Ur. 282 de mod thin Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerandos Bierteljährt. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit ilustrierter Sonntags dbilde abli 19. Jahrg. plendillexeiten aid as Hopp medi Vorwärts Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. Poftqu Abonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post- Zeitungs. Breisliste für 1902 unter Nr. 7878.9 Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags, un sold nigris strolapstol laid Berliner Volksblatt. 136 Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 ẞfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5$ fg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Inism" gulis enig Zelegramm- Adresse: bid 0139 Bozialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. sofas ghiso sud de mapha sido Mittwoch, den 3. Dezember 1902. sito nonis) titr 1000000 sid Arbeiter! Parteigenossen! அண்டிர் Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. 4) tand idle to dog medals ik Die Zollwucher- Mehrheit des Reichstags zertrümmert Recht und Gesetz. Verteidigt in machtvollen Kundgebungen das Recht wider die Gewalt! ind er erklärte, daß 63107 @sidols 營 jod sein Hirn trieb Obstruktion. Sehr schlecht vorbereitet" feit hat Stardorffs Ungeschicklichkeit seinerzeit den Antrag fünf rigidainuosiodal spinillos rief ihm Bebel heiter zu. Singer forderte namentliche Minuten zu spät eingebracht.acoptimin som Treibende Trümmer. Abstimmung über den Antrag auf Uebergang zur Tages- Es entsteht ein heftiges Ringen zwischen der Minderheit und ordnung über den Debattenschluß- Antrag: auch die Frei- dem Vicepräsidenten Büsing, der, um den Unsinn und die Auflösung Der Wuchertarif bewährt sich als der Magnetberg der Sage: sinnige Volkspartei unterstützte diesmal die Opposition; nur aller Begriffe zu gipfelit, Feststellungen des Präsidenten nicht als Er zieht alle Nägel aus dem treibenden Reichsschiff. Recht, Gesetz, Eugen Richter und Müller- Sagan, die Ehrenführer des Zollwuchers, Beschlüsse des Hauses gelten lassen will. Geschäftsordnung, Verfassung, Sinn und Vernunft alles zerfällt blieben ſizen. Singer wendet sich scharf gegen die tolle Auffassung des in Trümmer, und die zerschlagenen Teile werden gegen dieselbe toll Die Schriftführer sammelten die Zettel ein. Da erklärte der Herrn Büsing. gewordene Mehrheit geschleudert, die verblendet, in rasender Haft, Präsident Graf Ballestrem zur allgemeinen Ueberraschung und Ein zum zweitenmal gestellter Vertagungsantrag wird um auf den Magnetberg zusteuern, von ihrer blinden Gier getrieben zur Bestürzung der Mehrheit: das Abstimmungsergebnis folle erit 7 Uhr 40 Minuten abgelehnt. Spahn schließt sich dem Vicewurde. In der anarchischen Auflösung aller Ordnung hat es die nach Herstellung der urkundlichen Abstimmungslisten verkündigt präsidenten an. admoploj gid toid Mehrheit des deutschen Reichstages am Dienstag schließlich so weit werden, damit Irrtümer vermieden werden. Darum wird die Wieder ein Antrag auf Schluß der Geschäftsordnungsdebatte gebracht, daß ihr Vertrauensmann, der nationalliberale, aller Sigung auf eine halbe Stunde ausgesetzt. Das ist die Zeitersparnis und wieder Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung über den strated of Chladnuts Schlußantrag. dings mecklenburgische Vicepräsident Büsing überhaupt die der Aichbichlerei! Möglichkeit des Reichstages, Gesetze zu machen, aufhob. Denn Das erregte Haus diskutiert in der Zwischenzeit über den Auf einmal erhebt Herr Büsing Bedenken gegen solche Andie Feststellungen des Präsidenten, die eigentlichen" Grund der Vertagung. Es ist kein Geheimnis mehr, träge auf Uebergang zur Tagesordnung, nachdem er selbst fie auf der Zustimmung des Hauses beruhen, teine Beschlüsse daß Graf Ballestrem, als anständiger und rechtlicher Mann, wiederholt zugelaffen hat; er will das Haus entscheiden lassen. Ein des Hauses, sondern persönliche willensäußerungen nicht mehr gewillt ist, Hüter der Geschäftsordnungsbrüche zu sein. furchtbarer Lärm entsteht über diese vom Präsidium ausgehende des Präsidenten darstellen; damit sind denn schließlich alle Es soll hinter den Coulissen zu heftigen Zusammenstößen gekommen Vergewaltigung. Man schreit ihn an, daß er sein Amt niederzulegen vom Präsidenten verkündeten Gesetzesbeschlüsse als nichtssagend be- sein. Man spricht von einer schweren Präsidiums- Krisis, die viel habe, anstatt die Willtür der Mehrheit zum Herrn zu machen. hauptet. Es war nur ein symbolischer Zug, daß gegen den Schluß Wahrscheinlichkeit für sich hat.. Um 7,50 Uhr