Nr. 274. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerandos Vierteljährl. 3,30 m., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags, Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. BostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs Breisliste für 1902 unter Nr. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 19. Jahrg. Die Jnsertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel' zeile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pig. ,, Kleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pig. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. dundulis no Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Hochgeehrter Herr! Sonntag, den 23. November 1902. frisch auf zum luftigen Jagen! Berlin, den 15. November 1902. Die Socialdemokratie erzielte bei den Reichstagswahlen 1881 812 000 1884 550 000 1887 763 000 1890 1893 1898 Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Vertheilung von 3 Millionen Exemplaren der großen, 3 Millionen der mittleren und 2 Millionen der fleinen Ausgabe, wofür nach fachverständiger Berechnung, die auf Wunsch zur Verfügung steht, insgesammt 300000 Mr. erforderlich sind. Demgemäß gelangt vorliegendes Rundschreiben an die für die betreffenden Städte, Bezirke, Arbeitszweige ufiv. maßgebenden Herren bezw. Firmen, die hierdurch ergebenst gebeten werden, unter Mitwirkung der ihnen nahestehenden Kreise je 500 Mart aufzubringen und an den mitunterzeichneten Architekt König, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Baugewerksmeister, Berlin SW., 1427 000 1 787 0002112 000 Anhaltstr. 15, einzusenden. Das im Einzelfalle zu leistende Opfer darf als verhältnismäßig Stimmen und dürfte bei der bevorstehenden Reichstagswahl, selbst wenn das Wachstum der nicht groß im Hinblick darauf bezeichnet werden, daß die deutschen Anhänger der SocialPartei nur dasselbe wie bisher bleibt, etwa 21 Millionen Stimmen erhalten die Socialdemokratie, die doch meist nur über geringe Mittel verfügen, für ihre Partei nachgewiesenerdemokratie rechnet sogar, wie ihre Wortführer auf dem Münchener Parteitage wiederholt maßen alljährlich 5 bis 6 Millionen Mark an Beiträgen aller Art zahlen. erflärt haben, auf mehr als 3 Millionen. Die Socialistenpartei wird damit in noch viel mehr Se. Majestät der Kaiser hat wiederholt in martigen Worten zum thatkräftigen Kamp Wahltreisen als 1898 in die Stichwahl kommen und erwartet im zweiten Wahlgange infolge gegen die Socialdemokratie aufgerufen. Es ist hohe Zeit, diesen Appell zu beherzigen. Wenn der viel schärfer als bisher zugespizten wirtschaftlichen, konfessionellen und nationalen Gegen der unausgesetzten, rührigen und geschickten Agitation der Sozialisten auch jezt nicht in fäge zwischen den nichtsocialistischen Parteien auch in solchen Streifen den Sieg zu erreichen, umfassender und durchgreifender Weise entgegengearbeitet wird, wird es bald zu spät sein. in denen das bisher undenkbar war. Wir hoffen deshalb, daß die Herren Empfänger dieses Rundschreibens unserer ergebenen Hiernach muß leider befürchtet werden, daß die Zahl der socialdemokratischen Reichs- Bitte ausnahmslos zu entsprechen die Güte haben werden. Ein eingehender Bericht über tagsmandate, die zur Zeit bereits 58 beträgt, sich bei der nächstjährigen Wahl bedeutend die ganze Veranstaltung nebst Rechenschafts- Ablage wird allen Beteiligten zugehen. erhöhen, und daß damit der Einfluß der socialdemokratischen Partei, der sich schon jetzt im Wir bitten ergebenst um thunlichste Beschleunigung der Sache, da mit der Reichstage start fühlbar macht, noch wesentlich vermehrt werden wird. Welche Gefahr aber in den Grundzügen bereits festgelegten Verteilungs- Organisation unverzüglich vorgegangen damit verbunden wäre, wenn etwa die Socialdemokratie im deutschen Reichstage eine maß- werden muß, um die Broschüren Massenverbreitung lückenlos und so rechtzeitig bewirken zu gebende Stellung erlangen würde, bedarf nicht der näheren Ausführung. önnen, daß die Wirkung nicht verfehlt wird. Es bedarf nicht der Ausführung, daß es sich Einer solchen Gefahr mit allen Sträften vorzubeugen, ist eine Pflicht, deren Erfüllung hier um eine außerordentlich umfangreiche und nur von langer Hand sachgemäß durch aus nationalen, socialen, wirtschaftlichen und sittlichen Gründen geboten ist. Vor allem gilt zuführende Arbeit handelt. Die Organisation der Gegner ist bekanntlich bis ins einzelne es, für gründliche, fachliche Aufklärung der gesamten Bevölkerung über die Umwahrheit der und kleinste musterhaft geregelt. Tandläufigen socialdemokratischen Behauptungen Sorge zu tragen, was bisher nur allzu sehr Auf dem fürzlich in München abgehaltenen socialdemokratischen Parteitage erklärte versäumt worden ist. In der Anlage beehren wir uns, Ihnen Abzüge einer in drei Ausgaben der Borsigende Abg. Singer: Wir wollen Alles aufbieten, um in die gesetzgebenden erschienenen Schrift zu übergeben, die dazu bestimmt ist, in allen Wahlkreisen, in denen es sich Störperschaften eine so stattliche Zahl von Socialdemokraten hineinzubringen, daß man um den Kampf gegen die Socialdemokratie handelt, sämtlichen Wahlberechtigten zugestellt zu ohne die Socialdemokratie in Deutschland nichts mehr machen kann, auch keine Gesetze." werden; die drei Ausgaben sollen je nach den besonderen Verhältnissen der einzelnen Wahl- und der Führer der deutschen Socialisten, der Abg. Bebel, sagte:„ Es ist unsere freise zur Verwendung kommen. Diese Schrift hat den Beifall der Sachverständigen verbringendste Pflicht, ungejäumt, ohne auch nur einen Tag zu zögern, in die Wahlagitation fchiedenster Parteirichtungen gefunden und es steht zu hoffen, daß ihre klaren Ausführungen einzutreten." Unter braufendem Jubel seiner Genossen rief Bebel aus:" In dem beginnenden gegenüber der socialdemokratischen Agitation und Heße in den Streifen der Arbeiter nicht Wahlkampf müssen wir unsere vollste Schuldigkeit leisten bis zur völligen Erschöpfung ohne Wirkung bleiben werden. unserer physischen und moralischen) Kräfte." Wohlan, möge dem seitens der Feinde Die Zahl der in Betracht kommenden Wahlkreise beträgt 263 mit 81%, Millionen der bestehenden Drdnung uns angekündigten heftigen Ansturm durch umfassende Belehrung der Wahlberechtigten. Die Kosten für Druck und Vertheilung etwa einer halben Million Exemplare breitesten Wählermassen über die Wertlosigkeit des socialistischen Programms begegnet werden! find bereits gedeckt. Es handelt sich noch um die Aufbringung der Mittel für den Druck und die Indem wir auf Ihre gütige Mitwirkung hoffen, haben wir die Ehre zu zeichnen mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst " Legationsrat a. D. Graf von Arnim Muskan, Mitglied des Reichstags. Rittergutsbefizer von Arnim Güterberg, Vorsitzender der Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg. Generaldirektor Kommerzienrat Baare, Bochum. Gruben- und Rittergutsbefizer Bauermeister, Mitglied des Reichstags, Bitterfeld. Generaldirektor Bergrat Behrens, Herne i Westf. Geh. OberRegierungsrat Graf von Bernstorff. Mitglied des Reichstags, Berlin. Generalsekretär Dr. Beumer, Mitglied des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten, Düsseldorf. Kommerzienrat Boeddinghaus. Vorfigender der Handelskammer, Elberfeld. Handelskammersyuditus Dr. Freiherr von Boenigt, Halberstadt. Fabrikdirektor Dr. Böttinger, Mitglied des Hauses der Abgeordneten, Elberfeld. Landrat Dr. von Borries, Herford. Kommerzienrat Buchwald, Großenhain. Rittergutsbesizer von Carlowis, Kleindehsa b. Löbau i. Sachsen. Generaldirektor Stommerzienrat Elaus, Thale a. H. Geb. Kommerzienat Delius, Vorsitzender der Handelskammer, Aachen. Landesältester Major a. D. Freiherr von Durant, Mitglied des Herrenhauses, Baranowig i. Schl. Handelsrichter Ebel, Borsigender der Handelskammer, Halberstadt. Handelskammersynditus Justizrat Dr. Edels, Mitglied des Hauses der Abgeordneten, Göttingen. Fabrikbefizer Edert, Vicevorfigender der Handelskammer, Mitglied des Hauses der Abgeordneten, Botsdam. Nittergutsbesiger von Eichel, Vorsitzender des Landwirtschaftsrats für das Herzogtum Meiningen, Marisfeld in Thüringen. Fabrikbefizer Faber, Mitglied des Reichstags, Forchheim in Bayern. Fabrikbefizer Julius Forstmann, Werden a. d. Nuhr. Kommerzienrat ris Friedländer, Berlin. Kommerzienrat Fromberg. Berlin. Kommerzienrat unde, Hagen i.. Oberbürgermeister Fürbringer, Emden. Regierungsrat Glazel, Mitglied des Hauses der Abgeordneten, Tilsit. Fabrifbefizer Dr. K. Goldschmidt, Essen. Generaldirektor Kommerzienrat Haarmann, Osnabrück. Gemeinderat Major 3. D. von Hagen, Weimar. Landrat Dr. Hammerschmidt, Gelsenfirchen. Geh. Stonergienrat Generalfonful von Hansemann, Geschäftsinhaber der Diskontogesellschaft, Berlin. Geh. Oberregierungsrat Hemptenmacher, Staatskommissar bei der Berliner Börje. Handelskanumerfyndilus Dr. Herrl, Chemniz. Bergiverksdirektor Hilbcf. Mitglied des Reichstags, Berlin. Handelskammersyndikus Hirsch, Mitglied des Hauses der Abgeordneten, Effen. Kommerzienrat Dr. Holz, Berlin. Gutsbesizer Hofang, Mitglied des Reichstags, Sommersdorf, Prov. Sachsen. Fabritbefizer Ernst Suffmann, Werden a. d. Ruhr. Schneidermeister Jacobstötter, Mitglied des Reichstags, Erfurt. Geheimer Finanzrat Jende, Dresden. Wirll. Geh. Rat Fürst zu Jun- und Knyphausen, Mitglied des Reichstags und des Herrenhauses, Lüzburg i. Hann. Majoratsbefizer Graf von Stanig- Podangen, Mitglied des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten. Stadtrat und Bergrat Sleine, Dortmund. R. Koch, Direktor der Deutschen Bank, Berlin. Architekt König, Geschäftsführer des Verbandes deutscher Baugewerksmeister, Berlin. Graf von Königsmard, Mitglied des Herrenhauses, Plaue a. d. H. Kommerzienrat& örting, Körtingsdorf bei Hannover. Wiril. Geh. Oberregierungsrat SeranoId, Präsident der Kgl. Eisenbahndirektion Berlin. Fabritbefizer Strawinter, Mitglied des Hauses der Abgeordneten, Vollmerhausen, Bez. Cöln. Generallieutenant 3. D. Strüger, Leipzig. Oberbürgermeister 2ehr, Duisburg. Wiril. Geh. Rat Graf zu Limburg- Stirum, Mitglied des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten, Gr. Peterwig i. Schl. Geh. Kommerzienrat Stonful ueder, Borsitzender der Handelskammer, Dresden. Geh. Kommerzienrat Lucius, Vorsitzender der Handelskammer, Mitglied des Hauses der Abgeordneten, Erfurt. Ingenieur Macco, Geschäftsführer der Handelskammer, Mitglied Haufes der Abgeordneten, Siegen. Rittergutsbesiger Oberst a. D. von Massow, Mitglied des Reichstags, Barnehmen i. Ostpr. Landrat Dr. von Meister, Homburg v. d. Höhe. Stadtverordnetenvorsteher Geh. Bergrat Merbach, Freiberg i. S. Rittergutsbesiger Graf von Mirbach, Mitglied des Herrenhauses, Sorquitten i. Ostpr. Oberbürgermeister Morneweg. Darmstadt. Rittergutsbesizer Oberstlieutenant a. D. von Normann, Mitglied des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten, Barlow 6. Plathe i. Bomm. Stonumerzienrat Generalfonful Ritter von Dibenbourg, München. Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Paasche, Mitglied des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten, Berlin. Stadtverordneter Direktor Padhe, Leipzig. Rittmeister a. D. Praetorius, Mitglied des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten, Berlin. Oberbürgermeister Quentin, Mitglied des Reichstage, Herford. Stadtrat und stommerzienrat Ram do hr. Aschersleben. Domänenrat tettich, Mitglied des Reichstags, Roftod. Fabrifdirektor Baurat Dr. Riepper, Nürnberg. Fabrifbesizer E. A. Scheidt, Kettwig a. Rh. Fabrikdirektor Schelhaas, Hirschberg i. Schl. Kommerzienrat Schlumberger, Mitglied des Reichstags, Mülhausen i. E. Bergrat Schrader, Ober- Berg- und Hütten- Direktor der Mansfeld'schen Gewerkschaft, Gisleben. Graf von Schwerin- 2öwiy, Mitglied des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten, Vorsitzender des Deutschen Landwirtschaftsrats. Stommerzienrat Seyffardt, Vorsitzender der Handelskammer, Strefeld. Rittergutsbefizer Sieg, Mitglied des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten, Raczyniewo i. Westpr. Landesältefter Fideitommißbejizer Graf von Ziele Windler, Mitglied des Herrenhauses, Moschen i. Oberschl. Geh. Kommerzienrath Vogel, Chemniz. Hüttenbefizer Vopelius, Mitglied des Hauses der Abgeordneten, Sulzbach b. Saarbrüden. Kommerzienrat Vorster, Mitglied des Hauses der Abgeordneten, Stöln a. Rh. Kommerziemrat Gewerte D. Waldthausen, Essen. Handelskammer- Vorsigender Geh. Kommerzienrat Dr. Websky. Wüstewaltersdorf i. Schl. Kommerzienrat Weyland, Vorsitzender der Handelskammer Siegen. Handelskammersynditus Dr. Wiebe, Bochum. Geh. Kommerzienrat Birth, Berlin. Seehandlungspräsident a. D. Freiherr von Zedlig Neukirch, Mitglied des Hauses der Abgeordneten, Berlin. Fideikommißbesiger Ehren- Commmendator und Stiftshauptmann D. Graf von Ziethen- Schwerin, Mitglied des Herrenhauses, Wustrau i. M. Parteigenossen! Mitteln arbeiten, um den berüchtigten Wuchertarif dem deutschen Volfe als Angebinde auf den Weihnachtstisch zu legen. Sie fönnen mit Recht singen: D du selige, o du fröhliche, gnadenbringende Das vorstehend abgedruckte Rundschreiben das wieder einmal ein günstiger Wind Weihnachtszeit!" einem unserer Parteigenossen auf den Schreibtisch wehte werdet Ihr mit ebenso viel Das Elend der Millionen, die unter dieser Gnade für unsere Junker und JunkerInteresse wie Vergnügen gelesen haben. genossen feufsen und hungern werden, fümmert diese Edelsten der Nation ebensowenig, wie Der Hauptschlag, den unsere vereinigten Gegner im nächsten Wahlkampf wider uns die Herren der Börse, die im Golde schwimmen. zu führen hofften, ist entdeckt. Wir sind nicht nur in den Besitz des Rundschreibens, sondern auch Diese eine That charakterisiert diese Gesellschaft, vom Reichstags- Abgeordneten Grafen in den Besitz der Broschüren gelangt, welche die vereinigten Scharfmacher ihren Klassengenossen von Arnim- Muskau bis zum Herrenhausmitglied Graf von Ziethen- Schwerin besser, als lange ats Socialistentod" zur Verbreitung empfehlen. An der entsprechenden Antwort von unserer Artifel es vermöchten. Daß diese Gesellschaft sich herausnimmt, im Namen des Patriotismus, Seite wird es nicht fehlen. ja fogar im Namen der Sittlichkeit warum nicht auch im Namen der Religion zunt " Juden und Judengenossen", um im Zone eines Konservativen zu sprechen, reichen Stampfe wider die Socialdemokratie aufzurufen, kann nur ein honterisches Gelächter hervorsich wider uns die Hände. Die Herren der Börse stehen Arm in Arm mit den feudalen rufen, wo immer deutsche Proletarier das obige Rundschreiben lesen. Ueberzöllnern wider uns im Bunde. Soweit die Unterzeichner des Rundschreibens Mitglieder Parteigenoffen! Auf diese Herausforderung unsrer grimmigsten Feinde giebt es nur des Reichstags find, gehören sie den Parteien an, die eben mit allen ihnen zu Gebote stehenden eine Antwort. Wir müssen ohne Raft und ohne Ruh den Wahlkampf aufs vorzüglichste *) Das Citat ist unforreft; Bebel sagte in München: bis zur völligen Erschöpfung unsrer physischen und materiellen Kräfte". organisieren in allen Wahlkreisen, in welchen wir Anhänger haben. Wir müssen unausgejezt führen, wie bisher keiner geführt worden ist. Giebt der einzelne aud Mittel sammeln, wo immer die Gelegenheit sich bietet. wenig, die Masse der Opfernden bringt viel. Zum Kriegführen gehört vor allem Geld und der nächste Wahlkampf ist ein Strieg, Thun wir alle unsre Schuldigkeit, so stellen wir den 300 000 M., die unsre Feinde zur Verwendung gegen uns zu sammeln sich bemühen, Millionen gegenüber. Die klassenbewußten in dem sehr vieles auf dem Spiele steht, wenn er nicht mit einem glänzenden Siege der Arbeiter Deutschlands haben alle Zeit verstanden, in bewundernswerter Weise für ihre Ideale Socialdemokratic endet. zu opfern, das erkennen selbst unsre Feinde in dem oben veröffentlichten Rundschreiben an. Parteigenossen! Geht ohne Zögern ans Werk! Organisiert und agitiert für die große Zeigen wir, daß fie auch diesmal sich nicht in uns getäuscht haben. Wie immer die Schlacht, die der nächste Juni uns bringt! Arbeitet für unsre gemeinsame Sache mit all Not der Zeit auf Hunderttausende von Euch drückt und schwer auf Euch lastet, andre der Begeisterung, die ein großes die Menschheit befreiendes Ziel uns giebt! Hunderttausende werden noch die Mittel finden, deren wir bedürfen, um einen Wahlkampf zu Unser Schlachtruf sei: Nieder mit unsren Feinden! Hoch die Socialdemokratie! Berlin, den 21. November 1902. Los auf den Centralverband! " Die focialdemokratifche Fraktion des Deutschen Reichstags. 11 Am Montag wird die Beratung über den Zolltarif fortgefekt. " * 200 Deutfches Reich. Deutsches Der Riesenbetrieb wuchs ständig. Er umfaßte u. a. die Gußstahl- Stunde den Vertreter der weimarischen Regierung hervor, dessen fabrit in Essen, das Grusonwerk in Buckau, Hochofen- Anlagen bei schüchterne Beschönigungsverfüche vor dem beigebrachten ThatsachenDuisburg, Neuwied, Engers und Rheinhausen, zahlreiche Bechen, material nicht standhielten. Die Verständigungsaktion" der Zollwucher- Mehrheit hat nun mehr als 500 Eisensteingruben in Deutschland, einen eigenen Schieß mehr zu einer Erklärung der rücksichtslosesten Obstruktion feitens platz bei Meppen von 16,8 Kilometer Länge, auf dem der ewige der Rechten geführt. Die 29 konservativ- agrarischen Herren Wettkampf zwischen Kanone und Panzerplatte ausgekämpft wurde, b. Bonin- Bahrenbusch, v. Brockhausen, v. Dallwig, v. Dewitz, eine Anzahl Seedampfer, zahlreiche Steinbrüche, Thon- und Sandgruben, die Germania- Berft bei Stiel uifiv, go and Firzlaff, v. Gersdorff, Dr. Hahn, Henning, Hilgendorff, Simburg, Der Wasserverbrauch der Essener Gußstahlfabrik betrug bereits Die Besinnung ganz verloren hat Herrn Eugen Richters Fürst zu Inn- und Knyphausen, v. Kröcher, Graf zu Limburg- vor ein paar Jahren über 13 000 000 Subitmeter, so viel, wie ganz Freifinnige Zeitung", feitdem wir gezwungen sind, an der mehr Stirum, Lude, v. Massow, v. Normann, Dr. Dertel, v. Rautter, Frankfurt a. M. bedarf. Die Gesamtzahl der auf den Kruppschen als auffälligen parlamentarischen Tattit ihres Chefredakteurs ebenso Maſſow, 6. D. it he go 000 en als Tatt Aben. Jegt beitt sie die Rettich, Freiherr v. Richthofen- Damsdorf, Dr. Röfice( Kaisers Betrieben beschäftigten Arbeiter beträgt über 50 000 Personen. Sein scharfe wie begründete Stritit zu üben. Jezt nemt sie die Social Tautern), Graf v. Roon, v. Salisch, v. Spiegel, Dr. Udo Graf Einkommen wuchs seit den Flottenvorlagen bis auf jährlich demokratie eine Hilfstruppe der Agrarier", wirft ihr vor, sie hätte zu Stolberg- Wernigerode, v. Waldow und Reitzenstein, Frei- 25 Millionen. Der Generaldirektor der Firma, Jende, spielt im die heimtüdische Verrätertaktit des Centrums" durch Annahme Herr v. Wangenheim( Pyritz), Will, v. Winterfeldt- Menkin, Centralverband der Scharfmacher eine für die Arbeiterbewegung des Antrages Trimborn gefördert und behauptet, sie hätte dadurch der Mehrheit des Reichstages die Brücke schlagen haben soeben im Reichstag nicht weniger als 243 Anträge ein- verhängnisvolle Rolle. helfen, ein Kompromiß mit der Regierung herbeizuführen". gebracht, in denen sie 243 Positionen der Industriezölle, ohne jede erzählt Wie der„ Berliner Lokal- Anzeiger" berichtet, traf am Sonnabend und da sie schon im lustigsten Phantasieren ist nähere Begründung und Sonderung mechanisch durchweg um je 25 Proz. herabsetzen. Die, ohne jede Rücksicht auf die Eigenart des früh Frau Krupp, die sich seit etwa drei Wochen in Behandlung fie ihren Lesern, der Vorwärts" habe sich„ plötzlich für die Zuckerdes Professor Binswanger, des Leiters des psychiatrischen Instituts steuer begeistert". einzelnen Produkts, gleichmäßig vorgenommene Zollminderung, Nach der Freifinnigen Zeitung" wäre also die Verständigung in Jena, befand, auf Villa Hügel ein. beginnt mit dem Roheisen. berhindert worden, wenn der Reichstag am Freitag die Reso Damit hat das konservative Agrariertum den höchsten Trumpf Iution Rettich angenommen und alle Wünsche der Regierung ausgespielt, um die Regierung zur Nachgiebigkeit zu zwingen. Der Effen a. d. Ruhr, 22. November. In den Kruppschen Werken erfüllt hätte! Nach der Freisinnigen Zeitung" muß man für die innere Gegensatz zwischen dem Bund der Landwirte und dem gab die Direktion heute nachmittag 6 Uhr durch Anschlag folgendes Buckersteuer begeistert sein, wenn man die Witwen und Waisen Damit ist Herrn Richters Centralverband der Industriellen, die nur einig sind in der Schröpfung bekannt: Den Angehörigen teilen wir im tiefen Schmerz mit, daß aus Reichsmitteln unterstigen will! unser hochverehrter und geliebter Herr Krupp heute nachmittag Es ist Sache seiner Anhänger, ob sie an diefen wahnsinnigen Reiter Organ an dem Punkte angelangt, an dem jede Diskussion aufhört. der Arbeiter, findet in diesen 243 Anträgen 243 Beweise. Das Junfertum vermutet hinter der Festigkeit der Regierung 3 Uhr infolge eines Gehirnschlages gestorben ist. Herr Krupp hatte attacken wider alle Logik und alle Thatsachen Gefallen finden wollen. Unter ärztlicher Außerdem befinden sich in der Partei auch einige die Einflüsse des Centralverbandes, von dem die Agrarier ohnehin heute morgen 6 Uhr einen Schlaganfall erlitten. wissen, daß er auch bei den Caprivifchen Handelsverträgen den Einwirkung erwachte Herr Krupp wieder zu ziemlich flarem Bewußt darauf achten sollten, daß der Schmerz Eugen Richters darüber, daß größeren Teil der Beute für sich erlistet hat. Daher hat man sich sein. Um 9 Uhr begann eine erneute Verschlimmerung des Zustandes, die Socialdemokratie das Zustandekommen des Zolltarifs mit Erfolg jetzt zu dem längst angedrohten Gewaltmittel entschlossen und ist der am Mittag von den Aerzten als schwer bedenklich erkannt wurde. zu verhindern bemüht ist, nicht allzu große geistige Verheerungen mit dem Revolver auf den Centralverband losgegangen, damit er Es war ein neuer Gehirnschlag eingetreten. Um 3 Uhr verschied aus Furcht der seinen Interessen drohenden Schädigung auch die Herr Strupp, ohne daß er das Bewußtsein wieder erlangt hatte. Regierung zu Konzessionen an die Ueberzöllner veranlasse. " wvert Vorläufig sieht es also mit der Verständigung" seltsam genug aus. Zwar ist Herr Paasche eifrig bemüht, die Steine des Anstoßes zu entfernen. Darum hat er einen Antrag eingebracht, der die Fristbestimmung für das Inkrafttreten des Gesetzes beseitigt und dem§ 12 die folgende Fassung geben will:" Der Zeitpunkt, mit welchem dieses Gesetz in Kraft tritt, wird durch kaiserliche Verordnung mit Zustimmung des Bundesrats bestimmt." Damit wird aber die Rechte schwerlich einverstanden sein. * 00 Nieberding der Tröster. anrichte. " Aerzte, die Die Freifinnige Zeitung" glaubt einen neuen Fund in einer Aeußerung gemacht zu haben, die nach einem Berichterstatter Genosse Bernstein in einer Versammlung Berliner Schuhmacher gethan haben soll; nämlich daß nach Ansicht Bernsteins die Organisation der Arbeiter deshalb nicht überflüssig sei, weil noch auf Generationen hinaus, ja bis in die weite Ferne, die von der Socialdemokratie erstrebte Gesellschaftsordnung nicht Plaz greifen werde" Wir bedauern, Herrn Richter enttäuschen zu müssen. Wie uns Genosse Bernstein mitteilt, ist es ihm nicht eingefallen, eine solche Behauptung aufzustellen. Was er gesagt hat, ist vielmehr, ,, daß seines Erachtens noch auf Generationen hinaus, ja, bis weit in die von der Socialdemokratie erstrebte Gesellschaftsordnung hinein Berufsorganisationen der Arbeiter notwendig sein werden." Ein schreiendes Stiefkind des Militarismus. " Will man in der Sprache der Geschäftsordmungs- Zerstörer reden, so bedeuten die 243 konservativen Anträge die frechste Verhöhnung Auch der Reichstag hat jetzt, wie die großen Warenhäuser, feine der Mehrheit, einen Terrorismus der Obstruktion, der nicht feines- billigen Tage. Rechte und Regierung haben sich am Sonnabend gleichen hat. Und die einzige angemessene Antwort würde sein, daß bereit gefunden, einer Interpellation der Socialdemokratie einen man über sie auch einmal debattelos zur Tagesordmmg übergeht. Sigungstag zu widmen, für den sich ein beschlußfähiges Haus Indessen die Minderheit der Zolloppofition ist nicht rachsüchtig. ohnehin taum gefunden hätte. So nahm die bürgerliche Mehrheit Wir erkennen durchaus an, daß die Frage der Herab- die Gelegenheit wahr, mit halber Besetzung ein rührendes Schauder Industriezölle ernſtefter Beachtung fetzung ist spiel aufzuführen, wie eine tapfere Volksvertretung die heiligsten und eine gründliche Erörterung verdient. Und die Social- Güter der Nation vor den Uebergriffen der Behörden zu beschützen demokratie wird ihrerseits alles thin, unt Dieser, wen weiß. auch unzulänglichen Herabsetzung der Industriezölle den Erfolg zu War das Haus am Sonnabend auch nur halb so stark besetzt fichern. Auch wenn nur einzelne Centrumsmitglieder die Konservativen wie am Tage zuvor, so war doch das Interesse der bürgerlichen unterstützen sollten, so können sie mit unsrer Hilfe, sowie der Stimmen Parteien an der socialdemokratischen Interpellation über die UeberIn der Kreuz- Zeitung" legt der Generalmajor a. D. der Freisinnigen Vereinigung, der Antisemiten, Bauernbündler und griffe der Polizei und die Reform des Strafvollzuges im v. Zeppelin in einem vier Spalten langen Leitartikel„ Ein ernstes Bolen leicht eine Mehrheit finden. Auf die Freifinnige Volkspartei Berhältnis zu ähnlichen Anlässen früherer Zeit noch stark zu wort für Deutschlands Kriegsbereitschaft", speciell fann man natürlich nicht rechnen, die alles vermeidet, was das zu nennen. So lange die fröhliche Haß nur dem rebellischen Böbel für Deutschlands kavalleristische Striegsbereitschaft ein. Der standekommen des Tarifs erschwert. galt, so lange nur Arbeiter und Arbeiterredakteure unter einer Verfasser bringt weitschichtiges Zahlenmaterial der in- und ausschmählichen Behandlung durch die Behörden zu leiden hatten, hat ländischen Präsenzstärken, um den Nachweis zu führen, daß bei allen weder der größere Teil der bürgerlichen Presse, noch der Großteil Erhöhungen der deutschen Präsenz durch die Militärgeseze von der bürgerlichen Reichstags- Mitglieder die Sache der Nede wert ge- 1887, 1890, 1893 mb 1897 2c. die Kavallerie höchst stiefmütterlich funden. Als aber die Polizei ihre schlechten Sitten auch in ein behandelt worden sei. So habe noch 1897 die Zahl der Kavalleriezelnen Fällen dem besser gekleideten Publikum fühlbar machte und Eskadrons nur genau ebenso viel betragen wie im Jahre 1872, nämlich der Ummut darüber auch in bürgerlichen Kreisen mächtig empor- 465, erst durch die Gesetze vom 1. April 1897 und 25. März 1899 schwoll, entdeckte selbst die äußerste Nechte des Reichstages ihr Herz sei sie auf482 erhöht worden. Rußland dagegen befizt nicht weniger für die persönliche Freiheit aller Staatsbürger. als 467 Eskadrons und 323 Sotnien, was 790 deutschen Eskadrons Es läßt sich begreifen, daß unter diesen Umständen ein parla- Die Stellung derer, die sonst alles, was mit unsrer gefegneten entspreche. Auch Frankreich zähle nicht weniger als 447 Eskadrons. mentarischer Berichterstatter erklärt, Verstimmung herrsche auf der Ordnung zusammenhängt, zu verteidigen pflegen, muß übel genug Deutschland sei also zweifellos in der Vermehrung seiner ganzen( nämlich auf der Zolliucher-) Linie. Forscht man", so heißt es in dem Stimmungsbericht, nach gewesen sein, wenn sie sich, wie es thatsächlich geschah, zu einer voll- Stavallerie Formationen bedauerlich weit hinter den Nachbardem Grunde, so lautet er überall: Unnachgiebigkeit der Regierung, ständigen Wenderung ihrer Taktik entschlossen. An diesem Sonn- mächten zurückgeblieben. Da nun ein Krieg Deutschlands nach zwei des Reichstanzlers. Auch die Reichspartei erblickt in dem gänz- abend schien der Reichstagssaal, eben erst die Arena leidenschaftlicher Fronten keineswegs zu den historischen Unmöglichkeiten gehöre, sei schleunigste Vermehrung der lichem Mangel an Entgegenkommen der Regierung die Haupt- Kämpfe, zu dem Schauplatz einer märchenhaften Idylle verwandelt. eine deutschen schwierigkeit, zumal dadurch auch der Widerstand der National- Man bemühte sich, die socialdemokratischen Ankläger durch Liebens- tavallerie dringendst zu fordern:„ Eine Verliberalen gestärkt werde, die ant der Regierungsvorlage würdigkeit zu entwaffnen. Man erkannte es als ein Verdienst, daß zögerung würde hier eine schwer elnterlassungsfünde festhalten. In den sonst ununterbrochen in der sizungs- fie alle diefe peinlichen und beschämenden Verhältnisse zur Sprache bedeuten, deren fich weder das Striegsministerium noch die Vertreter freien Zeit sich folgenden Beratungen der Centrumspartei endlich gebracht hatten. Ergaben sich auch in der Beurteilung des vor- des Volkes schuldig machen dürfen." soll ebenfalls die Verstimmung über die Unbengfamkeit bes - Zu all den] reizenden Perspektiven, die uns der Land- und Reichskanzlers gegenüber den Hauptpunkten, so namentlich in der liegenden Thatsachenmaterials fleine Verschiedenheiten des Tempe Ablehnung der Windestsäge für die Viehzölle, immer merklicher raments, wagte man auch zu behaupten, daß es in einzelnen der Waffermilitarismus eröffnet, ist also eine neue gekommen. Schon ist der auftreten. Das einzige, allerdings sehr starke Gegengewicht gegen angeführten Fälle nicht ganz so schlimm gewesen wäre im großen Wunschzettel Molochs mit allerhand dringenden Forderungen gediese Trübung der Verständigungsaussichten liegt in der sehr ganzen herrschte rührende Uebereinstimmung. Mitten in das Miß schmückt: einer Bermehrung der Infanterieformationen, der Neulebendigen leberzeugung vieler, namentlich führender Partei- vergnügen dieses Zollwinters tönten die lockenden Stimmen des bewaffnung der Artillerie, der Neu- Uniformierung der Mannschaften, männer der Mehrheit, daß etwas zu stande fommen muß." neuen Wahlfrühlings hinein. einer Vermehrung der Auslandskreuzer, und schon meldet sich unAm Sonnabendabend sind die Kuhhändler wieder mit dem Kurz, es war sehr schön aber herausgekommen ist dabei gebärdig eine weitere Waffengattung, die Kavallerie, wegen un Reichskanzler zusammen, der mithin schnell Gelegenheit hat, sich nichts Interpellationen haben die angenehme Eigenschaft, daß es verantwortlich stiefmütterlicher Behandlung, der schleunigst ein Ende über die 243 agrarischen Erpressungsanträge zu äußern. Schließlich dabei keine Abstimmungen giebt und die Tapferkeit des Auftretens gemacht werden müsse. Im Schnellschritt müsse nachgeholt werden, werden die Zollwucherer die Beute nicht fahren lassen und nehmen, durch keine Gefahren bedroht wird. Was als Resultat blieb, die was bisher so ungebührlich verabsäumt worden sei. Und diese was sie kriegen wenn es die Socialdemokratie nicht verhindert, Versprechungen, die der Reichskanzler durch den Mund des Herrn Kavallerie- Attacke auf den Geldbeutel des Volkes darf schon die Socialdemokratie, die auch allein unablässig bestrebt ist, in Staatssekretärs v. Nieberding abgeben ließ, zerrinnt wie deshalb durchaus nicht leicht genommen werden, weil man ja weiß, mitten des wüften Zollschachers Kulturforderungen durchzusetzen. Schaum. Eine Befferung der bestehenden Zustände ist nicht zu er- daß der Träger der Strone, trotz seiner bekannten Vorliebe für die In dieser Richtung liegt auch der§ 11b, den die Genossen Bebel, warten, solange rohe Beamte einer ausgiebigen Bestrafung sicher sein Marine auch ein ausgesprochener Amateur des ritterlichen Reitersports ist Stadthagen und Antric zur zweiten Lesung beantragen: dürfen, und solange nicht durch eine Reform des Straf- und erst in diesem Jahre wieder durch aufsehenerregende kavalleBon dem Ertrag der auf Grund dieses Gesetzes zu erhebenden vollzugs die Rechtslage der Untersuchungs- und Strafgefangenen ristische Massenattacken eine strategische Auffassung des Wertes und Zölle find alljährlich 100 Millionen Mark den einzelnen Bundes- sicher gestellt wird. Herr Nieberding hat aber nach der ersten der Verwendbarkeit der Stavallerie bewiesen hat, die auch in breitesten Staaten nach Maßgabe der Bevölkerung, mit welcher sie zu den Richtung hin kein Versprechen abgegeben. Er hat sich damit militärischen Streisen als durchaus antiquiert galt. Warum sollte Matrikularheiträgen herangezogen werden, zur Förderung des Bolts- begnügt, mehrere Erlaffe der Regierungen anzukündigen, deren Wert sich gegebenfalls die herrschende Parlamentsmehrheit nicht ebenso fchulwesens- und zwar speciell für Anstellung und beffere Be- und Unwert man erst später wird beurteilen können. Was nun gar plöglich zum Evangelium der Kavallerie bekehren, wie sie sich feiner foldung der Lehrer und unentgeltlichkeit des Volksschulunterrichts das socialdemokratische Verlangen nach einer Reform des Strafe Beit zum Evangelium des Marinismus bekehrt hat? Das Riesenund der Lehrmittel zu überweisen." vollzugs betrifft, so will Herr Nieberding erst das ganze Strafgefeß- deficit von 150 Millionen soll ja durch die Einkünfte des Zollbuch und die ganze Strafprozeß- Ordnung umgeändert wissen. Die wuchers gestopft werden, und schließlich wird auch das Centrum Erfüllung eines berechtigten Wunsches wurde damit auf den Sankt patriotisch" genug sein, seinen ohnehin schon halb preisgegebenen Nimmerleinstag verschoben. Witwen- und Waisenversicherungs- Schwindel blutenden Herzens Die Geschicklichkeit und Sachlichkeit, mit der unser Parteigenoffe branzugeben. 