Mr. 310. Kdoimement»-Kedingungen: ObonnemenlS-Pre>» pränumerando: Vierteljährl. ZLo Mr., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei in» Hau«. Einzelne Numw-r 6 Pfg. SonntagZ- Slummer mit ill»Nr>-rl»r Sonntag»» Beilage„Tie Neue Welt" 10 Psg. Post- Abonnement: l.lv Mark pro Mona». Eingetragen in der Post-Zeitung«- Preisliste für 1908 unter Br. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für da« übrig« Ausland S Mark pro Monat. 19. Jahrg. Fit Inftrlkosts-Gevlly» betragt für die sechsgespaltene Koloner» zetle oder deren Raum«0 Pfg., für politisch« und gewerls chaftliche Verein«- und Versammlung«-Anzeigen 20 Pfg. H&Utnt Anfeige»" jede! Wort 5 Psg. (nur da» erste Wort fett). Inserate für die nächst« Nummer müssen bis l Uhr nachmittag» in derEkvedttton abgegeben werden. Die Srpcdllton ist an Wochen- tagen bt» 7 Uhr abend«, an Sonn- und SesttaAen bt» S Uhr vormittag« geöffnet. Erschein! kZglich ausser»onlag«. Nevlinev Volksblstk. Telegramm< Adresse» »Porialdemokrat Berlin« Gentralorgan der socialdemokratisthen Vartei Deutsrhlands. Redalttwn: 19, Veuth-Skrahe 2. Fernsprecher t Amt I. Nr. IKO«. Dienstag, den 9 September I99A. Expedition: s�v. 19. Benth-Strahe 3. Fernsprecher: Amt I. Nr.«131. Guittung. rinnen der Buchbinderei von M. durch O. B. 10.—. Mitstl. holze 1.10. Von» aufgelöste» 22.—. Griindersche Werkstatt, Im Monat August gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge ein: Altenburg S.« A., Wahlkreis 300,—. Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 6. Kreis 160,—(darunter R. K. bv,—. Bierprozcnte von Pool u. Schacht 14,90, d. Neuser 1,75). 6. Kreis 8200, (darunter Automatenfabrik Hartwig u. Vogel in zwei Raten 23,—, Arbeiter- Radfahrer der Provinz Brandenburg öv,—, Arbeiter Nadfahrerverein.Vorwärts" 3,—, G. I. Moabit, Juni— Juli 6,—, Acht lachende Erben und ein Enterbter aus Sibirien 16.30. Bier Prozente der Zimmerer, Bau Schmidt, Bensselstr. 7,—. A. B. Mister 2,—, Schiedsgericht 20,—.) Berlin, diverse Beiträge: Von Vervandsmit- gliedern der„VolkS-Zeitung" 12,—. Von den Arbeitern der Neuen Berliner Genossenschaftsbäckerei in zwei Raten 48,—. Unfallsache Schröder durch Körsten 20.—. Nachfeier eines Junggesellen der tirma Dette u. Co. durch M. St. 2,—. L. u. H. B. 10.—. Konto ucharbeiter vom Weddiug 6,—. Ueberschnst einer Sammlung der Arbeiter v. Spinn und Sahn, Wasserthorstr. 5,83. Vom 537. Bezirk als Ueberschust einer Kranzspende für den verstorbenen Gcn.F.Schipplick?, 20. W. M.. Ouitzowstr. 89, 10,—. Krauzüberschuß der Werkstatt voi» Duusky 1,80, Dr. L. A. 60.—. Von den Arbeitern und Arbeite Babing 10,—. Setzer bei Weber der U.-Dr. 6,90. A. F. Nudel Verein der Bilderrahmeinuacher 1. Kreis 10,—. Waldmenschcu durch Putzke 10,—. Ueberschutz bei einer Landpartie der Einsetzer der Schönhauser Vorstadt 4,—. A. Qu.. Bocckhstr., 6,—. Vom Begräbnis des alten Ritter, Nixdorf durch O. 3,40. Dehme!, Auseinandersetzung 30,—. Kranzllberschnß von den Arbeitern der Firma Bernhard Joseph 23,10. P. 4, 13,40. Gesammelt am Begräbnistage von Tb. Mctzner von Paul 4,55. Drei social demokratisch gesinnte Techniker 2,—. Polierer von Klug 10,—. Gutenberg 24,15. E. Kunz 9,60. P. S. 50,—. 81. B. 50,— Brieg, von den Parteigenossen durch O. P. 30,—. Bochum, Wahl kreis, durch den Kreisvertr, A. Sch. 403,60(darunter von den Ge nofsen der Orte Weitmar 60,—, Bochum 50,—, Somborn 25,— Langendreer 25,—, Eickel 20,—, Herne 20,—, Harpen 20,—, Hamme 20,—, Linden 15,—, Altenbochum 9,60, Bärendorf 8,—, Bommern 8,—, Dahlhausen- Hösterholz 5,—, Baak 5,—, Unter-Dahlhausen 6,—, Querenburg 5,—, Ober-Dahlhausen 5,—, Jahresbeitrag des Kreises 100,—). Bruchsal 5,—. Breslau, socialdemokratischer Verein 60,—. Charlottenburg, ges. von 4 Genossen des 8. Bezirkes Kremserpartie 3,65. Charlottenburg. Krauzüberschuß von den Ar beitern der Firma Kühlftein, Automobil-Adt, durch B. 2,60. Dresden, Uebersch. der Kranzspende beim Begräbnis des Ge». W. Dresden Pieschen 6,60. Dresden, Geschenk vom Ritter Kuno an Emil K. 60,—. Dabringhausen, durch W. M. 3,—. Dortmund-Hörde, Wahl kreis, durch den Kreis-Vertrauensmann 200,—. Dresden, Merkur 5,—. Eisenach, durch R. 15,—. Eppendorf, ges. auf einer Gebnrts- tagSfeier beim roten Michel 2,60. Falkenberg(Oberschl.) 2,—. Forst i, L., von Parteigenossen 200,—. Gera, Wahlkreis Reuß j. L. 100,—. Gotha, durch de» Vertrauensmann 2 Raten 60,—. Gäfrath b. Solinge», socialdemokr. Volksverein 30,—. Gntschdorf b. Striegau 3,—. Griinberg i. Schl, gesammelt bei einer Z» sammenkunft v. Genossen der Kreise Griinberg und Schiviebus Züllichau in Tschicherzig 6,—. Gelsenkirchen, von den Genossen 80,—. Gießen, E. K. 10,—. Greiz, Wahlkreis Reuß ä. L. 160,—. Hamburg, in der Expedition des„Echo" eingegangen im Monat Jilli 81,—, im Monat August 127.50, Summa 208,60. Hohen- stein-Ernstthal, von, Bolksverei», II. und III. Quartal 10,—. Hamburg, ursprünglich vom Verbände der Zimmerleute, Zahl- stelle H. für Belgien gesammelt 406,55. Hanau. Wahlkreis Hanau- Gelnhausen- Orb 100,—. Heßler, von Genossen 5.—. Hastedt bei Bremen, v. Genossen 10,—. Hamburg. 2. Wahlkreis 2500,—. Hnlver- ftodt, Rckzhl. durch T. i. M. 300,—. Hamburg. 3. Wahlkreis 300,—. Karlsruhe, Beitrag d. Parteigenossen 180,—. Kiel, von den Partei- genossen durch H. 160,—. Lichterfelde, Radfahrerklub.Concordia", für d. nächsten Reichs- und Landtagsivahlen 20,—. Langerfeld, vom Verein f. volkstüml, Wahlen 20,—. Ludwigshafen a. Rh., voin Ver- lag der«Pfälzer Post" 600,—. M-Gladbach, v. Wnhlverein 12,—. München, vom socialdemokratischen Verein München, Gau Südbayern, 2. Quart. 1902 83,60. Markranstädt, von den Parteigenossen 60.—. München, Waldläufer 6,—. Nürnberg. Marcel 6,—. Neviges-TöniS- Heide, allgem. Arbeiterverein 16.—. Nürnberg-Altdorf, svcialdemokr. Berein 20,—. Nordische Wasserkante 26 000,—. Niederzwönitz, 19. sächsischer Reichstags» Wahlkreis 50,—. Offenbach a. M, vom hessischen Landeskomitee 376,97. Olbernhau, gesammelt »ach der Versammlung in Dittmannsdorf 3.80. Pforzheim, vom socialdem. Verein 9,70. Rahnsdorf, 3i. u. P. 6,—. Richzenhain, A. B. V. Juli u. August 6.—. Stheydt, Beitrag des Wahlvereins 6,—. Schweinfurt, von Parteigenossen 20,—. Seesen a. H., vom 3. Brannschweiger Wahlkreis 10,—. Straßburg i. Elf., Allvater 5,—. Stuttgart, G. U. 10,—. Stralsund, aus der Schuttecke des ArbeiterkasinoS 6,—. Solingen, durch den Kreisvertrauensmann vom Volksverein in Solingen 16,—, desgl. in Wald 10,—, Sa. 26,—. Stahmeln-Leipzig, rote Kindtanfe 3,—. Verden, 6. hannov. Kreis, 2. und 3. Quartal 60,—. Wandsbek, socialdemokratischer Berein 400,—. Württemberg 100,—. Witten, gesammelt bei einem gemütlichen Ausflug durch den Vertr. L. P. 2.60. Berlin, den 3. September 1902. Für den Parteivorstand: A. G e r i s ch. Kreuzbergstr. 30. Krachende Throne. Hetzende Scharfmacher beschuldigen gern die Socialdemokratie, daß sie gewaltsam Throne stürzen ivill. So nnsinnig diese Beschul- dignng gegen die S o c i a l d e m o k r a t e n ist, die nicht, als um- gekehrte Byzantiner, in der monarchischen Stantsform den Urgrund des Ucbels erblicken und nicht vom monarchischen Zusammenbruch alles Heil erwarten— so gicbt es allerdings eine Beb öl- kerungsschicht. gegen die sich mit Fug die scharfmacherische Anklage richten könnte, und es giebt eine große politische Partei, welche die veruichtungsfroh gegen die Throne Stürmenden nachhaltig z» unterstützen bereit ist. Welches ist diese Bevölkerungsschicht? Welches ist diese Partei? Es ist, wie leicht zu erraten. dieSchicht der«notleidenden Landwirtschaft", es ist diePartei der konservati.ven Agrarier! lieber die Lage im sächsischen Vogtland giebt das Organ des konservativen Landesvereins imKönigreichSachsen eine düstere Schilderung, um alsdann diesen politischen Schluß zu ziehen: «Das sind trostlose Verhältnisse. Gelingt es nicht, eine Wendung zum bessern und eine allmähliche Gesundung lunsres Bauernstandes herbeizuführen, dann ist sein Ende nicht allzu fern mehr. Wenn das aber einmal besiegelt ist, die zur Verzweiflung getriebene Landbevölkerung mit dem Prole- tariat der Städte sich vereinigt, dann werden die Throne zusammenkrachen, und es wird ein Chaos herrschen, bis aus Blnt nud Brand und greuclvollcr Ver- Wüstung sich langsam wieder geordnete Znstälide hermiswinden können. Schon hört man aus Bauernmund harte Anklagen gegen die Gleichgültigkeit der Regierenden, eine früher ungckannte Erbitterung hat in diesem geduldigen zähen Stande um sich gegriffen: möge man diese Zeichen der Zeit richtig deuten und nicht unterschätzen, der Fehler könnte sich eines Tages schrecklich rächen." Mit freudigem Griff übernimmt das Berliner Agrarierblatt dieses Bekenntnis zur Regierungsfeindschaft und zum Sturz der Throne. Die„Deutsche Tageszeitung" erklärt das«Stimmungs- bild" deS„Vaterland" ausdrücklich als«wahrheitsgemäße Schilde rnngen der Stimmung und ihrer»nrnisbleiblichen Folgen"; die Worte des„Vaterland" seien«ernst, tiefernst, bitterernst und mögen manchem nicht angenehm in die Ohren klingen: ober wahr sind sie. unzweifelhaft wahr, bitter wahr". Und weiter bestätigt das Biindto blatt die in seinen agrarischen Anhängerkreise» herrschenden Umsturz� Pläne, indem es sagt: «Die Erbitterung in der landlvirtschaftlichen Bevölkerimg wächst und wird tiefer. Soll man sie ignorieren oder leichtherzig als gleichgültig behandeln? Das wäre' das Thörichtste und Gefährlichste; dann würde sie weiter fressen und die bösesten Folge» zeitigen. Nur dann ist sie zu dämmen, wenn mau ihre Quellen verstopft. Es ist eine schier unglaubliche Thor heil, zu wählten, sie sei künstlich gen, acht. Wer die Stimmung kennt, der weiß, daß die Erbitterung dort am tiefsten ist, wo die agrarische Einwirkung am geringsten ist. Wir schüren sie nicht; wir haben genug und über genug damit zu thun, sie zu beschwichtigen. Geschürt wird sie nur durch die, die sie hochmütig von oben herab abthun oder die Zustände, die dazu ftihrte», weiter dauern lasten wollen. Und was werden die Folgen sein? Nun, das„Vaterland hat sie scharf und erschreckend gezeichnet. Man täusche sich nicht! Die Füße der Throne stehen nur fest, so lange sie in dem gewachsenen Boden des Bauerntums»nd des Mittelstandes wurzeln. Das ist keine rhetorische Phrase, wie man wohl gesagt hat. sondern eine geschichtlich bewiesene, unwider legliche Wahrheit." Die Socialdemokratie, die man verleumdet, daß sie arme Ar- beiter, die Besserung ihrer Not erkämpfen»vollen, künstlich reize, hat keinen Anlaß, der Erklärung der„Deutschen Tageszeitimg" zu inißtrauen, daß ihr agrarisches Gefolge auch ohne bllndlerische Schürnng ernsthaft erbittert und umsturzgeneigt ist. Es ist That fache: Während der Arbeiter, der ein Lebe» der Entbehrungen und Erniedrigungen lebt, der zu zehrender Krankheit und vorzeitigeni Tode verurteilt ist, in Demut und Hundetreue zu seinem Herrn aus winseln soll, ivofern er nicht mit Ausnahmegesetzen und Gefängnis gestraft sein will, sind da die Konservativen des„Vaterland" und der„Deutschen Tageszeitung", die offen bekennen, daß ihre Anhängerschast— welche, mag sie noch so notleidend sein, sich in behaglicher Lage befindet gegenüber der Arbeiterschaft— in ver- zweifelter Erbitternng sich erhebt u»d, sofern nicht schnell Besserung geschaffen»vird, geneigt sei, einen Zustand herbeizuführen, in dein die Throne zusammenkrachen. Wenn freilich die konservativen Feinde der Throne auf einen Vcrivüstungsbund ihrer Landbevölkerung mit dem städtischen Proletariat himveisen, der das Land ist ein ChaoS von Blut und Brand stürzen»verde, so sollen sich die Konservativen gesagt sein lasse», daß die socialdemokratische Gesinnung des städtischen Proletariates dieses frevelhaste Bündnis verlvirft. DaS socialdemokratische Prole tariat»vill nicht ein Chaos greuelvoller Verivüstung, wie eS die Konservativen»vollen, sondern eine höhere und»vahre Ordnung des Gesellschaftslebeus. Es ist eine schnöde Beleidigung, dem Proletariat ein Bündnis mit konservativen Mordbrennern anzutragen. Doch das konservative„Stimmungsbild"»vird erst vollständig, »venn der Grund, um»velchen die konservativ-agrarische Heugabel- Revolution anheben soll, in Erinneriiiig gezogen»vird. SO Pfennig Brotwuchermehrung— das ist das Feldgeschrei deS konservativen Umsturzes I Man gebe ihnen 60 Pfennig Brotzoll mehr als die Regierung geben ivill und sie»volle» vor den Thoren Wacht halten .königstreu b i S auf d i e K n o ch e n". Man veriveigere 60 Pf. Ueberzoll und die Konservativen stürzen das Land ins Chaos und zertrümmern die Throne!— Der britische Gewerkschaftskongretz. London, 6. September. Eine lehrreiche Koi»greßwoche liegt hinter uns. Sie»vor lehr- reich, da sie»vohl geeignet erscheint, die noch herrschenden schiefen Ansichten über die Wünsche und Bestrebungen der Trades- Unions zu zerstören. Die Verhandlnngen standen vollständig unter dem Eindrucke des Taff-Vale-Entscheides. Alle Delegierten ohne Ausnahme erblickten in diesem epochemachenden Urteile eine ernste Gefahr für das Bereinigungsrecht der Arbeiter. Nicht ei» einziger Trade- Unionist erhob ferner in unziveideutiger Weise der Legende der»euseeländischen Schiedsämter ein Ende gemacht. Er sprach mit aller Entschiedenheit den Gedanken aus, daß nur ein neues Geiverkschaftsgesetz die geiverkschaftliche Aktionsfreiheit wieder herstellen könne, und daß ein solches Gesetz»»ur durch die politische Aktion der Arbeiter zu er- reichen sei. Ueber diese Punkte war nicht der geringste Meiiiungsnnterschied bemerkbar. Dagegen beginnt die Schlvierigkeit über die Form der politischen Aktion. Soll sie unabhängig sein oder nicht? Dies ist die Frage der nächsten Jahre. Denn der 35. Trades-UnionSkongreß hat sie nicht beantlvortet. Ans der Thatsache, daß der Kongreß eine socialistische Resolution emstimmig annahm, darf man keine Schlüsse ziehen. Es wäre besser gewesen, wenn diese Resolution weniger Einstimmigkeit und mehr Diskussion hervorgerufen hätte. Es ist bis zur Evidenz klar geivorden, daß es absolut keinen Zlveck hat. derartige Resolu- tionen vorzuschlagen. Wir sind noch nicht so»veit. Die Einstiinmig- keit bedeutet hier Gleichgültigkeit. Der Geist der englischen Arbeiter ist nur für die Frage der un- abhängigen politischen Aktion reif. Das ist die äußerste Grcnzej an die er durch den Taff-Vale-Entscheid, durch eine unangenehme, greif- bare Erfahrung gebracht»vurde. Hier gilt es einzusetzen. U m diesen Punkt hat sich die socialistische Taktik zu bewegen. Alle Agitation, die darüber hinausgeht, ist Energie- verschivendung. Weiter. Der Mittelpunkt des gewerkschaftlichen Interesses wird jetzt nicht»»ehr in den Trades-ttnionS-Kongreffen, sondern in den Konferenzen des Komitees für parlainentarische Arbeitervertretung zu sucheir sein. Die Betvegungen dieses Komitees sind nunmehr genau zu beobachten. Wie ich aus zuverlässigster Quelle weiß, ist in diesem Komitee noch nichts entschieden. Die Ereigniffe und Agitationen der nächsten Jahre können zu einer Loslösung der Arbeiter von den bürgerlichen Parteien führen. Das ist, in kurzen Worte»», das Resiimee der Verhaiidlunge» deS Kongresses und der Bestrebungen der britischen Arbeiterklasse. Gehen»vir zuin Bericht über die Kundgebungen des Kongresses über, die de» noch herrschende» uuklaren Geisteszustand des britischen Proletariats in deutlicher Weise hervortreten lassen. Die Demonstration. Trotz deS strömenden Regens»vor die Demonstration am Sonntag sehr erfolgreich. Die„Times" geben zu, daß die Beteiligung eine imponierende war. Sie berichteten von„imxosing diinensions". Von den im Hyde Park gehaltenen Reden sind besonders die von den Arbeiter-Abgeordneten D. I. Schackleton, I. Kcir Hardie und John Burns zu erivähnen. Die beiden letzteren ließen in„auf« reizender" Sprache nichts zu wünschen übrig. Hardie»var weniger rhetorisch als wuchtig. Schackleton sagte:«... Infolge der Lordentscheide ist die Lage der Gewerkschaften eine kritische gelvorde». Der Taff-Vale-Entscheid, der dies beivirkte, hat aber den politischen Fortschritt der Arbeiter in unvergleichlicher Weise gefördert. Ist den Arbeitern noch etlvaS Vvn ihrer Energie geblieben, so müssen sie sich mit aller Entschiedenheit dem Gedanken der parlamentarischen Ver- tretung zulvenden. In der Arbeiterpolitik liegt»»isre Hilfe." Hardie erklärte:.... Wir haben ui»S heute in Massen versaininelt, um Einspruch zu erheben gegen ein ungerechtes Urteil un« gerechter Richter. Die LordS haben»ins um 100 Jahre zurückgeworfen." Er plädierte für unabhängige politische Aktion. JohnBurns naniite die„Times" ein großes, aber brutales Organ.„Der Kampf gegen den TradeS-Unionismus ist ein Kainpf gegen die edelste Kulturarbeit. Der Trades-Unioi»ismus ist eine Revolution durch eine Reihe von Reformen; unterdrückt man ihn, so wird es zu Reformen nur durch eine Revolution kommen." Die von den Demonstranten an- genommene Resolution sprach sich gegen den Taff-Vale-Entscheid aus; sie verlangt ein neues Gesetz, das aber nur dann angenommeir »verde» kann, wenn die Arbeiter eigne Vertreter inS Parlament schicken. Die übrigen Redner, die diese Resolution unterstützten, sprachen alle ebenso frei»vie Hardie und BurnS. Die socialistische Kritik, die daS ganze Jahr hindurch an dein Lords- entscheide geübt»vorden»var, kam letzten Sonntag bei den vielen Tausenden von Gelverkschaftlern zum Borschein. Die Begrüßungsreden. Montagvormittag»vurde der Kongreß in der Stadthalle von Holborn eröffnet. Mr. Steadman übernahm den Vorsitz, be- grüßte die Delegierten und erteilte den» Präsidenten des Londoner Grafschaftsrats das Wort. Dieser belvillkommncte die Vertreter der britische» Arbeiterklasse in herzliche», Worten und»vies a»lf die Bedeutung der organisierten Arbeit sowie ans die modeme munizipale Thätigkeit hin und fügte hinzu:„Die Arbeiter haben vollkommen recht,»ven» sie den höchsten Preis für ihre Arbeit verlangen, aber für einen anständigen Lohn muß auch anständige Arbeit geleistet »verde»." Hierauf sprachen Mr. Gregory, Vorsitzender des Geiverkschaftskartells, und Gen. James Macdonald. Letzterer sprach sehr matzvoll und drückte die Hoffnung aus, dieser Kongreß möge eine neue Aera in der englischen Arbeitergeschichte eröffnen. Der nächste Redner war John Bnrns. Er sagte:„Ebenso»vie die Arbeiter in der Fabrik vereinigt sind und zusammen an ihrer» Werke schaffen, so müsse» sie auch in der Ge- meinde»nd im Staate zusammenhalten. Die Zeit ist kritisch. Die Industrie ist im Niedergänge begriffen, die Löhne fallen, die Presse ist uns feindlich gesinnt, das Parlament steht uns unsympathisch gegenüber und mit schlveren Schlägen fallen über u»S die Wächter des Gesetzes her. Die Aufgabe des Kongresses muß deshalb sein, die Wogen der Reaktion zurückzudrängen.... Ich bin dessen geiviß, daß die Trades-Unions es nicht gestatten»verde», die britische Arbeit unter das Joch skrupelloser Monopole zu bringen. Was die Kosten auch sein mögen, die Angriffe der Plutokratie inüssen l sich, uin das geschilderte Uebel abznschlvächen. Der Kongreß hat Iznrückgeiviesen»verde»»." J» dieser»vnchtigen Weise sprach Burni.
