Nr. 268. Abonnements- Bedingungen: # Abonnements Preis pränumerandos Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., twöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags, Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post ZeitungsBreisliste für 1902 unter Nr. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat Erscheint täglich aufer Montags. F840203 Vorwärts Berliner Dolksblatt. 19. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonelgeile oder deren Raun 40 Pfg., für politische und getvertschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. ,, Kleine Anzeigen" jebes Bort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Rummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben terben. Die Expedition ist an Wochenfagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffnet. Telegramm breffe: Sozialdemokrat Berlin' Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Besiegte Sieger. Sonnabend, den 15. November 1902. Recht und Gewalt. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Neue Verständigungsversuche. zu verbessern, foll Graf Bülow wenig Wilfährigkeit entgegengebracht haben. Die Kreise, welche um jeden Preis den Tarif retten wollen, bersuchen troß der bisherigen Fehlschläge, den verfahrenen Staats. wagen auf ein andres Geleise zu schieben." 08 Hauses erschienen, stammen aus den Fraktionszimmern. Sie ähneln einem hohen Weißbierglase. Die Abstimmungskarten sind mäßig Während die Minderheit im Reichstage durch die sinnlos starte Blättchen in der Größe einer Visitenkarte und enthalten den wütende Mehrheit brutalisiert wird, sind inzwischen die VerhandNamen und die Plagnummer des Abgeordneten, sowie die drei lungen hinter den Coulissen wieder stark im Gange. Graf Bülow Die Zollmehrheit hat die namentlichen Abstimmungen in der Möglichkeiten der Abstimmung. war am Freitag im Reichstage antvesend und hatte lange Stonalten Form begraben und an Stelle des Lebendigen, sofort Das Ergebnis aller dieser Abstimmungen war, daß§ 9 in der ferenzen mit dem Präsidenten und mit den Führern der Mehrheitsfontrollierbaren Bertes die amtliche Visitenkarte gesetzt. Sie hat den von Herold modifizierten Kommissionsfassung unveränderlich an- parteien. Besonders aber scheint man bei der Verständigung auf die neuen Abstimmungsritus auch bereits erprobt und den Triumph er genommen wurde. Auch§ 10 tourde noch erledigt. In ihm handelt versöhnende Kraft der Diners zu rechnen. Der Reichstanzler gab in lebt, daß mit seiner Hilfe im Durchschnitt eine Viertelstunde Zeit es sich um die Zollkredite, die für Getreide beseitigt sind, und die diesen Tagen nacheinander den großen Fraktionen Abendessen und gewonnen wird. Sie hat scheinbar die Opposition aus ihrer Ber- neu eingeführte Berzinsung der Kredite. An der Debatte nahm der Reichstagspräsident wandelt in denselben Bahnen. Vielleicht verschanzung vertrieben, thatsächlich ihr aber nur neue und wirksamere Genosse Haase teil, der den Nachweis führte, daß die Neu- ständigt man sich zwischen Birne und Käse am leichtesten über die Waffen in die Hände geliefert. ordnung der Zollfrebite nur dem Großhandel zu gute strittigen 50 Pf. Herr v. Tiedemann, der alte Helfershelfer Bismardicher| täme. Schließlich wurde auch hier die Kommissionsfassung Brutalität, der geheimrätliche frühere Stiefelputer der Küraffier- in namentlicher Abstimmung mit 183 gegen 61 Stimmen Eine Barlamentsforrespondenz meldet zu der Verständigungsftiefel des Nationalheros, war als der Würdigste erkoren worden, angenommen. Der Präsident beraumte muz die nächste altion:" Die Abgeordneten der Mehrheitsparteien haben dem Reichs den durch gewaltsamen Bruch der Geschäftsordnung erzwungenen Sigung auf Sonnabend an und stellte Petitionen auf die tanzler zu verstehen gegeben, daß die Aufrechterhaltung Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung über Berbesserungsanträge Tagesordnung. Er drüdte damit aus, daß er auf ein beschluß der Mindeſta ölle die conditio sine qua non( Bedingung, ohne zur lex Aichbichler zu begründen. Er that es mit zahnloser Wut fähiges Haus nicht mehr rechnet. Auch Montag, Dienstag und Mitt- Hauses durch Annahme des Reichstagsbeschlusses betr. Diäten usw. die es nicht gehe) bleibe. Andren Vorschlägen, die Geschäftslage des und drohte dabei, die Geschäftsordnung noch ganz anders und viel woch soll die Sigung ausfallen, so daß der Zolltarif erst wieder am gründlicher als bisher zu revidieren, um die Obstruttion" Donnerstag auf die Tagesordnung käme. maufetot zu machen. Genosse Südekum wies den ScharfEr erinnerte die Rechte an ihre macher energisch zurüd. Obstruktionstünste, als es sich für sie darum handelte, die Freßfreiheit der gräflichen Hafen auf bäuerlichen Wiesen zu erhalten. Der Zollkampf ruht nun auf einige Tage. Die Parteien des Noch eine andre Verständigungs- Mitteilung bringt die„ Freis. Die Angstmeierei der Nationalliberalen, daß die Verteidigung der Bollwuchers und der parlamentarischen Vergewaltigung, die alle ihre 8tg.":" Jm Reichstage wurde am Freitag zunächst mit aller BeGeschäftsordnung durch die Socialdemokraten die Grundlagen des Schmählichkeiten mit dem Vorwand decken, daß die Opposition die stimmtheit verbreitet, die Verständigung sei eine Thatsache, und Parlamentarismus erschüttere, lehnte er ab: Herr v. Tiedemann Beit des Reichstages mißbrauche durch lange Reden und namentliche zwar sei fie auf Grund der Erhöhung des Minimalzolls und Konsorten hassen das allgemeine Wahlrecht nicht erst seit gestern. Abstimmungen, diese selben Parteien sind bereit, drei ganze für Gerste um 50 Pf. über den Tarifentwurf hinaus erzielt Ilm der Majorität ihre eigne Unlogit zu Gemüte zu führen, Sigungstage der Beratung des Zolltarifs zu stehlen. Am Sonn- worden. 3m Zusammenhang damit tauchte wieder das Projekt auf, brachte unser Redner den formellen Antrag auf eber- abend sollen Petitionen beraten werden, was an sich sehr löblich wäre, was nach dem Abschluß der zweiten Beratung des Tarifgefeßes sofort die gang zur Tagesordnung über den Antrag Aichbichler ein. aber die Mehrheitsparteien nur gewähren, weil die meisten ihrer dritte vorzunehmen, um baldigst durch endgültige Festlegung des§ 1 Aber darauf ließ sich der Präsident nicht ein. Er Mitglieder die Absicht haben, Berlin zu verdesselben die„ Verständigung" zu konstatieren. In vorgerüdterer bezeichnete diesen Antrag als gefchäftsordnungswidrig, und lassen, so daß der Reichstag beschlußunfähig Stunde der Reichstagssigung am Freitag wurde die Angabe in die Mehrheit des Hauses, an das Südefum appellierte, stellte sich wird; für den beschlußunfähigen Reichstag sollen die Petitionen Zweifel gezogen, daß eine Verständigung schon zu stande geauf die Seite des Präsidenten. So wurde nur über den gerade gut genug sein. Und Montag und Dienstag sollen die kommen sei." Stormaimler Muling af evergang Tagesbrdung der arre Sigungeir gunia ausfallen, Donnerstag foll, da Mittwoch Amendements namentlich abgestimmt und dieser Uebergang mit Feiertag ist, die Zollberatung fortgesetzt werden. Dann, nachdem 194 gegen 76 Stimmen bei zwei Stimmenenthaltungen beschlossen. man sich wiederum tagelang der Arbeit entzogen, wird Sieran schloß sich die legte namentliche Abstimmung in der alten man ficherlich bei erster Gelegenheit neu entrüsten, foForm über den Antrag Aichbichler selbst. Die Aenderung des Ver- bald die Opposition Raum zur Begründung ihrer abfahrens bei namentlichen Abstimmungen wurde mit 197 gegen weichenden Ueberzeugung beansprucht. Man läßt ganze Sigungen Das Offenbacher Abendblatt" ist in der Lage, den Entwurf des 78 Stimmen zum Beschluß erhoben. Der letzte Abgeordnete, der in verloren gehen und dann fordert man gewaltsamen Bruch der Bundesrats über die Fleischbeschau- Zollordnung zu veröffentlichen. der alten Form abstimmte, war unser Genosse Burm. Die Ab- Geschäftsordnung, weil die Opposition die Zeit der Mehrheits- Wie uns ein Privattelegramm aus Offenbach meldet, stimmung hatte mit dem Buchstaben 3 begonnen; da die erste parteien allzuschr in Anspruch nehme! schreiben die Paragraphen 13 bis 18 cin umständliches und zeitAbstimmung feit Wiederzusammentritt des Reichstages mit dem Dieser Vorgang ist ein erneutes Beispiel der jämmerlichen raubendes Verfahren vor, das für die Importeure rostspielig und Buchstaben A begonnen hat und das Alphabet zweimal durchgenommen Lügenhaftigkeit, in der die Zollwucherparteien allenthalben gegen die chifanös ist. worden ist, so ergiebt sich, daß in einem Monat 46 namentliche Ab- Minderheit auftreten. stimmungen stattgefunden haben. " Politische Ueberlicht. Berlin, den 14. November. Die Verhinderung der Fleischeinfuhr. In der vertraulichen Begründung wird gesagt: der Mehraufwand für die erhöhte Zahl der Beamten werde gedeckt durch die Einnahmen aus den Gebühren. Das vielfache Verbrechen an der Geschäftsordnung, das man in Die Herren der Mehrheit waren darauf gerüstet, sofort die neue diesen Tagen beging, wird heuchlerisch entschuldigt durch den Abstimmungsform zu erproben. War die Beratung des Bolltarifs Terrorismus der Obstruktion", durch die unerträglichen AusNachdem die Einfuhr von Fleisch schon gesetzlich aufs äußerste doch gerade vor den Abstimmungen über den§ 9, dem Paragraphen schreitungen" der Socialdemokratie. Aber von Anbeginn der Be- beschränkt worden ist, wird jetzt durch cine chikanöse Fleischder Tranfitläger und Einfuhrscheine stehen geblieben. Erst aber ratungen über die Zollvorlage bis auf den heutigen Tag waren es beschau- Ordnung und teure Gebühren auch die erlaubte Einfuhr unterbekam die Mehrheit die Rute zu losten, die sie sich selbst gebunden gerade diejenigen, die über Obstruktion schreien, durch deren Verbunden. Die Agrarier janmmern über die verhältnismäßig niedrigen hat. Infolge eines der gestrigen Gewaltstreiche der Mehrheit ist es halten die Zollvorlage Monat um Monat verschleppt wurde. Die Gebühren in den städtischen Schlachthöfen und haben für Preußen ja möglich, zwischen dem Schluß der Debatte und der Abstimmung Mehrheitsparteien haben einen beharrlichen Kampf gegen die eine nochmalige Untersuchung verhindert. An der Grenze hingegen immer noch nen Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung Regierungsvorlage geführt, sie haben in der Kommision unter werden so hohe Gebühren verlangt, daß die Gehälter der durch die mit einer Begeleidung und einer Entgegnungsrebe einzu einander über jeden Anteil an der Zollbeute mit hart peinliche Untersuchung benötigten Beamten gedeckt werden. schieben. Herr Promel von der Freifinnigen Vereinigung nädiger Erbitterung und unter großem Geitaufwand ge Das ist eine weitere indirekte Besteuerung, ein verschärfter bemuzte et täglichkeit. Unbekümmert um den wüsten stritten, sie leisten noch heute Widerstand gegen die Regierungs- Fleischwucher. Die neue Verordnung ist so gut wie ein EinfuhrLärm der uterungene den Antrag auf Uebergang zur Tages- vorlage, der nichts andres als Obstruktion ist, wenn der verbot für Fleisch. ordnung über be§9 gestellten Abänderungsanträge der Widerstand der Zollgegner„ Obstruktion" ist. Dieselben Mehrheits- Dabei sind die sogenannten sanitären Rücksichten citel Schwindel. Bündler und des Abg. Herold und hielt bei dieser Gelegenheit die Rede parteien, welche die Vorlage um fast Jahresfrist verschleppten, ehe es giebt bekanntlich gesundes und frankes Vich. Geſund ist das gegen den§ 9, die ihm die Mehrheit vorgestern durch ihren Schluß- fie aus der ersten Lesung in die zweite gelangte, haben jest, da sie nationale Vieh, krant das ausländische Vieh, das zwar antrag abgeschnitten hatte. In der Erwiderung des Herrn Spahn befürchten, munt vielleicht zur Durchführung ihrer Zollpläne nicht den Ausländern trefflich bekommt, aber für die nationalen Magen fam der Merger über diese von der Rechten selbst entdeckte mehr genügende Zeit zu haben, da aber die Opposition eine fachliche Gift ist. Einer Zuschrift von der deutsch holländischen Debattenverlängerung zum Ausdruck. und gründliche Beratung in der zweiten Lesung verlangt, wie es ihr Grenze aber entnehmen wir die erstaunliche, den gangen 3 Bei der Abstimmung über den Brömelschen Antrag wurde die Recht und ihre Pflicht ist, den wildesten Terrorismus gegen ihre Sanitätsschwindel entlarvende Thatsache, daß es doch auch nach neue Methode zum erstenmal angewendet. Unser Bericht giebt ein Widersacher verübt. Erst als man wiederholt ihren Rednern das amtlicher deutscher Anschauung gesundes fremdes Vich giebt: Böllig geanschauliches Bild der Vorgänge, die sich dabei und bei den folgenden Wort verwehrte, als man bei§ 5 des Tarifgefeges die verschieden- fund wird nämlich das ausländische Vich dadurch, daß es geschmuggelt atvei Abstimmungen über unfren Eventual- und Prinzipalantrag artigsten Positionen in eine unmögliche Diskussion zusammenpreßte, wird. zu§ 9 abspielten. Wie es heißt, soll der Präsident Graf Ballestrem ging die Opposition zur Anwendung zahlreicher namentlicher Abam Bormittag eine Art Generalprobe mit den Dienern, die als stimmuungen vor. Und weil die Opposition sich gegen die VerUrnenträger verwendet werden, abgehalten haben. Nach dieser Seite gewaltigungen der Zollparteien zur Behr setzte, weil sie sich nicht hin tlappte auch alles. Anders ging es mit den Schrift- widerstandslos an der Erfüllung ihrer parlamentarischen Aufgaben führern. Hier war der Rechten Herr Hermes, der auf unsern hindern ließ, unternahm man die Zertrümmerung der GeschäftsBänken die Stimmzettel einzusammeln hatte, viel zu langsam, und ordnung. Seit der Grenzsperre werden an der deutsch- holländischen Grenze mit Genehmigung der Regierung in Düsseldorf alle den Schmugglern abgenommenen Kühe und das ist eine erhebliche Zahl in den Grenzorten eingestallt und meistbietend verkauft. Wäre Holland verfeucht, so wäre es doch geradezu ruchlos, das deutsche Vich durch Berührung mit den holländischen Tieren ohne jede Kontrolle gesundheitnoch ärgerlicher war fie darüber, daß unsre Abgeordneten bei der Diese Thatsachen des Zollkampfes, deren eingehendere Darstellung lich zu gefährden, es wäre ein Attentat auf die Volksgesundheit, Stimmabgabe nicht dieselbe Geschwindigkeit bewiesen tie fie nicht ausbleiben wird, stehen fest und können nicht durch unwahres Bich, dessen Gesundheit nur durch die Thatsache des Schmuggels selbst, die ja zeigen wollte, wie schnell jetzt die Abstimmung Entrüftungsgelärm beseitigt werden. Alle diese Thatsachen beweisen, verbürgt ist, amtlich zu verkaufen. Man sieht: Die Grenze wird vor sich gehen könne. Bolle Anerkennung bei seinen Parteifreunden daß in diesem Kampfe gegen den Wuchertarif das Recht und die gesperrt gegen Vieh, auch wenn man eine noch so peinliche Unterfand dagegen der neugewählte Schriftführer Herr Himburg. Es Wahrheit nur auf der Seite derer ist, die durch die Mehrheitsparteien suchung fordert; es darf aber munter herein, wenn es gehatte sich zwar bei den beiden Abstimmungen nach dem alten Ber- vergewaltigt werden. schmuggelt wird. Dann nimmt der Fiskus schmunzelnd das erlöste fahren herausgestellt, daß der Herr ein sehr ungewandter Rechner Noch ein nicht unbeträchtlicher Nachweis für diese That Geld, ohne daß man sich irgendwie vor den sanitären Gefahren war. Er brauchte eine außerordentlich lange Zeit, um die Ab- fachen sei hier erwähnt. Auch gegen die Abänderungsanträge, fürchtet und ohne daß bisher die kleinste Seuche im Inland deshalb stimmungsziffern zusammenzuzählen. Für ihn bedeutete die neue Art welche die focialdemokratische Fraktion zum Antrag der Mehr ausgebrochen wäre? eine wahre Erlösung, denn auf seine Beine kann er sich offenbar verlassen. heit auf Aenderung des Verfahrens der namentlichen Ab- Was denkt Herr v. Podbielski über den Kasus? Dabei trieb er seinen Eifer, der erste zu werden, soweit, daß er ftimmungen stellte, wurde in den Blättern der Zollparteien wütendes gegen die Bestimmungen der Geschäftsordnung feinen Barteifreunden Geschimpf erhoben, und es wurden diese Anträge wiederum auserlaubte, die Zettel felber in die Urne zu werfen, wobei sogar mehr gebeutet für die frivole Bergewaltigung der Geschäftsordnung die von der Neichsregierung geplant werden, bildeten am Freitag fach Abgeordnete für mehrere ihrer Nachbarn zugleich die Bettel burd den Beschluß, aud auch über Abänderungsanträge und den Gegenstand einer Borbesprechung. Zu dieser Vorbesprechung abgaben. Damit hört natürlich die geringe Kontrolle auf, die der sogar nach Schluß einer Diskussion zur Tagesordnung überzugehen. waren 19 Vertreter der Geschäftswelt, 4 Professoren un 8 MitAntrag Aichbichler überhaupt noch ermöglicht. Unfre Genossen ließen als aber der Präsident des Reichstags das neue Abstimmungs- glieder des Reichstages eingeladen. Bis auf wenige Hären, die sich diese Eigenmächtigkeit des neuen Schriftführers natürlich nicht verfahren zur Anwendung brachte, da ergab sich die interessante durch Krankheit abgehalten wurden, waren fämtliche Eingeladene gefallen und es tam darüber zu sehr erregten Scenen, die den Thatsache, daß er die lex Aichbichler überhaupt nicht brauchbar zu erschienen. Außerdem nahmen der Staatssekretär des Reichsamt des Präsidenten Ballestrem die Ruhe verlieren ließen. machen vermochte, ohne ihren Wortlaut zu mißachten Innern sowie Bertreter der Reichsämter an der Vorbesprechung teil. und das Verfahren in der Art anzuordnen, wie Zur Einleitung gab Graf Bofabowsky eine Uebersicht über es in den socialdemokratischen Anträgen vorgeschlagen war.- die Pläne, welche vorläufig festgestellt sind, und heb hervor, daß es nicht Die grünen hölzernen Urnen, die, sobald der Antrag Aichbichler angenommen war, mit zauberischer Schnelligkeit auf dem Tisch des Die Berhandlungen über das Kartellwesen, partei. 2 F840204 n -W Deftreich- Ungarn. Fauftkampf im Reichsrat. möglich sei, die Untersuchung auf alle Karielle auszubehnen, fondern| Berlin oder in München für das„ Boltswohl" forgt. Die Haltestelle| fächsische Ministerialdirektor Fischer schließt sich dieser Anschauung daß es darauf antonune, besonders typische Fälle herauszugreifen. in Wolnzach für Eil- und Schnellzüge ist auch so eine kleine Illustration an. Die Anträge Trimborn werden einstimmig angenommen. Nach den vorläufigen Festsetzungen muß eine große Anzahl der für die zarten Beziehungen gewiffer bayrischer Minister zur Centrums- Damit find die Beratungen des Entwurfs in erster Lesung beendet. Da er am 10. April d. J. vom Bundesrat beschlossen, war in ihm der 1. Juli Startelle aus der Montan- und Eisenindustrie untersucht werden. 1903 ala Terinin angegeben, an dem das Gesetz in Kraft treten soll. Da Aber auch die chemische Industrie, die Papier- Industrie, die Den Leugnern der Fleischust! Aus Gotha wird berichtet: Die eine Anzahl Ausführungsbestimmungen erforderlich find, muß dieser Landwirtschaftlichen Gewerbe und Gemißmittelindustrie, sowie die im gesamten Reichsgebiet über die Frage der Fleischnot und der Termin auf ipäter verlegt werden. Der Antrag urm, der Industrie der Steine und Erben und die Glasindustrie sollen berück- Fleischpreise vorgenommenen amtlichen Erhebungen zeigen für das 1. Ottober 1903 als solchen festzusetzen, wird angenommen. fichtigt werden. Herzogtum Gotha bemerkenswerte Ergebnisse. In der nächsten Sigung, am 25. November, beginnt die zweite Es ist Aussicht vorhanden, daß der Bei der Diskussion über den Umfang der Erhebungen wurde Während der letzten 24 Jahre ist eine allmähliche, aber stetige Lesung in der Kommission. allseitig anerkannt, daß eine Beschränkung nötig sei, jedoch wurden Steigerung der Fleischpreise erfolgt. Der Fleisch verbrauch Entwurf noch vor der Etatsberatung, im Januar nächsten Jahres, ist infolge der im allgemeinen ungünstigen wirtschaftlichen Ver- vor das Plenum fommt. noch die verschiedensten Vereinigungen als untersuchungswürdig behältnisse der letzten Jahre den Vorjahren gegenüber zeichnet und man ging fogar foweit, schließlich ganz leine lokale urüd gegangen. Seitens des Ministeriums finden zur weiteren Dentsche Boerenfreundschaft. Dem Standard" zufolge soll die Bereinigungen, ja selbst Innungen, die Preisvereinigungen getroffen Anfflärung der Verhältnisse noch fortgesetzt Vernehmungen gewerb- deutsche Regierung dem Gouverneur der deutschen Kolonien in haben, für die Untersuchung in Vorschlag zu bringen. Von licher und landwirtschaftlicher Sachverständiger statt. Südafrika Order gegeben haben, sich der Ansiedelung der Boeren in deutschen Besitzungen zu widersetzen. Die deutiche andrer Seite wurde vorgeschlagen, die Untersuchung auf die Die Landtagswahl in Anhalt hat, so wird uns geschrieben, Regierung betrachte die Boerent als sehr gefährliche Elemente, wichtigsten auswärtigen Kartelle, wie den Petroleum und unfern Genossen große Erfolge gebracht, trotzdem das Wahlrecht im durch die int der Zukunft ernste Schwierigkeiten entstehen Schiffahrtstruft auszudehnen. Jahre 1895 eigens gegen sie verschlechtert wurde. In drei Wahl- tönnten. Der" Daily Telegraph" behauptet zu wissen, bai In Bezug auf die ausländischen Kartelle teilte der Staats- freisen ist ihnen je ein Mandat sicher und in einem ländlichen Kreise in einem Fall das Gesuch von 30 Boeren Familien, fefretär mit, daß das Material, was was die Enqueten in steht ihre Wahlmännerzahl 38 zu 38 der Gegner. Das Wahlrecht hat in sich in Deutsch- Südwest- Afrika niederzulassen, abgelehnt worden fei. Amerifa ergeben haben, der Kommiffion zugängig gemacht den Städten jeder 25jährige Anhaltiner, der 1050 M. Einkommen Man wird diese aus englischen Quellen stammenden Nachrichten zwar be 22. Ginfommen be- mit einiger Vorsicht aufnehman mijſen, ſehr unwahrscheinlich klingen oder ein Haus befigt, auf dem Lande, wer werden folle. Die Untersuchung foll farstellen: die Zahl der Mitglieder der sieht oder ein Haus hat. Angesichts der sehr mäßigen Lohnverhält sie jedoch nach dem bisherigen Verhalten der nach Deutsch- Südwestnisse sind infolge dessen die meisten Arbeiter vom Wahlrecht aus- Afrita übergefiedelten Boeren und der ganzen Haltung des offiziellen Kartelle; die Zahl der in den fartellierten Betrieben befchäftigten gefchloffent. Trotzdem gelang es den Parteigenoffen in Roßlau Deutschlands gegenüber den Boeren zu urteilen, durchaus nicht. Arbeiter; auf welche in den Betrieben hergestellten Erzengniffe die Coswig, 30 Wahlmänner von 52 zu erobern und denen von NienburgBestimmungen des Kartellvertrages fich erftreden; wie groß die Sandersleben- Güsten 22 von 42. Menge und der Wert der Erzeugnisse im Jahresdurchschnitt ist; aus In Dessau schlossen die Parteigenoffen ein Bündnis mit den welchen Gründen das Kartell errichtet ist; der Zived des Kartells; entschieden Liberalen" dahin, daß diesen im Fall des Sieges zwei Am Donnerstag find im Reichsrat Czechen und Deutsche buch die Organisation des Kartells; mit welchen Mitteln und mit welchem und ihnen ein Mandat zufalle. Bisher hatten die ersteren ein Mandat. stäblich übereinander hergefallen. Abgeordneter Schreiner hatte zu Erfolge die Hebung und Negelung des Absages im Inland und nach Bei der Wahlmännerwahl am Mittwoch gewannen unsre Partei einer Berichtigung das Wort. Die Czechen umstanden ihn, darunter dem Ausland versucht worden ist; welche Preise das Kartell auf in- genoffen 43, die Liberalen 26 und die Nationalen" 58 Wahlmänner. der Abgeordnete Sehnal, der fleißig Zwischenrufe machte. Größt In mehreren andren Kreisen werden unsre Wahlmänner entschieden intervenierte und wies die Zwischenrufe erregt zurüd. Plöglich und ausländischem Marfte erzielen konnte und welche Erwägungen für Liberalen" zum Siege verhelfen, so daß das bisher faft ganz geraten beibe hart an einander Sehnal schreit:„ Sie ganz Gescheiter!" die Inlands- und Auslandspreise maßgebend waren; ob das Kartell ingestört gebliebene Agrarieridyll dieses Landtages nunmehr Größl giebt zurüd: So gescheit wie Sie bin ich lange! Sie haben einen Einfluß auf die von ihm abhängigen Industrien und Händlerfreife, für alle Zeiten verschwunden sein wird. Von besonderer Bedeutung auch die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen!" Schnal tritt insbesondere durch die Festsezimg von Berkaufsbedingungen aus- find unfre Erfolge auf dem Lande, die auch für die Reichstagswahl ganz nahe und schreit Größl ins Geficht:, Sie deutsches geübt hat; mit welchem Erfolge das Kartell eine Einivirtung auf sehr erfreuliche Aussichten bieten. Schwein!" Dr. Lecher stürzt sich zwischen beide