1988 E Heine das Recht auf Freiheit der Person gegen die llebergriffe Die Agrarier aber werden alles aufbieten, um ihre Re des preußischen Unteroffiziergeistes verfocht, fand selbst im monten aufzucht, die sie schon durch den Pferdezoll profitabler gegnerischen Lager Anerkennung. As etwas andres können die gestalteten, durch die Vergrößerung der Nachfrage noch einträglicher Worte des Abg. Dertel nicht aufgefaßt werden, die sich mehr zu gestalten! gegen die Tonart unfres Redners als gegen seine Gründe Politifche Uebersicht. dning indo Berlin, den 22. November. Krupp. wandten. -W Das amtliche Telegraphen- Bureau meldet: Villa Hügel, 22. November. Excellenz Krupp ist heute nach mittag 3 Uhr gestorben. Der Tod ist infolge eines heute früh 6 Uhr eingetretenen Gehirnschlags erfolgt. Was Herr Dertel an seichten Beschwichtigungsscherzen Wangenheim bleibt Präfes der Notleidenden. Die„ Deutsche Der Tod legt uns die Pflicht auf, vorläufig von jeder weiteren aufbrachte, wiegt federleicht gegen den blutigen Wig, daß er, der Tageszeitung" schreibt: Wir fönnen zu unsrer großen Freude mitErörterung der an seinen Namen geknüpften Angelegenheit ab- Feind der Freizügigkeit, der Vorkämpfer für Prügelstrafe und Hörig- teilen, daß es gelungen ist, den Abg. Freiherrn v. Wangenzusehen. keit, dem städtischen Schugmann gegenüber den Entrüsteten spielte.heim zu bestimmen, den Vorsik im Bunde der Landwirte zu behalten. Daß auch die Herren Bassermann, Gröber, Schrader Es wäre auch schade gewesen, wenn der Bund der notleidenden Krupp hat ein Alter von noch nicht 49 Jahren erreicht. Er war und Müller- Meiningen für die Vermehrung des Auflagematerials Großgrundbefizer diesen Borsigenden verloren hätte. Denn besser Mitglied des preußischen Herrenhauses, in der vorigen Legislature forgten, der letztgenannte Abgeordnete hat besonders zum Fall als durch die Person des Vorsitzenden selbst konnte ja der Beweis periode gehörte er auch dem deutschen Reichstag an. Seine Firma Augspurg intereffantes Material erbracht, darf nicht wunder- der Notlage der strohdachflickenden Großgrundbesitzer nicht erbracht versorgte die ganze Erde mit den neuesten Waffen der Kriegstechnik. nehmen. Eine Rede des Genossen Bebel lockte noch in späterer werden. Einen Besitzer von 707 Hektaren zu finden, der keine Ein* ommensteuer zahlt, weil er aus diesem Gut partout nichts heraus-| Stadtverordneten unter Trimborns Leitung für eine Resolution zu Aufnahme eines Busagartikels in die Bundes wirtschaftete, wie es dem armen Wangenheim passierte, wäre nicht Gunsten der Oeffnung der Grenze für die Schlachtvieh- Einfuhr ge- berfaffung statt, der folgenden Wortlaut hat:" Den Kantonen so leicht gewesen. Oder doch?! stimmt, troß der sonst so lebensmittelwucherischen Haltung des werden zur Unterstützung in der Erfüllung der ihnen auf dem Centrums. Gebiete des Primarunterrichts obliegenden Pflichten Beiträge geleistet. Das Brüsseler Spikelattentat wird trotz der Entlarbung der Infrativen Spielthätigkeit des Rubino von deutschen Hezzblättern Die Blüten der Versöhnung. Aus Nord- Schleswig schreibt man Das Nähere beſtimmt das Gesetz. Die Organisation, Leitung und doch munter weiter zu fruktifizieren versucht. So geniert sich die uns: Es dürfte vielleicht weitere Kreise interessieren, in welcher Weise Beaufsichtigung des Primarschulwesens bleibt Sache der Kantone, vorbehalten die Bestimmungen des Artikel 27." „ Köln. Volksztg." nicht, in der Wochen- Rundschau ihrer Sonn- die nordschleswigschen Behörden die vielbesprochene Versöhnung abend- Nummer unter schämiger Verschweigung der Beziehungen des zwischen Deutschland und Dänemark im Grenzverkehr zu fördern Grundlage zur Unterstüßung der Volksschule durch den Bund, der Es handelt sich also um die Schaffung der Verfassungsmäßigen Attentäters" zu der italienischen Polizei zu erklären: fuchen. Inlängst wurde an einer bäuerlichen Bildungsanstalt im " Rubino will zwar keine Mitwisser haben, doch haben füdlichen Dänemark ein Fest mit Vorträgen und andrem geistig unter- seit Jahren die Agrarier mit vollen Händen für alle möglichen Nachforschungen seine Beziehungen zu Anarchisten festhaltenden Stoff gefeiert, an dem auch etliche Bewohner aus eine Summe von ca. 1 Millionen Frant in Aussicht genommen. Zwecke unterstützt. Für die Subventionierung der Volksschule ist gestellt, wie er denn auch selbst kem Hehl daraus macht, Anarchist den nächsten Ortschaften diesseits der Grenze teilnahmen. eine Summe von ca. 1 Millionen Frant in Aussicht genommen. diesseits der Grenze teilnahmen: Offene Opposition gegen den vorgeschlagenen Artikel wird so gut zu sein." Merkwürdigerweise scheint die sonst so rührige Polizei wie nicht gemacht. Dagegen driften zahlreiche Konservative und In der That, daran ist nicht zu deuteln: Rubino hat Beziehungen von diesem für das Bestehen des preußischen Staates Ultramontane dennoch dagegen stimmen. Indessen ist die Annahme zu den Anarchisten unterhalten. Nur waren sie etwas eigenartiger hochgefährlichen Treiben erst nachträglich Wind bekommen zu haben. der Vorlage, für die auch die socialdemokratische Partei eintritt, Matur. Mit demselben Recht könnte man von einem Kriminal- Sonjt haben nämlich in solchen Fällen stets 3-4 preußische der Vorlage, für die auch die socialdemokratische Partei eintritt, beamten erklären, er unterhalte gerichtsnotorisch Beziehungen zu Gendarmen an den Uebergängen über die Königsau Boften ficher zu erwarten. Spanien. gemeinen Verbrechern, oder von einem Anstalts geistlichen, er genommen, welche die Namen derjenigen buchen, die den Mut haben, stehe in zweifellosen Beziehungen zu Zuchthäuslern. troß dieser Grenzsperre nach drüben zu gehen, um einer Recitation Die Kammer lehnte am Freitag mit 161 gegen 118 Stimmen In Wirklichkeit lag die Sache offenbar so: Rubino bezog als eines dänischen Schauspielers oder gar fich einen Vortrag über ein ein von allen Minderheitsparteten beantragtes adelsvotum Spizel ein geradezu glänzendes Salair von der italienischen Polizei. volkswirtschaftliches Thema anzuhören. Seit der Köllerschen Aera gegen die Regierung ab. Vor der Abstimmung hatte der Durch seine Ungeschicklichkeit verdarb er es sowohl mit der italienischen richtet die Sperre sich nämlich nicht nur gegen die Tuberkulose und Republikaner Levroug fein Bedauern darüber ausgeBolizei, die ihm ihre Lockspizzelsubsidien entzog, wie mit den zu be- die Maul- und Klauenseuche dänischer Ochsen, sondern auch gegen sprochen, daß in La Linea a cht Arbeiter, die einen Soldaten spigelnden Anarchisten, die ihn als Polizeivigilanten ächteten und jedes Zeichen dänischer Kultur, welches sich erdreistet, nicht getötet hatten, vom Kriegsgericht zum Tode verihn auch bereits einmal gehörig durchbläuten. Rubino glaubte sich die Königsau als geistige Völkerscheide respektieren zu wollen. urteilt worden feien, während ein Carabinier, der einen nach beiden Seiten hin durch seinen Narrenstreich Es gelang jedoch nachträglich, zwei der Teilnehmer zu entdecken. Arbeiter getötet hatte, straflos ausgegangen sei. rehabilitieren zu müssen, auch fernerhin als Lock Der Amtsvorsteher Winter v. Adlersflügel zu Scherrebet ließ die Bom Sonnabend wird gemeldet: Ungeachtet der für die spißel seine verbrecherische Existenz fristen zu können. Daß beiden preußischen Staatsbürger unter Androhung einer Geld- Regierung günstigen Abstimmung in der gestrigen Sigung der diese Kalkulation des verbrecherischen Idioten eine verfehlte strafe von 30 Mart bezw. entsprechender Haft im Falle un- Kammer nimmt man an, daß die gegen die Politik der war, spielt dabei keine Rolle. Ob die Polizei sich auch fünftig seiner entschuldigten Ausbleibens vor sich kommen und nahm eine Regierung gerichtete Debatte sich heute fortsehen werde, an der, wie annehmen wird, bleibt ja freilich abzuwarten. Das Ddium des protokollarische Vernehmung vor: Ob fie an dem Schulfest es heißt, sich insbesondere Silvela beteiligen wolle. Der Schluß Rockspitzels wird er aber sicher nicht wieder los werden. Hat doch teilgenommen? Wie viele Kinder sie hätten? Wo dieselben fünftig der gestrigen Sigung war sehr stürmisch. Nocedal beschwor Canalejas auch bereits der Rechtsanwalt Royer, dem er seine Verteidigung fonditionieren würden? Ob die Vorgeladenen an dem betreffenden ihn zu unterstüßen, damit die liberale Politik weggefegt würde. übertragen wollte, die Annahme dieses ehrenbollen Antrages mit Tage über die Grenze zum Fest gegangen wären? 2c. Die Frucht Die Einbringung eines Antrages, worin ein Tadel gegen die der Motivierung abgelehnt, daß er überzeugt sei, daß Rubino ein der bösen That zeigte sich alsbald. Dem einen, dem Hofbefizer Regierung ausgesprochen wird, entfesselte einen wahrhaften Sturm. agent provocateur sei. Truels Beier zu Bangsbo bei Bröns, wurden zwei seiner Knechte Es wurden Rufe und Beleidigungen laut. Dem Präsidenten war es ohne weiteres fortgewiesen, d. h. es wurde ihnen anheimgestellt, nicht möglich, die Ruhe wieder herzustellen. Nach der Sigung ausgetviefen zu werden oder bei einem andren Prinzipal Arbeit zu hatten die Minister eine Besprechung. fuchen. Die Knechte sind beide Heimatslose Optantenkinder und mußten deshalb gehorchen. Erwähnt sei, daß das Brüsseler Organ unfrer belgischen Genossen, der Peuple", die infame Verdächtigung der Klerikalen Realtionäre, der Socialismus fei die Vorfrucht anarchistischer Attentate auf geTrönte Häupter, mit der humorvollen durchschlagenden Bemerkung abgethan hat, daß jeder Socialist nur wünschen könne, daß König Leopold im Intereffe der republikanischen Propa gan da das Leben eines Methusalem befchieden sei. Zweierlei Maß. = England. Ein Briefwechsel zwischen Botha und Chamberlain. Unter den am Freitag dem Parlament vorgelegten amtlichen Schriftstücken befindet sich auch ein Briefwechsel zwischen Chamberlain und Botha. Chamberlain schrieb u. a. an Botha: es rechtmäßig München, 19. November. ,, Richtet Ench nach meinen Worten, nicht nach meinen Thaten!" ( Eig. Ber.). Der Arbeiter", ein in München erscheinendes tatholisches Wochenblatt, verkünder in jeder Nummer seinen zahlreichen Lesern, wie es Pflicht eines jeden christNiemand beklage mehr als die englische Regierung die hohe lichen Mannes ist, gegen alles zu kämpfen, was jüdisch ist und von Sterblichkeit in den Konzentrationslagern, es sei aber Juden kommt. In dem Verlage dieſes vortrefflichen Organs er- tein Mittel, das Geld und Wissenschaft bieten konnte, gespart worden, scheint gegenwärtig ein 50 Lieferungen umfassender Kolportage- um die Sterblichkeit herabzusehen. Chamberlain erwähnt sodann, Roman:" Im Zeichen der Jakobinermüße". Kürzlich wurden Probe- daß große Summen aus Transvaal seitens der hefte dieses Wusterwertes in einem katholischen Verein verteilt, wo Republit während des Krieges nach Europa gefchidt fie aber nicht die erwartete Aufnahme fanden. Den Heften war seien, und sagt, die Regierung wünsche nicht die Frage aufzurollen, nämlich die Reklamebeilage eines großen ifraelitischen Versand- wie das Geld ausgegeben sei, soweit geschäftes beigefügt, und das erregte den heftigsten christlichen Zorn verwendet sei, aber zweifellos fei ein großer Ueberschuß vorhanden, liefert. Es kam zu einem heftigen Protest gegen den Schwindel, folgerin der früheren Republik zukomme, und den der katholischen Männer, deren geistige Nahrung" Der Arbeiter" der berechtigterweise der Reichsregierung als der Nach= Der mit dem christlichen Wolfe getrieben" werde! fie dem Unterstügungsfonds hinzufügen möchte. Er, In der letzten Nummer des Arbeiters" findet man übrigens Chamberlain, hoffe, daß Botha ihn darin unterstigen werde, die Die Socialdemokratie benötigt, dank ihrer ausgebreiteten worden sei. Personen ausfindig zu machen, denen das Geld anvertraut Organisation, eine große Zahl bon Beamten. Redakteuren, Schriftstellern und Rednern. Diese Stellen, die alle nicht viel Arbeit, aber ein hohes Einkommen mit sich bringen, gehen immer mehr in die Hände jüdischer Doktoren und verkrachter Studenten über, während die große Masse der Arbeiter der geführte, besser gesagt berführte 3ahler bleibt und fich nur als Versammlungsteilnehmer, Zeitungs- und Broschürenkäufer, sowie als Stimmbieh bei Wahlen bethätigen darf." " 9 Ueber eine Verhandlung vor dem Ober- Kriegsgericht in Metz wird uns berichtet: Es wird sich mit der Zeit doch wohl herausstellen, daß es notwendig ist, für die Verhandlungen der Kriegsgerichte eine Nachschlagelitteratur, Kompendien der einschlä gigen Geseze und Gebräuche in der Armee zu schaffen, die auf Die Art und Weise der Anklagen eine gewisse technische Beein flussung ausüben würden. Daß das not thut, lehrt folgende Berhandlung. Unter schwerer Anschuldigung stand der Urteroffizier Bichuted der 3. Compagnie des Pionier Batail ons 20 fürzlich vor dem Kriegsgericht des Gouvernements. Im Manöver, in der Ortsunterkunft Amelecourt, soll er mehrere Personen des Soldatenstandes aufgewiegelt haben, den auch folgende Leistung: Gehorsam zu verweigern. Das Verbrechen der Aufwiegelung muß mit dem Mindestmaß von 5 Jahren Gefängnis geahndet werden. Der Angeklagte faß mit mehreren Das Antwortschreiben Bothas führt aus: Bis zu der Rede Chamberlains vom 5. d. M. hätten die Boeren immer an Referben in der Wirtschaft und sang. 10 Minuten vor 9 Uhr trat genommen, die drei Millionen feien zu einer teilweisen Entschädigung für der Unteroffizier vom Dienſt" hinein und bot, Feierabend". Zichuted Kriegsverluste bestimmt; das sei auch Milners Anschauung gewesen, wie sagte zu dem Unteroffizier:" Es ist ja noch Beit", und zu den aus deffen Depesche vom 11. Juni hervorgehe, und unter diesen Umständen Reservisten:„ Wir singen noch eins"! In diesen Worten sah die sei der Aufruf der Generale veröffentlicht worden. Botha erwähnt Auflage den Dolus für das Verbrechen der Aufwiegelung". Der bann in seinem Antwortschreiben die Erklärung Chamberlains, bie Angeklagte stellte die ganze Geschichte als eine harmlose und kameradschaftliche dar. Das Gouvernementsgericht Bewilligung der drei Millionen stehe ohne Beispiel in der Geschichte Herausgeber des Arbeiter" ist der katholische Geistliche Bene- da, und sagt, auch alle andren Umstände hätten kein Beispiel in der ließ nach Maßgabe der Beweisaufnahme diese Anklage fallen und figiat uber. Der Herr hat die ihn wahrscheinlich zu ſehr an Geschichte. Die Hergabe der drei Millionen sei eine der Bedingungen verurteilte den Zichuted wegen Mißbrauchs der Dienst strengende Thätigkeit als Seelsorger an den Nagel gehängt und bringt für die Niederlegung der Waffen gewesen. Von nach Europa gewalt, untergebene zum Ungehorsam" verleitet sich als Verleger katholischer Arbeiterlitteratur nicht schlecht durch geschickten Geldbeiträgen sei ihm zu haben, zu sechs Wochen Mittelarrest." Botha nichts dieses irdische Jammerthal. Uno da sein Blatt in zahlreichen Gegen dieſe mildere Auffassung legte der Gerichtsherr fatholischen Arbeitervereinen Süddeutschlands obligatorisch einge- befarnt; wenn es solche Geldbeträge aber geben sollte, so würde Berufung ein mit der Begründung, daß im Sinne der führt ist, so nährt sich der wadere Seelenhirte buchstäblich von er sich sehr freuen, wenn sie für die von Chamberlain erwähnten Anklage entschieden werden müſte. 8 wede verwendet würden. Arbeitergroschen. Woraus er wahrscheinlich für sich die Berechtigung Infolge der heutigen Beweisaufnahme kam der Anklagebertreter ableitet, andren Leuten vorzuwerfen, daß fie mit einem aus zu dem Ergebnis, daß der Berufung des Gerichtsherrn nicht Folge geprägt guten Spürfinn fürs Geschäftemachen sich überall dort anzu geben sei, Aufwiegelung liege nicht vor, ebensowenig das Vergehen, wegen dessen die Berurteilung erfolgt sei. Vielmehr liege feßen, wo es fette Nahrung giebt." hier eine durch Drohung erschwerte Achtungs berlegung, nach§ 89 des Militär- Strafgesetzbuches vor. Sie sei gegeben in den verschiedenen Aeußerungen des Angeklagten gegenüber dem Unteroffizier vom Dienst, Das Ober- Kriegsgericht entschied, daß es der Ansicht " Ausland. Zur Politit der Fabier Gesellschaft. Dänemark. Der Eid in der Strafrechtspflege. Nachdem das Folkething am 15. November mit 42 gegen 31 Stimmen beschlossen hatte, den Eid in der bürgerlichen Rechtspflege abzuschaffen und durch eine Erflärung auf Ehre und Gewissen zu ersehen, hat das Folkething am Dienstag dieselbe Reform für die Strafrechtspflege mit 47 gegen 43 Stimmen abgelehnt und daffir einen Antrag angenommen, wo nach es jedem Zeugen freigestellt sein soll, wenn es feine religiöse Auffassung erfordert, den Eid zu verweigern. Wahrscheinlich wird dieser Beschluß bei der dritten Lesung der Gerichtsreform als un haltbar erkannt werden. Ein Vorschlag des Justizministers, nur solche Personen, die einer Religionsgemeinschaft angehören, die den Eid verbietet oder die überhaupt keinen religiösen Glauben haben, von der Eidesleistung zu entbinden, erhielt mur 22 Stimmen. Auch in einigen andren Punkten wurde der Justizminister mit großer Mehrheit überstimmt. Die zweite Lesung der Gerichtsreform ist Aus Induftrie und Handel. London, 19. November. Die laufende Monatsmummer des Drgans der Fabier- Gesellschaft fei, daß die Voraussetzungen des§ 100 der Anklageverfügung ist eine der interessantesten Nummern, die je erschienen find. Neben nicht zutreffen, von einer Verurteilung wegen Anstiftung einem sehr sachlichen Berichte des Genossen Ed. Bernstein über den konnte nicht die Nede sein. Auch eine Achtungsverlegung Liege nicht vor, da der Unteroffizier vom Dienst in dieser Münchener Parteitag enthält sie vier Resolutionen, die von den Eigenschaft nicht Vorgesetter der Unteroffiziere fei, Fabiern zum Internationalen Socialistischen Kongreß 1903 an das in der Garnison ebensowenig wie im Manöver. Die Allerhöchste Brüsseler Bureau gesandt wurden. Die Refolutionen lauten: Kabinettsorder vom 6. Oftober 1862 schreibe vor, daß er Vorgesetzter 1. Obligate Schiedsgerichte. Da Streits und Ausder Gemeinen sei, über eine specielle Borgefeßten Eigenschaft sperrungen viel Leiden über die Arbeiter, besonders über die Frauen beendet. gegenüber den Unteroffizieren jei bislang feine und Kinder bringen, ebenso über andre Personen, die indirekt ihres Bestimmung erlassen. Das Ober- Striegsgericht spreche daher Lebensunterhaltes beraubt werden; da fie auch die Industrie durch wurde vom dortigen Unter- und Obergericht wegen Entwendung Barbarische Rechtspflege. Ein Negermädchen auf St. Tomas den Angeklagten von der Anklage der Aufwiegelung frei. Das höchst ungehörige Benehmen desselben sei disciplinarisch zu ahnden, die Vergendung der Produktivkräfte schädigen, so verurteilt der von einigen Gegenständen im Werte von kaum einem eine solche Strafe auszusprechen, sei nicht Sache des Kriegsgerichts. Kongreß diese Methoden zum Ausgleich industrieller Konflikte als Dollar zu lebenslänglicher Buchthausstrafe verurteilt, und dieses Urteil Kürzlich wurden zwei Gemeine wegen eines ganz ähnlichen barbarisch und veraltet; an Stelle dieser Methoden empfiehlt ist am 18. November d. J. vom höchsten Gericht in Kopenhagen Delikts auf Grund des Menterei- Paragraphen zu der ungeheuerlichen er den Arbeitern, sich zu vereinigen und zu vereinigen und ihre politische bestätigt worden. ihre politische bestätigt worden. Die Verurteilte ist mehreremal vorbestraft und Strafe von 11 Jahren Zuchthaus verurteilt. Und hier wird ein Macht zu benutzen, um ihre Lage zu verbessern durch verbüßt gegenwärtig eine Buchthausstrafe von 8 Jahren wegen Unteroffizier freigesprochen! Welche Logik! gemeinem Laienverstand müßte eigentlich ein Unteroffizier. Schiedsgerichten, zufammengesetzt aus einer gleichen Anzahl von den barbarischen westindischen Strafgesehen. Nach die Gesetzgebung und besonders durch die Einrichtung von obgligaten Diebstahls, welches Verbrechen auch der Hauptgrund ihrer früheren Berurteilungen war. Das jest gefällte Urteil entspricht durchaus Der Untergebene zur Gehorsamsverweigerung gegen einen Vorgesetzten auffordert, fie also traft seiner Autorität zu einem so Arbeitgebern und Arbeitnehmern, wie sie bereits in Neuseeland und ungeheuer schwer zu ahndenden Bergehen aufreizt, Neusüdwales existieren in Ländern, wo die organisierten Arbeiter swerer bestraft werden, als ein Gemeiner! Wie der vorliegende feit mehreren Jahren einen großen Anteil an der Gestaltung der Fall beweist, kann indes auch ein Kriegsgericht einmal einer Schutzgesetzgebung nehmen." gemütlichen Auffassung zuneigen, sofern es sich nicht um die 2. Der gesegliche Minimallohn Um die Herab- Das Syndikatselend in der Eisenindustrie. In der groß Auflehnung eines Soldaten gegen seinen Vorgesezten handelt. fetzung des Lohnes und der Lebenshaltung, die die Konkurrenz in industriellen rheinischen Presse wird noch immer in den schmerz- Bei der Stadtratswahl in Cöln, die am Montag und Dienstag Beiten des Geschäftsniederganges mit sich bringt, zu vermeiden, vollsten Tönen über die Haltung der Westfälischen Stahlwerke geBei der Stadtratswahl in Cöln, die am Montag und Dienstag empfiehlt der Kongreß den Arbeitern, an dem Grundfaz des Minimal- lagt, die durch ihre Beteiligungsansprüche die Verlängerung des vor sich ging, hat das Centrum zum erstenmal Früchte des neuen Sommunalwahl- Gesetzes eingeheimst, des Gesekes, das mit lohnes festzuhalten und legt ihnen ans Herz, fich zu bemühen, diesem üblichen Siegerländer Roheisen- Shnditats in Frage stelle und dadurch die Lage der Eisenindustrie noch verzweifelter gestalte. Gegent Recht als ein Zugeſtändnis der preußischen Regierung an die Grundfake die gesetzliche Anerkennung zu verschaffen, wie dies in über diesem wehleidigen Gejammer ist ein Urteil von Interesse, das Centrumspartei betrachtet wird. Tem Centrum war es bei der Wiktoria durch die Lohngesetz- Behörden geschieht, oder durch formelle dieser Tage der fachmännische Düsseldorfer Berichterstatter der nichts früheren Einteilung der drei Wählerklassen im katholischen Rhein- Uebereinkunft mit den Arbeitgebern, wie sie die starken Trades weniger als tartellfeindlichen" Fachzeitung Industrie über land auch dort, wo die Katholiken hinsichtlich der Bevölkerungszahl Unions in England abschließen, oder bei Gemeinde- und Staats- die schädigende Rückwirkung der Roheisen- Syndikate und vor weitaus das Uebergewicht hatten, nahezu unmöglich, in den städti- unternehmungen durch die Annahme von Resolutionen und Regu- allem des Halbzeugverbandes auf die gesamte Eiſenindustrie fällte. schen Gemeindekörpern die Mehrheit zu erlangen. Von den großen lierungen durch die betreffenden Behörden." Es heißt darin: fatholischen Städten hatte es nur in Aachen, und von den kleineren 3. Gewerkschaften und Politit. Der Kongres giebt entbehren können, und daß dabei in der Regel mit unlohnenden " Gewiß weiß man, daß die großen Hütten die Ausfuhr nicht unfres Wissens nur in Neuß im Stadtverordneten- Kollegium die Mehrheit. Die zweite Klasse galt als unbestrittenes Bejistum der seiner Genugthuung darüber Ausdruck, daß sich bei den Trades Preisen gerechnet werden muß. Aber wohl nie ist das in solchem „ Liberalen". Diesmal errang nun das Centrum mit einer Mehrwachsendem Maße zeigt, mit Umfange und in so fühlbarer Weise auf Kosten des Inlandes geheit von 100 bis 130 Stimmen bei einer Beteiligung von 4110 den Socialisten in der Tagespolitik zusammen zu arbeiten; fchehen, wie feit längerer Zeit, und dieses unerträgliche Verhältnis Wählern, d. i. 78 Proz. der Wahlberechtigten, den Sieg über die der Kongreß erklärt die größtmögliche Freundlichkeit gegen gereicht den abhängigen Berbrauchern zum Verderben.... Liberalen. Im Kölner Stadtrat stehen den 25 Liberalen nun über allen Organisationen der Arbeiterklasse. Da aber in find feine Gegner guter und maßvoll geleiteter Verbände. Wenn 20 Ultramontane gegenüber. Dieser Sieg in der zweiten Klaffe hat vielen Fällen reaktionäre Trades Unions- Kandidaten aufgestellt aber Verbände, wie vor zwei Jahren das Roheisengezeigt, daß es mit dem neuen Gesetz dem Centrum möglich ist, in wurden, so legt es der Kongreß allen socialistischen Körperschaften Syndikat und von Anfang an der Halbzeugber Köln, dem Size feines Generalstabes, die Stadtratsmehrheit zu er aus Herz, daß es wichtig sei, ihre besondere ſocialiſtiſche Politik zu braucher dabei nicht leben können und schließlich zu Grunde gehen ringen, da ihm für einige Zeit die dritte Klasse noch sicher ist. Da band, eine solche Haltung einnehmen, daß die abhängigen Verringen, da ihm für einige Zeit die dritte Klasse noch sicher ist. Daß wahren und ihre socialistischen Organisationen intakt zu erhalten." müssen, so tann man einen Nuzen solcher Verbände nicht mehr es sie nicht mehr lange behält, dafür bürgt der Fortschritt, den wahren und ihre socialistischen Organisationen intaft zu erhalten." braucher dabei nicht leben können und schließlich zu Grunde gehen Die vierte Resolution betrifft die Uebernahme des Spirituosen anerkennen, sondern sie werden dann ein Krebsschaden für die unfre Kölner Parteigenossen im vorigen Jahre bei den Stadtverordneten- Wahlen gemacht haben. handels durch den Staat oder die Gemeinde. " " Unions die in Neigung Schweiz. " Wir Industrie. Man sollte nicht bergessen, daß die Der echt ultramontane Wahltrick, den das Kölner Centrum fertigen Erzeugnisse für jede Industrie, für fürzlich unter der Führung des Reichstags- Abgeordneten und Kölner Land und Leute, für alle Gewerbe die HauptStadtverordneten Trimborn ausführte, hat den gewünschten sache bilden, nicht aber die Rohstoffe. In den Erfolg gehabt. Um die Meggermeister, die vielfach in der ziveiten Zürich, 20. November.( Eig. Ber.) Am nächsten Sonntag, den letzten Jahren ist dieser Grundfas aber anf Klasse wählen, für sich zu gewinnen, hatten die Kölner Centrums 23. d. M., findet in der Schweiz eine Voltsabstimmung über die den Kopf gestellt worden. Wenn die NohstoffEidgenössische Volksabstimmung. == " Berbände und besonders ber Halbzeugverband nicht bestände,| das eigentliche Kampfobjekt dann nicht mehr vorhanden ist. Jedoch| 8. August 1835 eingeführten, aur Bekämpfung von Seuchengefahren so würden wir zweifellos heute ganz andre Verhältnisse soll der Innungsnachiveis nach wie vor gemieden werden. Um aber erlassenen Sanitätsreglement, das in feinem Paragraph 18c bes und sehr wahrscheinlich nicht das große Elend der zu erwartenden Arbeitslosigkeit den schlimmsten Stachel zu stimme: Bei den weniger gefährlichen ansteckenden Strankheiten sind in der Eisenindustrie haben, unter welchem diese jetzt nehmen, ist eine Arbeitslosen- Unterstützung aus lokalen Mitteln auf die Kranken nur verpflichtet, sich der nähern Gemeinschaft mit andern, so schiver leidet. Die Verhältnisse würden sich leichter und die Tauer von 6 Wochen einzuführen, und zwar nach folgenden insbesondere aber des Befuchs öffentlicher Orte zu entin natürlicher Weise lösen und regeln, während jetzt durch Säßen: Bei einer Verbandszugehörigkeit von/ Jahr= 5 M., halten." Oeffentliche Orte feien aber zweifellos die Schulen und den Zwang und Druck der Synoifate ein ganz natürlicher von 1 Jahr= 6 M., von 2 Jahren 7 M., von 3 Jahren 8 M., Gemeindeľokale, wenn die ganze Bevölkerung zu ihrem Besuche beund deshalb ungesunder Zustand gewaltsam aufrechterhalten von 4 Jahren 9 M. und von 5 Jahren 10 M. pro Woche. stellt werde. Und zweitens wäre die Verordnung auch deshalb in wird. Wir verweisen nur auf das ganz unhaltbare und unglaubliche Es wurde allgemein die Ansicht vertreten, daß die General- gültig, weil sie die Bevölkerung ganz allgemein, also auch die Verhältnis zwischen Stabeifen und Halbzeug. Bestände heute der Halb- versammlung diesen Vorschlägen unter den obwaltenden Umständen Gesunden verpflichte, sich zur Untersuchung zu stellen. Denn da zengverband nicht, so würden die Stahlwerte sich wohl hüten, Halbzeug zustimmen dürfte. Sodann verlas der Arbeitsvermittler Ma aß mit gehe die Polizeiverordnung in gefeßlich unzulässiger Weise über zu so niedrigen Preisen ins Ausland zu werfen, wenn fie im Inlande noch die Statistik der diesjährigen lokalen Werkstattstreifs. Demnach die Vorschriften der Kabinettsorder von 1835 und die des Reichsnich. durch hohe Preise sich schadlos halten tönnten, sondern in den waren 1278 Stollegen in 61 Betrieben in den Ausstand getreten. Seuchengefehes hinaus. schlechten Zeiten vielleicht noch Geld daran verlieren müßten... Jn 47 Betrieben handelte es sich um die Abwehr von Lohnreduktionen, So unterliegt es gar keinem Zweifel, daß das Verhältnis zwischen in den übrigen dagegen um die Scheingesellen". Von diesen Streits Rohstoffen und fertigen Erzeugnissen ohne die Verbände im Julande endeten 30 erfolglos, 8 mit teiliveisem Erfolg und 23 mit vollem ein natürlicheres und gesunderes werden würde." Erfolg. Neben der 140 000 M. betragenden Arbeitslosen UnterBergwerke und Hütten im Jahre 1901. Im vierten Vierteljahrs- ftüßung verursachten die Streits noch eine Ausgabe von 58 434 M. heft zur Statistik des Deutschen Reichs, Jahrgang 1902, veröffentlicht das taiserliche Statistische Amt die endgültigen Nachweisungen über die Bergwerke, Salinen und Hütten im Deutschen Reich und in Luxemburg für das Jahr 1901. Bei den Haupterzeugnissen der Montanindustrie stellten sich im Vergleich zum Vorjahr Menge und Wert der Erzeugung wie folgt: 1 Bei den folgenden Erzeugnissen Steinkohlen Braunlohlen.... Eisenerze Zinterze betrug ha die Menge der Gewinnung 1901 1900 der Wert der Gewinnung 1000 M. 1000 M. 966 065 98 497 77 628 25 753 551 146 1901 Tonnen 1900 Zonnen 108 589 444 109 290 287 44 479 970 16 570 182 647 496 Roheisen aller Art. barunter: 7 880 087 40 498 019 18 964 294 639 215 8 520 540 Masseln zur Gießerei 1 432 017 1373 182 1 015 254 110 280 71 999 21 502 491 774 98 089 " FlußMasseln zur SchiveißGußeifen zweiter 927 281 1519 417 1 796 353 272 991 5 461 140 5 983 044 329 391 1 099 152 58 907 Schweißeisen und eifenbereitung. eifenbereinnig Schmelzung Schweißstahl, Halbfabrikate zum Vertauf Fertige Schweißeisen fabrifate 35 997 786 874 69 274 8498 946 338 119 404 Flukeisen und Flußstahl. Halbfabritate zum Verkauf Fertige Flußeifenfabritate 94 746 376 777 72 554 348 614 und unter Krupp. Effen a. b. Ruhr, 22. November.( W. T. B.) Kurz nach 4 Uhr durcheilte die Nachricht von dem Tode Struppe die Stadt, überall große Bestürzung hervorrufend. Auf den Straßen und Plätzen, ins besondere vor den Redaktionen der Zeitumgen, welche die Nachricht durch Extrablatt bekannt machten, sammelten sich Scharen von Menschen und erörterten die anfangs vielfach bezweifelte Nachricht. Die Vorstellung im Theater fällt heute abend aus. Die städtischen Gebäude Die Arbeiter des städtischen Vieh- und Schlachthofes haben am Mittwoch beschlossen, der Behörde folgende Forderungen einzureichen: 1: Gänzliche Abschaffung der Accordarbeit. 2. Schleunigste Errichtung eines Arbeiter- Ausschusses. 3. Einen Anfangslohn von 25 Mt. die Woche für alle auf dem städtischen Vieh- und Schlachthofe beschäftigten Arbeiter, der nach fünf Jahren auf 27 Mr. steigt. flaggen auf Halbmast. Frau Krupp war beim Tode ihres Mannes nicht zugegen. Eie Zur Begründung dieses Vorgehens wurde ausgeführt: Im Frühjahr dieses Jahres hätten die Vieh- und Schlachthof- Arbeiter Eingaben befindet sich auf der Reise hierher und wird morgen nachmittag von an die zuständigen Behörden wegen Berbefferung ihrer Rohn- Raffel( fie befindet sich in Jena in der Behandlung des Professors Arbeitsbedingungen gerichtet, seien verschiedene Male, Binswanger) kommend hier eintreffen. Der Arzt des Verblichenen, anderm im Juni dieses Jahres, vorstellig geworden Dr. Pahl, befand sich bereits gestern nachmittag auf Villa Hügel, Auf alle Eingaben usw. jei jedoch bisher keine Antwort erfolgt. ging in der Nacht nach Hause und weilte seit heute früh am SterbeEin Arbeiterausschuß bestehe nicht. Die Direktion habe auf Vor- bette bis zum Tode Krupps. Der Verstorbene war bekanntlich seit stellung erwidert, daß sie in dieser Sache nichts thun könne, die längerer Zeit herzleidend. Arbeiter müßten sich direkt an den Magistrat wenden. Die Arbeiter längerer Zeit herzleidend. Zu heute abend 7 1hr war eine vertrauliaje Situng der Stadterflären um, obgleich sich die Stadtverordneten- Versammlung bereits im vorigen Jahre sympathisch über die Errichtung von Arbeiter verordneten- Bersammlung( die ganz von der Firma Krupp beherrscht ausschüssen für städtische Arbeiter ausgesprochen, und der in derselben wird. Ned. des„ Borwärts.) einberufen, in welcher gegen die von Versammlung antvesende Magistratskommissar die Erklärung ab- der focialdemokratischen Presse gegen Herrn Strupp ausgesprochenen gegeben habe, daß der Magistrat bereit sei, da, wo ein Bedürfnis Berdächtigungen Stellung genommen werden sollte. Der Oberbürgerund ein Wunsch laut werde, Ausschiffe gebildet werden sollten, sei meister eröffnete die Sigung mit dem Bemerken, daß er die Absicht tros aller Wünsche und Vorstellungen noch kein Ausschuß für die gehabt habe, vorzuschlagen, Herrn Krupp telegrapisch den ehrerbietigsten Vieh- und Schlachthofsarbeiter errichtet worden. Alles, was die Gruß der Versammlung zu entbieten und ihm mitzuteilen, daß Arbeiter erreicht hätten, sei: die Direktion habe eine Grhöhung das Vertrauen der Versammlung trotz der gegen ihn aus des Tagelohnt es um 15 Bf. in Aussicht gestellt. gesprochenen Verdächtigungen in teiner Weise erschüttert worden sei. Deutsches Reich. Durch den inzwischen erfolgten Tod des Herrn Krupp sei dieser Antrag gegenstandslos geworden. Herr Krupp sei bereits gestern abend zum erstenmal und heute morgen 5 1hr zum zweitenmale von einem Schlaganfalle getroffen, an dessen Folgen er nachmittags verschieden sei. Der Ober- Bürgermeister widmete dann dem verstorbenen, um seine Waterstadt hochverdienten Ehrenbürger warme Worte dankbarer Anerkennung. Die Versammlung gab einmütig der Entrüstung Ausdruck über die dem Verblichenen kurz vor seinent Sinscheiden angethane Kränkung mit dem Auftrag, der Witive des Berstorbenen das innigste Beileid der Versammlung und der gesamten Bürgerschaft auszusprechen und namens der städtischen Behörden alle diejenigen Vorbereitungen zu treffen, welche zu einer würdigen Vertretung der Stadt bei den Beifegungsfeierlichkeiten erforderlich sind. Einem unverbirgten Gerüchte zufolge soll den Bestimmungen eines noch vom Vater Krupps herrührenden Testamentes zufolge die Fabrik in Form einer Art Fideikommiß weitergeführt werden. Zum Chef sei der Wetter Krupps, Herr Arthur Krupp- Berndorf, ausersehen. Der Weberstreit in Meerane. Neber einen neuerdings gemachten Einigungsvorschlag 8 846 berichtet die Sächs. Arb.- 3tg.": " Unter dem Borsiz des Bürgermeisters hat am Donnerstag im Rathause eine Verhandlung zwischen Vertretern der Vereinigung mechanischer Webereien und Vertretern der ausständigen Fabritweber 164 623 stattgefunden. Die mehrstündige Aussprache hat dazu geführt, daß sich die Parteien vorläufig auf folgende Bedingungen einigten, daß 1. die Fabrikanten die schriftliche bindende Zusage erteilen, daß gegenüber den vor Ausbruch des Streits gezahlten Löhnten weder jetzt noch später eine Lohnreduktion vorgenommen tverde; 1 648 286 1 586 063 145 669 4 562 281 4 825 587 648 154 798 415 Elektrische Licht- und Kraftanlagen, Attiengesellschaft, Berlin. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung wurde der Abschluß des am 30. September abgelaufenen Geschäftsjahres vorgelegt, der einen Reingewinn von 577 416 M. gegen 1194 092 M. im Vorjahr aufiveift. Der auf den 16. Dezember einberufenen Generalversammlung soll die Verteilung einer Dividende von 3 Broz. ( i. V. 5 Proz.), unter Vortrag von 101 300 m.