Mr. 83. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements- Prets für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mr, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Belt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. In der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pig., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in. der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. fern spred- Anschluß: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 7. April 1892. = Expedition: Beuth- Straße 3. Das interessante Aktenstück lautet: In der Straffache gegen den Redakteur Reinhold Gronheim, Wer erinnert sich nicht der drakonischen Strafen, die sich die Gründung von Widerstandskassen, wie sie der Erlaß geboren am 22. März 1855 zu Spandau, wohnhaft zu Berlin, gegen streifende Arbeiter erkannt wurden, weil sie sich des vorsieht, empfiehlt. Wir glauben, daß troz mancher BeBotsdamerstraße 66, evangelisch, nicht Soldat, mehrfach bestraft, Bergehen3 schuldig gemacht haben, Kollegen, welche den denken, und die ergeben sich besonders aus der Bestimmung insbesondere wegen Preßvergehen und Beleidigung, wegen Pre Streit brachen und zur Arbeit zurückkehrten, zu bedrohen? über die Angaben der Mitglieder der Kaffen, alle Gründe bergehens und Beleidigung, hat die 2. Straftammer des König: Nun wird aber in dem Ministerialreffript als Anlaß des für die Bildung solcher Kassen sprechen, denn ohne genügende lichen Landgerichts I zu Berlin am 12. November 1891 für Recht erkannt: 1. daß der Angeklagte der wiederholten Beleidigung selben ausdrücklich angegeben, daß der Ausstands- Versiche- Fonds wird der Gewerkschaftskampf( immer nur das reine durch die Presse und in einem Falle zugleich des Vergehens gegen rungs- Verein der westfälischen Zechen eine Bestimmung ent- Glücksspiel bleiben, bei dem in neunzig von hundert Fällen das Preßgesetz schuldig, deshalb mit fünf Wochen Gefängniß zu halten habe, die eine Bedrohung mit pekuniärem Nachtheil die Arbeiter die Nieten ziehen werden. bestrafen, 2. daß den Beleidigten, dem Staatsanwalt Dr. Best zu enthält, gegen jene Bechen, welche von der Unternehmer- Auf alle Fälle ist der Ministerialerlaß ein neuer Darmstadt und dem Polizeipräsidenten Reßler zu Magdeburg die vereinigung vor Beendigung des Streiks zurücktreten, also Beweis dafür, daß der zähen Ausdauer der Arbeiter im Befugniß zuzusprechen, die Berurtheilung des Angeklagten auf dasselbe thun, wie der streikbrechende Arbeiter. Daß die Leiter Kampfe um ihr gutes Recht schließlich doch der Erfolg dessen Kosten binnen vier Wochen nach Zustellung des rechts- des Zechenvereins für diese Verlegung des§ 153 der Gewerbe- sicher werden muß. Db alter oder neuer Kurs: Der Vien träftigen Urtheils einmal in der periodischen Zeitschrift„ Borwärts" an hervorragender Stelle bekannt zu machen, 3. baß alle Ordnung zur strafrechtlichen Verantwortung gezogen worden muß. vorfindlichen Exemplare der Nummern 172 und 186 der Zeit- wären, steht weder in dem Erlaß, noch ist es sonst bekannt geschrift„ Vorwärts" vom Jahrgange 1891 in den Theilen, welche worden. Dieselben Bestimmungen, wie im Statut des West- Ministerium des Innern. Berlin, 14. März 1892. in Nr. 172 mit den Worten: Das Offenbacher Abendblatt" fälischen Bechenvereins, finden sich übrigens in fast allen Auf den gefälligen Bericht vom 7. November v. Js., betreffend hatte gegen einen Privatmann" polemijirt" beginnen und mit Anti- Streifvereinigungen der Unternehmer, und so oft diese den Ausstandsversicherungs- Verein der niederrheinisch- westfälischen Jurisprudenz" schließen und in Nr. 186 mit den Worten:„ Der Berstöße gegen den§ 153 der Gewerbe Ordnung in der Bechen, erwidern wir Ew. Exzellenz ganz ergebenst Folgendes: Polizeipräsident" beginnen und mit„ Konstruktion sein" schließen Arbeiterpreise auch schon zur Sprache gebracht wurden, es die staatliche Genehmigung des genannten Versicherungsverbandes und die zu ihrer Herstellung erforderlichen Platten und Formen hat sich noch kein Staatsanwalt gefunden, der hier zu Anerkennung der Entschädigungsansprüche lediglich einem Organe erscheint so lange nicht unbedenklich, als die Entscheidung über die unbrauchbar zu machen, 4. daß dem Angeklagten auch die Kosten gegriffen hätte. Es handelte sich eben bei diesen Vergehen des Verbandes überlassen bleibt, des Verfahrens aufzuerlegen. um so mehr, als die gegen den Koalitionsparagraphen um Unternehmer, und da ursprünglichen Sagungen des Verbandes infolge der Nachsollen sie, wie es bezeichnender Weise auch im Erlasse heißt, giebigkeit einer Beche während des Ausstandes im Frühvon geringerer Bedeutung sein, als wenn es sich um jahr 1890 späterhin durch Absatz 4 im Art. 2 eine Ergänzung gefunden haben, durch welche der Anspruch auf Schadenersatz für den Fall ausgeschlossen wird, daß die Zeche die Forderungen der Belegschaft, deren Ablehnung den Ausstand veranlaßte, nachträglich bewilligt oder die Beendigung des Ausstandes durch Maßnahmen herbeigeführt, welche im regelmäßigen Betriebe nicht stattgefunden haben würden. Durch diese Bestim mung soll ein übereinstimmendes Verhalten der Zechen in der Richtung gesichert werden, daß bei Ausständen die Nachgiebigkeit gegen die Forderungen der Arbeiter erschwert wird. Haben die Verbandsorgane einmal den gegen Ausstand geleisteten Widerftand als berechtigt anerkannt, jo follen ble austritten Biber verpflichtet sein, bei ihrem Widerstand zu beharren und im Falle der Nachgiebigkeit durch Verlust ihrer Ansprüche auf Schadens ersatz für die ganze Ausstandszeit bestraft werden. Dieses Abkommen befördert also nicht die Beendigung, Staatlich genehmigte Auslandskallen. ersicherungs- oder Streik- Kaffen der Arbeiter handelt." Diese Wendung ist charakteristisch für die Stellung, welche die beiden preußischen Minister, von denen der Erlaß Nachfolgender, nach mehr als einer Richtung anziehender ausgeht, den Arbeitern gegenüber einnehmen. Wenn trog Erlaß der preußischen Minister des Innern und des Handels dem der Erlaß einen Fortschritt für die Arbeiter bedeutet, wird soeben durch das Polizeipräsidium veröffentlicht. Diese so ist damit eben nur bewiesen, wie betrübend es für die amtliche Veröffentlichung beweist, daß die zuständigen Stellen Arbeiter auf dem Gebiete des Vereinigungs- und Koalitionsein Gewicht darauf legen, über ihre Stellung zu den Streif- rechtes noch bestellt ist. und Ausstands- Versicherungskassen der Arbeiter sowie der Wir nennen den Erlaß einen Fortschritt und zwar um Unternehmer Klarheit zu schaffen, und insofern können wir beswillen, weil durch ihn offen anerkannt wird, was unter die Bekanntmachung nur freudig begrüßen. Der Eingriff dem Sozialistengesetz und nach dem berüchtigten Buttkamer bes Miniſters Herrfurth bei dem Buchdruckerstreit hat einer schen Streikerlaß mehr als zweifelhaft geworden war, daß indirekten Parteinahme für die Prinzipale und gegen die Arbeiter auch die Verwaltungspraxis das in der Gewerbe- Drdnung so ähnlich gesehen, wie ein Ei dem anderen, und dieser anerkannte Streifrecht der Arbeiter achtet. sondern die Fortdauer des Ausstandes und Die der Arbeitgeber, als wenn es sich um VersicherungsSchein wurde dadurch noch verstärkt, daß dieser Eingriff Der Erlaß spricht von gleichen Grundsätzen, widerspricht zwar nicht dem Wortlaute und Sinne des§ 152, fich bemerkbar machte gerade in dem Augenblic, als der nach denen die Widerstandskassen der Arbeiter und Unter- Abs. 2 der Gewerbe- Ordnung, wohl aber der Absicht dieser GeMinister von Berlepsch den anerkennenswerthen Versuch nehmer behandelt werden sollen und stellt Normen für fegesbestimmung, welche den Rücktritt von solchen Bermachte, einen Ausgleich zwischen den beiden streitenden dieſe Kassen auf. Bisher kannte man eine solche gleich- a bredungen möglichst erleichtern will Theilen herbeizuführen. Ist es anzuerkennen, daß unter mäßige Behandlung nicht. Wir erinnern nur an die Ver- Gefahren einer solchen Bereinbarung wie überhaupt einer Ausdem Miniſterregiment Herrfurth's jene auf die Bereins- suche, die Arbeiter- Streikkaſſen als Versicherungs- Anstalten der Verbandsorgane gestellt wird, mögen von geringerer Begesetzgebung sich stützenden Quereleien und Drangsalirungen zu erklären, wodurch ihnen offenbar das Lebenslicht aus deutung sein, wenn es sich um Ausstandsversicherungen der gewerkschaftlichen Arbeitervereinigungen, wie sie geblasen werden sollte. Nach dem Erlaß und nach den Vorschriften unter a und b oder Streik Kassen der Arbeiter handelt. Nichtsdestoweniger unter Buttkamer und früher an der Tagesordnung waren, sich weniger bemerkbar machen, so hat das Vorgehen wird die Gründung von Ausstandskassen für die Arbeiter führt die Nothwendigkeit, Arbeitgeber und Arbeiter nach gegen den Buchdrucker- Verband um so unangenehmer über- möglich sein, ohne daß diese wie bisher fortgesetzt der Ge- gleichen Grundsäßen zu behandeln, dahin, daß einem Ausstandsrascht. Und um so mehr, als die Regierung den Unter- fahr der Auflösung und Beschlagnahme ausgesetzt wären. Bersicherungsverbande von Arbeitgebern die staatliche Genehnehmern gegenüber vollständige Bassivität beobachtete, selbst Allerdings werden diese Kaffen strenge von der eigentlichen ge- migung nicht unter Bedingungen ertheilt werden kann, unter wenn diese, sei es auf dem Gebiete des Vereinswesens oder wertschaftlichen Vereinigung ferngehalten und selbständig verdenen einem gleichartigen Vereine von Arbeitern diese Ge nehmigung würde versagt werden müſſen. durch schwarze Liſten oder durch Drohungen und Zwangs- waltet werden müssen. Doch diese Schwierigkeit wird nicht Die staatliche Genehmigung von Ausstands- Versicherungsmaßnahmen gegen die eigenen Kollegen, dem Gesetze die unüberwindlich sein. schönsten Schnippchen schlugen. Feuilleton. Nachdrud verboten.] ( 83 Am Webstuhl der Zeit. von A. Otto Walster. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern faffen ist gleichmäßig gegenüber Arbeitgebern und Arbeitern an Es wird Sache der Gewerkschaften sein, der Frage, ob folgende Bedingungen zu knüpfen: wichtigste Stand. Man denke einmal nach. Wenn die Be- zu bethätigen, den angebotenen Lohnfaz auszuschlagen, so figenden einmal alle ausstürben, was bliebe übrig? Ohne würde er nach kurzen Wandlungen in ein Haus gebracht der Besitz Zweifel der und die große Menge der werden, worin er über seine vermeintliche Freiheit ander Besitzlofen, welche diesen Besitz zum Mindesten ebenso weitig belehrt wird. Kann man sich da noch wundern, daß gut verwerthen können, wie der Erblasser. Sterben der Arbeitgeber auch noch andere Rechte seiner Arbeiter aber die Besiglosen aus, dann verlieren die Besitzenden zum mißachten zu dürfen glaubt? großen Theile die Wohlthaten des Besizes, da Niemand da Mit wahrer Entrüstung sah somit die Bourgeoisie aus sein wird, der für sie in der bisherigen Weise arbeitet. Von dem Resultate der letzten Wahlen die Thatsache hervorgehen, allen solchen Anschauungen bleibt indessen unsere Bour- daß eine neue Partei, zusammengesetzt, ihrer größten Zahl geoisie weit entfernt; sie lebt in ihrer Gedankenwelt wie nach, aus Leuten von untergeordneter Lebensstellung, aus Sie Eintagsfliege; das Gewohnheitsmäßige, das Bestehende von ihr Abhängigen und Untergebenen, neben sie zu Das ist schon nicht so mit dem wilden Eber, des Tages ist ihr göttliche Weltordnung, und alle Ansprüche, treten versuchte. Gegen sie wendete sich ihr Born- warum der im Stande ist, mir den Leib aufzuschlitzen, nicht die vom Standpunkte wahrer Menschlichkeit, ja selbst im sollte er sich auch nicht gegen sie wenden dürfen- frei und so mit dem wilden Stier, den der spanische Torsentador flieht und verfolgt. So sieht der Despot nur Ge- Namen ewiger Gerechtigkeit, höherer Sittlichkeit und weiter- unverhohlen? Jeöpfe, eine Menge von rechtlosen Wesen, die er nur blickender Vernunft an sie gerichtet werden, erscheinent bishalb nicht vernichten würde, weil er es nicht fann oder absurd, phantastisch, unpraktisch. nicht will, indem er ihrer bedarf. Aber vor der Vernich " ihr Ihr Grundsatz ist So dachte namentlich Herr Findeisen, der zu seiner und bleibt: Der Mensch, den ich nach Willkür größten Erbitterung die Erfahrung machen mußte, daß eine tung der Einzelnen und ganzer Schaaren schrickt er eben so hungern lassen kann, der infolge dessen auf meine große Zahl seiner Arbeiter für die Kandidaten des Bolkes gestimmt hatten. Wenn wir sagen Arbeiter", so meinen Winke achten muß, der ist mein wenig zuruck, wie vor dem Todtschlagen einer Fliege. Vor Wünsche und wir nicht die große Zahl der Arbeitenden in jener Fabrik, untergebener, ich mag nun von meiner Macht ihm gegen denn diese besaßen zumeist überhaupt kein Stimmrecht, sonund ihm Schmerz verursachen kann, hat er schon mehr über Gebrauch machen oder nicht." dern wir meinen die Wenigen, welche Bürger und Meister Respekt. Was war dem Edelmann der Bauer in jenen Kann man da leugnen, daß Sklaverei und Leibeigen- gewesen, als solche einige Zeit versucht hatten, auf eigene wenn sie auch in ihren grellen und in die Augen Fauft zu leben, selbständig zu bleiben, und welche im Wetthandeln durfte? Was ist er ihm jetzt, da er mit ihm die stechenden, deshalb direkt verlegenden Formen geschwunden, bewerb mit der erdrückenden Macht des Kapitals ihr politische Macht in bestimmten Berhältnissen theilt? Was dennoch in ihrem Wesen fort und fort bestehen? fleines, vom Vater zum Sohn vererbtes Kapital zugesezt ist der arme Arbeiter, der immer zwischen Leben und| Mag man darum auch noch so viel von der Freiheit hatten, worauf ihnen dann weiter nichts übrig blieb, als des Angebots und der Nachfrage nach Arbeit schwägen, der gleichfalls in die großen Werkstätten ihrer reichen Kontägliche Brot vorenthalten lamm, und für dessen Beamtete, Arbeiter muß unter dem gegenwärtigen Lohnsystem Gilave kurrenten, von denen fie ruinirt worden, einzutreten, ihnen welche in ihren kurssichtigen Begriffen den Unternehmer als bes Kapitals bleiben, muß fort und fort an der Berzinspflichtig zu werden. Hatten sie außer dieser BinsDen Ernährer des Staates und wohl gar als ben des mehrung dieses Tyrannen zu Gunsten Weniger ar- pflichtigkeit auch noch die Verpflichtung übernommen, ihre Arbeiters selbst mit ansehen? Viele sonst vernünftige Leute beiten, und wenn er sich's beifallen ließe, die ver- persönlichen, politischen Ansichten denen ihrer neuen Brotjagen des Angebots seiner Arbeitskraft herren unterzuordnen? a. Die Satzungen müssen Fürsorge treffen, daß Eutschädi- Lungen oder Unterstützungen nur an solche Theilnehmer gezahlt «erden, welche nachweisen, daß sie über die Streitigkeiten, durch welche der Ausstand veranlaßt worden ist, ein Einigungs- verfahren vor dem zuständigen Gewerbegericht beantragt haben, dieses Verfahren aber infolge der Weigerung des Gegners nicht zu Stande gekommen ist oder ohne Verschulden des den Anspruch Erhebenden zur Beilegung des Streiks nicht geführt hat. In Fällen, in denen ein zuständiges Eewerbegericht nicht vorhanden ist, muß der Nachweis geführt werden, daß der Versuch, ein Einigungsverfahren auf einem anderen, näher zu bezeichnenden Wege gemacht worden und ohne Verschulden des den Anspruch Erhebenden erfolglos geblieben ist; b) der Aufsichtsbehörde niuß die Befugnib eingeräumt werden, von allen Verhandlungen, Büchern und Rechnungen der Kasse selbst oder durch einen Kommissar Einsicht zu nehnien. Die Kasse hat jährlich einen Rechnungsabschluß vorzulegen, aus weichem die Zahl der Mitglieder, die vereinnahmten Beiträge und die geleisteten Unterstützungen zu ersehen sind. Dem Ausstands-Versicherungsverbande zu Essen kann daher und mit Rücksicht darauf, daß die Errichtung eines Berg-Ge- Werbegerichts für die Steinkohlen-Zechen des Ober-Bergamts- Bezirks Dortmund in nächster Zeit erfolgen wird, die staatliche Genehmigung erst ertheilt werden, wenn in seinen Satzungen nachfolgende Bestimmungen Aufnahme gefunden haben. I. Ein Entschädigungsanspruch darf nur anerkannt werden (Art. 7 und g), wenn die ihn erhebende Zechenverwaltung nach- weist entweder, daß sie zur Beseitigung der Streitigkeiten, welche den Ausstand herbeigeführt haben, das Berg-Gewerbegericht als Einigungsamt angerufen, ein Einiguugsverfahren vor diesem aber infolge der Ablehnung der Arbeiter nicht stattgefunden hat (§§ 61 und 62 des Reichsgesetzes, betreffend die Gewerbegerichte vom 29. Juli 1890)— oder, daß ein Einigungsverfahren zwar stattgesunden, aber weder zu einer Einigung(Z 66 a. a. O.) noch zu einem Schiedsspruch(§ 67 a. a. O.) geführt habe— oder, daß die Unterwerfung unter einen von dem Einigungsamte ab- gegebenen Schiedsspruch nicht von der Zechenverwaltung verweigert worden sei(fi 68 a. a.£).). 