Nr. 336. AbomrrmeMs-f rtfngunstn: Abonnements- Preis prinumerando: Vierteljährl. 320 MI., monatl. l.lv MI.. wöchentlich 28 Pfg. frei tn» Hau«. Sinielne Numw'r 5 Psg. Sonntag«- Nummer mir iBufttimer Sonntag«» Beilage„ttle Neue Welt" 10 Plg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Mona«, Singetragen ln der Post- Zeitung«- Preisliste für 1V0S unter Dr. 7078. Unter Kreuzband sflr Deutschland und Oesterreich-Ungarn S Mark, für da» übrige Ausland s Mark pro Monat. «rschelnk tZglich außer Mouiag». Devliner VolksblÄtk. IS. Jahrg. Jt« Jnstrttons-GMyd »«tragt sür die sechsgespaltene Solonet» «eile oder deren Raum 4Q Plg.. sür politische und gewerlschastliche BereinS- und Versammlung«-Anzeigen 20 Pfg, „Kleine Knietgeu" jede» Wort 5 Pfg. (nur das erste Wort sitt>. Inserate sür dl« nächste Nummer müssen biS 4 Uhr nachmittags tn derSrpedttto» abgegeben werden. Die Expcdilion ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und yestlazen dt» 8 Uhr vormittags geöfsnet. Telegramm-Adresse: »«oclaldemokritk v-rlla» COntralorgcrn der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redalttion: s�iv. 19, Beuch-Strahe 2. f?enifpr«i." Die„Rheinische BolkSstinmie", daS Organ de»„Rheinischen BauernvereiiiS", bedauert, daß ein„privater" Brief benutzt worden sei. Sie sucht den Inhalt de« Briefes etwas abzuschwächen, giebt aber zu, daß, wenn es sich um„Sein oder Nichtsein"— also doch wohl um 7.50 M oder Ö M.-Gctreidezoll!— bandle, beim Budget eingesetzt werden müsse. Daß das möglich fei, habe eben noch das bayrische Ceutrum bewiesen. Wörtlich heißt es dann: „Im Reichstag aber würde die Ablehmiug irgend einer der znkiiustigeu Marinefordernnge» der Regimmg bei der heutige» Mariiieschwärinerei ganz besonders ivch thun." Man muß gestehen, daß die Socialdeniokratcn auf die Gelehrigkeit ihrer agrarischen Schüler stolz sein können. Wenigstens a l l e s S ch l e ch t e gucken sie i h n e n m i t rührender S o r g s a l t ab. Rur daß die Socialdemokraten bei dem gleichen Verhalten nicht die gleich niedrigen Motiv« tvie die Agrarier haben." Die Hof-Frcihändler des HaudelsvertragS-VereinS halten es offenbar für einen unerlaubten Frevel, daß eine Partei ihre Opposition gegen die Regierungspolilik durch die Budgetperweigermig demonstriert: die guten Leute halten daS für„schlecht" und„social- demokratisch", während es in Wirklichkeit ein selbstvcrstäiidlicber Grundsatz deS biirgcrlickicu Koustitutioiialismus ist. Insofern wäre den Ucberzöllncru kein Vorwurf zu machen, wenn sie der Regicnmg deS„mittleren" Zollwnckers die Gelder verivcigem. Aber die agrarischen Budgetverweigerer haben dennoch nicht die mindeste Aehnlichkeit' mit den Socialdemokraten. Denn ersten? ist ihre Drohung mir eine leere Spielerei und eitle Renommage. Und zweitens wollen sie bestimmte Forderungen nicht deshalb ablehnen, weil si« sie grundsätzlich verwerfen, sondern ledig- lich, um die Regierung z» chikaniercn. weil sie ihnen nicht genügend hohe Trinkgelder geben will. Das ist die Rache der Lakaien und das hat weder mit der Socialdemokratie noch mit irgend welcher aiiständigeii«nd crusthaften Politik das mindeste zu thu». Die Agrarier find monarchiich, militaristisch, weltpolitisch, flottenschwärmerisch, wenn sie 7'/» M. Zoll kriegen, sie werden Rc< pubtikaner, Heer- und Flottenfeiiidc, wenn ihnen„nur" 6'/» Wt. bewilligt wird. Die Motive ihrer Zustiimmmg zu den„patriotischen Forderungeii" sind also ebenso verächtlich und charakterlos wie die Beweggründe ihrer Ablehuiuig. Ihr Natioiinlgefühl und ihre vatcr- läudische Begeisterung ist eine Trinkgeldfrage, und ihr taktisches Ver- halten ist durch die Maximen der Geschcnlpolitik bestimmt I— Flrischuot. Auch die D re S d en e rKommuiialbehörden haben ctzt die Fleischteuerimg aiierkaiint und Vorschläge zu ihrer Abhilfe beschlossen. Stach einer vom OberdÜrgerincister den Stadtverordneten lemachteu Mitteilung beschloß der Rat bereits, daS Ministcrium deS Jmierii zu ersuchen, daß eS bei der Reichsregicrung eine derartige Ocffmuig der östrcichisch-migarischeii Grenze für Schweine be- fürivorte, daß die eingeführten Tiere direkt in die Schlacht- Häuser geliefert und dort sofort geschlachtet werden. Indes bezeichnete der Oberbürgermeister seine Hoffnimg auf Erfolg wegen der sanitären Bedenken der Regierung nur als ««ring. Die Stadtverordneten beschlossen ihrerseits ein- tinimig, der Rat solle beim Ministerium dafür wirken, daß eS im Bundesrat sür W i e d c rz u I ass u» g der Einfuhr lebender Schweine aus O e st r e i ch in hiesige Schlachthäuser erneut vor- stellig werde. In den Dresdener Genieindckollegieii regieren Konservative und Antisemiten. Während die Blätter dieser Parteien die Fleisch- not als eine Erfiiidiuig bezeichnen und, sofern sie eine Steigerung der Fleischpreise doch zugeben, die Schuld aus die Fleischer ab-. zuwälzen bestrebt sind, müssen die Angehörigen derselbe» Parteien, wo sie die Verantworlnng haben, dem driiigeiiden Fordern der Be- völler»»g Folge leisten und die angeblichen Erfindniigen der ihnen gegnerische» Parteien als Wahrheit anerkeiiiieii. E in kommunalpolitischer Fortschritt infolge der F l e i s ch t e u e r u n g wjrd aus Staßfurt gemcltet. Auch dort waren die Fleischprcise enorm in die Höhe' gegangen und die F l c! s ch e r- I ii» n n g suchte aus der allgemeinen Not- läge noch einen tiesondcren Profit zu ziehen, so day das Fleisch nicht nur für die Arbeiter und kleinen Leute. sondern auch für die Mittelschichten der Bevölkerung fast unerschtvinglich wurde. Das zwang nun die K o mmu n a l b e h ö rd e n endlich kurzen Prozeß zu machen, die Schlachtungen Kurden i n eigner Regie begonnen und durch Ausschaltung verschiedener Zwischeiiprofite erzielt, daß sich jetzt die Flcischpreise gegen die der Fleischer-Jnnuiig um 10, 15 beziv. 20 Pf. für das Pfund billiger stellen! So erzwang wieder einmal die Not. Ivos niisre Partei schon stets zu thun empfohlen hat.— Die Boykottiernng eines Wallfahrtortes. Zu unsrer gegen die„Germania" gerichtete» Notiz über den klerikalen Mißbrauch der Religion schickt uns ein Parteigenosse ein prachtvolles Beispiel, das zeigt, wie jlirchenbehörden das„religiöse Bedürfnis" für die gröbste» materiellen Interessen mißbrauchen und selbst die Mittel deS Boykotts und der Sperre anwenden, um die Gläubigen gefügig zu machen. Zwischen dem Kreise Eschwege und dem sogenannten„Eichsfeld", also dem Kreise Heiligenstadt und Mühlhausen i. Th., liegt ein Berg, der sogeuanute„Hülfensberg", auf dessen Höhe sich eine Wallfahrts- kapelle nebst der Niederlassung eines Klosters befindet. Seit langen Jahren Ivallfahrtet hierher zu verschiedenen Zeiten des Jahres ein großer Teil der Katholiken, namentlich aus dem Eichsfeld. Die zunächst beteiligten Dörfer der Umgebung wie Bebendorf, Geismar, Erdhaufen, DöringSdorf haben durch die Ansammlung der großen Menscheiimassen wirtschaftliche Vorteile. Die kirchliche Oberbehörde(der Bischof in Paderborn) hat nun vor einiger Zeit an die Gemeinde Bebendorf. zu deren Eigen» tum angeblich das Plateau mit der darauf befindlichen Wallsahrtskirche gehört, das Ersuchen gerichtet, diesen Platz als Eigentum der kirchlichen Behörde in Paderborn an- zuerkennen. Die politische Gemeinde Bebendorf ging auf dieses Gesuch nicht ein und behauptete ihr Eigentumsrecht. Daraufhin verfügte die kirchliche Oberbehörde des EichSfeldcs im April dieses Jahres, daß in Erwägung der Haltung der Gemeinde Bebendor' hinsichtlich des Eigentumsrechts der bischöfliche» Behörde hinfüro keine Wallfahrten nach dem Hülfensberg mehr stattfinden, sondern daß diese Wallfahrten numnehr nach dem„Kefferscheu Berg" bei Dingclstädt verlegt würden. Dieser„Boykott" brachte nun für die wirtschaftliche Lage der um den Hülfensberg belegenen Orte Nachteile. Im Laufe dieses Jahres wurden die Wallfahrten sämtlich nach dem„Kefierschen Berg" dirigiert. Bald wurde die Gemeinde Bebendorf durch die Sperre mürbe gemacht und sie hat neuer» dings das Eigeutumsrecht der bischöflichen Behörde anerkannt. Nun finden auch laut Verfügung der geistlichen Oberbehörde die Wall� fahrten in gewohnter Weise wieder nach dem Hülfensberge statt. Die bischöfliche Behörde hat über die Gemeinde Bebeudorf ge� siegt. Der heilige Bonifacius, der auf dem Hülfensberge verehrt lvird, braucht nicht mehr auf die Huldigungen der Frommen zn ver- zichten, die Kirche hat ihr Eigentum gemehrt oder wenigstens ge- sichert, und das„religiöse" Geschäft blüht wieder, das natürlich kein Mißbrauch der Religion ist und als Privatsache von den Social demokraten. nicht kritisiert iverden darf.— Der Parteitag der Freisinnigen Bolkspartei wird am Souuabend in Hamburg eröffnet werden. Wie die„Freis. Ztg. in wrem Begrüßungsartikel mitteilt, sind zu dem 1897er Programm für die ReichStagswahlcn eine große Zahl von Resolutionen beantragt worden, um den Standpunkt der Partei in den Fragen, die besonders für die nächste Zeit zur Erörterung stehen, klarzustellen. Solche Resolutionen betreffen den Zolltarif, die Fleischteuerung, die Reichs- stiianzfrageii, die drohenden Steuerprojekte. Andre Anträge fassen den Standpunkt der Partei zusammen in Handwerkerfragcn, in Arbeiterfragen. Auch in betreff der WohnungSreform soll versucht werden, einheitliche Grundsätze aufzustellen. Eine Reihe von Specialfragen sind aus verschiedenen Wahlkreisen noch auf die Tagesordnung des Parteitages gebracht worden. Mehr ge- schäftlicher Art sind die Anträge in betreff der Aufbringung von Geldern für die Partei und der Parteilitteratur. Angeregt ist auch, taktische Fragen in Bezug auf die bevorstehenden Wahlen durch Resolutionen zu entscheiden. Dem steht aber, so erklärt die„Frei- sinnige Zeitung", schon entgegen, daß die Parteitaktik auch bedingt wird' durch das Verhalten andrer Parteien und die politische Ge- sanitlage, beides aber lasse sich für die Wahlzeit noch nicht genügend übersehen.— Die Freisinnige Volkspartei will sich also die Möglich- keit, mit beliebigen Parteien Wahlverbindungen einzugehen, vor- behalten. Das ist auch begreiflich, kann sie doch nirgends auS eigner Kraft Siege erringen.-» Eine edle Bliite des HakatismnS findet sich in der„Tägl. Rundschau". Sie ist empört über die folgende Anzeige des „Schrinner Kreisblatt": Bon der Reise zurückgekehrt. Dr. T e l s ch o>v, Kreisarzt. Z podrözy przybylern Dr. Telschow, Powiatowy lekarz. Vermutlich wird das brave Blatt vo» dem Arzt, der selbst- verständlich seine polnischen Patienten in der ihnen verständlichen Form seine Rückkehr anzeigt, auch verlangen, daß er den polnischen Kranken in deutscher Sprache Verhaltungsmaßregeln giebt, selbst wenn sie kein Wort Deutsch verstehen und an dem Unverständnis sterben sollte». Der Redacteur der„Tägl. Rundschan" soll sich hüten, einmal in einer polnischen Gegend ins Wasser zu fallen; denn wenn er dann nicht polnisch um Hilfe ruft, so werden ihn die Polen, sofern sie seine Anschamiugen von nationalen Pflichten teilen, ruhig ersaufen lassen.— Noch ein Entrüsteter. München, 25. September. sEig. 8er.) Die Entrüstung der„Kreuz-Zeitung" über die Ausschmückung deS Münchener Ceutral-Bahnhofes anläßlich nnsreS Parteitages findet in der bürgerlichen Presse Bayerns nur Hohn und Spott. Aber einen Bundesgenossen hat das vortreffliche Blatt doch gefunden. Wie unser Münchener Partei-Organ mitteilt, hat auch Prinz Ludwig, der bayerische Thronfolger die Dekoration gesehen und soll, als er deren Zweck erfuhr, die Worte ausgestoßen haben:„Also für die Socialdemolraten, da hört sich doch alles auf." Am nächsten Tage ging am Bahnhofe das Gerücht um. die Bahnhofsverwaltnng habe auf dem Wege über die Generaldirektion einen Rüffel bekommen! Sollte der Prinz vielleicht der Korrespondent der„Kreuz-Zertung sein? Denn einen zweiten Entrüsteten findet man in Bayern schwerlich.— Eine neue Mastregelung WieberS. Der katholische Ge- Ivcrlsch-iftSfiihrer W i c b e r ist, wie die„Rhein.-Westf. Ztg." mitteilt unlängst abermals, diesmal politisch, gemaßregelt worden. Er ist nämlich aus den, Cenlralvorstand der Centrun, S- Parteileitung deS Wahlkreises Duisburg- Mülheim- O b« r h a n s e n auS« geschlossen worden. Dieser Beschluß ist anf Befürworten_ em-S Kaplans dahin gemildert ivorden, daß Wieber seine Austritts- erllarung„ a h e g e I e g t werden soll.. Wieber ist dem Centrum durch seine Proteste gegen die Brot- wncherpolitik unangenehm geworden. Auch schreibt das Centrum, es der ziemlich kühlen Haltung Wiebers zu. daß im Juli vorigen Jahres der Ceutrumskandidat des Wahlkreises, Rintele», dem Nationalliberalcn Beniner unterlegen ist. Welche Haltung Wieber nach dieser neuen Brüskierung einnehmen wird, bleibt abzuwarten. Es ist aber anzunehmen, daß auch die katholischen Arbeiter nach derartigen Erfahrungen mit der geistlichen und agrarischen Leitung der Centniinspartci sich niehr und mehr der Socialdemokratie zuwenden werden, einerlei, tvie Herr Wieber das ihm widerfahrene Unrecht aufnimmt. Erhielt doch bei der Ersatz- wähl am 25. Juli 1901 Genosse Hengsbach 14 312 Stimmen, während 1893 erst 7804 und 1393 erst 0121 socialdemokratische Stimmen abgegeben ivorden waren.— Zur Leicheuverbrenliung. Im Lande Baden besteht ei» einziges Krematorium, das Ende 1901 in Heidelberg errichtet wurde und bis heute 1121 Bestattungen vorgenommen hat'. Zur Zeit trifft man in Karlsruhe Vorbereitungen, um die Mittel und Erlaubnis zur Errichtung eines Lcichenofens in der Residenzstadt zu erhalten. In Berlin ist man so iveit noch nicht!