Ur. 243. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1902 unter Nr. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montage. 1290 Vorwärts Berliner Volksblatt. 19. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort sett). Inserate für bie nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der Tanz zur mittleren Linie. Am Donnerstag begann die zweite Lesung des Zolltarifs im Reichstag. Das Haus war ziemlich gut besetzt, die Tribünen Harrten in Spannmg. D Freitag, den 17. Oftober 1902. " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. " Es kommt nunmehr darauf an, ob ein Teil des Cens trums sich zur Regierungsvorlage zurückziehen wird. Geschieht dies nicht bis zur Abstimmung über den Weizenzoll, die morgen oder übermorgen erfolgen wird und findet demgemäß der höhere Sah nach dem Kommissionsvorschlag eine Mehrheit, so kann man die Vorlage als gefallen erachten. Denn alsdann verliert auf der Rechten und auf der Linken die weitere Beratung jedes praktische Interesse. Die Verhandlung verödet und es tritt chronische Beschlußunfähigkeit ein. Socialdemokratie hat es alsdann nicht einmal mehr nötig, irgend eine Obstruktion zu versuchen. Graf Bülow erörterte auch schon die Möglichkeit, daß der Tarif nicht zu stande kommt; in diesem Falle würde man entweder die bisherigen Handelsverträge in Straft bestehen lassen, oder neue Vertragsverhandlungen auf der Grundlage des geltenden autonomen Tarifs einleiten." Beschleunigter Landtags- Beginn. Die die zu die Die vorzeitige Einberufung des Landtages ist schon seit dem Frühjahr durch die Zollpartcien gefordert worden. Man gedenkt so durch die diätenbegabten Landtagsleute die Beschlußfähigkeit des diätenlosen Reichstags zu ermöglichen. Der vorzeitige LandtagsBeginn bedeutet ein Mittel zur Durchführung des Zollwuchers. Endlich nachdem Graf Bülow seine jungen Specialforschungen um dann in schnell erreichter dritter Lesung den Wucherstrick zu an das Haus gebracht, sprach er die paar Worte, in deren Er- zuziehen. wartung man während der ganzen Rede ihm zuhörte: Er erklärte Es ist begreiflich, daß die Zöllner auch solche Manöver verim Namen der verbündeten Regierungen feierlich, daß die Regierungs- suchen. Seltsam aber ist, daß die Freisinnige Zeitung" vorlage die äußerste Grenze darstelle, daß man weder die Minimal die Verwirrungstaktik der Zollparteien ernst nimmt und eine zölle für Getreide erhöhen, noch Minimalzölle bei andren Positionen Zuversicht in dem Fall der Vorlage trägt, an der die Verwirrungszulaffen könne. Damit waren die Kommissionsanträge nochmals für taktiker ihr helles Vergnügen haben dürfen. Die Freifinnige Voraus ging die Erdrosselung der socialdemokratischen und der un annehmbar erklärt. Sodann fühlte sich der Kanzler Zeitung" sagt: freifinnigen Interpellation über die Fleischnot. Graf Billow bemißigt, die Socialdemokratie vor offener oder versteckter Obstand zunächst draußen vor der Thür. Den Hinauswurf der Inter- struttion zu warnen, die das parlamentarische Ansehen stets schädige. pellationen persönlich zu erledigen, dazu hielt er sich für zu vor- Wir meinen, Graf Bülow hätte vollauf genug zu thun, wenn er sich nehm; er wollte sich für den großen Moment der Bollerklärung der darauf beschränkte, in diesen schivierigen Zeitläuften sich um das An verbündeten Regierungen aufbewahren. Deshalb hatte er seinen sehen der Kanzlerschaft zu sorgen. Außerdem handelt es sich in Untergebenen Posadowsky beauftragt, das Sprüchlein herzusagen, diesem Fall gar nicht um die Absicht einer Obstruktion, sondern um daß die Regierung die Interpellationen erst beantworten werde, wenn eine völlig berechtigte, loyale Oppofition. Graf Bülow kennt auch die eingeleiteten Erhebungen über die Fleischnot abgeschlossen seien. die Geschichte des Parlamentarismus herzlich schlecht, wenn er meint, Mit dieser Antwort war die Begründung und Besprechung der Juter- Obstruktion wirke immer schädlich. In Italien haben erst flingst pellationen bereitelt. Mögen Millionen unter der unterhörten unfre Genossen durch eine unerschrockene, zielflare und geschickte DbFleischteuerung leiden und darben was thut's, die Ne- struktion die Herbeiführung einer friedlichen gesunderen Entwicklung gierung veranstaltet in Ruhe und Gemächlichkeit Erhebungen! des Parlamentarismus bewirkt. Und meint etwa Graf Bülow, daß Sie ist plöglich von dieser Leidenschaft für wissenschaftliche Gründ- die socialdemokratische lex Heinze- Obstruktion, die die Auslieferung lichkeit erfaßt worden, obwohl die Sachlage völlig klar ist und ob der deutschen Kunst an Polizei und Pfäfferei vereitelte, nicht ein wohl durch Aufhebung der Grenzsperren sofort ohne jede Kulturverdienst gewesen ist? Aber wie gesagt, von Obstruktion ist zwiftigkeiten unter den Zollparteien und der Regierung haben Das ist eine völlige Mißkenmung der wirklichen Lage. Die Schwierigkeit die Not gelindert werden könnte. Diese Erhebungs bei der Zollvorlage gar keine Rede, die Warming war also in jedem von den jeher vornehmlich 110 Zweck verfolgt, teils fucht bei unzweifelhaften Thatsachen steht im schroffsten Widerspruch Betracht überflüffig. als zu der Erhebungs fchen, mit der sich dieselbe Regierung geweigert Regierungsvorlage„ geringes Uebel" im Vergleich Es war sehr charakteristisch, daß die Rechte, die während der den Ueberzoll- Forderungen erscheinen zu teils hat, durchaus dunkle Gebiete statistisch zu erhellen. Als beim Zoll- Rede Bülows in dumpfem Schweigen verharrte, bei der Obstruktions- Zollgegner durch das Vertrauen auf den inneren Zöllnerstreit in ihrem zu lassen, tarif eine Enquete über die Not der Landwirtschaft gefordert wurde, Warnung plöglich jähen Beifall spendete. Dieser unvorsichtige widerstandseifer zu entfräften. Ein Teil der Liberalen hat sich über die nur Behauptungen, teine Thatsachen vorliegen, erklärte Gefühlsausbruch beweist, wie sehr sich die Agrarier danach sehnen, schon immer leichtgläubig durch solche Täuschungsversuche überman dies für zu zeitraubend und unnötig! Man 30g es vor, die daß die für sie doch angeblich un annehmbare Regierungs- tölpeln laffen. Wie oft wurde nicht schon die Vorlage als gescheitert agrarischen Wucherzölle durch nichts zu begründen wie durch die vorlage so schnell wie möglich Gesez werde. Im übrigen entfodte erklärt! Thatsächlich aber wurde im Verborgenen um so eifriger Wünsche der Interessenten. Ebenso werden erst nach den der Vortrag Bülows am Schlusse nur den National= Zolltarif Beschlüssen die Untersuchungen über das Kartell liberalen ein paar dinne Bravorufe. an ihrem Zustandekommen gehandelt. Auch jetzt ist es nicht anders. wefen eingeleitet, die doch der Einbringung geschweige Echon das furze Neferat des Berichterstatters der Zollkommission, denn der Beratung und der Beschlußfassung über den Schwerin- Löwig, deutete in seinen Schlußworten darauf hin, Bolltarif vorausgehen müßten. So verweigert man Er- daß die Konservativen schließlich die unannehmbare Regierungs- Infolge der geplanten Verstaatlichung verschiedener Privatbahnen hebungen, wenn die Verhältnisse dringend einer Durchforschung be- vorlage begierig schlucken werden. Freilich haben die Konservativen wird, wie ein Berichterstatter meldet, das preußische Abgeordnetendürfen aus Obstruktion gegen die Wahrheit. Hingegen ver- am Donnerstagvormittag in ihrer Fraktionssigung sich verständigt, hans bereits in allernächster Zeit einberufen werden. Einige dieser anstaltet man willkürlich und überflüssig Erhebungen, um sich der bei ihren früheren Beschlüssen zu verharren, d. h. die Regierungs- Bahnen müssen nämlich, nach den bestehenden Verträgen, vom Abhilfe unzweifelhaft trauriger Verhältnisse zu entziehen aus vorlage für unannehmbar und auch selbst die Kompromißvorschläge Staate schon am 1. Januar 1903 in Betrieb genommen werden, Obstruktion gegen die sociale Pflicht! für unzulänglich zu erklären. Auch das Centrum hat beschlossen, die was eine schleunige Beschlußfassung des Landtages in dieser AnEs ist übrigens eine Widersinnigkeit unsrer parlamentarischen stommissionsfäße aufrecht zu erhalten. Ebenso hat am Schluß der gelegenheit erfordert. In parlamentarischen Kreisen werde damit Geschäftsordnung, daß zwar Jnterpellationen begründet und diskutiert Donnerstagfißung nach einer fachlichen, trocknen, die schutz- gerechnet, daß es diesmal nicht möglich sein werde, den Etat bis werden können, wenn die Regierung eine Beantwortung verzöllnerischen Argumente Bülows gründlich zerpflückenden Rede des zum 1. April 1903 fertig zu stellen und infolge dessen eine Herbstwoleigert, daß es aber keine Möglichkeit giebt, eine Interpellation Freifinnigen Gothein der Reichsparteiler v. Stardorff in furzen, session des Abgeordnetenhauses notwendig sein werde. zur Erörterung zu bringen, wenn die Regierung die Antwort pazzigen und pugigen Bemerkungen die Regierungsvorlage für unin cinem fernen unbestimmten Zeitpunkt zu annehmbar erklärt. erteilen verheißt. Damit hat die Regierung es in der Hand, Dennoch glauben wir nicht an den Ernst dieses Unannehmbar. die wichtigsten Erörterungen gerade dann zu vereiteln, wenn sie Man wird vielleicht in der zweiten Lesung noch spröde thun. Man am dringendsten notwendig sind. Die Obstruktion, mag hoffen, dadurch, daß man das Zustandekommen der Zollvorlage welche die verbündeten Regierungen auf Grund als aussichtslos erscheinen läßt, die Opposition zu erschlaffen, un eines bedauerlichen Mangels der Geschäftsordnung dann bei der dritten Lesung sie mit der Einigung zu überrumpeln. gegen die Fleischnot- Interpellationen treiben, Man mag auch immer noch auf fleine Zugeständnisse der Regierung ist allerdings geeignet, den deutschen Scheinpar- rechnen wandelbar sind ja die Männer und die Ueber lamentarismus und die Regierung aufs schwer ste zeugungen des Bidzad- turfes so viel scheint es sicher: man ist autompromittieren. tanzt um die mittlere Linie des Grafen Bülow, und Nach der Beseitigung der Fleischnot- Interpellationen öffnete sich die einzige Frage ist nur: in welchem Augenblick dieser Tanz zur das Thor und herein marschierte der Rittmeister Graf Bülow- mittleren Linie führen wird. Wir rechnen nicht mit der Uneinigkeit ohne Uniform gefolgt von einer glänzenden" Suite von dienst- und Unentschloffenheit der Zöllner und Ueberzöllner, sondern allein Habenden Ministern: Richthofen, Thielmann, Tirpis, Rheinbaben, mit unsrer Einigkeit und Entschlossenheit. Möller, Podbielski, v. Hammerstein. Die ganze preußische Intelligenz Aus dem Centrum heraus wurde angeregt, die Sizingen schon war aufgeboten. Zunächst eine furze Geschäftsordnungs- Debatte. um 12 Uhr zu beginnen. Auch diese Anregung, der Folge gegeben Dann nahm Graf Bülow das Wort. Er hielt eine sehr aus wurde, beweist, daß die Zollwucherparteien alles thun, um die uns führliche Rede, die so eifrig auf dem schlappen Drahtseil der annehmbare Regierungsvorlage so schnell wie möglich in Sicherheit mittleren Linie tanzte, daß man hätte meinen können, der Reichs- zu bringen. kanzler wäre eben von der nationalliberalen Delegiertenversammlung gekommen. Der Zweck der ersten neun Zehntel seiner Ansprache war nicht recht zu ersehen; denn erst die letzten Sätze brachten die erwarteten Erflärungen. Vermutlich wollte Graf Bülow zeigen, daß er sich während der Sommermuße gründlich in die Materie ein gearbeitet habe. Mit einer gewissen Wehmut konnte man bei diesen feicht plätschernden Agrardeduktionen der mittleren Linie an die ernſte, durchdachte Nede denken, die einst Caprivi über die gleiche Frage gehalten hat. Der derzeitige Kanzler ist bei seinen wirtschaftspolitischen Studien, die er dankenswerterweise zwischen der ersten und zweiten Lesung begonnen, leider in den Anfangsgründen stecken geblieben. Vielleicht wäre sein Vortrag besser geraten, wenn er vorläufig weiter geforscht hätte und erst bei der dritten Lesung den einleitenden Vortrag gehalten hätte. Zu allem Unglüd hatte Graf Below das Mißgeschick, bei der Auswahl der sparsam aufgespeicherten Beweisgründe gerade solche zu erwischen, die wegen ihrer absoluten, längst nachgewiesenen Unrichtigkeit selbst von den besseren der unter ihrer schlechten Besoldung ächzenden Wanderredner des Bundes der Landwirte nicht mehr benutzt werden. So wiederholte er die unwahre Behauptung Rheinbabens, daß während der Dauer des Fünf- MarkBolls feine Steigerung der Getreidepreise erfolgt sei. Das genaue Gegenteil ist der Fall, die Preise stiegen stetig und erreichten schließlich eine unerträgliche Höhe; Graf Bülow selbst war so liebenswürdig, seine Behauptung Lügen zu strafen, indem er daran erinnerte, daß 1891 die Not so groß war, daß allgemein eine Aufhebung der Zölle gefordert wurde. Nicht minder thöricht war der Hinweis auf die hohen Getreidezölle Frankreichs; der Sangler follte sich von einem Geheimrat die nicht unbekannte That sache einprägen lassen, daß fast die gesamte Getreide- Einfuhr Frankreichs aus den zollfreien Kolonien Stammt. Daher ist Deutschland schon jetzt unter dem 3,50- Zoll das Land der höchsten Getreidepreise. den Matrac Politische Uebersicht.*** to gunned Berlin, den 16. Oftober. Verwirrungstaktif. Die Berl. Polit. Nachrichten" besprechen die Zollaussichten in folgender Art: Es wird mit zwei Eventualitäten zu rechnen sein. Bietet die alsbald bevorstehende Entscheidung über die Getreide- Windestzölle keine Aussicht auf Berständigung, so wird man sich eben in dem jezigen Tagungsabschnitte des Reichstages in der Hauptsache damit begnügen müssen, Reichshaushalts- Etat für 1903 fertig zu stellen. Sind aber die Aussichten günstig, so wird fofort mit der energischten Bekämpfung der Würde eine Opposition eingefegt werden können. Entscheidung dieser Art über die hauptsächlichsten Streitpunfte im neuen Zolltarif nicht baldigst herbeigeführt, so würde zwar eine solche Oppositionsbekämpfung auch möglich sein, ob sie aber in der That eintreten würde, ist doch höchst zweifelhaft. Jeden falls bietet bei Berücksichtigung der Kürze der noch zur Verfügung stehenden Zeit die Gewähr auf ein positives Ergebnis der Berhand lungen nur noch die baldige, Herbeiführung einer Entscheidung des Plemums über die genannten Fragen, natürlich nur dann, wenn diese günstig ausfällt. Fällt sie ungünstig aus, so haben die verbündeten Regierungen das ihrige gethan, die Verant ivortung für das Scheitern der für die deutsche Volkswirtschaft notwendigen Vorlage fällt dann auf den Reichstag.". Die Absicht solcher Betrachtungen fann nur sein, die Zollgegner sorglos zu machen. Denit es ist nicht damit zu rechnen, daß Centrum und Konservative schon jezt von ihren Ueberforderungen zurücktreten. Vielmehr wird man versuchen, durch den Schein andauernder Uneinigkeit die Opposition zu erlahmen, Beendigung des pennsylvanischen Bergarbeiterstreits. Eine offizielle Erklärung, in welcher die Beendigung des Kohlenarbeiter Ausstandes verkündigt t rd, Donnerstag früh veröffentlicht worden. Ferner meldet aus Washington ein Wolffsches Telegramm vom Donnerstag: In der heute früh veröffentlichten Erklärung über die Beendigung des Kohlenarbeiter- Ausstandes wird mitgeteilt, daß zur Regelung der Streitfrage zwischen Arbeitgebern und Arbeitern eine Kommission eingesetzt wurde. Mitglieder dieser Kommission sind der pensionierte General Wilson, der Ingenieur Paater als Bergarbeiter Sachverständiger, der Nichter Gray, der Großmeister des Ordens der Eisenbahn- Zugführer Clark als Sachverständiger für sociale Fragen, ferner Mr. Watkins als Sachverständiger bezüglich der Gewinnung und des Vertriebs von Kohle, und Bischof Spalding von Peoria; lepterer wurde auf Betreiben des Präsidenten Roosevelt in die Kommission aufgenommen. Zum Schriftführer der Kommission ist der Kommissar des ArbeitsDepartements White bestimmt. Wie verlautet, sind sowohl Arbeitgeber als Arbeitnehmer mit der Zusammenseßung der Kommission zufrieden. Verbandspräsident Mitchell erklärte die Zustimmung zur Einsetzung derselben namens der Arbeiter, die Herren Bacou und Perkins namens der Arbeitgeber. Der Zusammentritt der Kommission soll in wenigen Tagen erfolgen. Deutsches Reich. Die Offiziösen und die Boeren. " Die amtlichen Streise nehmen nun doch Notiz von den Boerengeneralen. Heute wird die Norddeutsche Allgemeine 8eitung" abermals aufgeboten, um die Ursachen des Scheiterns der Audienz zu„ erhellen". Das Regierungsblatt beklagt sich bitterlich über die" Neigung mancher Blätter, der eignen Regierung am Zeuge zu flicken" und die Genauigkeit offiziöfer Darstellungen an zuzweifeln. mod 11 Das Blatt giebt zur Abwechselung folgende Darstellung: „ Am 18. September hatte sich Seine Majestät der Kaiser auf Vorschlag des Reichstanzlers bereit erklärt, die Generale zu empfangen, wenn sie sich durch Vermittelung des englischen Botschafters in Berlin anmelden lassen und sich antienglischer Agitationen enthalten würden. Die Generale wurden hiervon infolge Verfügung des Auswärtigen Amtes an den faiserlichen Vertreter im Haag in Kenntnis gesetzt, und De Wet erklärte in ihrem Namen, daß sie das kaiserliche Anerbieten annähmen und mit den Bedingungen einverstanden wären. haben würden. Am 6. Oktober ließen sie jedoch der antlichen Ver" Durch ein Telegrannn aus dem Haag, das gleichzetttg in so daß sich in Deutschland die gegenwärtige Fleischnot ent- j Die Nationalisten haben in ihrer Gruppenfißung Cavaignac zu mehreren deutschen Blättern erschien und aus boerischer Quelle wickelte. ihrem Präsidenten gewählt. Sodann wurde einer Resolution zu geschöpft war, wurde zuerst in der Presse am 27. September befannt, daß die Generale eine Audienz bei dem deutschen Kaiser die Deffnung der Grenzen und die Abwendung von der Zollincher auftragt, einen Gefeßentwurf auszuarbeiten, der die Entfaltung der So zeigen alle Ausführungen von Fachleuten, wie notwendig gestimmt, in welcher die Vorkommnisse in der Bretagne und in den Zollwucher- Stohlengebieten bedauert werden. Es wurde eine Kommission beTruppenmacht im Innern und das Recht der Civilbehörden, fretung des Reichs im Haag mitteilen, daß eine Anfrage bei dem politik ist. Aber die Regierung lebt nur für die Förderung des auftragt, einen Gesetzentwurf auszuarbeiten, der die Entfaltung der militärische Hilfe in Anspruch zu nehmen, regeln soll. englischen Botschafter nicht in ihrem Plane gelegen habe, und daß Agrariertums, das des armen Mannes Taschen lehrt. fic daher die Vermittelung des englischen Botschafters nicht nachSo lange die Soldaten nur gegen streifende Arbeiter vorAuch ein Urteil über Obstruktion. Obstruttion wurde in suchen würden, es sei denn, daß vorher ein förmlicher Jahre 1771 in England angeordnet, um im Intereſſe der freien geschickt wurden, haben die Nationalisten niemals Opposition ge= Ruf Seiner Majestät an fie erginge. und zwar in recht milder Gegen unsre Bemacht, erst, nachdem auch die Klerikalen Form durch die militärische Macht in ihrer" Freiheit behindert merkung, daß die Generale andern Sinnes geworden seien, Kritik und der Preßfreiheit die Bestrafung der Drucker zu ist gesagt worden, daß sie doch nach wie vor bereit gewesen verhindern. Die Minderheit veranlaßte am 12. März 1771 im Hause wurden, fühlen sie sich hierzu gedrängt. wären, das Gesuch um Vermittelung bei dem englischen Botschafter der Gemeinen 23 Abstimmungen und hinderte so mit Erfolg das Durch die Reform des Militärgerichtswesens, die der vorgelegte onzubringen. Das Entscheidende ist aber, daß sie erst das kaiser- Zustandekommen des Gesetzes und so die Bestrafung der Drucker, Der Staatsmann Burke äußerte sich später liche Anerbieten ohne Vorbehalt angenommen hatten, nachträglich dies Verfahren dahin:„ Die Nachwelt wird die echt über Entwurf des Kabinetts Combes vorsieht, sollen alle Delikte, aus an diesem genommen diejenigen gegen die Disciplin, den bürger jedoch den vorgeschriebenen Schritt bei der englischen Botschaft noch Tage bewiesene Hartnädigkeit fegnen". Heute lichen Gerichtsbehörden übertragen werden. Er verfügt geht in England ausnahmslos die Stimmung dahin: es ist ferner, daß die einzige Berufungsinstanz der Kaffationshof sein werde. ein Aus diefer Darstellung der„ Nordd. Allgem. Zeitung" geht die Segen, daß die Drucker nicht wegen des Inhalts einer Zeitung Der sogenannte Revisionsrat soll aufgehoben werden. oder eines Buches bestraft werden können. Zweifellos ist durch die irreführende Zweideutigkeit der ersten Note der„ N. A. 3. herbor. Obstruktion von 1771 die im Jnteresse eines Fortschrittes so notDie ſocialiſtiſche Kammerspatie entwurf zu unterbreiten, der Die Generale haben sich nicht anders besonnen, sie haben auch wendig freie Stritit in England und der Parlamentarismus lebhaft Die focialistische Kammerfraktion hat beschlossen, der Kammer nicht die Vorstellung durch den englischen Botschafter verweigert. gefördert. Ist auch dies dem Reichskanzler Grafen Bülow un- bei ihrem Zusammentritt einen Gesezentivurf zu unterbreiten, der eine Verminderung der Ausgaben für Kriegs- und Marinezwede Sie haben sich vielmehr mit den vorläufig verabredeten Be- bekannt? vorsieht. dingungen des Empfanges einverstanden erklärt und dann einfach Kufreizung zum Ungehorsam gegen ordnungsmäßig erlassene AnDas Ehescheidungsgesetz. Es ist nunmehr getviß, daß die Neauf die Einladung gewartet, die nicht kam. Sie haben anscheinend ordnungen geschieht durch Grenzsperre und Viehzölle. niemals daran gedacht, zu bitten, wenn sie nicht gebeten werden.§ 108 der vom Reichs- Versicherungsamt genehmigten Unfallver- gierung in der Kammer einen Gesezentwurf betreffend die EinDer Vatikan be Aus einer Aufklärung der„ Rheinisch- Westfälischen Zeitung" geht hütungsvorschriften der Tiefbau Berufsgenossenschaft führung der Ehescheidung einbringen wird. absichtigt, eine Protestbewegung hiergegen ins Leben zu rufen. hervor, daß vor den diplomatischen Machinationen des Auswärtigen lautet wörtlich: Amts die Audienz zwischen dem Kaiser einerseits und dem Vertreter des Boeren- Hilfsbundes durch Vermittelung einer diplomatischen Persönlichkeit verabredet wurde. Erst später griff das Auswärtige Amt ein und vereitelte die Audienz. von einer Seiner Majestät dem Kaiser zugemuteten Bedingung ab hängig machen wollten." 