Ur. 279. Abonnements- Bedingungen: 0 Abonnements Preis pränumerandos Vierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsBreisliste für 1902 unter Nr. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Erscheint glich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 19. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Big. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 fg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Abreffe: Berialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sturm! Sonnabend, den 29. November 1902. " Expedition: SI. 68, Lindenstrasse 69. Ferusprecher: Amt IV, Nr. 1984. und in der Mitte zu lärmen. Aber er erzwingt sich Gehör und kratischen Abgeordneten würdelofes Betragen" vor und erbringt würdig erklärt er, daß unsre Partei entschlossen sei, einen solchen gleichzeitig den Beweis ihrer Würde, indem sie unsre Genoffen Berleumder nicht reden zu laffen. als„ Straßen- Rowdies" und Nadaubrüder" ausspricht. Wie immer, Bachem versucht eine Antwort. Ihn treibt offenbar eine wenn fie außer Stand und Band gerät, offenbart fie ihre schönsten Bis gegen sechs Uhr verlief am Freitag die Geschäftsordnungs innere Notwendigkeit, den Schimpf zu gipfeln. Er hätte Singer Gefühle. Sie fpricht von einer Judenschule", von Abgeordneten, Debatte des Reichstages über den Gewaltantrag der konfervativen, ja nach der Sitzung unter vier Augen Aufklärung geben können. Die nach orientalischer Sitte mit de Händ' und Füß" reden. Bu reichsparteilichen, fleritalen und nationalliberalen Zollbriganten in Aber da man ihn so behandelt habe, verweigere er solche Auskunft. einer Straßenteilerei" sei es nur deshalb nicht gekommen, weil verhältnismäßiger Ruhe. Zwar wenn die Juristen des Staatsstreichs, Wie ein Peitschenhieb faust Singers Antwort: Nach den Er- die Juden solchen Kraftproben durchaus abgeneigt sind". Und das wie der dreifach geölte nationalliberale Advokat Bassermann, fahrungen, die wir mit Herrn Dr. Bachem gemacht, habe ich keine fie fchon im wienerisch- chriftlicjocialen Fahrivaffer ist, erzählt fie die Tribüne bestiegen, um mit ekelhafter komödiantischer Heuchelei Veranlassung, mit ihm unter vier Augen zu verhandeln." ihren Lesern, der Abgeordnete Ulrich fei betrunken gewesen. wider besseres Wissen und gegen ihre Ueberzeugung die Recht- Die Mehrheitsparteien schreden ansammen. Der Peitschenhieb Ließe sich nicht die schöne Wiener Geschichte von den Prostituierten, mäßigkeit des Umsturzes zu erhärten jedes Bort eine hat sie mitgetroffen. bie für die Socialdemokraten Stimmenfang treiben, für reichsdeutsche Strangulationsmarke an Logit und Wahrheit hinterlassend dann Herr Lenzmann von der Freifinnigen Vol.spartei redet dann Verhältnisse adoptieren? flammte die Empörung auf der Linten heiß auf, aber es gelang noch gegen die Zulässigkeit des Antrags Kardorff. Seine Rede bringt Das blödsinnige Geschimpfe über die schlechten Manieren der noch immer den Anwälten des Staatsstreichs ihre tüftelnden Ruhe. Fast friedlich ist es, als das Haus auf tonservativ- fteritale Socialdemokraten toieberholt sich in allen Blättern der Rechten und Sprüchlein zu Ende zu stottern. Dann aber kam Herr Bachem, und Anregung dann die Fortführung der Geschäftsordnungs- Debatte auf pflanzt sich bis in die lintstehende bürgerliche Breffe fort. Biele von mit ihm ward die Leidenschaft zum brausenden Orkan, der mit Sonnabend vertagt. Vorher steht noch die Polen- Interpellation ihnen schwärmen in ähnlichen Begeisterungsausbrüchen wie die clementarer Bucht alle widerstände niederriß und durch keinen auf der Tagesordnung; da ihre Beantwortung aber von der" Germania" für Höflichkeit und gute Sitten. Sie können es alle Herenmeister gebannt werden konnte. Regierung vertagt werden soll, wird alsbald die Geschäftsordnings- nicht vertragen, daß man die glatten Ehrenmänner des VerDebatte über den Staatsstreich der zwölf Raubzöllner von Kardorff faffungsbruchs als das bezeichnet was sie sind. Was ist doch," bis Baffermann fortgesetzt werden. denken sie mit dem edlen Riccaut, die deutsche Sprat für eine arme Sprat', eine plumpe Sprat'". Man muß den Centrumsjuristen Herrn Doktor Bachem kennen, um die wilden Scenen, die an diesem Freitag das Hans erbeben ließen, zu begreifen. Herr Bachem ist ein Fanatiker der Univahrheit, er ist im stande, jeden Wahnsinn als feinste Blüte der Vernunft, jede Schurkenthat als herrlichsten Edelfinn, aber auch jede Recht schaffenheit als Bubenstüd zu beweisen. Der Mann braucht nicht einmal einen Zived, um jedes Mittel zu heiligen. Schon zu Beginn der Rede Vachems tam es zu heftigen Zu fannenstößen. Der Vicepräsident Graf Stolberg fuchte feiner auf die Nerven fallenden rabulistischen Beredsamkeit freie Bahn zu schaffen. Das gelang auch für ein Weilchen. Dann aber trieb sein böser Dämon ihn, eine ganz besondere Schlauheit feiner perfiden Bhantafie zu entloden. Indem er über die Freisimmige Bereinigung sprach Herrn Nichter hatte er zuvor als einen alten lugen be fonnenen Barlamentarier" gefränft, versuchte er sie von der gemeinsam mit der Socialdemokratie bethätigten Energie in der Be tämpfung des Zolltarifs abzuschreden, und erfand zu diesem Zwed in geheimnisvoller Andeutung die giftige Berleumdung:" Wenn Sie" zu der Freifinnigen Vereinigung gewandt wüßten, vie die Socialdemokraten selber sich über ihr Verhältnis zur Freisinnigen Vereinigung äußern, dann-" # T " S J Die fachliche Geschäftsordnungs- Debatte gegen die Zulässigkeit Die Deutsche Tageszeitung" allein unternimmt einen des Antrages Stardorff ergab, daß die Umstürzter auch nicht den Versuch, den Antrag Kardorff zu begründen. So eilig haben es die mindesten Rechtsgrund anzugeben vermochten. Die Junter machten Herren Bündler mit der Thunehme eines Zolltarifs, der sie haben immer noch eine leidliche Figur, die durch ihren Normann einfach es hundertmal gesagt den Ruin für die Landwwirtschaft" bes fagen ließen: Gründe haben wir zwar nicht, aber wir machen's. deutet, der mit allen Mittela verhindert werden" muß, daß sie jetzt Sie haben wenigstens den Mut ihres Staatsstreichs. Dagegen ihm zuliebe ihren Verstand prostituieren. Die Enbloc Annahme zerrten die Juristen des Centrums und der Nationalliberalen nicht des Tarifs soll darum möglich sein, weil sie in der Geschäftsordnung nur die Geschäftsordnung, die Verfassung und den Parla nicht ausdrücklich verboten ist. Und was nicht in der Geschäftsmentarismus, fondern das Recht überhaupt zur blöden ordnung berboten sei, sei erlaubt. Auf diese Weise kann also auch Farce herab; in der Formelsprache der Juristerei wurde der die Anwendung der Brügedstrafe, Herrn Dertels Jdeal, gegen Unsinn zum Rechtsgrund der Gewalt gekrönt. Mußte das die Abgeordneten der Minderheit beschlossen werden. Denn auch das Centrum wirklich den Reichsgerichtsrat Spahn borschicken, der durch ist durch die Geschäftsordnung nicht ausdrücklich verboten! feine wirren Debuttionen nicht nur seine Partei, sondern auch den höchsten deutschen Gerichtshof kompromittierte? Ms Herr Basser mann, fortwährend gehegt von dem unbarmherzigen Geläciter der Bolloppofition, den Beweis, daß schwarz weiß sei, herleierle, bedauerten wir alle armen Sünder, die diesem Rechtsanipalt in die Hände fallen. Singer brachte ihm höflich sein Parteiblatt, die National Da brach der Sturm los, immer von neuem einfegend, und jedes Beitung", und legte es neben ihn nieder; es war sehr lustig, mal sich verstärkend. Die Wogen überschlugen sich, aufgepeischt, wie Herr Baffermann fich Mühe gab, die aus den eignen wachsend, steigend, donnernd. Das galt nicht nur dem Bafilio, der Reihen tommende Fanfave der Anklage nicht zu bemerken. dort oben zu reden wagte, das war die befreiende Auslösung, Bon unfrer Seite sprachen sehr wirksam Genosse Haase, dem der Naturschrei der Empörung über all den schmählichen Verrat, dann Geher folgte. Von der Freisinnigen Vereinigung wandten die tüdischen Brutalitäten der Mehrheit, die zu feige, sich felbst in fich Schrader, bon der Volkspartei Eugen Nichter gegen ihrer Blöße zu bekennen, noch die Wissenschaft der Rechtslogit vers den Liebermann getvaltigten, verhöhnten, um jenes elenden räuberisch erpreßten Ge winnes willen, den die Armen an die Besitzenden entrichten sollen. Der Meuchelmord ist eine erhabene Handlung gegenüber dem Berbrechen. das die Larve des Rechts sich vorbindet. " ungeheuerlichen Rechtsbruch. Selbst Herr " von Sonnenberg geißelte in einer merkwürdig verständigen Laune den Verzweiflungsaft der Mehrheit. Er will eine gründliche Aenderung, aber keine Mißhandlung der Geschäftsordnung. Die Minister, die sich hinter den Coulissen an dem schmählichen Handel beteiligten, blieben fern. Nur flüchtig erschien einmal Herr Rheinbaben. Um 6 Uhr soll Graf Bülow im Hause gewesen sein. In den Saal wagte er sich nicht. Die Tribünen waren dicht gefüllt. Politische Ueberficht. " Berlin, den 28. November. Die nationalliberale National- Zeitung" nennt den Ans trag Kardorff einen parlamentarischen StaatsstreichVerfuch und lieft ihren Abgeordneten folgendermaßen den Teri: Mit dem tiefften Bedauern, ja, wir müssen es aussprechen, mit Empörung erbliden wir unter diesem Antrage die Namen der Abgg. Bassermann, Satffe und Paasche. Daß Mitglieder der nationalliberafen Partei zu diesem Versuch des parlamen tarischen Staatsstreichs fe Leisten würben, das hätten wir nimmermehr geglaubt. Herr Vassermann hat in Eisenach erklärt, die Mehrheit des jezigen Reichstages fei reaktionär bis auf die Knochen" und er hilft diefer Mehrheit bei der Bergewaltigung der parlames tarischen Beratung?! Diese Herren veranstalten Gedenkfeiern für Bennigsen und unterzeichnen den Aufruf zu einem Denkmal für ihn und fie geben die erfte Voraussetzung des Konstitutionalismus preis, deffen Befestigung im deutschen Nationalstaat der Inhalt von Bennigfens politischem Leben war?! 7 Was hilft die Entrüstung? Das Geschäft will gemacht sein! Die& rupp- Demokratie. Das gerade die liberale Presse in dem Fall Krupp eine beispiellos fchäbige Haltung einnehmen wilrde, war ja voraus" " Die Linke stand im Augenblid unter dem unentrinnbaren 3wang, den Verleumder zum Bekenntnis feiner That zu givingen, ehe man ihn weiter reben ließ. Geraus mit der Sprache, heraus mit der Sprache! Was haben tvir gesagt?" fo schreit es den Mann in endloser, schwellender Wiederholung an. Die Zwischen Draußen aber folgt in ihren Arbeitsstätten das deutsche Prote- zusehen, daß aber auch ein, demokratisches" Blatt, wie die rufe gellen durcheinander: Lügner, Berleumder. Der Redner tariat mit gewaltiger Spannung dem Kampf des Rechts gegen die Frankfurter Beitung", in diese ekelhafte verleumderische Hezze mit vollen Baden einfämmen werde, hätten selbst wir, die wir bewegt die Lippen, er fucht der Beantwortung dieser Sturmfrage Gewalt. Es webt ein Schicksal.. von den Frankfurter Bösendemokraten wahrhaftig leine hohe zir entschlüpfen. Vergebens. Immer aufs Neue stehen die Anfläger Meinung haben, nicht erwartet. Die Art aber, wie die Frankfurter wiber ihn auf: Belenne, geftehe! Der Vicepräsident Büsing Graf Ballestrem blieb im zweiten Teil der Sigung unsichtbar Zeitung" fich zum Verbreiter erbärmlichster, aus offensichtlich zweifelhaftester Quelle stamanender camorristischer Waschzettel herschwingt unabläffig die Glode. Niemand hört auf ihn. Er ruft den gilbt, und wie sie selbst baktionell giftigste Verleumdungen gegen Genoffen Reißaus zweimal zur Ordnung. Niemand achtet darauf. Die Bresse über den Antrag Kardorff. Man drängt auf die Tribine. Die Fäuste erheben sich drohend. den Vorwärts" fpeit, fordert die kräftigste Brandmarkung heraus. Die Feder ist bedächtiger als die Zunge. Was Herr Spahn Die Frankfurter Zeitimg" entblödet sich nicht nur, dem„ VorSelbst so ruhige Leute, wie den Prinz Schönaich Carolath und Gothein padt die Erregung und fie herrschen den Advokaten im Reichstag unternahm das parlamentarische Fauftrecht rabulistisch tvärts" vorzutverfen, den Artikel Krupp auf Capri" aus perföndes Centrums an, die Wahrheit feiner Behauptung zu bezu begründen" ist nahezu von keinem Blatte bisher gewagt worden. Ii cher Gehäffigteid gegen Krupp beröffentlicht zu haben, weisen. Bachem aber versucht weiter zu reden.. Seine Worte Die meisten Zeitungen der Rechten haben sich darauf beschränkt, über sondern geht in ihrer Schamlosigkeit so weit, die ganze publizistische verwehen wie Nichts in dem zudenden Gewühl. Noch einmal ver- ben Antrag se ardorff als eine Thatsache zu berichten und unfre Ehre des Vorwärts" angntasten. Denn nichts andres enthält die Die Behauptung, der„ Borwärts" habe sich noch immer mit fucht der Vicepräsident die Nuhe herzustellen, die Glode droht zu zer Abgeordneten in grober tölpelhafter Weise zu beschimpfen. springen. Bergeblich. Da geschieht etwas unerwartetes, im deutschen scharfmacherischen Berliner Neuesten Nachrichten" befeinem Beweismaterial gebrüstet, ohne aber Reichstage Unerhörtes, die Worte fallen wie eine Granate in den greifen den Verzweiflungsstandpunkt des Herrn b. Kardorff: Der etwas dabon bekannt zu geben." Das heißt nichts Sturm. Der Präfident ruft: 3h unterbreche die Sigung Antrag bedeutet unzweifelhaft die Erkenntnis, daß der Reichstag sich andres, als den Borwärts" dreifter Standalfucht zeihen! auf eine halbe Stunde. außer stande sieht, den umfangreichen Bolltarif in ge to öhnlicher Und das zu einer Zeit, wo die socialdemokratische Preffe noch die Das Haus bleibt in zitternder Erregung. Es bilden fich leb Form der Beratung zu Ende zu bringen. Aber der Reichstag einzige Zufluchtsstätte der gehaßten, erbarmungslos verfolgten Wahrhafte Gruppen. Man fucht auszugleichen, zu vermitteln. Die würde auch sonst dazu kaum in der Lage gewesen sein, da ein Kampf, heit bildet, wo Chinaprozeß die Gerichte es aus formalen Gegner disputieren weiter: Man sieht Rören neben Ehrhardt, Stadt der Monate hindurch gedauert haben würde, an der Beschlußunfähige Gründen ablehnen, den angebotenen Wahrheitsbetveis führen zu laffen, wo eine ganze Anzahl von Vorwärts" Redakteuren hagen gegen Gamp. Herr Spahn vom Centrum zieht unfern leit des Reichstages gescheitert wäre." den Idealismus büßen Genoffen Singer ins Gespräch; Bachem und Gröber gefellen sich Das ist so ziemlich dasselbe, was wir immer behauptet haben, mit jahrelangen Gefängnisstrafen hinzu. Singer fcheint eine entschuldigende Erklärung als Bedingung mur daß das Industriellenblatt ungewöhnliche Form" nennt, tas müssen, zur Wahrung der Kultur und der nationalen Ehre zu fordern. Man sieht, daß es den Leuten im Centrum nicht wohl nadter Rechtsbruch ist. Es hat auch keine Ursache, besonders be- rücksichtslos thre persönliche Freiheit in die Schanze zu schlagen! Ein ist. Wird Bafilio bekennen? geistert zu sein, da die Agrarier den Erpressungsrevolver der indu- meuchlerischerer Streich gegen die einzigen Hüter der politischen Mählig verebbt die Erregung. In vollkommener Stille eröffnet ftriellen Zollherabsetzungen noch nicht fallen gelassen haben. Die Wahrhaftigkeit und echter demokratischer Tradition ist schwerlich von um 7 Uhr Herr Büsing die Sigung wieder. Er thut ein übriges Kreuz- Zeitung" leitet aus den Schreibereien des Herrn einem„ demokratischen" Blatte jemals begangen worden. Man sollte es kaum für möglich halten, daß sich ein Blatt wie und bedauert sehr feierlich die„ wüsten und tumultuarischen Scenen", Richter die Berechtigung zu dem Vorgehen der Rechten ab. Der die zum ersten und hoffentlich zum letztenmal im Reichstag eine luge Richter habe ganz Recht gehabt. Durch die rein mechanische, die Frankfurter Beitung" die freche Lüge zu eigen macht, Unterbrechung der Signug veranlaßten. Er fordert die Social blindtäppische Obstruktion" soll die Rechte zu ihrem Entschluß ge der Strupp- Artikel des„ Borwärts" fei persönlicher Gedemokraten auf, ihre Pläge einzunehmen. drängt worden sein. Von einer rechtlichen Begründung keine Spur! hässigkeit entspringen! Für diese Behauptung wird die Bachem erhält zur Fortfegung seiner Nebe das Wort. Man Ehrlicher als Herr Spahn erklärt fie: über die Form, in der nach Frankfurter Zeitung" auch nicht den Satten eines arwartet von ihm eine Erklärung; fein Laut stört den Anfang. der Abficht der Mehrheit das Zustandekommen des golltarifs ge- Be teises erbringen können, und wenn sie die Spalten des Sber Bachem versucht, seine Betrachtungen ruhig fortzusetzen, sichert werden solle, ließe fich mancherlei fagen.(!) Un Vorwärts" auch noch so eifrig durchmustert. Gerade weil die als fei gar nichts geschehen. Und jezt peitscht der Orkan zweifelhaft sei sie eine ungewöhnliche" und, wenn zu ihr ges Socialdemokratie wußte, wie wenig der Verstorbene sich um feinen 1och einmal alle Leidenschaft auf. Bachem kann nicht weiter griffen würde, tönne das nur durch das Ungewöhnliche der gegen Betrieb fümmerte, ist es ihr niemals eingefallen, Herrn Krupp selbst für das in der Firma Grupp herrschende Syftem verantwortlich zu 1eden, er muß die Tribüne verlassen; er thut es, indem er in tvärtigen Sachlage entschuldigt werden. hlechteftem Schmierenpathos deklamiert:„ Das also ist die Freiheit Das fromme Centrumsblatt, die„ Germania", schäumt vor machen. Die Person Krupps war der Socialdemokratie stets gleichgültig, ihr Kampf gegen fa der Socialdemokratie!" In Höllengelächter räumt er das Feld. But, weil der erste Ansturm des parlamentarischen Raubrittertums ungemein gleichgültig ihr Stampf gegen den Suppschen Run erhält Singer das Wort. Anfangs versucht man rechts in der Donnerstagsfigung mißglückt ist. Sie wirft den socialdemo- Fabrit Feudalismus und Panzerplatten Patriotismus richtete " " " " 19 sich jederzeit nur gegen das durd) die Person Krupps nun einmal p Dem Wohlthätigkeitfonds der Firma Krupp find 3 Millionen Mark zu-| würde. Die Polizeivermehrung, die in allen Ortschaften des Inverkörperte kapitalistische System. Wiederholt ist gerade im Vor- geführt worden. Da die Firma ca. 43 000 Arbeiter beschäftigt, so dustriebezirks durchgeführt worden sei mit Rücksicht auf die wachsende wärts" die Ansicht geäußert worden, daß Krupp selbst von dem entfällt von dieser Stiftung auf den Kopf des Arbeiters der Betrag Arbeiterbewegung, habe nichts genust. Benn man geglaubt hat, daß die Arbeiterbewegung durch VerTreiben feiner Leute dieses Treibens nicht zuzutrauen se.. Nur ein Blatt, das wie die Jahren einen Reingewinn von je 25 Millionen erzielte, beträgt thöricht wie der Glaube, die Soldaten könnten vollbringen, was der Reute eine stents, hour, in Blatt, nes pie die goren of bees wat na die firma upp nun in den letzten mehrung der Polizei unterdrückt werden könnte, so war das ebenso " Frankfurter Zeitung" selbst aus teinlichsten persönlichen der Mehrwert, den die Firma Krupp jährlich aus jedem ihrer Polizei nicht gelungen ist. Motiven die Sache, die es angeblich vertritt, schamlos verrät, vermag Arbeiter gewann, ca. 581 M. Durch die Dreimillionensaftung wurde " und den blöden Verdacht auszusprechen, daß das Vorgehen des Bor- aber jedem Arbeiter ein mehr als achtmal geringerer Betrag zurüd- Zum Kreuzzug gegen Venezuela. Ein Blatt behauptet, daß von wärts" von den gleichen fchoflen Motiven diftiert gewesen sei! erstattet, als ihn im Laufe eines Jahres die Firma Krupp aus seiner einer Entsendung der drei Kreuzer Niobe". Ariadne" Wie sehr sich das edle Demaltratenblatt in die gemeine Dent- Arbeitskraft herausschlug. So stattlich sich aber auch die Summe Amazone" gegen Venezuela an maßgebender amtlicher Stelle" weise der kapitalistisch ausgehaltenen Scharfmacherpreffe eingelebt dem naiven Leser darstellt, so geringfügig wird sie bei näherer nichts belannt sei. Sollte die doch in Marinedingen gut informierte Kieler Zeitung" falsch unterrichtet worden sein? hat, beweist die denunziatorische Unterstellung, der„ Vorwärts" habe Betrachtung. Das Vorgehen gegen Venezuela selbst wird nicht in Abrede seinen persönlichen Feldzug gegen rupp nur mit perfider Arglist in Hinzu kommt, daß der Betrag für absehbare Zeit hinaus überhaupt gestellt. Die deutschen in mittelamerikanischen Gewässern befindlichen einen Appell auf Abschaffung des 175 des Strafgesetzbuchs ein nicht den Arbeitern zu gute kommen wird. Haben doch die von Striegsschiffe sollen sich gegen Venezuela vereinigen, nämlich, Vineta", gekleidet, da die ganze Zonart nicht gerade den uns eingehend kritisierten Wohlfahrtskaffen bereits so be Gazelle", Falte"," Panther", Stosch" und" Charlotte". Diefe Eindruck der Aufrichtigkeit, machen konnte." Das deutende Fonds angesammelt, daß bei weitem nicht Seeftreitkräfte haben eine Wasserverdrängung von 17 000 Tonnen, schreibt kein Detektiv, das sagt das demokratische Blatt des Herrn einmal die von den Arbeitern felbft beigesteuerten Summen auf eine Beſtüdung von 44 Schnellfeuerfanonen, 34 getvöhnlichen GeLöb Sonnemann! gebraucht worden sind. Beläuft sich doch allein der Fonds der schüßen und 57 Maschinengeschützen und Maschinengewehren sowie Bas läßt sich freilich auch von einem Blatt andres erwarten, wohlfahrts- Pensionstaffe auf mehr als 10 Millionen eine Besazung von über 1900 Mann. Also eine mehr als ausreichende Eretutions- Flotte. das Leuten unter einer täuschenden Deck- Chiffre Unterschlupf in Mart. Erst wenn diese von den Arbeitern zum wesentlichsten Teil seinen Spalten gewährt, die eine Erdrosselung Berherrlichung des politischen Meuchelmordes. Ein erarcaftionäres eine Erdrosselung der selbst durch grenzenlosen Lohnabzug aufgebrachten Breßfreiheit feiern, wie sie night einmal in Rußland gebräuch- Summen verbraucht wären, würde die Dreimillionen- Stiftung in fächsisches Amtsblatt, der Boigtl. Anzeiger", beröffentlichte lich ist. Der famose p.- Sorrespondant der Frankfurter Zeitung" hat Angriff genommen werden müssen. Diesen Zeitpunkt wird aber da folgende indirekte Animierung zum politischen Meuchelmord: Den Sch to äger Chamberlain, der sich von seinen feine von uns gestern niedriger gehängten Ansichten über eine ja jährlich mehr Gelder aus Arbeiterbeiträgen dem Birminghamer Schraubenarbeitern als Halbgott feiern ließ, hat camorristisch- ideale Breßunterdrüdang nämlich nicht allein dem Pensionsfonds zufließen, als aufgebraucht werden- von der Kaiser bei seinem Abschiedsmahle nicht reden hören, was für Frankfurter Demokratenblatt anvertraut, sondern gleichzeitig auch der jegt lebenden Generation der Kruppschen den eitlen Kolonialminister getviß recht schmerzlich ist. Gespannt der nationalliberalen Magdeburger Zeitung", wonach an Arbeiter fein einziger mehr erleben! darf man darauf sein, was Chamberlain als Ausbeute feines spesenreichen Ausfluges in das Land, das er verwüstet und zunehmen ist, daß die Frankfurter Zeitung" nächstens in Verfolgung dessen Bewohner er ermordet hat, mit heimbringt. ihres Verleumdungsfeldzuges gegen den Vorwärts" die Ergüffe Wilhelm II. in der Görliger Ruhmeshalle. Sollte es eine blaue Bohne sein, die sich von der Victor Schweinburgs als demokratische Herzensergießungen Hand irgend eines erbitterten Boerenstreiters ihren Lesern servieren wird. aufällig zum englischen Minister verirrte, darf man sich nicht wundern. Denn Chamberlain ist wirklich eine Gottesgeißel für die Boeren gewesen." Dasselbe Blättchen, das hier im voraus die Ermordung des englischen Kolonialministers für einen durchaus verständlichen Racheaft erklärt, gehört zu der Meute jener bissigen Kläffer, die sofort die Socialdemokratie für Attentate verantwortlich erklärt, die irgend ein Spitzel oder ein Desperado gegen ein gekröntes Haupt verübt. " Verschiedene italienische Blätter bringen die Nachricht, der wahre Schuldige" sei der deutsche Maler Allers, der in Capri eine fürstliche Villa befize, die gleich eben Krupps Villa gelegen ist. Gegen diesen Künstler sei ein Haftbefehl erlassen worden, dem er sich durch Flucht entzogen habe. Zur Sittengeschichte der Insel Capri wird damit ein dankenstverter, Beitrag geliefert, es wird aber damit nicht bewiesen, was offenbar bewiesen werden soll, daß nämlich Krupp mit dem entflohenen Künstler verwechselt worden fei. Wir haben niemals behauptet, daß Krupp Handlungen begangen hätte, die unter das italienische Straigefeß fielen.