10 di muk Nr. 87. Grfcheint täglich außer Montags. Abonnements Brets für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pig. Sonntags- Nummer mit tlluftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mr., für das übrige Ausland& M.pr.Monat. Eingetr. in der Poft- Bettungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts NIOCE 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deres Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fern sprech- Anschluß: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Dienstag, den 12. April 1892. Reichs- Anzeiger" und ſein müſen. Nochmals: Welches Armuthszeugniß für die „ Vorwärts". Expedition: Beuth- Straße 3. Die Zahl der ausgenugten jugendlichen Arbeitskräfte, chriftliche Sozialreform von Fall zu Fall, ohne Grundsatz auch der 12-14jährigen Rinder, ist also seit 1886 wieder und ohne zielbewußte Leitung! Mechanisch hat sie erst die stetig gestiegen, und zwar nicht blos absolut, sondern sogar Gewerbenovelle erledigt, dann kam die Bergnovelle auf der stärker als die Zahl der Arbeiter überhaupt, nämlich allein Zu diesem Kapitel( vergl. unseren Leitartikel in Nr. 85 Bureauhaspel dran, und die Bergarbeiter konnten einft von 1888 auf 1890 von 3,24 auf 3,53 pct., und das probom 9. April) schreibt man uns noch: weilen sehen, wie sie selbst fertig wurden, was sie übrigens zentuale Wachsen beider Arbeiterkategorien für sich zeigt ein Die schneidige Abwehr, welche die wundersame nach ihrer harten Schule auch weiter besorgen werden. Und noch ungünstigeres Ergebniß für die jugendlichen Arbeiter; Richtigstellung" des Reichs- Anzeigers", die gegen Ihre bis als man beim Abhaspeln der Kopirftreifen, auf welche man deshalb haben es die amtlichen Berichte der letzten Jahre auf das letzte Wort berechtigte Kritik der Berggesek die Gewerbe- Ordnung unter dem Titel" Novelle zum Berg- wahrscheinlich vermieden, neben dem reißend schnellen AnNovelle gerichtet war, in Ihrem Blatt bereits erfahren geset" abgeklatscht hat, sich vor dem Hohnschrei der arbeiten- wachsen der jugendlichen Arbeit die verhältnißmäßig zurückbat, muß in allen Arbeiterkreisen so lebhafte Freude ex- ben Massen verantworten muß, der auf die klaffenden Lücken bleibende Bahl der erwachsenen Arbeiter genau anzugeben. regen, daß hiermit dem preußischen Geheimrath noch ein in dem sogenannten„ Bergarbeiterschutz" hinweist, da holt Erst für das Jahr 1890 ist infolge mehrfacher paar Geleitworte mit auf den Weg gegeben werden sollen. der preußische Geheimrath ängstlich sein Gesetzesbüchlein Kritiken wenigstens die Gesammtbelegschaft angegeben, Welches Armuthszeugniß liegt in der amtlichen Aut- heraus und sagt:" Um Gotteswillen, wir können ja nicht wenn auch nur für die zwei letzten Jahre, immer wort auf die Frage: Warum fehlt jeder Extraschutz für über die Gewerbe- Ordnung heraus." Was ist hier wahr noch fehlt jedoch die Bahl der erwachsenen Arbeiter jugendliche Arbeiter und Kinder beim Bergbau"? Ver- scheinlicher: Daß man nichts Ordentliches wollte und allein. Die famose Bahlenwirthschaft des Reichs fassungsrechtliche Bedenken sollen diesem nothwendigen sich deshalb hütete, in der Gewerbe- Ordnung für alle Fälle Anzeigers" ist also ein altes bureauteatisches Erbstück. Und Schutz entgegenstehen, das preußische Berggesetz soll nicht die nöthige Vorsorge, die im Reichstag nicht durch wenn der Reichs- Anzeiger" mit dem einzigen Kinde weiter gehen können, als die Reichs Gewerbe Ordnung! die Grubenbarone zu verhindern gewesen wäre, zu renommirt, das zufällig in 1890 allein auf preußischen Hat denn der Reichs- Anzeiger" nicht gemerkt, daß die Re- treffen, um sich später auf künstliche Verfassungs- Steinkohlen- Bergwerken beschäftigt war, so halten wir ihm gierung den ganzen Knappentruz" der Novelle zurückziehen bedenken berufen zu fönnen oder daß man entgegen, daß 1883 noch 22, 1886 noch 4, 1887 noch) 7, " " " müßte, wenn das zuträfe? Denn der Anfang zum so- Nichts konnte und deshalb Gewerbe- Ordnung und Berg- 1888 noch 3 gezählt wurden, auf Braunkohlenwerken 1883 genannten„ Bergarbeiterschutz", der im preußischen Berg gefeß wie zwei Dinge behandelte, die einen rein äußerlichen noch 45, 1886 noch) 15, 1887 noch 13, 1888 feines, 1889 gefeg bisher vollständig fehlte, ist eben in der Gewerbe- Busammenhang mit einander haben, um sich dann mit den wieder 9, und 1890 schon wieder 21. Wir haben es also Ordnung gemacht, wenn auch nur mit den paar mageren allerbesten Absichten" vor einer verfassungsrechtlichen Barrière mit ganz schwankenden Ziffern zu thun. Und da Bestimmungen die der Vorwärts" in seinen Berg- zu sehen? Wir überlassen diese Berirfrage findigen Köpfen, schon bisher noch der Aussage des Reichs- Anzeigers" die artikeln längst hervorgehoben hat, und wenn die die sie zweifellos beantworten werden, zur Lösung, und be- meisten dieser Kinder im Alter von 13-14 Jahren standen, Landes Gesetzgebung Dasjenige nicht einmal weiter merken nur noch unsererseits, daß jetzt noch jeden Augen- der künftige Schuh" aber auch nicht weiter geht, weil man ausbilden darf was das Reichsgesetz begonnen hat, blick bis zum 1. Januar 1893, an dem der Knappentrub" es eben absolut nicht mit den Zechen verderben will, so so ist eben die ganze Novelle, die lediglich aus in Kraft treten soll, der nöthige Zusatz zur Gewerbe- Drd- fann bereits das Jahr 1891 ober 1892 wieder statt des Rnappentruz" besteht, verfaffungswidrig. So schön nung von der Regierung beantragt und vom Reichstag ge- einzigen Paradekindes des Reichs- Anzeigers" ein Dutzend hat sich der Reichs- Anzeiger" in seiner eigenen Schlinge nehmigt werden lönnte wenn man eben wollte und solcher armen Wesen aufweisen, die„ anstandslos im schwarzen gefangen! Ich tomme aber noch auf das bewußte Armuths- die verfassungsrechtlichen Grundsätze" nicht spanische Wand Staube der Kohlenhalden und im Qualm der Grubenzeugniß. Wenn die jetzt beliebte verfassungsrechtliche" für die fläglichste sozialpolitische Blöße wäre, die sich höfe beschäftigt werden können", um diese richtigen Worte Praxis geübt werden sollte, und man ängstlich vermeiden Brenßen je gegeben hat. nochmals zu gebrauchen, welche die feine Salonnase des wollte, durch preußisches Berggesez Etwas zu reformiren, Reichs- Anzeigers" so sehr beleidigt zu haben scheinen. Soweit die Kniffeleien des Reichs- Anzeigers". Noch Bumal, wenn die Zechenbefizer sehen, daß sich die Regierung was nicht ausdrücklich durch die Gewerbe- Ordnung freigegeben war- warum hat dann die Regierung den be- verständlicher für den gemeinen Mann ist aber die traurige dieser Ungeheuerlichkeiten so warm anninumt- es sollte treffenden Busaz nicht bei der Revision der Gewerbe- Ignoranz des amtlichen Artikelschreibers bezüglich der that uns nicht wundern, wenn die Bergbehörden für das Jahr Ordnung angebracht? Warum hat sie nicht in dem fächlichen Lage jugendlicher Arbeiter auf preußischen Berg- 1892 von der recht zahlreichen Einstellung 13-14 jähriger Paragraphen, der gewisse Bestimmungen für Fabrikarbeiter werken. Ihr erster Artikel hat hier schon einen Bureau- Kinder vermelden würden. Am Rand können sie ja als auf die Bergarbeiter ausdehnt, gesagt:„ Diese Be- traten mit dem anderen abgethan; lassen Sie mich Kommentar den Artikel des„ Reichs- Anzeigers" abdrucken! ftimmungen stehen weitergehenden Landesgesetzlichen nicht diese angenehme Prozedur zur Aufklärung der Sachlage in Nachgetragen sei noch, daß von den 14-16 jährigen Arentgegen." Wenn sie ernstlich an eine Bergarbeiter- Reform anderer Richtung fortsetzen. Der„ Reichs- Anzeiger" versteift beitern unter age beschäftigt wurden im Jahre denken wollte, und der Streit von 1889 hat sie doch mit sich mit seiner Schönfärberei auf das Jahr 1890. 1883 schon 921, im Jahre 1889 aber 978 und 1890 vollends der Nase darauf gestoßen, so mußte sie jenen Zufat gänzen" wir ihn ein wenig durch die früheren Berichte der fgl. 1364. Die Zahl der beim preußischen Bergbau beschäftigten hätte ihm sicher zugestimmt. Denn die Regierung weiß jugendlicher Gesundheit der Grubenmoloch seit Jahren schon Jahre 1886 auf 764 im Jahre 1890 zu. Aber das sind es ihi die Arbeiter verschlungen hat. daß die Verhältnisse beim Bergbau noch schlimmer liegen, die Zahl als in Fabriken, daß die Bergarbeiter noc schutzbedürftiger sind und daß hier doppelte Schärfe dringend Noth thut. Sie weiß es, weil beigebracht haben, und sie hat dennoch keine Vorforge getroffen, bei der Revision der Gewerbenovelle schon die Berggesetz- Reform vorzubereiten, obgleich zu jener Zeit das Elend längst aufgedeckt war und die Bergnovelle mindestens in den ersten Stadien der Vorbereitung hätte Feuilleton. Nadbrud verboten.) ( 87 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. Die Dunkelheit ließ ihr Erröthen indessen nicht mehr erkennen, Hermine ſchellte und befahl die Lampen herein zu bringen. Findeisen hatte schon seit einiger Zeit aufhören müssen, sein Protokoll fortzusetzen. Man ließ ihm einige Zeit dazu, indem man sich in Privatgespräche verlor. " Er -Es betrug auf preußischen Bergwerken Alles nach dem Reichs- Anzeiger" befriedigende Zustände! der jugendlichen Arbeiter im Jahre von 12-14 Jahren 1883. 646 von 14-16 Jahren 9381 1886. 313 7774 1887. 824 1888. 286 8824 9548 1889. 1890. 307 10 371 329 11 789 Nun noch ein paar Illustrationen zu dem Arbeitsparadies mit seinen einfachen und leichten Hantirungen", das der Reichs- Anzeiger" für diese jugendlichen Opfer trasser Profitwuth malt, und wie rosig malt! Aus dem Bergrevier Beuthen, im Jahre 1888( immer wörtlich nach den amtlichen Berichten der Bergbehörden!):„ Ein jugendlicher Arbeiter... war beim Auslesen von Bergen an einem Verladebande beschäftigt, unbefugter die später Eintretenden müßte ein bestimmter Beitrag fest- tönnen, wie viele Wesen wir der tiefsten Erniederung, die gestellt werden. Was meinen Sie zu fünf Thaler jährlich?" es auf Erden geben kann, zu entziehen vermögen. Die fragte Hermine. Stunden, welche wir zusammen in ernster Berathung verDas würde zu viel für Viele sein, welche sich zu be- bracht, haben uns die Größe unserer Aufgabe erschöpfend theiligen wünschen und die wir ohne Schaden nicht entbehren vor Augen gestellt. Bedenken Sie nur noch, daß auf Ihrer fönnen. Ich schlage vor, daß man dem guten Willen der Bei- persönlichen Thätigkeit das Meifte beruhen wird, lassen Sie tretenden den Betrag überläßt und nur einen geringsten feinen Tag womöglich vorübergehen, ohne andere gleichSatz von einem halben Thaler jährlich zur Bedingung fühlende Herzen zur werkthätigen Liebe anzuregen, dann macht. Auch viele Unbemittelte werden ihr Scherflein gern winkt in der Zukunft auch uns eine Balme des Sieges auf dazu beitragen wollen. Ich selbst kann, ohne leichtsinnig zu unserem segensreichen Schlachtenfelde, und der edle Zweck, sein, außer meiner Thätigkeit nur zwei Thaler jährlich den wir verfolgen, wird die schwache Frauenkraft stärken, opfern", entgegnete Elife. daß sie erringt, was der Starke zu erringen verschmäht." Die Gesellschaft erhob sich darauf, warm angeregt von den mit Innigkeit ausgesprochenen Schlußworten. Fräus lein Muffetich empfahl sich und Elise verlangte nach ihren Sachen. Wir sind nicht alle so reich wie Du, Hermine", be merkte Helene lächelnd. " " Ich bitte um Entschuldigung, es ist wahr", erwiderte Endlich lam man auf die nächsten nothwendigen diese. Ich bekomme so viel Taschengeld und weiß es nur Schritte, die Abfassung der Statuten, welche Findeisen zu zu verschenken, da ich es nur zum kleinen Theile brauche. Wollen Sie uns nicht die Ehre Ihrer Gesellschaft bewerkstelligen versprach, und auf die Ausarbeitung eines ber jedenfalls werde ich von nun an alle Ersparnisse dem in unserer Theaterloge gewähren, Fräulein Barth?" fragte Aufrufes an die edel gesinnten Frauen der Hauptstadt und über des ganzen Landes. wesenden etwas wie Sensation hervorrief. In diesem Augenblick wurde Fräulein Musselich mit " Diesen werde ich übernehmen," erklärte Fräulein der Meldung abberufen, ihr Vater erwarte sie. Musselich mit einer Zuversichtlichkeit, welche bei allen AnMerkwürdige Höflichkeit von meinem Vater," bemerkte Ich meine, wir übergeben ihn lieber einem tüchtigen das Mädchen. Nun, ich habe nur noch zu erklären, daß Schriftsteller?" entgegnete Helene lächelnd. ich drei Thaler bezahlen kann. Ich bekomme leider nicht Darauf wußte das Lockenköpfchen feine Antwort zu so viel Taschengeld, mein Vater ist sehr geizig; Elise weiß geben, aber man konnte es ihr anmerken, daß es eine ihr es, aber ich werde sehr sparsam sein." auf der Bungenspitze sigende Antwort unterdrückte. Nun, meine Damen," rief Helene, wir wollen somit So fäme noch der Geldpunkt, an dem man in unserer für heute unsere Besprechungen schließen. Ich brauche Sie Beit bei feiner Gelegenheit vorübergehen kann. Die ersten nicht daran zu erinnern, wie viel Jammer, wie viele Thränen Ausgaben müssen wir auf jeden Fall allein bestreiten; für auch von uns der leidenden Wienschheit erspart werden Hermine. " Es thut mir leid, Fräulein Findeisen," erwiderte diefe, aber mein Bruder erwartet mich heute Abend zu Hause. Darf ich mir dann erlauben, Sie nach Ihrer Wohnung geleiten?" fragte Findeisen. zu Sie sind sehr freundlich," war die Antwort. Zwölftes Rapitel. Arm und Reich. Ueber die weichen Schneeflocken hatte im Laufe des Nachmittags der kalte Nordwind geweht und eine Krufte gebildet, die hörbar unter den Füßen der Dahinschreitenden Weise*(natürlich! Red.)„in einen eisernen Transportlasten des letzteren getreten und hierbei mit dem rechten Fuße zwischen zwei verbogene eiserne Stäbe gerathen, sodaß er festgeklemmt mit dem V er lade band e fortgeschleift wurde." Bergrevier Waldenburg, im >jahre 1888:„Von den jugendlichen Arbeitern kamen leider zwei zu Tode. Der eine, als er unbefugter Weise"(natürlich! Red.)„auf einen Setzkasten der Schiefernachwäsche stieg, von der Welle gefaßt und über dieselbe hingerissen wurde. Der andere wurde unter die Räder des Eisenbahnwagens ge- schleudert und überfahren, als er durch Einstecken eines Hebels»wischen die Radspeichen den Wagen unbefugter Weise"(natürlich! Red.)„bremsen wollte." Daneben stehen fünf Verunglückte, bis zu sechs Monaten erwerbs- unfähige jugendliche Arbeiter, die merkwürdiger Weise einmal nicht„unbefugter Weise" zu Schaden kamen. Bergrevier Kottbus, 1388:„Gegen die Verwaltung einer Grube mußte wegen Beschäftigung eines jugendlichen Arbeiters über die zulässige Zeit hmaus Strafantrag gestellt werden." Berg- revier Stollberg-Eisleben, 1888:„Die Beschäftigung der jugendlichen Arbeiter bestand beim Kupferschiefer-Bergbau nuter Tage außer im Oeffnen und Schließen der Wetter- thüren... hauptsächlich im Trecken(Z i e h e n) der F ö r d e r- Hunde..., eine Arbeit, welche zwar zuerst etwas a n st r e n g e n d(i>n Jahre 1890:„sehr anstrengend", i st, die jedoch aus die körperliche Entwickelung der Jungen einen besonders(!!) ungünstigen Einfluß nicht ausübt." Aus dem Bergrevir Siegen berichtet 1883 einmal ein weißer Rabe unter den Bergbeamten:„Die Beschäftigung von schulpflichtigen Kindern"(bei der bloßen Aufbereitung! D. V.) „hat erheblich abgenommen, was sehr im Interesse deS Kinde« liegt, damit deren Körper durch an- haltende Arbeit in der Entwickelung nicht gehemmt wird." Bergrevier Diez, 1889:„Es kamen"(bei jugend- lichen Arbeitern)„fünf Verletzungen vor, von denen zwei eine Arbeitsunfähigkeit von längerer Dauer zur Folge hatten." Folgt eine grauenhafte Schilderung der beiden schweren Unfälle. Bergrevier Westlich-Waldenburg, 1890: „An Unglücksfällen kamen(bei jugendlichen Arbeitern. D. V.) mit mehr als vierwöchentlicher Arbeitsunfähigkeit beim Betriebe 7 vor. Von diesen führt« einer den Tod deS jugendlichen Arbeiter? herbei, indem der letztere zwischen daS Transportband und die Ablaufvorrichtnng in der Separation gerieth." Dieser Berichterstatter geht mit dem „unbefugt" noch etwa? delikater um; er sagt nur, die Un- fälle seien„fast" sämmtlich auf Unvorsichtigkeit der Ver- letzten zurückzuführen. Bcrgremer Stolberg-Eisleben, 1890: „Unfälle von jugendlichen Arbeitern mit tödtlichem Aus- gange find im verflossenen Jahre leider zwei vorgekommen. Ein Pferdetreiber setzte sich.... unbefugter Weise(natür- lich! Red.) auf einen in Gang befindlichen Lastzug und wurde an einer engen Stelle des Flachen zwischen Stoß und Wagen zu Tode gequetscht. Ein anderer wurde, während er im Keflelhause... mit dem Zerkleiuern von Kohlen be- schäftiat war, durch Dampf, welcher infolge eines Ventilbruches plötzlich auS den Dampfkesseln strömte, zu Tode verbrüht." Verbrüht, zerquetscht, üverfahren, todt geschleudert, freilich Alles „unbefugter Weise'— fo sieht das Paradies, das der„Reichs- Anzeiger" falsch malt, in Wirklichkeit aus! Wir könnten die Bei- spiele verzehnfachen; schließen wir jedoch statt dessen mit einer zusammenfassenden Statistik, welche uns nicht von Beamten, nein, von den Unternehmern selbst, von der deutschen Knappschasts-Berussgenossenschaft geliefert wird. Nach den Jahresberichten dieser Zechengenossenschalt wurden von ihren Arbeitern verletzt mit Erwerbsunfähigkeit von über dreizehn Wochen: Arbeiter überhaupt jugendliche Arbeiter 1388 2749»» 1889 3103 61(darunter 1 Mädchen!) 