der Dem de» 500 BewerlschaftSdelegierten mit stiirmischcm Beifall be- griißt und«m gehört Ivurde. Die Delegierten verlangten sodann, daß Kair Hardie sprechen möchte. Das Parlamentarische Koinitee hatte indes »nr Londoner Gäste eingeladen, Hardie ader ist Vertreter eines walisischen Wahlkreises und durfte deshalb nicht reden. Es sprachen noch der Abgeordnete W. N. Cremer(ein altes Mitglied der Internationale) und Bowerman, der Sekretär der Buchdrucker, dem die Nolle zu- gefallen war, den Rcdneni zu danken. Er bezeichnete Bums Rede als eine der größten, die er je gehört. In der That, die radikale Ansprache von BnrnS versetzte den Kongreß in eine radikale Stimmung. Dieser Umstand hat sicher- lich zur Annahme von radikalen Resolutionen beigetragen. Der Jahresbericht. Das Parlamentarische Komitee
v ii r d i g st e» Kriege der neuesten Zeit.... Der Taff-Vale- Entscheid rief eine große Aufregung unter den Gewerkschaften hervor und das P. K. war ununterbrochen mit dieser Frage beschäftigt." Dann folgt eine Aufzählung der Schritte, die in dieser Richtung gethan wurden, sotvie der verschiedenen Konferenzen über Konrzoll. AlterSpeiisionen.SchnIvorlage. schließlich der verschiedeneu Deputationen bei de» Ministern im Interesse der Arbeiter. Unterstützungen von Streiks ec. Der Bericht bemerkt noch:.Da« Urteil Bighams scheint darauf hinzuweise», daß die Zeit der ungünstigen Entscheide vorüber sei. Das Urteil ist sehr wertvoll, aber eS hat auch seine Gefahren." Zu bemerken ist hier, daß keiner der Delegierten die Ansicht des P. K. über Bighains Entscheid teilt. Es herrscht vielmehr die Meinung vor. daß dieses Urteil die Rechtslage der Geivcrkschaften nicht geändert hat. und daß daraus irgend welche Schlüsse nicht zu ziehen sind. Nicht so rosig wie der Bericht des P. K. war die EinleitungS- rede des Vorsitzenden Mr. S t e a d m a n Sie war eine sehr beredte Schilderung der reaktionären Strömung in der inneren und äußeren Politik Englands und forderte die Arbeiter auf, mit aller Entschiedenheit für eine starke politische Vertretung zu sorgen..Blicke» Sie weder nach rechts, noch nach links; die Arbeiter- intercsscn sollen Ihre Leitsterne sein." Die Diskussion über den Bericht. I. O'Grady beantragt, den Passus über die Krönung ans den» Berichte zu streichen. Gilbeh(Maurer) unterstützt den Antrag und sagt:.Ein Arbeiterparlament hat nichts mit der Moimrchie zu«hu»; Königtum und Proletariat haben kein Interesse für einander." Der Antrag Ivurde mit 162 gegen 69 Stimmen verworfen. I. Ward(Straßenpflasterer) beantragt, den Passu» über den Krieg folgendermaßen zu fassen:»... das Ende ein,« der merk- würdigsten und ungerechtesten Kriege der neuesten Zeit." Nach einer heftigen Debatte wurde der Antrag mit völ 000 gegen S14 000 Stimmen angenommen. Drew(Textilarbeiter) beantragt, dem Paffus über die Schul« Vorlage hinzuzufügen:.ES ist die Pflicht jedes Arbeiters, denjenigen Abgeordneten und Kandidaten eine Niederlage zu bereiten, die für die Schulvorlage eintreten oder eintreten wollen." Der Antrag wurde ohne Abstimmung angenonunen. Parlamentarische Arbeitervertretung. In dieser Frage wurde beschlossen:„ES ist nötig, daß die Be- strebungen für die politische Aktion von einer Centrale aus reguliert würden. DaS Komitee für parlanientarifche Arbeitervertretung wird deshalb beauftragt, eine Konferenz derjenigen Körperschaften einzuberufen, die für die politische Aktion eintreten, um eine gemein- same Grundlage zu schaffen für die politische Thätigk'eit der Arbeiter." Dies ist die wichtigste positive Resolution. Sie kann, wenn richtig durchgeführt, die schärfste Waffe im Befreiungskampf des britischen Proletariats werden. Die Jnlriguen der liberalen Partei werden gegen diese Resolution gerichtet sein. Wie die Leser des »Vorwärts" wissen, werden diese Jntriguen bereits gesponnen. BersöhnungS« und SchiedSämter. Ueber diesen Punkt lagen dem Kongresie drei Anträge vor; die umfassendste wurde von den Dockern gestellt:.In Erwägung, daß die Trusts und die Konzentration des Kapitals eine ernste Gefahr für die ganze Gesellschaft in sich schließen, verlangt der Koügretz, daß die industriellen Konflikte durch Versöhnung«- und SchiedSämter ge« schlichtet werden. Diese Aemter sind nach neuseeländischem Muster einzurichten." Die Debatte war eine ungemein hitzige. Es war klar, daß die Delegierten sich mit diesem Antrage lange beschäftigt hatten. Der Tafe-Bale-Entscheid zeigte die Gefahr der� Streiks; man suchte deshalb nach einem andren Mittel, die Kämpfe zwischen Kapital und Arbeit auszutragen. Vierzehn Delegierte beteiligten sich an der Debatte und noch mehrere erhoben sich und baten ums Wort. Ein Schlußantrag machte jedoch der Debatte ein Ende. Für den Antrag trat mit vieler Beredsamkeit der Sekretär der Docker ein. Ben Tillett war vor mehreren Jahren in Neuseeland und brachte den Plan der SchiedSämter nach England. Seine Rede war eine Ausarbeitung deS Antrags. Gegen den Antrag sprachen u. a. W. Thorne, W. EummingS(Kesselschmiede) und E. Cowcy (Bergarbeiter). EummingS sagte:.Ich war im Briefwechsel mit Kesselschmieden in Neuseeland und sie erklärten mir mit aller Entschiedenheit. daß das Schiedsamts- Gesetz nicht zum Nutzen der Arbeiter ausschlage. Die entscheidenden Richter sind voll von Klassenvornrteilen und glauben, daß die Ber- hältnisse der Arbeiter viel zu gut wären." Cowey erklärte:.Nach den Erfahrungen, die die Gewerkschaften in den letzten 18 Monaten mit Gerichtshöfen machten, können wir den Antrag nicht annehmen. Die Gerichtshöfe sind gegen die Arbeiter eingenommen. DaS'obli- gate SchiedSamt bedeutet den Tod der Gewerkschaften. Ich bitte Sie, den Antrag zu verwerfen." Die llbstimmnng erfolgte unter großer Spannung. Der Antrag wurde mit 961 000 gegen 303 000 Stimmen abgelehnt, worauf der Kongreß in stürmischen Beifall ausbrach. Da« Gewerkschaftsrecht. Der Abgeordnete R. Bell begründete in scharfen Worten folgenden Antrag:»Der Kongreß protestiert mit allem Nachdruck gegen die gewerischaftsfeindlichen Urteile der LordS und der andern Gerichts- Höfe, da sie gegen die klare Absicht der Gewerkschaftsgesetze auS den Jahren 1871 und 1876 verstoßen, den Arbeitern das Recht der Ver- einigung rauben und ihre mit so vielen Opfern gesammelten Fonds in ernstester Weise gefährden. Wir verlangen deshalb 1. ein neues Gesetz, daS in nicht mißzuverstehender Weise dasjenige Recht sichert, welches unS im Jahre 1871 gewährt und uns durch den Taff-Vale-Entscheid geraubt wurde; 2. die Legalisierung des friedlichen Streikposten- stehenS; 3. die Rechtmäßigkeit deS Streiks; 4. eine klare Definition des Begriffs der Verschwörung; 5. eine klare Kodifikation des ArbeiterrcchtS, damit wir wiffen, ivas erlaubt und was ver- boten ist." Rechtsanwalt Browne, der Beistand deS P. K.. erklärte, eS gebe kein andres Mittel als ein neues Gesetz. Er machte auch den Arbeiterabgeordneten den schweren Vorwurf, daß sie am 14. Mai bei der parlamentarischen Debatte über den Taff-Vale-Entscheid nicht vollzählig zur Abstimmung erschienen sind. Der Vorwurf wurde nicht widerlegt. Bells Antrag wurde einstin, mig angenommen. Jugendliche Arbeit. Ein Antrag, die Beschäftigung von Kindern unter 16 Jahren in Fabriken zu verbieten, wurde mit 635 000 gegen 614000 Stimmen angenommen. Socialistische Resolution. Der Vertreter der Cigarrenarbeiter begründete folgende Resolution:.Der Kongreß erblickt in den Trusts eine ernste Gefahr für das Wohlergehen der Gesellschaft und erklärt, die einzige Lösung dieser Schwierigkeit sei zu finden in der Nationalisierung der monopolisierten Industrien." Der Ab- geordnete W. Abraham(walisische Bergarbeiter) sprach dagegen. Er ermahnte die Delegierte», praktisch z» sein und sich nicht in fromme Wünsche zu verlieren. Obwohl seine Mahnung einige Zustimmimg gefunden hatte, wurde der Antrag einstimmig angenommen. Wie wenig Wert diese Annahme hat, sollie sich unmittelbar dar- auf zeigen. Der Vorsitzende verlas nämlich eine telegraphische Ein- ladung deS Brüffeler Internationalen socialistische,, BureanS, den Amsterdainer Internationalen socialistischen und gewerkschaftliche» Kongreß im Jahre 1903 zu beschicken. Hätten die britischen Dele- gierten die soeben angenommene Resolution verstanden oder ernst genommen, sie hätten sicherlich dem Telegramm zustimmen müssen. Da« war aber keineswegs der Fall. Die Einladung hat nicht den geringsten Widerhall gefunden. Die Absurdität der Annahme von socialistischen Resolutionen auf britischen Gewerkschafts-Kongressen ist noch nie so schlagend bewiesen worden. Die meisten der in unsrer Korrespondenz vom 2. September an- geführten Resolutionen wurden von, Kongrcffe gebilligt. Von wirk- licher Bedeutung waren indes nur die Verhandlungen über die Re- solutionen betreffs parlamentarischer Arbeitervertretung, obligater SchiedSämter und de« Gewirkschaftsrechts. Ihr Motiv war der Taff-Vale-Entscheid.° Diesem wird der politische Fortschritt zu ver- danken sein, den das britische Proletariat in den nächsten Jahren vielleicht machen wird. Allerdings weiß daS die Bourgeostc ebenso gut wie wir. Allein es ist zweifelhaft, ob die wirtschaftliche Lage eS ihr gestatten werde, von ihrem Wissen Gebrauch zu machen. »« ♦ Wahl der Beamten. Ins Parlamentarische Komitee wurden u. a. gewählt: Boivernia», Thorne. Cowey, Steadman, Bell. Um den Sekretärposten bewarben sich Ben Tillett und San, Woods. Die Wahl ergab folgendes Resultat: Woods..... 1 103 000 Stimmen Tillett..... 280000 Woods, der seit 1894 diesen Posten inne hatte, wurde also mit einer Mehrheit von 823000 Stimmen wiedergewählt. Volttisthv Mebovfiitzk. Berlin, de» 8. September. Eine deutsche Seehcldenthat. Der Angriff deS haitianischen RebellenführerS Firmin auf die deutsche Ehre hat eine prompte Sühne gefunden. Schneidig, wie Deutschland nun einmal gegenüber— Haiti ist, hat eS ohne lange Verhandlungen die ultima ratio seiner Kanonenschlünde sprechen lassen. Die schwarze Großmacht Haiti hat es nun zum zweitenmal erfahren, daß Deutschland nicht mit sich spaßen läßt. Die glänzende Sühncthat Deutschlands wurde durch das offiziöse Depcschenbureau der ehrfurchtsvoll erschauernden Welt durch folgendes in ganz besonders großen und fetten Lettern gedrucktes Telegramm verkündet: New gork, 7. September. Ein hier aus Haitien eingegangenes Telegramm meldet, daß das haitianische Rebellen- Kanonenboot„CrSte ä Pierrot" durch das deutsche K r i e g s s ch i f f.P a n t h e r" an der Hafeneinfahrt von GonaiveS in den Grund gebohrt worden ist. Die Besatzung hat sich gerettet. So hätten wir denn endlich doch einmal«ine Seeschlacht ge- wonnen l Deutschlands Seegeltung wird im Kurs rapid empor- chnellen. Freilich schrumpft der Sieg durch folgende nähere Dar- stellung deS kriegerischen Vorgange» nicht unerheblich zusammen: Der Kommandant S. M. S.„Panther", Korvetten-Kapitän Eckermann hatte den Befehl erhalten, da« seeränberische Kanonen- boot»Cröte ä Pierrot" aufzubringen. Der.Panlher" begab sich izu diesem Zweck von Port au Prince nach Gonaives, wo er den. Erbte a Pierrot" vollkommen überraschte. Es ivurde nunmehr von dem deutschen Kommandanten folgendes Ultimatum gestellt:»Flagge innerhalb einer Viertel- stunde streichen, Schiff räumen und keinerlei GefechtSvorbereitungen treffen. Sonst erfolgt so- fort ig er Angriff." Der„Panther" hatte schon vorher„klar zum Gefecht" gemacht. Die Flagge wurde daraufhin innerhalb der gegebenen Frist g e st r i ch e n und der. P i e r r o t" von der Mannschaft verlassen.„Panther" hatte die Absicht, den.Pierrot" hieraufbin in Schlepp zu nehmen. Bald jedoch erfolgte— offenbar durch.Pierrot"- Mann schaften. absichtlich hervorgerufen— die Explosion der Hinteren Pulverkammer, welche das Achterschiff zerstörte und in Brand setzte. Hierdurch wurde das Jnschleppnehmen durch„Panther" unmöglich, da weitere Explosionen nicht ausgeschlossen waren. Da aber außerdem hierin ein seindlicherAkt erblickt werden mußte und die v o r d e r e n Geschütze noch gebrauchsfähig waren, so ließ der Kommandant S. M. S.„Panther" auch die vordere Pulver- k a m m e r und den Kessel durch Granatfeuer zur Ex- plosion bringen. Als dies geschehen, brach„Pierrot" ans- einander und sank. Der Sieg war also durch eine Ueberrumpelung äußerst wohlfeil errungen. Und eigentlich haben die Rebellen ihr Schiff Selbst in den Grund gebohrt, wenn auch der Korvettenkapitän auS Besorgnis vor den„noch gebrauchsfähigen Kanonen' des ver- lassenen(I) Schiffes die Leiden deS«Erste ä Pierrot" verkürzte. Ob nun damit dem.Völkerrecht" Genüge gethan ist oder ob der „Panther" auch noch auf die beiden andren KriegSkanoeS Firmins Jagd zu machen angewiesen ist? Nach einer Meldung der»Frankfurter Zeitung' soll die amerikanische Bundesregierung die Beschlagnahme der Waffen an Bord der»Marcomannia" nicht al« Seeraub ansehen, wenn sie eS auch nicht für nötig halte, gegen die abweichende Ausfaffniig Deutschlands zu protestieren. Warum sollte Amerika auch Deutschland den kleinlichen Ehrgeiz nicht gönnen, einen haitianischen Rebellenhänptling zu demütigen. Amerika weiß ja nur zu gut, daß Deutschland sich ängstlich hüten wird, die Ansprüche der Monroe- doktrin auch nur im geringsten zu verletzen. Amerikas Auffassung, daß in, Falle der„Marcomannia" kein Seeraub vorliege, ist immerhin interessant, da unsre deutsche Presse nicht laut genug über den„frechen Sceranb" zetern konnte. Diese Entrüstung über die haitianisch« Verletzung de« KricgSrechts ist um so ekelhafter, al« die Großmächte das Völkerrecht ja gewohnheitS- mäßig mit Füßen zu treten pflegen: Amerika auf den Philippinen, England in Südafrika und sämtliche Mächte in China. Der Secraub des Nebellenführers unterscheidet sich nur dadurch von den Räubereien der Großmächte, daß Firmin nur einer jener kleinen Diebe ist. die man zu hängen pflegt.— Fleisch» ot. Den Beweis dafür, daß nicht die Fleischer an der Ver- teuerung schuld sind, giebt, wie die„Freis. Ztg." ausführt, die Statistik für die Fleischpreise, speciell die Schweinepreise in, Großhandel. Nach dem Statistischen Jahrbuch des Reiches be- trugen die Großhandelspreise für Schweine Lebendgewicht mit 20 Proz. Tara in Berlin im Durchschnitt 1899: 94.8 M., 1800: 96.6 M.. 1901: 113 M. Am 6. September d. I. wurden auf dem Viehmarkt die Schlveine mit 13-1 biS 128 M. für den Doppeleenlner bezahlt. Es liegt also gegenüber dem Durchschnitts- preise von 1899 eine Prcisvertenerung von über 30 Proz. vor. AuS dem Erzgebirge wird uns geschrieben: die ärmste Be- völkerung Sachsens darf den Anspruch erheben, die höchsten Preis- steigerimgen für Fleisch und Fleischwaren in Sachsen erduldet zu haben. Die Handels- und Gewerbekammer Planen, deren Gebiet d'as Erzgebirge und das Vogtland ist, hat Ermittelungen über die Fleischpreise in, Kleinhandel in 29 Städten angestellt, deren Resultat ein geradezu erschreckendes ist. I» fast allen Städten sind die Fleischpreise enorm g e st i e g e n. DaS Pfund Schweinefleisch stieg in Scknieeberg von 67.6 auf 80 Pf., in Eibenstock von 70 ans 80 Pf., in Mühltroff gar von 65 ans 80 Pf., in Werdan[von 68,8 auf 73,1, in Zwickau von 67.5 ans 75, i» Crinnnitschau von 70 auf 77.3, in OelSnitz von 70 auf 80, in Auerbach von 70 ans 30 Pf. und so weiter. Der Prei« für ein Pfund geräucherten Speck stieg in Plauen von 80 auf 86. in Schneeberg von 75 auf 86, in Zwickau von 7 6,2 auf 80. in Reichenbach von 70 auf 86, in Aue von 90 auf 95 Pf.. deS- gleichen in Hartenstein, in Markneukirchen von 86 ans 95 Pf. usw. Wie eine arme Weberfaniilie noch 95 Pf. für ein Pfund Speck aufbringen soll, ist unbegreiflich! Von den Tischen der Musik! n st runie n te n- Arbeiter und der Weber ist Fleisch und Speck nahezu verschwunden. Wie die Kammer ermittelt hat, sind auch die Preise für Rind«, Hammel- und Kalb- fleisch ebenfalls gestiegen. Der Fleischverbrauch aber ist von 16 740 030 Kilogramm im Jahre 1900 ans 14 611 577 Kilogramm oder um 3 338 433 Kilogramm gesunken! Während noch 1900 ans d e n K o p f der Bevölkerung 23.63 Kilogramm Schweinefleisch enlfielen, verringerte sich diese Menge 1901 ans 21,14, d. i. um 2,54 Kilogramm I Insgesamt weist der Verbrauch an Schweine- fleisch eine Verminderung von 10,73 Proz. auf! Außer diesen erschreckenden Ziffern weist die Kammer schließlich»och»ach, daß die Zahl der geschlachteten Hunde und Pferde verhältiiiSmäsjig stark gestiegen ist. Dieselbe Kanimer war es aber auch, die In ihrem letzten JahreZ- bericht offen konstatierte, daß die Löhne der Arbeiter infolge der Krise vielfach erheblich gesunken und die Unternehmrrgewinne um über 2 Millionen Mark gestiegen seien. Wenn der Zolltarif-Entwurf mit den erhöhten Blrhzöllen Gesetz werden sollte, so ist da« Erzgebirge und das Vogtland ihrerseits dem Hungertyphus ausgeliefert k Au« Elfaß-Lothriiigen schreibt man un«: Die»mgehenre Teuer»»» der Fieischpreise wird hier zu Lande um so unangenehmer empfunden, als sich jenseits der französischen Grenze die niedrigen Preise dieses notwendigsten Lebensmittels nach wie vor unverändert behaupte» und unsre Grenzbevölkerung die gewaltige Differenz deS- halb um so deutlicher empfinden lassen. Die Klage» über die drängende Notlage der unteren Volksschichte» werden innner lauter und finden jetzt auch in der gouvernementalei, Presse ein Echo, die bisher gegen die hermetischen Grenzsperr-Maßregel» der Regierung nichts einzuwende» hatte. So schrieb man dieser Tage der nationallibcralcn„Straßburger Post" ans dem Weilerthal im Ober- Elsaß: „Die Fleischpreise sind weiter gestiegen und sind bald nicht», ehr zu erschwingen. Da sind die Bewohner auf der andern Seite der Vogese» besser daran. Dort gilt das Fleisch 34 Pf. pro Pfund weniger wie hier. Von der Ver- günstig, mg. 4 Pfund zollfrei herüberzubringen, wird fleißig Gebrauch gemacht. Doch gilt das nur für die angrenzenden Bewohner. Jetzt, da massenhafte Einquartierungen für die nächsten Tage zu erwarten sind, wird die herrschende Teuer, mg noch mehr empfnnden werden. Butter, Eier und die andern Lebensmittel steigen im Preise, da jedem, an» anfängt, diese aufzubewahren. 80 Pf. Verpflegung für Mann und Tag, wo allein ein Pfund Fleisch schon mehr kostet, ist entschieden zu wenig."— Auf den Gütern eines OberagrarierS. Jüngst wurde gemeldet, daß der Reichstags- Abgeordnete v. O l d e n b u r g zu Januschau in Westpreiißen die Nachfolge des „eiiikoiiimenlosei," Freiherrn v. Wangenhcim im Borsitz des Bundes der Landwirte übernehmen solle. Die Sache hat sich jedoch vor« läufig zerschlagen und Herr Elard v. Oldenburg begnügt sich einst- weilen, Rittergutsbesitzer. Kammerherr, Rittmeister a. D. und Bor- sitzender der Landwirtschaflskainincr und des Bundes der Land- wirle in Westpreußen zu fein und bei seiner Anwesenheit in Berlin als Reichstngs-Abgeordneter die Beweise für die Not der Landwirtschast i,» Hotel Kontinental zu erbringen. Jedenfalls haben wir es in de», Herrn»>it einem jener Vollblntagrarier zu thun, die für nichts eifriger besorgt sind als— für die Lage der Arbeiter auf dem Lande. Ein Parteigenosse, der jüngst Wcsiprcnßc» durch- wanderte, hatte Gelegenheit, die Arbeiterziislände ans den Gütern der westprenßischcn Granden, insbesondere des Herrn v. Oldenburg zu studieren. Er erzählt uns darüber: Ein klassiiches Beispiel über die Lage der Arbeiter in den Gebieten der Ueberzöllner liefern die Güler des Nilterginsbesitzers, Rammerberm v. Oldenburg auf Januschau, der bekanntlich vor einigen Monaten mit einer Majorität von ganzen fünf Stimmen gegen unsre» Genossen König, das Reichstagsmaudat für Elbing- Maricnburg eroberte. Der Herr Baron nennt fünf Güter und eine Försterei sei» eigen. Drei große Schafhcerden und der stolze Herren- sitz legen Zeugnis für de» Wohlsland des Herrn von Januschau ab. Aber ein Jnstmaun dieses stolzen Rittergutes erhält lieben„freier Wobiimig" und„Deputat" einen Tageloh» von 30 Pf. d. h. mir im Sommer, im Winter erhält er gar nur 40 Pf.! Ein verheirateter Knecht erhält ebenfalls Deputat und freie Wohnung und einen Jahrcslohn von 90 M. Das „Deputat" besteht in einem Stück Kartoffellmid, daö der Arbeiter am Sonntag für sich selbst bearbeiten kann, da er die Woche über keine Zeit hat, ferner in einigen Fuhren Strauch und Torf und in einer bestimmten Quaniirät Korn, Erbsen, und Gerste. Die„freie Wohnung" besteht in einer ein- fenstrigen Stube, einer Kammer, einem Keller, etwas Boden- räum und einem Stall. Die von uns in Sligenscheiil ge- noniniene„Wohnung" ist allein dafür bezeichnend, was man ans den Gütern des Herrn v. Oldenburg unter„freier Wohnung" für die GnlSarbeiter versteht. Tic Wände der Stube sind— der größeren Einfachheit halber— mit Kalk getüncht, die Decke besteht aus Brettern, deren Tünche sich sehr wirkungsvoll von Schimmel- flecken abhebt, der Fntzbodeii verleibt der»Wohnimg" einen besonders ländlich- idyllischen Charakter, er besteht ans gestainpftem Lehni! Die Rainmer ist inibewohnbar. Die Stube wird von der Familie und deni Schar iverker ge- in einsam bewohnt, was sehr wesentlich zur Hebung der ländlichen Sittlichkeit beitragen soll. Das Grinizen eines Schweines erinnerte uns daran, daß der Schweinestall sich unter demselben Dache
