Nr. 245. Abonnements- Bedingungen: pse Abonnements Preis pränumerande: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Bojt Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in der Post Zeitungs Breisliste für 1902 unter Nr. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland Mart pro Monat = Erscheint täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Volksblatt. 19. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 fg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der neue Griff. け " Sonntag, den 19. Oftober 1902. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. der Daumen der rechten Hand liegt da und da" usw. finden, daß sie gar nicht den Willen haben, überhaupt eine fachliche Darauf wird dann stets besonders gesehen und auf diese Manier Diskussion mit ihren Gegnern zu führen. Erst wenn A b= werden dann Stunden über Stunden für eine Sache verwendet, stimmungen zu erwarten sind, werden die Herren sich Die Armee kriegt schon wieder was Neues, nämlich einen neuen die im Kriege wertlos ist. Ja es ist sogar sicher, daß die Detail- wieder im Reichstage sehen lassen. Gewehrgriff, der beim Parademarsch zur Anwendung kommen foll. männer beim Einüben des neuen Griffes wahre Orgien feiern, Erster Redner war heute Dr. Pachnicke. Er begründete Es handelt sich wohl um den nämlichen Griff, der bei der Garde denn der Griff muß während des Mariches ausgeführt den ablehnenden Standpunkt seiner Partei vornehmlich mit bereits eingeführt ist und dem ob so vieler Kriegsfertigkeit staunenden werden. Es ist also gar herrliche Gelegenheit geboten, nicht nur die der schweren Schädigung, die großen Teilen der Industrie Ausland anläßlich der Anwesenheit des Königs von Italien in peinlichste Ausführung des Griffes zu fordern, sondern auch noch und dem deutschen Handel aus der Sperrpolitik erwachsen Berlin zum erstenmal vorgefüllt het wurde. Wie bekannt, stammt der Gewehrgriff in der Hauptsache aus der Zeit Friedrichs II., es zu verlangen, daß der Marsch unter der Einwirkung des Griffes nicht müsse. Herr Bachnicke fand im Grafen Kanik einen eifrigen im geringften verändert wird, daß der Soldat feine Schulter ver- Zuhörer, der dicht am Stenographentisch seinen Ausführungen foll also hier wieder einmal ein Stück Altpreußentums aus- dreht oder sinken läßt c. Die älteren Offiziere werden sich noch folgte, freilich mit halb gelangweiltem, halb verärgertem Gegegraben werden. daran erinnern, welche Placerei man früher hatte, bis der Rekrut ficht. Graf Stanikz betrachtet es gewiß als einen trostlosen Doch betrachten wir den neuen Griff vom militärischen Stand das Anfaffen des Gewehres und vor allem das Marschieren mit Zustand, daß sich auch die Angehörigen der herrschenden punkt und zwar zunächst von jenem des Infanterie- Egerzier- angefaßtem Gewehr so lernte, daß er vor den Augen der Vorgesetzten Stlaffe selbst erbittert um den Wucherzoll zanken. Um wie reglements aus. Hier müssen wir darauf hinweisen, daß der bestehen konnte. viel einfacher wäre es, die Arbeiterklasse zu schröpfen, wenn neue Griff mit den Principien, die das Reglement in seiner EinLeitung aufstellt, absolut unvereinbar ist. Die Einleitung die Drillmänner dafür, daß selbst der einfachste Griff zum wären! Neben den Detailfanatifern forgen, wie schon angedeutet, auch die Vertreter der Besitzenden alle unter einen Hut zu bringen beginnt nämlich mit folgenden Sägen: Das Egerzieren bezeitraubenden Ungetüm wird. Und damit ist er für manche auch Nach Pachnicke Wangenheim, der Führer des Bundes zwedt Schulung und Vorbereitung der Führer und eine so überaus bequeme selsbrücke. Mit dem Drill kann man der Landwirte. Als er auf der Tribime erschien, hatte er Mannschaften für den Krieg. Alle Uebungen müssen des- so leicht in den Geruch eines vorzüglichen Offiziers und Unter- fofort einen dichtgedrängten Kreis von Zuhörern. Nicht als halb auf den Krieg berechnet sein." Wir fragen, ob der neue Griff offizers kommen! Zum Drillen gehört nämlich gar kein Verstand, ob dieser Junker mit der tonlosen Stimme und der kaum etwas mit dem Krieg zu thun hat? Doch gar nichts! Im Krieg braucht sondern nur eine durchdringende Stimme, eine gehörige Bortion verständlichen Sprechweise ein packender Redner wäre oder man allenfalls einen Gewehrgriff, durch den der Mann sein Gewehr Kasernenhofblütenton und Rücksichtslosigkeit. Der einfältigste Nichtswisser sonst irgendwelche politischen Befähigungen befäße. Aber er auf die Schulter nehmen kann, man benötigt einen Griff, um es wieder fann ein guter Driller sein, aber er wird es nicht fertig bringen, ist einer der Matadore der Maßlosigkeit" und man komute auf die Erde zu stellen, es sind Griffe zum Laden, Feuern, Ab- die Leute im Felddienst, in der Schießlehre zc. wirklich gut aus ein wenig begierig sein, wie er die Drohung von den fetzen, Seitengewehr- Aufpflanzen verwendbar, im Felde kann auch zubilden. Wuch der neue Griff wird natürlich nach allen Regeln der krachenden Thronen" in vorsichtigeren Formen als die ihm das Präsentieren des Gewehres nüßlich werden, nämlich dann, wenn Stunft gebrillt, er wird so lange geübt werden, bis die Gewehre mit nahe stehende Presse weiter betreiben werde. Warum macht geschlossene Infanterie vor anreitender Kavallerie die Ruhe verliert.„ einem Bligschnellen Ruck" von der Schulter komunen 2c., er wird so man denn dann noch„ Regierungspolitik", warum ist man Aber einen Griff wie den neu in Aussicht genommenen braucht man lange wiederholt werden, bis alle Lente der Abteilung, und mögen ein konservativer Wann", warum ist man„ königstreu" und in unfren Tagen im Felde nicht. Wir sagen mit Absicht es auch Hunderte sein, den Griff gleichzeitig wie ein Mann aus vaterlandsliebend" und" monarchisch bis auf die Knochen?" in unfren Tagen", den früher konnte man auch mit ge führen, und dabei werden wieder Stunden nuglos verbraucht. Das war der Gedankengang des Ueberzoll Junkers. Er redete fchloffenen Abteilungen in die Zone des Gewehrfeuers hinein 28 enn man sich solche Neuerungen Leisten tann, noch einmal den Thronumsturz- Artikel des sächsischen„ Vatermarschieren und wenn hier die Ruhe der Truppen anfangs ins Wanken geo riet, war sie mit dem Anfassen des Gewehres meist wieder zu be auch nicht entfernt zwei Jahre beanspruchen. muß doch die kriegsgemäße Ausbildung land" unter den heiteren Zwischenrufen der Linken. Mittlerweile hatte sich der Reichskanzler eingefunden, festigen. Heutzutage find geschlossene Abteilungen im Bereiche Bum Schluß noch eine Bemerkung darüber, daß der neue Griff die Bundesratsestrade und der Saal hatte sich einigerdes feindlichen Infanteriefeuers jedoch unmöglich geworden und auch ein Beweis für die Planlosigkeit der Berliner maßen gefüllt, so daß, als jekt der badische Ministerpräsident darum kann auf dem Gefechtsfelde ein für den Parade- Politik ist. Von Berlin aus werden nämlich immer Versuche ge- Dr. v. Buchenberger das Wort nahm, der Reichstag ein marsch bestimmter Griff auch keinerlei Anwendung mehr finden. macht, den Besonderheiten der bayrischen Armee den Garaus zu bewegtes Bild bot. Herr v. Buchenberger suchte Del auf die Wie schön nimmt es fich nun aus, daß in das nämliche Ererzier machen. So wird z. B. ständig an dem Blau der bayrischen In- erregten Wogen des Agrariertums zu gießen und bewies im Reglement, das auf seiner ersten Seite den Grundsatz aufstellt, alle fanterie herumgenörgelt, obwohl bayrische und preußische Infanterie übrigen, daß auch im liberalen" Wusterländle agrarisch Uebungen müßten für den Krieg berechnet sein, nachträglich ein schon auf 600 Meter Entfernung nicht mehr von einander zu unter- Trumpf ist. Sonst bestand seine Rede aus abgebrauchten Gewehrgriff hineingeflickt wird, der im Feld absolut un- fcheiden find, also die Farbendifferenz für den Krieg gleichgültig ist. Beweismitteln, abgelöst von der flehentlichen Bitte an die Während man nun von Bayern verlangt, daß es seinen Mehrheit: einigt Ench auf unsrer Mittellinie", helft uns dev Aber dennoch hat auch die neueste Neuerung auf militärischem militärischen Partikularismus fahren lasse, wird in Preußen Tarif retten, auf daß Ihr nicht alles verliert. Gebiet ihre gute Seite: Sie bildet nämlich ein ganz vorzügliches felbst im ausgesprochensten preußischen Militär. Dann hatte der Vertreter der Polen Fraktion das Agitationsmittel für eine weitere erabießung partikularismus gemacht, indem man Abzeichen der Wort, Herr v. Dziem bowsti Pomin. der aktiven Dienstzeit. Als im Jahre 1803 die zweijährige altpreußischen Armee wieder aufleben läßt, ja jogar einen Es ist eine widerliche Rolle, welche die polnische Fraktion Präsenz zur Einführung gelangte, da wurde besonders betont, daß Gewehrgriff aus der Zeit Friedrichs II. hervorholt. Diese Wider in dieser Frage spielt. Unterdrückt von den preußischen die Reduzierung der altiven Dienstzeit der Fußtruppen nur deswegen sprüche werden natürlich in Bayern mehr oder weniger drastisch fest Junkern, gewählt von dem ärmisten Proletariat, helfen sie hier möglich wäre, weil mumehr ein neues Reglement vorhanden sei genagelt und auch ausgenügt. Die bayrische partikularistische dem Junker den höchsten Wuchertarif retten durch die Ausund damit allerlei zeitraubende lebungen, z. B. Preffe forderte sogar schon, daß auch in Bayern die Vergangenheit wucherung eben dieses ärmsten Proletariats. Die Polen find das Anfassen des Gewehres, wegfielen. Da aber jest der Armee nach dem Berliner Vorbilde wieder auf- für die Zölle, wie sie die Kommission festgesetzt hat. Sie sind ein neuer, dem Anfassen ähnlicher Gewehrgriff angeordnet wird, gefrischt werden möge, daß z. B. der Raupenhelm, für einzelne auch Agrarier, und ihr Klasseninteresse treibt sie auf die Scite und diefer Griff für den Krieg Krieg völlig überflüffig ist, Regimenter wenigftens, für die Parade wieder zur Einführung ge- der preußischen Junter. so ist damit durch preußische Seriegslange. So zeigt der Zidzadfurs auch im Militarismus seine Alle Schmach der Bolenverfolgung ist vergessen, der Wucherministerium selbst der Beweis erbracht, daß die charakteristische Eigenschaft: daß er immer das Gegenteil soll eint sie mit den sonst so higig befehdeten Germanifriegsmäßige Ausbildung eine zweijährige von dem erreicht, was er will. Dienstzeit nicht erfordert. Und zwar scheint der UeberEs folgten zwei weitere agrarische Redner, der„ Reform fluß an Zeit ein sehr großer zu sein, denn das Einvaufen eines parteiler" Gäbel und der bayrische Bauernbündler Bach. Griffes ist in der deutschen Armee feine Kleinigkeit. Auf dem Papier meier. Den Schluß machte Stadthagen. Seine liest sich ja ein solcher Griff sehr einfach, so daß man glauben Wortmeldung wurde mit lautem" Ah!" und Oh!" begrüßt. könnte, daß jeder Soldat das hier Geforderte in wenigen Stimden Aber das Haus beruhigte sich wieder, als es sah, daß Stadtzu lernen im stande wäre. Aber da kommen in der Praris hagen nur mit einer dünnen Broschüre bewaffnet die Treppe zwei Faktoren hinzu, die auts der harmlosesten Bewegung Der gestern von uns mitgeteilte Armeebefehl gegen die Teil- zur Tribine hinaufging. Alsbald aber gab es lange Gesichter ein großes Kunststück machen und noch mehr Zeit hinnahme der Militärs an den Voerenveranstaltungen ist dadurch be- und stürmische Heiterkeit auf der Linken, als Stadthagen oben morden, als der Bureaukratisnuts im bürgerlichen Leben sonders merkwürdig, daß darin auch mitgeteilt wird: der Staiser einen beträchtlichen Aftenstoß zur Hand nahm, ein Material, bon diesem Artikel abthut. Diese zwei Faktoren Diese zwei Fattoren heißen habe zu befehlen geruht, auch den Vertretern der Re- welches er sich vorher hatte hinaufbringen lassen. In einer Detail und Drill. Was ist Detail? Am besten wird gierung die Teilnahme an dem Empfang usw. zu verdreistündigen Rede führte unser Genosse den Nachweis der dieses Wort im konkreten Fall mit Wortfuchserei übersetzt. bieten. Verderblichkeit und Volksfeindlichkeit der Zollforderungen. denn es läuft darauf hinaus, daß man einzelne Worte des Reglements furchtbar ernst nimmt, daß man peinlichst darauf sieht. daß gerade sie strengstens befolgt werden, obwohl fie für den 3wed der betreffenden Uebung meistens gleichgültig find. Ein Beispiel möge das Gesagte erläutern. Da heißt es zum Beispiel im Reglement in der Beschreibung der Ausführung des Kommandos .Das Gewehr über": braucharist! Politifche Uebersicht. Minister unter Militärgewalt. Berlin, den 18. Oftober. fatoren zu innigem Wucherbunde all " # Die Aussichten der Zollvorlage. Während die Reichstags- Beratung vom Sonnabend nichts Neues brachte zur Beurteilung der Aussichten des Wuchertarifs, sind einige Ausführungen in der Presse von Bedeutung. Es ist des Kaisers Recht, den Angehörigen der Armee Er zerpflückte die Einwände der Gegner in sehr glücklicher bindende Befehle und Verbote zu erteilen. Seit wann aber stehen Weise und richtete wohlgezielte Pfeile auf den Centrumsauch die Vertreter der civilen Regierung unter der Militärgewalt? agrarier Herold. Mit scharfem Wit und trefflicher Satire Selbst ein Minister hat das Versammlungsrecht und niemand kann griff er die Stellung der Mehrheit an, geißelte das Verhalten ihm verbieten, die Beerenfeiern zu besuchen. Der Regierung und schloß mit einem flammenden Appell an Sollten aber wirklich die Verhältnisse so weit gediehen sein, daß die Wähler draußen, bei den nächstjährigen Wahlen den Brotauch die Vertreter der Regierung unter dem Gesetz der militärischen wucherern die richtige Antwort zu geben. Die Linke quittierte " Die rechte Hand hebt das Gewehr und bringt dasselbe sent Subordination stehen? Ist es die unerläßliche Bedingung einer die treffliche Rede mit lebhaftem Bravo. recht mit dem Lauf nach rechts vor die Mitte des Leibes." neudeutschen Ministerschaft, daß man Befehlen und Verboten des Montag 1 Uhr Fortsetzung, Der Detailschwärmer hängt nun mit einem wahren Fanatismus obersten Kriegsherrn willig Folge zu leisten habe? Fühlt sich an den Worten sentrecht" und vor die Mitte des Leibes" etwa Graf Bülow als Rittmeister zu unbedingtem Gehorsam „ vor zu und verlangt mit einem Starrfinn, der einer besseren Sache würdig auf allen Gebieten seines gesegneten Daseins verpflichtet? wäre, daß das Gewehr ganz genau senkrecht stehe und ebenso Die thatsächlichen Verhältnisse widersprechen zum mindesten nicht genau vor die Mitte des Körpers gebracht werde. Ist es nur solcher Auffassung der Dinge. Es ist aber jedenfalls sehr interessant, ein wenig schief, weicht es nur ein bis zwei Grade daß einmal ein formales Aftenstück ganz harmlos das militärische von der Vertikalen ab, so thut er, als ob dies eine Sünde Verbotsrecht des Kaisers gegenüber seinen Beamten wie etwas Selbstwäre, die weder diesseits noch jenseits Vergebung erhoffen kann. verständliches ausspricht. Insofern ist jener Armee befehl Worte aber, die dem Detailschwärmer heilig sind wie ein Schlüssel für unsre ganze innere und äußere dem Verliebten die Aeußerungen seiner Huldin, giebt es Politit. Huldin, giebt in den Reglements leider nur zu viele. Namentlich bei den Ge 106 wehrgriffen blüht der Weizen der bewußten Schwärmer in großInd- nun artigfter Weise. Und num fommt das bedenklichste an der Sache- Vor fast leerem Hause und leeren Tribünen wurde am Detailfanatifer sind fast alle Offiziere, angefangen Sonnabend die Beratung des Zollwuchers fortgesetzt. Die vom jungen Lieutenant bis hinauf zum General. Es giebt einem Mehrheitsparteien haben zwar zur schnelleren Heimbringung förmlich einen gewissen Nimbus, dieses zweisilbige Wörtlein der Zollbeute den Beginn der Plenarsizungen bereits unt Auch beim neuen Griff werden die Detailschwärmer sofort einige 12 Uhr mittags eingeführt, aber die Verpflichtung, nun auch Finessen herausbekommen. In der reglementarischen Beschreibung am Biaße zu sein, erkennen die Herren nicht an. Gleichgültig des Griffes werden sich ja schon Bestimmungen wie„ senkrecht", lassen sie die Minderheit reden, durch ihr Fernbleiben zeigend, Ter dritte Tag der Zolldebatte. " In der Kreuz- Zeitung", die sich in der Hauptsache sehr zurückhält, tommt ein bekannter Stonservativer aus Westpreußen" zu Wort, der bittere Klage führt, daß der Reichskanzler, wenn ein Hinausgehen über die Regierungsvorlage unmöglich sein soll, erst jezt diese Erklärung abgiebt. Der Konservative fagt: Dann hätte der Reichskanzler dieses sofort bei der Einbringung des Zollgefeges aussprechen müssen, nicht aber erst die Abgeordneten zu Meinungsäußerungen und Beschlüssen über die Zollfäße kommen lassen und hinterher mit dem Verlangen der Unabänderlichkeit seinerseits hervortreten müssen. Wenn er nun aber diese Lage leider so geschaffen hat gleichgültig ob aus Versehen oder aus andren nicht bekanntgewordenen Gründen-, fo faut er in einem tonftitutionellen Staat doch unmöglich ver d 69 In jedem Bundesstaat muß eine aus Wahlen der Bevölkerung hervorgegangene Vertretung bestehen, deren Zus stimmung zu jedem Landesgesetz und zur Feststellung des Staatshaushalts erforderlich ist. Der Antrag richtet sich gegen die absolutistischen Zustände in Mecklenburg. Tangen, daß die Abgeordneten ihre ernst motivierten, öffentlich frühen Stadium derselben sei es den Generalen klar gewesen, ausgesprochenen Ansichten einfach unter den Tisch werfen und den Versuch zu machen, ihrem alten Präsidenten eine eklatante schlankiveg für die Regierungsvorlage stimmen." Genugthuung zu verschaffen. Die Thatsache, daß man sie nur Die Aeußerung ist in doppelter Hinsicht interessant. Sie zeigt, unoffiziell zu dem Audienzbesuch ermutigt, ohne sie formell wie die Konservativen ihre Selbstbereicherungspolitik zu betreiben und feierlich einzuladen, sei der Punkt geworden, wie tvie ihre pflegen. Hätte der Reichskanzler schon bei der Einbringung des feine Taftit eingesetzt habe, die die deutsche Diplomatie Zollgesetzes höheren golforderungen das Unannehmbar entgegens dann so feste übers Ohr hieb. Solches Verhalten der Boeren- Eine jinnige Gegenfeier. Zur gleichen Zeit, als die Alldeutschen gesetzt, so hätten die Konservativen sich mit dem Gebotenen gern generale wäre auch England gegenüber, auf das sie einen starken in der Philharmonie die Boeren feierten, versammelte im Kaiſerhok begnügt. Weil aber die Regierungen den Schein erweckten, als moralischen Druck zu Gunsten der Durchsetzung ihrer legten einem Schmause um seinen Marschallstab. Während drüben gegen der Weltmarschall Waldersee feine höheren Chinahelden zu würden sie den Agrariern noch weiter nachgeben, so haben diese Forderungen auszuüben bemüht sind, besonders wirkungsvoll. Die die Barbarei des englischen Imperialismus gedommert wurde, wurden fofort den Schluß gezogen: Nun erst ordentlich fordern! Da ist Schlappe, die sie mit ihrer Ablehnung der deutschen Regierung bei hier die herrlichen China- Thaten Deutschlands mit vollen Backen noch mehr herauszubekommen! gefügt, fann in England nur Befriedigung erweckt haben; die verherrlicht. Man rühmte sich der gewaltigen Niederwerfung der Interessanter noch als diese Selbstspiegelung konservativer Sympathien der Generale sind dadurch sicher, auch in der Nähe gelben Freiheitskämpfer. Schreipolitik ist die Andeutung des westpreußischen Konservativen auf Chamberlains, nicht geringer geworden. u in Die Walderfee- Leute sind wenigstens aufrichtiger als die Boerendie etwaigen Gründe, durch welche die veränderte Haltung der ReWenn die Generale jetzt ihren Berliner Vesuch haben abkürzen Arendts. Sie bekennen sich zur Weltpolitik und toben daher nicht gierung hervorgerufen worden ist. In konservativen Streisen zweifelt müssen, um nach England zu reisen, so ist der Gedanke nicht von über England, während unsre Alldeutschen die weltpolitische Bravour man nicht, daß thatsächlich Graf Bülow sowie verschiedene Mitglieder der Hand zu weisen, daß Chamberlain ein größeres Entgegenkonunen sehr schön finden, wenn sie von Deutschland bethätigt wird, während der preußischen Regierung früher sehr geneigt waren, den leber zu zeigen beschlossen hat. fie Geifer spucken, sobald fich England gestattet, die notwendigen Konsequenzen des Imperialismus zu feiern. Insofern sind die Sonst eben önnen entgegenzukommen. Ge to hätten, then, die Seonfervativen fich nicht so fest gerannt, wie sie es thaten. Und weiter ist es in Audienzaffaire ist, namentlich in Verbindung mit dem triumphierenden zufällig einmal in die seltene Lage geraten, folgerichtig zu scheinen. Das eine ſteht ſchließlich schon heute endgültig feſt: Die ganze„ amilichen Kreiſe" durch den vom Kaiſer verhängten Boerenboykott konservativen Kreisen offenes Geheimnis, daß die andren nicht be- Einzug am Donnerstag betrachtet, thatsächlich eine ebenso feine wie Die Chinaleute haben in der That nichts bei Demonſtrationen kannt gewordenen Gründe" nirgends anders zu suchen sind als gründliche und glänzend gelungene Revanche für den einst aus gegen die Boerenvergewaltigung zu suchen. bei dem Monarchen, der den Ballin und Boas Liebenswürdig- Deutschlands Grenzen gewiesenen Ohm Krüger. Bei den Waldersee- Essen wurde auch das eben übrigen beerschienene feiten erweist, während die nie endenden Jamumerufe der Junker ihm offizielle Werk, Deutschland in China" übergeben. Im übrigen bewenig Freude bereiten. mühten sich die Käntpfer, China wenigstens figürlich zu verspeisen. Sie aßen Beiho Lachsforellen mit Kräutersauce, Ochsenschwanzstück die Die Ansprachen der Boerengenerale. ettvas " " depois se Ausland. Pachtung" portugiesisch Südost- Afrifas durch England. Die portugiesischen Besigungen in Südost- Afrika sollen, wie dem Daily Expreß" zufolge ein in Brüssel aus Lissabon eingetroffenes Privattelegramm meldet, auf 99 Jahre an England verpachtet worden sein. Um den äußeren Schein zu wahren, würde in den betreffenden Kolonien auch fernerhin die portugiesische Flagge beibehalten werden. Es würden Schwierigkeiten mit Deutschland befürchtet, da England das portugiesische Im Tag" veröffentlicht der Abg. Nettich einen Artikel, der Bei der Feier, die die Alldeutschen am Freitagabend zu Ehren gedämpft, garniert auf Tientsiner Art, Summer aus der Bucht ſeine Rostocker Rede fortsetzt. Auch Herr Rettich bestätigt zunächst einer besinnungslosen Begeisterung womöglich noch höher, als am Sun feine Rostocker Rede fortsetzt. Auch Herr Rettich bestätigt zunächst der Boeren in der Philharmonie veranstalteten, schlugen die Wogen von Kiantschou, Belinger Masthühner, Salat, Takulauter chinesische Raritäten, die vor den astronomischen die Thatsache, daß die Konservativen seit langem sich zu der Hoff- Tage vorher beim Empfang der Generale. Die Helden eines Inſtrumenten wohl den Vorzug hatten, daß sie deutsen irmmg auf noch höhere Zölle berechtigt halten durften, weil seiner Zeit Guerillakrieges, die Deutschland wahrscheinlich seinem im siebziger prungs waren. Wir erivähnen das, um den Verdacht abzuvehren, im Wirtschaftlichen handelt habe. bereitete, ohne wesentlichen Widerspruch der Vertreter der Reichs- Siege befolgten friegsrechtlichen Grundsätzen gemäß nicht einmal daß es sich da um die Aufarbeitung chinesischer Beute- Neste ge ter und der verbündeten Regierungen, teilweise vielleicht gar im als friegführende Partei anerkannt haben würde, wurden abermals Opfer derartiger zudringlicher Ovationen, daß der Einverständnisse mit erfteren" ein Minimal- Getreidezoll von austische De Wet später in seiner Rede bemerkte, daß er sein Lebtag 6-6,50 M. sowie ein vollständiger Doppeltarif in Aussicht genommen fein gefröntes Haupt sein möchte, wenn Könige noch begeisterter empfangen sei. Das sei dann aber alles anders gekommen. Weiter erklärt dann der Abg. Rettich: würden. Schon am Nachmittage hatte er sich seiner schwärmerischen Berehrer durch ein afrikanisches Sprichwort zu erwehren versucht, " Für die einfache Annahme der Regierungsvorlage ist, was baß die Affenmutter ihren allzu heftig geliebtosten Sprößling er landwirtschaftlichen Zölle betrifft, niemals eine Majorität vorhanden. Der Bund der Landwirte ver- drücken ließe. Der wüste Begeisterungstaumel der alldeutschen und langt 7,50 M, als Mindeſtſatz für Getreide oder, wenn dieser nicht sonstigen Bourgeoisie läßt sich allenfalls nur so erklären, daß dieser ganz zu erreichen, starke Herabseßung der Industriezölle. Die feigen, fnechtseligen Gesellschaft ein paar energische, freiheitliebende Konservativen, soweit sie sich dem bekannten Kompromiß Kerle um so maßloser imponieren, als sie sich selbst jeder ähnlichen Gebiet nördlich von Zambesi verlange, auf welches geangeschlossen haben, könnten ja vielleicht schließlich in einigen Handlung unfähig fühlt. Freilich ist es noch sehr die Frage, ob es mäß dem englisch- bentschen Vertrage Deutschland Aus wenigen Bunften nachgeben und von den in der Kom- sich bei diesen ganzen Demonstrationen nicht nur um ganz äußer- spruch habe. mission gefaßten Beschlüssen zurückiveichen, aber nic und nimmer Laut dem englisch- deutschen Vertrage bezüglich der Teilung der die Vorlage annehmen; das ist eine politische Unmöglichkeit, das lichen Theaterlärm handelt. Wenn man weiß, wie diese selbigen wäre politischer Selbstmord. Das Centrum wird voraussichtlich Elemente beim bloßen Anblick einer Hofequipage von„ patriotischen" portugiesischen Befizungen in Afrika würde im Falle des Verkaufs Krämpfen befallen werden, wie sie sich auf die Hühneraugen treten, der nördliche Teil von Zambesien, der an Rhodesia anstößt, Deutschwenn auch nur der beiläufigste ausländische Prinz auf der Bild- land zufallen, da aber England die Transvaalstaaten erobert hat, verlangt es nunmehr den portugiesischen Teil von Zambesien als fläche erscheint, so wird man ihre Boerenerultation richtiger ein- Verlängerung von Rhodesia und will den deutsch englischen schätzen. Vertrag unter dem Vorwande rückgängig machen, daß Und schließlich, was ist denn bei der ganzen bourgeoisen Boeren durch den südafrikanischen Krieg die Sachlage vollständig verändert begeisterung, die sich doch seit nunmehr drei Jahren bereits im worden sei. Der deutsche Kaiser bezwecke durch die AbDas Berliner Centrumsblatt, die„ Germania", erklärt Stadium der Siedehizze befindet, an klingender Münze heraus- Lehnung des Empfanges der Boerengenerale in Berlin, die Aussichten des Bolltarifs als bedanklich verschlechtert"; sie gesprungen? Lumpige paarmal hunderttausend England nicht zu reizen, damit die englische Regierung schreibt übellannig: Mart! Da man schon politische Thaten nicht ristierte und selbst schließlich doch noch in die Durchführung des deutsch- englischen Ver" Bielleicht kommen die Regierungen noch selbst zur Einsicht, gegen die die angeschwärmten Boeren geradezu brüsfierende Politit trages willige. Die Angelegenheit werde während des Besuches des daß eine Verständigung beffer gewesen wäre, dann wird es der deutschen Regierung die Mannesfaust mutig nur in der Tasche deutschen Kaisers in London Anfang nächsten Monats Gegenstand von Besprechungen sein. jedoch zu spätsein, eine solche herbeizuführen. Angesichts der zu ballen wagte, hätte man wenigstens dem Gegenstand einer so Aussichtslosigkeit der Beratungen beginnt das Interesse ani Zoll- maßlofen Verehrung materiell fräftig unter die Arme greifen Schweiz. tarif zu erfalten und es müßte wunderbar zugehen, sollen. Aber die Millionen boerenbegeisterte Bourgeois und Spieß Der Genser Generalstreik und die schweizerische socialdemokratische Kopf höchstens einige Nickel auf. Beim denselben Standpunkt einnehmen." Schließlich aber will der Abgeordnete Rettich, trotz aller Gegenjayze, trotz aller Schwierigkeiten die Hoffnung auf eine Verständigung nicht aufgeben. Dazu gehöre aber ein wesentliches Nachgeben der Regierungen. V wenn für die in Aussicht stehenden monatelang dauernden Be- bürger brachten pro die Begeisterung auf! Wie lächerlich, republikanischen Gefühle hohnsprechende Vorgehen der Genfer Bes " Das Centrum macht teinen Zolltarif lediglich für den Großgrundbesitz, sondern es sorgt auch, und zwar zuerst, für ratungen und Abstimmungen im diätenlosen die beschlußfähige Anzahl Mitglieder präsent gehalten werden könnte. Die„ Germania" kommt sodann auf ihre Forderung zurück, daß wenn man gar noch damit herumzurenommieren wagt, daß die hörden gegenüber dem Generalstreit und ferner mitgeteilt, daß Leute wenigstens der 3 Mark- Gerstenzoll der Regierungsvorlage er- Boerengenerale in Deutschland bereits 260 000 m. erhalten hätten. aus den Betten gerissen oder von der Arbeit weggeholt und sofort M. von bis an die Zähne bewaffneten Polizisten per Bahn forttranshöht werden soll. Das Centrum will hierdurch die bestimmten Ver- Das ist an der Zahlungsfähigkeit der Spender gemessen eine lächer- portiert und an die Grenze ihres Heimatlandes gebracht wurden; einer sprechungen, die es den bayrischen Gerstebauern gegeben hat, ein- liche Bagatelle. Und wenn das B. T." prahlerisch erzählt, die Ver- dieser Ausgewiesenen, ein Familienvater war mit der Arbeitsschürze und lösen. Dabei entschlüpft der„ Germania" ein köstliches Zugeständnis; ſammlung in der Philharmonie habe insgesamt wohl 25 000 M. au in Pantoffeln gesteckt und forttransportiert worden. Auf der Polizei war zur Begründung des erhöhten Gerstenzolles erklärt sie: Eintrittserlös, Ansichtspostkarten 2c. eingebracht, so braucht man nur den Leuten die Ausweisung damit begründet worden, daß sie zu daran zu erinnern, daß dieselben Kreise für eine sensationelle Klagen Anlaß gegeben hätten", ein würdiges Seitenstück zu dem Theaterpremière oder einen