entsteht eine weitere Geschäftsordnungs- Debatte der Dienstags- Sizung, als es bereits in die zehnte Stunde ging, Um 3 Uhr 35 Minuten wird die Sizung wieder eröffnet. Graf über die Frage, ob es zulässig fei, über Schlußanträge bei Geschäftsund die Gemüter leidenschaftlicher wurden, die Glocke des Ballestrem ist nicht wiedergekehrt, auch im ganzen weiteren ordnungs- Debatten Uebergang zur Tagesordnung zu beantragen. Präsidiums zersprang. In diesen wenigen Tagen, da die Verlaufe der Sitzung bleibt der Präsident fern. Graf Stolberg. Webel erinnert den Vicepräsidenten in leidenschaftlichen Worten aur Bollwuchermehrheit den Reichstag nach ihrer Weisheit regierte, ist der Junker, leitet das, was man immer noch fälschlich die Ge- feine Pflicht. eine völlige Auflösung des Parlamentarismus erzielt worden. Es giebt schäfte des Hauses" nennt. Die Stimmung des Hauses wird immer wilder und wirrer. feine Geschäftsordnung mehr, kein Präsidium mehr, keine Verfassung Der Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung ist abgelehnt, is d mehr, keinerlei Recht und keinerlei Logit. Wollte man über diesen mit 260 gegen 75 Stimmen. 8 Uhr. Der Wirrwarr hat seinen Höhepunkt erreicht. Junner Nihilismus scherzen, so bedeutet diese Schreckensherrschaft des Jetzt wird der Schluß der Geschäftsordnungs- Debatte an- noch wird über die Frage debattiert, ob Tagesordnungs- Anträge bei starken aber dummen Mannes jenes Gastspiel der Kuh im Porzellan- genommen und dann über die Zulässigkeit des Antrags Kardorff Schluß oder Bertagungsanträgen zulässig sind. Die Mehrheit weiß selbst namentlich abgestimmt. Vorher hatte Gothein das Wort in ihrer Stopflosigkeit nicht mehr aus noch ein. Da kommt Das Recht jedoch läßt sich nicht morden. Seine Hand wächst zur Geschäftsordnung verlangt. Graf Stolberg fümmert sich nicht Dr. Spahn ihr zur Hilfe mit dem Vorschlage, die Frage der immer wieder aus dem Grabe empor, ob man sie auch tausendmal darum. Gothein stürzt erregt auf die Tribüne. Der Vicepräsident Geschäftsordnungs- Stommission 3u überweisen. Vicepräsident abhackt und Berge chaotischer Trümmer auf den Hügel wälzt. Das führt, ohne auf seine Einwendungen zu hören, die Abstimmung Graf Stolberg, der Herrn Büsing inzwischen abgelöst hat, steht war die Nemesis, daß alle schamlosen Rechtsbrüche der Mehrheit von durch. Graf Ballestrem giebt einen blauen Enthaltungszettel der komplicierten Fragestellung ratios gegenüber. Südekum der Minderheit gegen sie, die Rechtsbrecher selbst, gekehrt wurden, ab. Dann verläßt er auch den Saal. Diesmal wird und Ledebour erhalten das Wort. Aber immer mehr daß alle ihre Mänke und Kniffe gegen die Verbrecher aufstanden und die Sigung nicht zur Feststellung des Ergebnisses vertagt. Der gerät der Vicepräsident in Bedrängnis. Bebel, Singer und viele fie immer tiefer in unendliche Wirrnis trieben. Stein Mittel, das die Vicepräsident bittet nur die Schriftführer in einer zweideutigen andre verlangen vergeblich das Wort zur Geschäftsordnung, die Mehrheit gegen die Minderheit ersonnen, das nicht den Erfindern Wendung doppelt zu zählen. 198 erklären den Antrag Situation zu klären. Endlich kommt der Antrag auf einfache Tageszum Verderben ward. Man hat die Aichbichlerei erfunden, Stardorff für zulässig, nur 45 Nein- Zettel sind abgegeben. Die ordnung über den Normannschen Schlußantrag zur Abstimmung. unr die Verhandlungen abzukürzen; die Methode erwies Socialdemokraten wollen nichts gemein haben mit diesem Rechts- Er wird natürlich abgelehnt. Ueber den Antrag Spahn auf sich als so trüglich, daß Präsident Ballestrem am Diens- bruch. Sie stimmen nicht. Singer erklärt im Namen der Fraktion Verweisung an die Geschätsordnungs- Kommission war gar tag die Verhandlung um eine halbe Stunde ausseßen mußte, inapp und kräftig die Gründe der Abstimmungs- Verweigerung; ein nicht geredet worden. Nunmehr will Vicepräsident Graf um ein zuverlässiges Ergebnis der Zettelabstimmung fest- Ordnungsruf fährt dazwischen. Stolberg über den Schlußantrag Norman abstimmen lassen. stellen zu können. Man hat den Antrag auf Uebergang Die Rechte triumphiert im Gefühl ihres Triumphs. Aber zu Aber die Antragsteller wissen offenbar selbst nicht, was zur Tagesordnung in der unsinnigsten Weise für zulässig erfärt, um früh! Ein neuer Antrag ist eingelaufen, der den alten Antrag dieser Antrag eigentlich will. Singer verlangt, daß der die Anträge der Minderheit zu würgen. Heute holte der frei Sardorff berichtigt" ein namenloser Wisch; denn Herr Antrag wenigstens in präciser Form vorliege, bevor man darüber konservative