Nr. 229. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsBreisliste für 1902 unter Nr. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Erscheint täglicht aufer Montags. # 24 Vorwärts Berliner Dolksblatt. 19. Jahrs. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 20 Big. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 fg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Mittwoch, den 1. Oftober 1902. 3 Redaktion und Expedition unsres Blattes sowie erneutes Anziehen der Schweinepreise, bis die Buchhandlung Vorwärts befinden sich jetzt im steigen; aber als dann im nächsten Jahr der Viehpreis um 14,8 Proz. Hause Lindenstraße 69. Folgende Fernsprecher sind in unsren Geschäftsräumen: Buchdruckerei Amt IV Nr. 1982. Redaktion Expedition Amt IV Amt IV 1983. " 1984. " Schlächter und Agrarier. " " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Centrum und Reichsdeficit. Germania" bespricht das umgeheuere Deficit, das der " Die 1898 int un gefähr 28 Proz., während die Detailpreise mur 16% Proz. nächstjährige Reichsetat aufweisen wird; der Sachsenspiegel" besintt, gehen die Berliner Fleischer mit ihren Preisen für Schweine- ziffert jegt das Deficit gar auf 180 Millionen Mark. fleisch nur um 2,9 Proz. zurück. Im ganzen hatten die Schlächter Germania" nun wendet sich recht centrumstapfer gegen die Zuaus diesem Verhalten einen bedeutenden Vorteil; berechnet man z. B. mutung, das große Deficit noch durch neue Steuern zu stopfen, sie sagt: den Durchschnittspreis für Schweinefleisch während des ganzen Jahr-„ Wir möchten sehr bezweifeln, daß die Mehrheit des Reichszehnts 1892/1901, so ergiebt sich 132,5. pro Kilo, d. h. gegenüber tages den Wunsch der Regierung nach neuen Steuern so bald dem Stand von 1892 ein Rückgang von 3,3 Proz.; berechnet man erfüllen wird. Vor der Bewilligung der beiden letzten Marinevorlagen, welche bekanntlich sehr erhebliche Mittel erfordern, dagegen den Durchschnittspreis für Schweine zweiter Qualität am wurden die Negierungsvertreter nicht müde, vor dem ganzen Lande Berliner Markt während des gleichen Jahrzehnts, so ergiebt zu betonen, daß die Durchführung der Forderungen für die Versich als Mittelpreis 101,6 Mt. pro 100 Kilogramum Lebendgewicht mit mehrung der Marine bei. ,, den stetig steigenden Reichseinnahmen" 20 Proz. Tara, d. h. gegen den Stand von 1892 ein Rückgang von ohne nene Voltsbelastung mit Leichtigkeit durchzuführen sei. Jetzt, 7,6 Proz. Mit andern Worten der Kleinverkaufspreis hat sich im da sich die Herren in ihren Berechnungen und Erwartungen letzten Jahrzehnt auf einer Höhe gehalten, die nicht nur die Steige- getäuscht sehen, ertönt der Stuf:„ Erhöhung der eignen Einnahmen rungen der Viehpreise völlig ausgleichen, sondern den Schlächtern des Reiches!" Das wäre noch das Schönste, wenn gleichzeitig mit Und das gilt Die jetzige Fleischteuerung hat wischen Agrariern und Schlächtern noch einen bedeutenden Extraprofit eingebracht hat. den Zollerhöhungen neue Steuern eingeführt werden sollten!" bittere Fehde entfacht. Während bisher die konservative Mittel- nicht nur von den Verliner Schlächtern sondern noch mehr von Es ist köstlich! Der Schlußsatz der„ Germania"-Bemerkung stands- und Handwerksrettung gerade bei den behäbigen Schlächter- denen einer Reihe andrer Städte. In Kassel z. B. hielten erklärt die 3ollerhöhungen schon als eine so meistern auf das größte Verständnis stieß und letztere die Agitationen noch, in 1894 die Fleischer ihre Preise für Schweine- ungeheuerliche Belastung daß es ausgeschlossen sei, noch der Agrarier gegen die Einfuhr fremder Wurst- und Fleischwaren fleisch auf den Stand von 1892, nämlich auf 80 Pf. pro fund; an neue Steuern zu denken. Und doch ist es die Partei der„ Gerauf das lebhaftefte unterstützten, beschuldigen sich beide jetzt in der erst 1895 lassen sie eine geringe Ermäßigung eintreten. Als dann mania", die nicht nur diese ungeheuerliche Zollbelastung, welche die Presse und in Flugblättern gegenseitig der Habsucht und der aber 1897 die Schweinepreise erneut anziehen, gehen sie auch sofort Regierungsvorlage fordert, durchführen, sondern noch darüber hinaus Frreführung des Publikums durch falsche Darstellung der wieder mit den Detailpreisen in die Höhe. die Ausplünderung des Volfes betreiben will! Viehmarkts- Verhältnisse. Die Schlächter erffären, daß gutes Damit soll nicht gesagt sein, daß der Behauptung der agrarischen Es ist natürlich auch durchaus lächerlich, die Steuerfrage damit Vieh zu einigermaßen den Verkaufspreisen von Fleisch Blätter, die Schlächtermeister seien die Karnidel, die allein die abzuthun, daß auf die groben Finanztäuschungen der Regierung bei entsprechenden Preisnotierungen faum zu erhalten sei, und jetzige Fleischteuerung verschuldet hätten, irgend welcher Einbringung der großen Marinevorlage hingewiesen wird. Das die agrarischen Blätter wieder behaupten, daß die Fleischer nicht Wert beizumessen ist. Diese auf die Unkenntnis Centrum gerade hat sich durch die Regierung irredie nötigen Preise anlegen und zuviel verdienen wollen. Stiegen der Leser berechnete Behauptung ist angesichts der Steigerung führen" lassen und die Marinevorlage bewilligt, deren gedie Viehpreise, dann wären die Schlächter sofort mit einer Erhöhung der Schlachtviehpreise kaum ernst zu nehmen. Die Hauptwaltiger Kostenaufwand das jetzige Finanzübel verursacht hat. der Fleischpreise bei der Hand, sänten aber die Bichpreise, dann schuld ait der Fleischteuerung trägt sicherlich die Grenz- Das Centrum fann seine volle Mitschuld an dem Finanzjammer des fiele es ihnen gar nicht ein, auch die Fleischpreise entsprechend sperre; aber ebenso sicher ist, daß bisher die Fleischer von der Reiches nicht von sich ablenken. Steigerung der Viehpreise keinen Schaden gehabt haben; sie haben zu ermäßigen. Einen interessanten Beitrag zu dieser Streitfrage liefert die trefflich verstanden, die Lasten auf die Konsumenten abzuwälzen und Tezte Nummer der im Verlag des königl. Statistischen Bureaus in noch nebenbei Ertraprofitchen herauszuschlagen. Berlin erscheinenden„ Statist. Korrefp." Sie bringt nämlich eine lebersicht über die Detailpreise für Schweinefleisch in 23 der wichtigsten Marttorte Preußens seit 1892. Daraus ergiebt sich, daß im Mittel dieser 28 Städte der Preis für 1 Kilogramm( 2 Pfund) Schweinefleisch sich in 1892 auf 1,35 M. stellte, in 1896 auf 1,22 M., in 1901 auf 1,41 M. und im August des laufenden Jahres auf 1,52 M. Den niedrigsten Preis hatte im vorigen Monat Paderborn mit 1,25 M. pro Kilogramm, den höchsten Aachen mit 1,80 M.; Berlin hält ungefähr die Mitte mit 1,51 M. pro Kilogramm. Seit 1892 haben sich die Kleinverkaufspreise in Berlin folgendermaßen verändert: 1892 1,37 M. 1893 1,32 1897 1898 • • 130 M. 13 0 1,40 " F 1894 1,29 1899 " 1,36 " 1895 1,25 " 1806 1,20 1900 1901 1,84 " P " 1,42 " tamm 85 Pf., Karbonade 90-1 m. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 30. September. Aus der Zollkommission. Und wie denkt denn eigentlich die„ Germania" das Deficit zu beseitigen? Hätte ihre Partei schon bei der Marinevorlage fest darauf bestanden, daß eine Reichssteuer auf die Vermögenden eingeführt werde, so würden jegt die Neichsfinanzen sich in befriedigender Verfassung befinden! Aber damals hat das Centrum das steuerzahlende Volt schmählich verraten! Wie wird es den neuen Verrat betreiben, sobald die Regierung ihre Reichsfinanzreform" vorlegt? 營 Deutfches Reich. In der sechsstündigen Zolltarif- Kommissionsfißung am Dienstag wurde der 3oIltarif selbst im Eilschritt erledigt und mit Der Reichstag wird durch den Präsidenten Grafen v. Ballestrem der Beratung des Bolltarif Gefeßes begonnen. Roh- auf den 14. Oktober, mittags 2 Uhr, zusammenberufen. eiſenzoll, Aluminium-, Blei-, Zink-, Zinn-, Nickel-, Kupferwaren- Das Ende der Kultur." Schweinburg aus Mähren hat es Boll, die Zollvorschläge für Maschinen, elektrotechnische Erzeugnisse, entdeckt, wann und wodurch die Kultur zu Grunde geht. Er spricht Fahrzeuge, Feuerwaffen, Uhren, Tonwerkzeuge, Kinderspielzeug, also von den Steuervorschlägen, die zur Abhilfe der Neichs- Finanznot die Positionen 777 bis 964 des Tarifs trurden in faum vier Stunden aufgetaucht sind, und sagt: erledigt. Von dieser Zeit wurde etwa eine Stunde durch eine Geschäftsordnungs- Debatte in Anspruch genommen, die ein interessantes Es soll ganz von der socialdemokratischen Besteuerungspolitik abgesehen werden, die sich selbst in einem Gelvonnen find diese Preise, wie die Sorrespondenz angiebt, Richt auf den geringen Grad von Ehrlichkeit der Be neuerlichen Artikel des Centralorgans dieser Partei dadurch am dadurch, daß aus den höchsten und niedrigsten Notierungen für schlüsse" der konservativen Partei warf. Die Geschäftsbesten gekennzeichnet hat, daß danach die Erhebung einer Steuersumme von 40 000. von einem 100 000 M.- Einkommen deshalb Mittelware, also feinste und schlechte Ware ausgenommen, die ordnungs- Debatte drehte sich darum, ob über die wichtige Position Durchschnittspreise berechnet wurden, doch sind zur Zeit die Preise Roheisenzoll in eine Specialdebatte eingetreten werden solle. Der ordnungs- Debatte noch als recht geringfügig angesehen werden müßte, weil ein Arbeiter doch ein Einkommen von 900 M. beziehen kann. Eine in Berlin eher höher als niedriger; denn, wie jede Hausfrau weiß, Roheisenzoll von 1 M. ist eine der Hauptgrundlagen des Zolltarifs. auf dieser Basis aufgebaute Besteuerungspolitik würde naturgemäß loftet gegenwärtig die Preise in den großen Schlächtereien der Fällt der Roheisenzoll oder würde er, wie der agrarische Flügel zum Ende aller kulturellen Entwicklung führen." reicheren Stadtteile sind natürlich vielfach noch höher- Bauch durch Dr. Hahn beantragte, auf 50 f. Herabgemindert, so pfeifen Pf. Nichts kann die Kultur des Schweinburg und seiner einkommens schweinefleisch 75-80 Pf. pro Pfund, frischer Schweineschinken( Keule) die Großbetriebe der Eisenindustrie und der Verband der Industriellen gewaltigen Hintermänner lieblicher kennzeichnen. Der Beginn 80-85 Pf., ungeräucherter Speck( Rückenfett) 75-80 Pf., Schweine- auf den Tarif. Meinten es die Konservativen mit ihrer Drohung. Der Gerechtigkeit ist das Ende der Kultur! Die SchweinburgKultur geht um so höherer Vervollkommnung entgegen, je Legen wir diese vom Statistischen Bureau für die Jahre 1892 die Industriezölle herabzusetzen, falls die agrarischen Zölle nicht noch weniger Steuern die Reichsten und Ausbeutungstüchtigsten be höher geschraubt würden, ernst, so hätten sie alles aufbieten müssen, zahlen. bis 1901 ermittelten Durchschnittspreise zu Grunde und stellen daneben die in der zweiten Lesung den Zoll zur Specialberating und von der hiesigen Schlachthofverwaltung für dieselben Jahre bezum Fall oder zur Herabjegung zu bringen. Das rechneten Marktnotierungen für Schweine zweiter Qualität, also thaten sie nicht. Bei der Beschlußfassung darüber, ob grammen meldeten, gestorben. Er ist 64 Jahre alt geworden. Zehn ebenfalls für gute Mittelware, so ergiebt sich für Berlin folgender in eine zweite Beratung des Eisenzolls eingetreten werden Jahre lang, von 1881-1891, war er preußischer Kultusminister. Vergleich. In dieser Eigenschaft versuchte er sich in der doppelten Rolle, einers folle, waren nur 20 Mitglieder anivesend. Der Antrag seits den Kulturkampf zu liquidieren, zweitens bei aller Will fiel mit Stimmengleichheit. Bei der Abstimmung fehlten der kon- fährigkeit gegen die Kirche und die Bismarcksche Reaktion dem servative Abgeordnete Graf von Schwerin, das Mitglied der Reform- interrichtswesen einen gewissen Anstandsschein des Liberalismus zu partei Bindewald und zwei Freisinnige. Der Eisenzoll war so ge- wahren. Wären ihre Gründe rettet. Die agrarische Mehrheit atmete auf. für den Zoll nicht so entsetzlich fadenscheinig und wären sie sich nicht dessen selbst bewußt, so hätten sie gegen eine Beratung sich nicht gesträubt. Jahr Details preis pro 1 kg Zu- bezw. Abnahme gegen das Vorjahr Schlachtmarit notierung pro 100 kg mit 20 Proz. Zava Mark Bu- bezi. Abnahme gegen das Vorjahr Proz. 0,9 Mart Proz. 1892 1,37 110 1893. 1,32 3,6 109 1894 1,29 2,3 101,8 6,6 1895 1,25 3,1 90,1 -11,5 1896 1,20 86,2 1897 1,30 +8,3 105 4,3 +21,8 1898 1,40 +7,7 113,3 6 1899 1,36 -14,8 1900 1901 1,84 1,42 +0,7 +17,3 2,9 1,3 +6 94,8 95,5 112 Der Oberpräsident v. Goßler ist, wie wir gestern unter Teles An den heutigen Leuten gemessen, die mit Ministerportefeuilles, aver auch mit nichts weiter begabt sind, war Herr v. Goßler eine nicht ganz unbedeutende Persönlichkeit: vielseitig unterrichtet und interessiert. Dabei hütete er sich vor allen unbequemen Selbständigkeiten. Er Bei der Beratung über das Bolltarifgefes wurde die trieb ebensowohl Bolenfresserei- unter ihm wurde der polnische Sprachunterricht beseitigt wie er dem System der Lohn- und Debatte bei§ 1 abgebrochen. Im§ 1 find die Minimalzölle für Strafprofessuren huldigte; Herrn Schweningers, des Bismarckschen Getreide enthalten. Die ungeheuerlichen Sätze der Regierungs- Leibarztes, Stommandierung zur Universität wurde von ihm gedeckt. vorlage von 5 M. für den Doppelcentner Roggen, 5,50 M. für Goßler gehörte zu den frühesten Opfern des neuen Kurses. Weizen, 3 M. für Gerfte, 5,50 für Hafer, sind von der Mehrheit auf 1890 brachte er jenen liberal angehauchten Volksschul- Entwurf ein, 5,50 M. für Roggen, Gerste und Safer, und von 5 M. für Weizen der dann dem damals zur Regierung kommendem Centrum erhöht. Die Agrarier erklärten heute durch den Mund ihrer geopfert und durch die klerikale Zedlitzsche Vorlage ersetzt wurde. Die Behauptung der Agrarier, die Fleischpreise hingen mit den Vertreter Hahn und Bindewald, daß sie einen Mindestzoll Es war in jenen Tagen, da er von Wilhelm II. fein Bild mit der Bichpreisen gar nicht zusammen, sondern erstere würden von den von 7 Mart 50 Pfennig verlangen; wer behauptet habe, daß sie mein Befehl! erhielt. Diese Unterschrift des jungen Kaisers soll deit eigenhändigen Unterschrift:„ sio volo, sic jubeo" mein Wille ist Schlächtern ganz nach Belieben normiert, erweist sich demnach als mit weniger zufrieden seien, habe die Unwahrheit gesagt. Der Minister nicht nur sehr verdrossen haben, es soll auch in seiner eitel Humbug; auch im Fleischergewerbe schafft die Konkurrenz eine Geschäftsführer der Mehrheit der Kommission, Abg. Dr. Spahn, Familie eine sehr träftige Aeußerung über den kaiserlichen Wahlgewisse Ausgleichung. In einer Hinsicht hat allerdings die agrarische beantragte die Bich- und Fleischzölle durch ungeheuerliche Minimal spruch gefallen sein, die ruchbar wurde und den unmittelbaren Anlaß Bresse recht, fallen nach Zeiten hoher Bichpreise die Marktnotierungen zölie auf etwa 300 bis 600 Broz. höher als die gegenwärtigen zu zu seiner Entlassung gegeben hat. wieder, 10 folgt keineswegs das Fleischergewerbe mit normieren. Diese Anträge mastieren ben Plan eines Rückzugs auf Jedenfalls hat ihn die Unterschrift nicht gehindert, das Oberseinen Preisen diesem Rückgang; es fucht vielmehr so lange wie die Regierungsvorlage recht plump. Nach wie vor ist die Parole präsidium von Westpreußen, mit dem er abgefunden wurde, anmöglich die Preise für ſeine Artikel auf dent einmal vorhandenen der Mehrheit: wir nehmen die Regierungsvorlage an, wenn wir unehinen; in dieser Thätigkeit seiner letzten Jahre interessierte er höheren Stand zu halten und versteht sich erst allmählich unter dem nicht mehr friegen können, und suchen auf dem Rückzug auf die sich für die Industrialisierung des Oftens. Druck der Konkurrenz zu Preisermäßigungen, die aber äußerst Regierungsvorlage noch mitgehen zu lassen, was sich erwischen läßt. selten dem Fall der Viehpreise völlig entsprechen. So gehen z. B. Am Donnerstag oder Freitag wird wohl die Durchpeitschung die Preise für Schweine auf dem Berliner Vichmarkt nach der des Zolltariss durch die Kommission beendet sein. Mitte Oftober Steigerung des Jahres 1892 nach und nach bis zum Jahre 1896 beginnt der eigentliche Kampf gegen den Buchertarif im