Nr. 89. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Prets für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,80 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzbanb: Deutschland u. DefterreichUngarn a Mr., für das übrige Ausland s Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Poft- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Bfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Juferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fern Sprech- Anschluß: 3mt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Benth- Straße 2. Wie es gemacht wird. zu verweisen. Herrn. Berlin W., Königgräberfir. 123 b den 4. April 1892. Berlin. Donnerstag, den 14. April 1892. Aus England. Expedition: Beuth- Straße 3. Lofer Führung im Dienst der Gesellschaft wurde er Knall und Fall entlaffen. Auch andere Eisenbahn- Beamte, die ihre Gesellschaften durch ihre Aussagen vor der Kommission. arg bloßgestellt, sind dafür mit Entlassung bestraft worden, aber bei teinem lag der Fall so traß, war die Ursache so unverhohlen eingestanden worden, wie bei Hood. 0 vor Peinliche Sorge erfüllte die guten Bürger, je näher der London, 11. April 1892. Tag heranrückte, an dem die Wahlen auf Grund der Land- Letzten Donnerstag spielte sich im englischen Parlament gemeinde Ordnung zu vollziehen waren. Kärglich sind eine Szene ab, die zwar von den Hauptakteuren, die dabei die durch das Gesetz festgelegten Rechte des fleinen Mannes, auftraten, als Komödie aufgefaßt und durchgeführt wurde, Zum Glück stehen die Wahlen vor der Thür, und so aber so schlecht auch die breite Masse der ländlichen Be- hinter der aber ein genügendes Stück Ernst steckt, um eine fonnte die Parlamentsmehrheit, als vor einigen Wochen die völkerung vom Landtage bedacht wurde, die Gespensterfurcht eingehendere Berichterstattung darüber zu rechtfertigen. vor der Sozialdemokratie ging um. Und in der That, In England ist das Parlament nicht, wie im Reich Sache im Hause zur Sprache gebracht wurde, beim besten diesmal sputte es. Wir haben nur auf die überraschenden der Mitte, ein dekoratives Institut zur Verhüllung des Willen nicht mit allgemeinen Redensarten über sie hinwegErfolge unserer Partei in einer großen Reihe von Bezirken| Regierungsabsolutismus, sondern es ist die Regierung selbst, gehen. Sie wurde mit einigen ähnlichen Fällen der erder als dekorative Beigabe die Krone zur Seite steht. Aus wähnten parlamentarischen Untersuchungs- Kommission, in Die Bourgeoisie ließ kein Mittel unbenutzt, um sich der wirklichen Kämpfen statt bloßen Redegefechten hervor der beiläufig eine Reihe von Eisenbahn Direktoren fizen, bösen Gegner zu erwehren. Im Lande ging der politische gegangen, hat es sich neben dem Recht, zu bestimmen, was zur Prüfung übergeben, und diese fonnte nicht anders beBettelsack um, die geschäftigen Piepmeier liefen von Pontius Gesetz sein soll und wie regiert werden soll, auch das Recht finden, als daß in der That Hood hauptsächlich auf zu Pilatus, um den Zauber zu beschwören. gesichert, jede Verlegung seiner Privilegien selbst zu ahnden, Grund von Beschuldigungen, die auf seine Aussage vor Wir veröffentlichen zur Charakteristik der agitatorischen wo diese in Betracht kommen, in eigener Sache Richter zu Ihrer Kommission Bezug haben", den Stuhl die Thür gesetzt erhalten habe. So blieb dem Thätigkeit der wildgewordenen Philisterschaft im Wortlaut sein. Es ist in der Lage, Personen, die sich gegen die Thür gesetzt nichts übrig, da ihm die Radikalen zwei urkundliche Belege, die lautes Zeugniß ablegen von seine Privilegien vergangen, vor seine Schranken zu Weinifterium nichts der Angst und dem gar nicht verschämten Eifer unserer laden und nach Ermessen zu büßen. Der Uhr- Thurm auf dem Nacken saßen, als den Fall für einen Verstoß gegen Widersacher. Das erste Schriftstüc lautet: des Hauses von Westminster hat schon manchen solcher Ber- die Privilegien des Barlaments zu erklären. Denn es liegt brecher beherbergt als Legten, wenn ich nicht irre, den auf der Hand, daß eine parlamentarische Unterfuchungs tommission feinen Pfifferling werth ist, wenn sie es duldet, verstorbenen Freidenker- Agitator Bradlaugh. Diesmal handelt es sich freilich um weniger disreputable daß von ihr verhörte Zeugen aus der Arbeiterklaffe wegen Persönlichkeiten als einen unverföhnlichen Feind der Religion ihrer Aussagen von ihren Arbeitsherren bestraft werden. Da bei Gelegenheit der auf Grund der Landgemeinde- und aller gesellschaftlichen Ordnung, für den Bradlaugh Die vier in Frage kommenden Eisenbahndirektoren, von Ordnung vom 3. Juli 1891 erforderlichen Neuwahlen seitens damals noch von der„ Elite der Nation" gehalten wurde. denen einer, Mr. John Maclure, selbst Parlaments. der Sozialdemokratie die erdenklichsten Anstrengungen gemacht Diesmal waren es vier Vertreter des Kapitals, vier Diref- mitglied ister ist konservativer Abgeordneter für Stratwerden, um ihre Anhänger in die Gemeindevertretung zu bringen, so ist die Betheiligung aller wahlberechtigen Forensen toren einer Eisenbahn Gesellschaft in Wales, die sich vor ford( Nordost- Lancashire) wurden also feierlich aufan den diesjährigen Wahlen in deren eigenem Interesse den Schranken des Parlaments für das Verbrechen zu ver- gefordert, sich am Donnerstag, den 7. April, vor dem dringend wünschenswerth. Namens einer großen Anzahl antworten hatten, gegen die Privilegien des hohen Hauses Barlament wegen ihrer Handlungsweise zu verantworten. Die Szene parlamentarischer Intriguen- wurde nach derfelben gestatte ich mir daher das ergebenste Ersuchen, die verstoßen zu haben. Wie hatten die Unglückseligen das zu beifolgende Wahlvollmacht, mit Ihrer Unterschrift versehen, Stande gebracht? Je mun, sie hatten etwas gethan, was dem Dichterwort zum Tribunal. geft. umgehend an mich zurücksenden zu wollen. in den Augen vieler Mitglieder ja der großen Mehrheit Nun, im Ganzen war es eine ziemliche Romödie. Stempelpflichtig sind die Wahlvollmachten nicht. des Parlaments- ihr Recht und ihre Pflicht war, sie hatten In den Augen der großen Mehrheit des Parlaments be einen Angestellten ihrer Bahn, den Stationsaufseher Hood, aus stand das Verbrechen der Herren Maclura nicht darin, den Hood seiner Stellung entlassen, weil er vor der parlamentarischen wegen seiner Aussage entlassen, sondern lediglich darin, ihn Kommission zur Untersuchung der Arbeitszeit der Eisenbahn- unter keinem schicklichen Vorwande entlassen zu haben. Beamten Dinge ausgesagt, welche geeignet waren, die Ge- Sind nicht Entlassungsgründe noch wohlfeiler wie Bromsellschaft beim Publikum in großen Mißkredit zu bringen. beeren? Der Minister Hicks- Beach als Wortführer der Er hatte ausgesagt, daß die Arbeitszeit der Betriebs- konservativen Mehrheit führte das in seiner Rede zur Bes. angestellten eine übermäßig lange sei, daß Leute bis zu gründung des Antrages, die Miffethäter mit einer 36 Stunden hintereinander mit nur ganzen Unterbrechungen tadelnden Ermahnung zu bestrafen, auf's Deutlichste aus. Dienst zu verrichten gehabt haben, und hatte nicht geleugnet, man konnte sich beinahe nach Bochum versezt glauben. daß unter dieser Arbeitsüberbürdung die Sicherheit des Be- Statt einer Anklagerede eine Entschuldigung der Direktoren. triebes ganz bedeutend leide. Ueber die Ursachen einer Nachdem dieselben erklärt hätten und warum sollten sie Eisenbahn- Katastrophe befragt, hatte er ausgesagt, daß die es nicht? daß sie durchaus nicht die Absicht gehabt, in Schwellen halb verfault gewesen seien und der Bahnkörper die Rechte des Parlaments einzugreifen, daß sie anch nicht in höchst defektem Zustande. Alles das entsprach durchaus im Traum daran gedacht hätten, durch die Entlassung der Wahrheit, Hood hatte in Bezug auf den letzteren Punkt Hood's andere Arbeiter von Aussagen vor der Kommission seinerzeit gerade dasselbe dem ihm vorgesetzten Direktor ge- abzuschrecken, daß sie Hood nur entlassen, weil sie es in meldet, aber daß er es jest offen heraus vor der Kom- ihrer Pflicht als Sachwalter der Bahngesellschaft gehalten, สิน entledigen, mission bekannte, statt dieselbe im Interesse der Bahn- sich dieses unzuverlässigen Beamten gesellschaft anzulügen, bewies dem Direktorium, daß er ein was tönne man da noch von ihnen wollen? Wenn unzuverlässiger" Beamter sei, und trotz 20jähriger tadel- dieses Haus sich dazu versteigt," meinte der Minister,„ die Hochachtungsvoll H. Hante, Baumeister. Direktor des Berlin- Charlottenburger Bauvereins. Die andere Urkunde hat folgende Lesart: ich Hiermit bevollmächtige mir meinen unferen mich uns mit mir uns Herrn Direktor Hugo Hanke zu Berlin. Substitutionsbefugniß, bei den Wahlen zur Gemeindevertretung von Deutsch- Wilmersdorf in der Ausübung des durch dortigen Grundbesitz verliehenen Stimmrechts zu vertreten und zwar so lange, bis diese Wahlvollmacht dies seits zu Händen des Gemeindevorstandes zurückgezogen wird. Troß dieser fieberhaften Bemühung war der Liebe Müh umsonst. Wie heißt doch die altbekannte Würfeltour, die der des Frühschoppens beslissene Studiofus beim„ Knobeln" gar so gerne spielt?" Der Knabe Hanke, wie er sich in feinem Blute wälzt!" den.. te... 189 Feuilleton. Nadbrud verboten.] ( 89 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. Herr Dr. Lange?" rief Wießner. " Wie? Herr Dr. Lange?" fragte Findeisen überrascht. Wie fommen Sie so plößlich an diesen Ort?" Auf die einfachste und natürlichste Weise von der Welt, ich wohne in diesem Hause, da gleich im ersten Stock, wenn Sie mich einmal besuchen wollen. Ich vernahm Stimmen vor meiner Wohnung und höre aus Neugier in der Entfernung zu. Also, Herr Wießner, gehen Sie getrost nach Hause, Sie haben Ihren Zeugen." und ohne Komplimente, wenn ich bitten darf," fügte Findeisen hinzn, indem er die dargebotene Hand drückte und zurückschob. Das war eine brave That, Herr Findeisen," meinte Lange, als das Paar sich entfernt hatte, und ich hätte Lust, mit Ihnen noch einen Schluck zu trinken, ehe ich an die Arbeit gehe." " Entschuldigen Sie mich nur für heute, Herr Doktor; ich werde Sie morgen aufsuchen." Nun, mir auch recht; also auf Wiedersehen morgen." Dreizehntes Kapitel. Ein gehettes Wild. Wie wir bereits wissen, war Fräulein Muffelich mit der Meldung, daß ihr Vater sie erwarte, aus der Wohnung 0 Ja, so frei, wie damals in Hasselbach." " Also wieder durchgebrannt?" des Fräulein Findeisen abberufen worden. Sie hatte diese Meldung nicht ohne einiges Befremden aufgenommen, denn nur in ganz außerordentlichen Fällen pflegte Herr" Richtig, ganz genau durchgebrannt. Sehen Sie, Musselich einen weiteren Umweg zu machen, um sein liebste Fanny, als Sie heute Vormittag bei mir gewesen Vögelchen unter seinen Fittichen nach Hause zu geleiten. waren in meiner Staatswohnung, da fiel mir's ein, daß Diesmal war es aber auch noch früher am Tage, als der Sie heute aus Ihrer Konferenz wahrscheinlich allein fort würdige Expeditionsvorstand für räthlich hielt, seinen Sitz gehen würden, und daß ich Sie demnach abholen, und auf in der Schreiberstube zu verlassen. Das Mädchen beeilte einigen Umwegen natürlich, nach Hause begleiten könnte. sich daher, das Lockenköpfchen in eine Raputze, die niedliche Dabei tamen mir nun die Erinnerungen aus den Tagen, Gestalt in einen warmen Mantel, Händchen und Füßchen in in denen ich Sie aus der Stichstunde abholen durfte, so Hand- und Ueberschuhe zu hüllen, den Schleier herunter- lebhaft eingestürmt, daß ich mir endlich sagte: Du zuschlagen und nun die Treppe hinabzueilen. In der mußt sie heute wiedersehen, es mag biegen oder brechen." Hausflur war Herr Musselich, seiner Gewohnheit zuwider, nicht zu finden; als sie aber zur Hausthür hinaustrat, sah sie einen Mann auf der gegenüberliegenden Seite der Straße stehen und eilte an seine Seite. ,, Sie sagten mir doch, es würde Ihnen jetzt jeder Ausgang verwehrt?" " Ja, seit jenem Ausmarsch in Masse hatten die Herren vom Gericht für gut befunden, eigenmächtig die bisherigen Wie arg hatte sie sich getäuscht! Statt eines talten Gebräuche abzuändern, ohne sich an unsere Proteste zu kehren, Grußes und vielleicht einiger ärgerlichen Worte über zu die nun schon bis ans Justizministerium gegangen find. langes Wartenlassen, wurde sie mit einer leidenschaftlichen Namentlich der Gerichtsrath Rollfuß, ein Bruder vom Umarmung und den Worten empfangen: Möbelfabrikanten, der auch fortschrittlich, wüthet gegen Liebste Fanny, Sie sind mir doch nicht böse, daß uns, indem er es uns noch nachträgt, daß wir in der Boltsich einmal an Herrn Musselich's Stelle tomme, Sie ab- versammlung seinen würdigen Bruder so hingestellt hatten. zuholen?" Aber in dem Augenblicke, wo ich meinen Entschluß gefaßt, Wie, Herr Frank, Sie sind es? Mein Gott, wie kannte ich keine Schwierigkeiten mehr. Ich beantragte Aushaben Sie mich erschreckt; ich bin ganz wie niedergedonnert." gang beim Assessor: wurde zurückgewiesen; beim GerichtsEs ist Ihnen wohl gar nicht recht, daß ich ge- rath: wurde zurückgewiesen. Da ließ ich mich persönlich tommen?" melden und kochte den Leuten eine solche heiße " Freilich ist mir's recht, es wäre auch gar nicht schön, Brühe vor, daß sie schließlich, aus Furcht, sich zu verwenn mir's nicht recht wäre; aber es ist mir ordentlich in brennen, mich laufen ließen. Freilich mochten sie hinter die Glieder gefahren. Sagen Sie mir nur um Alles in der mir ein wenig auch das" Volksblatt" erblicken, denn die Welt, wie ist das möglich geworden, daß Sie mich heute Deffentlichkeit scheuen die Meisten dieser Nachtvögel, wie abholen können? Sind Sie denn frei?" gar nicht zu beschreiben." " " Direktoren einer Eisenbahngeselkschast dafür zu tadeln, daß sie einen Mann in der verantwortlichen Stellung eines Stationsaufsehers entlassen, weil er nach ihrer Ansicht kein vertrauenswürdiger Beaniter ist, so muß ich sagen, daß nach meiner bescheidenen Ansicht das Haus damit die Verant- wortung für die Geschäftsführung der Eisenbahn aus sich laden würbe*. Das Haus gehe die Sache eigentlich nur insoweit an, als die Direktoren Hood bei der Entlastung — so ganz beiläufig— in einer Weise herunterputzten, die möglicherweise andere Arbeiter von der Abgabe von Zeugen- aussagen abschrecken könne. Dadurch, daß die Direktoren feierlich erklärt hätten, eine solche Absicht mit ihrer Maß- regelung Hood's nicht verbunden zu haben, und für den etwaigen unbeabsichtigten Verstoß gegen die Privilegien des Hauses um Entschuldigung gebeten hätten, sei im Grunde auch diese letztere Angelegenheit schon erledigt, und so könne man um die fatale Angelegenheit mit einer milden Ermah- nung an die im Innersten ihres Herzens reinen Direktoren herumkommen. Sprach's und legte dem Hause eine ent- sprechende Resolution vor. Das ging verschiedenen Abgeordneten, die Arbeiterdistrikte vertreten, denn doch wider den Strich. Der irische Glad« stoneaner I. P. O'Connor beantragte, den Verstoß der Direktoren der Cambrischen Eisenbahn nicht eher für ge- sühnt zu erklären, als bis sie Hood entweder wieder in seine alte Stelle eingesetzt oder ihm entsprechende Entschädigung geleistet hätten, und auch einer der liberalen Häuptlinge, Sir George Trevelyan, protestirte gegen die jammervolle Rede des Ministers. Aber er hatte die Rechnung ohne den „Chef* und dessen Stab gemacht. Hn einer seiner öligsten Reden trat Herr Gladstone dem Minister in allen Punkten bei. Es komme hier auf das„Prinzip* und nicht auf das Individuum an. Um Letzteres habe das Haus sich nicht zu kümmern, wolle es nicht einen bedenklichen Präzedenzfall schaffen. Damit war der Ausgang der Debatte entschieden. Wie ein Main, stimmten die Konservativen und mit zwei Aus- nahmen, auch die liberalen Unionisten für den Regienings- antrag. Desgleichen eine Anzahl Gladstoneaner, geführt von den« Chef und seinen Lieutenants John Morley und Sir William Harcourt. Der Antrag O'Connor erhielt 159, ein Antrag des Liberalen Picton, nur die Ent- schädigung Hood's zu verlangen, 189 Stimmen. Diese Miiwrität setzte sich aus dem radikalen Flügel der Glad- stoneaner, den Jrländern und den Arbeiter-Abgeordneten zusammen. In der Schlußabstimmung erhielt dann der Regierungsantrag 349 Stimmen, während 7V Abgeordnete ihre Opposition bis zuletzt aufrecht erhielten. Dann wurden die vorgeladenen Direktoren, die während der Debatte den Sitzungssaal hatten verlassen müssen, wieder hereingeholt, und ihnen vom Vorsitzenden, dem„Sprecher*, die beschlossene Verwarnung ertheilt. Worauf die Herren sich verneigten und„gebessert" nach Hause gingen, d. h. mit dem festen Entschluß, nie wieder einem Beamten bei der Entlassung zu sagen, daß er wegen seiner Aussagen vor einer parlamen- tarischen Kommission entlassen werde. Die schäbige Haltung der Hauptführer der Liberalen in dieser Angelegenheit hat in Arbeiterkreisen große Ver- stimmung erregt und würde der Partei bei der nächsten Wahl verschiedene Sitze kosten, wenn ans die Arbeitervertreter selbst mehr Verlaß wäre, eine von der bürgerlichen Patronaae unabhängige Arbeiterpartei nicht vorläufig nur erst in Resolutionen bestände. Es fehlt nicht an wirklichen Ansätzen dazu, die 159 bezw. 189 Stimmen gegen die Er-' mahnungs-Komödie sind der beste Beweis dafür, denn ohne eine tiefgehende Bewegung in der Arbeiterklasse würden die betreffenden Anträge nicht den vierten Theil der Stimmen erhalten haben; aber die Dezentralisation der Bewegung hat doch immer wieder Rückfälle in die alte Kompromißlerei zur Folge. So sehr aber die radikale und Arbeiterpresse hier zu Lande Recht hat, wenn sie die Behandlung der Angelegen- heit von Seiten der tonangebenden Parlamentsführer -und ihrer Getreuen als eine faule Komödie be- zeichnet, so ist selbst diese faule Komödie eine Sache, um die man in Deutschland die Engländer noch beneiden kann. Daß ein aus Bourgeois zusammen- gesetztes Parlament keine Entscheidung gegen das unver- äußerliche Recht des Arbeitsherrn,„seine" Angestellten nach Belieben zu entlasten, treffen mag, ist zu natürlich, um sich darüber weiter zu verwundern. So lange die englischen „Wo haben Sie denn Ihren Begleiter gelassen; ich wäre begierig, einmal so einen Menschen zu sehen! Läßt es sich leidlich mit ihnen umgehen?" „Sehr leidlich, je nachdem; und es thut mir nun schreck- lich leid, daß ich mein