Nr. 236. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando! Vierteljährt. 3,30 Mt., monatl. 1,10, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsmmer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1902 unter Nr. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Exscheint täglich außer Montags. Дон Vorwärts Berliner Volksblatt. 19. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben verden. Die Expedition ist an Wochenfagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Zelegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Quittung. and " Donnerstag, den 9. Oktober 1902. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Politische Ueberlicht. 10 Berlin, den 8. Oftober. Neudeutsche Politik. niedrigere Getreidezölle gekommen. Daher habe die Kommissions- nur noch durch eine weitere Niederlage verschärfen würden. Nicht mehrheit darauf bestehen müssen, die Regierungsvorlage agrarisch zu als ob wir auf weites Mundaufreißen der Bündler allzuviel geben, Im Monat September gingen bei dem Unterzeichneten verbessern". Da die Regierung aber nicht nachgeben wolle und aber immerhin ist der Zwiespalt im konservativen zollager für folgende Parteibeiträge ein: andrerseits beim Falle der Regierungsvorlage die Gefahr be- diejenigen Parteien von Wert und Bedeutung, die alles daran Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 1. Streis 500,-( darunter G. B. stehe, daß der daß der künftige Reichstag Handels- sezen werden, die Ordnung des Reichstags gegen reaktionäre Gewaltfür ein Referat 6,-). 2. Kreis 1000,-. 4. Streis( Dit) 2000,-verträge ablehnen werde, die mehr bieten als gelüfte zu schützen. ( darunter Anton 10,-, Tischlerei Köhlert, Pallisadenstr. 77, 22,50, die Regierungsvorlage, so sei die Situation sehr Wenn schließlich Herr Rettich Andeutungen macht, wie die Kranzübersch. d. Werkst. Rothermund 4,20, v. d. Sechserfasse der Werkst. fch to ierig. Num erklärte Herr Rettich: tonservativen Herrschaften, im Falle der Nichterledigung der TarifRothermund 6, Tischlerei Kümmel, Gr. Frankfurterstr. 117a, 40,-, Wir haben uns ja festgelegt auf höhere Zölle auf Getreide vorlage, die Erreichung ihrer Zollwünsche ausmalen, so ist das nur Uebersch. b. Streit d. Tischlerei Hülsenbeck, Kroll u. Co. 13,55, vom auf- und Vieh. Vielleicht könnten wir dennoch etwas nachgeben, um unflares Gerede. Es müßten Wander geschehen, wenn die Regierung gelösten Diskutierklub Leopold Jacoby 86,72.) 4. Kreis Südost den Tarif zu stande zu bringen. Aber mir scheint doch in den Stand gesezt sein könnte, Handelsverträge, die 2000,-( darunter Lese- und Diskutierklub Südost 200,-, Polier- die Sache so zu liegen, baß wir nicht ganz nachgeben den Agrariern gefallen, noch während dieser Reichstags- Tagung abpatten von Spinn 15,-, Gesangverein Tonblüte 5,70, Buzertolonne Yönnen bis zur Vorlage, das wäre eine politische Marquardt 1,50, von Dachdeckern der Firma Hicke, Rirdorf 3,-, Unmöglichkeit, der politische Tod der konservativen Partei. Die zuschließen und dem Parlament vorzulegen. Das ist der Fluch der Zusammenkunft der Tischler von Schmidt u. Heckenrath 6,-, vom vom Bunde der Landwirte vorgeschlagenen Säge sind unerreich- agrarischen Raubpolitik, deren Befehlen sich die Regierung verschrieb, Stadtbezirk 97 5,-, vom Stadtbezirk 103 10,-, vom Stadtbezirk 110 bar... Meiner Ansicht nach müssen wir, wenn die Regierung etwas daß zur Sicherung höchster Zollsätze die Zollaktion so unsinnig ein10,-). E. Streis 150,-( darunter Mt. St. 50,--, Freundschaftsbund entgegenkommt, nadjgeben. Wie weit, darüber möchte ich mich geleitet wurde, daß mun das ganze mühselige Wert zu scheitern Slette 5,-). 6. Kreis 6000,-( darunter Werkstatt Ehrlich, Kronenaus taktischen Gründen nicht aussprechen... Wir sehen die droht. straße 31, 20,-, A. B. Mister 1,-, Bierprozente Gebr. Arend 25,-Unmöglichkeit ein, alles durchzusetzen und halten ein volllommenes Die Wucherparteien werden gewiß auch weiter alles daran segen, Völkel. Borsigstraße 3,-, Gefangverein Nordwacht 3,-, Bierprozente Scheitern der Vorlage doch für sehr bedenklich." um ihres inneren Zwistes, um ihres Haders mit der Regierung der Zimmerer Bau Schmidt, Beusselstraße, 10,-). Berlin, diverse Bei- Nachdem Herr Rettich also die Neigung zu weiterem Umfall Herr zu werden, um endlich auch den Widerstand der Socialdemo träge: L. u. H. B. 10,-. Ueberschuß einer amerik. Auktion auf dem der Konservativen, an den wir niemals gezweifelt haben, fund ge- fratie zu brechen. Aber die Gegner der Zollausbeutung werden Sommernachtsball des Centralverbandes der Maurer, Zahlstelle Norden, d. K. F. 7,30. Gef. v. Delegierten, Vorstand it. Ausschuß auf der General- geben hat, gelangt er schließlich zur Betrachtung der Aussichten der ebenso alles daran sezen, daß der frevelhafte Plünderungsplan, versammlung der Central- Krankenkasse der Maurer sc. burch M. W. 61, Borlage im Reichstagsplenum. Und diese Betrachtung offenbart wenn nicht an der Habgier der wild entfesselten Interessengruppen, Cigarrenfabrik von R. Schulze, Friedrichsfelderstr. 21, 6,10. Gef. recht offenherzig die freilich noch unklaren Ber so an dem unerschütterlichen Widerstand des Volkes zerschellt. von den Tischlern und Maschinenarbeitern der Möbelfabrik Groschfus gewaltigungspläne der Konservativen. Herr Rettich schloß 13,70. Von den Fassadenpuzern Baumschulenweg, Bau Jadegast 8, feine Rede mit den Worten: Zeitungsseger der Volkszeitung" 8,20. Dr. L. 2. 50,-. Kontobucharbeiter v. Wedding 5,-. Sechs Hutmacher Königstr. 25, 10,-. M. W. 3, Bierprozente der Zimmerer von A. Heß, Bau Röntgenstr. 7-8, Charlottenburg 12,- Von Verbandsmitgliedern der VolksBeitung" 9,40. Von den Arbeitern der neuen Berliner Geuoffenschafts- Bäckerei 24,-. Mitglieber der 1.-Dr. 6,35. M. M.-, 50. Buzerkolonne Ahl 10,-. G. R. 10,- Druderei- hilfsarbeiter bon Bading, Abt. Vorwärts" 10,-. Kranzüberschuß Frau Kowaß 1,50. Waldmenschen, Schmidt 5,-. Bleisteg 1,- J. M. 3, Vier socialdemokratisch gesinnte Technifer 2,55. S.. durch Schröder 10,-. A. B. 50,-. 3. S. 50,-. Von Berliner Delegierten auf dem Münchener Parteitage, Glücksschwein des Finanzministers gefanmielt, 1,63. Jule, Nitterstraße 85, 2. Duartal 16,70, 8. Quartal 19,50, Sa. 86,20. Bürgel, vom Arbeiter- Bildungsvereint 5,-. Berit 100,- Bremen, von den Parteigenossen 300,- Breslau, socialdemokratischer Verein 50,-. Bamberg, durch A. B. 50,--. Dessau, vom 1. anhaltischen Wahlkreis, durch St. 50,- Faltenberg( Oberschl.) 2, Friedrichshagen, G. P. 5. Gutschdorf bei Striegau, durch A. U. 4,30. Gießen, E. K. 10, Gotha, durch d. Vertrauensmann H. 30,-. Hamburg, Einzelmitglieder durch H. Geister 40,-. Hannover, von einem Fabrikanten zur Bekämpfung des Brotuchers 500,-. Hameln- Linden, neunter hannov. Wahlkreis 50,-. Hastedt, von Genossen 10,-. Hagen i. W., Auchgenosse 2, Hamburg, in der Expedition des„ Echo" im Monat September eingegangen 135,10. Jena, Quartalsbeitrag bom 3. weimarischen Wahlkreise 50,- Klingenthal Döhlerwald, von Barteigenossen 10,60, vom Voltsblatt"-Austräger 3,-, Sa. 13,60. Ralf bei Köln, Bolksverein Köln- Land 100,-. Stappel i. S., Ueberschuß vom Bismarck- Turmbau 2,06. Stiel, T. M. 5, Leipzig, 12. und 13. sächsischer Reichstags- Wahlkreis 2000, Landeshut, vom socialdemokr. Wahlverein Landeshut- BolkenheinLeider hängt die Erfüllung dieses konservativen Wunsches nicht Jauer 25,- Meerane, 17. sächsischer Neichstags- Wahlfreis 40, ( darunter vom roten Postmeister 15,-). München, Walbläufer 5, sellschaft ist natürlich bereit, zur Erzielung ihrer Ausbeutungsvon Herrn Rettich und seinen politischen Freunden ab. Diese GeNürnberg, Marcel 2, Nezichkau, durch A. G. 15,-. Nürnberg- sellschaft Altdorf, socialdemokr. Verein 20,- Oppau( Pfalz), gesammelt in forderungen jeglichen Reaktionsstreich) zu unternehmen. Sie ist mit der Maurer- Versammlung vom 21. September 10,77. Offen- Wonne dabei, die Geschäftsordnung des Reichstages„ gründlich" zu burg, Wahlverein Vorwärts 20,- Recklinghausen- Bruch, durch ändern. Am liebsten so, daß geschäftsordnungsmäßig bestimmt T. 30, Reichenbach i. Schl., sociald. Wahlverein 5,-. Richzen werde, gegen den Zolltarif dürfe niemand sprechen. Doch hain, Arbeiter Bildungsverein 3,-. Rigdorf, zurüdgewiesene Ent- diesem konservativen Sehnen winkt keine Erfüllungsaussicht. schädigung F. Th. 15,80. Straßburg i. E., Altwater 5,-. Schöneck i. V. Nicht nur die Linke des Reichstages wird jedem Versuch durch A. G. 6, Solingen, durch den Streisvertrauensmann 20, einer reaktionären Geschäftsordnungs Aenderung so zu be Linke ( darunter v. Boltsverein Solingen 15,- 1. Triberg, Arbeiter- Wahlberein 4.- Wittlich b. Trier, von Parteigenossen durch Ph. M. 5,- gegnen wissen, daß darüber schon der ganze Zolltarif, um deffentWunsiedel, durch N. T. 1, Württemberg 100, willen die Aenderung geschehen soll, zufammenbrechen müßte. Die In der Quittung in der Nr. 210 des Vorwärts" vom 9. Sep- Dinge liegen jetzt so, daß selbst die„ Unentwegten" vom Bunde der tember d. J. muß es unter den Berliner diversen Beiträgen nicht Landwirte sich ihren pflaumweichen" Zollfreunden entgegenheißen Gründersche, sondern Grüdersche Werkstatt 10,-. Unter zuwerfen ankündigen, wenn diese versuchen sollten, die Tarifvorlage Hamburg in der Expedition des„ Echo" im Monat Juli eingegangen ohne gründliche Beratung durchzupeitschen. Die„ Deutsche muß es nicht heißen 81, sondern 81,75. Desgleichen unter Ham- Tageszeitung" erklärt, zugleich weitere Zettelungen der Zollburg 3. Wahlkreis nicht 300,-, sondern 3000,-. männer an den Tag bringend: Berlin, den 6. Oftober 1902. Wie sind mum im Plenum des Reichstages die Aussichten für den Zolltarif? Leider war der lang verheißene Entwurf dem Reichstag so spät zugegangen, daß nun die Zeit sehr furz wird; das ist eine Schuld der Regierungen. Die Linke scheint fest entschlossen, durch alle Mittel der Obstruktion das Zustandekommen zu verhindern. Nur gründliche Aenderung der Geschäftsordnung Es ist eine Eigenschaft der neudeutschen Politik, daß die eins fann dn helfen. Eine Verständigung mit den fachsten und gleichgültigsten Begebnisse sich zu verschlungenen, rätselRegierungen ist nicht ausgeschlossen, und um zu haften Staatsaktionen auswachsen. Ein moderner Scribe fände Stoff einem Ziel zu gelangen, würde ich in einzelnen " Für den Parteivorstand: odnotitch doglou A. Gerisch, Kreuzbergstr. 30. Konservative Zollpläne. im Nach v. Frege Herr Rettich. Der„ Rostocker Anzeiger" bringt einen ausführlichen Bericht über den Vortrag des Abg. Nettich im Tonservativen Verein des fünften medlenburgischen Wahlkreises. Was Herr Nettich über den Zolltarif und gegen die Zollopposition vorbrachte, bedarf keiner besonderen Beachtung, denn Herr Rettich ist nicht der Mann, der irgend etwas Selbständiges oder Neues zu jagen weiß, um so bemerkenswerter aber ist, was Herr Rettich über die Aussichten der Vorlage äußerte, da er als Vorsigender der Zollkommission in die Vorgänge hinter den Coulissen wohl eingeweiht ist und gleichfalls mit den Stimmungen seiner konservativen Parteifceunde durchaus vertraut ist. Die Ausführungen des Herrn Rettich in Rostock befunden die gleiche Neigung zum Zollfriedensschluß mit der Regierung, die soeben auch Herr v. Frege, wie wir gestern mit teilten, unzweideutig geäußert hat. Zunächst sprach Herr Rettich davon, daß die fonfervativen Wünsche in der Tarifvorlage der Regierung nicht in dem Maße erfüllt worden seien, wie es die Regierung vorher zugesagt hatte; an Stelle des erwarteten allgemeinen Doppeltarifes und der Getreidemindestzölle von 6-6, Mark feien mir ein Doppeltarif für die Getreidezölle und Puntten nageben; toie tveit, darüber lann ich zu verwickelungsreichen Schauspielen. Ein Glas Wasser spielt in den mich aus taltischen Gründen, wie gesagt, nicht aus- höfischen Vorgängen immer noch eine Weltgeschichte" schaffende Besprechen. Vielleicht könnte, um ein vorläufiges Ergebnis deutung. Vielleicht ist es die künstlerische Begabung maßgebender zu erzielen, in irgend einer Form der Regierung Personen, die diesen Reichtum an Ueberraschungen, Verwirrungen, Sie Bollmacht erteilt werden, auf Grund der Kontrasten verursacht. Das hösische Schauspiel steigt von den Kommissionsbeschlüsse und einiger im Plenum zu beschließender Ab- Brettern ins Leben, und erfüllt es mit seinem Geiſt. änderungen Handelsverträge abzuschließen. Die Linke till den Zolltarif mit dem Geschrei über Fleischnot und Brotivucher zur der leitenden Politik zu finden. Aber seitdem Herr Jacobi, als Nicht immer ist es möglich, den Schlüssel für die Geheimkammer Wahlparole machen. Ich weiß zwar nicht, ob diese ziehen wird, Vertrauensmann des Grafen Bülow, in der„ Norddeutschen Allum aber die folossale Aufheizung der Massen zu vermeiden, möchte ich allerdings gerne die Sache endgültig oder gemeinen Zeitung", wird der Schlüssel willig auch den boshaftesten borläufig zu einem Ende oder gewissen Ruhe- Nörglern zur Verfügung gestellt. Fast scheint es, als ob Herr punkt führen." Jacobi immer noch der wütende Helfer des neusten Kurses und der Die Konservativen haben die heitloseste Angst vor dem Birmard- Frondeur ist, der er war; sonst hätte er sicher dem Grafen ab Itampf unter der Parole des Brotwuchers; sie fürchten die Bülow abgeraten, jènes diplomatische Meisterstück zu veröffentlichen, Agrardemagogie des Bündlertums, das die Landbevölkerung gegen das heute die, Norddeutsche Allgemeine Zeitung" in Das wunderbare Erzeugnis die„ Gouvernementalen" aufhegt, sie fürchten vor allem die Erhochoffiziösem Sperrdruck bringt. folge der Socialdemokratie. Darum wollen sie, daß auf offiziöser Intelligenz hat folgenden Wortlaut: jeden Fall etwas zu stande kommt, daß die Zollfrage aus dem fonunenden Reichstags- Wahlkampf ausscheide. " " In einer Reihe von Blättern wurde gestern behauptet, daß die Audienz der Boerengenerale bei Seiner Majestät dem Kaiser munnehr endgültig feststehe. Demgegenüber find wir in der Lage, folgendes mitzuteilen: Nachdem es zur Kenntnis Seiner Majestät gelangt war, daß die Führer der ehemaligen Boerenarmee, Botha, De Wet und Delarey, nach Berlin fonimen würden, erging am 18. September der allerhöchste Befehl, die Generale dahin zu verständigen: Seine Majestät fei bereit, sie zu empfangen, vorausgefeßt, daß sie sich in Deutschland von jeder anti- englischen Agitation fern halten und bei seiner Majestät durch Vermittelung des englischen Botschafters anmelden lassen würden. Hierauf erklärte General De Wet für sich und seine Kameraden, daß sie mit den Bedingungen, unter denen ein Empfang bei seiner Majestät dem deutschen Kaiser stattfinden könnte, einverstanden wären. Nach einer am 6. Oktober aus dem Haag eingegangenen amatlichen Meldung sind die Generale jedoch inzwischen andren Sinnes geworden; sie erheben jetzt Bedenken dagegen, eine Audienz nachzusuchen, und erwarten vielmehr eine Berufung durch Seine Majestät den Kaiser. Denmach ist die Angelegenheit in negativem Sie entschieden und erledigt." Durch diese dankenswerte Aufklärung wird zugleich die Komödie offiziöser Schriftstellerei prächtig beleuchtet, auf die die„ RheinischWestfälische Zeitung" gerade am Mittwochmorgen aufmerksam machte. („ Es heißt, der Seniorenkonvent werde sich nicht nur mit der Frage befassen, welcher von den beiden Entwürfen zuerst zu beraten sei, sondern auch mit der andern, welche Teile des Tarifs in der Beratung zusammengefaßt werden könnten, damit eine Das Auswärtige Amt wünschte den Empfang der BoerenBeschleunigung erzielt werde. Wir halten es für aus generäle nicht, und so ließ es alle Preßoffiziösen los. geschlossen, daß der Seniorentonvent etwas Derartiges empfehlen Das Berliner Preßbureau hat sich, so meint die alldeutsch fönnte. Was bei der zweiten Lesung in der Stommission infolge empörte Rh.- Westf. 3tg.": einer Vereinbarung möglich war, ist im Plenum schlechthin unmöglich. Dort muß selbstverständlich über jede Position gesondert abgestimmt werden, und es darf keinem Mitgliede des Reichstages die Möglichkeit genommen werden, AHänderungsanträge zu stellen. Daß gewiffe Herren vielleicht ein derartiges Abkürzungsmittel in Erwägung gezogen haben und den Versuch machen werden, es anzuwenden, stellen wir nicht in Abrede. Aber wir halten den Verfuch, toie gefagt, für aussichtslos. Insbesondere würden wir mit aller Entschiedenheit und mit allen Mittelu dagegen uns wehren und verwahren müssen, daß durch irgend welche formelle Behandlung des Tarifs unfren Freunden die Vertretung der Forderungen erschwert oder unmöglich gemacht werde, die fie in Jnteresse der Landwirtschaft im Plenum des Reichstages erheben und wiederholen müssen. Wird dadurch die Erledigung der Vorlagen verzögert, so ist das teilweise die Schuld der Kommission, die in der zweiten Lesung die für uns wichtigsten Fragen nicht zur Erörterung kommen ließ. 06 man uns wegen dieser Auseinandersetzung neuerdings wiederum der Obstruktionsdrohung beschuldigt, läßt uns vollkommen falt." Die lüstern eine Aenderung der Geschäftsordnung Begehrenden werden erkennen, daß sie durch solchen Versuch ihre Zollnriedelage einer wahren Landplage ausgebildet, welches einen Teil der nationalen, vor allem nationalliberalen Bresse mit Nachrichten tauft und die nationale Presse gegeneinander hegt und so gegenseitig aufhebt; es ist in Deutschland dahin gefonmen, daß sich das Zimmer des Geheimen Legationsrats a= mann zu einer Schule der Lakaienjournalistit ausgebildet hat. Eine Reihe deutscher Blätter hält es nicht unter seiner Würde, feine Vertreter dort antichambrieren zu lassen, in der obendrein zumeist vergeblichen Hoffnung, dafür mit Nachrichten versorgt zu werden. Was diese Presse mit Herrn Hamann treibt, ist also einfach ein Handelsgeschäft, bei dem Nachrichten und Weiß- Papier gegeneinander ausgetauscht werden. Der Ton vergröbert sich dabei, wie er in der Rangordnung Heruntersteigt. Graf Bülow ließ irgend einen hohen Beamten und dieser das Preßbureau wissen, daß die Boerengenerale nicht bequem seien. Herr Hamann faßt das dahin auf, daß er in der Presse gegen alle Lente hegen läßt, welche irgendwie sich an dem Empfang der Boerengenerale beteiligen wollten. Die unter thänige Journalistit macht das schließlich zu groben Beschuldigungen und Beschimpfungen sowohl der Generale wie auch ihrer deutschen Gastgeber. Dieser unfeine, wüste Preßfeldzug geht nun wochenlang. er Da plötzlich erschien die telegraphische Note der„ Nh.-W. 3.", Amtlich verwarnt. Pastor Dörries in Kleefeld bei Hannover| alten, genialisch veranlagten Angeklagten, der sich u. a. in Ant bie meldete, daß der Kaiser die Generale empfangen wolle. ist Mitglied der nationalsocialen Partei und spricht öster in Verwerpen als Kohlenjunge anwerben ließ, dann unter den größten Nun erhält natürlich die ganze Klientel des geheimen Legations- sammlungen über politische Fragen. Darob hat ihm, wie Entbehringen in der Wüste bei den Beduinen lebte, später in Kairo rats Hamann das Kommando:„ Ganzes Bataillon kehrt! Hannoversche Blätter mitteilen, feine vorgesetzte kirchliche Behörde einen Cigarrenladen hatte und endlich in Zürich Muſik ſtudierte mit Laufschritt! Marsch marich!"" Daß bei diesem plöglichen Kom- amtlich eine Verwarnung zugehen lassen, nicht offen als partei solchem Erfolge, daß er bereits nach zweijährigem Studium als Pianiſt mandowechsel, bei dem in der Gile nicht einmal mehr vorher, Bataillon politischer Redner aufzutreten. Pastor Dörries scheint jedoch den Er nahm am in den großen Tonhalle- Konzerten auftreten konnte. Benz wurde später halt! Stillgestanden!" geschrien werden konnte, viele Preß- Konflikt mit der Behörde aufnehmen zu wollen. vertreter in den Sand stürzten, ist selbstverständlich. Manche konnten national- socialen Parteitag teil und hielt eine Versammlung ab, in Redakter des„ Freien Landesboten" in München und holte sich in dieser den„ Dreh" nicht mehr friegen und polemisierten, wie die„ Weser- der er über das Thema sprach:„ Verdirbt die Politik den Charakter?" Stellung wegen Beleidigung zweier Mitglieder des bayrischen KönigsZeitung" in vorsichtiger Form, jegt gegen den Kaiser, Er vertrat die Ueberzeugung, daß es Pflicht jedes guten Staatsbürgers hauses eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten, die er noch abweiter. Am trefflichsten und harmlosesten macht es natürlich die sei, einen Teil seiner Wirksamkeit dem politischen Leben zur Verfügung zufigen hat. Als Schriftsteller und Dichter ist er sehr fleißig und Kölnische Zeitung", welche noch am 27. September höhnisch von zu stellen, Politik treiben, heiße mitwirken am Wohle des Vaterlandes produktiv und hat in relativ kurzer Zeit 12 Bände herausgegeben, der„ Bettelreise der Generale durch Europa" sprach und am Das„ bißchen politische Freiheit", das wir haben, hätten wir nicht. die von einem Teil der Kritik ganz außerordentlich gelobt werden. 