gewordenen| darum nicht befindet. Der Keller soll, nach der nnS Erklärung, zu Zeiten voller Jauche stehen und wird benutzt. Für alle diese Herrlichkeilen haben aber die Gutsarbeiter noch folgende Verpflichtungen gegen den„Herrn": 1. ihre Frauen müssen in der Sommerzeit täglich einen halben Tag sür den fürstlichen Lohn von 5Mt Pf. gleichfalls in die Arbeit gehen; 2. jeder Jnstmann und jeder Knecht muß mindestens noch einen.Schar» >v e r I e r* für das Gut stellen, der von dein Gntsarbeiter in der Siegel mit Sll M. pro Jahr bezahlt wird, während der> selbe dafür das magere.Deputat" des Echarwerkers und den wahr hast königlichen Lohn von 4v Pf. pro Tag. in bar, vom Gute crbält! Die verheirateten Gntsarbeiter sehen darum zu, sobald als möglich ihre heranwachsenden Kinder in das.Scharwerk" zu schicken, um so den„teueren" fremden Arbeiter zu ersparen. Dieses ostelbische Arbeiter-Eldorado erschien uns aber erst im richtigen Lichte, als wir erfuhren, daß Herr v. O. ein Schwager des bekannten G r a f e n K a n i tz ist, der bekanntlich die Not der„Land- Wirtschaft" in den allerhöchsten Tönen zu malen weiß! Nur meint sowohl Herr Graf Könitz als Herr v. Oldenburg nicht etwa die Not der elend entlohnten Landarbeiter sondern die„Not" der feudalen Herren Niitergutsbesitzer, von der wir jedoch beim besten Willen nichts zu entdecken vermochten. Die letzte Polenrede d e s Kaisers ist, was mit Kaiserreden bisher nicht geschah, in Posen— nach sranzösischer Sitte— an die ö s f e n t Ii che« Anschlagsäulen geklebt worden. Dieser Rede legt die Gefolgschaft des Kaisers, welche den Anschlag veranlaßt hat, anscheinend eine ganz besondere Bedeutung bei. Andre Aenßerungen des Kaisers, wie, um nur ein Beispiel ans neuerer Zeit zu nennen, das Entrüstungstelegramm an den Prinzregente» von Bahern, ist nicht ähnlich weiterer Verbreitung übergeben ivorde». Den � Grund der besonderen Würdigung der Polenrede können wir übrigens nicht erkennen. Die Rede war nur eine Be- stätigung der seit einiger Zeit schon üblichen Polenpolitik und der schon im Falle Löhning befolgten Auffassung von der Stellung des preußischen Beamtentum?.— Der Parteitag des Vereins der Deutschen VolkSpartci findet, wie man uns aus Baden schreibt, am 20. und 21. September in O f f e n b u r g statt. Unter den angekündigten Referaten sind hervorzuheben das des badischen Landtags- Abgeordnete» Professor Dr. H e i m b u r g e r über die Reform der Reichstags- WnhlkreiS-Einteilung und Dr. Z i r n d o r f e r s- Frank- furt über die Wohnungsfrage; Prof. Dr. Quid d e-München spricht über die Verantwortlichkeit des Reichskanzlers und den Schutz der Verfassung; Landtags- Abgeordneter O e s e r- Frankfurt über die Frage: Wie stellen wir uns zu den Kartelle» und Syndikaten?— PmchenS Knltnrthate» in den polnischen LandrSteilen ES wird uns geschrieben: Der„Vorwärts" gab in Nr. LOö ein Zeugnis von den Schnlzuständen in einem einzelnen Kreisschnl- inspektionS-Bezirk der Provinz Posen. Um dem Vorwurf der Einseitigkeit zu begegnen, kann aber das dort entworfene Bild mit Leichtigkeit weiter vervollständigt werden. U e b e r a l l herrscht Lehrermangel, überall unbesetzte Stellen, überall Ueberfüllnng der Schulklassen. Aber nicht nur das, sondern leider ist auch die viel zu wenig erwähnte Thatsache festzustellen, daß eine ungeheure An zahl von Kindern nicht rechtzeitig in die Schulen aufgenommen wurde. Die Zurückstellung der schulpflichtigen Kinder erfolgte hauptsächlich aus Anlaß des Mangels an Lehrkräften und geeigneten Räumlichkeiten. Nicht zur Einschulung gelangten vom Jahre 1882 bis zum Jahre 1802 durchschnittlich in jedem Jahre 3000 schulpflichtige Kinder. Es wurden somit m zwei Jahrzehnten rund 60 000 polnische Kinder für ein bis zwei Jahre der Einwirkung des Unterrichts und der Erziehung in der Schule entzogen, eine Ziffer, die in ihrer ver- blüffenden Ungeheuerlichkeit von keiner andern Provinz auch nur annähend erreicht wird. Diese Uebelstände wurden noch wesentlich verschlimmert und in vielen Bezirken geradezu unerträglich verschärft durch d'e vorzeitige Schulentlassung solcher Schüler,„deren häusliche Ver- Hältnisse eine ausnahmsweise Berücksichtigung notwendig erscheinen lassen." Diese Bestiininung ist in einerVcrfügung der PoseuerRegiernng vom 24. August 1880 enthalten. Sie ist die Ursache, daß von der .Berücksichtigung häuslicher Verhältnisse" zum Schaden der Jugend der rücksichtsloseste Gebrauch gemacht wurde. Alle diese äußerst traurigen, die germanisatorischen Bestrebungen beschämenden Verhältnisse haben sich m keiner Weise in jüngster Zeit gebessert. Man stelle sich zum Beispiel die Unterichisresultate vor, die erzielt werden, wenn neuerdings auf einen Lehrer in Neudorf 202 Kinder, in Klein- Gay 216, in Konsianolvo 217 Kinder kommen. Aber es ist auch leider eine Thatsache, daß ein einziger Lehrer 22S und mehr Kinder in einer Klasse, bezw. die Schüler von zwei derartig überfüllten Klassen gleichzeitig— so Iveit dies möglich— unterrichten und er- ziehen soll. Arme Kinder! Arme Lehrer I Derartige skandalöse Zn ständo»sind in Posen bekanntlich keine Seltenheit. Am grünen Tilche besitzt man aber kein Verständnis dafür und germanisiert weiter nach der alten, ebenso kostspieligen, wie erfolglosen Methode.— Planmäßige Soldateuschindcrei. Der Unteroffizier Hoffmann von der ü. Compagnie des 103. Jnfanterie-Regiments in Bautzen war lwegen Mißhandlung eines Untergebenen vom Kriegsgericht der 32. Division, wie früher berichtet wurde, zu 2 Monaten 3 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Diese Strafe erschien dem Gerichtsherrn zu niedrig, weshalb er Berufung einlegte. Der Fall, der der Anklage zu Grunde liegt, hat in der Presse großes Aus scheu erregt. Er betraf den willigen, aber beschränkten Soldaten Mosky, der von seinem llnteroffizier wegen einiger Unterlassungs süiide» in rohester Weise mißhandelt wurde. Hofsinann ließ den Mosky abends nach dem Dienst zum Gewehrstrecken antreten. Zu diesem Zweck nnißte der Soldat Drillichrock, Tuchrock, Mantel, Fingcrhandschnlic und Ohrenklappen anlegen, sich dann an die Luftheizung, auö der heiße Lust strömte» stellen, und nun»uit zwei Gewehren, später mit einem, biö 400 mal Grwchrstrrcken üben. Als aus der Leitung zu wenig warme Luft strömte, mußte der Soldat in einem andern Zimmer am überheizten Ofen weiter üben. Wochenlang nachher lhnten dem Soldaten hiervon noch die Glieder weh. Daneben hat sich der Unteroffizier bei jeder Gelegenheit thätlich gegen den bcdaneruSiverten Soldaten vergangen. Der Vertreter der Anklage betonte, es handle sich hier um planmäßige, zielbewußte Soldatenschinderei, die man als Ausdruck von sittlicher Roheit und Verwilderung bezeichnen müsse. Er beantragte eine Strafe von einem Jahre Gefängnis und Degradation. Das Ober» Kriegsgericht in Dresden erkannte auf vier Monate Ge- fängnis und sah von der Degradation ab.— Ausland. Spanien. Ein neues Massacre in Barcelona. Wie die„Frankfurter Zeitung" meldet, fanden am Sonntag in Barcelona infolge von Suspensionen bei einem Meeting und bei der Verhaftung des Prä- sidcnten Unruhen statt. Die Menge ivollte letzteren befreien. Es kam zu einem Zusammenstoß zivischen der Gendarmerie und der Menge, wobei erstere von der Schußwaffe Gebrauch machte. Mehrere Tote und Verwundete blieben auf dem Platz.— Amerika. Vom venezolanischen Kriegsschauplatz. Dem„Renterschen Bureau" ivird aus Curapao, den 15. d. Mis., gemeldet: Die Aufständische» von Venezuela besetzten die Höhen in der Umgegend von Caracas, unterhielten vier Stunden hindurch ein Feuer mit den RegierungStruppen und zogen sich dann zurück. In der Hauptstadt herrscht großer Schrecken, die Schwierigleiten mehren sich.— Der Kongreß der italicliischen somliWen Partei. I m o l a. den 6. September 1902.i14. Sep- tember, vormittags lOVe Uhr. nach dem Gewerk- schaft shause, Enqel-Ufer16, hiermit eingeladen. H e r m. B a r t e l, 0., Mühlenstr. 65. Zum Lederarbeiter- Streik in Brandenburg a. H. Die Zahl der Ausständigen beträgt 131. Davon sind 32 abgereist. 89 befinden sich noch am Orte. Allen, Anschein nach werden die Hand- schuhmacher durch den Streik in Mitleidenschaft gezogen werden. In der Fabrik von Duive ist den Handschuhmachern bereits die Ent« lassung angekündigt. Der Streik in der Filzschuh-Fabrik von«rodt in EberS- tvalde dauert unverändert fort. Die Schuhmacher»Verden ersucht, das besonders zu beachten, da die Ausständigen über Zuzug aus Berlin klagen. Die Situation ist für die Streikenden nicht ungünstig, da die Hochsaison herangerückt ist. In letzter Zeit sind in der Fabrik zivei Mitglieder des Vereins der Klempner und Metallarbeiter(Richtung Hirsch-Duncker) ein- getreten. Auf den von den Ausständige» beim Generalrat dieser Organisation eingelegten Protest gegen das Verhalten seiner Mitglieder hat auf dessen Veranlaffung am Sonntag, den 7. d. M. ej»e außerordentliche Versainmlung des Geiverkvereins stattgefunden, an»velcher Vertreter des Vereins deutscher Schuhmacher, des Gewcrkschaftskartells und der Ausständigen zugelassen waren. Nach langer eingehender Diskussion»vurde die Frage, ob Streikbruch vor- liege, bejaht und die beiden Arbeitstvilligcn aufgefordert, die Arbeit »icdcrzulegcn,»vidrigenfalls Ausschluß aus der Organisation erfolge. TeutschcS Reich. Metallarbeiter. Die Arbeiter der Metallwaren- Fabrik von S t e i n f e l d u. B l a s b e r g in H a n n o v e rig,9.Se5tl«dnl902. vereine heftigen Widerspruch hervor, die sich auf den Unterverbands« tagen dadurch äußerte, daß Anträge für den Allgemeinen Genossen- fchaststag in Kreuznach beschlossen wurden, die selbstherrliche Diktatur des Anwalts im Allgemeinen Verband aufzuheben und den verschie- denen Genossenschafts- Gattungen und den von ihnen gewählten Verbands- Direktoren das Beschließnngsrecht über Aufnahme neuer Vereine einzuräumen. Diese, nach den Grundsätzen des GenossenfchaftsgesetzeS einfach selbstverständliche Forderung des SelbstbestimmnngsrechteS, beschloß nun die Verbandsleitung durch eine Ueberrumpelüng zu vereiteln. Ohne einen bestimmten Antrag auf generelle Ausschließung einer derartig großen Anzahl von Genossenschaften in der Tages- ordnung vorher bekannt zu geben, ohne auch nur die betreffenden Vereine davon in Kenntnis gesetzt zu haben, beantragte die Ver- bandsleitung in Kreuznach beim Znsammentritt des Allgemeinen Genossenschaftstages den Ausschluß von 98 Konsumvereinen, von denen eine ganze Anzahl nicht einmal durch Delegierte vertreten waren. Ja, die Verbandsleitung und die durch dieselbe aus allen Teilen Deutschlands zusammengetrommelten Kreditvereinler hatten es so eilig mit den, Ausschluß', daß sie die ordnungsgemäße Abwickelung der Tagesordnung aufhoben und schleunigst den Ausschlußantrag zur Verhandlung brachten. Es wurde abgelehnt, den bei der Sache zumeist interessierten Konsumvereinen die Angelegenheit zur Vorberatung zu überweisen; es wurde abgelehnt, den Vertretern der Konsumvereine, deren Aus- schluß beantragt war, das Wort zur Abwehr der gegen sie erhobenen Angriffe zu gestatten;— die Herren Kreditvereinler machten den Genossenschaftstag zu einem Ketzergericht, bei dem der Herr An- walt den Inquisitor spielte, der— des Urteils von vornherein sicher— sich nicht einmal der Mühe unterzog, für jeden Angeklagten einen Antrag auf Verurteilung besonders zu stellen und zu be« gründen. Summarisch stellte der Anwalt seine Anträge; nachdem zwei Redner dagegen gesprochen, wurde Schluß gemacht und nachdem der „Oberstaatsanwalt" nochmals in der demagogischten Weise seinen Opponenten die Worte im Munde umgedreht hatte, abgestimmt. Für den Antrag stimmten sämtliche Kreditvereinler und auch einige wenige Delegierte von Konsumvereinen, die noch nicht zur vollen Erkenntnis ihrer genossenschaftlichen Aufgaben gelangt waren. Charakteristisch für den Geist, der diesen Genossenschaftstag beseelte, ist es, daß unter der lebhaften Zustimmung des Chores der Kredit- vereinler ein„Nechts"anwalt erklären konnte:„Meine Herren, heute besitzen sie noch die Macht, wer weiß, ob sie dieselbe im nächste» Jahre noch haben iverden, um den Ausschluß durchsetzen zu können, deshalb handeln Sie, ehe es zu spät ist." Einigen KonsnmvereiuS-Vertretern, deren Vereine nicht mit auf der Proskriptionsliste standen, rief der Herr Anwalt zu:„Sie komme» noch, wenn Sie nicht freiwillig gehen". Der frenetische Beifall, der diesen Worten des Herrn Anwaltes seitens der Kreditvereinler folgte, ist Beweis genug dafür, daß es für den Ausschluß eines Vereins— genau so wie in Kreuznach— auch auf späteren GenossenschaftStagen genügt, wenn der Herr An« walt erklärt, die Tendenzen deS Vereins seien dem Princip des Allgemeinen Verbandes, an der Erhaltung des Mittel- st an des mitzuarbeiten, zuwider. Durch die Proklamierung dieses in Kreuznach zum ersten Mal offen ausgesprochenen Princips der Mittelstandsretterei ist das fernere Verbleiben von Konsumvereinen im Allgemeine» Verband überhaupt unmöglich ge- macht. Fälschlich hat der Herr Auwalt behauptet, seine Opponenten verfolge» die Absicht, den Mittelstand zu vernichten. Erklärt wurde einfach: „Wir Konsumgenossenschafter arbeiten unausgesetzt an der Ent- Wicklung unsrer Organisationen; wird durch dieselben den Krämern eine Konkurrenz gemacht, so können wir es nicht hindern. Wir sind der Meinung, daß, wie in England, ebenso in Deutschland auf dem Gebiete des Zwischenhandels die Entivicklung vor sich gehen wird, daß die Zwergbetriebe allmählich größeren, vollkommeneren Institutionen entweder solchen des Großkapitals oder der Konsum« vereine weichen werden." Nach der in Kreuznach den im Verband verbleibenden Konsum- vereinen auferlegten Pflicht, an der Erhaltung deS Mittelstandes mitzuarbeiten, müssen dieselben sich darauf beschränken, kleine� bedeutungslose, den Krämern keine Konkurrenz bereitende Ein- richtungen zu schaffen. Sobald ein Konsumverein größer wird, so- bald er die ihm gestellte Aufgabe zur Wahrung der Interessen seiner Mitglieder ernst nimmt, wird er— ob mit oder ohne Absicht—' dazu beitragen, daß diesen oder jenen parasitischen Zwischenhändlern die Existenz erschwert wird— ergo verfolgt cr nach der Logik deS Herrn VerbnndsanwaltS die Tendenz, den Mittelstand zu vernichten und fliegt hinaus aus dem Allg. Verband. Genossenschafter I Heute, am 4. September, versammelten sich die Vertreter von 74 Konsumvereinen und beschlossen die Gründling eines Verbandes der Konsum- und Produktivgenoffenschaften Deutschlands. Genossenschafterl Bon heute ab ist eS den Interessen und dev Würde eines Konsumvereins und einer Produktivgenossenfchast wider- sprechend, noch länger Mitglied des Allgemeinen Genossenschafts- Verbandes zu bleiben. Wir ersuchen Euch allerorten, die vorbereitenden Schritte in dcnGenernlversammlnngen Eurer Vereine zu nnternehmenund Eure Verwaltungen zu beauftragen, sobald die heute von den unterzeichneten Vertretern der Konsumvereine eingesetzte Kommission bekannt giebt, daß die Vorarbeiten zur Gründung des neuen Ver- bandcs beendet sind, den Austritt aus den, Allgenieinen Verband der deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgcnossenschaftcn und den Beitritt zum Verbände der Konsum- und Produktivgenossenschaften Deutsch« landS zu erklären. Genosscnschastlcr I Es gilt die Einigung sämtlicher Konsum- und Produktivgenoffenschaften in einen Verband zu schaffen; es gilt, mit aller Energie an der Entwicklung und der Wahrung der Interessen unsrer Genossenschafter zu arbeiten— wir appelliere» an Euer Solidaritätsgefühl— wir envarten, daß Ihr als Genossenschafter handeln werdet, wozu Ihr verpflichtet seid— um dadurch die Ab» sichten der im alten Verband organisierten Gegner der Konsum» vcreins-Bewcgnng zu vereiteln. Heute gilt es kein Zaudern mehr; wer die Organisation der Konslimenten und Produzenten groß und stark machen will, der wirke mit aller Entschiedenheit für den Verband der Konsum- nnd Produktivgenoffenschaften Dentschlands! Die Kommission: R a d e st o ck sVerbandSdirektor, Dresden), Barth sVerbandSdirektor, München), S ch ni i d t ch e»(Harburg), P s n s(Dessau), A ß m a n n (Braunschweig), Brinkmann(Elberfeld), Katzenstcin(Mannheim). In Vertretung nachstehender Vereine: Konsumvereine: Oschatz, Goldlantcr, Gera, Zwenkau, RöbrSdorf, Chemnitz, Nieder-Rabenstein, Nicder-Scdlitz, Bischofswerda, Löbau(Vorwärts), Dresden(Vorwärts), Deube». Niedcrzwönitz, Grüna, Oelsnitz, Olbernhau, Einbeck, Leipzig« Plagwitz. Magdeburg- Neustadt, Nenniünster, Connewitz, Stötteritz, Augsburg, Potschappel, Harburg, Schwäbisch Gmünd, Mannheim, Dölitz, Schweiufurt. Erlangen, Wettin. Trotha, Löbtau, Calbe a, d. S.. Hamburg(Produktion), Hildesheim, Großenhain» Kötzschenbroda, Wittenberge. Dessau, Kreilcha, Frankcnthal. Reut- lingen, Stettin, Berlin-Süd, Schedewitz, Gersdorf, Mainz. Elms» Horn. Kiel, Stendal, Soltan. Düsseldorf, Dresden-Pieschen, Steinhute, Canustatt, Brannschweig, Schorndorf, Hermsdorf, München, Schmiede- berg. Elberfeld, Barmen, Bockenheim, Pölzig, Streckau, Stadt-Sulza, Produktivgenoffenschaft Bäckerei-Arbeiter in Hamburg. Tabakarbeiter- Genossenschaft in Hamburg. Produktivgenoffenschaft der Schneider Dresden, Großeinkaufs-Gesellschaft Hamburg. Alle Anfragen sind zu richten an: M. R a d e st o ck, Dresden-N., Bürgerstr. 50.