( i.. 144 125 D.) auf neue Rechnung, vorgeschlagen werden. Für den zu Buche stehenden Befig an Aftien der Firma Siemens und Halste, als deren Trust gesellschaft in gewissem Sinne das obige Unternehmen betrachtet werden kann, ist feine Dividende mit in Ansatz gebracht. Sollte die Mltiengesellschaft Siemens und Halske für das abgelaufene Jahr eine Dividende zur Verteilung bringen, wird dieselbe dem neuen Geschäftsjahr zu gute fomunen. Terrorismus des Kohlensyndikate. In den preußischen Fabrik inspektoren- Berichten für 1901 findet sich aus dem Regierungsbezirk Merseburg folgende Mitteilung: Feuerungsmaterial wird von 26 Firmen an die Arbeiter zum Selbstkostenpreis abgegeben. In einem Falle wurde das Kohlensyndikat dagegen vorstellig mit dem Hiniveis, daß die bezogenen Kohlen nur zu Betriebszwecken bestimmt seien. Der Einspruch wurde jedoch nicht aufrechterhalten. Die Abgabe von Fenerungsmaterial( Brauntohlen und Briquetts) bebentet eine große Ersparnis für die Arbeiter, da sich der Preis der Briquetts in manchen Fällen auf etwa 1 M. für 100 Kilogramm stellt, während der Preis des Kleinhändlers 1,50 M. beträgt." Berlin und Umgegend. 2. die Fabrikanten alle diejenigen Löhne, die hinter den Säßen des sofort erneut zu bewilligenden Mindestlohntarifs vom 10. Oftober 1902 zurückbleiben, sofort auf die MindestlohnTariffäße hinaufsetzen und sie nie wieder unter den Mindest Lohntarif herabsetzen. Die Vertreter der mechanischen Webereien haben die Bedingungen ausdrücklich unter der Voraussetzung gebilligt und angenommen, daß spätestens Montag, den 24. November die Arbeit wieder aufgenommen werde. Die anwesenden Vertreter der Arbeiter haben erklärt, diese Bedingungen ihren Stollegen befürwortend unterbreiten zu wollen. Die weiteren auf die einzelnen Betriebe Bezug habenden Wünsche der Arbeiter wollen die Fabrikanten nach Aufnahme der Arbeit regeln. Ausland. Von der amerikanischen Bergarbeiter- Bewegung. Aus Scranton, 22. November, wird gemeldet: Die Bergleute sind mit den Bergwertsbefizern übereingekommen, eine Beilegung der Streitigkeiten unabhängig von der auf Veranlassung Roosevelts zu stande gekommenen Kommission zu versuchen. Die Grundlage für die Verhandlungen sollen ungefähr folgende Vorschläge bilden: Lohn erhöhung um 10 Broz, Reunstunden- Arbeitstag jowie der Abschluß von die Betriebsverhältnisse ordnenden Vereinbarungen zwischen den Berglenten und den Arbeitgebern. Sociales. Zum Rostocker Streitposten Berbot. Grimmb des§ 360 11 versucht wird. Man erzählt sich, Krupp habe beabsichtigt(??), heute wieder nach Capri(?) zu reifen. Der Salonwagen sei schon bereit gestellt und das Gepäck habe bereits auf dem Bahnhofe gelagert. ( Wir halten es für angemessen, angesichts des Todes diese Tendenznachrichten zur Zeit ohne Kommentar wiederzugeben. Inumerhin wäre den eifvigen Leuten einige Zurückhaltung anzuempfehlen. Red. des„ Vorwärts".) 11 亞 * Das Telegramm des Kaisers. Effen a. d. Ruhr, 22. November.( W, T. B.) Vom Kaiser ist folgende Depesche eingegangen: Direktorium Gußstahlfabrik Friedrich Krupp, Essen a. d. Ruhr. Die Nachricht von dem unerwartet eingetretenen Hinscheidens Thres Chefs hat mich tief erschüttert. Die Vorsehung hatte den Geheimen Nat Strupp an die Spige eines Unternehmens gestellt, das weit über die Grenzen des Vaterlandes eine univerfale BeSeutung gewonnen hat. Dies Wert, wie es von dem genialen Vater ihm überkommen, nicht nur zu erhalten, sondern seinem Weltruf entsprechend weiter auszubilden, sah er als Aufgabe feines Lebens an. Sein Name ist mit der Entwicklung der Eisenindustrie, des gesamten Waffenwesens, der modernen Befestigung, wie des SchiffsDiese Arroganz des Kohlensyndikats ist unerträglich. Aber was soll man dazu sagen, wenn der Staat als Kohlenproduzent seinen Abnehmern gegenüber die gleichen Brattifen übt? Auch dazu liefern die Gewerbe Juspektoren Berichte Material. So heißt es in dem Berichte des pfälzischen Aufsichtsbeamten für 1900: Bum erfienmal ist jegt das Rostoder Streifpofient Verbot vor banes auf das Junigste verknüpft. In der Fürsorge für seine An" In verschiedenen Fabriken werden den Arbeitern Kohlen Gericht behandelt worden. Der Maurer Chike in Rostock foll einen gestellten war er übertroffen und vorbildlich. So empfinde ich, git den Selbstkosten verabreicht, was namentlich bei den hohen Kohlenpreisen des Berichtsjahres zu begrüßen war. Ge- auf Grund der ungefeylichen Verordnung eine Polizeistraße von dem der Verewigte in patriotischer Gesinnung auf das Treneſte hohen Kohlenpreisen des Berichtsjahres zu begrüßen war. Ge- zugereisten Maurer Bieberiz belästigt haben und deshalb wurde ihm gestellten war er unibertroffen und vorbildlich. So empfinde ich, legentlich der Revisionen wurde mun aber in einer Fabrit 20 W. auferlegt. Chute beantragte gerichtliche Entscheidung. Die ergeben war, mit der Beamtenschaft und den Tausenden der Arbeiter betlagt, daß laut Lieferungsbedingungen töniglich Verhandlung endete damit, daß beschlossen wurde, erst den Biberis seinen Verlust auf das Schwerste. Wilhem I. R." preußischer Kohlenwerte die Fabriken feine als Zeugen zu laden. Es ist zut vernuiten, daß man, Kohlen mehr an ihre Arbeiter abgeben dürfen." falls der ber ferbit bie Letzte Nachrichten und Depeschen. selbst Das ist preußische Socialpolitit. Bei dieser llebereinstimmung mit falls der zur Beit auffindbare Biberiy den Synditaten erklärt sich auch die Abneigung der preußischen Re- belästigt erklärt, eine Verurteilung zwar nicht auf Grund der unges Re- Anzeige erstattet hat, vernommen werden kam und sich für Potsdam, 22. November.( B. 5.) Großes Auffehen er gierung gegen ein energisches Eingreifen in die Syndikatswirtschaft. setzlichen Verordnung, aber vielleicht wegen der Belästigung auf regt hier das feit gestern borinittag gemeldete Ber schwinden einer in den fünfziger Jahren stehenden Dame Gewerkschaftliches. Aus der Verhandlung ist aber wichtig, daß der Amtsantvalt, ber höheren Gesellschaftskreise, welche feit einiger Zeit wie die Mecklenburgische Boltszeitung" berichtet, die Verordnung fchwermitig war. Sie trug zulegt Trauerkleidung und ist verder Rostoder Polizei fär ungefehlich erklärte. Allerdings erwies ermutlich nach Berlin gefahren, um von hier aus die Reise nach fich selber als nicht genügend orientiert, indem er weiter behauptete, Schlesien anzutreten. Die Polizei hat bereits eingehende Naches bedürfe einer solchen Verordnung nicht, da das Streitpostenstehen oder forschungen in die Wege geleitet. beschäftigte am Freitagabend wieder eine Bertrauensmänner- Ver- doch wenigstens das Anreden des angekommenen Mauvers schon gegen sammlung des Holzarbeiter- Verbandes. Glocke führte in seinem§ 360 11 verstoße. Der Maurer Bieberik, so begründete er seine Referat aus: Bekanntlich habe die leßte Generalversammlung der Ansicht, sei von Ehmle nicht angeredet worden als Person, sondern Holzarbeiter den vom Innungsvorstande gemachten Vorschlag beals Maurer. Hierin liege eine Belästigung, die sich gegen den um die Witte: treffend Errichtung eines auf paritätischer Grundlage beruhenden ganzen Stand der Maurer richte. Jeder müsie fagen, daß es fein Arbeitsnachweises mit der Bedingung angenommen, daß der§ 6 die Rechtszustand ist, wenn in solcher Weise die Zugehörigen eines be interweizen Wenderung enthalte, den nach einer gesperrten Werkstatt zu ver- ftimmten Standes von jedem angeredet Iverden fönnen; mittelnden Arbeitern von den dortigen Differenzen Kenntnis zu bei dem Zuschauer müsse hierdurch unbedingt ein Ge- interroggen geben. Von diesem Beschlusse seien die Meister durch die Orts- fühl des Unbehagens erwedt werden, weil er annehmen Junger Slee verivaltung des Verbandes rechtzeitig unterrichtet worden indem tönne, daß es nicht bloß den Maurern, sondern bei andrer GeLuzerne Ichtere gleichzeitig der Hoffnung auf Verständigung Ausdruck gab. Tegenheit auch ihm so ergehen könne. In dem Streitpostenstehen In den Bemerkungen der„ Statistischen Korrespondena" hierzu Da jedoch die Arbeitgeber bis jetzt eine endgültige Beschlußfassung liegt deshalb eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Ruhe heißt es, das fühle und regnerische Wetter des Sommers habe eine in dieser Sache unterlassen haben, so seien die Bertrauensleute ihrer und ist daher der Angeklagte zu verurteilen!! feits geztvungen, zu der Angelegenheit nochmals Stellung zu nehmen. Leider hat die Erfahrung gelehrt, daß man bei der Recht- gegen norinale Jahre um mindestens 14 Tage, stellenweise sogar um 4 Wochen verspätete Ernte aller Fruchtarten verursacht. Nach eingehender Debatte wurde beschlossen, der demnächst statt- sprechung zum Koalitionsrecht nicht sagen darf, solche Wortkunststüde findenden Generalversammlung folgende Vorschläge der Orts- finden bei den höheren Gerichten tein Verständnis. Der sogenannte verivaltung zur Annahme zu empfehlen: natürliche Menschenverstand versagt eben gegenüber dem Juristen verstand, besonders wenn Arbeiter im Kampfe um ihr Recht zu beurteilen find. Der Kampf gegen den Arbeitsnachweis der Tischlerinnung und Holzindustriellen 1. Falls die Arbeitgeber heute noch auf dem Standpunkt stehen, den paritätischen Arbeitsnachweis auf Grund ihrer, der vorigen Generalversammlung vorgelegten Bedingungen einzuführen, dann diesen Bedingungen zuzustimmen. Uebertreibungen der Gesundheitspolizei. Saatenstand. Berlin, 22. November.( W. T. B.) Saatenstand in Preußen interfpelz November 1902 Oftober 1902 November 1901 2,8 2,9 2,2 2,2 2,2 2,9 3,0 2,3 2,2 2,4 2,3 2,7 2,4 2.4 2,6 Köln, 22. November.( W. T. B.) Die heutige Versammlung der Walzwerfvereinigung fah von einer Breisfeststellung ab, beschloz dagegen die sofortige Bildung eines Eyubitats mit gemeinsamer Verkaufsstelle. 150 Bersonen ertrunken. Brescia, 22. November.( W. T. B.) Sechs Jäger begaben 2. Sollten die Arbeitgeber jedoch jeht wieder auf der zwvangs Der Bekämpfung der Granulose, einer ansteckenden Augenkrank- sich heute Abend trotz des Univetters in einem Boote zur Entenjagd iveifen Benübung des Innungsnachweises sowie der Weiterführung heit, soll eine Polizeiverordnung dienen, die vom Regierungs- Bräfi- auf den Gardasee. Eine Welle stürzte das Boot um, und sämtliche der Entlassungsscheine bestehen, so wird der Stampf wie bisher weiters denten zu Gumbinnen erlassen worden ist. Danach haben sich sowohl Insassen ertranfen. geführt. In diesem Falle wird die Dauer der Unterstüßung sowohl die mit dieser Krankheit behafteten, wie auch die gesunden Einwohner für ledige als für verheiratete Mitglieder auf 10 Wochen mit acht einer Anzahl Ortschaften zur ärztlichen Untersuchung an bestimmten tägiger Sarrenzzeit bemessen, während die bisherigen Unterstützungs- Tagen in den Schulen und Gemeinde lokalen einzufinden. In der Aus Bukarest meldet die Frankfurter Zeitung": Der Dampfer fäße in der Höhe von 10,50 resp. 13,00 2. pro Woche bestehen Strafsache gegen einem Herrn Nisch, der die Verordnung nicht be Bosnia" der italienischen Gesellschaft Florio Rubattino ist am gesunken. achtete, hat jeht das Kammergericht auf Freisprechung erkannt, indem Dienstagabend in der Nähe der Sulina- Mündung 3. Falls mun die Arbeitgeber den paritätischen Nachiveis nicht es die fragliche Regierungs Polizeiverordnung für rechts- von 237 türkischen, griechischen und italienischen Baffagieren ivollen, dabei aber auf der zwangsweisen Benußung des Innungs- ungültig erklärte. Begründend wurde ausgeführt: Die Gültig wurden mur 82 gerettet. Der Kapitän Del Debio, die Wiannschaft Nachweises und der Entlaffungsscheine verzichten, dann den teit müsse der Verordnung aus zwei Gründen abgesprochen werden. und 150 Personen sind ertrunken, 25 000 Centner Getreide gefunken. Stampf in der bisherigen Form abzubrechen, weil Erstens stehe sie in Widerspruch mit den durch Kabinettsorder vom Die Nachricht bedarf noch der Bestätigung. Berantwort. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 5 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. bleiben. A 1 Nr. 274. 19. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 23. November 1902. 220. Sigung. Sonnabend, den 22. November 1902, mittags 12 Uhr. Am Bundesratstisch: Nieberding. Auf der Tagesordnung steht zunächst die folgende Interpellation Albrecht( Soc.) und Genossen: 1. Welche Maßregeln beabsichtigt der Herr Reichskanzler zu ergreifen, um den in letzter Zeit sich häufenden Nebergriffen von Polizei- und richterlichen Behörden entgegenzuwirken, die Reichsangehörige ohne genügenden gesetzlichen Grund in Haft nehmen, in der sie dann öfter in ungehöriger und ungefezlicher Weise behandelt werden? 2. Beabsichtigt der Herr Reichskanzler in Bälde dem Reichstag den Entwurf eines Gesetzes über den Strafvollzug vorzulegen? Präfident Graf Ballestrem: Ich habe zunächst die Frage an den Herrn Vertreter der berbündeten Regierungen zu richten, ob und wann der Herr Reichstanzler bereit ist, die Interpellation zu beantworten. Staatssekretär Nieberding: Ich bin vom Herrn Reichskanzler beauftragt, die Interpellation heute zu beantworten. Zur Begründung der Interpellation erhält das Wort ( Hört! hört! bei den Socialdemokrateu.) Eine Eingabe des Rechts- einen Haftbefehl erläßt und der Polizei zur Ausführung übergiebt. anwalts dieser Frau an die Polizeibehörde vom 2. August wurde Nur in besondren Ausnahmefällen, tvenn jemand auf frischer erst am 13. August beantwortet.( hört! hört!) That ergriffen ist“ und„ ivenn Gefahr im Verzuge ist", hat die Dazu kommit der Fall des Herrn Lampke, des Inhabers eines Polizei selbst die vorläufige Festnahme zu bewirken. So steht es im Verkehrsinstituts in Braunschweig. Dieser wurde, nachdem er einen Gesez, die Praxis ist genau umgekehrt. In 99 von 100 Fällen läßt Termin bei dem Amtsgericht Celle in einer Privatbeleidigungsklage die Polizei auf Grund ihres rein willkürlichen Ermessens mit der verjäumt hatte, am 30. September früh 8 Uhr verhaftet, obgleich Behauptung, es liege Gefahr im Verzuge, jemand verhaften. Was er sein Ausbleiben telegraphisch entschuldigt hatte. Auf die telegraphische die Ausnahme sein sollte, ist zur Regel geworden.( Sehr richtig! Beschwerde beim Amtsgericht Celle erhielt er keine Antwort. Er wurde links.) Dazu kommt noch ein zweites. In Preußen besteht nach der Gendarmerie überliefert und in einem Coupé zusammen mit der Meinung der Juristen neben den Bestimmungen der StrafprozeßVerbrechern nach Hannover transportiert. Dort wurde er in einem Ordnung über die Verhaftungen auch noch der§ 6 des Gesetzes Transportivagen zusammen mit etwa 50 Personen in das Polizei- vom Jahre 1850, das den schönen Namen führt:" Gesetz zum gefängnis abgeliefert. Hier riß ihm, wie er selbst die Sache ge- Schutz der persönlichen Freiheit."( Große Heiterkeit links.) Danach schildert hat, ein Unterbeamter den Rock auf. Er erzählt weiter, wie hat die Polizei das Recht, Personen festzunehmen, wenn dies zum ekelhaft das Essen war, ein widerwärtiger Gestank in dem Naum Zwecke der Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit oder im herrichte. Vor Abgang des Transportes wurde er mit einem nach intereffe der betreffenden Personen dringend notwendig ist". Diese Celle ins Zuchthaus konunenden Menschen in Ketten zusammen- Berordnung wird in einen mit ihrem Wortlaut und Sinn gefesselt.( hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Ein Beamter nicht au bereinbarenden Wesen ausgelegt und angewandt. fagte ihm: Freundchen, das macht nichts, wir bilden ja eine ge- Die Polizei verhaftet einfach blindlings darauf los, fie schloffene Gesellschaft!" Am 9. Oftober wurde Herr Trample endlich scheint damit ihren Eifer beweisen zu wollen. Diese Unfitte freigelassen. ist alt. Einem Mitglied dieses Hauses ist vor 30 Jahren folgendes Ein andrer Fall wurde aus Kiel vom 29. Oktober in den Zeitungen paffiert: In seinem Heiniatsorte wurde ein Brandstifter gesucht, gemeldet. Dort wurde ein junges Mädchen arbeitenden Standes, dessen Signalement dahin lautete: er hatte graue Haare das abends mit seiner Mutter und einigen andren Leuten aus einer und einen schwarzen Anzug. Unser Freund wurde nun von dem Gesellschaft kam, wegen rubestörenden Lärms" sistiert. Das kann Beamten verhaftet, der behauptete, er habe schwarze Haare und einen einem übrigens sehr leicht passieren. Ich lenne einen hoch- granen Anzug, also schwarz und grau seien beisamsien.( Große angesehenen Brofessor und Geheimen Rat, dem es so ging, weil er heiterkeit.) Der Beamte führte den Verhafteten zum Kirchspielvogt, Es ist ja nicht sehr angenehm, wenn man genötigt ist, jabraus, fich mit einem Kollegen nachts über eine wissenschaftliche Streitfrage und als dieser den Gendarmen auslachte, meinte er: Ja ich fonnte jahrein fachlich dasselbe vorzubringen und ein Vergnügen macht es etwas lebhaft unterhalten hat.( Große Heiterkeit.) Einige Tage feinen andren finden.( Stürmische Heiterkeit.) So macht es die mir und meinen Freunden wahrlich nicht, schon heute den Herrn später erhielt das erwähnte junge Mädchen die Nachricht, fie sei Polizei, und bei dem Bildungsstande, auf dem die unteren PolizeiReichskanzler um eine Erklärung über Vorgänge bitten zu müssen, inter fittenpolizeilicher Aufsicht gestellt und habe sich sofort eine von Organe stehen, bei ihrer Vorbildung für den Beruf aus dem Unterwie wir fie in ganz ähnlicher Weise vor noch nicht einem Jahre zur der Sittenpolizei genehmigte Wohnung zu nehmen. In Kiel bestehen offizierftande tann man sich nicht wundern, wenn sie so verfahren. Sprache zu bringen genötigt waren. Indessen ist in den letzten ja bekanntlich feine Bordelle, sondern von der Sittenpolizei genehmigte Aber auch umire Richter schreiten viel zu leicht zu Berhaftungen, oft Monaten auf dem Gebiete, das die Interpellation berührt, so viel Quartiere. Das junge Mädchen hat mun leider nicht das Verwaltungs- auf die Befchuldigung ganz untergeordneter Polizei- Organe oder gegeschehen, daß es eine Pflichtvergessenheit gewesen wäre, wenn streitverfahren angerufen, sondern hat außerhalb einen Dienst an meiner Denunzianten hin, oder in Fällen, wo die Beamten ſelbſt wvir darüber hätten schweigen wollen.( Sehr richtig genommen und die Sache damit für erledigt gehalten. Die Polizei Partei sind. Ohne die Nachgiebigkeit der Gerichte wären die vielen bei den Socialdemokraten.) Ich werde mich darauf beschränken, bloß aber glaubte die Blamage aufs äußerste treiben zu müssen. Das Uebergriffe unfrer Polizei gar nicht möglich. Von den Gerichten das hervorzuheben, was ich mit einem Griffe in mein Material aufs junge Mädchen wurde in ihrem Dienst in Elmshorn verhaftet, nach werden die Haftbefehle meist ganz mechanisch erlassen. Ebenso Geratewohl aus den letzten Monaten herausgegriffen habe. In der Stiel gebracht, dort wie eine Prostituierte behandelt und im städtischen leichtfertig wie die Eröffnung des Hauptverfahrens geschicht, geht That ist auch aus den letzten Monaten noch viel mehr Material da Krantenhause untergebracht. Daun wurde sie in Untersuchungshaft man mit den Haftbefehlen und Haftbeschlüssen ver. Ich erinnere an als das, was ich anführen werde, und auf längere Zeit will ich schon genommen und endlich natürlich freigesprochen, denn es lag nicht die den Harmlosenvrozek. Ich habe gewiß keine Sympathie für diese gar nicht zurüdgehen. geringste strafbare Handlung vor. Der Amtsrichter v. Opvel erflärte selbst Lotterbuben, aber Thatsache ist, daß diefen jungen Leuten mit der Zunächst ein paar fleinere Fälle, in denen die persönliche Frei- bies Vorgehen der Sittenpolizei für unerhört und standalös. Aber Berhaftung ein schreiendes Unrecht geschehen ist. Sie wurden heit durch willkürliche Verhaftung verlegt ist. das Mädchen hätte nicht bis zum Tage der Verhandlung in Haft wegen des Verdachtes des Falschspiels in Haft genommen, bleiben tönnen ohne einen gerichtlichen Haftbefehl dieses Amtsrichters obwohl sich dieser Verdacht in keinem Stadium der Verhandlungen oder eines feiner Kollegen. Die Justiz hat also ihren reichlichen An- gerechtfertigt hat. Die Verhaftung soll damals auf hohe Einflüiffe hin teil an diesem standalöjen Berhalten. erfolgt fein. Ein Gericht aber, das solchen hohen Einflüssen nachgiebt, verlegt eben Pflicht und Schuldigkeit. Abg. Heine( Soc.): ! Die In den letzten Tagen, am 12, November, berichteten die Zeitungen, daß ein Bäcker, der in einer Volksversammlung in Bochum Mißstände im Bädereigewerbe kritisiert hatte, vom Bolizeikommissar für verhaftet erklärt, sofort gefesselt und durch lebhafte Straßen zum Amtsgericht trans- Ich komme zu dem Fall des Redakteurs Hoffmann aus Kattoportiert wurde. Zur Begründung verwies der Kommissar, der den wit. Er war vom Landgericht Beuthen, von dem wohl alle Eine besondere Rolle bei den Verhaftungen spielt der FluchtBeschuldigten persönlich kannte, darauf, daß der Berhaftete arbeitslos Redakteure polnischer oder sonstiger oppofitioneller Zeitungen schon verdacht. In einem mir aus Oberschlesien bekannten Fall wurde wäre.( hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Wie die Zeitungen einmal verurteilt worden find, wegen Preßvergebens verurteilt. Zu der Fluchtverdacht damit begründet, daß die Grenze so nahe sei. melden, schüttelte der Amtsrichter, dem der Fall berichtet wurde, den seinem Termin in Beuthen wurde er nicht, wie es vernünftig ge- In Oberschlesien ist die Grenze für jeden Bewohner nahe, es müßte Kopf und ließ den Bäcker frei. Aus Karlsruhe wird wesen wäre, einfach beurlaubt, sondern abgeführt und in Beuthen danach jeder mit dem Gesez irgendwie in Konflikt kommende Oberfolgendes unterm 15. November berichtet. Ein Arbeiter hatte mit einem Zuchthäusler gefesselt durch belebte Straßen transportiert. fchlejier in Haft genommen werden. Es ist das kein Verlegenheitseine Geldstrafe von 1 Mart zu zahlen und sollte statt dessen die Der Beamte fagte:" Daran müssen Sie sich gewöhnen, das kann grund, sondern um ihn richtig zu charakterisieren, müßte man Haftstrafe antreten. Um ihn zu verhaften, rückten vier Ihnen noch öfter passieren, ich kenne meine Vorschriften genau." Er einen Vokal in diesem Worte ändern.( Sehr richtig! links.) Schuyleute in seiner Wohnung an, man feifelte ihn, seine sprach also von ganz bestimmten Vorschriften, Herr Staatssekretär Die Strafprozeß- Ordning läßt bei Fluchtvert a ht den Verkehr Kinder, die herbeieilten, wurden durch Stöße und Säbelhiebe verlegt, Nieberding.( hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Beim Fall zwischen Angeklagten und Verteidiger frei. In einem mir bekannten mit zerrissenen Kleidern wurde der Mann ins Gefängnis geschleppt, Bredenbeck wurde erklärt, solche Borschriften existierten nicht. Fall, wurde dem Verteidiger vom Untersuchungsrichter eine Unterworauf er eine Markt auf den Tisch legte und wieder freigelassen Im Gefängnisbureau wurde dem Hoffmann von einem redung unter vier Augen verweigert und als der Richter auf die werden mußte.( Heiterkeit und Hört! hört! bei den Socialdemo- Beamten weiter gesagt:„ Nehmen Sie sich nur in acht. Sie find entgegenstehende Bestimmung aufmerksam gemacht wurde, verübte traten.) Aus dem Ruhrrevier sind eine ganze Anzahl ähnlicher Fälle noch in meiner Gewalt! Uebrigens um mir Vorhaltungen zu er aus Aerger eine bureaukratische Kinderei und verhängte munmehr zu melden. Im Oktober wurde in Essen ein Polizeisergeant wegen machen, dazu sind Sie mir viel zu dumm!" Auf dem Rückweg die Untersuchungshaft auch wegen Gefahr der Verdunkelung. Die folgender Heldenthaten angeklagt und verurteilt: Er hatte den wurde Hoffmann wieder zusammengefesselt mit einem Zuchthäusler Beschwerde- Instanz schaffte Remedur, aber in neun von zehn Fällen Kaufmann Sommer, der mit einer Dame nach Hause ging, und einer Kindesmörderin nach Kaftowis gebracht.( Hört! hört!) unterläßt man im Interesse des Angeklagten wegen des Zeitverlustes auf der Straße getroffen. Beide tvaren im Begriff, Im zweiten Teil unsrer Interpellation richten wir an den die Beschwerde.( Sehr richtig! bei den Socialdem.) Einen weiteren fich an der Hausthüre zu trennen. Der Beamte Teistete Reichskanzler die Anfrage, ob dem Reichstag bald ein Straf: Fall des Mißbrauchs der Untersuchungshaft kann ich aus meiner fich eine sehr unanständige Bemerkung, und als Sommer weiterging, vollzugsgesetz vorgelegt werden werde. Zu dieser Frage speciell liegt Braris erzählen. Gegen den polnischen Redakteur Morawski wurde, stürzte er von hinten auf ihn zu, erklärte ihn für verhaftet und auch wieder neues Material vor. Wieder sind politisch Verurteilte, während er in Strafhaft faß, eine Untersuchung eröffnet. schlug ihn ins Gesicht. Allerdings ist er dafür zu neun Monaten wegen geringfügiger Breßbergeben verurteilte Redakteure in rück- Strafhaft wurde unterbrochen und er wurde in Untersuchung Gefängnis verurteilt worden. Das ist ja in solchen Fällen eine fichtslosester Weise behandelt worden. Im Gerichtsgefängnis zu genommen. In seine Strafhaft von vier Monaten wurde so eine Rarität, meistens wird derjenige verurteilt, der mißhandelt ist.( Sehr Erfurt wurde einem Redakteur die Selbstbeschäftigung und Untersuchungshaft von fünf Monaten eingefchoben. Ganz ähnlich richtig! bei den Socialdemokraten.) In derselben Gegend soll eine der beantragte Strafaufschub, sowie auch das Halten von Zeitungen ging es der Frau Dr. Golde, die ebenfalls die Strafhaft mit Bolizeiverordnung bestehen, wonach der ungerechtfertigte Aufenthalt verweigert. Unfrem Parteigenossen Redakteur Dr. Duard, der Untersuchungshaft vertauschen mußte, obwohl sie die Untersuchungsauf der Straße verboten ist. Ueber die Gültigkeit einer wegen Breßvergehens feine furze Gefängnisstrafe zu verbüßen hatte, haft in demselben Gefängnis wie die Strafhaft abzubüßen hatte, solchen Verordnung will ich mich hier nicht des näheren wurde die Selbstbeschäftigung zwar gestattet, aber mit der Be- und obwohl in beiden Fällen nur zwei oder drei Vernehmungen auslaffen. Auf Grund dieser Verordnung wurden zwei mertung, daß es das letzte Mal sei. Es wurde ihm auch der Empfang der Untersuchungsgefangenen notwendig waren. Kann man es da polnische Arbeiter, die vor ihrem Hause auf der Straße wissenschaftlicher Bücher und das Halten von Zeitungen verboten. dem Publikum übel nehmen, wenn es ein folches Verfahren standen, aufgefordert weiterzugehen. Die Leute gingen in Dabei schreibt aber die Verordnung über den Strafvollzug vor, daß als beabsichtigte Chikane ansieht?( Sehr gut! links.) Heute den Hof ihres Hauses und sagten: Hier haben uns doch die Gefangenen im Gefängnis in einer ihren Verhältnissen ent- dünkt man sich hoch erhaben über die früheren Zustände, wo die Polizisten nichts zu sagen." Das entrüstete den Bolizisten so, sprechenden" Weise beschäftigt werden müssen! Ich könnte noch viel Untersuchungsgefangene zum Geständnis durch Foltern gepreßt daß er auf die Leute mit einem Gummischlauch losschlug, den einen mehr Material vorbringen, will es aber mit Rücksicht auf die Zeit wurden. Hoffestlich ist die Zeit bald überwunden, wo Leute, die schwer verlegte, beide überwältigte und gefesselt ins Gefängnis des Hauses unterlassen. erst noch einer Strafthat überführt werden sollen, ohne Zwed und führte. Später wurden nicht etwa der Polizeisergeant, sondern die Staatssekretär Dr. Nieberding fagte hier am 8. Februar d. Js., Simmt der Folter der Untersuchungshaft unterworfen werden. Herr beiden Leute angeflagt. Der Polizist leugnete natürlich die Weiß ein Strafvollzug- Gesez könne nicht eher vorgelegt werden, Tampte und Frau Rappoport sind ja sehr bedauernswerte Leute. handlung und gab sie erst zu, als ihm der Gummischlauch, der an als bis mant fich bei der bevorstehenden Reform Stomisch wirkt aber einigermaßen der große Lärm, der in der dem Thatort vorgefunden war, vorgelegt war. des Strafgesetzbuchs über das neue Strafsystem geeinigt habe. Er Bresse aller Parteien entstanden ist, da einmal Leuten aus Ein ganz ähnlicher Fall hat sich in Marienburg zugetragen. hat sich dafür u. a. auf Profeffor v. Liszt berufen. Theoretisch mag den fogenannten besseren Ständen solche Unbill zugefügt Sie sehen, alle Teile unires lieben Vaterlandes find in gleicher das berechtigt sein, in der Praxis wird es dahin führen, daß wir worden ift. Arbeitern, Handwerkern, fowie politischen Weise beteiligt. Dort verlangte ein Polizeibeamter von einem noch endlos lange auf ein Strafvollzugsgesetz warten müssen. Auch Gegnern der Regierung wird eine ähnliche Behandlung ge= Maurer, der mit seiner Frau ging, er solle seine Frau fortschicken. wenn das neue Strafgesetzbuch endlich das Licht der Welt erblicken wohnheitsmäßig zu teil.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Der Maurer war so zuvorkommend, das zu thun: der Beamte wird, wird man uns immer wieder auf die Zukunft vertrösten, und Schmutz und Ungeziefer ist in vielen Polizeiverwaltungen gang und arretierte ihn aber. Der Mann wurde mit dem Säbel mißhandelt. noch unsre Enkel werden das Vergnügen haben, über die Frage zu gäbe, ebenso wie Mißhandlungen dort gewohnheitsmäßig verübt ( Sört! hört! links) und in fintersuchungshaft genommen, bis sich diskutieren, ob nicht endlich in Deutschland im Strafvollzug den werden. Unser Freund Stadthagen hat in einem Prozeß den Nachschließlich seine vollständige Unschuld herausstellte. Grundsäßen der Gesithung Eingang zu verschaffen fei.( Sehr richtig! weis geführt, daß hier in Berlin auf den Polizeiwachen 30 bis Was wollen aber alle diese Fälle sagen gegen das, was bei links.) Die Bureaukratie der Einzelstaaten, die die verbündeten 40 Falle von Mißhandlungen vorgekommen sind. Zu mir kam eineiner Halberstädter Gerichtsverhandlung über die Vorkommnisse bei Regierungen an der Strippe zieht, will eben nicht auf ein Macht- mal ein Mann mit verbundenem Kopfe, der auch auf der Wache der Dicherslebener Polizeibehörde enthüllt worden ist. Ich will auf mittel verzichten, mit dem bisher sie nach diskretionärem Ermessen geschlagen worden war. In dem Prozeß, den ich gegen den Schuhmann Einzelheiten hier nicht eingehen, da dies über den Rahmen unsrer jeden zwiebeln konnte, so viel sie wollte. durchfeßte, wurde erwiesen, daß der Arbeiter als angeblicher Streitposten Interpellation hinausgehen würde. Soviel aber sei festgestellt, daß Die verbündeten Regierungen haben ja einige gemeinsame auf die Wache gebracht worden war und dort, weil er sich vor den Spiegel dort auf Veranlassung des Polizei- Inspektors Haensch die Arrestanten Grundfäße für den Strafvollzug in den einzelnen Bundesstaaten stellte, um sich die Haare aus dem Gesicht zu streichen, vom Schuh24 Stunden lang ohne jede vahrung gelassen wurden.( Hört! hört! aufgestellt. Diese Grundsätze bedeuten aber für mehrere Bundes- mann zu Boden geworfen, mit Füßen getreten und Fauftschlägen in bei den Socialdemokraten.) Das ist nicht etwa ein einzelner Fall, staaten einen erheblichen Rückschritt, insofern sie die Selbst das Geficht bearbeitet worden ist. Der Arbeiter verlangte den Vorsondern der Bürgermeister hatte das ausdrücklich so verlangt mit beschäftigung und Selbstbeköstigung der Gefangenen erheblich ein- gesetzten zu sprechen, und nun wollte ihn der Schutzmann zwingen, Der Begründung:" Für solche Schweinehunde hat die Stadt lein schränken. Ich habe schon bei der Besprechung des Falles Bredenbeck fich das Blut von der Stirn abzuwischen. Als er sich weigerte, Geld."( Lebhaftes hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Das gefagt, daß, wenn die Verhältnisse so weitergehen, es nicht mehr niete sich der Schuhmann auf ihn, nahm ein schmutziges Handtuch find alles Kleinigkeiten; ich tomme nun zu den Fällen, mit denen als eine Schande angesehen angesehen werden wird, wenn man und wischte ihn das Blut selbst ab. Wegen all diefer Mißhandlungen fich die Presse eingehender beschäftigt hat. im Ramen des Gesetzes in solcher Weise gemishandelt wurde er schließlich zu 40 M. Geldstrafe verurteilt.( hört! hört! Bekannt ist der Fall der Frau von Decker, die in Wiesbaden wird, wie im Falle Bredenbed.( Sehr richtig! links.) links.) verhaftet worden ift; ihr fagte ein Schußmann: Sie, Jegt find wir längst soweit, daß, auf der Straße mit Trotz des Falls Bredenbeck liegt nun der noch weit schlimmere Tommen Sie mal mit!" Nachdem sich ihre vollkommene Unschuld einem Zuchthäusler zusammengefettet geführt zu werden, einen Fall Hoffmann vor. Besonders ekelhaft im Fall Hoffmann sind der herausgestellt hatte, entschuldigte sich der Schußmann damit, daß er Mann in seiner Ehre nicht mehr tangieren kann. Denn es kann brutale Hohn, der widerwärtige Amtsdünkel und die unverhohlene fie für einen Mann gehalten habe.( Heiterfeit links.) Der Ruhm jedem von uns passieren.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Drohung mit weiteren Mißbräuchen der Amtsgewalt. Welche der Wiesbadener Polizei hat die Polizei in Weimar nicht schlafen Derartige äußere Vergewaltigungen gleiten an denen, die fie treffen moralische Niederträchtigkeit liegt in dem Ausspruche des Beamten: Tassen und sie hat einige Wochen später mit der Juristin Anita follen, völlig ab und fallen zurück auf die Instanzen, von der sie Hüten Sie sich, denn Sie find in meiner Gewalt!" Man sollte Augspurg, die zu langiam ging und ein Reformkleid trug," das ausgehen. Nicht für den Gefesselten ist es eine Schmach gefesselt zu meinen, die bevorzugte Stellung der Beamten müsse ihnen Pflichten felbe gethan. Der Schußmann hat dann nachher noch Liigenhafte werden, sondern es ist eine Schmach für das System, das derartige auferlegen, aber das ist keineswegs der Fall. Für mich steht jemand, Entschuldigungen gebraucht, die mit den Thatsachen im Widerspruch Dinge zuläßt.