Exemplar nicht mitgebracht habe, um es Ihnen zeigen zu können." „Sie haben es nicht mitgebracht? Wo ist denn der Mann?" „Er ist in der Wohnung des Herrn Barth geblieben." „Das ist sehr anständig und sehr seinfühlend von dem Manne." „Gar nicht so sehr, wie Sie denken, theuerste Fanny; denn der Mann hat mich nur allein gehen lassen, weil er nicht mitgehen konnte." „Ist er krank geworden?" „Rein, das gerade nicht; aber ich habe ihn ein- geschlossen." „Herr Frank, was machen Sie für Geschichten!" „Man thut, ivas inan kann." „Es wird Ihnen sehr verübelt werden." „Das soll mir ganz besonderes Vergnügen machen." „Sie sind wirklich unverbesserlich." „Bessern Sie mich, liebste Fanny,* rief Frank und hatte der Zürnenden, ehe sie sich v versah, einen Kuß auf diejenige Stelle des Schleiers gedrückt, die dem rosigen Mnndc am nächsten war. Der kleine Lockenkopf schien sehr böse, denn er wendete sich ganz von dem Begleiter ab. „Sind Sie mir böse, Fanny?" „Sie sind recht unartig." „Ich will mich ja bessern." „Sie bringen es gar nicht zu Stgnde." „Zürnen Sie mir nur nicht mehr, sonst bereue ich, daß sch durchgebrannt bin." „Das sollen Sie nicht, ich bin nicht so böse. Aber warum haben Sie den Aiann geradezu eingeschlossen?" „Das will ich Ihnen ganz genau erklären. Sehen Sie, das Gericht nimmt an, daß seine Diener, wenn man sie auch getrost als Nachtvögel bezeichnen könnte, bei Tage besser sehen, als bei Abend, und deshalb wird uns der Ausgang nur Arbeiter Bourgeois ins Parlament wählen, müssen sie auf thatkrästige und durchgreifende Wahrnehmung ihrer Klassen- interessen verzichten. Die Verhandlung war nur soweit Komödie, als der Gegenstand den Bourgeois-Parlamentariern nicht am Herzen lag. Soweit aber ihr eigenes Recht, d. h. das Recht der Volks verirelung, in Betracht kam, das indeß im gegebenen Moment auch für die Arbeiterklasse ausgenutzt werden kann, zeigten sie deutlich, daß sie nicht mit sich spaßen lassen. In dieser Hinsicht läßt die Ermahnungsrede des„Sprechers" an die Direktoren wenig zu wünschen übrig. „Ich wünsche Ihnen und Allen wissen zu thun", sagte er u. A., daß die Privilegien dieses Hauses kein unwirkliches, schattenhaftes oder inhaltsloses Ding sind. Das Haus hält an ihnen fest und ist entschlossen, sie aufrecht zu er- halten. Der Privilegienbrnch, den Sie begangen, besteht darin, daß Sie durch Ihr Gebahren einen vor dieses Haus geladenen Zeugen eingeschüchtert haben. Ihr Verhalten ihm gegenüber ist geeignet, Zeugen abzuschrecken, vor diesem Hause Zeugniß abzulegen. Das Haus hat in seinem Er- kenntniß, und ich sollte hinzufügen, in seiner Milde mich beaustragt, Sie zu verwarnen. Ich verwarne Sie aus das Ernstlichste und lasse Sie gewarnt sein, daß irgendwelche Wiederholung dieses argen Vergehens— denn es ist ein arges Vergehen— von diesem Hause mit strengster Sühne und Zurückweisung heimgesucht werden wird." So spricht eine Volksvertretung, die weiß, daß sie die herrschende Macht im Staate ist. Und, wie gesagt, es liegt nur an den Arbeitern selbst, diese Macht sich dienstbar zu machen. Es hängt von ihrer Energie, ihrem geschlossenen politischen Auftreten ab, der Verwarnung diejenige Trag- weite zu geben, die sie nach Wunsch und Willen der konser- vativen Parteigötzen— nicht haben sollte. Als ich Ihnen in meinem letzten Briefe schrieb, die Angeklagten in der Walsaller Bombenaffäre würden für die Sünden Ander ermitzubüßen haben, da hatte ich doch kaum eine rechte Vorstellung, bis zu welchem Grade diese Vermuthung sich bewahrheiten würde. Zehn Jahre Zucht- Haus für ein noch nicht über die ersten Stadien der Vor- bereitung— geschweige denn der Ausführung gediehenes Vergehen, nicht gegen den Anstifter, sondern gegen die An- gestifteten, das sst viel mehr als man nach dein Ergebniß der Untersuchung und der Zeugenverhöre hätte erwarten oder befürchten sollen. Jndeg die Pariser Explosionen und die wahnsinnigen Flugblätter, die man bei den Leuten ge- funden, haben ihnen den Hals gebrochen. Es half dem armen Charles nicht, daß er betheuerte, mit dem Inhalt dieser Ftugblätter nicht übereinzustimmen, daß er für Eng- land eine Dynanntpolitik für„unmöglich" erklärte, er erhielt dieselbe Strafe zudiktirt wie Calles, der das Flugblatt „ein anarchistisches Fest in der Oper" wenn nicht ver- faßt so doch reproduzirt hatte. In diesem Flugblatt wird mit einem Behagen, das einen Kannibalen schauern machen könnte, der Hochgenuß geschildert, der jedes an- archistische Herz höher schlagen machen müsse, wenn die von Menschen angefüllte Oper niederbrenne, wenn sich in daS Prasseln des Fettes der Reichen das Geschrei ihrer Weiber und ihrer Brut mische. Welch' ein Entzücke», selbst nur von Ferne solch einen rolhen Brand in unserer Stadt zu sehen! Tausendmal schöner als das Feuer des reinsten Dwmanten." Man kann sich nach solchen Proben nicht wundern, daß selvst derjenige Theil der englischen Presse, der sonst für alle politisch Verfolgten eintritt, durchaus kein Wort gegen die Höhe der erkannten Strafen hat, und daß selbst die sozialistischen und Arbeiterblätter nur laue Kritik an dem Urtheil üben. Plan bedauert Leute wie Charles und Deakin, die allgemein als Opfer eines Schurken- streichs des Herrn Coulon betrachtet werden, aber das ist auch alles. Ein Protestmeeting, das die anarchistischen Gesinnungsgenossen von Charles auf gestern nach Hyoepark einberufen hatten, wird an dieser Stimmung nichts ändern. Das radikale„Daily Chronicle", das ein ziemlich guter Therniometer für die Stimmung der kleinen Leute in London ist, benutzt im Gegeutheil das Meeting, um in dürren Worten zu erklären, daß man zivar in England wenig Lust verspüre, auf die von französischer Seite angeregten Be- rathungen behufs internationaler Maßregeln gegen den Anarchisnms sich einzulassen, daß aber ein Vorschlag aus wenig Widerspruch stoßen würde, Dynamitanfertigern:c. gegenüber das Gerichtsversahren dahin zu ändern, daß die- während der Tagesstunden gestattet. Bei Tage konnte ich Sie aber doch nicht abholen, oei Abend dürfte ich nicht mehr ausbleiben, also mußte ich etwas riskiren. Und da sich mein Begleiter bei Abend schlecht zu besehen scheint, habe ich ihn der Vorsicht halber, um seiner selbst willen, einstweilen.ein- gesperrt." „Und bei Herrn Barth?" „Ja wohl, ich wußte keinen besseren Ort als den, weil da die Etage zwei Ausgänge hat nach der Treppe. Ich gehe also mit meinem Begleiter ins Vorzimmer zur Setzer- stube, wo der Lausbursche sitzt, der mir immer die Korrekturen bringt. Dem sage ich, er sollte mir einmal dieses Zimmer von Außen verschließen, was auch eilends genug geschieht. Wie ich den Schlüssel draußen umdrehen höre, gehe ich gleich nach dem Setzerzinimcr. Mein Begleiter will mir folgen, aber ich schlage ihm die Thüre vor der Nase zu und sage:„Sie warten." Sobald ich im Setzer- zimmer bin, sage ich den Leuten, ich wollte mir mit meinem Bekannten drinnen einen Scherz machen, schließe die Thür hinter mir zu und gehe nun vollständig unbehindert und unbelästigt meiner Wege. Können Sie mir das verdenken?" „Ter arme Mann wird schön auf Sie lauern." „Das wird er nicht, denn er wird seit zwei Stunden in Freiheit und ans dem Gerichte gewesen sein, �vo er eine Snize Bleute von Spürhunden auf mich gehetzt haben wird. eder Augenblick, den ich lebe, ist nur dem Schicksal abgestohlen; an jeder Straßenecke, hinler jeder Hausthüre kann so ein Schicksalsbote lauern und mich in der nächsten Minute aus Ihrer liebenswürdigen Gesellschaft reißen, denn— „Zwischen Lipp' und Kelchesrand Schwebt des düst'ren Unheils Hand"— pflegt der edle Mime Molinaro zu sagen, dem immer noch kein anderes Leben aufgegangen zu sein scheint." „Guten Abend, Herr Frank," rief in diesem Augenblick eine freundliche, einschmeichelnde Stimme. „Du mit dem Menschengesichte, weg, aus meiner Nähe," rief Frank entrüstet;„konnte Sie der Teufel nicht fünf Minuten später auf diese Stelle führen? Aber freilich, dann wäre es auch kein Teufel gewesen. Hier, theures selben rn Zukunft die unschuldigen koumnetzrÄe» öd«* wissenschaftlichen Zwecke ihrer Experimente zu beweise» hätten und nicht, wie jetzt, ihnen der strafbar« Zweck bewiesen werden müsse. Das wäre also immerhin ein Erfolg für die Hinter- männer der Coulon, Ravachol und Konsorten. Volikislhe Meberflckk. Berlin, den 13. April. Die neue Militarvorlage. Deutschland, dai Kanonen land, hat noch nicht Geschütze genug, du neue Militärvorlage soll die Mittel schaffen, um alle Batterien aus den hohen Etat zu bringen, die Fußartillerie zu vermehren und auch die Frage zu entscheiden,„ob uicht eine organisatorische Zutheilung einer angemessenen An- zahl von Gespannen und Transport-Fahrzeugen an die Fuß- Artillerie einzutreten hat, da es in der Absicht liegt, den Feld-Armeen im nächsten Kriege behufs Ausführung gemalt- samer oder abgekürzter Angriffe auf befestigte Punkte aller Gattungen kleine mobile, mit der Feldtruppe operirende Be- lagerungs-Trains zuzutheilen."— Weltansstellung in Berlin. Die gemischte Deputation der Berliner Geineindevehörden, bestehend aus 10 Magistrats- Mitgliedern und 20 Stadtverordneten, welche eingesetzt war, um den Plan einer Berliner Ausstellung zu erörtern, hat am 13. April nach eingehender Berathung folgenden Antrag des Stadtverordneten Singer mit allen gegen eine Stimme angenommen: „Die Deputation beschließt, die Gemeindebehörden zu ersuchen, folgenden Beschluß zu fassen: Magistrat und Stadtverordneten-Versammlung begrüßen daS Projekt einer Weltausstellung in Berlin mit großer Sympathie und er- klären sich bereit, daS Unternehmen thatkräfttg zu unterstützen. Von diesem Beschluß ist dem Präsidium des deutschen Handelstages Blittheilung zu machen."— Koffiith Danckwardt. In Sachen des Bauernlegens in Neuvorpommern erhält die„Freisinnige Zeitung" Kenntniß von einer interessanten Thatsache. Als in der Sitzung des Abgeordnetenhauses am 7. April 1892 der Abg. Neukirch den freisinnigen Gesetz- entwurs begründet hatte, welcher die Ausdehnung der im übrigen Preußen seit 1850 geltenden Bestimmungen über die Ablösung der gutsherrlichen Verhältnisse auf Neu- Vorpommern und Rügen betrifft, lsuchte der Minister seine Unentschlossenheit in dieser Frage damit zu begründen, daß, wie er ausführte, bei den Berathungen des jetzige» Proviuziallandtags in Pommern „gerave das Mitglied aus dem neuvorpommerfchen Bezirk den Antrag gestellt hat, das geforderte Gesetz nicht zu erlassen,«in Mitglied, welches mit den dortigen Verhältnissen als Rechts- anwal, sehr genau und eingehend bekannt ist." Welches ist nun„da? Mitglied aus dem neuvor- pommerscheu Bezirk", auf welches sich der Landwirthschafts- minister beruft? Laut den Berichten über die VerHand- lung des Provinzial- Landtags ist es der Justizrath P- Langemak, Rechtsanwalt und Notar in Stralsund. Wer ist aber Herr Langemak? Herr Langemak ist derselbe Rechtsanwalt, welcher als Mandatar gerade gegenwärtig das Bauernlegen im Auftrage deS Kammernherrn und Majors a. D. Rittergutsbesitzers von Esbeck-Platen auf Kapelle betreibt. Der„Freisinnigen Zeitung" liegt das Original des Schreibens vor, durch welche« genannter Langemak im Auftrag des genannten Herrn v. Esbeck dem Kossäthensohn Gustav Dankwardt zu Münkwitz bei Dresch- witz aus Rügen das bisher von seinem am 28. Februar verstorbenen Vater an der Kossäthenstelle zu Mönkwiy nach Bauernrecht ausgeübte Nutzungsrecht zu Johannis„aufsagt" und den Kossäthensohn auffordert, seinem Auftraggeber den Kossätheuhos mit deuGebäuden undJnventarien zurückzuliefern. Der eine Antrag Neukirch forderte gerade deshalb, weil die Regulirung des gutsherrlich-bäuerlichen Verhältnisses un- mittelbar praktisch ist und noch vor Einführung des be- treffenden Abschnitts aus dem Gesetz von 1850 besagter Herr v. Esbeck eine Bauernfamilie aus Anlaß eines Todes- falls von dem seil zwei Jahrhunderten besessenen Hans und Hos treiben will, daß schon vom 1. Januar 1892 ab jede Ausübung des„Rechts", Bauern zu legen, sistirt werde. Fräulein, sehen Sie ein Exemplar jener unheimlichen Gattung, und zwar eines der vorzüglichsten Exemplare, die es geben kann, Herrn Riemer. „Die Stunde schlägt, Mathilden soll ich lassen, „O, den Gedanken kann mein Herz nicht fassen." „Wir werden einige Minuten warten, wenn Sie es wünschen," bemerkte Riemer höflich. „Sehr verbunden; aber warum das majestätische„Wir"? Sollten Sie nicht allein sein, sollte etwa gar der be- rühmte—" „Schneider wartet an der anderen Straßenecke." „Richtig; Niemand kann seinem Riemer und Schneider entgehen, sagt das Sprüchwort. Nun, jedenfalls stehe ich Ihnen gleich zu Diensten." „Diese häßlichen Menschen", meinte schmollend das Mädchen,„stören uns sogar beim Spazierengehen. Nun müssen Sie wieder hinaus und dürfen wahrscheinlich gar nicht wieder herunter. Aber wenn ich morgen früh auf den Markt gehe und kann es irgendwie ermöglichen, so komme ich auf ein Paar Minuten zu Ihnen hinaus." „Sie gehen aus den Markt? Morgen'früh? Ohne Be- gleitung Ihrer Mutter?" „Ja, so ist es bestimmt." „'Ach, ich möchte gar zu gern einmal mit Ihnen aus den Markt gehen. Das müßte so reizend sein." „Was Sie für Einfälle haben! Mit mir auf den Markt gehen! die Leute würden mich schön angucken." „Da würden Sie auch etwas Schönes sehen. Doch wir sind hier an Ihrer Hausthür und wollen die neidische» Schicksalsgötter nicht weiter herausfordern. Also Adle» bis morgen und Wiedersehen entweder auf der Erde oder über der Erde. Und nun, Ihr unerbittlichen Dienfr einer unerbittlichen Gerechtigkeit, nehmt Euren Raub'» Empfang." „Es thut uns leid, Herr Frank," meinte Riemer,„aber Sie wissen... unsere Jiistruktion..." „Keine� überflüssigen Redensarten unter uns, Herr Riemer. Sagen' Sie mir nur um Alles in der welcher heimtückische Animus hat Sie gerade hierher gef'ch"- (Fortsetzung folgt.) Der LandwkthsthastSmtnPer aber jBgett damit, Mefen Gesetzentwürfen sofort Folge zu geben unter Berufung auf die Autorität eines Mannes, der in dieser Sache privatim als Vertreter des Bauernlegers v. Esbeck fungirt, und also das Interesse vertritt, den Erlaß eines Gesetzes so lange zu verzögern, bis um Johannis eS ihm gelungen ist, die Kostäthenfamili« Danckwardt von fMönkwitz zu vertreiben. Wird hier nicht schleunigst«ach den Osterferien Wandel ge- schaffen, so daß die edlen Pläne des von Plate« vereitelt werden, dann erklärt sich die Regierung solidarisch mit den Bauernlegern, waS ia allerdings nicht blos geschäftlich zu verstehen lst, und wird zur Mitschuldigen jeneS„Edelsten und Besten�. So sieht d» christliche Sozialreform auS.— Kolonialantt in Sicht? Unsere Kolonialpolitik, diese kostspielige Luxuseinrichtung, scheint immer noch nicht theuer genug. Die Kolonial-Abtheilung, die heute vom Auswärtigen Amte abhängt, soll als selbständiges Reichsamt organisirt werden. Das bedeutet neu« Aderlässe der Steuerzahler, sintemal jrdeS Amt seinen Etat mit erklecklichen Posten für Gehälter und andere Ausgaben besitzt, für den der deutsche Michel aufzukommen hat. In der Person deS strebsamen Wirklichen Geheimen Legationsraths Dr. Kays« ist offenbar der Chef des neuen Amtes bereits gefunden. Herrn Kayser's staatsmännischer Beruf wurde entdeckt, als er die genialen Söhne Bismarck's für die juristischen Prüfungen ein- paukte: wenn böse Zungen behaupten, diese Arbeit hätte ihn viel, sehr viel Schweiß gekostet, so ist das bei der hohen Begabung Herbert's und Bill's, die in so jungen Jahren zu so hohen Aemtern kamen, natürlich eine Verleumdung. D« Train« der Kanzler- sprossen, d« durch den Gang zum Taufbecken sich von dem alten Bunde trennte—« ist übrigens ein Vetter unseres- leider so früh gestorbenen Genossen Max Kays«—, wird eine Afrikasahrt unternehmen und soll, wie die„Kreuz- Zeitung' zu berichten weiß, für diese kühne Aventiure mit dem Exzellenzen-Titel ausgestattet werden, d« neue Jason bekommt also daS goldene Vließ bereits vor seiner Argonautensahtt. UnS könnt« diese„Erhöhung' gleichgiltig sein, wenn nicht die Mrg« dafür zahlen müßten. Wir protestiren aus daS Entschiedenste gegen jeden Versuch, den Kolonialabenteuern durch die Errichtung eines eigenen Amtes ein neues hinzuzufügen. Die Taschen zu!— Zur Vergwerks- Novelle. Die in Essen ab- gehaltene Bergarbeiter-Versammlung faßte folgende Resolu- tion:„In Anbetracht d« Thalsache, daß durch die maschinelle und technische Verbesserung des Arbeitsprozesses zahllose Menschenkräfte überflüssig gemacht werden, in weiterem Anbetracht, daß bei beschleunigtem Herstellungsprozeß an sich e,ne Abkürzung der Arbeitszeit bedingt sein sollte, und in endlichem Anbetracht, daß die Verkürzung der Arbeitszeit in gesundheitlicher, sittlicher und anderer Be- ziehung eine Hebung des Arbeiterstandes bedeutet, erklärt sich die heutige Bergarbeiterversaaimlung für eine mit Ein- und Ausfahrt acht Stunden betragende Schicht und ersucht den preußischen Landtag, bei Berathung deS Berggesetzes eine diesbezügliche Bestimmung aufzunehmen.' Einen eigen- thümlichen Eindruck macht, wie der �Frankfurter Zeitung' (Nr. 104 vom 13. April) au» dem Ober- Bergamtsbezirk Dortmund geschrieben wird, eine jetzt«lassen« V e r o r d- nung des Ober-Bergamts, welche lautet: ß 1. Auf K nn Eilt- und Ausfahrtspunkte eines Bergwerks muß ein Stärke der Belegschaft entsprechend großer Raum vor- Händen sein, in welchem die Arbeit« sich umkleiden und aufhalten können. Der Raum muß reinlich, gut gelüftet und d« Witterung entsprechend geheizt sein.§ 2. Auf Bergwerken, auf welchen eine solche Einrichtung noch nicht besteht, ist dieselbe binnen 10 Monaten vom Tage des Inkrafttretens dieser Polizeiverordnung ab herzustellen. § 3. llebertretungen dieser Verordnung werden mit Geld- strafe bis zu ISO M. bestraft. Daß es Gruben giebt, die nvch nicht einmal für einen Raum gesorgt haben, in denen die aus- und einfahrenden Bergleute sich ihrer bei der Arbeit durchnäßten Kleider entledigen können, sollte man nicht für möglich Kalten. Es muß aber doch solche Gruben Leben, sonst wäre die Verordnung unnöthig.