- Dem Mailänder Secolo" telegraphiert sein Korrespondent aus Neapel die Behauptung des Kruppschen Justitiars, die Gerüchte über Krupp feien erst im Wahlkampfe von Capri ausge heat worden, sei unrichtig. Das Material fei ihm schon lange vor Beginn dieser politischen Stämpfe bekannt gewesen. Deutfches Reich. Mit frohen Festen ist am Freitag die Einweihung einer Ruhmeshalle in Görlig bes gangen worden. Der Kaiser hat daran teilgenommen und des OberBürgermeisters Büchtemann unterthänigste Ansprache nach der Scherlpreffe vie folgt beantwortet: Ich danke dem Komitee für die Einladung. Neben den Berdiensten der beiden heimgegangenen Kaifer um die Einigkeit Deutsch lands war es die gemeinsame Arbeit des Voltes, die uns fo start gemacht hat. Neuerdings scheint sich ein Teil von dieser Arbeit auszuschließen. Es muß mit dem kategorischen Imperativ sich der einzelne dem Ganzen unterordnen. Jeder, der die Ruhmeshalle betritt, wird sich bewußt sein müssen, daß auch er mitzuarbeiten habe. Ich wünsche Freiheit in der Fortentwicklung der Religion, Freiheit im Denten und Freiheit für die Wissenschaft. Ich trinke auf das Wohl der Oberlausit. Der Teil des deutschen Boltes, der sich von jener Arbeit, die uns start gemacht hat", neuerdings auszuschließen scheint, wird näher nicht bezeichnet. Dem arbeitenden Volke verdankt das Deutsche Reich all feine Stärke. Dem„ Kategorischen Imperativ" der Soli darität, der Arbeit, die uns start macht, haben sich die Arbeiter mit bewundernswerter Hingebung unterworfen. " Mandatsnieberlegung. Der zum Kammergerichtsrat ernannte bisherige Amtsgerichtsrat Menge( freilonservativ) zu Berum in Ostfriesland hat sein Mandat zum Haufe der Abgeordneten für den Wahlkreis Eniden- Norden niedergelegt. Zu dem Artikel ,, Die unglückliche Hand des Fisfus" in der Ausgabe des Vorwärts" vom 11. d. M. erfuchen wir mit Bezugnahine auf§ 11 des Reichs- Breßgefeßes vom 7. Mai 1874 um Beröffentlichung folgender Berichtigung: 44 000 1 Beim eisenbahnseitigen Erwerb des Grundstüds von Dr. Böttrich Denkmalsfreudigkeit. Aus Anlaß des Kaiserbesuches in Görlig in Hagen, dem Sohne eines uns unterstellten, daselbst wohnenden ist dafelbst ein eigenartiger Gedenkstein mit frischem Tannen Betriebskontrolleurs nicht des Vorstehers der Eisenbahn- Betriebs nicht grün geschmüdi worden. Der Stein steht in der Görliger Heide Inspektion Magdeburg zum Preise von 43.000 untveit Rauscha und trägt folgende Inschrift: Wilhelm, Prinz von Mark, tvar ms der von diesem für das Grundstück Breußen, schoß hier am 23. April 1879 seinen ersten Auer- nicht Haus bezahlte Erwerbspreis einschließlich Kosten von rund 19 000 nicht 17 000 Mart bekannt. Dr. Böttrich hatte das Die Stunde des intereffanten Ereignisses ist nicht angegeben.- Grundstück behufs Erbauung eines eignen besseren Wohnhauses mit Nebengebäude für Stallung erworben und bereits ausschachten lassen Die Freifinnige Boltspartei hat folgenden Antrag Bargmann folvie die Ausführung des Neubaues nachweislich schon verdungen und Genoffen eingebracht: Der Reichstag wolle beschließen: Für beztv. in Angriff nehmen laffen. Nachdem dies hier bekannt wurde, den Fall der Annahme des Antrages v. Kardorf und Genossen hat der Fiskus das zum demnächstigen Bahnhofsumbau erforderliche. ( Nr. 775 der Drucksachen) den Satz 2 zu fassen wie folgt: Wilhelm II. gegen den Vorwärts. Der Reichs- Anzeiger" fühlt fich nun endlich doch bemüssigt, Wilhelms II. Rede gegen den Vor- hahn. wärts" natürlich im nichtamtliche Teil unter ausdrücklicher Berufung auf das Wolff- Bureau abzabruden. Vom Legendenheiligen des Centrums. Die Tumultscene, welche das unerhörte Auftreten des Abg. Bachem in der gestrigen Sigung des Reichstags probocierte, veranlagt uns, eine fleine Leporello Liste derjenigen Unwahrheiten aufgestellen, die gerade dieser Abgeordnete aus Anlaß der Tarifberatung von der Tribüne des Reichstages aus berbreitete: " Ein ewiger Musketier. Ausland. 6300 Liberalismus und Socialdemokratie in Kopenhagen. dem Enteignungszwange aber noch nicht unterliegende Grundstück " Jedoch werden in Abweichung von diesen Beschlüssen unter Zubilligung einer nach Lage der Sache gebotenen Entschädigung a) die Bollfäße der Nr. 7 Mais und Dari auf 1,60 M., der des Verkäufers für die ihm bereits entstandenen Ausgaben und aus Rrn. 11 und 12 Speifebohnen, Erbsen, Linfen, Futterbohnen, Lupinen, der Einstellung des Baues erwachsenden Nachteile vorsorglich frei Erstens: Am 28. April 1902 behauptete der Abgeordnete Biden auf 1,50 M., der Nr. 30 Sopfen auf 14 M., 47 Getrocknetes händig erworben, um die Bebauung zu verhüten und fich so gegen Bachem der Wahrheit zuwider, die Socialdemokraten hätten in der Obst auf 4 M., 60 Staffee auf 20 bezt. 25 M., 132 Butter auf fpätere erhebliche Mehrausgaben beim Erwerb des fertiggestellten Kommission in Bezug auf Diäten für die Kommiffionsmitglieder 16 M., 133 Käfe auf 20 9., 184 Gier auf 2 M., 784 Rohluppen Hauses zu schügen. Das verivandtschaftliche Verhältnis des Vererklärt: wir stimmen dem Entschädigungsgedanken zu." Sofort auf 50 f., 785 Werkzeugftahl auf 50 Pf., 3 M. und 1,50 M. feft- täufers zu einem uns unterstellten Beamten ist auf das Zustande wurde ihm entgegnet, feine Behauptung sei unwahr, es sei in der gefeßt. fommen des Kaufes ohne Einfluß gewesen. Stommission von focialdemokratischer seite über die Entschädigungs- b) die in Nr. 18 leefaat, 19 Grassaat, 23 Kartoffeln, 27 Grün Elberfeld, den 26. November 1902. frage nur gesagt worden: futter, 33 Stitchengewächse, 37 Lebende Pflanzen, 46 Frisches Obst, Königliche Eisenbahndirektion. Wir werden in jedem Fall weiter tagen, gleich viel ob 91 Gerbrinden, 92 Quebracho, 93 Galläpfel, 106 Federvieh, Diäten gezahlt werden oder nicht." Der Abgeordnete Bachem nahm 114 Heringe, 381 Gerbstoff- Auszüge, 658 Holzschliff, 654 Pappen, irogdem seine unwahre Behauptung nicht zurüd. In der nächsten 656 Strohpapier, 657 Padpapier, 658 Drudpapier, 682 Steine, Sigung der Kommission wurde festgel, tellt, unter anderm auch von 682a Pflastersteine, 713 Hohlsteine, 714 Hintermauerungssteine, Verden Abgeordneten Graf von Stanis und dem Vorsitzenden Retti blendsteine, 777 Roheisen, aufgeführten Gegenstände zollfrei fonstatiert, daß die Socialdemokratan lediglich erflärt hatten fie gelaffen. Seitdem die dänischen Liberalen Regierungspartei geworden würden, gleichviel ob Diäten gezahlt würden oder nicht, weiter find und anfangen, die Hauptforderungen ihres alten demokratischen tagen". Auch mun revocierte Herr Bichem nicht. Vielmehr erschien Programms schändlich zu verleugnen, erscheinen in der bürgerlichen in der Kölnischen Volkszeitung". ie in feinem Mitbesiz steht, jie Vor dem Kriegsgericht der 33. Division in Meß fam ein eigen- Bresse Deutschlands, namentlich auch im Berliner Tageblatt", ab die Bachemsche Legende dahin erweitert: Stadthagen habe fogar artiger Fall zur Verhandlung, welcher geeignet ist, das allgemeine und zu Korrespondenzen, worin ihnen eitel Lob gespendet wird, unfre die Diätenfrage angeregt, die Centrumsmitglieder seien dieser Interesse für sich in Anspruch zu nehmen. Obwohl der Fall im dänischen Parteigenoffen aber als die bösen Buben hingestellt werden, Anregung nur gefolgt. In der Sigung des Reichstags vom 2. Mai Laufe der Verhandlung vertagt werden mußte und erst am die all das Gute, das jene schaffen, nicht anerkennen wollen und in 1902 tam die Angelegenheit von neuem im Plenum zur Sprache 2. Dezember wieder zur Verhandlung kommt, find doch die Abden Schmuh zichen. Offenbar find aber noch nicht alle Mitglieder es wurde attenmäßig festgestellt, daß die Herren Gamp und sichten der Anklage, wie sie in der Sizung geäußert wurden, Spahn die Diätenfrage angeregt und die Socialdemokraten lediglich fo fchwerins Gewicht fallend, daß man auf den Ausgang jener Partei, die drei Jahrzehnte in scharfer Opposition gegen Reerklärt hatten, sie würden weiter tagen gleichviel ob Diäten gezahlt gespannt sein darf und bereits jezt die Aufmerksamkeit auf den Fal gierung und König gekämpft hat, für jenes Lob reif. Das zeigte sich werden oder nicht. Dr. Bachem nahm seine Legende tro lenken darf. Der in der Verhandlung dargelegte Sachverhalt war deutlich in der am 25. November abgehaltenen Generalversammlung dem nicht zurüd. folgender: Der Musketier Bachmann vom 98. Infanterie- Regiment der Kopenhagener liberalen Wählervereinigung. 8 weitens: Am 15. Oftober 1902 behauptete der Abgeordnete ist am 17. April 1888 desertiert. Das geschah also vor 14 Jahren. Hier wurde mit allen gegen eine Stimme ein Beschluß gefaßt, worin Dr. Bachem im Plenum des Reichslags der Wahrheit zuwider Es ist notwendig, daß man sich diese Zahl vor Augen hält. Er fuhr zwar dem Ministerwechsel Anerkennung gezollt wird, zugleich aber zunächst, die Socialdemokraten hätten in der Kommission 8011- in Uniform nach Luremburg und fand in Esch Arbeit. Dort lernte auch ausgesprochen wird, daß die Vereinigung den Traditionen der freiheit für Summern, Austern und Kaviar beer ein belgisches Mädchen fennen, heiratete sie, zog mit ihr nach Bartei entsprechend arbeiten foll für: Durchführung des und feiratete antragt. Als ihm die unwahrheit feines Märchens attenmäßig Frankreich und schlug in Curique feinen Wohnsitz auf. In dem allgemeinen Wahlrechts in Staat und koms nachgewiesen war, redigierte er feine abeln dahin um: die Social bortigen großen Stahlwerte arbeitete er seit jener Zeit, war ein allgemeinen Wahlrechts in Staat und Koms demokraten hätten allerdings bei den erwähnten Bofitionen solche guter Ehemann und Familienbater. Der Che entsprangen mittlers mune; Dänemarks Reutralisierung, Serab Anträge nicht gestellt, aber Bollfreiheit befürwortet. Abermals weile fieben Kinder. Da kommt dem Bachmann die Idee. seinen sehung der Militärausgaben und Niederlegung wurde ihm nachgewiesen, daß auch diese Behauptung das Bruder in Metz zu besuchen. Er dachte nicht mehr im entferntesten der Landbefestigung Kopenhagens; gerechte Ber Gegenteil der Wahrheit enthalte, da ja die Socialdemo- daran, daß man ihn nach einer solchen langen Frist noch in Deutsch teilung der Steuerlasten. Vermögens- und Einkommens traten bei den erwähnten Bosten für hohere Bollfäge als fie die land als Deserteur behandeln könne. Durch einen Zufall macht er steuer mit wirksam steigender Stala und ErRegierungsvorlage enthält, gestimmt hatten. Als Abg. Bachem sich verdächtig und wird vom Gendarm verhaftet. Als ihn höhung der Erbschaftssteuer; fociale Reform- Gesetztrobem feine wahrheitswidrige Darstellung aufrecht erhielt, wurde dieser auffordert, mitzugehen, fagt der Angeklagte, ein baumlanger ihm bedeutet, daß man es aufgebe, ihre eines Bessern zu belehren, Riese:" Erst will ich mal ein Glas Bier trinken, idj habe Durit gebung; Ausbau der kommunalen Selbstverwal da er offenbar an einer Frankhaften Reigung, bei ün- Diese kleine Extravaganz will natürlich der Gendarm nicht zugeben; tung. Bekanntlich läßt es die neue Regierung und der ihr unwahrheiten zu beharren, leide. der Verhaftete weigert und widersetzt sich. Der Gendarm zieht das bedingt ergebene Teil der liberalen Partei in allen diesen Punkten, Durch den vom Abgeordneten Bacham lebhaft unterstützten An- Seitengewehr, um auf ihn einzuhauen, besinnt sich dann plötzlich wo sie nicht direkt dagegen arbeiten, an dem nötigen Eifer fehlen. trag b. Kardorff soll offenbar unter anderm verhindert werden, und will dem Verhafteten die Handfesseln anlegen. Dagegen wehrt Ihr Verhalten wurde übrigens in der Generalversamm= diese und ähnliche Legenden, die sicherlich der Abgeordnete fich derselbe, und der Gendarm schlägt ihm aus Zorn, wie er selbst lung auch unsanft kritisiert. Wir haben immer gegen Bachem, wie fein gestriges Auftreten zeigt, auf Lager arbeitet, als angiebt, die Fessel ins Gesicht und ruft andre zu Hilfe, die ihm helfen, Kanonen und gegen Bringefüinnen- Bewilligungen gestimmt. Warum gröbliche unwahrheiten öffentlich zu brandmarken. den Arrestanten zu bändigen. Nach Lage der Sache hat sich nun sollen wir nun anders handeln? Sind die Prinzessinnen Dr. Bachem scheint also speciell zum Wortführer seiner Partei Bachmann nicht nur der Fahnenflucht, sondern noch besser geworden, die Kanonen weniger ges für alle die Fälle bestimmt zu sein, in denen es sich um die Ber- viel schwererer Verbrechen schuldig gemacht. Für die breitung gröblicher unwahrheiten und leichtfertiger Berdächtigungen Anflage ist er immer noch der Musketier"- Bachmann, der fährlich?" Sehr flar trat der Zwiespalt in ber liberalen handelt. Heltere Parteigenossen dieses Priesters der unwahrheit hält Deserteur; und der Gendarm ist nicht allein ein Funftionär der Partei auch bei der Debatte über das Wahlfartell mit der Socialdenn doch ihr Gedenken an Leute wie Majunke und Windthorst von Staatsgewalt, sondern auch Borgefekter" des Soldemokratie hervor. Wir können nicht mehr mit den Socialdemo In seinem Verhalten finden sich die Kriterien des traten zusammengehen", meinte ein sehr Gemäßigt- Liberaler, Dr. Bachem ist gestern im Reichstage das Urteil gesprochen worden. Widerstandes gegen einen Vorgefeßten. Gedazu schalten sie uns zu viel aus. Wir haben Georg Brandes auf Mögen es die Wähler feines bisherigen Wahlkreises auch zu boll- horsamsverweigerung gegen einen Befehl in unsrer Seite".( 3wischenruf:" Das ist nicht wahr!")" Ja doch, ziehen wissen! Dienstsachen, Achtungsverlegung und fo weiter. in Soro fällte St. Georg( Brandes) den socialdemokratischen Bachmann will den Gendarm nicht als Vorgesezten angesehen haben Drachen!" ( Der war übrigens nicht so schlimm. Der berühmte und fich felbst auch nicht als Soldaten betrachtet. Er will auch erst Die Witwe Krupps hat einer lestvilligen Bestimmung ihres Widerstand geleistet haben, nachdem ihm ein Civilist auf den Kopf Schriftsteller hat sich dort gerade für die Allianz mit der SocialGatten entsprechend ein Kapital in der Höhe von drei Millionen Mark und der Gendarm ins Gesicht schlug. Bei den schwerwiegenden mili- demokratie ausgesprochen und sie feineswegs totgeschlagen.) Dic zur Verfügung für die der Fürsorge für dienstunfähige Beamte und tärischen Verbrechen hielt das Kriegsgericht das alleinige Zeugnis Generalversammlung aber beschloß mit großer Majorität, den VorArbeiter gewidmeten Einrichtungen der Werte" gestellt. Ferner hat des Gendarmen zur Klarstellung der Sachlage nicht für genügend stand anzuweisen, bei kommenden Wahlen mit der socialsie der Stadt Effen eine Million Mark für gemeinnügige Zwede und will erst noch andre Zeugen über die Vorgänge bei der Ver- demokratischen Partei und andren demokratischen Parhaftung bernehmen. teien zwecks Durchführung des Programms zusammenzuwirken. geftiftet. Nicht minder klar trat der radikale Charakter der Majorität bei den Die Bürgerliche Presse wird nicht versäumen, auch von diesen Soldaten gegen die Arbeiterbewegung. Die Stadtverwaltung von Stiftungen ein großes Geschrei zu machen und die Arbeiterfürsorge stattowis, die 3. 3. ihren Jahresbericht für das Jahr 1901 Borstandswahlen hervor. Der bisherige Vorsitzende der Liberalen der Firma Krupp in neuen Dithyramben zu verherrlichen. Es Drud gegeben hat, vertritt in diesem die Ansicht, daß die Macht der Wählervereinigung hatte vor kurzem eine ganz geheime Zusammendürfte deshalb angebracht fein, ohne die guten Absichten des Teftators Bolizei nicht mehr genügen wird, die gewerkschaftliche und die poli- funft veranstaltet, um eine bürgerliche Allianz gegen verkleinern zu wollen, die Bedeutung dieser Zuwendungen auf das fische Bewegung, die sehr bedeutend anwüchsen, im Zaume zu die Socialdemokratie zu gründen, hatte aber kein Glüc rechte Maß zurüdzuführen. halten; es sei nötig, daß Militär in den Industriebezirk gebracht damit; was dort geschehen war, stand andern Tages in„ SocialEine Kruppsche Biermillionen- Stiftung. bemokraten". Die Generalversammlung aber wählte diesen ge- ist unmöglich, fachlich zu verhandeln, wenn den Redner die Kollegen Der vildliberale Reichstags- Abgeordnete Sabin hatte einem mäßigten Mann nicht wieder, sondern statt seiner den mehr radikalen umstehen und auf ihn einreden.( Sehr richtig! rechts und im Mitglied des Messerschleifervereins, dessen frühere Führer auf feiten Centrum.) Schumachers gestanden hatten, ein bürgerliches Stadtverordneten Jvar Behrendsen zum Vorsitzenden. Abg. Dr. Bachem( C.), der inzwischen wieder die Tribüne be- mandat angeboten. Der so beehrte war der frühere Vorſizende Diese Vorgänge zeigen, daß der demokratische Kern in der bürgerlichen Linken Dänemarks noch nicht ganz verdorrt ist, und daß stiegen hat, beginnt mit den Worten: Gestern hat Herr Bachnicke der Messerschleifer, Langenberg, der seit längerem als unsicherer bürgerlichen Linken Dänemarks noch nicht ganz verdorrt ist, und daß gefagt... Weiter kommt der Redner nicht. Auf der Linten entsteht Stantonist unter den Arbeitern gilt und auch von dem Verein dort immer noch Leute vorhanden sind, die bis jetzt wenigstens noch kärm. Es wird anhaltend gerufen: Revozieren! Revozieren! Schumacherfcher Richtung ausgeschlossen worden ist. Als er sich nun nicht als brave Gesinnungsgenoffen unsrer deutschen Liberalen und Namen nennen! Die Rufe dauern so lange fort, bis Abg. Bachem auf das Angebot Sabins Bedentzeit erbeten und die Kandidatur Freisinnshelden gelten fönnen, was selbstverständlich die natur- die Tribüne verläßt und aufs Weiterreden verzichtet mit den Worten: 14 Tage in der Schwebe gelassen hatte, wurde er nicht nur von der notwendige Scheidung zwischen Bourgeoisie und Arbeiterklasse nicht Das ist die Freiheit der Socialdemokratie! offiziellen Partei, sondern auch von der Schumacherschen Richtung aufhalten kann. Vicepräsident Büsing, nach langer Pause des Lärms endlich Herr und seinen Berufskollegen als Verräter an den Arbeiterinteressen werdend, erklärt: Ich konstatiere zu meinem Bedauern, daß es in- betrachtet. Der Vorstand des Schumacherschen Arbeitervereins ber folge des tumultuarischen Auftretens der Herren von der äußersten ständigte sich mit dem Vorstand des Messerschleifer Vereins, der Linken dem Redner nicht möglich war, seine Ausführungen zu bürgerlichen Verwirrungstandidatur eine proletarische Kandidatur Das Kriegsgericht hat am Freitagvormittag feine letzte beenden. aus den Kreisen der Messerschleifer entgegenzustellen, die offizielle Sigung gehalten. Sämtliche 27 wegen Dienst- Abg. Singer( Soc.) verlangt das Wort außer der Reihe zur Bartei um Aufnahme derselben auf ihre Kandidatenliste zu ersuchen, verweigerung Angeklagten sind verurteilt worden. Geschäftsordnung und erhält es vom Präsidenten Büsing unter ihr ein gemeinsames Vorgehen bei der Stadtverordnetenwahl und Die Strafen schwanken zwischen zwei Tagen und vier Monaten Widerspruch der Rechten und des Centrums, wo fortwährend Lenz- eine gänzliche Ausföhnung anzutragen. Gefängnis. Diese höchste Strafe trifft den Arbeiter- mann gerufen wird, der als nächster eingezeichnet ist. sekretär Sigg, der schon einmal des gleichen Vergehens anflagt war. Schweiz. Die militärische Klassenjustiz in Genf. Ueber Einzelheiten der Sigung berichtet die Leipziger Voltszeitung" vom 25. November: In der heutigen Vormittagssigung des Kriegsgerichts wurden 3lvei Fälle" vehandelt, derjenige des Füfiliers Blanchard, Charles ( Uhrenarbeiter) und des Füsiliers Fleury, Charles( Schriftfezer). Die Anklage ist die gleiche, wie bei den früheren Angeklagten. Interessant gestaltete sich die kurze persönliche Befragung Fleurys durch den Präsidenten des Kriegsgerichts. Der Vorsigende frägt, aus welchem Grunde Fleury dem Aufgebot nicht Folge leistete. Angel.: Ich wollte nicht! Vorf.: Warum nicht? Angell.: Weil ich selbst streifte und nicht dem Militär gegen meine Arbeitsbrüder folgen wollte. Borf.: Wer fagt Ihnen, daß das Militär gegen die Streikenden aufgeboten worden sei? Angell: Jh sah es selbst, daß die Soldaten auf die Streitenden einhieben! Vorf.: Sind Sie nicht der Ansicht, daß die Ordnung durch das Militär wieder hergestellt werden mußte? Angell: Durchaus nicht. Es war ja überhaupt D den Arbeiterverein Molizeiliches, Gerichtliches usw. Polnisches. Eine am 4. November abgehaltene Vertrauensmänner- Sigung Abg. Singer( Soc.) beider Richtungen zeitigte das Resultat, daß von den vier feitens fann sich nur mit Mühe verständlich machen. Ich habe hier zu ed zurüdtrat und an feiner Stelle der Kaffierer Eichorn der offiziellen Partei bereits aufgestellten Standidaten der Genosse erklären, daß als vorhin hier Lärm entstand, diefer sich nicht gegen vom Messerschleifer Verein Aufnahme in die Liste fand, daß die Anordnungen des Präsidenten richtete. Wir haben nur von Herrn ferner die Zusicherung gegeben wurde, Dr. Badhem verlangt, daß er seine Aeußerung, die eine schwere Beleidigung Schumacherscher Richtung aufzulösen und man gegenseitig gelobte, meiner Freunde bedeutete, durch Nennung von Namen erhärten sollte. fortan als einige, gefchloffene Partei wieder den Kampf gegen den Wir mußten als selbstverständlich betrachten, daß wenn Herr Bachem hier in diesem Hause Aeußerungen machte, die unsre ganze Fraktion gemeinsamen Feind aufnehmen zu wollen. Die nächste Folge dieses aufs schwerste zu beleidigen in der Lage sind, er dann den Mut in der Solinger Arbeiterschaft allfeitig mit Befriedigung aufhaben würde, feine Behauptung zu beweisen lichen Kandidatur und die bei Freund und Feind gekommene Gr genommenen Beschlusses war Langenbergs Ablehnung der bürgerdadurch, daß er uns Mitteilung machte dar- fenntnis, daß der Sieg bei den Stadtverordneten- Wahlen der Socialüber, was er gehört hat und wer die Aeuße demokratie zufallen werde. Eine an 8. November abgehaltene Ver rung über das Verhältnis der Freifinnigen bei den Socialdemokraten.) Die Unterbrechungen unsrerseits haben einstimmig die Abmachungen. Vereinigung zu uns gethan haben soll.( Sehr richtig! fammlung des offiziellen Parteivereins sanktionierte debattelos und nur den einen Zived gehabt, Herrn Dr. Bachem dazu zu veranlassen. wirrungstrid, indem sie die Behauptung ausstrenten, der Schumacherſche Die Gegner versuchten noch am Tage vor der Wahl einen Berwir würden in dem Augenblid, wo das geschehen wäre, Arbeiterverein habe die Einigung abgelehnt. Das Manöver konnte sofort die nötige Ruhe bewahrt haben. Unfrer wieder fofort als Lüge gebrandmarkt werden und blieb erfolglos. Wir gratulieren holten lebhaften Aufforderung ungeachtet hat Herr Dr. Bachem es ben Solinger Genossen zu dieser braven That, die in der ganzen borgezogen, feine Mitteilung zwar aus dem Hinterhalt zu machen, fie Bartei Freude eriveden wird und die Hoffnung berechtigt erscheinen aber nicht durch Namensnennung zu beweisen.( Abg. Arendt: Tucker- läßt, daß der alte Partei- Ort Solingen auch bald wieder im ReichsBrief! Hat er nicht nötig 1) Jawohl hat er das nötig!( Lebhafte Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Derjenige, der aus dem tage focialdemokratisch vertreten sein wird. Teine Unordnung. Hinterhalt auf die Minderheit mit vergifteten Pfeilen schießt( Schr Das Gericht verurteilt Blanchard zu zwei Monaten Gefängnis gut! bei den Socialdemokraten), den kann ich nicht mehr als und einjähriger Einstellung in Aftivbürgerrecht, Fleury zu derselben Ehrenmann ansehen.( Lärm im Centrum und rechts.) Würde Strafe. Herr Dr. Bachem seinen Vortrag mit einer entsprechenden Der Genojje Stemtowis, Zimmerer in Berlin, geriet in Die Nachmittagsfizung wird zum größten Teile ausgefüllt durch Erklärung eröffnet haben, so würden wir auf keinen Fall irgend einer Versammlung in Obersisko in der Provinz Posen mit die Verhandlungen gegen einen Angeklagten, der den militärischen welche Unruhe gezeigt haben. Wir fühlen uns fo folieinem Herrn in Differenzen, der sich als lleberibachender aufspielte. Rang eines Korporals bekleidet. Der Name des Angeklagten ist darisch, daß wir verlangen müssen, daß, wenn obwohl schon zwei uniformierte Beamte anwesend waren. Stemkowis Niggli, Alfred( Mechaniker). Niggli war Tramangestellter und nahm einem von uns derartige Beleidigungen untersagte dem Herrn etwas derb seine Meinung. Dafür wurde er an als folcher am Streik teil. Auf die Frage, ob er nicht die Uebergeschoben werden, fie bewiesen werden müssen, geklagt und vom Schöffengericht in Samter wegen Beleidigung zeugung habe, durch sein Nichteinrüden ein Unrecht begangen zu ehe wir fie glauben.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) zu Strafe verurteilt.( 3u welcher, sagt der uns vorliegende Bericht haben, antwortet er flar und würdig: Wir betrachten ben deutschen Reichstag nicht als eine Stätte, in dem unfres Breslauer Parteiblattes nicht.) In der Urteilsausfertigung Gewiß, diese Ueberzeugung hatte ich schon in dem Augenblid, ohne Ramensnennung Verleumdungen gegen die einzelnen Mitglieder finden sich einige so charakteristische Stellen, daß sie hier wiederda ich mich entschloß, dem Aufgebot keine Folge zu leisten. Aber ich geschleudert werden können.( Lebhafte Zustimmung links, Lärm rechts und gegeben zu werden verdienen: hatte andrerseits auch die Ueberzeugung, und die war noch stärker, im Centrum. Ruf rechts: Tuder- Brief!) Wir haben das Recht, zu daß ich meinen Mitarbeitern und Freunden, die beim Streit mit verlangen, daß, wenn folche Dinge passieren, der, der sie ausspricht, sammlungen der Bauhandwerker und der Schiffer vor Obersizko und " Der Angeklagte hatte schon früher wiederholt in den Vermir gemeinsame Interessen verfochten, ein noch größeres Unrecht auch den Mut hat, seine Aeußerung zu beweisen. Wir haben keine umgegend öffentlich gesprochen und das Bestreben gezeigt, diese zufügen würde, wenn ich gegen fie die Waffen ergreifen würde. Macht, Herrn Dr. Bachem zu zwingen, aber die Macht haben wir laffen zu Bereinen mit socialdemokratischer Tendenz zusammen Wenn es gälte, gegen ei cinen von außen ein und werden sie iminer haben, von einem solchen Redner, der dem dringenden Feind ins Feld zu ziehen, so wäre ich gewöhnlichsten Verlangen, das, was er fagt, zu beweisen, nicht nach volterung einen Geist des Widerspruchs gegen die bestehende Ordnung nachzuschließen. Es ist ihm auch gelungen, in die bis dahin ruhige Beder ersten einer; gegen meine Mitbürger und fommt, uns teine weiteren Vorträge mehr halten zu lassen.