieser fall links.) burg 33% pCt. Attiengesellschaft Mix u. Genest, Telephon, Polizeiverordnung des Oberpräsidiums vom 11. November 1890, Abg. Stöcker( tons.): Ich stehe auf einem andern Stand Telegraphen- und Blizableiter- Fabrit 6 pet. Rheinisch welche gegen die in der Verfaffung garantirten Rechte verstoße, puntt als der Abg. Hartmann. Die amerikanische und englische Nassauische Bergwerks- und Hütten- Aktiengesellschaft 61,2 pt.beftritten. Die Straftammer su Altona erachtete indeß diese Art der Emanzipation wird von unserer deutschen Frauenbewegung Mechanische Baumwoll Spinnerei und Weberei Bamberg Berordnung vom 19. November 1890 für rechtsgiltig; eventuell nicht gefordert. Die deutsche Frauenbewegung ist im Vergleich 7 pet. Düsseldorf- Ratmger Röhrenkessel- Fabrik vorm. Dürr feien die Angeklagten nach einer in gleichem Sinne eingreifenden zu anderen Ländern die maßvollste, besonnenste und rubigite. u. Co. 10 pet. Berordnung vom 17. Auguft 1887, welche die damals für den Im Prinzip gehört die Frau allerdings dem häuslichen Beruf, Erlaß derartiger Berordnungen fompetente tönigl. Regierung aber Tausende und Abertausende von höher gebildeten Frauen, zu Schleswig erlassen, ebenfalls strafbar. Die Angeklagten welche einen Beruf fuchen, tönnen einen solchen Beruf nicht Legten hiergegen Revision ein deren Zurückweisung finden; nicht jede fühlt den Beruf zur Diakonissin in sich. Hier Die Oberstaatsanwaltschaft unter Anderem mit dem Sin- tehen wir vor einem Mothstand, und deshalb müssen die weise beantragte, daß die hier stattgehabte Sammlung Schranken des weiblichen Erwerbs ein wenig erweitert werden. einen ganz anderen rechtlichen Charakter begründe, als eine folche. Dazu giebt die höhere Schule und der ärztliche Beruf die Mög- fähig. wo ein bestimmtes Entree vor der Versammlung erhoben wurde, lichkeit. Ich selbst habe mit bestem Erfolg Lehrerinnen auch in I Briefkaffen der Redaktion. R. F. und P. F. Besten Dant; leider nicht aufnahmes 6. S. Wir bitten um Ihren Besuch. Theater. Donnerstag, den 31. Marz. Opernhaus. Freund Friz. Die Puppenfee. Schauspielhaus. Das Buch Hiob. Die Philofophin. Meister Andrea. Dentsches Theater. Nathan der Weise. Lessing Theater. Die Cameliendame. Berliner Theater. Der Hüttens besitzer. Wallner- Theater. Der Löwe des Tages. Deutscher Tischlerverband. im ( Zahlstelle Berlin.) Montag, den 4. April 1892, Abends 8 Uhr: General- Versammlung Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstraße 16. Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom Halberstädter Kongreß. 2. Wie stellt sich die Filiale zum Anschluß der Mitglieder des Fachvereins der Tischler. Mitgliedsbuch legitimirt. Zahlreichen Besuch erwartet 325/19 Die Ortsverwaltung. Tabakarbeiter u. Tabakarbeiterinnen. Reſidenz- Theater. Der Kleine Schwere Große öffentl. Gewerkschafts- Versammlung. nöther( Ferdinand le noceur,) Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Ein blauer Teufel. Eine vollkommene Frau. Frühere in Verhältnisse. Bellealliance- Theater. 1. Rezitation von Sonntag, den 3. April, Vormittags 9/2 Uhr, im ,, Feenpalast", Burg- n. St. Wolfgangstraßen- Ecke. Unterzeichnete ersucht sämmtliche Tabakarbeiter und-Arbeiterinnen dieser Versammlung vollzählig erscheinen zu wollen. Achtung! August Junkermann mit lebenden Bildern. 2. Onkel Bräfig's lehte Stunden. Du drögst de Bann weg. Jochen Päsel, wat büst Du vorn Esel. Oftend- Theater. Berlin im Jahre 2000. Adolph Ernst Theater. Tanzteufel. • Der Feenpalat. Spezialitäten- Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten Borstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Borstellung. 309/14 Die Kommission der Tabakarbeiter. Rixdorf! Achtung! Donnerstag, den 31. Mär 1892, Abends 8 Uhr: Große öffentliche J. Guttentag, Berlagsbuchhandlung in Berlin SW. 48, Wilhelmstraße 119/120. Am 1. April beginnt ein neues Quartal: 2204L Sozialpolitisches Centralblatt. Herausgeber Dr. Heinrich Braun in Berlin. Das Sozialpolitische Centralblatt erscheint in groß Quart- Format in einem Umfange von ca. 70 Drudbogen im Jahr. Die Ausgabe der Nummern in Stärke von 1½½ Bogen erfolgt jeden Montag. 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Lorenz, ist eine frdl. zweifenftrige Stube billig 3. ver. Aug. Herold, Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. 2165L Hierzu eine Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 77. der Parlamentsberichte. Dentscher Reichstag. 207. Sigung vom 30. März, 12 Uhr. Am Tische des Bundesraths: von Bötticher, von Malzahn. In der zweiten Berathung der Uebersicht der Reichsausgaben and Einnahmen für das Etatsjahr 1890/91 werden auf Antrag Rechnungskommiffion die nachgewiesenen Etatsüberschreitungen and außeretatsmäßigen Ausgaben im Gesammtbetrage von 30 928 761 M. ole Debatte vorläufig genehmigt. Der von den Abg. Möller, Höfice u. Gen. eingebrachte Gefeßentwurf, eine Novelle zum Unfallversicherungs- Gesetz betreffend, wird in zweiter Lesung ohne Diskussion auf Grund eines Antrages der Abgg. Möller, Rösicke, Schrader, v. Stumin, Wichmann und Hike in folgender Fassung angenommen: Donnerstag, den 31. März 1892. 9. Jahrg. an der Weftgrenze 1. Trier- Sierk- Diedenhofen, 2. Saaralben- längerung ins Unendliche fortgesetzt werden kann. Mit der Bendsdorf, 3. Saaralben- Obermodern, 4. Obermodern- Hagenau, Deklarationspflicht würde auch das geheimnisvolle Versteckspielen 5. Hagenau Röschwoog. Bezüglich der nach Karlsruhe zu mit der sogenannten Kellerbehandlung, diese Kellerfreimauerei bauenden neuen Bahnlinie schweben noch Verhandlungen mit der( Heiterkeit und Rufe: Au!) aufhören müffen. Das Vertrauen in badischen Regierung. Von den Gesammtkosten des zweigeleisigen das Weingeschäft muß leiden, wenn Sie das Buckern legalisiren. Ausbaues von Thorn- Korschen trägt das Reich 60 pCt., den Rest Der italienische Handelsvertrag hat den deutschen WeinbauPreußen. Von der Linie Trier- Diedenhofen entfallen an Kosten distrikten schon ein großes Opfer zugemuthet; wenn nun die des Ausbaues auf den preußischen Theil 3 500 000, auf den italienischen Verschnittweine hereinkommen und uns überschwemmen reichsländischen Theil 1749 000 M. Von der erst genannten werden, wird dieser Einbruch durch den Strom von Zuderwaffer Summe trägt das Reich 2 224 000 m. Die Kommission hat die noch verstärkt werden und die Folge wird ein allgemeiner starker Vorlage unverändert angenommen, nachdem der Beweis der Rückgang der Preise sein. Nothwendigkeit und Dringlichkeit der geforderten Bauten durch die Vertreter der Militärverwaltung erbracht war. Die Kommission hat den Neubau der Linie nach Karlsruhe tros des bisher noch nicht erfolgten Abschlusses der Verhandlungen mit Baden genehmigt, da sie feinen Anlaß sieht, Mißtrauen in das Verhalten der Militärverwaltung bei diesen Verhandlungen zu Abg. von Cuny( ntl.) hält die gefeßliche Regelung der Weinfrage, wie der Entwurf fie anstrebt, nicht blos im Intereſſe des Weinhandels, sondern auch eines großen Theils der Weinproduzenten liegend. Die Zahl der Weinbau- Diſtrikte ſei sehr groß, in denen ein Wein wächst, der ohne Verbesserung nicht trinkbar ist. Das Verlangen der Verpflichtung zur Deklaration auch in dem Falle auszusprechen, wo eine bezügliche Frage gar nicht an den Verkäufer gerichtet wird, halte ich für eine durch nichts gerechtfertigte Schädigung des Verkäufers. Ich empfehle die Annahme der Beschlüsse zweiter Lesung. § 1. Der§ 87 Absatz 4 des Unfallversicherungs- Gesetzes er- fetzen. gält im ersten Satze und der§ 95 Absatz 5 des Gesetzes, be= Abg. Fritzen- Düsseldorf( 3.) giebt namens seiner Partei die treffend die Unfall- und Krankenversicherung der in land- und Erklärung ab, daß diese der Nachtragsforderung zustimmen werde, orstwirthschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen, erhält im weil sie sich von der Nothwendigkeit derselben überzeugt habe, zweiten Sage folgende Faffung:" Für die nichtständigen Mit weist aber gleichzeitig auf das Anschwellen der Reichsschuld hin, Abg. Bürklin( ntl.): Die Rede, welche Graf Adelmann geglieder des Reichs- Versicherungsamts sind in der gleichen Weise welche bald die zweite Milliarde erreicht haben werde, und regi halten hat, habe ich vor 10 Jahren gehalten( Heiterkeit); ich nach Bedürfniß Stellvertreter zu bestellen, welche die Mitglieder die schleunige Inangriffnahme einer Amortisirung der Reichs- habe aber in den 10 Jahren etwas gelernt und bin heute überin Behinderungsfällen zu vertreten haben." schuld an. Die Schuldenlast des Reiches werde lediglich von der zeugt, daß die Deklarationspflicht unausführbar ist. Gerade die § 2. Dieses Gesetz tritt mit der Wirkung vom 1. Oktober 1891 Steuerkraft der Bewohner getragen, ihr stände nicht, wie in Interessenten auch haben dieselbe Modifikation mit ihrem ab in Kraft. Preußen, umfassender Staatsbesiz gegenüber. Auf die Dauer Standpunkt vorgenommen und darunter sind auch die Tausende Es folgt die zweite Berathung des Gefeßentwurfes über den müsse das System zu einem wirthschaftlichen Niedergang führen. von Betenten, welche Graf Adelmann aus 1887/88 noch heute Belagerungszustand in Elsaß Lothringen. Bedauerlich bleibe außerdem die verspätete Einbringung der Vor- für sie zitiren zu können glaubt. Die Vorurtheile des Publikums Die XXVI. Kommission hat den Gefeßentwurf abgelehnt und lage, die im Hause und im Lande einen so schlechten Eindruck gegen die Deklarationspflicht sind nicht zu überwinden; den Vorstate desselben folgendes Gesetz zur Annahme vorgeschlagen. gemacht habe. Hätte der Nachtragsetat schon vor einigen theil dabei hat bisher nur der unreelle Mann gehabt. Das wird Gesez, betreffend die Vorbereitung des Kriegs- Monaten vorgelegen, so hätte man am Etat entschieden größere nach der Annahme der Vorlage anders werden. Ganz preisgegeben ustandes in Elsaß- Lothringen: Bis zum Erlaß eines für Abstriche gemacht. Monatelang habe man sich in der Kommission ist ja der Deklarationszwang feineswegs;§ 4 stellt eine große bas gesammte Reichsgebiet geltenden Gefeßes über den Kriegs- gequält und schließlich 8-9 Millionen gestrichen. Alle diese mit Anzahl von besonderen Manipulationen unter den Zwang. zustand gelten für Elsaß- Lothringen folgende, mit dem Tage ihrer Mühe erlangten Abstriche wurden durch den Nachtragsetat wieder Im einzelnen empfehle ich nur den Antrag Bamberger, der thatVerkündigung in Kraft tretende Bestimmungen: Für den illusorisch gemacht. sächlich eine Verbesserung der Vorlage ist; wenn aber Herr Fall eines Krieges oder im Fall eines unmittelbar drohenden Abg. Hug( 3.) richtet in längerer Ausführung das Ersuchen Bamberger seine Zustimmung zu dem ganzen Gefeß von der feindlichen Angriffs kann jeder mindestens in der Dienststellung an die verbündeten Regierungen, bei der Festsetzung des badischen Annahme dieser Abänderung abhängig macht, so geht das enteines Stabsoffiziers befindliche oberste Militärbefehlshaber zum Rostenbetrages für die neue Linie möglichste Billigkeit walten zu schieden zu weit. Zweck der Vertheidigung in dem ihm unterstellten Ort oder laffen. Die dadischen Finanzen lägen in Bezug auf das Eisenbahn- Abg. Bamberger replizirt auf die Bemerkungen des Abg. Landestheil vorläufig bis zu der unverzüglich einzuholenden Ent- wesen nicht so günstig, wie im Allgemeinen; die badische Eisenbahn- v. Guny und kommt dabei auf die Ausführungen des Abg. cheidung des Kaisers über die Verhängung des Kriegszustandes, schuld sei verhältnismäßig hoch und die Betriebskosten wüchsen Dsann in der zweiten Lesung zurück, der für die Bestimmung die Ausübung der vollziehenden Gewalt übernehmen. Die Ueber- von Jahr zu Jahr. Ein wirthschaftliches Interesse für die An- des§ 7, 2 eingetreten war. Herr Osann hat damals bezweifelt, nahme der vollziehenden Gewalt erfolgt durch Erklärung des legung dieser Bahn, namentlich wenn sie nicht direkt nach ob ein dem Abg. Bamberger aus Frankfurt zugegangenes Teleobersten Militärbefehlshabers gegenüber der Zivil- Verwaltungs- Karlsruhe gebaut wird, sondern unter Umgebung von Rastatt gramm gegen die indirekte Deklarationspflicht offiziell von