— Prinzenflucht. Professor Wilhelm Oncken(Gießen) berichtet in der Oktober- numnier von Velhagen und Klasings Monatsheften über die Flucht deS Prinzen von Preußen in den Märztagen des Jahres 1348 auf Grund der Darstellungen von Augenzeugen: Von dem Aufenthalt auf der P f a n e n i n s e l am 22. März hat die Tochter des damaligen Hofgärtuers Fintelmann, Frau Ida Beerend, erzählt. Sie erivachte morgens gegen 3 Uhr von dem Geräusch fallender Glasscherben und hörte, wie ihre Schwester, die neben ihr schlief, sagte: „Ich kann ja nicht öffnen, ich bin noch nicht angezogen." „Es gilt ein Menschenleben zu retten," sagte eine Stimme durch die Scheibenöffiiung. Das Mädchen sprang schnell auf, öffnete die Hansthür und sah die Prinzessin von Preußen vor sich. Ihr Vater stand neben ihr und auf den Ausruf„Königliche Hoheit!" streckte die Prinzessin ihnen beide Hände entgegen und sagte: „Fintelmann, ich bringe das Teuerste, was ich besitze! Ist der Prinz von Preußen sicher in Ihrem Hause?" Der Angeredete versicherte, daß er sein Leben für den Prinzen ließe, und beide gingen zur Landungsbrücke, an der eine Schaluppe hielt. Der Prinz war in einen grauen Tuchniantel gehüllt und betrat gleich darauf mit seiner Begleitung das Hans. Auf der Pfaneninsel wurde alles militärisch geordnet. Nur auf ein Losungswort und wenn ein Ankömmling eine Karte vorzeigte auf der der Name„Herr v. Oelrichs" stand, war der Weg zum Prinzen frei. Der folgende 22. Märzstvar wohl der traurigste Geburtstag des Prinzen von Preußen, den er je erlebt. Der Prinz Friedrich Wilhelm und Prinzessin Luise waren gekommen. Im Wohnzimmer bot sich ein trauriges Bild. Die Prinzessin saß>v e i n e n d a u' dem Sofa; der Prinz Friedrich Wilhelm stand gegen einen runden Tisch gelehnt, den Kopf auf den Arm gestützt. Prinz Karl kani zu Fuß von Schloß Glienicke in einem unglaublich t ch ä b i g e n Kostüm; er traf zuerst die Tochter des Hofgärtuers und sagte zn ihr:„Ich habe g r o ß e n H u n g e r. Können Sie mir etwas zu essen geben, Ida?" Unter den Besuchern befand sich auch Ernst Curtius, der damalige Erzieher des Prinzen Friedrich Wilhelm. Noch am Abend seines Geburtstages trat der Prinz die Reise nach England an. Kammerdiener Krug packte einige Eßvorräte zusammen, lehnte aber selbst das Mitnehmen eines Messers ab da der Prinz befohlen hätte, keinerlei Waffe» mitzuführen. Die Reise ging zunächst im Wagen des Hofgärtners bis Nauen, und' dann auf der Landstraße von Perleberg»ach Warnow und über Grabow und Ludwigslust nach Hamburg. Mehr� mais schwebte der Prinz unterwegs in Gefahr. Während er am Morgen des 23. in Berleberg am Parchimer Thor bei dem Gast wirt Liebe abgestiegen war, wurde auf einer Reisetasche die Auf schrift„Prinz von Preußen" bemerkt; der Entdecker, ein Baumeister, machte diese Entdeckiing mit großem Geschrei bekannt und die Knude jagte wie ei» Lauffeuer durch die Stadt. In einem Augenblick war der Wage» des Prinzen der Mittelpunkt einer lännenden Menschen menge, aus deren Mitte man die Stimme eines Barbiers heraushörte und Reden vernahm wie: „Das ist der Prinz von Preußen! Er hat in Berlin mit Knr> tatschen auf daS Volk schießen lassen. Tansende sind gemordet. Er will uns die Russen über den Hals bringen. Die Russen stehen schon vor Berlin. Man muß ihn totschlagen!" Der Kammerdiener hörte diese Rufe und ivußte, daß s ch l e u n i g st e Flucht geboten war. Der Prinz beschloß, mit dem Diener zu Fuß nach der Grenze vorauszugehen und dort den Major Oelricbs mit dem Wogen z» erwarten. In den grauen Tuchmantel gehüllt, die einfache Reisemütze auf dem Haupt und ein schwarz- weiß gewürfeltes Tuch um den Hals— so schritt der Prinz unerkannt vorüber an der Volksmenge, die kein Auge von der Reisetasche mit der Aufschrift«Prinz von Preußen" ver- wandte; in einiger Entfernung folgte der Diener Krug seineni Herrn nach. Auf einem Feldwege kamen sie zu dem Prediger Behrens in dem Dorfe Quitzotv, der alles daran setzte, um den Prinzen in größter Eile zu Wagen über die Grenze zu befördern; am späten Nachmittag war die erste mecklenburgische Stadt Grabow glücklich erreicht. Auch der letzte Teil der Reise, eine Eisenbahnfahrt von Lud- w i g s l u st nach Hamburg, verlief nicht ohne Aufregung. Am 24. März kam ein Jagdwagen eiligst zur Station, und der Sekretär des Herzogs Gustav von Mecklenburg forderte in größter Aufregung ein leeres Coups erster Klasse„aber ohne Beleuchtung!" in deni Zuge von Berlin nach Hamburg, worauf auch zwei Herren den Jagdwagen verließen und den' Zug bestiegen. Rasch ver- breitete sich unter den Reisenden die Nachricht, daß der Prinz im Zuge sei. Der Eisenbahn-Banmeister Fritze, der den Prinzen 'ofort erkannt hatte und auch die Gefahr Übersah, gab beiden Herren auf der nächsten Station Aufschluß überZ die Lage; nanientlich in Hamburg, Ivo der Bahnhof von Menschen überflutet und die Aufregung sehr groß sei, wäre Anlaß zu ernsten Be« ürchtungen. Er erbot sich, kurz vor dem Einfahren in den Bahnhof >en Zug so langsam fahren zu lassen, daß der Prinz auf der ent- gegengesetzten Seite unbemerkt aussteigen könnte.„Das thne ich nicht"� erwiderte der Prinz.„Ich laufe' nicht fort. Wenn sie keinen andren Rat wissen, dann biete ich die Stirn; auch Iverde ich auf dem Bahnhofe erwartet." Darauf gab Fritze den Rat, der Prinz solle den Zug in Bergedorf verlassen und mit ihm in daS einfache Hotel kommen, in dem die Ingenieure verkehrten. Diesen Rat nahm der Prinz an, und er blieb in dem Hotel über Nacht. Als der Zug kaum in der Halle des Hamburger Bahnhofs eingefahren war. erscholl der Ruf:„Der Prinz von Preußen ist im Zuge 1" Dieser Ruf wurde von der Menschen- menge mit solchem Toben aufgenommen, daß das Zugpersonal nur mit Hilfe der Polizei im stände war, der Thatsache Gehör zu ver- -hassen, daß der Prinz sich nicht im Zuge befände. Am folgenden Tage schiffte sich dieser auf dem Dampfer„John Bull" nach London ein. Auf dem Schiffe kannte ihn niemand; aber alle sprachen von einer Flucht, und er mußte schonungslose Urteile und harte Schmähungen über sich ergehen lassen. In Hull verließ er das Schiff. Ausland. Dt- Einheitsschule in Dänemark. Erfreuliche Forffchritte macht die überaus wichtige Frage der Schulreform in Dänemark. Dieses Land steht trotz seiner Verhältnis- mäßig geringen Geldmittel nicht nur mit seinen ländlichen Fort- bildnngsschulen schon lange an derSpitze der europäischen Staaten, sondern eS ist jetzt auch ernstlich gewillt, das übrige Schulwesen von Grund ans modern zu gestalten. Nachdem ein hierauf bezüglicher Gesetzentwurf fertig- gestellt und bis in alle Einzelheiten von Sachverständigen und Vertretern aller Parteien, Klassen und Berufe sorgfältig geprüft worden ist, wird er demnächst vor dem Unterrichtsminister Christense», einem ehemaligen Volksschnllehrcr, dem dänischen Parlamente vorgelegt werden. Der große, für das übrigeEuropa vorbildliche Fortschritt in der geplanten dänischen Schulreform ist der Gedanke der Verbindung der Volksschule und höheren Schule mit der Uni- versität und den polytechnischen Anstalten zu einem einheitlichen Organismus. Allen Bevölkerungs- klaffen sollen die gleichen Bildungsmöglichkeiten gewährt werden. Zu dem Zwecke haben alle jungen Dänen beiderlei Geschlechts die in ihrem Lchrplane gründlich umgestaltete Volksschule bis zum 15. Jahre als gemeinsame Bildungsstätte zu besuchen, worauf sie die Berechiigiing erlangen, die gleichfalls reformierte höhere Schule und nach deren Erledigung die Universität zu be- suchen. Es handelt sich in Dänemark also im wesentlichen um die Ver- wirklichung der vielgenannten E i nh e i t s s ch u I e, die aber hier nicht in dem kleinbürgerlich-beschränkten Sinne gedacht ist, wie bei uns in Deutschland. Wenn liberal gerichtete deutsche Lehrer von der Einheitsschule sprechen, so meinen sie damit nur den gemeinsamen Elementarunterricht für alle Kinder ohne Unterschied des Standes und Geschlechtes vom sechsten bis zwölften Lebensjahre, also die Beseitigung des Unwesens der Vorschulen für die höheren Lehranstalten. Das wäre allerdings auch ein nicht unwesentlicher Fortschritt insofern als die Volksschule jedenfalls nicht mehr als eine Art Arinenschule behandelt werden würde, wenn auch alle nichtproletnrifchen Bevölkerungsklasien notgedrungen an ihrer Ausgestaltung interessiert wären. Die dänische Schulreform will weit darüber hinausgehen, und das ist es, was einen Teil der deutschen Lehrerwelt, der nicht über die Beseitigung der Vorschulen hinaus zu denken wagt, mit einigem Entsetzen erfüllt. So meint der durch seine treffliche Pestalozzi- Gesamtausgabe bekannte Dr. L. W. Seyffarth in der von ihm redigierten'„Preußischen Lehrer- Zeitung" am Schlüsse eines Berichtes über eine große dänische Lchrervereins-Versammlnng, welche die Durchführung der Einheitsschule als eine sociale Notwendigkeit ansah:„Das ist sicher weit gefehlt; wir wollen auch eine Näherung der Stände, verlangen dazu aber keine Gelehrten- bildnng(!) fürs Volk, sondern die allgemeine Volksschule als Grund- läge für jede weitergehende Bildung, die Durchführung der Idee der Elementarbildung auf den ersten Stufen des Unterrichts. Einer derartigen socialpädagogischen Leisetreterei gegenüber erschein! das zielklare Vorgehen der dänischen Lehrerschaft, dem ein voller Erfolg in naher Änssicht steht, um so rühmlicher.— Schweiz. Demokratisches vom Züricher KantonSrat. Zürich, 24. September.(Eig. Ber.) Die 27 socialdemokratische« Vertreter von Anßersihl sind vom Kantonsrat in seiner letzten Sitzung nun endlich anerkannt worden, nachdem die Bürger- lichen durch ihre zweite wuchtige Niederlage vom 31. August im« zweideutig darüber belehrt waren, daß ihre Rekursschwindelcicn das Wahlglück nicht zu ihren Gunsten zu korrigieren vermögen. Nach- dem die bürgerliche Kantonsratsniehrheit durch die frivole Kassation der ersten Äußersihler Wahlen vom 18. August mit ihrem Amtsgelübde Schindluder getrieben, erklärten unsre 27 Genossen, worunter bekanntlich zwei Pfarrer sind, unter Berufung auf die Verfassung, daß sie das Amtsgelübde nicht ablegen werden, was sie denn auch in ehrlicher Konsequenz und aus moralischen Reinlichkeits- gründen unterließen. Die Sitzung verlief aber wiederum nicht ohne Zwischenfall. Der Referent der Wahlprüfungs-Kommission, Gerichtspräsident Büler von Stähn, ein bornierter liberaler Spießbürger, konnte es sich nicht versagen, gegen die Kritik der Socialdemokratcn an der frivolen Kassation zn wettern, worauf ihm aber unser Genosse Dr. Studcr energisch antlvortete und das Recht der Kritik auch an dem Kantonsrat und seinen Thaten verteidigte. Da die wiederum gut besetzte Tribüne die Rede Studers mit„Bravo" be- gleitete, drohte der Präsident mit der Räumung der Tribüne und ließ— 20 Polizisten auf derselben ausmarschieren! Es ist wirklich herrlich weit gekommen in unsrer Demokratie, die nur noch unter dem Schutze von Polizisten bestehen kann. Mit grimmigem Humor bemerkt das„Volksrecht" dazu: Hoffentlich erleben wir es nach diesem erhebenden Anfang auch noch, daß zur Bändigung widcrspänstiger Mitglieder des Kantonsrats die Polizei in den KantonSratS-Saal gerufen wird. Schade. daß nicht die Socialdemolraten gegen die Etablierung der Polizeiherrschaft im Kantonsrat sofort energisch protestiert haben. In derselben Sitzung wurde unsre Demokratie übrigens auch noch von andrer Seite in schlimmsier Beleuchtung gezeigt. Der Züricher Zugspersonalverein hatte nämlich eine Beschwerde gegen die ganz infame Behandlung des Personals im Bahnhof Zürich anläßlich der Durchfahrt des Königs von Italien eingereicht. Auf Weisung des Bundesanwalts Kronauer in Bern ist nämlich während der Anwesenheit des Königs das gesamte Bahnpersonal von der Polizei unter Zustimmung der Bahn- Hof-Jnspcktion in den Bureaus. Pack- und Expeditionsräumen eingesperrt wurden, weil„man" in Bern dafür Anhaltspunkte zu haben glaubte, daß Italiener versuchen werden, in Eisenbahn- Dienstkleidung sich dem Könige zu nähern. Der Einfachheit halber hat man das gesamte, doch der Inspektion persönlich gut be- kannte Personal eingesperrt! Und das in der„freien" Schweiz, in der Demokratie. Es wird wirklich immer schöner bei uns unter dem„freisinnig-radikal-demokratischen" Regiment des Bürgertums. Die Beschwerde wurde dem Regierungsrat zur Prüfung über- wiesen.— Frankreich. Der Kougreff der GueSdiste», der in Jssoudun tagt, sprach ich nach einem Bericht der„V. Z." einstimmig gegen die anti- klerikale Politik der Regierung ans. In diesem von unsren Regierenden mit großem Schangepränge betriebenen AntiklerikaliSmuS, heißt eS in dem Beschluß,„kann die französische Arbeiterpartei nur eine neue. Machenschaft der Kapitalistenklasse sehen, die Arbeiter von ihrem Kampfe gegen die wirtschaftliche Knechtschaft abzulenken. Wenn die bürgerlichen Machthaber Kirche und Geistlichkeit, die notwendigen Werkzeuge ihrcrKIassenherrschaft, wirklich würde» treffen wollen, so hätten ie längst aufgehört, dem Feinde die Stcuermillioncn des Kultnsbudgets mr Verfügung zu stellen, sie hätten die Güter der toten Hand eingezogen, ie würden, um die Gehirne der Jugend der Einwirkung der Reli- gionen zu entziehen, keinen Unterschied zwischen erlaubten und im- erlaubten Orden machen, sondern alle gleichmäßig unterdrücken. Wir erinnern die Arbeiter daran, daß die wirtschaftliche Befreiung der geistigen vorausgehen muß und die eine ohne die andre un- möglich ist." Zur Auöstoßuug auS dem Heere wurde in der am Freitag 'tattgcfundenen Kriegsgerichts- Verhandlung zu Nantes der K o m- Mandant Le Roy-Ladurse verurteilt. Der Kommandant hatte sich geweigert, feine Compagnie nach Donarnenez zu führen, um die Civilbehördcn dort bei der Durch- ' ü h r u n g des B e r e i n s g e s e tz e s z u u n t e r st ü tz e n. Das Urteil ist erheblich schärfer ausgefallen als daS gegen den Oberstlieutenant St. Remy. Nationalistische Blätter behaupten übrigens mit Bestimmtheit, daß der D i v i s i o n S g e n e r a l F r a t e r wegen seiner Haltung im Prozeß gegen den Oberstlieutenant de SaintRemy zur Disposition gestellt lverde.