Plenum. etwa 21 Broz. zurück, die Kleinverkaufspreise sinken 13 Proz. uni Nach 1896 beginnt dann 11112 aber nur ein Vorübergehend war Herr v. Goßler auch fonservativer ReichstagsAbgeordneter und übernahm für kurze Zeit das Präsidium des Reichstages. Gegen die Fleischnot. Die Nauener Stadtverordneten- Versammilung nahm einen Antrag des Magistrats an, der den Brandenburgischen Städtetag auffordert, bei der Regierung wegen der Fleischnot vorstellig zu werden. Der socialpolitische Freisiun. Der Hamburger Parteitag der Freifinnigen Volkspartei nahm zu den Arbeiterfragen folgende Nefolution an: Hiermit find die Wahlen zur Zweiten Rammer im wesentlichen beendet. Socialdemokraten wurden vier gewählt, wogegen dem vorigen Reichstage nur einer angehörte. Die liberale " Der Parteitag der Freisinnigen Vollspartei erklärt sich nach Sammlungspartei hat 97 Mandate erhalten. Dazu gerechnet wie vor entschieden gegen jedes Ausnahmerecht auch in Bezug auf 16 liberale oder radikale Wilde und die vier Socialdemokraten, die Arbeiterverhältnisse. Die Partei tritt ein für die Sicherung und zählt die Zweite Kammer jegt 117 Abgeordnete, die ihrer ParteiBerallgemeinerung der Koalitionsfreiheit, für Aufrechterhaltung der stellung nach als Freunde einer gründlichen Wahlrechtsreform gelten Freizügigkeit unter Herabsetzung der Personen- Tarife auf den tönnen. Ihnen stehen 118 Abgeordnete gegenüber, die größtenteils Eisenbahnen. Die Partei erstrebt unter Beseitigung veralteter der konservativen Landmannspartei angehören und jedenfalls nicht Gesinde- Ordnungen zeitgemäße Rechtsverhältnisse für die in Haus- als entschiedene Freunde der Wahlrechtsreform anzusehen sind. and Landwirtschaft beschäftigten Personen. Sie erkennt in den Daß bei dem jetzt geltenden sehr eingeschränkten Wahlrecht und Arbeitnehmer- Verbänden eine ebenso berechtigte Interessens troß des Umstandes, daß die Partei in den meisten Wahltreifen aus bertretung wie in den Arbeitgeber- Werbänden und erblickt taktischen Gründen auf eigne Kandidaten verzichtete, vier Socialden durch freigewählte Arbeitgeber und Arbeitnehmer demokraten gewählt wurden, ist ein Zeichen für die großen Fortgemeinsam vereinbarten Lohn- und Arbeitsbedingungen ein schritte der Socialdemokratie Schwedens. wesentliches Mittel zur Förderung des socialen Fortschritts; sie verlangt gefeßliche Anerkennung aller Berufswereine. in England. Sped tritt für den Antrag Herold ein. Die socialdemokratischen Anträge werden gegen 4, die Wangen heimschen gegen 9 Stimmen abgelehnt, ebenso der Beumersche Antrag, und dann der Heroldsche Antrag angenommen. Bu 790 wird die Regierungsvorlage wiederhergestellt. Dann wird eine Generaldebatte über nedle Metalle nochmals eröffnet. Moltenbuhr bespricht eine Petition, die höhere Bölle auf Blei fordert. Redner giebt eine zahlenmäßige Darstellung über den Bleibergbau, die nachweist, daß trotz einer Abnahme der Arbeiterzahl die Produktion und der Wert der gewonnenen Produkte start gestiegen seien. Das rechtfertige feineswegs einen Zon. Produktionskosten hätten sich verringert, der Profit erhöht. Da freilich die elektrische Industrie plötzlich weniger Blei verbrauche infolge der starken Krise, sei allerdings ein Preissturz des Bleies erfolgt, aber deshalb sei doch kein Zoll zu bewilligen. Denn das Quantum des gewonnenen von einem einzelnen Arbeiter stieg von 32,5 Tonnen 43 Proz.; der Die Partei tritt ein für den Ausbau Englische Misstimmung über den kaiserlichen Empfang der 1891 auf 46,5 Tonnen 1900, also um 14 Tomien Arbeiterschutz- Gesetzgebung, insbesondere zur Abwehr gesundheits- Boerengenerale. Die„ Times" schreiben mit Bezug auf die Meldung, Wert von 8057 W., auf 15 983 W., also zumb 7926= 38,37 93103. schädlicher Anforderungen an die Arbeitskraft von weiblichen die Boerenführer beabsichtigten, bei Kaiser Wilhelm eine Audienz Das Verlangen eines höheren Zolles sei daher unerhört. Personen, jugendlichen Arbeitern und Kindern. Sie unterstüßt die nachzusuchen, weder der Kaiser, noch die Boerenführer konnten die Eine Specialdiskussion wird abgelehnt, damit ist der Abschnitt Gestaltung der öffentlichen Betriebe zu socialen Musteranstalten. Wirkung übersehen, welche eine solche Handlung natürlich und un- erledigt. Darauf wird eine Generaldebatte über den 18. Abschnitt Die Partei wird bei der demnächstigen Reform der Kranken- vermeidlich auf die öffentliche Meinung in Großbritannien haben und versicherungs- Gesetzgebung nicht nur eintreten gegen jede Schmälerung welchen Eindruck fie in Südafrika machen müsse. Kaiser Wilhelm habe Maschinen, elektrotechnische Erzeugnisse, Fahrzeuge eröffnet. Autrick hebt die Steigerung des Exports hervor, in der Stellung der freien Hilfskassen der Arbeitnehmer, sondern fürzlich durch viele Zeichen erkennen lassen, daß er den geder den Ims auch bemüht sein, die Ausdehnung dieser und andrer auf Selbst- rechten Unwillen, der in Großbritannien durch das England feind- port weit überrage, an Stückzahl, Gewicht und Wert. Der Import hilfe und Selstverwaltung der Arbeitnehmer beruhenden Vercini- liche Verhalten der deutschen Presse hervorgerufen sei, zit be- habe sich zu einer Zeit gehoben, als der Inlandsbedarf von der gungen auf Witwen- und Waisenversorgung, Versicherung gegen fchivichtigen wünsche. Es sei kaum glaublich, daß er an einen heimischen Industrie nicht gedeckt werden konnte, aber er beeinträch Arbeitslosigkeit und dergl. zu erleichtern. Die Partei bekämpft Schritt denke, der im ganzen britischen Reiche tiefen lige unsre Maschinenindustrie durchaus nicht; Zölle seien also nicht jede weitere Belastung notwendiger Lebensmittel und andrer Gegen- Inwillen erregen und die bitteren Gefühle noch gerechtfertigt. Es haben die Startelle das ihrige gethan, das Anjehen stände des Massenverbrauchs durch Steuern und Zölle. Sie er verschärfen und forterhalten müsse, die er zu der deutschen Maschinenindustrie zu schädigen; ihre Manipulationen strebt nach wie vor die dauernde Sicherstellung der zweijährigen mildern bestrebt sei. Die Times" sagen, für den Fall, daß liefen auf Verarbeitung geringeren Materials, als im Auslande verDienstzeit durch Gesez. Sie verlangt nicht bloß Aufrechterhaltung die Boerengenerale eine solche Audienz erhalten würden:„ Wir arbeitet wurde, hinaus; die ausländische Konkurrenz wurde dadurch des Reichswahlrechts und Ausdehnung desselben auf die Landtags- würden gezwungen sein, unsre Ansichten über die persönliche Freund- gestärkt. Dann haben die Kohlen- und Coatssyndikate zur Schädigung wahlen, sondern auch Sicherung der Wahlfreiheit bei der Abgabe schaft des Kaisers zu uns sowie unser Urteil über die unsrer Industrie beigetragen, denn sie verkauften billiger an das von Stimmzetteln; fie befürtvortet bei allen Wahlen geheime Ab- yalität und Ehrlichkeit der Boerenführer einer Ausland als an Inländer und belasteten so die inländische Prostimmung und Vollziehung der Wahl am Sonntag. Das Vereins- Revision zu unterziehen." duktion, die höhere Kosten für Heizungs- 2c. Materialien hatte. Indes hat und Versammlungsrecht ist durch Reichsgesetz in freiheitlichem trotz allem die deutsche Arbeit große, neue Absatzgebiete errungen, Sinne zu gestalten, insbesondere auch in Bezug auf die Teilnahme ein Notstand liegt nicht vor. Man möge ihr die Produktionskosten Sociales Elend in Südafrika. Die Vereinigten Gewerkschaften verbilligen durch Herabsetzung der Zölle auf Roheisen 2c., dann von Frauen an Vereinen und Versammlungen." ( Trades Labour Council) der Kap- Kolonie haben eine Mitteilung an werde man ihr Gedeihen fördern. die Gewerkschaften der großen englischen Städte erlassen, worin Hahn wendet gegen die Zölle auf Maschinen für Näherinnen sie die Ueberführung Südafrikas mit Arbeits- und die Textilindustrie ein, er begreife nicht, daß, wenn die kräften schildern, auf die große Anzahl Arbeitsloser in Südafrika Kommission zu einer teilweisen Ermäßigung die Zölle auf Maschinen hintveisen und sagen, daß viele aus Großbritannien Eingewanderte aus gekommen nicht gleich verfahren sei bei verhältnismäßig günſtiger Lage in völlige Armut, geraten und Bajainen, die der Zandivirtſchaft pienen.( 3 riege auch keine Urs gezwungen feien, der öffentlichen Mildthätigkeit zur sache vor, der elekrotechnischen Industrie mit hohen Zöllen zu Hilfe Last zu fallen. In der Mitteilung heißt es weiter, daß die ent- zu kommen, denn es sei ins Blaue hineingewirtschaftet worden, so lassenen Kriegsfreiwilligen in erster Reihe Anspruch auf Beschäftigung daß eine Statastrophe eintreten mußte. Deshalb empfehle er die haben und alle Berufe mit ihrem Angebot überschwemmen. Die Wangenheimschen Anträge, für die er in der Specialdiskussion einAussicht in Südafrika, bald Stellung zu erhalten, sei sehr frag- treten werde. Es sei richtig, was Antrick hinsichtlich der Rohstoffe würdig. ods gesagt habe. Im Plenum werde er mit seinen Freunden auf eine Ermäßigung der Rohstoffe und Halbzerge hinwirken. Diese blasse und unverbindliche Resolution erkennt zwar formell die Rechte der Arbeiter auf Koalition an; wenn sie aber von dem Koalitionsrecht Gebrauch machen, dann scheint das Eugen Richter vergiftend und verheßend. Bemerkenswert ist, daß auch in dieser Resolution sorgfältig die Ausdehnung des Reichstagswahlrechts auf die skommunen ferieben wird, und daß ferner jeder Gedanke an einen Marimalarbeitstag abgelehnt wird. Ein begnadigter Duellmörder. Es wird uns aus Jena berichtet: Der Lieutenant Thieme vom Jenaer 3. Bataillon des 94. Infanterieregiments, der nach einem durchaus standesgemäßen Rencontre in der Sylvesternacht dann im Januar dieses Jahres den Studenten Held in einem Pistolenduell er schoß und deshalb vom Kriegsgericht wegen Zweikampfs mit tödtlichem Afrika. warum Beumer polemisiert gegen Antrid. Unter Werkzeugmaschinen Ausgang zu der Strafe von ganzen zwei Jahren und zwei 108. Sigung der Zolltarif- Kommission. verſtehe man nicht solche, auf denen Werkzeuge hergeſtellt würden. Monaten Festung verurteilt worden war, soll nach einem immer bestimmter auftretenden und von keiner Seite bisher bestrittenen Gerücht bereits am letzten Sedanfest begnadigt worden fein. Thieme hat, wie das" Jenaer Volksblatt" mitteilt, bereits das Letzte Manöver mitgemacht und ist wieder im Dienst, aber nicht in Jena, sondern in Weimar. Herr Thieme hätte danach also glücklich nur etwa den vierten Teil seiner„ Strafe" zu verbüßen gehabt! Die deutsche Werkzeugmaschinen- Fabrikation sei auf einen Schutz der nationalen Arbeit angewiesen. Ferner wendet sich Redner gegen Hahn bezüglich der landwirtschaftlichen Maschinen, deren Qualität durch einen Erziehungszoll erhöht werden könne. Dienstag, 30. September. Zur Specialdiskussion werden verschiedene Positionen des 17. Abschnittes zusammengefaßt. Den Antrag Stadthagens, 777, Roheisen, zur Specialdiskussion Ledebour: Man könne es nur begrüßen, wenn sich die Vertreter zu stellen, wird trotz der Befürwortung Ha hns, der die Wangen- des Bundes der Landwirte zu der Ansicht Hahns durchrängen, heimschen Anträge aufnimmt, abgelehnt mit 10 gegen 10 Stimmen; daß Rohstoffe nicht verteuert werden dürften. Aber der Grundsay es fehlen zwei Freisinnige, der Antisemit und andre. terde sich wohl nicht allgemein durchsetzen. Beumer erwidere er, Ein Schlamm- Student. Aus Halle wird uns berichtet: Ant Hahn betont die Notwendigkeit, eine Specialdiskussion über die daß die deutsche Maschinenindustrie bei ihrer bekannten, Hocheiner Rette vom Schlamm weggezogen werden mußte Hauptpositionen zu pflegen, denn davon hänge die Stellungnahme entwickelten Leistungsfähigkeit eines Erziehungszolles nicht bedürfe. in der Nacht vom 29. zum 30. Juni der 25jährige Student der zu den landwirtschaftlichen Zöllen ab, wie die Eisen- und andre Auch dürfe man durch Zölle auf Näh- 2c. Maschinen die Konfektionsindustrie nicht belasten. Theologie Emil Schmidt. Schlamm heißt in Halle die Straße, Industriezölle sich gestalten. wo die Dirnen wohnen, und der junge Theologe war in der Nacht Speckt und Stadthagen unterstützen diese Ausführungen. Stadt- Brömel: Es sei nicht leicht, über die Gesamtheit der in diesem von 12 bis 1 hr dort hingegangen, selbstverständlich nur um hagen hebt hervor, daß die Majorität anscheinend die Special- Abschnitt aufgestellten Zölle ein Gesamturteil zu fällen. Hahn habe Studien über die Verderbtheit der Menschen zu machen. Als er in diskussion nur für Positionen zulassen wolle, wo sie hinaufschraubung sich wieder bereit erklärt, höhere Zölle der Industrie zu betvilligen, der Straße immer auf und ab lief und in die Stuben der Prosti- der Zölle beabsichtige. In die Geschäftsordnungsdebatte darüber wenn der Landwirtschaft solche bewilligt würden. Ein solches Ver tuierten neugierig hineinschaute, kam der Polizist Becker und forderte treten noch mehrere Redner ein, die sich gegen die Mundtotmachung fahren erschwere die Möglichkeit des Abschlusses von Handelsihn wiederholt, erst höflich und dann energisch, auf, den Schlamm durch die Mehrheit kehren, die von dem Centrum, den National- verträgen noch mehr. Werde sozusagen aus Rantüne diese Manizu verlassen, da die Beamten den längeren Aufenthalt der Passanten liberalen und den Freikonservativen gebildet wird. Hahn betont noch pulation betrieben, dann würde er sich dagegen kehren, wenn er dort nicht dulden dürften. Der junge Theologe war aber wie dort mals, daß es sich um den springenden Punkt des Zolltarifs handle, auch sonst die Anträge auf Herabsetzung unterstütze. Die Großhingebannt und wich nicht vom Schlamm. Als der Polizist ihn mit während Stadthagen die Bedeutung der Eisenzölle für die industrie habe ein großes Interesse am Zustandekommen von Gewalt wegbringen wollte, wurde er von dem angeheiterten Stu- Landwirtschaft ins Treffen führt und Herold gegenüber, der Handelsverträgen. denten angepackt, gegen die Brust gestoßen und an die Wand ge- von der Specialdiskussion eine Verschleppung der Beratung fürchtet, drückt. Der Beamte hatte am andern Tage noch rote Flecke an den solche Begründung für unberechtigt erklärt. Armen. Mit Hilfe andrer Personen wurde der widerspenstige Student schließlich von dem Beamten an eine Kette genommen und dann von dem Schlamm weggezogen. Er wurde deshalb vom Schöffengericht zu 50 M. Geldstrafe verurteilt. Husland. Italien. Speck ist für raschen Abschluß der Maschinenzoll- Frage in der Kommission, man sollte sich das weitere auf die Verhandlungen im Troßdem beschließt die Mehrheit, nicht in die Specialdiskussion Plenum sparen. Nichtig sei, daß verschiedene Zölle auf Maschinen in keinem Verhältnis zur Sachlage stehen. Von einer über die Positionen 792/93 einzutreten. Es wird konstatiert, daß das Centrumsmitglied Schüler Specialdiskussion tönne hier um so eher abzweimal gestimmt hat, der dies damit erklärt, daß er zuerst irrgesehen werden, als er bezweifle, daß man im Plenum tümlich gestimmt habe. so weit in der Beratung des Tarifes kommen werde.