Dr. 197. Adomttments• Bedingungen: Abonnements-PrelZ pränumerando! Wierteljährl� Z,Z0 Me, monatl. I.IVMb. möchenllich 2S Psg. frei in« HauS. gimelne Numm-r S Pfg. Eonntagi- Nummer mii inunricrier Sonntage- Vellage„Die Neue Welt" 10 PIg> PostAbonnement: 1,10 Marl pro Monat, Eingetragen in der Post-Zettungz- Preisliste für 1009 unter Er. 7878. Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland S Marl pro Monal, Arschelnk läglich allster Donlag». Verliner Volksblakk. 19. Inhrg. Ii« Insertions-Geliuiid lbeträgt für die f-chlgefpaltcne Kolonsl» zeile oder deren Raum 10 Pfg., für politische und gewerlschastliche Vereins- und VerfammlungS-Auicigen 20 Pfg. „Kleine Anfeigen" jedes Wort 5 Psg. (nur daS erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Erpcdttton ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und gestiazen bis s Uhr vormittags geöffnet. Telegramm-Adresse- .Soriiildrinostral»rrldr» Centraiorgan der soeiatdemokratiMen Vartei Deutschtand S. Redaktion: SW. 19, Bentiz-Stratze 2. Fernsprecher: Nmt 1, Nr. 1508. SoutttKg, den 24. Anglist IOOÄ. Expedition: sw. 19. Ventlz-Stvakv a. Fernsprecher: Amt I Nr. klül. Der schleichende Neichsbnnkrott. Auf keiiieiu Gebiete pielleicht tritt der dienende Charakter, de» die zünftige Gelehrsamkeit den herrschenden Gewalten gegenüber einnimmt, deutlicher zu Tage, als auf dem der Finanzwissenschaft. Die ungemesseiicn Ailsgaben der Negierimgen fiiideu ihre Siecht- fertiguug durch den Satz, daß sich in der Staatswirtschaft die Ein- nahmen nach den Ausgabe», uicht umgekehrt die Ausgabe»»ach den Einnahnien richte» dürfen. Spricht man von einem Defizit des Reichs, so erfährt nian, daß ja ei» solches Defizit überhaupt nicht bestehen könne, da dieses ja doch autoniatisch durch die Beiträge der Einzelstaaten gedeckt würde. Und wollte man angesichts des neueste» Fehlbetrages von fast 64 Millionen Mark, der sich für das Jahr 1961 herausgestellt hat, gar von einem wahrhaftigen Kra ch reden, so würde man darüber belehrt werden, daß ei» so ivohl- geordnetes Staatswesen ivie das Deutsche Reich seine Pflichten den Gläubigern gegenüber immer mit peinlicher Pünktlichkeit erfüllen tvürde. Und wirtlich könnte heute kein Mensch dem deutschen Reichs- Schatzsekretär raten, zu diesem äußersten und letzten Mittel der Fiiianzmimster zu greifen. Der Bankrott eines großen Staates tritt heutzutage uicht mehr brutal und niit direkter Wirkung auf die Staatsgläubiger z» tage, er schlägt sich vielmehr nach innen und richtet hier, langsam und beständig fortwirkend, eine ebenso schlimme Verivllstung der Volkswirtschaft an, wie sie sonst mir eine große plötzliche Erschütterung zu bewirken im stände wäre. Riesenhafte Summen, die zur Förderung von Kulturaufgaben uud zur Volksernährung notwendig wären, zieht der moderne Staat an sich, um die Ansprüche seiner Geldgeber zu befriedigen und den besitzenden Klassen Liebesgaben und riesige Geschäftsaiifträge zuzuschanzen. Während bürgerliches Siecht und holde Gewährung diese Klassen immer mehr ihm gegenüber in die Stelle des Gläubigers rückt, wird es für die große Masse immer klarer, daß sie von ihm in die Rolle des bedrängten Schuldners gerückt wird. Und während trotz lex Lieber die Schulden des Reiches— sintemal zu ihrer Deckung keine Ueberschnsse vorhanden sind— nicht geringer weiden, so lange das Reich auch seine Zinsen zahlen mag, werden die Schulden des arbeitenden Volkes dem unerbittlichen Gläubiger gegenüber immer nur größer, je williger es sich im Zahlen zeigt. Wenn sich heute angesichts der kläglichen Rechnnngsergebnisse für 1961 und in frischer Erinnerung an die Schwierigkeiten der letzten Etatsaufstellung im Lager der herrschenden Parteien lauter denn je der Ruf nach einer R e i ch s- F i n a n z r e f o r m erhebt, so denlr doch dort drüben niemand an einen gründliche» Systemwechsel, sondern alle habe» nur eine Verbesserung der Steucrpnmpe und allenfalls eine Veränderung des Verhältnisses zwischen dem Reiche und den Einzelstaaten im Auge. Die Aera der ungedecklen Matriknlarbeiträge(d. h. jener Beiträge der Einzelstaaten, die nicht wieder durch die Ueberiveisungen des Rcid&s ausgeglichen werde») hat sich mit voller Wucht augcküudigt; wußten die Finaiizmiiiister früher nicht, ivas sie mit den Ueberschüssen anfangen sollten, und ließen sie sich durch diese vielfach zu dauernden AnS- gaben verleiten, für die nach dem Versiegen dieser Quelle die Deckung fehlte, so stürzt sie die Last der Matriknlarbeiträge jetzt vollends in einen»vahreu Taumel der Ratlosigkeit und der Ver- Wirrimg. Sie haben wahrhaftig nichts vorgekehrt, um den reiche» Onkel des Lustspiels vorstellen zu können, der die Ansprüche des leichtfertigen Neffen aus einer immer ivohlgesülltcn Brieftasche be- friedigen kann. Es ist aber andrerseits auch eine ganz irrige Vorstellung, wenn man in den Emzelstaaten die Kuh sehen will, die den Militarismus mit Butter versorgt hat. Diese beneideusiverte Rolle ist bisher ausschließlich dem deutschen Gesamtvolke zugefallen. Der Zeitraum von 1879 bis 1899 ergiebt für die Einzelstaaten einen sehr beträchtlichen Ueberschuß der Ueberiveisungen: wäre er aufgespart worden, so Würden bald die Zinsen des Kapitals zur Deckung der thatsächlichen Herauszahlungen an das Reich genügen. Die Einzel- staaten aber sind wie die glücklichen Spieler gewesen, die den Geivinn ihres Hazardspiels alltäglich in die Winde streuen. Jetzt, Ivo sich tvis Blatt gewendet hat, können sie— voran der berühmte Ordnungsstaat Sachsen mit seiner Milliardeuschuld mid seinen Zu- schlagen zur Einkommeiisteuer— mit ruhigem Gewissen den Offen- barungscid schwören. lieber die Finauzwirtschaft des Reiches wird aver von seile» der herrschenden Parteien immer nur dann Klage erhoben, lveun die Beiträge der indirekten Reichssteuerzahlcr erschöpft und zu de» Mitteln der direkten Staatssleuerzahlcr gegriffen werde» muß. Die ver- fehlten Reformversuche fallen zeitlich mit ähnlichen Ver- Hältnissen, wie die heutigen sind, zusammen: auch damals hatte sich das Finanzverhältnis des Reiches zu den Einzel- staaten für die letzteren passiv gestaltet. Eine vierjährige Periode der Prosperität mit anschulichen Ueberwcisungsüberschüssen bereitete der Sehnsucht nach der Reichsfinanzreform ein schnelles Ende. ES ist aber viel schlimmer, wenn die Uebcrschüsse der Reichswirtschaft den Klassenccgierungen der Einzelstaaten überliefert werden, als ivenn die Einzelstaaten aus eignen Mitteln etwas zur Kostendeckung nnsrer Reichsherrlichkeit beitragen müssen. Seit 1879 ist bekanntlich das C e n t r n>n der eigentliche Finanz- minister des Deutschen Reiches gewesen. Für diese Partei ist die neueste Wendung des reichsdculschen Finanzwesens im höchsten Grade blamabel. Das Centrum ivar es, das die Einzelstaaten an die Ueberweisungslrippe gestellt hat, das Ccntrmn ivar es, das beschloß. Ueberschüsse, die nicht vorhanden sind, zur Tilgung der Reichsschuld zu verwenden, daS Centrum hat mit großem Pomp jene Börseusteuer beschlossen, deren Erträgiiisse nach den letzte» Rechnungsergebuisseii die Erwartungen so kläglich getäuscht hat. Waren die Vertrauens- männer der Krone die Direktoren deS ReichSkrachS, so sind die Centrnmsfiihrer von Frankenstein bis Müll er- Fulda dabei die Vorsitzenden des Anfsichtsrates gewesen. Vergeblich hat diese Partei durch den Flottcndeckrnigs-Schwindcl und später durch den nicht minder ungeheuerlichen Schlvindcl der christlichen Witwen- und Waiscnversorgimg seine finanzpolitische Bilanz zu verschleiern gesucht. Wir erfüllen nur ein Gebot der christlichen Nächstenliebe, wenn wir der regierenden Partei den einzigen Weg aufzeigen, der sie ans der Sackgaffe führen kann. Bekanntlich steht infolge ihrer eigenen Anregung der ganze Flotte nb an plan unter der Voraussetzung, daß zu seiner Durchführung«eine Erhöhung oder Vermehrung der indirekten, den Massenverbrauch belastenden Reichssteiiern" nicht uot- wcudig sein werde. Nun sind die vom Centrum beschlosseucn Deckungssteuern weit hinter den erwarteten Erträgen zurückgeblieben, die Einzelstaaten sind gleichfalls nicht in der Lage, für die erhöhte» Flottenkosten aufkommen z» können, und die An- träge der Socialdemokratie auf Einführung direkter, den Besitz und da? große Einkommen belastenden ReichSsteucrn haben vorerst wenig Aussicht auf Verlvirklichung. Es cnifällt also die Möglichkeit, de» Flottcnplnn ohne die im voraus verworfene „Erhöhung oder Vermehrung der indirekte» den Massenverbrauch belastenden Reichssteuern" ansrcchtzuerhaltcn, und mit dem Fall dieser gesetzlich festgelegten Voraussetzung fällt naturgemäß der ganze Flotte»plan von selbst. Will das Centrum dieser Schlußfolgerung entsprechend, die sich an§ seiner eignen Haltung folgerichtig ergiebt, handeln und sie sich für die Agitation zu den kommenden ReichstagSwahle» zu eigen»lachen, so wird das die beste„Schuldentilgung" sein, die es seiner Wählerschaft gegen- über durchführen kann. Sollte aber dgs Centrum diese uns trefflich dünkende Wahlparole— gegen unser Erwarten— mit dem gebührenden Danke zurückweisen, so wird uns wohl nichts andres übrig bleiben, als selbständig von ihr Gebrauch zu machen! Mögen dann die verantwortlichen Urheber des schleichenden Reichsbankrotts nach ihrer Weise sich s e I b st jenes Gleichgewicht zu erhalten trachte», das sie dem Reichshapshalt so schlecht zu bewahren wnßtenl_ Volikifche Mebevflcht. Verlin, de» 23. August. Biilow und Caprivi. Die Abschiebung— ja nicht„Auslieferung"— des Studenten K a I a j e w an die russische Polizcigewalt weckt die Erinnerung an ein ähnliches Vorkommnis. das aber dank dein Eingreifen eines wirklichen Edelmannes, des Grafen Caprivi, nicht zu einer Schändung der deutschen Würde führte. Unter dem Reichskanzler und Ministerpräsidenten Grafen Biilow verhängt die preußische Polizei gegen einen Studenten, der hier zu Lande nichts Strafbares beging. nicht nur die Ausweisung. sondern überliefert ihn der russische» Grenzpolizei. die ans ih» fahndete, weil er früher in Warschau sich„staatsfeindlicher Umtriebe" schuldig gemacht haben soll. Anders verfuhr der ehemalige Reichskanzler und preußische Ministerpräsident Graf Caprivi, als er im Jahre 1892 mit einem ähnlichen Fall befaßt wurde. Im September 1892 war der russische Staatsangehörige H o l z- mann, der in Magdeburg eine technische Schule besuchte, plötzlich auf Betreiben der Magdeburger Polizei- b e h ö r d e beziehungsweise der Magdeburger Regierung ver- haftet worden und wurde per Schub nach Berlin gebracht, um vo» dort an die russische Grenze gebracht zu werden. Das Auswärtige Amt hatte bereits Verhandlungen mit de» russischen Behörden angeknüpft, die den p. Holzmann an der russischen Grenze in Empfang nehmen sollten. Genosse Dr. Lux, der Schwager des Holzmann, der sofort ans die Nachricht vo» der Verhaftung und Abschiebung Holzmanns nach Berlin fuhr, erlangte abends 9 Uhr noch eine Unterredung mit dem damaligen M i n i st e r des I n ii c r n, Grase» Euleuburg, der dem Dr. Lux mitteilte, daß er zwar von dem Fall nichts wisse, eine Sistierung der AnSweisung aber ausgeschlossen sei; was die Wahl der Landesgrenze anbetreffe, so halte er es für selbstverständlich, daß Holzmann als russischer Staatsangehöriger auch nach Rußland und nicht nach einer beliebigen andren Grenze abgeschoben werde; er wolle aber zunächst sofortigen Bericht von der Polizei einfordern und dem Dr. Lux wenigstens noch eine sofortige Unterredung mit dem Holzmann ermöglichen. Nachts WH Uhr gelang dem Dr. Lux noch diese Unterredung in Gegenwart eines Polizeibeaniten. Am folgenden Tage, einem Sonntag, gelang es der Schwester Holzmanns, eine Unterredung mit dein damaligen Reichskanzler Caprivi zu erlangen, der sofort Information einzufordern versprach und ani selben Tage noch der Schwester Holz« mannS die Mitteilung zukommen ließ, daß„eine Auslieferung von feiten Nublands nicht beantragt worden sei", daß ihr Bruder von dem Magdeburger Regierungspräsideiiteii auS Preußen ans- gewiesen sei, und daß„die kaiserlich russische Regierimg sich bereit erklärt habe, ihn als russischen Unterthan nach Rußland zu übernehmen". Gleichzeitig aber sistierte Graf Caprivi die Zlb- schiebuug HolzmannS nach Rußland und forderte eingehenden Bericht von der Magdeburger Regierung ein. So rasch Graf Caprivi aber auch die an ihn gerichtete Anfrage beantwortet und persönlich eingegriffen hatte, so langsam arbeiteten das Ministerium des Innern, die Magdeburger Regierung und das Magdeburger Polizei- Präsidium, die sich wegen ihres Vorgehens rechtfertigen sollten. Beiläufig bemerkt, bestand einer der Rechtfertigungsgründe darin, daß Holzmann einmal einer öffentliche Gerichtsverhandlung beigewohnt habe, in der über Socialdemokraten verhandelt wurde! Bis zum Eiiitreffeu dieser Berichte wurde aber Holzmann ruhig weiter seiner Freiheit beraubt und in Polizcigeivahrsam gehalten. Als endlich dieser Bericht ein- gegangen war, verfügte Graf Caprivi die sofortige Haft- cntlassung HolzmannS, gleichzeitig aber wurde auch Holzniailii uu- beschränkter Aufcuthalt in Deutschland gestattet. ».» • Das schmachvolle AuslieserimgSvcrfahrcn findet heute seine würdigen Verteidiger in den großkapitalistischen, für Znchthansgesetze und jegliche politische Brutalität begeisterten„Berliner Neue st en Nachrichten". Sie schreiben: „Dieses Vorgehen der Landespolizei steht aber durchaus im Einklang mit der von den Negicrungen geteilten Erkcmilnis, daß es gegen die anarchistische Seuche kein andres wirksames Kampftnittel gicbt, als daß ihre Ver- breiter unter fortgesetzter strenger Nebcrwokchuiig gehalten und, wenn sie Ausländer sind, demjenigen Staate zu- geschoben werden, der sicki des Vorzuges erfreut, sie zu seinen Landeskindern zu zählen. Italiener werden nach Italien, Oestrcicher nach Ocstreich u. s. f. geschafft werden. Bei Russe» eine Ausnahme zu machen, liegt nicht der geringste Anlaß vor. Wenn russische Anarchisten sich dein nicht aussetzen wollen, so steht es ja in ihrem Belieben, Deutschland mit ihrer Anwesenheit zu verschonen. Der„Vorwärts" verrät, daß Kalajew sich an der Einschmuggelimg revolntionärcr Schriften »ach Rußland beteiligt hat. Wenn auch dies Moment bei seiner AnSweisnng nicht in Betracht gekommen ist. so hätten doch die landcspolizeilichen Behörden wohl schwerlich Veranlassung gehabt, sich, durch Rücksichten auf diese„hohe' Kiilturmission". Kalajcws davon abhalten zu lassen, Deutschland von diesem un- gebelcnen Gaste zu befreien. Wir sind überzeugt, daß in weitesten Kreisen imsrcs Volkes das Vorgehen der Behörden gegen die Anarchisten um so lebhafteren Beifall findet, je größere Eni» schlossenhcit sie an den Tag legen." ES ist Unwahrheit, daß der„Vorwärts" gesagt habe, Kalajew habe sich an der Einschmuggclung revolutionärer Schriften beteiligt. Wir haben vielmehr nur die Vermutung ausgesprochen, daß die russische Grenzpolizei, mit der die preußische Behörde sich bedienten» Haft in Verbindung setzte, den Argwohn einer benbsichligten Schriften« ciiiführiiiig gehegt habe. Beruht die Auslassung der„Berliner Neuesten Nachrichten", wie cS den Anschein hat, ans einer behördlichen Jnfornialion, so ist sie die Bestätigung der neuen«Heiligen Alliance" zwischen den Regierungen. Man betrügt die Oeffentlichkcit, indem man vorgiebt,„die anarchistische Seuche" bekämpfen zu wollen. In Wahrheit ist eS der Bund der finstersten Reaktion gegen jede freiheitliche Regung in den Völkern. Es ist erstaunlich, daß selbst die kiberale Presse Berlin? daS schändliche Geschehnis bisher unbeachtet läßt. Nur die„Vossische Zeitung" erhebt vorläufig Einspruch gegen das Verfahren gegen Kalajew; sie schreibt: „Die offiziöse Darsiellnng geht davon miS, daß Kalajew„an» a r ch i st i s ch c r Umtriebe überführt und dementsprechend als lästiger Ausländer zu behandeln war". DaS Wort„U m t r i e b e" hat seit Menschen alter einen üble» Klang. Von den Deniagogenriechern wurde„revolutionärer Umtriebe" bc- zichtigt, wer für die deutsche Einheit schwärmte. Die� Ocffenllichkeit hat ein Recht, zu erfahren, worin die„anarchistischen Umtriebe" bestanden, deren sich Kalajelv schuldig gemacht. haben soll. Polizeibehörden haben darüber mitunter eigenartige Anschauungen. Wurde doch Schäffles„Quintessenz des Socialismiis" einst als socialdemokratisch und revolutionär verboten, obwohl Schäffle Minister a. D. und seine Schrift gegen die Socialdemokratie gerichtet ist. Und ebenso wird es der Aufklärnng bedürfen, weshalb der Student, wenn seine Ausweisung begründet war,«nacli seinem Heimo tstaat Rußland" aus- gewiesen werde» mußte. Ein Verbrechen gegen Deutschlands Sicherheit hatte er offenbar nicht begange»; sonst wäre er hier zu Lande angeklagt und verurteilt worden. Ob er ein Verbrechen gegen Rußland auf dem Kerbholz hat, hat Riißland zu entscheiden. Also hätte man ruhig abwarten können, ob daS Zarenreich die Nuölieferung verlangt. Die A n s iv e i s n» g nach Rußland aber ist eine unverlangte Auslieferung, die in jedem Falle einer Begründung vor der Oeffentlichkcit bedarf."