( Leb- hineinzutragen. Dies ist aus andren Prozessen gerichtskundig. Anmeine Brüder zu marschieren, ist mir nach meinem hafter Beifall bei den Socialdemokraten.) Gewissen unmöglich. geklagter ist socialdemokratischer Agitator und erwirbt nur hierdurch Abg. Dr. Bachem( C.): Meine Herren! Die nähere Bezeichnung feinen Unterhalt. derjenigen Aeußerungen, auf die ich hindeutete, wäre für mich Bei der Strafabmessung ist erivogen, daß durch die Art und möglich gewesen, tvennt in der sonst im Hauſe üblichen durch die Umstände, unter welchen die Beleidigung geschah, das AnDas belgische Volf und König Leopold. Aus Brüssel vom Weise Herr Singer vielleicht nach Schluß der Sizung unter vier sehen des Zeugen Gundlach als Vertreter der Ortspolizeibehörde und 27. d. M. wird der Frantf. 3tg." berichtet: Charakteristisch Augen zu mir gekommen wäre( Gelächter bei den Socialfür die Gesinnungen der hiesigen Bürgerschaft demokraten) und mich um nähere Mitteilungen gebeten hätte. gesetzt wurde, und daß die ganze Thätigkeit des Angeklagten in Oberdamit das Ansehen dieser Behörde selbst in höchstem Maße herabist eine Scene, die das Scala Theater" ihrer Jahresrevue Nachdem Sie mich aber in dieser Weise behandeln, können Sie nicht fitto das Ziel verfolgt hat, das Ansehen der Behörden zu unter" 30- ot zugefügt hat. Auf der Bühne erscheint plöglich eine hohe Gestalt verlangen, daß ich irgend ein Entgegenkommen zeige.( Andauernder mit wohlgepflegtem Geficht, langem grauen Bart, Monocle, die sich Lärm lints, Glode des Präsidenten.) hinkend vom Plaze bewegt, und die jedermann sofort für Leopold II. halten muß. Staum aber hat das Publikum den stönig erkannt, als aus dem Saale heraus ein Polizeikommissar natürlich auch ein Schauspielerden Unfug verbietet. Seine Majestät nimmt fofort Bart und Berrüde ab, und darunter erscheint das derbe Gesicht des beliebten Komiters Crommelynd. Dieser erklärt dem Bolizisten, daß Belgien ein freies Land sei, wo man das Recht habe, die höchsten Personen sowohl zu kritisieren Ich bin nicht in der Lage, eine so pifante Rede zu halten, toie wie zu loben. Der Polizist hat ein Einsehen und erlaubt dem mein zweiter Borredner, ich habe auch gar keine Neigung, Vers Schauspieler ein Couplet zu fingen, in welchem der König dächtigungen auszusprechen, um sie nachher unbewiesen zu laffen. Posen verworfen. zuerst wegen seiner unbäterlichen Saltung gegen die juristisches Blut in sich, eine Anzahl von juristisch gebildeten ( Sehr gut! links.) Der Antrag Kardorff trägt außerordentlich wenig Brinzessin Stephanie scharf getadelt und ber- Mitgliedern der Mehrheitsparteien sollen sich geradezu geweigert nach zu seiner Errettung vor dem Revolver Rubinos beglückwünscht wird. Das Publikum schreit: haben, ihn zu unterschreiben. Schließlich findet ja aber jeder StaatsUnd wieder Normann- Schumann. Gestern hatte sich unser ver „ Es lebe die Prinzessin Stephanie!" und wohl auch:" Estreich, jeder Hochverrat unter Juristen Berteidigung, und so hat auch lebe der König!" und die Vorstellung nimmt unter allgemeiner zu der ihn verteidigte. Herr Bachem hat die Ausführungen des Herrn gericht wegen einer am 3. Juli im Vorwärts" veröffentlichten diefer Staatsstreich gegen das Parlament einen Juristen gefunden, antwortlicher Redakteur Carl Leib vor dem hiesigen Schöffenfriedenheit ihren Fortgang. Das unlängst in Lüttich in der" Flora" Spahn einfach wiederholt; wenn nicht die Verdächtigungen hinzu- Korrespondenz aus der Schweiz zu verantworten. In dieser Notiz aufgeführte Stüd Les fêtards", das das Privatleben 99 Leopolds II. in höchst respektloser und pitonter gelommen wären, so könnte feine Rede überhaupt gestrichen werden. war mitgeteilt, daß Normann- Schumann aus der Schweiz ausWeise auf die Bühne zog, ist nicht verboten worden. Nur( Sehr wahr! links.) Sprache kommen. Belgien. Abg. Singer( Soc): Rach den Erfahrungen, die wir auf dieser Seite des Hauses mit Herrn Dr. Bachem zu wiederholten Malen gemacht haben, habe ich keine Beranlassung, mit ihm eine Unterredung unter vier Augen zu fuchen.( Lebhaftes Bravo! bei den Socialdemokraten.) Abg. Lenzmann( frs. Bp.): graben. Es kommt endlich strafverschärfend in Betracht, daß Angeklagter in der Zeit von 1890-92 mehrere Male vorbestraft ist. n diesen Vorgängen zeigt sich die Arbeitsscheu des Angeklagten und fein zu schärffter Opposition gegen jede Antorität neigenderCharakter. An diesen Erwägungen in Verbindung mit der Thatsache, daß er teineswegs Bedauern über seine That empfindet( 1), vielmehr eine Art Triumph darüber zur Schau trägt, erschien es geboten pp... Ein Ruhmesblatt in der deutschen Rechtsprechung ist das Urteil wohl nicht. Die Berufung des Genossen Siemkowißs wurde vom Landgericht Gerichts- Zeitung. " wurde den Direktoren des Theaters, die Ausländer find, die Aus§ 19 bestimmt ausdrücklich, daß über jeden Artikel abgestimmt gewiesen sei, und eine Charakteristik Sajumains daran geknüpft, weisung angedroht. Diese Angelegenheit wird in Form einer werden muß; er unterscheidet zwischen Beratung und Abstimmung. durch welche sich dieser Herr beleidigt fühlte. Rechtsanwalt Heinetveifung angedroht. Diese Angelegenheit wird in Form einer Die Zusammenfassung der Beratung kann durch fachliche Gründe mann wies nach, daß Schumann durchaus keine Ursache habe, fich socialistischen Interpellation in der Kammer zur geboten sein. Wenn aber eine Abstimmung über mehrere Artilel aufs hohe Pferd zu setzen. Sage doch das Schöffengerichts- Urteil Man sieht, wie wenig tragisch das belgische Volt selbst das zugleich erfolgt, so liegt dem immer eine Vereinbarung zwischen in dem ersten gegen Leid geführten Prozeß über Schumann Attentat auf seinen Leopold aufgefaßt hat, trotz allem Gesarei der dem Präsidenten und den Parteien zu Grunde, die auf folgendes: scharfmacherischen Kleritalen Preffe. Die Vorgänge beweisen auch, gehoben ist, wenn ein Mitglied des Hauses widerspricht.„ Der Privatlläger ist als ein Mann bekannt, der als Beamter der wie frei man in Belgien selbst den König kritisieren darf. Es blieb ergen wohlgethan.( Redner verliest die hauptsächlichsten Polizei für die Blätter sämtlicher Barteirichtungen geschrieben hat, der in bekanntlich einem Blatt wegen Beleidigung der belgischen Majestät zu schwerer Strafe demonstrativem Beifall begleitet.) Bennigsen würde sich von beamten als ein Mensch bezeichnet worden ist, der überall, wo er Blatt wegen Beleidigung der belgischen Majestät zu schwerer Strafe Stellen dieses Artikels. Jeder Sag wird von der Linten mit einem großen politischen Prozeß von einem der höchsten ReichsAmerika. den heutigen Rationalliberalen lossagen( Sehr gewesen sei, Spuren von Verbrechen hinterlassen habe, der wegen richtig! links), so wie windthorst niemals die heutige Majestätsbeleidigung, begangen durch Artikel in französischen Zeitungen, attit des Centrums gutheißen würde. Das Verhalten noch jetzt stedbrieflich verfolgt wird." zu berurteilen. tönnen. Reichstag. ( Schluß aus der 1. Beilage.) Um 6% Uhr eröffnet Vicepräsident Büsing die Sigung wieder mit folgenden Worten: Hierauf vertagt sich das Haus auf Antrag der Abgg. v. Normann, Spahn und Dr. Sattler auf Sonnabend 12 Uhr. Tagesordnung: Interpellation der Polen. Fortsetzung der heutigen Beratung. Schluß 73 Uhr. Partei- Nachrichten. Die Lage auf Haiti. Eine Depesche aus Kingston( Jamaica) meldet: In aus Haiti hier eingegangenen Briefen heißt es, in der der Mehrheit verschafft der Socialdemokratie wieder ihr bekanntes Und im Urteil ziveiter Instanz wird ausgeführt:„ Es war zu Republik Haiti herrsche noch erhebliche Erregung, namentlich zoologisches Glüd.( Heiterfeit.) Es wird behauptet, daß die Obstruktion und die Absicht haben foll, fich zum Präsidenten die ganze Linke zusammengeschweißt.( Bravo! links.) Ich werde mit der guten Яuf genießt." in Gonaives, wo General Nord eine Armee fammeln bie Mehrheit zusammengeschweißt habe. Nur der Antrag Stardorff hat erwägen, daß der Beleidigte eine Persönlichkeit ist, welche keinen zu erklären. Angeblich habe Nord bereits 10 000 Mann um sich scharfsten Opposition einfeßen, damit solche Ver- Der Gerichtshof tam indes zu einer Verurteilung. Gewiß fei und denke in vierzehn Tagen auf Porte- au- Prince marschieren zu gewaltigung nicht durchgefegt wird. Vom Boltsexamen, es richtig, daß Schumann keinen guten Ruf genieße, allein aus der bei den Wahlen, werden Sie durchfallen. Darauf können Sie sich angezogenen Notiz gehe zu deutlich die Absicht hervor, den Privatverlassen.( Bravo! links.) fläger zu beleidigen. Es sei daher auf 50 Mark Geldstrafe oder 10 Tage Gefängnis und auf Publikationsbefugnis zu erkennen. Brozek Golde.( Schluß.) Als Zeuge erscheint Bergarbeiter Benned. Frau Dr. Golde fam eines Sonntags mit Schulz in seine Wohnung, um etwas zu besprechen. Schulz erzählte: Er habe beim Erzpriester ein leeres Stück Bapier unterschrieben. Frau Die unterbrochene Sigung wird fortgefeßt. Bevor ich Herrn Golde habe gesagt:" Wissen Sie auch genau, daß das Papier leer Dr. Bachem ersuche, feine Rede fortzufezen, kann ich nicht umhin, war?" Schulz erwiderte: Jawohl, das fann ich sogar beschwören." meinem tiefsten Bedauern Ausdruck zu geben, daß ich gezwungen Auf Auffordern der Frau Golde habe Schulz gesagt: es sei ein war, von dem geschäftsordnungsmäßigen Mittel, die Sizung zu Zweipfennig- Bogen gewesen. Vors. Es ist nur merkwürdig, daß unterbrechen, Gebrauch zu machen, weil von einzelnen Mit- Wir konnten gestern bereits telegraphisch melden, daß die endlich Sie all' diese Einzelheiten erst heute erzählen.- Zeuge: Joh gliedern des Hauses der Redner an der Fortsetzung feiner geeinten Parteigenossen in Solingen bei den Stadtverordneten habe erst später darüber nachgedacht. Vert. Rechtsanwalt Czapla: Rede durch lärmende Rufe gehindert worden Seit wahlen III. Klasse die bürgerlichen Gegner glänzend gefchlagen Wissen Sie, weshalb Sie bei der Schwurgerichtsverhandlung gegen über 31 Jahren besteht der deutsche Reichstag und es ist das haben. Während die Gegner 1078-1238 Stimmen erhielten, ver Schulz nicht vereidet wurden? 3euge: Weil ich der Partei erstemal, daß die Sigung wegen tumultuarischer Scenen ausgefeht einigten unfre Kandidaten 1430-1495 Stimmen auf sich. Vor angehöre.- Zeugin Mora tosti bekundet im weiteren auf Bewerden mußte. Ich kann nur wiederholen, das tiefste Bedauern be- zwei Jahren erzielte die Partei bei der Hauptwahl 540, die fragen des Vorsitzenden: Frau Golde habe einmal zu Schulz gesagt: herrscht mich, daß ich dazu gezwungen gewefen bin. Ich kann nur Schumachersche Richtung 320, und die bürgerliche Lifte 590 Stimmen, Sie sind ja ein ganz unverschämter Mensch. Sie verlangen, daß der Hoffnung Ausdruck geben, daß es das erste und das legte Mal lettere siegte bei der Stichwahl mit 960 gegen 655 Stimmen unfrer eine Notiz in die Zeitung gefegt werde und gehen von hier sofort Sie hätten gewesen ist und daß das Gefühl für das Ansehen und die Würde des Kandidaten. Damals spielte der unfelige Bruderzivist die Mandate zu dem Erzpriester Schmidt und unterschreiben: Reichstages in jedem Einzelnen so wach sein wird, daß weder ich noch dem Bürgertum in die Hände. Seitdem haben sich die persön- die Kollendengelder vollständig erhalten. Schulz fagte: Ich noch einer meiner Rachfolger gezwungen sein möge, dieses Mittel lichen Differenzen gelegt, die Gegenfäße find geschwunden und die habe das nicht unterschrieben, ich habe meinen Namen bloß wieder gebrauchen zu müssen.( Beifall rechts und im Centrum.) Leeres Stud Papier gefeßt. Auf diesem mußten voin Bürgertum gehegte Absicht, fie bei den jezigen Stadtverordneten auf ein Ich ersuche Herrn Dr. Bachem, mun feine Rede fortzusehen. Ehe wahlen wieder als Steigbügel zu benugen, schlug nicht nur fehl, wir alle unterschreiben. Frau Golde verfezte: Das glaube er es aber thut, bitte ich die Herren, ihre Pläge einzunehmen. Es fondern gab auch den äußeren Anstoß zur formellen Einigung. lich nicht. Wenn Sie das nicht unterschrieben häften, dann würde es ist. Der Sieg der Einigkeit. " wird aufgehoben. Die Angeklagte reicht ihren Berteidigern zum Dante die Hand und läßt sich alsdann wieder abführen. Aus Indultrie und Handel. Auf dem amerikanischen Eisenmarkt scheint thatsächlich bereits ein leberangebot in fertigen Stahlwaren vor handen zu sein, denn auch dem Londoner Fronmonger" wird jetzt telegraphisch aus Pittsburg gemeldet, daß der Stahltruſt sich anschickt, einen Teil seiner Stahlwaren nach Europa abzusehen. Die Handschuhnäherinnen in Kallenberg bei Waldenburg in Sachs. befinden sich in einer Lohnbewegung, die sich in erster Linie gegen die Zwischenmeister richtet. Diesen ist von den Näherinnen ein Tarif unterbreitet, aber abgelehnt worden. Einzelne Fabrikanten haben aber den Tarif anerkannt. Die Bewegung der Arbeiterinnen geht mun dahin, daß sie nun für diese Fabrikanten unter Umgehung der Zwischenmeister arbeiten wollen. Auch den übrigen Fabrikanten foll Der Tarif unterbreitet werden. Die Zwischenmeister haben sich vereinigt, um diesem Bestreben der Arbeiterinnen entgegen zu wirken. Die letzteren hoffen aber, trotzdem mit ihren Forderungen durchzudringen. nicht in geitungen stehen. Frau Golde habe ihn ersucht, ganz leise| Schulz eine ehrenhafte perion verhaftet. Wenn auf die Aussage| einem Hamburger Unternehmer Arbeit gefunden und seine Thätigkeit Plötzlich wurde der zu sprechen. Ich fann mit gutem Gewissen beschwören, daß das, eines Menschen wie Schulz eine Frau, die wegen eines entehrenden zu deffen voller Zufriedenheit ausgeübt. was ich gesagt habe, wahr ist.- Schulz: Dann schwören Sie Bergehens noch nicht beshaft ist, ins Zuchthaus kommen soll, Maurer mum unter dem Ausdruck des Bedauerns entlassen dann ist niemand mehr var dem Zuchthause sicher. Sie dürfen mit der Begründung, die Innung Bauhütte" habe die Order aus falsch. Der folgende Zeuge ist der Herausgeber der, Gazeta Robotnicza", die Angeflagte nur dam schuldig sprechen, wenn Sie von der gegeben, daß Leute, die vor der Aussperrung in Harburg gearbeitet So lange Sie haben, nicht beschäftigt werden dürfen. Alle Gegenvorstellungen des Franz Morawski: Dieser wird ebenfalls unter Aussehung der Schuld derselben vollständig überzeugt find. Vereidigung vernommen. Der Zeuge, der augenblicklich eine ein irgend einen Zweifel haben, müssen Sie die Schuldfrage verneinen. Betreffenden nutzten nichts. Man erklärte ihm auf dem Innungsjährige Gefängnisstrafe wegen Aufreizung zum Ich bin von Berlin nach Beuthen geeilt, obwohl die Partei, bureau, daß er vor dem 15. März 1903 keine Arbeit erhalten könne. selaffenhag verbüßt, befundet: Die Notiz, die in der Gazeta der ich angehöre, gerade jegt mit ihren Gegnern Es handelt sich hier nicht etwa um einen Arbeiter, der durch die einem Streik den unversöhnlichen Zorn der Robotnicza" gestanden, hatte er verfaßt. Schulz wollte die Notiz schärfer im Reichstage einen fehr schweren Kampf zu Beteiligung an gefaßt haben, er habe dies aber abgelehnt, da er dem Schulz von führen hat. Ich habe dies aber gethan, weil ich von der Un- organisierten Unternehmer heraufbeschworen hat, sondern um einen vornherein nicht traute. Eine Gegenüberstellung des Morawski mit schuld der Angeklagten überzeugt bin. Ich habe die Neberzeugung, Mann, der selber keine Forderungen gestellt hat und nur durch BeSchulz führt zu feinem Ergebnis. Auf Antrag des Staatsanwalts Sie werden auf das Zeugnis eines Menschen wie Schulz die schluß der Innung ausgesperrt worden ist. Und dieser Umstand gewird dem Morawski seine Aussage, die derselbe am 5. Juni bei dem Angeklagte nicht verurteilen. Thäten Sie es, müßte man an der nügt der Unternehmer- Vereinigung, um dem Arbeiter für längere Untersuchungsrichter abgegeben hat, berlesen. Danach hat Gerechtigkeit berzweifeln. Die ingeklagte bemerkte noch: Der Zeit die Existenzbedingungen zu rauben. der Zeuge damals eine wesentlich eine wesentlich andre Aussage gemacht. Herr Staatsanwalt hat es versucht, nich als Abenteuerin hinzustellen. Die Maler in Hamburg haben, nachdem die Innung den 1899 Morawski bemerkt: Er habe sich die richtige Aussage bis nach Er- Ich habe mit 16 Jahren die Universität Genf bezogen, um Medizin vereinbarten Tarif gekündigt hatte, einen neuen Tarif mit der Inledigung der Revision des Haase vorbehalten.- Borj.: Sie be- zu studieren. Ich bin 5 Jahre Aerztin gewesen, habe zahlreiche haupten, hente fagen Sie die Wahrheit. Was sollen wir Ihnen Patienten behandelt. In diefer meiner Thätigkeit habe ich das Elend nung abgeschlossen. Derfelbe jetzt für die Zeit vom 1. April 1903 num glauben? Verteidiger Rechtsanwalt Heine: Ich vermute, der des Volkes kennen gelernt. Deshalb bin ich Socialistin geworden. Ich bis 1. April 1906 einen Mindest- Stundenlohn von 60 Pf. fest. Der Zeuge wollte damals mit der Wahrheit noch nicht heraus, da bin Socialdemokratin aus ehrlicher innerer Ueberzeugung, nicht aus Aufschlag für Leiter- und Gerüstarbeit fällt jedoch weg. Bom Streit der Nordhäuser Kantabat- Arbeiter, der bekanntlich er sich nicht selbst bezichtigen wollte, zumal die Frist zur Stellung persönlichem Vorteil. Ich bin feine Abenteuerin, sondern war ein eines Strafantrages gegen ihn noch nicht verjährt war? Morawski: nüzliches Glied der menschlichen Gesellschaft. Ich lege mein Schicksal im vorigen Jahre längere Zeit mit großer Energie geführt wurde, Der Borsigende giebt alsdann sind jetzt noch eine Anzahl von Kautabak- Arbeitern ohne Arbeit. So ist es. Alsdann erscheint als Zeuge der Untersuchungsrichter, vertrauensvoll in Ihre Hände. Landrichter Reuhl: Schulz hat sich etwa 14 Tage vor der Haupt- den Geschwornen die Rechtsbelehrung, worauf sich dieselben zur Mit besonderer Härte ging damals die Firma C. A. Kneiff vor, die Nach kaum 20 Minuten treten die verschiedene der Ausständigen dauernd aussperrte, darunter die verhandlung gegen ihn bei ihm gemeldet. Er habe zu Protokoll Beratung zurückziehen. Der Obmann verkündet unter größter ältesten Arbeiter, welche 36-40 Jahre bei der Firma beschäftigt gethan: Er habe einen Meineid geleistet, er hätte dies nicht Geschwornen wieder ein. gethan, wenn ihn nicht Frau Dr. Golde dazu angeftiftet hätte. Spannung des überfüllten Zuhörerraums, daß die Geschwornen waren und wegen ihres vorgerückten Alters anderweitig keine Arbeit Der Vorsitzende verkündet mehr finden. Zur Zeit sammeln die organisierten Kollegen der Diese habe gesagt: Bleiben Sie nur dabei, die Socialdemokratie die Schuldfrage verneint haben. wird alles auf sich nehmen, heraus wird nichts kommen. Ich darauf: der Gerichtshof hat, dem Spruch der Geschwornen ent- Ausgesperrten Gelder, um diesen Opfern eines unversönlichen Unterhatte den Eindruck, daß Schulz die volle Wahrheit gesagt und sprechend, die Angeklagte freigesprochen und die Kosten des Vernehmertums eine Weihnachtsfreude zu bereiten. über seine That Reue empfinde. Bors.: Schulz, treten Sie noch fahrens der Staatstasse auferlegt. Der Haftbefehl in dieser Sache einmal vor. Wir stehen jezt am Ende der Beweisaufnahme. Sie haben noch Zeit, jezt Ihre Aussage zu ändern. Ich frage Sie bei dem Bild des Erlösers, des gekreuzigten Christus, ist das, was Sie heute gejagt haben, woahr? Schulz( mit fefter Stimme): Jawohl.- Der Gerichtshof beschließt danach, das Ehepaar Morawsti und die Beugen Benneck und Korbella nicht zu vereidigen. Der Vorsitzende legt den Geschwornen die Schuldfrage vor: Ist die Angeklagte schuldig, den Schulz zur Ableistung eines falschen Gides verleitet zu haben? Staatsanwalt Tichenschler weist hierauf in längerer Rede darauf hin, daß Schulz, außer vor 30 Jahren wegen Diebstahls mit 13 oder 14 Monaten Gefängnis, nicht bestraft sei. Schulz sei sonst ein anständiger, arbeitsamer Mann gewesen, der wohl bisweilen trant, sonst aber ein gutes Familienleben führte. Er hatte auch keine Veranlassung, einen falschen Eid zu schwören. Er leistete dadurch nicht einmal dem damaligen Angeklagten Haase einen Dienst. Es entsteht deshalb die Frage, was mag den Schulz veranlaßt haben, einen Meineid zu leisten? Der Herr Borsigende hat schon hervorgehoben, nur bodenloser Haß gegen Herrn Erzpriester Schmidt fonnte im stande sein, den Schulz zu einem Meineide zu veranlassen. Schulz, hatte aber keinerlei Grund, Herrn Erzpriester Schmidt zu hassen, im Gegenteil, er war dem Herrn Erzpriester zu Dank verpflichtet. Die ganze Sache hat eben einen politischen Hintergrund. Es ist bekannt, daß die polnische Socialdemokratie feit langer Zeit bemüht ist, in den Induſtriebezirt zu bringen. Ein Mann wie der Erzpriester Schmidt bildet aber einen mächtigen Wall gegen diese Bemühungen der SocialDie von dem leitenden Organ der Metallbranche, Jron Age". demokratie. Es galt daher, diesen Mann mit allen Mitteln aufgestellte Behauptung, daß im Eisenhandel troß der anscheinend zu bekämpfen. Es erschienen in der„ Gazeta Robotnicza" ver- günstigen Verhältnisse doch die Ueberzeugung um sich greift, die gute fchiedene Angriffe gegen den Erzpriester, es waren das aber nur Stonjunktur habe ihren Höhepunkt überschritten, hat in weiten Streisen Kleine Nadelstiche, die dem Herrn Erzpriester nicht schaden konnten. Aufsehen erregt. Anscheinend findet diese Ansicht Bestätigung durch Es mußte daher ein Hauptschlag geführt werden. Diefer Haupt- Preisreduktionen, die für leichtere Formen von Eisen- und StahlDie Arbeitszeit der Gastwirtsgehilfen. schlag wurde geführt, indem in der„ Gazeta Robotnicza" behauptet produkten, wie Stahlblech, Drahtwaren und gewisse Arten von Gegenüber der Auffassung der schlesischen Gerichte, daß die Gastwurde: Erzpriester Schmidt habe sich der Unterschlagung von Eisenröhren zuerst von Konturrenten des Stahlwirtsgehilfen auf die ihnen gewährte" Ruhezeit freiwillig" verKollendengeldern schuldig gemacht. Diese Behauptung mußte durch trusts und neuerdings auch von letterem anzichten dürfen, wodurch die Bundesrats- Verordnung in diesem Punkte einen Eid bekräftigt werden. Der Staatsanwalt weist im weiteren gekündigt worden sind. Ferner steht eine 10 prozentige praktisch aufgehoben ist, interessiert folgendes Schriftstück, das im darauf hin, daß eine Anzahl Zengen bekundet haben: fie hätten Preisermäßigung für Weißblech zum 1. Dezember bevor. Die von Gastwirtsgehilfen" veröffentlicht wird: einige Male gesehen, wie die Angeklagte auf Schulz, lebhaft ein- der National Tube Co., einer Tochter- Gesellschaft der 11. S. Steel geredet habe. Weshalb sollte auch Schulz gerade die Angeklagte Corp., kürzlich ausgegebene neue Preisliste für Gewerbe Inspektion. belasten, obwohl Morawosti der Verfasser des Artikels war. Der nächst jährige Lieferung läßt im Vergleich zum An den Verb. d. G., Heinemann, Mainz. Angeklagten ist auch die That zuzutrauen. Sie ist Ruffin, sie hat Borjahre Preisnachläffe von 25 bis 40 Prozent Ihre wiederholten Zusendungen Der Gastwirtsgehilfe" haben wegen politischer Umtriebe 5 Monate auf der Festung Warschau ersehen. Die Gesellschaft ist jedoch nur dann zum Abschluß von wir erhalten und verfehlen nicht, Ihnen mitzuteilen, daß diese gesessen und hat zweifellos aus Furcht vor Sibirien ihr Vater Lieferungs- Kontratten auf Grund dieser niedrigeren Preise bereit, Gerichtsverhandlungen über das Wort gewähren", noch nicht der land verlassen. Sie tam zunächst nach Beuthen. Sie hat auch wenn die Stonsumenten sich geneigt erklären, ihren ganzen nächst Rechtsprechung des Reichsgerichts unterlagen. Wir haben inzwischen einen Schriftsteller Caspari geheiratet. Ich habe nicht den ge- jährigen Bedarf von ihr zu beziehen, wogegen sie sich ihrerseits vom Großh. Ministerium Anweisung erhalten, das Wort„ gewähren" ringsten Zweifel, diese Che ist die Angeklagte eingegangen, lediglich, verpflichtet, bei etwaigen Preisrüdgange der kontrahierten Ware nicht so auszulegen, daß eine freiwillige Beschäftigung in der gesetzlich um die preußische Staatsangehörigkeit zu erlangen. Wenn man die Käufer schadlos zu halten. Auch in diesem Falle handelt es sich vorgeschriebenen Ruhezeit zuzulassen wäre. die erwägt, welch' großen Einfluß die socialdemokratischen Führer auf um eine Regelung der Preisverhältnisse, die dadurch notwendig ge- Wir sehen gern Ihren versprochenen Mitteilungen in Bezug auf die breiten Massen ausüben, dann wird man den Einfluß begreifen, worden ist, daß während der beiden letzten Jahre der National die Regelung der Arbeitszeit der Gastwirtsgehilfen in der Stadt den die Angeklagte auf Schulz ausgeübt hat. Es ist ferner zu Tube Co., gleich andren Tochter- Gesellschaften des Stahltrusts, Mainz entgegen, um dann unsrerseits entsprechende Revisionen vors erwägen, daß die Angeklagte dem Schulz als studierte Frau, als große und weitgehende Konkurrenz erwachsen ist. zunehmen. Baentsch. Doktorin gegenübertrat. Ein gewöhnlicher Mann hätte Schulz Allerdings hat auch jetzt noch die„ New Yorker Handelsztg." wohl nicht veranlassen können, einen Meineid zu leisten. Ich getreu ihrer optimistischen Auffassung der Gesamtlage, allerlei Be Das Gesek über die Unfallfürsorge für Gefangene vom gebe zu, Schulz hat infam gehandelt, aber seine niedere Handlungs- schönigungen bereit. Bei den Preisherabseßungen handelt es sich 30. Juni 1900 tritt nach faiserlicher Verordnung vom 24. November weise begann erst am 24. Februar 1902; Schulz müßte geradezu nur um Preisregelungen. Es braucht aber taum gesagt zu werden, dieses Jahres am 1. April 1903 vollständig in Kraft. eine Hhänennatur fein, wenn er ohne jeden Grund den Meineid daß Preisnachlässe von 25-40 Prozent nicht eingeräumt würden, geleistet hätte. Ich behaupte: Schulz ist nicht schlecht, er ist nur wenn die Nachfrage noch in einigermaßen entsprechendem VerSchwach. Vert. N.