Herr v. Tiedemann die socialdemokratischen Argumente v. Kardorff hatte anfangs seinen Namen seinem Machwerk zu unter- abstimme, aber selbst dies billige Verlangen findet kein Gehör beim hervor, um die Mehrheit von der selbstgeschmiedeten Fessel zu schreiben vergessen. Vicepräsidenten. Das erregt den empörten Widerspruch der Linken. befreien. Man hat die Aufhebung eines einmal gefaßten Beschlusses Auch der„ berichtigte" Antrag Kardorff ist natürlich geschäfts- Immer wieder verlangen ihre Abgeordneten das Wort zur Aufüber die geschäftsordnungsmäßige Behandlung einer Materie für ordnungsmäßig unzulässig. Das stellt sofort die wieder aufflackernde flärung. Immer wieder versucht der Vicepräsident mit unzulässig erklärt, am Dienstag dürftete die Mehrheit, diesen ihren Geschäftsordnungs- Debatte fest. Gothein von der Freifinnigen seiner Glocke die Protestrufe niederzuläuten. Aber die Glocke eignen Beschluß wieder zu zerbrechen. Auch die gemordete Ge- Vereinigung nimmt das Wort. Der Vicepräsident Graf Stolberg versagt den Dienst, ihre matten Töne verhallen wirkungslos. setzlichkeit ist noch tödlich. sucht wohl mehr wie ein Dutzend Mal die Ausführungen Die Mehrheit gerät in fanatische Wut, unartifulierte Töne laden. siblot( bi) m Zu der entscheidenden Dienstag- Sigung waren die Fasanen- des Redners einzudämmen; er redet ruhig im Rahmen der entvingen fich den 200 Kehlen. 9 Uhr. Endlich findet die Abjäger in hellen Haufen in den Reichstag geströmt. Jest sollte Geschäftsordnungs- Debatte weiter. Welch ein Beweis völliger Unstimmung doch statt: der Schlußantrag wird angenommen. Aber der entscheidende Schlag geschehen: Guillotinierung der Geschäftsfähigkeit, daß die Mehrheit durch eine sinnlose Revision des ersten schon ist Graf Stolberg zu neuer unerhörter That bereit. Jetzt will ordnungsdebatte und womöglich gleich die Erpressung des Antrags sinnlosen Antrages Kardorff eine neue Geschäftsordnungs- Debatte er abstimmen lassen über den Geschäftsordnungskommissions- Antrag Kardorff selbst. heraufbeschwor, nachdem sie den früheren soeben mit Mühe und Spahn, über den sachlich noch kein Wort gefallen ist. Die neue Aber es kam anders! Die geköpfte Geschäftsordnungs- Debatte Not erdrosselt. Als der Vicepräsident allzu parteiisch die geschäfts- Vergewaltigung peitscht aufs neue die Entrüstung der Opposition zu trieb immer von neuem ein Haupt empor. Der Reichstag geriet in ordnungsmäßigen Darlegungen Gotheins zu unterdrücken versucht, stürmischer Aeußerung. Wieder müht sich die Linke, wenigstens das ein Labyrinth von Geschäftsordnungs- Diskussionen. Wenn die eine ruft Brömel laut: Der neue Herr! In der That, es sieht aus, wort zu erhalten, um Licht zu bringen in diese wirbelnde Zergewaltsam geendet, erhob sich die andre. Obzwar die Nationalliberalen als ob Graf Stolberg den Ehrgeiz hat, den starken Mann zu fahrenheit. Wieder verhallen ihre empörten Proteste wirkungslos. selbst auf das Mittagsessen verzichteten und bis 1/410 Uhr jeder Ver- spielen. Die Glocke tönt minutenlang mit blechernem Klang, aber vertagung widerstrebten, auch dieser Opfermut half nichts. Man ist um Der Reichsgerichtsrat Spahn folgt und beweist" die Zulässig- nünftige Neden duldet die Mehrheit nicht mehr. Da fällt das keinen Schritt der Eroberung der Beute näher gekommen, aber man teit auch des berichtigten Antrages Kardorff. Genosse Molken gemarterte Werkzeug dem Vicepräsidenten aus der Hand. Ein hat den letzten Rest von Vertrauen verthan, das vielleicht hier und buhr legt in schneidenden Ausführungen die Unzulässigkeit dar. Schriftführer hebt sie dienstfertig auf und der Vicepräsident schwingt da die Zollwuchermehrheit noch gefunden haben mag. Diese Mehrheit Nun wiederholt sich das vorige Manöver: Schlußantrag der sie eifrig weiter. Nicht beruhigt sich indessen der leidenschaftliche hat jetzt gezeigt, daß sie zwar zu jeder Brutalität, jeder Vergewaltigung Mehrheit. Gegenschlag: Antrag auf Uebergang zur Tages- Widerspruch der Opposition, die das einfachste Menschenrecht, das entschlossen ist, daß sie aber nur die Faust, nicht das Hirn hat, um ordnung, der von Stadthagen begründet wird, der Recht der Rede für sich verlangt der Recht der Rede für sich verlangt vergeblich. Eine Minute lang auch nur mit dem Staatsstreich zum Ziel zu gelangen. zeigt, daß überhaupt keine rechtsgültigen Kommissionsbeschlüsse scheint Graf Stolberg selbst niedergedrückt vom Bewußtsein der Die Geschäftsordnungs- Debatte über die Zulässigkeit des An- vorliegen. Gegen den Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung redet schlechten Sache, zusammengesunken sißt er schweigend auf trages Stardorff wurde am Dienstag zunächst fortgesetzt. Herr Herr v. Tiedemann. Er hat sich plötzlich zu der socialdemokratischen seinem Sessel. Ein paar Zollverführer suchen ihm Trost zuzuBachnide von der Freisiunigen Vereinigung, der übrigens nach Auffassung bekehrt, daß derlei Anträge auf Uebergang zur Tages- sprechen. Er ermannt sich auch und nimmt unter ungeheurem Tumult wies, daß die Bassermänner bei der lex Heinze nicht nur thatsächlich, ordnung nicht berechtigt seien. Stirmisches Gelächter links: die die Abstimmung vor. Wie zögernd begeben sich die Schriftführer sondern auch programmatisch Obstruktion getrieben hätten, begann Mehrheit hat ja selbst dies Verfahren eingeführt. Aber Tiedemanns an ihre Pflicht, die hier zum Unrecht wird. Die Socialdemokraten die Erörterung. Es war bereits bekannt, daß die starken Leute um Erklärung beztvedt mehr, es ist ein Fußtritt wider den abwesenden halten sich von dieser Geseglosigkeit fern. Dem Schriftführer Stardorff einen neuen, freilich besonders sinnlosen Geschäftsordnungs- Präsidenten v. Ballestrem, der gerecht genug gewesen ist, von den Be- Dr. Hermes, der in ihren Reihen sammeln will, füllt sich die Urne bruch unternehmen würden, nämlich den Schluß der Geschäfts- schlüssen der Mehrheit auch die Minderheit Nußen ziehen zu lassen. nicht. So muß die Mehrheit auch diesen neuesten Streich ganz auf ordnungs- Debatte, bei der ihrer Natur nach kein Schluß möglich ist. Der Uebergang zur Tagesordnung wird in namentlicher Ab- die eigne Stappe nehmen. Würdig protestiert Singer gegen die Gesetzweil fofort eine neue angefangen werden fanu. stimmung abgelehnt, die Zulässigkeit auch des„ berichtigten" Antrags widrigkeit: die Abstimmung ist null und nichtig. Graf Stolberg Nach Bachnicke wurde der neue Gewaltstreich ins Werk gesetzt: Stardorff mit 200 gegen 44 Stimmen die Socialdemokratie ver- erklärt den Beschluß wiederholt für rechtsträftig, Pfuirufe bedecken Schluß der Geschäftsordnungs- Debatte. Sofort erhob sich Singer fagt die Stimmzettel erklärt. ihn, er erteilt den Kollektivordnungsruf. und beantragte Nebergang zur Tagesordnung über den Schluß Wieder einen Schritt der Beute näher! Aber der Jubel der Dann hat es ist 1/10 Uhr selbst die Mehrheit für heute antrag. Der Präsident Graf Ballestrem ließ das zu, nachdem die Mehrheit macht schnell einer wütenden Ernichterung Blaz. genug. Auch der Präsident es ist die höchste Zeit zu schließen, Mehrheit einen solchen Antrag für jederzeit" zulässig erklärt Brö mel stellt zur Geschäftsordnung fest, daß das Haus- nach den der einfachsten Formen der parlamentarischen Geschäftsordnung ist hatte. Singer begründete dann den Tagesordnungs- Antrag. früheren Feststellungen Pallestrems bereits in der Debatte über den fein verwirrter Geist nicht mehr Herr. Pardorff versuchte eine Erwiderung; er stotterte und versagte; Tarif stehe, also ihn zunächst weiter beraten müßte. In Wirklich- Morgen um 12 Uhr treiben die Trimmer weiter. " Politische Ueberlicht. Berlin, den 2. Dezember. Die nationalliberale Bresse gegen die nationalliberale Fraktion. Die National- Zeitung" fegt ihren Kampf gegen das schändliche Treiben der reaktionären Mephisto- Partei mit großer Heftigkeit fort. Die nationalliberalen Organe in Magdeburg, Königsberg, Hannover und Hamburg stimmen in ihre dröhnenden Anflagen lebhaft ein. Eine solche Schilderhebung eines Teils der Preffe gegen ihre eignen Parteiführer ist kaum noch erlebt worden. Der Hannoversche Courier" erklärt klipp und klar: In der nationalliberalen Fraktion stimmt mur, wie die Rat.- Lib. Korr." meldet, eine kleine Minderheit gegen den Antrag Kardorff und dessen Zulässigkeit, außerhalb der Frattion aber ist es ein sehr beträchtlicher Teil der Partei, der die Meinung der fraktionellen Minderheit teilt. Und die Königsberger Allgemeine Zeitung" meint: Daß die klerikal- konservativen Urheber dieses Antrags den größten Wert darauf legten, die Unterschriften der Nationalliberalen für denselben zu erlangen, ist sehr natürlich: die reaktionäre Blöße der Gefährdung der parlamentarischen Verhandlungsfreiheit wurde so durch die liberale Flagge gedeckt. Aber uns ist diese zu einem solchen Zwecke zu gut. Der Hamburgische Korrespondent" veröffentlicht die Zuschrift eines gelegentlichen Mitarbeiters als Leitartikel. Die Zuſchrift beschäftigt sich mit den Richtern, die an der Vergewaltigung des Rechts teilgenommen haben. Es sei nicht anzunehmen, daß die zwanzig oder dreißig Juristen, die hinter dem Antrag Kardorff