Nercixskalcttder. Oeffentliche Bibliothek und Lcschnlle zur unentgeltlichen Be niituing fiir jederinon», Alcxandriuenstr. 26, Gartenhaus. Geöffnet werk- täglich von ö'/z bis 10 Uhr abends, an Sonn- und Festtage» von 9 bis 1 und 3 bis 6 Uhr. Reichhaltige Bibliothek und 4Z0 Zettungen und Zeit- schristen jeder Art und Richtung. Arbeiter- Smigerbund Berlins und der Umgegend. l. Vor- sihender: Jltiiuö Meyer, Fichtesir. 27. Erster Kassierer: Seikrit, Fidicin- fluche 16. Alle Nciidcrnngen im Bcreinskalcndcr sind zu richten an Friedrich Korttlui, Lansiizerstraffe 33. Dienstag, UebungSstunde abends 9—11 Uhr.—„Gerechtigkeit"(Westen), Bartel, Bülowslr. b9.—„Olympia", Zmiuiermanii, Grüner Weg 29.—„Hand in Hand X", Jurran, Nanuyn- strnstc 86.—„Krenzberg", Hcinze, Bcrgmaiinstr. 70.—„Edelwcch", Lüppke, Mclchiorsiraste 15.—„Echo", Mündner, Linienstr. 19.—„Wiederhall", Schnicber,.Admiralstr. 21.-„Freiheit II", Rode, Adlcrshof. Bäcker, Oppeiistr. 8.—„Myrthenblättcr", Spät, Gcorgenkirchstr. 65.—„Rote Nelke II", Rosin, Nnppincrstr. 42.—„Vonvärtö IV", Schulze, Rathenow, Jägcrstr.— . Alpenglocke", Gold, Grobe Frankfnrtersir. 133.—„Weddinger Harmonie", Milbrodt, Müllcrstr. 7.—„Borwärts VIII", Schurbaum, Marwitz in der Mark.—„SangeSlust II", Hossman», Pasewallerstr. 3.—„Weibe Rose I", Schiller, Nciiiicfrndorf, Proviiizstraße 11.—„Arbeiter- Maibund", Hiemkc, Rowawes, Wallstrnbe 55.—„Glasarbeiter", Köpenick, Miiggelhcinicrstr. 29.—„Kreuzberger Hannonic", Albrecht, Admiralstr 18c. —„Nord- Ost", Conrad, Zonidorserstr. 6.—„Freie Feldblume", Schmidt, Sknlitzcrstr. 51/52.—„Einig", Schulz, Blumcnstr. 38.—„Cäcilia", Branden- bürg a./H., Bettennan», Wilheliuodorferstrabe III.—„Schneeglöckchen II", Potsdam, Glaser, Kaiser Wilhclmstr. 38.—„Teziilia", Wetzet, Wrangclstr. 136. �„Frdh-Hosfuniig", Schilling, Kyfshänserstr. 16.—„Alpenröslein". Hilgcnseld, Bergstr. 69.—„Kitpserschmiede", Feind, Wcinstrabe 11.—„Schubmocher", Wctgmnnn, Andreasstr. 32.—„Frohsinn I", RnmmelSbirrg, Bentling, . Göthc- u. Knutstraben-Ccke.—„Akazie"«gem. Chor), Talg, Skalitzerstr. 94b. —„Eichcnlranz", Prenzlau, Lorenz, Klostersiraße.—„Hand in Hand II", FriedrichSberg, Zciftlcr, Frankfurter Altec 176.—„Bonvärts IX", Char- Iottc>«burg, Wernicke, BiSmarckstrabe 34.—„FrciheitSlläugc", Weihnacht, Grüvstr. 21.-„Alte Eiche", Appel, Prinzen-Allee 38.-„Rosenthaler Vor- stadt", Schmitz, Lruiinenftr. 150.—„Zukunft I", Steglitz, Schcllhaie, Ahornstrabe 15a.-„Concordia", Lier, Alte Jnkobstrabc 119.-„Rosen- rot", Tanschcl, Wicscnstr. 29.— Mänucr-Gesangvcrein„Vorwärts X", Nauen, Paul Schulz, Chansscestrabe.—„Obcr-Schönewcider Liedertafel", Kaushold, Wilhclininenftr. 18.—„Georginia", Balzer, Grünaucrstr. 14.—„Holz- dearbeiliiugs-Maschincnarbeiler", Bober, Kl. Alexnndcrstr. 15.—„Arbeiter- Geiangverein Karlshorst", Karlshorst, Bennarndt, Tresckow- Allee.— „Verband dcutichcr Gastwirtsgchilsen", An der Stadtbahn, 39 I.— Gewcrk- schast der Maler Berlins, Conradi, Lnisen-Ufer 51. Arbeiter-Rauchcrbnnd Berlins und der Umgegend. Aendernngen im Bereinslnlcndcr sind zu richten an Albert Liebclrau, Berlin, Puibuler- straße 44, IV. Dienstag:„Eldorado", Bels, Grüner Weg 120 —„Grüne Eiche", Urbanstr. 51, Pech.—„Ambalcnia", Forstceftrabe 19, Uckcl.—„Neuer Berliner Ranchllnb", Reichcnbcrgerstr. 146, Anklam.— „Domingo", Waldcinarftr. 16, Scheibe.—„Kollcgia", Rcichenbergerstr. 157, Bergncr.—„Einigkeit I", Prinz Handjcrystr. 72, Zum AmboS.— „Neuer Hain", Langenbeckstrabe 7 Tcchtmeicr.—„Blütenduft", Cotheniusstrabe I, Fedtke.—„Ruhlga", Britzcrstrabc 46, Herzog.— „Pfeisenkopf", Falkcustciustr. 5, Gonell.—„Gemütlichkeit I", Manteuffclstr. 101, Gläser.—„Kairo", Link, Köslincrstr. 14.—„Blaue Wolke IV", Putbuscr- strast« 25.—«Kein Streit", Zorudorserstratze 9, Kynast.—„Veilchenblau", Winsstr. 56, Dimke.—„Eldorado I", Kleine Andreasstr. 3.—„Geranium", Metner, Weidenweg 18.—„Weichselduft II", Köslinerstr. 3, Krabbenhöft. —„Seegras", Liegnitzerstr. 18, Manegold.—„Volldamps", Münche- bergerstrabe 9, Ludsee.-„Victoria", Heiler, Boxhagenerstrabe 21.- „Edelweib", Ripdorf, Ringbahnstrabe 24, Faustner.—„Einsiedler", Neu- Wcibensee, Wilhclmstr. 2, Jrnicler.—„Flora", Friedrichsberg, Rummels- burgerstr. 69.—„Gloria", KöSlinerstr. 11.—„Zukunft", Neu- Wcißensce, Neuendorf, Friedrichstr. 5.—„Tabak zur Asche", Kant, Charlottenburger Ufer 2.—„Nordpol", Fricke, Hennigsdorscrstrabe 25.—„Wcichselduft III", Schultz, Neu-Wcibensee, Sedanstr. 24.—„Gruner Hain", Rott, Straßmann- strabe 23.—„Kcrnspitze", Krusemark, Ripdorf, Jägerstr. 69.—„Columbus", Conrad, Urbanstr. 87.—„Portoriko", Gchrke, Langestr. 23.—„Namenlos", Schmitz, Brunnciistr. 150.—„Sumatra I", Schoppe, Eperzierstr. 3a.— „Einfach", Link, Wrongelstr. 86.—„Unverzagt", Stuttke, Landsberger Allee 156.—„Alter Berliner", Riemer, Kolibuier Damm 8.—„Aroma". Reinickendorf, Gescllschaftstr. 33.—„Kleeblatt", Rumuielsburg, Kantstr. 43. —„Gesundbrunnen", Klinge, Kolonicstrabe 137.—„Wiederlehn", Neu- Weibensee, Weber, Fricdrichstrabe 35.—„Sommerkahl", FriedrichSberg, Gürtel- und Scharnwebcrstrabe.—„Sonnenblume", Hennigodorserstt. 4. —„Zttsriedcnheit", Ripdorf, Lcsstiigstrabe 17.—„Fidele Bnider", Littauer- strabe 10.—„Epceisior", Lukatis, Reichenbergerstr. 133.—„Rote Rose I", Krebs, Bocckhstr. 21. Arbeiter-Tuvuerbund. Dienstag und Freitag: Tumv.„Fichte", Berlin, abds. 8—10 Uhr: 2. Männerabt.: Skalitzerstr. 55/56; 4. Männer- abt.: Moabit, Siemcnsstr. 20; 5. Mänuerabt.: Ackerstr. 67; 6. Männcrabt.: Stallichreiberstr. 54; 9. Männcrabt.: Müllerstr. 158, Ecke Triftstrabe; 10. Mänuerabt.: Peteröburgerstr. 4; 11. Männer-Abt.: Fürbriiigerftr. 33; 1. Lchrlingsabt.: Friedenstr. 37; 1. Jugendabt.: Friedenstr. 37; 3. Lehrlings- Abt.: Boccklistr. 17/20; 6. Lehrlingsabt.: Reichenbergerstr. 67/70; 8. Jugend- Abt.: Höchstestr. 36/37; 1. Damenabteilung: Mariannen-Ufer 1a. Arbeiter-Schwiininerbnud. Anfragen an R. Danziger, Burgsdorf- strabe 14. Dienstag: abends 7'/- Uhr.„Neptun", Seebad Weibensee. —„Gut Natz", Volks-Badeanstalt, Turmstr. 85a.—«Hellas", Dolks-Bade- anpalt a» der Schilliugsbrückc. Arbciier Nadfahrerbund„Solidarität". Gau 9(Prov. Vranden- „Vorwärts", jeden Dienstag uacki dem 8. und 21., Schöneberg, Meiuinger strabe 8.—„VorivärtS", Wilmersdorf, Bcrlinerslr. 40.—„Norden 1900", Pankstr. 326.—„Voran I", Dienstag nach dem 15., Landsberger Allee 40/41. —„Taube", Jagowstr. 21.—„Frisch auf", Dienstag nach dem 1. und 15., Baumschulenstr. 14.—„Wanderer", Dienstag nach dem 1. u. 15., Friedrichs- Hage», Friedrichstr. 137. Central-Ranchcrbund. Zuschriften sind an G. Kleist, Ripdorf, Julius- strahe 26, zu richte». Dienstag:„Florida", Ripdorf, Bergstrahe 31.— „Morgenrot", Ripdorf, Hermannstr. 52.—„Konlordia", Ripdorf, Wihmann- strabe 44.—„Zufriedenheit", Ripdorf, Goetheflr. 8.—„Alpenhöhe", Ripdorf, KarlSgartenstr. 1.—„Starke Raucher", Ripdorf, Hermaiinstr. 213. —„Blaue Wolke", Steglitz, Hesestrabc 5.—„Deutsche Eiche", Steglitz, Flora- und Dünthcrstrabcn- Ecke.—„Grüne Linde", Friedenau, Rhein- strabe 24.—„Hand in Hand", Britz, Chauffeestr. 97.—„Hoffnung", Wilmersdorf, Eiinzelstr. 37l>..—„Gemütlichkeit", Martendorf, Feldftr. 14. —„Weibe Wolke", Schmargendorf, Brcitestr. 34. Gesang-, Dur»- und gesellige Bc reine. TicuStag. Schönebcrger Thcatervcrein, Wilhclmshof, EberSstr. 81.— f Sängerchor II des„Berliner Spar- und Bauverein", ÄenoffenschastShanS Schreinerstrabe.— Geiaugv. „Thalysia", Friedrichstr. 211.—„Undinc", Admiralstr. 18 c.— Zithcrvercin Eiuigleit", Marianneustr. 19.— Schachverein„Namenlos", Elisabcthstr. 30. —„Neuer Berliner Schachklub", Stralanerstr. 4.— Mundharmonika-Derein „Symphonie", Müllerstr. II.— Männergesangverein„Lorbeerkranz" Karsten, Oranienstr. 190. Arbeiter-Skatbund Berlins und Umgegend. Zuschriften sind zu richten an Ernst Clement, Velsorterstr. 13.„Ich passe", Seiler, Skalitzcr- strabe 82/83.—„Freiheit", Bergemann, Gerichtstr. 73.-„Hoher Norden", Härder, Stargarderstr. 13.-„Unverdroffen", Pritzkow, Putbuferstrabe 32. Vevtnifrhkes. N«S der guten Gesellschaft Ungarns. Die Budapeslcr „Finanz- und Handclsrevue" erzählt in einem Artikel«Ungarische Frauenbörse"(Nr. 31 vom 2. September) folgendes Ereignis aus den jüngsten Tagen: „Zwei junge hübsche Mädchen im Alter von 17 und 19 Jahren. Töchter eines bisher angesehenen hiesigen Vankiers. erscheinen i» Begleitung ihrer Mutter in einem hiesigen Spital, um' sich dort' von ihren»unsagbaren" Leiden kurieren zn lassen. Die Mutter sowohl wie auch beide Töchter sind im Besitze von seitens der Polizeibehörde ausgestellten sogenannten „Gcsundheitsblättern", ivas nian— um verständlich zu sein— vielleicht am besten einem„Bcfähignngs-Nachlveis" gleichstellen kann." Dann heißt es weiter in dem Artikel:»Der Fall sieht nicht vereinzelt da. Ent vor einigen Tagen drang die Nachricht in die Oeffentlichkcit. daß die Gattin des hiesigen Advokaten Dr. P. Gh. im Besitze eines polizcibehördlichcn«Gesundheitsblattes" ist. Der Frauen und Mädchen ans sogenannten guten Familien, welche unter Jtiem Schutze der polizeibchördlichen Lizenz an dem lebhaften Geschäfts- verkehre ans dem Frauen-»ifd Mädchenmarkte teilnehmen, ist Legion. Der Ober-Stadthaupttnami von Budapest,� Herr u. Nudnah, hat vermöge seines Amtes genaueste Kenntnis von diesein blühenden Franeneriverbc, und wir gehe» nicht fehl in der Slinahinc, daß die maßgebenden höheren Organe die Thätigkeit der berüchtigten Maklerfinncn dieses Mciischcmnarktes nur deshalb nicht energisch cindämincu, weil sie besorgen, bei dem Haupt- konslnnentcn, der hochwohllöblichen Aristokratie, durch Berschenchung der süßen Lebclvescn vom Markte Anstoß zu erregen." WitternngSübersicht vom 8. September 11»»�. morgens 8 Uhr. Stationen Swiuemde Hamburg Berlin Froiils./M. München Wien «« 2 c <•3 Se 5 2 3« 766 NW 769 WNW 768 SB 769 O 709 SW 768 Still Witter 2 wollig Ibcdcckt 2 bedeckt 1 heiter 2Ncbcl — wollig c � Ö. 11 Iö & Stationen 3 � I» aS s— 8 S I I 1 14 Hnparanda 757 SW 12 Petersburg 766 O ■~" 768 ONO 12 Cork 10 Aberdce»,, 11 Poris 768 NO 2heiter 13 13!> Weiler-Prognose für Diciistag. den S. September 190S. Ziemlich knhi, vonvicgcnd nebelig oder wolkig bei mäbigen Nordwest lichcn Winden; keine erheblichen Niederschläge. W-Iter äf »d Iö 4 bedeckt 1 heiter 4 heiter 11 8 15 Für de» Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publik»»! gegenüber keinerlei _ Berantwortnng. tXTIjcnfiM'. Dienötag, den 9. S e p t b r. OperuhauS. Die lustigen Weiber von Windfor. Anfang?>/- Uhr. Schanspielbaiis. Was ibr wollt. Anfang 7-/- Uhr. NenrS Ober»- Dheater(Kroll). Boccaccio. Anfang 7'/, Uhr. Deutsches. Die Jüdin von Toledo. Aufaiig 7»/, Uhr. Lessing. Die Kleinbürger. Zliifaiig 7'/- Uhr. Berliner. Alt-Heidelberg. Anfang 7Vj Uhr. Weste». Die Brautlotterie. An- fang?'/, Uhr. Slenes. Ledige Leute. Ansang 8 Uhr. Residenz. Der Fall Mathieu. (L'affaire Mathieu.) Vorher: Ich liebe Sie. Anfang 7»/, Uhr. Dhalia. Er und seine Schwester. Anfang?>/, Uhr. Central. Drei Paar Schuhe. An- fang 7-/2 Uhr. Schiller. O.(Walliier- Theater.) Morituri.(Teja. Fritzchen. DaS Ewig-Mämilichc.) Slnfang 8 Uhr. Schiller. N.(Friedrich Wilhelm- städtisches Theater.) Die Braut von Messtna. Anfang 8 Uhr. . Carl Weist. Eine Paria. An- fang 8 Uhr. Luisen. Wildfeuer. Slnfang 8 Uhr. Casino. Ehrliche Arbeit. Anfang 8 Uhr. Kleines. SerenisstmnS- Zwischen- spiele. Anfang 8 Uhr. -«pollo. Lysistrata. Specialitäten- Borsielluiig. Sliisang 8 Uhr. Wintergarten. Specialitäten. An- fang 8 Uhr. Bnntes Dheater. Susanna im Bade. Anfang 8 Uhr. Metropol. Berlin bleibt Berlin. Anfang 8 Uhr. Wilhelm. Ein toller Einfall. An- sang 8 Uhr. Steidl. Specialitäten. Anfang 8 Uhr. Reichshallen. Steltiner Sauger. Ansniig 8 Uhr. Passage- Dheater. Specialiiäien- Borflelliiiig. Anfang 8 Uhr. Passage< Panoptikum. Special!- täteii-Vorstellnng. Urania. Danbenstr. 48/11».(Im Thea1ersa.il.) Abends 8 Uhr: Tausend Jahre deutscher Kuliur. Invalide, istraste 57/(1». Täglich: Sternwarte. Schiller-Theater. Schiller-Theater O.(Wallner-Thealcr) Dienstagabend 8 Uhr: moi'itnrl. (Teja, Frltrchon, Bat Ewlg-Mannllehe) von Hermann Siidennann. Mittlv och abend 8 Uhr: kHoHtm'I. Donnerstagabend 8 Uhr: llloi'ItnH. Schiller-Theater 3V.(Friedr.-Wilhelm- städtischcs Theater) Dten stagabend 8 Uhr: Die Itrrlnt von KIcNSinn, Ein Trauerspiel mit Chören von Friedrich Schiller. Mittwochabend 8 Uhr: »Ic Mottcnburgcr. Donnerstagabend 8 Uhr: Die mottenburger. Buntes Theater. („üeberbretti".) Lüpenickerstrabe 68. Anfang 8 llhr. I. Snsaniia im Bade. Schauspiel von Hugo SaluS. 2. Bunter Deil iinier Leitung von Oaca: Strauss. Tlny Senders a. G., Bozena Bradssty, Boklten Lasson, Marcell Salzer. Parkett 8 M. Kleines Theater (Schall und Rauch) Unter den Unden 44. Anfang 8 Uhr. Sercnissinms-Zwischcnspiele Frau lillnil. Kollegen. Schöne Seelen. Thalia- Theater. Dresdencrstrnnse 72— 73. Wovltäll Ansang 7V- Uhr. ttevität! DM- Zum 25. Mal:"VE Er und seine Schwester. Posse mit Gesang u. Tanz in 4 Bildern. Guido Thielscher als Orchcster-Dirig. Gerda Walde. Fritz Helmerding. Herbert PaulmUller. August Reiff. Morgen und folgende Tage: Er und seine Schioester. Cfi Weiss-Theater. Groste Frankfnrterstr. 183. AbendS 8 Uhr: Kiiie Paria. Lebensbild in 5 Akten(8 Bildern) von Ernst Ritterseldt. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Im Garten: Neue Spe-ialitäten. Anfang 5 Uhr. Sonntaguachmiitag: Ter Glöckner von Notre-Tame. Luisen-Theater. Rcichenbirgerstraste 34. Drei Mimitcu vom Kottbuser Thor. Anfang 8 Uhr: Wildfeuer. � rama in 5 Akten von Fricdr. Halm. Vorverkauf 10—2 Uhr Thcatcrkaffe, Invaliden- und Künstlerdank, Unter den Linden 24». 19. Morgen zum viertenmal: Die Dame von Lyon. Domierötag: Maria Stuart. Fnödsls Allerlei Theater Benefiz- Vorstellung fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. MM- Heute DienStag: 6 rosse für die Schauspielerin Myra Gregs AM- Einmalige Anfftthrungi"9® Allerseelen, Charakterbild. Der Frauenkongress, Lustspiel. KasernenhofblUten.AuSstnttmigSpofsc. Sämtliche Stücke sind von der Benefiztattn versaht. UtB Ellte-KUnstler-Programm.'�B Ii» Saale: Groster Ball. Anfang 5 Uhr— Entree 30 Pf. Bei iingünstiger Witterung findet die Vorstellung im Prachtsaale statt. Utti-TiiÄ Fviedviltzitv. 236. Ein toller EWU. Schwank in 4 Akten von Karl Laufs. Mittwoch und folgende Tage: Ein toller Einfall. Kaffencrösfnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Wintergarten. Maud Grlselda, Hundo-Dtcsseuse. Les Silvas, Leiter- Equilibiisten. Josle de Witt, Sängerin u. Geigerin. Die Vlccnllnas, Bollscbuhlänier. Roflx, athletische Prodüktionen. Karl Meistor, Tenorist vom k. k. priv. Carl-Theator in Wien. Helene Gerard,„Hohe Schule". Sari Fedak, Sängerin vom Ungar. Theator m Budapest. Die Kellino-Tmppe, ital. Akrobaten. ClamUne Polalre, Pariser Sängerin. W. C. Flelds, komischer Jongleur. Tauben-Strasse 48/49. Im Theater nm 8 Uhr: laiiseml Jafire dsiitsclier Kultur. Täglich nachmittags 4 Uhr: ilitär-Doppel- Konzert, MM"" Entrcc 1'V&j ab O(Jlir abends 50 Pf.. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. C16ode Merode| Passage-Tlieater. Tänzerin v. d. gross. Oper in Paris. ,, Biograph"._ Casino-Theater. Lothriugcrstr. 37. Täglich 8 Uhr, Sonntags 7»/, Uhr. linke:„Das tanz. n. sing. Furopa". lersey: Die Barslkerv etc. Dazu bei großem jubelnden Erfolg: Ehrliche Arbeit. Entree 30, Park. 50, Fant. zc. bis 2 M. KA8TAN8 ?Sll0ptihuni Friedrieh-Strasse 165. IMc ecnsalioncllcn lebenden Bilder, dargestellt v. 6 jungen Damen. lürclinielcrs Derlinci* Origlnal-I tüclirammcln. SteifüS- Theater Linienst.132 an der Friedrichstr. Täglich 8 Uhr: die unver- gleichlichen ?pitz: Steldl-SiiiBgcr Entree 50 Pf. Sperrsitz 1 M., Vorverkauf von 11— lUhr an der Kasse. SolinlanDonnersf�� tpollo- fitester Um 3 Uhr: vis vom- ztigtlchen Specialitäten: 3 Satours— Welson-Troupe The O Sennefs in ihrer Pantomime: Scene vor dem Affenhäute Im Zoologischen Garten. EllioU x Savonnas. Lebende Photogrrapblen. Um 9 Uhr; Lysistrata Operette in 2 Akten von Paul Unck'e. Kasseneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr Palast- Theater srüber Feen-Palast, Burgstr. 22. Gänzlich neu umgestaltet. Täglich Das Beste vom Besten. Täglich 9 Uhr: Präcifc 9 Uhr: Fromme Wiwsche. Schwank in 3 Akten von I. Rose». Stroh v. Strohherg: Dir Rieh. Winkler. Kunftspecialitäten ersten Ranges. bette Mende, beste deutsche Soubrette. Prltz Brandt, nur Original-Schlager. Les Premiers, Akrobat-Canotiers. Terni-Truppe, Oriental-Akt. Enttee 30 Pf., Parkett 50 Pf., reservlerter Platz 75 Pf., nume- riertcr Platz 1 M., Sperrsitz I,b0 M., Loge 2 M. UM- Anfang 8 Uhr. Sizel» Theater. Bnumeiislrahe 16. Mzllgi>ll.i>.TljjMtgersohll. Charaiterblld mit Gesang in 3 Akten von G. Starke. Vorher: Ije ßühtMtt. Schwank in 1 Att von Schmasow. Im Saal:'rnn-ttrännclien. Aul das glänzendste renoviert. Aufgang nur Unter den.Linden 22. Anfang 8 Uhr, Sonntags 3 Uhr.