Karneval an einem Abend preußisch- polizeilichen lästig gefallen". Da unser Genosse Albisser, der Präsident der schweizerischen socialdemokratischen Partei, Kenntnis ziemlich ebenso viel auszugeben pflegen. Interessanter wäre es zu davon erlangte, daß unter den„ Verschickten" auch italienische erfahren, wie viel Mammon die schwerreichen Herren Herbert Deserteure und Flüchtlinge find, wandte er sich sofort telegraphisch Bismard, Graf Mirbach und Stöcker an die Generale an den Bundesrat in Bern, damit er die namhaft gemachten abgeladen haben! Und wenn man ferner bedenkt, welche Summen Personen vor dem Schicksal der Auslieferung bewahre. Auch Genosse von deutschen Proletariern für einie wenige Opfer anläßlich der Nationalrat Gschwind, von der Sache in Kenntnis gesetzt, nahm Essener und Löbtauer Verurteilten aufgebracht worden sind, so sofort mit Bundesrat Brenner persönlich Rücksprache, allein der wird man vollends den richtigen Maßstab für die werkthätige Bundesrat lehnte unter dem elenden Vorwand Boerenbegeisterung unsrer Bourgeoisie gewinnen. Trotz der scheinweise gelang es aber den betreffenden Personen, in Chiasso der Inkompetenz seine Intervention a b. Glücklicherbaren Uebergeschnapptheit bleiben unsre Aldeutschen gute Rechner. zu entkommen und so dem Schicksal der Auslieferung zu Botha verteidigte in seiner Rede Krüger gegen gewisse Vorwürfe, entgehen; dadurch wird jedoch die Thatsache nicht aus der sei völlig unwahr, daß er Millionen mitgenommen habe. Welt geschafft, daß die schweizerischen Behörden der Geschichte den kleinen Bauern." Damit iſt dankenswert anerkannt, daß der Weizen- und Roggen zoll lediglich für den Großgrundbesitz gemacht ist und lediglich für ihn weiter erhöht werden soll. Gegenüber der zur Schau getragenen Zolnot der„ Germania" ist schließlich noch ein Wort des andren Berliner Centrumsblattes, der„ Märkischen Volksztg.". über die Zollage zu citieren; dieses Blatt jagt: „ Ob die Erklärung des Reichskanzlers wirklich das Tezte Wort der verbündeten Regierungen sein wird? Wer würde es wagen, daraufhin die Hand ins Feuer zu legen? Keine Es Partei dürfte felfenfest davon überzeugt sein, daß nun nichts mehr zu machen sei, denn alle beharren einstweilen auf dem Standpunkt, den sie vor der Bülowschen Rede eingenommen haben. Zunächst also muß eine weitere Klärung" abgewartet werden." Die Socialdemokratie steht allen Möglichkeiten des weiteren Zollstreites in fühler Gelassenheit gegenüber. Sie fennt ihre Aufgabe und wird mit unerschütterlicher Beharrlichkeit an ihrer Lösung wirken. Deutsches Reich. Der Siegeszug der Socialdemokratie. Unter dem Zeichen des Zollwuchers macht die Socialdemokratie Fortschritte, wie sie faum jemals in solcher Intensivität erlebt worden find. Den glänzenden Landtags- Wahlergebnissen in Oldenburg folgen unsre Siege in Schwarzburg- Rudolstadt. Mit Recht nennt unser„ Saalfelder Volksblatt" das Ergebnis einen Aufschrei und Protest eines unterdrückten Voltes". Von den 12 durch Mindestbesteuerte zu besetzenden Mandaten find, wie schon gemeldet, 7 gleich in der Hauptwahl erobert worden. An zwei aussichtsvollen Stichwahlen sind wir beteiligt. Der Landtag von Schwarzburg- Rudolstadt zählt 16 Mitglieder. Gewinnen wir auch die beiden Stichwahlen, so hätten die Socieldemokraten im Landtag die Mehrheit der erste Einzelstaat, in dem der Umsturz also herrschen würde. In Koburg sind nir erst dicht an der Mehrheit. Das Land bildet für den Reichstag einen Wahlkreis, dir nationalliberal vertreten ist. 1898 unterlagen wir gegen eine verschwindende Mehrheit. Das nächste Mal werden wir den Wahlkres zweifellos erobern. Revanche für Krüger. " " Ich habe Krüger," sagte Botha, zur Grenze begleitet. Er hat ihres Landes ein neues Schandblatt einverleibten und daß das nichts mitgenommen. Alles darüber ist Lug und Trug!" Ferner schweizerische Asylrecht, die Schweiz als demokratischer Freistaat vollsprach Botha von Steijn. Wenn Sie uns ein tapferes, heldenhaftes ständig auf den Hund gekonnten ijt. Nach einer Mitteilung der Bolt nennen, so gebührt der Hauptteil dieses Ruhmes Steijn. legten Nummier des Demokrat" hatte der tessinische Regierungsrat Und wenn ich seiner gedenke, wvie er frank und elend, Colombi in Bellinzona auf die telegraphische Benachrichtigung durch so blutet mir das Herz. Wir haben 25 000 Frauen und Kinder unsern Genossen Albisser nach Chiasso die Weisung erteilt, die drei begraben. Unfre Frauen waren die stärkste Partei. Als man sie namhaft gemachten Italiener nicht auszuliefern, aber sie hatten sic nicht mehr wegführte, da ließ man unsre Frauen und wie bemerkt, schon selbst in Sicherheit gebracht. Kinder hungern und wir, die Kommandos, mußten Frankreich. sie ernähren. Da mußten wir Frieden schließen, weil wir uns fagten: Unser Volk ist zu schade, um unterzugehen!" Die Ergänzung zur Vereinsgesetz- Vorlage, die am Schluß der Jezt ist Frieden. Aber wir sind Bettler geworden. Unser Bolt Freitagssigung vom Ministerpräsidenten Combes eingebracht wurde, fann sich nicht allein helfen. Darum bitte ich Sie, uns befagt, daß alle diejenigen, welche eine Kongregationsanstalt ohne zu helfen. Oder sollten wir die Knechte und Wasser- behördliche Genehmigung eröffnen oder leiten, träger einer fremden Nation werden?" ferner diejenigen, welche einer solchen Anstalt trotz der ans Gegenüber der Nede Bothas, die eine beachtenswerte Schärfe geordneten behördlichen Schließung angehören, gegen die englische Kriegsführung trug, war die Rede Delareys Thätigkeit einer derartigen Anstalt gestatten, mit Geldstrafen wenig bemerkenswert. Echärfere Töne schlug wieder De Wet an: bis zu 5000 Fraut oder mit Gefängnis bis zu einem Jahre bedroht " Wir sind von unserm ganzen Volf gesandt. Aber wir kommen werden. nur für unsre Witwen und Waisen, nicht für die Grund- Die nationalistische Gruppe der Kammer hat zum Zeichen ihres befizer. Wir brauchen auch Hilfe für die Invaliden; denn wir hatten Protestes gegen die Kandidatur Jaurès zum Bices 16000 Verwundete. Das ganze Land ist ruiniert. Die Mehrzahl präsidenten ihren Obmann Cavaignac als Kandidaten für die lebt noch in den Konzentrationslagern, weil sie außer Vicepräsidentschaft aufzustellen beschloffen; doch hat Cavaignac keine halb des Lagers verhungern würden. Nicht um Hilfe, Aussicht gewählt zu werden, selbst wenn die Melinisten für ihn sondern um Rettung bitten wir. Das afrikanische Volt hat es stimmen würden. aber auch bewiesen, was Freiheit und Vaterland ihm wert sind. Alles hat man uns geraubt. Man verweist auf die drei Der Socialist Preffensé fündigt heute in der Aurore" an, daß Millionen Pfund, die England uns geben will. Aber der er demnächst einen Gesezentwurf über die Trennung uns zugefügte Schaden beträgt wohl 60 Millionen, und die drei von Kirche und Staat einbringen werde; er hoffe, daß Millionen werden in den Konzentrationslagern ver- die republikanische Mehrheit es sich zur Ehre anrechnen werde, einen pufft werden."" Ich fürchtete Demonstrationen, die der Hauptpunkte ihres Programs zu verwirklichen. ints, weil wir jet englische Unterthanen, vielleicht Der Ausstand der Bergleute dauert unverändert fort. Die letzte in eine peinliche Lage gebracht haben würden. Sehr Nacht verlief in dem Kohlenbecken von Pas- de- Calais ziemlich ergut hat Ihr Komitee gearbeitet. Sehr tüchtig zeigte sich auch die regt. Ein Arbeiter, welcher sich zur Arbeit begeben wollte, wurde Berliner Polizei, deren Nuf bekannt ist." durch einen Schuß am Fuß verivundet. De Wet hätte auch noch den kaiserlichen Befehl an die Belgien. Am Sonnabendvormittag nahnten die Generale an einem allOffiziere und Beamten dankend erwähnen können. Charleroi, 18. Dftober. Der Ausstand der Gruben, deutschen Frühschoppen teil, bei dem der famose Dr. Haffe ein arbeiter im hiesigen Bezirk hat an Ausdehnung zugenommen; es herrscht vollständige Ruhe. Man schreibt uns: Die Mitteilungen und Gerüchte über dir Audienzaffaire wollen immer noch nicht aufhören. Jest taucht zu den Lesarten, die die„ Nordd. Allg.3tg." verbreitet, soeben eine neue auf Ob sie von den Generalen selber stammt, weiß man nicht. Danach sech auf den Kaiser ausbrachte! wäre die ganze Affaire als Revanche aufzufassen, die die Boeren für die Abweisung des Krügerschen Besuchs in #Deutschland im vorigen Jahre an der deutschen Regierung geolgenden Antrag im Reichstag eingebracht: Zur Verfassung des Reiches hat die Freisimmige Vereinigung nommen. Es sei ganz gleichgültig, wie im einzelnen die UnterHinter Artikel 3 der Verfassung wird folgender Zusak aufhandlungen vor sich gegangen. Aber schon in einem sehr genommen: England. D'Donnell, der gleich in der ersten Unterhausjigung nach den Ferien vorläufig von den Beratungen ausgeschlossen wurde, wurde am Mittwoch auf Grund der 3 w angsatte zu drei Monat Gefängnis mit harter Arbeit verurteilt. Am Ende dieser [ 116 och pops out of so dir modelis Zur Kulturgeschichte des preußischen Wahlsystems. O'Donnell, Gefängnis gehen ohne Gegen die Wahl der Herren Ring und Felisch zu Landtags ihre eit muß er Sicherheit geben, daß er sich zwölf Monate lang nichts zu Schulden fommen Tassen wird, oder ipeitere drei Monate ins harte Arbeit. O'Donnell, der sich selbst verteidigte, war Abgeordneten für Teltow Beeskow im Jahre 1898 Tegte der der Einschüchterung, der Aufreizung und der Veranstaltung einer nationalliberale Wahlverein für diesen Kreis Protest ein, ungesetzlichen Bersammlung am 15. August in Birr angeklagt. Im dem sich der Vorstand des Wahlvereins der freisimmigen Volkspartei Laufe der Verhandlung sagte O'Donnell, er würde keine Zeugen in vollem Umfang anschloß. beibringen; denn die ganze Untersuchung sei ja doch nur ein Possenspiel und sein Urteilsspruch bereits fig und fertig. Dieses Urteil stärke nur zehntausendfach seinen Entschluß, das verfluchte System des Grundbesigerwesens im Interesse der Armen und Unterdrückten weiterhin bis aufs Messer zu bekämpfen. O'Donnell legte übrigens Berufung ein. Studentenanruhen werden aus Glasgow gemeldet. Bei der letzten Rektoratswahl hatten sich politische Einflüsse geltend gemacht, wogegen die liberalen Studenten in heftiger Weise protestierten. Am Freitagabend gerieten zwei Gruppen von Studenten, denen sich eine große Menge angeschlossen hatte, mit Unionisten zusammen. Auf beiden Seiten standen sich schließlich 3-4000 Personen gegenüber, welche fich mit Steinen bewarfen. Die Polizei war völlig machtlos und konnte erst um Mitternacht die Ruhe wieder herstellen. Sociales. Die Arbeitslosigkeit. Das Frankfurter Gewerkschaftskartell beschäftigte sich mit der herrschenden Arbeitslosigkeit. Es wurde mitgeteilt, daß sie gegen wärtig viel stärker sei wie im vorigen Jahre, wofür Zahlenangaben aus verschiedenen großen Betrieben und verschiedenen Berufsalveigen gemacht wurden. Es wurde folgende Resolution an genommen: „ Nach den Ausführungen des Herrn Oberbürgermeisters in der Stadtverordnetenversammlung vom 14. Oktober, nach welchen eine weitere Verschlechterung der Konjunktur und damit verbundene größere Arbeitslosigkeit gegen das Vorjahr nicht zu konstatieren sei, liegt die Gefahr dringend nahe, daß der Magistrat sich einer bedenk lichen Unterschätzung der Arbeitslosigkeit hingiebt. Die vom Starte angeregte Arbeitslosenzählung würde hierfür genügende Grundlagen ſchaffen. Umſomehr wäre die Annahme der Dr. Quar‍ſchen Vorschläge auf Einsetzung einer Notstands- Kommission als sachvers ständiges Beratungsorgan des Magistrats dringende Pflicht der Stadtverordnetenversammlung gewesen. Durch Annahme des Verschleppungsantrages des Demokraten Dr. Zirndorfer hat sie sich ihrer Verantwortung durchaus nicht gewachsen gezeigt. Außerdem: erhebt das Kartell als berufenster Vertreter der von der ArbeitsTofigkeit Betroffenen den entschiedenen Anspruch auf Vertretung in der Notstandsfommission. Die weitere Ankündigung des Herrn Oberbürgermeisters, wonach für den Winter genügende Arbeit zu den ortsüblichen Löhnen seitens der Stadt vorgesehen sei, vernimmt die Versammlung mit Genugthuung, wobei sie wiederholt der Ueberzeugung Ausdruck giebt, daß die vorgeschlagene Kommission, die die thatsächlichen Verhältnisse genauer zu beurteilen in der Lage ist, bei Festsetzung der Grundsäße für Vergebung der Arbeiten wertvolle Hilfe zu leisten vermag. Wünschenswert wäre die Herstellung aller dieser vorgesehenen Arbeiten in eigener Regie." Beeskow hinwiesen, warf uns die biedere Tante Boß Untenntnis vor, und behauptete, daß auch in diesem Punkt die Freisinnigen voll Pflicht gethan hätten. Wir bekennen, daß wir damals noch nicht wußten, daß die Wahlprüfungskommission ihre Protestverhöhnung fogar einstimmig zu stande gebracht hat, obwohl sich unter den unterzeichneten Mitgliedern der Kommission der frei sinnige Volksparteiler Herr Kopsch befand. Wir wollen zur Ehre der Der Bericht der Wahlprüfungskommission( Anl. zu den Stengr. Boffin annehmen, daß ihr dieser Umstand bisher entgangen war Ber. I. Cess. 19. Legislaturper. 1899 Nr. 187) ist in seinent ganzen und sie ihr damaliges Urteil insolge dessen abändern wird. Umfang von fulturhistorischem Wert. Heute geben wir aus ihm III. Troß der bereits im Jahre 1899 erfolgten offiziellen Annur die wichtigsten auf die Abgeordnetenwahl in Köpenick bezüglichen ertenmmg, daß bei den Stöpenider Lokalverhältnissen schon die Zahl Punkte; dabei stellen wir den Punkten des Protestes, wie sie im von ca. 1900 Wahlmännern die Durchführung der vom Gesetz vorBericht wiebergegeben sind, den Bescheid der Kommission der Neber geschriebenen Prüfung und Entscheidung der Wahlprotefte bezi. sichtlichkeit halber unmittelber gegenüber. Daß die Protestangaben der Wahlmännerwahl, sowie die Junehaltung der gesetzlichen Benicht übertrieben sind, dan ran schon daraus schließen, daß sie von ftimmungen bei der Wahlhandlung selbst numöglich macht, und braven Nationalliberalen ausgehen; der höhnende Ton des Ent trotz der bestimmten Aussicht, bei den nächsten Wahlen mit scheides entspricht ungefähr er Art, wie die Liberalen überhaupt mehr als 2600 Wahimännern rechnen zu müssen, hat man bisher im Abgeordnetenhaus von den Junkern und ihrem Anhang abgefertigt noch nichts von Maßnahmen der Regierung gehört, um die vorzu werden pflegen. Quis id elit handenen Mißstände zu beseitigen. Wiederholt haben wir nachBescheid.gewiesen, daß durch Abänderung des Reglements allein hier nicht 18 ban Gil 19:15 Rat zu schaffen, sondern, daß dann eine Aenderung dieser oder jener 1... Vom Berichterstatter gefeßlichen Bestimmungen nötig ist. Legt Herr v. Hammerstein wurde ausgeführt: is nicht dem Landtag in seiner nächsten Session einen entsprechenden ...„ Das Köpenicker Wahl- Der Behauptung, daß im Entwurf vor, so provoziert er bei den künftigen Wahlen systematische lokal nehme höchstens 600 Personen Köpenicker Wahllotal mur 600 Ber- Gesegesverlegungen. auf, während 1855 Wahlmänner fonen Play fänden, stehe die Anerschienen wären. Kein Wunder, gabe des Wahlkommissars entGesez entsprechende Hand- Personen falſe, während in dem wenn hiernach keinerlei dem gegen, wonach dasselbe 1200 werden können, da etwa fchen unterzubringen(!!) seien." lungen hätten vorgenommen Nebensaa( 1) weitere 500 Mender Wahlmänner sich in andren( 120000 1700, also selbst Räumen und auf der Straße hierne nicht einmal mit Hilfe des Nebensaals 1855 Wahlmänner unterzubringen; bei der nächsten Wahl wird die Zahl der Wahlmänner über 2600 hinausgehen. Anm. d Red.) Protest in 20 II. Unregelmäßigkeiten 2c. bei der Abgeordnetenwahl in Köpenick. 1. Mangelhafte Beschaffenheit des Wahllokals hätten aufhalten müssen. Beweis: Amtliche Auskunft des Wahlkommissars. in Partei- Nachrichten. Parteipresse. Unser Parteiblatt in Solingen, die„ Bergische Arbeiterstimme", wird am 1. November in einen modernen Neuban übersiedeln und ihre Druckerei dabei wesentlich vergrößern, um den gestiegenen Anforderungen an das Blait gerecht zu werden. Zur Aufbringung eines Teiles der dazu nötigen Mittel plant die Ge schäftsleitung iegAufnahme einer Anleihe von 6000 M., deren Aufbringung auf Darlehns- Scheine von den Parteigenoffen erbeten wird. müssen. Der polnisch- socialistische Bergmann Broja, ehemals Gegen infolge einer vorhergegangenen Zudem hätten die Konservativen fandidat unsres Genossen Dr. Minter, hatte mehrere bürgerliche Versammlung ihrer Wahlmäniter wenig lei eine Folgerung auf Grenzłommissar Mädler seinen Austritt aus der ( Aus 2 des Originals:) Ebenso Redakteure verklagt, weil sie berichtet hatten, er habe dem bas Bahllofal bis na der llngültigkeit gelnüpft) en die festgefesten Wahlstunde hauptung, daß die Wahlmänner Borsigwerk wieder erhalte. Der Zeuge, Grenzfommissar Mädler, an Be- Partei versprochen, wenn er seine ehemalige Stellung im besezt und feien in demselben der konservativen Partei 2c.( wie fagte vor dem Beuthener Schöffengericht aus, Broja habe ihm bis eintreten können".) einen Schein unterschrieben, worin er diese Ver berblieben, so daß die Wahl- links männer der übrigen Parteien mur Aus dieser Behauptung dürfte pflichtung ig eingeht. Der Wahrheitsbeweis wurde als ges vereinzelt Wahllokal sich übrigens eine Ingenauigfeitungen betrachtet, wegen der Form aber, die eine Beleidigung hätten eintreten können. in der Angabe des Protestes, das enthielt, wurde die Kattowiger Zeitung" zu 10, der„ Gornoslonjak" Stubenrauch zc." Beweis: Zeugnis des Landrats Wahllokal vermöge nur 600 Per zu 50 M. Strafe verurteilt. Damit ist der Broja wohl endgültig ſonen zu fassen, ergeben: Die abgethan, er hat, wie berichtet, seine Kandidatur schon niederlegen konservativen Wahlmänner be Tiefen sich auf ca. 1050, also 450 Personen mehr als in dem Saal Gleich angeblich Plaz fänden. wohl hätten sie(!!) sich nach dem eignen Zugeständnis des Protestes dem Wahllokal zur Borbesprechung versammeln können.(!!) 2. Unmöglichkeit einer Prü- 2. Daß eine ordnungsmäßige Zu der Massenerkrankung von Schauerlenten auf dem Dampfer fung der Wahlprotefte... Eine Wahlprüfung inter den ob Patricia" teilt das Hamburger Echo" mit, daß der die schiver- Abstimmung über dieselbe habe waltenden räumlichen Verhält franten Schauerleute untersuchende Arzt sofort als Ursache der sich, da der Wahlmänner nissen mit Schwierigkeiten(!!) Massenerkrankung verdorbenes Fleisch feststellte. Die Schauerleute außerhalb des Wahllokals hätten verbunden geweien sein möge(!!), haben übrigens kein Konservenfleisch zum Mittagessen erhalten, verweilen müssen, wie der Wahl- erscheine begreiflich(!!); der Protest sondern frisches Fleisch, das, wenn es wahr ist, aus Stade bezogen tommiffar selbst an habe sich aber selbst darauf beworden war, wo keine gefeßliche Tierschau herrscht. Dieses aus erkannt habe, nicht vornehmen schränkt, diese Verhältnisse zu Stade stammende frische" Fleisch, von dem jeder Schauermann ein lassen: Er habe die von rügen, Folgerungen hinsichtlich Pfund erhalten hat, soll nicht ganz einwandsfrei" gewesen sein. ihm gemachten Vorschläge der Ungültigkeit der Wahl habe er einfach als genehmigt daran nicht geknüpft."(!) " " 1969 1950. sidan mais nod mildag 3 in Eine wüste Hehe gegen nufern Genoffen Sigg in Genf, Adjunkt des schweizerischen Arbeiterfekretariats, betreibt die bürgerliche Presse der Schweiz, weil er sich weigerte, dem militärischen Aufgebot anläßlich des Generalstreils Folge zu leisten. Die bürgerliche Hezpresse fordert seine Verhaftung, die aber bisher nicht erfolgte. Dagegen soll gegen alle jene Behrpflichtigen, welche der Einrückungsorder nicht Folge leisteten, bereits die kriegsgerichtliche Untersuchung eingeleitet sein. Es handelt sich dabei nach der einen Darstellung um über 100, nach einer andern um 300 Mann. Für das fragliche Vergehen ist int Militärftrafgesez eine Strafe bis zu 1 Jahr Gefängnis oder Zuchthaus angedroht. Der„ Demokrat" billigt vollständig die Dienstverweigerung der Arbeiter als Soldaten, da es ein frecher Mißbrauch der Bollsmiliz zur Unterstützung des Unternehmerflüngels fei. Das Genfer Militäraufgebot zu Gunsten der amerikanischen Sapitalisten nennt er eine an Staatsstreich grenzende Handlung der dortigen Kantonsregierung. So tragen auch in der Schweiz die besigenden und herrschenden klassen selbst zur Verschärfung der Klaffengegensäße und Klassenlämpfe bei. 979 5101 Ueber den Nachfolger Wörishoffers in der badischen Fabrik- angenommen." inspektion, den bisherigen preußischen Gewerberat Dr. Bittman, Polizeiliches, Gerichtliches usw. urteilt die Socialpol. Rundschau" sehr pessimistisch. Sie macht 3. Abänderung des publicierten 3. Daß der Wahlaft nicht-Durch Verbreitung eines Boykott- Flugblattes soll der Genosse darauf aufmerksam, daß er aus seinem so stark industriellen Bezirk amtlichen Wahlmänner- Verzeich unter Zugrundelegung des publi- ii ler in Bochum groben Unfug verübt haben. Er wurde Trier in den legten drei Jahren( mit Ausnahme von Posen im niffes... Dieses publicierte Ver- cierten amtlichen Bahlmänner- vom Schöffengericht zu 50 M. Geldstrafe verurteilt. Jahre 1900) stets den dürftigsten Bericht geliefert hätte. Dabei zeichnis hätte in Gemäßheit des verzeichnisses... vollzogen worlaffen diese Berichte gerade das subjektive Moment, das die§ 27 des Reglements ziveifellos den sei, sei attenmäßig richtig... Arbeiten Wörishoffers so ungemein wertvoll machte, vollständig ver- auch für die Wahlhandlung bei hier aber, wo es sich um die Abmissen. Wie viel wertvolle Beobachtungen über Arbeiterverhältnisse der Stimmabgabe verbindlich sein gabe von ca. 1900 Stimmen gehaben diese nicht enthalten, wie viel hat nicht ein jeder aus ihnen müffen. Das sei auch von fiinf handelt habe, und die Lokalzur Beurteilung der Arbeiterfrage lernen können? Die bisherigen Wahlmännern ausweislich des verhältnisse immerhin(!!) Berichte Dr. Bittmanns enthalten dagegen eine quantitativ vollständig unzureichende nüchterne Aneinanderreihung von Thatsachen, die zum Teil socialpolitisch ganz bedeutungslos find." Der Vorstand der Berliner Orts- Krankenkaffe der Schneider gegen die Selbstverwaltung der Krankenkassen! Wir erhalten folgende Zuschrift: Als vor 2 Jahren die Absichten der Regierung bezüglich der Krankenkassen- Novelle bekannt wurden, ging ein Schrei der Entrüstung durch die Arbeiterschaft. Die Regierung beabsichtigte und beabsichtigt wohl noch, das Selbstverwaltungsrecht den Arbeitern zu nehmen, die Anstellung und Entlassung der Beamten in die Hand zu nehmen, um so neue Unterkunftsstellen für Militäranwärter zu schaffen. Die Arbeiterschaft war sich einig in der Abweisung dieser Wünsche und ist entschlossen, wenn es versucht wird, die Pläne der Regierung gesetzlich festzulegen, diesen Gesezentwurf mit aller Energie zu befämpfen. Um so mehr muß die Haltung des Vorstandes der OrtsKrankenkasse der Schneider in Erstaunen segen, der sich nicht schent, der Regierung auf halbem Wege entgegenzukommen. tio Es war bisher üblich, daß bei Streitigkeiten zwischen Angestellten und Vorstand ein Schiedsgericht entscheidet, welches zu gleichen Teilen von beiden Parteien besetzt und von einem unparteilichen Juristen geleitet wird. abschriftlich eingereichten Antrages gefordert worden, von dem Wahl fommissar jedoch abgelehnt und bei der alphabetischen Reihenfolge verblieben. Beweis: Amtliche Auskunft des Wahlkommissars c." Hus der Frauenbewegung. günstige(!) gewesen seien, hätte die Wahlhandlung...( andernfalls)... unvermeidlich zu einer Verwirrung führen müssen, die das Zustande kommen der Wahl überhaupt in Frage gestellt hätte. Da Die Arbeitszeit Dauert für Arbeiterinnen über 16 Jahre 11 Shunden § 24 des Reglements die Art der täglich, mit einstündiger Mittagspause; an Vorabenden von Sonn Ordnung des Wahlmänner- Ber- und Festtagen nur 10 Stunden, und es muß die Arbeitsstätte an zeichnisses lediglich dem Ermessen diesen Tagen bis spätestens 5 Uhr verlassen sein. des Bahlkommissars vorbehalte, Jugendliche Arbeiter von 14-16 Jahren dürfen täglich nur 10 Stunden mit einstündiger Mittagspause sowie je stündiger Frühstücks- und Vesperpause beschäftigt werden. Arbeiterinnen Berlins, wahret Eure Rechte! Die Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung, die zum Schußze der Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeiter erlassen sind, werden vielfach seitens der Unternehmer nicht beachtet und die Rechte der Arbeiterinnen werden oft gekürzt. so werde ihm auch unter so zwingenden Gründen, wie sie hier vorgelegen hätten, eine Um änderung(!!) aus Zweckmäßigkeitsgründen zu überlassen gewesen fein." und" beschloß ein stimmig, die Protestpunkte unter II 1-3 für Die Kommission stimmte diesen Ausführungen durch iv e q bei unerheblich zu erachten." " Kündigungen und Entlassungen. Gründe für sofortiges Vers lassen der Arbeit sind z. B.: Unfittliche Angriffe der Unternehmer oder ihrer Vertreter. Thätlichkeiten, grobe Beleidigungen, unregelmäßige Lohnzahlung, bei Accordarbeit nicht ausreichende Befeitige Vereinbarung ausgeschlossen werden. Wenn Kündigungsfristen schäftigung usw. Die Kündigungsfrist beträgt 14 Tage; sie lann durch gegen bestehen, müssen fie für beide Teile gleich sein. Ausstellung von Zeugnissen. Die Arbeiterin hat das Recht, ein über Art and Dauer ihrer Beschäftigung zu verlangen; behaben tönnen, sind umgesetzlich und zurück zuweisen. Strafgelder. Bestimmungen über Lohnabzüge in Form von Strafgeldern müssen in der Fabrifordmung, die sichtbar aushängen muß, bekannt gegeben sein. Die Berhängung jeder Strafe muß der Arbeiterin ohne Berzug mitgeteilt werden. 4. Sonstige Unregelmäßig. 4. Die Bemängelung des Wahleiten während der Wahlhand- protestes... erweist sich nach ung. Entgegen den Vorschriften Einsicht(!!) der dem Wahl- sondere Merkmale, welche die Schädigung der Arbeiterin zur Folge Der Vorstand der Kasse hat, ohne die Vertretung der Kaffenes§ 27 des Reglements fei, um protokoll beiliegenden Wahl beamten, mit welcher der bisherige Vertrag vereinbart wurde, in en Wahlaft in fieberhafter Wahlmännerlifte als irrig(!). Kenntnis zu setzen, in aller Heimlichkeit einen Vertrag ausgearbeitet, ast nur durchzuführen. Jeder Name ist(!) voll aus welcher das freie den Gewerbegerichten nachgebildete Schiedsgericht ohne jegliche Prüfung geschrieben( ſeit wann?). Der abschafft, und die Entscheidung über Entlassungen in die Hände der der Legitimation der Protest war hiernach(!!) in diesem --Aufsichtsbehörde legt! Wahlmänner nur der Anfangs Bunft für unbegründet zu erachten, Was hätte die Arbeiterschaft wohl dazu gesagt, wenn man bei buchstabe des Kandidaten notiert wie seitens der Kommission ein Schaffung der Gewerbe- Ordnung an Stelle des Gewerbegerichts die worden. stimmig geschehen ist." Entscheidung von Streitigkeiten zivischen Arbeitgeber und Arbeiter in Beweis: Amtliche Auskunft des die Hände des Polizeivorstandes gelegt hätte!? Wenn ein Vorstand das Wahlkommissars." Entlassungsrecht in letzter Instanz der Aufsichtsbehörde überläßt, warum dann so viel Geschrei gegen die Regierungsvorlage, die auch das Anstellungsrecht der Behörde übertragen will? Dieses Verhalten des Vorstandes der Drts- Krankenkasse der Schneider, der schon durch Wiederabschaffung der Wohnungs- Untersuchungen der kranten Mitglieder seine socialpolitische Rückständigkeit bewiesen hat, wird um so unbegreiflicher, wenn man hört, daß die Arbeitgeber gegen die Abschaffung des Schiedsgerichts sind und nur die organisierten Arbeitnehmer die Abschaffung befürworten. Man wird also in der Generalversammlung am 20. d. M. das Schauspiel erleben, daß die Arbeiter sich für Einschränkung der Selbstverwaltung ins Zeug legen und die Arbeitgeber die Interessen der Mitglieder vertreten. Pflicht jedes auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehenden Delegierten wird es sein, die Generalversammlung der Drts- Krankenkasse der Schneider zu besuchen, und den Vorschlag des Borstandes so entschieden zurückzuweisen, daß demselben für die Zu funft die Lust vergeht, der Arbeiterschaft in ihrem stampfe für die Selbstverwaltung in den Weg zu treten. Was uns die obige läßt, sind drei Gründe. Anmerk. d. Red. Man hat es jorgsam vermieden, die amtliche Auskunft des Wahllommissars einzuholen, die der Protest als einziges Beweismittel gegeben. Daß thatsächlich bei jener Wahl, sicher während längerer Zeit, statt der Namen nur die Anfangsbuchstaben in das Protokoll geschrieben worden, läßt sich noch heute durch einwandsfreie Zeugen beweisen. Gegenüberstellung so wertvoll erscheinen I. Die mit ihren Kandidaten Ströhler und Bernstein gegen die Herren Ring und Felisch unterlegenen Nationalliberalen und Freifinnigen haben die so höhnend abgefaßte Beantwortung ihres Proteftes mit verblüffender Ruhe entgegengenommen. II. Als wir neulich scharf tabelten, daß die Freifinnigen im Landtag nicht einmal in der Wahlrechtsfrage ihre Schuldigkeit gethan hätten und im besonderen auf die Nichtausbeutung des Entscheides der Wahlprüfungskommission über die Wahl in Teltow Hygienische und Schutzmaßregeln. Arbeitsräume, Betriebsvorrichtungen, Maschinen und Gerätschaften sind so einzurichten und zu unterhalten, daß die Arbeiterinnen gegen Gefahren für Leben und Gesundheit geschützt sind. Es ist für genügend Licht, reine gute Luft, Beseitigung von Staub und Abfällen zu sorgen; ebenso find Schutzvorrichtungen an Maschinen anzubringen. In Anlagen, deren Betrieb es mit sich bringt, daß die Arbeiterinnen sich umileiden und nach der Arbeit reinigen, müssen ausreichende, für beide Geschlechter getrennte Ankleide- und Waschräume vorhanden sein. Bedürfnisanstalten müssen in genügender Zahl vorhanden und so eingerichtet fein, daß Sitte und Anstand nicht verlegt werden. Arbeiterinnen, achtet darauf, daß diese zu Enrem Schuße erlassenen gesetzlichen Bestimmungen durchgeführt und innegehalten werden. Wir weisen darum von neuem darauf hin, daß nachstehende Bersonen bereit sind, un es den Arbeiterinnen zu ermöglichen, ohne Nachteile für ihre Eristenz auf Beseitigung der Mißstände in den Arbeitsstätten hinzuwirken, wahrheitsgetreue Beschwerden entgegentzunehmen und für schleunigste Abhilfe Sorge zu tragen. Die Namen der Beschwerdeführer werden streng geheim gehalten! Beschwerden nehmen entgegen: Frl. Brader, Bellealliancestraße 95, H. III. Frau Bauschke, Rostoderstr. 