— Adel verpflichtet. Graf Limburg-Stirnm war bekannt- (ich durch den Diszipliua r-Gerichtshof zur Dienstentlassung, also zum Verlust der GehaltSanrechte und der Führung des Gesandtentitels verurtheilt worden, weil er in der„Kreuz Zeitung' die Caprivi'sche Handelsvertrags- Politik einer Kritik unterzogen hatte. Der He« Graf, steinreicher Groß- grundbesitzer, Majoratshe« lind Erbe großer Güter, war früh« preußischer Gesandter in Weimar— eS ist dies ein nichtssagender, rein dekorativer, die Steuerzahler belastend« Posten—, wurde zur Disposition gestellt und bezog in aller Gemüthsruhe die 9000 M. Gehalt weiter. Denn Adel verpflichtet— zu nehmen, was man kriegen kann. Jetzt wird amtlich bekannt gemacht, daß der Kaiser zwar das Grkenntniß des Disziplinar-Gerichtshofes durch Ordre vom ll. April bestätigt, gleichzeitig aber dem Grafen Limburg demüthigen Vorschlag, daß dafür ein« Reform d« Militär- gerichtsbarkeit und der Schießinstruktion eingehandelt werde. Wird die Borlage eingebracht, dann werden die Gentlemen für den letzten Mann und den letzten Groschen stimmen und die kühle Ablehnung jeder Reform, die den dreimalheiligen Militarismus treffen könnte, ergeben einstecken.„Hunde sind wir ja doch,' hat Ludwig Bamberger einst gesagt. Und er kennt seine Leute.— gegen ihn festgesetzte Strafe der Dienstentlas "nadenwege erlassen hat. So ist Alles ung im m Loth, Und der Edelmann Limburg wird das von den Plebejern Susammengeracknte Geld friedlich weit« verzehren. Denn wie gesagt Adel verpflichtet— auf Kosten der Armuth sich !u bereichern.— Haftentlassung. Reichstags Abgeordneter Kunert "- wie uns telegraphisch gemeldet wird, am 13. April uns der Haft entlassen worden. Demnach hat die �schwerde wider den gegeutheiligen Beschluß des Breslauer Landgerichts den Erfolg gehabt, welcher ihr gebührte.— .. Von Rechtswegen. Wie die„Kölnische Volkszeitung' verichtet, ist der Lieutenant von S a l i s ch in K o b- /uz, der kürzlich einen Kaufmann auf offener Straße g e t ö d t e t hat, zu einer— zweijährigen Festungshast und vierzehnjährigen Rückversetzung im Avancement verurtheilt worden. Hätte der Bürger den Offizier erschlagen, wäre M das Zuchthaus oder gar das Richtbeil sicher gewesen. ~as Militärgericht, das die„Insubordination' der Ge- ins"? wit drakonischer Strenge ahndet, das Familieuoäter 13 Zuchthaus schickt, weil sie an den obersten Kriegsh«rn "flwphuen, daß sie sich nicht im Viehwagen transportiren t ist von bewnnderuswerther Milde gegen den Rauf- wegen"� �pauletten und Portepee, und Alles von Rechts- o,,» �sch'iden. Die Nationalliberalen werden Ab«. �all die neue Militärvorlage beiulligen. sie wagen mit veilchenhaster Schüchternheit den Wo ist die Pfanne? Wir meinen die Pfanne, in die d« Reichsnörgl« von Friedrichsruh gelegentlich der letzten Aprilsnarrethei all' seine Feinde zu„hauen' ver- sprach? Jetzt läßt d« Pfannenhau« durch einen seiner Aprilsnarren in der„Kölnischen Zeitung' erklären, daß bei jener Aprilnarrethei von einer P sänne nur„humoristisch und ganz.leise' die Rede gewesen sei, und daß er nicht gesagt habe:„Und wenn sie herankommen, dann sollen sie 'mal sehen!' sondern— lyrisch melancholisch:„Aber kommen werden sie, Sie(die Hampelmänner aus Hamburg, die am 1. April nach Frudrichsruh„gewallfahrt' waren), S i e werden es sehen!' Der Aprilsna« der„Kölnischen schrieb die weltgeschichtliche Rede im Augenblick, wo sie ge- halten wurde,„auf seine Manschette", wie er unS pflichl schuldig meldet— es muß also wahr sein. Für nächstes Jahr aber rathen wir den Aprilsnarren, ihrem„melan- cholischen" Pfannenhauer ein paar kräftige, feste Pfannen zu schenken— vielleicht vergißt« dann auf einige Zeit wenigstens die„melancholischen' Gedanken an den Staats- anwalt und andere nicht wenig« mißliebige Personen.— Bayerische Wahlreformen. Wie wir kürzlich be- richtet, hat die Petitionskommission des bayerischen Landtags die Petitionen um Reform des Landtags-Wahl rechtes kurzerhand abgelehnt. Nach den Münchener „Neuesten Nachrichten' reklamiren die München« Abgeord nelen die Petitionen im Kammerplenum, es wird somit eine Verhandlung darüber im Plenum erfolgen. Natürlich ist dies ein Manöver zu Wahlzwecken, natürlich bleibt Alles beim Alten.„Patrioten' und Liberale sind darüber einig daß der Ansturm der Sozialdemokratie, die sogar bei dem jetzigen miserabel« Wahlsystem diesmal einige Sitze erobern wird, nicht noch durch Einführung des allgemeinen gleichen geheimen direkten Wahlrechts erleichtert werden darf. Man wird etliche Reden reden, und dann fällt die Petitions- makulatur in den Papierkorb. Wir kennen unsere Pappen- heimer, Dcutschfreisinnige, Zentrumsleute, Nationalliberale, die in der Prannerstraße ihre Taggelder absitzen, was schlimm genug ist, und abreden, was noch schlimmer ,st.— In München haben die Gemeindekollegien die Bürgerrechts- Gebühren herabgesetzt, angeblich um den breiten Schichten der Bevölkerung einigen Einfluß auf die städtische Verwaltung zu gewähren. Denn nur die, welche das Bürgerrecht besitzen, und das ist heute ein ver- schwindend klein« Prozentsatz der Bewohner, dürfen das Gemeinde- Wahlrecht ausüben. Die Liberalen und Ultra montanen, die in ziemlich gleicher Stärke in den Gemeinde kollegien sitzen, bewahrten sich als Erzreformer, indem sie den Tarif für den Erwerb des Bürgerrechts auf— einige achtzig Mixrk festsetzten, eine Summe, die natürlich von den München« Arbeitern, den kleinen Leuten spielend leicht erlegt werden wird. Was sind denn für die Proletarier achtzig und etliche„Market"? Die„Reform" ist dem liberalen od« klerikalen Spießerthum, den kleinbürgerlichen Abderiten, den stramm- loyalen Beamten aus den Leib zu- geschnitten, im Uebrigen aber ist sie eine Fopperei. Der Geist, der die Bourgeoisie beseelt, wird kuno in der Rede des liberalen Rechtsraths Wolfrain, der in der Magistrats- sttzung bei Berathang der BürgerrechtS-Gebühr sich— wir zitiren nach dem amtlichen Organ der Liberalen, den „Neuesten Nachrichten"— wie folgt äußerte: „Es ist nothwendig, daß durch das mittlere Bürgerthum, auf dem doch die eigentliche Kraft der Gemeinde ruht, im weiteren Maxe«in Gegengewicht geschaffen wird gegenüber den zahlreichen Erwerbungen seitens der untersten Klassen. Ich bin auch ein Freund des kleines Mannes und bewundere ihn, wenn er sich schlicht und recht durchs Leben bringt, und möchte ihm durchaus nicht hinderlich sein, im Gegenthcil, er ist oft bewunderungswürdiger als ein Anderer, dein es im Leben leichter gemacht ist; aber Sie müssen mir zugeben, glück- sich ist das nicht, wenn schließlich die Mehrzahl der Burger lediglich aus kleinen Leuten zusammengefegt ist. Wenn Sie die ganze Stadt betrachten, dl« großen industriellen Elabiisse- ments und unseren hochentwickelten Gewerbestand, da»» müssen Sie sagen, es muß verhület werden, daß schließlich in der Stadt München die Mehrzahl der Bürger aus Gehilfen und Gesellen besieht und die Gemeinde vpn diese» regiert wird, man mag noch so sehr ein Freund des kleinen Manne- sein. Man giebt ihm die Möglichkeit zu leichler Erwerbung des Bürgerrechtes, aber eben so recht ist es, daß d« mittlere Bürgerstand herangezogen wird." Dieser„Auchfreund" des kleinen Mannes ist ein TypuS, der sich nicht blos in München, sondern z. B. auch in den Helden des Berliner städtischen Freisums wundersam verkörpert.— Ravachol der Zweite. Das Posen« Attentat bietet noch viel des Rälhselyafteu, und durch die imderlicheu Versuche einzelner Parteien, das Vorkommniß polilisch aus- zunutzen, wird der Schleier nur noch verdichtet. Die politische Mastirung der Raubmörder war noch das wenigst Auffällige. In Rußland wie in Polen ist Derartiges nicht ungewöhnlich, und seit die„Häuge-Gendarmen" des letzten polnischen Anfstandes(von 1803/64) von den Gutsbesitzern in summarischer Weise— nach allgemeinem Kriegsgebrauch auch regulärer Armeen— Kriegskontribntion erhoben, sind derartige nächtliche Ueberfälle durch Schwindler und Räuber mit dem üdlichen Apparat von todteukopfoerzierteu Zahlungsbefehlen nicht selten nachgeahmt worden. Und vor etwa IVs Jahren kam sogar eine ganz ähnlich inszemrte Räubergeschichte in Böhmen vor. Sehr ausfällig ist dagegen der Umstand, daß sämintliche vier Rauber gleich aus dem Fleck maustodt geschossen wurden. Die erste Lesart, daß sie sich gegenseitig getödtet hätten, ist bereits fallen gelassen ivorden. Daß aber so kalt entschlossene Männer, welche die That unzweifelhaft langer Hand vorbereitet halten, nicht auch für den Fall des Mißungens ihre Vorbereitungen getrossen und sich den Ruckzug ossen gehalten habe» sollten, das können wir uumögUch auuehiuen. Hier liegt ossenbar ein Geheimniß vor. Was nun über die Vergangenheit des F'chrerS der Expedition bekannt geworden ist, erinnert so lebhaft an Ravachol, daß wir uns fast gezivungen sehen, an einen früheren persönlichen Verkehr zwischen beiden zu glauben. Zutowsti hat längere Zeit in Paris gelebt und dort, wie aus den Paris« Polizei-Atten erhellt, das Leben eines B«br?chkrs geführt. Er hatte nach allen Beschreib im gen den Lambroso'schen Verbrechertypus und wenn er seinen Plänen und Thaten ü Ia Stellmacher, Kämmerer und Ravachol ein politisches Mäntelchen umhängte, so trägt die Rothes-Gespenst-Taktik Schuld daran, die solche V«brech«r braucht und so systematisch züchtet. Jeder Perbrecher vom richtigen Verbrechertypus ist eitel und ehrgeizig, er will eine Rolle spielen, und wenn er liest, wie die kapitalistische Presse für die„Anarchisten' Reklame macht, sie zu wahren Wundermenschen und Tausendsassas aufpufft, dann muß ihm— auch ohne daß einer der tausend Lockspitzel direkt dahinter steht— ganz von selbst der Gedanke kommen: Statt wie ein gewöhnlicher Lump zu rauben und zu morden, raubst und mordest Du als„Anarchist'. Dann bist Du ein großer Mann, und die gesammte kapitalistische Presse fließt von Deinem Ruhm üb«! Bei dieser Gelegenheit sei noch erwähnt, daß die „Germania"— ihr nach die„Krenz-Zeitung'— aus dem Posen« Attentat Kapital für das Schulgesetz schlägt und — was noch interessanter— daß sie die L y n ch i u st i z d« polnischen Bauern, welche die fliehenden Verbrecher er- schlugen(oder erschlagen haben sollen— klar ist die Sache noch nicht) in glühender Sprache verherrlicht.— Die Nutzwirkung der Dynamiterei. Der Vorstand des eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements hat den Schweizer Bundesanioalt unter Zustellung der neueren aus- wärtigen„Anarchistengesetze' beauftragt, die Frage zu studiren, ob nicht der Besitz von Dynamit zu rechts- widrigen Zwecken bundes�esetzlich bestraft werden solle. Ueberall ist die Reaktion geschäftig, die Dynamilkomödie zu ihrem Vortheil gegen die Arbeiterbewegung auszubeuten. Wer ist der Anstifter der Dynairnterei?!— Der Spitzel Ravachol. Dem bekannten Pariser Blatte„Gaulois' wird aus Saint-Etienne gemeldet: „Wenn ich mehreren Personen glaube, die in den hiesigen Polizeiangelegenheiten Bescheid wissen, so hätte die Polizei ein Interesse daran, daß Ravachol noch einmal auf irgend eine Weise der Justiz entwischte. Man hat hier vielfach die Ueberzeugung, daß der wahre Ravachol nicht verhaftet ist und die Pariser Polizei sich wider Willen irgend eines anderen Anarchisten bemächttgt hat. Als Herr Benad, der Chef der hiesigen Sicherheitsbehörde, Ravachol als Mörder des Einsiedlers von Chambles festnehmen ließ, ließen die Agenten ihn entschlüpfen. Ravachol hat, was auch seine Kameraden sagen mögen, stets in B e- ziehungen zur Polizei gestanden. Es ist Thatsache, daß er ihr bei dem Ausstand der Färber im Jahre t887 als Angeber diente, und er entledigte sich seiner Aufgabe so gut, daß der Ausstand nicht lange dauerte. Hierfür wurde er ohne Zweifel reichlich bezahlt. Ravachol soll später zu öfteren Malen mit den Sicherheitsagenten gemeinsam ge- arbeitet haben. Wird man diese Thatsachen in's Klare ziehen?' Ravachol ein Lockspitzel, der Spanier Munoz ein Lock- spitze! und so fort mit Grazie in's Unendliche! Der Pariser Gerichtshof hat die Niederschlagung des Prozesses gegen den flüchtigen Anarchisten Gustave Mathieu wegen mangelnder Beiveise für seine Mitschuld an den jüngsten Dynamit-Attentaten angeordnet.— Belgien. Die„Liberalen' und„Radikalen' haben für die bevorstehenden Wahlen ein Kartell geschlossen, dahin gehend, daß sie den Klerikalen und Konservativen gemein- schaftlich entgegentreten werden. Ein schwer zu über- windendes Hinderniß war das allgemeine Wahlrecht, für das die Rabikaten, gegen das die Liberalen sich aussprechen. Schließlich wurde ein Kompromiß dahin abgeschlossen, daß die Liberalen sich bereit erklärten, das allgeinecn« Stimmreiht „im Prinzip" anzuerkennen, wofür die Raditaten ihnen bie Ausschließung all« Analphabeten und Empfänger von Almosen zugestanden. Zst Letzteres schon eine bedenkliche Konzession, so läuft die Ausschließung der Analphabeten, d. h. aller Derer, die nicht lesen und schreiben können, positiv auf die Preisgabe des allgemeinen Wahlrechts hin- aus. Denn die katholische Geistlichkeit im Bund mit der liberalen Bourgeoisie hat in Belgien dafür gesorgt, daß gut die Hälfte der gesammten erwachsenen Bevölkerung nicht lesen und schreiben kann. Jetzt wird es auch klar, warum die Mehrzahl unserer Genossen sich gegen ein Zusammen- gehen mit dem liberal-raditaten Wahlbunde erklärte, obgleich derselbe den Sozialisten verschiedene Sitze in der Kammer angeboten hatte. Der Sieg d« Lib«alen und Radikalen«scheint jetzt sicher, sicher jedoch auch der Sieg des Ko>iip-omi,ses. Nuserer Genossen in Belgien wartet schwere und lange Ar- beit.— Die italienische Regierung und die Maifeier. Der offiziösen„Jlatie" zusotge ertteß der Minister des Innern Nicotcra an die Präfekten bestimmte Weisungen in Betreff des 1. Mai d. I. Alle öffentlichen Deinon- strationen, Aufzüge, Meetings u. s. w. würden dadurch verboten und die Behörden hätten im Nolhfalle mit Ge- walt einzuschreiten. Geschlossene Versammlungen seien nur zu gestatten, wenn die Tyeilnahme gegen Eintritts- karten stattfiade, jedoch ohne die Anwesenheit von Vertretern der Presse.— Russische Zwangspolitik. Ein am lS. April veröffentlichter kaisertich« Ukas untersagt allen ausländischen Einwanderern, auch denen, welche die russische Unterthauen- schuft aiinehmen, sich hinfort im Gouvernement Wolhynien außerhalb der Städte anzusiedeln und junbewegliches Gut zu erwerben. Von dieser Verordnung srnd nur die Bekenner der orthodoxen Konfession ausgenommen.— Die Prätorianer-Republik. Brasilien wird vom Säbel beherrscht, die Armee regiett in diesem„Freistaat'. Wie jetzt aus Rio de Janeiro geiileldet wird, werden mehrere höhere Ossiziere, die unter dem Verdachte stehen, eine Verschwörung angezettelt zu haben, ausgewiesen werden. Nach'Meldungen aus Buenos-Aires hat sich die große, an Bolivia grenzende Provinz Malta Grosso als selbständige i-.epublik erklärt.— Literarisches. Der Deklamator nnd Koupletfänger.(Berlag von Konrad Müller in Schkeuditz bei Halle. Preis SO Ps.) Das Büchelchen enthält eine gut ausgeivählle Sammlung humoristischer und satirischer Dichtungen und auch einige gelungene Gesellchasts- spiele. DaS Meiste ist wirklich verwendbar und wird Anllang stnden. Theater. Donnerstag, den 14. April Opernhaus. Reine Vorstellung. Schauspielhaus. Keine Vorstellung. Deutsches Theater. Rollege Grampton Leffing- Theater. Die Großstadt luft. Berliner Theater. Der Veilchenfreffer. Wallner- Theater. Der Löwe des Lages. Residenz- Theater. Der Kleine Schwerenöther. Friedrich- Wilhelmnädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Unser Zigeuner. Vorher: Im Theaterbureau. Adolph Ernst Theater. Tanzteufel. Der Bellealliance- Theater. Bechschulze. Oftend- Theater. Liane, die zweite Frau. Unferm Freund und Genoffen, bem Drücker Mag Stephan zu seinem heutigen Wiegenfefte ein dreimal donnerndes Hoch, daß die ganze Bank wackelt. 24256] Die alten Bekannten von Tade. Orts- Krankenkasse d. Steindrucker u. Lithographen. Am 11. b. M. verstarb unser Mitglied, der Steindrucker Herr August Bützow. Die Beerdigung findet am Freitag, den 15. d. M., Nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Forsterstr. 15, aus nach dem Emmaus- Kirchhof in Brih ftatt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. 2431b Verein der Lithographen, Steindrucker und Berufsgen. Deutschlands. Feenpalat. Spezialitäten- Vorstellung. Am 11. d. m. verstarb unser MitGebrüder Richter's Variété. Speglieb, der Steindrucker Herr zialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Borstellung. Kanfmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Konkordia- Palast- Theater. Spezialitäten- Borstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Giskeller. Theater und Spezialitäten Borstellung. Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Castan's Panopticum Friedrichstr. 165a, Ecke Behrenstr. Meu: Salomon Feury der weiße Neger aus Sierra Leone- Westafrika. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr ab. PassagePanopticum. 9 Fuß. August Bützow, und wird derselbe am Freitag, den 15. d. M., Nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Forsterstr. 36, aus nach dem Emmaus- Kirchhofe beerdigt. Um zahlreiches Gefolge der Kollegen und der Mitglieder des Gesangvereins " Senefelder" ersucht 446/9 Der Bevollmächtigte: Friedewald. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe, gute Frau Helene Krone, geb. Koffieti, nach schwerem Leiden am Dienstag, den Todes- Anzeige. Am 11. April verstarb unser Kollege und Geschäftsgenosse, der Steindrucker August Bützow in noch nicht vollendetem 29. Lebensjahre. Wir verlieren in ihm einen treuen und aufrichtigen Mitarbeiter und werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 2 Uhr vom Trauerhause, Forsterstr. 36, Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Freitag, den 15. April( Charfreitag): Fußpartie nach Legel und Umgeg. Treffpunkt: Hochstraße 32a bei Wilte, Morgens 7/8 Uhr, Treffpunkt für Nachzügler in Tegel, Restaurant Schulz, Schloßstraße. Die Gesangvereine im 6. Wahlkreis ersuchen wir, sich an der 423/20 Partie zahlreich betheiligen zu wollen. Der Vorstand. aus nach dem Emmauskirchhof Elysium, Landsberger Allee Nr. 40-41. statt. Um zahlreiche Betheiligung bitten die Geschäftsgenossen von Schäfer& Scheibe, Ritterstr. 111. 24286 Todes- Anzeige. Allen Freunden und Genossen hiermit die traurige Nachricht, daß unser Mitglied, der Mechaniker Emil Hintze nach langem, schwerem Leiden an der Proletarierkrankheit verschieden ist. Die Beerbigung findet am Freitag, den 15. April, Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Rixdorf, Biethenstraße 76, aus statt. Zahlreiche Betheiligung erwünscht. Der Vorstand des Verbandes aller in der MetallIndustrie beschäft. Arbeiter Berlins. 