und hält dic die Preisgestaltung der zur Herstellung der syndizierten Erzeugnisse Eine unrichtige Darstellung der Dessauer Stadtverordnetenwahl, drohende Nauferei hintan. Nun erscheinen Stein, Schönerer, benötigten Rohstoffe und Halbfabritate angestrebt hat; ob das die wir vorgestern brachten, sei hier gleich mit berichtigt. Ein Kom- Berger und Hofer auf dem Kampfplay. Schönerer brüllt als Rufer promiß mit den Liberalen hat es dabei gar nicht ge- im Streit: Gebt ihm eine Batschen!" Die andern AllKartell auf die Arbeiter- und Lohnverhältnisse der syndizierten und geben. Vielmehr traten drei Gruppen auf: Bürgervereinler, deutschen schreien:" Marsch hinüber zu den Czechen! Kommt daher, der weiter verarbeitenden Betriebe Einfluß gehabt hat. dic erflärten, feinen Socialdemokraten wählen zu wollen, bessere Leute beschimpfen! erft ihn hinaus! Sinunter In der Debatte wurde angeregt, zu untersuchen, intvieweit Hausbefizer- Wereinler, die fagten, die politische Parteiftellung mit ihm, schmeißt ihn über die Stufen!" Schnal die Kartelle eine größere Stonzentration in der Produktion herbei der Kandidaten fümmere fie gar nicht, und fich in ihrer Vereins- hält den ihn ergrimmt umdrängenden Deutschen stand doch geführt haben; ferner welche Einwirkung die Regelung der Produktion versammlung von parteigenössischen Hausbefizern dazu bringen löglich gerät der snäuel ins Banten, Schnal durch Betriebseinschränkung auf die Arbeitsgelegenheit der Arbeiter ließen, von imfren beiden Kandidaten wenigstens einen, als ihrer fliegt rücklings die Stufen hinunter und fällt auf Lecher. Schwarm drängt nach. Von der hat und ob man bei Produktionseinschränkungen auch mit dem Meinung nach qualifiziert, durch Abstimmung in ihrem Verein auf Ein Czechen Der die Radikalen herbei. Tumult wird ihre Liste nahmen. Unfre Barteigenossen entschloffen sich nunmehr, feite stürzen Mittel der Hervorrufung von Streits und Arbeiterausschlüssen rechnet. Die socialistenfreiferischen Bürgervereinter dadurch sämtlich zum fürchterlich, Insulten und Faustschläge werden ausgetauscht, besonders Seitens des Staatssekretärs wurde hervorgehoben, daß Durchfall zu bringen, daß fie für die ihnen auch durch die Personen Sehnal und Frefl find in gefährlicher Situation. Nun wird es auch ganz besonderes Gewicht darauf gelegt werde, die Wirkungen der der Kandidaten besonders genehme Hausbesigervereins- Lifte stimmten, auf den Galerien laut: Pfuirufe und Applaus erschallen von oben Kartelle auf die Arbeiterverhältnisse klarzulegen. was ihnen denn auch gelungen ist. und vermehren den furchtbaren Lärm. Man entdeckt plöglich, day; Ueber die Methode der Erhebungen wurde vorgeschlagen, daß die Sitzung ist unterbrochen, eine ViertelUeber einen neuen Polizei- Exceß berichtet die„ Badische Presse": fein Präsident da ist, man dem englischen und amerikanischen Beispiel folgen möge und die Gin Starlsruher Bürger, der wegen Nichtbezahlung einer Strafe von Stunde dauert der Kampf fort. Dann nimmt Vicepräsident Kaiser Verhandlungen öffentlich führen, wobei allerdings berücksichtigt einer Mart, die in a fiftra fe ungewandelt wurde, verhaftet werden die Sigung wieder auf. Er redet zuerst die Galerie an und droht, werden muß, daß auf Wunsch der Auskunftspersonen bei Teilen sollte, bei der Vornahme der Verhaftung von vier Schuyleuten fie räumen zu lassen, dann bedauert er, daß solche Scenen möglich der Vernehmungen die Deffentlichkeit auszuschließen sei. Dieses mißhandelt und gefesselt. Die herbeietlenden Kinder seien und erteilt Sehnal den Ordnungsruf. Bald darauf ist wieder habe namentlich dann zu geschehen, wenn nach Dingen gefragt wurden durch Stöße und Säbelhiebe verlegt. Mit 3er- Ruhe im Hause, als wäre nichts geschehen. werde, die Geschäftsgeheimnisse sind, oder wenn die Auskunftsperson rissenen leidern und gefesselt wurde ber Mann im aus dem Bekanntwerden seiner Aussage Nachteile befürchte. Die Polizeibrutalität in Favoriten. Das Abgeordnetenhaus be Zu Gefängnis abgeliefert, jedoch nach Erlegung der Gunsten der Deffentlichkeit wurde besonders hervorgehoben, daß Strafe von einer Rart wieder in Freiheit gefeßt. ginnt am Freitag die Verhandlung über die Dringlichkeitsanträge betreffend die Vorfälle bet der Landtags- Stichwahl in Favoriten am durch das Bekanntwerden der Aussagen fich Personen melden Die hessischen Landtagswahlen haben num ihren Abschluß ge- 7. 8. 9. Geßmann begründet die Dringlichkeit des Antrages der: können, die falsche Aussagen berichtigen und Lücken aus- funden, nachdem am Donnerstag die Wahl für Offenbach- Land statt Christlichsocialen und wirft den Socialdemokraten vor, bei der füllen. Ferner müsse ein Gesetz gemacht werden, daß die gefunden und mit dem Siege des Genoffen Orb Offenbach geendet Agitation in terroristischer Weise vorgegangen zu sein und die hatte. Kommission das Recht erhält, Auskunftspersonen zu vereidigen und zählig zur Stelle und gab. in einer Stärke von 32 Mann einen auf faner trake Straßenraub und Dich Die focialdemokratischen Wahlmänner waren wieder voll- chriftichsocialen Wähler nicht nur an der Stimmabgabe verhindert, fie dann zur Aussage der vollen Wahrheit zu zwingen. Bei der müthig ihre Stimme dem num an 30 Jahre für unsre Sache uner- ita hIe berübi zu haben. Die Socialdemokraten unterbrechen Börsenenquete fei es peinlich empfunden, daß eine Reihe von müblich im Streife thätigen Genoffen Orb. Die Centrums- Wahl- hin und wieder die Ausführungen Geßmanns durch ironischen Fragen nicht flargestellt werden konnte, weil die Auskunftspersonen, männer hatten es vorgezogen, nicht zu erscheinen, sie hielt wohl die Beifall. Nach Geßmann ergreift Bernerstorffer das Wort die genau unterrichtet waren, nicht mit der Sprache herausrückten. Scham fern, daß die versuchten Umftimmungsversuche bei unfren zur Begründung des socialdemokratischen Antrags. Die ChristlichDie Aussage unter Eid sei um so mehr geboten, weil hier auch Genoffen aber auch gar so täglich gescheitert waren. Socialdemo- ocialen verlassen den Saal. Arbeiter verhört werden würden, die aus Furcht vor Nachteilen mir fraten lassen sich eben auf solche Charakterlosigkeiten nicht ein und dann mit der Sprache herausrüden werden, wenn sie durch Eid find für solche Mogeleien, wie sie auch bei den diesmaligen Wahlen unter den bürgerlichen Parteien vorkamen, nicht zu haben. gebunden sind. Ueber diese Borbesprechung wird ein ausführlicher Bericht angefertigt und im Reichs- Anzeiger" veröffentlicht. 49 Deutfches Reich. Dem bayrischen Centrum. bilden. -O Frankreich. mit, Aben Auss auten. Man Die Wiederaufnahme der Arbeit. Lens, 14. November. Jm Gegen die eidliche Vernehmung wurde von Vertretern des Ge- den 24. November gemeldet wird, weist folgende Zusammenseßung Ausstand wird als beendet angesehen. In den meisten Gruben ist Der neue Landtag, dessen Eröffnung durch den Großherzog für Kohlenbecken von Pas- de- Calais ist die Nacht ruhig verlaufen. Der schäftslebens hervorgehoben, daß dann sich die Kartelle in Attien auf: Nationalliberale 14( früher 20), Centrum 7( 7), Socialdemo- die Arbeit im vollen Umfange wieder aufgenommen. Gesellschaften oder in Gesellschaften mit beschränkter Haftpflicht um fraten 6( 6), Freifinnige 5( 2), die übrigen 18 Mitglieder fann Denain, 14. November. Heute vormittag erschienen überall die wandeln würden und dann nicht zur Untersuchung herangezogen man wohl ziemlich alle zur sogenannten Freien Wirtschaftlichen Ver- Arbeiter an ihren Arbeitsplägen. Die Kavallerie ist teilweise aus tverden könnten. Der Herr überfah offenbar, daß nicht die einigung zählen, einer Gesellschaft von Antisemiten, Bauernbündlern, dem Grubengebiet zurüdgezogen. Dem Ministerrat, der am Freitag stattfand, wohnten sämtliche Sartelle, fondern Personen geladen werden, die über die Chriftlichsocialen usw., die hauptsächlich durch ihre agrarischen Geschäfte dieser Gesellschaften etivas wissen. Neigungen an einander gefesselt find, die im übrigen aber alles Minister bei. Ministerpräsident Combes brachte ein von ihm Von einem Reichstags- Mitgliede wurde darauf hingewiesen, daß andre als cine genteinfame Interessen verfolgende Bereinigung entworfenes Schreiben an den Staatsrat zur Kenntnis, durch weldjes diesem die Vorschläge mitgeteilt werden, welche der Ministerdie Civilprozeßordnung hier weiten Spielraum zur Zeugnisvertpeige- Es bleibt abzuivarten, ob die alte Firma die reaktionäre Ge- präsident der Kommission für die Vereine und rung giebt und ein hierzu nötiges Gefeß jahrelanger Borbereitung sellschaft noch zusammenhalten wird oder ob fich neue Partei- Songregationen machen will. Dieselben bezweden, bedürfe. Er wurde aber belehrt, daß die Enquete kein Civilprozeß gruppierungen mit andern, vielleicht aber gerade so nichtssagenden Ausführungen zum Vereinsgefes mit mit den sei, und daß ein hierzu nötiges Gesetz sehr wohl bis Februar fertig Titeln bilden werden. fichten des Gesetzgebers mehr in Einklang zu bringen. day; gestellt werden könnte. Marineminister Pelletan teille sodann Die Kommission für Kinderschuß beriet am Freitag den zurüder, in lebereinstimmung mit dem gestrigen Bes Für die Berichterstattung wurde empfohlen, den Weg zu wählen, gestellten§ 19( besondere polizeiliche Befugnisse), schluß der Kammer, sich mit der Budgetkommission der bei der Kommission zur Vorbereitung des Bürgerlichen Gesetz- ben ein neuer Antrag Zwid- Trimborn durch einen§ 19a in Berbindung fegen werde, um itel und Bege buchs üblich gewesen sei, indem die Protokollführer kurze verbeffert:„ Die zuständige Bolizeibehörde kann, sofern bei der Be- zu finden für die Sicherung Berichte für die Presse geliefert hätten. Allerdings müßten fchäftigung eines einzelnen findes erhebliche Mißstände zu Tage getreten führung des Programms für die Verhandlungen auch stenographiert werden. Die Steno- find, auf Antrag oder nach Anhörung der Schulaufsichtsbehörde diefe glaubt, daß hierzu ein Nachtragstret on 12 Millionen gramme, welche später erscheinen, müssen auch an folche Leute Beschäftigung einschränken oder untersagen, fowie, wenn für das rant notwendig sein wird. Die Minister der Finanzen und der abgegeben werden, die sie haben wollen. Kind eine Arbeitsfarte erteilt ist(§ 11), diese im Wege der Ber- offentlichen Arbeiten gaben Kenntnis von dem Fortgange der von fügung entziehen und die Erteilung einer neuen Arbeitskarte ihnen gemeinsam begonnenen Ausarbeitung einer GesezesDer Antrag wird einstimmig angenommen; borlage, welche Abänderungen bezüglich der den ebenso ein Antrag unsrer Genossen, den§ 20 wie folgt Grubenarbeitern bereits zustehenden Alterszu faffen:" Infoweit nicht durch Bundesratsbeschluß oder durch die versicherungen herbeiführen will. Landesregierungen die Aufsicht anderweitig geregelt ist, finden die Belgien. Beftimmungen des§ 189b der Gewerbe Ordnung Anwendung." Danach findet eine Aufsicht in jedem Falle statt, während nach Kammer und Senat fchon längst votiert, vom König aber noch nicht Das Gesetz gegen die Spielhöllen, das, wie bekannt, von der Regierungsvorlage es fraglich war, ob der Bundesrat nicht gesanktioniert ist, wird von Vandervelde zum Gegenstand einer InterHerr Aich bichler, der noch ungeadelte Hopfenbaron, hat es wiffe Betriebsarten von der Kontrolle ausnehmen würde. vorgezogen, den Triumph der Verhandlungen feines" Antrages ginzuziehung der Lehrer, die an die Schulaufsichtsbehörde pellation gemacht werden. nicht mitzuerleben. Er hat einen vierzehntägigen Urlaub genommen, über das Befinden der Kinder zu berichten haben, die Italien. so sehr die Mehrheit seiner bedarf. Wenn ein so steinreicher Mann Hinzuziehung von Frauen, Arbeitern und andren nicht als Beamten Brigantenwirtschaft. Dem„ B. T." wird aus Rom gemeldet: fich beurlauben läßt, warum sollen die wirklich notleidenden des Staates funktionierenden Personen ist dadurch ermöglicht und Bei der Jagd auf den Briganten Varsalona wurden bisher, wie Zöllner im Reichstage fich plagen? Herr Michbichler ist nämlich wird seitens der Regierung ins Auge gefaßt werden; die Durch der" Popolo Romano" meldet, über zweihundert Personen schwer reich. Die Jahreszinsen feines Verdienstes an den Bobenzins führung der Aufsicht bleibt allerdings, wie dies ja bei der ganzen festgenommen, darunter vier Bürgermeister. Auch der Millionen machen allein mehr aus wie das Einkommen eines Gewerbe- Aufsicht der Fall ist, Landessache. Einstimmig an steinreiche Marchese di Cordoba wurde famt allen Angenommen wird auch ein Antrag Münch- Ferber, dem gestellten auf seinem Landgute bei Ballo aus 20 als Absatz 2 anzufügen: In den Privatwohnungen, in denen gehoben und ins Gefängnis gebracht. Dem Bürgerausschließlich eigne Kinder beschäftigt werden, dürfen Revisionen meister und den Gemeinderäten von Caccamo( Rudinis Wahlkreis) während der Nachtzeit ur stattfinden, That wurden ihre Waffenscheine entzogen, und der Bürgermeister von fachen vorliegen, welche den Verdacht der Nachtbeschäftigung Cammerata in demselben Augenblid verhaftet, wo er feinerseits diefer Kinder begründen." diese Einschränkung des einen Ranbmörder auf die Polizei schaffte. Durch Revisionsrechts soll der Chikane durch untergeordnete Aufsichtsorgane Afien. ein Riegel vorgeschoben werden. Bus Jm§ 21 wird zu den Zur Shanghai- Frage. Die Daily Mail" melbet aus Noch etwas vom Aichbichler. Was für ein großer Herr der jegt ständigen Behörden" auf Antrag 3 wid die Schul. Shanghai: Der Ingenieur des französischen Militärhinzugefügt. Bu Berühmt gewordene Abgeordnete Aichbichler in seinem Heimatland ist, auf sich ts- Behörde" möge folgendes lehren. Die von München nach Nürnberg fahrenden beft immungen(§§ 22-27) beantragt Abg. Trimborn( E.) Tagers in Shanghai erhielt am 12. d. M. telegraphisch Anweisung, Schnell und Gilzüge halten zum erstenmal in Pfaffenhofen, einige Abänderungen, die teils die einmalige Hebertretung bei Be Kontrafte wegen Ausführung neuer Arbeiten im Lager abzuschließen, die eine Ausgabe von 10 000 Pfund Sterling erfordern. Sie gewohnheitsmäßige einem Landstädtchen mit Bezirksamt, Amtsgericht, Rentantt 2c. Die fchäftigung eigner Kinder milder, nächste Saltestelle wird schon nach einer Fahrt von mir energifcher treffen sollen. 23 urm und Reißhcus weisen auf die deutschen Truppen sich auf langeres Verbleiben einrichten, will gehn Minuten erreicht und heißt Wolnza. Wer in der leiber viel zumilde Bragis der Gerichte hin, die durch zu geringe Strafen natürlich auch Frankreich nicht zurückbleiben. bayrisgen Geographie Befcheid weiß, dent ift belamit, für Uebertretung der Bo: fchriften der Arbeiterschuß- Gefeße deren daß Wolnzach ein einfacher Markt ist, der Durchführung verzögern und verhindern, ja oft dadurch geradezu eine nicht einmal ein Amtsgericht aufweist. Da nun Brämie auf die lebertretung fegen. Der württembergische die Schnell- und Eilzüge in Bayern gewöhnlich mir an Städten Ministerialbireltor Sidert stimmt diesen Ausführungen halten, so muß bei Bolnzach ein besonderer Grund vorliegen. Und ausdrücklich zu. Oft hätten die Unternehmer durch Uebertretung der dieser ist auch vorhanden: Hier wohnt oder besser gesagt thront Gewerbe- Ordnung einen größeren Gewinn als die Strafe befrage, der Herr Abgeordnete Aichbichler, sofern er nicht in die fie im Fall einer Entdeckung zu zahlen haben. Auch der Die ,, Münchener Post" schreibt: mittleren Beaniten. Indessen, Herr Aichbichler denkt wohl, er sei nach der Säfular Leiftung seines Antrages der edlen Ruhe ivert. Und in der That, das ist er. Er hat gemig für feine Bartei gethan. Er hat sie gründlich bemastiert und dafür gesorgt, daß sie auf absehbare Zeit der Mehrheit im Landtage enthoben sein wird. wenn den Die " " Strafs sh Krupp auf Capri. Da die Seit Wochen ist die ausländische Preise voll von ungeheuerlichen Einzelheiten über den Fall Krupp". Die deutsche Presse dagegen verharrt in Schweigen. Wir haben vor einiger Zeit die Angelegenheit angedeutet, mochten sie aber nicht näher erörtern, che uns nicht ganz einwandfreie zur -O THE aus dem Unter dem Einfluß der kapitalistischen Macht kann eine unglüc liche Veranlagung, die den Besiglosen niederdrückt oder gar zerfamettert, zu einem furchtbaren Quell der Korruption werden, die dann aus einem persönlichen Schicksal eine öffentliche Angelegenheit gestaltet. Es ist bekannt, daß Herr Krupp seit einiger Zeit auf Capri, der Insel des Kaisers Tiberius, am Südeingang zum Golf von Neapel, eine Billa besaß. In den illustrierten Blättern des Scherlichen Betriebs konnte man Bilder sehen, die bewiesen, daß der Mann auch in seiner Capri- Muße nicht rastete, sondern als Begebaumeister wunderbare Straßen aufführen ließ und sonst seinen Unternehmerfleiß rastlos bethätigte. Aber Herr Krupp hatte sich nicht Capri gewählt, um die Insel mit Straßen zu beglücken, sondern weil das italienische Strafgesetzbuch keinen besonderen§ 175 lemnt. ( gez.) v. Ehrenstein. Aus Induftrie und Handel. " F8YO ROY Die " ndige direkte Informationen wegweisen sollten, und die Thatsache, daß Echutidt das vorbezeichnete.| Polizei behandelt die Streifposten einfach als Verkehrshindernis oder Berfügung standen, ahrganer er muss der Fall in ihm angesonnene schriftliche Versprechen nicht abgegeben hat, er als Leute, die ganz besonders geeignet feien, die Ordnung, Ruhe Bis vor kurzem weisen, daß auf die Anwesenheit Minderjähriger in der Versamm und Sicherheit auf den Straßen zu gefährden. der Deffentlichkeit mit ebotenen erusten Vorsicht er örtert werden, da er ein Tapitalistisches Stultur- lung bezw. in dem Schmidtschen Garten während der beabsichtigten haben sich auch die Gerichte auf den Standpunkt gestellt, daß die Bersammlung mit Sicherheit zu rechnen war. Da aber der Amts- subjektive Auffassung eines Polizeibeamten zur Feststellung eines bild traffester Färbung bietet, sondern auch vielleicht den hauptmannschaft ferner darin vollkommen recht zu geben ist, daß Bergehens gegen die Straßenpolizei- Verordnung genügend sei. Anstoß giebt, endlich jenen§ 175 deutschen weder die Leiter der Versammlung noch die von ihnen angestellten Eine Verurteilung erfolgte regelmäßig, sobald sich der sistierte Streif Strafgesetzbuch zu entfernen, der nicht nur das Laster trifft, sondern Ordner, noch auch endlich ein überwachender Beamter befugt gewesen posten der Aufforderung eines Schumannes zum Berlaffen einer auch unglüdselige Veranlagung sittlich fühlender Personen zu ewiger wären, aus dem Albrechtschen Garten Personen, die fich im Straße usw. nicht unbedingt gefügt hatte. Erst in letzter Zeit Furcht verdammt und sie zwischen Gefängnis und Erpressung in Schmidtschen Garten aufhalten, wegzuweisen, so war unter diesen habe das preußische Kammergericht auch diese Spruchpraris endloser Bedrohung fest hält. Umständen allerdings die Teilnahme Minderjähriger an der Ver- für unhaltbar erklärt. Zweifellos tönnen bei Streits mitunter Der Geheime Kommerzienrat Krupp, Mitglied des preußischen fammlung mit Sicherheit nicht auszuschließen und es tennzeichnete eher Verkehrsstörungen eintreten als sonst und das Eingreifen der Herrenhauses, der reichste Mann Deutschlands, dessen jährliches Ein- fich fonach das gewählte Versammlungslokal als ungeeignet zur Ab- Verkehrspolizei unier Umständen notwendig machen, jedoch hängt der tommen seit den Flottenvorlagen auf 25 und mehr Millionen gehaltung einer öffentlichen politischen Versammlung; das Versamm Begriff" Verkehrsstörung" oder„ Gefährdung der Ruhe, Ordnung und Sicherheit auf den Straßen" nicht mehr lediglich von dem stiegen ist, der über 50 000 Arbeiter und Angestellte in seinen Be- lungsverbot war daher in diesem Falle gerechtfertigt. subjektiven Ermessen eines Schußmannes ab. Daher sei auch niemand trieben unterhält, in denen das Centrum der völkermordenden Kriegs- Sier tourde es also den Veranstaltern der Versammlung zum mehr verpflichtet, den Anordnungen eines Schußmannes in dieser technik liegt, Herr Krupp, den die fremden Fürsten und Staats- Fallstrick, daß sie alles, was in ihren Kräften stand, aufbieten Hinsicht unbedingt Folge zu leisten; vielmehr müssen sich diese männer zu besuchen pflegen, wenn sie Deutschland durchreisen, ge- wollten, um den Anforderungen des Gesetzes gerecht zu werden. Anordnungen im Rahmen und Sinn der gegebenen Gesetze bewegen. hört zu jenen Naturen, für die der§ 175 eine stete Qual und Weil sie Vorkehrungen trafen, daß das Gefes nicht verlegt tverde, Referent hat früher den Gewerkschaften meistens den Rat geBedrohung bedeuten würde, wenn nicht auf diesem Gebiete deshalb befürchtet die Behörde eine Verlegung des Gesetzes. Die geben, auf eine Berufung gegen Strafmandate, die den Streikposten die Gerechtigkeit in Anerkennung der Bedenklichkeit der gefeßlichen Veranstalter hätten gewiß die Behörde von ihren Befürchtungen auf Grund von Vergehen gegen das Straßenpolizei- Reglement zufuriert, wenn diese nur erst turiert sein wollte. gestellt waren, von vornherein zu verzichten. Heute jedoch halte er Bestimmung die Binde nur selten von den Augen nimmt. seine frühere Meinung nicht mehr aufrecht. Vielmehr empfehle er in solchen Fällen die Berufung an die ordentlichen Gerichte, weil auf Grund des erwähnten Kammergerichtsurteils heitte der Richter darüber zu entscheiden habe, ob die Aufforderung eines Zur Ausbreitung der amerikanischen Trusts wird dem Berl. Schußmannes an Streitposten, Straßen zu verlassen usw., berechtigt Börsen- Courier" aus New Yort mitgeteilt:" Der jetzt in Baltimore war oder nicht. Natürlich sei bei dem Verhalten streikender Arbeiter weilende englische Honorable Charles Emory Smith hat auf Grund gegenüber Polizeibeamten immer ein gewisses Maß von Taft und der Censusberichte des Jahres 1900 ausgerechnet, daß es in den Vorsicht nötig. Vor allem aber ersuche er die Streikposten, sowohl Vereinigten Staaten 185 wirkliche Trusts gäbe, welche über 400 000 den Polizeibeamten gegenüber als auch vor Gericht frei und offen Arbeiter beschäftigen. Dem gegenüber fonstatiert nunmehr John herauszusagen:" Jawohl, ich bin oder ich war Streitposten." Moody, der Herausgeber des" Manual of Corporation Securities". den Arbeitern in solchen Fällen oft noch anhaftende Aengstlichkeit, die Liste der thatsächlich inforporierten, somit offiziellen Trusts be- sei völlig unberechtigt und überflüssig, weil das Streikpostenstehen trage 287. In dieser Liste fehlt eine Reihe der geschlossensten Trust an sich eine gesetzlich durchaus erlaubte Handlung ist, die kein Polizeiverbände, tveil sie nicht als solche inkorporiert sind, z. B. der Hart- beamter zu verwehren das Recht hat.( Lebhafter Beifall.) tohlentrust, der als eine der vollkommensten Monopolvereinigungen Als ziveiter Referent ivies der Bevollmächtigte des Metall. gelten kann und 150 000 Arbeiter beschäftigt, ferner die Eisenbahn- arbeiterverbandes Cohen darauf hin, daß diese Versammlungebverbände und Merger, welche infolge von im gegenseitigen Ein- einberufen sei, einmal, um die Anwesenden über ihr Streifrecht zu en verständnisse geregelten Frachten- und Personen- Portos thatsächlich belehren, das andre Mal, um das überaus fchroffe VorTrustvereinigungen sind, schließlich der Beef- Trust. Die Zahl der gehen der Rigdorfer Polizei gegen die streiken Arbeiter dieser drei leptgenannten Kategorien von Trusts übersteigt den Justierer der Nothmannschen Nähmaschinen= 1 Millionen. Nach Moody beträgt die Anzahl der von den that fabrit einer gebührenden öffentlichen Kritik zu unterziehen. fächlich inforporierten Trusts beschäftigten Arbeiter 4 Millionen Redner bringt außer den im Vorwärts" bereits veröffentlichten Menschen." Fällen noch mehrere eigne Erlebnisse mit der Polizei zur Sprache, die unzweifelhaft darauf schließen lassen, daß die Beamten gegen die Streikenden nicht etwa aus verkehrspolizeilichen Gründen so rückfichtslos vorgehen, sondern lediglich deshalb, weil fie Streitposten stehen. So unterhielten sich z. B. zwei Mam mit einem Streitposten. Ein hinzukommender Schuhmann forderie den ihm bekannten Posten zum sofortigen Weitergehen auf, während er sich um die beiden andren überhaupt nicht bekümmerte. andermal war Cohen mit einem Streitposten im Gespräch. Ein Schußmann jagte den Poften fort, während Cohen stehen bleiben konnte. Als der Posten dann einige Schritte gegangen war, lief der Schumann hinter ihm her, packte ihn und fiftierte ihn zur Wache. Mitunter werden des Tags sämtliche Streitposten sistiert. Namen und Personalien sind auf dem Polizeibureau längst bekannt, trotzdem werden sie immer wieder sistiert, eingesperrt oder stundenlang auf der Wache behalten. Man verhaftet sie sogar aus Häusern oder Gartenlauben hiniveg, wo sie doch sicher den Verkehr in keiner Weise stören tönnen. Uebrigens find die breiten Straßen in jener Gegend so wenig belebt, daß von einer Verkehrsbehinderung durch die einzelnen Bosten schon an sich keine Rede sein kann. Werden die Beamten auf das völlig unberechtigte und ungefeßliche ihres Vorgehens hingewiesen, so berufen fie fich einfach auf ihre" Instruktion". Sturz, es sei gar nicht mehr zu unterscheiden, ob der Streit gegen die Firma Nothmann oder gegen die Polizei geführt werde. Wenn irgendwie von Verkehrsstörungen oder Aufläufen geredet wverder m könne, so seien diese nicht auf das Konto der Streikposten, sonderriner der Polizeibeamten zu schreiben. Eine derartige Behandlung chran= licher Arbeiter in einem Rechtsstaate grenze denn doch ans Un- vei begreifliche. Hiergegen müsse mit allen zulässigen Mitteln Front ng begreifliche. gemacht werden. Es müsse der Polizei endlich abgewöhnt werden, jeden Streitposten als Verbrecher zu behandeln.