2. Der Verband muß dem Oberpräsidenten jährlich einen Rechnungsabschluß vorlegen, aus welchem die Mitglieder, die vereinnahmten Beträge und die geleisteten Unterstützungen zu ersehen sind. Der Oberpräfident ist befugt, selbst oder durch einen Kommissar von den Verhandlungen, Büchern und Rech- nungen des Verbandes Kenntniß und Einsicht zu nehmen. Ew. Exzellenz wollen den Ausstands-Versichernngsverband der niederrheimsch-westfälischen Kohlenzechen hiernach gefälligst mit entsprechendem Bescheide versehen und nach erfolgter Aenderung des Statuts anderweit Bericht erstatten, sowie dafür Sorge tragen, daß durch Abdruck vorstehenden Erlasses in den Regierungs- Amtsblättern dortiger Provinz die Arbeitgeber und Arbeiter von der darin zum Ausdruck gebrachten grundsätzlichen Stellung der Staatsbehörden Kenntniß erhallen. Der Minister des Innern, gez. Herrfurth. Der Minister für Handel und Gewerbe, gez. Frhr. v. Berlepsch.— An de» königlichm Oberpräsidenten Herrn Nasse Exzellenz zu Koblenz. VolMprfze Berlin, den 6. April. Zur Bergwerksnovelle, �n IVa Stunden hat die Kommission am 6. Avril die zweite Lesung beendet und den schlechten Entwurf so arg verballhornt, daß die ultra- montanen und deutschfreisinnigen Kommissionsmitglieder sich genöthigt sahen, gegen das Gesetz zu stinimen. Wenn die „Germania" der Hoffnung ist, daß die Regierung eine unter ihren Entwurf herabgehende Vorlage nicht sanktioniren werde, so bedauern wir, diesen Optimismus nicht theilen zu können. Die Herren vom Schlägel und Eisen sind mächtige Herren, und in Rheinland-Westfalen wetterleuchtet es. Selbst die sanfte Limonade des„Reformministers" Berlepsch schmeckt den Kohlenrittern wie eitel Galle und Mermuth.— Die Herren unter sich. Im preußischen Landtag, wo die bürgerlichen Parteien sich ganz au sein de leur famille, im Schooße ihrer Fannlie fühlen, sprechen die Herren freier von der Leber als im Reichstage. Der soeben er- schienene Bericht der Rechnungskommission über die Ueber- ficht von den Staatseinnahmen und-Ausgaben für das Jahr vom 1. April 1890/91(Nr. 137, Nr. 14 der Drucksachen) bringt unter dem Hauptstück: Bauverwaltung, außeretats- mäßige Ausgaben, S. LI eine anziehende sozialpolitische Betrachtung. Es bandelt sich um die Mehrkosten größerer Reparaturarbeiten des Bugsirdampfers„Senfft von Pilsach.' Ganz gewiß war dies die Meinung des Herrn Find- eisen, welcher einige Tage nach der Wahlschlacht die Rebellen gegen die geheiligte Macht des Kapitals vor sich kommen ließ und ihnen in dürren Worten ankündigte, daß er keine Demagogen und Unruhestifter in seinem Geschäfte brauchen könne, daß sie nun bei Denen Arbeit suchen möchten, für die sie gestimnit hätten. Schweigend gingen diese Leute fort; sie hatten keine Worte für ein solches Verfahren. Aber Frau und Kinder lebten daheim, die sie mit ihrer Hände Arbeit zu ernähren hatten. So schiver es ihnen wurde, mußten sie umhergehen, um anderen Fabrikanten ihre Dienste anzubieten. Mit kränken- den Worten wurden sie überall abgewiesen; Keiner mochte die Wölfe in den Stall zu seinen frommen Schafen lasten. Die Unglücklichen konnten keinen Zufluchtsort finden. Aller- dings hatten die Liberalen die Freizügigkeit zum großen Theile durchgesetzt, aber welche Eisenbahn beförderte jene Armen ohne Entgelt mit Frau und Kindern so lange fort, bis sie einen Ort fanden, an dem sie ihr Leben durch Arbeit fristen konnten? Und ihre Ersparnisse? Der Ueberschnß ihrer Arbeit? Im Geldsack der großen Unter» nehmer war er zusammengeflossen; aber sie hatte» kein Anrecht darauf. Doch wenn auch der Sinn für Brüderlichkeit, Mensch- lichkeit und Gerechtigkeit im Herzen der gebildeten Bourgeoisie zum großen Theile erloschen, in den treuen, schlichten Ar- beiterherzen lebte er fort. Am Abende nach der Entlastung jener Arbeiter traten die Mitglieder der Findeisen'schen Maschinenfabrik in der„Zentralhalle' zu einer Versamm- lung zusammen, und Wießner, der Bruder jenes Unglück- lichen, den wir zu wiederholten Malen auf dem Pfade unserer Erzählung getroffen, ein Schmied von riesigem Körperbau, ein wahrer Cyklop, von dessen Wangen die . Spuren der Arbeit nicht mehr zu verwischen waren, erklärte den Mitarbeitern die gegenwärtige Lage der Sache. Der Redner führte aus, daß jene Männer, indem sie das Recht ihrer persönlichen Meinung gegenüber der Willkür des Unterliehmers gewahrt, für eine den Arbeitern fheilige Idee brotlos geworden, daß daher Alle die Pflicht hätten, dafür zu sorgen, daß jene nicht einsam untergingen, daß die Das fortschrittliche Vehikel mit dem urreaktionären Namen giebt der Regierung zu folgender Philippika Veranlassung: „Als der Dampfer kurz vor Eintreffen des Winters 1889 in die Fabrik(es ist die Firma Möller und Holberg in Grabow bei Stettin) überführt werden konnte, fiel die Arbeit so recht in die Blüthezeit der Streiks und des Uebermuths der Arbeiter um die Zeit des I. Mai 1890. Wenn schon diese Verhältnisse die ungewöhnlich hohen Preise der Fabrik naturgemäß veranlaßt haben mochten, so waren dieselben doch auf die Arbeiten an dem Dampfer noch weiterhin von verhängnißvollem Einfluß. Bei dem Vertragsabschluß waren, soweit wie nur irgend möglich, Einheitspreise für wirkliche Arbeitsausführungen vereinbart worden. Für solche Arbeiten, bei welchen dies un- möglich war, wurde eine Vereinbarung in Bezug auf die Höhe von Tagelohnsätzen getroffen. Aber gerade die in Tage- lohn ausgeführten Arbeiten zeigten eine ganz außergewöhnliche Ueberschreitung gegenüber jeder rationellen vorherigen lieber- legung und bewiesen, in welcher Weise der Arbeiter, wenn er eben grundsätzlich will, auch bei der besten Beaufsichtigung, eine Arbeit in die Länge zu ziehen und zu verthcuern vermag. Auch ' die Fabrik selbst hat bei den von ihr übernommenen Arbeiten schwer unter diesen Verhältnissen zu leiden gehabt.' Trägt die Ausführung der Behörde nicht jenen de- wundernswerthen Zug vollkommener Sachlichkeit zur Schau, welche sich hütet, in die Auseinandersetzungen zwischen Kapital und Arbeit einzugreifen, für die ein gewisser Paragraph einer gewissen Reichs-Gewerbe-Ordnung eine gewisse Garantie bietet? Unbefangen wird der Lohnkampf, mit er- staunlicher Objektivität die Maifeier behandelt. Daß die Regierung die Akkordarbeit feiert und die Tagelohnarbeit verdammt, ist beileibe keine Folge einer Politik, die den Profit höher schätzt, als das Wohl und Wehe der Arbeiter. Doch in allem Ernste, meint man nicht die„Rheinisch-West- fälische Zeitung" oder den Essener„Glückauf" zu lesen? Und es ist ein amtlicher Bericht, der amtliche Aenßerungen eines preußischen Ministeriums wiedergiebt. Uns kann diese Offenherzigkeit nur recht sein.— Zur Geschichte des Welfeufonds. N u m m e r o Eins. Man schreibt uns: Herr von Ehrenberg— der bekannte Stipendiat des Reptilienfonds— besuchte in Transvaal, wohin er nach seiner Bloßstellung im Reichstag verduftete, einen deutschen Verein, in welchem er aber er- kannt wurde. Er meldete sich zur Ausnahme, wurde jedoch abgewiesen, und verschwand bald darauf. Er kehrte nach Europa zurück und erneute die Freundschaft mit seinen alten Gönnern und Spießgesellen.-- Der Verfasser des bei Cäsar Schmidt erschienenen neuen Buches über Kaspar t auser, das auch im„Vorwärts" besprochen ward, ist— err von Ehrenberg. Die„Hundert Quittungen des Welfenfonds" des Herrn Cäsar Schmidt sind noch nicht heraus. Schmidt junior sagt:„Das erfordert Vorbereitungen." Das heißt: Schmidt Cäsar wartet, ob mehr geboten wird. Hinter der sauberen Geschichte steckt— unser Ehren- Ehrenberg, und sein Lieferant ist der„Chef", den alle Welt kennt.— Der Brief kommt von vorzüglich unterrichteter Seite und wir dürfen in nächster Zeit aus etliche Ueberraschungen ge- faßt sein. Gewiß ist, daß nicht blos Abschriften, sondern auch Originale der Wclfenfonds-Quittungen existiren(die Abschriften nach preußischer Spitzelsitte photographirt),— daß Bismarck, der Nichts mehr zu riskiren hat, entschlossen ist, die„Undankbaren" unter seinen früheren Stipendiaten rücksichtslos bloszustellen,— daß mit den Quittungen ein infames Schachergeschäft(Chautage) getrieben wird,— und daß der Ehrenberg dabei den Unterhändler spielt, und zwar nach zwei Seiten.— Numero Zwei. Der Welfeufonds ist in jedem Sinne des Worts Fürst Bismarck's eigenes Werk. Nicht nur, daß dieser ihn„annektirt" hat, er hat auch die „Annektiruug" langer Hand vorbereitet. Er hat nämlich, um den deposfedirten König von Hannover als Landesverräther hinstellen zu können, zwei Beamte desselben, M e d i n g („Samarow") und von Ho l l e bestochen, daß sie im April 1867 ohne Wissen des Königs von Hannover und gegen den ausdrücklichen Befehl des Ministers desselben, von Platen, die bekannte Fremdenlegion gründeten. Diese bot dann den Vorwand zur Beschlagnahme der Summen und Besitztitel, die unter dem Namen Welsen- oder Reptilienfonds ein Denkmal unvergänglicher Schande für das Bismarck'sche Regiment geworden sind. Die An- klage ist von welfischen und ultramontanen Organen neuer- Gesammtheit für sie eintreten müßte. Indem er dann auf die Frage der Möglichkeit ihrer Unterstützung einging, meinte er: „Wir sind unserer mehr denn fünfhundert, jener sind nur vierzig; neun Stunden Arbeitszeit für uns und die zehnte für unsere Märtyrer; da wird das Erempel wieder richtig." So lakonisch die Auseinandersetzung war, so einleuchtend erschien sie den Arbeitern; einmüthig entschlossen sie sich zu dem Grundsatze jedes geordneten Staates:„Einer für Alle und Alle für Einen." Ein Ausschuß wurde nieder- gesetzt, um die Ausführung der gefaßten Beschlüsse zu über- nehmen. Dieses Verfahren fand Beifall, selbst bei einem kleinen Theile der Bourgeoisie, bei den Bcssergesiunten, zu denen freilich die Leute der„Allgeineinen Zeitung nicht gehörten, denn Professor Birnenmann nahm Gelegenheit, darzuthun, wie unbegründet die üblichen Klagen der Arbeiter wegen ungenügenden Lohnes seien, da sie sich getrauten, von ihrem Ueoerflusse eine so große Zahl von widerspenstigen Kollegen zu unterstützen. Auch Herrn Fiudeisen leuchtete diese Ansicht vollständig ein, und er schöpsle daraus den Muth zu einer neuen Maßregel. Eines Morgens erblickten die Arbeiter in der Find- eisen'schen Fabrik an allen Thüren eine Bekanntmachung angeschlagen, in der angekündigt wurde, daß bei der ge�en- wärtigen Lage des Jndustriemarktes und bei dem niedrigen Stand der Preise die Löhne insgesammt um 12 pCt. herab- gesetzt werden müßten. Wer zu diesem ermäßigten Satze nicht mehr fortarbeiten wollte, möchte daher feinen Austritt annielden. Man war auf den Ausbruch großer Wuthausbrüche von Seiten der Arbeiter gefaßt, und es hatte deshalb Herr Findeisen die Polizeibehörde von seiner Maßregel in Kenntniß gesetzt, zugleich mit der Bitte um die etwa nöthig werdenden Sicherheitsmaßnahmen. Was die Unternehmer verbrechen, solle» die Polizei und der Staat immer zurechtbringen. Die Arbeiter jedoch blieben ruhig, und einige der Ersten, welche die Bekanntmachung lasen, hatten mit Blei- dings in schärfster Form gegen den Ex-Kanzler wiederholt worden und der Angeklagte hat sich nicht gemuckst..Der- artige Praktiken überraschen ja nicht bei ihm. Es ist die bekannte Lockspitzel- Taktik, welche Verbrechen begehen läßt, um sie ausnützen zu können. Und die„Gentlemen" von Holle und Meding haben nur dieselbe Rolle gespielt, wie die„Nicht- Gentlemen' Schmidt, Ehrenberg, Haupt, Schröder, Jhring- Mahlow und Konsorten.„Die �Politik ist eine Kunst, welche das Tageslicht nicht verträgt" sagte der Urheber dieser Politik einst im Reichstag mit rührender Aufrichtigkeit.— Die Gemeindetvahl-Siege der Sozialdemokratie in Preusten. Als getreuer Eckart der Reaktion läßt die „Kreuz-Zeitung" sich wie folgt vernehmen: „Was nutzt es viel, daß die Sozialdemokratie oder die an den Gemeindeangelegenheiten überhaupt nur mittelbar betheiligten und deshalb zum Radikalisinus neigenden Elementen zunächst gesetzlich nur die Minderheit«n der Gemeindevertretung bilden können! Meint man, daß eine solche Minderheit, wenn sie von richtig agitatorisch geschulten Leuten geführt wird, nicht vollauf in der Lage sei, Verwirrung in die Angelegenheiten zu bringen und den ansässigen Elementen das Leben bis zur Un- erträglichkeit zu erschweren? Das Nächste— und diese Erfahrung werden wir vielleicht schon 1898 machen— wird sein, daß die Sozialdemokratie in das preußische Abgeordnetenhaus eindringt, dem sie bis jetzt fern geblieben ist. Nun, was schadet denn das?— mag man einwenden— auch in anderen Einzel- Vertretungen giebt es ja schon Sozialdemokraten; warum sollten wir uns am Dönhoffsplatze vor ihnen fürchten? Niemand „fürchtet" sich weniger, als wir. Wenn wir aber sehen, daß die Gesetzgebung, welche mit der einen Hand alle möglichen Schutzdämme gegen das Vordringen des vierten Standes auf- zurichten bemüht ist, mit der anderen alte, bewährte Einrich- rungen beseitigt— welche dieses Vordringen auf dem flachen Lande»och lange verhindert hätten—, dann drängt sich un- willkürlich die Frage ans: lohnt es sich noch, gegen das Ver- hängniß anzukämpfen? Wir kämpfen dennoch weiter, weil wir uns der Pflicht nicht entziehen können, auszuharren bis ans Ende." Natürlich übertreibt das feudale Organ in seinem Aerger über die Herrfurth'sche Landgemeinde-Ordnung, trotzdem aber ist es auf der richtigen Fährte, wenn es meint, daß die Sozialdemokratie jede Gelegenheit benutzt und benutzen wird, um die Landagitation zu vertiefen und zu erweitern. So lange freilich das„elendeste aller Wahl- systeme" herrscht, wird das preußische Abgeordnetenhaus „immun" bleiben, aber auf die Dauer wird die Zensus- Wahlherrlichkeit auch in Preußen zusammenbrechen. Als glückliche Besitzende sind jetzt alle Parteien des Landtags darüber einig, daß das allgemeine gleiche, geheime direkte Wahlrecht nicht auf ihn ausgedehnt werden soll. Wie lange noch dieser Widerstand geleistet werden kann, dies steht auf einem anderen Blatt. Was am Leipziger Platz Wirklich- keit ist, das ist auch am Dönhoffsplatze nichts Unmögliches. Wir werden sehen....— Offizier- und Beamten-Vereine. Dem„Kon- ektionär" zufolge hat der Staatssekretär des Innern ämmtliche Bundes-Regierungen ersucht, zu veranlassen, daß jede Bevorzugung großer Konsum- Vereine, wie Offizier« und Beamten- Vereine, von den Behörden verniieden und der Versuch gemacht wird, auf die Vereine dahin zu wirken, daß sie bei dem Betriebe ihres Geschäftes auch den selbständigen Handwerkern durch Ertheilung von Aufträgen Berücksichtigung zu Theil werden lassen. Der Berliner Postbeamten- Verein, welcher bis jetzt den Keller eines staatlichen Gebäudes umsonst als Lagerraum benützt hat, soll fortan Miethe zahlen. Jede Bevorzugung dieser Beamtenvereinigungen ist unzulässig, aber sie zu unterdrücken ist unstatthaft und undurchführbar.— Die chronische Bcschlufiunfähigkeit des Reichs- tages. Die Frage ist zwar— wozu wir uns Glück wünschen— im Augenblicke nicht brennend und wird es auch noch ein halb Jährchen nicht sein— allein immerhin halten wir es für unsere Pflicht, mitzutheilen, waS ein Leser unseres Blattes darüber sagt. Er meint nämlich, nachdem er uns beigepflichtet, daß das Gefühl der Zwecklosigkeit des Redeils viele Abgeordnete in der Erfüllung ihrer parlamen- tarischen Pflicht lässig mache:„Ein anderer Grund dürfte wohl in der dem Kartell zu verdankenden Verlängerung der Legislaturperioden auf die Dauer von 5 Jahren zu suchen sein. Die säumigen Mitglieder des Reichstages denken stift die Worte darauf geschrieben: Heute 8 Uhr gemein- schaftliche Besprechung im Saale der„Zentralhalle". Zwar muthete Herr Findeisen der Polizei sogar zu, diese Be- sprechung nicht zu dulden, aber so weit ging die Ergebenheit dieser Behörde für den Einzelnen gegen die große Menge nicht; sie begnügte sich, die Versammlung zu überwachen, was sie nicht gethan haben würde, wenn es eine Ver- fammlung von Kapitalisten gewesen wäre. Am anderen Morgen ließ sich eine Deputation von Arbeitern aller in der Fabrik vertretenen Gewerke bei Herrn Findeisen anmelden. Der Fabrikant zögerte einige Zeit, ob er ihr überhaupt die Ehre einer Audienz gewähren sollte. Endlich entschloß er sich,„der Neuheit des Falles wegen", dazu und berief zur festgesetzten Stunde das Komptoirpersonal, sowie die Werkführer, mit denen er sich, wie mit einem Hofstaat, umgab. Den Sprecher der Deputation machte auch diesmal Wießner, der riesige Schmied. „Obwohl ich es durchaus nicht für passend finde," be- gann Herr Findcisen, seine Arbeiter mit geringschätzigen Blicken musternd,„daß Sie sich in solcher Weise an meine Person wenden, habe ich mich für dieses eine Mal ent- schloffen, Ihnen Gehör zu schenken, muß mir aber diese Art und Weise, mit mir zu verhandeln, in Zukunft höflichst verbitten. Und jetzt sprechen Sie, was haben Sie mir zu sagen?" „Wir kommen wegen der gestrigen Bekanntmachung, Ihnen im Namen aller unserer Kameraden zu erklären, daß wir die beabsichtigte Herabsetzung des Arbeitslohnes im Vcrhältniß zu dem gegenwärtigen Preise der Lebensmittel für unbillig erachten," bemerkte Wießner mit ruhiger und fester Stimme,„und wollen Sie deshalb ersucht haben, von dieser Maßregel abzustehen". „Wenn Sie weiter nichts zu sagen hatten, hätten Sie sich die Mühe sparen können," erwiderte Fiudeisen, „denn Sie werden begreiflich finden, daß ich nicht ohne genügende Erwägung jene