30. September fand, daß die Deutschen nicht englischer zu sein wenn nicht der Volkswille sich durch eine kräftige Regung geltend In der letzten Zeit befand er sich wieder er größten Notlage brauchen als die Engländer, welche die Generale glänzend mache. Daß es im politischen Parteikampfe nicht hergehe wie bei empfingen, man ehrt in den Generalen die tapferen Führer eines einem Damentaffee oder auf einem ästhetischen Thee- Abend, sei und fand ſchließlich einen Gönner, der ihn tapferen Volkes, wozu noch ein erklärlicher Zug des Mitleides selbstverständlich, aber das schade auch gar nicht. Jedenfalls wollten hungern schütte. Diese Umstände brachten ihn so herunter, daß er kommt." Bravo; wir beglückwünschen Herrn Hamant, daß er sich auch die evangelischen Geistlichen das Recht, mit nach der Ansicht des Sachverstänn bei Abfaffung des Briefes an ß er eine Majestätsbeleidigung wenigstens ein Blatt hat, welches dieselbe Rotationsgeschwindig zuarbeiten am Wohle des Volkes, nicht schmälern laffen. Es wird Hartmann nicht bewußt gewesen keit besigt, wie er selbst." sich nun zeigen, ob die Kirchenbehörde wieder einmal der Ansicht ist, beging. daß der Geistliche nur dazu da ist, dem Volke Gehorsam und Entda ist, dem V fagung einzureden. Die Vorgänge hinter den Coulissen sind, wenn man die„ Norddeutsche Allgemeine Geschicklichkeit mit der Rheinisch- Westfälischen" Entrüstung zusammenstellt, krystallklar. äblich vor dem VerDie von der Auflage vorgeschlagene Ueberiveisung des Angeflagten in eine Heilanstalt zur Beobachtung feines Geisteszustandes Gegen frivole Streits und allzu viel Koalitionsfreiheit ereifern wurde abgelehnt, worauf der Staatsanwalt 3 Monate Gefängnis Erster Akt. Das Auswärtige Amt arbeitet energisch gegen sich die„ Berl. Neuest. Nachrichten". Das Blatt will zwar nicht be- beantragte. den alldeutschen Nat, die Generäle in Berlin zu empfangen. haupten, daß alle Forderungen der amerikanischen Kohlenarbeiter Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Bernheim verlangte 8 weiter Aft. Der Kaiser erscheint auf der Scene. Plötzlich, unberechtigt und alles Unrecht auf ihrer Seite sei", allein es findet die Freisprechung des Angeklagten, da diesem der Vorsag einer persönlichen Eingebung folgend, lädt er die Boeren, die gar es" frivol" und" unsinnig", daß die französischen Bergarbeiter fehlte. Die Majestätsbeleidigung sei ein Vergehen, das einen 25jähriger Arbeit eine Pension voit zwei Frank Dolus erfordere. Nach einer reichsgerichtlichen Entscheidung müsse feine Audienz nachgesucht haben, zu sich ein, und sagt ihnen gleich, nach welchen Instanzengang sie einzuhalten haben. Die Generale geben( 1,60 Mark) verlangen. Daß ein Minister, der unter einem sich der Angeklagte des ehrenkränkenden Charakters seiner Aeußerung die Veränderung liebenden Kurs nach sechs Monaten gegangen wird, eine höfliche Antwort. Das ist am 18. September. eine dem Ministergehalt entsprechende Pension erhält, finden bewußt sein und dieses wesentliche Moment fehle hier. die„ Berl. N. Nachr." zweifellos ganz in der Ordnung, aber daß ein bitte er aber mit Rücksicht auf die schurkische Denunciation um das Bei aller HochGrubenarbeiter, dessen Knochen durch die schwere, Profit heckende geringste Strafmaß und zwar um Festungshaft. Arbeit eines ganzen Menschenalters zermürbt sind, eine Pension" achtung vor dem Kaiser, der sich auf allen Gebieten des menschlichen von 1,60 m. pro Tag beansprucht, das gilt ihnen als frivol" und Wissens bethätige und eine feltene Rednergabe besize, dürfe man „ unsinnig". Wobei das Scharfmacherorgan übrigens auch die Forde sich nicht wundern, daß Gegenäußerungen kommen, wenn sich rung der französischen Bergarbeiter fälscht, beanspruchen diese doch der Kaiser über Künstlerische Verhältnisse in so prononcierter nach 30jähriger Arbeit, nicht nach 25jähriger, ihren fargen In Weise äußert. validenfold. Dritter Akt. Spielt vom 18. bis etwa 29. September. Das Auswärtige Amt hat keine Ahnung von der durch den Kaiser veranlaßten Einladung. Seine Offiziösen wüten mumter weiter gegen die Bettelreise. der Generale". Endlich, nach zehn Tagen(!) ist die Kunde glücklich vom kaiserlichen Hoflager bis zu den Berliner Ministerien gedrungen. Bleiches, starres Entfeßen, das in einen jähen Jubelausbruch über die Ehrung der tapferen Führer eines " tapferen Volkes umschlägt. Vierter Akt. Die Generale lehnen die Bedingungen des Besuchs ab. Die Offiziöjen erklären stolz und heldenhaft:„ Na, denn nicht". Die Audienz ist vereitelt. Am Schlusse des Dramas ahnt man, daß die Offiziösen morgen wieder über die Bettelreise der Generale schreiben werden. Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" aber hat sich ein wahrhaftes Verdienst, erworben, daß sie einmal einen so blendenden Einblick in die Betriebsgeheimnisse unsrer Politik mit solcher ungeheuren Klugheit der immer noch staunensfähigen Welt vermittelt. Deutfches Reich. Eine Selbstkritit des bürgerlichen Parlamentarismus. Da die Zollparteien erregt gegen einander toben über das Maß der Zollbeute, das unbedingt ertrozt werden soll, kommen mancherlei interessante Enthüllungen zu Tage. Die Leute, die sonst mit einander im Freundesbunde der Ausbeutereinigkeit fämpfen, erzählen der staunenden Welt bei solcher Genadte Wahrheit bürgerlichen legenheit einmal die Parteiwejens, die sonst fein säuberlich verhüllt wird. Die „ Kölnische Zeitung", das nationalliberale Zollwucherblatt, das in der Regierungsvorlage die richtige Wuchermitte erblickte, fennzeichnet einige der jetzt feindlich benachbarten Zollfreunde, die an der Regierungsvorlage nicht Genüge haben, so drastisch, wie es mir der vermag, der diese Leute aus nächster Anschauung und langem Vertehr sehr genau kennen gelernt hat. Die Kölnische Zeitung" plaudert also: Der Bund der Landwirte wird beherrscht von lateinischen Bauern, die für die Agitation bezahlt werden und von der Agitation leben. Die Sache entwickelt sich nun naturgemäß dahin, daß den befoldeten Hezern das Wohl und Wehe der Landwirtschaft mehr und mehr gleichgültig wird. Der Agitator will und muß zeigen, daß er nüßlich und notwendig ist; er stellt und verficht also Forderungen, zu denen sein Auftraggeber sich nie verstiegen haben würde. Die Landwirte aber lassen die Hezer zunächst gewähren mit der Empfindung, diese Männer könnten ja einmal versuchen, wieviel sie für das platte Land herausschlagen könnten. Gänzlich unverständlich ist dagegen die Haltung der Kon= servativen. Die Herren hatten sich bis auf eine Entfernung von 50 Pf. der Regierungsvorlage genähert. Daß 50 Pf. die deutsche Landwirtschaft weder ruinieren noch selig machen können, Aber die darüber besteht keine Meinungsverschiedenheit. einmal, parlamentarische Eitelkeit verlangt mun daß der Neichstag eine Regierungsvorlage von dieser Bedeutung nicht amimnit, ohne durch die That zu beweisen, daß er ein nüßliches Wesen ist. Jeder einzelne Abgeordnete will doch schließlich nicht vor seine Wähler treten, ohne ein schimmerndes Beutestück, und seien es mur 50 Pf., vorweisen zu fönnen. Es wäre weise gewesen, wenn die Regierung mit dieser menschlichen Schwäche gerechnet hätte; sie fönnte den Barlamentariern das harmlose Vergnügen gönnen, ihr scheinbar etwas abzutroken; denn der Parlamentarier ist auf den Schein an= gewiesen. Die Regierungen haben aber nur auf die Sache gesehen; sie haben mit schwerer Mühe in langwierigen Verhand lungen sich auf Säge geeinigt, bei denen sie glaubten, Handelsverträge machen zu können; sie haben ganz vergessen, daß der Reichstags Abgeordnete ein Mensch ist, der das Bedürfnis hat, seine Wähler von der Notwendigkeit seines Daseins zu überzeugen. Nur ein seichtes Bächlein trennte die Konservativen noch von der Regierungsvorlage; man hätte es für unmöglich halten sollen, daß ein großes segensreiches Wert an einer Meinungsverschiedenheit über 50 Pfennige scheitern könne. Aber zunächst die parlamentarische Eitelkeit und dann die bleiche Furcht vor den Wüterichen des Bundes der Landwirte haben in den letzten Monaten die Konservativen immer weiter von der Regierungsvorlage abV schließen fann." " Eventuell Als Wilhelm II. eine ganze Reihe bedeutender und genialer Männer in den Rinnstein warf, da ging ein Schrei Von ethischer Kultur. Eben ist ein ethisches Büchlein erschienen: der Entrüstung durch die Künstlerschaft und die Aeußerungen der Pioniere des fittlichen Fortschritts". Es bringt eine Uebersetzung Brejse waren, wenn auch nicht wörtlich, so doch dem Sinne nach der französischen Schrift ,, Le mouvement éthique" vom französischen nicht viel anders, als die Stelle in dem Benzschen Briefe. Das Gericht erkannte, wie schon telegraphisch gemeldet wurde, Ethiker Alfred Moulet. Herr Moulet liebt es, fräftig aufzutreten; seinem deutschen lebersetzer aber, dem Herausgeber der Zeitschrift auf zwei Monate Festungshaft. Als Strafmilderungsgründe wurden „ Ethische Kultur", Dr. Penzig, fönnen solche republikanische Manieren nicht behagen. Er hat darum für ein Paar niedliche in Betracht gezogen die durch intensive geistige Arbeit erzeugte deutsche Filzpantoffelchen gesorgt, und trippelt ängstlich neben dem nervöse Neberreizung des Angeklagten und der niedrige Vertrauensweitausschweifenden französischen Kollegen her. Es ist ein Bild bruch des sauberen Herrn Karl Hartmann in Braunschweig. neudeutscher Kultur, wenn auch vielleicht nicht ethischer Kultur, das sich in diesem Widerstreite von Text und Fußnoten entrollt. Ausland. Der große Kohlenarbeiter- Streit er Die Herr Moulet schreibt: Von den Regierungen mißtrauisch betrachtet, sind die Gesell- dauert mit unverminderter Heftigkeit fort. Der Vorschlag des Prä schaften für ethische Kultur übel dran, wenn sie ihre politischen sidenten Roosevelt, die Arbeiter möchten sofort wieder die Grundsätze deutlich bekennen sollten... Die Ethiker der Ver- Arbeit aufnehmen unter der Bedingung, daß eine Schiedskommiſſion einigten Staaten und Englands genießen ja so ziemlich volle Ge- zusammentrete, deren Entscheid er, Roosevelt, dann mit möglichstem dankenfreiheit. Wie aber dürfte man es den Ethikern Deutschlands, Oestreichs und Italiens verdenken, Nachdruck Geltung zu verschaffen suchen werde, ist von den Der wenn sie es für unking oder doch wenigstens ungeschickt er Streifenden begreiflicherweise abgelehnt worden. Vorsitzende des Kohlengräber Verbandes, Mitchell, hat den achten, ihr politisches Programm mit allem Freimut zu bekennen. Vorschlag mit der Begründung zurückgewiesen, daß Anmerkung des llebersegers: denn doch nicht genügende Garantien „ Der Autor verkennt hier wohl ein wenig den grundsäglichen ihm Standpunkt wenigstens der deutschen Gesellschaft für ethische ziemlich abenteuerlichen Gerüchte, daß Roosevelt eine Kultur. Diese würde die Bindung an ein politisches Programm einzubringen beabsichtige, durch die die Kohlenbergwerke bis für einen ebensolchen Fehler halten, wie etwa die Anerkennung irgend eines freireligiösen oder freidenkerischen Gedankenkreises als 3r Schlichtung des Streiks einstweilen der staatlichen Kontrolle ihres fonfessionellen Programms... Die ethische Gemeinschaft fragt unterstellt werden sollten, haben keine Bestätigung gefunden. Einen nich: nach dem So oder Andersdenken, sondern nach dem guten Willen. Nicht Opportunismus also, sondern ein fester Grundsay bedingt ihre politische Neutralität, die keineswegs Indifferentismus ist." Herr Moulet schreibt: " Die Gesellschaften für ethische Kultur, zumal in den Vereinigten Staaten, in England und in Deutschland bekämpfen den Chauvinismus.... Chamberlain hat teine eifrigeren Gegner als die englischen, Wilhelm II. als die deutschen Ethiker." biete. Bill solchen Eingriff in die geheiligten Privilegien des Kapitals wird Herr Roosevelt weder planen noch auch durchzudrücken vermögen. Die Kohlennot und die öffentliche Empörung müßten noch ganz andre Dimensionen annehmen, bevor eine derartige staatliche Intervention zu erwarten wäre. Db übrigens die Arbeiter in Amerika durch eine Verstaatlichung der Bergiverke so besondere Vorteile erlangten, wäre noch sehr fraglich. Der Kampf wird also mit äußerster Energie- Entfaltung beider Teile fortgeführt. Die Staatsgewalt hat, ihrer alten lleberlieferung treu, dadurch für das Kapital Partei ergriffen, daß es das ganze Anmerkung des Uebersegers: Selbstverständlich in Fragen der Weltpolitit Streifgebiet unter Striegsrecht gestellt und 12 000 Mann Milizen und verwandten Neigungen." Herr Moulet schreibt: " zum Schuße der Arbeitswilligen aufgeboten hat. Nach einer Meldung der„ Daily Mail" soll der diese Truppen kommandierende Die ethische Bewegung entwickelt sich im Norden und Osten General Gobin von einer sehr animosen Stimmung Deutschlands nicht besonders, aber sie macht im Westen und gegen die Streifenden beseelt sein. Nach der Meldung Süden, wo die Regierung minder mißtrauisch und liberaler ist, bes englischen Blattes foll er den Befehl gegeben Fortschritte. Wenn aber diese Fortschritte bei unsren Nachbarn wenn sie angegriffen würden, nur langsam sind, so liegt das an dem Zusammentreffen mit haben, daß die Truppen, manchen Hindernissen, deren bedenklichstes die Feindseligkeit der Re- derartig zu schießen hätten, daß der Tod eintrete. Klingt die gierung und auch der örtlichen Machthaber bildet. Das sächsische Recht Meldung auch etwas sensationell, ausgeschlossen ist es nach den gestattete der Abteilung Leipzig nicht den Anschluß an die deutsche früheren Mezzeleien in dem Streikgebiet keineswegs, daß sich auch Gesellschaft; die„ Ethische Kultur" wird als ein sorgsam zu über diesmal wieder ein militärischer Handlanger des Grubenkapitals wachendes Blatt betrachtet; sieben Lehrern und Lehrerinnen wurde fände, der den Widerstand der Streifenden im Blute zu ersticken von ihrer vorgesetzten Behörde nahegelegt, aus der Abteilung suchte. Einstweilen freilich scheint der Soldatesta kein Vorwand geDresden auszuscheiden. Man weiß ja, wie vielerlei Gestalt die Verfolgung, offensichtlich oder geben werden zu sollen. Der von Mitchell an die Arbeiter gerichtete mastiert, annehmen kann. Endlich wuchtet wohl Aufruf, troy aller Provokationen ruhig zu bleiben, ist überall verdrückend lesen worden. Ueberall beschlossen daher die Arbeiter, im Streit zu das militärische und Bismarckische System noch zu beharren. Dagegen verzeichnet eine Meldung der Frankf. Ztg." das Gerücht, daß die Zechenbefizer nicht mehr einig seien. Ob das der Fall ist, nuß sich ja bald zeigen. auf Deutschland, als daß die ethische Bewegung sich hier in Ruhe entwickeln fönnte." Anmerkung des llebersegers: „ Seit 1899 ist dies geändert. Unser Freund jenseits der Alpen sieht wohl überhaupt die Verhält nisse ein wenig zu schwarz." Die Courage gehört nicht zu den sittlichen Pflichten, auf deren Entfaltung der deutsche Ethiker besonderes Gewicht legt. Ein Majestätsbeleidigungs- Prozeß. Den Umfang der bereits eingetretenen Kohlennot fennzeichnen und Die Gasanstalten eine Reihe von Meldungen. Petroleum händler werden mit Aufträgen förmlich überschwennt. Die Standard Dil Company hat den Preis für Kerosin bereits um einen halben Cent für die Gallone erhöht. Der Preis für Holzkohle ist doppelt so hoch wie früher. Die Fabri fanten von Petroleum- Defen erhalten täglich Tausende von Lieferungsaufträgen, können sie aber nicht ausführen, da die EisenVor dem hiesigen Landgericht I hatte sich heute der einem ausgießereien feine Kohlen haben und infolgedessen nicht im stande München, 6. Oktober.( Eig. Ber.) " Das große New Yorker Blatt" The World" soll nach einer Laffan"-Meldung bereits gezwungen sein, hölzerne Einrichtungsgegenstände aus den Büreaus zur Feuerung zu verwenden, um die Maschinen heizen und seine Auflage drucken zu können. Oestreich- Ungarn. getrieben und eine Kluft geschaffen, die man nicht so leicht nehmend gemeinen Schurkenstreich zum Opfer gefallene Schriftsteller find, die erforderliche Anzahl Defen zu liefern. In New York und Dichter Friedrich Benz wegen Majestätsbeleidigung zu ver- selbst liegen die Hälfte der Fahrstühle und Dynamos Keine Ehrung der Rinnsteinkunst! In zitternder Erregung schreibt antworten. Der Angeklagte unterhielt mit dem Schriftsteller Karl in den sogenannten„ Wolkenkrazern", den dreißig und mehrstöckigen die„ Nordd. Allg. 3tg.": Hartmann in Braunschweig einen litterarischen Briefwechsel und Geschäfts- und Fabrikhäusern still. „ Die„ Libre Parole" giebt nach dem Madrider Heraldo" den äußerte sich in einem solchen Briefe einmal ganz nebenher Inhalt eines Beileidstelegrammes wieder, das Seine Majestät auch über die Kunstrede des deutschen Kaisers, die er durch einen Der Kaiser und König an die Witwe Emile Zolas gerichtet Ausdruck kennzeichnete, der nun nach der Anklage eine Beschimpfung haben soll. Eine solche Depesche existiert nicht, und es gehörte ein ungewöhnliches Maß von Dreistigkeit des Kaisers darstellen soll. Hartmann stand angeblich unter dem dazu, um die scheinbar genaue Inhaltsangabe einer überhaupt Verdacht, Anarchist zu sein und um diese Annahme zu entfräften, nicht ergangenen kaiserlichen Kundgebung schlankweg zu erfinden." übergab er den vertraulichen Privatbrief seines Wie konnte das spanische Blatt auch so schwindeln. Einem so Freundes Benz der Polizei! Es geschah dies, wie heute Der Ausgleich vor dem ungarischen Abgeordnetenhans. fraffen Vertreter der Rinnsteinkunst tann fein Telegramm gewidmet sowohl der Vorsitzende des Gerichts, als auch der Staatsanwalt festDie erste Sigung im nenen Parlamentsgebäude begann am werden, auch wenn er ein Franzose ist. stellte, durchaus aus freien Stücken. Mittwoch mit der Verlesung eines föniglichen Reffriptes, durch Der Angeklagte behauptete heute, es sei ihm gar nicht zum welches die Session eröffnet wird. Běla Barabás, der ViceAus dem Reich des Centrums. In der eben zu Ende ge= gangenen fünften Schwurgerichtsperiode in Beuthen wurde auf Bewußtsein gekommen, daß er durch den inkriminierten Ausdruck den präsident der Kossuthpartei, hielt eine leidenschaftliche Rede, in der 81 Jahre Zuchthaus, 17 Jahre Gefängnis und 115 Jahre Ehrverlust deutschen Kaiser beleidigen könne. Er habe einfach das aus er die Ausgleichsverhandlungen mit Destreich als unfruchtbar und erkannt. Verhandelt wurde nur 12 Tage gegen 23 Personen sprechen wollen, was man in Künstlerkreisen allzwecklos bezeichnete. Er fügte unter großer Aufregung auf allen ( darunter 6 Frauen) wegen Straßenraub, Kindesmord, gemein über die Rede des Kaisers denke, ohne daß Seiten des Hauses hinzu, Destreich suche Ungarn auszubenten und zu Grunde zu richten; dies entspreche auch dem Willen Sittlichkeitsverbrechen, Körperverlegung mit tödman dabei diesen zu beleidigen beabsichtige. des Königs. Nachdem Barabás eine Begründung seines Vorwurfs lichem Ausgange, Meineid, versuchtem Giftmord, Münz= Als einziger Zeuge und Sachverständiger wurde Stabsarzt versucht hat, erklärt der Präsident, daß er, falls der Redner in berbrechen. Am 24. November beginnt die neue Arbeit der Dr. v. Drff vernommen. Er hat den Angeklagten seit längerer feinen unparlamentarischen Aeußerungen fortfahre, genötigt sein Geschworenen. Diese Sittlichkeit herrscht in dem frommen Oberschlesien, wo Beit in Behandlung und sagte aus, Benz sei Hysteriker und Mor- werde, ihm das Wort zu entziehen.( Leidenschaftliche Zurufe der Der Zeuge gab eine äußersten Linken: Dann wird in diesem Hause nicht das Centrum seine sichersten Sitze hat. Im Beuthener Wahlphinist, außerdem sei er erblich belastet. freise erhielt 1898 der Centrumsmann 24 054 Stimmen! Schilderung des abenteuerlichen Lebensganges des erst 24 Jahre mehr verhandelt werden!") Barabás schließt, indem " er der -Regierung mitteilt, feine Partei sei entschlossen, aus allen werden. Der Generalgouverneur erhält das Recht beide Abteilungen deutschen Arbeiterschaft müsse gesagt werden, daß sie sich gegen die Kräften bis zum Aeußersten das Zustandekommen des Senats zur Sitzung einzuberufen. Für das Oekonomie departe Degeneration energisch zur Wehr setze. So sei zum Beispiel in des Ausgleichs mit Destreich zu verhindern. Sodann ment wird eine besondere Behörde mit bestimmt abgegrenztem Frankfurt a. M. die Beobachtung gemacht worden, daß mit erhebt sich Miniſterpräsident v. Szell unter großem Lärm und Wider- Thätigkeitsgebiet errichtet. Der Generalgouverneuroder wachsender Arbeitslosigkeit der Besuch der Lesehallen, Biblio spruch gegen diesen. Dann fagt er mit erhobener Stimme:" Die fein Stellvertreter führt im Senat den Vorsi. thefen, Museen usw. gestiegen sei. Die Arbeitslosen= VerInfinuation, als wäre die Absicht Sr. Majestät auf die Schädigung Er bestimmt darüber, welche Sachen nur unter seiner oder seines sicherung stehe der Kranken- Versicherung an Wert nach, ihre Ungarns oder seinen Ruin gerichtet, muß ich feierlich und ent- Stellvertreters Leitung verhandelt werden sollen. Er bestimmt über Ausführung sei aber schwieriger. Schon die Arbeitslosenzählung schieden zurückweisen. Ich beteuere, daß in diesen peinlichen die Leitung der Verhandlungen, überweist die Mitglieder habe große Schwierigkeiten, wie die dankenswerten Versuche der und schwierigen Verhandlungen mit Destreich Seine Majestät des Senats an die einzelnen Abteilungen. Die Gewerkschaften in Berlin, Braunschweig usw. gezeigt hätten. Festauch nicht einen Augenblick Einfluß auf mich geübt hat. Inspektionsreisen und die Urlaubsgesuche der stehen müsse bei der Arbeitslosen- Versicherung der Begriff„ UnGegenüber der Drohung Barabás, die Kossuthpartei werde mit allen Senatoren unterliegen der Entscheidung des verschuldete Arbeitslosigkeit". Diesen Begriff festzulegen sei aber Mitteln den Ausgleich mit Destreich zu hindern suchen, erklärt der Generalgouverneurs. Gesuche an den Zaren sollen nicht sehr schwierig. Typische Fälle von unverschuldeter Arbeitslosigkeit Ministerpräsident, auch die Opposition müsse das Gesez achten. Das dem Senat übergeben werden. Das den Senatsprokuratoren nun seien Arbeitsmangel, von nicht unverschuldeter ArbeitsParlament fei eine Verkörperung des Gedankens der Volks- zustehende Recht, dem Kaiser Bericht über den Generalgouverneur losigkeit Entlassung wegen Trunk. Dazwischen lägen die zahlreichen souveränetät und darum dürfe keine Fraktion des Parlaments sich zu geben, wird aufgehoben. Die Veränderungen treten mit dem schwierigen Fälle. Um die diesbezüglichen Entscheidungen zu treffen, über das Gesetz hinwegsehen.( Beifall rechts, Widerspruch links.) 