( Stadthagen: Auch über die Zulassung der Position 796, Eisenbahn- Sehr richtig!) Redner bespricht die Handelsbeziehungen zu Destreich. schienen, zur Specialdiskussion entspinnt sich eine Geschäftsordnungs- Debatte. Der Präsident des Reichstages tritt inzwischen in die Kommission und wird lebhaft begrüßt. Stadthagen fragt die Mehrheit, wenn ihre Gründe für die Beschlüsse gute seien, warum sie solche Furcht vor der Specialdiskussion bekunde? Die Mehrheit erster Lesung sei eine kleine gewesen, und verschiedene Redner, so auch Abg. Speck, seien nicht zum Wort Der Sommer ist kaum zu Drohende Massenarbeitslosigkeit. Ende und schon droht, besonders den Landarbeitern, eine Krise, wie fie selbst in Italien selten vorgekommen. Dem Ernst der Lage entsprechend, ist die parlamentarische Gruppe der Socialisten zusammengetreten und hat einstimmig beschlossen, die sofortige Einberufung Bes Parlaments zu fordern, damit dieses Maßnahmen trifft, daß ein großer Teil der Bevölkerung nicht dem Hunger preisgegeben und gekommen. Die Specialdiskussion wird gegen die Stimmen der Socialzu Revolten getrieben wird, wie sie in den letzten Jahren demokraten, Freifinnigen( von denen zwei fehlen), ferner der Aberst vorgekommen und mit dem Niederschießen der Arbeitfordernden endigten. Da die Landarbeiten erst im März- April ihren geordneten Hahn, Graf Kanig, Bindewald, Heim und Anfang nehmen, so wird die socialistische Gruppe vorschlagen, daß Sped abgelehnt. Stadthagen beantragt Specialdiskussion für die Positionen 808 öffentliche Arbeiten sofort in Angriff genommen werden. Besonders follen die Sümpfe troden gelegt werden, an denen Italien so reich bis 810, Spaten, Schaufeln, Heu, Dünger usw. ist, und die so gewonnenen Landstreden urbar gemacht werden. Die Gabeln, Sensen, Sicheln usw. Regulierung der Flüsse, welche vielfach dringendes Bedürfnis ist, Wasserleitung und Straßenbauten würden den Arbeitslosen reichliche Arbeit bringen und das gesamte Land auf eine höhere Kulturstufe erHahn erweitert den Antrag auf 800-814. Der Antrag wird Die Specialdiskussion wird denmach nur zugelassen über die Ein Antrag Spahn auf Schluß der General debatte wird mit Stimmengleichheit abgelehnt. Antri berichtigt die Beumerschen Mißverständnisse und bedauert dann, daß der Zoll auf Fahrräder in der ersten Lesung erhöht worden sei, denn das hemme die endlich eingetretene beffere Entwickelung der deutschen Fahrradindustrie, die thatsächlich durch die amerikanische Konkurrenz veranlaßt worden sei. Auf Antrag Pauli wird die Generaldebatte geschlossen. Bon Spahn beantragte redaktionelle Aenderungen werden ans genommen. Eine Specialdiskussion wird abgelehnt, damit ist der 18. Abschnitt angenommen. Dann wird eine Generaldebatte über den 19. Abschnitt: Feuerwaffen, Uhren, Tonwerkzeuge, Kinderspielzeuge eröffnet. 1001 0 Stadthagen: Dieser letzte Abschnitt decke insofern die Karten der Mehrheit auf, als sie die Vorlage völlig unverändert annahm, obwohl sie eine Reihe von starken Zollerhöhungen enthält, die Schaden den verschiedensten Industrieen, ja selbst dem Staat bringen. abgelehnt. Das wird am besten in der Specialdiskussion nachzuweisen sein.. Positionen 782/83, Nichtschmiedbarer Guß, und 798/99, Schmiedbarer Grfreulich sei es, daß die Darlegungen der Befürworter der Zollfreiheit, sogar Herrn von Wangenheim veranlaßt haben, Auch die Rentabilität dieser Arbeiten steht außer Zweifel, Letocha beantragt eine Herabminderung der Zollfäße 1. Lesung, jegt für diesen Abschnitt Zollherabsetzungen zu beantragen. tvenn in Betracht gezogen wird, wie viel allein alljährlich die Geheimrat Wermuth als sehr belästigend für die induſtriellen Auch das beweise die Gemeingefährlichkeit der künstlerischen durch Ueberschwemmungen an Nationalvermögen zu Grunde geht. Warenverteuerung durch Zölle. Die Macht der Gewohnheit habe Diese Jdeen dringen auch in die leitenden Streise, besonders der Konsumenten der Eisenwaren- Industrie bezeichnet. Stadthagen: Die Liebe der Kommissionsmehrheit zu ihren Be- in der Kommiffionsberatung sich so eingefressen, daß Zölle ohne Landstriche, die unter langer Arbeitslosigkeit leiden. So hat der Bürgermeister von Molinella, welchem die Regierung im ver- schlüssen erster Lesung ist so groß, daß sie nun auch die Folgen ihrer Gründe gewohnheitsmäßig beschlossen werden. Redner wünscht, daß gangenen Jahre 18 000 Lire zu öffentlichen Arbeiten zur Verfügung unflaren, belästigenden Beschlüsse tragen mag, die das Plenum am diese Gewohnheit sich nach der entgegengesetzten Richtung fünftig gestellt hatte, diese Maßregel für 9000 Arbeitslose für völlig un- besten von ihrer Unsinnigkeit überzeugen werden. genügend erklärt. heben. Schweden. Guß. Die Anträge Letocha zu den Positionen werden angenommen. Zu den Positionen 786-788, BI e ch, beantragt Herold, die Negierungsvorlage wieder herzustellen. Benmer beantragt dazu eine Anmerkung, die eine Erhöhung bezweckt, v. Wangenheim beantragt eine Herabsetzung der Säße 1. Lesung. bewähre. Hahn tommt abermals auf seine Absicht zurüd, Industriezölle herabzusehen, sofern nicht eine Parität zwischen landwirtschaftlichen und industriellen Zöllen herbeigeführt werde. Die Specialdiskussion wird abgelehnt, und damit ist dieser letzte Abschnitt abgeschlossen. Ein Vertagungsantrag wird abgelehnt. Dann beginnt die Beratung des Zolltarif- Gesekes. Es liegen dazu Anträge der Socialdemokraten und des Abgeordneten Hahn vor. Zu§ 1 wird die Diskussion eröffnet. Vier Socialdemokraten im Reichstag. Bei den Wahlen in Stockholm, die am Freitag stattfanden, fiegten in allen fünf Kreisen die offiziellen Listen der Linken mit der Ausnahme, daß an Stelle Beumer tritt für die höhere Verzollung ein. Blombergs, des einen der beiden socialdemokratischen Kandidaten, Die Socialdemokraten beantragen Zollfreiheit. der Kapitän Wallenberg, ein Mann von unbestimmter Parteirichtung Geheimrat Lusensky empfiehlt den Antrag Herold. wiedergewählt wurde, was von jedem aufrichtig Liberalen lebhaft Stadthagen: Es handle sich um einen Widerstreit zwischen den bedauert wird, aber lediglich durch die Haltung der liberalen Wähler Produzenten des Bleches und Fabrikanten, die dieses Blech weiter verschuldet worden ist. Blomberg erhielt 1126 Stimmen, sein verarbeiten. In der ganzen Debatte sei kein Grund angeführt, warum Gegentandidat 1205. Hjalmar Branting wurde im fünften Blech überhaupt mit Zoll belegt werden soll, da doch eine ganze Molkenbuhr: Es handelt sich hier zunächst um die Frage, ob Streise mit 1560 gegen 954 Stimmen wiedergewählt. Die Partei- Reihe Exportindustrien, die dieses Produit benötigen, belastet stellung der Vertretung Stockholms bleibt unverändert; von den würden, Klempner sowohl wie Karton- und Geschirrfabriken. man mit dem Doppeltarif, wie er in§ 1 zu 4 Positionen( Getreide) 22 Gewählten sind 18 Liberale, einer ist Socialdemokrat und 3 sind Die Zölle auf deren Waren könnten nicht erhöht werden, weil man aufgestellt worden ist, zu einem günstigen Abschluß von Verträgen sonst den Export unterbinde. Grundsätzlich dürften solche Rohstoffe mit dem Auslande kommen kann und ob nicht das Verlangen stärker Am 27. September fanden die Wahlen in 9 st a d und Malmö nicht belastet werden; der Zoll fördere außerdem die Startelle. Halbe auftritt, ob man nicht auch für andre Positionen Doppeltarisierung statt. In stad siegte der socialdemokratische Ran- Arbeit sei gefährlich, man möge Zollfreiheit beschließen und das einführen solle, wie es ja bereits für Viehzölle verlangt wurde. didat F. V. Thorsson, Verwalter des von den Arbeiter- Handwerk der Schlosser, Klempner, Uhrfederfabrikanten, eines be- Da wir den Doppeltarif für gefährlich halten, beantragen die Streichung des des zweiten Absatzes, die Doppelorganisationen gegründeten Volkspartes, mit 497 Stimmen gegen 449, achtenswerten Teils des Mittelstandes, nicht schädigen. Habe die wir Es sei bezeichnend, daß selbst dieser die auf den früheren konservativen Vertreter des Kreises fielen. In konservative Presse und Fraktion auch erklärt, die konservative Partei tarifierung des Getreides. Malmö wurden drei Liberale und der Socialdemokrat werde eine Herabsetzung von Industriezöllen befürworten und vor- Doppeltarif der Regierung von den Agrariern für ungenügend N. Persson, Vorsitzender des Maurerverbandes, nehmen, so sei das in der zweiten Lesung nur in geringstem Maße erachtet werde und zwar darum, weil die Sätze zu niedrig seien, ja gewählt. Persson erhielt 2581 Stimmen gegen 2207 seines konservativen unternommen worden, der Mittelstand würde also auch insofern es gäbe Leute, die um eine Zollerhöhung von 50 Pf. pro Doppel vernachlässigt. centner Throne zum Krachen bringen wollen, falls die 50 Pf. Gegners. Wilde. nicht gewährt würden. Redner geht dann auf zolltechnische Schwierigkeiten ein, die auf Grund des dritten Absatzes entstehen würden. Die Vergünstigungen, die im dritten Absah den Kolonien eingeräumt werden, müßten gesetzlich, nicht erst auf Beschluß des Bundesrates festgestellt werden können. Müller- Sagan beantragt zu Absatz 2, die Zollfäge auf Getreide nach dem bestehenden Tarif zu normieren. Graf Schwerin verbreitet sich über die Mindestzölle und acceptiert dankbar die regierungsseitige Interpretation der Wirkung der Mindestzölle, aber die hier festgesezten hätten nicht die Bedeutung, die sie für einen Doppeltarif haben müßten. Die Bindung der Zölle führe eine Handelspolitische Gefahr nicht herbei, wie von Gegnern der Bindung behauptet werde. Redner weist auf handelspolitische Abschlüsse mit der Schweiz hin. Die einzige Gefahr, die eintreten könnte, wäre die, wenn Verträge auf Grund dieses Tarifs nicht zu stande fämen und der Reichskanzler davon dem Reichstag Mitteilung machen müßte. Die Regierung möge darum ihre Ansicht von einer solchen Gefahr einer Revision unterziehen. Spahn beantragt Mindestzölle auf die Positionen 99, 100, 102, 103, 104, 105, 106, 107 einzustellen, und zwar: Pferde im Wert bis 1000 M. das Stück 2000 〃 " " " " " " 2500 " " " " " " 12 Rindvich Schafe für den Doppelcentner Lebendgewicht Schweine Fleisch, ausschließlich Schweinespeck, frisch, auch gefroren einfach zubereitet " " zum feineren Tafelgemuß zubereitet 72 M. 144 288 " " Vor Eintritt in die materielle Verhandlung bemerkt der Vor-| anderseits sei es aber doch nicht wahrscheinlich, daß nur die Ers sihende: Die Angeklagten haben einen innerung an jenen ungarischen Vorfall wachgerufen werden sollte. In einem Artikel der Nummer 252 Es soll nichts herausfommen" wird den Behörden ans Herz gelegt, nunmehr jede Rücksicht gegen die Juden fallen zu lassen. Der Angeklagte erklärt hierzu: Die Worte: es soll nichts herauskommen" seien Worte, die dem Munde der Frau Oberstaatsanwalt Settegast entstammen. Er verweist auf die spätere Beweisaufnahme über diesen Punkt. umfangreichen Wahrheitsbeweis angetreten, sowohl nach der Richtung der gegen die Beamten erhobenen Vorivürfe, als auch bezüglich der weiteren Behauptung, daß die beiden Lewys bezw. andre Leute jüdischen Glaubens an der Mord that beteiligt resp. Mitwisser seien. Es sind nicht weniger als 120 Zeugen kommissarisch vernommen worden. Diese Zeugen aussagen sind demnächst in dem Ermittelungsverfahren auf Grund In einem Artikel in Nr. 263, Der Schleier in Konig wird nicht der gegen Lewy u. Gen. erstatteten Strafanzeige, sowie in dem ab- gelüftet werden", wird das Vorgehen gegen den Fleischermeister lehnenden Bescheid des Ersten Staatsanwalts in Koniz, des Ober- Hofmann in Konitz besprochen, es werden einige Angriffe gegen den staatsanwalts und des Oberlandesgerichtsrats in Marienwerder ver- Untersuchungsrichter Dr. Zimmermann damit verknüpft und es wird wertet worden. Es fragt sich, ob die Angeklagten auch jetzt noch die gesagt, daß Dr. Zimmermann mit diesem Vorgehen und den AnBehauptung aufrechterhalten wollen, daß Verdachtsgründe für die schauungen seines judenfreundlichen Schwiegervaters entspreche. Thäterschaft der Lewys vorliegen. Rechtsanwalt Dr. Auf Antrag des Verteidigers wird ein späterer Artikel der StaatsHahn: Die Angeklagten stehen auf dem Standpunkte, daß zu der bürger- Zeitung" verlesen, in welchen anerkannt wird, daß der Angriff Zeit, als die Artikel erschienen, der dringendste Verdacht der Thäter auf den Untersuchungsrichter auf falscher Information beruhte, da die schaft auf den Lewys und den Juden ruhte. Sie stehen auch jetzt noch Attacke gegen Hofmann nicht von Dr. Zimmermann, sondern vom auf dem Standpunkte, daß dieser Verdacht berechtigt sei. Sie wollen Striminalinspektor Braun insceniert worden sei. Der Vorsitzende sich mit den Aussagen der meint, gerade diese nachträgliche Entschuldigung zeige, daß es im 120 Zeugen höchsten Maße leichtfertig sei, auf Grund oberflächlicher Information so schwere Vorwürfe gegen einen Beamten zu erheben. Ein Artikel in Nr. 257 enthält die Insinuation, daß der StaatsZeugnis von Juden zu üben. zunächst begnügen. Die Vorwürfe gegen die Beamten halten sie aufrecht und behalten sich vor, Kritik an den Bescheiden des Ersten Staatsanwalts, des Oberstaatsanwalts und des Oberlandesgerichts| anwalt lediglich das Auf die bestimmte Anfrage des Staatsanwalts Kanzow erklärt Rechtsanwalt Dr. Hahn, daß die Angeklagten berücksichtige und das von Christen ablehne. Der Angeklagte will thatsächlich den Vorwurf der Mitthäterschaft auch heute noch gegen dies auf die Thatsache bezogen wissen, daß ein katholischer Geistlicher 48 die Lewys aufrechterhalten. Der Vorsitzende erklärt hierauf, bei dem Staatsanwalt den Antrag gestellt hatte, den Fleischermeister daß unter diesen Umständen die Beweisaufnahme auf den Konizer Josef Eisenstädt aus Prechlau zu vernehmen, dieser Antrag sei aber Mord näher werde eingehen müssen und die ganze Angelegenheit abgelehnt worden. ab ovo werde behandelt werden müssen. · 14,40 " 36 " " 96 " Hahn beantragt als Mindestsäke für Getreide 7,50 M. Graf Posadowsky: Der letzte Antrag bestätige seine früheren Ausführungen über die agrarischen Anträge. Ueber handelspolitische Gefahren lasse sich wenig sagen. Doppeltarife mit Mindestsäßen dürften der Regierung die Freiheit der Handelspolitischen Aktion nicht einschränken. Wäre die Regierung genötigt, auf Grund des alten Tarifs mit dem Ausland zu verhandeln, könnten leichter Verwickelungen entstehen, als auf Grund des vorliegenden Tarifs. Andre Staaten verfolgen ja doch die Verhandlungen über diese Vorlage, fie werden ja ihre Schlüsse daraus ziehen. Hahn tritt für die von ihm beantragten Säge ein. Die Caprivische Handelspolitik würde auf die Dauer nicht fortzusetzen fein. Redner bespricht die Sammlungspolitik, die einst im preußischen Abgeordnetenhause als das größte Heil empfohlen wurde. Waffen für handelspolitische Verhandlungen liefern den Tarif in äußerst unvollständiger Weise. Redner vermutet, daß die Regierung sich dem Ausland gegenüber auf die Säße der Vorlage festgelegt habe und wünscht, diese ausgesprochene Ansicht möge ebenfalls setret gehalten werden.