12. b. m., verstorben ist. Die Beerbi. Achtung! Gürtler, Dreher! gung findet am Freitag, den 15. d. M., Nachmittags 41/2 Uhr, vom Thomas Kirchhof, Brizer Chaussee, aus statt. Der Streit bei H. Krüger, Fabrit chirurg. Instrumente, Artillerieſtr. 28, Der tiefbetrübte Gatte Oscar Krone dauert unverändert fort. und Kinder. 2419b Arbeiter- Bildungsschule. 2426b Der Osterfeiertage wegen fällt der Unterricht in allen Schulen an den Tagen Freitag, den 15., Sonnabend, den 16., Sonntag, den 17., Montag, den 18. April, aus. Der Unterricht in der Nationalökonomie wird am Sonntag, den 24. b. M., Vormittags 10 Uhr, in den„ Arminhallen", Kommandantenstraße Nr. 20, wieder aufgenommen. 459/2 Der Vorstand.. Riefe, Achtung! Maurer. Achtung! Zwerg, 25 Zoll. Mann m. Steinkopf. Pigmy v. StanleyZwergvolk. 4-9 Uhr 10-1 Gratweil'sche Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Konzert mit humoristisch. Vorträgen. Großer Frühstücks- u. Mittagstisch Freitag, den 15. April, Vorm. 10 Uhr, Sonntag, den 17. April( 1. Osterfeiertag): gr. Bofal- und Instrumental- Konzert, veranstaltet von der Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Labalarbeiter Deutschlds. zum Besten des Invalidenfonds, unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins Vorwärts I, unter Zeitung feines Dirigenten Herrn Gutau, der Liedersängerin Fel. Selene Haugwik und des Gesangshumoristen Herrn Willi Sagen. Anfang 6 Uhr. Billets à 80 find in den Kassenstunden und in den mit Plakaten bes legten Handlungen zu haben. 309/15 Nachher: Tanz- Kränzchen. Das Komitee. Verlag des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuth- Strasse No. 2. Zu den Wahlen zu den Gewerbegerichten, die in allen Theilen des Reichs bereits mit Erfolg für unsere Partei stattgefunden haben, theilweise noch vollzogen werden, empfehlen wir den Genossen zur Anschaffung die in. unferem Verlage erschienene Ausgabe vom Gesek, betreffend die Gewerbegerichte. - Vom 29. Juli 1890. Mit erläuternden Aumerkungen, einer Uebersicht des Jahalts des Gesetzes und alphabetischem Sachregister. im großen Saale des Herrn Joël, Andreasstr. Nr. 21: des Gesetzes eine wesentliche Aenderung des Berhältniffes zwischen Rapital und Große öffentliche Versammlung der Maurer Berlins und Umgegend. Tages Ordnung: 96 Seiten elegant kartonnirt; Preis 50 Pfennige. Auf Grund dieses Gesetzes werden Gewerbegerichte eingefeßt, denen bie Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufällt. Unsere Genossen sind sich wohl bewußt, daß bei der Mangelhaftigkeit Arbeit nicht erreicht wird; dennoch ist es lobenswerth, wenn sie allen Einfluß auszuüben suchen, bei den Verhandlungen ein wachfames Auge haben. Die in unserer Ausgabe dieses Gesetzes dem Texte der Paragraphen beigegebenen gemeinverständlichen Kommentare erleichtern den praktischen Gebrauch der felben ganz wesentlich. 1. Stellungnahme zur diesjährigen Lohnbewegung. 2. Wahl eines Agitationstommiffions- Mitgliedes auf Grund der in der Feen- Palast- Berfammlung angenommenen Resolution. 3. Stellungnahme zu der am 15. und den dafür entfallenden Betrag( Porto extra) beizufügen. 16. Mai 1892 in Braunschweig stattfindenden Konferenz der deutschen Maurer und Wahl der Delegirten zu derselben. Bei Partiebezug und für Wiederverkäufer Rabatt. Die werthen Besteller von auswärts werden ersucht, ihren Aufträgen 427/19 Es ist Pflicht aller in Berlin und Umgegend arbeitenden Maurer, in dieser Versammlung zu erscheinen. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. ſowie 6 Billards, 3 Regele Achtung! bahnen und 2 Säle. F. Sodtke. Der Einberufer: Wilhelm Roll, Staligerstraße 38. Rixdorf! Achtung! Donnerstag, den 14. April, Abends 8 Uhr: Saal und Zimmer Große öffentliche Volks- Versammlung für Vereine und Zahlstellen zu ver geben, auch schöner Garten dabei Gips- Str. 3. 21176 Bühne volt. Garantie naturgewerden schmerzlos unter der Kommunalwähler der dritten Abtheilung im Lokale des Herrn Maue, Hermannstraße Nr. 18. Zages- Ordnung: 1. Die bevorstehende Erfahwahl zur Gemeindevertretung. Referent treu u. preisw. eingesetzt, plombirt, mit Genoffe Th. Mehner. 2. Diskussion. 8. Aufstellung der Kandidaten. Cocaïn u. Lachgas schmerzlos u. gefahr 4. Verschiedenes. Alle Einwohner Rigdorfs, besonders des 1. und 2. BeIos gezog. Sprechst. 8-1, 2-7, auch zirks, sind hierzu eingeladen. Sount. Unbem. berücfs. Theilz. gestatt. 421/18 Vereinen ermäßigte Preise. 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M555 Hierzu eine Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 89. Parteinachrichten. Donnerstag, den 14. April 1892. verfammlungen aus nichtigen und vollkommen unbegründeten Motiven verboten wurden; 9. Jahrg. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. In Chemnih wurde der Vorstand des Sozialdemo angesichts der feitens der Regierung den auf Gründung von fratischen Vereins zu 40 M. Strafe verurtheilt, weil dem letteren Bur Maifeier. Von" gut unterrichteter Seite", also jeden Fachorganisationen abzielenden Bestrebungen der klaffenbewußten ein Arbeiter als Mitglied beigetreten war, welcher das Alter von falls aus den Kreiſen der höheren Bureaukratie selber, wird der Arbeiterschaft Ungarns gegenüber beliebten Taktik, wonach die 21 Jahren noch nicht erreicht hat. Saale- 3tg." geschrieben: 3ur Feier des 1. Mai wird ver: ministerielle Genehmigung der Fachvereins- Statuten versagt,- In Bremen wurde auf Grund einer anonymen muthlich in allen größeren Orten von sozialdemokratischer Seite respettive bis zur vollständigen Durchführung des mit den Denunziation bei unserem alten Parteigenoffen Johann die Erlaubniß zur Veranstaltung eines Aufzuges mit Fahnen 2c. Fachvereinen in gar keinem Zusammenhang stehenden Kranken- Meyer nach Dynamit und Personen gehaussucht, die von der angestrebt, dagegen wird schon jetzt mit ziemlicher Bestimmtheit versicherungs- Gesetzes verschoben werden: Polizei verfolgt würden. Das Dynamit sollte im Backraum angenommen werden können, daß die nachgesuchte Erlaubniß von Erheben die heute versammelten, sozialdemokratisch gesinnten unter brei Mehlsäcken" verborgen sein. Natürlich hat der ges den Behörden in keinem Falle ertheilt werden wird. Bei den Arbeiter energisch Protest gegen die soeben erwähnten Rechts- nannte Barteigenoffe weder Dynamit noch Anarchisten in Verablehnenden Bescheiden werden sich die Behörden auf ein unterm verkürzungen und gegen die beabsichtigte Degradation der, den wahrung gehabt und so blieb die Haussuchung resultatlos. Ver9. Januar d. J. in einer Streitfache des Handschuhmachers Staat, mittelst der Blut- und Geldſteuer vornehmlich erhaltenden muthlich gehört der Mensch, welcher der Polizei die frivole Schneider in Brandenburg gegen den Oberpräsidenten der Pro- Arbeiter zu Staatsbürgern zweiter Klasse und beschließen: In Denunziation einfandte, zu den bummen Jungen der„ gebildeten" vinz Brandenburg( Erlaubniß zu einem Aufzuge zc. betreffend) Erwägung des Umstandes, daß im Sinne der 1848er Gefeße den Klassen, denn einem Arbeiter wird es nicht so wohl, daß er beim Oberverwaltungsgericht ergangenes Erkenntniß ſtüßen, nach Staatsbürgern und demnach auch der Arbeiterklasse die vollste seinen Mitmenschen auf solche bübische Weise Ungelegenheiten dessen Gründen unter Rückgreifen auf eine Obertribunals- Ent- Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit gewährleistet ist, auf bereiten möchte. scheidung vom 19. September v. J. es ganz in den Händen der dem bisherigen, weil vollkommen gesetzlichen Wege auch ferner Behörden liegt, in den Aufzügen, im Entfalten rother Fahnen 2c. auszuharren, die Fachvereinigungen unentwegt zu erstreben, die eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung zu erblicken und so Arbeitsgenossen zum Klassenbewußtsein zu erwecken und zum Andie nachgesuchte Erlaubniß abzulehnen ev. auch mit Gewalt vor schlusse anzueisern, um auf diese Weise die Emanzipation und zugehen." Die Sozialdemokratie wird sich ihre Freude am Befreiung des Proletariats aus ökonomischen Fesseln mit ganzem 1. Mai auch durch die Ankündigung solcher überflüssiger Polizei- Können und mit vollen Kräften zu fördern." maßregeln nicht trüben lassen. In Erfurt hat das Maifeier- Komitee beschlossen, die Feier ähnlich wie im Vorjahre zu gestalten. Vormittags wird ein Ausflug durch den Steiger nach einem der benachbarten Dörfer unternommen, Nachmittags findet Massenversammlung und Abends Konzert und Ball verbunden mit Kinderbeluftigungen ftatt. Als Festlokal dient das Etablissement„ Tivoli". Lokales. Arbeit, kein Almosen! Von einem Arbeiter erhalten wir Zustimmungserklärungen hatten eingefandt: die Partei folgende Buschrift: Unter obiger Spigmarke veröffentlichten Sie genossen Preßburgs; die Schuhmacher, Schneider und Tischler kürzlich einen Aufruf des Vereins für die Arbeiterkolonie Breßburgs; die Arbeiter von Arad; die Genossen Agrams; die Reinickendorf und heute schreiben Sie von dem„ befeligenden Fünfkirchener Genossen; die Maurer von Fünffirchen; die Ge Gefühl", mit dem Bons dieser Kolonie von tugendhaften nossen von Groß- Kanizsa; die Gr.- Becskereker Tischler und An- Menschen" an Bedürftige in geradezu verschwenderischer Weise" streicher; die Genossen von Hodmezö- Vasarhely; die Genoffen ausgegeben werden. Die übrigen Anstalten dieser Art im lieben von Resmark; die Klausenburger Schneider und Schuhmacher; Deutschen Reich halten die Devise des Berliner Vereins gleich die Kronstädter Parteigenossen; die Arbeiter von Muraẞombat; die Genossen von Mezo- Esath; die Genossen von Neuſab; die falls hoch und ich will Ihnen an einem Beispiel zeigen, wie dies geschieht. Feldarbeiter von Droshaza und Umgebung; die Bergarbeiter von Reifte da vor Kurzem einer meiner Kollegen hier zu. Der Petrozseny; die Parteigenoffen von Staab; die Stuhlweißenburger felbe hatte früher längere Zeit in Hannover als Buchbinder geArbeiter; die Steinmezarbeiter von Süttö; die Arbeiter von arbeitet, mußte dann die Stadt wegen Arbeitsmangel verlassen Szabadka; die Temesvarer Genoffen; die Werschetzer Genossen. und trat nach manchen Kreuz- und Querzügen, da er sonst keine Die oben abgedruckte Resolution ist dem Minister des Innern Arbeit erhielt, in eine Arbeiterkolonie ein. Ich will Ihnen nicht zugesandt worden. erzählen, wie gut er's da hatte, und nur sein Abgangszeugniß mittheilen. Dasselbe lautet: Arbeiter Kolonie zu Räftorf. Entlassungsschein. • " Der Buchbinder Ludwig Luß, gebürtig aus Hannover, st in der hiesigen Arbeiter- Kolonie vom 29. August 1891 bis heute beschäftigt gewesen. Von seinem Guthaben an Arbeitsverdienst und Privatgeld verblieben demselben nach Abzug der für Kleider und sonstige Gegenstände verwendeten Beträge noch 2 M. 18 Pfg. buchstäblich Zwei Mart achtzehn Bfg., welcher Betrag ihm heute ausgezahlt worden ist. Arbeiter Kolonie Kästorf, den 23. April 1892. Der Hausvater: B. Kuhlmann. " Beherzigenswerthe Worte zur Agitation auf dem Lande richtet die Fränkische Tagespost" an die Parteigenossen: Ausflüge und Spaziergänge werden jetzt Sonntags von den meisten Vereinen und Gesellschaften unternommen. Das ist die richtige Beit, um das Angenehme mit dem Nützlichen, mit der eigenen törperlichen Erholung die geistige Aufklärung unseres Boltes zu verbinden. Die durch den Winter theilweise gelockerten Verbindungen mit den ländlichen Gesinnungsgenossen zu festigen, neue Anknüpfungspunkte zu suchen, muß sich jeder Gesinnungs- Zur Embryologie der anarchistischen" Attentäterei genoffe zur Pflicht machen. Mögen die Arbeiter Ausflüge allein schreibt die Budapester Arbeiterpresse":" Die internationale oder mit Gesellschaften unternehmen, immer müssen sie es als Polizei- Attentäterei, welche das Dynamit in Frankihre Hauptaufgabe betrachten, Fühlung mit den ländlichen Bereich, Belgien, Spanien zc. so freigebig frachen läßt, um in ihrer wohnern zu nehmen und diese mit Parteis chriften und Zeitungen Weise, 1. Mai- Stimmung" zu machen, scheint ihre Wellenzu versehen. Nicht jedem Genossen ist von Natur die Gabe der ringe bis zu uns ziehen zu wollen. Wie nämlich der in PolizeiRede verliehen worden, nicht jeder Arbeiter ist im Stande, den fachen außerordentlich gut informirte Tugesneuigkeiten- Reporter ländlichen Bewohnern die Parteigrundsäße so auseinander zu des Pester Alond" zu berichten weiß, sind am 4. d. M.„ zwei fegen, wie es erforderlich ist, um Leute, welche Jahr aus Jahr Anarchisten ungarischer Nationalität aus Paris hier eingetroffen, ein nur die Schmäh- und Schandschristen unserer Gegner lefen welche am Bahnhofe von ihren Genossen feierlichst empfangen und die verleumderische Bourgeoispreffe halten, für unsere wurden". Wir vermuthen, daß, wenn an dieser Meldung irgend Grundsäge zu gewinnen. Die wirksamste Propaganda wird, so etwas richtig sein sollte, diese Genossen" in der Zrinyigaffe weit es nicht möglich ist, Versammlungen zu halten, immer die in Kondition stehen und ihre aus der" höheren" Lockspiel- Schule schriftliche sein und daran kann sich jeder Arbeiter betheiligen.... heimgekehrten Kollegen" pflichtschuldigst bewillkommnet haben. Dente tein Gesinnungsgenosse, auf mich kommt es nicht an, es Dies als Antwort auf zahlreiche Anfragen aus den Kreisen unserer Dies Zeugniß redet wohl für sich selbst. Der arbeitslose find ja Leute genug da, die anderen werden es schon machen. Parteigenossen, welche diese frisch eingetroffene Anarchisten- Proletarier, aufs Pflaster geworfen ohne sein Verschulden, muß, Wenn sich ein Genosse auf den anderen verläßt, was leider Sendung eventuell gehörig abzuführen wissen werden." will er nicht wegen Arbeitsscheu" eingelocht worden, in die häufig der Fall ist, dann geschicht eben gar nichts. Jeder muß Kolonie eintreten. Hier hat er tüchtig zu schaffen, den übrigen thätig sein, wenn etwas erreicht werden soll. Kein Genosse braucht Aus New- York wird uns geschrieben: Den hiesigen Führern Arbeitern Konkurrenz zu machen und durch die Billigkeit seiner 3n warten, bis er von dieser oder jener Seite aufgefordert wird, der deutschen Schriftfezer- Union hat es gar nicht gefallen, daß Arbeitskraft die Löhne zu drücken. Dafür erhält er einen alten zu agitiren, das eigenfte Interesse jedes Arbeiters, die Rücksicht der ungünstig verlaufene Ausgang des Neunstundenkampfes der Anzug, der irgendwo erbettelt ist, Kost, die schlechter ist als in auf seine Familie und die Pflicht gegen die Gesammtheit er- Buchdrucker Deutschlands das Resultat gehabt, daß die große der Volksküche und bei seinem Austritt ganze 2,18 M. als fordere es, unaufgefordert für die Berbreitung der sozialdemo- Maffe derselben zur Erkenntniß von der Unzulänglichkeit des Arbeitsverdienst und Privatgeld" für fünfmonatliche angestrengte fratischen Weltanschauung thätig zu fein. Wenn sich alle Ge- nur gewerkschaftlichen Vorgehens gekommen ist und sich für den Arbeitsthätigkeit. Raptorf liegt bei Bielefeld und dort hat der finnungsgenossen ihrer Pflicht bewußt wären und mit Ernst und Beitritt zur sozialdemokratischen Partei erklärt hat, wie das Begründer und Leiter der Arbeiter- Kolonien, Herr P. v. BodelEifer ans Werk gehen würden, könnten jeden Sonntag Hunderte selbst in ihrem Verbandsorgan, dem Rorrespondent für Deutsch- schwingh, eine sehr schöne Villa. Das ist christliche Sozialvon Genossen mit Material beladen auss Land ziehen und hier lands Buchdrucker und Schriftgießer zu lesen war. Der Sekretär reform", fage jetzt noch einer, daß dieselbe nicht praftisch ist." der verderblichen Wirkung der Bourgeois- Lügenpresse erfolgreich obiger Union, ein Herr Miller, hatte sich daher um eine nähere die Spitze bieten. Mögen diese Worte Beherzigung finden, möge Erklärung an den Vorstand des Unterstügungsverein Deutscher Zur Affäre Poninski. Der Eifer der Polizei hat auch jeder Genoffe sich voll und ganz in den Dienst der gerechten Buchdrucker gewendet, und der Vorsitzende desselben fandte darauf Leute betroffen, die mit der Angelegenheit Poninsti gar nichts Sache stellen, der Erfolg wird nicht ausbleiben. Mögen besonders ein längeres Schreiben ein, in dem über den Stand der Dinge zu thun haben. Der Redakteur der Gazeta Robotnicza", auch die Genossen jener Orte, wo wir schon festen Fuß gefaßt berichtet und über obigen Punkt Folgendes gesagt wird: Was Genosse Stefan Thiel, besuchte kurz nach der Räuberexpedition haben, nicht locker lassen, sondern immer vorzubringen suchen; nun die Abschwenkung des Unterstüßungsvereins Deutscher Buch- der Zufowsti und Genossen Verwandte in Gniezno und bemerkte Dank und Anerkennung der städtischen Genossen werden sie auf brucker in das sozialdemokratische Lager betrifft, so haben Sie zu seinem lebhaften Erstaunen, daß er auf Schritt und Tritt ihrem dornenvollen Pfade begleiten. die Situation ganz richtig beurtheilt, wenn Sie annehmen, daß polizeilich überwacht wurde. Auch mit einer natürlich ergebnißderartige Drohungen und Aussprüche lediglich das Produkt augen- losen Haussuchung wurde er bedacht. Thiel begab sich, der Wahlbeeinflussungen schiverer Art sollen, wie uns aus blicklicher Erregung Einzelner sind, mehr darauf belästigen Kontrolle müde, auf das Polizei- Amt, wo ihm nachEgeln berichtet wird, bei der Wahl der Gemeindevertreter der rechnet, der Behörde vor Augen zu führen, folgender Freipaß" ausgestellt wurde: dritten Klasse gegenüber den Arbeitern des Alkaliwertes welche Wirkung ihre Maßnahmen erzielen.