Nr. 232. 19. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 110 m., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags= Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pig. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in der Post- Zeitungs Preisliste für 1902 unter Nr. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat Erscheint täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 fg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 fg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Zelegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Feste kneifen! Harmlose Leute sind wohl der Meinung, daß die Polizei um des Publikums willen da ist. Sie hat über die persönliche Sicherheit des Einzelnen zu wachen, Mörder und Einbrecher abzufangen, die Regelung des Verkehrs zu organisieren, für die Ausführung gesundheitlicher Vorschriften zu sorgen, und dergleichen nügliche Dinge mehr. Sonnabend, den 4. Oktober 1902. Polizeikommissars aus dem Schrank des Polizeisergeanten Försterling unbequeme Papiere entnahm. " 216 001 Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Thatsache zu überzeugen. Ihre Enttäuschung ist nach dem Ergebnis der Wahl denn auch eine derartig schmerzliche, daß die bürgerliche Presse zu dem Wahlausfall außer einigen verlegenen Redensarten kaum etwas zu sagen weiß, ihren Lesern die Zahlenresultate sogar teilweise vorenthält. Daß sie hierzu alle Veranlassung haben, das mögen die folgenden Zahlenangaben zeigen. Der Polizeikommissar Hänsch gab seine Dienstbefehle an die ihm untergeordneten Beamten in einer so frischen und urwüchsigen Weise, daß er sofort zum preußischen Landwirtschaftsminister er nannt werden könnte. Der Wortlaut seiner Anweisung wurde von den Zeugen verschieden getönt, es blieb aber immer der gleiche Sinn. Noch im Jahre 1896 waren in der untersten Steuerklasse auf Nach der einen Angabe hätte der Polizeikommissar den Beamten unsre bürgerlichen Gegner rund 2350 Stimmen entfallen, denen aufgefordert, die oppositionellen Stadtverordneten zu chifanieren: 3795 socialistische gegenüberstanden. Bei den Wahlen von 1899 Die müssen Sie feste fueifen", äußerte er leutselig. Er fann aber stieg unsre Stinnnenzahl auf 4100, tvährend die Gegner( NationalSolche naive Ansicht ist aber in einem Polizeistaate ein außer auch die Losung in folgender Form ausgegeben haben: liberale und Freisinn) sich mit 1540 begnügen mußten. Es waren ordentlich grober Irrtum, eine Verkennung der Grundthatsachen ,, Sone Großschnauzen! Die müßt Ihr Ench mehr ziehen. Die uns damals auch Centrumsstimmen aus Arbeitertreisen zugefallen, unseres Staatswesens. In Wirklichkeit ist das Publikum um der müßt Ihr mehr kneifen! Ihr müßt sie mehr anzeigen und so zu da die Klerikalen auf die Aufstellung einer eignen Liste verzichtet Polizei willen da, wie das Volk lediglich für den Herrscher zu existieren sammenhalten, daß sie den Hut ziehen, wenn sie einen Polizisten hatten. Am verflossenen Dienstag num stand die Socialdemokratie völlig berechtigt ist. Der Gendarm ist mehr wie ein Stellvertreter Gottes; nur von weitem sehen!" allein, ihr gegenüber die nationalliberal- freifinnige denn er hat den anıtlichen Auftrag, selbst die göttliche Weltordnung Einen städtischen Feldhüter ermunterte der Polizeikommissar, dertleritale Soalition, die auf die zahlreichen kleinen zu revidieren und in Raison zu erhalten. Die Polizei ist das sich in einem Liebesbrief an eine Kellnerin als„ Dein süßer Molch" Beamten, Geschäftsleute 2c. der untersten Steuerklasse mächtigste Werkzeug herrschender Klassen und Kliquen. Die politische unterschrieb, wie folgt zu erhöhten Kraftleistungen und gesteigerten ihre Hoffnung feste. Trotz alledem stieg auch diesmal die socialistische Polizei insbesondere ist die dunkle Inquisition des Staates. In Einnahmen:„ Schulze, Sie müssen mehr Anzeigen machen, dann Stinnnenzahl wieder beträchtlich, von 4100 auf 4930, während die ihren Geheimkanunern wird über alle Menschen und Dinge Buch ge- fommen Sie öfter nach Halberstadt; dann verdienen Sie immer vereinigten Gegner ganze 2050 Wähler für sich auf die Beine führt, in ihren Alten werden die öffentlichen Persönlichkeiten auf Geld!" Dieser gute Rat war das Honorar für Privatarbeiten, brachten. Dabei haben sich im Laufe der letzten Monate gerade Schritt und Tritt, Tag und Nacht belauert. Sie befoldet ein Heer die Schulze dem Kommissar geleistet. hier in Mannheim die Folgen der wirtschaftlichen Depression in besonders von Spitzeln, Geheimagenten, Vertrauenslenten bloß zu dem Zwecke, unangenehmer Weise bemerkbar gemacht, indem sie zur Abwande um jene umfassende Personalkenntnis zu gewinnen, die an sich eine rung zahlreicher Industriearbeiter führte, deren ungeheuere Macht und eine gefährliche Waffe bedeutet. So wird Stimmen uns andernfalls sicher zugefallen wären. die politische Polizei zur Polizei der Politik, zur wahrhaften Oberregierung, von deren geheimem wirken Fürsten, Minister, Politiker abhängig find. Kein Wunder, daß da jeder Beamte der Polizei ein Maß von Größenbewußtsein sich anzueignen versteht, zu dessen Versuchsobjekt sich das geduldige Volk des Polizeistaates hergeben muß. Jeder Polizist fühlt sich als Lenker des Geschicks, in seinem Notizbuch ist das Schicksal der ihm Ausgelieferten besiegelt. Der Schutzmann wird zum Selbstzweck, sein Ehrgeiz besteht darin, möglichst viele Anzeigen zu erstatten, was nicht nur an sich ein verdienst volles Thun ist und die Strebsamkeit rühmlich zur Schau- bringt, sondern auch sehr zweckmäßig zur Belohnung der guten und zur Drangsalierung der schlechten Exemplare unter den Staatsbürgern nugbar gemacht werden kann. Auf Anzeigen find gleichsam Schußprämien gesetzt, je mehr Menschenwild zur Strecke gebracht wird, um so herrlicher erstrahlt der Glanz und die Macht der Polizei! In Halberstadt wurde dieser Tage ein Prozeß verhandelt, der zur Schau brachte. Angeklagt Die Anzeigen blühten denn auch. Der Sergeant zeigte einmal einen Mann an, weil er die Straße vor seinem Haus nicht gereinigt hatte. Bei der Gelegenheit erklärte Reiß, er wolle mur gleich eine 3 weite Anzeige gegen denselben Mann erstatten, denn am Nachmittag würde derselbe Mann bestimmt wieder nicht reinigen. Reiß wollte also am Vormittag eine Uebertretung denunzieren, die erst am Nachmittag, nach seiner polizeilichen Prophetengabe, passieren sollte. Einmal wurde auch auf Befehl des Kommissars ein Mann angezeigt, weil in einem Rinnstein vor einem Hause ein Stück Papier gelegen habe, da hieß es, es sei„ nicht genügend gefegt". Der Wahlausfall vom Dienstag hat unsren Gegnern für die Zukunft die Luft geraubt, mit der Socialdemokratie nochmals auf ihrem ureigensten Boden anzubinden. Es ist aber auch von guter Vorbedeutung für die im nächsten Jahre bevorstehenden Landtags- und Reichstagswahlen. des Auf dem Gebiete der Socialpolitik geht der Polizeikommissar Gesellschaft für sociale Reform sind wir Socialdemokraten bekanntlich Die utopischen Praktiker". Wegen unsres Fernbleibens von der nicht minder energisch vor. Hänsch ordnete an, daß Leute, die arg geschmäht worden. Am meisten wohl von den Nationalfociälchen, wegen Tranfenheit, Bettelei, Vagabondage sich vergangen hatten, die uns auch da, wie immer, unpraftische Principienreiterei vorin Polizeigewahrsam bis zu 24 Stunden ohne Wasser und warfen. Nuw find es gerade sie, die als die Erften aus den Reihen Brot gelassen werden sollten. Hänsch berief sich dafür auf den jener Gesellschaft bittere Klage erheben über die reaktionäre GeBürgermeister: Für solche Schweinehunde habe die Stadt kein Geld. sinmung, die in ihr herrscht. Die" Hilfe" vom 5. Oktober jammert Ein polnischer Arbeiter sollte auf eigentümliche Weise aus der über das auch von uns schon gebührend gekennzeichnete VerStadt entfernt werden. Hänsch forderte einen Beamten auf, den halten des Duncker- Hirsch in der Konsumisvereinsfrage und Stübben Industriellen Rede Mann zu verhauen, damit er Oschersleben verlasse. Tischen gegenüber der das Vereinsrecht:„ Nach den Proben, die Alle diese kleinen reizvollen Züge preußischer Polizeiwirtschaft dörfers über find mun gar nicht merkwürdig. Merkwürdig ist nur, daß in diesem die Gesellschaft nur einen schläfrigen Gang und ein unglaublich man auf der Kölner Generalversammlung bekommen hat, kann daß man wie sonst die Autorität der Polizei gegen die frechen An- ragendsten Mitglieder außer sich und stellen sich schützend vor griffe des Zeitungsschreibers schütte. Diese seltene Umkehrung der Polizei und Arbeitgeber." Wenn so schon die zahmen Nationalüblichen Pragis könnte den Anschein erwecken, als ob in Oschers- socialen schreiben, welcher Geist der Reaktion mag dann in der„ beleben der Polizeigeist besonders schlimm gewütet habe. Nein, rühmten" Gesellschaft herrschen. Und wie recht hatten wir, als wir Oschersleben kann nicht einmal beanspruchen, die Hauptstadt des sie von unfren Thüren wiesen! Polizeistaats zu fein, und Herr Hänsch ist durchaus keine hervor Menschengattung so phantastisch und leichtgläubig, so utopisch find Es bewährt sich wieder einmal die Erfahrung, daß keine ragend bösartige Ausnahme- Erscheinung. Oschersleben ist überall als die staatsmännelnden„ Praktiker", als welche sich die National im preußischen Vaterlande, und an jeder Polizeistube steht in un- focialen aufspielen. Das Principielle ist, historisch gemessen, auch stets fichtbarer Schrift die Tafel: Die Großschnauzen feste das Kluge und Praktische, weil es eben das Notwendige ist. neifen!" den preußischen Polizea einam, der sich Uebergriffe er Falle der Beschwerde führende Redacteur freigesprochen wurde, anstatt langsames Tempo vertragen, sonst geraten verschiedene ihrer hervor war natürlich nicht laubt hatte, sondern, wie sich's gebührt, ein Nedakteur, der die Frechheit besaß, sich über solche Uebergriffe zu beklagen. Vor Gericht stand der Redakteur des freisinnigen„ General Anzeiger für Oschersleben", ein Mann, der oppofitioneller Stadt verordneter in Oschersleben ist. Er soll die Polizei dieser guten Stadt, insbesondere den Polizeikommissar Hänsch beleidigt haben. Zeichnen wir nach den Zeugenaussagen, deren Richtigkeit durch die Freisprechung des Angeklagten bekräftigt wurde, die polizeilichen Zustände von Dschersleben. Politische Ueberlicht. Berlin, den 3. Dftober. Auch eine Wahlparole. Aus Bayern wird uns geschrieben: Den bayrischen sogenannten Liberalen, die durch die fociate Centcumspolitit etwas Oberwasser bekommen haben, fehlt jetzt nach ihrer Meinung zu einem großen und durchschlagenden Erfolge nur noch eins, allerdings das wichtigste, nämlich die nötigen Wahltruppen. In der„ Augsb. Abendztg." giebt nun ein Münchener Liberaler ein unfehlbares Mittel an, wie man solche Hilfstruppen gewinnen fann. Es sollen nämlich Männer als Standidaten aufgestellt werden, die ,, energisch für den Abschluß langfristiger Handelsverträge eintreten und aus Neberzengung dafür wirken, daß den socialdemokratischen Aspirationen auf Erweiterung der socialen Gesetzgebung zu Lasten der Arbeitgeber Einhalt gethan wird, furz gesagt, wenn die liberalen Parteien aufhören, in legterem Betreff über die Anträge der Regierung hinauszugehen, wie dies beispielsweise bei Beratung und Beschlußfassung über das Gesetz betreffend die Abänderung der Unfallversicherungsgeseße vom 20. Juni 1890 geschehen ist."... Der größte Teil unserer Industriellen und Gewerbetreibenden, besonders in den größeren Städten, ist liberal, wer kann es denselben aber verdenken, wenn sie sich auf Grund der gemachten Erfahrungen von einer Partei zurückhalten, wenn nicht ganz abwenden, deren hervorragende Führer stellentveife mit den Social demokraten wetteifern in dem Bestreben, zu Gunsten letzterer den Arbeitgebern fortwährend neue, unerschöpfliche Lasten aufzubürden." Der Polizeikommissar Hänsch hat zwar gelegentlich einen Hang für Alkohol und als verheirateter Mann eine Neigung zur Anknüpfung zarter Beziehungen zu Brostituierten, aber er ist um so eifriger im Dienst das Jdeal preußischer Schneidigkeit geradezu. Allerdings hat er in seinem obersten Chef, dem Bürgermeister von Dschersleben, Becker, einen wohlwollenden Vorgesetzten. Herr Becker hat eine stille Freude daran, wenn die Bürger seiner Stadt zur Anzeige Ein Effekt der Mannheimer Centrumsparade. gebracht werden. Als gerechter Maim aber bevorzugt er die gegen Aus Mannheim wird uns geschrieben: Die am Dienstag die oppositionellen Sünder gerichteten Anzeigen; warum sollte stattgehabten Stadtverordneten Wahlen in der dritten er auch die guten Kinder bestrafen! Wenn nicht genug angezeigt( unterften) Steuerklasse, über deren Ergebnis wir bereits telegraphisch wird, ist er unzufrieden, er„ nählt" dann mit dem Bolizeikommissar furz berichteten, ist von bürgerlicher Seite zu einer Kraftprobe wegen des mangelnden Denunziationseifers, wegen der Faullenzerei gegen die Socialdemokratie gestempelt worden, die seit nunmehr im Anzeigen. 24 Jahren sich im sicheren Besitz der sämtlichen 32 Mandate der Man dente aber ja nicht, daß der Herr Bürgermeister eine bos- Klasse befindet. Obwohl gegenwärtig in Laude Baden die hafte Freude an Beschwerden über den staatsbürgerlichen Lebens- Nationalliberalen und das Centrum mit einander in wandel feiner Gemeindemitglieder gehabt habe. Ganz im Gegen einer Fehde liegen, die an Leidenschaftlichkeit hinter den schlimmsten teil! Wenn sich beispielsweise der oben erwähnte Redacteur über Zeiten des Kulturkampfes kaum zurücksteht, hatte der blinde den Polizeikommissar beschwerte, dann verteidigte er in edler Haß gegen die Socialdemokratie es doch vermocht, in Mannheim Menschenfreundlichkeit seinen Beamten und wies die nichtswürdigen die feindlichen Brüder mit dem Freisinn zu einem Wahlfartell Beschtverden ab. Als jener ruchlose Redacteur, nachdem er mit seinen zu vereinigen, mittels dessen man der seitherigen socialistischen Beschwerden auch bei der Staatsanwaltschaft abgefallen war, sich lebermacht Herr zu werden hoffte. Die größten Hoffnungen sekten beim Regierungspräsidenten beschwerte, sagte dieser wohlgelaunt zu die Bürgerlichen dabei auf das Centrum, dessen Organisation in ihm: Ja, Stöter, was soll ich machen? Von der Polizei in Oschers- unsrer Stadt im Laufe der letzten Jahre mit allen Kräften leben bekomme ich stets die Antwort, Ihre Beschwerden seien un ausgebaut worden war. Eine besonders günstige Wirkung verberechtigt. Die Beamten hätten sich nichts zu Schulden fommen lassen."- sprach man sich dabei von den großen reflamehaften Schaustellungen Ja, was soll wohl so ein armer Regierungspräsident gegen einen des Katholikentages, und man hielt unter den Nachwirkungen Der liberalen Partei kann diese Wahlparole nur dringendst Bolizeikommissar machen. desselben den Zeitpunkt bereits für gekommen, um die bisher mit empfohlen werden. Sie hat außer andern auch den gewiß nicht zu Die Polizei vergeltet jedoch Böses mit Gutem. Sie war so wenig überlegener Sicherheit behaupteten Positionen der Socialdemokratie unterschätzenden Vorteil, daß der Centralverband deutscher Industrieller erzürnt über die gegen sie gerichtete Beschwerde beim Staatsanwalt, im Sturm zu nehmen. Thatsächlich war die Siegeszuversicht im zweifellos noch einen entsprechenden Zuschuß zu den Wahlkosten daß sie vielmehr fortan besondere Sorge für die Sicherheit des schwarzen Lager eine außerordentliche, und auch Freifinn und bereit ſtellt. Redacteurs trug, und, um ihn vor der Absendung weiterer unnüger Nationalliberale trugen sich mit großen Hoffnungen. Beschwerden zu bewahren, seine Wohnung mit peinlicher Gewissen Wahlausfall hat gezeigt, daß alle diese Spekulationen haftigkeit überwachte. total verfehlt waren, daß der politische Effett der Der Eifer des Bürgermeisters blies begreiflicherweise in das schwarzen Mannheimer Tagung mit ihrer aus Dienstfeuer des Kommissars; sein Pflichtgefühl nahm einen aus allen Teilen Süddeutschlands zusammengetrommelten„ Arbeiter" fchweifenden Umfang an. Und er beflügelte seinerseits wieder seine Parade gleich null ist, und daß die Arbeiterschaft der oberUntergebenen. rheinischen Industrie- und Handelsmetropole nach wie vor mit In diesem Wettstreit um die höchste Pflichterfüllung tam es unerschütterlicher Festigkeit hinter der Social: vor, daß ein Polizeibeamter, Reiß, einmal auf das Publikum schoß. demokratie steht. Das dies der Fall sein werde, darüber Das Gericht verkannte zwar seine Bemühungen und verurteilte ihn fonnte bei jedem, der die Entrüstung kennt, die auch in den uns wegen Körperverlegung zu 100 M. Geldstrafe. Der Bürgermeister noch fern stehenden Kreisen der unteren Volksschichten über die aber wußte, was er an dem Reiß für einen Schatz hatte, und stellte Haltung des Centrums in der Zollfrage immer noch im Wachsen ihm ein sehr günstiges Zeugnis aus. Allerdings hatte sich Neiß begriffen ist, nicht der geringste Zweifel bestehen. Für unsre Gegner auch dadurch verdient gemacht, daß er gelegentlich auf Anregung des bedurfte es aber einer blamablen Wahlniederlage, um sie von dieser Der Die Krise als Vorspann für den Marinismus. Durch die marinefreundliche Preise geht folgende Waschzettelnotiz: Der Marine- Etat wird in der Gestalt, die er im neuen Reichshaushalts Voranschlag aufweist, vollständig sich in den Grenzen halten, die durch den Rahmen des Flottengesetzes gezogen sind. Es gilt aber nicht für ausgeschlossen, daß im Reichstage eine ziemlich starke Strömung sich geltend macht dafür, im Interesse der Förderung und Neubelebung der heimischen Erwerbsthätigkeit eine Beschleunigung der imt Flottenplan vorgesehenen Bautent eintreten zu lafien. Das würde in gleichem Maße der Industrie und der in ihr beschäftigten Arbeiterschaft wie indirekt auch der Landwirtschaft zu gute kommen. Denn je rascher das teilweise Daniederliegen der Industrie überwunden wird, umsomehr wird auch die Wiedererhöhung der Kauftraft .er Die Wirkung der Lebensmittelzölle tritt sehr deutlich hervor bei einem Vergleich zwischen den Preisen der wichtigsten Lebensmittel in Schweden, wo die bisher im Reichstag maßgebende Landmannspartei für landwirtschaftliche Schutzölle gesorgt hat, und in Dänemark, wo die Bauern auf Rollschutz verzichten und sich durch ihre eigne Intelligenz und Tüchtigkeit eine verhältnismäßig gute wirtschaftliche Lage geschaffen haben. Am 26. September 1902 betrug der Durchschnitt der Preisnotierungen für folgende Waren in den Hauptstädten der beiden Bänder pro 100 Kilogramm: Stockholm Kopenhagen ou 10,80 Weizen Roggen. Roggenmehl • Raffinadezucker 14.75" 14, 15,75 54, " 10,40 11,20 1910 95, 39,-"( in England 29 Kr.) Amerikanischer Spec 114, Man sieht also auch hier wieder, wie recht unfre Agrarier mit ihrer Behauptung haben, daß die Zölle die Lebensmittel nicht verteuerit!@ nothusi " " eines dieses Teiles der vaterländischen Produktion der Landwirtschaft zu| nur das Reisegeld zusammenzubringen, und mußte Weib und Kind wegen des Polenklubs nicht dazu bereit finden lassen wollte, den zu gute kommen. in der größten Not zurücklassen. Da er nicht zum Streif Gunsten der galizischen Petroleumproduktion eingeführten PetroleumDa haben wir also die verschämte Ankündigung der Marine- brecher werden wollte, geriet er in die größte Verzweiflung und zoll herabzusehen. Immerhin bleibt näheres über die Basis des Mehrforderungen. Und zwar als Mittel gegen die Krise. Menschen wandte sich an den böhmischen Verein um interſtüßung. Aber auch Ausgleichs abzuwarten. mit normalen Hirvfunktionen sollten annehmen, daß in der Aera einige der bei Schwarz u. Sohn beschäftigten böhmischen StreitNiederlande. der wirtschaftlichen Krise und der Deficitwirtschaft die improduktiven brecher famen lagend an diesen Verein, daß sie in ihren Hoffnungen militaristischen Ausgaben möglichst eingeschränkt werden müßten. fdmmählich getäuscht worden seien. Die Angaben, die diese Leute Van Kol über den Atjehkrieg. Nach Ansicht der Marinepolitiker und Panzerplatten- Fabrikanten muß über ihre Vagerstätten machten, gaben die Unterlagen für die hierauf Auf Grund verschiedener Mitteilungen konnte man zu der aber die Krise dadinch bekämpft werden, daß man möglichst viele bezüglichen Stellen des Artikels in der„ Münch. Post". In der Ver- Meinung kommen, daß Van Kol auf seiner ostindischen Reiſe ſeine Millionen für den Bau von Panzerfähnen verpulvert. Handlung gaben diese Streifbrecher, die noch bei den Klägern be- Ansichten über die holländische Kolonialpolitik wesentlich geändert Die Massez belfen dergestalt den Stahl- und Eiſenindustriellen über schäftigt find, dies alles zu, nur will keiner Kleidungsstücke bei dem habe, und einige bürgerliche Blätter in Holland vermuteten sogar, die Krisis hinweg, freilich aus ihrer Tasche. Wie die Landwirtschaft Nachtlager verwendet haben, io daß in dieser Nichtung der An- daß unser Genosse den socialdemokratischen Grundfäßen unfreu aus diefer Schröpfung der Massen einen Vorteil zöge, ist freilich geklagte den Beweis schuldig bleiben mußte. geworden ſei. Van Kol tritt num diesen Vermutungen ganz umefindlich. Oder soll die Förderung der Industrieprofite Durch den Leiter des Schneiderstreiks, den Genossen Ries, und Beschuldigungen in einem in„ Het Volt" veröffent einen Schacherpoften des zollpolitischen Ausgleichs darstellen? Will wurde schließlich noch festgestellt, daß die Ortsverwaltung des lichten Artikel ganz ganz entschieden entgegen." Ich fühle mich die Industrie für ihre Nachgiebigkeit den Preis andeuten? nur it m Schneiderverbandes auf Veranlassung des böhmischen Vereins und nicht veranlaßt," schreibt er, auch zahlreichen böhmischer Arbeiter die„ Münch. Post" um eine öffentliche Daumens Breite von den socialdemokratischen Berechnung der geschilderten Bustände erfucht hatten, um weiteren Brincipien, die ich seit mehr als einem Biertelzuzug böhmischer Arbeiter zu verhindern. jahrhundert vertreten und verteidigt habe, abzuDas nach furzer Beratung gefällte Urteil lautete auf freiweichen. In der Beurteilung der Zustände, vor allem in dem sprechung Grubers und Ueberbirdung sämtlicher Kosten auf die fernen, noch viel zu wenig bekannten Indien konnte ich mich natürKläger. In der mündlichen Begründung führte der Ober- Amts- lich irren, in der Regel aber wurde ich in meinen frühern Ansichten richter aus: bestärkt. Die Frage über Krieg oder Frieden in Atjeh machte Es wurde angenommen, daß es Sache des Arbeitgeberverbandes jedoch eine Ausnahme; mit den Principien aber hat das nichts zu ist, zu stehen eines Streits Kenntnis befamen. Keineswegs war es Das Abwälzen der Kosten der niederländischen Eroberungskriege auf die höhmischen Arbeiter von dem Be- thun. angängig, diese Thatsache des Streiks zu verschweigen, noch die Hunger leidenden Javanen bleibt„ Prostitution unsrer nationalen weniger aber, entgegen der Wahrheit, zu behaupten, der Streit Ehre", wenn ich auch einsehe, daß jedoch gilt das erst für die sei schon beendet. Ob für diese Unterlassung die Kläger verant allerlegte geii ein Zurückziehen unmöglich geworden ist, wortlich sind, hielt das Gericht nicht für angebracht, festzustellen; an und der Krieg in den Gegenden, die ich besucht habe: Großatjeh, dafür und für fich ist der Vorstand des Arbeitgeber- Verbandes sie morbs und sie die mit einem Gude nähert, verantwortlich besuchte ich stattfinden, nicht) sich Ende Van Kol ist fest überzeugt, daß er bon den Militärs Münch. Poſt iſt nicht davon die Rede, daß die Kläger persönlich dafür verantwortlich seien. Daß es aber von großer über die Zustände getäuscht worden ist, wie das in einer wichtigkeit für die Arbeiter war, Kenntnis von den that( auch vom Vorwärts" wiedergegebenen) Mitteilung behauptet wurde: sächlichen Verhältnissen 311 erhalten, wird bewiesen durch Von einer Frreführung durch van Heutz und eine große Zahl von Auf Preußens Spuren. Der Redakteur der„ Staatsbürger den Umstand daß fie entweder genötigt waren, sich Offizieren und Soldaten kann keine Rede sein. Wer einen Blick auf Zeitung" Böckler, der wegen Beleidigung des Stadtverordneten den mit dem Streifbruch verbundenen erheblichen Ünannehmlichkeiten die Karte wirft und der von mir gefolgten Reiseroute nachgeht, muß Justizrat Cassel zu neun Monaten Gefängnis verteilt worden war, auszusehen oder wie es bei dem Zeugen Falta der Fall war sogleich erkennen, daß es unmöglich ist, ein so ausgedehntes Terrain hat sich bekanntlich der Verbüßung dieser Strafe durch die Flucht in die größte Notlage zu kommen. Es ist nachgewiesen worden, plötzlich von Feinden zu säubern. Mehr als 370 Kilometer, ein Abstand nach Destreich entzogen. Wie das antisemitische Blatt daß sich die Familie des Falta in großer Notlage befand. Solcher wie der vom Haag nach Paris, wurden von mir, zum Teil ohne Deckung, jezt mitteilt, hat das Wiener Gericht einem Auslieferungs g3= Notlagen konnten die nach München herbei- unbewaffnet zu Pferde zurückgelegt; 240 Kilometer fuhr ich zur antrage der preußischen Regierung Folge gegeben, Böckler ist in gerufenen Arbeiter 17 11 entgehen durch den See der Küste entlang. Der Weg über Land ging über Berge und Wien verhaftet worden und wird Ende dieser Woche von Wien nach Streitbruch, und das ist eine Handlung, die man einem durch Dörfer, durch Urwald und durch bebautes Land, zuweilen durch Blötzensee zur Abbüßung feiner Strafe übergeführt werden. Arbeiter, der zu dem Kreise der Organisation gehört, nicht wohl Wüsteneien und über gebirgiges Terrain. Welche enorme Truppenmacht wäre wohl nötig gewesen, um überall aus allen SchlupfDa seit den achtziger Jahren, wo es der preußischen Regierung zumuten fann.o in mehreren Fällen gelang, die Auslieferung flüchtiger Bismarck- Und wenn auch nicht in Bezug auf die Arbeitslöhne, so wurde winkeln den Feind zu vertreiben, zumal da ich oft erst abends spät Beleidiger von Destreich durchzusetzen, ein ähnlicher Fall nicht mehr doch in andrer Weise nicht dem entsprochen, was die Arbeiter den Plan für die nächste Tagesreise feststellte und dabei so viel wie borgekommen ist, ist die Entriistung der Staatsbürger Zeitung" mir nach den ihnen gegebenen Zusicherungen erivarten durften. möglich die Brennpunkte des früheren Widerstandes der Eingeborenen zu begreiflich, wenn auch nicht zu verkennen ist, daß das Blatt sich hinsichtlich des Nachtlagers ist allerdings erwiesen, daß berüidsichtigte." Van Kol weist dann die vielen Verdächtigungen viel weniger aufregen würde, wenn es sich nicht um feine eigne die Arbeiter 8 14 Tage auf einer Anrichte untergebracht und Entstellungen seiner Aeußerungen zurück, die besonders das Angelegenheit handelte. Destreich befigt aber einen eignen Ehrgeiz, waren. Ueber die Beschaffenheit der Lagerstätten fonte nur ein Allgemeen Handelsblad" gegen ihn veröffentlichte, und sagt zum wenn es entgegen allem völkerrechtlichen Brauch in den Spuren fleiner Teil von dem erwiesen werden, was in dem Artikel be- Schluß: Breußens wandelt, das den politischen Flüchtling Kalajew ebenfalls hauptet iſt. „ Binnen kurzem wird es flar werden, daß ich nicht meinen feinen Verfolgern auslieferte. Beleidigend ist die Behauptung, Kleidungsstücke der Kundschaft Principien untreu geworden bin", nicht meinen alten Plunder" seien beim Nachtlager benügt worden; das ist ein sehr schwerer wegwarf, sondern besser gewappnet und geharnischt als vordem, " Bravo Panther, gut gemacht". Wie der Brief eines Offiziers Vorwurf. Allein hier ist dem Beklagten der Schutz des§ 193 zu- feuriger als je den Kampf gegen Kapitalismus und des" Panthers", der der Versenkung des haitianischen Kanonenboots zubilligen. Es ist durch den Zeugen Ries nachgewiesen, Imperialismus, die zum Fluch für unsre Kolonien Crête à Pierrot" beiwohnte, mitteilt, hat Wilhelm II. am daß der Redacteur mittelbar auf Ersuchen böhmischer Arbeiter fremde werden, beginne; gegen diese Ursachen von Hunger, Elend und 8. September nach erstatteter Meldung dem Kommandanten des Interessen gewahrt habe, indem er die angeblichen Mißstände vor der Unrecht für Millionen Einwohner dieser schönen Landschaften. Dieſent Panther" das telegraphische Lob gespendet„ Bravo Panther, gut Deffentlichkeit besprach. Sonach hat der Redacteur in Vertretung der heiligen Stampfe habe ich mich geweiht und vorläufig kehrt mein gemacht." Der Brief des Augenzeugen bestätigt übrigens, daß Jutereffen der Ortsverwaltung des Schneiderverbandes bezw. des böhmi Schwert nicht in seine Scheide zurück." Ser leichte Sieg des" Panther" mur auf die völlige leber ichen Vereins gehandelt. Dieses Interesse bestand darin, daß nicht rumpelung des haitianischen Schiffes zurückzuführen ist und daß weiterhin böhmische Arbeiter die Vereinsmittel in Anspruch nahmen die Befagung desselben bei ihrem ganzen Verhalten durchaus keine dadurch, daß sie Geld zur Rückreise in die Heimat verlangten. Das Bombenattentat. Das Haus des Abgeordneten Carton de Wiart Feigheit an den Tag gelegt hat. Immerhin Haiti wird sobald an die Redaktion gestellte Verlangen, den in Saint- Gilles bei Brüssel war am Dienstag Gegenstand eines nicht wieder deutsche Unterthanen behelligen. infriminierten Artikel aufzunehmen, war sona ch Bombenattentats, gerade in dem Augenblick, als dieser mit seinem Bruder, welcher Sekretär des Königs ist, zu Tische saß. De Wiart Eine Lüde im Strafgesetzbuch. Unter dieser Spignarke schreiben berechtigt. tvar ant selben Tage von seinem Landsiz zurückgekehrt. bie Hamb. Nachr." u. a.:" Das deutsche Strafgeset Ein neues Kolonialexperiment. Ueber die Einführung von Der Schaden am Hauſe iſt beträchtlich; Bersonen wurden Alle mutmaßlicher Thäter wurde staatsfeindlichen Agitation, was gegenüber den Erfahrungen, die die deutschen Kolonien in Afrika werden zur Zeit, nach Vandermeulen festgenommen, der in der Fabrik De Wael tagtäglich in den vormals polnischen Gebietsteilen, einer Meldung aus London, Verhandlungen zwischen der deutschen Molenbeck- St. Jean arbeitet. Vandermeulen soll sich auch bei sowie in Nordschleswig usw. zu machen sind, und gegenüber der Jusolenz der dortigen Aufwiegler sehr bedauerlich erscheint Regierung und der Regierung in Washington geführt. Die Neger den April- Aufständen beteiligt haben, wo er einen Schuß in die und eine Lücke im Strafgesetzbuch darstellt, deren Ausfüllung wichtiger sollen bei der Einführung der Baumwollfultur gute Dienste leisten, rechte Schulter erhielt. Vandermeulen bestreitet jede Teilnahme am ist als manche andre Aufgabe der Gesetzgebung. Allerdings ist ein für die ſich neuerdings auch der Kaiser lebhaft inter Attentat. Die Eröffnung der Deputiertenkammer ist auf den 14. Oktober ganzer Abschnitt des Strafgesetzbuchs der Bestrafung des Hoch- und essiert. Eine Anzahl von Negern soll bereits die Reise nach Afrika festgefegt. Landesverrats gewidmet, aber er gewährt keine ausreichenden Mittel, angetreten haben. Italien. um die landesverräterische Agitation in Wort und Schrift zu unterdrücken. Der Staat, der eine Agitation, wie die großpolnische oder dänische ruhig duldet, ohne dagegen mit allen Mitteln, also auch denen des Strafrechts, einzuschreiten, begiebt sich in den Augen der Landesverräterischen Agitation sowie des Auslandes desjenigen Maßes an Respekt, ohne dessen Vorhandensein man ihm schließlich, um uns eines volkstümlichen Ausdruckes zu bedienen, auf der Nase herumtanzt." 