1890 3403 86 Vom Jahre 1888 bis 1890 ist also die Zahl der schwer» verletzten jugendlichen Arbeiter bei dieser Zechen- genofsenschaft um nicht weniger als 126 p C t. ge- stiegen, während diejenige der verletzten Arbeiter über- Haupt nur um 23 pCt. wuchs! Kommentar überflüssig. Nachdem wir diese Zahlen mitgetheilt haben, überlassen wir den„Reichs-Anzeiger" mit semer Schönfärberei und Ignoranz in Fragen, welche daS arbeitende Volt bis in daS Mark seiner Familie hinein berühren, ausschließlich dem Mitleid seiner„christlichen" Freund«. Er hat aber mehr als sich selbst gerichtet." knarrte und knurrte. Aber das Himmelsgewölbe war hell und klar, und in dem lichtblauen Himmelsruche flimmerten die eingewobenen Sterne mit ihrem fröhlichen und milden Lichte. Mit wie verschiedenen Empfindungen blicken die Menschen zum Sternenzelte empor! Und welch' verschiedene Sprache haben die Sterne für die, welche zu ihnen auf- blicken! WaS sprachen sie zu Elisen, als sie die belebte Straße, die nach dem nördlichen Theile der Promenade anslies, verließ und nun unter den schneebelasteten Bäumen dahinging, was sprachen sie zur selben Zeit zu ihrem Begleiter, der stumm neben ihr wandelte? Ihre Gedanke» weilten in weiter unbekannter Ferne, die seinigen in nächster Nähe, und doch fühlten sie dieselben Schmerze». „Haben Sie mir denn nach und nach mein gar zu wüstes Treiben verziehen, Fräulein Barth?" entschloß sich Findeisen endlich mit schwankender Stimme zu fragen. „Warum sollte ich es Ihnen nicht verzeihen können, zumal wenn Sie zeigen, daß Ihnen daS ernstlich leid ist, was Sie gethan haben?" „Sie werden, Sie müssen mich verachten, wenn Sie bedenken, daß ich mich so weit vergessen konnte, Hand an mich selbst zu legen." „Ich verachte Niemanden, der mir nicht verächtliche Gesinnungen offenbart. Sie haben mir nur Schwäche gezeigt, und die muß man bei seinen Mitmenschen zu vergessen suchen." „Sie sind sehr mild und nachsichtig, Fräulein Barth; ach, wer doch auch so nihig, leidenschaftslos und klar durch's Leben könnte, Licht verbreitend und Wärme, wie die Sonne, aber nicht versengend und verbrennend wie diese. Sie müssen recht glücklich sein!" „Es ist nur Wenigen so etwas beschieden, wie das, was Sie bei mir voraussetzen. Ich muß gestehen, es würde mir das Herz beklemmen, wenn ich nicht auch meinen Theil von den Lasten und Schmerzen zu tragen hatte, die allen Erdenkindern beschieden." Staatshilfe für nothleidende Domänenpächter. In der Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben des preußischen Staates für das Etatsjahr 1890/91 sind Mindereinnahmen an Pachtgeldern von Domänenvorwerlen im Gesammtbetrage von 97 000 M. verzeichnet als Folge des Erlasses von Pacht- geld-Rückständen. Nach dem Berichte der Rechnnngs- Konnnission(®. 2 ff.) sind für 1890/91 an Pachtgeld-Rücksiänden erlassen: I. 30 000 M. dem früheren Pächter der Domäne Wecskenhof im Kreise Pr. Holland, Regierungsbezirk Königsberg; 2. 12 000 M. dem früheren Pächter der Doinäne Neugut in dem- selben Kreis« und Regierungsbezirke; 3. 40000 M. dem früheren Pächter der Domänen Dinglauken und Grasgirren im Kreise Darkehmen, Regierungsbezirk Gumbinnen; 4. IS 000 M. dem früheren Pächter der Domäne Ftcmendorf im Kreise Franzdurg, Regierungsbezirk Stralsund. Der frühere Pächter der Domänen Dinglauken und Gras- girren, dem 40 000 M. nicht etwa aus einem zu diesem Zwecke bewilligten königlichen Disvositions'onds, sondern von der Staats- kaffe zu Ungunsien der Steuerzahler geschenkt worden sind, ist, wie die„Freisinnige Zeitung" mittheilt, der konservative Land- tags- Abgeordnete Herr von Oppen, derselbe, der vor zwei Atonalen«ine donnernde Rede gegen jede Herabsetzung der Personentarife als einen Hebel der Sachsengängerei gehalten hat. Herr von Oppen pachtete die beiden Domänen im Jahre 1882 für die Zeit von Johannis 1882 bis 1890 für einen jährlichen Pachtzins von 20 8S0 M. oder 32,47 M. bezw. 22,78 M. pro Hektar. Der Pachtzins erhöhte sich, durch Hinzutritt der Zinsen von Meliorationskapitalien, welche dem Pächter aus der Staatskasse auf seinen Antrag behufs Erhöhung der Ertragsfähigkeit der Domäne wiederholt zur Verfügung gestellt wurden, auf 24 048 M. Nach acht Jahren, im Früh- jähr 1890, hatten die Pachtrückstände des Herrn von Oppen die Höhe von rund 33 300 M. erreicht. Erst jetzt wurde ihm das Pachtverhällniß zu Johannis 1391 gekündigt. Durch königliche Ordre vom 18. März 1391 ist ihm ein Pachterlaß von 40000 M. gewährt worden. Weshalb dieser Nachlaß? In dem Bericht der Rechnung?- kommisston(S. 4) heißt es: „Obwohl der Domänenpächter, welchem allseitig das Zengniß eines thätigen, sparsamen und intelligenten Landwirths ertyeilt wird, sich mit Eifer und Sorgfalt ter Bewirthschafwng der Pacht- stücke widmete, ist es ihm doch nicht möglich gewesen, sich in der Pachtung zu erhalten. Der Grund hierfür liegt wesentlich in den ungünstigen Konjunkturen, mit welchen in neuerer Zeit die Landwirthschaft, insbesondere in den östlichen Provinzen, zu kämpfen halte, und welche sich von Anbeginn der Pachtung ab im steigenden Maße fühlbar machten. Diese Ungunst der Zeit, die verhältnißinäßig hohe Pachi und der Umstand, daß durch vie von dem Pächter, zum Theck mit erheblichen Opfern, in größerem Umfange auegeführten Bodenmeliorationen nicht alsbald der er- hosste Erfolg erzielt wurde, halten zur Folge, daß die wirlh- schaslliche Lage des Domänenpächlers sich so ungünstig gestaltete, daß es ihm unmöglich wurde, seinen vertragsmäßigen Berpflich- tungen nachzukommen...... Es wäre hart gewesen, die volle Bezahlung der Pachtreste von dem Pächter zu verlangen, dessen wirthschasilicher Ruin alsdann unausbleiblich gewesen wäre. Es ist vielmehr zu berücksichtigen gewesen, daß derselbe ohne eigene Verschuldung in seine ungünstig« Lage geralhen war, und daß er durch seine sorgsame Bewirthschaslung und durch die von ihm ausgeführten Meliorationen den Kullurzustand und den Werth der Pachlstück« dauernd gehoben Hai, während eS ihm nicht vergönnt war, die Frücht« seiner Arbeit zu ge- nießen." Einen seltsamen Kontrast zu den rührsamen Ausführungen über den Herrn von Oppen drohenden Ruin bildet es, daß„der Werth der Pachtstücke sich dauernd gehoben", daß der bemitleidens- werthe Jnnker unmittelbar nach dem Ausscheiden aus dem Pacht- verhältniß das Rittergut Friedrichsfelde erworben und bei einer Landlags-Ersatzwahl 1890 für Stallupönen-Goldap- Trakehnen sich mit Erfolg um ein Mandat beworben hat. Während der kleine Mann seine Steuern und Abgaben ohne Nachsicht zu zahlen hat, während die Proletarier durch die in- direkten Steuern aus das Unerträglichste gezehntet werden, während da? arbeitende Volk in Stadt und Land darbt und ver- elendet, werden den Agrariern Douceurs von Zehntausenden hin- geworfen. Der Eisenbahnminister reduzirt die Löhne und macht zahlreiche Arbeiter brotlos, der Landwirthschaslsminister hat ein warmes Herz für— die Domänenpächter, und aus dem öffenl- lichen Säckel werden diesen„Enterbten" Geschenke gemacht, die in der That»in vollgiltiger Beweis des praktischen Ehristen- thums sind. So spielt die Regierung den Großalmosenier der Feudalen, nachdem sie sich zu ihrem Millionärszüchter ae- macht hat. Der Pächter von Weeskenhos(unter 1) hat 30 000 M.„Armenunterslützung" in Gestalt einrS Pacht- Nachlasses empfangen, weil er(S. 3 des Berichts)„leider.... in finanzielle Verlegenheiten gerieth, welche darin ihren Grund hatten, daß er bei Errichtung der in unmittelbarer Nähe von Weeskenhos belegenen Zuckerfabrik Hirschfeld sich in einer seine Mittel übersteigenden Weis« betheiligte. für Verpflichtungen der Fabrik wechselmäßig« Bürg« „Ja, es ist wahr, Sie leiden auch: wie konnte ich nur so unbesonilen reden! Aber Sie fühlen nicht so lebhast, so leidenschaftlich, das ist der Unterschied." „Das ist der Unterschied nicht; nein, Herr Findeisen, darüber täuschen Sie sich. Sie sind nicht wie ich, wie die meisten Ihrer Atitmenschen von Jugend aus durch die Nichterfüllung ihrer liebsten Wünsche an Entbehrung und Entsagung gewöhnt. Wir haben uns beugen gelernt vor dem„Nein", welches unsere soziale Lage uns bei so vielen aufkeimenden Wünschen unerbittlich zuruft. Und wenn es noch so sehr am Herzen nagt und tobt, wir wissen, daß es nicht anders ist, wir dulden und tragen. Ihr Herz aber bäumt sich auf vor einem jeglichen Hinderniß, Sie haben so Vieles möglich machen können, daß Sie Alles glaubten möglich machen zu können, und wenn es Ihnen einnial fehlt, dann möchten Sie die Welt oder sich selbst vernichten, um damit zugleich Ihren Schmerz vernichten zu können. Ist es nicht so?" „Es ist so, es ist so; Sie lesen in meiner Seele, als wäre sie ein vor Ihnen ausgeschlagenes Buch. Aber sagen Sie selbst, wie kann man ein Leben noch ertragen, wenn Einem das Einzige fehlt, was das Leben erträglich, lebens- werth zu gestalten verspricht? Wozu, wozu soll man leben, wenn ein Tag so grau, so freudenlos dahingeht und wieder- kommt, wie der andere? Glauben Sie an eine Auferftehung von den Tobten? Ich glaube nicht daran, ich bringe es nicht zu Stande, daran zu glauben. Und wenn wir nicht daran glauben, warum sollten wir ein Herz voll schweren Grames mit uns dahin schleppen, da wir dieses Herz in einem Augenblick zum Stillstehen bringen können, mit einer Nadel blos, wie Hamlet sagt» Oder glauben Sie an eine Auferstehung so fest und zuversichtlich, daß dieser Glaube Sie ausrecht erhätt?" (Fortsetzung folgt.) s ch a f t e n übernahm und bei dem 1834 eröffneten Konkurse der Zuckerfabrik einen nach glaubwürvigen Angaben auf 60 000 M. sich beziffernden Verlust erlitt, von welchem er sich, zumal bei der ungünstigen Lage, in welcher sich die Landwirthschaft, insbesondere in den östlichen Provinzen, seit einer Reihe von Jahren befindet, nicht mehr hat erholen können." Will nian der Staatshilfe würdig sein, fo werde man Domänenpächter, spekulire in Jndustric-Unternehmungen, schreibe fleißig quer! Wo die nothlcidenden Wechsel am höchsten, ist Herr von Heyden's Hilfe am nächsten. Solche Thalsachen öffnen dem Volte die Augen über das herrschende System. Unsere Feinde beivähren sich als unsere besten Freunde. Volikisiho MeberNcktk. Berlin,'den 11. April. Zur Reform der Berginspektion. In unserem Artikel vom 3. d. M. über den gleichen Gegenstand haben wir durch einen Zwischensatz die preußische Regierung von einem Fehler entlastet, indem wir sagten, die Fabrik- inspektoren hätten die ihnen laut Gewerbe-Ordnung zu» stehende Bergwerksinspektion aus eigener Pflichtversäumniß nicht ausgeübt. Wir haben da die O b e r b e h ö r d e der Anfsichtsbeamten viel zu mild beurtheilt und bedauern dies außerordentlich. Wir fanden nachträglich in dem Wust von Verordnungen, mit welchem Gewerbe-Ordnung und Berggesetz umgeben sind, daß durch ministerielle An- weisung vom 4. September 1309 die Aufsicht über den Bergbau den Fabrikinspektoren genommen und den Revier- beamten übertragen worden ist. Die Regierung hat also sehr prompt sofort nach Erlaß der alten Gewerbe-Ordnung dafür gesorgt, daß kein„Unberufener" in die Arbeiter- Verhältnisse des Bergbaues hineinschaue, und die jetzige „Reform" der Berginspektion in der berühmten Novelle beschränkt sich auf die Fortsetzung dieser Kapitalistenpolitik. Danach erscheint das„Neue" in der Novelle in einem noch kläglicheren Lichte, waS freilich nicht zum Ver- wundern ist.— Die Bergarbeiter und der Kuappeutrutz. In der am 11. April in Gelsenkirchen abgehaltenen Berg« arbeiter-Versammlung wurde dargelegt, di« Novelle enthalte nur Rechte für die Unternehmer, gebe aber keine Be« stimmungen über die Dauer der Arbeitszeit. Die Ber- sammlung verlangte Einführung eineS Normal-Arbeitstages und richtet« eine diesbezügliche Eingabe an den preußischen Landtag.— Ravachol in der deutscheu Presse. Die gesammt« kapitalistische Presse Deutschlands ist seit 14 Tagen damit beschäftigt, für den großen Ravachol die Reklamc-Trommel zu rühren. Ravachol hinten, Ravachol vorne— Ravachol in allen Gassen. Der Lenker der Weltgeschichte heißt nicht mehr Bismarck, er heißt Ravachol. Ravachol ist der geniale Tausendsassa, der, unter dem Borwand, di« bürgerliche Ordnung m die Luft sprengen zu wollen, ihre morschen Grundlagen befestigt und den Hütern und Wächtern der Gesellschaft schneidige Waffen zur Vernichtung der Mächte des Umsturzes zu schmieden sucht. Er ist die Personifikation der staats- und gcsellschaftsrettenden Idee. Wenn der Angstphilister, dem die Angst noch nicht den letzten Rest von Deiiktraft ausgepumpt hat, nachgrübelt über das große Problem der Staats- und Gesellschaftsrettung, und sein ab- gequältes Hirn fragt: Wie muß das große Werk gelhan werden? Dann lautet die Antwort: So wie Ravachol gethan hat! Bonaparte, der das Gleiche versucht, ist den Weg alle? Fleisches gegangen— sein würdiger Schüler und Nachfolger Bismarck ist zum alten Eisen geworfen— Ra» vachol ist der Mann des Tags, der Mann des Jahrhunderts. Die Spalten der Ordnungspresse sind mit Ravachol's Thaten gefüllt, und wenn unsere Bourgeoisie es jetzt nicht aus politischen und soustigen Geschäftsrücksichten für gut fände, grimmigen Haß gegen die katholische Kirche zur Schau zu tragen, so würde sie sich sicherlich demnächst an den Papst mit der Bitte wenden, den großen Ravachol unter die Heiligen auszunehmen. Daß er Wunder zu wirken vermag, der große Ravachol, daS glaubt sie schon jetzt. Hat er doch, ihr zufolge, den Posener Mordroman, der den geistreichsten Produzenten unserer Hintertreppen-Literatur Ehre machen würde, angestiftet und zur Ausführung gebracht. Allerdings ein Wunder. Ein noch größeres Wunder ist'S freilich, daß am Ende des 19. Jahrhunderts in einem Lande, das doch nicht hinter Kamerun liegt, außerhalb deS Irrenhauses Menschen zu finden sind, obendrein zu den Gebildetsten und „Besten der Nation" sich rechnende— und von einigen Köhlergläubigen auch gerechnete— Menschen, die Ravachol eine politische Mission zuschreiben, und die echt polnisch« Räubergeschichte von Posen für das Drama einer politischen Verschwörung ausgeben können. Das ist ein Wunder, besten Erklärung den künftigen Generationen sehr schwer fallen wird, und nur dem möglich ist, welcher die Geistes- Zerrüttung unserer vor ihrem eignen Schatten, und ihren eigenen Schalten« und Schreckbitoern erschreckenden Bour- geoisie kennt.*)— *) Als Beweisstück nageln wir folgende Notiz der„National- liberalen Correspondeuz" jesl: „Ueber die Blutthat in Koscielec liegen neue Nachrichten von Belang nicht vor. Man darf daraus schließen, daß die Behörden mit berechtigter Strenge für die Geheimhaltung aller Befunde sorgen, deren vorzeitiges Bekanntwerden den Gang der weiteren Untersuchungen erschweren könnte. Mil dieser berechtigten Annahnw müssen sichWtßbegierund Neugier vorläufig trösten. Einstweilen bleibt ihnen als interessantes und lehrreiches Studium die Lektüre der sozialdemokratischen Blätter. Darüber waren„Alte" und„Junge bisher völlig einer Meinung, daß die„Dynamitkracherei"*" Frankreich, Spanien, Italien u. f. w., das Vorgehen der Anar- chisten, die„zur Verhaftung gleich ihren Felozugsplan schwarz auf weiß mitbringen", a»> Polizeimache zurückzuführen sei.<** sei al..