stehen, in so zweifelhaften Fragen nach bestem Wissen und Gewissen alle zu denselben Ergebnissen gekommen seien. Schließlich heißt es: Wir erleben es, daß Juristen, richterliche Beamte, einem Beschlusse zustimmen, den sie selbst für einen Gesekesbruch halten; daß sie ihre Ueberzeugung von Recht und Unrecht dem Parteileben zum Opfer bringen.... Die Politik braucht nicht den Charakter zu verderben; aber die Politit, die jetzt von einzelnen Juristen im Reichstage betrieben wird, muß ihren Charakter als age betrieben Richter verderben! Allerdings," so schreibt sie, hat im gegebenen Fall die] Diskussion zur Geschäftsordnung" eine Ausdehnung erfahren, die thatsächlich zu einer Art von Generaldiskussion über die Tarifvorlage, die Gesamthaltung der Parteien, über Zulässigkeit von Obstruktionen und vieles andre führte. Es ist aber Schuld des Präsidenten, daß die Diskussion zur Geschäftsordnung einen solchen Umfang annehmen konnte." Das ist so ungefähr auch die Argumentation des neuen Herrn, des Grafen v. Stolberg. den wenigen Kreuzern, über die es jetzt verfügt, absolut nicht auskommen. Warum schickt denn Deutschland neun Kriegsfahrzeuge nach Venezuela, wenn es dieser kostbaren Dinger anderweitig fo not wendig bedarf? Um die Kreuzer Not" recht augenscheinlich zu demonstrieren? Diese Notstands Debatte ist ja absolut lächerlich, denn wir brauchen an der ostafrikanischen Stüfte keine Binasse, geschweige einen Kreuzer. Aber die Flotten- Aktionäre gebrauchen Bestellungen, das ist das Motiv der ganzen Gewimmers! " Socialdemokratischer Terrorismus. Bitter klagt die" Post" Darüber, daß die Socialdemokraten verlangten, die Rechte folle Die Millionen- ,, Schenkung" der Firma Krupp. Durch die jetzt mit so immer selbst für die Beschlußfähigkeit des Reichstags sorgen. Nach vielem Tamtam begleitete Mitteilung von der neuen Millionenihrer Auffassung ist die Opposition dazu da, der Mehrheit den Schenkung" der Firma Krupp, find die Arbeiter nichts weniger als wuchertarif zu apportieren, während die Herren Interessenten angenehm überrascht worden. Die Arbeiter waren nämlich Am Morgen des um mit Herrn v. Ströcher zu sprechen Hafen und Fasanen auf eine wirtliche Schenkung vorbereitet. schießen gehen. Dazu wäre die Bestie gerade noch gut genug. Beerdigungstages hatte der Dirigent des Kruppschen Gesangvereins Ueber Bebels Rede vom letzten Montag urteilt der„ Hamburgische eine außerordentliche Ueberraschung bevor. Die Andeutungen ließen den Mitgliedern Mitteilung gemacht, es stehe den Werksangehörigen Korrespondent": Kein Gegner wird dem socialistischen Führer das Zeugnis auf ein Geldgeschenk schließen. Da fast jede Werkstatt einige Mitglieder versagen dürfen, daß er geradezu glänzend gesprochen hat; es war zu dem Gesangverein stellt, war mit Bligesschnelle unter allen eine Rede, die seinen besten an die Seite gstellt werden muß. Arbeitern die Nachricht verbreitet: cin Jeder erhält ein Geschenk von mindestens 50 M. Man mag sich zu den politiſchen Ansichten des Abg. Beberberhalten, wie man will, man kann nicht umhin, den Elan zu be- öhnen, die in einzelnen Betrieben bei Krupp einen vorher kaum wundern, mit dem der Greis einem feutigen bet Glan gekannten Tiefſtand erreichten ältere, verheiratete, geleinte Arbeiter die schneidige Waffe führt, und man kann sich dem Zugeständnis werden mit Löhnen von 30 M. und weniger für die 14tägige Periode nicht entziehen, daß ein guter Teil der Hiebe traf. Bebel hat mit Gefühle au nicht entziehen, daß ein guter Teil der Siebe traf. Bebel hat mit abgefunden löfte die Erwartung auf das Geschenk angenehme grimmigem Humor Bezeichnungen geprägt, an denen sich die Be- Gefühle aus, um so größer war die Enttäuschung als die Leute ihren die Be- Gefühle aus, um fo größer war die Enttäuschung als die Leute ihren Irrtum erkannten. Es ist blanter Schwindel, wenn betroffenen wohl noch häufig erfreuen können Herr Bassermann mit seinen Parteifreunden lachte, als der Redner von der Re- hauptet wird, die Arbeiterschaft sei über das Geschenk an die gierungsflöte sprach, mit der das Centrum die Nationalliberalen Bensionskasse hoch erfreut. Das Geschenk bringt keinem Arbeiter einen Pfennig Vorteil. Durch das Geschenk bethöre, wie der Rattenfänger von Hameln die Kinder, aber das Lachen Klang häufig etwas erkünftelt, wer weiß, ob es den Lachern wird die Höhe der Pensionen, sowie die Möglichkeit. die so ganz wohl bei der Sache war. Man kann es bedauern, daß Pensionsberechtigung zu erlangen, nicht tangiert. Nach wie vor durch Bebels Worte oft der revolutionäre Radikalismus