| Liane trAmiroiT Hoho Schule, geritten auf| einer Plattform. Savcly Ciore, der neue russische Tenor.— Hella Collier, beste deutsche Soubrette.— Lmlsvlg Tolllieim, der famose Couplet-Sänger.' 14 erstklasslne Nummern. Vraler-Tlieattt ttaftanie»- Zlllee 7—0. Dttgllob: Durch ftttude Schuld. Volksstück in 3 Akten von A. Seelen. Bugen MUarde, Tanzhnmerist.— Eirlns Loyal.— Leodiskas Kakadus, kemische Recktunier.— The Elrados PleuryPIourette, Soubrette— 3 Stege- manne, römische Seile.— Konzort. Ansang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf., numerierter Platz 50 Pf. Kalbo. !§aiissoiici KotthiincrMr. 4a, Station der Hochbahn. Md" Täglich"�33 lluir-iinim» Notddkiitslhe Siiiflcr Svuniag, Montag n»d Donnerstag»ach der Sottec: Tnuzkraiizchc». Ansang Sonntags 5 Uhr, Entree 50 Pj., Wochentags 8'Mir, Enlrce 30 Ps. VcreinSblllcls gültig und Danz frei. Montag, 15. September: Benefiz. Stadt-Theater Alt-Nloabit Alt-Hoabit 47/49. Erstes Gastspiel des Benitiimt Rosc-EnscmMes 1 TcrBcltclstndcntvouBcrli». Grobe Posse mit Gesang in 4 Akten v. Hugo Busse.— Musik von Th. Franke. Klapphorn: Tirettor Rose. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellnnz 8 Uhr. Bernhard Rose-Theater Gesundbrunnen, Badstr. SS. SV" Heute:"TDW Gr. Specialitäten- und | Tb cater- Vorstellung. Ganz nenes Programm. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Kaffecküche.— Ball. Sommertheater Marienbad Badstr. 35/36, Gesundbriinnen. Täglich: Der Brandstifter. Operette in 1 Akt von Linderer. Willy Relnhold: Dir. R. Wagner. Erstklassige Svccialitate». Enttee 20 Pf. BouS und Vorzugskarten haben �_ Gültigkeit._ SS?- Heute:"�SSß Berlin bleibt Berlin. Grosso Ausstattungsposso mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Erik Meyer- Hclmund. Emil Thomas a.G. Josef Joseph). Henry Bender. Flora Sidlng. Hansl Reichsberg. Wlr.l Grabitz. — Johanna Junker- Schatz.— Anfang Vjt! Uhr. "Bauchen gestattet. usQl Re ichsh all e n. ££• Täglich: SleUiiicr Sünder. Ansaug: Wechciitags tf/Q 8 llhr, Souiitags 7 Uhr jjcjtft Tageskassen- 1>/,Uhr m d|Ü 3Em -zm 5 SU—U Altes ScbOtzenbaus, I.iuicu- Strande 5 euipstehlt feine Säle. 18796 Sonnabende im November re. frei. Zurückgekehrt: 36/11 ÜVi*. Bölim, Spccialarzt für Wasserheilverfahren. pAobtniig! 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Donnerstag, den 11. Septemtier, abends 8 Ubr 0 Yolks-Yersammlungen in nachstehenden Lokalen: 1. Wahlkreis: Cohus Festsäle, Benthstr. ÄO. 5. 6. ff ff ff ff ff ff ff ff ff Ä.„ Bock Brauerei, Tempelhofer Berg. 3. ,, Buggeuhagen, Moritzplatz. 4.„ g., Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee U. Walter, Gr. Frauksurterstr. 117'. 8l)., Urania, Wrangelstr. 9-10. Schweizer Garten, an» KönigSthor. Moabit, Peters Gesellschaftshans, Wedding, Germania-Säle, Chanfseestr. 193. Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrnunen, Weimanns Volksgarten, Badstr. 99. Schönhanser Vorstadt, Wernau, Schwedter- straste Ä3. ZUeder- Barnim: Friedrichsberg, Höftichs Schwarzer Adler, Frankfurter Chanffee 1Ä9. Weistenfee, Albrechtshof, Parkstr. 13. Pankow, Ebersbachs Kurfürsten-Säle, Berlinerftr. 19�. Teltom-Bttskom: Charlottenbnrg, Volkshans, Rosinenstr. 3. Schöneberg, Öbst, Meiningerstr. 8. Rixdorf, Gröppler, Bergstr. 147'. Tages-Ordnung in alleil Versammlnngen: .. Protest gege« Flelschiolllher md GreGerre. 2. Diskussion. Zahlreichen Besuch erwarten vie Venii'suensleutv. Zoeislliemoki'sljselier Vsdlvereill für den IV. Berliner Reichslags-Wahlkreis(Osten) Dienstag, den 9. September, abends 8 Uhr, Gr. �rankfnrterstr. 117: Versammlnng'."WW Tagesordnung: 1. Bortrag deS ReichStagS-Abgeordueten«lasor über: ISOZ ein Jahr der WahIen� 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 244/7 Um zahlreichen Besuch ersucht»er Torstand. Morgeu Mittwoch, stell Ist. Seilteilllitr, gsteitsts 8% Uljr, bei Buggellhagell m Moritilllast Vertl'glltllMililller-Versgllliiitllllg sämtlicher Bezirke und Branchen. Tages-Ordnung: 1. Bericht über die mit den Vertretern der Mcistervereinignngen gepflogenen Ber- handinngen über Errichtung eines paritätischen Arbeitsnachweises und Stellungnahme zu den gemachten Vorschlägen. 2. Werlststattstrciks und Differenzen. Die Kollege» werde» ersucht. a»S jeder Werkstatt Delegierte z» entsenden. Räch den bestehenden Beschliiffe» habe» die Wcrkstelle» bis 10 Kollege» einen Vertrauensmann, von 10 bis 20 Kollegen zwei, von 20—80 drei usw. zn sende». VertrauenSmäniicrkarte nebst Mitgliedsbuch legitimiert. Die OrtSverwaltung. Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. Mittwoch, ben 10. September 1902, abends 81/« Uhr: iöF" MBlg'ltealer-WeB'sammliing-�i in ben Sornssta-Siilen» Ackerstraße 6/7. Tagcs-Ordnnng: 1. Bortrag des Genossen Davidsohn über:„Lassalles Leben und Wirken". 2. Dis- ktission. 3. Aufstellung von Kandidaten zur Gelverbegerichtswahl. 4. Abrechnung vom Stiftungsfest. 5. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen sämtlicher Kollegen dringend erforderlich. 130/5»er Vorstand. Bekanntmachung der 274/18 Orts- Kraukeukasfe für das Barbiergewerbe. Neunte Abänderung z» dem Statut der Orts-Krauken- kaffe für daS Barbiergewerbe zu Berlin. Artikel I. Die§§ 12, 13. 19. 28. 29. 34 Abs. I. 41, 42, 51 und 53 dieses Statuts werden wie folgt abgeändert: „Mahsiab für die Bemessung der Unlerstiitzungen und Beiträge(durch- schnittlicher Tagelohn)." § 12. AlS Mahstav für die Bemessung der Kassculeisiungen und Beitrage gilt der für die betreffenden Mitglieder in Betracht kommende durchschnittliche Tagclohn. Der durchschnittliche Tage- lohn ist biS auf weiteres festgesetzt: a) für männliche Mitglieder über 16 Jahren auSschliehlich der Lehrlinge aus 3 Mark. b) für männliche Mitglieder unter 1V Jahre» und für Lehrlinge auf 1,50 Mark. (Festgeictzt durch Ober-Präsidial-Erlah vom 24. März 1902. O. P 5401.) s 13. Im Falle der Erwerbsunfähigkeit vom dritten Tage nach dem Tage der Erkrankung ab für jeden Arbeitstag ein Krankengeld und zwar: a) für Mitglieder der ersten Klasse von 1,50 Mark; für Mitglieder der zweiten Klaffe von 0,75 Mark. § 19. Für den Todesfall eines Mitgliedes gewährt die Kasse ein Sterbegeld: a) für Mitglieder der 1. Klasse von 60 Marl; b) für Mitglieder der 2. Klasse von 30 Mark. § 2». Die wöchentlichen Kassenbciträgc Sc- trage»: a) für erwachsene männliche Kasscn- mitglieder über 16 Jahre ausschiieh- lich der Lehrlinge 48 Pf. b) für männliche Kasseniuitgliedcr unter 16 Jahre» und sür Lehrlinge 24 Pf. s 29. Die Beiträge und Eintrittsgelder sind an den Nendailten im Kassenlolal einzuzahlen. § 34 Absatz 1. Jedem Mitglied wird ein Kassen- siatut und eine Quittungskarte oder Quittuiigsbiich ausgehändigt. Ber- lorene oder sonst abhailden gelonimene Bücher werden auf Kosten des Ber- liererS gegen Zahlung von 25 Pf. erneuert. § 41. Bei Stimmengleichheit gilt der Aw trag als abgelehnt. § 42. Der Vorsitzende hat die Vorstands� Mitglieder miildestcns 24 Stimden vor der Sitzung schriftlich einzuladen. ß 51. Bei Stimmengleichheit gilt der Au trag als abgelehnt. § 53. Die RcchuuugS- und Kassenfsihnmg wird nnter Beobachtung der Bor- schrifte» des KranlcnversicherungS- Gesetzes der von der höheren Ber- waltungsbehürde auf Grund deS Z 41 Absatz II daselbst crlasseuen An- ordniilinc» und der Bestiuimuugek dieses Statut?, sowie nach Mahgave der vom Vorstand und der General- Versammlung gcfahten Beschlüsie von einem Reiidantcil wahrgenommen, welcher vom Vorstand auf ein Jahr angestellt wird. Das Amt des Rendanten unterliegt einer drei monatlichen Ksindigung und zwar vom 1. Januar zum 1. April. Artilel II. Borstehende Abänderungen trete» mit dem Mvutage nach statutcnmäbig erfolgter Bekanntmachung in Kraft. Berlin, den 1. Juli 1902. »er Vorstand für das Unblcr- Gewerbe. V. Kletachmann, P. Schrolle, Borsitzender. Schrifisührer. Genehmigt. Berlin, de» 20. August 1902. NamenS des Bezirks- Ausschusses Abteilung II Der vorfitzende. I B. Eiler. II C 100/1. 02. Sotinabeiist, der 18. Mober, freigeworden, ist anderweitig an Bereine zu vergeben! S0VSL* Bilst Stiloii, Gräfte Fraiikfiirterstrafte Nr. 85. 36 Mark elegante Wlntcr-Paletot», SO Mark hochfeine Herren- AnzOne, 12 Hark schwere Wlnter-lteinklelder. Guter Stoff, tadelloser Sitz. 14. Krunsenstr. 14. 1 Treppe. Tel.-Amt INr. 3708. 1 Treppe. Metalrarbeiter! Mittwoch, ben 10. September 1902, abenbs 8'/» Uhr: 5 offentl. Metallarbeiter- Uersammwngen in folgenden Lokalen: Battschvlieder, Badstrnße 16, Keller, Koppenstraße 29, Urania, Wrangelstraße 9/10. Granmann, Naunynstraße 27, Kronen-Brauerei, Alt-Moabit 47/49. TageS-Ordnung in allen Bersammlungen: Tlnsvv gegenwärkigen Streiks. Die Vohnkrwegnng der Dttuklempner. 120/13 Zahlreichen Besuch erwartet Der Einderufer: Collen. VS" III. Wahlkreis, SocillldemokraWer Wahlverein sür den 3. berliner Reichstags-Wahlkreis. Dicustag. den 9. d. Mts.. abends r/zg»hr pünktlich im Dresdener Garten, Dresdenerstrafte 45: AM" VoosÄMMlung."WW Tagesordnung: Vortrag des Genossen Schriftstellers Belltttte; .Zwei Lockspitzel." Verschiedenes.— Ausnahme ncncr Mitglieder. 240/17 Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. SocIaldemoMiscIier Watitain fir den seclistea Berliner Reictistap-Walreis. DicnStag, de» 9. September, abends SVa Uhr: WS" Vei'sammlnnsr bei Danse, Brunnenstrafte 154. Tagesordnung: 1. Arbeitslosen-Versicherung und Socialdeinolratie. Referent: Genosse J. Kaliski. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 249/2 Zahlreichen Besuch erwartet Her Vorstand. NET" Der Zahlabcud findet wegen öffentlicher Versammlungen nicht an» Donnerstag, den 11., sondern den 18. September statt. D. O. Konsum-nHl>>i»ll!tio-Gknosst»sitjllft Befliu-Kixdoi'f. E. G. m. b. H. Donnerstag, de» 11. September, abends 8'/, Ithr: Außerordentliche General-Versammlung im grofte» Saale des Gewerlschaftshanses» TageS-Ordnung: 1. Wahlen zum Borslaud und AufsichtSrat. 2. Statutenänderung. 3. Anträge. 4. Verschiedenes. 1-6/15 Anträge«) der Mitglieder müssen bis zum 6. September in Hauben des Vorstandes sein._ gET" Mitgliedsbuch legitliniert. Der AuT�iclitsrat. Der 1 erstand. O. Tchnman». Schulz«. Breslaner. *) Antrag Hertmann und Genossen: Eröffnung einer neuen Verlaufs- stelle in Berlin SO._____ Oeffentliche Versammlung dn Stttliseijer-Klfsllrbtittt Soiintng, stcit 11. Sfptcuistfr, ttitthmittltgs Ull2 llhr, bei XUnianu, Hol IIa Iii.. Brnnncustr. 188. 1<4/2* Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Verbandsvorsitzenden A. Rnoll über die Frage: Welche Schritte sind z» thun, um die traurigen Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Steinsetzer-Hilfsarbeiter zu verbessern? 2. Diskussion«nb-oeutuelle BejchluSfassuug betr. Gründung einer Hilfsarbeiter- Organisation. 3. Verschiedenes._ Der Ciiibernfer. Bleiglaser, Glasmaler u. Messingglaser. Mittwoch, den 10. September, abends 3 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße Nr. 20: OI'OSSC öll'eutl. Versamiiiliuiff. TageS-Ordnung: Bericht über den Streik. Verschiedenes. Freie Aussprache. Die arbeitenden Kollege» werden ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheine»._[73/4] Die Lohukomnusfio». CeotrolyßriiaiK! der iuror Deutsctilands Zahlstelle Charlottenburg. Mittlvoch, de» 10. September, nbendS 8'/- Uhr, in« kleinen Saale deS Volksllanses, Rosincnstrafte 3: Außerordentl. Mitgliederversammlung. TageS-Ordnung: 1. Vortrag deS Kollegen Silberschmidt über:„Der steigende Einfluß der Gewerlichaftsorgauifation aus die Lebenshaltung der Arbeiter." 2. Diskussion. 3. Äcwertschastliches und Verschiedenes. Werte Kollege» I I» Anbetracht der außerordentlich wichtigen Tages- orduuug ist es Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. 140/20 ES erwartet recht regen Besuch_ Die örtliche Verwaltung. Socialdemokrat. Wahlverein ISIxdoFt'. Mittwoch, de» 10. September, abendS S'/s Uhr: Mitglieder» Versammlung im Lokale voi« DUnzcr, Kncscbeckstrafte 113. TageS-Ordnung: 1. Vortrag deS Genossen Dr. Silb erste in über:„Alkohol und die Arbeiter." 2. Diölussio». 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Vereins- augclegcnheiten. Verschiedenes und Fragekastcn._ 232/14 Frauen und Gäste habe» Zutritt."9(3 Der V Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstaitd. WuIilMcttt Lllhttilbtt'g. Dienstag, beu 9, September, abenbs 8l/i Uhr, Vevkttmntlung im Saale deS Herr» IRSrilell, Frankfurter Chaussee ISO. Tages-Ordnung: 1. Vortrag deS Herrn Dr. Rudolf Steiner über:„Die Kunst und die Arbeiter." 2. Bericht von der RreiSkonfereuz. Gäste gern gesehen. Frauen ist die Galerie reserviert. 14/7_ Der Borstaud. Fordern Sie in de» Tabakhandlungen Dänischen Anker-Kautabak Feinste Marke 5»ud 10 Pf.-Schleifen. Nur echt, wenn sich im Tabak der Firmcnzettel mit zaü.r befindet. Generalvertreter: C. Rifcker, Berlin, Grüner Weg 8, Amt 7, 3861 2 Mk. S Zatin-tat Wolf, leipziprsirrif. 10 Jahre Garantie. Teilzahlung' wöchentlich 1 Mark. Vollkonnuen achnicrzluses Xahnsiehen 1 fflark. Plomb. 1,50M. Beparat. sof. Umarbeitung sohleohtsitz. GebiBs.e.J (Haus Sohaarwächter.) Sprechst. 9—7 Uhr. 35/11*
Orts Krankenkasse der Sattler und verwandter Gewerbe. Am 7. September verstarb unser Mitglied ßeinhold Heidrich (Werlstatt von Robert Reichelt). Die Beerdigung findet am Mitt- woch, den 10. September nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Nikolai-Kirchhofes in der Prenzlauer- straße aus statt. 274/19 _ I. A.: G. A 6 m a n n. Deutsche Wagenhauer. Zeigen hiermit an, daß am 6. Sep- tember 1902 das Mitglied der Filiale Berlin 5, Herr Friedrich Christopheit im 32. Lebensjahre verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 10. September, nachmittags 3 Uhr, von seiner Wohnung Lützowstr. 84a., aus statt. 253/4 Der Torstand. Moves- Anzeige. Allen Bekannten die traurige Nach- richt, daß unser Sohn, der Tischler- lehrling Wllty Wünsche nach schweren Leiden am 7. d. M. 2 Uhr morgens sanft entschlafen ist. Um stille Teilnahme bitten via trauernden Eltern nebst Geschw. Die Beerdigung findet am 10. d. M., 4 Uhr nachmittags von Schulstr. 21 aus nach dem Nazareth- Kirchhof in Reinickendorf statt. 192öb Karl Wünsche, Parkettleger. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden, Be- kannten und Kollegen unsres Vaters, die ihm bei der Beerdigung am Sonn- tag die letzte Ehre erwiesen haben, sagen wir hiermit unsren besten Dank. 1923b H. und O. Hünse. r Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Kollegen,®e- «offen, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dag unser einziger S°hn Car, im Alter von 4 Jahre» und 9 Monaten Sonnabend, den ö. September, nach- mittags 43/4 Uhr, am Gehirnschlag verstorben ist. Die Beerdigung findet DienStag, 9. September, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Mühlensttafie 37, aus nach dem städtischen Friedhof in Friedrichsfelde statt. 1928b Die trauernden Eltern csriVieseiiihainebstzrau Danksagung. Allen Freunden und Bekannten für die innige Teilnahme bei der Beerdi- gung meiner lieben Frau den herz- lichsten Dank. sb042L Karl Kleist. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herz- licher Teilnahme und reichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meiner lieben, unvergeblichen Frau«. Mutter sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten unsern tiefgefühltesten Dank. 19296 Der trauernde Gatte nebst Kindern Adelt SchOntcIdcr. Aufruf! Diejenigen Personen, welche näheres von dem Zusammenstob zwischen „Grcbbtn" und„Neptun" wissen oder Acuberungen vom SchiffSsührer des „Neptun" gehört haben, bitte sich zu melden. 1932b Heideureich. Schiffsführer deS Grebbtn", Tegel, Schlieperstrabe 47. Dr. med. Schapev homöop, Arzt u. Spez.-Arzt f. Haut- u. Hamleidenf Frauenkranlch eitert', Königgrätzerstr. 87. 8pr. 9-1. 4-7. Purtei-Speditioneu: Berlin zweiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalder- strabe 30, v. part.— Dritter Wahlkreis: St. Fritz, Prinzenstr. 3t, Hof rechts part.— Tlerter Wahlkreis D.: Robert Weng eis, Gr. Franksurterstr. 133, Hof part.— SO.: Paul Böhm, Lausitzerplatz 14/15 (Laden).— Sechster Wahlkreis(Iloablt): Karl Anders, Salzwedelerstrabe 8, im Laden.— Weddlng und Oranienburger Vorstadt: Emil Stoltzenburg, Wiesenstrabe 41/42.— Bosen- thaler Torstadt, Oesnndbrnnnen, Belnlckendort(Ost und West), Wllhelmsrnh und Schünholz: Hermann Raschke, Grünthalerstr. 85.— Schönhauser Torstadt: Karl M a r S, Kastanien- Allee 95/96.— Charlottenbnrg: Gustav Scharnberg, Sesen- Heimerstrabe 1, Ecke Goethestrabe, vom I.— Deutsch- WUmersdort: W. Nickel, Uhlandstrabe Nr. 108, parterre.— Frledrichsberg- Frledrichstelde- WUhelmsberg- Hohenschönhausen: Oswald Grauer, Berlin O., Frankfurter Allee 197.— OrUnan: Gustav M i e r s, Köpenickerstrabe III.— Blxdort: Ost ermann, Erk- ftrabe 6.— Schöneberg: WilH. B S u m l e r, Martin Lutherstr. 51, Laden. — Ober Schöneweide: Emst K a u s H o l d, Wilhelminenhofstr. 