黃 onis) aroll Italien. Fleisch kost) ernähren und sich des Genusses geistiger Getränke Brüsselet confereitsuckerarz d. J., vom 1. September 1903 ab die der § 108. Die Arbeiter müssen sich fräftig( borwiegend Im Budget für das Jahr 1903 ist, gemäß den Beschlüssen der vom 5. Ausfuhrprämien vorgesehen. Der möglichst ganz enthalten." Diese recht verständig gemeinte Vorschrift ist dem Gesez ent- Finanzminister Rouvier schlägt ferner die Herabjegung des Eingangssprechend auf jeder Baustelle ausgehängt. Wie soll aber der Arbeiter zolles auf Zucker auf 25 Frank pro 100 Kilogramm vor. Ferner Auch sonst nehmen amtliche Kreise von der Ankunft der Voeren- die Vorschrift befolgen, zumal wenn ihm durch Grenzsperren und wird die Herabsetzung der Tare auf Raffinage auf 2 Fr. vorAuch sonst nehmen amtliche Streise von der Ankunft der Voeren- Viehzölle die Fleischpreise und durch Brotzölle das Brot so in die geschlagen; dies zusammen wird einen Preisrückgang von 37 r. pro generale Notiz. Eben jetzt werden folgende Ordensauszeichnungen Höhe getrieben wird, daß kein Arbeiter sich vorwiegend mit 100 Kilogrammn Zuder oder von 40 Broz, gegenüber dem jetzigen veröffentlicht. Es wurden verliehen: das Großkreuz des Fleischtost" ernähren tann? Die reichsgesetzlichen und bundes Breije ergeben. Der Finanzminister hofft, daß diese Maßnahme Roten Adlerordens dem Kriegsminister John F. Brodrick; rätlichen Vorschriften hindern ja eine ausreichende Nahrung. eine Erhöhung des Konsums von 20 Proz. zur Folge haben werde. den Noten Adlerorden 1. Kl. dem Generallieutenant Kelly- Kenny hat einmal die Berufsgenossenschaft einen so verständigen Den hiernach noch verbleibenden Ausfall von 44 Millionen Frank und dem Generallieutenant John French; den Roten Adlerorden Paragraphen wie den angeführten§ 108 erlassen, so mag fie einen gedenkt man auszugleichen durch die gleichzeitig mit der Reduzierung zweiter Klaffe dem Obersten Sclater; den Roten Adler- Orden Schritt weiter gehen und dem Arbeiter das zur Befolgung des§ 108 des Eingangszolles in Kraft tretende Aufhebung der Ausfuhrprämien. Schweden. curadnja nodigstill vierter Klasse dem Lieutenant Dudley- Marjoribarks; den erforderliche Fleisch zur Verfügung stellen. Königlichen Stronen- Drden erster Klasse dem Generalmajor Jan Zur Wahlrechtsreform. Das am 10. Oftober von der Regierung Hamilton. Es fehlt in dieser Liste der Schwarze Adler- Orden Wahlfiege in Schwarzburg- Rudolstadt. für Kitchener und Chamberlain. Frankenhausen a. Kyffh., 16. Oftober.( Privat- Telegramm.) Bei ernannte Komitee hat den Auftrag erhalten:„ einen den Verhältnissen unsres Landes angepaßten Vorschlag zu einem proportionalen der heutigen Wahl für den Schwarzburg- Rudolstädter Landtag wurde wahl modus für die Wahlen zur zweiten Kammer hier Genosse Winter mit 447 gegen 249 Stimmen gewählt. In auszuarbeiten und im Zusammenhang damit die für einen solchen an besten Frankenhausen II unterlag Genosse Fint mit einer Stimme. In Wahlmodns geeignete Wahlkreiseinteilung Die Zusammenschung dieses neuen Eine Schrift des Kölner„ Vereins zur Wahrung der gemeinsamen Sudolstadt wurde Genosse Hartmann gewählt, Genosse Bloß in zuschlagen." Interessen des deutschen Handels und der Industrie von Fleisch und Stichwahl. In Königssee wurde Genosse Benter gewählt, in Blanken- ist der Art, daß man die Hoffmung auf eine gründliche Fettwaren" behandelt in beachtenswerter Weise die Fleischversorgung burg ist derselbe in Stichwahl. In Oberweißbach ist Genosse Hart Reform des Wahlrechts nicht aufzugeben braucht. Dades deutschen Voltes". Sie bringt fachliche Ausführungen, gestigt mann und in Schlotheim Genosse Winter nochmals gewählt. auf amtlichen Quellen entnommenes statistisches Material, welche Ein weiteres Telegramun meldet: Bis jetzt sind 6 Social ein flares Bild über die Ernährung in Deutschland, unter ganz demokraten gewählt, während drei in günstige Stichwahl besonderer Berücksichtigung der Ernährungsverhältnisse der Arbeiter- kommen. 3 Wahlbezirke stehen noch aus. bevölkerung geben. Gegen den Fleischwucher. borKomitees Der gegen muß die Beschränkung des proportionalen Wahlmodus auf die Zweite Kammer schwere Bedenken erregen. Mit Recht schreibt Branting:" Erhält man auf diese Weise eine Zweite Sanimer, die getreu den Willen der Nation abspiegelt, dann konunt die Erſte Sammer und verrückt das Bild ganz und gar. Die Stimmen dieser Kammer zusammen mit einer Minorität in der Zweiten können Die Schrift weist überzeugend nach, daß die Deffnung Zu den Gemeindewahlen in Mannheim wird uns vom 15. Oftober eventuell in den Beschlüssen des Reichstags dominieren. der Grenzen eine unbedingte Notwendigkeit ist weiter geschrieben: Die gestrigen Bürgerausschuß- Wahlen proportionale Wahlmodus in einer solchen Wahlrechts- Reform ift Die deutsche Landwirtschaft vermag nicht den Bedarf an Fleisch und in der ersten Steuerklasse führten zum Sieg der national- geeignet, in demselben Augenblick, wo das Volk ſein SelbstFett selbst zu befriedigen. Wie die Einfuhrziffern zeigen, ist sie noch liberal- freifinnig- flerifalen Stompromißliste über diejenige der Demo- bestimmungsrecht erhalten sollte, eine Minderheitsherrschaft zu be Gewählt wurden: 10 Nationalliberale, 4 Freisinnige, gründen." nicht einmal im stande, genügend Futter für den gegenwärtigen, fraten. geschweige denn für einen gesteigerten Viehstand zu beschaffen. Zur tramontane; die letzteren, denen es nur knapp zum Siege reichte, erhielten von der gewählten Liste wiederum die niedrigste Erhaltung und Mästung seines Viehstandes muß Deutschland jährlich Stimmen zahl. Das Gesamtergebnis der Wahlen in den drei für mehr als eine halbe Milliarde Mart Futter aus dem Auslande Klassen ist, daß die Klerikalen drei Size im Bürgerausschuß Hereinschaffen. Jede Erweiterung des Viehbestandes würde in verlieren, von denen je einer den Nationalliberalen, Demokraten noch höherem. Grade die Einfuhr von Futterstoffen notwendig und Socialdemokraten zufällt. machen und damit zugleich auch den Preis des Schlachtviehs steigern. einheimisches Vieh eingeführtes Vieh Fleischeinfuhr in Deutschland Kilogr. in England Kilogr. 1 805 000 000 1 078 500 000 51 190 000 179 910 OCO 895 570 000 2 153 980 000 46 125 500 Zusammen: 1902 315 500 V Ausland. Oestreich- Ungarn.bigblu den " England. sidlo+ Haning Hungernde afrikanische Veteranen. Am Mittwochnachmittag marschierte ein Zug füdafrikanischer Veteranen über den Trafalgarsquare; fie trugen Platate mit der Inschrift:„ Wollt Ihr, daß Leute, die mehr als drei Jahre in Südafrika für die Ehre Englands geftritten haben, por Hunger sterben? Wenn nicht, so helft uns, Mitbürger, Genugthuung zu erlangen." Während des Umzuges wurde eine Rollette veranstaltet. din Partei- Nachrichten. Ein polnischer Jud. " " Weiter bestreitet die Schrift, daß die inländische Landwirtschaft unfren breiteren Bevölkerungsschichten eine genügende Fleisch- und Fettnahrung verschaffen könne. Wie ungenügend die Fleischernährung der deutschen Bevölkerung ist, zeigt die Abgeordnetenhaus. Finanzminister Böhm von Bawerk Schrift durch eine vergleichende Zusammenstellung der Fleisch begründete zunächst den heute eingebrachten Voranschlag für 1903. Der Landes Verteidigungsminister Graf Welfersheimb ernährung Deutschlands und Englands. Danach erreichten im Jahre 1900 die Schlachtungen von einheimischem Vieh in Deutsch übermittelt die Rekruten Sontingentsvorlage für Die„ Wiener Arbeiterzeitung" widmet einem dort verstorbenen 1903 die Vorlage betreffend die Heranziehung Parteigenossen diesen Nachruf: land die Höhe von 1.805 000 000 Kilogramm, in England der Ersazreservisten zur Ergänzung der Friedens- Einer unsrer bravsten Genossen ist gestern zu Grabe getragen 1 078 500 000 Kilogramm; die Schlachtungen von eingeführtem Vich stärke des Heeres und der Landwehr. Sodann über worden: Leiser Speteles. Sein Name erregte in dieser antiin Deutschland 51 190 000 Kilogramm, in England 179 910 000 Kilo- mittelt der Finanzminister Gefeßentwurf betreffend semitischen Zeit Lächeln, aber wer ihn kannte, hatte ihn lieb. Ein gramm; daneben wurde noch frisches Fleisch eingeführt in Deutsch- die Deckung des auf die diesseitige Reichshälfte blutarmer, franter Proletarier aus der tiefsten Schicht des polnischan dem außerordent- jüdischen Elends, besaß er ein Herz wie Gold, eine Aufopferungsland 46 125 500 Kilogramm, in England 895 570 000 Kilogramm. entfallenden Anteiles Danach ergiebt sich für das Jahr 1900 folgendes Bild. Es standen lichen Kredit von 38 Millionen Kronen, welcher für die Be- fähigkeit, die darum so ergreifend wirkte, weil sie sich so selbstschaffung der Feldhaubigen und der neuen Ge- verständlich gab. Nichts von jenen„ Unarten", die die Antisemiten zur Verfügung birgsgeschüße sowie für die damit verbundene Aufstellung den Juden zuschreiben, besaß er: er war bescheiden, mutig, ohne Vervon Feldhaubig- Batterie- Divisionen und für die Reorganisation der ständnis für den Wert des Geldes, ein Jdealist, der für die Partei Gebirgs- Artillerie bewilligt worden ist. Unter dem Eingang befindet buchstäblich seinen letzten Blutstropfen zu opfern bereit war. Den sich eine große Anzahl von Dringlichkeitsanträgen, darunter Tod im Körper, nach einer schweren Operation, lag er im Spital, folche wegen des Feldarbeiter Ausstandes in Galizien, als er hörte, daß die Reklamationen begannen. Da konnte man betreffend Revision der Wiener Landtagswähler- ihn faum mehr zurückhalten. Da muß ich mitarbeiten, man braucht listen sowie betreffend Gleich berechtigung der czechi- mich," sagte er. Und drei Tage später war er tot. Manche herzhafte Während in Deutschland im Jahre 1900 pro Stopf der Befchen und polnischen Sprache bei den Behörden Grobheit hat dieser arme polnische Jude den dicken antisemitischen Wahllistenfälschern gesagt, und ganze Zöger" mit Reklamationen bölferung mur 33,7 Kilogramm Fleisch zur Verfügung standen, verfügt Schlesiens.— England zu gleicher Zeit pro Kopf seiner Bevölkerung über Wien, 16. Oftober. Wie die„ Neue Freie Presse" meldet, hat hat er ihnen in den Wahlzeiten hinaufgetragen. Was bringen Sie " Fisch auf 52 Kilogramm Fleisch. Rechnet man hierzu noch, daß im Jahre 1900 Justizminister Baron Spens von Booden sein Ent- mir da?" fragte damals der Bezirksleiter entfeßt. Als sein Nachfolger wird Schabbes," antwortete Spekeles humorvoll und begann den Korb die Fetteinfuhr in Deutschland 1 552 760 Doppelcentner betrug oder lassungsgesuch eingereicht. gemächlich zu entleeren. Als die Nachricht vom Tode dieses armen pro Stopf 2,7 Silogramın, während sie in England fich auf 4 547 000 geritdhtiveise Prof. Lammasch genannt. Juden zu den Ohren der Genossen drang, wurde jedem weh ums Doppelcentner oder pro Kopf 10,9 Kilogramm stellte, so erkennt man Herz. Tas Muster eines treuzbraven Parteigenossen ist mit ihm erst, wie schlecht und unvollkommen die deutsche Bevölkerung gegen gestorben, und sein Andenken wird nicht vergessen werden. über der Bevölkerung Englands mit Fleisch und Fett ernährt wird. Paris, 14. Oftober.( Eig. Ber. Unter obiger treffender SpitzBon großzem Interesse ist ferner, was die Schrift des Vereins marke bespricht der„ Temps" mit bewunderndem Gefühl eines Kenners yort ist in den ersten Tagen des Ottober nach einem bewegten über die Wirkung der Zölle und Grenzsperren auf die einheimische die jüngste Rede Millerands in Carmaux auf dem Festessen Leben plötzlich gestorben. Franz, der nur ein Alter von 56 Jahren Viehproduktion ausführt. Mit Stolz verweisen die Agrarier darauf, zu Ehren des Wahlfieges von Jaurès. Der ehemalige Handels- erreichte, hatte sein ganzes Leben der Sache des Socialismus gedaß 1900 in Deutschland 16 807 000 Schweine gezählt wurden. minister hat so regierungsmäßig gesprochen, daß manches bürger- widmet und in der alten sowohl wie in der neuen Welt für die Begegen 12 174 000 im Jahre 1892. Die Agrarier folgern daraus, daß liche Mitglied des Kabinetts Combes vor ohnmächtigem Neid bersten freiung des Proletariats gefämpft und gelitten. Vor längerer Zeit Grenzsperre und Schweinezoll gerade dem„ kleinem Manne" nügten, müßte. Das socialistische Ideal" zu betonen, hat Willerand groß- hatte er sich bei einem Straßenbahnunfall innere Verlegungen zu denn die Schweine sind lediglich das Produkt der Arbeit desselben. mütig den andern Festrednern überlassen, ebenso wie den Hinweis gezogen, die schließlich seinen Tod herbeiführten. Jakob Frang Demgegenüber stellt die Schrift fest, daß zwar die Ma st sich in auf die die Socialisten und Radikalen trennenden Punkte. wurde 1846 in Bayern geboren. Von Beruf war er Schriftseher, Der gamben ber tieinen sente befindet, hingegen die Zucht in den ſelbſt hat fish in die„ Prattigjen. Realiſationen" doch widmete er sich später dem Journalismus. Im Jahre 1870 war und die er neben dem verstorbenen Neff und dem gegenwärtig in Stuttgart Händen des mittleren und größeren Grundbesiges. wirkungsvolle Altion" gehalten, defto natürlicher einzig anfäffigen Genossen Tauscher Führer der Absplitterung des Lassalle" Dieser hat es in der Hand, die Produktion zu vergrößern oder ein die die Socialisten und die Radikalen zu einer republi- fchen Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins im südlichen Bayern, zuschränken, und daß die Züchter sich den Löwenanteil tanischen Partei" Diefer hat es in der Hand, die Brobieren Grundbesiges einigenden Punkte hervorzuheben. Noch mußte dann später wegen Majestätsbeleidigung aus München nach am Verdienst zu sichern wissen, zeigen die Preise, die staatstunsimäßiger sind die Ausführungen Millerands über den Zürich flüchten, wo er mit Start Mohr ein Verlagsgeschäft eröffnete, für junge Schweine bezahlt werden. werden. In diesem Frühjahr Völkerfrieden, wie ihn namentlich die Haager Konferenz das später als Volksbuchhandlung bekannt war. Im Mai 1878 fam im Rheinlande junge Schweine mit Mark 4,50 angebahnt haben soll, den er andrerseits mit den notwendigen als Schriftfeher und begab sich dann nach Chicago, von wo aus er er mit seiner Familie nach New York, arbeitete hier eine Zeitlang bis 5 M. pro Alterswoche bezahlt. Der fleine Bauer und Arbeiter Widervergeltungen der Gerechtigkeit und des Rechts" verknüpft, die nach kurzem Aufenthalt als Redakteur des Philadelphia Tageblatt" mußte also für ein junges Schwein von 6 bis 8 Wochen schon 30„ den Nationen vorbehalten bleiben, die brutale Mißachtungen des berufen wurde. Als solcher fungierte er bis zum Jahre 1882 und bis 40 M. bezahlen. Der Züchter macht also nicht nur ein sehr Völkerrechts erlitten haben"- lies: Revanche- Hoffnungen! In war dann von dieser Zeit bis zum Jahre 1896 als Mitarbeiter in schönes Geschäft, sondern er nimmt dem kleinen Mann diesem Puntte hielt Millerand darauf, feinen von Jaurès ab der Redaktion der" New Yorker Boltszeitung" thätig. Hierauf den Gewinn vorweg, den er von höheren Schweinepreisen weichenden Standpunkt bei der ersten Gelegenheit wieder einmal beim Verkauf des aufgemästeten Schweines erzielen könnte, indem fundzugeben. wurden Frankreich. Regierungswerte." Er er einen entsprechend höheren Preis für das junge Tier verlangt. Nebenbei, mit der Carmaux- Nede hat Millerand unter Jaurès Dertleine Der kleine Mann hat von den hohen Preisen weiter Bürgschaft seine öffentliche Thätigkeit als„ Socialist" nach dem nichts, als daß er mehr für das junge Tierbezahlen Aufhören seiner Ministerschaft zuerst wieder aufgenommen. muß, der mittlere nnd größere Landwirt da= gegen, der die Zucht betreibt, stedt den ganzen Gewinn ein." Jaurès als Bicepräsident. Die socialistische Fraktion hat beschlossen, an Stelle des abgegangenen Feliy Faure den Genossen Aus diesen Ausführungen erklärt sich auch, warum die Agrarier, Jean Jaurès als Vicepräsidenten der Kammer vorzuschlagen. Wie burch Zoll und Grenzsperre geschüßt, in der Lage waren, die ein- es heißt, haben die Radikalen und Radikalsocialisten beschlossen, für heimischen Schweinepreise auf den höchstmöglichsten Stand zu treiben, Jaurès zu stimmen. Totenliste der Partei. Genosse Jakob Franz in Newp " wurde er von der Exekutive des Nationalverbandes der Vereinigten Brauarbeiter, welche damals ihren Sitz in St. Louis hatte, als Re: dakteur der" Brauerzeitung" ernannt, welche Stellung er, da er bei Vor etwa zwei Jahren tam Franz nach Deutschland, um hier den der späteren Wahl wiedergewählt wurde, vier Jahre lang inne hatte. amerikanischen Teil einer Geschichte über die socialistische Bewegung zu bearbeiten und sich womöglich in der alten Heimat wieder eine Eristenz zu gründen, doch frischten die Behörden die alte Geschichte der Majestätsbeleidigung wieder auf und Franz war gezwungen, wieder nach Amerika zurückzukehren. In letzter Zeit befaßte er sich mit der Lieferung von Beiträgen für socialistische Zeitungen und Zeitschriften. Parlamentarisches. Die polnische Reichstagsfraktion hat in einer dritten Fraktionssigung die Beratungen über ihre Stellungnahme zum Zolltarif beendet. Sie hat sich dahin geeinigt, größtenteils den Kom= missionsbeschlüssen zweiter Lesung zuzustimmen. Wie weiter mitgeteilt wird, ist in der Fraktionssigung der Geheimbundsprozeß der polnischen Gymnasiasten in Thorn und die Aberkennung der Berechtigung für den einjährig- freiwilligen Militärdienst bei den Verurteilten zur Sprache gekommen. Es wurde geltend gemacht, daß diese Aberfennung den Bestimmungen der Mehrordnung entgegenstehe. Man will dem Gedanken näher treten, ob es nicht angebracht sei, über diese Frage einen Antrag oder eine Interpellation einzubringen. Sollten sich dieser Absicht jedoch Schwierigkeiten in den Weg stellen, so will man die Angelegenheit bei irgendwelcher passenden Gelegenheit aufs Tapet bringen. Der Boeren- Empfang. Meine Damen und Herren! Ich danke Ihnen von Herzen J Resultat einer Umfrage hervor, das die Handelstammer Blauen für den prächtigen und wunderbaren Empfang, der uns in der i. Vogtl. soeben veröffentlicht. Danach find in ganz Sachsen von Hauptstadt des Deutschen Reiches zu teil geworden. Ich finde 604 600 schulpflichtigen Kindern 137 831, das find 22,80 Proz keine Worte, um das auszusprechen, was unser Herz beivegt. Der gelverblich thätig! Der Bericht sagt felbft: Damit nimmt Sachfen Weg hierher war mit Blumen bestreut und mit Blumen sind wir den höchsten Prozentsak in ganz Deutschland ein." Der Bericht sagt begrüßt worden. Schwere Zeiten haben wir hinter uns, aber ferner, daß in der Stickerei und Spizenfabrikation noch sehr viele glücklich sind wir, unsren deutschen Brüdern und Schwestern die Kinder, meist eigene, in der Hausindustrie" unter 10 Jahren Hände drücken zu können. Unfre Reise hat keinen politischen beschäftigt werden! Dasselbe ist in den Klöppeleien der Fall. Es Hintergrund, sondern wir haben sie angetreten, um das Mitleid, wird weiter mitgeteilt, daß in Crimmitschau Kinder ihrer Mutter welches unfrem Volte in dem Kampfe entgegengebracht, in Anspruch beim Lumpenauslesen, und in Schönef i. V. beim Entstengeln und zu nehmen. Wir wollen die Zeit vergessen, die hinter uns liegt Entrippen des Tabats helfen müssen! Daß sich bei dieser Bes und nun das Wohl unsrer Witwen und Waisen, deren Männer schäftigung die zarten Kinderkörper fänttlich die Schwindsuchtskeime und Väter in dem Kampfe gefallen, wahrzunehmen. Nochmals holen, ist sicher. Sogar in der ungeheuer gesundheitsschädigenden usern lieben Brüdern und Schwestern unsern herzlichsten Dank Bürsten- und Pinselfabrikation werden in ziemlicher Anzahl", wie für den glänzenden Empfang." der Bericht sagt, die eigenen Kinder von ihren Eltern ausgebeutet. Dasselbe ist der Fall in den selbst von der Kammer als gefährlich bezeichneten Perlmutterbetrieben von Adorf i. V. Hier müssen die zarten Kinderhände die krankheitbringenden Vorarbeiten verrichten. Im zartesten Alter" werden ferner in Klingenthal die Kleinen von den Musikinstrumentenfabrikanten ausgebeutet. In Crimmitschau sind kleine Kinder in der Düten, Geschirr und Knopffabrikation thätig. Die Korbflechtereien erklärten: Wenn die Kinderarbeit gefeßlich verboten wird, muß unser Beruf zu Grunde gehen. Womit man also cingesteht, daß sich die Schmuskonkurrenz thatsächlich nur auf Kosten der billigen Arbeitskräfte hält! Dem stürmischen Zuruf der Massen Folge leistend betraten die Generale den Balkon, um von hier aus Ansprachen an das Publikum zu halten. Nach einer Ansprache Bothas, die sich mit seiner ersten Rede deckte, ergriff De Wet zu einer längeren Ansprache das Wort: Eine gewaltige Menschenmenge hat gestern in Berlin den militärischen Führern des Boerenvolles ihre Huldigung dargebracht. Der Empfang vollzog sich olyte einen gnädigen Wink von oben, Geehrte Danten und Herren! Liebe Brüder und Schwestern! Ich selbst darf die Ehre für mich in Anspruch nehmen, deutsches ohne Hurra rufende Civil- Schuyleute; in großem Bogen ging die Blut in meinen Adern zu haben, denn meine Mutter ist Fahrt um das Brandenburger Thor. Keine Vergoldungen, keine felbst eine Deutsche. Und wie ich Euch Deutsche als Guirlanden, keine weißgewaschenen Ehrenjungfrauen, keine schwarz- Brüder bezeichnen kann, so meine ich, sollen alle Völker fich befradte Oberbürgermeister. Die Straßen Die Straßen sind nicht mit brüderlich zugethan sein und sich gegenseitig lieben und achten. Sand bestreut, des kommt auch keine glänzende KavalAuch wir fühlen deutsch, deutsch sind die Namen unsrer Städte, kade nur ein deutsch unsre Sitten und deutsch unsre Treue. paar schlichte Kutschen rollen bedächtig So schlagen unsre einher mit Leuten drin ohne Uniform und Herzen Euch entgegen und der großartige Empfang, den Ihr uns ohne Kinderbereitet, zeigt uns, wie treu Ihr es meint. spielzeug; nichts ist glänzend an diesem Aufzuge als die Spitzen der Pickelhauben, die ihm voranreiten. Wir sind hierher gekommen, ohne politische Rebenabsichten. Die Sympathien Europas sind uns Süd- Afrikanern entgegen getragen worden und vor allem aus Deutschland und so haben wir die Reise unternommen. Wir wollen die Not unsrer Brüder lindern und danken Euch für das, was Ihr an uns gethan habt." " Der Gewerbeausschuß der Kammer erflärte nun in feinem Gutachten über den Gesezentivurf, dem Staate dürfe niemals so viel Recht eingeräumt werden, daß ihm ein Gindringen in das Innere der Familie möglich sei.( Das soll eben alleiniges Privileg der Unternehmer bleiben!) Darunter leide die Autorität der Eltern usw. Man wolle höchstens beim Bundesrat beantragen, in den gefährlichen Betrieben( Perlmutter, Haar- und Bernsteininduſtrie) die Kinders arbeit zu verbieten. Dagegen dürfe das Verbot der Arbeit bei Kindern unter 10 Jahren nicht generell ausgesprochen, sondern mindestens müßten der Textilindustrie Stonzessionen gemacht werden! Ein Fehler fei es in dem Entwurf, daß die Kontrolle so scharf ansgeübt werde! Diese Wünsche wurden in einem Antrag an den Reichstag gerichtet. Maffenvergiftung von Schauerleuten. Von 180 Schauerleuten, die beim Löschen des auf der Unterelbe " Man möchte aber doch fehlgehen, wenn man die Schaulust nicht mit zu den Beweggründen zählte, die diese Menge herbeigelockt haben. Diese wohlgekleideten Leute aus Berlin W. find feine wütenden Englandfeinde. Und auch die Lust daran, das Gegenteil von dem zu thun, was oben geschieht, der kleinbürgerliche Oppositionsgeift, leuchtet ihnen nicht aus den Augen. Es sind lauter Ueber das Empfangsbaukett geht uns noch folgende Mitteilung lofe Gruppen, keine festen Verbände, die etwa ein gemeinsamer Ge- 3: An dem Bankett nahmen etwa 80 Personen, fast alles Angehörige des deutschen Boeren- Hilfsbundes, in dem festlich gedanke belebte und zusammenhielte; es ist eine Sympathielundgebung schmückten großen Saal des Hotels zu den vier Jahreszeiten teil. liegenden Dampfers Patricia" der Hamburg- Ameritalinie thätig Bor Beginn des Mahles überreichte Dr. Friedrich Lange noch tion, die von einheitlichen Gesichtspunkten geleitet wird. Von diesen 10 000 M. im Namen deutscher Boerenfreunde und ihm dankte dem Genuß des Abendessens, das sie aus der Schiffsküche bekommen Demonstranten, die für die nationale Unabhängigkeit eines General De Wet. fremden Boltsstammes begeistert zu fein scheinen, schwärmt Unter den bekannteren, in Berlin weilenden hatten und das aus Fleisch, Kartoffeln und Erbsensuppe bestand. Das Fleisch, von dem der Redaktion des Echo" eine Probe vore bemerkten Boerenlämpfernt tvir den ein gut Teil für den deutschen Imperialismus, und würde sich waderen Feld- Kornett gelegt wurde, war alt und außerordentlich stinkig. Die Erkrankungen ängstlich zu Hause halten, gälte es, für die nationale Unabhängigkeit der Bergmannschen klinik, woselbst ihm das Andries De Wet, der erst bor fitrzer Zeit aus äußerten fich als deutliche Vergiftungserscheinungen; ein Teil der jener Franzosen, Dänen oder Polen einzutreten, die unter der Herrwoselbst ihm das rechte Bein Leute mußte sofort ins Strankenhaus gebracht werden. schaft des Deutschen Neiches stehen. amputiert wurde, entlasten worden war und der von den Generalen mit ganz besonderer Herzlichkeit begrüßt wurde. Auch der General des Orange- Freistaats Mary wohnte dem Bankett bei. Die Feier war eine ganz interne und Vertreter der Presse wurden Das Tischgebet sprach Oberhofprediger Dr. Stöder. zu dem Bankett nicht zugelassen. Dieser Charakter des Publikums macht es auch erklärlich, daß das Recht, auf der Straße stehen bleiben zu dürfen, welches bekanntlich nicht zu den Grundrechten der Preußen gehört, in dieſem Fall von Seite der Polizei keine Anfechtung erfuhr. Die Furcht, Präcedenz fälle zu schaffen, ward reichlich aufgewogen durch die Furcht, sich's mit dem besser gekleideten Teil der Bevölkerung zu Daß die Boerengenerale Herrn Liebermann v. Sonnenderben. Immerhin bleibt es bleibt es wertvoll, daß man jetzt in burg und Stöcker in die Hände fallen mußten, ist das SatirPreußen nicht nur für zu Hofe geladene Fürstlichkeiten, sondern auch spiel, das der Tragödie des Boerenkriegs noch fehlte! für Voltsführer, die bei Hofe abgelehnt worden sind, auf der Straße demonstrieren darf. Hus Industrie und Handel. 