21 21 -501 " buch bietet keine Handhabe zur Verfolgung und Unterdrückung einer Und diese traurige Chauvinistenjippe wagt sich noch über die Verfolgungen deutscher Elemente in Rußland oder Ungarn zu entriften!" " amerikanischen Südstaaten in nicht verletzt. Negern aus den Belgien. ein Arbeiter Selbstverschuldete Trunkenheit kein Strafmilderungsgrund. In den neuen Kriegsartikeln befindet sich auch die neue Be= Der Anarchist Pietro Calcaguo, das Opfer crispinischer, ftimmung, daß bei Vergehen„ selbstverschuldete Trunkenheit" nicht ausnahmegefeßlicher Verfolgungswut, welcher auf der Halbinsel als Milderungsgrund angesehen werde. In der bürgerlichen Straf Saint Anastasia bei Sorrent als Zwangsdomizilierter deteniert war justiz wird bekanntlich die Trunkenheit als Milderungsgrund an und für dessen Befreiung sich die Volksparteien oftmals regten, ist gesehen. Ein Teil der Presse begrüßt diese neue Bestimmung der nun von der Regierung freigelassen worden, nachdem er kurze Zeit riegsartikel sehr lebhaft und wünscht, daß auch in der bürgerlichen im Krankenhaus von Buzznoli zugebracht. Es ist nur ein DanaerStrafjustiz eine entsprechende Aenderung Platz greifen möge. Unfrer geschenk der italienischen Regierung, denn Calcagno ist im hohen Ansicht nach ist diese Frage, so verwerflich das Laster der Trunksucht Grade schwindsüchtig geworden. Es wäre für eine„ liberale" immer fein mag, doch nicht so einfach zu entscheiden, sondern gründ Regierung zu ungelegen gewesen, wenn der sich allgemeiner lichster kriminalistischer und medizinischer Begutachtung zu über- Sympathien erfreuende Calcagno im Zwangsdomizil gestorben weisen. Spielt doch bei den verschiedensten Formen der Trunksucht wäre. Ein bayrisches Gericht über den Streifbruch. erbliche Belastung, physische Disposition usw. eine Rolle, die der München, 1. Oftober.( Eig. Ber.) Das Münchener Hausbackene Moralist mir zu gern übersieht. Der Begriff der selbstSchöffengericht hat dieser Tage ein Urteil gefällt, das durch seine verschuldeten" Trunkenheit dürfte denn auch außerordentlich schwer Auffassung über den Streifbruch wohlthuend von dem absticht, was festzustellen sein. Denn daß einfach der individuelle alkoholische man sonst von deutschen Gerichten zu hören gewöhnt ist. Erceß unter diesen Begriff fallen, während der kollektive Erceß Während des letzten Schneiderstreits brachte unser hiesiges zum Beispiel bei Liebesmählern 2c. die subjektive VerParteiorgan einen Die Ortsverwaltung" unterzeichneten Artikel, schuldung aufheben sollte, vermögen wir zu Gunsten der Militär der sich mit den Verhältnissen bei der großen Schneiderfirma justiz doch nicht anzunehmen. Schwarz u. Sohn beschäftigte. Es wurde darin mitgeteilt, bei dieser Firma seien acht böhmische Arbeitswillige beschäftigt, die durch das Anerbieten der hr bsten Löhne nach München gelockt wurden und " solfrats( no bai, bhod Schweden. 95 4 " " Die Kammerwahlen. Nach einer genauen Zusammenstellung der Wahlresultate haben sich folgende Schlußziffern ergeben: die liberale Sammlungspartei 101 Mandate( früher 90) die Landmannspartei 115) die Socialdemokraten 1) Wilde liberaler Richtung wurden 16, Wilde fonservativer Richtung 12 gewählt. Man kann danach annehmen, daß die Liberalen bei den Wahlen der Ausschüsse über 121 Stimmen, die Konservativen Chronik der Majestätsbeleidigungen. sidogo nur über 107 verfügen werden. Für das Schicksal der WahlNenn Monate! Aus Chemnitz wird uns berichtet: Wegen Teil der Konservativen für die Vorlage der Regierung, wie sie auch rechtsreform kommt noch besonders in Betracht, daß sich ein „ Teilweiſe verheiratet, haben fie in der Heimat alles verkauft Majestätsbeleidigung verurteilte die Chenmizer Straffammer ausfallen möge, erklärt hat. Das wichtigſte Ereignis der Wahlen und versetzt in der Erwartung, hier einen hohen Verdienst 3 Monaten Gefängnis. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Parlament aus einem einzigen Vertreter zu einer fleinen Gruppe den Musiker und Schuhmacher Telling aus Limbach zu neun ist aber der Umstand, daß die Socialdemokratie im schwedischen finden. Sie sahen sich indessen bitter getäuscht, und so darben die Frauen be. Ah beitswilligen drüben in Böhmen, während diese sich Deffentlichkeit statt. Telling, der den Kaiſer beleidigt haben soll, geworden ist, die unzweifelhaft weit mehr Einfluß gewinnen wird, wurde sofort in Shaft genonunen.- als man ihrer Zahl nach annehmen könnte, und den Grundstock für hier ebenfalls in den ärmlichsten Verhältnissen befinden. Sie mußten gibildust deine starke Fraktion bilden wird. 8-14 Tage in der Werkstätte des Herrn Schwarz auf Tisch und Boden schlafen. In Arbeit befindliche Kleidungsstücke der Kundschaft und Berichtigung. Im gestrigen Leitartikel Beile 18 hat das Drucken im Watte, die zur Verarbeitung der Kleider, besonders der Uniformen, fehler- Teufelchen den Streich gespielt, die beantragten Viehzölle auf Rußland. gebraucht wird, dienten als Unterlage und Zudecke. Die Arbeits- 1200-1500 Prozent des Wertes vom Fleisch" hinaufzu Die russische Polizeiwirtschaft im Urteil des Finanzminifters. willigen haben sich in einem Schreiben an den hiesigen böhmischen schrauben. Der größte Teil unsrer Leser hat wohl entsprechend Der russischen Arbeiterschaft scheint ein Erfolg zu lächeln. Mant Verein um Unterftigung und vorschußweise Gewährung der unsren wiederholten Darlegungen den Passus dahin berichtigt, daß fönnte ihn jogar als einen recht großen bezeichnen, wenn er wirklich Mittel zur Nüdreise gewandt. Der böhmische Verein setzte die verlangten Zölle 1200-1500 Prozent der bisherigen fäme und wenn hinter ihm nicht das Gespenst des absolutistischen sich mit Der Ortsverwaltung unfres Verbandes in Ver- 3olljäze betragen. id non dim bindung, worauf vom Verband die Kosten für die Rückreise von zwei der Arbeitswilligen zur Verfügung gestellt wurden. eidsid Ausland.d Im Auftrage eines Dritten erhob der Verband Klage gegen die Firma Schwarz u. Sohn am Gewerbegericht. Die übrigen dürften Oestreich- Ungarn. Polizeistaates stände, das alle fortschrittlerischen Errungenschaften doch immer wieder zu vernichten weiß. Der Erfolg, von dem wir sprechen, ist die Wendung, die sich in den Regierungssphären scheinbar in ihrem Verhalten gegenüber dem wirtschaftlichen Kampf der Arbeiter vorzubereiten scheint. Der socialistischen Bresse ist zu dieser Frage die Kosten der Rückreise nicht wert sein. Sie sollen ruhig weiter Die Ausgleichsfrisis überstanden? Nach der„ M. Fr. Preise" ist ein äußerst interessantes Dokument in die Hände geraten, eine arbeiten und wir find, überzeugt, daß die Kundschaft sich ein zweites in der Ausgleichstrisis eine entscheidende Wendung, und zwar zum eingehend gehaltene Denkschrift des FinanzMal für Arbeiten Art schönstens bedanken wird." Die den Abschluß bisher verhindernden ministers Witte an den Reichsrat, betitelt:„ Ueber eine Wegen dieses Artikels strengten die drei Firmeninhaber Be- großen Schwierigkeiten feien beseitigt und der Aus- Revision der Gefeßes bestimmungen, betreffend leidigungsflage an gegen den verantwortlichen Redakteur der gleich als gesichert anzusehen. In Budapest würden die die Verfolgung von Arbeiterausständen und früh„ Münchener Post" Mart. Gruber. In der Zeugenvernehmung legten schwebenden Positionen des Zolltarifs vereinbart werden. 3eitigem Bruch des Vertragsverhältnisses, und wurde festgestellt, daf:: dem Sekretariat des Arbeit Man hoffe in unterrichteten Kreisen, daß der Ausgleich bereits in iiber die Wünschbarkeit der Errichtung von Selbstvöhmische geber- Verbandes ant Arbeiter Briefe geschrieben den nächsten Tagen zu stande kommen werde. Am Donnerstag hilfe Organisationen der Arbeiter". wurden, in denen entgegen den wirklichen Thatsachen scheint danach die Entscheidung gefallen zu sein. Am Mittwoch hatte Dokument geht hervor, daß mit dem gegenwärtigen Zustand der behauptet war, der Streit in München sei bereits zu Ende. der Kaiser mit beiden Ministerpräsidenten konferiert und am Donnerstag Dinge nicht nur die Arbeiter unzufrieden sind, sondern auch die Den Leuten wurde ferner ständige Arbeit und guter Verdienst durch abermals die beiderseitigen Ministerpräsidenten und Finanzminister Unternehmer, deren Stimme, darüber kann nicht gezweifelt werden, den Arbeitgeberverband, dessen Sekretär der mitflagende Firmen- empfangen. wohl für das Entstehen des Projektes ausschlaggebend gewesen ist. teilhaber Karl Schwarz ist, garantiert; den Verheirateten Wenn die Meldung der„ N. Fr. Presse" zutrifft, dürfte Ungarn Der Finanzminister argumentiert folgendermaßen: Die Drohung werde man es ermöglichen, in 4-6 Wochen ihre Familien nachkommen von seiner Forderung einer Erhöhung des Kaffeezolls mit Gefängnis und Verschickung könne die zu laffen. Durch diese Versprechungen ließen sich verschiedene böhmische und Herabjegung des Petroleumzolts, an der bisher dem Vertragsbruch nicht zurückhalten, und die Anwendung Schneider nach München locken, die zum Teil erklärten, sie würden auf der Ausgleich gescheitert war, zurückgetreten sein. Wenigstens galt dieser Maßregel rufe unter Arbeitern nur Erbitterung hervor. Das feinen Fall gefonunen sein, hätten sie gewußt, daß hier gestreift würde. es als ausgeschlossen, daß Oestreich den ohnehin unverhältnismäßig Gefeß fönne auc nicht die gebührende Geltung finden, weil es Einer dieser Arbeiter Namens Falta hatte daheim alles versezt, um belasteten Staffee nochmals besteuern. lassen könnte, während es sich nicht möglich sei, un hunderten und Tausenden von Fällen eine = Aus dem Arbeiter von Untersuchung einzuleiten. Außerdem sei für die Unternehmer die] und von den 1111= 22 Einige Berichtigungen. Denn der 1894 22 209 891 M. und 1900 be= Genossen von Herzen wünschen dann hat er noch 7 Monate Gefängnis abzumachen. Er müßte in der Zwischenzeit seine Geundheit außergewöhnlich fräftigen, wenn er den erneuten Gefängnis, aufenthalt ohne Schaden überstehen sollte. " Der erste Socialdemokrat in der Gemeindevertretung der Haupts stadt Finnlands. Unser Parteigenosse Reino Drafila. Arbetarens" Redacteur. wurde am Donnerstag voriger Woche in Helsingfors als Stadtverordneter gewählt und zwar mit allen Stimmen Der Ausfall der Wahl lag in dem betreffenden abgegereise in Händen der Bourgeoisie schwedischer Zunge. Die bürgerlichen Wähler wollten durch ihre Stimmabgabe gegen die russische Gewaltherrschaft demonstrieren und fanden dazu keinen besseren Kandidaten als den Vertreter der modernen socialdemokratischen Polizeiliches, Gerichtliches usw. Ein sächsisches Versammlungsverbot. Von der sächsischen Amtshauptmannschaft Grimmo erging „ Die Abhaltung der von Ihnen für Sonntag, den 28. d. M., nachmittags 3 Uhr, auf einem Wiesengrundstücke m Wednig an gemeldeten öffentlichen Volksversammlung wird hiermit auf Grund von§ 12 des Gesezes, das Vereins- und Versammlungsrecht betreffend vom 22 November 1850 in der Fassung des Gejeges vom 21. Juni 1898 verboten Die tgl Amtshauptmannschaft hat sich bei dem Verbot, ganz abgesehen von der schwierigen Zugänglichkeit zu dem Versammlungsorte, von der Erwägung leiten lassen, daß die übrigens nicht Ihnen, sondern Ihrer Ehefrau gehörige Wiese an die Mulde grenzt und die Ufer des Flusses da selbst sehr steil abfallen und das Wasser der Mulde sehr tief ist, fonach aber für das die Versammlung besuchende möglicherweise sehr zahlreiche Bublifum eine dringende Gefahr für die Sicherheit vorliegt. Immerhin erscheinen uns die Befürchtungen, die Vorgänge in Verhaftung der Arbeiter von unangenehmen wirthschaftlichen Folgen Macedonien tönnten einen neuen russisch- türkischen Strieg heraufbegleitet. Die Einreihung der Arbeitseinstellungen unter die straf- beschwören übertrieben Rußland hat zu viel mit seinen eignen baren Handlungen gebe auch einen zu großen Spielraum den Ein- mneren Unruher zu schatten und steckt zu sehr in Finanznöten als mischungen der Polizei, die durch ihren Eifer nur schade und dem daß es fc fetch die teften des legten Krieges vergessen könne, der Unternehmer Scherereien verursache. Den Großunternehmern Mostaus scheint die Praxis de bewies, weich militarne Widerstandstraft der frante Mann am Polizei thatsächlich über, über die Schnur zu gehen In ihren Bosporus noch immer bejizi Eingaben an das Finanzministerium, die in der Denkschrift Berwendung gefunden haben, beschweren sie sich daß einerseits durch das Eingreifen der politischen Polizei, das bekanntlich das Wert des jezt nach Petersburg in das Ministerium des Innern berufenen Oberspizels Subatom war, die Unternehmer in der Furcht vor Zu einem längeren Aufiaz beichäftigt jich die„ Berliner Aerztepolitischen Ausschreitungen gezwungen werden, sehr oft nachgiebig forrespondenz mit einem Teil meines Referats über die Arbeiter zu sein, wo das sonst nicht notwendig wäre; andrerseits vet: versicherung In diesem Artikel wird gegen Säge und Zahlen Arbeiterbewegung. unmögliche die Polizei durch ihr Eingreisen die polemisiert. Die durch eine nicht genaue Berichterstattung die Form friedliche Schlichtung eines Streites. Es sei eine vage herbei und den Inhalt erhalten haben die Gegenstand des Angriffes sind. geführt worden, in der man jede Regel und Bestimmt Bei etwas Ueberlegung hätte der Verfasser finden müssen, daß heit vermisse; die Unternehmer seien zu sehr hier ein Fehler in der Berichterstattung vorliegt willkürlichen Entschlüssen der Verwaltungsbehörden abhängig. In Verfasser wird wohl nicht annehmen, daß jemand einer mit Datum des 24 September 1902 folgender Erlaß: der Denkschrift heißt es darüber wörtlich.„ Nach der Ansicht der Rede zweimal die Zahl der Aerzte angiebt und dann völlig verPolizeibehörden, die ihre Stütze in der Unklarheit und Verschiedene Ziffern nennt. Ein Blick in die Krankenkassen- Statistit worrenheit der bestehenden Gesetze finden, ist der Streif nicht hätte ihn schon auf den Gedanken bringen können, daß die Zahlen eine natürliche wirtschaftliche Erscheinung, er wird in jedem 22 200 und 34 300 in irgend einem Zusammenhange mit den AerzteFall als die Störung der öffentlichen Ruhe und honoraren stehen, denn für beide Jahre, die ich anführte, sind es die Ordnung aufgefaßt. Wenn man sich zu den Arbeits- luter ersten Ziffern der für Arzthonorar ausgegebenen Summen brechungen in den Fabriken sich wurden von den Kranfenfassen gelassener verhalten würde, fo tönnte man viel leichter ihre wahren Ursachen ausdeden 34 331 368 für Arzthonorar bezahlt ihre gerechten Anlässe von umgesetzlichen und Da die citierten Säße aus dem Bericht zu Mißverständnissen begründeten scheiden, es könnten dann auch leichter ent- Anlaß geben fönnen, so sehe ich mich genötigt. in furzen Sägen sprechende Mittel zur friedlichen Einigung ergriffen weiden. Bei das wiederzugeben, was ich gejagt habe. Ich habe mich gegen die einem solchen mehr normalen Zustand würde die Maßregel der Bestrebungen der Aerzte gewandt, die in ihrem Erfolg darauf hinausVorbeugung und Niederwerfung nur dann in Anwendung zu bringen laufen würden, der Krankenversicherung der Arbeiter sein, wenn Unruhen ausbrechen. Die Polizei bemühe sich nicht im Versorgungsfaffen für Aerzte zu machen. Hierbei habe geringsten, die Ursachen eines Streifs zu untersuchen, fie fei mur ich nicht das Streben der Aerzte nach Verbesserung ihrer Lage Hierzu kommt, daß an die fragliche Wiese ein dem Gutsbestrebt, einen Streit um jeden Preis zu brechen. Man schrecke bekämpft, sondern bin den Forderungen entgegengetreten, die das besitzer Uhlemann gehöriger leeader angrenzt, dessen Betreten dabei vor feinem Mittel zurück, selbst vor der Anwendung„ des Militärs Selbstverwaltungsrecht der Versicherten der genannte Gutsbesiger Uhlemann nicht dulden will." nicht". Keins von diesen Mitteln könne empfohlen werden, denn schränken wollen. Vielfach wird von den Aerzten behauptet, Also die bekannte Sorge um Leben und Gesundheit der ber= fie säen unter die Arbeiter mur Erbitterung und zwingen die Unter- daß ihr Unglück in dem Selbstverwaltungsrecht der Arbeiter be- dammiten Socialdemokraten, die doch im übrigen mit allen Mitteln nehmer zum Nachgeben" und unter den Arbeitern befestige gründet ist, und zum Beweise werden die Konflikte erwähnt, die in bekämpft werden und gegen die schon manch einer Pulver und Blei sich die äußerst schädliche Ueberzeugung, daß ein Streit das richtigste einzelnen Orten zwischen Kassenvorständen und Aerzten ausgebrochen als Heilmittel empfohlen hat. Wenn dagegen die guten Bürger Mittel sei, ihre Wünsche durchzusetzen." Von diesen Erwägungen find. Eine schier unbegreifliche Gehässigkeit gegen die Selbst Versammlungen abhalten wollen, oder, da diese sich selten mit ausgehend, empfiehlt die Denkschrift, die bestehenden strafgeseglichen verwaltung der Arbeiter kommt in der Schrift der Augsburger Lerzte Politik beschäftigen bei ihren Zusammenfünften, wenn sie tanzen, Bestimmungen über Arbeiter- Ausstände nach den Mustern der west- zum Ausdruck. Da habe ich denn gefragt, woher denn die faufen oder Hurra schreien wollen, dann ist keine Bude zu baueuropäischen Geseze dahin abzu ändern, daß Streifende mur bayrischen Aerzte die Selbstverwaltung der Arbeiter kennen, da die fällig und fein Ufer zu steil, unbekümmert um ihr Wohl läßt die wegen Drohung, Gewaltanwendung und Ehrloserklärung" zu verkassen, in denen die Arbeiter ein Selbstbestimmungsrecht haben, in Polizei sie Gesundheit und Leben aufs Spiel segen. folgen sind. An Stelle des bestehenden Gesetzes soll mit einem Bayern fast gar nicht vertreten sind? In den in Bayern vorhandenen Interessant ist auch der Verbotsgrund, daß der VersammlungsWort das seiner Zeit projektierte deutsche Gesez zum Schutz haben die Arbeiter so gut wie gar keinen Anteil an der Verwaltung zum besten dienen. Mit derselben faltblütigen Ruhe, mit der fte 4127 Gemeinde, 602 Betriebs-, 3 Bau- und 12 Jnnungslassen platz zu schwer zugänglich ist. Der sächsischen Polizei muß eben alles der Arbeitswilligen treten. Sollte das Projekt zur Annahme kommen, so ist eine fleine Nur bei 63 Ortsfassen, 16 eingeschriebenen und 9 landesrechtlichen diese Versammlung wegen zu schwieriger Zugänglichkeit verbietet, Erleichterung für die Arbeiter im wirtschaftlichen Kampf zu er- Hilfskassen kommt die von den Aerzten so sehr gehazte Selbst- verbietet sie auch Versammlungen wegen zu leichter zugänglichkeit, warten. Doch allzu große Hoffnungen wird die russische Arbeiter verwaltung in Betracht. schaft auf das Gesetz, wenn es auch ganz die Gestalt erhält, die ihm Die angeführten Zahlen habe ich dent„ Statistischen Jahrbuch 3. B. weil der Versammlungsplatz zu nahe am Wege liegt. Man muß eben den tieferen Sinn des kühnen Spiels erkennen, Witte geben will, nicht setzen. Bei dem bestehenden System bleibt für das Deutsche Reich" entnommen. Sie stimmen nicht ganz mit den um den leitenden Jaden in diesem Gewirt stets und nur geseglicher der administrativen Willtür Thür und Thor un von Dr. 2. Pfeiffer auf Seite 4 seiner Broschüre„ Status praesens" Grinde zu finden. gefchmälert offen und da ist vor allem die politische Polizei, angeführten Ziffern überein, es sind eben die zuverlässigsten Ziffern, für die das Gesez einfach nicht vorhanden wäre. Sie würde frei wie die wir besitzen. Ich wollte nachweisen, daß eine Besserung bisher schalten tönnen, und nach wie vor würden Personen, die der Lage der Aerzte eintritt, und führte dafür folgende der amtlichen sich mehr in die Deffentlichkeit hinauswagen, nicht sicher sein, Statistik entnommenen Ziffern an. In den Jahren von 1894, daß sie als llnzuverlässige" hinter Schloß und Riegel fommen. als das erste Jahr, in welchem das Krankenversicherungs- Gesetz in Das Gesetz müßte mit einer Stärkung des Versammlungs- feiner jezigen Fassung gilt, bis 1900, also dem letzten Jahr, über Zur Lohnbewegung der Lederarbeiter. rechtes und der Freiheit der Rede und der Schrift und welches wir eine amtliche Statistik besißen, ist die Zahl der Mitglieder vor allem mit einer Garantie für die politische Un= von 7282609 auf 9 520 763, also um 30,73 Proz. gestiegen, die Zahl der Eine stark besuchte Lederarbeiter- Versammlung beschäftigte sich am Donnerstagabend mit der gescheiterten Einigings- Verhandlung antastbarkeit der Person verbunden sein, das würde Krankentage stieg von 43 686 440 auf 64 916 827, also um 48,59 Proz." aber einen tiefen Schnitt in das ganze absolutistische System und das Arzthonorar von 22 209 871 M. auf 34 331 368 M., also vor dem Gewerbegericht. Nach einer lebhaften Aussprache wurde bedeuten. Es ist gewiß, daß das Projekt in den Hof- und Re- um 54,58 Proz. Wenn in einem bestimmten Zeitraum das Arzt- einstimmig folgende Resolution angenommen: Die Versammlung gierungsfreifen Staub aufwirbeln wird, und auf wessen Seite honorar stärker steigt als die Zahl der Krankentage, dann ist damit heißt die Ablehnung des gemachten Einigungsvorschlages seitens schließlich der Sieg bleibt, darüber kann kaum mehr als eine Meinung doch bewiesen, daß eine Besserung für die Aerzte eintritt und jene ihrer Vertreter gut. Sie bedauert, daß die Unternehmer bezüglich bestehen. Vielleicht ist auch Witte seinem Projekt gar mit Recht als skandalös niedrige Bezahlung bezeichneten der gerechten Forderungen der Arbeiter so wenig Entgegenkommen nicht viel gelegen und er hat uur feiner treuen Gefolgschaft, Sälle sich vermindern, ohne daß eine Aenderung des Ge- gezeigt haben, umſomehr, als jene es ablehnten, die von den ArSem Industrie- Unternehmertum zeigen wollen, daß er stets seir Dhr jetzes herbeigeführt ist. Wenn die Aerzte ihre Lage verbessern beitervertretern gewünschte zweitägige Bedenkfrist zu acceptieren. für die Interessen des Industriekapitals offen hält, daß aber ihr wollen, dann bin ich und mit mir die ganze socialdemokratische Des weiteren erklärt die Versammlung, daß wenn die Fabrikanten Geschick nicht in seinen Händen allein liegt. Verschiedene Ereignisse Partei die legten, die ihnen dieses Streben zum Vor- ihre Anerbietungen nicht in etwas erweitern, die Arbeiter es vorder letzten Zeit sprechen auch für diese Annahme. Mithin ist seine wurf machen. Waz wir bekämpfen, sind die falschen Beziehen, unter den alten Bedingungen, jedoch ohne Deutschrift ein Dokument der wachsenden neuen Macht in Rußland, hauptungen, daß die Proletarisierung der Aerzte durch die Kontraft weiterzuarbeiten. des Proletariats, sie ist aber mehr noch eine unwillkürliche scharfe dem Streben entgegen, welches darauf abzielt, das Selbstverwaltungs- gefällt werden. Beide Parteien waren wieder zur Stelle. Noch einAm Freitag sollte sodann vom Einigungsamt der Schiedsspruch Versicherungsgesetze herbeigeführt ist, und in erster Linie treten wir Verurteilung der Verhältnisse, in denen der russische Arbeiter zu recht der Arbeiter zu vernichten. Daß Stassen ohne Selbstverwaltung mal gab es eine mehrstündige Verhandlung, in deren Verlauf die leben gezwungen ist. Die socialdemokratische Partei thut gut, wenn sie die Wittesche Denkschrift, wie sie es beschloffen hat, als Agitations- der Versicherten keine für die Aerzte idealen Zustände schaffen, beweisi Arbeiter ihre Forderungen auf folgendes Minimum reducierten: Broschüre erscheinen läßt. Für die Bauarbeiter 45 Pf. Stundenlohn; für sämtliche Zurichter das Beispiel Bayerns. 4 Proz. Zuschlag; für die Färber eine Zulage von 1 M. pro Woche und 2½ jährigen Kontraft. Die Arbeitgeber erklärten, auch diese Forderung nicht bewilligen zu können; infolgedessen faßte das Einigungsamt einen Schiedsspruch mit nachstehenden Hauptbestimmungen: Türkei. an Da die„ Berl. Aerzte- Korr." bei ihrer Polemik von einer falschen Voraussetzung ausgeht, so erübrigt es sich, weiter auf den Artikel einzugehen. Berlin, den 1. Oftober 1902. H. Mollenbuhr. Partei- Nachrichten. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Es werden sofort gezahlt an Baumarbeiter 45 Pf. Stundenlohn, an die Zurichter 3 Proz. und nach 2 Jahren 4 Proz. Zuschlag; an die Färber 41 Bf. Stundenlohn und für sofort Schmaschen 2 Proz. mehr. Einfeßung einer Schlichtungskommission betreffend Einführung des paritätischen Arbeitsnachweises usw., auch soll die Kommission dahin wirken, Tarifverträge für ganz Deutschland in diesem Berufe einzuführen. 