Nr. 238. 19. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerande: Bierteljährt. 3,30 M., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs Preisliste für 1902 unter Nr. 7878, Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montage, Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der Generalstreik der französischen Bergarbeiter. Paris, 9. Oftober.( Eig. Ber.) Sonnabend, den 11. Oktober 1902. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. wurden. Im Pas- de- Calais und bald darauf im Nord- Departement fie faltes Blut bewahren und die Forderungen der brach ber Streit aus, ehe noch das Landeskomitee sich versammelt Arbeiter so weit als irgend möglich bewilligen. hat. Und dem Beispiel folgte das Loire- Revier, wo der Streit schon Hoffentlich veranlaßt thatsächlich die Furcht vor der Kritik der für den 8. Oktober, einen Tag vor der Entscheidung des Stongresses Nationalisten das Ministerium, den Sicherheitsorganen und Truppen erklärt wurde. Wenn im Pas- de- Calais die Bewegung offenfundig mir zu berechtigten Forderungen der Bergarbeiter nach Kräften zut des Streifreviers möglichste Zurückhaltung anzuempfehlen und die Die Würfel find gefallen. Nach zweitägigen Beratungen hat den lokalen Führern über den Kopf gewachsen ist, so wurde im unterstützen. Sehr unflug wäre es jedenfalls, wenn das Ministerium das Landeskomitee der Bergarbeiter den Generalstreit für heute, Loire- Revier, wo der Generalstreit auch unter den Führern von jeher fich die kleinliche Auffassung des ehemaligen Ministers Guyot 9. Oftober, erklärt. großen Auflang findet, der verfrühte Beschluß gefaßt, um auf das zu eigen machte, der im„ Siècle" behauptet, daß die eigent Der folgenschwere Beschluß hat eine anderthalbjährige Bor- Landeskomitee einen Drud auszuüben. lichen Urheber des Streits im Dienste der Jesuitent geschichte. Die Generalstreit- Bestrebungen setzten ein Anfang 1901 Den letzten Anstoß gab dem Komitee die ho ch mütige Ant- ständen, welche der Regierung alle mögliche it während der Hochblüte der Kohlenindustrie, angeregt durch den wort des Centralkomitees der Grubencompagnien, Schwierigteiten bereiten wollten. Nachdem sie in der lokalen Ausstand in Montceau- les- Mines. Seitdem ist der die jede Unterhandlungen ohne weiteres ablehnte. Die Antwort des Bretagne die Offiziere zum Ungehorsam veranlaßt hätten, wollten Generalstreit von drei Kongressen( Lens, Allais und Commentry) Ministerpräsidenten ist dagegen, wie berichtet, befriedigend aus- sie nun auch die Arbeiter zum Aufstand( 1) verleiten. und in zwei Urabstimmungen( April und Oftober 1901) gefallen. Daß die Nationalisten sich in der Politik der Schadenfreude votiert worden. In Lens wurde ein zwieschlächtiger Begefallen und jede Affaire gegen die Regierung auszuschlachten verDemgemäß richtet sich der Generalstreik wenigstens im Sinne fuchen werden, liegt auf der Hand, aber die Auffassung, daß die schluß gefaßt: erstens ein sofortiger Generalstreit aus des Komitees- ausschließlich gegen die Gruben- Bergarbeiterbewegung von den Nationalisten angezettelt sei, ist denu Solidarität mit den Ausständigen von Montceau, falls die Re- gefellschaften. Der Charakter eines Pressionsmittels gegen doch ein wenig abgeschmackt. gierung binnen fünfzehn Tagen nicht zu Gunsten der letzteren erfolg Regierung und Parlament soll ihm, falls es nach dem Willen des Die Arbeiter- Delegierten find nach ihren verschiedenen Hauptreich eingreifen würde, und zweitens ein socialpolitischer General- Stomitees geht, fernbleiben. So wird im Komitee- Aufruf an die quartieren abgereist, um die Organisation zur Durchführung streit für den 1. November 1901 als Pressionsmittel gegen Regierung Bergarbeiter, der den Generalstreit verkündet, einzig die„ heraus- des Ausstandes zu leiten. Einer der Delegierten erklärte, die und Barlament, um die bekannten drei Reformen durchzusetzen: fordernde" Antwort der Grubencompapagnien angezogen, um den Arbeiter feien feit langer Zeit auf den Ausstand vorgefeßlicher Achtstundentag, 2 Fr. Alterspension nach dem 50. Lebens- Generalstreifbeschluß zu erklären. bereitet und hätten große Vorräte an Lebensmitteln Ebenso in den gleichzeitigen aufgespeichert, so daß sie es den Winter über aushalten könnten. jahre und nach 30 Arbeitsjahren, gefeßliches Lohnminimum. Die Aufrufen an das französische Proletariat" und an die Kaufleute". Von dem Umfang des Generalstreiks wird gemeldet: beiden Arten Generalstreit wurden auch in den zwei Urabstimmungen Nur in dem Aufruf an die Bergarbeiter aller Länder" Carmang, 10. Oftober. Heute vormittag zeigte sich fein gutgeheißen, und zwar in der April- Abstimmung mit 30 907 von wird daneben als Kampfzwed auch die gesetzgeberische" Reform Arbeiter bei den Schächten. Es herrscht vollständige Ruhe. 51 472 abgegebenen Stimmen, in der Oktober- Abstimmung mit der Altersversorgung genannt, ohne daß dadurch jedoch der Charakter 31 000 gegen 20 000 Stimmen bei einer Gesamtzahl von 162 000 der gegenwärtigen Aktion bestimmt wird. Bergarbeitern. Bekanntlich aber sind diese Beschlüsse nicht zur Hier der Wortlaut dieses Aufrufes: Ausführung gekommen. Der Solidaritäts- Generalstreik wurde gegenstandslos, da die Arbeiter von Montceau zur erfolglofen Einstellung des Streits gezwungen wurden, ehe das Landeskomitee fich zur Ausführung des Referendumbeschlusses entschlossen hatte. Der socialpolitische Generalstreik wurde vom Komitee ebenfalls, trotz des Kongreß- und Referendumbeschlusses, vertagt, nachdem die Regierung die ersten parlamentarischen Schritte zur Befriedigung der Reformforderungen( ausgenommen das von ihr abgewiesene gesetzliche Lohnminimum) gethan hatte. Immerhin hat die Generalstreit Drohung einen teilweisen Erfolg gehabt: das Votum des Achtstunden- Geseges in der sammer, Februar 1902. Mit diesem Erfolg gab fich aber der Kongreß von Allais, März 1902, nicht aufrieden. Er votierte den sofortigen Generalstreit mit 124 gegen 105 Stimmen. Jedoch war es wiederum ein platonisches Votum. Die Gegner des fofortigen Generalstreiks, Abgeordneter Basly- Pas- de- Calais und Joucaviel- Carmeaug, ver eitelteten den Kongreßbeschluß auf der Stelle, indem sie gerade deffen sofortige Durchführung im buchstäblichen Sinne des Bortes forderten: die Anhänger des Generalstreiks mußten zugeben, daß ihre Organisationen zur sofortigen Aktion nicht bereit seien, und so wurde schließlich die Frage dem Kongreß von Commentry zur endgültigen Entscheidung überlassen. In Commentry iſt num jüngst diese Entscheidung zu Gunsten des Generalstreiks einstimmig getroffen worden, und das Landeskomitee hat den Kongreßbeschluß Diesmal prompt ausgeführt. Valenciennes, 10. Oftober. In Anzin feierten gestern von 9000 Bergarbeitern 3000. In Douchy hat ein Drittel der Arbeiter die Arbeit niedergelegt. Marly und Vicoigne find vom Ausstande noch nicht berührt; die Bewegung breitet sich jedoch aus. In Clermontdie Gruben vollständig in Betrieb. In Commentry hat der AusFerrand ist der Ausstand nicht erklärt worden. In St. Eloy find stand begonnen. ,, Kameraden von Belgien, England, Deutschland, Destreich und den Vereinigten Staaten, Bergarbeiter von überall! Die Sache, für die die Bergarbeiter Frankreichs in diesem Augenblick eintreten, ist Eure gemeinsame Sache. Der Zweck unsres Kampfes, den wir, Baris, 10. Oftober. Nach einem hier eingetroffenen Bericht erzum Aeußersten getrieben, aufgenommen haben, ist, unsre unglüd- streckt sich der Generalausstand der Bergarbeiter bisher über die liche Lage ein wenig zu verbessern, einen gerechteren und billigeren Stohlenreviere des Departements Pas- de- Calais und einen kleinen Tagelohn und eine Regelung der Arbeit für die Gegenwart zu er- Teil des Departements Nord, ferner auf die Departements Loire, langen, ebenso wie eine Gefeggebung zur Sicherung unsrer alten Haute- Loire, Gard und Tarn. In Montceau- les- Mines und Décazes Tage vor der schlimmsten Not. Es wäre überflüssig, Euch Eure ville wird weiter gearbeitet. Das sogenannte„ gelbe" Syndikat Pflicht zu diktieren, die Ihr begreifen werdet, wir sind deffen dieser Gegend erklärt, es sei entschlossen, unter allen Umständen die Arbeit fortzusetzen. ficher. Auf Eure Billigung rechnend, überlaffen wir Euch die Initiative zu den Euch am besten passenden Maßnahmen, um uns im aufgenommenen Stampfe zu helfen. Hoch die Internationale der Bergarbeiter!" Endlich hat das Landeskomitee folgenden Aufruf„ an die Soldaten" erlassen: Politische Uebersicht. Berlin, den 10. Dftober. Das Rückzugs- Gefecht der Neberzöllner. Söhne des Voltes! Bei dieser Gelegenheit erinnert Euch an Herr Nettich, der Vorsitzende der Zollkommission, hat das Signal die neulichen Ereignisse in der Bretagne. Gedenkt der Haltung zur Zoffretirade der konservativen Partei gegeben. Es war sehr des Obersten de Saint- Rémy, der sich weigerte, den höheren unvorsichtig, daß Herr Rettich die konservativen Rückzugs- Gelüste Befehlen zu gehorchen, die seinem Gewissen widersprachen. Söhne, ausplauderte, die„ Kreuz- Zeitung" hat ihn darob sanft getadelt, und Brüder von Proletariern! Wenn Ihr im gegenwärtigen Konflikt, die preußischen Stanige riefen entsept: Gott bewahre uns vor der mit Gewehren und Bajonetten bewaffnet, Euch Angesicht zu An- Schlauheit unfrer Freunde in Medlenburg! Aber die Ungesicht mit uns, die wir vollständig unbewaffnet sind, befindet, so vorsichtigkeit ist begangen, und alle Welt sieht, was wir stets denkt daran, daß morgen, wenn Ihr ins bürgerliche Leben zurück voraussagten, daß die braven Konservativen zum„ Nachgeben" begefehrt seid, Euch dasselbe Los wie uns erwartet. reit find. arbeiter! Angesichts der Armee keine Herausforderungen! Erinnert Euch, daß wir alle Brüder sind und daß wir wie sie Soldaten gewesen sind. Hoch die proletarische Befreiung! Hoch der Generalstreit der Bergarbeiter Frankreichs!" Berg Man sieht aus dem Gesagten deutlich genug, daß die Leitung der Bergarbeiter- Organisation im Bewußtsein ihrer schweren Verantwortlichkeit vor dem letzten Schritt immer wieder zurückscheute, ungeachtet der heftigen Angriffe, denen sie sich seitens der draufgängerischen Generalstreit- Anhänger ausfezte. Wenn fie also jetzt Die Gesamtzahl der Bergarbeiter betrug 1900 das Signal zum Kampfe gegeben hat, so ist ihre wohl erwogene 162 100 Mann, darunter 116 400 Arbeiter unter Tage und 45 700 Entscheidung von jedem Generalstreit- fanatis- über Tage, von den letteren waren 5700 Frauen und 4500 Kinder zwischen mus frei. Inzwischen hat sich nämlich die Lage der Kohlengräber 13-16 Jahren. Im Jahre 1901 ist die Zahl auf rund 170 000 gestiegen. zum Schlimmen gewendet. Die Grubencompagnien hatten die ersten Für 1900 verteilten sich die Bergarbeiter aller Stategorien unter die Anzeichen der Abflauung der Geschäfte, die mit der Krise in der einzelnen Reviere wie folgt: Nord und Pas- de- Calais 85 000, Loire Metallindustrie eintrat, dazu benutzt, 11117 bie bon den 20 000, Süd( Departements Gard, Tarn, Aveyron) 41 000, Centrum Arbeitern während der Hochtonjunktur erlangten 2ohn( Commentry, St. Eloy 2c.) 7000, Saône- et- Loire( Montceau und Monterhöhungen zum Teil wieder rüdgängig au chauin) 9000 Mann. Der Gewerkschaft gehören rund 60 000 machen, so namentlich im Pas- de- Calais- und im Loire- Revier. Arbeiter an. Dabei sind die Lohnreduktionen selbst vom fapitalistischen Standpunkt aus ungerechtfertigt, da die stohlenpreise ziemlich auf Die angeführten Einzelzahlen zeigen, daß die Hauptmassen der Bergarbeiter bereits im Streit stehen bezwv.( im Loire- Revier) den Streit erklärt haben. Mag nun sein, daß einzelne Drte der Bewegung fernbleiben, jedenfalls aber dürfte der Streik die große Mehrheit der Arbeiter hinreißen und damit zum gewaltigsten wirtschaftlichen Kampf in Frankreich sich auswachsen. 營 und mit " Freudig begrüßt das Centrum, das schon eher den Rückzug angetreten hatte, die konservativen Nachfolger. Die„ Germania" erklärt die Rückzugsankündigung des Herrn Rettich als vernünftige Erwägungen eines Politifers, von denen wir hoffen, daß sie in der tonservativen Fraktion nicht vereinzelt stehen". Die„ Germania" ihrerseits betreibt die Vorbereitung der Zolleinigung ihrer Partei mit der Regierung, indem sie erklärt: Wenn das Centrum auch bereit ist, auf Grund einer Verständigung mit der Regierung die Annahme des Zoltarifs, die aus verschiedenen Gründen höchst erwünscht ist, zu ermöglichen, so wird sich die Partei doch niemals darauf einlaffen, den Regierungsentwurf fch I echthin anzunehmen. Das wäre ja auch keine Verständigung, sondern eine blinde Unterwerfung, die man dem Centrum nicht zumuten kann." In einer Zuschrift von hochangesehener Seite" teilt die " Germania" ferner auch mit, worin sie besonders ein Entgegens kommen der Regierung wünscht. Der Gerstenzoll von 3 Mart fönne feinesfalls die Zustimmung des Centrums finden, eine, angemessene Erhöhung" des Gerstenzolles sei für das Centrum unausweichliche Borbedingung für die Annahme des Tarifs. Die Kommissionsmehrheit hatte den Mindestzoll für Gerste auf 51%, M. erhöht, den besonders das Centrum im Auftrage seiner bayrischen Gerstenbauern forderte. Die„ Germania" hütet sich nun weislich, auf diesem 5%, Mart- Zoll zu bestehen, sie verlangt nur noch angemessene Erhöhung"! " Da aber der Und wie hoch war denn der Lohn in den letzten paar fetten Jahren? 1900 stieg er für sämtliche Bergarbeiter um 21 852 000 Fr. ( totale Lohnfumme von 215 878 000 Fr.), macht einen durch fchnittlichen Jahreslohn pro Arbeiter von 1333 Fr. bei einer Lohnerhöhung von 72 Fr. oder einen durchschnittlichen TageDas Gentralfomitee der Kohlengewerte Frankreichs hat in BeLohn von 4 Fr. 66 Cts.( 3 M. 75 Pf.) bei einer Lohnerhöhung antwortung des am Donnerstag an dasselbe gerichteten Schreibens bon 28 Ets. 22 Pf. pro Tag. Für die späteren Jahre des Stomitees der Grubenarbeiter diesem erklärt, es sei nicht zu Liegen amtliche Gesamtangaben nicht vor. Im Nord- Departement it än dig, eine Entscheidung über die Beschwerden der Grubenist der Lohn 1901 für die Arbeiter unter Tage in weitere arbeiter zu treffen. Um eine Verständigung im Guten herbei- Nur eine Säule noch steht fest und unterschüttert.„ Die 30 Cts. pro Tag gestiegen, von 5 Fr. 43 Cts. auf 5 Fr. 73 Cts., zuführen, müßten dieselben sich an die Grubenbesiger„ Deutsche Tageszeitung" verwahrt sich hoch und heilig, für die Arbeiter über Tage von 3 Fr. 60 Cts. auf 3 Fr. 85 Cts. wenden. In dem Briefe heißt es weiter, der Ausstand 3m Pas- de- Calais iſt er 1901 für alle Arbeiter durchschnittlich von feit zwei Jahren vorbereitet Gewalt(?!) durch sich von der fürchterlich um sich greifenden Rückzugsfeigheit ergreifen Die öffentliche Meinung werde erkennen, zu laffen. Das wirtschafts- politische Testament" des Herrn v. Frege 4 Fr. 86 Gts. auf 5 Fr. 08 Cts. gestiegen, im Loire- Nevier aber gelegt worden. welche man für den Ausstand vor erregt im Bündlerlager nur stilles Beiletdslächeln. durchschnittlich von 4 Fr. 75 Ets. auf 4 Fr. 68 Cts. gefunten. Der daß die Gründe, Vergleich mit dem allgemeinen Durchschnittslohn für ganz Frank gebracht habe, nichtig( 1) und daß der beabsichtigte Zweck ein revo- gewichtige Rettich zum Rückzug blies, geriet man in heillose Verlutionärer( 1) fei; sie werde feststellen, von welcher Seite der Fehde- legenheit. Soeben noch hatte man triumphierend verkündet, die reich zeigt, daß die genannten drei Reviere die höchsten Löhne auf- handschuh geworfen sei und wen die Verantwortung treffe. ganze Tonfervative Partei habe nach bündlerischer Forderung den weisen. Seitdem ist aber im Pas- de- Calais und im Loire- Nevier Nach den obigen Darlegungen unfres Pariser Korrespondenten Beschluß unentwegter Zollfestigkeit gefaßt, und num so plötzlich dieser der Lohn herabgefeht worden. Der winzige Vorteil, den die erübrigt sich eine Widerlegung dieser findischen Anschuldigungen. Arbeiter von den„ fetten" Jahren bekommen haben, steht selbst- Jaurès führt in der Petite République" aus, daß die Gegner Wandel der Dinge. Zwei Tage wußte die„ Deutsche Tageszeitung" verständlich in keinem Verhältnis zu den enorm ge- des Ministeriums Combes hoffen, der Gesamtausstand werde die nichts zu diesen Vorgängen zu sagen. stiegenen Dividenden. Und nun haben die Compagnien mit Stellung des Stabinetts erschüttern. Die oppositionelle Breffe werde ut ihrer überzöllnerischen Ueberzeugung wiedergefunden und fie den Lohnreduktionen begonnen, ehe noch die Dividendenhöhe der alle Zwischenfälle aufbauschen. Wenn es zu wirklich ernsten begleitet den konservativen Rückzug mit donnernder Kanonade: Aus den Streisen, die den Tarifentwurf der Regierung für 8usammenstößen zwischen Truppen und Plusständigen fonnnen fetten Jahre wirklich gefährdetist!... unannehmbar erklärten, die ein unbedingtes Festhalten an der follte, so würde das den Nationalisten zur größten Befriedigung ge Man begreift die Empörung der Arbeiter. Im Loire- Nevier ist reichen, da die socialistische Deputiertengruppe notgedrungen Bindung der Viehzölle als notivendig und die Kompromißes schon vor einigen Wochen zu ernsten Streifvorbereitungen ge- aur Opposition übergeben müßte. Es hänge vom beschlüsse über die Getreidezölle als ungemügend hinftellten, die eventuell eine namhafte Herabsetzung der Industriezölle für gekommen, die nur mit Rüdsicht auf den Kongreß von Commentry, inisterium und der Mehrheit der Deputiertenfammer ab, boten erachteten, aus diesen Streisen werden Stimmen laut, m dem ein Generalstreit- Beschluß erwartet wurde, zurückgedämmt diefe Hoffnung der Nationalisten zunichte zu machen, indem " 1 27 Jetzt endlich hat sie den bie zu weiterer waggiebigkeit raten, damit über- handelt es sich also um das Niederschießen eines harmlosen Streik| zu machen, so mußte hier der mit einem großen Anhange zu dem haupt nur etwas zu stande komme, ia die den ver- poftens! Wenn es bei einem solch standalösen Vorgehen der Miliz felben Zweck erschienene ultramontane Landtags- Abgeordnete bündeten Regierungen gewisse Blanto- Ermächtigungen zu Quiannnenstößen kommen sollte, ist das kein Wunder. Die schroff leß schon zu Anfang der Versammlung erfahren, daß die Oppos für den Abschluß neuer Handelsverträge geben möchten. Und ablehnende Haltung der Grubenaktionäre erklärt sich wohl auch aus sition im Notfall nicht zurückschreckt, von ihrem Hausrechte Gedas geschieht wenige Tage, nachdem die entgegengesetzten Beschlüsse der Hoffnung auf derartige Zwischenfälle, durch die man den Wider- brauch zu machen. Nachdem der Referent in einstündigem gefaßt worden sind, ohne daß irgend etwas geschehen wäre, das stand der Arbeiter zu brechen glaubt. Vortrag die Haltung der Zollgegner in der Centrumspartei zu rechtweitere Erwägungen notwendig gemacht hätte. Der Reichs= In Detroit wurde von dem Bürgermeister eine Verfertigen versucht hatte, wollte Herr Pleß die Versammlung durch tanzler wäre doch ein Thor, wenn er aus folchen Stimmen fammlung einberufen, um über die Lage in der Kohlenindustrie eine Dauerrede auseinandertreiben, fand aber solch heftigen Widernicht schließen wollte, daß er mit immer weiterer Nachgiebigkeit zu beraten. gewisser Kreise rechnen kann. Wenn ihm direkt gesagt wird, daß man alles mögliche thun werde, um etwas zu stande zu bringen, so muß er geradezu aufgefordert werden, auf seinem Standpunkte zu beharren; denn wer unter allen Umständen etwas erreichen atill, dessen Nachgiebigkeit tann feine Grenzen haben. Es liegt auf der Hand, daß die taktische Stellung der Mehrheitsparteien durch diese Stimmen außerordentlich geschwächt worden ist. Wer solche Beschlüsse ohne Not preisgiebt, der verzichtet darauf, als ernster politischer Faltor gewürdigt zu werden. Auch Day Die seltsamen. Bilder, die in diesen Tagen über die politische Schaubühne gezogen sind, erinnern lebhaft an die Zeit, da die Handelsberträge abgeschlossen wurden. damals glaubte man Nachgiebigkeit beweisen zu können. man sich schwer geirrt hat, hat man nachher selbst zugestanden. Ein solcher Jrrtum ist vielleicht möglich und einmal ver zeihlich, die Wiederholung desselben Irrtums wird aber von der Geschichte niemals verziehen " Die Deutsche Tageszeitung" aber erklärt, unerschütterlich feft" bleiben zu wollen; ein Wanken und Schwanken darf es nicht geben". Doch wie viele von den Tonservativen Mannen werden dem Rampfrufe der Dertel und Hahn Folge leisten? Mag ein Duzend der unerschütterlichen" in Heldenpose verharren, die Menge der fonservativen Partei wird ihren Wucherfrieden mit der Regierung machen! Der Prozeß gegen Stieteneron " " * * Deutfches Reich. spruch, daß er schließlich durch die während seiner Rede beschlossene Verkürzung der Nedezeit gezwungen war, von seinem Vorhaben abzustehen. Als so die offiziellen Radauhelden sahen, daß sie die Opposition nicht niederzwingen konnten, verließen sie unter großem Tumult die Versammlung. Nun fanden andre Redner, namentlich der christliche Metallarbeiter Bergmann aus Kalf, ist insofern jekt völlig geflärt, daß es fest steht, daß die Generale recht treffende Worte über die volksbedrückende Haltung der Centrumsweder selbst noch durch einen Mittelsmann eine Audienz nachgesucht presse. Es hieße immer:„ dem Aermsten die Hilfe zuerst", doch haben. Der Kaiser hat den Empfang angeregt. Das Geheimnis des Boerenempfangs Der„ Daily News" geben folgende Darstellung: werde dieser Grundsay vom Centrum nicht befolgt, sonst könne man den Arbeiter das Brot nicht verteuern wollen. Wenn Ms De Wet im Haag war, näherte sich ihm ein deutscher aber die Masse der Wähler so vernachlässigt würde, so würde Beamter nichtförmlich mit der Erklärung, daß der Kaiser sie mancher Centrums- Abgeordneter nicht wiedergewählt werden. Volksgern sehen möchte. De Wet erwiderte, daß er und seine verein und Windthorst- Bund brächten keine Mandate durch, wenn die Kameraden sich dies zur hohen Ehre schäzen: wenn der Kaiser Masse nicht mitginge. Der Arbeiter sei verpflichtet, sich bei der Wahl wünsche, würden sie ihm ihre Aufwartung machen. Fragen ent zu vergewissern, ob der Kandidat auch seine wirtschaftlichen Interessen standen über die Art der Einführung. De Wet stimmte ausdrücklich vertrete. Man sage, Voltesstimme sei Gottesstimme. In Mannheim dem Vorschlage zu, daß er und seine Kameraden von habe nach dem glänzend verlaufenen Katholikentage die dritte Klasse Lascelles vorgestellt werden sollen. Was die Generale erwarteten, zwanzig Socialdemokraten in den Stadtrat gewählt; das beweise, war eine förmliche Mitteilung des deutschen Hofes, daß die Unter- daß viele katholische Arbeiter, die treu ihre kirchlichen Pflichten erredung erwünscht sei und der britische Botschafter die Vorstellung füllten, ihre wirtschaftlichen Interessen nicht im Centrum vertreten übernehmen solle. Solche Mitteilung ging jedoch nicht ein, viel jähen. Was noch schlinuner als alles andre, das sei die lebermehr wurde den Gener les celles angehen, fit Dies er centrum gebe germ bet tjener jeggen sagt, fie selber sollten Lascelles angehen, fic vorzustellen. Dies als sie verlange. Bleibe das Centrum bei seiner jetzigen lehnten sie aus dem Grunde ab, daß ihre Mission rein privaten Politik, dann sei zur Reichstagswahl das schlimmste zn befürchten. Charakters sei und daß sie überhaupt Audienzen bei niemand, Es wäre auch allzu traurig, wenn die Arbeiter, die bisher blind fei er noch so hoch gestellt, nachsuchten. Für die Audienz bei König den Centrumsgauflern folgten, durch die Zollwucherpolitik dieser Eduard erbot Kitchener sich sofort freiwillig, sie einzuführen. Partei nicht zu politisch Sehenden würden. Daher hätten nicht die Generale fich anders entschlossen, sondern der Kaiser oder dessen Vertreter." alles! 