4. Oktober in Kraft. Weiter wird gemeldet, daß der Kaiser dem werde ein Gewerbegericht in Permanenz erklärt werden müssen. Im weiteren Verlaufe der Sigung erwidert Szell auf eine Rede finnländischen Senat es anheim gestellt hat, Bestimmungen darüber, Mit dem Verlangen Dr. Freunds- Berlin, daß Arbeitslosigkeit infolge Nátlays, welcher das Fernbleiben der Regierung von der Ventfeier welche Angelegenheiten der allgemeinen Reichs Streit nicht als umberſqubete gelten, jolle, werde für den Arbej Kossuths tadelte, er erkenne die große Bedeutung Kossuths und seine gefebgebung unterstellt werden sollen, als Vor- geber Partei ergriffen. Die Frage des Arbeitszwanges, ob man unsterblichen Verdienste an, doch habe dieser das Princip aufgestellt, schlag auszuarbeiten und zur Prüfung einzusenden. Zugleich werden etwa arbeitslose gelernte Arbeiter zwingen könne, die Arbeit umder Kaiser von Oestreich könne niemals König von Ungarn sein. eine ganze Anzahl von Dienstentlassungen finnischer Beamter ge- gelernter Arbeiter zu verrichten, sei sehr schwer zu lösen. Redner Dies Princip, an dem Kassuth bis an sein Lebensende festgehalten bespricht die Versicherungs- Versuche in St. Gallen, Bern und Köln, habe, verstoße gegen die pragmatische Sanktion. Bekanntlich haben die russischen Gewalthaber schon lange darüber die bei aller Wirksamkeit doch nicht als vollendet gelten könnten. bestimmt, und bestimmen weiter darüber, welche Sachen sie der finn- Die Schwierigkeiten seien so groß, daß Redner einer allgemeinen ländischen Regierung gnädigst überlassen, und welche sie selbst er- obligatorischen Reichsversicherung nicht das Wort reden möge. finnländische Senat wird durch die neuen Verordnungen zu einer Art die verschiedensten ledigen wollen. Jenes Zugeſtändnis ist also der reinste Hohn. Der Arbeitslosigkeit werde erzeugt durch die Saisonarbeit, die durch Schreibstube degradiert. Gründe hervorgerufene Fluktuation unter den Arbeitenden( Ausflüsse der Freizügigkeit, des KonkurrenzSarische Billigung der Polizeibrutalitäten. v. Wahl, der General- kampfes der Unternehmer usw.) und durch die Krisen des kapitalistischen Paris, 8. Oktober. Wie verlautet, haben in der gestrigen gouverneur und Menschenschänder von Wilna ist zum Ministergehilfen Wirtschaftssystems. Es sei unmöglich, die so entstehende ArbeitsSigung des Ausschusses des Vergarbeiter- Verbandes einzelne Mit- während noch Wahl in Urlaub war, hieß es, daß er nicht mehr nach in einer Reichsanstalt auch ausgeglichen werden könnten, jo sei an das ist das Neneste der Politik Plchwives. Schon losigkeit aus der Welt zu schaffen. Ein Recht auf Arbeit könne kein Staat gewährleisten. Wenn die geschilderten Risiken durch Konzentration glieder die Ansicht ausgesprochen, daß bei der Regierung Wilna zurückkehre, daß er aber an die Spitze der Gendarmerie genoch ein legter Schritt versucht werden solle, ehe ſtellt werden wird, das hat niemand glauben wollen. Nun ist das eine Aufhebung doch nicht zu denken. Und im Hinblick auf die man einen so folgenschweren Beschluß wie den des Gesamtausstandes aber geschehen und zum Chef der Gendarmen ist wieder ein Mann tausendjährige Entwickelung der Menschheit sei an eine Aenderung der fasse. Die endgültige Entscheidung wurde daher auf heute ver- berufen worden, der lebhaft an die berüchtigten Benkendorfs und Eigentumsverhältnisse, wodurch die Rijilen aufgehoben werden könnten, schoben. andre der Regierung des Nikolaus I. erinnern. Die Berufung auch nicht zu denken. Einige Gewerkschaften( Buchdrucker- Verband) hätten Paris, 8. Oktober. Die Mitglieder des Nationalkomitees der v. Wahls nach Petersburg bedeutet die Billigung der Wahlschen Anfänge einer Arbeitslosenversicherung gemacht, aber es komme da Bergarbeiter hielten heute von neun Uhr vormittag bis Buchthanstaktik, sie ist eine Aufmunterung für das übrige bureau- mir ein verschwindend geringer Teil der Arbeiterschaft in Betracht. Der Vorschlag Tischendörfers, daß die Krankenkassen 25 Proz. dem an die geben der Frankreich. Die Entscheidung über den Generalstreik der Vergarbeiter ist noch immer nicht gefallen. Ueber die Verhandlungen des National komitees der Bergarbeiter, ob der Generalstreik zu proklamieren sei, wird gemeldet: meldet. ernannt worden, mittag in der Arbeitsbörse eine Beratung ab, beschränkten fich fratische Rußland, in den Fußstapfen Wahls und Obolenski 31 Srankengelde anfschlagen, diesen Aufschlag durch Vermittlung der Entſcheidung nicht getroffen worden ist. Scute nachmittag jou haben, denfalls aber wird v. Wahl nach Wilna keine große Sehnsucht Bersicherung beſtrumen werden sollten, jei auch undurchführbar. Das eine neue Zusammenkunft stattfinden. Die Streifbewegung gewinnt inzwischen an Ausdehnung. Im Kohlengebiet von Lens sollen sich bereits 30 000 Arbeiter im Ausstand befinden. Auch in Douai, St. Etienne und Fermin greift der Ausstand um sich. In St. Etienne ist der Generalausstand Socialistischer Wahlsieg. vierten Bezirk von Marseille wurde der Socialist Duverger mit 1978 Stimmen in den Generalrat gewählt. Sein Gegner, der socialistische Radikale Rubando erhielt 1870 Stimmen. proklamiert worden. Spanien. Der Ministerrat beschloß die Aufhebung des Be lagerungszustandes in Barcelona sowie ferner, dem Könige das Dekret zur Unterzeichnung vorzulegen, durch welches das Parlament auf den 20. d. Mis. einberufen wird. England. is bo gemacht worden. leber Wahls Rückkehr vom Urlaub wird berichtet, zweckmäßigste werde ein kommunaler centralisierter Arbeitsnachweis daß die schärfsten Vorsichtsmaßregeln ergriffen worden sind. Bei sein, dem reichliche Geldmittel für die Verſicherung zur Verfügung Ausfahrten Wahls wurden viele Straßen ganz gesperrt! gestellt würden. Es werde dadurch zwar nicht eine Lösung der ebenfalls mit Gewalt. In Lodz ist der Direktor der Fabrik Fuchs Gegen die brutale Polizeigewalt wehrt man sich einstweilig Frage, aber eine Besserung der Verhältnisse herbeigeführt. Paul Kampffmeyer hat in seiner Krankenkassen- Zeitung" den mit Schwefelsäure begossen worden. Er war bekannt als einer der Vorschlag gemacht, Staat, Kominume, Unternehmer und Arbeiter ärgsten Ausbeuter in Lodz, der nicht selten seine Arbeiter mit Faust- sollten im Zusammenwirken Arbeitsnachweise schaffen und diese mit schlägen mißhandelte. In Schausen ist der jüdische Arbeiter, der Arbeitslosen- Versicherung ausbauen zu Arbeitsbeschaffungsdurch dessen Verrat kürzlich acht Personen ins Gefängnis kamen, auf Instituten. So werde man mindestens Leistungen in Höhe der der Straße erschlagen aufgefunden worden. Krankenkassengelder bieten können, was zur Entlastung der KrankenEin andrer Spion Namens Nochim Kornowski ist in kassen durchaus nötig ist. Professor Stieda ging auf diese, die Pabejanzi unweit Lodz erschlagen worden. Er war nach Krankenkassen besonders interessierende Seite der Sache nicht ein, Babejanzi gekommen, um hier die Streikbewegung der Textilarbeiter sondern vesolvierte sich in folgenden Leitfäßen: auszuspizeln. Auf seinen Wink wurden auch 15 Arbeiter verhaftet. In Niga sind neue Verhaftungen vorgenommen worden. Es ist auch ein deutscher Staatsangehöriger aus Hamburg, der hier zu gereist war und in einem Hotel wohnte, in Haft genommen worden. Sein Name ist aber noch nicht bekannt. Das Interesse für die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit ist neuerdings durch den Rückgang in vielen Geschäftszweigen und die bei den Krankenkassen um sich greifende Simulation besonders wachgerufen. Eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit wäre an sich wünschenswert und segensreich, obwohl sie an Bedeutung hinter der KrankenNene Bauerunuruhen. Im Kreise Priluksi des Gouvernements versicherung zurücksteht. Das Parlamentarische Komitee des Trades Unions- Kongresses, Boltawa haben abermals große Bauermunruhen stattgefunden, die die Vereinigung der freien Kirchen( Sekten) und der Verein für genau denselben Charakter tragen, wie die Unruhen in dem er- Sinne unentbehrlichen statistischen Grundlagen für eine Versicherung Es ist nicht möglich, die für eine Versicherung im modernen nationale Erziehung erließen ein Manifest gegen die Schul- wähnen Gouvernement im verflossenen Sommer. Es sind dort gegen Arbeitslosigkeit zu beschaffen. Auch sind in der praktischen vorlage, in dem gesagt wird: Die Regierung hat kein Hecht, furchtbare Zusammenstöße zwischen Bauern und Durchführung große Schwierigkeiten zu überwinden: Begriff der die Schulvorlage durchdrücken zu lassen, da sie dazu kein Mandat Gutsbesitzern vorgekommen. Die Tumulte dauern noch an. Aus unverschuldeten Arbeitslosigkeit, Haltung bei Streifs, Vergütung nur von der Nation hat. Die Hauptwahlen vom Jahre 1900 wurden BoItawa wirde sofort Militär requiriert, und selbst aus für eine bestimmte Anzahl von Wochen im Jahr, Kontrolle usw. nur auf Grund des füdafrikanischen Krieges ausgefochten. Nur Charkow wurde eine Abteilung dorthin entsandt. Es hat, wie Die in St. Gallen und Bern unternommenen Versuche, eine soweit reichte ihr Mandat. Will nun die Regierung eine Schul- verlautet, bei den Vorgängen eine Menge Verwundete und Versicherung gegen Arbeitslosigkeit zu organisieren, befriedigten nicht. reform durchsetzen, so muß sie vorher das Land befragen, in sogar eine Menge Tote gegeben. Die Hauptagitatoren wurden welchem Sinne es diese Schulreform durchgeführt wissen sofort verhaftet. will." Da England nun auch vor zahlreichen Munizipalwahlen stehe, 10 fordert das Manifest die Wähler auf, nur für solche Kandidaten zu stimmen, die gegen die Schulvorlage sind, um der Regierung den Willen des Volkes in Klarster Weise zu offenbaren. Denn die Schulvorlage ist eine grobe Ungerechtigkeit gegen die Nonkonformisten( Seften), gegen die Frauen, gegen die Eltern und Steuerzahler; sie schafft auch ernste Hindernisse gegen eine fortschrittliche Entwicklung der Volkserziehung." Die Munizipalwahlen finden in der ersten Novemberwoche statt. " Partei- Nachrichten. Parteikandidaturen. Für den 3. oberbayerischen Reichstags= Wahlkreis wurde der Lagerhalter Braun in Lechhausen als Standidat aufgestellt. Jm 2. pfälzischen Streise kandidiert Landtags= Abgeordneter Huber in Ludwigshafen. Die Parteigenossen in Mülhausen stellen als Kandidaten für den andesausschuß das Gemeinderatsmitglied Emmel auf. Die Wahl wird bekanntlich vom Gemeinderate vorgenommen. Totenliste der Partei. In einer socialdemokratischen Frauenversammlung zu Breslau verstarb, mitten im Vorlesen von Gedichten begriffen, unsre Genoffin Döring. Die Versammlung war nahe am Schluß, Frau Döring las ihr Lieblingsgedicht von Holtei in schlesischer Mundart Sonst nichts, nur heim" laut und sicher vor, als ein Herzschlag ihrem Leben ein Ende machte. Ein ehrenvolles Andenken wird ihr die Breslauer Partei bewahren. " Polizeiliches, Gerichtliches usw. Sie bethätigen mehr Wohlthätigkeit als Versicherung. Die finanziellen Erfolge der stadtkölnischen Versicherungskasse gegen Arbeitslosigkeit beruhen auf bestimmten örtlichen Verhältnissen. Auch diese Kasse ist keine eigentliche Versicherungsanstalt. Die Arbeitslosigkeit ist im wesentlichen auf drei Gruppen von Ursachen zurückzuführen: a) auf den Wechsel der Jahreszeiten. Für eine Versicherung in diesen Fällen müßten besondere Prämientarife aufgestellt werden. b) auf die täglichen Vorkommnisse im geschäftlichen Leben. Es ist sehr fraglich, ob man es bei ihr mit einer regelmäßig in gleichem Umfange wiederkehrenden Erscheinung zu thun hat. Ein zweckmäßig organisierter centraler, paritätischer Arbeitsnachweis wäre hier wirkungsvoller. c) auf allgemeine und specielle Krisen. An Negelmäßigkeit der Wiederkehr in demselben Umfange ist nicht zu denken, mithin auch kein forrefter Prämientarif aufstellbar. Es ist nicht ausgeschlossen, daß in einer einzigen Reichsanstalt alle diese verschiedenen Risiken ausgeglichen gedacht werden könnten. Ein zuverlässiger Prämientarif würde sich aber selbst dann nicht aufstellen lassen. Das Reich als solches müßte das nicht zu umgehende Nisiko auf sich nehmen. Mehr zu empfehlen ist eine im Anschlusse an den öffentlichen Arbeitsnachweis von der Kommune ins Leben zu rufende, reichlich zu dotierende Kasse nach dem Muster Kölns. Die letzten zwei Wochen London, 4. Oftober.( Eig. Ber.) bor dem Wiederzusammentritt des Parlaments werden gewöhnlich mit politischen Agitationstouren ausgefüllt. Die Abgeordneten gehen nach ihren Wahlkreisen oder nach wichtigen Mittelpunkten des politischen Lebens, um sich mit den Wählern über die Arbeiten der tommenden Session zu verständigen. Es sprachen gestern unter anderm die liberalen Abgeordneten Asquith und Haldane, Anhänger von Lord Rosebery. Asquith sprach hauptsächlich über die Lage in Südafrika und die Schulvorlage. Er lobte die Politik der Regierung in Bezug auf Südafrika seit dem Friedensschluß und meinte, es sei fein Grund vorhanden, sich über die Reise der Boerengenerale nach Deutschland aufzuregen; sie thäten nichts, was mit den Pflichten Die Polizeistunde als Versammlungsguillotine. britischer Bürger unvereinbar wäre. Dagegen sei er mit der SchulDer Allgemeine Arbeiterverein zu Apenrade hatte zum 28. Oktober vorlage durchaus unzufrieden. Seine Argumente bewegten sich im einen Pavillon des Vereinshauses der Dänen gemietet und hielt dort Sinne der von den Gegnern der Vorlage geübten Stritik. Haldane, In der Debatte tritt der Reichstags- Abgeordnete v. Elm der den man den Denker der Liberalen Liga nennen darf, beklagte die Socialdemokratie und die Köllerpolitik des neuen Oberpräsidenten" wichtiger, als die Arbeitslosen- Versicherung sei. Arbeitslosigkeit sei eine Versammlung ab, in der Redakteur Adler aus Kiel über„ Die Ansicht des Referenten entgegen, daß die Krankenversicherung Zerwürfnisse, die Unklarheit und die allgemeine Schwäche der libe- referierte. talen Partei, die im gegenwärtigen Momente ganz unfähig wäre, sergeant wegen Eintritts der Polizeistunde den sofortigen Schluß mäßig größer, als die Krankheitsfälle. Der Mangel ſtatiſtiſchen Um 10 Uhr forderte der überwachende Polizei- unter Umständen viel schlimmer als Krankheit. Auch sei sie ziffernein Stabinett zu bilden. Sollte die Partei es aber doch versuchen, der Versammlung, widrigenfalls diese aufgelöst würde. Man fügte Materials dürfe von Einrichtung einer Arbeitslosen- Versicherung eine derartige Aufgabe zu übernehmen, so würde die liberale Regierung nur von furzer Dauer sein und mit einer unheilvollen Nieder- fich dem Zwange, führte aber Beschwerde gegen den Beamten. Da nicht abhalten. Es werde sich das Material schon finden. Redner die Beschwerde von allen Instanzen abgewiesen wurde, erhob man Tage endigen. Die Partei sollte keine langen Programme aufstellen Klage beim Ober- Verwaltungsgericht. Dieses ließ sich hält eine Arbeitslosen- Versicherung seitens des Reiches, wie und keine Rezepte verschreiben, sondern sich mit den unmittelbaren vor der Verhandlung vom Landrat einen Bericht über die feitens der Gemeinden für nicht möglich. Bedürfnissen beschäftigen. Die unmittelbaren Bedürfnisse seien: lokalen Rechtsverhältnisse erstatten, aus dem hervorgeht, daß Schwierigkeiten seien so groß und so viele, daß sie auf dieſe Weiſe in Irland und eine gründliche Schulreform, damit wir für das dänische Vereinshaus von der Avenrader Polizeiverwaltung Arbeitslosen- Unterſtügung, auf Grund der Gewerrschaften unter nicht im Konkurrenzkampfe mit Amerika und Deutschland unter die Polizeiſtunde ein für alle Mal" auf 10 Uhr festgesetzt worden liegen". Irland fönne ein unabhängiges Parlament nicht gewährt, obwohl eine noch rechtsgültige Polizeiverordnung für Apenrade werden. Was Gladstone und Parnell nicht durchführen kennten, sollte die Polizeistunde allgemein auf 11 Uhr abends festsetzt. nicht mehr in Angriff genommen werden. Irland könne nur durch einen Ausbau der Bodengefeggebung, durch eine Regulierung der Agrarverhältnisse geholfen werden. Des gemeinen Rechts Rußland. " Die Unterdrückung Finnlands. Rücksichtslos sucht die russische Regierung die vom Zaren beschworene Verfassung und Selbstverwaltung Finnlands bis auf den letzten zu einer ruſſiſchen Provinz zu machen. vernichten, Finnland ganz dienen wiederum die kaiserlichen Verordnungen, die ant 1. Oftober in Helsingfors veröffentlicht wurden und folgenden Inhalt haben: Gründe verkündete der neue Chef Dr. Peters nicht. nicht zu überwinden seien. Die praktischen in dieses Unternehmen hineinzubeziehen, jei nicht angängig. völliger Selbstverwaltung der Arbeiter aufzubauen. Die Krankenkassen Die bescheid des Regierungspräsidenten auf und setzte die Ver- ihre Grenze. Es müsse deshalb das Reich eintreten und dieses müsse Gemeinden könnten viel für die Arbeitslosen thun, durch Unterstützung der Das Ober- Verwaltungsgericht hob den ablehnenden Beschwerde- Arbeitsnachweise usw. Aber die Leistungsfähigkeit der Gemeinde habe fügung der Polizeiverwaltung, durch welche das Vor den Gewerkschaften die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen. gehen des Polizeisergeanten gebilligt worden war, außer Straft. Professor Stieda sehe darin die Gefahr des Organisationszwanges. Es sei das aber gar keine Gefahr, sondern ein zu wünschender Fortschritt. Es feien eine Reihe Zwangsorganisationen für die Unternehmer geschaffen, weshalb nicht für die Arbeiter? Jetzt sei freilich ein Organisationszwang noch nicht durchführbar, weil noch nicht die Majorität der Arbeiter organisiert sei. Sei das geschehen, so liege gar keine Gefahr darin, eine Minorität zum Beitritt zu den Organifationen zu zwingen. Schon jetzt hätten die Gewerkschaften, die die Arbeitslosen- Unterſtüßungen eingeführt hätten, gute Erfahrungen gemacht. Sehr vorteilhaft sei, daß die Gewerkschaften nicht nur lokale Unterstützungen, sondern auch für die Neise gäben. Auf dieser freiwilligen Grundlage könne man Gutes bauen. Deshalb folle man allseitig die Berufsorganisationen unterſtüßen und fördern. ( Lebhaftes Bravo.) IX. Jahresversammlung des Centralverbandes der Orts- Krankenkassen im Deutschen Reiche. Hamburg, den 7. Oftober 1902. Der heutigen Sigung wohnen die Abgeordneten von Elm 1. Neue Regeln für die Anstellung von Beamten in der Civilverwaltung, wonach Personen russischer Herkunft angestellt werden von der ſocialdemokratischen und Dr. Semler von der nationalkönnen. Kandidaten und Studenten von russischen Universitäten er- liberalen Fraktion des Reichstages, Direktor Dr. Buehl von der heiten dieselben Rechte, wie die der Universität Helsingfors. Hamburgischen Allgemeinen Armenanstalt, Regierungsrat Professor 2. Beamte können aus ihren Stellungen entfernt werden durch das Dr. Mayet vom Reichsstatistischen Amt bei. konomiedepartement des Senats in Verbindung mit dem General- Nach Beratung und Beschlußfassung einer Geschäftsordnung für gouverneur. Ausgenommen von dieser Regel sind jedoch Polizei- die Versammlungen des Verbandes spricht Professor Dr. SticdaIn der sehr umfangreichen weiteren Debatte gehen die Meinungen beamte und Beamte in der Kanzlei des Generalgouverneurs. 3. Eine Leipzig über: sehr auseinander, was sich im Einbringen einer Flut von ReVerordnung betreffend die gerichtliche Anklage gegen Beamte, die solutionen äußert. Die meisten Redner treten dem Standpunkt Dienstvergehen begangen haben und über deren gerichtliche Verfolgung Er bezeichnet die Arbeiterversicherung als die größte That des von Elms bei, Israel- Berlin( Arbeitgeber) und Fischervon den vöchsten Autoritäten entschieden wurde. Vei Beamten der Jahrhunderts und konstatiert, daß allseitig der 3. und 4. angklasse wird die allerhöchste Genehmigung, bei der 5. Bersicherungsgesetze zu verbessern und auszubauen, eta die Weimar, der sich als überzeugten Gewerkschaftler vorstellt, sind für Gegenwärtig ein Zusammenarbeiten von Arbeitgebern und Arbeitern, etwa nach bis 9. die Genehmigung bes enats in Verbindung mit der des stehe die Arbeitslosen- Versicherung im Vordergrund der Diskussion. Art der Invaliden- und Krankenversicherungen mit beiderseitiger Generalgouverneurs zur gerichtt. Verfolgung eines Beamten ver- Sie interessiere auch die Krankenkassen besonders, da sie unter durch Beitragszahlung und beiderseitiger Verwaltung. Ott Leipzig hält langt. 4. Eine Verordnung, durch die einige sehr entscheidende Aende- Arbeitslosigkeit hervorgerufener Simulation zu leiden hätten. Die die Gewerkschaften nicht für geeignet, die Arbeitslosen- Versicherung zu rungen in der Steilungen und Institutionen des Senats herbeigeführt| Arbeitslosigkeit degeneriere die Arbeiter; freilich zur Ehre der tragen. Gewerkschaften müßten Politik treiben, und die Versicherungen . Arbeitslosigkeit und Krankenkassen". Gewerkschaftlichec. baldiger Ausbau der Arbeiterschuh- Geschgebung anzustreben. Es ist zu fordern: a) Ausdehnung der Bundesratsbestimmung vom 31. Mai 1897 müßten gerade vor dem politischen Treiben geschützt werden, sonst gingen sie zu Grunde. Im Schlußwort äußert Professor Stieda den dringenden Central- Arbeiterjekretariat. Die Generalfommission der Geentgegenständen, fallen möchten, aber dabei würde er doch nicht dafür und eines Bureaubeamten für das Central- Arbeitersekretariat, welches familienmitglieder gegen Lohn beschäftigt find, Wunsch, daß alle Schranken, die den Organisationen der Arbeiter werkschaften veröffentlicht das Ergebnis der Wahl eines Gefretärs auf sämtliche Werkstätten der Bekleidungsindustrie, in denen Nichtzu haben sein, daß den Organisationen, die doch Kampfes- Organi- am 1. Januar 1903 in Berlin seine Thätigkeit zu beginnen hat. Es b) Verbot der Mitgabe von Arbeit an Werkstattarbeiterinnen fationen feien, aus öffentlichen Mitteln Unterstützungen zu teil würden. waren 104 Bewerbungen eingegangen, davon 16 für den Posten des in deren Wohnung; Zur redaktionellen Umarbeitung der eingelaufenen Resolutionen Sekretärs und 88 für den des Bureaubeamten. Als Sekretär wurde c) Einführung behördlicher Listenführung über die Hauszu einer einzigen wird eine fünfgliederige Kommission gewählt. Damit ist dieser Punkt der Tagesordnung erledigt. Zur Be- in Plößensee weilt, wo ihn die preußische Justiz auf sech3 Monate ten Arbeitgeber; unfer Redaktionsfollege Robert Schmidt gewählt, der zur Zeit gewerbetreibenden. Meldepflicht der Arbeitnehmer und ihrer direkratung kommen die verschiedenen Anträge, die gestellt sind. Zuerst eingeferfert hat, weil er im Vorwärts" eine die Art der Kriegsd) Stonzeffionierung der Familientverkstätten und fanitäre Konbefürwortet to hn- Berlin einen Antrag der Drts- Krankenkaffe der führung in China kennzeichnende Notiz veröffentlicht hatte. Istrolle derfelben; Kohn Berliner Kaufleute, den Orts- Krankenkassen die regelmäßige Vornahme Bureaubeamter wurde Gustav Vauer, der Vorsitzende des e) Ausdehnung der Invaliditäts- und Kranken- Versicherung von Ermittelungen der Wohnverhältnisse ihrer erkrankten Mitglieder Centralvereins der Bureauangestellten gewählt. auf die Hausgetverbetreibenden; dringend zu empfehlen. f) Ausdehnung der Gewerbe- Inspektion auf die Hausgewerbetreibenden. Als Hauptmittel zur Sebung der Heimarbeiterinnen wurde die Organisation derselben bezeichnet, die auch durch die bürg liche Frauenbelegung gefördert werden soll. Auch Leichsenring Straßburg tritt für Wohnungsenqueten seitens der Krankenkassen ein. Das Zustandekommen eines ReichsWohnungsgesetzes werde dadurch wesentlich gefördert werden. Berlin und Umgegend. T Die Arbeitszeit der Franen. " Die Rollfutscher treten nicht in den Generalstreik cin. In ihrer Schließlich wird folgende Resolution angenommen: Versammlung am Dienstag wurde zunächst Bericht erstattet über die „ Die Versammlung ist der Ueberzeugung, daß die Krankenkassen am gleichen Tage erfolgte Besprechung mit den Spediteuren. Wie der Ausbreitung der Volkskrankheiten am zivedmäßigsten durch eine schon mitgeteilt, hatten diese abgelehnt, einen offiziellen Vertreter des Feststellung und eine Beseitigung der Wohnungsmißstände vor sie wollten die Differenzen mit den Arbeitern des Betriebes allein Transportarbeiter- Verbandes zu den Verhandlungen zuzulassen, Zu der Umfrage über die Möglichkeit der Herabsehung der ge= bengen können. Die Aufstellung eines einheitlichen Schemas zur Konstatierung der Wohnungsmißstände ist dringend angebracht. regeln. Um den Schein der Gerechtigkeit zu wahren, wiesen sie ihren jehlichen Arbeitszeit der Frauen auf 10 Stunden ist unserm HannoverDie Mißstände müssen von den Krankenkassen zur Kenntnis der eignen Vereinsangestellten, den