3jähriger Vertrag. Wo weilt Witte? Der russische Finanzminister ist nach offizieller russischer Darstellung nach der Mandschurei abgereist, um dort nach dem Rechten zu sehr und die angeblich faktisch beabsichtigte Räumung der Mandschurei vorzubereiten. Nach einer Meldung aus Irkutsk vom 3. Oftober ist er dort auch bereits am 2. Ditober eingetroffen und nach der Mandschurei weitergereist. Demgegenüber behauptet jedoch eine Pariser Meldung, daß Witte in Paris eingetroffen sei um dort in aller Stille eine große russische Anleihe zu stande zu bringen. Ueber den wirklichen Verbleib des russischen Finanz in Mit dem Münchener Parteitage beschäftigten sich die Genossen ministers ist man also im Unklaren, da die Pariser Meldung mindestens Frankfurt a. M., Augsburg, Rosenheim, Darmstadt, Dessau und Lübeck. Eine lebhaftere Diskussion entstand nur in Frankfurt und ebenso wahrscheinlich flingt, wie die russisch- offizielle Lesart. Da die Arbeitervertreter diesen Spruch einer neuen Versammlung Zum Mitglied des Reichsrats wurde der bisherige Oberbefehls- zwar über die Frage des Alkoholismus, wo ein Abstinenzler mit unterbreiten müssen, so behielten sie sich vor, am Montag eine haber der Truppen des Militärbezirks Annur, General Grodjelow, der Art der Behandlung dieser Frage nicht einverstanden war. Im definitive Antwort zu geben. Die Arbeitgeber verlangten aber sofort ernannt. Die Abberufung ist um so auffälliger, als Grodjekow unter übrigen zeigte sich allgemeines Einverständnis mit den Beschlüssen eine bindende Erklärung, die nach Lage der Sache jedoch nicht abden russischen Generälen als einer der besten Kenner Asiens gilt des Parteitages. gegeben werden konnte. Hierauf erklärten sie, daß schon am und nach dem Feldzuge in der Mandschurei im Jahre 1900 noch Bartei Organisation. Die Parteigenossen in Lübeck beichlossen Sonnabend( heute) ein Teil der Arbeiter aus betriebsseitens des Zaren durch die Verleihung eines goldenen Ehrenfäbels die Aufhebung des Vertrauensmännersystems. technischen Gründen mit der Arbeit aussehen müßten. ausgezeichnet worden war, der die stolze Aufschrift trug: Für den Sieg in der Nordmandschurei". Kunst und Kritif. In Bremerhaven hatte der Genosse Haverkamp, Ser Redacteur unsres dortigen Parteiblattes im Stadtverordneten- In Sachen der Lohnbewegung der Bauglaser fanden Donnerstag Kollegium verschiedene Mißstände am Stadt- Theater zur Sprache abend Verhandlungen zwischen dem Gesellenausschuß und der gebracht, das städtische Zuschüsse bekommt. Darauf entzog die Berliner Glaserinnung statt, die nach lebhaften Auseinandersetzungen Die macedonischen Unruhen sollen einen bedrohlichen Charakter Direktion des Theaters unserm Parteiblatte die Inserate und den folgendes Ergebnis hatten: Der geforderte Stundenlohn von 56 Pf. angenommen haben. In macedonischen Kreisen Sofias wird, nach Freiplatz. Natürlich irrt sich die Direktion, wenn sie glaubt, auf wird in einen Staffeltarif von 45, 50, 56 Pf. umgewandelt und einer Meldung der" V. 3.", der Aufstand in den Bezirken Monastir diese Weise die socialdemokratische Kritik zum Schweigen zu bringen. über den erhöhten Tarif, der nach dem 1. August 1903 in Kraft und Kastoria als sehr ernst bezeichnet. Unter des Obersten Jankows treten soll, wird sofort verhandelt. In der Frage des ArbeitsVon schwerem Mißgeschick wird, wie die Erfurter„ Tribüne" be- nachweises soll dem Ausschuß der Gesellen jederzeit die Kontrolle Befehlen stehen angeblich über 3000 Mann; auch soll sich der flüchtige richtet, unser Genosse Richard Levy verfolgt. Wie bekannt, wurde zustehen. Ferner wurde man sich dahin einig, daß in KommissionsOberstlieutenant Vereits an Ort und Stelle befinden, bis zum 23. Sep- Levy nach kurzer Thätigkeit an dem Erfurter Parteiblatt wegen beratungen über alle strittigen Bunfte entschieden werden soll. Diese tember sollen nach den hier eingelaufenen Berichten im Kastoriagebiete alle Majestätsbeleidigung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wegen gemischte Kommission foll aus adyt Gefellen und aus acht Meistern Durchgänge und strategisch wichtigen Punkte von den Aufständischen be- eines Witzes, in dem mit keinem Worte vom Kaiser die Rede war, welch' letztere sogleich in der Versammlung gewählt wurden, besetzt gewesen sein. Die Aufständischen scheinen hauptsächlich die und der in vielen andern Blättern unbeanstandet geblieben ist. siehen. In Bezug auf die vorläufig abgelehnten Forderungen wurde Stadt Monastir selbst ins Auge gefaßt zu haben. Einige Ab- Levy erkrankte hierauf und konnte erst im August 1901 feine Sie Innungsfommission beauftragt, dahin zu wirken, daß die Forde teilungen haben sich auf den nahen Höhen festgesetzt. Durch Be- Strafe in Plößensee er war wegen seiner Erkrankung nach Berlin rung der Abschaffung der Accordarbeit dahin abgeändert wird, baß setzung des Durchganges bei dem Dorfe Gjawato im Monastir Beleidigung" abermals zu drei Monaten Gefängnis vom Erfurter oder Meister, der solche fertigt, gemaßregelt wird. In allen übrigen übergesiedelt antreten. Inzipischen war er wegen einer weiteren Stickfarbeit bleibt, daß jedoch kein Geselle, der Accordarbeit verweigert, gebiet sei das Eindringen von Arnauten verhindert worden. Im Gericht verurteilt worden. Kurze Zeit nach Antritt seiner Strafe Punkten erfolgte eine Einigung Gebiet von Ochrida sei aller Verkehr unterbrochen. Michaillowstis verlor Levy seine Mutter durch den Tod. Er erkrankte hierauf im " Reformi" predigen offen den Aufstand. Gefängnis an Lungenentzündung, wurde aber notdürftig wieder Deutsches Reich. Der Sultan hat unter diesen Umständen beschlossen, die geheilt. Doch nur für kurze Zeit, denn bereits Mitte April d. J. Polizeiwillfür gegen Streifende. Als die Maurer in Königsberg i. Pr. Truppenmacht in den Vilajets Saloniki, Monastir und Kassovo von mußte er aus dem Gefängnis entlassen werden, da bei einem ftreitten, fragte ein am Bahnhof poſtenſtebender Maurer einen soeben 247 auf 300 Bataillone zu verstärken. weiteren Aufenthalt daselbst sein Leben in Gefahr war. Er mußte angekommenen Arbeiter, ob er Maurer sei. Dieser verneinte die Anläßlich der macedonischen Unruhen ergeht sich die Nowoje fang Juni verließ, um sich in Privatbehandlung zu begehen. Die Polizei nicht wäre, die ja auf streifende Arbeiter ein ganz ins Augusta- Hospital in Berlin gebracht werden, das er aber An Frage, und die Angelegenheit wäre damit erledigt gewesen, weini Bremja" in Drohungen gegen die Türkei, die sich sträube, endlich Geheimrat Professor Ewald stellte ihm ein Attest aus, indem besonders wachsames Auge hat. Der betr. Maurer erhielt ein durch ausreichende Reformen der macedonischen Unruhen den Boden es heißt, daß der Krankheitszustand des Redacteurs Levy Strafmandat. Jedenfalls soll er durch Ansprechen des Reisenden zu entziehen. Es wäre im höchsten Grade wünschenswert, daß ein derartiger ist, daß seine leberführung in eine Strafanstalt den Verkehr gestört oder wer weiß was sonst für einen Verstoß man im Yildiz Kiosk endlich die wahre Lage richtig erkennen oder in ein dort befindliches Lazarett ohne Schaden für Leben und gegen die heilige Ordnung begangen haben. Die Angelegenheit und sich, bevor es zu spät werde, der traurigen Lehren er Gesundheit nicht erfolgen fann". Am 20. September bestätigte Prof. kam vor das Schöffengericht, wo der als Zeuge vernommene innern wollte, welche die Geschichte gegeben habe. Inzwischen aber Ewald ſein früheres Gutachten nochmals und fügte hinzu: Der Schußmann, der den Maurer angezeigt hatte, als Grund der Anzeige fährt das macedonische Komitee unter stiller Sanktion der mit Nurante ist unsoweniger fähig, einen Transport während der kalien nichts andres anzugeben vermochte, als die Bemerkung:„ Wir hatten den land literten bulgarischen Regierung fort, von Bulgarien aus die intermonate zu erleiden, als sich in regelmäßigen Intervallen Auftrag, während des Streits alle Maurer anzuzeigen, die land liierten bulgarischen Regierung fort, von Bulgarien aus die starkes, bis zu 39 Grad ansteigendes Fieber einstellt. Vor Ablauf vor dem Bahnhofe zureisende Arbeiter ansprachen." macedonische Bewegung zu schüren. Die fürzlich stattgefundene bes nächsten Winters ist eine Juhaftierung des Kranten aus Unter diefen Umständen sprach das Gericht den Angeklagten natirSchipta- Feier wird auch nicht dazu beitragen, auf die panslawistischen geschlossen". lich frei. Bestrebungen, die sich jetzt wieder stätter bemerkbar machen, einen Zu der That ein tragisches Schicial. Und wenn Genofe Lech Diefer Fall zeigt wieder einmal, wie die Polizei ihre Aufgabe Dämpfer zu sehen. was ton ihm und uns alle gegenüber streifenden Arbeitern auffaßt, und wie wenig in polizei$ " wirlich wieder gesund sein wird lichen Kreisen die Rechic, welche das Gesetz den Arbeitern im wirt-| der verkrachten Gesellschaft. Die Herren Rechtsantvalte| Wege. In Birtholz ist Gutsbezirk und Dorfbezirk getrennt. Aus fchaftlichen Kampfe gewährleijlet, bekannt sind. b. Harder und Ph. Mahler gelten als mehrfache Millionäre. Be- diesem Grunde lehnte auch der Gemeindevorsteher es ab, der be Das Arbeiterfekretariat in Hildesheim ist laut Beschluß einer züglich der Negreßfrage haben sich die Aufsichtsratsmitglieder Sahin dauernswerten Familie ein Obdach zu verschaffen und der dieserhalb allgemeinen Gewerkschaftsversammlung bis auf weiteres eingegangen, geeinigt, daß sie sich auf Verhandlungen erst nach Erledigung des angerufene Amtsvorsteher Gutsbefizer Student in Lugau lehnte nicht weil der bisherige Sekretär am 1. Oftober aus dem Amte schied, Strafprozesies gegen Böhm und Heninger einlaisen würden, in- nur sein. Eingreifen ab, sondern drohte auch noch, den ausgesetzten und eine geeignete Person für den Posten nicht zu haben war, da sofern dabei festgestelt werden sollte, daß sie sich ihrerseits eine Arbeiter mit 30 m. bestrofen zu wollen, weil er obdachlos sei. Erst derselbe zur Zeit noch nicht voll besoldet werden kann. Alle das Unterlajiung in ihrer Aufsichtspflicht haben zu Schulden sommen infolge des energischen Auftretens des Mühlbocker Gendarmen be= Sekretariat betreffende Zuschriften ze. sind zu richten an den Vor- lassen. Vorerit stehen die Aufsichtsratsmitglieder auf dem entgegen- quemte sich der Gutsbefizer Krull dazu, den Leuten ein Notquartier in einer Scheme anzuweilen, weil der Beamte es nicht zugab, daß ſizenden des Gewerkschaftskartells J. Geiper, Hildesheim, gejezten Standpunkte. Morigberg. Hörder Bergwerks und Hüttenverein. In dem von der Gefell die Leute einen alten Schafstall beziehen sollten. Charakteristisch ist die Mengerung des Gutsbesizers rull, als er, auf die Maßnahmen schaft foeben für 1901/02 veröffentlichten Geschäftsbericht wird dar- des vandrats hingewiesent, mit denen er eventuell durch sein Vergelegt, daß im ersten Semester des Verichtsjahres der Geschäftsgang balten zu rechnen habe, meinte,„ daß der Landrat ja mit sich reden Leuienol" scheint dieser humane Herr Gutsbesiger demnach Die Töpfer in Koswig, 140 an der Zahl, befinden sich im Streit, weil ihnen eine Lohntürzung von 20 Proz. zugemuter wird, die sie einmütig zurücwiesen. In Bochum sind bei der am 2. d. M. vollzogenen GewerbeIn Bochum sind bei der am 2. d. M. vollzogenen Gewerbegerichtswahl die Kandidaten der freien Gewerkschaften mit 188 Stimmen gewählt gegen 174, die für die christlichen Kandidaten abgegeben wurden. Ausland. Bergarbeiter- Bewegung in Frankreich. Die unfren Lefern durch telegraphische Nachrichten bereits befannten Thatsachen werden durch folgenden Bericht unsres französischen Korrespondenten ergänzt: Paris, 2. Oftober.( Eig. Ber.) leber den in gefchloffener Sigung votierten Generalstreit Beschluß des Bergarbeiter Kongresses von Conumentry erfährt man jetzt Näheres aus drei gleichzeitigen Kundgebungen des Landeskomitees der VergarbeiterGewerkschaft, welches die Vollmacht zur eventuellen Einleitung des Generalstreits erhalten hat. Laije"! ein außerordentlich flauer war, so dab wiederholt die Einan einer Erst im zweiten legung von Feierschichten notwendig wurde. Zu allgemeinen Textilarbeiter- Aussperrung scheint es in Halbjahr besserten sich die Verhämiſſe, nachdem die äußerst nicht zu leiden. Coesfeld in Westfalen zu kommen. Wir hatten schon früher mit günstige Lage der Etien- und Stablindustrie der Wer: geteilt, daß dort Differenzen entstanden sind wegen der als Maz- einigten Staaten von Nordamerika es wieder ermöglichte, 1! 1 Die Verwendung aus ändischer Lohndrücker bei staatlichen Arbeiten regelung aufgefaßten Entlassung von drei Vorstandsmitgliedern des größerem Umfange Aufträge des Auslandes zu erlangen. Die hierbei soll m Sachsen eingeschränft werden. Bisher war es fast die Regel, christlichen Textilarbeiter- Verbandes. Kürzlich fand auf Veranlassung zu erzielenden Preise, heißt es im Bericht, find allerdings auch daß die Internehmer, welche Staatsbauten ausführten, viele oder des Bürgermeisters eine Besprechung zwischen Vertretern der heute noch derartige, daß sie höchstens die Geftebungstolien deden. gar ausiliegli böhmische md italienische Arbeiter beschäftigten. Fabrikanten und der Arbeiter statt. Erstere lehnten die Wieder Die Witte Januar 1902 eingetretene Befferung der Geschäfts: Besonders bei Bahnbauten war das der Fall. Als deshalb die Wereinstellung der Entlassenen ab und verlangten die bedingungslose lage war nur von furzer Dauer; denn mit Beginn des gebung von umfangreichen Wohnbauten bei Döbeln beborstand, erZurücknahme der Kündigung der übrigen Arbeiter. Die Vertreter zweiten Quartals machte die früher schwache Haftung auf dem suchte das dortige Gewersschaftetariell den Rat der Stadt Ser leyteren gingen darauf nicht ein, und so werden die Fabrikanten gesamten Eisenmarkte sich wieder bemerkbar. Dennoch ist der Ver: Dobeln unter Hinweis auf die bedeutende Zahl bont wahrscheinlich zur Aussperrung schreiten und dadurch zeigen, daß sie brauch an Eisen- und Stahlfabrikaten durchaus nicht gering: es ist beimlichen Arbeitslosen, bei der Regierung dahin vorstellig Feinde jeder, auch der christlichen Arbeiterorganisation sind. vielmehr, wie der Bericht betont, die in den legten Jahren in Deutsch zu werden. daß die ansässigen Arbeiter in erster land so enorm gesteigerte Produktionsfähigkeit, welche dauernd auf Reihe beschäftigt würden. Der Magistrat hat auch ein diesbezüg den Markt drückt und noch auf absehbare Zeit die deutschen Werke liches Gesuch an das sächsische Finanzministerium gerichtet. Von der zwingen wird, für bedeutende Mengen ihrer Fabritate Abjay im Eisenbahnverwaltung ist darauf die Antwort erteilt worden, daß Auslande zu suchen. „ die Bauinspektion Döbeln II angewiesen worden ist, in UebereinDiese Umstände haben den Betriebsgetvinn fehr reduciert. Er Stimmung mit den in unirem Verwaltungsbereiche befolgten Grunds beträgt 3 799 347 M.( gegen 7 861 670 207. im Vorjahre). Da sägen es den mit der Ausführung der fraglichen Arbeiten zu begegen erforderten die Verwaltungsfosten 1 167 018 M.( im Vor- trauenden Bauunternehmern zur Pflicht zu machen, daß sie in erster jahre 1099 887 m.), Zinsen, Sconto und Provisionen 535 708 M. Linie überzählige Arbeiter der Staats- Eisenbahnverwaltung, die sich ( 461 598 M.), Obligationszinsen 395 940 M.( 400 000 M.), Verluste auf zu den in Frage kommenden Arbeiten eignen, so dann aber andre Effekten 39 200 M.)( 22 591 M.), Verluste auf das Dortmunder Hochofen geeignete einheimische Arbeiter, die infolge Arbeitsmangel unbeschäftigt werk 43 466 m.( 0 m.). Abschreibungen 2048 013 M.( 2 208 432 W. und sind, und die sich bei ihnen um Arbeit bewerben, vorzugsweise verwenden 500 000 M. Rückstellung für Bezugsverpflichtungen). Zur Dedung und daß im übrigen deutsche Reichsangehörige vor Reichsausländern des sich hiernach ergebenden Fehlbetrages von 430 000 m. ist der zu berücksichtigen sind, soweit dadurch Bauausführung und Baugleiche Betrag der eben genannten Rücklage für Bezugsverpflichtungen fortschritt nicht beeinträchtigt wird". entnommen worden, die dann noch 70 000 m. enthält. Eine Wohnungshygiene. Auf der ersten Hauptversammlung des Dividende gelangt nicht zur Verteilung( im Vorjahre 10 Proz. auf deutschen Medizinalbeamten Vereins in München wurde am In Erfüllung seines Auftrages richtet das Komitee zunächst je die Prioritätsaktien und 5 Broz. Dividende auf die Stammattien). eine Aufforderung an das Centralkomitee der Grubencompagnien und Nach der Bilanz betrugen Ende Juni cr. die gesamten Ver- 16. September die Wohnungsfrage vom Standpunkte der Gesundheitsan die Regierung und einen Aufruf an die Bergarbeiter. pflichtungen rund 87( 9,1) Millionen, darunter 4,8( i. 23. 4) Millionen Pflege behandelt. Dazut stellte der Referent Med.- Rat Dr. Pfann Von den Grubencompapquien wird verlangt, eine Abordnung zu Bankschulden, gleichzeitig hat sich der Effektenbestand nach müller unter andern folgende Leitfäße auf: Der beamtete Arzt( Kreis-, Bezirks- usw. Arzt) soll in Gemeins ernennen, die zusammen mit einer 13gliedrigen Abordnung der Arbeiter Vegebung von 999 000 m. eignen Obligationen und nach ( drei Vertreter pro Kohlenrevier nebst dem Generalsekretär des Berg- 43 609 W. Bahlung auf Schantung- Aftien, sowie nach Ueber- schaft mit den Verwaltungsbehörden den Erlaß von Bau- Ordmungen, die Ausarbeitung von Orts- Bauplänen und Orts- Baustatuten für arbeiterverbandes) über folgende Fragen zu beraten hätte: Lohn- nahme von 56 Rheinischen Metallwaren Anteilscheinen von erhöhung, Organisation und Reglementirung der Arbeit. Ferner 1,3 Millionen auf 384 000 Mark ermäßigt. Die Debitoren jede Gemeinde anstreben und begutachtend dabei mitwirken. Vor der Genehmigung von Gesuchen um Dispensation von Baus wird um die„ Meinung" des Grubencompagnien- Komitees über den betragen 3,56( 4,51) Millionen neben 162,300 M.( 209,000 M.) Kaſſe Achtstundentag und die Alterspension von zwei Frank täglich nach und Wechsel. Fabrikate und Materialien sind mit 6,7( 8,7) Millionen vorschriften ist der beamtete Arzt gutachtlich zu hören. In Gemeinden mit über 5000 Einwohnern ist ein Wohnungss 30 Arbeitsjahren und nach dem 50. Altersjahr gefragt. bewertet. Die gesamten Rücklagen enthielten rund 3,5( 3,3) Millionen. inspektor anzustellen, der nach Maßgabe seiner Dienstanweisung Von der Regierung wird Antwort verlangt darüber, was sie Die Obligationenschuld betrug 9797 000 m.( 10 000 000 M.). Die alle, insbesondere die Wohnungen der Weinderbemittelten, die Schlafzu thun gedenke, um die alten Forderungen der Vergarbeiter zu Werksanlagen stehen mit 33,08( 38,5) Millionen zu Buche. stellen für Lehrlinge, Dienstboten, die Maffenquartiere und Hers erfüllen: Achtstundentag, gesetzliche Alterspension nach 30 ArbeitsRheinisch Westfälisches Conkssyndikat. Für die erften drei bergen beaufsichtigt und in Verbindung mit dem beamteten Arzt dafür jahren und nach dem 50. Altersjahr, Lohnminimum, Reform des Gesetzes betr. die Sicherheits- Delegierten der Bergarbeiter, Reform des Quartale des laufenden Jahres berechnet sich nach vorläufiger Fest- Sorge trägt, daß gesundheitliche Nachteile vermieden werden. stellung der Coatsabsay autif 4 800 000 Tonnen gegen In Gemeinden mit iveniger als 5000 Einwohnern sind örtliche Unfallgesetzes und Gleichstellung mit den andren Arbeiterschichten in Be- 3 204 688 Tonnen in der gleichen Zeit des Vorjahres, so daß der Gesundheits- Kommissionen entsprechend zu organisieren, um denselben zug auf die Schiedsgerichte:" Wir wagen die Hoffnung, daß die Regierung Minderabsatz für dieses Jahr Ende September nur noch etwa Aufgaben zu genügen. für das Zustandekommen dieser Gesetze mit all der Eile sorgen wird, 400 000 Tonnen 734 Proz. beträgt. Zur Beurteilung der Wohnungen, Schlafstellen usw. dienen die die wir von ihr erwarten. Andernfalls würden wir Maßnahmen zu treffen haben, die die Situation mit sich bringt..." Schließ Die Baumwoll- Industrie der Vereinigten Staaten von Amerika durch Gesetz oder Polizeiverordnungen festzulegenden Mindest= Die Baumwoll- Industrie der Bereinigten Staaten von Amerika lich wird die Regierung gebeten, sich an der Beratung zwischen hat nach einem fürzlich veröffentlichten Berichte des Census Bureausforderungen an Wohnungen, Schlafräumen, Herbergen usw. In allen Fällen, in denen diesen Minimalforderungen nicht den Arbeiter- und Unternehmer- Vertretern durch Delegierte zu be- zu Washington während der letzen 50 Jahre einen außerordentlichen genügt ist, oder dem Wohnungsinspektor, bezw. dem betr. Gesundheitsteiligen. Aufschwung genommen, und zwar sowohl in Hinsicht auf die Anzahl Kommissionsmitglied gesundheitliche Bedenken entgegentreten, ist das Der Aufruf an die Bergarbeiter ladet diese ein, sich zum Kampfe der in dieser Industrie beschäftigten Arbeiter, wie in Bezug auf die Gutachten des beamteten Arztes einzuholen. auf das erste Signal des Komitees bereit zu halten:" Der Streit Menge und den Wert der hergestellten Waren. Nach dem Census Der beamtete Arzt revidiert auch ohne solche direkte Requifitionen wird eine vollendete Thatsache sein, wenn die erwartete Antwort der von 1850 bezifferte sich der gesamte Produktionswert der Baum- alljährlich mit dem Wohnungsinspektor oder der Gesundheitskommission Compagnien und der Regierung uns nicht vollständige Genugthung wollindustrie in den Vereinigten Staaten auf 61 869 184 Dollar; eine Anzahl von Wohnungen. giebt. Von mm an ist dem Kongreß der Generalstreit als das im folgenden Jahrzehnt hatte er sich beinahe verdoppelt, denn 1860 Die Mitwirkung der praktischen Aerzte oder der Stadtärzte kann einzige Mittel erschienen, die Compagnien auf dem Wege der wurde er mit 115 681 774 Dollar ermittelt. Im Jahre 1870 er bei der dauernden Beaufsichtigung der Wohnungen nicht entbehrt Ungerechtigkeiten und der Schuhriegeleien aufzuhalten, um sie zu reichten die betreffenden Fabritate einen Wert von 177 489 739 Dollar. werden; der beamtete Arzt soll deshalb im Verlehr mit denselben nötigen, uns einen Lohn zu geben, der mindestens ihren skandalösen Diese bedeutende Zunahme war indessen zum großen Teil auf die sowie in den ärztlichen Vereinen Anregungen geben und selbst zu Gewinnen proportional wäre. Der Generalftreit wird zweifelsohne damalige abnorme Wertssteigerung zurückzuführen; deshalb erscheint empfangen suchen. auch unfre Zuflucht sein, um unsre so berechtigten Forderungen die Produktionszunahme in den folgenden zehn Jahren, in welchen durchzusetzen, die wir seit 20 Jahren aufstellen, ohne auch nur die der Rückgang der Preise auf ihren normalen Stand erfolgte, verDie städtische Schneiderwerkstätte in Bern, deren Errichtung mindeste Genugthuung erhalten zu haben. hältnismäßig gering, denn 1880 ergab sich ein Gesamtwert von bereits 1896 beschlossen wurde, ist nun endlich im Monat September Demnach erscheint der eventuelle Generalstreit zunächst der Lohn- 192 090 110 Dollar; bis zum Jahre 1890 wuchs er jedoch wieder eröffnet worden. Ihr Zweck ist die Bekämpfung der gesundheitserhöhung bezw. der Abwehr der bereits vielfach eingetretenen Lohn- sehr bedentend, nämlich auf 267 981 724 Dollar. Nach dem Census schädlichen Arbeitsräume der Heimarbeiter und der Werkstattreduktion zu gelten. Der Generalstreit als Pressionsmittel gegen des Jahres 1900 betrug der Wert aller Baumwollfabrikate der Union gehilfen. Die Stadt Bern leistet jährlich 1200 Fr. zur Bezahlung die Regierung und das Parlament käme erst in zweiter Linie in 339 200 320 Dollar, denmach das Fünfeinhalbfache seiner Höhe vom der Miete und ferner 50 Proz. der Kosten der Einrichtung des Betracht. Censusjahre 1850. Ateliers; für die übrigen Kosten hat die Schneidergewerkschaft auf Besonders hat sich die Baumwvoll- Industrie in den Südstaaten zukommen. Juzwischen ist, einer Wolfffchen Meldung zufolge, die Antwort während des letzten Jahrzehnts entwickelt. Im Jahre 1900 weist der bes Ministerpräsidenten Combes auf das Schreiben des Gruben- Census für die Südstaaten über 400 selbständige Fabriken auf, mitarbeiter- Sekretärs Cotta erfolgt. Die Antwort ist vom Minister präsidenten im Einverständnis mit dem Minister der öffentlichen handenen Spindeln vermehrte sich während des Zeitraums son Arbeiten festgestellt. Sie besagt, daß die Forderungen der Gruben- 1880 bis 1890 allein in den vier bedeutenden Staaten der arbeiter gegenwärtig den Gegenstand der Ausarbeitung eines Gesetz füdlichen Baumwoll- Industrie, Nord- und Süd- Garolina, Georgia entwurfs betr. die Arbeiterpensionirung bilden. Was die Feststellung und Alabama um mehr als 180 Proz., nämlich von 422 807 auf eines Minimalgehalts angehe, so trete die Regierung der Ansicht 1 195 256 Stück. In dem Jahrzehnt von 1890 bis 1900 war die des früheren Kabinets, das einer solchen Reform feindlich gegenüber Steigerung in jenen vier Staaten noch größer; die Anzahl der stand, bei. Spindeln stieg auf 3 791 654 Stück, d. H. un 217 Proz. Die meisten Ferner wird gemeldet, daß in Lens( Pas de Calais) ein Berg- der in dem letzten Jahrzehnt gebauten und in Betrieb gesetzten arbeiterstreit ausgebrochen ist, an dem 8000 von 25 000 in sechs Baumwollfabriken im Süden stehen vollständig auf der Höhe der Zeit. Gruben beschäftigten Arbeitern beteiligt sind. * * Die Bau- Unternehmer in Bern verlangen von den Streifenden die Wiederaufnahme der Arbeit, che sie mit ihnen über die gestellten Forderungen unterhandeln wollen. Die Streifenden wiesen Die bie unverschämte Zumutung zurück. Die von den Stadtbehörden angebotene Vermittelung ist so gestandslos geworden. hin 67 Proz. mehr als der Census von 1890. Die Bahl der vor Letzte Nachrichten und Depefchen. Sociales. Stadt- und Landbevölkerung 1900. Nach den neuesten Veröffentlichungen des Kaisert. Statistischen Maßregelung organisierter Arbeiter. In Karlsborgs Sägewert Amtes ergab sich bei der Volkszählung im Jahre 1900. daß in den in Neder- Salix in schwedischen Nordland sind 400 Arbeiter entlassen 3360 städtischen Gemeinden mit 2000 und mehr Einwohnern, worden, weil sie sich nicht kontraktlich verpflichten wollten, feiner 30,6 Millionen oder 54,3 Proz. der Gesamtbevölkerung, in den Arbeiterorganisation anzugehören. Bei dem Sägewerk werden im 73 599 ländlichen Gemeinden 25,7 Millionen( 45,7 Broz.) leben. Da ganzen 600 Arbeiter beschäftigt, davon sind 500 organisiert. im Jahre 1895 die städtische Bevölkerung 20,3 Millionen, die länd liche 26,0 Millionen betrug, hat sich inzwischen die ländliche unt 288 416 oder 1.1 Proz. verringert zu Gunsten der städtischen Bevölkerung, deren Zahl um 4 375 693 oder 16,7 Proz. gewachsen ist. Aber trogdem bleibt agrarisch Trumpf im Deutschen Reiche. Der Streit im Baugewerbe in Südschweden scheint nun feinen Abschluß finden zu sollen. Durch die Vermittelung des Landeshauptmanns ist ein Vergleich zu stande gekommen, der von den Abteilungen des Holzarbeiter- und des Maurerverbandes in Malmö, Lund und Trelleborg. zum Teil jedoch nur unter gewissen Bedingungen, gutgeheißen wurde. Jedenfalls wird noch einige Zeit vergehen, ehe bie Arbeit überall wieder aufgenommen werden fann. Aus Induftrie und Handel. Hamburgs Seeschiffahrt hat im laufenden Jahre ausgehend wie infommend erheblich zugenommen. Nach den soeben veröffentlichten Zahlen des Handelsstatistischen Bureaus für die abgelaufenen dre: Quartale famen in Hamburg an: 10 309 Dampf- und Segelschiffe mit einem Raumgehalt von 6 579 733 Register- Tonnen gegen 9987 mit 6418 593 Tonnen in 1901 und 10 121 mit 6090 687 Tonnen in 1900. Es gingen in demselben Zeitraum aus: 1902 10 256 Schiffe mit 6 540 596 Register- Tonnen gegen 9824 mit 6 355 813 Tommen in 1901 und 10 106 mit 6 140 234 Tonnen in 1900. den Generalftreit der Rollfutscher in Sicht. In der gestrigen Versammlung der Rollkutscher, Mitfahrer und Bodenarbeiter wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die Versammlung spricht ihr Bedauern über das geringe Ents gegenkommen der Betriebsleitung des Transport- Comptoirs Anhalter Bahnhof aus. Die Versammelten erklären nunmehr die Sache der Kollegen vom Anhalter Bahnhof vollständig zu der ihrigen zu machen und beschließen, um die Kollegen in ihrem gerechten Kampfe zum Siege zu berhelfen, bor äußersten Mittel der allgemeinen Arbeitseinstellung nicht zurückzuschrecken. Un jedoch nichts unversucht zu laffen, beauftragen die Versammelten die Kommission resp. Verbandsleitung des Transport- Comptoir A. B., sowie den Vorstand der vereinigten Spediteure zu ersuchen, noch einmal Verhandlungen der Differenz herbeizuführen. zwecks friedlicher Beilegung Die Versammelten erwarten bis spätestens Sonnabend, den 4. d. M., abends 6 Uhr, endgültigen Bescheid zu Händen des Obmanns der Kommission, Werner. Die Intervention Roosevelts in amerikanischen Kohlenarbeiter- Streif. Washington, 3. Ottober. In der heutigen Beratung im Weißen Hause über die tohlennot nahmen fast alle vom Präsidenten Roosevelt dazu Geladenen teil. Der Präsident betonte, er erhebe nicht den Anspruch von Gesetzes- oder Amiswegen zum Einschreiten berechtigt zu sein, aber er wende sich mit Nachdruck an die Vaterlandsliebe beider Parteien mit der Aufforderung, ihre Streitigkeiten zurüdzustellen, ein Abkommen zur fofortigen Wieders aufnahme der Arbeit abzuschließen und dadurch das schreckliche nationale Unglück, das die Kohlennot am Beginn des Winters mit sich bringe, abzuwenden. Der Präsident ersucht die Teilnehmer an Die Bezirksbeauftragten werden sich gestatten, eie am 19. b. W., ber Beratung, um 8 Uhr nachmittags wieder im Weißen Hause zu erscheinen; er hoffe daß sie dann in der Lage sein würden, Vors vormittags zu befuchen. ichläge zu unterbreiten. Die Bäckereitontrolle durch die Bäckerinnung. Die Deutsche Päderzeitung" ist in der Lage, folgende Benachrichtigung zu ver öffentlichen: Bäderimmung zu Berlin. Geehrter Herr Kollege! Sochachtend 5. Schleich. Beauftragter." Die Benachrichtigung ist nach Angabe der Bäckerzeitung" mit dem Poftitempel vom 9. verfehen und gedruckt bis auf Datum und Unterschrift, so daß alio System in diesem Kontrollhumbug liegt. Die Behörde wird nicht umthin tönnen, nach dieser Probe der Frage näher zu treten, ob es berechtigt war, die Kontrolle der Bäderet betriebe der Junung zu übertragen. Stuttgart, 3. Dtober.