41 0 haupt nicht zu denken " nur leere Waschbecken waren vorhandent Das„ Echo" führt die Erkrankungen auf das verdorbene Fleisch zurück, das die Leute nur genossen, weil sie in der Zwangslage waren, andernfalls zu hungern. Vielleicht aber, so schreibt das besteht nämlich u. a. aus gesalzenen Häuten, Blei und Kupfer. Die " Echo", haben auch noch andre Umstände die Heftigkeit der Erfrankung herbeigeführt. Die zu löschende Ladung der Patricia" Manipulation mit diesen Materialien, soll sie gefahrlos fein, erfordert vor allen Dingen peinliche Sauberkeit, und das ist auch von der Medizinalbehörde resp. dem Hafenarzt durch die Warnungen in betreff der gesalzenen Häute anerkannt worden. Leider aber bestehen noch immer keine gefeßlichen Bestimmungen über den Schuz der Arbeiter gegen diese Vergiftungsgefahr, und wenn die Leute selbst auch genau wissen, was sie zur Vermeidung von Gefahr thun Später, nach Werkstattschluß, mengten sich wohl auch manche müßten, so fönnen sie sich nicht schüßen, wie in dem Fall mit der Arbeiter in das festliche Getümmel, das die Tauenzienstraße und " Patricia" wieder zu Tage tritt. Um sich vor dem Essen die den ganzen Weg vom Bahnhof zum Hotel anfüllte. Blieben sie tage zugegangenen Statistik der Reichspoft und Telegraphen- Ver- Dingen Wasser. Das gab es aber auf der" Patricia" nicht und giebt Die deutsche Reichspoft im Jahre 1901. Nach der dem Reichs- Bände usw. gehörig zu reinigen, bedurften die Leute doch vor allen auch bescheiden im Hintergrund, so find ihre Sympathien für das waltung betrug in 1901 die Gesamtzahl der Postanstalten 32 299, es in der Regel nicht. Auf dem Schiff selbst war kein Wasser zu unterworfene Boerenvolk doch nicht minder echt als die Gefühle die der Fernsprechanstalten 15 200, die der Beamten und Unterjener, die in den ersten Reihen des Spaliers gestanden hatten. beamten über 200 000, die der Postsendungen aller Art 5321 Millionen erhalten, die Büßen, mittels welcher hätte Wasser aus der Elbe Demonstrieren aber werden sie erst, bis man sich auf der Straße der Gesamtbetrag der Wertangaben und des vermittelten Geld geschöpft werden können, waren weggeschlossen, an Seife war übernicht nur für die Freiheit in Südafrika, sondern auch für die Freiheit verkehrs fast 26 Milliarden Mark. Die Gesamteinnahmen der Ver: Möglich, daß die Blei- und Kupferoryde oder das Gift der gesalzenen in Preußen begeistern darf. Die eingelaufenen Lokalkorrespondenzen schildern begreiflicher- betrug. 393 Millionen Mart, so daß der Neberschuß über 20 Millionen Mark Häute auch noch zum Teil bei der Erkrankung mitwirkten. weise die Empfangsfeierlichkeiten in ungleich glühenderen und enthu Die Ueberstunden und das Geschenk". Deutsch östreichische Mannesmannröhren Werke, Berlin. Nach fiastischeren Farben, als wir nun einmal unverbesserlich kritisch an dem Geschäftsbericht der Direktion hat sich die ungünstige Lage Zeichenbureau beschäftigt worden war, konnte infolge einer Strank Der Zeichner F., der vom Verein deutscher Ingenieure in dessen gelegten" Nörgler" es vermögen. Nach diesen Berichten ist das der Eisen- und Stahlindustrie während des verflossenen Geschäftsheit längere Zeit nicht arbeiten. Man zahlte ihm das volle Gehalt, Publikum von einem wahren Taumel der Boerenbegeisterung be- jahres noch verschärft. Das Weißverhältnis zwischen Verbrauch fallen gewesen. Als die Boerengenerale den Perron des Bahnhofes und Erzeugung trat auf dem Röhrenmarkt besonders empfindlich ohne, was gefeßlich zulässig gewesen wäre, das Strankengeld in Höhe betraten, soll das umstehende Publikum die Hände der drei Boeren hervor, weil die aus besserer Zeit stammenden Aufträge der von 32 M. abzuziehen. Trotzdem beanspruchte F. eine Extragenerale mit Küssen bededt haben. Wahrscheinlich waren Maschinenfabrikation anfgezehrt waren und durch neue nicht ersetzt einigen Tagen, an welchen er während der Zeit der Krankheit vers bezahlung für Arbeiten, die er zu Hause nach Bureauschluß an diese Enthuſiaſten, die die Boerengenerale förmlich als Märtyrer wurden. Der Geſamtumjas beziffert fich auf 14 731 739 2. gegen fuchsweise arbeitete, ausgeführt hat. Es handelte sich um Ueberund Heilige behandelten, soweit nicht hysterische Damen in Betracht 14 111 120 9. im Vorjahre. Die Wertsteigerung hat mit der quanti- stunden. Der Vorsißende der Kammer VIII des Gewerbegerichts, tativen Erhöhung jedoch nicht gleichen Schritt gehalten, weil ein großer konumen, dieselben Leute, die die weltpolitische deutsche China- Teil der unter dem Preiskampf mit dem Siederohr- Syndikat im. Meier, hielt das Vorgehen des Klägers für unfein. Dieser blieb Erlursion gleichfalls in einen Rausch blinder Entzückung versetzte. Vorjahre gethätigten Abschlüsse im Berichtsjahre hat erledigt werden verkündete der Borsisende folgendes: Zweifellos hätte der Vertreter aber aus Princip" bei seiner Forderung. Nach längerer Beratung Und doch waren die„ Boyer", die am Peiho den fremden Eindring- müssen, weil ferner die Preislage für Siederohre überhaupt eine des beflagien Vereins dem Kläger bei Zahlung des Gehalts für die lingen entgegentraten, ebenso gute Patrioten wie die Boeren, die ungemein niedrige war, und weil endlich der nur weit unter Zeit der Krankheit die Unterstübungssumme, die Kläger von der fich gegen die englische Eroberungswut schlugen!) Inlandspreisen zu bewirkende Export mit einem erheblich größeren Krankenkasse erhielt, abziehen können. Der Gerichtshof habe nun Brozentsatz als im Vorjahre im Gesamtumsah figuriert. eripogen, ob nicht der Beklagte das freiwillig zuviel Gezahlte gegen die Forderung aufrechnen könne; indessen sei das nicht zulässig, da Tonnen übernommen worden. geldes dem läger gemacht habe, widerrufen könne. Unter der Herr durch Nichtabzug des Krankenfchaft des Allgemeinen Landrechts wäre das möglich gewesen. Jekt. wo das Bürgerliche Gesetzbuch gelte, könne das Geschenk jedoch mur wegen groben Undants widerrufen werden, und den fönne man hier doch nicht annehmen. Da der Kläger auf sein formales Necht bestehe, so bleibe nichts weiter übrig, als ihm Gelegenheit zu geben, nachzuweisen, daß er wirklich 18 leberstunden durch Hausarbeit während des Abends und der Nacht gemacht habe. Gelinge der Nachweis, dann müsse Beklagter sie bezahlen. Zum Zwecke der Feststellung der Neberstunden wurde ein andrer Termin anberaumt. Die den Boeren bereiteten Ovationen entbehrten auch sonst nicht eines thörichten Gefühlsüberschwangs, ja eines teilweise geradezu In das neue Geschäftsjahr ist ein Auftragbestand von 8064 grotesten Charakters. Da die Boeren unzähligemal das Delilate eine Besserung der für die Industrie maßgeblichen Verhältniffe nicht es sich um eine Lohnforderung handelte. Weiter habe man geprüft, ihrer gänzlich unpolitischen Reise betont hatten und sich jede englandfeindliche Demonstration höflich, aber entschieden verbeten hatten, hätten diese ihre Wünsche doch wohl einige Berücksichtigung verdient. Es war deshalb nur eine kindisch" auf. Insbesondere läßt der Geschäftsgang bei den Maschinenfabriken, deren Aufträge für die Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung sind, zu wünschen übrig. Das Drahtstiftsyndikat verlaufte nach der Meldung der„ Köln. all deutsche Demonstration, wenn die Schleife eines der den Voeren volts- Zeitung" im September 6200 Tonnen gegen 7400 Tonnen im überreichten Lorbeerkränze die zudem ziemlich mysteriöse Inſchrift August. Verladen wurden im September 9900 Tonnen gegen 12100 enthielt:„ Wir bleiben tren bis in den Tod der Frei- Tonnen im August. Der Auftragsbestand stellte sich am 1. Oktober heit von Transvaal". Wer wohl die heroischen Wir" auf 8000 Tonnen gegen 11 700 Tonnen am 1. September. gewesen sein mögen, die sich boerischer geberdeien als die Boerengäste selbst, die doch nunmehr loyale Unterthanen Englands geworden zu sein erklärten? Wahrscheinlich etliche alldeutsche Bierphilister aus dem blöden Chorus derer um Hasse und Liebermann von Sonnenberg. Sociales. Zur Bekämpfung der Tuberkulose. Schutz dem ehrlichen Bordellgewerbe. In Hamburg giebt es bekanntlich polizeioffiziell feine Bordelle. Dennoch bekundete jetzt vor einem dortigen Gericht eine Händlerin, daß sie von der Polizei die Genehmigung habe, in Bordellen, und nur in solchen, Handel zu treiben. Das ist die eine interessante Seite der Sache. Die andre, durch wollten. Der Borjizende der Landesversicherungs Anstalt Berlin, Dr. A propos: Herr iebermann von Sonnenberg Freund, hat der am 22. Oftober in Berlin zusammeniretenden war es auch, der bei dem Einzug der Boeren in Berlin mit dem Tuberkulosekonferenz folgende Leitsätze über Krankheitsverhütungspopulärsten der Boerenführer, Christian De Bet, in einem Vorschriften in Arbeitsstätten unterbreitet: 1. Die schlechte Be Wagen fuhr. Welche Fronic der Geschichte, daß gerade diefer anti- schaffenheit der Arbeitsräume, insbesondere der Mangel an Licht und die die Händlerin in die Lage kam, durch ihre Aussage vor Gericht semitische Tartarin, den kein vernünftiger Mensch in Deutschland ernst Luft in denselben, die Einatnung von Holz-, Metall- und Stein die Hamburger Zustände so intereffaut zu beleuchten, ist nicht minder ninunt, dem tapferen De Wet das Geleite geben mußte. Freilich, staub, befördert die Entstehung und Entwicklung der Tuberkulose. interessant. Die Händlerin wurde nämlich beschuldigt, Bordellwirte De Wet selbst kann ja nichts dafür, er ist der deutschen Sprache ja und allzu lange Arbeitszeit, insbesondere in geschlossenen Arbeits- Sie führte zu ihrer Entschuldigung an, daß die Bedrohten sie in Dieselbe ungünstige Wirkung haben ungenügende Arbeitspassen mit Anzeige wegen unerlaubten Schankbetriebs bedroht zu haben. nicht mächtig und kam infolgedessen nicht wissen, welch klägliche Rolle räumen. 2. Die Rückkehr des Arbeiters nach beendetem Heilverfahren ihrem ehrlichen, polizeilich konzessionierten Bordellhandel hindern dieser täppische Demagoge bei der Erörterung der Boerenschmach im in ein solches Arbeitsverhältnis beeinträchtigt aufs schwerste den Reichstage gespielt hat. Heilerfolg und stellt den Wert des Heilverfahrens vielfach gänzlich Grotest nahm es sich auch aus, daß nach den Reden der in Frage. 3. Zur wirksamen Durchführung der von den Trägern Boerengenerale vom Balkon des Hotels aus das Lied, Deutsch der Invaliditätsversicherung( den Versicherungsanstalten) im Wege land, Deutschland über alles" angestimmt wurde. Ein der vorbeugenden Krantenfürsorge eingeleiteten Kampfes gegen die ungemein passender Stantus bei der Ovation für ein gemischt- Tuberkulose ist es daher erforderlich, Maßnahmen zu treffen, um Kongreß zur Bekämpfung des Mädchenhandels offiziell vertreten. rassiges Völkchen, das der gierigen Beutepolitik natio= wirkungen auf die Gefundheit der Arbeiter zu beseitigen oder doch Freilich handelte es sich da nur um den internationalen Mädchennaler Expansions wut zum Opfer gefallen ist! Eine wunder- möglichst herabzumindern. 4. Zu diesem Zivede ist in Analogie der handel; der nationale ist doch ein ehrliches, unter dem Schuße des bare Ehrung für Vertreter einer Nation, die sich mit Recht auf die bereits durch die Gesetzgebung eingeführten Institution der„ Unfall- Gesetzes stehendes, steuertragendes Gewerbe. bielfältige Blutmischung der Voeren durch Verbindung verhütungs- Vorschriften" den Landesversicherungs- Anstalten im holländischer, französischer und deutscher Elemente Wege der Gefeßgebung die Befugnis zum Erlas von Krankheitsberufen konnten! Die Boerengenerale, denen ja auch das Taktlose und Kindische alldeutscher Thorheiten dank ihrer Sprachunkenntnis entging, fügten fich mit großem Geschick ins Unvermeidliche. In der Hoffnung auf namhafte materielle Unterstügung ließen sie die Geschmacklofig keiten des Empfanges geduldig über sich ergehen. Nach der Ankunft im Hotel nahm General Botha das Wort, um seinen Dank für den freundlichen Empfang auszusprechen. Seine Nede hatte etwa folgenden Wortlaut: die aus dem Arbeitsverhältnis hervorgehenden ungünstigen Einverhütungs- Vorschriften" zu erteilen. 5. Die volle Wirkung wird die Institution der Strankheitsverhütungs- Vorschrift" erst dann erlangen können, wenn die jetzt bestehende Trennung in der Organifation der Kranken- und Invaliditätsversicherung beseitigt und der Invalidenversicherung auch die Durchführung der Krankenversicherung übertragen sein wird." Kinderausbeutung in Sachsen. Wie notwendig der dem Reichstage vorliegende Gefeßentwurf betr. die Regelung" der Kinderarbeit ist, geht aus dem " Das Gericht verurteilte die Frau zu 14 Tagen Gefängnis. Auch der ehrliche Vordellbetrieb steht even unter dem Schuße des Gesetzes. Der Hamburgische Senat war bekanntlich auf dent Frankfurter Aus der Frauenbewegung. Berein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 20. Oktober, abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Vortrag des Stadtverordneten Hugo Hehmann über: " Die Wohnungsfrage". Gäste willkommen. Der Vorstand. Für das Frauenwahlrecht in Dänemark. Verschiedene dänische Frauenorganisationen, darunter die dänische Frauengesellschaft, die Hebammenvereinigung, die Konununallehrerinnen- Vereinigung, die Weibliche Fortschrittsvereinigung und mehrere Fachvereine, haben an den dänischen Reichstag das Ersuchen gestellt, noch in dieser Session| Brauereibefizern bereits abgeschlossen sind, einzutreten. einen Gefeßentwurf zu beraten und anzunehmen, der den Frauen Kommission ist mit den Vorarbeiten betraut. das gleiche kommunale Wahlrecht und Wählbarkeit wie den Männern giebt. der the 01 Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Ausland. In Giarratana auf Sicilien ist es zwischen streifenden Bauern und Gendarmen zu Thätlichkeiten gekommen. Zivei Bauern und ein Gendarm blieben tot auf dem Plazze. ting Hou Verfammlungen. Eine Nach dem beifälligst aufgenommenen Finanzerpose des Finanzministers ergreift der Minister Präsident das Wort, Bezüglich der einDer deutsche Bergarbeiter- Verband hat, wie uns mitgeteilt wird, um die politische Lage zu kennzeichnen. gestern die für die Streikenden in Amerila bewilligten 5000 m. an geleiteten Kaufverhandlungen mit der Staatseisenbahn- Gesellschaft gestern die für die Streikenden in Amerika bewilligten 5000 W. an schwebt der Regierung die Zweckmäßigkeit der Erwerbung der für den A. Jonas, New York(„ New Yorker Volkszeitung") abgesandt, Großverkehr ausschlaggebenden Bahnlinien behufs Errichtung welcher fie an die streikenden Bergarbeiter Amerikas übermitteln wird. einer einheitlichen Eisenbahnpolitit im Sinne des Bedürfnisses der Industrie und des Handels fowie eine aussichtsreiche Gestaltung Bom„ schwarzen Kabinet" der Kühnemänner. Borschlag des Stadtpräsidenten Steiger zustimmt, wonach die Be- gierung wird daher in ihrem Angebote bis an die äußerst zuläſſige Die Maurer und Handlanger in Bern haben am Sonntag einem des Erträgnisses der ganzen Staats- Eisenbahnlinien vor. Die Re Wehe dem Arbeiter, der es einmal gewagt hat, von seinem rating des neuen Tarifs einem Komitee überlassen werden soll, Grenze gehen. zweifellosen Recht Gebrauch zu machen und an einem Streit teil- welches aus drei Arbeitern, drei Unternehmern und dem Stadt- In Einlösung des gegebenen Wortes unterbreitete die Regierung zunehmen. Solch ein unbotmäßiger Gefelle muß durch Hunger präsidenten als Obmann befieht. Auch die Unternehmer haben diesen den Vertretern der zunächst interessierten Parteien die Grundzüge, furiert werden. So denken die Herren vom Verband der Metall- Vorschlag angenommen. Die Arbeiter haben infolgedessen die Auf- nach welchen sie die Sprachenfrage in Böhmen und Mähren zu regeln industriellen, und so weit es an ihnen liegt, führen sie diesen hebung des Streits beschlossen. beabsichtigt. Ich erkläre, fuhr der Ministerpräsident fort, daß die ,, humanen" Gedanken auch aus. Was fürzlich einem Borsigschen Regierung diese Frage von der Tagesordnung nicht absetzt, sondern Dreher passierte, das geschieht auch denen, die an dem Streit in im gegebenen Zeitpunkt den Gesezentwurf über die Regelung der Oberschöneiveide beteiligt waren. Obgleich dieser Streit, wie beSprachenverhältnisse Böhmens und Mährens, sowie über die kannt, mit einer Vereinbarung zwischen beiden Parteien endete, und Schaffung von Kreisbehörden in Böhmen einbringt, deren Erledigung man deshalb annehmen sollte, daß die ehemals Streifenden nun nicht fie mit aller Entschiedenheit anstrebt, um die Sprachenfrage mehr durch die Unternehmer chifaniert würden, wird jedem Dreher, einer praktischen Lösung zuzuführen. Es ist möglich, daß der in Oberschöneteide aufhört, der Arbeitsnachweisschein vers wir mit unserm Versuch scheitern. Allein die Frage ist werden. und muß beantwortet weigert und ihm somit die Arbeitsgelegenheit abgeschnitten. Erst meines gestellt Dies ist kürzlich mußte das wieder ein arbeitsuchender Dreher, der am Streif Erachtens ein Fortschritt in der Situation, für welche Sechster Wahlkreis. In der am Dienstagakend Lei Shulz, wir von den Vertretern des böhmischen Voltes gewiß wohl in Oberschöneweide beteiligt war, erfahren. Der Arbeitsnachweisschein wurde ihm verweigert, und der Verwalter des Arbeitsnach- Stettinetstraße, abgehaltenen Wahlvereinsversammlung ſprachtaum Vorwürfe verdienten."( Lebhafter Widerspruch bei den weiſes, Hauptmann a. 2. Steffel, bemerkte auf einen Vorhalt des aliski über die Geschichte Polens. Redner gab in gren Zügen Czechen.) Der Ministerpräsident weist dann die keineswegs erein Bild von der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung des wiesene Behauptung der Vertreter des czechischen Volkes zurück, daß polnischen Reiches bis zu der letzten Teilung Polens und beleuchtete die Regierung ein Gegner ihres Volkes sei, und nach dem Willen weiter die unfruchtbare Germanisationspolitik Preußcn3 in den unterjochten Landesteilen. Was die Differenzen zwischen deutschen des andren Volksstammes verfahre, und betont, daß er beide zur Mäßigung und und polnischen Genossen anbelangt, so beruhen dieselben größtenteil3 auf Weißverständnissen, die ebenso verschwinden werden, wie sie ent- Besonnenheit mahne.( Zwischenrufe und Unterbrechung von feiten ſtanden sind. In der Diskussion sprach v. Oppell im Sinne Les der Czechen.) Die Regierung war auf die Verwerfung ihrer Referenten. Zum Schluß forderte der Vorsigende Arendsee zu Vorschläge in Bausch und Bogen schon gefaßt und wundert sich reger Beteiligung an der am 26. Oktober stattfindenden Flug latt- nicht, wenn auch von der andern Seite eine herbe Kritik kommt. Der Widerspruch beider Parteien aber schreckt sie nicht. Gehen verbreitung im Wahlkreise auf. Sie auf die Sache ein und der richtige Weg wird sich finden. Leider muß ich hier einen sonst seltenen Fall annehmen, nämlich, daß sich hinter fachlichen Einwendungen Wißgunst gegen die gorm verbirgt, uto barin erblide ich einen schweren, Fehler. ( Bravo.) Vertreter der Deutschen finden in Grundzügen das Gebiet genau umschrieben, in welchem deutsche Sprache als Amtssprache bei den landesfürstlichen Behörden zu gelten hatte. Die Regierung giebt Ihnen anheim, einen Vergleich zwischen dieser Abgrenzung und den von den Deutschen erhobenen Wünschen anzustellen und danach Ihre Entscheidung zu treffen. Auch die Frage, ob für die Erhaltung Ihres Volkstuns Garantien darin gegeben sind, wollen Sie prüfen." Arbeiters, er " Herr Kleffel habe strenge Order und müsse dieselbe ausführen. Er wolle aber nicht lange darüber sprechen, sonst stände die ganze Geschichte morgen im Vorwärts". Nun steht die„ Geschichte" wirklich, obgleich der Herr Hauptmann a. D. nicht lange gesprochen hat, im„ Borwärts", und die " Geschichte" zeigt, mit welcher brutalen Rücksichtslosigkeit der Vers band der Metallindustriellen jeden Arbeiter verfolgt, der einmal für seine Interessen gegen einen Unternehmer aufgetreten ist. Und diese Herren schreien immer über Terrorismus, der angeblich von Arbeiterorganisationen ausgeübt werden soll. ca. 400 Arbeitern. Volksstänune mit Die gleichem Nachdruc den die Der Verein der Fliesenleger beschloß in seiner Generalversamm Zur Lohubewegung der Rohrleger. In Ausführung des am lung am 8. d. M., die Einheitsmarte am 13. Oftober einzuführen. Mittwoch gefaßten Beschluffes hat am Donnerstag die über- Ferner wurde befchloffen: Jeder Maurer, der im Verein der Maurer organisiert ist und vorübergehend, d. h. bis zu 13 Wochen als große Mehrzahl der in Berlin und Umgegend beschäftigten Rohrleger Fliesenleger arbeitet, hat wöchentlich 25 Pf. zum Fonds der Fliesen und Helfer die Arbeit niedergelegt. Nur ca. 300 Berufs- leger zu zahlen. Mitglieder des Vereins der Maurer, die länger angehörige haben sich den über 2000 Streifenden nicht angeschlossen; als 13 Wochen als Fliesenleger thätig sind, haben sich dem Fliesen sie leisten den Unternehmern bislang noch Arbeitswilligendienste. Teger- Verein anzuschließen, wobei ihnen die Mitgliedschaft im Verein Es besteht jedoch begründete Aussicht, sie ebenfalls für die Lohn- der Maurer angerechnet wird. Man glaubt durch diese Beschlüsse betwegung zu interessieren. Bewilligt haben bereits 45 Firmen mit einen Streitpunkt zwischen den Angehörigen der beiden Berufsgruppen beseitigt zu haben. Hierauf tam ein Schreiben zur Verlesung, aus dem hervorgeht, daß der Centralverband der Maurer Der Ministerpräsident wendet sich sodann der Frage der beabsichtigt, eine Sektion der Fliesenleger für die im Verbande der Erneuerung des Ausgleichs mit Ungarn zu und sagt: Maurer organisierten Fliesenleger einzurichten. In dem Schreiben, Die Regierung Regierung ist wider Erwarten und trotz allem welches von der Berliner Verbandsleitung der Maurer ausgeht, wird Eifer augenblicklich nicht in der Lage, definitive Resultate gesagt, die fliesenlegenden Verbandsmitglieder würden von den vorzulegen. Wir weisen jeden andern Gedanken so lange Kollegen des Fliesenleger- Vereins drangfaliert und zum Teil ge- zurück, als die Hoffnung eines gerechten Ausgleichs zwischen den zwungen, die 50. Pf.