� uur dazu gemacht, um„die Fesseln, welche auf dem arbeitenden Volk lasten, verstärken und schärfer anziehen" za können. Es kam nun daraus an, ob die Sozialdemokratie den „Lockspitzeln" auch zutrauen würde, daß sie gleich zu Bieren das Leben drangeden möchten, um den Staat zu einer Fesselung„des arbeitenden Volkes" den von ihnen verlangten Anlaß zu geben. Auch das ist der Fall. Im Organ des Herrn Liebknecht werde» di« Aielduugen über den Raubanfall von Koscielec mit dem Ver- merk eingeleitet, daß sie„einem längst gefühlten Bedürsniß ab- helfen zu sollen scheinen und uns(der Redaktion des„Vor- ivärts") ei» verständnißvolleS Endlich! enttockten." Einstweilen mag dies genügen." Erwähnt sei hier nur, daß in Polen derartige Räubereien mit polittscher M.,skirung(„Hänge-Dendarmen" it.) seit der Jn- surrettioa von 1843 dntzendmal» vorgelommen sind. Volksparteiliche Geschichtenträger. Der Berliner breitung unserer Partei. Die„ Kräfte" unserer Redaktion herzigen Owen in einem Athem mit dem Wiener Finanz N- Rorrespondent der Frankfurter Zeitung" sendet versagen allerdings stets, wenn Herr Eugen Richter zu baron Hirsch genannt haben. feinem Blatte folgendes Telegramm: " 1 #! schimpfen beginnt. Hier mitzuthun verbieten uns der gute Ein Kongreß der Vorstände der zentralisirten Kranken Geschmack und die gute Sitte. Die franzöfifchen Kirchenkravalle vor der Kammer. faffen ist nach Hainburg einberufen worden, um über die nach Ein ultramontaner Deputirter richtete in der Sigung vom Annahme der Novelle zum Krankenkassen- Gesetz nöthig werden- Sogar Herr Pindter! Die Dynamitkomödie, deren 9. April an die Regierung eine Anfrage wegen der in der den Aenderungen in den Statuten zu berathen, eventuell sich zweiter Aft in Spanien spielt, ist so blöde inszenirt, letzten Zeit in verschiedenen Kirchen vorgekommenen Tumulte Borstände dieser Kassen sind betanntlich schüttelt. Die" spanische Regierung, deren Mißwirthschaft schwerde. Justizminister Ricard erklärte, der Bischof von über die Fortexiſtenz der Kassen schlüssig zu machen. Die daß sogar die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" den Kopf und führte über die der Polizei gegebenen Anweisungen BeSozialdemokraten." das Land zu Grunde richtet, sie ist der Ausschuß der Mende, der einen Hirtenbrief gegen die Maßnahmen der Das Hauptorgan der bürgerlichen Demokratie gefällt aristokratisch- bourgeoisen Verschwörerbande, welche das Regierung erlassen hat, werde vor dem Staatsrath zur Verfich demnach darin, das Spigelmärchen weiter zu folportiren, arbeitende Volk in Stadt und Land in frechster Weise be- antwortung gezogen werden. Sein Gehalt werde gesperrt. das von den Sytophanten der reaktionären Preffe aus stiehlt, schindet und massakrirt- will sich offenbar bei der Feder Priester, welcher gegen die Republit sprechen sollte, gefonnen und verbreitet worden fift. Bei den freundlichen internationalen Spigelbande als„ Retterin der Gesellschaft" werde gerichtlich verfolgt werden. Mit 817 gegen Beziehungen, die der Berliner Berichterstatter der Frank einen„ Gotteslohn" verdienen, hat aber die Teufelei gar zu 165 Stimmen wurde eine Tagesordnung angenommen, durch furter Zeitung" zu dem vom„ Borwärts" entlarvten wür plump eingefädelt. In der„ Norddeutschen" lesen wir: welche die Erklärung der Regierung gebilligt, dem Vertrauen digen Richt- Gentleman und Angeber Reuß unterhält, setzt Die spanische Regierung setzt die Nachforschungen nach der Kammer zur Energie derselben Ausdrud gegeben und die uns die gehässige Denunziation, die von vornherein gegen Anarchisten, welche mit den Dynamitanschlägen im Zu- Aushängung der Rede des Justizministers Ricard in allen die Zentralkaffen Stimmung machen soll, nicht in Er sammenhang stehen könnten, eifrigft fort. Es scheint aber Gemeinden Frankreichs angeordnet wird. staunen.nicht, daß die bisherigen Verhaftungen zu ernsthaften Der englische Rohlenarbeiterstreik. Es ist noch Der neue Bubenvater. Für die journalistischen Resultaten geführt haben. Der jedenfalls auffallende UmLandsknechte der preußischen Regierung ist ein neuer Pfleger ſtand, daß die vor dem Kortesgebäude verhafteten zwei feine Aussicht vorhanden, daß die Durhamer Kohlenarbeiter bestellt worden. Das Dezernat für die Preßangelegenheiten Individuen einen genau ausgearbeiteten Operationsplan in die Gruben zurückkehren werden. Wie es scheint, haben beſtellt worden. Das Dezernat für die Preßangelegenheiten des Anarchistenbundes" bei sich führten, giebt einigen Breß- die Anerbietungen der Grubenbefizer noch nicht genügt. im Ministerium des Innern, welches bisher vom Geheimen Regierungsrath Dr. Lindig verwaltet wurde, ist jetzt in die organen, worunter die Epoca" zu nennen, Anlaß, offen die Von Bourgeoisblättern wird bei dieser Gelegenheit wieder Hände des Geheimen Regierungsraths v. Philipsborn über- Vermuthung auszusprechen, die Polizei sei bei der Madrider der alberne Gemeinplatz aufgetischt, auch für den Fall des gegangen. Bugleich ist letterem nunmehr auch die Leitung" Dynamitverschwörung" näher betheiligt, als sie einzu- Gelingens würde der Streit mehr, oder mindestens ebenso bes literarischen Bureaus übertragen worden, gestehen für gut befinde. Als einen agent provocateur viel foften, als er einbringt. Die Thorheit der Argumentation während Dr. Lindig das Kassenwesen des genannten Mini-( Locfpitel) bezeichnen mehrere Blätter auch den nunmehr tritt gerade im gegenwärtigen Fall besonders klar an den fteriums übernommen hat. verhafteten Anarchisten Munnoz, welchem eine Art Ravachol. Tag. In Geld ausgedrückt wird allerdings vielleicht kein Rolle zugetheilt war, indem sie aus dessen Borleben aller Gewinn erzielt werden, aber anders steht es um die Der Streit im konservativen Lager. Nach dem dings nicht ganz unbedenkliche Mittheilungen machen. Ma chtstellung. Hätten die Rohlenarbeiter sich die groben Geschüße der Exklusion des Don Quijote Helldorff Munnoz soll früher Ordonnanz im Kriegsministerium ge- Lohnreduktion ruhig gefallen laffen, so wären sie in der de la Bedra entspinnt sich jetzt auf der ganzen Linie ein wesen sein und sei degradirt worden wegen falscher Denun- Gewalt der Grubenbefizer, die bald mit weiterer Rebuftion munteres Heckenfeuer. Liebenswürdigkeiten fliegen herüber ziation gegen 17 Rameraden. Derselbe habe weiter dem anrücken würden. Jetzt aber find den Grubenbesizern und und hinüber, und das Konservative Wochenblatt"( Ober- Kriegsministerium hohe Summen abgeschwindelt und höhere in noch höherem Maße deu durch Jntereffengemeinschaft leiter von Helldorff) verficht mit wenig Geschick und viel Offiziere fälschlich geheimer Beziehungen zur Partei Borilla's mit ihnen verbundenen Besitzern der Eisenwerke durch den Eifer die Sache der Gouvernementalen und ihres Herrn und angeflagt. Nachdem er begradirt worden, habe er als Streit so toloffale Berlufte beigebracht worden, daß die Herren Kapitalisten sich auf lange Zeit hinaus hüten Meisters. Wie viel Herrenhäusler dem von Helldorff den Geheimpolizist Berwendung gefunden." werden, muthwillig einen Streit zu provoziren und den Laufpaß ausstellten, ist doch gleichgiltig, da Niemand, gleichgiltig, da Niemand Herr Thielen, der Sozialreformer. Als wir den Kohlenarbeitern ohne zwingendften Grund eine Lohnherabs zweifelt, daß diese Fraktion fest zusammenhält. 109 Mitgliedern haben 85 die Adresse an Beolig unter jüngsten Erlaß des preußischen Eisenbahn- Ministers als eine fegung zu bieten. Uebrigens dürfte noch im Lauf dieser schrieben. Vor die Thür ist er nun einmal gesetzt, der an Reihe wohlflingender, aber nichtssagender Worte tenn Woche ein Kompromiß zu Stande tommen. die Luft Gesezte mag über die Rauheit des wirthes zeichneten, wurde die soziale Politik der Eisenbahn- VerPräsidentenwahl in Argentinien. Nach einer Mel schelten, aber dieser wahrt sein Hausrecht, und das genügt. waltung, die in Arbeiterentlassungen glänzt, gebührend Weshalb aber gerade von Helldorff so jungferlich empfindsam hervorgehoben. Raftlos schreitet Herr Thielen auf dem ein- dung aus Buenos Aires ist die Wahl des neuen Präsidenten fich gebärdet, ist räthselhaft; er war es doch, der vor gar geschlagenen Wege fort. Die Eisenbahn- Verwaltung setzt auf den 12. Juni d. J. festgesetzt. Die für die Präsidentennicht so langer Beit die Hundeweisheit offen zu Markte, die Arbeiter entlassungen auch im Frühjahr fort. wahl bestimmten Wahlmanner sollen Saenz Bena günftig gebracht hat, er wolle sich vom Fürsten Bismard hie und In der in alle a. G. neben der Zentralwerkstätte gestimmt sein.da einen Fußtritt gefallen lassen. Frankfurt bestehenden sogenannten Nebenwertstätte ( Direktion Magdeburg) ist jetzt von dem Bestande von Den Höbel über Euch! Der Reichsbote" fucht die 80 Mann zum 15. April wieder 15 Mann gekündigt internationale Dynamit- Spigelfomödie für seine lauteren worden, 15 weitere sollen dann folgen. Daneben ist seit auf Zwecke auszubeuten und wirft mit altbewährter Wahrheits länger als 2 Monaten die tägliche Arbeitszeit von 10 liebe Sozialdemokratie und Anarchismus in Einen Topf. 9 Stunden und demgemäß der Lohn beschränkt worden. Da alle nicht- idiotischen und nicht- bösartigen Menschen von Von der Entlassung sind auch vielfach verheirathete Leute der Verkehrtheit und Perfidie einer solchen Unterstellung betroffen, die viele Jahre schon im Dienste der Bahn geüberzeugt sind, so ist es flar, daß das Organ des Hofstanden haben..Parteinachrichten. An die Parteigenoffen! Die Agitationstommiffion für Ober- und Niederbayern hat fich konstituirt und ihre Thätigkeit begonnen. Alle hiesigen und auswärtigen Genoffen, welche geneigt sind, als Redner für die Arbeiterfache in Südbayern zu wirken, Eduard Schmid, rols2 predigers aller D- eutschen sie salbungsvoll ausspricht. Die Zum Kapitel der Soldatenmißhandlungen. Das werden ersucht, der Agitationstommission hierüber Mittheilung Sendung der Stöcker war es freilich von dem Augenblick Ulmer Schwurgericht hat am 9. und 10. April über die auf zu machen. an, da sie in der Geschichte aufttaten, sich mit den Lumpen Befehl des Rittmeisters Lauenstein verübte Rekrutenmißhand- Agitationskommission Redner entfenden soll, wird um möglichst Bei Beranstaltung von Bersammlungen, zu welchen die proletariern abzugeben. Und das zarte Berhältniß, daß den lung abgeurtheilt. Angeklagt find fünf frühere Dragoner. Lauen- frühzeitige Meldung ersucht, damit eine planmäßige Vertheilung öden Stöcker von 1878 mit dem blöden ödel verknüpfte, stein wird als Zeuge nicht beeidigt. Er sucht den Befehl zu der Kräfte möglich ist. ist nur ein Beleg für die Bähigkeit geschichtlicher Kontinuität. leugnen, wird aber völlig überführt und auch beim Ver- Alle Briefe, fowie Anregungen und Wünsche in Agitations Wenn die Heiligen des„ teichsboten das chriftliche Liebes- lassen des Schwurgerichts ausgepfiffen. Dragoner Reusch, Angelegenheiten sind an werk der Berleumdung des Sozialismus üben, so ist die wegen Körperverlegung und Meineids angeklagt, erbrachte einfache Antwort: Den Hödel über Euch! den Beweis, daß er aus Mitleid nicht mitschlug. Der Ber- on Entenbachstr. 46, III. München, ( Nr. 100 vom 9. April) schreibt in einem Nachruf, den fie Worten:" Der wahre Schuldige saß nicht unter den Anshrige beizutragen zur eifrigen Förderung der sozialdemokratischen An alle Gesinnungsgenoffen ergeht die Aufforderung, das Sört! Hört! Die Frankfurter Beitung" theidiger, Friedrich Haußmann schloß seine Rede mit folgenden au richten. ihrem fürzlich gestorbenen Metteur widmet: geklagten, sondern auf der Beugenbaut!"( Beifall. Der An Anfechtungen hat es ihm freilich auch nicht ge- Präsident droht mit Säumung der überfüllten Gallerien.) gitation, welche den Zweck hat, daß arbeitende Bolt über seine wichtigsten Interessen aufzuklären. fehlt; fie tamen aus den Kreisen der Gehilfen und steigerten Die Geschworenen sprachen sämmtliche Angeklagten frei. Der München, 9. April 1892. fich in den Beiten der großen Ausstände, 1878 und Präsident theilte mit, die militärische Untersuchung gegen namentlich im letzten Winter oft zu gehässigen An- Lauenstein werde nun sofort aufgenommen. griffen und Verdächtigungen. Holzapfel, der auch in getränkt hatten." F M Die Agitationstommission für Ober unb Eduard Schmid, Borsitzender. Niederbayern. Freizügigkeitsgesetz und der gefunden Vernunft ins Gesicht folchen fritischen Beiten nie die Stube und Besonnenheit verlor, Ein vernünftiges Wort. Die demokratische fegte der Berunglimpfung, die er erfuhr, das Bewußtsein ehr- 8üricher Bost" Nr. 85 vom 9. April schreibt: Bon Das Liebknecht'sche Landtags Mandat. Mit der Entlichen Willens und gefefteter Ueberzeugung entgegen; braufte er Lausanne aus soll ein Stoß für Italien bestimmter Scheibung des fächsischen Landtags, daß das Mandat Liebknecht's einmal, wenn es gar zu arg wurde, wenn ihm namentlich der anarchistischer Manifeste, betitelt: Unione mit seinem Weggang nach Preußen erloschen sei, ist die AnUndant mit giftigem Bis aufegte, zornig und wild von der Ansicht aus, daß zur Ausübung des Landtags- Mandats auf, fo lonnte man sicher sein, daß er über diesen Born bie rivoluzionaria anarchica" nach Lugano gefandt worden sein gelegenheit noch nicht beendigt. Die Landtags. Majorität ging Sonne nicht untergehen lassen werde. Und wie oft hat er, und man will wissen, daß eidgenössische Juſtizdepartement ein that fächliches ununterbrochenes Bohnen in wenn der Stamps entschieden war, an maßgebender Stelle gerade babe bereits eine Untersuchung eingeleitet. Offenbar ift Sachsen gehöre. Nun widerspricht aber diese Auffassung aller für die ein mildes Wort der Fürsprache gehabt, die ihn am schwersten jetzt auch das Korps der Nicht- Gentlemen wieber thätig bisher auch in Sachsen- geübten Braris; und wenn die In der letzten Zeit war bei ihm der Geschäftsgang etwas Annahme, auf welcher der Landtags Beschluß ruht: daß ein Von unserer Gepflogenheit, Nekrologe einer Kritik nicht lau geworden, nun dürften diese dunklen Herren fich be- deutscher Staatsangehöriger mit dem Augenblid, wo er fei e3 zu unterziehen, nehmen wir deshalb Abstand, weil die mühen, den Ausfall zu decken. Ein Anarchistenprozeß in auch nur vorübergehend in einem anderen deutschen Bundesnaturwüchsige Auffaffung des demokratischen Organs hier London hat dieser Tage den ziemlich sicheren Beweis er staat thatsächlich wohnt, feinen Bohnfis im Sinne des Geeinmal in blüthenweißer Reinheit zum Durchbruch kommt. bracht, daß ein von der Polizei besoldeter Lump die Haupt- feges verloren habe, dann ergeben sich die ungeheuerlichsten, dem Wie die Gelehrten der Frankfurter Zeitung" über das rolle spielte. Daß in Genf mehr als nur eine fremde schlagenden Konsequenzen. Liebknecht hat deshalb die ihm vom Wesen und die Bedeutung der Ausstände denken, erhellt Regierung Lockspiel am Futter hat, ist uns zu Anfang Leipziger Rath abermals zur Rückzahlung angebotenen Steuern aus dem finnigen Urtheil des Nachrufs, der die echte soziale dieser Woche von der ehrenwerthen Telegraphenagentur für das vorige Jahr nicht angenommen und geantwortet, daß er Bolitit des Blattes in nuce enthält. Wie es sich in den Dalziel versichert worden, und Genf ist nicht der einzige bie Sache auf dem Beschwerbewege weiter verfolgen, und sie sechsunddreißig Jahren. seines Bestehens mälig gewandelt schweizerische Ort, wo diese Sorte wächst. Defters stammen fchließlich vor den Reichstag bringen werde. und aus dem Walstrom des Radikalismus in den gemäch- die in der schärfften Tonart gehaltenen Erlaffe von obrigBur Maifeier. In Bremen hat der Radfahrerklub den lichen Schlendrian kapitalistischer Behaglichkeit hinein- keitlich gedungenen Revolutionären her; laſſe man sich nicht ihm von der Stadt zur Verfügung gestellten Spielplay an der gleich schrecken, es steckt hinter gewissen blutigrothen Schleifmühle den Arbeitern unentgeltlich aur Maifeier überlassen. Aufrufen ganz ebenso wenig wie hinter manchen In Leipzig hat die Polizei sowohl den geplant gewefenen Gründungsprospetten." Umzug fowie die Aufstellung der Festtheilnehmer auf dem der Rath die Hergabe des Rennplatzes zur Abhaltung des Feftes Auguftusplay verboten. Da, wie schon früher mitgetheilt wurde, verweigert hat, wird daffelbe in Stötteris stattfinden. Auch in der freien" Reichsstadt 2übed hat die Polizei den Umaug ver Todtenliste der Partei. In Stuttgart starb am Freitag • getrieben ist, das liegt klar zu Tage. Und des Mädchens frühe Künste Werden nach und nach Natur." Im Uebrigen haben wir nie daran gezweifelt, und eine langjährige Erfahrung hat es bestätigt, daß jede bürgerliche Lackirer Zahn hat. Kolonial. Fiasko. Wenn die staatliche Rolonial politik auf der ganzen Linie Fiasko macht, dann kann man fich nicht wundern, wenn die private Kolonialpolitik das nämliche Schicksal erleidet. Was dem Bismarck, Salisbury, boten. Freycinet Recht ist, ist dem Baron Hirsch billig. Ganz so hat die Sache zwar nicht angefangen, aber doch Richter bramarbafirt in seinem Blatte zum wer weiß wie unsinnig und gedankenlos, wie die meisten seiner amtlichen der Kassirer des Metallarbeiter- Verbandes, Edmund Goldbach. Sum deutschfreifinnigen Steuererlaf. Herr Eugen schlagen habe. Geine steuerpolitische Auffassung