( W. T. B.) Heute vormittag fanden starke Schneejälte auf der Schwäbischen Alb und den benachbarten Höhen statt. Paris, 3. Oftober.( W. T. B.) ( W. T. B.) Ministerpräsident Combes forderte 22 Bischöfe in deren Diözesen sich theologische Seminarien, sowie mit denselben zusammenhängende Mittelschulen befinden, mittels Stuntia reibens auf, in diesen Anstalten feine Mitglieder des Zum Zusammenbruch der Aktiengesellschaft für chemische Industrie, Ein humaner Agrarier. Wie der Märkischen Volksstimme" aus Lazaristenordens, sondern ausschließlich Weltgeistliche als Lehrer zu Mannheim- Rheinau. Ueber die Vermögensverhältnisse der an dem bertrachten Unternehmen beteiligten Personen weiß die" Frankfurter Schwie bus berichtet wurde, hatte der Gutsbefizer Lieutenant verwenden. Gearbes hebt in dem Rundichreiben hervor, daß die Zeitung" folgendes zu berichten: Böhm soll sein Vermögen über Krull in Birkholz fürzlich aus irgend einem Grunde emen feiner Lazariften lediglich die Bewilligung haben, als Missionare im Auss 1 Million Mark angegeben haben, es sei aber großenteils Arbeiter mit Frau und vier Kindern einfach auf ve Straße gejezt. lande thätig zu jein. angelegt in Werten feiner Gesellschaften. New Yorf, 3. Oktober.( B. H.) Die Regierung beabsichtigt, Der Vorsigende Die Frau litt noch dazu an einem Unfall, den sie an dem un: des Aufsichtsrats, Konful Bird, Gatte elia ebenso viel geschügten Göpel erlitten hatte und so fampierte die Familie gegen diejenigen Dampferlinien, welche mittellose rumänische Ausjedoch einen erheblichen Besitz Aftien mit der franken Frau und ihrem elenden bißchen Hausrat direkt am wanderer befördern, strenge Maßregeln zu ergreifen. Vermögen, jedoch einen Hierzu 2 Beilagen Berantwortl. Redacten: Carl Leid in Bertin Injeratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Brud u. Verlag: Borwarts Buchdruderei und Verlagsanstalt Paul Singer& co., Berine SW; inz alt Nr. 232. 19. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 4. Oktober 1902. Der Kongreß von Commentry. Comunentry, 27. September. 8 weiter Verhandlungstag. Am Vormittag tagten die verschiedenen Kommissionen. Eine Plenarsigung des Kongresses fand daher nicht statt. In der Nachmittagssigung kommt zunächst zur Verhandlung die Wahltaktik. " unheilbar der Delorn stellt nun folgenden Antrag: Der Kongreß spricht den Greise und franker Armen; Abschaffung Wunsch( voeu) aus, daß dort, wo Parteigruppen mehr als ein Jahr Verkehrssteuer auf Wein, Most und Meth; Abschaffung der existieren, dieselbe Regel( Jahrespräsenz des Kandidaten) bei den Reservisten- lebungen; Kredit von 500 000 Frank zu Gunsten der Gemeindewahlen befolgt werden müsse." do Arbeitslosen, d. i. der gleiche Betrag wie derjenige, der für Loubets Reise nach Petersburg ausgeworfen wurde. Devernay- Lille bekämpft den Antrag, weil er nicht streng genug, unter Hinweis auf einen Fall, wo als socialistische Kandidaten gewählte Gemeinderats-Mitglieder gleich in der ersten Sigung des Gemeinderates der Partei den Rücken gekehrt haben. Delorys Antrag wird hierauf angenommen man Internationaler Kongreß zur Amsterdam. T Die Kommission( Berichterstatter Vaillandet, der ge= maßregelte Bürgermeister von Bourges) schlägt zur Frage der Wahl- bg. Constans beantragt namens der Kommission folgende taktit drei Resolutionen vor: eines Deputiertenmandats notwendig würde." handeln werden." Resolution: Der Bericht schließt mit den Worten:„ Wir streben danach, die Partei und ihren Centralrat in Werken der Agitation und der Werbung von Anhängern zu fördern, jederzeit unsre Handlungen und Abstimmungen in Einklang mit den leitenden Principien der Partei zu setzen und dieser mit aller Energie beizustehen in der Verwirklichung der Einigkeit aller revolutionär- focialistischen Elemente Frankreichs." „ Die Haltung der Delegierten der Socialistischen Partei stimmig genehmigt. Der beifällig aufgenommene Bericht wird ohne Debatte ein Frankreichs auf dem Amsterdamer Kongreß wird sich ausschließlich Statutenänderung. nach der Principienerklärung der Partei zu richten haben. Was die Dubreuilh erstattet den Kommissionsbericht über„ Funt Mittel und Wege hierzu betrifft, so wird die Entscheidung dem tionieren und Aktion der revolutionär- socialistischen Einigkeit". Auf Chauvins einstimmig votiert wird. Centralrat überlassen." 12 17112 I. Jn Erwägung, daß der Kampf des Proletariats gegen die Bourgeoisklasse ohne Unterschied der Fraktionen von der Partei überall und stets geführt werden muß; daß dieser Kampf, ausgedehnt auf das ganze Land in der Form der Wahlschlacht, eines der besten Mittel der Agitation, der Anwerbung neuer Anhänger und der Organisation bildet, der Die Kommission hat einstimmig eine Reihe Statutenänderungen Frankreichs: beschließt die Socialistische Partei Principienerflärung verlesen, worauf die Resolution ohne Debatte votiert, die die Verschmelzung der Sonderorganisationen bezwecken. " Die Föderationen werden eingeladen, dafür zu sorgen, daß bei forifaen Beftim in Betracht die Auf den allgemeinen Kammerwahlen in allen Wahlkreisen die Doktrin 3 Mitgliedern des Grekutivkomitees werden einstimmig ge- auf die Zusammensehung des Centralrats. zu forischen Bestimmungen der Statuten von Jory in Bezug Fortan ist dieser in und die Taktik der Partei bekräftigt wird. Der Centralrat wird wählt: Bracke, Chauvin, Cherechewsky, Dubreuilh, Groussier, Guesde, beauftragt, von nun an auf dem Wege der Organisation und in Lafargue, Landrin, Marchand, 2. Martin, J. Martin, Prevost, die Vertreter der Föderationen von diesen endgültig gewählt seiner Erelutivkommission direkt vom Kongreß zu wählen, während Uebereinstimmung mit den Föderationen nach Mitteln zu suchen, Roland, Toussaint und Vaillant. werden, ohne der Bestätigung durch den Kongreß zu bedürfen. alle nötigen Hilfsquellen an Menschen und Geld zu beschaffen, um Bericht der Kammerfraktion. Damit verschivindet die im bisherigen Centralrat, der aus den Vordie Ausdehnung des Wahlkampfes auf alle Wahlkreise Frankreichs zu vervollständigen und zu gutem Ende zu führen. An Stelle des Berichterstatters, Abg. Déjeante, der den ständen der Landesorganisationen zusammengefeßt war, scharf martierte Verschiedenheit des Ursprunges seiner Mitglieder und was damit Fürs erste beschließt die Partei, Klassenkandidaten aufzustellen Vorsiz führt, verlieft den Vericht Dubreuilh in allen im Laufe der gegenwärtigen Legislatur etwa vorkommenden hat binnen 24 Stunden zur Spaltung der alten Kammerfraktion ge- Gesamtpartei und die effektive Selbständigkeit der Sonderorgani Millerands Eintritt ins Ministerium Waldeck- Rousseau- Galliffet zusammenhängt die nur schwache Berbindung des Rates mit der Nachwahlen; jedoch sind von dieser Verpflichtung ausgenommen die führt. Bon dieser spaltete fich eine„ revolutionär- socialistische fationen. Diese behalten nur noch die Funktion der Uebermittelung Wahlkreife, wo eine Nachwahl infolge der Ungültigkeitserklärung Fraktion" ab, welcher sofort die Deputierten beitraten,„ die den der Partei- Mitgliedstarten an ihre bisherigen Gruppen, und zwar Wunsch hatten, ihre Sache scharf von den Verirrten zu trennen, die provisorisch bis zum nächsten Parteitag, während in Diese Resolution, die den Beschluß des vorjährigen guesdifti in der Gefolgichaft des Herrn Milleraud die obligatorische ben alten Statuten für schen Kongresses von Roubaix wieder aufnimmt, wird debattelos Taktik des Klassenkampfes durch die Taktik diefe Uebergangsbestimmung eine und einstimmig angenommen. des Zusammen- unbestimmte Dauer festgesetzt war:„ bis die neue Einheitsarbeitens der Klassen ersetzten." II.„ Ueber die Haltung bei den Stichwahlen haben die bis nach dem ersten Pariser Kongreß Die neue Gruppe egiftierte organisation der Partei sich bewährt hat." Berücksichtigt in dem ersten Parijer Kongreß( Dezember 1899). man noch die Zusammensetzung der neuen Erefutivkommission, it Föderationen zu entscheiden, die den Kampf in der Hauptwahl" Nachdem auf diesem Kongreß die Streber und die Verworrenen der nun die hervorragenden Führer, die der früheren Kommission geführt haben, wobei sie zum Besten der Interessen der Partei feierlich versprochen hatten, in Gemäßheit der auf den rechten Weg fernblieben, siven, so darf man sagen, daß die organisatorische mehreren Seiten eine vom Parteitag felbst zu beschließende einheit Fraktion auf." Die alte Kammerfraftion wurde wiederhergestellt. Das bleiben. lenkenden Entscheidungen der Parteimehrheit mit den ministerialistischen Einigkeit der Gesamtpartei thatsächlich verwirklicht ist, während die Diese Resolution veranlaßte eine längere Debatte, da von Verirrungen zu brechen, löfte sich die revolutionär socialistische alten Sonderorganisationen nur noch dem Namen nach fortbestehen liche Stichwahl- Taktik gefordert wird oder doch die Entscheidung konnte aber nicht fortdauern. Die zwei Richtungen kamen in den Kammer- Von den weiteren Statutenänderungen feien erwähnt: Erüber dieselbe durch den Centralrat, nicht durch die einzelnen Föde abstimmungen immer wieder zur Geltung. So insbesondere gelegentlich höhung der monatlichen Beiträge pro Mitglied von 2 auf 3 Centimes; rationen. Die Seine- et- Dise- Föderation beantragt, in allen Stichwahlen, der Debatten über die Megeleien von Martinique und Chalon. Der Beftfezung eines einheitlichen Preises von 25 Centimes( 20 Pf.) für wo der Parteikandidat nicht mehr in Frage kommt, die Kandidatur Spaltung innerhalb der Partei entsprach die Spaltung innerhalb der die Jahreslarte der Mitglieder, während bisher diesen Preis mir einfach zurückzuziehen, d. h. ohne sich für diesen oder jenen bürger Kammerfraktion. Die wieberentstandene revolutionär- socialistische die Mitglieder der Arbeiterpartei zahlten, diejenigen der Revolutionär Abg. Delory Lille verteidigt den Kommiſſionsvorschlag; wahl gewählte Abgeordnete von Montceau, Bouveri, beigefellte. Direkt vom Centralrat bezogen, 5 Centimes. Fraktion zählte 12 Mitglieder, denen sich später der in einer Nach- Socialistischen Partei 10 Centimes und diejenigen, die ihre Karte Ferner haben alle Eine einförmige Taftik in allen Wahlkreisen sei unmöglich. Auch könne man nicht dem Centralrat die Entscheidung über 600 Fälle den Bericht nicht. In der neuen Stammer wirkt dieselbe Fraktion, während bisher die Föderationen mit mehr als 10 000 Wahlaufbürden. Die mit den lokalen Verhältnissen bekannten Föderationen 12 Mitglieder start, fort. In ihrer konstituierenden Sitzung be- stimmen 2 Delegierte entfenden durften, wenn diese zusammen auch seien dafür viel besser geeignet. famite fie fich aur Principienerfiärung der Socialistischen Partei nur über 1 Stimme verfügten. Zu den Befugnissen des Centralrates Authier- Charente bekämpft die Reſolution, die dazu führen Frankreichs und votierte außerdem folgendes:„ Die Fraktion, das( Kontrolle über die Genossen, die Erwählten und die Preſſe) kontmt könne, daß in einem Departement die Partei zu Gunsten der parlamentarische Organ der revolutionar- socialistischen Politik, weit neu hinzu die Organisation der Agitation. Sämtliche StatutenRadikalen ihre Kandidaten zurückziehe, während im benachbarten davon entfernt, sich den Reformen entgegenzulegen, wird nach wie änderungen werden fast debattelos und einstimmig angenommen. Departement auf Grund des Klassenkampfes strifte Stimmenthaltung vor von der republikanischen und radikalen Demokratie fordern, die proklamiert werde. Das müsse Verwirrung in den Köpfen der socialen, proletarischen und politischen Reformen zu verwirklichen, Partei- Organ. Wählermasse anrichten. Der Centralrat allein habe über die Stich die in allen Wahlprogrammen versprochen, aber stets vertagt Einheitsorganismus ist das von der Arbeiterpartei gemachte und Von großer Wichtigkeit für die gedeihliche Wirksamkeit des neuen wahl- Taktik zu entscheiden. Ghesquière- Lille warnt vor übermäßiger Centralisation: Weil wir keine Autonomiſten wären, dürften wir deshalb doch nicht Die Fraktion blieb in steter interner Fühlung mit dem Central- vom Kongreß mit Freuden angenommene Anerbieten, ihr bisheriges in das entgegengesetzte Extrem des Centralismus verfallen. Der Genossen Dubreuilh, den Gefretär bes Centralrates für das Fortan wird dieses Blatt das Central organ der Socialistischen rat. Bu ihrem außerparlamentarischen Setretär ernannte sie den Wochenblatt Le Socialiste" an die Gesamtpartei abzutreten. Centralrat fönne nicht die Verantwortung übernehmen, wo es sich Jimere. Partei Frankreichs sein und unter der Kontrolle und Zeitung um verschiedene lokale Bedingungen handle. Dann könnte er in die Gemeindewahlen schon materiell nicht ergreifen, da in diesem Falle fich getrennt hatten( Carmand, Codenat, Baron, Veyer, Gournier, Redaktion. An die Gründung eines täglichen Parteiorgans iſt vorEinige Deputierte, die von der andern socialistischen Frattion des Centralrates stehen, natürlich mit einer entsprechend erweiterten die Stichwahlen schon acht Tage nach der Hauptwahl stattfinden. Partre und Lassalle, irten an die revolutionäre Fraktion mit dem läufig nicht zu denken. Seine Entscheidung würde zu spät kommen. Jede Föderation und Vorschlag heran, die Verschmetzung der beiden Fraktionen zu berDer Socialiste" deckt gegenwärtig, wie Dubreuilh darlegt, seine Gruppe solle doch eine gewisse Initiative beibehalten. Weil wir nun fuchen. Der Vorschlag wurde abgelehnt, dabei aber die Erklärung Stoften, freilich nur mit Hilfe von Beiträgen und Subvention. gleich über alle Fragen entscheiden können. Haben wir Vertrauen mittefung unfrer zwei Sefretäre mit Euren Delegierten sowie mit Blattes ins Gigentum der Gesamtpartei werde gewiß der Referkreis eine vereinheitlichte Partei bekäment, solle der Centralrat doch nicht abgegeben, daß unire Frattion ftets bereit sein wird, durch Ver- Einnahmen: Abonnement 8045 Fr., freiwillige Beiträge und Subvention 4436; Ausgaben 12 450 Fr. Aber mit dem Uebergang des zu den Föderationen!( Beifall.) Dubreuilh: Der Kommissionsvorschlag werde beiden Stand- ein besonderer Umstand dies erfordern wirde." allen andren Delegierten in Beziehungen zu treten, jedesmal wenn punkten gerecht. Die Föderationen würden sachkundig entscheiden, aber die Kontrolle über die Föderationen gehöre doch dem Central- die Einheitlichkeit des Votums zu sichern, sei es durch Abhaltung Buchhandlung beträgt 200 Fr. monatlich bei einem Gewinn von Ebenso hat die Arbeiterpartei ihr Schriftenlager und ihre ganze Um 20. Juni wurde beschlossen, in jeder politischen Abstimmung Buchhandlung an die Gesamtpartei abgetreten. Der Umsatz der rat. Dieser hätte namentlich über strittige Fälle, die Divergenzen einer Fraktionssigung vor der betreffenden stammerſipung, sei es 70-90 Fr. monatlich. Aus der Uebernahme derselben erivächst der innerhalb der Föderationen verursachten, zu entscheiden. Uebrigens durch einen Mehrheitsbeschluß der in der Kammerjigung anivejenden Bartei zunächst eine monatliche Ausgabe von 110 Fr. als Abzahlung würden auch die Föderalräte in lebereinstimmung mit den Kongre Abgeordneten. beschlüssen handeln. an die Arbeiterpartei. lichen Kandidaten auszusprecheit. Berichterstatter Vaillandet bemerkt gegenüber dem Hinweis auf widerspruchsvolle Beschlüsse verschiedener Föderationen, daß es noch ein anstößigerer Widerspruch wäre, wenn ein und derselbe Centralrat mit Rücksicht auf die Verschiedenheit der lokalen Situation widerspruchsvolle Beschlüsse fassen müßte. Groussier beantragt die Zusatzworte: unter der Kontrolle des Centralvorstandes"( hätten die Föderationen über die Stichwahl taktit zu entscheiden). Guesde bekämpft diesen Zusatz, weil die Kontrolle des Centralrats ja permanent sei. Hierauf wird der Kommissionsvorschlag in unveränderter Faffung mit allen Stinnnen gegen eine bei mehreren Enthaltungen votiert. III. Niemand darf als Parteilandidat aufgestellt werden, wenn er nicht nachweisen kann, mindestens seit einem Jahre einer Organisation angehört zu haben." Déjeante begründet diese Resolution unter Hiniveis auf die Resolution I, die eine Vermehrung der Kandidatenzahl erfordere. Es könnten viele unbekannte Leute kandidieren, für die die Partei den Wählern keine Garantie zu bieten in der Lage wäre. Diesem Mißstand benge die Resolution vor, wenn auch freilich die Jahrespräsenz der Partei selbst gegenüber keine Garantie biete. Auch alte Genossen hätten die Partei verraten. werden." Abstimmungen der Fraktion: zunehmen. fub Ein Antrag der Seine- Föderation auf Heranziehung der Depu tierten( die in Frankreich 9000 Frank Jahresdiäten beziehen) zur Unterstügung der Parteitasse wird dem Centralrat überwiesen. Ferner wird auf Antrag der Seine- Föderation votiert, den Centralrat zu beauftragen, für den nächsten Kongreß einen allgemeinen und kommunalen Parteiprogramm Entwurf auszuarbeiten und denselben bis spätestens zum 1. April 1903 den Gruppen zur Vorberatung zu unterbreiten. Auf Antrag von Cher und Allier wird die Teilnahme an den Senatswahlen beschlossen. " In der Debaite über die allgemeine Politik des Kabinetts Gembes enthielten sich die 12 Fraktionsmitglieder bei der Abstim numg über die von Codet, Gouzi), Jaurès und Sarrien cht gebrachte Vertrauensformel. Die Stimmenthaltung wurde durch folgende Erklärung begründet: Wir werden für alle Handlungen der Regierung stimmen, die den Militarismus, den Kleritalismus und die Reaktion treffen würden, sowie für alle der Arbeiterklasse wirklich nüglichen focialen Reformen. Aber wir können nicht die Vertrauensformel votieren, weil erstens eine Regierung nicht nach den sie zusammenfeßenden Personen zu beurteilen ist, sondern nach ihren Endlich wird auf Antrag derselben zwei Föderationen folgende Handlungen, und weil zweitens wir heute wie gestern eine Oppofitions Resolution votiert, wie immer, einstimmig: Die socialistische vartei sind. Im fapitalistischen Regime können wir nicht und werden wir Partei Frankreichs, einzig um die Verteidigung der Interessen des nie ministeriell sein. Bir sind und wir bleiben die Partei der Proletariats besorgt, hat stets unterstützt, und wird stets unterstützen Revolution. Das Interesse der Republik und das der Arbeiterklasse jede von den Gewerkschaften ausgehende revolutionäre Bewegung." diltieren allein unire Handlungen, unfre Worte und unsre socia-( Gemeint find offenbar Generalstreit- Bewegungen.) liftischen Abstimmungen. Unter diesen Bedingungen werden wir uns Ergänzend fei noch erwähnt, daß in der Principienerklärung von der Abstimmung enthalten, denn wir können nicht unfre Unter- Jory als neuer Passus eingefügt wurde der vom Centralrat für das stigung im voraus und allgemein leihen, wie wir anderseits unsre Wahlplafat der Partei votierte Satz über den Reifegrad der socialen Stimmmzettel nicht mit denen der Nationalisten und Neaktionäre ver- Bustände für die Einführung der socialistischen Gesellschaft, wonacy mengen dürfen noch es wollen." die materiellen oder ökonomischen Elemente dafür bereits reif wären und nur die menschlichen Vorbedingungen fehlten, d. h. die Aktion eines organisierten und zielbewußten Proletariats. In der Debatte über die Ausweisung der spanischen republifanischen Deputierten durch das frühere Kabinett Waldeck- Millerand stimmt die Fraktion gegen das Vertrauensvotum. Lafargue macht aufmerksam auf den Unterschied zivifchen Deputierten und Gemeindewahlen. Für lettere ließen sich Kandidaten schwer finden, die der Resolution III genügen würden. Viele In der Interpellation über die Affaire Humbert- Crawford begute Genossen( fiche insbesondere im Norddepartement) seien nicht antragt die Fraktion folgende Resolution: Die Kanuner erblickt im in der Lage zu fandidieren wegen der drohenden Maßregelung Strach der Rechtspflege, dessen Ausdruck die Humbert- Affaire ist, und Redner beantragt daher, die Jahrespräsenz nur von Kammer in der Unthätigkeit und Ohnmacht der Regierung weiter nichts als wahl Kandidaten zu verlangen. einen neuen Beweis der unvermeidlichen und nahen Auflösung der fapitalistischen Gesellschaft." wird. Kandidaten. Es folgen nun die gestern noch nicht erledigten Einzelberichte der Föderationen, die, ebenso wie die früheren, von Einigkeitsgedanken durchdrungen sind. Damit ist die Tagesordnung des Kongresses erledigt. Vor Schluß der Sigung wird per Acclamation eine Sympathies Resolution für die russische revolutionäre BeDéjeante stimmt dem Vorredner zu und beantragt den einwegung votiert:„ Die Socialistische Partei Frankreichs auf ihrem fchränkenden Zusatz: in den Deputiertenwahlen". der etwas später Am 7. Juli votierte die Fraktion gegen den Gefegentwurf über Landestongreß zu Commentry, begrüßt brüderlich das im Stampfe noch durch die Worte:„ Kantonal- und Deputiertenwahlen" ergänzt die direkten Steuern( Einnahmen- Budget), am 8. Juli gegen die für seine politische und ökonomische Befreiung stehende Proletariat einfache Tagesordnung über den Antrag des Genossen Sem bat Rußlands, überliefert der Verachtung des französischen Proletariats Groussier verlangt die gleichen Garantien von allen auf Verlegung der Truppenschau des 14. Juli auf den Vormittag, die immer barbarischeren Verfolgungen seitens der zarischen Regierung um so die Soldaten wenigstens vor dem Somenstich zu bewahren, und spricht aus ihren heißen Wunsch nach dem nahen Siege der Ghesquière spricht im gleichen Sinne: Die Resolution III falls die Stammer die von Sembat befürwortete Abschaffung der russischen revolutionären Bewegung über den barbarischen Zarenerschwere zwar die Aufstellung von Kandidaten in vielen Truppenschau nicht votieren will. Am 10. Juli verwirft die Fraktion despotismus."( Lebhafter Beifall. Guesde ruft:„ Nieder mit Gemeinden, wo erst junge Gruppen bestehen. Aber die Er- verschiedene Streditvorlagen. Am 11. Juli beantragt sie die Abschaffung der der russischen Allianz! Nieder mit dem Zaren!") oberung der Gemeinderäte wäre muslos, folange wir nicht verbrecherischen Geseze" von 1893 und 1894( Ausnahmegefeße gegen Genossin Sorgue, von Decazeville kommnend, macht Mitdie Köpfe erobert hätten. Wozu die Aufstellung von Specereifrämern Anarchisten). Der Antrag wird aber mit 262 gegen 207 Stimmen teilungen über das Scheitern der dortigen Streifbewegung. als Kandidaten, die dann die Partei verraten? Rieber weniger San- abgelehnt. An 12. Juli enthält sie sich der Abstimmung über einen Die Abgeordneten Bouveri und Thivrier, die als Delegierte didaten als unsichere Kantonisten.