— Festinahl-Verbrüderuug. Zu Ehren des in Dover anwesenden, deutschen Schulschiffs „Stein" war von englischer Seite ein Festmahl arrangiert worden, bei dem die Schleusen der internatioiialen Komplimeiitenmacherei sperrweit geöffnet wurden. Der Vorsitzende des Hafcnamts von Dover, Sir William Crundall, toastete ans Wilhelm II., dessen „vielseitige Thätigkeit" und„hervorragende Thatkrnft" er in den üblichen Snperlalive» solcher Bankeltiedcn feierte. Sowohl als General und A d in i r a l, wie als S t a a t s m n n n hat der deutsche Kaiser sich unzweifelhaft als Genie gezeigt. Der Kaiser habe erkannt, daß ein blühender Handel den Grimdstein zur Wohlfahrt eines Volkes lege. Er habe sein Heer und seine Flotte auf eine hohe Stufe der Vollkonmicnheit gebracht, nicht z u A n- grifssz wecken, sonder» zum Schutze des deutschen H a n d e l s. Auf diese Rede antwortete der M a r i n e- A t t a ch s beider deutschen Gesandtschaft in London, indem er nicht minder superlativisch die englische Flotte pries. Er habe die Ehre gehabt, die Flottenparade bei Spithcad vor König Eduard zu sehen, und er könne nicht besser seine Empfindungen wiedergeben, als init König Eduards eignen Worten, daß die Parade ein großartiges Schauspiel in bester Ordmmg gewesen sei. Die dort versammelte Flotte sei nur ein kleiner Teil der britischen Seeniachi gewesen, da die Mittelmeer- und andre Geschwader nur ein Schiff geschickt hätten, während die Schiffswerften voll neuer Kriegsschiffe und Kreuzer seien. Die britische Flotte sei in w n n d e r b a r c m Znstand upd bester Ordnung. Die deutschen Offiziere ß seien voll Bcwmiderunq für die britische Flotte, die britischen Offiziere und die britischen Blaujacken, und keiner bewundere sie mehr als der Kaiser und Prinz Heinrich von Preußen... Er sei sicher, daß Lord Roberts uud Mr. B r o d r i ck ein königlicher Empfang in Deutschland bereitet werde, und daß sie heimkehren würden, ohne irgend welche Mißstimmung gegen England den, erkt zu haben. Er hoffe, daß England und Deutschland stets so gute Freunde wie augenblicklich bleiben würden. Diese gegenseitigen Komplimente klingen ganz anders, als die unlängst citierten englischen Preß stimmen über Deutsch- laiids Marincrüstungen. Die Banketlreden beteuern die gegenseitige ungetrübte Bewundernng der herrlichen Kriegsflotten der beiden Länder. Und doch Wurde im deutsche» Reichtage das letzte Flottengesetz gerade durch den Hinweis auf einen mögliche» Konflikt mit England durchgedrückt I UebrigenS enthält die Tischrede des deutschen Marine-Attaches eine Stelle, die wohl bestimmt ist, noch nachträglich V ü l o W s Granitbeißer-Rede vergessen zu machen. Der Attachö feierte nämlich nach der englischen Marine auch Englands Land- armee, namentlich aber die stidafrika nische Armee. Jeder Deutsche, der den Krieg tv irklich studiert und seine Meinung nicht»ach den s ch l e ch t i» f o r m i e r t e n Z e i t u n g s b e r i ch t e n gebildet habe, wisse, daß der britische Soldat ein tapferer und höchst humaner Kämpfer sei. der allen Gefahren trotze. Bekanntlich war der deutsche Reichskanzler seiner Zeit so sehr durch„schlecht informierte Zeitungsberichte" beeinflußt, daß er im Reichstag den Chamberlainschen Vergleich der„höchst humanen" britischen Südafrikakämpfer mit de» deutschen Truppen von 1870/71 als gröbliche Insulte zurückivieS. Bnlows Augriff wurde von der euglischen Regierung und dem englischen Parlament zwar durch einige pfeifende Gegeuhiebe mehr als heimgezahlt, allein die deutschen Diplomaten benutzten trotzdem»och geflissentlich jede Gelegenheit, des Reichskanzlers damalige Rede öffentlich zu rektifizieren.— ** Deutsches Weich. Das zürnende Ccntrnm. Dem«Rhein. Cour." wird aus München telegraphiert: Wie verlautet, haben die Führer des bayri- schen Centrums sowie die bayrischen CentriirnSabgeordiietcn des Reichstags beschlossen, nicht nur gegen den Depesche nivechsel zwischen dem Kaiser und dem Prinzregenten eine Interpellation im Reichstage einzubringen, sondern auch die Ministerverantivortlichkeil für solche privaten Aeußerungcn des Monarchen zu forder», welche, wie die Depesche an den Prinz- regenten, einem Regierungsakt gleichkommen, indem sie Eingriffe in die inneren Angelegenheiten der Bundesstaaten enthalte». Der Zorn des CentrnmS wird sich nur in sehr milden Ans- briichen auslösen. DaS Centrnm braucht Regierung und Kaiser, wie Kaiser uud Regierung das Centrum brauchen. Will aber das Centrum jene Fragen im Reichstage anschneiden, die Social- demokratie wird für gründliche Aussprache sorgen.— Die Fl-ifchnot. Welch' verzweifelte Lage die Grenzsperre für die Vlcheinsiihr und die dadurch hervorgerufene Vichnor und-Teuerung geschaffen hat, dafür ist«ine Auslassung des Fleischermeisters O. Mohr- m>ann in Hannover, die in der„Allgemeinen Fleischer- Zeitung' veröffentlicht wird, in hohem Maße charalteristisch:„Die Viehteuerung hat in der letzten Zeitf ganz! enorm zugenommen. Diese Konjunktur wird voraussichtlich für Großvieh andauern, für Schweine noch sogar zn- nehmen. Es werden Preise gezahlt>v erden müssen, wie solche selten dagewesen sind. Es überkommt einen ein Grnnfrn, ivenn man bei solche» Preisen vor einem gc- kauften Stück Vieh steht, und man bezweifelt die Möglichkeit, den gezahlte» Preis daraus wieder herauszuarbeiten. Manche ehrenwerte Existenz unter den Kollegen wird unter solche» Verhältnissen wirtschaftlich zusammenbreche». Auch die Besser- und Beslsitniertcn werde» zu dem Ausspruch kommen:„Wir arbeite» nur für die Agrarier." Das sind abnorme, ungewöhnliche Zustände, sie fordern heraus und berechtigen zu' eben solchen Schritten zu ihrer Abänderung. Empfiehlt es sich noch. wie bisher, an die zuständigen Behörden, ivie Bundesrat usw., wohlgefügte Resolntionen und Eingaben zu richte», in welchen unter Beifügung einwandsfreien, statistischen Materials das Unvermögen der heimischen Landwirtschaft zur genügenden Viehprodnklion dargethan wird, in Welchen in allernmßvollster Weise vom fachmännischen Standpunkt aus das Zlinmcnmärchen von der Gefahr der Srnchcu- «inschleppnng durch die Einfuhr ausländischen VichS widerlegt wird, in welchen wir schließlich achtungsvollst und ergebenst um Milderimg resp. Aufhebung der Sperre bitten? Jeder, der sich dieses fragt, wird gewiß zu dem Resultat kommen, daß solches nach den bisherigen Erfahrung«! gänzlich zwecklos ist. Bei dem übergroßen Wohlwollen, welches die Agrarier bei den betreffenden Behörden und Regierungen gefunden haben, ist eine Negative Antwort vorauszusehen. Um Weitere Kreise, die es noch nicht wissen, aufzuklären, daß ganz abnorme Verhältnisse die Fleischtenerunq veranlaffcn, dürfte es sich empfehlen, daß im gaiizen deutsche» Paterlande für einen bestimmte» Zeitraum, vielleicht 14 Tage(außer den LiefernngS-Jnhaber»), jegliche Schlachtung unterbleibt. Einen peluniären Verlust dürfte dies wohl kaum bei jetzigen Preisen für jemand habe», vielleicht das Gegenteil. Solche Maßnahmen dürften wohl das letzte Mittel in nnserm Kampf gegen die Sperre vorstellen, den wir im Interesse vieler Millionen von Fleisch- konsumenteu führen. ES dürfte damit alles gethan sein, ivaS von energische», thatkräftige» Männern verlangt werden kann, die sich mit papierneu Eingaben nicht weiter befasirn mögen. Hat dies keinen Erfolg, so wollen wir nur wünschen, daß durch die ikomnieude» ReichStagSwahle» im nächsten Jahre sich nnler Voll von der� agrarischen Scnch« befreit, die kommende Gcschichts- fchreiber vielleicht alö den Flnch Deutschlands in unsrcr Zeit ve- zeichnen werden."—__ Die Stichwahl in Forchheim-Kulnibach scheint nun doch noch den Nationalliberale» den Sieg bringen zn sollen. Bis Sonnabend- mittag Wurden nämlich gezählt für F n b e r(natl.) 7S48 und Jür Zöllner(®.) 3965 Stimmen. Bei der Hauptwahl am 13. August hatte gäbet mit 3946, Zöllner 6099 Stimmen erhalten. Der nationnllibernlr Kandidat hat also bereits feine Stiinnrenzahl verdoppelt, während das Centrnm »och rnn mehr als 2000 Stimmen hinter seiner Hanptlvahlziffer zurückgeblieben ist. Die ehedem nationatlibcralen Wähler, die am 13. August für den bündlerischen Kandidaten, der 3520 Stimmen erhalten hatte, gestimmt haben, scheinen in der Stichwahl wenigstens Wieder zn ihrer alten Liebe zurückgekehrt zn sein. Die bündlerischc Wahlleitung hatte die Enlscheidnng für Faber oder Zöllner dein Belieben ihrer Wähler anheinr gestellt, IvaS sie ruhig thnn konnte, da Faber ja auch ein«Zöllner" ist. Die CentrnmS- presse ahnte bereits. daß bei einer solchen Parole die meist protestantischen Biindlcr für Faber stimmen würden.... Bei der Hauptwahl wurden ca. 15 600 Stimmen abgegeben. ohne die Soeialdemokrate», die für die Stichwahl Stimmenthaltung proklamiert hatten, ca. 14 000 Stimmen. Da schon jetzt ist 000 Stimmen gefallen sind, dürfte es dem Centn»» schwer satten, so v>et Reserven anfzubringen, um den Vorspnnig FabcrS einzuholen. Ter nationalliberal-freisinnige Kompronnßkandidat wird also jedenfalls mit b ii n d l e r i s ch e r Hilf« siegen— während des Kampfes um den Zollwucher!— Der Fall Kugel erfährt in der liberalen ostpreußischen Presse begreiflicherweise besondere Beachtung und scharfe Kritik. So schreibt die„Hartungsche Zeitung": „Sollte die gegebene Darstellung den Thatsachen entsprechen, so wären diese allerdings so ungeheuerlich, daß eine amt- liche Stellungnahme solvohl hinsichtlich der Inhaftierung und Gefangenhaltung einer deutschen Reichsangehörigcn scitcns der russischen Behörden als auch hinsichtlich des Verhaltens des deutschen Konsuls unumgänglich erscheinen müßte. Es würde auch die Frage aufznwerfen sein, ob nicht von der russischen Regierung eine Entschädigung für die fast ein Jahr un- schuldig gefangen gehaltene Frau zu beanspruchen wäre." Die ,K ö n i g S b e r iz e r Allgemeine Zeitung" erklärt! „Die rnsstichen Behörden scheinen sich hier einer Fr e i heits« b era ubung schuldig gemacht zn haben, die wohl»och Er« örternngen aii amtlicher Stelle zur Folge haben dürste." Das„M e m e l e r D a in p f b o o l" urteilt: „Jedenfalls müssen sich die deutschen Behörden über den Fall äußern. Oder liegen wir tv irklich asif dem Bauche vor unsrem Nachbar mit der Knute V Dagegen schweigt sich die„D a n z i g e r Zeitung", das wackere Organ des frcisinnig-vereiniaten Herrn Rickert, bis jetzt völlig über das skandalöse Vorkommnis aus. Die offiziöse Presse schiveigt gleichfalls, sie druckst wahr- scheinlich noch an einem Dementi ähnlich dem der unerhörten Affaire Kalajew.— Die Sensationcnmnchcr deS Scherl-BlatteS haben auch die L ö h n i n g- Angelegenheit zu ihren GeschäftSzivcckcn ausgebeutet. Wir tonnten nicht umhin, jüngst die Unterredung mitzuteilen, die ein Mitarbeiter des Blattes mit Herr» Löhning gepflogen haben wollte. Jetzt erklärt der zur Scherl-Reklaine Mißorauchte in der konservativen„Post",«daß er von dem Berichterstatter des„Lokal- Anz." einfach überfallen Ivorden ist, daß er bei der ganz kurze» Unter- redung gar nicht einmal gelviiht hat, daß der belreffende Besucher ein Rcdacteur dieses BlattcS war, daß er, als er dies erfuhr, ihm gesagt habe, daß er es ablehnen müsse, überhaupt mit der Presse in Verbindung zn treten»nd ihn nur auf sein in die Zeitungen gekommenes Exposs verweisen könnte. Herr Löhning schließt, seine von dem Blatte iviedergegebenen Aeußerungen seien teils erfunden, teilS mißvcrständ- lich und irrig erzählt. Herr Löhning scheint die Naivetät seiner Urteile, die er gegen- Über dem biireaukratischcn Kastenwesen bewies, auch in den ihm un- gewohnten Berliner Preßverhältnissen fortsetzen zu wollen. Im„Lokal-Anzeigcr" wiederum hält der Interviewer, Herr H. Blankenburg, seine Mitteilungen aufrecht und kündigt gerichtliche Klage gegen die„Post" an. Wer sich mit Scherl einläßt, soll sich nicht Ivnndcrn, wenn seine politisch bedeutsame Sache zur Burleske herabsinkt.— Die Radikalkur. In der bürgerlichen Presse, die sich mit der ivclthislorischen Frage eingehend beschäftigt, ob der jetzige deutsche Kaiser nicht als Prinz Paris besucht habe, wird bei dieser Gelegen- heit ein diese» Besuch bestätigender Brief des damaligen Kronprinzen Friedrich Wilhelm, späteren Kaiser Friedrich, an den König von Rumänien erwähnt. In diesem Brief sindet sich auch folgende Stelle über die Socialdemokratie und das S o c i a l i st c n g e s e tz. Es war die Zeit nach dem Nobilingschen Attentat und der Kronprinz fährte die Regentschaft für den verwundeten Kaiser Wilhelm. Er schrieb: Morgen schließt der Reichstag seine Beratungen; hoffen wir, daß das Socialistengesetz den Beginn einer Radikalkur bedeulet, durch welche das U e b e l überwunden werden kann. Es ivird im» jedoch viel Mühe kosten, bis Ivir diese Mißgeburt IoS sind, oie mit so unglaublicher Schnelligkeit gc- ivachscn ist, seit die Lehren dieser niiheilvollen Gesellschaft ein so breites Publikum finden, und seit die Mordversuche, die jetzt sicher noch zunehmen Werden, die Richtung zeigen, in die sich eine mißverstandene Anwendung(der socialistischen Lehren) zeigt." Tie Mordversuche sind allerdings nicht von Socialisten begangen Ivorden, sie haben aber auch nicht zugenommen. Ebenso irrte sich aber der Kronprinz auch sonst in seinem Urteil über daS Socialistengesetz. Das„Uebel" vermehrte sich bald mit noch nnglaichlichcrer Schnelligkeit und die„Radikallnr" trug dazu bei, die„unheilvolle Gesellschaft" zur größten Paitei DeutschlcmdS werden zu lassen.