- Marke der Lokalisten zu kleben außer dem Ver- beiderseitigen Forderungen vorhanden ist. Das Entgegenkommen bandsbeitrag. Die Versammlung protestierte lebhaft gegen den der Regierung fennt nur eine Grenze, nämlich das unabweisliche Inhalt dieses Schreibens. Es sei nicht wahr, daß Maurer, die Bedürfnis Destreichs." Der Ministerpräsident fündigt die Eins vormbergebend Fliesen legen, in behaupteter Art drangfaliert würden, bringung socialpolitischer Vorlagen an und schließt mit dem Ausdruc auch sei die Gründung einer Fliesenleger- Sektion im Verbande zu der lleberzeugung, die gemeinsame Liebe zum Vaterlande werde dem verurteilen, da die bestehende Organisation der Fliesenleger dadurch Streit der Völker ein Ende machen.( Lebhafter Beifall, Widerspruch geschädigt werde. bei den Czechen.) Achtung, Töpfer! Laut Versammlungsbeschluß werden die Kollegen, die wegen nicht verglaster Fenster die Arbeit niederlegen und keine andre nachgewiesen erhalten, vom vierten Tage an unter stützt. Diejenigen, die darauf Anspruch erheben, sind verpflichtet, sich täglich in unserm Bureau, Neue Friedrichstr. 20, in den Vormittagsstunden von 10-11 Uhr zum Zweck der Kontrolle zu melden. Der Vorstand der Filiale Berlin. Die Bleiglafer, Glasmaler und Wiessinggleser harren in ihrem Lohntampf mit großer Zähigkeit aus. Schon sieben Wochen danert der Streif, ohne daß eine Partei nachgiebt. Wohl versuchen die Arbeitgeber nach wie vor, von auswärts Arbeitswillige heranzuziehen, doch nur mit geringem Erfolg, auch bei den Streifenden selbst versuchen sie täglich ihre leberredungskünfte, um Uneinigkeit in deren Reihen zu tragen, doch ist dies ebenfalls vergeblich gewefen. 22 Firmen haben infolge von Streikmkdigkeit die Forderungen beca. hundert zu unterstützen sind. Gerechte Entrüftung erregte in der willigt. Von den Streikenden sind eine Anzahl abgereift, so daß mur legten Streifversammlung die Mitteilung, daß ein Streifposten von Arbeitswilligen der Firma Scheerer- Wilmersdorf in brutaler Weise gemißhandelt worden ist; der Betreffende hat Strafantrag gestellt. Die Arbeitswilligen dieser Firma genießen übrigens einen ganz eigenartigen Schuß ihres Chefs. Nach Feierabend stellt sich nämlich der kleine Tripp geschlossen vor der Werkstatt auf; Herr Scheerer mit zwei Jagdhunden( 1) geht als dann vorauf, und seine Schußbefohlenen folgen ihm wie Schafe ihrem Hirten, beständig von den Hunden umfreift, bis sie glücklich in ihrem Standquartier angelangt sind. Achtung, Schleifer! Bei der Firma Grigner in Durlach haben die Schleifer wegen bedeutender Abzüge die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Sollte die Firma durch irgend eine hiesige Zeitung Schleifer suchen, so ersuchen wir die Kollegen, denen davon Kenntnis wird, uns das sofort zu melden. Abg. Bacat beantragt unter scharfer Abwehr der Ausführungen des Ministerpräsidenten, welche die Lage eher verschärfen als besserten, die Eröffnung der Debatte über die Erklärung des lärmendem Beifall der Czechen angenommen. Ministerpräsidenten in nächster Sizung. Der Antrag wird unter Nächste Sigung findet morgen statt. Die Klerikale Frage. stumo sid silse Paris, 16. Oktober.( W. T. B.), Deputiertentammer. Bouveri behauptet, daß die Schließung der Kongregationsschulen ungefeßlich gewesen sei. Benoit spricht in demselben Sinne und gegen die Verlegung des Eigentumsrechtes. erhebt Einspruch lichon wünscht zu wissen, wie die Regierung den Elementarunterricht für die Kinder sichern werde, welche die geschloffenen De Ramel spricht ebenfalls gegen die Schulen besuchten. Der Socialdemokratische Wahlverein für den Bezirk Lichtenberg hielt am Montag eine Generalversammlung ab. Grauer erstattete Bericht über den Parteitag. Der Redner erachtet die Beschlüsse des die Schlagfertigkeit und den Kampfesmut der Partei für das Barteitages, auf die er des Näheren eingeht, als durchaus geeignet, femmende Wohljahr um ein gutes Etüd vorwärts gebracht zu baben. Der Bericht wurde mit lebhaftem Veifall aufgenommen. Die Uebereinstin mung der Versammlung mit der Thätigkeit der Französischer Grubenarbeiter- Streit. Delegierten des Kreises und den Beschlüssen wurde durch den Vor- Clermont- Ferrand, 16. Oftober.( B. H.) Da die streikenden sigenden ohne Widerspruch fonstatiert. Der Bericht des Vertrauens- Bergleute sich weigerten, die Gruben zu unterhalten, wurden mannes Welf zeigte, daß die Partei am Orte eine lebhafte Thätig Genietruppen hingeschickt, um die Bergleute zu ersetzen und feit entfaltet hat. Dem Vertrauensmanne wurde einstimmig Ent die Drdung aufrecht zu erhalten. lastung erteilt. Nach dem Berichte hatte Welt eine Einnahme von 1351,04 M., der eine Ausgabe von 1093,49 22. gegenüber steht und demnach ein Bestand bon 257,55 M. verbleibt. An Stelle des Genossen Welt, der eine Wiederwahl ablehnte, wurde Otto Seifel, Frankfurter Allee 176, einstimmig zum Vertrauensmann gewählt. Der Kassierer des Wahlvereins, Weißfluck, hatte im Halbjahr April- September eine Einnahme von 1059,45 M. und eine Ausgabe von 919,15 M., mithin einen Bestand von 140,30 m. Auch dem Kassierer wurde einstimmig Entlastung erteilt. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin., Die Beitungsfommiffion konnte berichten, daß zur Zeit 1240 Exemplare Opfer der Klaffenherrschaft. Eine sehr bemerkenstverte zu des„ Vorwärts" expediert werden, und daß sich der Broschürenvertrieb Verletzung von Privateigentum. Jounart billigt die Haltung der fammenstellung hat die hiesige Verwaltung des Vereins deutscher gebessert hat. In die Zeitungskommission wurden gewählt: Seitel, Regierung, denn man müsse die Republik den Mönchen gegenüber Schuhmacher belverkstelligt. Dieselbe weist nach, welche„ Bußen" aus Anlaß der vorjährigen Aussperrung der Fabrikschuhmacher über diesegang, Adlerstein und Welf. Die Ersakwahlen zum Vorstande verteidigen.( Fortsetzung morgen.) ergaben die Wahlen der Genossen Seifel zimi 2. VorAnsgesperrte verhängt worden sind, welche die zum Schutze des ge- fitzenden, Welf, 2. Schriftführer und W. Schulz zum 2. Kassierer, Eisenbahn- Unfälle. heiligten Unternehmerprofits aufgerichteten Schranken übertreten 211 Revisoren Liege, Lenz und Pleß. Als Delegierte zur haben sollen. Es wurden wegen Vergehen gegen§ 153 der Gewerbe- streiskonferenz, die am 1. November stattfindet, wurden ernannt: in der Nähe von Périgueur, fand ein Zusammenstoß zweier PerParis, 16. Oftober.( W. T. B.) Auf dem Bahnhofe von Lacave, Ordnung 11 Personen mit zusammen 90 Tagen Gefängnis bestraft, Liesegang, diößler, Welf, Flöter, Liebermann, Lenz und Adlerstein. fonenzüge statt; mehrere Reisende erlitten mehr oder weniger schwere und sechs Personen wegen Beleidigung von Streifbrechern mit Geld Ein Antrag Grauer: Auf der Kreisfonferenz für eine möglichst strafen in der Gesamthöhe von 90 m. belegt. Die Summe für Straf einheitliche Erhöhung der Beiträge in den Bezirks- Wahlvereinen Verlegungen. Balermo, 16. Oktober.( W. T. B.) Der um 8 1hr 30 Min. mandate betrug nach den gerichtlichen Erkenntnissen 1301 M. Die einzutreten, fand die Zustimmung der Versammlung. Gesamtunkosten belaufen sich einschließlich der Gerichts und wurde bekannt gegeben, daß am 26. Oftober eine Flugblatt Wierzehn Personen wurden verlegt. Schließlich früh nach Catania abgegangene Eisenbahnzug ist bei Creda entgleift. Anwaltsgebühren und der Entschädigung für erlittene Strafbaft ins verbreitung und am 4. November ein Recitationsvortrag stattfindet. gesamt auf 2458,89 M. Mit der Wahl der Genossen Pleß und D. Liesegang in die Lokalkommission wurde Tagesordnung erledigt. Deutsches Reich. Die Marmorwarenfabrikanten in Düsseldorf haben den mit den Arbeitern abgeschlossenen Tarif gekündigt. Das geschah, obgleich die Fabrikanten versprochen hatten, nicht vor dem 1. Januar zu fündigen, bereits am 1. Oktober und hatte zur Folge, daß 100 Stein arbeiter am 15. d. M. in den Ausstand getreten find, nachdem die vorhergegangenen Einigungsversuche keinen Erfolg gehabt haben. Die Steinarbeiter werden ersucht, Düsseldorf zu meiden. Salino in Flammen. the drill Rom, 16. Oftober.( B. S.) Seit 48 Stunden steht die Infel Die für Steglit und Groß- Lichterfelde zum Dienstag einberufene öffentliche Parteiversammlung behufs Entgegennahme der Bericht Salino an der Westküste Siziliens in Flammen, Das Feuer brach erstattung vom Münchener Parteitag fand ein vorzeitigs Ende. im Westen der Jusel aus, wo sich große Wälder befinden. Mitten im Referat des Genossen Dr. Borchardt erfolgte die Auflösung der Versammlung wegen eingetretener Polizeistumde. Der englische Premierminister und die Iren.sibo Bernau. In der am 11. d. M. im Giysium abgehaltenen Volks- London, 16. Oktober. Unterhaus. Im Laufe der weiteren Beversammlung gab Freiwald einen Bericht über die Parteitags- Ver- ratung des Antrags Balfour betreffend die Geschäftsordnung Cigarrenarbeiter- Streik. Aus Baden schreibt man uns: Ein handlungen. In der hierauf folgenden Distusfion wurde ebenso wie beantragten mehrere irische Abgeordnete, daß Gelegenheit zur BeStreit ist zu Offenburg in der Krazerschen Cigarren vom Referenten eine regere Parteithätigkeit von den Genossen ge- sprechung der Lage in Irland gegeben werden sollte. Balfour fabrit ausgebrochen. Die unmittelbare Veranlassung dazu gab fordert. Außerdem fand folgende Resolution einstimmige Annahme: sprach sich dagegen aus und beantragte nach längerer Debatte, während die Entfernung von sieben Personen durch den Chef der Fabrik, Die Parteigenossen von Bernau erffären sich mit dem Bericht des der die irischen Abgeordneten die Politit der Regierung rügten, Schluß der Kratzer senior der von einer Geschäftsreise zurückkehrte und fich Delegierten vom Parteitage einverstanden und verpflichten sich, nach Besprechung, als gerade der nationalistische Abgeordnete John Odonnell darüber entsetzte, daß vor acht Tagen der junge Fabrikant, Sträffen für die Weiterverbreitung und Verwirklichung der Ideen sich erhob, um das Wort zu ergreifen. Ddonnell weigerte sich. Kratzer Sohn, mit einer Deputation der Arbeiterschaft fich des Socialismus einzutreten. sich wieder zu segen, als ihn der Sprecher dazu aufforderte, und über verschiedene Wünsche unterhielt und schließlich seine sprach weiter unter großer Unruhe und Beifall bei den Fren. Zustimmung zu folgenden Vereinbarungen gab: Einführung Seine Ausführungen blieben unverständlich. Er verließ die einer etwas besseren Qualität des Deckblattes, eine kleine Erhöhung bor den Premierminister hin, den er den Einführung einer anständigen Beleuchtung an Stelle der teilweise Schluß seiner Rede ins Gesicht schrie. Der Prentierminister noch verwendeten primitiven Dellampen. Nach dieser selbverständlichen Stonzession schien der drohende Konflikt erledigt. Herr Strager Wien, 16. Oftober.( W. T. B.) In dem heute dem Ab- beantragte darauf, Odonnell solle vorläufig von den Beratungen des Hauses ausgeschlossen werden. Unter großer Erregung stimmte wollte seine Rache haben; er lehnte die Zustimmung zum Einigungs- geordnetenhause zugegangenen Staatsvorauschlag weisen die amt ftritte ab und erklärte bei den Verhandlungen vor dem Bürger- Ausgaben ein Mehrerfordernis auf für den kaiserlichen Hof- das Haus üher den Antrag ab, der mit 341 gegen 51 Stimmen meister, daß er ein Koalitionsrecht der Arbeiter nicht staat in der Höhe von zwei Millionen Kronen, für das des Jnnern von 2 275 383 tronen; anertenne. Cher gebe er das Geschäft auf. Unter den Gemaß- Ministerium für das Leipzig, 16. Oktober.( W. T. B.) Das Reichsgericht vers regelten find verheiratete Leute. Der Marimal- Accordlohn betrug in Landesverteidigungs Ministerium beträgt das Mehrerfordernis warf die Revision des bayrischen Landtags- Abgeordneten Bürger14 Tagen bei geübten. Eigarrenmachern 35 Mart. Zuzug nach 1 342 055 Kronen, für Kultus und Unterricht 2318 293 Stronen, für das Finanzministerium 5278 246 Kronen. Für das Handelsministerium ist und des Schneidermeisters Tretenbach, welche am meisters Lautenschläger in Neukirchen bei Schwandorf Dffenburg fernhalten. LandAchtung, Former! Sämtliche Former der Eisengießerei und ein Mehrerfordernis von 3897 780 Kronen eingestellt, darunter ein Mehr gericht in Amberg am 24. Mai wegen fahrlässiger Tötung zu erfordernis für Vorarbeiten für den von 1 von 400 000 kronen. Für das Eisenbahn- Ministerium ergiebt bes Accordpreiſes für die Produtte aus ſehr ſchlechtem Material un Letzte Nachrichten und Depefchen. Letzte Nachrichten und Depefchen. Bänte der Nationalisten und stellte sich, den Sizungsfaal durchEtat, Sprachenfrage und Ausgleich im Reichsrat. b und für das angenommen wurde. haben wegen fortgesetzter Accorddifferenzen, niedrigen Verdienstes sich ein Mehrerfordernis von 796 090 Stronen waren, weil sie einen Armenhäusler hatten verhungern lassen. Daund Nichteinstellung von Hilfsarbeitern die Arbeit niedergelegt. Der Ackerbau- Ministerium ein Mehrerfordernis von 312 545 Kronen. Woche Gefängnis verurteilt worden war, von Strafe und Kosten gegen wurde der Mitangeflagte, Pfarrer Bergler, der zu einer Berdienst war äußerst gering. So hat bei der letzten Lohnzahlung Die Zelleinnahmen sind unt 2850.900 Kronen höher ein( dieselbe erfolgt 14 tägig) ein Former, der 24 W. Vorschuß hatte, gestellt. Die Gesamteinnahme bei den indiretten Abgaben ist un freigesprochen. noch 70 Pf. mitbringen müssen. Zuzug ist streng fernzuhalten. 20 955 550 Kronen höher als im Vorjahre angesetzt. Der Ertrag München, 16. Oftober.( W. T. B.) Durch allerhöchste Verordnung berorie neuen Deutscher Metallarbeiter- Werband. Bezirk Schlesien. hex ten eingeführten gehefa tenteuer ist mit 18 204000 staten ein von 12. b. Die Münchener Brauerei- Arbeiter haben beschlossen, für die Festgestellt. Die ordentlichen Einnahmen des Eisenbahnministeriums ministeriums heute belannt giebt, werden die neuen Kriegsartikel fegung von Tarifverträgen, wie sie in Nürnberg- Fürth mit den dortigen find um 3 Millionen Stronen höher als im Vorjahre veranschlagt. für das bayrische Heer eingeführt. Berantwortl. Redakteur: Cart Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruderei und Berlegsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Gierza 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 243. 19. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. 195. Sigung. Donnerstag, den 16. DItober 1902, nachmittags 1 hr. man it. Am Bundesratstisch: Graf Posadowsky. Frhr. v. Thiel Auf der Tagesordnung stehen zunächst zwei Interpellationen über die Fleischteuerung. Die Juterpellation Albrecht( Soc.) laittet: Wortlaut: denkt. Möller, b. Podbielski betreten den Saal.) ( Der bo it Zeit. auch die Freitag, 17. Oktober 1902. fie unter dem Schutze unsrer bisherigen wirtschaftlichen Politik sich den verschiedenen Interessen die mittlere Linie zu ziehen.( Bravo! erobert hat, sichern und thunlichst erweitern. Damit glauben bei den Nationalliberalen, Lachen links.) Sie wird sich durch die verbündeten Regierungen unserm Binnen- und Außen- feinerlei Angriffe von links noch von rechts ab handel wertvolle Dienste zu leisten. In diesem hohen drängen lassen von dieser Linie, deren Einhaltung ihr im Interesse Hause sind bekanntlich die Ansichten darüber geteilt, ob das des Staatswohls geboten erscheint, sie beruht nicht auf Glauben, bom Deutschen Reich, während des letzten Decenniums, befolgte auf doktrinärer Vorliebe für dieses oder jenes System der HandelsSystem der Handelspolitik, das System der gebundenen Tarife im politit, sondern auf zwingenden Gründen der Staatsraison, auf der auf diesen Streitpunkt nicht weiter eingehen, möchte jedoch daran verschiedenen Erwerbszweige einen Ausgleich zu schaffen. DeutschGegensatz zur Tarif- Autonomie für uns das richtige iſt. Ich will gebieterischen Notwendigkeit zwischen den vitalsten Interessen der erinnern, daß während der ersten Lesung der Zolltarifvorlage auch land ist weder ganz Agrarstaat noch ganz Industriestaat, das kamr Welche Maßregeln gedenkt der Herr Reichstanzler zu ergreifen, Anhänger der Tarif- Autonomie sich unter gewissen Umständen nicht oft genug wiederholt werden und daraus folgt die Notwendigim der Steigerung der Fleischpreise, die seit geraumer einverstanden erklärt haben mit dem Abschluß feit, eine mittlere Linie einzuhalten.( Buruf links: Welche?) Die Zeit eingetreten ist und in steigendem Maße eine Stalanität für Handelsverträgen, und zivar für längere mittlere Linie des Ihnen vorgelegten Zolltarifs. Von einer immer weitere Schichten der Bevölkerung wird, entgegenzutvirken? Sie haben das gethan, weil unsre Industrie Erhöhung der Agrarzölle in den von den verbündeten Regierungen Die Juterpellation Dr. Müller Sagan( frs. Wp.) hat folgenden Stabilität ihres Absages nach dem Ausland für eine fundamentale der langfristige Handelsverträge braucht, weil ste eine folche vorgeschlagenen Grenzen ist nach unsrer Ansicht eine Benachteiligung Industrie und eine Herabdrückung der Lebenshaltung Welche Maßnahmen gedenken der Herr Reichskanzler bezw. die Bedingung ihres Gedeihens erachtet. Auf diesem Standpunkt stehen der arbeitenden Klassen kaum zu besorgen. In Frant verbündeten Regierungen angesichts der herrschenden Fleischteuerung schluß langfristiger Handelsverträge für unsre wirtschaftliche Weiter- Weizenzoll von 5,60 M., ich wüßte aber nicht, daß selbst der ausverbündeten Regierungen. Sie halten den Ab- reich existiert feit dem Anfang der 90er Jahre ein zu treffen, insbesondere in Bezug auf die Grenzsperre und die fchleunige Beseitigung oder Herabſegung von Zuttermittel- Zöllen? entwicklung für wünschenswert und erstrebenswert und zwar nicht allein gezeichnete Minister aus den Reihen der socialdemo Präsident Graf Ballestrem: Ich habe zunächst die Frage an den für die Industrie und den Handel, sondern auch für die Landwirt- tratischen Partei eine Serabfegung des Bolles Herrn Vertreter der verbündeten Regierungen zu richten, ob und schaft. Selbstverständlich aber wollen die verbündeten Regierungen durchgesetzt oder auch nur angeregt hätte. In England hat wann er bereit ist, die Interpellationen zu beantworteit. nicht Handelsverträge um jeden Preis, sondern nur auf für uns man fein Bedenten getragen, zu einem Zoll auf Weizen und Meht Staatssekretär Graf Posadowsky: Der Herr Reichskanzler ist annehmbarer Basis, auf der Basis vollständiger Gegenseitigkeit und zurückzukehren. Bei den in der Vorlage normierten Zollfäßen würde Staatssekretär Graf Posadowsky: Der Herr Reichskanzler ist der Wahrung unsrer berechtigten Interessen. Um aber mit Aussicht unsre Industrie wesentlich mit denselben Bedingungen arbeiten wie bereit zu antworten, aber sowohl die preußijdje Regierung wie andre Regierungen haben eingehende Erhebungen über die thatsächlichen auf Erfolg in Handelsvertrags Verhandlungen eintreten zu das Ausland. Je höher aber die Getreidezölle bemessen werden, fönnen, wollen wir für Verhältnisse angestellt, die noch nicht beendet sind. Sobald sie volldiese Verhandlungen eine ge- desto mehr wächst die Möglichkeit einer vom Weltmarkt unabhängigen Deutschland hat endet sind, wird der Herr Reichskanzler den Herrn Präsidenten mit eignete Grundlage schaffen. die Zölle Bewegung der Preise innerhalb des zollgeschützten Inlands. Dadurch teilen, an welchem Tage er die Interpellationen zu beantworten ge- dem Stande von 1879 gelassen. in seinem autonomen Tarif mit wenigen Ausnahmen auf entstände die Gefahr, daß die durch die Getreidezölle gesteigerten Es sind sogar eine gewisse Preise im Widerspruch ständen mit den Ernährungsinteressen der Bräf. Graf Ballestrem: Nach dieser Erklärung verlassen wir den Anzahl von Zollpofitionen in späteren Verhandlungen herab- arbeitenden Klasse. Ein solcher Widerstreit muß vermieden werden. Gegenstand für heute und gehen zum zweiten Bunft der Tages- gesetzt worden, insbesondere die Getreidezölle gegenüber den Sägen Hier zicht die Rücksicht auf die Konsumenten, insbesondere auf die Ordnung über: Zweite Beratung des Zolltarif- Gesches. von 1887. Dagegen haben die andren Staaten, mit denen wir im Lohnarbeitende Bevölkerung, eine unübersteig= Reichskanzler Graf Bülow sowie die Minister v. theinbaben, Verschiebungen in ihren Zolljäzen vorgenommen. Italien und Ruß- treidezölle dürfen auch deshalb nicht zu hoch bemessen werden, daHandelsvertrag oder Meistbegünstigunsverhältnis stehen, wesentliche bare schranke gegen zu hoch bemessene Getreidezölle. Die Ge Die Beratung beginnt bei§ 1 des Bolltarif- Gesezes. Produfte, land haben ihre Zölle erhöht und zwar auch für eine Reihe solcher mit bei sehr hohem Weltmarktpreise nicht mit ihrer zeitweiligen ant denen unfre der mit den dazu gehörigen Positionen des Tarifs verbunden wird. Amerika hat schon 1897 die hohen Zollschranken seines Dingley- Agitation zu einer solchen Suspendierung im Jahre 1891 erlebt, Ausfuhr direkt beteiligt ist. Suspendierung gerechnet werden müßte. Wir haben eine lebhafte Abg. Singer( zur Geschäftsordnung): Ich möchte entgegen dem Vorschlage des Herrn Präsidenten wünschen, daß wir mit der Be- Tarifs errichtet, die Schweiz hat zu Anfang der neunziger Jahre wenn auch damals die Regierung dem Drängen nicht nachgegeben ratung des Zolltarifs beginnen. Ich stüize mich dabei auf die ihren autonomen Tarif fast durchweg erhöht und bekunder jetzt die hat. Derartige plögliche Eingriffe in die Zollgesetzgebung würden Forderung der Logik. Im Absatz 1 des§ 1 heißt es, nach Maßgabe gleiche Absicht. Destreich- Ungarn schickt sich an, seinen Zolltarif nicht nur in den Getreidehandel, sondern auch in die Staatsfinanzen Ses nachstehenden Zolltarifs. Es muß doch also zunächst festgestellt sich die wirtschaftlichen Verhältnisse vielfach geändert. In manchen von 1891 haben gezeigt, daß ein Weizenzoll von 5,50 in heraufzusetzen, dasselbe hat Rumänien gethan. Auch sonst haben ein bedenkliches Moment der Unsicherheit tragen. Die Erfahrungen werden, welcher Tarif gelten soll. Es könnten ja bei Festlegung Ländern, wie in Rußland und der Schweiz, ist während des letzten dieser Richtung die äußerste des Generaltarifs Bofitionen geschaffen werden in Bezug auf Mindest Decenniums die einheimische Judustrie erſtarft. Grenze bezeichnet. zölle, die niedriger find als die hier vorgesehenen. So würden für die allgemeinen dem Zuge der Zeit folgend, dort jetzt mehr als früher meiner Worte, würde eine Erhöhung oder Erweiterung der Man wird im Endlich ich sage das in voller Kenntnis der Tragweite Bertragsstaaten höhere Minimalzölle gelten als für die Richtvertragsstaaten. Wir können uns weiter auch bei unsrer bestrebt sein, den inländischen Markt der Industrie zu erhalten. Mindestzölle das Zustandekommen von Handelsverträgen unmöglich Abstimmung über§ 1 nicht eher entscheiden, als bis wir wissen, ob Rüstzeug erheblich verstärken, wenn wir als ebenbürtige Gegner auf puncto Mindestfäße bis zur äußersten Grenze gegangen, wo ein Umsomehr ist es geboten, daß wir unser handelspolitisches machen.( Hört! hört! links.) Die verbündeten Regierungen find in der Tarif etwa eine für uns annehmbare Form erhalten hat.' Es ist also durchaus notwendig, daß man mit der Beratung des Zoll- verbündeten Regierungen den Entwurf zu einem neuen autonomen links: erscheint!) Ich will auf die Frage nicht eingehen, ob dem Kampfplatz erscheinen wollen. Zu diesem Zwecke haben die Zustandekommen von Handelsverträgen noch möglich erscheint.