— Belgien. Ein tiefer Unwille der Betiolkernng. der sich bi-Z in die lehalsten Kreise hineinzieht, hrit liegen Leopold II. Platz gegriffen. Man bat es ihm sehr verübelt, daff-er sich im Bade vergnügte, während seine Frau den Todeskampf kämpfte. Aber den Höhepunkt des Unwillens verursachte die Bcrireibuug seiner Tochter Stephanie von der Bahre ihrer Mutter. Der„Peuple" sagt, nur der Respekt vor der Dahingeschiedenen hielt die Bevölkerung ab, de» König auszu- pfeifen. Das Verbrechen der ehemalige» Kronprinzessin von Oestreich, nur dcffenttvillen es ihr versagt wurde, ihrer Kindespflicht zu ge- niigen, besteht darin, das;, nachdem sie nenn Jahre um ihren Galten, Kronprinz Rudolf, an dessen Seile sie wenig Freude genossen, ge- trauert, sich inil einem Grafen Loithal) verheiratete. Das offizielle .Journal de Brnxellcs" bringt einen inspirierten Enlschuldigungs- nrtitel, der den üblen Eindruck bei der Bevölkerung verwischen sollte. Der Versuch ist mijzlungen.— Niederlande. In der Debatte über die Thronrede am 23. September ging der von seiner Kolonialreise zurückgekehrte Genosse Van Kol kurz ans die koloniale Frage ein und erkürte, er sei enttäuscht Über die Kälte, mit der sich die Thronrede Über die Not der Javaneu geäußert habe. Die Bedrückung, der Raub und die Eroberungskriege, ausgeübt durch oder für die niederländischen Kapitalisten, wären im Grunde genommen die Ursachen des Elends. Die Niederländer seien ein ungetreuer Bankier für die Kolonien geivesen. Ob sie mm Java wen» auch mir zu einem kleinen Teil helfen würden?— Der Ministerpräsident hieß imsren Genossen darauf im Name» der Negierimg willkommen und nannte ihn den in Bezug auf die Kolonial- debatte sachkundig st en Abgeordneten. Die Frage Van Kols könne erst beantwortet werden, wenn der neiie Kolonialminisler ernannt wäre. Van Kol sprach schließlich die Hoffmiiig aus, daß Indien min mehr in Ucbereiiistiinmung mit den Lehren Christi als im Interesse des Mammons regiert werden möge. Wir zweifeln sehr, daß sich diese Hoffnung erfüllen ivird I Die Debatte war selbstverständlich mir ein Bor- postcngefccht, die gründlicbe Aussprache über die Kolonialfrage wird bei der Beratung des Etats für Ostindien erfolgen.— SÖJie ans Haag gemeldet ivird, ist der Deputierte Idenburg, Hauptmann der indischen Armee, zum Kolonial- m i n i st e r ernannt ivordcn.— Dänemark. Liberaler Dank. Die Wahlalliance zivischen der Socialdemo- kratie und der bürgerlichen Linken geht nun offenbar bald ihrem Ende entgegen. Zwar haben sowohl der Landtvirtschaftsmiuister Olc Hansen als auch der Kultusminister Christcnscn am Schlüsse der Landthingswahl den Socialdemolratcn für ihre loyale Ilntcrstützung der Liberalen ganz besonders gedankt, andre Zeichen deuten aber darauf hin, daß sich eine st a r k e G e g c n si r ö in u n g gegen die S o c i a l d e m o k r a t i e bei de» Liberalen geltend m acht. Das Regicrungsorgan„BcrliiiSke Tideiide" schrieb am Sonnabend, also einen Tag nach der Landthinswahl, bei der die liberale Regierungspartei mit Hilfe der Socialdemokratie die Konservativen erfolgreich bekämpft hatte: „Die nicht nnbedcntendcn Fortschritte, die die socialdcmolratische Partei augenscheinlich gemacht hat, besonders in den Kanfstädten. werden den übrigen Parteien eine Mahnung sein, in weit höherem Maße als bisher ihre Aufmerksamkeit auf jene Partei zu richten— z w i s ch e» d c r R c g i e r» ii g s p a r t e i iiiid den andren ordnungsliebenden Parteien i st kein s o g r o ß e r Unterschied in den Meinungen, daß sie sich nicht alle über diesen Punkt einigen könnten." Gleichzeitig kündigte das Blatt eine neue Militärborlage als einen Punkt des Progranmis der Regierung an:„Socialdemo- Iraten" neimt die obigen Auslassungen eine feierliche K ü n d i- guiig der Wahlalliance zwischen Socialdemo- kratie und der Linken und schreibt:„Der Artikel der „Bcrlinske Tidende" ist, sofern er der Ausdruck für die Anschauungen der gesamten Regierung und fiir ihre Politik ist, eine doppelte Verräterci: erstens gegen die bisherigen Bundes- genossen der Linken und dann gegen das Programm der Linke n." Der erwähnte Artikel der„Berlinske Tidende" ist min zivar mittlerweile vom Minister Sörensen desavouiert und als nicht von dem politischen Repräsentanten der Regierung herrührend bezeichnet worden, trotzdem ist aber die politische Situation derartig, daß „Socialdemokratens" Mahnung an die Organisatioiicii, sich auf schwere Kämpfe vorzubereiten, durchaus am Platze ist.— Amerika. Ter SocialiSninö i» Mexiko, welcher vor einigen Jahren noch eine vollständig unbekannte Sache war. hat sich neuerdings ein- gebürgert und gewinnt immer mehr an Ausdehnung. Vorkämpfer des SocialismuS haben kürzlich ein Partei-Organ herausgegeben, das halb in spanischer und halb in englischer Sprache geschrieben wird und sich„Hormiga de Oro" betitelt.— 107. Sitzung der Zolstarif-Kommissiou. Berlin, 26. September. Eine Generaldebatte wird über den Abschnitt IS, Glas und G l a s w a r e n, eröffnet. Molkeubnhr weist auf die Unebenheiten der Positionen dieses Abschnitts, die optische Gläser betreffen, mit den Bc- fchliissen, die Über die Feinmechanik gefaßt worden sind, hin. Hierin müsse selbst nach den Einwendungen der Regierung in erster Lesung eine Aendening eintreten. Zudem haben die Nationalliberalen einen höheren Zoll fiir Tafelglas beantragt. Die großkapitalistischen Fabrikanten der Glasindustrie plündern nicht mir die Konsumenten ans, sie behandeln auch ihre Arbeiter ivie Sklaven. Die Vorkonimnisse in der S i e m e n s j ch e n Fabrik Dresden soivie bei H e y e in G c r r e s h c i m seien ja bekannt. Da sei es doch notivendig, die einzelnen Positionen nach einer Special- Diskussion zu unterziehen. Spahn ist für eine Erhöhung des Zolles auf optische Gläser, wie sie Rathenower Interessenten wünschen. Brömcl ivendet sich dagegen, während Gehcimrat v. Heule für Verzollung ist. Lcdevonr: Die Aussührmigen des Regicrungsvertreters schienen gerade für Zollfreiheit zu sprechen. Eine Verteuerung der Mikroskope trete durch den Zoll ein. Die Koiikurrcnzfähigkcit der bezüglichen Industrie fei unbestritten. Der Zoll sei ein Strafzoll für diejenigen, die im Interesse der Volksgesundheit Mikroskope zu ihrer täglichen Beschäftigung benutzen müssen. Auch der Unterscheidungszoll, den Spahn wolle, sei als eine Bestrafung wissciischaftlichcr Thätigkeit anzusehen. Außerdem sei die Unter- scheidimg beim Import von Mikroskopen aus zolltechnischen Gründen eine Unmöglichkeit. Redner ersucht, den Zoll auf Mikroskope zu beseitigen. Beumer ist für höhere Zölle auf Tafelglas. Deutschland sei der Abladeplatz für alles belgische GlaS, dem müsse ein Riegel vor- geschoben tverden, auch im Interesse der Arbeiter, die in der Glas- indnstrie nicht am schlechtesten bezahlt würden.(Widerspruch.) Brömel: Bei dem Aiitomobiltempo, mit dem die zweite Lesung betrieben iverde, sei es doppelt geboten, vorsichtig diese Dinge zu behandeln. Die Shndikatsivirtschaft in der Glasindustrie Iverde durch den Beumerschen Antrag gefördert. Speck ist ebenfalls für eine Specialdiskussion über die Position Mikroskope. Redner ist für Zollfreiheit auf wiffe»- schaftliche Instrumente. Man müsse speciell fragen, ob diese Industrie des Schutzes bedürfe! das sei bei deren bekannter Konknrreiizfähigkelt und dem starken Export ausgeschlossen. Molkcnbuhr betont, daß die Vertreter der Feinmechanik sich für Zollfreiheit ihrer Produkte seit der ersten Lesung ausgesprochen haben und wünschen nun Zollfreiheit fiir Mikroskope. Dem Ab- geordnetcn Beumer ertvidere er, daß, wer die Kolonien der Glas- arbeiter in Gerresheim durchwandere, nichts finde von dem Wohl- stand, den Beumer rühmte. Einzelne Familien mögen sich günstig stehen, aber nur. Iveil die ganze Familie arbeiter. Wie aber die großen Glasfabrikanten die Konsumenten ausplündern, so auch die Arbeiter. Das Syndikat am Rhein nützt das Koalitionsrecht aus, um die Konsumenten um so leichter plündern zu können, aber die- selben Leute haben ihre Arbeiter im vorigen Jahre ausgesperrt, um ihnen das Koalitionsrecht zu entreißen.(Hört! hört!> Es sei un- erhört, dieses Raubsyndikat noch durch Zölle zu unterstützen. Spahn ist für Zollfreiheit auf Mikroskope, Gehcimrat Wcrumth tritt für Wiederherstellung der Regierungsvorlage ein. Zur Specialdiskussion tverden die Positionen 74l, Tafelglas, und 89t, Feinmechanik, verbunden. Die Socialdcniokraten beantragen Zollfreiheit ans Mikro- skopc. Brömcl und Speck wenden sich gegen Geheimrat Mermuth, der die belgische Einfuhr als Argument fiir seine Wünsche anführte. Arendt tritt für die Regierungsvorlage ein. Sittart bestätigt Beumers Ängaben über die belgische Kon- kurrenz. Stadthagen: Die Gründe der Schutzzöllncr gehen durch- einander. Einige klagen über die angeblich erdrückende Konkurrenz, Arendt dagegen sagt, ach! wir dürfen die Dinge nicht so ernst nehmen, wir spielen das gedrückte Ausland, dann sind Handels- politische Vorteile zu erreichen. Solches Verfahren ziere manche Schacherer, aber diese Unreellität, diese Betrügerei von Volk zu Volk lasse im voraus nicht erkeimen, wer schließlich der betrogene Bc- trüger sein iverde. Vor allein gelte das Princip, die Arbeiter zu schützen. So lange das Koalitionsrecht der Arbeiter nicht geschützt sei, würde er auch, falls er engagierter Schutzzöllner sein würde, erst den Schutz des Koalitionsrechtes garantieren, ehe er an einen Zoll dächte: das gebiete die Gerechtigkeit. Die Glaskönige hätten aber im vorigen Jahre, speciell der Glasindiistrielle Heye, in einem offiziellen Aktenstück gesagt, man müsse die Arbeiter zappeln und hungern lassen, biö sie von ihren VercinSbildnngc» ablassen, also ihr Koalitionsrecht aufgeben. Ich habe noch einen Rest von Hoffnung, daß man diesen Jndlistriellen keine Subvention zukommen läßt und den Benmerschen Antrag nicht annimmt. Auch die Flaschcnfabrikanten haben von diesen Zöllen, die preisvertenornd ans alle Glasarten wirken, Vorteil. Brvuicl konstatiert, daß die Gothcinschen Angaben in der ersten Lesimg mit keinem Worte widerlegt seien, daß nämlich die deutschen G l a s f a b r i k a n t e n' 70 Proz. billiger an das Ausland verkaufen, a l s im Inland.. Arendt ertvidere er, daß man nach deffen Ansicht die Belgier als politische Kinder betrachten müsse. Beschlossen ivird, in Position 741 die höheren Zölle der Regierungsvorlage wieder h e r z n st e l l c n. Zu Position 757 ivird der s o c i a l d e m o k r a t i s ch e Antrag ans Zollfreiheit lMikroskopc) a n g c» o m m e n; ferner ivird der Antrag Spahn zu 691 angenommen. Der 16. Abschnitt, Edle Metalle, wird ohne Debatte ge- nehmigt. lieber den 17. Abschnitt, Unedle Metalle, wird eine General- disknssio» eröffnet. Antrick: Die Eisenindustrie habe eine glätizeiide Entwicklung durchgemacht, um so sonderbarer sei es, sie durch Zölle schütze» zu wollen. Redner schildert in großen Zügen diesen EutwicklungSgaug der Eiscniudnstrie. Der Zoll tvürde die Eise n:v a r e n-In- d u st r i e n schädigen. Leider sind durch die Kartelle deutsche Waren au das Ausland verschleudert worden. Redner belegt dies durch zahlenmäßige Nachweise. Besonders schädlich Ivirke aber die Vec- schleuderung von Roheisen au das Ausland, denn dadurch werde die ausländische Eisenwareu-Judustrie zu Ungunsten der deutschen ge- fördert. Wenn mau die Ausfuhrziffcrn betrachtet, sieht es freilich aus, als hätte man ein glänzendes Geschäft gemacht, aber da die Kartelle Waren ans Ausland ver- schleudern, ist doch nur das Inland geschädigt. Und im Inland will man»im diese Kartelle stärken durch höhere Zölle, die in diesem Falle geradezu wie Ausfuhrprämien wirken. So tverden die Produktionskosten der deutschen Industrie durch die künstlich ver- teuerten Rohstoffe ebenso erhöht, ivie die Lebeusmittelzölle sie erhöhen müssen. Es ist keine Scbntzpolitik, sondern eine Vernichtimgspolitil, die so getrieben ivird-, sie schürt auch den Kampf der Klassen unter- einander. Interessenten geraten cmeinaiidcr. jeder niöchte niehr haben, aber alle gehen sie an die Aus- beutnug der arbeitenden Klayen und erweitern dadurch die Kluft zivischen Besitzenden und Nichtbesitzendcn. Die Eisenindustrielle» beschäftigen nur zu gern nusläudische Arbeiter, aber mir deshalb, iveil diesen nicht möglich ist, sich gegen die Ailsbeniiliig zu wehren, tveil sie kein Koalitionsrecht besitzen und darum in ihrer Notlage als Lohndrücker benntzt tverden. So ist der Patriotismus der Herren Grobiiidilftriellcn geartet. Sie waren auch die Befürworter der Zuchthau Svör läge, die die bekannten 12 Ovo Mark dazu lieferten. Deue» ist cS leicht, höhere Summen noch zur Unterdrückung der Arbeiter auszuwerfen; man wirft ihnen mit de» Zöllen viel mehr in den Schoß und außerdem fchiudeu sie ans den unterdrückten Arbeitern mehr wieder heraus, als sie zu deren Unter- drückung auswerfen. Und die Regierung?—„W i r arbeite» nur f ü r Sie"— sagte seiner Zeit Staatssekretär v. B ö t t i ch e r im Reich-Stag zu den Vertretern des Kapitalismus. Es ist kein Wunder, ivenn solch eine thörichte Wirt- fchaftspolitik unser Land zurückdrängt nnd die ausländische Industrie, spxcicll die amerikanische»us voranschreiten läßt. Tie bessere Löhnung der Arbciler, die bessere Ernähruua und Ausbildung der Arbeiter kann nur hierin Wandel schaffen. Freilich, den Agra- r i c r n sind gebildete Arbeiter ein G r ä n c l. Die größte Leistung in irgend einem Fache kann man jedoch nur von dem verlangen, der Lnst und Liebe zur Arbeit mitbringt. Dann darf mau aber de» Arbeiter nicht als Arbeitstier be- trachten, das mechanisch au die Arbeit gespannt ivird. Es ist deshalb nötig, den Arbeiter Ivirtschastlich nnd politisch frei zu machen. Vor allem müssen die Arbeiter als Gleichberechtigte be- trachtet und entsprechende socialpolitische Maßnahmen getroffen werden, die den Arbeitern ermöglichen, ihre Interesse» imgchiudert lvahrzunchme». Denn auf den Arbeitern ruht nicht nur die Gegen- wart, nnf ihnen baut sich auch die Zukniift auf.