erlaubt es unsinnig genug; und so kann es uns denn nicht erstaunen, Partei und wirkte hauptsächlich in Krimmitschau und Leipzig. ihm, die Miethssteuer in Schuß zu nehmen und auf unsere daß seine Juden kolonien in Argentinien nach Die Proletarierkrankheit machte es ihm unmöglich, ſeinem Beruf Argumente durch heftiges Schelten zu antworten. Herr feiner Richtung hin ihrem Zweck entsprechen, viel Unheil als Feilenhauer weiter nachzugehen, und so folgte er vor etwa Richter schrieb die„ Irrlehren" und die Zukunftsbilder", angerichtet haben, und in voller Auflösung begriffen sind. Jahresfrist einem Rufe des Metallarbeiter- Verbandes nach Stutt und wir siegten" im 22. sächsischen Reichstags Wahl Den Herren Antisemiten, die da schadenfroh ausrufen: gart. Sein uneigennügiges und aufopferndes Wirten für die freise, wir errangen große Erfolge bei den preußischen Ja die Juden können nicht tolonifiren, weil sie nicht Bartei sichert ihm ein ehrendes Andenken. Landgemeinde Wahlen und bei den Wahlen zum Gewerbe- arbeiten, nur schachern wollen, sei beiläufig das Schicksal der gericht, trotzdem laut der Freifinnigen Zeitung" Deutsch Adelskolonien land mit den Nichter- Broschüren überschwemmt worden ist. Anfangs der 40er Jahre in Texas und später in Brasilien verein Alpenrose" die Einreichung des Mitglieders D ins Gedächtniß die gerufen, Bolizeiliches, Gerichtliches c. In Uetersen verlangte die Polizei vom Gesangs Herr Richter vernichtet unsere Stritit des schoflen Mieths begründet wurden, und durch die Bank ein elendes Ende ge- verzeichnisies, als ihr ein Ball dieses Bereins auf Grund Steuer- Systems, das so köstlich harmonirt mit dem angeb nommen haben. All' diese, von oben herab gemachten der neuesten Regierungsverordnung angemeldet wurde. Man hat und überhaupt gegen alle vas Bolt belastenden Abgaben, find von vornherein nicht lebensfähig. War doch sogar ein jenen Vereinen die Einreichung der Mitgliederliste z. verlangt, und die nächsten Berliner Gemeinde- und Reichstags- Wahlen Robert Owen, dessen wunderbarem praktischen Talent welche sich mit öffentlichen Angelegenheiten beschäftigen. Gefang werden ihm zeigen, wie furchtbar sein neuester Sieg über bedeutende Mittel zur Seite standen, nicht im Stand, seine vereine laffen sich zwar gern öffentlich hören, das ist aber noch mis ift. Je intensiver die Dichtigkeit der Berbreitung des Mustertolonien über Wasser zu halten. Wobei wir uns eine öffentliche Angelegenheit im Sinne der Juristen. Richter'schen Sozialisten- Lodes, pesto, erfreulicher die Aus- allerdings entschuldigen müssen, daß wir den edlen groß Theater. Dienstag, den 12. April. Opernhaus. Der Freischütz. Schauspielhaus. Kabale und Liebe. Deutsches Theater. Doktor Klaus. Leffing- Theater. Das Recht der Frau. Paragraph 330. Berliner Theater. Rean. Wallner- Theater. Der Löwe des Tages. Rehdenz- Theater. Der kleine Schwerenöther. Friedrich- Wilhelmätädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Unser Zigeuner. Ein delikater Auftrag. Bellealliance- Theater. Pechschulze. Oftend- Theater. Maria Stuart. Adolph Ernst Tanzteufel. Theater. Der Fernpalat. Spezialitäten- Borstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spe zialitäten- Borstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Borftellung. Banfmann's Variété. Spezialitäten Borstellung. Konkordia- Palast- Theater. Spezialitäten- Borstellung. American Theater. SpezialitätenVorstellung. Eiskeller. Theater und SpezialitätenBorstellung. Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Mittwoch, den 13. ds. Mts., Abschieds- Vorstellung. ☐ Circus Renz. Karlstraße. Dienstag, den 12. April 1892, Abends 74 Uhr: Preisliste des Waaren- Verkaufs- Verein D. LUBLINSKI Berlin S., Nr. 50, Oranienstraße Nr. 50, zwischen Oranien- und Moritz- Platz. Bur Beachtung. Mit der dritten Auflage unserer Preisliste vor die Deffentlichkeit tretend, sind wir im Stande, wesentlich herabgefekte Preise zu stellen. faßten Grundsägen, seinen Abnehmern alle nur möglichen Vortheile zu bieten, fest. Trotz aller Tabel der Berliner Grossisten werden wir unsere Preise nach Troß aller Anfeindungen der Konkurrenz und hauptsächlich der Berliner Engros- Geschäfte hält der Verein an den bei Begründung des Unternehmens ges wie vor bei Entnahme eines Pfundes so billig stellen, als diese selbst bei Entnahme eines Gentners nicht verkaufen. Der Waaren- Verkaufs. Verein hat den Zweck, den Unfitten in der Kaufmannschaft, für 1/2 und 1/4 Pfund im Verhältniß mehr zu berechnen, als für ein ganzes Pfund, entgegenzutreten. Daß für 2 Pfund eines Artikels ein billigerer Preis eintritt( wenn z. B. 1 Pfund 40 Pf. tostet und 2 Pfund mit 75 Pf. berechnet werden), läuft ebenso den Grundsägen des Vereins entgegen, denn wir erblicken hierin einen 3wang, der auf den Käufer ausgeübt wird, und eine Uebervortheilung des Käufers, der sich nicht in der glücklichen Lage befindet, 2 Pfund oder 1 Pfund zu kaufen. Wir betrachten deshalb alle Käufer als gleichberechtigt, und berechnen bei Entnahme größerer Quantitäten feine billigeren Preise. Dagegen bes rechnen wir für halbe und viertel Pfunde genau den Pfundpreis, wenn z. B. das Pfund 35 Pf. foftet, so foftet 2 nicht 18 oder gar 20 Pf., sondern nur 172 und 1/4 nicht 9 oder 10 Pf. sondern 83/4 Pf. Die entstehenden Bruchpfennige werden dem Käufer in Münzen des Waaren- Berkaufs- Vereins heraus. gezahlt, welche jederzeit wieder in Zahlung gegeben, oder in Deutsche Reichsmünzen umgewechselt werden können. Kolonial- u. Materialwaaren. Kaffee, rob Kaffee, fein geröstet Feigenkaffee 1/1 84 Dividende. Pfund von 1, M. an. Oberschalseife, allerb. ferntrockene, gr. Stück 16 Pfg. Condensirte Milch 1,15 " Harzoberschalseife, beste Scheuer00 Vorletzte Vorstellung. ,, Aus der Zeit des Ritterthums." Am letzten Tage eines jeden Monats wird berechnet, welcher Reingewinn erzielt worden ist, worauf in den ersten Tagen des folgenden Monats Manege Schauftück mit Evolutionen, ein Maffen- Ronfum- Artikel zu besonders billigem Preise verkauft wird, um dem Käufer hierdurch eine Dividende zu ertheilen. Tänzen, Gruppirungen ausgeführt vom gefammten Herrenpersonal und den Damen des Corps de ballet. Ferner 10 Schimmelhengste, zufam men dresfirt und vorgeführt vom Dir. Franz Renz. The gold bird, geritten von der beliebten Schulreiterin Fräul. Clotilde Hager. Schulpferd Cyd, ger. von Herrn Gaberel. Contredanse. ger. von 9 Herren. 4 Gebrüder Briatore, Afrobaten. Sisters Lawrence am fliegenden Trapez. Miß Edith, Jockeyreiterin. Mlle. Rosa, Parforcereiterin. Pas de deux auf 2 Pferden von den Geschwistern Briatore. Mr. Jules, Reittünstler 2c. Komische Entrees von sämmtlichen Clowns. Morgen Abschieds- Vorstellung. Franz Renz, Direktor. 1/1 30 42 Für Brunnenkuren. Artikel zur Wäsche. 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Parteinachrichten. Landgemeinde- Wahlen. In Ebendorf siegten, wie die Landgemeinde- Wahlen. In Ebendorf siegten, wie die Magdeburger Voltsstimme" mittheilt, bei den Wahlen der 3. Klasse zur Gemeindevertretung die aufgestellten drei sozialdemokratischen Kandidaten. * Dienstag, den 12. April 1892. 9. Jahrg. Thätliche Rüpeleien versuchten in Orthweiler( Elsaß) lichen Wahlaufruf erlassen, in welchem besonders eine Kritik an fanatisirte tatholische Bauern gegen Sozialdemokraten aus Geb- den Etats der Vorjahre mit genauen Zahlenangaben geübt, und eiler und anderen Orten, die sich auf einem Ausfluge befanden. ein Programm mit den gemeinnützigen Forderungen, die wir an Man hatte sogar die Dorfkinder, welche an dem betreffenden die Gemeindeverwaltung richten, aufgestellt war. Die Gegner Tage die erste Kommunion empfangen hatten, aufgereizt, unsere wußten hierauf nur mit Schimpfereien zu dienen, insbesondere Genossen mit Steinen und Nebstöcken zu bombardiren. Die strogte der Wahlaufruf zu Gunsten des Steinfegmeisters Albert beiden Schulschwestern, welche die Kinder begleiteten, sollen die Hoffmann, der sich früher gerne den Anstrich gab, selbst Sozialfelben dabei angeführt haben. Dem Dorfpolizist wird hinsichtlich demokrat zu sein, von Schimpfausdrücken, um die ihn jede Heftige Kopfschmerzen machen den Herren von der Kre- der Belästigung der Sozialdemokraten, die übrigens in feiner Ballonmüße beneiden könnte. Wen noch nicht die Gerechtigkeit felder Zeitung", einem Kreisblatt, die Erfolge, welche die Sozial Weise ihre Partei- Angehörigkeit fundgegeben hatten, gleichfalls unserer Sache überzeugte, dem mußte die Gemeinheit unserer demokratie bei den Gewerbegerichts- Wahlen errungen hat. Das Schuld beigemessen. Die Tapferkeit der Bauern hörte aber bald Gegner die Augen öffnen, um zu erkennen, wie tief die„ Ge Blatt meint, daß die sozialdemokratischen Mitglieder der Gewerbe- auf, als sie sahen, daß sich unsere Genossen nichts gefallen ließen. bildeten", die nur mit Schmutz um sich zu werfen verstehen, Gewerbe- Schuld gerichte ihre Urtheile gegen den Unternehmer abgeben würden Die Elsaß- Lothring. Boltsztg." fommentirt den für die Klerikalen unter den armen, ungebildeten" Arbeitern stehen. auch dann, wenn er im Recht ist. Man ersieht hieraus, wie höchft beschämenden Vorfall folgendermaßen:„ Die Sozialdemokratie wenig die Offiziöfen von Arbeiterangelegenheiten verstehen. Wäre hat in Elsaß- Lothringen jenes Stadium erreicht, wo sie die gesammte Die ,, Bons" der Berliner Arbeiterkolonie werden von dem nicht so, so würden sie sich erstlich nicht wundern können, Bevölkerung von Grund auf in Bewegung zu setzen beginnt. mitleidigen Seelen in geradezu verschwenderischer Weise verdaß bei den Gewerbegerichts- Wahlen die Sozialdemokraten fast Das hat sich schon bei den legtjährigen Gemeinderathswahlen ausgabt. Das ist bequem, foftet nicht viel und erfüllt den überall siegten, denn das ist jedem Kundigen von vornherein klar gezeigt, am deutlichsten Mülhausen. Die Gegner der neuen tugendhaften Menschen mit dem beseeligenden Gefühl, wieder gewesen, und zweitens würden sie die alberne Verdächtigung Bewegung lächeln nicht mehr mitleidig und sprechen nicht mehr einmal ein recht gutes, gottgefälliges Werk gethan zu haben. unterlassen haben, der Sozialdemokrat im Gewerbegericht werde unter verächtlichem Achselzucken von„ utopistischen Schwärmereien". Fürsorgliche Hausväter haben das" Bonbuch" immer zur Hand: das Recht beugen. Der Sinn für Gerechtigkeit ist im sozial- Sie sehen, daß die Bewegung auch hier bereits tief Wurzel ge- sobald sich ein Bettler zeigt, sobald ihr Mitleid in irgend einer demokratischen Arbeiterhirn so start entwickelt, wie er in einem schlagen hat im Herzen des Volkes; fie merken mit einem Worte, Weise erregt wird, ein Griff in das Bonbuch und sie haben Menschenhirn des 19. Jahrhunderts überhaupt entwickelt sein daß die Sache, weit entfernt, lächerlich zu sein, sehr ernst ihr gutes Herz gezeigt. Einige Beispiele für diese Behauptungen fann. Wenn das Blatt unter Bezugnahme auf die unkontrollir- ift. bare Aeußerung eines rheinischen Parteigenoffen ferner der Auf- Bewegung Diefen Entwickelungsgang hat die sozialdemokratische sind uns zur Hand: Ein Arbeitsloser wurde vom Hunger derart überall durch zu machen, 100 fie auftritt: gepeinigt, daß er sich nicht anders zu helfen wußte, als in einen fassung Raum giebt, daß für die Leitung der sozialdemokratischen zuerst wird sie befpöttelt, dann wird fie in fanatischer Bäckerladen der Kurfürstenstraße zu gehen und zu bitten, ob man Partei die Gewerbegerichts- Wahlen fein ernsthaftes Interesse uth bekämpft, und endlich kommt der anfänglich überwältigen- ihm nicht eine Schrippe schenken wolle, weil er sich kaum mehr hätten, so ist das genau so geistreich, wie der zum Schluß ge- den Masse der Gegner die Erkenntniß, daß sie allein den richtigen auf den Beinen halten könne. Der Meister war zufällig selbst äußerte Wunsch, man solle die neuen Geseke so abfaffen, daß Weg in Zukunft weist. Im Elsaß sind wir jegt im mittleren im Laden, er sagte dem armen Teufel, er solle etwas warten, dieselben unserer Partei feinen Nugen bringen. Das Kraut, Stadium dieser Entwickelungsperiode begriffen, in dem der ging in die gute Stube" und händigte dem Hungernden- eine was gegen die Sozialdemokratie hilft, wächst nur im wohl fanatischen Bekämpfung."- Auch das wird vorüber- Schrippe? nein, einen Bon auf die Berliner Arbeiterkolonie angebauten Felde des Sozialismus. ein! Des innigen Dankgefühles voll zog der also Beglückte von gehen, und der Sieg und bleiben. dannen: er war der Berliner Arbeiterkolonie in der Reinicken " " Aus Sachsen. Die„ Gemüthlichkeit" in unserem Sachsen In Agram erscheint jetzt statt des seiner Zeit eingegangenen dorferstraße überwiesen" und damit war er vom Unterfennt teine Grenzen. Vor einiger Zeit hatten wir zu berichten, Radnicki Glasnik" ein neues kroatisches Parteiblatt unter dem gang gerettet." Ehe er dort angelangt wäre, war er allerdings daß der Redakteur der Wurzener Beitung", Thiele, wegen Namen Sloboda"( Freiheit"). Das Blatt vertritt die längst der besten aller Welten entrückt.. Ein Drehorgeleiner verbüßten Gefängnißstraße, die er sich durch Beleidigung Prinzipien des Hainfelder Programms und verspricht ein treuer Spieler unternahm den Versuch, seinen Seufzerkasten in einem der eines Stadtraths. zugezogen, aus dem Stadtverordneten- Kollegium Mitkämpfer für die Sache des arbeitenden Volkes zu werden. herrschaftlichen" Häuser des vornehmen Westen ertönen zu lassen, in Wurzen hinausbefördert wurde. Jetzt fommt aus Naun- Die Administration befindet sich: Agram, Ilica br. 150. an welchem das Plakat: Betteln, Hausiren, Musiziren u. s. w." hof bei Grimma die Nachricht, daß unserem alten Genossen noch nicht zu sehen war." Kaum waren der Walze" die ersten Lange das gleiche Schicksal widerfuhr. Lange war wegen BeTöne entschlüpft, als auch schon der Hauswirth des Entsetzens leidigung eines Schuhmanns zu zwei Tagen Haft verurtheilt voll herbeistürzte. Noch war der aber nicht an den Drehorgelworden. Darauf erhielt er folgende Verfügung: mann herangekommen, da öffnete sich ein Fenster, und ein älterer, würdig dreinschauender Herr winkte den Orgelmann heran. Gr hieß ihn in die behagliche Wohnung treten und nun malte die Phantasie dem Leierkastenmann 50 Pfennigs und 1 Markstücke au die Wand. Der würdige Herr aber nahm ein kleines Büchlein einen Bon für die Arbeiterkolonie! Wenn's so weiter geht, und reichte dem demüthig Dastehenden mit huldvollem Lächeln dann werden diese Bons noch ein unentbehrliches Handbuch jeder Berliner Bourgeois- Familie werden. An den Uhrmacher Herrn Karl Lange, hier. Der Unterzeichnete sieht sich zufolge Entscheidung des hohen tönigl. Ministeriums des Innern vom 8. Dezember 1891 veranlaßt, Ihnen hierdurch zu eröffnen, daß Sie nach fürzlicher Berbüßung einer Freiheitsstrafe im Amtsgerichts- Gefängniß zu Grimma gemäß§§ 65 und 44 unter e der Revidirten Städte Ordnung als Stadtverordneter aus dem Stadtgemeinde- Rath hier auszuscheiden sind. Gegen vorstehende Verfügung steht Ihnen das Rechtsmittel des Returses an die Aufsichtsbehörde zu. Naunhof, am 31. März 1892. Der Bürgermeister, Benkert." Lange, welcher sonst noch keinerlei Vorstrafen erlitten hatte, ist ca. 70 Jahre alt war und wegen geringfügiger Beleidigung eines Schußmanns zu zwei Tagen Haft verurtheilt worden; auf Geldstrafe oder Umwandlung der Haftstrafe in eine solche war nicht erkannt. Dies die Vorgeschichte der Freiheitsstrafe. Wir zweifeln nicht daran, daß auf eine eingelegte Beschwerde in letter Instanz das Ministerium fich auf die Entscheidung stüßen wird, die es auf die Beschwerde Thiele's fällte. Lokales. Aufruf! Arbeiter, Parteigenossen von Wilmersdorf! In Anbetracht der bevorstehenden Stichwahl, welche am Donnerstag den 14. April von 2-7 Uhr Nachmittags im Bittoria- Garten stattfindet, hält sich das Komitee nochmals im Interesse unserer Sache, sowie des Gemeinwohls Aller, für verpflichtet, Euch zu mahnen, am Tage Die Redaktion des„ Becliner Tageblatt" verwahrt sich der Wahl Mann für Mann am Wahltisch zu erscheinen und dagegen, die aus Inowrazlaw datirten Telegramme und KorreEure Stimme den zur Stichwahl stehenden Genossen Maurer spondenzen in Berlin hergestellt zu haben, indem sie uns die; Wilhelm Lindecke und Bäckermeister Wilhelm Groß Originaldepeschen und Zuschriften ihres Korrespondenten aus zu geben. Dann wird der Sieg auch unser sein und wir werden Inowrazlaw vorlegt. Wir erklären also, daß wir bei dieser Gedrei und nicht einen Kandidaten in der Gemeindevertretung haben. Darum thue ein Jeder seine Pflicht, wie es sich für klassen bewußte Arbeiter