früheren Spediteur Hinge, ebenfalls schen Parteiblatie die Zusammenstellung der Aeußerungen der dortigen Unternehmer vertraulich zugegangen. Die Mehrzahl der interBehörden gebracht werden. Die Krankenkassen haben die Ver- aus dem Verhandlungszimmer. Ta fich die Kommission der Rolluder Indus rie", pflichtung, der Wohnungspolitik der Landes- Versicherungsanstalten ihre futscher und Bodenarbeiter aber strikte an den Versammlungsbeschluß nehmer ist natürlich in Rücksicht auf die Interessen Aufmerksamkeit zuzuwenden. Sie haben dahin zu streben, daß Mit vom Sonntag hielt, welcher besagte, ohne Hinzuziehung eines Ver- foll heißen auf den Profit, gegen die Herabfeturg. Doch fins auch glieder in den Ausschuß und in den Vorstand dieser Anstalten bandsvertreters nicht zu unterhandeln, so wurden die Verhandlungen einige vernünftigere Ansichten vertreten. So wird aus den eisen gewählt werden, die ein tiefgehendes Verständnis für die Schumann betriebsweise abstimmen, ob der Generalausstand proabgebrochen. Nach längerer Debatte ließ der Verbandsvorsitzende der Weberei erklärt: Vor vielen Jahren wurde in der Weberei zu Zeiten, da die Wohnungspflege haben. Der Krankenkassenverband ist ferner der flamirt werden solle oder nicht. Von den Anwesenden stimmten 261 Vergrößerung der Produktion wünschenswert erſchien, es vorüberMeinung, daß erst ein Wohnungsnot Gesetz, das iebt für und 31 gegen den Streif; eine Anzahl Beteiligter hatten sich gehend mit einer längeren Arbeitszeit verſucht; anfänglich war die von den Vertretern aller Parteien befürwortet wird, die Wohnungs- der Abstimmung enthalten, auch stimmten die Streifenden vom An- Produktion dann größer, sank aber bald auch bei längerer Arbeitsmißstände beseitigen wird." Dazu wird ein Amendement Prinz halter Vahnhof nicht mit. Angesichts dieses Resultates riet Schu- zeit wieder auf wenig mehr als die Leistung in zehn Arbeitsstunden." Es wird deshalb die zehnstündige Arbeitszeit für die zweckIn Anbetracht, daß in Preußen bereits Gefundheits- würde es nicht verantworten fönnen, auch im Namen der Fern- fogar mit der neunstündigen Arbeitszeit die besten Erfahrungen ge= mann von einem Generalstreit ab. Er erklärte, die Versammlung mäßigste erklärt. Zwei Geschäftsbücherfabriken erklären, daß sie fommissionen auf Grund des Kreisarzt- Gesetzes bestehen und solche gebliebenen einen so weittragenden Beschluß zu fassen; es stehe zu macht haben. Der Verdienst der Arbeiterinnen ist bei gleichen. Accord voraussichtlich intensiver als bisher ihres Amtes walten ertvarten, daß eine große Zahl der Letzteren weiterarbeiten werde. werden, sollen die Ortskassen- Vertreter dahin streben, daß inter solchen Umständen sei es geradezu ein Verbrechen, den General- fäßen in 9 Stunden nicht geringer geworden wie früher in 10 ihre Vertreter zu diesen Kommissionen zugezogen werden. Die streik zu proflamieren, weil derselbe dann von vornherein aussichtslos Stunden. Orts- Krankenkassen- Verwaltungen in Bundesstaaten, die zur Zeit wäre. Er empfahl deshalb, nicht in den Generalstreik einzutreten, Kottbus angenommen: folche Kommiffionen noch nicht haben, follen dahin arbeiten, daß ähnliche Kommissionen auf gefeßlicher Grundlage geschaffen und zu denselben Vertreter der Oris- Krankenkaffen hinzugezogen werden." " sondern nur das Transportbureau Anhalter Berliner Partei- Angelegenheiten. Bahnhof bis auf weiteres zu sperren. Mit diesem Borschlage erklärte sich die Versammlung gegen 2 Uhr nachts einverstanden. 0 Zur Lokalliste. Durch ein Versehen in der Druckerei ist die am Sonntag herausgegebene Lokalliste unvollständig erschienen. Wir ersuchen daher die Parteigenossen, von Nachstehendem Kenntnis zu nehmen. Es sind frei: Dritter Wahlkreis: Dietrichs Festfäle, Dresdener - Marienfelde. Teutschbein, Großbeere.straße, traße 116. Arbeiter Verkehrslokal. Oranienburg Sandhausen: Waldhaus Sandhausen ist gesperrt. Ferner bitte zu beachten: Schöneberg. Der Nauchklub, Alpenrose Schöneberg" veranstaltet am Sonnabend, den 18. Oktober, im Lokale„ Wilhelmis hof", Ebersstraße, ein Vergnügen, zu welchem man versucht, Billets in Arbeiterkreisen abzusetzen. Bir erwarten, daß die Karten zurüdgewiesen werden, da genanntes Lokal zu Versammlungen der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung steht. Gleichzeitig ersuchen wir diejenigen Barteigenossen, welche als Aus Induftrie und Handel. Lohnbewegung der Bleiglafer, Glasmaler und Messingglaser. In der Streifversammlung am Mittwoch gab der Vorsitzende den Zur Krisis in Sachsen. Aus Zwickau wird uns geschrieben: Situationsbericht. Nach demselben ist der Stand des Streits noch Immer noch fordert die Krisis in dem industriereichen Sachsen neue derselbe wie in voriger Woche. 45 Kollegen find abgereift, somit Opfer. Ganz besonders ist es das Zwickauer und das Lugau- beträgt die Zahl der Streifenden 120. Vom Vorsigenden des UnterDelsniger Kohlenrevier, das davon hart betroffen wird nehmerverbandes, Georg Nöhlich, war ein Schreiben eingegangen, Allgemein fehrt in den Berichten der Gruben die Klage wieder, aus welchem hervorging, daß die entgegenkommenden Forderungen, daß die ersten 7-8 Monate dieses Jahres einen bedeutenden die von der öffentlichen Versammlung am 3. Oktober als GrimdAusfall ergeben haben. Die Arbeiterentlassungen lage weiterer Kommissionsverhandlungen festgelegt worden sind, nehmen immer noch zu. Erst vor wenigen Tagen mußte die rundweg abgelehnt werden. Demnach fordert das Unternehmertum, Grube Beschert Glüd" in Oberhohndorf bei Zwickau ge- daß die Arbeiter fich bedingungslos unterwerfen. Die Versammlung schloffen oder, wie der technische Ausdruck lautet,„ berhüllt" werden. protestierte mit Entrüstung gegen diese Zumutung und ist fest ent Von der Belegschaft, 180-200 Mann, ist der größte Teil bereits entlassen entfchlossen, bis zum äußersten zu fämpfent. Schon 6 Wochen und abgelohnt; die übrigen verrichten mir noch aufräumungsarbeiten 2c. dauert der Streit und es zeigt sich deutlich, daß das Unternehmer- gofalfomunions- Mitglieder von Berlin gewählt worden sind, ihre Und in der Königin Marienhütte- Ramsdorf, dem größten tum es auf eine Machtprobe ankommen lassen will. Wert in Sachsen, sind im Walzwerk sowohl als auch im Puddeliverl Mit einem warmen Appell an das Solidaritätsgefühl der genaue Adresse an den Genossen Wilhelm Hinz, S. 14, und der Gießerei wöchentlich zwei Feierschichten eingelegt. Hunderte Berliner Arbeiterschaft schloß der Vorsitzende die Versammlung, mit Prinzenstraße 66, einzusenden. Die Lokalkommission. und der Gießerei wöchentlich zwei Feierschichten eingelegt. Hunderte der Bekanntgabe, daß die nächste Versammlung Freitag, 10. Oftober, In Brits tagt Freitag in Lokal von Barkenthin, Bürgerstraße 4, von Hüttenarbeitern büßen dadurch wöchentlich je 7-9 M. ein! Zu allen diesen llebeln kommt jetzt noch, daß auch das Martinwerk abends 8 Uhr, stattfindet. der Königin Marienhütte nicht mehr genügend Aufträge hat Die Kohlenpreise haben dazu eine Höhe erreicht, die fast um 9 bis 12 Proz. über das Preismaß des( doch gewiß teueren) Vorjahres hinausgeht! Das würde noch schlimmer sein und für die ärmere Bevölkerung angesichts des Winters noch gefährlicher, wenn das Kohlen syndikat sich nicht durch kleinliche Konkurrenzfämpfe selbst aktionsumfähig machte. Die Berichte der kapitalistischen Blätter sprechen anläßlich der Betrachtungen über die mißliche Geschäftskonjunktur die offnung auf einen strengen und zeitigen Winter" aus, damit das Minus wieder eingeholt werde. Alles in allem eröffnet die Situation alles eher denn erfreuliche Ausblicke in die Zukunft. " Von der gegenwärtigen Notlage des Ruhrkohlenmarktes zeugt deutlich die Meldung, daß das Rheinisch- westfälische Kohlensyndika wegen Absatzmangels größere Mengen Siebgrus seitens der Mager Kleine Rühnemänner. Am Donnerstag voriger Woche nahm die Freie Vereinigung der Gas- und Wasserleitungs- Installateure in gefchloffener Sigung Stellung zu den neuen Forderungen der Rohrleger. Sie lehnte dieselben einstimmig ab und beschloß gleichzeitig, sich an die Innmg der Gas- und Waffer- Industriellen mit dem Ersuchen zu venden, gemeinschaftlich gegen die Nohrleger Front zu machen. Die Innung beschloß jedoch am letzten Dienstag, dem Ersuchen der Freien Vereinigung nicht Folge zu geben, sondern sich mit den Gehilfen allein auseinanderzusetzen. Deutsches Reich. O Metallarbeiter. Im Schummschen Hammerwerk in Neusorg im Fichtelgebirge ist ein Streit ausgebrochen, der Zuzug von Metall arbeitern ist deshalb fernzuhalten. Der Centralverband der Handels, Verkehrs- und Transportdie ordentliche Generalversammlung des Wahlvereins. Tagesordnumg: Vorstandsbericht, Wahlen und Bericht vom Parteitage. Es wird um Entrichtung der rückständigen Beiträge ersucht. Verfammlungen. Agitationskommission des Fachvereins, fand am Montag im großen Eine öffentliche Klavierarbeiter- Bersammlung, einberufen von der Saale des Gewerkschaftshauses statt. Sie wurde veranlaßt durch den Umstand, daß verschiedene Berliner Klavierfabrikanten versuchen, durch eine weitere Teilung der Arbeit die Produktion wesentlich auf Kosten der Arbeiter zu verbilligen. Bekanntlich besteht in dieser Industrie schon seit Jahren eine Arbeitsteilung, so daß man unter den Klavierarbeitern Rastenmacher, Umbaumacher, Bodenmacher, Nun wird Zusammenseßer usw. unterscheidet. in einzelnen fohlenzechen nach Kettwig a. d. Nuhr senden läßt, wo sie vorläufig arbeiter, Zahlstelle Fürth, forderte vom dortigen Stadtmagistrat Fabriken, nicht gerade in den ältesten und bedeutendsten, in einer Grube gelagert werden. Mengen laut Frankf. 3tg." nur 3,50 M. für die Tonne ab Zeche Die Bechen erhalten für bei einem derzeitigen Verrechnungs- bezw. Verkaufspreis von 5 M. für mageres Siebgrus. " Eine neue Fusion in der Kohlenindustrie. Nach einer Meldung der„ Rheinisch- Westfälischen 3tg." vereinbarten die Bergbaugesellschaft Concordia" mit der Zeche Steingatt in Kupferdreh ein Fusions projekt vorbehaltlich der Genehmigung der Generalversammlungen Die Zeche Steingatt" wird stillgelegt, die„ Concordia" übernimm beren Syndikatbeteiligung von 216 376 Tonnen zur Erhöhung de eignen in den letzten Jahren nicht erhöhten Beteiligungsziffer. De Kaufpreis beträgt annähernd 1,8 Millionen Mart, darin ist die Anleiheschuld„ Steingatts" in Höhe von 750 000 M. einbegriffen. Die„ Concordia" hat jezt beim Kohlensyndikat eine Beteiligung bon 1070 000 Tonnen, mit Hinzurechnung des bisherigen Quantums der Zeche Steingatt also fünftig 1 286 376 Tonnen. Nach Fertigstellung ihres im Bau begriffenen neuen Schachtes IV wird sich diese Beteiligungsziffer aber noch weiter erhöhen. Mindestlohn von 20 resp. 22 M. und Festsegu. der Arbeitszeit von 6 bis 6 Uhr, ferner entsprechende Bezahlung der Ueberstunden. Ausland. Zum Straßenbahnerausstand in Genf meldet das„ W. T. B.": Bivei sehr stark besuchte Verfanımmlungen der organisierten Arbeiter schaft beschlossen, daß ein allgemeiner Aus stand in der Nacht om Mittwoch zum Donnerstag verkündet werden soll, wenn die Forderungen der ausständigen Angestellten der Straßenbahn nicht bis Mittwoch 11 Uhr vormittags bewilligt werden. Die Gewerkschaften der Arbeiter des städtischen Elektricitätswerks, des Gaswerks und des Wasseriverks stimmten grundsätzlich dem allgemeinen Ausstand zu " Sociales. in zunehmen, um möglichst ungelernte Arbeitskräfte zu den niedrigsten weiter gehende Arbeitsteilung innerhalb der einzelnen Branchen vorLöhnen verwenden zu können. Ferner sucht man die Maschinenarbeit in größerem Maße anzuwenden und außerdem wird für gewisse Arbeiten auch die Heimarbeit und das Zwischenmeistertum eingeführt. Der Referent Kleinlein führte unter anderm aus, daß diese Maßnahmen und diese Lohndrückerei mit dem neuen Zolltarif- Entwurf eng zusammenhänge, dessen Einführung ganz besonders auch für die Klavierindustrie sehr schädigend wirken muß, erstens durch die Holzzölle und dann durch die zollpolitischen Maßnahmen, zu denen jedenfalls diejenigen Länder veranlaßt werden, welche die Hauptabnehmer der Berliner Fabrikate sind; so vor allem Rußland, wohin im Jahre 1893 nur 1467 Doppelcentner Klaviere, 1900 aber 8988 Doppelcentner exportiert wurden, ferner Enoland, to bereits die Klavierfabrikanten für einen Schutzzoll Prope anda gsmachen. Es steht also der deutschen Klavierindustrie eine schwere bevor, Die Berufskrankheit der Steinhauer, die in Schweden als Beit zumal da im letzten Halbjahr der Absatz Die Bergfrankheit" bezeichnet wird und besonders in den Lemunda nach dem Ausland schon bedeutend zurückgegangen ist. Finanzpanit in Kanada. Die unsichere, gespannte Lage des Sandsteinbrüchen grassiert, hat der schwedischen Gewerbe- Inspektion Fabrikanten erkennen sehr wohl Sie schwere Schädigung, New Yorker Geldmarktes beginnt jest ihre Wirkung auch im benach Beranlassung zu besonderen Untersuchungen gegeben. Der Gewerbe- die der Klavierindustrie durch den neuen Zolltarif droht, und haben barten Kanada auszuüben. Wie das„ Reuterſche Bureau" aus Montrea Inspektor, der sich hiermit zu befaffen hatte, erklärt mun, daß der Ein- in ihrem Fachorgan sehr energisch dagegen protestiert. Einige von meldet, herrschte heute dort und auf verschiedenen andren kanadischer atmung des feinen Sandsteinstaubes, wodurch die Krankheit ver- ihnen suchen nun offenbar jezt schon durch die gekennzeichneten Märkten eine große Finanzpanit. Die außergewöhnlich lange Periode ursacht wird, auf dreierlei Weise entgegengewirft werden kann: Maßnahmen darauf hinzuwirken, daß ihnen auch nach Einführung von Geldknappheit, die auf die maßlosen Stäufe in künstlich hoch durch Respiratoren, durch Anfeuchtung des Gesteins während der des neuen Zolltarifs der Auslandsmarkt gesichert bleibt, leider auf getriebenen Werten während der letzten Monate gefolgt war, ha Arbeit und durch mechanische Einrichtungen zur Aufsaugung des Kosten ihrer Arbeiter. fchließlich zur Liquidation der mit geborgtem Stapital erzielten Ge Staubes. Die Respiratoren wurden, weil sie nach Aussage der Der Referent forderte zu lebhafter und energischer Arbeit für winne geführt. Dominion- Steel- Aktien gingen um 28 Dollar unter Arbeiter die Atmung hindern, für unpraktisch erachtet. Die Auf die Organisation auf, damit mit vereinten Sträften einer weiteren ihren fürzlich an der New Yorker Börse erzielten höchsten Kurs jauge- Einrichtungen sollen für die weit sich ersteckenden Lemunda- Verschlechterung der Lage der Slavierarbeiter vorgebeugt zurüd. Die Geldverlegenheiten zogen auch die Canadian Pacific Brüche zu fostspielig sein. Im übrigen wird dieses Mittel für das werden könne. In der Diskussion wurden die Lohnbrückereien verund gleichartigen Werte in Mitleidenschaft, wodurch die Befiger der zuverlässigste erklärt. Der Inspektor hat aber bei seinem Besuch der schiedener Firmen scharf verurteilt. Eine im Sinne des Referats Canadian Pacific- Fonds große Verluste erlitten. Der Verkehr schloß Brüche in diesem Sommer die leberzeugung gewonnen, daß unbe- gehaltene Resolution, worin Protest gegen den Zolltarif- Entwurf ermit einer Banit. dingt etwas geschehen müsse und deshalb den linternehmern die An- hoben wird und die Klavierarbeiter zum Anschluß an die Organisation Auch aus New York lauten die Nachrichten recht tribe. Nach wendung der Befeuchtung auferlegt und den Arbeitern streng ver- aufgefordert werden, wurde einstimmig angenommen. einer Meldung der Daily Mail" plant der Schatjekretär boten, in nicht angefeuchteten Gestein zu arbeiten. Die Anwendung Darauf fand noch eine längere Aussprache zwischen den central neue Maßregeln zur Erleichterung des Marktes. Er will, dieses Verfahrens ist in den Lemunda- Brüchen wegen der Nähe des und den lokalorganisierten Klavierarbeitern statt. wie es heißt, die Umwandlung der alten hochverziuslichen Wetternfees mit nur geringen Koſten verknüpft. Schatzscheine in zweiprozentige gegen Zahlung einer Barprämie wieder aufnehmen. durch 8 Millionen Pfd. Sterl. freigemacht. Die Wiederaufnahme furt hat wiederholt die Forderung auf Anstellung eines städtischen Baukontrolleurs aus dem Stande der Arbeiter abgelehnt. Die BauDie Financial würde jetzt 5 Millionen Pfd. Sterl. freimachen. Times" melden aus New York: Die Lage gilt im allgemeinen als arbeiterschutz- Kommission erhob die Forderung neuerdings und ver sehr ernst. Die Börse ist scharf mitgenommen worden. Man glaubt wies in der Begründung auf zahlreiche festgestellte Mißstände auf in maßgebenden Streisen, daß selbst die Beilegung des Kohlen- gewissen Vauten. Das Resultat war abermals Ablehnung. Hierbei arbeiter- Ausstandes nur eine furzlebige Erholung hervorrufen würde. wurde u. a. der gewiß durchschlaggebende Grund ins Feld geführt, Bisher ist es den großen Truſt- und Finanzmagnaten, die für daß die Bauten, die zu der Eingabe Anlaß gaben, inzwischen fertig die nächste Zeit neue Gründungen oder die Unterbringung großer gestellt jeien! Die Stadtväter Schweinburgs verdienen eine Prämie Bondsausgabenplanen, durch Interventionsläufe und Beschwichtigungs- für ihre socialpolitische Weisheit! maßnahmen gelungen, dem Drud der Positionslösungen auf dem New Yorker Markt entgegenzuwirken und dadurch einer eigentlichen Banit in Wallstreet vorzubeugen. Greift jest aber die Unsicherheit auch auf die kanadischen Märkte und, wie im weiteren Fortgang zu erwarten steht, auf Chicago über, das seit langem zu einem Mittelpunkt der verwegensten Haussespekulationen geworden ist, jo dürfte alle Macht der Hochfinanz und alle Arbeit ihrer Presse nicht mehr ausreichen, dem Ausbruch eines Sturms an der New Yorker Börse zu wehren. " = Bor zwei Jahren wurden hier- Ja, wir find flug und weiſe. Der Stadtmagistrat Schwein Letzte Nachrichten und Depeschen. Aus der Frauenbewegung. Generalstreit beschlossen. Paris, 8. Oktober.( W. T. B.) Das Nationalkomitee der Grubenarbeiter hat in einer heute nachmittag in der Arbeitsbörse abgehaltenen Versammlung den Generalansstand beschlossen; die Arbeit soll morgen früh niedergelegt werden. Arbeit soll morgen früh niedergelegt werden. Paris, 8. Oktober.( B. T. B.) In einer an die französischen Grubenarbeiter gerichteten Kundgebung des Nationalkomitees, in welcher der Generalausstand proklamiert wird, heißt es, nachdem das omitee der Grubenbesitzer Frankreichs es abgelehnt habe, eine Abordnung der Arbeitgeber zu entfenden, welche mit Vertretern der Arbeiter über die Frage des Minimallohns, der Organisation und der Regelung der Arbeit sich besprechen sollten, sei es angebracht, in den Genealausstand einzutreten. Der Bund deutscher Frauenvereine beschäftigte sich auf seiner Generalversammlung auch mit der Frage des Schußes der Konfektionsarbeiterinnen. Man stellte dazu folgende Grundsäße auf: Zur Beseitigung der offenkundigen, allbekannten Mißstände, Wien, 8. Ottober.( W. T. V.) Der Reichsrat ist auf den unter denen die Konfektionsarbeiterinnen zu leiden haben, ist ein 16. Oftober cinberufen worden. Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 236. 19. Jahrgang. esd! and 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Jonnerstag, 9. Oktober 1902. 013 Die Berliner Parteiversammlungen. Den furzen Mitteilungen, die wir gestern brachten, lassen wir numunehr die nachstehenden ausführlichen Berichte folgen: Erster Wahlfreis. and t 1 Mitteln nicht noch außerdem die wissenschaftliche Zeitschrift halten der Agitation gegen den Zolltarif durch Veranstaltung von VerTönnten. Im übrigen beschränkte sich Redner darauf, ein ge- sammlungen. Die verschiedenen Kreise seien rege an der Arbeit, die drängtes Bild von den sonstigen Verhandlungen des Parteitages zu politischen Organisationen hätten bedeutende Fortschritte gemacht. geben und ihre Bedeutung hervorzuheben. Nachdem noch Hartmann auf die Schwierigkeiten der Agitation " " Noman teilt nicht die Auffassung Wolderskys bezfiglich der im Kreise Sorau hingewiesen hatte, wurde zur Wahl der Funktionäre Nenen Zeit". Der Vorwärts" müßte in seinen Wochenberichten geschritten, deren Ergebnisse bereits mitgeteilt sind. die auftauchenden Streitfragen mehr berücksichtigen, damit auch die Ueber die Brandenburger Konferenz berichtete Die in Dräsels estsälen tagende Versammlung war ziemlich informiert würden, die die wissenschaftliche Zeitschrift nicht läfen. Slein; eine Diskussion wurde nicht beliebt. gut besucht. Wie der Vertrauensmann Oppel berichtete, Redner meint weiter, daß der Beschluß in der Stichwahlfrage Zum Punkt Bericht vom Parteitag" wurde beschlossen, betrugen die Einnahmen, einschließlich eines Bestandes von 266,77 W.,( Resolution Bebel) infolge des verräterischen Verhaltens der die Berichterstattung abzusetzen und sofort in die Diskussion 2919,93 M., die Ausgaben 2306,20 M., so daß ein Bestand von Freisinnigen an praktischer Bedeutung verlieren werde. Fülle einzutreten. Harndt nimmt Stellung gegen die Versicherung der 618,73 M. berbleibt. An die Parteikasse wurden 500 M. gegeben. führte aus, daß man es dem Takte der Einzelnen über- Parteibeamten. Er sei der Meinung, daß die Sache durchaus noch Deffentliche Versammlungen fanden 7 statt, außerdem 3 Sonntags laffen müsse, da oder dort als Schriftsteller, mitzuarbeiten. Wenn nicht erledigt fei. Es liege absolut fein Grund vor, die„ Vorwärts" hmittags- Versammlungen. Der Vertrauensmann wies ferner auf er an hervorragender Stelle in der Partei stände, würde er wahrschein- Angestellten, die ein auskömmliches Einkommen bezögen, auch noch die in Gemeinschaft mit den Gewerkschaften vollzogene Arbeitslosen- lich aus Parteirücksichten nicht für die Monatshefte" arbeiten. Redner zu pensionieren. Sie mögen das auf ihre Kosten machen, nicht auf zählung hin, als die wichtigste Arbeit im verflossenen Geschäifsjahr wendet sich dann persönlich gegen Richard Fischer, indem er nach- unfre. Es sei ganz natürlich, daß durch die Gewährung einer solchen und forderte schließlich mit Rücksicht auf die gegenwärtigen politischen zuweisen sucht, daß dieser gewissermaßen die Thatsachen ertstellt Pension das Interesse bei den Angestellien an der Umgestaltung der Verhältnisse und den drohenden Zolltarif zu besonders lebhafter habe, indem er in der Resolution zur Alkoholfrage schrieb, daß der Verhältnisse schwinden müsse. Gegen die Stellung des Parteitages Tätigkeit für die Organisation auf. Dem Vertrauensmann wurde Parteitag nicht in der Lage sei, den Genossen die völlige Abstinenz müsse entschieden protestiert werden und er empfehle die Annahme einstimmig Decharge erteilt. zu empfehlen. Ein solches Verlangen sei von den abstinenten folgender Resolution: Zu seinem Bericht von der