( Ruf tarifs zuerst beginnt. Präsident Graf Ballestrem: Ich habe den Absatz 1 des§ 1 Tarif aufgestellt. Der neue Tarif weicht sowohl hinsichtlich der Deutschland in absehbarer Zeit im stande sein wird, seinen nicht mit zur Beratung gestellt, sondern diesen Absatz für ein späteres äußeren Anordnung wie der Höhe der einzelnen Positionen vielfach Bedarf an Getreide selbst zu erzeugen. Gegenwärtig haben Stadium vorbehalten. von dem alten Tarif ab. Die Beratung würde also nach meinem Vorwir jedenfalls noch eine Zufuhr vom Ausland notwendig schlag mit den Abfägen 2 und 3 beginnen. Die Befürchtung des Die größere Specialisierung soll eine wirksame Waffe und werden sie jedenfalls noch lange brauchen. Deshalb haben die Abg. Singer, daß beim Tarif Mindestzölle beschlossen werden könnten, für die Vertragsverhandlungen bieten. Eine größere Anzahl erhöhter Staaten, denen an der Erhaltung des deutschen Marktes liegt, ein die mit den im Gesetz vorgesehenen nicht übereinstimmen, wird wichtigen Waren, die bei den bevorstehenden Vertragsverhandlungen Weiter dürfen wir aber mit den Mindesthätzen nicht gehen. Dieser die mit den im Geses vorgesehenen nicht übereinstimmen, wird Positionen enthält der Tarif namentlich bei den handespolitisch Intereffe daran, uns in ihrem Zolltarife Zugeständnisse zu machen. dadurch hinfällig, daß diese Positionen des Tarifs gleichzeitig mit§ 1 voraussichtlich eine Rolle spielen sollen. Diese sind so bemessen, Tarifentwurf ist das Ergebnis eines Kompromisses nach langen und des Gesetzes beraten werden sollen. sichert bleiben soll, doch auf dem Vertragswege Zugeständnisse ge- feiner Aufstellung war von den verbündeten Regierungen als Hauptdaß auch, wenn dem betreffenden Artikel ein erhöhter Zollschutz ge- mühevollen Beratungen unter den verbündeten Regierungen. Bei währt werden können. Die einzige Ausnahme im Tarif gesichtspunkt daran festgehalten worden, daß er ein Mittel sein sollte, Gerste, Safer. Für sie sind einem dringenden Wunsche der aus war von mehr als einer Seite die Einführung der Mindeſtſäße bilden die vier Haupt- Getreide- Arten Weizen, Roggen, um wieder zu Handelsverträgen zu gelangen. Von diesem Gesichtspunkte Abg. Dr. Spahn( C.) bittet, den Vorschlag des Präsidenten an eine Position ist so lebhaft angegriffen worden wie diese. Die Regierungen find trotzdem in dieser Richtung dem von mir berLandwirtschaft zufolge Maximal- und Minimalzölle eingesetzt worden. als erschwerendes Moment bezeichnet worden.( Hört! hört! links.) zunehmen. Der Schwerpunkt in zweiter Lesung liege darin, ob Die einen behaupten, die Getreidezölle bilden eine unerträg- tretenen und befürworteten Wunsche der Landwirtschaft entgegenMindestzölle beschlossen werden sollen oder nicht. Deshalb halte er liche Belastung der notwendigsten Lebensmittel, fie bedeuten gekommen, aber mit dem Vorbehalt, daß dadurch der Abschluß von für richtig, darüber auch zuerst zu diskutieren. Für den Antrag Singer stimmen nur die Socialdemokraten. der Exportindustrie, die andren wieder sind der Meinung, daß die gesagt worden, die Industriezölle seien im Vergleich zu den eine Verteuerung der Arbeitslöhne, eine schwere Schädigung Handelsverträgen nicht bereitelt werden dürfe. Es ist auch Der Antrag wird abgelehnt.( Bei der Abstimmung spricht der Präsident von einem Antrage des Abg. Dr. Singer was Heiterkeit Säge noch zu niedrig normiert sind, wieder andre erblicken in der Agrarzöllen zu hoch gegriffen und würden die Produktionserregt und Graf Ballestrem fügt mit einer Handewegung gegen der Landwirtschaft, welche das Zustandekommen von Handels- dabei um Artikel, die zum Schaden der betreffenden Industriezweige Singer hinzu: Das kann ja noch werden. Erneute Heiterkeit.) Es bleibt bei dem durch den Antrag des Abg. Dr. Barth ihrer großen Mehrheit diese Befürchtungen nicht für begründet. Sie nur den Veränderungen angepaßt werden, die sich während des berträgen unmöglich macht. Die verbündeten Regierungen halten in bisher zu niedrig tarifiert waren, die industriellen Schutzzölle sollen modifizierten Vorschlag des Präsidenten. Danach wird also zunächst beraten über§ 1, Abjazz 2 des seits die Landwirtschaft in ihrer Intensität und ihrem Umfange zu großer Teil der Industriezölle sind, wie ich bereits andeutete, Tarifhalten die Getreidezölle für gerade hoch genug bemessen, um einer- legten Degenniums auf industriellem Gebiete vollzogen haben. Ein 3olltarif Gesezes und zwar an erster Stelle speciell über Sie Mindest zölle für Weizen und Roggen in Verbindung erhalten und andrerseits den Abschluß langfristiger Handelsverträge zuschläge, als Kompenfationsobjekte dienen sollen. Ein mit den in den Nummern 1 und 2 des Tarifs enthaltenen Maximal- schwer zit kämpfen zöllen für diese beiden Getreide- Arten, Die Regierungsvorlage enthielt als Mindest zölle für Roggen 5 M. und für Weizen 5,50 M. Die Kommission hat diese Säge um 50% f., also auf 5,50 M. und 6 M. erhöht. Abg. Dr. Barth( frf. Vg.) beantragt zur Geschäftsordnung, es beim Vorschlag des Präsidenten zu belassen, aber eine Unterabteilung zu schaffen und zunächst über Weizen und Roggen zu diskutieren. Präsident Graf Ballestrem erklärt, daß er gegen den Antrag Barth nichts einzuivenden habe. Die Magimalsäge waren im Tarif nach der Regierungsvorlage auf 6 M. für Roggen und 6,50 M. für Weizen bemessen. Die Kommission hat eine Erhöhung diefer Säße die noch möglich erscheinen zu lassen. Daß die Landwirtschaft flares Bild über das Niveau der Industriezölle läßt hat, kann ernstlich nicht bestritten sich zur Zeit überhaupt noch nicht geben. Die verbündeten werden und es ist die Pflicht der Regierungen und dieses hohen Regierungen sind überzeugt, daß der Tarifentwurf im wesentHauses der Landwirtschaft zu helfen, soweit das im Rahmen des lichen eine richtige Abmessung der berechtigten Forderungen Gesamtwohls möglich ist, d. h. ohne unbillige Schädigung andrer unsrer zwei großen Eriverbszweige, der Industrie und LandwirtErwerbsstände und ohne den Abschluß langfristiger Handelsverträge schaft, enthält. Sie hoffen, daß auf seiner Grundlage eine VerAuf eine Erhöhung der Regierungen der Landwirtschaft helfen nicht nur mit Rücksicht auf Mindestfäße der Getreidezölle können die verbündeten fleineren Besizer, sondern im Hinblick auf das nationale Gesamt- und mein Stellvertreter wiederholt in der Kommission auseinanderden Großgrundbesiz, auch nicht allein wegen der mittleren und Regierungen aus den Gründen, die ich bei der ersten Lesung interesse. Mit zur Verhandlung steht der Antrag des Bundes der deutschen Volkes nach Möglichkeit von dem Ausland unabhängig zu Ausdehnung der Mindestfäße auf andre Positionen des Dieses macht es uns zur Pflicht, die Ernährung des gesezt hat, ebenso wenig eingehen, wie auf eine weitere Landwirte( Abgg. v. Wangenheim, Dr. Röside und stellen und Dr. Hahn), daß die Zollfäge für Roggen und Weizen durch völkerung, welcher die Scholle bebaut, lebensfähig zu erhalten. Das von gewiffen Parteien erwidert wird:„ Dann müssen wir den ganzen den socialpolitisch so wichtigen Teil der Be- Tarifs.( Große Unruhe rechts und im Centrum.) Wenn nun vertragsmäßige Abmachungen nicht unter 7,50 M. her abist nur möglich durch eine verständige Schußzollpoliti!. Gegenüber 3olltarif ablehnen!", so ist das eine Argumentation, die den ver gesezt werden dürfen. Zuerst ergreift das Wort um 1 M., also auf 7 M. und 7,50 M. beschlossen. Reichskanzler Graf Bülow: den Angriffen, welche die Getreidezölle als zu niedrig bezeichnen, bündeten Regierungen so schwer verständlich ist, daß sie ihr gegenweise ich darauf hin, daß der Landwirtschaft durch die Festlegung über faltes Blut bewahren. Ein einfaches Rechenerempel zeigt einer Mindest grenze für die vier Hauptgetreidearten ein doch, daß die Mindestsätze für Getreide eine recht erhebliche Erhöhung Ich will zunächst den Mitgliedern der Zolltarif- Kommission den Borzugsrecht eingeräumt ist, welches feinen andren bei der bes jezigen Zollschutzes darstellen.( Sehr richtig! links. Seiterfeit.) Dank der verbündeten Regierungen aussprechen( Heiterkeit.) für Revision beteiligten Interessenten zu teil geworden ist. Im Ver- Wenn der Tarif abgelehnt würde, so bliebe den verbündeten die hingebungsvolle Arbeit, mit der sie sich der eingehenden Durch gleich mit den bisherigen Vertragssägen bedeuten die Mindestfäße Regierungen nur übrig, entweder die bestehenden Handelsberatung des Zolltarif- Gesetzes und des Zolltarif- Entwurfs trop ferner eine wesentliche Erhöhung, also Mangel an Wohlwollen für berträge fortbestehen zu lassen oder auf Grund des alten seiner 946 einzelnen Positionen unterzogen haben. Auch wenn man die Landwirtschaft kann der Regierung nicht vorgeworfen werden. Tarifs in neue Handelsvertrags- Verhandlungen einzutreten. mit den Ergebnissen der Arbeit nicht in allen Punkten einverstanden( Sehr richtig! links.) Gegen die Erhöhung der Getreidezölle ist ins- Auch im lepteren Fall würden die berbündeten Regierungen bemüht ist, verdient die Arbeit selbst doch volle Anerkennung. besondere angeführt worden, daß dadurch die Lebenshaltung der sein, die Interessen der Landwirtschaft nach Möglichkeit wahrzunehmen. Umsomehr wünschen die verbündeten Regierungen, daß diese Arbeit arbeitenden Klassen ungebührlich verteuert werden würde, daß Daß es ihr aber beim besten Willen nicht so gelingen dürfte wie bei keine vergebliche ſet, ſondern daß fie die af is bilde für diese Bertenerung durch Steigerung feine vergebliche sei, sondern daß sie die Basis bilde für diese Verteuerung durch Steigerung der Löhne ausgeglichen Verhandlungen auf Grund des neuen Tarifs, leuchtet ohne weiteres eine Verständigung zwischen den verbündeten Regierungen und dadurch die Produktionskosten der Industrie erhöht ein. Deshalb richten die verbündeten Regierungen an dieund diesem hohen Hause und für die fünftigen Grundlagen unsrer werden würden. Den verbündeten Regierungen liegt die jenigen Parteien, denen der Schutz der Landwirtschaft besonders Zoll- und Wirtschaftspolitik. Wir stehen vor der zweiten Lesung der bessere Lebenshaltung der Arbeiter ebenso am Herzen( Lachen bei am Herzen liegt, die Bitte, nicht zu bereiteln, Tarifvorlage, die voraussichtich im wesentlichen ent- den Socialdemokraten), wie die Stonkurrenzfähigkeit der Industrie, sie Regierungen in mühsamer Arbeit der Landwirtschaft verschaffen wollten, scheidend sein wird für die endgültige Gestaltung derfelben. halten aber gegenüber der von der Regierung vorgeschlagenen Er- sich nicht um die Vorteile zu bringen, die der neue Tarif der LandIch will deshalb nochmals im Namen der verbündeten Regierungen höhung der Getreidezölle diesen Einwand für thatsächlich nicht be- wirtschaft gewährt. und unter ausdrücklicher Zustimmung der verbündeten Regierungen gründet. Die Einführung der Getreidezölle 1879 und die spätere Nach einer andern Seite richte ich die Bitte, den Gang die Gesichtspunkte zusammenfassen, die für die gesetzgeberische Aktion Erhöhung hat keine Steigerung der Kornpreise zur Folge gehabt, der Verhandlungen nicht durch künstliche Mittel der verbündeten Regierungen maßgebend gewesen sind. Ich weiß unsre Industrie hat sich in demselben Zeitraum glänzend entivicfelt. in die Länge zu ziehen. Ich kenne in der Geschichte sehr wohl, daß sich über ein so gründlich und vielfach erörtertes zu einer Schädigung der Industrie würden die verbündeten Regie- tein Beispiel, bei welchem heimliche oder offene Thema nicht viel Neues fagen läßt, und ich will mich möglichst kurz rungen auch niemals ihre Hand bieten können, denn die deutsche Obstruktion nicht auf das allerschwerste das Anfaffen. Wirtschaftspolitit hat mit einer hochentwickelten Industrie nicht sehen des Parlaments und der parlamenta Am 31. Dezember 1903 tritt der Zeitpunkt ein, wo die wichtigsten minder zu rechnen, wie mit dem Gedeihen der Landwirtschaft. rischen Institutionen geschädigt hätte.( Große Zoll- und Handelsverträge des Deutschen Reiches mit andern Staaten Für die Industrie ist die Hauptsache ein gesicherter Abfaz Unruhe und Oho Rufe links. Lebhafte Zustimmung rechts.) gefündigt werden können. Damit bietet sich für uns die Möglichkeit, ihrer Produkte nach dem Auslande, wir müssen fie Ein Barlament müßte in seinem konstitutionellen Schwergewicht und unsre handelspolitischen Beziehungen zum Auslande aufs neue zu vor allem bewahren vor plößlichen Preisschwankungen, wie sie seiner Bedeutung leiden, wenn es eine so hochwichtige Vorlage nicht regeln. Hierbei glauben die verbündeten Regierungen nach wie vor, durch Veränderungen in der Zollgefeßgebung andrer Länder Herbei- fachlich und loyal behandeln wollte.( Unruhe links. Sehr richtig! zwei Gefichtspunkte in den Vordergrund ſiellen zu müſſen. Das geführt werden können, und wir müssen den für ihre gedeihliche Ent- rechts.) Mit einem solchen Verfahren würde die Art an die Wurzeln jenige Glied unsres volkswirtschaftlichen Organismus, das nach der wicklung notwendigen Zustand au längere Zeitdauer festlegen. Diese des Parlamentarismus gelegt werden.( Große Unruhe links. ZuAnsicht der Regierungen immer noch immer noch am meisten unerläßliche Vorbedingung für Industrie und Handel fönnen wir ſtimmung rechts.) Ueber unsre handelspolitische Zukunft muß endlich leidet, ist die Landwirtschaft. Deswegen wollen die verschaffen durch den Abschluß langfristiger Handelsverträge. Daran Klarheit geschaffen werden. Die verbündeten Regierungen hoffen, bündeten Regierungen diesem wichtigen Erwerbszweig einen hat auch die Landwirtschaft ein großes Interesse. Eine blühende daß die Vorlage im wesentlichen in der ihnen vorgelegten Gestalt erhöhten Zollschutz angedeihen laffen. Sie wollen der Landwirtschaft Industrie ist der beste Abnehmer für die Landwirtschaft. Wir be- die Zustimmung des hohen Hauses finden wird. Sie find in ihrer schwierigen Lage helfen und damit ihren Innen- Waren- fireiten aber nicht, daß das Hauptinteresse der Land- überzeugt, daß die Voriage der inneren und äußeren Wohlabfaz fördern. Die verbündeten Regierungen wollen aber wirtschaft sich darauf konzent..ert, für ihre Produkte gegen fahrt des Landes förderlich sein wird. Wir hoffen, daß wir an die gleichzeitig unfrer hoch entwickelten Industrie nicht nur den in- über der Konkurrenz des Auslandes einen hohen schon so oft bewährte Einsicht und Vaterlandsliebe dieses hohen ländischen Markt erhalten, sondern auch diejenigen Absatzgebiete, die Preis zu erlangen. Die Regierung hat die Pflicht, zivischen Hauses nicht vergebens appellieren und zu einer Verständigung ges = vereinzelter Beifall bei den Nationalliberalen.) angen werden, die den Jntereffen des Landes entspricht.( Schwacher| Getreide zukaufen.( Sehr richtig! links.) Die Zeiten der höchsten| links.) Daß die gegenwärtige Ernährung der deutschen Arbeiter Getreidepreise sind auch immer die Zeiten der größten Vernicht ausreichend ist, wird von vielen Aerzten anerkannt, die uns Als Berichterstatter der Kommission berichtet Abg. Speck( C.) mehrung des Großgrundbesiges gewesen. Aber selbst geheure Verbreitung der Tuberkulose ist der beste Beweis dafür. Sch über die Verhandlungen der Kommission an der Hand seines schrift- bei den größten Gütern erwächst noch nicht ein Drittel des Er- komme zum Schluß.( Ah! rechts.) Der Herr Neichskanzler hat lichen Berichtes, soweit sie das Zolltarifgesetz betreffen. trages aus dem Verkauf von Getreide. Die Landwirtschaft blüht dringend vor einer Obstruktion in irgend welcher Formigewarnt; Abg. Graf v. Schwerin- Löwit berichtet als Referent über die thatsächlich am meisten in den Ländern ohne Schutzzoll, wie Däne- Dadurch ütvrde das Ansehen des Parlamentarismus aufs schwerste imd Beschlüsse der Kommission zu Weizen und Roggen. Redner schließt mart Holland. Aus Frankreich, wo der Getreide geschädigt. nehme mit den Worten: Die Beschlüsse der Kommission sind nur zu stande 30 5,60 Mark beträgt, veröffentlichte neulich die treng- Bit Herren bom Bunde der Landwirte gerichtet hat. Uns liegt es gekommen durch ein allgemeines Entgegenkommen gegenüber dem Zeitung" Abg. Gothein( frs. Vg.): fanzler auch ein Citat ins Album schreiben: es eine geradezu erschreckende Liste der Landwirt fern, Obstruktion zu treiben, wir sind allerdings der Meinung, daß Standpunkte der Regierung. Weiter konnte die Kommission nicht schaftlichen Zwangsversteigerungen. Und dabei ist Frankreich dadurch der Parlamentarismus geschädigt werden kann, aber ebenso gehen. Die Beschlüsse sind gefaßt worden unter ein Land nicht nur mit stagnierender, sondern mit zurückgehender sind wir der Ansicht, daß das Ansehen eines Barlaments auf das der Voraussetzung, daß auch die Regierung Nach- Bevölkerung, während wir in Deutschland jährlich eine enorme Zu- schwerste dadurch geschädigt wird, wenn es in einem Tempo, welches giebigkeit zeigen wird. nahme der Bevölkerung haben. Viel besser als durch Zollerhöhung eine fachliche Beratung des Gegenstandes unmöglich macht, die Bekönnte der Landwirtschaft geholfen werden, wenn die Landwirte ren- ratung führt. Wenn über so wichtige Angelegenheiten des Der Reichskanzler wies auf die Zollerhöhungen in andern tabler zu wirtschaften verständen. Vielfach find aber unsre Land- Volkes verhandelt wird, so ist es notwendig, daß man Staaten hin. Rußland hat aber vor Abschluß des deutsch- rugen wirte für alle Verbesserungen im Getreidebau und bei der Wiehzucht in ausgiebiger, aber allerdings auch fachlicher Weise berät, Handelsvertrages eine Reihe feiner golpositionen hinaufgesetzt. Der zugänglich. Ueber ungesunde Ausdehnung des Getreidebaues, und so werden wir, wie in der Kommission, uns in fachneue Schweizer Tarifentwurf ist nur eine Antwort auf die Vernachlässigung des Banes von Futtermitteln, wenig rationelle Be- licher Weise an diesen Beratungen beteiligen. Ich für meine erhöhten Schutzölle des deutschen Zolltarifs. Auch ist dieser treibung der Viehzucht und Festhalten am alten Schlendrian wird Person wünsche ja, daß dieser Tarif auf teinen Fall zu stade Schweizer Entwurf ja noch ein Gefeß, und es ist sehr zweifel- vielfach geflagt. Also die Ursachen der Notlage der Landwirtschaft kommt. Ich meine vor allem, daß das Bolk ein Recht hat, hier haft, ob er in der Volksabstimmung die Mehrheit für sich haben wird. liegen durchaus nicht in den zu niedrigen Getreidezöllen. Die Re- mitzusprechen.( Sehr richtig!) Als dieser Reichstag gewählt wurde, Jedenfalls wird er nicht zu stande kommen, wenn der deutsche gierung scheint dies als eine Art Ariom anzunehmen, aber sie thut hatte kein Mensch eine Ahnung, daß die Regierung mit Zolltarif fällt. Wenn also heute eine Aenderung in der Zollpolitik im Gegensatz zu der Ansicht bedeutender Vertreter der einem derartigen 3olltarif kommen fönnte. Sonst hätten Wissenschaft. Wer ein wirklicher Freund der Bauern ist, sich die Wähler ihre Abgeordneten jedenfalls noch zehnmal angesehen. unsrer Nachbarstaaten eintritt, so ist Deutschland zum mindesten nicht unschuldig daran. Das gilt auch von Destreich- lingarn. Der müßte ihnen klar machen, daß sie vielfach besser wirtschaften Ich halte es im Sinne eines gefunden Parlamentarismus für Reichstanzler meinte, wir müßten unfrer inländischen Industrie den und sich in Gewerkschaften vereinigen müssen. Wenn also die Not dringend notwendig, daß über diese Vorlage nicht dieser Reichstag, inländischen Markt erhalten. Nun, die Gefahr, die unsrer inländischen eine Erhebung über die thatsächliche Lage der Landwirtschaft durch Das Volk muß das Recht haben, selbst zu prüfen, das heißt, den der Landwirtschaft durchaus kein unbestreitbares Ariom ist, so ist sondern der kommende Reichstag Beschluß faßt.( Sehr richtig! links.) Induſtrie etwa von der rumänischen Induſtrie drohen könnte, aus geboten. Ich habe die Veranſtaltung solcher Erhebungen im Barlamentarismus nicht schwächen, ſondern ihn stärken.( Lebhafter dürfte nicht allzu groß sein.( Sehr gut! links.) Der Reichskanzler kontradiktorischen Verfahren in der Kommission bereits angeregt. Beifall links, große Unruhe rechts und im Centrum.) Abg. v. Kardorff( Np.): Verhandlungen. Allerdings ist der Tarif eine Rüstung, aber diese Freilich dürfte eine solche Enquete nicht hinter verschlossenen Thüren Ich wünschte nur, in landwirtschaftlichen Fragen so flug und wird so schwer werden, daß sie unsre Regierungen schließlich nieder- stattfinden und es müßten alle Parteien gehört werden. Wir haben zwingen wird. Ich möchte da dem citatenfreudigen Herrn Reichs- ja neuerdings erfreulicherweise erlebt, daß man in eine Kommission weise zu sein, wie es Herr Gothein zu sein glaubt. Dann wäre ich zur Prüfung einer wichtigen wirtschaftlichen Frage auch einen Vertreter der weiseste Mensch der deutschen Landwirtschaft.( Heiterkeit und der Socialdemokratie hineingebeten hat. Eine solche Enquete, Sehr gut! rechts.) Herr Gothein sprach von den kommenden Wahlen. „ Mit Arm und Fuß er rudert und ringt, Der schwere Panzer ihn niederzwingt." wie ich sie für notwendig halte, müßte die Frage prüfen, Die mir bekannten Wahlkreise sind ganz anders gestimmt, wie es ( Heiterkeit.) Das wesentliche Merkmal des jetzigen Zolltarifentwurfs besteht ein Rotstand der Landwirtschaft und ist ihm auf diese Weise Herr Gothein schilderte. Bei uns war schon im vorigen Wahlkampfe besteht darin, daß hier zum erstenmal in die deutsche Handelspolitik abzuhelfen? Man müßte untersuchen, in welchen Produktionszweigen die Parole: Wiederherstellung und wenn möglich, Erhöhung der besteht darin, daß hier zum erstenmal in die deutsche Handelspolitik der Notstand vorhanden ist, ob dei der Viehzucht oder beim Getreide- früheren Getreidezölle!"( Widerspruch links.) Ich habe auch von das System von Maximal- und Minimalzöllen ein- bau. Auf das eingehendste muß auch geprüft werden, in welchen den Pflichten eines Abgeordneten eine andre Auffassung als Abg. geführt wird. Minimalzölle auf so wichtige Gegenstände, die 27 Proz. der gesamten zollpflichtigen Einfuhr ausmachen, müssen Gegenden etwa das Sinken der Preise einen Notstand verursacht hat. Gothein; mein Wahlkreis hat mich gewählt, weil er mir Man muß aber auch untersuchen, inwieweit die Not der Landwirt zutraut, daß ich seine Interessen nach bestem Können und den Abschluß von Handelsverträgen auf das äußerste erschweren. schaft durch die Landwirte selbst verschuldet ist, vor allem durch Wissen vertrete.( Buruf links: Das war sehr unvorsichtig!- Große Fürst Bismarck motivierte seiner Zeit die Erhöhung des Getreide- ihre ungenügende Vorbildung. Viele Landwirte geben selbst im Heiterkeit.) Es kommt doch nicht auf die absolute Höhe der Lebenszolles bon 3 auf 5 Mart lediglich damit, daß man Landwirtschaftskalender an, daß sie das väterliche Gut über mittelpreise an, sondern darauf, daß die Bevölkerung soviel verdient, ein Kompensationsobjekt für Handelsverträge haben müsse. Wenn man heute immer so auf die Bismarcksche Handels- nonmen resp. sich ein Gut gekauft haben, nachdem sie vorher Jura um sich die Lebensmittel kaufen zu können. Sie( nach links) freilich politik zurückgreift, so sollte man auch diese Vismarcksche Auffassung ſtudiert und vielleicht einige Zeit beim Militär gestanden haben. wünschen, daß die landwirtschaftlichen Arbeiter Not leiden, damit die mitteilen. Die Handelsverträge von 1894 mit ihrer Sicherung ihres Ich wundere mich, daß die Herren von der Nechten, die doch städtischen Arbeiter prosperieren können.