( Lebhafter Beifall.) nationalistischen Vorschlag, der die Aufrechterhaltung der Immunität des Centralrates Decazeville besucht haben, erklären den Mißerfolg, Chauvin spricht im Sinne Lafargues: In neuen Orten handle der Parlamentsmitglieder auch während der Ferien verlangt. durch die äußerst mangelhafte Organisation. es sich nicht um die Eroberung, sondern um den Kampf. Da dürfe Gesezentwürfe der Fraktion, von denen mehrere Roussel, Bürgermeister von Jory, einer der Vorsitzenden, man die Wahlarbeit nicht erschweren. bereits auch in der früheren Kammer eingebracht wurden. Die hält eine furze Schlußrede. Lafargue betont die Einstimmig Delory: Eine feste Negel sei hier unmöglich. Möge man die wichtigsten derselben betreffen: Ernennung einer Kommission des feit der Beschlüsse als eines Beweises, daß es nunmehr nur eine Frage der Jahrespräsenz bei Gemeindewahl- Kandidaten den einzelnen allgemeinen Wahlrechts behufs Reformierung der Wahlbestimmungen; einzige Partei gebe. Gruppen zur Entscheidung überlassen. Es tomme vor, daß ein Streit Mittel zur Verhütung von Wahlbetrügereien; Abschaffung des Der Kongreß wird geschlossen, nachdem Ghesquière bie in einer bis dahin rückständigen Gegend die Leute für unsre politi- Kultusbudgets und Rückgabe an die Ration der den Kongregationen Internationale" vorgefungen, die von den Delegierten stehend im schen Ideen empfänglich mache. Aber Parteigruppen gebe es dort gehörenden Güter der toten Hand; Abschaffung der Unterpräfefturen; Chor am Refrain mitgefungen wird. nicht. Sollte man deshalb auf die Beteiligung am Wahlkampfenderung der Geschäftsordnung der Kammer zwecks Erweiterung Schluß 8 Uhr abends. verzichten, weil in der Gemeinde keine Kandidaten mit einer Jahres des parlamentarischen Initiativrechts besonders in Bezug auf Kredithräsenz da wären? vorlagen; Arbeiterversicherung nebst Versicherung arbeitsunfähiger| Begrißungsschreiben aus dem ustane fine em gegangen: von der dänischen Socialdemokratie und vom deui schen Parteivorstande Das Schreiben des legeren, ge: richtet an Brade, lautet Werter Genosse! Die uns gefandte Einladung zu dem Kongreß der Unité Soc Néb hat uns jehi erfreut. Wir entbieten Ihnen dafür unsren herzlichsten Dant und bedauern nur. der Einladung nicht Folge leisten zu tonnen " Wie Ihnen bekannt sein dürfte findet der nächste Parteitag der socialdemokratischen Partet Deutschlands vom 14 bis 22 Sep tember in München statt Die sich anschließenden orgajatorischen Arbeiten erfordern das Emgreifen aller verfügbaren Kräfte der Partei. Bei passender sich darbietenden Gelegenheit werden wu gern Ihren Verhandlungen beiwohnen zu Zeit ersuchen wu Ste höflichst unser Fernbleiben entschuldigen zu wollen. Indem wir Ihnen zu den bevorstehenden Verhandlungen fün die Festigung der Organisation, die die Grundlage jedes Erfolges ift, den besten Erfolg wünschen. genehmigen Sie die Versicherung internationaler Solidarität und empfangen Sie die brüderlichsten Grüße der Parteileitung der socialdemokratischen Parter Deutschlands gez Die Sefretäre. J Auer Pfannkuch Aus der Frauenbewegung. Frauen und Jugendliche im Bergwerksbetriebe. erhalten Giebiche Borschriften. bezteberth folche des Bundesrats bei der Landesregierungen bestehen für die Desinfektion von Eisenbahnwagen( Gejeb som 25 jebuar 1876) une ber Biebnenchen( Reichsgesez vom 7 April 1869 3nstution vom 9 Juni 1873 preußisches Gesez vom 12 Maiz 1881 und e grope Reihe Regierungsverordnungen). Zwei Wettende Die zweijährige Dienstpflicht ist durch Artikel III des Gefeßes oom 3 Auguſt 1893 Jin die Zeu bem 1 Ottober 1893 ab bis zum 31 Marz 1899 durch Gesez vom 25 Mä: 3 1899 für die Zeit vom 1 April 1899 bis zum 31 Marz 1904 festgelegt Eine gefeßliche dauernd Festlegung der zweijährigen Dienstzeit ist nicht erfolgt. Taptau 104. Für den Arbeitsvertrag emes Handwerksgesellen, der Wahrhaft eritrederd erscheint die große Zah! der Unfälle besonders der ihmeren Die ganze Summe beiragi 43336 von denen S17 unmittelbar den Tod zu folge hatten 1603 mu mehr als 13 Wochen Arbeitsunfähigkeit Toch, ist die Liste nicht vollständig da enige Berichte die genauer Jahler nicht nemmen, etwa wie im vorigen Jahr heißt es dann Die Todesfalle sind genauer verzeichnet, die schwerer and leichten Falle oft nicht tai unterschieden Auch ob Frauer mugetroffen sind ist selten einzeln erwähnt bei Jugendlichen meist eine radelnde Bemerkung beigefügt Jm Revier Sud Bochum find 40 jugendliche Arbeiter an den Unfallen beteiligt und zwar vielfach neu sie sich nährend der Pausen an Stellen zu teine andre Kündigung vereinbart vat beträgt die Kündigungsfrist 14 Tage. chassen machten. an welchen sie nichts zu suchen hatten" Deutschland < V. W. Custers Der Wohnungswechsel geht ohne Rücksicht auf eine erfolgt Niederfint oder auf eine Rianfheit vor sich R. N., Forster: jtrase 1-5 Eine Alage oder sonstige Schritte gegen das Mädchen wären nublos 6 te tonnten lediglich wegen Beleidigung Klage anstellen. Wikbegteriger Paul Stirbt der Ehemann oder die Ehefrau und hinterlagt teine Kinder oder Enkel sondern nur den Gatten und seine Eltern so ahalten der Gatte die eine die Eltern die andre Hälfte des Nachlaffes Jedoch erhält der Ehegatte überdies als Voraus alle Gegenstände, die zum ehelichen Haushalt gehört haben und die Hochzeitsgeschenke. In der Regel in der Gatte also thatsächlich Allemerbe 2 Rem- M. Ja A. Eine Auseinanderiebung mit Kindern erster & he ist vor einer zweiten Ehe erforderlich, wenn die Kinder minderjährig sind Der Witmer zeigt dem Bormundichaftsgericht seine Absicht, eine neue Ehe einzugehen, an, cetcht auf seine Koften ein Berzeichnis des seiner Berwaltung unterliegenden Vermögens ein und beantragt, die Auseinanderjezung vorzunehmen und den Auseinanderseßungstermin ihm mitzuteilen 3weckmäßig tit es einen Teilungspfleger vorzuschlagen Ein Beispiel für solchen Auseinander jetzungsvertrag finden Sie auf Seite 224 Nr 11 des dem„ Arbeiterrecht" beigefügten Führers Das Buch liegt in den öffentlichen Lesehallen aus 2 Wenn Sie eine Unfallrente im Betrage von mindestens 116 M jährlich beziehen, jo fönnen Sie einen Antrag auf Befreiung von der Klebepflicht stellen Der Antrag ist in Berlin bei dem Magistrat, Abteilung für Invalidenversicherung. Breitestr 24a, in der Broving bei demLandral anzubringen. Todesanzeige. Unserm Genossen und Frühstücs. Budifer art Merker zu seinem Weber. Otto. Geo.g. Vierter Berliner Reichstags- Wahlkreis Allen Bekannten die traurige Nachricht, daß meine inniggeliebte Frau, unsre gute Mutter, Schwester und 45 igenfeste ein dreifache: Hoch! Schwägerin Anna Maier geb. Schmidt am 3 d Wis., früh 6 Uhr, plötzlich am Herzschlage gestorben ist. Hugo Maier, Schönleinstraße 6, früher Gröf Laße 68. Die Beisetzung findet am Sonntag, halle des neuen Jakobikirchhofes aus statt 25846] Süd- Ost. Den Parteigenossen zur Nachricht, Die Lage der Dresdener Gigarettenarbeiterinnen Die Dresdene Ortsgruppe der Gesellschaft ut fociale Reform hal mu pilfe des evangelischen Arbeiternereine und zweier Hirich Duneferie Gewertvereine mittels Fragebogen von denen 122 beantwortet wurden eine Erhebung über die Lage der Dresdener Sigaretenarbeiterinnen veranstaltet Das statistiche Material wurde von Professor Wuttke dem nationalökonomischen Dozenten dei GeheStiftung bearbeite: md dem Druck übergeben( Verlag von mert, Presber 1902.) Ans dem Schriftchen ergiebi no folgende Bild von der Arbeitsverhältnissen der Dresdener Gioareitenarbeiterinnen. Die deutsche Cigaretuindustrie die fer den fiebzige Jahren Wurzel aßte, bai bren vanlig in Dresden and Umgegend. Die Arbeit wird vor gene von Rabrik und Betriebswerkitätten Arbeiterinnen ver: In preußischen Bergwerken haben in diesem Jahre neben 51 708 richer Die Zah: der Heimarbeiterinner ist ffem Die Lernzeit bemännlichen auch 9123 weibliche und 19 056 jugendliche Arbeiter, trägt zwifchen& Tagen und 4 Wochen. Oftmals sicherir sich die unter lettern 96 Kinder unter 14 Jahren, die Schäße des Budens Fabrikanten die jungen Arbeiterinnen durch Vertrag Eine Arbeiterin gehoben für andere. Tie große Zahl jugendlicher Arbeiter soll giebt an, fi mußte sich aus ein Jahr verpflichten und 20 M. Bürgfür die Grubenbejizer einen Stamm ausdauernder, anfänger ist stellen, die sie verliert, wenn sie vor Ablauf des Jahres die Arbeiter begründen, doch spielt wohl der sehr viel geringe.e Lohn Fabrik verläßt. Andre Mädchen müssen die ersten 20 000 Cigaretten dabei die größte Rolle. Ist er doch für die Beschäfugung der Fauen zum halben Preis liefern. Meistens haben sich die Heim in vielen Fällen ausschlaggebend, wie es bei der erheblichen Zunahme arbeiterinnen die Cigarettenmaschine, die Schere und sonstiges der Arbeiterinnen in einem schlesischen Revier Schlesien hat über- tleines Arbeitszeug selbst anzuschaffen. Die Ausgabe beträgt haupt die meiste weibliche Arbeit ausdrücklich erklärt wird: 4 bis à Mart. Die durchschnittliche Stundenleistung ist 100 Stück. " Mitbestimmend für die Beibehaltung der Arbeiterinnen zu einer Das Wecheneinkommen der Fabritarbeiterinnen schwankt zwischen Zeit, wo es an männlichen Arbeitern nicht mehr fehlt, ist auch die 10 mud 20 M., das der Heimarbeiterinnen zwischen 3 und 10 M. Lohnfrage, indem die weiblichen Arbeiter bei allerdings evas Tas niedrigere Einkommen der meist verheirateten Heimarbeiterinnen geringerer Leistungsjäi igkeit immer noch bedeutend wenige ohnerflän sich aus der Haushaltungs- Arbeit und der zeitraubenden erhalten als die männchen." Und aus einer anden Gegenteiß. inderpflege Die von der Gewerbe- Ordnung vorgeschriebene elfes fogar:" Die Zunagme( der Arbeiterinnen) iſt teils duru das stündige Maxumal- Arbeitszeit wird zwar in der Fabrik pünktlich ein- nachnuttags 4 ühr, von der Leichen- daß unser treuer Mitkämpfer, der große Angebot, teils dadurch erklärlich, daß die Betriebsverwaltungen gehalten, doch besteht allgemein der Brauch, daß die Arbeiterinnen bei leichtern Arbeiten( z. B. bei der Verladung und in den Auf Sie Vorarbeit des Hüffeaflebens zu Hause besorgen. Bei flottgehendem bereitungsanstalten) die Verwendung weiblicher Arbei.sfräfte vor Geschäftsgang erhöht sich hierdurch die elfstündige Arbeitszeit um ziehen, weil mit diesen bei geringerem Lohne forg weitere zwei Stunden. fältigere Arbeit und größere Leistung erzielt wird." Also für mehr Sorgfalt und größere Leistung ein fleinerer Lohn als für weniger Sorgfalt und geringere Leistung, weil der tüchtigere Arbeiter einen Unterrod frägt! Warum läßt sich eben die Frau alles bieten? Warum fordert sie nicht mehr Lohn als die elende Abfindung von täglich 1,10 bis 1,60 Wit.? Die Arbeit, um die es sich handelt, gehört natürlich im Bergwerk zu den leichteren", was aber durchaus nicht etwa eine leichte bedeutet; sie besteht zumeist im Ausflauben der Erze, im Waschen und Scheuern der Grubenhäuser, Verpackungsarbeiten usw. Was aber hier dem Manne recht ist, das sollte der Frau billig sein. Sind doch die Löhne ohnehin fast allgemein gegen das Vorjahr gesunken, eine Wirkung der Strise, welche hier wie überall am härtesten den Schwachen trifft, der den Schaden nicht auf andre abträlzen fann. Und dabei steigen die Preise für die Proletarier eine schwere Zeit und ein trüber Ausblick in die Zukunft. Nur die höchstgelohute lasse der Bergarbeiter. selbst in den teuren Rheinlanden, erwirbt über 1000 m. jährlich; Frauen nicht über 3-400 M. Und doch nennt ein Beamter diese Lage eine günstige; ein andrer vergleicht die Lohnjähe von 1900 und 1901 mit dem Schlußergebnis:" Hiernach sind die Löhne etwas zurüdgegangen. Immerhin war die Lage der Arbeiterbevölkerung eine zufriedenstellende." Die Arbeiterbevölkerung selbst wird wohl andrer Meinung sein. " Tie Gewerbeordnung gestattet eine weitgehende Mannigfaltig feit in der Anordnung der Pausen zwischen der Arbeitszeit; aber eine zu starke Verkürzung derselben sollte doch nicht gestattet werden, so z. B. die Verkürzung der Pause zwischen 8 stündiger Arbeit auf 1 Stunde. In einem Falle, der Arbeiterinnen betrifft, ist diese Einrichtung durchgeführt, mit der Begründung, daß sich zwischen der Arbeit stets mancherlei Pausen ergeben. Diese unregelmäßigen, mehr zufälligen Mußezeiten geben aber nicht die Nuhe, welche eine geordnete Pause von einer Stunde gewährt nach 4stündiger Arbeit gewiß nicht zu hoch gegriffen. Was sich aber die Frauen gefallen lassen, das geht bei Männern nicht so leicht durch; in den Tach schiefergruben von Laub am Rhein scheiterte der Versuch. Die Arbeiter erblickten in der Abkürzung der Arbeitszeit keinen Ersatz für den Ausfall der Mittagspause, die ihnen Zeit zum Einnehmen des Mittagessens und zu kurzer Ruhe gewährte. Sie empfanden die Berlegung des Mittagessens bis zu ihrer Rückkehr nach Hause, das ist unter Umständen bis gegen 3 Uhr nachmittags und noch später, als Nachteil, weil ihnen die Zeit, während welcher sie ohne Nahrung sein mußten, zu lang wurde, und weil besonders bei den VerHeirateten, deren Kinder die Schule besuchen, ihre Hausordnung dadurch in lästiger Weise gestört oder verschoben wurde." Möchten doch die Frauen künftig diesem vernünftigen Beispiel folgen, und mi ihren Kräften haushalten, statt sie in ungemessener Zeit dem Aus beuter zur Verfügung zu stellen. Wir verlangen wohl den Sstündigen Arbeitstag, aber nicht ohne ausreichende Ruhezeit zwischen der Arbeit Die Schutzgesetze für Arbeiterinnen sind nur 23mal nachweislich übertreten worden und die wenigsten dieser Fälle sind als wichtig genug erachtet, um sie zur Bestrafung zu bringen. Einmal jedoch, als Frauen wochenlang 13 Stunden täglich, auch am Sonnabend, bis 7 Uhr beschäftigt wurden, erhob der Beamie Klage. Der Betriebsleiter und zwei Aufseher erhielten je 6 M. Strafe; sie werden dadurch schwerlich von der Notwendigkeit überzeugt worden sein, die Schutzgesetze zu beobachten. Wir haben schon öfter hervorgehoben, daß diefe milden Strafen, welche nicht einmal den Gewinn der Ueber: tretung betragen, durchaus zu verwerfen sind; der Schweizer Nationalrat Hofmann hat aus seiner Erfahrung dieselbe Anschaurng geschöpft. Er sagt in einer Besprechung der kantonalen Lehrlings gesetze( Jahrbuch für Nationalökonomie):„ Der Fehler besteh darin, daß fein Bußenminimum im Gesetz festgelegt wurde. Auf diese Weise verirrt sich die Praris sehr leicht auf das Feld der kleinen Bußen, welche nichts nützen, sondern durch Abstumpfung des Ehrgefühls direkt schaden." Ein zu geringes Strafminimum wirft ebenso schädigend; überdies handelt es sich bei dem Schweizer um Handwerker, die auch schon eine kleinere Summe ungern entbehren nicht um schwerreiche Grubenbesizer, die noch obendrein meist ganz aus dem Spiel bleiben, da die untern Aufsichtspersonen die Ueber tretung auf ihre Stappe nehmen müssen. Eine scharfe Strafe für den Besitzer würde auf die Beamten eine sehr vorteilhafte Wickung ausüben; sie würden sich in andrer Weise verantwortlich fühlen, für das, was unter ihrer Leitung geschieht. Das gilt ebenso als von diesen profitablen Uebertretungen, von den Nachlässigkeiten, welche schwere Unglücksfälle hervorrufen. Darüber wird häufig so geurteilt, als suchten die Berglente Gejahr und Unglück aus Mutwillen und Eigensinn auf. In dem Bericht aus Neunkirchen heißt es:„ Eine größere Zayl der Unfälle war durch eigenes Verschulden der Leute, namentlich durch mangel haften Ausbau der Arbeitspunkte veranlaßt. Von den Werts berwaltungen wird gerade in neuerer Zeit dem Ausbau ganz be sondere Aufmerksamkeit gewidmet." Wenn die„ besondere Aufmerksamkeit" darin besteht. daß der bessere Ausbau teine Lohnberminderung nach sich zieht, dann wird sie gewiß gute Früchte tragen. Wenn aber der Arbeiter die Schußmaßregeln vernachlässigt weil er sonst an seinem knappen Rohn auch noch Ausfall erleiden muß, wenn ihm die Kosten aufgebürdet werden, die zu tragen des Befibers unbedingte Pflicht ist, dann trägt nicht er die Verantwortung für die geopferten Menschenleben, sondern der Besitzer, welcher den Ertrag gern einstreicht, aber die Kosten, so viel er kann, von sich abwälzt. Wie ein Alp lastet auf einem Teil der Arbeiterinnen die Sorge an ihre unehelichen Kinder Fast ein Drittel 49 der befragten a farbeit innen waren ledige Frauen. Von ihnen hatten 9 für außereheliche Kinder mit zu sorgen uns zu arbeiten. Tiefe Frauen tanden im Alter von 20 24 Jahren: 5 ledige Frauen mit im ganzen 6 Kindern 25-29 35-39 " 2 2 " " " " 3 2 " " " " " Der Zuschuß, den diese Mädchen von dem Vater der uneheichen Kinder erhalten, ist sehr gering. In den Fragebogen wird er dreimal nicht erwähnt. Zumeist heißt es: Der Vater ist nicht auffindbar, oder: er kann nichts zahlen. Nur in zwei Fällen findet man ein Ziehgeld; das eine Mal von 6-7 M., das zweite Mal von 7 M monatlich. Doch muß die eine Mutter für das in Pflege gegebene Kind 12 M. zahlen. Die Kinder stehen meist noch im zartesten Alter. Lokal- Empfehlung. Ich habe unterm heutigen Görliger User 21 ein Weiß und Bayr. Bierloka! fact. Um geneigten Zuspruch bittet 2551b Hermann Salomon. Puber Wilhelm Fischer plöglich gestorben ist. 244/12 Die Beerdigung findet am Sonntag. nachmittag 1 Uhr vom Trauerhause Oppelnerstraße 43, aus nach dem städtischen Begräbnisplatz in Friedrichsfelde statt. Um zahlreiche Beteiligung ersuchen Die Vertrauensleute. Central- Verband der Maurer Deutschlands. Unfren sowie den Mitgliedern des [ 134/15 Achtung, Vereine! Zweigv. Berlin. Sektion d. Putzer Empfehle meine gänzlich neus Gesangvereins der Puzer zur Nachrenovierten Säle zu Versammlungen und Festlichkeiten. Einige Sonnabende richt, daß unser Mitglied 50372* Wilhelm Fischer und Sonntage noch frei. Neues Klubhaus, 72, Kommandantenstr. 72. Maschinen, Werkzeuge etc. Wie häufig und pfleglos gerade die Wöchnerinnen unter den Cigarettenarbeiterinnen sind, beweist auch die uns bekannte( KoursmassenThatsache, daß eine Dresdener Fabrik eine besondere Entbindungs- kauf) für Schlosser, Schmiede, anstalt für ihre Arbeiterinnen eingerichtet hat. Ter Bearbeiter der Enquete rügt die llingehung der 11 stündigen Magimalarbeitszeit durch die Hausarbeit der Fabrikacbeiterinnen und fordert die Ausdehnung der Krankenversicherungspflicht auf die beimarbeiterinnen. Verfammlungen. am 2. Oftober plötzlich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonn tag, den 5. Oktober, nachmittags 1 Uhr vom Trauerhause Oppelner. Ausver- ftraße 43 nach dem städtischen BeKlempner, Maschinenfabriken Um zahlreiche Betheiligung ersucht Holzmarktstr. 20. Die örtliche Verwaltung. gräbnisplay in Friedrichsfelde statt. Verband der Möbelpolierer. Montag, den 6. Oftober, abends 8%, 1hr, in Rigdorf, Hermannstr. 197: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen C. Wermuth über: Kautsky und die sociale Revolution." 2. Anträge zum Delegiertentag. 3. Berschiedenes. Mittwoch, den 8. Oftover, abends 8 Uhr, Koppenstr. 29: Tages- Ordnung: In Treptow- Baumschulenweg fand am 29. September eine Volksversammlung statt. Grauer Lichtenberg hielt einen Vortrag über:„ Die Socialdemokratie in der Gemeindevertretung". Eine Tistussion fand nicht statt. Hierauf behandelte Sarow Die kanalisationsfrage und die am Orie bestehenden gesundheitsschäd- Verfammlung fämtlicher Vertrauensmänner. lichen Zustände". Die Abfuhr sei eine mangelhafte, daß viele Hausbefizer, um die Unkosten dafür zu sparen, die Fäkalien einfach in die naheliegenden Gärten laufen ließen. Die Gefahr einer Epidemie wäre deshalb so groß, daß man sich wundern müsse, daß die Behörde bisher noch nicht dagegen wirksam eingeschritten sei. Redner forderte Shaffung einer Sanitätskommission aus den Mitgliedern der Gemeindevertretung. In der Tiskussion gab Gemeindevertreter Schulh einen längeren Bericht über die Verhandlungen, wie sie in der betreffenden Angelegenheit mit Berlin geführt seien und kam zu dem Schluß, daß es besser sei, Treptow errichte sich eine eigne Kanalisation, da die Bedingungen, wela e Berlin stellte, zu ungünstig für Treptow seien. Nähere Aufschlüsse über Verhandlungen innerhalb der Gemeindevertretung fönne er nicht geben, da dieselben meistens geheim geführt würden. Ferner referierte Krebs über:" Unfre bevorstehende Gemeindevertreter- Wahl", indem derselbe zunächst die Gründe, welche Ein zu einer Neuwahl Veranlassung geben, eingehend Harlegte. Wahlprotest, welcher von ihn und Miekley gegen die im Oktober vorigen Jahres stattgefundene Ersazwahl gerichtet war, sei zwar von der hiesigen Gemeindevertretung abgelehnt, vom Kreisausschuß aber als begründet erklärt worden. Nicht, wie Amtsvorsteher Schablow in einem hiesigen Blatte erklärt, wäre nur einer von den acht Protestpunkten als stichhaltig anerkannt worden, sondern die ersten drei Punkte hätten schon zur Kassation der Wahl geführt, so daß die übrigen gar nicht in Betracht kamen. Als Kandidat wurde Karow vorgeschlagen, dieser lehnte jedoch vorläufig aus verschiedenen Gründen eine Kandidatur ab und schlug den Genossen Gerisch vor, welcher denn auch einstimmig als KanEin Wahlkomitee wurde aus folgenden didat proklamiert wurde. Genossen gebildet: Miekley, König, Fuchs, Karow, Gramenz, Noad und Luk. Bug. Am 28. September fand im Mbrechtschen Saal in Bug eine öffentliche Versammlung statt, in der Reichstags- Abgeordneter Stadthagen sprach, der den neuen Zolltarif, sowie das Verhalten der Mehrheitsparteien im Reichstage, namentlich der Agrarier, einer verben Kritik unterzog. Er erläuterte den Anwesenden, daß nicht aur die Arbeiter, sondern auch die Gewerbetreibenden und Kleinbauern durch die Zölle geschädigt werden. Die Versammelten, meistens Landarbeiter, folgten voll Interesse den Ausführungen des Referenten und gaben ihre Zustimmung durch lebhaften Beifall fund. Briefhaften der Redaktion. " 1. Bericht der Kommission und der Vertrauensmänner über die Differenzen in den einzelnen Werkstätten. 2. Beratung über Anträge zum Gewerkschaftsblatt haben. Statut. 3. Genügt für uns der Vorwärts", oder müssen wir noch ein Sonnabend, den 11. Oktober, Koppenstr. 29: 19. Stiftungsfest. Programme: Herren 50 Pf., Damen 30 Pf. sind heute in den Zahl147/5 stellen zu haben. Das Erscheinen sämtlicher Mitglieder erwartet Der Vorstand. onsumgenossenschaft Berlin und Umgegend Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. I. 39, Willdenow- Strasse 30. Fernsprecher: Rmt II, Fr. 2639. Montag, den 6. Oftober, abends 8 Uhr, in den„ Germaniajälen", Chauffeeftr. 103: 127/8 25 Fortsehung der 3. ordentlichen General- Versammlung. Mitgliedsbuch legitimiert; Mitglieder, welche nicht in dem Besitz ihres Mitgliedsbuches sind, legitimieren sich durch die Postkarte vom Amtsgericht. Das Frauen Genossenschaftsblatt" erscheint Anfang und Mitte jeden Monats und wird in allen Verkaufsstellen den Mitgliedern gratis verabsolgt. Inserate für das Frauen- Genossenschaftsblatt" werden in allen Verkaufsstellen, sowie im Bureau, Willdenowstr. 30, entgegengenommen; die dreigespaltene Petitzeile 30 Pf., bis zu zwölfmaliger Aufnahme 162, Broz. bis zu 24maliger Aufnahme 33% Proz. Rabatt. Beilagen nach Vereinbarung. Der Wochenbericht der Großeinkaufs- Gesellschaft erscheint jeden Sonnabend und kostet für unsre Mitglieder die Nummer nur 5 Pi. Infolge des Umzuges bringen wir unsre Verkaufsstellen freundlichst in Erinnerung: 1. Swinemünderstr. 44. 10. Kreuzbergitr. 36. 2. Chormerstr. 46. Tempelhof: 3. Buttmannstr. 19. 4. Willdenowitr. 30. 5. Garreuitr. 3. 6. Wiclefstr. 31. 7. Ebelingstr. 14. 8. Arndtstr. 5. 9. Graejestr. 40. 11. Berlinerstr. 76. Schöneberg: 12. Apoitel Baulusstr. 27. 13. Gothenstr. 1. Weissensee: 14. Friedrichstr. 12. 15. Langhansstr. 60. wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Zahl anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll, und die lette In allen Verkaufsstellen werden Mitglieder aufgenommen. Eintrittsgeld 50 Pt Abonnementsquittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beantwortet und schriftliche Antwort wird nicht ertheilt. 2. P. Wenden Sie sich wegen des Externens der Buchfahrung an die ächste Fortbildungsschule. 2. in Wigd. Eine gefeßliche Nuweisung über Desinfektion bei anstedenden Krankheiten giebt es nicht. Solche Verordnungen werden von der lokalen Polizeibehörde erlassen. Welche Verordnung für Ihre Gemeinde Eine Verordnung des Cherprändenten lassen ist, ist uns nicht bekannt. der des Regierungspräsidenten über diesen Bunft existiert nicht. erliner Polizeiverordnung über Desinfektion bei ansteckenden Krankheiten S. Die Konsumenten, organisiert Euch! Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonntag, den 5. Eftober 1902, vormittags 10 1hr: atiert vom 3. Juli 1893, fic it. 361, der Sammlung der Polizei Morgensprache der Schraubendreher verordnungen von Berlin, Band 1, abgedruckt. Den Wortlaut der für Ihre Gemeinde erlassenen Verordnung werden Sie aus dem dortigen Bolisent bei Wetzel, Wrangelstr. 136. 121/17 Bahlreichen Bejuch erwartet Die Ortsverwaltung. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 4. Oftober. Anfang 7 Uhr. Opernhaus. Der Pfeifertag. Schauspielhaus. Im bunten Rod. Deutsches. Nora. Berliner. Das Käthchen von Heilbronn. Lessing. Kaltwasser.. Westen. Der Zigeunerbaron. Neues. Ledige Leute. Residenz. Seine Kammerzofe. Thalia. Er und seine Schwester. Central. Die ledige Frau. Schiller. Anfang 8 Uhr: 0.( Wallner Theater.) Der Tartuff. Schiller. N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Dr. Klaus. Carl Weiß. Gräfin Varsalis. Nachmittags 4 Uhr: KinderVorstellung. May und Moritz. Luisen. Berlin wie es weint und lacht. Casino. Corradini. Kleines. Schiffbrüchig. träume. Kollegen. Urania. Kleines Theater Musikinstrumenten- Arbeiter. Taubenstrasse 48/49. Tm Theater um 8 Uhr: Tausend Jahre deutscher Kultur. Nachm. 4 Uhr zu kleinen Preisen: Dieselbe Vortellung. Im Hörsaal um 8 Uhr: Vortrag des Rechenkünstlers Pericles Diamandi. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Passage- Theater. Aufgang nur Unter den Linden 22. Anfang Wochentags 8 Uhr, Sonntags 3 Ühr. Mellinis dunkles Geheimnis. Czita Liebesdie Apollo. Lysistrata. SpecialitätenVorstellung. Wintergarten. Specialitäten. Buntes Theater. Wer ist schuldig. Der Hund. Bunter Teil. Metropol. Berlin bleibt Berlin. Liebesschaufel.( La wunderbare Geigerin 14 neue erstkl Nummern. CASTANS ( Schall und Rauch) Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Sinakter- Ahend. Schiffbrüchig, Liebesträume, Kollegen. W. Noacks Theater. Direktion Robert Dill brunnenstrasse 16. Montag, den 6. Oftober, abends 7% Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses: Oeffentliche Klavierarbeiter- Versammlung. Tagesordnung. Die Einführung der Teilarbeit in Berliner Piano- Fabriken und deren Einfluß auf 142/1 die Lage der Arbeiter Besonders eingeladen sind die Kollegen der Firmen Lehmann, Königsbergerstraße 3, Manthey, Reichenbergeritage 125. Knabe u. Thal. Dieffenbachstraße 36, Nieber u. Co., Alleganderhof, Klingmann, Köpniderstraße, und Schulz. Blumenstraße 70 Zur Beachtung! Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert, daß sämtliche Berufsgenossen Heute Große Extra- Vornellung: durch Erscheinen ihr Interesse an der Sache bekunden. Die Agitationskommission des Fachvereins. Flotte Weiber. Boffe mit Gefang in 4 Atten von 2. Treptow. Nach der Vorstellung: Familientanz. Achtung Maurer! Palast- Theater Achtung früher Feen- Palast, Bungitraße 22. Das phänomenale Oktober: 81, hr. Programm. 8½ 11hr. Im Wartrical 1. klasse. Baron v Wallbach: Dir. R. Winkler. 9½ 11hr Neu! 9%, Uhr. Berliner in Steglitz. Gr Ausstatt-Burleskem Gef u Tanz Dazu durchaus nene Schau: und Kunstnummern. Huc ut Mar mit ihrem Sensationsaft Benedetti, cinzig dastehend Willi ut. Rosita Sands, ganz neu Leichtes Blut, Damen- Ensemble 6 Pers. Anfang 8 Uhr. Entree 30 f. Trienen. Zie desigente. Panoptikum Cirkus Schumann Bascule.) Wilhelm. Die Lieder des Musikanten. Palast. Im Wartesaal erster Klasse. Berliner in Steglitz. Steidl. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Paijage Theater. Specialitäten Borstellung. Pajjage Panoptikum.SpecialitätenVorstellung. Friedrichstrasse 165. Die sensationellen lebenden Bilder, dargestellt v. 6 jungen Damen Kirchmeiers Berliner Original- Schrammeln. Karlstrasse. Cirkus Renzgebäude. Heute, Sonnabend, den 4 Oktober, abends 7%, Uhr: Grosse Extra- Parade- Vorstellung. Wie bekannt, vermindert sich mit Anfang der ersten vollen Woche im Ottober die tägliche Arbeitszeit auf 8 Stunden. Die gültigen Arbeitsbedingungen schreiben vor. daß früh 1/28 Uhr die Arbeit begonnen wird und abends 1,26 Uhr endet, unter Junehaltung einer halbstündigen Frühstücks- und einstündigen Mittagspause. Ein Antrag von uns, eine halbstündige Vesperpause für den Monat Oftober einzuführen, wurde unter der Bedingung von den Arbeitgeber- Beisigern in der Achtzehner- Kommission angenommen, daß sich auch die Zimmerer mit einer dementsprechenden Aenderung einverstanden erklären. Da letztere unsren Antrag abgelehnt haben, so ist eine Einigung in der Achtzehner- Kommission nicht erzielt worden. Wir erfuchen unsre Kollegen dringend darum. in Anbetracht der augenblicklichen Arbeitslosigkeit eines beträchtlichen Teiles unsrer Kollegen. auf jeden Fall für den Monat Oktober die 8½stündige Arbeitszeit innezuhalten. Die Arbeitnehmer- Vertreter in der Achtzehner- Kommiffion. A.. Karl Panser. 143/6 Steidl- Theater. Linienit. 132 am Oranien burger. Thor Täglich humorist. Soiree ua.: Urania. Taubenstr. 48/49. m Buntes Theater Besonders gewähltes Programm. Studenten Lust u. Leid Theatersaal) Tausend Jahre deutscher Kultur. ( Ueberbretti.) Invalidenstraße 57/62. Täglich: Anfang S Uhr. Köpeniderstraße 68 Sternwarte. Wer ist schuldig. Der Hund. Central- Theater unter eil. Leitung: 0. Straus. Wiederauftreten TINY SENDERS. Sonnabend, 4. Oktober, Anf. 712 Uhr ( Abonnements- Billets gültig): Die ledige Fran. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Geisha.( Mimosa: Mia Werber.) Abends: Die ledige Frau. Für die Freitags- Vorstellungen sind je 5 Bons zu halben Kaffenpreisen täglich an der Kaffe zu haben. Thalia- Theater. Dresdenerstrasse 72-73. Zum 50. Male: Er und seine Schwester. Guido Thielscher als Orchester- Dirig. Fritz Helmerding. Gerda Walde. Herbert Paulmüller. August Reiff. Morgen und folgende Tage: Er und seine Schwester. Sonntagnachm. 3 Uhr bei fleinen Preisen:" Der Pfarrer von Kirch feld". Luisen- Theater. Reichenbergerstr. 34. Berlin, wie es weint u. lacht. Volksstück mit Gesang von Berg. Anfang 8 Uhr. Borverkauf 10-2, Kasse, Invaliden- u. Künstlerdank. Morgen nachmittag 3 Uhr zu fleinen Preisen: Marie- Anne, Ein Weib aus dem Volfe. Abends 8 Uhr: Berlin, wie es weint und lacht. Montag: Robert und Bertram. Bozena Bradsky. Marcell Salzer. Bokken- Lasson. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Vorstellung zu halben Preisen. Trianon- Theater. Georgenstrasse, zwischen Friedrich- u. Universitätsstr. Die Liebesschaukel. Lustspiel in 4 Akten v. M. Donnay. Anfang 8 Uhr. Parkett 2 M. Direktor Albert Schumanns neueste Creationen. Das neueste Reiter SportSpiel geritten von 8 Herren auf ungesattelten Pferden. Gerettete der Insel Anfang 8 Uhr. Sonntag 7 Uhr. Vorverkauf 11-1 Uhr. Sonut. u. Donnerstag im Feftjaal Tangfränzchen. Sanssouci 4a, 25 Martinique. Kottbusersbahn. Serpentin zu Pferd, geritten von der jugendlichen Schulreiterin Frl. Dora Schumann. Mons. Curto ausgezeichn. Reiter. Donnerstag, Sonntag und Montag: Hoffmanns Sonntag, 5. Oktober: 2 grosse Norddeutsche Sänger Vorstellungen. 4 Uhr: 1 Kind frei, weitere Kinder halbe Preise. Nachmittags für die Jugend besonders gewähltes Programm, in beiden Vorstellungen: Die 25 Geretteten von Martinique. Etablissement Nach jeder Vorstellung Tanzkränzchen. Entree: Sonntags 50 Bf., Sperrjit 75 Pf., ab 9 Uhr 30 Pf., Wochentags 30 Pi., Sperrsiz 50 Bf., ab 9 Uhr 20 Bf. Metropol- Theater. Buggenhagen Deutsche Konzerthallen Berlin bleibt Berlin. Grosse Ausstattungs- Posse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik Erik MeyerHelmund. von Emil Thomas a. G. Josef Josephi. Henry Bender. Flora Siding. Hansi Reichsberg. Wini Grabitz. Johanna Junker- Schatz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Apollo- Theater. Neues Specialitäten- Programm. Casino- Theater Miss Esdaile. Elliotts. Lothringer- Straße 37. Savonnas. am Moritzplatz. Heute Sonnabend: Militär- Konzert Königin Augusta- Gren.- Reg. 4. ( err Przywarsky.) Im Kaiser- Saal: Norddeutsche Sänger und Tanz. Winter 11 12 8' 6 S Grimm Q DABOIS. Garten An der Spandauerbrücke 5. Größtes Bergnügungslokal Berlins. Internationale Konzerte von 5 Künstler Kapellen. Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Täglich Matinee von 12-2 Uhr. * Alles* Grts- Krankenkasse für das Buchdruckgewerbe zu Berlin. Nach§§ 44 und 45 dés Kassenstatuts besteht die Generalversammlung aus Vertretern der Kassenmitglieder und der Arbeitgeber, derart, dass die Wahl derselben in Abteilungen erfolgt. Es bilden die Mitglieder jeder Klasse je eine Abteilung. In diesen Abteilungen haben die Kassenmitglieder die Vertreter aus ihrer Mitte zu wählen, während die zu Beiträgen verpflichteten Arbeitgeber auch Geschäftsführer oder Betriebsbeamte zu Vertretern wählen und in der Wahlversamnilung sich durch solche vertreten lassen können. Für 1902/1903 sind zu wählen: in der I. Klasse. · 219 Vertreter, II. 65 99 " " • . III. 63 " " ガラ • 63 9 von den Arbeitgebern 197 Die Wahl der Vertreter der Kassenmitglieder findet am Sonntag, den 19. Oktober cr. im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer Nr. 15 statt und zwar im grossen Saal für die Mitglieder der ersten Klasse: Vormittags präcise 10-11 Uhr( um 11 Uhr wird der Wahlakt geschlossen), für die Mitglieder der vierten Klasse: Vormittags 11-12 Uhr( um 12 Uhr wird der Wahlakt geschlossen), im Saal V für die Mitglieder der zweiten Klasse: Vormittags präcise 10-11 Uhr( um 11 Uhr wird det Wahlakt geschlossen), für die Mitglieder der dritten Klasse: Vormittags 11-12 Uhr( um 12 Uhr wird der Wahlakt geschlossen). Der Vorstand ladet zu zahlreicher Beteiligung in sämtlichen Klassen hierdurch ergebenst ein. Wahlberechtigt und wählbar sind nur diejenigen Kassenmitglieder, welche grossjährig und im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte sind. Zur Legitimation dient das Quittungsbuch, und werden die Herren Druckerei- Kassierer gebeten, dasselbe quittiert den oben aufgeführten Mitgliedern behufs Teilnahme an der Wahl ausOhne Alles ab Platz. he quittungsbuch ist die Teilnahme an der Wahl Wer Kohlen braucht, fause bei Josef Fischer, Kohlen- Groß: comes. Handlung, Hauptgeschäft: Brom Duncan's dress. schott. Schäferhunde. bergerstraße 19. Zweiggeschäft: Robinson- Baker- Trio, Hochspringer. Mitte Romintenerstraße.[ 52612* Elise de Vère, Soubrette. 100 Stüd Senftenb. Briquetts nur 0,60 ausgeschlossen. Die Arbeitgeber wählen in ungeteilter Wahlversammlung am Mittwoch, den 22. Oktober cr., abends 8 Uhr, Los Floridos, Spanische Tänzerinnen. 100 Riesenkohle nur 0,65 im Restaurant Feuerstein( Gartensaal), Alte Jakobstrasse 75, Die 2 Freydos, Professoru.Schüler". 1 Ctr. oberschlej. Steinkohlen 1,05 u. 1,25 und ladet der unterzeichnete Vorstand ebenfalls zu zahlreicher " Die Tourbillon- Truppe, Radfahrer. 1 Bruchfohlen nur 0,70 Sisters Carey's dressierte Papageien. 40 Handwagen, borgen pro Stď. 0,10 Humorist. Dr. Simmel, PrinzenNeu! Corradini etc. Die vier Australierinnen. Carl Maxstadt, Dazu einige Male: Ihre Familie mit W. Richter und H. Berg. Anfang: Wochent. 8, Sonnt. 72 Uhr. In Vorbereitung: ,, Ein Sohn des Volkes." Sonntagnachm. 4 Uhr: Die Verkäuferin. Wilhelm- Theater. Friedrichstrasse 236. Zum 1. Male: Pariser Damm brothers. Messters Liane de Vries, soubrette. Kosmograph. Zum 187. Male: Kara, Meister- Jongleur. Sängerin v.kgl. , Theat., Brüssel. Beteiligung ein. 41. Berlin, den 29. September 1902. Der Vorstand Specialarzt für Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Lysistrata Angèle VanL00, Theat, Brüssel. Weine Wohnung befindet fich jetzt Operette in 2 Aften von Baul Linde Cléo de Mérode Tänzerin von der Das Luftballett ,, Grigolatis: Carola, Steidl, Rieck, Kettner, Kröchert, Lieban, Perry, Runge. Kasseneröffnung 7 Uhr. Anjang 8 Uhr. Die Lieder des Musikanten. Bernhard Rose- Theater, Boltsstück mit Gesang in 5 Aften. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Sonntag, 12. Oftober: Erste Nachmittagsvorstellung( halbe Stassenpreise). Carl Weiss- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Zum erstenmal: Gräfin Vassalis. Romantisches Schauspiel in 5 Aften, 7 Bildern mit teilweiſe freier Be Badstr. 58. Sonntag, den 5 Oftober 1902: Jägerliebchen. Gr. Posse mit Gesang und Tanz in 4 Aften von Leon Treptow ,, Biograph Schöneberg, Gothenftr. 28.* Emil Rosenow. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr- WilhelmSonnabend, abends 8 Uhr: Der Tartüff. städtisches Theater). 275/9 der Orts- Krankenkasse für das Buchdruck- Gewerbe zu Berlin. Johannes Blenz, Vorsitzender. Otto Wonitzki, Schriftführer. Central- Verband der Maschinisten und Heizer sowie Berufsgenossen Deutschlands, Verwaltungsstelle Berlin und Umgegend. Sonntag, den 5. Cftober, nachm. 5 Uhr, bei B. Franke. Sebastianstraße 39: 16 Versammlung. Tages- Ordnung: 160/1 Wie stellt sich die Zahlitelle Berlin zu einer eventuellen Aenderung ( bezw. zu einem Anhang zum Verbandsstatut) der vom Verbandsstatut abweichenden, jedoch für die Mitglieder der Zahlitelle Berlin zur Zeit noch zu Quitipiel von Molière Frei überlegt Sonnabendabend 8 Uhr: Recht bestehenden Varagraphen des Ortsſtatuts Aufnahme neuer Mitglieder. von Ludwig Fulda. Hierauf Der Arzt wider Willen. Schwank von Molière Deutsch ven Vierling Stadt- Theater. nimittag 3 Alt: Moabit 47-49. Sonntag den 5. Oftober 1902. Steffen Longer von Glogau. nuzung des gleichnamigen Romans Qultipiel in 4 Atten v Ch Birch- Plejtet in der„ Berliner Morgenpoſt" von Ernst Rittterfeld. In Scene gefekt von demselben. Anfang 8 Uhr. Sonntagabend: Gräfin Vassalis. Sonntagnachm. 3 Uhr: Der Glöckner von Notre- Dame. Kl. Preise Theater Marienbad Badstr. 35/36, Gesundbrunnen. Dir. R. Wagner. Sonntag, 5. Ottober, abends 7 Uhr: Wer ist der Rechte. Schwant in 3 Atten von Müller. Nachmittags 4 Uhr: Kindervorstellung. May und Moritz. Ein Bubenstück in 7 Bildern. Entree: Abendkasse 30, Nachmittags 8. Kindervorst. 10, dafür ein Geschent. 1 Nach der Vorstellung Tanzkränzchen. Reichshallen. Täglich: Steffiner Sanger Antang Wochentage E ubi. Sonntags 76: Zagestalle 11-1, b ( Meysel, Pietro. Button, Mai Steidl, Wone, Böhme, Bod mann, Blattnet 2c) Die Brant von Messina. Abends 5: Der Tartuff. Hierauf Der Arzt wider Willen Montagabend 8 br: Doktor Klans. Doktor Klans. Lustspiel in 5 ften von Adolph Arronge. onntagnomia 3: Heimat. Sonntagabend 9 Ost: Doktor Klans. Montagabend@ Ubr Jugend. Cirkus Busch Bahnhof Börse. Eröffnungs- Gala- Abend Sonnabend der 4 Oktober cr abends 7 Uhr Sonntag, den 5. Oktober 4014Zwei grosse Vorstellungen Nachmittags 4 Chr. Abends 7, Chr. Kassen- Eröffnung 2 At Donnerstag den 2 Oktober or Paul Busch, konig! Preuss Kommissionsrat Die Veriammlung wird beitummt um 5 Uhr eröffnet, und eine rege Die Ortsverwaltung. Beteilung erivartet Sahne, Milch In plombirten Flaschen etert in alle Stadttheile Meierei und Milchkuranstalt Schweizerhof Inh. Aug. Zeitner, Berlin NW., Emdenerstr. 40-41 Preise pro 1 Ltr.: Vollmilch 20. Kindermilch 50. 35 Kefyr 40, Buttermilch 12, Feinste Tafelbutter 1,20 bis 1,40. Prof. Gaertner's trinkfertige Säuglingsmilch. Versand nach ganz Deutschland. Extra billige Preise mler für Brant- Ausstattungen in Resten, die etwas unsauber sind, in derb. Gewebe, jetzt p. Rest 12 Pf. Damen- Hemden Hemdentuche Handtücher in Resten. Drellgewebe jetzt Stück 5 Pf. passend für Bett- und Leibjetzt Mtr. Louisianatuch, wäsche, 60 cm breit, teintädig 24 P. 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Kasten u. Reservebezug etc. komplett No. 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 9.- 11.- 14.- 16.- 20.- 25.- 30.- 36.42.- 50.Mund- Harmonikas solidester Qualität zu Mark No. 2705 2710 2712 2714 2715 2718 2717 2716 2719b 2725 p. Stück zu-, 30-, 50-, 85 1.- 1.- 1.20 1.30 2.- 2.50 3.50 M Berantwortlicher Nedacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 232. 19. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 4. Oktober 1902. Krankenkassen und Aerzte. Nachdem es nun auch Herr Dr. Freudenberg für notwendig befunden hat, die Einrichtungen der Orts- Krankenkasse der Gastwirte einer Kritik zu unterziehen, sind wir leider gezivungen, den Raum des„ Vorwärts" nochmals in Anspruch zu nehmen. Herr Dr. Freudenberg vergleicht unsre Stasse mit der Stadt gemeinde Berlin. Dieser Vergleich ist doch mehr als hinfend und beweist gar nichts. Es könnte ebenso gut gesagt werden, weil diese oder jene Stasse mit nur 3000 Mitgliedern, welche die freie Arztwahl eingeführt, 1400 Aerzte zur Verfügung hat, müssen für die Gastwirte mit 18 000 Mitgliedern sechsmal so viel, also 8400 Aerzte thätig sein. Wir haben keine Veranlassung, hierbei darüber zu streiten, welches der verschiedenen Arztsysteme das beste ist, zumal selbst in Aerztekreisen die Meinungen hierüber sehr weit auseinandergehen, sondern wollen uns lediglich darauf beschränken, den Nachweis zu führen, daß eine sachgemäße Gestaltung der ärztlichen Hilfeleistung" auch mit dem bei der Gastwirtskasse gegenwärtig noch bestehenden System sehr gut möglich ist und die geschilderten Beschwerlichkeiten für die Kassenmitglieder thatsächlich nicht vorhanden sind. Nach Anjicht des Herrn Dr. Fr. müßte natürlich auch die kleinste Kasse, wenn sie die zweifellos etwas tostspielige freie Arztwahl nicht einführen fann oder will, einige hundert Aerzte austellen, weil deren Mitglieder ja schließlich ebenso zerstrent wohnen, als die von größeren Stassen. Bei der Gastwirtskasse sind die Wohnungsverhältnisse der Mitglieder durch eine entsprechende Bezirkseinteilung vollauf berücksichtigt worden und kann von großen Zeit- und Eriverbsverlusten, von einer Beeinträchtigung ihres Einkommens usiv. gar feine Rede sein. Abgesehen davon, daß die Verkehrsverhältnisse doch solche sind, daß jedes Mitglied in der Lage ist, auch wenn es an der äußersten Peripherie wohnt oder thätig ist, in recht furzer Zeit den Kassenarzt auf zusuchen, find gerade bei der Gastwirtskasse Einrichtungen geschaffen, die es den Mitgliedern ermöglichen, in ganz kurzer Zeit ihre An sprüche zu erledigen. Während bei andern Kassen erst eine Ve fdeinigung für den Arzt bezw. ein Medizinschein vom Kassenbureau geholt werden muß, können unsre Mitglieder auf Grund ihres Mitgliedsbuches nicht nur sofort den Arzt konsultieren, sondern sich auch Die verordneten Medikamente auf Secsten der Kaffe anfertigen lassen, ohne daß sie sich erst nach dem Kassenlokal zu bemühen brauchen. Das gilt für arbeitsfähige und arbeitsunfähige Mitglieder. Für die arbeitsunfähigen Mitglieder liegt die Sache übrigens auch noch so, daß sie, wenn sie bettlägerig sind und nicht etwa einem Krankenhause überwiesen werden, vom Arzt besucht werden. Sind sie ar beitsunfähig, aber nicht bettlägerig, so verfügen sie in der Regel über eine Ausgehezeit von 9 Uhr morgens bis 6 1hr abends, und es ist dann gewiß nicht zu viel verlangt, wenn sie in dieser Zeit vielleicht einmal wöchentlich den 10 Minuten entfernten Arzt aufsuchen. Es kommit noch hinzu, daß bei plöglichen Erkrankungen oder in sonstigen Notfällen jeder beliebige Arzt auf Kosten der Kasse in Anspruch genommen werden kann. Also die von Herrn Dr. Freudenberg angeführten Gründe entsprechen den Thatsachen nicht und können nicht als stichhaltig anerkannt werden. nur daraus resultiert, daß erstens ein großer Teil der besser situierten werden, und wenn andrerseits dem Staatsschah nach Abzug der Mitglieder auf eigne Kosten einen Privatarzt in Anspruch nimmt, gesetzlichen Teckung für die ausgegebenen Goldcertifikate und Greens weil sich unter den 20 Aerzten kein Arzt ihres Vertrauens befindet, backs noch für besondere Eventualitäten eine genügende Geldreserve und zweitens weil die Specialärzte feine Bezahlung erhalten. Es zur Verfügung bleibt. ist allerdings richtig, daß bei der Berechnung die Thätigkeit der Eine andre Frage ist, ob die vom Schatzsekretär ergriffenen Specialärzte nicht in Betracht gezogen worden ist. Das fonnten wir Maßnahmen, wenn sie auch vorläufig die Geldversteifung etwas aber gar nicht und ändert übrigens an der Thatsache nichts, daß das lindern, der Marktlage dauernde Erleichterung zu schaffen vermögen. Honorar der Stafsenärzte bei der Gastwirtstasse für die Einzel- Thatsächlich handelt es sich in der Hauptsache nicht darum, daß die leistungen ein höheres ist. Wir haben auch nicht die beträchtliche Union zu wenig Umlaufsmittel besitzt; die Ursache der jezigen Geld=' Summe für Honorar an Nichtfassenärzte bei den Einzelleistungen, flemme liegt vielmehr darin, daß die spekulative leveranspannung: wodurch der Honorarsah wesentlich steigen würde, in Anrechnung ge- während der letzten beiden Jahre das Verlangen nach flüssigem bracht.- Der höhere Say resultiert auch nicht daraus, daß vielleicht Kapital in einem Maße gesteigert hat, daß der Zuwachs vom Begehr einige Mitglieder der Gastwirtskasse einen Privatarzt fonsultieren; weit überholt worden und zwischen der Nachfrage und dem Angebot von es sind gewiß nicht mehr, als bei andern Stassen, auch bei solchen mit Stapital ein Mißverhältnis entstanden ist, das sich infolge des an freier Arztwahl. Mit dem„ Arzt des Vertrauens" ist es überhaupt haltenden Gründungsfiebers immer gefährlicher zu gestalten droht. eine ganz eigentümliche Sache. Oftmals müssen auch Mitglieder Die auf dem Geldmarkte sich zeigende Geldknappheit ist lediglich von Kassen mit freier Arzttvahl lange suchen, bis sie einen finden, ein Symptom der Kapitalknappheit. Eine wirkliche dauernde Era der ihr volles Vertrauen besikt, das heißt einen solchen Arzt, der leichterung kann der Markt deshalb nur finden, wenn entweder der rücksichtslos alle ihre Wünsche erfüllt. Die Erklärung dafür, daß bei Sapitalbedarf abnimmt, oder von außerhalb neue bedeutende Kapitalder Gajiwirtslasse trok des niedrigeren Arzthonorars pro Kopf der massen zugeführt werden. Ersteres könnte durch eine starke VerSabz pro Einzelleistung doch höher ist, als z. B. bei den Kassen mit minderung der Neugründungen und durch den Wegfall einer weiteren freier Arzivahl, ist wohl darin zu suchen, daß, wie schon wiederholt Inanspruchnahme von Kapitalien für Betriebserweiterungen ge= betont, ein größerer Prozentsaz der Mitglieder unfrer Kaffe infolge fchehen, letzteres durch eine Zufuhr größerer Geldkapitalien von den der gewerblichen Verhältnisse Serankenhäusern überwiesen werden europäischen Märkten für die von den Vereinigten Staaten vermuß. Wenn man dann noch die bekannte Thatsache in Betracht schifften Getreidemengen. Wie aber schon verschiedentlich dargelegt zieht, daß durch das Pointsystem die Kassenmitglieder unter einer wurde, ist auf einen Rückgang der Gründungswut in der Union vora gewissen leverproduktion ärztlicher Hilfeleistung" leiden, indem erst gar nicht, und auf eine Zufuhr neuer Mittel von den europäischen sie teilweise viel öfter als nüglich zum Arzt bestellt werden, so ist die Märkten nur in bescheidenem Maße zu rechnen. Erklärung dafür vollständig gegeben. Nun noch eins, und damit hoffen wir die Diskussion schließen zu können: Auch Herr Dr. Freudenberg versucht, einen Gegensab zwischen Vorstand und Mitgliedern zu fonstruieren. Bei der Gastwirtskasse, und das ist unsres Wissens auch bei den meisten andern Nassen der Fall, besteht eine so innige Verbindung zwischen dem Vorstand und den interessierten Kassenmitgliedern, daß alle derartigen Versuche scheitern müssen. Es kann den Aerzten niemand verdenken, daß sie bestrebt sind, ihre materielle Lage zu verbessern; dazu ist aber nicht notwendig, wie es leider vielfach geschieht, sich als die alleinigen und privilegierten Beschützer der Kassemmitglieder gegenüber den nichtsnüßigen Vorständen aufzuspielen. Die Stassen mitglieder bedürfen dieses Schutzes ja gar nicht, denn sie haben sich zur Vertretung ihrer Interessen die Männer ihres Vertrauens selbst gewählt. Der Vorstand der Orts rantenfasse der Gastwirte und verwandten Gewerbe. * 善 黃 Erklärung, deren Abdruckt sich jedoch durch das Vorstehende in der Dr. Alfred Bernstein sendet uns gleichfalls noch eine längere Hauptsache erledigt. Mit seinem Einverständnis sei deshalb hier nur noch der Schlußsah seiner Zuschrift abgedruckt: Ich habe dann schließlich noch eine mir sehr unangenehme Pflicht zu erfüllen. Ich erkläre dem Verfasser des gegen mich in der„ Wed. Reform" veröffentlichten Schmähartiifels, daß er einen mißlungenen Versuch gemacht hat, mir die Ehre abzuschneiden. Ich verzichte darauf, Jujurien mit Injurien zu beantworfen, twahre mir aber mein stolzes Recht, mit diesem Herrn D. M. in feine Diskussion einzutreten. Alfred Bernstein. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Zudem ist es aber nicht nur der amerikanische Geldmarkt, der allerlei beunruhigende Symptome zeigt, auch auf dem Warenmarkte, der Union macht sich eine zunehmende Abschwächung der bisherigen Hochkonjunktur bemerkbar. Der Roheisenmarkt weist allerdings noch immer einen recht flotten Geschäftsgang auf. Die Zahl der im Bea triebe befindlichen Hochöfen belief sich Mitte vorigen Monats auf 301 und ihre wöchentliche Leistungsfähigkeit auf etwas über 335 000 Tonnen gegen 299 800 Tonnen im September vorigen Jahres. Tonnen gegen 299 000 Tonnen im September vorigen Jahres., Trotzdem vermochte die Produktion dem Bedarf so wenig zu genügen, daß größere Mengen aus dem Auslande, besonders aus Großbritannien bezogen werden mußten. Aber die Lage auf dem Blechund Drahtmarkt hat sich in den letzten Wochen noch mehr verschlimmert und zahlreiche Blech- und Drahtfabriken haben teils ihre Produktion erheblich eingeschränkt, teils den Betrieb aus Mangel an Aufträgen ganz eingestellt. Und die hierdurch bewirkte Abnahme der Nachfrage nach Stahl hat in den beiden lezten Monaten im Verein mit der starken Stahleinfuhr aus dem Auslande auch auf deutlich darin zum Ausdruck kommt, daß Bessemer Stahlbillets, die dem Stahlmarkt eine entschiedene Abschwächung hervorgerufen, die im Mai noch 35 Dollar pro Tonne tofteten, sich jetzt nur noch auf 30 Dollar stellen, also beinahe um 15 Proz. im Preise zurückgegangen sind. Dazu kommt, daß seit Januar eine Reihe neuer großer Stahlwerke dem Betriebe übergeben und verschiedene andre im Bau sind, die teils noch in diesem, teils im nächsten Jahre mit der Produktion beginnen dürften: ein Zuwachs an neuen Unternehmungen, der nach einer Mitteilung der" New Yorker Handelszeitung" ungefähr, 1 Millionen Tonnen Stahl im Jahre zu liefern vermag. Auch die Lage des Getreidemarktes ist keine zufriedenstellende. Zwar ist das Ergebnis der Getreide- Ernte ein durchaus günstiges, aber da auch Europa durchweg eine gute Ernte hatte, bleibt der Export von Weizen weit hinter den Erwartungen zurück. Und ob diese MinderAusfuhr von Weizen, wie vielfach erhofft wird, durch stärkeren Erport von Mais ausgeglichen werden wird, erscheint noch recht fraglich, da bekanntlich die Futtermittel- Ernte in Mittel- Europa ebenfalls recht günstige Resultate auftreift. Rechnet man dazu die Anbeträchtlich zurückbleibenden Ausfall der Baumwollernte, so erscheint trok der guten Absatzverhältnisse, die heute noch in einer Reihe Industriezweige zu finden sind, die Gesamtlage des amerikanischen Marktes ungleich verwickelter and trüber, als im Herbst vorigen Jahres. Der Streit darüber, ob die Cunard- Linie sich dem Morganschen Schiffahrtstrust anschließen werde oder nicht, ist nun entschieden. Die Cunard- Linie bleibt selbständig und trift mit dem Trust in Konkurrenz. Aber dieses Resultat hat die englische Regierung nur dadurch erreicht, daß sie der Cunard- Linie die Mittel zum Bau zweien Niesenschiffe auf 20 Jahre zum Zinsjah von 2%. Proz. zur Verfügung stellt und ihr außerdem eine jährliche Subvention von 150 000 Pfund Sterling, also von über 3 Millionen Mark zahlt. amit fällt ein weiteres Stück von dem Princip der freien Kon furrenz, das meist von England aus verkündet wurde. Zwar hat England schon seit Jahren einzelnen Linien unter gewissen Be dingungen Unterstützungen gezahlt; aber zu Subventionen in dieser Höhe hat sich bisher kaum Frankreich verstiegen. Eine hochgeschätzte Seite", die man wohl in der Verwaltung der„ Hamburg- AmerikaLinie" suchen darf, hat nicht unrecht, wenn sie im„ Hamb. Corresp dazu meint: " " 20. Was nun die specialistische Behandlung anbetrifft, so ist es richtig, daß diese für unsre Mitglieder bisher eine unentgeltliche war, aber wir fönnen unmöglich glauben, daß sie deshalb schlechter als andre Kassenmitglieder behandelt worden sind, denn die Herren Specialisten haben sich doch freiwillig hierzu erboten, und zwar in so großer Anzahl, daß wir von den Angeboten mur einen geringen Teil berücksichtigen konnten. Herr Tr. Freudenberg behauptet wiederholt, daß sich die Mitglieder, wenn specialistische Behandlung notwendig, in Polikliniken abschieben lassen müssen. Es wäre ihm doch ein leichtes gewesen, sich davon zu überzeugen, daß für die Mits Berlin, den 3. Oftober 1002. glieder der Gastwirtstasse bei den Specialisten im allgemeinen die- Ter Aufregung, mit der in den letzten Wochen die hiesigen selben Sprechstunden angefeßt find, als wie für die Mitglieder Börsenkreise die Vorgänge auf dem amerikanischen Geldmarkt bezeichen der Sohlennot und die Aussichten auf einen unter dem Mittel andrer Stassen, und eine solche Schlechtigkeit muten wir Herrn Dr.| obachteten, ist eine gewisse Abspannung gefolgt. In ihrer UngewißFreudenbergs Kollegen nicht zu, daß sie unter den in derselben heit darüber, wie sich die Lage drüben weiter gestalten wird, hat sich Sprechstunde erschienenen Patienten noch eine besondere Auswahl die Spekulation aufs Abwarten verlegt und hält sich ängstlich von treffen zu Gunsten derjenigen, für die sie etwa 35 Pf. Honorar er- der Eingehung neuer Engagements zurück. Die Folge war, daß halten. Uebrigens wird auch in nächster Zeit eine Alenderung be- der geschäftliche Verkehr in der letzten Woche immer mehr zusammen züglich der specialistischen Behandlung für die Mitglieder der Gast- schrumpfte. Besonders auf dem Bant- und dem Hüttenaktienmarkt, wirtslasse vorgenommen; daß diese Neueinrichtung Herrn Dr. von den man mit Recht annimmt, daß er in erster Reihe unter einem Freudenberg gefallen wird, wagen wir vorläufig nicht zu behaupten. Rückschlag der amerikanischen Wirtschaftsentwicklung zu leiden haben Unfre Behauptung, die wir auch klar bewiesen haben, daß die würde, zeigte sich eine derartige Zurückhaltung, daß die Kurse der Kaffe gegenwärtig nicht mehr leisten kann und schließlich bezügl. des wichtigsten Spekulationswerte dieser beiden Gebiete verschiedentlich Arzthonorars dem Durchschnittssak andrer Stassen mindestens gleich ſtundenlang unverändert auf ihrem Stande verharrten. Und zu kommt, versucht Herr Dr. Freudenberg auf eine sonderbare Weise dieser Furcht vor einer weiteren Verschlechterung der amerikanischen zu widerlegen. Er sagt: leider dieses leider ist charakteristisch Wirtschaftsverhältnisse gesellten sich verstimmende Werichte über fann eine Beitragserhöhung der Gastwirtstassen die Eristenz noch mangelnden Absatz auf dem inländischen Eisenmarkte, über den Konnicht kosten, denn die Schließung der Kasse könnte erft verfügt wer- furs der Aktiengesellschaft für chemische Industrie in Mannheimden, wenn die Beitragshöhe 4,5 Pro3. erreicht hat. Ja, das stimmt. Rheinau und den Kurssturz in Bahneniverken am 29. v. M. an der Aber um die gewaltsame Schließung der Kasse handelt es sich ja gar New Yorker Vörse, der fast allgemein zuerst als Anzeichen des Zunicht. Es ist von uns ausdrücklich betont worden, daß neben der sammenbruchs der Morganschen Eisenbahntombinierungsprojekte aufOrts- Krankenkasse diverse Betriebskassen und eine Innung 3- gefaßt wurde. Dennoch haben in der Berichtswoche die Kurse sich Krantentasse für das Gastioirtsgewerbe besteht. Wir haben durchiveg gegenüber dem Stand am vorigen Sonnabend nur wenig darauf hingewiesen, daß bei der Innungskasse der Jahresbeitrag verändert, denn wie die Nachfrage hielt auch das Angebot sich zu nur 14,32 M., bei der Orts- Krantenfasse aber 20,87. pro Stopf meist in engen Grenzen, und soweit es hervortrat, wurde es größtenbeträgt. Inzwischen ist der Beitrag bei unsrer Stasse von 2,7 auf teils in seiner abschwächenden Wirkung durch Rückläufe gelähmt, 3, Proz. erhöht und damit die Differenz erheblich gesteigert die, so geringfügig fie an und für sich waren, doch bei der Unbedenworden. Gewiß, geschlossen kann deshalb die Kasse auch noch nicht tendheit des ganzen Geschäftsverkehrs dem Kursstande einen gewissen werden, und wir hoffen jogar, im Gegensah zu Herrn Dr. Freuden- Rückhalt boten. berg, daß die Kasse noch lange existiert und endlich in die Lage Wie bei der nahen Verbindung der jeßigen amerikanischen Rekommt, die Leistungen für die Mitglieder zu erhöhen. Aber wenn gierung mit der Hochfinanz zu erwarten war und deshalb schon vor es einmal zur Auflösung aus diesem Grunde fommen würde, so voll- ungefähr 14 Tagen im Wochenbericht" als sicher bezeichnet wurde, zieht sich dieselbe denn doch nicht so nett, wie Dr. Fr. ausmalt. Die hat min doch, nachdem die in letzter Zeit vom Schabamt unter Allgemeine Orts- Krankenkasse würde von den 18 000 Mitgliedern nommenen kleinen Verfuche, die Geldmarktlage zu erleichtern, jich als nicht viel abbekommen, weil diese mittlerweile wohl bereits der wenig wirkungsvoll eriviesen haben, der amerikanische Schatjekretär Snnungstaffe zugeführt worden sind. Die Dinge liegen doch heute sich zu größeren Maßnahmen bequenit. Die wichtigste dieser Anschon so, daß eine beträchtliche Anzahl Gastivirte, namentlich solche, ordnungen besteht darin, daß den Banken das Recht eingeräumt die viel Personal beschäftigen, der Junung lediglich deswegen bei wird, nicht nur, wie bisher, gegen Hinterlegung von Staatstreten, weil sie dadurch Ersparnisse an Sirantenfassenbeiträgen er- obligationen( fogen. Regierungsbonds) Depofiten aus dem Staatszielen. Diese Wahrnel, nung tönnen wir täglich machen, besonders schatz zu fordern, sondern daß die Regierung sich jetzt auch mit aber in folchen Zeiten, in denen eine Beitragserhöhung stattfindet. andern