Breßkommission sagte Genossen und ihren abstinenten Freunden gar nicht gestellt„ Die Versammlung lehnt entschieden die Pensionierung und Kalisti unter anderm: Von den eingegangenen Beschwerden worden. Man habe vielmehr Redner citiert die bezüglichen Witwenversorgung der Vorwärts" und Buchhandelsangestellten ab; misse besonders die der organisierten Frauen erwähnt werden, die Anträge und Resolutionen mur gewünscht, daß sich ein Parteitag sie bestreitet ebenso entschieden dem Parteivorstand und Parteitag ms Einfluß auf den die Frauenbewegung betreffenden Teil und überhaupt einmal mit der Alkoholfrage näher beschäftige und daß das Recht, solche einschneidenden Fragen kurzerhand zu beschließen, meh Beachtung dieses Teils des Centralorgans der Partei ver- der Parteipreffe anheimgegeben werde, auf die Schäden großen ohne die Parteigenossen der einzelnen Orte zu fragen, welche die langten. Die Beschwerde sei zur Genugthung der Beschwerdeführer Alkoholgenusses mehr als bisher hinzuweisen. Kojunke, dazu nötigen Gelder aufzubringen haben. erledigt worden. Der Redner forderte die Genossen auf, bei den der im großen und ganzen mit den Leistungen des Partei- Um die Stellung der gesamten Berliner Parteigenossen zu den Vorwärts" betreffenden wichtigen Fragen und principiellen Be- tages zufrieden ist, giebt den Genoffen, die sich aus der denken sich mehr als bisher an die Breßkommission zu wenden, Rieuen Zeit" in die„ Socialistischen Monatshefte" geflüchtet haben, selbstverständlich aber nicht bei jeder Kleinigkeit. Zu diesem Be- allein die Schuld an den erörterten mißlichen Verhältnissen. Der richt bemerkte Glas, daß eine Beschwerde polnischer Genossen teine Boykott der„ Neuen Zeit" fei geradezu auf bösen Willen zurück Beachtung gefunden habe. Kaliski erklärte hierzu, diese Sache zuführen. Mummert wandte sich gegen Fülle in der Alkoholsei erst zu seiner Kenntnis gekommen, als feine Siginig mehr statt- frage. Mit Recht habe sie der Parteitag für eine Privatsache fand, sie werde jedenfalls noch erledigt werden. M erklärt. Da es inzwischen schon sehr spät geworden war, berließen viele Genossen den Saal, so daß man sich veranlaßt sah, die Debatte abzubrechen. Es wurde noch beschlossen, daß dem Wiedereintritt Fahrenwalds in die Partei nichts entgegenstehe. Fahrenwald ging seiner Zeit mit den" Unabhängigen". Dritter Wahlkreis. der Pensionsfrage kennen zu lernen, beauftragt die Parteiversammlung den Vertrauensmann, nach Rücksprache mit den übrigen Vertrauensleuten in nächster Zeit eine Versammlung für ganz Berlin einzuberufen und die Pensionsfrage auf die Tagesordnung zu sehen." Wusch ing empfiehlt die Ablehnung der Resolution. Die Vers sicherung der Angestellten sei sehr am Plazze. Alboldt führt aus, daß die Vertrauensleute gegen Maßnahmen des Parteitages nichts ausrichten könnten. Die Versicherung liege gerade im Interesse der Partei. Selbst die Delegierten des sechsten Kreises, von dem der Protest ausging, standen nicht alle auf dem Boden desselben. B. Ma a iz spricht sich in sehr abfälliger Weise über die Versicherung der Parteibeamten aus. Er nimmt Bezug auf einen Leitartikel vom 6. August, worin den Arbeitern empfohlen wurde, Armenunterstützung in Anspruch zunehmen, wenn sie dadurch ihrer politischen Rechte nicht verlustig gingen. Wann ist es denn in der Partei üblich gewesen, neben guter Bezahlung auch noch eine Stentenversicherung aus den Taschen der Parteigenossen zu verlangen? Die Parteistellungen hätten sich in den letzten Jahren derart gebessert, daß sich hunderte nach den frei werdenden Stellungen drängten. Habe ein Liebknecht, der früher doch auch nur kärglich besoldet gewesen, an eine Rentenversicherung gedacht? Von der Lokalkommission berichteten die Genossen Schmoll und Lucht. Schmoll macht besonders eindringlich darauf aufmerksam, daß es wesentlich an der Arbeiterschaft selbst liegt, wenn in einem Kreise Schwierigkeiten bezüglich der Lokalfrage entstehen; überall dort, wo die Arbeiter fest zusammenhalten, find auch Lokale zu haben. Lucht erwähnte dann noch, daß das Zelt I, lo nachdem zuerst die Einwilligung zur Abhaltung einer Versammlung erteilt worden war, dann für die Parteigenossen geschlossen wurde. Die Versammlung tagte im Gewerkschaftshause. Aus dem Das Brandenburger Haus wurde nach Abhaltung einer Versammlung Berichte des Vertrauensmannes och entnehmen wir, ebenfalls verweigert und ebenso die Nurhallen unter den Stadtbahn- daß die Einnahmen für das Berichtsjahr sich auf 6676,20 M., die bögen. In dieser Gegend sind zu unsrer Genugthuung jetzt zwei Ausgaben auf 5838 M. belaufen. Abgehalten wurden sieben VerLokale frei geworden. Der Redner machte dann darauf aufmerksam, fammlungen, Flugblatt- Verbreitungen fanden zwei statt. Die neu daß in letzter Zeit in einzelnen Fällen sich Gewerkschaften nicht errichtete Parteispedition habe einen guten Anfang gehabt; die Anstreng an die Liste gehalten haben, was sehr zu verurteilen fei. zahl der Abonnenten betrug 1400. Ferner berichtet Redner über die Den Bericht von der Agitationstommission für die Angelegenheit des Genossen Jahn, die seitens der Preẞkommission Er, Redner, könne versichern, daß in den Kreisen der ParteiProvinz Brandenburg gab Walded Manasse. Darauf an den Kreis verwiesen worden ist. Es habe eine gründe genossen teine Begeisterung für Rentenversicherung herrsche. turhen die Wahlen vorgenommen, deren Resultat bereits mitgeteilt liche Untersuchung der Beschwerde Jahns stattgefunden; nach dem Böttcher und Kräfer treten gleichfalls für die Resolution worden ist. gi Ergebnis derselben mußte sie aber zurückgewiesen werden. Es sei Harudt ein, während Dimmick dieselbe für niemand annehmbar Von der Brandenburger Provinzialfonferenz nach bester Ueberzeugung entschieden worden; das Urteil habe ja erklärt, weil alle Parteigenossen der Meinung sind, daß das, was gaben Woldt und Bolzmann einen ausführlichen Bericht. auch die Zustinumung aller Instanzen, auch des Parteitags, er der Parteitag gefagt hat, für alle Socialdemokraten maßgebend sein Vom Münchener Parteitag berichteten Dieseler und halten. soll. Die Resolution gehe weit über die berechtigte Kritik hinaus. Büttner. Daran knüpfte sich eine längere Diskussion. Genosse Ju der Diskussion ergreift Jahn das Wort und bemerkt, daß Der Antragsteller Harndt macht für den Fehler den Parteivorstand Goga polemisierte gegen die Stellung, die Blos zu der Alkohol- nur ein engerer Kreis feine Angelegenheit tenne; die Berliner wissen und den Parteitag verantwortlich. Auch er sei für auskömmliche frage eingenommen hat, und die Haltung des Parteitages zu der nichts. Während seiner Ausführungen, die sich gegen den Parteitags- Löhne, was jedoch darüber, sei vom Uebel. Wagner- Bielefeld Frage. Täterow wandte sich gegen die Art, in der Goga die bericht des„ Vorwärts" bezüglich seiner Sache richten, wird er vom giebt in sehr erregter Weise der Meinung der Provinz über die Alkoholfrage in den Vordergrund der Diskussion über den Parteitag Vorsitzenden darauf aufmerksam gemacht, daß dies nicht bei diesem Arbeiterpresse- Versicherung Ausbrud. Der Parteitag hat ihm nicht drängte; die Frage könne bei einer andren Gelegenheit Punkte der Tagesordnung zur Diskussion stehe. Hoch ergänzt seinen imponiert. Er hält die Besoldung der Redakteure für austömmlich. ausführlich behandelt werden. In der Polenfrage wünschte Bericht noch dahin, daß die in Betracht kommenden Instanzen be= Ein Antrag auf Schluß der Diskussion findet hierauf Annahme. der Redner, daß bald eine Einigung zu stande kommen schlossen haben, Jahn den Uebergang zu einer andren Beschäftigung Nach einer längeren Geschäftsordnungs- Debatte wird die Resolution möge; es sei nach beiden Richtungen gefehlt worden. Kaliski, durch Gewährung einer ausreichenden Unterſtügung zu erleichtern. Harndt angenomunen gegen eine ziemlich große Minorität. Etwa der erklärte, den Bestrebungen der Alkoholgegner sympathisch gegen Den Bericht über die Thätigkeit der Preßkommission der dritte Teil der Anwesenden enthielten sich der Abstimmung. überzuſtehen, wandte sich ebenfalls gegen die Art, wie Goga hier die erstattete Alboldt zugleich mit dem Bericht über den finanziellen Nachdem Böttcher und Braun bei dem Punkt„ KommunalFrage behandelte. Auf die Anfrage, warum sie nur für den einen Stand des Central- Organs. Beschwerden seien in jeder Sigung drei politik" auf das Verhalten des Genossen Kloß- Stuttgart eingegangen, der beiden von Berlin für die Kontrollkommission vorgeschlagenen zu erledigen gewesen, darunter auch diejenige über die Aufnahme waren, brachte Paul Jahn seine Angelegenheit zur Sprache, Genossen gestimmt haben, äußerten sich Dieseler und Büttner der Jujerate der Milchcentrale, bezüglich deren die Preß worauf Hoch in ausführlicher Weise antwortet. dahin, daß, weil keine Aussicht vorhanden war, daß beide Vor- Kommission beschlossen habe, sie nicht mehr aufzunehmen. Die Versammlung erklärte die Angelegenheit Jahn" durch die geschlagene gewählt werden würden, man sich entschlossen habe, auf Maaß frägt an, auts welchen Gründen die Aussprache für erledigt. dem Parteitag nur für den einen der beiden Genossen einzutreten, Aufnahme der Inserate der Milchcentrale verweigert werde, Zum Schluß der Versammlung, die sich bis gegen 2 1hr ausum wenigsten dessen Wahl zu sichern. ferner, ob es dem Alboldt Genossen bekannt dehnte, wurde, nach dem sich ein Teil der Versammelten entfernt sei, daß auch ein Inserat des Bundes der Landwirte, die Fleisch- hatte, die nachstehende Resolution angenommen. teuerung betreffend, abgelehnt sei? In einem Flugblatt des Bundes" Die Parteigenossen des dritten Berliner Reichstags- Wahlkreises Die Versammlung fand in der Bockbrauerei statt. Aus dem der Landwirte werde dies behauptet. erklären sich mit den Beschlüssen des Parteitages und dem Verhalten Geschäftsbericht des Vertrauensmannes Scholz Er könne sich mit dieser Stellungnahme der Preßkommission ihrer Delegierten einverstanden. Sie versprechen, nach wie vor mit ist hervorzuheben, daß die Einnahmen die des Vorjahres um etwa nicht einverstanden erklären. Sei die Ablehnung aus politischen allen Kräften für die Ausbreitung der socialdemokratischen Ideen 300) M. übersteigen. Die Gesamteinnahme betrug 11 987,59 M., Gründen erfolgt, so würde dies gewissermaßen zu einer Prüfung einzutreten und die Organisation der Partei zu stärken." die Gesamtausgabe 11 631,32. Es verblieb ein Bestand von der politischen Gesinnung der Inserenten führen. Was könnten die 356,17 M. Die Versammlung entlastete den Vertrauensmann. Inserate der Milch- Centrale uns schaden? Wir selbst seien doch Vierter Wahlkreis. Ueber die Thätigkeit der Preßtommission berichtete froh, wenn gegnerische Blätter unsre Versammlungsanzeigen auf- Den Bericht der Vertrauensleute für den Osten gab Röckeriz. Sein Urteil über den Vorwärts" ging dahin, daß nähmen. Unfre Leser seien genügend über die Absichten der Milch- ranke. Aus demselben ging hervor, daß im verflossenen Jahre unser Centralblatt auf der Höhe der Zeit stehe. Es läge jetzt an Centrale unterrichtet. die Agitation eine außerordentlich rührige war. Es fanden im den Parteigenoffen, durch eine fräftige Agitation eine der Bedeutung Es sei thöricht, das Geld der Gegner auf dem neutralen Gebiet ganzen 5 Kommunalwähler- und 7 Volts- Versammlungen statt. Die des Blattes entsprechende Anzahl von Abonnenten gewinnen. des nicht zu nehmen, wir als recht Binte referiente eingegen über die von den Genoffen des beffer belämpfen könnten. I bol bt giebt dem Bouredner bis zu von 23,062,67 m. sſtebt eine Geſamtausgabe von 22 274,10.91. gegenzweiten Wahlkreises in den Kreisen Zauch- Belzig, Jüterbog- Lucken- einem gewissen Grade nicht unrecht. Aber nachdem die Redaktion über, so daß ein Bestand von 788,57 m. verbleibt. Die Parteiwalde und Kalau- Luckau entfaltete Agitation. gegen die Milchcentrale in schärfster Weise Stellung genommen, fpedition ergab einen Ueberschuß von 8862,62 M. Voigt be od ind Zweiter Wahlkreis. 11 Benno und r Nach einem Bericht des Genossen Polenski über die Arbeit konnte man doch die Anzeigen derselben nicht bringen. Von einem richtete namens der Vertrauensmänner für Süd- Osten. Auch hier der Lokalkommission teilte Steimann als Mitglied Inferat des Bundes der Landwirte sei ihm nichts bekannt. Ma a ß ist der Agitation im Berichtsjahre besondere Aufmerksamkeit gewidmet der Zeitungskommission mit, daß die seit dem 1. Auguft im Betrieb betont, daß eine solche Anzeige thatsächlich zur Aufnahme bei der worden. Neben 7 Volfs- und 2 Parteiversammlungen fanden aus Anlaß betiche Parteipedition, die mit 2370 gibomenten, aut arbeiten Gypebition eingegangen iſt. Der Bund der Zandwirte habe natürlich der Stadtverordneten- Wahlen im 11. und 12. Kommunal- Wahlbezirk begann, jetzt über 2500 Abonnenten habe. Im Laufe dieses Monats wird aus der Nichtaufnahme Kapital zu schlagen versucht. Die Annoncen 4 Kommunalwähler- Versammlungen statt. Zur Verteilung gelangten noch eine besondere Agitation erfolgen. Die Zeitungskommission, feien auf ihren thatsächlichen Inhalt zu prüfen. insgesamt 105 000 Exemplare Agitations- Druckschriften. Die Geder u. a. die Kontrolle der Spedition obliegt, hat alles in Ordnung Die Partei als solche übernehme keinerlei Verpflichtung. Alle famit- Einnahme betrug 21 283,61 M., die Gesamt- Ausgabe 18 825,18 gefunden. Die Bersammlung beschloß, die Zahl der mitglieder von 5 auf 3 herabzusetzen. Es folgten ommissions gegnerischen Inserate müßten aufgenommen werden und er er- Mart, bleibt ein Bestand von 3497,43 M., so daß die Kassendann die nach Richtung hin weitherziger zu verhältnisse des Südostens ebenfalls als gute zu bezeichnen find, für die verschiedenen Aemter, deren Ergebnis bereits gestern mit sein. Heine glaubt nicht, daß sich nach dieser Nichtung hin ein umfomehr, da auch hier die Parteispedition einen Gewinn von geteilt worden ist. Ueber die Verhandlungen der Parteikonferenz für die Formel zu lösen. Die Anzeige tenne er nicht. Habe sie bloß die die Berichtgeber erfolgte die Neuwahl der Vertrauensmäimer. leitonferenz für die Brincip aufſtellen laſſe. Die Frage ſei nicht mit einer einfachen 7167,58 M. zu verzeichnen hat. Nach Erteilung der Decharge an Provinz Brandenburg berichtete sehr ausführlich der Ge- Bekanntgabe der Verkaufsstellen der Milch- Centrale enthalten, so sei Hierauf referierte Büchner über die Thätigkeit der Preßnoffe Fülle. Er stellte in Aussicht, daß die Agitationstommmission gegen die Aufnahme durchaus nichts einzuwenden. Anders liege die tommission. Zwar sei die Abonnentenzahl des„ Vorwärts" in alles thun werde, um die dunklen Winkel der Mark Sache, wenn es sich um eine förmliche Werbung durch die Centrale erfreulicher Weise gestiegen; jedoch ist es durch Ausfall gewisser Einmit dem Licht der Aufklärung zu durchleuchten. Es wäre zu hoffen, gehandelt hätte, da sei eine Verwirrung in unsern Leserkreisen nicht nahmen unmöglich gewesen, allen Wünschen gerecht zu werden. Vordaß der Socialdemokratie bei den nächsten Wahlen einige noch nicht ausgeschlossen gewesen. Es müsse Grundsatz sein, den Gegner nicht gesehen sei aber schon, eventuell durch besondere Beilagen für die eroberte Wahlkreise der Provinz zufielen. Auch erivartet Redner, die mundtot zu machen. Jede freidenkende Zeitung nehme auf erhobene betreffenden Bezirke die Berichterstattung aus den Vororten umfangProvinzpresse sich selbständig Angriffe gegnerische Einsendungen auf. Das erfordere die Loyalität reicher zu gestalten. Einschneidende Meinungsverschiedenheiten mit der binareffe werd fiber bie Berhandlungen des des politiſchen stampfes nach den Regeln, wie er geführt werden soll. Rebattion und Expedition feien nicht in die Erscheinung getreten. – In der " Parteitages erstattete Woldersky. Er ging auf die Man solle doch nicht allzu ängstlich die Genossen vor jeder sich anschließenden Debatte wurde u. a. bemängelt, daß es bei dem Debatte über die Neue Zeit" und die" Socialistischen Monats- gegnerischen Aeußerung hüten, wie die katholische Kirche, die vor- Baummangel, der wichtigen Gewerkschaftsberichten häufig hindernd in hefte" ein. Mit Bedauern sprach er von der Heftig schreibe, was zu lesen erlaubt sei und was nicht. Schweizer den Weg trete, sonderbar berühe, wenn Habererversen, die ja ganz keit, mit der die verschiedenen Meinungen in dieser Angelegenheit tritt den Ausführungen des Genossen Maaß entgegen. Die Milch lustig zu lesen feien, ein ziemlich breiter Platz eingeräumt werde. ausgetragen wurden. Redner wünscht, man möge bei Beurteilung Centrale wolle alles verteuern. Dagegen habe der Vorwärts" Aus der Neuwahl der Preßtonumiffions- Mitglieder gingen die Ursachen des 10 000 Mark betragenden Deficits Durch die Aufnahme der Anzeigen würde Genossen Büchner und Rich. Weise einstimmig hervor. Hiers der Frage nac ben Irfaden ben quers verifichtigen, bai vie man ver Centrale mur Vilje leiſten. Nicht jede Hausfrau jei in der auf folgten die bereits bekannt gegebenen Wahlen. Neue Zeit" stets mit einem Deficit gewirtschaftet habe, das im Lage, sich über alles genau zu orientieren. Es sei ganz korrekt Ueber den Parteitag berichten die Genossen Hackelbusch Mindestfalle 7000 Mark betrug. Auffallend sei, daß die auswärtigen gewesen, die Aufnahme der Inserate abzulehnen. Cohen teilt den und Basner. Besonders rege Debatten haben das Verhalten der Colporteure in einem Jahre nicht weniger als 17 000 Exemplare Standpunkt des Genossen Maaß. Alboldt erwidert, daß die polnischen Genossen und 17000 die Finanzverhältnisse der„ Neuen unfrer wissenschaftlichen Nevue der Expedition zurüeschiden Breßkommission nach reiflicher Ueberlegung zu ihrem Beschluß ge- Zeit" hervorgerufen. Hoffentlich führen die anzuknüpfenden mußten. Das bedeute schon an Kosten der technischen Herstellung fommen sei und daß im entgegengesetzten Fall möglicherweise der Verhandlungen den Polen 34 einem allseitig be= etwa 4000 m., die nötig aufgewendet seien. Wenn nun einerseits Parteivorstand die fernere Aufnahme der Anzeigen untersagt hätte. friedigenden Resultat. Das aus der„ Neuen Zeit" hervorgegangene Kautsky Halsstarrigkeit, Doktrinarismus und ähnliches vorgeworfen Den Bericht der Lokalkommission giebt Hinge. In Deficit sei zu bedauern, wenn man demgegenüber hört, daß die werde und man andrerseits schwere Vorwürfe gegen die Partei der Diskussion wird von Wisogli darauf hingewiesen, daß die schriftstellerisch thätigen Genossen zur Veröffentlichung ihrer Arbeiten genossen erhebe, die die„ Neue Zeit" mieden und für die Socialisti Philharmonie und der Deutsche Hof" als gesperrt betrachtet Privatunternehmen, wie die" Socialistischen Monatshefte", benützten. schen Monatshefte" schrieben, so sei er, Redner, der Ueberzeugung, würden. Es müsse aber den Genossen doch gestattet sein, die Der Einwand der Parteilichkeit, der gegen die Redaktion der„ Neuen daß der Boykott der Neuen Zeit" durch eine Reihe Schriftsteller an Stonzerte diefer ausschließlich Kunstzwecken dienenden Institute bes Beit" erhoben werde, sei nicht stichhaltig und könne das Verdem erwähnten Deficit feine Schuld trage. Die Ursache liege wohl suchen zu können. Hinge bemerkt, daß zu diesem Zwecke die ge- halten der Revisionisten der offiziellen Partei- Revue gegen mehr in den Verhältnissen der großen Maſſe der Genossen, die nannten Säle frei seien; nur bei Veranſtaltungen durch Vereine über nicht genug verurteilt werden. In dem Punkte„ Arbeitslosenerheblich in den Gewerkschaften und in der Partei engagiert müsse die Lokalliste beachtet werden. Versicherung" haben die Delegierten des Kreises entgegen dem Auffeien, die dazu sich manches Stück aktueller Litteratur Ueber die Thätigkeit der Agitationstommission referiert trage der Parteiversammlung in der„ Urania", der durch die einanschaffen müßten müßten und bei bei ihren geringen materiellen Dimmic; die Hauptaufgabe der Kommission bildete die Fortsetzung gehenden Ausführungen Molkenbuhrs gegenstandslos geworden war, 193. = für die vom letzteren gestellte Resolution gestimmt, die mur| Kommissionen finden ihre Erledigung erst im Dezember in öffent- Lautant betont, daß theoretische Abhandlungen als Leitfaden principaliter die Arbeitslosen- Versicherung fordere. Schließlich lichen Barteiversammlungen. Den Bericht von der Brandenburgischen für den praktischen Kampf durchaus notwendig sind und empfiehlt verbreiteten sich die Verichterstatter noch über das Schicksal Provinzialfonferenz gab Anders. Eine Diskussion knüpfte sich deshalb, auch in Arbeiterkreisen die„ Neue Zeit" mehr als bisher zu der Anträge des vierten Wahlkreises, von denen der den an denselben nicht. lesen. Man solle deshalb auch nicht so sehr auf den„ Akademikern" Achtstundentag betreffende der Fraktion zur Berücksichtigung über- Es folgte der Bericht des Genossen Kiesel über den herumtreten. Kröhn empfiehlt, um das Deficit der„ Neuen Zeit" wiesen wurde, die übrigen aber leider nicht die genügende Unter- Parteitag. Die ungeteilte Beachtung, welche der Parteitag bei zu beseitigen, in jedem Zahlabend wenigstens ein Exemplar derselben stützung fanden. allen Parteigenossen schon vor seinem Zusammentritt erweckt habe, zu abonnieren. Redner wendet sich auch gegen Ledebour, welcher " " " In der Debatte sprachen Brückner, Voigt u. a. Es habe derselbe im allgemeinen auch gerechtfertigt. Auf die Ver- gesagt habe, daß die von ihm( Kröhn) kritisierten Entgleisungen wurde unter anderm ausgeführt: Die Debatte über die Neue Zeit" handlungen des Parteitages im einzelnen eingehend, ist Redner einzelner Parteigenossen Kloß und Pens- eben die Folgen unhabe das Gute gezeitigt, daß sie agitatorische Anregung für diese mit den Ausführungen Auers bezüglich des Antrages, die richtiger theoretischer Auffassungen seien. Redner wendet sich auch Testere gegeben habe. Die Kritik über die„ Maifest- Zeitung" war Tagesordnung der Parteitage stets schon im voraus festzusetzen, noch einmal eingehender gegen den Verein Arbeiterpresse", den er mit Rücksicht darauf, daß die Ausstattung dieses Blattes der Sache durchaus einverstanden, ebenso auch mit den Ausführungen beschuldigt, daß derselbe erstlich alle möglichen freien Schriftsteller durchaus nicht würdig gewesen sei, in jeder Hinsicht zutreffend. desselben über manche zu dem Parteitag gestellten Anträge( nament- unbesehen aufnimmt. Schließlich fönne sich meinte der RednerVoigt verlangt, daß von den geistigen Führern der Partei lich das Centrum betreffend). Bezüglich der Kassengeschäfte des auch Herr v. Berlepic) aufnehmen lassen, da derselbe ja auch in