(Bravo!) Beniner entgegnet Antrick, er habe in scheinbar sehr gelehrter Weise über die' Entwickelnng der Industrie geredet, aber er habe ganz wichtige Momente außer acht gelassen, z. B. die Schwierig- keil des Bcsjemcr- Verfahrens ec. Redner verteidigt dann die Kartelle. Man müsse sich oftmals sagen: Liefert Deutschland nicht, nun, dann liefert die Industrie andrer Staaten und der deutschen Industrie gehen Aufträge verloren. Damit gehen auch Arbeiter der Arbeit verlustig. Bei der zuletzt gesliegcncii Aussuhr habe die rheinisch-ivestfälischc Industrie eher zugesetzt, statt verdient, um mir die Arbeiter beschäftigen zu könuen. So schlecht fühlten sich die Arbeiter nicht, ivie Antrick gesagt habe. Er möge auf die Düsseldorfer Ausstellung gehen und sehen, wie dort Scharen von Arbeitern stolz auf die ausgestellten Waren sind, die Hand drauflegen nnd stolz sagen: Das haben wir geschaffen.(Zuruf: Schon richtig I Aber wie bezahlt man sie dafür!) Der amerikanischen Konkurrenz können ivir nicht die Spitze bieten, wenn Sie den Zoll auf Roheisen und Schienen aufheben. Wollen Sie, daß ivir fort- schreiten, dann nehmen Sie den Zoll ans Roheisen und Schienen an. Brömel: Wüßte ich nicht, daß Beumer ein Freund der schnellen Abschließnng der Tarisberatung wäre, ich würde glauben, er ivolle die Beratung hinziehen, denn er hat eine große Reihe von Mißvcr- ständnissen in seiner Entgegnung auf die Rede Antricks bekundet, die zu einer eingehenden Erwideruiig direkt herausfordern. Die Frage der Kartelle hat eine ungeheure Bedeutung für die jetzige Lage der Industrie. Antrick hat ganz sachlich dargelegt, daß die Eisen- indnstrie nicht ohne Besprechung der Kartelle Gegenstand der Beratung sein kann. Es wird Zeit, daß man erfährt, wie Herr Spahn über die Kartelle denkt und die Mißbrauche durch Gesetz beseitigen will. Etwaige Vorzüge des Zolltarifs würden sofort durch die schädliche Thäligkeit der Kartelle aufgehoben. Herr Spahn hätte den deutschen Juristentag besuchen und seinen Kollegen dort mit seinem in der Schublade ruhenden Gesetzentwurf über Kartelle ein Lickt anfstecken sollen, dann hätte sich auch für die Tarifberatimg die Not- ivendigkeit schärfer herausgestellt, die Kartellpolitik für die Zollwirt- schart schärfer in Betracht zu ziehen. Leider ruht der Entwurf immer noch im Schreibtische des Herrn Spahn.(Heilerkeil.) Die Reichs- regierung müßte uns über die Kartelle mehr Material an die Hand geben, in der zweiten Lesung im Plenum geschieht dies hoffentlich, ehe der 17. Abschnitt zur Beratung kommt. Ans A n l r a g Spahn ivird die Generaldebatte g c- schlössen. Antrick verwahrt sich in persönlicher Bemerkung gegen die Unterstellungen Beumers. Darauf wird die Sitzung um 12 Uhr vertagt. Nächste Sitzung Dienstag 12 Uhr. RnS den Stimmen znm Parteitage möchten wir noch eine Auslassung der„Volkszcitung" in Düsseldorf besonders wieder- geben. Einmal deswegen, weil sie sich über die Vekäinpfnng des Ce'iitntmS äußert und als in einer Cenlriinisdomän« sitzend dazu ivohl gehört tverden soll, nnd dann, weil sie bei der Gelegenheit auch über die Streitigkeiten der Düsseldorfer Parteigeuosseu spricht, über die wir kürzlich' unser Bedauern ausgesprochen haben. Das Blatt schreibt: „Aber ivir sind auch nicht der Meinung, daß das CentrmnS- Problcni nun und überhaupt bisher genügend in der Partei erörtert worden wäre. Die Parteiblätter der evangelischen Gegenden Deutsch- landS, die das behaupte», sollte» einmal hier am ultramontaneii Rhein wohnen, da würben sie es bald verstehen lernen, warum wir Rheinländer die Ccntrnmsfrage von der ganzen Partei in Deutsch- land in bedeutend intensiverer Weise behandelt wiffen wollen, als bisher geschehen ist. Es ist bezeichnend, daß in dieser Frage sowohl die'Kölner wie die Duisburger, die Krefeldcr wie die Düsseldorfer Genossen die gleiche Ansicht teilen. Und die verschiedenen, oft fast gleichen Wünsche iiiid Anträge der rheinischen Genossen zum Parteitag sind die ferneren Beiveise für diese»nsre Ansicht. Agitatorisch muß bedeutend mehr in unsern Gegenden gethan werden und damit kommen wir auf nnsre Düsseldorfer Streitereien, die im innigsten Zusaimncnhnng mit diesen Dingen liegen. Fürwahr, mit dem Kämpf gegen das Ceiitruin hängen auch nnsre Düsseldorfex Parteistrcitereicn zusammen! Wir geben osfcn zu, daß diese Streitereien sich in recht häßlicher Weise zugespitzt haben; wer da aber glaubt, daß wir Düffeldorfer Genossen uns„spalten" konnten, daß wir nicht alle den Kampf für die Partei gemeinsam kämpfcti wollen, der beurteilt die Düffel- dorfer Skretlereieii total falsch. Jetzt, bei den augenblicklichen Kämpfen mn die GcwerbegerichtSwahlcn beweisen wir Düsseldorfer den Parteigenossen in Deutschland, daß wir, wie immer wir uns auch wegen dieser oder jener oft geriugjügigen Meinungsverschiedenheiten einander bekämpfen, doch alle einig sind im ge- schloffenen Kampf gegen nnsren gemeinsamen reaktionären Feind! Diese Meiiningsver'ichiedeiiheiten haben aber nichts, auch rein gnr nichts mit uiffren Principien und Partei-Jdeen zn thun— es sind eben Streitcreicii. tveil ivir alle so gerne intensiver gegen nnsre Gegner ankämpfen möchten, aber nicht genügend in der Kriegskasse haben! Darin liegt der Grund nnsrer Streitereien, einzig nnd allein, und hier muß von Parteiwcge» der Hebel angesetzt werden, wenn in Düsseldorf wirklich geordnete Parteiverhältnisse geschaffen iverde» sollen."_ Eine Parteiversaniuilniig in Stuttgart beschäfiigte sich, nachdem sie vorher über die Beschlüsse und Ver- haudliinge» des Mnnchener Parteitags diskutiert hatte, ohne Bc- schliisse dazu zn fassen, mit der Angelegenheit des Genossen Kloß. Der Vorsitzende der Versammlung nahm das Wort zu einer Er- kläriing. iivcr die die„Schwäbische Tagwacht" berichtet: Nachdem die Thatsache, daß der Genosse' Kloß in der Polizei- Abteilmig dc-Z GemeiuderatS seine Znstimmuug gegeben habe zu der für ihre Thäligkeit beim Straßenbahner- streik der Polizei gewährten Gratifikation, in mehreren. Bezirks- vereinen erörtert und abfällig beurteilt worden sei, habe auch das städtische Komitee dazu Stellung genommen nnd schlage nun die Annahme einer Resolution vor, die die Genehmigung der 3091) M. seitens des Genossen Kloß als eineii taktischen Fehler bezeichnet und dies folgendermaßen begründet: Die Socialdemokratie trete jeder- zeit für eine ausreichende Besoldung der staatlichen und kommunale» Unterbediensteten ein; im vorliegenden Fall aber habe die Ge- Währung einer Entschädigung wie eine Aiicrlenmnig für das rigorose Einschreiten eines Teils der Polizeiorgane zn Gimsten der Straßen« bahn-Direktion wirken müsse». Die Resolution spricht iveiter den Wunsch a»?, daß auch die Fragen der Gcmeindcpoliiik vom prineipiell socialdcmvkratiichcn Standpiinkt ans geprüft tverden. Genosse Kloß erklärte dazu, das; es sich bei der genehmigten Gratifikation keineswegs um eine Präiistieriiiig der Polizei gehandelt habe. Es sei nur 50 Pf. pro Ucberslunde bewilligt worden, wie in allen ähnlicheu sriihercii Fällen. Er habe in der Debatte daS schärfste Vorgehen gegen diejeuigeii Polizisten, die sich Ausschreitungen haben zu Schulden kommen lassen, gefordert. Diejenigen aber, die korrekt vorgegangen seien, habe er nicht mit den Schuldigen durch allgemeine Ablehmnig bestrafen wollen. In der Plenarsitzung des Gemeinde- rats habe er an der Beratniig des Gegenstandes»icht teilnehmen können, wegen einer wichtigen Abstimmung im Landtag. Er habe die Schutzleute als Proletarier betrachtet und sich gesagt, wenn sie zahlreiche Stimdeu ivider Willen im Diciiste sei» mußleu und dabei Extra- Ausgaben hatte», so müßten sie cutschädigt tverden. Wenn die Versammlung diese Haltung»icht billigen köiiiie, so werde er für die Znkunft seine Schlüsse daraus ziehen. Von einigen Rednern wurde darauf Kloß scharf nngegrisien, während andre einer milderen Benrleilnng das Wort redete». Daß Kloß einen Fehler gemacht habe, gaben auch sie zn. Die vom Vorsitzende» vorgeschlagene iltcsolntion wurde darauf von der Mehrheit angcilommcn. Auf diese Versanimlnng dürfte eine von der Presse übernommene Meldung des„Bayrischen Kurier" zuriickzujühren sein, daß Genosse Kloß als Rcichstagskandidat„fallen gelassen" worden sei nnd Genosse Hildenbrmid an seine Stelle treten iverde. Davon ivar jedoch in der Versammlung mit keinem Worte die Rede. Partcipresse. Die Verschmelzung der„Dlheitlisch-Wcstfälischcn Arbeiterzeitnng" nnd des„Weckruf" i» Essen' wird' am'1.'Oktober vollzogen; von diesem Tage an erscheint dänit kn Dortmund die „Arbeiterzeitung" nls gemeiiisanieS Oi'aaft fiir dii bisherigen Vcrbrcitllngsbezirke der beiden Blätter. Gewaltiger Groll hat die katholische„Märkische Volkszeitling" erfaßt, iveil wir die„Internationale Vereinlginig für gesetzlichen Arbeiterschutz" ivegen der Anriifnng des Papstes gebührend verspottet haben. Damit sollen wir den Progranimsatz der Erklärung der Religion zur Privatsache wieder einmal— zum sonndsobielstenntal— verletzt habe». Das ist natürlich dunnneS Geschwätz. Erstens hat der Papst mit Religion so viel-oder- so ivenig zu thuii, Ivie die preiißischen Junker mit dem Patriotismus im ernsthaften Sinne,»nd zweitens richtete sich misre Notiz ja gar»icht einmal gegen den Papst als Kircheiibcamteu. sondern dagegen, daß eine Organisation, die für den Arbeiterschutz arbeiten will, es nötig zu haben glaubt, auch de» Papst zu Hilfe zu rufe». Wenn dieser noch die Macht hätte, die Klerikalen zur Fördern, ig des Arbeiterschntzcs zn bestimmen, so ließe sich die Sack'e immerhin hören; er hat aber jg nicht einmal die Macht, die deutsche C«ntrumsp-irtei a» ihren brotwucherischen Plänen zu verhindern. Er ist also für die Förderung des Arbeiterschutzes ein gerade so wichtiger Faktor, wie etwa ein Herr Wirminghaus oder ähnliche Herren, durch deren Beteiligung an der internationalen Vereinigung diese gerade nicht bedeutender wird. Aus den Organisationen. Der Socialdemokratische Verein in S ch i f f b e ck(Schleswig-Holstein) beschloß die Erhöhung des Monatsbeitrages von 20 ans 30 Pf. „Die Hiitte". Das erste halbe Jahr ihres Bestehens hat nun »Die Hiitte". die von einigen Dresdener Genossen ins Leben ge» rufen« Jugendzeitschrift, hinter sich. Wenn auch das Verlangen nach einer gediegenen Lektüre für nnsre Jugend, die ihr Unterhaltungs- und Belehrung!- und Bildungsbedürfnis in einer künstlerischen wie freiheitlich moderne» Begriffe» genügenden Weise erfüllt, seit Jahre» recht lebhaft in der Partei hervorgetreten war, und wenn auch ein Bedürfnis dafür zweifellos war, so war es doch trotz alledem ein gewagtes Unternehnicn, die Konkurrenz mit allerband billigem. verblödendem Schund aufzuiiehme». gerade in den Kreisen, deren wirtschaftliche Lage dafür so ungünstig wie möglich ist. Etwas Gutes mußte geboten werden, das allein rechtfertigte das Umer- »ich»»», und doch mußte der Preis dafür der schmalen Kasse des Arbeiters angepaßt werde». Wie iveit sich die Erivartungen der Unternehmer bis jetzt erfüllt haben, ist uns nicht bekannt; daß sie selber ihr Bestes geihan, um die air sie zu stellende» Ansprüche zu erfülle», kann ruhig gesagt werden, wenn auch vielleicht mancher Ausstellungen iin einzelnen zu mache» gehabt haben mag. Die ersten ztvölf Nummern der„Hütte" haben eine Fülle des Guten aus der Lilteratur sowohl wie im Bilde geboten und daneben auch reichen Belehrungsstosi und sie tvird den Erwachsenen ein ebenso tvilikonmrener Freund geworden sein, wie der reifen Jugend, für die sie berechnet ist. Ein ganz besonders gelungenes Werk stellt die eben er- schienen« Nr. 13 dar. Neben der Fortsetzung des Ronrans von W. Polenz„Liebe ist civig", wird sie besonders ausgezeichnet durch ein künstlerisch ausgeführtes Porträt I. Auers, unsres geschätzten Parteisekretärs, dessen Lebenslauf, von seinem Freunde und Kampf- genossen Bebel geschildert, uns in die Anfänge der socialdenio- kratifchen Partei zurückführt, uns zeigt, wie Intelligenz und Energie die ungeheuren Schwierigkeiten überwindet, die den» jungen Proletarier im Wege stehen, will er mehr sein, wie Einer unter Bielen. Für die jungen proletarischen Leser des Blattes sind gerade solche Darstellungen aus den» Leben unsrer Vor- kämpfer ein treffliches Erziehungsmittel. Außerdem enthält das Heft einen interesianten Artikel von W. Bölsche„Ans dem Schicksalsbuche der Tierwelt in den Polar ländern", sowie einen größeren, durch zahlreiche gute Abbildungen erläuterten Artikel über Ännstphotographie von Walter Hofmann. Ein Artikel über Birchoiv und ei» Erlebnis aus dem Seenianns- leben machen nebst einigen Kleinigkeiten den Schluß. Wir können das Abonnement auf die Zeilschrift, die doch immerhin nur 25 Pf. pro Nummer kostet und alle 14 Tage erscheint, nur empfehlen. Aus Fudustvio und Z-znudol. Die heutige Sitzung dcö CeutralauSschusses der RcichS- bank hat in Anbetracht der Lage des amerikanischen Geldmarktes ein besonderes Interesse. Präsident Dr. Koch führte unter Bezug- nähme auf den Bankausiveis aus, daß sich die Lage der Reichsbank in» ganzen als eine befriedigende darstelle. Der Metallbcstand halte sich trotz der Goldenlnahmen für Oestreich-Ungar» immer noch auf eine»» für die Jahreszeit ungelvöhullch hohe» Niveau, da er um rund 25 Millionen Mark größer als 1901, 135 Millionen Mark höher als 1900 und 164 Millionen Mark höher als 1699 sei. Auch