hindurchbleibt in Kraft die Bestimmung, daß, wenn die übrigen Vorauszwei Aerzte der Firma brach, der eine weite Kluft errichtet zwischen ihm und uns, aber ebungen gegeben sind- Dienſtalter völlige Arbeitsunfähigkeit konstatieren. Und die Herren Aerzte haben feine Rede war trotzdem mehr als ein ästhetischer Genuß. Berichtigend teilt der Hamburgische Korrespondent" mit, daß er zuweilen eigne Ansichten über Arbeitsunfähigkeit. Hier ein fonWelchen Eindruck das Verhalten der nationalliberalen Reichstags- nicht fonservativ ist. Ueber feine eigentliche Parteirichtung schweigt reter Fall! Ein Arbeiter fühlte sich nach über zwanzigFraktion zu dem Antrage Kardorff in weiten Kreisen der Partei er aber. Es ist begreiflich, daß er mit seiner national- jähriger Dienstzeit arbeitsunfähig. Er beantragte Benmacht, ergiebt sich nach der„ Vossischen Zeitung" aus der Thatsache, liberalen Parteizugehörigkeit heute lieber kein Aufsehen fionierung. Die Aerzte konstatierten Simulation. Schließlich wurde das Gutachten eines Bonner Professors angerufen. Dieser attestierte daß hervorragende Parteimitglieder, die seit langen Jahren große machen will. Opfer namentlich zu Wahlzweden gebracht haben, auf die in den Herr Bachem wäre zwar, wie bürgerliche Blätter zu erzählen wurde nicht pensioniert. Indo i izvollständige Arbeitsunfähigkeit. Das nugte jedoch nichts, der Mann jüngsten Tagen an fie ergangene Aufforderung um Beiträge zum Die gelobte Humanität wird auch dadurch illustriert, daß nicht Barteifonds erklärt haben, dieser Aufforderung einstweilen nicht nach wußten, durch die Entrüstung unsrer Reichstagsgenossen über seine tommen zu können. Sie müßten ihre Entscheidung sowohl über die feigen hinterlistigen Verleumdungen beinahe gemordet worden, aber nur Arbeiter nach jahrlanger Beitragszahlung zu der Wohlfahrts Leistung von Geldbeisteuern wie über ihre fernere Parteimitglied- fobiel Geistesgegenwart hat er doch noch besessen, um sich flugs an- tasse aufs Pflaster gesetzt werden, ohne daß ihnen von den zwangsschaft von der Abstimmung der nationalliberalen Fraktion über den telegraphieren zu lassen und zwar weil man dort ohnehin schon weise einbehaltenen beim Telegraphieren war aus Essen. Darauf drahtete hurtig Antrag Kardorff abhängig machen. er zurüd: olm( bil Die Gesundbetung des Brotwuchers. of Die Kreuz- Zeitung" bringt die folgende Notiz: ,, Wie wir stets gekämpft für Wahrheit, Freiheit, Recht, so werden wir es auch in Zukunft thun müssen. Dieser Kampf. wird wohl nie aufhören in unserm Vaterlande. Es ist allerdings eine eigentüm liche Wendung, daß wir jetzt für die Freiheit der Rede und das Recht des Reichstags kämpfen müssen gegen eine Partei, welche eine besonders freiheitliche und eine besondere Vertreterin des Volkes sein will." Viele treue Pastoren und ernste Kirchenbesucher werden sich in der letzten Zeit bei der sonntäglichen Fürbitte für den Reichstag schmerzliche Gedanken gemacht haben. Es liegt die Versuchung nahe, zu sagen:" Ist es nicht ein Hohn, diesen Reichstag an heiliger Stätte überhaupt zu erwähnen?" Ja, wir wissen, daß Im Namen der Wahrheit erfindet Herr Bachem schmutzige Gemanche Pastoren, von derartigen Empfindungen beherrscht, das schichten, im Namen der Freiheit und des Rechts geht er den Weg Gebet für den Reichstag auslaffen. Aber das ist unrecht von Aichbichler zu Kardorff, vom Bruch der Geschäftsnicht t nur weil es Ungehorsam gegen die kirchliche ordnung zum Verfassungsbruch. Das Telegraphieren ist eine Behörde darstellt, sondern noch vielmehr, weil es einen gute Erfindung: der Draht reißt nicht! Mangel des Glaubens an die Macht des Gebets in Die„ weuen Pastoren", denen, zumal bei ihrem reichen Kinderfegen, auf dem Lande oft felbst das Brot auf dem Tisch knapp wird, sollen mit ihren zollgläubigen Christen dafür beten, daß dem Bolte sein tägliches Brot genommen und die Vergewaltigung des Klaren Rechts gelingen möchte. Respekt vor einem Priester, dem es mit seinen christlichen Ueber zeugungen ernst ist! Aber alle Verachtung auch einem feilen Brotwucherpfaffentum, das mit seinem heuchlerischen Gebet für die AusHungerung des Volkes und die Vergewaltigung des Rechts alle jittlichen Grundlagen des christlichen Glaubens schändet! * bgundodirn Deutsches Reich. " einbehaltenen Beiträgen ein Pfennig zurückerstattet wird- auch franke Arbeiter beglückt man mit der Entlassung. Unser Effener Partei- Organ beröffentlichte im vergangenen Sommer mehrere Fälle, in denen erkrankten Kruppschen Arbeitern mit Dienstjahren von über 10 Jahren die Künt bigung ins Haus geschickt wurde. Von solchen Humanitätsaften nimmt natürlich die Krupp- Presse feine Notiz. 