( Stürmischer Beifall.) In seiner verschwenderisch ausgestatteten Villa wir geben nur einige der notwendigsten Einzelheiten wieder, die unser italienischer Korrespondent uns berichtet huldigte er mit den jungen Männern der Insel dem homosexuellen Verkehr. Die Korruption war bis zu einer solchen Höhe gediehen, daß man bei einem Photographen von Capri gewisse nach der Natur aufgenommene Bilder sehen konnte. So war die Insel Capri, wo das Geld Krupps das hierzu nötige moralische Terrain vorbereitet hatte, ein Centrum homosexuellen Verkehrs geworden. Die neapolitanische Bresse wußte darum, aber sie schivicg. Es kommt darauf an, ivas man unter dem Wort„ Trust" versteht; ob darunter nur die eigentlichen" Combines", d. h. die finanzielle Zusammenfügung mehrerer Werke zu einer GesamtGesellschaft und Beteiligung der früheren Besizer durch Shares Man erzählt, daß im Vorjahre der" Matino"- das Organ der( Anteilscheine) oder auch die Erwerbung und Eingliederung mehrerer Camorra, das gegenwärtig vor den neapolitanischen Richtern steht feinerer Werfe an eine größere Attiengesellschaft verstanden wird. folgendes publiziert habe:„ Auf der Insel Capri ist jetzt Herr Krupp, Der Sprachgebrauch ist drüben in dieser Hinsicht recht verschieden, der König der Kanonen und der„ Capitoni", angekommen." Einige und das eine Blatt hält eine Gründung für einen Trust, die ein Tage darauf kam der Redakteur des Blattes, Scarfoglio, mit einer andres Blatt nur als vergrößerte Aktiengesellschaft gelten lassen will. Dirne nach Capri und nach dieser Zeit hat der Matino" den Mund Französischer Außenhandel. Der Wert der Einfuhr in den ersten über die„ Capitoni" nicht mehr aufgethan, er veröffentlichte nur noch zehn Monaten dieses Jahres beläuft sich auf 3 626 310 000 Frank Lobeserhebungen über Krupp. Auch die italienischen Behörden gegen 3 630 693 000 Frant im gleichen Zeitraum des Vorjahres, der wußten von den Vorgängen, aber man nahm Rücksicht auf den Wert der Ausfuhr in demselben Zeitraum beträgt 3 647 755 000 Frank gegen 3 294 748 000 Frank in demselben Zeitraum 1901. König der Kanonen. Wie weit das Kriechen vor Krupp ging, dafür ein Beispiel: Ueber die Besteuerung der deutschen Genossenschaften ist seitens As fürzlich der Ministerpräsident Capri besuchte, riet ihm der Bürger- des Allgemeinen Genossenschafts- Verbandes eine Statistit auf meister der Insel an, dem Herrn Krupp ein Begrüßungs- und genommen worden, die auf dem Allgemeinen Genossenschaftstag in Da aber die Bericht Kreuznach bekannt gegeben werden sollte. Glückwunschtelegramm zu senden. Schließlich wurde der Standal denn doch zu groß und der erstattung über den Gegenstand„ Besteuerung der Genossenschaften" Minister des Innern fandte im geheimen einen Inspektor der öffent- egiel, hat diese Dateilung nicht stattgefunden. Der in den Minister des Innern sandte im geheimen einen Inspektor der öffent- Blättern für Genossenschaftswesen" veröffentlichten Statistik entlichen Sicherheit nach Capri, der eine Untersuchung anzustellen hatte. nehmen wir folgendes: Das geschah ohne Wissen der Lokalbehörden. D Geschäfts Ueberweisungen unlosten 6 106 800 615 Kreditgenossenschaften 320 938 498 Stonjumvereine 6 311 000 73.000 Auf die Ergebnisse dieser Untersuchung hin wurde Herr Zahl der Genoffenschaften Steuern Krupp ersucht, die Insel für immer zu verlassen. Die Propaganda"( das socialistische Organ von Neapel), welche diese Dinge an die Deffentlichkeit gezogen hat, verlangt, daß der Bericht über die Untersuchung den Justizbehörden ausgeliefert werde, aber das ist bisher nicht geschehen. Auf die Rechtslage des Falles wollen wir vorläufig nicht ein gehen. Das grauenhafte Bild kapitalistischer Beeinflussung wird dadurch nicht sonderlich milder, daß man weiß, es handelt sich um einen perbers veranlagten Mann. Denn das Mitleid, das das Opfer eines verhängnisvollen Natur- Irrtums verdient, muß versagen, wenn die Krankheit zu ihrer Befriedigung Millionen in ihre Dienste stellt. Insoweit giebt es keine ausreichende Entschuldigung für den Mann. er 30 Baugenossenschaften 24 Rohstoff, Produktiv- 2c. Genossenschaften • 793 838 31 617 62 905 519 800 aum Reservefonds 3 204 400 234 000 28 000 13 800 Dividende 6110 900 10 550 600 47 300 111 700 Nach dieser Statistik sind Ban- und Konsumgenossenschaften relativ am höchsten besteuert. Diejenigen Genossenschaften, an denen die minderbemittelten Vollstlassen in erster Linie intereffiert sind, tragen somit die höchste Steuerlast, Maschinenfabrik und Mühlenbauanstalt G. Luther, Aktien gesellschaft. Braunschweig. Der Abschluß für das Geschäftsjahr 1901/02 ergiebt einen Betriebsverlust von 343 067 Mart und einen Gesamtverlust von 1 188 942 M. Entstanden ist diefer nach Mitteilung der Verwaltung dadurch, daß neben den ordentlichen Abschreibungen von 137 964 M. Rüdftellungen auf eine Reihe größerer, aus früheren Lieferungen stammender Forderungen und auf zur Zeit in der Abwickelung begriffene Geschäfte in Höhe bon 517 888 W. gemacht sind. Ferner mußten die nichtbörsen gängigen Effetten auf den heutigen Wert abgeschrieben werden, woraus fich ein Verlust von 190 681 M. ergab. Gleichwohl bietet der Fall für die deutsche Gesetzgebung ein hohes Interesse. So lange Herr Strupp in Deutschland lebt, ist den Strasbestimmungen des§ 175 verfallen. Nachdem die Perversität zu einem öffentlichen Standal geführt hat, wäre es die Pflicht der Staatsanwaltschaft, sofort einzugreifen. Vielleicht erwägt man jetzt, um diesen das Rechtsgefühl verlegenden Widerspruch zwischen Gefeß und Anwendung des Rechtes zu be= seitigen, die Beseitigung des§ 175, der das Laster nicht ausrottet, ersten zehn Monaten aber das Unglück zur furchtbaren Qual verschärft. Von social demokratischer Seite ist ja im Reichstag mehrfach auf eine solche Reform gedrungen. Parteinachrichten. Die Auswanderung über Hamburg und Bremen betrug in den Hamburg Bremen 1900 1901 1902 92 508 78074 104 834 80 681 95 050 119 157 zusammen 178 189 173 124 223 991 Ein Ihre In der Diskussion erzählten mehrere der Streifenden ihre benteuer, die sie mit Polizisten oder auf der Polzeiwache erlebt haben. Berechtigtes Aufsehen erregte sodann ein vom Vorjizenden erwähnter Vorfall: Am Donnerstagvormittag war der Streifposten Ritter sistiert worden. Als er von der Wache wieder zurückkehrte, wurde der Ahnungslose in der Kaiser Friedrichstraße plötzlich von einem Meister der Nothmannschen Fabris interrücs überfallen, gemißhandelt und der artig auf das Straßenbahngeleise geworfen, daß er außer Knie- und Handverlegungen auch noch eine stark blutende Stopfwunde davons trug. Ritter mußte fich sofort in ärztliche Behandlung begeben und hat dann Strafantrag gegen seinen Angreifer gestellt. Unter stürmischen Sundgebungen der Versammlung fragte Cohen: Was wäre wohl einem Streifpoften passiert, der fich in ähnlicher Weise an jenem Meister vergangen hätte? Er fäße ficher längst hinter Schloß und Riegel und fähe einer drakonischen Aburteilung entgegen. Der betreffende Meister läuft natürlich frei umher, und ob die Staatsanwaltschaft im öffentlichen Interesse überhaupt Klage gegen ihn erheben wird, bleibt abzuivarten. Zum Schluß forderte der Vorsitzende die Streifposten auf, un Hält die Zunahme der Auswanderung in gleichem Maße an, beirrt durch polizeiliche Maßnahmen nach wie vor ihre Arbeiterso ist darauf zu rechnen, daß für das laufende Jahr die Gesamtzahl pflicht zu erfüllen und jeden Fall von polizeilichen Uebergriffen beinahe eine Viertelmillion erreichen wird. Die Mehreinnahme hier- fofort zur Beschwerde zu bringen. Sodann gelangte eine ben aus wird allerdings durch die ungünstigen Frachtverhältnisse über- Referaten entsprechende Resolution zur einstimmigen Annahme. reichlich ausgeglichen. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Zum Landtage für Schwarzburg- Rudolstadt fand am Donnerstag im Wahlkreise Rudolstadt I die Nachwahl statt, die durch die DoppelZu den am Sonntag ftattfindenden Gewerbegerichtswahlen hat wahl des Genossen Hartmann erforderlich geworden war. Leider gelang es unsern Genossen nicht, das Mandat zu erhalten; mit der Magistrat wegen der zu erwartenden großen Beteiligung eine besondere Drdnungs- Vorschrift erlassen. 11. a. wird bestimmit: etwa 10 Stimmen Mehrheit siegte der Ordnungstandidat Richter das Wahllokal soll nicht vor 12 Uhr betreten werden. Der über unsern Genoffen Lagerhalter Triebel. Damit verringert sich in der Turnhalle ist durch Barren die Zahl unsrer Mandate auf sieben, so daß die Gegner immer noch eine scharfe Kritik der gegen Streifpoften beliebten Bolizeimaßregeln eigentliche Wahlraum abgesperrt, die an der einen Wand einen Zugang, art die Mehrheit haben. andren einen Ausgang frei lassen. Dieser Raun Eine jetzt durch viele Blätter gegangene Meldung, daß wir be- übte am Donnerstag eine im Mauefchen Lokal zu Rigdorf ab- ber Zweck der Stimmenabgabe betreten werden. reits über neun Vertreter verfügten, scheint auf einer Mystifikation gehaltene, ungewöhnlich stark besuchte öffentliche Metall- darf nur zum Der Referent, Rechtsanwalt Die Wählerkette soll sich bis zum Eingange zum abgesperrten zu beruhen, da seit der Nachwahl in Frankenhausen, die am 6. d. M. arbeiter Versammlung. aus gleichem Grunde stattfand, wie die jetzige, feine Wahl weiter Dr. Heinemann, erörterte in einem Vortrage die rechtliche Raume an den Wänden entlang aufstellen, in den Turnhallen also Frage:„ Darf den Arbeitern das Streifpoftenstehen verboten in großem Bogen. Au der Seite des Wahltisches befindet sich der stattgefunden hat. Barteipreffe. Die„ Arbeiterzeitung" in Dortmund kann be- einer Reihe der unteren Gerichtshöfe, besonders in Preußen und Der Wähler übergiebt seine Legitimation einem der dort fungierenden Barteipressé. Die„ Arbeiterzeitung" in Dortmund kann be- werden?" Redner führte aus: Bis vor nicht langer Zeit sei es bei Legitimationstisch, an den sich jeder Wähler zuerst zu begeben hat. richten, daß ihr der Dortmunder Kreis start 2000 neite Abonnenten Sachsen, allgemein üblich gewesen, das Streikpostenstehen ohne Beamten, die eine Borprüfung vornehmen und erhält seine Legitimation gebracht hat und daß die Auflage noch fortwährend steigt. weiteres als„ groben Unfug" zu bestrafen. Mit diesem juristischen mit Vermerken oder Zeichen versehen, zurück; alsdann begiebt er Mädchen für alles seien streitenden Arbeitern damals viele in fich zum Wahltisch und überreicht feine Legitimation dem Wahlannehmlichkeiten bereitet vorden. Später habe das preußische vorsteher, welcher eventuell nach Herbeiführung eines förmlichen - Der„ Süddeutsche Postillon" auf der Auflagebank. Wie seiner Stammergericht sowie das Reichsgericht jedoch entschieden, daß in dem Beschlusses des Wahlausschusses über die Zulassung zur Abgabe Zeit berichtet, verurteilte das Schöffengericht den Geroffen Magimus Streitpostenstehen an sich kein grober Unfug zu erblicken sei. Wohl des Stimmzettels entscheidet. Die Wahllegitimation bleibt in den Ernst wegen Beleidigung des Bergverwalters Trepto in Zwvidau, tönnen bei dem Bostenstehen Unfug oder gar andre strafbare Hand- Händen des Wahlausschusses; die Zurückgewiesenen erhalten ihr enthaltenen lungen verübt werden, doch dann bieten sich Handhaben genug, Legitimationsblatt zurüd, nachdem ihre Namen usw. vom Wahlewöhnlich solche Handlungen zu bestrafen, nicht aber dürfe das Streitposten ausschusse in eine Liste aufgenommen find. Der Magistrat hat das as Land- stehen als solches bestraft werden. Diese Auffassung sei Nipp und Vertrauen zu den Wählernn, daß sie diese Drommgsvorschriften auf 300 M. flar in dem bekannten Urteil des Reichsgerichts anläßlich der be- das genaueste befolgen und solche Personen, die etwa aus Unkenntnis fannten Lübeder Polizeiverordnung ausgesprochen worden. Laut hiergegen verstoßen, selber auf den Inhalt dieser Vorschriften aufbots 152 der Gewerbeordnung haben die Arbeiter das Recht, in einen merksam machen. fich Streit einzutreten. Zur tirksamen Durchführung eines Streifs id gehöre aber notwendigerweise auch das Streifpoftenstehen, mithin antist lepteres auch zweifellos gefeßlich erlaubt. en bloa Widjbichler Polizeiliches, Gerichtliches usw. " die in einem in Nr. 22 des Süddeutschen Bostillo humoristischen Feuilleton gefunden wurde, zu der hohen Geldstrafe von 500 M. oder 50 Tagen Gefäng gericht fetzte jetzt auf die Berufung Ernsts die Str herab. Die feltfamste Begründung eines Berjar lieferte jetzt eine sächsische Kreishauptmannschaft. um das Verbot einer Versammlung auf einent außerhalb eines geschlossenen Naumes. Das Berbot der Befürchtung, daß Minderjährige zuhören tönnten, Der Kreishauptmannschaft lautet zu diesem Punkte: Auch der zweite Beschwerdepunkt giebt zu einer des Verfahrens der Amtshauptmannschaft keinen e mir die Savesentlich vermindert. Doch jezt fuche man den Streikposten mit fie uns nicht aus der Umstand, daß die Einberufer und Leiter der Ve Die Bildhauer Zeitung" bringt in ihrer neuesten Nummer eine Längere Entgegnung auf unfre die Angelegenheit Meher betreffende Infolge diefes reichsgerichtlichen Urteils sei die Spruchpraris Notiz in Nr. 260 des Vorwärts": Wir können nunmehr mit Genug Bildhauer Zeitung" in der Be der unteren Gerichte dann ebenfalls eine andre gelvorden, die Ber- thuung feststellen, daß die des Falles mit uns eins ift, und daß urteilungen von Streifpoften wegen groben Ünfugs haben sich urteilung " der Veröffentlichung desselben, sondern für nötig gehalten haben, Ordner anzustellen, welcheft, fan fir deem Straßenpolizei Reglement beizukommen, welches nur aus der Form der Veröffentlichung einen Vorwurf hat machen F840 40 205 wir also in der Hauptsache mit der Bildhauer- 3tg." einig sind, fann die Erörterung dieser umliebſamen Angelegenheit wohl erledigt angesehen werden. Deutsches Reich. so Licht gebrannt werden. Ju Protokoll der Statistik heißt es dann ausgeschrieben beziehungswei Auf ihre Re ijerci hätte it. als u. a. weiter: Spudnäpfe fehlen in 84 Bädereien gänzlich. In vision hob jedoch bas en werdcht die Vorentscheidung auf 61 Betrieben wird niemals feucht gereinigt. Die Gefäße werden und verwies die Sache nnocent Berhandlung und Entin 52 Betrieben überhaupt nicht gereinigt. Nur in 17 Betrieben scheidung an das Landgericht zu The Begründend wurde ausBei der Gewerbegerichtswahl in Augsburg, die am Mittwoch giebt es verdeckte Mehlkasten. In 11 Betrieben wird das Mehl geführt: Unter den öffentlichen Kolleiren, hie einer Genehmigung, vor dem Gebrauch nicht einmal gefiebt. Die Bedürfnisanstalten des Oberpräsidenten bedürften, seien mur aus folletten zu ver stattfand, siegte die Lifte der freien Gewerkschaften über die des ver find in 11 Fällen nachts verschlossen. Ungeziefer war in den Ar- stehen, das heißt Kollekten, die ein Gehen von Hicus zu Haus und ordnungsliebende" Arbeitervereine) mit 4500 gegen 2890 Stimmen. Schwaben in 44, Russen in 11, Heimchen in 11, Ratten in 8, Es war ein heißer Kampf, vielleicht einzig in seiner Art, denn die Gegner benutzten die ganze bürgerliche Preise und hatten die Unter- Schnecken in 2 Betrieben, in einem Falle Stellerivangen. In einer Badstube wurden Kaninchen gehalten. nehmer, die selber in den Fabriken Stimmzettel verteilten, auf ihrer Seite. Ausland. Die Hutmacher von Paris sind in den Streik eingetreten, weil sich die Unternehmer weigerten, den Tarif, der eine Erhöhung des Lohnes von 4-5 Prozent vorsieht, anzuerkennen; 145 Unternehmer haben bereits bewilligt. Bei 30 Proz. der Betriebe vermerkt das Protokoll lieberarbeit an den Wochentagen. Die Erholungspause wird zugebracht in 72 Fällen in der Backstube, auf dem Backofen oder auf dem Badtroge; in 13 Fällen auf dem Mehlboden, in 14 Fällen im Bett; in je einem Falle auf dem Hofe, dem Gärkasten, den Treppenstufen und in 3 Fällen auf dem Erdboden. Weiter heißt es u. a.: Jn 32 Fällen wird die Bettwäsche beim Wechseln der Gesellen nicht erneuert. In Die Schneider in Kristiania haben beschlossen, den jetzt geltenden 38 Bäckereien werden die Schlafräume nie feucht gereinigt. Lohntarif auf den 15. Januar zu fündigen. Eine Erhöhung wird als unbedingt notwendig erachtet. Sociales. Barbarisches Rechi. es Wanzen. deshalb nachprüfen, ob die Angeklagten von Haus zu Haus, von Sineipe zu Sineipe gegangen feien, um dort freiwillige Beiträge einzusammeln. Werde gemäß den Behauptungen der Angeklagten festgestellt, daß jeder von ihnen nur in einem bestimmten Rokale gefammelt habe, dann müßten fie freigesprochen werden. Verfammlungen. Der Centralverband der Maurer hielt am Donnerstag eine von über 1500 Personen besuchte außerordentliche Generalversammlung 24 Betrieben find feine Kleiderschränke da; in 13 Schlafstellen giebt aller zum Lohngebiet Berlin und Umgegend gehörigen Verbands- Rahlstellen sowie der Sektionen der Buzzer, Rabiger und Cementierer bei Unter den besonderen Bemerkungen auf den Fragebogen liest Steller, Koppenstraße, ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde man: In einer Werkstätte die Namen der Bäcker wurden in einer unlängst abgehaltenen Versammlung bekannt gemacht sind die zunächst einstimmig folgende Resolution beschlossen:„ Die Versammlung Backschüsseln mit Maden total verseucht. Die Seitenwände des Back- des Verbandes der Maurer protestiert ganz entschieden gegen die troges sind derart vermodert, daß fich eine Unmenge Maden und Schreibtveise bürgerlicher Blätter und Parteien, wonach die VerbandsUngeziefer darin aufhält. Beim Loslösen der Teigfruste von den leitung ihr Amt niedergelegt haben soll, weil sie sich ehrenrührige HandDas Hallesche Boltsblatt" berichtet: Wänden können die Tiere in den Teig kommen. Fragebogen 4: lungen hat zu Schulden kommen laffen. Ms alleinige Ursache der Amtsvom Landgericht Halle bas 12 jährige Schulmädchen Auguste Haut bogen 5: Kinderwäsche wird in der Badstube getrocknet; auch werden verbandsleitung diskutiert. Dem Bericht, den der Obmann der " Sechs Wochen in Haft behalten und dann freigesprochen wurde Die Handtücher werden erst gewechselt, wenn sie stinken. Frage- niederlegung find lediglich organisatorische Streitigkeiten maßgebend gewesen." Hierauf wurde über die Vorschläge zu den Wahlen der von Eisdorf. Das unglückliche, einen durchaus harmlosen Eindruck die kleinen Kinder auf den Backtrog gesetzt. Fragebogen 6: Der machende Kind wurde jüngst in„ Anstaltsuniform" der Halleschen Meister zieht den Lehrlingen Auslagen für Kleider und Wäsche von Wahlkommission erstattete, war zu entnehmen, daß zumeist die bisStraflammer vorgeführt, vor der es sich wegen Brandstiftung ver- der Abendbrotentschädigung in Raten von 5 Bf. ab. Fragebogen 11: herigen Mitglieder der Verbandsleitung wieder in Borschlag geVon einzelnen Vierteln bezw. Sektionen antworten sollte. Die blauen Gefangenentleider und die große Das Badgerät wird überhaupt nie gereinigt. Die Pfanne steht seit bracht worden sind. in denen find außerdem Resolutionen beantragt worden, der Verbandsleitung das volle Schürze paßten nicht für das jammernde und weinende blasse Stind, dem 14. Juni( jekt 31. Oktober) und stinkt so sehr, daß einem ganz Bertrauen ausgesprochen Schwaben, Heimchen, das allgemeines Mitgefühl im Zuhörerraum zu erwecken schien. übel wird. Das Ungeziefer ist schrecklich. Was mag das Kind, weggerissen aus dem Hause der Eltern, für Stellerivanzen, Mäuse und Schnecken kriechen an den Mehlsäden und deren Wiederwahl gewünscht wird. Es folgte die Aufstellung der Kandidaten für die neue Verbandsleitung, deren endAngst und Sorge ausgestanden haben.„ Vater, ich habe inmmer und Teigfässern überall herum. Die Trögeltücher stehen fast vor jeteint und immer an Euch gedacht," erklärte es jammernd und Schmuß. Fragebogen 17: Von der Dielung der Badstube war über- gültige Wahl durch geheime Abstimmung in den einzelnen Vierteln mit Thränen in den Augen, als es im Gerichtssaale den Angehörigen haupt nichts zu sehen, weil eine fingerdide Strujte sie bedeckte. Ja erfolgen sollte. Schließlich wurde aber beschloffen, daß die außer wieder die Hände drücken konnte." habe sie entfernt. Fragebogen 18: In der Backstube halten sich ordentliche Generalversammlung dem Zweigvereins- Vorstand vollVertrauen entgegenbringt, worauf die bisherigen Es stellte sich schließlich heraus, daß mir einige höchst unsichere Stinder auf, die auch dieselbe verunreinigen, jedoch mit Mehlsäden ständiges Vertrauen entgegenbringt, nur Judicien dafür vorhanden waren, daß das Kind eine Scheune fahr- wird der Unrat wieder aufgewischt. Der Meister ist tranf und Mitglieder, die vordem sämtlich ablehnten, erklärten, unter diesen Tässig in Brand gesteckt habe. Der Vertreter der Anklage konnte spuckt fortwährend in die Backstube. Auch Wäsche wird daselbst ge- Umständen eine Wiederwahl anzunehmen. Nach einer waschen, Windeln auf den Backtrog gelegt und die Kinder ge- lebhaften Diskussion wurde sodann mit großer Mehrheit beschlossen, nunmehr überhaupt von einer Neuwahl Abstand zu selber nur zu dem Antrage auf eine Woche Gefängnis wegen fahr- badet usw. lässiger Brandstiftung den Mut finden. Das Gericht erkannte auf So sieht es hinter den Coulissen des Kleingewerbes aus, das nehmen, so daß die Verbandsleitung in der bisherigen Zusammen fegung bis zum ordentlichen Ablauf der Wahlperiode verbleibt. gänzliche Freisprechung, da nicht ausgeschlossen sei, daß ein andres die Mittelstandspolitiker partout erhalten wissen wollen. Kind den Brand verursacht habe. Roch furchtbarer ist, was die Sächsische Arbeiter zeitung" aus Dresden im folgenden berichten kann: Aus der Frauenbewegung. „ Ein erschütterndes Bild aus unsrer herrlichen GesellschaftsDie Enquete über die Arbeitszeit der Frauen. ordnung gab eine Verhandlung vor dem hiesigen Landgericht. Drei Jahre Gefängnis für einen zwölfjährigen Jungen. So unt Die von der Reichsregierung angestellten Erhebungen, ob eine glaublich das klingt und so sehr diese Thatsache jeden menschlich herabsehung der täglichen Arbeitszeit für erwachsene Arbeiterinnen Fühlenden bewegen muß, die Richter hätten es in der Hand gehabt, in thunlich sei, veranlagte die Handelskammer für das Siesem Falle noch mehr Gefängnis zu verhängen. Man fonnte fich Großherzogtum, in ihrer letzten Plenarsizung zu dieser eines beschämenden Gefühls ob der Höhe der gegenwärtigen Civili Frage Stellung zu nehmen. Wie von jenen Herren( zumeist fation nicht erwehren, als man das törperlich schwächliche, geistig be- Nationalliberale) nicht anders zu erwarten war, beschloß die schränkte Wesen mit seinem bleichen Gesicht dastehen sah und hörte, Stammer, das Bedürfnis auf Herabsehung der Arbeitszeit von elf vie es mit piepfender Stimme Punkt für Punkt das endlos lange auf zehn Stunden pro Tag" ganz entschieden" zu verneinen. Des Sündenregister bestätigte und bemüht war, feine Absichten und gleichen sei auch ein früherer Schluß der Arbeitszeit für ArbeiteMethoden arglos den Richtern mitzuteilen, um der erschütternden rinnen an Sonnabenden unmöglich, weil sonst eine ganze Reihe Scene ein schnelles Ende zu bereiten. Man fragte sich: Fabriken überhaupt früher geschlossen werden müßten und dann der ivarunt foll gerade dieser Junge die Sühne für unsre Sonnabend als fein voller Arbeitstag mehr angesehen werden könne. socialen und gesellschaftlichen Sünden auf sich nehmen? In Darauf kommt es ja auch am allerwenigen an, ob die Herren Frage tommt der 1890 in Schenewig bei Meißen geborene Schul- eine beliebige Arbeitszeit als vollen Arbeitstag ansehen oder nicht. fnabe Paul Emil Ebert, der in der Korrektionsanstalt Bräunsdorf interniert, von dort am 16. Juli d. J. entflohen ist und allerdings In einer gut besuchten Versammlung der städtischen Arbeiter, welche am Mittwochabend in Cohns Festfälen stattfand, beschäftigte man fich unter anderm mit dem von dem Magistrat zu errichtenden Arbeitsnachweis für seine eignen Arbeiter. Schubert empfahl, von einem endgültigen Beschlusse heute Abstand zu nehmen und in einer denunächst stattfindenden allgemeinen Versammlung diesen Gegenstand eingehend zu erörtern. Allseitig wurde darauf hingewiesen, daß für diese Versammlung recht zahlreicher Besuch notwendig sei. a den darauf folgenden 12 Tagen Streiche verlibte, vor denen au Berliner Partei- Angelegenheiten. laffen und die Ausfechtung dieser Angelegenheit bis in die höchste Die Barteigenossen in Bernau hielten am 8. d. M. eine sehr gut besuchte Boltsversammlung ab, in der Genosse Helbig das Thema:" Wollen sich die Arbeiter Bernaus das Verbot des Geertfchaftsfestes von der Polizei gefallen lassen?" behandelte. Er führte etiva folgendes aus: Die hiesige Polizei hat das Abhalten des Festes zunächst furz vertreigert; als dann nach den Gründen der Verweigerung gefragt wurde, hat sie das Fest als eine öffentliche TanzIustbarkeit angesehen, welche an Sonnabenden in Bernau nicht gestattet werden. Höchst sonderbar erscheine es, führte Redner aus, daß die Polizei zu solchen Annahmen kommen konnte, da in dem Schreiben um die Genehmigung des Festes nichts darauf schließen ließe. Die Arbeiter Bernaus müßten es auf das äußerste ankommen er gewiegtefte Einbrecher vollen Respekt bewahren muß. Auf seiner Instanz verfolgen, wie auch mit einer Stlage gegen die Polizei ivegen Wanderschaft von Bräunsdorf nach Dresden, wo er den König bitten Weißensee. Zur Kalender Verbreitung treffen sich die Ersakleistung der entstandenen Unkosten vorzugehen sei. Eine dahin wollte, ihn aus der Anstalt zu nehmen(!), hat er nicht weniger als fieben schwere, fieben einfache Diebstähle, drei Diebstahls- und einen Parteigenoffen am Sonntag früh 7 Uhr bei Schmutz, König- gehende Resolution fand einstimmige Annahme. In der hierauf folgenden Diskussion wurden von verschiedenen Rednern die noch Einbruchsversuch unternommen. Dabei gelangte er meist durch Chaussee 38. nicht organisierten Arbeiter zum Eintritt in die Organisation aufoffenstehende Parterrefenster oder Thüren in Wohnungen, schredte Rigdorf. Anläßlich der Montag, den 17. November, stattfindenden gefordert. Der Vorsitzende schloß die imposante Bersammlung mit nicht vor hindernden Mauern und Zäunen zurück und verschonte Stadtverordneten Wah I findet Sonntag früh eine Flu g- einem Hoch auf die internationale Socialdemokratie. tveder Zimmer, in denen zufällig Personen im Bette schlafend blatt- Verteilung für den ganzen Ort statt. Die Parteilagen, noch gab er seinen Plan zu stehlen in einem Zimmer auf, genossen werden ersucht, sich ihren Bezirksführern in den bekannten in welchem eine Frau wach im Bette saß. Ein andermal benügte Colalen zur Verfügung zu stellen. er die Gelegenheit, einer Frau, die soeben in das einige Schritte entfernte Nebenlogis flatschenshalber gegangen war, die Wohnung Treptow- Baumschulenweg. Der Wahlverein hält Dienstagabend Letzte Nachrichten und Depeschen. abzujuchen und 6 M. zu entwenden. So oft man ihn verfolgte, im Restaurant Michler feine regelmäßige Mitglieder- Versammlung um seiner habhaft zu werden, so oft entwichte er, bis endlich am ab. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag des Genossen 28. Juli auf hiesiger Rüdertstraße seinem Näuberdafein vorläufig Dr. Borchardt über Arbeitslosen- Versicherung. Bericht von der ein Ziel gesezt wurde. Seine Beute hat zumeist in Geld neben den Generalversammlung des Central- Wahlvereins, Abrechnung von der Er Gemeindevertreter Wahl und vom Stiftungsfeste. Gäste haben verschiedensten Gebrauchs- und Lurusgegenständen bestanden. bestritt von dem Gestohlenen seinen Lebensunterhalt, hielt einige ihm Zutritt. zugethane Schulfnaben frei und kaufte sich Indianergeschichten, die wohl den Angeflagten mit inspiriert haben mögen. Einen Beweis von seiner moralischen Verirrung lieferte noch das vollständig gleichgültige Verhalten bei der Verkündung des Urteils." Gerichts- Zeitung. die Er war wurde Die Wahlen der Arbeitgeber- Beisiger zum Gewerbegericht haben das Ergebnis aus dem 35. Wahlbezirk. Dort wurden die socialgestern stattgefunden. Zu unsrer Stenntnis gelangt ist bisher nur demokratischen Kandidaten Paul Müller, Bernaczinsli, Deichsel und Mag Giente mit 66 gegen 51 gegnerische Stimmen gewählt. Die Stichwahl in Favoriten im öftreichischen Reichsrat. Wien, 14. November.( W. T. B.) Abgeordnetenhaus.( FortWegen Amtsverbrechens, schwerer und einfacher Urkundenfälschung, Nach dem Abgeordneten Geßmann begründet der AbIm ersten Falle muß man ausschließlich die bureaukratische Betruges 2c. hatte sich gestern der früher bei der städtischen Spar- geordnete Bernerstorfer die Dringlichkeit feines Antrages geordnete Bernerstorfer die Dringlichkeit seines Antrages „ Objektivität der verantwortlichen Justizbeamten anklagen, die taffe thätig gewesene Bureau- Hilfsarbeiter Mar Ulbrich vor dem Betr. die Vorgänge bei der Stichwahl in Favoriten und beklagt fid) nicht als Menschen mit Menschen, sondern nur als Bureaukraten mit Schwurgericht des Landgerichts Berlin I zu verantworten. Baragraphen und Angeklagten operieren. Wenn sie auch nicht wider- beschuldigt, im Laufe von 8 Jahren der städtischen Spartaffe unter heftigen Ausfällen gegen den Ministerpräsidenten, die Polizei Der jest 40 Jahre alte und und die christlichsociale Partei, insbesondere unter Beschimpfung des rechtlich gehandelt haben, so waren sie doch auch nicht gesetzlich ver- 25 000 M. unterschlagen zu haben. verheiratete Angeklagte ist im Jahre 1894 als Militäranwärter vom Bürgermeisters Dr. Lueger, wegen deren er vom Präsidenten zur pflichtet, ein armes hilflofes Kind der unnennbaren Bein einer sechs Magistrat als Hilfsarbeiter angenommen und in der städtischen Spar- Ordnung gerufen wird, über den Hausfriedensbruch, welcher durch wöchigen auszufezen tasse beschäftigt worden. Infolge der bekannten Reichsgerichts- das Eindringen der Sicherheitswache in das Arbeiterheim begangen einer That, die selbst dem öffentlichen Ankläger mit einer Woche Entscheidung, worden sei, sowie über die Fälschung der Wählerliste. Redner verist, im Falle Malig ergangen als folcher langt genaueste Untersuchung wegen der vom Minister vorgebrachten Gefängnis gefühnt erschien. Unser Strafrecht ist gewiß barbarisch auch er schließlich als Beamter anerkannt genug: es gebietet dem Nichter nicht, im Verbrecher den Menschen vereidigt. Er ist geständig, die ihm zur Last gelegten Unter- angeblichen Gewaltthaten. Ministerpräsident v. Störber zu sehen; aber es berbietet ihm auch nicht, wenigftens in dem schlagungen in der Gesamthöhe von 25 000 m. begangen zu haben. erklärt, die Regierung habe bei den Wahlen alle Vorkehrungen zur erst verbrechensverdächtigen Kinde das Kind zu sehen. Diese Er hatte sich dazu in äußerst raffinierter Weise eine sehr komplizierte Sicherung der Wahlfreiheit getroffen. Sie werde dies pflichtgemäß sechs Wochen Untersuchungshaft wird das Kind und werden die Eltern Methode der Fälschung ersonnen und diese mit besonderem Glück auch bei den fünftigen Wahlen thun. Er, der Ministerpräsident, lang durchgeführt. Wie die als Sachverständigen ver- werde nach Abschluß der Untersuchung aus deren Ergebnis die des Kindes ihr ganzes Leben lang nicht wieder vergessen.nommenen Beamten der städtischen Sparkasse, Magistratssekretäre Stonsequenzen ziehen, welche den Gefeßen und dem allgemeinen Im zweiten Falle tritt allerdings der Richter ziemlich in den Bezel und Wallies, in ausführlichem Vortrage darlegten, ist Rechtsgefühlt entsprächen. Redner weist in scharfer Weise die Polizei erhobenen Beschimpfungen zurüd und Hintergrund; das barbarische Gesetz und dahinter die Schuld der Die Kontrolle der Buchführung und der Abrechnungen bei der städti- gegen die Bolizei erhobenen Vorwürfe des Borredners gegen feine Gesellschaft erscheinen riesengroß als wirkliche Angeklagte in diefem fchen Sparlasse eine so minutiofe, daß man eigentlich die Möglichkeit glaubt, traurigen Prozeß. Mit 12 Jahren schon in der Korrektionsanstalt; von Veruntreuungen für vollständig ausgeschlossen halten sollte. Und Person um so cher sich hinwegsehen zu lönnen, als die Regierung zur Korrektion oder Besserung. Wie mag das Leben des unglück- dennoch hat es der Angeklagte verstanden, in äußerst geriebener Weise gewohnt sei, nicht als unbefangen, sondern als parteiisch behandelt Der Bertreter der Polizeidirektion giebt sodann auf lichen Kindes vorher gewesen sein, wie mag das„ Besserungsverfahren alle slippen der Tages-, Monats- und Jahreskontrollen zu umschiffen, zu werden. in der Besserungsanstalt beschaffen sein? Verwahrlosung und um in seinem verbrecherischen Treiben nicht entbedt zu werden. Den Grund des Aftenmaterials eine Darstellung der Vorgänge in Hunger vorher und Brügel, Hunger und harte Arbeit in der Anstalt Ausgangspunkt zu letzterem bildeten Sparkassenbücher, die er sich Favoriten. Abg. Dr. Vogler verlangt die Ausdehnung der Unterselbst aus den in den Bureaus bewahrten Materialien zurecht uchung auf alle Personen, welche ein Verschulden an den Ereignissen bermutlich, versüßt mit frommen Sprüchen. Und nun drei Jahre machte. Er füllte diese Bücher mit Namen von Sparern aus, die in in Favoriten trifft. Armann weist die Angriffe Bernerstorfers ins Gefängnis. Was mit ein wenig Liebe und Freundlichkeit und Sparkonten in Wirklichkeit existierten, fegte eine fingierte Summe zurück und beklagt sich über den Terrorismus der Socialdemokraten. vernünftiger Erziehung wahrscheinlich noch ein nützlicher Mensch hinein, drüdte unbefugt den Stempel darauf, fälschte den Namen Redner verlangt von der Regierung gerechte Durchführung des werben könnte, wird als ein abgefeimter Gauner oder ein wildes des Sturators und des Kontrollbeamten und machte alsdann noch Staatsgrundgefeßes fowie Gleichberechtigung aller Staatsbürger. und Protest n der Socialdemokraten unterbrochen. Hierauf wird Tier das Gefängnis verlassen. Schmach über eine Gesellschaft, die allerlei Manipulationen in den Kontrollisten und Büchern, machte Die Rede des lbg. Armann wird wiederholt von ironischen BeifallRajuren, falsche Additionen und wußte auch die Sifrechner bie Debathschlossen. Nach der Wahl von Generalrednern wird zu folche Früchte zeitigt! täuschen. Er lündigte auch in allen Fällen ganz vorschriftsmäßig die Berhe ag abgebrochen. die Spargelder und hat so in 25 Fällen auch die Bücher zu Sm in She if befindet sich der Gesezentivurf betr. die Dotation 1000 2. abgehoben. Die Geschwornen bejahten sämtliche Schulddes kaiserlichen Hofstaates. Nächste Sigung Die Dresdener Ortsgruppe des Bäckergehilfen- Verbandes hat fragen und verneinten das Vorliegen mildernder Umstände. Der zur E Diene Ausgab dank der Opferwilligkeit ihrer Mitglieder eine sehr verdienstliche Staatsanwalt beantragte acht Jahre Zuchthaus und zehn Arbeit geleistet. Sie hat fast die Hälfte der Dresdener tichen Er, November.( W. T. B.) Mr. Merriman, der Bädereien auf ihre gesundheitlichen Verhältnisse untersucht und bei Jahre Ehrverlust. Der Gerichtshof erkannte auf drei Jahre & diefer Erhebung, die fast drei Monate währte und von den Meistern Buchthaus und 1200 M. Geldstrafe event. noch 80 Tage Zucht- Arlich auch anerpartei in der Staptolonie, hat sich im Parlament en Vorzugszölle ausgesprochen. Dieser Ansicht auf jede Weise erschwert wurde, grauenhafte Zustände an das Tages haus und fünf Jahre Ehrverlust. Kolletten Prozeß. Die Genossen Polzin und Bustrow in Siegende Mehrheit des Parlaments beigetreten. Ticht gezogen. In Dresden find 501 Bäckereien vorhanden, in denen 900 Bäckergesellen und 600 Lehrlinge beschäftigt werden. Die Grünau( Oberspree) hatten in Gastwirtschaften anläßlich der rminister hat darauf die Erklärung abgegeben, Sie waren Seit Bochemnächst abzuhaltenden allgemeinen füdafrikaStatistit umfaßt 198 Bäckereibetriebe mit 362 Gesellen und 102 Kommunalwahlen für den Wahlfonds gesammelt. Lehrlingen. 27 Proz. der untersuchten Bädereiräume wiesen voll daraufhin vom Landgericht II in Berlin als der Berufungsinftan Gingelheiten is fonferenz die von ihm zu ernennenden Deleständig ungenügende Licht- und Luftzufuhr auf. In manchen Arau Geldstrafen verurteilt worden, weil sie, die Listen benuister gegen berhartt taptololonie fich in teiner Weise für Vorzugszölle beitsräumen war es dunkel und feucht; es mußte den ganzen Tag ohne die erforderliche behördliche Genehmigung öffentliche Stollette gelegenheit angeften. Berantworth. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei in Bäckereizustände. 1' te wegen aul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen. eslado T Nr. 268. 19. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 15. November 1902, 216. Sigung. Freitag, den 14. November 1902, mittags 12 thr... Am Bundesratstisch: Niemand. des an= Neichstag doch nicht maßgebend sein, dazu gehört ein Beschluß; des lidhen, Antrag beim Präsidium eingereicht habe, über den Antrag Reichstags. Herr Spahn sagte auch:" Der Herr Präsident Aichbichler zur Tagesordnung überzugehen. könnte eventuell während der Ermittelung des Ergebnisses das Wort Präsident Graf Ballestrem: Dieser Antrag ist geschäftsweiter erteilen." Hier geht Herr Spahn über eine der wichtigsten ordnungswidrig und deshalb nicht von mir publiziert Fragen mit einem leichten Worte hinweg. Die Folge worden.( Lebhaftes Bravo! rechts und im Centrimm.) wird sein, daß sich bei jeder namentlichen Abstimmung endlose Ge- Abg. Dr. Südekuns( Soc.): Nachdem gestern entschieden worden Auf der Tagesordnung steht zunächst die Fortsetzung der Beschäftsordnungs- Debatten entspinnen werden.( Sehr richtig! links.) ist, daß ein Antrag auf Uebergang zur einfachen Tagesordnung ratung des Antrags Aichbichler( C.) wegen Abänderung der Herr Bassermann, der ja bei dieser ganzen Angelegenheit jederzeit gestellt werden fanm, bin ich nicht in der Lage, §§ 58 und 59 der Geschäftsordnung des Reichstags. eine recht beklagenswerte Rolle spielte, meinte, den die Erklärung Herru Präsidenten ( Berfahren bei den namentlichen Abstimmungen.) fachlichen Inhalt des Antrags Aichbichler habe er nicht zuerkennen. Es soll Ihnen( nach rechts) gezeigt werden, Für den Antrag v. Normann(.), Spahn( C.), v. Tiede zu vertreten. Auf gut Deutsch heißt das: ich kann ihn welche Ruten Sie sich gestern gebunden haben.( Lärm rechts.) Sie haben mann( Rp.), auf Uebergang zur Tagesordnung über nicht vertreten.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) gestern nach meiner Ansicht gegen den Wortlauf und Sinn der die Abänderungsanträge Albrecht zum Antrag Aich- Aber auch Herr Baffermann hat ähnliche Perspektiven eröffnet, wie Geschäftsordnung beschlossen. Nun müssen Sie auch bichler erhält das Wort Heute Herr v. Tiedemann. Er meinte, wenn der Antrag Aichbichler die Konsequenzen tragen. Ein Antrag auf einfache TagesAbg. v. Tiedemann( Rp.): Die Anträge Albrecht enthalten Be- nicht genügen sollte, so werde man zur elektrischen Abstimmung schreiten ordnung darf innerhalb ein und derselben Diskussion nicht wiederstimmungen, die teils selbstverständlich, teils geeignet sind, den müssen. Mein Freund Bebel hat das ja gestern schon perfifliert, holt werden. Dieser Fall liegt aber hier nicht vor, da der Antrag Abstimmungsmodus, den wir vorschlagen, zu verzögern. Die indem er auf die drahtlose Abstimmung nach dem System Marconi nicht in der Diskussion über den Antrag Aichbichler, sondern in der Ziffer 19 bedeutet eine offenbare Verhöhnung der Antragsteller, hinwies.( Heiterfeit.) Durch die Angstmeierei der Nationalliberalen Diskussion über den Anirag Normann auf Uebergang zur eine denn durch diese Bestimmung wird die namentliche Abstimmung, die werden wir uns nicht fahreden laffen. Es giebt ja sogar Leute, die fachen Tagesordnung über die Anträge Albrecht gestellt ist. Es steht wir beseitigen wollen, durch eine Hinterthür wieder eingeführt. Das Reichstagswahlrecht selbst beseitigen wollen, aber die aber nichts im Wege, daß ich den Antrag jest nach Schluß der Gerade diese Ziffer ist die Hauptursache gewesen, weshalb wir den Leute giebt es nicht erst seitdem wir namentliche Diskussion wiederhole. Dann ist er nach dem gestrigen lebergang zur Tagesordnung beantragt haben.( Sehr richtig! Abstimmungen beantragt haben.( Sehr richtig! bei den Verfahren auf jeden Fall zulässig. rechts. Lachen bei den Socialdemokraten.) Wir find den Antrag Socialdemokraten.) Diese laumacherei der Nationalliberalen, Präsident Graf Ballejirem: Der Antrag Sidefum ist nicht stellern sehr dankbar für die Einbringung ihrer Anträge, denn die der ja die Partei ihre Erfolge im langsamen Bersumpfen zulässig, deshalb habe ich ihn auch nicht publiziert, weil er Vorgänge, die sich an diese Anträge gestern geknüpft haben, verdankt, werden wir auf das entschiedenste zurüdweisen. bireft gegeit die Geschäftsordnung verstößt. Es steht zwar einerseits haben zur Evidenz gezeigt und müssen Sem Blindesten Redner wird während seiner folgenden Ausführungen durch mehr im§ 53 der Geschäftsording, daß der Antrag auf einfache Tagesdie Augen darüber öffnen, daß es so nicht weiter geht. fache Zurufe der Rechten unterbrochen, so daß Vicepräsident Graf ordnung zu jeder Zeit gestellt werden kann, aber es heiß! ( Sehr wahr!) Diese Anträge werden die Ursache sein, daß wir uns Stolberg- Wernigerode um etwas mehr Ruhe bittet. Abg. Dr. Südenum weiter, daß der einmal verworfene Antrag auf ernsthaft zu überlegen haben, ob wir die Geschäftsordnung nicht noch wendet sich darauf zur Nechten mit den Worten: Sie müssen es mir Tagesordnung in derfelben Diskussion nicht ganz anders und in gründlicherer Weise ändern müssen.( Bewegung schon verzeihen, wenn ich Sie ein wenig in Ihrem Mittagsschlaf wiederholt werden kann. Wir sind noch in der links. Sehr richtig! rechts und im Centrum.) Es handelt sich hier oder bei Ihren Privatarbeiten störe.( Sehr gut! bei den Social- Beratung des Antrages Aichbichler begriffen, nicht allein um das Schicksal des Zolltarifs, sondern um das Schicksal demokraten, Lachen rechts.) Der Antrag Aichbichler läßt die ganze die Abstimmung hat noch nicht stattgefunden. des ganzen Reichstages, den wir nicht zum Gespött vor aller Welt Modalität der namentlichen Abstimmung unklar. Erst unsre Amende- Der Antrag verstößt also direkt gegen die Geschäftsordnung.( Lebmachen wollen. Mit der reizenden Offenherzigkeit, die wir ja an ments würden, wie gestern Abg. Heine ausführlich auseinander hafte Zustimmung rechts und im Centrum, Große Unruhe bei den Herrn Bebel zu schätzen haben, hat er in seiner Hamburger Rede gejezt hat, das Verfahren präcisieren und brauchhar machen. Socialdemokraten.) das Wort Nicht mehr als der ( Lachen bei den Socialdemokraten) uns die Obstruktions- Trotzdem wollen Sie über unsre Amendements, ohne sie fach- Abg. Dr. Südefum( Soc.): Ich habe meinen Antrag gar nicht pläne der Linken mitgeteilt.( Lebhafter Widerspruch lich zu prüfen, einfach zur Tagesordnung übergehen und die eingebracht während der Diskussion über den Antrag Aichbichler, links.) Herr Bebel sagte gestern, wenn die Regierung einen frei- flaren, gänzlich in der Luft schwebenden, geradezu chimärischen sondern während der Diskussion über den Antrag Spain- Normann. händlerischen Tarif eingebracht hätte, dann würden wir auf der Vorschriften der lex Aichbichler in die Geschäftsordnung aufzunehmen.( Widerspruch und Unruhe rechts.) Jah bin ja überzeugt, daß Sie den Rechten die Vorlage selbstverständlich auch mit allen Mitteln der Es ist mir schlechthin unverständlich, wie man unire Antrag niederstimmen werden, aber ich wollte Ihnen mur ad oculos Geschäftsordnung unmöglich gemacht haben. Jawohl, das hätten Anträge einfach ignorieren tann! Nur wenn Sie demonjirieren( Stürmische Bewegung rechts und im Centrum), daß wir dann natürlich gethan, aber nie und nimmer hätten wir zu wenigstens einen Teil unsrer Verbesserungsanträge an Sie auf dem besten Wege find, immer neue Unklarheiten dem illoyalen Mittel der Obstruktion gegriffen.( Große Inrube nehmen, tönnen Sie mit dem Antrag Aichbichler eine Verkürzung in der Geschäftsordnung zu schaffen. Ich bin der Meinung, daß, da links. Abg. Bebel: Kanalvorlage!) Kanalvorlage! Ich der Debatten herbeiführen. Ohne unsre Amendements ist die lex ich meinen Sintrag nicht in derselben Diskussion. sondern in einer ganz muß doch dieser Legende endlich einmal ein Ende machen. Michbichler ein ganz unbrauchbares Instrument. Die andren Diskussion gestellt habe, dagegen nichts zu machen ist.( Bu Ich habe zu den entschiedensten Freunden der Mehrheit wird noch selbst die bitterste Neue über ihr Vorgehen ſtimmung bei den Socialdemokraten.) Kanalvorlage gehört und es lebhaft bedauert, daß sie nicht empfinden.( Lachen rechts und im Centrum.) In dieser Weise, wie Präsident Graf Ballestrem: Ich werde diesen Antrag nicht zur zur Annahme gelangt ist. Wie man aber das Verhalten es jetzt geschieht, hat noch keine Mehrheit die Brücken hinter sich ab- Verhandlung stellen( Lebhaftes Bravo! rechts und im Centrum), der Oppofition gegen die Kanalvorlage, die sich vollständig gebrochen! Die meisten Herren der Mehrheit scheinen sich gar nicht weil ich ihn für direkt gegen die Geschäftsordmung verstoßend halte. im Rahmen der Geschäftsordnung bewegt hat( Lebhafte die Mühe genommen zu haben, unfre Anträge durchzulesen.( Sehr wahr!( Buruf bei den Socialdemokraten: Zurufe bei den Socialdemokraten: Wir auch mit Obstruttion be- bei den Socialdemokraten.) Als gestern Abg. Heine darüber sprach, waren gestrige Beschluß! zeichnen kann, ist mir unerfindlich und beweist nur, in welcher Ver- Sie ja gar nicht im Saale anvesend! Der charakteristische Aus- Abg. Dr. Südekum( Soc.): Herr Präsident, ich würde mich gern legenheit sich die Herren befinden, um für ihre Obstruktion einen spruch des Herrn aus dem Regierungsbezirk Frantfurt a. D., daß er Ihrer Autorität fügen, wenn ich Ihre Ansicht für richtig hielte. Dedmantel zu finden.( Sehr gut! rechts.) Es ist Pflicht des Reichs- als Stimmvieh hier sitzen müsse, scheint mir typisch zu sein( Ladjen rechts und im Centrum.) Ich bitte deshalb, die Angelegen tages, fich aufzuraffen und diesen Obstruktionsgelüften einmal für die Auffassungen der Herren von der Rechten. heit dem Beschlusse des Hauses zu unterbreiten. gründlich ein Ende zu machen. Sehen Sie doch auf England( Sehr gut! links.) Zum allerwenigften müßten Sie doch inferm Präfident Graf Battestrem: Wenn ein Abgeordneter das Recht hin. Die Nachrichten, die die heute in den Zeitungen stehen, Antrag 15 zustimmen, wonach der Präsident dem Reichstage das in Anspruch nimmt, so kann ich das nicht zurückweisen. Benn von find ja außerordentlich interessant. Dort, im Lande des Ergebnis der Abstimmung vor Fortsetzung der Beratung mitteilt. meiner Autorität an die Autorität des Hauses appelliert wird, so Parlamentarismus, hat man einen Beschluß gefaßt, wonach Wenn Sie das nicht wollten, hätten Sie doch wenigstens tlar und muß ich dem Folge leisten. Ich bitte die Herren, Platz zu nehmen. bie Debatte im Plenum über einen sehr wichtigen Gefeßentwurf mur deutlich bestimmen sollen: Es wird ruhig, weiter beraten". Aber Für die Zulässigkeit des Antrages Dr. Südetum erheben sich vier Tage dauern soll und auch die Kommissionsberatung ist ein nicht einmal dazu konnten Sie sich aufschwingen. Es ist ja logisch nur die Socialdemokraten. Der Antrag wird mithin von der Mehr geschränkt worden.( hört! hört! rechts.) widerfinnig, die Verhandlungen vor Verkündigung des Abstimmungs- heit für geschäftsordnungsmäßig unzulässig erklärt. Abg. Bebel hat uns Strieg bis aufs Messer angekündigt. Wenn ergebnisses fortzuseken, aber man wüste doch wenigstens, woran( Große Unruhe bei den Socialdemokraten.) Sie( zu den Socialdemokraten) ihn haben wollen, so sollen Sie ihm man wäre. So überlassen Sie alles dem blinden Zufall, Die Abstimmung über den Antrag Aichbichler ist haben!