in» übrigen sei der Stand der, naßgebenden Wechselkurse kein bedenklicher für de» deutsche» Markt. Auf der andren Seite halte» sich die Anlagen(Wechsel und Lombard) relativ niedrig, nämlich um nicht weniger als 195 Millionen Mark unter dem Stande deS Vorjahres, 47 Millionen Mark unter 1900 und 182 Millionen Mark unter 1899. Allerdings sei nicht zu verkennen, daß die Ansprüche an die Bank sich letzthin sichtlich gesteigert hätte», wie einerseits im Anziehen des Wechselportefeuilles, andernteils in dem Rückgänge derGiroguthaben hervortrete, und auf eine ivcitere Steigerung der Ansprüche sei für die nächste Woche zu rechnen. In Berücksichtigung der kräftigen Lage der Reichsbank liege jedoch vorläusig kein Anlaß zur Diskont- erhöhung vor, zumal auch die Nichterhöhung des Diskonts der Bank von England darauf schließen lasse, daß in London vorläufig eine stärkere Rückivirknng der Netv Dorker Verhältnisse auf den englischen Geldmarkt nicht befürchtet werde. Oestreich- Ungarns Ausfuhr von Schlachtvieh und Fleisch iin ersten Halbjahr IVOS. Zu den Vieh und Fleisch ausführenden Ländern, die für die Einfuhr in Deutschland in erster Linie in Betracht kommen, zählt Oestreich-Ungar». Zivar ist unter den be- stehenden deutschen Grenzsperrmaßregeln, durch tvelche der Export von lebenden Sctnveinen nach Deutschland ganz verhindert und die Ausfuhr von Rindern beträchtlich eingeschränkt ivird, der Absatz deS DonanstaateS»rnch Deutschland in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen, doch bleibt er immerhin noch Deutschlands bedeutendster Viehlieferant. De» vom statistischen Departement im östreichischcn Handels- Ministerium veröffentlichten Angaben ist zu entnehmen, daß die AnS- fuhr von Schlachtvieh in der Zeit von Januar bis Juni 1902 eine Zunahme um 10 083 864 Kronen dem Handelswerte nach und um 61 621 Stück gegenüber den» ersten Halbjahre 1901 erfahren hat. Im Jnli hat der Export iviedcrum zugenommen. Die Export- steigernng dem HandelSiverte und der Stückzahl nach ivurde fast ausichließlich durch die vermehrte Ausfuhr von Rindern erreicht. Die Ausfuhr von Schweinen, durch die bestehenden Sperren sehr be- schränkt, weist im letzten Halbjahre eine iveilere Verringerung auf. Doch ist in letzterer Hinsicht insofern eine Besserung eingetreten, als innerhalb der Steigerung des Flcischexportcs spcciell die Ausfuhr von Schweinestcisch daS Hanptkontingcnl bildet, worin ein teilivciser Ersatz für den Ausfall der Ausfuhr an lebenden Schtvcinen zu erblicken ist. Im letztverflossenen Halbjahre ist eine Zunahme der FleischauSfnhr uni 4 745 051 Krone» dem HandelSiverte und 37 590 Doppeleentner dein Gewichte nach gegen das erste Halbjahr 1901 erfolgt. Die nachstehende Zusammenstellung enthält die näheren Angaben über die Ergebnisse der Vieh- und Flcisch-Ansfuhr in der erste» Hälfte dieses»md des vorigen Jahres: I. Vieh. 1901 1902 1901 1902 Handelsivert in Kronen Stückzahl Ochsen...... 20 554 600 Stiere 1 465 766 Kühe...... 5 649 100 Jungvieh..... 2 779 305 Kälber...... 480 900 Schafe...... 015 006 Ziegen...... 2 203 Lämmer.., 23 683 Kitze...... 3 032 Schweine..... 719 820 Spanferkel,... 1 248 Zusammen Schlacht 23 889 760 2 240 660 9 537 830 8 914 020 894 460 1 186 070 2 336 46 155 2 880 663 220 1 140 37 372 3 056 16615 12 927 6 870 34167 138 4 280 379 7 998 104 43 487 4 871 28 595 17107 12 778 63115 146 8 242 360 6681 95 Vieh...... 82 234 667 42 318 531 123 856 185 477 II. Fleisch. frisches Fleisch.. zubereitetes Fleisch Fleischtvürste_■• Zusammen Fleischwaren. Für die Ausfuhr von Rindern ist das Deutsche Reich das ba deutendste Absatzgebiet. Deutschland bezog im ersten Halbjahre 1902 aus Oestreich-Ungarn 39 237 Ochsen, 4590 Stiere. 28 141 Kühe, 16 701 Stück Jungvieh, 12 368 Kälber, 13 Schweine und 1477 Schafe soivie den bei weitem größten Teil der gesamten FleischanSfuhr. Schafe wurde zum größte» Teile»ach Frankreich(27 348 Stück) und Rumänien(21 536 Stück) ausgeführt. Französisches Kapital im AnSlande. Das französische Amts- blatt veröffentlicht das Ergebnis der ooin Mmistcrium des Aus- wältigen vor einiger Zeit veranstalteten Engliete über die im Aus- lande in Handels-Jndustrie-Verkehrs- und sonstigen Unternehmungen sowie in Anleihen investierten frauzönjchen Kapitalien. Danach be- tragen dieselbe» nahezu 30 Milliarden, und zwar entfallen auf Rußland 6966 Millionen. Spanien 2974. Oestreich-Ungarn 2850. Italien 1430, England 1000, Deutichland 85, Europäische Türkei 1818, Asiatische Türkei 345. China 651. Egypten 1436. Britisch-Afrika 1512, Vereinigten Staaten 600, Mexiko 300, Argen- tinien 923 und Brasilien 696 Millionen. GemevkMzAftli�zes. Berlin und Uiiigegend. Mit dem Dreherstreik bei Borsig beschäftigte sich am Freitogvoriniliag im GewerkichaftShause eine öffentliche Versammlung der arbeitslosen Eisen- und M e t a l l d r e h e r. Zunächst gab S ch e f f l e r in einem ein« leitende» Referat eine Uebersicht über die Ursachen lind den bisherigen Verlaus des Streiks. Dnnoch hat sich an dem Stand der Dinge nur wenig geändert. Die Firma Borsig versuche noch innner mit allen Mitteln Arbcilswillige heranzuziehen. In ausivärtigen Blättert« verspricht sie den Streikbrechern sogar einen Stundenlohn von 85 Pf., ivährcttd sie den Streikenden nicht eliimal die geforderten 50 Pf. bewillige. Der Befuch der Versaintttlung beweise, daß die Firma die genügende Anzahl von Drehern auch hier in Berlin bekommen könne, wenn sie nicht so halsstarrig die An- erlenmitig der gerechten Fvrderuitgcn verweigern würde. Zur Ehre der Berliner Kollegen aber müsse es gesagt iverdent Bon den Berliner Drehern hat sich bis jetzt noch keiner bereit fiitdctt lassen, Arbeitswilligeitdienste int Borstgmerke zu verrichten. Wie wenig der Firma ntti ihren ArbciiSwilligen geholfen sei, beweise der Umstand, daß sie die hauptsächlichsteit Drehernrbciten in anderen Fabriken sertigstellcn laste. Man habe infolgedessen bereits Ut Frage ventiliert, ob diejenigen Dreher, die in diesen Fabriken Borstgsche Sircikarbeit n lachen tmifjen, cbeufalls die Arbeit eittsicllctt sollen oder nicht. Nach reiflichen Erivägnngett aber rate die OrtSverwaltting vorläufig noch von eine in solchen Schritte ab. Es dürfe nicht heißen, daß die B-'lttter Dreher die Sache mit Gewalt ans die Swtze treiben wollen. Da es sich bei diesem Streik für die Knhnemäiurer um eine Machtfrage handele, sie sich aber nicht getrauen, eine allgemeine AnSsperrung der Metallarbeiter vorzunehmen, so lauern sie gerade auf de» Moment, wo sich die gaiizen Berliner Dreher in berechtigtem Unmutc zur Niederlegung der Arbeit hinreißen lassen»viirden, Sie kvimteii dann mit einem geivissen Schein von Recht sagen, daß sie von den Arbeitern zu einer größeren Anssperning gedrängt seien. Eine derartige Meinimg aber dürfe iti der Oeffentliclikeit. die jetzt stark mit den Streikenden sympathisiere, nicht platzgrcifett. Es genüge, daß Herrn Borsig die Drcherarbeit jetzt mindesrens 50 Prozent teuerer zu stehen komme ivie vor dem Streik; deshalb sei es taktisch richtiger, nicht einen allgemeittctt Dreherstreik hcraufziibeschwöreit, sondern die Sireikenden so lange zu uttlerstützcn, bis Herr Borsig dicke Art, Dreherarbeiten herstellen zu lassen, satt bekommt. Die Haupt- anfgave für die Anwesenden bestehe darin, ihre stretkeitden Kollegen moralisch zu untcrstützcn.— Iii der Diskussion bemängelten einige Redner anfangs diese Taktik der Streik- leilnng. Sie hielten es für richtiger, ivcun in allen Fabriken, wo Borsigsche Streikarbeit angefertigt Ivird, die Arbeit niedergelegt tvitrdc. Die Abstimmting über diesen Punkt aber ergab die fast ein- stimniige Annahme eitter Resolution, in der die bisherige Taktik der Streikleitung gutgeheißen wttrde. Ferner erklärten sich die Au- wesenden mit den streikenden Drehern solidarisch und verpstichleten sich zu einer thatkräfligen Uitterftützung der Slrcikposteit.— Im ferneren Verlauf der Debatte kritisierte Schulz- Tegel das überaus schroffe Vorgehen der Polizei bei diesem Streik, So sei er vor kurzem »räch der Polizeilvache gebracht tvordeit. nur iveil er einige Augen- blicke vor dem Borsighause in der Chausieestraße stehen geblieben ivar. Ein Kollege, der ihn, als er auf dem Wege zur Wache war, zu einem Glase Bier eiitlttd, wurde ebenfalls sistiert. Der Polizei- deamte drohte hernach, ihn per Wagen transporlieren zu lassen, falls er sich dort noch einmal blicken lasse. Die Bleiglaser, GlaSmalcr und Mrssingglascr beschäftigten sich in ihrer Versammlung am DotinerStag erneut mit dem Stand ihrer Lohnbewegniig. ES tviirde berichtet, daß jetzt bereits zwanzig Firmen die Fordetuitgen bewilligt haben. Mehrere Redner führten lebhafte Beschwerde wegen des schroffen Vorgehens der Polizei gegen die Streikposten, ermahnlen aber gleichzciiig ihre Kollegen, die ihttett gesetzlich gewährleisteten Streik-Rechte trotz alledem rttbig und unbeirrt weiter auszunntzen. Allgemein vernrleilt ivttrde das intfokidarische Verhakten einiger Kollegen. Diese verstecken sich nämlich hinler eine fingierte Kiittdigungsfrtst, die sie am Anfang des Streiks auf 14 Tage, jetzt aber angeblich auf vier Wochen bei ihrem Arbeitgeber festhält. Bei Licht besehen, zeigte sich dann, daß jene Kollegen überhaupt nicht gekündigt hatten, sondern dnrch Fertigstellung von Sireik-Arveit, geleitet von den selbstsüchtigsten Motiven. Arbeitsivilligendienste verrichten. Ja sie lernen sogar noch nngelenite Kräfte an und erschweren den Streikeiiden die Durch- führnng ihres LohnkampfcS damit noch in besonders verwerflicher Art. Dafür aber kommen sie uiigcnicrt in die Ttreikverfammlnngen inid helfen kräftig Beschlüsse mit fassen. Einer solcher Kollegen, der zugestandenermaßeii mich nicht daS geringste zu seiner Etitschuldigmig anführen konnte, wurde von der entrüsteten Versammlung aus dem Lokal verwiesen: ein andrer wollte bis jetzt noch gar nichts von dem Ausbruch deS schon vier Wochen dauernden Streiks vernoitimen haben.— Anr Anregting des Vorsitzenden beschlossen die AiNvesendeit, ztveck» Herbeiführung einer gegeitieitigett Artssprache den Vorstand des Arbeitgeberverbandes zur nächsten Versammlung, die am kommenden Sonimdend stattfindet, eiitzuladeii; vielleicht sei durch ein so beiviesenes Entgegenkommen eine Abkürzung des Streik? zu beivirken. Hierbei ivurde aber ausdrücklich betont, daß dieser Schritt nicht etiva als ein Zeichen der Schiväche zu betrachten sei, sondern lediglich erfolge,»un die Hand zu ehrenhafter Verständigniig zu bieten. Zum Berliner Glas erstreik schreibt man uns aus B a d e n: In O f f e n b n r g im Geschäfte Ad. Schell Nachfolger bezlv. V i t t a l i werden Aufträge für Berlin, z. B. für eine Synagoge, ausgeführt. Es besteht insofern etne geschäftliche Verbindung, als die Firma Otto Viltali in Berlin(Grunewald- straße) eine Filiale des Offenburger Geschäftes ist. Die MöbrltranSportarbciter der Firma Lindenau, Greifs- walderftr. 228, haben die Arbeit eingestellr,»veil ihnen fast über- menschliche Arbeitsleistungen zugemutet wurden. Wie iins mitgeteilt wird, ist in de» letzten Tagen mitmtter von früh 5 bis abends 11 Uhr gearbeitet worden. Gestern hatten die Arbeiter um S Uhr angefangen, und als sie endlich um'/»II Uhr eine Frühstückspause machen wollten, wurde ihnen gesagt: Macht, daß Ihr weiterkommt. in der Nacht habt Ihr Zeit genug zum Fressen! Jnfolgedesse» erfolgte die einmütige Arbeitsniederlegung. Deutsche»»tetch. Die Etuhlformrr der Finna Kiehn in Güstrow haben— wie nnS ein Privattelegramni meldet— wegen eines Lohnabzüge» von 30— 40 Proz. die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Gegen die Verhältniswahl zum Gewcrbcgcricht erklärte sich eine Lersammkiritg der Magdeburger Gewerkschnflen durch An- nähme der folgenden Resolution: „Die öffentliche Versammlung der Gewerkschaften Magdeburgs erkennt im Princip die Notwendigkeit der Proportionalwahl für alle öffentlichen Körperschaften: Reichstag, Landtag. Stadtverordneten- Kollegium und mithin auch für das Gewerbegericht an. Die Bersammlung bedanert deshalb die Äblehnung des Antrages der socialdemolratischen Fraktion des Reichstags betreffend die obli- gatorische Eiiiführung der Proportionalivahl zum Gewerbegericht bei der Beratung der Reform desselben. Die Bersammlung verivirft dagegen die faknltalive Einführung, da bei den auf Grund des Dreillaffemvnhl-Systents zusammen- gesetzten Kontminialvertreluitgen keine Gewähr für eine unparteiische Handhabung dieses Rechtes geboten ist und nur dort die Ein- führung beschlossen wurde, Ivo die modernen Geiverkschaften die Majorstäi in der Arbeiterschaft haben. Da hierdurch die obligatorische Einführnng auf lange Zeit hinausgeschoben würde, spricht sich die Versammlung gegen die Proportionalwahl zum hiesigen Gewcrbegericht aus." Die Lohnbewegung der Maurer in Barme» wird voraus- sichtlich bald ihr Ende erreicht haben. Die Unternehmer sind bereit, die zehnsliindige Arbeitszeit und 46 Pf. Stimdeulohn zu bewilligen. Die Streikenden fordcricii zwar 48 Pf., da aber die Bewilligung von 46 Pf. eilte Lohnerhöhung von rnnd 5 Pf. bedeutet, so sind sie mit dem Angebot zufrieden, in der Erivartung, daß sich die Unter- nehmer für die nächsten Jahre zu iveiteren Ztigestäudnissen bereit erklären. ES bedarf jetzt nur noch eines zttstuttmettden Beschlusses der Innung— der fast mit Sicherheit erivartet Ivird— um die Lohitbewegttitg zu beenden. Der Schuhmacher-Anöstand bei Eberle tt. Treib mann in Dresden dauert fort. Die Firma hatte sich bereit erklärt, acht der Ausgesperrten, sttr die sie keinen Ersatz finden kann, wieder eiitznsiellett. Diese wollen jedoch tinr unter der Bedingnng anfangen, daß alle AttSgespenieit, die noch arbeitslos sind, ivicdcr eingestellt werdctt. Darauf ging