Bekanntmachung erlassen, sie als». auch nicht ohne überzeugende Gründe zurücknehmen werde. (Fortsetzung folgt.) eben, in der noch übrigen Zeit ließen sich ihre englische Gebiet, und eine zweite, die jüngere, an die deutsche I goldene Trinkgelder, diesen Briganten die Kerkerthüren Unterlassungsfünden wieder gut machen. Würden im Togo- Küste. Wenn wir einmal so weit sind, daß die öffnen, wie den anderen Spießgesellen der russischen Renächsten Jahre Neuwahlen stattfinden, so hätte man Stlaveneinfuhr energisch bekämpft wird, dann erst wird es gierung. ficher nicht über Beschlußunfähigkeit des Reichstages der Regierung voll und ganz zum Bewußtsein kommen, wie zu klagen." Unser Korrespondent hat mit seinen tief einerseits beim Volt das Bedürfniß nach Sklaven und Russisches. Kiewsche Blätter wissen, wie die Nords Bemerkungen jedenfalls recht. Es ist eine bekannte That- anderseits bei den Händlern die Lust am Menschenhandel deutsche Allgemeine Zeitung" zur Illustration des heurigen sache, daß die letzte Session einer Legislaturperiode durch sitzt, und es wird erst dann mit reeller Deutlichkeit erkannt Nothstands im Zarenreiche meldet, wiederholt von Fällen, schnittlich sehr gut besucht ist. Die Abgeordneten haben die werden, wie thöricht die Behauptungen unserer Zeit sind, daß Kinder von ihrem Vater verkauft worden sind, zu be nahenden Neuwahlen vor Augen und wollen sich die daß nämlich keine Sklaveneinfuhr stattfinde." richten. So habe in einem Flecken des Gaisinsker Kreises Zufriedenheit ihrer Wähler erwerben. Sie halten Wahlein verwittmeter Bauer seine achtjährige Tochter herumreden", wie der technische Ausdruck lautet. Daß lange Verbot des Parteitages der österreichischen Sozial ziehenden Krüppeln für 6 Rubel verkauft; in einem anderen Legislaturperioden vom Uebel sind, weil sie von anderen demokratie. Die Regierung hat die Abhaltung des Partei- Orte desselben Kreises habe ein gleichfalls verwittweter Nachtheilen abgesehen das Band zwischen Wählern und tages unserer Genossen in Linz während der Osterfeiertage Bauer, der in die Ferne übersiedeln gewollt, sich dabei nicht Gewählten lockern und diese von jenen unabhängig machen, verboten. Da die Tagesordnung dieses Kongresses von mit seinen vier Kindern placken mögen, sondern habe sie das wurde in der sozialdemokratischen Presse bereits geltend hoher Bedeutung für die organisatorischen Aufgaben unserer einfach alle vier verkauft, und zwar die älteste Tochter für gemacht, als die Kartellbrüder mit ihrem Plane, durch Bruderpartei ist, so verstehen wir, daß Graf Taaffe alles einige Rubel, während er für die jüngeren Kinder noch Einführung der 5jährigen Legislaturperioden das Wahlrecht Interesse daran hat, sein Zustandekommen zu verhindern. seinerseits zugezahlt. Im Flecken Namirow endlich des des Volkes zu beschränken, hervortraten.„ Kurze Parlamente" Nüßen wird diese Politik der Brutalität den Herrschenden Brawslawsker Kreises habe ein Bauer seine beiden Töchter im Alter von 8 und 5 Jahren zum Verkauf geführt waren bereits eine Forderung der englischen Chartisten, und nichts. und für die ältere 5 Stubel, für die jüngere 3 Rubel erhalten. das sozialdemokratische Programm verlangt zweijährige Ein Edelfter der Nation. Der Adelsstand, welcher Legislaturperioden. Der Gewählte soll organisch mit seinen die Hauptstütze der Staats- und Gesellschaftsordnung zu sein Wählern verbunden und sich allezeit bewußt sein, daß er behauptet, kann stolz sein eine Freudenbotschaft ist aus ihnen Rechenschaft schuldig ist. Und das ist am Sichersten durch kurze Legislaturperioden zu erreichen. Freilich einjährige, wie die englische Charter" fie fordert, dürften etwas zu kurz sein. Bu häufiges Wählen würde wohl das Interesse an den Wahlen und damit die Bedeutung der selben herabdrücken. und in die Kosten verdonnert. " 99 Parteinachrichten. Aus der sozialdemokratischen Preffe. Ueber den Schluß der Reichstags- Session. „ Offenbacher Abendblatt": „ Unterfränkische Volks- Tribüne": " Bwei Jahre Gesetzesmacherei und wie wenig Ersprießliches! Preußische Landgemeinde Wahlen. In Nemiz bei In Bedlißfelde bei Bölib gelang es gleichfalls, einem Genossen, und zwar als Vertreter der 2. Klasse, um Siege au verhelfen. " Frankreich gekommen: Ravachol, der große Ravachol, der ritterliche Held, der vermittelst Dynamit die Nothwendigkeit der Staats- und Gesellschaftsrettung so tapfer und eindringlich demonstrirt hat, ist ein Standesgenosse des Freiherrn von Woßu und Hammerstein- und das ist kein Aprilscherz. Nach dem französischen Wappenbuch war die Der Streit im konservativen Lager. Auf die Familie der Ravacholderen direkter Abkömmling und Die lange Session hat gezeigt, was die Arbeiterklasse von Extra- Nummer des„ Konservativen Wochenblattes" reagirt Stammhalter der große Ravachol ist vor der französi die Kreuz- Zeitung"" mit treffendem Spott. Herr v. Hell- schen Revolution reichsunmittelbar und hatte das Dorf der Vertretung durch die Anhänger der alten Weltanschauung zu dorff hatte eine„ reinliche Scheidung" zwischen Kreuzzeitungs- Laravachollière, im Departement der Loire zum Lehen. erwarten hat. Nämlich: Nichts f Leuten und Gouvernementalen verlangt, dabei aber zu- Das Familienwappen war ein Azurballen mit 3 Goldrosen gegeben, daß der Anhang im Lande nicht von ihm, sondern im Silberschild. Da wir in der Heraldik nicht sonderlich was" tönnte ein Parlament in zwei Jahren schaffen, in dem das von der Fraktion der Kreuz- Zeitung" seine Ordres erhält, gut beschlagen sind und vielleicht falsch übersetzt haben, so Echo der Zeit widerhallt, welches erfüllt ist von dem neuen und daß die finanzielle Leistungsfähigkeit der Rechten ohne lassen wir nachstehend aus dem französischen Wappenbuch Beitgedanken, welches auf der Höhe sozialpolitischer Bildung die um Hammerstein in Ohnmacht sich wandelt. Sobald die Original- Beschreibung des Wappens der er von und steht.... Aber je mehr das Parlament der Ausdruck der in den die Armada von Don Quijote Helldorff de la Bedra in den zu Ravachol folgen: Ravachol, Forez D'argent tofenden Aermelkanal Hammersteinischen Grolles einläuft, à la fasce d'azur chargée de trois roses. Die wappen herrschenden Klassen vorwärts schreitenden Ideallosigkeit wird, wird das alte Wort wahr:„ Er ließ es stürmen, und sie zer- kundigen Junker, die das Nähere in der Pariser Justice" um so heller, um so reiner hebt sich das Bild der von Idealen stoben in alle Winde." Berühmt sich Herr v. Helldorff vom 5. d. S. 2, Sp. 2 finden, haben vielleicht die Güte, erfüllten Arbeiterklasse von dem dunklen Hintergrunde materialistischer Gesinnung ab; um so mehr zieht die Arbeiterklasse hinfeines Sieges, so ist es unleugbar, daß er ihn erlitten etwaige Ueberfegungsfehler zu verbessern. gebungsvolle, nach dem Guten strebende, charakterfeste Elemente hat. Und wenn der reinliche Scheidungsprozeß verhandelt Die internationale Dynamit- Verschwörung. Auf der herrschenden Klasse an. Und wenn diese auch spärlich gesät ist, so wird er als schuldiger Theil unweigerlich verurtheilt der ganzen Linie entfalten die Verschworenen eine fieber- find, so find sie doch die besten ihrer Klaffe, die Schulter an Schulter mit dem Proletarier, unter derselben Fahne, für dieselben hafte Thätigkeit und es muß zugestanden werden, daß die Ideale kämpfen. Das Proletariat immer zielbewußter, die Ein Druckfehler. Fast die gesammte bürgerliche Herren Polizei- Anarchisten im Laufe der Jahre etwas ge- herrschenden Klaffen ihrer charaktervollsten Elemente beraubt, nur Presse hat bei ihren Angaben über die vom Bundesrath lernt haben. Früher wollte die Sache nie klappen eine Versicherungsgesellschaft für gegenseitigen Schutz bei der Ausernannten Mitglieder der Kommission für Arbeiter- arbeitete Bourbaix in Belgien, so war dafür unheimliche beutung des Bolles, auf weffen Seite allein kann da der endstatistik den Druckfehler ihrer Quelle, des Reichs- Ruhe in Frankreich, England, Spanien. Und hielten die giltige Sieg sein? Es ist nicht zweifelhaft. In diesem Sinne, Anzeigers", gläubig weiterverbreitet, sodaß der Chef der Spitzel in London einen Anarchisten- Kongreß" ab, so aber nur in diesem bedeutet die beimgegangene Session, trob badischen Fabrikinspektion, Dr. Wörishoffer, in ihren Spalten waren Bourbaix und Ravachol nicht am Platz und so ihrer für das Volk verhängnißvollen Geseze, einen Fortschritt als Wörichhoffer umgeht. So unbedeutend dies Versehen weiter. Diesmal haben die Regisseure aber mit unverkenn- zum Besseren." erscheint, so charakteristisch ist es doch für die unglaubliche barem Geschick die Inszenesegung besorgt. In England, - überall klappt's, Stettin wurden von der 3. Klasse ein unanfäffiger und zwei anUnkenntniß des Bourgeoisjournalisten vulgaris in allen Frankreich, Spanien, Portugal, Belgien sozialpolitischen Fragen. Selbst ein so oft genannter Name und knallt's auch nicht überall, so könnte es doch fässige Sozialdemokraten mit 55 gegen 9 gegnerische Stimmen wie der Wörishoffer's ist den munter die Scheere hand- überall knallen. Und damit die Zuschauer fich ja nicht gewählt. In 3üllchow bei Stettin, wo unsere Genoffen erst in habenden Federhelden nicht geläufig, nur wenige üben täuschen über die Bedeutung und Moral der Komödie, Korrektur. In dem Namensverzeichniß der Börsen wird den Hauptaktoren gleich der Theaterzettel mit der letter Stunde sich zur Wahl entschlossen, wurde ein Sozials Es demokrat mit großer Mehrheit gewählt. Enquete- Mitglieder, das die kapitalistischen Zeitungen ver- nöthigen Schauererklärung in die Tasche gesteckt. öffentlicht haben, war auch nicht ein Schnitzer zu konstatiren. erinnert das an die Liebhaber- Vorstellung in Shakespeare's Sommernachtstraum", nur mit dem Unterschied, daß der Was der Bauer nicht kennt, das schreibt er falsch. Träger der Löwenhaut das Publikum nicht gutmüthig beIn Giebichenstein brachte es die sozialdemokratische Partei Zustände in Deutsch Afrika. Ueber die Gesund ruhigt: Ich bin fein Löwe, auch keines Löwen Weib, heitsverhältnisse in Kamerun, dessen innere Hochflächen sondern Hans Schnock, der Schreiner! sondern daß er im bei der Gemeinderathswahl zu einer ganz erheblichen Stimmendie jüngst von uns signalisirte Deutsche Kolonialgenossen- Gegentheil fürchterlich die Zähne fletscht, die Augen rollt, zahl. Wir erhielten 162 Stimmen, die Gegner siegten mit schaft" mit deutschen Bauernfamilien besiedeln will, berichtet und so laut er tann brüllt: Ich bin ein wirklicher, echter, 201 Stimmen. Unter den legteren waren, nach dem Bericht des der Kanzler Leist an das Auswärtige Amt: Das dies- wüthender, revolutionärer Löwe und will Euch Alle auf- Halleschen Boltsblatts", 37 Stimmen von Frauen, von welchen Eine Jahrmarkts- Posse. Doch wie dem nun in ihrer Eigenschaft als verwittwete Hausbesitzerinnen sich die feitige Schutzgebiet hatte auch im vorigen Jahre ein echt fressen! Manche haben wirkliche Gegner Vollmachten zur Wahl für ihre Kandidaten geholt hatten. tropisches, feuchtes Klima mit reichlichen Niederschlägen. ei, nicht Alle lachen darüber Praktische Golia Das Klima erforderte auch im verflossenen Jahre viele Angst, und Manche thun auch blos so, weil es ihnen in Aus Halle wird uns geschrieben: Opfer an Menschenleben. Zehn Europäer( von 166. D. Red.), den Kram paßt und weil sie auch wohl den Schlüssel der darität." Unter dieser Bezeichnung sagt der Vorwärts" in welche im Schußgebiete starben, sind durch das Klima her- Komödie haben. Zu letteren gehört Herr Matthews, Nr. 81, baß auf Ersuchen der Boykottkommission der Halleschen vorgerufenen Krankheiten, vor allem der Malaria und der Staatssekretär des Innern im englischen Tory- Arbeiter die Generalversammlung der Kupferschmiede( anfänglich Dysenterie zum Opfer gefallen. Die leichteren Fieberanfälle, ministerium. Dieser Herr erklärte gestern im Parlament war ein Lokal mit boykottirtem Bier in Aussicht genommen) jetzt von denen hier Niemand verschont bleibt und deren Be auf eine bestellte Interpellation, ihm sei keine Nachricht in einem Lokale zusammentritt, das nicht geboykottet ist. Legteres handlung jeder hier sich Aufhaltende bald kennt, entziehen darüber zugegangen, daß Frankreich die Mitglieder der Ver- trifft zu; aber trozdem ist die praktische Solidarität nicht weit fich der Kenntniß des Arztes und somit auch der statistischen brecherklassen ausgewiesen habe oder sie auszuweisen be- her, denn die Verbandsfiliale der Kupferschmiede in Halle a. S. Kontrolle. Von den Beamten des Gouvernements hatte abfichtige. Sollte jedoch eine derartige Attion irgendwie lungen ab und hat daselbst auch den Fremdenverkehr. In einer nur der Maschinist Norberg des Gouvernementsdampfers wahrscheinlich werden, und sollten diplomatische Vorstellungen Nachmittags- Sigung der Generalversammlung wurden die Dele Soden" eine bösartige Form des Fiebers, das sogenannte zu deren Verhinderung unwirksam sein, so würde die eng- girten ersucht, sich Abends 7 Uhr in dem geboykotteten Lokale Schwarzwafferfieber, bei welchem der Kranke blutigen oder lische Regierung nicht zögern, weitere etwa erforderliche einzufinden, um sich von dort aus zum Vergnügen zu begeben. schwarzen Urin läßt. Derselbe konnte jedoch geheilt in die Maßregeln beim Parlamente nachzusuchen." Diese weiteren Man entschuldigte sich damit, der geboykottete Wirth verfchänke Heimath gesandt werden. Abgesehen vom Fieber bildeten Maßregeln", über die Herr Matthews sich ausschwieg, würden an den Tagen, wo die Delegirten hier find, fein gebontottetes Bier. Das mag richtig sein, aber wird durch ein derartiges VerBerdauungsstörungen und die als„ rother Hund"," Ring- auf eine Beschränkung des Asylrechts hinauslaufen wurm" und Krokro" bezeichneten Hautkrankheiten Biel, welches die kontinentale, namentlich die russische halten für die Arbeiter etwas gewonnen? Den Sieg der hiesigen Arbeiterschaft, den sie im Interesse der Auftlärung der Massen so gut die häufigste Plage der Weißen. Die Neger hatten Polizei seit Jahrzehnten erstrebt. Indeß, der Boykott bezweckt bekanntlich die Gewinnung von ebenfalls am Fieber und an Dysenterie zu leiben, nament auch die internationale Verschwörung diesmal organisirt Sälen zu Boltsversammlungen- erringen muß, lich die hier eingeführten Krujungen und Dahomeyleute. Bei war, dieses Ziel wird nicht erreicht werden. Bis jetzt fördert das keineswegs, vielmehr wird dadurch von organisirten diesen Schwarzen trat gegen Ende des Berichtsjahres häufig ist noch jedes englische Ministerium, das sich eines Attentats Arbeitern, die der modernen Gewerkschaftsbewegung angehören Lungenentzündung auf. Die Hautkrankheiten entwickelten gegen das Asylrecht schuldig machte, von dem gerechten und wollen, ber zielbewußten, um ihr Recht tämpfenden Halleschen sich bei den Schwarzen infolge mangelhafter Pflege des unwiderstehlichen Volkszorn weggefegt worden. Die Herren Arbeiterschaft geradezu entgegengetreten. Ravachol und Kompagnie dürften also doch umsonst geKörpers weit schlimmer als bei den Weißen." Polizeiliches, Gerichtliches ze. Ueberwachungskosten zu bezahlen muthet man Es wäre ein Verbrechen, deutsche Landarbeiter nach arbeitet haben. Aber wer zweifelt noch, für wen sie Westafrika zu schaffen. in Neustadt a. D.