396 Heldenthaten der Polizei. Weil es angeblich nicht angemeldet war, hat ein Polizei Vicewachtmeister in Braunschweig ein Stonzert des Berliner Tonkünstler- Orchesters für aufgelöst erklärt. Die gute Gesellschaft von Braunschweig, die zu diesem Richard StraußKonzert in hellen Haufen herbeigeströmt war, weiß jest wenigstens, wie es Arbeitern zu Mute ist, wenn man ihnen ihre Versammlungen berbietet. Aber Ordnung nuß sein. In Leipzig hat die Polizei eine von Dr. Hirschfeld einberufene Versammlung, in der über die Aufhebung des§ 175 des Strafgesetzbuches beraten werden sollte, verboten, weil so etwas unsittlich" ist. Das Volk hat die Gesetzgeber zu wählen, mit der Gesetzgebung selbst aber sich beschäftigen wird ihm verboten. Husland. Frankreich. Belgien. " Reichstag. ( Schluß aus der 1. Beilage.) st sich schließt. Möchten vielmehr alle, die wirklich beten Zur Revision des Strafprozesses ist vom Staatssekretär des können, aus aus dem Blick auf die schmachvollen Vorgänge Reichs- Justizamts Dr. Nieberding eine Stommiffion nach dem Reichsim deutschen Reichstag die starke Anregung entnehmen, die Fürbitte Justizamt einberufen worden. In derselben werden 21 Mitglieder recht ernstlich und unbrünstig zu übenfund dadurch- ohne Haß und fißen, u. a. die Abgg. Himburg, Bassermann. Gröber, Opfergelt, Bitterteit die Macht der Finsternis zu überwinden! Wenn alle Rintelen. Die Sigungen werden am 14. Januar beginnen und mit gläubigen Christen sich sonntäglich zu solchem Gebetzu- Unterbrechungen längere Zeit in Anspruch nehmen. Es sollen be fammenschließen, so muß das einen Erfolg erzielen. sonders die schon in der sogenannten lex Rintelen enthaltenen Unser tägliches Brot gieb uns heute" heißt es im Vaterunser. Fragen von der Sachverständigen- Kommission erörtert werden, also die Fragen der Berufung in Straffage der Be Der Ministerrat hat am Dienstag beschlossen, über mehrere eides 2c., aber auch andre Punkte sollen in das Bereich der Beratung gezogen werden. Für den Vorfiz der Kommission ist vor- Bischöfe, die die vom Staatsrat als Mißbrauch bezeichnete behaltlich der Entschließung des Staatssekretärs Nieberding selbst Petition unterschrieben hatten, die Gehaltssperre zu ver den Vorsiz zu führen, Reichs- Gerichtsrats Kaufmann in Aussicht hängen. Ferner hat der Ministerrat im Hinblick auf den Matrosenausstand in Marseille beschlossen, daß Schiffe genommen. Der Figaro" als Majestätsbeleidiger. Eine der letzten der Schiffahrtsgesellschaften requiriert und mit Matrosen der Nummern des Pariser Figaro" ist hier beschlagnahmt worden Kriegsmarine bemannt werden sollen, um unverzüglich den wegen einer Zeichnung, die eine Majestätsbeleidigung enthalten foll. regelmäßigen Bost- und Passagierdienst und soweit thunlich auch den Frachtverkehr mit Algier, Tunis und Korsika zu orga Die Frankfurter Zeitung" weiß auf unsre Feſtnagelungen ihrer nisieren. Ebenso soll möglichst bald auch der Verkehr mit Indogemeinen" Denunziationen des Vorwärts" in der Strupp- Affaire china organisiert werden. Also veritabler Streitbrecher wieder einmal nichts Gescheiteres zu entgegnen, als daß sie die dienst, organisiert durch den radikalen Minister Pelletan! Tonart des Vorwärts" jedes näheren Eingehens auf unfre Für Ausnahmegefehe und Wahlrechtsraub wird von Gescheitelten Büchtigung ihres schäbigen Verhaltens enthebe. Das Blatt, das lei wie Geschorenen rührig weiter die Trommel gerührt. Die Märt. unlängst in einer durchaus fachlichen Kontroverse über eine Eine neue Gruppe hat sich in der Deputiertenkammer gebildet; Volkszeitung" ist mehr für eine Erneuerung des Socialistengefeßes, volkswirtschaftliche Frage im Gefühle seiner blamablen Unwissenheit gegen 50 der klerikalen Abgeordneten sind zusammengetreten in der die„ Kreuz- Zeitung" will es gnädig beim Rade bewenden lassen keinen andren Ausweg wußte, als wie ein Rohrspaß zu schimpfen, speciellen Absicht, Zölle und Steuern auf Lebensmittel zu erlangen. und tritt für die Beseitigung des allgemeinen Wahlrechts ein. Eine so daß die reaktionäre Presse diese kindischen Schimpfereien ihren Sie legen sich den Namen bei Agrarische Gruppe". Das Volk wird, Verständigungskommission ist noch nicht eingesetzt. Lesern als pikanten Leckerbissen servieren konnte, entrüftet sich über so bemerkt der„ Peuple", ihnen den richtigen Namen„ Wucherer" Ein Richter, der es offenbar darauf abgesehen hat, Reichs- die Tonart des„ Vorwärts"! Ein Schauspiel für Götter! geben.gerichtsrat zu werden wenn er es noch nicht ist rät in der Auf unsre Festnagelung, daß der famose p.