( Heiterkeit.) Es dürfe nichts geschehen, das zeige, als ob man einem wirtschaftlichen Kampfe mit dem Auslande ausweichen wolle. Graf Posadowsky: Wenn Hahn Kenntnis davon haben würde, was die Regierung weiß, dann würde er erkennen, daß es bei Verhandlungen mit auswärtigen Regierungen nicht nur auf Energie, sondern daß es auf ein großes Maß von Geschicklichkeit, Einsicht und Mäßigung antomme, um einen günstigen Abschluß zu erzielen. Auch der vom Grafen Schwerin vorgeschlagene Weg jei nicht gangbar, darauf würden auswärtige Regierungen nicht eingehen. In einem Artikel, der die in Konit entstandenen Ausschreitungen Die Eröffnung des Hauptverfahrens hat, wie der Vor- gegen die Juden behandelt, sind beleidigende Angriffe gegen den sigende weiter hervorhebt, schon vor 2 Jahren stattge Bolizeifommissar Block enthalten, dessen Verhalten scharf getadelt funden. Dies erkläre sich aus verschiedenen Gründen. Zunächst wird. Der Angeklagte beruft sich darauf, daß sämtliche unbesoldete scien im Laufe der Zeit 6 verschiedene Verteidigungsschriften ein- Stadträte in Koniz sich über das Auftreten Blocks beschwert und gegangen, es sei ein ganz umfangreicher Beweis durch Vernehmung ihm gewissermaßen die Schuld dafür zugeschrieben haben, daß es in von 120 Zeugen erhoben worden, die Aussehung des Verfahrens Konig überhaupt so weit gekommen. Er beantragt außerdem die wurde dann auch dadurch geboten, daß gleichzeitig das Verfahren Vorlegung verschiedener Aften aus Strafverfahren gegen Block, in gegen die Lewys eröffnet worden war, und erst als dies beendet welchen dieser wegen Mißhandlung bestraft worden sei. worden und das Oberlandesgericht in Marienwerder in diesem SomIn einem andren Artikel wird dem Bürgermeister Deditius mer seinen Bescheid erteilt hatte, konnte das Verfahren gegen die Boreingenommenheit für die Juden vorgeworfen und gesagt, daß Angeklagten seinen Fortgang nehmen. sein Auftreten während des Krawalls mehr aufregend als beschwich= tigend gewirkt habe. Der Angeklagte erklärt, daß dies auf das durch die Beweisaufnahme noch näher darzulegende Verhalten gegen den Fleiſchermeister Hofmann Bezug habe. Der Angeklagte Bruhn betont, daß er doch nur wegen Beleidigung der beiden Lewys und des Kaufmanns Caspary, nicht aber wegen Beleidigung von Behörden und Beamten angeklagt sei, aus der Verbindung mit der anderen Anklage ihm event. zu Unrecht große Kosten entstehen würden und deshalb ersuchen müsse, seine Ein dahin Sache abzutrennen und besonders zu behandeln. gehender Antrag wird vom Rechtsanwalt Dr. Hahn zurückgezogen, nachdem darauf hingewiesen worden, daß eine Abtrennung nicht möglich sei. Der Vorsitzende läßt sich durch Befragen von dem Angeklagten bestätigen, daß der von diesem erhobene Vorwurf des Ritualmordes oder wie es jetzt genannt werde, ,, Blutmordes", nicht gegen die jüdische Religionsgesellschaft sich richte, sondern nur die Thatsache behauptet werden solle, daß abergläubische Juden solche Blutthaten verrichten. Es folgt hierauf die Verlesung der einzelnen Artikel, die die Grundlage der Anklage gegen Dr. Böttich er bilden. In einem Artikel, der die Handhabung der Hausdurchsuchungen fritisierte, soll die Polizeiverwaltung und der Schlächtermeister Lewy beleidigt worden sein. Ein Artikel in Nr. 216 wird wegen einer Beleidigung des Kriminalkommissars Wehn verfolgt. An die Thatsache, daß Wehn seine Thätigkeit in Konig eingestellt habe, wird die Bemerkung geknüpft:„ Es ist also nicht einmal wie seiner Zeit in Sturz gelungen, einen Christen zu finden, den man zur Ablenkung des Verdachts von den Juden der Thäterschaft bezichtigen konnte. Zwei andre Artikel, die beleidigende Stellen enthalten sollen, richten sich gegen die von Berlin aus nach Konig entsandten Kriminalbeamten. Stadthagen: Der einzige Ausweg aus den angedeuteten VerFerner zieht die Auflage einen Artikel heran, der den Inhalt einer widelungen biete der socialdemokratische Antrag, den Absaß 2 zu von dem Fleischermeister Hofmann an das Gericht gemachten Eingabe streichen. Er sei der Ueberzeugung, der nächste Reichstag würde einen solchen Abfaz refp. Doppeltarif nicht annehmen, wenn auch die Der damals 18 jährige Obertertianer Ernst Winter ist wiedergab. Auf Anregung des Kriminalinspeltors Braun war bekanntlich Regierung eine Verständigung unter allen Umständen mit dem Reichstage bekanntlich am 11. März 1900 ermordet worden, Teile seines Leich seiner Zeit das Verfahren gegen den Fleiſchermeister Hofmann in zu dem Zweck der Annahme versuchen würde. Auf die Höhe der nams sind am Nachmittage des 13. März unter dem Eise des Konig unter dem Verdachte des Mordes eingeleitet und Hofmann Säge komme es bei dem Grundsaz, Doppeltarife einzuführen, nicht Mönchsees in ein rotbraunes Backpapier eingewickelt, vorgefunden selbst verhaftet worden. Nach seiner Entlassung und Einstellung an. Aber die Säße, die im 2. Absatz der Vorlage enthalten seien, worden. Es ist ebenso bekannt, daß der mysteriöse Fall in Konitz des Verfahrens hat sich Hofmann durch jene Beschwerde über die bedeuteten eine ungeheuerliche Verteuerung des Brotes, durch die und Umgegend eine ungeheuere Erregung hervorgerufen und ins ihm widerfahrene Behandlung lebhaft beklagt und auszuführen Angeklagter die arbeitenden Klassen ausgewuchert würden. Würden sie verwirk- besondere die antisemitische Preſſe diesem Falle ihre lebhafteste gesucht, daß nach allen vorliegenden dringenden Verdachtsmomenten light, müßten sie zu einem Sturm in der Bevölkerung führen, Aufmerksamkeit gewidmet hat. Die Staatsbürger- Zeitung" hat nur Lewy als des Mordes verdächtig erscheinen könne. wie er fich als Parteimann ihn nur wünschen könnte. Redner den Konizer Mord und die damit in" Verbindung stehenden Vor- Bruhn erklärt hierzu, daß die Staatsb.- 3tg." es für ihre Pflicht geempfiehlt die socialdemokratischen Anträge zur Annahme. Man solle gänge in zahlreichen Artikeln behandelt, die scharfe Kritik an den halten habe, die Interessen des hochachtbaren Fleischermeisters Hofmann fich doch über den Gang der Beratung in der Kommission nicht von den Behörden zu der Ermittelung der Thäterschaft ergriffenen gegen die ihn bedrohenden jüdischen Machinationen wahrzunehmen. täuschen. Die eschlüsse, die hier auf Grund der Kompromißmacherei Maßnahmen übten, die in Koniz herrschende Stimmung und die dort Ein dahin gehendes Ersuchen habe auch von dem Rechtsanwalt zu stande kämen, würden schwerlich dem Plemum imponieren. Heute verbreiteten Ansichten über den Gang der Untersuchung besprachen Gebauer, dem Verteidiger des Hofmann, vorgelegen. Durch einen weiteren Artikel fühlt sich fei die Lage noch eine andre, als bei ähnlichen Beratungen vor und im allgemeinen den Gedankengang verfolgten, daß die Behörden Bürgermeister Deditius circa einem Jahrzehnt. Die hier gegen jede Verteuerung beziv. die in Frage kommenden richterlichen und staatsanwaltlichen der Lebensmittel sind, haben die übergroße Mehrzahl Beamten aus Gründen der Schonung der Juden vieles versäumt beleidigt. Es wird darin ausgeführt, daß Herrn Deditius die Hauptder Wähler hinter sich. Jezt handle es sich für die Zollparteien beziv. unterlassen haben, was sie hätten thun müssen, um volle schuld dafür treffe, daß unmittelbar nach Bekanntwerden des darum, eine Verſtändigung zu finden, aber man dürfe nicht glauben, Klarheit in das Dunkel zu bringen. Die Auflage erblickt in ver- Mordes die Untersuchung in unzureichender Weise geführt worden daß sich solch wichtige Angelegenheiten so leicht wie ein Kuhhander schiedenen Ausführungen der inkriminierten Artikel den Vorwurf, sei. Damit wurde eine Mitteilung aus Strehlen verbunden, die machen lassen. Das werde sich zeigen. Die Schwierigkeiten, Handelsberträge abzuschließen, seien ebenfalls nicht gering. Der Antrag Spahn lasse ziemlich deutlich erkennen, um wie viel Fleisch und Brot berteuert werden sollen. Das werde das Volk schnell begreifen. Bindewald will die principielle Stellung seiner Partei( antisemitisch) präcifieren. Sie wolle nicht, daß Handelsverträge zu stande kommen auf Grund eines veralteten Tarifes, wie es der bestehende sei. Der Landwirtschaft müsse man mehr entgegenkommen, darum stimme er für den Antrag Hahn. daß die staatsanwaltschaftlichen und Polizeibehörden mit Absicht vor einem Einschreiten gegen die Juden zurückschreckten, daß für sie das Judentum ein„ Blümchen rühr' mich nicht an" sei, daß sie aus Furcht die gegen die Juden vorliegenden Verdachtsmomente nicht oder nur unzulänglich verfolgten, daß die Beamten die Sache nicht aufffären lassen wollten, daß sie unberechtigte Rücksicht auf die Juden nähmen u.s.w. Es liegen Strafanträge vom Oberlandesgerichts- Präsidenten in Marieniverder, von dem Oberstaatsanwalt, vom Regierungspräsidenten, ferner vom Polizeipräsidenten von Berlin für die beleidigten Beamten und von verschiedenen Privatpersonen vor. Graf Kanik: Es ist kein Geheimnis mehr, daß der Wirtschaftliche Ausschuß einen Doppeltarif ausgearbeitet hat, der uns nicht vorgelegt worden ist. In diesem Ausschuß saßen auch die Vertreter der Industrie. Man glaubt, mit Rechtsanwalt Dr. Hahn bemerkt hierzu, daß die betr. Beroffenen Karten könne man nichts erreichen. Frankreich habe auch treter der Behörden nicht aus eignem Antriebe die Strafanträge geeinen Doppeltarif und mit offenen Karten gespielt und hat doch stellt haben, sondern erst auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft am teine schlechten Geschäfte gemacht. Es ist ein reiches Land Landgericht Berlin I. Staatsanwalt Kanzow bestreitet diese und immer reicher geworden, vielleicht auch infolge seiner Behauptung. Von einem„ Ersuchen" der Staatsanwaltschaft könne Handelspolitik. Dort hält man die dortigen dortigen Getreidezölle ebenfalls für zu niedrig. Redner bespricht dann die keine Rede sein, die letztere habe pflichgemäß nur angefragt, ob etwa ein Strafantrag gestellt werde. Der Verteidiger erwidert: Es Industriezölle. Kämen tein Tarif und feine Handelsberträge zu stande, würde eine traurige Periode über das deutsche haben 17-18 Strafanträge von Privatpersonen, vom Verein zum Volt hereinbrechen. Je mehr wir Gewicht auf Handelsverträge bei unfren Beratungen legen, um so größere Forderungen wird das Ausland stellen. Redner ersucht um Annahme der Spahnschen Anträge. Darauf wird die Sigung um 6 Uhr vertagt. Nächste Sigung Mittwoch 9 Uhr. " aus der früheren Amtsthätigkeit des Herrn Deditius dortselbst eine schlimmere Charakteriſtik desselben herleitete. Es wurde mitgeteilt, daß Herr Deditius eine Jüdin aus Breslau zur Frau habe, daß er sich in Strehlen den Beinamen Antisemitentöter" erworben, In daß er von Strehlen schließlich fortgelobt worden sei 2c. 2c. einem zweiten Artikel wurde in ähnlicher Weise auf die Strehlener Thätigkeit des Herrn Deditius und seine Amtsführung in Konig Bezug genommen. Der Angeklagte Dr. Bötticher behauptet, daß die Zuschrift aus Strehlen von einem Manne herrührte, dessen ganze sociale Stellung ihm dafür bürgte, daß die Mitteilung auf Wahrheit beruhte. Er beruft sich außer dem darauf, daß von mehreren Stadträten und Stadtverordneten in Konitz Beschwerden gegen Herrn Deditius erhoben worden seien. Beim Schluß der Verlesung dieser Gruppe von Artikeln, bei denen es sich um Beleidigung von Beamten Handelt, bemerkt Landgerichtsdirektor Opitz: Mußten Sie sich nicht als Redacteur einer Beitung, die an sich doch wohl nicht das Bestreben hat, die Staatsbehörden als solche verächtlich zu machen, sagen, daß es doch nicht angängig ist, auf Grund oberflächlicher Informationen oder des Verhaltens einzelner Personen so schwere Vorwürfe gegen Behörden zu erheben? Wenn an Maßnahmen der Behörden so häßliche Stritik geübt wird, so kann das doch nicht zur Beruhigung beitragen, sondern muß Verwirrung anrichten. Schutze der Mitbürger jüdischen Glaubens usto. vorgelegen, es feien Ersuchen an den Minister des Innern und Angel.: Damals herrschte eine Kampfesstimmung, denn die den Justizminister ergangen und schließlich habe die Staatsanwaltschaft die Strafanträge ertrahiert. Früher habe die Staatsanwalts Staatsbürger Zeitung" war auch vielfach angegriffen worden und schaft immer auf dem Standpunkte gestanden, daß solche Beleidi- bei solcher Preßfehde werden manchmal die Worte nicht sorgfältig gungen auf den Weg der Privatflage zu verweisen seien; abgewogen. thatsächlich stellen auch 12-14 Fälle der Auflage keine Beleidigungen Vorfizender Landgerichts Direktor Dpit: Sie werden doch von Beamten, sondern nur von Privatpersonen dar. Der Staats: wohl zugeben müssen, daß damals an die Konizer Behörden und anwalt erwidert, daß durch dieselben Artikel sowohl Privatpersonen Beamten ungewöhnliche Ansprüche gestellt wurden. Die Beweisals auch Beamte und Behörden beleidigt seien und sich hieraus das aufnahme wird ergeben, in welcher Weise die Beamten versucht haben, ihren Aufgaben gerecht zu werden. Eingreifen der Staatsanwaltschaft genügend erkläre. Angeklagter Dr. Bötticher erklärt auf Befragen im allgemeinen zu den Artikeln, daß er in den inkriminierten Mitteilungen aus Konih nur den Niederschlag der Meinung erblickt habe, wie sie sich seiner Zeit in Stonis gebildet habe. Die Konizer Angelegenheit sei von einem wohlunterrichteten Redaktionskollegen bearbeitet worden, auf den er sich naturgemäß verlassen habe. Der inkriminierte und Artikel in Nr. 272 unter der Ueberschrift Ritualmord" behandelte die Frage, warum der Mörder nicht entdeckt werde und sei nichts als die Wiedergabe der Ansichten, die in der erregten Konizer Bevölkerung kolportiert worden seien, und zivar auf Grund von verschiedenen auffälligen Thatsachen. Der Koniker Mord vor dem Berliner Gericht. Vor der zweiten Straffammer hiesigen Landgerichts I begann heute die Verhandlung gegen den verantwortlichen Redacteur der Staatsbürger- Zeitung", Dr. phil. Paul Bötticher und den Verleger derselben Zeitung, Herrn Wilhelm Bruhn, wegen Veleidigung. Den Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Opih, die Anklage bertritt Staatsanwaltschaftsrat Dr. Kanzow, die Verteidigung führen die Rechtsanwalte Dr. Hahn Charlottenburg Simons Berlin. = Als Nebenkläger sind zugelassen aber nicht anwesend: der Schlächtermeister A. Lewy, dessen Sohn, der jezige Etrafgefangene Morib Lewy, der Kaufmann May Großmann, trelche durch Rechtsanwalt Sonnenfeld vertreten werden. Ferner ist als Nebenkläger anwesend der Kaufmann G. Caspari, der durch Justizrat Dr. von Gordon vertreten wird. = Als Zeugen find anwesend: Erster Staatsanwalt Sette gast, zur Zeit in Limburg, Oberstaatsanwalt a. D. Wulff, Landrichter Dr. 3immermann- Koniz, Amtsrichter Pankau Konik, Bürgermeister Deditius- Konig, Erster Staatsanwalt in Schweigger- Soniß, früherer Polizeikommissar Block Gnesen, die Kriminalinspektoren Braun und Slatt, sowie Kriminalkommissar Wehn, das Dienstmädchen Pauline Gaz, jetzt in Tegel, und die unverehelichte Anna No ß- Berlin. Der Angeklagte Dr. Bötticher wird durch den Eröffnungsbeschluß beschuldigt, durch 26 Artikel der Staatsbürger- Zeitung", die sich mit den Koniger Vorgängen beschäftigen, der Angeklagte Bruhn wird beschuldigt, durch zwei Artikel richterliche, staatsanwaltliche und Verwaltungsbehörden und Beamte, sowie Privatpersonen im Sinne der §§ 185 und 186 beleidigt zu haben. Bruhn soll nur Privatpersonen beleidigt haben In einem Artikel in Nr. 289 heißt es u. a.: In die Interna eingeweihte Personen sind der Ueberzeugung, daß trok der schweren Belastung der Lewys gegen diese aus staatlichen Rücksichten nicht vorgegangen werde, denn man fürchtet, daß, wenn die Lewys verhaftet oder gar verurteilt würden, ein allgemeiner Volksaufstand zu befürchten wäre, bei dem zahlreiche Juden totgeschlagen werden würden. Der Artikel fügte hinzu: diese Mitteilung flinge unglaubwürdig, aber nach alledem, was schon vorgekommen, könne man alles für möglich halten. Der Angeklagte erklärt hierzu auf Befragen, daß demjenigen, der die Mitteilung gemacht, wahr scheinlich die Mitteilungen des Fürsten Liechtenstein vor geschwebt haben, wonach Graf Andrassy s. 3t. im Falle TiszaEzlar sich geäußert habe: Wir konnten die Juden nicht bestrafen, weil uns sonst die Juden totgeschlagen werden würden." Der Vorsitzende erwidert, daß zunächst es doch nicht angängig sei, uns aarische Verhältnisse ohne weiteres auf deutsche zu übertragen, Es folgt die Verlesung einer ganzen Reihe von Artikeln, die als beleidigend angesehen werden, weil sie immer wieder auf den Schlächtermeister Lewy und seine Familie den Verdacht der Thäterschaft lenkten, behaupteten, daß sich die Verdachtsmomente gegen diese in be drückendster Weise mehrten, daß die Ermordung des Ernst Winter in dem Lewyschen Keller stattgefunden haben müsse 2c.