18, — Zlleder-Schönewelde: Bonakowsky, Berlinerstrabe 8.— Johannisthal: Paul Mann, Friedrichstrabe 39,1.— Adlershot: Gustav Hitze, Hackenbergstrabe 8.— Köpenick: Friedrich Woick, Grünstrabe 29.— Friedenau- Steglitz: H. Bernsee, Kirch str. 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, Düppelstrabe 8, und Fr. S ch e l l h a s e, Ahornstraße 15».— Banmschnlenweg: Stock, Ernststrabe 2, II.— Aen- Weissen- see: Joseph Rein, Lehderstrabe 5, Ecke Friedrichstrabe.— Bammcls- barg: Forgbert, Prinz Albertstr. 5». Auberdem ist sämtliche Parteilitteratur sowie alle wissenschaftlichen Werke dort zu haben. AllH WCrdM JNftrate fitt den„Vorwärts" entgegengenommen. ÜHF" Bitte ausschneiden!-MO j H.«£ P. Uder, i «- Berlin SO. 16. Engel-Ufer 5. Tabak Fabrik. L4898* Vorteilhafteste Bezugsquelle für"Wiederverkäufer in Clgarren, Ogaretten, Rauch-, Kau- und Sonnupftabaken.> D. 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Rechtshilfe. Etngabengesuche, Raterteilung. slS30b RcchtSbnrea» Adalbertstraße 22. Rechtshilfe, Raterteilung. Unbemittelten unentgeltlich. 19276 75 Pfennige! Eingabengesuch«, Schanksachen, Strafsachen, Ehe- schetdungs-, JnterventionS-, Be- leidigungs-, Alimentenklagen, Unfalls- fachen, Zahlungsbejehle, Raterteilung. Wulkow, Skalitzerstraße 141. Abends geöffnet. 1925b RechtSburcan. Prozebbeistand.Ein- gaiengesuche, Raterteilung. Bnlnnensttaße vierzig._ Ghescheidungs-,.llnfallsachen! Stellunggesuche, Raterteilunanen I Linienstrabe sechSunddreißig. 1936b Vermietunxen. Wohnungen. Freundliche Wohnungen Rostockerstrabe 31._ fT* Wohnungen. 1, 2, 3 Ktmmer, Küche. Miete jährlich 150, 200, 300 Mark. Erfragen Frankfurter Allee 27. Schramm. 36/14 SehI»r«teHen. Möblierte Schlafstelle vermietet sofort für 1 oder 2 Herren Frau Jacobey, Kolbcrgerstrabe 26, vorn III. �fbeitsnwkt. Stellengesuche. 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Engbrccht, Wörlitzer-llfer. Goltz u. Breuwiann, Holzmarktstr. 11. Hülsebeck, Kroll u. Co., Warschauer- strabe. Die Ortsvcrwaltung. Achtliiig, Klilvierarbeiter! Die Pianofabrik von Frnzt Koch A Co., Greifswalder- straste 155/156. ist wegen Lohn- differenzen bis auf weiteres gesperrt. 88/5 Die OrtSverwaltung. �elitunK! lisedlvr! Folgende Werkstätten sind gesperrt: Hülsenbeck, Kroll». Co.. War- schauerstraße. Lux u. Engbrecht, Görlitzer Ufer. Wolf. Waldemarstr. 27 u. Bethanien- Ufer 6. Golü n. Brcutman«, Holzmarkt- strabe 11. 183/1» 'Alb. Schulü. Krantstr. 18/13. Ter Fachverci» der Dischler. Achtung! Achtung 1 BlliUntiscIiler! Bei Wchner, Stallschreiber. straffe 58, find die Kollegen in de» Streik getreten. Zuzug fernhalten» Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin Für den Inseratenteil verantwortlich: Th.«locke in Berlin. Druck und Verlag von Mrx Badiug ü, Berlin.
sr.210. i9. laut«. 2. Kllllge ileg„Mmrls" Kttliml DMOlM Berliner Partei-Angelegenheiten. Achtung, Parteigenossen, Gewerkschaften und Vereine! Dienstag, de» 7. Oktober, abends 8 Uhr, finden die Partei» Versammlungen statt, in denen die Berichterstattung von der Brandenburger Provinzial-Konferenz, voni Münchener Parteitag, sowie der sämtlichen Partei-Funktionäre erfolgt und deren Neuwahl stattfindet. Die Parteigenossen werden ersucht, an diesem Tage andre Versammlunge» nicht einzuberufen. Die Vertrauensleute. Achtung, Parteigenosse»! Donnerstag, den 11. September, abends 8 Uhr. finden in sämtlichen Wahlkreisen Berlins und Um- gegend P r o t e st- V e r s a m m l u n g e n gegen den Fleisch» w u ch e r statt. Die Parteigenossen tverden ersucht, für den regen Besuch der Versammlungen zu agitieren. Näheres im Inseratenteil und an den Anschlagsäulen. Die Vertrauensleute. Dritter Wahlkreis. Dienstag, den g. September, abends 8>/z Uhr, im.Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45. Versammlung des Wahlvereins. Vortrag des Genossen Max Schütte über das Thema:»Zlvei Lockspitzel". Diskussion. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Der Schmargendorfcr Wahlverein hält Dienstagabend 8 Uhr eine Verjamnilung ab, zu der auch Gäste Zutritt baben. Tagesordnung: 1. Die Brandenburger Provinziallonferenz. 2. Ge- meinde-Angelegenheiten. Wahlvereiu Grost-Lichterfclde-Lankwitz. Morgen, Mittwoch- abend 3 Uhr, VereinSversamnilnng bei Herrn Richter, Chanssee- ftrafee 104. Vortrag des Schriftstclle.s Genosse» Max Schütte über:.Zwei Lockspitzel". Diskussion. Vereinsangelegen- heilen. Die restierendcn Vcreinsmitglieder werden dringend' er- sucht, die Beiträge vor Beginn der Bersanmilung zu entrichten. Ober-Schönewcidc. Mittwochabend 8Vs Uhr findet bei Kauf- holt die Versammlung des Wahlvereins statt. Neue Mitglieder tverden aufgenommen._ UokAles. Eine Frage, die für Krankciikasscn-Mitglicdcr durchaus ivlchtig ist, soll in nächster Zeit durch die zuständigen Instanzen ent- schieden werden. Eine Wirive H.. die zu Hanse für ein hiesiges Geschäft Gratulationslarten anfertigt, ivar nach Inkrafttreten des Berliner Ortsstatuts betreffend die Kranke, ivcrsichernng der Heim- arbeiterinnen veranlaßt worden, ans der Ortskasse für Buch- binder, der sie jahrelang angehört hatte, auszutreten und bei der Ortskaffe der Lithographen und Stcindrnckcr Mitglied zu iverde». Soweit gut. Als die Fran jedoch am 1. Juli dieses Jahres von Berlin nach Rnmmelsbnrg zog, erhielt sie vom Vorsitzenden ihrer Kasse, Herrn Stnblmann, die Mitteilung, daß sie wegen Verlegung ihres Wohnsitzes nicht mehr Mitglied bleiben könne und daher als ausgetreten zu betrachten sei. Die Frau ist aber nach wie vor bei dem alten Unternchnier beschäftigt, und da weder im OrtSstatut der Stadt Berlin noch im Krankciiversichcrmigs-Gesetz eine Bestimmung enthalten ist, die dem Vorstand im vorliegende» Fall die Pflicht auferlegt, die Versicherte von der Mitgliedschaft auszn- -schließen, so will Frau H. bei der zuständige» Behörde Beschiverde einlegen. Sie ist der Ansicht, daß der Wohnsitz des Betriebsinhabers und nicht ihr eigner Wohnsitz für die Mitgliedschaft bestimmend ist. Bemerkt sei übrigens, daß die in Betracht kommende Krankenkasse Arbeiterinnen zu Mitgliedern zählt, die in Friedrichshagen wohnen. Diese find, wie uns versichert wird, bisher vom Ausschluß nicht be- raffen worden. Rudolf VirchowS Leichnam wird in einem prachtvollen Sarge im Festsaale des Rathauses, inmitten eines Lorbeerhaines, aufgebahrt werden. Zur Rechten des Sarges soll das im Senatorensaale des Rathauses befindliche Bildnis des Verstorbene», zur Linken das flor- umhüllte Banner der Stadt Berlin aufgestellt werden. Das große Kongreß-Gcmälde Prof. v. Werners, vor weichein die Anfbahrnng geschieht, wird verhüllt werden. Ans den, Grün der den Sarg um- gebenden Bäume und Blattpflanzen tverden hohe Kandelaber mit zahlreichen Kerzen emporragen. Rechts neben dem Sarge wird sich die Redner-Tribüne erheben, von ivelcher aus Prediger K i r m s. Prof. Wald eh er und Oberbürgermeister Kirsch» er dem Toten ihren Nachruf widmen werden. Die gärtnerische Ans- schmückung des Festsaales zc. hat der städtische Garten- direktor Mächtig übernommen. Zu der heute Vormittag stattfindenden Trauerfcier werden vom Mngistat»nd den Stadtverordneten Karten ausgegeben, ivelche als Legitimation zum Eintritt in den Festsaal dienen. Die Mitglieder der städtischen Be- Hörden, sowie die Bezirksvorsteher erscheinen in Amtstracht mit der Kette. Den Trauerzug, der sich in der König- und Jüdenstraße ordnen wird, eröffnet ein MnsikcorpS, sodann folgen die Träger des Riesenkranzes, welchen die städtischen Behörden gestiftet haben, die wissenschaftlichen, studentischen zc. Vereine und Depntatioiieii zc. Hinter dem Leichenwagen, welchem der Träger des Ordenskiffens voran- schreitet, folgen die Familien», itglieder, die etwa erschienenen Ehrenbürger der Stadt Berlin, sowie die Stadtältesten, sodann die Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordneten-Versnmmlung, die Bürgerdeputierten, BezirkSvorstcher n'nd städtischen Beamten derjenigen Deputationen zc., welchen der greise Gelehrte angehört hat. Den Beschluß des Zuges wird eine lange und stattliche Reihe von Trauerwagen bilden. Städtische Beamte und Nuntien iverde» den Zug mit umflorten Marschallstäben begleiten. Vom Rathause wird der Trauerzug folgenden Weg nehmen: Königstraßc. Span- dauer- und Kaiser-Wilhelm-Straße, Lustgarten, Unter den Linden, Opernplatz, Katholische Kirche, Behrenstraße, Markgrafenstraße, Schillerplatz, Lindenstraße, Bclle-Alliance-Platz, Bclle-Allianccstraße, Dork- und Katzlerstraße bis zum Friedhof am Groß-Görschen- Bahnhof. Virchow und daS Panoptikum. In Virchow hat die betrieb- same Gilde der Schausteller getvisserniaßeu ihren Schutzpatron verloren. Seit vielen Jahrzehnten war es der dahingeschiedene große Gelehrte, der alle.Abnormitäten", mit denen die Schausteller von Ort zu Orl reisten, zu untersuchen bezw. der Medizinischen oder Anthropologischen Gesellschaft, wie nicht minder seinen Schülern vorzuführen pflegte. Riesen und Zwerge. Skelettmenschen und Schlmigen- menschen, unempfindliche Fakiere und Wesen mit den ver- schiedensten autzergeivöhnlichen körperliche» und geistigen Fähig- leiten, endlich auch alle Sorten von„Wilden" und Angehörige interessanter Volksstänime aus den entfernleften Gegenden sind . Virchow vorgestellt und von ihn, eingehend wissenschaftlich geprüft worden. Virchow-Zeugnisse hatten, als Beweise für die Echtheit der ausgestellten Wunder und Kuriositäten, in der Schau- stellerwelt einen ganz besonderen Wert. Aus aller Herren Landern kamen deshalb die Jnipresarii von Abnormitäten nach Berlin zu Virchow, dessen Zeugnisse oft in alle möglichen Sprachen übersetzt wurden, und da sie überall in hohem Ansehen standen, oft die . Grundlage wurden, auf der die Schausteller ihre Existenz aufbauten. Andrerseits haben diese Untersuchungen wiederholt für die Wissen- schaft neue bedeutsame Ergebnisse geliefert. Durch die Ilcbergriffe eines Hochbahn-Veamten ist dieser Tage ein hiesiger Einwohner großen Unannehmlichkeiten ausgesetzt worden. Wenn die Wagen dritter Klasse überfüllt waren, hatte unser Gewährsmann schon mehrfach sich beim Schaffner ein Zuichlagsbillet zu fünf Pfennig gelost und war im Wagen zweiter Klasse gefahren. So auch neulich morgens. Er zeigte seine Fahrkarte dritter Klaffe vor und forderte das übliche Znschlagsbillet. Statt ihm solches zn verabfolgen, herrschte ihn der Beamte an, daß er seine„Papiere" vorzeigen müsse und wegen Betruges verfolgt werde. Erst auf der folgenden Haltestelle verkaufte der Schaffner dem Passagier das Billet, beim Aussteigen auf der Station Zoologischer Garten richtete der Beamte' an den Fahrgast jedoch das Ersuchen, ihm zur Polizei- Wache zu folgen, damit seine Per- sonalien festgestellt iverde» könnten. Der gutmütige Passagier ging auch mit auf die Wache am Zoologischen Garten. Dort aber gab es kein Telephon und da der Verbrecher auf Umständlichkeiten bei der Hochbahnfahrt nicht gerechnet hatte und daher keine Ausweis- Papiere bei sich tnig, stand der Beamte betrübt und ratlos da. Das that nun wieder dem Passagier leid, und er half den schneidigen Mann dadurch auch der Verlegenheit, daß er ihm Namen und Adresse mitteilte. Nun harrt der Arme der Betrugsanklage. Oder sollte es anders kommen und der übereifrige Beamte von oben seinen Rüffel bekonimen? Elcndöstatistik. Im Männerashl des Berliner Asylvereins für Obdachloie nächtivten im Monat August 21 128 Personen, im Frauen» asyl 5090 Personen. Arbeitsnachweis wird erbeten für Männer: Wiesenstr. 55/59, für Frauen: Füsilierstr. 5. Die Schaukästc» des Uhren- und GoldwarenhändlerS Tomechna, Brückenftr. 16, sind in der Nacht zu gestern binnen kurzer Zeit zum drittenmal zertrümmert und um ihren Inhalt beraubt worden. Der Wert der gestohlenen Sachen beläuft sich auf etwa 200 Mark. Ein neucS Opfer der Strastenbah». Der 17 Jahre alte Schlosierlehrling Ernst Wilde aus Adlershof, der in einer Werkstatt in der Metzerstraße arbeitete, wollte am Sonnabendnachmittag mit seinem Gejchäftsfahrrad von der Neuen Grünstraße in die Seydel- straße einbiegen, als diese entlang gerade ein elektrischer Wagen der Linie Schlesischer Bahnhof-Moabit gefahren kam. Unmittelbar vor dem Straßenbahnwagen kam der' junge Mann auf dem etwas schlüpfrigen Pflaster mit dem Rad zu Fall und geriet unter die vordere Plattform. Bewußtlos unter dem Wagen hervorgezogen, wurde er mit einer Droschke nach der Ilnfallslation in der Brüderstraße gebracht. Diese ließ de» Verunglückten sogleich der Charits zuführen, da der Arzt einen schweren Schädelbruch feststellte. Im Krankenhanse erlag W. schon an, selbe» Abend seiner Verletzung. Das Schicksal der VolkS-Krankcnkasse„Fürsorge". Der Polizeipräsident teilt mit, daß die„Fürsorge", Volks-Krankenkasse Eingeschriebene Hilfskasse Nr. 138, Berlin K1V. 6, Schiffvauer- damm 15, gegen die vor einiger Zeit Klage bei den, hiesigen Bezirks nnsschnsse auf Schließung erhoben worden war, sich durch ein- stimmigen Beschluß der außerordentlichen Generalversammlung von, 4. September aufgelöst hat. Mit der Abwicklung der Geschäfte sind die Herren Major a. D. Hillmar Ottzen, Schöneberg, Hanptstr. 137, und Kaufmann Wilhelm Zopff, Gneisenaustr. 27. als Liquidatoren beaustragt worden. Alle Anfragen und Gesuche sind an diese beiden Herren, deren Geschäftsraum sich iNWV 6, Schiffbauerdamm 15 pt., befindet, und nicht an das Polizeipräsidium zu richten. Vermistte Mädchen. Die 20 Jahre alte Lina Schnell, die seit dem 1. April d. I. bei dem Kaufmann Niqnet in der Lranieiistr. 107 diente, erhielt am Sonntag vor acht Tagen den Besuch ihres Bräutigams, der außerhalb Berlins wohnt, begleitete ihn bei der Abreise bis zun, Stcttiner Bahnhof, kehrte aber nicht wieder nach Hause zurück. Der Bräutigam versichert, daß er in Frieden von ihr geschieden sei, bat aber auch nichts mehr von ihr gehört. Die Vermißte ist 1,50 Meter groß, hat hellblondes Haar. blaue Augen. ein rnndcs Gesicht und eine kleine Nase und trägt eine blauweiße Bluse mit schwarzen Sainmetschlelfen und einen schwarzen Rock.— Die noch nicht 17 Jahre alte Gertrud Böhm- Hammel, die bei dem Ranfmann Gnttmam, in der Neuen Ansbachcr straße 8 seit vier Wochen in Stellung ivar, entfernte sich am Freitag- morgen kurz vor 6 Uhr ans der Wohnung und ist seitdem ver- schwnnden. Aus einem Briefe, den sie hinterließ, geht hervor, daß sie sich das Leben nehmen wolle, weil sie erfahren habe, daß ihr Geliebter, ein 22jähnger Schwffergesclle ans Friedrichsberg, es mit einer andren halte. Das Mädchen ist mittelgroß und hellblond, hat blane Augen und trägt eine weiße Bluse, einen schwarzen Rock, einen weißen Strohhut, ein Rosahalsband und rote Halbschuhe. Das leidige Abspringen! In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag sprang am Bahnhof Prenzlauer Allee dicht hinter der Halte- stelle ein Herr Hoffmann von den, Straßenbahnivagen Nr. 1842 und kam dabei zn Fall. Er scheint Verletzungen davongetragen zu habe» und mußte durch einen Schutzmann nach der Ilnfallslation gebracht iverde». Dasselbe geschah mit einer Fran, Luisen-Ufer 3 wohnhaft. die am Sonntagabend an der Pctrilirche— wie jener Herr— trotz des ausdrücklichen Verbots des Schaffners vom Wagen sprang. Sie schlug mit dem Kopf auf das Trittbrett, kam aber noch gut davon, da ans der Unfallstation eine Verletzung nicht konstatiert tverden konnte. Abgestürzt ist an, Sonnabend gegen 12 Uhr ein Zimmer- lehrlüig von. dem Neubau der Irrenanstalt in Buch. Der junge Mann wollte zum Dach hinausklettern, glitt ab und fiel, da die obere Balkenlage nur mangelhaft abgedeckt war, in die erste Etage; da aber hier noch nicht fertig gestakt war, durchschlug er einige Staken und fiel bis ins Parterre. Nach dem Unfall wurde einer Wiederholung desselben durch eine Verbesserung der Staknng vor- gebengt. Zwölftauscnd Mark cingcbiistt hat, wie das„Berl. Tagebl." berichtet, der Herausgeber und Redacleur des.Deutschen Kaufmann" Robert Ansterlitz, an der Michnelbrücke 1. Austerlitz mußte vor längerer Zeit ans Gesundheitsrücksichten in ein Bad reisen und»ahn, seine Familie niit sich. Um eine möglichst, zuverlässige Persönlichkeit zu seiner geschäftlichen Vertretung in Berlin zurückzulassen, engagierte er einen jungen Menschen, der sich als einen Journalisten Löwe ans- gab. und der ihm von mehreren Seiten warn, empfohlen war. Als nun nach Beendigung der Kur Austerlitz mit seiner Familie nach Berlin zurückkehrte, fand er in seinen, Bureau den. Vertreter" aber nicht mehr vor, sondern dieser hatte es vorgezogen, nnter Mitnahme einer Barsumme von 12 000 M. sowie einiger ivertvollen Schmuck- sache» das Weite zu suchen. Alle mit Hilse der Kriminalpolizei an- gestellten Ermittelungen blieben ohne Erfolg. Straffensperrnng. Die Chansfecstraße von der Invaliden- bis zur Hannoverichcnstraße wird behufs Verlegung einer Gasrohrleitnng vom 8. d. M. ab bis auf iveiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Fcucrbericht. Eine ganze Reihe von Alarmiernngen hatte die Wehr in der Zwischenzeit zu verzeichnen. Montag früh gegen 3 Uhr wurde sie nach dem Görlitzer Güterbahnhof gerufen, wo ein scheu- gewordenes Pferd zwischen einen Eisenbahnwagen und eine Rampe geraten war. Das schwerverletzte Tier wurde in kurzer Zeit hervor- geholt. In der Nacht zum Montag war in der Rathenowerstr. 