1tm genauere wenn ? " Das Der Katzenjammer des Centrums. Aus Mannheim wird uns Die freifinnige„ Vossische Zeitung" empfindet die selbstverständliche geschrieben: Der flerifalen Presse, die es nicht gelten lassen will, daß Antwort der Generale als„ beleidigenden Dinkel". Es scheint, als der Ausfall der hiesigen Gemeindewahlen eine schwere famt am Donnerstag vor dem 6. Civilsenat des Reichsgerichts ob in der bürgerlichen Welt allein noch die besiegten Boeren wissen, Niederlage des Centrums ist und für die Klerikalen, die sich von den marktschreierischen Veranstaltungen des Katholikenzur Verhandlung. Durch Urteil des 3. Civilsenates des Ober- wie man die Würde wahrt. Landesgerichtes Kolmar vom 8. April d. J. war unter Auf- Ist die englische Darstellung fibrigens richtig, so gewinnt man tages alles mögliche versprochen hatten, eine schwere Enttäuschung hebung des landesgerichtlichen Urteils der Anspruch der Mutter und den Eindruck, als ob das Auswärtige Amt in Berlin durch die für bedeutet, widmet das in Ettlingen erscheinende Centrumblatt, der Badische Landsmann", im Hinblick auf die Wahl der des Großvaters des vom Freiherrn v. Stieteneron erschlossenen die Boeren demütigenden und England schmeichelnden Bedingungen italienischen Arbeiters azzi auf Entschädigung abgewiesen die Audienz geflissentlich hintertrieben oder doch versucht habe, sie zweiten Steuerklasse den folgenden eindringlichen Wahlvers:„ Da es worden. Das Landgericht hatte jedem der beiden kläger den An- unter Formen vor sich gehen zu lassen, die einen Triumph Englands sich bei dieser Wahl um die Erhaltung der Centrumsvertretung auf spruch auf eine vom Beklagten zu zahlende vierteljährliche Rente von bedeuteten. Die offiziellen Deutschen fürchten nachgerade außer Gott dem Mannheimer Rathaus handelte, dürfte diese jetzt so ziemlich verschwunden sein.( st nicht ganz richtig. Der Korr.) Die zahlje 30 M. zugesprochen. Bekanntlich war Stietencron wegen Totschlages reichen Gegner des Centrums haben damit also ihr Ziel erreicht inter Auflage gestellt worden, aber das Kriegsgericht, welches über für's Centrum selbst ist das natürlich eine bittre Bille, eine traurige, ihn er ist littmeister getvesen Städtische Straßenbahnen in Berlin. aburteilte, hatte auf Freisprechung erfannt, da er in„ berechtigter Notwehr" gehandelt habe. Zu unsrem Artikel„ Städtische Straßenbahnen in Berlin" nehmen Es hat aber auch Anlaß, bei sich selbst eine Gewissenserforschung aber lehrreiche Erfahrung von der Unparteilichkeit der Menschen. Aufsehen erregte es dann, daß in dem Civilprozesse das die„ Berliner Politische Nachrichten", das Schweinburg- Blatt, namens vorzunehmen und zu prüfen, was feine Mannheimer VerLandgericht den Anspruch auf Entschädigung mit der Begründung der Staatsaufsichtsbehörden das Wort, um zu erklären, daß es in treter so unpopulär macht. Auf die Freuden des Katholikenfür berechtigt erklärte, daß die Tötung des Italieners nicht das Gebiet gewerbsmäßiger Verdächtigung gehört, wenn der tages find das doppelt betrübende und deprimierende Erlebnisse." erforderlich war und daß der Bellagte die Notwehr überschritten Vorwärts" den Aufsichtsbehörden Begünstigung des Privatkapitals Habe. Das Ober- Landesgericht hatte sich dann aber auf die Nationalliberaler Delegiertentag. Am Sonnabend, treten in Eisenach die Vertreter der nationalliberalen Partei zusammen. Die Berufung des Bellagten schlechtweg auf den Standpunkt der triegs- gegenüber der Stadtgemeinde unterstellt". gerichtlichen Feststellungen gefelt und Und als Beweis für diese Behauptung führt der, entiveder aus Anmeldingen sollen sehr zahlreich sein. Der„ Hannov. Courier" den Antrag der Aläger mit der Begründung abgewiesen, daß v. Stietencron in be- dem Ministerium oder dem Polizeipräsidium inspirierte Schiveinburg begrüßt den Delegiertentag mit einem eindringlichen Mahnruf, daß rechtigter Notwehr den Italiener getötet habe. Aus dem Sach- an, daß eine Entlastung der Leipzigerstraße durch Anlegung von die Partei sich aus den agrarischen Fesseln befreien möge; er verhalt mag furz wiederholt werden, daß die Gemeindeverwaltung Barallelbahnen den jetzt aus der Leipzigerstraße in die Nachbar- schreibt: von Oberweiler behufs Legung einer Wasserleitung an einem Wege bezto. Parallelstraßen geflüchteten Fuhriverksverkehr wieder in die des Stietencronschen Gehöfies einen Graben ziehen ließ. Stietencron Leipzigerstraße zurückbringen würde. trat am 18. Juli 1901 mit geladener Doppelflinte an die bei der D dieser unschuldsvolle Engel! Herr Schweinburg bitten Ausschlachtung des Grabens thätigen italienischen Arbeiter heran Sie lind Informationen. Sie diese und verbot ihnen das Weiterarbeiten, da er die Herstellung des Grabens für unzuläffig hielt. Die Arbeiter erklärten ihm, sie seien vom Ge- erhalten haben, dann werden Sie wissen, daß die von Ihnen in den meindevorstande beauftragt, diese Arbeit auszuführen, und müßten sich Berliner Politischen Nachrichten" in höherem Auftrage so sehr bean ihren Auftraggeber halten; wenn er etwas erreichen wolle, müsse kämpften städtischen Straßenbahnen in den Nachbar- und Paralleler sich an den Gemeindevorstand wenden. Es entstand mum ein straßen der Leipzigerstraße auf Anordnung des föniglichen PolizeiWortwechsel, wobei Frhr. v. Stietencron den italienischen Arbeiter präsidiums zur Entlastung der Leipzigerstraße angelegt werden sollen. Fazzi mit dem ausgestreckten Finger von andrer Seite wurde be- Und das ist auch ganz vernünftig; z. B. dienen die Straßen hauptet, mit dem Gewehrkolben an der Schulter be- bahnen durch die Prinz Albrechts und Zimmerstraße sowie die rührte. Fazzi, der fehr erregt war, hielt sich, da Stieteneron ihm projektierten Linien der Kronen- und Schüßenstraße nur der, vom die Flinte vorhielt, offenbar für angegriffen und führte mit seiner Schippe einen wuchtigen Schlag gegen den linken Arm Polizeipräsidium im Einverständnis mit der städtischen Verkehrsdes Freiherrn, der einen Knochenbruch zur Folge hatte. In deputation für notwendig erkannten Entlastung der Potsdamer- und folge diefes Schlages entfud sich der erste Schuß. Der Freiherr Leipzigerstraße. schoß dann mit dem zweiten Schiffe den Arbeiter nieder und tötete ihn dadurch. Zwei ärztliche Sachverständige hatten sich dahin ausgesprochen, daß die Kugel von hinten in den Hals eingedringen und vorn wieder herausgekommen sei. Das Striegsgericht schen Straßenbahnen? war aber dieser Annahme nicht beigetreten. Revision der Mutter und des Großvaters des getöteten Fazzi Es scheint so. Aber dann wird ja nur die Richtigkeit unsrer wurde vor dem Reichsgericht durch Rechtsanwalt haber vertreten. Behauptung bestätigt, daß eine Begünstigung des Privatfapitals Materiell rügte er Berkennung der Notwehr. Das gegenüber der Stadtgemeinde stattgefunden hat. Ober- Landesgericht spreche, indem es einfach den Fest= Dem„ Borwärts" wirft Herr Schweinburg gewerbsmäßige VerDie fläglichste Rolle inter allen bürgerlichen Parteien ist längst stellungen des Kriegsgericht folge, nitr davon, dächtigung der Staatsaufsichtsbehörden" vor und aus seiner eignen den Nationalliberalen beschieden, denen jede Einheitlichkeit daß b. Stietencron sich in Notwehr befunden habe, lasse Begründung dieses Vorwurfs geht unwiderleglich hervor, daß er der politischen Ueberzeugungen und jede Selbständigkeit in den aber völlig unerörtert, ob Fazzi nicht wenigstens glauben gewerbsmäßige Begünstigung des Privatkapitals zu betreiben die politischen Stämpfen schmählich verloren ging. Besonders traurig ist tomte, in Notwehr zu handeln, als er Stietencron mit der Schippe Aufgabe hat. Armer Schweinburg! die Rolle dieser Partei in Sachsen, wo sie gänzlich allen Bu schlug. In prozessualer Hinsicht wurde gerügt, daß der Antrag, mutungen und Verhöhnungen der Konservativen und Agrarier vers neun geugen, von denen acht schon im friegsgerichtlichen Verfallen ist. Ein neues Beispiel hierfür bieten die Verhältnisse im fahren vernommen worden sind, auch im vorliegenden Ver- Im Reichsamt des Junern ist der bisherige Direktor in diesem 21. sächsischen Wahlkreise. Der bisherige nationalliberale Vertreter fahren zu hören, abgelehnt worden ist, und daß das Ober- Resort Dr. Hopf an Stelle des aus dem Amte geschiedenen des Streises. Dr. Esche, wird nicht wieder kandidieren. Die Landesgericht fich einfach auf die feststellungen des Dr. Rothe zum Unterstaatssekretär und an dessen Stelle der Ge- Agrarier des Kreises hatten keinen Zweifel darüber bestehen laffen, Ariegsgerichts berufen hat.-Der Vertreter des Beklagten, heime Oberregierungsrat Dr. Richter zum Direktor im Reichsamt daß sie nicht nochmals für denselben eintreten würden, weil Rechtsanw. Benetti, trat diesen Ausführungen in längerer Rede entgegen des Innern ernannt worden. Dr. Hopf dürfte weiterhin die von er in der Zollfrage nicht weit genug entgegenkomme. umb beantragte Abweisung der Revision. Das Reichsgericht erkannte ihm als Direktor geleitete Abteilung für Medizinal, Preß-, Vereins- Esche hat sich nämlich nicht einmal für den Entwurf der jedoch auf Aufhebung des Urteils des dritten Civilsenates des Ober- und Fremdenpolizei sowie für Unterstützung wissenschaftlicher Unter- Regierung bedingungslos ausgesprochen. Ohne die Unterſtügung Landesgerichts Kolmar und verwies die Sache an einen andren nehmungen beibehalten. Dr. Richter ist besonders bekannt geworden der Konservativen war aber seine Wiederwahl gänzlich ausSenat, den zweiten, desselben Gerichts. Zur Begründung wurde als Reichskommiffar für die Pariser Weltausstellung, er übernimmt geschloffen, weshalb er von vornherein auf seine Wiederaufstellung bemerkt, daß die prozessuale Beschiverde- Nichtvernehmung van die Abteilung für Bank Börsen-, Auswanderungswesen 2c. Zeugen zur Aufhebung des Urteils habe führen müssen. nachgeben. Die Also Herr Schweinburg. ein andermal bessere Information über die Fragen, die Sie in den Berliner Pol. Nachrichten" erörtern. Oder gilt der Kampf nur den die Leipzigerstraße entlastenden städti„ Es gilt grundsäglich Wandel zu schaffen und dem liberalen Bürgertum endlich die Stellung zu erkämpfen, auf die es nach seinen Leistungen, nach seiner Bildung, nach seiner Bedeutung für den Staat Anspruch hat; es gilt, das liberale Bürgertum von den Fesseln einer fonservativagrarischen, einer rüdfchrittlichen Bevor mundung frei zu machen, die das Staatsgefühl untergräbt und die 11117 so läftiger empfunden wird, je weiter sich die Erkenntnis verbreitet, daß es sich hier um einen Anachronismus handelt, gegen deffen Aufrechterhaltung nachgerade alles spricht. Es war zweifellos ein Fehler des gemäßigten Liberalismus, daß er gerade in dieser Nichtung nicht immer energisch genug aufgetreten ist und die Vertretung der hier in Frage kommenden großen politischen Interessen vielfach dem Radikalismus überlassen hat. Jetzt geht an der Hand überreicher Erfahrungen der Ruf durch die nationalliberale Partei, und teineswegs mir von Hannover aus, daß ihre Vertreter die liberalen Grundanschaumgen und Grundlagen der Partei mehr und nachdrücklicher als bisher in den Vordergrund stellen und für ihre Entschließungen maßgebend sein lassen sollen." Parlamenten stets das Gegenteil zu thun pflegen, was die nationalMan weiß aber, daß die nationalliberalen Fraktionen in den liberalen Blätter von der Art des„ Hann. Courier" und der " Rat.- 8tg." anraten. Dr. als Kandidat verzichtete. Nicht unwahrscheinlich ist, daß auch seine Handlanger- Umzug. Der Wiener Botschafter Phili Eulen eignen Parteigenoffen zu diesem Verzicht drängten. An seiner Stelle burg foll nicht nur aus Gesundheitsrücksichten, sondern auch aus ist der Leipziger Fabrikant Rehwoldt als nationalliberaler Der pennsylvanische Grubenarbeiterstreit. andren" Gründen gänzlich aus dem diplomatischen Dienst aus- Kandidat aufgestellt worden. Die Konservativen haben dieser scheiden, dem er zumeist aus der Ferne, in Bädern und auf Reisen, Kandidatur zugestimmt. Dagegen nahmen die Antisemiten an Sämtliche 350 Lotalorganisationen der Berg- huldigte. Dann kann also Phili ganz den Musen und den Karten- der Versammlung nicht teil, in ber über die Kandidatur Rehwoldt arbeiter sprachen sich einstimmig für die Weiterführung funststücken leben. verhandelt wurde. Die Nationalliberalen gaben sich der Hoffnung hin, Des Streits aus. Die Arbeitgeber- Organisation beharrt ihrerseits auf ihrem trobig ablehnenden Standpunkte. Wie vom Freitag ist zum Staiſer nach Kadinen beordert. Man hält ihn für den Nach eintreten will, haben jezt die Antisemiten erklärt, daß fie eine eigene Der sehr kaiserliche Oberbürgermeister von Danzig, Delbrüd, daß die Antisemiten auf eine Sonderkandidatur verzichten würden. Da jedoch Herr Nehivoldt nur" für die Regierungs- Zollvorlage aus New York gemeldet wird, haben am Donnerstagnachmittag statt- folger Goßlers im Oberpräsidium. Kandidatur bringen wollen. Die fächsische Nationall, Storr." wollte gehabte Besprechungen verschiedener Senatoren mit den Vorständen der großen Bereinigingen der Anthracitfohlen- Bergwerksbefizer scheinbar Krachende Throne. Die„ Kreuz- Zeitung" versucht wieder ein- an diese Sonderkandidatur nicht glauben. Das fonservative, Waterben entgegengefesten Erfolg gehabt, als man gehofft mal, ein wenig Anarchistenangit zu verbreiten, um den fürstlichen land" aber erklärt in seiner letzten Nummer, daß thatsächlich ein hat. Die Befizer reiften wieder ab, mit der Erklärung, in empfehlende Grinnerung zu bringen. Das Blatt will aus Kandidat würde der Kandidat der extremen Agravier sein, denen die fie würden nie den Forderungen der Bergleute mancherlei Wahrnehmungen" erkannt haben, daß die Anarchisten Versprechungen des Herrn Rehwoldt nicht weit genug gehen. in verschiedenen Ländern neuestens eine verschärfte Bewachung ihres Es ist weit mit den sächsischen Nationalliberalen gekommen. Dagegen meldet ein Herold"-Telegramm vom gleichen Datum: Treibens gerechtfertigt haben". Es handle sich um ein Netz von Ver- Sie müssen um die Freundschaft andrer Parteien Buhlen und fich zie Grubenarbeiter und die Bergwerksbesißer sich verständigen Königin von Italien und deren Mutter richten. Die Lage ist feit felt gestern völlig verändert, man glaubt, daß schwörungen, die sich gegen die Kaiserin- Witwe von Rußland, die dafür eine schandbare Behandlung gefallen lassen. werden und der Ausstand bald zu Ende geht. Das Resultat der Der Kolonialfongrek wurde am Freitagvormittag im Sigungsgefiern gepflogenen Verhandlungen zwischen Vertretern der Arbeiter merksam gemacht, daß man beabsichtigt, Throne trachen zu Staiser ist von 70 veranstaltenden Gesellschaften und Instituten und Mancherlei Wahrnehmungen haben auch uns darauf auf saale des Reichstags eröffnet. In dem Huldigungstelegramm an den und Arbeitgeber wird geheim gehalten. Sehr wahrscheinlich flingt laffen. Aber diese Propaganda der krachenden Throne geht von den 1350 Teilnehmern die Rede. An der Eröffnungssigung nahmen die bie Meldung nicht, erklärt fie doch selbst, daß das Verhandlungs- Agrar- Anarchisten aus, denen die Monarchie eine Frage des Zoll- Staatsfefretäre Graf Pofabowsky, b. Tirpis. resultat geheim gehalten werde. Dagegen fcheinen die Vermittelungsverfuche noch fortgudauern, soud de profits ist. Warum sucht die" Kreuz- Zeitung" die thron de nach einem„ Laffan"-Telegrann der Vorsitzende des Verbandes der umstürzenden Anarchisten in weiter Ferne, während sie ihr doch so be teil. ichthofen und der Eisenbahn- Minister Bergarbeiter, Mitchel, fortdauernd Konferenzen mit den Senatoren nahe stehen! Aus den bisherigen Verhandlungen des Kongreffes ist höchstens Duah, Benrose und Platt, welche die Vermittelung zwischen ArbeitDie Brat- und Fleischwucher- Bolitik des Centrums findet in den eine Rede des Professors Adolf Wagner erwähnenswert. Adolf gebern und Arbeitnehmern übernommen haben, und den Direktoren fatholischen Arbeitertreifen einen sich fortwährend Wagner hatte den bewundernswürdigen Mut, trotz der kläglichen ber vier leitenden Kohlengesellschaften hat. steigernden heftigen Widerstand. Am lezten Sonntag, so wird uns Kolonialpleite und der trostlosen Defizitwirtschaft eine fulminante Inzwifchen ist auch bereits Blut gefloffen. geschrieben, fand in Mülheim a. Rhein eine von den oppositio- Rede für Expansions- und Marinepolitik zu halten. In Tamaqua wurde ein sireifender Arbeiter, der am Hause nellen Centrumswählern einberufene Versammlung statt. Mar Die Mittel dafür will er durch Steuern auf Tabak, Bier und eines nicht der Arbeiter- Inion angehörenden Arbeiters um her es der atts Windthorst Bündlern und Angestellten der Branntwein aufgebracht wissen. Die vorhandenen Bedenten fehlenderte und auf den Aufruf eines Soldaten nicht Halt Kölnischen Volkszeitung" zusammengesezten Sprengkolomme vor gegen indirekte Stenern will er ausgeglichen wissen durch eine Ents machen wollte, von legterem erfchoffen. Höchstwahrscheinlich 14 Engen gelungen, eine ähnliche Versammlung in Köln ergebnislos widelung höherer direkter Steuern, event. auch Erbschaftssteuern für M Es ist schwer anzunehmen, daß Herr Adolf Wagner, der Schwärmer für Brotwucher und indirekte Steuern, nicht selbst weiß, daß unsre herrschende Klasse zwar die Steuerschen gegen die den Massenkonsum gerichteten Steuern nur zu leicht überwindet, nicht aber auch die Scheu vor der eignen Steuerbelastung. te besitzenden und wohlhabenden Klassen. Vor allem forderte er sich keiner Beleidigung beivußt war, erklärte in ruhigem Tone, er auf, die falsche Steuerscheu" zu bekämpfen. habe keine Veranlassung, hinauszugehen, und blieb auf seinem Blazz fiken. In dem Moment, da Reiß sich seinen Bekannten wieder zu wandte, schlug Ruf den Reiß von rückwärts mit der Hand ins Gesicht und zwar so stark, daß Reiß blutete. Ein Erividern des Schlages durch Net wurde durch das Dazwischentreten Dritter verhindert. Da Ruf be. diesem Vorfall völlig nüchtern war, stellte Reiß eine Pistolenforderung, die am Dienstag früh zum Austrag tam, wobei Reiß durch einen Schuß in den Unterleib derart schwer verletzt wurde, daß er noch am selben Abend im städtischen Krankenhause star b. von ca. 97 Ausland. Der Generalstreik in Genf. Dänemark. Gute Zeiten für die Landwirtschaft. Der Preis für 100 Pfund Schlachtgewicht für Grira- Klasse- Schweine der großen GenossenschaftSchweineschlächterei im Amt Aalborg betrug Ende September in den Jahren man 1899: 1900: 1901: 1902: 32 Kronen. • 41 • " 45 " 50 . " Die Schweinepreise sind gegenwärtig höher als jemals. Berechnet eines das Schweines Schlachtgewicht auf 130 Pfund, so beträgt der Preis jetzt 65 Str. gegen nur 41,60 Mr. im Jahre 1899. Der Bauer nimmt also für ein Schwein jezt 23,40 Kr. mehr ein, als vor 3 Jahren. Der dänische Landwirtschaftsfricden! Rußland. Der Staats- Rechenschaftsbericht für das Finanzjahr 1901-1902, der dieser Tage den Mitgliedern des Reichstages zugestellt wurde, giebt in trübes Bild von der finanziellen Lage des dänischen Staates. Zwar steht einer Einnahme Millionen eine Ausgabe von kaum 77 Millionen gegenüber, so daß ein Ueberschuß von ca. 20 Millionen herauskommt. Da aber 30 Millionen der Einnahmen durch die Staatsanleihe vom 15. Oktober 1901 aufgebracht wurden, so bleiben thatsächlich die Einnahmen um etwa 10 Millionen Wie es auch um die anarchistische Streif- Agitation in Genf minister hatte also guten Grund zu sagen: die Landwirthinter den Ausgaben zurück. Der Rückgang der Einnahmen wurde stehen mag, Thatsache ist es jedenfalls, daß fast die ganze Arbeiter- chaft habe nie o gute Zeiten gehabt als gerade hauptsächlich durch die Krise verursacht. Die Zölle haben mur schaft Genfs mit Begeisterung in den Generalstreit eingetreten ist. ießt. Dagegen sind teure Beiten für die Arbeiter, 42 Millionen statt der erwarteten 42 Millionen eingebracht. Am und ebenso bestimmt geht aus den Berichten hervor, daß die auch in Dänemark. Im Frühling und Sommer dieses Jahres kaufte schwersten hatten die Eisenbahnen unter der Kriſe zu leiden. Sie Regierung mit rigoroser Strenge gegen die Ausständigen vorgeht darunter beim Kleinhändler, je zt muß man 50-54 Dere man in Kopenhagen noch das Pfund Speck für 45 Dere und haben statt eines im Budget angesetzten Ueberschusses von und namentlich im Abschieben unliebsamer Ausländer Außer 1 Million ein Deficit von 225 000 kronen ergeben. Das ist das ( 56-60 f.) dafür zahlen. Das ist in einem Lande, das ordentliches leistet. Ob durch ein besonneneres Maßhalten erste Mal, daß die Staatsbahnen mit einem Deficit abfeine Lebensmittelzölle fennt, ein enormer Preis. In Berlin die Leidenschaften sich nicht eher beschwichtigen ließen? Mögen geschlossen haben. Die Summe der Ausgaben blieb hinter der im Budget festgesetzten zurück. Zwar hat der Kriegsminister zehnmal Anarchisten hinter dem Generalstreit stehen, durch Massen muß man allerdings 90 Pf. oder gar 1 M. für das Pfund Speck fein Budget um ca. 400 000 str. überschritten und 10 651 000 Sr. ausweisungen, Sprengen von Demonstrationszügen, militärisches zahlen, und damit geben sich unsre Junker noch nicht einmal zu ausgegeben, dagegen aber wurde an den Ausgaben für öffent- Massenaufgebot und dergleichen scharfmacherische Manöver vermag liche Arbeiten gespart. Für Eisenbahnarbeiten wurden statt man eine irregeführte Menge zu allerlegt zur Vernunft zurückBäuerlicher Racheatt. leber givei sensationelle politische Morde der bewilligten 11 nur 7 Millionen ausgegeben; für Bahnanlagen zuführen. Die Regierung wird es zum guten Teil sich selbst zuzuschreiben haben, wenn die Streifenden bei einer angeblich falschen berichten, nach der V- 38tg.", Lemberger Blätter aus Russisch- Polen. ftatt 4 nur 2 Millionen; für andre Arbeiten statt 3 nur Lattik verharren und es möglicherweise zu tumultuarischen Scenen Es soll sich dort besonders in der Gegend von Lublin seit einiger 2 Millionen Kr. Der dänische Staat hat also nicht- wie die Stadt Zeit eine nationale Bauernbewegung bemerkbar gemacht haben, Kopenhagen seine Arbeiten, um der großen Arbeitslosigkeit Es liegen heute folgende Nachrichten vor: der die Behörden große Aufmerksamkeit zuwandten. Wiederholt wurden entgegenzuwirken, beschleunigt, sondern vielmehr durch übel au Genf, 10. Oktober.