( Oho! und große Unruhe beim links.) Die ländlichen Arbeiter sind in Ihren Augen die Barias. Außenhandels haben der deutschen Industrie eine Zeit des Auf- oust so für den Befähigungsnachweis Handwerk sind, angesichts der vielen Klagen über die Not der Ich habe den Auftrag, seitens meiner politischen Freunde die schwungs gebracht, wie sie vorher in solcher Dauer nie dagewesen Landwirtschaft noch nicht darauf gekommen sind, den Befähigungs- Erklärung abzugeben, daß wir bei den Beschlüssen der Kommission ist. Fällt diese Sicherheit unsrer Handelsbeziehungen jetzt weg, sieht nachweis für den Betrieb der Landwirtschaft zu verlangen.( Sehr gut! unsrerseits stehen bleiben.( Zurufe links: wie lange? Heiterkeit.) sich unsre Industrie in der allerbedenklichsten Situation. Bis zu einem fints.) Selbst ihr Getreide- Heiliger, Profeffor Nuhland, hat zu Die Kommissionsbeschlüffe bedeuten für uns die richtige mittlere Linie. gewissen Grade hat unsre Großindustrie diese Situation verdient Die ungünstigen Verhältnisse der Landwirtschaft werden durch durch eine ganz unberechtigte Förderung agrarischer Wünsche. gegeben, daß die Landwirte häufig nicht genügend fitr ihren Beruf vorgebildet find. E3 ist die Billigkeit der transatlantischen Frachten noch verschärft. Der Heute allein machen die Agrarzölle fast 15 Proz. der Produktionskosten der Industrie aus. Jede weitere Steigerung sogar die Behauptung aufgestellt worden, daß 90 Prozent der preußische Handelsminister, Herr Dr. Möller( Heiterkeit), hält freilich Landwirte der genügenden Vorbildung ermangeln.( Hört! hört! links.) diesen Rückgang der Frachipreise für eine vorübergehende Erder Agrarzölle muß die Produktionskosten der Industrie weiter erhöhen und die Arbeitskraft des Volkes vermindern. Das beiter. Gewiß sind diese Löhne im Laufe der Zeit gestiegen, die Schiffsfrachten noch weiter sinken würden. Man spricht von den hohen Löhnen der ländlichen Arscheinung. Mir wurde aber von fachmännischer Seite mitgeteilt, daß trägt weiterhin dazu bei, unsre Industrie gegenüber dem Auslande aber menschenunwürdig sind sie noch heute. Auf jeden Fall ist es ein geheuren Schiffskolosse, welch die moderne Technik erzeuge, beförderten in ihrer Konkurrenz zu schwächen. Ich freue mich nun außerordentlich, daß der Reichskanzler heute erklärt hat, falls der Tarif Märchen, daß mit den Getreidepreisen auch die Löhne die Frachten weit billiger als die früheren kleineren Fahrzeuge. nicht zu stande komme, werde die Regierung versuchen, entweder die steigen. In Amerika mit seinen niedrigen Getreidepreisen sind Was die Anträge des Bundes der Landwirte zu den Zöllen auf bestehenden Verträge zu verlängern oder auf Grund des alten über die hohen Löhne und andrerseits erhöhen Sie selbst die Pro- Zölle auf diese Produkte für wünschenswert, wir werden aber gleichdie Löhne verhältnismäßig hoch.( Sehr richtig! links.) Sie klagen Roggen und Weizen anlangt, so halten ja auch wir etwas höhere Tarifes neue Handelsvertrags- Berhandlungen duktionskosten der Landwirtschaft, indem sie hohe Zölle auf Eisen, wohl darauf verzichten, diesen Anträgen zuzustimmen, weil wir einzuleiten. Für diese Erklärung muß die gesamte deutsche Maschinen und sogar auf die Futtermittel legen.( Sehr gut! links.) große Demonstrationen nicht machen wollen, und das ist eine große Industrie dem Kanzler dankbar sein. Die Erhöhung Mit dem Zoll auf Pferde ist ein großer Teil der Landwirte Demonstration.( Zustimmung rechts; Unruhe bei den Bündlern.) der Getreidezölle stellt sich dar als eine Schraube ohne Ende. An der Erhöhung der Grundpreise hat nicht die Land- nicht einverstanden, weil sie auf die Einfuhr von Pferden an- Die Herren wissen, daß sie damit in der Minorität bleiben, und ich glaube auch, daß sie wissen, daß sie bei dem nächsten Wahlwirtschaft als solche ein Interesse, sondern nur der gegenwärtige gewiesen find. Ebenso liegt der Zoll auf Obst... Besizer.( Sehr richtig! links.) Den Professor Conrad in Halle, Präsident Graf Ballestrem: Herr Abgeordneter, wie verhandeln kampf nicht die Majorität des Landes dafür haben werden. Ein solcher Glaube wäre ein großer Optimismus der Herren. Durch die den man immer ins Feld führt, kann man hier in keiner Weise gegen jetzt über die Getreidezölle, das andre kommt noch.( Heiterkeit.) mich ausspielen. Das ganze Agiom von der Notlage der LandwirtAbg. Gothein( fortfahrend): Ich werde mich dem Wunsche des Caprivischen Handelsverträge ist ein Zwiespalt zwischen Industrie schaft ist hinfällig. Die Getreidepreise sind heute in Ostpreußen be- Herrn Präsidenten fügen, bemerke aber, daß auch der Herr Neichs- und Landwirtschaft entstanden. Kommt es jegt nicht zu einer Verdeutend billiger als im Rheinland oder in Bayern; überall aber lanzler über den ganzen Zolltarif gesprochen hat. ständigung zwischen diesen beiden Erwerbszweigen, so wäre der Präsident Graf Ballestrem: Der Herr Reichsfanzler fann sprechen, tertius gaudensbas flagen die Landwirte in gleicher Weise über ihre Notlage". Die internationale Handelskapital. Auch die heimische niedrigeren Güter- und Pachtpreise sind für die Landwirte ein Segen worüber er will, die Mitglieder des Hauses sind an die Tages- das letztere hat ja seine Berechtigung, aber und nur ein Vorteil für den jeweiligen Besitzer. Landwirtschaft und Industrie können sich doch ganz und gar nicht Bei dem häufigen ordnung gebunden. Besitzwechsel der Güter kann man annehmen, daß in zehn Jahren Abg. Gothein( fortfahrend): vom Handel beherrschen lassen. Der Reichskanzler warnte vor schon der Besizstand großenteils ein andrer ist. Für jeden späteren Ich halte es also, wie gesagt, für viel wichtiger, die Pro- einem Hinausgehen über die Regierungsvorlage und meinte, Besitzübernehmer aber sind die hohen Güterpreise ein großer Nachteil. duktionskosten zu verbilligen, als die Produkte im Preise zu steigern. Obstruktion bringe ein Parlament in der allgemeinen Achtung Es jetzt aber auch ein Parlament in der Die letzte Wirkung aller einkommensteigernden Maßregeln ist eine Auf die von mir gewünschte Enquete habe ich seiner Zeit in der herunter. Erhöhung der Schuldenlast. Das hat selbst Professor Kommission verzichtet, ich nehme den Antrag aber hiermit für das allgemeinen Achtung herunter, wenn man ihm sagt: Friß Ruhland, eine Autorität der Agrarier, anerkannt. Plenum wieder auf. Ich weiß wohl, daß ihre Ergebnisse diesem oder stirb!"( Große Heiterkeit und sehr gut! rechts.) Wir würden ( Hört, hört! links.) Die vom Landwirtschaftsrat angeregte Reichstag nicht mehr zugehen können, aber die Frage der Getreide- es für ein nationales Unglück halten, wenn der Tarif nicht zu stande Enquete über die landwirtschaftlichen Rentabilitäts- zölle wird nicht verschwinden, ganz gleich, wie der Beschluß über käme. Eine Verständigung zwischen den Mehrheitsberechnungen entbehren der Kontrolle von Seiten andrer wirtschaft den Tarif ausfällt. Der Kampf um die Getreidezölle wird unparteien wird hoffentlich doch noch, wenn auch vielleicht in licher Vereinigungen. Die Auskünfte beruhen höchstens zur Hälfte entwegt weiter gehen und deshalb ist es im Interesse der Landwirt- einem späten Stadium( Aha! links) zustande kommen. auf einer geregelten Buchführung. Selbst der Generalsekretär schaft und des gesamten Volkes dringend geboten, daß vollständige( Beifall rechts.) des ostpreußischen Centralvereins erklärte, nicht zu Klarheit darüber geschaffen wird. Darauf vertagt sich das Haus. wissen, welche Austinste auf Buchführung und welche auf Die Hauptfache ist die Erhaltung eines leistungsfähigen Ar- Abg. Spahn( E.) schlägt vor, da jest wenig Kommissionen tagen, Phantasie beruhen.( Hört, hört! links.) Daß eine Erhöhung der beiterstandes und dieses wird nicht erzielt durch Erhöhung der die morgige Sigung bereits um 12 Uhr beginnen zu lassen. Getreidepreise keineswegs im Jnteresse der kleinen und mittleren Getreidepreise und die Verteuerung der Lebensmittel. Worauf beDas Haus stimmt debattelos diesem Vorschlage zu. Bauern liegt, mußte selbst der Minister v. Bischet für Württemberg ruht die Leistungsfähigkeit der amerikanischen Industrie? Auf der Nächste Sigung Freitag 12 Uhr.( Fortsetzung der heutigen Bee anerkennen. Der kleine Bauer muß ja für seine Viehzucht noch Intelligenz und guten Leistungsfähigkeit der Arbeiter.( Sehr richtig! rating.) Schluß 51 Uhr. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. sid Freitag, 17. Ottober Anfang 72 Uhr. Opernhaus, Robert der Teufel. Schauspielhaus. Jm bunten Rock. Deutsches. Es lebe das Leben. Berliner. Alt- Heidelberg. Westen. Undine. Leffing. Die Kleinbürger. Neues. Ledige Leute. Residenz. Seine Kammerzofe. Thalia. Charleys Tante. Cassis Pascha. Central. Der Bettelstudent. Anfang 8 Uhr: Schiller. 0.( Wallner- Theater.) Der Tartüff. Der Arzt wider Willen. Schiller. N. ( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Dottor Klaus. Carl Weiß. Eine Baria. Luisen. Vor Sonnenaufgang. Casino. Corradini. Ihre Familie. Kleines. Serenissimus Zwischenspiele. V Wilhelm. Der Jongleur. Buntes Theater. Enthüllung des Heinedenkmals. Der Hund. Bunter Teil. Tiny Senders. Metropol. Berlin bleibt Berlin. Trianon. Die Liebesschaukel.( La Bascule.) Apollo. Lysistrata. SpecialitätenVorstellung. Wintergarten. Specialitäten. Passage: Theater. Vorstellung. SpecialitätenPajjage Panoptikum.SpecialitätenVorstellung. Urania. Trianon- Theater. Luisen- Theater. Stadt- Theater. Taubenstrasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Tausend Jahre Indit denischer Kultur. Im Hörsaal um 8 Uhr: Prof. Dr. Müller: Das Gefühlsvermögen. Sternwarte invalidenstrasse 57/62. CASTANS Panoptikum Friedrichstrasse 165. Die sensationellen Georgenstrasse, zwischen Friedrich- u. Universitätsstr. Die Liebesschaukel. Lustspiel in 4 Akten v. M. Donnay. Anfang 8 Uhr. Sonntagnachm.: Coralie& Cie. Central- Theater Freitag, 17. Dltober, Anfang 7, Uhr ( Abonnements gültig): Der Bettelstudent. Operette in 3 Aften v. Zell u. Genée. Jm 2. Att: Ballett- Einlage. Sonnabend: Boccaccio. Sonntag nachmittag: Die Fledermaus. Abends: Der Bettelstudent. Vor Sonnenaufgang. 47-49. Gastspiel des Bernhard Rose: Theater- Ensembles: Sonntag, den 19. Oftober 1902: Sociales Drama in 5 Atten von Der Fechter von Ravenna. Gerhard Hauptmann. Anfang 8 Uhr. Vorvert. 10-2 Kaffe, Schauspiel in 5 Aften von Fr. Halm. Invaliden- und Künstlerdank. Anfang des Konzerts 5 Uhr, der VorMorgen: Maria Stuart. Sonntag Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Uhr zu kleinen Preisen: Hamlet. Abends: Berlin, wie es meint und lacht. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Eine Paria. Lebensbild in 5 Aften( 8 Bildern) von Ernst Ritterfeldt. Anfang 8 Uhr. Morgen und folgende Tage: Eine Robinson Crusoe. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Thalia- Theater. Baria. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Dresdenerstrasse 72-73. Anfang 7 Uhr. lebenden Bilder, 452 tale: Charleys Tante. Buntes Theater dargestellt v. 6 jungen Damen. Kirchmeiers Berliner Original Schrammeln. Deutsche Konzerthallen. An der Spandauerbrücke 5. Größtes Vergnügungslokal Berlins. Internationale Konzerte von 5 Künstler Kapellen. Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Täglich Matinee von 12-2 Uhr. ( Uoberbrettl.) Anfang 8 Uhr. Köpenickerstraße 68. Enthüllung des Heine- Denkmals. Der Hund. Guido Thielscher als Charleys Tante. Vorher: Cassis Pascha. Ausstattungs- Burleske mit Gesang u. Zanz in 1 Aft. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Grille. Wiederauftreten TINY SENDERS. Wilhelm- Theater. Friedrichstrasse 236. Abends 8 thr: Der Jongleur. Posse in 4 Atten von E. Pohl. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 116r. Sonntag, 19. Oktober, NachmittagsBorstellung: Ein toller Einfall. Anf. 3 Uhr. Halbe Kassenpreise. Abends 8 11hr: Der Walzerkönig. von Bunter Teil. Leitung: 0. Straus. Bozena Bradsky. Bokken- Lasson. stellung 6 Uhr. Die Passage- Theater. Anfang Sonntags 3 Uhr, wochentags 8 Uhr, Mellinis dunkles Geheimnis. Lu Dalys Englische Nen! Boxerinnen und Ringerinnen zum erstenmal auf dem Kontinent. ExcentricBernhard Rose- Theater, Georgette Langée, Tänzerin Badjtr. 58. Somitag, den 19. Oftober 1902: Der Postillon von Münchehery. Große Bosse mit Gejang in 4 Aften von B. Jacobson und Linderer. Anfang des Konzerts 5 Uhr, der Vorstellung 6 Uhr. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Metropol- Theater. Berlin bleibt Berlin. Grosse Ausstattungs- Posse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik Marcell Salzer. von Erik MeyerHelmund. Emil Thomas a. G. Josef Josephi. Henry Bender. Flora Siding. Hansi Reichsberg. Wini Grabitz. Johanna Junker- Schatz. Rauchen gestattet. Anfang 8 Uhr. Kleines Kleines Theater ( Schall und Rauch) Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Rausch. Tragikomödie in 4 Akten von August Strindberg. 14 erstklassige Nummern. Palast- Theater Direktion: Richard Winkler. Sensations- Erfolg! 9116: Berliner in Steglitz. Gr. Ausst.- Burleske mit Ges. u. Tanz. Im bunten Teil: Willi u. Rosita Sands, Sportaft. Sisters Laurence, Dressur Aft. Mr. Atlas, die schwan fende Weltkugel. Brother Gaude, Straft- Aft. Benedetti, Universal- Artist. Huc und Mac, Transformationsaft. Fritz Brand, Humorist. Elise Gebhardt, Vortrags- Soubrette. Entree 30 Pf. Anfang 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Deborah. Patentanwalt Dammann, aufpiel in 4 Atten v. Mosenthal. Moritzplatz 57. Auskunft bis abends neun.[ 5220L* Sonnabend: Keine Vorstellung. Sonntag: Der Mann im Monde. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- WilhelmFreitagabend 8 Uhr: Der Tartuff. Luftspiel von Molière. Frei übersetzt von Ludwig Fulda. Hierauf: Der Arzt wider Willon. Schwank von Molière. Deutsch von F. S. Bierling. Sonnabendabend 8 Uhr: Sappho. städtisches Theater). Freitagabend 8 Uhr: Doktor Klaus. Lustspiel in 5 Aften von Adolph L'Arronge. Sonnabendabend 8 Uhr: Morituri. Sonntagnachmittag 3Uhr: Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Tartuff. Hierauf: Der Arzt wider Willen. Sonntagabend 8 Uhr: Jugend. Apollo- Theater. Hente: = Jubiläums Vorstellung unter persönlicher Leitung des Komponisten. Zum 200. Mal: Lysistrata. Ausstattungs- Operette von BoltenBäcker. Mujit pon Paul Lincke. Jm 2. Aft: Das Luftballett: Grigolatis. Sappho. Sonntagabend 8 Uhr: Doktor Klaus. Sanssouci Kottbuserstr. 4a, Station der Hochbahn. Donnerstag, Sonntag und Montag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger Nach jeder Vorstellung Tanzkränzchen. Entree: Sonntags 50 Pj., Sperrjit 75 Pf., ab 9 Uhr 30 Bf., Wochentags 30 Pf., Achtung! 6. Wahlkreis( Schönhauser Vorstadt). Achtung! Dr. Richard Sussmann Toni Sussmann geb. Borchardt Vermählte. Sonntag, den 19. Okt., abds. 5 Uhr, Schönbaufer Allee 103( Jägerhaus): Charlottenburg, Berlinerstr. 102. Volks- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die Arbeitslosigkeit und die wirtschaftlichen Zustände der Gegenwart. Referent: Genosse Bartels. 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Gemütliches Beifammenfein und Canz. Zahlreichen Besuch erwartet [ 28336] Der Vertrauensmann. Socialdemokratischer Wahlverein für den Bezirk Rummelsburg. Sonntag, den 19. Oktober, nachmittags 1 Uhr: General- Versammlung im Lokale des Herrn Duchow( Café Bellevue), im fleinen Saal, vom Eingang links. Zages Ordnung: Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Wilhelm Michael am 15. Oftober verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonn abendnachmittag um 4%, Uhr von der Leichenhalle des alten ThomasKirchhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. 90/1 Vereinigung der Maler. Den Kollegen zur Nachricht, daß 1. Bericht vom Parteitag. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Kassenbericht. 4. Bericht des Bibliothekars. unser Mitglied 5. Neuwahl des Vorſtandes, der Beiſizer, Hilfspersonen, Revisoren und des Bibliothekars. 6. Wahl Otto Hildebrandt der Delegierten zur nächsten Kreistonferenz. 7. Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. 108/10 Parteigeuojien! Im Hinblick auf die Wichtigkeit der Tages- Ordnung ist es unbedingte Sperrsiz 50 Pf., ab 9 1hr 20 Bi. Bilicht eines jeden Mitgliedes, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Versammlung wird 1071 Winter Garten Griffin und Dubois. Excentrics. pünktlich eröffnet. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Duncan's dress. schott. Schäferhunde. ente, Freitag, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer Nr. 15: Borher: Ausgezeichn. Specialitäten. Robinson- Baker- Trio, Hochspringer: de Soubrette. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Los Floridos, Spanische Tänzerinnen. Casino- Theater Lothringer- Straße 37. Ganz neue Specialitäten: Dazu des großen Staffen- Gufolge Die Costa- Nesemann ze. wegen noch einige Tage: Ihre Familie. Anfang: Wochent. 8, Sonnt. 7, 116 Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Heute Freitag: Sitzung der Orts- Verwaltung. nach langem Lungenleiden am 14. Dte tober gestorben ist. Die Beerdigung findet Sonnabendnachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Central- Friedhofs in Friedrichs felde aus statt. 124/18 Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Danksagung. Allen Freunden, Bekannten und Kollegen, sowie dem Chef Herrn Fräntel für die mir erwiesene Teil nahme bei der Beerdigung meines Seranzspende herzlichsten Dank. 28226 Frau Helene Hahn. Die Tourbillon- Truppe, Die 2 Freydos, Professor Schüler: Sonntag, 19. Oktober, vormittags 9½ Uhr, in der Brauerei Friedrichshain( Lipps), lieben Manning jampie für bie reiche Radfahrer. Sisters Carey's dressierte Papageien. Humorist. Carl Maxstadt, Liane de Vries, Soubrette. Pariser Hara, Meister- Jongleur. Angèle VanLoo, heat, Brüssel. Cléo de Merode Gr. Oper i. Paris. Tänzerin von der ,, Biograph". Gesangverein Militär- Konzert Kreuzberger Harmonie. des Musikcorps des 5. GardeReg. 3. F., fgl. Musikdir. Neu. Im Kaiser- Saal: Bückeburger Sänger. Steidl- Theater. Linienft.132 am Draniens burger Thor Täglich humorist. Soiree u. a.: Die nächsten llebungsstunden finden in dem neuen Bereinslokal Rabe, Fichtestr. 29, Dienstagsabends von 9-11 Uhr statt. 66/3 Sangesfreunde sind hierzu eingeladen. Julius Fischer, Boeckhstr. 7, empfiehlt allen Freunden und Genossen sein Lokal. Vereinszimmer zu 25 Personen. Leipziger Volkszeitung" mit Lotterieliste liegt aus. 53092* Charlottenburg. his Am Friedrichshain 22/29: Vertrauensmänner- Versammlung. Hieran anschließend, 10%, Uhr: Krankenunterstützungs- u. BegrähnisVerein für Bau- und gewerbliche Ausserordentliche Generalversammlungsarbeiter Berlins und umgegend. A Tages Ordnung: 1. Verhandlungen mit den Vertretern der Meister- Bereinigungen über Errichtung eines paritätischen straße 65: Arbeitsnachweises und Beschlußfassung über die gemachten Vorschläge. den 19. Oftober, vors mittags 10 Uhr, im Lokale Langes General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Abrechnung angelegenheiten und Verschiedenes. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 37/4 2. Fernere Regelung der Beitrags- und Unterstügungsfäße. Verbands- Ange enheiten. Im Interesse der Durchführung der in dieser Versamminng faßten Beschlüsse ist es bom dritten Quartal 1902. 2. Vereinsnotwendig, daß alle Werkstellen vertreten find. 90/3 BES Eintritt nur mit Mitgliedsbuch. Die Ortsverwaltung. Der Vorstand. Verband der Sattler. Deutscher Metallarheiter- Verband. 360 Ortsverwaltung Berlin. Burean: Gewerkschaftshans, Engel- llfer 15, Zimmer 30. Fernspr.: Amt VII Nr. 1959. Verwaltungsstelle Berlin. 157/17 Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 858. Sonnabend, den 18. Oktober 1902, abends 8%, 1hr: Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die diesmaligen Branchen- Versammlungen ausfallen. Wir bitten, das Inserat in der Sonntagnummer des Vorwärts" Die Ortsverwaltung. zu beachten. Restaurant" Zur alten Linde", Sonntag, den 19. Oktober 1902, im GewerkschaftsLeibnizstr. 3. Gut gepflegte Biere, warme Speisen zu jeder Tageszeit. 2165b A. Röttger. Deutscher Studenten Lust u. Leid Honig! Bienenbonig, beſt. Enalit. Anjang 8 Uhr. Sonntag 7 Uhr. Borverfauf 11-1 Uhr. Sonntag u. Donnerstag im Festsaal Tanzfränzchen. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 711hr. Tagestafse 11-1%, Uhr. ( Meyfel, Pietro, Britton, MarSteidl, Krone, Böhme, Böckmann, Blätter 2c.) Cirkus Busch. Freitag, den 17. Oktober 1902, abends 7, Uhr: Grosse Vorstellung mit grossartigem Programm. Clown Lavater Lee mit seinem kleinen Cohn u. wunderbaren Esel. vers. die 10 Pfunddoje zu 6,50 M., 5 Pfd. 4 M. franto. Garant. Rücknahme. E. Reil, Auguftich, Oldenbg. Nordloh, Bahnhof 5 Pfund verschiedene Wurst liefert für 3 奶 35 M. Fritz Odebrecht, Neanderstr.27. Billigstes Wurst- Specialgeschäft. Prinzenhause, Engel- Ufer 15: 14. Stiftungs- Fest bestehend in Konzert, Auftreten der Gesellschaft Strzelewicz. Festrede, gehalten vom Stollegen G. Assmann. Von 6 Uhr ab im unteren Saal, nach der Vorstellung in beiden Sälen: Tanz.( Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 40 Pf. nach.) Anfang 6 Uhr. Eröffnung 5 Uhr. Entree 30 Pfennig. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Das Vergnügungskomitee. S. 2.: W. Tuschke. Konferenz Vertrauenslente der in Moabit bei Fischer, Waldstr. 8. Zahlreichen Besuch erwartet [ 122/18 Die Ortsverwaltung. Verein der Zimmerer Berlins und Umgegend. Sonntag, den 19. Oktober, vormittags 10 Uhr, I in Cohns Feitsälen, Beuthstr. 20: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 258/2 1. Abrechnung vom III. Quartal. 2. Bekanntgabe des Resultats der Fragebogen. 3. Bereinsangelegenheiten. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Kupferschmiede! Orts- Krankenkasse d. Maurergewerbes zu Berlin. onnabend, den 18. Strober, abends 81 Uhr, im Gewerkschafts. Die Beteiligten werden hiermit zur Wahl der Vertreter für die Generalversammlung für die Jahre 1903 und 1904 eingeladen. Dr. Simmel, Str. 41. 10-12 Uhr, in den„ Arminhallen", Konimandantenstr. 20, 131 Vertreter. Die Kassenmitglieder wählen Sonntag, den 26. Oktober, vorm. von Die Arbeitgeber wählen daselbst Montag, den 27. Oktober, abends 8-9 1hr, 65 Vertreter. Specialarzt für Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Bett- u. Leibwäsche nur eine Tr. durch d. Hausfl. 1 der direkt aus erster Hand, Wäsche- Fabrik Z. Alexander nutr eine Tr. durch d. Hausfl. Tr. Gr. Frankfurterstr. 1021 Tr Kein Laden! Näheres an den Anschlagsäulen. Sonntag, den 19. d. M., vorm. 10 Uhr, findet im selben Lokal für die Kassenmitglieder Aufstellung der Kandidaten zur Wahl statt. Bei der Hauptversammlung ist das Quittungsbuch als Legitimation vorzuzeigen, bei der Vorversammlung dagegen nicht erforderlich. Die Herren Arbeitgeber werden ersucht, den Kassenmitgliedern die 28016* Quittungsbücher auszuhändigen. Berlin, den 11. Dktober 1902. Der Vorstand. Bauanfchläger! Verband der Bauanschläger Deutschlands. Ortsverwaltung Charlottenburg. Durch Ersparnis der Spesen[ 53712 Sonntag, den 19. Oktober cr., vormittags 10 Uhr, bei Hagen, enorm billige Preise Cirkus Schumann für die hesten Qualitäten. Karlstrasse, Cirkus Renz- Gebäude. Freitag, den 17. Oktober, abends 7, Uhr: Grosser Gala- Elite- Abend, ganz exquisites Programm. Non plus ultra d. Pferdedrassur Die Bierbrauerpferde als Fasskünstler, dressiert und vorgeführt vom Direktor. Nur noch einige Tage: Gerettete der Insel 25 Martinique. Shellboule, Pekinn, Ottaich. Coups de savates, Raumane Ya- Ya- Ya„ Der Ausbruch des Mont- Polée". Reiter- Sport- Ball- Spiel mit dem 7 Fuss hohen Ball. Grosses Ballett- Divertissement getanzt von 100 Damen. Sonntag: Zwei Vorstellungen. Nachmittags 1 Kind frei. Volkshochschule. Bestes Geschenk f. Realschüler u. Gymnasiasten in den Ferien und zu Weihnachten! Bestes □ Bismarckstraße Nr. 50: Versammlung. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Verbands. angelegenheiten. 3. Verschiedenes. hans, Engel- fer 15, 6 7: Vereins- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Der Streit der Rohrleger und Helser. 2. Gewerkschaftliches. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen erwartet Der Filial- Vorstand. J. A.: A. Korbowicz. 28325 00000 Tischler- Verein zu Berlin. og E. H. No. 89. Sonnabend, den 18. Oftober, abends 81%, Uhr, Melchiorstr. 15 4. General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom dritten Vierteljahr. 2. Statutenänderung betr.§ 4. 3. Bericht über die Bibliothek. Vereinsangelegenheiten. Ausgabe der Billets zum tranin".Besuch am Sonntag, den 16. November, nachmittags 1 Uhr. 199/10 Ohne Mitgliedsbuch kein Einlass. Regen Besuch erwartet Der Vorstand. Holz- u. Bretterträger sowie Bretschneider Berlins und Umgegend. 34/1 Sonntag, den 19. 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Schon 1835 bestand dort ein Deutscher Lese- und Singverein", dessen Statuten polizeilich genehmigt waren und im Jahre 1838 wurde in Genf der Grütliverein gegründet, der von da aus sich über die ganze Schiveiz verbreitete und heute der organisatorische Hauptträger der schweizerischen Socialdemokratie ist. In dem in den sechziger Jahren auch von den deutschen Arbeitern in der Schweiz geführten Streite um Schulze- Delißsch und Lassalle war der Deutsche Arbeiterverein in Genf der erste, der sich mit aller Entschiedenheit für Lassalle und die Socialdemokratie erklärte, während die deutschen Arbeitervereine der Ostschweiz an Schulze- Delisch festhielten und im Sommer 1864 die Centralisation der deutschen Arbeitervereine in der Schweiz an denselben ein Ehrendiplom absandte. Auf die Stellungnahme des Genfer Arbeitervereins für Lassalle hatte zweifellos Johann Philipp Becker einen bestimmenden Einfluß ausgeübt. Verschiedene schweizerische Centralorganisationen, so diejenige der deutschen Arbeitervereine in der Schweiz, des Schweizerischen Arbeiterbundes der 70er Jahre hatten ihre Leitung in Genf. Freitag, 17. Oktober 1902. im Nationalrat ließen das geschehen, ohne ein hat eine große Glashütte die Flaschenfabrikation bereits um die Wort dazu zu sagen, ohne mit lauter Stimme und aller Ent- Hälfte reduzieren müssen. " 1 den Militarismus Stellung nehmen. Der Parteitag Klerikalen". " schiedenheit gegen diese empörende Geldsackspolitik zu protestieren. Jezt kommt die Nachricht vom Beginn einer 2ohn= Das sind traurige Arbeitervertreter und es ist bewegung unter den belgischen Kohlengräbern daher die höchste Zeit, daß socialdemokratische gerade mit Rücksicht auf den franzöfifchen Streit und die dadurch Abgeordnete nach Bern tommen, die ihrer Auf- veranlaßte Erhöhung der belgischen Kohlenpreise. Belgien aber gabe gewachsen und keine staatsmännischen" Waschlappen find. exportierte nach Frankreich 1900 5 692 000 Tonnen Stohlen gegenüber Auf dem am Sonntag stattgefundenen kantonalen Parteitag einer englischen Einfuhr von 8 375 000 Tonnen. der Züricher Socialdemokraten war man empört Das Berhalten der Regierung. über diese unverantwortliche Haltung der socialdemokratischen Nationalräte und einmütig wurde folgende Protestresolution gegen die VorNach wie vor Terrenoire beharrt die Regierung im gefährlichen gänge in Genf angenommen: Spiel der polizeilich- militärischen Einschüchterung der Streifenden. „ Der in Bassersdorf versammelte Parteitag spricht seine Aus Decazeville( Aveyron) telegraphiert der Abg. Dr. Meslier tiefste Entrüstung aus über die Vorgänge in an die" Petite République", daß schwere Unruhen" zu befürchten Genf. Er verurteilt in erster Linie das Verhalten feien infolge der Frechheit, der Herausforderungen und Brutalitäten des Gendarmerielieutenants der Genfer Regierung, die im Interesse des Kapitalismus die allgemeine Wohlfahrt und Sicher- 2ebreault, eines im Dienste der Grubengesellschaft stehenden heit preisg ab und durch provokatorisches Vorgehen erst die Ausschreitungen hervorrief. Er protestiert aber insbesondere Gegenüber der Bewaffnung der Gelben hat die Negegen die Verwendung eidgenössischer Truppen gierung nichts weiter gethan, als ein Präfekten- Dementi vergegen Schweizerbürger und gegen die Absicht, Schweizer- öffentlicht. Nun wird aber dieses Dementi von Lanoir, dem HäuptSoldaten gegen den sogenannten„ inneren Feind" zu verwenden. ling der Gelben, zurückdementiert, und dem„ Temps" wird aus Er wird in Zukunft noch mehr als bisher gegen Delegierten aus Paris im bewaffneten Zustand. Noch mehr. Der Valenciennes( Nord) berichtet über die Rückkehr der Gelbenspricht zum Schlusse die Meinung aus, daß der Bundesrat dem Sohn des Ministerpräsidenten und sein Sekretär, E. Combes, Ansehen und der Würde des Landes besser entsprochen hätte, wenn hat den Lanoir empfangen und auf seine Forderung hin sofort nach er seinen Einfluß von Anfang an zur Herbeiführung einer dem Norden telegraphischen Befehl gegeben, den„ Schutz der Arbeitsfriedlichen Vereinbarung geltend gemacht hätte, statt freiheit" zu verstärken!... Nur sehr langsam elang es den Arbeitern in Genf, auf das den Genfer Machthabern weitere Truppen zur Verfügung zu 3usammenstoß gekommen. Dragoner und Gendarmen griffen In der Nähe von Abscon( Nord) ist es gestern zu einem politische Leben Einfluß zu gewinnen. Bis in den letzten stellen. Ferner protestiert der Parteitag ganz entschieden gegen Jahren hinein erhielt die socialdemokratifche Partei bei die ungerechtfertigten und barbarischen Massenausweisungen." rücksichtslos einen friedlichen Straßenzug von Streifenden an. Wahlen nur 700, 800 bis 1000 Stinuen gegenüber den Der Generalstreik wie der Straßenbahnerstreit sind nun zu Ende, Mehrere Arbeiter wurden niedergeritten. Nach einem ministeriell6000 und 8000 Stimmen der Radikalen und Konservativen. beide verloren. Eine große Zahl Straßenbahner werden auf der bürgerlichen Zeitungsbericht soll es keine schweren" Verwundungen In der Herrschaft wechselten die bürgerlichen Parteien mit einander Straße arbeits- und eristenzlos bleiben, die Frauen und Kinder der gegeben haben, sondern ziemlich ernste Verletzungen". ab, bis es vor einigen Jahren dem unlängst verstorbenen radikalen Ausgewiesenen sehen sich vor eine schlimme Notlage gestellt. Der Das Verhalten der Regierig ist desto empörender, als fie Parteiführer Favon gelang, mit den Socialdemokraten ein förmliches Generalftreit war freilich gelungen, aber zu seiner wirksamen Fort- genau wissen muß, daß gar manche reaktionäre Offiziere darauf Dauerbündnis abzuschließen und dadurch die auf der ganzen Linie führung fehlten alle Mittel und da er weder auf die Straßenbahn- förmlich brennen, bei der ersten vom Zaun gebrochenen Gelegenheit herrschende Stellung der Radikalen und Socialisten zu begründen. Gesellschaft noch auf die Regierung die gewünschte Wirkung ausübte, ein Blutbad anzurichten, um so die ihnen berhaßte Regierung der Für unsre Partei bestand der Erfolg dieses Bündnisses in der Er- mußten er und der Streit der Straßenbahner selbst refultatios ver- Sturzgefahr auszusetzen. oberung eines Sizes im Regierungsrat, einer Anzahl Size aller- laufen. Der Staat hat sich als ohnmächtig erwiesen gegendings mittels des Proporzes im Stantonsrat, ferner im Großen über einer aus einer Handvoll reicher Leute beſtehenden Ausstandes ist unverändert. Die Zeitungsmeldung, daß die Stadtrat und eines Sizes im Nationalrat. Aktiengesellschaft, aber er war plöglich sehr mächtig der Das Bündnis fand indes Anfechtung eines Teils der organi- rbeiterfchaft gegenüber, um sie mit Gewalt nieder- Grubengesellschaften des Departements Nord die schiedsrichterliche Entscheidung des Präfekten annehmen wollen, ist unrichtig. sierten Arbeiterschaft in Genf, der freilich ebenfalls nicht glücklich aufchlagen! operierte. Nicht nur die große Zahl von ausländischen Arbeitern in Das radikal- socialistische Bündnis ist natür- on einer solchen ist nie die Rede gewesen. Richtig ist, daß sieben Genf verhinderte, daß unsre Partei eine bedeutende Stärke erlangte, lich vernichtet und die Konservativen haben als Politiker wie Gesellschaften von zehn den Vorschlag des Präfekten, eine vorsondern auch die immer vorhandene anarchistische Strömung als Straßenbahn- Aktionäre einen doppelten Erfolg errungen. bereitende Zusammenkunft abzuhalten, angenommen mit ihrer Oppofition gegen die politische Aktion. Andern Arbeiter fordern den Rücktritt des focialistischen haben; man nimmt an, daß auch die übrigen drei Gesellschaften falls hätte die socialdemokratische Partei in Genf, einer Mitgliedes es ber Regierung, des Genossen sich dem anschließen werden. Stadt mit 100 000 Einwohnern, worunter zahlreiche Arbeiter, schon Thiebaud, der zwar das Truppenaufgebot wie die Proklamationen vor Jahren mehrere Tausend Stimmen bei den Wahlen aufbringen im Schoße der Regierung bekämpfte, dessen Name aber trotzdem müssen. Zu den unglücklichen Operationen dieser Gegner rechne ich unter denselben stand, was viel böses Blut machte. Bei den am unter andern die Aufstellung von Sonderlisten bei Wahlen gegen die 26. Oktober stattfindenden Nationalratswahlen werden unter den offizielle Parteilifte, wodurch natürlich nur die Geschäfte der obwaltenden Umständen die Konservativen siegen und Konservativen besorgt wurden. Dieselben waren in ihrem Be- die Socialdemokraten den von mokraten den von ihnen inne gehabten 29. Sizung vom Donnerstag, den 16. Oktober, nachmittags 5 Uhr. streben, die Arbeiter für sich zu gewinnen oder politisch lahmzulegen, Si verlieren. Der Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sigung um vor einigen Jahren nahe daran, durch die Erbauung eines Volts- Zur Klärung der Verhältnisse zwischen Arbeit und Kapital, 52 Uhr. hauses für die organisierte Arbeiterschaft, in dem keine Politit ge- zwischen Socialdemokratie und bürgerlichen Parteien, zur strengen Zur Verhandlung stehen zunächst die Ausschußanträge zu der trieben werden sollte, ihr Ziel zu erreichen. Glücklicherweise scheiterte Scheidung der Klassen und Parteien, zur Förde- Vorlage wegen anderweiter Regelung des ärztlichen diese konservative Demagogie schließlich doch an dem gefunden Sinn rung des Klassenbewußtseins der Arbeiter haben die Dienstes am Waisenhause und am Arbeitshause zu der Arbeiter. Einen Bantapfel bildete für die Arbeiterschaft schließ- Vorgänge der letzten Woche in Genf viel beigetragen. Aber Rummelsburg. Die beiden Vertvaltungen hatten die Anlich auch das vor einigen Jahren geschaffene Anti- Streitgefey, leider verhindert die Thätigkeit der Anarchisten, daß die Social- ftellung eines Ober- und eines Assistenzarztes für jede Anstalt als für das mit unbegreiflicher Kurzsichtigkeit auch socialdemokratische demokratie den Erfolg davon erntet. Der Zwiespalt in Genf wird notwendig erachtet; der Magistrat glaubt mit zwei Aſſiſtenzärzten Bertreter gestimmt hatten. vielmehr noch längere Zeit fortdauern und die Arbeiterschaft zur und einem gemeinsamen dirigierenden Arzt auskommen zu können. 1 * Die Paris, 16. Oktober. Die Lage hinsichtlich des GrubenarbeiterKommunales. Stadtverorducten- Bersammlung. Diese Verhältnisse führten vor einigen Jahren zu einer förmOhnmacht und Einflußlosigkeit verurteilen. Wenn aber die Vor- Der Ausschuß hat angesichts der hohen Zahl der in Betracht lichen Spaltung der Arbeiterschaft, indem die Gewert- gänge in Genf eines flar und deutlich bewiesen haben, so die Not- tommenden Patienten beider Anstalten den Magistratsvorschlag berschaften aus der Arbeiterunion austraten und eine selbständige lokale wendigkeit der politischen Aktion, die Eroberung worfen und einstimmig die Anstellung von je atvei Aerzten entCentralorganisation, ein Gewerkschaftsfartell( Féderation ouvrier) der politischen Macht durch die Arbeiterklasse. sprechend den Anträgen der Waisen- und der Arbeitshausverwaltung gründeten, das zum Teil von Generalstreiflern und Anarchisten empfohlen. geleitet wird. Dieses Getverkschaftskartell war auch der Urheber des Genf, 16. Oktober.( Privattelegramm des Vorwärts".) Eine Die Versammlung beschließt ohne Diskussion nach den Ausschußvorwöchigen Generalstreits, der, wie bereits bemerkt, nach viertägiger startbesuchte Versammlung der socialistischen Partei beschloß ein- vorschlägen. Dauer für die Arbeiter resultatlos verlief. Zur Kenntnisnahme teilt der Magistrat mit, daß er dem BeNun zu dem die Ursache der ganzen Vorgänge bildenden die untersuchen soll, ob die Haltung des socialistischen Re- unterste( 4 Mart-) Stommunalsteuerstufe nicht mehr stimmig die Einsegung einer Prüfungskommission, schluß der Versammlung von 1903 ab bis auf weiteres die Straßenbahnerstreit, der nur eine Wiederholung des an fangs August stattgefundenen ersten Straßenbahnerstreits war. Dieser gierungsrats Thiebaud während des Generalstreits den zu erheben, beigetreten ist. Partei- Ausschluß erfordert, sowie Erhebungen über Militärbrutali täten zu veranstalten hat. Für die Nationalratswahl wurde eine rein socialistische Liste mit den Genossen Triquet und Sigg aufgestellt. war beranlaßt durch das brutale Vorgehen des am 6. August neu eingetretenen Direktors Bradford, der direkt von Merito nach Genf gekommen war. Die Genfer Straßenbahnen gehören nämlich einer englisch- amerikanischen Aktiengesellschaft, an der aber auch die reichen Genfer Bantiers und mit ihnen die übrige Der Generalftreik der Der Generalftreik der französischen Bergarbeiter. reiche Bourgeoisie Genfs beteiligt find, welcher Umstand für das Verständnis der vorige Woche getroffenen Regierungsmaßnahmen nicht unwesentlich ist. Der neue DividendenParis, 14. Oktober.( Eig. Ber.) presser Bradford entließ sofort verschiedene ältere Angestellte, und als Stand der Bewegung. denselben weitere 44 folgen sollten, ferner geheime weibliche Fahr Der Streit dehnt sich noch immer auf weitere Orte und Gruben kontrolle eingeführt und bei Neueinstellungen die Leute in frechster aus. Besonders erfreulich ist die Kapitulation der Gelben in den Weise nach allen ihren Familienverhältnissen ausgefragt wurden, Gruben von Anzin. Sie haben mit den Streikenden gemeinsame brach Ende August der Streit aus. Der Verwaltungsrat der Tram- Sache gemacht. Der Ausstand im nordischen Revier ist nun wirklich gesellschaft beantragte sodann sodann die Verweisung des Streit ein allgemeiner. Weiter hat der Streit im Departement Aveyron, falles vor das im Anti Streitgesetz vorgesehene Schieds- wo der jaurèsistische Abgeordnete Dr. Meslier agitiert, und im gericht, die Streifenden verlangten die Uebernahme des Ilier um sich gegriffen. Die Compagnie von Bessèges( Gard) Verantwortung und mit Ausschluß der derzeitigen Direktion. willigen". recht. fam es Wirtschaftliche Folgen. Eine Debatte Inüpft sich an diese Mitteilung nicht. Die Annahme der Zuwendung einer Summe von 1040 M. an die städtische Fachschule für Photographen durch den Professor Berlin als eine Bieber- Stiftung wird genehmigt. Zur Kurverlängerung für mehrere dem Seehospiz zu Norderney überwiesene franke Kinder werden 3200 m. bewilligt. Der für das resultatlos gebliebene Preisausschreiben zur Erlangung eines Schuß mittels gegen Rostschäden bei eisernen Kondensleitungen ausgesetzte Betrag von 3000 m. wird dem Verein zur Beförderung des Gewerbefleißes zu weiteren Versuchen zur Verfügung gestellt. Damit ist die Tagesordnung der öffentlichen Sigung erledigt. Schluß 47 Uhr. Trambahn- Betriebes durch die Regierung unter ihrer mußte den Betrieb einstellen wegen der geringen Zahl der„ Arbeits Berliner Partei- Angelegenheiten. Als jedoch der Staatsrat( die Regierung) erflärte, als Abseits von der Bewegung blieben bisher die KohlenZur Lokal- Liste! Am Sonntag, den 19. Oktober, veranstaltet die Schiedsgericht funktionieren zu wollen, nahmen die Streitenden den gräber von Commentry( Allier) wohl wegen der Musikalisch- Dramatische Bereinigung" in den Residenz Fest Dienst wieder auf. Der dann vom Staatsrat gefällte Schiedsspruch pretären Lage der dortigen überhaupt auf bie Neige älen, Landsbergerstr. 31, eine Festlichkeit; ferner am Montag, gab in den wesentlichen Punkten den Beschwerden der Streifenden gehenden Gruven und die sieben- bis achttausend Arbeiter von den 20. Oktober, die Privat- Theater- Gesellschaft, Minerva" in Montceau les Mines. Diese haben in einer Versammlung demselben Lokal ein Vergnügen. Zu beiden Veranstaltungen Die offenbar vollständig zuchtlose und wortbrüchige Direktion einstimmig den Streit abgelehnt unter Hinweis darauf, daß fie in werden Starten an Bereine und Private gesandt mit dem Vermerk führte jedoch den Schiedsspruch nicht in loyaler Weise aus und so ihrem vorjährigen 108 tägigen Ausstand von der Landesorganisation Frei", jedoch muß der Inhaber desselben beim Eintritt eine Nacham Sonntag, den 28. September, zum zweiten im Stiche gelaffen worden seien. zahlung leisten. Da obiges Lokal der Arbeiterschaft zu Versamm Straßenbahnerstreit. Die Gründe, welche dazu führten, Andrerseits haben in St. Etienne die Gewerkschaften der fungen 2c. nicht zur Verfügung steht, so meide man strengstens diese find bekannt, ebenso der weitere Verlauf der Streitbewegung. Es Bauarbeiter, Gipser, Maurer, Anstreicher und Vergnügungen. traten nicht alle Angestellten in den Streit, andrerseits waren an- Schlosser den Beitritt zum Generalstreit beschloffen- eine Folge gesichts der in Genf vorhandenen zahlreichen Arbeitslosen fofort der bereits gekennzeichneten Generalstreit- Schwärmerei der dortigen bergerstr. 16- IV. Streis Ost- steht der Arbeiterschaft zu BerDas Berliner Gesellschafts- Haus( früher Bolzmann), Lichtens Streifbrecher zur Stelle und so konnte der Betrieb teilweise fort Arbeiterschaft. fammlungen 2c. zur Verfügung. Die Lokalfommission. gesetzt werden. Dagegen schritten aber die Streifenden und ihre Bierter Wahlkreis( Süd- Ost), Urania billets zum Somitage Freunde ein, es tam zu Zusammenstößen mit der Polizei und bereits Gleich im Beginn des Streifs wurde von kapitalistischer Seite Darob stieg die Erregung der Bevölkerung, wie insbesondere der des Streifs für die von der Kohlenförderung abhängenden Industrien. bis jetzt noch nicht verkauften Billets wolle man unverzüglich in der am Tage darauf wurde von der Regierung Militär aufgeboten. optimistische Stimmungsmacherei getrieben in Bezug auf die Folgen nachmittag 1 Uhr sind noch in der Spedition, Lansizerplatz 14-15, zu haben. Aufgeführt wird: Tausend Jahre deutscher Stultur. Die mit den Streifenden sympathisierenden Arbeitermassen und in Da Frankreich mit seinen 33 Millionen Tonnen im Jahre ohnehin mur diefer Situation zündete dann der in sie hineingeworfene zwei Drittel seines Kohlenbedarfs produziert, so brauche man nur die Spedition abliefern. Gedanke des Generalstreike, der am Donnerstag begann Sohleneinfuhr zu steigern, um den Ausfall der ein- Schönhauser Borstadt. Im Jägerhaus, Schönhauser Allee 108, und der„ herrschenden Ordnung" Gelegenheit bot, nach der alten, heimischen Produktion zu decken. Das wäre um so leichter, als die findet Sonntagabend Punkt 5 Uhr, eine Boltsversammlung vielerprobten Unterdrückungsschablone Ordnungsbanditen zu spielen. Grubengesellschaften in Boraussicht des Generalstreiks große Stohlen- ftatt, in welcher Genosse Bartels über die Arbeitslosigkeit und Das Militär schritt ein, es gab auf beiden Seiten Verwundete, die vorräte aufgespeichert hätten. Was insbesondere die Eisenbahnen be- unsre wirtschaftlichen Zustände sprechen wird. Nachher gemütliches Mitglieder des Streiffomitees und viele andre Streilende wurden trifft, so erklärten die Bahnverwaltungen, mit Ausnahme derjenigen Beisammensein und Tanz. Der Vertrauensmann. verhaftet, insgesamt 230 und 110 Ausländer ausgewiesen, wovon der Nordbahn, daß sie selbst unter dem Ausfall der Einnahmen aus Rummelsburg. Am Sonntag, nachmittags 1 Uhr, findet im 45 Italiener, 30 Franzosen, ferner zahlreiche Deutsche, die alle an dem Kohlentransport nicht viel zu leiden haben würden. Auch die„ Café Bellevue" die General Versammlung des Wahldie Grenze ihrer Heimatstaaten gebracht wurden. Metall- und Glaswerke würden nicht an Kohlenmangel zu leiden haben. vereins statt. U. a. steht auf der Tagesordnung Neuwahl des Von der größten Wichtigkeit ist die Feststellung, daß keinerlei Der gesteigerte Transport der ausländischen Kohle würde aber auch Borstandes. Die Witglieder werden ersucht, recht zahlreich und Ausschreitungen der Streitenden Anlaß zu mili- die Verluste der Bahnen am Transport der französischen Kohle pünktlich zu erscheinen.( Siehe Inferat in heutiger Rummer.) tärischem Einschreiten boten, sondern dazu nur die wieder gut machen. Der Vorstand. friedlichen Demonstrationsumzüge benugt wurden, Die interessierte optimistische Rechnung beginnt nun schon Friedrichshagen. Sonnabend, abends 9 Uhr, findet im Lokal die man mit Kavallerie, mit Flintenkolben und Bajonetten durchlöchert zu werden. In Denain( Nord) machten die Eisen- des Herrn Kajubke, Friedrichstr. 