46, Quergeb. I Frau Dr. Weyl, Lothringerstr. 67, I. Frau Luh, Waterloo- lfer 9, im Laden. Frau Mesch, Lychenersir. 3, linker Aufg. IV. Frau Tich, Blumenstr. 63, I rechts. Frl. Heidemann, Alte Jakobstr. 118. IV Gr ald Frl. Grünberg, Köpnickerstr. 8b, IV. Frau Jecke, Rigdorf, Steinmez-| Streifenden und des so wenig entgegenkommenden Verhaltens der straße 120, Hof I. Sprechzeit jeden Mittwochabend von 7-9 Uhr. Gewerkschafts- Bureau, im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15, im Laden. Vorm. 9-1 und nachm. 6-8 Uhr. Die Gewerbe- Inspektions- Assistentinnen Frl. Reichert, EngelUfer 4, Frl. Kummert, Georgenkirchplay 21, Frl. v. Bennigsen- Förder, Prinzen- Allee 88, sind für Arbeiterinnen allein jeden Donnerstag von 7-8 Uhr abends und jeden ersten Sonntag im Monat von 9-10 Uhr vormittags zu sprechen. Arbeiterinnenschutz. Im Laufe der Jahre haben wir die Erfahrung gemacht, daß die Arbeiterinnen hinsichtlich der Rechte, die ihnen aus den mannigfachen Schutzbestimmungen der Gewerbe- Ordnung zustehen, vielfach im unklaren find. Da die Volksschulen beziehungsweise Fortbildungsschulen in diesen Dingen vollständig versagen, halten wir es für unfre Pflicht, hier nachzuhelfen. Wir wollen in diesem Winterhalbjahr eine Reihe von Vorträgen halten lassen, welche sich besonders mit den Schutzbestimmungen für Arbeiterinnen befassen. Als Referenten haben wir den ReichstagsAbgeordneten Arthur Stadthagen gewonnen. Zutritt hat ohue weiteres jede Arbeiterin sowie alle diejenigen, welche für die Durch führung des Arbeiterinnenschutzes Jutereffe haben. Der erste Vortrag findet am Mittwoch, den 22. Oftober, abends 8½ 1hr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20, statt. Die Vertrauenspersonen. Rigdorf. Genoffinnen Nixdorfs! Dienstag, den 21. Oftober, abends 8 Uhr, findet bei Thiel, Bergstr. 151-152, eine öffentliche Versammlung statt. Die Tagesordnung steht heute in der Annonce. Genofsinnen, zeigt du Ener zahlreiches Erscheinen in dieser Versammlung, daß Euch die Partei- Angelegenheiten am Orte nicht gleichgültig sind, daß Ihr mit raten und thaten wollt. werde. Die Vertrauensperson. Versammlungsrecht auf Kündigung. Die Franen in dem Wahlkampfe. die " Am beitgeber ben Streit hat ganzer Energie zu fördern. Da es ſich nur um eine verhältnismäßig geringe Anzahl von Arbeitern handele, die ohne besonders fühlbare Belastung der Klassen auf längere Zeit hinaus unterstützt werden können, so seien den Streifenden die benötigten Geldmittel bis auf weiteres bereitwilligst zur Ver fügung gestellt worden, Achtung, Metalldrücker. Die Sperre über den Betrieb von Sackuhr Nachf., Juh. Laue, Hollmannstraße, dauert unverändert fort. Deutscher Metallarbeiter- Verband( Ortsverwaltung Berlin.) In Fürstenwalde a. d. Spree, nicht in Finsterwalde, wie in der Donnerstag- Nummer infolge eines Co fehlers zu lesen ist, befindet sich der Betrieb von Pintsch, in dem die geschilderten Differenzen bestehen. Verfammlungen. " Weißensee. Am 14. d. M. fand im Prälaten" die General versammlung des socialdemokratischen Wahlvereins statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrten die Versammelten das Andenken des verstorbenen Genossen Lange durch Erheben von den Plätzen. Der Lebhafte Beschwerden wurden laut über das rücksichtslose Vor- Vierteljahresbericht des Kassierers ergab eine Einnahme von gehen der Polizei den Streifenden gegenüber. Leyteren wird 493,31 M., eine Ausgabe von 318,93. und einen Bestand von Ein von jeglicher Aufenthalt in ganzen Straßen verboten. Natürlich wissen 174,38 M. Die Zahl der Mitglieder beträgt 501. die Streifenden trogdem ihre Zivede zu erreichen. Taubmann gestellter Antrag, dem Vertrquensmann 50 M. zu überweisen, wurde einstimmig angenommen. Aus dem Jahresbericht des Vertrauensmannes war zu ersehen, daß einer Einnahme von 626.14 M. eine Ausgabe von 536,49 M. gegenübersteht. Im Laufe des Jahres haben 15 öffentliche Versammlungen stattgefunden. Der Sassierer sowie der Vertrauensmann wurden entlastet. Der Bericht des Zeitungsspediteurs N e in weist einen erfreulichen Fortschritt in der Zahl der„ Borwärts" Abonnenten auf. Bei den hierauf volls zogenen Neuwahlen wird Rö 3te einstimmig wieder zum Vertrauensmann gewählt. Als Revisoren fungieren Eschbach, May und Frahm. Die Lokalkommission besteht aus den Genossen Breita freuz, Stablberg, Gehrhard. An Stelle des Genossen Teuber, welcher sein Amt als Abteilungsführer niederlegt, wird wilde gewählt. Der Zeitungskommission gehören Schumann. Schmädice. Siegeri it an. Wegner, Zemke, Haufschild und fonferenz zu senden und werden als solche gewählt: Schumann, Es wird beschlossen, 6 Telegierte zur KreisSchmus, 3emte, tittler, Gehrhard und Content. Der Vorsitzende macht darauf aufmerksam, daß am letzten Sonntag int Oktober eine Flugblattverbreitung für Verbreitung des Vorwärts" stattfindet und ersucht um zahlreiche Beteiligung. Der Weberstreit in Meerane. Ueber die Beteiligung am Streit hat die Streiffeitung jest folgende genaue Bahlen festgestellt: Es arbeiten noch 43 Personen, im Streik find noch 812 männliche und 1139 weibliche Personen; die Zahl der zu versorgenden Kinder beträgt 1261. Von den Streifenden sind 1487 verheiratet und 464 ledig. Organisiert find 1221, nichtorganisiert 730. Die Lage des Streiks ist unverändert. Die Fabrikanten versenden ihre Arbeiten nach den Orten Nennart, Gisterberg, Greiz, Dölau, Reichenbach, und nach Bayern. Die Streikenden sind der Solidarität ihrer auswärtigen 2 rufsgenossen sicher und sehen des= halb guten Muts dem weiteren werlauf des Kampfes entgegen. In Greiz waren bekanntlich die Tegiilarbeiter bei Weber u. Feustel wegen Lohnabzug in Differenzen mit der Firma geraten. Dieser Kouflift ist jetzt beendet, denn die Firma erklärte sich bereit, die alten Löhne weiterzuzahlen und die Lohndifferenz für die zuletzt gelieferten Arbeiten nachträglich zu erstatten. Sociale Rechtspflege. Der Vertrauensmann von Lichtenberg teilt uns mit, daß bezüg lich feiner Abrechnung in dem Bericht über die Versammlung des Wahlvereins( Nr. 243 des Vorwärts") ein Irrtum enthalten ist. Die Einnahmen des Vertrauensmannes betragen 1257,22 M., die Ausgaben 894,32 M., somit bleibt ein Bestand von 362,90 M. Letzte Nachrichten und Depefchen. Die Teilnahme von Frauen und Mädchen an gewerkschaftlichen Berfammlungen ist in euß ä. 2. bekanntlich verboten. gestrigen Sonnabend war nun eine große Textilarbeiter- Versammlung Das Waffenhandwerk, die höchste Arbeit. in Greiz geplant, in welcher zum Meeraner Generalstreit Stellung Fehrbellin, 18. Oftober. Aus Anlaß der Enthüllung des Denk genommen werden sollte. Auf Ausuchen der Agitationskommission mals des Großen Kurfürsten hielt der Kaiser eine Rede, in der er der Textilarbeiter hat das fürstliche Landratsamt verfügt. Der Puter N. verlangte von dem Pusunternehmer u. a. folgendes fagte: daß zut dieser Versammlung ausnahmsweise Frauen Schröder rückständigen Lohn für 4 Tage, wogegen der Beklagte Wit immiger Freude habe ich den Entschluß des Havelund Mädchen Zutritt haben. Das ist nun das dritte vor dem Gewerbegericht einwandte. Kläger habe überhaupt landes und Fehrbellins begrüßt, an diesem Orte dem größten BrandenMal, daß die reußische Regierung, die immer noch gegen nichts zu fordern. Erstens habe es sich um die Fertig burger Kurfürsten ein Denkmal zu setzen. Es ist mir eine große die Einführung eines Vereins- und Versammlungsrechts ist, diefes stellung eines Accordes gehandelt, der schon infolge der Befriedigung, daß ich dazu die Gestalt, wie sie des Künstlers Hand Eintagsrecht schafft. Die Behörde dokumentiert damit, daß die ständigen Abzahlung von 8 W. pro Tag voll bezahlt gewesen sei; für die Sieges- Allee entworfen hat, habe zur Verfügung stellen Teilnahme der Frauen am Versammlungsleben feineswegs staats- und dann habe N. sich betrunken und fast gar nichts in den fönnen. Ein Land, das seine Fürsten ehrt, ein Voll, das ihnen gefährlich ist. Weshalb also sträubt sich Reuß ä. 2. da eigentlich letzten Tagen geleistet. Einige Kollegen des Klägers bekundeten Denkmäler sett, das ehrt sich selbst. Zumal hier in der Mart, wo noch gegen die Einführung eines Vereinsgesetzes? als Zeugen, daß N. thatsächlich getrunken habe und so lange er gerade des Großen Kurfürsten Person wie keine andre in Mühe trant, nur wenig vorwärts gekommen sei. Einen Tag habe er jedoch und Arbeit, in Kampf und Streit seinem Volke und voll gearbeitet. Ein andrer Zeuge sagte aus, der Beklagte babe ver- seinem Lande verbunden war. Mit den Söhnen der Mark prochen, zuzulegen, falls falls man mit der Accordjumine nicht mußte er die einzelnen Teile seines Landes zusammenschweißen, zurechtkomme. Einigen Leuten seien auch die acht Mark pro und mit dem Degen in der Fauft sich sein Hausrecht wahren. Anfäßlich der Landtags- Wahlbewegung in Niederöstreich finden Tag weiter gezahlt worden. Die Kammer 3 des Gewerbe- Denn es war von jeher Sitte: wenn die Völker mit einander rechten Jede Woche auch einige Franenversammlungen statt, welche von den gerichts verurteilte den Beklagten zur Zahlung von 10 Mark. wollten, dann suchten sie sich den deutschen Boden aus, um auf Wahlkomitees einberufen werden, um die Frauen auch zur Mithilfe Begründend wurde ausgeführt: Zunächst sei anzunehmen, Sosten der Deutschen ihre Fehden auszutragen. Zum erstenmal bei der Kleinarbeit und bei der Hausagitation anzueifern. Außer daß der Beklagte die Zahlung der 8 M. pro Tag auch noch nach der hat in deutschen Landen der Große Kurfürst diesem Treiben den socialdemokratischen Frauenversammlungen, die natürlich am Auszahlung der Accordiumme weiter leisten wollte. Vorausseßung hier- ein Ende gesetzt, und durch seine That bei Fehrbellin den zahlreichsten stattfinden, haben auch die freisinnigen bürgerlichen für fei nat lich eine angemessene Arbeitsleistung, welche hinsichtlich Grund gelegt zu der festen Bereinigung der furbrandenburgischen Frauen eine Versammlung einberufen, die von der bekannten des Kläger nicht nachgewiesen sei. Das Gericht habe einen Tag Lande. für die Entwicklung durch die Königskrone bis zur KaiserLehrerin Frl. Fick ert einberufen wurde und bei der die Kandidaten voller Arbeit angenommen und dem Kläger dafür 8 M. zugesprochen. frone. Noch manchesmal hat unser Vaterland schwere Zeiten durchder freisinnigen Parteien erschienen sind. Die Leistungen an den andern Tagen könne das Gericht nur als machen, seinen Boden durch feindliche Armeen zerstampfen Auch der socialdemokratische Kandidat, Reichstags- Abgeordneter folche von einigen Stunden wirklicher Arbeit erachten und dafür nur laſſen müssen. Des großen Königs Majestät Friedrich II. hat sich Dr. Ellenbogen hat in der Versammlung gesprochen. Die Frauen 2 W. rechnen. wehren müssen bis aufs Blut, um sein Erbe zu bewahren. haben beschlossen, für die antiklerifalen Kandidaten einzu Und es hat nichts geholfen, wir haben durch Jena und durch treten und sie fräftigft zu unterstützen. Eine kleine Gruppe Das Arge Berlegenheiten hat ein neunjähriger Knabe seinem Vater, Tilfit hindurchgemußt. war der Schmelzofen, den der freisimmigen bürgerlichen Frauen bat schon im Sommer für die Landtagswahlen gearbeitet durch Verbreitung von Auf- der Buchbing 1 S. bereitet, indem er feinen Eltern ein Arbeits- Gottes Borschung für notwendig gehalten hat, das rufen und Geldfammlungen. In der Ver ammulung selbst haben die verhältnis vorspiegelte, um sich freie Zeit zum Spielen zu sichern. deutsche und das märkische Gold im Feuer erst zu bewähren. Frauen ihr Erstaunen darüber ausgedrückt, daß der bisherige Land- Infolge der Angaben feines Sohues hatte S. gegen den Buchdruckerei- Und schließlich ist es den märkischen Regimentern doch gegeben aller Orten, auch jenseits der Grenzen tags- Abgeordnete, der allgemein geschäyte Dr. Ofner, von befiner Bethke beim Gewerbegericht auf Zahlung von 1,70 m. gewesen, fiegreich an drei unsres engeren und größeren Vaterlandes ihre Fahnen aufzupflanzen feiner Partei, den Freifinnigen" Wiens nicht mehr auf gett und ausgeführt, Bethke habe den Jungen gestellt wird; wie Frauen erwarten, Naamittagen mit dem Austragen von Zeitschriften beschäftigt, ihm und unter Kaiser Wilhelm dem Großen und seinem Heldensohne, eine angenom mene Resolution ausdrückt, daß Dr. Ofner noch fandidieren am Sonnabend aber feinen Lohn gezahlt. Herr Bethke bestritt, den dessen Geburtstag wir heute begehen, die gewaltigen Hammerschläge chemombonecorps de crits durch austrage, it haben, er laffe gar eine befte au thun, die unfer Neich wieder aufrichteten und die deutſche Kaiſerkrone liche Wiener Frauenbund ist selbstverständlich an der Arbeit, und durch Jungen austragen. Der kleine S., den der Vater begleitete, auf dem Schlachtfelde schmiedeten. Es ist mir gegeben, in Frieden Ortsgruppen halten Versammlungen ab, in welchen die christlich blieb aber zunächst vor Gericht bei seinen, den Eltern gemachten das Erbe meiner Vorfahren zu verwalten, aber nur dann können behauptete fogar, ber Beklagte habe habe ihm wir unangetastet friedlicher Arbeit und Entwidlung uns hingeben, wenn socialen Kandidaten Reden halten. Sind doch die Frauen, wie der Angaben und felber die Hefte gegeben und ihn engagiert. Dem unsre Söhne nach wie vor ihre vornehmste und höchste Pflicht in der Führer der Partei, Dr. Zueger, sich ausdrückte, seine sicherste Vorsißenden Dr. Meyer, der die Sache mulmig" fand, Verteidigung des Vaterlandes sehen, die höchste Ehre im Rock des Königs Schutztruppe. gelang es schließlich, durch ernste Ermahnungen den Jungen zu dem und die höchste Arbeit im Waffenhandwerk. So lange ein Märker Geständnis zu bewegen, daß er gelogen habe. Er habe sich gar noch eine Flinte trägt oder eine Lanze schwingt, und so lange noch feine Arbeit gesucht, sondern sei mit seinem Verhalten dem Beispiel ein Hohenzoller seines Portepees gedenkt, so lange wird es gut be yon Spielkameraden gefolgt, die ihn beredeten, zu Hause so zu stellt sein um unser Land." fagen". Herr S., der sich wegen der Sache mehrmals die Arbeit versäumte, mußte nun wohl oder übel die Klage zurücknehmen. Er hat mun noch ein Strafverfahren wegen Beleidigung des Beklagten Bethke und wegen Hausfriedensbruchs in Aussicht, da er in seiner Hamburg, 18. Oftober.( W. T. B.) Auf Antrag des HamErregung über die vermeintliche Vorenthaltung des Lohnes Bethke burger Staates wurde der im Altonaer Hafen liegende schwedische In der Tischlerei von Sache, Fruchtstr. 8, hatten die Gesellen nicht nur in deffen Wohnung, sondern auch auf der Straße Tampfer Aron", der am legten Donnerstag bei Curhaven ein die Arbeit niedergelegt. Sie verlangten, daß die durch fortgesezte heftige Vorwürfe genacht und dabei derbe Ausdrücke gebraucht Botsenschiff überrannte, wobei ein Lotse und ein Matrose ertranten, Abzüge verminderten Löhne wieder auf die frühere Höhe gebracht hat. Der Anregung eines Beisigers, die Sache zu begraben, will mit Beschlag belegt. Der Hamburger Staat macht eine Forderung werden, und daß zwei Gesellen, die mit einem Schein von Herr Bethke nicht folgen. bon 60 000 M. als Schadenersableistung für die Hinterbliebenen der dem Arbeitsnachweis der Junung eingestellt waren, wieder Der Vorsitzende Meyer ersuchte Herrn S., den Sohn wegen des beiden Verunglückten geltend. entlassen würden, ein Verlangen, welches angesichts des Dummenjungenstreichs nicht zu schlagen, sondern es bei den Ver Kampfes, den den die organisierten Holzarbeiter ſeit Monaten mahnungen vor Gericht bewenden zu lassen und im übrigen für eine gegen der Jnnung führen, durchaus Die Bergarbeiterbewegung in Frankreich. berechtigt ist. Den 18 Mitgliedern des Deutschen Holzarbeiter beffere leberwachung des Kindes zu sorgen, Saint Etienne, 18. Oftober.( W. T. B.) Der Sekretär des Verbandes, welche in den Streif traten, schlossen sich anfangs auch vier in der Werkstatt beschäftigte Mitglieder des christlichen Ver- Wegen unberechtigter Entlaffung beanspruchte der Bademeister M. Verbandes der franzöfifchen Dockarbeiter hat den Sekretär des engbandes an. Aber deren Solidarität hielt nicht lange Stand. Der von dem Badeanstalts- Besizer Stanger durch Klage beim Ge- lischen Verbandes ersucht, au veranlassen, daß teine englischen Kohlen Vorsigende der christlichen Organisation, Herr Hammling. war es, werbegericht eine größere Entschädigung, die sowohl Gehalt mit der Bestimmung nach Frankreich verladen werden. der seine christlichen Stollegen zum Streifbruch trieb. Er war es, als auch entgangene Trinkgelder umfaßt. Gegen die Klage Garmang, 18. Oftober. In einer Versammlung der ausständigen der sie zur Wiederaufnahme der Arbeit überredete, während der be- wurden verschiedene Einwände erhoben, so z. B. der, daß M. Bergleute teilte das Mitglied des Ausschusses des nationalen Bergdeutsame Stampf gegen den Arbeitsnachweis noch von den Mitgliedern des wegen grober Beleidigung des Chefs hätte vor Vertragsablauf ent- arbeiter- Verbandes. Joucaviel, mit, daß gegenwärtig 160 000 BergDeutschen Holzarbeiter- Verbandes weitergeführt wurde. Aber nicht genug laffen werden fönnen. Auch wurde die Zuständigkeit des Gewerbe- leute sich im Aussland befinden und nur 14 000 arbeiten. damit, der chriftliche Vorsigende sorgte auch dafür, daß die Werkstatt gerichts bezweifelt, weil M. mehr als 2000 M. Jahreseinkommen so weit wie möglich mit chriftlichen Streifbrechern besetzt wurde. habe und Trinkgelderforderungen, da es keine Lohnforderungen Er holte seine arbeitswilligen christlichen Brüder aus andren Wer seien, nicht vor das Gewerbegericht gehörten. Das Gericht stellen herbei und suchte solche außerdem durch Inserate in der Märkischen Volkszeitung" und in der Christlichen Holzarbeiter Zeitung". So nimmt der Leiter einer christlichen Arbeiterorganisation Sie Arbeiterinteressen wahr oder richtiger: So tritt er die Arbeiter interessen mit Füßen, und die Mitglieder seiner Organisation folgen wie Schafe dem schändlichen Vorgehen ihres Hammling. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. = Der christliche Holzarbeiter Berband eine StreifbrecherOrganisation. den Arbeitsnachtveis Befchlagnahmter Dampfer. Wirren in Venezuela. New York, 18. Oftober.( W. 2. B.) Der hiesige benezolanische Generalfonful erhielt eine aus Caracas von heute datierte Tepesche von Castros Sekretär Cardenas, welche besagt:" Castro sendet die Nachricht von einem vollständigen Siege nach fiebentägigem blutigen Stampf, in dem die Aufständischen 3000 Mann verloren." ( Kammer VI) erklärte fich für zuständig und der Vorsitzende Dr, Wölbling führte hierzu aus: Jm Gegensatz zu einem landgerichtlichen Urteil fei das Gewerbegericht der Meinung, daß auch Trinkgelder forderungen zur Zuständigkeit der Gewerbegerichte gehörten, da es dem Arbeitsverhältnis, aus dem Arbeits Forderungen aus vertrage feien. Gleichgültig wäre hierbei, cb Trinkgelder einen Das ist keine Verirrung Einzelner, sondern ein durch die Teil des Lohnes bildeten oder nicht. Auch wäre das Gericht Organisation der christlichen Holzarbeiter planmäßig betriebener trop des hohen Verdienstes des Klägers zuständig, denn er Konstantinopel, 18. Oftober.( 8..) Gestern ereignete fich Streikbruch, der die schärfste Verurteilung aller Arbeiter verdiens, fei fein höherer technischer Angestellter im Sinne des Gewerbedie es ehrlich meinen mit der Vertretung ihrer Interessen. gerichts- Gesezes, für den das Gewerbegericht nicht mehr zuständig auf der Brücke zwischen Galatha und Stambul ein schwerer Unglückssei, wenn der Jahresverdienst mehr als 2000 Mark betrage. Als fall. Ein Knabe war ins Wasser gefallen und bald hatte sich auf der Bademeister sei er vielmehr einfacher Arbeiter, wenn er auch gewisse Brücke eine große Menschenmenge angesammelt. Das Geländer der Zum Streik der Bleiglaser, Glasmaler und Messingglaser. In Fähigkeiten besigen müsse. In der Sache selbst entschied das Ge- Brüde gab nach und alle Suschauer stürzten in die Tiefe. Die Zah! der Bersammlung der Streifenden am Sonnabend fam ein Schreiben richt zu Ungunsten des Klägers. Es erachtete die vorzeitige der Verunglüdten ist noch unbestimmt. vom Vorfizenden des Arbeitgeber- Verbandes, Herrn Röhlich, zur Vers Entlassung für berechtigt, weil der Stläger, ohne es beweisen zu können, Paris, 18. Oftober.( B. H.) Morgen Vormittag 10 Uhr findet Lesung, worin dieser mitteilt, daß die Arbeitgeber zu erneuten Ver- behauptet hatte, der Beklagte habe die Elektricitätswerke dadurch handlungen bereit sind. Die Streifenden nahmen mit Befriedigung gefchädigt, daß er Elektricität von der Zuleitung vor dem Elektris in der hiesigen Arbeiterbörse eine Versammlung des Komitees des Stenntnis von dem Inhalt des Schreibens und beauftragten ihre eitätsmesser für seinen Betrieb abgenommen habe. Hierin sah das nationalen Vergarbeiterverbandes zur Besprechung der Lage statt. Lohntommission, nochmals die Herbeiführung einer Einigung Gericht eine grobe Beleidigung, die zur sofortigen Entlaffung be- Der Arbeiterführer Cotte wird der Versammlung beiwohnen. auf annehmbarer Grundlage au versuchen. Sodann wurde rechtigte. in Anbetracht der überaus bekannt Gewerkschaftstartell gegeben: das nach reiflicher Prüfung der Sachlage zu dem Entschluß gekommen, bescheidenen Forderungen der fei Roburg, 18. Oftober.( B. Schaffer.) Zum provisorischen Nachfolger des gestern entlassenen Staatsministers von Sachsen- Koburg wurde heute Staatsrat Schmidt- Gotha als Leiter der Ministerialgeschäfte vom 1. Dezember ab ernannt. Berantwortl. Redakteur: Cart Veid in Berlin. Inferatenteil verantwortlich: Th. Glone in Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Dierzu 4 Beilagen n. Unterhaltungsblatt Nr. 245. 19. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sounting, 19. Oktober 1902. 197. Sigung. Sonnabend, den 18. Oftober 1902, mittags 12 Uhr. Am Bundesratstisch: Graf Posadowsky, v. Podbielski, v. Rheinbaben. Die zweite Lesung des Bolttarif Gefeßes ( Minimal- und Marimalsätze für Roggen und Weizen) wird fortgesezt. Abg. Dr. Pachnicke( frs. Vg.): ist man Abg. Frhr. v. Wangenheim( f.): ( Heiterkeit.) in Bolltarif überhaupt nicht zu stande kommnt. Das vorteilhafteste wäre, seiner Mehrheit sich mit den verbündeten Regierungen bezüglich der die bestehenden Verträge zu verlängern. Freilich, es ist wahrschein Agrarzölle auf dem von uns vorgeschlagenen Boden zu einer Vers lich, daß die Regierung nach wie vor die Agrarier, denen sie ihre ständigung zusammen findet.( Unruhe rechts und im Centrum. Niederlage verdankt, unterstützt. So wird es voraussichtlich auch Rufe: Verständigung??) wieder beim nächsten Wahlkampf fein. Aber schließlich wird jede Es liegt mir fern, mich des langen und breiten über die viel Regierung so behandelt, wie sie es verdient. Wir werden, wenn bestrittenen Fragen noch des weiteren auszulassen. Die Versuchung der Zolltarif zur Parole der nächsten Wahlen wird, in den Kampf läge ja nahe, insbesondere der linken Seite auf ihre scharfen Aneintreten mit dem Rufe: Festhalten an der bewährten Handelspolitik griffe zu erwidern. Aber zwei Vorwürfe kann ich doch nicht unund fort mit dem Zolltarif, der sich nach jeder Richtung als ver- erörtert lassen: Den einen, daß wir mit dieser Vorlage thatsächlich fehlt erwiesen hat!( Lebhafter Beifall links.) eine Brotverteuerung inscenieren. Das ist nicht unsre Absicht.( Burufe links) und wird auch nach unsrer Anschauung nie Wirkung der Vorlage sein. Die Herren von der Linken haben sich den Beweis für diese BeDas Ergebnis der Abstimmung in zweiter Lesung ist nach der Der Landwirtschaft kann nicht mit halben Maßregeln geholfen hauptung trotz des fast unheimlichen Zahlenmaterials, das sie vorbisherigen Debatte klar. Der 7,50 Mart- Zoll, einst das Palladium werden. Wenn man dies immer wieder versuchen will, so wäre es gebracht haben, doch etwas leicht werden lassen. Das, was erst zu der Landwirtschaft, ist jezt nur noch eine leere Demonstration und besser, nach dem Vorschlag der Socialdemokratie Grund und Boden beweisen ist, daß nämlich eine unbedingte zahlenmäßige Kongruenz wird abgelehnt. Ebenso der Antrag Heim. Wahrscheinlich wird der zu verstaatlichen. Ich bin davon überzeugt, daß Herr v. Thielmann zwischen der Höhe der Zollsätze und der Höhe der Getreidepreise beKompromißvorschlag angenommen, also die Mehrheit verharrt auf das ganz vorzüglich machen würde.( Heiterkeit.) Die Beschlüsse der stehe, haben die Herren von der Linken als bekannt vorausgesetzt. einem Standpunkt, den die Regierung für unannehmbar erklärt. Kommission bieten keinen Ausgleich zwischen Landwirtschaft und Jn( Sehr richtig! rechts.) Wir bestreiten diese Voraussetzung in Nach den Regeln der Logik müßte dann die Be- dustrie.( Reichskanzler Graf Bülow betritt den Saal.) dem behaupteten Umfange. Damit fällt ein großer Teil ratung abgebrochen werden, wahrscheinlich aber wird man Diese Beschlüsse sind nach meiner persönlichen Auffassung, die von aller vorgebrachten Argumentationen in sich zusammen.( Zuruf bei trotz der schroffen Gegenfäße weiter beraten. Ich für meine den meisten meiner politischen Freunde geteilt wird, nicht geeignet, den Socialdemokraten: Seite 153 der Drucksachen! Person glaube im Gegensatz zu manchen Aeußerungen der die Parität zwischen Landwirtschaft und Industrie her- Heiterfeit. Präsident Graf Ballestrem bittet wiederholt, den Rinken nicht mehr an eine Verständigung. Das zustellen. Die Kommissionsbeschlüsse könnten mur dann annehmbar Redner nicht zu unterbrechen.) Die Frage, ob und Barlament ist schließlich doch kein Viehmarkt oder ein Theater, quf sein, wenn eine wesentliche Herabsetzung eines Teiles der Industrie- welchem Umfange Maßnahmen der Zoll- und Steuerpolitik einen dem sich schließlich die Paare doch noch kriegen. Ich trane den zölle eintrete.( Hört! hört! links.) Die von mir und meinen Einfluß haben auf die Preisgestaltung der davon betroffenen Artikel, Mehrheitsparteien bis zum Beweise des Gegenteils noch die Selbst- Freunden eingebrachten Anträge entsprechen dem, was sämtliche iſt eine der allerdunkelsten und geheimnisvollsten Fragen der achtung zu, die die eigne Entwürdigung ausschließt. deutsche Landwirtschaftskammern und Bauernvereine für die Land- theoretischen Volkswirtschaft. So viele gelehrte und ungelehrte Köpfe Von konservativer sowie von seiten des Centrums ist ein Zurück- wirtschaft für unmöglich notwendig halten. Gegen die Motive, die sich auch schon mit diesem Problem beschäftigt haben, noch niemand weichen auf die Vorlage als ganz unmöglich, als politischer uns bei der Wiedereinbringung dieser Anträge unterschoben worden ist zu einer schlüssigen Beweisführung gekommen. Man kann Selbstmord bezeichnet worden. Sollten sie dennoch zurückweichen, find, muß ich mich entschieden verwahren. Eine Demon- höchstens Vermutungen aufstellen oder, wie es ja auch der Herr so würde man mit Fingern auf sie weisen, ihr moralischer Kredit stration wäre es nach meiner Meinung nur, wenn man solche Reichskanzler gethan hat, Schlußfolgerungen aus der Vergangenheit tväre für alle Zeiten dahin. Selbst wenn sie fich aber Anträge in ehrlichster Ueberzeugung verteidigt und nachher, ziehen. Die ganze Periode des landwirtschaftlichen Zollschutzes jeit dazu verstehen könnten, würden sie doch damit den Zweck, die sobald auf ernsthaften Widerstand stößt, doch 1879 zeigt mit verschwindenden Ausnahmen in der zwingendsten Vorlage zu stande zu bringen, nicht ereichen. Sie würden also vor unter sie herabginge.( Mehrfaches Sehr richtig! rechts.) Wir werden Weise, daß die Preisskala der landwirtschaftlichen Produkte ihre Wähler moralisch diskreditiert und mit leeren Händen treten aber trotz des Widerstandes auf unsrer eingenommenen Position ver- nach unten gefallen ist. Während dieser ganzen Zeit sind müssen. Das werden sie schon mit Rücksicht auf die Agitation harren. Unter den heutigen Umständen kommt es vor allem darauf die Getreidepreise nicht höher, sondern niedriger geworden. vermeiden müssen. Wie der Reichskanzler unter diesen Umständen an, das, was die Landwirtschaft notwendig hat, mit allen Mitteln Die ganze Wirkung der Getreidezölle hat sich darin erschöpft, einen noch auf eine Verständigung rechnen fann, zu verteidigen, nicht aber einen faulen Kompromiß zu schließen. weiteren Preissturz hintanzuhalten, wie er ohne jeden Schutzzoll unverständlich, sie wäre mir noch durch ein Wunder möglich. Auf( Sehr richtig! rechts.) Herr Herold beklagte sich gestern über die hätte eintreten müffen. Verhältnisse wie in England wollen wir die Regierungsvorlage würden sich, wenn es überhaupt darüber zur Agitation des Bundes der Landwirte. Wir würden sehr gern auf in Deutschland nicht herbeiführen. Wir wollen keine BrotverbilligungsAbstimmung fäme, höchstens 40 Stimmen der Nationalliberalen ver- die Agitation in Centrums- Wahlkreisen verzichten, wenn das Centrum die Politik um jeden Preis auf Kosten der Landwirtschaft. England einigen. Das ist der parlamentarische Mißerfolg. Dazu kommt Interessen der Landwirtschaft genügend wahrnähme. Das ist aber produciert höchstens ein Zwölftel seines Getreidebedarfes selbst. Wir die Wirkung des deutschen Zolltarifs auf das Ausland. Alle innerhalb der katholischen Bauernvereine nicht der Fall. Wir wären wollen in Deutschland nicht in kritischen Momenten völlig auf die Nachbarstaaten haben ihr handelspolitisches Rüstzeug verstärkt, gleich- furchtbare Narren, wenn wir die katholischen Landwirte zum Abfall Getreide- Einfuhr aus andren Staaten angewiesen sein. Eine solche fam als ginge es nicht zum Zollfrieden, sondern zum Zollkrieg. Das vom Centrum austachelten. Aber auch das Centrum sollte seine Ausdehnung der Viehzucht, wie sie in dem Jusularklima fann kein Zufall sein, wie Graf Kanis meinte, sondern es ist die Angriffe statt gegen uns lieber gegen die Seite richten, die ihm ge- Englands möglich ist, wäre auch in Deutschland gar nicht direkte Folge der schutzöllnerischen Bestrebungen in Deutschland. fährlich werden kann, d. h. gegen die Socialdemokratie. durchzuführen. Bei uns bildet der Getreidebau das Fundament Schon seit 1897 liegen diese handelspolitischen Ansteckungskeime( Lebhafter Widerspruch im Centrum; Zuruf des Abg. Bachem.) Herr und das Rückgrat des gesamten Wirtschaftslebens.