( Meldung der Schweizerischen Depeschen nach den Dörfern unweit des Städtchens Wawolnica aus Lublin gewandte Sparsamkeit zur Förderung der Arbeitslosigkeit bei- Agentur") Heute vormittag veranstalteten die Ausständigen einen Polizeibeamte geschickt. Dieser Tage begab sich auch ein Polizeigetragen. Umzug durch die Stadt mit umflorten Fahnen, wurden aber von wachtmeister mit einem Geheimpolizisten nach dem Städtchen dem Militär auseinandergetrieben. Es kam dabei zu Fauftschlägen Wawolnica und nahm in den Nachbardörfern von Wawolnica einDie Haussuchungen waren außerund Kolbenstößen. Einige Personen wurden leicht verlegt. Einzelne gehende Haussuchungen vor. Kaufläden sind geschlossen. Der Einfluß der Anarchisten auf die ordentlich gründlich und sollen die Bauern infolgedessen sehr erBewegung wird immer offenkundiger. bittert haben. Abends wollten sich die Beamten nach W. zurückbegeben. Am nächsten Tage fand man nicht weit von W. auf freiem Felde den Polizeiwachtmeister und den Polizei- Agenten als Leichen. Der PolizeiAgent war durch einen Schuß, der ihn in den Rücken getroffen, Die Angestellten der städtischen Gas, Wasser ermordet worden. Der Polizeiivachimeister war vorher anscheinend und Elektricitätswerte beschlossen bei geschlossenen Thüren erdrosselt und dann in eine seichte Lache geworfen worden, aus der mit großer Mehrheit die Fortsetzung der Arbeit. Die Aus- aber der Leichnam noch teilweise hervorragte. ständigen veranstalteten gestern abend gegen die Straßenbahn- entfalteten eine eifrige Thätigkeit, um die Mörder ausfindig zu geſellſchaft eine Kundgebung, doch wurde der Platz ohne nennens- machen, und verhafteten zahlreiche Bauern. Aber es fehlt von den werten Zwischenfall vom Militär gefäubert. Es wurden zahlreiche Mördern jede Spur. Ausländer ausgewiesen und sofort abgeschoben. Namentlich sind viele Italiener von dieser Maßregel betroffen. Die hefüschen Landtagswahlen. In Mainz hat der Vorstand der freifinnigen Partei einstimmig beschlossen, bei der bevorstehenden Landtagswahl keine eignen Kandidaten aufzustellen, sondern die Socialdemokraten zu unterstützen. Zur Fleischteuerung. Die Stadtverordneten- Versammlung von Offenbach a. M. lehnte am Donnerstag nach heftiger, zwei Stunden währender Debatte einen Antrag der Fleischer- Inmung auf Aufhebung des Octrois für Schlachtvieh in nament licher Abstimmung mit 22 gegen 13 Stimmen( 12 Socialdemokraten und 1 jetzt in das bürgerliche Lager Abgeschwenkter) a b. Für den Fall der Aufhebung des Octrois wollte die Fleischer- Inmung den Preis des Schweinefleisches um 5 Pf. und den für Rindfleisch um 4 Pf. pro Pfund herabjezen und dies bis 1. April 1903 garantieren event. auch bei Verbilligung des Viches noch weiter mit den Fleischpreifen heruntergehen. Eine Verteuerung während dieser Zeit sollte nicht stattfinden. Man ersieht aus dem Anerbieten der Fleischer, in welcher Weise der Konsument durch die indirekten Steuern belastet wird. Aus dem Wahlkreise Stöckers. Die Zollwuchergefahr hat selbst jene Gegenden der socialdemokratischen Agitation erschlossen, die bisher am weitesten in der Aufklärung zurüdgeblieben find. fommt. " Aus Anlaß der Kundgebungen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, bei denen mehrere Personen, unter ihnen einige Soldaten, verletzt und zahlreiche Verhaftungen vorgenommen wurden, beschloß die Regierung ein weiteres Truppenaufgebot. leber eine am Donnerstag stattgehabte imposante Versammlung berichtet die Frankf. 3tg.": Eine von über 10 000 Perjonen besuchte Boltsversammlung beschloß einstimmig die Fortsegung des Generalstreits. Alsdann zog eine Menge von mindestens 30 000 unter Demissionsrufen gegen das Trambahn- Direktionsgebäude. Die Demonstration verlief ohne Zwischenfall. Italien. Die Urbarmachung der Sümpfe. Zu diesen Kreisen gehört das Königtum Stöders, Siegen, in dem bei den 1898er Wahlen, obwohl der Streis industriell entivickelt ist, mur 393 socialdemokratische Stimmen abgegeben wurden, während Herr Stöcker in der Hauptwahl 10 551, in der Stichwahl 12 099 Stimmen erhielt. Eine offizielle Notiz meldet aus Italien, daß sich die Regierung Stürzlich fand nun in Siegen eine Voltsversammlung statt, entschlossen hat, die Initiative zur Urbarmachung der Sümpfe in der Genosse Haberland aus Barmen über den Brot und zu ergreifen. Es sollen bereits im Monat Oftober in der Fleischwucher" referierte. Die Stöckerianer waren erschienen, an südlichen Provinz Apulien die Arbeiten in Angriff genommen und ihrer Spike Dr. Burkhardt, um dem Einbruch der Umstürzler ent- einer der Hauptfümpfe der Ländereien von Otranto trocken gelegt gegen zu wirken. Während der scharfen Angriffe auf das Stöckersche werden. Wir wiesen neulich in unsrem Artikel„ Drohende MassenChristentum der Brotverteuerung wurden die Christlich- Socialen arbeitslosigkeit" auf die tiefeinschneidende Bedeutung der wiederholt recht lebhaft. Aber der socialdemokratische Redner fand Urbarmachung der Sümpfe Italiens hin. Aber nicht ur, andrerseits stürmischen Beifall, den die Stöckerleute in der nach- daß der Arbeitslosigkeit auf Jahre hinaus gesteuert wird, folgenden Diskussion so wenig zu beeinträchtigen vermochten, daß Italien würde sich bei rationeller Durchführung der Urbarfie ihn vielmehr noch durch ihre Ausführungen steigerten. Sie machung ganze Provinzen ohne Schwertstreich und ohne Bluternteten, wie uns aus Siegen berichtet wird, Hohn und Spott. Gin vergießen erobern, die wertvoller wären als alle Massaua und chriftlich- socialer linternehmer führte sich so unmanierlich auf, daß er Tripolis. Diese hohe kulturelle That würde auch vom hygienischen aufgefordert werden mußte, den Saal zu verlassen. Schließlich wurde Standpunkte zu begrüßen sein, denn sie würde das grassierende llebel die Resolution gegen den Zollwucher zum Schmerz der Christ der Malaria an der Wurzel fassen. Uneingeschränktes Lob zollen lichen angenommen. Mit einem Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung wurde die Versammlung geschlossen, die gute Hoff nungen für die Wahlbewegung erwedt. die Socialisten der Regierung, daß sie endlich die von ihnen seit Jahren propagierten Ideen und Wünsche zur Ausführung bringt. Spanien. Gemeindewahlen in Bayern. Es wird mrs geschrieben: Eine Gibraltar, 9. Oktober. Infolge der von den spanischen Behörden feine Gesellschaft hat sich zu den Gemeindewahlen in Würzburg zusammengefunden. Nationalliberale, Centrum, und Demokraten angeordneten Schließung des in der spanischen Grenzzone ge= schlossen einen Patt mit einander, um durch eine gemeinsame legenen socialistischen Klubs kam es heute nachmittag zu Kandidatenliste den Ansturm der Socialdemokraten auf das würzeren Rutheftörungen, wobei die Socialisten auf die Polizei schossen. Diese erwiderte das Feuer. Fünf der Ruhestörer burger Rathaus abzuwehren. follen getötet und mehrere verwundet sein. Die Der Widerfimm des bayrischen Gemeinde- Wahlrechts, das nur Socialisten machten darauf einen Angriff auf das Stadthaus und gegen eine hohe, von den Minderbemittelten schwer zu erschwingende andre Gebäude, wurden aber von den Truppen zerstreut. Man Gebühr, neben andren, nur bei den Besitzenden im größeren Maßfürchtet nene Unruhen. stabe vorhandenen Voraussetzungen, erworben werden kann, wird durch die Aufstellung der Wählerliste in der Stadt ablehnt. England. England und Japan. London, 7. Oftober.( Eig. Ber.) of trefflich illustriert. Nach diesen Listen sind mir 1300 Bürger vorhanden, die berechtigt sind, aus ihrer Mitte diejenigen Leufe zu ertüren, die sie für würdig und befähigt halten, die Geschicke der Es zeigt sich immer deutlicher, daß der am 30. Jamiar 1902 Stadt zu lenten. Dabei zählt Hof ca. 35 000 Einwohner und bei der letzten Reichstagswahl gaben von etwa 7000 Wählern abgeschlossene Vertrag zwischen England und Japan für die Ge4700 ihre Stimmen ab, wovon 2693 auf den socialdemokratischen staltung der ostasiatischen Verhältnisse von großer Bedeutung werden Kandidaten entfielen. Wie die Art„ Volksvertretung", die aus wird. Die japanische Politik ist darauf gerichtet, China zu rejolcher Wahl hervorgeht, beschaffen ist, fann man leicht ermessen. organisieren und es den modernen Verhältnissen, d. H. dem KulturIn Nürnberg, dem Hauptsitz der Socialdemokratie in ideal der herrschenden Klassen Europas anzupassen. Es ist kein Bahern, find die Gemeindewahlen auf den 22. November hohes Kulturideal, denn es besteht in einer starken Armee uitd Flotte festgesetzt. Auch hier Commit in der Zahl der Wahl- und in der ungestörten Ausbeutungsfreiheit des Proletariats und der berechtigten die ganze Ungerechtigkeit dieses Wahlsystems freniden Nassen. Dennoch ist es im socialpolitischen Interesse Europas zu zum Ausdrud. Es sind deren etwas über 10 000 von ungefähr 270 000 Einwohnern, die Nürnberg gegenwärtig zählt. wünschen, daß die Bemühungen Japans von Erfolg gekrönt sein 1900 bei der Reichstags- Ersatzwahl wurden von 55 600 Reichstags- möchten. Nur eine japanische Vorherrschaft in Ostasien könnte dem Wahlberechtigten in der Stadt 35 800 Stimmen abgegeben, wovon 21 400 preußischen und russischen Humentum einen Riegel vorschieben. der Socialdemokrat erhielt. Trotz ihrer lleberzahl sind die Social- Fünf- bis sechshundert junge Chinesen studieren bereits in Tolio, bemokraten in der Stadtverwaltung gar nicht vertreten, weil die jedoch scheinen gewisse Intriguen zu spielen, um diesen Erziehungsfreifinnig- liberale Gesellschaft, die darin das Ruder führt, alle Wahl- plan zu durchkreuzen. Die Mandschu- Dynastie fürchtet den revolurechtserleichterungen für die Arbeiter unter den schäbigsten Ausflüchten tionären Einfluß japanischer Staatsideen. Daß England den japanischen Plänen in Ostasien Vorschub Zum Kapitel des Dnellwahnsinns wird uns aus Baden vom leisten will, geschieht gewiß nicht aus humanitären Beleggründen. 9. Ottober geschrieben: Großes Aufsehen erregt im ganzen Lande England ist imperialistisch gesättigt; seine Politik ist deshalb die ein Duell mit tödlichem Ausgang, das am Dienstag Aufrechterhaltung des status quo in Ajien und Afrika. Zu diesem früh in Karlsruhe zwischen zwei Studierenden stattfand. Der auch in diesem Falle äußerst geringfügige Anlaß zu der Becke braucht es ein ſeeſtarkes Japan, um vereinigt mit ihm den blutigen Affaire war nach den Mitteilungen der Tagespresse der Flotten Rußlands, Frankreichs und Deutschlands das Gleichgewicht folgende: Der stud. jur. Reiß aus Karlsruhe saß in der Nacht halten zu können. Japan hat das Eingreifen dieser drei Mächte im vom 28. zum 29. September d. 3. mit zwei Bekannten im Café, Jahre 1895 nicht vergessen. Um derartigen Vorkommnissen für die um seine Macht im Stillen an einem benachbarten Tisch der stud. rer. ing. Ruf aus Landau Folge vorzubeugen, sowie ( Pfalz), mit dem Studenten 3. Letzterer, mit Reiß bekannt, fühlte Ocean geltend machen zu können, ist Japan jetzt beschäftigt, ich dadurch verletzt, daß Reiß ihn früher einigemale nicht gegrüßt seine Flotte zu stärken. Heute wird in London eine japanische Aus hatte, und ersuchte Reiß zwecks Aufklärung mit ihm in einem Neben- leihe von 5 Millionen Pfo. Sterf.( über 100 Millionen Mart) auf Reiß lam dem Ersuchen nach, und beide kehrten bald darauf nach einer resultatkos verlaufenen Aussprache gelegt, die ohne Zweifel von Erfolg sein wird. Diese Anleihe wird Ausbau der Flotte verwendet werden. Gleichhauptsächlich zum an ihre Tische zurüd. zu feinen beiden Bekannten zeitig wird aus Yokohama gemeldet, daß die japanische Legation in wieder Platz genommen hatte, die int Hinblick auf Zugehörigkeit des 3. zuni Karls- London zum Range einer Gesandtschaft erhoben wird. Die Stärkung der japanischen Seemacht und der engere Anschluß ruher S. C. und mit Rücksicht auf frühere Vorfälle: Was sich diese Starlsruher Corpsstudenten doch alles einbilden!"" Reiß Japans an England zeigen, daß der Stille Ocean noch lange nicht hatte diese Aeußerung für seine Bekannten berechnet und hielt es russisch wird, ebenso wenig wie der Atlantische bald deutsch) wird. für ausgeschlossen, daß sie an einem Rebentisch gehört werden Die japanische Anleihe und das Abkommen der englischen Regierung fomnte. Nuf will jedoch diese Aeußerung gehört haben und zwar mit der Cunard- Gesellschaft bilden vielleicht eine Antwort auf den in der Form:„ Was sich diese dummen starlsruher Corpsſtudenten Abschiedsgruß Kaiser Wilhelm II. an den zaren in Reval:„ Der doch alles einbilden!" und fühlte sich hierdurch als Angehöriger des Karlsruher S. C. beleidigt. Er trat deshalb an den Tisch des Admiral des Atlantischen Oceans an den Admiral des Stillen Reiß heran und ersuchte diesen, mit ihm hinauszugehen. Reiß, der Deeans." raum zu verhandeln. Reiß äußerte dabei, nachdem er Partei- Nachrichten. Arbeitersekretariate. Die Behörden Nachstehend veröffentlichen wir die Adressen der zur Zeit in Deutschland errichteten Arbeiterfefretariate. Die Veröffentlichung soll periodisch erfolgen, jedesmal bei Beginn eines neuen Quartals. Wir ersuchen die Interessenten, uns in der Vervollständigung des Verzeichnisses zu unterstützen und von einer Adressenänderung uns rechtzeitig Kenntnis geben zu wollen. Arbeitersekretariate bestehen in: Altenburg( S.-A.), Unterm Schlosse 1. Altona, Große Bergstr. 204 I. Berlin SO., Engel- Ufer 15. Beuthen( D.-S.), Schießhausstr. 6. Bochum, Johanniterstr. 22. Bremen, Osterthorstr. 26 I. Breslau, Messergasse 18/19 I. Caffel, Wildemannsgasse 20 II. Darmstadt, Elisabethstr. 31. Dortmund, 1. Stampftr. 73 I. Frankfurt a. M., Am Schwimmbad 8/10. Gera, Hospitalstr. 21 I. Gelsenkirchen, Hochstr. 53. Gotha, Erfurterstraße( altes Gerichtsgebäude). Halle a. S., Geiststr. 21. Hamburg, Gänsemartt 35 II. Hannover, Artillerieſtr. 13. Harburg a. Elbe, Erste Bergstr. 72. Iserlohn, Karrenstr. 2. Jena, Saalbahnstr. 3. Kiel, Gasstr. 24 parterre. Köln a. Rh., Poststr. 50. Landeshut i. Schl.,„ Gasthof zur Sonne", I. Lübeck, Johannisstr. 46, part. Mannheim, S. 3, 10. Mühlheim a. Main, Wiesenstr. 3. München, Baaderstr. 1 I. Neu- Ruppin, Karlstr. 13. Nürnberg, Egydienplatz 22. Bosen, Breitenstr. 21. Remscheid, Kölnerstr. 18. Striegau, Ziganstraße. Stuttgart, Eglingerstr. 17/19. Tuttlingen, Schaffhäuserstr. 24. Waldenburg- Altwasser. Wolgast, Kronwiefstr. 4, part. links. Würzburg, Blumenstr. 12. Berlin, den 8. Oftober 1902. Der Parteivorstand. Streuzbergstr. 30. Um Manfred Wittich ist in Leipzig ein Streit entstanden, ber nicht nur an sich sehr bedauerlich ist, sondern auch in recht unerquidlicher Form ausgetragen wird. Unter der Chiffre A. R., Hinter der man Wittichs Witve, eine geborene Anna Rothe sucht, ist im Verlage des Genossen Lipinski in Leipzig in Form einer fleinen Broschüre cin Lebens- und Charakterbild Wittichs erschienen. Auf den beiden lezten Seiten der Broschüre werden Vorwürfe gegen die Leitung der Leipziger Partei erhoben, daß sie Wittich gegenüber rücksichtslos verfahren sei, ihn in Not gelassen habe, und daß dies zu seinem Zusammenbruch beigetragen habe. Wittich sei gleich bei dem Eintritt Schönlants in die Redaktion des Leipziger Parteiblattes von diesem in tränkender Weise behandelt worden und deshalb aus der Redaktion ausgetreten. Als freiem Mitarbeiter habe man ihm seine Arbeiten dann meist unter allerlei Vorwänden zurückgeschickt. lants Tode hätte Wittich sich wieder bemüht, zur„ Leipziger Boltsaber am Ende Zeilenhonorar geboten und da auf diese Weise seine Beitung" in ein festes Verhältnis zu kommen, man habe ihm letzten Hoffnungen fehlgeschlagen feien, sei er, der schon frank war, vollends zusammengebrochen. Nach SchönMan kann sehr zweifelhaft sein, ob es besonders taktvoll war, diese Dinge überhaupt an die Oeffentlichkeit zu bringen, umsomehr, als darin auch gegen Schönlant Beschuldigungen erhoben werden, gegen die dieser sich nicht mehr verteidigen kann. Um so bedenklicher wird das aber, wenn die Darstellung zwar einen Teil Wahrheit, aber doch nicht die ganze Wahrheit giebt. Wer solche Vorgänge behandeln will, muß den Dingen möglichst objektiv gegenüber stehen, will er nicht einseitig und dadurch unwahr werden. Es ist menschlich begreiflich, daß die Witive des einem tragischen Schicksal verfallenen Mannes ganz einseitig für ihn Partei ergreift, aber die Wahrheit kommt dabei eben doch zu kurz. Daß die Leipziger Parteigenossen auf diese Vorwürfe antworten mußten, ist selbstverständlich. Sie thun das in einer vom Agitationskomitee unterzeichneten längeren Erklärung in der„ Leipziger Boltszeitung" vom 9. Oktober. Tarin werden die Vorgänge seit Wittichs Austritt aus der Redaktion gleichfalls geschildert, natürlich abweichend von der Darstellung der Broschüre. Es wird bestritten, daß Wittich kränkend behandelt worden sei und die Schuld auf seine große| Versammlung beschloß nach kurzer Disfuffion, den Streit bei bevor. Ein großer Teil der Arbeiterschaft hat die Kündigung bereits Reizbarkeit geschoben. Wesentlich ist die Angabe, daß ihm zuletzt ein May Bed für beendet zu erklären und über diese Firma die in den Händen. festes Mitarbeiterverhältnis mit einem garantierten Einkommen von Sperre zu verhängen. 1200 bis 1500 M. geboten worden sei und Wittich sich damit aus drücklich einverstanden erklärt habe. Unterdeß sei aber die Erkrankung eingetreten, die zur Katastrophe führte. Soweit von der Schuld oder Nichtschuld des einen oder des andern Teils die Rede ist, nag auch diese Darstellung nicht unanfechtbar sein, denn auch hier mag Parteilichkeit vorhanden sein, die aber auch begreiflich ist. Sehr unerfreulich ist jedoch an der Erflärung dasjenige, was mit der fachlichen Zurückweisung falscher Darstellungen nichts zu thun hat. Eingang und Schluß der Erflärung bewegen sich in so heftigen Superlativen gegen die Broschüre und gegen den Verleger derselben, Genossen Lipinski, daß sie der Erklärung nicht zum Vorteil gereichen. Es wäre würdiger gewesen, wenn man sich auf die fachliche Zurückweisung der Vorwürfe beschränkt hätte. Die bedauerlichen Vorgänge sind uns vor allem ein erneuter Beweis dafür, wie dringend nötig die Einrichtung war, die sich Partei- und Gewerkschaftsangestellte in ihrer Invaliden- und Hinter bliebenen- Versicherung geschaffen haben. Solche tragischen Konflikte werden, wenn nicht ganz unmöglich, so doch wesentlich gemilbert durch die nun eingeführte geregelte Juvaliden- Unterstützung, an deren Förderung Partei und Geivertschaften das lebhafteste Interesse haben. 