„ Herr Stefan Thiel hatte sich freiwillig gestellt und ist von Wester Egeln vorgekommen sein. Ein Betriebsführer dieses Es läßt sich ja nicht leugnen, daß ein Theil der Mitglieder die mir wieder entlassen worden. Dies zur Benutzung bis zu seiner Werkes soll den Arbeitern erklärt haben, sie sollten von der Auf- augenblickliche Situation zu benutzen fucht, um einen engen Abreise von Gniezno. stellung eigener Kandidaten Abstand nehmen, die Kandidaten Anschluß an die sozialdemokratische Partei herbeizuführen, würden vom Werke vorgeschlagen und seien zu wählen. Es die große Mehrheit steht jedoch nach wie vor auf wären denn auch entsprechende Zettel vertheilt worden, und dem Standpunkte, daß ein Gewerkverein als solcher mit unter den auf denselben verzeichneten Namen habe sich der Politik nichts zu thun hat; zu emer derartigen Stellung Selig find die Frommen, ihnen muß jedes Ding zum Direktor des Werkes befunden. Die Wahl sei demgemäß aus- nöthigt schon die Lage unserer Gesetzgebung." Herr Miller, Heile dienen. Was tein anderes Blatt wagt, das erdreistet sich gefallen. welcher in einer Schriftsetzer- Versammlung hier beim Berlesen der fromme Stöcker'sche Reichsbote". Er erklärt die Raubder Stelle aus dem" Correspondent", die Schwenkung der deut- mörder im Posen'schen für ausgesprochene Parteigänger der Aus Velten wird uns über den bereits gemeldeten Sieg fchen Buchdrucker in das sozialdemokratische Lager betreffend, Berliner Sozialdemokratie und ruft aus:" Da haben wir die unferer Partei bei den Kommunalwahlen noch geschrieben: fein tiefes Bedauern" aussprach, daß es so weit gekommen sei, Dittatur des Proletariats, es ist die Diktatur des VerDas Stimmenverhältniß ist folgendes: Genosse A. Baris erhielt scheint darnach sehr wenig Kenntniß über die Verhältnisse in brechens!" Den christlich- sozialen Parteigängern des Hödel steht 179 Stimmen, J. Jerife 177, A. Lessing 172 und H. Wesel 172, Deutschland zu haben; denn daß von einem formalen An- die Verleumdung wohl an! insgesammt 700 Stimmen; die Gegner erhielten: Geschäfts- schluß des Unterstügungsvereins Deutscher Buchdrucker an die führer A. Rifop 68 Stimmen, Maurermeister V. Schwenke 65, sozialdemokratische Partei zur Zeit noch keine Rede ist und dieAn allem ist Schuld Jean Jaques Rousseau, so spottet Bimmerpolier G. Thiele 58 und Schneidermeister H. Viebig 50, felbe am allerwenigsten von der sozialdemokratischen Partei be- Heinrich Heine über die, welche der modernen Weltanschauung insgesammt 240 Stimmen. Wir haben von 943 im Ganzen ab- ansprucht noch irgendwie gefördert wird, hätte er andernfalls die Ursache falles Uebels zuschreiben. Wenn die Kreuz- Beitung" gegebenen Stimmen also 700 auf unsere Kandidaten vereinigt, wissen müssen. Herr Döblin hinwieder scheint an einiger Selbst die innere Seelengemeinschaft" der Anarchisten, Sozialdemokraten, und somit den Gegnern bewiesen, daß es mit der Sozialdemo- täuschung zu leiden, da sicherlich jedes der Mitglieder, welche Freifinnigen und Nationalliberalen konstatirt und die Stöckertratie nicht rückwärts, sondern ausgezeichnet vorwärts geht. angeblich die augenblickliche Situation zu benutzen suchen" organe ihr beipflichten, dann mögen Freifinnige und National wie er sich geschmackvoll ausdrückt selber sehr gut wissen wird, liberale fich immerhin ärgern, uns läßt es falt. Die katholischen In Stuttgart wurde am Sonntag der Kassirer des deutschen was unter den deutschen Verhältnissen zulässig ist und was nicht. Blätter zahlen es unseren Junker und Muckerblättern wieder Metallarbeiter Verbandes, Genosse Edmund Goldbach, im Die Nur Gewerkschaftler in Amerika, welche heim, indem sie alles Uebel vom Abfall von Rom herleiten, und Beisein eines zahlreichen Trauergefolges, worunter Deputationen anscheinend sonderbarer Weise in den letzten Jahren die Martin Luther, soweit er in die Fußstapfen der vorangegangenen aus Cannstatt und Eßlingen, beerdigt. Genofie A. Schlicke Bundesgenossenschaft der Anarchisten erhalten haben, werden Rezer trat, für den eigentlichen Vater der Anarchisten und widmete dem Geschiedenen einen stimmungsvollen Nachruf. Kränze in nächster Beit sehr wahrscheinlich eine eindringliche Lehre er- Dynamitarden erklären. hatten gespendet die sozialdemokratische Partei Leipzigs, die Partei: halten. In San Francisco nämlich, wo diese Richtung unter Ein kecker Patron fühlt sich, ob angeftiftet oder aus genossen von Leipzig Ost, wo der Verstorbene vor seiner Be Führung Fuhrmann's infolge günstiger Geschäftslage Oberrufung nach Stuttgart Vertrauensmann gewesen war, der sozial- wasser erhielt, so daß für die sozialpolitische Aufklärung der eigenem Antrieb, gemüßigt, eine Lanze für den Verein Zukunft" demokratische Verein Stuttgart, der deutsche Metallarbeiter Massen sehr wenig Boden übrig war, ist es in zwei Gewerken das derfelbe gar nicht zu fennen scheint, weil er sich sonst nicht einzulegen und zwar noch unter Berufung auf das Preßgefeß, Berband, der Vorstand desselben und dessen Verwaltungsstelle schon so ziemlich zum Krach gekommen, nämlich bei dem der Stuttgart, die Sektion der Kefselschmiede in Cannstatt, die ver- Brauer und Schuhmacher. Die verbündeten Unternehmer in auf dasselbe berufen würde. Die von uns gebrachten Beschwerden Metallarbeiter Leipzigs und die Redaktion der deutschen Metall- tritts aus der Organisation an ihre Arbeiter, und auf den Rath- fahren sind. Das bezweifeln wir gar nicht; anderen ist es nicht einigten Feilenhauer und Metallarbeiter von Eßlingen, die diesen beiden Industriezweigen stellten die Forderung des Aus- mehrerer Mitglieder will er damit widerlegen, daß er schreibt, daß andere Mitglieder des Vereins bei demselben ganz gut ge arbeiter- Zeitung. schlag ihrer Führer gaben sie denn auch eine bezügliche mündliche Erklärung ab. Nun verlangten die Bosse( Unternehmer) so gut gegangen. Der Einsender nennt seinen Namen nicht, da wie er schreibt, die von uns aufgenommenen Artikel alle ohne Die gesehwidrigen Handlungen, welche sich ungarische aber eine schriftliche Austrittserklärung, und als auch diese er- Unterschrift gekommen feien, will aber auf Wunsch auch seine Behörden gegen die organisirte Arbeiterschaft zu Schulden folgte, maßregelten sie diejenigen Arbeiter, von denen sie durch tommen lassen, veranlaßten die Budapester Arbeiter zur Abhaltung ihre Spione wußten, daß sie irgend eine thätige Rolle in der Adresse nennen. Nach letzterer haben wir gar kein Verlangen, einer Bersammlung, die sich infolge des Einlaufens zahlreicher Union gespielt. Auch das ließen sich die Arbeiter ohne Wider aber die Dummdreiſtigkeit des Einsenders zeigt sich in der unauswärtiger Zustimmungsschreiben zu einer imposanten Protest stand gefallen. Selbstverständlich wird nun der„ schlaue Trick", verschämten Insinuation, daß die bei uns erhobenen Beschwerden fundgebung der ganzen flaffenbewußten Arbeiterschaft Ungarns ben die Unionjührer da zu machen gedachten, als Resultat das von ungenannten Personen herstammten. Wenn der Einsender gestaltete. Die Versammlung nahm einstimmig folgende Re- Direkte Gegentheil von dem haben, was damit erreicht werden erklärt, daß er den Schein der Rellame vermeiden wolle, so hätte folution an: sollte. Ein Schritt, welcher sonst nur im Falle einer Nieder- er es geschickter anfangen müssen. Gniezno, den 11. April 1892. Unterschrift unleserlich." Angesichts der, seitens verschiedener Polizeibehördening- lage nothgedrungen von den Arbeitern gethan wird, Der Kaufmann May Schweitzer, der Bruder der Frau besondere in Klausenburg, Szabadfa, Preßburg, Hodmezö- Vasarhely, fann, wenn er feitens einer in angeblich voller Kraft und Dr. Prager, ist, hiesigen Blättern zufolge, am Montag Abend Debreczen und Raczleve in letzter Zeit erjahrenen, den gelten Widerstandsfähigkeit stehenden Organisation geschieht, nur demo- nach dem Buchthause in Rawicz überführt worden. Frau Dr. den Gesehen und Vorschriften widersprechenden Amtshandlungen, ralisirend wirken. Prager soll nach dem Weiber- Buchthause in Breslau überführt wonach die in verordnungsmäßiger Frist angemeldeten Arbeiterwerden. Arbeiter- Bildungsschule. Der Dfterfeiertage wegen fällt der Unterricht in allen Schulen an den Tagen Freitag, den 15. April, Sonnabend, den 16. April, Sonntag, den 17. April, Montag, den 18. April aus. Der Unterricht in der Nationalökonomie wird am Sonntag, den 24. April, Vormittags 10 Uhr, in den Arminhallen Kommandantenstr. 20 wieder aufgenommen. Die Einnahmen an Jagdpacht, welche die Berliner überzeugen, ob Jemand Lehrling ift. Wer dies unterlasse, handle Stadtperwaltung von ihrem Grundbesitz bezogen hat, belief sich fahrlässig und sei strafbar. Es mag nicht unerwähnt bleiben, im legten Jahre auf 764 M. A13 selbständige Jagdterrains find daß in der letzten Reichstagsfeffion bei einer Anzahl kleinerer verpachtet die städtischen Ländereien in Treptow und in Strafgesetze, die die Regierung einbrachte, die Regierungsvertreter Rummelsburg, Erstere für 560 M., Letztere für 100 m. Die wiederholt hervorgehoben haben, daß es selbstverständlich übrigen städtischen Terrains bei Weißensee und Nixdorf sind von sei, daß Vergehen mit Ausnahme derjenigen, in denen die Fahrs geringerem Umfange und gemeinsam mit dem übrigen Gebiet lässigkeit ausdrücklich unter Strafe gestellt ist, nur dann dieser Gemarkungen zur Jagd verpachtet, so daß die Berliner bestraft werden könnten, wenn Vorsäglichkeit vorliege, daß aber Wie in den besseren Kreisen" gestohlen wird. Mit Stadtverwaltung einen entsprechenden Antheil von dem Gesammt 8. B. bei dem Gefeß, das sich auf den Schutz von Telegraphen der Moral in den bürgerlichen Kreisen muß es doch jämmerlich ertrage der Jagopacht auf ihren Besis erhält. anlagen bezieht, die Kommission mit der Begründung, daß schlecht bestellt sein. Damen aus den sogenannten besseren Kreisen man nie wissen tönne, wie ein preußisches Gericht stehlen wie die weiblichen Raben, um ihren Hang zum Luxus zu Zur Hundesperre hat das hiesige Polizeipräsidium an den urtheile, es durchgesetzt hatte, daß in das Gesetz aus: befriedigen, so erzählt uns ein Haupt- Bourgeoisblatt, und da Deutschen Thierschußverein zu Berlin, zu Händen des Vorfizenden drücklich aufgenommen wurde, daß nur vorfägliche, dasselbe sich stets rühmt, mit den besseren Kreisen" enge Fühlung Dr. Karl Ruß, folgende Antwort auf seine Vorstellungen vom rechtswidrige Handlungen bestraft werden können. Wie sehr zu haben, so dürfen wir wohl deffen Angaben Glauben schenken. 2. und 17. März dieses Jahres ergehen lassen: Die angeordnete diese Vorsicht berechtigt war, zeigt die heute gefällte Entscheidung, Das Blatt leitet seinen Artifel mit einigen tief empfundenen Hundesperre muß zwar ferner aufrecht erhalten werden, aber mit die für Vereine von großer Wichtigkeit ift. Da das KammerPhrasen ein. Es meint nämlich, daß es allerdings eine strafbare Rücksicht darauf, daß nach Einführung derselben die Tollwuth an gericht der oberste preußische Gerichtshof für Bergehen gegen Sandlung sei, wenn eine arme Wittwe ein Brot stehle, um ihre anderen Thieren, als dem aus Warschau hierher gebrachten preußische Gefeße ist und da nicht anzunehmen ist, daß die feit Kinder nicht verhungern zu lassen, daß dies aber vom rein Hunde des Künstlers Lurian, sich nicht gezeigt hat, erscheint eine bem 1. März 1892 neu augurirte Praxis bald fallen wird, so menschlichen Standpunkt aus betrachtet erklärlich und gewisser- Milderung der polizeilichen Anordnungen in soweit zulässig, daß empfiehlt es sich für unsere Genossen, bei der Aufnahme maßen" zu entschuldigen sei. Weshalb wohl nur gewisser- die frei umherlaufend betroffenen und eingefangenen Hunde den von Vereinsmitgliedern in politische Vereine maßen"? legitimirten Eigenthümern gegen Entrichtung des Fanggeldes und vorsichtig zu sein. Sie werden gut thun, wenn sie sich Jezt kommen nun die Thatsachen, die ein recht trübes Licht der Fütterungskosten schon während der Sperre zurückgegeben ausdrücklich von den Aufzunehmenden unterschreiben laffen, auf die Moralität eines Theils der weiblichen Bevölkerung der werden können. Die Zurückgabe ist jedoch ausgeschlossen, wenn daß sie nicht Lehrlinge find. Denn nach der kammergerichtlichen Residenzstadt" werfen. Bei dem Ausverkauf im verkrachten der Hund verdächtige Krankheitserscheinungen zeigt oder im Ver- Entscheidung würden auch diejenigen Vorsteher zu bestrafen sein, Raiserbazar machen den besseren Kreisen" angehörige dacht steht, von einem anderen Hunde gebissen zu sein und wenn die nicht aktiv an der Aufnahme mitgewirkt, sondern lediglich Damen so lange Finger, daß sich sogar die Polizei ins Mittel er bereits einmal gefangen und freigegeben worden ist." An- in dem Vorstand sich befunden haben. Um unnüße Geldkosten hat legen müssen. Die Gattin eines Beamten( oh) stahl ein träge seitens legitimirter Eigenthümer eingefangener Hunde sind zu vermeiden, ist daher Vorsicht bei der Aufnahme von Mitpaar seidene Strümpfe. Sie wurde dabei ertappt, Bolizei war an das Depot des deutschen Thierschußvereins, Stralauer Stadtgliedern dringend geboten. zur Stelle, es erfolgte eine Visitation, die einen aus dem bahn- Bogen 80, Schicklerstraße, zu richten, von wo aus alles Raiserbazar gestohlenen Bazar zu Tage förderte. Als Weitere veranlaßt wird. die Polizei in der Wohnung, der Dame haussuchte, fand man Waaren. Die beiden Ein Seitenstück zu dem am Montag vor der ersten Straf noch ein fleines Lager von aus dem Kaiser- Bazar entlehnten" Ueber einen Doppel- Raubmord geht der Kriminalpolizei fammer des Landgerichts I verhandelten großen DiebstahlsGine Spitzbubenkollegin der Beamtengattin" stahl aus alle a. G. die folgende Mittheilung zu: Am 25. v. Mts. Prozeß bildete die Verhandlung, welche gestern vor der zweiten Straffammer deffelben Gerichts stattfand. Es handelte sich einen Schleier, eine Dritte einen Unterrod, eine Vierte ein paar feien in Sinsleben bei Ermsleben der 62 Jahre alte Tischler- wiederum um Banden- Diebstahl und Hehlerei, an welchem folSchuhe. Ein zwölfjähriges( hört, hört!) Mädchen hatte sogar meister Zenker und dessen sechzehnjährige Tochter Minna, welche gende dreizehn Personen betheiligt sein sollen: Der Arbeiter die Dreiftigkeit, sich von einem der Angestellten ein Stück Papier beide allein das Zenker'sche Geschäft bewohnt hätten, in demselben, gende dreizehn Personen betheiligt sein sollen: Der Arbeiter star Giese, dessen Bruder Arbeiter Paul Giese, Maurer zum Einwickeln der von ihr gestohlenen Schuhe zu erbitten! welches verschlossen gewesen wäre, todt aufgefunden. Ernierer star Giese, dessen Bruder Arbeiter Paul Giese, Maurer August Krantemann, dessen Ehefrau Johanna KranteSeitens des Geschäftes hatte man bisher, um Gflat zu ver- müsse mittelst eines Knüttels und einer ihm gehörigen eisernen mann, deren Sohn Gmil Krantemann, Maurer Auguft meiden", niemals Anzeige erstattet, sondern die Diebinnen einfach Stange erschlagen, die Tochter durch einen Stich und mehrere Stier, Handelsmann Viktor 2ucca, Arbeiter Anton inte hinausbefördert. Jegt wird die Polizei zu Rathe gezogen, die Schnitte mit einem spitzen und offenbar sehr scharfen Instrumente, wi, Arbeiter Rudolf Keller, Arbeiter Ernst Zeichert, schon mehrere Verhaftungen vorgenommen hat.-vielleicht mit einem Schlachtmesser, getödtet worden sein. getödtet worden sein. Ist das nicht ein reizendes Bild aus dem Leben und Wirken Der Mord ist vermuthlich in der Nacht zum 24. v. Mts. verübt Gürtler Franz Wintler, Tapezier Gustav Berner und der besseren Gesellschaft", Die Angeklagten Auguft und Emil Krantemann hatten eine jener Gesellschaft, die hochnasig auf worden und jedenfalls von einer Person, die mit der Dertlichkeit Tischler Paul Pech. die Arbeiter herabsieht und über die„ Broletarier" verächtlich die bekannt war. Der Mörder hat die Waffe, womit er das Mädchen förmliche Diebesbande organisirt. Es ist ihnen nachgewiesen Nase rümpft? Die Frau des Beamten stiehlt, andere„ anständige" tödtete, wahrscheinlich wieder mitgenommen, und die Kleider des worden, daß sie in den Monaten Februar bis Juni vor. Jahres Frauen stehlen, zwölfjährige Kinder stehlen, das reine Diebes- Thäters müssen unbedingt voll Blutsprigen sein. gefindel. Und nicht etwa, weil das Verhungern nahe ist, Morde sind zum Zwecke der Beraubung verübt worden, da eine nicht weniger. als 81, zumeist schwere Diebstähle ausgeführt haben. Besonders der Norden Berlins wurde von der Bande Geldsumme, welche Zenter am Vormittage vorher vereinnahmt dann wäre es ja gewissermaßen" zu entschuldigen sondern weil der Hang zum Lurus größer und stärker ist als hatte, vermißt wird, und feine in einem Schranke verwahrte unsicher gemacht. Der ältere Krankemann vertheilte die Rollen Moral und Gewigjen. Mit den gestohlenen Sachen progt Geldschwinge, in welcher er fiets baares Geld liegen hatte, leer unter diejenigen der Mitangeklagten, die er zur Ausführung eines ausbaldowerten Diebstahls bestimmt hatte. Es fiel ihnen bisdann das Diebesgesindel und spielt sich als„ Damen" auf. Die war. Das betreffende Spind, in dessen besonderem Fache sich weilen reiche Beute zu, die zumeist nach der Krankemann'schen Arbeiterfrau, welche von einem reichlichen Wirthschaftsgeld nichts Werthpapiere in erheblichem Betrage befanden, ist offenbar mit Wohnung gebracht wurden. Die beiden Krankemann's und der weiß, die aber trozdem auf eine anständige Kleidung hält, gilt dem richtigen Schlüssel, welcher dem Erschlagenen abgenommen Angeklagte Stier brachen in diesen ehrbaren Frauen nichts. Es mag ja anständig sein, aber war, geöffnet und wieder verschlossen worden. Die Regierung in Angeklagte Stier brachen in der Nacht zum 28. März der Swinemünderstraße ein. Der ältere Krantemann nicht modern und nicht chic. Um das zu erreichen, da werden Merseburg hat eine Belohnung von 300 M. auf die Ermittelung vorigen Jahres bei dem Bigarrenhändler Steinbrück in der schnitt aus alle Hebel in Bewegung gefeßt, langt das Geld nicht, um das und Ergreifung des Schuldigen gefest. vom Hausflur zu dem Geschäftsladen Moderne zu kaufen, dann wird es einfach gestohlen. Das soll Ein schrecklicher Unglücksfall, der den Tod eines Kindes führenden Thür die Füllung heraus, durch die Oeffnung frochen zwar Unrecht sein, aber nach der Ansicht der" Damen" ist es bei herbeift hrte, ereignete sich gestern Abend 6/2 Uhr vor dem die Diebe in den Laden und räumten hier gründlich auf. Bei einem solchen Ausverkauf, wo es nicht so darauf ankommt, ge- Saufe Rügenerstraße 9. Dafelbst spielte eine Schaar Kinder einem anderen Diebstahl arbeiteten" der ältere Krankemann und wissermaßen" entschuldbar.... Verstedt. Der 8jährige Knabe Ernst Günther lief blindlings auf Stier allein. In der Nacht zum 13. April brachen fie bei der Wenn uns nun die braven Bourgeoisblätter noch einmal einen mit Roats beladenen Wagen, wurde von der Deichsel- Firma Schröder u. Söhne, Oderbergerstr. 