— PhiliS Rnektritt. Fürst Philipp zn E u I e n b n r g, der Bot- schafter in Wien, soll ans Gesundheitsrücksichten von seinem Posten zurücktreten wollen. Phiti war seit Jahren selten in Wien anwesend, ohne daß seine staatSmännischcn Künste vermißt wurden. Nun könnte er sich gänzlich seinem wahren Berufe der Aegirsänge ergeben.— Die Dicnstbotcitnusweisnngen zur Schädigung dänisch Gr- siiinter gehören noch immer zn den Liebliiigsmitteln der Germaiii« siernngspolitik in NordschteSwig. So erhielten jüngst wieder vier dänische Knechte des MithlenbesitzerS Jacobjen in Scherrebek voni Amtsvorsteher den AnSWeiinngSvefehl zugesandt, weil ihr D iie» st- Herr— die Auskunft darüber verweigert hatte, ob er sich an einer dänischen Delegicrtcnvcrsammlung in Apcurade beteiligt habe! Die Ausweisung wurde z n r ü ck g e n o m in e n, da die vier Dänen bei einem deulschgesinnten Besitzer in Dienst traten. Die Wahlen im nächsten Jahre werden ja zeigen, welche Erfolge diese Politik klein- lichstcr Ehikanen aufzillvtiscn hat.— Zur Durchführung der Fleischbeschau ist unter dem l. Angnst den Obcrpräsidcntcn und Regleriingsprüsidcnteii eine Vee- fügimg zugegangen, die die Grundsätze der Ansfühnmg de« Fleisch- beschan-Gesetzcs erörtert. Für Preußen kommen 56 Beschaustellen in Betracht, von denen 29 zugleich Einlaßstelleii sind, während der Rest von 27 ans reine UntersmyllngSämter im Jnlande entfällt. Das lliitersuchungspersanal Ivird sich aus approbierten Tier- ärzten, aus Laien, die zn Trichinenschauern ausgebildet sind, endlich aus chemischen Sachverständigen zusammenzusetzen habe». Den Behörden ist ausgegeben, über die Höhe, die Festsetzung und die Art der Erhebung der Flcischbcschangebühren, über die' Ein- richtnng von Freibänken, über die Zuständigkeit der zur Durch- fiihrnng der polizeilichen Maßregeln bei der Fleischbeschau berufenen Behörden, die nähere Regelung des Beschwerdeverfahrens und die Beaufsichtigung der Fleischbeschaner Material zu sannneln und ein- zureichen. Für die Erstattung der Berichte ist den Behörden eine Frist von zwei Monaten gelassen.— Ausland. DaS neuseeländische Ideal. London, 21. Angnst.(Eig. Ber.) In den letzten Wochen veröffentlichte die englische Preffe eine ganze Reihe von Korrespondenzen ans Neuseeland, die ganz danach angethan sind, unsren Farbigen und Revisionisten eine ihrer schönste» Illusionen zu rauben. Die Blaitcr, die diese Nachrichten veröffent- lichten, gehören den verschiedensten Richtungen an. Es seien hier einige genannt:«Labour Leader", das Organ der Unabhängigen Arbeiter- Partei;„Daily News", das beste Blatt der liberalen Socialpolititcr; „Investors Review", ein radikales Finanzblatt von unbestrittener Ehrlichkeit; schließlich die„Times", das leilende Organ des britischen Reiches. Englische Genossen, die durch die rcklamehaftcn Schilderungen über das neuseeländische Paradies sich zur Ans- Wanderung verleiten ließen, erklären jetzt, es sei dort noch schlimmer als in England(„Labour Leader". Juni, Juli, Angnst). Die »Daily News" von heute erzählen auf Grund von neu- seeländischen Zeitungsberichten, daß Neuseeland gegenwärtig Tansende von Arbeitslosen hat. Am IL. Juli fand in Anckland«ine öffentliche Versammlung statt, um für die Arbeits- losen zu demonstrieren und„Protest zu erHeven gegen Zustände, die ein Skandal sind für eine Demokratie und für ein Land, daS sich als ein Paradies der Arbeiter auSgiebt." Viel ausführlicher ist ei» Bericht aus Wellington vom 26. Juni, abgedruckt in den„Times" vom 16. August 1902. In Wellington tagte im Juni eine Konferenz von 18 Gelverkschaftsdelegierten, um sich mit der durch daS TchiedSamtS» Gesetz geschaffenen Lage zn beschäftigen. Solange die Prosperitätsperiode dauerte, waren die industriellen Verbände mit dem Gesetz zufrieden. Jetzt hat sich die Lage geändert. Die xrskereuoo clause, d. h. die Klausel, daß die Gewerkschaftler bei Anstellungen vorzuziehen sind, Wurde abgeschafft. Die Gewerkschaft der Zimmerer beantragte die Einberufung eines Gewerkschaftskongresses, um über die ungünstigen Entscheide der Aemter zu beraten. Der Delegierte der Anstreicher und Maler erklärte, ein großer Prozentsatz der Gewerkschastler vc- trachte daö SchiedSamts-Gesetz als einen Fluch. Ein andrer Delegierter bezweifelte, ob die Gewerkschaften jetzt stärker seien, als unter dem alten Gesetze. Der alte Kampfgeist, der Geist vom Jahre 1890, sei den Gewerkschaftler» abhanden gekommen. Die ganze Verantwortlichkeit falle jetzt anf die Schultern der Beamten, während die einzelne» Mitglieder geistig und moralisch schwächer iverden. Die Arbeitgeber machen sich zuweilen des llrteilsbrnchs schuldig, ohne daß es den Arbeitern möglich Wäre, sie durch einen Streik zn strafen. In diesem Sinne sprach der größte Teil der Delegierten.„Die meisten verdammten die Dersöhnniigs- und Schiedsämter." Es wurde ein Antrag angenommen, einen allgemeinen Gewerkschaftskongreß einznbernfen, der über die zn er- greifenden Maßregeln beschließen soll.— Oestreich-Ungnr». Die erste Rrbettrr-NnSstellniig in Prag. Prag, 21. August. lEig. Ber.) Ein lühner Entschluß War es, den miste czechischen Genossen vor nicht ganz einem Jahre saßten— eine Arbiiteransstcllnng zn veranstalten, aber mit Stolz können sie ihr Werk betrachten: sie haben weit mehr geleistet, als sie vcr- sprachen. Wenn man die kurze Zeit erwägt, die z>vis b i'r s ch e n find ein überwundener Standpunkt. Die Patronentasche» an de» Gürteln sind aufgegeben und durch die Bandelicre ersetzt worden, ivcil bei dem liegende» Schießen und den schnellen Be- weguiigeu der Tirailleurs die Patronen aus den Taschen verloren gingen." Auch in Deutschland sollte ja die bunte Uniform dem Khakikleid weiche». Von dieser vernünftigen Umwandlung hat man aber seit geraumer Zeit nichts mehr gcbört,»m so mehr von allerlei Gala- »nd Parade-Prmikstückeu, von Erfindungen neuer Epauletten, Achsel- und Schützenschnüre u. dergl. Der europäische Frieden scheint also zur Zeit fest genug gesichert zu sein.— England. England nnd Nrgentinic». London, 21. August,(©ig. Ber.) Die nächste Zeit wird unS wahrscheinlich Nachrichten bringen über drohende Noten vom Auswärtigen Amte Englands an die argen- tinische Regierung. Ain 26. April 1962 wurde ein Engländer, Namens William B a r n e t t, in Zurivia(Provinz Cordoba) von einem argentinische» Bcamtensohn. Namens Grau, mit Hilfe eines Polizisten überfallen und crschosieu. Trotz des Drängens des englische» Konsuls sind die Mörder dem Arme der Gerechtigkeit nicht überliefert worden. Die Londoner Presse erinnert auch an die Thnt- fache, daß der vor einiger Zeit vorgekommene Mord des englischen Kanfmauns Wankly» in Buenos Ahres»ngesühnt geblieben ist. Ebenso wurden zlvci Bürger der Vereinigte» Staaten in Argentinien ermordet. England soll mm die argentinische Regierung daran erinnert haben, daß es hohe Zeit sei, mit der korrupten Rcchls- vawalluiig ein Ende zu machen.— Niederlande. Wahl znr zwettcn Kammer in Amsterdam. Dem Ab- geordneten Lely vom 9. Amsterdamer Wahlkreis ist der Gouverneurs- Posten von Suriname übertragen worden. In dem dadurch frei- gewordene» Wahlkreis ist die Wahl eines Socinldcnwkraten nicht aussichtslos. Der socialdemokralische Wahlverein hat einstimmig dcu Genossen T r o e l st r a als Kandidalcii anfgcstellr. Pan Kol teilt in.Het Voll" mit, daß er früh genug wieder i» Holland sein wird, nm in der zweiten Kannner an der Bo- ratung über das indische Budget teilzunehmen. Er hat seinen»r- sprünglich gefaßten Plan, über China nach Niedcrläiidisch-Westindieu zu reisen, aufgegeben und will im nächsten Jahre dorthin reisen.— (Rußland. Neue Chikane» gegen Tolstoj. Wie in Petersburg verlautet, wurde dem G r a f e n T o l st o j. der sich nach Bukarest begebe» wollte, von den Behörden die A u S f o l g u n g eines P a i s e s verweigert.— Asien. Eine BolkSversainmlimg von Eingeborene» iu MInahassa ans CclcbcS fand vor kurzem zu Toudauo iniler Ldtimg»nd auf Veranlassung von Van Kol statt. Wie berichtet wird, nahmen mehrere Tausend Personen daran teil. Außer Van Kol ivar»»r noch ein Europäer anwesend, der jenem behilflich sei» sollte, wenn weniger gebräuchliche und Van Kol unveiständliche malaiische Alls- drücke vorkommen solllen. In der Versammlung, die fünf Ctuildc» daucrie, Ivnrde» eine ganze Anzahl Mißstände besprochen. Man befaßte sich niit dem Steuerwese», den persönlichen Diensten, dem Recht der Vevölkerinig an Grund und Boden, ihrem Recht, ihre in- ländische» Beamten selbst zu wählen, den sogena»»ten Ehrendiensten und mit dem staatsrechtlichen Verhältnis MinahastaS zu den Nieder- lniide». Die Versanimlung nahm, trotzdem gegen mehrere Ver- waltiingSniabiiahmeii scharf protestiert wurde, einen ruhigen Verlauf und wurde n»it«mein Volksgesaiig geschlossen.— DaS„Amsterdamer HaudelSblad" regt sich darüber auf, daß die iildischcn Behörden Erlaubnis zur Abhaltung der Versanimlung erteilt habe». Ver- sammlunge» von Eiilgeborenen sind nämlich nach dem RegicruligS- reglement in Niederländisch-Jndieu ausdrücklich verboten.— Afrika. Die Parlaments- und 3«»auz-Jiidem»UntS-Bill wurde in zweiter Lesung voni Kap-Parla»i«>it a n g e n o ni m e n.— Wahr- scheinlich infolge dieser alle Bcflirchtinigen zerstrenciiden Haltung dcö Kap-Parlament» erklärte Premieniiiiiister Gordon Sprigg in derselben Sitzung de» Parlaments, er glaube, daß das Kriegsrc ch t schon in einer Woche aufgehoben werde.— Rtu'kei-Ltodjvuszfon. Der beborstehendr Parteitag beschäftigte eine Partei-Versammlung in Nürnberg. Genosse Rudolph besprach die dem Parteitag vorliegenden Anfgabeii. ivorauf Genosse Brau» über die Fra»e»koiiferenz referierte uud es für unmöglich erklärte, den» Wunsch der Geuossin Zetkin entsprecheiid, eine Frau zu delegieren,»nd zwar i» Rücksicht auf die Anslegmig der Vereinsrechts- Ve- flimmiinge» in Bayern»nd auf den Ilmstand, daß iu Nürnberg eine poliiische Fraucnbeivegnng nicht existiert. Er empfahl, einen der zu wählenden Delegierten mit der Vertretung auf der Frauen- koufercuz zu beiraue». der danii de» Frauen Bericht zu erstatten habe. In der DiSkussio» ivurden die Sonderbestrebniigen der pol- »ischeu Socialdeniokraten scharf kritisiert. Genosse Simon verlangle, daß auf dem Parteitage mit dein Genosien Bernstein ivegen seines Arlikel» in den„Soc. Monatsh." ei» ernstes Wort gesprochen iverde. Andre Redner hielten dem entgegen, daß dieS eine Einschränkung des Rechtes der freien Kritik bedcule» ivllrde; man solle lieber beide» Teile» den Rat gebe», die persönliche» Angriffe zu niiterlassc». Eine längere DiSlusstoii entspaini sich über die folgeiiden Anträge: I. E« sei der Parteivorstand zu ersuchen, darüber Aiiskiiiift zu geben. Ivos er zur Durchführung der früheren Parteitags- bcschiüsse geiha» hat. 2. Jl»§ 2 des OrganifatioiiSstatuts sei der Absatz eiiiznfügen: Gegen Parleigenosseii, die ans einer Partci-Organisation aus- geschlaffen wurden, ist der AnSschluß auS der Gesainipartei zu bc° aiiiragen. Der Antrag 1 wurde einstimmig angenommen, der Antrag 2 mit großer Majorität abgelehnt. ReichötagS-Kandibatiimi. Im 20. sächsischen Reichstags- Wahlkreise wird laut einstiimnigein Beschlüsse einer Partciversamm- luiig in G e l e n a u Genosse R o s e» o w, der bisherige Abgeordnete des Kleises, tvieder kandidiere». Die Geuvsseil des F ü r st e II t II III s L i p v e proklamierten auf ihrer Kreislonserenz i» Salznfle» den Genoffeii Clemeus Becker in Lemgo als Kandidaten. Internationaler Socialistenkongrest lvttZ. Das inter- nationale socialistisch« Setrelariat in Brüssel fordert die socialistischen Partelen»lud die Arbeilerorgauisalionen,� die den Zulabbediiigimgcn genügen, auf. Vorschläge für die Tagesordnung des im Augiist 1903 statifiiideiide» Kougreffes bis spätestens den 1. November 1902 a» das Sekretariat eiii�nreichen. PvIlieUhlirs, Gerillllllchrs nun. — Erfolgreiche Berufung. Wegen Veleidigmig eines Bezirks- affeffors Schmidt in Glaucha», der eine Versammlung in Mülse» z u Unrecht(wie die Oberbehörde bestäligte), aufgelöst hatte, war Genosse Rod. Albert vom, Sächsischen Volksblatt" in Zwickau vom Schöffengericht daselbst zu zehn Tagen Gefängnis ver- urteilt. In der Berufnngsinstanz(Landgericht Zwickau) ivnrde am Freitag das erste Urteil aufaehybe» und die Strafe in eine Geldstrafe von 7S M. limgewandelt. In der Begründung hob das Gericht ausdrücklich hervor, daß der Überwachende Bezirksassessor durch sein nngesctzlicheS Verhalten erst die Ursache zu dem scharfen Artikel im„Sächsischen VolkSblatt" abgegeben habe, welchen Umstand daS erste Gericht zu wenig actvürdigt. Die Kosten der VernfuNg fallen außerdem der Staatskasse zur Last. Wirtschaftlicher Wocheubericht. Berlin, den 23. August 1902. Wieder mal zur Abwcchselmig trotz der GeschäfiSslille ein kleines KiirStreibeii an der Börse. Als Mittel dazu dienten die verschiedenartigsten Gerüchte: z. B. die Mär. der Eiienbahnnürrister habe einen Beirag von 200 Mill. M. zur schlennigen Verstärkung de? Bahuober- bariS i» Aussicht genommc», die Meldung der„Köln. Ztg.". ein bc- deutendes belgisches Hüttenwerk(tvclchcs, wußte niemand) habe bei dem Verein für den Verkauf des Siegerläiider Roheisens bereits seinen ganzen Bedarf an Spiegeleiseil für das erste Halbjahr 1903 gedeckt, die Laffan-Depcsche, Mr. Charles Schwab werde nach Europa gehen, nm die enropäisibc Eisenindustrie zu kartellieren, die Erzählung, die All- gemeine ElekiricitätS-Gesellschnft plane die Gründung ciiieS mittel- europäischen ElcktiiciläistriisiS nsw.: vielfach die naivsten AuSgebitrle» überhitzter Pbantasie. Da aber entsprechende Känfe der Spekn- lation dein Geriichtfpicl nackihalfe» und sich zu diesen mehrfach DeckmigSkänfe zum Illtimo gesellten, vollzog sich auf der Grundlage der durch gute Eniteberichte ans den verschiedensten Wcltgegenden vorbereiteten optiniistisckicn Gtimmniig auf fast allen Marktgebieten ein Aiifsteigen der Kurse, daS für die leitenden Montantverte diirchschnittlich 2�/e— 4 Proz., für Bankiverte'/e— IV« Proz. betrug. Der»»günstige Geschäftsabschluß des Härder Hütten-»nd Bergwerks- Vereins und der östreichischen Kreditanstalt faiidcil in dieser SliinnningSmache wenig Beachtnng; selbst der nubcfriedigende Ab- schluß der Deutsch- Lnxembingischcn Bergwerksgesellschaft, der Hibernia-NiiStveis mid der Düsseldorfer Montanbörsen-Bericht ver- »lochten gestern die Haltnng nur schtvach zu bceiiiflusscn. Die Spekulation zeigte sich zwar zunächst konstcriiiert und schritt teilweise zu Abgabe» in Hütten- und BergtverkSnklien, die eine Ab- schwächuiig der Krirssteigernngen der Vvranfgegangeiien Tage znr Folge halte, betvies aber dann ungewöhnlichen Widerstand, so daß die Haltiing sich erneut befestigte. Die Unverfrorenheit des freisimiigen Reichs- nnd Landtags- Abgeordnetcn Dr. Criiger, sich trotz seiner Eigenschaft als AufsichtS- rats-Mitglicd der Denischc» GenosseiischaftSvank den Aktionäre» dieses Jnstitnls»ilter Benntziing der Firma deS Allgemeinen Ver- bandeS der deutschen Erwerb?