die Firma aber nicht ein. Zuzug ist nach ivie vor fernziihalten. Ausland. Der Streik der Maurer und Handlanger in Bern umfaßt gegen 2000 Beteiligte. Es handelt sich dabei in erster Linie um Lohnerhöhung, sodann aber auch um die Beseitiginig schlimmer Mißstände, um Trucksystem, Willkür und Bestechlichkeit der italienischen Poliere, die überdies immer ihre Landslente vor den eiitheimiichcn Arbeitern bevorzugen, schlechte Abtrillverhältiiisse auf den Bau- vlätzcn ic. Die Gipser nnd Maler in Bern drohen, die Arbeit eben- falls niederzulegen, falls die Baumeister nicht endlich mit den Streikende» in Unterhandlungen eintreten. Die Zahl der streikenden Bergarbeiter in DorignicS erhebt sich auf 475 von 520 Beschäftigten. Auch in den Werken und Gruben von Decazeville ist der Streit ansgebrochen. Bon 4000 dort bcschäftigteii Arbeitern streiken dort 3500. Die Differenzen entstanden durch Herabsetzmig der Löhne nnd Nichtzahlung der festgesetzten Prämien. Infolge dieser Borkomninisse erklärte sich der socialistische Abgeordnete Basly auf dem jetzt stattfiitdenden Bergarbeiter-Kongreß in Commentry für den sofortigen Generalstreik, wenn er sich in den Grenzen rein ivirtschaftlichcr Forderungen hält und die Forderung des Achlsiundciilagcs von der Geictzgebttttg beiseite läßt. Basti) stimmte Visher stets gegen den Generalstreik. Die Glasarbeiter in Charlcroi fordern eine Lohnerhöhung von 15 Proz. Die Direktoren der Glasfabriken haben diese Forderung abgelehnt. Die Arbeiter iverden nun gemäß einem früher gefaßten Beschluß am 1. Oktober in den Streik ettttreieit. In ernster Lage befinden sich die Landarbeiier im Nieder- Modenesischen. Beim Streik, der in diesem Frühjahr siegreich von ihnen geführt wurde, ivnrdeii ihnen die iniiegehabten Wohmingen gekündigt. Die Umcrnchnter betvilligteit seiner Zeit alles, ivas von leiten der Landarbeiter gefordert wurde, halten sich aber jetzt, wo die Ernte vorüber ist. an ttichiS mehr gebunden und drangsalieren die Arbeiter nach K> ästen. Sie verlangen jetzt die Ränttumg der Wohnungen zum 29. September. Die Landarbeiter haben be- beschlossen, diesem Verlangen passiven Widerstand zn leisten. Ueizte Mnchvichkett und Depeschrn. Stiirmnachrichte». Rom, 26. September. Eine Meldimg der„Agenzia Stefnin" zufolge sind nach den bisherigen Fcststellitngcn in Modica I<44» Personen itnts Leben gekommen. Man kettitt jedoch noch nicht die Zahl derjenigen, die von dem reißenden Strom fortgetrieben wurden, welcher alles mit sich nahm, was sich in den niedrig gelegenen Häusern und GeschästSrätiinen befand nnd in seinem Laufe Brücken und Straßen zerstörte. Den zur Hilfeletsttnig eingetroffenen Truppen nnd Beamten gelang eS, mehrere Personen zn retten. Privatmeldungen zufolge soll das Unglück dnrch eine Wasserhose verursacht tvordeit lein. Weitere Nachrichten besagen: SytacnS. 26. September.(W. T. B.) Nachrichten ans Modica zufolge sind bei dem infolge des Orkans ctUstattdenen Unglück zahlreiche Menschen«»»gekommen, von denen einige unter den Trümmer» gefunden wnrden. Der Schaden ist un- berechenbar groß. Im S o c i a l i riß die Flut Häuser mit ihren Beivohnern fort. Zehn Tote wurden bisher gefunden, man fürchtet aber, daß die Zahl der Opfer noch größer ist. Syrakus, 26. September.libc»d. 27. Septraber 1902. Berliner Partei-Angelegenheiten. Tpaudau. Morgen. Sonntag, wird ZI, Gunsten nnsrer Partei. presse eine Hausagitalion vorgenonnnen. Den Parteigenossen wird es hiermit zur ernsten Pflicht gemacht, sich recht zahlreich an dieser Arbeit zu beteiligen und morgens Nhr in den bekannten Lokalen anwesend zu sein. Großbeercn. Den hiesigen Parteigenossen ist es gelungen einen Saal zur Abhaltung von politischen und gewcrlschaftlichen Vco sammlnnge» zu erhalte». Die erste Volksversammlung findet am Sonntag, den 28. September, mittags 2 Uhr, im Saale des Herrn Emil Balke, Berliner st raste, statt. Neichstags-Abgeordneter Z u b e i l ivird über»Die Politik der L e b e n S m i t t e I v e r l e n e r u n g" sprechen. Im Anschlnsz an diese Versainniluirg soll die Gründung eines socialdemokratischcu Vereins erfolge». Die Arbeiterschaft von Grotzbeeren und Umgegend ivird ersucht, recht eifrig für den Besuch der Versammlung zu agitiere». Die Lichterfelder Genossen benutze» den Zug mittags l Uhr 27 Min. ab Lichterselde-Ost! für diejenigen, die sich zn Fujz nach Grofibecren begeben wollen, ist Treffpunkt mittags 12 Uhr 15 Minute» am Anhalter Platz, Ecke Lankwitzerstratze. LbrrTchöncwride. Die Genossen werden ersucht, zu der am Sonntag stalifindcnden F l n g b l a t t v e r b r e i t n n g für die am Montag stattfindende Protcstversammlnng sich Sonntag früh 71/, Uhr pünktlich bei K a u f h o l t einzufinden.— Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, daß diejenigen, ivelche ihren Austritt ans der Landeskirche bewirken wollen, sich beim Genossen Grunow, Edisoustr. 4 (Konsumverein), melden wollen. ?tiedrr-Schö»ewcide. Der Wahlverein hält heute Sonn- abenirabend seine regclinäjzigc Vcrsammlmig bei August Stecht, Hasselwerdersir. 6. ab. Ans der Tagesordnung steht Bericht von der Brandenburger Provinzialkonferenz. Die noch autzcnstehcnde» Billcts vom Vergnüge» in Steglitz sind bestimmt abzurechnen. Frauen sind als Gäste erivünscht. Alt> Clientrke. Sonnabend hält der Wahlvcrein seine Generalversammlung abends Punkt 9 Uhr im Lokal von Safi ab. Bortrag des Genossen Baske, Nixdorf; Bericht vom Parteitag; Lorstandswahl. Lblrnles. Die offene Vanbnde. Der Genosse NechtSanwalt Wolfgang Heine schreibt uns folgendes: In Nr. 11 dcS„Wewerbegericht' findet sich ein Artikel des Amtsrichters Burchardt über eine Schadensersatzklage, die ein Ar» beitcr gegen seinen Arbeitgeber angestellt hatte. weil ihm ans der unverschlossenen Baubude seine Stiefel gestohlen worden waren. Die wenig klaren und durchaus nicht erschöpfenden Anssührungcn dieses Aufsatzes sind auch in Arbeiterblättcr übergegangen. Der Gegenstand ist von genügend grober praktischer Bedeutunch um eine eingehende Besprechung zu rechtfertigen. In Berlin und Umgegend sind die Arbeitgeber ausdrücklich ver« pflichtet, eine vcrschliebbare Baubude zur Aufbewahrung des Eigen» tnnis der Arbeiter zu stellen. Eine solche Verpflichtung kann auch durch stillsctnveigende Abrede begründet werde», und dies ,ni>b man annehmen, wo auch nur eine allgemeine Gepflogenheit der Art besteht. Die Arbeitgeber erhalten für die Leistung der Baubude eine Gegenleistung in den Diensten der Arbeiter, hosten also für jedes Verschulden, das sie oder ihr« Vertreter bei der Ver» Wahrung der Sache» der Arbeiter anrichten. Die den Arbeitgebern obliegende Pflicht erfordert nicht nur, dah sie einmal die ver» schlietzbare Baubude herstellen, sondern dab sie sie dauernd in verschlicbbarcm Znslande halten. Wenn also, ivie es oft geschieht, der Schlüssel verloren geht, muß der Arbeitgeber einen neuen be- schafieu, wofür er sich, wenn er kann, an de» Verlierer halten mag. Besorgt er oder sein Vertreter leinen Schlüssel, bleibt deshalb die Baubude ofic» und kommt aus diesem Grunde ettvaS daraus weg, so haftet grundsätzlich der Arbeitgeber für allen Schaden. Es giebt aber auch Ausnahmen. In einem Falle hatte der Arbeiter, den, der Schlüssel anvertraut war. ihn vergessen, die andren miifite» früh, um zu ihrem Geschirr zu kommen, die Thür aufbrechen, und weil der Bau abgelegen war. kourne nicht sofort ein neues Schlofi besorgt worden. Dies benutzte noch an demselben Vormittag ein Langfinger, um in der Bude zu stehlen. Hier lag kein Ver» schulden dcS Arbeitgebers oder seines Vertreters vor und deshalb konnte der Bcstohleue von ihnen keinen Schadensersatz fordern. Von dem, der durch sein. Vergeßlichkeit es verschuldet hatte, dafi die Bude offen bleiben mußte, hätte er'ihn dagegen tvohl verlangen können. In dem Falle, den der Artikel des„Geivcrbegeridjt" behandelt, wendete der Arbeitgeber ein, die Bnde könne tagsüber nicht ge- schlössen gehalten werden, da die Maurer, Arbeiter usw. zn ver« schiede»«» Stunden die Arbeit begönnen und aufhörten. Es wurde ertviescn, daß dies nicht zutraf und daß die Bnde sehr wohl hätte geschlossen gehalten werden können, und so wird es in allen regelmäßigen Fällen sein. Wenn aber die Be- Häuptling richtig und es thnisächlich unmöglich geivcscn wäre, zu gewisse» Zeiten die Bude geschlossen zn halten, so würde, falls in dieser Zeit etivaS abhanden käme. lein Verschulden des Arbeitgebers und damit keine Schadensersatzpflicht vorliege». Dan» wäre natür- lich die Baubude ei» sehr ungenügender Schutz für das Eigentum der Arbeiter, so daß diese nur sicher gehen würden, wenn sie ihre Stiefeln zn Hauie ließe» und in den Pantinen zur Arbeil kämen, Ivas selbstverständlich unmöglich ist. Beiläufig gesagt, hat Herr Amtsrichter Burchardt in seinem Artikel im„Gewerbegericht* eine entsprechende Bemerkung von mir in ganz nnßverständlicher Weise wiedergegeben. Der Arbeitgeber haftet, wie gesagt, auch für den Schaden, den sein Vertreter verschuldet hat, also auch dann, wenn der Polier da« Fehlen de» Schlüssels oder die Unbcauchbarkcit des Schlosse? bemerkt und nicht für Eineuerung deS Schlosses gesorgt hat. Nament- lich kann sich der Arbeitgeber nicht durch die Einrede befreien, daß er einen ziiverlässigen Vertreter gestellt habe, denn die Gewährung einer verfchließbaren Baubude ist ein Teil der ihm obliegenden Pertragspslicht. DaS ist die Rechtslage, die wirklich einfach genug ist, so daß man nicht recht verstehen kniiii, weshalb Herr Anitsrichlec Burchardt im .Gewerbegericht" des längeren erzählt, wieviel Kopszerbreche» ihm die Sache gemacht habe. Wenn er gleichzeitig darüber klagt, daß ihm für die Entscheidung seine juristische Ausbildnng mchts genützt habe, so muß er die Schuld anderswo suchen, alS an den Gesetzen, die hinreichend klar sind. Da die Redaktion am Montagabend nach dem Hanse Linden- straße«9 übersiedelt, kam, die juristische Sprechstunde an diesem Tage nicht abgehalten werden. Woran der Magistrat spart. Nach dem Personal-Besoldnngs» Etat der Stadtgemeinde sind im letzten Etntsjahre für Gehälter. xiäte», Renninerationeii Zc. 7 663167 M ausgegeben worden, das find 246 636 Mark weniger, als im Etat veranschlagt worden war. Zur Begründung dieser Ersparnis wird in den Erläuterungen bemerkt:.Dadurch, daß einzelne Stellen z e i I w e i s e unbesetzt geblieben, und daß im übrigen Beamte mit höhere» Gehältern infolge Ausscheidens durch Pcnsionicrlnig oder Tod. durch solche mit Anfangsgebällern ersetzt worden sind, konnten außer den oben nachgewiesenen rund 173 322 M. bci l noch 73 315 M. und bei IV 84 646 M.' in Abgang gestellt werden". Daß„einzelne Stellen zeitweise unbesetzt" bleiben, Ivird unter der Beamtenschaft des Magistrais von jeher mit Recht beklagt. Die Arbeit für den verstorbenen oder pensionierten Beamte» muß selbsiverstäiidlich— nieist durch seine» Vertreter»nd Nachfolger— geleistet iverde», ohne daß das Gehalt der vakanten Stelle gezahlt wird. Anders ist es mit den vakant werdenden S t a d t r a t s- S t e l l e n. die nicht gleich wieder besetzt werden können, weil dabei die Stadtverordneten»nd die Regierung mitzusprechen haben. An de» Magistrats- Gehältern, welche mir 178 500 M. beanspruchten, wurden 32 833 M. gespart, da die Stelle des zweiten Bürgermeisters Brinkmann(der Etat hat den Ver- storbcnen nachträglich noch zum„D o k t o r" promoviert) seitdem l. Mai d. I. unbesetzt ist und anch die Stelle» der Stadträte M e u b r i n k und Dr. F ii r st e n a u lange Zeit vakant waren und dann mit jüngeren Kräften besetzt worden sind. Zur Sonntagöarbcit während der WcihnachtSwochcn. Vor kurzem ging durch die Zeitungen die Notiz, daß unter den Vereinen der Handel- und Gewerbetreibenden eine Eingabe an das Polizeipräsiditim vorbereitet wird, wonach der Verkauf an den Sonn- lagen vor Weihnachten statt wie bisher von 8—10 Uhr vormittags und 2—8 Uhr nachmittags von jetzt ab von nachmittags 1 Uhr bis abends 10 Uhr gestatiet lveiden soll. In Erivägung dessen, daß i» dieser Zeit, welche infolge der viele» Lusiiahmetage an sich schon außerordentlich hohe Anfordcrrmgcn an die Arbeits- kräfte stellt, eine solche Anordnung auf die Arbeitsfähigkeit der Handlungsangestellten geradezu demoralisierend wirken würde, hat die Ortsgruppe Berlin der Allgemeiueii Vereinigung deutscher Viich- haiidlmigsgehilfcn gegen diesen Vorschlag folgende Resolutioii gefaßt: Die Ortsgrupge protestiert gegen die Erweiterung und Erschwerling der Arbcilsdaner in der Weihnachtszeit, welche bereits nach der biS- herigcn Regelnng so hohe Anforderungen an Körper und Geist der Handliiiigsaiigestelltcn stellte, daß nur eine Verkürzung der Arbeits- zeit ain Platze wäre. Die Ortsgruppe setzt in das Polizeipräsidium das Vertraue», daß dem Antrage der Vereine der Handel- und Gewerbetreibenden nicht Folge gegeben tvird, und hosit. daß das kaufende Publikum so einsichtig ist, die Haudelsaiigestcllten in der der Wahrung ihrer berechtigten Interessen zu»»iterstützen. Jnvalideltversichernitg. Alle versicherungspflichtigen Personen, Ivelche jetzt zur Ableistung ihrer M i l i t ä r p f i ch t eingezogen werden, werden darauf hingewiesen, daß sie unverzüglich die in ihren Händen bcfindlickicn Oiiitiniigskarlen lanch die»och nicht voll beklebten), an das zuständige Polizcibnreau abliefern müsicn, da die(jetzt»ur zwei Jahre lang gültigen) Karlen sonst samt den darin verwendeten Beitragsmarlen ihre Gültigkeit verlieren. Zum Krach der Kasse„Wohlfahrt". Der Polizeipräsident .eilt mit: Im Anschluß an meine Bckanntmachnng vom 30. Oktober 1901 bringe ich hierdurch zur Kenntnis der Beteiligten, daß die Herren Liquidatoren der„Wohlfahrt". Krankenkasse für ganz Deutsch- land zu Berlinsfiier zur Zeit der Wahl nicht Nießbrancher eines feiner Frau gehörige» Hauses gelvesen, da sie nicht Eigentüinerin im Sinne des Gesetzes war. Dies Resultat möge ja kein befriedigendes sein und eS lasse sich eine gewisse Un- billigtcit nicht verkeuue». indessen könne eS rechtlich lein andres sein. Wenn jetzt eine Nenivahl komme, werde ja Fanstner Rieß- brauchcr des HanseS 24 sein, das seiner Frau inzwische» auf- grlasscu sei._ ThvVlkvV» Kleines Theater. Pauoptikni». Specials- läten-Vorstellnng. Ilrgnia. Tanbenstr, 18/19.