ziemt. legenheit die Phantasie der Redaktion des Berliner Tageblatt" mit Unrecht im Verdacht hatten, und wir es nur mit den Phantasiegebilden ihres Korrespondenten zu thun gehabt haben. Ferner sieht sich das Komitee veranlaßt, darauf aufmerksam zu machen, daß alle Diejenigen, welche in unmittelbarer Nähe ihre ,, Wie man in Berlin Häufer baut ist ein Tehrreiches Arbeitsstätte haben, wenn irgendmöglich so früh wie möglich zu Kapitel aus der Geschichte der Weltstadt. Das Treiben der erscheinen und ihre Stimme abzugeben, damit nicht in später Häuserspekulanten und der Grund- und Bodenwucherer im VerStunde der Andrang zu groß wird, und uns auf diese Art ein mit den Schiebungen der Bau- Unternehmer eingehend zu noch Stimmen verloren gehen können. Vor allem machen schildern ist taun möglich, weil diese Leute mit so viel SchlauReichsländisches. Die Parteigenossen von Geb weiler wir darauf aufmerksam, daß Punkt 7 Uhr das Wahl- heit operiren, daß es selten gelingt, dieselben zu fassen. Bei und Bühl haben sich untereinander verständigt, den Genossen lokal geschlossen wird und was nicht im Lokal ist, ganz besonders groben Mißbräuchen nimmt hin und wieder die Josef Vogel, Schneider in Gebweiler, zum Vertrauensmann der feines Rechts verlustig geht. Deshalb ersuchen wir Euch, Ar- Staatsanwaltschaft die Weiterverfolgung der Sache in die Hand fozialdemokratischen Partei für Gebweiler- Bühl zu bestimmen. beiter, Parteigenoffen, macht lieber, wenn Ihr in größerer Ent- und dann fördert die Gerichtsverhandlung gewöhnlich ganz er Gine Wahl in öffentlicher Versammlung, wie sie im fernung arbeitet, eine Stunde früher Feierabend, damit Ihr staunliche Dinge an den Tag. Am meisten geprellt werden in Organisationsstatut der Partei vorgesehen ist, konnte nicht er- Guer Wahlrecht ausüben könnt, und sorge so ein Jeder, daß wir der Regel die Handwerker, welche für den Bau- Unternehmer ar folgen, da im Bezirke der Kreisdirektion Gebweiler das trotz Vollmachts- und Forensen- Wahl dennoch Sieger feien. beiten. Der Unfug hat solche Dimensionen angenommen, daß erSozialistengefeß noch voll und ganz weiterbesteht auf Grund der wogen wird, wie man auf dem Wege der Gesetzgebung die Handnoch aus franzöfifcher Zeit vererbten Gesetze über Vereine und werfer schüßen könne. Ob das was helfen wird, steht dahin, Bersammlungen. Da unter preußisch- rücksichtsloser Anwendung denn die Gesetze sind oft nur dazu da, um umgangen zu werden. diefer willkommenen Hinterlassenschaft des sonst so vermalebeiten Ein Kleinmeister schildert uns seine Erlebnisse auf diesem Gebiet Erbfeindes" jede sozialdemokratische Voltsversammlung im Kreise folgendermaßen: Gebweiler einfach untersagt wird, so mußten sich die Partei- Der Sieg, den unsere Genossen bei den Gemeindewahlen in genossen von Gebweiler und Bühl unter sich über die Person Reinickendorf davontrugen, ist zum Theil unseren Gegnern des Bertrauensmannes einigen. selbst zu danken. Das Arbeiter- Wahlkomitee hatte einen sachFreie Volksbühne. Herr Pierre Loti hat vor einigen Tagen über Bola und den Naturalismus zu Gericht gesessen. Er verdammte sie beide, denn Auf zur Wahl und gebt Gure Stimme den Genossen Maurer Wilhelm Lindecke und Bäckermeister Wilhelm Groß. Das Komitee. Ich erhielt Ende Februar eine Postkarte von einem BauUnternehmer mit der Aufforderung, mich auf dem Neubau in der B.- Straße einzufinden, wo Arbeit für mich älteren Romans von Zola. Ich erinnere mich genaues find laffen. Hier hat ein theatralischer Mitarbeiter Emile Zola's jetzt fünf oder sechs Jahre her da wurde Therese Raquin hier manche Schuld auf sich geladen. in einem Lurustheater gegeben. Da hätte man die Reinlichkeits- Therese ist als Waise ins Haus der Madame Naquin aufeiferer bei ihrem Wert beobachten sollen. Sie wurden puterroth genommen worden. Kleinbürgerliche, muffige Luft erfüllt das vor Empörung, fie sifchten, fie trampelten mit den Beinen, fie Haus. Frau Raquin ist ein wenig verknöchert. All ihr Zärtund in dieser Hefe nur fühlten fie fich wohl. So gleiche ihre 1ohlten; denn sie wollten sich nicht in Bola's Folterkammer lichkeitsbedürfniß ergießt sich auf den einzigen Sohn, den sie den Strohs hat, den tränkelnden Camille. Sie möchte jeden literarische Arbeit der Verbrennung unsauberen Strohs, das einen nicht riechen, fie lehnten sich auf gegen die freche rauhen Luftzug von ihm abwehren und macht aus dichten, stinkenden Qualm verbreite. Das hat er gut gebrüllt, Bumuthung, daß in unserer guten, wohlgefitteten Gesell- ihrem Camille mit ihrer ewigen Verzärtelung erst recht ein frankes Herr Loti, der Löwe der Damensalons. Mit ganz fenfiblen, schaft, unter foliden, anständigen Leuten" so zu sagen Huhn. In ihrer blinden Liebe für Camille wird Frau Raquin überreizten Ich- Geschichten, deren künstlerischer Werth ihm nicht Reime genug ausgebreitet seien, aus denen später Ber- hartherzig, naiv- brutal und rücksichtslos gegen die ganze übrige bestritten sei, tam Pierre Loti, der zarte Herr, und schlug den brechen und Tragödien erwachsen können und sie verzogen Umgebung. Weil ein freier Luftzug ihrem brustschwachen maffigen, bluts und fastreicheren Emile Bola aus dem Feld. höhnisch ihr Gesicht, als töstliche Philistertypen auf die Bühne Camille schaden tönnte, dürfen auch bei herrlichstem FrühlingsDas heißt, es handelte sich blos um akademische Ehren. Pierre famen. Wie farrifirt!" riefen sie aus. Aber sie abuten nicht, wetter die Fenster im ganzen Hause nicht geöffnet werden. Loti wie Emile Zola bewerben sich um die Mitgliedschaft der von welch tiefer, ich möchte fagen, inbrünstiger Sittlichkeit Bola's So sieht Madame Raquin in ihrer Bornirtheit nicht, wie sie die Atademie, um die Ehrenstelle eines der vierzig Unsterblichen", Gewissenstragödie erfüllt sei, sie begriffen die hohe Reinlichkeit arme jugendliche Therese um ihr Anrecht auf Frohsinn und wie sie Berblendung und Größenwahn getauft, und 3ola nicht, die gerade aus diesem Werke hervorleuchtet und predigt: Jugendlust bestiehlt und betrügt. Therese hat alle Individualität unterlag. Sein Mitbewerber Pierre Loti wurde am vergangenen Wessen Hände sich begehrlich nach Glück ausstrecken, dessen Wille verloren. Ihre Welt ist die Krankenstube Camille's. Im StumpfDonnerstag mit allem feierlichen Brimborium, dessen auch die muß start sein, dessen Anschauung frei und deffen Seele heiter sinn nimmt sie es hin, und daß sie dankbar sein müsse, hat Pfaffen der Kunst und Literatur nicht entrathen können, zum und gesund. Sie verstanden den ingrimmigen Born nicht, der man ihr zur Genüge beigebracht, daß ihr Daseinszweck fei, " Unsterblichen" geweiht. Emile Zola aber erhielt einen Fußtritt. mit derber Fauft in Therese Raquin das Spießbürgerthum Pflegerin des franken Camille zu bleiben; und das Alles um den Wenn das in Paris geschieht und fein träftiges Gelächter peitscht, an und für sich schon ein wohlthätiges Beginnen. Bissen Brot, den sie am Tisch der Madame Raquin ißt. So das Echo zu den Bekenntnissen einer schönen Seele, wie der des In dumpfer Enge geboren und auferzogen ist Therese Raquin. fügt sie sich denn auch darein, den siechen Camille zu heirathen, Herrn Loti, abgiebt, so darf man sich nicht verwundern, daß hier Es treibt sie zu wandeln in einem Meer von Licht". Aber ihre als man ihr es befiehlt.. Das Recht der Selbstbestimmung wurde in Berlin, wo der gemachte Reinlichkeitseifer des Philifteriums ursprünglich gesunde Kraft ist vor der Zeit gebeugt und gerrieben. ihr längst verkümmert. Da tritt das Plögliche in ihrem Leben noch stärker ist als an der Seine, die Entrüstung gegen den Mit freier Hand das Glück zu ergreifen, das hat man ihr nicht ein. Naturalismus noch fräftigere Worte fand, als sie Bierre Loti gelehrt, und als sie der schwülen drückenden Enge zu entweichen fonnte systematisch Theresens geistige Frische untergraben, man konnte sprach. Insgeheim ist diesem Entrüftungsfieber ein leises Grauen sucht, um im Licht zu baden, da weiß die Angsterfüllte sie aber nicht gänzlich morden. Augen und Sinne gehen Theresen vor der Behandlung sozialer Stoffe beigemengt, denn mit Noth- nur Schleichwege und Tücken. Aber die dumpfe Angst auf. Aber die dumpfe Angst auf. Sie lernt in Paris einen fernfrischen Jungen, den wendigkeit sind Kunstwerke, die sich mit dem gegenwärtigen Menschen taugt am allerwenigsten, wenn man sich ein Glück Maler Laurent, einen Freund Freund ihres Gatten Camille, und den Wechselbeziehungen zwischen ihm, seiner Umgebung und erobern will. Durch eine böse Schuld wollte Therese fennen, und ihre ungeftillte Sehnsucht drängt zu ihm hin. Liefer den Verhältnissen, die ihn geformt haben, beschäftigen, beabsichtigt Raquin fich befreien und diese Schuld drängt sich fürchter- Efel erfaßt sie vor ihrem bisherigen Leben, dies bedrückende Daoder unbeabsichtigt zugleich fozialfritische Studien. Das Philiste lich rächend zwischen sie und ihr geträumtes Glück. Liebe läßt sein an der Seite eines Dahinfiechenden, diese Donnerstag- Abende rium aber in Kunst und Leben scheut vor nichts mehr sich nicht zwingen, Glück läßt sich nicht stehlen. Als Therese mit ihren Dominopartien und ihren ledernen Philistern, die zu zurück, als der sozialkritischen Studie. Man möchte sich wohl Raquin genießen will, da erftirbt ihr die Genußfreudigkeit auf Besuche kommen und deren Tagewerk so unfäglich nüchtern, fo einen Lazarus malen laffen, einen Lazarus meinetwegen den bleichen Lippen. Sie hat sich vermessen, zu fliegen und ihre unfäglich einförmig verläuft. Und daneben der gesunde, kraftmit lang herabwallendem grauem Bart, mit Muschelhut und Flügel waren geftugt und der Flugkraft beraubt. Das war ihr volle Laurent, der sie wiederliebt. Sie könnte sich ihr Naturrecht Bilgermantel troß seiner Nermlichkeit in theatralisch vornehmer Schicksal, das war ihre Tragödie und sie kommt im dritten Aft frei wiedererobern und in freier Wahl ihrem Laurent folgen. Saltung, wer aber ben Lazarus malt, wie er ist, und man ihn von Zola's Dichtung zu großartig- düsterer Entwicklung. Freilich aber die Gespenster ihrer gutbürgerlichen Erziehung rumoren in leibhaftig auf ber Baſſe ſieht, einen gebeugten Bettelmann in bleibt der Schlußakt dann nicht auf dieſer lauteren Höhe großer ihr, und sie sieht den einfachsten, geradeſten Weg nicht, den sie zu Lumpen und gliden, dem Noth das Gesicht durchfurcht und tiefgreifender Poesie. Ein äußerliches, theatralisches Motiv kommt wandeln hätte. Die Berbitterung gebiert büfe Gedanken in ihr, Hunger den Glanz der Augen getrübt hat, dann:„ freuzigt ihn"! hinzu, um die Strafe, die Therese Raquin trifft, noch grausamer und was die Freie nie über sich vermocht hätte, das reift in der Gin Wert Emile Zola's wurde am gestrigen Sonntag erscheinen zu lassen. Dem Poeten, nicht dem theatralischen Frau, die zur Sllavin erzogen war, zur That. Laurent, Therese zum ersten Male auf der freien Boltsbühne vorgeführt. Es war Macher, genügt ein Blick in das innere Grauen, das in der und Camille unternehmen eine Kahnfahrt auf der Seine. Wie das Trauerspiel„ Therese Raquin", die Umarbeitung eines Seele Theresens wohnt, um die Tragödie voll austlingen zu aufällig stößt der Kahn auf einen Pfahl, tippt um und Camille zu hoben sei. Ich war drei Monate krau! gewesen, die Krankheit hatte viel Geld gekostet, so daß ich froh war, wieder etwas verdienen zu können. Zwar wußte ich, daß es riskant sei, für Neubauten zu liefern, ich glaubte aber, durch feste Ab- machungen mich sichern zu können. Ich erhielt auch die Arbeit (Lieferung von Klosetbrettern) und machte mit dem Unternehmer aus, daß nach erfolgter Lieferung und Abnahme baare Zahlung geleistet werden sollte. Als ich die Arbeiten ablieferte und sah, wie„gebaut" wurde, wurde mir schon etwas schwül zu Muthe. Es wurden eben Thören eingesetzt,— das waren aber keine neuen, sondern durchwegs alte Thören. Ein halbes Dutzend Einsetzer flicklen dieselben aus: war eine zu groß, so wurde einfach ein Stück abgeschnitten, war die andere zu klein, so wurde angeflickt, was fehlte. Die Klosetbecken waren ebenfalls alt und bereits ganz verrostet. Mit dem anderen Material stand's so ähnlich, so daß man getrost sagen kann, aus den Ueberbleibseln zweier alter Häuser wurde ein neues aufgebaut. Die Außenseite freilich »-- hochherrschastlich! Balkons, eine Menge Stückarbeit, eine großartige Fassade. Wenn sich Jemand durch die Außenseite blenden läßt und die„Klamottenburg" kauft, der ist schön angeschmiert, er kann gleich wieder von vorn Ii» bauen anfangen. Ich lieferte also die Arbeit, dieselbe wurde ür gut befunden und ich wartete nur auf die Bezahlung. Es war„zufällig" kein Geld mehr da und ich wurde für den fol- enden Tag wieder bestellt. Da gab's aber auch noch uichts, es ieß, am Sonnabend sei Zahltag. Nächsten Sonnabend war ich wieder da. Ich traf eine ganze Anzahl Leidensgefährten, welche schon Wochen lang aus Geld vertröstet worden waren. Der Bauherr ließ sich an diesem Tage überhaupt nicht sehen und der Buchhalter erklärte, er habe keine Ermächtigung, Zahlungen zu machen. Unverrichteter Sache mußten die Handwerker wieder nach Hause pilgern. An elnem der nächsten Tage gelang es mir endlich, den Unternehmer zu erwischen. Der sagte mir voll Seelenruhe: Ihre Arbeit ist sehr gut, Geld können Sie aber jetzt nicht kriegen; wenn Sie nicht warten können, hätten Sie nicht Meister werden, sondern Gehilfe bleiben sollen! Bis heute warte ich noch vergeblich auf die Bezahlung, sodaß ich meine Forderung werde einklagen müssen. Ich kann Klein- meistern nur den Rath geben, für Bauspekulanten nur dann zu arbeiten, wenn fie für ihr» Forderung von vornherein sicher ge- pellt sind. „Der KonfektionSr" giebt unter der Ueberschrift„Miß- stände in verschiedenen hiesigen Detail-Herrenkonfektionsgeschäften' die in unserem Bericht über die Schneiderversammlung am 29. März abgedruckten Beschwerden der Schneider wieder. Nach einem kleinen Hieb gegen die Sozialdemokraten— ohne solchen geht es einmal nicht ab— sieht sich das Organ der Konfektionäre aber doch ver- anlaßt, zu erklären, wenn dergleichen Zustände, wie die ge- schilderten, in den Werkstätten hiesiger Konfektionsgeschäfte herrschen, man die Klagen der Arbeiter für berechtigt auerkennen müsse. ES werden hierauf die von uns gebrachten Beschwerden über eine Anzahl Finnen abgedruckt und daran die Bemerkung geknüpft:„Hossenilich genügt dieser Hinweis, die betreffenden Firmen zu veraulasien, die hier gerügten Zustände abzuschaffen." So hofsnungSfelig sind wir nun allerdings nicht, daß für die Serien«in kleiner Hinweis genügt;' wo eS darauf ankommt, eldkosten zu vermeiden, da sind sie zäh und abgebrüht bis ans Herz hinan. Was die Arbeiter je von den„Herren" erlangl haben, das hatten sie nicht ihrem guten Willen zu danken; sie mußten es ihnen abzwingen. lieber die Bestrafungen auS Aulaft der Straßen- nnrnhcn im Februar bringt der„Reichs-Anzeiger" folgende Zu- sammenstellung: Wegen der am 2S. Februar d. I. und an den folgenden Tagen in Berlin vorgekommenen Etraßenexzess» sind«ine Reihe von Personen zur gerichtlichen Untersuchung gezogen worden. Bon diesen Personen wurden die am geringsten Belasteten. 