erstklassigen Effekten als Sicherheit für ihre Einlagen bei den Ob den Gastwirtsgehilfen aber durch die Stärkung dieses wirtschaft Banken begnügt. Allerdings sollen, wie in Ergänzung seiner Berlichen Gebildes" ein Dienst geleistet wird, gestatten wir uns min- fügung späterhin der Schazsekretär Shaiv einem Berichterstatter destens zu bezweifeln. erklärte, die Tarlehen auf solche Sicherheiten vom Schahzamte nur Die Berechnung, die wir im ersten Artikel in Bezug auf das bis zur Höhe von 65 Proz. des Nennwverts der betreffenden Papiere Arzthonorar aufgestellt haben, ist vollständig zutreffend und wir gewährt werden. Die Wirkung dieser Verfügung ist erstens eine wollen bereits Gesagtes nicht wiederholen. Es wurde von uns ja Vermehrung der Einlagen des Schaamtes bei den Banken, die ausdrücklich darauf hingewiesen, daß sich die Berechnung nur bis Shaiv selbst zunächst auf ungefähr 40 Millionen Dollar verzum Jahre 1900 erstreckt, und zwar deshalb, weil einwandsfreies anschlagte; und ferner erhalten die Banken dadurch, daß sie an Stelle Material für spätere Zeit noch nicht zur Verfügung stand. Here der Regierungsbonds andre Wertpapiere als Sicherheit hinterlegen Dr. Fr. bezeichnet den Satz von 3,50 Mart als den derzeitigen können, einen Teil der ersteren frei, können diese also zur Unterlage Standard- Lohnfaz tassenärztlicher Thätigkeit in Berlin; er wird aber für die Ausgabe neuer Baninoten benugen.. später zugeben müssen, wenn er das Thatsachenmaterial fichtet, daß Die Verfügung hat vielfach Bedenken erregt, selbst in Neiv York, er sich geirrt hat. Uebrigens aber müßten diejenigen Kaffen, bei obgleich die dortige Finanzpresse bisher nach dem Grundsaß, denen ganz besondere Verhältnisse obwalten, doch einigermaßen Be- daß nur Lumpen bescheiden sind, überreichlich nach Zuführung von rücksichtigung finden. Wenn schon die finanzielle Notlage einer Kaffe Staatsmitteln an die Banten geschrieen hat. Eine Ausnahme stellt nicht als Grund zur Berücksichtigung anerkannt wird, so wäre es die Maßregel allerdings dar; denn bisher wurde stets von den doch mindestens unbillig, z. B. von unsrer Stasse, die im Verhältnis amerikanischen Schatjetretären darauf gehalten, daß für die aus zu andern Kassen weit mehr als die doppelte Anzahl Mitglieder in dem Schjakamt gewährten Depojiten Sicherheit durch Einlieferung Mag bei diesem Urteil auch der Aerger über die Konkurrenz Krankenhäusern behandeln lassen muß, oder etwa von den Hilfs von Regierungsbonds geleistet werde. Die Verfügung zeigt deutlich, der Cunard- Linie mitsprechen, so ist doch die Folgerung leider nur. kasien, in denen sich mehr als die Hälfte doppelt versicherte Mit- wie eng das Geld- und Truſtmagnatentum in der Union mit der allzu richtig. England wird andren bedrohten Linien kaum vers glieder befinden, den angeblichen Standard- Lohnfah von 3,50 M. Regierung des Herrn Roosevelt zusammenhängt. Dagegen vermag weigern fönnen, was es der Cunard- Linie gewährt. Und andre, zu verlangen. Dann würde ja jede Doppelversicherung zu der ich der Ansicht nicht beizustimmen, oaz Mr. Shaw durch seine An- Staaten: die nordamerikanische Republik, Frankreich, Deutschland, immer wieder aufgefordert wird, gewiß nicht um den Aerzten eine ordnung das amerikanische Finanzwesen in eine ernste Gefahr Holland werden mit Gegenmaßnahmen, d. h. mit ähnlichen Subneue Einnahmequelle zu schaffen, mit 3,50 M. pro Jahr bestraft bringe. Von einer Vermehrung des Notenumlaufs auf ungesunder ventionierungen folgen. Das Ende ist ein erbitterter Stonkurrenz werden, denn für die doppelt Versicherten wäre ein Arzthonorar von Basis lann nicht gut gesprochen werden, da die gefeßlichen Bestim fampf der verschiedenen subventionierten Dampferlinien nicht nur 7 M. zu bezahlen. Aehnliche Strafen würden auch diejenigen Kassen nungen, die für die Noten- Emission eine Sicherstellung durch im nordatlantischen Verkehr, sondern auch in andern Meeresteilen erleiden, die, so wie die Gastwirtstasse, durch abnorm hohe Kranken- Regierungsbonds fordern, nicht berührt werden, und ebensowenig auf Kosten der Steuerzahler. Das ist die erste der verheißenen haustosten belastet sind. liegt in der Gewährung von Varmitteln aus dem Staatsschaz für segensreichen Wirkungen des Morganschen Schiffahrtstrusts. diesen eine Gefährdung, wenn thatsächlich nur erste Effekten und diese nur bis zu 65 Proz. des Wertes als Sicherheiten zugelassen Herr Dr. Freudenberg behauptet, daß die von uns nachgeoiesene höhere Bezahlung der Einzelleistung bei der Gastwirtstasse " „ Nehmen wir die Kosten der beiden Schnelldampfer sehr hoch an, nämlich auf 20 Millionen Mark für jedes Schiff, D. H. auf 7 Min. Mark mehr als der Schnelldampfer Deutschland" gekostet hat, so hat die Gesellschaft im ersten Jahre 40 Millionen Mart mit 2% Proz. zu verzinsen, woraus ihr eine Ausgabe von 1 100 000 m. erwächst. Von der Subvention von 3 Millionen Mark verbleiben ihr also noch 1 900 000 M., die sie auf den ihr„ vorgeschossenen" Betrag abzahlen fann. In den folgenden Jahren vermindert sich successive der Betrag der Binsen, während die aus der Subvention zur Abzahlung verfügbar bleibende Summe entsprechend anwächst. Es läßt sich leicht ausrechnen, daß hiernach die Gesellschaft schon im siebzehnten Jahre, also schon vor Ablauf der auf mindestens 20 Jahre zu schätzenden durchschnittlichen Lebensdauer der Dampfer, die gesamten Bautosten gedeckt und noch einen Neberschuß von eiiva, Million Mark erzielt, haben wird. Dies alles, wohl verstanden, ohne auch nur einen femig aus eigenem Vermögen aufgetrandt zu haben. Außerdem aber bleibt der Gesellschaft noch die auf 9 Millionen Mark sich be rechnende Subvention für die letzten drei Jahre des auf 20 Jahre abzuschließenden Vertrages zur völlig freien Verfügung.... Wie die englische Regierung eine derartige Bevorzugung einer einzelnen Schiffahrtsgesellschaft, wie sie in dem abgeschlossenen Vertrage liegt, den übrigen Reedereien gegenüber verantworten will, ift ihre Sache. Uns interessiert nur die geradezu revolutionierende Wirkung, welche die von ihr inaugurierte, in ihrer Maglosigkeit ohne Beispiel in der Geschichte der modernen Schiffahrt dastehende Subventionspolitit auf die ganze fünftige Entwicklung der nordatlantis schen Passagierschiffahrt ausüben muß... Die Regierungen andrer Länder werden nicht umhin können, im nationalen Interesse dem Beispiele Englands zu folgen, und so, wird sich der Welt bald das unerquickliche Schauspiel bieten, daß über die Suprematie auf dem Nordatlantic nicht mehr die geschäftliche. Tüchtigkeit der Reederei, sondern die Höhe der Summen entscheidet, welche die Regierungen für die Erreichung dieses Zweckes aus Staatsmitteln aufzuwenden gewillt sind." Tat Lokales. Wohnungsnot und Armenetat. diese Reformen ist erreicht worden, daß von 1991 bis 1901 die Zahl| Revolverschüsse getvedt. Auf dem Flur fanden sie den 37 Jahre der entliehenen Bände z. B. in der 20. Bibliothet( Ravené- Straße, alten taubstummen Schuhmacher Michalowski bewußtlos am Boden früher Wiesen- Straße) von 17 104 Bänden auf 133 405, in der liegen. Neben ihm lag der Revolver, aus dem die beiden Schüsse Ueber die Belastung des Armenetats durch den Mangel en 1. Bibliothek( Mohren- Straße) von 10 133 Bänden auf 113 393 abgefeuert waren und der noch drei scharfe Patronen enthielt. Man Heinen Wohnungen und die Hand in Hand damit gehende Steigerung angeschwollen ist. Allerdings spricht hier noch der Umstand mit, daß glaubte, daß Michalowski schwer verwundet sei und holte schleunigst der Mieten entnehmen wir den amtlichen Nachrichten der Charlotten- diese Bibliotheken mit Lesehallen verbunden sind, wodurch das getroffen hatten, sondern an ihm vorbei in die Wand gedrungen einen Arzt. Dieser aber stellte fest, daß die Kugeln ihn gar nicht burger Armenverwaltung einige interessante Daten die, wenn auch Interesse der Bevölkerung auch für die betreffenden Bibliotheken warent. Michalowski lam troß der ärztlichen Wiederbelebungsnaturgemäß hierbei nur die Charlottenburger Verhältnisse berüd gesteigert wird. Thatsächlich waren im Jahre 1901/02 die ses versuche nicht wieder zum Bewußtsein und liegt noch ohne Besinnung fichtigt sind, doch auch auf andere Gemeinden sinngemäß Anwendung Bibliotheken, die mit Resehallen verbunden waren, die meistbenutten; im Krankenhause. Wahrscheinlich hat ihn infolge der Aufregung ein finden dürften. außer der 20. und der 1. Bibliothek noch die 9., 21., 28., 24. Nervenschlag getroffen. Das ist um so merkwürdiger, als er als Die Wohnungsnot hat die Thätigkeit der Armenvertaltung( Wilms, Dunders, Rostoder, Glogauer- Straße). aus denen Taubstummer den Knall der Schüsse nicht hören konnte. Veranlassung nach verschiedenen Richtungen berührt. Sie hat die obdachlos Ge- 66 453, 58 568, 47 327, 43 150 Bände enttiehen wurden. Die zu dem Selbstmordversuch gab ihm wohl die unliebsame Entdeckung, wordenen unterzubringen gehabt; sie ist vielfach gezwungen gewefen, Benutzung der Befehallen ist verhältnismäßig noch mehr ge- daß ihm während seiner kurzen Abwesenheit aus der Wohnung seine mit den Hauswirten zu unterhandeln, um eine Bwvangsauslegung stiegen, als die der Bibliotheken. Die 6 Reschallen wurden im Grau mit der ganzen Einrichtung weggelaufen war. abzuwenden, und erhebliche Geldbeträge zu diesem Zweck aufzutvenden; Jahre 1901/02 ton 76 160 Männern, 3429 Frauen. zufammen Ein Unfall eigner Art ereignete sich gestern abend gege die Steigerung der Mietspreife hat sie weiter gezwungen, bei zahlreichen 79 589 Personen, besucht. Das sind 17 973 Männer. 916 Frauen, 18 Uhr in der Lothringerstraße. Zur genannten Zeit wollte das Taufend unterstügten Personen eine Erhöhung der Unterstügung zufammen 18 889 Personen mehr als im vorhergehenden Jahre. in der Putbuserstraße 10 wohnende 20jährige Fräulein Janisch in eintreten zu lassen. Die Steigerung hat zahlreiche Personen, die An erster Stelle ficht in Bezug auf die Frequenz schon seit einigen Begleitung eines bei ihren Eltern zu Besuch weilenden Kaufmanns bisher ohne Armemunterstützung ausgekommen waren, genötigt. die Jahren die 2. Reschalle; im lesten Jahre hatte sie allein 23 968 Der mit einem Anhänger versehene Motorwagen 2297 hatte foeben Bau aus Münsterberg in Schlesien einen Ringbahnwagen benutzen. Hilfe der Armenverwaltung anzurufen, die ihnen bei größerer Kinder- Besucher. Die mit den Lesehallen gemachten Erfahrungen zeigen die Haltestelle am Rosenthaler Thor verlassen und befand sich in zahl auch bei regelmäßigem Arbeitsverdienst oft nicht versagt werden gleichfalls, daß die Verwaltung des städtischen Bibliothekwesens langfamer Bewegung. B. sprang auf die Hinterplattform des konnte; dazu traten nicht selten Fälle. wo gefeßlich nicht alimentations mit ihren Reform berebungen auf dem Motorwagens, während Fräulein J. die Borderplattform des ich pflichtige Schwiegerfinder sich außer stande erflärten. bei der eingetretenen richtigen Wege befindet. Anhängewagens zu befteigen versuchte. Sie verfehlte jedoch das Mietserhöhung die bisher ernährten Schwiegereltern weiter fostenlos bei Trittbrett, glitt ab und wurde, da sie sich am Handgriff festhielt, fich zu behalten, so daß diesen eine laufende Unterſtügung bewillig: Arbeitstrise und Arbeiterelend. Der Markenerlös der Landes- eine Strecke mitgefchleift. Herr B. wollte der Dame zu Hilfe eilen, werden mußte. Dazu kommt die erhöhte Inanspruchnahme ärzt- Versicherungsanstalt Berlin betrug im Monat Auguit 1902 nahezu prang berkehrt von dem schon wieder angebremsten Wagen herab licher Hilfe infolge der Wohnungsnot und die Notwendigkeit. in: 5785 000 oder rumb 1700 M2. weniger als im August 1901 Auch und stürzte fo unglücklich, daß er mit dem Kopf auf das Straßenim verfloffenen Monat September d J. war der Markenerlös pflaster aufschlug. Der Kaufmann erlitt eine nicht unerhebliche folge der Verhältnisse auf dem Wohnungsmarks Kinder in städtische unbefriedigend. Die Ausgaben für Heilverfahren find im Auguf: Ropfverlegung und wurde nach der Nettungswache in der KastanienKostpflege zu nehmen. ganz erheblich gestiegen. Sie betrugen 117 930 97. Fräulein J. Allez gebracht, woselbst er einen Notverband erhielt. Die Obdachlosigkeit hat einen felchen Umfang angenommen. 70 119 m im August 1901. In Krantenfürforge wurden im Jahre daß, obwohl sich die Verhältnisse jegt etwas gebessert haben und der 1901 2237 Perionen übernommen, darunter 1300 Lungenleidende. In Krantenfürforge wurden im Jahre lam jedoch ohne jegliche Verlegungen davon. Im Karpfenteich versuchte sich Donnerstagvormittag um 9 Uhr Höhepunkt überschritten zu sein scheint, sich trotzdem in den Char: 2107 Heilverfahren Anträge mußten abgelehnt werden Die vielen ein junges Mädchen, dessen Persönlichkeit noch nicht festgestellt ist, Lottenburger Unterkunftsräumen noch annähernd so viel Obdachlofe Ablehnungen sind zum Teil auf die zu weit vorgeschrittene Krankheit zu ertränken. Die Zevensmüde wurde gerettet und in das befinden als in dem zehnmal größeren Berlin.- Zur Beschaffung der Antragsteller, zum Teil auf Ueberfüllung in den zur Verfügung Brizer Krankenhaus gebracht. Hier liegt sie noch schwer danieder. eines neuen Unterfonimens sind in dem abgelaufenen Rechnungsliche und weibliche Kranke sind noch Pläze frei, dagegen ist der Herrschaft gedient haben und wollte nach Delißsch, wahrscheinlich flebenden Heilstätten zurückzuführen In den Sanatorien für män Soweit sie zu verstehen ist, muß sie in Berlin bei einer jüdischen jahre von den Armenkommissionen in 66 Fällen zufammen Andrang von Tuberkulöfen beiderlei Geschlechts noch immer so groß. ihre Heimat, zurück. Die Unbekannte ist etiva 20 bis 25 Jahre alt 1147., zur Abwendung der Ermission in 320 Fällen zusammen das troß der Eröffnung der Zungenheilstätten in Beelig eine große und 1.55 Meter groß, träftig gebaut, hat blondes Haar, spricht eine 9346 M. bewilligt worden. Inwieweit daneben durch die Ver- Zahl von Vornotierungen in unfren Listen zu verzeichnen sind Am sächsische Mundart und trägt einen blauschwarz durchwebten Rock, mittelung der Organe der Armenpflege ohne ausdrückliche Be- 31. August befand sich außer den angegebenen Personen eine Zahl einen wollenen Unterrod, ein weißes Hemd, eine weiße Schürze, willigungen Ermissionen verhindert sind, entzieht sich der Schätzung von Patienten auf stosten der Anstalt in Strantenhäusern, sonstigen schwarze Strümpfe und gelbe Hausschuhe. Daß es geschehen ist, steht außer Zweifel. In dem laufenden Heilstätten und in ambulanter Heilbehandlung. Rechnungsjahre haben in der Zeit vom 1. April bis 25. August be: Die Arbeiter Samariterkolonne hat, wie wir einem uns zu verändert fort. gegen Händen. Erschossen aufgefunden wurde in den Anlagen des Friedrich Karlplayes zu Charlottenburg ein unbekannter Mann von etwa reits in 44 Fällen 1099 M. zur Beschaffung eines neuen Unter- gefandten Bericht entnehmen, auch im verflossenen Sommer mit an- 30 Jahren. Die Leiche wurde nach dem Charlottenburger Schaukommens und in 113 Fällen 2952 M. zur Vermeidung der Ermission erkennenswertem Opfermut ihres Amtes gewaltet. Sie ist bei Fest- hause gebracht. Der Unbekannte, der einen dunklen Jackettanzug, bewilligt werden müssen. Der bisherige Zustand dauert also un- lichkeiten 2c. 43 mal in Anspruch genommen worden; unter anderm eine graue Leinwandschürze und Mütze trug, hat blondes Haar und Diese Belastung des Armenctats wird, abgefehen von der wirt- trat jie in Thätigkeit bei den Veranstaltungen des sechsten Reichs- einen fleinen blonden Schnurrbart und Tatowierungen auf beiden schaftlichen Krisis, dadurch erklärlich, daß die Zahl der fleinen burg, des Arbeiter- Sängerbundes, des Arbeiter- Raucherbundes sowie tags- Wahlkreises, der Kreise Niederbarnim und Teltow- CharlottenDer Herr Lieutenant aus Kassel". Ein gewisser Frizz Saspert, Bohnungen nur ganz unerheblich zunimunt. Die ärmere Bevölkerung auf dem Arbeiter- Sportfest und dem Provinzial- Sängerfest in Ebers- der wegen Diebstahls und Hochſtapelei schon bestraft ist, diente bei ist in der Hauptsache auf die Benutzung von Ein- Zimmer- Wohnungen walde. Auf allen diesen Festlichkeiten war die Kolonne mit ihren eines dortigen Offiziers näher kennen zu lernen. Nach feiner Enteinem Kasseler Regiment und hatte so Gelegenheit, die Verhältnisse angewiesen; der Zuwachs an solchen Wohnungen betrug aber in beiden transportablen Zelten und den dazu gehörigen Betten zur laffung nugte er seine Wissenschaft in Berlin zu umfangreichen Charlottenburg im Jahre 1901 mtr 0,82 Pro3., der Vorrat an leer- Stelle. Sie hat im Ganzen in 143 Fällen Hilfe gewährt. Am Schwindeleien aus. Hier trat er als der Herr Lieutenant aus stehenden Wohnungen belief sich im Mai 1902 fogar nur auf 6. Oftober beginnt ein neuer Kursus. Wer daran teilnehmen Staffel auf und faufte auf den Namen des Offiziers auf Kredit die 0,1 Proz. Und dabei darf zur richtigen Würdigung der Zahl der will, möge fich Montagabend 9 Uhr im Restaurant Dresdener verschiedensten Wertsachen, um sie sobald als möglich zu Geld leerstehenden Wohnungen auch der Umstand nicht außer acht Garten, Dresdenerstr. 45, cinfinden. Näheres bringt eine Anzeige in zu machen. gelassen werden, daß wie mehrfach festgestellt werden der Sonntagsnummer. fonnte- infolge des Fehlens fleiner Wohnungen Räume als Wohnungen vermietet sind, die an sich nicht als Wohn- Die Kälte. Bei 1% Grad Kälte, welche das Thermometer räume zu bezeichnen sein würden. Auf wie hoch sich die Gesamt Belastung des Armenetats durch die aus Anlaß der Zustände auf Sem Wohnungsmarkt notwendig gewordenen Maßnahmen stellt, läßt fich nur schätzen. Die Annahme einer dadurch herbeigeführten Steigerung der Ausgaben um etwa 100 000 m. jährlich dürfte hinter der Wirklichkeit noch zurückbleiben. Angesichts dieser amtlich ermittelten Ziffern nimmt es sich schon mehr als sonderbar aus, wenn in den letzten Tagen durch die bürgerliche Bresse die Nachricht verbreitet wird, die Wohnungsnot in den Berliner Vororten sei geschwunden, es herrsche sogar ein Ueber fluß an fleinen Wohnungen.. Die Bestattung des Stadtrats Kauffmann findet nach den bis: herigen Bestimmungen am nächsten Sonntag, mittags 124 Uhr, von der Leichenhalle der Luisenkirche am Fürstenbrunner Weg in Westend aus statt. ter gestern morgen zeigte, wurde in der verflossenen Nacht die„ Eispfüßen den ersten Eisüberzug. der allerdings den Strahlen der faison" eröffnet. In der Umgebung Berlins hatten die affer steigenden Sonne gegenüber nicht standzuhalten vermochte. Auch innerhalb der Mauern Berlins, woselbst die Temperatur bekanntlich stets um einige Grad höher ist. stand das Thermometer auf den Gefrierpunkt. In den Tagen vom 27. September bis zum 2. Of tober schwankte die Früh- Temperatur zwischen+4 bis+2 Grad Celsius. die niedrigste Temperatur, welche feit Jahrzehnten bei Beder vorzeitige Winter ganz besonders dadurch schädigend erwiesen, ginn der Herbstiaison testgestellt ist. Für die Landwirtschaft hat sich daß die Spätfrüchte bisher noch nicht zur Reife getonimen sind und unreif eingebracht werden müssen dem Flur des Haules Spandauer Berg zu Charlottenburg der ob Erstarrt aufgefunden wurde gestern morgen um 5 Uhr auf bachloje 50 Jahre alte Arbeiter Czypczad. Wieder ins Leben zurückgerufen, wurde er nach dem städtischen Krankenhause gebracht wo er schwer daniederliegt Aus der Magistratsfißung. Nach Eröffnung der Sizung widmete. Oberbürgermeister Kirschner, während die Mitglieder des Kollegiums Unjre Hausbesitzer. Die auf den Höfen der Häuser der Reichsfich von ihren Sizen erhoben, dem verstorbenen Stadtrat Gustav hauptstadt befindlichen Wüllkäften zeigen neuerdings folgende In Rauffmann einen ehrenden Nachruf Auf Antrag schrift Diebstahl ist die unbefugte Entnahme von Gegen Kanalisations- c. Deputation hat der Magistrat beschlossen, zur ständen aus diesem Behälter." Ob die Hausagrarier, die in dieser befferen Arrondierung der städtischen Rieselfelder im Norden der Weise bemüht sind, dem berufsmäßigen Naturforscher das Geschäft Stadt Teile der Feldmark in Schönow und das Gut Schmetzdorf, zu erschweren, selbst die Absicht haben, mit dem Sortieren des zusammen 722 Heftar, für den Preis von 1524 890 Mart anzu- Inhalts der Müütästen sich einen lohnenden Rebenerwerb zu schaffen, kaufen und dazu die Genehmigung der Stadtverordneten- Vertamm- ist uns nicht bekannt. Lung nachzusuchen. Zum Milchkriege. Die Meierei Bolle hat fämtlichen Vereinen Die Gewerbegerichts- Wahlen. die in diesem Jahre die bisher bei der Wilchlieferung an ihre ertranften oder besserer in 16 Wahlbezirken( dem dritten Teile aller Bezirke) vorgenommen Pflege bedürftigen Mitglieder gewährten Vergünstigungen vom werden müssen, sollen für die( Arbeitgeber auf Freitag, 1. Oftober ab entzogen Die betroffenen Vereine, darunter auch 14. Rovember, für die Arbeitnehmer auf Sonntag, der über 12000 Mitglieder zählende Hilfsverein für weibliche An16. November anberaumt werden. Es ist das erste Mal, daß gestellte geben deshalb bekannt, daß sie vorläufig die Ausgabe der abgesehen von den Kirchenwahlen in Berlin die Wahlen am fogenannten Milchmarten einstellen müssen. Sonntag stattfinden. Die Auslegung der Wählerlisten für die Arbeitgeber soll am 10. Oftober beginnen. " Den Erlös verjubelte er stets in der fürzestent Zeit. Soweit bis jetzt ermittelt ist, hatte er auf diese Weise schon 1600 M. ergaunert, als er vorgestern entlarvt wurde. Der junge Mann fonnte nämlich in einem Pensionat, in dem er unter einem falschen Namen wohnte. Miete und Kostgeld nicht beDer Kriminalpolizei fiel nun seine Aehnlichkeit mit dem Herrn zahlen und wurde daher wegen Prellerei der Polizei übergeben. Lieutenant aus Kassel auf. über den ihr schon mehrere Geschäftsleute geklagt hatten. Der Erkennungsdienst that das Uebrige, indem er den Preller als Saspert feststellte und so mußte denn der junge Mann nach Aufdeckung seiner Schwindeleien gestern nach Moabit in das Untersuchungsgefängnis wandern. der Baulstr. 1 gerufen. Hier war furz nach Mitternacht auf noch Feuerbericht. In der Nacht zum Freitag wurde die Wehr nach nicht ermittelte Weise in einer Böttcher- Werkstatt ein Feuer ausgekommen, das einen größeren Umfang anzunehmen drohte. GlückSchlauchleitung in furzer Zeit zu ersticken, so daß größerer Schaden licherweise gelang es indes der Wehr, die Flammen mit einer nicht entstanden ist. Viel Arbeit verursachte der Wehr ein Brand, der zur selben Zeit in einem Keller Unter den Linden 3 entstanden mar Es brannte allerlei Gerümpel. auch wurde die Balkenlage stark beschädigt. Gardinen und Kleidungsstüde gingen Donnerstag abend 10 1hr in der Falkensteinstr. 21 in einer Wohnung in Flammen auf. Nach der Grenadierstr. 40 wurde die Wehr gerufen, weil hier in einem Keller Verpackungsmaterial, Seegras 2c. in Brand geraten waren, dessen Ablöschung jedoch bald erfolgen konnte. In der Köpnickerstr. 76 hatte die zweite Compagnie in einer Küche ein Feuer zu beseitigen, daß den Fußboden und die Balkenlage ergriffen hatte. Außerdem hatte die Wehr in der Zwischenzeit noch Allarmierungen von der Friedrichstr. 81 und von der Büschingstr. 28, die indes mir auf geringfügige Anlässe zurückzuführen waren. Der Wintergarten hat gestern seinem Publikum ein neues, vielfeitiges Programm dargeboten. Jm bunten Turcheinander treten Specialitäten aller erdenklichen Gattungen auf und führen ihre felbstberständlich erstklassigen" Leistungen vor Neben den Kerntruppen des Brettls behauptet aber auch der Gesang sein Recht Der Kunstgefang, nicht die zuweilen ans Verbrechen streifenden Stimmergüsse Die Firma Siemens n. Halske schreibt uns: Durch Ihre Notiz gewinner Soubretten dritten Ranges Ein Mitglied des königlichen über den tödlichen Unfall des Maschinenformers Mag Neumann ver- Theaters in Brüssel. Angèle van Loo trat vor die Rampe Vom Bibliothekswesen der Stadt Berlin. anlaßt, haben wir von dem Betriebsleiter der Gießerei in Bantow und brachte mit tadellofer Koloratur die gewagtesten Passagen emen Bericht eingefordert und stellen wir auf Grund desselben so ficher heraus, δακ felbst ein griesgrämiger MusikDer jetzt vom Magistrat veröffentlichte neueste Bericht des folgendes fest: Der Vorwärts" schreibt. erst vor einer Woche sei fritiker nicht zum Schütteln des Kopfes gelommen wäre. Auch städtischen Bibliotheks- Kuratoriums darf wiederum mit Genugthuung eine Abordnung des Metallarbeiter- Verbandes an die Geschäfts- Liane de Vries zeigte sich wieder ihrem Publikum, desgleichen ist feststellen, daß auch im Verwaltungsjahr 1901/02 die Beleitung mit der Aufforderung herangetreten, etwaige Uebelstände, Cleo de Mérode dem Wintergarten auch für diesen Monat nuzung der Boltsbibliotheken und Lefehallen die mit Gefahr für die Arbeiter verbunden feien, abzustellen. Der erhalten geblieben. Außer dieser Dame verdienen die weiter zugenommen hat. Aus den 28 Voltsbiblic fragliche Vorgang liegt jedoch erstens weiter zurück, ziveitens hat Spanierinnen Floridos als Repräsentanten der Tanzkunst theten wurden im letzten Jahre 973 384 Bände nach Hause ver- nicht eine Abordnung des Metallarbeiter- Verbandes mit der Geschäfts- genannt zu werden. In der Reihe der Afrobaten zeichneten liehen, 178 022 Bände mehr als im vorlegten Jahre. So lange leitung verhandelt, sondern der ständige Arbeiterausschuß der Eisen- fich die Springtünstler Robinson- Bato aus, ebenso die auf dem die Voltsbibliotheken bestehen," sagt der Bericht, ist solch eine siegerei der von den Arbeitern selbst gewählt wird, um alle Ver- Fahrrad arbeitende Tourbillon- Truppe und die Ercentries Grissin handlungen mis der Geschäftsleitung zu führen, und drittens handelte und Dubois. Ein Jongleur vorzüglicher Art ist Herr Kara ÜnEteigerung in der Benütung, wie von 1900 zu 1901. nicht bores fich um eine völlig andre Angelegenheit, die ohne allen zu erreichtes in der Dreffur leisteten aber die Duncans mit ihren gekommen. Wir verdanken diesen Erfolg den von Jahr zu Jahr fammenhang mit dem erwähnten Unglüdefalle steht. Was mun den ichottischen Schäferhunden. Eine Vorführung. wie die der Viersteigenden Geldmitteln, die uns die Gemeindebehörden zur Ver- Unfall felbft anlangt, fe in diefer nicht auf die Lässigkeit der Verfugle: als Feuerwehrleute, dürfte noch nicht dagewefen sein. fügung stellen; sie sehen uns in Stand, allmählich jede einzelne waltung. fondern nach amtlicher Feststellung lediglich auf das Selbi: Boltsbibliothet bei jeder durchgreifenden neuen Ausstattung mit verishulden des Verunglückten zurückzuführen blieb. als e: eine Die 7 städtische Fortbildungsschule, taufmännische und gewerbBüchern auf ein etwas höheres Niveau zu heben, ale sie es vorher gefüllte Giespfanne vom Schmelzofen fortschaften wollte. an der liche Bildungsanstalt für Mädchen Raunynst 63 beginnt ihre Hatte." Anerkennung verdient die Offenheit, mit der hier zugegeben Gabel einer andern Pianne, die vor dem Ofen unte: de: Abflug Unterrichtsturie für das Wintersemester am Mittwoch den 8 Oktober. wird. daß die Voltsbibliotheken Berlins deshalb so viele Jahre rinne ihren ständigen Play bat, hängen, und fiel mit der Wianne Die Unterrichtsfächer sind: Deutich. Nechtichreibung Briefitil, Auffag. zu Boden, wobei er mit den Händen und zum Teil mit dem Körper Leftüre, faufmännische Korrespondenz. Schönschreiben. vratniches hindurch keine große Beachtung bei der Bevölkerung gefunden haben. felbis in das auf dem Boden ausgefloffene Etien geriet Der Unial Rechnen, einfache und doppelte Buchführung gewerbliches Zeichnen, weil die Gemeindebehörden mit dem Gelde knauferten. Im Vor- it also nicht veruriacht worden durch die allgemeine Gefährlichkeit Gefang Turnen, Maschinenähen. Wäichezuschneiden Schneidern, wärts" ist in den Zeiten des Niederganges unsrer Volkebibliotheten des Betriebes Die Gänge, ipeciell der bei dem Unfall in Frage Blätten, Bugmachen fowie alle weiblichen Handarbeiten influſive Jahr für Jahr auf diese Ursache immer von neuem hingeriejen tommende, fint fo breit, daß das Durchpaisteren unbehindert ist. Kunithandarbeiten unt Maschinenftiderei Außerdem wire Französisch worden. Seit dem Jahre 1891, das mit nur 370 578 entliehenen und Englisch für den mündlichen und schriftlichen Gebrauch gelehri, Bänden ungefähr den Tiefstand, bezeichnet, hat sich die Zahl der iowie auch die Stenographie nach Stolze- Schrey und Uebung im Das Schulgeld entliehenen Bände nun bald verdreifacht. Eine so bedeutende Gebrauch bewährter Schreibmaschinen erworben. beträgt monatlich 50 Bi, für Schneidern und Blätten 1 M., Steno Steigerung wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht zu der größeren graphie und machineschreiben 1., für fremde Sprachen halbFreigebigkeit, mit der jest die Mittel gewährt werden. auch ein jährlich 3 M. Anmeldungen des Nachmittags con 6 Uhr ab im besseres Verständnis für die Aufgaben der Volksbibliotheken und ein miszimmer der 42. Gemeindeschule. Naunynfrage 63, beim Rettor willigeres Eingehen auf die Wünsche des Leiepublikums gelommen Bander tpäte. Man hat sich dazu bequemt, bei der Zusammenstellung des Die erfte städtische Fortbildungsanstalt tm Friedrichsgymnaftum, Büchermaterials der Bibliothefen weniger engherzig als bisher gu Ein feltsamer Selbstmordverfuch wird aus Charlottenburg Friedrichstr. 