-»»d Wirtschaftsgeiiossenschaften zur Vertreinng ihrer Interesse» auf der am 28. d. M, stattfindenden General- vcrsauiniluiig miznbieteil. hat nicht linr in den iveilesten Kreisen Proteste gegen das eigenartige Vorgehen des an chronischer Selbstüberschätzung leidenden„verdienten Ge»offe»schcift§a>iwalt§"»nd nach„verdientere»" freisiunigeii Politikers hervorgerufen, sonderil auch die Aufmerksamkeit auf die Zustände des JustilntS zurückgelenkt, die im eignen Interesse der Vcrivattniig besser in dem Halbdunkel geblieben ivaren, in das sie die freifiunige Haiideispreffe glücklich,»ntersliitzt durch andre das öffentliche Jntcresie fesselnde Vorgänge ans dein Wirtschaftsinarkt, hiiiüberziirücken verstanden hatte. Sie hat in diesem Fall, lvie anerkannt werden muß, entschiede» mit mehr Geschick operiert, als geivöhulich auf politischein Gebiet, besonders in der Behandlung der Zollfrage. Die vorgekommenen Mißstände nnd die niiztilängiiche Geschäftssiibniiig ließe» sich nicht leugne»; man gab sie also, wen» auch mit allerlei Veschöniguiigen, Hiniveisen ans die viel schlimnicrcu Er- fahrnngen bei andern Banken usw. zu; dafür suchte man aber die Frage der Mitschuld deö aus Freisinns» grüßen ücstchcndcn Aufsichtsrais, dcr in diesem Fall noch mehr, als sonst allgemein üblich ist, seine eigentliche Auf- gäbe im Tantteinebezug und dcr Repräsentation»ach Außen aefunden zu haben scheint, möglichst in den Hintergrund zu schieben, iudein nian sich auf die Diskussion der ganz uevensäckililben Frage verbiß, ob es von Herrn Wcill, dem eigentlichen spiritu« rector der Bank, fair sei, die Sckmld für die vorgekommene» Verluste in der Weise, wie es im Geschäftsbericht gesckiehe, auf de» erkrankleu fiiiherc» Mit-Gcsellickiafter Siebert abzuivälzc». Ei» Verfahren, bei dem»ebenbei der Tückitigkeit des Herrn Weill in reichster Fülle Weihrauch gestreut und zur Berfesligmig des VetrauenS dcr lieben Leser in das Jnslitut nnt der»ötiaen Reserve, aber doch verständlich gcinig audedentct wurde, daß küiifttg.»achdem Herr Weill wieder daS Szcpter ergriffen habe, derartige Verluste nicht mehr vor- koinincn könnten. Sowcitaberdoch nicht diescltsanieGefchäftsanfsichtdes Anfsichtsrats ganz umgangen werden konnte, fehlte es nicht an mit de» überschweiialichsten Komplimeiite» nnd ungcforderteii Ehrencrklärungen gespickten Eutschuldigungen. Selbst das radikalste unter de» ver- sckiedenen radikalen Blättern des llllsteinschen Aufklärichi-ConcernS. die „Berk. Ztg." ivnßle z. B. znr Siitschlildigmig deS Herrn Dr. Criiger anzuführen, daß er als Anwalt der deutschen Genossenschaften „üvemich" bescbäfligt und anßerdeni noch Stadtverordneter. Landtags- nnd Reichstags-jAbgcordneter, stellvertretender Vorsitzender des HandelsverlragsvereinS und zukünftiger Berliner Bürgermeister- Kandidat(vicllciebt der Jacobiscbcn Richtnng?) sei: eine Thäligkeit, die trotz aller„sichtlichen" Beniühnngen de« Herrn Criiger, seinen verschiedenen Würden nnd Biirden vollauf gercckn zu werden, doch der Meiiickienkrast naliirliche Grenze übersteige, so daß keine Zeit für die AnisichtsratS- Fiinkiion übrig geblieben sei. Das stimmt, zumal Herr Criiger noch allerlei andre Würden in seiner Person vereinigt, darunter vornehmlich die eines Behiiters seiner Geiiosseiischafteii vor dem Eindringen soeialistischer WirtschaftSanffassnngen— zu fragen bleibt »»r, Iveshnlb denn Herr Crügcr bei dieser erdrückende» Belastung mit alle» möglichen Würden sich auch noch Aiifsichtsratsposte» aufladet. Doch auf diese»aheliegende Frage icheiul die„Berliner Zeitung" nicht gekommen zu sein; vielleicht ist sie dcr Au- sickit, daß es ebenfalls die«uotürlichc» Grenzen" der Criigerschen Meuschenkraft übersteigt, einen Posten abznlehuen, dcr schon bis zu 100 000 M. pro Jahr eingebracht hat. Fordert aber schon diese Mohrenwäsche zum Widerspruch heranS, so»och mehr das Bestrebe», die Abiveichung der Deutsche» Ge« nossenschaftsbank von de» Bahnen, die ihr Schulze-Delitzsch ILllv bei der Griiudnug geiviese» hat, als vereinzelte Fehltritte hinzustellen, ivährcnd allgeinein bekannt ist, daß die Beteiligung der Bank a» industrielle» Gründungen über ei» Jahrzwülft zurück- reicht und der Abschwenkiuig des Berliner M»ttm>lslit»ts eine Reihe der im Laude verstreute» Bank- und Lorschußvereiiie und sogenannte» VolkSbankeii gefolgt ist. Uud»im gar die Behauptung, künftig iverde die Bank in die alten soliden Bahnen zurückkehren und Konsortial- nnd Griiiidmigsgeschäfte vermeide». Von diesem„redlichen Vorsatz" derBankleitungstehtselbstim Geschäftsbericht nichts, obglcichscit jeher,»och mehr alS auf andren Geschästsgebiete», in der Hochsinanz der Weg nach Moabit mit guten Vorsätzen gepflastert war. ES heißt einfach im GeschäflSberichi; „Die Erfnhiilngc» der letzten Jahre haben gezeigt, daß cS für ein Institut von dem Umfange des unsrigeu nicht mibedeiiklich ist, das Konsortial- und Beteiligungsgcschäft in dem bisherigen Um- fange zu pflegen. Wir haben»»S daher entschloffen, in Ziikiiiift unsre Thätigkeit auf diesem Felde einzuschräiike» u»d nnS in erböhtei» Maße der Pflege unfreS eigentlichen Geschäflsgebietcs, dein Verkehr mit den Geiiossenschaften znziiivende».' Wenn man statt„in Ziitnnft"„vorläufig" setzt, ist diese Ein- schränkliiig ganz selbstverständlich; denn erstens müssen die jetzige» Verluste vorder überkleistert sein, und ziveitenS bietet sich unter de» bentigen Krise, iverhältnissen uud der durch sie geschärslen Konkurrenz der großen Kreditbanken kaum die Gelegenheit zum Abschluß der- artiger, einige» Erfolg versprechender Geschäfte. Ob aber dieser schöne Wille auch dann Vorhallen wird. wen» wieder Prosperitäts- jähre einziehen und die höheren Profite dcS Grimdniigs- und EniissionsgeschnflS locken, dürfte iu Anbeiracht dcr Willigkeit, mit der man scit Begründung der Aera Weill diesen Lockungen folgte, in Ziveifcl zu ziehen sein, umsomehr als sich aus den Anträgen an die Gencralvcrsanimluna ergiebt, daß oie Bankverivaltlmg' auch ferner beabsichtigt, dem äußeren Schein iveitgehende Konzessionen zu machen. Denn tvorauf läuft der An- trag' auf Abänderung des H 13 der Statuten:„Das Geschäftsjahr läuft von, 1. Juli des Jahres bis zum 30. Juni deS folgende». Das am 1. Januar 1902 begonnene Geschäftsjahr endet am 30. Juni 1902 nsiv." hinaus? Doch mir auf die Absicht, schon für das nächste Halbjahr wieder ans Koste,, des Reservefonds eine Dividende zu verteilen. Würde das Geschäftsjahr 1902 am nächste» 31. Dezember schließen, dann müßte der i» der ziveiien Hälfte deS laufenden Jahres zu erivartende Gelvtnn mit auf den Verlnst angerechnet lverde». Dadurch würde zivar der Betrag, der zur Deckung des Verlustes dem Reservefonds eniilonimen werde» soll, sich verringern— wenn man annimmt, daß der Geivinn des zlveiten Halbjahres dem des ersten entspricht,»n, ca. 800000 M. — aber dann könnte für das zweite Halbjahr keine Dividende ge- zahlt werden und die Tantiemen würden noch mehr zusammen- lchrumpfeil. Die LIednktlon deS Aktienkapitals nm 6 Millionen Mark(von 36 auf 30 Millionen) bietet keineswegs eine Gewähr für die Rück- lehr in solidere Bahnen; in meinen, socialdemokratischen Skepticis- inlis gegenüber de» Machinationen der Hochfinanz möchte ich sogar beziveiseln, daß thalsächlich der bescheidenere Nutzen deö Conto- Colrenlgcschäfts das alleinige Motiv für de» Rückkauf der Aktie» vildet. Sollte nicht vielleicht eine mit der Bank eugliierte Rltionärgruppe, die noch von früher her oder durch JntcrventionSkäiife im Besitz größerer Aklienbestände ist, das Bedürfnis fühlen, onf diesem relativ günstigsten Wege eine» Teil ihres Bestandes abzustoßen? Nicht ivcniger seltsam ist daS der Bankleitimg von einigen Blättern erteilte Lob, daß sie, nachdem sie den Schaden erkannt hatte, sofort zur öffentlichen Klarlegnng ihres Verlustes durch Ausstellmig einer HalbjahreSbilauz schritt»nd in dieser sich weitester Specifikatio» befleißigte. Noch vor nicht ganz sünf Monnien haben die Verwaliung nnd der Aufsichtsrat in der letzten Generalversammliiig sich befriedigt über den Stand der Gciiösfeiischaftsbank ausgesprochen, nnd doch lvird man keinem Menschen, der sich die Verlustposten ansieht, einrede» können, damals hätten die Herren noch nichts von dem Verlust gewußt. Das hieße sie sämtlich zu Idioten fteiilpelii. Die Ursache der Offenherzigkeit ist einfach, daß man inzivischeii eingesehen hat, die Krise iverde vorläufig noch anhalten, z» vertnschen seien die Verluste schließlich doch nicht, nnd eine HinanSschiebmig' des Eingcstnndniffes könne vielleicht, ivie bei der Schnckcrt-Gesellschaft, die Sache noch verschlimmern. Uebrigens ist die Offenherzigkeit auch jetzt nur eine halbe. Ist auch die Ucbersicht über eiiizelne Konten, z. B. den Effektenbesiand, eine ziemlich genane, so sind andre An- gaben mit so iinzuläiiglicher. Besonders die Svccifikation des 49 Millionen Mark betragende» Debitoren- ConioS. Vielleicht nicht ohne Absicht. ES entspräche einer keines- ivegs seltenen Praxis, wen» beispielsweise imtcr den Privat-Debiloren mit einem Betrag von beinahe 24 Millionen Mark sich manche versteckte Kredite befänden, bei denen im Besitz dcr Bank bcstiidliche Effekten als Unterlage dienten, daß also die Bank, nm ihren Effektcnslnnd geringer erscheinen zu lassen, gewisse Abschiebungen ihrer Effekten vorgenoniine» hätte. ES wird Sache der Aktionäre sein, darüber in der General- versamnilinig AnSkiiuft zn fordern. Herr Dr. Criiger dürfte aller- dings kaum die geeignete Persönlichkeit zur Stellung solcher An- fragen sei». Er bat bisher alS Mitglied deS AnfsichtSrateS nicht gerade besondere Wißbegierde gezeigt. Ohnehin werden die mit der Verwaltung der Bank unznsricdencn Aktionäre gegenüber der ge- schlösfciie» Phalanx der AiifsichtSratSfrenndc einen schweren Stand haben. Verdächtig ist es jedenfalls, daß in letzter Woche bedeutende Posten der Soergel- nnd PnrrisinS-Aktieii antgekailft ivordc» sind. Da es an andreil Griinde» für diese plötzlich erivachte Begierde fehlt, dürften die nicht ganz unrecht habe», die wissen wolle», daß cS sich um eine Mobilmachung zu Gunsten dcr Bankverwalttmg handelt. Tat. Ans Indlistviv nnd HZnndol. Kartellgutachtc». Auf die Aufforderung des Handelslagcs au die Haudclskammcrn, sich zur Kartellfrage z» äußer», antivorlet jetzt auch die HaiidclSkammcr zu Offeubach mit einem längeren Giltachtcn. an dessen Schluß sie ihr Urteil in folgende Sätze zu- sammcnfaßt:„Unter solche» Umständen halten wir jede slaats- seitige Förderung solcher Vereiiibaruiigen für bedenklich; ins- besondere sollten den betreffenden EriverbSziveigen für ihre Versendnngcn ins Ausland keinerlei Vergliiistigungen sei, es durch Zoll- oder Stenerrückvergütimg oder sei es auf tarifarischem Gebiete, gewäbrt mid ihnen der Kampf gegen den anSläildischc» Wettbewerb auf dem deutschen Markt nicht durch hohen Zollschntz er- leichtert werden. Allgemein gültige Fesisetzmige» in der Gesetz- gcbuiig in dieser Beziehung sind ivohl kam» angängig; eS muß vielmehr von Fall zu Fall Stellung genommen iverde». Es kann deshalb auch nicht befiirivortet iverde», daß beispiclSiveise von voniherei» im Zolltarif die Zölle entsprechend benieffcn iverden; doch dürfte es nnsreS Trachtens der Eriväginig wert fei», ob es nicht angebracht erscheint, im Zolltarif-Gesetz eine Bestimimiiig Plag greifen zn lassen, nach ivelcher der BnndeSrat, untcr Zu- stin,»mug oder nuter Vorbehalt der Einholmig der Genehmigung des Reichstages bei seiner nächsten Tagung ermächtigt>vird, die Zölle für Ware», ivclche durch Verembanmg der beteiligten Licferaiiten künstlich im Preise erhöhl oder hochgehalten werden, aufzuheben oder berabzusetzen." Die ijstrcichischc Tcxttl-Jndnstrie hat nach dem Bericht des britischen Konsuls in Prag in den letzten 22 Jahren einen erheb- lichcn Aufschwung gcnonnnen. Die Zahl der uiechanilchen Webstühle hat sich in diesem Zcitrain» mehr als verdreifacht. Man zählt jetzt mehr alS 90 000 mechanische nnd 40 000 Handlvebstiihle, welche etwa 180000 Personen beschäftigen. ES sind znr Zeil nngefähr 3 900 000 Spindeln vorhanden, die mehr als 40 000 Persoucn Bc- (chäftigmig gebe». Dcr technische Betrieb nnd die Fabrikate der östreichischen Textil- indnstric stehen durchaus auf der Höhe. Der neue„Northrop"-Websiuhl hat im Jahre 1901 i» östreichi- scheu Fabriken Eingang gcfinidcn. Die hierdurch erzielte Arbeit- ersparnis ist sehr beträchtlich, da ein Weber zur Bedieming von 12 Webstühlen ausreicht, ivährend bisher hierzu zlvci Personen»öiig waren. Ansienhandcl Frankreichs. In den ersten siebe» Monaten deS laiifendeii Jahres gestaltete sich der auswärtige Handel Frank- reich», verglichen mit dem enlsprccheiiden Abschnitt des Vorjahres, ivie folgt: 1902 1902 1901 mehr-I» weniger— Wert in Tausend Franken Einfuhr: NahrimgSinittel...... 419117 422 058— 2 941. Rohstoffe für die Jndustric.. 1 738 632 1 740 142— 1213 Fabrikale........ 448 758 448 312-+- 446 Zufamuien.. 2 600 507 2 610 515— 4 008 Ausfuhr: Nahrungsmittel...... 390 659 421039— 80 380 Rohstoffe für die Jiidiistrie.. 668 533 273 313 4- 95 273 Fabrikate........ 1 219 415 1 181 033+ 33 382 Poststücke........ 134 852 132 726+ 2 126 Zusammen.. 2 413 214 2 303113■+> 105 401 An die Parteigenossen! Acute, Sonntag, wird unser Veteran Theodor Metzner 'ZU Grabe getragen. Das Leichenbegängnis nimmt nachnuttags Punkt 2 Uhr vom Trauerhause. Skalitzerstraße 59. aus seinen Anfang. Der Trauerzug bewegt sich nach dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde in der Pappel- Allee durch folgende Straßen: Skalitzerstraße, Schlesisches Thor, Warschauer- Brücke, Warschaucrstraße, Petersburgerstraße. Elbingcrstraße. Danzigerstraße, Pappel-Allee. Die Ordnung des Zuges ist folgende: Dem Leichenwagen voran gehen die Parteigenossen des vierten Wahlkreises. Hinter dem Leichenwagen folgen: 1. Parteileitung, Reichstags-Abgeordnete, Redaktion und Expedition des-„Vorwärts", Stadtverordnete, Vertrauens- leute zc., auswärtige Delegierte sowie die Familien-Angehörigen des Verstorbenen, 2. sodann die in den Wahlvereinen organisierten Partei- genossen derart, daß der erste Wahlkreis den Anfang bildet und der zweite, dritte, fünfte und sechste Wahlkreis sowie die Genossen aus Teltow-Beeskow und Nieder-Barnim folgen. Die Parteigenossinnen schließen sich ihren Wahlkreisen an, ebenso die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter. Die Aufstellung erfolgt an folgenden Sammelplätzen: Die unter 1. genannten Gruppen stellen sich vor dem Trauerhause hinter dem Leichenwagen auf. Die Parteigenossen des vierten Wahlkreises, welche dem Leichenzuge vorangehen, placieren sich gegenüber dem Trauerhause an der Gartenmauer. Die Wahlkreise stellen sich in der Zeughofstraße sowie in der Görlitzer- und Lübbenerstraße auf. Der Zug wird rechts und links durch Ordner geleitet, die an einer roten Armbinde kenntlich sind; es bedarf wohl weiter keines Appells, die Anweisungen dieser Parteigenossen strikte zu respektieren. Sobald sich der Leichenzug in Bewegung gesetzt hat, schließen sich die Gruppen in Reihen von sechs Personen in der angegebenen Folge dem Zuge an. Uni die Ordnung aufrecht zu erhalten, kann es nicht ge- stattet werden, daß unterwegs in den Zug Gruppen eintreten Auf dem Friedhofe kann nur eine beschränkte Anzahl Personen Platz nehmen, es werden daher zur eigentlichen Leichenfeier nur bestimmte, vorher auszuwählende Deputationen zugelassen. Die Masse der Parteigenossen betritt den Friedhof nach der Leichenfeier von der Pappel-Allee aus und verläßt ihn ain Ausgange an der Lychenerstraße. Die Polizeibehörde hat die Genehmigung des Zuges davon abhängig gemacht, daß nur Parteibanner und GeWerk- schaftsbanner und zwar mit Flor umhüllt im Zuge getragen werden; Banner von Vergnügungsvereineu sind nicht ge stattet. Ebenso müssen die roten Kranzschleifen mit F l o umhüllt sein. Parteigenossen! Was Theodor Metzner uns war, braucht an dieser Stelle nicht von neuem gesagt zu werden. Ihr alle kennt ihn, den unermüdlichen Vorkämpfer, den lebensfrischen Agitator, der bis zum letzten Augenblick für die Partei kämpfte und wirkte. Ihm, dem schlichten Mann aus dem Volke, der sein Leben lang den Idealen des Prole tariats aus innerster Seele treu geblieben, ihm gilt es, am Sonntag ein ehrendes Begräbnis zu bereiten! Eine zahlreiche Beteiligung am Leichenbegängnis steht in sicherer Aussicht. Thue da ein jeder, was er vermag, um pünktlich zur Stelle zu sein und die Ordnung des Zuges musterhaft aufrecht zu erhalten. Ein jeder wird sich be- mühen, der Würde der Partei, dem Ernst der Feier Geltung zu verschaffen. Parteigenossen k Folgt Mann für Mann unserm wackeren Vorkämpfer zur letzten Ruhestätte! Die Vertrauensleute von Berlin und der Umgegend. Berliner Partei-Angelegenheiten. Erster Wahlkreis. Da uns Herr Thienie, Inhaber der .Kurhallen" am Bahnhof Bellevue, den Saal verweigert hat, findet die Versammlung am Donnerstag, den 28. d. M., in Cohns Fest sälen. Beuthstr.' 