( Abg. Bebel ruft: Sie wollen ihn!) Ich hege die Dr. Spahn meinte, der Präsident könnte ja die Verhandlungen auf Antrag Bebel eine namentliche. Sie ergiebt bei einer Es ist aber ein Mangel an Courtoisie, dem Präsenzziffer von 277 Abgeordneten die Annahme des AuHoffnung, daß sich aus dem Vorpostengefecht der lex fortsetzen. Aichbichler noch ein Kampf mit schwerem Geschüs ent- Präsident eine solche Verantwortung aufzubürden, deren Ausübung trages Aichbichler mit 197 gegen 78 Stimmen bei zwei wideln wird, der dem Spiel der Obstruktion wirklich ein Ende ihn jeden Tag in diesem Hause odios machen müßte. Alle Parteien Stimmenthaltungen.( Rufe bei den Socialdemokraten: Der Antrag bereitet! Wollen Sie den Kampf gut, wir werden ihn nach dem haben doch das Bestreben, dem Präsidenten sein schwieriges Amt zu ist durch eine beschlußunfähige Mehrheit angenommen!) alten bewährten Grundsatz führen: à corsaire corsaire et demi! erleichtern, solange er selbst ein Hüter der Geschäftsordnung ist. Bräf. Graf Ballestrem: Damit ist der erste Gegenstand der ( Auf einen Schelm deren anderthalbe!)( Beifall rechts.) Diese lex Aichbichler aber bedeutet für den Präsidenten ein Danaer Tagesordnung erledigt.( Lebhaftes Bravo: rechts.) Gegen den Antrag auf llebergang zur Tagesordnung erhält gefchent, das feine Autorität nicht stärkt, sondern schwächt.( Sehr Wir kommen mumehr zur Fortsegung der zweiten richtig! bei den Socialdemokraten) Jeben Augenblick müßte die Beratung des Zolltarif Gefeges. Wir würden zunächst Abg. Dr. Südekum( Soc.): Herr Tiedemann hat uns an- Person des Präsidenten in die Debatte gezogen werden, wobei die Beratung fortzusehen haben mit einer Abstimmung über§ 9 gekündigt, was noch alles kommen soll, wenn der Antrag Aichbichler eine gewisse Erbitterung bei einem Teile des Hauses in keinem Fall und die dazu vorliegenden Anträge Herold und von Wangenheim. allein nicht ausreicht. Er hat zwar nicht ausdrücklich gesagt, aber zu vermeiden wäre. Wenigstens Herr Nettich, der doch Erfahrungen Soeben ist bei mir aber ein Antrag eingegangen des Herrn Abaus seinen ganzen scharfmacherischen Worten ging hervor, daß er als Präsident der Zolltaristommission hat, hätte doch von einem geordneten Brömet, der auf Grund des§ 53 der Geschäftsauch mit ganzem Herzen dabei sein würde, wenn es solchen Danaergeschent abraten sollen.( Sehr gut! bei den Social- ordnung über die Anträge Frhr. v. Wangenheim und Herold nicht mehr nur um einer Geschäftsordungs- Aenderung, demokraten.) Herr Tiedemann bezeichnete den Antrag 19, der die llebergang zur einfachen Tagesordnung beantragt. sondern einer Revision der Berfassung gälte. Abg. Tiedemann Möglichkeit offen läßt, das alte Verfahren der namentlichen Ab-( Lebhaftes Bravo! links. Großer Lärm rechts.) nannte die Obstruktion illoyal. Wir machen aber mur in durchstimmung wiederherzustellen, als eine Verhöhnung der Majorität. Diefer Antrag ist durchaus zulässig nach dem gestern gefaßten aus loyaler Weise von den Bestimmungen der Ge- Das ist eine ganz falsche Voraussetzung. Dieser Antrag stellt viel Beschluß.( Erneutes Bravo! links.) Meine Herren!( nach links) schäftsordnung Gebrauch, und Sie wollen dies loyale mehr ein durchaus notwendiges Sicherheitsventil Barum echauffieren Sie sich? Der Antrag ist ja zulässig.( Große Verfahren durch einen Gewaltstreich hindern. Wenn wir wirklich dar. Es muß möglich sein, das alte Herkommen wiederherzustellen. Heiterfeit.) Obstruktion treiben wollten, so hätten wir kein besseres Vorbild als die Die Annahme des Antrages Spahn v. Normann wird Ihnen die Das Wort für den Antrag auf llebergang zur TagesRechte selbst, deren Mitglieder sich nicht nur bei der preußischen letzte Möglichkeit abschneiden, die lex Michbichler zu verbessern. ordnung hat Kanalvorlage, sondern auch beim Bürgerlichen Gesez Damit handeln Sie aber auch gegen die Verfassung. Der Antrag Abg. Brömel( fri. Vg.): Die Herren von der Mehrheit glauben, budj als wahre Obstruktionstünstler bewiesen haben. Damals ich bichler schafft eine geheime Abstimmung. Nach Artikel 22 der wie es scheint, daß sie nach der Geschäftsordnung, wie sie sie gestern buch Hammer, aber nicht haben Sie gedroht, das ganze Bürgerliche Gesetzbuch scheitern zu Verfassung sind aber die Verhandlungen des Reichstages öffentlich. ausgelegt haben, immer nur laffen, wenn die Freßfreiheit der Hafen nicht gestattet würde, wenn Stein praktischer Scheingrund schafft die Thatsache aus der Welt, daß Amboß sein werden. In den Dingen dieser Welt ist es sich die freiherrlichen und gräflichen Hafen nicht der Antrag Michbichler einen Verstoß gegen die Verfassung darstellt. aber einmal so, daß wer den Hammer braucht, sich nachher als follten auf den Feldern der Bauern fatt freffen Früher, 31 den Zeiten der Windthorst, Mallindrodt und Ambos auch die Schläge gefallen lassen nutß.( Unruhe rechts.) Herr fönnen.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Herr Tiedemann Reichensperger, hat auch bas Centrum Deffentlich- Richter hat gestern schlagend nachgewiesen, daß bei der von Ihnen Damals, als Sprach von Debattenbeschränkungen im englischen Parlament. Wenn leit der Verhandlungen hochgehalten. das beliebten Auslegung des§ 53 ein Redner, dem das Wort abgeschnitten Sie dem Reichstag die politischen Rechte des englischen Centrum noch Oppositionspartei war, wurden noch ist, auf diese Weise doch noch zu seiner Mede kommen kann. In Barlamentes verschaffen, dann wollen wir damit einverstanden sein, nicht die Cylinder einzelner Herren, die man im Vorzimmer des diefer Lage befinde ich mich jetzt, denn mir wurde neulich das Wort daß geschäftsordnungsmäßig eine Beschränkung der Debatten Reichskanzlers bemerkt hatte, in den Zeitungen notiert.( Heiterkeit durch einen Schlußantrag abgeschmitten.( Heiterfeit.) Es eriveist sich, cintritt( Hört, hört! rechts), aber nur durch die Ge- und Sehr gut! links. Unruhe in Centrum.) Damals wurde der daß der ganze Antrag ich bichler eine Bagatelle ist gegen schäftsordnung, nicht auf anderm Wege. Verschieben Cylinder des Abg. Spahn noch nicht beim Reichskanzler gesehen. über der Auslegung der Geschäftsordnung, wie sie gestern erfolgt ist. Sie( nach rechts) doch die Sachlage nicht! Ein großer( Erneute Unruhe im Centrum.) Es wird doch von Ihnen taum( Sehr richtig! links.) Teil der bon uns beantragten namentlichen Der Redner begründet des weiteren seinten Antrag auf leberAbbestritten werden, daß die Verhandlungen über den Zolltarif jezt stimmungen war doch nur die Antwort auf die vorzeitigen mehr hinter den Coulissen als vor den Coulissen spielen.( Sehr gang zur Tagesordnung über die Anträge Herold und v. Wangen Schlußauträge, die Sie stellten! Wenn die Parteien in der Dis- richtig! bei den Socialdemokraten.) Das war früher anders. heim, jeine Ausführungen bleiben indes auf der Tribüne unverständlich. tussion ihre Meinung nicht sagen, dann muß ihre Nehmen Sie also meinen Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung Schließlich beantragt Redner namentliche Abstimmung über seinen Stellungnahme eben durch namentliche Abstim über den Antrag Aichbichler an, dann schaffen Sie dieses Monstrum Antrag.( Bravo! links.) mungen festgestellt werden. ( Sehr richtig! links.) Wir aus der Welt. Daß gestern Abend das elektrische Licht versagte, hat Das Wort gegen den Antrag auf einfache Tagesordnung erhält Kämpfen heute für die Aufrechterhaltung der Ordnung dieses Hauses Ihnen eine Riefenblamage erspart. Ich wette gegen einen Hosen- Abg. Dr. Spahn( C.): Ich bitte Sic, den Antrag abzulehnen. die Versuche, diese Ordnung umzustürzen.( Beifall bei den Inopf ein Zwanzigmarkstück, daß, wenn wir vor jetzt 12 Stunden( Bravo! im Centrum und rechts.) Ich halte es für unrichtig, Socialdemokraten, Lachen rechts.) Die gestern von uns gegen die( 1/2 Uhr nachts) zur Abstimmung geschritten wären, das Haus daß die Geschäftsordmmg dahin auszulegen fei, daß die Redner für Zulässigkeit des Antrages v. Normann- Spahn vorgebrachten Gründe nicht beschlußfähig gewesen wäre.( Sehr wahr! links.) oder gegen einen Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung auf die find so schlagender Natur, daß man mur annehmen tann: Sie Ich bin ja überzeugt, Sie werden alle Anträge ablehnten, auch Materie der zu erledigenden Anträge selbst einwollen sich nicht belehren lassen. Ihr Standpunkt ist: stat pro meinen Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung über den Antrag gehen können.( Widerspruch links.) Es handelt sich hier vielratione voluntas!" ( Anstatt der Vernunft gilt mein Wille!) Aichbichler, aber ich wiederhole: die Neue wird nicht aus mehr lediglich um die Frage, in welcher Weise sollen die Anträge Aber la légalité vous tue, die Gefeßmäßigkeit der Oppo bleiben.( Lebhaftes Bravo! bei den Soc.) Herold und v. Wangenheim erledigt werden. fition tötet Sie, und deshalb wollen Sie die Gefeße be- Vicepräsident Graf Stolberg- Wernigerode: Wir kommen mmseitigen. Wir vertreten das Recht, wenn wir die Geschäfts- mehr zur Abstimmung über den Antrag v. Normann. Diese Abordnung verteidigen. Ihre ganze Waffe ist die Schlauheit des Pater Filucius ftimmung ist eine namentliche. Der Namensaufruf beginnt mit dem bei Wilhelm Busch. Gestern behaupteten Sie, ein Antrag auf llebergang Buchstaben C.( Große Unruhe links, Rufe bei den Social- die Herren, ihre Bläge einzunehmen. zur einfachen Tagesordnung könne in jedem Moment gestellt werden. demokraten: Antrag Stadthagen! Abg. Thiele: Zur( Die Abstimmung beginnt 3 Uhr 10 Min. Vorher sind vier Daher beantrage ich jetzt Uebergang zur einfachen Tages- Fragestellung!) Wir befinden uns bereits in der Abstimmung, grüne Vafen auf den Tisch des Hauses gestellt und die Diener haben ordnung über den Antrag ich bichler. Nach Ihrer ich kann das Wort zur Fragestellung nicht mehr erteilen.( Erneute an die Abgeordneten die Stimmutarten verteilt.) gestrigen Auslegung werden Sie gegen den Antrag nichts einwenden l'nruhe links. Rufe: Sie haben ja das Wort eben Ich bitte die Herren, welche für den Antrag Brömet ftinmen tönnen. Sie haben sich durch die 22 namentliche Abstimmungen erteilt!) Das beruht auf einem Mißverständnis, ich habe keinen wollen, ihre Stimmiarte mit ja abzugeben, welche ihn ablehnen fchrecken lassen. Es gab ein sehr einfaches Mittel, diese Zahl zu Namen genannt und niemand das Wort gegeben, sondern nur ge- wollen, ihre Stimmfarten mit nein abzugebeit. Die sonst auf dem Unter unfren Anträgen befinden sich 6 Eventual- sagt, mit welchem Buchstaben der Namensaufruf beginnt. Stimmzettel befindlichen Vermerke bitte ich zu durchstreichen. Ich vermindern. anträge. Sie brauchten nur die Prinzipalanträge anzu- Hierauf wird der Antrag v. Normann auf Uebergang zur Tages bemerke, daß Stimmzettel, welche mehr als einen Vermerk enthalten, nehmen, dann blieben nur Ito ch namentliche ordnung über die Anträge Albrecht mit 194 gegen 76 Stimmen bei ungültig find. Die Reichstags- Diener haben von ihrem Standpimit Abstimmungen übrig.( Heiterfeit links.) Am besten zwei Stimmenthaltungen angenommen. aus bie Stimmzettel einzufammeln.( Stürmische Unterbrechungen tväre es gewesen, Sie hätten unsre Anträge en bloc Abg. Spahn( C.) verzichtet auf das Schlußivort zum Antrag bei den Socialdemokraten. Nufe: Die Schriftführer.)( Sehr erregt zu den Socialdemokraten:) Ich bitte mich doch nicht zu unter. genommen denn fie allein geben dem Antrag Aichbichler erft Aichbichler. Hand und Fuß. Herr Spahn sagte gestern: ich denke mir die Sache Abg. Dr. Sübekum( zur Geschäftsordnung): Ich mache den brechen. Die Reichstags- Diener haben von ihrem Standpunkt aus fo"... Was aber Herr Spahn denkt oder nicht denkt, kann für den Herrn Präsidenten darauf aufinertiam, daß ich vorhin den schrift die Einsammlung der Stimmzettel vorzunehmen. Sie begleiter gegen 16 ant V D Präsident Graf Ballestrem: Wir kommen zur Abstimmung. Es wird dies die erste Abstimmung sein, die wir nach der eben befchloffenen Henderung der Geschäftsordnung vornehmen. Jah bitte Vier Schriftführer begeben sich nunmehr in Begleitung von je einem Saaldiener in die Gänge des Saales, um die Zettel einzufammeln. Das Einsammlungsgeschäft vollzieht sich unter lebhafter Lokales. bie die Abstimmungszettel in die Urnen Tegenden bitte nummehr dringend den Herrn Präsidenten, den genannten 6Schriftführer. geordneten anzuweisen, daß er fünftig hin nach dem Wortlaut der Geschäftsordnung verfährt. Präsident Graf Ballestrem: Das habe ich bereits gethan. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Kommiffion Abg. Himburg( fons): Herr Bebel behauptete, ich wäre nicht in veröffentlicht im Inseratenteil unsrer heutigen Nummer eine Unruhe des Hauses. Die Saaldiener tragen die Urnen im Arme, der Lage gewesen, zu übersehen, daß jeder Abgeordnete selbst seinen Erklärung, in der es am Schluß heißt: Schließlich bedauern während die Schriftführer jedem einzelnen Abgeordneten feinen Bettel Bettel in die Urne legte. Ich bin dazu stets in der Lage abnehmen und in die Urne legen. Da sich dieses Einsammlungs- gewesen.( Lebhafter Widerspruch links. Ruf: Das ist nicht wir, daß... der Vorwärts" so große Rücksichten auf die geschäft, besonders auf den Bänken der Linken, wo Schriftführer wahr! Dieser Ruf entfesselt einen ungeheuren Tumult auf der lokalen Sonderorganisationen nimmt, dagegen die weitHermes amtiert, etwas zu verzögern scheint, ertönen fortwährend Rechten.) gehendsten Bedenken der Publikation der Gewerkschaftsvon den Bänken der Rechten und des Centrums stürmische Aeußerungen Präsident Graf Ballestrem: Wer hat das gerufen?( Burufe Rommission gegenüber geltend macht." der Ungeduld. bei den Socialdemokraten.) Wie heißen Sie? 11m 3 Uhr 15 Minuten nimmt das Wort Abg. Antrid: Antrick ist mein Name. Was dem Ausschuß als große Rücksicht auf die lokalen Präsident Graf Ballestrem: Die Herren, die noch Präsident Graf Ballestrem:: Jch rufe den Abg. Antrid Sonderorganisationen" erscheint, ist nichts andres wie die feine Stimmzettel abgegeben haben, bitte ich, zur Ordnung!( Lebhafter Beifall rechts, große Unruhe bei den Bethätigung strengster Neutralität, die wir hinsichtlich des sich hierher au bemühen.( Unruhe links.) Socialdemokraten. Abg. Antrid ruft: Wir laffen uns Streites zwischen den beiden gewerkschaftlichen Richtungen Aus den Reihen der Socialdemokraten werden mehrfache Rufe Mogeleien nicht gefallen. Rufe rechts: Bfui! andauernder laut:„ Hier sind noch Stimmzettel!"( Lärm rechts und im Centrum.) Lärm.) stets, so auch bei dem gegenwärtigen Streit um die GewerbeDa diejenigen socialdemokratischen Abgeordneten, die ihre Stimm- Bräf. Graf Ballestrem( sehr erregt, mit erhobener Stimme): gerichtssige, beobachtet haben, und auch in Zukunft beobachten settel noch nicht abgegeben haben, zögern, die Tribüne zu besteigen, Meine Herren, wir sind doch im deutschen Parlament und werden. Von diesem streng neutralen Standpunkt lassen wir um dort ihre Zettel in die Urne zu legen, so tommt nicht im. tommt nicht im...( Stürmisches Bravo! rechts, im Centrum und bei den uns auch durch den Ausschuß der Berliner GewerkschaftsSchriftführer Himburg( fons.) mit einem Saaldiener noch Nationalliberalen. Große Unruhe links. Rufe bei den Socialdemomals von der Estrade zu den Socialdemokraten herabgestiegen, fraten: Sie machen es selbst zur Komödie!) Kommission nicht abbringeu. worauf die betreffenden Abgeordneten ihre Zettel abgeben. Von der Rechten und aus dem Centrum hört man fortwährende lärmende zurufe. Präsident Graf Ballestrem: Jch fordere die Herren, die noch keine Stimmzettel abgegeben haben, nochmals auf, sich hierher zu bes mühen und die Zettel in die Urnen hineinzulegen. Die Ab stimmung ist geschlossen. Die Schriftführer wollen das Resultat der Abstimmung feststellen. Darauf tritt eine Pause ein, während welcher die Schriftführer die Zettel auszählen. Um 8,28 Uhr verkündet Wir waren Abg. Himburg( f.): Ich fann nur zugeben, daß ich eine Anzahl Mit den weitgehendsten Bedenken der Publikation det von Karten durch die Abgeordneten felbft habe hineinlegen laffen, Gewerkschaftskommission gegenüber" hat es folgende Beweil ich der Ansicht war, daß dies zulässig war. wandtnis: Die Einsendungen der Gewerkschafts- Kommission, Bräf. Graf Ballestrem: Bei einem neuen Verfahren kommen soweit sie im Interesse aller Wahlberechtigten lagen, haben immer Irrtümer bor. Abg. Bebel( Soc.): Herr Präsident, wir sind uns sehr wohl be- wir selbstverständlich sämtlich veröffentlicht. Dagegen haben wir mußt gewesen, welch schwere Anklagen wir hiermit gegen ein Mit im Einverständnis mit dem Gewerkschaftsglied des Hauses erheben. Wir hätten die Anklage nicht erhoben, wenn wir sie nicht für berechtigt hielten. Wir haben hier, nachdem sekretär Körsten dasjenige weggelassen, was als eine uns der Fall auffiel, mindestens zu fechsen das Berfahren kontrolliert Begünstigung oder Empfehlung der Kandidaten der Gewerkschaftsund find zu der Ueberzeugung gekommen, daß es dem Herrn Abg. Kommission angesehen werden könnte, natürlich haben wir Präsident Graf Ballestrem das Resultat der Abstimmung. Simburg in einer ganzen Reihe von Fällen unmöglich sein mußte, die diesen Standpunkt, getreu unserm Grundsatz, strengste unterbrochen von Zurufen: 20 Minuten! 20 Minuten!", mit folgenden Kontrolle auszuüben. Worten: Es sind abgegeben 271 Stimmzettel. Davon lauten auf Präf. Graf Ballestrem: Ich glaube, daß darüber, ob das Neutralität walten zu lassen, auch gegenüber der im GewertJa 71, auf Rein 197, der Stimme enthalten haben sich 3 Abgeordnete. möglich ist oder nicht, der Schriftführer selbst der beste schaftskartell vertretenen Richtung bethätigt. Der Antrag Brömel auf Uebergang zur Tagesordnung über die Richter ist.( Lebhaftes Brovo! und Sehr gut! rechts.) Beiter auch bereit, den Wahlaufruf nebsi Kandidatenliste, den der Anträge Herold und v. Wangenheim ist somit abgelehnt. bemerke ich, daß hier niemand angestellt ist, die Ge Ausschuß heut im Inseratenteil veröffentlicht, im redaktionellen Die namentliche Liste über die Abstimmung wird dem Haufe fchäfte des Hauses zu kontrollieren,( mit ſtart Teil aufzunehmen, nur einen Gaß, der eine Emmöglichst noch heute abend gleichzeitig mit den Drucksachen zugehen. erhobener Stimme) wie ich!( Stürmischer Beifall rechts, große pfehlung dieser Kandidaten enthält, wollten Saz, ( Hört! hört! rechts und im Centrum.) Jedenfalls aber wird die Unruhe.) Das erkläre ich gegen alle Barteien! urkundliche Liste über die namentliche Abstimmung Es wird hierauf in die Beratung des Bolltarif wir streichen, um die Neutralität zu wahren. Genosse innerhalb einer Stunde hier auf dem Bureau zur Gefeßes fortgefahren, Stube, der uns das Manuskript überbrachte, erklärte Einsicht für die Mitglieder ausliegen.( hört! hört!§ 10 bestimmt, daß Zölle auf Antrag gegen Sicherheitsleistung uns aber, dasselbe müsse ohne jede Aenderung aufrechts und im Centrum.- Unruhe links.) Die abgegebenen für eine Frist bis zu drei Monaten nach näherer Anordnung des genommen werden, andernfalls sei er beauftragt, den Aufruf Stimmzettel werden versiegelt im Reichstags- Bureau aufbewahrt Bundesrats gestundet werden können. werden.( Heiterfeit und Beifall.) Von der Stundung ausgenommen sind die Zölle für Getreide, als Inserat aufzugeben. Es erfolgen darauf die Abstimmungen über die Abänderungs- Hülsenfrüchte, Raps, Rübsen, Sämereien und Saaten( von der Das Recht, redaktionelle Aenderungen, die uns notanträge zu§ 9. Der Antrag Herold, der die von der Kom- Kommission neu eingefügt 1) fowie für die daraus hergestellten wendig erscheinen, an Einsendungen für den redaktionellen Teil miffion eingefügten zollpflichtigen Sämereien von der Bergünstigung Müllereis und Mälzerei- Erzeugnisse. Im Fall der Aufnahme der Einfuhrscheine ausschließen will, wird gegen die Stimmen der dieser Waren in ein golllager find bei der Ueberführung der Waren vorzunehmen, können wir uns selbstverständlich von niemand Freifinnigen und Socialdemokraten angenommen. Zwei An- in den freien Verkehr die zu entrichtenden Zollgefälle für die Dauer nehmen lassen. Wenn der Ausschuß der Gewerkschaftsträge der Abg. v. Wangenheim( t.), Dr. Röside( B. d. L.) der Lagerung mit vier vom Hundert nach den vom Bundesrat zu Stommiffion uns vorschreiben will, daß wir seine Einsendungen Dr. Hahn( B. d. L.), wonach die Bestimmungen über Einfuhr- erlassenden Borschriften zu verzinjen. scheine und Transitläger geivissen Einschränkungen unterworfen Abg. Herold( C.) beantragt, die Ausnahme für„ Gamereien wörtlich und ohne jede Aenderung aufnehmen sollen, so greift werden sollen, werden gegen die Stimmen der Majorität der Kon- und Saaten" zu streichen. er damit in die Rechte der Redaktion über. Das aber können fervativen abgelehnt. wir uns ebenso wenig gefallen lassen, wie es der Ausschuß dulden würde, wenn wir uns herausnehmen wollten, in seine Befugnisse einzugreifen. Redaktion des Vorwärts". Um 3 Uhr 49 Minuten wird das Resultat verkündigt. Der Antrag Albrecht wird mit 71 gegen 196 Stimmen abgelehnt. Die Abstimmung hat 12 Minuten gedauert Es folgt die Abstimmung über den Prinzipalantrag Albrecht und Genossen auf Streichung der Worte: fofern dafür ein dringendes Bedürfnis anzuerkennen ist." Auch diese Abstimmung erfolgt durch Karten. Die Abgg. Albrecht( Soc.) und Brömel( frs. g.) beantragen, den zweiten Absatz zu streichen. Die Abgg. Albrecht( Soc.) und Genoffen beantragen, die Stundungsfrist von 3 auf 6 Monate zu erhöhen. " " " " " " " Ueber den Eventualantrag Albrecht( Soc.) auf Bes ratung des Wortes bringendes"( die Kominission will ge= mischte Transitläger nur zugelassen wissen, wenn dafür ein dringendes Bedürfnis vorhanden ist) wird namentlich abgestimmt. Diese Abg. Fischbeck( frf. Vp.) spricht unter großer Unruhe des Hauses Abstimmung beginnt um 3 Uhr 37 Minuten. Auch diesmal herrscht gegen den Abfaz 2 des§ 10, der die von der Stundung aurgroße Unruhe auf allen Seiten des Hauses. Wieder ertönen auf genommenen Zölle für Getreide, Hülsenfrüchte, Raps, Rübsen, Die ungefchickte Fassung. Das Fachblatt„ Der Zeitungsverlag" Der Rechten und im Centrum tosende Mißfallsäußerungen, weil Sämereien und Saaten behandelt. Auch die in dem Abfah verlangte berichtet: August Scherl, G. nt. b. S., Centralbureau der AnSchriftführer Dr. Hermes mit der Einsammlung der Bettel etwas vorziehung der zur Ueberführung in den freien Verkehr aufgezeigen- Abteilung in Berlin, erläßt folgendes Rundschreiben an später fertig wird als die übrigen Schriftführer. Als der Präsident nommenen Waren fei für seine Freunde unannehmbar, weil diese Berlagsbuchhandlungen:" zu Weihnachten bringen wir die Abgeordneten, die noch nicht abgestimmt haben, bittet, auf die Bestimmungen eine große Schädigung des Handels bedeuteten. Die diesmal etwas ganz Neuartiges und Originelles für die Herren Estrade zu steigen und den Bettel in die Urne zu legen, begeben sich ganze Sache habe feinen erkennbaren Zweck, die Einnahmen fämen Verlagsbuchhändler. Wir beabsichtigen nämlich, sowohl in unsrer eine Anzahl focialdemokratischer Abgeordneter zum Bureau und geben doch gar nicht in Betracht für die Reichskaffen. Er bitte, den ganzen Boche" als auch in der illustrierten Zeitung„ Der Tag" im dort ihre Zettel ab. Um 3,43 Uhr erklärt der Präsident die Ab- Absatz zu streichen. Inseratenteil während der Weihnachts- Saison Bücherbesprechungen stimmung für geschlossen. Abg. Haase( Soc.): Jch bitte Sie, unfren Anträgen die Zu- in Form von redaktionellen Mitteilungen zu bringen, und zwar ftimmung zu erteilen. Der§ 10 enthält eine ganz ungerechtfertigte derart, daß die Herren Buchhändler sich die Terte für ihre NeuAusnahmebestimmung. Die Regierung hat hier dem Geschrei erscheinungen selbst schreiben können, die also nicht, wie agrarischer Kreise nach gegeben und ist zu einer bisher, von der Redaktion cenfiert werden. Hierin liegt ein beSchädigung des Handels ohne jeben fachlichen deutender Vorteil, denn die Verleger wissen schließlich am besten, was Grund geschritten. Mißbräuche sind nirgends vorgekommen. sie über ihre Neuheiten zu sagen haben und sagen wollen. Eine derDer Zins foll hier für eine Beit bezahlt werden, in der der Zoll artige Propaganda in Textform ist sicher die zugkräftigste Reklame, noch gar nicht fällig ist.