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Herr der feine Amtsgewalt mißbraucht, nicht über dem Rowdy, er ist eine standen. Unzweifelhaft ist auch hier eine ganz ungerechtfertigte, Nieberding hat damals feierlich erklärt, man müsse es feftnageln, Verbrechernatur. finnlose Verhaftung vorgenommen, und man hat nachher allerhand mit welchem Ton ich über die Justiz gesprochen hätte. Habe ich Man muß hier von einer Erscheinung der Entartung beim Summes Zeng angeführt, um sie zu beschönigen. nicht ein Recht dazu? Müffen wir nicht jezt nach faum 9 Monaten Beamtentum sprechen. Daß diese Erscheinung fo häufig vorkommt, Viel toller liegt der Fall der Frau Rappaport in Altona. Diefe wieder derartige Brutalitäten besprechen, lediglich weil die Beamtenschaft liegt zum Teil an unfren Gesetzen und ihrer Handhabung durch die Frau wurde unter dem unbegründeten Berdacht eines begangenen fich felbst und ihrer Willfür keine Bügel anzulegen vermag? Die Gerichte. Vor allem ist es der Begriff des Widerstandes gegen die Betruges zur Polizei sistiert und dort wie eine Verbrecherin be- Schmach fällt zurück auf die, die solche Dinge verteidigen und dazu Staatsgewalt und feine richterliche Anwendung, die das Rechtsgefühl handelt. Sie mußte fich entkleiden, wurde dabei auf die gröblichste gehören auch die, welche nicht die Kraft und nicht die Luft haben, des Voltes verlegen müssen. Nach dem Wortlaut des Strafgesetzes und unanständigste Weise körperlich beleidigt und dann als angeblich hier energisch Wandel zu schaffen. ist die rechtmäßige Ansübung des Amtes die notwendige Borausgeschlechtstrant in das Krankenhaus gebracht. Trotz aller Borstellungen Welches find mum die Gründe, welche so willfürliche Ver- fegung für das Vergehen Widerstand gegen die Staatsbes Arztes und des Rechtsanwalts, daß die Frau terngefund fei, hat haftungen und Mißhandlingen möglich machen? Teilweise liegt ja gewalt. Es ist aber Laienmeinung, num zu glauben, daß fie 8 oder 9 Tage im Strankenhaus zubringen müssen, die Schuld an unfren Gesezen. Es find allerdings Sautelen auf- Widerstand gegen einen Beamten erlaubt sei, der sich nicht in rechtohne auch nur ein einziges Mal dem Richter vorgeführt zu gestellt gegen millfürliche Verhaftungen. Die stehen aber nur auf mäßiger Ausübung feines Amtes befindet. Das Reichsgericht hat werden. Der Polizei- Inspektor Engel hat erklärt, das sei fo Sem Papier. Nach§ 112 der Strafprozeßordnung erscheint es zunächst entschieden, daß der Beamte auch dann pflichtmäßig handelt, wenn Vorschrift, die Personen dürften dem Richter nicht vorgeführt werden. das normale, daß der Richter auf Grund forgfältiger fachlicher Prüfung er einen gefezwidrigen Befehl feines Vorgesetzten ausführt oder in gutem Glauben handelt. Jedes gesezwidrige Vorgehen eines höheren halten. Eine vorherige Regelung des Strafvollzugs würde den Staatssekretär Nieberding: Beamten wird gefeßmäßig, wenn er einen Untergebenen mit der Einzelstaaten unnüße Kosten auferlegen. Der Reichstag hat wieder- Der Vorwurf des Fortwurstelns gegenüber dem Reichs- Justizamt Ausführung der Gesetzwidrigkeit beauftragt. Man kann ja Fälle holt seine Billigung dieses Standpunktes ausgesprochen. Es ist gemäß den ist wohl taum berechtigt, wir haben im Gegenteil bewiesen, daß wir konstruieren, in denen der Beamte Unrecht bekommt, in allen Anregungen des Reichstags eine Verſtändigung unter den Bundes- stets fleißig bei der Arbeit sind. Herr Lenzmann hat kein praktischen Fällen, die das Publikum interessieren, wird der Beamte regierungen erfolgt über gemeinsame Grundsätze der Gefängnis- Recht zu der Behauptung, daß wir keine Abänderung des StrafRecht bekomunen und man thut gut, sich jeder Rechtswidrigkeit der verwaltung. Damit ist ein wichtiger Schritt zur Vorbereitung eines gesetzbuchs wollen. Daß wir uns mit den Vorarbeiten dazu befassen, Beamten zu unterwerfen und dann den Beschwerdeweg zu beschreiten, Strafvollzug- Gesezes gethan. Ich resumiere mich: Der Reichs- ist öffentliches Geheimnis, natürlich kann eine solche Sache nicht von wenn man dabei auch Gefahr läuft wochenlang mit Ungeziefer unter kanzler erkennt die Notwendigkeit eines Strafvollzug- Gesetzes durch heute auf morgen erledigt werden. Die Reform der StrafprozeßGesindel in dreckigen Höhlen zubringen zu müssen.( Sehr wahr! links.) aus an, ist aber nicht in der Lage zur Zeit ein solches Gesetz in ordnung ist ebenfalls in Vorbereitung. Die erste Einleitung dieser Eine weitere Ursache der Beamtenübergriffe liegt in dem schwächlichen Aussicht zu stellen. Er glaubt sich hiermit im Einvernehmen mit der Reform ist erledigt, in nächster Zeit wird mit Zustimmung der Auftreten der Verwaltungs- und Justizbehörden gegenüber den Mehrheit dieses Hauses jezt wie früher.( Beifall rechts.) beteiligten Regierungen eine Stommission zusammenberufen werden, Beamtenausschreitungen. Dazu kommt, daß sich in fast allen solchen Fällen, falls der Beamte wirklich verurteilt wird, ein Vorgefester sprechung der Interpellation. Auf Antrag des Abg. Singer( Soc.) erfolgt die Be- welche auf Grund eines specialisierten Programmns, das demnächst veröffentlicht werden wird, die Frage der Reform der Strafprozeß findet, der die Begnadigung beantragt und häufig auch durchsetzt. Sprechung der Interpellation. Ordnung weiter beraten wird. ( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Zu alledem kommt noch Abg. Baffermann( natl.): Abg. Dr. Dertel( f.): der Mangel an Achtung vor der persönlichen Freiheit überhaupt und Die socialdemokratische Interpellation erachte ich für begründet. auf allen Gebieten, der bei uns leider nicht nur bei der Bureaukratie, In einer Reihe von Fällen find Eingriffe in die persönliche Freiheit petenzbedenken geäußert hätte. Er wird mir aber zugeben, daß die Herr Lenzmann hat bemängelt, daß der Staatssekretär Komsondern auch in weiten Streisen des Publikums herrscht. Der Fall und die Ehre des Einzelnen vorgekommen. Gerade in der jüngsten Polizei nicht zur Kompetenz des Reiches gehört. Herr Nieberding der läppischten Weise behandelt, man bedenkt aber nicht, daß es sich That unerhört. Andre Fälle betreffen Frauen, die in empörendster hat ja auch angekündigt, daß des Fräulein Augspurg wurde z. B. von der konservativen Presse in Zeit haben sich diese Fälle gehäuft. Der Fall Hoffmann ist in der Polizei nicht zur Kompetenz des Reiches gehört. Herr Nieberding hat ja auch angekündigt, daß die einzelnen Fälle bor nicht um die einzelne Person, sondern um das Recht des Weise behandelt worden sind wegen angeblichen Verdachts der dem zuständigen Forum, dem vreußischen Landtage( Aha! ganzen Volles auf Wahrung der persönlichen Freiheit des gewerbsmäßigen Unzucht. Dadurch kann das ganze Familienglück hat die Regelung des Strafvollzugs für die nächste Beit links) zur Berhandlung kommen werden. Herr Nieberding Einzelnen handelt. Ein Amtsrichter Dr. Bielefeld fagt zerstört werden, ja die betreffende Person kann dem Selbstmord in einer mutigen Schrift über dieses Thema Es herrscht bei den Gerichten vielfach die bedauerliche Neigung, die beschränkt sich nicht auf socialdemokratische Streife, sondern ergreift schäßen, die einer Reform des Strafrechts entgegenstehen. Ich wünsche sehr richtig: nahe gebracht werden. Die Mißstimmung über solche Vorfälle noch nicht in Aussicht stellen können. Das bedauere ich sehr. Mair darf aber auch andrerseits die großen Schwierigkeiten nicht unterBolizeibeamten möglichst zu decken. Der Spott des Auslandes viel weitere Schichten des Volkes.( Sehr richtig! bei den Social- mit dem Abg. Lenzmann, daß diese Reform recht bald durchgeführt wird. über die deutsche Polizei- Almacht und den Subalterndünkel ist nicht demokraten.) ganz ungerechtfertigt. Wir haben unsre Pflicht gethan, um die Ehre Eine Reihe von Mißständen wird sich beseitigen lassen durch eine wir eine wirkliche Reform und nicht Stückwerk liefern wollen. So Aber turzer Hand lassen sich die Schwierigkeiten nicht abthun, wenn des Volkes zu wahren. Ewig fann es ja so nicht bleiben. Schließ neue reichsgefegliche Regelung des Strafvollzuges. Wir müssen aber sehr ich mit dem Herrn Staatssekretär einverstanden bin, so muß ich lich wird die allgemeine Entrüftung doch einmal so start, daß fie auch zu festen Normen nach der Richtung kommen, daß die persönliche doch zugestehen, daß es ihm nicht gelungen ist, den Abg. Heine vollgründlich aufräumt nicht blos mit Einzelheiten, sondern mit dem Freiheit und die persönliche Integrität des einzelnen mehr als bisher ständig zu widerlegen. Die Darlegungen des Herrn Heine haben bei ganzen System der bureaukratischen Willkür.( Lebhaftes Bravo! geschützt wird. Der Reichstag hat schon wiederholt ein Straftändig bei den Socialdemokraten.) mir und wohl auch bei meinen politischen Freunden den Eindruck gevollzugs- Gesetz verlangt. Im Jahre 1875 erfolgte darauf der Bescheid des Bundesrats, die Vorbereitungen für ein solches Gesezweckt, daß sie in mancher Hinsicht begründet sind. Erschwert wird mir Zunächst eine Bemerkung allgemeinen Inhalts. Der Herr feien soweit gedichen, daß es in absehbarer Zeit vorgelegt werden dieses Eingeständnis durch den Ton, in dem Herr Heine seine BeReichstanzler schiverden vorgetragen hat.( Sehr richtig! rechts.) Troz mandher das habe ich hier ausdrücklich zu erklären ver könne. Heute schreiben wir 1902, und wir sind noch immer ohne ein Mängel läßt sich ruhig behaupten, daß die deutsche Rechtsprechung urteilt nachdrücklich und entschieden jeden amtlichen Uebergriff, der Strafvollzugs- Gesez! Wenn wir auf die Reform des Strafgesetz- und die deutsche Polizei besser find, als die andrer Länder.( Sehr gegen eine Person erfolgt, die das Unglück hat, in Verdacht zu ge- buches warten follen, so werden wir den Erlaß eines Strafvollzugsraten oder gegen eine Person, die in die traurige Lage gerät, zeit- Gefeges nicht mehr erleben. Die Regierung sollte sich mehr als richtig! rechts.) Ungerecht ist der Vorwurf, den Herr Heine gegen die bürgerliche Presse erhoben hat, daß sie sich nur der Klassengenossen annehme. weilig der Freiheit verlustig zu gehen. Der Herr Reichskanzler bisher von der Notwendigkeit der reichsgesetzlichen Regelung des Die Fesselung socialdemokratischer Redakteure ist von der bürgerlichen verurteilt Webergriffe jeder Art, ob flein, ob groß, ob von einer Strafvollzugs überzeugen.( Bravo! bei den Nationalliberalen.) Presse mit demselben Unwillen und derselben Empörung verurteilt Gerichts- oder einer Verwaltungsbehörde, von einem höheren oder worden, wie von der socialdemokratischen. Daß die ernste Presse unteren Beamten ausgehend, ob begangen aus Nachlässigkeit oder Schlendrian, aus Tattlosigkeit oder aus Ueberhebung. Düntel oder der Mißstände, die auf diesen Gebieten vorkommen, annimmt. nicht verlangt werden. Ich begrüße es, daß die Presse sich in immer höherem Grade nicht sofort alle Nachrichten ohne nähere Prüfung aufnimmt, fann Gut aber wäre es, wenn die Behörden Roheit. Unter allen Umständen habe ich zu erklären, daß ein wir unser Vorgehen nicht bon dem sich bei Anfragen der Presse nicht immer so zugeknöpft berhielten. derartiges Verhalten der Beamten ein ungehöriges ist, das der Dennoch dürfen In manchen Ich kann den Herrn Staatssekretär nur dringend bitten, feinen Staatssekretär Nieberding: Abg. Gröber( C.): Rechtspflege nicht nüßt und die Autorität des Staates schädigt. Nachweis des einzelnen Falles abhängig machen. Fällen werden die Betreffenden versuchen, durch unwahre Einfluß auf die preußische Justizverwaltung auszuüben, daß fie ( Sehr wahr! bei dem Socialdemokraten.) Behauptungen die öffentliche Meinung irre zu Leiten, diesen Zopf abschneidet und sofort Richtigstellungen giebt. Was den Wenn die Beamten sicher sein können, sobald sie ihre Pflicht Einen solchen Fall hat Dr. Nieberding heute ja nachgewiesen. Fall der beiden Frauenrechtlerinnen anlangt, so kann ich ihm bei tren erfüllen, gegen Verleumdungen ze. Schutz zu finden, dann darf Mancher Mißgriff läßt sich erklären durch die Neberlastung des aller mir angeborenen Galanterie( Heiterkeit) nicht die große Beman von ihnen auch verlangen, daß fie bei Ausführung ihrer amt- Richterpersonals in den großen Städten. Es wäre erwünscht, wenn deutung beimessen, wie Herr Heine es gethan hat. Beide Damen lichen Verpflichtungen bei Behandlung von Gefangenen zwar nach der preußische Juſtizminister Dr. Schönstedt, den ich gerne einmal find verhaftet worden, weil sie infolge ihres eigentümlichen Aeußern für Recht und Gesetz streng unparteiisch, aber auch mit dem Wohl- wieder am Bundesratstisch sehen würde( Lebhafte Zustimmung Männer gehalten wurden.( Heiterkeit rechts und im Centrum.) Für wollen und dem Takt verfahren, der dem Geiſte unsrer links), möglichst bald für eine gehörige Vermehrung des Richter den Mißgriff der Polizeibeamten bin ich bereit, einige mildernde Umstände Gesetzgebung und der Humanität unfrer Zeit entspricht. personals eintreten wollte. gelten zu laffen. Ich gehöre nicht zu den Verehrern der männlichDer Reichskanzler erwartet, daß die Beamten sich jeder Zeit gegenAber davon ganz ab Der Schuß der persönlichen Freiheit wird in unfrer Gesetz- weiblichen Reformkleidung.( Heiterkeit.) wärtig halten, daß die persönliche Freiheit eines der höchsten Güter gebung nicht genügend berücksichtigt. Die meisten der Fälle aller- gesehen, jedenfalls steht fest, daß die Trägerinnen dieser Kleidung der Staatsbürger ist und daß, wenn es sich notwendig erweist, diese Sings, die heute hier vorgetragen find, scheinen in der falschen Aus- in ihrer prononcierten Form Gefahr laufen, für Männer anzutasten, dies unter allen Umständen mit der äußersten Vorsicht legung und nicht in dem Text des Gefeßes selbst zu liegen. Wenn gehalten zu werden.( Heiterkeit.) Damit müssen sie eben und strengsten Gewissenhaftigkeit geschehe. Der Reichskanzler ist ein Redakteur mit einem Verbrecher zusammengefesselt wird, so wird rechnen. Aus den Darlegungen des Weimarischen Ober- Bürgermeisters sicher, daß er in dieser seiner Meinung zusammentrifft mit der Auf- das jeder von uns verurteilen. Ich glaube, es fehlt häufig an der und des Fräulein Anita Augspurg selber habe ich übrigens entfassung der hohen Regierungen in den einzelnen Bundesstaaten, und nötigen Stontrolle der unteren Organe. Hoffentlich wird der nommen, daß diese Verhaftung lediglich den Wünschen des Hochdaß diese jederzeit gern Gelegenheit nehmen, wo Verstöße vor Reichskanzler nach dieser Richtung hin mit einem Erlaß Remedur verehrten Fräuleins entsprochen hat.( Große Heiterkeit.) Den Fall gekommen sind, entschieden und energisch einzuschreiten. Als Präsident schaffen. Was den Strafvollzug anlangt, so möchte ich mich nicht mit Rappaport gebe ich ohne weiteres preis, er hat mich empörtdes preußischen Staatsministeriums wird der Reichskanzler im Ein- Heren Bassermann auf die wunderschöne Reform vertrösten lassen, auch der Fall Tample hat durch die Darlegungen vernehmen mit dem Juſtizminister und dem Minister des Innern dahin die wir einmal bekommen werden. Schon heute kann man ohne des Herrn Staatssekretärs kein wesentlich andres Geficht bewirken, daß diese Gesichtspunkte auch in Preußen speciell zur Durch einen Pfennig Kosten für Reich oder Staaten festlegen, in welchen konnten. Was die Fesselung des Redakteurs Hoffmann führung gelangen. Fällen sich Strafgefangene selbst beköstigen können und ähnliches. anlangt, so habe ich schon im Falle Bredenbed im Namen meiner Ich will nicht leugnen, daß in einzelnen Fällen Verfehlungen Sierauf aufmerksam zu machen, tann der einzige Zweck der Inter- Partei erklärt, daß wir eine solche Behandlung empörend finden. von Beamten vorgekommen find. Die unteren Verwaltungsbeamten pellation sein.( Bravo! im Centrum.) Ich habe die Regierung damals dringend gebeten, die Wiederholung sind eben auch Menschen und machen Fehler. Ich kann auch bereits solcher Fälle unmöglich zu machen. Daß nach so turzer Zeit ein jetzt erklären, daß, soweit mir die Berhältnisse bekannt geworden ganz ähnlicher Fall wieder vorkommen kann, geht mir wirklich über sind, die ja an sich nicht vor das Forum des Reichstags gehören, Es ist erfreulich, daß wir in die Kämpfe gegen das Volkswohl die Hutschnur.( Hört! hört! links.) Es ist auch wieder über die im Falle des Redakteurs in Beuthen eine vorschriftswidrige einmal einen Kampf für das Volfsrecht einschieben können. Vermißt schlechte Gefängnisbehandlung der Redakteure geklagt worden. Ich Fesselung vorgenommen worden ist( hört! hört!), und daß habe ich, daß der Chef des Reichs- Justizamts gar nicht seine eigne habe nicht die Ehre, persönliche Erfahrungen auf diesem Gebiete anderweitige Ungehörigkeiten sich dort ereignet haben. Ansicht in dieser Sache hier hundgegeben hat und daß außer ihm nie- zu haben.( Abg. Bebel: Sehr schade! Große Heiterkeit.) Ich Auch im Falle des Herrn Tampte ist nicht alles so gegangen, wie mand von den Herren Regierungsvertretern anwesend ist. Mit hoffe auch in Zukunft nicht zu solchen Erfahrungen zu felbst es den Vorschriften und den Gesetzen gemäß sein sollte. Das gleiche der Interpellation der Socialdemokraten bin ich vollkommen gelangen, tenn wir unter Baul I. eine andre ist der Fall bezüglich der Vorgänge in Altona. Die vielen andren einverstanden. Es giebt gewissermaßen gute westliche und Staatsform haben.( Große Heiterkeit.) Aber so ganz schlimm fann Fälle, die der Herr Vorredner berührt hat, tenne ich nicht. Allers minderwertige östliche Gerichte.( Sehr wahr! links). Ich habe die Behandlung doch nicht sein. Herr Bebel feierte jüngst seinen dings kommt vielfach die Ahndung derartiger Fälle nicht so in nie gefagt, wie mir in einem Flugblatt vorgeworfen wird, ich kenne 60. Geburtstag. Ich bin ein eifriger Leser der Socialistischen die Deffentlichkeit, wie der Fall selbst, der oft mit großem teine politischen Gerichte, sondern ich habe nur gesagt, wir im Westen Monatshefte", trotz der bösen Kritit des legten Parteitags, geblieben. Lärm und großer Selbstgefälligkeit von der Presse behandelt wird. haben teine politischen Gerichte. Im Fall Bredenbeck liegt ein Dort fand ich nun einen hübschen Artikel des Herrn Auer zu Bebels ( Dhol links.) Es entspricht dem Wesen der Justiz, die Einzelheiten Uebergriff der Polizei, nicht der Gerichte vor. 60. Geburtstag und da war rühmend hervorgehoben, daß eine zweiderartiger Disciplinarbestrafungen nicht in die Deffentlichkeit zu Die Ursachen der polizeilichen llebergriffe liegen vor allem jährige Gefängnisstrafe Herrn Bebel Erholung und Ruhe gewährt bringen. Aber die Strafe erfolgt unter allen Umständen.( Sehr in der mangelhaften Vorbildung der Polizeibeamten. Hier machen und ihn für fünftige Stämpfe außerordentlich gefräftigt habe.( Große gut! rechts.) sich die Schäden des Militarismus bemerkbar. Während England Heiterkeit.) Herr Südekum ruft mir zu, die Sache sei zu ernst zu Späßen. Ich muß auch dringend bitten, nicht in allen Fällen den An- geschulte, für ihren Beruf besonders vorbereitete Polizeibeamte hat, Diese Empfindung hatte ich auch an manchen Stellen der Rede des Herrn gaben der Presse unbedingten Glauben zu schenken. Jch müssen wir uns mit geweſenen Unteroffizieren usw. begnügen, die Heine. Polizeiliche Mißgriffe werden sich nie ganz vermeiden lassen. Aber ivill zur Warnung nur auf den Fall Tampte hinweisen. stets mur gelernt haben, daß alles unter ihnen steht, die sozusagen die oberen Behörden werden den andren Bolizei- Organen immer Diefer Herr hat in seinen Erklärungen dem Publikum den Glauben den Respekt vor der Heiligkeit der persönlichen Freiheit in ihrem wieder zu Gemüte führen müssen, daß sie feinen Eingriff in die beizubringen versucht, daß er eine Vorladung vor das Gericht er- Berufe verlernt haben.( Sehr richtig! links.) Von oben herab Rechtssphäre des Einzelnen wagen dürfen, zu dem nicht die unbedingte halten habe und weil er nicht erschienen sei, sofort in Haft ge- untergräbt man dazu noch den Respekt vor den bereits bestehenden Notwendigkeit vorliegt. Sonst wird die Polizei statt zu einer Stübe nommen worden sei. Der Herr war zunächst nicht in einer Privat- gesetzlichen Vorschriften. Wir haben die Vorschrift, daß Haus- leicht zu einer Gefährdung unsrer staatlichen Ordnung!( Beifall beleidigungsfache angeklagt, sondern im Wege der öffentlichen fuchungen nur auf richterlichen Befehl stattfinden sollen, rechts.) unterliegt. Abg. Lenzmann( frs. Vp.): " 1 Kelage. Nach verschiedenen Versuchen des Angeklagten, sich der und daß nur in dringenden Fällen der Polizeibeamte Abg. Schrader( frf. Vg.): Gerichtsbarkeit zu entziehen, hat das Gericht von seinem Recht Ge- selbst in Gegenwart zweier Schöffen Haussuchungen vornehmen Das Haus ist heute entgegen früheren Erfahrungen faft einig brauch gemacht, den Mann zu verhaften. Diese Verhaftung ist als darf. In wie wenigen Fällen aber vollziehen sich bei uns Haus in der Verurteilung der polizeilichen Mißgriffe. Selbst Dr. Dertel berechtigt anzusehen.( Sehr richtig! rechts.) Die Presse sollte fuchungen auf Grund richterlichen Befehls im Verhältnis zu der hat, so schwer es ihm geworden sein mag, die Nebelstände ans wenigstens nicht solchen Lärm machen, wie es geschieht, sondern ab- Menge der Haussuchungen, die die Polizei einfach willkürlich vor erkannt. Bum erstenmal hat auch der Reichskanzler zugegeben, warten, bis die Entscheidungen der Behörden in maßgebender Weise nimmt.( Sehr richtig! links.) Einen ganz unseligen Einfluß hat daß wir im Deutschen Reiche auf diesem Gebiete vielfach Zustände erfolgt sind. die Ausübung des Begnadigungsrechts in solchen Fällen. Ein Klient haben, die eine Gefährdung des öffentlichen Wohles bedeuten. Wenn die Interpellation in Nr. 1 fragt, was der Reichs von mir war wegen Mordes zum Tode berurteilt. Als ich Es ist aber nichts mit Erklärungen gethan, wir brauchen Thater. fanzler gegenüber solchen Vorgängen zu thun thun gedente, so einen höheren richterlichen Beamten fragte, ob Aussicht sei, Das Gebiet, wo der Reichskanzler das Recht zum Eingreifen ha habe ich furz zu erflären, daß der Reichstanzler in die Begnadigung durchzusetzen, wurde mir erwidert: Ja, ist ein größeres, als er felbst annimmt. jedem Falle, in welchem ihm die Reichsverfassung das wenn es ein Schutzmann wäre, der drei Monate Gefängnis Was den Erlaß eines Strafvollzugs- Gefeßes anlangt, so glaube Recht giebt, gegenüber den Regierungen oder den Behörden der bekommen hat, dann wäre sichere Aussicht auf Begnadigung, ob sie ich, daß die Hindernisse weniger beim Staatssekretär de s einzelnen Bundesstaaten vorzugehen, von diesem seinem Rechte auch in diesem Falle eintritt, weiß ich nicht.( hört! hört! links.) Sind Reichs- Justizamtes, als vielmehr bei andren Faktoren lieger. Gebrauch machen wird, daß er aber über die Grenzen, die ihm das Rechtszustände, durch welche der Respekt vor den Gesetzen ge- Wir fönnen nicht bis zur Reform des Strafgesezbuches warten. durch die Verfassung gegenüber den einzelnen Bundesregierungen fördert werden kann?( Buruf links: Nein!) Ein großer Mißbrauch Dr. Dertel meinte, er werde kaum in die Lage kommen, die Mißgezogen sind, nicht hinausgehen wird. Soweit es sich um rein wird getrieben mit der wunderschönen Institution des Kompetenz- stände des jetzigen Strafvollzuges persönlich kennen zu lernen. Nun, polizeiliche Atte handelt, haben wir zu beachten, daß das Gebiet der konflikts. Droht ein Prozeß für einen Beamten ungünstig aus- wenn der Bund der Landwirte fortfährt, wie jetzt, Oppofition zu inneren Polizeiverwaltungen der Zuständigkeit des Reiches nicht zufallen, so erhebt die Regierung den Kompetenzkonflitt und der machen, oder gar unter die Socialdemokraten geht, so tann ihm das Geschädigte ist nicht in der Lage, seine Ansprüche im Civilprozeß zu vielleicht doch passieren.( Heiterkeit.) Besonders in den fleinen Ges Eine zweite Gruppe bilden die Beschwerden über Verhaftungen verfolgen. fängnissen bestehen so schlimme Mißstände, daß unbedingt Remedur auf Grund richterlicher Entschließungen. Gegenüber solchen Ver- Das beste Mittel zur Beseitigung der Uebergriffe bei Ver- geschaffen werden muß. Wir können den Reichskanzler mur haftungen hat der Reichskanzler nichts zu sagen und nichts zu thun. Haftungen wäre die Einführung der Entschädigung für unschuldig bringend bitten, feine heutigen Versprechungen wahr zu machen. Die richterliche Unabhängigkeit schützt die Gerichte vor jedem erlittene Untersuchungshaft( Sehr richtig! links), dann würde schon( Bravo! links.) Eingreifen der Verwaltung, auch des Reichskanzlers. So- das fiskalische Interesse auf möglichste Vorsicht bei Berhaftungen Abg. v. Czarlinsti( Bole) erklärt furz, auf die Behandlung weit es sich aber um Afte der Justizverwaltung handelt, soweit hinwirken. Die Erklärung des Herrn Nieberding hat mich nicht im polnischer Redakteure heute nicht weiter eingehen zu wollen, da seine wird der Reichskanzler, wenn sich die Notwendigkeit dazu ergiebt, geringsten befriedigt. Daß der Herr Reichskanzler Uebergriffe von Bartei eine besondere Interpellation einbringen werde. einschreiten auf Grund des Art. 17 der Reichsverfassung, der ihn Beamten verurteilt, ist doch nur selbstverständlich. Das wäre ein Abg. Bebel( Soc.): verpflichtet, die Verantwortung gegenüber dem Reichstage wegen der netter, Reichskanzler, der sagte, daß er llebergriffe nicht verurteile. Durchführung der Reichsgesetze zu übernehmen, und auf Grund des( Heiterkeit und Sehr richtig! links.) Herr Nieberding verschanzt sich Es ist allerdings eine erfreuliche Erscheinung, daß heute von Art. 7 der Reichsverfassung, der ihm die Möglichkeit giebt, Fälle, in im übrigen bezüglich des ersten Teiles der Interpellation hinter die der äußersten Linten bis zur äußersten Rechten wenigstens über die denen er sich mit den Einzelregierungen nicht ins Einvernehmen zu Kompetenzfrage: das sei Sache der Landes- Gesetzgebung. Nein, so Grundanschauungen in der Beurteilung solcher polizeilicher Weißgriffe setzen vermag, beim Bundesrat zur Klärung und Entscheidung zu lange die Polizei noch Hilfsorgan der Strafrechtspflege ist, hat auch lebereinstimmung herrscht. Umjomehr hätte man erwarten sollen, bringen. Das kann aber immer erst geschehen, nachdem die letzt die Reichs- Gesezgebung dafür zu sorgen, daß llebergriffe dieser daß der Staatssekretär auf die Ausführungen des Abg. Heine eine Auch die Presse vom instanzliche Entscheidung der einzelstaatlichen Behörden erfolgt ist. Hilfsorgane nicht möglich sind.( Sehr richtig! links.) Die etwas ernstere Antwort gegeben hätte. Im zweiten Teil der Interpellation wird eine Frage gestellt, die Reform des Strafvollzuges verschiebt der Herr Staats- Vorwärts" bis zur„ Kreuz- Zeitung" hat ja einmütig Remedur bereits im Frühjahr d. J. bei den Verhandlungen über den Justiz- Etat sekretär unter dem Vorgeben, eine andre Reform nicht fördern verlangt. Herr Gröber wies darauf hin, daß in der jüngsten Zeit eine Rolle gespielt hat. Damals habe ich unter der Zustimmung zu wollen. Ich begrüße es, daß die Socialdemokraten uns die Mitteilungen solcher Fälle in der Presse sich häufen. Es sind der Mehrheit dieses Hauses erklärt, daß gegenwärtig nicht der Zeit Gelegenheit gegeben haben, diese Frage wieder einmal zu er aber auch früher ebenso zahlreiche Fälle der Mißachtung gesetzlicher punkt gegeben sei, um den Erlaß eines Strafvollzuggefeges bor- örtern, und hoffe, daß die Regierung nicht wie bisher weiter fort- Borschriften seitens der Polizei, der Staatsanwalte und der Richter zubereiten. Ein Strafvollzuggejezz tann nur in Angriff genommen wursteln wird, sondern daß diese Debatte den Anstoß giebt, daß vorgekommen, besonders zur Zeit des Socialistengefetes. Damals werden auf Grund eines festen Strafensystems. Wir können aber endlich der erste einschneidende Schritt zur einheitlichen Regelung war es allerdings fast ausschließlich meine Partei, die darunter gar nicht wissen, wie lange wir das jezige Strafensystem noch be- des Strafvollzugs gethan wird.( Bravo! links.) gelitten hat. Unfre Beschwerden im Reichstage fanden aber bei den tommt. 1: Polizeiliches, Gerichtliches usw. Flugblattverbreitung am Sonntag. andren Barteien sehr wenig Entgegenkommen. Unter dem das passiert, so kann man sich denken, daß es andren Leuten noch schluß seiner Zeit in der Erregung erfolgt sei. Dieser Antrag wurde Socialistengesetz hatten wir Parteigenoffen, die das Jubiläum viel schlimmer geht. Es war eine Gewissenlosigkeit und Nieder- angenommen. ihrer hundertsten Haussuchung feierlich begehen tonnten, tracht ersten Ranges.( Sehr richtig! lints.) Während der In derselben Versammlung wurde der Monatsbeitrag von 20 auf ohne daß ein einziges Mal die betreffende Polizeibehörde Pfingstfeiertage war kein Richter fein Richter zu haben, ich mußte 25 Pf. erhöht. hätte nachweisen können, daß sie von seiten der richtigen Behörde bis zum dritten Feiertag warten, ehe ich entlassen werden dazu bevollmächtigt worden wäre. Man brauchte nur immer die konnte. Wie geringfügig das Vergehen war, mögen Sie daraus erAusrede, es sei„ Gefahr im Berzuge." Diese Bestimmung ist in der sehen, daß ich unter dem Vorsitz desselben Herrn Mangold zu zwei unerhörtesten Weise gemißbraucht worden. Daß heute auch die Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Als in der sächsischen Stammer Gegen die bekannte Bestimmung aller preußischen Verfrommungs bürgerlichen Parteien für diese Fragen mehr Interesse zeigen, tommt der Fall zur Sprache gebracht wurde, nahm der Justizminister Ordnungen, wonach an Sonn- und Feiertagen öffentlich bemerkbare ganz naturgemäß daher, daß allerdings auch die Fälle sich häufen, Herrn Mangold in Schuß und erklärte die Verhaftung für gerecht Arbeiten verboten sind, sollten sich die Parteigenossen Wuttke und 130 angesehene Perionen aus bürgerlichen Kreisen in einem fertigt, ich hei wirklich ein Heimatloser. Gegen solche Willkür hilft Arbeiten verboten find, sollten sich die Parteigenossen Wuttke und Maße, wie das früher nie der Fall war, der Polizeiwillkür natürlich kein Gesetz, aber durch strengere Anweisung an die Würz im Posenschen vergangen haben. Sie hatten nämlich eines ausgefekt find. Selbst die„ Kreuz- Beitung" schrieb vor kurzem, Staatsanwaltschaften und Polizeibehörden könnten doch Zehn Sonntagsmorgens, vor dem Beginn des Hauptgottesdienstes, ihrer Uebergriffe feien nicht zu vermeiden, aber was in den legten tausende von Verhaftungen erspart werden. Herr Dertel hat hier Parteipflicht genügt und socialdemokratische Flugblätter verteilt. Monaten auf diesem Gebiete sich zugetragen habe, übersteige den den Fall Augspurg zu rechtfertigen gesucht. Wir ahnten es, als wir Sie gingen von Haus zu Haus und gaben die Blätter in den Häusern an doch alles erlaubte Maß. Es muß den Beamten auf dem Wege der ihn in so langer Unterhaltung mit Dr. Paulßen sahen. Weil Herr die Bewohner ab oder legten sie an den Eingangsthüren zu den Wohnungen Berordnung auf das nachdrücklichste nahegelegt werden, daß fie sich Dr. Paulßen es selbst nicht unternehmen wollte, ließ er es Herrn nieder, aber immer nur innerhalb des Hauses. Das Schöffengericht streng an die gesetzlichen Bestimmungen zu halten haben. Ueber Dertel thun. Seine Darstellung ist aber unrichtig, Fräulein verurteilte sie zu einer Geldstrafe, das Landgericht Liffa als Berufungsdie Behandlung der Gefangenen und ähnliches tönnen in Augspurg selbst hat eine andre Darstellung des Falles gegeben. weitgehendem Maße Vorschriften auf dem Verordnungswege Die Thatsache läßt sich nicht aus der Welt schaffen, daß die Weimarer instanz sprach sie jedoch mit folgender Begründung frei: Die Vererlassen werden.( Sehr richtig! links.) Leider ist es eine Polizeibehörde selber ein Entschuldigungsschreiben an Fräulein ordnungen über die Heilighaltung der Sonn- und Feiertage könnten unbestreitbare Thatsache, daß es nur wenige Polizeiämter Augspurg gerichtet hat, in welchem ununwunden anerkannt wird, im Königreich Preußen nur regeln, was geeignet sei, die äußere in Deutschland giebt, wo nicht die Mißhandlung verhafteter Personen daß der Polizist einen Mißgriff gethan hat. Wenn Herr Lenzmann Heilighaltung dieser Tage zu stören. Verboten werden könnten z. B. ganz systematisch betrieben wird. In sehr vielen, ja den meisten gemeint hat, daß die Gerichte im Osten minderwertig, im geräuschvolle Arbeiten oder Thätigkeiten, die sonstwie geeignet Fällen wagen die Gemißhandelten es nicht, an die Behörden zu Westen aber verhältnismäßig gut ſeien, jo tann ich ihm wären, Aufſehen zu erregen und zugleid das religiöse Gefüht gehen, weil sie sich vielleicht mit Rücksicht auf ihre Stellung scheuen, nicht zustimmen, zumal soweit das Dortmunder Land- des Publikums zu verlegen. Im eine solche Thätigkeit handele es fich die Thatsache in die Deffentlichkeit zu bringen, daß fie mit der gericht selber in Frage bei den ( Sehr richtig! aber im vorliegenden Falle nicht, da die Angeklagten die Flugblätter Polizei in Konflikt geraten sind.( Sehr richtig! bei den Social- Socialdemokraten.) In dieser Hinsicht besteht so gut wie gar nur in den Häusern und Wohnungen verteilt und sich unauffällig Sehr interessant wäre eine Statistik für das tein Unterschied und Westen. Wir Jahr 1901 darüber, wieviel Hunderttausende Untersuchungs- aber haben nun zwischen word and Sid, tieten, die etes benommen hätten. Das bloße Gehen auf der Straße habe gleichSaft sugebracht haben, wie viele von ihnen aus der Haft Beifall bei den Socialdemotraten.) gefangene in Haft genommen sind, wie lange sie in der Kulturstaates unwürdigen Zuständen ein Ende zu machen.( Lebhafter falls nicht gestört. Nach ihrer ganzen Art und Ausführung wäre hier die Flugblattverbreitung nicht geeignet gewesen, zu stören und cntlassen werden mußten, ohne daß Anklage erhoben werden Weimarischer Bundesbevollmächtigter Dr. Baulßen: das religiöse Gefühl zu verlegen. Ein Hotelbesitzer, der die Anfonnte usw. Eine solche Statistik, die wir vielleicht beim nächsten Ich habe zu dem Fall Augspurg nur deshalb nicht das Wort ge- geklagten bei der Polizei anzeigte, habe dies nur gethan, weil er Etat in einer Resolution verlangen könnten, würde die großartigste nommen, weil ihn der Herr Interpellant nur beiläufig gestreift hat. fich über den Inhalt des socialdemokratischen Druckstücks ärgerte. Illustration unsrer Reichszustände bilden, die Herren würden entsegt Es lag um so weniger Anlaß vor, ihn in den Vordergrund zu Auf eine Verlegung der äußeren Heilighaltung des Somitags Heilighaltung d sein über die Resultate, die uns aus ihr entgegenstarrten. ftellen, weil ganz andere und schwerwiegendere Fälle tönne durchaus nicht geschlossen werden. Auf die Thatsache, daß verurteilte Polizeibeamte fast stets zur Erörterung gekommen sind. Ich stehe nicht an zu erklären, daß Das Kammergericht verwarf die gegen dieses Urteil von der Begnadigt werden, ist bereits hingewiesen worden. Ein Polizei es ein bedauerlicher Mißgriff war, daß der Schuhmann Fräulein beamter hat mir einmal selbst zugegeben, daß diese Thatsache bei Augspurg angehalten und eine Anzahl Fragen an sie gerichtet hat. Staatsanwaltschaft eingelegte Revision. Sie scheitere an der thatden Beamten den Eindruck hervorruft, als beurteile man an der was weiter vorgekommen, ist noch nicht ganz geflärt. Auf Grund fächlichen Feststellung, daß die Thätigkeit der Angeklagten nicht gehöchsten Stelle ihre Vergehen nicht so schwer. Es wird in ihnen das der Aften und der Aussagen der Schutzleute, die besonders zur eignet gewefen fei, das Publikum in seiner AllgemeinGs ber der die der Aften um in feiner Gefühl erweckt: wir sind absolut, wir founen thun, was wir wollen. strengen Wahrheit ermahnt worden sind, liegt die Sache so, daß heit in feiner Feiertagsstimmung zu stören. Das Landgericht sei ( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Ganz verkehrt ist der von Anhaltens durch den Schuhmann von zutreffenden Erwägungen ausgegangen.