21 im vierten Stock in einer Küche durch Unachtsamkeit ein Brand ent- standen, der Betten, Kleidungsstücke zc. ergriffen hatte. Die Flamme» konnten indes bald erstickt werden. Sonntagnachmittag 5 Uhr hatten in dem Tanzlokale von Mündt. Köpcnickerstr. 100, Gardinen Feuer gefangen. Kurz darauf waren durch die Explosion einer Petroleum- lampe Plan-Ufer 21 Decken, Kkeidungsstücke zc. in Brand geraten. deren Ablöschrmg jedoch in kurzer Zeit erfolgen konnte. Gegen 6 Uhr hatte die Wehr fast gleichzeitig in der Mclchiorstr. 3 und in der Posener- straße 27 Schornsteinbräiide zn beobachten. In der Köpnicker- straße 105/106 mußte in einer Badestube ein Feuer beseitigt werden, das Lumpen und Verpackungsmaterial erfaßt hatte. Nach dem An- Halter Güterbahnhof, sowie nach dem Görlitzer Güterbahnhof lvurde die Wehr gerujen, weil dort sich Waggons mit Preßkohlen von selbst entzündet hatten. Die Gefahr konnte!!,, beiden Fällen bald beseitigt werden. In der Rochstraße 3 hatte Müll auf dem Hofe Feuer ge- fangen. Außerdem liefen in den letzten 24 Stunden noch Feuer- Meldungen von der Breslauerstr. 18 und von der Kurfürsten- straße 169 ein, die jedoch beide auf unbedeutende Anlässe zurückzu- führen waren. Der Große Preis von Deutschland, welcher an den beiden Sonntagen vom 14. und 21. September auf der Radrennbahn K u r f ü r st e n d a mm(an, Bahnhof Charlottenburg) zur Ent- scheidung kommt, wird nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen sich zu einem Ereignis allerersten Ranges gestalten. Mit wenigen Ausnahmen werden alle erstklassigen Fahrer des Kontinents an dieser seit ihrem Bestehen stets gut bestrittenen Flieger-Konkurrenz teilnehmen; die größte Zahl der deutschen Fahrer, darunter Arend, Huber, Seidl, von Ausländern u. a. Bixio, Eros, Ferrari, Bnisson, Jue zc. sind bereits eingeschrieben, so daß dem Berliner Publikum, dem seit ca. 4 Monaten Fiieger-Renncn nicht geboten wurden, außerordentlich scharfe Kämpfe sin Aussicht stehen. Der diesjährige Große Preis von Deutschland darf in An- betracht dessen, daß alle Fahrer augenblicklich auf der Höhe ihrer Form stehen, als das bedeutendste Rennen Europas der Saison 1902 bezeichnet werden. DaS Wilhelm-Theater. Martens Klub- und Ballhaus in der Friedrichstr. 236, jenes alte Lokal, das unsre» Lesern von so mancher Parteiversammlnng her in Erinnernng ist, hat in der letzten Zeit recht fatale Wandlungen durchmachen müssen. Als voriges Jahr die Ueberbrettl-Seuche im Schwange war, sollte auch an dieser Stätte irgend etwas Seccssionistisches entstehen. Wenn wir nicht irren, kam eine Art Ueberbrettl fürs Familienpnbliknm zum Vorschein, ein Unternehmen, das leider nicht zog, weil auch damals auf Ueberbrettl und Familienglück kein rechter Reim gefunden werden konnte. Für den Rest des Winters war man denn auch bescheidener und behalf sich mit einem einfachen Variete dritten Ranges. Der Wechsel der Zeiten will cS so, daß gegenwärtig die Ueber- brettelei noch viel niedriger im Kurs steht als voriges Jahr. Ans dieser Einsicht heraus und im übrigen vielleicht um einem tief- gefühlten Bedürfnisse abzuhelfen, nennt man das HauS seit Sonnabend Wilhelm-Theater und führt dort unter der Leitung eines Herrn Martin das Lustspiel„Ein toller Einsal l" auf. Diese etwas bejahrte Schnurre von Laufs verschlägt immer noch bei empfänglichen Gemütern. Selbst dann, wenn, wie bei der Er- öffnungsvorstcllung, nicht alles gleich am Schnürchen geht und die Besetzung dieser und jener Rolle zun, Widerspruch anstachelt. So ging denn, wenigstens soweit das Publikum in Betracht konnnt, am Sonnabend alles gemütlich und beifallsfreudig von statten. Und wer wirklich nicht befriedigt war, sei es ans Mangel oder aus Uebcrfluß an dramatischem Verständnis, der hatte als Tröstmig sein Bierseidel vor sich auf dem Tische stehen und konnte damit nach Herzenslust klappern. Auch winkle ihm nach beendigter Vorstellung ein Tanz- kränzchen im Parkett. Mehr kann kein Mensch mit normaler Genuß- frcudigkeit für sein Geld verlangen. Ans den Nachbarorten. Gegen die Fleischzölle und gegen das Vieheinfnhr-Vcrbot hat gestern die Schönebcrger Sladtverordncten-Versammlung ein- stimmig eine Resolution angenommen. DaS Schönebcrger Krankenh auSP ro jekt. Man schreibt uns ans Schöneberg: Die Angelegenheit der Erbauung u n s r e s K r a n k e n h a'u s e S, wofür von den städtischen Körperschaften schon längst die Prospekte und Mittel genehmigt sind,„schwebt" noch immer beim Magistrat. Die Fixigkeit, mit der hier diese wichtige Frage behandelt wird, ist wirklich wunderbar. In welchem Kontrast zu den Fortschritten stehen die hochtönenden Darlegungen dcS Bürgermeisters Wilde vom Frühjahr votigen Jahresl Bei jeder Gelegenheit wird auch jetzt noch auf„die großen wichtigen' Aufgaben, die der Kommune harren, hingewiesen, und wie legte sich besonders für das Krankenhans das Städtoberhanpt ins Zeug, als eS sich um die Vertragsverlängernng der Englischen Gasgesellschast handelte. Mit den zu erwartenden Mehrerirägen sollte in erster Reihe das Krankenhaus bedacht werden. Jedenfalls will man erst abivarten, ob nach dem Beginn des neuen Vertrags, der erst 1904 eintritt, auch wirklich der gehoffte Gold- regen hinter den gehegten Erwartungen nicht zurückbleibt. Die ge- samte Einwohnerschaft aber hat das größte Interesse daran, daß die Lösung dieser wichtigen Frage nicht weiterhin„verschleppt" wird. Schöneberg. Die Ansführnng unsrer Kanalisation. deren Erweiterung schon seit Jahr und Tag auf der Tagesordnung steht, stößt auf weitere Schwierigkeiten. Zwar hat sich Berlin bereit erklärt, in den Bau des Notauslasses nach dem Land- w e h r k a» a l zu willigen, aber nur unter der Bedingung, daß Schöneborg die feste Zusichert», g gicbt, einen zweiten Notanslatz, der nicht durch Berliner Gebiet geht, zu bauen, wenn sich eine solche Anlage als notwendig erweist. Ein solcher Notauslaß könnte aber nur nach Charlottenburg oder nach dem Teltower Kanal gelegt werden; in dem ersteren Falle müßte die Unter- grnndbahn gekreuzt werden, Ivozu die Aufsichtsbehörde die Genehmigung niäit erteilt. Dem Bau eines Auslasses nach dem Teltower Kanal stehen außer technischen und finanziellen Schwierig« ketten auch„och andre Bedenken entgegen. Die Stadt Schöneberg hat sich nun neuerdings Berlin gegenüber bereit gefunden, statt des geforderten zweiten Notauslasscs in das Netz des nach dem Land- wehr-Kanal zn führenden Auslasses zwei große Aufhaltebecken ein» zufügen. Auf dieses Anerbieten hat sich Berlin noch nicht geäußert. Wegen der Bedingungen, unter denen ein Kanalisalionsanschluß an Schöneberg erfolgen kann, hat sich übrigens kürzlich die Gemeinde Friedenau an den hiesigen Magistrat geivandt. Der Teltotver KreiSanSschnff hat kürzlich ein Urteil gefällt. das für weitere Kreise von Interesse fein dürfte. Bei der G e- m e i» d e w a h l in, März dieses Jahres war in S ch m a r g e n- d o rf ein Angesessener zu wählen. Die Mieterpartei hatte als solchen den Mechaniker F. aufgestellt, der selber kein Haus besitzt, dessen Frau aber Hnuseigentümerin ist. F. vereinigte auf sich die meisten Stimmen. Nach beendeter Slinimen abgäbe erklärte der Wahlvorsteher, ohne sich mit den beiden Beisitzern' im Wahlvorstande zn verständigen, die auf F. gefallenen Stimmen für ungültig, da F. nicht Angesessener sei; der Vorsteher proklamierte dann den nmtstrcnei, Kandidaten als gewählt/ Auf die Klage des F. erklärte der Kreisausschuß infolge des„unzuläsfigen Verfahrens des Gemeindevorstehers" die Wahl für ungültig. Das Urteil führt begründend ans, daß alle Einzelakte einer Wahl- Handlung mir vor dem und von dem W a h l v o r st a n d in seiner Gesamtheit als Kollegium vorgenommen werden dürfen. Auch darf der Einzelne Entscheidungen ohne Hinzuziehung der andern Mitglieder des Kollegiums oder gar gegen deren Willen nicht treffen. Jeder Verstoß hiergegen muß als ein wesentlicher, unter Um- stäpden den ganzen Wahlakt ungültig machender Mangel bezeichnet werden. Denn nimmt der Einzelne ciciei, der Gesamtheit zustehenden Akt vor, so kann die rechtliche Wirkung dieses Aktes nicht anders beurteilt werden, als wenn der Akt von einem nicht ordnungsmäßig und nicht voll besetzten Wahlvorstande vorgenomineN wird. Die Wahl kann dann Nicht für gültig erachtet werden, wenn durch den unrecht- mäßig vorgenommenen Akt daS Ergebnis der Wahl hat beeinflußt werden können. Das ist im vorliegenden Fall zweifel- l o S anzunehmen. Hieraus werden die Parteigenossen die Nutzanwendung zu ziehen wissen, wenn ein Wahlvorsteher die eventuell in den Wahlvorstand gewählten socialdcmokratischen Beisitzer ignoriert. Der Kreisausschnß bestätigte fenicr, gestützt ans eine Ober- Verwaltungsgerichts- Entscheidung vom 26'. April 1901(Bd. 40
<5. 16g ff), die Wählbarkeit des als Angesessenen im Sinne der Landgenieinde-Ordnung. In diesem Urteil heißt eS:„Durch den§ 50, Alis. 3 Satz 2 der Landgemeindc- Ordnnng sind»eben den Stinmiberechti.iten selbst die nach 8 46 zur Stellvertretung berechtigten Personen für wählbar erklärt. Zur Stellvertretung berechtigt sind»ach§ 46 der Vater, der Stiefvater, der Vonnund(!), der Ehemann, sowie die verfassungSniähigen Organe der juristischen Personen.� Weiter wird betont, daß die eben genannten gesetzlichen Bertrete* eines nicht wählbaren Angesessenen„eine Gewähr bieten für das dauernde Zusammenfalle» ihrer Interessen mit denen deS Angesessenen und somit dnrcb das Gesetz zur Vertretung nicht wählbarer Augesessener zugelassen sind"... Es ergiebt sich somit, daß....die gesetz- tichen Vertreter von Angesessenen bei der Zu- sammensetzung der Gemeindevertretung als An- gesessene gelte n.* Gegen dieses durchaus klare und, sollen Gesetz und Eni- scheidungen des höchsten Gerichts Sinn und Bestand haben, unabänderliche Urteil hat der Gemeindevorsteher Berufung erhoben. Erreicht wird dadurch nur die Verschleppung einer ungern gesehenen Ncnivahl. Solchem Verhalten gegenüber scheint die geschädigte Partei und die Gesamtivählerschaft machtlos zu sein. Friedenau. 17 000 Mark jährliches Einkommen und doch zahlungsunfähig! Mit zwei Musterexemplaren derjenigen Klasse von„Unterthanen", ivelche nach der Landgemeinde-Ordnüng in besonderem Maße geeignet sind, die Interessen der Gemeinde zu wahre», beschäftigte sich die letzte Gemeindevertreter- Sitzung. Der Lieutenant d. L. Willy v. Lepel in Wilmers- d o r f hat von dem Töpfermeister Heise in Schöneberg ei» in unserm Orte belegenes Grundstück erworben, die Umsatz- steuer im Betrage von 1070 M. jedoch nicht gezahlt; ein Pfändnngsversuch war fruchtlos. Auch der als Vorbesitzer in An- spruch genommene Heise ist nach einer AuSlunft des Magistrats zu Schöneberg zahlungsunfähig, trotzdem er mit 16 500—17 500 M. Einkommen zur Steuer veranlagt ist. Beneidenswerte Hausbesitzer! Die Versammlung lehnte den Antrag des Gemeindevorstandes auf Niederschlagung der 1070 M. ab und beschloß, den böswilligen Schuldner Heise den Manifestationscid leisten zu lassen.— Unser Mitbürger Professor Vital Schmitt hat sich erboten, die zwei Längsseiten der Aula unsreS neuen Gymnasiums mit Monumental- gemälden zu schmücken. Das geforderte Honorar von 6000 M. wurde bewilligt. In der letzten Stadtverordnete«�, mg zu Spandan kamen die zwischen den bürgerlichen und socialdemolratischen Stadt- verordneten seit langer Zeit bestehenden Differenzen in Bezug auf die Besetzung der Kommissionen und Ausschüffe wiederum scharf zum Ausdruck. Unsere von den Gegner» für zwei Kommissionen vor- geschlagenen Genoffen Pieper u. Hallecker lehnten ihrerseits die Wahl ab und brachten unser» Genossen Rieger— von dem unsere Gegner bekanntlich nichts wissen wollen— in Vorschlag. Die demnach notwendig gewordene zeitraubende Zettelwahl ergab natürlich die Annahme der gegnerischen Vorschläge, mit der Aus- »ahme, daß an Stelle der vorgeschlagenen beiden Socialdemokratc» der Stadtv. Lüdecke skons.) gewählt wurde. Indem so die Social- demolratcn auf ihre Vertretung in den Kommissionen zc. verzichten, so lange einer von ihnen durch die Gegner grundlos„kalt gestellt" ist, überlasten sich die bürgerlichen Herren selbst dermaßen mit Aemtcrn und Bürden, daß sie sich schließlich dazu bequemen müssen, verständig zu werden. In der Tbat führten denn auch bereits in der letzten Sitzung die Stadtverordneten Stnrni, Schröder und Bender bittere Klagen über Ueberbürdung, ungünstige Ansetzmig der Sitzungen, äußerst schwachen Besuch derselben usw. Ersterer drohte sogar mit der Beschwerde, wenn die Sitzungen zukünftig nicht ans eine passendere Tageszeit verlegt tverden würden. Zu- fammenkünfte von der allergrößten Wichtigkeit, ivie z. B. der Ent- festigungs-Kommission seien nur deshalb kaum besucht worden. Unser Genosse Scholz antwortete hierauf prompt, daß dies ja nicht anders sein könne, wenn die Socialdemokraten ans den Kommissionen hinausexpediert werden und dem einzelnen bürgerlichen Stadtvater bis zu 20 A e m t e r n aufgehalst werden I— Es kommt aber noch besser!-- Ein schreckliches Unglück trug sich am Sonnabendnachmittag um b�/e Uhr in der Schillcrstraße 94 in Charlottcnbnrg z«. Die Frau des KartoffelkutscherS Glaive, der hier im ersten Stock wohnt, nnißte auf kurze Zeit ausgehen und ließ ihre fünf Kinder in der Wohnung zurück. Die Kleinen unterhielten sich min bannt, daß sie Kartoffeln zum Fenster hinauswarfen. Dabei setzte sich ein lsi/e Jahre alter Sohlt Willy in die Fensteröffnung, während sich seine 9 jährige Schwester Frida auf das Blumenbrett hinaus- lehnte. Auf diesem hatte vormittags Frau Glowe beim Fensterputzen gestanden. Unter ihrem Gewicht mutzte sich wohl eine Kramme, die ohnehin für ihren Ziveck zu kurz war, gelockert habe». Die Kramme gab nun plötzlich nach, und die beiden Kinder stürzten niit dem Bliimenbrett kopfüber auf das Pflaster hinab. Ivo sie bewußtlos liegen blieben. Nachbarn holten einen Arzt, der bei dein Knaben einen Schädel- und Armbrrtch und bei den, Mädchen, das glatt auf den Leib gefallen war, schwere innere Verletzungen fest- stellte piid beide nach dem Cbarlottenb»rger Krankenhause bringen ließ. Dort liegen sie hoffnungslos danieder. Die Lage der Büffettkellncr wurde dlirch eine Verhandlung Illustriert, die gestern vor der ersten Ferienstrafkammer am Land- gericht II stattfand. Der Büffetier Karl Schwirtz aus Berlin war vom Schöffengericht am Amtsgericht II wegen Unterfchlagmig und Diebstahls zu einer Woche Gefängnis verurteilt worden und hatte dagegen Berufung eingelegt. Der erste Richter hatte für festgestellt erachtet, daß der Angeklagte von dem Gast- Wirt F. PeterS i>» RnmmelSburg. Kant- und Schillerslraßen-Ecke, am 8. Januar d. I. als Büffetier engagiert Ivorden war. Er erhielt keinen Lohn, wohl aber von jeder verzapften Tonne Bier fünf Mark und von Wein und Spirituosen eine Tantieme. Am 10. März wurde Angeklagter plötzlich wegen Untreue entlassen. Bei seinem Abgänge soll er noch drei Flasche» Wein gestohlen haben. Taraufhin tvurde er verurteilt. Vor der Bernfungsiilstanz führte der Angeklagte aus, daß er völlig unschuldig, trotzdem aber dreimal bestraft Ivorden sei. Zu- nächst habe er von, ersten Tage an kein Gehalt und keine Tantieme bekommen. Vor Antritt seiner Stellung habe er 400 M. Kaution zahlen müssen. Damit seien seine Mittel erschöpft gewesen. Schließlich habe er am 10. März aus der Kasse 15 M. an sich genommen, aber nicht heimlich, er habe vielmehr dem Kellner gesagt, er müsse sich Geld aus der Kasse nehmen, denn er müsse doch schließlich einmal einen Pfennig Geld in die Hände kriegen. Er habe freilich nicht gewußt, daß der Kellner vom Wirt beauftragt war, ihn zu beobachten und zu kontrollieren. Was den Wein anbetreffe, so habe eS damit folgende BeivandtniS: Ihm seien alle im Keller vorhandenen Weine und Spirituosen übergeben worden. Im Keller hätten auch drei Fäßchen Wein gelegen, die den, Vorbesitzer deS Lokals gehörten. Er habe von diesen drei Fäßchen drei Flaschen Wein abgezogen und ins Buffett gestellt. Als er er- fahren habe, daß der Wein dem Vorbcsitzcr gehörte, habe er die Flaschen zurückgestellt und bei seinem Abgange mit in sein Zimmer genommen, um sie dem Eigentümer zurückzugeben. Nun habe er 400 M. Kaution gestellt, 170 M. habe e r Lohn zu fordern; beideSun, men habe er eingeklagt und der Wirt sei zur Zahlung verurteilt worden. Die Exekution sei aber fruchtlos ausgefallen und da er nun obendrein bestraft worden sei, so sei er dreifach bestraft. Der Kellner mußte als Zeuge zugeben, daß ihm der Angeklagte gesagt habe, er müsse sich Geld aus der Kaffe nehmen, weil er sonst keins kriege. Er sei beauftragt gewesen, den Büffetier zu kontrolieren und da habe er festgestellt, daß der Büffetier die 15 M. mehr eingenommen habe, als wie an dem betreffenden Tage bei der Abrechnung fehlten. Gastwirt PeterS gab an, daß er im ersten Monat keine Tantieme gezahlt habe, weil er 25 Mark ■""" Verantwortlicher Redaeteur; Carl Leid in B« an den Komissionär zahlen mußte und weil die Kaution 500 Mark betragen sollte. Da der Angeklagte nur 400 M. gehabt habe, habe er ans diese Weise die Kaution vervollständigt. Im zweite» Monat habe er das Gehalt ein- behalten, weil der Kassenbestand stets geringer gewesen sei, als wie es nach früheren Verhältnissen hätte sei» müssen und das habe ihn auf den Gedanken gebracht, daß der Büffetier ihn übervorteile und dafür habe er sich schadlos'halten wollen.