( Sehr richtig! links.) Nur weil die die sich denken läßt, um so mehr, wenn Sie berücksichtigen, daß das etwas niedriger Leserpublikum der Woche" und des Tag" ein durchaus litterarisches ( Es wiederholt fich die vorige Scene. Abg. Simburg( f.), der Agrarier glauben, daß der Getreidepreis etwas als Schriftführer zuerst mit dem Einsammeln der Zettel auf der sich stellen könnte, wird die neue Maßnahme ergriffen. ist, das alle Neuerscheinungen auf buchhändlerischem Gebiete mit Rechten in seine Urne fertig ist, wird, weil er die Zettel meistens infre Getreidehändler werden gezwungen, ihre Läger jenseits der größtem Interesse verfolgt. Das ganze Arrangement macht auf den nicht persönlich in Empfang nimmt, sondern von den Abgeordneten Grenzen zu verlegen und unfre inländischen Getreidemärkte, Unbefangenen durchaus den Eindrud eines von einem Buch= in die Urne werfen läßt, als er die Urne beim Präsidium abgiebt, namentlich Königsberg, werden sehr geschädigt fritiker herrührenden redaktionellen Beitrages. Jeder, der die von der Rechten mit lauten Bravorufen begrüßt. Abg. Himburg Von den Pladereien und Unannehmlichkeiten will ich gar nicht reden, Blätter zur Hand nimmt, wird die Bücherbesprechungen mit Aufverbeugt sich dankend. Der Präsident fordert wieder die Abge- die die Ausführungen der hier in Frage kommenden Bestimmungen merksamkeit durchlesen. Hierin liegt der Kernpunkt der Sache! ordneten, die ihre Zettel noch nicht abgegeben haben, auf, dies für unsre Händler zur Folge haben würden. Die Zinsenberechnung Wir berechnen nun für die wirklich wirkungsvolle Reklame nicht, persönlich beim Bureau ชิน thu. Etiva sechs social wird eine sehr schwierige sein. Wie denkt sich der Bundesrat die wie es sonst üblich ist, einen erhöhten Preis, sondern Sie bezahlen demokratische Abgeordnete thun dies. Berechnung für die verschiedenen Teile des Lagers? Der§ 10 den von Ihnen gewünschten Raum lediglich zu dem regulären ZeilenDas Ergebnis der Abstimmung ist die Ablehnung des Prinzipal- stellt sich dar als eine Begünstigung des Großkapitals gegenüber dem preise von 3,50 M. für die eingespaltene Nonpareillezeile für die antrags Albrecht mit 197 gegen 67 Stimmen. Kleinen Händler, der nicht im stande ist, den Roll fofort zu be- Woche" und 1 M. für die eingespaltene Nonpareille zeile für den Dauer der Abstimmung: elf Minuten. zahlen. Das nennen die Herren dann Mittelstandspolitit." Tag", d. b. mit andren Worten, der von Ihnen beanspruchte Raum In einfacher Abstimmung wird der Antrag des Abgeordneten Den Großhändlern wird hier eine Monopolftellung zugewiesen. wird nach Nonpareillezeilen zu der regulären Inferaten- Spalten- Der Zeitungsbon Wangenheim( f.) auf Beseitigung der gemischten Dabei können die Agrarier nicht einmal nachweisen, daß fie davon breite von 45 beztv. 42 Millimeter verrechnet. Transitlager gegen die Stimmen der Bindler abgelehnt. Ab einen Vorteil haben. Weiter wird das Ausland gegenüber berlag" bemerkt dazu:" Das beigefügte Muster bestätigt, daß der gelehnt gegen die Stimmen der Linken wurde der Antrag Brömel, dem Inland begünstigt, besonders gegenüber den Städten Eindruck eines von einem Kritiker herrührenden redaktionellen der den zollpflichtigen Sämereien, die der Antrag Herold von der Königsberg, Memel und Danzig. Wenn Sie dies erwägen, fönnen Beitrags" bezweckt und erreicht wird." Vergünstigung der Einfuhrscheine ausgeschloffen hatte, wenigftens Sie zu feinem andern Resultat kommen, als unsern Antrag an Die Firma August Scherl, G. n. b. S. erläßt hierzu folgende die für Delfrüchte geltenden Zollerleichterungen gewähren will. Erklärung: Von der Propaganda- Abteilung unsrer Annoncen zunehmen. Darum bitte ich Sie.( Bravo! lints.) Abgelehnt wurden der weitere Antrag des Abg. v. Wangen- Abg. Brömel( frf. Vg.) weist darauf hin, daß der Abfah 2 Erpedition ist ein Cirkularbrief über einen„ Weihnachtsbüchermarkt" heim( f.) auf Abänderung des§ 9 gegen die Stimmen der des§ 10 ein Novum in der deutschen Gesetzgebung bilde, und schließt versandt worden, der keiner verantwortlichen Stelle vorgelegen und Konservativen und der Antrag Gothein( frf. g.) auf eine andre fich den Ausführungen der Borrebner vollinhaltlich an. burch seine ungefchidte Fassung zu Mißdeutungen Anlaß Fassung der Bestimmungen über die Holzabfälle im§ 9 gegen die Abg. Schwerin- Löwis( f.): Ich halte die Beseitigung der zins- gegeben hat. Wir bemerken hierzu, daß in dem fraglichen CirkularStimmen der Linken. freien Bollkredite für Getreide, Hülsenfrüchte zc. für eine wesentliche brief ausdrücklich nur von der Aufnahme von Bücheranzeigen der Schließlich wird§ 9 in der Kommissionsfaffung mit der Verbesserung des bestehenden Zustandes. Bisher war das aus- Verlagsbuchhändler im Inseratenteil die Rede war. Heroldschen Abänderung gegen die Stimmen der Linken anländische Getreide geradezu vor dem inländischen begünstigt. Meine lichen Auffassungen vorzubeugen, betonen wir nochmals, was an und politischen Freunde behalten sich übrigens vor, falls auch in der für sich selbstverständlich ist, daß der Inseratenteil unsrer Blätter Abg. Singer( zur Geschäftsordnung): Ich möchte den Herrn dritten Lesung unser Antrag auf Aufhebung der gemischten Transit für jeden Leser sichtbar von dem redaktionellen Teil geschieden ist, Präsidenten darauf aufmerksam machen, daß bei der Vornahme lager abgelehnt werden sollte, eine Erhöhung des Binsfußes für die und daß die redaktionellen Buchbesprechungen völlig unabhängig von der namentlichen Abstimmungen vielfach nicht geschäfts- Bollkredite von 4 auf mindestens 5 Proz. zu beantragen. den Inferaten find. ordnungsmäßig verfahren ist. Unfre Geschäftsordnung schreibt auss Abg. Herold( C.) befürwortet seinen Antrag, der lediglich eine drücklich vor, die Schriftführer haben die Starten von den einzelnen Konsequenz des au§ 9 bezüglich der Sämereien und Saaten geMitgliedern in Empfang zu nehmen und in die Urne zu werfen. Es faßten Beschlusses darstelle. haben eine Anzahl Abstimmungen in der Weise stattgefunden, daß die Rach weiteren lurzen Bemerkungen des Abg. Brömer( frs. Wg.) Karten direkt von den Mitgliedern in die Urne gelegt schließt die Diskussion. Der Antrag Albrecht( Soc.), die wurden. Das widerspricht der Geschäftsordnung und ich bin überzeugt, Dauer der Zollfrebite auf 6 Monate zu erhöhen, wird in einfacher daß der Herr Präsident unsre Auffassung teilt. Ja möchte mir daher die Abstimmung abgelehnt. Der Antrag Herold auf Streichung der Bitte gestatten, daß der Herr Präsident die Herren Schriftführer an- Worte Sämereien und Saaten" wird angenommen. weift, für die Folge von jedem einzelnen Abgeordneten die Starte Der Antrag Albrecht( Soc.) und der damit identische Anfelbst in Empfang zu nehmen. trag Brömel( frf. Vg.), durch den sonach alle Ausnahmen von der Präsident Graf Ballestrem: Gewiß, nach dem Wortlaut der Gewährung von Bollkrediten beseitigt werden sollen, wird in Geschäftsordnung ist das richtig, und ich bitte die Herren namentlicher Abstimmung mit 183 gegen 61 Stimmen Schriftführer, das zu thun. Wenn jedoch ein Abgeordneter einmal abgelehnt.( Die Präfenzziffer betrug somit 244. Diese Abin Gegenwart des Herrn Schriftführer den Zettel selbst in die Urue Stimmung dauerte 11 Minuten. Auch bei dieser Abstimmung ist Abwirft, jo halte ich das nicht für ein Unrecht. geordneter im burg, der übrigens jest jeden Bettel felbft in Abg. Bebel( Soc.): Herr Präsident, ich bin nunmehr allerdings Empfang nimmt und in die Urne legt, als erster mit der Eingenötigt, den Namen des betreffenden Schriftführers zu nennen, fammlung fertig. Er erntet dafür lebhafte Bravo- Rufe der Rechten und zwar hat der Abg. Simburg bei den mehrfachen Abstimmungs- und des Centrums und verbeugt sich dankend.) aften nicht einen einzigen Bettel auf der rechten Seite des Hauses§ 10 wird mit der Streichung des Antrages Herold in der in feine and genommen, sondern sämtliche Zettel in die Urne Kommissionsfigung angenommen. Tegen lassen, so hätten die Herren ungestört 2 auch 3 Bettel Darauf wird ein Bertagungsantrag der Mehrheit an in die Urne legen können.( Lebhafte Oho!-Nufe rechts, Sehr genommen. richtig! bei den Socialdemokraten.) Der Abg. Simburg war Nächste Sigung Sonnabend 1 Uhr.( Petitionen.) gar nicht in der Lage, das zu fontrollieren, weil er oft ganz Schluß 5 weit von den Abgeordneten entfernt war, welche die Bettel einwarfen. Ein solches Verfahren muß selbverständlich das Mißtrauen bei uns wachrufen, daß die Abstimmung nicht loyal vor sich geht. Ich genommen. Uhr. Um irrtüm Zur Begründung einer Martin Kirschner- Stiftung hat ein Stadts verordneter der nicht genannt sein will, der Stadt Berlin 10 000 m. geschenkt. Anßergewöhnliche Dämmerungserscheinungen machten sich am Donnerstagabend nach Sonnenuntergang am südwestlichen Himmel und weit darüber hinaus bemerkbar. Neben den schwarzen Wolken, die zum Teil den Horizont bedeckten, zeigte sich violettes Licht von ganz intensiver Färbung. Darüber hinaus schossen rötliche Strahlen, die man fast nach allen Seiten hin am Firmament bemerken konnte. Derartige Erscheinungen sind vor kurzem auch in England und Frankreich beobachtet worden und sollen, wie die„ National- 8tg." fchreibt, eine Folge der vulfanifchen Ausbrüche in West- Indier fein. Die eigentümliche Lichtfärbung rührt von dem Vulkanitaub her, der in ungeheuren Mengen die Luft erfüllt. Wegen Betrugs und Kautionsschwindels ist ein Schreiber Leffat aus der Universitätsstr. 2 verhaftet worden. Der junge Mann ist schon mehrfach vorbestraft und hatte erst kürzlich das Gefängnis wieder verlassen. Sofort nahm er sein früheres Treiben wieder auf, nur betrieb er das Geschäft mit andren Artikeln. Diess mal waren es elektrische Nähmaschinen und patentierte Ausgüsse, mit denen er eine große Sache" machen wollte. So versicherte er wenigstens den jimgen Leuten, die er sich durch eine Agentur in der Frankfurterstraße zum Vertrieb feiner Artikel verschreiben ließ. Die Hauptsache war ihm, daß seine Agenten Bürgschaft stellten, weiter hatten sie nichts zu thun. Jeder follte einen Wochenlohn von 30 m. belommen, aber alle mußten sich gedulden und warten, bis die Sache Bersammlung. den In der Humanistischen Gemeinde, Niederwallstr. 12, in der Aula der Friedrich- Werderschen Ober- Realschule hält am Sonntagvormittag Damen und Herren haben freien Zutritt. Vermischtes. so weit sei. Ein junger Mann, der 400 M. Bürgschaft geleistet| Gehälter der städtischen Oberlehrer, die nach der Neuregelung der) Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 16. November, vorm. 8 Uhr, hatte, erhielt davon einmal seinen Lohn von 30 M. Als er acht Gehälter der an staatlichen Anstalten wirkenden Oberlehrer ſeit dem in der Aula der 69. Gemeindeſchule, Kleine Grantfurter ftz, Tage dagesessen hatte, ohne einen Finger zu rühren, wurde ihm die 1. April d. J. geringer sind als diese. Nach den vom Magistrat vor daselbit: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Bille: Freireligiöse Borlesung. 10 ebenWarum geziemt sich die Geschichte zu langweilig. Ms er aber seine Kaution zurückverlangte, geschlagenen Sätzen, die eine übersichtliche und gleichmäßige Sonntagsruhe?" Gäfte, Damen und Herren, sehr willkommen. Montag, war sie nicht mehr da. So ging es noch vielen andern. Haus Steigerungen enthalten, sollen sie auch in Zukunft wie bisher den an den 17. November, abends 8 1hr, im unteren Saale des Englischen genoffen pumpte Leffat unter der Vorspiegelung an, daß er nur noch den staatlichen Anstalten, für die ja Durchschnittsverhältnisse großer Gartens, Alexanderstr. 27c: Beschließende Bersammlung. Wichtige Tagesgerade den verlangten Betrag brauche, um sein Internehmen in und kleiner Städte in Betracht kommen, ettvas voraus sein. Die ordnung. Weiße Quittung legitimiert. Gang zu bringen. Dabei berief er sich fälschlich auf einen Grund hierzu notwendigen 14 895 M. wollte die Mehrheitspartei, sogen. Arbeiter Samariterfolonne( gegründet 1888). Montag, bejizer- Berein, der bereits tausend Patent- Ausgüſſe beſtellt habe. intro le 14 895 mn bewilligen, wenn der nächste Etat hierzu 17. November, abends 9 Uhr, in der Centrale, Dresdenerstr. 45( Dresdener Eine kostbare Brosche boten vor einigen Tagen zwei Damen die nötigen Mittel aufweise, vorläufig sollte nur eine Erhöhung bis Garten), Vortrag über Knochenbrüche, Verrenkungen, Verstauchungen. Nach einem Juwelier im Westen der Stadt zum Kaufe an. Als der zur Gleichstellung mit den staatlichen Oberlehrern erfolgen. Es dem Bortrage praktische Uebungen. Neue Teilnehmer willkommen. Allgemeine Kranken: und Sterbekasse der Metallarbeiter. Geschäftsmann nach einem Ausweis fragte, gingen fie einen zu holen. würde dadurch eine Ersparnis von etwa 2000 Mt. eintreten. Genosse( E.. Nr. 29, Hamburg.) Mitglieder- Versammlung haben am Sonnabend, Obwohl sie die Brosche zurückgelassen hatten, kamen sie nicht wieder. Dr. Borchardt erblickte in dem Antrage, wegen dieser 2000 m. den 15. d. ants., abends 9 Uhr: Filiale Berlin 3 bei D. Bergener, bis zur Einbringung des Etats zu warten, den Versuch, den bisher Reichenbergerstr. 157. Filiale Berlin 4 bei G. Morkowski, AndreasMit dem Kleinod muß es also eine eigne Bewandtnis haben, es ist festgehaltenen Grundsatz bei der Bezahlung unsrer Oberlehrer von straße 26. Filiale Berlin 8 am Sonntag, den 16. d. Mts., vorwahrscheinlich gestohlen und jetzt der Kriminalpolizei übergeben. Es handelt sich um eine 5 Centimeter lange Stangenbrosche mit hinten herum zu beseitigen, wozu wir unsre Hand nicht bieten können. mittags 9%, Uhr, bei Schirm, Badftr. 19, oberer Caal. einem außergewöhnlich großen Saphir, den 12 große Brillanten der Debatte betonten der Bürgermeister Matting und der umgeben. Stadtv. Buka, daß die Volksschullehrer auf keinen Fall auf eine Es ist eine russische Goldschmiedearbeit, die 1000.weitere Erhöhung ihrer Gehälter rechnen könnten; etivaige dahin 10%, Uhr Herr Dr. Rudolf Benzig einen Vortrag über:" Spitzbubenmoral". wert ist. gehende Anträge würden energisch zurückgewiesen werden. DemEin Rolportageschwindler, der stellingslose Kaufmann und gegenüber hob Genoffe Borchardt hervor, daß wir die Gehälter Musiker Leo Tyrantiewiecz, wurde gestern durch die Kriminalpolizei der Volksschullehrer feineswegs für ausreichend halten und jeden festgenommen unter dem Verdacht, eine große Zahl von Dienst Versuch zu ihrer Erhöhung jedenfalls unterstützen würden. Sieben Bergleute getötet. Der„ Westfälischen Volkszeitung" mädchen beschwindelt zu haben. Der Gauner, der ca. 30 Betrugs- In namentlicher Abstimmung wurden die Vorschläge des zufolge stürzte in der letzten Nacht in der Zeche Centrum" ein fälle einräumte, begab sich meist auf den Hinterireppen vornehmer Magistrats mit 26 gegen 25 Stimmen angenommen, zum großen Anhängefördertorb mit sieben Bergleuten in einen Schacht hinunter. Häuser des Westens in die Küche und bot dort den Dienstmädchen erger des Herrn Ströhler, der an eine unumschränkte Herr Sämtliche Bergleute sind tot. unter der Vorspiegelung, bon einem Geistlichen geschickt schaft in der Versammlung gewöhnt ist. Aber der keiner Fraktion worden zu sein, religiöse Bücher zum Kauf an. Er setzte angehörige Stadtv. Direktor Hubatsch stimmte mit den andern namur stieß ein Personenzug mit einem Güterzug zusammen. -Großes Eisenbahunglück in Belgien. In der Nähe von dabei hinzu, daß der Ertrag zum Besten des Baufonds Parteien und gab dadurch den Ausschlag für diese. der Kaiser Friedrich- Gedächtniskirche verwandt werden sollte. Des weiteren wurde das vom Bezirksausschuß in Sachen der Zwölf mit Passagieren vollbejezte Wagen wurden zertrümmert. Die Mädchen mußten auf das bestellte Buch, das einen Wert von Wahl unsres Genossen Midler ergangene Erfenninis mitgeteilt. Die Katastrophe, ereignete sich, als die beiden Züge den Bahnhof 12 M. haben sollte, eine Anzahlung von 3 M. machen. Hatte ein Der Referent Stadtv. But a empfahl der Versammlung, sich dabei verließen. Die Ursache des Zusammenstoßes war falsche WeichenMädchen diesen Betrag nicht in fleinem Gelde zur Hand, so war zu beruhigen; zwar meinte er, das Ober- Verwaltungsgericht würde stellung. Der Passagiere bemächtigte fich eine große Panit, ein Tyrantiewiecz so gefällig, auch ein größeres Geldſtück anzunehmen, die Wahl wohl für ungültig erklären, aber Mickler würde jedenfalls großer Teil floh über die Felder, während andre fich über die Verun es in der Nachbarschaft zu wechseln. In mehreren Fällen erin gültiger Weise wiedergewählt werden. Seiner eigentümlichen wundeten beinühten. Im ganzen gab es 20 Verivundete, darunter hielt er ein Zehnmarkstück zum Wechseln und verschwand hiermit. Rechtsauffaffung traten Genosse Borchardt und Dr. v. Liszt zwei schwer. Die Verletzten wurden nach Namur gebracht; der Geschädigte, welche noch keine Anzeige erstattet, werden ersucht, in entgegen. Da das Urteil des Bezirksausschusses einfach zur Kenntnis größere Teil begab sich nach den betreffenden Wohnungen, eine den Vormittagsstunden zwischen 9 und 1 Uhr fich auf dem Polizei- genommen wurde, wird Genosse Midler in der nächsten Sigung geringere Anzahl liegt im Hospital. präsidium am Alexanderplatz, Zimmer 128, cinzufinden. jedenfalls eingeführt werden; der durch die Willfür der Mehrheit Abermals ist, wie aus Nantes gemeldet wird, in Frankreich Ein gräßlicher Vorgang spielte sich gestern früh 9 Uhr vor der lange verwaiste Bezirk wird also endlich seine gesetzliche Vertretung das Lenkbare Luftschiff erfunden worden. Ein Herrn Paul alten Kaserne in der Alexandrinenstraße ab. Auf dem Hofe der erhalten. Pierre Lebaudy gehöriges Luftschiff machte Donnerstag einen Aufa angrenzenden chemischen Fabrik von Philipp Mühsam war man Zu erwähnen ist ferner, daß der bisherige Pächter der Anstieg; es gelang ihm, über dem an der Seine gelegenen Gelände dabei, einen Wagen mit Salzsäure- Ballons zu beladen. Schon schlagfäulen seinen Vertrag auf eine andre Person zu übertragen Bewegungen nach allen Richtungen, auch gegen den Wind, mit 40 nan wohl crſt. hatten zehn Ballons auf dem zweispännigen Wagen Platz gefunden, wünscht; der Magistrat beantragte, diesem Wunsche zu entsprechen. Kilometer Geschwindigkeit auszuführen. Auch hier wird man als die jungen Pferde plötzlich scheuten und zum Thorweg hinaus Genosse Borchardt hielt die Gelegenheit für geeignet, den noch abwarten müssen. nach der Straße rasten. Bei der tollen Fahrt gelang es den Tieren bis zum Jahre 1911 laufenden Vertrag aufzuheben und das An- Buffanausbrüche. Nach Privatmeldungen erfolgien in letzter auf der Straße nicht, die gewohnte Kurve zu nehmen, vielmehr wurde schlagswesen in städtische Regie zu übernehmen. Die Mehrheit er Beit wiederholt Ausbrüche des Vulkans Stromboli, unter Gedas Handpferd gegen einen eisernen Laternenpfahl geworfen, der flärte sich jedoch für den Antrag des Magistrats. töse schleudert er Afchenregen aus; einige Häuser wurden beschädigt. sofort abbrach. Bei dem Anprall explodierten sämtliche Ballons mit Angenommen wurde ferner noch ein Antrag Rosenberg, Die Bevölkerung ist in Schreden verfekt, zumal auch häufige Erddonnerähnlichem Knall und eine undurchdringliche Rauchwand hüllte durch welchen der Magistrat ersucht wurde, den Etatsentwurf fchon erschütterungen erfolgen. Nach Meldungen aus Apia( Samoa) beminutenlang die Straße und benachbarten Häuser ein. Ms sich der in der ersten Hälfte des Januar vorzulegen. Bürgermeister findet sich der Wulkan auf der Insel Savaii in Thätigkeit. Es haben Rauch etwas nach oben verzogen hatte, erblickte man das an allen Matting hielt das zwar für unmöglich; im Interesse einer sich fünf oder sechs Krater gebildet, welche Rauch und Flammen ausGliedern zitternde Handpferd sich in der ähenden Flüssigkeit, welche gründlichen Beratung dieselbe muß am 31. März beendet sein stoßen. In einem Dorf liegt die Asche zwei Zoll hoch. Der von die Straße handhoch bedeckte, umherwälzen. Das zweite Pferd, das ist es aber dringend geboten. Mittelamerila in San Francisco, wie gemeldet, eingetroffene zwar ebenfalls gestürzt, aber blitzschnell wieder emporgesprungen war, Dampfer„ Newport" berichtet über die Lage in Guatemala noch, wurde mit Mühe ausgespannt und die Feuerwehr herbeigerufen. der Präsident von Guatemala habe die schärfsten Maßregeln ge Diese schwemmte zwar die Flüssigkeit fort, konnte aber dem Pferde troffen, damit keine Einzelheiten über die Ausdehnung des durch die nicht helfen, da es bei dem Sturze ein Hinterbein gebrochen hatte. bultanischen Ausbrüche angerichteten Schadens an die Außenwelt geUm so ergreifender war folgender Vorfall: Ein vorübergehender langen; an allen Kabelmeldungen werde strenge Censur geübt. junger Mann schoß in der Absicht, die Leiden des Tieres zu lindern, einen geladenen Revolver gegen dessen Stirn ab. Der Erfolg war aber nur, daß das furchtbar leidende Tier in seiner Todesangst auf sprang und auf drei Beinen stehen blieb, bis es vom Abdecker abgeholt wurde. Straßensperrungen. Der Kupfergraben zwischen der Georgenund Prinz Friedrich Karlſtraße ausschließlich des landseitigen Bürger fteiges wird behufs Baues der Museumsbrücke von heute ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt, ebenso die Großbeerenbrüde. A Ueber einen außerordentlich reichen Heringsfang berichten engfifche Blätter aus Yarmouth. Die Menge der Heringe war itgeheuer. Die Fischfahrzeuge waren an dem ganzen drei Meilen langen Kai entlang vollgepackt und Hunderttausende von Fischen famte Fang 4000 Lasten oder ungefähr 53.000 000 Fische von dem wurden in jeder Minute gelandet. Es wurde berechnet, daß der geannähernden Wert von 35 000 Pfd. Sterl. betrug. Das ist beinahe famte gang 4000 Lasten oder ungefähr 53 000 000 Fifche von dem das Doppelte des besten bisherigen Fanges.. " In Wilmersdorf hatte die Gemeindevertretung am Donnerstag einmal eine in ihrer Art lebhafte Sitzung. Es handelte sich um eine Angelegenheit, bet der die Interessengegensätze bürgerlicher Kreise sich recht eigentümlich zuspizten. Die Gemeinde hat auf Grund eines in geheimer Sigung gefaßten Beschlusses ein 26 Morgen großes unbebautes Grundstück bei einer Subhastation am 21. Oktober d. J. zum Preise von 1331 000 m. erworben, das macht etwa 300 M. pro Quadratrute aus. Das in der Nähe des Bahnhofes Schmargen dorf an der Mannheimer-, Ringbahn- und Mecklenburgischen Straße belegene Terrain ist verhältnismäßig preiswert erstanden und soll ersten Sigung, die sich mit diesem Projekt beschäftigte, glaubte die zur Errichtung verschiedener kommunaler Bauten dienen. In der Vertretung dem Gemeindevorsteher Vollmacht geben zu können, bis zu 1 600 000 M. zu bieten. In dieser Sigung erklärte der Ge- Schiffbruch. Wellington, 14. November. Das britische meindevertreter Otto Weber u. a., daß ihm als Nachbar des in Kriegsschiff Penguin" fand ein Floß von dem Dampfer Feuerbericht. Freitagmittag entstand durch Gasausströmung in Betracht kommenden Grundstückes ein Wegerecht auf diesem Terrain Eling amite" auf, der in der Nähe der Dreitönigsinseln am der Königstr. 28 ein gefährlicher Zimmerbrand, ohne daß indes eine zustehe und daß ferner das Befikrecht an einem Teil desselben strittig 9. November gefcheitert war. Auf dem gloß befanden sich 8 Perwirkliche Explosion erfolgte. Auch sonst wurde die Wehr in den fei. Doch wolle er alle Rechte der Gemeinde abtreten, wenn diefe fonen, sowie 8 Leichen; 139 Mann von der Befazung des Dampfers legten 24 Stunden vielfach in Anspruch genommen. Freitag früh ihm vier Morgen des Terrains zum Einkaufspreise ablasse. Ur waren schon früher gerettet worden. 30 Mami werden noch gegen 4 Uhr wurde sie nach der Scharrnstr. 3 gerufen. Hier war sprünglich hätte er die Absicht gehabt, das Grundstück für sich zu er- bermißt. im ersten Stock des Seitenflügels auf nicht ermittelte Weise in einer werben, doch werde er jetzt von seinem Plan abstehen. Wohnung ein Brand ausgekommen, der Möbel, Wäsche, Kleidungs- acht Tage später abgehaltenen ebenfalls geheimen Sibung wurde In einer Stücke 20. ergriffen hatte. Es gelang indes der Wehr, die Kaufstimmung der Gemeindevertretung durch ein vom Gemeinde- A. S. 1867. Armen Wöchnerinnen gewährt der Verein zur Vers die Flammen bald zu ersticken. Kurz vorher mußte in der Lands- vertreter Eichmann abgegebenes Gutachten wesentlich herab- pflegung und Unterſtügung armer Böchnerimen 10 Tage lang Suppen. bergerstr. 110 ein Feuer abgelöscht werden, das den Fußboden, die gedrückt. Herr Eichmann, der Direktor verschiedener Terrain- Borsigende ist Frau Prediger Hoßbach, Kurfürstenstr. 