-A. Czapla( Beuthen): Die Antlage steht und hältnis zum Angebot stände. Aus Vergnügen reduziert kein Werk fällt mit dem Zeugen Schulz. Dieser hat in dem Prozeß Haase seine feine Preise. Aussage mit demselben Pathos gemacht wie heute. Damals hat Zugleich berichtet Laffans Bureau, daß alle mit dem Stahltrust in Interessengemeinschaft stehenden Eisenbahnen bereit sind, ihn in seinem Bestreben zu unterstützen, sich im Auslande einen Markt für seine leichten Stahlfabrikate zu erschließen. Diese Mitwirkung der Eisenbahnen soll den Trust in den Stand seßen, den ausländischen Bettbewerb überall zu unterbieten. Die" Great Northern Railway" befördert Draht und Nägel, die zum Export bestimmt sind, nach den Geen- Häfen zu 9 Dollar die Tonne. 17 Auch die New Yorker Handelsztg." sieht sich jetzt zu einem halben Eingeständnis der zunehmenden Abflauung des amerikanischen Stahlmarktes genötigt. Sie schreibt in einer Uebersicht über die Marktlage in der ersten Hälfte des November: In Forst( Lausiß) Yegten bei der Firma Friedrich Hammer 52 Weber und Weberinnen wegen Lohndifferenzen am Donnerstagvormittag die Arbeit nieder. Nach Verhandlungen mit der Kommission der Arbeiter bewilligte der Geschäftsinhaber die geforderte Lohnaufbesserung( 1 bezw. ½ Pf. für 1000 Schuß), sowie besondere Vergütung bei Verarbeitung schlechten Materials. Darauf wurde am Nachmittage desselben Tages die Arbeit wieder aufgenommen. Ausland. Ende des französischen Bergarbeiterstreiks. St. Etienne, 28. Rovember.( W. T. B.) Heute vormittag ist die Arbeit überall ohne Zwischenfall wieder aufgenommen worden. Die Bergleute sind so in fo großer Zahl, wie es der Zustand der Schächte erlaubt, eingefahren. Etwa 85 Proz. der Grubenarbeiter find heute wieder bei der Arbeit. Der Ausstand ist somit zu Ende. " Sociales. D " Fabrikgesetzgebung in Japan. " 18. Rob. 02, Der foeben eingetroffenen Labor World". Organ der socialdemokratischen Partei von Japan, entnehmen wir, daß der nächsten Landtagssession der Entwurf eines Fabrikgesetzes unterbreitet werden soll. Dem Centralorgan, dessen Redakteur der Genosse Katayama, ift ferner zu entnehmen, daß der Socialismus in Japan stetig an Ausdehnung gewinnt. Alle Bevölkerungsklassen, so schreibt Katayama, beschäftigen fich notgedrungen in freundlichem oder in feindlichem Sinne mit der socialen Frage und dem Socialismus. Eine Anzahl Schulz seine Aussage beschworen und trotzdem war sie unwahr. Syndikat der Walzwerke. Nach Mitteilung der Rheinisch- WestHeute hatte Schulz nicht nötig zu schwören. Jedenfalls verdient ein fälischen Zeitung" soll das in der Versammlung zu Stöln am Mann wie Schulz nicht den geringsten Glauben. Die Zeugen 22. d. M. beschlossene Syndikat nicht nur die Stahlwerke, sondern Benneck usw. verdienen doch, obwohl sie Socialdemokraten sind, zum alle deutschen Walzwerte umfassen, die Stabeisen und Grubenfchienen mindesten denselben Glauben wie Schulz. herstellen. Die zur Einleitung der ersten Verhandlungen gewählte Schulz wußte, daß er sehr hart verurteilt werden würde, es kam achtgliedrige Stommission hat ihre Thätigkeit noch nicht aufgenommen; ihm daher der Gedanke, sich als ein von der Socialdemokratie ver- es ist bis jetzt auch noch kein Tag in Aussicht genommen, an dem die führtes Opfer hinzustellen. Verführt war aber Schulz nicht. Nicht die erste Versammlung stattfinden wird. Boraussichtlich wird das aber Agitatoren find in Versammlungen, die allerwärts abgehalten werden, Socialdemokratie ist zu ihm, sondern er ist zur Socialdemokratie ge- in nicht zu ferner Zeit geschehen, da die heutigen Verhältnisse ohne für die Sache des Socialismus thätig. gangen. Meine Herren Geschwornen! Sie werden mir zweifellos irgenddwelche Preisvereinbarungen auf eine längere Dauer, wie beiflimmen, wenn ich sage: Wehe dem Menschen, dessen ganzes das Bechenblatt meint, taum haltbar sind. Die Hauptschwierigkeit Leben von dem unbeeideten Zeugnis eines Menschen abhängt, der für das Zustandekommen des geplanten Synditats dürfte auch dies wegen wiffentlichen Meineids bestraft iſt. Ich habe nichts weiter zu mal wieder in der Einschähung, an welcher alle früheren Werfuche Letzte Nachrichten und Depeschen. Westfälisches Coakssyndikat. Der Vorstand des westfälischen Die Köpenider Stadtverordnetenwahlen, die gestern stattfanden, Coatssynditats teilt der Reinisch- Westfälischen Zeitung" mit, daß endeten mit dem Resultat, daß die Genoffen Hein und Schneider für den Dezember nach den vorliegenden Aufträgen eine Bro- mit 847 beziv. 852 Stimmen gewählt wurden. Die Gegner brachten duktionseinschränkung von 17 Prozent gegen die vorgesehene Ein- es auf 94 bezw. 99 Stimmen. fchränkung von 19 Proz. im November erforderlich ist. Der formelle Beschluß soll in der nächsten Versammlung nachgeholt werden. Deputiertenkammer. fagen. Verteidiger Rechtsanivalt Heine- Berlin: Wäre die An- gefcheitert find, liegen. getlagte, als Schulz das erste Mal in die„ Gazeta Robotnicza" tam, anwesend gewesen, dann wäre die Notiz nicht in der Beitung er schienen, denn es ist geradezu kindisch, anzunehmen, ein so reicber Mann, wie der Erzpriester Schmidt, hätte sich an ein paar Mark Kollenden geldern bereichern wollen. Daß eine solche Behauptung der SocialDemokratie etwas nügen könnte, wird kein vernünftiger Mensch glauben. Der Herr Staatsanwalt hat versucht, das politische Gebiet zu streifen. Wie weiter bekannt wird, hat aus Anlaß des in den letzten Ich habe wohl nicht notwendig, den Herren Geschwornen zu bes Tagen durch die Preffe gehenden Gerüchts, es solle das Coatssyndikat Paris, 28. November.( W. T. B.) Rose bringt einen Antrag merken, daß politische Sympathie und Antipathie im Gerichtssaal dem Kohlensyndikat angegliedert werden, eine größere Anzahl von ein, nach welchem ein parlamentarisches Mandat unvereinbar mit teine Stätte haben dürfen. Es ist richtig, die Angeklagte ist Stokereien folgendes Schreiben an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats dem Amte eines Pariser Gemeinderats sein soll. Er verlangt Socialdemokratin, sie ist eine Gegnerin ber heutigen Gesellschafts- des Coatssynditats, Bergrat Pieper in Bochum, gerichtet:" Die unter für seinen Antrag die Dringlichkeit, welche mit 340 gegen 152 Stimmen Ebenso wird die von Rose beantragte soordnung. Ich erinnere aber daran, daß die Verfechter der deutschen zeichneten Beteiligten des Westfälischen Coatssyndikats beantragen beschlossen wird. Einheit in den 1830er Jahren als Hochverräter geachtet wurden, hierdurch, beunruhigt durch die umlaufenden Gerüchte über eine fortige Besprechung des Antrages, trotz Widerspruchs der Rechten während sie jetzt eine hervorragende Rolle spielen. Ich behaupte, beabsichtigte Verschmelzung mit dem Kohlensyndikat, eine Versamm mit 277 gegen 210 Stimmen angenommen. Milleboye bekämpft es giebt Leute, die sehr entschiedene Gegner der augenblicklichen Tung der Stokereibefizer zu berufen, um betreffs der Erhaltung die Vorlage, welche sich gegen 5 nationalistische Deputierte richte Gesellschaftsordnung und trotzdem sehr ehrenhafte Leute find. der Selbständigkeit eine Besprechung herbeizuführen." und eine Fehde- Erklärung an die Stadt Paris bedeute. Andrerseits giebt es große Verehrer der heutigen Gesellschafts- Die" Rheinisch- Westfälische Zeitung" fügt als Ergänzung dieser Ministerpräsident Combes erklärt, es sei leberlieferung, daß ordnung, mit deren Ehrenhaftigkeit es aber etwas hapert. Daß Meldung hinzu, daß die Mehrheit des Ausschusses des Kohlen ein Mitglied des Parifer Gemeinderats, das in den Senat oder die Angeklagte in der Festung Warschau wegen Verdachts, Socialistin funditats, der mit der Vorberatung der Erneuerung der Synditats in die Kammer gewählt werde, sein Mandat als Gemeinderat zu sein, 5 Monate gefeffen hat, tam doch nicht gegen fie fprechen. verträge beauftragt worden ist, zwar für baldigste Verlegung des niederlege. Doch wolle er, Redner, der Kammer in dieser Frage Der Herr Staatsanwalt fagte weiter: Die Angeflagte hat zum Sizes des Coatssynditats nach Essen sein dürfte, gleichzeitig aber volle Freiheit laffen.( Beifall links.) Schließlich wird der GegenSchein den Schriftsteller Caspari geheiratet, weil sie die Aus- auch die fernere Selbständigkeit des lezteren aufrechterhalten wissen antrag Lafies mit 442 gegen 58 Stimmen abgelehnt. Lieferung an Rußland fürchtete. Ich frage: Ift denn irgendwie wolle. Dasselbe gilt vom Britettverkaufsverein in Dortmund. festgestellt, daß Rußland die Auslieferung der Angeklagten verlangt hat? Wir sind doch noch nicht so weit, daß jemand an Rußland ausgeliefert wird, auch wenn derselbe nicht verlangt worden ist. leber die Ehe der Angeklagten weiß ich nichts Näheres, der Herr Staatsanwalt weiß es aber auch nicht. Jedenfalls Paris, 28. November.( W. T. B.) Die Budgetkommission hat fann nur das zur Grundlage eines Urteils gemacht werden, was Gegenstand der Beweisaufnahme gewesen ist. Die Angeklagte ist Bom Terrorismus der Unternehmer. Ein Harburger Maurer, trop der Erklärungen des Ministerpräsidenten mit 12 gegen jedenfalls feine Person, der man die That zutrauen kann. Der der im vergangenen Sommier infolge des Aussperrungsbeschlusses 11 Stimmen beschlossen, von dem Berigte des Generals einzige Belaftimgszeuge Schulz leidet an Strämpfen und ist ein Trinter. Der Jungen von Hamburg, Altona, Wandsbek und Harburg gleich Boyron Kenntnis zu nehmen, die Mitglieder der Komission aber Es ist jedenfalls sehr bezeichnend, daß man auf die Aussage eines vielen andren auf die Straße gesezt worden tvar, hatte türzlich bei zur Geheimhaltung zu verpflichten. Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Injeratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Beringsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Gewerkschaftliches. Deutsches Reich. Der Antrag Rose wird angenommen nach einer Verständigung mit den Nationalisten über die Festsetzung des Termins, an den die Neutvahlen vorgenommen werden. Dieser Termin wird auf zwei Monate nach Beginn der Ferien für die Kammer festgesetzt. Hierzu 2 Beilagen. Br. 279. 19. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Souabend, 29. Bovember 1902. Reichstag. 225. Sigung. Freitag, den 28. November 1902, nachmittags 2 Uhr. Ueber die Verhandlungen in der Kommission kann ich das Zeugnis ab- bei den Socialdemokraten: Das bezieht sich gar nicht auf Sie!) legen, daß eine Anzahl Herren durch ihre Reden die Be- Wenn der Abgeordnete sagt, daß in meinem Bureau eine solche Unratungen dort aufgehalten haben.( Widerspruch links.) ordmmg ist, daß etwas gedruckt wird ohne meine Genehmigung, so Durch die vielen langen Reden der Minderheit ist die Mehrheit viel ist das ein Vorwurf gegen, mich.( Widerspruch links.) Meine fach verhindert worden, selbst Anträge zu stellen( hört! hört!), die Serren! Ich gebe jeden Antrag in Druck, der eingebracht wird, das Am Bundesratstisch: Kommissare. fachlich begründet waren. Was die Zusammenfassung der Positionen ist gang und gäbe im Reichstag. Die zweite Beratung des Zolltarif- Gesezes wird fortanlangt, so bin ich durch die Beratungen der Sommisionen und des Plenums auf den Gedanken gekommen, ob nicht das Netz des Zollgejezt. tarifs so vorsichtig gesponnen ist, daß durch zerreißen einzelner Fäden das ganze werk gefährdet wird( Große Unruhe bei den wirtschaftlicher Intereffen nicht erfolgen tann.( Beifall im Centrum, Socialdemokraten), daß ein solches zerreißen ohne Gefährdung Gelächter links.) Präsident Graf Ballestrem: Ich hatte die Absicht, zunächst die Diskussion über die geschäftsordnungsmäßige Zulässigkeit des Antrags v. Stardorff zu eröffnen. Mir ist aber seitens mehrerer Herren mitgeteilt worden, daß sie noch außer dieser Diskussion vorher zur Geschäftsordnung sprechen wollten. Diese Herren haben sich schon gestern dazu gemeldet. Ich erteile das Wort zur Geschäftsordnung dem Abg. Dr. Spahn. Abg. Dr. Spahn( C.): Mehrere Redner haben sich gestern Angriffe gegen die Geschäftsführung des Herrn Präsidenten erlaubt. Ich glaube, es wäre dazu feiner Zeit Präsident Graf Ballestrem( unterbrechend): Ich würde den Herrn Abgeordneten bitten, die Geschäftsführung des Präsidenten nicht in den Bereich seiner Erörterungen zu ziehen. Das entzieht fich der Diskussion. Abg. Dr. Spahu: Das lag mir auch fern. Abg. Schrader( fr. Vg.): Abg. Haase( fortfahrend): Die Erklärung des Herrn Präsidenten ist ja für die Aufhellung des Sachverhalts von einiger Bedeutung. Ich verwahre mich aber Ich habe mich vielmehr lediglich gegen die Antragsteller gewandt. dagegen, daß ich mich gegen den Herrn Präsidenten gewandt hätte. Jedenfalls besteht kein Zweifel, daß die Antragsteller Zeit genug gehabt hätten, mit dem Herrn Präsidenten zu sprechen. Aber sie die UeberDie Mehrheit ist nicht, wie sie behauptet, durch die haben es ihm absichtlich verfchwiegen, um Taftit der Minderheit, sondern durch ihre eignen Fehler rumpelung durchführen zu können. Herr Bachem meinte, die zu diefem Antrag getrieben worden. Hätten Sie nach unfrem Vors Mehrheit wolle ja die Beratung gar nicht beschränken. Da hat Cr doch- auf schlag den Zolltarif jofort an das Plenum gebracht, so wären wir heute ein großes Stück weiter. Aber Sie glaubten in der Kommission baß Herr Nichter beantragt hatte, den Antrag begründen zu lassen ein zu großes Maß von Leichtgläubigkeit auf mifrer Seite spekuliert. Ich erinnere daran, am besten Ihre Kompromisse schließen zu tönnen. Jetzt soll nun die und dann die Sigung zu vertagen. Nach ihm tam Herr Baffermann fachliche Verhandlung des Tarifs Ihre Fehler büßen. Am Stellen zum Wort. Er ging aber nicht auf diesen Vorschlag ein.( Buruf bei von Anträgen ist die Mehrheit zu feiner Zeit der Beratungen geben Nationalliberalen: Das war vorher! Lebhafter Widerspruch Anträge unterlassen haben, so wäre das ihre eigne Rede des Abg. Richter. Erst später sind Sie zu der Ansicht gehindert gewesen. Sollten die Herren aus Bequemlichkeit links.) Nein, Herr Bassermann, das war nach der zweiten Schuld. Der Vorredner sprach von Notwehr. Der Antrag v. Kardorff bedeutet aber eine Ueberschreitung der Notwehr unter Anommen, daß Sie eine große Dummheit begangen hatten, Abg. Dr. Spahn( C.): Bei der Beurteilung unfrer Geschäfts- wendung unzulässiger Mittel.( Sehr gut! links.) Dr. Spahn als Sie selbst die einfachsten Regeln der Loyalität schnöde brachen. darüber, wie der Inhalt oder die Form der Gesetzes- aber enthalte nur Positionen, Artikel gebe es mir in dem Geſetz. Herr Spahn sagte, die Mehrheit sei vorwärts gedrängt in der Notordnung muß man sich gegenwärtig halten, daß dieselbe Vorschriften meinte,§ 19 der Geschäftsordning spreche von„ Artikeln"; der Tarif( Sehr wahr! bei den Socialdemokraten.) Da sind Sie schließlich vorschriften beschaffen sein soll, nicht enthält. Sie Deshalb sei man berechtigt, alle Bofitionen in einem einzigen we hr. Sind denn jest alle Begriffe verdreht? will an sich nur das Verfahren regeln, in dessen Verfolgung der Artikel zusammenzufassen. Wir haben aber regelmäßig die Präsident Graf Ballestrem: Wenn auch andre Herren das vielleicht gestern gethan haben, so würde ich es heute doch nicht zu laffen können. 0 auf die Ausrede verfallen, die dann Herr Bachemt vorbrachte. Die Rechte ( Sehr Reichstag die Aufgabe lösen kann, die ihm nach Art. 5 der Neichs- einzelnen Positionen eines Tarifs bei der Beratung und Ab- Notwehr seht doch eine gesetzwidrige Handlung voraus. Die Linte verfassung zugewiesen ist, bei der Gesetzgebung mitzuwirken. Art. 19 ftimmung als selbständige Artikel behandelt. Das Vorgehen des aber hat ihren Kampf stets mit geschlichen Mitteln geführt.( Schr der Geschäftsordnung, auf den sich die Bedenken gegen die Zulässig- Dr. Spahn führt uns auf einen Weg, auf dem eine ordnungsmäßige wahr links.) Herr Spahn hat ja deutlich verraten, worauf es den feit des Antrags v. Kardorff beziehen, trifft im wesentlichen Beratung dieses Zolltarifs überhaupt unmöglich ist.( Sehr wahr! so vorsichtig gesponnen, daß sie leicht zerreißen könnten. Also weil Herren eigentlich ankommt. Er sagte, die Kommissionsbeschlüsse find mur Bestimmungen über die Meihenfolge der geschäft- links.) Solange die Geschäftsordnung besicht, find wir an fie ge- Sie fürchten, es fönnte materiell ein Beschluß zu stande tommen, lichen Behandlung, Es bleibt danach ebensowohl dem bunden. Die Beweisführung des Abg. Spahn für die Zulässigkeit deswegen Bundesrat wie einzelnen Mitgliedern dieses hohen Hauses über- des Antrages ist absolut mißglüdt.( Zustimmung fints.) Herr der Ihnen nicht zusagt, des te gen unterdrücken Sie die Distuffions. lassen, über die formelle Behandlung von Botlagen Kardorff hat gestern zum offenbaren Mißberguügen feiner freiheit.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.). zu befinden. Der Bundesrat fann sehr wohl auch die Freunde ausgeplaudert, daß es sich bei seinem Antrag um eine Als mir vor längerer Zeit einmal ein hervorragender Jurist Sisparatesten Gegenstände zusammenfassen und En bloc- Annahme des Bolltarifs handelt. Der Ausdruck war ganz Tarif durch irgend ein Mittel aus der Welt geschafft würde, lachte jagte, das Centrum würde schon dafür sorgen, daß der ganze Vorlagen in einem einzigen Artikel an das richtig. Eine solche En bloe- Annahme ist aber unzulässig. Bei hohe Haus bringen. So hätte der Bundesrat sehr wohl, jedem früheren Antrag auf En bloc- Annahme ist die Frage an das ich laut auf und berief mich auf das Gewissen der ohne gegen unfre Geschäftsordnung zu zu verstoßen, das Haus gerichtet worden, ob jemand widerspreche, und der Wider und darauf, daß der Herr Präsident einen solchen AnCentrumsjuristen( Hohngelächter bei den Socialdemokraten) 3olltarif Geset mit dem 3olltarif in in einem fpruch eines Einzelnen genügte, um ein solches Verfahren unmöglich trag niemals zulassen werde. Ich muß ja zugeben, daß einzigen Artikel an das Haus bringen tönnen.( Buruf zu machen. hif links: Das sind ja unglaubliche Ansichten!) Der Bundesrat hat diesen Weg nicht gewählt, sondern uns den darstellen möchten. Die Sache ist keineswegs so harmlos, wie die Antragsteller ich allzu vertrauensselig gewesen bin.( Sehr wahr bei den SocialBeschlüsse, die in einer der GeschäftsBeschlüsse, die in einer der Geschäfts- demokraten.) Die juristischen Gründe des Herrn Spahn liefen auf Zolltarif gebracht in der Form eines Bolltarif- Gefeßes mit einer ordnung nicht entsprechenden Form gefaßt find, find um eine Worttüftelei hinaus: ist eine Tarifpofition auch ein Anlage, welche den Zolltarif enthält. Artikel. Wenn um der Bolltarif eine gültig.( Sehr wahr! tints.) Bisher hat nie ein gweifel davilber bestanden, daß Die Konsequenz ist, ist, daß Anlage zu diesem Gesez ist, dann kann in Frage kommen, ob unsre die zweite zweite Lesung ungültig wäre die Positionen einzeln zu beraten sind und auch der Herr und wir nicht int Geschäftsordnung etwa unter der Bezeichnung Artikel auch diese die dritte Lesung eintreten können. In der dritten Lesung pofitionen entsprechend der bisherigen Pragis einzeln aufzurufen. Präsident hatte bereits borgeschlagen, die einzelnen TarifAnlage versteht, und es würde dann auf Grund des§ 19 aber wäre die Mehrheit wieder vor dieselbe Frage gestellt wie jetzt. Beiter hat Herr Spahn daran erinnert, daß eine Reihe von Gesetzen über diese Gesamtanlage bebattiert werden können. Ich trage Auch dort fann eine fachliche Diskussion der einzelnen nicht im einzelnen beraten, sondern als Ganzes übernommen worden Bedenken, diese Schlußfolgerung zu ziehen. Die Geschäftsordnung Artifel verlangt werden, enthält zwar nichts über den Begriff der Anlage, in Bezug auf den die Geschäftsordnung in derselben Weise noch ein zweites Mal zu zwischen den beiden Fällen bemerkt? Dort handelte es sich um Sie wären gezwungen, feien. Hat denn Herr Spahn gar nicht den gewaltigen Unterschied Etat aber ist vom Reichstag im Jahre 1892 ausdrüdlich ent- verletzen. Glauben Sie aber, daß der Bundesrat ein solches un Gefeße, die in Geltung waren, die von gefeßgebenden Körper schieden worden, daß Artikel nach§ 19 der Geschäftsordnung die gültiges Gesetz sanktionieren würde? Ich nehme an, daß der Paragraphen des Etatsgefezes find, daß aber die einzelnen Etats- Bundesrat in einem solchen Fall gegenüber der Reichstagsmehrheit als Brotest gegen das Verfahren erhoben, wie Herr Spahn selbst bemerkte. schaften durchberaten waren und außerdem hat damals niemand stellen Bofitionen genannt werden. Man unterscheidet also Biter des Rechts auftreten, würde. Der bedeutende Staatsrechtszwischen dem Begriff Position und dem Begriff Artikel. Lehrer Laband sagt, daß der Kaffer das Recht und die Pflicht err Spahn jagt, die Linte habe die Kommiffionsberatung hinausWenn aber danach der§ 19 der Geschäftsordnung auf Tarifftellen habe, zu untersuchen, ob ein Gesetz in verfassungsmäßiger Weise gezogen, jegt sei es zu spät, den Tarif durchzuberaten. Wie war nicht anvendbar ist, dann ergiebt fich daraus notwendig, daß, weil die Zustimmung des Reichstages und Bundesrates erhalten hat und die Regierung in die Haare, dann tamen immer wieder es denn in der That. Zunächst gerieten sich die positive Bestimmungen der Geschäftsordnung über die Frage der( hört! hört! links), ob Reichstag und Bundesrat den bestehenden Anträge von der Rechten, dann handelte es sich darum, wie weit Behandlung einer folchen Anlage, wie die Gesamtheit der Zolltarif Borschriften entsprechend gehandelt haben.( Hört! hört! links.) mind estzölle gewährt werden können, dann kam die lange ftellen hier ist, nicht getroffen sind, dieses hohe Haus über diefe Diese bestehenden Vorschriften find aber niedergelegt in unsrer Ge- inbestzölle Frage zu entscheiden hat. Die Wehrheit mag darüber beschließen, schäftsordnung. Wird der Reichskanzler, nachdem solche Bedenken Debatte über den Quebrachozoll; der Streit wie fie will, jedenfalls kann in ihrem Beschluß niemals eine hier gegen die Gefeßmäßigkeit des Antrages vorgebracht sind, fich bat den Grimdfat aufgestellt. daß die Mehrheit im Parlament ficha wischen Spinnern und Webern usw. usw. Herr Spahn Gesetzesverlegung liegen.( Widerspruch bei den Socialdem.) entschließen, dem Kaiser die Bollziehung eines solchen Gesetzes zu souverän über die Geschäftsordnung ist. Am 18. Mai 1900 hat dea Unser Antrag ist also geschäftsordnungsmäßig zulässig. Er bezieht empfehlen? Er wirde damit eine sehr schivere Verantwortung fich nur auf die Tagesordnung, die den Tarif und das Tarifgeses auf sich nehmen.( Sehr wahr links.) Es wird ja behauptet, der Präsident Graf Ballestrem aber gegenüber dem Abg. zum Inhalt hat. Schon daraus, daß der Bundesrat stets in der Anirag. v. Kardorff sei in lebereinstimmung mit dem Reichskanzler äußerst treffendem Ausdruck erklärt: Die Mehrheit ist Herr b. Kardorff unter dent Beifall der Mehrheit des Hauses mit Lage gewesen wäre, uns den Zolltarif als Teil des Tarifgefetzes vorbereitet worden. Dann befände fich der Reichskanzler in einem über die Geschäftsordnung innerhalb der Geschäftsordnung. vorzulegen, ergiebt sich allein die Richtigkeit unsrer Auffaffung. schweren Irrtum. Ich wünsche lebhaft, daß der Reichskanzler ſelbſt wahr! lints.) ( Sehr richtig! rechts. Lachen links.) Wir haben auch schwerwiegende hier erscheinen möge, um mit uns über diese Frage zu diskutieren, ein Antrag nach der Geschäftsordnung zulässig ist, wie Graf Der Bräsident allein hat darüber zu bestimmen, ob Bräcedenzfälle für unser Vorgehen. Ich erinnere daran, daß unter die eine weit über den Zolltarif hinausgehende Bedeutung hat. Ballestrem auch erst vor wenigen Tagen einen Antrag Nichter nicht einer gana ähnlichen Geschäftsordnung, der preußischen, nach( Bustimmung links.) Wenn dieser Antrag für zulässig erklärt wird, Der Annegion der neuen Landesteile weil er gefchäftsordnungsmäßig das Annerionsgefeß fo fönnte zum Beispiel bei der Etatsberatung jede Minderheit, zum Drud gab, in der Weise gemacht ist, daß man die preußische Ver- die zufällig gerade die Mehrheit der Anwesenden bildet, eine glieder des Reichstages fo lange bindend, bis sie durch unzulässig sei. Die Geschäftsordnung ist für die Mitfassung einfach auf die neuen Landesteile ausgedehnt hat. Mian En bloc- Annahme des Etats mit Aenderung beliebig vieler Pofitionen einen hat es damals nicht einmal für notwendig befunden, die Ver- beschließen.