(Im Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Tausend Jahre deutscher Killtm. Jnvaltdenstrafte S7/ti2. Täglich: Sternwarte._ Central- Theater. Heute TV, Uhr(nur noch 1 Auf- sührungen):..Wie man Männer fesselt." Grobe AuSstattungöposse mit einem Borsptel und 3 Bildern von Mais». Heimcquw. Gäste: go,epdlne vor», llepi ValM, Marie Manci, Toni Grllnfeld. Somitaanachmittag 3 Uhr halbe Preise:„Drei Paar Schuhe". Gastspiel Joaephlne Dora. Abends 7", Uhr, letzte Sonntagvorftelllmg: „Wie man Männer feffelt." Moniag u. Dienstag:„Wie man Männer fesselt"' Mittwoch, den 1 Oktober: Ervfsnuttg der Operetten- Wiiiter-Sallon:.Tie ledige Frau". Novität. Je 5 Billets zn halben Preisen für die Freiiag-Aboilnemenis sind täglich an der Kasse zu haben. Freitag, den 3. Oktober, erste Abonne- tnentsvorstelluug:„Orpheus in der Itnierwelt". U�aiiia. Tauöen-Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Taind Jalire deutsctier Kultur. Nachm. 4 Uhr zu kleinen Preisen: Die dentsche Ostseekttste. Sternwarte. Invnlidcnutr. 57/62. Täglich geöffnet von 7—11 Uhr. Passage-Theater. Auf daa glänzendste renoviert. nur Unter den Linden' 22. Anfang Sonntags 3 Uhr. Ende 11 Uhr. Wochentags Anfang 8 Uhr. Hella Collier Deutschlands beste Vorträge- Soubrette. Savely GorG, neuer russischer Tenor.— Liane d'Amiroir, hohe Schule, geritten auf einer Plattform. U erstklassige Kammern. CASTANS Panoptikum Frledricli-Strasse ISS. Die Hensatloncllen lebenden Bilder, dargestellt v. 6 jungen Damen. Klvchiuefcrs Berliner Orlginnl- Selirainmeln. ZOOLOCrSCHER GARTEN Täglich nachmittags 4 Uhr: Grosses Militär-Konzert. PJA Entree 1 M.,'4M8 ab oühr abends SO Pf.Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Thalia- Theater. DrcBdenerstrasse 78— 73. Novität! Anfang 7'/, Uhr. Novität! lr und seine Schwester. Posse mit Gesang und Tanz in 4 Akten. Guido Thielscher als Orchester-Ding. Jni 2. Akt: Kitzel-Conplet. Gerda Walde. Mtz Helmerdlng. Herbert Paulmliller. August Reiff. Morgen und folgende Tage: Er und seine Schwester.__ W. Neacks Theater. Brnnnenllrabe 10 Direktion: Bobert Dill. «rtra-TheaterVorstelluiig. Der Pfarrer v. Kirchfeld. Vollsstück mit Gesang in vier Akten von Anzengruber. Heute: Tanzkränzchen. Schiller-TheaAer. Schiller-Theater O.(Wallner-Theatcr) Sonnabendabend 8 Uhr: Der TnrtUfT. Lustspiel von Moliere. Frei übersetzt von Ludwig Fulda. Hierauf: Der tkr�t wider Willen. Schwank von Moliere. Deutsch von F. S. Bierlittg. Sonntag ii ach mittag 3 U.h r: dingend. Sonntagabend 8 Uhr: Dektnr Klans. M ontagadend 8 Uhr: Doktor Klaus. Schiller-Theater Bf.(Fricdr.-Wilhelm- städtischeS Theater) Sonnabendabend 8 Uhr: Die Blotten barger. Posse mit Gesang in 6 Bildern von D. Knliicki und A. Wcirauch. Musik von N. Bial. S o n n t a g n a ch m i t t a g 3 U h r: Die Braut von Blesslna. Sonntagabend S Uhr: Heimat. Montagabend 8 Uhr: JngcniU_ Saal mit Btthne im Schweizer Garten für die Wochentage an Vereine zu vergeben. „UnKHsvlRvR' Hof**, Heue Rossstr. 3. SUle für Hochzeiten und Vcrclns-Fcstlichkeiten nnd Versammlnngcn.— Vcrclnszlmmer.__ 23786 Luisen-Theater. Hamlet, Prinz von Dänemark. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf 10-2 Uhr Theaterkasse, Invaliden- und Künstlerdank. Morgen 3 Uhr zu kleinen Preisen: Robert und Bertram.— Abends 8 Uhr: Marie-Aune. Montag: Marie-Anue. Kasino-Theater. Lothringerstr. 37. t Dazu noch kurze Zeit: Ehrliche Arbeit. Anfang 3 Uhr, Sonntags 7t/z Uhr. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Neu: »Die Bcrkäiiferin". Specinlitäten. II Friedrich ttr. S3S. Zum 1. Male: Das Mädel ohne Geld. Lebensbild mit Gesang und Tanz in 6 Bildern. Kasseneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Morgen: Das Mädel ohne Geld. Kleines Ilieefei' lSetia» und Rauch) Unter den I.inden 44. Anfang 8 Uhr. Serenissimus. Eine Hof-Komödie In 4 Akten von Leo Feld. ipoilo- Theater Zum ISO. Mal; Lysistrata Operette in 2 Akten v. Paul Llncke. Luftballett„Grigolatis". Carola x Steidl x Rieck Kettner X Kröchert X Lleban X"»"0® Malkoweka X Penv X Herold. Die vier Australierinnen. Savonna» X ciltott X Welson». Lebende Photographien. Kassen- Eröffnung 7 Uhr. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Heute: Berlin bleibt Berlin. Grosse Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Erik Moyer- Helmund. Emil Thomas a.G. Josef Josephl. Henry Bender. Flora Sldlng. Hans! Retchsberg. Wini Grabitz. — Johanna Junker- Schatz.— Aatfang 8 Uhr. MT-Rauchen gestattet. c |arl Weiss-Theater. Grofte Mrantfurferstr. 132. Nachmittags 4 Uhr: Kindervorstellung Eintritt 10, 26. 40 Ps. ABohenbrUdel ob.: Der silberne Pantoffel. Kindetiiiärcheu von A. Hahn. Abends 8 Uhr: ]3iiav Paria. Lebensbild in 5 Akte»(8 Bildern) von Ernst Ritterseldt. Sonntagnachmittag 3 Uhr:«Der Leicrutaun und sein Pflegekind". Abends 8 Uhr: Eine Paria. Triaiiflii-Miir. Georqenstrasse, Bahnhof Friedrichstr. Sonnabend, 27. Septbr.: Die Liebesschaukel. (Da Bascule.) Lustspiel in 4 Akten v. M. Donnay. Anfang U/, Uhr. Parkett 2 M. Re ichshall e n. TUglicli: Sleltiner Saliner. Ansang; Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Tageskasse 11— 1>/,Uhr. SifsS c? '§■-2& slis -'S5ös= Buntes Theater. Käpenickerstrasie 68. Anfang 8 111)1'. Die Enthüllung deS Heine-Deuk- inals. Von Alex. Moszkowski.— Ter Hund. Von Meteuier. Bunter Teil. Leitung: vskar Straues. Tlny Senders a. G. Bozens Bradsky. Marceil Salzer. Bokken-Lasson. Palast- Theater früher Feen-Palast, Burgstr. 22. Vollstniidig itcit iiinaestaltet. Direktion: Richard Winkler. Nur noch einige Tnge! Um 9 Uhr: Kinn Ut Im Baiause. Scbwank in 4 Akten von R. Kneisel. Küster Hänfling.. Dir. R. Winkler. Lotte Mende, Les Premlers, Fritz Brandt, Llssl de DIo, The Cronays tif». Ansang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 lihr. Entree SO Pf. Sonntag, den 5. Oktober, nachm. 3 Uhr: 1. Älasstker-Dorstellung zu kl. Preisen: Uricl Acosta. Gastsp. be- deutender Kräfte erster Theater. Badstr. 36/36, Geftmdbrmmen. Dir. R. Wagner. Sonnlag, den 28. September, abends 7 Uhr: Zum erstenmal!' Wti Die Jagd nach dm Slhiviegersohn. Posse in 3 Alien von Starke. Entree: Im Barverkauf KS, rescrv. Platz 40, num. Pl. 60 Pf. Abendkasse 30, rcserv. Platz 60, num. Platz 76 Pf Nachm. 4 Uhr: Kiudervorstellniig. Häusel und Greiel. Entree 10. resew. 20, nnm. 30Pf. Nach», während derAbendvorstell.: OrosNcr Bull. Cirkus Sellin«. Karlstrasse. Clrkus Renz-Gebäude. Heute Sonnabend, den 26. Septbr., abends 7>/, Uhr: Erste grosse"7WW High-Life-Soiree. Besonders hervorzuheben: Dtreklor Alb.«chnniann« neueste Grcntlouen. Lecayers Inminense, Serpentin, geritten von der beliebte» Schulreiteriii Frl. Bora Schumann. Neuestes Reiter- Sport° Spiel. 23 Gerettete von der Insel Martinique«. Morgen Sonntag 2 Vorstellungen, 4 Uhr und 7Vj Uhr. Nachmittags 1 Rind frei, wettete Kinder halbe Preise. In beiden BorsteNiingeit gleiches Programm und die 25 Gc- retteten von Martinique._ Steidl- Theater Linienst.132 am Oranien- i burger Thor.- Täglich Humorist. Soiree 1 o. a: Studenten Inst u. Leid. Anfang 8 Uhr. Sonntag 7 Uhr. Vorverkauf 11—1 Uhr. Sonnt, n. Donnerstag im Festsaal W?- Tanzkränzchen."WO Nur noch bis 30. Seplembei': Robinson Baker, Springer. „In den Alpen", Tanzquartett. Angcline von I.oo. Sängerin vom kgl. Theater, Brüssel. Maud Griselda, Hunde-Dresseuse. Joele de Witt, Sängerin u. Geigerin. Die Vlcentlnas, Bollschuhläufer. Roflx, athletische Produktionen. Helene Gerard,„Hohe Schule". Die Kellino-Truppe, ital. Akrobaten. Clnndlne Poiaire9 Pariser Sängerin. W. C. Flelds, komischer Jongleur. Das Ballett-Divertissement:„Daa verschleierte Bild". „Biograph".|_ Sausisoiici KottbiiHeriitf. 4u, Station der Hochbahn. Donnerstag, Sonntag und Montag: II«» ffma» um MMiW Ciiugtt Nach jeder Vorstellung Tanzk rünzc hen Entree: SonMagS 60 Pf, Sperrsitz 76 Pf., ab 9 Uhr 20 Pf. Wochentags 30 Pf, Sperrsitz 50 Pf., ab 9 Uhr 20 Pf. sjereinsziinmer zu vergeben. Potsdamer Stangenbier. Franke, Zorndorjerstrasse 8.-f36- f An der Spaiidauerbrücke 3. Bs _ Gröfttes Aergnügnngslokal r Berlins. D Internationale Konzerte von 5 Künstler- Kapellen. D Im 6. 11. 7. Bogen erfiklasfige h Theater- nnd � Specialitäten-Verstellg. S J Täglich Ächtimg! Vereizze! Totensonntag, der erste Weih- nachtStag nnd Sonnabend, den 22. November, ist»och zu vergebe». Etabltasement„Süd-Ost", Waldemarftr. 75.[ol07L* Achtung 1 Bereine! Bnsstag, Totensonntag, der erste Weihnachts- und Osterfeiertag, sowie einige Sonnabende und Sonntage sind nocb zu vergeben. 6037L" II. Ebevts Clnb-Hans, 72. Kommandaiitenftrafte 72. Gänzlich neu renoviert. 1 Zwei neue Kegelbahnen, Bereinsziinmer mit Pianino zu vergeben! ff. Landresches Weißbier. Sebiuldt, Mehnerftrafte 2. Verloren! Am Sonntag, den 2l. 9., ist in der elettrischenStrassenbahn vomOranien- burger Thor biö Tegel ein Porte- mounaie mit 198,78 Mark verloren worden. Der ehrliche Finder wird gebeten, dasselbe gegen Belohnung an O. Kleinoogel, Tischler, Stendaler- strasse Nr. 3, abzugeben._ 237äb Die beste Cigarre, 26 Stück in Killen 1 M., wegen Umzug. Binuebüse, Schillingitrasse 30. Der saal«lit Böhne im Schweizoi-€/. Uhr, von der Leichenhalle des St. Jacobi-KirchhofS in der Hermannstrafie aus, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 2Z80b_ Die Bcrwaltnng. Allen Freunden und Parteigenossen zur Nachricht, dag am Donnerstag, den 25. ds. Mts., unsre liebe Tochter 3IartI,a Schulze nach kurzem Krankenlager plötzlich ver- starben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 28. September, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Schönebeiger Kirchhofs, Max- strahe, aus, statt. 2Z84b Ernst Schulze nebst Familie, _ Frankenstr. 7. Sociuldmokrot. Wahlmein Rixdorf. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Fornier Frisdricii Ahlers im Alter von 50 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 28. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Augufta- Hospitals aus nach dem Invaliden- kirchhos in der Scharnhorststrahe statt. 232/15_ Der Vorstand. Danksagttttg. Fiir die vielen Beweise inniger Teil- nähme bei der Beerdigung unsrcs lieben Sohnes Karl sprechen wir hiermit allen unfern tiessteu Dank aus. vle trauornrlo Kamills C. Förkel. Dauksagttng. Für die viele» Beweise inniger Teilnahme und für die reichlichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unsres guten Vaters, Bruders, Schwagers u. Onkels, H-mi fielii'ilZli iiei'ibei'lj sprechen wir ollen Bekannten, ins- besondere dem Centralverband der Maurer Deutschlands, Filiale Berlin, unfern tiefgefühlten Dank aus. 2378b BerthaHerzberg. Gabriel Bachateln. DonKsAAUNg. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung ineines lieben Mannes, insbesondere den Kollegen und Genossen sage ich hierdurch meinen herzlichsten Dank. 23S7b Emma Pohl nebst Kinder». Dr. Sehünemann, Specialarzt für Haut-, Harn- und Frauenleiden, Scydclstr. O. Va12—'/23,'AV-ViS, Sonnt. 9-11. Briketts /\ billig. billig. AK HcrrnianiiK Kohlenlager, O., Miihlenstr. 12. Wegen Ausgabe meines Bahnplatzes osseriere la Senftenbcrger Briketts Abnahme von 3000, 5000, 10000 Stck. frei Keller 6" 6,25 6,— 5,75 Ml. , 7" 7,50 7,25 7,-„ frei Boden 50 Pf. pro 1000 St. mehr, ab Lagerplatz entsprechend billiger. 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Die Vertrauensmänncr-Versnmmlnng findet am Mittwoch, den 8. Oktober statt.__ Tie Kommissio». Deutsch. Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Eugcl-Ufer 15, Zimmer 1—5, Telephon Amt 7 Nr. 353. Somitag» de» 28. September 1902, vot mittags 10 Uhr: V v r f A ur in l w n g der Rohrleger und Helfer bei Stechert, Andreasstr. 21. Tages-Ordnung: 1. Unser Lohntaris und welche Verbesseumgen sind notwendig? 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheitc». Jeder Kollege muß zur Stelle sein. Sonntag, den 28. September 1992. pormittagS Iv'/e Uhr: B e r s a m m l u u g der formet u. Kernfsgenossen VerllW it. Umg. tut Gewerkschaftshanse s Uhr: Berfa tu ml u ng"WW v.Gold- im„Dresdener Garten", Dresdeuerstr 45. Tages-Ordnung: I.Vortrag des Genossen David söhn über:„Heinrich Heine«. 2. Diskilssion. 3. Verschiedenes. Dienötag, den 39. September 1992, abends 8'Ä Uhr: ynsumliing der Drahtarbttter (Nadler, Schlosser, Geflechtsspinner und Hilfsarbeiter) im Gewerkschaftshanse, Engel-User 15(Saal VIII). Tages-Orbnung: 1. Vortrag des Kollegen Cohen über;„Ter Wert der Berkiirzimg der Slrlicitszeit". 2. Diskussion. 3. Verbaudsangelegeilheiten. Zahlreichen Besuch erwartet l2I/II_ Pic Ortsvcrwnltnng, Alt-Rahnsdorf«. Umgegend. Sonntag, de» 28. September, nachmittags 2 Uhr: Uolks- Versammlung für Frauet» ltud Männer im Saale des Herrn Hugusl Rahnsdorf. TageS-Ordnniig: 1. Vortrag des Reichstags-Abgeordneten Bosenow über das Thema:„Tie Lcbcnsmittcl-Bcrteiircr und das notleidende Volk". 2. Diskussion. Einwohner von Rahnsdorf und der Unigcgend 1 Erscheint mit Euren Frauen recht zahlreich und pünktlich in der Btrsaminlung. Per Vertranensniann. AM«! Glaser. AM«! Sonntagbormittag 11 Uhr in den Arminhall c», Kontinandantenstrabe 20: 73/6 «K'Sidtl. Versa aniiilu ii Tagesordnung: 1. Die Antwort der Arbeitgeber ans nnsre Forderniige». 2. Verschiedenes.