der behörde des betreffenden Orts oder Landestheils. Diese Erklärung und Karlsruhe nach einem Punkte etwa ein oder zwei Stunden Frankfurter Handelskammer herrühre, ihm, dem Redner, also ist in ortsüblicher Weise öffentlich bekannt zu machen. Die von Karlsruhe, sei nicht anzuerkennen; vielmehr werde die Haupt- damit indirekt den Vorwurf einer Fälschung gemacht. Zivilverwaltungs- und Gemeindebehörden haben den Anordnungen bahn des badischen Landes durch diese strategische Bahn finanziell und Aufträgen der Militärbefehlshaber Folge zu leisten. Für geschädigt werden. Um so mehr müsse darauf gedrungen werden, ihre Anordnungen und Aufträge sind die betreffenden Militär- daß das Reich in diesem Falle die Billigkeitsrücksichten ganz bebefehlshaber persönlich verantwortlich. Ueber die getroffenen fonders walten lasse. Verfügungen muß dem Bundesrath und dem Reichstage sofort, beziehungsweise bei ihrem nächsten Zusammentreten Rechenschaft gegeben werden. Abg. v. Cuny bestreitet dies Namens des abwesenden Abg. Ofann auf das entschiedenste. $ Abg. v. Grand Ry( 3entr.) spricht sich für die Beschlüsse zweiter Lesung aus. Abg. Hahn erflärt die Zustimmung der Deutschkonservativen Abg. Liebermann von Sonnenberg( Antisemit) erklärt sich zur Vorlage. Die Anregung wegen Amortifirung der Reichs- für den Deklarationszwang im Interesse der fleinen Winger, schuld sei dankenswerth, aber der Zeitpunkt dafür so lange noch welche weitaus die Mehrheit bildeten gegenüber der kleineren Abg. Gröber( 3.) erstattet mündlichen Bericht über die nicht gekommen, als man noch im Interesse der Landesverthei- Bahl der Weinhändler. Ohne Deklarationszwang oder ohne die Kommissionsverhandlungen. Die Vorlage habe in ihrem ganzen digung Jahr für Jahr größere Summen durch Anleihen auf- Anträge Lender würden die fleinen Winzer und der Export, Umfange in der Rommission teine Zustimmung gefunden, doch nehmen müsse, als man gleichzeitig tilgen könne. Den Wunsch, sowie auch die Rücksicht auf die Moral geschädigt werden. Im sei ein Bedürfniß für das dringendste militärische Interesse von Baden gegenüber möglichst Billigkeit walten zu lassen, theilt der Uebrigen polemifirt Redner gegen den Abg. Bamberger, dem er der überwiegenden Mehrheit anerkannt worden. Man habe Redner, nimmt aber an, daß es nicht in der Absicht des Abg. vorhält, daß zahlreiche Versammlungen von Wählern seines daher aus der Vorlage alles beseitigt, was den Widerspruch der Hug liege, diese besondere Berücksichtigung auch auf die Gefahr Wahlkreises anläßlich seiner Haltung in der Handelsvertragsreichsländischen Bevölkerung in so hohem Maße herausgefordert einer erheblichen Benachtheiligung der übrigen deutschen Bevölke- und der Weinfrage die schleunige Niederlegung seines Mandats habe, alle überstrengen und schroffen Maßregeln im Friedens rung zu erlangen. ihm dringend nahe gelegt hätten. zustande, aber die nöthige Vorkehr für den Kriegsfall und für den Fall des unmittelbar drobenden feindlichen Angriffs getroffen. Der von der Kommission schließlich mit allen gegen 1 Stimme angenommene Entwurf wahre das militärische Interesse, beseitige den Stachel, den die Vorlage der verbündeten Regierungen in dem Herzen der Elaß- Lothringer zurückgelassen habe und vermeide vor allem jedes Präjudiz für die fünftige allgemeine Regelung des Kriegszustandes für ganz Deutschland. Abg. Lender( 8.) unterstützt die Ausführungen des Abg. Hug namentlich auch mit Bezug auf die Entwicklung der Stadt tastatt. Auch vom militärischen Gesichtspunkt liege ein Interesse vor, die Bahn möglichst nah an die Stadt heranzuführen. Rastatt babe für das Reich große Opfer gebracht und verdiene bei dieser Gelegenheit Berücksichtigung. Der Nachtragsetat wird darauf mit allen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. " Damit schließt die Generaldiskussion. In der Spezialdiskussion befürwortet zu§ 3 Abg. Spahn seinen Antrag. Direktor im Reichsgesundheitsamt Köhler erklärt sich gegen alle Anträge, deren Annahme nicht die Lage der Konsu menten verbeffere, wohl aber die der Produzenten verschlechtern würde. Abg. Schenk( dfr.) bekämpft ebenfalls alle Anträge, vor Preußischer Kriegsminister Kaltenborn- Stachau: Die Vor- Das Haus geht über zur dritten Berathung des Entwurfs allen aber denjenigen des Abg. Lender, deffen Annahme das Tage hat in der Rommission Widerstand gefunden; die Differenzen eines Gefeßes betreffend den Verkehr mit Wein, wein- ganze mit so schwerer Mühe errungene Kompromiß wieder verbestanden aber nur über die Wege zum Biel, nicht über das Biel haltigen und weinähnlichen Getränken. nichten würde. felbst. Die Kommissionsverhandlungen haben den Beweis einer Zu den Beschlüssen zweiter Lesung hat Abg. Bamberger den Abg. Lender( 3.) muß in dem Gefeß eine große Gefahr für einmüthigen Vaterlandsliebe erbracht, die eifrig bemüht war, den Antrag wieder eingebracht, wonach in§ 7, 3iffer 2: Mit Geden deutschen Weinbau und eine ebenso große Gefahr für den Anforderungen der Militärverwaltung gerecht zu werden. fängniß bis zu 6 Monaten und mit Geldstrafe bis zu 1500 Mart deutschen Konsumenten erblicken. Wenn die Anschauungen über Mit besonderer Freude dürfte es uns und das Haus erfüllen, oder mit einer dieser Strafen wird bestraft, wer wissentlich Wein, die Zulassung der Zuckerlösung sich in den letzten Jahren gedaß der neuen Fassung auch die Vertreter von Elsaß- Lothringen welcher einen Zusatz der in§ 3, Ziffer 4 bezeichneten Art er ändert hätten, so stehe doch absolut nicht fest, daß sie sich nicht gestimmt haben.( Beifall.) Ich enthalte mich, den Werth diefer halten hat, unter Bezeichnungen feilhält oder verkauft, welche wieder nach der anderen Richtung modifiziren könnten. Kundgebung dadurch abzuschwächen, daß ich die neuen Beschlüsse die Annahme hervorzurufen geeignet sind, daß Wenn wir in der Verfassung ein Referendum hätten, dieses Geset bemängele. Die Armeeverwaltung fann mit dem auskommen, ein derartiger Zusatz nicht gemacht ist", die gesperrten Worte würde ganz gewiß abgelehnt werden. Der Antrag sei eine was der Entwurf ihr bietet, und ich kann erklären, daß, lauten sollen: welche besagen". Forderung der Wahrheit, Gerechtigkeit und Ehrlichkeit. wenn er angenommen wird, ich die verbündeten Regierungen Ferner beantragen die Abgg. Spahn und Gröber, die Zubitten kann, ihm auch ihrerseits zuzustimmen.( Beifall.) lassung von Zuckerwasser als Zusatz ohne Deklarationspflicht nur Abg. Betri( Straßburg): Ich freue mich, daß dem Bedenken unter der Bedingung zu gestalten, wenn der Zufaß wäffriger und dem Widerstande der Reichsländer gegen die Vorlage der Zuckerlösung vor dem 1. Februar des der Weinlese folgenden verbündeten Regierungen von der Kommission und auch von den Jahres bewirkt ist. verbündeten Regierungen soweit Rechnung getragen worden ist. Endlich beantragt Abg. Lender die Deklarationspflicht für Bon Aufruhr, Belagerungszustand im Frieden, von der Ein- den Zusatz von Zucker und wässriger Zuckerlösung und die entender auf Verbot der Mouillage gegen eine starke Minderheit fegung von Kriegsgerichten ist keine Rede mehr. Es sind die vor- sprechende Strafandrohung, sowie die Wiederaufnahme des Zu abgelehnt worden ist. geschlagenen Maßnahmen nur für den Fall eines Krieges oder fahes von Wasser und Sprit( mouillage) unter die mit Strafen Ablehnung des Antrags Bamberger; ber burch§ 7, Biffer 2 ge Bei der Berathung des§ 7 ersucht Direktor Köhler um eines unmittelbar drohenden feindlichen Angriffs in Aussicht ge- des Nahrungsmittelgefeßes bedrohten Berfälschungen. Der Antrag Gröber wird mit 126 gegen 106 Stimmen abgelehnt. Nachdem auch der Antrag Lender gegen eine Minderheit, bestehend aus einem Theil des Zentrums und der Deutschfonservativen, sowie einigen Nationalliberalen gefallen ist, wird 83 unverändert angenommen, ebenso§ 4, nachdem der Antrag nommen. Der letztere Fall wird hoffentlich überhaupt nicht ein- Abg. Bamberger: Die Basis des ganzen Gesetzes ist die währte Schuß gegen Üebervortheilung müsse unbedingt den Kontreten. Die Bewohner der Reichslande können der neuen Rechtsauffassung, daß die Verbesserung des Weines durch Zusatz fumenten gegeben werden, und dazu werde die Strafandrohung Faffung zustimmen, denn das Verlegende ist ihr genommen. Die von Zucker feine Fälschung im Sinne des Nahrungsmittel auch auf solche Bezeichnungen ausgedehnt, welche nicht nur Bevölkerung der Reichslande steht treu zu Kaiser und Reich, Gesetzes sein soll. Wir stellen uns auf diesen Boden. Diejenigen, direkt besagen, daß ein Zusatz nicht gemacht ist, sondern auf alle, ( Lebhafter Beifall) aber sie will auch gleiches Recht für die es mit uns thun, haben kein Recht mehr, Ausführungen gegen welche die Annahme hervorzurufen geeignet sind, daß kein Zufah alle, das ist ihr Wahlspruch, sie muß sich verlegt fühlen durch uns zu machen, die unsere Moralität verdächtigt erscheinen lassen, gemacht wurde. das Mißtrauen, wie es der Entwurf ihr entgegenbrachte. wie es in der zweiten Lesung wiederholt geschehen ist. Wenn Der Antrag Bamberger wird gegen die Stimmen der FreiAbg. Delles( Meh) ist ebenfalls erfreut über die Form, wir mit den Buristen gehen sollen, ist es nicht abzusehen, warum finnigen und einiger Nationalliberaler abgelehnt,§ 7 unverändert welche die Kommission gefunden hat, und der er mit dem Vor nur dem Wein gegenüber diese Strenge zur Anwendung fommen angenommen, desgleichen der Rest des Gesetzes. redner zustimmen wird. Besondere Befriedigung empfinde er auch foll, warum nicht den sehr verwandten Stoffen, dem Kognat, Das Resultat ist die Annahme des Gesetzes mit 130 gegen Ueber das Gesetz im ganzen wird namentlich abgestimmt. über die sympathische Erklärung des Vertreters der Militärver- warum nicht auch den Zigarren, dem Tabat, dem Kaffee dieselbe Das Resultat ist die Annahme des Gesezes mit 130 gegen waltung; er bringe diese Erklärung gern in feine Heimath mit. liebevolle Aufmerksamkeit der Gesetzgebung zugewendet werden 109 Stimmen. Für das Gefeh stimmen die Nationalliberalen Wenn aber die Regierung mit den Reichslanden so zufrieden ist, soll. Beim Wein allein muß diefer Rigorismus als ungewöhn- mit Ausnahme des Freiherrn v. Gültlingen, die Hälfte des so möge sie das dadurch beweisen, daß sie das Ausnahmegesek lich auffallen. Beim Wein spielt der schöne Rhein eine Rolle; Sentrums und der Deutschkonservativen und eine Minderheit der Deutschfreisinnigen. Abg. Dr. Buhl enthält sich der Abdort überhaupt aufhebt. der Wein steht ja mit einem Fuß auf dem Boden der Poesie. Abg. Hickel( Soz., Mühlhausen) kann sich den zustimmenden Ich werde das Gefes verwerfen, wenn mein Antrag abgelehnt ftimmung. Erklärungen nicht anschließen. Das Gesetz werde allein für Elfaß- werden sollte; aber ich wiederhole, wenn man keinen Deflarations Es folgt die erste Berathung des Gefeßentwurfs betreffend Lothringen erlassen, obwohl tie Verfassung ein allgemeines zwang will, soll man ihn auch nicht indirekt einführen. Die die Vergütung des Kataozolles bei der Ausfuhr von deutsches Reichsgesetz über den Belagerungszustand vorſehe. Man Gesetzgebung der übrigen Wein produzirenden Länder kennt eine Rataowaaren. Tönne es daher nur als ein neues Ausnahmegesetz bezeichnen und solche restriktive Bestimmung nicht; mit ihrer Annahme würden Nach dem Entwurf kann im Falle der Ausfuhr von Kakaodarauf laffe er sich nicht ein. Rönne überhaupt etwas Gutes von wir der Konkurrenz der ausländischen Weine das Uebergewicht geben. waaren nach den zu erlassenden Bundesrathsbestimmungen der Berlin tommen?