( Lebhafte Zus Schon seit 1897 liegen diese handelspolitischen Ansteckungskeime Herold erwähnte gestern die Haltung des rheinischen Bauernvereins. Stimmung rechts.) Wir haben somit das lebhafte Bestreben, durch eine in der Luft, und die Inkubationsperiode hat lange genug gedauert, um auch andre zu infizieren.( Sehr gut! Tints.) Es ist auch eine Der Vorsitzende dieses Vereins, Graf Spee, ist im Wirtschaftlichen entsprechende Erhöhung des Zollschutzes für eine Festigung der ins ganz falsche Ansicht, als wenn Graf Bülow auf jeden Fall die Ausschuß immer mit mir einer Meinung gewesen. Ich weiß, Wanken geratenen landwirtschaftlichen Verhältnisse zu sorgen. Von der Garantien für den Abschluß von Handelsverträgen schon in der daß er, wie auch der Bauernverein selbst, noch heute auf dieſem linken Seite wurde den verbündeten Regierungen vorgeworfen, ihre Hand hätte. Standpunkt steht.( hört! hört!) Herrn Dr. Heim möchte ich gegen Politik nütze mur einer kleinen Minderzahl von Grundbesitzern, bon Mindestzölle lediglich für Getreide sind ein Widerspruch in sich die Vorwürfe des Abg. Herold in Schutz nehmen.( Große Heiterkeit Junkern.( Sehr richtig! links.) Unfre Bauern in Süddeutschland Mindestzölle lediglich für Getreide sind ein Widerspruch in sich. links und Sehr gut!) Der Antrag des Dr. Heim geht aus speciell werden höchlichst erstaunt gewesen sein über diese Standesverände Dieselben Gründe würden dann auch für Minimalzölle auf die Induſtrieprodukte sprechen. Das System der Mindestzölle ist aber bayrisch- partikularistischen Erwägungen hervor. Die bayrischen rung, die ihnen Herr Antrick zuerkannt hat.( Heiterkeit rechts.) auch falsch vom Standpunkt der landwirtschaftlichen Interessen selbst. Bauernvereine wünschen speciell Zollerhöhungen für Gerste und Indem wir für den Schutz unsrer nationalen Getreideproduktion Der gesamte Handel ag mit Ausnahme der beiden Handelskammern Hafer. von Metz und Saarbrücken hat sich gegen Mindestzölle auch in der Redner möchte ich lieber nicht eingehen.( Zuruf links: Ist auch feines Beweises.( Zuruf bei den Socialdemokraten: Das machen Auf die Ausführungen der freifimmigen und socialdemokratischen Diese Thatsache bedarf für jeden Kenner der süddeutschen Verhältnisse eintreten, leisten wir der gesamten Bevölkerung wertvolle Dienste. jezigen Form erklärt. Auch der Centralverband deutscher Industrieller hat sehr ernste Bedenken dagegen erhoben. besser! Heiterkeit.) Herr Bachnicke hat zwar sehr viel Sie sich sehr leicht unsre jüddeutſchen Bauern müßten ſehr einEs wird durch das System der Mindestzölle ein Schutzdamm hat keinen von landwirtschaftlichen Begriffen gesprochen, er selber aber Begriff von der Landwirtschaft. fältige Leute fein, wenn sie entgegen den eignen Vorteilen den Groß gegenüber der Vernunft aufgerichtet, falls diese ein weiteres hinunter Nach der Rede des Herrn Reichskanzlers, der mit dürren Worten den grundbesigern nachlaufen und deren Geschäfte besorgen wollten. setzen der Zollsäge fordert. Der Reichskanzler hat vorgestern alle früher von ihm vorgebrachten Argumente gegen die Linke wieder Kompromißantrag abgelehnt hat, war es absolut notwendig lofigkeit ab, fie lehnen bei allem Wohlwollen gegenüber den unteren Die verbündeten Regierungen lehnen eine Politik der Schutzholt. Nur den Vorwurf, daß die Linke nicht den genügenden zunehmen. Eine Einigung wird nicht zu stande kommen, wenn Bevölkerungsklassen eine Politit der Brotpreisverbilligung um unsre Anträge für das Plenum wieder auf= nationalen Egoismus befize und die Geschäfte des Auslandes besorge, bie Regierung auf ihrem Standpunkt verharrt. Die Anträge, die wir jeden Preis ab, die nur auf Kosten andrer wichtiger Berufsstände hat er diesmal nicht zu wiederholen gewagt. Denn eine WiederWir verkennen aber auch nicht, holung dieses Vorwurfs würde diejenigen Herren aus dem Bundesrat jest ohne Rücksicht auf die Industrie, die auch auf uns keine Rück vollzogen werden könnte, ab. felbst treffen, die in der Kommission die Interessen ihrer Staaten sicht nimmt, ſtellen, werden noch auf lange Zeit hinaus das Ziel daß bei der Frage der Getreidezölle in der That eine ganze Weihe sein, nach dem die Landwirtschaft strebt und streben muß. unter Berufung auf die Stellung des Auslandes vertreten haben. delikater Momente mitspielen und daß eine Erhöhung der G Für die von Herr Herold sagte, mit Professorenansichten könne Herrn Herold erwähnte Resolution der Konservativen im Abgeordneten- 3ölle immer mit einer gewiffen Unruhe aufgenommen zu werden man alles beweisen. Ich mußte dabei an das Wort Mephistos hause habe ich selbst gestimmt, ohne mich aber auf die Zahlen festzulegen. pflegt. Von diesem Gesichtspunkt aus muß die Frage der Getreide denken: verachte nur Vernunft und Wissenschaft, der Der Herr Reichskanzler hat gesagt, daß wir das nächste Mal bei den zölle mit einer gewissen Vorsicht und Mäßigung behandelt werden. Menschen allerhöchste Kraft, und Mephisto ist es, der fortfährt: Da Verhandlungen mit Rußland viel weitergehende Konzeffionen Es giebt hier Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Meine verehrten Herren von der Rechten( Unruhe rechts, hab ich Dich schon unbedingt."( Sehr gut! links.) In allen würden machen müssen, als bei den letzten Handelsverträgen. Es ist Gegenden, wo die Viehzucht überwiegt, find sich die Bauern selbst zweifellos, daß darunter wieder die Landwirtschaft wird leiden Lachen links), es ist für die deutsche Landwirtschaft sehr Gegenden, wo die Viehzucht überwiegt, find sich die Bauern selbst müssen und zwar bei den Viehzöllen, deren Bindung ja die Regie die voraussichtlich längere Zeit gegenüber der öffentlichen Meinung formulierte Schutzölle zu habent, darüber klar, daß ihnen durch die Kornzölle die Futtermittel ver- müssen und zwar bei den Viehzöllen, deren Bindung ja die Regie- viel wichtiger, maßvoll teuert werden. An eine allgemeine Entwertung des Grund und rung abgelehnt hat.( Hört! hört! rechts.) Gegenüber der Ver- die voraussichtlich längere Zeit gegenüber der öffentlichen Meinung Bodens, wie sie uns Herr Herold vorwarf, denken wir nicht, wir ſicherung, daß die Industriezölle als Kompensationsobjekt dienen standhalten werden, als andre Zölle, die ein einziges Notstandsjahr wollen nur eine übertriebene künstliche Steigerung verhindern.- heren, muß ich lagen: Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt eigen müßte, wan muß sich auch vor der Daß Deutschland sowohl Agrar- wie Induſtrieſtaat sein soll, schwung in den regierenden Kreisen erlebt, daß wir schutz die ganze Agrarfrage gewissermaßen aus einem Punkte gelöſt der Glaube. Wir haben so häufig einen so völligen Ilm- falschen Auffassung hüten, als ob durch den landwirtschaftlichen Zolleine Teere Redensart. Die Entwicklung geht uns auf Versprechungen der Regierung nicht mehr werden könnte. Das ist in keiner Weise der Fall. Auch meine unstreitig zum Induſtrieſtaat hin. Auf die Entwicklung muß unsre verlassen können. Lange Zeit hat der Doppeltarif als die Regierung steht auf dem Standpunkt, daß die landwirtschaftlichen Handelspolitik Rücksicht nehmen. Besonders wird nun immer auf Grundlage des Zolltarifs gegolten, jegt heißt es: apage Satanas, 3olfragen keineswegs den alles beherrschenden Mittelpunkt der Handelspolitik Rücksicht nehmen. Besonders wird nun ininter auferlaffen die finkenden Frachten hingewiesen. Gewiß, die Frachten find ge- wir haben Dich nie gekannt. Ich sehe unsre ganze innere Agrarfrage bilden. Wenn Sie( nach rechts) bedenken, was sunken, aber Sie täuschen sich, wenn Sie meinen, daß diefes Sinken Situation sehr pessimistisch an. Nach außen werden rauschende Feste alles bereits für die Landwirtschaft geschehen ist, wie viele Millionen fortdauern wird. Im Gegenteil wird sehr bald wieder ein Anziehen gefeiert, unter der Decke aber sehen wir eine folossale Menge von ihr zugewandt worden sind, so werden Sie den verbündeten der Frachten zu beobachten sein. Graf Kanis sprach nur von den Glend und miserable Finanzen. Für einen konservativen Mann Regierungen zustimmen, daß man auf dem delikaten Nachteilen, die die Landwirtschaft angeblich von der Gesetzgebung ist die Oppositionsstellung gegenüber der Regierung ja ſehr Gebiet der landwirtschaftlichen Zollfragen allen Anlaß hat, mit einer gehabt hat, die großen Vorteile hat er gar nicht erwähnt.( Sehr schwer. Wir haben es aber momentan mit einer Regierung glaube, in der Frage der Getreidezölle noch weiter entgegenkommen, gewissen Zurückhaltung vorzugehen. Wir könnten Ihnen, wie ich richtig! links.) Ich erinnere nur an das ViehsenchenGesez, an die Central- Genossenschaftskasse, den Meliorations- Phun, die ich zu meinem Bedauern als konservativ, als staatserhaltend nicht ansehen kann.( Sehr richtig! rechts.) wenn wir in Deutschland noch dieselbe wirtschaftliche Struktur fonds, vor allem daran, daß er die Vertreter der Landwirtschaft von allen schönsten Versprechungen weicht diese Regierung vor hätten wie vor 30, 40 Jahren. Damals betrug die landwirtschaft= Graf Bülow sprach von der Obstruktion. Er hätte sich richtig! rechts.) Die deutsche Landwirtschaft wird troy all Ihrer Industrie steckte noch in ihren Anfangsstadien. Seitdem hat sich eine dem Geschrei einzelner Interessencliquen flanglos zurück.( Sehr liche Bevölkerung noch weidrittel der Gesamtbevölkerung. Die dabei an die Rechte, an den Bund der Landwirte wenden Reden das Fundament des Deutschen Reiches bleiben. Wir berufen großkapitaliſtiſch organisierte Industrie entwickelt, die zum großen müssen.( Sehr richtig! links.) Die Deutsche Tageszeitung" hat die Obstruktion innerhalb der Grenzen der Geschäft einer ficher fundierten Bauernschaft! Wenn in dem Geiste der Aera wicklung Deutschlands zum Industriestaat vielleicht beklagen, aber uns auf das Wort des Kaisers: die Zukunft des Landes liegt in Teil Exportindustrie ist. Man kann die große Haft dieser Entordnung für durchaus berechtigt erklärt. Wir begnügen uns damit, Caprivi jest weitergearbeitet werden soll, dann fägen die verwir müssen einmal mit der Thatsache rechnen, daß wir eine die Vorlage gründlich zu beraten, wogegen wir uns mir wenden, binbeten Regierungen den Aft ab, auf dem die Monarchie blühende Exportinduſtrie haben, in der Millionen von Arbeitern beist das Töff- Töff- Tempo der Verhandlungen, wie es der Abg. Brömel ruht.( Sehr richtig! rechts, Heiterkeit links.) Wir schäftigt find. Es kann den verbündeten Regierungen nicht gleichin der Kommission charakterisiert hat. Indem Sie in der Kommission in dem schweren uns bevorstehenden Kampf den Fehler der gültig sein, ob diese Industrie ihren ausländischen Abfahmarkt behält gegenüber der Minderheit einfach die Guillotine arbeiten ließen, Planlosigkeit vermeiden, durch den die Boeren unterlegen find, oder nicht. Auch Sie, meine Herren von der Rechten, sollten einum fie muundtot zu machen, haben Sie uns gezwungen, das Vergestehen, daß die verbündeten Regierungen Ihnen eigentlich recht fäumte im Plenum nachzuholen. Sollten Sie auch hier mit Schluß- unsre Bauern werden planeinig und geschlossen hinter uns stehen. weit entgegengekommen sind( Sehr richtig! links.), weiter als mancher anträgen kommen, werden wir uns dagegen auf das entschiedenste Badischer Finanzminister. Dr. Buchenberger. ernsthafte Politiker sich noch vor fünf, sechs oder sieben Jahren hätte wehren. Gegen Bergewaltigung gilt noch immer das Recht der Der Herr Vorredner wird sich wohl selbst nicht darüber im träumen lassen.( Lebhafte Zustimmung links. Große Unruhe rechts.) Notwehr.( Sehr richtig! links.) Es würde der Würde des Reichs- Zweifel sein, daß die Anträge, zu deren Begründung er eben ge- Sie thun nicht gut mit dieser Politik des alles oder nichts!( Lebhafte tages nicht entsprechen, wenn wir eine derartig tiefgreifende Materie sprochen hat, keine Aussicht haben, auch nur von einem nennens- Burufe rechts.) Es ist vom Standpunkte der Landwirtschaft nicht eingehend beraten würden. Herr Paasche freilich traut uns werten Bruchteil des Hauses angenommen zu werden. Daher war nicht zweckmäßig und flug, diese Politik zu verfolgen. Ich habe eine derartige Flüchtigkeit zu. Wir können Herrn Paasche es mir einigermaßen unverständlich, daß Herr v. Wangenheim als mich aber gefreut über die Erklärungen, die gestern aus dem nicht das Recht zugestehen, hier als unser Censor aufzutreten. Vertreter der landwirtschaftlichen Interessen gleichwohl sich veranlaßt Munde des Abg. Paasche gefallen find( Große Heiterkeit), und es ist ( Sehr richtig!) Wenn dem Herrn Reichskanzler au der Würde des gesehen hat, in dieser Stunde mit solchen Anträgen hervorzutreten. nur zu wünschen, daß dieser Vorgang Nachahmung findet. ZahlReichstages so viel gelegen ist, so möge er Mehrheitsbeschlüsse dieses In diesem kritischen Stadium der Beratung müßte doch gerade von reiche badische Landwirte haben mir erklärt: Herr Miniſter, wir Reichstags anders behandeln als das bisher geschehen ist.( Sehr den Freunden der Landwirtschaft alles vermieden werden, was dazu nehmen, was wir kriegen können!( Heiterkeit links, Unruhe rechts.) richtig! links.) Der Zusammenhang zwischen Zolltarif und Kartellen beitragen könnte, die Stimmen der landwirtschaftsfreundlichen Es erfordert allerdings ein gewisses Opfer, einen Teil seiner ist noch nicht genügend beleuchtet worden. Die meisten Kartelle find Parteien zu zersplittern. Die Stellung der verbündeten Regie- Wünsche aufzugeben. Aber Sie müssen sich zu diesem Aft der Selbstentstanden, feit dem Deutschland zum Schutzzoll Schutzzoll über rungen ist eine besonders schwierige, da wir gewissermaßen nach verleugnung entschließen.( Lachen links.) Ein Aft der Selbstüber- rungen gegangen ist. Sie haben gewiß teilweise ihre wirtschaft zwei Fronten zu kämpfen haben. Die linke Seite des Hauses be- verlengmung ist ja auch von den Mitgliedern des Bundesrats verliche Berechtigung, wirfen aber andrerseits durch ihre Preis- fämpft entweder grundsäglich alle Zölle auf Produkte der Land- langt worden.( Hört! hört!) Der Zolltarif ist im treibereien und die Verteuerung von Rohstoffen und Halb- wirtschaft oder lehnt es ab, über die jetzigen Vertragszölle Bundesrat nicht ohne große Mühe und Schwierigkeit zu Fabrikaten äußerst schädlich. Man kann sich aber nicht gegen die hinauszugehen. Andrerseits befinden wir uns in einer gewissen stande gekommen. Nach Ansicht dieser oder jener NeSchäden der Kartelle wenden und gleichzeitig für noch immer er Frontstellung gegenüber den landwirtschaftsfreundlichen Parteien, gierung besteht noch ein Rest bon Unzufriedenheit, höhten Schutzzoll, der den Kartellen die Stonkurrenz fernhält, ein- denen wir doch in so weitgehendem Maße entgegengekommen sind. aber wir haben uns über die Einzelheiten himveggesetzt, um das treten. Die Regierung will ja nun eine kontradiktorische Enquete( Lachen rechts.) Dieser Stellung der rechten Seite des Hauses Ganze zu retten. Es wäre höchste Zeit, daß es in diesen erbitterten über die Kartelle veranstalten. Diese Enquete erst vornehmen, wenn gegenüber möchte ich auch meinerseits ausdrücklich betonen, daß die Kämpfen zu einer Verständigung fäme. Es befindet sich ja in diesem der Zolltarif abgeschlossen werden soll, heißt nichts audres als erst badische Regierung, die ihre Agrarfreundlichkeit durch lange Jahr hohen Hause zweifellos eine ausgesprochene Mehrheit, die mit den regeln und dann prüfen.( Sehr richtig! links.) Wenn die zehnte bewiesen hat( Widerspruch rechts), den größten Wert auf die Regierungen den Schutz der nationalen Produktion will. Es ist Beit zu solchen Untersuchungen jetzt fehlt, so liegt das an Durchbringung dieses Zolltarifs legt, daß sie aber im Einklang zweifellos auch eine Mehrheit vorhanden, die mit uns die Politik den verfehlten Dispositionen der Regierung. Im übrigen mit den sehr unzweideutigen Ausführungen des Herrn Reichs- der Handelsverträge fortsetzen will. Hier haben Sie den halten wir es natürlich für kein Unglück, wenn dieser kanzlers den dringenden Wunsch hegt, daß der Reichstag in Tarif, mit dem wir auf einen auf einen guten Ausgang. hoffen ist sind, die alle einflußreichen Staatsämter besetzen. " werden Getreides fönnen. Helfen Sie uns, bas Werk der Abg. v. Dziembowski( Pole): Bolltarif| Mensch weiß doch, daß die Socialdemokratie stets gegen jede indirekte| beschränkt das Recht des Kaisers. Es ist interessant, daß Kommission bald zu bergen. Lassen Sie das, was uns trennt, Besteuerung des Boltes auf das schärfste aufgetreten ist. Graf gerade die sonst sich monarchisch geberdenden Parteien für zu Gunsten dessen, was uns eint, zurücktreten. Wenn alle land- Kanik gab selbst zu, daß die Belastung des Arbeiters durch die Zölle eine Minderung der Rechte des Kaisers find. Ich persönlich habe wirtschaftsfreundlichen Parteien sich bei diesem, dem umstrittensten 20 W. betragen kann. Abgesehen davon, daß diese Summe that nichts dagegen, die Rechte des Kaisers gesetzlich zu mindern, man Teile des Tarifs auf den Vorschlag der Regierungen einigen, so sächlich zu niedrig ist, werde ich noch darauf zurückkommen, daß auch sollte aber nicht so den Anfang machen, daß man den Kaiſer hindert. werden sie sich damit ein Verdienst um das Vaterland eriverben. diese Belastung für den Arbeiter eine sehr schwere ist. Herr Herold gute Verträge abzuschließen. Aber nicht nur das Recht des Kaisers ( Vereinzeltes Bravo! bei den Nationalliberalen.) meinte gesternt, auf die Professoren dürfe man nichts geben. Ich wird beschränkt, auch die Rechte des fünftigen Reichstags nehme an, daß daraufhin die Professoren, die seiner Partei angehören, werden beschränkt. Sie schreiben dem nächsten Reichstag vor, er nicht für die Erhöhung der Zölle stimmen werden. dürfe teinen Handelsvertrag genehmigen, der nicht die Mindestzölle ent Der wirtschaftliche Boykott der Polen durch die Deutschen hat( Heiterfeit.) Seine Ausführungen erinnerten mich an jene Warming eines hält. Das ist eine Verfassungsverlegung. Ein Reichstag, der seinem Ende die Notlage der polnischen Landbevölkerung so gesteigert, daß der Centrumsblattes, das sich gegen den Unterricht der Kinder in den entgegengeht, sollte sich zehnmal hüten, so etwas zu thun. Nur die Gesichtspunkt der politischen Notwehr für uns der allgemein maß Naturwissenschaften wandte. Da hieß es bekanntlich: Noch bist Du Furcht, daß der nächste Reichstag anders denkt, kann doch zu einem gebende ist. Die Lage des ländlichen Arbeiters hängt wesentlich nicht berührt von dem falschen Gößen der Wissenschaft. folchen Verhalten führen. Diese Verfassungsbedenken gegen Absatz 2 von der Tage der Landwirtschaft ab. Das allmähliche und konstante Hast Du diesem Gözen den kleinen Finger gegeben das scheint sind von höchster Bedeutung, mag man auch, wie wir hoffen, daß Sinken der Getreidepreise hat in Verbindung mit zwei Mißernten bei Herrn Herold noch nicht der Fall zu ſein( Heiterkeit) so erfaßt der Reichstag schließlich doch aufgelöst werden wird. Ich eine Notlage der Landwirtschaft herbeigeführt. Die Zeiten, wo der er nach und nach die ganze Hand und führt Dich mit geheimnis- hoffe, daß Sie dem Absatz 2 in welcher Form immer ihre pelnische Edelmann ſeinen Badeaufenthalt in Monaco nahm, sind vollem Zauber zu dem Baume der Erkenntnis. Wahre Dir das Zustimmung nicht erteilen werden. Auch in der Presse ist längst vorüber. Es wird mit äußerster Sparsamkeit gewirtschaftet, Paradies Deiner wissenschaftlichen Unschuld.( Große nirgends bestritten worden, daß es sich hier um eine Verfassungsschon um zu verhindern, daß die Güter in die Hände der Deutschen Heiterkeit links.) Der landwirtschaftlich- wissenschaftlich unschuldige Herr änderung handelt. Nur einige konservative Blätter haben gemeint, fallen. Der polnische Gutsbesitzer ist jetzt in seinem ache tüchtig, Herold meinte dann, praktische Landwirte dächten anders wie die wie kommen denn die Socialdemokraten dazu, die Rechte des Kaisers seine Betriebsweise steht auf der Höhe der Technik. Die intensive Professoren. In der Kommission habe ich aber praktische zu verteidigen. Ach, meine Herren, es handelt sich hier um etwas Wirtschaft ist die Regel, die den ländlichen Arbeiter nicht nur Landwirte, allerdings keine Großgrundbesizer gehört, die andres. Bei uns in Deutschland gilt das Wort: Der Kaiser während der Saison, sondern dauernd und in erhöhter Weise in An- fich mit Händen und Füßen gegen die Vorlage sträubten. Man darf regiert, aber der Junker herrscht. Es handelt sich spruch nimmt. Eine Erhöhung der Getreidepreise wird eine Ber- doch nicht nur diejenigen Praktiker als Zeugen anführen, die in ihrer für uns in der Hauptsache darum, daß Sie die Rechte des künftigen besserung der Lage des landwirtschaftlichen Arbeiters im Osten beReichstages zu binden suchen. Der Schußzzoll dient zur Zersetzung der deuten. Schade, daß das Experiment zu kostspielig ist, sonst möchte Praris bereits einen Unfall erlitten haben.( Heiterkeit.) Das Centrum Witwen tapitalistischen weil er die man wünſchest, daf die Moſichten der Socialdemokraten einmal für md Waffenperforgung das wiedergeben, was es ihm gegen einander mobil mocht. Er wirt, wie to gezeigt habe, gerturze Zeit verwirklicht und alle Zölle auf Lebensmittel aufgehoben durch den 3011 nimmt. Ich glaube aber taum, daß irgend ein feßend auch auf die Rechte des Kaisers und die Rechte des Reichswürden. Was wäre für den Osten die Folge? Schon bei den jetzigen Arbeiter denjenigen seinen Wohlthäter nennen wird, der ihm aus der tags.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Getreidepreisen werden die Produktionskosten kaum gedeckt. Fallen rechten Tasche 40 M. herausnimmt und ihm in die linke Tasche 40 Pf. Von diesen verfassungsrechtlichen Bedenken abgesehen, möchte die Zölle fort, so ist die ländliche Landwirtschaft nicht mehr kon- hineinsteckt. Die Herren vom Centrum wissen doch ganz gut, daß ich mich den Gründen anschließen, die von den Herren furrenzfähig gegen das Getreide bauende Ausland. Der Getreideandren gegen das System der bau im Osten würde zu einem Deficit führen und eingestellt werden dieser Zolltarif den Witwen und Waisen das Brot um viel mehr ver- Gothein, Bachnicke und teuern muß, als ihnen durch diese Versicherung zurückgegeben werden Minimalzölle geltend gemacht worden sind. Der Reichsmüssen. 1 Millionen polnischer Landarbeiter müßten nach dem soll. Wenn feine Verteuerung des inländischen Brotes durch die kanzler meinte freilich, es handle sich gar nicht um einen industriellen Westen abwandern. Die Herren Socialdemokraten spürden sie dann als Lohndrücker bezeichnen. Günstig würden höhere Bollerhöhungen einträte, so hätte ja die ganze agrarische Schuzzoll- Doppeltarif. Aber gerade bei den wichtigsten Produkten soll doch politik keinen Zwed. Gerade diese Brotverteuerung ist der Aus eine Bindung eintreten. Mit dem System des Doppeltarifs haben Getreidepreise auch auf die Lage des kleinen Bauern wirken. Wenn gangspunkt und die Quintessenz der Schutzzollpolitik. Wie einst die auch andre Länder die schlechtesten Erfahrungen gemacht. Es ist die Bürgerschaft der Stadt Posen gegen höhere Getreidezölle pro- Staubritter des Mittelalters wollen sich die Junker von heute auf unmöglich, mit einem Doppeltarif Handelsverträge, die testiert, so beruht das auf einer Verkennung der Wechselwirkung der Nation nüßen, abzuschließen. Man spricht der wirtschaftlichen Verhältnisse zwischen Stadt und Land. Gedeiht kosten der Schwächeren bereichern. Auch die Staubritter suchten sich Gesamtheit bom Schutze der nationalen Arbeit. Aber noch die Landwirtschaft, so gedeihen auch die Städte. Die Getreidepreise ihr Leben, ohne zu arbeiten, so angenehm wie möglich zu machen. inumer sind jetzt sehr niedrig. Wenn Posen über hohe Brotpreise klagt, so( Große Unruhe rechts.) Sie überfielen diejenigen, die an ihrer Burg niemand hat an einen Schutzzoll für die nationale Arbeitskraft ge= vorbeizogen--dacht. Die Zölle sollen immer nur dem Kapital, dem mobilen und müssen diese andre Ursachen haben. Nur für das mobile Kapital kann durch die Zollerhöhung eine Schädigung eintreten, ebenso für dem immobilen, dienen. Dabei handelt es sich nicht nur um das nationale, sondern auch um das internationale die Beamten und die Intelligenz. Auf das mobile Stapital brauchen wir keine Rücksicht zu nehmen, ebenso wenig auf die Beamten, die Kapital, zu deren Gunsten die Arbeiter, die kleinen Beamten fich bei den Polen in den letzten Jahren sehr verhaßt gemacht haben. nationalen Arbeit! Wenn diese Interpretation richtig ist, dann aller und Kaufleute geschädigt werden. Das nennt man dann Schutz der Die polnische Fraktion hat beschlossen, für die Getreidezölle in der dings ist diese Vorlage immens national!( Sehr gut! links.) Höhe des Kommissionsbeschlusses zu stimmen. Dieser Beschluß ist nicht von den Großgrundbesitzern, sondern von der Mehrheit der Fraktion gefaßt worden, die aus Abgeordneten ohne Ar und Halm besteht. Der Beschluß ist ohne jeden Druck des Großgrundbejizes erfolgt. Die Rücksicht auf die wirtschaftlichen Interessen der Gesamtheit der Polen war dabei maßgebend. Wir stimmen auch für den Antrag des Centrums betr. die Witwen- und Waisenversorgung. Die Zölle der Regierungsvorlage können wir als richtig nicht anertennen. Vollzieht die jeßige Regierung nicht die Wünsche des Reichstages, so wird es ein andrer thun müssen. Abg. Gaebel Antis.): Wir hätten erwartet, daß die Regierung der Reichstagsmehrheit entgegenkommen würde. Die Differenz ist ja eine so fleine. Ich als mittlerer Landwirt habe den Wunsch, den Zolltarif zu stande zu bringen. Die Kommission hat sich auf die Mittellinie der Forderungen gestellt, die der Bund der Landwirte und der deutsche Landwirtschaftsrat erhoben haben. Wir halten diese Mittellinie für richtiger als die Mittellinie des Reichskanzlers. Die sächsischen Bauern denken anders als die badischen Bauern, wenigstens nach den Berichten des Herrn v. Buchenberger. Wir stellen uns nicht auf den Boden des Bundes der Landwirte, weil wir seine Forderungen wohl für gut, aber nicht für erreichbar halten. Für erreichbar halten wir aber die Sätze, die die Kommission beschlossen hat. Ich frreche die Hoffnung aus, daß der Kommissionsbeschluß Gesetzeskraft erlangen möge. Es kann auch nur nüßlich sein, wenn die Vorlage so bald als möglich zu stande kommt, damit der Stoff, der so viel Staub aufgewirbelt hat, endlich aus der Welt geschafft wird. Abg. Bachmeyer( bahr. Bauernbund)( auf der Tribüne fait unverständlich) tritt für den Antrag Wangenheim ein. Abg. Stadthagen( Soc.) Vicepräsident Büsing( unterbrechend): Herr Abgeordneter, Sie ziehen wiederholt einen Vergleich zwischen Mitgliedern dieses Hauses und der Handlungsweise eines Näubers. Ich glaube nicht, daß das zu einander gehört und daß das parlamentarisch zulässig ist. Ich ersuche Sie deshalb, solche Aeußerungen zu vermeiden. Abg. Stadthagen( fortfahrend: M der Die Arbeitskraft wird durch die Punkte 1 und 2 des Tarifs Ich glaube doch, daß es Vergleichspunkte zwischen dem Junfertum fchiver geschädigt, weil dadurch die Mittel zur Erhaltung der Arbeitsvon heute und dem Rittertun giebt. Na, es kommt ja nicht darauf kraft stark verteuert werden, ohne daß dafür irgend eine Gegens an.( Große Heiterkeit.) Abg. Herold behauptete, die Arbeiter hätten leistung erfolgte. Herr Minister Buchenberger suchte den im allgemeinen ein ausfömmliches Dasein. Will er Einkommen zusammenhang zwischen Getreidezöllen und nnter 800 und 700 M. auskömmlich nennen? Kennt er etwa Groß- Brotpreifen zu bestreiten. Gewiß gab es Zeiten, wo die Aber das grundbesitzer, denen es noch schlechter geht?