( Thüringen) den Einberufern von Diese Siedelungspolitik ist die gearbeitet? Todesstrafe in Gestalt der Deportation. Bekanntlich ist Klerikale Koketterie. In der Pariser Aristo- Bersammlungen zu. Der" Thüringer Tribüne" wird darüber geschrieben: der kaiserliche Kommissar für das deutsche Togo- Gebiet be fratenkirche, der Madeleine", hat ein bekannter Salon- Wir hatten am 16. Januar d. J. eine öffentliche Boltsauftragt worden, eine Berrdnung auszuarbeiten, durch prediger, P. Didon, die blafirten Nerven seiner Schäflein versammlung einberufen, bei dieser Versammlung hat nun welche der Sklavenhandel verboten werden soll. Wie es im burch folgende Tirade sanft gefigelt:„ Ich habe den Muth, die Staatsbehörde 7,90 m. erhoben. Desgleichen wollten die deutschen Kolonialgebiet aussieht, darüber berichtet der Euch zu sagen, daß ich alle die Revolten der Enterbten hiesigen Gewerkschaften eine Versammlung in Börthen abhalten. Es Missionär Seeger im Deutschen Kolonialblatt"; Seeger dieser Welt und selbst ihre tragischen Ausbrüche der Ver- wurde ihnen von dem Wirth mitgetheilt, wenn sie die Ueberwachungswar sieben Jahre im" Togoland. Hören wir ihn selbst zweiflung begreife Wie Jesus, mein Meister, liebe ich fosten übernehmen wollten, welche über 7 M. betragen, würde ev Daß Sklaverei im deutschen wie im englischen Gebiet wirk diese Armen, diese Schiffbrüchigen, und wie mein Meister, feinen Saal fofort hergeben. Man sollte wirklich nicht glauben, lich zu Recht besteht, ist unbestreitbare Thatsache. Weitaus verabscheue ich die Satten und die Genußmenschen." Was daß so etwas vorkommen tönnte. Sollte es vielleicht ein Wint von oben herab sein, um die Wirthe dadurch abzuschrecken, welche die meisten der Sklaven stammen aus dem Innern, und diesen koketten Demagogen in der Kutte natürlich nicht ab- uns ihre Lokale noch zur Abhaltung von Versammlungen geben? tragen solche in Wangen und Stirn u. 1. w. eingeschnittene halten wird, nach berühmtem Muster die Kanonen zu Man geht hier so weit, daß man in den Restaurationen nach Stammeszeichen, die von denen der Küstenstämme leicht zu unter: fegnen, die gegen die„ Enterbten" von den„ Satten" ab- unseren Zeitungen forschen läßt und beobachtet, wer dieselben scheiden sind. Die wichtigste Frage ist jedoch: werden heute noch geprogt werden. liest. Wir werden uns durch diese Machinationen nicht abMarktStlaven eingeführt wie ehemals? Ja! 28ir tennen einen aseprogt schrecken lassen und unsere Zeitung immer mehr zu verbreiten play, der, in faft unbewohnter Savanne belegen, vor uns nievon Zum bulgarischen Agentenmord. Endlich hat die suchen. Auf eine Anfrage, welche unser Vertrauensmann an die einem Europäer besucht worden war. Dieser Markt hat türkische Regierung die Mörder des bulgarischen Agenten Bezirksdirektion gerichtet hatte, ist ihm nachstehender Bescheid nach der Aussage jedes Eingeborenen eine starke Bufuhr von Wulkowitsch hinter Schloß und Riegel. Wenn wir die zugegangen: Dem Herrn Gerber Franz Feiler hier ist auf die Stlaven. Man braucht jene wohl verbarrikadirten, in Mörder" sagen, so meinen wir damit nicht die geistigen Ur- Anfrage vom 15. b. M. zu eröffnen, daß es feineswegs ausgroßem Biered angelegten und in eine Unzahl kleiner Räum- heber, die in den geheiligten Räumen der russischen Bot- geschlossen ist, daß infolge der Abhaltung von öffentlichen Boltsoder Arbeiterversammlungen Ueberwachungskosten entstehen. lichkeiten eingetheilten Hütten, deren gerade im Mohamedanerschaft zu Konstantinopel und in dem Petersburger Kabinet Neustadt a. D., 22. März 1892. Der Großherzoglich Sächsische Quartier in der Stadt Kpando eine Anzahl zu finden ist, frank und frei fizen, sondern die gedungenen Bravi, welche Bezirksdirektor. v. Göfel." Ratürlich haben wir auf diesen nur mit einem Blick gesehen zu haben, um deren Zweck zu für eine handvoll Silberlinge als blinde Werkzeuge des Bescheid hin bei dem Ministerium in Weimar angefragt, ob ein erkennen. Warum zerfallen sie nicht wie andere unbewohnte Barismus den Dolchstoß führten, zu welchem der russische diesbezügliches Gesetz besteht, und sind wir auf die Antwort Hütten des Landes? Weil sie zur Bergung der Sklaven Despotismus ihnen die Hand leitete. Die Verhafteten, die gespannt." Hoffentlich wird das Ministerium dem unerträglichen Zustand fortwährend benutzt und beswegen im Stand erhalten Makedonier Merdjan Georghi und Christo, sind türkische Unterein " werden. Dies Kpando ist eine bedeutende Handelsstadt im thanen und sollen vom Kriminalgericht abgeurtheilt werden, ein Ende machen. deutschen Gebiet. Von dort führt eine Handelsstraße ins wenn nicht russischer Einfluß und russischer Bakschisch, d. h. Theater. Donnerstag, den 7. April. Opernhaus. Cavalleria rusticana ( Bauernehre). Der Barbier von Sevilla. Schauspielhaus. Der neue Herr. Deutsches Theater. KollegeGrampton Leffing Theater. Das Recht der Frau. der Berliner Theater. Der Hütten im befizer. Wallner- Theater. Der Löwe des Tages. Residenz- Theater. Der KleineSchwerenother( Ferdinand le noceur). Friedrich- Wilhelmnädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Papageno. Bellealliance- Theater. Bechschulze. Große öffentliche Versammlung Achtung! Töpfer! der Brauergesellen Berlins und Umgeg. Deffentliche Versammlung Töpfer Berlins und Umgegend heute Donnerstag, den 7. April, Abends 6½ Uhr, Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum siebenten deutschen Töpferkongreß. Vorschläge zur Tagesordnung. 2. Wahl der Delegirten zum Kongreß. 3. Gewerkschaftfiches.- NB. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung werden die Kollegen er fucht, alle, Mann für Mann, pünktlich zu erscheinen. Säulenanschlag findet nicht statt. Oßend- Theater. Berlin im Jahr Freie 2000. Adolph Ernst Theater. Tanzteusel. Der Seenpalaft. Spezialitäten- Borstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Borstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Borstellung. Der Vertrauensmann. Karl Thieme. 411/10 Freie Vereinig. der Kaufleute. Freitag, den 8. April, Abends 8% Uhr, in Feuerstein's oberem Saal, Alte Jakobstrasse No. 75: 9 Große Versammlung Tagesordnung: 1. Nicht zu gebrauchen", Seelendrama aus dem Leben eines Kaufmann's Variété. Spezialitäten- Handlungsgehilfen, vorgetragen von Herrn Julins Türk. 2. Diskussion. Vorstellung. 3. Der 1. Mai.- Gäste sind willkommen. Die Mitglieder werden ersucht, Konkordia- Palast- Theater. Spe- zu diesem interessanten Abend recht zahlreich zu erscheinen. zialitäten- Borstellung. American Theater. SpezialitätenVorstellung. Giskeller. Theater und SpezialitätenVorstellung. Spe Theater der Reichshallen. zialitäten- Vorstellung. Mittwoch, den 13. ds. Mts., letzte Vorstellung in dieser Saison. Circus Renz. Karlstraße. 177/15 Der Vorstand. Achtung Bürstenmacher! General- Versammlung der Filiale Berlin am Sonntag, den 10. April, Vormittags 102 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstraße Nr. 75. Tagesordnung: Der Zusammenschluß beider Organisationen u. s. w.- Alle Kollegen sind hierzu eingeladen. 2311b Der Vorstand. Achtung! Vergolder! Adhtung! Große öffentliche Versammlung Donnerstag, 7. April 1892, aller im Vergoldergewerk beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen Abends 74 Uhr: Wiedereröffnungs- Vorstellung. Auf Helgoland" E am Freitag, den 8. April 1892, Abends 8½ Uhr, bei Scheffer, Infeltr. 10. Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Vergolder und Bergolderinnen ober: Ebbe und Fluth. Große hydro- au dem Streit der Firma R. Schmidt, Braune& Co. 2. Diskussion. logische Ausstattungs Pantomime in 3. Wie denkt die Agitations- Kommission über die etwaige Neuwahl derselben. 2 Abtheilungen vom Direktor E. Renz. 4. Verschiedenes. 328/20 am Donnerstag, den 7. April, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Joël, Andreasstrasse No. 21. Tages- Ordnung: " 1. Bortrag über: Roalitionsrecht und Gewerbenovelle." Referent Regierungs- Baumeister a. D. Kekler. 2. Abrechnung der Sammellisten vom Streit der Nürnberger Brauergesellen. 3. Brauereiverhältnisse und Arbeitsnachweis. 4. Diskussion. 5. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Möbel, Der Einberufer. 2309b Spiegel und Polster- Waaren. 1726L Ganze Ausstattungen in Mahagoni u. Nufbaum; Küchenmöbel in großer Auswahl empfiehlt Berlin S.O., Franz Tutzauer, göpnickerstr. 25. Musik. Lager in allen Streich, Blas- und Schlag Instrumenten, Flöten, Clarinetten, Trommeln, Harmonikas. Albums und Bierseidel mit Musit. 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Wir würden daher zur Fesselung der Arbeiter, eine Spiegelfechterei ist, die über die prinzipiell die Verweisung der Borlage an die um 7 Mitglieder Grundübel hinwegtäuschen soll, ist mehr als einmal eingehend zu verstärkende Gemeindekommission beantragen, schließen uns gezeigt worden. Wir empfehlen immer und immer wieder das aber eventuell dem Antrage an, eine besondere Kommission von flaffische Schriftchen von Friedrich Engels, das den 21 Mitgliedern niederzusetzen. Weise vertritt." Standpunkt des wissenschaftlichen Sozialismus in glänzender Nachdem noch der Abg. Wallbrecht( ntl.) sich gegen die Vera weisung der Vorlage an eine Kommission von 21 Mitgliedern er klärt hat, wird demgemäß beschlossen. Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 48. Sigung vom 6. April, 12 Uhr. Am Ministertische: Herrfurth, Thielen, von Schluß 12 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag 11 Uhr. ( Kleinere Vorlagen, Anträge und Betitionen). Parteinachrichten. In diesen Blättern sind die Beglückungspläne der bürgerlichen Arbeiterwohnungs- Apostel bereits mehrfach einer eingehenden Besprechung unterzogen worden. Wir erinnern an unsere Artikelferie:„ Der neueste Köder"( Nr. 257, 259, Jahrgang 1891), welche das Berliner Arbeiterwohnungs- Projekt behandelte, und an unsere im Anschluß an diese Betrachtung erfolgende Aus einandersetzung mit dem bekannten Schußheiligen der Wohl fahrtseinrichtungen, Herrn Professor Julius Post( Noch einmal der neueste Köder", Nr. 263, Jahrgang 1891), auf deren deutliche Frage Herr Post uns bis zu diesem Augenblick die Antwort schuldig geblieben ist. Nun veröffentlicht das hervorragendfte ultramontane Organ Westdeutschlands, die Kölnische Boltszeitung einen offenbar von einem Sachfenner verfaßten sehr bemerkenswerthen Aufsatz: Beiträge zur Wohnungs Heyden. In Frankfurt a. O. fand am 27. März im Eldorado eine frage"( Nr. 190 vom 5. April 1892), deſſen thatsächliche Fest- Bremen wegen Erweiterung des bremiſchen Staatsgebietes nörd gut besuchte Versammlung statt, in welcher der Metallarbeiter fehlungen als schäßbares Material" den Gönnern und Wort- lich führern der bürgerlichen Arbeiterwohnungs- Bolitit auf das lich vom Bremer Hafen am 14. März 1892 abgeschloffene Bertrag Karl Treuberz aus Berlin in zweistündigem Vortrage über Dringlichste empfohlen seien. Und die Mittheilungen der ohne Debatte unverändert genehmigt, ebenso nach unerheblicher Werth und Ziele der Gewerkschaften sprach. In der Diskussion " Kölnischen Volkszeitung" verdienen um so mehr die allgemeine ante inter nogether often Broving scharfen Beleuchtung; in gleichem Sinne sprach Genosse Pinſch. Und die Mittheilungen der Debatte in erster und zweiter Lesung der Gesetzentwurf wegen unterzog Genoffe Frenzel das Frankfurter Herbergswesen einer Beachtung, da fie zu der ganzen Angelegenheit sich freundlich- Schleswig- Holstein is Ausnahme des ateises Sperzogthum Tauens zuletzt wurde die Lokalfrage erörtert und jedem zielbewußten wohlwollend verhält. Das rheinische Blatt schreibt: burg unverändert nach den Beschlüssen des Herrenhauses. Arbeiter ans Herz gelegt, nicht nur bei Versammlungen, sondern " Der Kaiser hat, wie der Hofbericht meldet, den Geh. Justizrath und Vorsitzenden des Aufsichtsraths der Deutschen die Besetzung der Subaltern- und Unterbeamtenstellen in der ſuch zu unterſtüßen. Er ist der einzige, welcher der sozialEs folgt die erste Berathung des Gefeßentwurfs betreffend auch sonst den Wirth des obengenannten Lokals durch ihren BeBolts Baugesellschaft" Prof. Dr. Dernburg, em- Berwaltung der kommunalverbände mit Militäranwärtern. Demokratischen Arbeiterschaft sein Lotal zu Versammlungen zur pfangen. Herr Dernburg wird dem Kaiser, der sich ja lebhaft für die Wohnungsfrage intereffirt, sicherlich recht stolje Ziffern brauche im Kommunaldienst praktisch erfahrene, mit den lokalen Abg. Schröder( Bole) erklärt sich gegen das Gesetz. Man Verfügung stellt. haben mittheilen können über den Anklang, den die Idee der Verhältnissen vertraute Beamte; die Militäranwärter aber seien Das Programm der sozialistischen Arbeiterpartei der Erwerbung eines eigenen Grundstückes durch Einkauf in eine in den meisten Fällen weder mit dem einen noch mit dem andern Vereinigten Staaten wird von dem in Cincinnati erscheinenLebensversicherung gefunden hat, über die bereits in der Er- ausgestattet. den Boltsanwalt" veröffentlicht. Es hat folgenden Wortlaut: bauung begriffenen Häuser und die Schaaren der gemeldeten Abg. Barth( frk.): Die freikonservative Partei hat kein Be- I. Gin gerechtes System der Sozialökonomie bildet die Bewerber. Ob er dem Kaiser aber auch berichtet hat über die denken prinzipieller Natur gegen das Gesetz. Dagegen sind gegen Grundlage der höchsten Form der Zivilisation und des menschungeheueren Verwaltungskosten, mit denen die einzelne Buntte technische Bedenken geltend zu machen. Nach dem lichen Fortschrittes. Gesellschaft arbeitet, über die geradezu unglaublichen Gefeßentwurf sollen ausschließlich mit Militäranwärtern be- Il. Das zum gegenseitigen Schuhe und zur Fortbildung Mißgriffe, welche die Gesellschaft gemacht hat, ob er sich seht werden die Stellen im Kanzleidienst und diejenigen, welche organisirte Volt konstituirt den Staat oder die Sozialrepublit. selbst überhaupt vergewiffert hat über die Stimmung in den im wesentlichen mechanische Dienstleistungen erfordern; zur Hälfte Kreiſen Derer, welche mit der Gesellschaft in nähere Verbindung sollen mit Militäranwärtern besetzt werden die Stellen imBureau- Fähigkeit zum Allgemeinwohl beitrage und der Staat jedem Ingetreten sind, das möchten wir gelindem Zweifel unter dienst. Nun können die den Militäranwärtern vorbehaltenen dividuum nicht allein den Genuß seines rechtmäßigen Antheiles ziehen. Die Gesellschaft, welche die Form einer Genossenschaft Stellen auch an Offiziere und Deckoffiziere verliehen werden, an der Volkswohlfahrt sichere, sondern auch die Fähigkeit und hat, hat an die Spize ihrer geschäftlichen Verwaltung brei welchen beim Ausscheiden aus dem aktiven Dienst die Aussicht die Gelegenheit jedes Individuums erhöhe, zu dem Gemeinwohl oder gar vier Direktoren gestellt, welche zusammen Gehälter oder auf Anstellung im Zivildienst verliehen worden ist. Eine Aus- beitragen zu können. . Bezüge von über 30 000 Mart bekommen sollen. Ihre Geschäfts- funft über die Tragweite dieser Bestimmung wäre sehr erwünscht; Der wahre Staat seht die Souveränetät des Volkes voraus, räume liegen in einem eleganten Hause der Friedrichstraße eventuell wird diese Erklärung in der für die Vorlage einzu dessen Wille in dem Gesetz ausgedrückt ist, welches eine heilige und enthalten Repräsentationsräume, wie man sie bei großen feßenden Kommission gewonnen werden müssen. Ebenso ist nicht Vereinbarung ist, unter welcher jedes Individuum gleiche Rechte Attiengesellschaften gewöhnt ist. Die hieraus entstehenden Aus- ganz klar, was unter dem Ausdruck„ befähigt" im Gesetz zu ver- und gleiche Pflichten besitzt. 1. Die Planlosigkeit der Gesammtproduktion. 2. Die Vergeudung der Natur- und Menschenkräfte. 3. Die Krisen der Produktion und des Handels. Lohnarbeiter. gaben belaften die Erwerber der Häuser natürlich nicht unerheb- stehen ist.§ 11 besagt, daß die" den Militäranwärten vor- Die Hauptverpflichtung des Staates, feinen Mitgliedern Arlich und diese Laſt wird noch gesteigert durch manche Versehen, behaltenen Stellen mit anderen Personen nicht besetzt werden beit und die Gelegenheit zu derselben zu geben, wird beständig welche der Geschäftsleitung zugestoßen sind. So ist es z. B. vor- dürfen, sofern sich Militäranwärter finden, welche zur Ueber- und nothwendigerweise durch die Beschaffenheit unseres gegen gekommen, daß der Bau einer größeren Anzahl von Häusern, den nahme der Stellen befähigt und bereit sind. Ist darunter wärtigen Industriesystems verletzt, indem dieses System zur die Gesellschaft in Hermsdorf bei Berlin in Angriff genommen nur die geistige Befähigung, welche durch entsprechende Vor- Folge hat: hat, plößlich polizeilich sistirt worden ist, weil die Gesellschaft bildung erworben worden ist, oder auch die körperliche Befähigung ohne Konzession und zum Theil auf fremdem, der Gemeinde ge- zu verstehen? Im Allgemeinen ist es nur mit Freude zu be hörigem Terrain gebaut hat. Die bereits unter Dach gebrachten grüßen, daß die so lange Jahre streitige Frage endlich eine gefeßHäuser würden eingerissen worden sein, wenn die Gesellschaft liche Regelung erfahren soll. Um so bedauerlicher ist es, daß die 4. Die beständige Ungewißheit der materiellen Existenz der nicht in sämmtliche von der Gemeinde gestellten, übrigens nicht Frage der Pensionirung der im Kommunaldienste angestellten unbescheidenen Forderungen gewilligt hätte. Jedenfalls aber find Militäranwarter auch hier nicht geordnet werden soll. Ich 5. Das Elend der Proletariermassen und durch das„ Versehen" der Geschäftsleitung wochenlange Verzöge- bitte den Minister, diese Frage nicht aus den Augen zu lassen. 6. Die ungeheuere Reichthumsansammlung in den Händen rungen und damit nicht ganz geringe Zinsverluste am Baukapital Minister Herrfurth: Wenn ich auch gegen die Verweisung Einzelner. entstanden, und es sind Kosten erwachsen, die beim Voranschlag der Vorlage in eine Kommission nichts zu erinnern habe, fo Diese Zustände sind den Grundprinzipien des wahren Volks nicht berücksichtigt und von den Hausbewerbern nicht entfernt rechtfertigen doch die bis jetzt gegen dieselbe vorgebrachten Gin- staates deshalb schädlich, weil sie die Unterjochung der übergroßen vermuthet worden sind. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß wände eine solche Ueberweisung nicht; sie widerlegen fich theils Majorität der Bürger als Lohnarbeiter unter die Kapitalbesiber über kurz oder lang die Mißstimmung in den Kreisen der Er durch den Wortlaut des Gesetzes, theils durch die Erklärungen mit sich führen und deren politische Abhängigkeit von der Klasse werber eine allgemeine fein wird." der Regierung im anderen Hause. Darüber, was ein Militär- der Kapitalisten verursachen. Nachdem die„ Bolts- Zeitung" ausdrücklich betont hat, daß anwärter ist, fann fein Zweifel sein; das ist ausgesprochen im Um diese erniedrigenden Zustände abzuschaffen, fordern wir: fie die„ Idee der Erwerbung eines Hauses durch Lebensver-§ 1, wonach Militäranwärter jeder Inhaber des Zivilversorgungs- Die Nationalifirung des Kapitals sowohl als des Grund ficherung" für eine„ durchaus gesunde" hält, obwohl der Berliner scheines ist, welcher dem preußischen Staate angehört und aus und Bodens und der Arbeitsinstrumente, in der Reihenfolge des Wiß solche Häuser" Grbbegräbnisse" nenne, führt sie weiter aus dem preußischen Militär Kontingent hervorgegangen ist. Die Grades, wie sich die Konzentration des Kapitals als der GesammtWir ziehen diese Dinge in die öffentliche Besprechung, weil Anstellung von Offfzieren für die Kommune ist nur eine Fakultät heit schädlich erwiesen. die Gefahr nahe liegt, daß wieder ein kaiserlicher Lobspruch dazu der Gemeinden. Das Erforderniß der Befähigung soll den Miß- Die Organifirung und Leitung der Industrie seitens des benugt werden wird, um die Mängel, welche der Gesellschaft an stand beseitigen, daß bis jetzt die Gemeinden und Kommunal- Staates, in derselben Reihenfolge, um die Beschäftigung aller haften, zu decken. Wir haben eine ähnliche Erfahrung ja bei verbände gezwungen waren, alle in Frage kommenden Stellen arbeitsfähigen Bürger in solchen Berufen, welche ihren Fähig einer anderen Gesellschaft, welche zur Lösung der Arbeiter- Woh mit Militäranwärtern zu befeßen. Das Herrenhaus hat den keiten entsprechen, zu ermöglichen. nungsfrage beitragen will, gemacht. Wir meinen die Gesellschaft Gesetzentwurf en bloc angenommen; ich glaube, daß jede noch Allgemeine und gleiche öffentliche Erziehung durch den Staat. Eigenhaus, die dem Reichstagsgebäude gegenüber ein Muster- etwa auftauchende Schwierigkeit sich ohne Mühe wird erledigen Allgemeines, gleiches direktes Wahlrecht mit der Verpflich haus" errichtet hatte und dafür vom Kaiser eine öffentliche Be- laffen. Die Frage der Regelung der Pensionsfrage gehört tung der Stimmenabgabe in allen Staats- und Townwahlen lobigung im Reichs- Anzeiger", sowie die Bestellung auf zwei nicht in dieses Gesetz. Die Anrechnung der vor der Anstellung für alle Bürger jeden Geschlechts, welche ihre Majorennität erHäuser zu erreichen gewußt hat. Dieses Musterhaus", das viel- im Kommunaldienste zugebrachten Dienstzeit erfolgt übrigens reicht haben. leicht in einem arabischen Negerdorf einen ganz entsprechenden ießt schon in einer nicht leinen Zahl von Kommunen. Die Direkte Gesetzgebung durch das Volt; alle Gesetze durch Eindruck machen mag, bei uns aber nur die Bezeichnung eines Angelegenheit wird zur Beit kommissarisch verhandelt; bis Boltsabstimmung( Referendum); das Recht' des Gesetzvorschlages unschönen Rastens beanspruchen kann, hat das Kopfschütteln Aller, ins Staatsministerium ist sie aber noch nicht gelangt. durch das Volk( Initiative). die sich mit der Arbeiter- Wohnungsfrage etwas näher beschäftigt In der nächsten Reichstagsfeffion wird ein entsprechender Gesetz- Rückberufbarkeit der Mitglieder aller gefeßgebenden Körper haben, hervorgerufen und bei den Arbeitern selbst die ganzen Ar- entwurf fertig gestellt und vorgelegt werden können. feitens der betreffenden Konstituenten. beiterwohnungs- Bestrebungen in argen Mißkredit gebracht. War doch Abg. v. Heeremann( Bentr.): Wir verkennen die Schwierig- Allgemeine Boltswehr gegen Angriffe fremder Staaten, den Arbeitern in dem eigenen Heim" nicht ein Mal eine Küche, feiten der sich gegenüberstehenden Interessen nicht; die Militärsondern nur eine„ Kochnische" von dem Umfange eines mäßigen Verwaltung braucht im Interesse ihrer Unteroffiziere derartige Chicagoer Ordnungswächter. Infolge des Umstandes, Tisches zugedacht worden. Die Gesellschaft hat sich schließlich Bestimmungen. Weiter aber, als es bisher geschehen ist, möchte daß die Kapitalisten Chicagos ihren Anti- Anarchistengenöthigt gesehen, ihre Baupläne gänzlich zu verwerfen und auch ich in dem Gesez nicht gehen. Für manche Kommunalverwal- Fonds" abgeschlossen haben und die Polizei nichts mehr aus die Kaufpreise für die Häuser beträchtlich zu erhöhen. Versprach tungen lege ich großen Werth darauf, daß die im Subaltern- demselben zu erwarten hat, ist dieselbe an den Streit" geman früher Häuser in vier verschiedenen Größen für 2800, 8750, und Unterbeamtendiest anzustellenden Personen der Gegend, wo gangen. Die Polizisten nämlich, welche bei den Prozessen gegen 5200 und 6500 Mark zu bauen, so soll jetzt das kleinste Haus sie wirken sollen, angehören und deren Verhältnisse und Be- die gelegentlich der November- Razzia Verhafteten als Be5000, die größeren 6600 und 8000 Mart fosten. Es wäre besser dürfnisse genauer kennen. Kommt ein Militäranwärter aus lastungszeugen zu fungiren hatten, sind auf Anweisung ihrer Vorgewesen, wenn man sich die Sache vorher etwas sorgfältiger einem entfernt liegenden Theile des Staats in die ihm fremde gesetzten nicht erschienen und die Anklagen infolge dessen niederüberlegt hätte. Wie wenig man in den Kreisen der Gründer und Kommune, so ist er meistens, er mag ein so braver Mann sein, geschlagen worden. Protektoren der Gesellschaft die Ansprüche der Arbeiter, speziell wie er will, für diesen Dienst eine ungeeignete Person. Dieser städtischer und gar großstädtischer Arbeiter kennt, beweist die Uebelstand wird von beiden Theilen auch empfunden.( u= In New- York, schreibt man uns, wird die Vereinigung det Thatsache, daß in einer der vorbereitenden Versammlungen, welche ftimmung.) In den größeren Stadtverwaltungen fritt dies aller beiden sozialistischen Gruppen, nach den bisherigen Resultaten der die Arbeiterwohnungs- Frage klären sollten und deren Niederschlag Dings nicht in demselben Maße hervor. In den Landgemeinden Urabstimmung auf beiden Seiten au urtheilen, binnen Kurzem die Gesellschaft bildet, von dem Herrn, welcher die Seele der sind andererseits die Stellen für die Militäranwärter garnicht so vor sich gehen. Ueberall ist man so ziemlich einmüthig ganzen Bewegung ist, die Entbehrlichkeit eines Kellers mit dem begehrt; oft ist fein Militäranwärter da, es wird eine andere zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Zersplitterung Bemerken begründet wurde, der Arbeiter könne das Bischen, was Persönlichkeit herangezogen, ausgebildet und für vorzüglich feinerlei stichhaltige prinzipielle oder taktische Differenzen er habe, ja in feinem Gärtchen- vergraben! Der anwesende geeignet erfunden. Da meldet sich kurz vor der Anstellung des zum Grunde hatte. Die Zersplitterung war bei Lichte betrachtet Minister von Berlepsch schien sich, wie in seinem Geficht deut- Letzteren ein Militäranwärter, und nun muß dieser angestellt lediglich eine Folge des allgemeinen Rückschlags in der Arbeiterlich bemerkbar wurde, seine eigenen Gedanken über diese werden, der erstere geht leer aus und die Gemeinde ist direkt bewegung nach 1886; die Bethätigung nach außen war durch Art der Arbeiterbeglückung zu machen. Die Herren, welche als geschädigt. Hier müßte den Gemeinden freiere Bewegung gelaffen denselben fast vollständig lahm gelegt, und das hat noch stets und Protektoren der Gesellschaft auftreten, gingen offenbar von der werden; ist im Augenblick der Ausschreibung kein Militäranwärter allerwärts zu Reibereien im Innern geführt, die je nach den Vorstellung aus, daß ein Berliner besser gestellter Arbeiter. vorhanden, so muß die Stelle der Gemeinde zur Verfügung anheim- sonstigen in Betracht kommenden Umständen einen mehr oder und nur ein solcher fann an die Erwerbung eines eigenen Häus- fallen. Ich beantrage die Berathung der Vorlage in einer weniger scharfen Charakter annahmen. In Deutschland verchens denken- in Bezug auf Lebenshaltung und gesellschaftliche Kommission von 21 Mitgliedern. hinderte der Fortschritt in der allgemeinen Entwicklung der. 津 Ansprüche dem ostpreußischen Landarbeiter gleichſtehe. Die hier Abg. Eberhard( k.): Bisher haben die städtischen Kommuuen Bewegung, daß sich die wegen der mangelnden Bethätigung nach gemachte Erfahrung zeigt, wie nothwendig es ist, gerade auf und weiteren Kommunalverbände nur die Pflicht der Anstellung außen bildenden Differenzen an einzelnen Orten so zufpizten, daß diesem Gebiete die Arbeiter selbst mitsprechen zu lassen und wo der Militärinvaliden in allen Gubaltern- und Unterbeamtenstellen. Berwürfnisse stattfanden; sie verursachten dort nur das Abes nur angeht, den Weg der Genossenschaft zu wählen, einer Jetzt soll diese Verpflichtung auf alle Zivilversorgungsberechtigten springen einzelner Personen. Sier fehlte jener Umstand, und Senoffenschaft mit wirtlicher Selbstverwaltung, nicht aber mit ausgedehnt werden. Diese Wenderung scheint uns thatsächlich so konnten die lediglich in der Metropole bestehenden Differenzen einer Detoration vornehm flingender Namen." sowohl dem Interesse der Militärverwaltung als auch der die Veranlassung geben, daß die ganze Partei sich in zwei Diese auferbaulichen Daten zeigen die Sachlage in einem Kommunen zu entsprechen. Im einzelnen aber vermögen wir die Gruppen theilte. " Bir können nur wiederholen, was wir vor fünf Monaten Wirkungen nicht zu übersehen und find daher ebenfalls für die Todtenliste der Partei. In Kirchberg( Sachsen) wurde schrieben: der Maurer Karl Clauß, Mitglied des Arbeiter- Wahlvereins, wollten wir unseren Lesern die Wohnungsfrage nochmals, zum, Gs hieße geflicte Schienen nach Bochum tragen, Einsetzung einer Kommission von 21 Mitgliedern. Abg. Eberth( dfr.): Auch wir sind keineswegs Gegner des auf einem Bau durch Einsturz einer Wand getödtet. In wir wiffen nicht wie vielten Male, erläutern. Daß die Gefeßentwurfs. Gegen den bisherigen Zustand bringt er jeben- Rönigsberg i. Pr. starb der Tischler August Schulz, Wohnungsfrage nur eine sekundäre Frage ist, die mit dem und falls eine Werbefferung. Die Ausdehnung der Geltung desselben 42 Jahre alt, an der Proletarierkrankheit. Er war einer der durch das große soziale Problem gelöst wird, daß die Bourgeoisie auf die Landgemeinden ist einfach ein Att der Gerechtigkeit. Gine tüchtigsten, treuesten Mitglieder der Partei. gerade deshalb sich an diese Frage zweiter Dronung hält, um Prüfung der Einzelheiten namentlich bezüglich der Belastung der Lokales. Vou der„Frankfurter Zeitung" erhalten wir folgendes Schreiben: „Unter Bezugnahme auf die in Ihrem Blatte Nr. 75, 1. Bei- lage, enthaltene Notiz erlauben wir uns darauf anfmerlsam zu machen, daß das darin angeführte Inserat: „Ein junger kräftiger Mann wünscht mit einer alteren Dame bekannt zu werden." in dem Jnseratentheil der„Frankfurter Zeitung" nicht enthalten war. wie überhaupt derartige Inserate grundsätzlich von uns abgelehnt werden." Wir müssen also hiernach annehmen, daß der betreffende Einsender dieses Inserats, einer unserer Frankfurter Abonnenten, sich in der Quellenangabe getäuscht hat. In derselben Notiz aber wurde noch ein anderes Inserat der„Frankfurter Zeitung" aus dem dritten Morgenblatt der Nr. 76 vom 16. März, das uns derselbe Abonnent im Ausschnitt mittheilte, erwähnt, welches folgendermaßen lautete: Heirath! Ein Herr. 34 Jahre alt. Christ, tüchtiger Kaufmann. von tadellosem Rufe, stattliche Erscheinung, in einträglicher Stellung und mit nachweislich späterem Ver- mögen, wünscht behufs Verhcirathung die Bekanntschaft einer reichen Dame zu macheu. Suchender steht nicht auf vortheilhastes Aeußere und wollen auch Damen mit körperlichen Gebrechen vertrauensvoll nicht- anonyme Briefe nebst genauer Angabe der Verhältnisse unter 8116 an die Expedition dieser Zeitung gelangen lassen. Ehrenhafte Vermittler nicht ausgeschlossen. Verschwiegen- heit zugesichert und erwartet. Dieses Inserat wird von der„Frankfurter Zeitung" nicht bestritten, und da uns zufällig die betreffende Stummer dieses Blattes noch zur Hand ist, so haben wir uns überzeugen können, daß hier ein Jrrthum des Einsenders ausgeschlossen ist. Wie die Versich erung der Expedition,„daß derartige Inserate grundsätzlich von ihr abgelehnt" werden, mit dem Inhalt der vorstehenden Anzeige in Einklang zu bringen ist, das zu errathen müssen wir dem Expeditions-Weisen der„Franks. Ztg." überlassen. Da aber das Inserat nicht ungedruckl gemacht werden kann und da der schamlose Inhalt bezahlt worden ist, halten wir alle Schlußfolgerungen, welche wir s. Z. in unserem ersten Artikel an die Veröffentlichung solcher Schandinserate knüpften, nach jeder Richtung hin aufrecht. Z» einer erhebende» Tranerfeier gestaltete sich am Mittwoch der vergangenen Woche die Beerdigung unseres Ge- nossen Emil Schmidt, eines wackeren Kämpfers für die Sache des Proletariats. Der Verstorbene war lange Jahre bei Herrn Kommerzienrath Pietsch thätig, der das Andenken seines Arbeiters dadurch ehrte, daß er seinen Sohn zu der Beerdigung entsandte. Di« Zahl der Leidtragenden war eine ungeheuer große, die Ver- eine, deren Mitglied der Verstorbene gewesen war, hatten ohne Ausnahme Deputationen entsandt. Der Trauerkondukt setzte sich um 4 Uhr vom Trauerhause, Eisenbahnstr. 83, unter Vorantritt einer Musikkapelle in Bewegung nnd nahm seinen Weg durch die Skalitzer- und Mariannenstraße, den Kottbuser Damm entlang nach dem Enimaus-Kirchhofe, wo der Verstorbene zur letzten Ruhe gebettet wurde. Die AbgescMdten der Vereine widmeten am Grabe ihrem unvergeßlichen Mitglieds warm empfundene Abschiedsworte und warfen Kränze mit Widmungen in das Grab, so daß der Sarg sehr bald von Kränzen bedeckt war. Die Wiltwe des Entschlafenen, die des Ernährers ihrer sechs unmündigen Kinder beraubt ist, wurde vom Schmerz derartig ergriffen, daß es der innigsten Trostesworte bedurfte, um dieselbe wenigstens etwas aufzurichte». Voll tiefen Ernstes verließ das Trauergefolge den Friedhof, auf welchem ein treuer, opferwilliger Genosse zum ewigen Schlaf gebettet worden war. Zur Tchiesiaffäre an der Kaserne des 8. Gnrde-Jnfanterie- regiments schreibt uns ein Augenzeuge des Vorfalls, uns münd- lieh die Wahrheit seines Schreibens bestätigend: Ein direkter Augenzeuge, welcher bei dem Vorkommniß in der Nacht von Freitag zu Sonnabend vor der Kaserne des dritten Garde-NegimentS anwesend war, sieht sich veranlaßt, den verschiedenen falsche» Nachrichten in der Presse gegenüber folgendes zu veröffentlichen. Der wachhabende Posten ging zur bekannten Zeit vor der Kaserne auf dem Trottoir, als zwei Personen die Straße eben- falls passtrten und anscheinend angetrunken an dem Posten vor- übergingen und an das nach vorn gehaltene Gewehr des Soldaten stießen. Derselbe äußerte darüber seinen Unwillen und so entstand der Streit. Die beiden Personen äußerten, er solle sich nur nicht gefährlich haben, sie seien auch Soldat ge- wese», und sie können auf dem Trottoir gehen, denn sie bezahlen Steuern. Darauf sagt» der Soldat, wenn sie nicht gingen, werde er sie arretiren, woraus Beide erklärten, sie ginge» mit, er solle sie arretiren, der Posten that dies jedoch nicht, sondern drehte sich um und ging dem Haupteingang zu, woraus die Beiden ihm ebenfalls einige Schritte folgten und ihre Slrretirung verlangten, und zwar wenigstens sechs Mal. Sie kehrten jedoch alsdann um, und entsernten sich schimpfend. Als die Beiden etwa zehn Schritt von dem Posten ab zurückgelegt hatten und anscheinend Alles vorüber war, wurde aus dem ersten Stock, ungefähr das sechste Fenster hinter dem Eckbau, plötzlich dem Soldaten zugerufen: Arretire sie d»ch oder schieß sie über den Haufen. Darauf rief der Soldat, der sich inzwischen auch wieder umgedreht hatte, den beiden Fort- gehenden zu:„Sie sind meine Arrestanten", worauf beide zu laufen anfingen. Sofort machte der Soldat sich schußfertig und schoß auf die Laufende» in eiuer Distance von ungefähr 3v Schritt, ohne auch nur einmal Halt zu rufen. Von einer Bedrängniß mit einem Messer hat Zeuge nichts gesehen, trotzdem er von Anfang des Streits an, immer in der Nähe des Postens von ungefähr 3—6 Schritt war, nur hat er bemerkt, daß einer der Streitenden stets eine Hand in der Hosentasche hatte. Auch hat Zeuge dem erschienenen Polizei- Lieutenant auf die Frage, was geschehen sei, als die Antwort stammelnd von dem Posten gegeben wurde, er sei mit dem Messer angegriffen worden, sofort dieses bestritten. Der Zweitgetroffene, jener unschuldige Zimmerer Treber, der zufällig des Weges kam, mußte eine halbe Stunde auf dem Straßendamm liegen, ehe er in die Kaserne getragen wurde. Es war schauerlich aiizusehen, wie der Verwundete in einer Blullache immerfort zuckte. Wieder- holt verlangte das umstehende erbitterte Publikum den Fort- transport des zuckenden Körpers. Zeuge hat den Eindruck, daß Gefahr für den Posten nicht vorlag, sondern daß dieser durch den Zurus angereizt worden sei. Zu« Morde in der«aiser Wilhelmstraste. Unsere Kriminalbeamten haben Dienstag morgen sämmtlich Photographien der Leiche der ermordeten Lumpensammlerin erhalte» und haben, damit versehen, in den Lumpen- und Produktenkellern Berlins behufs Rekognoszirung der Tobten umhergefragt, doch waren alle diesbezüglichen Nachforschungen bis heute vergeblich. Die noch lebende Susanne ist gestern Vormittag nach dem Polizei- Präsidium zitirt worden, um über die Erinordete Auskunst zu geben, jedoch erklärt« die Zeugin, ihre Nainensvetterin überhaupt nicht zu kennen. Leider ist auch die von der Tobten gefertigte Photographie nicht gut getroffen, so daß Personen, welche die Ermordete im Leben gekannt, dieselbe nach dem ihnen vorgelegten Bildniß nicht wieder zu kennen vermögen. Die Todte war übrigens nicht allgemein unter dem Namen Susanne bekannt, sie muß demnach noch«inen anderen Spitznamen gehabt haben. Nach Zeugenaussagen hat die Ermordete stets ein braunes gelb- fesprenkeltes Kopstuch getragen und eine Steingutkanne, wie in olchrn in der Zentral-Martthalle gekochter Kaffee verkaust wird, sowie eine schwarze etwa 10 Zentimeter lange und 3 Zentimeter breite Schnupftabaksdose bei sich gehabt. Diese Gegenstände fehlten bei der Auffindung der Leiche und ist es nicht anzunehmen, daß die Lumpensammlerin diese ihre Habe kurz vor ihrem Tode verschenkt hat.