erster Linie die„ Neue Zeit" berücksichtigt werden müsse. Parteivorstandes giebt Redner dem persönlichen Wunsche Ausdruck, socialpolitische" Artikel schreibt. Zweitens sei der genannte Verein Er wünscht ferner, daß das herauszugebende Handbuch" vollendeter daß demselben in nicht allzu ferner Zukunft feste Einnahmequellen unstreitig von gewerkschaftlichen Tendenzen durchsetzt. Aus letzterent ausfallen möge, damit nicht wieder wie beim vorigen Mal die Kritik eröffnet werden mögen. Auch die Stellungnahme des Partei- fönne auch nicht verlangt werden, daß die Partei als Arbeitgeber so herbe einsetzen könne. Die Arbeitslosen- Versicherung bringe, vorstandes und Parteitages zu den verschiedenen Presse- Gründungen die Hälfte der Beiträge zahle. Guttmann: Die Kritik ist das wenn in der bekannten bureaukratischen Form vom Staate durch sei nur zu billigen. Bezüglich der Versicherung der Partei- An- Recht der Parteigenossen, und es ist im allgemeinen auch erfreulich, geführt, den bereits durch die Gewerkschaften Versicherten empfind gestellten ist dem Redner von einzelnen Genossen im Privatgespräch daß von diesem Recht Gebrauch gemacht wird. Aber die Kritik darf lichen Schaden. Nachdem noch ein polnischer Genosse die gegen unterstellt worden, daß er den Protest des sechsten Wahlkreises auch gewisse Grenzen nicht überschreiten, und das habe der Genosse seine Volksgenossen gerichteten Vorwürfe zu entkräften versuchte, dagegen mur deshalb vertreten habe, weil die Agitatoren der Partei nicht Kröhn bezüglich der Parteiredakteure gethan. Redner legt sodann schloß die rege Debatte, die im allgemeinen volles Einverständnis in die Versicherung einbegriffen seien. Dagegen müsse er sich dar, daß die Arbeitseinteilung in der Parteiredaktion es den mit den Parteitagsbeschlüssen ergab. Mit Rücksicht auf ganz energisch verwahren. Er habe bezüglich des Protestantrages daselbst beschäftigten Genossen zumeist unmöglich mache, sich die bereits vorgerückte Zeit wird die Berichterstattung von lediglich seine Pflicht als Delegierter erfüllt. Die durch die Debatte an der Thätigkeit in Versammlungen 2C. zu beteiligen der Provinzialkonferenz von der Tagesordnung abgesetzt und referiert über die„ Socialistischen Monatshefte" von neuem heraufbeschworene Mette stellt sich im wesentlichen auf den von Kröhn eingenommenen Bader nur noch über das Ergebnis der Feststellungen, die Lebuser Bernstein- Debatte ist nach seiner Ansicht durchaus nicht unfruchtbar Standpunkt. Arendsee geht ebenfalls auf den Verein Arbeiter Reichstags- Kandidatur betreffend, das in folgender Er- gewefen. Dieselbe habe manchen Parteigenossen flar gemacht, daß sie presse" ein und erklärt sich mit aller Schärfe gegen denselben. Der flärung gipfelt: bezüglich ihrer publizistischen Thätigkeit dieselben Pflichten haben, Hamburger Antrag zu dieser Sache sei durchaus berechtigt gewesen. Es ist festgestellt, daß als Gründe, warum der verstorbene wie man sie von der großen Masse der übrigen Parteigenossen eben- Wie die Dinge nunmehr liegen, wird generaliter gegeben, ohne zu Genosse Metzner auf der Kreiskonferenz in Neu- Langsow am falls beansprucht. Auch den Ausführungen Aners in seinem Schluß fragen, ob nicht Parasiten unter den Versicherten sind. Und solche 8. Juli 1900. nicht mehr als Kandidat aufgestellt wurde, das hohe wort, soweit sie persönlicher Natur waren, könne man rückhaltslos gebe es heute leider schon in der Partei. Jedenfalls hätte sich der Alter und fachliche Differenzen maßgebend gewesen sind; dagegen zustimmen. Parteivorstand erst mit den Vertrauensleuten in Verbindung setzen ist nicht erwiesen, daß als Grund maßgebend war, daß er ein Die Darlegumgen Molfenbuhrs über das Armenwesen in seinem müssen. Auch Wörle nimmt denselben Standpunkt ein. Schuster sei." Referat über Arbeiterversicherung dürften wohl geeignet sein, so Derselbe bedauert weiter, daß der Parteitag der Frage Die manchen Revisionisten in stillen Stunden zum Nachdenken zu ver- der Religion nicht mehr Beachtung zugewendet habe. Fünfter Wahlkreis. anlassen. Das Bebelsche Referat sei der Glanzpunkt der Ver- Ausführungen Wieseners richten sich gleichfalls gegen den Verein In der Generalversammlung des Wahlvereins, die bei Lendecker. handlungen gewesen. Aber auch aus dem Referat des Genossen Arbeiterpresse". Stiefel hebt in feinem Schlußwort noch hervor, Sophienstraße, abgehalten wurde, erfolgte zunächst die Aufnahme von Dr. Lindemain dürften die Parteigenossen für ihre Thätigkeit auf daß gegenüber den revisionistischen Bestrebungen die durch den 11 neuen Mitgliedern. Sodam berichtete Davidsohn über tommmalem Gebiet manche fruchtbare Anregung schöpfen. Parteitag beschlossene Wiederzulassung der„ Jungen" gerecht und die Verhandlungen der Brandenburger Provinzial- Die Diskussion war eine ungemein lebhafte und vielseitige. notwendig war. Die von dem Genossen Peus in einem Artikel konferenz. Hierbei bemterfte Redner, seiner Auffassungseröhn meint, daß man im allgemeinen mit der Thätigkeit des Gerechter Lohn" niedergelegten Anschaumgen kritisiert Redner in nach hätte der„ Vorwärts" das bekannte chikanöse Verhalten der Parteitages einverstanden sein könne. Nötig sei es, die Parteikasse schärffter Weise. Das seien nicht mehr socialdemokratische, sondern Polizeibeamten auf der Konferenz durch eine etwas eingehendere finanziell zu stärken und wird sich dazu eine Erhöhung der Wahlvereins nationalsociale Anschauungen. Bezüglich der Maifeier sollten Behandlung agitatorisch besser ausnüßen können. In der Welt am beiträge nicht umgehen lassen. Das Referat über die Kommunalpolitik die Genossen Anträge an den nächsten internationalen Kongreß Montag" sei diese Angelegenheit schärfer und nachhaltiger besprochen hätte weniger Raum einnehmen können. Es hätte genügt, dasselbe ge- stellen. Es wurde sodann eine Resolution angenommen. wonach worden, wie im Vorwärts". Ferner gab er seinem Bedauern druckt herauszugeben. An Stelle der abermaligen Bernstein- sich die Versammlung mit der Thätigkeit ihrer Delegierten auf dem darüber Ausdruck, daß sich aus dem Wahlkreise nur etwa ein Debatte hätte man sollen mehr praktische Arbeiterfragen behandeln. Parteitage einverstanden erklärt, in der jedoch weiter das Bedauern halbes Dutzend Parteigenossen als Zuhörer bei der Kon- Das Deficit der„ Neuen Zeit" rühre daher, daß die Arbeiter unter über den Beschluß betreffs des Vereins„ Arbeiterpresse" ausgesprochen ferenz eingefunden hatten, während doch fünfzig Einlaß den heutigen Verhältnissen nicht in der Lage sind, soviel Geld für und zugleich gesagt wird, daß der Wahlverein hierin auf seinem farten verteilt waren. Koch fügte dem Bericht noch einige Litteratur ausgeben zu können. Das habe aber dann wieder im ablehnenden Standpunkt beharrt. Weiter heißt es in der Refoergänzende Worte hinzu; eine weitere Diskussion wurde nicht beliebt. Gefolge, daß die große Masse der Parteigenossen den Inhalt der lution: Hierauf gab Wels in längerer Rede den Bericht vom selben nicht fenne und deshalb an den Streitigkeiten Parteitag. Er hob hervor: Mit dem Verlauf der diesjährigen der Theoretiker gar fein Interesse habe. Stelle Parteitags- Verhandlungen könne man im allgemeinen wohl zufrieden dieser Streitigkeiten sollte man lieber der Maifeier eine fein; jedoch wolle er nicht verschweigen, daß anläßlich der Debatte tiefergehende Behandlung angedeihen lassen, da hierin über die Neue Zeit" bei einer Anzahl Arbeiterdelegierten das unbedingt Wandel geschaffen werden müsse. So wie die Maifeier Gefühl vorherrschend gewesen sei, als об die Partei heute begangen wird, bilde diefelbe vielfach einen Grund zu Zertage mitr für einzelne Leute abgehalten würden, die würfnissen zwischen den Parteigenossen und habe auch vielfach schon sich durch ihre Neden besonders bemerkbar machen woll Die einen ihrem Wesen nicht mehr entsprechenden unwürdigen Charakter Auseinandersetzungen zwischen den sogenannten Revis.onisten angenommen. den sogenannten Revisionisten angenommen. Bezüglich der Theoretiker faßte der Redner seine und marristischen Dogmatikern hätten noch bedeutend verkürzt Meinung dahin zusammen, daß die Parteigenossen alle Ursache werden können; die wertvolle Zeit eines ganzen Tages sei un haben, strenge Wacht zu halten, da sonst die Gefahr bestehe, daß Bericht vom Parteitag erstattete Dr. Borchardt, von der Frauennötigerweise vergeudet worden und damit auch die entsprechenden die Partei von einem Teile der Theoretiker in die Verjumpfung tonferenz Frau Thiel. An der lebhaften Diskussion, die bis Diäten. Vielleicht wäre es richtiger gewesen, die ca. 2000 M., die geführt wird. Es liegt das hauptsächlich an dem starken Zu- 3/1 Uhr währte, beteiligten sich Zubeil, Baate, Hirsch. für das Anhören dieser Theoretiker- Reden an die Delegierten ge- strömen bürgerlicher Elemente nach dem Fall des Socialistengeseyes. Ersterer trat der Anschauung des Verichterstatters entgegen, zahlt werden mußten, zu Agitationszwecken oder zur Deckung Auch mit dem Fall Kloß hätte sich der Parteitag beschäftigen daß die Diskussion über die„ Neue Zeit" und die irgend welcher Deficits zu verwenden. Des weiteren istiffen. Bezüglich der Versicherung der Partei- Angestellten hält der listischen Monatshefte" fich hauptsächlich auf dem niedrigen Redner auch der Ansicht, daß die Fraktion die Forderung Redner seine schon in der vorigen Generalversammlung erhobenen Niveau fleinlicher persönlicher Anklagen und Verdächtigungen des Achtstundentages im Reichstage möglichst nachdrücklich Bedenken aufrecht. Und der hierzu gestellte Antrag habe immerhin bewegt hätte; er fand die Diskussion vielmehr wie den vertreten müsse, denn auf halbem Wege könne man nicht stehen bleiben. zur Folge gehabt, daß der Parteivorstand sich in der Sache wiederholt ganzen Verlauf des Parteitages herzerhebend und erfrischend Zucht ergänzte den Bericht, indem er auf die Verhandlungsgegen geäußert habe. Es habe sich dabei aber auch gezeigt, daß die Partei- Namentlich verteidigte er, wie auch die ander Diskussionsredner, die stände der letzten Tage einging. Auch er hält den Verlauf des Partei- genoffen über ihr Mitbestinumumgsrecht zu wachen haben. Gegen Verwerfung der Resolution 116 durch den Parteitag, die Proportionaltages für einen zufriedenstellenden. In der Diskussion bemängelte die Partei- Redakteure erhebt Redner den Vorwurf, daß sie sich zu wahl betreffend, während Borchardt hierin eine direkte Verlengnung Friedländer die Art, wie manche Delegationen zum Parteitage wenig an dem Parteileben beteiligen und somit die Gefahr vorliegt, demokratischer Grundsäge und demokratischen Empfindens erblickte. zu stande gebracht werden. Er erinnert an das Roſenheimer Mandat daß dieselben die Fühlung mit dem Proletariat verlieren. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. von Lily Braun und erklärt, Genosse Hoffmann habe sich unzweifelhaft ein Verdienst erworben, als er darauf hinwies, wie derartige " wilde Mandate" zu stande komme. Ferner fritisierte er das Vorgehen Auers gegen Adolf Braum und bedauert, daß die Alkoholfrage so stiefmütterlich behandelt worden ist. Star Liebknecht verbreitet sich über die empfiehlt, den polnischen Genossen gegenüber eine möglichst weit gehende Toleranz walten zu lassen. Anknüpfend an die Debatte über die Neue Zeit" meinte er, es müsse den Genossen freigestellt sein, zu schreiben, für wen sie wollen, nur dürfe dadurch nicht die Partei geschädigt werden. Den Streit zwischen Revisionisten und Marristen hält Redner jetzt für endgültig erledigt, und zwar zu Gunsten der letzteren. " Sechster Wahlfreis. Ledebour schließt sich bezüglich, der Maifeier den Ausführungen des Vorredners an. Nur sollen dann auch die Parteigenoffen mit positiven Anträgen kommen. Die Versammlung erwartet von den Genossen, die für die Socialistischen Monatshefte" geschrieben haben, daß die Aussprache auf dem Parteitage hierüber genügt, um dieselben an ihre Pflichten als Parteigenossen zu erinnern." Weiter wurde den Parteigenossen die Unterstützung der„ Neuen Beit" zur Pflicht gemacht. Hiermit erreicht die Versammlung um 12% Uhr ihren Schluß. Charlottenburg. Die Versammlung war von etwa 300 Personen besucht. Den Socia Witres argsübersicht vom 8. Oktober 1902, morgens 8 Uhr. Baromess stand mm Wind. richtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5º C. 4º R. Stationen Barometer ſtand mm richtung Wind Windstärle Auch mit dem Verlauf der theoretischen Auseinandersetzungen ist Redner ebenfalls nicht ganz zufrieden. Es sei dabei namentlich für Polenfrage und die„ Socialistischen Monatshefte" eine ganz unverdiente Reklame Stationen gemacht worden. Von einem Boykott der Neuen Zeit" könne dagegen nicht gesprochen werden. Diejenigen, die für die„ Neue Zeit" nicht schreiben, brauchen das ja gar nicht zu thun. Es giebt Swinemde. 758 WSW 1Regen 6 Haparanda 754 N zweifellos zwei verschiedene Richtungen in der Partei; aber das jei Hamburg 759 28 auch gar fein Unglid. Das sei auch in einer großen Partei gar Berlin 759 WSW 1 bedeckt nicht anders möglich. Allerdings sei das Auftreten Bernsteins gegen grants./M. 761 1 Nebel den Genossen Karl Liebknecht, der als Nächstbeteiligter das Recht München gehabt habe, für seinen Vater einzutreten, eine phänomenale Taft- Bien losigkeit gewesen. Im übrigen aber lassen sich theoretische Aus762 SSD 761 23 2Nebel Better Temp. n. C. 50.= 4° R. 45lb. bed. 2 7 Petersburg 753 WSW 1bedeckt 6 Cort 758 DND 760 DND 4 Aberdeen 5 Paris 3 wolkig 10 1 bedeckt 7 1olfen! heiter 9 Wetter- Prognose für Donnerstag, den 9. Oktober 1902. Die Versammlung- eine außerordentliche Generalversammlung einandersetzungen auf Parteitagen gar nicht umgehen. Freilich haben Bunächst nebelig, später aufklavend, um Mittag etwas wärmer, bei des Wahlvereins tagte im Etablissement Gisteller". Wahlen auch die Thatsachen erwiesen, daß der ganze sogenannte Revisionis- schwachen westlichen Winden; feine wesentlichen Niederschläge. fanden nicht statt. Dieselben sowie der Bericht der verschiedenen mus jeder fachlichen Unterlage entbehrt. Berliner Wetterbureau. " Socialdemokratischer Wahlverein des 4. Berl. Reichstags- Wahlkreises Sonntag, den 12. Oftober 1902, ( 6sten). in Louis Kellers fest- Sälen, Koppenstraße 29( großer Saal): Achtes Stiftungs- Fest. Grosses Vokal- und Instrumental- Konzert. Gesangs- Aufführungen. 244/13 = Auftreten der Theater Gesellschaft Strzelewicz. Turnerische Aufführungen von Mitgliedern des Turnvereins ,, Fichte". Nach dem Konzert: Grosser Ball. Eröffnung 4 Uhr. -Anfang 5 Uhr. Entree 25 Pf. Arbeiter- Bildungs- Schule Berlin. freitag, den 10. Oktober, abends 8 Uhr, im ,, Gewerk fchaftshaufe", Engel- Ufer 15( Saal 8): General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Revisoren. 2. Anträge und Statutenänderung. 3. Ergänzungswahl der Revisoren. 4. Schulangelegenheiten und Verschiedenes. Beiträge werden entgegengenommen. Mitgliedsbuch legitimiert. Sonntag, den 12. Oktober, abends 7 Uhr, in ,, Cohns Festsälen", Beuthstrasse No. 19: 5/4 An der Kasse: 30 Pf. Das Komitee. Empfehle allen Freunden u. Bekannten Achtung! Vortrag Achtung! Textilarbeiter. Achtung! im 99 Kottbuserstr. 4a, Donnerstag, den 9. d. M., ab. 8 Uhr. Montag, den 13. Oktober, abends 8%, Uhr, im großen Saal der Referent H. Müller, praft. Naturheil Andreas Festfäle, Andreasstr. 21: fundiger, Gr. Frankfurterstr. 87, spricht über:„ Entstehung, Verhütung und Heilung der sog. geheimen Leiden, Grosse öffentl. Versammlung aller in der im weiteren die Duedfilberfuren und Textil- Industrie beschäftigten Arbeiter u. Arbeiterinnen. ihre Folgen, ist überhaupt Qued fiber ein Heilmittel?" 2664b Nur Herren haben Zutritt. Eintritt frei. H In Ltr. Fl. empfehle Cognac 1,25-10,35, Rum 1,00-5,60, Nordhäuser 0,45-1,35. Liqueure, Eiercognac, Citronenu. Himbeersaft. Port- u. Ungarweine gut u. billigst, ChausseeCarl Schindler, strasse 55. mein Weiss, Bayrischbierund gr. Speisegeschäft. Reiderfallene Pfänder. Golds. wie Brillanten j. Art, gold. u. silb. haltiges Frühstück von 30 Pf., Mittag niit Bier 50 Pf. sowie Abendtisch à la ren, Stetten, Ringe, fauber u. schön, carte von 30 Bf. an. 2 Vereinszimmer. spottb. verf. Altes Gold, Silber w. mit Klavier für 20-50 Personen. getauscht u. in Zahlung gen. in der H. Stramm, Rest., Ritterstr. 123. Pfandl. Prinzenstr. 28 I, Ede Ritterstr. Achtung! Achtung! Glaser Berlins u. Umgegend. Tages- Ordnung: 1. Welche Wirkungen wird der nene Zolltarif für die Textil. Judustrie haben? Referent: Reichstags- Abgeordneter August Baudert. 2. Diskussion. 197/8 Der wichtigen Tagesordnung wegen erwartet zahlreichen Besuch der Bersammlung Der Einberufer. Oeffentliche Volksversammlung Freitag, den 10. Oktober, abends 8%, Uhr, bei Buggenhagen, am Morigplay. Tagesordnung: Die Schwindfucht als Volksfenche. Referent: M. Canitz. Die Schwindsucht und die Schule. Freitag, den 10. Oktober, abends 9 Uhr, in den Arminhallen, mit Unrecht den Namen Proletarierkrankheit trägt. Betragen doch die Kommandantenstr. 20 Vortrag des Herrn Dr. Max Osborn her: Arnold Grofse öffentliche Versammlung. Böcklin( mit Lichtbildern). Eintritt 30 Pf. inkl. Garderobe. Nach dem Vortrage: Gemütliches Beifammenfein und Canz. Tages- Ordnung: 1. Endgültige Beschlußfassung über die Ver handlungen mit den Arbeitgebern. 2. Verschiedenes. 73/ 9* Wir erwarten, daß jeder Kollege rege agitiert für guten Besuch der 1 Versammlung. Die Lohnkommission. Referent: Rud. Diekmann, Lehrer und Schriftsteller Die Schwindsucht wütet so verheerend unter den Arbeltern, daß fie nicht Krantenkosten und der Erwerbsausfall der Schwindsüchtigen in Preußen jährlich etwa 90 Millionen Mark. Ein Siebentel der gesamten Menschheit, etwa 200 000 in Deutschland, davon 1500 in der Armee, sterben jährlich an der Schwindsucht. Es dürfte deshalb hohe Zeit sein, daß alle Schichten der Bevölkerung über Wesen, Verhütung und Heilung der Schwindsucht aufgeflärt werden. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ein 2653 Der Gauvorstand. J. A.: Emil Bartsch, Bernburgerstr. 18. Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Nerantwortung. Theater. Donnerstag, 9. Ottober. Anfang 7 Uhr. Opernhaus. Das Mädchen von Navarra. Schaafpielhaus. Im bunten Rod. Deutsches. Monna Vanna. Berliner. Alt- Heidelberg. O Westen. Die Brautlotterie. Lessing. Kaltwasser, Neues. Ledige Leute. Nejidenz. Szine Kommerzose. Thalia. Er und seine Schwester. Central. Die Geisha. Anfang 8 Uhr: Schiller. 0. ( Wallner- Theater.) Der Tartüff. Der Arzt wider Willen Urania. Schiller- Theater. Taubenstrasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Tausend Jahre deutscher Kultur. Im Hörsaal um 8 Uhr: Dr. Donath: Der elektrische Spannungszustand. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Schiller Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- WilhelmDonnerstagabend 8 Uhr: Der Tartüff. Lustspiel von Molière. Frei übersetzt von Ludwig Fulda. Spierauf: Der Arzt wider Willen. Schwant von Molière. Deutsch von F. S. Bierling. Freitagabend 8 Uhr: Morituri. onnabendabend 8 Uhr: Morituri. städtisches Theater). Donnerstagabend 8 11hr: Doktor Klans. Lustspiel in 5 Aften von Adolph L'Arronge. Freitagabend 8 Uhr: Die Mottenburger. Sonnabendabend 8 Uhr: Zum erstenmal: Esther. Hierauf: Zwei Eisen im Feuer. Germania- Prachtsäle Hrnold Scholz. Chausseestrasse 103. Donnerstag, den 9. Oktober 1992: Grosses Wohlthätigkeits- Konzert zum Besten armer Schüler der 48. Gemeindeschule, ausgeführt von der Regimentsmusik des IV. Garde- Regiments zu Fuß in Uniform, unter persönlicher Leitung des Königl. Musikdirektors Herrn Frz. H. Bergter. Anfang 8 Uhr. Bous aufgehoben. Eintritt 30 Pfg. Jeden Sonntag und Mittwoch: Hamburger Sänger. Jeden Sonntag von 5 Uhr ab: Grosser Ball. Panoptikum Preie Volksbühne. Deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft. Friedrichstrasse 165. Die sensationellen Schiffer. N. 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Wahlberechtigt und wählbar sind nach§ 48 des Statuts nur diejenigen Mitglieder, welche grossjährig und im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte sind. Mitgliedsbuch legitimiert. Mittwoch, den 22. Oktober 1902, abends 82 Uhr: Wahl- Versammlung der Arbeitgeber im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Tagesordnung: 1. Wahl von 136 Bertretern der Studenten Lust u. Leid rbeitgeber für Anjang 8 Uhr. Sonntag 7 Uhr. Vorverkauf 11-1 Uhr. Sonnt. u. Donnerstag im Festsaal Tanzkränzchen. Grun and Dubois, Excentrics. Duncan's dress. schott. Schäferhunde." Robinson- Baker- Trio, Hochspringer. Soubrette. Pariser 2. Verschiedenes. 1902 bis 190 NB. Wahlberechtigt und wählbar sind diejenigen Arbeitgeber, welche für die bei ihnen beschäftigten Personen Beiträge aus eignen Mitteln zur obengenannten Kasse zahlen. Wir machen noch darauf aufmerksam, dass zu Vertretern auch Geschäftsführer und Betriebsbeamte gewählt werden können. Der Vorstand. Gustav Schillmann, Vorsitzender, W. 62, Seiststr. 15,. p. 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Engelbrecht, Görlitzer User, Wehner, Stallschreiberstr. 58. Die Ortsverwaltung. a Gingee de Co Berly S. Nr. 236. 19. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donerstag, 9. Oktober 1902. Der Koniker Mord vor dem Berliner Gericht. In der gestrigen Sitzung wird mit der Verlesung der Aussagen der kommissarisch vernommenen Zeugen über die Vorgänge in Konik fortgefahren. Es gelangen zunächst solche Zeugenaussagen zur Verlesung, die sich auf die gegen die Familie Lewy geltend gemachten Verdachtsmomente beziehen. Alsdann sollen die Aussagen aller derjenigen Zeugen verlesen werden, welche auf die Thatsache Bezug haben, daß Moris Lewy mit dem ermordeten Ernst Winter bekannt war. Da diefe Thatsache Gegenstand einer Verhandlung gewesen, die mit der Verurteilung des Morih Lewy wegen Meineides endete, so macht der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Opis den Vorschlag, sich die Verlesung dieser Ausfagen zu ersparen und sich auf die Bekundungen des Ersten Staatsanwalts Schweigger zu beschränken. Man einigt sich auf diesen Vorschlag. Erster Staatsanwalt Schweigger wird hierauf kurz über das Gerippe des Meineidsprozesses Lewy vernommen. Er befundet, daß 31 Zeugen einen Verkehr zivischen Moritz Levy und Winter befundet hätten. Sechs davon habe er von vornherein ausgeschlossen, weil sie unglaubwürdig waren oder darüber keinen Zweifel ließen, daß die Zeugen in phantastischer Weise sich etwas eingebildet hätten, was sie nicht gesehen. Er selbst habe von vornherein nicht die Meinung gehabt, daß Moriz Lewy die Bekanntschaft mit Winter aus dem Grunde ableugnete, weil er an dem Morde beteiligt sei, sondern weil er Furcht hatte, daß, wenn er die Thatsache der Bekanntschaft zu gäbe, noch mehr Ungemach über ihn und seine Familie kommen würde. werden? Nach einer Pause wird der umfangreiche Bescheid des Ersten ungestraft das Blaue vom Himmel herunter lügen. Man kann, weil Staatsanwalts Schweigger verlesen, durch welchen mitgeteilt wird, die Folter abgeschafft ist, von niemand verlangen, daß er Belastungsaus welchen Gründen das gegen den Fleischermeister Adolf Lewy, material wider sich selbst herbeischleppt. Aber Moritz Lewy war gar den Fleischergesellen Moriz Lewy, den Prediger und Schächter kein Beschuldigtersagte der gelehrte Jurist. Daß sogar der preußische Hamburger und den Fleiſchermeister Josef Eisenstadt Juſtizminister ungeduldig an der Schnur des Fallbeils zupfte, unter ( Brechlau) eingeleitete Verfahren wegen Ermordung des Gymnasiasten das die Familie des Nitualmörders ihr Haupt legen sollte, kann Ernst Winter bezw. wegen Beihilfe zu diesem Verbrechen und wegen daran nichts ändern. Moriz Lewy war gesetzlich verpflichtet, die Meineids eingestellt worden ist. Es heißt im Eingange dieses Bescheides:„ Es sind von Amts- reine Wahrheit zu sagen, auch wenn die reine Wahrheit unter Ums wegen die umfassendsten Ermittelungen darüber angestellt. in wie ständen den Kopf seines unschuldigen Vaters gefährden konnte, an dem Tode des Ernst sagt der gelehrte Jurist.„ Er hatte Furcht, daß noch mehr Ungemach weit Personen jüdischen Glaubens Winter beteiligt sein könnten. Jeder einzelne, von irgend einer über ihn und seine Familie kommen würde", sagte der StaatsSeite angeregte Verdachtsgrund ist eingehend untersucht, insbesondere anwalt Schweigger, das ihm den Prozeß gemacht hatte. sind auch die von dem Verein zur Aufklärung des Konizer Mordes Dann schleppte sich die Verhandlung durch die Wüste der Ver und die in der Broschüre„ Der Blutmord in Koniz" aufgestellten Be- lesungen. Stunden und Stunden scheint der Gerichtshof sich zum Vorwort von Liebermann v. Sonnenberg hauptungen geprüft worden. Es hat sich jedoch kein ausreichender Lesekränzchen verwandelt zu haben. Man nennt das mündliches Verdacht ergeben, welcher die Erhebung der Anklage gegen einen der Verfahren, weil dabei schließlich kein andres Organ beschäftigt ist Richter sind keine Vortragsmeister Beschuldigten oder eine andre Person zu rechtfertigen geeignet sein und sein kann, als der Mund. tönnte." Es wird dann in dem Bescheide ausführlich dargelegt, daß das eintönige Gemurmel zerreißt die Nerven. Auch der geAdolf, Morig und Hugo Löwy einen völlig schlüssigen spanntesten Aufmerksamkeit kann es nicht gelingen, dauernd dem In halt zu folgen. Man hört wieder von dieser Haussuchung, wieder von jenem Gutachten, der große Schutthaufen wird nochmals gründ lich durch- und umgewühlt. sundar Beweis ihres Aufenthalts mit einem am 11. März in der kritischen Zeit von 2-7 Uhr nachmittags geführt haben. Es sei deshalb ausgeschlossen, daß sie an der Ermordung Gegen Abend wird's wieder ein bißchen lebendiger. Auf Andes Ernſt Winter als Thäter beteiligt sein können, was Nechtsantvalt Dr. Hahn in einer Eingabe in Bezug auf Adolf und Moris regung der Verteidiger geben nämlich die Herren von der SicherheitsLewy anerkannt habe. In dem Bescheide werden dann die bei behörde ihre Jagdgeschichten zum besten. Der Kriminal inspektor dem Verdacht gegen die Familie Lewy und die übrigen verdächtigten Braun( ein Schreibfehler hat ihn jüngst zum Kommissar herabJuden in Frage kommenden Thatsachen Punkt für Punkt an der Hand der Zeugenaussagen geprüft und die Glaub- gewürdigt) durfte wieder von seinen ungeheuren Erfolgen erzählen. Rechtsanwalt Sonnenfeld: Sie haben, Herr Erster würdigkeit oder Unglaubwürdigkeit der Zeugen erörtert. In Wenn es ihm schief ging, waren nur die Antisemiten daran schuld. Staatsanwalt, fich bei Ihrer Ueberzeugung von der Schuld des Moriz der Schwurgerichts- Verhandlung wider Moritz Lewy, in welcher Sehr eigentümlich waren die Aufklärungen, die der temperamentLewy im allgemeinen auf die übrig gebliebenen 25 Zeugen gestützt? volle Herr zu jenem Fall Thomaschke gab, in dem es ihm Halten Sie es für möglich, daß man auch bei objektiver Würdigung er wegen Meineides zu vier Jahren Zuchthaus befanntlich gleichfalls gründlich vorbeigelungen war. Man erinnert dieser Zeugenaussagen zu einem anderen Urteil kommen fann? Vors.: Das ist doch ein Urteil; warum soll das hier provoziert verurteilt worden, sei ein Beweis für seine Beteiligung an dem sich noch des Aufsehen erregenden Falles aus dem letzten Sommer. Tode des Winter nicht erbracht worden. Der Handelsmann Wolf Ein geriebener Verbrecher sollte seinen Genossen ermordet und Staatsanwalt kan zow: Es genügt doch, daß der Herr Erste Israelski aus Koniz sei von der Anschuldigung, den Kopf des Ernſt dem Getöteten feine( des Mörders) Uhr in die Westentasche Staatsanwalt Schweigger bekundete, daß aus der Verurteilung des Winter beiseite geschafft zu haben, rechtsfräftig freigesprochen Moritz Lewy wegen Meineides tein Rückschluß auf dessen Thätigkeit worden. Auch die Annahme, daß er den rechten Arm des Winter gesteckt haben! Thomaschke wurde, wie zu erwarten war, freigesprochen- und die Kriminalpolizei wartet darauf, daß bei dem Morde gezogen werden kann. auf den evangelischen Kirchhof getragen habe, sei nicht eriviesen. Andrerseits sei festgestellt, daß Ernst Winter in sittlicher Beziehung einen der Freigesprochene eines Tages felbst seine vermeintliche Schulb Es scheint also, wenigstens wenn es nach Herrn Braun Lebenswandel geführt habe, welcher in argem Mißverhältnis zu seiner gesteht. Jugend und zu seiner Eigenschaft als Obertertianer gestanden habe. Der geht, zur Aufklärung des Falles Löffler nichts mehr versucht worden Bescheid faßt seine Ausführungen in folgende Punkte zusammen: zu sein. 1. Der Verdacht gegen irgend eine der bisher in den Akten beschul- Nicht übel war auch, was die Herren Deditius und digten Personen, sei es mosaischen, sei es cheistlichen Glaubens, hat Settegast aus Konig zu erzählen wußten. Da ist im Jahre 1897 sich nicht bestätigt. 2. Die Behauptung des Blutmordes ist in in einem Tümpel bei Konig ein Mann tot aufgefunden worden, den fubjektiver Beziehung nicht erwiesen und in objektiver Beziehung durch den Befund der Zeichenteile und der Kleider widerlegt. 3. Grnji man zuletzt in einem berüchtigten Lokale gesehen hatte. Er hatte Winter ist den Erstickungstod bei Ausübung des Geschlechtsaktes ge- ein Loch im Kopfe, aber man nahm an, daß er ertrunken sei. Wäre storben. 4. Der Halsschnitt ist nach dem Tode zum Zwecke der der Mörder Winters ein bißchen gescheidter gewesen, so hätte es wohl Leichenzerstückelung erfolgt. in Stonitz einen„ Ertrunkenen" mehr gegeben. Wahrhaftig, wenir man die Herren hörte, so konnte man fast glauben, daß Koniz den Mördern, die im Winter in Berlin herumspazieren, zur Sommer frische diente. Vors: Er habe schon hervorgehoben, daß Moritz Lewys Ausfagen ziemlich verklausuliert waren. Er hat im allgemeinen gesagt, er kenne den Ernst Winter nicht, es sei ja möglich, daß er mit dem letzteren ein- oder mehreremale zusammen gestanden habe, aber er habe nicht gewußt, daß es Winter gewesen sei. Angeklagter Bruhn: Ist es nicht richtig, daß der Erste Staatsanwalt Schweigger wegen seiner Haltung im Moriz Lewy- Prozeß von der jüdischen Preffe scharf angegriffen worden ist? Erster Staatsanwalt Schweigger: Ja, es find Angriffe gegen mich erfolgt. Angeklagter Bruhn: Ist es richtig, daß der Rechtsanwalt Sonnenfeld diese Ihre Haltung zum Gegenstande eines Vortrages in einer jüdischen Versammlung gemacht und dabei Angriffe gegen Sie gerichtet hat, die eine Voruntersuchung wegen Beleidigung zur Folge hatten? 3euge: Ja. Ich muß aber im allgemeinen bemerken, daß die gegen mich gerichteten Angriffe m nicht entfernt derartige o waren, wie die gegen die Beamten durch die antisemitische Presse gerichteten Angriffe. In Konih konnte ein Beamter thun, was er wollte, er wurde immer angegriffen. Es wird hierauf in der Berlesung der Zeugenaussagen, die Verbachtsmomente gegen die Lewys befundet haben, fortgefahren. Es gelangt ferner der Beschluß des Straffenats des Oberlandesgerichts zu Marienwerder vom 4. Juni 1902 zur Verlesung, der feine neuen Thatsachen enthüllt. Es folgt eine längere Reihe von Kreuz- und Querfragen. Rechtsanwalt Sonnenfeld befragt den Bürgermeister Debitius, ob nicht der Fleischermeister Ad. Lewy durch die Heyze in Konig gezwungen worden sei, seine Schlächterei aufzugeben, da Eristenz verloren habe. niemand mehr bei ihm ein Stück Fleisch kaufte, und daß er so seine Bürgermeister Debitius: Ihm sei gemeldet worden, daß Lewy auf dem Wochenmarkt Fleisch nicht mehr ausstellen konnte. Wenn Käufer sich bei ihm einfanden, so stellten sich gleich Leute rings herum und riefen: Leute, Ihr werdet doch nicht bei solchem Menschen taufen? Der schlachtet ja Christen! od siin Das ist ja Chriftenfleisch!" Es befindet sich darunter eine Blätterin Simanowski, die 1. a. bekundet hat: Im April 1900 fei jie auf der Straße von Juden angesprochen und ein Gespräch über den Winterschen Mord ange knüpft worden. Auf die Frage, ob sie den Ernst Winter gekannt habe, habe sie dies bejaht und hinzugesetzt, daß sie ihm Visitenkarten gedruckt habe. Weiter sei fie gefragt worden, ob sie auch den Moriz Leth kenne. Auch dies habe sie bejaht. Die Juden hätten dann weiter habe er gehört, daß Moris Lewy, als er einem Kunden, weiter gefragt, ob sie die beiden mal zusammen gesehen hätte und der 12 Jahre lang ein Kunde von Lewy war, Fleisch bringen wollte, auf Bestätigung dieser Thatsache habe einer der drei Männer gesagt: er überfallen, mißhandelt und ihm bedeutet worden sei, daß niemand sie möchte davon still sein, er würde ihr auch etwas schenken. Sie mehr Fleisch von ihm taufe. sei aber darauf weggegangen. Ferner hat die Zeugin ausgesagt: Sie habe mit einem Staufmann Friedländer in Konitz Verkehr gehabt; dieser habe einmal bei einem Gespräch den Winter bedauert und sich dahin geäußert, daß die Juden Blut brauchten. Auf eine Frage des Rechtsanwalts Sonnenfeld bestätigt Erster Staatsanwalt Schweigger, daß er diese Beugin, welche auch schon bestraft sei, nicht für zuverlässig halte. Bürgermeister Deditius erklärt auf Befragen, daß die Beugin eine Prostituierte fei. Es werden dann die Aussagen verlesen, welche mehrere Zeugen über die ihnen vom Arbeiter Alexander Prinz( dem" dummen Aler") gemachten Mitteilungen über die von diesem behauptete Ermordung des Winter in Lewyschen Steller abgegeben haben. Prinz ist im Masloff- Prozeß nicht vereidet worden, weil er nach Ansicht des Gerichts teine genügende Einsicht in die Bedeutung des Eides habe. Ueber die größere oder geringere Unzurechnungsfähigkeit des Brinz werden von den Vertretern beider Parteien einige Ausführungen gemacht. Die Rechtsantvalte Dr. Hahn und Simons weisen darauf hin, daß die beiden Zeuginnen, denen Prinz jene die Lewy schwer belastenden Mitteilungen gemacht, durchaus zuverlässige Perfonen feien. Rechtsanwalt Sonnenfeld betont, daß in einem früheren Prozesse gegen Prinz der Medizinalrat Dr. Müller in Konik den Prinz für im höchsten Maße geistesschwach erklärt und dann im Masloff- Prozeß ihn als viel weniger unzurechnungsfähig angesehen habe. Es wird sodann das ganze Urteil gegen Israel s ti verlesen. Dieser war, weil er den Kopf des Winter fortgeschafft haben sollte, wegen Begünstigung angeflagt, aber freigesprochen worden. Hieran reihen sich die Zeugenaussagen, die auf den Fall Jsraelski Bezug haben. Hierauf wird der Toums& Nebenkläger Kaufmann Caspary bentläger Ka " B Auf Befragen durch Rechtsanwalt Sonnenfeld belundet Kriminalinspektor Braun, daß er in einem einzelnen Falle bemerkt habe, daß eine Beugin sich bei ihren Darlegungen darauf berufen habe: ,, es stehe ja in der Zeitung". Rechtsanwalt Dr. Hahn: Ist dem Zeugen aber nicht auch bekannt, daß in Koniz an dem Tage, als Hoffmann verhaftet werden sollte, gesagt wurde:„ Wenn dies geschieht, dann kommen die Berliner Kriminalbeamten lebend nicht aus Koniz". feien ihm und seinen Kollegen bei den Ermittelungen in Wordfachen Zeuge Braun bestätigt dies. In seiner 31 jährigen Praxis niemals Hindernisse bereitet worden, aber jedesmal, wenn die antifemitische Bewegung eingreife, kommen solche Hindernisse. Rechtsanwalt Simons: Der Benge war ja wohl auch im Falle Thomaschten " amtlich thätig? Zeuge Braun: Von dem Fall Thomaschke wollen wir hier lieber nicht reden.( Heiterkeit.) Es ist auch schon vorgekommen, daß Leute freigesprochen worden sind, die dann später eingestanden haben, daß sie doch die Mörder und die Vermutungen der Polizei die richtigen waren! Rechtsanwalt Sonnenfeld: Hat der Kommissar Wehn Grund zu der Annahme, daß die Heße in Konig erst durch die Staatsbürger- Zeitung" verursacht worden ist? Kommissar Wehn bestätigt dies. Heute dürfte nach Schluß der Beweisaufnahme mit den Plaidoyers begonnen werden. Das Projekt der städtischen Nord- Süd- Linie, einer Unterpflaster bahn, welche den Norden, Platz H an der Seefiraße, mit dem Südwesten, Schöneberg, Eisenacherstraße, verbinden soll, hat die Gesellschaft für den Bau von Untergrundbahnen nun endlich fertiggestellt und Entivurf nebst Kostenanschlag an den Magistrat abgeliefert. Die Gesellschaft war mit diesen Arbeiten im Juni v. J. betraut worden, weil dieselbe durch die Ausführung des Spreetunnels bei Stralau Treptow schon einige Erfahrungen gesammelt und auch bereits ein Projekt für eine Unterpflasterbahn vom Norden nach dem Süden der Stadt( allerdings im Zuge der für Tunnelbauten verschlossenen Friedrichstraße) ausgearbeitet hatte. Die durch die Prinz Louise, Ferdinands, Charlottens, Markgrafen- und Lindenstraße geplante städtische Unterpflasterbahn, deren Linienführung wir schon früher genauer mitgeteilt haben, hat ungefähr dieselbe Länge, wie die elektrische Hochbahn; sie ist 11,2 Kilometer lang, während letztere( bis zum Zoologischen Garten gerechnet) 10,1 Stilometer Länge befißt. Auch die Zahl der Haltestellen wird bei beiden Bahnen aunähernd gleich sein für die städtische Nord- Süd- Linie sind 15 Haltestellen geplant, während die Hochbahn deren 13 besitzt. Rücksichtlich der Bauto sten aber werden sich beide Bahnen wesentlich unterscheiden. Der Kostenanschlag der städtischen Linie schließt mit 32 Millionen Mart gefoftet hat und zwar einschließlich rund 56 Millionen Mart ab, während die Hochbahn mur luter Berücksichtigung der der Grunderwerbskosten.(!) letzteren dürfte sich der Preis pro Kilometer Tunnelstrecke, der nach dem Voranschlag" nur" fünf Millionen Mark fosten Bei der Hochbahn kostet der soll, ganz bedeutend erhöhen. Kilometer Bahnstrecke( gleichviel ob ober- oder unterirdisch) etwas über drei Millionen, für die Untergrundbahn in Paris mußten 32 Millionen und für die Central London- Bahn sogar über sieben Millionen Baukosten aufgewendet werden. Wiederaufnahme der Schnellbahnfahrten. Die Studiengesellschaft für elektrische Schnellbahnen hat jezt die Versuchsfahrten auf der Wilitärbahn zwischen Marienfelde und Bossen wieder aufgenommen. Die Fahrten finden täglich zwischen 9 und 11 Uhr während der Betriebspause der Militärbahn statt. Es wird wieder abwechselungs weise mit dem Wagen von Siemens und Halste und dem von der Auf eine Anfrage des Rechtsanwalts Sonnenfeld bestätigt Erster Allgemeinen Elektricitäts- Gesellschaft gefahren. Der Wagen bon Staatsantvalt Settegast, daß ihm von einer Gesellschaft jüdischer Siemens 1. Halske ist gegen früher dadurch wesentlich Herren die Summe von 5000 M. eingehändigt worden sei, um das leichter gemacht worden, daß man zwei Motoren und einen mit die für Ermittelung des Thäters oder für Herbeifchaffung von Transformator entfernt hat. Sonst haben beide Wagen einige Körperteilen des Winter ausgesetzte Belohnung zu erhöhen. Gleich weniger wesentliche Aenderungen erfahren. Die Schnelligkeit der in der ersten Zeit habe außerdem ein jüdischer Herr aus Br.- Stargard ihm eine größere Summe zur Ermittelung der Thäter überwiesen. Auch von christlicher Seite seien einige hundert Mark zu diesem Zweck gespendet worden. andren Wordthaten die Thäter unentdeckt geblieben sind. Bürgermeister De ditius giebt auf Befragen zu, daß auch bei Artikel des Angeklagten Bruhu in Nr. 290 der Staatsbürger- 3tg." Schließlich beruft sich Rechtsanwalt Sonnenfeld auf einen vom 24. Juni darüber, daß diefer selbst nicht an Masloffs Behauptungen glaubte, denn er habe darin den Standpunkt vertreten, daß nach seiner Ansicht der Mord in der Schächtanstalt neben der Synagoge geschehen sei. hatte, der Vermutung entgegenzutreten, als habe er sich die Aussage Angell. Bruhn erwidert, daß dieser Artikel wesentlich den Zwed des Mastoff zurecht gemacht. Die Verhandlung wird hierauf auf Donnerstag 9 Uhr vertagt. Fahrten geht bei den jezigen Versuchen bis zu 130 Kilometer in der Stunde. Zweck der jetzt aufgenommenen Versuche ist nicht hohe Geschwindigkeiten zu erreichen, sondern genaue Messungen zu ver anstalten. Insbesondere soll der Verbrauch an Strom genau fest= gestellt werden, um eine Grundlage für die Wirtschaftlichkeit von elektrischen Schnellbahnen zu gewinnen. In zweiter Linie wird der feiten erleiden, durch längere Verfuchsreihen festgestellt werden. Die Lufiwiderstand, welche die Fahrzeuge bei den hohen GeschwindigVersuchsfahrten sollen sich über mehrere Wochen bis zum Eintritt des Winters erstrecken. Die Ankunft der Boerengenerale in Berlin wird nach ben neuesten Mitteilungen einen halben Tag früher, als anfangs ge16. Oftober, nachmittags 5 Uhr 23 Minuten, auf dem Bahnhof meldet war, erfolgen. Die Generale treffen bereits am Donnerstag, Zoologischer Garten ein. Die Fahrt nach der Stadt geht an der Staiser Wilhelm- Gedächtniskirche vorbei, durch die Tauenzienstraße, über den Nollendorfplaß, durch die Maaßenstraße nach dem Ligow platz, dann die Friedrich Wilhelmstraße und die Hofjäger- Allee ents tulang zur Charlottenburger Chaussee, um durch das Brandenburger Thor und die Wilhelmstraße nach ihrem Absteigequartier in der aus Konig als Zeuge vernommen. Er sagt unter anderm aus: Er Habe von einem Verkehr seiner Tochter mit Ernst Winter nichts ge= wußt, sondern davon erst nach dem Morde bei Gelegenheit eines Besuches erfahren, den ihm Frau Winter in der Mordsache abstattete. Seine Tochter habe die Bekanntschaft mit Ernst Winter gar nicht abgeleugnet, ihre Ablengnung bezog sich nur darauf, daß sie& rau Winter nicht kenne. Bras.: Sie sind nun auch verdächtigt worden? Zeuge: Jawohl, durch die Staatsbürger- Zeitung" Präs.: Sie sagen das so schlechtweg. Es wurde doch wohl auch sonst darüber gesprochen, daß Winter vielleicht ein Indenmädchen gebraucht habe und dabei vielleicht überrascht und getötet worden sei. Beuge: Mir ist von einem Verdacht gegen mich nichts bekannt geweſen, bis der Artikel, der meinen Namen nannte, erschien. Auf weiteres Befragen erklärt der Zeuge: Er sei durch den ersten Artikel der Staatsbürger- Zeitung" start geschädigt worden, denn er habe starke Verminderung seiner Einnahmen im Jahre 1900 bemerft, die er auf etwa 2400 Mt. schäbe. Es sei auch vorgekommen. Ich bemerke," sagte gestern der Borjugende im Mitu a Imord- Bring Albrechtstraße zu gelangen. Hier erwartet die Gäste der große daß Frauen, die etwas faufen wollten, was im Speicher lag, sich Prozesse zu dem Zeugen Caspari,„ daß in dieser ganzen Empfangsausschuß zur Begrüßung. weigerten, mit ihm mitzugehen und darauf hinwiesen, daß er ja den Angelegenheit über feinen wichtigeren Umstand auch nur zwei übereinWit was für Kapitalverbrechen zuweilen die Kriminalpolizei be Winter ermordet haben solle; sie glaubten zwar nicht daran, aber stimmende Zeugenaussagen zu erzielen waren." schäftigt wird, zeigt ein klassischer Fall aus der Köthenerstraße. Hier man müßte doch vorsichtig sein. Andre Kunden feien von fremden Andre Kunden feien von fremden Eine Weile zuvor hatte man den„ Fall" Moritz Lewy be- besitzt eine alte Dame, eine Rentnerin, eine Kabe, die sie sehr lieb Leuten aufgeredet worden, doch nichts mehr von Juden zu kaufen. hat. Als sie sah, daß das Tier mehr und mehr erfrankie, und ers Der Vorsitzende weist auf eine Provokation des Rechtsanwalts sprochen. Der Sohn des« Christenschlächters" hatte, gehetzt und von tannte, daß sie sich von ihm trennen müsse, steckte sie es in einen Hahn darauf hin, daß es in dieser ganzen Prozeßfache faum zwei Togesangst geschüttelt, bestritten, mit dem Ermordeten bekannt ge- Korb und übergab es einem ihr bekannten Jungen, daß er es nach Beugenaussagen gebe, die mit einander in Uebereinstimmung zu wesen zu sein. Das foſtet vier Jahre Zuchthaus! Wer als Be- der Tierärztlichen Hochschule bringe, um es vergiften zu lassen. Auf bringen feien. schuldigter vernommen wird, weil er einen Apfel gestohlen hat, darf dem Hafenplage fing die Kaze an, erbärmlich zu miauen. Arbeiter, die es Lokales. Am Ende der Beweisaufnahme. hörten, bermuteten, daß der Junge die Katze gestohlen habe, um sie an einen Vivisektor zu verkaufen. Sie nahmen den Burschen, der gerade nicht zu den aufgewecktesten gehört, in die Mitte und öffneten den Korb, um einmal zu sehen, was er berge. Die gefangene Kaze benutzte die Gelegenheit zur Flucht, setzte über die Köpfe der Arbeiter hinweg und hatte im nächsten Augenblick den Gipfel eines Baumes erflettert Nun meinte ein Schiffer, der sich die Sache auch mit angesehen hatte, der Korb ohne die Katze könne dem Jungen auch nichts nugen er dagegen könnte ihn sehr gut gebrauchen. Gutmütig wie er ist gab der Junge den Korb ihm und wollte mun der Dame berichten wie es ihm ergangen war. Da er sie nicht zu Hause traf, so hiel er die Sache für erledigt und kümmerte sich nicht meh: darum, bis am zweitfolgenden Tage die Herrin der Katze ihn selbst aufsuchte, um sich nach dem Schicksal zu erkundigen. Tren herzig erzählte ihr der Junge die ganze Geschichte, seine Vermutung daß die Kaze noch auf dem Baume ſizen fönnte, traf zu. Si erkannte auch ihre Herrin, kam herunter und ging wieder mit ih nach Hause. Die gute Dame aber begab sich zur Polizei und zeigte den Jungen an, weil er vermutlich von vornherein gar nicht bis Absicht gehabt habe, die Katze nach der Hochschule zu bringen, sondern bon dem Gedanken ausgegangen sei, sich durch Aneignung des Fahr geldes für die Straßenbahn oder den Omnibus widerrechtlich 31 bereichern. So muß denn nun diese Staatsaktion die Kriminalpolizei beschäftigen, und es wird eine ganze Menge Verhöre, Vernehnungen und Schreibereien