( Sehr gut! links.) Be- Getreidepreise hoch und die Brotpreise niedrig waren. sonders in seiner Heimat sind die Lohnverhältnisse der Arbeiter sehr trifft nicht den Kernpunkt der Frage. Es ist vielmehr die Frage so schlecht. Herr Herold meinte weiter, Wucher triebe nicht derjenige, zu stellen: sind die Brotpreise zu einem bestimmten Zeitpunkte ins der den Brotpreis künstlich in die Höhe treibe, sondern folge der Schutzölle höher als sie ohne Schutzölle sein würden? der, der das Brot so billig kaufen will, daß eventuell die Landwirte( Sehr richtig! links.) Diese Frage ist nach der Statistik unbedingt ihr Kapital nicht verzinsen können. Diese merkwürdige Ansicht muß zu bejahen. Das ergiebt sich z. B. aus einem Vergleich der Getreides stark angestrichen werden. Nach dem Bürgerlichen Gesez preise in London und Berlin. Hier kommt die Zolldifferenz klar buch ist derjenige ein Bucherer, der unter Aus zum Ausdruck. Es läßt sich doch nicht bestreiten, daß bei einer Aufbeutung der Notlage, des Leichtsinns oder der hebung der Getreidezölle die Brotpreise mindestens um die Höhe der unerfahrenheit eines andren sich einen Vermögens- Zölle sinken würden. Also liegt in der Erhöhung der Zölle eine vorteil verschafft, der in einem auffälligen Mißverhältnis Schädigung der Allgemeinheit, die mit Recht außerhalb dieses Hauses zu der gebotenen Leistung steht. Benten etwa die Arbeiter die Not- als Brotwucher bezeichnet wird.( Heiterkeit.) Jeder, der die fünfts lage und die Unerfahrenheit der Großgrundbefizer aus, um sich liche Verteuerung des Brotes herbeiführt, trifft damit eine Schicht Vermögensvorteile zu verschaffen?( Sehr gut! links; Unruhe rechts.) von Personen, deren Eristenz herabgedrückt und deren Leute, die wegen Wuchers angeklagt sind, werden sich fünftig auf Lebensdauer verkürzt wird. Jeder Befürtvorter der Herrn Herold berufen können für ihre Ansicht, daß nicht sie, sondern Bollerhöhungen unterschreibt das Todesurteil von Tausenden und die Gerupften bestraft werden müssen.( Sehr gut! bei den Social- Abertausenden seiner Volksgenossen.( Lachen rechts.) Abg. Graf demokraten. Lachen im Centrum.) Diese Ansicht wird Herrn Limburg- Stirum lacht über diese Behauptung. Die Statistit aber cold noch nicht einmal der allergläubigste Arbeiter glauben. erweist, daß sie recht ist. Die Sterblichkeit hängt durchaus zusammen ie Ausbeutung ber Notinge hat man in der Gesetz mit der Höhe der Getreidepreise. Wir haben schon in der Kommiss gebung immer für die schlimmste Form des Wuchers gehalten. fion die betreffenden Zahlen angeführt. Der Berichterstatter hat sie Luther verurteilt den Wucher scharf und stellte ihn mit Raub allerdings nicht wiedergegeben. Redner führt für eine Anzahl und Mord auf eine Stufe. Freilich für Herrn Herold ist preußischer Provinzen den Nachweis, daß die Kindersterblichkeit mit Luther nicht maßgebend.( Heiterfeit.) Auch die Kirchen der Erhöhung der Getreidepreise selbst in Zeiten wirtschaftlichen Aufs väter haben besonders den Brotwucher aufs schärfste verurteilt. schwunges gestiegen ist. Die Behauptung des badischen Finanz( mit großer Unruhe rechts empfangen, die sich in allgemeine Heiter: Herr Herold hat auch behauptet, der Bund der Landwirte habe keine ministers, auch die kleinen Landwirte hätten Nutzen von feit verwandelt, als der Redner mit einem großen Back Zeitungen andre Taktik wie die Socialdemokratie. Ich muß diesen Vergleich den Getreidezöllen, ist schon gestern von meinem Freunde Gerade der badische Kleinund Broschüren die Tribüne besteigt): Herr Paasche hat von der durchaus zurückweisen. Die Socialdemokratie kämpft lediglich Antrid statistisch widerlegt worden. Würde des Parlaments gesprochen. Seine Ausführungen waren mit Mitteln der Wahrheit und niemals lediglich um der Agitation bauer hat alles Interesse daran, sich mit Händen und Füßen gegen aber am wenigsten geeignet, das Ansehen des Parlaments zu heben. willen. Herr Herold hat auch nicht den geringsten Beweis die Getreidezölle zu wehren. Das Futterdeficit dieser Kleinbauern Er hat sich zwar als Censor aufgespielt, aber nicht den geringsten für seine Behauptung beigebracht. Diese Taktik, lediglich Be- wird vergrößert durch jeden Zoll auf die Futtermittel für ihr Vieh. fachlichen Grund für seine Stellungnahme in der Sache selbst an- hauptungen aufzustellen, ohne den Beweis zu erbringen, beiveist, daß das Dazu kommt der Zoll auf Düngemittel. Nur der Großbauer und geführt. Gerade von Herrn Paasche hätte man doch aber erwarten Gewissen des Centrums nicht gerade das beste ist. Herr Paasche der Großgrundbesißer fönnen Vorteil von den Getreidezöllen haben, können, daß er uns die Gründe darlegte, welche ihn veranlaßt hat sich auf Schippel berufen und erklärt, mit seinem Buch über denn nur sie sind im stande, Getreide zu kaufen. Der Kleinbauer haben, seinen früher ausgesprochen freihänd Handelspolitik könne man durchaus einverstanden sein. Ich will nur weiß, daß er von den 280 Millionen, um die schon durch den heutigen Ierischen Standpunkt aufzugeben. Wenn er solche einen Sah aus diesem Buche vorlesen, den Schlußjazz, er lautet: Wir Zoll das Getreide verteuert wird, nicht einen Pfennig befommen das inter- hat. Für 46 Großgrundbesitzer dagegen bedeutet eine Zollerhöhung sachlichen Gründe nicht angeführt hat, so können wir nur annehmen, mögen uns über die Ursache der Agrarkrisis streiten. daß er keine hat. Sachliche Gründe sind aber überhaupt von den nationale Proletariat wird die Kopfsteuer der Brotzölle stets nicht nur um 3,50 M. eine Mehreinnahme von jährlich 380 500 Mark. Wenn Mehrheitsparteien nicht angeführt worden. Die Notwendigkeit der als ungeeignetes Mittel, sondern als den gewiffenlosesten Brotwucher der die Großgrundbesiger nicht ohne derartige Liebesgaben auskommen Minimalzölle für Getreide ist von keiner Seite begründet worden, vereinten Boltsfeinde verweisen."( Hört! hört!) Ich hoffe, daß Herr können, so wäre es für das Gesamtwohl weit vorteilhafter, sie eins Ter Zolltarif trifft die Arbeiter erstens das Centrum hat nicht den geringsten Grund dafür angeführt, wes- Paasche das Buch meines Freundes Schippel lesen wird, und daß die fa ch auszukaufen. halb es gerade ein 50 Pfennigstück in das Räderwerk, das zu Gunsten Lektüre des Buches für ihn recht fruchtbringend sein wird. Er wird als Konsumenten, zweitens als Bürger, die indirekte Steuern zahlen, der Landwirtschaft aufgezogen wird, hineinwerfen will, und wes- dann hoffentlich noch schneller wie er von den Kommissionsbeschlüssen drittens als Produzenten und endlich als Mitglied der Arbeiterklasse. halb es nicht für die Forderung des Antrags Heim eintritt. Als zur Regierungsvorlage gekommen ist, von dieser zu Schippels Stand- Wie fann die Regierung uns gegenüber behaupten, daß der Arbeiter nicht schwer geschädigt wird auch durch die Regierungsvorlage. Sie seiner Zeit der Zoll von 3 M. auf 5 M. erhöht werden sollte, sprach punkt der Zollfreiheit für Getreide kommen.( Heiterkeit.) der Centrumsabgeordnete Reichensperger von einer„ gemeinschäd Der Herr Reichskanzler warnte davor, das Ansehen des belastet den Arbeiter mit 50 Mark pro Kopf. Mit diesen 50 Mart lichen Zollerhöhung"( Hört! hört! bei den Socialdemokraten). Auch Parlaments durch Obstruktion herabzusetzen. Wenn man unter wird der an sich schon schlecht bezahlte deutsche Arbeiter durch den von Mitteln versteht, um das Brotwucher noch bestraft. Das heißt nicht national gehandelt. Das der Abg. Windthorst hat damals die Befürchtung ausgesprochen, daß Obstruktion die Anwendung schon der 5 Mark- goll eine erhebliche Verteuerung des Brotes herbei- Zustandekommen von gewissen Gesezen zu verhindern, so halte nenne ich gemeingefährlich. Hier stehen sich eben zwei grundsätzlich führen müsse. Wir haben in der Kommission den strikten Beweis ge- ich diese Obstruktion innerhalb der Grenzen der verschiedene Weltanschauungen gegenüber. Wer eben will, daß nur führt, daß eine Erhöhung der Getreidezölle speciell auch dem kleinen Geschäftsordnung für durchaus mit dem Ansehen des Parlaments ein feiner Teil der Bevölkerung an den Gütern der Kultur teilBauern direkten Nachteil bringt. Herr v. Wangenheim suchte freilich vereinbar. Sie fann unter Umständen zur Pflicht werden, wenn nehmen darf, von dem verstehe ich, daß er für künstliche Verteuerung wiederholt die Socialdemokratie als Feindin der kleinen Bauern hin- nämlich hinter der Minderheit im Parlament die Mehrheit des der notwendigen Lebensmittel eintritt. Wir aber wollen Gleichheit, zustellen, und er ist trotz des Gegenbeweises von dieser Behauptung Volkes steht. Bis jetzt habe ich übrigens von einer Obstruktion auf Gleichberechtigung aller, wir wollen allen Staatsbürgern die nicht abgegangen. Derselbe Herr v. Wangenheim hat befanntlich unsrer Seite nichts gemerkt.( Lachen rechts.) Obstruktion war es Segnungen der Kultur vermitteln. Das Manto an Lebenshaltung, in der Kommission als Referent ganz vergessen, die 3 Millionen aber allerdings, als in der Kommission entgegen allem das dem Arbeiter die Erhöhung der Zölle bringt, wird er wett Petition gegen den Brotwucher zu erwähnen. Vermutlich war er Brauch Schlußanträge gestellt wurden, und als Herr Paasche zumachen suchen. Bei dem heutigen Koalitionsrecht ist ihm das fast von dem Gedanken an den 7,50 M.- Zoll so erfüllt, daß er für nichts uns Belehrungen über den politischen Taft machte, anstatt sachliche unmöglich und dazu kommt, daß der Kapitalismus durch diese andres Sinn hatte.( Sehr gut! links.) Statt höhere Zölle einzu Gründe anzuführen. Ich will hier nicht auf die Ge- Schwächung der Arbeiterklasse gestärkt wird. Wer also für die Zollführen, sollte man der Landwirtschaft lieber dadurch helfen, daß man schichte der Obstruktion eingehen( Heiterkeit), um darzuthun, erhöhung eintritt, tritt auch gegen das Koalitionsrecht der Arbeiter Grund und Boden verstaatlicht. Den Leuten, die bewiesen haben, wie falsch die Behauptung des Reichskanzlers war, Obstruktion habe auf. Das sage ich den Socialpolitikern des Centrums. Die Erdaß sie den Boden nicht bebauen, sondern nur devastieren stets das Ansehen der Parlamente geschädigt. Ich weise nur darauf höhung der Zölle führt zum inneren Krieg; die Streifs fönnen, müßte im Interesse der Gesellschaft der Grund hin, daß heute noch alle Parteien in England die Obstruktion segnen werden geradezu gezüchtet. Es ist kein Zufall, daß mit und Boden entzogen werden.( Sehr richtig! bei den Sociald.) durch die im Jahre 1771 das Gesetz über die Bestrafung des Druckers Erhöhung der Lebensmittelzölle immer Attentate auf die ArbeiterFür den Vorteil, den die Zölle den kleinen Landwirten bringen sollen, verhindert wurde.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Eng- schaft Hand in Hand gehen. So war es 1878, als Erhöhung der ist uns in der Kommission keinerlei Beweis erbracht worden. Es land verdankt seine heutige Preßfreiheit diesem parlamentarischen Zölle und Socialistengesetz zusammenfielen, so war es 1899 beim wurde uns zwar eine landwirtschaftliche Statistik versprochen, bisher Vorgehen. Wollen Sie denn behaupten, daß diese Art gefeß- Suchthausgeset. aber ist davon nichts bekannt geworden. Meine Freunde hätten, mäßiger Obstruktion nur immer von unsrer Seite ausgeübt wäre. Man redet immer vom Schuß der nationalen Arbeit. Wer wem man ihnen das Material zugänglich gemacht hätte, diese Andre Parteien sind bei andren Gelegenheiten ebenso verfahren. Ich giebt uns denn die Garantie, daß nach Erhöhung der Zölle der Ins Statistik in acht Tagen fertiggestellt. Wir arbeiten etwas schneller erinnere nur an das Verhalten der Konservativen gegenüber dem landsbedarf von der deutschen Landwirtschaft gedeckt wird und nicht als andre Herren. Warum hat eigentlich der Berichterstatter alle Bürgerlichen Gesetzbuch, wegen der Frage des Hasenschadens. noch weniger gebaut wird als jetzt? Nach meiner Meinung giebt die Gründe, die wir in der Kommission gegen die Zollerhöhungen Soviel möchte ich vorausgeschickt haben, ehe ich zum eigentlichen es nur ein sicheres Mittel: die Expropriation der Großgrundbefizer. angeführt haben, in seinem mündlichen Referat gar nicht angeführt? Thema übergehe.( Große Heiterfeit.) Da ist zunächst die Frage der Gewiß giebt es auch einige Großgrundbesizer, die wertvolle Arbeit Er meinte, die Herren werden das ja aus den Zeitungen wiffen. Minimalzölle. Wir sind der Meinung, daß die Einführung liefern, aber gerade diese wehren sich mit Händen und Füßen eine Verfassungsänderung involviert. Das gegen die Getreide zölle. Die große Mehrzahl der GroßIch halte das Verfahren für ganz unzulässig. Es wird sich daraus der Minimalzölle bei Maximalzöllen zutreffen. Aljo§ 1 in grundbesizer aber sind durchaus überflüssige Personen, von denen die Konsequenz ergeben, daß wir im Laufe der Beratung die selbe würde Position zur schriftlichen Berichterstattung an die volviert eine Verfassungsänderung, er beschränkt insbesondere es gleichgültig ist, ob sie sich in Paris, Berlin oder auf ihrem Gut Kommission werden zurückverweisen müssen. das Recht des Kaisers, der nach der Verfassung das Recht hat, das befinden. Diese Herren könnten ganz zufrieden sein, wenn man sie Dies Verschweigen der Gründe der Opposition dient zur Ver- Reich völkerrechtlich zu vertreten, Bündnisse und Verträge mit den mit einer anständigen Rente abfände. Vor allem wünsche ich, daß Das Recht des Kaisers, Verträge die Regierung, die zu Gunsten der Großgrundbesitzer alles, was schleierung der Situation nach außen hin. So haben wir es ja andren Staaten abzuschließen. auch erlebt, daß in Gerdauen von den Konservativen ein abzuschließen, ist unbeschränkt nach der Verfassung. Zu ihrer überhaupt noch möglich war, aus dem Volke herausgezogen hat, Flugblatt verbreitet wurde, in dem es hieß, die Social Gültigkeit ist die Zustimmung des Reichstages erforderlich. Beim fich endlich einmal überlegt, ob nicht der Fehler in der Gesellschaftsbemotraten seien für die Vorlage der Regierung, des- Abschli hat der Neichstag nicht mitzusprechen. Wer also dem ordnung selbst liegt, und ob durch eine Aenderung derselben eine wegen tönne man nicht für sie stimmen. Jeder vernünftige Kaiser Bedingungen beim Abschluß von Handelsverträgen stellt, Besserung zu erzielen ist. Absolut notwendig ist jedenfalls, daß die zu denken. Regierung ein Urteil des Volkes in dieser Frage herbeiführt. Ich Der Handel Frankreichs giebt nach der soeben veröffentlichten| der andern Seite haben Schuldiener erklärt, an eine vermehrte habe in der Rede des Reichskanzlers die bündige Eramtlichen Statistik für die ersten 9 Monate d. I. folgendes Bild: Einstellung von Hilfskräften sei ohne Erhöhung der Vergütung nicht flärung bermißt, daß der Reichstag aufgelöst werde. Der Import betrug 3 269 221 000 gegen 3 268 715 000 Frank in Eine Frage, die über die Lebensinteressen von Millionen und Aber- der gleichen Periode des Vorjahres. Die Zunahme kommt ganz auf millionen entscheidet, die geeignet ist, eine Verelendung des Volkes Rechnung der eingeführten Nahrungsmittel, bei denen ein Plus herbeizuführen und uns um Jahrzente in der Kultur zurückzuwerfen, von 5,9 Mill. zu verzeichnen war, während die Rohprodukte un muß dem Urteil der Allgemeinheit unterworfen werden. Der Herr 3,6 Millionen und die Fabrikate um 1,7 Millionen Frank zurückReichskanzler möge die Gelegenheit benußen, das parlamentarische gegangen sind. Der Export erreichte die Höhe von 3 099 771 000; Ansehen dadurch zu verstärken, daß er vor einer solch eminent es bedeutet dies ein Plus von 151,3 Millionen Frank. Im Gegen wichtigen Entscheidung die Wähler befragt, ob sie einen solchen fab zum Import hot die Ausfuhr von Nahrungsmitteln um 26,1 Wuchertarif wollen oder nicht. Millionen Frank abgenommen, während der Erport von Roh produkten um 113,7 Millionen und die fertigen Fabrikate um 56,2 Millionen zugenommen haben. Ich weiß ja, daß die Agrarier bei den Wahlen alle Mittel anwenden werden, um die Wähler irre zu führen, aber auf die Dauer wird das Volk sich nicht täuschen lassen, daß die Frage dahin geht, ob es für die Verteuerung sämtlicher Lebensmittel oder dagegen, ob es für das Großkapital oder für die Arbeit ist. Ich hoffe, daß die Antwort dahin gegeben wird, daß 50 Proz. der Bevölkerung sich eins erklären werden dahin, daß die Schäden der bestehenden Gesell schaftsordnung beseitigt werden damit, daß man endlich der Vergesellschaftlichung des Grund und Bodens näher tritt.( Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten. Abg. Liebermann v. Sonnenberg: Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Montag Antrick behält doch den Rekord! Heiterkeit rechts.) 1 Uhr. Schluß 6 Uhr. Aus Induftrie und Handel. Verstaatlichung der Dortmund- Gronauer Eisenbahn. Zu den jüngst gemeldeten Bahn- Verstaatlichungen gesellt sich eine weitere: die Verstaatlichung der Dortmund- Gronauer Bahn. Wie der " Reichs- Anzeiger" meldet, hat die preußische Regierung der genannten Bahngesellschaft die Uebernahme ihres Betriebes unter folgenden Bedingungen angeboten: Es sollen gewährt werden: a) für eine Aftie zu 600 Mark: dreiprozentige Konsols zum Nennwerte von 1200 Mark mit Zinsscheinen für die Zeit voni 1. Januar 1903 ab und eine bare Zuzahlung von 12 Mark; von 24 Mark. b) für eine Aftie zu 1200 Marf entsprechend 3prozentiger Konsols zum Nennwerte von 2400 Mark und eine bare Zuzahlung Verwaltung und Betrieb des Unternehmens soll vom 1. Januar 1903 ab für Rechnung des Staates geführt werden, der Umtausch der Aktien gegen Staats- Schuldverschreibungen, der Uebergang des Eigentums der Dortmund- Gronau- Enscheder Eisenbahn auf den preußischen Staat sowie die Auflösung der Gesellschaft dagegen am 1. des zweiten auf die Perfektion des zwischen Staat und Gesellschaft abzuschließenden Vertrages folgenden Monats stattfinden. In der offiziellen Begründung dieses Angebots heißt es: Wesentlich im Interesse der östlichen Provinzen hat die Staats" Zu den Stadtverordneten- Wahlen. Der Magistrat giebt bekannt, daß auch in der dritten Abteilung des 11. Gemeinde Wahlbezirks infolge einer nachträglichen Befißveränderung, wodurch sich inzwischen die Zahl der Hausbesizer in der Stadtverordneten- Bersammlung in der dritten Abteilung vermehrt hat, ein Hausbefizer nicht gewählt zu werden braucht. Es kann auch dort, wie im 4. Bezirk, dies mal ein Mieter gewählt werden. Die Park- und Gartenbau- Deputation setzte in ihrer gestrigen Petroleumproduktion der Welt im Jahre 1901. Nach einer Zu Sigung den Etat für 1903-1904 fest; derselbe figuriert im sammenstellung des Geological Survey of the United States wird Ordinarium mit 770 345 M., im Extraordinarium mit 71 505 M., die im Jahre 1901 in der Welt gewonnene Menge von Petroleum so daß die Summe der Ausgabe 841 850 M. beträgt. Nach dem auf 165 718 520 Barrel( 1 Barrel 159 Liter) geschäßt gegen Abschluß beträgt die Einnahme 19 600 M., die Ausgabe 841 850 M., I 148 077 185 Barrel im Jahre 1900. Der Anteil der einzelnen die Mehrausgabe macht mithin 822 250 M. aus. Der schlechten Produktionsländer an dieser Ausbeute wird wie folgt angegeben: Finanzlage wegen wurden im Extraordinarium 52 500 gestrichen und Rußlank 85 168 555 Barrel( 1900: 75 779 415), Vereinigte auf bessere Zeiten zurückgestellt. Ferner stimmte die Deputation dem Staaten von Amerika 69 389 195 Barrel( 63 620 5295, Galizien Vorschlage bei, den Inselperron an der Schönhauser und hain soll durch Aufstellung von Anschlagstafeln der Versuch gemacht werden, Die Kranken- Transportwagen zu veranlassen, daß sie durch zum Schutze der dort spielenden Kinder den Hain 111r Schritt fahren. In der Nähe des Bahnplay, der nur für Schulen bestimmt ist, eingerichtet werden. Zu hofes links der Treptower Chaussee soll ein neuer Spieleiner längeren Debatte kam es bei der Beratung eines Antrages der städtischen Bauverwaltung, einen Teil des Waldeck- Parkes auf vier bis fünf Jahre behufs An- und Abfahrt von Baumaterialien für den Neubau des städtischen Waisenhauses zu sperren. Die Deputation stimmte schließlich dem Vorschlage zu unter der Bedingung, daß von der Bauverwaltung alles gethan wird, um die Säuglinge in dem nebenan liegenden Asyl vor der Einwirkung des Barrel( 1 967 700) 46 505), Sumatra, Java, Borneo 3 349 380 Kastanien- Allee mit Anpflanzungen zu versehen. Im FriedrichsRumänien 1 602 650 Barrel( 1 628 535), Indien 1 185 000 Barrel( 1078 264), Stanada 704 870 Barrel ( 692 650), Japan 548 200 Barrel( 490 220), Deutschland 313 630 Barrel( 358 295), Peru 74 600 Barrel( 102 970), Italien 10 100 Barrel( 12 102). Es hat sich daher die Weltproduktion im Jahre 1901 um 17 641 335 Barrel oder um annähernd 12 Broz. gegenüber dem Jahre 1900 vermehrt. Von der Gesamtproduktion lieferten Ruß land über 51 Proz., die Vereinigten Staaten ungefähr 42 Proz., der Rest von 11 160 770 Barrel oder 7 Proz. verteilte sich auf alle übrigen produzierenden Länder. Berliner Partei- Angelegenheiten. Staubes zu schügen. In Wilmersdorf spricht Reichstags- Abgeordneter Ledebour am Montag in einer bei Struß, Ecke der Berliner und AugustaFleischwucher. Ebenfalls wird diese Versammlung zur Gemeindestraße, stattfindenden Volksversammlung über Fleischnot und rats Wahl Stellung nehmen. Verfammlungen. Sechster Wahlkreis. Eine gut besuchte Volksversammlung wurde am Donnerstag in Ahrens Brauerei, Turmstraße, abgehalten. E. Bogtherr- Stettin sprach daselbst über die deutsche Welt machts- und Hungerpolitik." ( TagesEr gab der Zuversicht Ausdruck, daß Streifen der Arbeiterschaft die Augen öffnen und sie bei den kommenden die Zollwucherpolitik der Regierung auch den bisher noch indifferenten ahlen in Masse zur Socialdemokratie führen werde. Der anderthalbstündige Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen; eine Diskussion fand nicht statt. Schöneberg. Dienstag ist bei Obst, Meiningerstr. 8, die Generalversammlung des Wahlvereins. ordnung siehe Inserat.) Es wird auf ein vollzähliges Erscheinen der Mitglieder gerechnet. Wegen Revision der Bibliothek werden die Mitglieder ersucht, entnommene Bücher am Dienstag abzuliefern. Bis auf weiteres bleibt die Bibliothek geschlossen. Ober- Schöneweide. Am Mittwoch, den 22. Oktober, abends Das Socialistengeset". Der Verein der Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen regierung jüngst einer Reihe von Privatbahnen ein Verstaatlichungs- 8 Uhr, findet bei Kaufholt, Wilhelminenhofstr. 18, eine Versammlung nahm am 16. Oftober in einer sehr zahlreich besuchten General angebot gemacht. Nach weiteren Erwägungen ist es nunmehr noch des Wahlvereins statt. Schriftsteller Mar Schütte hält einen Vortrag: bersammlung der Berliner Filialen und Sektionen Stellung zur Die Teilnahme der Frauen an sirise im Hauptvorstande. Den Hauptvorstand des Verder Versammlung wird erwünſcht. Neue Mitglieder werden aufcus, eines über ganz Deutschland verbreiteten Verbandes, haben genommen. möglich geworden, auch der Dortmund- Gronau- Enscheder Eisenbahngesellschaft ein Kaufangebot zugehen zu lassen, nachdem es in Verfolg der fürzlich stattgehabten Verhandlungen mit Vertretern der Stadt Dortmund gelungen ist, die Bedenken zu beheben, welche einer solchen Maßnahme bis dahin entgegenstanden." Die Ankündigung des Reichs- Anzeigers" wird in der Börsenpresse mit einer gegen den Eisenbahnminister Budde gerichteten Misstimmung aufgenommen. Und das ist recht erklärlich. Wie schon verschiedentlich tauchten auch vor ca. 14 Tagen wieder allerlei Gerüchte über eine Verstaatlichung der Dortmund- Gronauer Bahn auf, die deren Aktien allmählich beträchtlich hinauftrieben. Ant 10. d. M. stieg der Kurs auf 186 Proz. Am 11. brachte der„ Berl. Börsen Courier" folgende Nachricht: " Der preußische Verkehrsminister empfing heute die aus Dort: mund hier eingetroffene Deputation zu einer Besprechung über den Umbau des Dortmunder Bahnhofes und erklärte, wie uns berichtet wird, bei dieser Gelegenheit, er denke nicht daran, die DortmundGronau- Enscheder Eisenbahn zu verstaatlichen." " Sodann aber ist man in Finanzkreisen ärgerlich, daß wiederum durch die Verstaatlichung ein beliebtes Spekulationspapier dem Markt entzogen wird. Deutlich kommt dieser Aerger in folgender Klage des Berliner Börsen- Courier" zum Durchbruch: " " Johannisthal. Die Vereinsverfanınilung des Wahlvereins findet am Dienstagabend 82 Uhr bei H. Mertins, Roonstr. 2, statt. Franz.- Buchholz. Die heute geplante Versammlung fällt Umstände halber aus. In Zehlendorf findet am Dienstagabend 8 Uhr die Generalversammlung bei Giese, Teltowerstraße, statt. Tagesordnung: Vericht des Vorstandes und Neuwahl desselben. Gäste willkommen. die Berliner Filialen zu wählen. Ausgenommen sind dabei der erste Vorsitzende und der Kassierer. Bei der Wahl im vorigen Jahre wurde auch der Lithograph Tischendörfer in den Hauptvorstand gewählt. Seitdem hat sich nun in den meisten Verivaltungsstellen bezw. Filialen des Verbandes eine erhebliche Mißstimmung gegen Tischendörfers Mtigliedschaft im Hauptvorstande bemerkbar gemacht, die sich vielfach in Beschlüssen und Resolutionen Ausdruck verschaffte. Vor einiger Zeit fühlten sich mehrere Hauptvorstandsmitglieder durch die unerquickliche Situation veranlaßt, ihr Amt niederzulegen. Außer den beiden besoldeten Vorstandsmitgliedern, dem ersten Vor Friedrichsfelde- Karlshorst- Mahlsdorf. In der Generaler sigenden Sillier und dem Kassirer Brall, blieben vom Hauptvorstande iammlung des Wahlvereins, die am Dienstagabend 81 Uhr bei nur noch Dübelt und Tischendörfer im Amt. Zu der Sache sprach Haberland, Wilhelmstr. 38, stattfindet, erfolgt die Berichterstattung ur Chemigraph Sahm, der ganz kurz und allgemein auf die den vom Parteitage, sowie der Vorstandsbericht und die Neuwahlen. Bersammelten bekannte Angelegenheit verwies und namens der Rummelsburg. Die Mitglieder des Wahlvereins werden noch- Verliner Ortsverwaltungen als ein Mittel zum Ausgleich folgende mals auf die heute, Sonntag, mittags 1 Uhr, im Café Bellevue, Resolution vorschlug:" In der Ueberzeugung, daß ein erheblicher Hauptstraße, stattfindende Generalversammlung aufmerksam Teil der gegenwärtigen Differenzen mit der vorgängigen Hauptgemacht. Auf der Tagesordnung steht u. a. Wahl der Vereins- vorstandswahl zusammenhängt, erachtet die Versammlung für funktionäre. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen erwartet dringend erwünscht, künftighin keine Mitglieder der Lokalver= waltungen in den Hauptvorstand zu wählen. Es wird jedoch hierbei ousdrücklich hervorgehoben, daß in dieser Forderung kein Mißnauensvotum gegen die bisherigen Hauptvorstandsmitglieder liegen soll, und es wird anerkannt, daß dessen Thätigkeit den Interessen des Vereins durchaus entsprochen hat. Schließlich wird noch der Erwartung Ausdruck gegeben, daß nach diesem Beschluß alle Mitglieder des Vereins bestrebt sein werden, demselben zur Ruhe und räftigung zu verhelfen." Diese Resolution wurde einstimmig an genommen. Darauf legten Dübelt und Tischendörfer, ihr Amt nieder. Neugewählt wurden in den Hauptvorstand: zum 2. Vorsitzenden Meinert, zum 1. Schriftführer Braun, zum 2. Schriftführer Baumann, zu Beisitzern Aust, Trapp. Lipper, Brey. Als Kandidaten für die Gewerbegerichtswahlen wurden Lithograph Dübelt, Steindrucker Borisch und Ueber die Thätigkeit der GeDer Vorstand. Tegel und Umgegend. Am 22. Oftober abends 8 Uhr ist im Lokale des Herrn Julius Klippenstein die Mitglieder- Versammlung des Wahlvereins Tegel. Tagesordnung: 1. Bericht vom Parteitag Referent: Genosse Georg Freywald. 2. Diskussion. 3. Bericht des Vertrauensmannes und Wahl desselben. 4. Vereinsangelegenheiten. Die Diskussionsabende finden Mittwochabends im Lokal von Paul Krause, Berlinerstr. 