— Vorsitzender: Aber das ist doch gar nicht auffällig I Der eine Büffetier schneidet mehr, der andre ist ehrlicher und schneidet w e n i g e r I— Staatsanwalt: Warum behielten Sie den» das Gehalt ein? Sie hatten doch die Kaution i» Händen? — Zeuge: Die Kaution sollte doch voll bleiben?— Staats- anwalt: Wo haben Sie denn nun die Kaution? — Zeuge zuckt mit de» Achseln.— Staatsanwalt: Sie haben die Kaution einfach in Ihrem Interesse ver- ausgabtl— Zeuge schiveigt.— Staatsamvalt: Ich werde den Fall im Auge behalten und wir werden uns an dieser Stelle wieder sehe nl(Was so viel heißt, als daß der Zeuge eine Anklage wegen Kautionsunterschlagung zu ge- ivärtigen hat.) Nach dem Antrage des Stanisamvalts wurde der Angeklagte freigesprochen, weil im ersten Fall die rechts- ividrige Aneignung und im zweiten Fall die A b s i ch t der rechtswidrigen Zueignung fehle. VerscumnUmgen. Die vauarbeiter beschäftigten sich in ihrer letzten Versammlung mit dem gegenwärtigen Stand ihrer Lohnbewegung. Zunächst verlas B ö t t ch e r' die Abrechnung vom verflossenen Halbjahr. Danach betrug die Einnahme inkl. Kassenbestand 86 418,07 M., die Ausgabe 30453,32 M., so daß ein Bestand von 56 259,75 M. verbleibt. Unter de» Ausgaben sind folgende Posten hervorzuheben: Für Streiks, Bansperre» und Matzregelungen 13 943,20 M., für Unterstützung der Mai-Ausgesperrten 3834,80 M.. zum Central-Streikfonds gezahlt 5000 M.— Sodann ging H e i n e m a n n ans einen Artikel des Unternchmerorgans, der.Bangeiverks-Zeitlnig' ein, in welchem die Lohnbeivegimg derBauarbeiter als„ini Sande verlaufen" bezeichnet tvird. Hieran anknüpfend legte er das Resultat der Ende August vor- genommenen Baukontrolle vor. die ein gutes statistisches Material geliefert hat und die Behauptungen des Unternehnierblattes schlagend widerlegt. Es wurden insgesamt 943 Bauten kontrolliert. Die Zahl der beschäftigte» Bauarbeiter betrögt 7534. Von diesen gehören 5857 der Organisation an, während 1727 derselben noch fernstehen. ES arbeiten 1793 Mann in Accord(443 bei Putzern, 87 bei Töpfern) und 5261 in Lohn. Die Accordarbeiter arbeiten zu den- selben Tariffätzen wie im Vorjahre. Von den Töpferträgern arbeiten 67 zu den neue» Tnrifiätzen und 20 in Wochen- oder Stundenlohn, der zwischen 21 bis 36 M., bezw. 30 und 60 Pf. schwankt. Die Putzer-träger erhielten bisher 7 M. pro Tag; sie tvarcn in den Accord der Putzer mit einbegriffen und bekamen von letzteren auch ihren Lohn. Ihre Forderung in diesem Jahre war: 7,50 M. Tagelohn und Lohn- zahlnng nicht von den Pntzeni. sondern vom Meister. Die gesorderten 7.50 M, erhalten 378 Arbeiter, die übrigen 65 da- gegen arbeiten zum größten Teil für 7 M.; 360 Arbeiter tverden vom Meister entlohnt. 83 von den Putzern.— Was im» die Lohn- a r b e i t e r anbetrifft, so ist wohl in keinem Berns ein so großer Unterschicd in den Löhnen zu finden wie hier. Es erhalten 5303 Arbeiter einen Stundenlohn von 45 bis zu 85 Pf., dagegen bleibe» 1781 Arbeiter, also ungefähr so viele, wie nicht organisiert sind, unter dem geforderten Minimallohn von 45 Pf. Die Zahl derer, die den erstrebten Minimallohii erhalten, hat sich gegenüber dem Vorjahre verdreifacht; gewiß ein befriedigendes Resultat. Auch betreffs der Arbeitszeit ist ein Forlschritt zu ver- zeichnen. Nur ans 4 Bauten tvurde länger als 10 Stunden ge- arbeitet; dagegen haben 4823 Arbeiter die lOstiindige, 1232 die 9Vi stündige und 1457 die 9stü»dige Arbeitszeit. Alles in allem bc- trachtet, hat der während dieses Sommers geführte gewerkschaftliche Kleinkrieg eine gute Wirkung gehabt, die aufgewendeten Opfer sind nicht vergeblich gebracht worden; deshalb liegt auch kein Grund vor, die bisherige KampfeStaktik zu ändern. Bei dieser Bankontrolle. die für die Controleure mehrfach mit großen Widerwärtigkeiten verbunden ivar, stieß man ans cttvas, was man hier in Berlin einfach für eine Unmöglichkeit halten sollte. Nämlich, es giebt anch hier Franc» als Bauarbeiter. Und zwar ist es die Firma S t r e u b e l Nachfolger, die am Neubau des Stettiner Bahnhofs vier und bei der neuen Charitö zwei Frauen zu einem Stundenlohn von 30 Pf. bei der Bauarbcit be- schäftigt. Wie»achteilig gerade diese schwere Arbeit ans den Organismns der Frau wirkt und welche Gefahren darin liegen, braucht hier nicht iveiter erörtert zu werden. Ccntralvcrband der Maurer. In der Mitgliederversammlung der Scltion der Putzer, welche am 3. September tagte, gab der Bc« vollmächligte den Sttnationsbericht. ivobei es sich hauptsächlich um die Trägerfrage handelte. Er gab seinein Bedauern darüber Ans- druck, daß immer noch ein Teil der Kollege», welche bei sogenannteil Pntzmeistcrn arbeiten, dieser Frage indifferent gegenüberstehen, auch haben es einzelne Mitglieder nicht ilnterlassen können, auf ge- sperrten Bauteil die Arbeit aufzunehmen. Gegen dieselben beantrage die örtliche Verwaltnng den Ausschluß. In der darauf solgenden Diskussion sprachen sich sämtliche Redner scharf gegen das gekennzeichnete Verhalten solcher Kollegen aus. Alsdann erfolgte der Ausschluß der Mitglieder H. Kurtzmann, F. Fechner und I. Töns nach Z 18a. des VerbnndsstatutS. Der Konflikt im Schlachtergcwerbe zwischen Innung und Gescllenausichuß bcschäfligle eine am 3 September abgehaltene Schlächtcrgescllen-Versammlung. Es handelt sich um die von den Jnnnngsflihrcrn geübte Bcschrnnknng der gesetzlich gewährleistete» Rechte deS Gcselleiiailsschusscs. Letzteren haben die JnnungSmeister fast vollständig ignoriert und ihn auch von den für sie ivichtigsten Sitzungen ferngehalten. Sie haben es sogar fertig gebracht, den Geiellenansichnß zu übergehen bei der Fassung von Be- schlüssen über den Stellenwechsel, die Stellenvermittelung und die Einsetznng eines neuen Sprechmeisters, trotzdem die Gesellen für diese„Wohlfabrts-Einrjchtimgcn" der Jniinng die ganzen Kosten aufbringen müssen. Die Innung vermittelt be- kanntlich nur Stellen gegen eine Gebühr von 1—3 M. pro Person, und diese Sätze läßt sie sich nicht etwa von den Meistern, sondern von den Gesellen bezahlen. Auch im Gesellenhause, Gastlvirtschaft »nd Herberge, hält diese Meistersippe ans Preise. Zur Ileberwachung dieser Einrichtungen ist nun ein Helbergs- und Stellenvenrnttelitiigs- Ausschuß vorhanden, der ans Meistern und Gesellen besteht. Die Gesellen haben sich jedoch früher sehr wenig um die Beaufsichtigung dieser„Wohlfahrlsinstitute" gckünunert, sie haben vielmehr die Herren Meister schalten und walten lassen. wie das ihnen beliebte. Neuerdings ist die Sache aber anders geworden. Einzelne Personen haben da regelmäßig inspiziert, damit nicht Bevorzugungen und Bestechungen Platz greifen konnten, die bekanntermaßen in der Stellenvermittlung im Fleischergewerbe allgemein üblich sind. Der Altgeselle glaubte bemerkt zu haben, daß die Arbeit nicht der Reihen- folgt nach, wie das vorgeschrieben steht, sondern� nach Gunst ver- mittelt wird. Deshalb verlangte er vom provisorisch eingesetzte» Sprechmeister, daß die schon längere Zeit Arbeitslosen zuerst in Arbeit geschickt werden. Ferner forderte er. daß auf der zum Bureau führenden Treppe Licht brennen soll, damit da keine Mogeleien betrieben werden können. Das Resultat dieser Vertretung berechtigter Wünsche der Gesellen war ein scharfer Wortstreit zwischen dem Gesellen und einigen gerade anwesenden Meistern, der dazu führte, daß dem AuSschußmitgliede das Betreten deS Gesellenhauses der Fleischer« Innung, Mulackstr. 3, ein für allemal verboten wurde. Später ge- schah dies auch durch«ingeschriebenen Brief des JnnungsvorstandeS und zwar, weil er in der Herberge aufreizende Reden gehalten haben soll. Alle diese Konflikte wmden in der Fleischergesellen-Versammlung geschildert und dann nach eingehender Diskussion beschloffen, den GesellenauSschuß zu beauftragen, gegen dieses Vorgehen der lw. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Stocke in Berlin. Druck Innung Protest bei der Aufsichtsbehörde zu erheben, eine allgemeine von allen Gesellenorganisationen zu besuchende Protestversamnilung einzubernfen sowie die Boykottierung der Jnnungsherberge und Arbeitsvermittlung in die Wege zu leiten. Außerdem wurde mit- geteilt, daß wegen der Uebergchnng des Gesellenausschusses bei wich- tigen JnnungSbeschlüssen Beschwerde beim Regierungspräsidenten eingereicht und dort auch gegen die Einsetznng des»euen Sprech- Meisters protestiert worden sei. Der Centralvcrban!» der Konditoren beschäftigte sich in seiner Mitgliederversammlung am 3. September mit der Entlassung eines bei der Firma Gebr. Aschingcr beschäftigt gewesenen Kollegen. Schon seit Ueberführnng des Betriebes in eine Aktiengesellschaft Ivar von dort beschäftigten Konditoren lebhafte Klage besonders über das Mittagessen geführt worden. Die llnznfriedenheit wurde so groß. daß von seilen der Organisation der Sachverhalt der leitenden Stelle. Herrn August Aschinger, schriftlich vor- gestellt und um Abhilfe geVeten tvurde. Statt Antivort irat aber nur eine weitere Verschlechterung und zwar insofem ei», als nunmehr auch die Abendmahlzeiten in der Quantität herabgesetzt wurden. Da auch die Bäcker und Schlächter, überhaupt das gesamte Personal des sogenannten inneren Betriebes, unter dem- selben Mißstande zu leiden hat, ersuchte» nunmehr diese drei Orga- niiationen gemeinsam Herrn August Aschinger um Gelegenheit zur Attssprache. tvurden aber gleichfalls keiner Antivort gewürdigt. Dagegen erfolgte die sofortige Entlassung eines Konditors, welcher öfter im Betriebe seine Unzufriedenheit mit dieser eigentümlichen Verpflegungsmethode zu erkennen gegeben hatte. Zu gleicher Zeit legten auch noch vier Radfahrer, welche nach den Bierquellen de» Transport haben, die Arbeit nieder. Veriuisitzkes- Die Beerdigung als Lustbarkeit. Die Polizei in Lüneburg erteilt die Genehmigung zu einem Leichenzuge in dieser Form: Genehmigung zur Veranstaltung einer Lustbarkeit. Dem Gesangverein Liederhain wird hiermit die Erlaubnis er- teilt, sich mit der Vereinsfahne am Freitag, den 5. d. M.. nachm. 5 Uhr, an der Beerdigung seines früheren Dirigenten, des Musikers Eckert, von dem Ste'rbehause nach dem Central-Friedhofe zu bc- teiligc». Ein gemeinschaftlicher Hinmarsch zum Sterbehause ist nicht gestattet. Auch der Rückweg vom Friedhofe darf nicht in geschlossencin Zuge erfolgen. Lüneburg, den 5. September 1902. Die Polizeidirektion. Urber einen„Fall Humbcrt" in Breslau berichtet die dortige.Morgenzeitung": Eine Schwindlerin, die nach dem Muster der Familie Hnmbert.gearbeitet" zu haben scheint, ist durch die Kriminalpolizei in der verwitweten Postsekretär Anna Gott- schling verhaftet worden. Sie wohnte Ticrgartenstraße 47a. elegant eingerichtet, und verstand eS, sich nach vielen Tausenden zählende Geldsummen zu erschivindeln, fast stets unter der Vor- spiegelung. in Italien eine Erbschaft in Höhe von 400 000 bis 600 000 Mark in Aussicht zu haben. Und merkwürdigeriveise gelang es ihr immer, unter Hinweis auf die Erbschaft in fast allen Ständen Personen zu finden, die ihr Geld zu Tansende» liehen. Die Summen bewegen sich von wenigen hundert Mark an, bis zu einer Summe von 200100 Kronen und 18 000 M., die ein Karlsbader Hotelbesitzer hergegeben hat. Zur Beruhigung der Hauptgläubiger fuhr sie auch nach Italien und sandte von dort Briese mit der Nachricht, daß die Erbschaft in kurzem fällig sei. Ferner erschivindelte sie sich Geldsummen dadurch, daß sie die Vorspiegelung machte, von dem Hotelier in Karlsbad Zinsen in höherem Betrag zu erhalte». Zur Erlangung von höhere» Geldsummen hat sie auch ihr Mobiliar an kleine Hand- werker und Händler fortgesetzt in gleicher Weise verpfändet, ihre Einkäufe jedoch immer bar bezahlt. Es hat aber auch den An- schein, als ob sie Gold- und Wertsachen gleichfalls unter schwinde!- haften Vorspiegelungen, möglicherweise aber auf andre Art er- langt hat. Der Fall ist ja interessant genug, aber«ine lumpige Viertel« Million hat sicki schon manches Pnmpgenie auf die cnvähnte Weise zusammengeschivindelt. Ein neuer Ausbruch der Soufrlire. Ein Telegramm aus Kingstown(St. Vinceiit) berichtet: Ein Ausbruch der Soufriöre, welcher immer heftiger ivnrde, begann in der Nacht vom 2. September. Der Goltvcrncnr forderte die Einivohner von Georgetown, Chateau Belair und andrer Dörfer und Güter im Norden auf, ihre Wohnsitze zn verlassen. Ein»euer schrecklicher Ausbruch trat am 3. Soptember um 9 Uhr abends ein und dauerte bis 5 Uhr morgens, die ganze Insel in eine niit Elektricität geladene Ranchwolke hüllend.' Ein Kommissar wurde zu Schiff entsandt, um die Altsdehnung der Zerstörung und die Zahl der Opfer sestzustellen. Dieser berichtete nach seiner Rückkehr, er habe Ehateau Belair wohlbehalten gefunden. Fitz Hughes' Cstate hat sehr ge- litten. Tie Eimvohner verlassen den Bezirk.. Menschcnleben seien nickt verloren gegangen. Georgetown sei ebenfalls wohlbehalten. Der Ausbruch des Vulkans dauere noch immer fort. Das Schicksal der karaibischen Inseln scheine besiegelt zu sein. Der letzte Ausbruch habe länger gedauert und sei heftiger gewesen, als der Ausbruch im Mai. Braudkatastrophe. Die.Franks. Ztg." meldet unterm 6. d. M. aus Konstantinopel: Der Brand von Afium-Karahissar bedeutet eine un geheure Katastrophe. Abgebrannt sind 1149 Häuser, fünf Moscheen und zivei Kirchen. 8000 Bewohner sind obdachlos. Der Sultan entsandte mehrere Adjutanten, die den Abgebrannten in der ersten Not Hilfe gewähren sollen. Explosionskatastrophe in Amerika. Nach einer Meldung aus New Uork hat in dem New Dork- Bostoner Pulvermagazin der Regierung eine Explosion stattgefunden, bei der viele Personen ge- tötet sein sollen.'_ Briefkasten der Redaktion. W.».»3. Der ortsübliche Tagelohn für Berlin beträgt 2 M. 96 Pf. H.®. 1902.„Der Freidenker", Friedrichshagen. Redaktion Dr. Bruno Wille. . W. 19. Wenden Sie sich an H. Neft, Georgenkirchstr. 22 in. 91. D. Velten. Dresden zählte 395 309 und Leipzig 455 190 Ein- wohn er. 91. G.. Königsberg. Berlchiedsne Nachfragen in Ihrer Angelegenheit haben leider zu keinem Resultat geführt. Weder ist uns erinnerlich, daß unser Blatt eine Gerichtsverhandlung des von Ihnen erwähnten Inhalts veröffentlicht hat, noch haben Erkundigungen in den Vororten Berlins, die etwa in Betracht koinmen könne», ein Ergebnis gehabt. W. 8., Höchst. Wir haben die Kandidatur verzeichnet; von allen SreiSkonferenzen ausführlich zu berichten, gestattet unser Raum nicht. Rahnsdorf 12. Wörtlich: Mein Liebling noch immer. Krüger. B. L. wohnt! Halens«-, Georg Wilhelmstr. 23. Zwei Wettende 1000. Die Hypothekenbank fragt nicht danach, ob der Besitzende wegen Körperverletzung bestraft ist; für sie handelt es sich nur darum, was das Grundstück wert ist. I. Wl. Eine solche Eingabe wäre zwecklos. Wollen Sie jedoch einen Beriuch machen, so richten Sie Ihre Eingabe an die Jiivalidenversichenings- Anstalt, Breiteftr. 24»— M. B. 00. 1. Jawohl: die Beschwerde ist an das Amtsgericht zu richten und wird vom Landgertcht entschieden. 2. Nein. 3. Etwa 10 bis 20 M. 4. Nein.- Adlershof«. 1.§ 139« der Gewerbe- Ordnungs-Novelle vom 39. Juni 1999 schreibt vor, daß offene Berkaufs- stelle» von 9 Uhr abends bis 5 Uhr uiorgells für den geschäftlichen Verkehr gelchloffen sein müffen. Er läßt Ausnahmen, daatiiker die von Ihnen wohl gemeinte, zu: über 9 Uhr abendS, aber nicht über 19 hinaus an höchstens 49 von der Ortspokizeibehörde zu bestimmenden Tagen geöffnet zu lasten. 2. Das ist örtlich verschieden. 3. Eincil Höchstsatz giebt es nicht.- V. H. 57. Ihr Vater mübte die Erben seines Schuldners aus Einwilligung in Löichung der Hypothek verklageii.- Kalk o. Rh. Im ersten Nachtrag zum Arbeiter- recht& 82 und in den alljährlich ericheinenden Rechnungsergebniflen der Berussgcnostenschaften finden Sir die Zahlen.- R. P. Der Wirt könnte am 1. Ollober auf Ihre Kosten öffnen laffen. Briefkasten der Expedition. August Jänke. Unsere Zeitung erscheint nur des Morgens._ und Verlag von Mar Babing in Berlin.