20, statt. Reichstags-Abgeordneter Fritz Kunert spricht Über:.Die Notwendigkeit der Weitlichkeit uusres gesainten Schulwesens, eine socialdemokratische Programmfordernng". Parteispedition im zweiten Wahlkreise. Die Genossen, welche zum 1. August d. I. deir.Vorwärts" und sonstige Partei litteratur bei der Parteispedition bestellt, aber versäumt hatte», bei ihrem bisherige» Privatspediteur abzubestellen und so den„Vorwärts" von demselben weiterhin nehmen mußten, werden hiermit ersucht. im Laufe dieser Woche bei dem Privatspediteur abzubestellen und bei der Purteispeditio» zu abonnieren. Weiter wird ersucht, die weitgehendste Agitation für unser Unternehmen, die Parteispedition, zu betreiben, welche geschaffen worden ist im Interesse des Kreises und der Partei. Der Parteispeditenr ist Genosse H. Werner, SW., Mitten- walderstr. 30, vorn parterre links. Die Kommission und die Vertrauensleute. Achtung, Parteigenossen im dritten Wahlkreise! In der Parteiversammlnng, welche am 27. Juni d. I. im Getverkschaftshause tagte, ivurde einstimmig beschlossen, im dritten Berliner Reichstags- Wahlkreise eine Parteispedition für den.Vorwärts" einzurichten, resp. den Bertrieb sämtlicher Parteilitteratur in eigne Hand zu nehmen. Parteigenosse» I Die Vorbereitungen sind jetzt soweit gediehen, daß die Parleispedition ihre Thätigkeit am 1. Septcinber beginnen kann. Zum Spediteur wurde der Genosse St. Fritz, Oranien- straße 157, IV, geivählt. Das Geschäftslokal der Spedition befindet sich Prinzenstr. ZI, Hof parterre. Es ist Pflicht aller Genossen des dritten Kreises, dahin zu wirken, daß. der„Vorwärts" Zc. im Kreise immer größere Ver- breitung findet, und durch unsre Spedition bezogen wird. Partei- genossen, unterstützt uns und agitiert für unsre Parteispedition I Abonnements-Anmeldungen nehmen außer dem Spediteur, die Z a h l st e I l e n des Wahlvereins, sämtliche bekannte Genossen und der Unterzeichnete entgegen. Der Vertrauensmann. Franz Hoch. LO. 26 Admiralstr. 7 IV. Zum dritten Wahlkreise gehören folgende Straßen: Adalbert- straße 24—66. Admiralstrnße. Alexandrinenstraßc 14—117. Alte Jakobstraße. Annenstraße. Bethanien Ufer. Beuthstraße. Branden- burgstr. 17a— 63. Britzcrstraßc. Buckolverstraße.. Briickenstraße. Dresdenerstr. 6—136. Elisabeth-Ufer. Engel-Ufer. Fcilnerstraße. Fürstenstraße. Franzstraße. Hollmannstraße. Jacobikirchstraße. Jnselstraße. Josefstraße. Kaiser Franz Grcnadier-Platz. Kom- mandantenstraße. Köpnickerstr. 30—142. Kottbnser Ufer 46—65. Kürassierstraße. Kurstraße 26a— 29. Kleine Äiirstraße 13-18. Leipzigerstr. 56— 68. Luisen-Ufer 1—46. Luckauerstraße. Mathieu- straße. Melchiorstraße. Michaelkirchstraße und Platz. Naunynstraße 34—58. Neanderstraße. Neuenburgerstraße. Neue Grünstraße. Neue Jakobstraße. Neu-Kölln a./W. Neue Roßstraße. Oberwasser- straße. Ohmstraßc. Oranienstr. 42—165. Prinzenstr. 16— 102, Prinzessinnenstraßc. Reichcnbergerstr. 1—14 und 175—185. Ritterstraße. Rungestraße. Sebastianstraße. Seydclstraße. Skalitzer straße 1— 13 und 137— 147a. Simconstraße. Schäferstraße. Schmid straße. Stallschreiberstraße. Splittgerbcrgasse. Spittelmarkt. Waldemarstraße 24—46. Wallstraße. Wusterhausenerstraße. Sechster Wahlkreis. Am Sonntag, den 31. August, wird im Lokal„Maricnbad", Badstr. 35/36, ein Herbstvergnügen von den socialdemokratischen Parteigenossen der Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen veranstaltet. Bei eintretender Dunkelheit große Kinder-Fackelpolonaise. Tanz in beiden Sälen. Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Billet 20 Pf. Kasseneröffnung 2 Uhr. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Die Kaffecküche steht den ge- ehrten Damen von 2 Uhr an zur Verfligung. Achtung, 6. Wahlkreis, Moabit. Dienstag, den 26. August abends 8�/2 Uhr, findet in den Armininshallen, Bremerstr. 72/73. eine Versammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag des Genossen Dr. Leo Arons über: Die Technik der preußischen Landtagswahlen; außerdem Diskussion und Ver- schiedenes. Nicder-Schönhausen. Wahlverein Bezirk Pankow. Dienstag, abends 8Vs Uhr: Versammlung bei Settekorn, Lindenstr. 1. Tagesordnung: Oertliche Angelegenheiten. 2. Vorlesung 3. Verschiedenes. Neu-Weistcnsee. In der am Freitag stattgehabten Sitzung der Gemeindevertretung wurde die Wahl unsres Genosse Garz wieder» in mit 10 gegen 3Stim>nen für un gültig erklärt, trotzdem er nach§ 41 der Landgemeinde- Ordnung im Mitbesitz eines Grundstückes ist und damit die Wähl barkeit bedingt ist. Die Protestler sind sich klar, daß bei einer eventuellen Klage im Verwaltungsstreitverfahren die Wahl für gültig erklärt werden könne, jedoch wollen sie einmal sehen, wie weit die Rechte eines Eigentümers in einer Landgemeinde gehen. Dieser Standpunkt ist bezeichnend, wenn man bedenkt, daß jeder Gemeinde verordnete beim Antritt seines Amtes durch Handschlag verpflichtet wird, nur das Interesse der Gemeinde, nicht der eigenen Person im Auge zu haben.— An Stelle unsreS verstorbenen Genossen Gerstenberger ivurde der Genosse Schumann iu die Vertretung ein- geführt. Schmargendorf. Dienstag, abends 8V2 Uhr, findet im.Wirts haus � Schmargendorf". Warnemünderstraße 6, eine Volks e r s a m m I u n g statt, in der Reichstags-Abgeordnetcr Genosse Z» b e i l über;„Zeit- und Streitfragen aus dem Reichstage referiert. Zahlreicher Besuch, auch seitens der Frauen, wird erwartet. Ober-Schönetveide. Die Genossen, welche am Begräbnis Theodor Metzners teilnehmen ivolle», versammeln sich im Nestau rant Kaufholt. Abfahrt IVe Uhr von Nicdcr-Schönewcide. Köpcnilk. Die zu heute nachmittag in Müggelheim einberufene Volksversammlung kann Umstände halber nicht stattfinde». GvivevKMNftlirszes. Berlin und Umgegend. Z«»» Streik in de» NilcSwerken wird uns geschrieben Die„Berliner Morgenpost" bringt eine Notiz über den Streik in Ober-Schöneweide, die deutlich zeigt, wie große Bären man der Morgenpost" aufbinden kann. Zwölf Wochen soll nach der Morgcnpost" der Streik bereits daueni. Wahr ist. daß die Dreher seit sechs Wochen und die Former seit drei Wochen streiken. Die übrigen Arbeiter find seit 14 Tagen ini Ausstand. Weiter soll nach der Notiz auf Arbeitsuchende seitens der Streikenden ein Stein bombardement eröffnet sein, so daß polizeiliche Hilfe geholt werden mußte, die kaum im stände war, die Aufgeregten an weiteren Thätlichkciten zu verhindern. Wäre auch nur ein wenig von dem oben Gesagten Ivahr, dann nnißte es jetzt in Ober-Schöneweide nett aussehen. In Wirklichkeit stehen die Dinge aber anders. Während nämlich in der ersten Zeit eine Anzahl Polizisten nnd Gendarmen ständig vor deni Werk an' imd ab marschierten, sind alle diese Posten jetzt zurück- gezogen, iveil für die Beamten absolut nichts zu t h u 11 wo r. Einen besseren Beweis für die musterhafte Haltung der Streikenden gicbt es ivohl nicht. Zur Lohnbewegung der Bauarbeiter. Im Laufe dieser Woche haben bewilligt: Die Firma Krahne mann, Lychener- traße, mit 30 Arbeitern; die Firma O b r i k a t. Ober-Schöneweide. auf zwei Bauten mit 42 Arbeitern, und Baumeister Becker bei den Brückenbauteu am Görlitzcr Bahndamm mit 14 Arbeitern, insgesamt 86 Arbeiter. Die Verhandlungen»ahmen bei den drei Firmen nur kurze Zeit in Anspruch. Zu einer Arbeitseinstclliing kam es nur bei Baumeister Becker, dieselbe dauerte etwa einen halben Tag. Da auch in dieser Woche bei keiner Firnia eine Zurückziehung der Be- willigungen erfolgt ist, so arbeiten gegenwärtig 3500 Mann zu den neuen Bedingungen. Achtung! Bleigläser, Glaömaler ic. Da die Berliner Bleiglajer und Glasmaler betreffs des Arbeitsnachweises mit den Meistern resp. Unternehmern in Differenzen geraten sind, so werden alle auswärtigen Kollegen sowie alle in dieser Branche beschäftigten Personen gebeten, vorläufig Berlin streng zu meiden. Event. An- ragen sind nach Hollmannstr. 33 zu richten. Freie Vereinigung der Bleigläser und Glasmaler. Achtung, Schuhmacher. Der Streik in der Schuhfabrik von Eberls». Trcibmann in Dresden-Löbtau dauert unverändert ort. Die Firma sucht durch Annoncen in bürgerlichen Blättern Streikbrecher aus Berlin zu werben. Wir ersuchen alle Kollegen, Dresden« Löbtau zu meide» und so den streikenden Kollegen zum Siege zu verhelfen. Die Ortsverwaltung des Vereins deutscher Schuhmacher, Berlin. Tentsche» Reich. Stnccatenrstrcik iu Düffeldorf. Eine von ca. 250 Personen besuchte Versammlung der Stuccateure und Plicstcrer Düsseldorfs beschloß, am Montag, 25. August, in den Streik einzutreten. Es handelt sich um Abwehr von Lohnreduciernngen nnd der Arbeitsordnung. Die Unternehnier haben jede Verhandlung abgelehnt. Der Streik wurde mit 163 gegen 4 Stimnien beschlossen. Um Fernhaltung des Zuzuges wird ersucht. Centralverband der Stuccateure ,c. Ter Kölner Maurerstrrik. Am Freitagabend arbeiteten zu den neuen Bedingungen 598 Gesellen und 70 Poliere. Es haben 56 Unternehmer bewilligt. Am Freitag betrug die Zahl der Streikenden noch 303, nachdem viele abgereist sind. Es arbeiten 320 Arbeits- willige bei Unternehmern, die vor dem Streik 669 Maurer beschäftigten. Der dritte Teil der Arbeitswilligen sind keine gelernten Maurer. Die Situation ist für die Streikenden sehr günstig. Am Freitag- abend beschloß eine Versammlung einstimmig, an den Forderungen 0 lange festzuhalten, bis die'Unternehmer zu annehmbaren Zu- geständnissen bereit sind. Der Strasienbahncr-Anöstaud in Aachen. Nach den Mit- teilungen der Streikleitung waren am Freitag von den 136 vor dem Streik beschäftigten Fahrern und Schaffnern 125 im Ausstand. Am Donnerstag fuhren nur 13 Wagen. Die Situation hat sich wiederum gebessert. Die Angestellten der Stolberger nnd Eschweiler Linien weigerten sich, ferner in Aachen zu fahren. Ter Streik der Metallarbeiter bei der Aktiengesellschast für Schriftgießerei und Maschinenbau in Offenbach a. M. dauert unverändert fort. Trotzdem die Firma erklärte, daß bei Beginn des Streikes alle Plätze besetzt seien, hat sie doch außerhalb Engagements- versuche unternommen, weSbalb die Kollegen allerorts vor Zuzug gewarnt tverden, damit die Bemühungen, die Einführung der Lccord- arbeit zu verhindern, auch erfolgreich sind. Streikjnstiz in Stuttgart. Die Prozesse ans Anlaß des Straßcnbahnerstreiks mehren sich. Das Gericht nimmt sich der„ver- Verantwortlicher Siedacteur: Julius Kaliski in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. letzten Ehrender' Streikbrecher mit"einem Eifer an, der'lvcnigstcns in Arbeiterkreisen Kopfschütteln erregen muß. Wir hatten erst kürz- lich mitgeteilt, daß das Stuttgarter Schöffengericht, den an einem Arbeitswilligen gerichteten Zuruf„Streikbrecher" sonderbarerweise als ein Vergehen gegen Z 153 der Gcwerbe-Ordnung auffaßte und den Rufer schwer bestrafte. Jetzt ist aus ganz derselben Ursache und unter denselben- Gründen wieder ein Arbeiter zu einem Mo na t Gefängnis verurteilt worden. Außerdem soll der vcrurteilre Arbeiter den Streikbrecher noch dadurch beleidigt haben, daß er vor ihm ausspie. Noch unverständlicher wie dieses Urteil ist ein andres, welches einen Angeklagten zu vier Wochen Gefängnis verurteilte, weil er den Arbeitswilligen zurief:»Pfui! Schämt Euch!" In Barmen streiken jetzt 480 Maurer, während 113 zu den alten und 73 zu den neuen Bedingungen arbeiten. Auf Zuzug von außerhalb, heißt es, sei wegen der herrschenden günstigen Koiijuiiklur nicht zu rechnen. DaS Magdeburger Gcwerkschaftskartell hat den Genossen Beims aus Osterode als Gewerkschnftssekretär angestellt. Der Holzarbeitcrstrcik in Zeulenroda l dauert noch fort. Wie die„Reußische Volkszeitung" berichtet, hat am 11. Angnst wieder eine Verhandlung vor dem Einigungsamt stattgefunden. Obgleich sich die Vertreter der Arbeiter alle erdenkliche Mühe gaben, eine Einignng zu erzielen, scheiterte an der Hartnäckigkeit der Arbeitgeber und deren Vertreter auch der letzte Versuch, auf gütlichem Wege den Streit zu schlichten. Denn obwohl die Vertreter der Arbeiter den Unter- uehmern soweit entgegenkamen, die Verkürzung der Arbeitszeit statt auf 57 Stunden pro Woche, wie gefordert, auf 58�/2 Stnndcn zu bewilligen, also ganze l1� Stunden Verkürzung der Arbeitszeit pro Woche.'sowie die' geforderten 15 Proz. Lohnerhöhung zu teilen und nur 7�/2 Proz. zu fordern, haben die llnternehmer. diese mehr denn bescheidenen Forderungen abgelehnt. Ausland. Mehrere Eisengießereien in Verona haben ihre Betriebe geschlossen und die Arbeiter ausgesperrt. Der Grund de? Konfliktes ist folgender: Die Unternehmer wollten den Arbeitern Abzüge für die staatliche Vcrsicherungskasse gegen Unfall auferlegen, die Arbeiter verweigerten die Zahlung dieser Beiträge, die nach ihrer Auffassung die Unternehmer allein zu tragen haben. Die Mitglieder des Metall- arbeiter-Vcrbandcs haben beschlossen, die Streikenden durch Erhebung eines Extrabcitrages von 50 Ctm. pro Woche zu unterstützen. An den Minister Gio'litti ist ein Telegramm abgegangen, in welchem derselbe ersucht wird, zu intervenieren nnd dem Gesetz Achtung zu verschaffen. Streiks in Frankreich im Monat Juli. Dem französischen Office du Travait wurden im Juli 35 neue Streiks gemeldet. Die Zahl der beteiligten Arbeiter betrug 6434. Von den 35 Streiks er- streckten sich 25 auf nur je einen Betrieb. Die hauptsächlichsten Ur- fachen waren Forderung auf Erhöhimg des Lohnes bei 20. Wicdcr- einstcllung entlassener Arbeiter bei 3, gegen eine Lohnherabsctzung bei 2 usiv. Nach den Benifen geordnet, betrafenf9 Alisstände die Tcxtil- industrie, 9 das Baugewerbe; sodann folgt die Metallindnstrie mit 5, Bergbau mit 3. Von den 31 im Juli beendeten Streiks wurden 12 durch Vergleich beigelegt, 11 gingen für die Arbeiter verloren, in 7 gewannen sie._ Sociales. Die Zustände auf der Glasfabrik von Siemens in Dresden haben die organisierten Arbeiter Dresdens veranlaßt, sich ihrer niiterdrücktcn Klassengeiiossen ans dieser Fabrik ernstlich anzunehmen. Von der moralischen Mißhandlung der Arbeiter soivie der unerhörten Lohndrückcrci in dieser Fabrik, die seit Jahren da« für bekannt ist, war schon öfter die Rede. Löhne bis fast zu 3 M. herunter für eine Woche kommen vor und es ist keine Seltenheit, daß Arbeiter dieser Fabrik, trotz- dem sie fortwährend in Arbeit stehen, Armcnunterstütznng in Anspruch nehmen müssen. Ermöglicht loird dieser unglaublich« Zu- stand dadurch, daß systematisch rückständige, unwissende Arbeiter aus aller Herren Länder herangezogen und durch den Ilcbersiedeluugs- Vorschuß in fortwährender Knechtschaft erhalten werden. Mit un- erhörteni Tcrrorismus, der durch ein planmäßig ausgebildetes Spitzel- syslein gestützt wird, macht man den Arbeitern die Ausübung ihres Koalitions- und ihres Versammlungsrechts unmöglich. Um dagegen endlich einmal ernstlich vorzugehen, hat das Dresdener Gcwerkschaftskartell eine Protestversaminlnng veranstaltet. In der sehr gut fauch von Fabrikspitzcl») besuchten Versammlung wurden die Zustände in der Fabrik von mehreren Rednern eingehend geschildert und dann folgende Resolution angenommen: . Die im Saale des Volkshauscs am 21, März versammelten Dresdner organisierten Arbeiter protestieren aufs schärfste gegen die unerhörte Ausbeutung und die Rechtlosmachung der bei der Firma Sieniens beschäftigten Arbeiter. Sie versprechen, jederzeit die Glasarbeiter moralisch zu unterstützen. Ganz besonders werden die organisierten Arbeiter ganz Deutschlands aufgefordert, ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß kein Arbeiterunternehmcn(Genossenschaft) die Siemenssche Hütte geschäftlich unterstützt. Da es vorläufig kein andres Mittel giebt, zu Gunsten der SienienSschcn Lohnsklaven ein« zugreifen, muß die Macht der Arbeiterschaft als Konsument geltend gemacht soivie die öffentliche Meinung gegen solche AuSbeutungS- Praktiken aufgerufen tverden." Llttttzvithkett und Depeplsxen. Voi» Kulturkampf. PariS» 23. August.