56. Meldungen find Schaaldecke und die Balfenlage erfaßt hatte. Zur selben Zeit wurde gesellschaften ist, teilte mit, daß der Neuen Bodengesellschaft, der er berein Dst- Berlin unterstützt arme Wöchnerinnen im Osten durch Lebensdurch die Hebamme an eine der 60 Bezirksdamen zu richten. Der Frauenfie nach der Kaiser Friedrichstr. 5, am Hermannplay, gerufen. Hier vorsteht, das Grundstück schon Mitte September zum Preise von mittel, Kleidung und Wäsche. Borsigende Frau Mathilde Hildebrandt, war auf dem Boden ein Feuer ausgekommen, das an dem Inhalt 325 M. für die Quadratrute angeboten worden sei, er schäße den Bosenerstr. 19. Aus der Schlesingschen Stiftung( Meldungen an die Armender Bodenkammern reiche Nahrung gefunden hatte und bei Aukunft Wert jedoch nur auf 250 M. ein. Herr Eichmann ließ die Frage, direktion) werden Wöchnerinnen, die mindestens ein Jahr in Berlin wohnen, der Wehr auch schon auf den Dachstuhl übergesprungen war. Es ob seine Gesellschaft auf dem Terrain mitbieten wolle, offen. mit Geld und Kinderwäsche unterstützt). Die Abteilung Hauspflege des mußte daher längere Zeit Wasser gegeben werden, um die Gefahr Aus dem Umstande nun, daß zwar nicht Herr Eichmann selber, wohl Berliner Frauenvereins, An der Schleuse 13, sendet Pflegerinnen in die zu beseitigen. Ein zweiter Dachstuhlbrand beschäftigte die Wehr aber ein Mitdirektor seiner Gesellschaft ebenfalls im Subhastations- Häuslichkeit armer Wöchnerinnen. Donnerstagmittag in der Stegligerstraße 7. In der Waldemar- termin bot und zwar weit höher als nach der Ansicht des Herrn straße 14 war in einem Keller auf nicht ermittelte Weise Eichmann angängig sein sollte, machte Herr Weber diesem Herrn Feuer entstanden, das aber keine größere Ausdehnung erlangte Vorwürfe. An dem Tage, als der Subhastationstermin stattfand, und in der Hauptsache Verpackungsmaterial einäscherte. Weitere hatte Herr Weber Herrn Eichmann folgendes Schreiben zugehen f. d. Goldschmiede- Gewerbe Kellerbrände hatte die Wehr in der Nacht zum Freitag lassen: Freitag Briefkaften der Redaktion. Orts- Krankenkasse zu Berlin. abends 8 Uhr, im Elsasserstraße 5 und Linienstraße 63a zu beseitigen. Gerümpel, Gestalten Sie mir, daß ich Ihnen in letter Stunde zurufe: Stroh und Kisten standen dort in Flammen. In der Wallner- Ueberbieten Sie die Gemeinde in dem heutigen Versteigerungs- Sonnabend, d. 22. November cr., Theaterstraße i war in einem Laden ein Feuer aus termin des Bolzeschen Grundstückes nicht!" Wäre ich Ihr Freund, gekommen, das Regale, Stoffe und die Schaldecke ergriffen hatte, so könnte ich Ihnen keinen besseren Rat geben. Auch ich habe, da ich Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45: aber in verhältnismäßig furzer Zeit unterdrückt werden konnte. Gemeindevertreter bin, mich verpflichtet gehalten von dem MitFreitagnachmittag brannte an der Jerusalemer Kirche ein Müllwagen. Da das brennende Müll in dem verdeckten Wagen nicht abgelöscht werden konnte, mußte es auf die Straße geworfen werden, worauf die Ablöschung schnell erfolgte. Aus den Nachbarorten. Lichtenberg. Ueber Kleine Irrtümer" wird uns berichtet: Nachdem die vorjährige Bestechungsaffaire ausgegangen ist wie das Hornberger Schießen von all den angedrohten Klagen ist noch heute keine zum Austrag gekommen dringen jest wieder einige Dinge in die Oeffentlichkeit, die den bekannten Ausspruch unfrer Kommunal- Freisinnsgrößen illustrieren, wonach die Befizenden, die auch gleichzeitig die Gebildeten" seien, ein besonderes Interesse an der Entwicklung der Gemeinde haben. Bei drei Firmen hier am Orte, die für die Gemeinde arbeiten, gilt anscheinend der Grundsatz: Verdiene ich an dem, was ich für die Gemeinde leiste, so muß ich noch mehr verdienen an dem, was ich übernommen habe, aber nicht leiste. Hier einige Beispiele: hatte. bieten, sowohl direkt, wie indirekt, abzusehen. Sie werden mich für farblickend genug halten, zu erkennen, daß mir, wenn ich meine persönlichen Interessen bedenke, eine potente und rührige Erwerbsgesellschaft als Nachbar viel lieber ist, als ein unbeweglicher oder schwerbeweglicher Gemeindebesis, besonders da ich den Zugang zur Ringbahnstraße am Bahnhof Schmargendorf durch mein Grundstück beherrsche, andrerseits durch das Wegerecht nach meinem Grundstück Berliner Straße ein wichtiges Wort mitzusprechen habe. Ich kann doch gegen eine Erwerbsgesellschaft, die mich braucht, und meine Zustimmung haben muß, viel unabhängiger in meinen Forderungen sein, als gegen die Gemeinde, zu deren Vertretung ich gehöre. Ich hielt mich verpflichtet, Ihnen diese Zeilen, sowohl in Ihrem wie der Gemeinde Interesse, zu senden." Ordentliche General- Versammlung fämtlicher Vertreter der Arbeitgeber u. Arbeitnehmer. Tagesordnung: Orts- Krankenkasse für die Gewerbe der Messerschmiede, Schwertiger u. Verfertiger chir. Instrumente. Am Sonnabend, den 22. November, abends 81%, Uhr, Rosenthalerstraße 57 ( früher Schiller): Ordentliche General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Wahl von 3 Vorstandsmitgliedern ( 1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer). 2. Wahl cines Staffierers. 3. Wahl von 3 Ausschußmitgliedern zur Abmalige Beschlußfassung über die Statutenabänderung und Beitragserhöhung. 5. Verschiedenes. nahme der Jahresrechnung. 4. Noch Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. Die Herren Arbeitgeber find hierzu 277/2 1. Bericht des Vorstandes. 2. Jn getrennter Sigung: Bahl von vier Mitgliedern zum Borstand seitens der Arbeitnehmer. Wahl von 2 Arbeit gebern zum Borstand. 3. In gemeinhaftlicher Bersammlung: Bahl von freundlichst eingeladen. 3 Revisoren( 1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer) zur Prüfung der Jahres- Orts- Krankenkasse rechnung pro 1902. 4. Kassen- An gelegenheiten. 4226 der Uhrmacher Berlins. Einladungskarten legitimieren. Montag, den 24. Novembember cr., abends 81, Uhr, E. Davidhäuser, H. Hertz, im Schultheiß, Neue Zatobstr. 24/25: Vorsitzender. Der Vorstand. Schriftführer. Orts- Krankenkasse der Buchbinder und verwandter Gewerbe. Am Donnerstag, den 27. November, abds. 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal I: Ordentliche General- Versammlung der Bertreter der Kaffenmitglieder. General- Versammlung Tages- Ordnung: von drei Mitgliedern zur Prüfung der 1. Wahl des Vorstandes. 2. Wahl Rechnung des laufenden Jahres. 3. Berschiedenes. 277/1 Der Vorstand. G. Lätsch, Vors. Orts- Krankenkasse Bemerkt sei, daß die Gemeindevertretung nicht gewillt ist, von dem erworbenen Terrain Herrn Weber die geforderten vier Morgen abzulaffen und Herr Weber daraufhin erklärt hat, daß er sein anscheinend nicht ganz einwandsfreies Recht auf dem Wege der Klage erfämpfen wolle. In der Sizung vom Donnerstag gab der 1. 1600 M. mußte Pflastermeister R. an die Gemeindekasse Gemeindevorsteher nun eine Darstellung der Angelegenzahlen, weil er bei der Pflasterung der Augustastraße in Neu- lichten beit, in der er Herrn Eichmann gegen den von Herrn Weber er berg" irrtümlich" um soviel Sties weniger in das Planum eingebracht hobenen Vorwurf in Schub nahm, daß der Direktor der Neuen Bodengesellschaft durch das Mitbieten seines Vertreters im Sub 2. 312 m. brachte Pflastermeister B. der Gemeindekasse nach Hastationstermin die Gemeinde geschädigt habe. Im Gegenteil sei 3 Monaten zurüd. Bei Honorierung einer Gesamtrechnung von nach Lage der Umstände durch dessen geschicktes Eingreifen, das im etwa 400 m. war diese Summe für 45 Quadratmeter Pflaster an- Einverständnis mit den Delegierten der Gemeinde erfolgt sei, dieser gewiesen, die in Rechnung gestellt waren, während in Wirklichkeit der Erwerb des Grundstückes wesentlich erleichtert worden. Ein nur 4,50 Quadratmeter gepflastert waren. andrer Redner fand allerdings einen Widerspruch darin, daß die Terraingesellschaft in. Subhaitationstermin ein weit böheres Gebot abaab. als sich nach den früheren Erklärungen ihres Direktors rechts der Stellmacher. fertigen ließ. Als die ausgedehnte Erörterung der Angelegenheit stand( 2 Arbeitgeber, 4 Arbeitnehmer). Sonntag, d. 23. November 1902. 1. Ergänzungswahl für den Vorzu Ende war, mochte manchem immerhin manches unflar geblieben 2. Wahl des Ausschusses zur Prüfung vorm. 9%, Uhr, bei Herrn Nümann, fein. Eine mit Händen greifbare Wirkung des Befitive hiels hat der Jahresrechnung. 3. Beratung über Brunnenstraße Nr. 188: vorläufig nur Herr Weber zu fbüren bekommen. Der Gemeinde die Ausdehnung der Krankenton trolle Ordentliche borítand bat ihm nämlich die Gartenthür versperren Tassen und resp. Anstellung eines zweiten Kondadurch befindet, daß die Gemeinde auf ihrem neuen Besitz das der Geschäftsstunden der Kasse. 5. Vertrolleurs. 4. Antrag auf Aenderung von Herrn Weber beanspruchte Wegerecht nicht anerkennen will. Sages- Ordnung: fchiedenes. 6. Verlesung der Protokolle. 1. Neuwahl von 3 BorstandsDas Erscheinen aller Delegierten mitgliedern: 1 Arbeitgeber, 2 Arbeitist dringend notwendig. Mitglieder nehmer. 2. Wahl von 3 Revisoren haben Zutritt. 277/1 für das Jahr 1902. 3. Verschiedene Sassenangelegenheiten. 3. Ungefähr 600 M. sind die Pflastersteine wert, die, der Gemeinde gehörig, von der Baufirma S. widerrechtlich in die Fundamente des Turnhallenbaues in der Dorfstraße verschoben" worden find. Die Firma wird diesen Betrag und den für Minderleistungen on Cement und Sies, an dessen Stelle die Steine lagern, sowie die Sosten der technischen Bauaufsicht während der Tauer der Baususführung an die Gemeindetafse zahlen. Gegen den Geschäftsfahrer der Firma ist Strafanzeige erstattet. Nichtsdestoweniger werden diese Herren Unternehmer an ihrer Reputation wenig einbüßen. Geht's, dann geht's, wenn nicht xa, irren lann sich doch jeder einmal! er Charlottenburg. In der Stadtverordneten fammlung entspann sich eine mehrstündige Debatte über die Wetter- Prognose für Sonnabend, den 15. November 1902. Tage mild bei schwachen füdöstlichen Winden. Zeilweise nebelig, fonit meist heiter und troden, nachts leichter Frost, am Berliner Wetterbureau. Zages- Ordnung: eines zweiten Ston- General- Versammlung. Der Vorstand: Bernh. Jost, Vorfitender. Georg Bässler, Schriftführer. 3586 Der Vorstand. S..: F. Josewski, Vorsitzender. Deutfcher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Burean: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5.- Fernsprecher Amt VII, 353. Socialdemokrat. Wahlverein f. d. 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, der Buchbinder Sonntag, den 16. Nov., vorm. 10 Uhr, im Lokale ,, Brauerei Friedrichshain" daß unser langjähriges Mitglied, Allgemeine Versammlung der Robrleger und Helfer Berlins und Umgegend. Tages Drdnung: 1. Was lernen wir aus dem letzten Streit? Referent: Carl Wiesenthal. 2. Diskussion. Das Erscheinen aller Kollegen erwartet [ 165/ 15*] Verband der Sattler. Ortsverwaltung Berlín. Bureau: Gewerkschaftshaus, Engel- llfer 15, Zimmer 30. Fernspr.: Amt VII Nr. 1959. Branchen- Versammlungen. Geschirr- Branche. Montag, den 17. November 1902, abends 8 Uhr, im Englischen Hof", Neue Roßstraße 3. Achtung! Treibriemen- Branche. Achtung! Montag, den 17. November 1902, abends 8, Uhr, im Englischen Garten", Alexanderstraße 27c. Taschen- und Koffer- Branche. Dienstag, den 18. Rovember 1902, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaufe, Engel- Ufer 15, Saal 7. Heute Sonnabend, 15. November, abends 81%, Uhr, Militär- Brauche. Gewerkschaftshause, Engel- lifer 15, Saal 7. Linoleumleger und Teppichnäher. Montag, 17. November 1902, abends 82 Uhr, bei Ladewig, Kommandantenstraße 65. Achtung! Wagen- Branche. Achtung! Die Versammlung findet des Bustages wegen am Dienstag, den 18. November 1902, abends 8 Uhr, bei Gittler, Luisenstr. 26, statt. Eisenmöbel- Branche. Montag, 2. November 1902, abends 8 Uhr, Sektion Charlottenburg. Dienstag, 18. November, abends 8%, Uhr, E. Dörre, Charlottenburg, Wallstr. 90. Die Tages- Ordnungen werden durch Handzettel bekannt gegeben. Um püuliliches und zahlreiches Erscheinen ersucht 159/1 Die Ortsverwaltung. bei Ladewig, Kommandantenftr. 65. Zur Beachtung! Die Ortsverwaltung. Central- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser treues und langjähriges Mitglied 143/19 Rud. Worner, Liebigftr. 3, am 12. d. Mts. im Alter von 45 Jahren gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntagnachmittag 2, Uhr vom Strantenhause Am Friedrichshain aus nach Wilhelmsberg statt. Am 13. d. Mis. starb nach langem Krantenlager unser treues Mitglied Wilh. Köhler, Graudenzerstr. 14, im Alter von 35 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 2 Uhr von der Leichenhalle der Lazarus- Gemeinde in Wilhelmsberg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Verbandsleitung. Gewerbegricht zu Berlin. J.-Nr. 547 Gew.- Ger. 02. Hugo Neumann am Donnerstag, den 13. Nos Dember, verstorben ift. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 16. d. M., nachmittags 2, 1hr, von der Leichenhalle des Strankenhauses am Urban nach dem Luisen- Kirchhof( Hermannstraße) statt. 240/19 Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß mein lieber Mann, der Gürtler Karl Spöhnmann am 12. d. M., abends 11%, Uhr, 4255 verstorben ist. Die trauernde Witwe. Helene Spöhnmann. Die Beerdigung findet am 16. November, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Thomas- Kirchhofs, Hermannstraße, aus statt. Am 13. November starb nach unser lieber langem Leiden Kollege, der Buchbinder Hugo Neumann aus Dels( Schlesien) im Alter 434b bon 53 Jahren. am Dom Die Beerdigung findet Sonntag, den 16. November, nachmittags 2½ Uhr, Strankenhause am Urban nach dem Luisen Kirchhofe Hermannstraße, ftatt. Das Personal der Firma H. S. Hermann. In Sachent des Rohrlegerstreits wird gemäß des§ 76 des Drtsstatuts für das Gewerbe6. Juni gericht der Stadt Berlin vom 25. Juli 1902 öffentlich bekannt gemacht, daß in der Sigung des von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern gemeinsam als Einigungsamt angerufenen Gewerbegerichts vom 12. November 1902, an welcher teilgenommen haben: Wir machen die Mitglieder nochstals darauf aufmerksam, daß die Regitimationen zur Gewerbegerichtswahl. im Bureau des Berbandes, Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Zimmer 30, zu haben find. Jedes wahlberechtigte Mitglied muß sich vor der Wahl eine solche Legitimation beschaffen, dieselbe ein ausfüllen und dem Arbeitgeber oder den Bolizeirevier des Wohnbezirks zur Beglaubigung unterbreiten. Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- lfer 15, Zimmer 1--5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonntag, den 16. November, vormittags 10 Uhr, bei Wetzel, 165/17 Wrangelfr. 136: Morgensprache der Schraubendreher. Zahlreichen Besuch erwartet Achtung! 1. Gewerberichter v. Schulz als Vorsitzender; 2. Ingenieur Bernhard als Vertrauensmann der Arbeitgeber, 3. Former Körsten als Vertrauensmann der Arbeitnehmer, Vergleich nachstehenden Wortlautes geschlossen worden ist und zwar unter Zugrunde legung des Lohntarifs der Innung der Gas-, Wasser- und Heizungs- Fachmänner zu Berlin und der Lohnfäße für Heizungsmonteure und Helfer, aufgestellt von den vereinigten Berliner Centralheizungs- Industriellen( beide Tarife vom August bezw. September 1900): 1. In dem Lohntarif der Immung bleiben die Bestimmungen unter 1, 3, 4, 6, 7, 8, 9 unverändert bestehen. 2. In den Lohnfäßen für Heizungs- Monteure bleiben ebenfalls unberändert die Bestimmungen unter 1, 3, 4, 6, 7, 8, 9. 3. Der Lohntarif der Innung enthält Nr. 2 der Bedingungen folgenden Inhalt: Reu einzustellende Monteure bezw. Rohrleger erhalten bis zum 1. April t. J. nicht unter 50 Pf. und von da ab nicht unter 55 Pf. Stundenlohn. Die Ortsverwaltung. Helfer erhalten nicht unter 37, Pf. pro Stunde. Helfer, welche am 1. April 1903 einen Lohnfah von 37% Pf. bekommen haben, erhalten von da ab einen Lohnjab von stündlich nicht unter 40 Bf." Vergolder. Achtung! Verband der in Vergoldergewerbe beschäftigt. Arheiter u. Arbeiterinnen Deutschlands.( Filiale Berlin.) Selfern, welche augenblidlich bereits 40 Bf. und mehr erhalten, soll derselbe Lohn weiter gezahlt werden. 4. Soweit Landzulagen in Frage tommen, wird die Bedingung unter besohntarijs dahin geändert, daß für den Helfer an Stelle des Sakes von 2 M. Zulage pro Tag ein Satz von 3 M. pro Tag( und zwar vom 1. April 1903 ab) berechnet wird. Wenu Kost und Logis gewährt wird, dann erhalten in Zukunft( und zwar vom 1. April 1903 ab) Monteure Montag, den 17. November, abends präcise 8 Uhr, in den bezw. Rohrleger, desgl. Helfer den gleichen Satz von 1,50 M. " Arminhallen", Kommandantenstr. 20( großer Saal): Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bericht über die Verhandlungen mit der Fabrikanten: bereinigung und Stellungnahme dazu. 2. Anträge zur General: versammlung 1903. 3. Berschiedenes. Stollegen! Wegen der Hochwichtigen Tages- Ordnung ist es Pflicht eines jeden, pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. 227/1 Verband der Möbelpolierer. Montag, den 17. November, abbs. 8, Uhr, Andreasstr. 26: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Genossen Basner über: Die deutsche Gewerkschaftsbewegung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Sonder- Vorstellung in der Urania findet am 27. Dezember, nachmittags 4 Uhr, statt. A 5. In den Lohnfäßen für Heizungs Monteure wird unter Nr. 2 der Bedingungen erster Sab, die Bahl 50-" gelöscht, bezüglich, der Helfer gelten nunmehr dieselben Bestimmungen, wie sie für die Helfer der Gasund Wasser- Rohrleger vereinbart find, und zwar unter Nr. 2 und 5. 6. In dem Lohntarij der Innung sind zu löschen: a) unter Nr. 2 der Sab 2 und zwar von heute" bis" werden"; b) in Sat 3 find zu streichen die Worte von zu" bis Stunde". 7. In Nr. 2 der„ Lohnfäße" find zu löschen der Sat 3, und zwar die Borte bis Unrechnung". 8. Es ist eine Schlichtungskommission zu bilden, und zwar bis zum 1. Dezember d. J. Dieselbe hat zu bestehen aus fünf Arbeitgebern und fünf Arbeitnehmern unter dem Borsiz eines Unparteiischen. Für den Fall, daß sich die Mitglieder der Kommission über den Unparteiischen nicht einigen, soll der Erste Borsigende des Gewerbegerichts aus den präsentierten Unparteiischen den Borjizenden der Kommission bestimmen. Die Schlichtungstommiſſion ist berufen, alle Streitigkeiten, welche zwischen den Parteien bestehen, möglichst zu begleichen. Ferner foll fie berufen fein, bei Ablauf dieses Vertrages und zwar rechtzeitig über einen neuen Tarifvertrag resp. die Verlängerung des alten Vertrages zu beschließen. Die Schlichtungstommission foll endlich gehalten sein, dahin zu wirken, daß von heute ab die in dem vorliegenden Bertrage getroffenen Verabredungen von ben Arbeitgebern und Arbeitnehmern durchweg inne gehalten werden. Für den Fall, daß eine Barlei sich über den Beschluß der Schlichtungskommission beschwert fühlt, soll diese Partei berechtigt sein, innerhalb acht Tagen zur endDie Kollegen, welche bei den morgen stattfindenden Gewerbegerichts wahlen wahlberechtigt sind, werden ersucht; ihrer Pflicht nach- gültigen Entscheidung das Einigungsamt des Gewerbegerichts anzuzukommen. 147/11 Der Vorstand. Tischler- Verein zu Berlin. Sonnabend, den 15. November 1902, abends 81 Uhr: Versammlung Melchiorftr. 15. rufen. Die Kommiffion setzt sich zusammen, und zwar seitens der Arbeitgeber aus zwei Mitgliedern der Berliner Imung, einem Mitgliede der Charlottenburger Innung, einem Mitgliede der Vereinigung der Gas- und Wasser Installateure, einem Mitgliede des Verbandes Deutscher Centralheizungs Industrieller. Von den Arbeitnehmern sind zu wählen: ein Mitglied der Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiter Verbandes, zwei Mitglieder der Lohnkommission der Rohrleger, von denen eins ein Heizungs- Monteur sein muß, ein Mitglied, welches bei einem Simungsmeister arbeitet und ein Mitglied aus der Zahl der CentralBortrag des Herrn Dr. Wurm über: Die Pflege des Anges im heizungs- Monteure. Beruf und in der Familie. Bereinsangelegenheiten. Aufnahme neuer Mitglieder. Sonntag, den 16. November, nachmittags 2 Uhr( Eöffnung 1 Uhr): Sondervorstellung in der Urania, Taubenstrasse: Zanjeno Jahre deutscher Kultur. Billets find noch in der Bersammlung zu haben. 199/13 Der Vorstand. Verband der Maschinisten u. Heizer fowie Berufsgenossen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin und Umgegend. Sonntag, den 16. November, nachmittags 5 Uhr, bei Nob. Voigt, Ritterstr. 75( großer Saal): Versammlung. Zages Drdnung: Bortrag: Die Reinigung der Fab ifen- Abwässer und Kläranlagen nach dem Berfahren der Firma Bruch u. Schlee- Berlin". Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. 160/5. Um vollzähliges Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. 9. Maßregelungen gegen die Streifenden dürfen nicht stattfinden, ebenso wenig dürfen seitens der Arbeitnehmer die während des Streits beschäftigt gelvefenen Monteure und Helfer nicht behelligt werden. Die streifenden Rohrleger und Helfer sind nach Bedarf einzustellen, und zwar zur Berüdfichtigung vor fremden Arbeitern. ben 14. d. W., morgens zur üblichen Zeit. Von allen denjenigen Arbeit10. Die Arbeit wird bei allen Arbeitgebern aufgenommen am Freitag, nehmern, welche bis Montag t. Boche( 17.) früh sich bei ihrem alten Arbeitgeber zur Arbeit nicht gemeldet haben, foll angenommen werden, daß sie bei demselben Arbeitgeber die Arbeit nicht wieder aufnehmen wollen. 11. Der Vertrag hat Gültigkeit vis zum 1. September 1905 und ist drei Monate vor dem 1. September 1905 zu fündigen, andernfalls er mit gleicher Stündigungsdauer auf ein Jahr weiter läuft. 12. Es wird hiermit ausdrücklich bemerkt, daß die sämtlichen Bestimmungen des vorstehenden Bertrages auch Geltung haben für die Arbeitsberhältnisse der Monteure, Helfer usw. zu den Meistern der Charlottenburger Zwangs- Innung der Gas-, Baffer- und Heizungs- Fachleute daselbst. Borgelesen, genehmigt, unterschrieben. ( ges.) b. Schulz. Körsten. E. Bernhard. ( gez.) Ficius. Hein. Gurtschte. Max Zschöfe. ( gez.) Ludwig Grün, Obermeister der Innung der Gas-, Wasser- und Heizungs- Fachmänner zu Berlin. ( ge) Louis Bush, Charlottenburg. Hermann Better. 3. Schneeboigt. Deutscher Buchbinder- Verhand Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Buchbinder Hugo Neumann nach langen Leiden verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonntag, nachmittags 22 Uhr, vom Krankenhause am Urban aus auf dem Luisen- Kirchhof, Hermannftraße, statt. 25/2 Bahlreiche Beteiligung erivartet Der Vorstand. Socialdemokratischer Wahlverein d. 4. Berl. Reichstags- Wahlkreises ( Osten) Bezirk 190a. Todes- Anzeige. Am Montag, den 10. d. M., starb unser langjähriges Mitglied, der Weber Eduard König. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 15. d. M., nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Städtischen Friedhofes( Friedrichsfelde) aus ftatt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 234/2 Der Vorstand. Todes- Anzeige. Statt jeder besonderen Meldungseige ich allen Freunden, BeFannten und Kollegen die traurige Nachricht an, daß mein lieber Mann, unser Bruder u. Schwager, der Maurer 4200 Wilh. Köhler nach langen, schweren Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 16. d. M., nachm. 2 Uhr, von der Leichenhalle in Wilhelmsberg aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Anna Köhler. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß meine liebe Frau Marie Kihn geb. Koch am 11. d. Mts. nach langen, schweren Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 16. November, nachmittags 1 Uhr, von der Leichenhalle des Heilig Kreuz- Kirchhofs in Mariens dorf aus statt. 4326 Der tranernde Gatte, Franz Kihn. Verein der Rohrer Berlins und Umgegend. Am 11. d.. starb unser Mitglied 4315 Paul Franz, Gleimftr. 17, im Krankenhause Augusta- Hospital. Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 32 Uhr vom Friedensgemeinde- Friedhofe in Nieder- Schönhausen statt. 11m zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Danksagung. Für die bei der Beerdigung meiner lieben Frau 4336 Elsa Lier mir bewiefene Teilnahme und Kranz spenden sage ich hiermit allen Freunden und Bekannten, sowie dem Gesangverein des Verbandes deutscher Gastwirtsgehilfen D. B. und dem Verein focialdemokratischer Gast- und Schantwirte meinen berzlichsten Dank. Paul Lier, Naunynstr. 9. FrackVerleih Institut, Friedrichst.151 Ia.Oran. Th. El. Frack, Gehrock 1,50, Hose1,00, Weste50Pf. Für 20 Mark fertige, wer felbft Stoff hat, Anzug nach Maß mit Buthaten. Weyer, Rosenthalerstr. 