92, statt. ſtr. 92, flatt Kommunales. Die Unsauberkeit in den Berliner Gemeindeschulen und Mes cha. Bei der Neutahl stimmte die Mehrheit gegen Es kam zu Die Folge war ein fofortiges Zurückgehen des Kurses; schon am 13. ds. sank er auf 182% Proz. In den nächsten Tagen erholte sich, da eine Verstaatlichung trotzdem als nicht unmöglich galt, der Kurs zwar wieder etwas, fiel aber, als die Anzeige betreffs der Angebote an die Ostpreußische Südbahn, Marienburg- Mlawfaer Bahn usw. erschien und unter den in der Ankündigung des ReichsAnzeigers" genannten Bahnen die Dortmund- Gronauer sich nicht befand, erneut ab und stellte sich gestern( Freitag) auf 181,30. Es ist begreiflich, daß bei diesen Kursschwankungen, zumal an einzelnen Tagen die Umsätze in den betreffenden Aktien recht beträchtlich waren, manche Personen verloren haben, und ebenso begreiflich ist, besonders, da sich ein Teil der Hochfinanz durch diese Nachrichten zu Verkäufen hat bestimmen lassen, daß der Aerger dieser Geprellten in der Börsen- und Handelspresse beredten Ausdru findet. Man wirft dem Eisenbahnminister vor, daß er der Tortmunder Teputation gegenüber sein Verstaatlichungsprojekt abge= stritten hat. Wenn auch fürzlich Herr Budde gelobt worden ist, weil er von seinen anderen Verstaatlichungsplänen vorher nichts in die hat endlich dem Unterrichtsminister Veranlassung gegeben, Chemigraph Sahm nominiert. Deffentlichkeit habe bringen lassen, ist man doch in der Hochfinanz eine Anzahl hiesiger Gemeindeschulen und auch Privatschulen vor werkschaftskommission berichteten die Delegierten Tischen dörfer mit seiner Zugeknöpftheit nicht einverstanden. Unter seinem Vor gänger war es anders. Da gab es gewöhnlich eine Clique, die vorher Beginn des Vormittagsunterrichtes auf ihren Reinlichkeits- Tischendörfer, worüber die Lithographen, deren Kandidat er war, schon von dem Kommenden einen gewissen Animus hatte und danach z ust and hin untersuchen zu lassen. Zu dieser Besichtigung sich beschwerten Leuschner beantragte nun, um dem Einwande sich einzurichten vermochte. waren auch die zuständigen Schulinspektoren und die Hausfuratoren der Majorisierung vorzubeugen, daß jede Gruppe( die Lithographen, eingeladen worden. Troß dieser vorherigen Ankündigung der die Steindrucker und die übrigen im Verein organisierten Berufss Revision fand sich Grund genug zu mannigfachen Ausgenossen) ihren Delegierten allein wählen solle. Der Antrag wurde stellungen, besonders( wie die„ Vossische Zeinmg" meldet) bei angenommen. Als nun aber bei dieser Art der Abstimmung die Schulen, die in Mietsräumen untergebracht waren, und auch bei Mehrheit der Lithographen Tischendörfer wählte, machte sich Man kann hiernach nur annehmen, daß der Minister ganz solchen Schulhäusern, die von Fortbildungsschulen mitbenutzt werden. die Abneigung vieler gegen diesen lebhaft bemerkbar. plöhlich andern Sinnes geworden ist. Allerdings wäre es wohl rätlicher gewesen, auch in diesem Falle zwischen der ersten Erklärung Die Ergebnisse der Untersuchung sind nun dem Magistrat mit sehr erregten Scenen und es wurden Stimmen laut, die die ganze Art der Wahl in einer kombinierten Versammlung für unstatthaft und dem Verstaatlichungsangebot wenigstens noch eine gewiffe Beit geteilt worden. Die Aufsichtsbehörde knüpft daran eine Reihe von erklärten. Sillier und andere, die mit dem Beschluß auch nicht verstreichen zu lassen, da dadurch der üble Eindruck in der Deffent- Vorschlägen zur Beseitigung der vorgefundenen einverstanden waren, meinten jedoch, daß sich damit diese Ver= lichkeit gemildert worden wäre. Was das Gebot selbst betrifft, so ist än de. In erster Linie wird empfohlen, die bis jetzt nur drei- sammlung gebunden habe. Unter fortwährendem Lärm gingen die halten wir daran fest, daß es dem inneren Wert des Unternehmens mal wöchentlich vorgenommene gründliche" Reinigung in weiteren Wahlen von statten. Gewählt wurden Lithograph durchaus nicht entspricht und große Wahrscheinlichkeit für seine An- 3utunft täglich stattfinden zu lassen. In einer Verfügung an Tischendörfer, Steindrucker Mescha und für das photo= nahme durch die Generalversammlung nicht besteht, es sei denn, daß die Schulvorstände wird dann auch vom Magistrat die Anordnung chemische Fach ubig. der Minister sich zu einer Aufbeſſerung der Offerte entschließt. Daß einer täglichen Säuberung der Klassenzimmer von Staub, Papier sammlung folgendes:„ ämmtliche Wahlen des Vereins, 1in für die Zukunft eine Nichtschnur zu haben, beschloß die vers der Uebergang des Unternehmens an den Staat früher oder später stattfinden wird, kann aber natürlich nicht bezweifelt werden, und und Brotresten in Aussicht gestellt. Das in einer Reihe von Schulen gleichviel ob Neu- oder" Ergänzungswahlen, sind zukünftig nur in do die Annahme der Verstaatlichungsofferten für die beiden östlichen probeweise vorgenommene Durchtränken der Dielen mit Stauböl sol kombinierten Versammlungen zu vollziehen. In jedem Falle haben Bahnen kaum zweifelhaft erscheint, so wenig Ursache zur Zufrieden sich gut bewährt haben. Das Verfahren wird voraussichtlich auf alle in solcher Versammlung anwesenden Mitglieder mitzua heit die Offerten der Regierung den Stammaktionären auch dar- alle Schulen ausgedehnt. stimmen." bieten, so geht der Börse leider neuerdings ein Wir begrüßen diese Maßreggin mit Freude. Unfre Leser werden wichtiges Gebiet verloren, was sie, nachdem der Markt sich erinnern, daß im„ Vorwärts" seit langem über die Uniwelcher Frau Ihrer über:" Fleischwucher und Grenzsperre" Grünau. Am 12. d. M. tagte eine Volksversammlung, in t schon so viel von seiner früheren Bedeutung eingebüßt hat, neuerder Verstaatlichung dem Markte Eisenbahnpapiere entzogen wurden, der Stadtverordneten Versammlung ist dieser Referentin durch stürmischen Beifall zu erkennen. Der Vorsitzende it so hatte die Spekulation wenigstens die Genug Mißstand seit Jahren von der socialdemokratischen Fraktion immer thuung, daß fie infolge der damaligen coulanten wieder zur Sprache gebracht worden. Wiederholt haben unsre GeOfferten der Regierung ziemlich erhebliche Genossen eine häufigere und gründlichere Reinigung verlangt, aber die winne einheim ste; diesmal fehlt aber auch dieser Trost, und Antwort lautete gewöhnlich: Die Reinigung ist genügend. Num die Berliner Börse muß es geduldig mit ansehen, daß ihr wieder ( p hat wieder einmal die Regierung kommen und die frei Arbeiter Bildungsschule Berlin, Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15 ein wichtiges Feld der Thätigkeit verschlossen wird. Die Kurse haben in vergangener Woche begonnen und werden Zeilnehmer sinnige Berliner Kommunalverwaltung dazu in dieser Woche noch aufgenommen. Vom englischen Arbeitsmarkt. Die am 15. Oktober erschienene 3 wingen müssen, die einfachsten Forderungen der Hygiene zu erMontag: National Detonomie( Geld und Währung); Vors füllen. „ Labour Gazette" berichtet:" Die Arbeitsgelegenheit ist in steter fragender: Schriftsteller Georg Bernhard. Dienstag: Natur.id Abnahme begriffen und sie ist nicht nur schlechter als im vorigen Einen kleinen Tanz wird es wahrscheinlich noch geben bei der Erkenntnis( Die Entwicklung des Weltalls und das sociale Leben der D Jahre, sondern auch als der Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Der Erörterung der Frage, wie hoch die Mehrarbeit vergütet werden Geschichte( Geschichte des Socialismus seit dem Altertum, mit besonderer Tiere); Vortragender: Schriftsteller Dr. Nu d. Steiner. Donnerstag: Niedergang ist besonders bemerkbar im Schiffbau und in der soll. Dieser Punkt ist unsres Erachtens von großer Wichtigkeit. Berücksichtigung der Staatsverfassungen); Vortragender: Schriftsteller Mar Maschinenbauinduſtrie. Andrerseits iſt die Beschäftigung in den wir fürchten, daß die Aufsichtsbehörde bei der von ihr vor- Schütte. Freitag: Rede lleburg( Nebungen in mündlicher Rede Bergwerken eine gute, ebenso zeigen einige Zweige der Textilindustrie eine Befferung. Die 221 berichtenden Trades Unions mit 553 870 genommenen Revision nicht auch darauf geachtet hat, ob es über- und im schriftlichen Aussat); Vortragender: Schriftsteller Dr. Rudolf Mitgliedern hatien im September 27 522 Arbeitslose, d. h. 5 Proz. haupt möglich ist, die Reinigung mit den wenigen zur Hilfe- Arbeiter: Samariterkolonne( gegründet 1888). Sonntagabend gegen 4,5 im vorigen Monat und gegen 3,6 Proz. im September leistung angenommenen Arbeitskräften in der zur Verfügung 6 Uhr im" Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45: Vortrag des Herrn 5t Beit 1901. Von Lohnänderungen wurden 134 997 Arbeiter betroffen stehenden, oft nur furzen Zeit so gründlich auszuführen, wie es Dr. Friedeberg. Nach dem Vortrage gemütliches Beisammensein mit Tang. mit dem Resultat, daß ihr Wochenlohn durchschnittlich um 82 Pf. gewünscht werden muß. Von Reinigungsfrauen, die sich an uns Gäste haben unentgeltlich einmaligen Zutritt. Neue Teilnehmer werden Montagabend 9 Uhr in demselben Lokale: Vortrag über Physiologie. herabgesetzt wurde." gewandt haben, ist behauptet worden, das sei unmöglich, und auf noch aufgenommer; monatlicher Beitrag 25 Pf. 10 dings ziemlich empfindlich treffen muß. Wenn in den ersten Phasen sauberkeit in den Berliner Gemeindeschulen geklagt worden ist. Auch referierte. Die Versammlung gab ihr Einverständnis mit der d int Becker fügte den Ausführungen der Referentin noch manches treffende Wort hinzu. Es wurde eine Resolution angenommen, welche die Regierung auffordert, unverzüglich die Grenzen zu öffnen und so der Fleischnot ein Ende zu machen. Steiner. ER II. Wahlkreis. Dienstag, den 21. Oktober, abends 8½, 1hr, in Voigts Salou, Ritterstraße 75: General- Versammlung des Wahlvereins. da Tages- Ordnung: Bericht und Abrechnung vom dritten Duartal. Vortrag des ReichstagsAbgeordneten Rosenow: cimatspolitik, Brotwucher und Arbeiterklasse." Diskussion. Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Mitglieder werden in folgenden Zahlstellen aufgenommen: Gottfried Schulz, Admiralstr. 40a( Cigarrenhandlung); Wilh. Börner, Ritterstr. 15 ( Cigarrenhandlung); Martin Mescha, Adalbertstr. 24, Eingang Engel- Ulfer ( Cigarrenhandlung); Emil Götte, Brandenburgerstr.18; Adolf Flick, Simeonstraße 23; Ernst Lier, Alte Jakobstr. 119; Franz Krüger, Naunynstr. 54 ( Restaurateure). 240/18 Socialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis($ 6.) Dienstag, den 21. d. M., abends 8, Uhr: General- Versammlung. Adhtung! 6. Wahlkreis( Sönhauser Vorfladt). Achtung! Großer Vortrag für Männer und Frauen vot Heren Kreiselmayer Neubabelsberg Sonntag, den 19. Okt., abds. 5 Uhr, Schönbaufer Allee 103( Jägerhaus): am Dienstag, den 21. Oktober, Volks- Versammlung. Sages Ordnung: abends 81, Uhr, in Berlin N. Bad str. 58( Bernhard Rose- Theater, großer Saal) über: Lungenleiden, 1. Die Arbeitslosigkeit und die wirtschaftlichen Zustände der Gegenwart. Kehlkopfleiden, Referent: Genosse Bartels. 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Gemütliches Beifammenfein und Canz. Zahlreichen Besuch erwartet [ 28336*] Der Vertrauensmann. Centralverband der Maurer etc. Zweigverein Berlin. Dienstag, den 21. Oktober, abends 9 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Generalversammlung katarrhalische n. entzündliche Erkrankungen der Luftwege, Asthma. Aussprache und Fragen. Beantwortung. Gäste 20 Pf. Naturheilverein Charlottenbg.- Berlin( 1180), Gesucht Stuccateure- Ansetzer aller zum Lohngebiet Berlin gehörigen Verbands- Zahlstellen der Maurer sowie Haider& Mönckemeyer, der Sektionen der Puzzer, Nabizputer und Cementierer. im Saale des Herrn Walter, Wrangelstr. 10( Urania). des Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Neuwahl desselben. 2. Vortrag des Genossen Dr. Friedeberg über:„ Die deutsche Krankenversicherung und das Proletariat". 3. Diskussion. 4. Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert! Zahlreichen Besuch erwartet 244/18 Der Vorstand. V. Wahlkreis. Donnerstag, den 23. Oktober cr., abends 8½ Uhr, im ,, Alten Schützenhause", Linienstr. 5: Partei- Versammlung Tagesordnung: 1. Bericht und Wahl der Vertrauensleute. 2. Socialdemokratie und Strafrecht. 245/17 Referent: Reichstags- Abgeordneter Genoffe Wolfgang Heine. 3. Diskussion. 4. Partei- Angelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwarten Die Vertrauensleute. Socialdemokratischer Wahlverein Tages- Ordung: Hamburg, Wendenstr. 26. Exerzierstr. 2a 143/ 9* richtet. Auf Wunsch sende Milch und Backware frei ins Haus. Schensch. Zweigvereins- Staffierers vom III. Quartal 1902. 1.„ Die kulturelle Bedeutung der Gewerkschaffen." Referent: Reichstags- Abgeordneter Hoch. 2. Abrechnung habe ich ein Milchgeschäft er Bahlreiche Beteiligung erwartet Der Zweigvereins- Vorstand. Schöneberg. Socialdemokratischer Wahlverein. Dienstag, den 21. Oktober, abends 8 Uhr, n Obst im Obstschen Lokale, Meiningerstraße 8: General- Versammlung. Zages Ordnung: 15/15 Verein für Frauen u. Mädchen d. Arbeiterklasse. Montag, den 20. Oftober, abends 8%, Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Vortrag des Stadtverordneten Hugo Heimann über: Die Wohnungsfrage." Gäste willkommen. [ 55/17] Der Vorstand, Frauen- Vortrag 1. Bericht des Vorstandes, des Kassierers, der Bibliothekare, des Parteispediteurs und der Lokalfommission. 2. Neuwahl des gesamten Borstandes, der Revisoren, der Bibliothekare und der Lokalkommission. 3. Anträge zur Morgen, Montag, abends 8 Uhr, Engl. Garten", Alexanderstr. 27 c, über: Generalversammlung des Central- Wahlvereins und Wahl des Delegierten zu derselben. 4. Vereinsangelegenheiten. Der äußerst wichtigen Tagesordnung wegen ist es die Pflicht eines jeden Mitglieds, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Frauen haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Verband der Sattler. Dienstag, den 21. Oftober, abends 8½ Uhr, in Schmidts Gesellschaftshaus, Gartenstraße Nr. 13: Versammlung. Tagesordnung 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Th. Schwartz 2übed über:„ Die Lage der Seeleute unter der alten im Gegensatz zu der neuen Seemanns- Ordnung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäfte haben Zutritt. Für die Damen werden die Galerien reserviert. Zahlreichen Besuch erwartet 249/10 Der Vorstand. Ortsverwaltung Berlín. Burean: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Zimmer 30. Fernspr.: Amt VII Nr. 1959. 157/18 Mittwoch, den 22. Oftober 1902, abends 8%, Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20( großer Saal): Ausserordentl. General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Die Vorgänge in der letzten allgemeinen Mitglieder: Ber: sammlung. 2. Neuwahl des Vorsitzenden der Ortsverwaltung 3. Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Achtung! Klaviatur- Arbeiter! Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Montag, den 20. Oktober 1902, abends 8%, Uhr: Konferenz der gesamten Vertrauensleute Berlins im Gewerkschaftshause, Engel- lfer 15( großer Saal). Tages-- Ordnung: Stellungnahme zur bevorstehenden General- Verfammlung. Das Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Montag, den 20. Oktober 1902, abends 8 Uhr: Mittwoch, den 22. Oktober, abends 8%, Uhr: Grosse öffentliche Versammlung im Gewerkschafshause, Engellfer 15, Saal VII. Tages Ordnung: 1. Wollen wir unsre Lage verbessern? Referent: Kollege Gailing. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Erscheinen sämtlicher Kollegen. Die Werkstatt- Kontrollkommission. Bezirks- Versammlung für Rixdorf 90/6 im Lokale des Herrn Mercier, Steinmetzstr. 113. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Max Stiefel über: Genoffen! " Kapitalismus und Armut". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Rixdorf. Genoffinnen! Das Geſcheinen aller Scollegen in unbedingt erforderlich. Mitglieder Dienstag, 21. Oktober, abends 8½ Uhr, im Lokale des Gru. Thiet, werden in der Versammlung aufgenommen! Dienstag, den 21. Oktober, abends 8, Uhr: Bezirks Bergstr. 151/152: Versammlung für den Often Volksversammlung. bei Keller, Koppenstr. 29. Tages Ordnung: 1. Der Wert tariflicher Vereinbarungen. Referent: Genosse ugo Pöfch. 2. Diskussion. 2. Verbandsangelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet 164/3 Die Ortsverwaltung. Marmor- u. Granitarbeiter. Dienstag, den 21. d. M., abends 8 Uhr, findet im Englischen Garten, Aleranderstr. 27 c, eine öffentliche Versammlung der Marmor: nnd Granitarbeiter statt. Tages- Ordnung: Tagesordnung: 1. Bortrag über: Emile Zela. Referent: Genosse Georg Davidsohn, Schriftsteller. 1/14 175/3 2. Diskussion. 3. Bericht und Neuwahl der weiblichen Vertrauensperson. Bur Deckung der Unkosten 10 Pj. Entree. Um rege Beteiligung ersucht Die Vertrauensperson. " Schwangerschaft, Frauenleben und Leiden vom prakt. Frauenheilkund. Grundmann, Besizer der Kuranstalt, Köpenickerstr. 72. Naturärztl. Sprechstunden 11-2, 6-8. Eintritt 20 Pf. Naturheilverein Reform. Central- Verband der Maurer etc. Sektion der Rabitzputzer. Mittwoch, den 22. Oktober cr., abends 8, 1hr, in den Armin hallen, Rommandantenstr. 20: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur eventuellen Verlängerung 3. Verbands. unfres Bertrages. 2. Abrechnung vom dritten Quartal. 252/15 Angelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwartet Damen- Mäntel enorm billig direkt im Engros- Lager pon Heinrich Rackwitz Niederwallstr. 28/29, 1. Etage, Nähe Spittelmarkt. Golf- Paletots, SaisonNeuheit, extra lang, in warmen glatten u. NoppéStoffen, d. Std. 9,75, 11, 13, 16, 20-36 Mt. Schwarze Winter- Paletots und Jacketts, ge intert, 10, 13, 16, 20-40. 2891b Golf- u. Eskimo- Capes 8,10,12,15, 18, 20-36. Kinder- u.Backfisch- PaJetots 5, 6, 8, 12-18 M. Abend- Mäntel u. Capes 9.73, 12, 15, 18-30. Verkauf täglich bis abends 9 Uhr. 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Zahlreichen Besuch erwartet 188/5 Der Vorstand. Volks- Versamming Deutscher Holzarbeiter-Verband. im Schwarzen Adler, Frankfurter Chaussee 120. Bartag bed Reidstags- Abgeordneten H. Peus über: Arbeiter Vortrag organisiert Euch und nützt aus Eure Konsummacht. 127/11 Der Einberufer. Verband aller in der Stickerei- Branche besch. Personen Berlins und Umgegend. am Alexanderplat.[ 54142* erstklassiger Qualitäten. Cassa und coulante RatenZahlung. Möbel Vereinigte Berliner Möbeltischler AlexanMosevius& Zimmermann, derstr., Hof, Fabrikgebäude, kein Laden. Modell, Fabriktischler, Modelldrechsler. Möbeltischlerei Mittwoch, den 22. Oftober, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Schmidt, Gartenstraße 13: Branchen- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Zernicke über Gewerbegerichte. 2. Diskussion. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Mittwoch, den 22. Oktober, abends 8, Uhr, in den Arminhallen, 3. Branchenangelegenheiten. Kommandantenstr. 20: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. Wollheim: Das Erdinnere und BulkanDie Versammlung des Die Kommission. Bezirks Friedrichsberg ausbrüche." 2. Kassenbericht. 3. Bericht über den Arbeitsnachweis. ebenso diejenige der 4. Berschiedenes. Pünktliches Erscheinen erwartet 291/18 Der Vorstand. Musikinstrumenten- Arbeiter. Fachverein. Montag, den 20. Oktober, abends 8, Uhr, bei Herrn Graumann, Naunynstraße Nr. 27: General- Verfammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom Stiftungsfest und Abrechnung vom dritten Quartal. 2. Antrag auf Einführung einer Einheitsmarte. 3. Bereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. 142/4 Der Vorstand. Bürstenmacher fällt wegen der Generalversammlung aus und finden beide am 26. Oktober dieses Jahres statt. Achtung, Parkettbodenleger! Dienstag, den 21. Oktober, abends 8 1hr: Versammlung im Gewerkschaftshaus, Engel- fer 15, Saal 5. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung. 2. Neuwahl. 3. Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Der Obmann. 90/5 Herren- Vortrag= Donnerstag, den 23. Oftober, abends 1,9 Uhr, in Gerths Restaurant, Blücherstraße 66: Carl Bruckhoff, Friedrichstr. 10, über:" Sogenannte un 28725 heilbare Männerleiden." Eintritt frei! Nur für Herren! Der Vorstand. Volkshochschule. Bestes Geschenk f. Realschüleru. Gymnasiasten in den Ferien und zu Weihnachten! Bestes Vorbereitungswerk für alle Prüfungen, Einjährigen- und AbiturientenExamen aller modernen staatlichen höheren Schularten: Gymnasien, Real- u. ReformGymnasien, Realschulen, Töchterschulen u. MädchenGymnasien. Bestes Selbstunterrichtswerk für jeden Gebildeten, der in irgendeinem beliebigen Fache, in einer alten oder neuen Sprache sich oder andre nach den neuesten und besten Quellen ausbilden will. Gratis- Prospekte. Verlag Mühlberger Bayern. Unt. Gration 324.) Technikum Elektra Neanderstr. 4. Neue Abendkurse für Elektrotechnik Maschinenbau Zeichnen- Algebra- Laboratorien. Anmeldungen täglich. Programm frei. 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Die Ziegelstraße von der Friedrich- bis zur Garderobe) beim Schuldiener des Realgymnasiums, in den Buch- Artilleriestraße wird behufs Verlegung von Gasröhren vont 20. d. W. handlungen Berlinerstraße 40 und Bergstraße 18, sowie beim Kauf- ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Die Abreise der Boeren- Generale. mann Lier, Hermannplatz 4, zu haben. Der Abend ist der DichtAm gestrigen Abendb haben die Boeren- Generale Berlin ver- kunst, der Musik und der Malerei gewidmet und bietet Recitationen Wehr in den letzten 24 Stunden wieder zu verzeichnen. Sonnabend Eine ganze Reihe von Alarmierungen hatte die lassen. Ihre Abfahrt und ihr Scheiden aus Berlin war genau so von Awine Wiecke u und Dr. G. Manz, Gesangsvorträge von wie ihre Ankunft, reich an Ovationen und Ehrungen seitens der Alexander Heinemann und einen Vortrag von Kurt Walter Gold- früh gegen Hier war is ihr wurde fie nach der Kommandantenſtr. 55 gerufen. Berliner Bevölkerung. Zur Abfahrt der Generale hatte die schmidt. Tischlerei ein Feuer ausgekommen, das in furzer Bolizei ganz kolossale Sicherheitsmaßregeln getroffen. Die StraßenZeit allerlei Nuzhölzer und Spähne ergriffen hatte, aber glücklicherDas goldene Rad. Der Direktor des Sportparks Friedenau weise bald abgelöscht werden konnte. In der Nacht zum Sonnabend front vor dem Hotel, sowie sämtliche Zugänge am Schnittpunkt verlieh dem Radrennen auf der dortigen Bahn eine besondere An- hatte die zweite Compagnie in der Blumenstr. 42 längere Zeit zu der Zimmer- und Wilhelmstraße waren von einer dichten Kette von ziehungskraft, indem er den Besuchern die Aussicht verschaffte, für thun, wo in einer Mansardenwohnung ein gefährliches Feuer ausSchußleuten umgeben. Polizei- Oberst Strause leitete persönlich die ein Programm ein vergoldetes Brennabor- Fahrrad zu befommen. gekommen war. Möbel, Kleidungsstücke, Betten ze. boten dem Brande Aufstellung der Mannschaften. Kurz vor 29 Uhr verabschiedete sich 10 000 Programme wurden gedruckt, für 1700 M. abgelegt. General De Wet, der sichtlich bewegt war, von dem Empfangskomitee. das goldene Rad" Da reiche Nahrung, so daß bei Ankunft der ersten Löschzüge die ganze Wohnung Als der General das Veſtibul betrat, wurde er hier bereits Gegenſtand ſchlechtes Geschäft. 111 240 97, wert iſt, ſo war das immerhin kein in hellen Flammen stand. Es mußte daher längere Zeit Waſſer geNun kam aber der Staatsanwalt und erklärte geben werden, um das Feuer auf die Wohnung zu beschränken. Auch stürmischer Ovationen. Als der Gefeierte aus dem Portal heraustrat, das etwas verwickelte Verfahren für eine Lotterie. Er stellte Direktor in der Memelerstraße 31 gab es für die Wehr viel Arbeit. Hier war erklang ein vieltausendstimmiges Hoch und aus Hunderten von Hölscher wegen unerlaubter Veranstaltung einer Lotterie und Ge- auf dem Boden ein Brand entstanden, der in furzer Zeit auch auf Kehlen erscholl gleichzeitig der Ruf:„ Auf Wiedersehen! Auf Wiedersehen!" werbesteuer- Hinterziehung unter Anklage, und das Gerich gab ihm den Dachstuhl übergesprungen war, so daß fräftig Waffer gegeben De Wet dankte entblößten Hauptes nach allen Seiten. gestern recht, indem es den Angeklagten zu einer Geldstrafe von werden mußte, um die Flammen zu ersticken. Ein größerer Teil des durch 100 m. verurteilte. Der Staatsanwalt hatte 300 m. beantragt. den Thiergarten nach dem Zoologischen Garten. Der General, der Dachstuhls ist indes eingeäschert. Nach der Staligerstr. 6 wurde die von seinem Sekretär De Lang begleitet ist, fuhr um 10 Uhr 2 Min. direkt nach dem Haag, während sich die Generale Botha und Delarey eine Stunde später mit dem Nord- Expreßzuge nach Brüssel begaben, um via Ostende nach London zu fahren. Am Bahnhof Zoologischer Garten hatten sich große Menschen ansammlungen gebildet, welche die Generale stürmisch begrüßten. Auf den Bahnsteig waren etwa 1000 Perfonen zugelassen. Unter Hochrufen auf die Boerengenerale vollzog sich die Abfahrt. Der Wagenzug bewegte über die Wilhelm- und Voßstrok einem von ein Brand ausgefomm..n tvar, Herd beschränkt werden fonnte. Theer war Freitag gegen abend des Publikums angelegten Krankenkassen den Weg alles Fleisches in Die verkrachte„ Berolina". Abermals ist eine jener auf Täuschung Wehr gerufenetroleumer durch die Explosion von Petroleum gegangen. Der Polizeipräsident teilt mit, daß er gegen die Ein- der jedoch auf seinen geschriebene Hilfskaffe„ Berolina", deutsche Volks- Krankenkasse, Durch Ueberkochen findet, bei dem hiesigen Bezirksausschusse Klage auf Schließung Ablöschung aber bald erfolgen konnte. Möbel, Kleidungsstücke, GarE. H. Nr. 142, deren Bureau sich hier C. Kleine Präsidentenstr. 2 be- in der Graudenzerstr. 10 auf dem Dache ein Feuer entstanden, dessen erhoben hat, weil der Vorstand vielfach gesetz- und sagungs- dinen 2c. hatten kurz darauf in der Blumenstr. 33 in einer Wohnung widrige Verwendungen aus dem Vermögen der Kasse ge- Feuer gefangen, das jedoch auch bald abgelöscht wurde. In der macht hat, sodann aber weil in sehr vielen Fällen Mitglieder Rathenowerstr. 41 hatte die vierte Compagnie gegen 10 Uhr in einer ans Gründen, welche das Silfstaffen- Gesez nicht Küche einen Brand zu beseitigen, der den Fußboden und die BalkenDie Stadtverordneten- Versammlung hält in dieser Woche keine zuläßt, ausgeschlossen worden sind. Vor dem Eintritte lage ergriffen hatte. Petroleum war u. a. in der Frankfurterfir. 111 Sigung ab. zu der E. H.„ Berolina" muß dringend gewarnt in Brand geraten, ohne indes größeren Schaden zu verursachen. Außerdem liefen in der Zwischenzeit noch Feuermeldungen von der kleinere Brände betrafen. Luckauerstr. 17 und von der Hennigsdorferstr. 41 ein, die jedoch nur werden. 11. Resistol to Aus den Nachbarorten. zu Unser Parteigenosse Ferdinand Kleinert ist am Sonnabendnachmittag 5 Uhr nach schweren Leiden gestorben. In Kleinert ver- haben wir unsre Leser vor dem Beitritt zur„ Berolina" gewarnt So die amtliche Mitteilung. Bereits am 22. Januar d. J. liert die Berliner Socialdemokratie einen ihrer opferwilligſten Mitstreiter. Schon unter dem Socialistengesetz stand er an gefährlicher und darauf hingewiesen, daß diese Kasse ebenso wie bisher alle Stelle und auch später ist unser Genosse im zweiten Wahlkretse mit andren auf ähnlicher ungesunder Basis errichteten ein Ende mit den verschiedensten Ehrenämtern beauftragt worden. Jahrelang war Schrecken nehmen werde. Dies Ende ist früher eingetreten, als er Vertrauensmann des Kreiſes und bis zu ſeinem Tode übte er in geute nicht allein ihre Beiträge los fein, sondern auch noch ab wie bei der Stichwahl im April dieses Jahres. Nachdem am eigentlich zu erwarten war, und somit werden wieder zahlreiche In Treptow- Baumschulenweg spielen sich wieder ähnliche Dinge diesem Jahre das Amt eines Bezirksführers aus. Bekannt ist auch, daß Kleinert mit in dem Prozeß verwickelt war, empfindlich zur Tilgung der bestehenden Verbindlichkeiten der Klasse Abend des 10. Oktober das Wahlresultat antlich festgestellt wurde, der sich im Jahre 1896 gegen die im Märkischen Hof von der Polizei herangezogen werden. Bei dieser Gelegenheit wiederholen wir ordnete der Wahlvorstand am letzten Montag an, daß die Stichwahl unfre Aufforderung an das Publikum, sich nicht durch Verlockungen wegen des Herzleibens, das ihn jahrelang quälte, zu Bett legen. ohne ärztliche Untersuchung und unter allen möglichen Versprechungen solchen Anordnung steht gefeßlich nichts im Wege, denn keine wic zu von Agenten täuschen zu laſſen und Leiner Staſſe beizutreten, bie am 26. Ottober, alſo an einem Sonntage zu erfolgen habe. Einer Schon oft hatte diese Krankheit ihn niedergezwungen, aber inner hatte er sich wieder emporgerafft und so hofften auch diesmal seine Mitglieder aufnimmt. auch immer in Betracht kommende Gesezesbestimmung verbietet Familie und seine Freunde auf Besserung. Nach hartem Kampfe Schnellfahrten. Auf der Militärbahn Berlin- Bossen fand Sonn- die Vornahme öffentlicher Wahlen an Sonntagen. Im so befremdjedoch verschied unſer Freund gestern im 43. Lebensjahre. Er hinter- abendvormittag eine Vorführung und Probefahrt der beiden licher war es, daß der Gemeindevorsteher den vom Wahlvorstand läßt eine Frau und fünf ummündige Kinder. Die Parteigenossen elektrischen Motorwagen für Schnellzüge statt, welcher auch der gefaßten Beschluß als nicht zu Recht bestehend betrachtete und vom werden sein Andenken in Ehren halten. Ueber die Beerdigung Minister der öffentlichen Arbeiten, Bud de, beiipohnte. In Marien- Landrat des Teltower Kreises einen Ukas erwirkte, worin der Stichteilen wir am Dienstag das Nähere mit. felde bestiegen die Teilnehmer an der Probefahrt den Motorwagen wahltermin auf Dienstag, den 28. Oftober, festgesetzt wurde. Infre Eine Audienz beim Eisenbahnminister hat in Sachen des der Allgemeinen Elektricitäts- Gesellschaft und fuhren mit der zur Parteigenoffen am Orte werden noch näher zu dieser mit dem städtischen Straßenbahn- Projekts der Oberbürger- meter pro Stunde nach Bossen. Unterwegs ließ sich Minister Zeit in Aussicht genommenen Höchst Geschwindigkeit von 120 Stilo- Gefege in Konflikt stehenden Verfügung Stellung nehmen. meister nachsuchen lassen. Anlaß gab dazu die Besprechung der Bud de eingehend Bericht erstatten über die bisher erzielten ErZeitungsmeldung in der letzten Sigung der städtischen VerkehrsBeamtenfürsorge und Arbeiter fürsorge in Friedrichshagen. In beputation, nach welcher der Minister der öffentlichen Arbeiten das folge diefer interessanten Versuchsfahrten. Nach kurzem Aufenthalte der am Freitag abgehaltenen Gemeindevertreter- Sigung städtische Straßenbahnnetz beanstandet haben sollte. Die Verkehrs- ging die Fahrt mit dem Motorwagen der Aftiengellschaft Siemens Friedrichshagen erstattete die zur Prüfung der Gedeputation beschloß damals, wie gemeldet, beim Minister vorstellig Halste zurück nach nach Lichtenrade, woselbst die meinde Beamtengehälter gewählte Kommission Bericht zu werden. Es steht dahin, ob der Minister die Audienz bewilligen wird. Die Entscheidung des Ministers, der bezüglich einiger städti- und Messungen aller Art vorgeführt. Der Minister sprach sich sehr von 3580 auf 3800 M., den ersten Gemeindesekretär von 3440 auf Es wurden dabei auch Bremsversuche Für den Gemeindevorsteher von 5100 auf 6600., den Rendanten schen Linien noch weitere Erhebungen" wünscht, war längst gefallen, anerkennend über die nenen Schnellbahnwagen aus. als das Gesuch um eine Audienz im Ministerium eintraf. In diesem 3800 M., den übrigen Sekretären von 3240 auf 3600 M., den Jahre sollen die Versuchsfahrten noch bis gegen Mitte November Assistenten bon 2560 auf 2800 M., den Kanzlisten voit Der Einbruch der Revolution ins königliche Opernhaus. Einum- d. I. fortgesetzt werden. Es wird sich vornehmlich darum handeln, 1492 auf 1600 M., den Vollziehungsbeamten von 1600 erhörtes Ereignis hat an diesem Sonnabend die heiligen Hallen des und dabei auch zu ermitteln, welchen