(W. T. B.) Der für die Güter gewisser Kongregationen bestellte gerichtliche Liquidator Menage legte heute nachniittag an einzelne Häuser derjenigen Kongregationen, welche bisher eine Genehmigung seitens der Behörde nicht nachgesucht hatten, die Siegel. In Avignon fand zwischen zwei Jnfanterie-Lieutenants infolge eines Wortwechsels über die Schlicßnng der Kongregationsschnlen ein Degenduell statt, bei welchem beide Offiziere leicht verwundet wurden.__ Nürnberg, 23. Angnst.(W. T. B.) Bei der ReichötagS- Stichwahl Forchheim-Knlmbnch sind bis 10 Ubr abends gezählt für Faber(natl.) 9298 Stimmen, für Zöllner(C.) 8159 Stimme». Siebe» Orte mit etiva 800 Wahlberechiigten stehe»»och ans. Frankfurt a. M.» 23. Angnst.(B. H.) Die„Fr. Ztg." meldet ans Brüssel: Der König hat vor seiner Abreffe das Gesetz betreffend die Ilnterdrückiiiig des Spiels in den Badeplätzc» unterzeichnet. Das Gesetz tritt am 10. Oktober in Kraft. Pilsen, 23. August.d die Vereinigten Staaten haben ein 2lbkomine» getroffen, nach welchem Branntwein und nicht moiissiercnde» Weinen sowie Werken der Kunst bei der Ein- ilhrnng nach Portorico die Tarifcrmäßigungen zugebilligt werden. ivelche auf diese Produkte bei der Einfuhr in die Bereinigten Staaten Anwendung finden. Velgrad, 23. Sliigust.(83. H.) Flüchtlinge ans Alt-Serbici, berichten, die dortigen Älbanesen hätten beschlossen, j,, keinem Fall die Errichtung deS russischen Konsulats in Mitroviea zuzulassen. Die Albancsen brvhe», in kürzester Zeit alle Christen a»S Alt-Serbicn z» vertreiben oder»iedcrzninetzeln. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltirngsblatt. ». m. a mm i. KeilM iies.Fmw" KMer WsdlÄ-»«. i»>>999 Uokalvs. Die nenliche Mitteilung über unsres Metzner Thätigkeit am Vorabend seines Lebens beruht auf falscher Information. Unser Theodor Metzner hielt am Montag, nicht am Dienstag einen Vor- trag bei den Bauarbeitern. Auf den Montag fiel der Geburtstag des Genossen Dimmick, des bekannten Mitgliedes der Agitations- konnnission. Um Theodor Metzner, dem langjährigen Freunde oller Mitglieder der Agitationskommission und regen Mitarbeiter an der Propaganda für die socialdemokratischen Ideen in der Probinz Brandenburg. Gelegenheit zu geben, an der Geburtstagsfeier teil- zunehmen, wurde diese auf den Dienstag verlegt. Eine Sitzung der Agitntionskommission fand nicht statt. Metz'ncr nahm an der an- sprnchslosen Feier in seiner liebensivürdigen. witzige» und lebhaften Art teil. Ucber das Befinden des Stadtrats Gustav Kanffmamt wird aus einen, Privatbriefs des zur Zeit in Friedrichsroda weilenden Stadtverordneten Hammerstein an den Stadtverordneten Leopold Folgendes mitgeteilt:„Heute gelang eS mir, Herrn Dr. Lots lange Zeit zu sprechen und fasse ich meinen Bericht kurz dahin zusammen, daß Kauffmanns Znstand sich derart günstig gestaltet habe, daß wir die sichere Hoffnung hegen können, ihn bereits Anfangs September wieder in Berlin zu sehen. um dann bald wieder seine Thätigkeit aufnehmen zu können. Es berechtigt sein jetziger Gesundheitszustand zu der Annahme, daß er in nicht zu langer Zeit im stände sein wird, den Anforderungen seines Amtes zu entsprechen. Ich stelle es Ihnen anHeim, von meiner Mitteilung Gebranch zu machen und habe mir von Herrn Dr. Lots die Berechtigung hierzu ausdrücklich erteilen lassen, ihm auch gesagt, daß ich deswegen an Sie schreiben werde." Die Direktion der Großen Berliner Straßenbahn hat sich endlich dazu entschlossen, die Bedingungen über die Gültigkeit der Zeitkarten neu festzusetzen nnd dabei dem Publikum ei» wenig mehr entgegen zu kommen. Wie die Direktion mitteilt, trete» folgende Bestimmungen mit sofortiger Gültigkeit in Kraft: Die Zeit- karten berechtigen auch zur Fahrt von und nach solchen Halte- stellen in Seltenstraßen, welche gleichzeitig für den Verkehr des in der Karte vermerkten Stratzenzuges dienen. Auf Plätzen mit mehreren Haltestellen ist die Zeitkarten-Fahrt von und nach allen den betreffenden Platz begrenzenden Haltepunkten zulässig. Die Zeitkarten-Jnhaber sind zur freien Beförderung auch i» solchen Wagen ihrer Kartenlinie zuzulassen, welche bei Betriebsbeginn oder BetriebSbeendignng auf der Fahrt zwischen dem Heimaisbahnhof und der Kartenstrecke, ohne umzulegen, noch andre Straßenzüge be- rühren. Sind indes die Wage» oder Züge auf diesen Fahrte»»nter- ivegs umzusetzen, so beginnt bezw. endigt die freie Beförderung am Orte des Umsetzens. Mit der Umwandlung der letzten Pferdebahnlinie Weddiug- Großgörfchenstraßc in eine elektrische wird der Pferdebetricb bei der Straßenbahn nicht völlig verschwinde», sondern an einer Stelle der Stadt noch auf längere Zeit hinaus aufrecht erhalten werden. Es ist dies zwischen der Hcdlvigskirche und dem Kanstanienwäldchcn der Fall. Da nämlich zwischen beiden die Motorwagen den Opern- platz nicht mit Anhängewagen passieren dürfen, so müssen diese abgehängt und mit Pferden über die Kreuzung hinüber befördert werden. Zu diesem Ziveck stehen auf beiden Seiten beständig je zwei Pferde. Der Sittlichkcitöbcrbrecher vom Steglitzer Schützeuplatz ist festgenommen. Der Mann, der am Dienstagnachmittag in un- mittelbarster Nahe des Steglitzer Schützenplatzcs ei» schweres Sittlichieitsverbrechen an der elfjährigen Gertrud Blümel aus Schöneberg versucht und zum Teil vollendet hat, ist Freitagabend von einem Steglitzer Gendarmen in Trebbin verhaftet worden. Es war ermittelt, daß der Verbrecher sich am Tage der That im Beisein ziveier Personen in einer Schnellphotographenbnde auf dem Schützenplatz hatte photographiere» lassen. Anch nach diese» beiden Begleitern wurde vergeblich gefahndet. Dem in Steglitz stntio- inerten Fußgendarmen Rndloff, der in der Nähe desThatorteS in Civil- kleidung patrouillierte, begegnete auf de» Rauhen Bergen ein Mann, anscheinend Maurer. Der Gendarm fing ein Gespräch mit dem Manne an, wobei dieser zugab, an jenem Tage mit zwei andern Männern in der Photographenbnde zusammengewesen zn sein. Da ermittelt worden war, daß keine andre Aufnahine in der Bnde erfolgt war, stand es fest, daß dies einer der beiden Freunde des Gesuchten sein mußte. Um nicht verhaftet zu werden, gab der Mann das zu; er meinte, daß, der Beschreibung nach zu schließen, der gesuchte Ver- brechet der Maurer Otto Igel ans Groß-Lichterfelde. Berliner- straße 47, sein könne. Sofort begab sich der Gendann mit einem Berliner Kriminalbeainten nach der Wohnung Igels. Dieser war aber von dort unter Mitnahme seiner Sachen— er bewohnte eine Kellerwohnung— bereits gefiüchtct. Der Gendarm erfuhr, daß die Eltern Igels in Trebbin wohnten, wo auch seine Frau sich hin- begeben habe. Gestern abend im, S Uhr erschien der Gendann in der Wohnung der Eltern in Trebbin. Auf seine Frage, ob„Herr Igel" zugegen sei, schnellte ein noch junger, iniansehnlicher Mensch von seinem Platz am Tisch empor und wollte die Thür ge- Winnen. Es Ivar Igel. Sofort legte ihm der Gendarm Handfesseln an und schaffte ihn per Bahn nach Steglitz in das Amtsgefängnis. Unter dem ersten Eindruck seiner Verhaftung hat sich Igel bereits zu eine», Geständnis bequemt; er bestreitet nur noch die ihm vorgehaltenen schwereren Einzelheiten der Steglitzer Unthat. In Rücksicht auf die Kombination mit dem Lustmorde in der Jungfernhaide ivnrde sofort die Berliner Kriminalpolizei in Kennini« gesetzt,»nid gestern mittag nahni ein Kriminalkommissar den Verbrecher in Steglitz in Empfang, um ihn dem Polizei- Präsidium zuzuführen. Igel ist 24 Jahre alt, verheiratet und treibt sich seit längerer Zeit arbeitslos»»»her. Zivei Tage vor der Ans- führnng des Verbrechens hatte er ei» Kind durch den Tot verloren. Von einem Löwen im Zoologische» Garten verlevt ivnrde gestern nachmittag der sechsjährige Sohn des Fabrikanten Groß ans der Nollendorfstraße. Der Knabe war in Begleitung seiner Erzieherin »ach dein Zoologische» Garten gegangen und ivnßte sich dort für kurze Zeit der Aufsicht zu entziehen. Der Kleine ging„ach dem Löivcnzlviiiger. in ivclchen, die Nubier-Löwin am Gitter ausgestreckt lag imd trat, unter die Sperrstange fortkriechend, dicht an den Käfig. Plötzlich langte die Löivin mit ihrer Tatze durch das Eisengitter und schlug nach den, Kopf des kleinen G., den sie au der rechten Gesichts- feite traf. Der blutüberströmte Knabe ivnrde sofort nach der Unfall- statio» im Garten gebracht. Wie der Arzt feststellte, hatte der Kleine, obwohl er von der Tatze des Löwen nur gestreift worden war. doch recht erhebliche Verletzungen erlitte». Durch die Krallen ivar die Haut und teilweise auch' das Fleisch der linken Wange aufgerisse» und mnßte durch mehrere Nadeln zusammengezogen werden. Ein netter„lknndc" hat einen Cigarreuhändler ans der Alepanderstraße 0»m einige Thalersiücke beschwindelt. Dort erschien gestern ein Mann von etwa 35 Jahren mit einem starken dunklen Schnurrbart und in einem schwarzen Gehrock-Anzng. stellte sich als den Gastwirt Naumann vor, der früher in der Nachbarschaft gewohnt und seine Cigarettcn hier bezogen habe. Sein letztes Geschäft in der Gneisenanstraße habe er verkauft und jetzt ein solches in der Landsberger Allee eingerichtet. Für dieses solle sein Hausdiener alsbald 500 Cigarettcn abholen. Zum Schein zog er eine gut gefüllte Börse, dam, fiel ihm plötzlich ein. daß er noch andersivo Zahlungen zu leisten habe. Er bat um 7,50 M.. die der Hausdiener mit dem Geld für die Cigarctten zurückbringen iverde. Aus Freude über den treuen Kunden gab der Geschäftsmann drei Thalerstücke und erhielt als Unterpfand den Kansscheiii eineS Auktionators Soßmann über 83 M. für ge- kaufte Geschäftsuteusilieii. Dieser Schein enthielt den Vermerk, daß die Summe nur gegen diesen v�abfolgt iverde. Als nun weder der Hausdiener noch Naumann erschien, wurde nachgeforscht und festgestellt, daß weder ein Auktionator S., noch auch die angegebenen Gastwirtschaften vorhanden sind. Die Polizei sucht jetzt nach dem Schwindler, der seine Betrügereien auch wohl noch anderweit ver- suchen wird. Mit bedenklichen Unannehmlichkeiten ist der Besuch der Volkskaffeehallen zuweilen verknüpft. Eine der üblichen M a s s e n s i st i e r u n g e n hatte gestern morgen gegen 8 Uhr die Kaffcehalle Neue Schönhauserstr. 13 über sich ergehen zu lassen. Es erschien plötzlich ein größeres Kommando von Schutzleuten, welche die Zugänge besetzten und das Lokal aushoben. Etwa 60 Personen wurden siestiert und nach der 13. Polizeiwache in der Großen Hain- burgerstraße gebracht. Die Mehrzahl der Gefangenen, die sich zu legitimieren vermochten, wurden wieder entlassen. Selbstmord eineS Zlrzteö. Durch Gift getötet hat sich gestern früh der 68 Jahre alte Geheime Sanitätsrat Dr. Hermann Schlesinger, der als Witwer im Hause Chausseestr. 4 ivohnte. Erst vor einige» Tagen kehrte er von einer sechstvöchigen Reise nach Berlin zurück. AIS sein Mädchen sich um 8 Uhr nach ihm umsehen wollte, fand es ihn tot im Bett liegend auf. Obgleich mit Hilfe des Hausverwalters sofort zwei Aerzte gerufen wurden, die Wieder- belcbungsversnche anstellten, so konnte der alte Herr doch nicht wieder in daS Leben zurückgerufen iverden. Ueber den Beweggrund zur That Ivar vorläufig nichts zu ermitteln. Wer hat IS OOV M. verloren? Zn der merkwürdigen Fund- angelegcnheit, über die wir vor einigen Tagen berichteten, wird uns noch folgendes zur Erläuterung geschrieben: Im Jahre 1898 hat ei» Kutscher an der Ecke der Kaiser Wilhelm- straße. vor der Central-Markthalle, eine Ledertasche mit dem genannten Inhalt verloren. Man verdächtigte den Mann der Unterschlagung und die Folge war seine kommissarische Vernehmung. Der Be- schuldigte erließ einen Aufruf in einer hiesigen Zeitung, worin stand, daß er als er in die Halle hineingefahren sei, sich umgesehen und bemerkt hätte, wie ein Man» mit gerötetem Gesicht und dem Aussehen eines Schlächters etwas vom Boden aufhob. Als er, der Kutscher, an Ort und Stelle gewesen wäre, und die Tasche habe vom Wagen nehmen wollen, habe er entdeckt, daß die Bretter wohl infolge des schnellen Fahrens gelockert waren und die dazwischen liegende Tasche anscheinend vom Wagen gefallen wäre, denn sie sei spurlos verschwunden gewesen. Natürlich erinnerte der Kutscher sich des Mannes, der sich zur Erde gebückt hatte, und hielt ihn für den Finder. Doch die Aufforderung an den Unbekannten, sich zu melden, erwies sich als resnltatloS. ES mochten nun, so wird uns iveiter berichtet, wohl zwei Jabre darüber vergangen sein, als eines Tages der Müller Wilhelm W., wohnhaft zn Rixdorf, zu der HandclSfrau Edel, jetzt Pallifadenstr. 103, kam. Beide verhandelten geschäftlich und im Laufe des Gespräches machte die Handelsfrau dem Manne den Vorschlag. sich mit eincin Bekannten Namens Schmiedccke in geschäftliche Verbindung zu setzen, denn er hätte ja doch 12 000 M. gefunden. W. bestätigte diese Vermutnng und Frau E. teilte ihm mit, daß sie die Neuigkeit von der verstorbenen Frau des Dienst- mailns B. erfahre» habe. Die Sache wurde zur Anzeige gebracht nnd in der Vernehmung vor dem Kriminalkonimiffarius Vraun er- klärte Sch., daß er den W. nicht kenne, eine Aussage, die von der Frau E. als unwahr bezeichnet wird. Frau E. erbietet sich, ihre Mitteilung eidlich z» erhärten. Straßcilspmung. Die Straße Friedrichsgracht von der Fischer- straße bis zur Jnsclbriicke wird behufs Erneuerung der Ufer- befestignngc» am Spreckanal vom 25. d. Mts. ab bis auf Weiteres für Fuhrwerke nnd Reiter gesperrt. Fcuerbericht. Sonnabend früh 6 Uhr wurde die Wehr nach dem Moabiter Güterbahnhof gerufen, wo sich ein Waggon mit Preßkohlen entzündet hatte. In der Nacht zum Sonnabend war in der Kirchstr. 