61, eine Bersammlung auseinander trieb. Diefes Vorgehen ist so undemokratisch und und Stahlwerke, die 5400 Arbeiter beschäftigen, bekannt, daß sie für des Arbeiter Bildungsvereins statt. Auf der Tagesunrepublikanisch, so volksfeindlich und brutal, daß es nicht Montag und Dienstag den Betrieb einstellen und vielleicht das ge- Ordnung stehen u. a.: Bericht vom Münchener Parteitage; Berichte scharf genug gebrandmarkt werden fann. Mit affeuartiger famte Personal entlaffen würden, falls der Streit bis Freitag fort- und Neuwahlen des Vertrauensmannes, der Nevisoren und der Geschwindigkeit beeilte sich die Bundesversammlung in Bern, dauern sollte. In Beifèges( Gard) find die Eisen- und Stahl- Lokalkommission; Wahl von Delegierten zur Streistonferenz. dem Bundesrat die Ermächtigung zur eventuellen werte im Begriffe, den Betrieb einzustellen. Die Metaliterfe von der Wichtigkeit der Tages- Ordnung ist es Pflicht der Parteigenoffen, Entsendung von eidgenössischen Truppen nach Saint- Juery( bei Carmang) haben bereits den Betrieb in den in dieser Bersammlung zu erscheinen. Gäste- auch FrauenGenf au erteilen und die drei Socialdemokraten Buddling- und Blättewerkstätten eingestellt. In Montluçon haben Zutritt. Bei Lokales. " Ards". Vermischtes. Waidmannsluft. Sonntagnachmittag 4 Uhr, findet bei A. Kuhn Eine arge Rauferei unter Schutzmännern hat, der„ Potsd. in Waidmannslust eine Parteiversammlung für den Bezirk Korr." zufolge, am Dienstagabend in der Wachtstube eines Potsstatt. Es sollen die Neuwahlen des Vertrauensmannes, der Lokal- damer Polizeireviers stattgefunden und Veranlassung zu einer strengen Was muß man von der deutschen Litteratur wissen? Das kommission, sowie der Delegierten zur Kreistonferenz usw. vor- Untersuchung feifens der vorgesetzten Behörde gegeben. Die Ursache Hamburger Fremdenblatt" schreibt: Unter diesem Titel erscheint genommen werden und ist es daher Pflicht jedes organisierten des Streites war ein abgerissener Uniformfnopf, über deſſen Eigen- im Verlage von Hugo Steinik, Berlin SW., ein geradezu haarGenossen, zu erscheinen. tumsrecht sich zunächst zwei Schußmänner mit allerlei wenig liebenssträubendes Büchelchen. Der Verfasser, ein P. Ch. Martens, beginnt bis Rangers, würdigen Redensarten herumstritten, bis schließlich infolge eines mit folgender geistvollen Erklärung:" Fünf Bogen weißen Papiers Schimpfwortes der eine Schußmann gegen den andern handgreiflich sind mir zur Berfügung gestellt. Nun darf ich die 25 Buchstaben, wurde. Dieser ließ sich das nicht gefallen und bald war zwischen groß und flein, die neun Ziffern nebst der Null und einige andre dp Die Stadtverordneten- Versammlung ihnen die ärgste Rauferei im Gange, bei welcher ein kleiner Beichen nach Regeln, Brauch und Belieben zusammenstellen und wurde in ihrer gestrigen Sitzung noch rascher fertig als vor acht schmächtiger Schußmann, der die Veranlassung zum Streit gegeben hatte, damit die fünf Bogen bedrucken lassen, um dadurch meine geschätzten den fürzeren zog. Tagen. Die Tagesordnung wies nur wenige VerhandlungsgegenDer älteste wachhabende Schutzmann, ein ehe- Reser in die deutsche Litteratur einzuführen." Eins nur scheint dem stände auf, die fast sämtlich ohne Debatte erledigt wurden. Von maliger Gardeducorps- Unteroffizier, der über große Kräfte verfügt. Verfasser mißlich, die geringe Zahl der ihm zur Verfügung stehenden allgemeinem Jntereſſe war die Mitteilung des Magistrats an die wollte mm die Streitenden auseinander bringen, geriet aber bei Bogen, und zwar„ vonwegen des Huttjepomuttje". Und was weiß Stadtverordneten- Versammlung, daß er dem von der Versammlung seinen Bemühungen selber in die Schlägerei hinein und mußte sich, der Verfaſſer uns mit seinen 25 Buchstaben neues mitzuteilen? im Frühjahre 1902 gefaßten Beschluß betreffend die Nicht da er angegriffen wurde, seiner Haut wehren, was er denn auch in zunächst eine ganze Reihe funkelnagelneuer deutscher Schriftsteller. erhebung der„ Viermark steuer" numehr beitreten will. hinreichendem Maße that, so daß die Wachtſtube in ein ordentliches die noch in keinem Veriton ſtehen. In der Philoſophie einen Die Steuer soll vom 1. April 1903 ab bis auf weiteres nicht mehr beurlaubt, so daß man sich erst telephonisch an den Vorstand eines Otto Julius Birnbaum, einen gewissen Peter Roſſegger und einen Kampffeld verwandelt wurde. Der Reviervorstand war zufällig Schoppenhauer", in der„ Ueberbrettl'- Litteratur" fennt er einen erhoben werden. Die Versammlung nahm hiervon ohne Debatte Das Ueberbrettl übrigens ist, nach Herrn unsern Genossen im Roten Hause um der socialen Ge- Vorläufig wurden von ihrer vorgeſetzten Behörde die drei bei der Martens, eine Gestaltung in der Art der Pariser" Cabarets des Kenntnis. Damit ist endlich eine Forderung erfüllt, die von andern Polizeireviers wegen Ausgleichs des Streites wenden mußte. Johannes Trojahn. rechtigkeit willen immer und immer wieder und lange Affaire beteiligten Schußmänner nach andern Revieren versetzt. Unter den deutschen Büchereien, von denen der Huttjegenug gegen den Widerstand der freisinnigen Mehrheit der VerFeuerbericht. In der Nacht zum Donnerstag wurde infolge pomuttje- Mann nur acht anzuführen weiß, giebt es eine„ Engelhows fammlung aufgestellt worden ist. dreimaliger Meldung ein größeres Löschaufgebot nach der Neuen Romanbibliothek". Ueber deutsche Lehrbücher sagt der Chronist nur: Zu Beginn der Sizung verlas der Vorsteher ein Schreiben, Friedrichstr. 47 gerufen. Es handelte sich jedoch lediglich um einen es würde zu weit führen, hier auch nur die allerwichtigſten außer durch das der Stadtverordnete Deutsch seinen Austritt aus Schornsteinbrand, weshalb die Löschzüge in furzer Zeit wieder ab- Fibel, Bibel, Gesangbuch und Lesebuch zu nennen." Wahrscheinlich der Kanalisations- Deputation meldete. Grund des rücken konnten. Kurz darauf war in der Prinz Louis Ferdinand- haben die 25 Buchstaben nicht gelangt. Auf S. 71 wird der AusAustrittes ist der Umstand, daß Herr Deutsch bis vor kurzem Mit- straße 1 durch Kurzschluß in der elektrischen Leitung in einem druck„ bühnenkünstlich"( anstatt bühnenkünstlerisch) in den deutschen inhaber einer Firma gewesen ist, die mit der Kanalisations- Fahrstuhlschacht ein Brand entstanden, dessen Ablöschung jedoch bald Wortschatz eingeführt. Im Kapitel über„ Hintertreppen- Litteratur verwaltung Geschäfte macht. Herr Deutsch hat sich offenbar zu erfolgte. Eine Stunde später wurde die Wehr zum zweitenmal nach behauptet der Verfaſſer, die Bücher würden häufig eingeſchmuggelt". Herzen genommen, was über den Stadtratskandidaten demselben Hause gerufen. Jetzt stand die Dachkonstruktion in Daß der gute Herr Martens und sein Verleger allen adligen Magnus und seine Beziehungen zu Aktiengesellschaften gesagt Flammen. Es mußte daher längere Zeit Wasser gegeben werden, deutschen Schriftstellern das ihnen zukommende Wörtchen„ von" worden ist. Vielleicht legt sich fünftig der eine oder der andre der um die Gefahr zu beseitigen. Gardinen und Kleidungsstücke hatten einfach abfnöpfen will, ſei nur nebenbei erwähnt, wohl aber verKollegen des Herrn Deutsch die Frage vor, ob er nicht seinem abends 10 Uhr in der Möckernstr. 96 in einer Wohnung Feuer ge- dient hervorgehoben zu werden, daß sie die Namen auch noch verBeispiel folgen soll. fangen, während in der Friedrichsfelderstr. 3 Möbel hauptsächlich durch ballhornisieren und beispielsweise anstatt Hermine von Preuschen Der alte Kapp ist gestorben. Nicht sehr viele unfrer Leser Fener beschädigt wurden. Zur selben Zeit war in der Lothringer- ganz lustig" Hermonine Preuschen" drucken. Viele der Herren und werden ihn gekannt haben. Allmählich verkleinert sich auch der Kreis ſtraße 55 in einem Keller ein Feuer ausgekommen, das Werg, Stroh Damen der Litteratur sind schwer wieder zu erkennen; wir finden der Parteigenossen, die am Biertisch um den alten Amtsgerichtsrat und andres Verpackungsmaterial ergriffen hatte, aber in verhältnis- da einen Nietsche, eine Ricarda Hucht, einen Philipp Compmann herumfaßen und gern zuhörten, wenn er beim guten Glase Augustiner mäßig furzer Zeit abgelöscht werden konnte. Außerdem hatte die( anstatt Langmann), eine Berta Sutter, einen Arthur Archleitner, von der preußischen Reaktion und von politischen Kämpfen früherer Wehr in den letzten 24 Stunden noch Marmierungen von der Heinrich Bluthaupt, Julius Große, Hermann Almers, Julius Rodens Tage berichtete, wenn er, ein bißchen weitschweifig zwar, aber doch Benghofstr. 7 und vom Grünen Weg 66 zu verzeichnen. In beiden burg, Felir Dache( Tahn) und andre Unbekannte. Ebenso unbekannt sind vielfach die Werke, die von ganz populären Litteraten gemütlich in breitem westfälischen Dialekt den Jüngeren erzählte, Fällen handelte es sich indes nur um unbedeutende Anlässe. geschrieben wurden. Gerhard Hauptmann ist hier unter die daß auch er sein Teil gethan, um der socialdemokratischen Idee zum D. Hübners geographisch- statistische Tabellen für 1902 find jetzt Feministen gegangen und hat ein Schauspiel Floria Geyer" ges Siege zu verhelfen. Kapp war bis in die sechziger Jahre in Berlin im Verlage von Heinrich Keller in Frankfurt a. M. erschienen. Das schrieben. Von Rudolf Lindau soll ein Buch„ Robert Aschton" Kreisrichter. Damals war im Richterstand noch ein andrer Menschen- Werk ist zu bekannt, als daß seine Vorzüge eingehend erwähnt zu geschrieben sein; von Heinrich Heine ist sogar ein ganz neues Buch schlag zu finden als heute. Der Kreisrichter war der Träger des werden brauchen. Im vorliegenden Jahrgang ist besonders auch dem entdeckt worden, welches" Atta Trell" heißt; seltsam lautet der liberalen Gedankens, er vertrat mit freier Stirn die Ansprüche des großen Interesse, welches im Zusammenhange mit den zoll- und Titel eines Romans von Telmann, nämlich" Vom Stamme der gebildeten Bürgertums gegen Reaktion und Junkertum und wurde handelspolitischen Verhandlungen, der Warenbewegung im inter- Stariden". Friedrich Spielhagen, der als" Dichter der Reaktion" Safür gemaßregelt und chikaniert, wie heute der erstbeste Social- nationalen Handel entgegengebracht wird, Rechnung getragen, indem bezeichnet wird, soll die Werke„ Ulhenhaus" und" Noble oblige" demokrat. Auch Kapp gehörte zu denen, die eines Tages dem auswärtigen Handel des deutschen Zollgebietes besondere Auf- geschrieben haben. Die Romane der Marlitt werden dagegen als die Botschaft erhielten, daß sie sie von der Residenz straf merksamkeit gewidmet ist durch Aufzählung einerseits der wichtigsten" modern" b bezeichnet. Diese Schriftstellerin errang durch die versezt würden. Hamm in Westfalen wurde sein Ver Zu den JüngstGartenlaube" eine weite Bekanntschaft". bannungsort. Hier wirfte er als Hypothekenrichter bis zu Deutschen" gehören Heiberg( geb. 1840) und Mar Kretzer( geb. feiner nach 47 jähriger Dienstzeit erfolgten erfolgten Bensionierung 1851). Hadländer gehört zu den„ gelesendsten" Romanschreibern. Dann litt es ihn nicht länger in dem kleinen Provinzstädchen, er 309 Scheffel hat" Der Effehard", Ebers„ Eine ägyptische Königstochter" wieder nach Berlin, wo er ſeinen de Boden gewonnen, war Kapp nein, mum ist es genug. Die Merkwürdig Preis der elegant gebundenen Buchausgabe 1,50 M., der Wand- geschrieben, und feiten lassen sich ins Unendliche fortsetzen. Und das, so meint Herr Martens und der Verlag von Steinih, muß man von der deutschen industbull windo Litteratur wissen." Bezugs- und Absatzländer mit Angabe des Wertes ihrer Ein- und Ausfuhr im Jahre 1900, andrerseits der wichtigsten Exportartikel des deutschen Zollgebietes mit Angabe ihrer Menge und ihres Wertes im Jahre 1900. tafel- Ausgabe 60 Pf. Lebensabend verbrachte. Als Lassalles Lehren im Bolle einer der ersten Gebildeten, die sich mit ihnen befreundeten. Im Neuen Socialdemokrat" war er zu Beginn der siebziger Jahre an jene Zeit der ersten harten Kämpfe noch nicht verloren hat, wird fich auf seine mit P. unterzeichneten Artikel vielleicht noch besinnen. Nun ist er, wie wir gestern hörten, 78 Jahre alt, einſami in seinem doch so jovialen Streiter in Erinnerung hat, wird ihm mit uns gern ein ehrenvolles Andenken bewahren. eifriger Mitarbeiter; wer von den alten Parteigenoffen die Grinnerung Gerichts- Zeitung. 4 " Ein eigenartiges Deutsch kultiviert das Blatt für Patent, Muster- und Zeichenwesen", welches das kaiserliche Patent bezirken find Polizeiverordnungen erlassen, die die Aerzte verpflichten, scheidung bezeichnet das amtliche Organ:" Berücksichtigung von in Rechtsungültige Sanitäts- Polizeiverordnung. In allen Regierungsamt herausgiebt. Als Gegenstand einer reichsgerichtlichen Entdem beamteten Kreisarzt binnen 24 Stunden Anzeige zu erstatten, der auf Nichtneuheit gestützten Nichtigkeitsflage nicht vorgebrachten wenn ihnen in ihrer Praxis ein Fall von Kindbettfieber bekannt neuheitshindernden Thatsachen von Amtswegen". wird. Eine solche Polizeiverordnung, die für den Regierungsmanns " Briefkasten der Redaktion. Das Abgelehnter Stadtratsposten. Der für den Posten eines un bezirk Liegnių, sollte ein Dr. Schirmer übertreten haben. Appetitliches Speise- Eis. Wie die Augsburger Volkszeitung" befoldeten Stadtrats in Vorschlag gebrachte Rechnungsrat a. D. Er wurde auch in erster und zweiter Instanz zu einer berichtet, sind dieser Tage in einem Beleidigungsprozeß vor dem Magnus hat nunmehr auf seine Kandidatur verzichtet, nachdem in Geldstrafe verurteilt, das Kammergericht sprach ihn auf Amtsgericht Augsburg schauderhafte Einzelheiten über die Zustände der geheimen Sizung der letzten Stadtverordneten- Versammlung seine Revision hin jedoch frei und erklärte, daß Polizei in einer italienischen Speise- Eis- Fabrik aufgedeckt worden. Widerspruch erhoben wurde dahingehend, daß Herr Magnus, der verordnungen, welche bei Kindbettfieber den Aerzten eine Anzeige- Laboratorium des Fabrikanten Ernesto Gei war zugleich Wohn-, frühere Direktor der„ Nationalbant", mit 24 Aktiengesellschaften pflicht auferlegen, rechtsungültig seien. Die Anzeigepflicht Koch- und Schlafraum, zeitweise sogar Krankenzimmer. Die Pfanne, liiert sei. bei ansteckenden Krankheiten sei durch ein Negulativ, das durch in der das werdende Fruchteis vorher gekocht wurde, fand auch zum Ein Berliner Durchbrenner, der 28 Jahre alte Bankbeamte Franz Kabinettsorder vom 28. August 1835 eingeführt worden sei, er- Milch- und Staffeekochen Verwendung und glänzte" manchmal in Scholta, der in einem hiesigen Lotterie und Bankgeschäfte angestellt fchöpfend geregelt. Da das Regulativ das Kindbettfieber recht zweifelhaften Farben. Im flüssigen Buder sind wiederholt war, das Geld für vier Lose, das mit der Post einging, unter nicht aufführe, so entbehre die hier angezogene Verordnung, wie ganze Mengen von Ameisen und Fliegen gesehen worden, die durch Sieben entfernt wurden. Die alte Mutter des Gei, die stark Fälschung der Quittungen mit dem Namen des Geschäftsinhabers alle gleichartigen Verordnungen, der gesetzlichen Grundlage. für sich annahm und dann nach einem Griff in die Kasse mit mehschnupfte, trug zum Wohlgeschmack des Fruchteises sehr viel bei, ins Ein Generalschwindler, der zahlreiche auswärtige Geschäfts- dem ihr manchmal schwarze Rasentropfen in die Pfanne fielen. Eine reren tausend Mark verschwand, ist in Rumänien beim leberschreiten der Grenze ergriffen worden und wird hierher ausgeliefert leute zu Schaden gebracht hat, stand gestern in der Person des Kauf- Frau, die öfter zur Aushilfe im Geschäft war, mußte mit demselben vor der neunten Straftanimer des Land- Handtuch, mit dem sich mit Ausschlag behaftete Kinder abtrockneten, werden. 01/0 gerichts 1. Er war wegen 16 vollendeter und 6 berfuchter Betrugs- das Gefchier abwiſchen, und als Gei einmal einen Burm mit einer Der Notstand. Arbeitslosigkeit und Nahrungsforgen haben den fälle angeklagt. Er ist ein ganz mittellofer Mann, der sich auf ziem- Mandel, die wieder verwendet wurde, zerdrückte, äußerte er auf Bor51 Jahre alten früheren Bäcker Karl Beckmann aus der Belforter- lich leichte Weise in ausgiebigstem Maße Gelder verschafft hat. Er halt eines andern:„ Deutscher frißt schon!" Bon jungen Burschen ſtraße, der zuletzt als Tafeldecker beſchäftigt war, in den Tod ge- mietete sich unter angenommenem Namen teils als Eisenbahn- oder wurden am Arbeitsplaze haarsträubende Unsauberkeiten verübt. Sie trieben. Der Mann hatte schon seit zwei Monaten keine Arbeit Poſtbeamter, Schußmann und dergleichen ein und machte auf Grund Sache wird demnächst vor dem Strafgericht ihren Abschluß finden. mehr und war für einen Monat die Miete schuldig. Da er keine eifrigen Studiums der Zeitungsinserate bei auswärtigen Firmen BeAussicht auf Besserung hatte, so erhängte er sich gestern in seiner stellungen auf Waren aller Art. Besonders lebhaft interessierte er Wohnung an einem Spiegelhaken. sich für Cigarren, die er sich vorzugsweise aus Bremen und Hamd Freiwillig der Polizei gestellt hat sich in Hamburg der 21jährige burg schicken ließ; seine Orders lauteten aber auch auf NahrungsHandlungsgehilfe Gustav Börnert aus der Emdenerstr. 49 in Berlin, mittel, Schinken, Würste, ferner auf Goldsachen und dergleichen Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Zahl der, wie wir fürzlich meldeten, nach Unterschlagung von 700 W. mehr. Im Vertrauen auf den von ihm angegebenen Amtscharakter anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll, und die letzte von hier flüchtig geworden war. Der leichtsinnige junge Mann war wurden ihm gewöhnlich die bestellten Waren anstandslos zugesandt; Abonnementsquittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beant wortet und schriftliche Antwort wird nicht ertheilt. im Comptoir der Kistenmacherei von Einsporn in der Reichenberger- bisweilen erhielt er sogar mehr, als er verlangt hatte. So hatte ins Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des straße 47 beschäftigt und sollte ant 4. d. M. für seinen Chef einen er in einem Falle bei einem Goldarbeiter eine goldene Kette bejteur Sonnabends von 7, bis 92 1hr abends statt. Auswahl" " Bechſel über 700 Wè. einkafieren. Nachdem er diesen Auftrag er- und war nicht böse darüber, daß ihm der Juvelier„ zur Merkur. Bir können Ihnen nicht angeben, wie viele Firmen zur unterschlug er das Geld und wandte sich mit seinem Raube vier Ketten zuschickte. Der Verabfolgung der Waren an ihn stellten direkt nach Hamburg. Dort lebte er einige Tage herrlich und in sich feinerlei Hindernisse entgegen, denn in jedem Falle wurde ihm Seit in das hiesige Handelsregister eingetragen sind, da die Zahl fast täglich Freuden, bis die genannte Summe bis auf den letzten Pfennig in von seinem Schlafwirt bezeugt, daß er der Adressat der betr. Wert- infolge Neueintragungen und Löschungen wechselt. Fragen Sie im Amts. lockerer Gesellschaft verjubelt war. Er empfand num Neue über seine sendung sei. Hatte er die Waren erst in seinem Besitz, dann verThat und stellte sich gestern freiwillig der Polizei. Der jugendliche schwand er schleunigst aus seinem Logis, versilberte die ergaunerten Defraudant wird demnächst in das Moabiter Untersuchungsgefängnis Schäße und tauchte beld unter andrem Namen an andrer Stelle wieder auf, um dasselbe Spiel zu wiederholen. Schließlich wußte eingeliefert werden. er kaum selbst noch, unter welchem Namen er einzelne Bestellungen Billige Fleischpreise trotz der herrschenden Fleiſchnot hatte der gemacht hatte, und so ist es gekommen, daß es in sechs Fällen. in I. 3. Gin Auskunftsbüreau für Auswanderer existiert in Berlin nicht. Händler Hinz aus der Chausseestraße, welcher Rinderausschnitte, benen ihm die Waren nicht ausgeantwortet wurden, beim Betrugs- 15 Meter unter dem Wasserspiegel. S. 2. Die Sohle des Spreetunnels liegt in der Mitte des Flußbettes Keulen usw. aus Dänemark und Holland bezog und die zur besseren versuch geblieben ist. Der Gerichtshof verurteilte den erfindungs- O.. In ieder städtischen Fortbildungsschule wird außer Wochentags Konservierung in Tonnen eingesalzenen Fleische an hiesige Schlächter- reichen Menschen zu zwei Jahren Gefängnis. Dessen auch Sonntags unterrichtet. meister verkaufte. Das Geschäft ging um so flotter, als die Ware Stonto ist aber hiermit noch nicht ausgeglichen, es schwebt vielmehr F. N. 50. Der Antrag ist ungültig, die eingezahlten 100 m. kann trotz der billigen Preise erster Qualität war und den Beifall des Schulzendorferstr. 4, Staatspapier, kaufenden Publikums fand. Dieser Tage entdeckte ein Abnehmer des gegen ihn noch ein Verfahren wegen einer Reihe andrer gleichartiger Ihr Bater zurüdverlangen. Betrugsfälle. G. 2. 100. Nein. Kritische Lage. Wenden Sie sich an die Klinik Hinz an einer Rinderfeule einen Stempel der Central- Roßfür Geburtshilfe, Artillerieſtr. 20.- Gefet 02. In der Regel ja. T. 1. Soweit erschlächterei in Berlin. Der Kunde erstattete Anzeige bei der Behörde, Heiratsschwindeleien in umfangreichstem Maßstabe wurden dem A. G. Wenden Sie sich an einen Stammeriäger. welche feststellte, daß der gelieferte Posten mur aus Pferdefleisch be- Tapezierer May Beyer zur Last gelegt, welcher gestern der zweiten fichtlich 600 m. 2. Sie müßten beim Amtsgericht Erbteilung beantragen. G. W. 10. stand, und Hinz daraufhin in Haft nahm. Wie die eingeleitete Unter- Straffammer des Landgerichts I vorgeführt wurde. Der Angeklagte 3. Rechtsanwalt Dr. Liebknecht wohnt Spandauer Brücke 8. 1. Eine Darlehnsforderung verjährt in 30 Jahren. 2. Nichts. 3. Ja. fuchung ergab, entstammten die von dem Händler verkauften dänischen hat bei den Gardejägern in Potsdam gedient, dann je kurze Zeit S. 2. 100. Nicht Sie, wohl aber Ihre Frau ist zur Zahlung verpflichtet. und holländischen Rinderausschnitte wohl ausschließlich Einhufern, beim Telegraphen- Bataillon, bei der elektrischen Bahn und bei der Haben Sie etwa die Sachen in Benukung genommen, so haften auch Sie. deren Schlachtung in der Roßschlächterei in der Greifswalderstraße Post Beschäftigung gefunden und ist dann zu seinem ersten Gewerbe E. N. Die Kirchengemeinde, teilweise unter Staatszuschuß, zahlt. stattgefunden hat. zurückgekehrt. Er fand Anstellung bei einem hiesigen Tapezierergericht an. 911 Glückauf 75. Bom Beitritt zu dieser Kasse raten wir dringend ab. Ihren Bedürfnissen wird die Central- Stranken- und Sterbekasse für Frauen und Mädchen entsprechen. Näheres bei Herrn Hinz, Prinzenstr. 66. R. L., Budapest. Die Adresse ist: Dresden, Josephinstraße, Ecke Lilienstraße.7601 Witterungsübersicht vom 16. Oftober 1902, morgens 8 1hr. Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5° C. 4° N. Stationen Barometer stand mm Winds richtung Windstärle Wetter Temp. n. 6. 5° C. 4° R. Bei der Arbeit vom Tode überrascht wurde am Mittwoch- meister. Der Angeklagte hat hier nun in den letzten Jahren viele nachmittag der 45 Jahre alte Kutscher Otto Klatte aus der Rathe- Mädchenbekanntschaften gemacht. Vier von diesen armen Mädchen nowerstraße 44. Klatte lud gegen 6 Uhr auf dem Hofe des Grund- sind Mutter geworden. Allen versprach der Angeklagte die Ehe, ohne stücks Waldstr. 42 für ein Fuhrgeschäft Häcksel ab. Plöglich fiel er auch nur in einem einzigen Falle die Absicht zu haben, sein Verrücklings von der Deichsel auf das Asphaltpflaster herab und blieb sprechen zu erfüllen. Es war ihm lediglich darum zu thun, in den fast regungslos liegen. Als ein Arzt von der nächsten Unfallstation Besitz der Ersparnisse der Mädchen zu gelangen und zu diesem Zweck Stationen tam, war er bereits tot. Nach ärztlichem Gutachten trat der Tod war er unerschöpflich in immer neuen Vorspiegelungen. Bald wollte infolge eines Herzschlags ein, der auch den Sturz vom Wagen ver- er Möbel kaufen, um das neue Heim einrichten zu können, bald hatte ursachte, während man zunächst annahm, daß der Unglückliche einen er eine Beamtenstellung gefunden, und gebrauchte eine Kaution, bald Swinemde. 751 5bedeckt 10 Haparanda 758 Still-b1b. bed.- 10 Fehltritt gethan und durch heftiges Aufschlagen mit dem Kopfe auf hatte er eine notwendige Reise zu machen usw. Bertrauensselig Hamburg 747 SW 6Regen 11 Betersburg 754 D gaben die heiratslustigen Mädchen her, was sie besaßen. Der An- Berlin 752 SSW 754 NNW 6 wollig 10 das Pflaster seinen Tod gefunden habe. getlagte hat sie ins tiefste Unglück gestürzt. Anscheinend ohne eine Frantj./M. 754 523 6 bedeckt 12 Aberdeen Verloren. Ihre Ersparnisse im Betrage von 200 M. hat die Spur von Gewissensbissen räumte der Angeklagte vor Gericht ein, München 760 SD 2 bedeckt 8 Paris 756 22 351b. bed. 9 Haushälterin Sch. am Mittwochvormittag auf dem Wege von den Zelten daß er nie die Absicht gehabt, cine der von ihm Betrogenen zu Wien 761 Still Dunit 7 nach der Kirchstr. 19 oder von hier nach der Calvinstr. 28 verloren. heiraten. Der Staatsanivalt beantragte gegen ihn 2 Jahre Wetter- Prognose für Freitag, den 17. Oktober 1902. Der ehrliche Finder wird gebeten. den Verlust, welcher in zwei 6 Monate Gefängnis und dreijährigen Ehrverlust, der Ge- Etwas fühler, zeitweise aufklarend, vorwiegend trübe mit Regenschauern Hundertmarkscheinen besteht, gegen eine Belohnung von 50 Mark richtshof erkannte dem Antrage gemäß, jedoch wurden zwei Monate und starken westlichen Winden. durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erachtet. Berliner Wetterbureau. Verantwortlicher Redacteur: Carl Zeid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. In den Zelten 22, part. linls abzugeben. 3bedeckt 11 Cort 2Schnee-4