126. eröffnet die Unterrichtsturie des Winterhalbjahrs verfahren und zugleich die Bibliotheken( oder wenigstens eine Anzahl gemeldet. In dem Hause Friedrich Starlolas Nr. 15 wurden um Mittwoch, den 8. Oftobe: abends 7%, lhr Unterrichtet wird berjelben) täglich und in den Abendstunden offen zu halten. Durch 4 Uhr gestern morgen die Bewohner des Seitenflügels cur sveita Freihand. " 2 Durch einen Coatstort schwer zu Schaden gekommen ist gestern nachmittag der Arbeiter Anton Bistalla aus der Sedanitrage 22 zu Neu- Weißenice. Bistalla war auf einem Neubau bei der Anlage der Gasleitung beschäftigt und stieß mit einem Gasrohr einen der Goatsförbe, die zum Austrocknen der Räume aufgestel: find, um Die glühenden Schlen fielen ihm auf den Leib und verbrannten ihn am ganzen Hörver Der Verunglückte wurde von seinen Arbeitsgenofien in ein Krankenhaus gebracht. Und Walchinenzeichnen, sowie in Aqua am aller Aus den Nachbarorten. es eine Frühgeburt festgestellt worden. Nach der Mutter Aus Rigdorf. Die vorgestern aufgefundene Kindesleiche ist als recherchiert. Nach der Mutter wird Gerichts- Zeitung. Da er rellieren, in der Mathematik, der franzöfifchen und engli-| für uns durchaus gute find, wie der bedeutende Stimmenzuwachs| Leute verliebten sich in einander und schwuren sich evige Treue. schen Sprache( in je drei aufsteigenden Kursen), im kauf bei der letzten Hauptwahl gezeigt hat. männischen Rechnen, sowie in der einfachen und doppelten Buch- fizenden, in Anbetracht der Sachlage von einer Versammlung, die schlösser und schmiedeten Pläne für die Zukunft. Darüber waren fie Der Vorschlag des Vor- In der verschwiegenen Laube des Predigergartens bauten sie Luftführung, im deutschen Stil, in der Stenographie( für Anfänger und ja doch nichts an dem Resultat ändern könne, abzusehen, fand beide einig, solange, bis Adolf B. das Gymnasium hinter sich und eine Fortgeschrittene) und im Maschinenschreiben. Hervorragende allseitige Zustimmung. Zehrkräfte und ausgezeichnete Unterrichtsmittel, darunter eine Stellung erworben hatte, konnten sie nicht warten. Schließlich faßten große Zahl von Schreibmaschinen Lichtenberg. Die letzte Eiging der Gemeindevertretung be- Amerika durchbrennen. Hier sollte Adolf B. im wilden Westen Sie wollten zusammen nach ersten Systeme, beide einen abenteuerlichen Plan. wirken en zur Erreichung günstiger Erfolge zusammen. schäftigte sich mit der durch den Gemeindevorstand vorgenommenen Meldungen werden jederzeit im Gymnasialgebäude( gleich Beanstandung der am 18. September beschlossenen Petition in Sachen Farmer werden, er könne dort leicht zu Vermögen kommen und Eingange parterre rechts) entgegengenommen, und der Fleischteuerung. wenn dies geschehen sei, würde sie ihre Stellung, die sie inzwischen Gemeindevorsteher Ziethen bestreitet der empfiehlt sich, mit den Meldungen nicht bis unmittelbar vor Beginn Gemeindevertretung auf Grund des§ 140 der Landgemeinde- in New York annehmen wollte, aufgeben, um mit ihm den Ehebund der Kurse zu warten, sondern sie schon früher anzubringen, da bei Ordnung und auf Grund einer Anweisung des Land- zu schließen. Soweit war das Liebespaar einig, es handelte sich in dem großen Andrange des Abends nicht alle erledigt werden können. rates, sich in Maßnahmen der Staats- und Landesbehörden erster Linie aber darum, das Geld für die Ueberfahrt zu beschaffen. Der Kursus von zwei Stunden wöchentlich kostet für das ganze Gemeindevertretung vorhanden zu sein scheine event. ein Mitglied Besitze eines Brillantringes. Ihre Mutter war auf einige Tage nach einzumischen, schlägt aber vor, da eine andre Anschauung in der Fräul. P. erging es ebenso. Die letztere wußte aber Nat. Sie war im Adolf B. verfügte nur über einige Mark Taschengeld und dem Semester zwei Mark, der von vier Stunden vier Mart. der Gemeindevertretung zu bestimmen, in dem gegen die Beanstandung Treptow- Sternwarte. Der neue Komet ist jetzt schon eine zulässigen Verwaltungsstreitverfahren die Interessen der Gemeinde- einem andern Ostseebade gereist und diese Zeit sollte benutzt werden, Gemeindeverordneter Grauer tritt um die Flucht auszuführen. Zunächst reiste das Liebespaar nach zeigt. Sonntagnachmittag um 5 und 7 Uhr spricht Direttor warm ein für das Petitionsrecht der Gemeinden und für das im vor- 54 M. verkaufte. Dann ging die gemeinsame Reise nach Berlin. dem benachbarten Swinemünde, wo Frl. B. ihren Brillantring für Archenhold in einem mit zahlreichen Lichtbildern ausgestatteten liegenden Falle im besonderen, weist darauf hin, daß erst fürzVortrag:„ Ueber das Aussehen und die Bahn des neuen Kometen". lich derfelbe Gemeindevorsteher es als Pflicht der politischen Gemeinde Fr. P. ſtellte dem Hausverwalter ihren Begleiter als ihren Wetter erklärt habe, für das geistige Wohlergehen der Gemeindeglieder Mieterin die Wohnungsschlüssel ausgehändigt. Am folgenden Tage Sorge zu tragen( 80 000 m. gum Kirchenbau), während hier das leibliche Wohl ein Blümchen Rührmichnichtan sein soll. Gemeinde- übergab das verblendete Mädchen ihrem Liebhaber mehrere Ringe Wahlverein Oberschöneweide. Die Parteigenoffen werden ersucht, verordneter BI on( freis.) weist auf Sie ungleiche Handhabung des aus dem Nachlasse ihres Vaters mit dem Auftrage, fie zu verkaufen. fich Sonntag früh 8 Uhr bei Kaufhold zur Flugblattverbreitung recht Einspruchrechts hin, und schlägt vor, die Arbeiterpartei als die Ein- Er kam zurück mit dem Bescheide, daß niemand die Ringe kaufen zahlreich einzufinden. bringerin des Petitionsantrages, zur Vertretung im Verwaltungs- wolfe, wenn er nicht eine Legitimation vorlegen könne. Schöneberg. Eine Petition wegen Ausscheidens der Stadt streitverfahren zu bestimmen. Die Rechte der Versammlung möge und erbrach damit mehrere Behälter, bis sie in einem derselben den Wieder wußte Fräulein P. Rat. Sie holte ein Stemmeisen Schöneberg aus dem Landtagswahlbezirk Potsdam 9 hat der man durch den Gemeindeverordneten Grauer wahrnehmen lassen. den Mietsvertrag fand. Sie eignete sich gleichzeitig einige SchmudSchöneberger Magistrat an das Staatsministerirm gerichtet. Es Mit 13 gegen 10 Stimmen wich die Gemeindevertretung mutig wird in dieser Betition Bezug genommen auf die in dieser An- zurück, der Antrag wurde abgelehnt. Die Verteuerung des Fleisches fachen an, die ihrer Mutter gehörten. Nun fand sich auf Grund des gelegenheit von der Stadt Charlottenburg am 7. Juni d. J. ein- geht die Gemeindevertretung nichts an. vorgelegten Mietsvertrags ein Juvelier bereit, alle Schmuckgegengereichte Petition, da die darin enthaltenen Ausführungen auch für stände anzukaufen. Noch an demselben Tage begab sich das LiebesSchöneberg zutreffen. Beide Städte bilden einen Teil des Wahlpaar zu einem Tröbler, dem sie mehrere Delbilder und einige Kunstbezirks Potsdam 9, der nach dem Verzeichnis des noch maßgegenstände zum Kauf anboten. Der Tröbler erschien in der geblichen Gesetzes vom 27. Juni 1860 fich aus den Kreisen B'schen Wohnung und kaufte dort eine ganze Anzahl Möbelstüde Ein gemeingefährlicher Einbrecher ist kürzlich in der Person des für 270 M. Am folgenden Tage sollten noch weitere Verkäufe Teltow und Beeskow- Storkow zusammensetzt und Köpenick zum bisher unbestraften Schloffers Julius Bollmann hierselbst fest stattfinden und dann glaubte das Liebespaar hinreichende Mittel Wahlorte hat. Gegenwärtig setzt sich dieser Wahlbezirk, der ur- genommen worden. Eine am Kottbuser Damm wohnhafte Frau zu haben, um die Reise nach Amerika antreten zu können. fprünglich nur auf die beiden Landstriche Teltow und Beeskow- überraschte nachmittags den Einbrecher in ihrer kurze Zeit ohne schien die Mutter und der Roman war zu Ende. Die Geschichte erStorkow und auf eine Gesamtseelenzahl von 117 396 zugeschnitten Aufsicht gebliebenen Wohnung. B. floh zwar, wurde aber auf der fuhr aber noch ein trauriges Nachspiel. Frl. P. hat vor kurzer Zeit war, aus den beiden Landkreisen und den drei größeren Städten Straße angehalten und von einem Schuhmann festgenommen. In einer Frrenanstalt überwiesen werden müssen. Adolf B. mußte das und Stadtkreisen Charlottenburg, Schöneberg und Nixdorf zu seiner Wohnung fand man ein ganzes Lager gestohlener Sachen, Gymnasium verlassen, er will jest Landwirt werden. Gestern stand sammen und ist nach der Volkszählung von 1900 auf eine Seelen- sämtlich aus Einbrüchen in Nixdorf und Berlin herrührend. Fast er vor Gericht und legte ein offenes Geständnis ab. Danach war zahl von 688 521 angewachsen. Es würde daher nur der Absicht täglich werden dem Verhafteten noch neue Einbrüche nachgewiesen. des Gesetzgebers entsprechen, wenn die Stadtkreise Charlottenburg Frl. P. die am meisten Schuldige. Der Staatsantvalt beantragte Ein Schtvindler, der sich Richter nennt und mit großer Sicherheit gegen den Angeklagten eine Gefängnisstrafe von vier Monaten, Schöneberg und Rigdorf aus dem Wahlbezirke Potsdam 9 aus auftritt, prellt seit einigen Wochen fortgesetzt kleine Kohlenhändler. während die Verteidiger, Nechtsantvalte Born und Neumann, alle schieden, je einen Wahlbezirk bildeten und je einen Abgeordneten Er bestellt bei denselben Kohlen, und wenn er bezahlen will, merkt Buntte anführten, welche eine geringe Strafe angemessen finden wählten. er zu seinem Schrecken, daß er sein Geld zu Hause gelassen habe. ließen. Charlottenburg. Der Konsumverein hat sich im September, Unter allerhand falschen Vorspiegelungen versteht er es nun, von Das Urteil lautete auf eine Woche Gefängnis. wenn auch nur langsam, vorwärts entwickelt. Der durchschnittliche dem Kohlenhändler ein Darlehn zu erschwindeln, das demselben Wochenumsatz betrug in den drei Lagern 1250, 647,50, 762,50 Wit. beim Bringen der Kohlen zurückerstattet werden soll. Natürlich Handlung vergossen, welche gestern vor der dritten Straffammer des Ein Sittenbild. Ströme von Thränen wurden in einer Vergegenüber 1180, 547, 670 Mt. im August. Im September 1901 erfährt der Kohlenhändler zu spät, daß in dem angegebenen Hause Landgerichts I statifand. Auf der Anklagebank befanden sich vier betrug er in dem damals allein vorhandenen Lager 1320 Mt. eine Familie Richter gar nicht wohnt. Leider ist es bisher noch Kinder, welche kaum das strafmündige Alter erreicht hatten, der Die Mitgliederzahl ist im September um 30 gestiegen gegen nicht gelungen, des Schwindlers habhaft zu werden. über 23 im August und 16 im Juli. 12jährige Schüler May Ma a ß, deffen Schwester, die 14 jährige Aus ländlichen Hütten. Unter dem Verdacht, daß er seine alte Schülerin Amanda Maaß, der 12jährige Schüler Franz Rosso i Charlottenburg. Die armenärztliche Hilfe ist im abgelaufenen Mutter gefliffentlich hat verhungern lassen, war vor und der 13 jährige Schüler Anton Bawlit. Sämtliche Angeklagte Rechnungsjahre wiederum erheblich mehr in Anspruch genommen einigen Wochen in Drewiz bei Potsdam der Büdner Keßner ver- waren des wiederholten Sittlichkeitsverbrechens, May Maaß und Karl worden, als im Jahre vorher. Die Ursachen liegen, zu einem Teile haftet worden, nachdem die alte Frau in seiner Wohnung als schon Roßow zugleich der Blutschande beschuldigt. Als Zeugen war eine Andarin, daß auch die Armenbevölkerung sich mehr und mehr daran start in Verweſung übergegangene Leiche aufgefunden war. Der zahl Stinder beiderlei Geschlechts geladen, welche sich an den Strafthaten gewöhnt hat, die Hilfe des Arztes möglichst frühzeitig nachzusuchen; Verdacht, daß Keßner ein Verbrechen an seiner Mutter, die bei ihm beteiligt hatten, aber nicht zur Verantwortung hatten gezogen werden die Hauptursache dürfte jedoch, wie in einer Reihe von Berichten im Altenteil lebte und zuletzt an der Wassersucht schwer erkrankt fönnen, weil sie zur Zeit der Begehung der That das strafmündige der Armenärzte übereinstimmend betont wird, in dem wirtschaft- war, begangen habe, hat sich aber nicht aufrecht erhalten lassen, so after noch nicht erreicht hatten. Die Verhandlung, die unter Aus lichen Niedergange zu suchen sein, der zahlreiche Familien, daß deßner kürzlich aus der Haft entlassen und das gegen ihn schluß der Oeffentlichkeit stattfand, muß, aus der Urteilsverkündung die sonst nie an Armenunterstützung gedacht haben, gezwungen hat, schwebende Verfahren eingestellt wurde. zu schließen, ein trauriges Bild sittlicher Verwahrlosung geboten die Hilfe des Armenarztes in Anspruch zu nehmen. Ein Bericht führt haben. Nach der polizeilichen Auskunft leben die Eltern der Anauch die ziemlich häufigen Erkrankungen der städtischen Pflegefinder geschuldigten in den ärmlichsten Verhältnissen und sind auf Wohauf die früheren dürftigen häuslichen Verhältnisse zurück. Daneben mmgen angewiesen, welche nur aus einer Stube, oder höchstens aus wird in mehreren Berichten auf die herrschende Wohnungsnot Stube und Küche bestanden. May Maaß wurde zu neun hingewiesen, die sich in der Armenprayis ganz besonders fühlbar Nachwehen zum Prozeß Haase. In dem Prozeß gegen den Monaten, Amanda Maaß zu einem Fahre, Karl gemacht hat. Während in einzelnen Bezirken die Wohnungs- Redacteur der" Gazeta Robotnicza", Genossen Haase, wegen Be- Nosso w und Anton Pawlit zu je 3 Monaten Gefängnis ververhältnisse als im allgemeinen leidlich und gegen das vorige leidigung des Erzpriesters Schmidt, war der als Entlastungszeuge urteilt. Das Geschwisterpaar Maaß wurde sofort in Haft geJahr etwas günstiger geworden bezeichnet werden, führen aufgetretene Werkarbeiter Peter Schulz aus Kattowitz wegen Ver- nommen. mehrere andre Berichte die Steigerung der Erkrankungen, dacht des Meineides verhaftet worden. Am Dienstag wurde in einem Bezirk insbesondere das häufige Auftreten von er von den Geschworenen in Beuthen zu zwei Jahren ZuchtMasern, Scharlach und Keuchhusten, auf das Zusammen- haus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Haase hatte damals drängen kinderreicher Familien in unzulänglichen Wohn- 9 Monate Gefängnis erhalten. räumen und den in Verbindung damit stehenden häufigen Darf ein Schuldirektor in Ausübung seiner Amtsbefugnisse eine Wohnungswechsel zurück. Fast unglaublich klingt die Be- Lehrerin frech nennen? Der Direktor Büchler von der höheren ſchreibung einer Armenwohnung von Stube und Küche: Die Stube Mädchenschule in Aschersleben suchte eines Tages während der niedrig und wenig hell, die Wände feucht, die Tapeten zum Teil in Unterrichtspause die Lehrerin Frau Pezold im Lehrerinnenzimmer Fetzen herunterhängend, der Raum bewohnt von acht Personen; die auf und machte ihr Vorhaltungen darüber, daß die Fenster und die Küche bis zum Tage des Einzugs der Familie ein un Thür ihres Klassenzimmers während der Pause geschlossen seien. verändert gebliebener Pferdestall, Seffen Abflußrinne den Ratten Frau P. erividerte, die Thür sei offen. Büchler wollte nun mit ihr als Eingangspforte dient; und dabei ein Mietspreis von hinuntergehen und sie davon überzeugen, daß er recht habe. Frau P. 25 Mark monatlich. Der berichtende Arzt, der erwähnt, meinte jetzt, sie habe die Thür aufgemacht, es müsse sie ein anderer daß in dieser Wohmung einmal mit Ausnahme des Vaters sämtliche zugemacht haben, sie könnte sich doch nicht während der ganzen Bause Familienmitglieder bettlägerig erkrankt waren, weist darauf hin, daß daneben stellen. Der Direktor sagte darauf in scharfem Ton: in solchen Wohnungen besonders die Lungentuberkulose eine, aus Lüften Sie jetzt, antworten Sie nicht so frech!' Hierdurch fühlte sich giebige Brutstätte findet. Die häufige Unzulänglichkeit der Wohnungen Frau P. beleidigt und verklagte deshalb Direttor Büchler. Die Rewurde in der ärztlichen Praris um so schlimmer empfunden, als gierung erhob aber zu Gunsten Büchlers den Sonflikt, indem sie unter infolge der Ueberfüllung nicht nur des Charlottenburger Kranken- Bezugnahme auf eine Ordnungsstrafe der Privatklägerin ausführte, Hauses, sondern der Krankenhäuser in Groß- Berlin überhaupt wieder- sie habe die Zurechtweisung verdient. Der Direktor habe sich im Holt Schwerkranke, deren Aufnahme dringend nötig war, wegen Nahmen seiner Amtsbefugniſſe gehalten und könne nicht wegen Beleidigung verklagt werden. Das Ober- Verwaltungsgericht erflärte Went solche Zustände in der zweitreichsten Stadt Preußens indessen den Konflikt der Regierung für unbegründet, so daß herrschen, wie wird es da erst in armen Gemeinden aussehen? dem Privatklageverfahren gegen den Direktor Fortgang zu geben ist. Die Gemeindevertretung von Wilmersdorf hatte sich gestern mit Der Präsident Dr. Peters führte aus, der Senat habe sich nicht der Fleisch not zu befassen. Ein Antrag der social- davon überzeugen können, daß der Beklagte, Direktor Büchler, seine Ueber ein Großfeuer wird aus Schmalkalden gemeldet: Jm bedemokratischen Gemeindeverordneten, der dahin Amtsbefugnisse nicht überschritten habe. nachbarten Dorfe Floh entstand gestern nachmittag ein Feuer, welches ging, daß die Vertretung den Gemeindevorstand ersuchen solle, bei Ungültige Polizeiverordnung. Eine Polizeiverordnung, die das vom heftigen Ostwinde entfacht, mit großer Schnelligkeit um sich der Regierung wegen Maßnahmen zur Linderung der Fleischnot vor Mitsichführen von Waffen" von einer polizeilichen Erlaubnis griff. Abends lagen bereits 35 Wohnhäuser und 15 Scheiten stellig zu werden, gab den Anlaß zur Behandlung der Angelegenheit. abhängig macht, erklärte das Kanmmergericht für rechts ungültig. in Asche. Von unsrer Seite wurde der Antrag u. a. mit einem Hinweis darauf Begründend wurde ausgeführt, eine solche Beschränkung fei gefeßlich begründet, daß die zum wesentlichen durch die Einfuhr- unzulässig. Es bestehe noch zu Recht und komme in Betracht der richtet, sank dort in der letzten Nacht die Temperatur auf-5,7 Grad Frostschäden. Wie die Königsberger Allgemeine Zeitung" bes beschränkungen herbeigeführte Teuerung auch auf den Vorort§ 345 Nummer 7 des preußischen Strafgesetzbuchs, wonach bestraft Celsius. Das Obst und Gemüse hat durch den Frost sehr gelitten, Wilmersdorf von einschneidender Wirkung sei, indem die werde, wer Schuß-, Hieb- oder Stoßwaffen mit sich führe, welche ebenso ist der angerichtete Schaden auf den in der Umgegend liegenden Ernährung der Bevölkerung leide und zu befürchten sei, in Stöcken, Röhren oder auf eine ähnliche Weise verborgen Biegeleien ein bedeutender, da nach ungefährer Schäßung ca. 8 Millionen daß das Armenbudget der Gemeinde über die Maßen belastet seien. Danach foll nur strafbar sein das Tragen verborgener Biegel erfroren sind. werde. Von bürgerlicher Seite traten nur Redner gegen den Waffen, und zwar nur dann, wenn sie in Stöcken, Röhren oder auf Antrag auf. Man gab den Antragstellern darin Recht, daß eine ähnliche Weise verborgen feien. Die Materie sei für Preußen in übermäßige Fleischteuerung allerdings bestehe, ivollte aber alle diefer Bestimmung erschöpfend geregelt, ein allgemeines Verbot möglichen Ursachen dafür gelten lassen, nur nicht die nächstliegende, des Waffentragens sei darium gefezwidrig. Der Angeklagte, der die Grenzsperre. Die Schweinehausse in Amerika, die Machenschaften einen Revolver bei sich führte, müsse somit freigesprochen werden. der Großhändler, ja selbst die Zeitungsartikel der Presse zog man hervor; nur die Grenzsperre sei schuldlos an dem Notstand. Auch Ein Kriegervereins- Vorsitzender, der fortgesetzt die Kaffe feines die üblichen Bedenken wegen der Kompetenz der Gemeindevertretung Vereins bestahl, hatte sich am Mittwoch vor der Potsdamer Straf wurden ins Feld geführt. Bei dieser Stimmung war das Schicksal kammer in der Person des Tischlergesellen Gustav Hagemann aus des Antrages vorauszusehen. Nachdem von uns noch darauf hin- Luckenwalde zu verantworten. Als Borsitzender des dortigen Reservegewiesen worden war, daß die von gegnerischer Seite angeführten und Landwehrvereins hatte er auch einen Schlüssel zu der im Ursachen erst recht für die Regierung maßgebend sein Menschen Lokal aufbewahrten Kasse, fonnte diese aber nur gemeinmüßten, die anerkannte Teuerung durch Aufhebung der sam mit dem Kassierer Strauß, der einen zweiten Schlüssel besaß, Sperre zu lindern, wurde der socialdemokratische Antrag öffnen. Hagemann baldowerte nun aus, daß ein Schlüssel des gegen sieben Stimmen abgelehnt. Daß die in solchem Gastwirts Mch genau so wie der Straußsche Schlüssel zur Kasse Sinne staatserhaltende Mehrheit der Gemeindevertretung durch ihr paßte und plünderte nunmehr nach und nach die Vereinskasse um Botum bei der Bevölkerung an Vertrauen gewonnen hat, ist wohl 286 Mart, sowie um ein Sparkassenbuch über 150 Mark. Er verstand Jaum anzunehmen. Hat doch selbst eine bürgerliche Organisation, es, längere Zeit die Diebstähle zu verbergen, da er sich bei Kassender Liberale Verein am Drte, das Dorfparlament zur Annahme revisionen schnell Geld lieh und dies vorübergehend in die Kasse einer Fleischnot- Betition aufgefordert. legte, um es nach beendigter Revision wieder herauszunehmen. Swinemde. 769 D Steglitz. Die letzte Versammlung des Socialdemokratischen Hagemann wurde zu vier Monat Gefängnis verurteilt. Der Staats- Hamburg 770 D anwalt hatte neun Monate Gefängnis beantragt. Berlin Wahlvereins hatte den Vorstand beauftragt, sich nach einem geFrants./M. 765 NND eigneten Hausbefizer- Kandidaten für die Ersagwahlen im zweiten Der Roman cines jugendlichen Liebespaares beschäftigte gestern München 762 28 Bezirk umzusehen. Wie der Vorsitzende in einer am Mittwochabend die zweite Straffammer des Landgerichts I. Der 17jährige Wien abgehaltenen erweiterten Vorstandssigung berichtete, sind seine Be- Sekundaner Adolf B. befand sich während der diesjährigen Sommer- Wetter- Prognose für Sonnabend, den 4. Oktober 1902. mühungen leider ohne Erfolg geblieben, so daß die Stegliger ferien zum Besuche bei dem Prediger eines Kleinen Badeortes an Ein wenig wärmer, zunächst vielfach heiter bei ziemlich frischen nord. Arbeiterschaft von einer Wahlbeteiligung absehen muß. der Ostsee. Hier lernte er das um einige Jahre ältere Fräulein P. westlichen Winden; später zunehmende Bewölkung und etwas Regen. Dies ist um so bedauerlicher, als die Aussichten in diesem Bezirk tennen, welche sich mit ihrer Mutter dort aufhielt. Die jungen Berliner Wetterbureau. 1 11 " In der Humanistischen Gemeinde, Niederwallstr. 12, in der Aula der Friedrichwerderschen Ober- Realschule, hält am Sonntag, vormittags 10% Uhr, Herr Dr. Rudolf Benzig einen Vortrag über:" Freie Jugend." Damen und Herren haben freien Zutritt. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 5. Dftober, vorm. 8 Uhr, in der Aula der 69. Gemeindeschule, Kleine Frankfurterstr. 6: Bersammlung Freireligiöse Dr. Abert Get a tat daselbst: Vortrag Herrn Prof. Gehrke: Religiosität." Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Socialdemokratischer Agitations- Verein Stralsund- FranzburgRügen. Generalversammlung am Sonntag, den 5. Oktober, vorm. 10 Uhr, bei. Ramlow, Schönhauser lee 135. " Vermischtes. Erdbeben und Unwetter. 601362 Ein in San Francisco eingetroffener Dampfer brachte die Meldung, daß in Tofasula( Mexico) ein Erdbeben stattgefunden habe, welches großen Schaden anrichtete. Der Bevölkerung bemächtigte sich eine große Panik; viele Einwohner flüchteten ins Gebirge. Die durch den Drkan in Neapel und Umgegenb angerichteten Verwüstungen find unbeschreiblich. Viele Ortschaften find teilweise zerstört und zahlreiche Menschenverluste zu beklagen. Im Hafen ist eine größere Anzahl von Booten untergegangen. Eingelaufene Druckschriften. Volkswirtschaft. München. J. Schweizer Berlag( Arthur Sellier). Kunalen des Deutschen Reiches für Gesetzgebung, Verwaltung und Dic soeben erschienene Mr. 9 des 35. Jahrganges enthält: Sanierung notleidender Aktiengesellschaften. Von J. Stohler. Berlin. Die wissenschafts fiche Bedeutung der allgemeinen Staatslehre und Jellineks Recht des modernen Staates. Von Dr. Friedrich Tegner. Wien. Die Gleichheit der Kontrahenten und die Gerechtigkeit im Versicherungsvertrage. Bon 3. Auguft. Wilmersdorf.- Hamburgs Handelslage nach dem ersten Bariser Aus den Gesekblättern. Frieden. Von Dr. Geert Seelig. Hamburg. Preisausschreiben. Miscellen. Witterungsübersicht vom 3. Oftober 1902, morgens S 11hr. Stationen Barometerstand mm Wind768 ND richtung Windstärke 762 NNW Better Temp. 11. C. 5° C. 4°. Stationen BarometerBindrichtung Windstärle Better 2Regen 3 bededt 3 wolfen! 3 Haparanda 750 D 2polkenl 2 Petersburg 763 3 2wollenl 1 Cort 767 DND 3wolfig 4 bedeckt 4 Aberdeen 2Regen 4 Paris 763 OND 3bedeďt 2bedeckt 3 Temp. n. 5° C. 4° R 7 Partei- Speditionen: DeutschFriedrichsBerlin zweiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalder= straße 30, v. part. Dritter Wahlkreis: St. Frit, Prinzenstr. 31, of rechts part. Vierter Wahlkreis 0.: Robert Wengels, Gr. Frankfurterstr. 133, Hof part. SO.: Baul Böhm, Laufiberplatz 14/15 ( Laden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Karl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stoltenburg, Wiesenstr. 41/42. Rosenthaler Vorstadt, Gesundbrunnen, Reinickendorf( Ost und West), Wilhelmsruh und Schönholz: Hermann Raschte, Brunnenstr. 93, Hof bart. 1. Schönhauser Vorstadt: Starl Mars, Kastanien- Allee 95/96. Charlottenburg: Gustav Scharn berg, Gefenheimerstr. 1, Ede Goethestraße, vorn I. Wilmersdorf: B. Nid el, Uhlandstr 108, part. berg- Friedrichsfelde- Wilhelmsb.- Hohenschönhausen Dewald Grauer, Berlin O, Frantjurier lce 197. Gustav Miers, Köpenickerstr 11.- Rixdorf: Ostermann, Gil straße 6.- Schöneberg: Bilh Bäumler, Martin Lutherfte 51, Raden. Ober- Schöneweide: Ernst Kaushold, Wilhelminenhofstr. 18. Nieder- Schöneweide: Bonafowsky, Berlinerstr. 8. Johannisthal: Baul Mann, Friedrichstr 39, I. Adlershof: Gustav Size, Hackenbergstr. 8. Köpenick: Friedrich Word, Grünftr. 29. Friedenau- Steglitz: Q. Bernjee, Kirchstr. 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: Mohr, Düppelstr. 8, und Fr. Schellhase, Ahornstr. 15 a.- Baumschulenweg: Stod, Ernststr. 2, II- Neu- Weissensee Joseph Rein, Friedrichstr. 38, Ede Streustraße. Rummelsburg: Foigbeit, Prinz Albertstr. 5 a. Grünau: Außerdem ist sämtliche Parteilitteratur sowie alle wissenschaftlichen Berte dort zu haben. Auch werden Inserate für den Vorwärts" entgegengenommen. Vorzeiger dieser Annonce erhält 4 Proz. Rabatt. 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