-§ 10 des preußischen Grundsatz, die Polizeibeamten nicht aus der Gegend zu nehmen, in das freiwillige Martyrium des Fräulein Angsping beginnt. Breßgesetzes, der noch Rechtskraft habe, fei hier ebenfalls nicht ander sie ihre Thätigkeit haben. In Berlin haben wir Schutzleute, die Sehr interessant ist das Entschuldigungsschreiben des Bürgermeisters Preßgesetzes, der noch Rechtskraft habe, fei hier ebenfalls nicht anaus den rückständigsten Gegenden, aus dem Osten der Monarchie von Weimar. Hier heißt es: Der Schußmann vermutete in Ihnen wendbar, denn er verlange eine polizeiliche Erlaubnis nur für das stammen, zum Teil find sie sogar der deutschen Sprache nur sehr eine andre Person. Bei gewissenhafter Brüfung derjenigen Gründe, Vertreiben von Druckschriften an öffentlichen Orten, hier aber seien inäßig mächtig!( hört! hört!) Die Elsaß- Lothringer find überzeugt, welche für ihn bestimmend waren, hätte er zu dieser Vermutung die Drudschriften weder an öffentlichen Orten, noch gewerbsmäßig daß Polizeibeamte aus Baden und Württemberg viel mehr zur nicht kommen können, er hat unvorsichtig gehandelt. Daher spreche verteilt worden. Annäherung Lothringens an Deutschland beitragen würden als ich mein lebhaftes Bedauern über dies Vorkommnis aus und habe Freigesprochen wurde gestern, wie uns aus Augsburg Schuhleute aus dem Osten der Monarchie, die die Gefühle den betreffenden Schugmann entsprechend rettifiziert." In den Akten telegraphiert wird, Genosse Rollwagen, der wegen Veröffentlichung des Volkes nicht verstehen können.( Sehr richtig! bei den Socialdem.) befindet sich dabei der Vermerk, daß eine Instruktion an die gedes Artikels:„ Majestätebeleidigungen einst und jetzt" angellagt war. Was die Behandlung der Gefangenen anlangt, so liegen eine Anzahl famte Schußmannschaft ergangen ist. Ich glaube wirklich, Fälle vor, die dem Reichskanzler als preußischen Ministerpräsidenten daß unter diesen Umständen der Fall Augspurg als erledigt gelten Anlaß zum Einschreiten hätten bieten müssen. Nach einem Bericht kam. der Kölnischen Zeitung" vom 29. Juni vorigen Jahres über den deutschen Aerztetag wurde dort lebhafte Klage geführt darüber, daß Trotz der vorgerückten Stunde muß ich doch zu dem Fall die Aerzte seitens der Gerichte so viel schlechter behandelt würden Augspurg einige berichtigende Bemerkungen machen. Der Fall ist als die Juristen. Besonders wurde die Behandlung von Aerzten im nur durch das refolute Auftreten der Dame so abgelaufen, an sich Elberfelder Militär- Befreiungsprozeß als empörend bezeichnet. Ein ist er geradezu typisch, es gehört jest fast zum guten Ton, Arzt wurde mit gewöhnlichen Verbrechern zusammen eingesperrt usiv. daß ganz unschuldige Frauen, welche den besten Ständen an Leider scheinen die preußischen Justizbehörden hier nicht gehören, verhaftet und einfach als Dirnen behandelt werden. in der erforderlichen Weise eingegriffen zu haben. das dem Moment des Abg. Dr. Müller- Meiningen: - Ein tiefsinniges Versammlungsverbot erließ die Polizei in Meißen. Es lautet: Meißen, den 14. November 1902. Aus einem für die allgemeine Veröffentlichung bestimmten Plakate ist uns bekannt geworden, daß in der von Ihnen... für den 15. ds. Mts., abends 1/29 Uhr in das Restaurant Turmhaus Namens einberufenen öffentlichen Bersammlung ein Mann Frauboese als Redner über das Thema:„ Der Kampf ums Dasein" aufzutreten beabsichtigt. Da nach der Person des treten bei der Anmeldung der Versammlung der Polizeibehörde gegenüber verschwiegen worden ist, anzunehmen ist, daß der Zweck der Versammlung darin besteht, zu Gesetzesübertretungen geneigt zu machen und die Versammlung eine Gefährdung der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit zur Folge haben kann, so wird hiermit polizeiwegen die Abhaltung der eingangs bezeichneten Versammlung verboten. teinem deutschen Staate befinden sich die gewöhnlichen Polizei geradezu eine Verhöhnung der Dame bedeutete.( Sehr richtig!) vorgedachten Redners und aus dem Umstande, daß dessen AufIn gefängnisse, die fleinen Amtsgerichtsgefängnisse in einem so erbärm- der That verlief der Vorgang folgendermaßen: Der Schußmann, lichen, schauderhaften, menschenunwürdigen Zustand wie in Preußen. der Fräulein Augspurg lange gefolgt war, redete sie Hier müssen die Behörden im Namen der Menschlichkeit eingreifen. schließlich an:„ Na, Freilein, ich fenne Sie gar nicht, wann Auch den Fall Lampke haben wir ja nur wegen der Behandlung sind Sie denn eigentlich zugereist?" Darauf hat er sofort ein Tamptes im Polizeigefängnis vorgebracht. Seine Verhaftung selbst langwieriges examen rigorosum mit der Dame angestellt, war, wenn die Angaben des Staatssekretärs richtig sind, durchaus wo sie herstamme, wie lange sie zu bleiben gedenke usw. Endlich gerechtfertigt. Auf unfre Kritit der schauderhaften Zustände im unterbrach ihn Frl. Augspurg mit der Frage: Was wollen Sie Gefängnisse aber hat der Staatssekretär kein Wort der Erwiderung nun eigentlich bon mir, wollen Sie mich berhaften? gefunden. " Jawohl, das will ich."" Nun dann gehe ich mit Ihnen." Sieraus geht doch klar hervor, daß von einer Provokation der Verhaftung nicht die Rede sein kann. Die Dame wurde eben Eine Blüte Nichtbefolgung dieser Verfügung wird die sofortige Auflösung der Versammlung und die Bestrafung der beteiligten Personen zur Folge haben. Der Stadtrat Abteilung für Sicherheits- Polizei, Dr. Goldfriedrich. Ein weiterer Fall: Vor drei Jahren wurde eine Parteigenojjin von mir in Hamburg wegen Bergehens gegen das Preßgesetz zu drei Tagen Gefängnis verurteilt. Dort wurde sie einer zwangsweisen einfach als Dirne behandelt. Und warum das gerade an diesem ärztlichen Untersuchung unterworfen( Hört! hört!) und am nächsten Tage so leicht möglich war, werden Sie verstehen, daß damals Was ist das für ein fürchterlicher Mensch, dieser ,, Mann Namens Tage mit einer Heerde von Prostituierten und Verbrecherinnen gerade in Weimar ein Soldatenfest war. Aus diesem Framboese"?" Den Reiz der Neuheit und das will bei zusammen in einen Raum gesperrt. Vier Frauen zusammen hatten Grimde glaubte sich Vier Frauen zusammen hatten Grunde glaubte sich die Polizei jedenfalls berechtigt, jede fächsischen Versammlungsverboten viel sagen hat der Verimmer eine Waschschüssel und ein Handtuch. Wie leicht konnten fremde Dame für eine Dirne zu halten. Blüte des botsgrund, daß die Verschweigung des Namens des Res dabei Krankheiten übertragen werden. Hier in Berlin werden ganzen Systems ist erwachsen in Treptow an der Rega. ferenten bei der Anmeldung auf dessen Gefährlichkeit schließen die politischen Gefangenen selbst nach Verbüßung ihrer Dort giebt es eine Polizeiverordnung, wonach Dienstmädchen lasse. Der Anmelder ist ja gar nicht verpflichtet, der Polizei Strafe noch in unwürdiger Weise behandelt. So wurde, und andre ledige Frauenzimmer, die sich im Sommer nach 11, im den Namen des Referenten zu nennen; er hat also mur wie es üblich ist, auch mein mein Parteigenosse John nach Winter nach 10 Uhr allein oder in verdächtiger Begleitung auf von einem gefeßlichen Rechte Gebrauch gemacht. Daß er ihn nicht Verbüßung einer Gefängnisstrafe wegen Breßbergehens vom der Straße oder in den Anlagen umbertreiben, ohne weiteres aus dunklen Verschwörerabfichten verschweigen wollte, geht doch aus platz gefahren und erst dort entlassen. Solcher Behandlung werden fache ist es, solche Mißgriffe der Polizei rücksichtslos an den Pranger hier die heitere Erscheinung, daß eine Versammlung verboten wird, Redakteure zu teil, deren Strafe im Kampfe um ihre Ueberzeugung der Deffentlichkeit zu stellen. Deshalb war die Einbringung der weil der Referent genannt wurde, und zugleich deswegen, weil er teine Schmach, sondern eine Ehre ist. Ich empfinde solche Strafen Interpellation ein Verdienst. Ich bin selbst in meiner Thätigkeit nicht genannt wurde. Wer schlägt diesen Rekord? ebenso sehr als eine Ehre, wie der Soldat die Wunden im als Richter manchmal geradezu erschrocken über die polizeilichen MizzRampfe fürs Vaterland.( Beifall bei den Socialdemokraten.) griffe und die Deckung dieser Verstöße seitens der Richter.( hört! Ich selbst habe in Plößensee einmal ein paar Monate wegen Bismard- hört! links.) Hoffentlich macht die Regierung gegenüber solchen beleidigung abzufigen gehabt und weiß ja, wie da die Behandlung Mißgriffen endlich Erust!( Beifall links.) ist. In den preußischen Gefängnissen wird ja leider keine SelbstDamit schließt die Besprechung. belöftigung eingeräumt. In Sachsen ist man in dieser Beziehung Das Haus vertagt sich. weit anständiger. Ich kann hier allerdings nur von meinen eignen Erfahrungen sprechen. Ich wurde während meiner zweijährigen aft auf einer allein anständig sächsischen Festung nicht handelt, sondern diese zwei Jahre haben mir geradezu dass Leben gerettet. Ich weiß nicht, ob das gerade die Absicht des Staates war.( Heiterkeit.) Allerdings traue ich auch dem Staate nicht so viel Unbarmherzigkeit zu, daß er das Gegenteil gewünicht hätte.( Heiterkeit.) Diese zwei Jahre sind mir sowohl für meine Gesundheit wie für meine geistige Ausbildung ganz vorzüglich zu statten gekommen. Obgleich ich das Urteil an sich noch heute für durchaus ungerechtfertigt halte, habe ich doch keine Veranlassung, diese Zeit zu bedauern. Der Arzt tröstete, als das Urteil tam, meine Frau mit den Worten:„ Seien Sie nur froh, Ihr Mann wird dabei gesund werden!" Das ist auch geschehen. In Sachsen habe ich immer Selbstbeköstigung bekommen, in Preußen nicht. Gefängnis mit einem sogenannten grünen Wagen nach dem Alexander- verhaftet werden sollen.( hört! hört! links.) Die Haupt- der Nennung des Namens auf den Plataten hervor. Wir haben be= Schluß 6 Uhr. 2010 Hus der Frauenbewegung. In dem von den Genosfinnen veranstalteten Vortragscyffus Nächste Sizung: Montag 1 Uhr.( Fortsetzung der Zolltarif erörterte Genosse Stadthagen im legten Vortragsabend die Gründe, gesetz- Beratung.) welche für die Aufhebung des Arbeitsvertrages nach§§ 123, 124 Reichs- Getverbe- Ordnung in Frage kommen. Im nächsten Vortrag wird Genosse Stadthagen die Schadensersatz- Ansprüche behandeln, und werden auch praktische Beispiele behandelt werden, zu welchen die Rechtsbelehrung aus der Mitte der Versaminlung erfolgen soll. Dieselbe findet am Mittwoch, den 26. d. W., abends 81%, Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20 statt. Zutritt hat Parteinachrichten. odbiltm Gemeindewahlen. Unfre Genossen in der Stadt Posen haben diesmal zum erstenmal ernstlich an den Stadtverordneten- Wahlen jedermann. 101) teilgenommen. Obwohl schon 1900 ein Parteikandidat aufgestellt war, erhielt er doch mangels jeder Agitation nur drei Stimmen. Wählbarkeit der isländischen Frauen. Das isländische Althing Diesmal wurden 114 socialdemokratische Stimmen abgegeben. Das hat ein Gesetz über die Wählbarkeit der Frauen angenommen, das ist in Anbetracht der besonderen Verhältnisse ein ganz beachtens- fezt vom dänischen König bestätigt worden ist. Danach können Witwen und unverheiratete Frauen in den Anitsrat, den Bezirkswerter Anfang. Die Wahllokale erwiesen sich als zu klein, so daß viele Wähler vorstand, Stadtrat, Kirchspielrat sowie als Gemeindevertreter unter auf der Straße denselben Bedingungen, die für die Wählbarkeit der Männer fejtstehen konnten. Auch andre Unregelmäßigkeiten günstigung der Krankenkost. Ihm wurde auch erlaubt, zu einem umkehren mußten, weil sie bei der großen Stälte nimen vor, wes- gesezt sind, gewählt werden. Sie haben jedoch das Recht, die Wahi Vermischtes. Mädchenhandel. Aus Philadelphio melbet das Bureau Termin in einer Drofchte zu fahren und in Civilkleidern zu erscheinen, ebenso wie es dem Zuchthäusler Frhrn. v. Hammerstein wegen die Polen, die über die zu ihren Ungunsten ausgefallenen abzulehnen. Wahlresultate enttäuscht waren, Protest einlegen wollen. Ges erlaubt wurde. Ein gleichmäßiger Strafvollzug bedentet thatsächlich wählt wurden in den meisten Bezirken die Kandidaten des eine große ungerechtigkeit. Leute, die nichts Ehrenrühriges begangen fonservativ- freifinnig- antisemitischen Wahlmischmasches, die unter der haben, müssen anständig behandelt werden. Der Domänenpächter Parole Die Deutsche hie Polen" in den Wahlkampf zogen. Falkenhagen, der unter so erschwerenden moralischen Um- Das Wahl, recht" ist außer den andren reaktionären Bestimmungen ständen ein Duell provoziert hatte, er fist jetzt in an einen Wahlcenfus von 6,56 M.( einem Mindesteinfommen von Raffan: Veranlagt durch Mitteilungen des deutschen Botschafters Danzig und genießt die allergrößte Freiheit. Noch einen 900 M. entsprechend) gebunden, der bei der herrschenden ArbeitsFall, der mich persönlich betrifft, will ich erwähnen: Ich losigkeit und den elenden Löhnen von nur wenigen Genossen erreicht in Washington, Herrn von Holleben, die ihr durch den deutschen hatte für die Reichstagswahl im Jahre 1881 zur Unterſtüßung wird. Die meisten Stimmen fielen in den früheren Vororten, für Konsul in Philadelphia zugegangen waren, nahm die hiesige Polizei meiner Wahl ein Flugblatt geschrieben und wurde wegen Bundes- die noch der 4 Mart- Census gilt. eine plötzliche Durchsuchung zwanzig verrufener Häuser vor, in rats- Beleidigung angeflagt. Ich war damals aus Leipzig auss In Debschwig bei Gera wurden sieben Socialdemokraten welchen 400 Mädchen festgenommen wurden. Dabei wurden Begewiesen, erhielt die Anklage der Dresdener Staatsanwaltschaft auf und zwei Gegner gewählt. In Frankenthal in Reuß i. 2. weise dafür gefunden, daß ein Syndikat mit dem Hauptfit in einer Geschäftsreise nachgeschickt und schrieb der Behörde daraufhin, wurden die beiden socialdemokratischen Kandidaten gewählt. Ebenso Deutschland und Agenturen in Philadelphia und New- York daß ich Pfingsten in Dresden sein würde. Ich kam zehn Tage vor fiegte in der Bauerschaft Schildesche bei Bielefeld der social- besteht, das gewerbsmäßigen Mädchenhandel betreibt. Nach AusPfingsten nach Dresden, war der Polizei signalisiert worden, was demokratische Kandidat. fage des deutschen Konsuls werden die Geschäfte dieser Mädchenich aus der Nähe eines Geheimpolizisten entnahm, blieb aber umbehelligt. Ich kam fünf Tage vor Pfingsten wieder nach Dresden, Eine Rehabilitierung nahm der socialdemokratische händlerbande in Europa von einem Einwohner der Stadt alle Geheimpolizisten waren mir wieder auf den Fersen. Ich wohnte im Verein Nürnberg in feiner außerordentlichen General- geleitet. Die Leitung des Geschäfts in Amerika liegt in den Händen Hotel, war polizeilich gemeldet. Am 1. Pfingstteiertage wurde ich auf versammlung am Mittwoch vor. b Vor zweieinhalb Jahren wurde von fünf Personen, von denen drei bereits verhaftet wurden. Die der Brühlschen Terrasse mitten aus der Menschenmenge heraus verhaftet. Der Fabrikant Raubinet ausgeschloffen, weit er in der Dertel- von der Bande verhandelten Mädchen wurden unter verschiedenen Der mich verhaftende Polizeikommisjar Baul gab als Grund der Affaire für die Franff. 3tg." Artikel geschrieben, in denen die daVerhaftung Heimatlosigkeit an und thatsächlich stand in dem vom malige Parteileitung schwer angegriffen und gewissermaßen für das Versprechungen, meistenteils dem der Heirat, nach Amerika gelockt, Landgericht und seinem Borsigenden Mangold erlassenen Haftbefehl tragische Geschick Dertels verantwortlich gemacht wurde. Nunmehr dann in öffentliche Häuser verschleppt und dort gefangen gehalten. dieser Grund angegeben.( Heiterkeit und Bewegung.) Wenn mir lag ein Antrag vor, den Beschluß zurückzunehmen, da der Aus Winter Joppon warm gefüttert, m. breitemBrustüberschlag, Schutz gegen Erkältg. Herren- Grösse. 18, 15, 10, G 50 M. Winter- Hosen Billigste Sonder- Angebote Winter Hosen von fertigen Winter- Paletots u. Anzügen Winter- Paletot elegantem Futter.... Moderner marengo Melton mit 21 M. Moderne Winter- Raglan Verarbeitung, m. schrägen Taschen 20 M. Winter- Paletot Reins Chevioti. vornehmer Ausfg. Mit eleg. beltem Krimmerkragen: 27 M. Reichhaltiges Sortiment in Stoffen und Schlafröcke Façons. 18, 15 bis Mit langer weitfaltiger Hohenzollern- Mäntel Glocken Pelerine, soweit am Lager Guter Düffel oder Loden, durchweg mit Hamsterfell. Pelz- Joppe 8 M. 50 18 M. 27 M. 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KcilW des, Amiirls" Kcriim AWIM Sonntag, 23. Novenibtt 1992. Die Bildersprache des Grafen Piickler. � Drei Prozesse gegen den Grafen Walter Pückler- Klein- Tschirne und einige andre Angellagte beschäftigten gestern die neunte Strafkammer des Landgerichls I. Den-Lorsch führte Landgerichts- Dirclior Müller. d:e Änklage vertritt StaalsanwaltschaflSrar Schmidt, die Verteidigung führen Rechtsanwalt S i in o n s und Rechtsanwalt ll l r i ch. Durch den ersten Anklagebeschluß wird Graf Pückler be- schuldigt, durch eine in den Konlordia-Säien am 11. Nouenwer gc- halte»« Rede die Mitglieder der zweiten Strafkammer des Land- gerichls Berlin I beleidigt zu haben. In dieser Sache sind der frühere Vorschende der zweiten Straftainmer. der am 9. Roveuwer vorigen Jahres eine Vcniandlung gegen den Grafen Pückler zu leiten hatte und Landgerichtsrar Z i e h m als Zeugen gelade». Die Zweire Airtlage richtet sich außer gegen den Grafen Pückler noch gegen den Verleger der„Staarsbürger-Zeirung". Wilhelm Bruhn, den Stenographei, Albert Schimmel- pfeunig, den Oberinspektor Hans Kirchner und den Rc- dacteur der„Staatsbürger-Zeitung" Theodor Weber. Sie werden der Anreizung zum Älasseiihaß und der Beleidigung be- schuldigt. In dieser Sache sind die Polizcilieutenants Heck und Schirmer. der Gutsbesitzer Ad. K u»i ck und der Geh. Sanitätsrat Dr. Neumann- Glogau als Zeugen geladen. Als Reben- lläger treten in dieser Sache auf: Bankier Landsberger, Kaufmaim Matthias, Justizrat F r i c d m a n n. Rentier C a r o, Amtsgerichts rat Frankel, Kaufmann Leopold Di a m l o ck und Kaufmann Otto Für st aus Glogau. Sie wurden durch Justizrat Friedmann- Glogau vertreten. Die dritte Anklage bezieht sich auf die Angeklagten Graf Pückler und Weber und beschuldigt sie der Anreizung zum Klassenhaß. In der ersten Aiiklage handelt cS sich um folgendes: Graf Pückler stand am S. März vor der zlveiten Strafkammer als An- geklagter. Zwei Tage darauf fand in den Koutordia-Sälen eine antisemitische Versammlung statt und in dieser soll Graf Pückler gegen das Richterkollegium sehr scharfe Worte gebraucht haben. Nach einem vorliegenden Zeitungsbericht soll er unter anderm gesagt haben: Das war eine Verhandlung! Ter Präsident schnauzte mich an. fluchte und wetterte, daß es nur solche Art hatte! Wie man mit mir umgegangen ist, ist einfach doll! Die ganze Verhandlung machte einen kläglichen und jammer- bollen Eindruck. Ich als preußischer Rittergutsbesitzer, Graf und Patriot verlange Respekt und Achtung, und der Deubel soll den holen, der mir diese Achtung nicht entgegenbringt. Ich bin von den Be- Hörden schon genug geschunden worden, man hat mich chikaniert, wie noch nie. Man muß den Leuten in Moabit einmal die Wahrheit geigen und zwar so geigen, daß sie auf den Rücken fallen I Das wäre ein Anblick, wenn die Kerle in Moabit unter dem Tisch lägen und ich stolz wie ein Spanier den Saal verließe. Auf Befragen erklärt Angeklagter Graf Pückler, daß der Bericht entstellt sei. Die Redewendung:„Anschnauzen usw." habe er nicht gebraucht. Er sei bei der Verhandlung vom 9. November vorigen Jahres vom Vorsitzenden Landgcrichts-Direktor Kacller recht schroff behandelt worden und dieser habe ihm wiederholt das Wort abgeschnitten. Deshalb habe er in der Versammlung nur gesagt: ..Ich bleibe auch auf der Anklagebank Graf und Gentleman und kann eine entsprechende Behandlung beanspruchen." Die Rede- Wendung von„Auf den Rücken fliegen" sei ein derber Volks- dcrsainmlungs-Scherz gewesen. Er bestreite aber, dabei das Wort „Moabit" angewendet zu haben und müsse beantragen, zwei Eni- lastungszeugen zu laden, die bekunden werden, daß diese Rede- Wendung in einem ganz andren Zusammenhange gebraucht worden sei und auf die Richter in Moabit gar nicht bezogen werden konnte.— Der Gerichtshof beschließt, den Versuch zu machen, die beiden ge- nannten Zeugen zur Stelle zu schaffen. Bei den« zweiten Punkt der Anklage handelt es sich um eine am 6. Juni 1992 in der Andreasstraße 64 gehaltene Rede, die unter Verantwortlichkeit des Grafen Pückler in einer Extrabeilage der „Staatsbürger-Zeitung" verbreitet worden ist.— Graf Pückler übernimmt hierfür die Verantwortung, bestreitet aber, daß eine Aufreizung zum Klassenhaß vorliege. In der Rede soll der Au- geklagte Graf Pückler u. a. gesagt haben: Wenn Euch nachher schwarzlockige Jünglinge begegnen, so tretet auf sie zu und gebt ihnen patsch! patsch! eins hinter die Ohren? dann hebt den Fuß und versetzt dem Schwarzgelockten einen Fußtritt. Auf diese Weise muß der Anfang gemacht werden: die große Keileret kommt später! Es ist Zeit, daß wir jetzt zu Angriff und Sturm übergehen. Wir müssen diese Plage los werden usw. usw.— Angeklagter Graf Pückler erklärt, daß diese Redewendungen nur „b i I d Ii ch" geincint gewesen seien. Der dritte AnklagcpUnkt betrifft eine Rede deZ Grafen Pückler, die er aui 24. Februar in Kellers Fcftsälen gehalten hat. Er soll in dieser Rede u. a. folgende Acußerungen gemacht haben: Bataillone von Kämpfern stehen bereit, das Judentum zu zerschmettern und zu vernichten: die Bande müsse verhauen werden, mit Worten habe man sie noch immer nicht aus dem Lande bringen können, man inüsse ihnen energisch an den Kragen gehen. Die Juden müssen 'raus aus allen Lokalen nach Jerusalem. Die Polizeileutnants und Schutzleute stehen schon im Grunde des Herzens aus unsrer Seite, sie werden sich nnt der Keilerei schon abfinden müssen. Zwanzig stämmige Kerle müßten den Anfang machen, die Kerle zu verhauen usw. usio.— Der Angeklagte beruft sich darauf, daß er von preußischen Gerichten schon zweimal wegen weit stärkerer Ausdrücke freigesprochen worden sei und dadurch deS Glaubens war, daß er folche Redewendungen in VolksversammlungSreden anwenden dürfe. Auf Befragen giebt der Angeklagte Graf Pückler zu, nach der in Glogau gegen ihn geführten Verhandlung folgendes durch die „Staatsbürger-Zeitung" veröffentlicht zu haben:„Gleich nach der Sitzung habe ich dem als Sachverständiger fungierenden Geheimen S a ir i t ä t s r a t Dr. Ae u m a n n eine Forderung auf Pistolen zukommen lassen, diese ist aber nicht angenommen worden. Der Mann kann wohl anständige Leute beleidigen, hat aber nachher nicht den Mut, für seine Beleidigungen einzutreten. Ich erkläre ihn deshalb für einen...."— Angekl. Graf Pückler lehnt es ab, anzugeben, wie diese Punkte zu ergänzen seien. Ter Angeklagte Bruhn bestreitet jede Verantwortlichkeit für die von, Grafen Pückler unter seiner Verantwortung veranstaltete Extrabeilage zur„Staatsbürger-Zeitung". Der Angeklagte Weber, Lokalredakteur der„Staatsbürger- Zeitung", bestätigt auf Befragen, daß ein von ihm aufgenommener Versammlungsbcricht im Manuskript vom Grafen Pückler herrühre. Er habe den Bericht erst veröffentlicht, nachdem er einige Stellen herausgestrichen hatte. Zur Aufnahme der Notiz über den Geh. Sanitätsrat Dr. Neumann in Glogau habe er sich geradezu für ber- pflichtet gehalten, da Dr. Neumann den Grafen Pückler schmählich beleidigt hatte, indem er ihn auf Grund des Inhalts seiner Berliner Reden für verrückt erklüren wollte. Nach Beendigung der Vernehmung der Angeklagten wird der Berichterstatter S ch w e d e r vernommen, von welchem die der Anklage zu Grunde gelegten Zeitungsberichte über die Versammlung vom 11. November herrührten. Das Zutreffende dieses Berichts wird an einzelnen Stellen vom Angeklagten Graf Pückler und den Rechtsanwälten Ulrich und Simons lebhaft bestritten. Aus den Zeugenvernehmungen seien die Bekundungen des Geh. SanitätsratS Dr. N e u m a n n aus Glogau erwähnt. Der 71 Jahre alte Zeuge sagt aus: Er sei von Gerichts wegen aufgefordert worden, der in Glogau geführten Verhandlung gegen den Grafen Pückler beizuwohnen und seine Ansicht über diesen zu äußern. Er habe sein Gutachten auf Grund seiner Altenkenntnisse, auf Grund der Ver- Handlung selbst und der in Berlin gehaltenen Rede abgegeben und erklärt, daß er den geistigen Zustand des Angeklagten für keinen normalen halte. Auf Befragen erklärt der Zeuge, daß er dies ohne weitere Exploration habe sagen können; er habe durch seine Gut- achten den Angeklagten nicht gekränkt und auch nicht kränken wollen, sondern es für notwendig erachtet, den Angeklagten eventuell in einer staatlichen Anstalt beobachten zu lassen. Ter Angeklagte sei schon in der Verhandlung sehr aufgeregt darüber gewesen, daß man es wage, sich an seinen Geisteszustand heranzumachen und habe ihn dann seinen Oberinsepcktor als Kartcllträger zugesandt.— Rechtsanwalt Ulrich hält dem Zeugen vov, daß er doch so gut wie keine Anhaltspunkte dafür gehabt habe, an dem Geisteszustand des An- geklagten irgendwie zu zweifeln.— Dr. N e u m a n n erwidert, daß er außer auf das Größcnbewußtsein des Angeklagten auch auf Wahnvorstellungen desselben hinweisen könne. Zu letzteren zähle er die Vergiftungs- geschickte in der Schweiz, denn er halte es für ganz ausgeschlossen, daß Glogauer Juden nach der Schweiz reisen, sich mit dein dortigen Gastwirt in Verbindung setzen und dem Angeklagten vergiftete Suppe vorsetzen werden. Er habe sich außerdem gesagt, daß, wenn ein Mann, der Jurist gewesen, Offizier ist und einem höheren Stande angehört, sich in einer so sonderbaren Weise gegen die Juden ver- geht und solche zum Teil genieine» Ausdrücke gegen die Juden ge- braucht, wenn ein Mann, wie der Angeklagte, in die Dörfer reitet und die Leute zusammeirblasen läßt, so kann er nach seiner Ansicht nicht ganz normal sein. Rechtsanwalt Ulrich läßt einige Feststellungen aus den Akten machen, um zu zeigen, daß die Staatsanwaltschaft selbst keine An- reizung zu Gewaltthätigkeiten in dieser Rede erblickt und eine Beschlag- nähme der den Bericht über die Bersamnilung enhalteiiden Zeitung abgelehnt hat. Bei einer dieser Aktenstücke befindet sich die Be- merkung des Staatsanwalts:„Es giebt wohl kaum jemand, der die Expektorationen des Grafen Pückler gegen die Juden noch ernst nimmt." Beachtenswert ist eine Frage, die der Vorsitzende Landgerichts- Direktor Müller an den Polizeilicutenant Sommer richtet, der mit der Aeberwachung der Versammlung vom 9. März betraut war. Haben Sie nicht die Meinung, daß der Angeklagte seine Anfforde- rungen nur bildlich gemeint hat?— Zeuge: Die Anwesenden gehörten nickt zu den sogenannten Radaubrüdern und dürften zu Gewaltthätigkeiten nickt geneigt gewesen sein. Schließlich wird Polizeilieutenant S ch i r m e r über die Rede des Grafen Pückler vom 9. März vernommen. Er bestätigt, daß in jener Versammlung auch viele Socialdemokraten an- wesend waren, daß er dem Angeklagten schon im Laufe der Rede eine Warnung habe zukommen laisen und daß er schließlich wegen der aufreizenden Redewendungen des Angeklagten die Versammlung aufgelöst.— Auch dieser Zeuge wird vom Rechtsanwalt Ulrich ge- fragt, ob er denn der Meinung sei, daß durcki die Rede des An- geklagten jemand ans der Versammlung verleitet werden konnte, folche Gewaltthätigkeiten zu begehen.— Vors. Landgerichtsdircktor M ü l l e b: Wir haben es hier mit einem vornehmen Aristokraten zu thun, der seinen Rat borwiegend kleinen Bürgern darbrachte. Es liegt nun eigentlich nahe, daß die Hörer sich sagen müßten: wenn es dem Grafen Pückler ernst mit seinen Vorschlägen ist— warum thut er, der ein großer kräftiger Mann ist, es denn nicht selber, warum geht er denn nicht selbst hin und schlägt auf die Juden ein?— Polizeilieutenant Schirm er: Ihm sei blos maßgebend gewesen, daß Graf Pückler die aufreizenden Aufforderungen an die Anwesenden gerichtet habe. ES habe sich um eine antisemitische Versammlung gehandelt und die Aufforderung sei an die Antisemiten gerichtet gewesen; wie diese Aufforderungen nach der Meinung des Redners von seinen Hörern voraussichtlich aufgefaßt werden, sei ihm selbst als beaufsichtigenden Beamten gleichgültig. Auf Antrag der Verteidigung wird noch das gegen den An- geklagten ergangene freisprechende Urteil der neunten Strafkammer und zwei gegen den Angeklagten gerichtete Artikel der„Verl. Ztg." und der„Verl. Morgenpost" verlesen, welche beweisen sollen, wie man auf feiten der Gegner gegen den Angeklagten vorgehe. Nach Schluß der Beweisaufnahme nahm der Staatsanwalt Schmidt das Wort zu längeren Ausführungen. Hätte er die Befürchtungen hegen müssen, daß die Verlesung des freisprechenden Urteils irgendwie den Gerichtshof beeinflussen könnte, so würde er auf die Verlesung auch des verurteilenden Erkenntnisses der zweiten Strafkammer bestanden haben. Er denke aber, das freisprechende Erkenntnis komme hier gar nicht in Betracht. Gras Pückler werde wohl kaum beanspruchen wollen, daß er mit andrem Maß gemessen werde, wie andre Leute. Er trete als eifriger Agitator auf und sei von leidenschaftlichem Haß gegen die Juden erfüllt. Er würde es ivohl selbst entschieden zurückweisen, daß er nur als Svaßmacher aufgefaßt lverden solle, dem es lediglich auf komische Effekte an- komme. Wenn man eine Sache in der Weise verficht, wie der An- geklagte Graf Pückler. so müsse man auch für die strafrechtlichen Folgen einstchen. Der Staatsanwalt geht die einzelnen Reden des Angekl. Graf Pückler durch und sucht nachzuweisen, daß Beleidigungen und Anreiznngen zu Gewaltthätigkeiten vorliegen. Die Beleidigungen gegen die Richter seien sehr zahlreiche und sehr schwerwiegende und es erscheine ganz zweifellos, daß die Moabiter Richter, d. h. die II Strafkammer, getroffen werden sollten. Bei den auf- reizenden Redewendungen handle cS sich keineswegs um bloße bildliche Redewendungen, sondern um die ganz ernst gemeinte Aufforderung drcinzuschlagen. Der Staatsanwalt beantragt gegen Gras Pückler wegen der Richterbeleidigung, wegen der in den Reden vom Februar, März und Juni enthaltenen Aufreizungen zum Klassenhaß, wegen Verbreitung der Reden und wegen der absolut ungerechtfertigten Beleidigung des SanitätLrats Dr. Neumann, der sich durchaus nicht zun, Gutachten gedrängt habe, eine Gesamtstrafe von einem Jahre Gefängnis und Verhaftung; gegen den Angeklagten Bruhn drei Monate Gefängnis, gegen den Angekl. Kirchner 109 M. Geldstrafe, gegen S ch i in m e l p f e n ni g 200 M. Geldstrafe, gegen W e b e r 300 M. Geldstrafe, Publikationsbefugnis für die Beleidigten jc. Juftizrat Fried niann- Glogau vertritt die Nebenkläger und sucht die juristischen Zweifel, ob bei dieser Aullage ein Anschluß der Nebenkläger gestattet sei. zu widerlegen. Hieran reihen sich mnfangreiche PlaidoyerS der Rechtsanwälte Ulrcch und Simons zu Gunsten der Angeklagten. Um 8 Uhr vertagte der Gerichtshof die Sitzung auf Dienstag- vormittag 9 Uhr. ES soll alsdann das Urteil gesprochen lverden. Serlmer Partei-�ngeiegenKeiten. Der Wahlverein für den dritten Wahlkreis hält heute. Sonntag. bei Albrecht. Admiralftraße 13o. ein gemütliches Beisammen- sein ab. Der Eintrittspreis einschließlich Garderobe beträgt 20 Pf. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. In Köpenick beginnen morgen, Montag, die Stadtverordneten- Wahlen. Es wird auch diesmal in Bezirken gewählt und zwar wählt die Altstadt Montag in KleinS Hotel, die Dnmmvorstadt Dienstag bei Reichelt, Schweizergarten, die Kietzvorsiadt DonnrrStag bei Ludwig, Marienstraße, die Köllnische Borstadt Freitag bei Scheer, Wilhelmögarten. Die Wahlzeit dauert überall von b bis 8 Uhr, Parteigenossen, agitiert mit ganzer Kraft, rüttelt die Säumigen auf, damit der Sieg uns zu teil werde! Britz. Montagabend 8>/z Uhr ist in Püschels Gesellschaftshaus. Chausseestr. 97, eine öffentliche Berfainmlung, in der Genosse Zubeil über den Wnchertarif spricht. Wcisiensce. Montagabend 8 Uhr findet in den neuerbauten Sälen der EnderS-Braucrei eine Volksversammlung statt, in der Reichstags-Abgeordneter Förster über die Zolltarif-Vcr- Handlungen im Reichstage referieren wird. Zahlreicher Besuch lvird erwartet. Die Zahlstelle des Wahlvcreins befindet sich bei Bach- mann, Lehderstraße 5. Wilmersdorf.