- Der Angeklagte Dr. Bötticher erklärt hierzu, daß diese Artikel teils die lleberzeugungen der Konizer Bevölkerung und die dort herrschende Stimmung wiedergaben, teils sich auf Feststellungen, die sich aus Zeugenaussagen ergaben, stügten. Der Verdacht gegen die Lewys habe ja doch thatsächlich vorgelegen und sich zu einer Strafanzeige des Baters des ermordeten Winter verdichtet. Zu einem dieser Artikel bemerkt der Vorsitzende: Wie unzuverlässig solche Berichte sind, die die Grundlage derartiger Artikel bilden, ergiebt sich aus einem Punkt. In einem Artikel ist ein großes Aufheben davon gemacht, daß man in einem an die Synagoge grenzenden Raum ein Fläschchen mit Blut gefunden habe. Die Sache erkläre sich einfach dahin: In jeder Synagoge befinde fich auch ein Raum zum rituellen Schlachten von Geflügel. Das Blut werde in eine kleine Blutgrube geleitet und als man behördlicherseits in der Synagoge recherchierte und auf diese Blutgrube stieß, hielt man es für angebracht, ein wenig Blut zu entnehmen und in eine kleine Glasflasche zu füllen. Eine Flasche mit Blut" sei also keineswegs vorgefunden worden. Hieran reihen sich zwei Artikel, die der Angeklagte Bruhn zu vertreten hat. In dem ersten wird ausgeführt, daß die Thäter in den verschiedensten Ständen gesucht werden, nur nicht unter der " Juden; es würde, wie weiter dargelegt wurde, ein Vergehen gegen Auflage des Totschlages freigesprochen worden ist, bildete die Ver- Augen geschlossen, wie int Schlafe. Das Geficht ist Die Gerechtigkeit sein, wenn man en Israelski, der unter dem Ber- alaffung zu einem Artikel in der„ Schleswig- Holsteinigen wachs bleich. Frau Zola wurde die Mitteilung bon dent dacht stand, den Kopf des Ernst Winter weggebracht zu haben, frei Volkszeitung" in Kiel. Diese berichtete im August 1901 Tode ihres Gemahls mit der größten Schonung gemacht. lassen wollte. Der Artikel rügt weiter die Thätigkeit des Kriminal- über den Prozeß gegen v. Stieteneron und knüpfte daran eine dieihe Sie wollte nicht daran glauben und es bedurfte der bringendsten Inspektors Braun, der bei verschiedenen Gelegenheiten Ge- von Bemerkungen über das fragliche Kriegsgericht, in denen das Borstellungen des Arztes und ihrer Freunde, um sie zu bewegen, spräche über die Angelegenheit mit der Bemerkung ge- Landgericht Kiel den Vorwurf der Parteilichkeit und frivolen Rechts- das Haus zu verlassen und das Erholungsheim in Neuilly aufzu schlossen habe: Und glauben Sie wirklich, daß Israelski den Mord beugung erblickte. Dasselbe hat deshalb am 15. März den Genossen suchen. In die im Trauerhause aufliegenden Listen haben sich begangen habe?" In dem Artikel wird dem Kriminalinspektor Albert Weber, der als Verantwortlicher zeichnete, zu zwei Monaten bereits zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten eingetragen. Eine Braun nahe gelegt, eine andre Untersuchungsmethode anzuwenden Gefängnis verurteilt. Die Revision des Angeklagten, welaje große Menschenmenge drängt sich vor dem Hause. Ueber= und einmal dem Gedanken nachzugehen, daß der dem Trimke er Verkennung des Strafgesetzes und ungenügenden Strafantrag be- haupt ist die Trauer eine allgemeine. Die" Aurore" gebene Jsraelsti, dessen Glaubivürdigkeit im Falle der Not leicht hauptete, wurde vom Reichsgerichte verworfen. ift schwarz umrändert erschienen; in der Petit République" in Zweifel gezogen werden konnte, von Juden die Mission über sendet Jaurès dent machwollen Romancier und dem nommen habe, den Kopf des Winter wegzuschaffen. Dieser Gegroßen Bürger einen Scheidegruß, die Brüder Paul und Victor danke wird in dem Artikel des. weiteren ausgeführt und wiederum Marguerite feiern ihn im Matin". Alle republikanischen Blätter, der Verdacht auf Leivy und den Kaufmann G. Caspary gerichtet. „ Lanterne",„ Radical" 2C. jchen in ihm den großen Angeklagter Bruhn bemerkt hierzu, daß er nicht etwa Bon der Zum Konkurs der Mannheimer Aktiengesellschaft für chemische geistigen Führer. nationalistischen Presse verhält ständiger Berichterstatter der.„ Staatsbürger Zeitung" für Konitz ge- Industrie, der wieder mal auf die heute übliche Sorglosigkeit der Auf- der„ Eclair" sich anständig und würdig. Er hat die Akademiker wesen, sondern nur mehrmals hinübergefahren sei, um einerseits fichtsräte ein grelles Schlaglicht wirft, heißt es in der" Frankfurter Sorel und Larroumet interviewt.„ Die Litteratur," ſagt Larroumet, die Berichterstatter der Staatsbürger Zeitung" zu kontrollieren und Beitung": „ erleidet einen unermeßlichen Verlust. Zola war sicherlich der machtanderseits Studien an Ort und Stelle zu machen. Sein Bestreben Der sei gewesen, der Wahrheit auf den Grund zu kommen. Der Inhalt bes inkriminierten Artikels entspreche der Wahrheit. Er glaube auch jetzt noch, daß Lewy und Caspary mit der Mordfache in irgend einer Beziehung stehen. Rechtsanwalt Kanzow: Hat Herr Brahn nicht zum Kriminalinspektor Braun gesagt: Die Sache dürfe nicht polizeilich, sondern müsse politisch behandelt werden? Hus Induftrie und Dandel. # " 1 Mit den heute enthüllten Verlusten der obigen Gesellschaft ist vollste Schriftsteller, beit man feit Balzac gekannt bat." das" deutsche Aktienwesen wieder um einen jener betrübenden jetzt reaktionäre Figaro", in dem Zola einst seine ersten Fälle reicher, in denen die Verwaltung einer Gesellschaft durch Fül- Kampfartikel für Dreyfus veröffentlichte, behilft sich mit einer schungen und andre betrügerische Manipulationen das ganze Stapital litterar- historischen Würdigung. Efelhaft benehmen sich mitt des ihrer Leitung unterstellten Unternehmens in Verlust gebracht einige jener Blätter, die Zola mit dem Worte" La Presse imhat. Auf welche Weise dies geschehen konnte, darüber liegt auch monde gebrandmarkt hat:„ Gaulois"„ Libre Parole" und jetzt noch keine Aufklärung vor; vermutlich wird sich zunächst der Intransigeant". Der„ Gaulois", der auch die blöde Hypothese Staatsanwalt mit der Angelegenheit zu beschäftigen haben. Die eines Selbstmordes erörtert, hofft, dasselbe Grab werde die Leiche Mitteilung des Aufsichtsrats spricht von einer seit Jahren bestehenden Bolas und die lezten Reste der Dreyfus- Affaire unschließen.„ Das," Angeklagter Bruhn: Er habe schon einmal unter seinem Gide Unterbilanz, die durch falsche Buchungen der Direttoren verdeckt jagt der„ Gaulois"," wird der erste Dienſt ſein, den Zola unserm bestritten, daß er sich in der Weise, wie es Kriminal- Inspektor Braun wurde. Aber der Vorstand besteht aus vier Mitgliedern; hat einer Lande erwiesen haben wird." Es lohnt nicht wiederzugeben, was behauptet, geäußert habe. Thatsächlich habe er dem letzteren bei vom andern nichts gewußt oder haben sie unter einer Secke ge- Drumont und Rochefort schreiben. Die„ Lanterne fordert die Gelegenheit eines Gesprächs nur seine Meinung dahin ausgedrückt, arbeitet? Ferner sagt der Aufsichtsrat, daß sich die Verluste bei einer demokratische Bevölkerung auf, Zola ein großartiges Begräbnis zu daß er seine Recherchen nicht mir nach der einen, sondern auch nach Revision der Bücher herausgestellt haben. Aber solche Revision muß bereiten. der andern Seite hin richten solle. Justizrat Dr. v. Gordon: doch seitens des Aufsichtsrats häufiger vorgenommen werden, zum Auch aus dem Auslande liegen bereits eine Reihe von Welche Anhaltspunkte hatte denn der Angeklagte für den hier gegen allerwenigsten einmal jährlich, und hätte wohl bei Beileidsfundgebungen vor. den Nebenkläger Caspary ausgesprochenen schweren Verdacht? Anwendung genügender Sorgfalt schon früher Der Verein der Römischen Presse beschloß, sich bei Angeklagter Bruhn erflärt: Der Verdacht mußte rege werden, deckung zur Aufführen müssen. Unter diesen Umständen drängt dem Zeichenbegängnis durch den Pariser Berichterstatter Bernasconi weil die Tochter des Caspary, die festgestelltermaßen mit dem sich von selbst die Frage auf, ob der Aufsichtsrat feiner bertreten zu lassen, und fandte gleichzeitig an den Präsidenten des ermordeten Winter im Verkehr stand und diefen noch kurz vor seinem Aufsichtspflicht in ausreichendem Wiaße genügt habe; zur Beurteilung Pariser Preßvereins folgende Depesche ab:„ Die italienische Presse Tode zu einer Landpartie eingeladen hatte, der Mutter des Winter dieser Frage wird man erst genaueres darüber abwarten müssen, beweint mit Frankreich den Tod Emile Zolas, des großen Schriftgegenüber jede nähere Bekanntschaft mit Winter abgeleugnet hatte. auf welche Weise die Verluste entstanden und verdeckt worden ſtellers und des großen Agitators der Seelen und Ideen, welche Für ihn sei es danach nicht zweifelhaft gewesen, daß die ganze sind, und davon wird dann vermutlich abhängen, ob auch ein die lateinischen Länder im neunzehnten Jahrhundert der Welt gaben." Sache ein Komplott war und Caspary in irgend einer Weise damit Regreß gegen den Aufsichtsrat möglich ist. Ganz rätselhaft Der Minister des öffentlichen Unterrichts telein Verbindung stand, bezw. um die Sache wußte. Kriminalinspektor Braun " Verdachtsmomente gegen Lewy Der frühere Ministerpräsident Walded Rousseau ersuchte den Verleger Fasquelle telegraphisch, der Gattin Bolas fein Beileid auszusprechen. Die Beerdigung Zolas wird am Freitag auf dem Montmartre- Friedhof stattfinden. Da Zola Offizier der Chrenlegion gewesen ist, so wird man ihm militärische Ehren erweisen, vorausgefekt, daß er sich dieselben nicht testamentarisch verbeten haben vorhanden gewesen und dazu ſei nun noch die schwere Bezichtigung Mart. In den letzten Nachrichten aus Mannheim wird denn auch Letzte Nachrichten und Depelchen. des Masloff gekommen. Er habe hier nicht leichtfertig gehandelt, sondern nur die Wahrheit an den Tag bringen wollen. Bräf Das schlimme ist nur, daß, wie dem Angeklagten bekannt ist, Masloff nun schon vier verschiedene Angaben gemacht und zuletzt bei seiner Vernehmung in der Strafanstalt zu Graudenz wieder mit neuen Behauptungen hervorgetreten ist. Der Angeklagte bedauert dies sehr, meint aber, es sei nicht wunderbar, wenn man daran denke, wie oft Masloff nun über die Dinge ins Verhör genommen und wie oft auf ihn eingeredet worden sei. Justizrat Dr. v. Gordon teilt mit, daß Caspary seinen Antrag auf Buße aufrecht erhalte. Gemeindewahl- Sicg. erscheint vorerst auch noch, wohin die Millionen gekommen sind. graphierte seinem französischen Kollegen, daß der Tod des glorreichen Nach Meldungen, die uns aus Mannheimer Bankfreisen zugehen, Schriftstellers und Apostels nicht allein von Frankreich betrauert habe nur den Standpunkt vertreten, daß er die Welt und die Meere sind dort Gerüchte verbreitet, wonach die Verluste den in der würde, sondern von der ganzen geistigen Welt, besonders aber von bereiſt habe und in der Welt Bescheid wisse; daß der Mord von offiziellen Depesche angegebenen Betrag sogar noch übersteigen Italien, mit dem sein Name durch Berwandtschaftsbande, durch Juden berübt fei, fei ja Unsinn, denn es fehle das Motiv". Dem sollen. Der Aufsichtsrat hatte gesagt, daß das ganze Aktienkapital Solidarität und Zuneigung verbunden sei. gegenüber habe er geglaubt, den Kriminalinspektor darauf hinweisen von 21 Millionen Mark als verloren zu betrachten sei und selbstSogar im Vatikan hat, wie von andrer Seite gemeldet wird, zu sollen, daß die Nachforschungen doch auch nach der andren Richtung verständlich auch die 400 000 M. Reserven. Das sind zusammen der Tod Zolas einen tiefen Eindruck gemacht. Der Papst soll beim hin gelenft werden sollten. 2,90 Millionen. In Mannheim spricht man sogar von ins- Empfang der Nachricht gesagt haben:" Bola war wohl ein Feind Der zweite gegen den Angeklagten Bruhn herangezogene Artikel gesamt 31 Millionen Mart Verlusten. Wie bei dem relativ der Kirche, aber ein ehrlicher Gegner." enthält die Angaben, welche der spätere Hauptbelastungszeuge Masloff kleinen Unternehmen derartige Riesenverluste Jahre hin- Die Wiener Parteigenojien veranstalteten am Montag dem Angeklagten Bruhn über seine Wahrnehmungen in der Mord- durch verdeckt bleiben konnten, erscheint auch nach der auf den abend im Arbeiterheim eine große Trauerkundgebung für nacht an dem Lewyschen Keller gemacht hat. Der Angeklagte ver: 31. Dezentber 1901 aufgestellten Bilanz völlig unklar; allerdings 30la, bei der Dr. Adler eine ergreifende Nede hielt. teidigt sich damit, daß er nur den Inhalt des Geständnisses hat sich dieselbe als gefälscht herausgestellt, aber damit kann doch des Masloff wahrheitsgemäß wiedergegeben habe; danach aber habe den darin aufgeführten Aktiven der Wert nicht genommen werden." ein schwerer Verdacht gegen Lewy vorgelegen. Staatsanwalt Was letztere Frage anbetrifft, so scheint allerdings die Be Kanzow: Wenn jemand dem Angeklagten erzählt, ein andrer habe hauptung, daß die Verluste 3% Millionen Mark betragen, über silberne Löffel gestohlen, hält er sich da berechtigt, dies sofort mit- trieben zu sein. Nach der letzten Bilanz belief sich der Wert der zuteilen? Angell. Bruhn: So habe die Sache hier doch nicht Gebäude auf 701 567 M., der Maschinen u.j.tv. auf 827 256 M., gelegen. Hier feien doch die verschiedensten der Vorräte an Fabrikaten und Materialien auf rund 1,7 Millionen sollte. Mark und der Gesamtbetrag des Debitorenconfo auf 1,8 Millionen bereits erklärt, daß aus der Konkursmasse zum mindesten, 50 Proz. herauszuholen sein werden. Auch ist nach den bisherigen Mit- Leipzig, 30. September.( Privat- Depesche des„ Bortvärts".) teilungen faum strittig, daß Direktoren und Aufsichtsratsmitglieder Wegen Aufreizung zum Klaffenhaß wurden am 2. Juli vom Landhaftbar gemacht werden können. Wie verlautet, hat das von den gericht Beuthen Genosse Morawski zur höchst zulässigen Strafe Gläubigern gebildete Schufomitee schon bei der Staatsanwaltschaft von zwei Jahren und Genoffin Caspari- Golde zu einem die Beschlagnahme des Bermögens der betreffenden Berwaltungsmitglieder beantragt. Jahre Gefängnis verurteilt. Die beim Reichsgericht eingelegte Eine Vereinigung der oberrheinischen Schiffahrtsgesellschaften Beschwerde wurde heute verworfen. hat sich nach der Köln. 3tg." gebildet, um, wie es heißt, die durch zu niedrige Frachtfäße hervorgerufene mißliche Lage der Rheinschiffahrt wieder zu heben. Eindämmung des Wettbewerbes und Es wird sodann ein Artikel verlesen, durch den sich der Kauf- damit Steigerung der Frachtsäge werden deshalb als nächstes Ziel Bei den heute stattgefundenen Gemeindewahlen der dritten Steuer Mannheim, 30. September.( Brivatdepesche des Vorwärts".) manu Mag Großmann in Bütow beleidigt fühlt. Des letzteren der Vereinigung proflamiert. Dienstmädchen Martha Schmidt hatte in Bütow das Gerücht verbreitet, klasse erhielten die Socialdemokraten 4950, der bürgerliche Misch daß Großmann am 11. März nach Konizz gefahren, mit blutbefleckten Vom New Yorker Geldmarkt. Um die Geldanspannung zu er- masch 2050 Stimmen. Sämtliche zwanzig Socialdemokraten sind Kleidern zurückgekehrt sei und ein Fläschchen mit Blut gebracht habe. leichtern, hatte das amerikanische Schaamt in den letzten Tagen somit gewählt. Thatsächlich soll Großmann, wie in dem Ermittelungsverfahren fest- neben der Verfügung einer Vorausbezahlung der in den nächsten gestellt worden, am 11. März nicht nach Koniz gefahren, sondern in Monaten fälligen Zinsen auf Staatsobligationen verschiedene weitere Berlin gewesen sein. Ein Arbeiter Brix hat die den Großmann ver- das Schazamt fünfprozentige 1904 rückzahlbare Bonds zum Kurse seit drei Tagen ununterbrochen; jedoch sind die in der Stadt ſelbſt Maßregeln getroffen. Der Staatssekretär Shaw gab bekannt, daß Catania, 27. September.( W. T. B.) Hier wütet das Univetter dächtigenden Mitteilungen dem Redacteur Röhl mitgeteilt und dieser hat fie der, Staatsbürger- tg." übermittelt. Die Aussagen der kommissarisch von 105 Proz. kaufen werde, wenn sie vor dem 15. Oktober vor- angerichteten Schäden nicht sehr erheblich. Das Meer ist sehr vernommenen Zeugen Röhl, Brix und des Mädchens Martha gelegt werden. Für 19 400 000 Dollar solcher Bonds sind im Berkehr. bewegt; der Hafendamin ist beschädigt. Der deutsche Dampfer Schmidt werden verlesen. Die letztere will nur erzählt haben, Bugleich wurde das New Yorker Unterschaamt angewiesen, den Bar- Caprara" wurde durch eine große Flutwelle zum Sinten gebracht. daß sie an den Hosen ihres Herrn Blutflecke gesehen und mit einer betrag für 550 000 Dollar australischen Geldes, das ist in der Münze Die Gegend um den Aetna herum hat start gelitten. Die Weintrockenen Bürste abgerieben habe. Sie habe weiter nur erzählt, von San Francisco für Rechnung zweier New Yorker Bankfirmen berge sind zerstört. Der Aetna fandte gestern eine starte Säule weißen Danipfes gegen Montegrosso hin. daß sie auf der Waschtoilette ihrer Dienstherrschaft bisweilen fleine deponiert ist, vorschußweise auszuzahlen. Blutflecke gesehen habe, dagegen habe sie von einem" Fläschchen gestrigen New Yorker Börse bewies, wenig genügt. Die Nachfrage gebildet. Indes haben bisher diese Maßnahmen, wie der Verlauf der Stromboli haben sich seit dem 14. d. t. zívei neue Krateröffnungen Blut" nicht gesprochen. nach Geld nahm einen geradezu unheimlichen Charakter an. Matter juchten auf alle Weise die Banken zur Hergabe von furz- 60 Zeichen aufgefunden. Es find größtenteils solche Modica, 27. September. Ju Scicli wurden bis heute abend fristigen Darlehen zu drängen, doch ohne Erfolg. So stieg denn von Einwohnern von Modica, welche durch die Fluten gestern fortnach und nach der angebotene Zinssatz für tägliches Geld bis auf gerissen wurden. In Cassano wurden zwei Personen getödtet, eine 35 Proz. wird vermißt. Bermehrt wurde die Aufregung, welche diese Geldknappheit hervorrief, durch einen bedeutenden Kurssturz der Aktien der Der pommersche Provinzial- Parteitag, der am Sonntag und Chicago- Milwaukee- und St. Paul- Eisenbahn sowie der Louisville- London, 30. September.