( Heiterkeit.) In Elsaß- Lothringen antworte Deutschland produzirt nur 3400 000 Hektoliter jährlich; Frank Boll für die dem Gehalt der Waaren des Kakao entsprechende man auf diese Frage mit Nein. reich allein 86 Millionen Hektoliter. Auch diese Rücksicht sollte Menge von rohem Ratao in Bohnen ganz oder theilweise ver Sie davor behüten, zu rigoristisch vorzugehen. gütet werden. Das Gesetz soll am 1. August 1892 in Kraft Abg. Graf Abelmann( 3.): Die Vorlage ist ein Kompromiß, treten. Darauf berichtet Abg. Hammacher Namens der Budget bei dem der Weinhändler das gute, der Konsument das schlechte Abg. Möller( ntl.) empfiehlt furz die Annahme des Gesetzes. fommission über den Nachtragsetat für 1892/93. Nach der Vor- Geschäft macht. Ich vertrete den Standpunkt, daß man dem Abg. Brömel( dfr.) ist mit der Tendenz der Vorlage einlage soll für den Neu- bezw. Ausbau von strategischen Eisenbahn- Wein zusetzen fann, was man will, aber diesen Zusatz auch nam- verstanden, spricht aber sein Befremden darüber aus, daß auch Linien ein Kredit von 32 234 440 m. bewilligt werden, haft machen soll; mir scheint dieser Standpunkt der einzig halt- die vollständige Vergütung des Zolles ev. foll stattfinden können. wovon die erste Rate 9 643 400 M. im Extra- Ordinarium bare und konsequente zu sein. Für den Deklarationszwang habe In seinen Resolutionen habe der Reichstag früher die Vergütung des Militäretats für 1892/93 eingestellt werden foll. fich 1887/88 die überwiegende Mehrheit der an den Reichstag ge- bis zu höchstens 80 pGt. befürwortet, um zu verhüten, daß mehr Neu gebaut werden soll eine Linie von Röschwoog( an der Strecke langten Petitionen ausgesprochen, die Winzerpetitionen haben vergütet werde, als an Kakao in den Waaren enthalten sei. Germersheim Straßburg) in der Richtung auf Karlsruhe mit damals viele Tausende von Unterschriften erhalten. Man kann Geh. Rath Henle erwidert, daß man vorläufig nur 8/10 Neberbrückung des Rheines bei Roppenheim. Zweigeleifig sollen doch dem Konsumenten nicht zumuthen, Zuckerwasser als Wein zurückvergüten werde; die Chemie sei noch nicht so weit vorausgebaut werden an der Ostgrenze die Linie Thorn- Korschen, theuer zu bezahlen; das würde aber die Folge sein, da die Ver- aeschritten. um die Menge des verwendeten Kataos genau feftDie Kommissionsfassung wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. schenken. zustellen. Inzwischen müsse man den Fabrikanten Glauben zwar füfilirt und niedergefäbelt, aber sie verkaufen ihr Leben sehr Polizeibericht. In der Nacht zum 29. b. M. entstand vor theuer und fämpfen wie die Löwen gegen die Truppen, die be- dem Hause Prinz- Eugenstraße 24 eine Schlägerei, wobei zwei Abg. Brömel hält diese Aufklärung nicht für genügend fanntlich mit den besten Waffen der Welt ausgerüstet Maurer bedeutende Verlegungen am Kopf erlitten.- Am und behält sich vor, in zweiter Lesung einen ausdrücklichen find. Ueberall werden Barrikaden gebaut, auf der Kaiser 29. d. M. Nachmittags wurde im Humboldthafen die Leiche eines Antrag zu stellen. Wilhelmstraße wurden alle Tramways umgestürzt und Soldaten angeschwemmt. Im Laufe des Tages fanden drei Staatssekretär von Malhahn tritt für die Vorlage ein. übereinander gelegt, vor der so konstruirten Schußmauer fleine Brände statt. Es liege fein Grund vor, die Vergütung des vollen Zolles ab- find Bomben und und andere Explosivstoffe aufgestapelt wor zulehnen. In der zweiten Lesung beantragt Abg. Bröm el, statt der Worte ganz oder theilweise" zu fehen bis au 8/10 des Boll betrages." Der Antrag wird vom Abg. Möller bekämpft und vom Saufe abgelehnt, der Entwurf unverändert angenominen. Schluß 5 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag 11 Uhr. ( Dritte Lesung der heute in zweiter Lefung angenommenen Bor Tagen. Wahl von 6 Mitgliedern zur Kommiffion für Arbeiter statistik.) Kommunales. # Tagesordnung für die Sigung der Stadtverordneten Versammlung am Donnerstag den 31. März d. I. Nachmittags 5 Uhr. Gine Pensionirungsfache. Vor lage, betr. Die Gewährung einer Beihilfe für die Stubbe- Stiftung. Fortsetzung der Etatsberathung, und zwar über folgende Etats: Der Kanalisationswerke und der Rieselfelder, der Suble vations- und Vorspann- Berwaltung, der Kapital- und Schulden Verwaltung und der Steuer- Verwaltung. Feststellung des Stadthaushalts- Etats pro 1. April 1892/ 93.28abl je eines Mitgliedes in die Bau- Deputation, in die Finanz Deputation und in bie Deputation für die innere Ausschmückung des Rathhauses. Berichterstattung über die Borlagen, betr. die Era werbung einer vor der Bartholomäus- Kirche belegenen Barzelle und den Bau einer Ablage auf dem städtischen Grundstücke in Spreenhagen.- Borlage, betr, die Abordnung eines Mitgliedes der Arbeitshaus Berwaltung in die Armen Direktion. Desgl., betr. Die erfolgte Bestätigung des Herrn Stadtraths Weise zum zweiten Stadtfyndifus. Etat der Reuterstiftung pro 1. April 1892/93. Desgl., betr. Desgl., betr. den das neue Regulativ für die Erhebung der Hundesteuer in Berlin. -Desgl., betr. die Festsetzung von Fluchtlinien für die Ver längerung der Gormannstraße zwischen Linien- und Lothringerstraße. Desgl., betr. Die Erwerbung der zur Freilegung der Straße 46a Abtheilung XIII, erforderlichen Flächen. Desgl., betr. die Regulirung der projektirten Straßen ba und 5b der Abtheilung I. Desgl., betr. den Entwurf eines neuen Statuts der Stubbe- Stiftung. Desgl., betr. den Verlauf einer Barzelle des Treptower Parts. Zwei Rechnungen. Berichterstattung über einige Anstellungsfachen. Zwei Unterstüßungsfachen.Vorlage, betr. die anderweitige Wahl eines Bürger- Deputirten für die Armen- Direktion. Außerdem findet am Beginn dieser Sigung die Einführung der neugewählten unbefoldeten Stadträthe Herren Beelis und Roestel, sowie der neugeivählten Stadtverordneten Herren George und Toermer statt. werthet werden. Lokales. Gerichts- Beitung. F den. Die Soldaten hindern das Volt, seine Zobten zu begraben, weil der Kriegsminister die Weisung gegeben hat, daß man die Leichen verfaulen lassen solle. Im Stadthause und im Zentral- Hotel herrscht das größte Getümmel, auch der sogenannte luftige Garten wimmelt von Revolutionären, die den Versuch machten, daß faiferliche Schloß in Brand zu stecken, so daß der Raiser, wie bereits gemeldet wurde, durch ein Hinterthürchen nach In der bekannten Beleidigungsklage des Redakteurs Friedrichsruh flüchten mußte. Paul Marz gegen den Redakteur der Freisinnigen Zeitung", Wegen des Barritabenbaues werden überall Gräben auf- Rundel, stand gestern vor der 7. Straffammer hiesigen Landgeworfen. In die Häuser brangen Jufanteriepelotons und gerichts I Termin in der Berufungsinstanz an. Den Vorsit megelten da die Weiber und Kinder der Arbeiter und die führte Landgerichtsrath Denso, die Parteien wurden durch die schwachen Greise ohne Erbarmen nieder. Die hervorragendsten Rechtsanwälte Träger und Bernstein München vertreten. Bürger der Städte Brandenburg und Berlin find über die Es handelt sich bekanntlich um eine in der Freifinnigen Zeitung" ruffische und französische Grenze ins ins Ausland geflohen, enthaltene Notiz, wonach Herr Mary wegen Unfähigkeit aus dem auch der berühmte Bankier Nörgler ist aus Furcht vor Redaktionsverbande der Bossischen Zeitung" entlassen worden der Revolution ausgewandert. Fürst Bismarck wurde tele: sei. Bei den üblichen Vergleichsverhandlungen erklärte sich der graphisch als Leader der Regierungspartei in den Reichstag Stläger Mary zur Zurücknahme der Klage bereit, falls bie Frei berufen, wo er über Elsaß- Lothringen den Belagerungszustand finnige Beitung" erklären würde, daß ihre Notiz auf einem Frr verhängte, was eine Kriegserklärung Frankreichs zur Folge haben thum beruhe. N.-A. Träger entgegnete, daß Herr Marx den Prozeß dürfte. Im Norden und Süden Berlins zwischen Rosenthal und jedenfalls weniger gegen die Freifinnige Zeitung", als gegen die Köpenick richten die Dynamitarde und Petroleure große Ver-" Bossische Zeitung" führe. Der Inhalt der Notiz beruhe auf heerungen an. Auf die dringende Bitte feines Schwagers, des einer Mittheilung des Besizers der Boffischen Zeitung", Geh. Königs von Griechenland, hat der Kaiser endlich das Minifterium Justizraths Lessing, und wenn dieser einen Irrthum seinerentlassen und den Kammerpräsidenten Delyannis verhaften laffen. feits zugebe, würde die Freifinnige Zeitung" gewiß bereit sein, Trotzdem giebt es faum eine Straße, in der nicht geschossen würde, die verlangte Erklärung zu veröffentlichen. Chefredakteur fo follen bereits 4000 Arbeiter gefallen fein und wie viele dürften Stephany erklärte wiederum, daß die Zugehörigkeit des Klägers wohl in den Spitälern zu Grunde gehen, da die meisten Aerzte zum Judenthum mit der Entlassung desselben abfolut nichts zu ftreifen?" thun habe, thatsächlich sei dieselbe wegen Unfähigkeit erfolgt.Geh. Justizrath Leffing erklärte fich außer Stande, einen Irrthum feinerseits zuzugeben. Ihm sei Unfähigkeit als Grund der Entlaffung des Mary angegeben und dies stimmte durchaus mit dem Eindruck, den er selbst während der dreijährigen Thätigkeit des Klägers erhalten. Er habe wiederholt den Wunsch zur Entlaffung desselben ausgesprochen, da aber Stephany dem Kläger sehr wohlwollte, habe er feine diesbezüglichen Wünsche fallen laffen. Marg felbft erklärt, daß er tros mehrfacher Bewerbungen bis heute eine andere Redakteurstelle nicht erlangt habe und wohl annehme, daß die betr. Notiz in der Freisinnigen Zeitung" eine Wirkung nach dieser Richtung hin aus übe. Die Verhandlung in erster Instanz hatte das Ergebniß, daß sowohl Kundel als auch( auf die Wiederklage) Mary freidie Kosten getheilt wurden. gesprochen und Gegen bas Erkenntniß hat Marr die Berufung eingelegt. In der heutigen Berhandlung blieb der Kläger bei der Behaup tung, daß nach der Unterredung, die er mit Herrn Stephany gehabt, für ihn kein Zweifel obwalten fonnte, daß seine Ent laffung nicht wegen Unfähigkeit, sondern wegen seines jüdischen Glaubens erfolgt sei. Herr Stephany habe in jener Unterredung u. A. geäußert: Ein Jude kann ebenso wenig verantwortlicher Redakteur der Vossischen Zeitung" sein, wie ein Christ die Vertretung der Zeitung für das Judenthum übernehmen könne. Mit diesem trüben Blick in die Zukunft schließt der schaurige Bericht, in dem die verschiedensten Nachrichten aus Deutschland, Frankreich, Griechenland und dem übrigen Europa zusammen gewürfelt find. Bum 1. April kommt derselbe gerade recht. Ein Märzgewitter wird von dem Landmann mit recht Sprüchen und sogenannten Bauernregeln hervorgeht. günstigen Blicken betrachtet, wie aus einer ganzen Reihe von Jim Thüringischen heißt es: „ Geht Märzgewitter über die Saaten Dann wird die Ernte wohl gerathen!" Nach der Theorie, daß diefes frühzeitige Gewitter den Erd: boden lockere, dem Frost somit einen befferen Abzug aus dem Erdreich gewähre und diesen hierdurch zu schnellerer Fruchtbar feit befähige, heißt es im Sachfenlande: Märzgewitter bringt Angft dem Stubenhocker, Dem Landmann macht's die Erde locker." Wenn man in Baden und Bayern behauptet: Im Märzmond Donner und Geblige Ift mehr als Schnee und Hagel nüße." " oder wenn im nördlichen Theile unferes Vaterlandes das Wort Geh. Justizrath Leffing erklärte, vom Vorsitzenden nach der umgeht: Soll April die Erde recht erschließen, Muß sie der März mit Donnerton begrüßen." Sat's schon im Märze eingeschlagen, Giebt's in die Scheuern nichts zu tragen." Tendenz der„ Vossischen Zeitung" befragt, deren Verleger und Miteigenthümer er ist, daß er eine Aussage hierüber verweigere. Die Tendenz des Blattes scheint demnach ein Geschäftsgeheimniß der Vossischen Erben zu sein. Er bekundete sodann, daß er seinerseits so haben auch für den Städter diese Strophen einen lieblicheren nicht auf dem Standpunkt stehe, welchen HerrStephany bei der schöffenEiner unserer Abonnenten sendet uns folgende Buschrift: Klang, als wenn ein rustikaler Pessimoff im Widerspruch mit gerichtlichen Verhandlungen eingenommen, wonach der ver antwortlich zeichnende Redakteur der„ Boff. 3tg." in firchlicher In einem hiesigen Verein hielt fürzlich Herr Lehrer Damaschte Obigem fagt: einen Vortrag über das Thema: Eine Umwälzung in der Beziehung auf dem Standpunkt des Protestantenvereins stehen Technik". Nach lebhafter Debatte nahmen die Anwesenden einmüsse. Thatsächlich sei noch niemals im Laufe der Jahre die Frage bei der Voffifchen Zeitung zur Erörterung gekommen, ob stimmig folgende Resolution an: Der Verein erklärt sich mit den Da wir uns aber lieber an Optimus halten, so hoffen ein Jude stellvertretender verantwortlicher Redakteur sein könne. Ausführungen des Referenten einverstanden. Gr