„Warum müssen sich die Frauen am politischen und wirtschaftlichen Kampfe beteiligen?" lieber dieses höchst wichtige Thema spricht Frau Dr, Hofmaim am Dienstag, den 2S. d. M., abends 8'/z Uhr, in einer Volksversammlung in WittcS Volksgarten, Berlinerstr, 40. Zahlreicher Besuch, insbesondere der Frauen. ivird erlvartet. Zu diesem Zwecke findet Sonntag früh eine Hand» zettclverteilnng statt und ersuchen wir die Genossen, sich in dm Lokale» von Witte, Natnsch, Rndloff und Hilpert einznfindcil. lokales. Totenfest. Der„Totensonntag" ist ein Fest der evangelischen Kirche, aber es geht uns mit ihm ganz ähnlich wie mit dem Weihuachtsfest. Beide, das Totenfest und daS Weihnachtsfest, wurzeln in uralter heidnischer Ueberlieferung, und beide sind— ungeachtet der Zu- thaten, die ihnen die Kirche gegeben— Vollsbrauch geblieben bis in unsre Zeit, die ja von kirchlichem Wesen nicht mehr viel wissen mag. Daß an dem ernsten Totenfest nicht weniger zäh festgehalten wird, als an dem fröhlichen Weihnachtsfest, das ist ein schönes Zeichen der Pietät, die trotz aller gegenteiligen Behauptungen im Volke lebendig ist— auch in unsrem viel verlästerten Berlin. Totensonntag auf den Friedhöfen der Kirchengemcindcn deS vornehmen Westens— und Totensonntag ans den Friedhöfen der Kirchengemeinden des proletarischen Ostens: überall wird der Toten gedacht, und doch— welcher Kontrast thut sich hier kund! Auch hier wieder drängt sich dem Betrachter ganz von selber der schroffe Klassengegensatz auf, der durch die Acußerungen socialen Lebens hindurchgeht. Drüben der prunkende Schmuck aus mächtigen Palm- wedeln und seltenen Müsen, den der Friedhofsgärtner für schweres Geld hergerichtet hat, damit die in der Equipage vorfahrenden Herr« schaften ihr Wohlgefalle» an dem geschmackvollen Arrangement haben— hüben die schlichten Kränze aus Laub und Papierbluncen. von den Hinterbliebenen selber hinausgetragen und mit eigner Hand auf das Grab gelegt. Ueberall wird der Toten gedacht, aber auf den Friedhöfen der proletarischen Massengemeinden gedenkt man ihrer am Totensonntag vielleicht doch mit noch heißerem Weh. als drüben auf der andren Seite. Wer„Berlin am Totensonntag" recht kennen lernen will, der muß nach den Begräbnisstätten dieser Massengemeinden mit hinaus- ziehen, nach den gewaltigen Totenfeldern, die sich im Norden bei Tegel. Reinickendorf und Pankow, Niederschönhausen, im Nordosten und Osten bei Weihensee und Hohenschönhausen, im Südosten und Süden bei Nixdorf, Britz und Mariendorf ausdehnen. Nur hier bietet sich dem Auge das für den Berliner Totensonntag chara!» teristische Bild, jene unabsehbaren, endlosen Scharen dunkel ge- kleideter, mit Kränzen beladener Menschen, deren Anblick auch den Unbeteiligten ernster stimmt. Nur hier, wo der Schmerz der Hinter- bliebenen sich rücksichtslos äußert, empfindet man voll, welche Lücken der Tod reißt. Auf den Friedhöfen vornehmer Gemeinden sind die Reihen der Besucher am Totensonntag viel weniger dicht. Dort geht es auch viel gemessener zu— die Toten haben Enipfangstag, und man macht seine unvermeidliche Anstandsvijite. Teelenrettung am Sterbebette wird von den Geistlichen allet Glaubensbekenntnisse geübt, aber am besten versteht sich daraus doch immer wieder die katholische Geistlichkeit. Ein katholischer Schneider W., der dieser Tage an Lungenschwindsucht gestorben ist, hat das vor seinem Tode an sich und seiner Familie erfahren müsse». Zu den frommen Katholiken hatte der Mann nie gehört. Er hatte sogar eine Evangelische geheiratet und seine drei Kinder evangelisch taufen und dementsprechend am evangelischen Religion»- Unterricht teilnehmen lassen. Als aber sein Ende herannahte, da wünschten seine Verwandten, daß er die Sakramente erhalte. Seine Frau entschloß sich, einen katholischen Pfarrer holen zu lassen und ihm diese Bitte vorzutragen. Der Pfarrer nahm sich den Kranken, der sich bereits im letzten Stadium feiner Leiden befand, zunächst und allein vor, tonnte sich aber schwer mit ihm verständigen. Er wandte sich dann an die Frau, fragte nach ihren Kindern, ihrem Glaubensbekenntnis usw., und erklärte bald, dein Kranken die Sakramente nur reichen zu wollen, wenn die Frau verspreche, die Kinder fortan katholisch zu erziehen. Die Frau weigerte sich, aber der Pfarrer blieb unerbittlich. Er setzte denn auch nach einigem Hin und Her seinen Willen durch, reichte daraufhin den» Kranken die Sakramente und ging. Am nächsten Tage fand sich ein andrer katholischer Pfarrer ein und forderte von W. und seiner Frau das schriftliche Versprechen, daß ihre Kinder der katholischen Kirche zugeführt werden würden. Er drückte dem Manne die Jeder in die Hand, aber der stöhnte:„Das kann ich nicht! DaS kann ich nicht!" und sank erschöpst zurück. Der Pfarrer begnügte sich schließlich mit drei Kreuzen— wir schalten hier ein, daß W. in gesunden Tagen des Schreibens durchaus kundig gewesen war—, lieh dann die Frau unterschreiben sowie eine anwesende dritte Person, die als Zeuge dienen sollte, steckte befriedigt sein Papier ein und verließ das Sterbebett in dem Bewußtsein, seiner Kirche drei Seelen gewonnen zu haben. W. starb in der Nacht vom folgenden zum nächstfolgenden Tage. Der Pfarrer, der am Grabe sprach— eS war nicht der Drei Kreuze-Pfarrer, sondern derjenige, der die Sakramente gereicht hatte—. wies in seiner Predigt noch einmal darauf hin, daß das Versprechen gegeben worden sei, die Kinder katholisch zu erziehen. Wir enthalten uns jeder weiteren Bemerkung über diesen Vor- gang. Er darf dem Urteil unsrer Leser überlassen bleiben. Stur die eine Frage möchten wir hier auswerfen, wie sich diese Seelen- retter eigentlich die katholische Erziehung von Kindern denken, die nur eine evangelische Mutter haben. Oder beabsichtigt der Pfarrer. sich auch noch die Frau zu holen? Die evangelische Geistlich- keit wird ihm voraussichtlich nicht einmal die drei Kinder gönnen; denn auch sie läßt so leicht keine Seele los. Der Berliner Polizeipräsident ist nach dem„Berk. Tageblatt" Nervenleiden!) und soll deshalb von seinem Amte scheiden wollen. DaS Blatt weiß auch schon, daß Herr v. Windheim als Regienmgü- Präsident nach Frankfurt a. O. geht, wo Herr v. Pnttkamer ein Entlassungsgefuch eingereicht habe und daß der Frankfurter Auf- enthalt nur einen Durchgangsposten darstelle, da der jetzt nerven- kranke Polizeipräsident für eine größere Stellung in Berlin ans- ersehen sei. Politische Betrachtungen knüpft das Blatt nicht an die Thatsache. daß nunmehr nicht Herr Ballin, sondern Herr v.- Windheim der Mann der Zukunft ist. Heilstätten und Familienunterstittzung. Uns wird zu diesem vor kurzem von uns erörterten Thema geschrieben: In der kürzlich in, „Vorwärts" veröffentlichten Zuschrift find die Verhältnisse noch viel zu rosig geschildert worden. Soweit die Verheirateten in Bettacht kommen, sind die Mitteilungen ja richtig, jedoch erhalten die Ledigen keinen Pfennig von der Versicherungsanstalt und die Krankenkassen gewähre» auch nicht immer das sogenannte Taschengeld. Viel Dunke auch beruhigt zu haben, ging aber nicht ins Geschäft. ats Neu- Weißenfee. Der Gemeindevorsteher macht bekannt, daß wie seine Mutter mittags ihrem Manne das Essen nach der Schönhauser in den Vorjahren, so auch in diesem Jahre wegen Geltendmachung Allee brachte, verließ er die Wohnung und kehrte nicht wieder zurück. des Anspruches auf Zahlung eines Zuschusses zu den Schul Alle Nachforschungen nach seinem Verbleib waren bisher erfolglos. unterhaltungskosten gemäß§ 53 des Kommunalabgaben Der Geistestrante ist 1,65 Meter groß, hat dunkelblondes Haar und Gesetzes gegen die Stadtgemeinde Berlin vorgegangen werden einen schwarzen Voll- und Schnurrbart und trägt einen hellgrauen soll. Ans diesem Grunde ist die Feststellung der Zahl derjenigen Belerinenmantel, ein dunkles Jackett mit Weste, hellgrau gestreifte Kinder, deren Väter zwar hier wohnen, aber in Berliner Betrieben Beinkleider und einen schwarzen weichen Hut. Beschäftigung haben, von neuem erforderlich. Diese Festsetzung soll durch eine am 1. Dezember d. Js. stattfindende allgemeine Zählung erfelgen. Es wird noch besonders darauf hingewiesen, daß das Material einzig für den angegebenen Zweck Verwendung findet und die Benukung für andre Sachen, wie z. B. Steuerangelegenheiten, ganz ausgeschlossen ist. trauriger aber noch geht es den Familien, die auf Rechnung der Brandenburgischen oder Mecklenburgischen Verficherungsanstalt in der Heilstätte sind. Diese Anstalten zahlen durch weg nur die Hälfte, in seltenen Fällen zwei Drittel des von der Krankenkasse bei Eriverbsunfähigkeit zu gewährenden Krankengeldes als Unterstützung, und berücksichtigen dabei nicht, ob die Familie klein oder groß ist. Da alt fleineren Orten die Krankenkassen vielfach nur 7 M. wöchentliches Krankengeld geben, so muß eine solche Familie oft mit 31% bis 5 M. auskommen. Man kann sich vorstellen, mit welchen seelischen Qualen Verbrannt. Die 65 Jahre alte Arbeiterivitive Wilhelmine unter diesen Umständen ein Familienbater in der Heilstätte einher- Päpke geb. Sellbrandt, die bei ihrem Schwiegersohn, dem Tischler geht. Er selber wird dort für seine Verhältnisse in einem gewiffen Baumann in der Grunewaldstraße Nr. 119 wohnte, zündete vor acht Wohlstand gehalten, seine Familie dagegen ist dem Hunger preis- Tagen im Nachtkleid ein Licht an, um auszutreten. Hierbei fing gegeben. Die Anregung auf dem Tuberkulose Kongreß, bei der ihre Jacke Feuer. Bevor ihr Schwiegersohn und ihre Tochter dieses Bekämpfung der Schwindsucht nicht die Sorge um die Angehörigen mit Bettdecken ersticken konnten, war die alte Frau schon so schwer der Kranken zu vergessen, nuß weit, weit mehr als heute be- verbrannt, daß sie im Elisabethkrankenhause starb. rücksichtigt werden. Zwar sucht die Damengruppe des Heilstätten- Vereins vom Roten Kreuz manches Elend in Familien zu lindern, doch kann sie nicht entfernt allen Anforderungen genügen, abgesehen davon, daß es nicht jedes Arbeiters Sache ist, um Wohlthaten zu bitten. 4 Die Poliklinik des Herrn Geheimrat Schweninger( für innerlich Kranke) findet Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, vormittags von 8-9 Uhr, im Baracken- Auditorium der königlichen Charité statt. Behandlung unentgeltlich. " Bankow. Die Gewerbegerichtswahl findet am Dienstag statt. Die Arbeitnehmer wählen in der Zeit von 6-9 Uhr abends im Restaurant Bellevue", Pankow, Breitestr. 21a. Wählen können nur diejenigen, welche in die Wählerliste eingetragen find. Stimmzettel werden vor dem Wahllokal ausgegeben. Aus Schmargendorf schreibt man uns: Der Gemeindevorsteher hat sich eine verdiente Niederlage dadurch bereitet, daß er selbständig, Die Erzfeinde der Socialreform. Gegen die Arbeitslosen- Auf Veranlassung des Vereins für Boltshygiene, Ortsgruppe ohne Billigung der Gemeindevertretung, gegen die vom Kreisausschuß versicherung hat sich der Verband der Baugeschäfte Berlin E. V." spricht Mittwoch, den 26. November, abends 8 Uhr, ausgesprochene Ungültigkeitserklärung der Wahl des Amisparteilers Berlins und Umgegend durch folgende Resolution aus im Saale G des Architektenhauses Herr Prof. Dr. Wassermann Schmidt Berufung einlegte und nun erleben mußte, daß der Bezirksgesprochen:" Der Verband erklärt fich mangels ausreichender, ver- über:" Die Entstehung und Verhütung ansteckender Krankheiten" ausschuß zu Potsdam diese Berufung zurückwics, ohne sie einer ficherungstechnischer Grundlagen, sowie aus focialen Gründen gegen mit Projektionsbildern. Der Zutritt steht jedermann unentgelt- mündlichen Verhandlung zu würdigen. eine öffentlich- rechtliche Zwangsversicherung gegen Arbeitslosigkeit. lich frei. Der Gemeindevorsteher bestreitet die Wählbarkeit eines solchen Er protestiert besonders gegen eine weitere, die Saisongewerbe besonders hart treffende finanzielle Belastung des Arbeitgebertums Eine Ausstellung von Arbeiten und Modellen, welche von Kandidaten als Angesessenen, der kein Haus besitzt, dessen Ehefrau durch ein neues Versicherungsgefeß, gleichgültig, ob als Träger der Boeren während ihrer Gefangenschaft verfertigt worden sind, aber Hauseigentümerin ist, und hatte die für diesen Kandidaten abDie gegebenen Stimmen tassiert. Die Berufungsinstanz hat dagegen Arbeitslosenversicherung die Berufsgenossenschaft oder die Kranken- ist zur Zeit im Stadtgarten", Friedrichstr. 104, zu sehen. versicherungskasse oder die Arbeitsnachweise und Gewerkschaften ge- Ausstellung hat durch einige Weltstädte wie Wien, Amsterdam und entschieden, daß als angesessen jeder Ehemann gilt, dessen Ehefrau Dies folgt aus§ 41, dacht. sind und damit der Arbeitgeberschaft die Kosten ganz oder teil- London die Runde geinacht und dortige Blätter haben es der Mühe ein Grundstück im Gemeindegebiete besitzt. weise aufgebürdet werden sollen. Als bestes ausführbares und wert gehalten, sie nicht allein ausführlich zu beschreiben, sondern sie abs. 6 der Landgemeinde- Ordnung und wird bestätigt durch§ 50, gerechtes Mittel gegen die Arbeitslosigkeit erachtet der Verband die auch durch Illustrationen ihrer verehrlichen Leserschaft zu ver- letter Absaz". Der Gemeindevorsteher hat seiner Zeit der GeDenn der BezirksNotstandsarbeiten, die aber nicht nur einen repressiven, sondern einen anschaulichen. Die Boeren verdienen ja gewiß alle Ehren, ob es aber meindevertretung erklärt, den Instanzentveg erschöpfen zu wollen. präventiven Charakter tragen müssen." angebracht ist, auch die Produkte ihrer Langeweile als staunenswerte Ob er das thun wird, muß abgewartet werden. tischen sind Schnikarbeiten ausgebreitet, bei deren Herſtellung nach Falle, wo er nicht aus eignem Recht, sondern als ausführendes Heiligtümer zu betrachten, lassen wir dahingestellt. Auf vier langen ausschuß hat in dem Urteil Veranlassung genommen, darauf hinzulveisen, daß der Gemeindevorsteher verpflichtet ist, in diesem der Versicherung der Ausstellungs- Unternehmer einzig das Taschenmeffer in Anwendung fam. Zur Zeit als die Segelschiffahrt auf Organ der Gemeindevertretung auftritt, sich nach ihren Weisungen dem Meere noch vorherrschte und die Schiffsbesatzung noch nicht bis zu richten. Unterläßt er es, so macht er sich damit der Gemeinde und der Aufsichtsbehörde gegenüber verantwortlich". aufs Blut ausgenutzt wurde, war es ein hübscher Seemannsbrauch, auf der Reise mit primitiven Mitteln Schiffsmodelle als kleine KunstFriedrichsfelde hat zur Zeit 11 161 Einivohner gegen 10 194 werke herzustellen. Künstlerische Bedeutung kann den hier ausge im vorigen Jahre. Es entfallen auf den Friedrichsfelder Ortsteil ftellten hölzernen Ochsengespannen, Bauernhütten, Eßgeräten und 7445 und auf den Karlshorster Ortsteil 3716 Einwohner.. Seit Tieren um nicht gut zugesprochen werden; es sind einfache, zum 1899, wo der Ort insgesamt 8720 Einwohner hatte, hat die BeTeil an die Leistungen erotischer Völkerschaften erinnernde Gedulds- völkerung im Karlshorster Ortsteil um 130 Proz., im Friedrichsarbeiten, die sich nur selten zu der künstlerischen Höhe unsrer Spiel- felder Ortsteil um 19,5 Proz. zugenommen. Während in Friedrichsschachtel- Schnitzereien erheben. Sie zeigen, daß den gefangenen felde ein Neubau geradezu ein Ereignis ist, reiht sich in Karlshorst Boeren recht sehr die geistige Anregung und Unterhaltung gefehlt eine neubebaute Straße an die andre, so daß dort Wohnungen im haben muß und sind so am Ende als eine Art Wertmesser der Ueberfluß vorhanden sind. Trotzdem sind die Mietspreise dort außer= geistigen Verfassung dieses Volkes zu betrachten. Wer sich sehr für ordentlich hoch. Land und Leute in Transvaal interessiert, dem mag es auch auf die 30 Bf. Eintrittsgeld für die Besichtigung der ausgestellten Arbeiten nicht ankommen. verstehen, daß den Bauunternehmern möglichst viele öffentliche BauDer letzte Paffus der Resolution ist natürlich in dem Sinne zu arbeiten zugeschanzt werden sollen. Den Staat der Socialreform kennzeichnet es, daß er diese Unternehmergesellschaft, der jede wirklich focialreformatorische Bethätigung des Staates ein Gräuel ist, mit Hilfe aller seiner Richter, Staatsanwälte und Polizisten gegen die Ansprüche der Arbeiterschaft im Sattel zu halten fucht. Den Kampf gegen die Rabatt- Sparmarken haben die Kleingewerbetreibenden neuerdings wieder aufgenommen. Daß die Rabatt- Sparvereine, die von den Konsumgenossenschaften streng zu unterscheiden sind, für die Geschäftsleute eine Geißel bilden und auch dem Publikum ganz und gar keine Vorteile bieten, sollte allmählich bekannt geworden sein. In zwei Versammlungen haben die Interessenten an dem Kampfe über die geeigneten Maßnahmen beraten und ein Vereinsbureau in der Fehrbellinerstr. 77 zu errichten beschlossen. Ob die in früheren Jahren resultatlos verlaufene Bewegung diesmal Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Aus den Nachbarorten. 39.00 Die Kündigungsfrist für Wohnungen, die kontraktlich zumeist 3 Monate 3 Tage vor dem Umzugstermin stattfindet, ist in neueren Mietsverträgen auf 4 Monate 4 Tage festgelegt, wodurch die Herren 20 Hausagrarier, auf die Unachtsamkeit der Mieter bauend, sich vor dem Leerstehen ihrer Wohnungen zu schützen fuchen. Umzugsluftige, die zum 1. April 1903 ihre Wohnung wechseln wollen, werden gut Friedenau. In der letzten Gemeindevertreter thun, schleunigst den betreffenden Paragraphen ihres Mietsvertrages Sigung gab Herr Schöffe Fehler bekannt, daß der Amts- und nachzusehen, da sie zutreffenden Falles bis zum 26. ds. die Gemeindevorsteher Major Rönneberg sein Amt Kündigung ihrer Wohnung bewirken müssen. aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt habe. Die Ber sanumlung nahm diese Mitteilung sehr fühl auf und nur der Gemeindevertreter Lichtheim widmete dem Scheidenden einige Worte. Die Mehrheit der Bürger hofft von dem Wechsel in der leitenden Stelle das Beste für unsern Ort. Wie verschiedene von uns fritisierte Vorkommnisse beweisen, war nicht immer alles so, wie es hätte sein müssen.d " HD er og Allgemeine Familien- Sterbefaffe. Heute Bahltag Aderstr. 128 bei Dicke und Mariannenstr. 48 bei Liebehenschel von 3-6 11hr. Arbeiter Samariterkolonne( gegründet 1888). Sonntag, den 23. d. M., abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Borchardt über: Physikalische und technische Grundsäke Montag, der Unfall- Verhütung. Nachdem gemütliches Beisammensein. den 24. d. m., abends 9 Uhr, in der Filiale Brunnenstr. 41: Vortrag über Knochenbrüche, Berrentungen, Berstauchungen. Nachdem praktische Uebingen. Neue Teilnehmer werden noch aufgenommen. Im Arbeiterinnenheim Brückenstr. 8 I findet am Montag, den 24. November, abends 8 Uhr, ein Vortrag über„ Goethes Leben und Werke" statt. Barbier und Friseurgehilfen. Montag, den 24. d. M., abends 10 Uhr: Deffentliche Bersammlung Kommandantenstr. 57. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Rosenow. +90 Stationen Barometer ſtand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5°.4° 9. Stationen Barometerflat mm Windrichtung Windstärke 0 Haparanda 753 29 Wetter மக் Temp. 1. C. 1 bededt 1 bededt-0 Betersburg 766 N 757 29 2wollen!-8 Aberdeen 2wolfig 1 mollig 4wolfig 2wollen-8 3 -12 10 1 wollig-1 Cort 768 D 768 D 3wolfent 9? Paris 771 R 1beiter-2 Wetter- Prognose für Sonntag, den 23. November 1902. Trocken und vorwiegend heiter, nachts etwas fälter, am Tage mild bei schwachen südlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Trotz der Kälte. Daß die Wärmehallen am Alexanderplab gestern geöffnet worden seien, wurde von einem Blatte irrtianlich berichtet. Sie sollen erst am nächsten Montag geöffnet werden, vorausgesetzt, daß sie dann trocken sind, was auch noch nicht ganz ficher ist. Die Erneuerung, der sie unterzogen wurden, hängt mit cinem Umbau zusammen. Die Wärmehallen umfaßten bisher die Stadtbahnbogen 97, 98 und 99 an der Dirksenstraße. Jezt haben Alt- Weißensee. Die Gemeindevertretung hatte in ihrer letzten Witterungsübersicht vom 22. November 1902, morgens 8 Uhr. fie auch noch den Bogen 100 erhalten, der durch Verlegung des Sigung eine längere Geschäftsordnungs- Debatte zu erledigen. Es Arbeitsnachweises nach dem Neubau an der Gormann- und Rücker- handelte sich um einen Protest gegen die Beschlüsse der vorigen straße freigeworden war. Dafür haben sie aber die hintere Hälfte Sigung und zwar ist 1. die Einladung nicht in ortsüblicher Weise der Bogen 97 und 98 an das Landgericht I, das mit seinem Neubau bekannt gemacht worden, 2. hat die Bekanntmachung erst am Tage für Civilsachen hier angrenzt, abgeben müssen. da der Sitzung in der Weißenfeer Zeitung" gestanden, 3. hat die Bes fanntmachung nicht im Gemeinde- Aushanglasten gehangen, 4. ist kein Eine„ öffentliche" Gerichtsverhandlung fand gestern, Sonn- Protokollführer ernannt worden während der Zeit, als der Swineinde. 772 SSD abendvormittag, in der Französischenstraße ſtatt. Es handelte fich Gemeindevorsteher sein Amt an einen Schöffen abtrat, 5. mußte der Hamburg 771 SD um cinen Lokaltermin in einer Klagesache, welche schon seit 3 Jahren Antrag betreffend Gehaltsfestsetzung des Sekretärs auf der Tages- Berlin 772 GD die hiesigen Gerichte beschäftigt. Im Jahre 1899 wurde eine Dame ordnung gestanden haben. Man ging zur Tagesordnung über, Frautj./M. 770 NO vor dem Hause Französischestr. 33 von einem Radfahrer umgerannt nachdem der Gemeindevorsteher erklärt hatte, daß er den Protest München Wicu und erheblich verletzt. Die Verunglückte stellte Regreßansprüche und, dem Landrat zur Begutachtung vorlegen wolle. Unter anderm da der Radfahrer ein Verschulden seinerseits bestritt, so fanden be- wurde beschlossen, die Berlinerstraße von der Falkenberger bis reits zahlreiche Termine statt, ohne daß diese zur Klärung der Sach- zur Rennbahnstraße zu übernehmen, da die Gemeinde Neu- Weißensee Tage dienten. Das Kammergericht, welches sich schon ebenfalls mehrere aus dieser Straßenecke von der Großen Berliner" für die BeTermine hindurch mit diesem Prozeß beschäftigt, beschloß nunmehr nußung wohl etwas erhalte, aber für diese Straße nichts anwende. cinen Lofaltermin am Unfallorte abzuhalten, welcher gestern vormittag stattfand. Um 10 Uhr fanden sich Gerichtshof, Rechtsanwalte, Parteien und Zeugen vor dem dem Haupt- Telegraphenamte gegen überliegenden Unfallorte ein, woselbst dann genaue Erhebungen über den Vorgang angestellt wurden. Der Radfahrer, die Verunglückte, die Zeugen mußten nochmals eine Darstellung von dem Vorfall Opernhaus geben, die Entfernung von der Unfallstelle bis zum Bürgersteig resp. bis zum Straßenbahngeleise wurde ausgemessen und ein Plan von der Unfallstelle angefertigt. Wiewohl die Gerichtsverhandlung eine öffentliche war, mußte doch die Oeffentlichkeit ausgeschlossen werden. Es hatte sich naturgemäß eine größere Menschenmenge angesammelt, welche neugierig der Verhandlung folgie und den Gerichtshof um ringten. Drei Schußleute des zuständigen Polizeireviers mußten die Neugierigen in angemessene Entfernung von dem Verhandlungsort zurücktreiben. Der Termin dauerte circa eine halbe Stunde und wurde dann zivecs späterer Urteilsverkündigung vertagt. Wochen: Spielplan. Schauspiel haus Neues fgl. Opern Theater. Schiller: Theater O. Schiller: Theater N. Deutsches Theater Sonntag 23. Don Juan Montag 24. Tristan und Folde Kabale und Licbe Der Biberpelz Rabale u. Liebe Kabale u. Liebe Monna Banna Monna Banna Monna Banna Maria Stuart Mittags 12 11hr: Matince Im bunten Rod Der Biberpelz Nachm. Die Räuber Doktor Klaus Nachin.: Minna v. Barnb. Mouna Vanna Nachm.: Die Weber Jack Dienstag 25. Mittwoch 26. Donnerstag 27. Freitag 28. Sonnabend 29. Sonntag 30. Feuersnot Javotte König Laurin Die Näuber König Laurin Der Baffenschmied Zm bunten Der fliegende Holländer: Rod König Laurin Der Pfeifertag Das große Licht Carmen Die Hugenollen Die Ahnfrau Mignon. Der Pfarrer von Kirchfeld Kabale und Liebe Der Biberpelz Doktor Klaus Der Pfarrer von Kirchfeld Der Biberpelz Der Pfarrer von Kirchfeld Der Pfarrer von Kirchfeld Der Pfarrer von Kirchfeld Der Pfarrer von Kirchfeld Monna Banna Monna Banna Monna Banna D' Mali Leffing: Theater Berliner Theater Allt- Heidelberg Mt- Heidelberg Der Heerohme Das Theaterdorf Der Heerohme Das Käthchen et- Heidelberg von Heilbronn Kaltwaffer Das Theaterdorf Die Ehre Alt- Heidelberg leber unfre Kraft I Kleines Theater Rausch Ackermann Rausch Ackermann Adermann Rausch Adermann Ledige Leute Der Gemeine Der Gemeine Der Gemeine Rigoletto Wiener Blut Don Juan Meffandro Stradella Herren der Schöpfung Der Barbier bon Sevilla Der Gemeine Luisen: Theater Die Räuber Der Stabstrompeter Wallensteins Tod Deborah Die Näuber Hamlet Die Gloden bon Corneville Tausend Jahre deutscher Kultur Ein Fahrraddieb wurde gestern von der Kriminalpolizei in der Linienstraße festgenommen. Als dort ein Kriminalbeamter einen Trödelladen betrat, fand er den Geschäftsinhaber in Unterhandlung mit einem jungen Mann, der ein Zweirad verkaufen wollte. Dem Beamten fiel es auf, daß der Verkäufer gar keinen Preis stellen, sondern alles dem Käufer überlassen wollte. Er fragte den Man nach diesem und jenem, und da er sehr unsicher war imd sich widersprach, so nahm er ihn mit seinem Rad in Gewahrsam. Nachdem er als ein mehrfach wegen Diebstahls bestrafter Barbier May Reize festgestellt worden war, gab der Verhaftete zunächst an, daß er das Rad in Magdeburg, wo er in Stellung gewesen sei, billig gekauft habe. Da er jedoch nichts Näheres mitzuteilen wußte, so ließ er diese Ausrede bald fallen und behauptete nun, daß er das Rad auf Schall u. Rauch seiner Wanderung von Magdeburg nach Berlin in Genthin gefunden habe. Es habe vor einem Krug auf der Landstraße gestanden, und da er auch Radfahrer sei, so habe er sich hinaufgesetzt und sei nach Berlin geradelt. Ob das richtig ist, wird sich zeigen, wenn sich der Eigentümer des gestohlenen Rades bei der hiesigen Kriminalpolizei meldet. Es ist ein Rad aus der Fabrik von Naumann, Marke " Germania", mit einem Sattel der Marke Vogel". Neues Theater Theater des Westens Central Theater Urania Theater Herren der Schöpfung Das Heimchen am Herd Jack Alt- Heidelberg Nachm.: Struwelpeter von Kirchfeld Der luftige Krieg Der Allt- Heidelberg Nm.: D. Pjarrer Adermann Nachm.: Familienidyl Der Gemeine Nachm.: Die Großstabilujt Don Juan Nachm.: Undine Wallensteins Tod Nachm.: Stabstrompeter Deborah Madame Sherry Madame Sherry Madame Sherry Madame Sherry Madame Sherry Madame Sherry Madame Sherry Nachm.: Schnee- Nachm.: weigh. u. Rosenv. Boccaccio Verschwunden ist seit acht Tagen der 25 Jahre alte Comptoirdiener Franz Dumke aus der Swinemünderstr. 51. Der junge Mann arbeitete früher in der Provinz Pommern. Da es ihm dort zu schwer wurde, so nahm sein Stiefvater, Arbeiter Kohlhoff, ihn vor drei Wochen zu sich. Seitdem war er in der Stralauerstraße als Frühlingstage Frühlingstage Tausend Jahre Tausend Jahre Frühlingstage. Tausend Jahre Comptoirdiener beschäftigt. Nachdem er gestern, Sonnabend, vor an der Riviera an der Riviera deutscher Kultur deutscher Kultur an der Riviera deutscher Kultur Zaubenst. 48/49 acht Tagen im Geschäft ein sehr verstörtes Wesen gezeigt hatte, wurde er am nächsten Tage in der elterlichen Wohnung plötzlich 30. November: Zum erstenmal: Die beiden Schulen. Residenz Theater. Sonntag, den 28. November: Nathan der Weise. Montag bis Freitag: Seine Kammerzofe. Sonnabend, dent Trianon Theater. Allabendlich: Die Liebesschaufel. Sonntag, den 23. November, abends wahnsinnig und kleidete sich ganz aus. Ein Arzt, der zu Rate ge- und Sonntag, den 30. November, nachmittags: Denise. Intimes Theater. Allabendlich: Der unnatürliche Sohn. Sonntag, den 23. November: zogen wurde, glaubte, daß der Anfall bald vorübergehen werde, und Maria Magdalene. Thalia Theater. Allabendlich: Charleys Tante und Cassis Pascha. Sonntag, den 23. November: Die Ehre. Sonntag, den lien den Kranken in der Wohnung. Am nächsten Morgen schien sich 29. November, nachmittags: Nathan der Weise. 1. Wahlkreis! 4. Wahlkreis Südost. Mittwoch, den 26. November, abends 1/29 Uhr, im großen Saale der Bockbrauerei, Tempelhofer Berg: Volksversammlung. 210/11 Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Reichstags- Abgeordneten August Bebel über:" Der Staat und die herrschenden Klassen". 2. Diskussion. Recht zahlreichen Besuch erwarten Die Vertrauensleute. HII. Wahlkreis. Donnerstag, den 27. November, abends 8% Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Ausserordentliche General- Versammlung des Wahlvereins. Tages- Ordnung: 241/1 Erhöhung der Wahlvereins- Beiträge. Bericht der Kommission wegen Ausschluß eines Mitgliedes. Bereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Das Protokoll vom Münchener Parteitag wird in der Versammlung ausgegeben. Umt zahlreiches Erscheinen ersucht Achtung! Der Vorstand. Achtung! Socialdemokratischer Verein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Donnerstag, den 27. November, abends 8%, Uhr, im Alten Schützenbaufe, Linienſtr. 5: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen Baudert- Apolda: „ Die politische gegenstags Diston. 3. Witteilung von Bartek und 2. Bereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Das Protokoll des Münchener Parteitags gelangt in diefer Versammlung zur unentgeltlichen Verteilung und wird jedem Mitgliede eingehändigt, das sich mit den Beiträgen nicht über drei Monate im Rückstande befindet. Die Bücher find mitzubringen. Das Erscheinen aller Mitglieder erwartet Achtung! 245/ 20* Der Vorstand. bis Achtung! Dienstag, den 25. November, abends 8 Uhr, im Lokale Sanssouci: Volks- Verfammlung. S- 1.92261ages Ordnung H 215/5 1. Die Wandlungen in der Auffassung des Socialismus. Referent: Reichstags- Abgeordneter Genosse Eduard Bernstein. 2. Diskussion. Zu zahlreichem Besuch, insbesondere der Frauen, laden ein Die Vertrauensleute. Centralverband der Maurer etc. Zweigverein Berlin. Ortskrankenkasse der Handschuhmacher und verwandter Gewerbe zu Berlin. Sonntag, den 30. November, vormilt. 10, Uhr, bei Hirte, Elisabethkirchst. 14: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: In getrennter Versammlung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Wahl bon 13 Delegierten der Arbeitgeber, und Wahl von 25 Delegierten der Arbeitnehmer. Hierzu werden die wahlberechtigten Mitglieder und deren Arbeitgeber eingeladen und ersucht püntilich und zahlreich zu erscheinen. Der Mitglieder- Bersammlung ant schließend findet in demselben Lokal um 11, 11hr eine ordentliche General- Versammlung der Delegierten statt. Tages- Ordnung: 1. Wahl von 1 Vorstandsmitglied der Arbeitgeber. 2. Wahl von 2 Vorstandsmitgliedern der Arbeitnehmer und eine Erfahwahl. 3. Wahl von 3 Revisoren für 1903. 4. bänderung 560b Mittwoch, den 26. November, abends 8 Uhr, in Kellers Festsälen, Koppenstr. 29: Ses§ 14, 2001. 3. General- Versammlung Berlin, den 23. November 1902. Der Vorstand. J. A.: Herm, Hinz, Borsitzender, Prinzen- Allee 83. aller zum Vertragsgebiete Berlin und Umgegend gehörigen Orts- Krankenkasse Verbands- Zahlstellen. Tages- Ordnung: 01. Beratung und Beschlußfassung über die Verlängerung des Vertrages für das nächste Jahr. 2. Bekanntgabe des Resultates der legten Baukontrolle. 3. Bericht über die Sperre am Kanalisationsbau in der Kaiser Wilhelmstraße. 144/1 NB. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert ein pünktliches und vollzähliges Erscheinen aller Mitglieder. Verbandsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Eintritt. E Die Verbandsleitung. J. A.: Karl Panser. Achtung! bioluil. Achtung! Mittwoch, den 26. November, abends 7 Uhr: Oeffentliche Metallarbeiter- Versammlung im Lokale der Kronenbrauerei, Alt- Moabit 47-48. Tages Drdnung: 1. Wie die amerikanischen Jugenieure und Direktoren die deutschen Kapitalisten und Arbeiter verkaufen. 2. Diskussion. Referent: Carl Wiesenthal. 167/ 6* Da in dieser Bersammlung gezeigt werden soll, wie in der Direktion der Elektricitäts- Gesellschaft Union" mit dem Geld und den Aufträgen gewirtschaftet wird, so sind die Beamten der„ Union" hiermit besonders zu dieser Versammlung eingeladen. Zahlreiches Erscheinen der Berliner Metallarbeiter erwartet DI Der Einberufer: Carl Wiesenthal. Volksversammlung eue Freie Volksbühne. Mittwoch, den 26. November, abends 8 Uhr, bei Graumann, Nannyustr. 27. Jest Tages- Ordnung: 1. Vortrag der Frau Steinbach( Hamburg) über: Praktischen Idealismus im modernen Genossenschaftswesen". 2. Diskussion. Ilm zahlreichen Besuch bittet 2- sqq 292/ 14* Der Einberufer. 51541 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zablftelle Berlin. 12190m Dienstag, den 25. November, abends 8 Uhr: Branchen- Versammlung der Küchenmöbel- Tischler im Gewerkschaftshause( Seitenfl. Saal 7), Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: Die gegenwärtigen Verhältnisse in der Branche. Es ist Pflicht eines jeden in dieser Branche beschäftigten Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Einberufer. Branche der Korbmacher. Montag, den 24. November, abends 8% Uhr: Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Tagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen Bartel über die Handwerkskammer. 2. Neuwahl der Kommission. 3. Branchen- Angelegenheiten 4 Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Die Kommission. Modell- und Fabriktischler sowie Modell- Drechler. Mittwoch, den 26. November, abends 8% Uhr: Branchen- Versammlung Heute, Sonntag, den 23. November, abends 7 Uhr, in Fenersteins Festsälen( oberer Saal), Alte Jakobstr. 75: Ordentliche Generalversammlung. Nach derselben Recitation. Hierauf: Gefelliges Beifammenfein. amiall Für 20 Mark fertige, wer felbft Stoff hat, Anzug nach Maß mit Buthaten. Weyer, Rosenthalerstr. 6/7. Amt III 8524. ber Lackierer. vormittags' 10%, Uhr, im Restaurant Sonntag, den 30. November 1902, Schumacher, Staligerstr. 126: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Ersakwahl des Vorstandes( 1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer). 2. Wahl des Ausschusses zur Prüfung der Jahresrechnung pro 1902. ( 1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer.) 3. Berichterstattung des Delegierten über den Stand der Apothekerfrage. 4. Berschiedene Sassenangelegenheiten. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 5396 Otto Weidemann, Borsitzender. + Achtung!+ Krankenkaffen Mitglieder! Wir haben die Filiale Frankfurter Allee142 unires Maffage- Instituts nach Holzmarktstr. 19 verlegt. Sprechstunden von 4-7, Uhr. Sonntags 10-12 Haupt Institut Kleiststraße 13. Telephon- Amt VI, Nr. 3317. Carl Wolter u. Frau, Masseure. Verband der Tapezierer. " Montag, den 24. November, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer Nr. 15: Eintritt nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte. Um zahlreiches Mitglieder- Versammlung. Erscheinen ersucht Der Vorstand. Sonntag, den 30. November, nachmittags 3 Uhr, im SchillerTheater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater), Chausseestr. 25/26: 00 Minna von Barnhelm. Luftspiel in fünf Aufzügen von G. E. Lessing. Karten find in allen Zahlstellen zu haben. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht 150/17 Achtung! Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Dienstag, den 25. November 1902, abends 8 Uhr: Versammlung der Klempner im Gewerkschaftshaus, Engel- lfer 15, gr. Saal. Tages- Ordnung: 1.„ Die Zollvorlage im Reichstage." Referent: Reichstagsabg. Agster. 2. Diskussion. 3. Die Delegiertenwahlen zur Drts- Krankenkasse der Klempner. 4. Verbandsangelegenheiten. Dienstag, den 25. November 1902, abends 8%, Uhr: 167/7 Versammlung der Gold- und SilberArbeiter u. verw. Berufsgenossen im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Zages Ordnung: 1 Vortrag des Herrn Dr. Rosenthal über: ,, Die kleinsten Lebewesen". 2. Diskussion 3. Verbandsangelegenheiten. Zahlreiches Erscheinen erwartet Die Ortsverwaltung. Die Verbandsleitung. Portefeuiller! Achtung! Verband der Portefeuiller u. LedergalanterieArbeiter und Arbeiterinnen. Zablftelle Berlin. Dienstag, den 25. November 1902 ,, abends 8 1hr: Oeffentliche Versammlung in Graumanus Festsälen, Nannynstr. 27. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über:" Invaliden- und Krankenversicherung". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 109/12 Bur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. namentlich für die Heimarbeiter hat, so ist es Pflicht eines Jeden, in dieser Da dieser Vortrag ein besonderes Interesse für die Kollegen und Bersammlung zu erscheinen. Der Einberufer. Achtung, Charlottenburg! Verband der Fabrik-, Land-, Hilfsarbeiter u. Arbeiterinnen Deutschlands( Zabittelle Charlottenburg). Dienstag, den 25. November, abends 8 Uhr, im Volkshause, Rofinenstr. 3: Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Waldeck Manasse über„ Vom Wahn zur Wahrheit". 