( Schr richtig! links.) Jede Minderheit tönnte in einem ordnungsmäßigen Beschluß geändert ist. faffungsurkunde für diese Landesteile noch einmal als Anlage zu günstigen Moment die ganzen Militär- und Marineausgaben aus gedroht, jetzt aber fönnen Sie nicht per majora Ihren Willen Den Weg fönnten Sie gehen. Sie haben auch damit dem Gesetz zu publizieren. Niemand hat damals geschäftsordnungs- dem Etat herausbringen und dann die zweite oder dritte Lesung dem Hause aufzwingen.( Sehr wahr! links.) Wenn Sie trotzdem gedroht, jetzt aber können Sie nicht per majora Ihren Willen mäßige Bedenken gegen diesen Vorschlag geäußert. Es ist zwar endgültig schließen. Das wäre keine Geschäftsordnung mehr, sondern so vorgehen, so machen Sie das Präsidium zu einem Schemen. Der später bezweifelt worden, ob den Bestimmungen für die Publikation die schlimmste Geschäftsunordnung.( Sehr gut! links.) Es kann der Präsident hat dann lediglich den Willen der Mehrheit zu erfüllen. von Gesetzen auf diese Weise genügt sei, aber die Gerichte haben deutschen Nation nicht zugemutet werden, auf diese Weise dieje Art von Publikation für zulässig erklärt. Und was ist im der Willtür vielleicht einer Minoritäten ausgesezt zu fein. Geben Sie also zu: wir haben gefündigt und freten zurüd! Sie Hoffnung, daß Norddeutschen Bunde geschehen? Bei der Publitation der Ber- Wir haben einen Anspruch darauf, daß solche Dinge, die das ganze Senn zu einem solchen Entschluß gehört moralischer freilich das thun, habe ich fajjung des Norddeutschen Bundes wurde die gesamte preußische Militär- Erwerbsleben auf das tiefste berühren, in voller Deffentlichkeit beGesetzgebung in die Bundesstaaten eingeführt. Auch damals wurden keine raten werden. Das ist bisher nicht geschehen. Unfre Geschäfts- u.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Die Centrumsgeschäftsordnungmäßige Bedenken geltend gemacht, sondern man ordnung verlangt dies und wir müssen es verlangen. Für die Re- iuristen sollten zusammentreten, um zu verhindern, daß diesem zum Teil sehr veraltet sei, daß zum Beispiel Bestimmungen über gung in ihrer Pofition gegenüber dem Ausland.( Sehr wahr! links.) fireich.( Bravo! Bravo! links.) Thun Sie es nicht, so machen Sie verwies nur darauf, daß der materielle Inhalt dieser Gesetzgebung gierung bedeutet die Annahme dieses Antrags eine schwere Schädi- geseglofen Borgehen die gefeßliche Sanktion gegeben würde. Sie müßten, wenn Sie Verstand hätten, rebellieren gegen diefen Staatsdas Einquartierungswesen vom 17. März 1810 ftammten. Herr Sehr bezeichnend ist, daß selbst die National- 3eitung" ihre Vaher hat sich gestern veranlaßt gefehen, ums in feiner Eigenschaft heftige Empörung zum Ausdrud bringt darüber, daß Anhänger ihrer ich mitschuldig an einem Verbrechen!( Stürmischer, wiederholter als Präsident der württembergischen Kammer eigenen Partei einen solchen Antrag eingebracht Beifall und Händeklatschen, links.) Vorlesungen über Anstand zu halten.( Unruhe und vertreten haben.( hört! hört! links.) Die Autorität Abg. v. Normann( f.) Ich habe im Namen meiner politischen Tints.) Als aber die Militärfonvention, als die Versailler der Antragsteller ist im Lande bereits jetzt auf das schwerste er- Freunde zu erklären, daß wir geschlossen( Hört! hört! und Unruhe Berträge in der württembergischen Kammer zur Verhandlung tamen, schüttert.( Buruf rechts: Lassen Sie das unfre Sorge sein!) Treten lints) für die Zufäffigkeit des Antrags Sardorff stimmen werden da wurde ausdrücklich beschlossen, daß von einer Kommissions- Sie von Ihrem verderblichen Beginnen zurück, das Sie doch nicht( Große Unruhe links, Gelächter und Aufe: Na natürlich!) obgleich beratung Abstand genommen werden folle, ohne daß geschäfts- durchsetzen können.( Lebhafter Beifall links.) ein Teil meiner politischen Freunde mit dem materiellen Inhalt des ordnungsmäßige Bedenken geltend gemacht wären. Richtig ist ja, Antrags nicht übereinstimmt.( Erneute Unruhe links.) Die flare daß bis jetzt nur die Kommission des Reichstags über den Tarif und fachgemäße Begründung des Antrags durch Herrn Spahu beschlossen hat. Wenn aber der Reichstag sich unserm Antrage an Mie ist wohl eine schlechte Sache mit so schlechten Gründen ver-( Minutenlanges Gelächter links- Glode des Präsidenten) auf schließt, genehmigt er eben diese Beschlüsse der Kommission. Wir teidigt worden, als der Antrag v. Kardorff durch Herrn Spahn. Grund einer gerechten Auslegung der Geschäftsordnung( Lärm links) wären nur dann verpflichtet gewesen, in die Einzelberatung des( Sehr wahr! bei den Socialdemokraten.) Es hat sich gezeigt, daß und an der Hand einiger parlamentarischer Präcedenzfälle( ErTarifs einzutreten, wenn wir den Termin des Junkrafttretens im wenn es das politische Bedürfnis erfordert, sich immer ein Jurist neutes Gelächter links) haben uns überzeugt.( Nuf links: Hurra! § 12 eingefeßt hätten. Nachdem dies beseitigt ist, kommit der Tarif findet, um auch das objektive Unrecht mit einem Schein Hurra!) Aus den bisherigen Reden gegen die Zulässigkeit haben überhaupt nicht in Wirksamkeit, sondern der Tarif verliert damit seine von Recht zu belleiden.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) wir noch keinen Grund entnehmen können, um von unfrer Ansicht innere Bedeutung für das Volk, für die Bevölkerung. Sein Hauptvert Dieser Schein ist hier allerdings so durchsichtig, daß jeder dahinter abzuweichen.( Bravo! rechts. Lautes Gelächter links.) ist vielmehr, daß er ein Instrument ist, um Handelsverträge abzuschließen. Die nadie Blüße des parlamentarischen Staatsstreiches sieht.( Schr Abg. Richter( frj. Bp.): Nachdem so die Bedeutung des Tarifes erheblich verringert worden wahr! bei den Socialdemokraten.) Die Ausführungen des Herrn ift, liegt kein Anlaß bor, die Verhandlungen darüber derartig aus- Spahn haben bewiesen, daß es dringend notwendig ist, im Interesse Ich hatte gestern vorgeschlagen, daß der Antragsteller den andehnen, wie es sonst notwendig gewesen wäre.( Sehr richtig! in des Parlaments, im Interesse der Mehrheit selbst erst einige Tage Antrag begründen und daß wir uns dann vertagen sollten. Ich Centrum und rechts.) Alle auswärtigen Staaten, mit denen wir ins Land gehen zu lassen, bevor wir uns mit der Frage der Zu- hätte diefen Vorschlag nicht gemacht, wenn ich gewußt hätte, daß Handelsverträge geschlossen haben, sind in der Lage, uns diese lässigkeit des Antrags beschäftigen. Ich bin überzeugt, daß ein Herr Spahn nichts weiter zur Rechtfertigung der Zulässigkeit des Handelsverträge zu fündigen. Damit müssen wir rechen und deshalb Mann wie Herr Spahn, Mitglied des höchsten Gerichtshofes, es Antrags vorzubringen wissen würde, als er vorgebracht hat. Herr muß der Bundesrat in die Lage verfekt tverden, sofort in neue nach einigen Tagen ruhiger Ueberlegung mit seinem juristischen Ge- Spahn, so etwas Gefünftettes und Gesuchtes in der Bertragsverhandlungen einzutreten.( Sehr richtig bei den Rational- wissen nicht mehr vereinbaren kann, den Standpunkt einzunehmen, den er te chtsauslegung, wie Sie es vorgebracht haben, ist mir Liberalen.) Zu neuen Vertragsverhandlungen aber ist der heute vertreten hat. Ich bin auch fest überzeugt, daß sich unter den doch noch nicht passiert!( Lebhafte Zustimmung links.) bestehende autonome Zolltarif fein ausreichendes Instrument. Cenirumsjuristen mehrere befinden, die in der Fraktionsberatung gegen Herr Spahn meinte, wenn die Regierung den Tarif in ( Lebhafte Zustimmung rechts.) Seit wir ihn geschaffen haben, diesen Antrag protestiert haben. Daß die Herren selbst das bestimmte einen Artifel des Gesetzes hineingearbeitet hätte, dann find eine Reihe Bertragsstaaten dazu übergegangen, ihren Gefühl des Unrechts haben, haben ja die Vorgänge des wären wir ja in der gleichen Lage getvesen. Stennt Herr autonomen Tarif zu erhöhen. Deshalb find wir gezwungen, auch gestrigen Tages fchlagend bewiesen. Mit voller Absicht haben Sie Spahn das Wort nicht: Der Mann, der das Wenn und unsrerseits an der Hand eines neuen Tarifs die Verhandlungen mit dem Präsidenten nicht vorher ihr Vorhaben mitgeteilt. Staum hatte das Aber erdacht, hat sicher aus Häckerling Gold schon gemacht." diesen Staaten aufzunehmen. Dies find die wirtschaftlichen Gesichts- der Präsident erklärt, ich habe den Antrag eben erst gelesen, da wurden( Seiterkeit links.) Wenn die Regierung das gethan hätte, hätte sie punkte, die uns zu unserem Vorgehen drängen. Die Herren von der bereits die Druckegemplare verteilt. Daraus folgt, daß der Antrag etwas durchaus Widersinniges, mit der Natur des Zollsocialdemokratischen Partei haben gestern wieder erklärt, sie würden ohne Genehmigung des Präsidenten gedruckt werden tarifs Unvereinbars gethan und der Reichstag hätte zuerst alles das Zustandekommen des Tarifs mit allen Kräften verhindern. Das mußte. auseinanbernehmen und gesondert behandeln müssen.( Sehr richtig! swingt uns zu diesen Maßregeln der Notwehr, die wir ergriffen haben, Präsident Graf Ballestrem: Herr Abgeordneter, ich habe schon lints.) Was ist denn der Unterschied zwischen Gesekgebung um das Zustandekommen des Tarifs in diesem Reichstage zu ermöglichen. vorher gebeten, daß die Geschäftsführung des Präsidenten nicht in und Verordnung? Das Gesetz schafft Rechte und Pflichten ( Lebhafter Beifall in der Mitte, rechts und bei den Nationalliberalen.) den Bereich der Distuffion gezogen wird.( Stürmische Unterbrechungen für den einzelnen Bürger, Auch der Belttarif begründet Abg. Haase( Soc.): 1/ nicht, " = " " in " für Kauf und Verkauf, Handel und Wandel eine funden in der Freifinnigen Zeitung".( Anhaltende Rufe| lungen über Sonntag vertagen müffen, damit die Erregung fich legt. große Anzahl Rechte und Pflichten. Geseze werden im bei den Socialdemokraten:" National- Zeitung"! National- Zeitung"! Die Auslegung des Antrages durch Herrn Spahn ist von den Reichs Gefeßblatt bekannt gemacht. Wird der Antrag Kardorff National- Zeitung"!) Der Redner muß eine längere Pause Juristen hier zerpflückt worden. Der Antrag ist entstanden, laffen. Gesez, so wird darin auf eine Nummer 727 der Anlagen zu den eintreten ( Abg. Singer begiebt sich mit der als der Handel zwischen Mehrheit und Regierung der Hand zum Redner ( Lebhafte Zustimmung bei parlamentarischen Verhandlungen verwiesen und der Bürger, der National Zeitung" auf die zu stande gekommen war. sich über das Gesetz orientieren will, fann sich nicht ans Tribüne und überreicht sie ihm. Stürmische Heiterkeit. Den Socialdemokraten.) Wenn dem Präsidenten die Unzulässigkeit Reichs- Gesetzblatt halten, sondern muß sich ans Reichstags- Bureau Vicepräsident Graf bon Stolberg schwingt heftig die des Antrages lar- war, dann hätte er die Entscheidung über die mit der Bitte um den betr. Band wenden.( Große Heiterkeit links.) Glocke und ersucht in erregtem Tone um Ruhe.) Abg. Bassermann Zulässigkeit nicht in die Hände der Mehrheit legen sollen. Wenn Herr b. Kardorff hat sich für feinen Antrag anf einen Vorgang bei verliest den Artikel der Freisinnigen Zeitung" gegen die die Mehrheit ihrem Willen durch einen Bruch der Geschäftsordnung einem Geseze aus dem Jahre 1879 bezogen. 1879 und 1885 find socialdemokratische Obstruktion.( Auf der linken Seite ertönen fort- Geltung verschafft, dann degradiert die Mehrheit den Gefeße erlassen worden zur vorläufigen Inkraftſegung der Zolltarif- während neue Rufe:" National- Zeitung"! Rational- Präsidenten des Hauses zu einem Bräsidenten der gefeße, die damals den Reichstag beschäftigten. Es besteht nur eine Beitung") Herr Richter hat die socialdemokratische Taktik Mehrheit.( Stürmischer Beifall bei den Socialdemokraten. ganz äußerliche Aehnlichkeit mit der jezigen Situation. Das Ent- die Karikatur einer Parlaments Verhandlung Vicepräsident Graf v. Stolberg schwingt mit beiden Händen die scheidende ist, daß in jenem Geseze bestimmt ist: auch vorläufig genannt. Wir wollen nicht, daß die achtundfünfzig Stimmen Glocke und bewegt dabei den ganzen Körper.) dürfen diese Bestimmungen nicht eher in Kraft gesezt werden, als der Socialdemokraten dem Reichstag ihren Willen aufzwingen. Bicepräsident Graf Stolberg- Wernigerode( unterbrechend): Jch bis der Reichstag in zweiter Lesung diese Vorlagen geschäfts- Daß Sie das wollen, das haben Sie in München, das hat Herr bitte den Redner, eine Stritit der Thätigkeit des Herrn Präsidenten ordnungsmäßig erledigt hat.( hört! hört! links.) Diese Be- Bebel in Hamburg, das haben Sie auch gestern verraten.( Ruf zu unterlassen. stimmungen lagen im Interesse der Allgemeinheit, waren nicht links: Was haben Sie denn in Eisenach gesagt?( Sehr gut! links.) Abg. Geyer( fortfahrend): Ich habe die Thätigkeit des Präfigegen den Widerstand einer Minorität beschlossen worden. Wir können nicht die Verantwortung für das Scheitern des Zoll- denten nicht kritisiert, sondern nur fonstatiert, was die Mehrheit aus Man wollte durch die damaligen Geseze verhindern, daß tarifs tragen. Es handelt sich auch nicht um den Zolltarif allein. dem Präsidenten macht.( Buruf bei den Socialdemokraten: So ist in der Zeit zwischen der zweiten Lesung des Zolltarifs Siegt hier die Obstruktion, so wird fie bei jedem wichtigen Gesez es ganz richtig!- Große Heiterkeit.) Die Mehrheit glaubt offenbar, und der Publikation des Gesetzes nach der dritten Lesung Importeure tommen.( Ruf links: Sie haben bei der lex Heinze ja auch mit die Dinge werden sich im Plenum eben so leicht machen laffen fich die geringeren Tarife zu Nuze machten, um durch Masseneinfuhr gemacht.) Nein!( Lärm rechts. Vicepräsident v. Stolberg: Gin wie in der Kommission. Hier im Plenum aber haben wir die für lange Zeit die Wirkung der Zollerhöhungen zu neutralisieren. Abgeordneter hat hier gerufen: Sie reden die Unwahrheit. Ich rufe jezt. Wenn = zu beschließen! Die ganze preußische Konfliktszeit hängt mit diesen Südekum kennt mein agrarisches Herz nicht, sonst müßte sucht. mir Surch die Kommissionsbeschlüsse die fetzen. Sie hat es durch ihr berechtigtes Verhalten wollte. Die Abg. Geyer( fortfahrend): Die Mehrheit behauptet, das Urteil des Boltes nicht zu scheuen. Dr. Spahn hat sich auf Präcedenzfälle berufen, die 30 bis den betreffenden Herrn zur Ordnung. Lachen bei den Social- Pflicht, Ihr Vorgehen in allen Einzelheiten vor dem Lande zu be leuchten. Herr von Stardorff hat schon als Vorsitzender der Zoltarif40 Jahre zurüdliegen. Es handelte sich bei diesen unmittelbar nach demokraten.) Wir sind verpflichtet, den Parlamentarismus vor Ihnen Kommission Magimen zum Ausdrud gebracht, die auf diesen Antrag dem Kriege erlassenen Gesezen nicht um eine Abänderung der Ge- zu schüßen. Das ist der Grund, weshalb wir dem Antrag hinwiesen.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Es ist be fezze, sondern lediglich um eine Ausdehmung des Geltungsbereichs b. Kardorff zustimmen.( Lebhafter Beifall rechts, im Centrum und fannt, daß Herr v. Stardorff den Streich verübte, die Positionen schon bestehender Gefeße, wie es auch z. B. bei der Ausdehnung von bei den Nationalliberalen, lebhaftes Zischen links.) massenhaft zusammenzufassen Reichsgefeßen auf Helgoland der Fall gewesen ist.( Zustimmung Abg. Liebermann v. Sonnenberg( Antis.): Vicepräsident Graf Stolberg Wernigerode: Jch bitte, die links.) Jene Gesetze bezogen sich sich auf die Annegion der Reichslande und die württembergische Militär- Herr Südekum hat gestern gesagt, meine Unterschrift fehlte noch Thätigkeit der einzelnen Mitglieder der Kommission hier nicht zu fonvention. Dabei lag die Sache völlig anders wie auf dem Antrag v. Kardorff, dann wäre er erst nett. Herr Südekum kritisieren. Abg. Geyer( fortfahrend): Die Minorität erklärte sich gegen Sie aber diesen Antrag v. Kardorff für zu- irrt sich sehr. Ich bin auch von dem Antrag überLässig erklären, so giebt es kein Mittel dagegen, daß in dieser Weise rumpelt worden.( Heiterkeit.) Allerdings wie Gothein, diese Zusammenfassung, mittels deren der Tarif durchgepeitscht auch der ganze Etat angenommen wird. Was hat es in der parla- dem schon vor einigen Monaten der Antrag mit werden sollte. Ein Teil der Herren, die heute mit den Agrariern mentarischen Geschichte für langwierige Erörterungen und Kämpfe geteilt worden ist und der dann gestern sich verbunden sind, haben damals noch anständigerweise das Vorgehen Herr des Herrn v Kardorff wenigstens nicht zu verteidigen ges über das Recht gegeben, über die Etatspositionen im einzelnen doch überrumpelt fühlte.( Große Heiterteit.) Daher fonnte die Minderheit ihren Willen durch Kämpfen der Specialisierung des Etats zusammen. Auflösungen find er wissen, daß wegen dieser Frage erfolgt. Alles das würde gar keinen Sinn mehr Interessen der Landwirtschaft nicht genügend gewahrt erscheinen dahin gebracht, daß Herr v. Kardorff sein Amt als Vorsitzender der haben und gar nicht zu verstehen sein, wenn man jetzt nach dem und daß ich schon deshalb nicht für den Antrag v. Kardorff, Stommission quittieren mußte.( Unruhe rechts.) Antrag Kardorff über diese ganze Specialiſierung hinwegfeßen Antrag ist auch ganz flüchtig und nnverständlich genannt. Außerdem Vorgänge aus der Kommission, soweit sie Bersonen betreffen, hier ebensowenig für einen andern Kompromißantrag stimmen kann. Der Vicepräsident Graf Stolberg- Wernigerode( erregt): Ich bitte, Ebenso wenig Beweistraft hat die Bezugnahme auf die habe ich aber außerordentlich tiefgehende Zweifel an seiner geschäfts- Vorgänge aus der Kommission, soweit fte Berfonen betreffen, hier Resolution von 1891. Diese ist beschlossen worden, um zu verordnungsmäßigen Zulässigkeit und diese Zweifel sind heute durch die nicht zu kritisieren.( Ruf bei den Socialdemokraten: Warum dem nicht?) Weil das den Gewohnheiten des Hauses widerspricht. Es war ein großer hindern, daß bei der zweiten Lesung des Etats tief einschneidende Rede des Abg. Richter noch verstärkt worden. Abg. Geyer( fortfahrend): Ich mußte diese Vorgänge im allAnträge improvifiert und von einem schwach besetzten Hause an- tattischer Fehler der Antragsteller, gestern nicht sofort in eine Bauſe genommen würden. Aus dieser flüchtig gefaßten Resolution fann gewilligt zu haben.( Sehr richtig!) Bei einem so wichtigen Antrag gemeinen hier anführen, damit far werde, wie die Mehrheit man doch nicht den Vorwand nehmen, jich über alle einzelnen Sonst erivedte man den Schein der Schritt für Schritt zu diesem Antrag Kardorff. mußte Frist gewährt werden. Bofitionen einfach hinwegzusetzen. Das Wort Etatsposition ist über- leberrumpelung, und als beabsichtige man, den Erfolg der Ueber durch den jest die Minderheit vergewaltigt haupt keine rechtsgültige Formel. Im Etat unterscheidet man Kapitel nachträglich erklärt, daß das keineswegs beabsichtigt sei, aber weshalb demokraten.) Die Mehrheit hat wiederholt Skandale in der Zollrumpelung so rasch als möglich einzuheimfen. Herr Bachem hat ja werden soll, gekommen ist.( Sehr gut! bei den Social und Titel, nichts andres. Der jezige Antrag bedeutet einen Dr. Spahn meinte weiter, der Tarif sei ja doch nur ein Instrument hat er denn nicht selber sofort die Vertagung beantragt, da über die fommission provociert. zum Zustandekommen von Handelsverträgen. Dann wäre ja der zulässigkeit des Antrages gestern doch schon genug geredet war. So direkten Bruch der Geschäftsordnung.( Sehr wahr! bei den Socialeinfachste Ausweg, daß Sie bloß die Mindeſtsätze festsetzten und ist die Debatte weitergeführt worden, und die Herren der Linten demokraten.) Der Einwand, die Obstruktion" habe diesen Antrag fich mit einer Resolution begnügten. Das würde boll- haben ihren Zived doch erreicht( Sehr richtig!) und werden ihn hervorgerufen, ist lächerlich. Die Würde des Barlamentes ist nic ständig genügen, wenn der Tarif weiter erreichen. Denn der Antrag wird nicht bewirken, schlimmer herabgefeht worden als in diesen Tagen seitens der Mehrnur als Instrument für Handelsverträge dienen sollte. Aber sowohl für die Artikel, die was sich die Antragsteller von ihm versprechen. heit, die, ohne irgendwie das Dekorum zu wahren, ihre Schachereien durch Handelsverträge nicht berührt werden, wie für die Länder, Der Antrag giebt die Möglichkeit und zeigt selber den Weg, zu jedem hinter den Coulissen betrieb, so daß der Reichstag zu einer Schachermit denen wir keine Handelsverträge abschließen, tritt der Tarif als einzelnen Paragraphen neue Anträge einzubringen.( Sehr richtig!) bude herabgewürdigt wurde!( Lebhafte Zustimmung bei den Socialjolcher in Kraft. Das Bolltarifgesez ist ein fubfidiäres Recht, das In der vorliegenden Form fann er gar nicht zur Abstimmung ge- demokraten.) Vicepräsident Graf Stolberg- Wernigerode unter Umständen für den internationalen Verkehr zwingende Be- bracht werden. Wir haben ja beschlossen, die Abstimmung über den § 1 so lange auszusetzen, bis der Tarif durchberaten ist. ( sehr erregt und wiederholt die Glode schwingend): jtimmungen enthält. Der Redner hat soeben gesagt, der Reichstag sei zu einer Endlich wies Dr. Spahn hin auf die zollpolitische logische Folge des Antrags Kardorff ist, daß erst die Beschlüsse der ZollSituation. Damit hat er sich von der Frage der Rechtmäßigkeit tommission Position für Position geprüft werden müssen.( Sehr richtig!) Schacherbude herabgewürdigt worden.( Lebhafte zurufe bei den auf das Gebiet der Zweckmäßigkeit begeben.( Sehr wahr! Tints.) egen dieses Antrags war der ungeheure Lärm nicht nötig, den Sie Socialdemokraten: Sehr richtig!) Das ist unzulässig. Ich rufe den Die zollpolitische Situation wird beherrscht von der Notwendigkeit,( nach links) darüber gemacht haben. Sie hätten lachen sollen. Ich Redner zur Ordnung!( Große Unruhe links. Rufe: Kuhhandel!) Handelsverträge zu stande zu bringen. Dieser Antrag bedeutet aber beda ure, daß eine große Gruppe thatkräftiger cin noch größeres Hindernis für das Zustandekommen von Handels- und überzeugter Förderer der Landwirtschaft verträgen, als die Regierungsvorlage.( Sehr richtig! links.) Viele ich bat bestimmen lassen, sich dieser Attion anBofitionen sind in der Kommission erhöht worden, und viele dieser schließen, die sie ruhig den andren Gruppen hätte über- Dann fordern Sie doch die Auflösung des Reichstags! Dann Erhöhungen sind von der Regierung als ein Hindernis für Handels- laffen sollen. Was haben denn die Konservativen eigentlich für haben Sie gleich das Urteil des Volkes! Wir wissen, daß die Mehrverträge bezeichnet worden. Ich bin der Ueberzeugung, daß es sich einen Anlaß, dem Auswärtigen Amt die Arbeit zu erleichtern, denn heit des Boltes auf unfrer Seite, auf Seiten der Minderheit dieses hier um einen so drastischen, flagranten Fall eines Geschäftsordnungs- darauf läuft doch die ganze Aktion hinaus. Handelsvertrags- Ver- Hauses, steht.( Lebhafte Bustimmung lints.) Die Mehrheit dieses bruches handelt, wie er bisher weder im Reichstag noch im preußischen handlungen sollen ermöglicht werden. Der Landwirtschaftsminister Hauses repräsentiert nicht die Mehrheit der Wähler. von Hammerstein ist bekanntlich geftürzt, weil er an höheren Vertreter der Minderheit des Voltes vindizieren sich hier Recht, Abgeordnetenhause vorgekommen ist!( Lebhafter Beifall links.) Tarif der durch diesen Mehrheit Getreidezöllen und an der Bindung der Viehzölle festhielt. das Er hat einem etwas elastischeren Minister Blaß gemacht. Intereffiert Volkes unabsehbaren Schaden zuzufügen. Und dabei wollen Sie Durch die Art und Weise, wie hier seitens der Socialdemokratie an Handelsverträgen ist in erster Linie der Handel, deffen Vertreter, noch die fachliche Diskussion über die Einzelheiten dieser ungehenren und der Freifinnigen Vereinigung die Obstruktion betrieben worden ich nenne Hammacher und Simon, die eigentlichen Macher des Schädigung verhindern! Sie glauben, daß das Volt bis zu den ist( Lärm links), find wir zu der Ueberzeugung gelangt, daß der Ganzen sind, wenn sie auch draußen in den Wandelgängen fißen. Wahlen die Vorgänge vergessen haben wird, wir Zolltarif bei einzelner Beratung feiner 946 Positionen niemals zu Der Antrag Kardorff wird den Konservativen viel mehr Un- werden aber für die Aufklärung des Boltes sorgen, denn es handelt Ende gebracht werden wird, nicht einmal der erste Abschnitt, und bequemlichkeiten machen, als ihnen lieb ist. Die deutschen Bauern sich hier um seine Eristenzfrage.( Sehr wahr! bei den Soc.) auch dann nicht, wenn das Haus immer bis zum 16. Juni beschluß- werden sich die Namen derjenigen ansehen, die auf diese Weise das Die Kölnische Volkszeitung" schrieb gestern, niemals ist die Schsucht fähig wäre.