spricht die fefte Er sei besonders darüber aigrirt gewesen, daß die Freunde des Erwartung aus, daß die fließenden Gewässer unseres Water- wir, daß diesmal die Ernte- einfchlägt". Herrn Mary im Vorwärts" und anderen Blättern behaupteten, landes, welche durch die Fortschritte der Elettrotechnik unerschöpfDie Die Dauer des Prozesses Polte, der am Montag, den die Boffische Zeitung" habe Herrn Mary gekündigt. liche Kraftquellen werden können, nicht der Privatspekulation 4. April, beginnt und im fleinen Schwurgerichts- Saale statt Boffische Beitung" habe aber gar nicht gekündigt, sondern Herr überliefert, sondern allein im Interesse der Gesammtheit ver- findet, wird auf vier Wochen geschätzt, unterbrochen durch einige Stephany. Die sofortige Kündigung sei sogar gegen seinen Willen Es muß bemerkt werden, daß der Vortrag in einem Drts. Tage Diterferien. Das Material der Vertheidigung wird weniger erfolgt. Als er durch den Brief des Herrn Mary von der erfolgten verein gehalten wurde, dessen Mitglieder mit der bösen Sozials in der Bernehmung von Zeugen bestehen, als in der Verlesung Kündigung Kenntniß erhalten, habe er von Herrn Chefredakteur demokratie sicher nichts zu thun haben. Dieselben versichern viel einer Menge von Schriftstücken, wodurch das Gebräuchliche und Stephany die Auskunft erhalten, daß die Kündigung wegen Unmehr bei jeder Gelegenheit, daß sie der„ bürgerlichen Demokratie" Bulässige des Verfahrens an der Börse, welches dem Angeklagten fähigkeit erfolgt sei. Er habe es ursprünglich unter seiner Würde angehören, zu welchem politischen Standpunkt sich auch der zur Last gelegt wird, dargethan werden soll. Für Nicht- gehalten, auf die Behauptungen des Mary, die der Tendenz der Vortragende bekennt. Die freisinnigen Blätter bringen denn auch interessenten dürfte die Verhandlung einen besonderen Reiz kaum Beitung und feinen eigenen Ansichten widersprechen, zu antBei den weiteren Kreuz- und Querfragen des Verüber die Versammlung Berichte und erwähnen die Resolution, ohne theidigers Dr. Bernstein über etwaige Unterhaltungen, die der Beige mit Stephany über das Judenthum des Mary gepflogen, erer müsse, da lärt der Zeuge, daß er in diesen Dingen sehr vorfichtig sein aus dem stenographischen Bericht über die erste Verhandlung ersehen, wie weittragende Schlüsse an einzelne Bemerkungen geknüpft seien und daß der junge Herr Vertheidiger"( Bernstein ist ein Mann hoch in den Dreißigen, eine Zierde des Münchener Anwaltstandes und Gentleman vom Wirbel bis zur Zehe) sich erkühnt habe, seine, Glaubwürdigkeit anzuzweifeln. Der schneidige" Ton des Herrn Lessing tlang an dem heutigen Verhandlungstage übrigens doch nur wie gedämpfter Trommelschlag im Vergleich mit seinem Auftreten in der erstinstanzlichen Verbandlung. Im Laufe der Verhandlung zog er sich eine gelöst werden. bieten. Anstoß an dem Inhalt derselben zu nehmen. Eine Ausnahme macht Ueber einen Eisenbahn- ufall ergeht die folgende amtallein die Bolts- Zeitung", welche der Resolution folgende liche Mittheilung: Montag früh 5 Uhr 32 Minuten entgleiste redaktionelle Bemerkung anfugt: Wir finden es nicht wohl ge- bei Einfahrt des in der Richtung von Treptow kommenden than, wenn solche Fragen in so spielender Weise durch Refolutionen Südring- Buges Nr. 1208 der zweite Wagen im Zuge infolge Was diese Bemerkung eigentlich bezwecken soll, ist schwer zu Betrieb wurde nicht gestört, nur die in der Richtung nach dem ermeffen. Ganz abgesehen davon, daß es dem Verein gar nicht Schlesischen Bahnhofe fahrenden Südring- und Görliger Vorort eingefallen ist, die Frage in spielender Weise lösen zu wollen", Büge erhielten auf der Strecke Stralau- Rummelsburg- Schlesischer muß man doch fragen: Weshalb findet es denn die Bolts- 3tg." Bahnhof Berspätungen von 15-20 Minuten. Die Aufgleisung nicht wohl gethan, wenn Vereine sich mit diesem Thema be- des Wagens und Instandsetzung des Geleises war um 9 Uhr schäftigen, und was hat es denn auf sich, wenn dieselben ihre An- Vormittags beendet. ficht über dasselbe in einer Resolution niederlegen? Die Volts " worten. eines alten Richters, Beitung" wird doch hoffentlich hinter dem Wortlaut der Bor zwei gewerbsmäßigen Schwindlern erläßt die Resolution teinen Hochverrath oder etwas ähnlich Gefährliches Kriminalpolizei die nachfolgende Warnung: Ein angeblicher Agent wittern? Die Abneigung des fapitalistischen Blattes gegen die May Walter, der sich durch einen Miethsvertrag zu legitimiren ernste Surechtweisung des Vorsitzenden zu. Es ist eigenartig, in der Resolution niebergelegten Gedanken läßt sich nur erklären pflegt, hat vielfach solche Geschäftsleute geschädigt, welche mit wenn der Herr Geheimbderath sein höheres Alter ins Gefecht führt, aus der Besorgniß, daß jetzt auch schon die freisinnigen Orts- dem Plane umgehen, ihr Geschäft zu veräußern. Der Schwindler als ob es ein besonderes Verdienst, eine tugendhafte Handlung vereine", die ureigenfte Schöpfung des noch freisinnigeren Brüdererbietet sich, den Verkauf zu vermitteln, läßt sich auf die zu fei, im Schatten der Tante Boß- grau geworden zu sein. Der Zeuge beftreitet die Richtigkeit der von Mary auf paares Hirsch- Duncker, von dem Gedanken ergriffen werden, daß gesicherte Provision eine Anzahlung geben und verschwindet dann der Privatspekulation möglichst das Terrain beschnitten werden muß. auf Nimmerwiedersehen. Der zweite Fall betrifft einen Telephon- gestellten Behauptung, daß er( Beuge) mit Stephany über das Die volkszeitunglichen Helden von Manchester feunen auch heute schwindler, welcher mehreren Inhabern von Barfümeriegeschäften Judenthum des Mary eine Unterredung gepflogen. Er bekundete noch nichts Gemüthvolleres als das freie Spiel der Kräfte" und Waaren, insbesondere Paraffin, in der Weise abgeschwindelt auf seinen Gid: Stephany habe an dem fritischen Tage mit ihm die freie Selbstbestimmung." Daß die lettere für die Besißlosen hat, daß er angeblich im Auftrage hiesiger Lokalbesitzer lediglich noch im Recht auf Sungern besteht und das Kapital eine größere Bestellung machte und dann bald darauf unter Bor- Erörterung entschieden abgelehnt. Stephany habe das Spiel feiner Kraft und Macht in rücksichtslosester Weise dazu legung eines gefälschten Briefes des angeblichen Bestellers vor- mit ihm darüber sprechen wollen, er habe nichts über diese ausnüßt, die Arbeiter zu den unfreiesten Sklaven und zu den läufig um Aushändigung einer Quantität Paraffin ersuchte. In Angelegenheit gefagt. Er müsse es als eine Naivetät des Klägers bezeichnen, daß abhängigften Menschen zu machen, fümmert die Heiligen des er der Regel haben die Geschäftsleute sich durch den Schwindler, wähnten Blattes nicht weiter. Es ereifert fich fofort, wenn seine einen jungen Mann mit kleinem, schwarzen Schnurrbart, dupiren er, welcher lange Zeit mit einem Juden in einem Redaktions. eigenen Parteigenossen ein Thema erörtern, über welches die lassen. zimmer zufammengefeffen, dessen Freund, gleichfalls ein Jude, Parteigrößen noch nicht ihre Ansicht kundgegeben haben. Die nur wegen Mangels an Ghrgefühl und Zaft aus der Redaktion Ortsvereine werden sich aus der schlechten Zensur, welche ihnen Ju Berlin spurlos8 verschwunden ist der Kaufmann Götze der Bossischen Zeitung" entlassen worden war, die Sache fo Die Bolts- Beitung" ertheilt, hoffentlich nichts machen, bas aus Mittenwalde, welchem am Montag, den 29. Februar, nach barstellt, daß er mit anderem Maße gemessen werde und ein Blatt verficht so eifrig die Intereffen der famosen Brivat hier gefahren und seitdem nicht wieder gesehen worden ist. Alle Opfer feiner Ronfeffion geworden fei. Zeuge wiederholt, daß er spekulation", daß es in seinem Eifer jede Klugheit vergibt und Recherchen der Polizei nach G. find bis jetzt gänzlich vergeblich niemals nach der Konfession eines anzustellenden Redakteurs geblindlings darauf losschlägt, wenn irgend Jemand der Privat- gewesen und es ist nur anzunehmen, daß dem G. ein Unfall zu- fragt habe, daß diese ihm völlig gleichgiltig sei, und daß er im spekulation ein weiteres Ausbeutungsobjekt verschließen will. gestoßen oder daß er einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Laufe von drei Jahren mehrfach Gelegenheit gehabt habe, sich Meldungen über den Verbleib des G. sind auf dem hiesigen von der unzureichenden Fähigkeit des Mare zu überzeugen. Ins Münchhaufiaden kraffester Art über die Berliner Polizeipräsidium zu machen. Kreuzverhör genommen mußte er zugeben, daß er in den dreiStraßentumulte vom 26. Februar bringt die in Bahia erundeinhalb Jahren der Mary'schen Redaktionsthätigkeit nur ein scheinende Zeitung Diario de Noticias" in Ergänzung ihrer zu Eine mächtige Prügelei entstand gestern Vormittag gegen paar Mal in das Arbeitszimmer dieses Herrn gekommen sei und großer Berühmtheit gelangten Kabeltelegramme aus Berlin. Der 11 Uhr zwischen zuhältern und Dirnen vor dem Gerichtsgebäude guten Tag gesagt habe. Er sei von und beim Chefredakteur Stephany föstliche Spezialbericht ist zu lang, als daß wir ihn in extenso in Alt- Moabit. Die rauslustige Gesellschaft war in einem Kuppelei- über die mangelhaften Leistungen des Herrn Marx informirt worden. wiedergeben fönnten, doch können wir es uns nicht versagen, Prozesse furz vorher als Zeugen aufgetreten. Die Meinungs- Zeuge Stephany fagt aus, er babe wegen persönlicher wenigstens Einiges herauszuschälen und unsere Leser mit dieser verschiedenheiten, die sich schon während der Verhandlung, die Differenzen mit dem Redakteur Mohr die Absicht gehabt, während Berle der Berichterstattung bekannt zu machen. Das Diario mit einer Freisprechung endete, geltend gemacht hatten, wurden feines Sommerurlaubs dem Kläger Mary seine Stellvertretung de Noticias" schreibt unter anderen schönen Dingen: auch auf den Flurgängen laut, so daß die Streitenden schließlich zu übertragen. Gs habe ihn schon geärgert, daß der Kläger, " " Die ausführlichen Berichte aus Berlin bestätigen die von aus dem Gebäude entfernt wurden. Auf der Straße nun gingen anstatt verabredeter Maßen eine kurze Erholung im Harz zu uns gebrachten Rabelmeldungen; zwischen den Arbeitern und dem die Streitenden in Thätlichkeiten über, ein Schußmann mußte suchen, hier als Mitarrangeur eines Frühlingsfestes des Vereins Militär hat eine blutige Schlacht stattgefunden, unzählige Todte einschreiten, dem bald ein zweiter Beistand leistete. Eine der Freie Bühne" fungirte. Dann sei noch die Geschichte mit der und Verwundete bedecken die Wahlstatt. Fast alle Kauf- Dirnen schlug auf den letzteren Beamten mit ihrem Sonnen- Doublette gekommen, wobei Herr Mary in einer Beitspanne von läden wurden demolirt; die meisten Häuser auf der Weißenburg, fchirm ein, dieser brach am Griffe ab, und es zeigte sich die 3/4 Stunden zweimal dieselbe Notiz zu ihm ins Zimmer gegeben, Ladsbrun( Landsbergerstraße), Silling- und Underlindestraße wur- überraschende Thatsache, daß der Schirmstock mit Blei ausgegoffen und da habe er sich gesagt, daß ein Mann, der dies fertig bringe, den angezündet und sind vollständig niedergebrannt. Die Revo- war. Die Exzedenten wurden nach der Wache des 4. Polizei- nicht die genügende Uebersicht über ein so umfangreiches Blatt, lution herrscht an allen Ecken und Enden; leider marschiren auch Reviers in der Gerhardtstraße gebracht, vor welcher sich noch wie die Vossische Zeitung", haben könne. Der jüdische Glaube die Anarchisten aus Breslau, Danzig und Dresden in großen mals eine derartige Schlägerei entwickelte, baß sechs Beamte ihren des Mary habe mit seiner Entlassung nicht das Geringste Seerhaufen nach dem schönen Berlin. Die Proletarier werden bedrohten Kollegen zur Hilfe eilen mußten. zu thun gehabt. Er habe überhaupt ganz aufällig am T. Mm auf einem Spaziergang von der Zugehörigkeit Marx zum Judenthum Kenatniß erhalten, habe d-es Gerücht erst nicht geglaubt, habe dann am 9. und zc. gelegentlich mit den Redakteuren Dr. L e v y und Dr. Schlenther darüber gesprochen, am 19. Mai habe dann f'«. 