3 Garvin Maschinenfabrik dauert unverändert fort. Ebenso Achtung, Metallarbeiter! Der Streit der Dreher in der der Formerstreit bei Grunauer. Beide Firmen suchen auswärts Erfagkräfte und bitten wir deshalb dringend die auswärtigen arbeiterfreundlichen Blätter um Nachdruck dieser Notiz. Auch der Streik der Nadler bei der Firma Heinze dauert fort. Zuzug ist streng fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Drisverivaltung Berlin. Die Rollkutscher vom Anhalter Bahnhof haben die Arbeit zu den alten Bedingungen wieder aufgenommen. Einige der Streifenden sind nicht wieder eingestellt worden, sie werden bis auf weiteres aus der Verbandskasse unterstügt. Der Streit der Fensterpuker beim Internationalen ReinigungsInstitut( Inhaber Nelken) ist noch am Donnerstag durch gegenseitige Vereinbarungen beendet worden. Den Arbeitern wurde ein Mindest lohn von 19 M. pro Woche garantiert und hat Herr Nelken die sonstigen Bestimmungen des im Berufe geltenden Tarifs durch Unterschrift anerkannt. Die Arbeiter haben infolge dessen am Freitag früh sämtlich wieder die Arbeit aufgenommen. Deutsches Reich. Sociales. Auf dem internationalen Kongreß zur Bekämpfung des Mädchen. handels wurde auch am Donnerstag in demselben Geiste weiter verhandelt und beschlossen, wie schon am ersten Tage. Viel Wohlwollen, viel Gerede von Sittlichkeit und Gottes Hilfe, im übrigen fein andrer Rat wie Belehrung der Behörden und härteste Strafen für die Mädchenhändler. Dagegen hat der Kongreß der großen Herren allerdings gezeigt, daß er über die Ursachen des Uebels, das er bekämpfen will, und über ernsthafte Mittel zur Beseitigung der Urfachen gar nicht belehrt sein will. Es nahm nämlich Frau Henriette Fürth das Wort, um die sociale Grundlage der Prostitution und des Mädchenhandels zu beleuchten. Sie sprach von der wirtschaftlichen Not und der Ausbeutung, wies auf die Notwendigkeit des Arbeiterinnenschutzes hin und die Förderung der Gewerkschaften, Sicherung austömmlicher Löhne und Hebung der Volksbildung. Solche Töne waren der vornehmen Gesellschaft höchst unwillkommen, Zischen und lebhafte Unterbrechungen waren das Echo, und der Vorsitzende, ein Herr Senator Saburoff aus Petersburg, beeilte sich, die Rednerin auf den Ablauf der Redezeit aufmerksam zu machen. Für die meisten der Beteiligten scheint die ganze Sache nicht mehr wie ein vornehmer Modesport zu sein. In drei Jahren soll in Paris ein neuer Kongres abgehalten Ein Krankenkassenstreit. Zur. Lohnbewegung der Textilarbeiter im Vogtlande wird uns aus Meerane telegraphisch gemeldet, daß als Antwort auf den werden. Unternehmertarif gestern mittag 2500 Tertilarbeiter in den Ausstand getreten sind. Sämtliche Fabriken stehen ſtill. Zur Bolenfrage. In einer am 8. Oktober in Posen abgehaltenen stark besuchten Versammlung der Mitglieder des Wahlvereins wurde Stellung genommen zur Einigungskonferenz und drei Genossen hierzu delegiert. Die Versammelten waren sich darin einig, daß die Genossen in Posen, ganz gleich welcher Nationalität, das Bestreben haben müßten und auch haben, mit der socialDie Firma Fuhrmann 1. Comp. in Magdeburg, die das Schank An dem Streit in den Köln- Lindenthaler Metallwerken sind gewerbe und außerdem ein kaufmännisches Geschäft betreibt, hatte demokratischen Partei Deutschlands geschlossen zu marschieren; sie Schloffer, Dreher, Schleifer, Former und Hilfearbeiter beteiligt, imbie Angestellten des ersteren bei der Orts- Krankenkasse für das tönnen eine Nebenorganisation nicht anerkennen. Die nationalen Eigenheiten sollten nicht angetastet werden. Da sich aber in zwei bie Maßregelung von 16 organisierten Arbeitern, nachdem schon seit den Gewerbebetrieb der Staufleute jahrelang versichert. Als den Kaffen ganzen etwa 350. Den unmittelbaren Anlaß zu dem Ausstande gab Schankgewerbe und die des lekteren bei der Orts- Krankenkasse für Organisationen nicht arbeiten läßt, muß sich die Sonder organisation der Polen, die B. P. G. auflösen und sich den längerer Zeit Herabjegungen der Accordlöhne sowie Chikanierungen dieses Sachverhältnis und zugleich die Thatsache bekannt wurde, daß Beschlüssen der deutschen Socialdemokratie fügen. Die Resolution, von uns bereits mitgeteilten Vorgänge eine erhebliche Rolle unter in ihrem Handelsgeschäft, da vereinbarten sie, daß vom 1. Juni seitens der Meister vorausgegangen waren. Außerdem spielen die im Gastwirtsbetriebe der Firma dreimal soviel Leute beschäftigt find als die in einer in Berlin abgehaltenen Versammlung der P. P. S. den Ursachen des Streiks. In dem Betriebe werden hauptsächlich 1901 ab sämtliche in beiden Betrieben der Firma beschäftigten verangenommen wurde, wurde bedauert, die Delegierten wurden jedoch moderne Metallmöbel und Fahrräder angefertigt. Die Streikenden sicherungspflichtigen Personen der Kasse für das Gastwirtsgewerbe beauftragt alles zu thun, um eine Einigung herbeizuführen. ersuchen um Fernhaltung des Zuzuges. Man wollte damit den Vorschriften des§ 19 angehören sollten. Ein langjähriger Parteigenosse, der Das christliche Reichs- Arbeiterfefretariat, welches bekanntlich, Abfay 4 des Krankenversicherungs- Gesetzes nachkommen, worin es Cigarrenarbeiter Eggers in Wandsbed, ist nach kurzent, einem Beschluß des christlichen Gewerkschaftstongreffes zufolge, am heißt: Sind mehrere Gewerbszweige oder Betriebsarten zu einent schwerem Leiden im 70. Lebensjahre verschieden. Er ist einer von 1. Oftober in Berlin errichtet werden sollte, bleibt einstweilen noch Betriebe vereinigt, so gehören die in diesem beschäftigten versicherungsder alten Garde", die immer mehr zusammenschmilzt. In den ein frommer Wunsch des Herrn Mumm und seiner christlichen Gefolg- pflichtigen Personen derjenigen Orts- Krankenkasse an, welche für den 60er Jahren gründete er mit einigen andern Genossen die Wands- schaft. Die Leutchen sind zu der Einsicht gekommen, daß man solche Gewerbszweig oder die Betriebsart errichtet ist, wo die Mehrzahl beder Mitgliedschaft des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins. Einrichtungen im Handumdrehen wohl beschließen, aber nicht so dieser Personen beschäftigt iſt. Im Zweifel entscheidet die höhere E. ist seinen in der Jugend als recht erkannten politischen Grund- leicht ins Leben rufen kann, und sie haben ihren Plan deshalb Verwaltungsbehörde endgültig." fägen bis zum letzten Atemzug getreu geblieben. wie sie sagen- vertagt. In Wirklichkeit dürfte er begraben sein. Totenliste der Partei. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Danach sind in Dem iängerer Zeit an Hus der Frauenbewegung. neint wird. Die Arbeitszeit der Frauen. Die Kasse für den Gewerbebetrieb der Kaufleute 2c. war indessen durch die Nenordnung noch nicht ganz befriedigt. Sie forderte im Klagewege von der Gastwirtskasse noch 736 M. erfezt, die sie an Unterstügungen 2c. für drei derjenigen Angestellten von Fuhrmann u. Comp., die bis zum 1. Juni 1901 als ihre Mitglieder galten, in der Zeit vor dem 1. Juni 1901 gezahlt hatte. Unter Berufung auf Mit dem Formerstreik bei der Firma Grunauer n. Comp. beschäftigte fich am Donnerstag eine startbesuchte Versammlung der In der amtlichen Umfrage über die Verkürzung der Arbeitszeit$ 19 Absatz 4 des Gesetzes machte die Klägerin geltend, die bea Former und Berufsgenossen. Den Situationsbericht gab Plath. der Frauen wird auch die Frage gestellt, ob zwvedmäßig und aus- treffenden Leute feien schon damals, wenn auch bei ihr versichert, Betriebe Lohndifferenzen schon seit führbar erscheine", an den Sonnabenden und den Tagen vor Festen von Rechtswegen bei der Kasse für das Gastwirtsgewerbe versicherungsAlle acht früher als 5½ Uhr aufzuhören. Aus den schon erwähnten Aeuße- pflichtig und unterstützungsberechtigt gewesen. Das Ober- Verwaltungsgericht verurteilte die Beklagte, der Klägerin oder vierzehn Tage mußte die Lohnkommission wegen tarifwidriger rungen der hannoverschen Unternehmer kann der„ Volkswille" mit die 736 M. nebst 4 Proz. Zinsen zu erstatten. Der Vorsitzende beHerabdrückung der Accordsätze Einivendungen erheben. In letter teilen, daß auch diese Frage von den meisten Unternehmern ver merkte furz, das Urteil ergebe sich daraus, daß der Senat annehme, Zeit hatten sich die Lohnabzüge bis zur linerträglichkeit gesteigert, Als Grund für die Verneinung der Frage wird auch so daß ein Streik unvermeidlich war. Während der ersten Tage des in diesem Falle sehr häufig angegeben, daß man befürchte, 19, Abs. 4 des Gesezes enthalte nach seiner Bedeutung allStreiks fanden sich keine Arbeitswilligen ein, weshalb sich die Firma auch die männlichen Arbeiter würden davon betroffen werden. gemeine Rechtsnormen. schon zu Unterhandlungen geneigt zeigte. Durch das bekannte Ebenso wird die Befürchtung ausgesprochen, daß man dann bald Neue Arbeitsordnungen für die Gemeinde- Arbeiter wurden int Eingreifen der Vertrauenskommission des Kühnemänner= Ver- dazu gelangen könnte, den ganzen Sonnabendnachmittag freizugeben. Fürth i. B. aufgestellt und vom Magiftrat en bloc angenommen. bandes verliefen diese jedoch resultatlos. Hierauf wollte Beide Gründe, wenn sie zutreffend find, können uns mur veranlassen, Die tägliche Arbeitszeit für die in der städtischen Gasanstalt BeHerr Grunauer die Differenzen mit seinen Formern selbst er mit um jo größerer Entschiedenheit für diese Maßregel einzutreten; schäftigten ist darin auf acht Stunden, für die sonstigen Gemeinde- Arbeiter auf 9 Stunden festgesetzt. Bisher betrug die ledigen. Er übersandte der Lohnkommission der Former einen beide Folgen halten wir für durchaus wünschenswert. Tarif und bemerkte dabei gleichzeitig, daß er seinen Kunden jetzt Von einigen Betrieben wird jedoch auch. zu dieser Frage eine Arbeitszeit 12 resp. 11 Stunden. Arbeiterschutz. Eine neue Verordnung für die Noßhaarspinnereien, die Beendigung des Streiks mitteilen werde. Da der Tarif aber verständigere Antwort erteilt. So sind die Betriebe der Gummiabsolut teine Verbesserungen enthielt, so lehnten die Former ein Ein- induſtrie mit einem früheren Schluſſe einverstanden. Ein Betrieb Haare und Borstenzurichtereien, Bürsten- und Pinselmachereien gehen darauf ab und streiften weiter. Mittlerweile war es der schlägt 5 Uhr vor, ein andrer 4 Uhr, da erfahrungsgemäß an diesen dürfte in nächster Zeit zu erwarten sein, da der Bundesrat in seiner die Arbeit den Arbeiterinnen nur fehr schwer legten Sigung entsprechenden Ausschußanträgen zugestimmt hat. Firma gelungen, aus Leipzig und Chemnitz Arbeitswillige heran- Tagen bolt der Hand gehe. In einer dritten Fabrit ist der ein. Am Donnerstag jedoch gelang es den Streifenden, mit Arbeitsschluß an ben genannten Tagen schon feit längere Letzte Nachrichten und Depeschen. zuziehen; infolgedessen ließ sie sich auf weitere Verhandlungen nicht festgesetzt und zwar wird gearbeitet einem neu zugereisten Arbeitswilligen ein vernünftiges Wort Beit auf 3%, Uhr festgefest zu reden. Dieser bearbeitete in der Fabril feine Stollegen bon 6 Uhr morgens bis 1/24 Uhr mit je stündiger Frühstücks- und inid die Folge war, daß schon ant Nachmittage samt Mittagspause."" In der Ultramarinfabrikation würde der Arbeitsliche Arbeitswilligen die Fabrit verließen. Herr Grimaner ver- schluß an den genannten Tagen sich ohne große Nachteile auf 5 Uhr In einem Betriebe der Geschäftsbücherfabrikation sprach ihnen zwar alles mögliche. So z. B. sollten sie Freibier verlegen laffen. haben, so viel sie nur trinken wollten. Ja er bot den erfolgt der Arbeitsschluß an den Sonnabenden bereits um 2 Uhr arbeitswilligen kernmachern einen Stundenlohn nachmittags. Dies hat sich als sehr praktisch erwiesen und wird von bon 60 Pf., während die Streikenden nur 38 Pf. der Arbeiterschaft gern anerkannt." gefordert hatten! Das war jedoch vergeblich. Die Arbeitswilligen reisten ab. Die Formerwerkstatt ist jetzt wieder leer. Der Verkehr mit den Streifbrechern wird den Streifenden außerordentlich erschivert durch das Vorgehen der Polizei gegen die Streifposten. Oft sind vier bis fünf Schuyleute vor der Fabrik postiert, und wer auf ihre Aufforderung hin nicht gleich weiter geht, der wird kurzerhand sistiert; so find an manchen Tagen wohl ein halbes Dußend Sistierungen erfolgt. Troy alledem ist der Stand des Streikes ein zufriedenstellender, die Former hoffen auf einen baldigen Vergleich. Alus Induftrie und Handel. Korrespondenz: Ueber die Konkurrenz in der Müllerei schreibt die Arbeitsmarkts Defraudationen. Brag, 10. Oftober.( W. T. B.) Bei der hiesigen St. Wenzels vorschußtasse wurden nach dem Tode eines ihrer höheren Beamten bedeutende Unterschlagungen entdeckt, was zur Folge hatte, daß der Präsident der Vorschußtaffe Monsignore Drozó und der Buchhalter Kohoft von ihren Aemtern suspendiert werden. Die weiteren Erhebungen ergaben noch andre fehlbeträge. Der gewesene Bsident wurde nach dem Berhöre in Haft behalten. Int Laufe des heutigen Tages wurden der Oberbuchhalter Hartwig und der Buchhalter Hueber verhaftet. Die Höhe der defraudierten Summe beträgt nach den angestellten Untersuchungen über drei Millionen Kronen. Der Beginn der Unterschlagungen reicht Die zunehmende Erschwerung des Erports steigert die schon 20 Jahre zurück. Durch Aufstellung falscher Bilanzen und infolge lange bestehende Uebererzeugung an Mehl noch fortgefeht. Wenn mangelhafter Kontrolle war es möglich, daß die Defraudationen bis auch der Zahl nach die Kleinbetriebe vorherrschend sind, ihr Anteil jetzt unentdeckt blieben. Belgrad, 10. Oftober.( W. T. B.) Nach amtlicher serbischer an der Mehlerzeugung ist doch in stetigem Rüdgang begriffen. Die In der Versammlung wurde unter anderm auch mitgeteilt, daß Safenplähen überschwemmen das Land bis in die kleinsten Ort- und Arnanten zu einem Zusammenstoß; auf beiden Seiten gab großen Tampfmühlen am Rhein und namentlich in den norddeutschen Quelle kam es bei Kumanovo in Alt- Serbien zwischen Serben bei der Firma Borsig die vor kurzem gemachten zusagen nicht schafter hinein mit ihren Produkten. Die Hamburger Riefenmühlen es Tote und Verwundete. Die Gerben sollen acht Tote innegehalten worden seien. Am Mittwoch ist bereits wieder eine reißen mehr und mehr das Weizenmehlgeschäft an sich. In Gegenden, gehabt haben. Aus Nisch wird gemeldet: Zwischen den BlockKommission dieserhalb beim Direktor Dorn vorstellig geworden. Dieser hat die zugefagte Bahlung für porösen Guß für diesmal wo sonst schlesische, preußische, mecklenburgische und fächsische Marken häusern Beſſoliza und Jablowdan schossen Albanesen aus einem zwar noch bewilligt, jedoch durchblicken lassen, daß dies in Zukunft gehandelt wurden, trifft man jezt überall die Marken jener Groß- Hinterhalt auf eine serbische Patrouille, töteten einen serbischen Solnicht mehr geschehen werde. Unter solchen Umständen sei es leicht die ganz besonders assischen Roggen einzufanfen Gelegenheit haben, mühlen an, denen jede Konkurrenz unterliegt. Die Stettiner Mühlen, daten und verwundeten drei Mann schwer. möglich, daß, nachdem der Dreherstreit beendet, in nächster Zeit dort machen den Provinzmühler im Roggenmehlgeschäft gleichfalls verwieder ein Formerstreit ausbricht. nichtende Konkurrenz. Tie Ursache der gewaltigen lebererzeugung, Kartonarbeiter und Arbeiterinnen. Eine am Donnerstag ab- an der die mittleren und fleineren Mühlen zu Grunde gehen, ist gehaltene Versammlung befaßte sich mit zwei Werkstubenstreiks, durch darin zu suchen, daß die Exportmühlen keinen Absatz im Ausland Landeshauptmann Asker. die die Angehörigen dieser Branche des Buchbinder- Verbandes finden und daher gezwungen find, ihre Produkte auf dem Inlandswieder einmal bewiesen haben, daß auch sie im stande und gewillt marfte abzusetzen. Dabei verkaufen die Exportmühlen auf Lieferung find, für eine Verbesserung ihrer meist sehr elenden Lebenslage ge- für das ganze Jahr, weil es ihnen leicht wird, sich mit ausländischem meinsam einzutreten. Bei der Firma Mag Bed, Adalbertstraße, Getreide zu decken. Den binnenländischen Mühlen fehlt aber diese war es den Arbeitern mit Hilfe der Organisation gelungen, die zahl- Möglichkeit. Diefelben tönnen nur auf ganz furze Lieferung ein reichen Mißstände einzuschränken und einige Verbesserungen der und verkaufen, während die Stundschaft lieber für das ganze Jahr Arbeitsbedingungen durchzusehen. Statt der 10stündigen wurde die abschließen will. Die Mehlpreise haben infolge des außerordentlichen stündige Arbeitszeit eingeführt; für Ueberstunden, durch die die Angebotes einen Tiefstand erreicht, der zu den Getreidepreisen in Arbeitszeit oft auf 15, ja 17 Stunden ausgedehnt wurde, gelang es, feinem Verhältnis mehr steht. Stockholm, 10. Oftober.( W. T. VB.) Die Regierung hat eine Kommission beauftragt, einen Vorschlag zur Einführung eines proportionellen Wahlmodus bei den Wahlen zur zweiten Kanuner des Reichstages auszuarbeiten. Der Vorsitzende der Kommission ist der Die Kommission besteht aus drei Mitgliedern der Ersten und drei Mitgliedern der Zweiten Kammer, außerdem gehören derselben Professor Phragmen und Schriftsteller Evensen aut. München, 10. Oktober.( B. S.) Wie wir vernehmen, wird die Einführung der neuen Kriegsartikel denmächst auch für das bayrische Heer durch das„ Militär- Verordnungsblatt" verfügt werden. Die Bergarbeiter- Bewegung in Frankreich. Paris, 10. Oftober.( W. T. B.) Ministerpräsident Combes hatte mit dem Arbeitsminister eine Unterredung über die infolge einen Zuschlag von 20 Proz. festzusetzen. Nun tam ein neuer Werf- Bom Kohlenmart. Schon fürzlich wurde an dieser Stelle hervor- des Gesamtausstandes zu ergreifenden wirtschaftlichen Maßnahmen führer in die Werkstube und diefer suchte dann diese kleinen Er gehoben, daß im schlesischen Kohlenrevier die Lage fich eher ver- fowie über die Frage, ob ein zweites den Ausstand ankündigende rungenschaften wieber rüägängig zu machen und den Prozent- chlechtert als verbessert hat. Der Minderverkauf an Industriekoble Schreiben des Bergarbeiter- Berbandes von der Regierung bezuschlag wieder abzuschaffen. Aeltere Arbeiter, die sich dem nicht wird durch den etwas stärkeren Verkauf von Hausbrandtohle kaum antwortet werden solle oder nicht. fügen wollten, wurden ohne weiteres entlassen. Das war der Grund, gedeckt und während sonst Ende September eine allgemeine Der Präsident des Vereins der Kohlengewerke richtete an den weshalb bor anderthalb Wochen sämtliche Arbeiter bis auf Belebung des Geschäfts einsetzt, macht macht sich int diesem Ausschuß des Bergarbeiter- Verbandes ein scharf ablehnendes zwei in den Streif traten. Der Firmeninhaber aber wollte Jahre eine Abschwächung bemerkbar. Eine Bestätigung hierzu Antwortschreiben, in welchem es heißt: Indem Sie Bie Forderungen: Weiterzahlung des Zuschlags, Wiedereinstellung liefert ein Breslauer Telegramm der„ Vossischen Zeitung", in dem es fich an unfren Verein wandten, welcher, wie Sie wiffen, teine der Gemaßregelten und Anerkennung der Organisation, nicht be- heißt: In der letzten Zeit sind auf fast allen Gruben Feierschichten Befugnis hat. Ihre Forderungen zu beantworten, wollten Sie willigen und erflärte: er wolle Herr im Hause sein. Inzwischen ist eingelegt worden, auch die Ballestremschen Gruben haben während offenbar nur die öffentliche Meinung irreführen; aber dieselbe wird es ihm gelungen, seine Werfftube mit Streifbrechern zu besetzen, so der letzten Zeit in jeder Woche für einen Tag die Förderung auf den unter der Maste von wirtschaftlichen Forderungen von Ihnen daß der Streit zur Zeit als aussichtslos anzusehen ist. Anders ver- sämtlichen Schächten eingestellt. verfolgten revolutionären Zwed leicht erfemi, ne lief der Streit der Zuschneider der Kartonfabrik von Geißler, Rungestraße. Hier gelang es innerhalb zwei Tagen, einen nennens Bertanfsvereinigung der rheinischen Gementfabrikanten. Die Der amerikanische Rohlenarbeiter- Streif. Die aus Dortnumb: werten Lohnzuschlag, Bezahlung der Feiertage und Anerkennung der Rheinisch- Westfälische Zeitung" meldet New York, 10. Oftober.( B. S.) Der Präsident des Gruben. gesetzlichen Kündigungsfrist durchzusetzen. Und dieses gute Refutat rheinisch- westfälischen Cementfabrikanten befchloffen in ihrer heutigen arbeiter- Sunditats Mitchell erflärte in einem Interview, er sei überhaben die Arbeiter wesentlich dem Umstand zu verdanken, daß die Versammlung die Annahme des vorliegenden Vertragsentwurfs zur zeugt, daß die Grubenbefizer nachgeben werden. Arbeiterinnen der Firma erflärten, sie würden auf keinen Fall Zu- Bildung einer Verkaufsvereinigung. Zum Abschluß des Vertrages New York, 10. Oftober.( W. T. B.) Der Bicepräsident der Hudsonschnitt von Arbeitswilligen verarbeiten und, wenn das verlangt findet im Laufe dieses Monats eine Versammlung statt. Nach Kon- und Delaware- Eisenbahn Wilcor richtete an den Präsidenten Roosevelt werde, sofort sämtlich die Arbeit niederlegen. Der Referent ftituierung der Verkaufsvereinigung foll mit den benachbarten Gruppen ein Schreiben, in welchem er den Präsidenten ersucht, daß die Brückner hob dieses solidarische Verhalten der Arbeiterinnen rüh eine Einigung angestrebt werden. Bundesregierung gegen die Bergleute auf gerichtlichem Wege mend hervor und wies darauf hin, welche Macht die Arbeiter und Zur Lage in der Eisenindustrie. Nach einer„ Laffan"-Meldung vorgehe auf Grund der Thatsache, daß eine Verschwörung bestehe Arbeiterinnen der Kartonfabriken zur Verbesserung ihrer wirtschaft- stehen in den Düsseldorfer großen Nöhren- und Eisenwalzwerken, zur Unterbindung des Binnen- Handelsverkehrs. Von maßgebender lichen Lage entfalten können, wenn sie fest zusammen halten. Die welche gegen 2000 Leute beschäftigen, größere Arbeiterentlassungen Seite heißt es, daß Bilcog sämtliche Grubenbesitzer vertrete. | Berantwortl. Redakteur: Carl Zeid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 238. 