— Für die Untersuchung wäre es wichtig, zu erfahren, wohin diese Gegenstände gekommen, resp. wer sich im Besitz derselben befindet. Die Kriminalpolizei hat übrigens gestern eine Skizze des Vorkellcrs des Hauses Kaiser Wilhelmstraße 12, in welchem der Mord muthmaßlich geschehen ist, anfertigen lassen. Einblicke i» daS Leben der bemitleidenSwerthesten der Proletarier hat die Blutthat in der Kaiser Wilhelmstraße er- öffnet. Daß die Leiche der erschlagenen Frau Tage lang nicht rekognoszirt werden konnte, wäre vielleicht noch durch die eigen- artigen Verhältnisse der Großstadt zu erklären, weniger erklärlich aber ist es, daß eine Spur der oder des Thäters von der Polizei nicht ermittelt werden konnte, trotzdem dieser die Leiche geraden Wegs ins Haus getragen worden ist, denn in dem Hause Kaiser Wilhelmstraße 2S befindet sich eine Polizeiwache. Als die Polizei noch der Meinung war, die Leiche der Sakowsky vor sich zu haben, wurden den Zeitungen auch Notizen über deren Leben mitgetheilt. Wir berichteten schon, daß die Sakowsky Lumpen- sammlerin vulgo Naturforscherin ist. Die Frau war arbeits- unfähig und hatte deshalb das„Recht", die Nächte im Asyl für Obdachlose in der Danzigerstraße zuzubringen. Ein eigenthüm- liches-„Recht" fürwahr. Die Frau ist arbeitsunfähig, also nicht in der Lage, sich durch ihrer Hände Arbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die mitleidsvolle bürgerliche Gesellschaft hat denn auch Erbarmen mit der Armen und— gewährte ihr das Recht, die Nächte im Asyl verbringen zu dürfen. Da giebt's sogar des Morgens noch einen Napf Suppe und Abends ein Stück trockenes Brot,— für eine Lumpensammlerin Leckerbissen genug! Welch' ein trauriges Leben muß diese Frau geführt haben: Während des Tages einem eklen Beruf uachgehen, der gerade so viel abwirft, daß man nicht Hungers stirbt, und Nachts im Asyl kampiren. Und das Woche für Woche, Jahr für Jahr. Lohnt es sich denn überhaupt, deshalb zu leben? Die bürgerliche Presse hat natürlich anläßlich der blutigen That wieder alle Hände voll zu thun, uul ihren Lesern vor der Rohheit des„obdachslosen Gesindels" graulich zu machen. Wes- halb dieses„Gesindel" obdachslos ist, darum kümmert sie sich weiter nicht. Es hat sich im Laufe der polizeilichen Erhebungen herausgestellt, daß in den offenen Vorkellern einiger Häuser der Kaiser Wilhelmstraße„obdachsloses Gesindel" nächtigt. In diesen Vorkellcrn liegt gewöhnlich Stroh, Papierabfall ec. und das ist dem„Gesindel" gerade recht, uin sich eine Lagerstatt daraus zurecht zu machen. Die armen Obdachslosen buddeln sich in das Stroh, nm vor der noch immer recht empfindlichen Nachtkülte wenigstens etwas geschützt zu sein. Glaubt denn die Bourgeoisie, es sei ein Vergnügen, die Nacht in einem dumpfigen Winkel zu liegen? Das„obdachlose Gesindel" würde sich nicht einen Augenblick besinnen, wenn es zu wählen hätte zwischen dem Aufenthalt in dem Vorkellcr oder dem in einem guten Bett. Wenn nicht die furchtbare Noth die Leute dazu zwingen würde, schlechter zu leben und schlechter zu schlafen, wie ein Ziehhund, von freien Stücken wird sicher Niemand sein Bett mit dem Stroh eines Vorkellers vertauschen. Die bürgerliche Presse braucht sich deshalb über das„Gesindel" nicht bei jeder Gelegenheit so aufzuregen. Dasselbe ist ein noth- wendiges Anhängsel der kapitalistischen Gesellschaft, die wohl oder übel„Gesindel" erzeuge» muß, weil sie sich ausbaut aus dem Ruin und der Auspowerung der wirthschaftlich Schwachen. Dieser Auspowerung wird aber auch eines Tages ein Ziel gesetzt sein, denn die rapid wachsende Zahl der bereits Ausgebeuteten macht das„Geschäft" immer weniger Nutzen bringend. Erfährt aber der kapitalistische Staat eine Umwandlung im Sinne der Sozialdemokratie, dann verschwindet das„obdachlose Gesindel" ganz von selbst, und es bedarf auch nicht mehr der Proklamirung eines„Rechtes" auf Suppe, Brot und Matratze des Asyls für Obdachlose. Ans der Charit« geht uns ein Schreiben mit 42 Unter- schriften zu, welches die in der Station für Geschlechtskranke befindlichen Patienten an uns abgesandt haben. In dem Schrift- stück wird Bezug genommen aus den Bericht über die Stadt- verordneten-Versammlung vom 24. März, in welcher der Stadt- verordnete Zadel Beschwerde führte über die Art der BeHand- lang, welcher die in jener Station untergebrachten Kranken unterworfen würden. Herr Stadtverordneter S p i n o l a ergriff zur Erwiderung das Wort und bemerkte u. a., daß die meisten dieser Kranken ans Prostituirten und Zuhältern beständen, die gesondert zu halten die Rücksicht auf die übrigen Kranken gebiete. Gegen die Ausdrücke„Prostiluirte und Zuhätter" wird in der erwähnten Zuschrift aus das Entschiedenste protestirt und finden wir denn auch unter den Unterschriften fast alle Berufszweige vertreten: Arbeiter, Buchhalter, Posthilfsboten, Monteure, Kellner, Bäcker, Graveure, Tischler, Schlosser u. s. w. Wie Herr Spinola somit dazu kommt, die Mehrzahl dieser Kranken mit derartig wenig liebenswürdigen Ausdrücken zu belegen, ist nicht recht er- findlich. Die Leute haben doch kein Verbrechen begangen. Sie haben sich durch Ansteckung eine geschlechtliche Krankheit zugezogen und das ist doch etwas, was schließlich Jedem passiren kann. Oder meint Herr Spinola, in den sogenannten„besseren" Gesell- schaftsschichten komme so etwas nicht vor? Wenn jedes Bougcois- söhnlein, das gcschlechtskrank ist, zu einem Zuhälter degradirt würde, dann würde es in Berlin sicher ebenso viel Zuhälter wie anständige Leute geben. Die Jsolirnng der Geschlechtskranken ist ja ganz selbst- verständlich, dieselbe erfolgt aber in der Charitee in einer Weise, als ob ein Sträfling in die Strafanstalt eingeliefert würde. Da grebt's ein Schlüsselrasseln und Kommandiren, denn die Ansicht des Herrn Spinola von den„Zuhältern" wird auch von den Unterbeamlen getheilt,— wie der Herr, so der Diener! lieber die Lagerstätten führen die Kranken lebhafte Klage. Eine Bettstelle mit Strohsack, Laken, Kopfliffen ohne Federn und eine wollene Decke erinnern wiederum au vergitterte Fenster. Nimmt man an, daß die überwiegende Mehrzahl der Kranken Tag und Nacht im Bett kampiren muß, so läßt sich leicht denken, daß sich diese Klagen sehr oft zu lauten Mißfallsäußerungen ver- dichten. Ueber die Kost zu klagen, liegt schließlich keine Ver- anlassung vor; es liegt in der Natur der Sache, daß die strengste Diät beobachtet wird. In der Charitee grenzt dieselbe an einen Hungerversuch ä 1a Cetti. An Kosten u. f. w. haben die Geschleqrskranken ebenfalls die üblichen zwei Mark pro Tag zu zahlen,— für einen„Zuhälter" immerhin eine Summe. Im großen Ganzen hätte es sicher nichts schaden können, wenn Herr Spinola in der Wahl seiner Ausdrücke etwas vorsichtiger ge- wesen wäre. Die Firma Bär Sohn hat ein Flugblatt verbreiten lassen, das gegen die Agitalionskoinmission der Schneider Berlins ge- richtet ist. In demselben heißt es:„Nachdem wir den Partei- vorstand in der Angelegenheit interpellirt hatten, hielt es das Zentralorgan der deutschen Sozialdemokratie, der„Vorwärts", in Erkennung des gleichen Rechts für angebracht, unserer Recht- fertigung ihre Spalten zu öffnen". Die Firma scheint trotz der Parteigenossenschaft ihrer Inhaber noch nicht zu wissen, daß kein sozialdemokratisches Blatt erst vom Parteivorstand zur Erkennung des gleichen Rechts veranlaßt zu werden braucht, jedenfalls ist jene Ausdrucksweise so unschicklich wie möglich. Der Firma Bär Sohn ist von vornherein gleiches Recht widerfahren; nicht mehr, nicht weniger. Ju der Arbeiter- BildnngSschule fällt der Unterricht in der Nationalökonomie am 16. April der Generalversammlung wegen und am 17. April wegen des Osterfestes aus. Am 24. April beginnt der Unterricht in der Nationalökonomie in den Armin- hallen, Kommandantenstraße. Brand. Gestern Abend kurz nach 3 Uhr entstand in dem Hause Oranienburger st raße 6 im Dachraum Feuer, welchem beinahe ein Menschenleben zum Opfer gefallen wäre. Nachdem sich das Feuer ziemlich über den ganzen Dachraum ver- breitet hatte, sah man in der Dachrinne einen Mann auftauchen, welcher sichtlich nach einem Rettungsweg suchte. Kurz ent- schloffen klammerte er sich an der Dachrinne fest und wollte dm Sprung auf die Straße wagen. Doch im selben Augenblick er- schienen Leute am Fenster des Hauses Nr. 7 und reichten ihm einen Strick, welchen er sich um den Körper wandt und zogen ihn zum Fenster hinein, was von der auf der Straße stehenden Menge mit einem freudigen Bravo begleitet wurde. Wäre eine Minute später diese Hilfe gekommen, so hätte der Bedauerns- werthe den Sprung auf die Straße wagen müssen oder er wäre, vom Qualm betäubt, herunter gefallen, denn im nächsten Augen- blick stand auch diese Ecke des Gebäudes in Flammen. Erst als der Dachstuhl vollständig abgebrannt war, erschien der erste Zug der Feuerwehr aus der Linienstraße, dem bald drei Züge nach- folgten, welche nach Verlauf einer halben Stunde des Feuers Herr wurden. Polizeibericht. Am 5. d. M. Morgens wurden im Spandauer Schifffahrls-Kanal, im Landwehr-Kanal und in der Spree drei Leichen angeschwemmt, und zwar an der Kielerbrücke die Leiche eines unbekannten, etwa 25 jährigen Mannes, an der Freiarche die Leiche eines Arbeiters und unter der Moltkebrücke die Leiche einer unbekannten, etwa 40 Jahre alten Frauensperson. f—'Zu der- selben Zeit erlitt ein Eigenthümer in seiner Wohnung, Köpnicker- straße 192, dadurch schwere Brandwunden am Oberkörper, daß er beim Füllen einer Lampe Petroleum verschüttete und seine Kleider dabei Feuer fingen. Er mußte nach dem Krankenhause Bethanien gebracht werden.— Vor dem Hause Blumenstraße 49 wurde Morgens ein Arbeiter von dem Pferde eines Möbelwagens geschlagen und am Oberschenkel bedeutend verletzt.— Mittags wurde ein Straßenreiniger in seiner Wohnung in der Pappel- Allee erhängt vorgefunden.— Nachmittags wurde ein 8jähriger Knabe vor dem Hause Blücherstr. 18 von einem Bierwagen über- fahren und so schwer verletzt, daß er nach dem Krankenhause Am Urban gebracht werden mußte, wo er bald darauf verstarb.— An der Ecke der Gubener- und Königsbergerstraße wurde Abends eine Arbeiterin schwer erkrankt ausgefunden und nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht. Sie hatte sich mittelst Zuckersäure zu vergiften versucht.— Nachmittags fanden zwei kleinere Brände statt. Gerickks-Ieikung; �Prozeß�Polke. In der heutigen dritten Sitzung, welche Landgerichtsdirektor Barschdors um 9 Uhr eröffnet, wird der ehemalige Korrespondent im Polke'schen Geschäft Max A r o n vernommen. Derselbe hat auch Artikel für das Äörsen-Journal geschrieben und weiß, daß sehr zahlreiche Anfragen bei dem Angeklagten eingingen. Er selbst hat mehrere Notizen über Faconschmiede in günstigem Sinne geschrieben, weil er selbst das Papier für ein gutes hielt. Jede briefliche Anfrage wurde zunächst brieflich beantwortet und da die meisten die Beantwortung im Briefkasten erbaten, wurde auch diesem Verlangen entsprochen.— Rechtsanwalt Dr. Fried- mann legt eine große Anzahl solcher Briefe vor, welche der Zeuge erledigt hat und behält sich vor, aus diesen und zahlreichen anderen Briefen zu beweisen, daß die Anklagebehörde den An- geklagten fälschlich beschuldigt, solche Briefe fingirt zu haben und daß dieselben wirklich von Respektspersonen herrühren, daß es sich um durchaus börsenkundige und keineswegs um kritiklose Personen handelte und daß in den Briefen die Beantwortung im Brief- kästen unter einer beliebigen Chiffre verlangt wurde. Ferner bemerkt der Vertheidiger: Der Staatsanwalt habe 231 Notizen über Faconschmiede ausgestochen und behauptet, daß, nachdem der Angeklagte seinen Aktienbesitz losgeschlagen, plötzlich keine Anfragen über Faconschmiede mehr gekommen seien. Die Ver- theidigung habe nun noch ca. vo solcher Notizen herausgefunden, so daß 300 solcher Notizen vorliegen. Die Vertheidigung hoffe, daß es genüge, wenn sie nun auch 300 Originalbriese vorlege, sei aber bereit, eventuell noch mehr herauszusuchen. Alsdann tvird der Zeuge Dr. Fuchs noch einmal vorgerufen. Derselbe bekundet, daß er Briefkasten- Notizen nicht in dem Sinne„fingirt" habe, wie der Rechtsanwalt Silbergleit. Er habe sich stets die eingegangenen Briefe als Unterlage ge- nommen und seine Antworten im Briefkasten darauf ertheilt; manche Briefe haben ihm auch hier und da die Anregung gegeben, andere ähnliche Papiere zu berühren, er habe auch wohl manchmal die Form der Briefkasten- Notiz' gewählt, um seine Ansichten auszudrücken. Niemals aber seien von ihm solche Notizen in dem Sinne„fingirt" worden, daß er etwa entstellte oder unzutreffende Thatsachen ver- breitete. Faconschmiede hat Zeuge für so gut gehalten, daß er sich selbst 600 M. Aktien kaufte. Jeden Verdacht, als ob er ent- fernt mitgewirkt hätte zur Täuschung des Publikums— wenn eine solche überhaupt vorliege— müsse er weit von sich weisen. Zeuge Silbergleit wiederholt, daß er nie selbständig größere Artikel über Faconschmiede geschrieben und daß über Alles, was er geschrieben, dem Angeklagten die letzte Korrektur bezw. Ergänzung zustand. Er habe allerdings Briefkasten- notizen„fingirt", indem er aus anderen Zeitungen die An- regung zu solchen Stottzen entnahm, der Inhalt der Notizen sei aber nicht fingirt gewesen, sondern habe seiner wohlerwogenen Anschauung stets entsprochen. Manchmal habe ihm der An- geklagte auch Notizen diklirt, bei denen sicher keine Anfrage zu Grunde lag, er habe aber den Briefkasten für eine durchaus zu- lässige literarische Form erachtet, zumal die ganze Haltung des Blattes durchaus jede Kritik vertrug und er dem Angeklagten eine mala Ildes nirgends zur Last legen konnte. Der Zeuge er- wähnt als einen eklatanten Fall, in welchem der Angeklagte ohne vorliegende Anfrage eine Briefkastennotiz diklirt habe, den folgenden: Die Packetfahrt- Gesellschaft habe dem Angeklagten eines Tages brieflich angezeigt, daß sie ihm für ein Inserat nur 72 M. bewilligen wolle.— Mit diesem Brief in der Hand habe ihm Polle eine Brieskasten-Notiz gegen die Gesellschaft diktirt.— Der Angeklagte bestreitet dies.— Nach der Bekundung des Zeugen hat ihm Polle auch»-iederholt Notizen in Zeitungen angestrichen, um dieselben als Briefkasten-Notizen verarbeiten zu lassen. Der Zeuge verwahrt sich gegen den Vorwurf der Vertheidigung, daß er in der Voruntersuchung etwas anderes gesagt habe, als hier bei seiner Zeugenaussage. Rechtsanwalt Dr. F r i e d m a n n de- hält sich den Beweis daiür vor, daß die von der Hand des Zeugen herrührenden Artikel doch anders zu Stande gekommen seien, als er angebe. Der Zeuge sei s.Z. sehr ängstlich gewesen, daß es ihm ebenso gehen könne, wie Polle; er habe sich infolge dessen in der Vorunter- suchung einmal beim Untersuchungsrichter melden lassen und gesagt, daß erf ängstlich geworden sei, weil ein Angestellter des Polke'schen Geschäfts bei ihin gewesen sei. Dies habe zur Folge gehabt, daß damals der Antrag Polles aus Haftenttassung wegen Gefahr der Verdunkelung abgelehnt wurde.— Zeuge S i l b e r g l e i t ver- bleibt ferner bei der auch von der Anklage aufgenommenen Be- hauptung, daß der Angeklagte eines Tages von Harzburg oder Sylt aus die Ordre ertheilt habe:„Ueber Facon kein Wort mehr!" Es seien denn auch zahllose Anfragen darüber gekommen warum das Journal plötzlich so still über Facon sei.