Einfluß das geringere Gewicht den Hilfsamtsdienern und Nachtwächtern von 1200 auf 1420 9. den Kraftverbrauch durch fortgesetzte Messungen festzustellen auf 2000 m., den Amtsdienern von 1500 auf 1800 M., töniglichen Opernhauses in Berlin entweiht. Ohne daß die Polizei der Wagen auf den Stromverbrauch auszuüben vermag. es erfahren hat, ist dort der Revolution ein gewaltiges Denkmal er- sollen Anzugsversuche gemacht, d. h. ausprobiert werden, wie viele den Sekretären wurde gegen die Stimmen unsrer Genossen Sodann Den beantragten Erhöhungen für den Vorsteher, den Nendanten und richtet worden, und die Feier ging ohne Störung, sogar unter starkem und wie schwere Anhängewagen die Moforen mit der vorläufig in Albrecht, Barth, Kramm und Sonnenburg, welche die Beifall des Publikums von statten. Und diese unheilvolle, lange Aussicht genommenen Fahrgeschwindigkeit von 115 bis 120 Kilometer bestehenden Gehaltspositionen für ausreichend erachten, vorbereitete Miffethat hat niemand anders verrichtet als der tönigs pro Stunde fortzubewegen vermögen. zugestimmt, die übrigen Kommissionsvorschläge einstimmig liche Kapellmeister Felig Weingartner, der zum erstenmal in en Symphonie- Konzerten Berlioz' Trauer- und Triumph- münzerei in Untersuchungshaft befand, ist gestorben. Im Jahre 1871 ein Beamter in den nächsten zehn Jahren eine GehaltsDer Musiker Guiseppe Alessi, der sich hier wegen Falsch angenommen. Ein weiterer Antrag der Kommiffion, symphonie dirigierte. wurde erhöhung beanspruchen darf", zu Messina geboren, studierte Alessi in seinem Heimatlande die als ungerecht bekämpft und von unseren Genossen Das Programm deutete nur schüchtern den schrecklichen That Musik und hatte später als Cellist nicht unbedeutende Erfolge. Er gegen die Stimmen derselben bestand an, und zwar mit folgenden Worten: Die Trauer- und spielte oft in hohen Streifen und erhielt dort manche Auszeichnung: benußten unsre Genossen die günstige Gelegenheit, um auch den angenommen. Veranlaßt durch die Fürsorge für die Beamten Triumph- Symphonie ist im Jahre 1840 zur Ueberführung der Uebers Dann aber ging es ihm sehr schlecht. Wie er zu der Falschmünzerei Gemeinde Angestellten bessere Gristenzbedingungen zu refte der im Juli Gefallenen und zur Einweihung der Bastillensäule fam, war noch Gegenstand einer ausgedehnten Untersuchung. Im schaffen, und stellten folgenden Dringlichkeitsantrag: In in Paris tomponiert." Laufe des Sommers wurde er, wie wir damals ausführlich be- Anbetracht der heute beschlossenen Gehaltserhöhung für die Ge richteten, in Berlin verhaftet, als er eben im Begriff mit Vielleicht hat an dieser Erläuterung doch ein Censor bereits herum falschen Hundertliere- Noten im Betrage von einer Million abzureifen. meindebeamten erklärt sich die Gemeindevertretung bereit, der forrigiert. Denn sie läßt im dunklen, um welchen Juli es sich Ein hiesiger Steindrucker hatte sie ihm in vorzüglicher Ausführung im Aufbesserung des Diensteinkommens für die handelt. Um es kurz zu sagen: Berlioz hat sein mächtiges Werk angefertigt, zugleich aber die Kriminalpolizei in Kenntnis gelegt,( Schuldienern, Wege- Arbeitern, Gemeindedienst beschäftigten Personen den Gefallenen der Juli- Revolution von 1830 geweiht, die auf den da ihm der Auftrag doch nicht ganz geheiter vorfam. Gestern nach zuzustimmen. Der Gemeindevorstand wird ersucht, ein Arbeiter Pferdebahnangestellten usw.) Barrikaden durch das Militär getötet wurden. Am zehnjährigen mittag starb Alessi in der Charité, in der er sich schon länger Besoldungsstatut, das die Dienst, Lohn- und Nuhegehalts Gedenktag der Juli- Revolution wurde die Bastillejäule errichtet und befand, an Lungenschwindsucht. Seine Geliebte sitzt noch im Unter- Bedingungen der Gemeinde Angestellten regelt, auszuarbeiten und die Ueberreste der revolutionären Opfer der Soldateska unter die fuchungsgefängnis. vor der nächsten Etatsberatung der Vertretung zur Beschlußfaffung Säule gebracht. Das Volk von Paris geleitete die Toten. Der Zu dem Selbsimerd des kgl. Revisors, früheren Oberfeuerwerkers vorzulegen." Der Antrag fand jedoch nicht die Zustimmung der Leichenzug redete eindringlich die Sprache der Nevolution. Schemer von der Artilleriewerkſtatt pand au wird noch ge- Vertretung und wurde gegen die Stimmen der Antragsteller a b Dieses Fest", so schreibt der Historiker Regnault, das meldet, daß der Lebensmüde an barem Gelde 2000 Mark hinterlassen gelehnt. einen nan einen Volksfieg. hat; in den legten Tagen vor seinem Tode hatte er noch alle feine Johannisthal. Die Frage der Eingemeindang forst erweckte in den GeIn einem zurückgelassenen Schreiben fistalischen Zerains an die Gemeinden Johannisthal, Angelegenheiten geregelt. es rechtmäßigen Stolzes. bittet er seine wirtin er war unverheiratet wegen der That Alle Klaffen von Bürgern beteiligten sich dabei mit Offer und um Entschuldigung und ersucht, seinen Bruder in Dortmund zu be- Nieder- Schöneweide, Adlerslof usw. dürfte in der nächsten Zeit erBegeisterung. Die Regierung dagegen hatte einen Aufall von Miß nachrichtigen. Er war ein tüchtiger Beamter und eine sehr beliebte ledigt werden. Die Gemeinde Ablershof erhält etwa 400 Hektar trauen und Furcht. Alle Truppen, die nicht dem Leichenzuge bei Persönlichkeit. links und rechts der Görliger Bahn gelegenes Terrain, die Gemeinde wohnten, waren in ihren Kasernen konfigniert oder an wichtigen Nieder- Schönweide ein Stück zwischen der Spree und der Görliger Plägen aufgestellt. Der Louvre war ein Feldlager." Bahn gelegenes Stüd und außerdem noch ein Gelände zwischen der weitergehende Canner Chauffee und Baumschulenweg. Forderung Gemeinde Vorstehers Teitge von NiederSchöneweide dieser Gemeinde das gesammte Terrain zwischen der Dörliger Bahn und der Gemeinde Johannisthal einzuverleiben, ist zurückgewiesen worden und es erhält nunmehr die Gemeinde die natürliche Grenze zwischen den beiden Gemeinden bildet. Diese Johannisthal das gesamte Terrain, so daß die Görlizer Bahn auf ein Dach lentte, auf dem mehrere Männer arbeiteten, bemerkte Regelung bildet für den Ort die einzige Möglichkeit, zu einer günstigen nicht, daß hinter ihm ein Straßenbahnwagen der Linie Steglig Entwicklung zu fonunen. Ein Drittel des 293 Heftar großen Geländes soll Boologischer Garten herannahte. Der Fahrer flingelte unausgefeßt, in den direkten Besitz der Gemeinde übergehen, um ihr die Anlage um den Kleinen auf die Gefahr aufmerksam zu machen, vermochte eines circa 50 Morgen großen Parts und eines Kirchhofs zu jedoch nicht mehr rechtzeitig zu bremsen. Lüdice wurde umgestoßen und geriet unter den Vorderperron und den Schußrahmen des Motorwagens. Der Wagen mußte mittels einer Winde gehoben werden, um den Körper des bedauernswerten Kindes hervorzuholen. Als dies endlich gelungen, war der Kleine bereits tot. Sein Brustkasten war zerquetscht worden. Vorbeifahren zu beobachten. Herren ausstiegen, 11111 die schnellfahrenden Wagen im und beantragte folgende Erhöhungen des Höchstgehalts: Andenken mütern aufs neue die Gefühle eines Berlioz aber legte dem Schlußchor, in dem seine Symphonie himmelan steigt, folgende Worte von Deschamps zu Grunde: Heil euch, ruhmreiche Helden! 0106 Heil euch, die ihr errungen herrlichen Sieg! Ruhm eurem Streben! Erwählt seid ihr zu höherem Leben. Auf nun jeder, der stritt und der litt, Den Lorbeer tauschet für Palmen. Schwebt auf. Sieger im Streit, Zur Herrlichfeit 10 Beim Klang unsterblicher Psalmen! Verklärt schivingt euch empor, Singt mit im Chor! Schwebt auf. Engeln dort gleich, Zu des Glückes seligem Reich, Aus Staubes Banden erstanden! Ruhm euch und Heil, die ihr vollbracht Und euer Blut im Kampf freudig gegeben! Ruhm eurem Staub in Grabesnacht! Ihr seid erwählt, ewig zu leben! Heil euch! Preis sei der Auserfornen Schaar! Ein schrecklicher Unglücksfall, durch welchen leider ein blühendes Menschenleben vernichtet wurde, ereignete sich gestern nachmittag um 14 Uhr in der Rheinstraße zu Friedenau. Dort stand der neunjährige Willy Lüdide aus Brandenburg a. H., der zu Besuch bei dem seinem Verwandten, Schuhmachermeister Massow in der Pallasstraße Nr. 14 weilte, dicht neben find, beffen i dem Straßenbahn Geleise. Das Kind, dessen Aufmerksamkeit sich 2150110 Bringt Ruhm und Dank ihren Manen dar! Die Stadt Berlin darf den Märzgefallenen teine würdige Ruhe stätte errichten. Auf die Juligefallenen aber durfte vor aller Deffent lichkeit ein so lästerlicher Hymnus im föniglichen Opernhaus ge sungen werden, ein Hymnus, der zugleich allen Helden der Nevolution die strahlende Ewigkeit verheißt. Und die Hofloge ist nicht vor Schreck eingestürzt! Zu dem volkstümlichen Kunstabend in Rigdorf, der am heutigen Sonntag in der Aula des Realgymnasiums, Kaiser Friedrichstr. 208, 4 # des ermöglichen, der übrige Teil des Drittels foll zur Anlage von Straßen und Pläßen und zu öffentlichen Gebäuden dienen. Die Gemeindevertretung hat ihre Zustimmung hierzu gegeben und fich auch bereit erklärt, das der Gemeinde Nieder- Schöneweide zugedachte Terrain zwischen der Canner Chaussee und Baumschulenweg mits zuübernehmen, falls Schöneweide darauf verzichten sollte. Verfammlungen. Zu einem schweren Unfall gab gestern vormittag die von vielen Kindern verübte Unfitte, sich an fahrende Straßenbahnwagen an zuhängen, Veranlassung. Der 12jährige Schüler Karl Urbat, dessen Eltern Grüner Weg 68 wohnen, spielte am Küstriner Platz an der In dem Bericht über die Generalversammlung des Wahlvereins dortigen Endhaltestelle der Straßenbahnlinie Küstriner Blag- Moabit. zu Bris heißt es, ich hätte im Gegensatz zum Genossen Hendel in Dort stand der Wagen 1297 und als dieser vorrüdte, sprang das den Punkten: Arbeiterpresse. Polenfrage und Religion mich ab Kind auf das rechtseitige Trittbrett der Vorderplattform, an beffen fällig über die Stellung des Parteitags in diesen Dingen gehintere Stange festhaltend es sich rückwärts hinüberneigte, um von äußert. Ich habe auch weiter meine Meinung und Ansicht über Ardem Fahrer nicht gesehen zu werden. Hierbei glitt U. vom Tritt- beitslosenversicherung Ausdruck gegeben, und das ist mein gutes brett ab und geriet unter den Waggon. Dem Kleinen wurde durch Recht. Gutschieden muß ich mich aber dagegen verwahren, ein abden churahmen das Fleisch des rechten Ober- und Unter fälliges Urteil über die Verhandlungen des Parteitags gefällt zu schentels aufgerissen. Der verunglückte Knabe wurde zunächst nach haben, denn nach meiner durchaus ummaßgeblichen Meinung ist der Unfallstation am Grünen Weg und dann nach dem Krankenhause zwischen Meinungsdifferenz und abfällige Beurteilung ein großer Friedrichshain gebracht. Unterschied. F. Siegerist. 315 Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 19. Oktober. Freie Volksbühne. Metropol Theater. 1. und 2. Abteilung. Bas ihr wollt. Anfang 2 Lessing Theater. 10. und 11.Abteilung. Die Kleinbürger. Anfang 2 Uhr. Anjang 7½ Uhr. Uhr. Opernhaus. Der Pfeifertag, Montag: Die Meistersinger von Nürnberg. Schauspielhaus. Jm bunten Rod. Montag: Die Ahnfrau. Neues Opern Theater.( Kroll.) Das große Licht. Montag: Keine Vorstellung. Deutsches. Monna Vanna. Nachmittags 2, Uhr: Einsame Menschen. Montag: Monna Vanna. Berliner. Alt- Heidelberg. Nachmittags 2 Uhr: Das Käthchen von Heilbronn. Montag: Wienerinnen. Westen. Die Fledermaus. Nachmittags 3 Uhr: Alessandro Stradella. Montag: Undine. Lessing. Das Theaterdorf. Montag: Der Heerohme. Neues. Ledige Leute. Nachmittags 3 Uhr: Fedora. Montag: Ledige Leute. Residenz. Seine Kammerzofe. Rachmittags 3. Uhr: Nora. Montag: Seine Kammerzofe. Thalia. Charleys Tante. Vorher: Cassis Pascha. Nachmittags 3 Uhr: Die Grille. Montag: Charleys Tante. Cassis Pascha. Central. Der Bettelstudent. Nachmittags: Die Fledermaus. Montag: Der Bettelstudent. Anfang 8 Uhr: Schiller. 0.( Wallner Theater.) Jugend. Nachmittags 3 Uhr. Der Tartüff. Hierauf: Der Arzt wider Willen. Montag: Der Tartüff. Hierauf: Der Arzt wider Willen. Schiller. N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Dr. Klaus. Nachmittags 3 Uhr: Sappho. Montag: Dr. Klaus. Carl Weik. Eine Paria. Nachmittags 3 Uhr: Maria Stuart. Montag: Eine Paria. Quisen. Berlin, wie es weint und lacht. Nachmittags 3 Uhr: Hamlet. Montag: Robert und Bertram. Cajino. Ihre Familie. Nachmittags 4 Uhr: Die Verfäuferin. Montag: Ihre Familie. leines. Rausch. Nachmittags 3 Uhr: Serenissimus. Montag: Rausch. Vilhelm. Der Jongleur. Nachmittags 3 Uhr: Ein toller Einfall. Montag: Der Walzerkönig. Buntes Theater. Enthüllung des Heinedenkmals. Der Hund. Bunter Zeil. Tiny Senders. Montag: Dieselbe Vorstellung. Metropol. Berlin bleibt Berlin. Montag: Dieselbe Borstellung. Trianon. Die Liebesschaukel.( La Bascule.) Nachmittags 3 Uhr: Coralie u. Cie. Montag: Die Liebesschaukel.( La Bascule.) Apollo. Lysistrata. SpecialitätenBorstellung. Wintergarten. Specialitäten. Specialitäten Passage Theater. Vorstellung. Passage Panoptikum.SpecialitätenBorstellung. Palast. Berliner in Steglit. Montag: Dieselbe Borstellung. Steidl. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstr. 48/49. m Theateriaal.) Tausend Jahre deutscher Kultur. 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Jahrgang. 3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 19. Oktober 1902. 電 Lehrerdressur in Trakehnen. In dem Prozeß gegen den Sanitätsrat Dr. Paalzow und den Lehrer Nickel aus Trakehnen wurde gestern die Beweisaufnahme fortgesetzt. Sie erstreckt sich zunächst auf die Behauptung, daß in dem Privatgarten des Landstallmeisters v. Dettingen landwirtschaftliche Gestütsarbeiter gearbeitet haben, die aus der Gestütstasse gelohnt worden seien. Es ergiebt sich, daß der Obergärtner Unruh allerdings zwei Gehilfen mit Arbeiten für den Garten des Landſtallmeisters betraut und aus der Gestütskasse bezahlt hat, daß aber Herr v. Dettingen 1901 diesen Modus untersagt und angeordnet hat, daß diese Gehilfen auf sein Privatkonto gefeßt würden. Zeuge b. Oettingen erklärt, daß er von der Verwendung der Gehilfen die Schulbauten zurückgestellt wurden. Die Reinigung der Grund dieser die Abweisung Nickels erfolgt ist. Rechtsanwalt Schulen mußte von den Lehrern besorgt werden, Sonnenfeld betont dem gegenüber, daß die thatsächlichen Anwährend die übrigen Bureaus von den Arbeitern des Gestüts besorgt gaben des Herrn Funk mit den Angaben desjenigen Arbeiters in wurden; erst im Jahre 1898 sei hierfür eine Entschädigung gewährt. Widerspruch stehen, der die Arbeit im Nickelschen Keller gemacht Unter den Lehrern habe große Unzufriedenheit geherrscht. Auf den habe. Die protokollarische Aussage dieses Arbeiters sei auch völlig Gestütsvoriverfen seien die Wohnungen zum Teil sehr schlecht. Ins- verschwunden. Nach Beendigung der stundenlangen Vorlesungen besondere komme es häufig vor, daß zwei unverheiratete Schar- giebt Angeklagter Nickel auf Befragen des Vorſizenden zu, daß er werker( Hofgänger) seinerseits dem Dr. Paalzow die Thatsachen bezüglich der Chikanen gegen den Lehrer, der Anlage des Obst- und Gemüsegartens, der Beschaffung von Pflanzen und Sträuchern auf Staatsfosten, des verschiedenen Geschlechts in derselben Kammer schlafen müſſen; hierdurch werde die Unsittlichkeit sehr ver chrt, wie denn auch die Zahl der unehelichen Geburten Arbeiterbevölkerung viel Unzufriedenheit, der das Anwachsen eine große sei. Infolgedessen herrsche auch in der dortigen der socialdemokratischen Stimmen 313 schreiben sei. Ein Invalide Demant, Arbeiter auf einem Trakehner Vorwerk, hat einmal Herrn v. Oettingen die Anzeige erstattet, daß die rau eines Wiesenmeisters Gestütshafer entnommen und damit ihre Hühner und Enten gefüttert habe. Herrn v. Oettingen wird zum Vorwurf gemacht, daß auf diese Anzeige nichts weiter veranlaßt worden sei. Zeuge v. Dettingen erklärt, daß derartige An zeigen über Bagatellen häufiger einliefen und er manchmal einen Verweis erteilte. Der Invalide Demant habe einen besonderen Glauben nicht beanspruchen können. für seine Privatzwecke nichts gewußt habe. Rechtsanwalt Sonnenfeld läßt sich durch den Zeugen Unruh bestätigen, daß das überflüssige Obst und Gemüse aus dem Privatgarten verkauft wurde und im Jahre 1901 ein Ertrag von 270 Mart erzielt worden ist. Gestütshof: Aufseher Be dk er hat ausgesagt: An dem Tage, an welchem er in diesem Prozesse als Zeuge kommissarisch vernommen werden sollte, habe ihm Herr v. Dettingen gesagt, daß er über Sachen, bei denen es sich um Geheimnisse des Amtes handle, die Aussage zu verweigern habe. Der Zeuge hat u. a. bekundet, daß auf seinem Vorwerke, auf welchem sich nur ein- und zweijährige Hengste befinden, auch sam Gestütswärter Gottlieb Richter in Trakehnen hat bekundet: Sonntagvormittag Pferde bevegt werden.( Dem Landstallmeister Er habe die Aufsicht über den Auktionsstall gehabt. Dort habe eine v. Dettingen wird auf Grund dieser Thatsache Sonntagsentheiligung Stifte leie gestanden, aus welcher der Futtermeister Schmidt wiedervorgeworfen.) Benge v. Oettingen erklärt hierzu: Hier holt seine Stühe gefüttert habe. Im Juni 1900 habe der Zeuge herrsche ein Mißverständnis vor. In Trakehnen werden seit einigen Herrn v. Dettingen persönlich Anzeige hierüber erstattet. Baues eines prächtigen Wirtschaftsſtalles und der Anlegung eines Lantennis- Plazes mitgeteilt habe. seiner Behauptung, daß die Unzufriedenheit der Leute auf den Angeklagter Dr. Paalzow wünscht noch die Bestätigung Gestüt Trakehnen zur Ausbreitung der Socialdemokratie daselbst beigetragen habe. Das gehe aus einer Aeußerung des Superintendent Bohl auf einer Konferenz hervor, außerdem stehe es fest, daß die Leute darüber gesprochen haben, daß die mangelhafte Integrität der Unterbeamten zur Socialdemokratie hintreibe. Der darüber befragte Lehrer Schie weck bekundet hierzu: In der beregten Versammlung habe sich der Superintendent Pohl etwa dahin geäußert: Die Lehrer thun ja alles, um der Socialdemokratie entgegen zu arbeiten, aber selbst in hiesigen töniglichen Instituten herrschen solche Mißstände vor, daß die Arbeit erschwert und der Socialdemokratie Vorschub geleistet wird. Auf Befragen eines Beijikers verneint der Zeuge, daß der Superintendent angedeutet habe, daß durch die Schuld des Herrn v. Dettingen die socialdemokratischen Stimmen gewachsen seien. Es wird festdaß gestellt, Jahren auch Pferde in renäs ench Conntag vormittags belegt Arbeiten als Beuge bernommener Ürbeiter hat ausgefage, Arbeiten veranlaßt worden war, bay in einem Wahlbezirt 13 ſocialdemo werden. Das sei dann auch geschehen; selbstverständlich aber in auf ihren Deputatfeldern am Sonntag verrichten müssen. Die kratische Stimmen aufgetaucht waren. Lehrer Zipplies: Er früher Stunde und vor der Kirchenstunde. Er habe mit aller Wohnungen der Knechte seien sehr eng, kalt, naß und so ungenügend. habe selbst manche Bemerkungen der Unzufriedenheit von den Leuten Strenge darauf gehalten, daß die Vorschriften über Sonntagsheili- daß unverheiratete Leute verschiedenen Ge auf dem Gestüt gehört: Als einmal ein socialdemokratisches Fluggung nicht verlegt würden. Einer der Zeugen behauptet dem ich lechts manchmal in einer kammer schlafen, blatt in die Hände der Leute gekommen, äußerten sich diese dahin: gegenüber, daß, wenn auch das Bewegen der Pferde an den Sonn- durch die Dächer regne es in die Wohnungen hinein usw. ,, Die Socialdemokraten haben ganz recht. tagen vor die Kirchzeit fiel, manche der damit beschäftigten Leute Zeuge v. Oettingen giebt zu, daß die Wohnungen bisweilen Wenn diese wüßten, was alles in Trakehnen geschieht, würde wohl darüber flagten, daß sie unglaublich schlecht gewesen seien, eine Besserung eintreten." Die Unzufriedenheit sei durch manche untechtmäßige Maßnahme der Voriverks- Vorsteher hervorgerufen worden, deren schlechtes Verhalten den Lehrern gegenüber von den Leuten auf das Konto des Landstallmeisters gesetzt wurde. zur Kirche wollten, oder aber doch keine Zeit mehr dazu fanden. Ober- Roßarz Matthias: Das Bewegen der Pferde, auch an Sonntagen, jei aus fanitären Gründen nicht zu vermeiden, namentlich sei dieses Bewegen der Pferde im Training absolut geboten. Es sei die Anordnung dahin gegangen, daß dieses Bewegen der Pferde vor der Kirchenzeit beendet sein müsse. Auf Befragen erklärt der Zeuge b. Dettingen, daß ihm Klagen von Leuten darüber, daß sie nicht in die Kirche könnten, nicht zu Ohren gekommen seien. Ein Urlaub dum Stirchgange würde niemand verweigert worden sein. Aus den Iveiteren längeren Erörterungen über dieses Thema sind die BeTundungen einiger Zeugen hervorzuheben, wonach in Danskehmen und Makuschkehmen die Pferde auch an Sonntagen, teils bis zum Beginn der Kirchenstunde, teils bis so kurze Zeit vorher bewegt wurden, daß die Leute den 8 Kilometer bezw. 3 Kilometer langen Weg zur Kirche bis zum Beginn des Gottesdienstes nicht zurücklegen konnten. Ein längerer Beweis bezieht sich auf die Behauptung, daß Stübenpflanzen verschenkt, anstatt verkauft worden seien. anwalt Bee& bittet wiederholt, die Beweisaufnahme einzudämmen, sonst würde das Gericht in dieser Sache noch bis zum Januar 1903 fizen. Hier handle es sich doch nicht darum, daß die Trakehner Gestütsverwaltung zur Verantwortung gezogen werden solle, sondern die beiden Angeklagten haben sich wegen Beleidigung zu verantworten. Da sollten doch nicht Sachen erörtert werden, um die sich Herr v. Dettingen, der ein Areal von 17 000 Morgen zu ver verwalten hat, unmöglich bekümmern kann. Dazu gehört doch die Rübengeschichte. Rechtsanwalt Sonnenfeld: Es handle sich für die Angeklagten darum, zu erweisen, daß in Trakehnen dringend notwendige Ausgaben nicht gemacht, dagegen Gelder für überflüssige Dinge gemacht worden und sogar Verschwendungen vorgekommen seien. Für alle hier berührten Punkte sei Herr v. Dettingen verantwortlich, Staats: felbst wenn seine Behauptung zuträfe, daß er von einzelnen Dingen feine Kenntnis gehabt habe. Als oberster Beamter in Trakehnen hätte er diese Kenntnis haben müssen. Deshalb sei es nötig, die ganze Verwaltung in Trakehnen der Erörterung zu unterstellen. Auf Befragen erklärt Zeuge Oberamtmann Conradi, daß cr etwa zwei Jahre hindurch Rübenpflanzen verschenkt habe und etiva im Jahre 1901 dazu übergegangen sei, sie zu verkaufen. Einige tommissarisch vernommene Zeugen haben sich noch über die Frage der Bewegung der Pferde am Sonntag ausgelaffen. Juſtigrat Pintus stellt fest, daß auch Ackerpferde, die die ganze Woche schiper gearbeitet haben, an Feiertagen bewegt worden seien. Der Lehrer Hundrieser aus dem Vorwerk Gurdszen hat bei seiner Vernehmung bekundet, daß die Lehrerverhältnisse auf dem Gestüt Trakehnen oft unerträglich gewesen. Die von seinen Kollegen vorgebrachten Beschwerden, die der Gerichtshof bereits zur Kenntnis Wenn der Revisor nach genommen, feien berechtigt gewesen. Trakehnen fam. seien den Beamten Fuhrwerke gestellt worden, während die Lehrer, die mit den Kindern Spalier zu bilden hatten, am schlechtesten bei den Arbeitern. Esa seien gerade aus diesem Grunde sehr viel Arbeiterwohnungen neu gebaut worden, wobei er im allgemeinen danach strebte, zunächst den Gestütswärtern bessere Wohnungen zu beschaffen und nachher den Ackerknechten. Der Verteidiger behauptet ferner, daß der inzwischen verstorbene Amtsvorsteher Elmer sich über ein an ihn gestelltes sonderbares Anfinnen beklagt habe. Die Drainage in dem Keller des Nickel jei von einem genissen Rabat nur höchst unvollständig gesäubert worden, und mun set der Wiesenbaumeister gunt an den Amtsvorsteher Ellmer mit dem Anfinnen herangetreten, er solle dem Nickel ein schon fertiges Protokoll anderen Inhalts zur Unterschrift unterbreiten. Beuce v. Oettingen fann sich auf den Fall im einzelnen nicht mehr besinnen, weiß aber, daß er dem Minister auf Erfordern einen Bericht über die Angelegenheit erstattet habe, der auf den Mit teilungen des Gestütsbautechnikers Kübart und des Wiesenbau neisters Funk beruhte. Rechtsanwalt Sonnenfeld beantragt, den Bericht des Herrn v. Dettingen aus dem landwirtschaftlichen Ministerium herbeizuschaffen. Herr v. Dettingen erbietet sich fofort hierzu und es wird zu diesem Zweck eine Pause gemacht. Nach Beendigung derselben überreichte Herr v. Dettingen das herbeigeholic Aftenstück. Es ergiebt sich, daß dem Bericht des Herrn v. Dettingen zwei Gutachten von Kübart und Funk beigelegen hatten und auf Wochen: Spielplan. Opernhaus Schauspiel: haus Neues tgl. Opern Theater Schiller: Theater 0. Schiller: Theater N. Sonntag 19. Montag 20. Dienstag 21. Die Entführung Der Pfeifertag Die Meistersinger aus dem Serail von Nürnberg Rose von Schiras Im bunten Rock Der Biberpelz Zeuge Lehrer Liebrucks erklärt auf Befragen des Rechts= antvalts Sonnenfeld, daß seine Wohnräume sowohl wie die Schulräume sich in dem traurigsten Zustande befanden. Als einst der Regierungspräsident in Begleitung des Herrn v. Dettingen eine Revision bei dem Zeugen vorgenommen habe, sei derselbe vor Verwunderung in die Worte ausgebrochen: „ Und in diesen Räumentsdindst haben Sie so lange gewohnt? Wie viel Kinder haben Sie?" Der Zeuge habe geantwortet:„ acht"." Run," habe der Präsident erwidert, ich werde dafür sorgen, daß bald gebaut wird." Dics sei denn auch im nächsten Jahre geschehen. Auf weiteres Befragen erzählt der Zeuge, daß nach Fertigstellung der Schulräume nur halb so viele Bänke vorhanden waren, wie gebraucht wurden. Dieselben seien erst nach Monaten geliefert worden. Herr b. Dettingen erklärt hierauf, daß er derjenige gewesen sei, der am meisten für den Bau des Schulhauses eingetreten sei. Da Rechtsanwalt Sonnenfeld erklärt, daß er noch eine große Reihe von Fragen an die Zeugen zu richten habe, so vertagt der Gerichtshof die Verhandlung bis Montagvormittag 9 Uhr. Sonnabend Sonntag Mittwoch 92 33. Donnerstag Freitag 23. 26. 24. 25. Margarete Robert der Teufel . Mignon Carmen Lohengrin Das große Licht Die Ahnfrau Der Kaufmann von Venedig Jin bunten Rod Das Theaterdorf Der Heerohme Das Theaterdorf Das Theaterdorf Das Theaterdorf Im bunten Rod Macbeth Der Biberpelz Nachm Doktor Klaus Der Herr Genator Nachm.: Jugend Die perj. Glode Nachm.: Monna Banna Das Theaterdors Nm.:( Mod. B.) Das Theaterdorf Der Krampus 3m bunten Rod Die Ahnfrau Das große Licht Der Zartüff Jugend Doktor Klaus Der Arzt wider Willen Doktor Klaus Der Biberpelz Doktor Klaus Der Biberpelz Der Biberpelz Deutsches Theater Einsame Menschen Monna Bana Esther Zwei Eisen im Feuer Lebendige Stunden Die Braut von Messina Morituri Doktor Klaus Doktor Klaus Monna Banna Monna Banna Es lebe das Leben Monna Vanna Leffing: Theater Kaltwasser Berliner Theater Alt- Heidelberg Wienerinnen Alt- Heidelberg Bienerinnen Alt- Heidelberg Wienerinnen Alt- Heidelberg Neues Theater Ledige Leute Ledige Leute Yvette Yvette Yvette Ledige Leute. Yvette Undine Der Freischütz Wiener Blut Westens Das Nachtlager in Granada Der Bettelstudent Der Troubadour Central: Theater Der Bettelstudent Die Geisha Das süße Mädel Der Zigenners baron Die Geisha Boccaccio Berlin, wie es weint und lacht Robert und Bertram Faust Vor Sonnenaufgang Faust den weiten Weg zu Fuß hätten zurüdlegen müssen. Die Schule in Daskehmen sei seit Jahrzehnten in ganz miserablem 8u Theater des Die Fledermaus ft an de gewesen, den Mißständen sei aber nicht abgeholfen, auf der andern Seite aber seien Stallgebäude, Lurusbauten, Pavillons usw. errichtet worden. Die Lehrer erhielten bas Holz zum Heizen der Schule unzerkleinert und mußten es auf eigene Stosten zerkleinern, während die Beamten zer= leinertes Holzerhielten. Herr v. Dettingen habe un feine Privatgärten eine neuen Mauerzaun herstellen lassen, während Centralverband der Zimmerer Deutschlands. ( Bahlstelle Rigdorf.) Am 17. Oftober verstarb nach furzem Leiden unser werter Kamerad Carl Schubert. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 20. Oftober, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des alten Jakobi- Kirchhofes am Rollfrug aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 255/5 Der Vorstand. Treffpunkt der Mitglieder um 3 Uhr bei Hoppe, Berlinerstr. 13. Invalidenunterstützungs- Kasse d. Steindrucker u. Lithographen. Die Beerdigung des am 17. Dttober cr. verstorbenen Kupferbruders Jul. Aschenbrenner findet am 20. Oftober, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Jafobi- Stirchhofs, Hermannstraße, aus statt. 29026. Das Komitee. Verein der Kleber. Am 17. d. M. verschied unser Kollege Adolf Schötz an der Proletariertrantheit. Die Beerdigung findet am Mon tag, den 20. d. M., 4 Uhr, von der Leichenhalle der Hl. KreuzKirche, Mariendorf, aus statt. Die Kollegen werden ersucht, sich zahlreich zu beteiligen. Der Vorstand. Todes: Anzeige. Hiermit die traurige Nachricht, baß mein lieber Mann, unser herzensguter Bater, der Porzellandreher 2888b Adolf Kern am 16. Ottober, nachm. 2 Uhr ober, na verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 2 Uhr von der Leichen halle des städtischen Krankenhauses Moabit aus nach dem Friedhof der neuen Nazareth- Gemeinde statt. Die trauernden Hinterbliebenen Anna Kern mit Kindern. Luisen: Theater Verband aller in der Stickerei Branche befch. Personen. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsre Kollegin Helene Schäler am 16. Oftober verstorben ist. Ehre ihrem Audenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 3 1hr von der Leichen halle des Georgen- Kirchhofes in Weißensee, Rölfestraße, aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 291/19 Der Vorstand. Danksagung. Allen Freunden, Bekannten und Kollegen für die mir erwiesene Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und unsres Vaters Johann Kerpan unfren herzlichsten Dant. 54132 Bitwe Kerpan nebst Kindern. Verfallene Pfänder. Golds. wie Brillanten j. Art, gold. u. filb. Uhren, Ketten, Ringe, sauber u. schön, w. spottb. verf. Altes Gold, Silber w. getauscht u. in Zahlung gen. in der Pfandl. Prinzenstr. 