19. Jahrgang. eting Arbeitgeber! erklärt: Achtung, Gewerbegerichtswahl! Sonnabend, 11. Oktober 1902. die Auf einen wesentlichen Unterschied in der Auffassung der feien Anzeichen bemerkt worden, die auf einen Bluterguß in Arbeiter und Unternehmer wies Genoffin Frl. Jmle nachdrücklich den Unterleib deuteten. Die Angelegenheit solle der Staatshin; bei den Unternehmern handelt es sich im Grunde um anwaltschaft übergeben werden, damit festgestellt werde, ob der gegen humanitäre Zwecke, bei den Arbeitern dagegen um den ärter gehegte Verdacht, den Tod Stegmanns Zur Einsichtnahme in die Wählerliste für diejenigen Arbeitgeber, eine Einrichtung, deren hauptsächlichster Zwed es ist, geregelte, verschuldet zu haben, begründet sei. benen es an Zeit mangelt, haben sich folgende Genossen bereit tarifliche Arbeitsbedingungen einzubürgern, die übrigens auch im berschuldet zu haben, begründet sei. Wie Stegmann in die Jfolierzelle gekommen war, darüber wohlverstandenen Interesse der Unternehmer liegen. Im übrigen Zweiter Wahlkreis. 5. Wahlbezirk: Kumbke, Bülowstr. 59.versteifte sich Fräul. Imle so wenig wie die andren Vertreter der wurden seiner tieferschütterten Frau von dem zuständigen Anstaltsarzt 8. Wahlbezirk: Baul Scholz, Boffenerstr. 1. Ecke Barutherstraße. Arbeiter, die Genossen Boesch, Bühsing, Scheffer, sowie die folgenden Mitteilungen gemacht: In der Nacht vom 2. zum Dritter Wahlkreis. 11. Wahlbezirk: Schneider, Dranienfir. 171; der bekannte Nationalsociale Tischendörfer auf den Stutt 3. Oftober hätten zwei Pfleglinge versucht, aus der Anstalt zu ents M. Schönemann, Staligerstr. 7; Grundmann, Naunynstr. 78. garter Beschluß, um jede Fürsorge für Nichtorganisierte abzulehnen. fliehen. Die allgemeine Aufregung, die hierdurch nicht nur unter 17. Wahlbezirk: Ladewig, Kommandantenstr. 65; Lier, Alte Jakob- Bei Tischendörfer ist das selbstverständlich, da er seiner Zeit schon dem Wartepersonal, sondern auch unter den Kranken hervorgerufen Straße 119; Lenz. Alte Jakobfir. 69; Fellgentreff, Oranienstr. 66. in Stuttgart aus diesem Grunde gegen die Resolution stimmte. worden sei, habe zu einem Streit zwischen Stegmann( von dem Vierter Wahlkreis. 14. Wahlbezirk: Paul Boehm, Laufizer- Aber auch die andren Redner erklärten, vorläufig läge kein übrigens nicht ganz feststehe, ob er nicht als Dritter an dem Fluchtplay 14/15, Liebrandt, Stalizerstr. 69, Erbe, Cubrystr. 25, Tolls Grund vor, boit dem Beschlusse abzugehen, da niemand dorf. Görligerstr. 58.- 20. Wahlbezirk: Schulz, Blumenstr. 38, einen branchbaren Weg zur Versicherung der unorganisierten Arbeiter berjuch beteiligt gewesen sei) und seinen Wärter T. geführt. Frante, Zorndorferstr. 8, Bluhme, Gubenerstr. 6, Thielle, Pallifaden gezeigt habe; sollten die auseinandergehenden Ansichten sich klären T. habe den Stegmann, der sich sehr aufgeregt benommen habe, in Straße, Ede Friedenstraße. und schließlich bis zu einem bestimmten gangbaren Borschlag ver die Jfolierzelle gebracht und ihn die Nacht hindurch darin belassen. Fünfter Wahlfreis. 29. Wahlbezirk: Wilfe, Linienstr. 217, Ecke dichten, so würden die Arbeiter gern bereit sein, ihre Hand zur Am Morgen sei Stegmann dann tot aufgefunden worden. Rüderstraße. Mitarbeit zu bieten. Genossin Jmle führte sogar aus, es würde Diese Angaben werden ergänzt durch eine schriftliche, von der Sechster Wahlkreis. Wahlbezirk 32. Krüger, Anklamerstr. 33, eine wünschenswerte Entwicklung sein, wenn fortgeschrittene amtlichen Darstellung abweichende Mitteilung, Bartels, Ruppinerstr. 49, Krohne, Zionskirchplatz 5.- Wahlbezirk 35. Gemeinden den Verwaltungen ihrer Arbeitsnachweise bestimmte Frau Stegmann aus dem Kreise der in demselben Saale wie ihr Mars Kastanien- Allee 96, Rammlow, Schönhauser Allee 134, Mengert, Summen zur Fürsorge für die Arbeitslosen zur Verfügung stellten. Mann untergebrachten Pflegtinge unaufgefordert erhalten hat. Pappet- Allee 119, Bachgänger, Swinemünderstr. 34. Wahlbezirk 38. Würde sich dieses System bewähren, so könnten später die UnterBarschke, Brummenſtr. 93, Brüschke, Hussitenstr. 30, Emil Diefe, stügungskassen der einzelnen Arbeitsnachweise in Verbindung treten Die Beschuldigungen, die darin gegen den Wärter T. erhoben Aderstr. 123. Wahlbeziel 44. Karl Anders, Salzwedelerstr. 8, und dann um so wirkungsvoller eine Centralisation über das ganze werden, sind vorläufig ebensowenig zu kontrollieren wie die amtliche Johann Pfarr, Butlizerstr. 10, Otto Vetter, Bredowsir. 11, Karl Reich anbahnen. Darstellung. Da sie aber von Frau Stegmann bereits der StaatsFischer, Waldstr. 8. Wahlbezirk 47. Adolf Abendroth, BadUeberblidt man die Gesamtheit der Verhandlungen, so erkennt anwaltschaft übermittelt worden sind, so wird ja untersucht werden, firaße 42/43, St. Heifing, Schulstr. 114, Hermerschmidt, Nazareth- man meines Erachtens deutlich, wie sehr die Entwicklung eine immer warum( wie behauptet wird) Stegmann so jämmerlich firchstraße, Ede der Turinerstraße. stärkere Berücksichtigung der Arbeiterintereffen erzwingt. Vor wenigen um Hilfe gerufen hat, ala sich der Märter mit Jahren noch von den bürgerlichen Politikern als Phantasterei mit ihm in die Isolierzelle begeben hatte.• Auch Achselzuden abgewiesen, beherrscht die Frage der Arbeitstofen darüber wird Aufklärung geschaffen werden müssen, ob Stegmann Versicherung heute die Verhandlungen aller ernsthaften Socialpolitiker, aus denen sie in absehbarer Zeit nicht wieder ver- wegen seiner Aufgeregtheit" oder nur deshalb in die Jfolierzelle schwinden wird, nicht etwa deshalb, weil in absehbarer Zeit gesperrt worden ist, weil er sich verbeten hatte, daß T. sich mitten nichts geschehen wird, sondern nur, weil nicht gleich etwas in der Nacht mit einem andern wärter laut unterhielt. Frau handelt werden. Ich teile nicht den auf dem Münchener Parteitag unterrichtet, welch schreckliches Ende ihr Mann gefunden hat und Das heutige Verhandlungsthema lautete:„ Arbeitslosen- Ver- zum Ausdruck gekommenen Pessimismus in Bezug auf diese Frage; welche schweren Beschuldigungen gegen den Wärter erhoben werden. ficherung und Arbeitsnachweis". Hierzu waren zwei Referenten ich glaube vielmehr, daß schon in den allernächsten Jahren verschiedene Die von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmte Leiche bestallt, Prof. Sertner Zürich und Dr. Freund- Berlin. focialpolitisch voranstrebende Kommunen sich ernsthaft bethätigen Stegmanns ist inzwischen, wie der Frau Stegmann an Brof. Herkner erklärte, die Frage nicht von irgend welchen theoretischen werden. Möglich ist es ja, daß bei dem Ausbau des kommunalen Freitagnachmittag mitgeteilt worden ist, wieder freigegeben Gefichtspunkten aus betrachten zu wollen, sondern lediglich mit Be- Arbeitsnachweises in der von Genoffin Jmle angedeuteten Richtung Freitagnachmittag mitgeteilt worden ist, Wenn der 11= ziehung darauf, was rater den gegenwärtigen Verhältnissen Aussicht etwas unternommen wird; für wahrscheinlicher halte ich es, daß auf worden und wird nun der Erde übergeben werden. auf Verwirklichung hat. dem Wege der Unterstützung der Gewerkschaften etwas Brauchbares glückliche Stegmann thatsächlich das Opfer einer rohen Als ersten Grundsatz bezeichnete er die Gliederung der Ver- herauskommt, handelt es sich bei ihnen doch um bedeutend ein- Mißhandlung geworden sein sollte, so wird hoffentlich der ficherung nach Berufen; von diesem Gesichtspunkte aus fönne man fachere, leichter zu übersehende Verhältnisse. Schuldige seiner Strafe nicht entgehen. Die städtische Verwaltung sich wohl für die Forderung der Gewerkschaften, diese Versicherung Ausschalten kann man die einzigen Organisationen, die auf aber wird sich ernstlicher als je die Frage vorzulegen haben, wie der allein in der Hand zu behalten, erklären. Da aber mur 14 Prozent diesem Gebiete schon etwas geleistet haben, sicherlich nicht; durch wiederholung solcher Vorkommnisse vorgebeugt aller gewerblichen Arbeiter gewerkschaftlich organisiert seien, so das Lehrgeld, das man in diesem Falle zu zahlen hätte, könnte werden kann. Das Vertrauen der Berliner Bevölkerung zu den würden Millionen von Arbeitern in absehbarer Zeit von dieser Ver- sonst leicht bewirkt werden, daß ſehr gesunde Ansätze zur Unfruchtstädtischen Irrenanstalten ist in den letzten Monaten und Wochen so ficherung nicht erfaßt werden. An Zwangsgewerkschaften, wie Elm barkeit verurteilt bleiben. Die Zukunft wird zeigen, wie berechtigt fie nach Art der Zwangsimmungen vorschlage, sei gar nicht zu denken; meine optimistische Auffassung ist. stark erschüttert worden, daß es ganz besondrer Maßnahmen bedürfen denn wie bei den Innungen würde auch bei ihnen der Einfluß auf wird, um es wieder zu befestigen. die Arbeitsverhältnisse beseitigt, die gewerkschaftliche Thätigkeit geradezu lahmgelegt werden. Da die Wählerlisten nur bis zum 16. d. M. ausliegen, liegt es im eigensten Interesse der Parteigenoffen, sofort in die Prüfung der Liften einzutreten. Wer nicht eingezeichnet ist, möge fofort die Ein tragung beantragen. Verband deutscher Arbeitsnachweise. Wolltonnenes geschaffen wird, wird die Frage ständig weiter be- Stegmann hat den Oberbürgermeister Kirschner gleichfalls davon II. Dr. V. Vorchardt. Lokales. Stadt- oder Aufsichtsrat? Für die Forderungen des Stuttgarter Gewerkschaftskongresses, Die Erjahwahl für unsern verstorbenen Parteigenossen Stadtverordneten Th. Mesner findet 5. November statt. Megner tvar die eine Subventionierung der Getverkschaften verlangen, fehlen bei Vertreter des 11. Wahlbezirks 3. Abteilung( Elisabeth- Ufer, Naunyns uns die politischen Voraussetzungen, wie ja auch Elm ihre Erfüllung bei den gegenwärtigen Verhältnissen nicht für wahrscheinlich halte. Die Voffische Zeitung" bringt in ihrer Nummer vom Freitag- straße 2c.) Am selben Tage finden die Erfazwahlen für Rudolf Auch der dritte in der Arbeiterschaft aufgetauchte Vorschlag, der abend die Notiz, daß in der letzten geheimen Sigung der Stadt- Virchow und Generaldirektor Fr. Goldschmidt statt. Goldschmidt vertrat den 9. Wahlbezirk 2. Abteilung, Virchow den 4. Wahlbezirk Tischendörfers, die Arbeitslosen- Versicherung durch Vermittelung der verordneten- Versammlung ein socialdemokratischer Stadtverordneter 3. Abteilung( Tiergartenstraße, Königin Augustastraße). große seien. " " " auf Verwirklichung, schon weil die technischen Schwierigkeiten zu Stadtrat vorgeschlagenen Regierungsrat a. D. und Bankdirektor der Rüdgang in den Schlachtungen sämtlicher Viehgattungen anZur Fleischnot. Auch im Monat September d. J. Hat in Berlin Magnus Widerspruch erhoben hat. Gegen die Nebernahme der Versicherung durch die Kommen wandte der Redner hauptsächlich den engen Wirkungskreis der Die Thatsache ist richtig und wenn die Angelegenheit jetzt, be- gehalten und ist eine Besserung auch für diesen Monat nicht zu erwarten. Der Rückgang im September, gegenüber dem korrespon Kommunen ein, während für eine staatliche Versicherung der lokale vor die Versammlung die Besprechung der Kandidatur zum Abschluß dierenden Monat des vorigen Jahres, ist ganz bedeutend und um so Unterbau fehle. Gegenüber Bestrebungen in vereinzelten Kommunen gebracht hat, in der Deffentlichkeit verhandelt wird, so mag sich Herr auffälliger, als inzwischen die Bevölkerung gestiegen ist. Von Rindern vorzugehen, hob er rühmend die Traditionen der großzügigen Magnus bei seinen Freunden, der„ Boss. Zig." und ihrem Inspirator, wurden 13 475 gegen 17 305 Stüd im Septentber 1901 geschlachtet, kaiserlichen Botschaft vom Jahre 1881 und den großen anzler bedanken. Wir haben mummehr keinen Anlaß, die uns gestern von Kälbern 11 362 gegen 11 555, 38 755 Schafe gegen 40 775, hervor, der die Invalidenversicherung für ganz Deutschland ge- abend nach Erscheinen der„ Voss. 3tg." zugegangene 134 216 Stück im gleichen Monat des vorigen Jahres. Das Manto 59 900 Schweine gegen 64 581, zusammen 123 492 Tiere, gegen Schaffen habe. Wir können gewiß nichts dagegen haben, wenn Herkner und Mitteilung über die Verhandlung der Angelegenheit zurückzuhalten. 134 216 Stück im gleichen Monat des vorigen Jahres. Das Manto andre Leute Wilhelm I. und den Vater des Socialistengesetzes Versammlung erfahren, daß Herr Magnus- über dessen Person und Tieren wurden dann noch, weil sie zur menschlichen Nahrung unDie Socialdemokraten hatten turz vor der Stadtverordneten- beträgt danach 10 724 Stück und verteilt sich auf 3830 Rinder, 193 Stälber, 2020 Schafe und 4681 Schweine. Von den geschlachteten rühmen und in dankbarer Verehrung nennen, so oft fie wollen. Tattlos in höchstem Maße ist es aber, das bei einer Veranstaltung Charakter die Socialdemokraten die denkbar besten Auskünfte geeignet befunden wurden, 222 Rinder, 50 Stälber, 17 Schafe und zu thun, zu welcher man socialdemokratische Arbeiter einlädt, erhalten hatten, was sie veranlaßte, im Ausschuß für die Wahl ein- 425 Schweine beanstandet und deshalb beschlagnahmt. denen man versichert, man lege auf ihre Mitarbeit großen zutreten von 24 ver= Aufsichtsratsmitglied Wert. Die Arbeiter bewiesen größeren Taft, indem sie diese schiedenen Aktiengesellschaften ist. Unter diesen Aktien- Aus der Magistratssitzung vom Freitag. Für den verstorbenen überflüssige Verlegung ihrer Gefühle mit Stillschweigen übergingen. gesellschaften befinden sich die Allgemeine Elettricitäts- Professor Rudolf Virchow und den Religions- Philosophen Sie überhaupt nicht zu empfinden, so weit geht die Selbstbeherrschung gesellschaft in Berlin, die durch ihre Tochtergesellschaft, die Schleiermacher soll nach einem Beschluß des Magistrats an der Arbeiter allerdings nicht. Berliner Elektricitätswerke, in direkten geschäftlichen Beziehungen Sosten der Stadt Gedenktafeln angebracht werden. Vom deren Wohnhäusern in der Schellingstr. 10 und Kanonierstr. 4 auf Zum Schluß kam der Vortragende mit einem eigenen Vorschlage heraus, nämlich, die Arbeitslosen- Versicherung an die Berufsgenossen- ur Stadt Berlin steht. Dieser Umstand der in den Ausschuß- Hofbuchhändler Bahn find 100 000 Mart zu einer Stiftung schaften anzugliedern; die Beiträge sollten von den Unternehmern verhandlungen von keiner Seite zur Sprache gebracht war für arme Näherinnen gespendet worden, deren Erträgniſſe Socialdemokraten, die sich übrigens dabei diesen nach dem Ableben einer Rugnießerin ungefämälert zukommen aufgebracht werden. Dafiir ſollte der Arbeiter aber erst in der beranlaßte tegen Anzahl lib liberaler Stadt- sollen. Der Magistrat hat die Annahme der Stiftung und die Bilzweiten oder dritten Woche der Arbeitslosigkeit unterstützt werden. Der Unterstützimg Die vom Kuratorium des In der ersten Zeit müsse eventuell die gewerkschaftliche Versicherung verordneten zu erfreuen hatten, den Wunsch auszusprechen, die dung eines Kuratoriums beschlossen. Viehhofes beantragten Erneuerungs- und Ergänzungsbauten einfegen, so daß auch die Gewerkschaften mit diesem Vorfahlage fich Beratung über die Kandidatur zu vertagen, um einverstanden erklären könnten. 1. festzustellen, ob die gemachten Mitteilungen auf Wahrheit be- für zwei Schweinehallen, Vergrößerung der Kälberhalle und EinMit einigen Worten ging er auch noch auf die bessere Organi ruhen und richtung offener Buchten zur Verladung der zu exportierenden Tiere sation des Arbeitsmarktes ein, der eine unerläßliche Vorbedingung wurden genehmigt. 2. wenn dies der Fall, Herrn Magnus zu fragen, ob er für den jeder öffentlich rechtlichen Arbeitslosen- Versicherung sei. Eine neue Verordnung, betreffend Dienstvorschrift für das Meldes Der Korreferent Dr. Freund verwarf die Forderung der Ge- Fall seiner Wahl zum Stadtrat von Berlin die Aufsichtsratsstellen werkschaften, die Arbeitslosen- Versicherung allein zu verwalten, von Aftiengesellschaften, die in geschäftlicher Verbindung mit der verfahren und den Nachrichtendienst bei Eisenbahnunfällen, ist mit dem 1. Ottober in Kraft getreten. Die neue Verodnung ist grundsätzlich deshalb, weil sie dadurch im gewerblichen Stampfe ein Stadt stehen, niederlegen wolle. viel zu großes llebergewicht über die Unternehmer erhalten würden. In der Diskussion wurde von allen Rednern, mit Ausnahme veranlaßt durch die Einstellung der Hilfszüge und Hilfsgerät- Wagen, welche die Festlegung besonderer Beftinunungen bezüglich der AusAus diesem Gedanken heraus trat er für eine Angliederung dieser eines dem Bankfach angehörigen Stadtverordneten, erklärt, daß es rüstung und Verwendung der Hilfszüge erforderlich macht. Es ist Versicherung an die paritätischen Arbeitsnachweise ein, zu deren Ein- unthunlich erscheine, Magistratsmitglieder zu wählen, die in Aftien- verfügt, daß in denjenigen Bahnbezirken, wo ein eigner Arzt- Wagen richtung die Gemeinden unter Aufhebung der privaten Bergesellschaften, welche mit der Stadt geschäftliche Beziehungen unter- noch nicht vorhanden ist, ein geeigneter Personenivagen mit Rettungsmittlungsthätigkeit gesetzlich gezwungen werden müßten. In der sich anschließenden Diskussion zeigte sich, daß die halten, leitende bezw. beaufsichtigende Stellungen bekleiden. Da es lasten, tragbaren Deden usw. anszustatten ist. In jedem Silfszuge Meinungen vollständig auseinandergingen, aber nicht etwa nur die den Anschein hatte, als ob die Majorität eine weitere Besprechung und Hilfegerät- Wagen muß ein besonderes Dienſtbuch um Meinungen der bürgerlichen Reformer und der Arbeiter gegen ein der Angelegenheit verhindern wollte, so erzielten die diffentierenden Zwecke der Eintragung der ftattgehabten Revisionen, Alarnach unsrer Schägung etwa 36-40 Stadtverordnete mierungen und Verwendung bei Unfällen vorhanden sein. Um ander, sondern auch die der einzelnen Redner aus gleichem Lager. Mitglieder Ein Rebner, Prof. Stieba- Leipzig, hält die Arbeitslosen- Ver- durch Verlassen des Saales den Abbruch der Verhandlungen, die die ständige Hilfsbereitschaft ber Silfszüge refp. Gerätewagen ficherung überhaupt für ein unlösbares Problem, er glaubt, die nunmehr nächsten Donnerstag in geheimer Sigung fortgesetzt werden zu kontrollieren, müssen jährlich mindestens zwei Marmierungen, versicherungstechnischen Grundlagen seien nicht zu beschaffen. Er müssen. Aus den Geheimnissen der städtischen Jrrenanstalten = zum darunter eine zur Nachtzeit vorgenommen werden. Die Alarmie rungen müssen unvermutet sein, es müssen dazu die sämtlichen für Tobie die maßvolle und besonnene Regierung, die sich zu keiner Dies der Sachverhalt, zu dessen Veröffentlichung uns es sei den Hilfsdienst bestimmten Beamten, Aerzte und Arbeiter hinzuUebereilung drängen lasse. Nur in dem Ausbau des kommunalen nochmals betont- die unerquidliche Veröffentlichung rein persön- gezogen werden. Die Alarmierungen dürfen nur von solchen Arbeitsnachweises stimmte er mit den andren Rednern überein. Die andren Stationen aus erfolgen, auf denen Rettungszüge oder HilfsgeräteWagen nicht vorhanden sind. Die Abfahrt des Hilfs- Sonderzuges Herren waren darin einig, daß man den Gewerkschaften die Arbeitslosen- licher Angelegenheiten liberaler Blätter veranlaßt. Bersicherung nicht überlassen könne und werde, schon weil man auch muß unter allen Umständen bei Tage spätestens 30 Minuten, bei alle unorganisierten erfassen wolle. Daß aber die Aufgabe gelöſt Nacht 45 Minuten nach Eintreffen der Unfallmeldung stattfinden. werden müsse, darüber gab es keinen Zweifel; 3. B. sagte Ab ist in der letzten Zeit mehr bekannt geworden, als manchem lieb ge- Falls es nicht möglich ist, in dieser Zeit das gesamte Bedienungsgeordneter Richard Röſide:„ das kann ich mir nicht denken, daß wesen sein wird. Heute haben wir schon wieder über ein Auf- und Hilfspersonal zusammenzuziehen, ist für die später Eintreffenden ein Staat auf die Dauer bestehen kann, wenn er sich für unfähig sehen erregendes Vorkommnis zu berichten, das sich in ein befonderer Nachzug zu stellen. Die Hilfszüge und Hilfserllären muß. dieſe Aufgabe zu lösen." Die von Herkner vor einer der städtischen Anstalten zugetragen hat. gerätschafts- Wagen müssen natürlich stets komplett ausgerüstet sein geschlagenen Berufsgenossenschaften als Träger der Versicherung wurden allgemein verworfen, ob aber staatliche, ob fommunale Es handelt sich diesmal um die Anstalt Wuhlgarten", und vor jeder Ingebrauchnahme mit frischem Trinkwasser versehen Grundlage zu fordern sei, darüber waren sich die Redner nicht einig. die zur Pflege von Epileptifern bestimmt ist. Am 3. Oktober starb werden. bit op Ein düsteres Familienbild. Die Verhaftung der den höheren Die Verbindung mit dem Arbeitsnachweis schien für das letztere zu dort der Maler Frig Stegmann. Die amtliche Todessprechen; doch schien eine kommunale Versicherung vielen zu eng. nachricht, die an demselben Tage nachmittags 5 Uhr bei seiner Frau Ständen angehörigen Frau G. wegen Blutschande erregt in den beDieser Meinungsverschiedenheit gegenüber konnten die Bertreter einlief, gab an, Stegmann sei infolge eines Anfalles" ge- teiligten Streisen großes Aufsehen. Frau G. hatte vor einigen der Arbeiter darauf hinweisen, daß sie keinen Grund hätten, von den storben; die Beerdigung solle am 6. Oktober stattfinden. Als Jahren zum zweitenmal geheiratet und zwar einen Witwer, der zwei in Stuttgart gefaßten Beſchlüſſen abzugehen; mit großer Entschieden Frau Stegmann am 4. Oktober nach Wuhlgarten" hinauslam, Söhne und eine Tochter in die Ehe einbrachte. Letztere führte zu heit trat auch ein Mitglied eines Hirsch- Dunderschen Gewerkvereins, unter Anstrengung der Scheidungsflage das Haus des Mannes zu Czarnetli, dafür ein, daß die Verwaltung der Arbeitslosen- Versicherung wurde ihr( wie sie uns mitteilt) eröffnet, daß ihr Mann zunächst großen Zwiftigkeiten, bis sich schließlich die Frau veranlaßt sah, Er sei am 3. Oftober morgens verlassen und mit den Stiefkindern, die zu ihr hielten, eine möblierte lediglich den Arbeiterorganisationen gebühre, da ja dieſe allein bisher nicht beerdigt werden könne. brauchbare Einrichtungen geschaffen haben, die fich zum Teil schon 7 Uhr tot aufgefunden worden und zwar in der Wohnung zu beziehen. Der Ehemann, der gleichfalls nach einem jahrzehntelang bewährt hätten. Isolierzelle! Die Leiche sei bereits ſeziert worden, dabei Scheidungsgrund suchte und seine Frau im Verdacht hatte, mit 7146. " " Betreiben des Mannes wurde nunmehr das Strafverfahren wegen den man für 3 M. nicht bekomme, nehmen und einen anständigen ſtändnißesthaus in Aussicht ſtehe, wenn er die milbernden Ums feinem jüngsten Sohne sträflichen Verkehr zu pflegen, veranlagte die die Mangelhaftigkeit der Vorlage hervorgehoben und fritisiert.