— Rechts- anwalt Dr. Friedmann legt sofort«me ganze Reihe von Brieskasten-Notizen vor, welche auch nach jener Zeit in der alten Weise die Faconschmiede-Aktien empfehlen. Auf weiteres Befragen bestätigt der Zeuge, daß die Insertion von Prospekten, Bilanzen ee. keinen Einfluß auf die Süt der Besprechung der betr. Papiere Versammlungen. Der sozialdemokratische Wahlverein für den ersten daß auch der Werth von Grund und Boden viel Fabrikanten Nothmann denunzirt worden, die besagten Maschinen- noch eine Versammlung des Wahlvereins stattfindet. Dem Im Börsen- Journal gehabt habe und daß nach seiner Uebers] Eine unliebfame Entdeckung machte eines Tages der zeugung Polfe bei den Notizen ebenso bona fide gehandelt habe, Schloffer Zimmermann bei seiner Heimkehr aus der Arbeit in wie er selbst. der Nähmaschinenfabrik von Nothmann, woselbst er seit zehn Der Angeklagte erklärt auf Befragen des Präsidenten, daß, Jahren beschäftigt war, nämlich die Entdeckung, daß seine Frau Berliner Reichstags- Wahlkreis hörte in seiner am 5. d. M. wenn er wiederholt ausgeführt habe, daß der innere Werth der mit dem gehaltenen Schlafburschen das Weite gesucht habe. Um abgehaltenen ordentlichen Vereinsversammlung einen Vortrag Façonschmiede- Aktien höher sei, als der Kurswerth, er dazu voll- einem noch weiteren und vielleicht größeren Verluste vorzubeugen, des Herrn Dr. Bruno Borchardt über Wesen und ständig berechtigt gewesen sei. Der innere Werth eines Unter- verkaufte er verschiedene Wirthschaftsgegenstände, theils veranlaßte Bildung des Kapitals. An die sehr lehrreichen und mit nehmens berechne sich nicht nur nach dem Werth der vorhandenen er seine langjährigen Arbeitsgenossen, die Schlosser Hartmann allseitigem Beifalle aufgenommenen Darlegungen knüpfte sich eine Unter den Mobilien und Immobilien, sondern nach der aus den ver- und Dahte, solche bei sich in Verwahrung zu nehmen. Unter den Diskussion nicht. Nachdem noch der Vorsitzende zur lebhaften schiedensten Momenten zu berechnenden Rentabilität und den verschiedeneu Gegenständen befanden sich auch Packete mit Theilen Agitation für den Wahlverein und zur regsten Betheiligung an Börsentonjunkturen. Er habe gewußt, daß die Mobilien von Nähmaschinen. Handwerkzeug zc. Zimmermann war mittler- der bevorstehenden Maifeier aufgefordert hatte, schloß er die der Façonschmiede mit je 1 Mart zu Buche standen und weile von dem Liebhaber seiner Frau bei dem Nähmaschinen- Verhandlungen mit dem Hinweise darauf, daß in diesem Monat zu niedrig angenommen worden sei und da habe er die zu- theile zc. aus der Fabrit des Nothmann sich widerrechtlich antreffende Ueberzeugung gehabt, daß schon die Differenz, die sich geeignet zu haben. Der Fabrikant übergab demzufolge diese Eine kombinirte Versammlung der hiesigen Mitglieder hieraus ergiebt, bei einer Realisirung von wesentlichstem Einfluß Angelegenheit der Kriminalpolizei, und war das Endergebniß des Verbandes der in Buchbindereien und verw. auf die Dividende sein könnte. der Thätigkeit dieser in der bezeichneten Angelegenheit eine An- Betrieben beschäftigten Arbeiter und Arbeite Sachverständiger Bankier Schappach bestätigt, daß der lage wegen Diebstahls, wegen deren sich gestern Zimmermann rinnen nahm am 28. März den Bericht des Kollegen Marvor der 130. Abtheilung hiesigen Schöffengerichts zu verant- witz über den Halberstädter Gewerkschaftskongreß entgegen. Der innere Werth" ein börsentechnischer Ausdruck sei und oftmals worten hatte. Gleichzeitig mit ihm erschienen auf der An- Redner vertrat den Standpunkt der Zentralisation und meinte, eine Kurssteigerung bedinge. Als Beuge wird sodann der Rentier Ludwig Gobn auflagebant die Schloffer Hartmann und Dahte, beschuldigt infolge des verlorenen Streits würden die Buchdrucker geneigt Hehlerei Hehlerei beziehungsweise der Begünstigung. Bimmer- fein, mit den anderen verwandten Gewerben eine graphische gerufen. Derselbe ist zwei Jahre Mitarbeiter des Börsen- mann räumte die ihm zur Last gelegten Strafthaten Union zu bilden, was mit Freuden zu begrüßen wäre. Journals gewesen und erklärt, daß bei vielen Briefkasten- rückhaltlos ein, zugebend, in den Jahren 1890 und 1891 zu ver- Vortrag schloß sich eine lebhafte Debatte an, in welcher die Notizen, die er geschrieben, Anfragen zu Grunde lagen, bei schiedenen Malen in der Fabrit, in welcher er feit Jahren Kollegen Wunschet, Witrisch, Wibka, Morbach, Schneider für die anderen aber folche fehlten. Auf alle Fälle hätte aber die in den arbeitete, Maschinentheile 2c. sich widerrechtlich angeeignet zu Bentralisation sprachen. Hierauf wurde folgende Resolution an Notizen gegebene Auskunft stets seinen Ansichten entsprochen. haben, deren Werth die Anklage auf 150 Mart annahm, von genommen: Wenn er in der Voruntersuchung gesagt habe, daß 98 pet. aller denen aber der Fabrikant Nothmann bekundete, daß er feine An- Die heutige tombinirte Versammlung der hiesigen Mitglieder Brieftasten- Notizen fingirt waren, so will er darunter verstanden zeige erstattet hätte, wenn er gemußt hätte, daß es sich nur um des" Bentral- Verbandes der in Buchbindereien und verw. Bewissen, daß diese Notizen verfaßt wurden, ohne daß eine fo geringfügige Dinge handele. Nach der eingelaufenen Denun- trieben beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen erklärt sich mit Antwort von den Betreffenden direkt verlangt worden ziation glaubte er aber, es handele sich um große Unterschleife. den Beschlüssen des Halberstädter Gewerkschaftskongresses voll Er habe für feine redaktionelle Thätigkeit Der Gerichtshof ging über das vom Staatsanwalt beantragte und ganz einverstanden." tein Honorar erhalten, fondern nur einmal einen Strafmaß hinaus und verurtheilte Zimmermann zu drei Wochen Unterm Verschiedenen forderte Kollege Witrisch die AnKursgewinn von 2700 7. für Façonschmiede Attien Gefängniß, die Mitangeklagten Schlosser Hartmann und Dahte, wesenden auf, der Arbeiter- Bildungsschule beizutreten. Kollege erhalten. Der Zeuge ist auch in der Generalversammlung von den Anträgen und der Beweisführung ihrer Vertheidiger folgend, Gas machte auf die statistischen Arbeiten aufmerksam und bat April 1889 zugegen gewesen, in welcher beschlossen worden war, von den ihnen zur Last gelegten Strasthaten tostenlos frei Diejenigen, welche noch keinen Fragebogen bekommen haben, einen dem Polfe 360 000 m. Prioritäten zu 105 zu übergeben. sprechend. solchen zu entnehmen; ferner ersucht er die Kollegen, welche Frage Er bestreitet, Strohmann" gewesen zu sein, giebt aber zu, daß Polfe Attien für ihn angemeldet habe. Aktionär sei er Leipzig, 5. Aprl. Der zweite Straffenat des Reichsgerichts bogen erhalten, aber noch nicht abgeliefert haben, dieselben recht nicht gewesen, müsse aber bestreiten, daß er sich irgendwie bei hob heute das Urtheil auf, welches am 6. Februar d. J. gegen bald an die statistische Kommission gelangen zu lassen, indem die seiner Abstimmung habe beeinflussen lassen. die Gattin des Stabsarztes a. D. Dr. Sternberg in Charlotten- Arbeiten demnächst beendet werden müssen. Zum Schluß geNunmehr soll der Punkt der Anklage verhandelt werden, burg, Dina geb. Eger, vom Landgericht I in Berlin wegen dachte Kollege Morbach des verstorbenen Kollegen Wolgast und Nunmehr soll der Punkt der Anklage verhandelt werden, wonach behauptet wird, daß die Briefkasten- Notizen, in welchen Nöthigung und übler Nachrede gefällt worden ist. Die Berhand- die Anwesenden erhoben sich zu dessen Ehren von ihren Plätzen. Der Verband der Geschäftsdiener, Packer und Berufsdie Façonschmiede- Attien empfohlen wurden, auf unwahrheiten ung selbst fand unter Ausschluß der Deffentlichkeit statt. G3 beruhen. Die Vertheidigung habe sich wiederholt erboten, ben bandelt sich in diesem Prozesse bekanntlich um eine Angelegen- genossen hielt am 29. März, im Westen eine Wanderversammlung ab, in welcher ein Vortrag über christlichen Aberglauben nebst Gegenbeweis zu führen, der Gerichtshof müsse sich aber doch heit, in welcher der Justizminister eine Rolle spielt. Diskussion geboten war, worauf der Vorsitzende die Anwesenden aufforderte, die Agitation für den Verband recht rege zu be treiben und über Arbeitsangelegenheiten sofort an das Verbands bureau, Neue Grünftr. 10, zu berichten. Hinsichtlich des 1. Mai wurde den Kollegen der Nath ertheilt, sich dem dritten Berliner Reichstags- Wahlkreise( Neue Welt) anzuschließen, da von einer Ueber die Lohnbewegung der Schuhmacher Altonas selbständigen Feier seitens des Verbandes Abstand genommen berichtet das Hamburger Echo", daß nunmehr eine ganze Reihe worden ist. Am Bußtage wird eine Herrenpartie nach Oranien von Meistern den 1890 er 2ohntarif anerkannt hat; wo das nicht burg unternommen. Außer den Wanderversammlungen findet der Fall, ist die Arbeit niedergelegt worden. Der unter den von jetzt ab jeden Dienstag nach dem Ersten jeden Monats eine Gehilfen herrschende Geist ist ein guter. Zur Unterstützung der Versammlung bei Mundt, Köpnickerstr. 100, statt und ebenfalls Streifenden sollen die in Arbeit stehenden unverheiratheten Ge- in demselben Lokal jeden Dienstag nach dem 15. ein geselliger Abend. Für diesen Monat ist der gesellige Abend auf den hilfen 1 M., die verheiratheten 50 Pf. pro Woche beitragen. war. 0 auf den Standpunkt stellen, daß es zunächst Aufgabe des Staats anwalts sei, den Beweis für die Behauptungen der Anklage zu führen. Staatsanwalt Balte erklärt, daß die Staatsanwaltschaft durch Vernehmung von Sachverständigen zu beweisen gedente, daß der Kurs der Façonschmiede- Aktien fünstlich in die Höhe getrieben sei und dem inneren Werthe derselben keineswegs entspreche.- R.- A. Dr. Friedmann: Die Vertheidigung sei jederzeit bereit, den Gegenbeweis zu führen. Bezüglich der Vernehmung von Sachverständigen müßte die Bertheidigung dagegen protestiren, daß nun einfach ein Börsensachverständiger geladen wird, der da nach dem Rurszettel beurtheile, ob der Kurs für Façonschmiede ein angemessener gewesen sei oder nicht. Dazu würde man ganz genau mit der Entwickelungsgeschichte des Unternehmens vertraut sein Soziale Leberlicht. Es müssen, die damalige Börsenlage in Betracht ziehen, die Chancen, Eine Versammlung der Hamburger Bäcke gehilfen 26. April anberaumt. Eine Anfrage, ob von den in der Leipzigerdie das Unternehmen nach den Versicherungen des Sach- und Berufsgenossen beschloß die Absendung einer Petition an traße vorgenommenen Verhaftungen auch Verbandskollegen beverständigen Binther hatte 2c. Der jetzige Kurs der Aktien könnte den Bundesrath, betreffend die Fessehung einer Marimal- troffen worden seien, wurde vom Borstand verneint.) gar nicht bei der Beurtheilung des inneren Werthes in Arbeitszeit von täglich zwölf Stunden für das Bäckergewerbe, Die Freie Vereinigung der Zivil Berufsmufiter Betracht gezogen werden, denn man müsse dabei berücksichtigen, das Verbot der Nachtarbeit jugendlicher Arbeiter und die Unter- nahm in ihrer letzten ordentlichen Mitgliederversammlung die welche Maßregeln die Konkurrenz mit dem Augenblick ergriffen stellung des Bäckereigewerbes der Aufsicht der Fabrikinspektoren. Neuwahl der Geschäfskommission vor. Die Wahl fiel auf die habe, als der Angeklagte in Untersuchungshaft genommen worden Kollegen E. Riet und W. Schulz. Die Kommission wird für war. Wenn unter solchen Umständen die Façonschmiede noch Ueber Adel und Kirche schreibt das katholische ihre Thätigkeit mit monatlich 15 M. entschädigt. Dann beschloß nicht auf der Leichenbahre liege, sondern noch 6 pet. Dividende Boyersche Vaterland" durchaus zutreffend: vertheile, so sei dies doch gewiß ein Zeichen dafür, daß die Anschauungen des Angeklagten über die Güte des Unternehmens nicht unberechtigt waren.- Der Gerichtshof beschließt zwei Sachverständige Dorzuladen.Sigen ehrte. Wefidele Beils- Armee. Seute Sigung im Restaurant Kowald, Oranien ftraße 120. Fachverein der Holz- und Bretterträger Berlins und Umgegend. Mitglieder- Versammlung. beute Abends 8½ Uhr, beim Stadtverordneten Otto Klein, Schönleinstraße 6, Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Berliner ReichotageDresdenerstr. 116. Wahlkreis. Heute Abend 8 Uhr Generalversammlung bei 28. Gründel, Zur geft. Notig! Aus Rücksicht auf den überaus beschränkten Raum tes Vor 100 Jahren waren im Lande westwärts vom Rhein die Versammlung auf Antrag des Kollegen Gartmann, daß von Vereinswegen ein Mitgliederverzeichniß in Druck zu geben alle Staats- und Kirchenwürden im Besitz des Adels. Das mit ist, um jedem Mitgliede für vorkommende Fälle ein solches einUnterthänigkeit und Frondienst von diesem weltlichen und geist händigen zu können, und daß die Protokolle über die Vorstandslichen Adel gepeinigte Volt mußte 134 Millionen Franken zum Die nächste Sigung wird erst Freitag stattfinden. Hofe steuern; von diesen verpraßte der Adel etliche 40 Millionen fisungen in den Mitgliederversammlungen zu verlesen find. in den Hofämtern, 46 Millionen im Offizierkorps, von dem Ferner wurden dem Kollegen D. aus der Vereinskaffe 20 m. als Auf dem Gebiete der Angriffe auf Militärposten Rest, 44 Millionen, mußte die ganze aus den Söhnen des Unterstützung bewilligt, desgleichen der Agitationskommission 15 15 M.; zur Beschaffung eines Druckapparats bewilligte man bewegte sich eine Verhandlung, welche gestern unter dem Vorsize Bürgers und Bauers bestehende Armee sich leiden und nähren. 36 M. Weiter wurde ein Antrag des Kollegen Brandt des Gerichtsassessors Grewe vor der 129. Abtheilung des Schöffen: Der Adel auf den 158 Bischofsstühlen, in den Domherrenangenommen, wonach jedes Vereinsmitglied, welches bei gerichts stattfand. Auf der Anklagebant befanden sich der Wolff. Sie waren beschuldigt, gemeinschaftlich ein Mitglied Jährlich 200 Millionen Zehnten und Landrente. Und nicht ein den Betreffenden schon ost Unannehmlichkeiten verursachte, eine Theaterdiener Heinrich Wolff und dessen Ehefrau Emilie Stellen und Abteien zog fogar noch mehr aus dem Volte, Musikgeschäften seine Legitimationstarte nicht mit sich führt was der von seinem gab Ausübung seines Berufes beleidigt und die Ehefrau allein den als das Volk hungerte, fiel aus dem Adel das Wort: Das Bolt Strafe von 10 Pf. in die Unterstützungskasse zu zahlen hat, Füsilier Garbrecht thätlich angegriffen zu haben. Beide An- sollte nur Heu und Stroh fressen, es sei ja doch nur Vieh! Es Hierauf erledigte man einige Beschwerden. Eine für den Verein war ja dieses damals die gute Sache", die Sache der Aristokratie, Bernau, mußte wegen Nichterscheinens der bei dieser Sache wichtige Angelegenheit, betreffend ein Arbeitervergnügen in geflagte Wolff gab folgende Darstellung des Sachverhalts: Am der Bischöfe, Domherren, die Sache der Autoritäten. Dieselben ntereffirten bis zur nächsten Versammlung vertagt werden. Dann gedachte der Vorsitzende mit einigen Worten des Auch bei uns oftwärts vom Rhein ist seit 100 Jahren das Abende des 13. Dezember vorigen Jahres habe er sich nach verschwanden aber am 16. Juni 1790. Schluß des Theaters nach feiner in der Amalienstraße gelegenen Schlimmste verschwunden. Wir rathen aber dem Wolfe, daß es 18. März und dessen Bedeutung für die Arbeiterschaft, worauf Wohnung begeben. Er habe dabei die Hirtenstraße passirt. Er seine Wertretung, Wohlfahrt und Freiheit in die eigene Hand die Versammlung das Andenken der im Jahre 1848 im Kampfe fei mit dem Arbeiter Wagenfeil etwa 15 Schritt hinter seiner nehme und nicht in die Hand der Kirche und der für Freiheit und Recht gefallenen Braven durch Erheben von den Ehefrau gegangen, welche ihr 10 jähriges Töchterchen an der Aristokratie gebe. Allerdings ist 1790 weit weg von 1890, linten Hand führte. Als seine Ehefrau die Kaiser Alexander: aber der Abel hat noch alte Gelüfte, auf die Kirche dagegen Staferne erreicht hatte und im Begriff stand, dem Posten, der auf ist, soweit sie eben von Menschen vertreten ist, in der Freidem Bürgersteig vor der Kaserne auf- und abging, auszuweichen, beitssache des Volkes niemals ein Berlaß. habe er, der Angeklagte, gesehen, wie der Posten seine Ehefrau mögen die Autoritätenträger ein Einsehen haben; denn es wird mit der Mündung des Gewehrs ins Geficht gestoßen habe. Er ihnen heutzutage weniger als je mehr gelingen, bei den Unterfei hinzugeeilt und habe in seiner Erregung über die seiner gebenen das Selbstdenken und Selbsturtheilen wieder aus Ehefrau muthwillig zugefügte Mißhandlung tie Frage an Bonentarif", Verein für Eisenbahnreform. Heute Abend 8% Uhr den Poften gerichtet: Kerl, wie fönnen Sie meine Frau zulöschen." im Saale der Grativeil'schen Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79 Monats= leber schlechte Zeiten haben sogar die Aktionäre der Bersammlung. Bortrag des Herrn Dr. Eduard Engel über„ Die Kunst des ftoßen? Er möge wohl noch mehr beleidigende Ausdrücke, wie dummer Junge" u. f. w. ausgestoßen haben, worauf der Bosten oberschlesischen Attiengesellschaft zur Fabri- Reifens." ihn beim Kragen nahm und ihn mit der Erklärung ins Schildertation von Lignofe zu tlagen. Diese Gesellschaft erzielte haus stecken wollte, daß er Arrestant sei. Nun habe seine Ehe im Jahre 1891 aus der Schießwolle und Dynamit- Borwärts" tönnen wir in den Vereins- und Versammlungskalender Hinweise frau ihn am Arm festgehalten und gefagt, wo er bleibe, bleite fabrikation einen Brutto- Ueberschuß von 901 176 M., von auf Bergnügungen nicht mehr aufnehmen. Ned. d.