6S an der Zahl, dem Amtsgericht I. Hierselbst gemäß 8 2U der Slraf- prozeß-Ordnung zu sofortiger Aburtheilung vorgeführt. Di« Ab- urtheilung erfolgle gegenüber 4S Vorgeführten bereits am ersten Werktage nach der That. Gegen dl« übrigen, welche die ihnen zur Last gelegten Handlungen bestritten und dadurch ein« umständ- sichere Beweisaufnahme nothwendig machten, ist inzwischen von dem Schöffengericht deS Amtsgerichts 1. hier ebenfalls auf Straf« ertann: worden. Das gleiche gilt von acht anderen Schuldigen, hinsichtlich deren die Untersuchung nach den be- stehenden Vorschriften von vornherein bei dem Schöffengericht anhängig gemacht worden war. Gegen 21 schwerer beschuldigte Theilnehnrer an den Exessen ist am IS. März d. I. von der Etraikaminer 11 des Landgerichts I hier und gegen die drei am schwersten Belasteten am 2ö. desselben MonatS von dem Schwurgericht hier daS Urlheil gesprochen worden. Die Strafen lauten. abgesehen von den wegen geringfügiger Uebertretungen ver- hängten, aus mehrwöchige Haft bis zu vier Jahren Zuchthaus. Insbesondere sind gegen dre von der Strafkammer verurtheilten 21 Delinquenten insgesammt 2ö Jahr« ll Monate und gegen einen nachträglich noch Abgeurtheilten 8 Jahre 6 Monat« Ge- fängniß festgesetzt worden, so daß aus jeden der Bestrasten durch- schntttlich fast l1/» Jahre Gefängniß kommt. Gegen die drei von dem Schwurgericht bestrasten Uebelihäler sind 4 Jahr« Zuchthaus deziehungsweis« drei Jahre Gefängniß beziehungsweise 2 Jahre Gefängniß erkannt worden. Die meisten der Ber- urtheilten haben sich bei dem Richterspruch beruhigt und ver- büßen gegenwärtig ihre Straf» oder haben sie bereits verbüßt. versinkt. Laurent und Therese schwimmen ans Ufer. Camille bleibt von den Wellen begrabe». Ader Laurent und Therese haben diese» Zufall heraufbeschworen, sie haben Camille getödtet. Ein Jahr ist vergangen, unentdeckt ist das Verbrechen geblieben, und Laurent hat die verwittivet« Therese gefreit. Jetzt, wo sie ihrer froh werden könnten, machen die beiden die fürchterlichsten Gewissensaualen durch. Statt des heißen Genüsse»«artet ihrer frostiger Ueberdruß, ihre zärtliche Lied« verwandelt sich in blutigen Haß. Therese steht in Laurent den Mörder ihres Seelenfriedens und er umgekehrt in ihr die Verdrecherin. Nur die Gemeinsamkeit der That hält sie vereinigt. Und Madame Raquin weiß, wer die Mörder ihres Sohnes waren, nicht den irdischen Richtern übergiebt sie sie, eine grausamere Rache behält sie sich vor,„die Gewissensbisse sollen Euch", sagt sie zu Laurent und Theres», wi» zivei wilde Bestien gegen einander hetzen!" Das ist da? erschütternde Drama von Therese Raquin, die, weil sie von ihrer Umwelt gefoltert worden war, in ihren Sitten- empfiitdungen so verkümmerte, daß sie zum Mord schreiten konnte. Aber daS Düstere schafft man nicht aus der Welt, wenn man noch Dunkleres statt seiner aufbaut. Therese und Laurent konnten in physischer Uebermacht den kranken Camille tödten; indem sie ihn tödteten, wurde«r erst für sie lebendig für alle Zeit. Wer frei fein will, muß erst der Freiheit werth geworden sein und nicht wie ein äugftlicher Dieb, der davor zittert, ertappt zu werden, kann man sich freies Glück heimlich stehlen, man muß die Freiheit innerlich errungen haben, um sie zu genießen. Das Publikum der Freien.Äolksbühne folgte der Bor- stellung von Therese Raquin mit achtungsvollem Jnteresie, das sich in den Schlußakten zu lebhafter Antheilnahme steigerte. Die Tarsteiiuiig war von ernsthastem Elreden ersüllt, dem freilich leider bei dem Darsteller des Laurent nicht das gleiche Können entsprach. Herr Krüger, der den Laurent spielte, ließ sich von falsch-theatralischem Pathos leiten und drückte so auf die Stimmung von Fräulein Ida Müller, die ihre Therese klug und geschickt angelegt und treffliche, wirklich ergreifende Mo- mente hatte. Eine» ergötzlichen Spießbürgertypus schuf Herr Schwabe als Grivat und zu voller Deutlichkeit brachten Fräulein Werner die Madame Raquin und Herr S t o l l b e r g de» Camille. Einige wenige Untersuchungen der gedachten Art befinden sich aus besonderen Gründen noch in der Schwebe. Die Zahl der Geisteskranken, welch« sich in städtischer Pflege befinden, ist noch fortdauernd im Steigen begriffen, denn sie betrug im Durchschnitt während des vergangenen Jahres 2823 Personen, d. h. 223 mehr als im Vorjahre. Davon waren 133 Männer und 33 Frauen mit dem Strafgesetz in Konsiikt gerathen. Die Ausgabe für alle der städtischen Jrrenpflege anheimgefallenen Kranken war aus 2108 763 M.(+212 640 gegen das Vorjahr) gestiegen. Ueber die Gründe der Gasexplosionen, die s.Z. auf der Roßstraßenbrücke und am Spittclmarkt stattgesunden haben und vermuthlich auf Desekle in den elektrischen Kabelleitungen zurück- zuführen sind, sind seitens der städtiscden Verwaltung eingehende Erhebungen veranlaßt worden, die Sachverständigen haben jedoch zu einem abschließenden Urtheile nicht gelangen können. Der Magistrat hat deshalb bescdlossen, noch einen hervorragenden, in jeder Beziehung unabhängigen Elektrotechniker mit seinem Gut- achten zur Sache zu hören. Zur Sicherung des städtischen Rohr- syslems gegen weitere Unglücksfälle sind die Elektrizitätswerke auf Antrag der Gasverivaltung verpflichtet worden, bei Kabel- leitungen, welche neben den Gasröhren herlaufen, einen Abstand von 30 Zentimeter und bei Ueberleitungen einen Abstand von 10 Zentimeter inne zu halten. Die auf de« Neubauten angestellten Wächter werden herzlich schlecht bezahlt. Und dabei ist ihr Dienst kein leichter, sie sind auch mannigfachen Gefahren ausgesetzt, wie ver- schieden« blutige Vorkommnisse in den letzten Jahren bewiesen haben. Die Bauherren bezahlen den Wächtern gewöhnlich 12 M. Lohn pro Woche. Der Dienst der Wächter beginnt Abends 6 Uhr und hört des Morgens 6 Uhr auf. Ein freier Sonnlag existirl für sie nicht, an Sonn- und Feiertagen ist Tag und Nacht Dienst. Pro Woche ergiebt das 96 Dienststunden, so daß die Stunde mit I2>/4 Pf. gelohnt wird. Das ist gewiß sehr wenig, wenn man in Betraciit zieht, daß die Wächter die ganze Nacht auf dem Posten sein müssen. Daß der Ausenthalt in Neubauten der Gesundheit übermäßig förderlich sei, wird auch Niemand behaupten. In kalten Nachten bleibt dem Wächter nichts Anderes übrig, als sich ein Kohlenfeuer anzubrennen, wenn er nicht erfrieren will. Und dann der Sonntagsdienst! Das erscheint denn doch geradezu grausam. Den ganzen Sonntag auf dem Neubau zuzubringen kommt ja einer Strafe gleich. Ist der Lohn von 12 M. für die Wochentage schon sehr gering, so erscheint er geradezu kläglich in Anbetracht des Umstände-, daß der Wächter an eine Sonntags- ruhe gar nicht denken kann. Hier Wandel zu schassen ist dringend geboten. Im Schlesischen Busch wurde gestern Morgen die Leiche des Möbelpolirers Reichelt, in der Forsterstraß« wohnhajt» auf- gesunden. Derselbe hatte sich erschossen. Neber die dreifache Blutchat in der Reinickendorfer- straße stellt sich der Thatbestand in folgender Weise dar: In der Kaiserin Augusta-Allce 12 zu Charloltenburg wohnt der in der Becker'schen Fabrik zu Martinilensetde angestellte Wächter Kunde mit seiner 64 Jahre alten Frau und seiner Tochter Minna. Vor etwa anderthalb Jahren zog der Ziegler Uckrow als Schlafbursche zu der Familie; es entspann �fich zwischen ihm und der Tochter seiner Wirtbelente«in Liebesverhültniß. welches nicht ohne Folgen blieb. Bor vier Monaten genas Minna Kunde eines Rnäbleins. ihre Eltern drangen daher nunmehr auf eine Heirath. Die Hochzeit war auf den dritten Osterfeiertag festgesetzt worden. Seit Kurzem war Uckrow ohne Arbeit; dies war der erste Anlaß zu einer Beruneinigung zwischen den Brautleuten. ? hierzu kam, daß Minna jetzt wieder ihre Neigung einem rüderen Anbeter, dem Kutscher Otto Diey, zuwandte. Obgleich ihr« Eltern dem Uckrow versprachen, Alles auf- zubieten, um ihre Tochter umzustimmen, beruhigte er sich nicht und erklärte offen, seine ungetreue Braut«rfchießen zu wollen. Am Dienstag schon mußte Kunde dem Uckrow einen Revolver entwinden, mitlelst dessen er seine Drohung zur That machen wollte. Das Mädchen flüchtete nun aus dem EI lern hause und suchte bei ihrer Schivester, der verehelichten Kupferschmied Scheide im zweiten Stockwerk des Hauses Reinickendorserstr. 4« Unter- kommen, blieb aber nur bis zum Mittwoch dort, weil Uckrow ihren Aufenthalt ausgekundschaftet halle und ihr nachstellte. Wo Minna K. vom Mittwoch bis zum Sonnabend genächtigt hat, ist noch nicht aufgeklärt worden. Da Uckrow ahnte, daß sie zu ihrer Schwester zurückkommen werde, so belagerte er förmlich das Haus, nachdem er von den Kunde'schen Eheleuten ans der Schlafstelle entfernt worden war. Gestern Bormittag gegen ll Uhr trat Uckrow in die Echröder'sche Wohnung, als Frau Kunde bei ihrer verheiratheten Toch'.er auf Besuch war. Es kam zwischen ihm und der Frau zu Aueclnanderseyungen; letztere bat ihn, später wieder anzlcklopfen, sobald er eine gesicherte Lebens- stellung gefunden habe. In diesem Augenblick trat Minna Kunde von außen in die Küche der Schröder'schen Wohnung, hörte den Schluß des Gespräches und äußerte hierzu:„Ja. wenn Du ordentlich bist, Wilhelm, heiralhe ich Dich dennoch und nicht Dietz". Bei Nennung des Namens seines Nebenbuhlers wurde Uckrow sehr erregt und bat seine Geliebte, ihm in ein kleines Zimmer zu folgen, welches von der Küche durch«in« Kammer getrennt ist und einen besonderen Ausgang nach dem Flur hat. Kaum hatten beide diesen Raum betrelen, so knallten zwei Schusse. Das Mädchen stürzte blutüberströmt nach der Küche zurück, schrie ihrer Mutter und Schwester zu:„Wilhelm hat mich in die Brust geschossen" und eilte dann aus den Korridor, um die Treppe zu &ewinnen. Hier brach sie bewußtlos zusammen. Jetzt kam Ickrow, die Waffe in der Hand, in die Küche, sah hier die Frau Kunde händeringend am Fenster stehen, er- hob die Waffe gegen diese und schoß ihr mit den Worten:„Na, Alte, da hast Du auch genug!"»ine Kugel in den Rücken. Darauf stürzt« er aus den Flur, schob seiner bereits verstorbenen Braut noch«ine Kugel in die Brust, die Worte ausstoßend:„So, nun hast auch Du genug!" In der Zwischenzeit hatte Frau Schröder die von der Küche auf de» Korridor führende Thür zugeschlossen und aus dem Fenster nach der Straße um Hilfe gerufen. Uckrow hatte die? wohl gehört, denn er verlangte pochend Eingang, welcher ihm aber versagt wurde. Jetzt eilte die Flurnachbarin, Frau Gabriel und die Gattin des Hauswirths Krienelke hinzu. Uckrow erhob gegen beide Frauen die Waffe und rief:„Wenn Sie nicht sofort weggehen, schieße ich auch Sie todt." Während die letztere Frau die Treppe hinabeilte, floh Frau Gabriel in ihre Wohnung. Hier sah sie durch das Schlüsselloch die weiteren Vorgänge. Uckrow richtete die Waffe in semen Mund, drückt« ab und fiel sofort über der Leiche seiner Braut zusammen. Nach einigen Sekunden richtete er sich dann wieder auf, starrte die neben ihm liegende Leiche seiner Geliebten an und feuerte sich in daS rechte Ohr, worauf er verstarb. Die beiden Leichen wurden dem Schauhause überwiesen, während die schwer verletzte Frau Kund« in die Charitee gebracht werden mußt«. ES scheint Aussicht vorhanden, sie am Leben zu erhalten. Durch die„Gchlostlotterie" Oberbürgermeister von Berlin zu werden, mit diesem Gedanken soll sich, wie der „National-Zeitung" erzählt wird, jemand(wer? wird nicht ge« sagt) schmeicheln. Die„National-Zeitung" meint nun zwar, daß. wenn Forckenbeck sich einmal zurückzöge, so würde«S, um fein Nachfolger zu werden, nicht genügen, der Bestätigung sicher zu sein, sondern man m ßte vorher gewählt werden. Als ob bei der Majorität des„Rothen Hauses" nicht die Gunst von oben der beste Wohlwink wäre. Wenn die Drahtzieher der Stadt- verordneteumajorität zu passender Zeit an sie antippten, dann tanzen die Majoritäten an der Strippe. Daß die„National- Zeitung" zugesteht, daß solche Mittelche», sich durch Ponsflrung einer Lotterie in Gunst zu setzen in unserem christlichen Tugend« staat Erfolg haben können, ist das köstlichste bei der Sache. Das war doch früher nicht. Polizeibericht. Am S. d. M. Mittags erschoß der L3jährige obdachlose Arbeiter Uckrow aus Eifersucht zuerst seine Geliebte, die 20jährige Kunde in der Wohnung des Schwagers derselben, Reinickendorserstr. 46, verletzte darauf durch«inen Nevolverschnß auch deren Mutter und erschoß sich schließlich selbst durch zwei Schüsse in den Kops und das Herz. Die Verletzte wurde nach der Charitee gebracht.— Nachmittags verunglückte ein Tischlermeister dadurch, daß ihm bei seinem Eintritt in einen Zigarrenladen der Mohrenstraße die ungenügend befestigte Roll- jalousie auf den Kops siel. Er erlitt dadurch eine erhebliche Ver- letzung und mußte in der Eanitätswache verbunden werden.— Abends wurde ein Arbeiter in seiner Wohnung, in der Berg- straße, erhängt vorgefunden.— Um dieselbe Zett wurde auf dem Grundstück Luiseu-llser 43 in einem unbenutzten, stets unver« schlossenen Keller die schon sehr in Verwesung über« gegangene Leiche eineS neugeborenen KindeS aufgefunden. Im Laufe des Tages wurden auf den Straßen fünf Personen durch Ueberfahren mehr oder weniger erheblich verletzt. — Am 10. d. M. Vormittags versuchte ein zur Wache des 64. Polizei-Reviers gebrachter Zimmeraeselle in der Arrestanten- zelle sich zu erhängen. Er wurde jedoch noch rechtzeitig aus seiner Lage befreit und nach erfolgreichen Wiederbelebungsversuchen nach der Charitee gebracht.— Bor dem Hause Alexanderstr. 67 fiel Abends ein Schlächter in der Trunkenheit nieder, wurde von «iiiem vorüberfahrenden Pferdebahnwagen gegen die Bordschwelle gedrückt und erlitt dabei so bedeutende Verletzungen, daß seine Uebersührung nach dem Krankenhause am FriedrichShain erforderlich wurde.— Zu derselben Zeit fiel«in Kaufmann vor dem Hause Königin-Augustastr. 16 infolge«ines Fehltritts zur Erde und verletzte sich so schwer am Unterkiefer, daß er bewußtlos liegen blieb. Er wurde nach der Universitätsklimk gebracht, wo ihm ein Verband angelegt wurde. Im Laufe des Tages fanden drei Brände statt. »• Streitigkeiten, welche semer Zeit im Allgemeinen Ar- beiterinnenverein entstanden waren, hatten schließlich zur Wahl eines Schiedsgerichts in öffentlicher Versammlung geführt. Durch Urlheil dieses Schiedsgerichts wurde der früheren Vorsitzenden des Vereins, Frau G u b e l a, das Recht abgesprochen, in der Arbeiterbewegung fernerhin ein« leitende Stellung einzunehmen. Frau Gubela wandte sich hierauf an den Parieivoritand mit dem Ersuche», ihre Angelegenheit einem zweiten Schiedsgericht zur nochmaligen Prüfung zu überweisen. Zur Begründung ihres Gesuches führte Frau Gubela an, daß sie auf die Zusammen- setzung des Schiedsgerichtes keinen Einfluß gehabt habe und daß die von ihr vorgeschlagenen Entlastungszeugen nicht genügend vernommen worden seien. Der Partcivorstand glaubte diesem Gesuche Folge geben zu müssen, und e« trat daher ein neueZ Schiedsgericht, bestehend auS den Genossen Gerisch, Koblenzer, Millarg, Petzold, Thate, Willens und Frau Rohrlack, zusammen. Nachdem das zweite Schiedsgericht sämmtlicheS irgendwie zn beschaffendes Material auf das Emgehendtt« geprüft, sowie sämmtliche Be- und Entlastungszeugen vernommen hatte, kam es «inmüthig zu dem Urtheil, daß der Frau Gubela wegen ihreS bei verschiedenen Gelegenheilen gezeigten Verhaltens ein scharfer Tadel auch dann noch ertheilt werden muß, wenn man die begleitenden Umstände, wie Neuheit der Bewegung je. als Milderungsgrund gellen läßt, daß aber daS gesammte Belastungsmaterial nicht ausreicht, um der Frau Gubela das Recht abzusprechen, in der Arbeiterbewegung thätig zu sein. Berlin, den 3. April 1892. Gerisch. Koblenzer. Millarg. Petzold. That». Willens. Frau Rohrlack. Gevirs»ks-srZeikung. In Sachen wider Kunert hat bekanntlich daS Landgericht den Antrag auf Entlassung gegen Kaulion abgelehnt. Hiergegen haben die Bertheidiger. Rechtsanwalt Marcus«(Breslau) und Stadthagen Beschwerde«ingelegt, letzterer mit dem ausdrücklichen Antrage, den Angeklagten ohne Kaution ans der Haft zu entlassen. da die Strafverfolgung unstatthaft sei. Aus dem Beschluß des Landgerichts geht hervor, daß es sich um fünf Artikel der „Schlesischen Boltswacht" handelt, von denen drei ein« Majestäts- deleidigung, einer die Anreizuna zu Gewaltthätigkeiten und ein weiterer Artikel eine Beamtenveleidigung enthalten soll. Der jüngste dieser Artikel ist vom 26. August 1891 dalirt. DaS Landgericht geht in seinem, die Haft aufrecht erhaltenden Beschluß von der Ansicht aus, daß Art. 31 nicht solche Handlungen deS Richters verbiete, die eine Verhaftung nach Schluß des Reichs- tages vorbereiten. Darüber, weshalb eine Verhaftung während der Sitzungsperiode für gerechtfertigt erachtet ist, läßt sich der Beschluß nicht auS. Man darf auf die Entscheidung des Ober- Landesgerichts um fo mehr gespannt sein, al» daS ReichSgericht in seinem Erkennlniß vom 26. Februar 1392 wider den Genossen Schmidt ausdrücklich Folgende? ausgeführt hat: „Da. ferner die§§ 67—63 des Strafgesetzbuchs in keiner Weise unterscheiden, ans welchem Grunde die Strafverfolgung geruht hat, wird die Verjährung der Strafverfolgung auch ivährend der Vertaguugszeil wirksam werden, eine Wirkung, die sich bei den kurzzeitigen Verjährungsfristen von drei(Ueber- lretungen) und sechs Monaten(Preßdetikte) schnell fühlbar machen kann. Ob derartig« Exemtionen mit den Grundsätzen der Rechtsgleichheit und den Bedürfnissen der Rechtsordnung ver- träglich sind, darf mit Grund bezweifelt werden. Indessen be- rechligen all diese Erwägungen, so schwer sie d« lege ferenda (wenn es sich darum Handell, ein Gesetz erst zu geben) tn'S Gewicht fallen, den Etrasrichter nicht, in das Besetz Beschränkungen hineinzutragen, welche da» Gesetz selbst nicht kennt." Versuchte Erpressung führte gestern den Restaurateur Wilhelm Rausch vor die dritte Strafkammer des Landgericht? l. Der Angeschuldigte betreibt sein Geschäft in einem Hause in der