| flagebehörde vertritt Staatsanwalt Neigert, die Verteidigung liegt in Wirtin der neuen Wohnung, durch ein winziges Loch, das sie in die Die Vorlage wurde angenommen. Die beabsichtigte den Händen des Rechtsanwalts Dr. Schwindt und Justizrafs Thür des Schlafzimmers gebohrt hatte, seine Frau zu beobachten. Anstellung eines Heizers für das Realgymnasium gegen einen Tage- Dr. Sello. As Sachverständige sind Gerichtschemiker Dr. Jeserich, Diese Beobachtungen hatten auch ein Ergebnis. Nach kurzer Zeit lohn von 3 M. veranlaßte die Stadtv. Ostermann( Soc.) und Schulrat Grabow, Graphologe Langenbruch und die Gerichtssekretäre konnte die Wirtin dem Manne melden, daß sie von ihrem Preßler( Soc.), sich gegen eine derartige niedrige Entlohnung Altrichter und Drogolin zur Stelle. Der Angeklagte blieb bei dem Widerruf seines früheren Ges Posten aus den strafbaren Umgang wahrgenommen habe. Auf energisch auszusprechen. Man sollte lieber einen tüchtigen Fachmann, Der vorgehalten, daß Blutschande gegen die Ehefrau und deren Stiefsohn eingeleitet und Lohn zahlen, zumal in der Schule in der Knesebeckstraße seiner Zeit die Anklage erhoben. daß man einen stände verwirke und da habe er in seiner Verwirrung vorgezogen, Auf Antrag des Verteidigers der beiden An- 3000 m. Schaden daraus erwachsen seien, geflagten, Rechtsanwalt Dr. Lubszinski wurde nochmals in eine ungeeigneten Mann mit der Bedienung der Heizungsanlage betraute. eine Strafthat einzugestehen, welche er nicht begangen habe. Würde er das Testament selbst geschrieben haben, so würde er sich gewiß umfangreiche Voruntersuchung eingetreten, insbesondere die Wohmmg Die Mehrheit stinmite aber für den Dreimarkmann. nicht zum Universalerben eingesezt, sondern auch feine durch den Untersuchungsrichter einer eingehenden Prüfung unter- Aus Rigdorf. Um sich vor dem Verbrennungstode zu Inzwischen ist ein worfen, ob die fraglichen Wahrnehmungen in der geschilderten Weise bewahren, sprang in der Nacht zum Freitag die bei dem Kaufmann Verwandten entsprechend bedacht haben. möglich wären. Obwohl das Ergebnis für die Angeklagten nicht Hirsch, Fuldastr. 61, bedienstete 18jährige Martha Hannemann aus Umstand hinzugetreten, der bestimmt war, zur Entlastung des ungünstig ausfiel, gelang es doch dem Ehemann, weiteres Beweis- ihrer in der 3. Etage belegenen Kammer auf den asphaltierten Hof Angeklagten zu dienen, aber zu seinem Nachteile ausgefallen material zusammen zu bringen, so daß mumehr wegen des hinab und zog sich bei dem Fall lebensgefährliche Verlegungen zu. ist. Am 22. Mai d. J. lief bei dem Rechtsanwalt Dr. Schwindt ein dringenden Verdachts die Verhaftung erfolgte. Es wird vermutet, daß das Mädchen im Bett gelesen hat, darüber Brief ein, der angeblich von einer weiblichen Person herrührte. DieEine ausgedehnte Verkehrsstörung im Straßenbahn- Betriebe gab eingeschlafen ist und die Lampe umgeworfen hat. Hierbei geriet felbe erklärte, daß der in Untersuchungshaft befindliche Angeklagte Bett in Brand. Als nun die Unglückliche erwachte und das Feuer unschuldig sei. Sie sei diejenige gewesen, der die Verstorbene das es gestern morgen am Spittelmarkt, woselbst eine Erneuerung der Kurven und Weichen dringend notwendig geworden war. Um eine sah. sprang fie in ihrer Angst zum Fenster hinaus. In hoffnungs- legte Testament zu Gunsten Seidels diktiert habe, sie wolle sich nur Betriebsunterbrechung zu verhindern, wurden die Arbeiten in der losem Zustande wurde die Schwerverlette im Krankenhause am nicht zu erkennen geben, weil sie eine Scheu davor habe, mit dem Gericht zu thun zu bekommen. Die Tinte, die zu diesem Schreiben Nacht vom Donnerstag zum Freitag ausgeführt, jedoch bei dem Urban aufgenommen. Das Feuer wurde von Hausbewohnern gelöscht.großen Umfange und den Schwierigkeiten der Geleisanlagen konnte Von einem schweren Unfall betroffen wurde gestern auf dem Neubau benutzt worden war, ist vom Gerichtschemiker Dr. Jeserich untersucht die Fertigstellung nicht vor der Betriebsaufnahme erfolgen. Die Richard play 20 der Steinträger Mattus check aus der Schön- worden. Er hat feſtgestellt, daß es eine gleichartige Tinte ist, wie Wagen fonnten nur ruckweise durchgelassen werden und so fammelten weiderstraße 22. Infolge eines unglüdlichen Zufalls fiel aus der fie zum Schreiben des gefälschten Testaments benutzt wurde. Die Verteidiger hatten eine Anzahl Entlastungszeugen geladen, sich zu beiden Seiten des Spittelmarktes endlose Reihen von Straßen- zweiten Etage ein Mauerstein herab, welcher den M. auf den Kopf bahnzügen an, die sich bis zum Molkenmarkt und Dönhoffplatz er- traf, so daß der Bedauernswerte nicht nur eine schwere Kopf welche übereinstimmend bekundeten, daß sie den Angeklagten als einen streckten. Auch an der Münz- und Schönhauserstraßen- Ecke erfolgten verlegung, sondern auch eine Gehirnerschütterung erlitt. Nach An- reellen achtbaren Mann kannten, dem sie eine solche That nicht zugestern morgen aus gleichem Anlaß größere Verkehrsstörungen. legung eines Notverbandes mußte M. daher nach dem Kreis- Kranken- trauen könnten. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Schwindt, wurde auch als hause in Britz überführt werden. Zeuge vernommen, der bekundete, daß der Angeklagte ihm mitgeteilt Zu Gerüchten von einem Raubmord gab ein Leichenfund in KarlsIn Wilmersdorf plant man, so weit höhere Schulen in Betracht habe, daß er zu der verstorbenen alten Tante in Beziehungen intimer Horst Veranlassung. In der Nacht zum Sonntag sah ein Streckenwärter der Schlesischen Bahn an einem Uebergange zivei Männer, fommen, eine Erhöhung des Schulgeldes für auswärtige Schüler. Art gestanden habe. Der Zeuge habe ihm gesagt, daß er dies dem anscheinend Bereiter von der Karlshorster Rennbahn, mit einem während am Gymnasium z. B. das Schulgeld für einheimische Untersuchungsrichter mitteilen möge. Dies sei seines Wissens auch Schüler auf dem alten Satz von 120 M. stehen bleiben soll, will geschehen. Auch dem Zeugen gegenüber habe der Angeklagte andritten beschäftigt, der am Boden lag. Als er sich der Gruppe die Schuldeputation es für auswärtige auf 150 m. jährlich erhöht fangs ein Geständnis abgelegt, dies aber später unter den Anzeichen näherte, liefen die beiden davon, der dritte lag tot auf dem Geleiſe, ein Eisenbahnzug war über ihn hinweggegangen und hatte ihm die wissen. Die Gemeindevertretung, die sich in ihrer nächsten Sizung heftigster Erregung widerrufen. Er habe eine zu große Angst vor Brust zermalmit. Der Tote wurde festgestellt als ein Schlächter- mit diesem Vorschlage zu beschäftigen hat, wird zweifellos ihre Zu den Zuchthause gehabt und deshalb lieber die That eingestanden. Trotz aller Vorhaltungen des Verteidigers habe der Angeklagte auf gefelle Otto Beznic, der Sohn eines Tischlermeisters aus Stölzig ſtimmung dazu geben. dem Widerruf beharrt. Die Zeugin Schäfer bekundet, daß sie viele Jahre hindurch mit Die letztere habe der verstorbenen Frau Seidel verkehrt habe. mehrere Testamente geniacht, dieselben aber ebenso oft wieder zurückDer Angeklagte Seidel sei niemals in einem dieser gezogen. Von einem Verhältnis zwischen dem Testamente bedacht worden. Angeklagten und der Verstorbenen hat die Zeugin nie etwas bemerkt. Sie hält es nicht für möglich, daß die alte Dame ein Testament in der Form abgefaßt haben sollte, wie es vom Angeklagten vorgelegt worden ist. in der Neumark. Der junge Mann war früher in Ober- Ein Opfer des Eisenbahnbetriebs. Von einem Vorortzug, der und zuletzt in Nieder- Schöneweide beschäftigt. Am Sonnabend hatte er Donnerstagabend von Dranienburg abging, ist gegen 11 1hr der in Berlin Rechnungen einfassiert. Trotzdem fand man bei der Leiche Streckenarbeiter Bo dusch aus hohen neuendorf turz vor nur einen ganz geringen Geldbetrag. Diese auffallende Thatsache, Stolpe überfahren worden. Im entsetzlich verstümmelten Zustande das sonderbare Verhalten der beiden Männer und andre Umstände wurde der Unglückliche zunächst im Zuge vom Arzt Dr. Ludwig verließen mum den Verdacht aufkommen, daß an dem Manne ein bunden und dann nach der Charité gebracht, wo er gleich nach der Kapitalverbrechen verübt worden sei und daß die Verbrecher ihn als Ginlieferung verstarb. Der Getötete, der die Strecke bereits seit Leiche auf die Schienen gelegt hätten, um den Anschein eines Selbst- 20 Jahren revidiert hat, hinterläßt eine Witive und zwölf Kinder, mordes zu erwecken. Zu diesem Zwecke, glaubt man, sei auch ein von denen das jüngste erst zwei Jahre alt ist. Abschiedsbrief an Angehörige, den man bei den Toten fand, ge= fälscht worden. Das Ergebnis weiterer Ermittlungen aber spricht nicht für ein Verbrechen, sondern für einen Selbstmord und die Echtheit des Abschiedsbriefes. Der Beweggrund ist darin zu suchen, daß der junge Mann das Geld im Spiel verloren hat. Zur Bahnhofsfrage in Spandau wird berichtet, daß der neue Eine Schwester des Angeklagten meinte, daß ihr Bruder ja Eisenbahnminister die Frage freundlicher behandelt, als es unter geradezu wahnsinnig gewesen sein müsse, wenn er selbst das Testament dem unglückseligen Regiment Thielen geschehen ist. Es sind der angefertigt hätte. Obgleich sie ja zu den Ausgefallenen gehöre, könne Stadt bereits drei Pläne der Eisenbahnverwaltung vorgelegt. Sie sie ihrem Bruder eine solche That nimmermehr zutrauen. berücksichtigen sämtlich die Forderung, daß ein Personenbahnhof am Frau Seidel, die Ehefrau des Angeklagten, verneinte die an fie Wo ist das Geld geblieben? Der Selbstmord des Volontärs rechten have lufer errichtet werde. Während die Umbauten, gerichtete Frage, ob sie selbst den fie selbst den verdächtigen Brief ge Nünner( nicht Bienert, wie der Name zuerst irrtümlich genannt besonders Hochlegung der Havelbrücken und die Straßenüberführungen, schrieben habe. wurde) dürfte zu einem polizeilichen Ermittelungsverfahren Ver- an und für fich auf 13 Millionen Mark veranschlagt Keiner der Zeugen wußte eine Vermutung dafür anzugeben, wer anlassung geben. Der 60jährige Mann hatte, wie bereits gemeldet sind, erfordert die Ausführung der neuen Bahnhofsbauten sowohl das Testament wie den verdächtigen Brief geschrieben haben worden ist, das Vermögen seiner Schwester im Betrage von 100 000 an fich 1.600.000 bis 2 Millionen Mark. Voraussetzung fönne. Nur darin waren sie einig, daß das Testament nicht von der Mark in Verwahrung, das ebenso wie ein Betrag von 20 000 M., für die Errichtung eines zweiten Personenbahnhofes ist, Hand der Verstorbenen herrühren könne. den R. sich auf ein Blanko- Accept seiner Schwester verschafft hatte, daß die Stadt Spandau einen angemessenen Beitrag gewährt. Die Es wird dann zur Vernehmung der Schreibsachverständigen ge= verschwunden ist. Diese Thatsache erscheint um so auffälliger, als aus Mitgliedern des Magistrats und der Stadtverordneten- Ver- schritten, deren Gutachten im vorliegenden Falle ausschlaggebend find. der Defraudant als ein durchaus solider und einfacher Mann be- sammlung bestehende Verkehrsdeputation hat sich nun für die An- Buerst wird Schulrat Grabow vernommen. kannt war, der keineswegs über seine Verhältnisse lebte. Da auch nahme desjenigen Planes entschieden, der die Errichtung eines Der Sachverständige begutachtet, daß das Testament nicht von heine Familienangehörigen durchaus anspruchslos sind, erscheint es neuen Personenbahnhofs für den Fern- und Vorortverkehr am der Hand der Verstorbenen geschrieben sein kann. Nach stundenvöllig ausgeschlossen, daß der Verstorbene die hohe Summe für sich rechten Havelufer( Klosterstraße) bezweckt und den alten Bahnhof in langer eingehender Begründung gelangt er zu dem Ergebnis, daß verbraucht haben kann. Die amtlichen Nachforschungen dürften eine Haltestelle für Vorortszüge verwandeln will. Die Deputation der Angeklagte wahrscheinlich der Schreiber des Testaments, aber vielleicht über den Verbleib des Geldes Aufklärung bringen. schlägt den städtischen Behörden vor der Eisenbahnverwaltung eine nicht des anonymen Briefes fei. Million Mark Beitrag anzubieten. Der Minister hat erklärt, daß In nicht minder ausführlicher Weise begründete Gerichtssekretär der ganze Plan der Spandauer Bahnhofsbauten schon in der Altrichter sein Gutachten, welches darin gipfelte, daß es sehr unwahrscheinlich sei, daß der Angeklagte das Testament geschrieben. nächsten Tagung dem Landtage vorgelegt werden solle. Dbersekretär Drogolin erklärte, daß der vorliegende Fall ein Er hielt es mit dem Schulrat Grabow besonders schwieriger sei. für wahrscheinlich, daß der Angeklagte die Testamentsfälschung begangen. Graphologe& angenbruch verkannte nicht, daß die zu vergleichenden Handschriften eine große Aehnlichkeit hätten. Bei näherer Prüfung seien ihm aber doch Bedenken gekommen, die Handschriften für identisch zu erklären und er beschränke sich deshalb ebenfalls auf die Erklärung, daß nur eine Wahrscheinlichkeit vorliege. Das Testament und der anonyme Brief seien von einer Hand geschrieben. Weil er nicht versetzt worden ist, hat sich der 18jährige Schüler Alfred Wagner aus der Wohnung seiner Citern entfernt. Er wird jeit dem 27. v. Mts. vermißt. Leider muß angenommen werden, daß der junge Mensch in seiner Aufregung einen überspannten Streich geplant hat, denn er hat sich kurz vor seiner Flucht einen Revolver getauft. Ein besonderes Kennzeichen des Vermißten sind, wie die polizeiliche Bekanntmachung bemerkt, seine auffallend großen Hände. Es wird um„ schonende Anhaltung" ersucht. V Alt- Schöneberg. Das noch aus der Zeit des 30jährigen Krieges stammende alte Pfarrhaus in Schöneberg, das kürzlich von der Witive des verstorbenen Superintendenten Vorberg verlassen worden ist, wird nicht wieder bezogen, sondern mit der alten Stirche zusammen abgerissen werden. Der vordere Teil des Grundstücks wird für den Bau der neuen Kirche mit verwendet werden, während sich auf dem übrig bleibenden Teile das neue Pfarrhaus erheben wird. austauschs erreicht. Gerichts- Zeitung. Das gefälschte Testament. Der Staatsanwalt hielt das Gutachten des Schulrats Grabow für das korrekteste und hielt den Angeklagten auf Grund der stattgehabten Beweisaufnahme für überführt. Er beantragte gegen ihn unter Ausschluß von mildernden Umständen eine Zuchthausitra fe von drei Jahren. Dr. Sello, hielten das Belastungsmaterial keineswegs ausreichend, Die Verteidiger, Rechtsanwalte Dr. Schwindt und Justizrat um daraufhin eine Verurteilung eintreten zu lassen, sie baten um Freisprechung. Eine Aufklärung hat, wie uns die Postbehörde mitteilt, ein Fall von kurioser Briefbestellung gefunden, worüber wir kürzlich berichteten. Die Orts- Krankenkasse der Kaufleute hatte einen Brief als unbestell- Die Eingemeindung der Hafenheide in Rigdorf, soweit sie zum bar zurückerhalten, auf welchem deutlich die Adresse Hermann Kaisers Vorort Tempelhof gehört, hat schon öfter die Rigdorfer GeKaffeegeschäft, Muskauerstr. 21, vermerft gewesen sei. Auf die Ver- meindebehörden beschäftigt. In der gestrigen Situng der Stadtveröffentlichung dieses Falles hin hat die Postbehörde eine Untersuchung ordneten von Rigdorf wurde nun eine Kommission gewählt, die geeingeleitet, bei der sich ergab, daß die Adresse anfänglich nicht genau meinsam mit Vertretern des Magistrats über die Bedingungen beausgefüllt war und der Geschäftsinhaber daher die Annahme des raten soll, die einem zwischen den Gemeinden Rirdorf und TempelBriefes verweigerte. Die Postverwaltung trifft mithin leine Schuld. hof etwa abzuschließenden Vertrage zu Grunde gelegt werden fönnen. Von der II. Handwerkerschule, Andreasstr. 1/2, liegt uns wieder hof gehabt hat, ist gegründete Aussicht vorhanden, daß Rirdorf die Nach Vorberatungen, die man mit dem Gemeindevorstand von Tempeldas Programm für das am 12. Eftober beginnende WinterHalbjahr 1902/3 vor, und wir entnehmen daraus, daß den haupt- von ihm gewünschte Eingemeindung auf dem Wege eines Gebietsfächlichsten Gewerbe- und Kunstgewerbezweigen in den Tages- und Der Gerichtshof erkannte nach furzer Beratung dahin, daß der Abendklassen die entsprechenden Unterrichtsfächer angepaßt find. Angeklagte mangels Ueberführung freizusprechen sei. Es sei anWir heben nur hervor, daß von jetzt an auch der Unterricht in genommen worden, daß das Testament wie der anonyme Brief von einer Physik, Chemie und Elektrotechnik erteilt wird, und daß besonders Hand herrührten, und da der Angeklagte, der zur Zeit des Auftauchens in den Fachklassen u. a. für Baukonstruktions- und Bau- Ornamentendes Briefes sich in Untersuchungshaft befand, diesen nicht geschrieben Klempner, für Kupferschmiede, für Gas- und Wasser- Rohrleger, Die Anflage wegen Erbschleicherei, die sich gegen haben konnte, so bilde die Beweisführung eine Lücke. Die Unschuld Installateure für Heizungsanlagen, für elektrische Kraft und Beleuchtungsanlagen, Gehilfen und Lehrlingen die beste Ge- den wohlhabenden Tapezierermeister Hugo Seidel zu Steglit des Angeklagten sei indessen nicht erwiesen, es habe deshalb auf ein legenheit gegeben ist, sich für ihr schwieriges Fach unter Leitung richtet, gelangte gestern nach mehrmaliger Bertagung bor der sieben- non liquet erfamit werden müssen. tüchtiger Sachmänner auszubilden. Die Lehrwerkstätten für ten Strafkammer des Landgerichts I zur Verhandlung. Der Prozeß Dienstherrin und Dienstmädchen. Unter dem Einflusse einer Frau, Kunstschmiede, kunstgewerbliche Treibarbeiten in Kupfer, Bronze 2c., hat folgende Vorgeschichte: Am 21. September v. Js. starb in ihrer und für Ciseleure find den übrigen Unterrichtsfächern und den Wohnung zu Berlin, Fichtestraße 3, eine alte reiche Tante des An- gegen die jetzt das Entmündigungsverfahren schwebt, hat das geklagten, die Rentnerswitive Robertine Seidel. Ihre Angehörigen 22jährige Dienstmädchen Lina Düder einen Meineid geleistet, Tagesklaffen angegliedert. Wir bemerken noch, daß die sich unter freuten sich über die in Aussicht stehende Erbschaft, da sie annahmen, der sie gestern vor das Schwurgericht des Landgerichts I führte. Die Leitung des Direktors Tradt zu großen Dimensionen aufgeschwungene Unterrichtsanstalt vor 10 Jahren am 16. Oktober 1892 in dem alten daß ihnen der Nachlaß zu gleichen Teilen zufallen würde, zumal ein Angeklagte diente im vorigen Jahre aushilfsweise bei der zu CharTestament nicht vorhanden war. Ta lief zu ihrer großen Ent- lottenburg wohnenden Sängerin Frau Bobler Brachvogel. Gemeindeſchulhauſe am Stralauer Plaz 24 eröffnet wurde, und daß täuschung drei Wochen nach dem Tode der Witwe Seidel bei dem Der Hauswirt der letzteren, Sekretär Rathmann, begab sich an fie bereits vor 12 Jahren die Unterrichtsräume im ersten Bauteile bes monumentalen Neubaues bezogen hat und voraussichtlich im Nachlaßpfleger ein Schreiben ein, welches seines Inhaltes wegen 27. April v. J. in die Wohnung der Frau B., um mit ihr über einige Frühjahr nächsten Jahres das ganze Gebäude für den Unterricht in unter den Beteiligten große Aufregung hervorrufen mußte. Es war Mängel in der Wohnung Rücksprache zu nehmen und bei dieser Geein Testament der Verstorbenen dahingehend, daß ihr Neffe, der legenheit kam es zu einem etwas lauten Auftritte. Anfang Juli Benuzung nehmen wird. Tapezierermeister Hugo Seidel zu Stegliz, der alleinige Erbe ihres strengte Herr Rathmann gegen Frau B. die Ermissionsklage an, Poliklinik. Herr Dr. Blumenthal und Dr. Hirsch haben etwa 40 000 m. betragenden Barvermögens sein sollte. Ihr wert die durch einen Vergleich in der Weise gegenstandslos wurde, behufs Vergrößerung ihr orthopädisches Institut und Poliklinik volles Mobiliar sollte zu Gunsten der Armen Berlins beräußert daß sich Frau B. verpflichtete, freiwillig die Wohnung zu verlassen. für Mißbildungen, Verkrümmungen, Gelenkerkrankungen, insbesondere werden. Die ausgefallenen Erben waren von diesem Zwischenfall In dem Ermissionsprozesse stellte Frau B. die Behauptung auf, des findlichen Alters, von Alexanderstraße 38 nach Alexander natürlich wenig erbaut. In dem Testament hatte die Erblasserin Herr R. sei bei seinem Befuche zudringlich gewesen und habe ihr ftraße 36a verlegt. Unentgeltliche Sprechstunden für Un- erflärt, daß sie einem Freunde ihren letzten Willen diftiert und dem- unfittliche Anträge gestellt. R. stellte Strafantrag wegen bemittelte