„ V." sie auch. Der Posten habe ihr dann einen Rolbenstoß gegen den welchem nach Abzug der Unkosten ein Reingewinn von 712773 m. Hiervon entfallen 101 142 M. auf Tantièmen Unterleib versetzt, daß sie auf den Straßendamm flog. Während bleibt. Das bedeutet die Kleinigkeit von dieser Szene hatten mehrere Unteroffiziere aus der ersten Etage 600 000. auf Dividenden. der Kaserne zum Fenster hinausgesehen und einer derselben habe 120 pet! Trotz dieser kolossalen Höhe haben die Aktionäre dem Posten zugerufen: Halten Sie den Arrestanten fest und doch über schlechte Beiten zu klagen, denn im Vorjahre erhielten wenn er ausreißen will, schießen Sie ihn über den Haufen!" sie 240 pct. Dividende! Alle Abänderungen, welche den Arbeiter- Sängerbund oder ben Bund Gleich darauf fei dann eine Patrouille gekommen, die Auch auf dem Gebiete der Zinkerzeugung macht der geselligen Arbettervereine betreffen, sind nur an die Borstände derselben zu richten. ihn und seine Ehefrau nach der Wache gebracht habe. Amerika rap de Fortschritte und droht die übrigen Produzenten in Arbeiter- Sängerbund Berlins Umgegend. Donnerstag. UebungsGanz anders lautete die Schilderung, die der Füselier St. Urban, Garbrecht von dem Vorgange gab. Der Beuge beftritt, daß er absehbarer Zeit zu überflügeln. Für das Jahr 1891 betrug die unde abends up. Name und gegen Binferzeugung der Vereinigten Staaten 71 756 Tonnen, d. i. rund Annenstraße 9, bei Prog. Unverzagt, Köpenickerstraße 127a, bet Frühling die Frau Wolff gestoßen habe, er habe sie nur von dem schmalen 20 pet. mehr als im Vorjahre; sie hat sich innerhalb sechs tüfter. Kornblume, Blumenstraße 54, bei Wuttle. Iust, Flottwellstraße 5, bei Bartel. Brezelschluß, Annenstr. 16, Bürgersteig heruntergewiesen. Da sei der Angeklagte Wolff hinzu Jahren faft verdoppelt und während der legten zwölf Jahre bei seßner.- Weiße ofe, Reinickendorf, Resibenaftr. 101, bet Carus. gekommen und habe ihn mit beleidigenden Redensarten übermehr als verdreifacht. Für das Jahr 1891 betrug die Welt- morgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerstr. 9, bei Friejecte. Echo 2, häuft. Er habe demselben wiederholt angerathen, nach Hause zu Alte Schönhauferstr. 42, bei Reimann. Ginigteit,( hutmacher), Pappelgehen, aber fein Gehör gefunden. Als er dann mit Arretirung interzeugung 356 501 Tonnen( im Vorjahre 343 096 Tonnen), glödlein, Wilmersdorf, Berliner- u. Auguftstr.- Ecke bei Schulz. die sich folgendermaßen vertheilt: Rheindistrikt und Belgien aulee 3-4, bei Krause. 8utunft 1, Steglty, Kurhaus Friedenau. gedroht habe, habe der Angeklagte geäußert: Veilchenblau, KottSo ein dummer 139 695 Tonnen( im Vorjahre 137 630 Tonnen); Schlesien Sarmonte, Tempelhof, Dorfstr. 10, bet Gerth. Junge fann mich garnicht arretiren." Nun habe er 87 475 Tonnen, Großbritannien 29 410 Tonnen( im Vorjahre bufer Damm 39, bet Jatob. Butunft 2, Nieder- Schönhausen, Lindenstr. 25. Die Ernst gemacht und Ostpreußischer Männer Gesangverein, Jüdenstr. 65, bei den Angeklagten ergriffen. 29 145 Tonnen), Frankreich und Spanien 18 360 Tonnen( im Frischmann. Edelweiß, Melchiorstraße 15, bet Stegmann.- Borax, Ehefrau ihren Mann des Wolff habe jetzt versucht, Geeger'scher Gesangverein, Vorjahre 18 240 Tonnen), Polen 3760 Zonnen( gegen 3620 Tonnen Admiralstraße 38, bei Bülow. Maiglöckchen 2, S.-D., Manteuffelstr. 67, loszureißen und hierbei habe sie sein, des Zeugen Gesicht, mit im Vorjahre), Desterreich 6410( im Vorjahre 7185 Tonnen), gubbe. Sintracht, Oltenide bet' Ablershof, bei steller. Blumenstraße 40, bei der Hand berührt. Er wolle indessen die Möglichkeit zugeben, Vereinigte Staaten 71 756 Tonnen( im Vorjahre 59 851 Tonnen). Ginigteit 2, Groß- Lichterfelde, Amalienstraße, bet Hann. off daß diese Bewegung feine absichtliche gewesen sei. Durch die Beweisaufnahme stellte sich heraus, daß die Angeklagten arg Mit ganz besonderen Schwierigkeiten hat man in angeftr. 108, bei Mebelin. 8utunft 3, Belten, bet W. Grunow. neuen Fabrit- Kreuzberger Sarmonte, Lindenstr. 106, bei Poppe. Der Zeuge, der neben dem Angeklagten Indien mit der Durchführung des an- gefeges zu fämpfen. Die" Frif. 3tg." schreibt darüber: In Nachmittags, Bandsbergerstr. 31, bei Wusehold.- Liebes- cho, Reichenwar, hatte weder geblichen Stoße mit der Gewehrmündung gegen das Ge- Fabriken dürfen nach den neuen Bestimmungen nur Kinder über berger- und Forsterstraßen- Ecke, bei Spindler. von dem späteren Kolbenstoß etwas gesehen, 14 Jahren volle Zeit arbeiten. Leider wissen aber die meisten ein Beweis, daß Frau Wolff Verlegungen erlitten, wurde auch Eingeborenen gar nicht, wie alt ihre Kinder sind, kennen sie doch nicht erbracht. St.-A. v. Jaroczewski hielt den Angell. Wolff meistens nicht einmal ihr eigenes Alter. Dem Fabritinspektor der Beleidigung, deffen Ehefrau nicht der wörtlichen aber der bleibt demnach nichts Underes übrig, als das Alter, so gut es thätlichen Beleidigung für überführt und beantragte gegen den eben geht, zu bestimmen und das thut er, wie es bei den Pferden Bertheidiger, R.-A. Bronfer, erreichte, daß die Ehefrau Wolff Anzahl Mädchen„ auf halbe Arbeitszeit" gefeßt, obgleich sie schon freigesprochen wurde, während der Ehemann Wolff mit einer Mütter waren, und ebenso eine Anzahl Knaben, obwohl sie schon Gelbftrafe von 20 m. davontam. übertrieben hatten. Wolff gegangen ficht, noch dem Don Kinder hatten. Lefe- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dieygen, Abends 8% Uhr, Neue Beit, Abends 8 Uhr, Boyenstr. 40, bei und bet Echröder, Wiesenstr. 39. Gieshoit. Süd- Ost, bei Zoltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Gcte. Spinoga, Abends 8 Uhr, bet Hoffmann, Wrangelftr. 32. Heine, Rigdorf, Abends 8½ Uhr, bei Beiler, nefebed- und Hermannstraßen- Ede. erwegb. Abends 8 Uhr, Reichenbergerstraße 54, Ecke Laufigerstraße, bet Schayer. Dorf nung 3". Brandenburg, Neust. Markt 2, bei Weybmers. Freie Sänger, Nordstern, Müllerstr. 7 bei Reichardt. Morgengrauen,( Bäcker), 8 bis 5 Uhr Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Stallschreiberstr. 68. Musikverein Animo, bei Schmidt, Wrangelstr. 141. Geselliger Berein Grüne Eiche,( vor dem Halle'schen Thor), bet Breslauerstr. 27. Rauchflub Graue Wolfe, bet Jörte, Krautstr. 6. Donnerstag: Humoristischer Berein Bautenschwengel, bet Sommer, Raporte, Solmsftr. 1.- Vergnügungsverein Silaritas, bei Zempel, Theaterverein gideler Geift, bei Schneider, Adalbertstr. 8. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Männers Straße 42.- Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins bet Müller( Pfeifenmüller), Königs- Chauffee. Gesangverein Alt- Deffau, Abends suhr, bei A. Niemann, Görliger für weißensee und umgegend. Donnerstags und Sonnabends Abends Mufitverein Osiris, Abends% 9 Uhr, bei Roll, Adalberstr. 21. verein Frisch auf, Annenstr. 14, bei Ehrenberg. ftraße 31. SAGE Mufit Theaterverein effing, Abends 9 Uhr, bei Musehold, LandsbergerTurnverein Gesundbrunnen( Lehrlings- Abtheilung) turnt Montag und Donnerstag Abend von 8-10 Uhr, in der Turnhalle, Panfstr. 26. Gefelliger Berein Freiheit, Abends 9 Uhr, bei Thierbach, Schwedter Geselliger Verein Regina, Dranienstr. 121, bei Seifert. Straße 44. Proz. Gefolger flub& lan- Bettchen, abends 9 Uhr, Annenstraße 9 bei Werein ehemaliger 22. Gemeindeschüler, puntt 9 Uhr, bei Schröder, Stegligerstr. 18. Pfropfenverein Wedding, Abends 8% Uhr, bei Helterhoff, Antonftr. 5. Freundschaft, Abends 9 Uhr, bet Scholz, Kastanien- Allee 35. Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, in Bernhardt's Destillation, in Rogge's Bierhaus, Kohlenufer 2. 8% Uhr, bet A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. Rauchklub Kernspige, Abends befizer waren und gebeten haben, die Sache nicht zur Anzeige zu bringen, was felbiger auch versprochen haben soll. Dem Vater der Mißhandelten schriftlich in Kenntniß gesetzt, da derungeachtet habe ich auf Antrag doch Anzeige erstattet und den felbe zwei Stunden entfernt wohnt." Briefkaffen der Redaktion. Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieffiche Antwort wird nicht ertheilt. E. R., Stolp. Artikel nicht auffindbar. Techniker, hier. Die Zuschrift war eingetroffen. Von der Aufnahme wurde wegen der Bedeutungslosigkeit des Vorkommniffes Abstand genommen. M. Sch. Die betreffende Kontrollversammlung findet am 9. April statt, doch sind verschiedene Orte für die besonderen Wieder ein Todesurtheil. Das Schwurgericht Oppeln verurtheilte den Arbeiter Kozur, welcher im Großstrehliz schen Stadtwalde den Leiermann Leder am 15. Januar ermordet hatte, zum Tode. Aus Darmstadt wird gemeldet: Saalbau Inspektor R. Kahlert, Reichenbergerstr. 131a.- Rauchflub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, als er von Mainz kommend dem Zuge entstieg, verhaftet. Nach jährigen Frühjahrs- Kontrollversammlungen in der Nr. 61, 1. BeiSonnabend Abend am hiesigen Bahnhofe, Rauchtlub Arcona, Abends seinem eigenen Geständnisse hatte er schon zur Zeit, als im Jahre 1890 der Saalbau von der Stadt übernommen wurde, ein Defizit von 2000 m. Er nahm ein Darlehen auf und deckte das Defizit, gerieth hierdurch aber immer mehr in Schulden, die ihn veranlaßten, wiederholt in die Kasse zu greifen, so daß jetzt ein Manto von ca. 4000 M. in derselben besteht. Als nun Velten am Freitag vor der großh. Bürgermeisterei mit seinen Büchern behufs einer Revision erscheinen sollte, zog er es vor, das Weite zu suchen. 9 Uhr, bet Siemenlinstt, Reichenbergerstr. 71. Stattlub Tournee, Abends 8% Uhr, bei Ullrich, Wrangelstr. 84. tlub Rückwärts, Abends 8% Uhr, bei Arndt, Pallisadenstr. 47. Vermischtes. Stat Acht Bauerngehöfte wurden in Radlub Zurawa in Oberschlesien durch eine Feuersbrunst vernichtet. Depeschen. Es nimmt lage vom 12. März unter„ Lotales" veröffentlicht. der Redaktion zu viel Zeit weg, jetzt noch jede einzelne Frage hierüber besonders zu beantworten. Wir würden die Kontrollgrößte Theil derselben stattgefunden hätte. versammlungen nochmals veröffentlichen, wenn nicht bereits der der Innung vertreten ist, ist deren Privileg nicht gebunden. Auch Flensburg. An die Zahl der Gewerbetreibenden, welche in eine winzige Minderheit kann eine Innung bilden, wenn in dem Bezirke, für welchen sie gegründet ist, nicht bereits eine andere Innung desselben Gewerbes besteht. Pr. Ein Mädchen, das sich verheirathet, bekommt die Hälfte der für sie geleisteten Beiträge zur Alters- und Invalidenkasse zurückerstattet, wenn dieselben für mindestens 5 Beitragsjahre entrichtet sind. Abonnent 12. Die Abschäßung zur Staats- Einkommen steuer bildet zugleich die Grundlage für die Gemeindesteuer. Diese betrug in Berlin bisher 100 p& t. der Staatssteuer, seit dem 1. April aber nur 70 pet. Die Staats: Einkommensteuer für 900-1050 m. beträgt jährlich 6 M.; hierzu kommt also die Gemeindeſteuer mit 4,20 m. Bei einer Feuersbrunst, welche sich Freitag Nacht auf dem Grundstück des Brauereibesizers Danz in Freien walde a. D. ereignete, sind acht Personen ums Leben ge tommen, und zwar meist Leute, welche, um zu retten, in das brennende Haus gedrungen waren. Es scheint nicht in genügendem Maße die Absperrung der Brandstätte erfolgt zu sein, denn es gelang mehreren Unbefugten, sich in das brennende Gebäude zu begeben. Trotz der Abmahnungen des anwesenden Landraths rannten die Leute in ihr Verderben. Ersterer bemerkte mit Schrecken, daß der ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Schornstein sich zu neigen begann. Er rief den im Innern Befindlichen zu: Burück, der Schornstein stürzt!" Aber es war heute in zweiter Lesung den Gefeßentwurf betreffend die KreisStraßburg i. Elf., 6. April. Der Landesausschuß hat F. F. I. Ist unverständlich. Wenn die Frage dahin gehen schon zu spät. Krachend fiel das Mauerwerk zusammen und be- ordnung gegen 9 Stimmen abgelehnt. soll, ob Ihre Tochter vernehmbar ist, während ihre Mutter grub die Eindringlinge unter seinen Trümmern. Es war für die Ümstehenden ein entseglicher Anblick. Den Verunglückten zu Hilfe Novo von gestern zufolge ziehen sich die Dahomeer aus der Um- viel Zeugen Sie bedürfen, um Paris, 6, April. Einem amtlichen Telegramme aus Porto- frant ist, so ist das Letztere doch kein Hinderungsgrund. II. Wie einen falschen Eid zu zu eilen war nicht möglich, und unthätig mußte man dabei stehen gegend von Porto- Novo zurück und begeben sich mit zahlreichen hindern? Da müssen wir zunächst wissen, um was für und die Hilferufe anhören. Einem Schlächtergesellen waren durch Gefangenen und erbeuteten Wiehheerden nach Norden. Ein Tele- eine Angelegenheit, eine zivilrechtliche oder friminelle die Trümmer beide Beine vollständig eingeklemmt; er sah selbst, gramm von Senegal bestätigt den Tod des Hauptmanns Menard. es sich handelt, und im ersteren Falle, ob es sich um einen daß Hilfe unmöglich war. Er bat, ihn doch zu tödten, damit er Derselbe wurde mit 5 eingeborenen Schüßen beim Angriffe auf Beugeneid oder einen Eid der Gegenpartei handelt. III. Mit nicht dem Flammentod preisgegeben sei, und als er teine Erbas Dorf Seguela, welches den Samory gehört, getödtet. vollendetem 16. Lebensjahre beginnt die Fähigkeit, ein eidliches hörung fand, zog er sein Taschenmesser hervor und stieß sich das felbe in den Hals, so daß er alsbald verblutete. Im Laufe des Hirtenbrief, Angesichts der jüngsten Vorfälle verzichte er darauf, Nancy, 6. April. Der Bischof von Nancy erklärt in einem Beugniß vor Gericht abzugeben. Sonnabends und Sonntags gelang es, die Leichen der Ver- in der Kirche Konferenzen abzuhalten, gegen die Verlegung der unglückten unter den Trümmern hervorzuziehen. Rechte der katholischen Kirche müsse er aber protestiren. Ueber ein fast unglaubliches Vorkommnik wird der in heute den Prozeß gegen Horatio Bottomley, den früheren LordLondon, 6. April. Das Polizeigericht von Bowstreet hat Burgstädt in Sachsen erscheinenden Boltsstimme" berichtet: Am 1. April Nachts gegen 12 Uhr drangen die beiden Husaren mayor Sir Henry Isaacs, dessen Bruder Joseph Isaacs und Bolenz und Wolfram der zweiten Eskadron des hier garnisoniren- Charles Dollmann wegen gemeinsamer Verabredung zum Betruge den Königin Husaren Regiments Nr. 19 in die verschlossene gegen die Hansard Publishing Union" nach mehrwöchentlicher Mägdekammer des Fehrmann'schen Gutes in Reichersdorf und Untersuchung vor die Assisen verwiesen. mißhandelten die etwas beschränkte Dienstmagd Ernestine Demuth in faum näher zu bezeichnender Weise, indem einer dieselbe abwechselnd hielt und der andere mißbrauchte. Nicht genug damit, ist dieselbe auch geschlagen und mit Todtschlag bedroht worden. Washington, 6. April. Es verlautet, der chinesische Ge( Eine weitere viehische Mißhandlung des Mädchens und zwar mittelst sandte habe dem Vorsitzenden des Senats- Komitees für auswärtige brennender Streichhölzer entzieht sich der näheren Bezeichnung.) Angelegenheiten, Senator Sherman ,, mitgetheilt, daß die endIch habe so schreibt der Gewährsmann der„ Boltsstimme" giltige Annahme der Bill, welche die Chinesen aus den Vermit Vollmacht der Mißhandelten und in deren Auftrag beim einigten Staaten ausschließt, eine Spannung in den diplomatischen Regiments- Kommando Strafantrag per Post gestellt. Bemerken Beziehungen zwischen Nord- Amerika und China zur Folge haben will ich noch, daß am 8. April die Thäter beim betr. Guts- würde. = " ( Depeschen des Bureau Herold.) Prag, 6. April. Sämmtliche Bergarbeiter- Gewerkschaften in Schazlar bei Trautenau stellten die Arbeit ein. R. K. Die vorgesetzte Behörde des Standesbeamten ist der Stadtmagistrat, bei welchem die Beschwerde anzubringen, die, falls die von Ihnen gemeldete Thatsache richtig, wohlbegründet ist. F. N. 100. Ist der Hausdiener in Ihrem Gewerbe be schäftigt, muß er in jedem Falle in einer Krankenkasse versichert werden. Ist er nur in Ihrem privaten Hausstand thätig, dann fällt er unter die Gesinde- Ordnung. Ch. P. 2. Das können Sie ruhig Ihren Kindern sagen, ohne daß Sie eine Strafe trifft. C. 2., Ulm. An derartigen Dingen betheiligen sich unsere Abgeordneten niemals- fie vermeiden aber demonstrativen Protest, der, da es sich um eine bloße Förmlichkeit handelt, als renommistische Flegelei erscheinen fönnte. Den Muth der Flegelei hat eben nicht Jeder. Jedenfalls haben Sie feinen Grund, um das politische Seelenheil unserer Abgeordneten besorgt zu sein. Möbel-, Spiegel- a. Polsterwaaren- Magazin von SO. Oranien- Straße 8384. SO. Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstrasse No. 2. In unserem Verlage erschien soeben: Gewerbe- Ordnung für das Deutsche Reich vom 21. Juni 1869, in der Fassung des Reichsgesetzes vom 1. Juli 1888 und unter Berücksichtigung der durch die Gefeße vom 8. Dezember 1884, 23. April 1886, 6. Juli 1887 und die Novelle von 1891 eingeführten Aenderungen. Mit erläuternden Anmerkungen u. ausführlichem Sachregister. 1614 Bogen Taschenformat. BF Preis elegant kartonnirt 1 Mark. Mit dem 1. April trat die durch die Novelle vom Jahre 1891, das sogenannte Arbeiterschutz- Gesetz", veränderte Gewerbes Ordnung in Kraft, und wird sich die Anschaffung derselben für jeden, sei er nun selbständiger Gewerbetreibender oder Arbeiter, als eine zwingende Nothwendigkeit herausstellen. Unsere Ausgabe ist den Bedürfnissen der Arbeiter angepaßt. Die oft schwer verständlichen Gesetzesparagraphen sind durch entsprechende Anmerkungen erläutert. Ein umfassendes Sachregister, sowie die solide Ausstattung werden jedenfalls zur weitesten Verbreitung beitragen. Aug. 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