( Sehr richtig! rechts.) Die Socialdemokraten find über Erstgeburtsrecht der deutschen Landwirtschaft für ein Linsengericht ungescheuter und brutaler als politischer Grundsak proflamiert Etwas worden! Das trifft vollkommen auf die Schacherpolitik des den Antrag Kardorff sehr erregt getvesen.( Ruf links: Die, National- hergeben.( Bravo! bei den Bündlern und Antisemiten.) Der Präsident Centrums zu.( Sehr wahr bei den Socialdemokraten.) An 3eitung" auch!) Die Herren sehen, um mit Herrn Ulrich zu Gutes werden die gestrigen Vorgänge haben. Ausdrücke, das schwarze Kartell schließt sich jetzt der blaue Feßen des Nationalsprechen, ihre Felle wegschwimmen.( Ruf links: Abwarten 1) Wir hat betonen müssen, daß er machtlos sei, die fonnten aber nicht zugeben, daß die Socialdemokraten allein den die gestern gefallen find, in der Form zu rügen, die notwendig ist. liberalismus an, und beide treten das Recht des Volkes mit Füßen. Die Mehrheit( Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten.) Reichstag ihre Macht fühlen lassen wollten. Angesichts der großen Da muß Wandel geschaffen werden. Abg. Dr. Bachem( C.): Bedeutung, die der Zolltarif für das wirtschaftliche Leben Deutsch muß den Mut der Verantwortung finden, dem Hunde nicht den lands hat, haben wir die Bahnen verlassen.( Abg. Bebel ruft: Schwanz stückweise abzuschneiden, sondern auf geschäftsordnungs- Diese Debatte ist eigentlich eine Geschäftsordnungsdebatte, Sic Die Bahnen des Gesezes! In dem hier entstehenden Lärm mäßigem Wege die Geschäftsordnung fo gründlich zu ändern, daß sie werden aber zugeben, daß sie ganz außerordentlich weit über den gehen die nächsten Worte des Redners unter.) Es ist gestern und die ordnungsmäßige Erledigung der parlamentarischen Geschäfte ver- Rahmen einer Geschäftsordningsdebatte hinausgegangen ist. UnHeute häufig gesagt worden, der Antrag bedeute einen bürgt. Ich, der ich einer Minderheit angehöre, würde eine folche gefähr neun Zehntel desjenigen, was die Gegner unfres Antrags Bruch der Geschäftsordnung. Wäre der Antrag unzulässig, so Alenderung mit Bedauern mitmachen. Aber der Parlamentarismus vorgebracht haben, gehörte nicht zur Geschäftsordnung, Sie reden den Parlamentarismus zu Grunde väre er sicher seitens des Präsidenten zurückgewiesen worden. darf nicht durch ge zum Lande hinaus.( Abg. Stadthagen: Was Sie da sagen, ist Es hat Zeiten gegeben, wo uns ( Großer Lärm links. Vicepräsident Graf v. Stolberg bittet um richtet werden. die sicher nicht zur Geschäftsordnung!) Nachdem aber die Debatte einim gegenwärtigen mal in diese Bahnen gekommen ist, bin ich in der Notlage, auch auf Ruhe.) Der Präsident hat aber nur Bedenken geäußert.( Ruf links: Diftatur angenehm gewesen wäre, Aber sehr gewichtige Bedenten.) Meine politischen Freunde Moment können wir die Kritik des Parlaments am allerwenigsten die Reden der Gegner einzugehen.( Abg. Stadthagen ruft haben den Antrag eingehend beraten( Höhnischer Ruf links: Eine entbehren. Zeit für eine solche Umgestaltung der Geschäftsordnung wiederholt: Zur Geschäftsordnung, er hat das Wort gar Stunde lang), und haben sich in ihrer Mehrheit für die Zulässig- muß gefunden werden. Wenn darüber der Zolltarif nicht zu stande nicht zu bekommen, wir haben uns früher geYeit des Antrags ausgesprochen. Einige meiner Freunde haben Be- tommt, so tragen nicht wir, sondern die Regierung schuld, die ihn meldet!) Ich bitte Herrn Stadthagen, mir wenigstens zu sagen, denken gegen den Antrag und werden deshalb gegen ihn stimmen. um ein Jahr später eingebracht hat, als die kaiserliche Botschaft an- wie viel Zeit er zur Beruhigung braucht.( Große Heiterfeit und rechts, Unruhe links. Abg. StadtHätten wir den Antrag für geschäftsordnungswidrig gehalten, so fündigte. Es wäre kein so entfeßliches Unglück, wenn die Handels- im Centrum um ein werden müßten, so hagen: der Geschäftsordnung Jahr verlängert wären wir zu einer Aenderung ge- berträge Der Präsident foll denen das Wort geben, die schritten. [ Glocke des Präsidenten, Rufe ( Abgeordneter Bebel: Dazu haben Sie eben nicht unangenehm die Industrie auch die Unsicherheit empfände. fich vor Ihnen gemeldet haben. den gestrigen Auftritten dürfen wir der Mut!) Wir halten aber die Aenderung der Geschäfts- Nach wohl auf rechts: Ruhe! Nuhe!] Das haben wir zu verlangen. Zustimmung Bebel: Damit Sie eine gründlige Spaltung der Socialdemokratie bei den Socialdemokraten. Glocke des Präsidenten.) Abg. Bachem ordnung nicht für notwendig.( Abg. Bebel: rascher fertig werden!) Ach, Herr Bebel, die zwei- oder dreitägige rechnen.( Lachen bei den Socialdemokraten.) Am 12. November hat( fortfahrend): Zunächst habe ich zu antworten auf die Aus( Abg. Stadthagen: Der Mann redet immer Debatte, die ein folcher Antrag hervorgerufen hätte, hätten wir nicht Bebel erklärt, es würde jeder Parteigenoffe, der sich ähnliche Gemein- führungen... gefürchtet. Es gab noch einen zweiten Weg. Wir hätten der heiten zu Schulden kommen läßt wie die Lueger- Leute in Wien, noch weiter. Glocke des Präsidenten.) Jch konstatiere, daß die Regierung eine ollmacht ausstellen tönnen, auf Grund der mit Schimpf und Schande aus der Fraktion gestoßen werden. Nun, Herren Socialdemokraten vorhin von niemand unterbrochen worden Säße der Regierungsvorlage Handelsverträge ab- Herr Bebel, stoßen Sie.( Große Heiterkeit.) Gestern find eine Reihe find.( Abg. Stadthagen: Das ist eine unwahrheit! zuschließen. Dieser Weg ist uns häufig von der Frei- Ausbrüde gefallen, an die die Wiener Schimpfworte nicht heran- Großer Lärm rechts und im Centrum. Glode des Präsidenten.) finnigen Zeitung" als gangbar empfohlen worden. reichen. Wenn Herr Bebel noch Führer ist, dann wird er gründlich Vicepräsident Graf Stolberg- Wernigerode: Herr Stadthagen hat ( Lachen bei den Socialdemokraten.). Die Geschäftsordnung ist aber aufräumen. Er selber ist ja unschuldig. Er wird ja wissen, um foeben dem Herrn Redner zugerufen: Das ist eine unwahrheit, ich nicht verlegt. Sie spricht nur von Gefeßen, nicht von Anlagen zu wen es fich handelt. Gehen Sie( zur Mehrheit) gerade aus, ändern Gesetzen.( Lachen links.) Der Antrag v. Kardorff ist unfrer Meinung Sie die Geschäftsordnung und dann vorwärts gegen den gemeinschaft- rufe ihn deshalb zur Ordnung.( Bravo! im Centrum. Abg. Stadthagen: Jedenfalls war das nicht zur Geschäftsordnung!) nach nicht absolut unzulässig, und wenn sich Zweifel erheben, lichen Feind. Da fist er.( Auf die Socialdemokraten deutend. so ist eine andre Lösung nicht möglich als durch Abstimmung per Bravo! bei den Antisemiten.) majora. Herr v. Kardorff hatte Unrecht, wenn er sagte, der Antrag Abg. Geher( Soc.): Abg. Bassermann( natl.): " Die des Abg. Bachem( fortfahrend): Die Herren, die mich unterbrechen, werden doch zugeben, daß ich dasselbe Recht habe, über den Rahmen bezwecke eine Enbloc- Annahme des Tarifs. Es sind in dem Antrage Herr Baffermann hat in seiner Darstellung des Obstruktions- hört!), nachdem Sie das zuerst in so weitgehendem Maße gethan der Geschäftsordnung hinauszugehen( Abg. Stadthagen: Hört! Ausnahmen ftatuiert, und an diese Ausnahmen können sich beliebige feldzuges bei der lex Heinze die Wahrheit nicht gesagt. Ich befinne haben.( Lärm links. Rufe bei den Socialdemokraten: Das haben andre knüpfen. Eine Diskussion ist also durchaus nicht ausgeschlossen. mich genau, daß, als die Linke damals beim Hammelsprung das wir nicht gethan. Abg. Stadthagen: Eine derartige Censur ( Lachen links. Vicepräsident Graf v. Stolberg bittet um Ruhe.) Haus beschlußunfähig machte, auch der Abg. Bassermann sich mit Der Antrag hat den 3ived, über 1000 namentliche Abstimmungen draußen befand. Ich wurde im Wandelgange noch darauf aufmerksam brauchen wir uns nicht gefallen zu lassen! Glocke des Präsidenten.) hinwegzukomen.( Zwischenruf des Abg. Stadthagen.) Nun Kollege gemacht: da ist der Abg. Bassermann! Sie können fagen, Sie feien Stadthagen, jetzt werden Sie hoffentlich den Zweck des Antrages vorher hinausgegangen und hätten nicht gewußt, um was es sich begriffen haben.( Vicepräsident Graf v. ( Vicepräsident Graf v. Stolberg bittet handelte. Aber daß Sie damals unter den Db wiederholt, die Zwischenrufe zu unterlassen.) Der Antrag war not it ruftionisten waren, steht für mich bombenfest. wendig, um die Verabschiedung des Zolltarifs zu ermöglichen. Daß( Lebhafte Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Wäre die Mehrheit Abg. Bachem( fortf.): Herr Geyer hat gesagt, die Nationalliberalen er gestellt werden mußte, daran ist die Taktik der Social nicht so topflos, so hätte sie den Wunsch nach Bertagung schon gestern erfüllt. hätten sich an der Obstruktion gegen die lex Heinze beteiligt. Ich demokratie, die Taktik der Dauerreden, der über Von einem solchen Antrag ist allerdings schon seit neun Monaten die überlaffe es den Herren von der nationalliberalen Partei, auf diese flüssigen namentlichen Abstimmungen und end- Rede. Seine definitive Form hat er doch aber erst vor furzer Zeit fchwere Beschuldigung zu antworteit. Die Nationalliberalen haben Yosen Geschäftsordnungs- Debatten schuld. Diese gewonnen, und daß er mit einem Male plötzlich auftauchte, darin damals die Obstruktion nicht mitgemacht.( Lebhafter Widerspruch Tattit der Socialdemokraten hat eine treffende kritit geliegt die Ueberraschung. Sie hätten gestern bereits die Berhand- bei den Socialdemokraten. Abg. Stadthagen: Sie behaupten Vicepräs. Graf Stolberg: ch rufe den Herrn Abg. Bachem( Stürmische Heiterkeit), ich rufe den Abg. Stadthagen zum zweiten Male zur Ordnung, weil er fortwährend den Redner unterbricht.( Abg. Stadthagen: Der Redner hat zur Sache zu sprechen!) schweren!) Was nun die Zulässigkeit unfres Antrages betrifft, fo hat Herr Spahn die formal- juristische Seite ausführlich beleuchtet. Sie werden fich nun überzeugt haben, daß mein Vorschlag gestern, zunächst den Antrag begründen zu lassen, das richtigste war. Sie wären auf jeden Fall zum Worte gekommen.( Lachen bei den Socialdemo traten.) Ich bedauere, daß Sie meinen Worten nicht glauben.( Rufe bei den Socialdemokraten: Kein Wort!) Ich würde es mir niemals erlauben, das einem Kollegen zu sagen.( Lachen bei den Socialdemokraten.) fälle bei der Ausdehnung des Geltungsbereichs von Gesezen. Er hört, tie: Er soll es fagen! Er soll es endlich sagen! Ver- wird, nunmehr erfolgen. etwas, das nicht mit der Wahrheit in Einklang zu bringen ist! Mit seinem Herrn! Mit seinem Herrn! Ha! Ha!) den gegeben töorden. Der mit gärtnerischen Anlagen und gepflasterten Glocke des Präsidenten.) Löwenanteil davongetragen? Went inan solche Ausdrücke Fußwegen versehene Vorplaz des Denkmals ist noch immer durch auf politischem Gebiete anivenden wollte, so paßten sie einen langen Strid abgesperrt, vor dem Tag und Nacht ein Schutzs Virepräsident Graf Stolberg: Ich bitte Herrn Stadthagen, den besser auf das Verhältnis der Freifinnigen Vereinigung zur Social- mann Bache hält, um unberufener Neugier zu wehren. Das Redner nicht zu unterbrechen.( Abg. Stadthagen: Ich bin demokratie.( Lebhafter Beifall rechts und im Centrum. Große Un- Dentmal kann infolgedessen nur erst aus der Entfernung betrachtet bereits vorjenem Redner gemeldet!) Wenn ich Herrn ruhe links.) Der gute Geschmack( Gelächter lints) verbietet mir diese werden. Dabei ist es natürlich niemand möglich, die Inschriften Bachem das Wort erteilt habe, so hat er das Wort, und Sie haben Parallele weiter zu führen. Trotzdem wäre es sehr interessant, auf den Bronzetafeln zu lesen. Offenbar will man die am Fuße nicht das Recht, ihn zu unterbrechen, Sie können sich nachher be- das Verhältnis der Freisinnigen Vereinigung zur des Dentmals niedergelegten prächtigen Lorbeertränze, solange fie Socialdemokratie nach der Richtung zur Leib- noch nicht verweltt sind, vor Beschädigungen durch das Publikum Abg. Bachem( fortfahrend): Ich erinnere daran, daß Vertreter eigenschaft einmal eingehender zu beurteilen. schützen. Aber das würde genau ebenso sicher erreicht, wenn Stris der Nationalliberalen damals gesagt: wir machen keine Ob- Besonders interessant würde es sein, diejenige Auffassung und Schuzinaun unmittelbar vor den Denkmalsstufen ihren Plaz struktion mit. dieses Berhältnisses einmal hervorzukehren, wie sie in diesen Tagen aus angewiesen erhielten. Auf den Strid tönnte wahrscheinlich sogar den Kreisen der socialdemokratischen Partei an unfre Ohren geklungen gänzlich verzichtet werden, wenn man eine Papptafel mit der Bitte ist.( Große Unruhe links.) Wenn Herr Barth und seine Freunde um Schonung der Kränze aufstellen wollte. wüßten, was ich weiß, wie ihr Verhältnis zur Socialdemokratie in die Orts- Krankenkasse für Handlungsgehilfen und Lehrlinge hat diesen Tagen von Socialdemokraten selber beurteilt worden ist ( Heftige Unterbrechung links. Erregte Zurufe bei den Social- bor längerer Zeit beantragt, gemäß§ 2 Biffer 5 des Krankenversicherungs- Gesetzes durch statutarische Bestimmung der Gemeinde demokraten: Sagen Sie es doch! Heraus mit der Sprache! die Strankenversicherungspflicht, vorbehaltlich der Einschränkung des Heraus damit!) § 2b, auf fämtliche Handlungsgehilfen und Lehrlinge Berlins aus Abg. Bachem schweigt.( Die erregten Zurufe aus den Reihen zudehnen. In der Begründung dieses Antrages wies die Kaffe ins der Socialdemokraten und der Freisimmigen Vereinigung dauern besondere darauf hin, daß die Fortzahlung des Gehaltes für die Was den Antrag anlangt, so werden Sie mir zugeben müssen, minutenlang fort.) Dauer von höchstens 6 Wochen bei schweren Fällen unzulänglich sei. daß es ganz unmöglich ist, den Zolltarif als einen Artikel Vicepräsident Büsing sucht vergeblich durch fortwährendes Die gegenwärtigen Zustände feien aber nicht nur für die Handlungsim Sinne des§ 19 der Geschäftsordnung zu bezeichnen. Schwingen der Glocke Ruhe herzustellen. Seine Worte gehen in gehilfen und für die Kasse, sondern auch für die Arbeitgeber sehr Eine selbständige gesetzliche Bestimmung ist der Zolltarif nicht. dem allgemeinen Tumult verloren. Die Zurufe fchwellen zu einem migliche, schon durch die Unsicherheit in der Rechtsprechung. Eine Redner verweist auf die vom Abg. Spahn angeführten Präcedenz- brausenden Chore an, aus dem man nur vereinzelt Worte heraus- Regelung durch Ortsstatut dürfte, wie magistratsoffiziös berichtet bestreitet gegenüber dem Abg. Schrader, daß die Berufung auf dächtigung! Verleumder! Heraus damit! Wir Laband richtig sei und hebt hervor, daß bei einer Vorlage, die die wollen es wissen! Der Magistrat hat beschlossen, daß bei den Direktoren der Ausdehnung des Geltungsbereichs einer Militärtonvention betraf, auch Abg. Bachem beginnt weiter zu sprechen, jedoch macht er offen- höheren Lehranstalten und bei den Oberlehrern derselben Anstalten ein Widerspruch des Abg. Richter erfolgt sei. Redner geht weiter auf bar, wie aus der Fortdauer der erregten Zurufe zu entnehmen ist, der Wohnungsgeldzuschuß von 900 M., bei den feminarisch gebildeten den Zweck der Geschäftsordnung ein und sagt: Die Geschäftsordnung keine näheren Angaben über die angeblichen Lehrern an den höheren Mädchenschulen und den Lehrerinnen an foll die Minorität in gewissen Fällen schüßen, ihr aber socialdemokratischen Aeußerungen. Das entfesselt denselben Anstalten der Wohnungsgeldzuschuß von 540 M. nach dem nicht die Obstruktion ermöglichen. Das hohe Haus neue Stürme der Linken. Die Abgeordneten des ganzen Hauses haben 1. April 1903 bei der Berechnung des Ruhegehalts voll in Anhat in der Geschäftsbehandlung der Vorlagen freie die Pläge verlassen und drängen sich um die Rednertribüne und den Tisch rechnung kommnt. Die Stadtverordneten- Versammlung soll in einer Hand, soweit nicht ausdrüdliche Bestimmungen des Hauses. Zahlreiche socialdemokratische Abgeordnete haben die links besonderen Vorlage um ihre Zustimmung ersucht werden. Zum hindernd find.( Ruf links:§ 19, 2.) Daß§ 19, 2 nicht anzu zur Rednertribüne führende Treppe besetzt und suchen durch stürmische Beichnenlehrer der neuen Tischler- Fachschule ist vom Magistrat in wenden ist, habe ich vorhin schon nachgewiesen.( Widerspruch links.) gurufe und empörte Gesten den Abg. Bachem zu veranlassen, endlich seiner gestrigen Sitzung der Lehrer Anger gewählt worden. Dem Sachlich ist der Antrag v. Kardorff gerechtfertigt, weil, wenn ihrem Verlangen nachzukommen. Geflügel- Verein Fortuna" sollen zu der im Februar nächsten vorbehaltlich der auch einzelne Wünsche unerfüllt geblieben sind, die Kommissions- Vicepräsident Büsing( sehr erregt andauernd die Glocke Jahres stattfindenden Geflügel- Ausstellung, beschlüsse eine gute Grundlage für den Abschluß besserer schwingend): Ich habe Sie( nach links) wiederholt gebeten, sich ruhig Bustimmung der Stadtverordneten- Versammlung, 500 M. zu EhrenHandelsverträge bilden. Der Antrag mußte kommen, Da zu verhalten. Wohin foll das führen, wenn Sie ſo fortfahren! preisen bewilligt werden. Abgelehnt hat der Magistrat den wir seit dem 14. Oktober die Zeit vergeudet haben mit der Erregte Zurufe aus den Reihen der Socialdemokraten und der Antrag der städtischen Krankenhaus- Deputation, für die chirurgischen Beratung von nur 12 Paragraphen des Tarifgesetzes.( Lärm lints. Freifinnigen Vereinigung: Er soll es fagen!) In dem ungeheuren Abteilungen der drei städtischen Strankenhaus- Anstalten neben den Rufe: Sie haben geschwänzt sechs Ferientage.) Es Tumulte gehen die weiteren Worte des Bicepräsidenten Büsing ber- beiden dirigierenden Aerzten noch einen dritten anzustellen. mögen nicht alle Tage auf die Beratung des Tarifgefeßes verwandt loren. Da unter andern der Abg. Reißhaus( Soc.) empörte zurufe Der Raubmordverfuch in der Friedrichstraße ist jetzt nach allen worden sein; so viel steht fest, daß, so lange der Reichstag existiert, an den Abg. Dr. Bachem richtet, ruft Seiten aufgeklärt. Der verhaftete Klempnergefelle Karl Moser wurde ein Gesetz von 12 Baragraphen so lange Beratungszeit in Vicepräsident Büfing, aufs äußerste erregt: Herr Abg. Reizhaus, gestern vom Untersuchungsgefängnis nach dem Polizeipräsidium ge Anspruch genommen hat. Seitens der Rechten sind auch ich rufe sie zur Ordnung!( Große Unruhe links.) Herr Reißhaus, bracht und durch die Kriminalpolizei eingehend verhört. Zuerst biele Reden gehalten worden, aber durchaus in fachlicher ich rufe Sie zum zweitenmal zur Ordnung! Auf weitere stürmische wollte er, feinem bisherigen ganzen Verhalten entsprechend, von einem Beife.( Ruf des Abgeordneten Stadthagen: Unglaublich!) Die Zurufe des Abg. Reighaus fährt Vicepräsiden Büsing fort: Ich geplanten Verbrechen nichts wissen. Als man ihm jedoch für das Linte aber hat Dauerreden gehalten, die eine wahre fann Ihren Anspruch nicht anerkennen! Ich kann feinen Redner Blanmäßige feines Borgehens eine Menge Beweise beibrachte, gab Menschenschinderei find.( Sehr wahr! rechts.) Die Dauer- zu einer Aeußerung zwingen! Er muß selbst darüber ent- er schließlich sein Leugnen auf und legte ein volles Geständnis ab. reden sind ein Mißbrauch der Geschäftsordnung durch die Social- fcheiden, was er fagen will und was nicht. Niemand in diesem Mit dem Vorsatze, sich durch irgend eine Gewaltthat Geld demokraten.( Bicepräsident Büsing: Herr Abgeordneter. Hause, auch der Präsident nicht, hat das Recht, einen Redner zu zu verschaffen, habe er sich nach einer Gelegenheit umgefehen. Sie dürfen Mitgliedern des Hauses nicht Mißbrauch der Geschäfts- tvingen, etwas zu sagen, was er nicht sagen will.( Laute Zurufe: Sierbei habe er fein Augenmerk zunächst auf ein Bankgeschäft ordnung vorwerfen. Heiterkeit.) Unter solchen Umständen ist eine Er hat verleumdet! Unerhörte Gemeinheit! 2üge! Unter den Linden gerichtet, davon aber Abstand genommen, weil der Verabschiedung des Zolltarifs unmöglich. Wenn aber der Tarif sach Berleumbung! Er hat Lügen gefa gt!). Unter allgemeinem Laden durch einen Vorhang in zwei Teile geteilt sei. Er habe hier lich nicht mehr durch debattiert werden kann( Hört! hört! links), so ist Lärm fährt aus diefem Grunde nicht übersehen können, ob er mit dem Geschäfts. das ausschließlich Schuld der socialdemokratischen Obstruktion. Die Herren Abg. Dr. Bachem fort: Herr Dr. Bachnicke hat gestern gemeint leiter allein fei, und daher leicht sofort überrascht werden können. Socialdemokraten haben ja ihre Absicht offen genug ausgesprochen.( die weiteren Borte des Redners gehen in dem fortdauernden In der Friedrichstraße habe dieses Hindernis nicht bestanden. Den Es ist gesagt worden:" Wir brauchen den Tarif für die Wahl- Tumult gänzlich verloren.) Vicepräsident Büsing schwingt an- Dolch hat Moser nach seinem Geständnis eigens zur Ausführung des agitation; er darf in dieser Session nicht mehr Gefeß werden." In dauernd erregt die Glocke. Er fordert die Abgeordneten wiederholt geplanten Mordes getauft. Als er zu Salzwedel in den Laden München hat Abg. Rofenoto gefagt, die Kommissionsverhandlungen auf, die Treppe zu räumen und fich auf ihre Pläge zu begeben. hineinging, trug er ihn in papier eingewickelt unter dem linken Arm, tvaren nur oberflächlich, die Hauptsache komme erst im Plenum. Und Die meisten Abgeordneten folgen dieser Aufforderung, aber der um ihn im geeigneten Augenblid fofort bei der Hand zu haben. Herrn Bebels Rede in Hamburg!( Lärm lints.) 50 Tage stürmische Lärm dauert fort. Von der Freisimmigen Vereinigung Der Mordplan war also bis in alle Einzelheiten hinein berechnet. Abstimmungen hat er angekündigt! Sie haben offen gesagt: Sie reden richtet besonders Abg. Gothein lebhafte Zurufe an Dr. Bachem. Jezt ist der Verbrecher, der nach dem Berhör unter sicherer Bes nicht für das Haus, Sie reden für das Volt. Das ist die offene Erklärung. Auch Abg. Reißhaus( Soc.) apostrophiert den Abg. Bachem in deckung in das Untersuchungsgefängnis zurückgebracht wurde, sehr nicht fachlich, sondern nur für die Wahlen zu erregten Ausdrücken. niedergeschlagen. Seine größte Furcht ist, daß der verwundete Bankdebattieren, und nicht zum Besten des Boltes, sondern zu Vicepräsident Büfing: Herr Reißhaus, ich muß Sie bitten, beamte den Dolchstichen doch noch erliegen tönnte, weil ihn dann Gunsten der socialdemokratischen Partei.( Rufe lints: Sie fürchten den Saal zu verlassen.( Tumult bei den Socialdemokraten. eine weit härtere Strafe träfe. ja die Diskussion!) Wir fürchten teine fachliche Diskussion und feine Laute Rufe: Nein! Nein! Der Lärm dauert minutenGründlichkeit der Diskussion.( Anhaltender Lärm links. Vicepräsident lang fort. Büfing bittet wiederholt wiederholt vergeblich um Ruhe.) Dauer- Vicepräsident Büfing versucht vergebens durch fortwährendes Königstraße an der Arbeit. In dem Hause Nr. 65 hat der Uhrreden find aber das ganaue Gegenteil bon Sachlich Läuten der Glocke die Ruthe wiederherzustellen. Dr. Bach em steht macher Beil einen fleinen Laden für seine Uhren und allerhand Gestern abend um 10 Uhr verließ er das leit und Gründlichkeit.( Ernenter Lärm links.) Die Social- fchweigend auf der Rednertribüne, fortwährend von empörten Zu- Gold- und Silberwaren. demokraten wollen den Appell an das Volk rufen überschüttet. Geschäft, nachdem er alles gehörig verschlossen hatte. Heute morgen Einbrecher waren nachts in den fand er den Laden ausgeräumt. Seller eingedrungen, hatten, auf einem Gerüst von Kisten stehend, ein Stück aus der Decke geschnitten und waren durch diese Deffnung in den Laden gelangt, aus dem sie für etwa 3000 Mark Waren entLokales. Klerifaler Vandalismus. Juwelendiebe waren in der Nacht zu gestern wieder in der wendeten. Mein juristisch genommen kennen wir in Deutschland einen Endlich erklärt Vicepräsident Büsing in großer Erregung: Meine folchen Appell an das Volf, wie ihn die Schweizer in ihrem Herren, wenn ich mir kein Gehör mehr bei Ihnen verschaffen fann, Referendum haben, nicht.( Lachen bei den Socialdemokraten.) so sehe ich die Situng auf eine halbe Stunde aus.( Laute BeifallsAußerdem hat das Volt bereits seine Ansicht über diesen Tarif fundgebungen und anhaltende Unruhe auf allen Seiten des Hauses.) fundgegeben.( Große Unruhe links.) Seit dem russischen Handels- Unterbrechung der Sigung 61/4 Uhr. vertrage hat die öffentliche Diskussion sich zum übergroßen Teil mit ( Schluß im Hauptblatt.). den Fragen beschäftigt, die jetzt in diesem Zolltarif zum Ausdruck kommen. Die Wahlen von 1898 find ganz vornehmlich erfolgt unter dem Zeichen der Frage, ob die Getreidezölle erhöht werden sollen oder nicht.( Lebhafte Zurufe bei den Socialdemokraten.: Rein! Davon war gar leine Rede. Große Unruhe.) Das Verlangen, diesen Zolltarif einer Volksabstimmung zu unterbreiten, ist fachlich und politisch unberechtigt. In diesem Hause ist eine Dreiviertels majorität für den Zolltarif. Von der Minorität, die nur ein Biertel des Hauses ausmacht, treibt auch mur ein Teil Ob ſtruktion, während ein andrer Teil, unzweifelhaft ein politisch fehr ins Gewicht fallender Teil, die freisinnige Volkspartei unter Führung des alten, besonnenen, tlugen Parla mentariers Richter( Stürmisches Gelächter bei den SocialEine Kesselexplosion im Centralhotel hat vorgestern schweres Demokraten. Lebhafter Beifall rechts und im Centrum, Abg. Richter, auf den sich aller Blicke wenden, lächelt) die Obstruktion Unheil angerichtet. Geplatzt ist eins der Siederohre, die in dem nicht mitmacht, sondern offen erklärt, auch bei der Bekämpfung des Maschinenraum an der Georgenstraße unmittelbar über der Feuerung liegen. Bei der Erschütterung wurde auch die Thür der Feuerung Zolltarifs auf dem Boden sachlicher Diskussion bleiben zu wollen. Diese Partei hat die Obstruktion auf das schärfste verurteilt.