1 ein BauKu» in Brand geraten, dessen Ablöschnng indes bald erfolgen konnte. Freitagabend 10 Uhr mußte in der Alexanderstr. 16 in einem Keller ein Feuer abgelöscht werden, daS in der Hauptsache Verpackungsmaterial einäscherte. Gardine» und Kleidungsstücke gingen kurz darauf in der Münzstr. 4 in einer Wohnung in Flammen auf. Gegen 6 Uhr abends hatte die Wehr in der TrcSckow- straße 33 in einer Küche einen Brand z» beseitigen, der den Fußboden nnd die Balkenlage ergriffen hatte. Elisabcth-Ufer 80 wurden in einer Wohnung Möbel durch Feuer beschädigt. Ein Kellerbrand be- schäfligle die Wehr nachmittags in der Alexanderstr. 24. Gegen 6 Uhr hatte Unter den Linden 57 die Schaldecke Feuer gefangen, während in der Schlcsischcnstr. 12 Kleidungsstücke in Flammen standen. Außerdem hatte die Wehr in der Zwischenzeit noch Alarmiernngcn von der Friedenstr. 56 und der Chausseestr. 101 zu verzeichnen, die jedoch nur auf unbedeutende Anlässe zurückzuführen waren. SknS den Nachbarorten. Raubmord in Potsdam. Ein schweres Verbrechen ist gestern vormittag in Potsdam entdeckt worden. Die dort in ihrer in der Spandancrftraße 17 gelegenen Villa wohnende 79jährige verwitwete Justizrälin Anna I ß m e r ivurdc, nachden» man die alte Dame be- reit« mehrere Tage nicht gesehen hatte, mit eingeschlagenem Schädel aufgefunden. Alle Anzeichen deute» darauf hin, t daß Frau Jßmer einem bereits am Donnerstag verübten Raubmord zum Opfer gefallen ist. Von den Thätern fehlt bis jetzt jede Spur. Daß Frau Jßmer mehrere Tage nicht gesehen worden ist, fiel in der Nachbarschaft des Hauses, das von der Justizrätin allein bewohnt worden war, weiter nicht auf. Erst der Umstniid, daß daS vom Bäcker vor der Thür nieder- gelegte Frühstück unberührt lag, veranlaßte die Behörde, in die Villa einzudringen. Auf die Ergreifung des imbekannten Thaters ist eine Belohnung von 500 M. ausgesetzt.— Die Justizrätin Jßmer ist mit ihrem verstorbenen Gatten vor etwa 20 Jahren aus Schlesien nach Potsdam gekommen. Bevor er sie geheiratet halte, lvnr sie seine Wirtschafterin. Sie galt als sonderbar nnd geizig nnd hatte init ihrem Dienstmädchen fortwährend Differenzen, die vor kurzem erst von der Polizei geschlichtet iverden mußten. Ihr letzte« Dienstmädchen lvar nur drei Tage lang bei ihr. Der That verdächtigt wird«in Mann, der am Donnerstag, mittags 12 Uhr die Villa verließ und ein Jackett unter dem Arme trug. Er mußte, um auf die Straße zu gelangen, über das Gitter des Vorgartens springen. Dies fiel indes um so weniger auf. als Frau I. die Gartcnthür niemals öffnete und anch der Brief- träger, der Bäcker zc., wenn sie zur Villenthür gelange» lvollten, über das Gitter hinlvcg steigen mußten. Der Mann, nach dcni geforscht lvird, ist etiva 80 Jahre alt, hat einen dunklen Schnurrbart, ist anscheinend Arbeiter imd trug dunklen Anzug. Die Justizrätin soll etwa 70 000 bis 80000 Mark im Hanse gehabt haben, die sie unter dem Dache versteckt hielt. Das Geld ist noch nicht aufgefunden. Für die Sonderlichkeite» der Er- mordeten spricht der Umstand, daß sie gegen ihre Verwandten, die aus Kottbus zn ihr zn Besuch kamen, den Schutz der Polizei anrief, »nter dem Vorgeben, sie lvollten Geld von ihr haben. Ende Juli dieses Jahres verlangten drei Männer Einlaß in da« Hans Spandauerstraße 17, um angeblich wegen eines entlassene» Dienst- mädchen« mit der Justizrätin' zn sprechen. AIS sie sich entfernte», soll einer der Männer gesagt haben:»Das werde ich ihr noch ein- brocken!" Auch nach diesen Männern lvird gefahndet. Bis zur Stunde ivar eine Verhaftung i» der Mordsache nicht erfolgt. Streik der Feuermelder. Ein eigenartiger Streik ist in Nie der-Schön hausen zum Ausbruch gekommen. Der Gemeinde- vorstand hat bei einer großen Anzahl der Dorfbewohner Fcnermelde- stellen der freiwilligen Fenertvehr eingerichtet. Die Leute sind mit Hörnern ausgerüstet, mit denen sie bei Meldung eines Feuers be- stimmte Signale abzugebe» haben. Nu» ist unlängst der Fall vor- gekommen, daß bei einer solchen Gelegenheit falsche Signale gegeben wurden. Der Gemeindevorstand hat infolgedessen eine Be- kanntniachung erlassen, in welcher er androht, daß er im Wiedcrholungs» falle die Betreffenden in eine Ordnungsstrafe nehmen werde. Um nicht für die Ausübung ihres Ehrendienstes obendrein noch bestraft zu werden, haben die meisten Feuermelder dem Gemeindevorstand ihre Signalhörner zurückgeschickt: sie sind gelvillt, nur nach Auf- Hebung der oben gedachten Verfügung ihren Dienst wieder anfzn- nehmen. Streikbrecher sollen sich noch nicht gefunden haben. Eisenbahn-Nnfall. Durch falsche Weichcnstcllnng geriet gestern nachmittag gegen zlvei Uhr ein Güterziig, der von Halensee nach Schmargendorf fuhr, an der dortigen Gasanstalt auf totes Geleise. Die Lokomotive rannte den Prellbock um und stürzte mit drei hinter ihr folgenden Wagen in den Graben. Der Lokomotiv- führer wurde an der Stirn nicht unerheblich verletzt. Mit leichteren Verletzungen kamen der Heizer und der Zugführer davon. Die drei Verletzten wurden im Stationsgebäude verbunden. NNgcmeine Fainilten-Sterbe-Kasse. Heute Zahltag: Ackerstr. 123 bei Diele und Mariannenstr. 48, bei Liebehenschel, von 3—0 Uhr. GevMzks-Teilung. Der Kanfmann Sergci Alexandroff ans Moskau stand gestern unter der Anklage der Bcamtenbestechnng vor der zlveiten Ferien- strafkammer des Landgerichts I. Der Angeklagte gab an, daß er ain 10. Mai von Moskau nach Berlin gereist sei, um sich einige Zeit hier aufzuhalten. In der Mittagstunde des 14. Mai besuchte der Angeklagte das Bnchbindereigeichäft von Mentzel in der Oranien- burgerstraße. Ein vor der Thür angebrachtes Schild zeigt an, daß dort anch Druckcrci-Arbeiten angefertigt iverden. Der Angeklagte verhandelte zunächst mit der Ehefrau Äcntzel, der er in gebrochenem Deutsch zn erkennen gab, daß er nach einem von ihm vor- gelegten Zinsconpon in russischer Sprache 100 000 Stück ge- druckt haben möchte. Frau Mentzel rief ihren Ehemann, demgegenüber er seine Bestellung wiederholte mit dem Bemerken, daß' die anzufertigende» Scheine mit laufenden Nummern versehen werden sollten, die mit der Nummer 271 000 beginnen und mit der Nummer 371 000 enden sollten. Herr Mentzel schöpfte Verdacht, daß ein schweres Münzverbrechcn zur Ausführung gebracht werden sollte, er bestellte den Besucher zum nächsten Tag in der Mittagstnnde wieder, mir ihm dann den Preis sagen zu können und machte der Kriminalpolizei Anzeige. Als der Angeklagte sich zur verabredeten Zeit wieder einstellte, wurde er von dem Kriminallvachtmeister Hetzschold in Empfang genommen und verhaftet. Auf dem Wege zur Wache zog der Angeklagte sein Portemonnaie, entnahm deniselbeu einen Hundertmarkschein und drückte diesen dem Beamten in die Hand mit den Worten:„Hier, nehmen Sie, aber lassen Sie mich frei, ich muß noch heute verreisen." Der Beamte lehnte ab mit der Be- merknng, daß dergleichen in Deutschland strafbar sei. Der Angeklagte blieb eicht Wochen in Haft, wurde dann gegen eine Kaution von 5000 Rubel wieder auf freiem Fuß gesetzt.' Im Termin behauptete der Angeklagte zunächst, daß er das Opfer eines Mißverständnisses geworden sei, er habe Ansichtspostkarten mit russischem Druck bestellen lvollcn. Die Belveisanfiiahme ließ keinen Zlveifcl daran, daß der Angeklagte es darauf abgesehen hatte, sich gefälschtes Papiergeld zn verschaffen. In betreff der versuchten Bestechung entschuldigte sich der Angeklagte damit, daß man ein solches Vor- gehen in Rußland nicht für st r a f b a r halte und jedenfalls nicht besonders scharf ansehe. Staats- anlvalt Dr. Kux lvies darauf hin, daß der Angeklagte lvegcii Münzverbrechens nicht habe zur Rechenschaft gezogen Iverden können, weil es bei einer vorbereitenden Handlung zu dem Versuch geblieben sei, sein verbrecherischer Wille müsse aber bei der Strafabnicssmig für die versuchte Bestechung in Betracht ge- zogen Iverden. Der deutsche Staat fordere von seinen Beamten Unbestechlichkeit, nehme sie aber anch energisch in Schutz, wenn es jemand versuche, sie vom rechten Wege abzubringen. Im vor- liegenden Falle hätte der Beamte sich und seine Familie unglück- lich machen können, lvenn er der Versuchung erlegen lväre. Der StaatSanlvalt beantragte gegen den Angeklagten ein Jahr Gefängnis bei sofortPcr Verhaftung nnd Einziehung deS Hundertmarkscheins. Der Verteidiger, Rechtsanlvalt Dr. Tiktin, plaidierte für eine weit niedrigere Strafe. Das Urteil lautete auf sechs Monate Gefängnis bei sofortiger Verhaftung und Einziehung des Hundertmarkscheins. NevmiMzkes- Ei» nener Ausbruch dcö Moni Pelöe. Der Dampfer „Dahonie" ist von Port Caftris in Nclv Dork cingetroffcnl nnd berichtet, daß am Donnerstag ein neuer heftiger Ausbruch deS Moni Pelöe stattgefunden habe. Der Dampfer mußte seinen KnrS ändern. «in dem Aschenregen zu entrinnen, lvclcher in großen Mengen auf das Deck fiel. ie VoIksbQhne l./Ä. Abteilung;: Sonntag, den 31. Angaftt9 nachmittags 2�/4 Uhr, im Motropol-Theatei': jolm Oabriel Borkmimn. Die Vorstellungen der übrigen Abteilungen folgen am 7., 14., 21, 28. September und am 5. nnd 12. Oktober. 2, Serie: im I-cMlnK-Thente* Sonnlag, den 1». September, 23/4 Uhr: Die Kleinbürger von Maxim öorki, 9 Bai (InflnAW CÜTiinn am Sonnabend, den 80. Augnat, ÜI nncr'ljHAUliy abends 8l/2 Uhr, im Qewerktchefteliausc. Das Erscheinen aller Ordner ist nötig. IHjT Die Mitgliedskarten für die Saison 1902/8 müssen aus den Zahlstellen abgeholt werden Die Mitglieder werden dringend cranclit, die In den ZahlMtcllcn anfliegenden Fragebogen bctrcITM obligatoriNcher Finttlhrung dos Itühuun- heftes etc. uiiszul'iillcn. 229/20 Der Vorstand. I.A.;«. Wtnkler. .,«1 tl g;er Ii» u sc)i en" 8aa t winkel N»i Spaudaiier Schiffahrtskaual empfiehlt Vereine», Gesellschaften und Fabriken sein am Wald und Wasser gelegeiieS Lokal mit 3000 Zitzpliiise», herrlichein Natnrgarte» und grosto»» Taiizsaal zum geftilllge» Besuch. Für Kremser-Partien be- soiiderö geeignet. Ausspaimung für 150 Pferde. Bestellungen werden anch in meinem alten Geschäft Berlin, Ackerstrafie 21, angenommen. 4737S* Heinrich Hoppe. Hasenhelde 108/114 Arnold Scholl. Heute Sonntag I Cala-Speclalltaten-Vorstellunij.— Cr. Bothe-Komert. sowie Inglich: s EIlte-Monstre-Fenerwerk. Ansang des Konzerts 4 Uhr, der Vorstellung 5 Uhr. Eintritt 25 Pf. Villets im Vorverkauf a 20 Pf. sind in den mit Plakaten belegten Hand- lungen zu habe». Kaffeeküche. 3 Kcgclbahiic». Niiss. Rnlfchbahn. Morgen Montag: Henelta HolTniann. Sviii-!>e» Julialt der Jnseraie iibcr»iiii>»t die Ncdnkiioi« dem Pudljtm» gegenüber keinerlei Bcrnniniorinng. IThrntrv. Sonntag, den 24. August. Opernhaus. Carmen. Anfang 7Vj Uhr. Montag; Die WaMre. Tchanspielhans. König Heinrich der Vierte.(Erster Teil.) Anfang ?'/- Uhr. Montag: König Heinrich der Vierte. (Zweiter Teil.) Neues Oper»- Theater lKroNl. Die Puppe.(La Poupee.) Anfang 7>/z lilir. Nachiniitngs 3 Uhr: Die Geisha, oder: Eine japanische Theehans- gcschichte. Montag: Der Vogelliändler. Im Liedcrspiellians: Ossendach-. Cyclns. Fritzchen nud Lieschen. — Dorothea.— Der Regiments- zanberer. Anfang 8 Uhr. Teutsciics. Die Jüdin oonTolcdo. Anfang l1;, Uhr. NnchmittagS 2f,zUhr: Nosemnontag. Montag: Nora. Lessing. Dame Kobold. Anfang 7-/2 Uhr. Montag: So leben wir. Berliner. Alt-Heidelberg. Anfang 7'/- Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. KLesic». Der lustige Krieg. An- fang V/, Uhr. Nachmittags 3 Uhr zu halben Preisen: Der Wafsenschniied. Montag: Der Troubadoirr. Neues. Ledige Leute. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Nesidenz. Sein Doppelganger. Vor- her: Nach der Hochzeit. Anfang 7-/2 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Thalia. Er und seine Schwester. Anfang 7Vz Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Coli Weist. Gefallene Mädchen. Anfang 8 Uhr. Nachmittags 3 Uhr(ermähigte Preise): Die Viper. Nricdricli-WilhelmstndllfchcS. Spccialitnten- Vorstellung. Auf. 7>/- iUjr. Seccssion. Silberstcins Flitterwochen. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Borstellnng. Wolzogcns Buntes Theater. (Uebcrbrettl.)' Anfang 8 Uhr. Kleines. ScrenisstviuS. Frau Mimi. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Slpollo. Lhsistrata. Specialitaten- Vorstellnng. Anlang l1/, Uhr. Montag: Dieselbe Borstellnng. Wintergarten. Specialitaten. An- fang 8 Uhr. Metropol. Berlin bleibt Berlin. Anfang 7Vz Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Meichshalle». Stettiner Sänger. Ansang 7 Uhr. Passage- Theater. Specialiläten- Vorstellnnft. Ansang»achmitlags 3 Uhr. Passage- Panoptikum,«peciali- täten-Vorstellung. Urania. Tanbenstr.(Im Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Die deutsche Ostseetliste. 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Berliner Gesellschaftsbaus,» I 0 e 1 0 « i i 0 L- __ Köpeuicker Vogelschiesieu. Scbützenliaus Köpenick. d» » 16 Licblenliergerslr. 16, l.ä.s.Ä. Hiermit mache einem geehrten Publikum die ergebene Mitteilung, dass ich das frühere UST* Holtmann sehe FtabliNsement, Lichtenbergerstrasse 16, übernommen und nach vollständiger glänzender L'ingestaltaag und Kenovierung unter obiger Bezeichnung eröffnet habe. Meine eleganten Festsäiemit der grlisstcn Privat- Theaterbiihne Berlins-gre halte Ver einen und Gesellschaften sowie zu Hochzeiten bestens empfohlen. Behagliche Vereinsräumlichkeiten, vorzügliches Kerkau- Billard zur Verfügung Bestellungen nehme jederzeit entgegen. 4850L* Hochachtungsvoll: Alfred Inner. VWtzAFMHPtHVD Große Vogelwiese. Entree frei. Schaukel, Lrastmenschen usw. Schaubuden, Würselbndea, Karoussell, l48S6Ll ZI. Bath«. Deutscher Buchbinder-Verband. DUk- Diejenigen Kollegen und Kolleginnen, die an dem Begräbnis des Geiivslen TK. lietzner teilnehmen wollen, werden gebeten, zwischen 12 und 1 Uhr im Gewerkschaftshause sich einfinden zu wollen. Abmarsch Punkt 1 Ilhr. Zahlreiche Beteiligung erwartet 24/11 _ Die Ortaverwaltnng. herein deiMer Ldnihnilichtr. Montag, de» 25. Aiignft, abends Sl/2 Uhr. in den �«dannls-Sille», Johannisstrahe Nr. Svt Schoharbeiter-Bersammlnng. Tages-Ordnung: 1. Die obligatorische Einsühmng des Lokalfondsbeitrages. 2. Verschiedenes. 169/20 NB. Wir ersuchen die Kollege», sich recht zahlreich an der Beerdigung dnsrcs Kollegen Metzner zu beteiligen. ___ Die Ortsvcrwaltnng. 0aii!iu1ter-I» Kolonne für Arbeiter und Ei Arbeiteriune» Arbeiterinnen. Montag, den 25. August, abcudö 9 Uhr, in der Centrale, Dresdencrstraste 45, Vortrag über Krankenpflege."HW Nachdem praktische Uebungcn. Die Mitglieder der dienstthuenden Abteilung versammeln sich Sonntag, den 24. August, um 1 Uhr mittags, vor dem Trauerhause des verstorbenen Genoffen Metzner, Skalitzerstr. 59, zur Teilnahme av der Begräbnis- seicrlichkeit._■ 261/10 Wter-Railfalirtreii) Barlin. Sonnabend, den 13. September er.• Feier des 9. Stiftungsfestes in den Gesamträumcn des„Böhmischen Brauhauses", Landsberger Allee 11—13, bestehend aus Ball, Reigenfahren, komischen Borträgen, Damenüberrafchungen rc. Eintritt 50 Pf. Kaffeetafel findet nicht statt. Anfang 9 Uhr. Einem zahlreichen Besuch entgegensehend, zeichnet Das Komitee. Feuersteins Festsäle Alte Jacobstrasse 75. 