2. Diskussion. 71/2 Pflicht der gesamten Fabrikarbeiter und Arbeiterinnen Charlottenburgs ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Holzarbeiter! Baugenoffenschaft„ Freie Scholle". im Lokale des Herrn Schmidt, Gartenſtr. 13. Dienstag, den 25. November, abends 84, Uhr, bei Thiel, Tagesordnung: 1. Arbeitsnachweisfrage. 2. Branchen- Angelegenheiten. 3 Verschiedenes. Die Vertrauensleute werden ersucht, die Kollegen auf diese Versammlung besonders aufmerksam zu machen. Die Kommission. 1919 Achtung, Parkettbodenleger. Dienstag, den 25. November, abends 8 Uhr: Rigdorf, Bergstraße 151/152, großer Saal: Grosse öffentliche 19 Montag, den 1. Dezember 1902, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause. Engel- Ufer 15, Saal 2: Ausserordentliche Holzarbeiter- Verfammlung. General- Versammlung. Tages Ordnung: Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Klingner über: Das Leben ein Kampf". Erledigung der am 2 November unerledigt gebliebenen Anträge. 2 Diskussion. 91/14 128/1 Der Vorstand der Baugenossenschaft Freie Scholle". 22 Verband der Schneider u. Schneiderinnen Achtung! Weissensee. Achtung! Versammlung sämmtlicher Parkettbodenleger Verband der Schneider im Gewerkschaftshanje, Engel- Ufer 15. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Weißleder über 2. Branchen- Angelegenheiten. 3. Verschiedenes. Es wird ersucht, recht zahlreich zu erscheinen 8welerlei Recht" Der Obmann: C. Krafft. Dienstag, den 25. November, abends 8 Uhr: Branchen Versammlung der Kammarbeiter und-Arbeiterinnen bei Kienių( früher Gold), Gr. Frankfurterstr. 133. Tages- Ordnung: 1. Bortrag über den Wert des Lohntariss und des Neunstundentages. Referent: Julius Hildebrandt 2. Diskussion. Angelegenheiten. 4. Berschiedenes. 3. Verbands Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet. 91/13 Die Kommission. ( Filiale Berlin.) Dienstag, den 25. November, abends 8%, Uhr, im Lokal des Herrn Schöhler, Stromstraße 28: Bezirks- Versammlung aller Branchen für Moabit. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Ritter über:" Die rechtliche Stellung der Heimarbeit in der Socialgesetzgebung und Gewerbe- Ordnung". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Mitglieder aller Branchen dieses Bezirkes werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Nichtmitglieder als Gäste 162/19 haben Zutritt. Die Ortsverwaltung. Herren- Vortrag 5976 Mittwoch, 26 Nov., abends 1,9 Uhr, in Mathes Festsälen, Hujjitenstr. 40 und Freitag, 28.Nov., abds. 29 1hr in der Harmonie, Brunnenstr. 173. Carl Bruckhoff, Friedrichste 10, üb, Sogen. unheilb Männerleiden". Eintritt frei! Nurf Herren Montag, den 21. November, abends 8% Uhr, im neuerbauten Saal der Brauerei„ Enders", König- Chauffee: Grosse öffentliche Versammlung für Männer und Frauen. Tages- Ordnung: 5926 1. Die Bolltarijs- Verhandlungen im Reichstag. Referent: Reichstags- Abgeordneter Förster. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer. Achtung! Kürschner! Montag, den 24. November, im Lokale des Herrn Feind, Weinstraße Nr. 11: Versammlung. Tagesordnung: 1 Vortrag des Genossen Dr. Badek über Alkohol und die Arbeiter 2 Diskussion 3 Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand.[ 102/15 A. JANDORF& CO Spittelmarkt 16-17 Belle Alliance- Strasse 1-2 11680 12012 Grosse Frankfurter Strasse 113 Ecke Leipziger Str. Am Blücherplatz Ecke Andreas- Strasse Die Spielwaren- Puppen- Ausitellung. . Pf. bis M. 50 90 M. und 50 M zum Aufziehen, mit Schienen 1 ift eröffnet. ..... 48 Pl. 95 Pf. 225. 120| Puppen- Bälge aus Stoff.. St. 20, 45, 95 Pt.| Eisenbahn mit Uhrwerk... Puppen- Bälge aus Leder. St. 48, 95 Pf. 15% Eisenbahn 7 Lokomotive und 3 Wagen compl. Puppen- Köpfe Porzellan St. 25, 48, 95 P. Hochbahn mit Uhrwerk Puppen- Köpfe Celluloid St. 48, 95 P., 1% Schaffnergarnituren 45 Schaffnergarnituren... Stück 48, 95 Pf. 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Stück 150 Stück 95 Pf. Stück 48, 95 Pl. Stück Phonographen Walzen 50, 75. mit Holzkasten 775 Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 274. 19. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 23. November 1902. Weihnachtsbücher für Kinder. Aus pädagogischen Kreisen wird uns geschrieben: V Bezirksführer über das in der Sizung Vorgefallene berichten. In einem solchen rückgratlosen Wasserstiefler mit unsrer Hilfe zu einent der vorigen General- Versammlung war der Wunsch laut geworden, Mandat zu verhelfen. Ueber diese Frage aber werde zweifellos noch es folle eine Statistik über die Berufsverhältnisse der Mitglieder auf der preußische Parteitag entscheiden. Bis dahin heiße es: Zwedgestellt werden. Diesem Wunsche ist der Kassierer Fellmer nach- mäßige Vorbereitungen zu treffen, damit die Socialdemokratie ebenso Wer mit Aufmerksamkeit verfolgt, was unfren Kindern zu gekommen und teilte hierüber nun folgendes mit: Vom 1. Januar ehrenvoll aus dem Landtagswahlkampfe hervorgehen könne, wie sie Weihnachten an Büchern beschert wird, wer insbesondere Gelegenheit 1902 ab bis jetzt haben an den Wahlverein ihre Beiträge bezahlt: aus andren Wahlkämpfen hervorgegangen ist.( Lebhafter Beifall.) gehabt hat, Einblicke zu nehmen in eine Statistik über die zu diesem 4 Zuschneider, 1 Metallpreffer, 1 Martthelfer, 1 Gerüstbauer, 1 Posa- Da eine Diskussion nicht beliebt wurde, so ermahnte der Feste an Kinder geichenkten Bücher, für den ist eins llar, daß die mentier, 2 Buzer, 9 Vergolder. 2 Uhrmacher, 1 Glasschleifer, Vereinsvorsitzende Freythaler zum Schluß die Anwesenden, den meisten Eltern begüterte und nicht begüterte nicht begreifen, 2 Xylographen, 2 Lithographen, 1 Vergolder, 2 Borzellanarbeiter, gehörten Vortrag zu beherzigen, denn gerade hier im 6. Reichseine wie wichtige Sache die Auswahl eines zu schenkenden Buches 1 Schlächter, 1 Comptoirist, 1 Maschinenarbeiter, 4 Glaser, 2 Lager- tags- Wahlkreise, der mit dem 3. Landtagswahlkreise zum großen ist. Wie wäre es sonst möglich, daß die in Warenhäusern, Papier verwalter, 2 Bierfahrer, 1 Zeichner, 1 Schmelzer, 1 Bandagist, Teile identisch sei, werde der Wahlkampf zum Landtage voraussichtund ähnlichen Handlungen ausgebotenen Bücher wie warme Semmeln Eisendreher, 1 Gelbgießer, 1 Handschuhmacher, 1 Goldstider, lich ein besonders heftiger werden. abgehen! Die Schule ist bestrebt, nur litterarisch Wertvolles, nach 2 Bürstenmacher, 2 Marmorarbeiter, 1 Artist, 1 Privatdozent a. D., Zimmerer. Der Verein der Zimmerer Berlins und Umgegend ihrer Meinung das beste, an das Kind heranzubringen; aber das, was 1 Stassenbeamter, 1 Stassierer, 14 ohne Beruf, 328 Tischler, 203 nahm in seiner Versammlung am 16. November nach eingehender es außerhalb der Schule lieſt, bleibt meiſtens ohne jegliche Maurer, 74 3immerer, 90 Gastwirte, 10 Barbiere, 31 Schlosser, Begründung durch den Vorsitzenden Juppenlah eine Resolution de Kontrolle. Jugendschriftsteller und Jugendbücher- Fabrikanten fonnten darum bisher ihr sehr lohnendes Gewerbe ungestört betreiben: 10 Stuccateure, 1 Retoucheur, 1 Borzellanmaler, 47 Güriler, welche gegen das Vorgehen der Gewerkschaftskommission gegen die 10 Stuccateure, 1 Retoucheur, 1 Porzellanmaler, 47 Gürtler, dem Kartell angeschlossenen Organisationen protestiert, und ferner niemand sah ihnen auf die Finger. So erklärt es sich, daß die 205 Arbeiter, 6 Cigarrenmacher, 29 Buchbinder, 17 Bildhauer, jagt, daß man mun erst recht für die Ausbreitung der eigenen 22 Drechsler, 98 Buchdrucker, 4 Monteure, 37 Klempner, Organisation forgen werde. Alsdann hielt Genosse Reuter einen mit Achselzucken aus der Hand legt, Sammelfurien mit dick auf 49 Schuhmacher, 23 Dreher, 2 Bauarbeiter, 1 Kürschner, 32 Maler, Vortag über Geheime Gesellschaften", der beifällig aufgenommen. 2 Droschtentutscher, 59 getragenen chauvinistischen, moralischen, religiösen Tendenzen, voll füßlicher Sentimalität, nicht findlich, sondern findisch.- Häufig 11 Bäder, 1 Reisender, 14 Schriftgießer, 7 Schraubendreher, 1 Delo: wurde. Dem neu gegründeten Gesangverein der Zimmerer wurde der hört man von Eltern wie zur Entschuldigung die Entgegnung: Ja, rateur, 17 Tapezierer, 38 Hausbiener, 14 Schleifer, 1' Schnitt: Ueberschuß vom Stiftungsfest überwiesen und beschlossen, die nächste was schadet das denn? Es find ja noch Kinder! Uns, die wir doch auch arbeiter, 16 Töpfer, 2 Goldschnittmacher, 15 Metallarbeiter, Versammlung am 14. Dezember abzuhalten. folche Bücher in der Jugend gelesen haben, hat es doch auch nicht geschadet! 6 Schriftsteller, 1 Schirmmacher, 7 Manschinisten, 20 Kaufleute, besuchten öffentlichen Versammlung am 18. d. M. int„ Neuen Klub12 Rutscher, 11 Brauer. 14 Händler, 7 Dachdecker, 22 Sattler, Die Graveure und Giseleure tagten in einer von 500 Personen Gemach! Was für Unheil unter Umständen solche Schriften in moralischer Hinsicht anrichten, das geht für den, der nicht selbst Lackierer, 1 Scherer, 1 Arbeiterfekretär, 6 Lederarbeiter, 6 Klavier- haus". Reichstags- Abgeordneter Rosenow hielt einen beifällig aufbeobachtet hat, wie verderblich sie sind dem Erzieher ist es feine arbeiter, 3 Möbelpolierer, 2 Gärtner, 1 Chemigraph, 2 Liniierer, genommenen Vortrag: Der Arbeiter im Handwerk, in der Seleinfremde Thatsache aus immer wiederkehrenden Zeitungsberichten 2 Galvanisierer, 13 Metallbrüder, 7 Steinmetzen, 2 Böttcher, 5 Fräser, und Großindustrie." Die Diskussion bewegte jich im Sinne des aus immer wiederkehrenden Zeitungsberichten Beugschmied, 9 Schmiede, 13 Former, 1 Heizer, 3 Stiftenmacher, Referats. Besonders fand zwischen den anwesenden Prinzipalen, und Gerichtsverhandlungen hervor. Aber weiter! Unermeßlich ist der Schaden, den das Empfinden für dichterische Größe 6 Stereotypeure, 1 Perlmutterarbeiter, 1 Kurbelstepper, 2 Giseleure, Mitglieder des Deutschen Graveurvereins, einerseits und der Gehilfenund Schönheit erleidet. Ein Kind, das durch die Wüste öder! Stepper, 1 Bestoßer, 1 Vorrichter, 3 Silberarbeiter, 1 Stupfer- schaft, Vertreter des Centralverbandes der Graveure und Ciseleure Jugendschriften- Lektüre gehetzt ist, ist in einem späteren Alter schwerlich schmied, 2 Packer, 4 Steindruder, 1 Buchhalter, 6 Cigarren Deutschlands, andrerseits ein reger Meinungsaustausch statt. Zum einer reinen Freude an einem feinen Dichtwerk fähig, weil die der fabrikanten, 3 Redakteure, 1 Trucker, 1 Anschläger, 1 Tanzlehrer, Schluß gelangte folgende Resolution einstimmig zur Annahme: Die Empfindung fürs Schöne dienenden Organe der Seele verkümmert sind. Portier, 1 Zuleger, 1 Fliesenleger, 2 Photographen, 2 Täschner, Ausführungen des Referenten treffen auch auf unser Gewerbe durchWelche Summe von Freude, von edlem Genuß büßt der Erwachsene Arat, 1 Rechtsanwalt, 1 Gießer. 1 Kerumacher, 1 Bücherrevisor, schwinden. Die Graveure und Eiseleure haben unter der langen, teils 9, 10 3 Graveure, 2 Handlungsgehilfen, 1 Stodarbeiter, 1 Dr. phil., aus zu; auch wir fühlen immer mehr und mehr die gesicherte Zukunft dadurch ein! Es soll ja nicht behauptet werden, daß absolute Unfähigkeit zu genießen die Folge sein müsse. Aber jeder, dessen Er- 1 Krankenwärter, 4 Stellmacher, 1 Anstreicher; zufammen 1914 Mit- und mehr Stunden währenden Arbeitszeit, sowie den immer geringer ziehung in der Jugend aus irgend einem Grunde vernachlässigt glieder. Da inzwischen eine große Anzahl Neuaufnahmen statt- werdenden Löhnen erheblich zu leiden. Eine Hebung ihrer Lage worden und der dann später ernstlich bemüht gewesen ist, sich fort- gefunden haben, beträgt die Mitgliederzahl jezt ca. 2000. erwarten die Anwesenden nur, indem sie sich der Organisation, dem zubilden, wird wissen, wie viel Unwege er hat machen müssen. Der Vorsitzende gab bekannt, daß der monatliche Beitrag der Verbande der Graveure und Eiseleure Deutschlands, anschließen. Schon mancher, der sich redlich bemüht hat, ist durch Schwierigkeiten Partei für die Versicherung der Parteiangestellten von 6 auf 3 M. Endlich erklärt die Versammlung, jede Bewegung zur gesetzlichen gleich im Anfang zurückgeschredt, mancher ist auf halbem Wege 2 Stimmen damit einverstanden, daß für das kommende Jahr diefer sammlung hält es für Pflicht der Gejezgebung, auf oben angedeuteten ermäßigt ivurde. Die General- Versammlung erklärte sich gegen Festlegung des Achtstundentages energisch zu unterstützen. Die Ver erlahmt. Wer in der Jugend schon auf den richtigen Weg gebracht Beitrag bezahlt wird. Ferner forderte der Vorsitzende die Mitglieder Wege vorzugehen. wurde, der wird leichter fortkommen und weiter gelangen. Erziehung, auf, thatkräftig dafür zu sorgen, daß der Parteidruckerei Aufträge auch zum Genuß von Dichtungen, ist Gewöhnmg. Die Gastwirtsgehilfen hielten am Freitagnachmittag eine gut Wenn die Jugendlektive eine Sache von solcher Wichtigkeit fürs überwiesen werden, und, soweit es den Genoffen möglich ist, die besuchte öffentliche Versammlung ab, in der Zillmann Hamburg ganze Leben ist, wenn andrerseits aber das wirklich Gute so dünn Neue Zeit" durch Abonnement zu unterstützen. über die Bundesrats- Verordnung und ihre Gegner referierte. Der gefäet ist: wer soll das fürs Kind Geeignete auswählen? Jeder, Der focialdemokratische Wahlverein für den vierten Berliner Referent verivies darauf, daß die Bundesrats- Verordnung, auf der fich für Volkskultur intereffiert und der zugleich eine Uebersicht Reichstags- Wahlkreis( Süd- Ost) hielt am Dienstag eine Versamm welche die Gastwirtsgehilfen viele Jahre lang warten mußten, nur und ein Urteil über litterarische Erscheinungen hat. In erster Linie lung in der„ Drachenburg" vor dem Schlesischen Thor ab, in der in sehr geringem Maße ihren berechtigten Forderungen entspricht. hat ber Lehrer bie Bflicht, die Auswahl zu treffen, da dazu be- Reichstags- Abgeordneter Klees über die Entwicklung Die Wirte könnten bei einigem guten Willen die Berordnung ohne sonders auch erzieherische Kenntnisse und Erfahrungen nötig find. der Rechtsbegriffe" referierte. Der Vortrag, in dem der Referent nennenswerte Aufwendungen durchführen, statt dessen haben sie von Diefer Pflicht ist die Lehrerschaft besonders dadurch gekommen, daß im Laufe der letzten zehn Jahre, in ca. 40 Städten gehen der jeweilig herrschenden Silaffen gegenüber der arbeitenden bestimmungen völlig illusorisch zu machen. Die Wirte- Bereinigungen ca. Sabie politischen und wirtschaftlichen Zustände und namentlich das Vor- Anbeginn an kein Mittel unversucht gelassen, die minimalen SchutzDeutschlands Prüfungsausschüsse für Jugendschriften eingesetzt sind. Bevölkerung eingehend erörterte, wurde sehr beifällig aufgenommen. petitionieren fortgesetzt am Aufhebung der Verordnung, damit sie Sie bemühen fich in Schrift und Wort, die weitesten Voltskreise für Nach einer furzen Diskussion und nachdem auf die am nächsten Diens- wieder ungehindert die Ausnüßung der Arbeitskräfte betreiben die Frage der Jugendleftüre zu erwärmen. Als Frucht ihrer Arbeit nach einer und of die gewählt referieren tounen. Unter dieſen Umständen und zumal die Unternehmer verist ein soeben erschienenes Buch") anzusehen. Zu jedem Weihnachts- wird, hingewiesen worden war, erfolgte der Schluß der gut besuchten hältnismäßig viel besser als die Gehilfen organisiert sind, ist es ganz feste wird von ihnen ein Verzeichnis empfehlenswerter Jugend- Versammlung. erklärlich, daß die Schutzbestimmungen zumeist nicht innegehalten fchriften, zu dem das Hamburger die Grundlage gegeben hat, herauswerden. Obwohl im allgemeinen nicht behauptet werden könne, daß gegeben. Wer Kindern ein Buch schenken will, der benutze dies Sechster Wahlkreis. Ju der gut besuchten Versammlung des die Behörden kein Interesse für die Durchführung zeigen, so werden Berzeichnis**) als Ratgeber. socialdemokratischen Wahlvereins, die am Dienstag bei Hensel, aber doch die Nebertretungen fast immer mit einer so geringen GeldDie Jugendschriften- Ausschüsse haben aber ihre Arbeit nicht auf Invalidenstraße, abgehalten sprach Reichstags= Absumme bestraft, die feineswegs dazu angethan ist, vor weiteren Uebereine Buriiddrängung der schlechten Jugendschriften beschränkt. geordneter Fris Zubeil über:" Die preußischen Land- tretungen abzuschrecken. Leider haben in letzter Zeit auch einige Wichtiger ist ihnen die Herausgabe solcher Werte der großen tagswahlen". Nach einer gründlichen Kritik des„ elendesten Gerichte für die Gehilfen sehr ungünstige Urteile gefällt, und z. B. Litteratur, die sich nach Inhalt und Form für die Jugend aller Wahlsysteme" forderte Redner die politische Organisation das Hirschberger Gericht die Verordnung in einer Weise interpretiert, eignen, zu einem Preis, der die weiteste Verbreitung ermöglicht. auf, schon jest mit den Vorbereitungen zur nächſtjährigen Wahl zu wonach sie schließlich gänzlich belanglos wäre. Im Gegensatz hierzu Es kam dem Schreiber dieser Zeilen vor allem darauf an, die beginnen, besonders rechtzeitig müsse- vielleicht an der Hand der hat allerdings n. a. das großherzoglich Heffische Ministerium erklärt, Leser, darunter besonders die Eltern schulpflichtiger Kinder, einmal 98er Listen- mit der Aufstellung der Wahlmänner begonnen daß das Wort„ gewähren“ nur dahin ausgelegt werden darf, daß wieder anzuregen, über die Bedeutung der Jugendlektüre nach- werden. Die gesamten Wahlarbeiten seien mit ganzem Ernst und die Unternehmer doch gezwungen sind, auch wenn etwa die Gehilfen zudenken, ihr Erziehergewissen zu schärfen und sie zu veranlassen, vollem Pflichteifer zu betreiben, ganz gleichgültig, ob jemand Freund freiwillig" verzichten, die vorgeschriebenen Ruhezeiten innezuhalten. die Bestrebungen der Lehrerschaft fräftig zu unterstützen zu Nutz und oder Gegner der Wahlbeteiligung jei. Nicht mehr stehe die Zweckmäßig Der Redner verweist ferner darauf, daß ähnlich wie die BundesratsFrommen der deutschen Jugend. feitsfrage: ob Wahlbeteiligung oder nicht, zur öffentlichen Be- Verordnung so auch die Ministerial- Berordnung betreffend die ratung, sondern es gelte nunmehr den Beschluß des Mainzer Stellenvermittelung noch nicht genügend beachtet wird und die GeParteitags zur Ausführung zu bringen, so wie es sich für Social- hilfen nach wie vor in der schamlosesten Weise von den Stellendemokraten gezieme. Nur bei voller Pflichterfüllung werde es fich wucherern ausgebeutet werden. zeigen, ob die Arbeiterklasse einen Einfluß auf die Gestaltung des in der die traurigen Zustände, unter denen die Gastwirtsgehilfen Zweiter Wahlkreis. Die Fortsetzung der General- Versammlung Landtags auszuüben vermöge. Vor allemt komme es darauf an, leiden, geschildert, und ebenso wie vom Referenten zum festen Zubom 29. Oktober fand am Dienstag in Habels Brauereiausschant den Freunden dieses reaktionären Wahlrechts dasselbe indirekt sammenschluß in der Organisation aufgefordert worden war, wurde statt. Zunächst teilte der Bosikende Wolderski mit, daß in- gründlich zu verekeln, und infofern seien die bekannten Vorschläge der folgende Resolution beschlossen: zwischen mit den Parteigenossen vom 10. und 11. Bezirk Ve- Genossen Arons und Bernstein vollkommen zu billigen. Zu empfehlen " Die Versammlung erklärt, daß sie die Bundesrats- Verordnung sprechungen stattgefunden, und diese sich bereit erklärt haben, ihren sei, daß die Arbeiter von dem Recht, den Namen des zu wählenden in ihrer jezigen Gestalt durchaus nicht für geeignet hält, den be= Antrag über Aushändigung von Beitragsmarken an die Abteilungs- Wahlmannes selbst in die Lifte einzutragen, den weitgehendsten rechtigten Wünschen der Gehilfenschaft zu genügen. Sie fordert im führer in der seiner Zeit angenommenen Form zurüdzuziehen. Die Gebrauch machen. Dasselbe beziehe sich auf die Wahlmänner bei Gegenteil die Leiter der Gehilfenbewegung auf, die geeigneten Abteilungsführer, die damals in der Erregung ihre Aemter nieder- der Wahl des Abgeordneten. Es unterliege faum einem Zweifel, Schritte zu thun, weitere Schutzbestimmungen herbeizuführen. legten, haben diesen Entschluß rückgängig gemacht. Seitens des 10. daß bei strifter Durchführung der gesetzlichen Vorschriften ein Teil der das Berliner Polizeipräsidium auf die Eingabe vom März d. J., in und 11. Bezirks wurde nun der General- Versammlung folgender Wahlen überhaupt nicht zu stande kommt. Dieser Fall könne zum welcher für Berlin die Einführung der neunstündigen Ruhezeit geAntrag unterbreitet:„ Der Beschluß der General- Versammlung vom Beispiel schon in Berlin eintreten. Nach seiner Berechnung müsse hier fordert wurde, eine Antwort immer noch nicht erteilt hat, so be= 29. Oktober betreffend die Verpflichtung zur Uebergabe von Beitrags- die Zahl der Wahlmänner vom Jahre 1898 bis 1903 etiva folgender auftragen die Versammelten das Bureau der Versammlung, sich mit marien an die Abteilungsführer ist aufgehoben. Der Vorstand wird maßen steigen: im 1. Landtags- Wahlkreis mit 3 Abgeordneten von der Forderung an die höhere Instanz zu wenden. Ferner beauftragt ermächtigt, die Genossen im Süden zu beauftragen, die zur Durch 1186 auf 1362, im 2. Kreis mit 2 Abgeordneten von 1375 auf die Versammlung die Hauptverwaltung des Verbandes deutscher führung jenes Beschlusses für die dortigen Bezirke geeigneten Schritte 1573, im 3. Streis mit 2 2bgeordneten von 2342 auf 2995, und Gastroirtsgehilfen, geeignete Maßnahmen zu treffen, die Urteile der zu thun, um die materiellen Grundlagen für die eventuelle spätere im 4. Streis mit 2 Abgeordneten von 1434 auf 1663. Aehnlich schlesischen Gerichtshöfe, durch welche die Verordnung in der Hauptallgemeine Einführung zu schaffen." Dieser Antrag wurde nach ſtehe es in ciner ganzen Anzahl andrer Wahlkreise. Wie fache beseitigt wird, zur Aufhebung zu bringen bezi. cine strikte furzer Diskussion einstimmig angenommen. Eine längere Debatte für eine solche Maffe von Wahlinännern ein passendes Wahl- Fassung des Gesetzes herbeizuführen. rief ein Antrag, von Molia gestellt, hervor: Die„ General- lofal im Kreise aufzutreiben sei, das bleibe vorläufig noch ein Mit den Zuständen in der Deutschen Gasglühlicht- Export= Bersammlung möge beschließen, daß in Zukunft in den Bezirks Geheimnis der Wahlvorsteher. Doch selbst wenn sich die Lokalfrage führer- Sigungen bei Bersonenfragen die Abstimmung unterbleiben mit Ach und Strach erledigen laffe, so bleibe noch des Rätsels Lösung, Gesellschaft" beschäftigte fich eine vom Gewerkschaftskartell in Weißenfolle. Der Antragsteller führte zur Begründung aus, daß bei der wie es ermöglicht werden solle, daß 2-3000 Wahlmänner in einem fee zum 18. d. Mts. einberufene Versammlung. Annähernd 300 jetzt üblichen Handhabung bei der Beseßung von Aemtern die von den Lokal an einem einzigen Tage ihre Stimme abgeben können, be- Personen, zum größten Teil Arbeiterinnen der betreffenden Fabrik, Bezirksführern vorgeschlagenen Kandidaten schon als gewählt besonders dann, wenn auch noch Stichwahlen vorzunehmen sind. Falls den hörten den Ausführungen des Genossen Schumann zu. Aus den Austrachtet werden könnten und die Abstimmung in der General- Ber- focialdemokratischen Wahlmännern die Situation genügend flargemacht führungen des Vortragenden war zu entnehmen, daß bei einer ansammlung nur noch eine Formalität fei. Gegen den Antrag spracher wird und diese bei den Wahlen entsprechend handeln, dann dürfte manchem geftrengten und äußerst ungefunden Thätigkeit ganz miserable Löhne Scholz, Rich. Fischer und Nikolai. Es wurde dagegen angeführt, daß Reaktionär die Freude an diesem Wahlrecht doch ganz gehörig ver- gezahlt werden und daß junge Mädchen häufig faum 4-5 M. die die Bezirksführer laut General- Versammlungsbeschluß die Wahlen salzen werden, und überdies wäre Preußen mit seinem Landtags- Woche verdienen. Auch das Strafgelderunivesen steht hier in vollster vorzubesprechen und die Kandidaten festzustellen haben und daß fie Wahlrecht vor den Augen der ganzen civilisierten Welt bis auf die Blüte, und kommt es nicht selten vor, daß Arbeiterinnen bei den ge= fomit der General- Versammlung nur Vorschläge machen, aber feines- Stnochen blamiert. Soweit stimme er nun mit dem Genossen Arons ringfügigsten Anläffen mit 1 M. Strafe belegt werden. So ist es wegs über die Wahlen bestimmen. Auf Antrag von Bernhardt wurde überein; in einem Bunfte jedoch könne er dessen Meinung nicht teilen. 3. V. vorgekommen, daß einer Arbeiterin 1 M. vom Rohne abgezogen befchloffen: Die General- Versammlung geht über den Antrag Molsa Arons gebe sich nämlich der Hoffnung hin, daß das Ministerium im wurde, weil sie infolge einer Erkrankung zum Arzt gehen mußte. zur Tagesordnung über, da sie es für selbstverständlich hält, daß Berordnungswege einige der widerfinnigen Bestimmungen des Wahl. Der Referent zeigte feruer, wie ungeheuer schädlich es ist, wenn von neben den Genossen, die in der Bezirksführerkonferenz die Majorität reglements möglicherweise abändert, damit eine Erleichterung für den Arbeiterinnen, um ein paar Groschen mehr zu verdienen, Arbeit erhalten haben, auch diejenigen, die in der Minorität geblieben sind, llrwähler und Wahlmänner im fortschrittlichen Sinne eintrete. Er mit nach Hause genommen wird und dieselben nun hier bis spät in die bekannt gegeben werden." Zu der in der vorigen General- hingegen glaube, ein preußisches Ministerium werde sich hüten, auch Nacht und selbst des Sonntags angestrengt thätig sind. Es wurde den Bersammlung vertagten Angelegenheit des Genossen Ewald gab dieser nur irgend eine Erleichterung zu Gunsten der Wähler eintreten 3 ständen machtlos gegenübersteht und daß nur durch festen ZusammenAnwesenden vor Augen geführt, daß der Einzelne all diesen Uebelcine furze Erklärung ab, worauf folgender Beschluß gefaßt wurde: laffen. Wenn das Ministerium überhaupt das Recht zu derIn der Meinung, daß die Genossen Eulenstein und Zander von der artigen Verordmmgen hat, so dürfte es gar zu leicht noch fchluß in der Organisation Verbesserung möglich ist. In der lebbesten Absicht ausgegangen sind und daß der Urteilsspruch des Vor- Verschlechterungen anordnen, so z. B. fönnte es dann, ebenso haften Diskussion ergänzte Rein die Ausführungen Schumanns, standes in der damaligen Sachlage seine Begründung findet, geht die gut noch das Recht der ewähler und Wahlmänner, die Namen der worauf eine als Direttrice bei der Firma angestellte Frau SchellGeneral- Versammlung über die Angelegenheit Ewald zur Tages zu wählenden selbst in die Listen einzutragen, einfach wegverordnen. bach, sowie Herr Anders versuchten, die Einrichtungen in der Fabrit ordnung über." Ferner wurde folgender Antrag von Lewin Ebenso müsse er einer Aeußerung Eduard Bernsteins widersprechen. in möglichst rosigem Lichte hinzustellen. Rein, einige Arbeiter der sohn einstimmig angenommen:„ Wenn Bezirksführer nicht zur Diefer habe nämlich mit dem Gedanken gespielt, durch eine große Firma, fowie Schumann in seinem Schlußwort entkräfteten unter Sigung erscheinen fönnen, haben sie Helfer zu bestimmen, so daß die proletarische Straßendemonstration den Herrschenden das Gewissen großen Beifallsbezeugungen die Beschönigungsversuche der betreffenBahl der Bezirksführer besetzt ist." Diese Helfer sollen dann dem zu schärfen und auf diese Weise ein vernünftiges Landtags. den Redner und soll von gewerkschaftlicher Seite dahin gewirkt werden, Wahlrecht zu fordern. Redner fei aber überzeugt: Gerade daß die Gewerbe- Inspektion ihr Augenmert auf die in der Fabrik " Verfammlungen. wurde, V " Nach einer längeren Diskussion, " Da " Sur Jugendfchriften- Frage". Eine Sammlung von Ab- damit würde das Proletariat gewissen Areisen ben denkbar berrschenden Zustände richtet. handlungen und Kritiken, herausgegeben von den Vereinigten größten Gefallen erweisen, ohne den gewünschten Zwed zu Eine Volfsversammlung, die leider nicht stark besucht war, tagie deutschen Prüfungsausschüssen. Mit einem Anhang: 300 empfehlens- erreichen. Was nun die Frage der Wahlbündnisse anbelange, am 6. d. Mt3. bei Obst in Schöneberg. Herr Dr. Christeller sprach werte Jugendschriften nebst erläuternden Anmerkungen.( Wunderlich.) fo mehren sich die Zweifel ob es überhaupt noch an eingehend über das Thema:" Wie verschafft sich der Arbeiter und die **) In einzelnen Exemplaren gratis zu beziehen gegen Ein- gängig sei, mit einer Gesellschaft wie der freisimmigen Voltspartei Arbeiterin die Kenntnis, um bei Unglücksfallen und plöblich einsendung des Drucksachenportos von. Senger, Hamburg 22, Wahlpafte abzufchließen. Angesichts der gegenwärtigen Verräterei tretenden Erkrankungen die erste Hilfe leisten zu können?" Die Wagnerstr. 53. dieser Gruppe im Reichstage erscheine es doch sehr hohentlich, darauf folgende Diskussion gipfelte in der Hauptsache darin, daß " noch sehr viel geschehen muß, um die Arbeiter und Arbeiterinnen| flärte sich mit den gefaßten Beschlüssen des Centralvereins ein-| unfres Statuts zu empfehlen. Dieser Antrag wurde einstimmig ans durch Belehrung und Unterweisung im Samariterdienst auszubilden, verstanden. Der Tischler Genosse Kraft, der vor einigen Monaten genommen. damit Berunglückten die Wohlthat schneller und fachgemäßer Hilfe aus dem Wahlverein ausgeschieden ist, hatte sich zur Wiederaufnahme Neu aufgenommen wurden 113 neue Mitglieder. zu teil werden kann. Als mustergültig für ein segensreiches Wirken gemeldet. Die Versammlung beschloß nach eingehender Erörterung In der letzten Versammlung wurde gegen die Aufnahme des in dieser Hinsicht wurden die Einrichtungen der Arbeiter- Samariter- des Falles, Kraft nicht in den Wahlverein aufzunehmen und motivierte Maurers Stichler und des Schleifers Wegener protestiert; nach dem Kolonne" hervorgehoben, welche ihre Mitglieder in wöchentlichen, diesen Beschluß in einer Resolution mit Disciplinwidrigkeiten und Bericht des Vorsitzenden über die Verhandlung der Protestgründe an den Montagabenden in den Rokalen Dresdenerstr. 45 und Angriffen gegen die Leiter des Vereins, die Straft sich habe zu lehnte die Versammlung die Aufnahme der Betreffenden ab. Brunnenstr. 41 stattfindenden Lehrabenden theoretisch und praktisch Schulden kommen lassen. Die Versammlung beschloß, die nächst- Hierauf gab Rohr den Bericht der Generalversammlung des Central durch ärztliche Kräfte im Samariterdienst unterweisen läßt. Um jährige Maifeier in Gemeinschaft mit den Geivertschaften zu Wahlvereins. Die Versammlung erklärte sich mit den Beschlüssen diese Kurse weiteren Kreisen zugänglich zu machen, teilt der Vor- arrangieren. Desgleichen erklärte sich die Versammlung im Princip derselben einverstanden und nahm folgende Resolution an:„ Die sitzende mit, daß der Verein nicht abgeneigt wäre, bei genügendem damit einverstanden, daß in den Wintermonaten nach Ermessen des Versammlung nimmt Kenntnis von dem Bericht der GeneralZuspruch eine Filiale für die Vororte einzurichten, um den dort Vorstandes vierwöchentlich eine Berfammlung mit Vortrag einzu- versammlung des Kreises und verurteilt entschieden die Aufnahme wohnenden Mitgliedern Zeit und Kosten zu ersparen. berufen sei. von Annoncen, wie sie im Agitationskalender für die Provinz Brandenburg Plaz gefunden haben. Die Versammlung erwartet Der socialdemokratische Wahlverein Rirdorf hielt am 18. d. Mts. von der Agitationskommission für die Provinz Brandenburg, daß bei Gröpler, Bergstraße, seine regelmäßige Mitgliederversammlung in der Folge derartige Schwindelannoncen nicht mehr in dem auf dem ab. Boeste gab den Bericht über die Stadtverordneten- Wahl und Lande zu verbreitenden Agitationsmaterial aufgenommen werden. bemängelte die schwache Beteiligung besonders in der 3. Abteilung. Die Parteigenossen Nixdorfs weigern sich entschieden, diesen Kalender das Resultat sei ein für die Rigdorfer Arbeiter tief beschämendes. unter der Landbevölkerung zu verbreiten." Es sei tief traurig, daß die Arbeiterschaft selbst in Rigdorf noch nicht einsehen gelernt hat, wohin sie gehöre, und daß sie von ihrem Wahl- Reinickendorf- Oft. In der am 13. d. M. im Kastanienwäldchen in recht keinen Gebrauch mache, um gegen die Machinationen der be- Schönholz von zahlreichen Frauen und Männern gutbesuchten Volkssigenden Klasse zu protestieren. Aber auch in der 2. Klasse hätte versammlung referierte Frau Dr. Wehl über„ Zollwucher und Fleiſchdas Resultat ein besseres sein können, wenn alle Parteigenossen und not". An der Diskussion beteiligten sich die Genossen Richard, diejenigen, welche stets vorgeben, es zu sein, von ihrem Wahlrecht Schmidt und Schumacher im Sinne des Referats. Zum Schluß Gebrauch gemacht hätten. Es ist vorgekommen, daß selbst Mit- wurde folgende Resolution angenommen: Die Verfammlung glieder des Wahlvereins gegen uns gestimmt haben. Andrerseits protestiert gegen die von der Regierung geplante Erhöhung der haben wir Stimmen erhalten von Leuten, von denen wir es am Lebensmittelzölle, welche nach der Meinung der Versammlung eine wenigsten erwartet hätten. Die darauf folgende Diskussion war Verteuerung jämtlicher Nahrungsmittel zur Folge hat. Sie ist ferner eine sehr lebhafte. Ein Antrag Franke- Voltmann beauftragt den der Meinung, daß es im Interesse der Volfsernährung und Volks Vorstand, die Gründe zu untersuchen, welche maßgebend geivesen wohlfahrt eine dringende Notwendigkeit ist, die Sperrung der Grenzen feien für Mitglieder des Wahlvereins, welche fich nicht an der Wahl für Vieh unverzüglich aufzuheben. Sie erklärt sich ferner gegen beteiligt haben, von der Wahl fern zu bleiben, um diejenigen, bei jeglichen Zoll auf Lebensmittel. Sie erivartet von den socialdenen triftige Gründe nicht vorlagen, in der nächsten Mitglieder dentokratischen Reichstags- Abgeordneten, daß sie mit allen moralischen versammlung zwecks Ausschlusses aus dem Wahlverein laut§ 8 Mitteln für die Beseitigung der Zollvorlage eintreten". Der Charlottenburger Wahlverein hielt am Donnerstag im Voltshause eine öffentliche Versammlung ab, in welcher Reichstagsabgeordneter Le de bour über den gegenwärtigen Kampf gegen die Reaktion sprach. Redner kennzeichnete in wirkungsvoller Weise die durch den Zolltarif geschaffene Situation im Reichstage unter befonderer Berücksichtigung des Verhaltens der freisinnigen Volkspartei und kam zu dem Schluß, daß die socialdemokratische Taktik des äußersten Widerstandes die allein richtige sei, sowohl aus fachlichen Gründen wie auch im Interesse des parlamentarischen Systems. An der ausgedehnten Diskussion beteiligten sich fünf Redner im Sinne des Referats. Unter Vereinsangelegenheiten teilte der Stassierer mit, daß sich 26 neue Mitglieder zur Aufnahme gemeldet haben, dieselben wurden von der Versammlung bestätigt. Ferner wurden die Genossen Flemming als Schriftführer und Leder als Revisor gewählt. Zum Schluß berichtete der Kassierer Wernide über die letzte Versammlung des Kreisvereins. -Wilmersdorf. Am 19. d. Mts. tagte in Wittes Volfsgarten eine gut besuchte außerordentliche Generalversammlung des focialemokratischen Wahlvereins, in welcher die Delegierten von der Gneralversammlung des Kreises berichteten. Die Versammlung er" F.V. GRÜNFELD Leinen- und Baumwollstoffe Bettwäsche Fertige Betten -O Haus- und Küchenwäsche Taschentücher Bade- Artikel Tisch- Wäsche, Kaffee-, Thee- und Abend- Decken Handgestickte PrunkGedecke und Läufer Aufgezeichnete Artikel für Handarbeiten. Roh- Tabak E. Nauen, [ 54722* 3, Templinerstr. 