05 chmmfagt, daß er von einem verwandten Rabbiner erfahren daß Marx in der That Jude sei. Mit dem Geheimen �ustizrath Lesslng, der bekanntlich ausgesagt hat, daß er mit Stephany nicht ein Wort über die jüdische Abstammung und »onfesnon des Herrn Marx gesprochen, eine Diskusston vielmehr abgelehnt habe, habe er den jüdischen Glauben des Marx nur ganz beiläufig berührt, und zwar nur in der Form, daß Geh. Justizrath Lessing ihn lächelnd fragte» ob er denn von der Thatsache nichts gewußt habe und daß er doch in dem ausliegenden, für die Personalia der Redakteure bestimmten Buch können.(Geh. Rath Lessing hatte in dieser Beziehuna bekundet, daß dieses Buch nur dazu bestimmt I«. gewissermaßen als ein Album der bei dem Institut der „Vossischen Zeitung" beschäftigten Redakteure zu gelte». Er habe stch� niemals darum bekümmert, ob in jenem Buche auch Notizen über die Konfession der Redakteure enthalten seien.) Zeuge Stephany bestreitet verschiedene Punkte der Darstellung, welche Marx über seine mit ihm gepflogene Unterhaltung ge> �, en. Richtig sei es, daß er bei dieser Unterredung davon gesprochen habe, daß es alte Gepflogenheit bei der.Vossischen Zeitung� sei, daß der verantwortliche Redakteur auch den kirch- lichen Standpunkt, welchen die„Vossische Zeitung" vertrete, den protestantenvereinlichen, zu decken habe. Er habe dabei aber nur den Gedankengang des Redakteurs Mohr kennzeichnen wollen, da er von der irribümlichen Voraussetzung ausging, daß Mohr dem Geh. Rath Lessing vielleicht Mittheilung davon gemacht, daß Marx Jude sei und deshalb doch unmöglich die Stellvertretung übernehmen könne. Er selbst gebe zu, daß, wenn er gewußt hätte, daß Marx Jude sei, er nicht den Gedanken gefaßt haben würde, denselben zu seinem Stellvertreter auszuwählen, denn er stehe au> dem Standpunkt, daß der verantwortliche Redakteur auch in kirch- licher Beziehung die Zeitung zu vertreten habe. Zeuge bestreitet noch- mals, daß der jüdische Glaube des Klägers Einfluß auf seine Ent- lassung gehabt habe. Ju der„Voss. Zeitung" seien mehrere jüdische Redakteure angestellt gewesen, z.B. der Redakteur Liepmanssohn, der Redakteur Brahm ic. Rechtsanwalt Dr. Bernstein stellt nunmehr folgende Behauptung auf: Ende September habe der Redakteur Mohr dem Zeugen Stephany bei einem Gespräch ge- sagt, er wisse ganz genau, daß Marx wegen seines Judenthums habe gehen müssen, und daß derselbe sehr tüchtig war. Vor der erstinstanzlichen Verhandlung habe Stephany dem Mohr den Vorschlag gemacht, sich krank zu melden, damit er nicht ver- nommen zu werden brauche, oder er werde es so einrichten, daß er nicht Zeugniß abzulegen habe u. f. w.— Zeuge Stephany erklärt jedes Wort in dieser Behauptung für erfunden. — Rechtsanwalt Dr. B e r n st e i n behauptet ferner, Zeuge Stephany habe dem Reichstags- Abgeordneten Alexander Meyer und dem Schriftsteller Paul Lindenberg gegen- über geäußert:„Ich weiß schon, was ich in dieser Sache zu thun habe, wie sich aber Geh. Rath Lessing herauswinden will, weiß ,ch nicht."— Zeuge Stephany erklärt, daß er sich einer solchen Aeußerung nicht entsinnen könne; er könnte aber vielleicht einmal eine Aeußerung dahin gethan haben, daß in der Erklärung des Geh. Raths Lesstng sich ein thatsächlicher Jrrthum befinde. Rechtsanwalt B e r n st e i n stellt ferner fest, es sei in der Redaktion der„Bossischen Zeitung" keineswegs bekannt, daß der Stellvertreter des Chefredakteurs auf dem Boden des Protestantenvereins stehen müsse. Thatsächlich sei der verstorbene Redakteur Dumas, der viele Jahre als Stellvertreter gezeichnet, ein ausgesprochener Atheist gewesen. Dumas sei aus der Landeskirche ausgetreten, sei Mitglied der freireligiösen Gemeinde gewesen, habe, um nickt thwören zu müssen, nicht als Geschworener fungirt. Dumas sei enn auch auf dem Friedhof der freireligiösen Gemeinde, dessen Thor die Inschrift trage:„Kein Jenseits giebt's, kein Wiedersehen" beerdigt worden, und Stephany habe dem Begräbniß bei- gewohnt. Zeuge Stephany erwidert, daß Dumas von Hause aus evangelischer Theologe gewesen sei, welcher aber von der Dogmen- wirthschaft nichts wissen wollte. Er sei aber ein„guter Christ" gewesen, der die Lehren Jesu Christi in seiner Gemeinde habe verwirklichen wollen. Richtig sei es, daß derselbe auf dem Kirch- Hofe der freireligiösen Gemeinde beerdigt sei.— Auf Antrag des Rechtsanwalts B e r n st e i n wird die Aeußerung des Redakteurs Stephany. daß M i t a r b e i t e r wie Dr. Ärahm und Liep- mannsohn als„Redakteure" gelten, zu Protokoll genommen. Es wird nicht blos in Journalistenkrecsen überraschen, daß Herr Stephany. der, irren wir nicht, ungefähr vierzig Jahre in der Journalistik thätig ist, erklärte: Liepmansohn, dem der Reporterdienst über die Stadtverordneten-Versannnlung oblag, war Redakteur— für die Stadtverordneten-Versammlungs- berichte, und des Weiteren: Als Redakteur ist derjenige zu be- trachten, dessen Einkommen fixirt ist. Der Vorsitzende macht nochmals Vergleichsvorschläge. Der Gerichtshof sei der Meinung, daß der Kläger nach der mit dem Chefredakteur Stephany gepflogenen Unterhaltung den Eindruck gewonnen haben kann, daß bei seiner Entlassung nicht blos die behauptete Unfähigkeit, sondern auch seine Konfession maßgebend gewesen ist.— Rechtsanwalt Träger verwies seinerseits darauf, daß von vielen Seiten mit großer Geflisientlichkeit nach dem Antisemitismus im Lager des Liberalismus gesucht werde. Wenn nun ein Mann wie Richter, der Führer einer großen Partei,. in dieser die Oeffentlichkeit berührenden Frage sich an den Geheimrath Lessing um Auskunft wenvet und diese Auskunft ihm ertheilt wird, so werde er wohl das Recht haben, von dieser Auskunft in einer Briefkasten-Notiz Mittheilnng zu machen.— Zeuge Stephany erklärte nochmals entschieden, daß die Entlassung nicht wegen der Konfession des Klägers stattgefunden habe, er gab aber zu, daß Marx aus der mit ihm geführten Unterhaltung vielleicht den entgegengesetzten Eindruck gewonnen haben könnte. Wenn er den Kläger so ge- kannt hätte, wie er ihn jetzt kenne, würde er klüger gewesen sein, die konfessionelle Frage in jenem Gespräch gar nicht zu streifen. Die hierauf folgenden, etwa eine Stunde währenden Ver- gleichsverhandlungen scheitern schließlich. Rechtsanwalt Dr. Bernstein fragt, ob der Zeuge Stephany nicht vor zehn Jahren, zur Zeit der Hochflulh des Antisemitismus öffentlich er- klärt habe, daß in der„Vossischen Zeitung" keine Juden sitzen. Der Zeuge erklärt, daß er von jeher ein energischer Gegner des Antisemitismus war und vor zehn Jahren einmal der„Ger- marna" gegenüber betont habe, daß der Kampf der „Vossischen Zeitung" gegen den Antisemitismus, um so mehr ins Gewicht falle, weil die„Bossische Zeitung" eine durch und durch christliche Zeitung sei. Zeuge be- streitet die Behauptung des Rechtsanwalts Bernstein, daß er einem früheren Redakteur Dr. Bodeck und dem Schriftsteller Schön- hoff(?). wegen ihres jüdischen Glaubens entlassen habe. Bei letzterem sei die Zugehörigkeit zur„Freien Bühne' maßgebend gewesen. Die gegen ihn inszenirten Gehässigkeiten gehen nur von den Mitgliedern der„Freien Bühne" aus, welche ein förmliches Komplott geschlossen zu haben scheinen, weil ihnen die Spalten der„Bossischen Zeitung" verschlossen blieben.— Rechtsanwalt B e r n st e i n behauptet weiter, daß der Zeuge Stephany, als es es sich um einen Ersatz des Marx handelte, und ein ge- wisser Bachmann in Vorschlag gebracht war, erklärt habe: Der Name klinge auch verdächtig, da müsse er sich »orsehen.— Der Zeuge erwidert, daß es sich dabei nur um die etivaige Stellvertretungösrage gehandelt haben könne. Die Mög- lichkeit der Aeußerung:„Er möchte nicht gern, daß die„Vossische Zeitung" verknoblaucht werde", will der Zeuge nicht be- streiten, meint aber, daß er diese Aeußerung, wenn sie überhaupt gefallen, nur gegen seizjen Kollegen Dr. Levy gemacht haben dürfte.— Zeuge Dr. Schlenther hält den Kläger für ein hervorragendes Talent auf dem Gebiete des politischen Feuilletons. Marx habe ihm über seine Unterredung mit Stephany genau dieselben Angaben gemacht, die er später publizirte, auch Herr Stephany habe ihn bald nach der Unterredung ganz ähnliche Mittheilungen über dieselbe gemacht. Später habe er sich der Autorität der Herren Stephany und Lessing gebeugt, welche ihm übereinstimmend ver- sicherten, daß der Glaube des Herrn Marx bei der Entlassung nicht mitgesprochen habe. Bei einem gelegentlichen Gespräch habe Herr Stephany ihn, geäußert: Die„Vossische Zeitung" sei ein christliches Blatt, und ein Jude könne dieselbe nicht veranlwort- lich zeichnen. Bei einer anderen Gelegenheit habe Stephany zu ihm gesagt, daß Marx in der ganzen Angelegenheit gentlemanlike und nobel gehandelt habe. Stephany habe dte Fähigkeit des Marx mehrfach lobend anerkannt, wenn er auch hier und da manches tadelte. R.-A. Bernstein fragt den Zeugen weiter, ob ihm bekannt sei, daß einem zur Lessingfeier geschriebenen Artikel eine antisemitische Bemerkung hinzugefügt werden sollte, welche nur auf Rath des Herrn Theodor Fontane gestrichen worden fei. Der Zeuge erklärt, daß seines Wissens wegen einer Fußnote zu dem Lessing- Artikel Berhandlungen zwischen dem Geh. Rath..Lessing und Fontane stattgefunden haben. Der Zeuge erklärt schließlich, daß ihm der Protestanten- vereinlerische Standpunkt der„Vossischen Zeitung" bis dahin nicht bekannt war.— Zeuge Dr. L e v y erklärt, daß er seit 4 Jahren für die„Vossische Zeitung" arbeite, sich als Mit- redakteur derselben seit 2 Jahren betrachte und auch eine redaktionelle Thätigkeit entwickle. Seit etwa 3/e Jahren sei sein Verhällniß kontrakllich genau fixirt worden.— Redakteur Mohr: Er habe gegen Marx durchaus nicht intriguirt, aller- Vings aber habe er, als er merkte, daß Marx Stellvertreter werden sollte, zu Kollegen sich geäußert:„Ich bin überzeugt, Stephany weiß gar nicht, daß Marx Jude ist." Später habe ihm Geh. Rath Lessing die Stellvertretung wiederum übertragen. Er habe den Kläger Marx nie als einen unfähigen und unbrauch- baren Menschen kennen gelernt. Zeuge erklärt weiter, daß nach seiner Ueberzeugung unter Hrn. Stephany's Regime der Name eines Juden schwerlich an die Spitze des Blattes kommen konnte; deshalb habe er verm thet, daß St. keine Kenutniß von der Konfession des Marx gehabt habe. Marx mußte auch wissen, daß der Name eines Juden nicht an die Spitze des Blattes kommen könne.— Kläger Marx läßt sich durch den Zeugen Doktor Schlenther bestätigen, daß er sein Judenthum nie verleugnet und denselben gefragt habe, ob er glaube, daß Stephany seine Zu- geHörigkeit zum Judenthum kenne. Dr. Schlenther hat geglaubt, dies bejahen zu dürfen und er habe sich dabei beruhigt, da die „Vossische Zettung" ja eine freisinnige Zeitung sei.— Zeuge Mohr bestreitet, daß Stephany t» der vom Ver- theidiger angedeuteten Weise ihm nahe gelegt habe, sich bei der erstinstanzlichen Verhandlung nicht vernehmen zu lassen. — Aus Befragen des Rechtsanwalt Bernstein erklärt Zeuge Mohr, daß Doubletten sehr häufig vorkommen; Zeuge Stephany meint aber, es komme auf die Art der Doubletten an.— Redakteur Schütze erklärt, daß er von einer Unfähigkeit des Marx nie etwas gehört habe. Zeuge N e u m a n n- So f e r entsinnt sich, daß, als es sich um ein Engagement des christstellers Schönhoff handelte, Stephany gesagt habe, derselbe habe persönlich nicht gefallen und außerdem sei derselbe auch ude. Stephany bestreitet dies und der Angeklagte undet erklärt, daß Herr Schönhoff überhaupt kein Jude, sondern Katholik sei.