finden nach wie vor dort von 1/ 12--21 Uhr wochen- felben aufgegeben habe, den verschlossenen Briefumschlag drei Wochen verleumderischer Beleidigung, Frau B. erhob Widerklage und erzielte, täglich statt. nach ihrem Tode in den Briefkasten beim Amtsgericht I zu stecken. daß Herr R. am 16. November vorigen Jahres vom SchöffenDie Verwandten des Angeklagten schöpften Verdacht, daß der letztere gericht zu Charlottenburg wegen thätlicher Beleidigung au das Testament gefälscht hatte. Sie gaben dem Angeklagten dies in 220 Mark Geldstrafe verurteilt wurde. Ausschlaggebend war, verschiedenen Briefen zu verstehen und verlangten von ihm eine Ab- daß das Dienstmädchen der Frau B., die jeßige Angeklagte, findungssumme von 6000 M. unter der Androhung, sonst Anzeige eidlich bekundete, daß fie zugefehen habe, wie erge an get be der Staatsanwaltschaft erstatten zu wollen. Der Angeklagte sagten Tage seinen Arm um die Taille der Frau B. zu legen ber sandte diese Briefe an die Staatsanwaltschaft ein, um zu beweisen, ſucht habe und auch sonst zudringlich geworden sei. Wie sich bei daß seitens seiner Verwandten Erpressungsversuche gegen ihn ausge- der gestrigen Verhandlung ergab, ist die Behauptung eine wiffentübt wurden. Er verlangte zugleich, daß die Rechtsgültigkeit des lich falsche gewesen und das Mädchen hat sie unter dem angefochtenen Testaments festgestellt würde. Die angestellten Er- Einflusse der Frau B. aufgestellt. Diese hat sie zuerst mittelungen hatten das Ergebnis, daß die verdächtigen Umstände veranlagt, eine Herrn N. belastende eidesstattliche Versicherung nach gegen Seidel jich in so hohem Grade mehrten, daß schließlich dessen ihrem Diktat aufzuschreiben und sie hat den Inhalt dieses SchriftVerhaftung erfolgte. Pies Ereignis erregte in Steglig um so stückes förmlich answendig gelernt und später vor dem Gericht begrößeres Aufsehen, als Seidel seit 15 Jahren dem Gemeinde schworen. In ihrer letzten Situng hatte die Rigdorfer Stadtverordneten- borstand anghörte, ein gut gehendes Geschäft besaß und sich eines Als in einem Lokaltermin in der Wohnung der Frau B. fests Versammlung zu einer Magistratsvorlage Stellung zu nehmen, die besonderen Ansehens, erfreute. Bald wurde es ruchbar, daß Seidel gestellt wurde, daß das Mädchen von dem Punkte aus, von wo sie den Bau öffentlicher Bedürfnisanstalten bezweckt. Es herrschten vor dem Untersuchungsrichter ein offenes Geständnis abgelegt habe, die angeblichen Zudringlichkeiten des Herrn R. gesehen haben wollte, bisher in dieser Beziehung geradezu skandalöje Verhältnisse in Nix nachdem der Schreibsachverständige, Schulrat Grabow, begutachtet überhaupt nicht in das in Frage kommende Zinner blicken konnte, dorf, namentlich in den letzten Jahren, wo die Bevölkerung und der hatte, daß Seidel das gefälschte Testament geschrieben. Der Ange- wurde das Mädchen in ein scharfes Verhör genomnien und gestand Berkehr außerordentlich zugenommen haben. Errichtet werden sollen flagte hat dies Geständnis später widerrufen und nun sollte durch eine dann ein, auf Anstiften der Frau B. eine falsche Aussage gemacht fünf Bedürfnisanstalten. An solche für Frauen hat man natürlich eingehende Beweisaufnahme seine Schuld oder Nichtschuld dargethan zu haben. Dies hatte sowohl ihre, als auch die Verhaftung der wieder nicht gedacht. Von socialdemokratischer Seite wurde werden. Den Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Heiderich, die An- Frau B. zur Folge. Letztere wurde bald wieder entlassen, da sie Aus den Nachbarorten. Treptow Baumschulenweg. Die gestern vollzogene Gemeindebertreter- Erſatzwahl führte zu keinem endgültigen Resultat. Es erhielten Stimmen: unser Genoſſe Gerisch 233, der Konservative Herr Schirmer 232 und der Freifinnige Herr Tegner 52; mithin ist eine Stichwahl zwischen Socialdemokraten und Konservativen erforderlich. In Nieder- Schöneweide hält der Wahlverein heute abend bei Franz, Grünauerstr. 5, seine Generalversammlung ab. Neuwahl des Vorstandes. höher. Briefkaften der Redaktion. durch den Gerichtsarzt Dr. Puppe als unzurechnungs- der Sassenbericht vom 3. Quartal verlesen. Derfelbe zeigt für die Zurückhaltung der Abgeber auf Maikäufe leicht befestigt, laufende Sichten fähig erkannt wurde. Das Verfahren wegen Verleitung Hauptkasse in Einnahme und Ausgabe 10 548,50 M., für die Lokal- schleppend. Mehl behauptet. Am Futtermarkte waren Haferlieferungen Maislieferungen 2 M. niedriger. Im Locohandel Spiritus Rüböl etwas weiter anziehend. blieben beide Artikel fest.. zum Meineide ist gegen sie eingestellt worden, dagegen kasse Einnahme inkl. des alten Bestandes 30 899,32 M., Ausgabe ichwach behauptet. schwebt z. B. ein Entmündigungsverfahren gegen sie. Das 3 047,13 M. Bestand 27 822,19 M. Dem Kassierer wurde Ent- wurde nicht gehandelt. Schluß für Getreide: Weizen und Roggen M. Mädchen, welches nach dem Gutachten des Dr. Puppe als ich wo a chlastung erteilt. Hierauf erfolgte nach Paragraph 18a des Statuts finnig zu bezeichnen ist, hat sich durch seinen Leichtsinn un- der Ausschluß von 4 Mitgliedern. Alsdann wurde nach längerer Disglücklich gemacht. Staatsanwalt Keßler hob hervor, daß fussion beschlossen, daß sämtliche noch mt Trägern im Accord die Angeklagte einer unzurechnungsfähigen Person, die einen arbeitende Mitglieder aus dem Verband auszuschließen seien. Die fast hypnotisierenden Einfluß auf sie ausgeübt zu haben Mitglieder haben die Pflicht, ihnen bekannt werdende Unregelmäßigscheine, in die Finger geraten sei, aber wohl mir feiten fofort dem Bureau zu melden. aus grober Fahrlässigkeit den Eid so abgegeben habe, wie er von ihr verlangt worden sei. Auf Grund des Wahrspruchs der Geschworenen verurteilte der Gerichtshof die Angetlagte zu neun Monaten Gefängnis unter Anrechnung von vier Monaten Untersuchungshaft. Und zu diesem Urteil kommen deutsche Richter, trotzdem amtlich dargethan wurde, daß das hier sein ganzes Leben unglücklich gemachte Mädchen schwachsinnig ist! Verfammlungen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 12. Oftober, vorm. 83 Uhr, in der Aula der 69. Gemeindeschule, Seleine Frankfurterstr. 6: Versammlung." Freireligiöse Borlesung." Um 10%, Uhr vorm. ebendafelbst: Vortrag des Herrn Prof. Dr. Albert Gehrke:" Religiosität." Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Montag, den 13. Oktober, abends pünktlich 82 Uhr, im unteren Saale des Englischen Gartens, Alexanderstr. 27e: Beschließende Berjammlung. Wichtige Tagesordnung Weiße Quittung legitimiert. Vermischtes. Süddeutschland ist am Donnerstag von einem Erdbeben heimgesucht worden. Es liegen darüber folgende Meldungen vor: Horb( Württemberg), 10. Oktober. Gestern nachmittag 3 1hr 45 Minuten wurde in der unteren Stadt ein starkes Erdbeben verspürt, während in den letzten Tagen weniger starke Stöße in der oberen Stadt wahrzunehmen waren. In der Umgegend von Hechingen wurde Donnerstagnachmittag abermals ein Erdbeben verspürt. Dasselbe ging von Südwesten nach Nordosten und dauerte drei Sefunden.-Tübingen. Donnerstagnachmittag 3 Uhr 45 Minuten wurden wiederum heftige Erdstöße in verschiedenen Teilen der Stadt verspürt. Der Stoß ging von Süden nach Norden. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Bahn anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll, und die letzte Abonnementsquittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beantwortet und schriftliche Antwort wird nicht ertheilt. M., Wiesbaden. Nicht verwendbar. Fruchtstraße. Private Anstalten dieser Art giebt es mehrere, doch soll feine von ihnen besonders empfehlenswert sein. Bielleicht genügt Ihnen der Unterricht in der Fortbildungsschule. V 6. S. 29. Die Armendirektion hat das Recht, die Alters- und In validenrente mit Beschlag zu belegen. Haben Sie mindestens 200 Marken geklebt und sind Sie erwerbsunfähig, so haben Sie ein Recht auf Invalidenrente und sollten Ihren Anspruch geltend machen. Die Armendirektion 23. R. 29. Die tann auf ihr Recht zur Beschlagnahme verzichten. Sätze einer kommunalen Anstalt für Verpflegung von alten Leuten sind nicht durch Gesez geregelt. Die Höhe der Säße hängt von auf Gemeinde Beschluß Ste beruhenden Reglement ab. Ueber Organisation, Kampfmethode und sociale Lage der MetallEin Schiffsunglück hat sich auf der Unterelbe ereignet. Der dem wollen sich also mit der dortigen Anstalt direkt in Verbindung setzen. arbeiter in England referierte Reichstags- Abgeordneter Eduard Donnerstagabend von Hamburg hier abgegangene Dampfer 1000. Bahlen müssen sie. Wenn Sie in diesem Jahre aus der Kirche Bernstein am 4. Oftober in einer gut besuchten Bezirks- Ver- Pellworm" hat bei Neumühlen einen Ewer überrannt. Der Eier austreten, so haben Sie von Neujahr 1904 ab Kirchensteuern nicht mehr zu sammlung der Metallarbeiter. Redner hob Eingangs seines etwa fant. Zwei Mann, die sich auf demselben befanden, sind ertrunken. zahlen. Um aus der Landeskirche auszutreten, melden Sie Ihre Austritts2/ stündigen Vortrags hervor, daß in Deutschland die Vorstellungen Ueber einen schweren Unfall wird aus Freiberg i. S. be- abficht dem Gericht und erklären 4 bis 6 Wochen nach dem Eingang dieser bon der gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung Englands übertrieben Formulare zur Austrittserklärung erhalten Sie durch Genossen, Adolf feien, folgende Zahlen würden das beweisen. Die englische Metall- richtet: Bei den Aufräumungsarbeiten nach einem am Dienstag Meldung Ihren Austritt auf dem Gericht zu gerichtlichem Protokoll. D. B. 1000. Nein. 1b. Die industrie beschäftigte 1901 in den verschiedenen Zweigen zusammen hier stattgehabten Großfeuer wurden, wie der" Freiberger Anzeiger" Hoffmann, Blumenſtr. 14. 1 370 000 Arbeiter. Davon seien 1900 organisiert gewesen 338 000, meldet, Freitagmittag ein Geschäftsmann und zwei seiner Arbeiter Berlobungszeichen( Ringe usw.) sind gegenseitig zurückzugeben. Auf M. O. 50. Nein was 24,70 Proz. aller Beschäftigten ausmache. Der Prozentsaz Giebel und Decken verschüttet. im Erdgeschoß des abgebrannten Hauses durch Einsturz der das weitere haben Sie keinen Anspruch. 6. S. 246. Sie sind zur Zahlung verpflichtet. Kosten. Ohne Anmöge fich bis 1901 auf 25 Broz. erhöht haben, sodaß 75 Broz. aller Giebel und Decken verschüttet. Schlimme Aussichten. Ein arktischer Winter wird den„ M. trag erhalten Sie nichts zurück. Nicht die Gerichtskasse hat zurückzuzahlen, englischen Metallarbeiter zu dieser Zeit noch nicht organisiert gewesen sondern Ihr Gegner hat Ihnen Ihre Kosten zu erstatten. Um das zu er seien. In Deutschland seien zu derselben Zeit rund 103 000 Metall- N. N." von Professor Ledochowski aus Wien prophezeit. Dieser reichen, müßten Sie, falls der Gegner auf Ihre Aufforderung hin nicht arbeiter organisiert gewesen, die etwa 17,60 Prozent aller in Meteorologe erklärt:" Der kommende Winter wird wahrscheinlich zahlt, einen Kostenfestsetzungs- Antrag an das Gericht richten, und sodann auf Deutschland beschäftigten Metallarbeiter ausmachten. Das sei ja ein der tälteste und härteste sein, den wir seit 50 Jahren erlebt haben. Grund des vollstreckbaren Festsetzungsbeschlusses durch einen GerichtsUnterschied, aber fein so gewalfiger, wie man ihn sich gewöhnlich vor- Alles deutet darauf hin, wir müssen uns auf die niedrigste Tempe- vollzieher die Summe beizutreiben suchen. Ein Beispiel für solchen Kostenstelle. Dann nehme man bei uns an, die englischen Arbeiter seien ratur, die eisigsten Winde und den schwersten Schneefall gefaßt festlegungsantrag finden Sie S. 437 Nr. 78 des in den öffentlichen Lese2. F. 56. 1. Nein. 2. und 3. Ja. am kompaktesten organisiert und streng centralisiert. Nun habe es machen, die sämtlich ausnahmsweise lange andauern werden und hallen ausliegenden Arbeiterrechts". J. Sch. Das Erbrecht des kinderlosen Ehegatten ist -Zum Glück hat bekanntlich auch ein aber 1898/99 nicht weniger als 276 selbständige Organisationen zwar in ganz Europa." im Bürgerlichen Gesetzbuch wie folgt geregelt: Hinterläßt der Berstorbene englischer Metallarbeiter gegeben, die zusammen 2396 Lokalfeftionen Professor nicht immer recht. Eltern, Geschwister, Geschwisterkinder oder Großeltern, aber keine Kinder; hatten. Es handele sich dabei etwa nicht nur um Sonder- Organi Enkel usw., so erhält der Gatte die eine, die Eltern oder Großeltern usw. sationen bestimmter Branchen, sondern es gebe auch innerhalb der die andre Hälfte des Nachlasses. Der Ehegatte erhält über dies als einzelnen Branchen eine Vielheit selbständiger Organisationen. So voraus alle Gegenstände, die zum ehelichen Haushalt gehört haben, und waren 1898 in der Eisengießerei und Formerei 18 selbständige Gedie Hochzeitsgeschenke. In den Fällen also, in denen der Nachlaß nur aus dem Haushaltsinventar besteht, erhält der Ehegatte den ganzen Nachlaß. werkvereine, in der Industrie für Messing- und Kupferwaren 29, in Neben dem Ehegatten erben, wenn beide Eltern des Verstorbenen noch der Schiffsbau- Industrie 25 usw. Diese Zersplittering, über deren leben, diese allein. Lebt nur noch ein Elternteil, so erbt dieser und die Verstorbenen. An Stelle verstorbener Geschwister Ursachen sich Redner näher ausläßt, gehe neuerdings langsam zurück. Geschwister des A. T. Roßstraße. Nein. O. Ja. Auch erscheine das Bild nicht so schlimm, wenn man bedenke, daß sich treten deren Abkömmlinge. doch in allen größern Zweigen der englischen Metallindustrie große O. B. S., Fankfurt a. M. 1. Da Ihre Mutter vor 1900 in der Centralisationen herausgebildet hätten, die oft vier- bis fünfmal an Mark Brandenburg geheiratet hat und den ersten Wohnsitz nach geschlossener Ehe dort hatte, so gilt das Märkische Güterrecht. Nach diesem besteht Zahl stärker seien, als alle die andern zersplitterten Organisationen zwischen den Chegatten teine Gütergemeinschaft, sondern ein ähnliches derselben Branchen zusammen. Insgesamt umfassen 20 große Güterrecht wie es jetzt das B. G. für Deutschland für den Fall vorschreibt, Centralisationen 230 000 Mitglieder, während auf die übrigen 256 daß Abweichungen nicht vereinbart sind. Danach steht dem Mann das VerOrganisationen 100 000 Mitglieder kämen. Eine der stärksten watlungsrecht und der Nießbrauch am Eigentum seiner Frau zu. Das Organisationen sei der Verein der Schmiede, dem 90 bis 95 Broz. 6,00 4,00 Eigentum Ihrer Mutter haftet nicht für die Schulden Ihres Vaters. Ein aller Berufsangehörigen angehören. Bezeichnend für ihre Macht 1,80 1,20 Bertrag, durch den Ihre Mutter zu dem Zweck, die gesetzlichen Rechte ihres sei folgendes Beispiel: Infolge plötzlicher Forderungen ihrer Mit1,50 1,20 Mannes auszuschließen, wäre nichtig. Am ratsamsten ist der Versuch einer 1,80 1,30 gütlichen Einigung. Hat ein Gläubiger Ihre Mutter verklagt und ist ihr glieder sei die rechtzeitige Fertigstellung eines Schiffes in Frage ge1,80 1,20 Eigentum im Wege der Auktion von einem Dritten( das kann auch ihr Sohn stellt gewesen. Da habe sich die Betriebsleitung an die Exekutive des 1,80 1,20 ſein) erworben, so ist dieser Dritte der unbeschränkte Eigentümer. Er kann Schmiedevereins gewandt, worauf ihr die Antwort geworden sei, 2,60 2,00 mit der Mutter einen Vertrag schließen, durch den er gegen oder ohne Entman solle vorläufig alles Geforderte bewilligen, der Verein komme 4,80 3,00 geld die Sachen der Mutter überläßt. 2. Ihre Mutter wäre alimentations dafür auf, der Vorstand werde die Sache untersuchen. Das sei ge= 2,20 1,20 pflichtig. Dagegen schützt lediglich die Thatsache, daß sie nichts hat. 2,60 1,20 schehen, der Vorstand habe die plötzliche Mehrforderung nicht gebilligt Rirdorf 199. Der mündliche Vertrag bindet sie, falls nicht etwa die und die Mehrkosten seien dem Unternehmer von der Arbeiter- Organi 2,80 1,20 Gültigkeit des Vertrages von dem Abschluß eines schriftlichen Vertrages ab sation zurückerstattet worden. 2,40 1,20 hängig gemacht ist. Komme es zu einem Kampf mit 1,80 80 den Unternehmern, oder sollen Vereinbarungen mit ihnen getroffen Richtstroh werden, so sei stets die Stellung der großen Central- Organisation eu Erbsen der in Betracht kommenden Branche ausschlaggebend; mit ihr verSpeisebohnen handelten die Unternehmer, und was sie mit ihnen vereinbare, das Linsen sei gewöhnlich für die andern Organisationen desselben Gewerbszweiges maßgebend. In seinen weiteren Ausführungen wies Redner nach, daßdie sociale Lage der englischen Arbeiter etwas, aber doch nicht viel besser, als die der Deutschen sei. Als rühmend und harrte auch heute in völliger Austlosigkeit und die Tendenz war unentschieden, Swinemde. nachahmenswert hob er die Energie und Opferwilligkeit der engam Frühmarkte eher etwas schwächer infolge des guten Wetters und des Hamburg lischen Gewerkschaften hervor, die z. B. im Maschinenbau- Verbande Umstandes, daß die Inlandszufuhren, wenn auch nicht gerade sehr umfangnicht vor einem regelmäßigen Wochenbeitrag von 1,50 M. zurückreich, dennoch nicht so flein sind, wie man es in Anbetracht der jetzt im Frankj./M. 756 scheuten und daneben noch Ertra- Umlagen ertrügen. Der Vortrag Gange befindlichen Feldbestellungen erwarten fönnte. Die russischen Roggen- München 760 SD fand großen Beifall. Debattiert wurde nicht. -Buzzer. In der am 8. ds. Mts. abgehaltenen Mitglieder- Versammlung des Central- Verbandes der Maurer, Sektion Puzer, wurde Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 11. Oktober. Anfang 72 Uhr. Opernhaus. Das Glockenspiel. Das Mädchen von Navarra. Schauspielhaus. Jm bunten Rod. Deutsches. Monna Vanna. Berliner. Alt- Heidelberg. Westen. Das Nachtlager in Granada. Leffing. Kaltwasser. Neues. Ledige Leute. Residenz. Seine Kammerzofe. Thalia. Er und seine Schwester. Central. Orpheus in der Unterwelt. Anfang 8 Uhr: Schiller. 0.( Wallner- Theater.) Morituri.( Teja. Fritzchen. Das Ewig- Männliche.) Schiller. N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Esther. Zwei Eisen im Feuer. W Carl Weiß. Arme Kreatur. Luisen. Marie- Anne, ein Weib aus dem Volfe. Casino. Corradini. Ihre Familie. Serenissimus ZwischenKleines. spicle. Familienidyll, Liebesträume, Schöne Seelen. Lysistrata. SpecialitätenVorstellung. Wintergarten. Specialitäten. Buntes Theater. Enthüllung des Heinedenkmals. Der Hund. Bunter Teil. Apollo. Metropol. Berlin bleibt Berlin. Trianon. Die Liebesschaukel.( La Bascule.) Wilhelm. Der Jongleur. Passage: Theater. Vorstellung. SpecialitätenPassage Panoptikum.SpecialitätenBorstellung. Balaft. Berliner in Steglik. Steibl. Specialitäten. Neichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstrasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Tausend Jahre deutscher Kultur. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Panoptikum Friedrichstrasse 165. Die sensationellen lebenden Bilder, dargestellt v. 6 jungen Damen. Kirchmeiers Berliner Original- Schrammeln. Passage- Theater. Anfang Sonntags 3 Uhr, wochentags 8 Uhr, Mellinis dunkles Geheimnis. Neu! Lu Dalys Englische DamenBoxerinnen und Ringerinnen zum erstenmale Kontinent. auf dem ExcentricGeorgette Lange, Tänzerin. 14 erstklassige Nummern. Marktpreise von Berlin am 9. Oktober- 1902 nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. Weizen, gut D.- Ctr. 15,30 15,24 Startoffeln, neue D.- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch " † Roggen, gut " * Gerste, gut Sammelfleisch mittel " 15,18 15,12 gering " 15,96 15,00 19 13,75 13,74 mittel " 13,73 13,72 Kalbfleisch gering 13,71 13,70 14,40 13,50 Butter 2 mittel " 13,40 12,50 gering hafer, gut " 12,40 11,60 17,20 15,90 " mittel 15,80 14,60 " gering " Eier Karpfen Aale Zander 14,50 13,30 Hechte 5,32 4,50 Barsche 7,50 5,20 Schleie Bleie 40,00 25,00 50,00 20,00 Krebse 60,00 20,00 + ab Bahnt. * frei Wagen und ab Bahn. " " " 60 Stüd 1 kg جة..... 4,00 1,40 per Schod 14,00 2,50 Witterungsübersicht vom 10. Oktober 1902, morgens 8 Uhr. 1,40 70 Stationen Produktenmarkt vom 10. Oftober. Der Getreidemarkt ver Berlin offerten blieben unrentabel, doch weist die Kanalliste relativ bedeutende An- Wien fünfte aus Hamburg auf, wobei es sich in der Hauptsache um russischen Roggen handelt. Mittags war Weizen im Einklange von Nordamerika unverändert schwach, im Preise 1 bis 1 M. nachgebend. Roggen bei großer Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). 1 Schiller- Theater N.( Friedr.- WilhelmSonnabendabend 8 Uhr: Morituri. ( Teja, Fritzchen, Das Ewig- Männliche) von Hermann Sudermann. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Tartüff. Hierauf: Der Arzt wider Willen. Sonntagabend 8 Uhr: Heimat. Montagabend 8 Uhr: Der Tartüff. Hierauf: Der Arzt wider Willen. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Benefiz für Herrn Ernst Nitterfeldt: Die arme Kreatur. Sensationsschauspiel in 3 Aften ( 5 Bildern) von E. A. Läutner. Anfang 8 Uhr. Heute nachmittag 4 Uhr: Kindervor stellung( fleine Preise) 10, 25, 40 Pf. Tausend und eine Nacht. Kindermärchen mit Ges. v. N. Heljing. Morgen nachmittag 3 Uhr( fleine städtisches Theater). Sonnabendabend 8 Uhr: Zum erstenmal: Esther. Von Franz Grillparzer. Hierauf: Zum erstenmal: Zwei Eisen im Feuer. Lustspiel in 3 Atten frei nach Calderon von Friedrich Adler. Sonntagnachmittag 35r: Die Braut von Messina. Sonntagabend 8 Uhr: Esther. Hierauf: Zwei Eisen im Feuer. Montagabend 8 Uhr: Esther. Hierauf: Zwei Eisen im Feuer. Central- Theater Sonnabend, 11. Oftober, Anf. 7, Uhr: Orpheus in der Unterwelt. Burleste Operette in 4 Bildern von Offenbach. Barometer stand mm WindWindstärke richtung Wetter 4 heiter 4 bedeckt 761 SD 756 DGD 759 SD 757 GD 3 heiter 2 wolfig 2 heiter Temp. n. C. 5° C.4° R. 7 Stationen Barometer ſtand mm Windrichtung Windstärle Haparanda 757 Still 7 Petersburg 766 S 7 Cort 11 Aberdeen 6 Paris Wetter 616. bed. 1 bedeckt 749 N 755 S 6 Regen 36edect Temp. n. T. 5°. 