4879* Empfehle meine Festsiile, 300,250, ISO, lOO Personen fassend, zu Festlichkeiten und Versammlungen. Desgleichen Vereinsräume, 150, lOO, SO Personen fassend. Amt I No. 867. Crraumaons Festsäle Namiynstrasse 27. Meine eleganten Salons mit Bühne sind noch einige Sonnabende tmd Sonntage an Vereine zu vergeben. 48808* Fernsprecher Auit IV. Nr. 7324._ Cnstnv Grannianu. Obsts Festsäle, Schöneberg IHeinlngerstr. S. Martin l.utlierKtr. 51. Empfehle meinen neuerbauten Saal nebst Garten sowie Kegelbahnen für Vcreme und Festlichkeiten. Sonntag von 4 Uhr ab: Oartenkonzert bei freiem Entree.— Im Saal jede« Sonntag:«roaser Ball.— Mehrere Sonnabende im Sommer noch stet. Achtungsvoll: Brnnt Obst. Amt IV. 1278. Tretifnin Bade s Volksgarten PgxsstlHt der. elektrischen Straßenbahn(Siemens). VÄT S»Klilitit«.8K|if(iiiij. �Ä'.uV.1, Im vergröberten Parkett-Spicgelsaal: Ball.— liatreelrttcbe. Vereinen zu Sommerkenten bestens empfohlen. s4657L* °-Z.&ae I BERLIN N.[44868*| ■s 26, S3a bftraße 26,- c Bcke P r ins e n- AI le e,? u. 37 Schlieniunnntraase 37, i empfiehlt, wie bekannt, in reellster Aus-« �».S stttllg festtll Preisen: B I Herren- u. Knaben-« ! Garderobe. S Arbeits«achen.-M Grosses Stofflager J zur Anfertigung nach Mass. C Änzug-, Paletot-, Hosen-StotTe. Riinmungs-Ausverkauf!!! 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Jacob, illhaerstrabe, Berlin, und Windscheidstraße, Char- lottenburg, find säintliche organi- sierte Kollegen auf Veranlassung der dort arbeitenden unorganisierten Töpfer ausgesperrt worden. Zuzug ist streng fernzuhalten. Desgleichen dauern die Sperren über die Firmen Hermann Jahnke, Schlaffke und Gebauer unverändert fort. Weiter bringen wir in Erinnerung, daß die Firma Vonhoff wegen rück- ständigen Lohnes an einige Kollegen nach wie vor gesperrt ist. Der Vorstand der Filiale Berlin. Dekanntmachung der Orts-Krankenkaffe sür dm Cewttbebetritß der Kanfleute, ßandelsleute uud Apotheker zu Berlin. Das von der Gcncralvcrsammlnng am 27. Dezember 1901 beschloffene neue Statut ist unter dem 2ä. Fe- bruar 1902 vom Bezirks- Ausscbuß genehmigt worden und tritt laut Beschluß vom 15. Juli 1902 ain Sskoutan. den 1. September d. I., an die Stelle des bisherigen Statuts vour 30. Dezember 1898 und seiner Nachträge. Ibäöb Wir machen besonders darauf ans- merksam, daß mit dem neuen Statut sowohl eine Erhöhung der Beiträge als auch der Leistungen verbunden ist. Das neue Statut wird ans Ber- langen im Kaffenlokal ausgehändigt. Berlin, den 21. August 1902. Der Vorstand. G. Knebel, H. Phtllpsohn, Vorsitzender. Schriftführer. PrachtnichliiW». von 2, 3 lind 4 Zimmern nebst Küche Glibcnerstr. 32 billig zu vermieten. ÜBuss' �alou! Gr. Frankfurterftr. 85. Einige Sonnabende im DLtober, Aloveinber und Dezember sind noch frei. Empfehle meine Säle und Vereins- zimnicr auch zu Versammlungen. 4892L* Wwe. Thccl. Märkischer Hof. Adiniralstrasie 18 c. Säle, 150 bis 400 Personen fassend, zu Versammlungen lind Festlichkeiten, ber lleine auch Sonnlags zu vergeben. Der große Saal ist am 4. Oltober noch frei. s4882L*s 8. Albrecht. Itys GesellscMsiians Brunnenntr. 184. Zu Vergnügungen und Dersamm- lungen empsehle meinen Saal bis 500 Personen sassend. 1350b*«. Fey. Radfahrer! 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Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das langjährige Mitglied, der Kollege Hermatm fierndt am 20. d. MtS. gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 24. d. Mts., mittags 1 Uhr, von der Leichenhalle des Emulans-Kirchhofs ans statt. 104/5 Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand. tetn berZimmerer Berlins mth Umgegend. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Kamerad Aiigimt Lange am Freitag, den 22. August, per- storben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Sonn- tag, den 24. August, nachm. 4Vz Uhr, vom Tranerhause Streustrabe 124, anS»ach dem Weihenseer Kirchhof statt. 257/19 Der Vorstand. Deutscher Metaltarheiter-Verhaud Verwaltungsstelle Berlin. Tolles- Anzeige. Am Donnerstag, den 21. Angnst er., verstarb unser langjähriges Mitglied, der Schraubendreher Gustav Eisenblätter. Ebre seinem Andenkens Die Beerdigung findet am Sonn- tag, 24. August, vormittags 9>/z Uhr, vom Urban aus nach dem Friedhos in Friedrichsfelde statt. Zahlreiche Beteiligung erwünscht 119/14 Die Ortsverwaltung. AuKerordetMiche Getteral-Versummluttg der Vertreter der Arbeitgeber». Arbeitiiehiner der Qrts-Kraukenkasse der Maschinenbau- Arbeiter und verwandten tiewerbe zu Berlin am Dienstag, den 9. Sevtember d.J., abends 8 Uhr, im Könlgstadt-Kasino, Holzmarktstr. 72(Ecke Alezanderstraße). TageS-Ordnung: 1. Antrag des Vorstandes aus eventuelle Verlängerung des Ber- trage« mit dem Verein der ftei- gewählten Kaffenärzte. 2. Zusatz zum Anhang des Statuts Absatz 4. 3. Abänderung des§ 59 deS Statuts. 4. Verschiedenes. 1647b Nach Schluß dieser General-Ver- sammluug findet in demselben Lo- kale und in getrennter Wahl-Ver- sammlung eine Generalversammlung der Vertreter der arbeitnehmenden Mitglieder behufs Vornahme der Wahleines ausgeschiedenen Vorstands- Mitgliedes(franr Schuldt) statt. Anfragen und Beschwerden, zu welchen die Einficht in die Kasten- bücher noitvendig ist, muffen bis zum 7. September d. Js. mündlich oder sibristlich behufs Beantivortnng der- selben in der Generalversammlung dem Vorstande mitgeteilt werden. Zahlreiches und pünktliches Er- scheinen der Herren Vertreter ist sehr erwünscht. DaS Mandat legitimiert. Berlin, den 22. August 1902. Der Vorstand. Aug. LUbke. C. Guthett Orts-Kraukenkasse der Möbelpolierer. Die 6. Abänderung des Statut» tritt am 2b. 8. 02 i» Kraft. Die Ab- änderung ist in den Zahlstellen in Empfang zu nehmen. Die Kaffe zahlt jetzt nur die Mindestleistung und er- hebt Sri, Proz. des Tagelohnö als Beiträge. 274/17 Berlin, 24. August 1902. f. licderhauae, dar ir Montag, den 35. August 1902, abends 8Vj Uhr, bei Feind, Wein- straße 11: Versammlung. 1. Vortrag:„Wie agitieren wir 7- 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 102/11 Der Vorstand. Dr. Simmel, Priazenttr. 41. Specialarzt für 31/8* Haut- und Harnleiden. 10-»2, 5t- 7, Spantags 10—12, äwi, Moabit!-WU pf Moabit! SocialhenwhrMcher Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags-Wahlltrels. Dienstag, den 20. August er., abends 8Vz Uhr: IMT Versammlung in de» Arminiushallen, Bremerstr. 72/73. 249/1 Tagesordnung: I.Vortrag des Genossen Dr. F-eo Arons über: Die Technik der Landtagswahlen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um recht rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Montag, den 25. August, abends 8'/« llhr, im Gewerkschaftshause, Engel-ttfer 15: SniirlieiiRi'ZMliillliiz der Korbmaclier. Tages-Ordnung: 1. Der Arbeitsnachweis der Korbniacher-Jnnnng Berlin. 2. Vranclicit- angelegenheit. 3. Verschiedenes. 87/15 Die Kouunlsslon. Donnerstag, 28. Anglist, abends 8'/« Uhr, im„Englischen Garten"» Alexanderstr. 27 c: Bwlnemiilni der ladentisiler. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Böske über„Arbeiterorgauisalion und Unter- nehmer-Organisation". 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verbandsangelegen- heiten und Verschiedenes. Die Werltstatt-Kontrolllronlnilsslon. Dienstag, de» 26. Angnst, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause» «Ngel-Ufer 15(Saal V): Biwlmramninx der Jalousie-Wter. Tages-Ordliuiig: 1. Bortrag(Referent und Tbcina werden in der Bersanimlung bekannt gegeben). 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheit. Der Obuianu. Montag, Bezirk Friedrichsberg. , den 25. Nttgnst. im Lokal des Herr» l-utterbüse, Friedrich Karlstr. 11: Bezirks-Wer Sammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Güth. 2. Diskussion. 3. VerbandSangelegen- heiten. 4. Verschiedenes. Steck- und Celhiloid- Arbeiter. Mittwoch, bei« 27. August, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel-ttfer IS(Saal VII): Bra liehen-V ersaiasmluBi� TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Waldeck Manasse über:„Pfaffen und Soldaten". 2. Diskussion. 3. Bericht des Gewerbegerichs- Beisitzers. 4. Vorschläge zu demselben. 5. Werkstattaiigelegenheiteii und Verschiedenes. hmiii- ii. CkIInIiiidlraitrcrlmcll-MeUer. Dienstag, den 26. Angnst, abends SVa Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel-ttfer 15(Zimmer 10): Krauchen-Uersammluttg. Tages-Ordnung: 1.„Die Jiiuung und die Sperre bei Streich". 2. VerbandSangelegen- heiten. 3. Verschiedenes. Recht zahlreichen Besuch erwartet Die Kouuulsslou. Musikinstrumente«-Albeiter. Mittwoch, den 27. Angnst. abendS SVj Uhr. im GewerkschaftShanse» Engel-ttfer 15(Saal III): Branehen- V ersauimluug. Tages-Ordnung: 1. Vortrag 2.„Ter 60 Pf.-Beitrag in der Zahlstelle Berlin und wie stellen wir uns dazu?" Referent: Kollege Exuer. 3. Diskussion. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. AW- In dieser Versammlung müffen sämtliche Fragebogen aus- gesiillt zurückgegeben werden. Zahlreichen Besuch erwartet_ Die Konuulsslon. Deutsch. Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel-User 15, Zimmer 1—5, Telephon Amt 7 Ar. 353. Sonntag, de» 24. Angnst er., vormittags 16 Uhr: Morgensprache der Schraubendreher bei HVetzel, Wraiigelstrasi« 186. DienStag, den 26. Angnst 1962, abends 8 Uhr: BezirksTersammlnug nir de» Osten bei Keller, Koppenstrafte 29. Tages-Ordnung: 1. Vortrag deS Herrn Dr. Stolner:„Erdbeben uud Vulkan-Aus bräche." 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Die Frauen der Kollege» sind besonders eingeladen. Dienstag, den 26. August 1902. abends 8 Uhr, im GewerkschaftS- Hanse, Engel-ttfer 15, Saal VIII: Nadler, Geflechtsspmner und Hilfsarbeiter). Tages-Ordnung: 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheite» und Verschiedenes. Versammlung der Drahtarbeiter (Schloffen 1. Vortrag. DienStag, de» 26. Angnst, abends S'/s Uhr: VersaininlüRg der Sold- und Silberarbeitei und verwandter Bernfsgenossen im Dresdener Garten» DreSdenerstraste Nr. 4S. Tages-Ordnung: I. Vortrag des Kollegen Schefflet über: Die staatliche Arbeitslosen- Versicherung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 119/15 Zahlreiches Erscheinen erwartet Die Ortsverwaltung. Verband der Tapezierer. (Filiale Berlin.) Montag» den 2S. August, abends S'/a Uhr, im Grwei'kschaftS- Hause» Engel-Ufer IS, Mitglieder r- Vers�mmlomg. X. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 178/5 Die Verbandsleitiiiig. Warenhaus A.Wertheim Extra-Preise Lolpzig�rstr. 132—135(Versand-Abteilung). Rosenthalerstr. 27—29.— Oranlonstr. 62—55. Montag, Dienstag, Mittwoch: Handarbeiten vorgezeichnet mit Applikation und Schnurarbeit Küchenspind-Decke 45pf Plätteisenbezug Frühstücksbeutel Eimerspinddecke Wasserleitg.-Schoner 70". Ausgussbehang 66". 40 pf. 40 pf. 70" Tischläufer Klammerbeutel 96" Wäschebeutel 96" Brotbeutel 70" Waschleinenbeutel Klammerschürze 1.15 wt Waschkorbdecke 1.25 m*. Plättbrettbezug 1.50 m*. Küchentisch-Decke Ibomh. Küchen-Handtuch Issm* Besenvorhang T opf lappentasche Ruhekissen«u voiant 2.15 Mk. 40" 80" mit Hohlsaum, reinleinen Stock 85 Pf. Stubenhandtücher 1".°.»'"� 7 5.1.15 Küchenhandtücher 65 Bestecktaschen Kr>2«.»»<».,.1, fertig 1 ,io Korsets Empire od. Qürtelform 1.35�. GÜrtelfOrm creme Satin 2 Alk BrOCh� halbhoch 2 Mk. Grau Satin echt Fischbein 3.80 Alk. Bandstoff mit langer Hüfte 3.40 Mk. Satindreil lange, gerade Form 2.10 Alk. GraU mit rier Strumpfhaltern 4.30 Mk Hip spring Neuheit 6.75 Mk. Hauskorset mit Oummieinsata 2.70 Mk. Schürzen Tändelschürze wei.» Rips 60pf. " einfarbig mit Besäte 58" *• gestr. Batist m. Spitze 8 0 Pf. Damen-Hängeschürze 2.io "»» Olngham 2.30 Mk. Wirtschaftsschürze Ho1"" 95" n Olngham m. Volant 86" 1.05 Mk. imitiert Leinen mit Volant einfarbig. Rips* Qn m. Achselband X.OU Mk, Olngham mit Q«n«i, Achselband dS.SO Mk. Kinder-Hängeschürzen bedruckt Rips ca. 45 80 88 75 80 85 60 90 68 cm lang 95 " Klöbel isrlsck RiiHnlf Rürtcrh Oranlenstrasse 73, tsm» Wem wäre die Möbelfabrik für bürgerliche Wohnungeeinrichtnngen IIUUUII Dul Idllll, rwisch. Alexandrinenstrassse u.Moritz- Pla te, nicht bekannt? Grösste Auswahl in meinem extra dazu erbauten, 4 Etagen hohen Fabrikgebäude. Empfehlenswerte Ein kaufs- qaelle für BPfllitlClltC. 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Hevbatpnletota, helle Hoaen, dunkle Honen, nchwarze Honen, Sonntngn-Honc niid verkauft alSbann für daS Meistgehot... ES liegt m der Natur der Sache, daß solche KonkurSmassen-Käufe billlg sind. Wer Tausende hmlegen muß, thut dies nur, wenn das Lbjelt billig ist. Wer so billig gekauft hat. kann billig verkaufen. Auf solche Welse habe Ich daS AdolF Inrnelnkzrsche Konkursmasse» Lager, bestehend w Herren- und Knabengarderoben. billig erworben und aus meinem Hauptgeschäft komplettiert. Ich stelle dasselbe W i n t e r f e I d t s t r a 8 s e 7, in nächster Nähe der PotSdnmerstraß«, zum vollständigen AuSverkanf. Derselbe kann vorausflchtlich nur kurze Zeit dauern, da der Laden wieder vermietet werden soll. Vorhanden stnd: ----——------— Rock- und mer en K>aärhonen, Arbeit nhonen, pc Sommer-Wa�ch- and liodensaclien Winter- Joppeng Winter-PaletotSj Arbeltnnnchen, Lelbchenhoaen, Knabenhosen, Knabenjoppen, Knabenpaletotn und vieles andre. Der«erkauf findet wochentags von« btS 8. 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Jetzt hat Stockholms Armen- pflegerat sich ans eine Anfrage des Ober-StatthalteramteS dafür ansgefprochen, daß jene Beschränkung auf die zur Konmumalivahl Berechtigten fortsalle und allen verheirateten Frauen vo>n 25. Lebensjahre ab die Wählbarkeit sowohl zur Armcnkommission als auch zum städtischen Armenpflegerat zugestanden werden soll. UittorAvislszes. General Franz SieyclS Denkwürdigkeiten. Ueber den Tod des Generals Siegel, der tm amerikanischen Freiheitskriege so große Erfolge errnngc», den deutschen Lesern aber besonders durch seine Beteiligung an dem badischen Anfstand bekannt ist, berichtete» wir bereits. Seine Denkwürdigkeiten ans der Zeit der Revolntio ns jähre, in denen Siegel eine ganz bedcuteude Rolle vorzüglich in den Kämpfen zwischen Badcnscrn und Preußen spielte, werden in aller Kurze im Verlage von I. Bcnsheinicr in Mannheims erscheinen. Die Herausgabe' besorgt der Reichstags- Abgeordnete Wilhelm Bios. Wir möchten jetzt schon»nsre Leser ans diese Erinnerungen hinweisen, die einen Veitrag zum Verständnis der„tollen' Jahre abgeben werde». Witterungsübersicht vom 23. August 1902, morgens 8 Uhr. Stationen Swlnemde Hamburg Berlin Frankf./M. München Wien äe |E h 769 Still 768 SO 769 iWSW 768 O 769 SO 768 NW 755 D 762 WSW 760WSW 766SO Wetter iSA �7 Eid 8hlb.bed lüvolkig 2ivolkig l.wollenl 11 16 15 14 Wetter-Prognose für Sonntag, den 24. Angnst 1902. Wärmer, vielfach heiter, aber veränderlich mit Gewitterneigung und mäßigen südwestlichen Winden. GtnsegnttttKs» Anzüge keielilialtixstk! lVilswaM in den neuesten Moden und ver- seliiedensten Webarten, sowie Kammgarn, Satins, Clieviots, Ripsgarn, Drapes, Meltons usw. 33, 30, 27, 24, 21, 18, 15, 12, Qjr Jeder Käufer eines Einsepunys-Anzuges erhält reizende Beigaben umsonst. 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