— Als Sachverständiger erklärt N e u m a n n- H o f e r, daß Doubletten häufig vorkommen, wenn auch nickt gerade bei einer und derselben Person innerhalb einer halben Stunde. Er habe von dem Kläger Marx sehr brauchbare Artikel für das Magazin für die Literatur ausgenommen. Er selbst sei Theater-Referent für das„Tageblatt", betrachte sich aber keineswegs als Redakteur. Die Beweisaufnahme wird hierauf geschlossen. Der Vertreter des Klägers, Rechtsauwalt Benistein, hält es durch die Beweisaufnahme für erwiesen, daß die Behauptung der„Freisinnigen Zeitung", der Kläger sei wegen Unfähigkeit entlassen, keineswegs der Wahrheit entspreche, trotzdem der Zeuge Stephany jene Behauptung bestätige. Schon der Umstand, daß Marx drei Jahre lang seine Stellung bei der„Vossischen Zeitung" innegehabt, spreche dafür, daß von einer Unfähigkeil, diese Stellung zu bekleiden, nickt die Rede sein könne, denn Herr Stephany müßte ein schlechter Chefredakteur sein, wenn derselbe nickt die Qualifikation eines Untergebenen innerhalb so langer Zeit durchschaut haben sollte. An der Hand aller Einzeln- heiten, wie sie sich in dieser Angelegenheit in chronologischer Reihenfolge abgespielt habe», führt Rechtsanwalt Bernstein ans, daß nur die Konsession des Klägers bei dessen Entlassung aus- schlaggebend gewesen sein könne. Herr Stephany habe nur keine Lust, öffentlich Farbe zu bekennen. D,e„Freisinnige Zeitung" habe gar keine Veranlassung gehabt, die Partei der„Vossische» Zeitung" zu nehmen, wie sie es in der schroffsten Weise gethan, indem sie dem Gerücht von der Entlassung des Herrn Marx aus konfessionellen Rücksichten widersprach und hinzufügte„Herr Marx ist wegen Unfähigkeit entlassen worden."— Er bitte, den Beklagten wegen der ehrverletzenden Nachrede in eine Strafe zu nehmen, deren Höbe er dem Gerichtshofe überlasse. Rechtsanwalt Träger, als Vertheidiger des Beklagten, be- ginnt mit der Erklärung, daß es der„Freisinnigen Zeitung" vollständig fern gelegen habe, den Kläger zu beleidigen. Der Vertreter des Klägers habe aber dunkle Anspielungen gemacht, um das Motiv zu der Handlungsweise der„Freisinnigen Zeitung" zu erkläre», und diese Anspielmiaen hätten darauf hingezielt, daß eigennützige, pekuniäre Interessen dabei obgewaltet hätten. Wer Eugen Richter, den geistigen Leiter der„Freisinnigen Zeitung", kenne, aus den könne eine derartige Andeutung nur eine erheiternde Wirkung haben. Die„Freisinnige Zeitung' habe ivohl ein Interesse daran gehabt, die Behauptung des Herrn Marx, daß er aus konfessionellen Gründen entlassen sei. als unrichtig hinzustellen, nachdem ihr auf Anfrage an maßgebender Stelle, bei dem Besitzer und dem Chefredakteur der„Bossischen Zeitung", eine Bestätigung von der Unrichtigkeit der Marx'schen Behauptung geworden war. Es sei eine bekannte Geschichte, daß alle liberalfeindlichen Blätter sofort riefen:„Seht Ihr? so seid Ihr, Ihr spielt Euch als liberal ans und seid im Herzen doch Antisemiten, wie der Fall Marx zeigt". Hiergegen durfte sich die„Freisinnige Zeitung" wohl verwahren. Nun liege aber in dem Vorwurf, daß Jemand zu irgend emem Berufe nicht die nölhige Befähigung habe. gar nichts Ehrverletzendes. Man könne ein ganz dummer Mensch, aber ein höchst ehren- werther Mensch sein. Der Redakteur und Schriftsteller stehe in der Qeffentlichkeit und müsse sich eine Kritik gefallen lassen, wie beispielsweise auch ein Abgeordneter dies müsse. Wie häufig müsse ein solcher öffentlich und unverblümt sich sagen lassen, daß er ein schlechter Redner sei. Etwas Ehrenkränkendes habe der Vorwurf der Unfähigkeit, eine Redaktionsstelle bei der Vosstschen Zeitung zu bekleiden, für den Kläger keineswegs. Er glaube ge- lesen zu haben, daß sogar Minister wegen Unfähigkeit entlassen worden seien, ohne daß diese Behauptung bis jetzt viel Staub aufgewirbelt habe. Der Vertheidiger schließt mit der Bitte, daß die Berufungsinstanz sich dem Vorderrichter anschließen möge. Der Gerichtshof verkündete nach fast achtstündiger VerHand- lung das Urtheil dahin, daß der Beklagte unter Aushebung des ersten Urtheils der Beleidigung für schuldig zu erachten und des- halb mit einer Geldstrafe von 50 M. zu bestrasen sei. Dem Kläger sei die Publikationsbefugniß in der„Freisinnigen Zeitung" zuzusprechen. Die Behauptung der„Freisinnigen Zeitung", daß der Kläger von seinen Vorgesetzten für unfähig gehalten worden sei, müsse als beleidigend angesehen werden.'Außerdem habe der Gerichts- Hof aus der Beweisaufnahme die Ueberzeugung gewonnen, daß die Entlassung des Klägers zum Theil auch aus dessen Konfession zurückzuführen sei. Ei« Seitenstiia zu dem kürzlich stattgehabte« Prozeß gegen die Gistmischerin Wilhelmine Loa bildete die Verhandlung, welche gestern vor der III. Strafkammer des Landgerichts 1 gegen dte 17jährige Dienstmagd Sidonie Schweinsburg ver- handelt wurde. Dieselbe war beschuldigt, eine ganze Familie durch Beibringung von Gift an der Gesundheit beschädigt zu haben. Am Sonnabend den 21. November vorigen Jahres kaufte die Frau Schlächtermeister Straube in der Markthalle einige Hühner. Es wurde am Soimtag Suppe davon gekocht und die ganze Familie genoß hiervon wie von dem Fleische, ohne irgend welche Beschwerden darnach zu bekommen. Da ein Theil der Suppe übrig blieb, so wurde diese am folgenden Tage aufgewärmt und den beiden drei und achtjährigen Kindern der Straube'schen Ehe- leute als Mittagsspeise vorgesetzt. Die Kinder aßen nur die Hälfte der Suppe, weshalb der Ehemann Straube den Rest der- selben zu sich nahm. Drei andere Familienmitglieder hatten ein anderes Mittagessen. Die beiden Kinder klagten bald nach dem Genüsse über Uebelkeit, Kopf« und Magenschmerzen und auch terr Straube wurde von Unwohlsein ergriffen. Er hielt das eiden für vorübergehend und versprach sich Besserung in der frischen Luft. Er begab sich nach dem Viehhofe um seinen Ge- schäften nachzugeben, mußte aber»ach einigen Stunden schleunigst wieder nach Hause zurückkehren, da sein Uebelbefinden zunahm. Als er mit Mühe seine Wohnung erreicht hatte, vermochte er sich kaum mehr auf den Beinen zu halten, er wurde von Erbrechen und Durchfall befallen und bekam Krämpfe in den Armen und Beinen. Inzwischen hatte sich auch der Zustand der beiden Kinder verschlimmert, es traten bei ihnen dieschben Krank- heitserscheinungen auf, wie bei dem Vater. Der herbeigerufene Arzt äußerte sofort den Verdacht, der bis dahin noch nicht auf- gekommen war, daß hier eine Vergiftung vorliege und zwar mußte die Suppe die schädliche Wirkung hervorgebracht haben; da nur diejenigen, welche davon gegessen hatten, erkrankt waren. Eine ganze Reihe von Umständen sprach dafür, daß die Angeklagte die Suppe vergiftet hatte. Dieselbe hatte ihrer Dienstherrin vielfach Veranlassung zu klagen gegeben und war am Dienstag-Morgei/ gekündigt worden, weil sie Tags zuvor, an ihrem Ausgehetac�e, erst uin Mitternacht»ach Hause gekommen war. Nach ansang- lichem Leugnen legte die Angeklagte auch vor der Polizei ein Geständniß ab. welches sie vor dem Untersuchungsrichter wieder- holte. Sie gab an, daß sie an dem Montag-Morge», als Frau Straube in der Küche die Suppe wärmte, unbemerkt eine halbe Handvoll Putzpulver, welches sie für giftig hielt, in den Topf ge- morsen, in der sich die Suppe befand. Sie habe geglaubt, daß ihre Dienstherrin die Suppe genießen wollte l»ld um sich an derselben wegen der Kündigung und der Schelte zu rächen, habe sie die That begangen. Wie die Loa, wider- rief auch diese Angeklagte im Verhandlungstermine ihr früheres Geständniß. Es sei ihr nie eingefallen, etwalj in die Suppe zu thun und sie könne keinen anderen Grund für ihr früheres Zu- geständniß anaeben, als den, daß sie doch etwas habe sagen müssen. Der Dr. med. Busch, der die Erkrankten behandelt hat, hielt es für zweifellos, daß eine Vergiftung durch die Suppe stattgefunden. Putzpulver könne die schädliche Wirkung seiner Ansicht nach aber nicht herbeigeführt haben; daffelbe würde die Suppe auch getrübt haben und durch den Geschmack verralhen worden sein. Er halte eher eine Arsenik- Vergiftung für vorliegend. Leider seien alle Reste der Speise bereits beseitigt und die dazu benutzten Gefäße sämmtlich gereinigt gewesen, als er hinzu anrufen worden, ei» Nachweis des Giftes fei daher nicht zu erbringen gewesen. Durch die Beiveisaufnahnie wurde noch festgestellt, daß die. Angeklagte hier einen Verwandten hat, welcher die Porzellan- malerei betreibt, am Tage vor der That hat sie denselben besucht und Dr. Busch nimmt an, daß sie bei diesem Besuche Gelegenheit gefunden hat, sich heimlich eine giftige Farbe anzueignen. Auch der Sanitälsralh Dr. Long vezeichnele es als kaum möglich, daß das Puypulver, welches im Straube'schen Haushalte gebraucht wurde, die Krankheitserscheinungen hervorrufen konnte. Aller- dings finde er auch keinen bestimmten Anhalt dafür, daß das Gift, welches zweisellos in der Suppe gewesen, Arsenik gewesen sei.— Staatsanwalt Rietze! hielt die Angeklagte auf Grund des früheren Geständnisses und der übrigen Belastungsmomente für hinreichend überführt. Er beantragte gegen dieselbe eine Ge- fängnißstrafe von anderthalb Jahren. Der Gerichtshof erkannte nach diesem Antrage. Der endlich durch den eigenen Vater zu Grabe getragenen Verordnung der königlichen Regierung zu Potsdam vom 7. Januar 1891(betreffend das Verbot von Tellerfamm- lungen) wurde gestern seitens der Strafkammer des Land- gerichts Berlin II ein Nachruf zu Theil. Genosse Arnold aus All-Landsberg war vom Schöffengericht zu Alt- LandSberg mit 30 M. Strafe belegt, weil er ein Entree ohne polizeiliche Ge- nehmigung zu Gunsten der Unkostendeckung einer Volksversammlung angeordnet und geduldet hatte. Die beiden Tellersammler wurden mit 20 M. Geldstrafe belegt. Die hiergegen ein- gelegte Berufung, i» der Rechtsanwalt Stadthagen die Angeklagten vertrat, hatte den Erfolg, daß nicht nur die Angeklagten frei- gesprochen und die Kosten der Staatskasse auserlegt, sondern daß auch die A u s l a g e n der Angeklagten einschließlich der Ver- their igungskosten der Staatskasse auferlegt wurden.— Wir heben bei dieser Gelegenheit hervor, daß die Genossen, um nicht von der Scylla nngiltiger Regierungspräsidial- Anfordnungen in die Charybdis für giltig erachteter Oberpräsidial-Verordnungen wegen Tellersammelns zu gerathen, gut thun, stets ein festes Eintrittsgeld(10 Pf. oder dergl.) zu erheben. Vevsmmnlungen. Der sozialdemokratische Wahlverei« für de« L. Wahl« kreis hielt am 29. März in Bielefeld's Salon„Zum Spreewald", Hasenhaide k2, eine Versammlung ab, in der Genosse Th. Metzner über„die Ziele der Sozialdemokratie" sprach. Redner verwies aus die Ausbeutung, unter der das Gros der Menschheit heute seufzt, und zeigte, wie die ganze Entwickeluiijj des Kapitalismus darauf hindrängt, an die Stelle der gegenwärtigen von keinen» anderen Gesichtspunkte aus als dem der Uebervortheilung statt- findenden Produktion eine geordnete gesellschaftliche Produktion einzuführen und damit die Wurzel aller Ungleichheit und alles Unrechts zu beseitigen. Lebhafter Beifall folgte den interessanten Ausführungen, nach welchen, da von einer Diskusston Abstand genommen wurde, der Vorsitzende nur noch Mittheilung von der am 2. Osterfeiertag stattfindenden Matinee machte, um alsdann die Bersaminlung zu schließen. Der sozialdemokratische Wahlverei« für den fünfte« Berliner ReichstagS-WahlkreiS versammelte sich am 29. März im Saale der Bötzoiv'schen Brauerei. Den Vortrag des Abends bielt an Stelle des durch Krankheit verhinderten Genossen Auer Genosse Dreesbach, Mitglied des Reichstages. Derselbe sprach über Großbetrieb und Handiverl und veranschaulichte tu trefflicher Weise den vergeblichen Existenzkampf, welchen das Handwerk gegen den Großbetrieb führt. Nicht im Kampfe gegen die Großindustrie, sondern im Anschluß an die Sozialdemokratie, und nicht in der Beseitigung des Großbetriebes, vielmehr in der immer weiteren Entfaltung desselben, natürlich nicht nur zum Vortheile Einzelner, sondern zun» Nutzen der Ge- sammtheit liege die Lösung der„Handwerkerfrage". So würde auch ohne Handwerk ein„goldenes Zeitalter" geschaffen»verde« können. Die Versammlung bekundete ihre vollste Uebereinstim- mung mit den Darlegungen des Vortragenden durch reichen Bei- fall. Eine Diskusston knüpfte sich an den Vortrag nicht. Nach« die Lokale Zurnverein Gesundbrunnen( Behrlings- Abtheilung) turnt Montag Gefelliger Verein Freiheit, Abends 9 Uhr, bei Thierbach, SchwedterGeselliger Verein Regina, Oranienstr. 121, bei Seifert. Vermischtes: GOL Aus dem noch bekannt gegeben war, daß zur Abhaltung der Maifeier nicht einmal möglich, eine Bahlstelle zu gründen, um wie viel haufer Allee) gemiethet worden feien, wurde die Versammlung feit. In Berlin sei man mit der bisherigen Organisationsform ftraße 44. " Sternecker"( Weißenfee) und" Jägerhaus"( Schön- weniger also einen Fachverem! Berijch warnt vor Uneinig- und Donnerstag Abend von 8-10 Uhr, in der Zurnhalle, Beiffer. 26. mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. gut ausgekommen, man müsse sie behalten; den nothwendigen Geselliger Klub Blau- Beilchen, Abends 9 Uhr, Annenfirake's bet Zusammenhang mit den Genossen draußen werden die Berliner 9 uhr, bet Schröder, Stegliẞerfir. 18. C. Prog. Verein ehemaliger 22. Gemeindeschüler, punkt Im sozialdemokratischen Wahlverein für den 6. Wahl auch unter den neuen Verhältnissen nicht fahren laffen. Sicher s uhr, bet Selterhoff, Antonſtr. 5. Pfropfenverein Wedding, Abends Freundschaft, Abends 9 Uhr, freis referirte am 29. März Herr Dr. Borchardt über die habe die Gewerkschaftsbewegung, selbst wenn sie sich in der bei Scholz, Kaftanien- Allee 35. Bestrebungen der Bodenbesitz- Reformer und die Sozialdemokratie. Defensive befinde, noch Großes zu erfüllen; schon ihr bloßes staligerfir 41.- Rauchflub Waldesgrün, abends 8% Uhr, Restaurant Rauchtlub Kollegia, Abends 9 Uhr, in Bernhardt's Deftillation, In intereffanter Weise legte der Redner der Versammlung die Bestehen sei ein Damm Bestrebungen für die Verstaatlichung des Grund und Bodens bar, Rapitals. gegen Aussaugungsgelüfte des R. Kahlert, Reichenbergerstr. 131a. Rauchtlub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, Bernizti bedauert, daß in Braunschweig in Rogge's Bierhaus, Kohlenufer 2. Rauchflub Rernipige, Abends indem er eine flare Erläuterung der Flürschheim'schen Prinzipien ein eigenes Former Organ gegründet worden und in Berlin 8 Uhr, bet A. Böhl, Südersdorferstr. 8. gab. Zum Schluß des Vortrags wies er auf den Irrthum hin, sich einige Kollegen dem Verbande angeschlossen haben, ohne lub südwärts, Abends 8% Uhr, bei Arndt, Pallifabenſtr. 47. Stattlub 2ournee, Abends 8½ Uhr, bei Ullrich, Wrangelfir. 84. Stat welchen die Bodenreformer begehen, wenn sie vom fapitalistischen die Kollegen zu befragen. Patel nimmt die Gründung des Staat die Verwirklichung ihres 3deals erhoffen. Diefer Staat Formerorgans weniger übel und ist der Meinung, daß das, was werde sich dazu nie bereit finden laffen. Darum sei die Erlösung in Bezug auf Westfalen u. f. w. gesagt worden, das Einzige fei, der Menschheit von der herrschenden wirthschaftlichen Ungerech was für den Verband spreche. Immerhin hätten Schwarz und tigkeit durch die Aufhebung der Lohnftlaverei Sache der Sozial- Grenz nicht genug Respekt vor Kongreßbeschlüssen bewiesen. demokratie. Die Frage, ob die Bestrebungen der Bodenreformer von störst en fritisirt die Einberufung des Halberstädter Gewerk der Sozialdemokratie bekämpft werden sollen, verneint derselbe. Im fchaftstongreffes und das Vorgehen desselben gegen Organisationen, Sozialdemokratischen Programm, welches er voll und ganz unter die zehn Jahre lang ihre Schuldigkeit gethan haben. Grenz schreibe, sei erstens der Grund und Boden unter den der Ver- erklärt, auf dem Frankfurter Kongreß sei die lokale Organisation schreibt: In der großen Fischergaffe Nr. 1 stand am 25. März, Des Proletariers Wiege. Die Frankfurter Voltsstimme" gesellschaftung bedürftigen Arbeitsmitteln aufgeführt. Da zweitens der Berliner nur anerkannt worden, weil sie erklärten, sie hätten Mittags, ein Kind von 7 Jahren an der Hausthür und weinte bie Sozialdemokratie im Rahmen der heutigen Gesellschaft sich neu organisirt, sie würden sich dem Metallarbeiter- Berband bitterlich. Eine in diesem Hause wohnende Frau fragt, was ihm vielerlei erstrebe, dessen Erreichung ihr von einigem Nugen für bald anschließen. Auf dem Frankfurter Spezialfongreß der fehle. Es gab zur Antwort, fein fleines Brüderchen liege oben die Leidenden der heutigen Gesellschaft erscheine, tönne fie auch Former fei mit 14 gegen 13 Stimmen die Zentralisation im Zimmer und könne teine Luft bekommen. Die Frau ging in nicht die von den Bodenreformern erstrebte Bergesellschaftung abgelehnt worden, man des Grund und Bodens bekämpfen, denn diese wollten ja damit nach Mandaten abgestimmt, infolge dessen hätten Flensburg und Anblick darbot. habe nach Personen, nicht die betreffende Wohnung, wo sich ihr ein herzzerreißender auch Erleichterungen für die wirthschaftlich Schwachen schaffen. andere Städte ihr Votum für Berufsorganisation nicht abgeben Anschein nach mit Dyphtherie behaftet war, hatte sich Ein 2 Jahre altes Kind, welches dem Uebrigens habe sich auch Mary an einer Stelle im dürfen, dagegen sei Nürnberg mit drei Stimmen( auf Seiten der vor Schmerz bereits die ganzen Finger zerbiffen. Die Kranktommunistischen Manifeft dahin geäußert, daß der Grund und Majorität) vertreten gewefen. Schwarz erkennt in seinem heit war schon so weit vorgeschritten, daß der Mund ganz Boden bei der Umwandlung der heutigen in die sozialistische Schlußworte an, daß die Berliner der Politik nicht entbehren schwarz und verbrannt erschien. Die Frau wollte dem Kind Gesellschaft den Privatbesizern zuerst genommen werden müsse. können, aber auf dem Lande seien die Verhältnisse anders, und durch Eingießen von etwas Milch Linderung verschaffen; aber Mary weise dabei noch darauf hin, daß die Staats- Berlin sollte dem Lande eine Richtschnur geben. In Berlin weder ein Tropfen Milch, noch ein Bissen Eßwaare befand sich ausgaben dann durch die Grundrente gedeckt gedeckt werden fänden alle Zage politische Versammlungen statt, so daß die Ge- in der Wohnung. Nachdem man dem Kinde naffe Umschläge gefönnten. Der Vortrag fand großen Beifall. Es schloß sich an werkschaften als solche die Politik hier auch entbehren könnten. macht und auch für Milch gesorgt hatte, schickte man zum Armenihn eine lebhafte Debatte, in deren Verlauf bezüglich einiger Das eigene Organ hätten die Former gründen müssen, weil die arzt. Die Leute, welche nun nicht wußten, daß die Fischergaffe Ausführungen des Referenten gegentheilige Anschauungen geltend Berichte über die Beschlüsse einzelner Städte, die den Frankfurter zum 5. Armenbezirk gehört, und der Armenarzt des betreffenden gemacht wurden. Von der Abstimmung über eine eingebrachte Beschlüssen zuwiderliesen, von der„ Metallarbeiter- Beitung" schroff Bezirks in der Neuen Mainzerstraße wohnt, schickten zum ArmenResolution wurde Abstand genommen, nachdem der Referent zurückgewiesen worden seien. An die Berliner habe der Verbands- arzt an der Schönen Aussicht, welcher erflärte, er ginge nicht in darauf hingewiesen hatte, daß es unmöglich sei, nach einer zwei- vorstand der Former sich nicht gewandt, weil dieselben sich mit die Fischergaffe. Die Vorstellungen der Frau, daß es doch Menschenstündigen Debatte über eine Theorie richtig abzuurtheilen. Da- dem Metallarbeiter- Verbande identisch erklärt hatten, der den pflicht sei, hier zu helfen, blieben ohne Wirkung. Man wandte sich gegen sprach die Versammlung dem Referenten ihren Dank für Formern so wenig Entgegenkommen gezeigt habe. Was die Ein- deshalb an den Polizeitommiffar, welcher die Ueberbringung des feine eingehenden Darlegungen aus. Der Vorsitzende, Genoffe berufung des Halberstädter Kongresjes betreffe, so sei die Kindes in das Spital veranlaßte. Als das Kind fort war, fam auch 2. Scholz, machte dann noch bekannt, daß am 10. April die Ver- Generalfommission, zu der er ja auch gehört habe, durch den der Arzt, wahrscheinlich auf telephonische Veranlassung des breitung eines Flugblattes im 6. Wahlkreise stattfinden werde, an Konferenzbeschluß gebunden gewesen. Die Stellungnahme des Kommissars, angefahren. Das Kind lag also die ganze Zeit welcher sich die Genoffen zahlreich betheiligen möchten, und daß Kongresses gegen die Lokalorganisation habe nicht seinen Bei- ohne Hilfe. Ein Augenzeuge erzählt uns, daß sich Niemand der als nächstes Ziel der vom Wahlverein beschlossenen Fußpartie fall. Redner betont, daß er Berliner Kollegen, welche sich an Hinzugekommenen des Weinens enthalten konnte. Und wo war am Charfreitag vom Vorstand Tegel gewählt sei. Treffpunkt ihn gewandt haben, vom Eintritt in den Verband der Former die Mutter? Zur Arbeit. Die Frau ist eine Wittwe mit vier Morgens 7/2 Uhr im Lokale Hochstr. 32a. Darauf schloß die abrieth und schließt mit der Aufforderung, die Stimmung bezüg- Kindern, von denen( das älteste noch nicht aus der Schule iſt. Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie." lich der Organisation unter den Berliner Formern zu ergründen mit welchen Gefühlen mag die Mutter Morgens zur Arbeit geund danach zu handeln. Von dem dritten Punkt der Tages gangen sein. Hier das franke Kind, auf der anderen Seite der In der Vereinsversammlung der oft uvd west- ordnung Berschiedenes" wird der vorgerückten Zeit wegen ab- Gedanke: nichts zum Essen im Hause. Aber fort muß sie zur preußischen Sozialisten hielt am 23. März Genosse Pösch gesehen und die Versammlung geschlossen. Arbeit, denn sie muß für Nahrung sorgen. Die Kinder find den einen mit vielem Beifall aufgenommenen Vortrag über Natio nalität und Internationalität. In der Diskussion sprachen die In einer öffentlichen Versammlung der Kupferschmiede Das ist das Loos so vieler Proletarierkinder, deren Leben mehr ganzen Tag dann dem Mitleide der Nachbarschaft überlassen. Genoffen Thomas und Kehlert im Sinne des Referenten. hielt am 26. März Genosse Millarg einen Vortrag über die einem lamgfamen Sterben gleicht. Die Sozialdemokratie wird Letzterer fritisirte eine Broschüre des Freiherrn v. d. Golz. Unter Ernährungs- und Einkommensverhältnisse der arbeitenden Klassen, derartige Zustände für immer beseitigen. Verschiedenem theilte der Vorsigende mit, daß am zweiten Oster- welcher mit großem Beifall aufgenommen wurde. Darauf be- Scheufäliges aus dem heiligen" Rußland. Feiertag bei Joël, Andreasstr. 21, eine Matinee des Vereins richtete Herr Domenick über die stattgehabte Revision der Ostrowo wird dem„ Berliner Tageblatt" gemeldet: Am voristattfindet, deren Ueberschuß der Vereinskasse zufließt, und er- Streitfase. Dieselbe habe ergeben, daß sich Alles in bester Ord- gen Freitag wurden in" dem benachbarten russischen Garnisonsorte suchte die Mitglieder um regen Billetverfauf. Die Billets nung befand, als der bisherige Hauptkassirer Herr Kaffadelli sein kalisch auf freiem Felde vor der Stadt einem russischen Soldaten à 25 Pf. find zu haben bei Gottfried Schu18, Kottbuser Platz: Amt niederlegte. Diesem ertheilte hierauf die Versammlung weihundert Rantschuhiebe verabreicht. Der UnKrüger, Amalien- und Hirtenstraßen- Ece; Hämmerle, Decharge. Nachdem dann Herr Kropp, Reinickendorferstr. 54b, Bülowstr. 59, und& afforte, Junterstr. 1; außerdem beim zum Bezirkskassirer für den Norden gewählt worden war, erstattete glückliche, der Frau und Kinder besitzt und polnischer Nationalität ist, war als Wachtposten am Pulverthurm eingeschlafen, und hatte man Kassirer des Vereins, Genoffen Rott, Münchebergerstr. 