kosten, bis sie erledigt ist. artige Anordnung aus, die kürzlich von uns an dem Berliner Plan hervorgehoben wurde und ermöglichen auch in diesen Städten eine schnelle und zuverlässige Orientierung. Aus den Nachbarorten. In der letzten Sigung der Gemeindevertretung, Oftelbische Kultur. Aus Münsterberg in Schlesien berichtet das" Sprottauer Wochenblatt" am letzten Sonntag: In einer Bekanntmachung des Landrats heißt es:„ Dem Kreis frankenhause sind in letzter Zeit viele Stranke im Zustande größter Vernachlässigung und Unsauberkeit( voll von Ungeziefer) zugeführt worden... Der Landrat droht im Falle weiterer Klagen den Guts- und Gemeindevorständen mit disciplinarischem Einschreiten nichts Neues, Steglik. Ueber eine zu milde Handhabung der Baupolizei besteht in den Kreisen der hiesigen Hausbefizer große Aufregung. Nicht die vielfach mangelnden Schußvorrichtungen Es ist für den Kenner ostelbischer Zustände ja Neues, daß an Neubauten find es, die man der Polizei zum Vorwurf macht auch aus Reinlichkeitsgründen die Landflucht als ein Segen zu bewas fümmert unsre Hausagrarier Leben und Gesundheit der Bau- grüßen ist. Was dem Landpatrioten unter der Fuchtel des Gutsa Beamten- Wohnungs- Verein in der Belforterstraße ein sas lernt er unter dem wohlthätigen Zwange ſeiner an höhere Kultur arbeiter sondern die allerdings merkwürdige Thatsache, daß der herrn nur schwer zu üben möglich ist, die Pflege des eignen Körpers, vierstöckiges Wohnhaus unter den Augen der Polizei errichten gewöhnten Arbeitsgenossen in der Großstadt ebenso wie ihm unter fonnte, ohne eine Bauerlaubnis zu haben. Dieſe fonnte beren Einwirkung die nebung der Solidarität und der fittliche Abnicht erteilt werden, weil die Regulierung der betreffenden Straße schen vor Streitbrecherdiensten beigebracht wird. noch nicht sichergestellt ivar. Dynamitanschlag auf einen Hochzeitszug. In der Gemeinde die sich mit Straßenregulierungen beschäftigte, war von Seiten der Kristy or im Hunyader Komitat führte der Bergarbeiter Georg erbosten Hausbesizer eine Attacke auf den Polizeichef und auf den Barbula nach dem„ W. N. T." einen furchtbaren Racheplan aus. verhaßten Konkurrenten, den angeblich in seinem unlauteren Wett- Barbula verfolgte die Tochter des Grubeninspektors Bogyiczan mit beverb begünstigten Beamten- Wohnungs- Verein geplant, aber die Heiratsanträgen, wurde aber wiederholt abgewiesen. Als mun dieſer die peinliche Familienscene in geheimer Sizung zu erledigen. feierte und aus der Kirche kam, warf Barbula eine Dynamitpatrone Der Verlauf der öffentlichen Sizung zeigte aber flar, daß der neue zwischen die Hochzeitsgäste. Unter furchtbarem Getöse plagte die Bürgermeister ganz zu Uurecht der Begünstigung gemeinnüßiger Patrone und tötete den als Hochzeitsgast erschienenen Ortsinsassen Elendsstatistit. Im Männerasyl des Berliner Aſylvereins für Unternehmungen verdächtigt wird. Bei Feststellung eines Bebau- Juon Szingura auf der Stelle. Mehrere andre Hochzeitsgäste erObdachlose nächtigten im Monat September 20 252 Personeit, wo- ungsplanes, der das von der Albrecht- Halste und litten schwere Verlegungen. Sechs Pferde wurden ebenfalls von bon 9385 badeten; im Frauenasyl 4932 Personen, wovon 1134 Mariendorferstraße umschlossene große unbebaute Ge- der Bombe zerrissen. Barbula wurde verhaftet und der StaatsArbeitsnachweis wird erbeten für Männer: Wiesen- lände betrifft, hatte der Gemeindevertreter Rapp( Soc.) beanwaltschaft eingeliefert. straße 55/59, für Frauen: Füsilierstr. 5. gedib antragt, die Sache zu vertagen, um vor Genehmigung des Eingegangene Druckschriften. Ueber die Verhaftung eines Berliners in Südtirol werden Plans für Gemeindezivecke von dem betreffenden Unternehmer die uns folgende Einzelheiten gemeldet: In Torbole am Gardasee Sicherstellung eines für Schul- oder öffentliche Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diek' Verlag) ist soebent bas wurde vor einigen Tagen ein Herr J. Moser- Rothschild, angeblich Gebäude geeigneten Grundstückes zu verlangen. 1. Heft des 21. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben Die Socialdemokratie und die katholische Sohn( Stiefsohn) des Bankiers und Handelsrichters L. S. Rothschild Dieser Antrag wurde nicht nur von den Vertretern der Grundbesitzer wir hervor: Zwanzig Jahre. Neuere Theorien aus Berlin unter dem Verdacht der Hochstapelei festgenommen. Er als ein„ eigenartiges Verlangen" sogar als„ Habgier" bekämpft, auch Kirche. Von St. Kautsky. 1. Religion und Klerus. Ca' canny. Neueste Scharf wurde beschuldigt, sich dort für einen Sohn des„ Barons Heinrich der Bürgermeister hatte wieder rechtliche Bedenken". Das öffent- der Entwicklung. Von Kurt Grottewig. Der Parteitag in Imola. Bon Oda Rothschild aus Berlin" ausgegeben und unter" diesem Namen liche Interesse müsse dem Privatinteresse vorangehen. Die Ermacherpraktiken. Von Karl Legien. Litterarische Rundschau: Chr. Bezet, Die Blütezeit der deutschen Schwindeleien verübt zu haben. Der Verhaftete, welcher dem Kreis- chließung jenes Geländes, das dem Unternehmer Tau- Diberg. gerichtsgefängnis in Rovereto zugeführt worden war, ist nach ſende einbringt, bezeichnete er als im öffentlichen Interesse liegend, wie politischen Zyrit von 1840 bis 1850. Bon Alexander Gottlieb, Wien. Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchs Prüfung seiner Legitimation sofort wieder in Freiheit gesetzt worden. sich die Gemeinde die benötigten Grundstücke verschaffe sei deren Es soll sich um eine Betrugsanzeige gehandelt haben, welche von Privatinteresse. Mit dieser Kapitaliſtenlogik war die Mehrprivater Seite angeblich in böswilliger Absicht beim Bezirksgericht heit einverstanden und lehnte den Antrag ab. Weiter wurde die Errichtung einer fliegenden Gemeindeschulklasse Riva erstattet worden war. beschlossen und der socialdemokratische Antrag, die leerstehenden Klassenzimmer des Gymnasiums zu benützen, abgelehnt. Mit 700 Mark durchgebrannt ist ein 21 Jahre alter Handlungsgehilfe Gustav Boernert aus der Emdenerstr. 49, der seit einem Jahre im Comptoir der Kistenmacherei von Einsporn in der Reichen bergerstraße 47 beschäftigt war. Boernert sollte am Sonnabend für die Geschäftsinhaberin einen Wechsel über 700 m. einkassieren, besorgte das auch, lieferte aber das Geld nicht ab und ließ seitdem nichts mehr von sich hören. Der junge Mann wußte sich stets den Anschein eines harmlosen Menschen zu geben. Erst jetzt stellte sich heraus, daß er gern mit zweifelhaften Menschen verkehrte. Der Flüchtige, der von der Kriminalpolizei verfolgt wird, ist mittelgroß, schlank und blaß, hat blondes Haar und kleinen Schnurrbart und trägt einen schwarzen Sommerüberzieher, einen braunen Jackettanzug und neuen schwarzen weichen Hut. Zu dem Eisenbahn- Unfall auf dem Schlesischen Bahnhofe, über den wir fürzlich berichteten, erfahren wir weiter, daß der Zustand des Heizers Robert Grothe, der bis dahin sehr schlecht war, sich seit gestern, Mittwochmorgen, wesentlich gebessert hat. Die Aerzte hoffen jezt, den Verunglückten am Leben zu erhalten. Dagegen hat fich das Befinden des Hilfsheizers Theodor Kriebel, der Quetschungen an beiden Beinen erlitt, verschlechtert. Kriebel schien zunächst nur leicht verletzt zu sein und wurde daher zu weiterer Behandlung mit einer Droschte nach der Wohnung in der Memelerstr. 11 gebracht. Von dort mußte er vorgestern mit einem Lückschen Rettungswagen nach dem Moabiter Krankenhause gebracht werden. Die Dame tvar handlungen, Bostanstalten und Colporteure zum Preise von M. 3,25 pro Quartal zu beziehen. In der Zeitungspreisliste der Postanstalten ist die Neue Zeit" unter Nr. 5389 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft foftet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Aus dem sonstigen Inhalt der Nummer heben wir sodann die beiden Der Wahre Jacob hat soeben die Nr. 21 seines 19. Jahrganges erscheiner: lassen. In der Nummer wird die Leser vor allem eine photo. Friedenau. Die letzte Gemeindevertreter Sigung bewilligte n. a. in erster Lesung 60 000 Mart für Erbauung eines graphische Aufnahme von Berliner Delegierten zum Münchener Parteitage interessieren, welche anläßlich des Ausfluges Armenhauses. Nach einem vorgelegten Entwurfe ist das Gebäude nach dem Starnberger See auf der Rottmannshöhe aufgenommen wurde. vie folgt geplant: Der erste und zweite Stock enthält je einen In deutlicher Schärfe zeigt das Bild die Portraits von Singer, Auer, Schlaffaal mit 28 Betten; im Erdgeschoß liegen zwei Räume für R. Fischer, Ed. Bernstein, Heine, Kautsky, Arons und zahlreichen andren Kinder, das Aufnahmezimmer und die Küche. Jedes Geschoß erhält einen bekannten Parteigenossen und Genofsinnen, wodurch die Nummer zu einem Waschraum mit direktem Zugang vom Saal, Klosett und Geräte- Erinnerungsblatt von dauerndem Werte für alle Parteigenossen wird. raum, während im Kellergeschoßz drei Waschküchen, drei Gefängnis- farbigen Bilder Etwas zum Gruseln" und" Von der deutsch- russischen zellen(!) und der Desinfektions- und Badernum vorgesehen sind. Grenze" hervor." Ferner enthält die Nummer die Juſtrationen„ Neues Der Wohnungsflügel foll im ersten und zweiten Stock zehn einzelne von Serenissimus"," Das Brotwucherkartell"," Fleischnot"," Im Münchener Zimmer nebst Klosetts, sowie Wohnraum für den Hauswart und Hofbräu"," Michel und seine Feinde" und" Kinderspielzeug". Der tertliche einen Arbeiter erhalten. Wenn uns auch die gemeinsamen Schlafsäle Teil der Nummer bringt die Gedichte„ Offene Stellen" von Ludwig Frant, für ein Armenhaus nicht geeignet erscheinen, so dürfte doch immerhin," Fleischnot" von Erich Mühsam, Ostpreußisches Lehrerlied",„ Die Bündler", Der fotgeborene Barensohn"," Der alte Geheimrat an seinen Sohn"," Die wenn das Projekt verwirklicht wird, unsre Gemeinde ein Armenhaus erhalten, welches sich in Bezug auf Hygiene und einen gewissen Edelſten und Besten"," Die Fürsten und die Bresse"," Heil'ge Gnochen"( in G'stanzeln" von Ernst Kreowsft, sowie noch eine größere Anzahl tenerer Komfort sehr vorteilhaft vor derartigen Häusern in andren Ge- sächsischem Dialekt)," Der Dalles in Portugal"," Münchener Hofbräuhausmeinden, speciell auch der Berliner Vororte, auszeichnet. Daß Herrn Beiträge in Poefte und Profa. Der Text der 10 Seiten starken Nummer Gemeindevertreter Homuth die Kosten für ein derartiges Gebäude ist 10 Pf. Socialistische Monatshefte. Ottoberheft. Enthält u. a.: Dr. Eduard zu hoch waren und Herr Schöffe Draeger die gemeinsamen SchlafDr. Leo Arons: Die Beteiligung an äle als Mittel betrachtet, um zu verhüten, daß sich David: Das Gericht in München. iemand allzu lange wohl darin fühle", vermag die den preußischen Landtagswahlen. Wolfgang Heine: Eine Frage der parla mentarischen Arbeitsweise. Adolph v. Elm: Freisinnige Mittelstandspolitik. Genugthuung über den gefaßten Beschluß nicht zu beeinträchtigen. Bil Bram: Die Frauenfrage bei atingeber Stommunalverwaltung. Lily Braun: Die Frauenfrage auf dem Münchener Parteitag. " 1 Frauen Hunderttausend Mart. Ein 60 Jahre alter Kaufmann Bienert Zehlendorf. Ueber die Frage, ob sich die Gemeinde ein aus der Wollantstraße in Pankow, der trop feiner Jahre als Direttorialgebäude zum Gymnasium für 55 000 m. leiſten Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen Bolontär in einer Beitschenfabrik in der Linienstraße angestellt war, soll, stritten sich die Herren Vertreter in der legten Gemeinderatshatte von seiner Schwester, die in der Parkstraße zu Pankow wohnt, Sizung. Herr Ziethen, der Vertreter von Schlachtensee, meinte, man( Stuttgart, Diet' Verlag), ist uns soeben die Nr. 21 des 12. Jahrganges Parteitag zu München. Zur Lage der Arbeiterinnen der Pinselindustrie deren Vermögen von 100 000 M. zur Verwaltung erhalten. Da er müsse der Welt zeigen, was Zehlendorf leisten könne. Nach diesem zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Der An alle, die es angeht. Bericht der die Zinsen pünktlich bezahlte, so glaubte seine Schwester, daß alles durchschlagenden Argument wurde die Erbauung des Gebäudes be- in Nürnberg. Von L. Stein. Aus der Bewegung. in bester Ordnung sei, und trug auch kein Bedenken, ihm ein schlossen, trotz des Bedenkens wegen der 132 Broz. Gemeindeſteuer- Vertrauensperson der Genossinnen Deutschlands. Notizenteil: Weibliche Blanko Accept zu geben, dessen er im Interesse der Ver- Buschlag, die der Drt erhebt. Bei dieser Gelegenheit wies ein Ver- Feuilleton: Ein Kind. Stizze von Paul Bröcker. Gewert Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen. treter darauf hin, daß die Gemeinde 26 000 M. gespart hätte, wenn Fabrifinspektoren. mögensverwaltung zu bedürfen erklärte. Vereinsrecht der Frauen. tvie aus den Wolfen gefallen, als ihr am Dienstag es ihr bereits vor zwei Jahren eingefallen wäre, das Friedhofs- schaftliche Arbeiterinnenorganisation. stimmrecht. Frauenbewegung. Dienstbotenfrage. Terrain zu kaufen. ein Wechsel über 22 000 m. präsentirt wurde, dessen Accept sie nicht Am kommenden Montag findet hierselbst die Ersatzbestreiten konnte. Bevor sie sich noch Aufklärung verschaffen komite, Spandau. traf die Nachricht ein, daß Bienert seinem Leben ein Ende gemacht wahl zweier Stadtverordneten der III. Abteilung( für die aus hatte. Man hatte ihn am Donnerstag früh auf Zehlendorfer Gebiet geschiedenen Stadtverordneten Stellenberg und Wehe) statt. in Grunewald erschossen aufgefunden. Von den 100 000 m. waren Unfre Genossen werden zn dieser Ersazwahl in der zu morgen noch 13 Pfennige vorhanden. Biemert hatte das, was er als Zinsen Freitagabend) 8 Uhr, nach dem Kumkeschen Saale, ablieferte, jedesmal vom Kapital genommen, dieses ganz auf- Schönwalder str. 80 einberufenen Generalversammlung des gebraucht und fich dann auf das Blanko- Accept noch 22 000 Wt. ver- socialdemokratischen Arbeitervereins Stellung nehmen, und ihrerseits Da in dieser Generalversammlung auch chafft. Seiner Schwester, die morgens noch eine reiche Frau zu sein Kandidaten nominieren. glaubte, wurde im Laufe des Tages alles versiegelt, da sie für den Wechsel teine Deckung hat. Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspost- Zeitungsliste für 1902 unter Nr. 3051) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgelb 55 Bf., unter Streuzband 85 Pf. Socialdemokratischer Wahlverein ( Süd- Ost). Nach langem schweren Leiden entschlief am Dienstag, den 7. Oftober, 534 Uhr, unsre innigstgeliebte Tochter und Schwester Anna Pantel im zugleich die Berichte vom Parteitag 2c. entgegen- und die Neuwagt für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis 21. Lebensjahre. Dies zeigen betrübt an der örtlichen Parteileitung vorgenommen werden sollen, so darf wohl mit Bestimmtheit erwartet werden, daß sich die Parteigenossen zu dieser Versammlung recht zahlreich einfinden werden! Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse Karl Samuel ( Stadtbezirk 108 b) gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitaghalle des Gemeinde- Kirchhofs in Lanks wit aus statt. Üm zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. nachmittag 5%, ühr von der LeichenSüd- Ost. Fritz Pantel u. Frau. Die Beerdigung findet am Freitag, den 10. Oktober, von der Leichenhalle des neuen Rigdorfer Kirchhofes, Mariendorfer Weg aus statt.[ 26655 Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Eduard Karoschat am 5. Dktober verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag nachmittag um 4 Uhr vom Krankenhause Moabit aus nach dem alten statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. 89/11 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Nachruf. Feuerbericht. In der Nacht zum Mittwoch wurde die Wehr nach der Dranienstraße 43 gerufen. Hier war auf nicht ermittelte Weise Zwei Personen im Tegeler See crtrunken. Am Sonntagmorge in dem Maschinenraume der Buchdruckerei von Schroth Feuer aus gekommen, das Papier, Pappen 2c. ergriffen hatte. Die Gefahr um 7 Uhr waren der Techniker Zielicke und der Ingenieur Friedric ,. wurde rechtzeitig bemerkt, so daß das Feuer mit einer Schlauch mit einem Doppelsfuller ohne Steuermann von Tegel aus fortleitung in verhältnismäßig furzer Zeit abgelöscht werden konnte. gefahren. Gegen 8 Uhr trafen fie in Conradshöhe ein und hielten Längere Zeit hatte die Wehr Dienstagabend in der Neuen Friedrich- fich dort etwa ein und eine halbe Stunde auf. Dann fuhren sie ſtraße 69 zu thun. Jufolge Kurzschlusses in der elektrischen Leitung nach Borsdorf und von da wieder zurück nach Conradshöhe. Gegen auf Anraten war hier in einem Keller ein Brand entstanden, der in kurzer 8 Uhr abends begann es heftig zu regnen; Zeit dort aufgespeicherte Kohlen und Briquetts ergriff und eine größere des dortigen Gasthausbesizers schoben beide Herren die RückAusdehnung anzunehmen drohte. Die Wehr griff den Brand sofort fahrt auf. Bielicke machte den Vorschlag, in Conradshöhe zu 244/14 mit mehreren Rohren an, und es gelang ihr nach einstündiger übernachten; Friedrichs indessen lehnte es ab, dazubleiben; angestrengter Arbeit, das Feuer auf den Keller zu beschränken. So fuhren beide, da der Regen inzwischen nachgelassen hatte, Doch kaum Gardinen und Kleidungsstücke gingen abends 10 Uhr in der Nostiz- gegen 12 1hr nachts von Conradshöhe ab. straße 25 in einer Wohnstube in Flammen auf, die jedoch in kurzer waren sie eine halbe Stunde gefahren, als das Boot inZeit erstidt werden konnten. Nach der Königstr. 18 wurde die Wehr folge des stürmischen Wetters tenterte und beide Infassen aus dem Lese- und Diskutierklub Sohannes- Kirchhofe in der Geestraße Trotzdem beide gute gerufen, weil hier infolge Gasausströmung eine Explosion befürchtet felben in die Fluten geschleudert wurden. wurde. Die Gefahr wurde beseitigt. In der Sophienstr. 21 war Schwimmer waren, gelang es ihnen nicht, jedenfalls infolge der Den Mitgliedern die traurige Mitturz vorher in einem Keller ein Brand ausgekommen, der aber bald großen Finsternis, sich zu retten. Am gestrigen Morgen wurde das beseitigt wurde und in der Hauptsache Möbel und Wäschestücke be- gefenterte Boot in Tegelort an Land getrieben; ein dortiger Boots- teilung, daß unser Genosse schädigte. Außerdem hatte die Wehr in der Zwischenzeit noch verleiher barg es. In einiger Entfernung von dem Stuller trieben Karl Samuel Alarmierungen von der Friedenstr. 63 und von der Straßmannstr. 14 drei Niemen, der vierte war nicht mehr aufzufinden. Im Steuerzu verzeichnen. In beiden Fällen handelte es sich jedoch lediglich um fasten des Bootes wurde eine goldene Uhr gefunden, die auf am Dienstag früh gestorben ist. " blinden Lärm". 121 1hr zeigte. Sofort wurden die Behörden ist Kenntnis gesett Durch einen Sturz aus dem fünften Stock hat sich Mittwoch- man suchte den See ab, ohne jedoch die Leichen bisher aufgefunden morgen die 24 Jahre alte Schneiderin Karoline Walla aus der zu haben. Zielicke stand im Alter von 22 Jahren, während Friedrichs Königstr. 47 das Leben genommen. Das Mädchen, das mit seiner bereits 26 Jahre alt war. Mutter, der Witive eines Konditors, eine Dachwohnung inne hatte, frankte seit fünf Jahren an einem Nasenleiden und war infolgedessen fehr nervös geworden. Am Montag tam sie aus einer Heilanſtalt, in der sie zehn Tage zugebracht hatte, gegen den Rat der Aerzte wieder nach Hause. Während gestern morgen um 6 Uhr die Mutter Ein Knabe in Brand gesteckt. lleber ein entsegliches Brand: Für die zahlreichen Beweise innigster noch schlief, stand sie heimlich auf und stürzte sich aus dem DachTeilnahme am Grabe meiner lieben fenster auf den Bürgersteig der Königstraße hinab. Ein Wächter unglück wird uns aus Schwiebus in der Mart folgendes gefand sie mit zertrümmertem Schädel tot daliegen. Die Leiche wurde meldet: Unter mehreren auf der Straße des fleinen Industriewir hiermit allen unsren herzlichsten nach dem Schauhause gebracht. städtchens spielenden Knaben war eine Schlägerei entstanden, in Holzarbeiter- Verband rau und unsrer guten Mutter sagen deren Verlauf ein 13 jähriger Schüler mit einer, mit Benzin ge= Dant. In den städtischen Handwerkerschulen, welche das Winterhalbjahr füllten Bierflasche nach einem seiner Gegner schlug. Die Flasche ging Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Die trauernden Hinterbliebenen 6. Steinfurth und Kinder. am Sonntag, den 12. bezw. Montag, den 13. d. Mts., eröffnen, entzwei und ihr Inhalt ergoß sich über die Kleidung des Be- der Kollege, Tischler beginnen am heutigen Sonntag die Anmeldungen( Andreasstr. 1/2 troffenen. Um zu sehen, ob Benzin auch gut brenne, entzündete borm. 9 bis 12 Uhr), jie dauern bis zum 10. Oktober( Andreasstr. 1/2 eines der Kinder ein Streichholz und hielt die Flamme gegen die und Lindenstr. 97 von 6-8 Uhr nachm) Der Unterricht beginnt am mit dem Zündstoff durchtränkte Kleidung. Im nächsten Moment 12. Oftober. glich der unglückliche Knabe einer lebenden Fackel und seine Spiel- am 4. Oftober verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donners Der Bharusverlag, Königin Augustastr. 3, dessen übersichtlicher fameraden liefen nun schreiend fort, das brennende Kind sich selbst tag, anchmittags 4 Uhr, Blan von Berlin neulich von uns erwähnt worden ist, sind von einer überlassend. Zwar wurden die Flammen bald durch hinzukommende Reichenhalle der Markus- Gemeinde in Vereinigte Berliner Möbeltischler Heihe größerer deutscher Städte jegi ebenfalls Pläne herausgegeben. Bassanten erstickt, doch hatte der Kleine schon schreckliche Brand- Wilhelmsberg aus statt. Mosevius& Zimmermann, derstr. Um rege Beteiligung ersucht Aufgenommen sind bis jezt Düsseldorf, Frankfurt a. M., Hamburg. wunden am ganzen Körper erlitten, so daß an seinem WiederDie Ortsverwaltung. Hof, Fabrikgebäude, kein Laden. Bremen und Dresden. Alle Karten zeichnen sich durch die eigen- aufkommen gezweifelt wird. Berantwortlicher Hevallent: Carl Zeid in Berlin Für den Injeratenteil verantwortlich. Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag. Vorwärts Buchdruderei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Vermischtes. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag nachmittag um 5%, Uhr von der Leichenhalle des Gemeinde- Kirchhofes in Lankwig aus statt. Die Genossen treffen fich 4 Uhr Wittes Boltsgarten in Lantwik Der Vorstand. Deutscher Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Knopfarbeiter Fritz Bleichert 291/13 am 3. Oktober plöblich verstorben ist und am Mittwoch, den 8. Oftober, zur legten Ruhe gebettet wurde. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Danksagung. Julius Rogge Möbel von der 89/12 erstklassiger Qualitäten. Cassa und coulante RatenZahlung. Alexan42