28 I, Ede Ritterstr. Danksagung. Zurüdgekehrt vom Grabe meines lieben, unvergeßlichen Mannes inge Vor Sonnens aufgang Wienerinnen Nacym.: Wilhelm Tell, Yvette Nachm.: Jugend Nation Nachm.: Undine Der Zigeuners Die Fledermaus baron. Nachm.: Der Bettelstudent Berlin, wie es Vor Sonnenauf gang. N.: Berlin weint und lacht wie es weint 2c. Königshank Berliner k- Trio. ich allen Berwandten, feinen Stollegen Gr. Frankfurterstr. 117 und Bekannten für die liebevolle Teilnahme und schönen Kranzspenden meinen herzlichsten Dank. 29036 Martha Hildebrand. Der billige Rofenberg Damen- Capes, Jacketts, Saccos, Röcke, enorme Auswahl, spottbillig. Knaben Anzüge, KnabenPaletots, Knaben- Joppen, Mädchenkleider zu Spottpreisen. Reste- Damenmäntel- tonjektion und Kindergarderobe. Zuschnitte stets gratis. Rosenberg, 5373L* Kottbuferdamm 93. Felix Scheuer U Stralsunderstr. 1. Zitherspieler Inhaber: Fritz Walter. Jeden Montag u. Donnerstag: Humoristische Soireen der beliebten Original- Norddeutschen Sänger. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Borstellung 8%, Uhr. Entree frei. Es ladet freundlichst ein Empfehle allen Freunden und Be50742* fannten mein Fr. 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Er wurde wegen unlauteren Wettbewerbes angeklagt, weil ein Abnehmer festgestellt hatte, dass der Tabak in diesen Cigarren Havana niemals gesehen hatte. Der Angeklagte berief sich darauf, dass im Cigarrenhandel der Ausdruck HavanaAusschuss ein allgemein bekannter und üblicher sei, und kein Sachkundiger vermute, dass er unter dieser Flagge und zu so billigem Preise eine echte Havana- Cigarre erhalte. Gerichtshof meinte, dass es auf die Sachkunde von Fachleuten nicht ankomme, dass aber doch das kaufende Publikum durch diese Bezeichnung getäuscht werde. Ein Betrug liege im strafrechtlichen Sinne nicht vor, da die Cirarren den bezahlten Preis wert gewesen seien, wohl aber unlauterer Wettbewerb, da hier unberechtigterweise der Anschein eines besonders günstigen Angebotes erweckt worden sei. Die fünfte Ferien- Strafkammer verurteilte ihn zu 30 Mark Geldstrafe. Dass durch einen derartigen Vorfall das Vertrauen zu den Ausschuss- Cigarren im allgemeinen erschüttert wird, ist begreiflich, und sehe ich mich daher veranlasst, einige aufklärende Worte über meine Havana- Ausschuss- Cigarren zu veröffentlichen. Meine Havana Ausschuss sind solche Cigarren, wo Deckblatt und Einlage auf Cubas Boden gowachsen und dort verarbeitet worden sind. Die Schönheitsfehler des Deckblattes bedingen das Herabsetzen der Preise, und kann ich infolge meiner direkten Beziehungen und genauer Umrechnung der Dollarpreise und minimalem Profit zu diesen wirklich billigen Markpreisen verkaufen. Die festgesetzen Preise pro Mille sind: Mark 80-85-95-105-110-115-120125-130-135-140-145-155-160-170-180-190-195 und 200 M. Da dieselben nicht auf Bestellung angefertigt werden und nur solche Posten aufgekauft werden, wie selbe von Fall zu Fall erhältlich sind, variiren auch die Marken fast mit jeder Sendung, doch sind es durchweg normal grosse Cigarren, gute Qualitäten, nur halb so teuer, wie die prima Sortierung. Alle diese HavanaImporten sind in Original- 100- Stück- Cuba- Cedernkisten, diese mit dem( Exportlabel) Banderolle und Schutzmarke der Vereinigten Cigarrenfabrikanten auf Cuba beklebt. Jetzt will ich auch noch erwähnen, dass diese Havana- Ausschuss- Cigarren nicht mit denen zu verwechseln sind, welche ich ganz allgemein als Ausschuss- Cigarren offeriere. Diese letzteren, nur in gelbe Düten pro 10 Stück gepackt, enthalten, auch schon von 50 Mark anfangend, jedoch nur teilweise, Havana- Tabak, dessen Quantität und Qualität mit dem Preise steigen. Die Preise dieser Hamburger und Bremer Ausschuss- Cigarren sind pro Mille Mark 30, 35, 40, 45, 50, 55, 60, 65, 70, 75, 80, 85, 90, 100, 120, 135, 150 und 200 Mark. Diese Cigarren, nur diese, sind gemischte Ausschuss- Cigarren. unsortiert, in verschiedenen Grössen und Farben, und ebenso wie die Importen bedeutend billiger als die entsprechenden reinen Farben. Havana- Importen, reine Farben, nicht Segundas, von 200 bis 2000 Mk. La Capitana La Africana- La flor de Cuba La Espanola La Intimidad La flor de Inclán- La Rosa aromatica La Carolina- El Elquador Flor de A. F. Garcia Bock y Ca- Pedro Murias H. Upmann y Ca- Manuel Garcia Alonso Henry Clay Punch etc. Versand: Nur von 100 Stück Cigarren an, auch 10mal zehn Stück Ausschuss- Cigarren zu verschiedenen Preisen mit 10 pCt. Rabatt u. halbem Porto ausnahmslos gegen Nachnahme oder Cassa; ersteZone franco, fernerZonenhalber Porto, 500 Stück franco. Nachnahmespesen zu Lasten des Bestellers. Proben als Muster ohne Wert werden nicht versandt. 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Oftober 1992, bormittags. Nur die Gewinne über 232 wit. find den betrenendes Nummern in Klammern beigeiñat ( Ohne Gewähr.) Nachdrud verboten. 198 375 92 486 585 734 46 852 1442[ 500] 580 620 769 867 2015 147 515 81 729[ 30001 99 919 88 92 3289 319[ 5001 47[ 500] 81 515 43 643 978 4030 214 ( 3000) 311 433 597 805 905 5013 111 48 49 89 208 47 387 450 515 24 78 616 30 803 6118 48 336 89 435 87 569 83 632 736 816 988 93 7029 224 32 583 677 805 911 87 91 97 8034 163 225 429 544 779 1500] 934 37 46 69 9012 22 79 131 51 244 515 57 711 835 63 960 98 10088 227 34 39 79 87 545 64 757 84 975 11059 78 79 95 135[ 500] 311 39[ 3000] 85 419 717 828 30 12040 210 25 52 365 813 945 50 13065 147 420 48 747 70 91 871 982 14081 218 336 71 529 616 65 721 860[ 500] 81 15015 340 447 549 820 13000] 917 70 16016 28 123 408 507 639 799 880 981 92 17405 512 711 28 926 69 1500] 18164 281 369 96 435 618 89 758 910 82 19079 101 17 56 216 15001 62 396 819 996 20086 117 301[ 500] 578[ 3000] 616 64 819 21006 230 381[ 30001 470 500 17 53 708 883 962 88 22003 32 109 566 83 718 815 93 977 23102 208 29 70 393 734 871 990 97 24162 388 722 841 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Ziehung 4 lasse 207 Ngl. Preuß. Lotterie.[ 1000] 546 66 601 773 818 114062 105 744 115374 Biehun, vom 18. Oft ber 1902, nachmittags. Nur die Gewinne uter 232 l. find den betrenenden Nummern in Rammern beige t ( Ohne Gewähr.) Nachdrud verboten. 65 114 283[ 3000] 433 39 520 41 689 757 1024 418 30 36 60 77 602 15001 66 712 89 98[ 3000] 2057 172 366 67 85 431 648 57 861 929 3022 49 55 290 488 554 796 964 4023 52 110 59 254 316 531 637 80[ 500] 97 710 81 851 68 5216 334 664 1500] 782 863 97 910 27 6003 5 123 65 74 85 225 526[ 1000] 789 915 77 84 7347 620 864 969 8098 187 221 548 660 753 989 9040 219[ 500] 21 426 631 786 813 78 921 45 69 10102 9 30 34 48 229 459 635 62 782 89 95 905 11116 29 40 54 290 408 616 707 26 934 66 12165 75 295 354 89 450 68 97 520 27[ 5001 937 72 13314 45[ 500] 77 523 33 642 827 14015 197 559 15081 96 16063 226 50 90 381 672 754 17009 43 49 80 517 33 649 971 18092 106 217[ 3000] 318 407 587 653 794 828 927 19093 120 260 398 535 73 756 868 81 84 916 61 78 61 78 82 93 20044 215 75 459 621 33 44 743 53 94 803 74 992 21123 371 415 21 601 7 704 65 924 22091 153 59 272 305 653 762 89 839 94 944 46 23067 68 246 95[ 3000] 334 72 495 524 848 72 932 24005 7 96 303 521 605 716[ 1000] 58 66 843 967 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30 66072 134 201 648 702 910 60 97 32[ 1000] 238 58 320 68188 380 413 20 73 81 368 446 13000] 624 61 736 62 865 67007 69274 70157 94[ 1000] 537 50 75 820 33 88 964 71151 291 340 44 473 557 81 741 848 130001 952 72050 53 61 250 89 433 549 675 720 24 826 40 59 925 73157 244 82 386 421 54 86 720 15001 814 48 91 928 74202 313 54 130001 459 87 945 75154 294 452[ 3000) 98 547 65 659 707 888 997 76030 241 527 804 918 91 77 133 385 523 616 35 765 831 78110 348 522 39 42 75 807 79016[ 1000] 19 148 409[ 500) 637 86 96 756 59 74 949 48 630 703 16 80112 308 46 630 703 16 824 81069 207 312 443 831 87 933 73 82035 237 337 76 438 64 568 82 653 81 83052 303 410 500 674 721 888 965 73 84 135 529[ 500] 800 89 992 85097 13000) 118 1500] 40 98 372 95 585 708 15001 39 60 825 86057 201 23 301 604 24 746 62 934 63 87028 31 171[ 5001 237 [ 5001 50 73 608 89 723 996 88145 54 73 87 330 478 ( 500 573 655 69 93 716 839 85 89015 162 98 204 355 85 485 1500 532 69 626 42 81 707 68 817 970 90014 327 54 88 635 78 834 50 91376[ 500] 496 591 801 28 82 970 92130 41 330 83 521 47 656 88 805 41 88 944[ 3000 53 86 93101[ 30001 717 55 98 130001 929 94165 207 370 414 505 79 759 906 38 95042 43 44 102 355 471 73 600 877 84 97 942 96061 63 64 80 193 302 72 552 57 796 831 919 67 97276 485 640 52 73 775 91[ 5001 813 33 98031 178 79 337 407 546 65 1500] 615 24 88 99055 132 [ 5001 234[ 30001 515 663 738 988 100124 38 230 80 89 394 717 867[ 5001 101170 83 203 629 993 102273 313 55 481 633[ 500] 932 103176 203 66[ 3000 315 497 646 788 104009 189 239 75 309 431 10001 519 57 803 51 15001 105052 211 52 388 710 898 108199 492 503 15 636( 5001 730 905 107036 157 1500] 211 587 614 849 73 108092 102 20 352 401 33[ 1000] 93[ 1000] 525[ 3000] G05 109149 200 47 60 61 350 554[ 3000] 639 727 45 841 918 110208 321 493 13000] 575[ 300] 789 917 111328 81 83 475 97[ 1000] 963 112024 60 133 39 225 529 34 725 53 839 919 113079 135 91 261 78 334 407 586 28 17 6225 55 372 463 094 855 73 995 177053 57 164 219 63 313[ 500] 14 70 441 755 814 59 98 178076 221 48 99 473 577[ 30001 94 634 799 823 99 940 179090 225 80 365 525 736[ 3000] 822 180073 267 404 549 59 642 706[ 1000] 858 89 181030 60 214 339 483 548[ 10001 706 182191 408 77 581 630 786 183025 116 364 587 625 789[ 1000] 912 21 184006 307 65 69 90 768 80 921 97 185103 69 248 336[ 500] 74 610 55 940 186079 90 108 35 223 28[ 3000] 318 69 73 91 400 15( 1000] 17 99 551 683 700 89 187039 234 379 86 413 58 63 716 56 838 935 92 188042-118 424 544150017892 189053 15001 134 52 367 75 568 190057 95 224 30 312 425 75 87[ 1000] 553 781 824 909 12 53 64 91 191353[ 5001 431 668 707 806 192038 507 52 54 627 848 936 193074 85 320[ 500] 62 423 45 530 42 58 83 608 15001 805 194101 216 43 55 347 96 658 719 47 51 876 933 195009 71 126 43 64 253 78 342 516 869 193242 692 800 44 197262 358 413 528 199016 89 244 320 56 406 54 526 38 98 616 28 61 773 849 38[ 3000] 198060 176 293 329 44 463 546 614 847 200023 293 578 603 58 99 844 201185 286 745 68 88 803 26 940 202032 198 257 358 71 515 74[ 10001 631 39 775[ 1000] 808 907 203036 277 393 556 763 800 15001 993 204213 32[ 5001 331 593 902 44 76 205033[ 500] 87 208 311 414 583 761 206002 145 413 793 887 997 207051 357 484 573 651 743 861 76 208252 74 512 34 209175 485 510 675 742 43 830 44 80 210303 536 744 974 211106 228 326 530 643 701 [ 1000] 806 909 13 51 212223 525 702 897 213003 38 66 281 97 300 428 560 704 833 81 214044 101 75 418 504 56 57 677 791[ 3000] 910 45 75 215104 19 295 337 707 44 966 216304 30 1500] 434 630 970 1500] 217038 121 358[ 500] 400 76 97 667 74 729 976 218235 795 219186 205 15 499 500 695 805 11 49. 220086 201 10 41 382 452 644 73 81 740 959 221210 386 416 44 640 919 222043 109 444 66 508 83 764 96 955 86 223028 117 66 438 725 800 224348 [ 500] 669 863 Zur Gewinnrade verblieben: 1 Geting an 500 000 m., 2 au 20000 W, 2 u 150 000 1, 2 zu 1000 m., 2 au 750 f., 2 8 5000 wit, 9330.00 18 zu 15 000 39 3 100 W., 78 zu 5000 t, 1139 au 2000 m., 1541 gu Ioto M, 2824 zu 500 110203 79 308 68 462 73 700 921 67 111053 207 52 313 18 413 797( 500] 854 81 112044 50 121 280 572 777 914 98 113043 147 309[ 1000] 506 35 674 862 924 73 98 114113 349 415 507 30 678 791 885 Berantwortlicher Redakteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. GING Nr. 245. 19. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 19. Oktober 1902. Krankenkassen und Aerzte. Wie der Vorstand der„ Drts- Krankenkasse der Gastwirte", bin Patienten. Aber trotzdem besteht ein Unterschied insofern, als die läßt sie es sich gewiß wo es einmal im entgegengesetzten Anspruch zu nehmen. thätigkeit bei einem der„ umbesoldeten Specialärzte" der Gastwirts- Vergleich ein Beispiel aus den wirtschaftlichen Kämpfen der Industrietasse sammeln konnte: Medizinisch werden selbstverständlich die arbeiter. Wenn irgend eine Gruppe von diesen ein Lohnsystem acceptiert hat, das eigentlich weit mehr den Kranken der Gastwirtskasse genau ebenso behandelt, wie die Mit- 3. B. den Accordlohn glieder andrer( zahlender) Kassen, oder wie richtige poliklinische Interessen der Unternehmer als denen der Arbeiter entspricht, dann guttvillig gefallen, daß dies System auch ich leider gezwungen, den Raum des„ Vorwärts" nochmals in Mitglieder solcher Kassen, die mur unbesoldete Specialärzte" be- Sinne, d. H. zu Ungunsten der Unternehmer, ausschlägt. gerade dort durchbrochen sizen, also nur poliklinische Hilfe in Anspruch nehmen, in weit Es geht nach meiner Meinung nicht an, die Zahl der Aerzte höherem Maße als Demonstrations- und Untersuchungsobjekte in das Leben erschwert, ist gewiß richtig. Nur erscheint mir Sparsamkeit Daß die Konkurrenz der Gastwirte- Innungskasse der Ortskasse einer Stasse einfach nach der Mitgliederzahl zu bestimmen. Sonjt den Vorlesungen, Kursen usw. der betr. Poliklinikeninhaber Verwendung am falschen Orte, wie sie ja in dieser Regelung des ärztlichen käme man ja dazu, daß, wenn für die 18 000 Mitglieder der Gast- finden. Als Annehmlichkeit wird das aber von den betr. Kassen- Dienstes zu Tage tritt, nicht als ein taugliches Mittel in diesem wirtskasse 30 Aerzte ausreichen, für eine Kasse von 600 Mitgliedern mitgliedern meist nicht empfunden. Dann weiter: das Mitglied einer Kasse, Konkurrenzkampfe. wir haben solche und noch kleinere in Berlin- ein Arzt vollauf die ihre Specialisten bezahlt, hat auch Anspruch darauf, in geeigneten Schundkonkurrenz. Die organisierten Arbeiter, welche im Vorstande Schundkonkurrenz bekämpft man nicht durch genügen würde. Es muß eben, wie ich in meinen früheren Aus- Fällen in seiner Wohnung specialistisch behandelt zu werden, und ber Drts- strantentiaſſe ſigen, sollten meines Erachtens, nicht das allein führungen bereits betont habe, berücksichtigt werden, welche Wege, es wird, wenigstens bei den Kassen mit freier Arztwahl, von dieſem erstreben, ditrch niedrige Leistungen ihrer Kasse die Beiträge möglichst welcher Zeit- und Erwerbsverlust, welche Fahrkosten usw.... den Anspruch ein ziemlich weitgehender Gebrauch gemacht. Bei den niedrig zu halten, sondern sie sollten vor allem darauf hinarbeiten, tranten Mitgliedern erwachsen". Kaffen dagegen, die ihre Mitglieder in Polikliniken abschieben", be- die Junungskasse zu höheren Leistungen und damit naturgemäß auch Wie hoch von diesem Gesichtspunkte die Mindestzahl der Kassen- steht kein solcher Anspruch, die Mitglieder werden specialistisch nur Die Mittel dazu giebt ihnen ärzte für Berlin zu bemeffen ist, dafür giebt einen gewissen Anhalt in der Poliklinik behandelt oder müssen sich zu diesem Zweck in zu höheren Beiträgen zu zwingen. die Zahl der bei Beginn des Apothekenboykotts zugelassenen Kliniken, Krankenhäuser usw. aufnehmen lassen. Ich verkenne feines- 3.., was die ärztliche Versorgung betrifft, der aus der Geschichte Als wir am 1. Mai 1901 unfren Stampf begannen, wegs, daß es zum sehr wesentlichen Teil sociale und hygienische Gesetzes. Nachdem die höhere Verwaltungsbehörde" 72 Apotheken des Apothekenboykotts bekannte§ 56a des Krankenversicherungslag es selbstverständlich im Interesse dieses Kampfes, eine möglichst Gründe sind, welche bei der Gastwirtskasse die Höhe der Krankenhaus als nicht ausreichend für Berlin erklärt hat, wird sie auf Anrufung fich fleine Anzahl von Apotheken zur Lieferung zuzulassen. Trotzdem kosten bedingen, aber zum Teil wirkt hier sicher auch die ungenügende möglich dem verschließen können, daß troß ihrer nahen verwandtglaubten wir damals nach reiflichster Prüfung der Sachlage nicht ärztliche, und namentlich wie eben angeführt specialärztliche unter 72 Apotheken heruntergehen zu dürfen, weil wir sonst den Versorgung mit, und schon deshalb ist es nicht berechtigt, wenn der schaftlichen Beziehungen zu hervorragenden Innungsmitgliedern die Kassenmitgliedern zu groze lubequemlichkeiten usw. zugemutet Vorstand der Gastwirtskasse die schlechte Bezahlung der Werzte mit paar Aerzte der Gastwirte- Innungskasse eine„ den berechtigen Anforderungen der Versicherten entsprechende" ärztliche Versorgung nicht hätten. Unter diese Zahl darf meines Erachtens feine Berliner den hohen Krankenhauskosten begründet. Krankenkasse heruntergehen, wenn sie wirklich die ärztliche HilfeDie Behauptung, daß 3,50 M. pro Kopf und Jahr gegenwärtig gewähren vermögen. Die 30 Unterschriften, welche nach§ 56a Teistung sachgemäß gestalten will, man tönnte sogar aus verschiedenen den„ Standard- Lohnfaz kaffenärztlicher Thätigkeit in Berlin" dar- nötig sind, un die höhere Verwaltungsbehörde anzurufen, wird doch Gründen, die ich hier nicht im einzelnen anführen will, noch eine stellt, halte ich aufrecht; ihre Richtigkeit ergiebt sich schon darans, daß nehmenden Mitglieder im Ortstassenvorstande hinarbeiten. Aber die Organisation aufbringen können, und darauf sollten die arbeithöhere Zahl von Aerzten für notwendig halten. trotz der niedrigen Bezahlung bei einzelnen Staffen wie z. B. der Gastwirtskaffe die Durchschnittsleistung der Berliner Krankenkassen freilich, so lange die Ortskasse selbst ein so schlechtes Arztsystem hat, schon 1901 nach den amtlichen Feststellungen 3,23 M. pro Kopf und ist es ja verständlich, daß der Vorstand Bedenken trägt, die GastwirtsJahr betrug. Am 1. Januar 1902 aber ist, wie bereits früher gehilfen auf ein solches Mittel hinzuweisen, das sie dann eventuell hervorgehoben, für einen großen Teil Kassenmitglieder eine weitere auch einmal gegen die Ortskasse versuchen könnten. Curt Freudenberg. Erhöhung dieses Sates eingetreten. Und wenn der GastwirtskassenVorstand dem gegenüber auf die angeblich höhere Bezahlung der Einer solchen Organisation des ärztlichen Dienstes, wie ich sie Einzelleistung bei seiner Kasse verweist, so habe ich ja das zur Eingelaufene Druckschriften. oben als notwendig hingestellt habe, stellt auch nicht etwa in tritit dieser Berechnung Notwendige bereits in meinen Schlesischer Volkskalender für 1903. Herausgeber Julius Bruhns. finanzieller Beziehung Anforderungen, welche die Kräfte einer kleinen ersten Ausführungen gefagt. Aber ein grundsätzliches Moment, Breslau. oder mittelgroßen Kasse übersteigen. Vielmehr kann jede noch so das gegen diefe ganze Art der Beweisführung spricht, Die Arbeiter- Heilstätten der Landes- Versicherungsanstalt Berlin bei Heine Kasse sich eine solche Organisation mit oder ohne freie möchte ich doch hier noch anführen. Daß der Berechnung Beclit. Illustrierte Festschrift. Arztwahl durch Anschluß an einen der bestehenden größeren des ärztlichen Honorars bei den Krankenkassen ein pro Kopf und Kassenverbände verschaffen. Und jede Kasse von der Größe der Jahr berechneter Pauschalsatz zu Grunde gelegt wird, das entspricht Gastwirtskasse fann sogar wie das Beispiel der Buchdruckerkasse feineswegs den Interessen und den ursprünglichen Wünschen der mit über 100, der Neuen Maschinenbauertasse mit gegen 200 Aerzten Aerzteschaft; dieser müßte vielmehr daran liegen, daß die Einzelund andre mehr beweist ganz selbständig eine Organisation des leistung nach einer vereinbarten Tare honoriert wird, da soust z. B. ärztlichen Dienstes ins Leben rufen, welche wenigstens jener Mindest die ganze Mehrarbeit infolge einer Epidemie usw. umsonst geleistet Stationen forderung genügt. Also Unmögliches wird der Gastwirtstasse feines- werden muß. Wohl aber lag diese Pauschalierung im Interesse der wegs zugemutet, wenn man von ihr eine„ sachgemäße Gestaltung der Kaffen, fie erleichterte ihnen die Verwaltung, sie schwächte die ärztlichen Hilfeleistung" verlangt. Schädigungen durch Epidemien usw. wenigstens etwas ab. Und die Swinemde. 753 WSW 4hrb. bed. 7 Haparanda 754 ND Ich kann auch nicht anerkennen, daß bei der Gastwirtskasse schon gegenwärtig„ jedes Mitglied in der Lage ist, auch wenn es an der äußersten Peripherie wohnt oder arbeitet, in recht kurzer Zeit den Kaſſenarzt aufzusuchen". Wie soll das möglich sein, wenn für den Westen z. B. zwei Aerzte, für den Süden und Nordosten sogar nur je einer, für die Vororte kein einziger angestellt sind. | Witterungsübersicht vom 18. Oktober 1902, morgens 8 Uhr. Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5° C. 4° 9. Stationen 755 SW 756 4 heiter 6 Petersburg 3 heiter 8 Cork 4 bedeckt 7 Aberdeen 6 bedeckt 5 Paris 7 Baromcier ſtand mm richtung Wind Windstärle Wetter Temp. n. E. 2 bedeckt-7 Die unentgeltliche Behandlung der Gastwirtskassen- Mitglieder Aerztefchaft bequemte sich diesen Interessen der Kassen an, Hamburg in Polikliniken oder, wie ich das etwas unrhöflicher ausgedrückt habe, indem sie wohl oder über die Pauschalierung beziehungs- Berlin 756 WNW 4 bedeckt 12 die Abschiebung in Polikliniken erscheint dem Stassenvorstand des- weise die Zugrundelegung eines Pauschaljazzes bei Berechnung Franj./M. 759 SW halb unbedenklich, weil er den Poliklinik- Juhabern eine solche der kassenärztlichen Fiya annahm. Nachdem aber in dieser Beziehung München 761 23 758 S 3 Regen 8 Schlechtigkeit nicht zumutet"," daß sie unter den in derselben Sprech den Wünschen der Mehrheit der Kassen entsprochen wurde, haben die Wien 758 2 bedeckt stunde erschienenen Patienten noch eine besondere Auswahl treffen Aerzte einen Anspruch darauf, daß diese Art der Honorarberechnung Wetter- Prognose für Sonntag, den 19. Oktober 1902. zu Gunsten derjenigen, für die sie etwa 35 Pfennig Honorar er auch dort angewandt wird, wo sie vielleicht wie das möglicher- Ziemlich mild, teilweise heiter, aber veränderlich mit leichten Regenfällen halten". Darauf habe ich folgendes zu antworten und zwar auf weise bei der Gastwirtskasse der Fall ist einmal den Aerzten und mäßigen südwestlichen Winden. Grund von Erfahrungen, die ich während fünfjähriger Affiftenten günstig, der Kasse ungünstig ist. Man nehme doch nur wieder zum Berliner Wetterbureau. 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Die 20 te reichillustrierte Preisliste 1902/1903 wird auf Wunsch kostenlos und portofrei zugesandt. M. Die Nervenkraft- eine Existenzfrage. 23ir leben in einer Zeit des raftlosen Wettbewerbes uf allen Gebieten. Jeder einzelne strebt nach geistigen oder materiellen Erfolgen, um verfeinerten Lebensansprüchen zu genügen, oder Rang, Ansehen, Unabhängigkeit zu erringen. Wer in dem gewaltigen Strome mitschimmen will, muß fräftige Arme haben, er muß im Vollbesize der NervenKraft sein, wenn er den gesteigerten Ansprüchen an physische und geistige Energie genügen soll. Die Nervenkraft ist somit eine Existenzfrage und die rationelle Nervenpflege eine der vornehmsten Aufgaben unsres modernen Lebens. werden. Gesunde Nerven können durch Beobachtung einfacher Naturgesete dauernd leistungsfähig erhalten Diese Gesetze scheinen aber nur wenigen befannt zu sein oder sie werden nicht genügend gewürdigt, da sich die # Nervenfchwäche mit ihren vielen Abarten: Hysterie, Melancholie, Hypochondrie c. zu einer Zeitkrankheit herausgebildet hat. Die unheilvollen Wirkungen der nervösen Erschöpfung, welche den Stranfen in seiner Berufsthätigkeit lahm legen und ihm alle Lebensfreude rauben, find sattsam bekannt. Es giebt wohl kaum eine härtere, grausamere Strafe für bewußt oder unbewußt begangene Sünden( Fehler in der Lebensiveise) als die Nervenschwäche ( Neurasthenie). Körperliche und seelische Qualen wirken Jedes Wort: 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Restauration, Parteilofal, volle Konzession, Vereine, Bahlstellen, er forderlich 3000 Mart, verkauft M., Postamt 63. hier zusammen, um den davon Betroffenen das Dasein zur Hölle zu machen. Wen das Nervenelend einmal erfaßt hat, den hält es unerbittlich fest. Weder in der Arbeit noch im Bergnügen findet er Befriedigung; überallhin folgen ihm frankhafte Reizbarkeit und Ver stimmung, frankhafte Furcht- und Angstzustände. Hoff: nungslosigkeit und Verzweiflung. Er ist in der Regel unfähig, seinen Geist auf irgend eine Aufgabe( Lesen, Denken 2c.) zu konzentrieren. Jede geistige und förper liche Anstrengung, auch die Kleinste, hat bei ihm eine peinvolle Gimüdung und ſelbſt förperliche Schmerzen im Gefolge. Die kleinen Unannehmlichkeiten des täglichen Lebens, welche der Gesunde taum beachtet, ge ringe Geräusche und sonstige nichtige Ursachen reizen den Neurastheniter zur Heftigkeit und Born. Die Gemütsstimmung dieser Kranken ist eine düstere, pessimistischer Lebensauffassung zuneigende, ja mitunter völlig mut- und hoffnungslose( Melancholie). unüberwindliche Willensschwäche zeitigt in ihnen die immerwährende Angst, was wohl das Leben noch bringen werde. Allerhand hypochondrische Ideen pflegen nebenher zu gehen, geringfügige Schmerzen werden als Borzeichen schwerer Krankheit gedeutet. Wirklich orga nische Leiden sind beim Nervenkranken felten nachweisbar, und froßdem fühlt er fich frank und elend. Nicht selten plagen ihn Magenverstimmungen und Verdauungsstörungen, Blazangst, Menschenfurcht; der Stopf ist eingenommen, die Glieder schwach und kraftlos. Sein Schlaf ist unruhig und ohne Erquidung; abgespannt und müde verläßt er am Morgen sein Lager. Die Dualen dieser armen Kranken find faum zu beschreiben, und sie werden geradezu unerträglich dadurch, daß sie von ihrer Eine | Umgebung, von ihren eignen Angehörigen und besten Freunden nicht verstanden, als eingebildete Stranke, ja jogar als arbeitsscheue Menschen behandelt werden. Man kann ohne weiteres annehmen, daß bei allen Nervenkranken eine Berschlechterung des Blutes und der gefamten Säfte des Körpers vorliegt, daß unvollkommen orydierte Produkte der regreffiven Stoff- Metamorphose ( Harnsäure, Leufomaine, Amidoderivate) im Blute Daher freisen oder an falscher Stelle abgelagert sind. die behinderte Funktionsfähigkeit der Drgane, die schlechte Ernährung der Nerven, die frankhaften Erscheinungen. Die Mannigfaltigkeit der Symptome weist auf eine Gesamtertranfung des Organismus hin, welcher, wie die Erfahrung lehrt, mit symptomatischen Mitteln nicht beizukommen ist. Man beschränkte fich darauf, längere Ruhepauſen mit Drisveränderung, Aufenthalt an der See, im Gebirge oder den Besuch von Nervenheilanstalten zu empfehlen, womit ohne Zweifel manche gute Erfolge erzielt wurden, wenn der Kranke genügend Zeit und Geld besaß, um diese ebenso zeitraubenden wie foftspieligen Sturen bis zum Ende durchzuführen. Da jedoch die meisten Nervenfranken durch ihren Beruf oder die Unzulänglichkeit ihrer Mittel an die Scholle gefeffelt find, so dürfte es angezeigt sein, auf eine nene Nerven- Therapie. hinzuweisen, welche, auf einfachen Principien beruhend, von jedermann ohne Zeitverlust und mit geringen Kosten zu Hause angewendet werden kann. Die Kurritet ihr Hauptaugenmerk auf die Beseitigung der Grundursache, I Kleine Anzeigen. Refte spottbillig. Tuchlager Rohstraße 2, Stoch u. Seeland. 17756* Nusbaummöbel( ganze Birt schaft) spottbillig, auch einzeln. Kücheneinrichtung 30,00, Gartenstraße 148, I Borderhaus. +133 = auf die Befreiung des Körpers von den abgelagerten Selbstgiften- durch gesteigerte intracellulare Drydation Ieichtere, vollkommenere Verdauung der aufgenomenen Nahrung. Die un mittelbare Folge davon ist eine Ento lastung des Nervensystems einerseits sowie eine bessere Ernährung( räfti gung) derselben andrerseits. Las llebel wird bei der Wurzel gefaßt, indem der franke, degenerierte Organismus gereinigt und neu aufgebaut wird. Diesen Zweck erreicht man durch zufuhr von aktivem m Sauerstoff in Form einer absolut ungiftigen und daher unschädlichen chemischen Verbindung( Magnesiumsuperoxyd MgO 2). Zahlreiche praktische Erfolge bestätigen die Richtigkeit des leitenden Grundprincips und neuerdings wurde auch der theoretische Beweis erbracht, daß der aus der obigen Verbindung abgespaltene Sauerstoff ins Blut übergeht, dort orndierend wirkt und auf diese Weise den gesamten Stoffwechsel des Drganismus aufs wohlthätigste beeinflußt. Diese oxydierende Thätigkeit des Sauerstoffs läßt sich weiter sehr deutlich durch das allmähliche Verschwinden der anormalen( frankhaften) Stoffe im Urin erkennen und wird deshalb in unseem Sustitut auf eine genaue Harnanalyse großer Wert gelegt. Näheren Ausschluß über das neue Verfahren und Heilberichte enthält ein Prospeft, welchen das ärztlich geleitete Institut für Sauerstoff- heilverfahren Berlin W 8, Leipzigerstraße 26, gratis und franco versendet. fur die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstr. 69. bis 4 Uhr angenommen. 28376 Nähmaschinen ohne Anzahlung, Möblierte Schlafstelle für einen Kanfer erhalten gangbare Ge Krause, Woche 1,00, gebrauchte 12,00. Stopnider schäfte jeder Art nachgewiesen für oder zwei solide Herren. Einzelne mit Andreasstraße 51. +39 ftraße 60/61, Landsbergerstraße 82.+92 Berlin, außerhalb. Gebrauchte Möbel, Pianino Lichten Hausverwaltung. A. Elendt, Boeckh- Möblierte Schlafstelle sofort oder 28876 ftraße 51, Hof II. fbäter. bergerstraße 3. Breslauerstraße 19, Witwe +39 Lieferwagen, alte und Schneiders Sale, Belforterstraße, Wolff. neue +65 28865 aum 15. November noch frei. Räder Pallisadenstraße 101. 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