1 ein. Sie zertrümmerten kommen werden, um aus dem Fehltritt eines Menschen einen stange erfaßt, zu Boden geworfen und ehe es der Kutscher ver- das Kellerfenster, stiegen hinein und öffneten von innen eine Strict für eine ganze Partei zu drehen, dann werden wir Gleiches hindern konnte, ging dem Knaben das Borderrad über Brust unverriegelte Fallthür, welche in den Laden führte. Hier wurde mit Gleichem vergelten und an der Hand der Mittheilungen des und Beine. Schwer verletzt wurde das Kind nach der elter- die Kasse gesprengt und die darin befindliche Summe von 52 M. Berliner Tageblatts" behaupten, daß das Stehlen der Bourgeoisie lichen Wohnung, Rügenerstraße 3 getragen. Gin herbeigeholter in fleinem Gelde mitgenommen. Bei einem in der Nacht zum zur zweiten Natur geworden, und sich zur Kleptomanie aus Arzt fonnte nur den bereits eingetretenen Tod feststellen. Dem 29. April beim Schlächtermeister Böhme in der Zehdenickers gebildet hat. straße ausgeführten Einbruchsdiebstahl bestimmte der ältere Kutscher trifft keine Schuld. Krantemann seinen Sohn und den Angeklagten Lucca zu Theil nehmern. Der verschlossene Lagerfeller wurde mittelst Brecheifens gesprengt. Die Diebe nahmen gegen 250 Pfund Wurst ver schiedener Art mit sich. Der Angeklagte Linkewig baldowerte einen Diebstahl aus, der in der Nacht zum 6. Mai von den gelangte. Der Laden eines Kolonialwaaren- Geschäfts in der Demminerstraße wurde erbrochen und für 500 M. Waare weg geschleppt. Go gleicht ein Fall dem anderen. Die Diebe gingen mit außerordentlicher Frechheit zu Werke, kein Schloß widerstand ihren Nachschlüsseln und Brechwerkzeugen. In der Ver handlung, die vom Landgerichtsrath Dich geführt wurde, legten fämmtliche Angeklagte ein offenes Gefiändniß ab, mit Ausnahme des Stier, welcher fich für völlig unschuldig erklärte und einfach fagte, er wiffe von nichts, troydem ihm seine Mitangeklagten vorhielten, in welcher Weise er bei den Einbrüchen betheiligt ge wesen. Da die Berhandlung bis in die späte Abendstunde dauern Zum Vereinsgeset. Dem Straffenat des Kammer- wird, so werden wir das Urtheil morgen bekannt geben. Da die glerichts sigt seit dem 1. März d. J. der frühere Staatsanwalt meisten der Angefchuldigten, und besonders die Hauptbetheiligten, und Ober- Staatsanwalt Groschhoff- Genossen aus Kiel und schon mehrfach vorbestraft sind, so dürfte auf schwere Strafen erAltona, die lange Zeit auf staatsanwaltschaftlichen Antrag ver- fannt werden. haftet und nachher freigesprochen wurden, sehr wohl bekannt Gerichts- Beifung. Die Mord: und Selbstmord- Affäre in der Reinicken Polizeibericht. Am 12. b. M., Vormittags, fiel eine dorferstraße giebt der bürgerlichen Bresse wieder Beranlassung, 80 jährige Frau auf dem Flur des Hauses Trestowstr. 44 in eine fich mit dem Schlafburschenwesen zu beschäftigen. Daß dies an zur Ausbesserung der Wasserleitung hergestellte Deffnung und vielem Unheil die Schuld trägt, wird auch von dieser Seite zu erlitt dabei eine so bedeutende Berlegung am Knie, daß sie nach gestanden, aber man begnügt sich, das Schlafburschenwesen als dem Krankenhaufe am Friedrichshain gebracht werden mußte. beiden Krantemanns unter Beihilfe des Linkewig zur Ausführung eine Spezialität" der Großstadt zu bezeichnen. Dabei verfehlt Bor dem Hause Thaerftr. 43 wurde zu derselben Zeit ein die tapitalistische Preffe nicht, es so darzujiellen, als ob die Gjähriger Knabe von einem Schlächterwagen überfahren und so Familie, welchen einen Schlafburschen aufnimmt, verantwortlich schwer verletzt, daß seine Ueberführung nach dem Krankenhause fei für etwaiges Unheil, was daraus entsteht, und als ob der am Friedrichshain erforderlich wurde. Im Laufe des Tages Schlasbursche nur darauf ausginge, dort Böses anzuftiften, wo fanden fünf tteine Brände statt. er sich als Fremder einnistet". Wie gesagt, eine Spezialität". Meinen denn die Bourgeois etwa, es sei für eine Familie ein Hochgenuß, wenn in der kleinen Wohnung, in welcher diefelbe zusammengedrängt ist, noch ein Fremdling feinen Einzug hält? Oder glauben dieselben, daß der Schlafbursche aus purer Lust am Unheil, das er etwa anrichten könnte, mit einer Schlafftelle vorlieb nimmt, die fast immer jede Bequemlichkeit vermissen läßt? Die Leute sowohl, welche Schlafstellen vermiethen, als auch diejenigen, welche fie miethen, gehören ausschließlich der arbeitenden Klasse an. Auf der einen wie auf der anderen Seite ist es lediglich die zwingende Noth, welche diese angebliche Spezialität der Großstadt" erzeugt. Die Wohnungsmiethen find im Ver- vor. Ferner ist der noch jezt als Staatsanwalt beim Rammer- Der Referendar N. war vom Schöffengericht wegen hältniß zu dem Verdienst des Arbeiters enorm hoch. gericht fungirende Staatsanwalt Thielemann zum Kammergerichts- groben Unfugs zu 100 M. event. 10 Zagen Haft verurtheilt So lange der Mann im kräftigsten Mannesalter steht rath ernannt und wird voraussichtlich in nicht allzulanger Zeit und hatte gegen dieses Erkenntniß Berufung eingelegt. In der oder solange die Frau noch mit verdienen fann, mag die Sache wohl auch allmälig dem Straffenat angehören, zu dessen Mit Berhandlung vor der ersten Straffammer des Berliner Landnoch gehen. Es fommt gerade so viel ein, daß das Budget gliedern schon früher ehemalige Staatsanwälte gehörten. Daß gerichts I. wurde der nachfolgende Sachverhalt festgestellt: Der balancirt. Aber der Mann wird älter, er muß sich mit ge- auch vom rein bürgerlichen Standpunkt aus es im höchsten Grade Angeklagte befand sich am Morgen des 16. Juli v. J. gegen ringerem Verdienst begnügen, die Frau wird durch die Wirth tedauerlich und für eine gedeihliche Rechtssprechung nicht besonders 5 Uhr mit einem Freunde im Café Preinig in der Leipziger schaft zu Hause fest gehalten, da bereitet die Ausbringung der förderlich sei, wenn in die höchsten richterlichen Stellen ehe- straße. Beide waren stark angefneipt. 3wei in diefem Café vers Miethe schon Sorgen. Kommen gar noch Krankheiten, Arbeits- malige Staatsanwälte berufen werden, hat unter wiederholtem fehrende Damen bestiegen eine Droschte, die Angeklagten sprangen zu Tofigfeit u. f. w. hinzu, so beginnt schon der Kampf um die Beifall des Reichstages und Landtages der verstorbene beiden Seiten ebenjalls in das Gefährt, wurden aber zurückgewiefen Miethe. Daß sich heute ein Arbeiter à la Eugen Nichter'sche Abg. Windthorst wiederholt auseinandergefeßt. Der neu befeßte und, als sie nicht gleich den Wagen verließen, aus demselben hinaus " Spar- Agnes" berühmten Angedenkens einige tausend Mark im Strafenat hat bereits jezt, gewiß nach bester Ueberzeugung, eine gestoßen. Hierauf entspann sich zwischen den beiden Parteien ein Handumdrehen auf die hohe Kante gelegt haben fönnte, glaubt Entscheidung von für das Vereinsrecht prinzipieller Gepläntel, indem sie gegenseitig mit ihren Schirmen auf einander doch im Ernst kein Mensch. Daß es Herr Eugen Richter glaubt, 28 ich tigteit getroffen, die mit der bisherigen Rechtssprechung einschlugen. Dem Verlangen des Berufungsflägers, freigesprochen ist möglich, was hat aber der für eine Ahnung von dem Ver: sowohl des Kammergerichts, wie des Reichsgerichts nicht in Gin zu werden, trat der Vorsißende, Landgerichts Rath Denso, mit dienst und dem Leben der Arbeiter! Sobald also das Auf- tlang zu bringen ist. Nach§§ 8 und 16 des Vereinsgeseyes den Worten entgegen: Wenn junge Studirende die Neigung bringen der Miethe schwer, wenn nicht unmöglich wird, muß werden Vorsteher sogenannter politischer Vereine mit Geldstrafe haben, sich zu befneipen und auf der Straße aufzubegehren, fo auf eine größere Ausnutzung der Wohnung gesehen werden. von 15-150. oder mit Gefängnißstrafe bis zu 3 Monaten be- dürfen sie nicht nach Berlin kommen, sondern müssen nach Jena Irgend ein separirter Raum ist in derselben nicht mehr frei, es droht, wenn sie Frauenspersonen, Schüler oder Lehrlinge" als oder sonst wohin gehen; hier müssen derartige Exzesse sehr streng bleibt somit nur übrig, in irgend einer Ecke ein Bett auf- Mitglieder aufnehmen. Das Landgericht II hatte 5 Genossen aus bestraft werden. Aus diesem Grunde wurde die Berufung zuschlagen, und der Schlafbursche fann seinen Einzug halten. Alt- Landsberg, die einen Maurer als Mitglied aufgenommen des Angeklagten verworfen. Niemand hat Sehnsucht nach ihm, Niemand wünscht ihn herbei, hatten, der ihnen nicht mitgetheilt hatte, daß er Lehrling sei Leipzig, 12. April.( Unschuldig verurtheilt?) fei, als Mitglied aufgenommen das Schöffengericht Der Schlafbursche findet auch feinen Genuß darin, sich bei lt- Landsberg hatte für jedes Vorstandsmitglied 30 M. Geld- fenate des Reichsgerichtes zur Verhandlung. Es handelte sich um einer fremden Familie einzuquartieren und in irgend einer Ecke firafe erkannt- freigesprochen, weil nach ständiger einen Angeklagten, der wegen eines Diebstahles zu mehrjähriger zu wohnen". Der junge Arbeiter fann aber feinerseits wieder Judikatur und nach den Grundsätzen der Rechtswissenschaft bei Buchthausstrafe verurtheilt worden war, obgleich er hartnädig viel für eine Wohnung nicht ausgeben, er tann nicht Garçon" ergehen nur derjenige bestraft werden könne, dem das leugnete und nur Judizien gegen ihn vorlagen, der dann aber wohnen, weil er nicht so viel verdient, um die Miethe bezahlen rechtswidrige Bewußtsein, der Dolus, beiwohne. Die Behauptung später im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen worden war. zu fönnen. Er ist auf eine Schlafstelle angewiesen, ebenso wie der Staatsanwaltschaft, daß das Vereinsgesetz die Aufnahme von nachdem der wirkliche Thäter ermittelt worden war. Die Miethsleute auf fein Miethsgeld angewiesen find. In Lehrlingen als Uebertretung und nicht als Vergehen er- Bäckergeselle Pius Entreß aus Rottenburg war es, der die wenig Fleineren und kleinen Städten tritt allerdings das Schlafburschen- achte, müßte an den klaren Bestimmungen des Art. 8 des beneidenswerthe Holle eines unschuldig Verurtheilten zu spielen Wesen noch nicht so in die Erscheinung, weil hier eine solche preußischen Einführungsgesetzes vom 14. April 1851 und hatte. Er ist am 9. Januar 1891 vom Landgerichte Rottweil Ausnutung des Grund und Bodens und der Wohnung noch des§ 1 des Strafgesenbuchs scheitern. Dennoch hat wegen eines schweren und zweier einfacher Diebstahle zu vier unbekannt ist. Es mag dasselbe in diesem Sinne wohl eine das Kammergericht das freisprechende Urtheil aufgehoben und Jahren und 14 Tagen Buchthaus verurtheilt worden. Den einem " Spezialität der Großstadt" sein, aber nicht in dem der bürger die Angeklagten mit der niet rigsten zulässigen Strafe von je einfachen Diebstahl soll er dadurch begangen haben, daß er einem lichen Blätter. Das Schlafstellen- Wesen ist einzig und allein auf 15 M. belegt. Es hat sowohl das Reichsgericht wie das Kammer- Mitgefellen einen fleineren Geldbetrag aus dem Portemonnaie das Konto der hohen Miethen einerseits und auf das des gericht bis zum 1. März 1892, wie sämmtliche Rechtslehrer als wegnahm. Der schwere Diebstahl bestand darin, daß er einen geringen Verdienstes der Arbeiter andererseits zu setzen. Es ist Grundsatz aufgestellt, daß wegen Bergehen nur der bestraft f. 3. fich in Deutschland aushaltenden türkischen Oberst Mustafa eine Erscheinung, die ber kapitalistische Staat nothgedrungen er werden lönne, der bewußt rechtswidrig, vorfäßlich handelt: es Bey ein Leinenfädchen mit 23 Bwanzig- Markstücken aus einem Koffe zeugen muß und die sich nicht auf die Schultern der am meisten sei denn, daß nach dem Wortlaut des Gesetzes ausdrücklich entwendet haben soll. Beide Anflagepunkte hatte ber Angeklagt Davon Betroffenen abwälzen läßt. Eine Aenderung dieses Uelel- Fahrlässigkeit( z. B. fahrlässige Tö. tung) unter Strafe gestellt ist. hartnäckig geleugnet, während er den dritten Diebstahl, Wegnahm standes ist nicht möglich, so lange das Rapital regiert, so lange Insbesondere find in dieser Art in zahlreichen Entscheidungen eines 20- Wartstückes aus der Ladenkasse seines Meisters, zugab, mi erst dieses ein oder zwei oder ein halbes Dugend Mal und dann auch die SS 8 und 16 des Vereinsgefeyes bis jent in gleich dem Hinzufügen, daß er nur ein 10- Pjennigstück habe nehmes Das Kammergericht ist wollen. Das 20- Markstück hat er in der That nicht behalten, erst der Mensch fomint. Es exiflirt fein Schlafburschen Wesen lautender Judiktatur beurtheilt worden. mehr, sobald es feinen fapitalistischen Staat mehr giebt. Der jegt von dieser Entscheidung abgegangen, indem es das denn es wurde bald danach auf der Diele gesunden. Entref Zusammenbruch desselben zieht sofort das Verschwinden auch Berbot, Lehrlinge aufzunehmen, dahin interpretirt hat: es war schon vorbestraft, verschiedene Verdachtsmomente fprachen fei damit die gefagt, diefer Spezialität der Großstadt" nach sich. Vorsteher müßten sich davon gegen ihn, die Straftammer in Rottweil glaubte daher feines Iman braucht aber feinen Zuschuß zu der Miethe, sonst muß die und von dem sie auch nicht angenommen hatten, daß er Lehrling in aufsehenerregender Fall fam fürzlich vor dem ersten Straf Wohnung überhaupt aufgegeben werden. = Der Verband deutscher Barbiers, Friseur und Berrrückenmacher- Sehilfen. Zweigverein Köln. DOR ersichtlich: Im Jahre 1889 erlitten 67 123 Brauern und Mälzern 3689 einen leichteren Unfall, der fie weniger als 13 Wochen erwerbsunfähig machte, 717 hatten einen schweren Unfall, 156 davon bleiben dauernd erwerbsunfähig, 92 wurden getödtet. 19 599 Betriebe mit 80 299 Von den Berufsgenoffenfchaften. Die Speditions, Speichereis und Kellerei Berufsgenoffenfchaft zählte am Ende des Vorjahres nach dem vorläufigen Bericht der Genossenschaftsverwaltung verficherten Berfonen. Unfälle tamen zur Anmeldung 4376, von diesen beanspruchten 979 Entschädigungen und wurden wirklich entschädigt 847. Die Entschädigungssumme betrug 638 706 M. 50 Pf. Von 2141 Bescheiden in Entschädigungssachen sind bis jezt 336 durch Berufung angefochten und hiervon 67 zu Gunsten der Versicherten, 141 zu deren Ungunsten entschieden worden; 89 Betheuerungen, daß er die beiden zuerst erwähnten Diebstähle| Die Lokalvereine, welche unser Anerbieten benutzen wollen, bitten viel weiter tommen, wenn fie den Gelbwerth bes Zwangsbieres nicht begangen habe, nicht und verurtheilte ihn. Entreß wir, uns dieses sofort wiffen zu laffen, sowie ferner ihrem an ihrem Lohne zugelegt erhielten, da überdies das Brauerhatte bereits seine Strafe angetreten und einen Theil ver Vertretungsantrage einen genauen Bericht der örtlichen gewerbe mit vielen Gefahren verbunden ist, wie aus folgender büßt, als es bekannt wurde, daß eine andere Persönlichkeit Arbeitsverhältnisse, fowie sonstige Wichtigteiten bei- Unfallstatistik Des Diebstahls bei Mustafa Ben für überführt zu er zufügen. Bufschriften in dieser Sache bitte an mich gelangen achten sei. Hier war es wieder einmal die Breffe, welche schneller, zu lassen. als es auf bureaukratischem Wege möglich gewesen wäre, die J. A. des Zweigvereins Köln: Emil Pagel, Borsigender, richtige Thatsache zur Kenntniß den maßgebenden Persönlichkeiten Ohligs( Rheinland), Düsseldorferstr. 15. brachte. In einem Blatte( der Name wurde in der Verhandlung NB. Um dieser Ansicht die weitefte Verbreitung zu ver des Reichsgerichts nicht genannt) war mitgetheilt worden, daß schaffen, ersuchen wir sämmtliche Organe der deutschen Arein Bäckergeselle Namens Rohler, der in Tübingen in Unter- beiterpartei um Aufnahme vorstehenden Aufrufes, damit die fuchung sei, dringend verdächtig sei, den Diebstahl bei dem Genossen allerorts bei den fie bedienenden Gehilfen in diesem türkischen Oberst verübt zu haben, da das Leinenfäckchen bei ihm Sinne wirten tönnen und so unserem noch sehr schwachen Vergefunden war. Dies las der württembergische Justizminister und bande Dienste erweisen, wofür wir uns jederzeit erkenntlich er ordnete sofort die Unterbrechung der Strafvollstreckung und zeigen werden. die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Entreß an. Am 24. Oftober v. J. stellte die Staatsanwaltschaft in Rottweil den formellen Antrag in dieser Richtung. Der Bäckergeselle Kohler hatte anfangs den Diebstahl bei Mustafa Bey zugegeben, dann aber wieder geleugnet. Er wurde auch in Eine Seite der bürgerlichen Naubwirthschaft, die sind noch unerledigt. Bon 68 Refurfen zum Reichsversicherungs- Umt dem Wiederaufnahmeverfahren gegen Entreß als Beuge Säuferfpefulation, erfuhr im Dresdener Stadt- wurden 40 zu Gunsten, 10 zu Ungunsten der Genossenschaft entbernommen, damit eventuell festgestellt werden tönne, ob Entreß verordneten- Kollegium scharfe Beleuchtung. Der Stadtverordnete schieden, 2 zurückgenommen, 16 noch nicht erledigt. Das Umals Mitthäter zc. in Betracht tomme, aber auch hier leugnete Winter hatte mit einer Anzahl Genoffen einen Antrag gestellt, lagefoll für 1890 betrug 1 108 082. 60 P, zur Aufbringung Rohler alles. Er wurde aber trotzdem auf Grund der vor- nach welchem Baustellen nicht mehr wie bisher nach ihrem Er- desselben mußten 1808 Grefutionsanträge gestellt werden( 6,5 pet handenen Indizien in Tübingen am 7. Dezember 1891 au trage, sondern nach ihrem jeweiligen Verlaufswerthe beſteuert sämmtlicher Zahlungsaufforderungen). 