( Bureau Laffan".) 5000 Personen, Montag in Stettin tagte, beschloß die Herausgabe einer Land- und Nashville- Bahn, da die Substription auf die neuen Aktien dieser Männer und Frauen, waren, wie die" Daily Mail" aus New Agitations- Zeitung für die Provinz Pommern, die monatlich einmal Bahnen als gescheitert gift. York meldet, vorgestern in Corinth im Staate Mississippi erscheinen soll. Es wurden zunächst 300 Mark angewiesen zur Ein- Von der amerikanischen Regierung werden jetzt neue Maß- zusammengeströmt, Int der öffentlichen Verbrennung eines richtung des Unternehmens. Ferner wurde beschlossen, daß der nahmen zur Erleichterung des New Yorker Geldmarktes Negers beizuwohnen, der eine weiße Frau ermordet und den " Pommersche Boltskalender" alljährlich herausgegeben werden soll. ergriffen. Nach einem Telegramm des Reuterschen Bureaus Leichnam verstümmelt hatte. Die Eisenbahnen hatten zu diesem Die Parteigenossen in Schwarzburg- Sondershausen halten ihre gab der Schatzsekretär Shaw gestern abend bekannt, Ereignis Sonderzüge nach Corinth eingelegt, um alle Schauluſtigen Landestonferenz am 26. Oktober in Arnstadt ab. Außer den geschäft- daß von jetzt ab die Banken nicht mehr verpflichtet sein sollen, eine befördern zu können. Die Vollsrache nahm ihren Anfang damit, daß lichen Angelegenheiten stehen die Reichstagswahlen auf der Tages- durch Regierungsbonds gesicherte Reserve als Sicherheit für Re- am Morgen des 28. eine Schar von über 1000 Männern das Gefängnis ordnung. gierungsdepositen bereitzuhalten. Hierdurch werden die Banken in stürmte, in welchem der Negeruntergebracht war und nach leberwältigung Sen Stand gesetzt, den Umfang ihrer Geschäfte um 130 Millionen zu vermehren. Ferner wird die Regierung auch andre Sicherheiten als Regierungsbonds zulassen, was die Freimachung von weiteren 20 bis 25 Millionen Dollar bedeutet. Mit der Vorlesung dieser Aussagen schließt die heutige Verhandlung, die am Mittwoch 9 Uhr fortgesetzt wird. Partei- Nachrichten. Zur Kandidatur in Stuttgart sei noch nachträglich darauf auf merksam gemacht, daß Genosse Kloß seiner Zeit wegen Geschäftsüberbürdung auf die abermalige Kandidatur zum Reichstage verzichtet hat, und daß deshalb Genosse Hildenbrand schon am 16. März zum Kandidaten ernannt worden ist, das heißt also mehrere Wochen bor Ausbruch des Straßenbahner- Streiks. Die Das Unwetter in Sicilien. Ungeheuerliche Bestialität. An dem Vulkan der Wachen, welche vergebens Widerstand zu leisten suchten, den Schuldigen herausholte. Der Neger wurde dann an einen eisernen Pfahl gebunden, um welchen petroleumgetränkte Holzbündel aufgeschichtet waren. Damn zündete der Bruder der ermordeten Frau unter wildem Geschrei der Menge mit einer Fackel den Scheiterhaufen an. Zu diesem Schauspiel waren für die Frauen sowie die Zeitungsberichterstatter besondere Size reserviert worden und 20 Bürger fungierten als Ordner, damit das Ganze den programmmäßigen Verlauf nehme. Zum tragischen Ende Zolas. Bestrafte Obstruktion. Im Königsberger Stadtverordneten- Am Dienstagmorgen fand die Autopsie der Leiche Kollegium hatten die Vertreter unfrer Partei, 4 Mann, vor einiger 3olas statt in Gegenwart des Direktors des städtischen LaboraZeit dadurch Obstruktion getrieben, daß sie sich aus dem Sigungs- toriums, der danu dem Polizeipräfekten die Mitteilung machte, daß Leipzig, 30. September.( W. T. B.) Der Prozeß gegen den jaale in einen Nebenraum begeben hatten, um die Beschlußunfähigkeit der Tod un zweifelhaft durch Einatmen von Kohlen Handlungsreisenden Udo Becker wegen Landesverrats findet am des Kollegiums herbeizuführen. Die freisinnige Mehrheit des oxydgas herbeigeführt worden sei. 5. November vor dem vereinigten zweiten und dritten Straffenat Kollegiums machte deshalb von einer Bestimmung der Geschäfts- Der Drganismus erivies sich als gesund, nur die Nieren waren des Reichsgerichts statt. ordnung Gebrauch, wonach mit Geldstrafe zu belegen ist, wer die schwach. Gegentvärtig beraten sich die Freunde bezüglich des Karlsruhe, 30. September. Staatsrat Eisenlohr wurde Sizungen verläßt, um sich seiner Pflicht zu entziehen. Die Sache Leichen begängnisses, das wahrscheinlich am Donners- unter Ernennung zum Geheimen Rat 1. Klasse in den Ruhestand tam jetzt vor dem Bezirksausschuß zur Verhandlung und tag stattfinden wird. Fran Zola, deren Zustand sonst befriedigend versezt. An seiner Stelle wurde Geheimer Regierungsrat die vier Socialdemokraten wurden mit je 15 Mark Geld- ist, hatte mittags Weinkrämpfe. Absolute Muse ist ihr streng vor- Roth zum Generaldirektor der Staats- Eisenstrafe belegt. Ein umentwegter Waldeck- Maut, ein Rechts- geschrieben. Bisher ist kein Testament gefunden worden. bahnen ernannt. anwalt Holz, vertrat die freisinnige Stadtverordneten- Mehr- Madame Zola konnte der Behörde bereits angeben, daß sie, da Brest, 30. September.( W. T. B.) Der Kabinettschef des heit. Er sprach zur Begründung der Strafe die freisinig- denk- sie sich im Laufe der Nacht unwohl fühlte, ihren Mann Marineministeriums ersuchte die Arsenalarbeiter, welche würdigen Worte: Wohin sollte es führen, wenn in der Stadt- ersuchte, ein Fenster zu öffnen. Dieser erhob sich, wegen des ihnen aus finanziellen Gründen zwangsweise auferlegten verordneten- Versammlung eine fleine Minderheit es jederzeit in der stürzte aber gleich zu Boden, während Frau Zola die Ruhetages in den Aus stand treten wollen, dies auf= Hand hätte, durch Hinausgehen die Versammlung beschlußimfähig zu Besinnung verlor und nicht mehr in Stande war, Lärm zuschieben, bis der Minister seine endgültige Entscheidung gc= machen! zu schlagen. Daß die beiden fleinen Hunde mit dem Leben troffen habe. So verkauft der Freifinn seine politische Ehre! davon tamen, erflärt man sich daraus, daß der eine auf Lodz, 30. September.( W. T. B.) Jufolge unvorsichtigen Umdem Bette, der andre auf einem Stuhl, beide aber jo hoch über gehens son Kindern mit Feuer brannten im Dorfe Woschmit, unweit dem Boden lagen, daß die Gaje nicht mehr tödlich auf sie wirkten. der Stadt Sierads von 129 Häusern 120 nieder, während die Bauern Der Baron v. Stieteneron, der den italienischen Arbeiter Fazzi Der Körper liegt auf einem Divan mitten in dem großen Salon auf dem Felde waren. Zwei Kinder kamen in den Flammen um. erschossen hat und vom Kriegsgerichte zn Saarburg von der aufgebahrt, die Hände über der Brust gefaltet, Mumb und Die Gebäude sind sämtlich unversichert. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Berantwortlicher Redacteur: Carl Zeid in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlaasanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Sieran 1 Beilnge n. Unterhaltungsblatt. " Nr. 229. 19. Jahrgang. = ( Bösenhagen), Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt Mittwoch, 1. Oktober 1902. 13 Jahre alte Sohn Walter des Maurermeisters E. aus der Glück hatte, setzte die Novelle ihre Rundreise fort, bis sie zu einem Krankenkassen- Mitglieder Berlins und der Vororte! Brenzlauerstraße entwendete ant Sonnabend seinem Vater die Brief Redacteur fam, der sich nicht mit der bloßen Ablehnung begnügte, tasche mit 145 Mart, holte seinen Freund, den 10jährigen Lehrling sondern dem Verfasser in einem weniger höflichen, als deutlichen Gestern konnten wir Euch anzeigen, daß den Krankenkassen drei Otto se., der bei seiner Großmutter in der Prenzlauerstraße wohnt, Briefe die eifrigste Fortsetzung seiner Studien in deutscher Apotheken zur Verfügung stehen, welche 20 Prozent Nabatt und aus der Wohnung ab und ging mit ihn von einer Kneipe in Grammatik und Rechtschreibung empfahl. Der junge 2. konnte diese andre Vergünstigungen gewähren, nämlich die die andre. Während K. am Sonnabend und Sonntagabend ein- Verlegung seiner Poetenehre nicht verwinden. Er griff zum Strick, Prinzen Apotheke, N. Prinzen Allee 69 geschüchtert zu seiner Großmutter zurüdfehrte, - Allee 69 geschüchtert zu seiner Großmutter zurückkehrte, übernachtete um seinem Leben ein Ende zu machen. Da er sich aber glücklicherWalter E. auf Bodentreppen. Nun hörte Frau R., daß der weise dabei ebenso ungeschickt anstellte, wie beim Abfassen seiner Quisen- Apothete, N. Rügenerstr. 21( Brandes), Schlingel vermißt werde, und veranlaßte ihren Neffen, der Werte, wurde er noch rechtzeitig bemerkt und gerettet. Hoffentlich Apotheke zum goldenen Adler, S. Alexandrinen- Polizei mitzuteilen, was er von ihm wüßte. Darauf lauerte man dichtet er nie wieder. straße 41( loch). dem Verschwundenen in der Prenzlauerstraße auf. Einem Bekannten Hierzu tritt heute eine vierte, die seines Vaters gelang es gestern nachmittag, ihn abzufassen. Als er Pelikan- Apotheke, W. Leipzigerstr. 93( Quce), mun Schläge haben sollte, stieg er aus der elterlichen Wohnung welche mit uns ebenfalls Bertrag geschlossen hat; auch diese fertigt durch eine leere Dachwohnung auf das Hausdach, so daß man die Krankenkassen- Rezepte ohne vorherige Bezahlung. Feuerwehr rufen mußte, um ihn herabzuholen. gts der Bengel die Ueber die hierdurch ermöglichte Erweiterung des Rezept- Sammel- Behr anrüden sah, fam er freiwillig durch die leere Wohnung Wellen- Neges werden wir demnächst berichten. wieder zurück. Die Lektion, der er sich hatte entziehen wollen, fiel nach diesem Ausflug noch etwas fräftiger aus, um so mehr, als von dem Gelde nichts mehr vorhanden ist, nachdem E. sich auch noch einen Anzug gekauft hat. Centralkommission der Krankenkassen Berlins und der Vororte. abgehalten. Lokales. Die juristische Sprechstunde Lindenstr. 69, 2. Hof parterre Konig in Berlin. Aus den Nachbarorten. = Die ArbeiterIn Friedrichsfelde Karlshorst hat der Saalbefizer Kapsch ( Neftaurant zur Waldschänke) der Arbeiterschaft seinen Saal verweigert. Als Grund gab er an, daß die Karlshorster Bürger feine Arbeiterversammlungen mehr dulden wollten. schaft möge sich besonders für Ausflüge das Verhalten des Wirtes einprägen. Friedrichsfelde. Die hiesige Schule soll nach der jetzt erfolgten Regulierte Uhren. Einen für Geschäftsleute zc. Beachtenswerten Pensionierung des Predigers birekt der Kreis- Schulinspektion unters Bescheid hat der Eisenbahnminister Budde auf Grund einer vom stellt werden. Die Schularzt- Frage sollte auf Betreiben der RegieDeutschen Uhrmacher- Bund an das Ministerium gerichteten Anfrage rung wieder in Fluß fommen. Voriges Jahr wurde die Anstellung wird von heute, Mittwoch, ab regelmäßig von 7 bis 9% Uhr abends gegeben. Seitens der deutschen, insbesondere der Berliner Uhrmacher eines Schularztes abgelehnt, weil die Grundwertsteuer noch Als in der legten Sigung des Dorfwurde es unangenehm empfunden, daß die Mehrzahl sämtlicher nicht eingeführt sei. öffentlichen Uhren ungenau gehen und selbst die Bostuhren, welche parlaments Die Angelegenheit wieder vom Gemeindevorsteher täglich nach bestimmten telegraphisch nach allen emitern durch be- vorgetragen wurde, hüllten die Herren Vertreter sich zumeist stimmte Zeichen reguliert werden, differieren. Die Ursachen diefer in eisiges Schiveigen. Auf eine Anfrage über die Höhe der Soften Ein freifinnig Von der großen konservativen Hengabelrevolte ist es nur ein Differenz bei den Bostuhren wird hervorgerufen dadurch, daß die fonnte der Vorsteher teine Auskunft geben. fleines Stückchen, das sich im Beleidigungsprozeß gegen Bruhn Beamten theils die Bestimmungen über die Feststellung der Zeit schillernder Herr, Apothefer Moth, that die Schularzt- Frage mit und Bötticher entrollt. Es ist ein Kampf um die beste Form angabe nicht genau kennen, teils aber auch in der Aufgabe der Wendung ab, daß sie eine Wo de sa che sei. Nach Anstellung der Staatserhaltung, der hier zivischen den Angeklagten und den Uhrmachern aber die Feststellung der Zeit auf der Zeitangabe nicht sorgfältig genug vorgehen. Da den solcher Aerzte würden die trägen Mütter sich gar vorgehen. Behörden geführt wird. Diese armen Behörden nämlich sind viel dringend notwendig ist, so hatte sich, wie die Deutsche Uhrmacher- fümmern. Nachdem die Herren Gemeindevertreter dieſe Ausfach vom Geifte der neuen Zeit angetränkelt: die chriftlichen Ideale Beitung" meldet, der Deutsche Uhrmacher- Bund mit einer Eingabe führungen mit Beifall belohnt hatten, bertagten sie folgerichtig die des Mittelalters wollen ihnen nicht mehr recht in den Sinn, ja, so an das Ministerium der öffentlichen Arbeiten gewandt wegen Ueber- unangenehme Angelegenheit auf unbestimmte Zeit. weit sind sie in ihrer Gottlosigkeit gesunken, daß sie den staats- mittlung der genauen Zeitangaben durch die Bahnverwaltung an erhaltenden Glauben an den Ritualmord verloren haben und die Uhrmacher. Hierauf ist unter dem 15. d. Wt. folgender Bescheid Judenaustreibungen für kein gecignetes Mittel der socialen eingegangen: Reform halten. Dadurch unterscheidet sich dieser antisemitische Schlesischen Bahnhofe täglich morgens acht Uhr an allen Stationen " Es findet sich nichts dagegen zu erinnern, die vom hiesigen Preßprozeß von seinen socialdemokratischen Gattungsgenossen. Der preußisch- hessischen Eisenbahnen übermittelte Zeitangabe( M. E.Während socialdemokratische Redacteure meist auf die Auflagebant 8.) auch Brivaten durch besondere Einrichtungen außerhalb des hof dauert unverändert fort. Es gilt in diesem stampfe, auch die Der Sireil der Rollfutscher und Begleiter vom Anhalter Bahnkommen, weil ihnen die Behörden nicht gescheit genug find, so ge- Telegraphen- Zimmers kenntlich zu machen, wenn die Beschaffungs-, of dauert unverändert fort. Es gilt in diesem stampfe, auch die rieten die Herren Bruhn und Bötticher in die Tinte, weil ihnen die Unterhaltungs- und Betriebskosten dieser Einrichtungen erstattet wiederholt den Versuch, mit der Kommission der Kutscher zu verBeschaffungsmertenmung der Organisation zu erreichen. Die Direttion machte Behörden nicht dumn, nicht reaktionär und borniert genug gewesen werden." Nach diesem Bescheide steht jedermann das Recht zu, gegen Er- handeln, lehnte es aber ab, einen Vertreter des Verbandes ftattung der Anlage- und Unterhaltungskosten sich an die bis auf hinzuzuziehen. Die Kutscher bestanden jedoch darauf. Am Dienstag wurden durch Auschlag an den Säulen Kutscher und Begleiter ge= einen Benchteil der Sekunden regulierten Bahn- Uhren auschließen zu sucht, bisher haben sich aber solche nicht gemeldet. wareit. Gewiß bildet auch von andren Standpunkten aus die Thätigkeit, die die Behörden zur Aufklärung der geheimnisvollen Mordthat von Konig geleistet haben, einen sehr geeigneten Gegenstand kritischer Betrachtung. Selten mag es in der Kriminalgeschichte noch vorgekommen sein, daß ein verfolgter Verbrecher so förmlich der Vehörde unter der Nase tanzte und in einem fleinivinzigen Orte so viele Spuren seiner Thätigkeit hinterlassen durfte, ohne erkannt und gefaßt zu werden. Dieser wahrhaft verblüffende Mizerfolg der Polizei ist die eigentliche Ursache dafür geworden, daß die fieberhafte Spannung in Konit keine Lösung fand und die Volkssage sich ungestört in den Besitz dieser geheimnisvollen Wordgeschichte jetzte. Es kann aber auch kein Zweifel daran bestehen, daß die antisemitische Agitation und die„ Staatsbürger- Zeitung" die Arbeit der Behörden vielfach erschwert haben. Wo die ganze Bevölkerung einer aber gläubischen Vorstellung unterliegt, kann von ruhiger und objektiver Beobachtung keine Rede sein. wäre. " lassen. " Einem Einbrecher, der am 1. September dingfest gemacht wurde, find drei Billard bälle abgenommen worden, die ihren Eigentümer noch nicht wieder gefunden haben. Dieser wolle sich im Bimmer 37 des Polizeipräsidiums melden. Die Bälle sind B. F. gezeichnet. Mit 8000 Mark durchgebrannt ist der 26 Jahre alte, aus Erfurt gebürtige Kassierer Friedrich Eisenreich, der in einem Hotel ersten Ranges angestellt war. Der junge Mann unterhielt fost koſtpielige Liebschaften mit mehreren Mädchen, entnahm schließlich der Hotelfasse 8000 m. und suchte damit am Sonntagabend das Weite. Den Geldschrank ließ er offen stehen. Der Flüchtige ist 1,76 Meter groß und schlank, tritt sehr elegant auf, hat blondes Haar und einen blenden Schnurrbart, trägt einen schwarzen Gehrock- Anzug und einen Sneifer und spricht deutsch, französisch und englisch. 