( Ge- Nach der guten Sitte jener Mönche, deren Bildnisse im Vor- herausgeriffen, und mit den heißen Wasser und Dampf aus dem lächter bei den Socialdemokraten. Zuruf bei den Socialdemokraten: raum des Ratskellers prangen, kam dieser Tage auch der se uratus Rohr wurden auch glühende Schlacken in den Raum geschleudert. Der Arbeiter Johann Redlich wurde am ganzen Körper so schwer verbrüht Das geschieht dem Richter recht!) Anders steht es mit der Frei der katholischen Hedwigskirche zu Pankow in den Keller hinab- und verbrannt, daß an feinem Aufkommen gezweifelt wird. Er liegt finnigen Bereinigung. Diese geht Hand in hand gestiegen, um sich am Gerstensaft zu laben. Im Vorraum blidt er in einer Privatklinik am Cirkus, wohin er mit einer Droschke ge mit der Socialdemokratie und macht die ganze in die Himmelshöhe, ob der liebe Gott ihn sähe und gewahrt oben bracht werden mußte. Die Monteure Hermann Lange und Obstruktion mit.( Buruf bei den Socialdemokraten: Das ist sehr vernünftig! Seiterkeit und Große Unruhe. Abg. Dr. Barth: an der Decke die gemeißelten Mönche. Flugs ist es mit seinem Gustav Clemens, die mit der Ausbesserung der Isolierung beSehr richtig!) Wenn die Socialdemokratie die Obstruktion Appetit auf ein Glas Echtes vorbei und er rennt zum Orts- fchäftigt waren, und der erste Heizer May Schilling wurden mitmacht, so entspricht das ihrer ganzen politischen Stellung. Sie gewaltigen, um diesen ivegen angeblicher Verhöhnung der katho- ebenfalls nicht unbedeutend verlegt und liegen auch in der Klinik. ist und Ein fünfter Mann tam mit leichten Verletzungen an den Händen will eine revolutionäre Partei sein und darum lischen Religion zur Rede zu stellen. Nehint doch die Fragen davon und konnte nach Hause gehen. Schilling verunglückte an der scheut sie sich auch nicht davor, revolutionäre Mittel auch in das Gurer protestantischen Pfaffen und schmückt damit Eure Kneipfelben Stelle durch eine Explosion schon einmal am 7. Juli v. J. Parlament zu tragen.( Anhaltender Tumult bei den Socialdemokraten.) räume" donnert er dem berdutzten Gemeindevorsteher entgegen. und mußte damals längere Zeit im Strantenhause liegen. Zur ErVicepräsident Bifing läutet sehr erregt mit der Glode. Die Zweitausend fromm- katholische Seelen zählt Bantom und sie alle mittelung der Ursache des Unfalls erschien außer der Revierpolizei Zurufe dauern trotzdem fort. Während dieses Tumultes erklärt Bicepräsident Büsing den letzten Ausdrud des Redners für un- nehmen Anstoß an dieser perfiden Verhöhnung der katholischen noch eine Komunission von Sachverständigen. Augenscheinlich hatte Religion!" das geplakte Siederohr schadhafte Stellen. Weitere andre Rohre Abg. Dr. Bachjem( fortfahrend): Die Freisinnige Vereinigung aber Leider ließ der Gemeindevorsteher sich von dem bilder- wurden ebenfalls als nicht mehr tauglich erkannt und müssen durch fteht auf dem Boden des Liberalismus, fie möchte sogar die crême stürmenden Kuratus einschüchtern. Er holte den Baumeister heran, neue ersetzt werden. des Liberalismus darstellen.( Heiterfeit.) Um so mehr nimmt es um mit diesem zu beratschlagen, ob und wie der gemeißelte Stein Zwei neue Straßenbahnlinien werden Anfang Dezember er= nich wunder, daß eine solche Partei die Obstruktion mitmacht. Die klerikalen Anstoßes aus der Welt geschafft werden könne. Der öffnet werden. Am 1. Dezember soll auf der neugebauten Strede Nationalliberalen, die den Antrag unterzeichnet haben, sind von der Baumeister weigert sich, einen Vandalenstreich zu begehen und die der Charlottenburger Straßenbahn- Gesellschaft CharlottenburgOpposition als Geschäftsführer der Reaktion bezeichnet worden.( Lebhafte Figuren, wie es der Katholit verlangte, zu beseitigen. Immerhin( Amtsgericht)-Wilmersdorf der Betrieb aufgenomunen werden. Zurufe links: Sehr wahr! Schrittmacher der Reaktion! Lärm bei hatte der Eiserne den Erfolg, daß der Baumeister einen Stofen Die polizeiliche Abnahme wird bereits am nächsten Sonnabend stattden Nationalliberalen.) Etwas Thörichteres kann man sich nicht tranz wegmeißelte, der über der Kutte eines Mönches zu ſehen der Straßenbahnlinie Charlottenburg-( Stadtbahnhof)-Lükowplas finden. In der ersten Dezemberwoche wird ferner die Verlängerung denken. Bei dem vorliegenden Kompromiß find die Führer der gleichberechtigten Parteien in boller Gleichberechtigung zusammen als Anreiz, mehr zu verlangen; jedoch der Baumeister, dem das Königgräger, Prinz Albrecht, Zimmer und Jerufalemerſtraße Dies bedauerliche Entgegenkommen betrachtete der Kuratus durch die Lützow-, Flottwellstraße, Echöneberger Ilfer, Schöneberger, getreten und haben sich geeinigt unter Nachgeben auf feiten jeder getreten und haben sich geeinigt unter Nachgeben auf feiten jeder Gewissen schlagen mochte, weigerte sich nunmehr entschieden, weitere bis zum Dönhoffplatz vorgenommen werden. Partei. Bei diesem Konpromiß hat die nationalliberale Die Montierungs Partei den Löwenanteil papongetragen.( Große Unruhe bei Berstümmelungen vorzunehmen. Allerdings ist das Geschehene schon arbeiten müssen bis höchstens am nächsten Montag beendet sein. Im ben Nationalliberalen. Gelächter links.) Bon meinem Standbedenklich genug, besonders deshalb, weil weder die Bautommiffion Laufe der nächsten Woche werden dann Probefahrten stattfinden, die punkt aus bedauere ich das; es wäre mir viel angenehmer, noch die Gemeindevertretung ersucht worden ist, in die Ver- insofern von Bedeutung sind, als die Charlottenburger Straßenbahnwenn meine Parteifreunde den Löwenanteil bekommen hätten. stümmelung einzuwvilligen. Aus diesem Grunde wird die Angelegen Gesellschaft die neue Linie zu einer Schnellbahnlinie ausgestaltet. ( Zuruf bei den Socialdemokraten: Da kommt schon der Neid zum heit in der Gemeindevertretung zur Sprache gebracht auf der Strede Dönhoffplak- Königgräber- Ede, Prinz AlbrechtVorschein. Heiterfeit links.) Wie kann man die Nationalliberalen werden. ftraße wird nur eine einzige Haltestelle, und zwar an der Ede als Leibeigene des Centrums bezeichnen?( Abg. Singer: Nun, Friedrichstraße eingerichtet. Die an der Zimmerstraße belegene wir können sie ja auch Hörige nennen. Große Heiterkeit links.) Hat Das Feuerwehr- Denkmal auf dem Mariannenplay, das am Haltestelle der Großen Berliner Straßenbahn hat für die Wagen der jemals ein Leibeigener bei einer Teilung mit seinem Herrn 17. November, also vor jest bald 14 Tagen enthüllt wurde, ist dem Charlottenburger Gesellschaft feine Gültigkeit. Durch diese Ein( Stürmische Unterbrechungen und ironische Zurufe links: Bublitum bisher noch nicht aur uneingeschränkten Besichtigung freis richtung, die natürlich nur einen Bersuch bildet, wird die Fahrzeit In einem Hotel der Friedrichstadt erschoß sich Donnerstagabend der 53 Jahre alte Direktor Theodor Wolff, der seit fünf Jahren in dem Hause ai Spittelmarkt 14 eine Akademie" für fremde Sprachen und ein lebersezungsbureau inte hatte und mit seiner aus Frau und drei Kindern im Alter von 11, 13 und 15 Jahren Das neuerbaute Rathaus zu bestehenden Familie dort auch wohnte. Die geschäftliche Lage seiner Pankow ist natürlich auch mit einem Ratskeller ausgestattet. Im Unternehmungen scheint nicht günstig gewesen zu sein. Dazu kam Vorraum dieses Kellers endet das Kappengewölbe der Decke statt in daß Frau Wolff seit einem Vierteljahr schwer trant ist. Diese VerKapitälen in Figuren, lustige Becher im Mönchshabit darstellend, die hälnusse trieben den Mann zum Selbstmord. Am Donnerstagabend in feuchtfröhlicher Laune dem Besucher mit Wein- und Bierglas nahm er in einem Hotel ein Zimmer, schrieb Briefe an feine entgegenwinken. Verzierungen dieser Art findet man seit alters Familie und an einen Bruder, dessen Fürsorge er Frau und Kinder überall in der Welt und wohl keinem vernünftigen Menschen fiel es empfahl und tötete fich dann durch einen Revolverschuß in die rechte ein, sich über solche Produkte harmlosen Humors aufzuregen. Erst Schläfe. der Klerikalismus der Gegenwart, dem in der heutigen Fülle seiner äußerlichen Macht doch um seinen Befihstand bange ist, konnte darauf kommen, die Religion gegen solche Erzeugnisse des Kunstfleißes aus zuspielen. zulässig. " war. tvarnen. “ zwischen Dönhoffplatz und Potsdamerstraße reip. Lützowplai Johannisthal. Necht erbauliche Zustände herrschen zur Zeit| spricht ihren fejien Entschluß aus, die socialdemokratische Pariei mit wesentlich abgekürzt. in der hiesigen Gemeindevertretung. War doch der neue Geallen Kräften in ihrem Widerstand gegen diese ungeheuerlichen Ein gefährlicher Kinderfreund treibt in der Gegend der Köpnicer- meindevorsteher im lebten halben Jahre an drei Beleidi- Pläne zu unterstüßen und alles aufzubieten, um die Aufklärung über straße sein Unwesen. Er wird geschildert als ein Mann mit schwarzem gungs- Prozessen beteiligt, während zwei weitere Prozesse gegen ihn die Machenschaften der Reaktion in die weitesten Boltstreife au noch schweben. In dem ersten Falle handelt es sich um eine Klage tragen." Schnurrbart und trägt einen braumen, sactartigen Mantel. Gestern gegen den Genossen Mann, weil dieser in seiner Erividerung gegen Nach einem nochmaligen Appell des Vorsitzenden Fischer, abend suchte der Unhold im Hause Köpnickerstr. 10a ein neunjähriges Ausführungen des Gemeindevorstehers über die Wähler des Genossen die politische Organisation und die Parteipresse zu stärken, schloß Mädchen unfittlich anzugreifen; auf das Geschrei des Kindes ergriff Mann den Borsteher in zwei Punkten beleidigt haben sollte. Während derselbe die Versammlung mit einem Hoch auf die Socialdemokratie, er die Flucht und enttam. Die Eltern thun gut, ihre Kinder zu in einem Buntie auf 30 M. Geldstrafe erkannt wurde, kam das Ge- wie es begeisterter und freudiger wohl selten aufgenommen richt im ziveiten Bunkie zu einem freisprechenden Urteil. Es erklärte worden ist. Aus Not zur Diebin geworden. Einen großen Auflauf verursachte die Aeußerungen des Gemeindevorstehers dem Genossen Mann Am Schluß der Versammlung ließen sich eine große Zahl der gestern abend auf dem Schloßplaß eine Frau, die von der Auslage gegenüber für eine schimpfliche Beleidigung und hielt die Gegen- Anwesenden als Mitglieder in den socialdemokratischen Wahlverein des Modewarengeschäftes von Hirsch einen wollenen Unterrock weg- äußerung des Genossen Mann für berechtigt. Im zweiten Falle aufnehmen. Auch ein Erfolg der Gewaltmaßregeln der Wuchernahm. Die Frau wurde festgenommen und der Polizei übergeben. handelt es sich um eine Klage des Rohrlegers Hulte zu Johannis- parteien. Sie nannte fich Wilke, gab an, daß ihr Mann arbeitslos fei, thal gegen den Gemeindevorsteher, weil dieser den Kläger in einer Der Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer befaßte und daß ihre vier Kinder Not Titten. Sie habe daher bei ihrer Sigung der Gemeindevertretung als Trinker bezeichnet hatte. Diese fich am Mittwoch in seiner Mitgliederversammlung mit der Haltung, Familie nicht mehr bleiben, sondern durch den Diebstahl sich ein Aeußerung mußte für den Kläger, der bei dem Gaswerk in Nieder die die Getverkschaftskommission gegen das Gewerkschaftskartell bei andres Unterkommen verschaffen wollen. Schöneweide eine Vertrauensstellung innehat, von großem Nachteil der letzten Gewerbegerichtswahl eingenommen hat. Hinrichsen, Festgestellt ist jetzt der Mann, der an der Ecke der Brunnenstraße die Parteien einen Vergleich schlossen, nach welchem der Gemeinde- den ganzen Verlauf der Angelegenheit und kam zu einer scharfen Festgestellt ist jetzt der Mann, der an der Ede der Brunnenstraße sein. Zu einer Verhandlung kam es jedoch in diesem Falle nicht, da der Vorsitzende des Gewerkschaftskartells, berichtete ausführlich über und Rügenerstraße von einem Straßenbahnwagen umgestoßen wurde vorsteher die Aeußerung zurüdnimmt und die Kosten trägt. Im Verurteilung des Verhaltens der Gewerkschaftskommiſſion. Der und nach wenigen Minuten auf der Unfallstation in der Badstraße dritten Falle handelt es sich nun wieder um eine Klage des Ge- Redner sprach ferner die Erwartung aus, daß die Vertrauensan inneren Verletzungen starb, während er äußerlich unversehrt gemeindevorstehers gegen einen Vertreter der ersten Abteilung, den männertörperschaft sobald wie möglich ein Regulativ ausarbeiten blieben war. Es ist ein Arbeiter Krajewski, der mit seiner Frau und einem Kinde von 3 Jahren in der Brunnensir. 83 wohnte architekten Schmidt, welcher in der Erregung darüber, daß der werde, worin die prozentuale Verteilung der Kandidaten zur und von seiner Frau zur Feier seines 39. Geburtstages in der Gemeindevorsteher dem beim Schulbau beschäftigten Maurerpolier Gewerbegerichtswahl dem Mitgliederbestand der beiden Gewerkmehr Glauben schenkte als ihm, feinen parlamentarischen Ausdruck schaftsverbände entsprechend festgeseht sei. Nach kurzer im Sinne Wohnung erwartet wurde, während er in der Nähe seinen Tod fand. finden konnte. Die Folge hiervon war seine Verurteilung zu 50 M. des Referats gehaltener Diskussion wurde einstimmig eine Resolution Befitwechsel. Das neue Konzerthaus am Alexanderplatz( Grand Geldstrafe. In welcher Form sich der Gemeindevorsteher gegenüber angenommen, worin das Vorgehen der Gewerkschaftskommiffion Hotel) ist in diesen Tagen in die Hände des Herrn Albert Mörner der Vertretung bewegt, erkennt man am besten daraus. daß er in aufs schärfte verurteilt, und ferner die Behauptung, die dem Kartell übergegangen. Die Konzerte in diesem Lokal sollen von dem be- einer Sihung den Vertretern gegenüber erklärte, fein Gehalt sei ein angehörenden Arbeiter seien die notorischen Schädiger der ArbeiterTannten Stapellmeister Einödshofer geleitet werden. Lumpengehalt. Die Stellung von Anfragen, die Erledigung von bewegung, mit Entrüstung zurückgewiesen wird. Darauf berichtete Feuerbericht. Ein größeres Löschaufgebot wurde in der Nacht Beschlüssen der Gemeindevertreter und die Berufung der Gefund- Witte über den Streit und die Sperre am Kanalbau in der Kaiser zum Freitag nach der Laubenkolonie am Bahnhof Gesundbrunnen um ihn, den Gemeindevorsteher, zu ärgern und zu chikanieren. Ein gehen der Polizei gegen die Streitenden verloren gingen. gerufen. Hier standen Lauben in Flammen und hatte die Wehr weiterer Prozeß gegen den Gemeindevorsteher wegen Beleidigung weiteren wurde über die Arbeitszeit auf den Bauten diskutiert, die längere Zeit Waffer zu geben, um das Feuer, das auch einen Holz ist von dem erwähnten Vertreter Schmidt angestrengt worden. dem Vertrage nach vom 15. November bis zum 15. Januar schuppen ergriffen hatte, zu löschen. Es wird Brandstiftung an 7 Stunden täglich betragen soll. Diese Zeit wird, wie mehrere genommen. Ein größerer Brand kam Donnerstag gegen Abend in Aus Spandan schreibt man uns: Wir berichteten kürzlich, daß Redner ausführten, vielfach überschritten. Die Versammlung beSer Stralauerstr. 42 aus, wo schon vor einigen Tagen die Feuerwehr die Polizei eine von unfren Genoffen für das Nachbardorf Tieffchloß auf Antrag Saters, daß in den Wintermonaten unter feinen zu thun hatte. Diesmal brannte ein einstödiger Pferdestall. Da das Fener werder unter freiem Himmel einberufene Boltsversammlung mit Umständen über 8 Stunden gearbeitet werden soll. rechtzeitig bemerkt wurde, konnten die Pferde in Sicherheit gebracht werden. dem Erfolge verboten hat, daß uns noch am selben Tage der Umständen über 8 Stunden gearbeitet werden soll. Der einstödige Fachwerkschuppen wurde start beschädigt. Es wird Restaurateur Krüger in Tiefwerder feinen Saal für Für die Barbier- und Friseurgehilfen fand am Montag in der vermutet, daß der Brand durch Funken aus einer benachbarten Fabrit eine Versammlung zur Verfügung stellte. Diese Volksversammlung Berliner Refsource eine öffentliche Bersammlung statt, welche nur entstanden ist. In der Landwehrstr. 8 war abends 9 Uhr durch soll num am Sonntag, den 30. d. Wits., nachmittags 18 Uhr mäßig besucht war. Reichstags- Abgeordneter Rosenov referierte Umfallen einer Petroleumlampe ein Brand entstanden, der Möbel im Lokal Krügerschen des über Der Arbeiter einst und jetzt". Eingangs feines Vortrages und Decken beschädigte. Zur selben Zeit hatte die Wehr in der Kreises, Genosse Dr. Karl Liebknecht, wird über das beleuchtete Referent speciell die miserablen Arbeitsverhältnisse und Nenen Schönhauserstr. 20 in einer Küche ein Feuer zu beseitigen, Thema sprechen: welche Gefahr droht dem deutschen das Elend, in dem die Gehilfen und Lehrlinge des Barbierberufs das den Fußboden und die Balfenlage erfaßt hatte. Außerdem Bolte und bor?" heute noch steden. Der beifällig aufgenommene Vortrag schloß mit tv a s geht im Reichstage liefen in den letzten 24 Stunden noch Alarmierungen von der Garten- Die Thatsache, daß Sie„ Hydra" Socialdemokratie mum ihren der Aufforderung an die Berufsgenossen, sich der Organisation anstraße 1, Waldemarstraße 23 und Sturstr. 50 ein, doch handelte es Einzug in das ehrbare Fischerdorf Ziefwerder halten und in dem zuschließen, denn nur durch unermüdliches Arbeiten durch und für fich in allen drei Fällen um unbedeutende Anlässe. größten Saale fogar öffentlich ihre Lehren verkünden wird, ist den dieselbe tönnen bessere Arbeitsbedingungen errungen werden. Dorfpatrioten dermaßen auf die Nerven gefallen, daß sie zu den im Sinne des Referats gehaltene Resolution wurde angenommen. Weißensee. Die Zolltarifvorlage im Reichstag" lautete das erdenklichsten auftrengungen angespornt wurden, mits, noch im legten Augenblick das Lokal abzutreiben! Aber alles half den eblen Thema, über welches der Reichstagsabgeordnete Förster in einer gut Leuten nichts, der Wirt ist im Gegenteil fest entschlossen, besuchten Voltsversammlung sprach, die am 24. d. M. im neuen uns sein Lokal dauernd zur Verfügung zu stellen. Natürlich wird Saale der Enders- Brauerei stattfand. An den mit großem Beifall es an der Arbeiterschaft liegen, ihn diesen Entschluß nicht bereuen zu aufgenommenen Vortrag schloß sich keine Diskussion und fand nachlaffen. stehende Resolution einstimmige Annahme:„ Die Bersammlung erlärt sich mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz einverstanden. Sie erhebt energischen Protest gegen die von der Regierung sowohl, wie von den Agrariern geplante Zollerhöhung. Der Berliner Kanarienzüchter- und Vogelschutz- Verein veranstaltet feine diesjährige Ausstellung von Kanarien, einheimischen Vögeln und Eroten in der Zeit vom 6. bis 9. Dezember in der 1. Etage des Hauses Münzstr. 17. Orgelfonzert. Montag, den 1. Dezember, abends 7%, Uhr, fingt in der Marienkirche das Dienel Quartett( Frl. Gertrud Mautsch, Frl. Lotte Dienel, Herr Aler. Curth und Herr Karl Naché) zum leztenmal; außerdem wirken bei dem Orgelvortrage mit: Musil direttor Dtto Dienel, Frl. Alma Zesch, der Cellist Herr Georg Grund und der Organist Herr Reinhold Kurth. Der Eintritt ist frei. Aus den Nachbarorten. " stattfinden. Kandidat Dev Die Versammlung findet also morgen statt und sie wird wahr scheinlich auch von Spandauer Arbeitern start genug besucht sein, um zu einer imposanten se undgebung gegen das Verbrechen zu werden, das im Augenblid die Buchermehrheit im Reichstage am deutschen Volfe zu begehen im Begriff ist! Verfammlungen. " Briefkaften der Redaktion. Des Eine 2. 27. Der Zolljak für gelrodneie Slippfifdje beträgt 3 Mart pro 100 Silogram. Bruderherz 84. Cin abjolutes Mittel zur Verhütung der Staupe cristiert nicht. Die einzigen Borbeugungsmaßregeln find: Entsprechende Fütterung( fein Schweinefleisch, überhaupt fein Fett) und die nötige freie Belegung, Schutz vor Stätte und Näffe, und möglichste Bewahrung bor Berührung mit jungen, event. ftaupeiranten Hunden, da die Staupe eine Infektionstrantheit ist. Wilmersdorf. Der kürzlich zum Gemeindeverordneten gewählte Ingenieur Kutner tourde in der Gemeinderats Sigung ant 3n einem elementaren Protest gegen die Gewaltmaßregeln auch von Frauen Donnerstag in sein Amt eingeführt. Die Gemeindevertretung beber Reichstagsmehrheit gestaltete sich die am Donnerstagabend im schloß in dieser Sizung, das Ortsstatut, welches für Gastwirt startbesuchte Volksversammlung, die schaften mit fogenannter halber Konzession die behördliche Ge- Moabiter Gesellschaftshause tagte. Zunächst, da der ReichstagsG. 6. Un Hebamme zu werden, hat man sich zunächst an Herrn nehmigung vorsicht, aufzuheben. Bei Beratung einer Vorlage, Abgeordnete Ledebour infolge der durch die bekannten Borgänge welche die Bergebung verschiedener Arbeiten und Lieferungen für notwendig gewordenen Fraktionsfizung am pünktlichen Erscheinen Stadtphyfitus Schulz, Tempelhofer Ufer 29, zu wenden. Nach der dort die Gemeinde betraf, wurde von socialdemokratischer Seite der An- verhindert war, gab Genosse Knoll in turzen Zügen eine Dar- erfolgten Borprüfung und Untersuchung ist für Berlin beim Polizeitrag gestellt, bei Vergebung von Gemeinde- Arbeiten wo angängig, stellung der Vorgänge im Reichstage, soweit das aus den Nachrichten präsidenten ein Gesuch im Zulassung zur Ausbildung einzureichen. Der Als dann nach zweimaliger Ber- Lehrturfus in der Charité dauert vom Oktober bis April und toftet cinjolchen Unternehmern generell den Vorzug zu geben, welche Ver- der Abendblätter möglich war. fchließlich Bilegegeld, Instrumente ze. 296,80 M. Während der Dauer der einigungen angehören, die mit den in Betracht kommenden Arbeiter- tagung der Versammlung der Genosse Ledebour erschien, löfte Ausbildung müssen die Frauen in der Charité wohnen; außerdem ist als organisationen bezüglich der Lohn- und Arbeitsbedingungen Versia) die hochgradige Spannung, die sich der Gemüter bemächtigt höchste Altersgrenze das 30. Lebensjahr vorgeschrieben. In atemlofer G. W. Benden Sie sich an den Berliner Frauenberein zur Abhilfe träge abgeschlossen haben. Begründet wurde dieser Antrag damit, hatte, in einen spontanen Begrüßungssturm aus. Daß es, abgesehen von der socialpolitischen Pflicht öffentlicher Störper- Spannung, nur hin und wieder unterbrochen von Ausbrüchen der der Not unter den leinen Fabrikanten und Gewerbetreibenden, Borfizende schaften, darauf zu halten, daß die von ihnen beschäftigten Unter- Entrüstung, folgte dann die Versammlung den Darlegungen des Frau Ida Salamonjohn, und das Bürgerrettungs- Institut, Sekretär Zu Weihnachten giebt die nehmer normale Löhne zahlen, ganz besonders im petuniären Inter- Referenten. Ich wollte, so sagte dieser, vor Ihnen über die politische agistrats- Sekretär Höhne, Gr. Präsidentenftr. 7. Beide Stiftungen geesse der Gemeinde liegt, sich die unzuverlässig arbeitende Schmuk- Lage sprechen. Aber die politische Lage, von der ich reden wollte, währen Handwerkern ze. Heine Darlehne. Frau Clara Lange- Stiftung an fünfzig arme Bürgerfamilien je 15 M. Wenden fonkurrenz von Leibe zu halten. Da die Dringlichkeit dieses An- sie besteht nicht mehr; wir befinden uns jetzt in einer neuen Sie sich deswegen an die städtische Stiftungsdeputation, Poſtſtr. 16. 2. G. St. Armen Böchnerinnen gewährt der Berein zur Ver trages von der Mehrheit nicht anerkannt wurde, wird er die nächste politischen Lage. Der Redner schildert dann in pacender Weise die Vorgänge im Reichstage gelegentlich der Einbringung des Mehrpflegung und Unterstüßung armer Wöchnerinnen 10 Tage lang. Suppen. Sigung der Gemeindevertretung zu beschäftigen haben. In ge heimer Sigung beschloß die Gemeindevertretung, den im Gemeinde- heitsantrages, die ungeheuerliche Bedeutung und Tragweite des Borsigende ist Frau Prediger Hoßbach, Sturfürstenstr. 56. Meldungen find dienst beschäftigten Arbeitern, Bureaudienern, Amtsdienern usw. letzteren nach allen Seiten hin eingehend beleuchtend: Es ist ein durch die Hebamme an eine der 60 Bezirksdamen zu richten. Der Frauenje 20 M., den Polizeiwachtmeistern und den ihnen im Dienstrange Kind der Habgier und der Angst, ein politischer Wechselbalg, wie er verein Dit- Berlin unterſtüst arme Wöchnerinnen im Osten durch Lebens gleichstehenden Beamten hingegen 30 m. als Gratifitation infamer noch niemals aus der Wiege einer parlamentarischen mittel, Sleidung und Wäsche. Borfikende Frau Mathilde Hildebrandt, Störperschaft hervorgegangen ist.' Und die Sigung, die sich mit Bofenerstr. 