31/2 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Auch nach seiner Ver- werden sollen. Zur Begründung führte er aus, daß das unDie Haff und Rüftenfischerei in Ostpreußen. Nach den urtheilung ließ sich Kohler nicht zu einem Geständniß geheure Steigen der Miethspreise in den großen Städten, so auch herbei. In der Wiederaufnahme- Verhandlung gegen Entres in Dresden, sich nicht mehr erklären ließe durch das Steigen der bei den Ober- Fischmeisterämtern in Memel und Pillau bewirkten vor der Straffammer in Rottweil am 8. Februar d. J. Arbeitslöbne, ba es zu diesem in gar feinem Verhältnisse mehr Aufzeichnungen hat, wie der Reichs- Anzeiger" berichtet, die beantragte der Vertheidiger die Freisprechung, soweit tein ftände; es sei vielmehr herbeigeführt durch eine ungesunde Epekulation Fischerei im Kurischen und Frischen Haff im letzten Don 1180 117. und längs der Geftändniß vorlag und außerdem für den Fall, daß der An- mit Baustellen. Diese unnatürliche übertriebene Steigerung Jahre einen Ertrag geklagte nur für nicht überführt, aber nicht für unschuldig be- des Grundwerthes drücke unverhältnißmäßig auf die ärmere ostpreußischen Ostseetüßte einen solchen von 899 213 m. funden werden würde, die nochmalige Vernehmung des Kohler und mittlere Bevölkerung, die einen viel zu großen Theil ihres geliefert, was eine Zunahme gegen das Vorjahr um 265 721 M. als Zeuge. Die Strajtammer in Rottweil war aber vorsichtig, Einkommens auf Wohnungsmiethe verwenden müßte, worunter oder 20,2 pt. bedeutet. Den meisten Ertrag brachten Aale mit fie wollte nicht wieder auf Indizien hin einen kategorischen Aus- dann ihre ganze Lebenshaltung zu leiden hätte. Fast alle 477 690 M.; dann folgen Zander mit 179 171 M., Flundern Spruch thun und sprach Entreß frei, nur weil er nicht für Grundstücke in der Umgebung der Großstädte feien von Speku- mit 171 905 M., Lachse mit 69 177 M., Strömlinge mit überführt zu erachten fei. lanten aufgekauft und sobald der städtische Bebauungsplan eine 63 181 M., Stinte mit 62 285 M. u. s. w. Der Hauptfang im Wegen des eingestandenen Diebstahls wurde auf 14 Tage Erweiterung erfahre, würden diese Baustellen dann mit un- Frischen Haff besteht seit Jahren in Aalen, welche zumeist von Gefängniß erkannt, die bereits durch die erlittene Buchthaus geheurem Nutzen verkauft. Dadurch würden die Miethen un- Stettiner Händlern den Fischern auf dem Wasser abgenommen Strafe verbüßt sind. Das Urtheil soll im Reichs- Anzeiger und anderen verhältnißmäßig in die Höhe geschraubt; die Besizer älterer werden, zu welchem Behufe faft allwöchentlich ein Dampfer Blättern bekannt gemacht werden. Mit Rücksicht darauf, daß Häufer folgten der Uebereinstimmung wegen bald nach. Die in dem Hafen treuzt. Im verflossenen Jahre brachte allein die württembergische Regierung infolge einer Anregung des Grundstücksspekulanten nähmen daraus wieder Anlaß, mit den der Aalfang den Hafffischern gegen 361 000 m. In großer Bundesrathes( der bekanntlich den Beschluß des Reichstages ver- Breifen in die Höhe zu gehen, und so wäre das eine Sorge befinden sich die Fischer am Frischen Haff darüber, Der Antrag wolle nun burch wie fie nach Fertigstellung des Königsberger Seefanals über warf) bereit ist, unschuldig Verurtheilte und später als unschuldig Schraube ohne Ende. Freigesprochene materiell zu entschädigen, hatte der Angeklagte eine jährlich wiederkehrende, dem Verkaufswerthe die Dämme tommen werden, um ihr Gewerbe auszuüben. Revision eingelegt, um eine andere Begründung der Freisprechung zu berechnende hohe Steuer die Spekulation erschweren und das Seitens der Baubehörden soll dieser Umstand zum Gegenstande zu erzielen, da er durch die jetzige( nicht überführt") der Wohl durch der fortwährenden Steigerung des Grundwerths vorbeugen. eingehender Erörterungen gemacht sein, so daß eine Regelung that des Schadensersages verlustig gehe. Das Reichsgericht ver- Bon anderer Seite wurde dem Antragsteller entgegengehalten, au erhoffen steht. Durch Anlegung von Häfen in Ramjtigall, warf jedoch die Revision als unbegründet, da ein Freigesprochener daß die Spekulation durch eine hohe Steuer feineswegs aufgehalten, Bimmerbude und weiter wird übrigens jest zahlreichen Fischern teinen Grund habe, sich über seine Freisprechung zu beschweren. sondern diese Steuer einfach auf den Preis geschlagen werden ein Schutz für ihre sonst auf der Außenrhede den Stürmen würde; die ganze Maßregel würde also eine weitere Bertheuerung preisgegebenen Fahrzeuge gewährt. Günstiger als die Bor der Wohnungen herbeiführen. Außerdem würden auch praktische jabre erwies fich das abgelaufene Jahr auch bezüglich der bei Schwierigkeiten eintreten; so wäre es z. B. schwer, bei Gärtnereien, der Fischerei vorgekommenen Unfälle. die außerhalb der Stadt liegen und morgen schon als Bauftellen verkauft werden könnten, zu sagen, wann und Die Hungersnoth in Ungarn greift, wie die Budapester die Baustellen anfangen. Der Antrag wurde schließlich Arbeiterpresse" berichtet, immer weiter um sich und haust nun Rechtsausschusse dem zur Begutachtung überwiesen. im Bereger Komitat ebenso arg, wie im Arvaer. In der Ge. Der Antrag wird natürlich den beabsichtigten Erfolg nicht haben. meinde Also Bereczke allein find 2000 Menschen ohne alle Für uns ist aber die vernichten de Kritik von Interesse, welche Nahrungsmittel. Wie das Blatt Munkacs" meldet, herrscht die Bürgerliche an dem wirthschaftlichen Gebahren des Bürgerthums Dungersnoth in den Ortschaften Holubina, Szolyva, Banyfovica, üben mußten, das, weil es über die Idee des Privateigenthums Malmos, Sarsfalva, Dombostelet, Palos, Olenyova, Izvot, nicht hinaus kann, unfähig ist, wie bei anderen Geschäftsobjekten Duszina, Plavja, Roszos, Szaszoka, Brusztopatal, Martonta, so auch hinsichtlich der Wohnftätten den Wucher zu verhindern. Nagy- Tibava, Szolocsin, Polena, Utlina, Nagy- Bisztra, Szuszko, Das bürgerliche Wirthschaftssystem ist selber auf die gründlichste Paszita, Rakoczyszallas, Bukocz, Perefreszna, Felfö- Kis- Bisztra, Auswucherung des Einen durch den Anderen gegründet. Bilaszovicza, Borszucsina, Rotilnicza, Medvezsa, Mistarovicza, Tisova, Laturka, Nagy- Rosztoka, Ris Rosstofa, Kicsofna, Vezerszallas, Felsö- Bereczte, Bastocz, Zbun, 3setenyove, Timsor, Kis- Szolva, Berebes, Jalova, Felfö- Kis- Hrabonicza, Nagy- Abranta. Kis- Abranta, Balocz, Zugo, furz im ganzen Bereger Komitat. Jm Szolyvaer Bezirk find bisher 50 Menschen an Hunger gestorben. Nur die besser fituirten Bauern baden noch Brot, jedoch aus einem Gemengsel, welches sonst nur zu Viehfutter verwendet wird. Die Schrecken des Nothstandes spotten jeder Beschreibung aber das thut nichts, denn schon baben die Amusements für die Hungernden begonnen. So z. B. hat die Preßburger Aristokratie am 2. April in den feenhaft beleuchteten Sälen des Primatial- Balastes ein Fest abgehalten, wo es von Blumenzelten, japanischen Bazaren, fizilianischen Fischerzelten, Barfümerie und Erfrischungsbazaren 2c. wimmelte. Das Belt für das Glücksrad, die ungarische Csarda, der türkische Bazar alles war stilvoll errichtet und die edlen" Damen entsprechend in fostbare Kostüme gehüllt. Ein türkisches Belt, welches Graf Esterhazy aufstellen ließ, fostete allein 30 000 fl. Derfelbe Graf hatte 1000 photographien der Komiteedamen angefertigt, die zu wohlthätigen" Zwecken verkauft wurden." Soziale Lebersicht. Der Streif bei H. Krüger, Fabrik chirurg. Instrumente, Berlin, Artillerieftr. 23, dauert unverändert fort. In Salle haben die Unternehmer unter Benutzung der Krisis den Stundenlohn der Maurer auf 32 Bf. herab gedrückt. Nach dem dortigen Volksblatt" beabsichtigen nun die Maurer, vorerst den Behnstundentag aufrecht zu erhalten, damit die Zahl der Arbeitslosen und damit die Lohndrückerei nicht noch größere Dimensionen annimmt. Zu Unruhen foll es unter den ausständigen Webern in Na chod gekommen sein. Schlimm genug für den österreichischen Staat, der wohl ein halbes Hundert Gendarmen für die aus gebeuteten Arbeiter übrig hat, aber nicht einen einzigen Maun, der genügend Menschenliebe und die entsprechende Autorität befäße, um den nur zu berechtigten Forderungen der Arbeiter gegenüber den Fabrikanten Geltung zu verschaffen. In Kopenhagen sollen nach telegraphischen Berichten außer den Bau- Arbeitern auch die Gaswertsarbeiter und die bei der Anlage des Freihafens beschäftigten Erdarbeiter einen Ausstand in Aussicht genommen haben.- Einen Ausstand müssen die Arbeiter immer in„ Aussicht" nehmen, wenn sie ihre Lage verbessern wollen. Gutwillig giebt die Unternehmerklasse nur felten etwas. An die Vorstände der zentralisirten sowie der lokalen freien eingeschriebenen und der auf Grund des Landesrechtes errichteten Hilfskaffen. beten. Für Quartier ist bestens Sorge getragen. Hamburg, 13. April 1892. Die Kommission freier Hilfskaffen. nach wo Fiskalische Sparsamkeit. Die fistalische Friedrichs. grube hat nach der Schles. Volts Zeitung" 43 Arbeiter entlassen. " Auch ein ,, Patriot"! Im„ Anzeiger für Rönigstein und Umgegend" war inserirt:„ Eine große Partie ausländische Arbeiter werden noch angenommen auf meinen Bauten. Julius Naumann, Baumeiner." Auch das Wörtchen Partie", Menschen gegenüber gebraucht, fennzeichnet diesen wadern Deutschen. " " Ueber die Frage der Einrichtung kommunaler Arbeits. Nachweise verhandelte auf der Grundlage des im Vorwärts" veröffentlichten Entwurfs der Stuttgarter Gewerkschaften das Hallesche Gewertschaftskartell. Der Vorschlag fand Freunde und Gegner; das endgiltige Urtheil soll eine demnächst stattfindende Versammlung aller Gewerkschaften fällen. Jeden falls ist die Angelegenheit wichtig genug, um überall gründlich diskutirt zu werden. D J. A.: G. Blume, Bismardstraße 10. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck ge- bis acht solcher, von M B Quittung über bei der Generalfommission der Gewerkfchaften Deutschlands in der Beit vom 1. bis 9. April 1892 eingegangene Gelder: Dersammlungen. Entbehrungslöhne von Aufsichtsraths Mitgliedern. Die p. t. Vorstände werden ersucht, zu der am 19. April diefes Jabres, Morgens 8 Uhr, beginnenden Konferenz in Sam- Die Bergwerks Gesellschaft Courl, im Jahre 1890 als Attienburg, Lofal Gertig, Große Bleichen 32, Delegirte zu entfenden. Gesellschaft gegründet, zahlt für das Geschäftsjahr 1891 nur Die Beschichung ist insofern sehr nothwendig, als dort die Frage 6 pet. Dividende. Das ist, wie man zugeben wird, für an fette erläutert werden soll, ob unter den neuen Gesetzesbestimmungen Dividenden gewöhnte Aktionäre ein bischen wenig. Man begreift Bom Bau des Herrn G. Kniefe, Eppendorferbaum, Hamburg ( Novelle) die Kassen als dem§ 75 genügend weiter existiren oder daher, daß die Herren Aktionäre mißgeftimmt und übellaunig 30,- Quartalsbeitrag( I. Quartal 1892) des Verbandes der sich in sogen. Zuschußlassen umwandeln sollen. Gleichzeitig theilen sind. Einige derselben brachten in diesem Gemüthszustand in Gold- und Silberarbeiter 65,50. Quartalsbeitrag( I. und II. Qu. wir mit, daß die von dem Rongreß in Berlin bestimmte Kom- der Generalversammlung die Höhe der Aufsichtsrathe- Tantiemen 1892) des Zentralvereins der Blätterinnen 8, mission ein Normalstatut ausgearbeitet hat, welches per Stück zur Sprache und bemängelten die für den ersten AufsichtsIn der vorigen Quittung muß es heißen statt Plätterinnen zu 30 Pf. gegen Einsendung des Betrages vom Unterzeichneten rath in Höhe von 85 657 m. refervirte Tantieme, welche in Näherinnen 1,74. abgegeben wird. Anbetracht der schmäleren Bezüge der Aktionäre zu hoch seien. In der Zusammenstellung über den Maifonds muß es heißen Die Herren Delegirten werden ersucht, sofern Tiefelben betragen nämlich 10 pet. des Reingewinns. Wir statt Schneider Schmiede, Berlin 75,-. 2. Dammann, Rassirer, sie nicht direkt zum Ronferenzlofal fommen, fich in der fönnen das feineswegs finden. Wie Jemand aus der Versamm" Lessinghalle" am Gänsemartt einzufinden, woselbji lung hervorhob, ist die Höhe von 10 pt. des Reingewinns im Hamburg, Zollvereinsniederlage, Wilhelmstr. 13, I. Bergleich zu den Saßen anderer Bergwerfsgesellschaften 8. B. über Alles genau Auskunft gegeben wird. 2 pet. bei der Gelsenkirchener, 4 pet. bei der Hibernia- Gesellschaft, allerdings eine ungewöhnliche, relativ genommen. Aver man bedenke doch, was ein Aufsichtsrathsmitglied Alles zu thun hat. Mindestens doch vier Sigungen im Jahre, vielleicht sogar sechs etwa je einer Stunde Dauer, hat ein Aufsichtsrathsmitglied der Zeche Court abzuhalten. Das macht bei neun Aufsichtsrathsmitgliedern pro Stunde Thätigkeitsprach am 3. April in Knebel's Salon Genosse Runtel über In einer Versammlung für Männer und Frauen Der 3. Rongreß des Verbandes deutscher Bar: betracht der gestiegenen Lebensmittelpreise und der hohen Löhne Frauenemangipation, zum Schluß die anwesenden Damen aufbier, Friseur- und Berrüdenmacher- Gehilfen" ter Grubenarbeiter wahrlich nicht zu viel. Die Majorität der fordernd, sich zu organisiren, und mit den Männern Schulter an findet am 2. und 3. Mai d. J. in Köln a. Rh. statt und wird Generalversammlung lehnte denn auch das Anfinnen der naiven, die Befreiung der Frau aus den Jahrhunderte lang getragenen Schulter für die Sozialdemokratie zu kämpfen, dann werde auch im Restaurant Me bus, Rammergasse 18, tagen. Wir griesgrämigen Aktionäre auf Verkürzung der Tantiemenbezüge erfchen die Lelegirten, uns ihr Kommen frühzeitig und in Würdigung der steigenden Bedürfnisse unserer Zeit ab. Bon Fesseln erfolgen. Der Vortrag wurde beifällig aufgenommen genau anzuzeigen, um uns vor unnöthigen Rosten zu schützen, rührender Naivetät zeugt auch die Begründung des mert und führte zu einer regen Diskussion, die sich im Sinne der AusSenn die hiesigen Eisenbahndirektionen erlauben den Zutritt zu würdigen Vorschlags ber mißgelaunten Attionäre, weil führungen des Referenten bewegte. den Perrons nur gegen bezahlte Zutrittskarten. Unsere beauf der Gelsenkirchener Aufsichtsrath nur 2 pet. des Rein- Im Verein der Einsetzer( Tischler) Berlins und Um tragten Empfänger tragen Zwecks besseren Erkennens roth- weiße gewinnes erhalte". Bei der Gelsenkirchener Gesellschaft bedeuten gegend gab türzlich der Kassirer Kollege Knabe die Abrechnung Schleifen. Die 2 pt. eine größere Summe als die 10 pet. der Zeche Courl. vom ersten Quartal 1892 bekannt, nach welcher sich das VereinsUnd nun, Kollegen, rüstet Euch zu dem Werk der Vertretung; Die Herren Aufsichtsräthe der Gelsenkirchener Gefeuschaft, die vermögen zur Beit auf 326 M. beziffert. Dem Rassirer wurde gründet, wo irgend möglich, Zweigvereine, um Euch die Vortheile über 4 Millionen Reingewinn erzielte, brauchen also auch bei Decharge ertheilt. Bei der Arbeitsvermittelungs- Rommission einer zentralisirten Organisation zu Nutze zu machen; Ihr Zweig 2 pet. Tantiemen nicht zu darben. Die misgünstigen Aktionäre suchten während des Quartals ungefähr hundert Kollegen um vereine, wählt ohne Beeinflussung jedweder Art Gure Delegirten, der Beche Courl scheinen demnach Neulinge zu sein. Nicht ein Arbeit nach, wovon 42 durch eigene Bemühung Arbeit fanden, damit hier Euren Wünschen Rechnung getragen werden fann. mal über die Bedürfnisse eines Aufsichtsraths- Mitglieds find sie während 20 durch die Kommission solche erhielten; der übrige Allen wohl und Niemand wehe!" das sei die Parole des dies orientirt. Wenn man sieht, mit welch aufopfernder Liebe die Theil blieb arbeitslos. Für das zweite Quartal find in die Kom jährigen Kongresses, und fämpfen wir unter dieser, dann müssen Berwaltung solch einer Bergwertszeche beflisjen ist, auf Roften mission gewählt die Kollegen Martin, Ehmann, Rogge, Schreckenvir Erfolge erzielen, dann muß unser Verband gedeihen! Wir der Arbeiterlöhne die Dividenden so hoch wie möglich zu berg, Schönau, Romann, Bienefeld. Betreffs der Maifeier wurde bitten, die Delegirten mit ungebundenem Mandat zum schrauben, dann darf man ihr doch wahrhaftig nicht das bischen sich die Versammlung dahin einig, Vormittags 9 Uhr einen VorRongreß zu schicken, denn:" Die Parteien fönnen sich erst dann" Entbehrungslohn" noch fürzen wollen. trag über die Bedeutung der Maifeier zu hören und Nachmittags verständigen, wenn sie sich aussprechen!" Und Ihr, Delegirten, n Aufruf! ca. 1500 bis 2000 m. infommen. Das ist doch in Anwartet Eures verantwortungsvollen Amtes mit Muth und Energie, Die denkbar berechtigtfte Forderung der Branergehilfen an der Demonstration des 6. Berliner Wahlkreises theilzunehmen. damit die Hoffnung, die Eure Berufskollegen auf Euch setzen, ist die Beseitigung des Bierzwanges. Stoch immer besteht in Bei den Posamentirern und Berufsgenossen sprach am voll und ganz erfüllt werden. Brauereien die üble Sitte, einen Theil des Lohnes in Naturalien, 4. d. M. Herr Dr. Pinnow über soziale Bustände im AlterUm nun aber auch den bestehenden Lokalvereinen unserer im vorliegenden Falle in Bier zu verabfolgen. Bei einem Streit thum. Nach dem intereffanten Vortrage berichtete Kollege Branche, denen der Anschluß an den Verband bis jetzt nicht der Bierbrauer in Nürnberg wurde konstatirt, daß diefelben täg- Schubert Namens der commission, welche in voriger Vermöglich war, eine Bertretung auf diesem Kongreß zu ermöglichen, lich 7 Liter Bier als Theil ihres Lohnes bekämen, die unter allen sammlung zur Berathung über die Gründung eines Fonds für sowie auch um legteren zu einem umfassenden zu gestalten, be Umständen, vielfach zum großen gesundheitlichen Nachtheile, ge- die wegen Bohndifferenzen gemaßregelten Kollegen gewählt worden Schloß der unterzeichnete Berein, aus seiner Mitte die Bertretung trunten würden. Kellerburschen, Schläucher, Bierfahrer und war, daß dieselbe zu der Ansicht gekommen sei, infolge des diefer Botalvereine erfolgen zu lassen. Nur so tann dieser Mälzer stellen ein bedeutendes Kontingent zu den Schwind schlechten Geschäftsganges würden viele Kollegen den in dieser Rongreß sich zu einem echten Arbeiterparlament gestalten! süchtigen und Magenleidenden. süchtigen und Magenleidenden. Die Brauereigehilfen würden Angelegenheit zu fassenden Beschlüssen petuniär nicht nachkommen tönnen, weshalb es nothwendig wäre, diese Frage bem nächsten inneren Neberzeugung nach handeln möge, vor allem fich aber Rongreß des Berbandes vorzulegen, um so eine einheitliche überhaupt einer Organisation anschließen soll. Regelung zu erzielen. Von verschiedenen Rednern wurde darauf das abfichtliche Fernbleiben der Rollegen von den Firmen Eisner u. Hausig, Sachs u. Schwarz, Röstermann u. 3arinzansky, und Krause u. Dammbitsch aus dem Verein getadelt. Betreffs des 1. Mai beschloß man, sich der von der Partei arangirten Feier vollzählig anzuschließen. Zum Schluß ermahnte der Vorsitzende die Anwesenden, mit aller Energie für den Verein zu agitiren. Der Verband der in Holzbearbeitungsfabriken und auf Holzplätzen beschäftigten Arbeiter Deutschlands( Drts verwaltung Berlin I) nahm am 4. Aprit in einer Mitgliederver: fammlung den Kaffenbericht vom letzten Quartal entgegen und ertheilte dem Kassirer hierfür Decharge. Es folgte der Bericht der Schriftführer der Arbeitsnachweis- und der Rechtsschußtom miffion, worauf man zur Neuwahl überging, die mit der Wieder wahl der bisherigen Funktionäre endete, mit Ausnahme der Arbeitsnachweis- Kommission, in welche an Stelle des nicht anwesenden Kollegen Lirs der Kollege Hirsekorn gewählt wurde. Einige vom Vorstand gestellte Statuten- Abänderungsanträge fanden Zustimmung. Darauf wurden Kollege Koboldt als Delegirter zu der am 17. und 18. April stattfindenden Generalver fammlung einstimmig gewählt. Nachdem der Verbandsdelegirte R. Wolf den Bericht vom Halberstädter Gewerkschaftstongreß gegeben hatte, machte Kollege Stein bekannt, daß am 26. April in Säger's Lofal, Grüner Weg 29, eine öffentliche Versammlung stattfindet, in welcher über die Thätigkeit der Agitationstommission Bericht erstattet wird. glieder. Gasarbeiter und Berufsgenossen. Heute Abend 8 Uhr in Weißenfee, Königs- Chauffee 49, bet Gengbett. Schleswig- Holsteiner. Heute Abend 8% Uhr: Außerordentliche Sigung im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstr. 16. Heine, Tele- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dies gen, Abends 8 Uhr, bei Schröder, Wiesenstr. 