11 11 27 Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die Güterböden sind mit Kisten und Kollies überfüllt, die vorhandenen Rollwagen stehen in langen Reihen hochbeladen auf dem Bahnhofe, sie können aber ohne Stutscher natürlich nicht befördert werden. Der Güterverkehr beginnt infolgedessen bereits zu stocken. Die Situation ist für die Streifenden sehr günstig. Der Bahnhof ist mit Sicherheitspolizei und besonders Geheimpolizisten stark besetzt, doch haben diese nichts zu thun, da die Bewegung mit größter Ruhe und Besonnenheit geführt wird. Zu einem mit Erlaubnisschein versehenen Bettelverteiler, welcher am Eingang des Bahnhofs Bosto gefaßt hatte, äußerte sich ein am Eingang des Bahnhofs Bosto gefaßt hatte, äußerte sich ein Geheimer", er wäre wert, daß man ihm mit einem Knippel über Das heilige Strenz schläge. " Der Geist unter den Streifenden ist ein guter und steht zu ers warten, daß der Streit mit einem Siege derfelben enden wird. Wir richten an die Rolllutscher und Mitfahrer Berlins das Ersuchen, die Solidarität hochzuhalten und kein Gut vom Anhalter Bahnhof abzurollen. Die Ortsverwaltung Berlin I. des Centralverbandes der Handels, Transport und Verkehrsarbeiter Deutschlands. Für die Verfehlungen, die sie durch ihre Konizer MordsDie Zahl der im Straßenverfehr Berlins im Monat September phantasien an den Behörden wie an Privatpersonen begangen haben verunglückten Personen ist erfreulicherweise bedeutend zurückgegangen. sollen, stehen heute die beiden Staatsbürget" und Püdlergenossen Es wurden 7 Personen getötet, gegen 12 im Vormonat, während vor Gericht. Der Staat will ihnen beweisen, daß er auch ohne die die Zahl der Schwerverlegten von 17 auf 15 zurückgegangen ist. Ju Streit der Bleiglaser, Glasmaler und Messingglaser ist noch Stüße mittelalterlichen Glaubens start genug ist, mißliebige Stritiker von den Getöteten find sechs Männer und ein zweijähriges sind, feine Veränderung eingetreten; doch hat der Vorsitzende des Arbeitin festen Gewahrsam zu nehmen. Im Interesse der wahren Staats- welches von einem Geschäftswagen überfahren wurde. Ein Arbeiter erhaltung sollen die falschen antisemitischen Staatserhalter mit den städern seines eignen Fuhrwerts sein Leben aushauchte. Durchfrage schriftlich mitgeteilt, daß er in einer vielleicht zum Sonnabend erhaltung sollen die falschen antisemitischen Staatserhalter mit fand auf der Stadtbahn seinen Tod, während ein Kutscher unter geber- Verbandes, Herr Röhlich, den Streifenden auf deren Anschlüssigen Argumenten eines Besseren belehrt werden. die Straßenbahn wurden zwei Personen getötet. Von den 15 Schwer- einzuberufenden Arbeiterversammlung zu gegenseitiger Aussprache Die Tragikomik dieses Verhältnisses kam gleich gestern, am verletzten, unter diesen zwei Kinder, hatten sich neun Personen unter geneigt jei. Was die vom Vorstand der Arbeitgeber- Organisation ersten Tage, mitunter recht drastisch zum Ausdruck. So hatte Herr den Rädern von Vier- und Lastwagen Knochenbrüche und innere in die Morgenpost" und den„ Lokal- Anzeiger" lancierte Annonce über Dr. Bötticher in einem seiner Artikel von einer Stoniger misperson Verlegungen zugezogen, durch leichtere Fuhrwerte wurden zwei Ber- den Streit anbetrifft, so bezeichnen die Streifenden den Inhalt derselben gesagt, sie verstände sich vortrefflich auf die Kunst, sich mißliebig zu fonen verlegt. Bon Straßenbahnwagen wurden drei Personen nieder- als durchweg unrichtig und darauf berechnet, die öffentliche Meinung machen. Nach Verlesung dieser unter Anklage gestellten Wendung gestoßen, während zwei Personen bei einem Zusammenstoß eines irrezuführen. So ist wie in einer Bersammlung am Dienstag ausgeführt wurde das angeblich gute Einvernehmen zwischen gab der Vorsigende seiner Verwunderung darüber Ausdruck, daß die Straßenbahnivagens mit einem Lastwagen schwer verletzt wurden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer während der letzten beiden Jahre Staatsbürger- Zeitung", deren Tendenz es doch sonst nicht Ein Fahrstuhl- Unglüd ereignete fich gestern nachmittag 4 1hr lediglich der Nachgiebigkeit und Besonnenheit der Arbeiter zuzu sei, die Autorität des Staates zu untergraben, im Hause Lindenstr. 69, wo sich die Geschäftsräume unsres Blattes schreiben. Es ist nicht willkürlich von letteren gestört worden, vielin so schnöder Weise der Ehre eines westpreußischen Bürger- befinden. Während die Fahrstühle in den zu unserm Betriebe ge- mehr haben sich die Verhältnisse erst infolge der wiederholten meisters nahe träte, worauf Herr Dr. Bötticher ganz geluidt hörenden Räumen bereits mit Sicherung versehen sind, fehlt eine Provokationen seitens der Arbeitgeber so weit zugespitzt, daß es erwidert, das sei in der Hige des Gefechtes geschehen. Daß auch solche noch in den mit uns nicht in Verbindung stehenden Fahr zum Streit kam. Hätte der Lohn 30-36 M. betragen, wie es in schacht des ersten Hoses. Als der 21 Jahre alte Maler Paul Sauer der Annonce heißt, so brauchten die Arbeiter doch nicht einen Lohndie Ansicht vertretbar sei, eine solche Aeußerung sei überhaupt keine hier den Fahrstuhl austrich, stürzte er von der ersten Etage aus ins faz zu fordern, der noch unter 36 Mark pro Woche bleibt, näm Beleidigung, sondern eine berechtigte Stritit das schien der ver- Barterre hinab und erlitt eine leider nicht unerhebliche Verlegung lich 62 Prennig bei neunstündiger Arbeitszeit. Thatsache ist ängstigte Vorfämpfer des Ritualmord- Gedankens in diesen Schrecken des Rückenwirbels. Der verunglückte junge Mann wurde in ein vielmehr, daß auch Löhne von nur 24 Mart gezahlt worden sind. des jüngsten Gerichts gänzlich vergessen zu haben. Berteidigt sich Strankenhaus gebracht. Unwahr ist ebenfalls der Passus über den gut funktionierenden" Herr Bötticher weiter so, dann wird wohl die Socialdemokratie eine Ranze für die Meinungsfreiheit der Dummheit einlegen prakifant a. D. Heinrich Abel gerechnet zu haben, der gestern fejt frbeiter überhaupt noch nicht anerkannt, denn seit drei Jahren haben Auf Bergeßlichkeit der Berliner Polizei scheint ein Bost- Arbeitsnachiveis der Unternehmer, den die Arbeiter mit einem Male nicht mehr“ anerkennen wollen. Diesen Arbeitsnachweis haben die müssen, die zu vertreten doch eigentlich die Sache der Angeklagten genommen wurde. Abel war nach Posen zu einer liebung ein- rbeiter überhaupt noch nicht anerkannt, denn seit drei Jahren haben gezogen worden. Auf der Hinfahrt berührte er Berlin, das er sich sie ihren eignen Nachweis, durch den sie 244 Arbeiter vermittelt einmal etwas ansehen wollte. Die Mittel verschaffte er sich von haben in demselben Zeitraume, wo die Arbeitgeber nur 38 Arbeiter haben sich der 20 Jahre alte Droguist Willy Blamberg und die war, blieb er mit Einwilligung der Wirtin in seiner Stube, bis es so lange, bis sich fürzlich die neuen Scharfmachertendenzen in ihren Das Ende vom Liebe. Um gemeinsam in den Tod zu gehen, einem ihm bekannten Studenten. Während dieser nicht zu Hause zu vermitteln im stande waren. Die Arbeitgeber haben im Gegenteil früher den Nachiveis der Arbeiterorganisation anerkannt und zwar dunkel war und empfahl sich dann mit zwei Anzügen, die er rasch 17 jährige Arbeiterin Martha Schulz aus ihren Wohnungen entfernt. verfezte. Nach seiner Rückkehr aus Posen wollte er die Pfänder Reihen Bahn brachen. Da sollten die Arbeiter plöglich ihren NachBeide sind Waisenkinder. Blomberg, der aus Hamburg stammt, bewohnte Krummestr. 68 ein möbliertes Zimmer und war seit einem einlösen, um sie dem Eigentümer ivieder zuzustellen. Hierbei über weis aufgeben, und das konnten sie sich nicht gefallen lasseit. Jahre in einer großen Droguerie in der Wilmersdorferstraße be- raschte ihn die Polizei, die seinen früheren Besuch noch nicht ver- Benut weiter auf die„ immerwährende leichte Beschäftigung" in dent schäftigt, Martha Schulz arbeitete bei Siemens u. Halste in Chargessen hatte, und da sie an seine gute Abficht nicht glaubt, so nahm blühenden Kunstgewerbe" hingewiesen ist, so ist dem entgegenzuhalten, daß eine Reihe von Kollegen 6, 8 und 12 Wochen lang lottenburg und wohnte Pestalozzistr. 78 in Schlafstelle. Der junge sie ihn fest und führte ihn dem Untersuchungsrichter vor. arbeitslos gewesen sind. Blüht das Gewerbe aber wirklich so sehr, Mann lernie das Mädchen vor givei Jahren kennen und machte einen 1eberfahren und getötet wurde am Montagmittag die 55 Jahre mn dann können die Arbeitgeber auch die geforderten paar Pfennige großen Aufwand mit ihm. Er kleidete sich und seine Geliebte alte Witwe Luise Sinton geb. Börede, die in der Schlesischenstr. 41 Lohnzulage gewähren, und das um so mehr, als die Arbeiter bei auf das vornehmste und besuchte mit ihr die ersten Theater. Sein bei dem Eisenhändler Plum in Stellung war. Gestern mittag wollte der leichten" Arbeit nur ein Durchschnittsalter von gut 30 Jahren Prinzipal merfte schon längere Zeit, daß mit der Kaffe etwas nicht sie nach dem Blumschen Laden in der Faldensteinstr. 46 zum Eisen erreichen. in Ordnung sein müßte, sein Verdacht fiel aber erst auf Blamberg, gehen und vor diesem Hause den Fahrdamm überschreiten. Hierbei Erfreulich ist, daß trotz aller großen Versprechungen der Arbeits als er durch andre Leute von dessen Aufwand erfuhr. Um Gewißheit wurde sie von einem leeren Mörtelwagen, der sehr schnell fuhr, umzu erlangen, zeichnete er verschiedene Münzen, die in der Kasse lagen. gestoßen, überfahren und auf der Stelle getötet. Ein Nad zerAm nächsten Tage fand er mehrere dieser Stücke im Portemonnaie malmte der Unglücklichen den Schädel. Der Kutscher schlug auf die Blambergs. Dieser räumte min ein, daß er in dem ganzen Jahre, Pferde ein und entfloh, ein Automobilfahrer aber holte ihn in der das er in der Droguerie angestellt war, jeden Mittag, wenn er sich Elsenstraße zu Treptow ein und ließ ihn festnehmen. Es ist ein Achtung Täschner, Galanterie- Sattler. Der Streik in der Reder allein in dem Geschäfte befand, 12 bis 15 Mart, je nach der Höhe der junger Bursche. 1822010 Die Lohntonimission. Einnahme, aus der Kasse genommen habe. Der junge Mann wurde fofort entlassen und der Kriminalpolizei angezeigt. Bevor Der verkannte Dichter. Ein Selbstmordversuch wegen eines Kartonarbeiter und Arbeiterinnen. Zuzug von der Firma M. Beck, jedoch festgenommen werden konnte, entfernte er sich mit seiner Ge- fitterarischen Mizerfolges wird im Frankfurter Biertel viel be- Adalbertstr. 59, wegen ausgebrochener Differenzen fernhalten. liebten, um gemeinsam mit ihr den Tod zu ſitchen. So wenigstens lungsgehilfe Arthur 2. sprochen. Der bei seinen Eltern wohnende 21 jährige Hand Speciell Kartonzuschneider und Nieter wollen die Warnung beachten. verriet feit längerer Zeit schrift schrieben beide an den Prinzipal und die Schlafwirtin. Die Die Ortsverwaltung des deutschen Buchbinder- Werbandes. Striminalpolizei beschlaguante in der Wohnung Blambergs zwei und vernachlässigte darüber seine Obliegenheiten als Stommis stellerische Neigungen. Er glaubte sich zum Novellisten berufen Die Bergulder Berlins nahmen in einer außerordentlichen MitSparkassenbücher, eines auf ihn über 800 Mark und eines auf das in einem großen Konfektionshause. Die Aufnahme einiger von seinen glieder- Versammlung am Montag Stellung zu einem von den GroßMädchen über 30 Mart. Jenes erhielt der Droguist, da die Einlage Slizzen in einem Winkelblättajen steigerte seinen Dichterehrgeiz ins fabrikanten erlaffenen Schriftstück, welches den Zwischenmeistern veraus entwendetem Gelde herrührt, dieses behielt einstweilen die Maglose. Er schrieb eine größere Erzählung und fandte sie voll bietet, in Lohn arbeiten zu lassen. Mit den Accordpreisen, welche Kriminalpolizei. In seinem Brief an den Prinzipal, wo er um Verzeihung bat, versicherte der junge Mann, daß seine Geliebte die Autorenstolz einer der ersten deutschen Zeitschriften zu. Natürlich die Kleinmeister zahlen, können die Bergolder nicht eristieren. Es wurde das unreise Machwerk„ mit Dant abgelehnt". Nicht wurde deshalb beschlossen, in den Abwehrstreit zu treten und fämt30 Mart redlich erworben habe; er bitte daher, sie zur Schmüdung entmutigt war es doch andren großen Poeten ebenso erliche Zwischenmeister, welche nicht Lohn zahlen, zu sperren. Folgende des gemeinsamen Grabes zit verwenden. sandte 2. sein Werk einer ziveiten und, nach Resolution fand einstimmige Annahme: Die heute ant 29. SepDurch die Flucht über die Dächer versuchte sich gestern nach prompt erfolgter Ablehnung, auch einer dritten Zeitschrift tember 1902 in den Arminhallen tagende außerordentliche Mitgliedermiltag ein junger Thunichtgut der Büchtigung zu entziehen. Der zu. Da der dichtende Jünger Merkurs auch hier kein Versammlung der Vergolder Berlins und Umgegend beschließt, bei cr gangen " geber in auswärtigen Blättern der Zuzug von brauchbaren Arbeits fräften fajt gänzlich ferngehalten werden konnte. Dieser Umstand bürgt auch für eine endliche Verständigung. waren- Fabrit von Ostar Tüzer, Alexandrinenstr. 98/94, ist zu Gunsten der Arbeiter beendet. " Sociales. " 1 fämtlichen Zwischenmeistern, welche nicht Lohn zahlen, die Arbeit| Landrechts erst auf Erreichung der für einen vernünftigen Menschen übergehende Erwerbsunfähigkeit zur Folge. In 860 Fällen hatte niederzulegen und nicht eher wieder aufzunehmen, bis das Lohn- erforderlichen Kenntnisse und Reife, über deren Vorhandensein heute der Versicherungsrat wegen Tod oder Invalidität als Folge system bei allen Zwischenmeistern durchgedrückt ist. Die Ver- der Schulinspektor zu entscheiden habe. Wenn aber wirklich der des Unfalles über Erstattungsforderungen zu entscheiden. sammlung verpflichtet sich, die Streifenden mit allen zu Gebote Angeklagte andrer Meinung gewesen sei, dann wäre das ein Der Arbeiter- Versicherungsrat, dem als Vertreter der Arbeiter die stehenden Mitteln zu unterstügen." Irrtum über Normen des öffentlichen Rechts, so daß§ 59 des Genossen A. Gustavsen und E. Christensen, und außerdem zwei VerStrafgesetzbuches zu beachten sei. Darin werde bestimmt: treter der Arbeitgeber und fünf Personen, die außerhalb der beiden Wenn jemand bei Begehung einer strafbaren Handlung das Parteien stehen, angehören, hat danach gestrebt, dem Gesetz eine so Vorhandensein von Thatumständen nicht kannte, welche zum gefez- Humane und gerechte Auslegung wie möglich zu geben und z. B. lichen Thatbestand gehören oder die Strafbarkeit erhöhen, so sind die Erstattungsforderung auch in einer Anzahl von Fällen anerkannt, ihm diese Umstände nicht zuzurechnen. Bei Bestrafung fahr- wo der Arbeiter verunglückte, ehe er mit seiner Arbeit begonnen hatte, lässig begangener Handlungen gilt diese Bestimmung nur in- oder in einem Augenblick, wo er nicht beschäftigt war. Das Gesetz besoweit, als die Unkenntnis selbst nicht durch Fahrlässigkeit ver- stimmt, daß, wenn der Unfall vorsätzlich oder durch grobe Unachtsamkeit schuldet ist." Das Landgericht habe somit nachzuprüfen, ob der herbeigeführt wurde, die Versicherung nicht in Kraft tritt. Der VerAngeklagte nicht seinen Irrtum selber durch Fahrlässigkeit verschuldet sicherungsrat hat nicht in einem einzigen Fall hinVeranlassung gefunden, diese Bes habe. In diesem Fall wäre er zu verurteilen, im andern frei- reichend zusprechen. stimmung anzuwenden, obgleich die Arbeitgeber sich in Für Eltern ist hierbei die Feststellung wichtig, daß sie nicht be- vielen Fällen eifrig bemühten, dem Getöteten oder Verunglückten rechtigt sind, im Gebiete des Preußischen Landrechts ihre Kinder vom grobe Unachtsamkeit nachzuweisen und sich an das Ministerium um vollendeten vierzehnten Lebensjahre an ohne weiteres vom Schul- Aberkennung der Erstattungsforderung wandten. Das Ministerium besuche zurückzuhalten. schloß sich in allen Fällen der Entscheidung des VersicherungsEtwas von der Schulpflicht. Ein Herr Morczek hatte seinen Sohn von dem Tage ab, wo er 14 Jahre alt geworden war, nicht mehr in die Volfsschule geschickt. Er wurde deshalb zu einer Geldstrafe verurteilt. Er legte Berufung ein und betonte, daß er der Meinung gewesen sei, die Schulpflicht fei mit der Vollendung des 14. Lebensjahres beendet. Das Landgericht wies indessen die Berufung zurück, indem es davon ausging, daß der Junge bis zur ordnungsmäßigen Entlassung hätte zur Schule gehen müssen. Der irrige Glaube an ein Recht, ihn mit Vollendung des vierzehnten Lebensjahres hinausnehmen zu dürfen, befreie den Vater nicht von der Strafbarkeit. Das Kammergericht als Revisionsinstanz hob die Entscheidung auf und verwies die Sache mit folgender Begründung an das Land gericht zurück: Objektiv habe man es hier allerdings mit einer um entschuldigten Schulversäumnis zu thun, da die Schulpflicht im Gebiete des Allgem. Preußischen Landrechts nicht mit der Vollendung des 14. Lebensjahres ende, sondern nach§ 46 II 12 des Allgemeinen Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 1. Dttober. Anfang 7 Uhr. Opernhaus. Samson und Dalila. Schauspielhaus. Die Räuber. Neues Opern Theater( Kroll). Medea. Deutsches. Faust. Berliner. Alt- Heidelberg. Leffing. Die Kleinbürger. Westen. Die Brautlotterie. Neues. Ledige Leute. Residenz. Der Fall Mathieu. ( L'affaire Mathieu.) Ich liebe Sie. Vorher: Thalia. Er und seine Schwester. Central. Die ledige Frau. Anfang 8 Uhr: Schiller. O.