Hussilenstraße. welches von dem Hilfs- Gerichtsdiener Wagner verwaltet wird. Zwischen den beiden genannten Personen wurde das früher gute Verhällniß zu einem schlechten. Es kam zu gegen« fettigen Reibereien. An einem Januartage sandte Rausch an den Hausverwalter einen Brief, in welchem er denselben ausforderte, alle kleinen Schnäpse und Gläser Bier, die er in dem Rausch'schen Schanklokale aus Kredit zu sich genommen und deren Gelammt- werth der Absender auf rund zwanzig Mark veranschlage, nunmehr zu bezahle», widrigenfalls Rausch ihn nicht nur beim Zivilgericht verklagen, sondern ihn auch be» seiner vorgesetzten Behörde anzeigen werde. Wagner wußte nichts von irgend einer Schuld bei Rausch, er hielt dessen Vor- gehen für einen Erpressungsoersuch und machte«ine diesbezüg- liche Anzeige. Der Angeklagte behauptete im gestrigen Termine, daß seine Forderung berechtigt sei, eine Unmenge Kreidestriche an seinem Reposilorium würde dies beweisen. Dagegen bestritt der Zeuge Wagner mit aller Entschiedenheit, daß er bei Rausch etwas genossen, ohne zu bezahlen, habe er einmal ein Glas Bier zu zahlen vergessen, so habe Rausch ihn bei nächster Gelegenheit daran erinnert. Die letzte Angab« wurde durch die Beweis« ausnähme bestätigt und außerdem erwiesen, daß der Angeklagte nur beschränkte Konzession besaß und somit gar keine Echnäpft ausschänken durfte. Der Gerichtshof gelangt« zu der Ueber« zeugung, daß der Angeklagte es aus Erpressung abgesehen hatl» und verurtheilte ihn dieserhalb zu»ierWochenGesäugniP- Ein Riefen-DiebstahlS» und HeHereiprozeß begann gestern vor der ersten Slraf'ammer des Landgerichts 1 unter dem Bor sitze d«S Landgerichtsdirettovt Schmidt. Die Verhandlung sind" Wir machen hiermit das preußische Jahres. Vermischtes: 18 000 m. hatte 24 Personen, welche als Arbeiter und Handelsleute aufgeführt in diefelbe Lage, als Helbra zu Ostern des vergangenen tun Sachen der Dirschauer Kreditgesellschaft hat der im großen Schwurgerichtssaale ftatt. Sie richtet sich gegen auch in schwächerem Maße, mit Beginn des neuen Schuljahres find. 21 Angeklagte sind beschuldigt, eine Diebesbande gebildetzu haben, um gemeinschaftliche Raubzüge zu unternehmen; die ministerium auf die Angelegenheit aufmerksam. Schleunigste Amtsrichter Ziemann Nachgrabungen in Beisgendorf bei Dirschau In übrigen Angeklagten haben sich wegen Hehlerei zu verantworten. Abhilfe wird nöthig sein. Es stehen insgesammt 33 Diebstahlsfälle zur Anflage, bei denen vornehmen lassen. Hierbei wurden im Hofe des verhafteten in hervorragender Weise die Angefchuldigten Hebermann, Wie die Arbeiter wohnen. Worms, der Stammsiz der Händlers Kiedrowski 34 000 M. vorgefunden. Berning, Jozat, Reitel, Stuhr und Born betheiligi Ledertönige Seyl und des nicht blos durch das Luther- Festspiel der Staatsanwalt bei Kiedrowski schon vorher mit Beschlag belegt; ein sollen. Die Diebstähle entfallen auf die Zeit vom November 1890 bis bekannten Schön, weist greuliche Arbeiterwohnungs- Verhältnisse deren einziehbarer Werth sich auf 30 000 m. beläuft. In Summa im Kassenschranke wurden 54 000 m. in Wechseln vorgefunden, Ende Februar 1891. Dann gelang es, die Thäter zu ermitteln auf. In dem Rechenschaftsbericht des Oberbürgermeisters Küchler sind also 106 000 m. Attiva vorhanden. Die Passiva belaufen und hinter Schloß und Riegel zu bringen. Die Anklagebehörde für 1891 ist zu lesen: Unter Berücksichtigung des Umstandes, daß sich auf 803 000 m. Mithin fehlen 197 000 M. Die Eröffnung nimmt indessen an, daß mehrere Mitglieder der Diebesbande 14 pt. aller Wohnungen als feucht und ungesund ermittelt und unermittelt geblieben sind. Es soll eine förmliche Organisation 4 pct. derselben als in hohem Maße überfüllt erscheinen, müsse des Konkurses ist beantragt; die Bücher find seit Jahren unter den Dieben bestanden und eine Theilung in drei Kolonnen man zu dem Schlusse kommen, daß gefeßliche Maßnahmen un- ordnungswidrig geführt worden. stattgefunden haben, welche sich die Nichttrau- Kolonne", die bedingt geboten erscheinen, um hier Abhilfe zu schaffen. Die Gr Aus Borgeln( Kreis Soeft) wird gemeldet: Bei der Beerdi But- kolonne" und die„ C- Rolonne" nannten. A13 Feld ihrer bebungen erstreckten sich auf 1604 vorhandene Arbeiterwohnungen, gung eines Mitgliedes des biefigen Kriegervereins stürzte einer Thätigkeit hatten die Diebe sich besonders den Stadttheil die von ca 10 400 Personen bewohnt waren. Bu der Frage verber Leibtragenden, Bimmermeister Klauke, während der von dem Moabit und Charlottenburg auserfeben. Sie beschränkten sich Regierung, ob sich für die hiesigen Verhältnisse der Grlaß von Be Kriegerverein über das Grab abgegebenen Gewehrfalven plötzlich darauf, die Vorgärten und Höfe zu besuchen und stablen mit ſtimmungen über Abstellung der Wohnungsmißstände empfehle, in die Brust getroffen und starb balb in den Armen seiner Tochter, Be- mit lautem Schrei zu Boden. Er war von einer Schrotladung Vorliebe metallene Springbrunnen Figuren, Auffäße, Röhren oder hat man sich, wie im Berichte hervorgehoben wird, wie folgt die ebenfalls im Trauergefolge war. Bisher ist noch nicht festfonftige metallene Gegenstände. Von dem Hofe der Affumulatoren- aussprechen zu müssen geglaubt:" Die allgemeine Bau- Ordnung Gesellschaft, Kirchstr. 14, wurden 100 Pfund Blei gestohlen, giebt nur Vorschriften, welche die Men- Errichtung von ungesunden gestellt, wer den verhängnißvollen Schuß gethan hat. Das welches für 7 M. 50 Pf. an die der Hehlerei beschuldigten Bauten und Wohnungen verhindern, dagegen bietet die Bau- Schießen am Grabe ist jedenfalls das Ueberflüssigste, was es Sandelsmann Seipelt'schen Eheleute verkauft wurde. In der Ordnung auch gar keine Handhabe, um gegen bestehende miß- geben kann. Nacht zum 4. Januar vorigen Jahres wurde dem Eigenthümer ständige Wohnungen einschreiten zu können. Es darf wohl Forsten und Gemeinde Forften sind am Sonntag bei Niebeck, Waldbrand. Ueber siebenhundert Hektar KlosterkammerDehnite zu Moabit aus seinem hinter dem Hause liegenden Garten fein Anstand genommen werden, auszusprechen, daß in eine Binifigur im Werthe von 250 M. gestohlen. Die Figur feiner Form der Wucher die Nothlage feiner Opfer im Landkreise Belle, niedergebrannt. Das Feuer wurde erst wurde zusammengetreten und an Abends gelöscht. den Angeklagten Seipelt so schonungslos ausbeutet, als der Wohnungswucher. E3 für wenige Mart verkauft. Durch eine Feuersbrunft wurden in Lathen bei Papen Ja derselben Nacht müsse als eine Pflicht der Gesetzgebung anerkannt werden, ftatteten die Diebe dem Moabit einen Besuch ab. Meiereibesitzer Bolle zu Alt dagegen Maßregeln zu treffen, daß Unbemittelte, welche fein burg 16 Säufer vernichtet.- Jm Planwagen einer Siebmachers An dem Spree- Ufer feines Unterkommen finden können, geradezu gezwungen find, Woh- Familie aus Wattenheim, der vor Rieschweiler hielt, brach Grundstücks lag damals der ihm gehörige Dampfer" Saale". Die nungen zu beziehen und zu bezahlen, die das körperliche und sitt Feuer aus, das die Betten und das Stroh schnell ergriff und in Diebe begaben sich vom jenseitigen Ufer über den festgefrorenen liche Wohl der Bewohner untergraben. Denn die Gefundheit dem auch zwei Kinder des Wagenbefizers jämmerlich verbrannten. Fluß nach dem Dampfer, brachen von demselben ein acht Meter der Bewohner der 14 pct. feuchten und ungefunden Arbeiter- Die kleinen Leichen wurden verkohlt aufgefunden. langes Messinggeländer los und nahmen noch sonstige Metall- wohnungen in Worms werde schwer geschädigt und der scrophu- Wieder Einer. Wegen Unterschlagung von 800 000 2ire gegenstände mit, deren sie habhaft werden konnten, Im Monat lose und rachitische Kindernachwuchs, der uns leider überall ent- entfloh ein„ Cavaliere", der einer angesehenen Familie Rom 3 Dezember 1890 wurde von dem Lagerplay der Firma Kuhnert gegentrete, gebe dafür lautes Zeugniß. Der Schluß des betr. angehört. und Rühne in Charlottenburg Die Stadt Genf hat wieder eine beträchtliche Erbschaft eine Menge Gußröhren Berichtes lautet wörtlich:" Wohnungen, die auf den Wohnraum gestohlen, deren Werth auf etwa 400 Mart angegeben rund fünf Personen über sechs Jahre, also mit den kleinen Kindern gemacht. Der Schneider Ballin hinterließ ihr eine Million wird. Nach dem Geständnisse Franken. eines der Angeflagten mindestens acht Seelen beherbergen, zerstören durch die mit dieser hatten die Diebe sich zur Fortschaffung der Beute einen Menschenanhäufung unvermeidlich verbundene Unreinlichkeit und Die Stadt Kaba, bei Budapest gelegen, steht in Bagen mitgebracht. So gleicht ein Fall dem anderen. Konnten schlechte Luft nicht allein die Gesundheit, sondern auch alle Scham Flammen. die Diebe keine Gegenstände von größerem Werth wegschleppen, und Sitte, ganz abgesehen davon, daß ein Familienleben in solchen Universität zu Chriftiania ist am 10. April gestorben. Der Kirchenhistoriker Professor E. P. Gaspari von der So begnügten sie sich damit, die Zinkgossen zu stehlen, soweit sie Wohnungen undentbar ist. Es muß deshalb der Erlaß von Bedieselben von den Häusern lostrennen konnten. Es ist durch die Stimmungen zur Verhütung ungefunden Wohnens als ein unerläßverbrecherische Thätigkeit der Angeklagten den Hauseigenthümern liches Bedürfniß angesehen werden." Weshalb find die Arbeiter land allons ein beträchtlicher Schaden zugefügt worden. gezwungen, in gesundheitsschädlichen Quartieren sich zusammenhudeln zu lassen, in elenden Löchern zu haufen? Die schlechte Wohnung ist nur ein Symptom des niedrigen Lebensmaßstabes. Dieſen zu heben ist die Aufgabe einer gründlichen Reformpolitit. Und diese Reformpolitit muß da einsehen, wo die foziale Bolitit Bofen, 11. April. Die Namen der vier Anarchisten, welche allein Erfolge erzielen tann, bei der Arbeiterschutz- Gesetzgebung, Im verflossenen Serbst ließ die Polizei eine große Menge der Verfürzung der Arbeitszeit, der Erhöhung der Löhne. den Raubanfall auf den Defan v. Boninsti in Roscielec aus Wurst in dem Verkaufslotale der Firma Dubois u. Ko., Neue Gutbezahlte, gutgenährte, törperlich und geistig frische Arbeiter führten, find: Wilachowski, Gozestiewicz, Ostar Dranger und Friedrichstraße, mit Beschlag belegen, weil sich herausgestellt werden nicht in den schauderhaften Böhlen ihr Dasein verbringen, Butowéti. Wie polnische Blätter wissen wollen, wäre von den hatte, daß der Fabritant und Lieferant der Pferdefchlächter wie fie Profitwuth und Kurssichtigkeit dem Proletariat auf- felben fchon früber ein Attentat auf den Probfi Krawczynski in Rothe war und weil dem Publikum verschwiegen worden war, nöthigen. daß die allerdings sehr billige Wurst nicht aus Rind oder Echweinefleisch, fondern aus Pferdefleisch hergestellt worden war. Die Schlächter freuten sich, als das Räthsel der billigen Wurst" gelöst und die unreelle Ronkurrenz beseitigt war. Die Allgemeine Fleischer Zeitung" brachte mehrere Artikel in denen sie nachzuweisen versuchte, daß die Inhaber jener Firma, die früheren Landwirthe Dr. Georg Kalberlah und Ludwig Biez unbedingt von der wahren Beschaffenheit der Burst Kenntniß gehabt haben mußten. Diese Artikel gingen auch zum Theil in die Tagespresse über, u. 2. auch ins Berliner Tageblatt". Die vorbenannten Inhaber der Firma Dubois u. Co. strengten darauf gegen den Redakteur der 2. Fl. 3tg.", Heinrich Horwiz, den Redakteur a rich Dom Berl. Tagebl." und den Verfasser der erwähnten Artikel, ben Berichterstatter Bujarsty, eine Privattlage an, welche am Sonnabend vor der 135. Abtheilung des Schöffengerichts verhandelt wurde. Die Beklagten hielten ihre sämmtlichen Behauptungen aufrecht. Der Kläger Dr. Kalberlah behauptete dagegen daß er von Rothe, der polizeilich nur einfach als " Schlächter" gemeldet war, getäuscht worden sei. Rothe sei inzwischen nach Amerika geflüchtet. Derselbe habe der Firma große Posten Cervelat- Bungen- und Schlackwurst zum tommiffionsweisen Verlauf gegeben zum Preise von 57 bis 59 Pfennigen das Pfund. Die Firma habe von dem Ertrag 6 pet. erhalten. Der Kläger erbot sich zum Beweise, daß andere Schlächter, die fein Pferde fleisch verarbeiteten, ihm Wurst zu demselben Preise geliefert hätten, wie Rothe, er hätte deshalb nicht annehmen tönnen, daß das Fabrikat des Letzteren aus Pferdefleisch bestände. Da die Verhandlung, für welche mehrere Tage in Aussicht genommen find, in ihren Einzelheiten ein besonderes Intereffe nicht bietet, so werden wir uns mit der Wiedergabe des Endergebnisses begnügen. " " Als gerichtlicher Sachverständiger wurde der Schlächtermeister Rarl Hoffmann vernommen. Derfelbe begutachtete, daß man wahrlich fein Schlächter zu sein brauche, um einzusehen, daß man eine reelle Wurft für den Preis von 57 Pjennig das Pfund nicht herzustellen vermöge. Das Fleisch dazu müsse entweder gestohlen sein oder von Pferden herstammen. Selbst wenn man zu Cervelatwurst nur Abfälle verarbeite, würde das Pfund auf 90 Pf. zu stehen kommen. Beste Waare foste 1,60 m. bis 2 M. Das von den Klägern verkaufte Fabrikat tönne als Wurst" garnicht bezeichnet werden, da es des Haupterfordernisses berfelben, der Appetitlichkeit, entbehre. Versammlungen. Zur geft. Notit! Aus Rücksicht auf den überaus beschränkten Raum des Vorwärts" tönnen wir in den Bereins- und Versammlungstalender Hinweise auf Bergnügungen nicht mehr aufnehmen. Red. d.„ B." Nationale kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe.( G. 6. 71.) Bureau: Südwest, Gollmannstr. 6. Seute Abend 8% Uhr im Restaurant Norbert, Beuthstr. 21: Vorstandssigung. Berinigung aller in der Schmiederet beschäftigten Verfanen( Baht ftelle Berlin). Beute Abend 8% Uhr in Scheffer's Salon, Infelir. 10. Wericht erstattung über den Gewerkschaftstongreß. Verband Deutscher Dimmerleute Schöneberge und Umgegend. Seute Abend 8 br bet galob, Grunewaldstr. 110: Bersammlung. Allgemeiner Arbeiterinnen- Bevein, Filiale Friedrichsberg. Beute des Herrn Henning über Knechtschaft oder Gedankenfreiheit. enb 8% Uhr bei Westphal, Schwarzer Adler, Frantfurter Chauffee. Bortrag Allgemeister Arbeiterinnen- Verein. Heute Abend 8% Uhr bet Säger, Grüner Weg 29: Große Bersammlung. Bortrag bes Sahnarztes Mobert Wolf über die Bygiene des Mundes. Kellner! Heute Nachmittag 3 Uhr in Senfel's Saal, Brunnenstraße, de ber Invalidenstraße: Deffentliche Bersammlung. Bann und wie feiern die Kellner den 1. Mai? Verein der Stralsunder. Seute Abend 9 Uhr im Bereinslokal, Restaurant Beißer, Grünstr. 7-8: Monats- Bersammlung. tung.( Stebe njerat vom Sonntag.) 9 Gauverein Berliner Bildhauer. Heute, Annenstr. 16: GeneralversammUsedomstraße 33 bei Miete. Gräz. Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Ludom beabsichtigt gewesen, an der Ausführung feien diefelben aber durch das Mißtrauen des Probstes, welcher den Schulzen habe berbeirufen lassen, verhindert worden. Paris, 11. April. Deputirtenkammer. Berathung des Kredits für Dahomey. Es sind mehrere Redner eingeschrieben und die Verhandlung scheint sich zu einer sehr ausführlichen und langwierigen zu gestalten. Chautemps verliest zunächst den Bericht der Budgetfommission, welcher die Genehmigung der Kredite beantragt. Gaillard erklärt, er fei für eine Vereinigung aller europäischen Nationen zum Zweck der Regelung von folonialen Streitigkeiten. Gaillard beantragt, von den geforderten Krediten den Betrag von 1000 Frants zu streichen, und will dadurch zum Ausdruck gebracht wissen, daß die Kammer die koloniale Politik Kolonien Etienne giebt einen gefchichtlichen Ueberblick über die Der Regierung mißbillige. Der frühere Unterstaatssekretär der Verhältnisse im Sudan und in Dahomey. Cetinje, 11. April. Einer Meldung aus Scutari zufolge hat in den Distrikte Dircowita wegen Bezahlung der Kriegssteuer für die Befreiung vom Militärdienste ein blutiger Zufammenstoß zwischen türkischen Truppen und Albanesen stattgefunden, bei welchem mehrere Mann getödtet und viele verwundet wurden. Die Albanesen haben ein Blockhaus besetzt. ( Depeschen des Bureau Herold.) Bonn, 11. April. Bei den Wahlen zum Gewerbegericht Kandidaten gewählt. wurden von den Arbeitern ausschließlich sozialdemokratische Saarlouis, 11. April. Der Borsigende des RechtsschuhVereins Warken ist zur Berbüßung einer rechtsträftig gewordenen Strafhaft verhaftet worden. 