39. Neue Zeit, Abends 8 Uhr, Boyenstr. 40, bei Gieshoit.- Süd- Ost, bei Toltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Ecte. Spinoga, Abends 8% Uhr, bei Hoffmann, Wrangelftr. 32. Nixdorf, Abends 8% Uhr, bei Beiler, Knesebec- und Hermannstraßen- Ece. erwegb, Abends 8% Uhr, Neichenbergerstraße 54, Ecte Laufigerstraße, bet Schayer. Depeschen: ( Wolff's Telegrapheu- Bureau.) Berlin, 13. April. Zwischen Deutschland und der Schweiz ist heute hier zwischen dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts und dem schweizerischen Gesandten ein Ueber einkommen über den gegenseitigen Patent, Muster- und Markenschutz unterzeichnet werden. Bug- Entgleifung. Zwischen den Stattonen Morgenroth und Ruda auf der Eisenbahnstrecke Dswiecim- Randrain ift efn Güterzug entgleift. Acht Wagen wurden beschädigt, Menschen Die Zahlstelle Berlin 2 des Zentralverbandes deutscher find nicht verlegt worden. Maurer und verwandter Berufsgenossen hielt am 6. April Erschoffen hat sich in Aschaffenburg der Kommerzien ihre regelmäßige Mitgliederversammlung ab. In derselben theilte rath Theodor Nees, Chef der Buntpapierfabrik A. Nees u. Cie. der Bevollmächtigte mit, daß fürzlich ein Vertreter des Magistrats Im Prozeß gegen den Natur- Heilkundigen Seebach in bei ihm gewesen sei und Erkundigungen eingezogen hätte über Magdeburg wurde das am 28. Januar vom dortigen Land die Arbeitslosigkeit im Maurergewerbe; er, Redner, habe die gericht gefällte Urtheil( 4 Monate Gefängniß wegen fahrlässiger Zahl der Arbeitslosen auf 8 bis 10 000 geschäßt; der weitere Lödtung im Beruf) vom Reichsgericht aufgehoben und die Sach Inhalt der Unterredung werde an geeigneter Stelle verwendet zur nochmaligen Verhandlung nach Halle verwiesen. Das Land werden. Beim Verschiedenen beschloß man, das Stiftungsfest in gericht in Halle erkannte auf Freisprechung. der Gegend der Hafenhaide abzuhalten und bestimmte die Herren Jusubordination. In der Trainfaserne zu Darmstadt Helterhoff, Lamprecht, Woytschasch, Schneckenhaus, Herdt und bedrohte Vize- Wachtmeister Mörlin Bataillonstommandeur von Panser zum Vergnügungs- Komitee, das alles Nöthige zu besorgen Dewall mit der blanken Waffe. Welche Beranlaffung dem Bor hat. Zum Schluß wurde noch aufgefordert, recht fleißig für den falle zu Grunde liegt, war mit Bestimmtheit nicht zu ermitteln, Verband au agitiren und in der nächsten Versammlung recht Thatsache ist jedoch, daß Mörlin zur Beobachtung feines geistigen zahlreich zu erscheinen; speziell werden die Kollegen vom Pots Bustandes dem Garnisonslazareth überwiesen wurde.( Frf. 3tg.) Damer Stadtviertel ersucht, in den Versammlungen fich einzufinden. Das jüdische Schächten( langsames Verblutenlaffen der Schlachtthiere ohne vorherige Betäubung) ist durch eine VerDer sozialdemokratische Wahlverein für den vierten ordnung des Ministeriums des Innern für Sachsen vers Berliner Reichstags- Wahlkreis ehrte in seiner am 12. 5. M. boten worden. Das Verbot ftüßt sich auf verschiedene gut stattgehabten Versammlung das Andenken der verstorbenen Mit achtliche Aeußerungen der Kreishauptmannschaften, Bezirksausglieder Kurowski und Herkt durch einmüthiges Erheben schüsse, Stadträthe, sowie des Landeskulturraths. Die gegen der Anwesenden von ihren Pläßen und hörte sodann einen Vor- theiligen Vorstellungen verschiedener jüdischer Gemeinden sind trag des Genossen Dr. Bruno Schönlant über das unberücksichtigt geblieben, weil die zur Begutachtung heranThema:" Politische Wochensch a u", in welchem der Refe- gezogenen Körperschaften sich fast einstimmig für ein Verbot des rent einige der letzteren wichtigsten politischen Ereignisse, wie den Schächtens ausgesprochen hatten. Die Verordnung tritt am Volksschul- Gefeßentwurf und die dadurch verursachte Minister- 1. Oftober in Kraft. Zuwiderhandlungen sollen mit Geldstrafe In dem Fachverein der Stuckateure und Berufs- frisis, die Angelegenheit der bäuerlichen Hörigkeit in Neu- Vor- bis zu 150 M. oder mit entsprechender Haft geahndet werden. genoffen Berlins und Umgegend ließen sich in der Mitglieder- pommern und auf der Insel Rügen, die Bergwerksgesetz- Novelle, Der franzöfifche Kriegsminister hat infolge eines bei versammlung am 4. April drei Kollegen als Mitglieder auf die in Aussicht gestellte neue Militärvorlage, die internationale einem Wettrennen zwischen einem Offizier und einem Journalisten nehmen. Genosse Blaurock hielt einen Vortrag über„ Gemert- Dynamitfomödie, den Erbfreund Rußland zc. einer kritischen stattgehabten Zwischenfalles den Offizieren die Theilnahme an schaftsbewegung". An der Diskussion darüber betheiligten sich Besprechung unterzog, dem Genossen Kurowsti einen ehren- folch en Aufführungen, bei welchen den Theilnehmern Zahlungen Die Kollegen Jänite, H. Grüneberg und Baumann. Im Ver- den Nachruf widmend und für seine Ausführungen den leb- geleistet werden, untersagt. fchiedenen war vom Kollegen Baumann die Anfrage gestellt, ob haftesten Beifall der Versammlung erntend. Nach Aufnahme Brand. In Budapest ist die Gerson- Spizer'sche Blaudrud man berechtigt ist, ein Mitglied aus dem Verein auszuschließen, neuer Mitglieder fand die Wahl von drei Revisoren statt. Ge- fabrit theilweise abgebrannt. Der Schaden beläuft sich angeblich welches in einer anderen Stadt aus dem Verein ausgeschlossen wählt wurden die Genossen Kate, Pohl und St rig- auf mehr als hunderttausend Gulden. worden ist. Da der Kollege, welchen dies betraf, nicht anwesend to wsti. Zum Schlusse ersuchte der Vorsitzende um thatträfwar, so wurde deffen Ausschluß bis zur nächsten Versammlug tige re Unterstüßung des Borstandes seitens der zirka 1400 Mitvertagt; zu dieser soll der betr. Kollege eingeladen werden. Kollege Grüneberg berichtete dann, daß die Kollegen Winterlich und Weiman bei der Firma Drechsler u. Ernst als ZwischenUnternehmer fungiren, sie übernähmen die ganze Arbeit vom Prinzipal und vergäben sie dann an die Kollegen, dabei drückten sie den Lohn derart, daß es den Kollegen trog vorgängiger langer Arbeitslosigkeit nicht möglich gewesen sei, dafür zu arbeiten; lettere hätten deswegen die Arbeit niederlegen müssen. Zur Situation auf den Bauten überhaupt wurde angeführt, daß Sonntags und nach Feierabend gearbeitet werde, und dann fämen Prag, 13. April. Nach Meldungen aus Nachod ist die Ruhe die Kollegen oftmals noch nicht einmal zu dem Lohn, welchen Alle Abänderungen, welche den Arbeiter- Sängerbund oder den Bund gestern Nachmittag und während der Nacht nicht weiter gestört ein Bau- Arbeiter verdienen muß, zumal die beffere Baukonjunktur der geselligen Arbeitervereine betreffen, sind nur an die Vorstände derselben worden. Zahlreiche Arbeiter haben die Arbeit wieder aufgenur turze Zeit dauert. Auch wurde berichtet, daß die Firma zu richten. Klemau Frauen und Mädchen in der Werkstätte beschäftige, wo- Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Donnerstag. Uebungs- Lüttich, 13. April. Der Verband der Bergarbeiter im St. Urban, durch die Kollegen auf das Pflaster geworfen würden; es sei Stunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. Annenstraße 9, bei Prog. darum nöthig, daß die Kollegen sich immer mehr dem Fachverein Stüfter. unverzagt, Köpenickerstraße 127a, bei Lütticher Kohlenbecken hat heute beschlossen, daß sämmtliche inKornblume, Blumenstraße 54, bei Wuttke. Frühlings- dustrielle Gemeinden zu der am 1. Mai in Lüttich stattfindenden der Stuckateure anschließen, damit gegen die heutzutage vor- lust, Flottwellstraße 5, bei Bartel. Bregelschluß, Annenstr. 16, Kundgebung Abgeordnete zu entfenden und daß lettere sich an kommenden Uebelstände entschieden Front gemacht werden könne. bei feßner. Weiße Rose, Reinickendorf, Residensstr. 101, bet Carus. Morgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerftr. 9, bet Friefecte. Dorf dem beabsichtigten großen Umzuge zu betheiligen haben. Zu dem Ju Schöneberg fand am 4. April eine öffentliche Wähler- glödlein, Wilmersdorf, Berliner- u. Auguststr.- Ecke bei Schulz. Echo 2, Londoner Kongreß im Juni wird der Verband sechs Delegirte Alte Schönhauserstr. 42, bei Reimann. Einigteit,( Sutmacher), Pappel entfenden versammlung statt, in welcher Genosse Antric einen trefflichen lee 3-4, bet Krause. 3utunft 1, Stegliß, Kurhaus Friedenau. Vortrag über die Gemeindewahlen hielt. In der sehr regen armonte, Tempelhof, Dorfstr. 10, bei Gerth. Weilchenblau, KottDiskussion sprachen die Genossen sämmtlich im Sinne des bufer Damm 39, bei Jakob. Butunft 2, Nieder- Schönhausen, Lindenstr. 25. Ostpreußischer Männer- Gefangverein, Jüdenstr. 55, bei Referenten. Es wurde dabei auch der von gegnerischer Seite Frischmann. Edelweiß, Melchiorstraße 15, bet Stehmann. Borax, am 28. März im Schwarzen Adler" abgehaltenen Versammlung Admiralstraße 38, bei Lülow. Seeger'scher Gefangverein, Matglöckchen 2, S.-D., Manteuffelstr. 67, gedacht, welche wegen großen Radaus, der von„ gebildeten" Blumenstraße 46, bei Wench. bet Springstubbe. Eintracht, Glienicke bei Adlershof, bei Steller. Musik 92. Die Gewerbe- Ordnung mit ihrer Bestimmung Herren herrührte, aufgelöst, aber nachher wieder weitergeführt Ginigteit 2, Groß- Lichterfelde, Amalienstraße, bet ann. off gleichmäßiger Kündigung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer gilt wurde; in einer Refolution beauftragte man das Wahlfomitee, nung 8". Brandenburg, Neust. Markt 2, bei Weydmers. Frete Gänger, auch für den Betrieb von Musikaufführungen, Schaustellungen u.f.w. Nordstern, so weit bei ihnen nicht ein höheres Interesse der Kunst oder der zu führen, weil er dieselbe erst aufgelöst und dann weiter habe Müllerstr. 7 bet Reichardt. Morgengrauen,( Bäcker), 3 bis 5 Uhr Wissenschaft obwaltet. Diese Frage ist thatsächlich nach dem bes tagen laffen. Als Lokal für die Maifeier wurde an Stelle der Nachmittags, Landsbergerstr. 31, bei Wusehold.- Stedes- cho, Reichen stimmten Falle zu beurtheilen. Bei der Philharmonie dürfte Schloßbrauerei einstimmig das Ramm'sche Lokal( früher Heren- berger- und Forsterstraßen- Ecke, bei Spindler. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. lezteres wohl angenommen werden; wie weit es bei anderen dorf) gewählt. Donnerstag: Sumoristischer Berein Bautenschwengel, bet Sommer, Unternehmungen der Fall ist, werden Sie als Musiker wohl am Stallschreiberstr. 58. Musttverein Animo, bei Schmidt, Wrangelstr. 141. Der Verband der deutschen Gold- und Silberarbeiter Gefelliger Verein Grüne Eiche,( vor dem Halle'schen Thor), bei ehesten zu prüfen im Stande sein. und verwandten Berufsgenossen( Bahlstelle Berlin) hielt am Raporte, Solmsstr. 1. Vergnügungsverein hilaritas, bei Tempel, August 11. Ist die Frau nach dem Tode des Mannes Rauchtlub Graue Wolfe, bet Jörte, Krautftr. 6.5. April eine Mitgliederversammlung ab, in welcher Herr L. Breslauerstr. 27. , erbberechtigt", wenn ein Kind( Fehlgeburt) eine halbe Stunde nach der Geburt gestorben ist." Sie verwechseln wahrscheinlich Henning unter großem Beifall über das Thema„ Die Bartholomäus- Theaterverein Fideler Geist, bei Schneider, Adalbertstr. 8. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Männernacht" sprach. Hierauf berichtete Kollege Faber über den Halber- Gefangverein Alt- Dessau, Abends 9 Uhr, bei A. Niemann, Görliger Fehlgeburt mit Frühgeburt; unter lezterer versteht man eine Ges städter Gewerkschaftstongreß. Derselbe schilderte eingehend den fraße 42. Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins burt, die früher als 9 Monate, aber nicht früher als 7 Monate Verlauf des Kongresses, sowie die von demselben gefaßten Be- bet Mütter( helfennütt gegen Donnerstags und Sonnabends Abends nach der Konzeption erfolgt. Ein solches Kind ist ebenso wie ein schlüsse und das Verhalten der Delegirten unserer Gewerkschaft Mufitverein Osiris, Abends% 9 Uhr, bet toll, Abalberstr. 21.-Mustr vollständig ausgetragenes Kind rechtlich, wenigstens nach preußi auf dem Spezialfongreß der Metallarbeiter. Nach längerer Dis- verein Frisch- Auf, Annenstr. 14, bet Ehrenberg. schem Recht, zu betrachten. Das Kind ist schon im Augenblick Theaterverein Seifing, Abends 9 Uhr, bei Musehold, Landsberger: Der Geburt Erbe seines vor ihm verstorbenen Baters gewesen, und kussion über diesen Punkt wurde einstimmig eine Resolution ftraße 31. Brivat- Theaterverein, Fideler Geist 2", Abends 9 Uhr, im die Mutter wird also Erbin ihres Kindes. angenommen, in welcher sich die Versammlung mit dem Verhalten Märkischen Hof, Admiralstr. 18. der Delegirten des Verbandes der deutschen Gold- und Silber- und Donnerstag Abend von 8-10 Uhr, in der Turnhalle, Pantfir. 26. Turnverein Gesundbrunnen( Lehrlings- Abtheilung) turnt Montag arbeiter und den Beschlüssen des Gewerkschaftskongresses einver- Geselliger Berein Freiheit, Abends 9 Uhr, bei Thierbach, Schwedter standen erklärte. Unterm Verschiedenen überwies man der Straße 44. Geselliger Verein Regina, Dranienstr. 121, bet Seifert. Bibliothekkommission zur Anschaffung neuerer Werte, sowie der Gefelliger Klub Blau- Beilchen, Abends 9 Uhr, Annenstraße 9 bet C. Proz. Verein ehemaliger 22. Gemeindeschuler, puntt Arbeiter- Bildungsschule je 30 M. Zum Schluß machte der Vor- uhr, bet Schröder, Stegligerstr. 18. Pfropfenverein Wedding, bends figende auf die am ersten Osterfeiertag in Kaufmann's Variété s uhr, bei Selterhoff, Antonftr. 5.- Freundschaft, Abends 9 Uhr, stattfindende Matinee aufmerksam. Rauchtlub Kollegia, Abends 9 Uhr, in Bernhardt's Deftillation, R. Kablert, Reichenbergerstr. 131a.- Rauchtlub Ohne forge, Abends 9 Uhr, in Rogge's Bierhaus, Kohlenufer 2.- Rauchflub ernspige. Abends 8 Uhr, bet A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8.- Rauchklub Arcona, 9 Uhr, bei Siemenlinstt, Reichenbergerstr. 71.- Rauchklub Arabi Pascha, abends 9 Uhr, bei Berndt, Berlebergerstr. 17. gegen ben überwachenden Beamten jener Versammlung Beschwerde Kreuzberger Harmonte, Lindenstr. 106, bei Poppe. Langeftr. 108, bet Nebelin, 8utunft 3, Welten, bei W. Grunow. ( Pfeifenmüller), Königs- Chauffee. bet Scholz, Kastanien- Allee 35. Staligerstr. 41.- Rauchflub Waldesgrün, Abends 8% Uhr, Restaurant " nommen. Briefkaffen der Redaktion. Felix Hildebrandt. Die Berichtigung ist nicht zwedentsprechend. Wilhelm Heinrich. Warm empfunden, aber doch noch nicht verwendbar. Wien. Wie Sie aus Nr. 87, 2. Beilage ersehen, waren Ihre Befürchtungen grundlos. Besten Gruß! Rothe Nelke. Einfacher Diebstahl verjährt erst in fünf Jahren. Ist derselbe bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, dann liegt es nicht in der Macht des Bestoh lenen, auf die Bestrafung zu verzichten. Abends Statklub Tournee, Abends 8% Uhr, bei Ullrich, Wrangelfir. 84.- Stat flub Rückwärts, Abends 8% Uhr, bei Arndt, Bautfadenftr. 47. Vermischtes. W. Admiralstraße. Es bleibt Ihnen nur der Weg der gerichtlichen Klage. Halten Sie sich dadurch gefährdet, daß der Einbehalter des Schlüssels den Schlüssel im Besiz hat, können Sie das Schloß ändern oder andere Borsichtsmaßregeln treffen und die Kosten dafür von dem widerrechtlichen Einbehalter des Schlüssels verlangen. Umständlich ist allerdings der Weg der Klage. Ausländer. Ausländer können immer ausgewiesen werden, sobald sie nach polizeilichen Begriffen läftig fallen". Einer öffentlichen Tapezirer- Versammlung erstattete am 5. April Herr Feder Bericht über die Verhandlungen des Gewerkschafts- Kongresses zu Halberstadt. Der Redner, welcher bekanntlich Anhänger der Lokalorganisation ist, trat am Schluß feiner Ausführungen für die Aufrechterhaltung und Stärkung des Fachvereins der Zapezirer( Lokalverein) ein, sowie dafür, daß die lotalorganisirten Kollegen fich in Bezug auf den Kampf gegen bas Unternehmerthum mit den zentralistisch vereinigten Arbeitern solidarisch erklären. In der sehr lebhaften Debatte wurden die bekannten Gründe für und wider die verschiedenen Organisationsformen zum Ausdruck gebracht. Für die Fachvereinigung traten ein die Herren Colborn, 6. Reßler, 3ad, Wieder eine brüchige Ordnungsfänte. Bei dem Kredit- Frau W. Wie Sie es auch durch die Noth entschuldigen Staudinger und Kerfat, für den Verband die Herren verein in Deutsch Eylau sind erhebliche Unterschlagungen mögen, daß Sie rückten", jedenfalls machten Sie dadurch den Engel, Grefsel und War. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. des Raffirers, Posthalters Gaul, der städtische Ehrenämter be- faubern Fuhrherrn, der Ihnen das Rückgeschäft ausführte, zum Der Vorsitzende, Herr Back, schloß die Versammlung mit dem fleidete und ein unbedingtes Vertrauen genoß, entdeckt worden. Helfershelfer, und wenn man einem Gauner in die Hände fällt, Wunsche, daß jeder Kollege bei der Wahl der Vereinigung seiner Bisher wurde ein Fehlbetrag von 52 000 M. ermittelt. so ist es nicht zu verwundern, daß er Sie ausplünderte. Achtung! Kein Laden. Nur eigene Fabrikation, 25 Zigarren 1 Mart. Garantie rein amerikanische Tabake. Rippentabak 2 Pfd. 60 Pfg. 1785 L H.. Dinslage, Rottbuserstr. 4, Hof part. Berliner Bockbrauerei Berg. Tempelhofer 53. Bock- Saison. Täglich: Militair- Concert. Anfang 5 Uhr Nachmittags. Der Garten ist eröffnet. Unter dem großen Theater- Belt Play für 3000 Perfonen. Entree Wochentags 20 Pf., Sonntags 25 Pf.[ 2186L Kranzbinderei und BlumenHandlung 17902 von J. 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