( Wallner- Theater.) Der Tartüff. Hierauf: Der Arzt wider Willen. Schiller. N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Doktor Klaus. Carl Weiß. Eine Paria. Quisen, Robert und Bertram. Casino. Corradini. Kleines. Serenissimus. Apollo. Lysistrata. SpecialitätenVorstellung. Wintergarten. Specialitäten. Buntes Theater. Die Enthüllung des Heine- Denkmals. Der Hund. Bunter Teil. Metropol. Berlin bleibt Berlin. Urania. Taubenstrasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Tausend Jahre Die Unfallversicherung in Dänemark 1901. rates an. Der Arbeiter- Versicherungsrat hat dieser Tage seinen Bericht über das Jahr 1901 herausgegeben. Im Laufe des Jahres wurden insgesamt 2258 Unfälle gemeldet. Bei einem Teil davon stellte es sich sofort heraus, daß kein Anspruch auf Entschädigung gemacht mild bei schwachen östlichen Winden. werden konnte, und eine große Anzahl Unfälle hatten nur vorSchiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- WilhelmMittwoch abend 8 Uhr: städtisches Theater). Mittwoch abend 8 Uhr: Doktor Klaus. Lustspiel in 5 Aften von Adolph L'Arronge. Der Tartüff. Lustspiel von Molière. Frei übersekt von Ludwig Fulda. Hierauf: deutscher Kultur. Der Arzt wider Willen. Nachm. 4 Uhr zu kleinen Preisen: Die dentsche Ostseeküste. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Panoptikum Friedrichstrasse 165. Die sensationellen lebenden Bilder, dargestellt v. 6 jungen Damen. Kirchmeiers Berliner Original Schrammeln. Passage- Theater. Aufgang nur Unter den Linden 22. Anfang Wochentags 8 Uhr, Sonntags 3 Ühr. Mellinis Trianon. Die Liebesschaufel. La dunkles Geheimnis. Bascule.) Wilhelm. Das Mädel ohne Geld. Palast. Im Wartesaal erster Klasse. Berliner in Steglitz. Steidl. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Passage Theater. Borstellung. SpecialitätenPaffage Panoptikum.SpecialitätenBorstellung. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theaterfaal.) deutscher Kultur. Tausend Jahre Czita die wunderbare Geigerin. 14 neue erstkl. Nummern. Cirkus Schumann Invalidenstraße 57/62. Täglich: Karlstrasse. Cirkus Renz- Gebäude. Sternwarte. Kleines Theater Heute, Mittwoch, den 1. Oktober, abends 72 Uhr: Schwant von Molière. Deutsch von F. S. Bierling. Donnerstagabend 8 Uhr: Sappho. Freitagabend 8 Uhr: Doktor Klaus. Donnerstagabend 8 Uhr: Jugend. Freitagabend 8 Uhr: Jugend. Dichter- und Komponisten- Abende am 1. und 3. Sonntag jeden Monats, abends 8 Uhr, in der Aula des Friedrich- Werderschen Gymnasiums, Dorotheenstr. 13/14, Eröffnung: Sonntag, den 5. Oktober: Fontane- Abend. Mitwirkende: Alwine Wiecke, Hjalmar Arlberg, Philipp Spandow u. a.: 41/ 1* Billets a 50 Pf. inkl. Garderobe und Programm in den Buchhandlungen Kantorowicz, Potsdamerstr. 135; Freund, Kleiststrasse 21; Challiers Musikhandlung( A. Bock), Beuthstr. 10; Winckelmanns Buchhandlung und Lehrmittel- Anstalt, Markgrafenstr. 43/44; L. Herrmann u. Co., Neue Promenade 5. Veranstalter: Volkstüml. Abteilung der Lessing- Gesellschaft. Mittwoch, den 1. Oftober 1902: Eröffnung der OperettenWinter- Saison. Central Theater Carl Weiss- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Anfang 8 Uhr. Eine Paria. Lebensbild in 5 Aften( 8 Bildern) von Ernst Ritterfeldt. Morgen: Eine Paria. Sonnabendnachm. 4 Uhr: May und Morių. Anfang 7, Uhr. Zum 3. Male: Die ledige Frau. Operette in einem Vorspiel und 3 Atten von Josef Siegmund und Jul. Wilhelm. Musik von Richard Haller. Donnerstag: Die ledige Frau. Freitag: Orpheus in der Unterwelt. Abonnements- Billets gültig. Für die Freitags- Vorstellungen find je 5 Bons zu halben Kassenpreisen täglich an der Kasse zu haben. Trianon- Theater. Georgenstrasse, zwischen Friedrich- u. Universitätsstr. Die Liebesschaukel. Theater Marienbad Die Badstr. 35/36, Gesundbrunnen. Dir. R. Wagner. Mittwoch, den 1. Oktober, abends 7 Uhr: Zum drittenmal: Die Jagd Theater Große außerord. Vorstellung nach dem Schwiegerfohn. ( Schall und Rauch) Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Sinakter- Abend. Schiffbrüchig, Liebesträume, Kollegen. Buntes Theater. ( Ueberbrettl.) Kövenickerstraße 38. Anfang 8 Uhr. Die Enthüllung des Heine Dent: mals. Bon Alex. Moszkowski. 25 Gerettete von der Insel Martinique. Direktor Albert Schumanns neueste Creation. Die phänomen. Drahtkünstlerin Mlle. Amalie Jee. Die zehn Genis- Truppe Alonso Bracco( beste Springer). Das Geheimnis mysteriösen Koffers, des Der Hund. Von Metenier. Bunter entlarvt durch Clown Adolf und Teil. Leitung: Oskar Straus. Tiny Senders a. G. Bozena Bradsky. Marcell Salzer. Bokken- Lasson. Thalia- Theater. Dresdenerstrasse 72-73. Novität! Anfang 7 Uhr. Novität! Er und seine Schwester. Coco sowie Gr. Ballett- Divertissement. Apollo- Theater. Boſſe mit Gesang und Tanz in 4 Bitten. Neues Specialitäten- Programm. Guido Thielscher als Orchester- Dirig. Miss Esdaile. Elliotts. Im zweiten Akt: Kitzel- Couplet. Gerda Walde. Fritz Helmerding. Die vier Australierinnen. Herbert Paulmüller. August Reiff. Morgen und folgende Tage: Er und seine Schwester. Sonntagnachm. 3 Uhr bei fleinen Preisen:" Der Pfarrer von Kirchfeld". Casino- Theater Lothringer- Straße 37. 3 Nightons. Savonnas. Damm brothers etc. etc. Zum 184. Male: Lysistrata. Operette in 2 Aften von Paul Linde. Das Luftballett ,, Grigolatis" Carola, Steidl, Rieck, Kettner, Kröchert, Lieban, Neu! Corradini etc. Perry, Runge, Malkowska, Dazu einige Male: Ihre Familie mit W. Richter und H. Berg. Anfang: Wochent. 8, Sonnt. 712 Uhr. In Vorbereitung: ,, Ein Sohn des Volkes." Herold etc. Rasseneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Metropol- Theater. Heute: Luisen- Theater. Berlin bleibt Berlin. Robert und Bertram oder Die luftigen Vagabonden. Boffe m. Gesangu. Zanz von G. Kaeder. Anfang 8 Uhr. Borverlauf 10-2, Kasse Invaliden- u. Künstlerdant. Morgen: Marie- Anne. Freitag: Robert u. Bertram. Sonnabend, zum 1. Male: Berlin, wie es weint und lacht. Grosse Ausstattungs- Posse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Erik MeyerHelmund. Emil Thomas a. G. Josef Josephi. Flora Siding. Henry Bender. Hansi Reichsberg. Wini Grabitz. Johanna Junker- Schatz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Bosse in 3 Akten von Starte. Entree 10, reserv. 20, num. 30 Pf. Nach und während der Abendvorstell.: Grosser Ball. 8 Palast- Theater früher Feen- Palast, Burgstraße 22. Das phänomenale Oktober Uhr. Programm. 82 Uhr. Im Wartefaal 1. Klase. Baron v. Wallbach. Dir. R. Winkler 9% Uhr. Neu! 9% Uhr. Berliner in Steglitz. Gr. Ausstatt.- Burleske m. Ges. u. Tanz. Dazu durchaus nene Schau: und Kunstnummern. Huc u. Mar mit ihr. Sensationsaft. Benedetti, einzig dastehend. Willi u. Leichtes Rosita Sands, ganz neu. Blut, Damen- Ensemble 6 Pers. ( La Bascule.) Lustspiel in 4 Akten v. M. Donnay. Anfang 8 Uhr. Parkett 2 Uhr. Deutsche Konzerthallen. An der Spandauerbrücke 5. Größtes Vergnügungslokal Berlins. Internationale Konzerte von 5 Künstler Kapellen. Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Täglich Matinee von 12-2 Uhr. Steidl- Theater. Linienst.132 am Dranien burger Thor Täglich humorist. Soiree u. a.: Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Studenten Lust u. Leid Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 71hr.. Tagestasse 11-12 Uhr. ( Meysel, Pietro, mann, Plittner 2c.) Britton, MaySteidl, Krone, Böhme, BöckSanssouci Kottbaserstr. 4a, Station der Hochbahn. Donnerstag, Sonntag und Montag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger Anfang 8 Uhr. Sonntag 7 Uhr. Borverkauf 11-1 Uhr. Sonnt. u. Donnerstag im Festsaal Tanzkränzchen. Cirkus Schumann Karlstrasse. Cirkus Renzgebände. Heute, Mittwoch, den 1. Oktober, abends 7 Uhr: Grosser Elite- Abend. Mr. Dangerfield mit seinem Diener Brodrick, Reiterscherz aus dem Hyde- Park zu London. Frl. Dora Schumann beliebte jugendliche Schulreiterin. 25 Gerettete der Insel Martinique. Mons. et Mad. Marquis Reit.- Akt. Direktor Albert Schumanns neueste Creationen. Grosses Ballett- Divertissement. Wetter- Prognose für Mittwoch, den 1. Oftober 1902. Beitweise nebelig, sonst meist heiter und trocken. Nachts fühl, am Tage Berliner Wetterbureau. Arnold Scholz Germania- Prachtsäle Chausseestr. 103. Jeden Mittwoch und Sonntag: Jeden Sonntag von 5 Uhr an: Hamburger Sänger. Direktion Otto Steid! und Wilh. Wolff. Anf. 8 Uhr. Bons gelten. Eintritt 30 Pf. Jeden Donnerstag: D Bergter- Konzert und Familien- Kränzchen. Großer Ball. 8 große und fleine Säle unter coulanten Bedingungen zu vergeben. Cirkus Busch Bahnhof Börse. Eröffnungs- Gala- Abend Sonnabend, den 4. Oktober cr., abends 72 Uhr. Sonntag, den 5. Oktober: 40/ 4* Zwei grosse Vorstellungen Nachmittags 4 Uhr. Abends 7, Uhr. Ab Donnerstag, den 2. Oktober cr.: Kassen- Eröffnung. Paul Busch, königl. Preuss. Kommissionsrat. Alle Damen und Herren die an den Tagen vom 12. Oktober bis Geburtstag 7. November haben, werden behufs Entgegennahme einer Mitteilung gebeten, per Postkarte ihre genaue Adresse mit dem Geburtstage unter Chiffre L. P. 444 an den Verlag der Zeitschrift ,, Frauenschönheit" Berlin W. 30 zur Weiterbeförderung zu senden. ギ Die einzig dastehenden Fielitz- Briquetts X ( allererste Marke des ganzen Senftenberger, Klettwiter, Ober- und Niederlaufizer Kohlen- Rayons) in fleine Stücke. geschlagen, erjeten durch ihre großartige Heizkraft vollständig die Steinkohle und übertreffen durch ihre langanhaltende Glut den Coats ums Doppelte. Den Beweis kann sich jede Hausfrau durch eine Probe selbst liefern. Billigste Bezugsquelle Edmund Beese, Comptoir: Schwedterstr. 43. Filialen für den Kleinverkauf: Anklamerstrasse 23. Anklamerstrasse 51. Chorinerstrasse 68. Dragonerstrasse 6a. Dunckerstrasse 89. Fehrbellinerstrasse 18. 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Entree: Sonntags 50 Pf., Sperrjizz 75 Pf., ab 9 Uhr, 30 Pf.. Wochentags 30 Bf., Sperrsit 50 Pi, ab 9 1hr 20 Pẞf. Nachmittags 1 Kind frei. Corty, Rappo, Flipp. Sonntag: 2 Vorstellungen. Cléo de Mérode Tänzerin von der Biograph". Gr. Oper i. Paris. Das Klädel ohne Geld! Lebensbild mit Gesang und Tanz in Raffeneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Morgen: Das Mädel ohne Geld. Anjang 8 Uhr. Schöneberg. Donnerstag, den 2. Oktober, abends 8 Uhr, im Obstschen Lokale, 8: Geffentl. Partei- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung vom Parteitage. 2. Diskussion. 3. Bericht und Neuwahl der Vertrauensperson und Revisoren. 203/12 Eine zahlreiche Beteiligung, besonders auch der Frauen, wird erwartet. Konsumgenossenschaft Berlin Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. I. 39, Willdenow- Strasse 30.- Fernsprecher: Amt II, Nr. 2639. Montag, 6. Oktober, abends 8 1hr, in den Chauffeestr. 103: Fortsetzung der Germaniasälen", 3. ordentlichen General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Aussichtsrates über das 3. Geschäftsjahr. 2. Genehmigung der Bilanz und Entlastung des Vorstandes. 3. Festsegung der Dividende und Verteilung des Reingewinns. 4. Genehmigung des Anstellungs- Vertrages für die Geschäftsführer. 5. Anstellung von 2 Geschäftsführern und Wahl von 3 Vorstands- Mitgliedern; Wahl von 17 Aussichtsrats- Mitgliedern und 5 Ersatpersonen zum Aufsichtsrat. 6. Anschluß des Konsumvereins Weißensee. 7. Anschluß an den Verband der Konsum- und Produktiv- Genossenschaften Deutschlands. 8. Anträge nach§ 13 des Statuts. Anträge Wurtzel und Genossen: a) die Stellen der Geschäftsführer sind nochmals auszuschreiben. b) Mitglieder, deren Söhne oder Töchter angestellt oder selbst Angestellte sind, können als Verwaltungsmitglieder nicht gewählt werden; c) für jede Verkaufsstelle ist eine Agitationskommission von mindestens 5 Mitgliedern zu wählen; d) eine Kommission von 5 Mitgliedern zu wählen, welche in Ge meinschaft mit der Verwaltung die Vorfragen zur Errichtung einer Bäckerei zu erledigen hat. e) Antrag Kalbowski: Festsetzung der Gehälter für das gesamte angestellte Personal. 1) Antrag des Aufsichtsrats: Die General- Versammlung wolle beschließen, statt 2 Geschäftsführern nur 1 Geschäftsführer und 1 Controleur anzustellen. g) Anträge Hetschold: Beim Einkauf sind nur Lieferanten zu berücksichtigen, die die Forderungen der Organisation des be treffenden Berufes erfüllen; h) bei Errichtung einer Bäckerei sind der Neuzeit entsprechende Einrichtungen zu treffen. i) Antrag A. Koch und Genossen: Die Agitations- Kommissionen haben die Berechtigung, Beschwerden der Mitglieder entgegenzunehmen. Der Rechenschaftsbericht pro 1901/02 liegt in allen Berkaufsstellen aus. Mitgliedsbuch legitimiert; Mitglieder, welche nicht in dem Besitz ihres Mitgliedsbuches find, legitimieren sich durch die Postkarte vom Amtsgericht. 127/7 Der Vorstand. Tutzauer. Rietz. Das Frauen- Genossenschaftsblatt" erscheint Anfang und Mitte jeden Monats und wird in allen Verkaufsstellen den Mitgliedern gratis verabsolgt. Der Wochenbericht" der Großeinkaufs- Gesellschaft erscheint jedin Sonnabend und kostet für unsre Mitglieder die Nummer nur 5 Pf. Die 1. Verkaufsstelle befindet sich jetzt: Swinemünder- Strasse 44. Reisszeuge und einzelne Theile der jelben tauft man am besten nur in dem Special- Geschäft von Ernst Riek, Inh.: C. 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Bei der Beerdigung meines innigft geliebten Mannes 2534 Hermann Bose sind mir von Nah und Fern so viele Kranzspenden und Beweise aufrichtiger Teilnahme zugegangen, daß es mir nicht möglich ist, jedem einzelnen zu danken. Ich sage daher auf diesem Bege alle Verwandten und Freunden und allen Kollegen und Kolleginnen der Allgemeinen Elektricitäts- Gesellschaft meinen tiefgefühlten Dant. Clara Bose, geb. Oellrich. Danksagung. 25385 Für die vielen Beweise inniger Teil nahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unsres guten Vaters, des Steindruders Heinrich Schmidt sagen wir allen Bekannten, Freunden und Stollegen, besonders dem Gesangverein unfren herzlichsten Dank. Ziehung: Wwe. Auguste Schmidt nebst Stindern. 4. bis 9. Oktober 16 870 Geldgewinne baar ohne jeden Abzug zahlbar von Mk. 575000 Hauptgewinne: Mark 100000 50000 25000 030. etc. etc. Originallose a 3,50 Mk. Für Porto und Liste 30 Pf. extra. Oscar Bräuer& Co. Nehf. Bankgeschäft 5112L Berlin W., Friedrichstrasse 181. I. 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