4° R. 1183 3 bedeckt 10 Wetter- Prognose für Sonnabend, den 11. Ottober 1902. Ziemlich warm, vielfach heiter, aber veränderlich bei lebhaften südlichen Berliner Wetterbureau. Binden; zeitweise etwas Regen. Trianon- Theater. Buntes Theater Georgenstrasse, zi ischen Friedrich- u. Universitätsstr. Die Liebesschaukel. Lustspiel in 4 Akten v. M. Donnay. Anfang 8 Uhr. Sonntagnachm.: Coralie& Cie. Casino- Theater Lothringer- Straße 37. Neu! Corradini etc. Dazu einige Male: Ihre Familie“ mit W. Nichter und H. Berg. Anfang: Wochent. 8, Sonnt. 7, Uhr. In Vorbereitung: ,, Ein Sohn des Volkes." Sonntagnachmittag 4 Uhr: Die Verkäuferin. Corradini 2c. Kleines Theater ( Schall und Rauch) Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Serenissimus- Zwischenspiele. Sonntagnachmittag 3 Uhr( halbe Breise): Der Vogelhändler. Abends 7 Uhr: Die Fledermaus.( bele: Mia Werber.) Montag, 13. Oftober: Die Geisha. Dienstag, 14. Oftober: Familienidyll, Liebesträume, Schöne Das süße Mädel. Thalia- Theater. Preise): Der Leiermann und fein Pflegekind. Abends 8 Uhr: Wieders Dresdenerstrasse 72-73. auftreten von Lily Roger nach ihrer Krankheit. Eine Paria. Täglich bis inkl. 15. Oftober: Lebensbild in 5 Aften( 8 Bildern) Er und seine Schwester. bon Ernst Ritterfeldt. Lene Reben: Lily Roger. Morgen und folgende Tage: Eine Baria. Apollo- Theater. 1 S lor: Am 16. Oftober, JubiläumsVorstellung für G. Thielscher. Zum 451. Male: Charleys Tante. Vom 16. ab täglich: Charleys Tante. Anfang 72 Uhr. Sonntag, 12. d. M., nachmittags 3 Uhr bei fleinen Preisen: Schuldig. Drama in 3 Aften von R. Voß. Seelen. Deutsche Konzerthallen. An der Spandauerbrücke 5. Größtes Vergnügungslokal Berlins. Internationale Konzerte von 5 Künstler Kapellen. Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Täglich Matinee von 12-2 Uhr. ( Ueberbrettl.) Anfang 8 Uhr. Köpenickerstraße 68. Enthüllung des Heine- Denkmals. Der Hund. von Bunter Teil. Leitung: 0. Straus. Wiederauftreten TINY SENDERS. Bozena Bradsky. Marcell Salzer. Bokken- Lasson. Metropol- Theater. Zum 50. Male: Berlin bleibt Berlin. Grosse Ausstattungs- Posse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Erik MeyerHelmund. Emil Thomas a. G. Josef Josephi. Henry Bender. Flora Siding. Hansi Reichsberg. Wini Grabitz. Johanna Junker- Schatz. Rauchen gestattet. Anfang 8 Uhr. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Heute: Grosse Extra Vorstellung: Deborah. Schauspiel in 4 Atten von Mosenthal. Nach der Vorstellung: Familien- Ball. Cirkus Busch. Sonnabend, den 12. Oktober cr abends 8 Uhr: Wilhelm- Theater. Neue Specialitäten. Luisen- Theater. Bernhard Rose- Theater, Grosse Vorstellung friedrichstrasse 236. Zum erstenmal: Urania. Taubenstr. 48/49. Der Jongleur, Theatersaal.) deutscher Kultur. Tausend Jahre Im Hörsaal, 8 Uhr: Professor Dr. Boffe in vier Abteilungen von E. Pohl. Zum 194+ at: Mal: Reichenbergerstr. 34. Marie- Anne, Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Lysistrata Morgen, Sonntag: C. Müller: Das Nervensystem und das Hirn der höheren Tiere. Erste Nachmittags Vorstellung. Operette in 2 Aften von Paul Lincke. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Invalidenstraße 57/62. Täglich: Sternwarte. Dorf und Stadt. Halbe Kaffenpreise. Anfang 3 Uhr ein Weib aus dem Volke. Anf. 8 Uhr. Borverf. v. 10-2 Theaterk. Invaliden- und Künstlerdant. Morgen 3 Uhr zu fleinen Preisen: Die Dame von Lyon. Abends 8 Uhr: Nobert und Bertram. Badstr. 58. Sonntag, den 12. Oftober 1902: Der Postillon von Müncheberg. Große Boffe mit Gesang in 4 Aften von B. Jacobson. Anfang des Konzerts 5 Uhr, der Vorstellung 6 Uhr. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. mit täglich wechselndem, grossartigem Programm. Charlottenburg. Restaurant 3ur alten Linde", Leibnizstr. 3. Gut gepflegte Biere, warme Speisen zu jeder Tageszeit. 21656 A. Röttger. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher Amt VII, 353. Sonntag, 12. Oktober 1902, vormittags 10 Uhr: Socialdemokratischer Wahlvercin mie für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis ( Süd- Ost). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse Allgemeine Versammlung der Rohrleger und Helfer Max Burkert der Arbeiter, Berlins und Umgegend im Lokal von Keller, Koppen- Strasse 29. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung von den Verhandlungen mit der Innung. 2. Beschlußfassung über unsren Streit. Sämtliche Unternehmer unsres Berufs sind hiermit zu dieser Versammlung eingeladen. Wir garantieren Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Die Ortsverwaltung. volle Redefreiheit. Berliner Ressource Kommandantenstr. 57. Kleine und große Säle für 100, 500 und 1000 Personen empfiehlt. 50432* Adolf Stein, Ein Sonnabend im Oktober und November frei. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Heute Sonnabend: Militär- Konzert Königin Augusta- Gren.- Reg. 4. Steidl- Theater. Linienst.132 am Dranien burger Thor Täglich humorist. Soiree E 11. a.: ( Herr Przywarsky.) Im Kaiser- Saal: Norddeutsche Sänger und Tanz. 111 Winter Daten Grain vou Dunvio. Excentrics. Duncan's dress. schott. Schäferhunde. Robinson- Baker- Trio, Hochspringer. Elise de Vére, Soubrette. Los Floridos, Spanische Tänzerinnen. Die 2 Freydos," Professor u. Schüler". Die Tourbillon- Truppe, Radfahrer. Sisters Carey's dressierte Papageien. Carl Maxstadt, Humorist. Pariser 122/17 Admiralstr. 23, Stadibez. 89, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 11. Dttober, vormittags um 10 Uhr, von der Leichenhalle des St. SimeonsUn zahlreiche Beteiligung ersucht 244/15 Der Vorstand. Am Montag, den 13. Oktober, abends 8% Uhr, Kirchhofes in Mariendorf aus statt. findet im Lokal des Herrn Graumann, Naunynstr. 27, eine öffentliche gewerkschaftliche Männer- und Franenversammlung t statt. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn G. Menter. 2. Diskussion. 3. Warum stellen die Spediteure des Vorwärts" teine organisierten Botenfrauen an und wie stellen sich die der Geschäftskommission angeschlossenen 291/14 Gewerkschaften zu dieser Frage? 4. Verschiedenes. Alle der Geschäftskommission angeschlossenen, wie auch im Berliner Gewerkschaftskartell vertretenen Genossen werden besonders ersucht, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Einberuferin. Deutscher le Metallarbeiter Verband. = Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Hugo Powitz am 9. d. W., abends 9%, Uhr, an einem langwierigen Leiden gestorben ist. Jeder Handwerker follte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen Allein- Verkauf. Sehr starke Ware in praktischen grauten u. braunen Streifen, auch einfarbig. Am Bund aus einem Stud gearbeitet. Sehr feste Kappnähte. Haltbarste Pilot- Taschen. Große Flicken umsonst. Die Hose bei Entnahme von 6 Grid 26 9.4 Mt. 50 Echtblaues Monteur- Jadett 1 M. 90 Echtblaue Monteur- Hoje, 1 m. 50 Echtblaues Monteur- Jackett Prima Köper- Gewebe.. 2 M. 50 Echtblaue Monteur- Hose Prima Köper- Gewebe.. 2 M. 10 Manchester- Hose 8,50,5,25,4,25,3 M. 50 Gefüttert. Manchest.- Sadett 14,-9, Weiße Friseur- Jacketts 3,50, 2 M. 75 Konditor- Jacken, 2reihig, 4,25, 3 M. Maler- Kittel 2,50, 2 3,-, 2 Sonntag, den 12. Dhober, nach- Weiße Leder- Jacketts, 2reihig 7,50, 3 M. 75 4,50, 2 M. 75 Weiße Lederhosen Sonntag, den 12. Oftober 1902, abends 6 Uhr, findet bei mittags 3 Uhr, von der Turmstr. 51 nach Plößensee. 122/18 Cohn, Beuthstraße 19/20, eine Zwirnhofen, fest u. schön, 3,-, 1 M. 75 Die Ortsverwaltung. Die Preise gelten für normale Größen. Verein deutscher Schuhmacher. Die Beerdigung findet flatt am Mechaniker- Stitel( braun) 3, 3. 40 Mitglieder- Versammlung mit Frauen Studenten Lustu. Leid tatt. Bortrag des Herrn Waldeck Manasse über: Anjang 8 1hr. Sonntag 7 Uhr. Borverkauf 11-1 Uhr. Sonnt. u. Donnerstag im Festsaal Tanzkränzchen. Alle Freunde und Bekannte erlaube mir zu meinem ersten am Sonntag, 12. Oftober d. J., stattfindenden Wurst- Essen unter Mitwirtung meiner ganzen Hauskapelle ergebenst einzuladen. 26906 2leg. Kieburg, Urbanstr. 68. Orts- Krankenkasse Goldschmiede Gewerbe für das 3 Berlin. Liane de Vries, Soubrette. Hara, Meister- Jongleur. Angèle VanLoo, Fingering jämtlicher großjähriger Kaffenv.kgl. Theat., Brüssel. Versammlung mitglieder Cléo de Mérode Tänzerin von der am Sonntag, den 19. Oktober cr., Blograph" Gr. Oper i. Paris. Sanssouci Kottbuserstr. 4a, Station der Hochbahn. Donnerstag, Sonntag und Montag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger Nach jeder Vorstellung Tanzkränzchen. Entree: Sonntags 50 Bj., Sperrsiz 75 Pf., ab 9 Uhr, 30 Pf., Wochentags 30 Pf., Sperrsiz 50 Bf., ab 9 Uhr 20 Pf. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Tagestasse 11-12 Uhr. ( Mehsel, Pietro, Britton, MaySteidl, Krone, Böhme, Böckmann, Blättner 2c.). Palast- Theater Direktion: Richard Winkler. Anhaltender Lacherfolg. 9 Uhr: 9 Uhr: Berliner in Steglitz. Große Ausstattungsburleske von Ely. Im Elite- Künstler- Teil, Willi u. Rosita Sands, Sportaft. Lissis de Dio, Kostüm- Soubrette. Huc und Mac, Transformationsaft. Benedetti, Universal Artist. Fritz Berend mit seinen Originalschlagern. Alphonso Marsana, Drahtseil. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Cirkus Schumann Karlstrasse. Cirkus Renz- Gebäude. Sonnabend, den 11. Oktober, abends 7 Uhr: Dritte grosse High- Life- Soiree, äusserst gewähltes Programm. Direktor Alb. Schumann mit seinen neuesten Creationen in der hohen Schule als auch Freiheitsdressuren! Herren Hess und Cottrell mit dem Reiterscherz aus dem Hydepark zu London. Die beliebte jugendliche Schulreiterin Frl. Dora Schumann. Nur noch kurze Zeit die Geretteten der Insel 25 Martinique. Sonntag: Zwei gr. Vorstellungen. 4 Uhr auf allen Plätzen 1 Kind Kinder frei, übrige halbe Preise, in beiden Vorstellungen die 25 Geretten von Martinique. vormittags 10 Uhr, im Lokal Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Tagesordnung: Wahl von 100 Delegierten für die Jahre 1903-1904. Um 10%, Uhr findet in demselben Vom Wahn zur Wahrheit. Wir ersuchen unsre Mitglieder, ihre Frauen mit zur Teilnahme an dieser Versammlung zu veranlassen. Nach dem Vortrag geselliges Beisammensein mit Tanz unter Mitwirkung des„ Gesangvereins der Schuhmacher". Achtung! Schäfte- Arbeiter und Arbeiterinnen. Achtung: Sonnabend, den 11. Oktober 1902, abends präcise 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- User 15, Große Versammlung aller in der Schäfte- Fabrikation beschäftigten Personen( Zuschneider, Borrichter und Stepperinnen). Tages- Ordnung: 1. Bortrag der Frau Dr. Wehl über:„ Die Ziele und Nuken der Gewerkschaftsorganisation". 2. Diskussion. 3. Stellung nahme der Schäfte- Arbeiter zu der bevorstehenden Lohnbewegung der Schuhmacher der besseren Maßgeschäfte. 170/4 Die Ortsverwaltung. Um recht zahlreichen Besuch ersucht Unterstützungs- Verein der Kupferschmiede Deutschlands. 27026 Filiale Berlin. Sonntag, den 12. Oftober 1902, nachmittags 5 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- lljer 15, Saal I: Versammlung mit Damen. Tagesordnung: Vortrag. Nachdem: Geselliges Beisammensein mit Tanz. Der Vorstand. Vantinenmacher! Lokal eine Versammlung jämt: Sonntag, 12. Oktbr., vorm. 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- User 15: licher Arbeitgeber, welche aus eignen Mitteln Beiträge zur Kaffe leisten, statt. Tagesordnung: Wahl von 50 Delegierten. Der Vorstand. 26796 89/16 gez. H. Herz, gez. E. Davidshäuser, Schriftführer. Borsigender. !!! Spottbillig!!! Versammlung. U Der Einberufer. Verband der Möbelpolierer. Heute abend in Kellers Festsäten, Koppenstr. 29: 19. Stiftungsfest. Brogramme, Herren 50 Pf., Damen 30 Pf., sind in den Zahlstellen zu sämtlicher Mitglieder erwartet Das Komitee. Anzugstoff- Reste haben. Das Erscheinen Hosen- u. Winterpaletot- Reste, Reste auch für Damen- Paletots u. Kostüme. Tuchfabrik- Niederlage Koch& Seeland, Berlin, Rossstr. 2. Die Kollegen werden ersucht, ihre Beiträge für den Verband und Krankenkasse hette bis 9 Uhr zu entrichten. 147/6 Montag, den 13. Oktober, abends 8, Uhr, Huffiten- Straße 40: Versammlung. 0 Tages Ordnung: Central- Verband der Handlungsgehilfen u. Gehilfinnen Deutschlands. Bezirk Berlin. Am Donnerstag, den 9. d. M., starb nach furzem, schwerem Leiden unser Mitglied Max Guttmann. Wir werden ihm ein treutes Angedenken bewahren. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 12. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des jüdischen Friedhofes in Weißensee aus statt.[ 291/15 Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Bevollmächtigte. Baer Sohna En gros. Export. En detail. Chauffeestr.24a/ 25. Brückenftr.11. Gr. Frankfurterstr. 20. Die 20. Preisliste 1902 wird kosten. los und portofrei zugesandt. Bei Bestellung von Hosen ist die Bundweite und die Schrittlänge, bei Jacketts und Mänteln die Brustiveite anzugeben. 52322* Versand von 20 M. an franco. Nachdruc verbsien! Danksagung. Für die in so reichem Masse erwiesene Teilnahme bei der Bestattung unsres lieben, unvergesslichen Bruders und Onkels un Jsaac Jacoby sprechen wir allen unsren herzlichen, tief empfundenen Dank aus, ganz besonders den Arbeiterinnen und Arbeitern, die in so treuer, herzerhebender Anhänglichkeit ihrem verstorbenen Chef und Arbeitgeber die letzte Ehre erwiesen und seiner mit ehrenden Worten in einem besonderen Nachruf gedacht haben. 2699b Jacques Jacoby, Heinrich Pächter in Firma J. Jacoby. Schillingstr. 12. Dieser schwarze steife Hut mit Futter kostet 3 Mark. Dieser weiche Herrenhut kostet mit Satinfutter 1,75 Mark, mit Atlasfutter 2 Mark. Oscar Arnold Grösstes Specialgeschäft 1. Bortrag des Herrn Dr. Weyl über: strankenkassen und Staffenärzte. Engros. für Hüte, Mützen u. Pelzwaaren Export. 2. Diskussion. 3. Wünschen die Mitglieder die Einführung eines Fachblattes? 4. Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, sich an den GewerbeDer Vorstand. 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Sonnabend, 11. Oktober 1902. hat " Zivei Mitich weiß es nicht sicher. Sicher aber ist, daß er trabt wie viel Geld zu verdienen, daß sie ihren Geliebten heiraten könnte, nur irgend einer, und daß er es am wenigsten sollte. Denn der wenn er ihr nicht natürlich noch stürbe diese Geschichte hat der vielleicht größte Teil seines Tertes sind Recitative, Gesprächsjähe von Komponist in eine grelle Effektmusik getaucht, in der Einzelres, Opernhaus. Den in Stürmen erprobtesten Seemann kann der nüchternsten Gewöhnlichkeit, die am ehesten noch erträglich werden wie z. B. ein Soldatenlied und das darauf folgende Nachtstück sogar bielleicht doch einmal, wenn die Wetter gar zu wild wüten, eine könnten durch eine freie( nicht„ menfurierte") Sprachdeklamation. sehr interessant geraten ist. Frau de Nuovina ist in der That eine Bangigkeit oder die Seekrankheit befallen. Auch dem Musikreferenten, was thut mein Urich? Er liedertafelt sie nur so herunter und macht große Spiel- und Singkünstlerin mit einer höchst dramatischen der an das schrecklichste Gestampfe der Operettenschiffe und Opern- es mit ihrer Orchesterbegleitung erst recht ebenso. Daß diese aber Stimme, die namentlich in den unteren Lagen eine prächtige expreßdampfer gewöhnt ist, der furchtlos durch die Alte Jakobstraße den Gesang wahrhaft ausdeutete nein!( Man sehe z. B. die Be- Qualität besißt, im übrigen freilich etwas wie eine wuchtige Härte und selbst durch die Linden oder gar zum Kroll zu gehen vermag, gleitung der Worte auf S. 5 des Textbuches:„ Und wenn der Frei- zeigt. Die Sängerin behielt die französische Sprache bei, während der kühl und ruhig bleibt, wenn der Text- und Ton- Trott von Mißheitskampf mir Enttäuschungen" ust.) Ein paar charakterisieren alle andren deutsch sangen eine seit längerem übliche Bereicherung verständnis- Komödien herantrabt: auch ihm kann es geschehen, daß wollende Spielereien mit den Instrumenten wirken eher komisch. Um unsrer Kunstzustände. Alseits französisch zu fingen, würde immer bei diesem Trotten und Stampfen und Schaukeln allmählich die große wenigstens etwas zu retten: manchmal ist die malende Instru- noch besser taugen. Uebligkeit herannaht und er mit verzweifelten Blicken und gerungenen mentierung nicht übel( z. B. in jenem Buch S. 27). Aber das Die beiden Aufführungen waren ersichtlich eine GelegenheitsHänden zum großen Kronleuchter emporseufzt:" Muß es denn sein, Glockenspiel, das Frieden verkündet, nachdem die Sturmglocke in der und Verlegenheitsarbeit. Besonders mit dem Glockenspiel" fand daß ein Mensch so leidet? Ist nirgends Land zur Rettung zu er Stadt Dünkirchen Anno 1646 vergeblich zur Niedermezelung der be- man sich rasch ab. Doch eine solche Sinnwidrigkeit wie das Kommen reichen? Und muß es gerade das weltberühmte Opernhaus in Berlins fiegten Spanier aufgefordert hat? Das müßten doch liebliche und Gehen der Personen durch die gegenüberliegenden Thüren im Mitte sein, das solche Qualen bringt, inmitten eines Publikums, das Klänge sein und vielleicht gar ebenso ins Ganze hineingearbeitet sein, ersten Aft sollte sich eine Regie wie die Droeschers nicht leisten; jubelt, wenn es derartiges genießen darf?!" wie es gestern mit Hubays Hackbrett im Dorflumpen" war? Doch oder interessiert sie sich einzig nur für Massen? nicht zum einen und noch weniger zum andern reicht Urich3 Erfindung. wirkende waren für uns neu. Fräulein Reinisch ist von der Den Abend beschloß ein Werkchen des angesehenen Komponisten Stuttgarter Oper, guten Angedenkens, herübergenommen. Sie hatte J. Massenet. Vor einiger Zeit hatte ein biblisches Oratorium sich dort als kunstvolle Koloraturistin bewährt; in der jugendlichvon ihm, ich glaube" Maria Magdalena", uns nicht eben viel Sehn- dramatischen Rolle der Meßnerstochter stand sie nicht am richtigen sucht nach diesem altjungen Franzosen erweckt.„ Das Mädchen Plazz; und es war wohl weniger ihre Schuld als die einer nachvon Navarra", Lyrische Episode in zwei Aften, Dichtung von lässigen Gesamtarbeit, daß sie zu Beginn des zweiten Aftes sich mit J. Claretie und H. Cain, deutsch von Mar Kalbeck, ist dein Orchester nicht zusammenfand. Herr Jörn, der in der nun jedenfalls die Leistung eines die Tonkunst ganz anders be-" Navarreserin" eine Nebenrolle gab, war uns vor etwa zwei Jahren herrschenden Künstlers, als dies von Urich gelten fann. Sie war im in der Morwitz- Oper aufgefallen durch eine gut veranlagte, aber vergangenen Frühjahr von der unglücklichen scanzösischen Opern- ordinär behandelte Stimme. Seither ist es mit seiner Stimmgesellschaft gebracht worden, mit der berühmten de Nuovina, behandlung etwas besser geworden, doch unfein und gewöhnlich die jenes Unternehmen hätte retten sollen. Der Dame ging eine flingt und spielt dieser Tenor immer noch. Zwischen unsren Chrischen schr ehrenvolle Achtung persönlich wie künstlerisch zur Seite, Tenoren, Sommer und philipp, geht es aber zur Not an. und es war gut, sie in glatteren Verhältnissen kennen lernen zu Ueber die äußeren Erfolge zu berichten lohnt bei dem Typischen alf lassen. Ten Massenet hat man vielleicht nur ihr zu Liebe vor dieser Vorgänge so wenig wie sonst. geführt. Die Geschichte von der Navarreserin, die im Carlistenfrieg von 1874 den gefürchteten bastischen Führer tötet, um sich so Die ztveiaftige Oper„ Das Glockenspiel", mit dem modischen Nebentitel aus dem Französischen( Le Carillon"), Tert von J. Mér y und P. B. Ghe usi, Musik von J. U rich, die vorgestern Donnerstag im Opernhaus zum erstenmal gegeben wurde, war viel leicht der Gipfel dessen, was sich dieses Kunstinstitut seit langem geleistet hat. Wahrscheinlich gehört sie zu den Stücken, die der„ viel versprechende" selige Geheimrat Pierson irgendwann angenommen, und die nun vertragsmäßig erledigt werden müssen. Wir haben schon mehrmals bemerkt, daß die meisten jezigen Komponisten, felbst wenn sie im Melodischen und Harmonischen und noch in anderm recht u nehmbares leisten, doch in Rhythmischen und( um dies noch eigens abzugrenzen) im Metrischen oft unglaublich primitiv arbeiten. Das einförmige Getrabe geht so dahin, als sollte dem Taktstrich ein hohes Lied dargebracht werden. Man lese einmal diesen Bericht laut mit gleicher Betonung etwa jeder vierten Silbe, und man wird ahnen, was wir meinen. Die Deutschen dürften hier obenan stehen. Ob Urich zu ihnen gehört, ob er seinen Text im Französischen vertont " " SZ Warum soll jede Hausfrau Kathreiner's Malskaffer kaufen? Weil es nicht möglich ist, mit andren von den vielen angebotenen Kaffee- Zusätzen einen wirklich gut schmeckenden und dabei wohlbekömmlichen Kaffee zu bereiten. Allein Kathreiner's Malzkaffee erfüllt diese Aufgabe vollkommen! Für die Erwachsenen als Zusah genommen und den Kindern rein" gegeben, leistet er in beiden Fällen jeder Hausfrau unschätzbare Dienste. 130/ 11* andern Musikinstrumente Hauptkatalog über alle gratis u. franko. Lederer& Kreinberg Streich- Instrumenten- Fabrik Markneukirchen No. 443 offerirt billigst direkt ab Fabrik Konzert- Zieh- Harmonikas garantiert grösste Tonfülle, solideste Arbeit. 10 Tast. 2chör., 2 Reg., 50 St., à Mk. 5.- 21 Tast., 108 St. Mk.11.-, 21.-, 7.50 27. etc. Schule u. Kiste 15.- schon v. Mk. 1.50 p. 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