29. Derr Ladner den Bericht über die Thätigkeit der Berliner ihm infolge dessen diese barbarische Strafe zudittirt. Wohl über Mit einem kräftigen Hoch auf die Sozialdemokratie ging man und einige andere Redner traten für eine energische Unterstützung frauen saben von ihren Equipagen aus diesem entfeßlichen SchauStreit- Kontrollkommission. Er sowohl wie der Genosse Millarg 1000 Personen wohnten der Exekution bei. Die russischen OffiziersDer Kommission durch die Gewerkschaften ein. An Stelle des spiele zu. Bis zum fünfzigsten Hieb schwieg der Delinquent. In einer öffentlichen Former Versammlung, die am zurücktretenden Herrn Ladner wurde Herr Hillenbach zum Dann begann er zu stöhnen, rief einmal nach Wasser und gab 28. März bei Norbert stattfand und gut besucht war, berichtete Delegirten in die Streif- Kontrollkommission gewählt. Unter Ber- nach dem hundertsten Hiebe tein Lebenszeichen mehr von sich. Reichstags Abgeordneter Th. Schwarz über die Vorgänge in fchiedenem gelangte zunächst zur Mittheilung, daß ein zur Zeit Ein Freiwilliger erbarmte sich des Unglücklichen und goß ihm der Formerbewegung. Redner wies darauf hin, daß schon seit 1888 in Güstrow thätiger Rollege, welcher während des letzten Streits der Waffer über's Gesicht, was dem Mitleidigen einen Rüffel feitens im Formerberufe das Bestreben nach Zentralisation fich geltend Kupferschmiede als Streitbrecher fungirte, sich durch den dortigen eines Offiziers eintrug. Der blutige und regungslose Körper gemacht, daß man aber damit hat warten wollen, bis das Filialvorstand dazu hat bewegen laffen, nachträglich 10 M. zur des ausgepeitschten Soldaten wurde dann auf einem Karren ins Sozialistengesetz abgeschafft war. Das sei ein Fehler gewesen, Deckung der Etreitschulden beizutragen. Die Versammlung lehnte Lazareth gefahren. Einen geradezu widerlichen Eindruck auf die das erkenne er heute an, hätten die Former damals die Bentra es ab, dem Betreffenden durch besondere Hervorhebung dieser Buschauer machten mehrere Offiziersdamen, welche sich an diesem lisation geschaffen, so würde der größte Theil heute im Berband That im Organ der Gewerkschaft eine Anerkennung für dieselbe barbarischen Schauspiel aufs Höchste ergößten. fein. Als nun der Frankfurter. Metallarbeiter Kongreß heran- auszusprechen. Eine lebhafte Debatte rief die Mittheilung hervor, rüdte, fand in Braunschweig eine Vertrauensmänner Konferenz daß zum 27. d. M. von der Innung eine Versammlung zwecks meister G. Speiser, während der badischen 1848/ 49er Re In Sinsheim starb im Alter von 78 Jahren Alt- Bürger. statt, welche, zumal die Kupferschmiede und die Gold Wahl eines Gesellenausschusses einberufen sei. Die Meinung volution Ziviltommiffar. schmiede schon gut zentralisirt waren, beschloß, für aller Redner ging dahin, daß diese Versammlung von den Gevolution Zivilkommissar. Berufszentralisation einzutreten. Gegen diese Beschliffe hilfen, hauptsächlich den bei Innungsmeistern beschäftigten, zahlwurde alsbald in der Metallarbeiter- Beilung heftig polemifirt. reich besucht werden müffe; da ein Gesellenausschuß auf jeden Dadurch zum Theil abgeschreckt, waren die Former auf dem Fall zu Stande komme und die sogenannten Jnnungsgesellen sich Metallarbeiter Kongreß schwach vertreten und dieser lehnte unseren bei Streitigkeiten mit den Meistern an das Innings- SchiedsAntrag sowie einen vom Redner vorgeschlagener Kompromis ab. gericht wenden müßten, dessen Arbeiter- Mitglieder ja aus dem Redner ist dann auf politischen Agitationstouren in der Pfalz Gesellenausschuß genommen würden, müffe versucht werden, einen und in Schlesien gewesen. In einem Orte Schlesiens erreichte aus flaffenbewußten Kollegen zusammengesetzten Ausschuß zu er ihn ein Brief- und als er nach Hause fam, habe er mehrere zielen. Von Herrn Karbowig wurde der Versammlung noch ähnliche vorgefunden- worin er als Vertrauensmann der mitgetheilt, daß die diesjährige Generalversammlung der KupferFormer von verschiedenen Städten her aufgefordert wurde, einen schmiede entgegen einer früheren Mittheilung nicht in einem Formertag einzuberufen, mit dem Bedeuten, wenn er das nicht boykottirten Halle'schen Lokale stattfinde. Man beschloß dann thue, träte er das Intereffe der Former mit Füßen. Er habe noch, die Maifeier gemeinsam in einem der von der politischen tas nach Hamburg mitgetheilt, worauf man dort eine Ver- Partei besorgten Lokale zu begehen. fammlung einberufen hätte, die ihm gleichfalls den Auftrag ertheilte, den Formertag einzuberufen. Nunmehr habe er das gethan, jedoch die Absicht gehabt, auf dem Formertage sein Amt niederzulegen. Dort habe man nun die Gründung eines Zentralvereins beschlossen und ihm, dem Refe renten, den Vorsitz übertragen. Angesichts diefes ihm aufs Neue entgegengebrachten Vertrauens habe er das Amt wieder angenommen. Der Vorstand habe nun feine Agitation entfaltet, sondern absichtlich den Dingen ihren Lauf gelaffen. Die Zahl stellen, jegt vierzig, feien ganz von selbst gekommen und erst fürzlich hätten die Solinger ihm geschrieben, fie fänden ihre Jutereffen im Metallarbeiter- Berband nicht genügend gewahrt, sie Paris, 30. März. Ravachol wurde mit einem kürzlich verwollten austreten und bäten ihn um Uebersendung von Material. der geselligen Arbeitervereine betreffen, sind nur an die Borstände derfelben erkannt, unter welchem Namen sich Ravachol in letzter Zeit vers hafteten Anarchisten fonfrontirt und von diesem als Leon Leger Alles dieses beweise, daß das Streben nach Zentralisation unter den Formern selbst rege war und ist. borgen gehalten hat. Ravachol gab zu, Leon Leger zu sein, be Der Rastengeist der In- Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Donnerstag. Uebungs- ftritt aber, mit Ravachol identisch zu sein. differenten mache die Berufszentralisation nöthig. In Westfalen stunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. St. Urban, Paris, 30. März. In dem Verhör hat Ravachol zugestanden, bestehe deshalb noch keine Organisation, weil die Genossen ihren sozial- nnenstraße 9, bet Broß. Unverzagt, Röpenickerstraße 127a, bei demokratischen Standpunkt betonen, der die ultramontanen Former tust, Flottwellstraße 5, bet Bartel. Kornblume, Blumenstraße 54, bei Wuttke. Frühlings- daß er Ravachol sei. Er leugnet dagegen, Urheber der jüngsten Bregelschluß, Annenftr. 16, Explosionen zu sein. zurückschrecke. Deshalb sei es nöthig, die Politik aus der Gewerk- bet teßner. Weiße Nose, Reinickendorf, Residenzstr. 101, bei Garus. schaft herauszulassen; verweise man nur auf die Intereffen- tödtet, Bilmersdorf, Berliner- u. Augustfir- Ede bet Schula.- do 2, anarchistischen Komplots in Wallfall unter Anklage gestellten Morgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerstr. 9, bei Friefecte. Dorf Stafford, 30. März. Der Prozeß gegen die 6 wegen des gemeinschaft, so werde ter ultramontane sich seinem sozialdemo- Alte Schönhauserfir. 42, bei Reimann. fratischen Kollegen anschließen. Im Harz, in Schlesien, im allee 3-4, bei Krause. Einigteit,( Sutmacher), Bappel Personen hat heute begonnen. Der General- Staatsanwalt Webster Butunft 1, Steglig, Kurhaus Friedenau. Fichtelgebirge tonne ferner gar keine Formerorganisation existiren. Bujer Damit so, bet Satob. Butunft 2, Nieder- Schönhausen, Lindenstr. 25. welche die Regierung dem Prozesse beilegt, hervorgeht. Webſter Harmonie, Tempelhof, Dorfstr. 10, bet Veilchenblau, Rott vertrat die Anklage in eigener Person, woraus die Wichtigkeit, sobald fich in diesen Gegenden die Former organisiren wollten, Ostpreußischer Männer: Gefangverein, Jüdenftr. 55, bet betonte in der Anklagerede, daß der sozialistische Klub in würden sie alle entlassen. Dort sei alfo Politittreiben gar nicht Frischmann. Edelweiß, Melchiorftraße 15, bei Stehmann. möglich und die Kollegen könnten nur als Einzelmitglieder einem miralfiraße 38, bet slow. Seeger'scher Gesangverein, Wallfall, dem die Angeklagten angehörten, unzweifelhaft Be Verbande beitreten. Es feien jetzt in Deutschland höchstens bei Epringflubbe. Blumenstraße 46, bei Wend. Matglödchen 3, S.-D., Manteuffelftr. 67, ziehungen zu den europäischen anarchistischen Gesellschaften unter7000 Former organisirt, während die Zahl der Former in Deutsch- Ginigteit 2, Groß- Lichterfelbe, Amalienstraße, bet hann. halten hätte. Soft land 40 000 betrüge. Diese Zahlen zeigten, wie wenig bisher nung s". Brandenburg, Neuft. Markt 2, bei Wendmers. Freie Sänger, geschehen sei und wie viel noch geschehen müsse. Langestr. 108, bei Nebelin. 8utunft 3, Belten, bei W. Grunow. Kreuzberger Harmonte, Lindenstr. 106, bet Poppe. Nordstern, nachmittags, Sandsbergerfir. 31, bei gusehold.- Steves Echo, Reichen: Müllerstr. 7 Morgengrauen,( Bäder), berger- und Forsterstraßen- Ede, bet Spindler. Stauschreiberstr. 58. Sund der geselligen Arbeitervereins Berlins und Umgegend. Donnerstag: Humoristischer Berein Bautenschwengel, bet Sommer, Mujitverein Animo, bei Schmidt, Wrangelftr. 141. Statorte, Solmsstr. 1. Geselliger Verein Grüne Eiche,( vor dem Salle'schen Thor), bei Bergnügungsverein Silaritas, bei Tempel, Breslauerstr. 27. Rauchflub Graue Wolte, bei Jörte, Krautftr. 6. Theaterverein Fideler Geist, bet Schneider, Adalbertstr. 8. auseinander. V Jur geft. Notiz! Aus Rücksicht auf den überaus beschränkten Raum des Vorwärts" tönnen wir in den Bereins- und Versammlungskalender Hinweise auf Bergnügungen nicht mehr aufnehmen. Red. d.„ W." Freie eingefchriebene Hilfskommiffion Berlins und Umgegend. Seute Abend s uhr bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75( Gartenſaal), Verfammlung. Lese- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dieggen, abends 8% Uhr, bei Schröder, Wiesenstr. 39.- Neue Beit, Abends 8 Uhr, Bonenstr. 40, bei Gieshott.Süd- Ost, bei Zolfsdorf, Sorauer- und Görligerstraßen Ede. pinoga, Abends 8 Uhr, bei Hoffmann, Wrangelſtr. 32. Seine, Rirdorf, Abends 8 Uhr, bei Beiler, nesebed- und Hermannstraßen- Ece. erwegh, Abends 8 Uhr, Reichenbergerstraße 54, Ecke Lausigerstraße, bei Schayer. Alle Abänderungen, welche den Arbeiter- Sängerbund oder den Bund zu richten. Borar, Gintracht, Glienicke bei Adlershof, bet Keller. Entgleift ist bei Stubben am Dienstag der von Bremen gekommene Güterzug Nr. 522. Drei Waggons wurden aus dem Geleise genommen. Der Wiener Schneider Zeitung, der seiner Gepflogenheit gemäß in einer Rifte nach Stockholm angereift tam, wurde von gemäß in einer Rifte nach Stockholm angereift tam, wurde von der Polizei festgenommen. Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) auf den 5. April festgesetzt worden. Dresden, 30. März. Der Schluß des Landtags ist nunmehr Paris, 30. März. Wie an heutiger Börse verlautete, wäre der Dynamitattentäter Ravachol verhaftet worden. Paris, den 30. März. Der Anarchist Ravachol wurde heute Vormittag durch den Polizeikommissar Dresch unter Assistenz von 6 Polizeiagenten verhaftet; er trug bei seiner Verhaftung zwei Revolver bei sich, die Agenten warfen sich jedoch auf ihn und banden ihn, bevor er von der Waffe Gebrauch machen konnte. Ravachol rief bei seiner Verhaftung: Es lebe die Anarchie!" " ( Depeschen des Bureau Herold.) Kopenhagen, 30. März. Das Foltething hat das Leichen verbrennungs Gesetz mit den vom Landsthinge beschlossenen Aenderungen in einmaliger Lesung mit 69 gegen 1 Stimme angenommen, und es wird nunmehr dem Könige zur Sanktion vorgelegt werden. Prag, 30. März. Das Kartell zwischen dem österreichischen und deutschen Stabeisen- Verbande ist bis Ende 1892 definitiv verlängert. Das Kartell war bisher einmonatlich fündbar. In der Diskussion, die ich hieran schloß, verwies zunächst Rörsten auf die Aussichtslosigkeit der Streits und betonte, daß in der Großstadt die Organisation der Politik nicht entbehren fönne, ebenso wenig wie die Former, wenn es noch einmal zu einem Streife kommen sollte, der Fühlung mit den anderen Arbeitern, den Schloffern, Hoblern u. f. w., entrathen Tönnten. Grenz Chemnitz bemerkt: Auf dem Spezialfongreß der Metall arbeiter in Halberstadt sei der Antrag der Former, jede be Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Männer stehende Organisation anzuerkennen mit nur 19 gegen 14 Stimmen Gefangverein Alt- Dessau, Abends Uhr, bei A. Niemann, Görliger abgelehnt worden. Die unqualifizirten Arbeiter feien vom Ver- ftraße 42. Gefangsabtheilung des fozialdemokratischen Arbeitervereins bande nicht, wie der Vorredner geglaubt, ausgeschlossen; der Verband bet Müller( Pfeifenmüller), Königs- Chauffee. für Weißenfee und Umgegend. Donnerstags und Sonnabends Abends Ausstand heiße Zentralverband der Former und aller in Eisengießereien Mufitverein Osiris, Abends 9 Uhr, bei Roll, Adalberstr. 21. beschäftigten Arbeiter. Im Uebrigen sei es nicht blos in den verein Frisch auf, Annenstr. 14, bet Ehrenberg. Revieren von Stumm und Krupp, sondern auch in ganz Sachsen straße 31. Theaterverein Lessing, Abends 9 Uhr, bei Musehold, LandsbergerLondon, 30. März. Die in Durham gesammelten Stimmzettel betreffs des Ausstandes sind noch nicht zusammengestellt. Das Resultat einzelner Zechen ergiebt 9718 Stimmen für den und 1693 für einen Ausgleich. Die übrigen Stimmen werden diesen Prozentsah wahrscheinlich reduziren. Mufit Es steht zu erwarten, daß der Ausstand verlängert wird. Verantwortlicher Redakteur August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.