6/7. Amt III 8524. Allgem. Kranken- und Sterbekasse der Metallarheiter( E. H. 29) Hamburg. Sonntag, den 16. November, vormittags 10 Uhr, bei Fischer, Filiale Berlin 9. Waldstr. 8; Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Sassenbericht. 2. Vortrag über" Das Unfallgeset". Referent: Genosse Albrecht. 3. Wahl eines Bergnügungskomitees zum Mastenball. Berschiedenes. 165/6 Die Ortsverwaltung. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Carl Stier Fabrik für Herren- und Knaben- Garderobe. BERLIN SO., Oranienstr. 166. Potsdam, Nauenerstrasse 23. Zur Winter Saison empfehle ich in großartigster Auswahl: Jacket- Anzüge. oder Ein und zweirethige Form. Jacket- Anzüge aus festem, gezwirntem Budstin, in modernen Farben, 15, 17,50, 20, 22,50, 25 u. 30 M. Jacket- Anzüge aus marengo Cheviot, moderne Muster, 20, 22,50, 25, 30, 35, 40 u. 45 M. Jacket- Anzüge aus marengo grauem Stammgarn, sehr elegant, 30, 35, 40, 45 u. 50 m. Jacket- Anzüge aus Stammgarn, schwarz oder dunkelblau, 20, 25, 30, 35, 40, 45 u. 50 M. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 15. November 1902. Kreuzweg- Kapelle heimlich zerstört und seinem Sohne, der, um den Schatz, der guten Rosel, der einzigen, die an seine Unschuld Vater nicht zu verraten, die Schuld auf sich nimmt das also, was glaubt, hinzu. Die Bauern höhnen ihn, der Wirt verweigert Berliner Theater. Der Kreuzwegstürmer", Volts psychologisch entwickelt, wirklich interessieren würde, ist nur mit ihm den Play. Und mm in der Erregung und Empörung schlendert schauspiel in einem Vorspiel und drei Aufzügen von Josef Wert einigen bagen Strichen angedeutet. Dafür wird, was leicht mit der Alte sein Bekenntnis der trunkenen Gesellschaft ins Gesicht. Er mit a nt it. Ein Volksstück von einem Manne aus dem Volle. Josef einigen Worten im Stücke zu erzählen wäre, die Versteigerung des fei der Thäter und bereue es nicht, der Herrgott habe keine Freude Werkmann, der Verfasser des„ Kreuzwegstürmer", ist Tischler feines Bauernhofes zu einem ganzen langen Vorspiel ausgesponnen. Zehn an solchem Firlefanz, hinter dem die harte Selbstsucht sich verstecke. Beichens. Hervorgegangen aus dem arbeitenden Volke, gehört es Jahre liegen zwischen Vorspiel und dem eigentlichen Drama. Wie Diese Scenen haben Leben, sie sind das Beste in dem Werlmannschen ihm, wie man erzählt, auch in seinen Ueberzeugungen an. Er ist der Vorhang wieder aufgeht, erzählt eine Magd der hartherzigen Stücke. Man denkt, sie müßten auch der Schluß sem. Aber Hans Destreicher, ein Verwandter der jungen Medelsky, die in dem bigotten Bäuerin, die zur Ehre Gottes die Kapelle dicht neben und Nosel sind vorsorglich vor dem Bekenntnis schon entfernt. So Meisterspielen" der vorigen Saison als Grethchen hier mit Beifall dem gepfändeten Hof hat bauen lassen, daß der Hans, wissen sie also nichts, und noch ein dritter Aft ist möglich, boll überschüttet wurde, der Hoffnungsreichsten unter den neuen Kräften des armen Stogelhofer unehelicher Sohnt, eben aus dem Liebe und Opfermut. Dabei wird die Rosel, die für den Liebsten des Wiener Burgtheaters. In Bien, wo es vor einiger Zeit zum Gefängnis, die Strafe abgebüßt, entlassen sei. bittet, von dem reichen Bauern, der den Hans erzogen, als erstenmale gegeben wurde, hat Wertmanns Drama einen großen Erfolg Der junge Bursch, den jeder Gläubige im Dörfchen wie einen Best- sein uneheliches Kind entdeckt. Es soll den beiden gut ergehabt. Auch die Aufnahme im Berliner Theater war ganz ungewöhnlich kranken scheut, schleicht elend und gedrückt herau. Der gutmütige gehen! Hans will auch jetzt noch als der einzige Schuldige Der Applaus nahm kein Ende. Aber leider: die Ursache Bauer, der ihn aufgezogen, weist ihm die Thür. Bedeutungsvoll gelten. Der Kogelhofer aber, hoch von dem Kapellenberge herab, entsprach nicht der Wirkung. Der Autor mag eine starke, originale gewittert es, als Vater und Sohn sich begegnen. Hans fällt dem wiederholt vor dem versammelten Volke sein Bekenntnis, mit Individualität sein, indes das Werk läßt es nicht spüren. Es ist ein alten armen Armenhäusler, der ihn, den Bastard, immer gehaßt wütender Lästerung reißt er Kreuze aus der Erde und stürzt sich Boltsstück", das sich in den alten Bahnen dieses Genres bewegt. hat, weinend um den Hals. Da schlägt ein Blitz in die Scheune den Abhang hinunter. Da man so wenig von dem inneren Sein Die Handlung fließt ins Breite, Episodenhafte auseinander, die Figuren des Bauern. Schadenfroh jubelt der Alte, Hans aber stürzt edel- des Alten im Stüd erfahren, wirkt auch diese Scene mur als Theaterfind nur flüchtig in allgemeinen Umrissen stizziert, doch desto wortreicher mütig fort, um Hilfe zu rufen. Im nächsten Aft ist's Sonntag. bild, als solches freilich ungewöhnlich stark. Herr Connard in in ihrer Rede, und für die Spannung, der die geschlossen aufsteigende Ent- Die Bauern fingen und tanzen in der Schenke, in der des Kogel- der Rolle des Alten erntete stürmischen Applaus. Auch im übrigen widlung fehlt, soll allerhand äußeres melodramatisches Beiwert sorgen. hofer Tochter als Kellnerin bedient. Der Alte, von einem progigen bot die Aufführung viel Tüchtiges. Harry Walden als Hans, Das Verhältnis zwischen dem alten Bauer, der aus seinem Hof Schneidermeister herangeschleppt, frinft abseits ant einem Wehrlin als reicher Bauer und auch Jenny Rauch als Rosel vertrieben, mit Gott und Welt zerfallen die Heiligenbilder in der Tisch sein Gläschen Schnaps. Hans tommt mit feinem erfreuten durch manchen feinen Zug. warm. 2 Achtung, Gewerkschaften! -dt. In der Nr. 266 des„ Borwärts" veröffentlicht das Gewerkschaftskartell( Lokalorganisation) einen Beschluß der Partei- Vertrauenslente über die Ausstellung der Gewerbegerichtsbeisitzer Kandidaten. Zu diesem Beschluß erklären wir folgendes: Wir können nicht anerkennen, daß die Partei- Vertrauensleute in gewerkschaftlichen Fragen und eine solche ist die Gewerbegerichtswahl sich als entscheidende Instanz betrachten. So wenig wie die Gewerkschaften sich in die Angelegenheiten der Partei- Vertrauensleute einmischen, ebenso wenig fönnen wir uns von denselben irgend welche Beschlüsse aufoctroyieren lassen. Wir werden dieses um so weniger thun, als es sich hier um eine kleine Gruppe von Personen handelt, die den Beschlüssen der Majorität der organisierten Arbeiterschaft zum Hohne ihre Sonderbestrebungen gegen die Errungenschaften der gewerkschaftlichen Centralverbände treibt. Jedes Zusammengehen mit dieser Sonderorganisation hieße dieselben in ihren gewerkschaftlichen Dutertreibereien unterſtügen. In dem großen Kampf um Erringung besserer wirtschaftlicher Existenzbedingungen für die Arbeiterklasse, können wir Sonderorganisationen nicht anerkennen, wir erkennen die Sonderorganisation um so weniger an, als im wirtschaftlichen Kampf ein Zusammenwirken aller Kräfte absolute Notwendigkeit ist. Es kann den centralorganisierten Arbeitern aber auch nicht zugenuitet werden, mit Leuten Arm in Arm zu gehen, die bei jeder Gelegenheit in ihrem Organ erklären, daß sie die Bekämpfung der Verbändler"( Centralorganisationen) als ihre vornehmste Aufgabe betrachten. neanidoy " Schließlich bedauern wir, daß die Vertrauensleute der Partei sich veranlaßt sahen, für notorische Schädiger der Arbeiterbewegung einzutreten, und daß der„ Vorwärts" so große Nücksichten auf die lokalen Sonderorganisationen nimmt, dagegen die weitgehendsten Bedenken der Publikation der Gewerkschafts- Kommission gegenüber geltend macht. Für die in der Berliner Gewerkschafts- Kommission vertretenen Getvertschaften An die Arbeiterschaft Berlins! Gewerbegerichts- Wahl. Mit dem Ablauf dieses Jahres scheidet auf Grund des vom Magistrat feilgefekten Verteilungsplanes das zweite Drittel der Gewerbegerichts- Beifitzer aus. Die Ergänzungstahl findet statt am Sonntag, den 16. November, von 12 Uhr mittags bis 8 Uhr abends. Zu wählen find 70 Beisiger in 16 Wahlbezirken, Wahl- Verechtigung. Zur Zeilnahme an der Wahl ist berechtigt, wer das 25. Lebensjahr vollendet und in Berlin Wohnung oder Beschäftigung hat. Darunter ist zu verstehen, daß jeder Arbeiter, wenn er auch nur einen Tag im Dute wohnt oder beschäftigt ist, wahlberechtigt ist. Personen, welche nicht in Berlin wohnen, aber ihre Beschäftigung hier haben, wählen im Bezirk ihrer Beschäftigung, dagegen die in Berlin wohnenden Personen in ihrem Wohnbezirt. Eine Auswahl für die lekteren zwischen Wohn- oder Beschäftigungsbezirt ist unzulässig. Berfonen, welche auswärts arbeiten und in Berlin wohnen, üben ebenfalls im Wohnbezirk ihr Wahlrecht aus. Hausgewerbetreibende find wahlberechtigt und wählbar als Arbeiter, sofern sie nicht selbst mindestens einen Arbetter regelmäßig das Jahr hindurch oder zu gewissen Seiten des Jahres beschäftigen und nicht gemäß § 14 der Gewerbe- Ordnung den selbständigen Gewebebetrieb angemeldet haben. Nicht wahlberechtigt find solche Personen, a) welche nicht Angehörige des Deutschen Reiches find, 2. Wahlbezirk. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Kommiffion. b) welche die bürgerlichen Ehrenrechte infolge strafrechtlicher Verurteilung| unterschrieben refp. gestempelt sein, dasselbe trifft auch auf die in Vororten verloren haben, oder gegen welche das Hauptverfahren wegen cines gelegenen Betriebe zu. Verbrechens oder Vergehens eröffnet ist, das die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte oder Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter zur Folge haben lanit ,. c) welche infolge gerichtlicher Anordnung in der Verfügung über ihr Vermögen beschränkt sind, und d) bie Mitglieder der Innungen, für welche ein Schiedsgericht in Gemäßheit des§ 815 Nr. 4 und der§§ 91-91 b der Gewerbe- Ordnung errichtet ist, sowie die von denselben beschäftigten Arbeiter. Wahl- Legitimation. Für die Arbeiter iperden leine Wahllisten zum Zwecke der Wahlent alt oder der Polizeibehörde( Polizeirevier des Wahlbezirks), durch welches ihm gelegt, es genügt vielmehr für diefelben ein Zeugnis ihres Arbeitgebers bestätigt wird, daß er zur Zeit innerhalb seines Wahlbeziris in Arbeit steht oder wohnt. Diese Zeugnisse oder Wahl- Legimationen werden vom Magistrat herausgegeben und sind bei den Gewerkschaften sowie im Bureau der Berliner Gewerkschaftskommission, Engel- lifer 15, 2. Gingang, 9-1, 6-8, und im städtischen Wahlbureau, Postfit. 16, Zimmer 57, während der Dienststunden bon 9-3 zu haben. Die Formulare enthalten vier Fragen. Diese sind von in Arbeit stehenden Personen sämtlich, von Arbeitslosen nur Frage 1 und 2, aus zufüllen und alsdann dem Arbeitgeber oder der Polzei zur Unterschrift oder zum Stempeln vorzulegen. Die Behörden sind angewiesen, diesem Wunsche nachzukommen. Jedoch empfiehlt es sich, im letzteren Falle einen Ausweis mitzunehmen. hat, Am Tage der Wahl ist die Wahl- Legitimation vor der Abgabe des Stimunzettels dem Wahlvorsteher oder einer von ihm beauftragten Person zu übergeben. Die Wahl. Die Wahl ist unmittelbar und geheint und erfolgt mittels Stimmzettel. Auf dem Stimmzettel dürfen nicht mehr Namen enthalten sein, als im Bezirt zu wählen sind. Die Agitation. Es empfiehlt sich für alle Vertrauensleute der Gelvertschaften, in ihren Werkstätten usw. festzustellen, wieviel Wahlberechtigte dort arbeiten, alsdann für diese die nötige Anzahl Wahl- Legitimationen zu beschaffen, die Ausist es notwendig, vor der Wahl die Wahlberechtigten an ihre Pflicht zit füllung zu überwachen und die Abstempelung zu veranlassen. Desgleichen erinnern. Gleichzeitig wird ersucht, den vor und in den Wahllokalen befindlichen Ordnern Folge zu leisten, damit die Wahl ruhig und der Arbeiter würdig verläuft, alsdann genau auf die von der Berliner Gewerkschafts- Stommission aufgestellten Kandidaten, welche unten angegeben sind, zu achten. Thue feder seine Pflicht, damit die von unfrer Seite aufgestellten Genossen gewählt werden. In den weiter unten angegebenen Wahlkontroll- Lokalen find WahlLegitimationen usw. zu haben, auch sind event. Beschwerden daselbst zu Protokoll zu geben. Das Central- Lokal ist das Bureau der Berliner Auch wenn in Bezirken, in welchen der Arbeitgeber seinen Bettgeber Gewerkschafts- Kommission. Telephon: Amt VII 3733. nicht gewählt wird, kann die Wahl- Legitimation doch vom Wahl- Lokale und Kandidaten: Wahl- Lokal: Turnhalle des Friedrich- Werderfchen Gymnasiums, Dorotheenstr. 13/14. Zu wählen sind 4 Beisiger. Als Kandidaten empfehlen wir: Adolf Schulz, Schneider, Alte Jakobstr. 147. Frit Knoop, Schneider, Sebastianfir. 79. Bruno Dübelt, Lithograph, Urbanstr. 104. Friedrich Seilmann, Gastwirtsgehilfe, Gneisenauftr. 106. 5. Wahlbezirk. Wahl- Lokal: Turnhalle der 99. Gemeindeschule, Steinmek: ftraße 79. Zu wählen find 4 Beisizer. Als Standidaten empfehlen wir: Max Behrend, Metalldrüder, Boedhstr. 36. Gustav Mewes, Former, Hafenhaide 21. Alwin Meyer, Steinmek, Solmsfir. 51. Robert Lindemann, Silberarbeiter, Boedhstr. 43. 8. Wahlbezirk. Wahl- Lokal: Turnhalle der 60. Gemeindeschule, Fürbringer: jirake 33. Zu wählen find 4 Beifiker. Als Kandidaten empfehlen wir: Gustav Mehrivald, Arbeiter, Nostizstr. 44. Handels- Hilfsarbeiter, Moritstr. 5. Andreas Haberland, Schmied, Styffhäuserstr. 19. Hermann Henning, Gürtler, Mantenffelstr. 102. Gustav Müller, 11. Wahlbezirk. Wahl- Lokal: Turnhalle der 42. Gemeindeschule, Naunyn: ftraße 63. zu wählen find 4 Beifiber. Als Kandidaten empfehlen tvir: Reinhold Behold, Schlosser, Engel- lifer 15. Rudolf Klinsky, Graveur, Adalbertstr. 4. Mar Sahm, Chemigraph, Forsterftr. 36. Gustav Winkler, Bildhauer, Rigdorf, Stirchhofftr. 46. Wahl- Lokal: Straße 63a. 20. Wahlbezirk. Turnhalle der 49. Gemeindeschule, Blumen Zu wählen find 4 Beisitzer. Als Kandidaten empfehlen wir: August Vogel, Buber, Weidenweg 32. Carl Schmidt, Mechaniker, Höchsteftr. 8. Otto Almendinger, Silberarbeiter, Langenbedste. 4. Kari Hennigs, Schneider, Büschingstr. 9. 29 23. Wahlbezirk. Wahl- Lokal: Turnhalle der 30. Gemeindeschule, Nüdersdorferstr. 4/5. Zu wählen find 4 Beifiker. Als Kandidaten empfehlen wir: Robert Schulz, Buchdruckerei Silfearbeiter, Straußbergerstr. 43. Reinhold Languer, Schneider, Matternſtr. 8. Paul Greier, Bildhauer, Köpniderstr. 1. Bernhard Herzer, Textilarbeiter, Georgentirchstr. 58. 26. Wahlbezirk. Wahl- Lokal: Turnhalle der 104. Gemeindeschule, Olivaer. ftrahe 19. 3n wählen find 5 Beisiger. Als Kandidaten empfehlen wir: Bruno Ollrich, Schuhmacher, Rüdersdorferstr. 15. Richard Schröder, Bimmerer, Tilfiterstr. 82. Oswald Schumann, Handels- Hilfsarbeiter, Capriviste. 6. Auguft Werner, Handels- Hilfsarbeiter, Wallner- Theaterftraße 30. Reinhold Richter, Bauarbeiter, Thaerstr. 63. 14. Wahlbezirk. Wahl- Lokal: Turnhalle der 85. Gemeindeschule, Wrangel: straße 23 a. 29. Wahlbezirk. 35. Wahlbezirk. Wahl- Lokal: Turnhalle der 117./118. Gemeinbeschule, Ebers: walderstraße 10. Zu wählen sind 5 Belfizer. Als Kandidaten empfehlen wir: Hermann Bubach, Buker, Kastanien- Allee 90. Wilhelm Brilliis, Stickerei- Arbeiter, Tilfiterstraße 46. Searl Borisch, Steindruder, Cotheniusstraße 15. Pani Strunk, Bademeister, Wrangelstraße 80. Carl Strank, Maurer, Novalisstraße 13. 38. Wahlbezirk. Wahl- Lokal: Turnhalle der 241./250. Gemeindeschule, Watt: ftraße 16. Zu wählen sind 5 Beijizer. Als Kandidaten empfehlen wir: Gustav Brachtvit, Dreher, Gerichtstr. 3. Carl Labner, Kupferschmied, Gerichtstraße 22. Mar Mökel, Hutmacher, Reinidendorferstr. 18. Wilhelm Witt, Simmerer, Schulftr. 51. Mag 3emke, Wäsche- Arbeiter, Weißenfee, Wilhelmstr. 47a. straße 20. 41. Wahlbezirk. Wahl- Lokal: Turnhalle der 26./179. Gemeindefchule, Albrecht: Zu wählen sind 4 Beifizer. Als Kandidaten empfehlen wir: Paul Winzler, Maurer, Zurmstr. 9. Georg Pignich, Konditor, Gartenstr. 78. Karl Hetfchold, Bäcker, Rheinsbergerstr. 17. Karl Scha.ib, Hobler, Aderstr. 93. 44. Wahlbezirk. Wahl- Lokal: Turnhalle ber 172./185. Gemeindeschule, Bremer Zu wählen find 5 Beisitzer. Als Kandidaten empfehlen wir: Richard Jahn, Borzellanarbeiter, Bremerfir. 46. Gustav Diesner, lempner, Oujitenstr. 77. Ostar Weiße, Arbeiter, Gartenstr. 42. Reinhold Tichaentke, Schneider, Wollinerstr. 38. Franz Troschke, Stereotypeur, Lothringerstr. 25. Wahl- Lokal: Turnhalle der 8./63. Gemeindeschule, Gips. ftraße 13-17. Straße 85. Zu wählen sind 4 Beifiber. Als Kandidaten empfehlen wir: 3u wählen sind 5 Beisiter. Als Kandidaten empfehlen wir: Otto Klemm, Tabalarbeiter, Warschauerstr. 76. Gustav Kranse, Hermann Jacd, Holzarbeiter, Oppelnerftr. 41. Tischler, Mustauerstr. 22. Robert Zeiske, Gastwirtsgehilfe, Manteuffel- straße 45. Wilhelm Bachmann, Rollfutscher, Schillingstr. 17/18. Robert Ahrens, Schuhmacher, Berneuchenerstr. 7/8. Wilhelm Band, Arbeiter, Höchstestraße 8. Karl Nicke, Rabigpuker, Staltherstr. 52. Ernst Karpentiel, Nohrleger, Bienerstr. 31. fraße 54. 17. Wahlbezirk. 32. Wahlbezirk. Wahl- Lokal: Turnhalle der 47. Gemeindeschule, Stallschreiber strafte 48. Wahl- Lokal: Turnhalle der 25. Gemeindeschule, Ruppiner zu wählen sind 4 Beisiker. As Kandidaten empfehlen wir: Zu wählen find 4 Beifizer. Als Kandidaten empfehlen wir: Wilhelm Fischer, Handels- Hilfsarbeiter, Laufiberstr. 50. Paul Keller, Wäsche Arbeiter, Diedenhofenerstr. 3. Inline Tänbner, Sicfeld, Klavierarbeiter, Engel- Uljer 2c. Hermann Schök, Schneider; Asphalteur, Dunderstr. 75. Christian Mener, Handels- Hilfsarbeiter, Mariannenstr. 20. Otto Remm, Ladierer, Faldensteinstr. 28. Landwehrstr. 10. Paul Welfisch, Glasschleifer, Holzmarktstr. 37 a. 2. 5. Glaue, 2. Wahlbezirk: Glaue, Krausenstr. 18. Rückert, Steinmeßftr. 36. Schulz, Bossenerstr. 1. Anguit 47. Wahlbezirk. Wahl- Lokal: Turnhalle der 65./77. Gemeindeschule, Schul. strake 99-100, Eingang Neinickendorferstraße 30. Zu wählen sind 5 Beisitzer. Alls Kandidaten empfehlen wir: Seinrich Schumacher, Buchbinder, Reinickendorf Herbststr. 24. Karl Liebe, Stodarbeiter, Frantjurter- Allee 4. Gustav Staff, Schneider, Bankite. 4. Julins Celschläger, Bau- Arbeiter, Michaelkirchstr. 27. Emil Boeske, Tischler, Rigdorf, Hermannstr. 200. Die Wahl- Kontrolllokale befinden sich: 119H ибнов Grundmann, Naunhnstr. 78. Gonell, Faldensteinftr. 5. Ladewig, Kommandantenstr. 65, 20. Wahlbezirk: Schulze, Blumenftr. 38. 28. 26. 32. 30. N. Neumann, Nübersdorferstr. 11. Bart, Elbingerstr. 33. Günkel, Rosenthalerjir. 57. Rosin, Ruppinerstr. 42. Rofin, Ruppinerstr. 42. 38. Wahlbezirk: Diete, Aderstr. 123. Gitler, Luisenstr. 26. 41. 44. 47. Gundlach, Waldenserstr. 24. Plath, Reinickendorferstr. 60 c. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung. Theater. Sonnabend, 15. November. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Der Ring des Nibelungen. Dritter Abend: Siegfried. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Im bunten Rod. Neues Opern Theater.( Kroll.) Geschlossen. Deutsches. D' Mali. Berliner. Der Kreuzwegstürmer. Central. Madame Sherry. Lessing. Flachsmann als Erzieher. Neues. Yvette. Residenz. Seine Kammerzofe. Westen. Der Bettelstudent. Thalia. Charleys Tante. Vorher: Cassis Bascha. Anfang 8 Uhr: い Schiller. O.( Wallner Theater.) Esther. Hierauf: Zwei Eisen im Feuer. Schiller. N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Der Biberpelz. Belle- Alliance- Theater. Anno 48. Wilhelm. Auf goldenem Boden. Carl Weiß. Ilse Römer. Nachmittags 4 Uhr: Robinson Crusoe. Quifen. Berlin, wie es weint und lacht. Nachmittags 23 Uhr: SchülerBorstellung. Hamlet, Prinz von Dänemark. Casino. Ein Sohn des Voltes. 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Ausserordentliche General- Versammlung. Etablissement Zages Ordnung: 1. Bericht des Borstands und Aufsichtsrats. 2. Genehmigung des Anstellungsvertrages für die Geschäftsführer. 3. Wahl von einem Geschäftsführer und einem Kontrolleur event. Wahl von zwei Geschäftsführern und Buggenhagen von drei Borstandsmitgliedern. 4. Beschlußfassung über die Sparam Moritzplatz. Hente Sonnabend: Militär- Konzert Königin Augusta- Gren.- Reg. 4. ( Herr Przywarsky.) Im Kaiser Saal: Norddeutsche Sänger und Tanz. Palast- Theater Reichshallen. Burgstr. 22. Direktion: R. Winkler. Große Ausstattungs- Novität. 8 Uhr: 8 Uhr: Goldene Jugend. Operetten- Burleske in 2 Aften mit Gesang u. Tanz von W. Geride. Musik von E. Wappaus. Hhronimus Fiebig Dir. R. Winkler. 12 nene Schaunummern. I. A Attraktionen L. Ranges. Neues Programm: Sonntagnachm.: Coralie& Cie. Die Sarnthaler Singvögel, Tyroler Gesangs- Sextett. Kleines Theater Willi Walden, Schauspielsängerin. ( Schall und Rauch) Unter den Linden 44. 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Wochentags 8, Sonntags 7%, Uhr. 8 Uhr: Chambre garnie. Minstrels Parisiens, PariserStrassen,, Biograph". [ sänger. Apollo- Theater. Um 8 Uhr: Die neuen Specialitäten. Sonntag, den 23. November: Einmalige Aufführung Preciosa. Anfang 8 1hr, Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Bi. Metropol- Theater. Berlin bleibt Berlin. Grosse Ausstattungs- Posse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Erik MeyerHelmund. Emil Thomas a. G. Josef Josephi. Henry Bender. Flora Siding. Hansi Reichsberg. Wini Grabitz. Johanna Junker- Schatz. Rauchen gestattet. Anfang 8 Uhr. Sanssouci Kottbuserstr. 4a, Station der Hochbahn. Donnerstag, Sonntag und Montag: Hoffmanns Um 8% Uhr: Sum 10. Mate: Norddeutsche Sänger Unter persönlicher Leitung des Komponisten: Nakiri's Hochzeit Ausstattungs- Operette in 2 Atten und 6 Bildern von Paul Lincke. Im zweiten Bilde: Der sensationelle Spiegeltrick. Im legten Bilde: H. Hardins elektrisches Ballett. 81, Uhr: Die brill. Specialitäten. Kaffeneröffnung 7 Uhr. 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Anträge Wurzel und Genossen: c) Für jede Verkaufsstelle ist eine Agitationskommission von mindestens fünf Mitgliedern zu wählen; d) eine Kommission von fünf Mitgliedern zu wählen, welche in Gemeinschaft mit der Verwaltung die Vorfragen zur Errichtung einer Bäderei zu erledigen hat; Antrag Ralbowski: e) Festsetzung der Gehälter für das gesamte angestellte Personal; Anträge Hezschold: g) beim Eintauf find nur Lieferanten zu berücksichtigen, die die Forderungen der Organisation des betreffenden Berufes erfüllen; h) bei Errichtung einer Bäckerei sind der Neuzeit entsprechende Einrichtungen zu treffen; Antrag Koch und Genoffen: i) die Agitationsfommissionen haben die Berechtigung, Beschwerden der Mitglieder entgegen zu nehmen. Mitgliedsbuch legitimiert; Mitglieder, welche nicht im Besitz ihres Mitgliedsbuches find, legitimieren sich durch die Postkarte vom Amtsgericht. Der Aufsichtsrat. C. Mücke. Hetzschold. Der Vorstand. Grashold. Tutzauer. H. Rietz. Zur gefl. Beachtung! 3wecks Aufrechnung und Gutschrift der Rückvergütung ersuchen wir die geehrten Mitglieder, die Mitgliedsbücher von Nr. 1-2322 bis zum 25. November in den Verkaufsstellen abzugeben. Ferner geben wir auf Grund des§ 44 des Statuts bekannt, dak laut Generalversammlungs- Beschluß vom 29. September 1902 die Höhe der Rückvergütung 2 Proz. beträgt und an folgenden Tagen im Comptoir, Willdenowftr. 30, zur Auszahlung gelangt: Mitgliedsbuch Nr. 1-200 am 8. Dezember Königstadt- Casino. 129/1 Holzmarktst. 72, Ecke Alexanderst. Täglich erstfl. Specialitäten- Vorstellung. Jed. Mittwoch, Sonnabb. und Sonntag Tanzkränzchen. Anf. Wochent. 8, Sonntags 6 Uhr. MillionenArtikel. Für unser 8.2 " " 201-600 601-1200 1201-1800 1801-2322 9 9. 10. a 11. 12. Die Verwaltung. Unire Berkaufsstellen befinden sich: 1. Swinemünderstr. 44 2. Chorinerftr. 46 3. Buttmannstr. 19 4. Willdenowftr. 30 5. Gartenstr. 3 6. Wiclefftr. 31 7. Ebelingstr. 14 8. Arndtstr. 5 9. Graefeftr. 40 10. Kreuzbergstr. 36 Tempelhof: 11. Berlinerstr. 76 Schöneberg: 12. Apostel Paulusstr. 27 13. Gothenftr. 1 Weissensee: 14. Friedrichstr. 12 15. Langhansstr. 60 soeben er- In allen Verkaufsstellen werden Mitglieder aufgenommen. Eintrittsgeld 50 P1. schienenes reizendesSpielzeug ,, Musikalischer Seifenbläser", erzeugt Der Socialist eine Lebensgeschichte Jesu nach der neuesten unter Vogelgezwitscher Forschung, verbunden mit einer Kritik der Von Ostar Zimmer. 42266 die herrlichsten Seifen- von Nazareth. Biesbezüglichen ſocialiſtiſchen Bartelschriften. Landparzellen, blasen in verschiedenen Zu beziehen von D. Zimmer, Berlin, Ruheplatstr. 21. Preis 50 Pf., Porto 5 Pj. Formen, Deutsches ReichsPatent angemeldet, zum Prämiiert mit der goldenen Medaille. 10 Pf. Detail- Verkauf, vergeben wir für alle Städte Allein Verkaufsrechte nur auf feste Rechnung u. wollen sich Reflektanten umgehend mit uns in Verbindung setzen. 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