3, a. d. Schwedterstr. Rohtabak Tadelloser Brand, billige Preise. Formen. Neueste Façons. Www Original- Fabrikpreise, Neue 5. 3. Fränkel, Promenade Seb. Gröbel, Brunnenstr. 181. En gros. En detail. Rohtabak 52062 Berlin NO., Max Otto, neue Rouigftr. 6. Rohtabak! Prima Java- Einlage, meist Umblatt, pro Pfund nur Mark 0,95. 44142* Karl Roland, Rottbuserstr. 3 a. Genau auf Hausnummer achten! Rohtabak. Größte Auswahl. Billigste Preise. Suter Brand! Vorzügliche Qualität. 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Drud und Verlag: Borwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 274. 19. Jahrgang. heeps 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Börsenstille. Sonntag, 23. November 1902, Von allen diesen Gründen hat nur der letzte einigen Wert, tretende Abnahme des Verbrauchs und Erports verschuldet, sondern allerdings auch nur innerhalb enger Grenzen. Erstens tamen, so nicht weniger durch die Zurückhaltung der Händler, die ihre Vorräte weit sich ersehen läßt, die großen Posten von Minenaktien, die in möglichst einzuschränken suchen, vielleicht, weil sie auf weitere PreisBerlin, den 22. November 1902. voriger Woche auf den Markt geworfen wurden, nur zum kleinen Teil ermäßigungen rechnen. Wie dem aber auch sein mag, jedenfalls ist Vom südafrikanischen Minenmarkt. Künstliche Baisse. von amerikanischer Seite, zum größeren Teil von deutscher und eng- vorerst eine Wiederbelebung des Geschäfts nicht zu erwarten, da die " Arbeiterfrage" in Transvaal. Deutscher Eisenmarkt. lischer; und zweitens ist es ganz zweifellos, daß Händler vor Beendigung der Inventurarbeiten ihre Läger kaum Eisen- und Stahlproduktion Frankreichs. es der an der südafrikanischen Minenindustrie kompletieren werden. interessierten Hochfinanz sehr leicht gewesen Die Unllarheit der amerikanischen Marktlage beeinflußte auch wäre, den Kursstürzen entgegen zu wirken Im Gegensatz zur deutschen Eisenproduktions- Statistik zeigt die wenn französische, daß in Frankreich die Eisen- und Stahlproduktion nach in vergangener Woche wieder die Haltung der großen europäischen sie nur gewollt hätte. Alle andren genannten Gründe sind aber dem Rückgange im vorigen Jahre wieder im Aufsteigen begriffen ist, Börsen, doch äußerte fich in dem Bau an der Burgstraße nichts als leere Erfindungen. Trotzdem seit Beendigung des Krieges wenn auch die erzeugten Mengen hinter der Produktion des Jahres dieser Einfluß mehr in vorsichtiger Zurüdhaltung der Spekulation, vielfach Veränderungen und Neu- Einrichtungen im Minenbetrieb 1900 immerhin noch beträgtlich zurückbleiben. Nach dem„ Echo de als in einem direkten Drud auf die Kurse. Die Neigung, stattgefunden haben, die das Ergebnis der Ausbeute beeinträchtigen, Mines et de la Métallurgie" wurden im ersten Halbjahr 1902 im zunächst abzuwarten, wie drüben das Spiel verläuft, besteht, wie es ist diese in den letzten Monaten stetig gewachsen; und ähnlich steht Vergleich zu den beiden Vorjahren produziert: scheint, selbst bei denen, welche in den Erschütterungen der New es mit dem Handelsverkehr. Nach der soeben von der Regierung Jorker Börse nur bald vorübergehende, durch Baiffe- Cliquen unter veröffentlichten Statistit betrug die Einfuhr in Transvaal in den Ausnüzung der bestehenden Geldverlegenheiten herbeigeführte ersten drei Quartalen des laufenden Jahres 7,77 Millionen Pfd. Sterl. Störungen sehen. Wie die offiziellen telegraphischen Meldungen, gegen 2,05 Pfd. Sterl. in demselben Zeitraum des Vorjahres, blieben auch die aus New Yorker Finanzkreisen stammenden privaten hat fich also beinahe vervierfach t. Selbst Beruhigungs- Depeschen unbeachtet, wurde doch bisher durch diese die sogenannte Arbeiterfrage" hat an Bedeutung verloren. Stimmungstelegraphie noch jedesmal nach einem kritischen Tag in War es in der ersten Zeit nach dem Friedensschluß thatsächlich sehr Ballstreet verkündet, die umfangreichen Liquidationsverkäufe hätten schwer, Minenarbeiter zu finden, so hat sich seitdem die Lage für mm endlich den Markt gesäubert und eine Befestigung der Tendenz die Minengesellschaften wesentlich günstiger gestaltet; denn die sei ganz sicher anzunehmen. Beendigung des Krieges hat nicht nur ein Zuströmen weißer. Arbeiter aus der Kapkolonie und Natal hervorgerufen, die, da sie die erhoffte rentable Beschäftigung nicht fanden, sich zum Teil gezwungen fahen, in den Minen Arbeit zu nehmen, sondern es hat auch die schwarze Arbeiterarmee durch arbeitslose, früher auf den garmen beschäftigte Saffern neuen Zuzug erhalten. " 1901 Tonnen 944 754 1902 Erstes Halbjahr 2 1900 1. Tonnen 1079 108 Tonnen 958 248 262 880 809 525 200 505 378 078 257 251 289 147 37 422 27 391 27 323 146 803 157 841 154 901 306 237 133 115 324 331 138 603 Frischerei- Noheisen.. Gießerei- Noheisen und Gußeisen erster Schmelzung Handels- und Façoneisen Eisenbleche. Stahlschienen Handelsstahl Stahlbleche 851 508 162 931 duktion von Gießereiroheisen und Gußeisen erster Schmelzung absieht, Wenn man von der nicht unerheblichen Verringerung der Proläßt sich für das laufende Jahr fast durchweg eine Erhöhung gegenüber den Ziffern des Vorjahres nachweisen. Auch die Gesamtfunme für fertiges Eisen läßt eine Steigerung der Produktion um betrug im ersten Halbjahr 1902: 617 835 Tonnen gegen 597 198 Tonnen annähernd 32 000 Tonnen erkennen. Die gesamte Stahlproduktion dem gleichen Zeitraum des Jahres 1901, betrug im ersten Halbjahr 1902: 617 835 Tonnen gegen 597 193 Tonnen in Jahres 1901, also rund 20 000 Zonnen mehr. 661 242 Tonnen. Jn 1900 stellte sich allerdings die Menge erzeugten Stahls auf Briefkaften der Redaktion. Tat. Jufolge diefer Zurückhaltung, zu der auch die Kursrückgänge des Londoner Minenmarktes beitrugen, hielt sich zwar der Geschäftsverkehr in den allerengsten Grenzen, doch zeigte die Börse durchweg eine gewisse Festigkeit, da es ebenso wie an spekulativer Nachfrage auch an spekulativen Abgaben fehlte. Nur in Kohlenattien fanden einigermaßen beträchtliche Umsätze statt, da die Meldungen Betrachtet man sich diese Thatsachen, bleibt nur die von der aus dem Ruhrrevier über den stärkeren Versand in den letzten Wochen, Daily Mail" vor einigen Tagen geäußerte Ansicht übrig, der man das eingetretene Frostwetter fowie die Nachricht von der Verminderung auch sonst in englischen Fachblättern begegnet, daß die Kurs der Produktionseinschränkung des Kohlensyndikats eine lebhaftere Nachfrage nach diesen Papieren wedten. Die leitenden Finanzhäuser am Rand herbeigeführt find, um etwas stürze abfichtlich durch die Praktiken der großen Werte dieses Gebietes haben denn auch meist ihren Kursstand in der englischen Regierung vor Augen zu führen, daß eine stärkere dieser Woche um einige Prozent erhöht. Schwächer hielten sich Besteuerung der Minenbetriebe diese an den Rand des Abgrundes Eifenaltien, auf die neben ungünstigen Situationsberichten das vor drängen würde und zugleich die Regierung zu zwingen, ihr abTäufige Scheitern der Verhandlungen über die Verlängerung des lehnendes Verhalten gegen die von den Minengesellschaften gestellten Siegerländer Roheisen- Syndikats drückte: abschwächende Momente, Anträge auf Einführung chinesischer Kulis aufzugeben. Denn wenn die indes durch die vom Kohlenaktienmarkt zeitiveilig auf den Hütten- es auch an Arbeitsträffen nicht fehlt, scheuen doch die Weißen vor aftienmarkt übergreifende Stimulation, durch den Bericht des Draht den untergeordnetsten Arbeiten zurück und verlangen überdies eine Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des stift- Verbandes und durch Deckungskäufe zur bevorstehenden Monats- einigermaßen ausreichende Bezahlung; die schwarzen Arbeiter aber Sonnabends von 7% bis 9% Uhr abends statt. liquidation ziemlich wieder ausgeglichen wurden. Still, doch im sind noch nicht so weit von der Kultur beledt, daß sie es als ihre ganzen fest lagen Bank- und Bahnaktien, während die drei- jittliche Pflicht betrachteten, fich zur Steigerung des Profits der Rand M. B. Reinickendorf. Wissen wir leider nicht. prozentige Reichsanleihe in der Berichtswoche wiederum beinahe gesellschaften zu Tode zu schinden. Ihre Arbeitsintensität ist eine ziemlich Westteil zeichnet sich durch wärmeres Klima und üppigere subtropische Riviera. Die Frage ist falsch gestellt. Die Gegend, besonders der 12 Prozent nachgeben mußte. mäßige. Das aber paßt den Minenfinanciers nicht; und so agitieren Begetation aus. Neben den New Yorker Vorgängen wirkte, wie schon erwähnt sie seit einiger Zeit für den Import weniger anspruchsvoller, Zwei Wettende. Wenden Sie sich schriftlich an den betreffenden wurde, die Depression des Londoner Minenmarktes ungünstig auf intensiver arbeitender chinesischer Kulis, doch ohne bisher bei der Truppenteil. Die Unternehmungsluft zuriid, und zwar umsomehr, als die Regierung auf tieferes Berständnis für ihre Ausbeutungsbedürfnisse R. S. 58. Soweit ohne mündliche Rücksprache der Sachverhalt ercigentliche Ursache des Kursfalls der Minenaktien nicht flar er zu stoßen. Jetzt soll diefer durch die künstlich erzeugte Panik die sichtlich ist: 1. und 2. Ja. 3. Nein. Tragen Sie Ihren Fall eventuell in tennbar ist. Aeußerlich erscheint die Schwäche des Minenmarktes erforderliche Dosis Nachgiebigkeit beigebracht werden; und es ist straße. Nein.A. K. in Nowawes. 1. Ja. 2. Während der Krantder juristischen Sprechstunde vor. A. S. 7. und 23. K. Gabelsberger: lediglich als natürliche Folge der Kursfälle an der Johannesburger durchaus nicht ausgeschlossen, daß das Mittel nicht seinen Zweck bei heit, nicht aber nach der Heilung, fann eine Entlassung wegen Unfähigkeit Börse, und im weiteren als des Beschlusses der Robinson- Banting Joe Chamberlain erfüllt. zur Arbeit eintreten. 3. Wenden Sie sich an den Bureaudirektor des Company, von den auf die Aftien eingezahlten 4 Pfd. Sterl. wieder Die Lage des rheinisch- westfälischen Eisenmarktes hat sich in den stenographischen Bureaus des Abgeordnetenhauses oder des Reichstages. 3 Pfd. Sterl. zurückzuzahlen: ein Beschluß, der damit motiviert wird, beiden letzten Wochen wenig berändert, mur machen sich die billigen 4. Liebknecht, Fremdwörterbuch. P. W., Buttkamerstraße. Nein. daß die gegenwärtigen Verhältnisse in Transvaal vorläufig eine Verkäufe des Halbzeug- Verbandes nach dem Auslande den Fertig- Beschwerde bei der Behörde einlegen, die Sie eingeschäzt hat. Dies scheint Keil. 1. Die Einschätzung scheint zutreffend. Eventuell müßten Sie Lohnende Verwendung des ganzen Kapitals nicht gestatten. Aber ware exportierenden Zweigen des deutschen Eisengewerbes immer diese Borkommnisse sind unbedingt nicht die wirklichen Ursachen, fühlbarer. Und nicht nur, daß zur Zeit der Absatz dieser Zweige empfehlen. 3. Dresden hat nach der Zählung von 1900: 395 349 Eindie bayrische zu sein. 2. Private Strankenfaffen vermögen wir nicht zu Denn selbst wenn man ihren Einfluß auf den Londoner Minenmarkt nach den Auslandsmärkten gehemmt wird, es wird zugleich auf Schreiber. noch so bereitwilligst anerkennt, drängt sich die Frage auf: Wodurch Kosten des deutschen Verbrauchs durch die Preispolitik des Ver- 1. Sprechen Sie in der Sprechstunde mit den auf die Teilung bezüglichen W. V. 40. Wiederholen Sie Ihre Anfrage. find denn die Kursstürze in Johannesburg bewirkt und welches sind bandes künstlich eine ausländische Konkurrenz- Industrie großgezogen, Schriftstiden vor. 2. An den Hauptmann. M. W. In 2 Jahren. die Verhältnisse, die plötzlich die Anlegung neuer Kapitalien in der die auch in Zukunft, wenn bie jezige Krise über: 99 s. S. Die junge Ehefrau fann nur innerhalb eines Jahres nach füdafrikanischen Minenindustrie als nicht mehr rentabel erscheinen wunden sein wird, noch dem deutschen Erport nach jenen vollzogener Heirat den Antrag auf zurückerstattung der Hälfte des Klebe lassen? Plausible Gründe hierfür sind aber kaum zu entdecken, was Märkten manche Schwierigkeiten bereiten dürfte. Es ist leichter, markenbetrages stellen. Mindestens 200 Marten müssen vor der Heirat natürlich nicht hindert, daß trotzdem allerlei Motivierungen durch auswärtige Abjaggebiete zu verlieren, als verloren gegangene, auf gelebt sein. Der Antrag ist an die untere Verwaltungsbehörde( in Berlin die Börsenpresse laufen. So wird z. B. behauptet, die Minenbetriebe welchen inzwischen eine einheimische Industrie entstanden ist, wieder zubringen. Ein Beispiel für solchen Antrag finden Sie S. 445, Nr, 95 an den Magistrat, Breitestr. 24 a) schriftlich zu richten oder zu Protokoll an hätten nach dem Friedensschluß durch aus nicht den Auf- zu erobern. Auf dem oberschlesischen Eisenmarkt, der bisher weit des in den öffentlichen Lesehallen ansliegenden Arbeiterrechts. schwung genommen, den man erhofft habe; der Wieder- weniger unter ungünstigen Verhältnissen litt als der rheinisch- west- 6. P. 88. Shren Wunsch lönnen Sie nur durch einen Adoptions. aufbau der Farmen und die Zunahme des Handels- fälische, mehren sich dagegen die Anzeichen, die auf weitere Abflanung vertrag erreichen. Derselbe ist gerichtlich zu schließen und von dem Amtsverkehrs feien weit hinter allen Erwartungen zurückgeblieben, und baldige verstärkte Betriebseinschränkungen gericht zu genehmigen. Möstchen 32. Züllichau- Schwiebus- Krossen die Schwierigkeit der Beschaffung von Arbeitern für die Minen hätte schließen lassen. Das Roheisengeschäft hat in den letzten Wochen wird zur Zeit durch das Mitglied der Freifinnigeg Vereinigung, Fahle, im ſich vermehrt, die amerikanischen Kapitalisten hätten vor Beendigung merklich abgenommen, und bei dem Walzenwerkverband find die Anti- Reichstage vertreten. Die Abstimmungen der Abgeordneten der Proving Brandenburg werden in der" Fackel" veröffentlicht. des Transvaalkrieges in Erwartung eines Booms" große Käufe von träge mehr und mehr zusammengeschrumpft, wenn es auch vorerst noch 1. und 2. leber Reiseverhältnisse erhalten Sie die beste AusMinenaktien vorgenommen, die nun infolge des amerikanischen Geld- an Beschäftigung nicht mangelt. Allem Anschein nach ist diefer funft auf der amtlichen Auskunftsstelle( Bahnhof Alexanderplatz und mangels wieder abgestoßen würden usw. Rückgang nicht allein durch die fast regelmäßig zum Winter ein- Anhalter Bahnhof). 3. Das wäre unchrlich, aber in der Regel nicht strafbar. Für den Zuhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, 23. November Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Don Juan. Montag: Tristan und Isolde. Schauspielhaus. König Laurin. Montag: Die Räuber, Neues Opern Theater.( Kroll.) Mignon. Montag: Geſchloſſen. Deutsches. Monna Banna. Montag: Dieselbe Vorstellung. Berliner. Mt- Heidelberg. Montag: Diefelbe Vorstellung. Central. Die Gloden von Corneville. Montag: Madame Sherry. Leifing. Der Heerohme. Montag: Das Theaterdorf. Neues. Ledige Leute. Montag: Herren der Schöpfung, Residenz. Nathan der Weise. Montag: Seine Kammerzofe. Westen. Rigoletto. Montag: Das Heimchen am Herd. Thalia. Die Ehre. Montag: Charleys Tante. Caffis Pafcha. Anfang 8 Uhr: Schiller. O.( Wallner Theater.) Der Pfarrer von Stirchfeld. Montag: Der Biberpelz. Schiller. N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Kabale und Riebe. Montag: Doktor Klaus. Palast. Goldene Jugend. Speciali täten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Trianon. Denise. Montag: Die Liebesschaukel.( La Bascule.) Wintergarten. Specialitäten. Baffage Theater. wohner. G. 9. 100. Urania. Stadt. Theater. Carl Weiss- Theater. Cirkus Busch. Taubenstrasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Tausend Jahre Specialitäten. Tausend Vaffage- Vanoptikum.Specialitäten. Steidl. Specialitäten. deutscher Kultur. Neichshallen. Stettiner Sänger. Montag: Frühlingstage an der Riviera. Urania. Taubenstr. 48/49. Tausend Jahre deutscher Kultur. Montag: Frühlingstage an der Riviera. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Invalidenstraße 57/62. Täglich: Um 8 Uhr: Einzelbilder aus dem Einzelbilder aus dem Reich der Sterne. Reich der Sterne. Central- Theater CASTANS Sonntag, 23. Nov., Anfang 7%, Uhr: Die Glocken von Corneville. Romantisch- fomische Operette in 3 Atten von Blanquette, in erster Besthung. Montag und folgende Tage, 74, Uhr: Madame Sherry. Thalia- Theater. Dresdenerstrasse 72-73. Einmaliges Ensemble- Gastspiel des Lessing Theaters: Die Ehre. Schaube in 4 Aufzügen Panoptikum Friedrichstrasse 165. Neu! das jüngste Wunder Afrikas eine schneeweisse Negerin von der Goldküste, 20 Jahre alt, weisse Haut, weisses Haar, hellgraue Augen, ein anthrop. Phänomen!! Neben der weissen d.schwarze Schwester: Beide von schwarzen Eltern!! von. Sudermann. Residenz- Theater. Anfang 7 Uhr. Montag: 8um 488. Male: Charleys Tante. Vorher: Cassis Pascha. Trianon- Theater. Georgenstrasse, Belle- Alliance- Theater. Der Müller zwischen Friedrich- u. Universitätsstr. und sein Kind. Montag: Anno 48. Wilhelm. Deborah. Carl Weth. Jlje Römer. Montag: Dieselbe Vorstellung. Luisen. Die Räuber. Montag: Der Stabstrompeter. Casino. Ein Sohn des Bolkes. Montag: Dieselbe Borstellung. Metropol. Mein Leopold. Montag: Berlin bleibt Berlin. Apollo. Naliris Hochzeit. Montag: Dieselbe Borstellung. Buntes Theater, Arbeiterfeiertag. Albert Reinert. Lore.. Denise. Schauspiel in 4 Akten von A. Damas- Sohn. Anfang 8 Uhr. Montag: Die Liebesschaukel. Sonntag und folgende Tage: Seine Kammerzofe. ( Nelly Rozier.) Schwant in drei Aften von Bilhand und Hennequin. Luisen- Theater. Reichenbergerstraße 34. Die Räuber. Anfang 8 Uhr. Die Kaffe ist von Buntes Theater 10 Uhr vormittags an ununterbrochen ( Ueberbrett'l.) Kopniderstraße 68. Anfang 8 1hr. Arbeiterfeiertag. Albert Neinert. Lore. Bunter Teil: Leitung: Fritz Lehner. Marcell Montag: Dieselbe Borstellung. Salzer. Kleines. Rausch. Montag: Adermann. Emil Justitz. Charlotte Marga. Elly Ricoarda. Hans Fredy. geöffnet. Morgen: Der Etabstrompeter. Wilhelm- Theater. Friedrich- Strasse 236. Deborah. Staffeneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 1hr. 47-49. Der Goldbaner. Bolts- Schauspiel in 4 Aften von Charl. Birch- Pfeiffer. Anfang des Konzerts 5 Uhr, der Vorstellung 6 Uhr. Große Ilse Römer. Romantisches Schauspiel in 3 Aften ( 6 Bildern) von Ernst Ritterfeldt. Anfang 8 Uhr. Morgen und folgende Tage: Ilse Römer. Sonntag, den 23. November 1902, nur eine Vorstellung, abends 7, Uhr: Die Dahomey. Elefanten Jagd im Urwald. Passage- Theater. Belle- Alliance- Theater. Casino- Theater. Heute Anfang 6 Uhr, Ende 11 Uhr. Georg Kaiser vom Apollo- Theater in Berlin in seinem Repertoire. Agoston Der Todessprung des Hundes. 14 erstklassige Nummern. 3 Münchener Ensemble Gastspiel Heute Sonntag, 23., abends 8 Uhr: Lothringer- Straße 37. 8 Uhr: Chambre garnie. Der Müller und sein Kind. 8, uhe: Die brill. Specialitäten. Volksdrama in fünf Aufzügen von Ernst Raupach. Montag und folgende Tage, abends 8 Uhr: Anuo 48. Sanssouci Donnerstag, Sonntag, Montag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger Heute: Einmalige MitKleines Theater wirtung bes Berl. Schan ( Schall und Rauch) Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Rausch. Tragikomödie in 4 Akten von August Strindberg. Morgen: Ackermann. Metropol- Theater. Heute Toten- Sonntag Einmalige Aufführung: Mein Leopold. Volksstück in 3 Akten von Adolf L'Arronge. Weigelt: Emil Thomas a. G. Anfang 18 Uhr. Montag u. die folgenden Tage Berlin bleibt Berlin. In Vorbereitung: Die zwölf frauen des Japhet. spiel- Vereins 1889: Der Pfarrer von Kirchfeld. Schauspiel in 5 Aften v. Anzengruber. 92 Uhr: Bis jetzt täglich ausverkauft Ein Sohn des Volkes. Wochentags 8, Sonntags 7%, Uhr. Charivari- Theater. Alte Jakobstr. 37. Sonntag, den 23. November 1902: Große Extra- Vorstellung. Auftreten berühmter Stünstler. Die letzte Fahrt. Bolfsstück in 3 Bildern. Preise der Plätze: Loge 1,50. Parkett 1 M. Anfang 8 Uhr. Kasseneröffn. 1/7 Uhr. Borverkauf v. 10-1 Uhr an der Theaterkaffe. Alles Nähere die Säulen. Gratweils Bierhallen Deutsche Konzerthallen Theater u. Variété Kommandantenstraße 77/79. Spandauer Brücke 3 TheaterTäglich: Gr. Vorstellung. und SpecialitätenVorstellung. Das grosse amüsante We Wochentags: November- Programm. nice frei Nur allererste Kunstkräfte. Anfang der Borstellung 7 Uhr. Jed. Sonnabend, Sonntag u. Mittwoch nach der Vorstellung: TANZ. 5 5 KünstlerKapellen Special- Ausschank der Berliner Bockbrauerei. W. Noack Theater. Königstadt- Casino. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Der Dornenweg. Anfang 7 Nhr. Entree 30 Pf. Montag: Der Dornenweg. Dienstag: Ein alter Geiger. Holzmarktst. 72, Ecke Alexanderst. Täglich erstfl. Specialitäten- Vorstellung. Jed. Mittwoch, Sonnabd. und Sonntag Tanzkränzchen. Anf. Wochent. 8, Sonntags 6 Uhr. WITHER ENTER Letzte Woche des mit so grossem Beifall aufgenommenen Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Ballner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilhelm Sonntagabend 8 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Boltsstüd mit Gesang in 5 Aften von Ludwig Anzengruber. Montagabend 8 Uhr: Der Biberpelz. Dienstagabend 8 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. städtisches Theater). Sonntagabend 8 Uhr: Kabale und Liebe. Ein bürgerliches Trauerspiel in 5 Atten von Friedrich Schiller. Montagabend 8 Uhr: Doktor Klaus. Dienstagabend 8 Uhr: Der Biberpelz. November- Freie Volksbühne. Programms. Apollo- Theater. Konzert des Berl. Tonkünstler- Orchesters unter Mitwirkung der berühmten französischen Sängerin Carmen Faur. Kasseneröffnung 5%, Uhr. Anfang des Konzerts 7 Uhr. Montag und folgende Tage: Nakiri's Hochzeit Palast- Theater Sonntag, den 23. November, 7 Uhr: Einmalige Aufführung! Preciosa. Schauspiel mit Gesang in 4 Aften von P. A. Wolff. Musik von C. M. v. Weber. Preise der Pläte wie gewöhnlich. Entree 50 93f. Morgen und folgende Tage: Goldene Jugend. Gr. Ausstattungs- Burleske mit Gesang und Tanz von W. Geride. Ren: ier Fiebig Dir. R. Winkler. Hierzu die glänzend. Specialitäten. Anfang 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Bf. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Tagestaffe 11-12 Uhr. ( Mehfel, Pietro, Britton, MarSteidl, Krone, Böhme, Böde mann, Blättner 2c.) Cirkus Schumann Sonntag, den 23. November, abends 7, Uhr Ausserordentliche grosse Vorstellung. Eine Fortsetzung der beliebtesten und populärsten Pantomime, Scenen aus: die Heidelberger. Ausserdem Riesenprogramm. Neuer Sport: Doppel- JonglierAkt zu Pferde von Geschw. Hodgini. Truppe Alonso Bracce, Spanier, die besten Spring- Künstler der Gegenwart. 3 Jockeys. 3 Brothers Eldreds. Trio Rossi. Direktor Alb. Schumanns Monstre- Dressuren. SteidlDrantenburg. Thor Theater an der Friedrichstr. Täglich 8 Uhr. Sonnt. 7 Uhr. Steidl= Sänger. Täglich wechselndes Programm. Dienstag, Donnerstag, Sonntag im Festsaal: Canzkränzchen. Dr. Schünemann, Specialarzt für Haut, Harn- und Frauenleiden, Seydelstr. 9. 12-13, 16-18, Sonnt. 9-11. PrinzenDr. Simmel, Str. 41. Specialarzt für[ 45/ 17* Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Bruchpresskohlen. Halbsteine, Salonbriketts, Hau flöte, sowie sämtliche Brennmate= rialien. Billige Sommerpreise. Urbauftr. 171. Carl Schulz, tan- Ufer 20. Achtung! Laut Generalversammlungs- Beschluss vom 29. Oktober in, Sanssouci" wird für die obligatorische Abgabe des Bühnenheftes an alle Mitglieder in den Zahlstellen sowie für dle unentgeltliche Aufbewahrung der Garderobe ein Beitragszuschuss von 15 Pfennig a Person erhoben. Der Vorstand setzte eine Karrenzzeit von drei Monaten bis zur Einführung der erhöhten Beitragszahlung fest. Von der zweiten Hälfte des Spieljahres ab, der 6. Serie der Vorstellungen( der Februar- Serie, die vom 18. Januar bis 1. März 1903 läuft), gelangen die neuen Marken a 80 Pfennig zur Ausgabe. Das Eintrittsgeld beträgt gleichfalls 80 Pfennig. Im Monat August werden nach wie vor nur 65 Pf. erhoben. Die Mitglieder werden dringend gebeten, darauf zu achten, dass vom genannten Termin ab ihre Karten mit den neuen Beitragsmarken versehen sind. Die 4. Serie im Lessing- Theater beginnt am 30. November. Zur Aufführung gelangt: Der Tartüff. Lustspiel in 5 Aufzügen von Molière. In deutscher Bearbeitung von Ludwig Fulda. Sonnabend, den 6. Dezember, im Gewerkschaftshause: Ordner- Sitzung. Eisbahn Sportplatz Friedrichshain ( am Friedrichshain, Bötzow- Strasse). 230/14 Grösste Eisbahn Berlins Täglich: Konzert. 30 000 Quadratmeter gross. Berg und Thal- Bahn. Elektrisch. Licht.- Eintritt: Erwachsene 30 Pf., Kinder 20 PI. Gebr. Köhler. Teue Welt Arnold Scholz. Hasenhaide 108-114. 000000000 Achtung! Achtung! Gebr. Cranz' Festsäle Köslinerstrasse 8. Köslinerstrasse 8. Wir empfehlen den geehrten Vereinen und Gewerkschaften unsre gänzlich renovierten und hochelegant ausgestatteten Prachtsäle mit neuer Theaterbühne, 300 bis 1200 Personen fassend, zu allen Festlichkeiten und Versammlungen. Es find noch einige Sonnabende im Januar, Februar und März zu vergeben, desgleichen sind noch der 1. und 2. Weihnachtsfeiertag zu Matineen frei. 54832* Hochachtungsvoll Gebr. Cranz. unter ganz coulanten Bedingungen. Jeden Sonntag, Montag, Dienstag, Donnerstag: Tanz. 55952* Berliner Ressource, Konsumgenossenschaft von Adlershof u. Umgegend Montag, d. 8. Dezember 1902, abends 8 Uhr, in A. Lau's Gesellschaftshaus, Adlershof, Bismardstraße: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Geschäftsbericht des Vorstandes für das Geschäftsjahr 1902. 2. Bericht F. Scholz' Festsäle, Große Frankfurterstraße 74, empfiehlt 1. und 2. Weihnachts- Feiertag zu Matineen. Außerdem des Aufsichtsrats und Verlesung des empfehle meine Säle wochentags zu Festlichkeiten und Bersammlungen nehmigung der Bilanz und EntBerichts des Verbandsrevisors. 3. Gelastung des Vorstandes. 4. Berteilung des Reingewinnes. 5. Neuwahlen und Ergänzungswahlen des Aufsichtsrats und des Vorstandes. 6. Anträge: Anträge der Verwaltung: 1) Der Fonds für alt und invalid gewordenes Personal wird aufgehoben und dem Reservefonds zugeführt; 2) Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten pro Mitglied und Sigung 30 Pf. Ent schädigung; 3) Aufnahme von Darlehen bis zur Höhe von 3000 Mark. Mitgliedsbuch oder Legitimations128/10 farte legitimiert. Kommandanten- Strasse 57. 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November 1902, General- Versammlung bormittags 9 Uhr: der Delegierten im Lokale von Günzel, Rosenthaler. ftraße 57, parterre. Tagesordnung: 1. Ersazwahl des J. Wand, Prinzenftraße 17, Borstandes( drei Arbeitgeber und zwei an der Wasserthorstraße. Schweizer Garten. Bitte auf Hausnummer zu achten! AmKönigsthor. Haltestelle d. Ringbahn. Am Friedrichshain. Jeden Sonntag im grossen Saale: Ball bei verstärktem Orchester. Anfang 4%, Uhr. Ende 2 Uhr. An Wochentagen ist der Saal mit Bühne an Vereine zu vergeben.[ 52812* Alhambra Wallnertheater- Str. 15. Jeden Sonntag und Dienstag: Großer Extra Ball bei doppelt bejeztem großen Orchester. Anfang 5 Uhr.[ 52212*] A. Zameitat. Königsbank Gr. Frankfurterstr. 117 Inhaber: Fritz Walter. Jeden Montag u. Donnerstag: Humoristische Soireen der beliebten Original- Norddeutschen Sänger. Nach der Vorstellung: Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Es ladet freundlichst ein Der neue Riefensaal, 4500 Personen fassend, steht den geehrten Verbänden, Vereinen und Innungen zu Ausstellungs- Tanzkränzchen. zwecken und Festlichkeiten vom 1. März 1903 an zur Ver- Borstellung 8%, Uhr.- Entree frei. fügung; fleinere Säle schon von jetzt ab. Bestellungen werden hier, sowie im Comptoir der Germania Prachtfäle", Chauffeestraße 103, entgegengenommen. " 56112* Wo amüsiert man sich grossartig? In Schnegelsbergs Festsälen Inhaber: Max Schindler Hasenheide 21 und Jahnstrasse 8. Heute: Grofser Ball verbunden mit Cigarren, Bonbon- Negen und diversen Ueberraschungen. Entree: Mittwochs frei, Sonntags 15 Pf. Zaglia: Specialitäten- Vorstellung. Entree frei. 52022* Max Schindler. Berliner Bock- Brauerei Tempelhofer Berg. Jeden Sonntag: Fidicinstraße 2/3. Przywarski- Konzert. ( Kapelle d. Königin Augusta Garde- Grenadier- Reg. Nr. 4 in Uniform.) Anfang 5 Uhr. 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November, nachmittags 4 Uhr, starb nach Furzem Strantenlager unser braver Kollege, der Schriftfeher Hermann Wede. Sein Andenken werden in Ehren halten Die Kollegen der Nordd. Buchdruckerei. Die Beerdigung findet am Sonntag, 23. November, nachm. 4 Uhr, auf dem Nikolai- Kirchhof, Prenz lauer Allee 7, statt. 6036 Typographia. Den verehrlichen Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unser langjähriges trenes Mitglied, Kollege Merm. Wede am 21. November nach furzem Stran enlager verschieden ist. Chre seinem Andenken! Der Vorstand. Beerdigung siehe vorstehend. Die Sänger werden ersucht, pünktlich und vollzähig zu er scheinen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Axel Christensen am 20. November pläßlich ver storben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 23. November, nachmittags 3 Uhr von der Leichenhalle des Rigdorfer Kirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 91/12 Die Ortsverwaltung Orts- Krankenkaffe ber Sattler und verwandten Gewerbe. Mittwoch, den 19. November, verstarb unser Mitglied, der Sattler Emil Loewe. Die Beerdigung findet am Sonn tag, den 23. November, nachmittags 2, hr, vom Trauerhause Straßburgerftr. 32 II aus, nach dem Kirchhofe der Bartholomäus- Gemeinde in der Falkenbergstraße zu Weißensee statt. 277/15 S. 2.: G. Assmann. Todes Anzeige. Am Donnerstag, den 20. d. M., starb nach langer, schwerer Krantheit meine liebe Frau Auguste Kölling geb. Träger im 41. Lebensjahre. Dies zeigt tiefbetrübt an 6266 Der hinterbliebene Ehegatte' Albert Kölling. Die Beerdigung findet am Sonn tag, 23. d. M., nachm. 1 Uhr, von der Halle des Central- Friedhofs in Friedrichsfelde aus statt. Deutsche Metallarbeit.- Gewerksch. ( Verwaltungsstelle Berlin.) Am Donnerstag, den 20. November, starb an der Proletarier frankheit unser Mitglied, der Metalldreher 280/14 Otto Zwanzig im 29. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! 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Drud und Verlag: Vorwärts Buchdruderei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 27. 19. 5. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 23. November 1902, Jahrgang. Verfammlungen. T der Kreiskonferenz erstattete Liesegang und bedauerte dabei, daß die Konferenz bei der Beurteilung der Annoncen im Märkischen Landboten" auf halbem Wege stehen geblieben sei. Die Versammlung erklärte sich mit den Delegierten einverstanden. Der Antrag des Borstandes auf Erhöhung der Monatsbeiträge von 20 auf 25 ¥ f. ipurde gegen wenige Stimmen zum Beschluß erhoben und fritt mit Partitur zur Beurteilung überibiefen werden, um sich dann zu entschließen. Durch einen Antrag wurde aber bestimmt, dieses Lied in Der Arbeiter Sängerbund hielt am 9. November in der der nächsten Ausschußsizung so auszugeben, wie es bisher geschehen ist. Brauerei Friedrichshain eine Ausschußfißung ab. Die Vereine " Zukunft"," Walküre" und" Glode II" wurden in den Der socialdemokratische Wahlverein für Schöneberg hielt am Bund aufgenommen. Ein Antrag, die Uebungsstunden des 18. d. M. seine Mitgliederversammlung in Obsts Festsälen ab. Bundes vierzehn Tage vorher bekannt zu geben, wurde abgelehnt. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrte man das Andenken des ver- dem 1. Januar in Wirksamkeit. Darauf hielt Ebenfalls abgelehnt wurde der Antrag: Neueintretenden Vereinen storbenen Genossen Butry in der üblichen Weise. Der Wahlverein für Reinickendorf hielt am 18. November eine einen gefanglichen Gruß zu bringen. Gewünscht wurde von einem Förster- Hamburg einen Vortrag über Zoll- und Handelspolitik und außerordentliche Generalversammlung bei Muster ab. Die Er Bertreter, daß zum diesjährigen Stiftungsfest nur Bundeslieder die Aussichten der Zollvorlage. Sodann berichteten die Delegierten höhung des monatlichen Beitrags auf 25 Pf. vom 1. Januar 1903 vorgetragen werden sollten, um von dem Rezensenten zu hören, wie von der Generalversammlung des Central- Wahlvereins. Ohne ab wurde angenommen, ebenso wurde beschlossen, 9 Eremplare des diese Lieder die Vereine singen. Dem wurde aber widersprochen, Diskussion wurde der Bericht gutgeheißen. Zum Schluß erfolgten Parteiprogramms den 3 Bibliotheken für Often, Westen und indem es diesmal so bleiben soll, wie es angenommen worden ist, da 39 Neuaufnahmen. Wilhelmsruh einzuverleiben. Die Genossen, welche Parteies ja doch in erster Linie darauf ankommt, wie die Vereine ihre Lichtenberg. Eine außerordentliche Generalversammlung hielt programme käuflich wünschen, werden gebeten, dieselben bei den Lieder vorführen. Von einem neuen Liede, welches schwierig ist der socialdemokratische Wahlverein am 18. d. M. ab. Genosse Vorständen oder Bezirksführern zu bestellen. und für größere Chöre sich gut eignet, sollte jedem Verein eine Kaliski sprach über" Preußens Kosatendienste". Den Bericht von An Stelle des Genossen Mez wurde als Revisor Thal gewählt. M. Schneider& Cie. Spittel- Markt No. 11 SPECIAL- KAUFHAUS Ecke Kur- Strasse für schwarze und farbige Kleiderstoffe, Seidenstoffe, Leinen- und Baumwollwaren, fertige Wäsche, Tricotagen, Unterröcke, Schürzen, Korsetts, Gardinen, Portieren, Teppiche, Läufer, Tisch-, Stepp-, Schlaf- und Bettdecken. Da unsere Ausnahme- Reste- Tage sehen wir uns veranlasst, unseren effektiv enorm billigen bei unserer werthen Kundschaft sehr viel Anklang gefunden haben, Ausnahme- Reste- Verkauf der zu Weihnachtseinkäufen wirkliche Vortheile bietet, um 8 Tage zu verlängern, und gewähren wir auf sämmtliche schon unter Preis ausgezeichneten Reste jeder Art noch Richtig grosse weisse Damenhemden aus gutem Hemdentuch von Mark 1.an. Warme extra 20% Rabatt. Hausblusen von M. an. Hermann Engel Landsberger- Strasse 86-87. Potsdamer- Strasse 108. Reinickendorfer- Strasse 8a. Ausserordentlich billige Einkaufsgelegenheit. 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