19. Aus der Schlesingschen Stiftung( Meldungen an die Armendirektion) werden Böchnerinnen, die mindestens ein Jahr in Berlin wohnen, zu Weihnachten zu bewilligen. diesein Monstrum zu beschäftigen hatte, sei denn auch die stürmischte mit Geld und Kinderwäsche unterstützt. Die Abteilung Hauspflege des Zehlendorf. Das Rechnungsjahr 1901 schließt mit einem leber gewesen, die der deutsche Reichstag je gesehen hat. Ein günstiges Berliner Frauenpereins, An der Schleuse 13, sendet Pflegerinnen in die Eine Stundung fann nicht eintreten. schuß von 44 289,34 M. ab; der Betrag soll dem diesjährigen Etat Zeichen sei es wohl, daß gerade an dem Tage, da diefes schamlose häuslichkeit armer Wöchnerinnen. Eine Anfrage des Gemeindevertreters Attentat auf die Interessen des Voltes und die Grundlagen des S. Ch. Nervenkrante werden in die Lungenheilstätten der Invaliditätsüberwiesen werden. Sachse in der letzten Sigung des Gemeinderats, warum die Barlamentarismus berübt sei, im fechsten Berliner Wahlkreise diese und Altersversicherung nicht aufgenommen. Vielleicht kommen Sie in der Fortbildungsschule noch nicht eröffnet sei, blieb ohne Ant- Versammlung tage, die als erste ihren Protest dagegen erheben Nerven- Heilstätte Haus Schönow zu Zehlendorf under. E. P. Wenden Sie sich an das Einwohner- Meldeamt am Alexander wort. Große Bestürzung rief die weitere Frage dieses Herrn hervor, tönne. Diefen Protest so nachhaltig und wuchtig zu gestalten, daß warum denn das neue Armenhaus noch nicht gebaut sei und die Reaktion ein für allemal hinweggefegt würde, das sei nunmehr Witternugsübersicht vom 28. November 1902, morgens 8 Uhr. wo die für den Bau ausgesetzten 10000 Mark geblieben wären. Pflicht und Aufgabe der Socialdemokratie. Die Versammlung beAnfangs wußte niemand eine Antwort zu geben, schließlich stellte fundete ihre Zustimmung in minutenlangem begeisterten Beifall. sich der für die Armen wenig trostreiche Thatbestand heraus, daß Mit demselben starken Beifall nahm die Versammlung auch die Ausdie Summe zinstragend angelegt ist. Bu Ostern 1903 follen zwei führungen der nachfolgenden Diskussionsredner Wörle, JaLehrkräfte für die Volksschule angestellt werden. Der Billigkeit tobsen und Knoll auf, die angesichts der hochernsten politischen halber will man Lehrerinnen nehmen. Als die Mißstände im Schul- Situation auch mit ganz besonderer Schärfe und Entschiedenheit die wesen des Ortsteils Schönow gestreift wurden, wurde das Wohl- Notwendigkeit der politischen Organisation und das Abonnement wollen für diese Schule beteuert. Befremden erregle ein Schreiben der Parteipresse betonten. Folgende vom Referenten und dem Swinemde. 756 GGD 3bedeckt-5 3Schnee- 10 des Provinzial- Schulfollegiums, worin ohne Motivierung das Ber- Bureau empfohlene Resolution fand sodann einstimmige Annahme: Samburg 754 DED Berlin 1 Schnee-4 Cort 3516. bed. Tangen aufgestellt wird, das Wohnhaus für den Gymnasial- Direktor" Die Versammlung giebt ihrer tiefsten Entrüstung darüber Rebel 757 628 2wollig ebenso schnell fertig zu stellen wie das Gymnasium selbst. Die Ausdruck, daß die Reichstagsmehrheit in der heutigen Sigung ihren rantj./M. 755 Still 3wvoltig 761 Still Nebel Gemeindevertretung will sich beim Minister beschteren und die bisherigen Angriffen auf die Interessen des Voltes und den wahren Bien Oberprima 1908 fallen lassen, wenn die Beschwerde nichts hilft. Geist des Parlamentarismus die Krone aufgesetzt hat durch einen Wetter- Prognose für Sonnabend, den 29. November 1902. Der aus dem Sanden Prozeß bekannte frühere Bankdirektor Antrag, den Zolltarif in Bausch und Bogen anzunehmen, und daß Zunächst wärmer, bortviegend trübe mit geringen Niederschlägen und Hänschke wünschte von seinen Pflichten als Gemeindevertreter fie diesen Antrag durch Ueberrumpelung der Minderheit gefchäfts- mäßigen süblichen Winden; später aufilarend mit neuer Abkühlung. Berliner Wetterbureau. entbunden zu werden. Die Vertretung erfüllte dies Verlangen. ordnungswidrig zur Debatte stellen lassen wolle. Die Versammlung 9 Lachs das Pfund 20 Pfennig plak. Stationen München Seelachs, ganz frische Ware, ist soeben in grosser Menge eingetroffen. Die mannigfachen Zubereitungen sind aus dem umfangreichen Seefisch- Kochbuch, das jeder Käufer gratis erhält, ersichtlich. Ein Versuch mit diesem äusserst schmackhaften Fisch ist jeder Hausfrau zu empfehlen. Ebenfalls in frischer Ware sind die nebenstehend verzeichneten Fische eingetroffen. Barometerstand mi Wind Windstärke richtung 756 GD Better 2bebedt Adlerlachs Seekarpfen. Blaufisch Seehecht Seelachs • Temp. n. E. 5° C. 4° R. Stationen Barometer and mm Haparanda 755 N -3 Petersburg 755 S 2 Aberdeen 1 Paris 740 752 S WindBunpa Windstärke Wetter 2 heiter Temp. n. C. = 09 OT -15 7 6 Preis für 1 Pfund; im Anschnitt 35-40 Pf.; 40 Pf.; 30-35 Pf.; 45-50 Pf. Schellfische in allen Grössen Cablian ohne Kopf. Bratflundern Grosse Schollen Knurrhahn Geräucherte Flundern " n Roche 35 Pf.; 42-45 Pi. 20 Pf.; 27-30 PI 20-35 Pf.; 35-40 Pf.; 20-25 Pf.;( 3 Pfd. 60 Pf.) 25-30 Pf. 40-45 Pf.; 60-65 Pf.; Adlerlachs a la Stör 90-100 Pf. Schellfisch 35 Pf.; 60 Pf.; Marinierte Seefische zu billigsten Tagespreisen. Generalvertreter ( im Anschnitt 27-30 Pfennig). Deutsche Dampffischerei- Gesellschaft Nordsee" Johs. Skorczyk Haupt- Filiale: Bahnhof Börse, Bogen 9-10. III. Prinzenstrasse 30 IV. Madaistrasse 22 ( am Moritzplatz). ( im Schlesischen Bahnhof). II. Lüneburgerstrasse, Ecke Paulstrasse Stadtbahnbogen 388/89. Verantwortlicher Redacteur: Corl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Vorwärts Buchdruderei und Berlogsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 279. 19. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 29. November 1902, Gerichts- Zeitung. sich im letzteren die Dinge so abgespielt haben, wie es in dem Artikel nicht mehr behauptet werden, daß im Anschluß an die Kirchenratsbehauptet wurde. Insbesondere haben die Sizungen stets 2 bis sibungen auch die Mitglieder des Gemeindekirchenrats mit dem 3 Stunden gedauert und es feien alle Dinge ausreichend geprüft Pastor Disselhoff gekneipt haben und der Pastor in dem Restaurant Die Veruntreuungen des Pastors Disselhoff in Trebbin haben worden; es fei auch nicht wahr, daß Mitglieder des Gemeinde- Bahlung für sie geleistet habe. Dagegen bleibe die Behauptung beein gerichtliches Nachspiel veranlaßt, welches gestern die dritte kirchenrats nach den Sizungen mit dem Pastor in das Stammlokal stehen, daß der Pastor hier in Berlin häufig unter Teilnahme von Straffammer des Landgerichts I beschäftigte. Wegen Beleidigung gegangen feien und der Pastor dort die Zeche bezahlt habe. Ab- Trebbiner Herren sich vergnügt und gezecht habe. des Gemeindekirchenrats in Trebbin wurden der Redakteur Dr. Karl geschen von dieser Berichtigung, die weder der„ Berl. Morgen- 3tg." aufrecht erhalten, daß eine Reihe von Pflichtverlegungen der Organe Mischke(„ Berl. Tagebl."), Victor Band( Berl. Morgen noch den Neuesten Nachr." zugegangen war, stellte Oberpfarrer des Gemeindekirchenrats vorliegen, die in ursächlichem ZusammenZeitung") und Chefredakteur Dr. Otto Ballerstedt( Berl. Brenning Namens des Gemeindefirchenrats auf Grund eines von hange mit den Unterschlagungen stehen. Nach beiden Richtungen Neueste Nachr.") zur Verantwortung gezogen. Als die Unter diesem gefaßten Beschlusses den Strafantrag gegen die drei hin wurden mehrere Beweisanträge gestellt, darunter ein Antrag schlagungen des Pastors Disselhoff bekannt wurden, knüpfte sich Beitungen. Von den beiden ersten Angeklagten war ein umfang- auf Vernehmung des früheren Kirchenfassen- Rendanten und des daran bekanntlich eine Kritik und Grörterung der Trebbiner Ver- reicher Wahrheitsbeweis angetreten worden und eine Anzahl von Konsistorial- Assessors Schulz, welcher bestätigen werde, daß behältnisse und in den Zeitungen wurde die Frage ventiliert, wie es Zeugen aus Trebbin war zur Stelle. Dr. Mischke erklärte, daß züglich der Regreßpflicht der Gemeindekirchenrats- Mitglieder ein möglich war, daß Pastor Disselhoff gewissermaßen unter den Augen der Artikel von einem Redaktionsmitgliede herrühre, den er mit dem Ermittelungsverfahren gefchwebt habe. Der Gerichtshof beschloß, des Gemeindekirchenrats so tolossale Unterschlagungen in Höhe von Auftrage nach Trebbin geschickt habe, die Verhältnisse in Trebbin, zur Prüfung der vom Verteidiger über die Rechtmäßigkeit des Strafetiva 200 000 m. begehen konnte. So brachte das„ Berl. Tagebl." die bei dem Fall Disselhoff in Frage kommen, zu studieren. Die antrages angeführten Momente die Verhandlung zu vertagen und in seiner Nummer vom 19. April d. J. einen Artikel, der sich gleich- Mitteilungen beruhen also auf Ermittelungen an Ort und Stelle dem Verteidiger aufzugeben, innerhalb 8 Tagen das Material betr. falls mit dieser Angelegenheit beschäftigte. Es wurde darin mit- und er habe sie um so mehr als richtig erachten müssen, weil es nur die Erhebung der weiteren Entlastungsbeweise schriftlich einzureichen. geteilt, daß die Möglichkeit derartiger Unterschlagungen nur dadurch in dieser Beleuchtung erklärlich erschiene, daß Pastor Diffelhoff in Zu erivähnen ist noch, daß der Vorsitzende, Landgerichts- Direttor ihre Erklärung finde, daß Pastor Disselhoff die Sibungen des verhältnismäßig kurzer Zeit so folossale Unterschlagungen begehen Rösler, vor Eintritt in die Verhandlung den Parteien Gelegen= Gemeindekirchenrats, bei denen er selbst den Vorsiz führte, sehr konnte. Angefl. Band erklärte, daß er den Artikel' nicht zu dem heit gab, darüber zu beraten, ob sich nicht eine Form finden lasse, unt gemütlich gestaltete. Der Gemeindekirchenrat bestehe zumeist aus Zweck aufgenommen habe, um den Gemeindekirchenrat zu beleidigen, die Angelegenheit durch Rücknahme des Strafantrages aus der Welt armen Atsikern; Pastor Disselhoff habe die Sizungen meistens mit sondern lediglich zur Charakteristik des Pastors Disselhoff, der es zu schaffen. Die Anregung blieb jedoch ohne Erfolg. einer Ansprache eröffnet, in welcher er zu sagen pflegte, daß nicht verstanden habe, die Gemeindekirchenrats- Mitglieder zu täuschen. viel vorliege und die Sigung bald wieder geschlossen werden könne. Angefl. Dr. Ballerstedt verzichtete seinerseits auf die Erhebung In Altenburg verurteilte das Schwurgericht den hochDann habe er einige Rechnungen vorgelegt und gesagt, daß sie von eines Wahrheitsbeweises. Vor Eintritt in die Beweisaufnahme angesehenen Fabrikbefizer und Bantagenten Gruenert Schmölln, ihm schon geprüft und für richtig befunden seien. Die Rechnungen machte Rechtsanwalt Mosse eine Reihe juristischer Ausführungen, welcher im Frühjahr nach Unterschlagung von über 400 000 Mark seien dann auch ohne weitere Prüfung erledigt worden. Von der die darauf hinausliefen, daß der Strafantrag nicht richtig gestellt flüchtete und in Amerika verhaftet wurde, wegen betrügerischen Ratssitzung sei es dann zum Stammlokale gegangen, und der Pastor, sei. Er erörterte des Längeren die Frage, ob der Gemeindekirchen- Bankrotts und fortgesetter Unterschlagung von Bankgeldern usw. der überhaupt immer Leben in die Bude brachte, habe alles bezahlt. rat eine Behörde sei, wobei er zu einem negativen Ergebnis tam und zu 8 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Der Inhalt diefes Artikels war in die„ Berl. Morgen- 3tg." und führte aus, daß, wenn es sich nur um einen Personenkreis handle, die„ Berl. Neueste Nachr." übergegangen. Namens des Gemeinde- der Strafantrag nicht in ordnungsmäßiger Weise gestellt worden firchenrats hatte Oberpfarrer Brenning in Trebbin dem„ Berl. sei. Was den Wahrheitsbeweis betrifft, so erklärte der Verteidiger: Tagebl." eine Berichtigung zugestellt und darin bestritten, daß es solle nicht mehr aufrecht erhalten werden, daß Pastor Disselhoff Volks- Abreißkalender 1903. Verlag von Rich Lipinski, Leipzig, Bastor Disselhoff den Vorsitz im Gemeindekirchenrat geführt und stets den Vorsiz im Gemeindekirchenrat geführt habe, es solle auch Rangestr. 27. Preis 40 Pf., Borto 10 f. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 28. November. Anfang 74, Uhr: Opernhaus. Carmen. Schauspielhaus. Die Ahnfrau. Neues Opern Theater.( Kroll.) Geschlossen. Deutsches. Monna Vanna. Berliner. Alt- Heidelberg. Nachmittags 22 Uhr: Struwelpeter. Lessing. Jad. Central. Madame Sherry. Neues. Der Gemeine. Nefidenz. Seine Kammerzofe.( Nelly Rozier). Weften. Der lustige Strieg. Thalia. Charley's Tante. Vorher: Cassis Pascha. Anfang 8 Uhr: Schiller. 0.( Wallner Theater.) Stabale und Liebe. d Schiller. N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Der Pfarrer von Kirchfeld. Belle: Alliance Theater. Die Schroederischen. Wilhelm. Preciosa. Nachm. 3 Uhr: Dorf und Stadt. Carl Weiß. Ilse Römer. Luifen. Der Stabstrompeter. Nachm. 3 Uhr: Othello. Cafino. Ein Sohn des Voltes. Metropol. Die zwölf Frauen des Japhet. Apollo. Nakiris Hochzeit. Buntes Theater. Er und Sie. Theodor sucht Streichhölzer. Monfieur Badin.- Abergläubisch. Kleines. Ackermann. Palast. Goldene Jugend. Speciali täten. Nachm. 3 Uhr: Max und Morih. Trianon. Die Liebesschaukel. Wintergarten. Specialitäten. Passage Theater. = Specialitäten. Baffage- Panoptikum.Specialitäten. Steidl. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstr. 48/49. Tausend Jahre deutscher Kultur. Invalidenstraße 57/62. Täglich geöffnet von 7-11 Uhr. Urania. Taubenstrasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Tausend Jahre deutscher Kultur. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Täglich geöffnet von 7-11 Uhr. CASTANS Panoptikum Friedrichstrasse 165. Neu! das jüngste Wunder Afrikas eine schneeweisse Negerin von der Goldküste, 20 Jahre alt, weisse Haut, weisses Haar, hellgraue Augen, ein anthrop Phänomen!! Neben der weissen d.schwarze Schwester: Beide von schwarzen Eltern!! Passage- Theater. Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochentags 8, Ende 11 Uhr. Letzte Woche sensationellen November- Progr. Georg Kaiser in seinem Repertoire. der ,, Witze" Agoston, König Kinematograph: Leichenbegängnis Krupps. Origin.- Aufnahme nur f. d. PassageTheater gefertigt. Belle- Alliance- Theater. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- WilhelmSonnabendabend 8 Uhr: Kabale und Liebe. Ein bürgerliches Trauerspiel in 5 Alten von Friedrich Schiller. Sonntagnachmittag 3hr: Die Räuber. Sonntagabend 8 Uhr: Der Biberpelz. Montagabend 8 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Residenz- Theater. Heute und folgende Tage: städtisches Theater). Sonnabendabend 8 1hr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Bolksstück mit Gesang in 5 Aften von Ludwig Anzengruber. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Minna von Barnhelm. Sonntagabend 8 Uhr: Doktor Klaus. Montagabend 8 Uhr: Der Biberpelz. Buntes Theater ( Ueberbrett'l.) Köpnickerstraße 68. Anfang 8- hr. Seine Kammerzofe. Er und sie.- Theodor sucht ( Nelly Rozier.) Schwank in drei Akten von Bilhaud und Hennequin. Trianon- Theater. Georgenstrasse, zwischen Friedrich- u. Universitätsstr. Die Liebesschaukel. Lustspiel in 4 Akten v. M.Donnay Anfang 8 Uhr. Sonntagnachmittag: Coralie& Cie. Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58. Sonntag, den 30. November: Höhere Töchter. Große Posse mit Gesang in 4 Aften von Mann städt und Schott. Anfang des Konzerts 5 Uhr, der Vorstellung 6 Uhr. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Stadt- Theater. Alt- Moabit 47-49. Der Sonnwendhof. Bolts- Schauspiel in 4 Aften( 8 Bildern) von Dr. Mosenthal. Anfang des Konzerts 5 Uhr, der Borstellung 6 Uhr. Se Theodor fucht Strelchhölzer.- Monsieur Badin. Abergläubisch. Bunter Teil: Leitung: Fritz Lefiner. Tiny Senders. Marcell Salzer. Carla Lingen a. G. Metropol- Theater. Zum 1. Mal: Die zwölf Frauen des Japhet. Vaudeville in 3 Akten von Mars u. Desvallières. Lieder und Text von Julius Freund. In Scene gesetzt v. Direktor Richard Schulz. Musik von Victor Holländer. Emil Thomas a. G. Josephi. Bender. Haak a. G. Siding. Reichsberg. Frid- Frid. JunkerSchatz. Grabitz. Rauchen gestattet." Anfang 8 Uhr. Palast- Theater Münchener Ensemble Gastspiel Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Burgstraße 22. Früher: Feen- Palast. B Heute, Sonnabend, den 29. November, abends 8 Uhr: Zum 1. Male: Central- Theater Die Schröderischen. Sonnabend, 29. Novb.: 2 Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr, zu halben Breisen Geder Erwachsene fann ein Kind frei einführen): Schneeweißchen und Rosenrot. Abends 7 Uhr: Madame Sherry. Operette in 3 Atten von Hugo Felix. Sonntag, 30. November, zwei Vor stellungen: Nachmittags 3 Uhr: Boccaccio. Abends 7%, Uhr: Madame Sherry. Bürgerl. Volksstück v. H. Schrottenbart. Sonntagnachm. 3 Uhr b. flein. Breisen: Der Müller und sein Kind. Abends 8 Uhr: Die Schröderischen. Kleines Theater ( Schall und Rauch) Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Ackermann. Eine tragische Komödie in 3 Akten von F. Holländer u. L. Schmidt. Morgen: Nachmittags 3 Uhr: Thalia- Theater. Serenissimus Zwischenspiele u. a. Abends 8 Uhr: Ackermann. Dresdenerstrasse 72-73. Bum 493. Mal: Charleys Tante. Guido Thielscher als Charleys Tante. Anjang: Charleys Tante. 8, Uhr. Vorher: Cassis Pascha. Anf. 7%, Uhr. Morgen und folgende Tage:" Dieselbe Vorstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Gastspiel des tönigl. Schauspielers Herrn Joseph Refper: Nathan der Weise. Luisen- Theater. Der Stabstrompeter. Casino- Theater. Lothringer Straße 37. Die brillanten Specialitäten. Letzter Sonnabend: Ein Sohn des Volkes. Anfang Wochent. 8, Sonnt. 7%, Uhr. Sonnabendnachmittag 4 Uhr:" Liebe und Kunst. Dazu sämtl. Specialitäten. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Nachmittags 4 Uhr: Frau Holle oder: Goldmarie und Pechmarie. Kindermärchen in 8 Bildern von Alex. Tyrkowski. Abends 8 Uhr: Anfang 8 Uhr. Vorvert. 10-2 Kaffe, Invaliden-, Künstlerdant u. Warenhäuser A. Wertheim. Nachmittags 3 Uhr zu ganz kleinen Ilse Römer. Preisen Schüler- Vorstellung: Othello. Romantisches Schauspiel in 3 Atten Morgen 3 Uhr: Deborah. Abends( 6 Bildern) von Ernst Ritterfeldt. 8 Uhr: Wallensteins Tod. Montag: Morgen nachmittag 3 Uhr: Othello, Marie- Anne. Dienstag: Die der Mohr von Venedig. Grille. Abends: Ilse Römer. Kolojjaler Erfolg, Uhr: W. Noack Theater.8%, Ulor: Direktion: Robert Dili. Brunnenstrasse 16. Seute: Gr. Extra Vorstellung: Durchgegangene Weiber. Große Poffe mit Gesang v. Jacobson.. Nach der Borstellung: Familienball. Eingelaufene Druckschriften. Apollo- Theater. Von 8-9 Uhr: Specialitäten. Um 9 Uhr: Bumm 23. Male: Mit Koloffalem Erfolge: Nakiri's Hochzeit Operette in 2 Aften von P.Lincke. Im zweiten Bilde( um 10% Uhr): Der sensationelle Spiegeltrick. Im letzten Bilde( 10% Uhr): H. Harndins elektrisches Ballett. Kasseneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Wilhelm- Theater. Friedrich- Strasse 236. Begen Privat- Festlichkeit: Keine Vorstellung. Morgen nachm. 3 Uhr, halbe Kassentpreise: Dorf und Stadt. Abends 8 Uhr: Preciosa. Cirkus Busch. Sonnabend, 29. November 1902, abends 7, Uhr: Grosse Vorstellung. Dahomey. Parade- Exercieren des Amazonen- Corps. Steidl Dranien burg. Thor Theater an der Friedrichstr. Täglich& Uhr. Sonnt. Uhr. Steidl= Sänger. Täglich wechselndes Programm. Dienstag, Donnerstag, Sonntag im Festsaal: Canzkränzchen. Goldene Jugend. Sanssouci Gr. Ausstattungs- Burleste mit Gefang Rentier Fiebig und Tanz von W. Geride. Dir R Winkler. 10 Schaunummern, Atrakt. 1. Ranges. Anjang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Bf. Heute nachmittag präz. 3 Uhr: Gr. Schüler- und Kinder- Vorstellung: Winter Fase Max und Moritz. Eine Bubengeschichte in 7 Streichen nach W. Busch. Kl. Preise. Loge 75 Pf. Sperrfik 60 Pf. Ref. Plak 50 Pf. Hochpart. 40 B. Gallerie 30 Pf. 2. Kinder zahlen Billet. Jeder Erwachsene 1 Kind frei. Letzte Woche Cirkus Schumann UGT des mit SO So grossem Beifall aufgenommenen NovemberProgramms. Gratweils Bierhallen Theater u. Variété Kommandantenstraße 77/79. Täglich: Gr. Vorstellung. Das grosse amüsante Sonnabend, den 29. November, abends 7, Uhr: Grosse High- Life Vorstellung. Zum 37. Male: Eine Fortsetzung der liebten Pantomime: Die lustigen Kottbuser Thor. Jeden Donnerstag, Sonntag und Montag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Königstadt- Casino. Holzmarktst. 72, Ecke Alexanderst. Täglich erfil. Specialitäten- Vorstellung. Jed. Mittwoch, Sonnabd. und Sonntag Tanzkränzchen. Anf. Wochent. 8, Sonntags 6 Uhr. Am Mittwoch, 26. d. 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Aus der Geschichte der Gewerkschaftsbewegung. Referent: Karl Wiesenthal. 2. Wahl einer Tarif- beziehungsweise Schlichtungskommission. 3. Wahl von Ersatpersonen zur Schlichtungskommission. Die Kommission soll bestehen aus 4 Personen: 1. Zwei Rohrlegern aus der Agitationsfommission, einer aus der Gas- und Wasserbranche, und einer aus der Heizungsbranche; 2. von einem Rohrleger, der bei einem Jnnungsmeister arbeitet; Allgemeine Orts- Krankenkasse gewerbl. Arbeiter u. Arbeiterinnen zu Berlin. Die für die Wahlperiode 1902/1903 gewählten Delegierten werden hiermit zu der am Sonntag, den 7. Dezember 1902, vormittags 10 Uhr bezw. 10% Uhr, in den Armin Hallen, Kommandantenstraße 20, stattfindenden = Ordentlichen General- Versammlung ergebenst eingeladen. Um 10 Uhr: Versammlung der ArbeitgeberDelegierten. Tages- Ordnung: Wahl von zwei Vorstandsmitgliedern für die Zeit 1903/1904 an Stelle der ausscheidenden Herren Rosenstock und 3. von einem Rohrleger, welcher bei einem Mitgliede des Verbandes deutscher Centralheizungs- Sn- Biersch. dustrieller( Ortsgruppe Berlin) arbeitet. Zahlreichen Besuch dieser wichtigen Bersammlung erwartet Der Einberufer: Mag Tschöke, Landsbergerstraße 14. Verband der Möbelpolierer. Woning, den 1. Dezember 1902, abends 8%, Uhr: Versammlung in Nigdorf, Hermannstraße 197. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Davidsohn über:" Die Arbeiter und die Kunst". 2. Diskussion. 3. Wahl eines Delegierten zum Delegiertentag. 4. Berschiedenes und Ausgabe von Urania- Billets. Die Mitglieder werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Mittwoch, den 3. Dezember: Sitzung der Vertrauensmänner. Für Süd- Ost: abends 7 Uhr, Skalikerstr. 58. " Oft: 7 " " Blumenstr. 38. " Norden 8 Brunnenstr. 96. Tages Ordnung: Soll der Arbeitsnachweis der Tischlermeister weiter bekämpft werden? Jede Werkstatt muß vertreten fein. 147/13 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonnabend, den 29. November 1902, abends 8, Uhr: Versammlung d. Drahtarbeiter im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal III. Sonntag, den 30. November 1902, vormittags 10 Uhr: Einladung zur General- Versammlung der gewählten Bertreter der Orts- Krankenkasse für d. GemeindeBezirk Lichtenberg zum Sonnabend, d. 6. Dezbr. d. I., " abends 8 Uhr, in der Glashalle des Gartens im Schwarzen Adler", hierselbst, Frankfurter Chauffee 120. Tages- Ordnung: Antrag des Vorstandes zur Abdes änderung des§ 31 Absat Statuts auf Erhöhung der wöchent lichen Kaffenbeiträge von 3 Proz. auf 31, Proz. des durchschnittlichen Tagelohnes zufolge Verfügung des Herrn Regierungs- Präsidenten zu Potsdam vom 21. d. M. und auf Anordnung der hiesigen Kassen- Aufsichtsbehörde bom gestrigen Tage. 277/19 Lichtenberg, den 27. November 1902. Der zur Wahrnehmung der Ge: fchäfte des Vorstandes der Orts: Krankenkasse für den Gemeinde: Bezirk Lichtenberg bestellte Kommissar. Kauffmann. erfallene Pfänder zum Weihnachtsfest. Golds., Brillanten j. Art, gold. u. silberne Uhren, Stetten, Ringe, sauber u. schön, w. spottb. bert. Pfandl. Um 10% Uhr: Versammlung sämtlicher Delegierten. Tages- Ordnung: 1. Die Verlängerung des Vertrages mit dem Verein der freigewählten Kaffenärzte für das Jahr 1903. 2. Wahl des Ausschusses zur Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres. in zur 3. Beschlußfassung über den Antrag wegen Ausscheidung der Steinmetz und Grabsteingeschäften beschäftigten Stassenmitglieder Drts- Krankenkasse der Bildhauer usw. 4. Beschlußfassung über die neuen Verhaltungsmaßregeln für erkrankte Kaffenmitglieder. 5. Abschließung von Verträgen mit bei der Kasse be= verschiedenen schäftigten Hilfsarbeitern. 6. Mitteilungen des Vorstandes. Versammlung der ArbeitnehmerDelegierten. Tages- Ordnung: Wahl von vier Vorstandsmitgliedern für die Zeit 1903/1904 an Stelle der ausscheidenden Herren Bernau, Sterl, Rosenkranz und Frau Jaeger und bdrei Vorstandsmitglieder für das Jahr 1903 an Stelle der aus: geschiedenen Herren Weiß, Beher und Weiße. 277/17 Berlin, den 28. November 1902. Der Vorstand. Georg Israel, ftellv. Vorsitzender. NB. Ohne Legitimationskarte ist der Eintritt nicht gestattet. Verlorene Karten werden im Kassenlokal, Neue Versammlung der Kobler, Bohrer, Fraiser etc. Bianbi. Bringenftr. 28 I, Ede Ritterstr. Friedrichstr. 9/10, ersetzt. bei Liette, Brunnenstr. 41. Sonntag, den 30. November 1902, vormittags 10 Uhr: Morgensprache der Schraubendreher bei Wetzel, Wrangelstr. 136. Sonnabend, den 29. November 1902, abends 8, Uhr: Konferenz der Vertrauensleute für Charlottenburg 167/12 bei Pasche, Potsdamerstr. 44. Die Ortsverwaltung. Partei- Speditionen: Erfindung des Geheimraths Brof. Dr. Gerold. ndf' Patent Cigarren น. Cigarren der Zukunft! 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