— Es ist Pflicht eines jeden Kollege», in dieser Ver- faminlung zu erscheinen. Die Lohnkommissio» en grom SchneidermeiBter en«letal! 5iodL» Dvesdetterflr. 4 I MonpkstvoFo 143 »M I�oUdiiBS? rua?. I SoliSiisvsrßs. sierbzt-». Vieter-ralelels lk.«-»- Gehrsck- Anzüge oon Mk. S7 an Rock-Anzüge..... 23„ Jackett-Anzüge.„„ 15„ Keinstleider...„. 3. Schlafröcke....„ 8,39„ Jünglings-Anzüge von Mk. 12 an Knaben-Anzüge„„ 3. Winter-Joppen„„ 5„ Knaben-Joppen,-i.,z«l..« Kosen. Kernfsbleibnngf.jed. Gewerbe. Bestellungen«ach Mast von in- und ausländischen Stoffe» werden in eigner Werkstatt unter meiner persönlichen Leitung gnt und villig ausgeführt. Streng reelle Bedienung. Fabrik für Herren- u. Knaben- Garderobe Berlin SO., Oranienstr. 166. Filiale; Potsdam, Nauenerstr. 23. Ans meinem reichhaltigen l,agcr biete Ich nachstehende vorteilhafte OlTertc: Sierbst-Paletots. Einreihige Vorm. Bücken mit Naht nnd Schlitz, geraden oder sclirügen Taschen. 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Düsscidorf. absolut nichts geschehen sei, um bessere Zustände herbeizuführen. Anerkannt müsse werden, dusi die Bangenoisenschaften in neuerer Zeit gute Fortschritte aufweisen und verschiedentlich vorbildlich wirken, aber sie sind doch keineswegs im stände, die so überaus wichtige Wohnungsfrage zu lösen. Der Redner verbreitete sich sodann über die Pflichten, die den Krankenkassen bezüglich der Wohnungsfrage zufallen nnd ver- wies darauf, daß � von den Kassen ungeheure Summen fortgeworfen werden für die Mitglieder, bei denen trotz der besten Fürsorge deS ArzteS eine Gesundung infolge der schlechten Wohmmgs- Verhältnisse unmöglich ist. Die Ortskrankenknsse der Kaufleute,' in der� sich immerhin noch ein größerer Teil verhältnisniäszig besser situierter Mitglieder befindet als in andren Kassen, hat durch ihre Erhebungen skandalöse Zustände festgestellt. So wurde» in den letzten 8 Monaten bei 1213 Kranken von 7335 festgestellt, daß dieselben nicht einmal ein eignes Bett zur Verfügung hatten und mit andren Personen zusammenschlafen mußten. Darunter befanden sich u. a. 248 Lungenkranke»nd es ist ganz zweifellos, daß Mit« betvohner von diesen angesteckt wurden. Ein großer Prozentsatz Lungenkranker und sonst schwer leidender Patienten war in feuchten, unheizbaren, dunklen und fensterlosen Räumen untergebracht. Andrerseits waren die Wohnräume überfüllt und es wurden Fälle vorgefunden, wo auf eine Person nur 3 und 4 Kubikmeter Luft- räum kommen. Namentlich in den schon schlechten Keller« Wohnungen ist das Schlafstelleu-Univesen vorherrschend. Viel- fach wird auch in demselben Räume, Ivo sich der Patient aufhalten muß, gewaschen, gekocht und gewerblich ge- arbeitet. Unter solchen Umständen ist eine Genesung des Kranken natürlich ausgeschlossen und die Kassen haben hier die Ver- pflichtuna, dafür Sorge zu tragen, daß der Kranke in einem Kranken- Hause Aufnahme findet, was allerdings leider oftmals auch, besonders im Winter, infolge Platzmangels unmöglich ist. In seinen weitere» Ansführimgen weist der Referent nach,' daß die Krankenkassen ver- pflichtet sind, dieie Untersuchungen über die WohuungSverhältnisse, wie sie von der Orts-Krankenkasse der Kaufleute und nunmehr auch von Kassen in verschiedenen andren Städte» angestellt werde», vorzunehmen, um durch das erzielte Resultat den Nach- weis zu bringen, daß endlich eine vernünftige Wohnungspolitik ver- anlaßt werden muß. Er empfiehlt den Versammelten, als Kassen« Mitglieder ihren ganzen Einfluß geltend zu machen, daß jede Kranken- lasse diese allerdings beschwerliche, aber unbedingt uotweudigc Arbeit zur Ausführung bringt. Eine Diskussion über den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag wurde nicht beliebt. Eine Maler- nnd Anstrcichcr-Versaiilmlnug von etwa 140 Personen besucht, tagte am Donnerstag in Kellers Saal. Ein- berufen war die Versammlung von Anhängern einer anarchistclndc» Gruppe, der.Föderation revolutionärer Arbeiter". Dieser Umstand war eS wohl, der die Polizei veranlaßt hatte, der Versammlung durch ein starkes Slufgebot von Beamten eine besondere, wenn auch ganz überflüssige Aufmerksamkeit zu widme». Der Zweck der Ver- sammlung war, eine Gegenaktion ins Werk zn setzen gegen den Abschluß des Tarifs, den die hiesige, etwa 1500 Mitglieder zählende Mitgliedschaft der Ccutrnlorganisation der Maler durch den Gehilfen- anSschuß bewirkt hat. Die Veranstalter der Versammlung wollten die Wahl einer Lohnkommission durchsetzen, die für nächstes Frühjahr eine Lohnbewegung mit höheren als im Tarif festgelegten Forde- rungen einzuleiten hätte. Gegen diesen Plan machten aber selbst die berufenen Vertreter der etwa 20vMitgliedcr zählendenLokalorganisalion derMalcrFront. Gcnz, derVorsitzende dieser Organisation führte aus, daß man auf seiner Seite zwarnnt dem Tarif nicht einverstanden sei, da aber der Abschluß nunmehr vollzogen und an der vollendeten Thatsache nichts mehr zn ändern sei, so möge man von der Wahl einer Lohn- kommission»nd der Vorbereitung einer Lohnbeivcgung Abstand nehmen. Auch andre Mitglieder der Loknlorganisation vertraten diese Ansicht, und die Versammlung lehnte denn auch die Wahl einer Lvhnkommisfion ab. Ferner wnrde eine Resolution angenommen. in der erklärt wird, daß der Lohntarif auch nicht annähernd das bietet, was zur Erhaltung eines menschenwürdigen Daseins notwendig ist. Dann folgt ein Protest gegen das Verhalten der Central- organisation i» dem vorliegenden Streit. Pom Vorsitzenden der Gewerkschaft der Maler sLokalorgauisation) erhalten wir folgende Zuschrift: In Nr. 233 deS.Vorwärts" vom 24. September hieß cS in einem Versammlungsbericht der Maler: An das Referat schloß sich eine sehr lebhafte Debatte. die durch Wiener, einem Vertreter der Lokalorganisatio», hervorgerufen wurde usw. Dieser Wiener ist kein Vertreter der Lokalorganisation, vielmehr ist derselbe bereits am 17. April in einer Versammlung aus dieser Organisation aus- geschlossen worden. Der Vorsitzende.'Gustav Genz. Die Bcrsnmmliliig arbeitsloser Metall-»»d Eiscndrcher, über die wir an andrer Stelle berichten, nahm zum Schluß die fol- gende von Ackermann eingebrachte Resolution an: „Die heute im Gewerkschaftshause versammelten Dreher drücken ihr Bedauern darüber aus, daß der.Vorwärts" es noch nicht für nötig befunden hat, sich mit dem Streik bei Borsig eingehend zu beschäftigen, innsomehr, da verschiedene bürgerliche Blätter schon spaltenlange Artikel darüber gebracht haben und die Einwohnerschaft Tegels diesen Streik mit größtem Interesse verfolgt." Wir bemerken hierzu: Es ist nicht richtig, daß verschiedene bürgerliche Blätter spaltenlauge Artikel über den Streik bei Borsig gebracht habe», llusres Wissens haben verschiedene bürgerliche Blätter ivohl die aus dem Borsigschen Bureau stammenden Artikel gegen die Streikenden, aber nichts zu Gunsten derselben gebracht. Von allen bürgerlichen Blättern hat, so weit wir eS wissen, nur die„Volks- Zeitung" vor einigen Tagen einen längeren den Streikenden nicht unsympathischen Artikel ver- ösientlicht. der aber an thatjächlichem Material nur enthielt, was der„Vorwärts" schon früher gebracht hat. Im übrigen ging die Tendenz deS Artikels dahin: Wenn der wohlwollende alte Herr Borsig noch lebte, dann würden die Arbeiter keine Ursache zur Klage haben. Run möge der jetzige Inhaber des Betriebes, der junge Herr Borsig, auch so viel väterliches Wohlwollen zeigen, um die berechtigten Forderungen der Arbeiter zu bewilligen und dem Streik ein Ende zu niache», damit nicht durch die Fortdauer oder gar Ausdehnung des Streiks die— von den Arbeitern lebenden Geschäftsleute in Borsigwalde und Tegel noch mehr geschädigt werden, als eS jetzt schon der Fall ist. Wem« ein am Streik beteiligter Arbeiter sich durch die Länge eines solchen Artikels in seiner Beurteilung dessen, was der.Vorwärts" über den Streik gebracht hat, beeinflussen laßt, so kann man daS allenfalls verstehen, wenn auch nicht billigen. Der Verfasser der Resolution konnte sich vielleicht nicht mehr er- iunern, daß der„Vorwärrts" von Anfang an über alle Einzel- hcitcn deS Streiks ausführlich berichtet hat, und deshalb glaubt er au eine Ilntcrlassmig des„Vorwärts", als er(der Verfasser der Resolution) alle diese von uns längst gebrachten Thatsache» in einem einzigen Artikel der„Volks- Zeitung" wicdergcgebc» fand, der denn allerdings, wenn wir uns recht erinnern, reichlich 1>/z Spalten lang geworden ist. Können ivir, wie gesagt, die Beweggründe verstehen, die die Resolution veranläßt haben, so ist es«HS geradezu unverständlich, daß diese Resolution ohne jeden Widerspruch augcuommcn werden komiie in einer Versaimnlnng, die ein Vorstands- Mitglied des Metallarbeitcr-BerbnndcS leitete. Dieser Genosse muß doch wissen, daß der„Vorwärts" alles, was mit dem Streik bei Borsig zusammenhängt, eingehend berichtet hat. wenn auch nicht in einem langen, so doch in vielen nicht gerade kurzen Artikeln. Der betreffende Genosse muß auch wisse», daß der„Vorwärts" jede Zeile ans- genommen hat, die ihni von der Streillcilung zugesandt worden ist, er muß oueb ivissr», daß der„Vorwärts" jeden Kampf, den Arbeiter für ihre Klasseniitztcrejseii führe», in der ausgiebigsten Weise unter- stützt. Ein Hinweis auf diese Thatsache wäre pdrletgcnösstsche Pflicht gewesen. Redaktion deS.Vorwärts". FriedrichSfcldc. Am Dienstag hielt der Socialdemokratische Wahlvcrein von Fricdrichsscldc seine Monatsvcrsanmilung bei Haber- lnnd ab. In der Versammlung referierte Genosse Grempe über Fortschritte im Belcuchiimgsivcsc». Genosse Pinseler gab den Bericht von der Brandeuburgcr Provinzialkoufcreiiz. Frclrrllgillfe Griuetude. Sonntag, den 23. Seplember. vormittags 103/4 Uhr, in Kellers grobem Feslsaal, Koppeuslrobe 2V: Feier der I u g en d an f ii a h m e lK o n f i r i» a l l o»). Fest-Vortrag des Herrn E. Vogtherr-Sleltin.— Gäste, Damen und Herren, sehr luilllommcu. Briefkasten der Redaktion. lliigar lvv. Das Drama ist ein Wert Goethes. St. B. 10. Als Vormund lassen Sie sich von dem Vormundschasls- gericht ein Attest darüber niiSstellen. dob Ihr Mündel zur Kostentrognng mwermiigend ist. Auf Grund dieses AuesleS beantragen Sie bei dem Prozcbgcricht Bewilligung des AimeurechtS zwecks Anstrengung der Slliinenleliklage. Prozebgcricht ist dasjenige Amtsgericht, in dessen Bezirk der Alimeiitalionspfllchrige wohnt. Den Antrag auf Bciotlligung des Armenrechts nnd die Alinienienklage köniirn Sic zn Prolokvll deS Gerickits- schreibers(in Berlin Anmeldest»!»:) erklären oder schriftlich einreichen. Ei» Bei- spiel für Aliinentatioiisklage» finden Sie in dem dem..Arbcttcrrechr bcigesttgtrn Führer S. 218 Nr. 9. Das Buch liegt in den vffentlichcn Lesehallen nnS. — H. M. 12. 1. Für die Ansprüche gegen die Kasse ist in erster Instanz die AilistchtSbehSrde, fodalin das Amtsgericht zuständig Wer Anssichts- bcliSrde ist. ergicbt sich aus dem Statut. 2. In Polikliniken.— fit. W. 100. 1. Das ist verschieden. 2. Leider ja.— Spider. Das Weltersührc» des Namens erscheint unter den van Ihnen angegebenen Umständen straflos. — Schlafbursche, l.»nd 2. In der Regel sind helde Fingen zu ver- »einen.— O. F. 70. Mit vollendetem 82. Lebensjahr.— G. 100. Nein. — Stencr. Zu einer Zahlung sind Sic nicht verpflichtet. Sie haben aber Unrecht gctha», zu dem bchusS Aufklärung au- berauiiiien Termin nicht zu erscheinen.— H. W. IVO. Wenden Sie sich an de» Elandcsbeamteii und n» Ihre Botschaft. — O. L. 15. In Ihrem Fall genügt es, dajj Sie bei dem Standes- beamten, in dessen Register die Geburt Ihres Kindes eingetragen tst, das Kind als daS Ihrige unter Ueberreichuug der Heiratsurkunde ancrlcnnen»nd die Umschreibung des Namens beantragen. Trägt der Standesbeamte Bc- denken, die Umschreibung vorzunehmen, so wenden Sie sich unter Kbu- legung der Sachlage mit dem Antrag an das Amtsgericht, den«ifludes- beamten anzuweisen, die Namensänderung einzutragen.— Cmust. 1. Solch' Antrag kann gestellt, mühte aber nach dem Gesetz abgelehnt werden. 2. Nein. für ZZerLin und Ibrorte 1903. msm Die Hauslisten für öas Adreßbuch, Jahrgang 1903, sind nunmehr den Herren Haus-Eigenthümorn beztv. Verwaltern zitrWeitergabe an dieverehrlichenHanshaltungs-Vorstände zugegangen. Die letzteren lverdenhiermit gebeten, die erforderlichen Angaben recht genau und deutlich in die HanSlisten einzutragen und diese so schnell wie möglich weiterzugeben. Da die Abholung der Hansliften Freitag, den 3. Oktober, beginnt, so richten wir an diejenigen HauShaltungs-Vorstände inBerlin, denen die Hauslisten bisher noch nicht vorgelegt lvnrden, das Ersuchen, bei ihren Herren Haus-Eigenthümern oder Verwaltern wegen der Liste Nachfrage zu halten und für die schleunigste Eintragung der erforderlichen Angaben Sorge zu tragen oder uns diese Angaben imverzüglich direct zugehen zu lassen. Im Hülblick darauf, daß die Bewohner der Reichshauptstadt daS größte Interesse an einem vollkommenell nnd zuverlässigen Adreßbuchs haben, dürfen wir wohl erwarten, daß alle Einwohner durch recht genaue Ausfüllung der Hauslisten uitd durch deren schleunige Weitergabe die mühevolle und kostspielige Zusammellstelltmg des Adreßbuchs mlterstützeli werden. Berlin, den 26. September 1902. SW. Zi/nmerstraße 37/41. Die Redartwn. MI" Fleisch teuer, aber Seefische billig! Kerttner Ressource KomMÄNdankenftvÄtze 37. SSvetlseliv«I»» dilliKstv nnil I»o«t« �nki-uiis«i>iittel, vi-set�vw ck»» W'Iv!»«!, voll» » stüml ig und simltibcrans wohl schmeckend, nahl-haTt and behUinmlich. NB ! Haupttreffer lOO OOO M. bar. Ziehung 4.— S. Oktober. Kleine und grobe Säle für 100, S00 und 1000 Personen empfiehlt I Lose a 3.»V M.. Porto», Liste 50438* Adolf Stein. 1 extra 30 Pf.[51338 Busttag sowie ein Sonnabend im Oktober und November krei � MfUfl? 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