316 Nackawege in der Nähe der Alphütte, in welchem der Dynamit Stockholm, 11. April. Das Geräthschaftsmagazin am vorrath zu den Steinsprengungsarbeiten aufbewahrt wurde, ist vorfäßlich in Brand gesteckt und in die Luft geflogen. Der Brand wurde rechtzeitigt bemerkt, so daß der Plaz um das Magasin in weitem Umtreife abgesperrt werden tonnte. Der Brandstifter ist noch nicht ermittelt. aleranderplan- Bogen 6: Bortrag des Herrn Dr. M. Klein über" Die Machi Berliner Naturheilverein 2. Seute Abend 8 Uhr im Prälaten", bes willens als Heilfattor im Naturheilverfahren". Nach dem Vortrag: Beschließende Versammlung des Norbbestrts. Glafer- Gesellschaft Berlino und Umgegend. Heute Abend s uhr in Gratwell's Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79: Mitglieber- Bersammlung. Distuffion des Lohntarifs. Lese- und Diskutirklubo. Dienas. Johannes Webde, uhr, Sozialbemotrat, abends 8 Uhr, bet 3. Wintler, Manteuffelftr. co. bet C. Behrend, Blumenftr. 6. müller, Wienerftr. 31. Agitationsverein 8affalle, bet Drüge Alle Abänderungen, welche den Arbeiter- Sängerbund oder den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffen, find nur an die Borstände berfelben zu richten. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Dienstag, Abends hr, Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder.- Freundschaft 1, bet Malmö, 11. April. Drei aus Hamburg mit einem Dampfer Oswald Werliner Brunnenstraße 114. Harmonia, Flottwell hier angekommene Risten, deren Inhalt als Maschinen" an ftraße& bei Bartelé. Olympia, Stallschreiberstr 59. Schilbhorn, Fidelitas, Bergstraße 68 bei Keller. gegeben war, enthielten bei der Untersuchung im Zollamte straße 15 bei Schneider. Bruder hers, Straußbergerstr. 8 bei Bict. Shn- und mit metallischen Leitungsdrähten versehen waren. Bei der Allegro, Kaiser Franz- Grenadier- Blag 7. Myrthenblätter, Belforter 2400 Stupferhülfen, die mit Bulver und Knallquecksilber angefüllt fcher Hunt or, Straußbergerstraße sb. Birt.- Unverzagt 2, Moabit, eronen Untersuchung im chemischen Bureau explodirte eine Kupferhülfe Hoffnung 2, Deutsch- Wilmersdorf, Brandenburgstraße bei Braueret. Waldkapelle 1, Berliner Bockbrauerei.- Arbeiter- mat- und verwundete den Stadtchemiker Dibers an den Händen und bund, Nowawes, Wallstraße bei Gärtner. ftraße 6 bet D. Klein. Sängerfette, Schönlein im Gesicht. Wegen der falschen Deklaration dieser äußerst ge Kreuzberg, Lichterfelderstraße 7-8 bei Vorwärts 4, Rathenow, worden. Restaurant Walhalla". Ginigteit 2, Landsbergerstraße 31 Musehold. bet Gorgenlos, Röslinerstraße 17 bet Wendt. Gefangverein der Böttcher Steineiche, Jüdenstraße 55 bet Titania, Köpenickerstraße 191 bet Boge. vorwärts 7, Marwig, bet Wilhelm Mölte. Borwärts 2, Briefhaffen der Redaktion. Schönhauser Allee 28 bei Stuhlmey.- Silaria, Blumenstraße 46 bei Went. Sänger- Chor der Töpfer, Münzitr. 11, bei Ohlmann, Freies Bieb 2, Friedrichsberg, Frankfurter Allee 165, bei Feder. Zwei Wettende. Es tann wohl Jemand zwei Wohnungen Dem hall, Eisenbahnfiraße 20 bei Siegmund. Sufriedenheit, Willi- bewohnen, ohne aus einer abgemeldet zu fein. Selbstverständlich bald- Alexisftraße 43 bet krone. Sängerfreiheit, s uhr, bet Fröh- muß er in beiden Wohnungen angemeldet sein, lich, Naunynfir. 44. Freiheitsgruß, Schönhauser Allee 40 bei Busse. Dienstag: Gefelliger Berein Climb im, bei George, Gr. Görschenstr. 16. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegen. preußischen Provinzen hat nach der Bolts- Zeitung" vom 1. De H. T. Charlottenburg. Die größte Bevölkerung von allen Theaterverein Afazte bei Odert, Beugbofftraße 8. Theaterverein gember 1890 bie Rheinproving mit 4710 388 Ginwohnern; es Blumenlese bei Krüger, Dresdenerstr. 105. Giche, bei Sabeck, Fürbringerstr. 7.Tambourverein Deutsche folgt Schlesien mit 4 228 807 Ginwohnern und dann erst BrandenDer Gerichtshof sprach aus den von der Vertheidigung Babet, Frankfurter Allee 90.- Geselliger Verein Mehr Licht bei Tambour- Berein Borussia bei Feldhahn, burg mit Berlin zusammen mit 4068 645 Einwohnern. geltend gemachten Gründen sämmtliche Angeklagten frei und legte eibenweg 12. Eifriger Parteigenosse. Könnten Sie uns nicht die betr. den Klägern auch noch die den Angeklagten erwachsenen noth- Anatreon, Abends 9-11 1hr, bet Keßner, Annenstraße 16. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienftag. Gefangverein Nummer der Freisinnigen Zeitung" näher bezeichnen? Ferner wendigen Kosten auf. Nord 8-11 Uhr, Wriesenerfir. o, bei Gendte. bitten wir Sie, sich uns zu nennen. Der Redaktion gegenüber Turnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von feine Anonymität! 8-10 Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnasiums, Banfftraße 9-10.Berliner Turngen offenschaft. Die 9. Männerabtheilung turnt jeben Dienfiag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenstr. 63 a. Nach diesem Gutachten lehnte der Gerichtshof alle weiteren Anträge ab. Der Rechtsbeistand der Kläger, Rechtsanwalt Wollner, focht das Gutachten an und hielt eine Beleidigung für vor liegend. Er beantragte eine Freiheitsstrafe, da die Geldstrafen, welche gegen die Redakteure verhängt würden, von den Verlegern gezahlt zu werden pflegten. Rechtsanwalt ernstein als Vertreter des Redakteurs Horwiz wies darauf hin, daß die„ Allg. Feischer- 3tg.", das ver breitetste Fachorgan Deutschlands, sich nur ein Verdienst dadurch habe, daß es die unreelle Handlungsweise, wodurch nicht nur der Schlächter, sondern das gesammte Publikum schwer geschädigt werde, aufgedeckt habe. Betlagten Horwitz tomme jedenfalls der§ 193 des St.-G.-B. zu Gute. Außerdem sei der Wahrheitsbeweis doch vollständig er. bracht worden. Rechtsanwalt Moffe plädirte aus denselben Gründen für Freisprechung seines Klienten, des Redakteurs Harich. erworben Soziale Ltebersicht. Mariannenstraße 31-32 bet Doberstein. Winter. Freiheit 2, Adlershof, bei Albrecht. Alte inde, fährlichen Sendung ist die gerichtliche Untersuchung eingeleitet Trieschmann. Wieder - Musikverein Theater- Berein Othello a Abends 9 Uhr, bei Tagers, Gartenstr. 18-14. Privat- Theater- Gesellschaft Berliner Sumor, Abends 9 Uhr, Köpnickerftraße 158 bet Buchs. 1 Bergnügungsverein Amicitia, 8% Uhr, bet Schönnagel, Barnimftr. 47. Bergnügungsverein Reichstrone, Abends uhr, in Reichert's Fest fälen, Müllerstr. 7. Deutscher Reichsabler, Beuffelfir. 9. Gefelliger Verein Brüderfchaft, im Restaurant Böckhstr. 51. Rauchtlub Bruberbund, Abends 9 Uhr, Lauftgerstr. 50, Von der preußischen Volksschule. Der Helbraer Anseiger" theilt in Nr. 42 vom 7. April aus Biegelrode folgende Merkwürdigkeit mit:" Betreffs der schon seit Jahren Schwebenden Schulangelegenheit- Neubau von Schulgebäuden Orientalischer Rauchflub Spar und Kreditverein, Abends 9 Uhr, und Anstellung eines 8. Lehrers hat trotz der größten Bereit- Reichenbergerstr. 24, bei Schröder.- Rauchflub Eldorado, Abends Uhr, willigkeit und des weitgehendsten Zuvorkommens der Gemeinde im Restaurant W. Schulze, Onbahnhof 7. Rauchtlub 9ammermore, noch feins der vorgelegten Bauprojekte die Zustimmung der fgl. bet anbe Rauchttub Beitgeist, Abends 9 Uhr bet Kaspar, Restaurant Regierung zu Merseburg zu erlangen vermocht. Ein dritter sum zeitgeist, Bernauerftr. 72. Behrer fann nach Benachrichtigung der tönigl. Regierung noch bei Thiele, Brandenburgfir. 56. nicht angestellt werden, da ein solcher nicht zur Verfügung steht. Freitag, Abends Uhr, im Restaurant Müller, Gartenstr. 52. Tambour Saut Verfügung derselben Behörde sollen wegen Ueberfüllung verein stuf. Dienstag und Freitag, abends zuhr, bet Sommier, Grünfix. al. Der vorhandenen Schulklassen und der damit verbundenen Ueber- Sonntags Sigung. lastung der jetzigen Lehrer zu Ostern die 10 förperlich schwächsten zurückgelassen und von der Aufnahme ausgeschloffen bleiben, bis und Schönhauser Adee Gate. Abhilfe der Mißstände geschaffen ist. Biegelrode kommt so, wenn Tambourverein Rothe Melte, Dienstag und Freitag, Abends 9 Uhr, Tambourverein Wirbel, Dienstag und Stattlub re u3 Golo, 8-10 Uhr, Krautsstr. 2, bei Mühle. Tourifientlub Wanderlust, abends 9 Uhr, bei Blehrat, Franfectistraße Dame im Ronfordia- Theater verrathen wir Ihnen nicht. Drei wettende Mechanifer. Die Geheimnisse der elektrischen A. S. v. K. Jst durch gerichtliches Erkenntniß verboten. Für die Arbeiter Bildungsschule. Bom Gauverein der Bildhauer Berlins 20 M., von R. 28. 8,35 M., von Gönnern der Arbeiter- Bildungsschule aus der Fabrik Siemens und Halske, Charlottenburg, 20 M. dankend erhalten. 6. Gumpel, Barnimstr. 42. Briefkaffen der Expedition. Beschwerden wegen Unregelmäßigkeiten bezüglich der Zu ftellung unseres Blattes tönnen nur banu berücksichtigt werden, wenn uns der Name des betreffenden Spediteurs angegeben werden kann. Legterer muß stets auf der Abonnementsquittung verzeichnet sein. Post- Abonnenten müffen diesbezügliche Beschwer ben bei der betreffenden Bostanstalt verbringen. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Montag, den 18. April( 2. Osterfeiertag) Vormittags 11 Uhr: Zwei große Matineen. Für den Süden: in Kliem's Volksgarten, Hasenhaide 14/15. Für den Westen: in Lehmann's Salon, Kreuzbergstraße 48. Die Musit wird von Mitgliedern der Freien Vereinigung der ZivilBerufsmusiker unter Leitung des Dirigenten Herrn Schonert ausgeführt unter gütiger Mitwirkung des Gesang- und Musikvereins Firmitas sowie der Gesangvereine des Arbeiter Sängerbundes Kreuzberger Harmonie, Liederlust, Waldkapelle, Frühlingslust, Harmonia und Sängerkette unter Leitung der Dirigenten V. Dillenberger und Susdorf. Billets à 20 Pf. sind bei den Vorstandsmitgliedern und in den mit Plakaten belegten Lokalen und Zahlstellen zu haben. 450/9 Der Vorstand. Um zahlreichen Besuch bittet Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Mitglieder- Versammlung am Dienstag, den 12 April d. J., Abends 8 Uhr, im Lokale Königsbank", Grosse Frankfurterstrasse 117. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bruno Schönlank über:" Politische Wochenschau". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes.- Um zahlreiches Erscheinen ersucht 387/14 Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung Bock- Brauerei. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Genossen hierEmpfehle den großen Garten mit beiden Sälen zu Sommer- mit die traurige Nachricht, daß unser Festlichkeiten. 2158L Friedrich Gegr. 1876. August Tiedemann, Hüte 000 Gegr. Friedrichtraße 28. 1860 raße 28. Dekonom. 0000000000000000000000000 mit Kontrollmarken aus der Ge nossenschafts- Hutfbr. zu 3, 3,50, 4, 5, 6 M. Cylinder eigener Fabrikation zu 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11 u. 12 M., empfiehlt OranienPaul Drenske Nachf., str. 172. Meiner werthen Kundschaft 3. Nachricht, daß ich von Müllerstr. 4 nach meinem neuen Fabrikhaus 2264L Friedrichstr. 23 verzogen, ich werde es mir z. großen Ehre rechnen, auch dort v. Ihnen besucht z. werd. Fahrgeld Dergütet. ZU. Fahrgeld Lohrmann's vergütet. Friedrich Fabrik Friedrichstraße 23. straße 23. nenester und elegantefter Modelle von Arbeiter00000 Mitglied Wladislaus Kurowski. nach langen schweren Leiden verschie den ist. 251/3 Die Beerdigung findet heute Diens tag Nachmittag um 3 Uhr in Dalldorf statt. Der Vorstand der polnischen Sozialdemokraten. Todes- Anzeige. Den Genossen des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises zur Nachricht, daß unser Genosse, der Bildungs- Schule. Backofenbauer Versammlung am Mittwoch, den 13. April 1892, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Norbert, Beuthstr. 21/22. 9. Cyklus- Vortrag des Schriftstellers Herrn W. Bölsche über: Die Entwickelungsgeschichte der Erde". Fortsetzung: Entstehung der Religion". Gäste zahlen 20 Pf. Entree. 459/1 Der Vorstand. 1832L Damen- n. Mädchen- Sophabezüge! Mäntel u. Jaquets zu sehr billigen u. festen Faoritpreisen der Steinsetzer Berlins u. Umg. Friedrichstr. 23. am Donnerstag, den 14. d. M., bei Scheffer, Inselstrasse 10, II. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Bericht des Delegirten zur Streif Rontrollkommission und Neuwahl eines solchen. 4. Bericht des Bertrauensmannes. 5. Wahl von Revisoren. 6. Stellungnahme zum 1. Mai. 7. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Steinfegers, in dieser Versammlung zu erscheinen. 2398b Der Vertrauensmann. Achtung! Buchdrucker! Sozialdemokr. Klub der im Buchdruckgewerbe beschäft. Arbeiter. Mittwoch, den 13. d., Abends präzise 8% Uhr: VERSAL- MEIN E- PUTZ- POMADE Schutzmarke ADALBERT VOGT& CO BERLIN FRIEDRICHSBERG goldene u.silberne Die in der ganzen Welt rühm lichst bekannte Oeffentl. Versammlung Helm- Putz- Pomade" bei Prochnow( vorm. Orschel), Sebaftianstraße Nr. 39. 2.- D.: Ueber Gewerbekrankheiten mit besonderer Berücksichtigung des Buchdruckgewerbes. 2. Politische Rundschau. 3. Verschiedenes. Alle im Buchdruckgewerbe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen find hierzu eingeladen. Der Einberufer. 252/11 ist nur unser Erzeugniss. Dosen mit anderen Helmen und nicht mit unserer Firma, weise man als werthlose Nachahmungen zurück. Achtung! Feen- Palast. Achtung! Teppiche Burg- und St. Wolfgangstraßen- Ecke. Am Oster- Sonntag, den 17. April 1892: Grosse Matinée, veranstaltet von den Schulkommissionen der Arbeiter- Bildungsschule, unter gefl. Mitwirkung der Männer- Gefangvereine Myrthenblätter, Alpenglocke, Karthaus'scher Gesangverein, Liedesfreiheit, Johanni, Alte Linde, Unverdrollen u. Freundestreue ( gemischter Chor), zirka 200 Sänger. Die Musik wird ausgeführt von 35 Mitgliedern der Freien Vereinigung der Berufsmusiker unter Leitung des Herrn G. Jahnke. Anfang 11 Uhr Vormittags. Billet inkl. Progr. 25 Pf. Billets sind in den Bahlstellen, sowie in den mit Plakaten versehenen Geschäften zu haben. 482/11 Um zahlreichen Besuch bittet Das Komitée. Verlag des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuth- Strasse No. 2. Zu den Wahlen zu den Gewerbegerichten, die in allen Theilen des Reichs bereits mit Erfolg für unsere Partei stattgefunden haben, theilweise noch vollzogen werden, empfehlen wir den Genossen zur Anschaffung die in unferem Berlage erschienene Ausgabe vom Gesek, betreffend die Gewerbegerichte. -Bom 29. Juli 1890. -O Mit erläuternden Jumerkungen, einer Uebersicht des Jubalts des Gesetzes und alphabetischem Sachregister. in allen Arten und Größen kleiner Musterfehler wegen offeriren sehr billig. Portièren, Gardinen, Steppdecken in den geschmackvollsten Ausführungen zu anerkannt billigen 477M Preisen. Reste von Plüschen, Fantasiestoffen, Damasten und Ripsen, passend für Sophas und Garnituren, zur Hälfte des früheren Kostenpreises. J. Adler Söhne, Teppichfabrik, Spandauer- Strasse 30, gegenüber dem Rathhause. Bitte Refte in Rips, Damast, Granit, Plüsch u. bunt. Stoff, spottbillig. Emil Lefèvre, Oranienftr. 158. Proben franko! Grosse Betten 12 Mk. 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Alle die, welche den Verstorbenen unter dem Sozia listengesetz kennen gelernt haben, werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 13. April, Nachmittags 5 Uhr, von Sorauerstraße 13 nach dem Emmaus- Kirchhof( Briz) statt. Im Namen der trauernden 2425b] Hinterbliebenen 24246 Carl Ulrich, Gastwirth. Todesanzeige. Sonntag früh 61/4 Uhr verschied nach schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Großu. Schwiegervater, der Raufmann Carl Oertel im 64. Lebensjahre. Die Ueberführung nach Gotha zur Feuerbestattung findet heute Abend statt, die Aschenüberreste werden im Kolumbarium auf dem städtischen Friedhofe in Friedrichs. felde beigesetzt. Um stilles Beileid bittet im Namen der Hinterbliebenen Amalie Oertel, Lindenstr. 111. Am Freitag, den 8. d. Wits., verschied nach schweren Leiden mein lieber guter Mann, der Restaurateur Franz Schulz im 42. Lebensjahre. 2396b Dies zeigt mit der Bitte um stille Theilnahme an die tief= trauernde Wittwe Marie Schulz. geb. Hohnsbein. Beerdigung Dienstag, 12. d. M., 4 Uhr Nachm. vom Trauerhause Manteuffelstr. 8 auf dem Neuen Marienkirchhof, Prenzlauer Allee. Freunden u. Genossen hiermit die traurige Nachricht, daß unser einziges Kind Marie am Sonntag Vormittag nach kurzem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Die trauernden Eltern Hugo und 2422b Emilie Gersch. Beerdigung findet Mittwoch, Nachmittags 3 Uhr, auf dem Thomas- Kirchhof statt. Empfehle mein Geschäft in friscдen 533 L Blumen und Kränzen. Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Frrthum au ver meiden, bitte ich meine Freunde und Genoffen, genau auf meine Adresse zu achten. Künstliche Zähne 2 Mark. Plomben von 1,50 M. an. Schmerz loses Zahnziehen 1 M. Sprechstunden 8-7 Uhr. Zahnarzt Robert Wolf, Chausseestr. 123, am Oranienb, Thor. Dr. Hoesch, homöopath. Arzt, Artillerieftr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. 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