- Korrespondent der " Kreuz- Zeitung", der Präsident sollte unter Umständen gegenüber Frtf. 3tg.", aus dessen Geschreibsel sie ihre Informationen" über ben socialdemokratischen Abgeordneten mit dem Mittel eines den Fall Krupp 30g, ein ganz gewöhnlicher Handlanger der telephonischen Aufgebots einer Korporalschaft vorbeugend einschreiten." Ordnungspresse ist, reagiert sie so viel Wiz hat sie behalten Gleichzeitig billigt derselbe Hüter der Gerechtigkeit einem Tribünen- mit feiner Silbe! Sie hat auch allen Grund dazu. Denn besucher den Strafausschließungsgrund der Notwehr zu, wenn er nach einer uns zugegangenen Mitteilung ist dieser würdige, wohl- Abg. Molkenbuhr( fortfahrend): Das will ich auch. Wie ich aus Bestürzung, Furcht oder Schrecken", eine socialdemokratische informierte Neapeler" Original"-Korrespondent ein Mann, der am schon ausführte, bin ich durch die eigentümliche Faffung dieses AnReichstagsbestie niederknallte. Garda See zur Kur weilt und von hier aus alle redaktionellen trages zu der Vermutung gekommen, daß er außerhalb dieses Hauses Abnehmer mit Originalnachrichten aus allen gewünschten Orten fabriziert worden ist.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Staliens versieht. Die„ Frtf. 3tg." hat also allen Grund, ihre Wenn in andren Ländern sich solche Einflüsse geltend machen außersorgfältige Information dem„ Vorwärts" als Muster vorzuhalten!-halb des Parlaments, so entrüftet man sich bei uns darüber. In New York haben wir z. B. einmal einen solchen Fall verzeichnen Gegen den Hänge- Peters wehrt sich jetzt der von Peters an- fönnen.( Abg. Arendt: Zur Geschäftsordnung) Aber in ganz gegriffene Friz Bronsart von Schellendorff selbst. In New York würde selbst der korrupteste Richter ein durch in der zu Die Mehrheit behauptet, sich in der Notwehr zu befinden. Die des deutschen Reichstags von Gewaltakt zu Gewaltakt schreitet, um dementieren, was bekanntlich schon geschehen ist. Ferner erklärt er Minorität soll Dauerreden gehalten haben. Was sind Dauereine Erhöhung der Zölle durchzusetzen, meldet das„ Centralblatt für die Behauptung des Peters, daß er Bronsart von Schellendorff reden? Die erste lange Rede in der Kommission wurde vom das Deutsche Reich", daß die Erträge aus den Zöllen und den auf Veranlassung des Peters seinen Kolonialdienst 1891 habe Abg. Müller- Meiningen gehalten, also einem Mitgliede der FreiVerbrauchssteuern im letzten Halbjahr( 1. April bis 1. Oktober) um quittieren müssen, für unwahr. Er sei lediglich infolge eines finnigen Volkspartei.( Abg. Arendt: Zur Geschäftsordnung!) 3,6 Millionen gesunken sind. Die Verminderung der Einnahmen schweren Fiebers gezwungen gewesen, den Kolonialdienst zu ver- Nach dem Abg. Richter sollen wir die Notwendigkeit der Notwehr würde aber noch viel größer sein, wenn nicht die neue Schaumwein- lassen, um nach seiner Wiederherstellung in die aktive Armee als durch unsre Zustimmung zu§ 11a herbeigeführt haben.( Abg. steuer mit 2,3 Millionen in die Rechnung eingestellt wäre. Offizier einzutreten. Ferner sei es unrichtig, daß ihn bei Arendt: Zur Geschäftsordnung. Zurufe links.) Wir hätten dem Centrum In normalen Zeiten steigen die Einnahmen aus den Zöllen und seiner Beugenaussage im Prozeß Peters irgendwelche Animofität feinen befferen Gefallen thun tönnen, als wenn wir den§ 11a abden Verbrauchssteuern von Jahr zu Jahr. Ihr Rückgang beteist, beeinflußt habe. gelehnt hätten! Es hätte dann im Lande gesagt, daß alle Mehreinnahmen daß die Verbrauchsfähigkeit der Massen zurückgegangen ist. Gerade Die Gattin Bronsart v. Schellendorffs richtet in einem Ben Witwen und Baisen hätten zugewiesen die Zeit, in der das Volk hungern muß, weil es nicht einmal mehr offenen Brief an den Peters die Aufforderung, nunmehr den Namen( Abg. Dr. Arendt: Zur Geschäftsordnung. Vicepräsident Biising die bestehenden indirekten Abgaben bezahlen kann, haben die Junker ihres verleumdeten Gatten ebenso rasch zu reinigen, wie er ihn bittet den Redner dringend, sich mehr an das Thema zu halten.) ausgewählt, um durch Verfassungsbruch den Brotwucher durchzusetzen. in Schmutz gezogen habe. Die Antwort des Peters liegt noch Die Schöpfer der Geschäftsordnung haben es jedenfalls Den Socialdemokraten seßen sie den Fuß auf den Nacken, um das nicht vor. für unmöglich gehalten, daß der Reichstag einmal fo weit Volk, den Pöbel, die Bestie aushungern zu können. So will es Bei dieser Gelegenheit verdient festgestellt zu werden, daß die herunterkommen würde, um so mit der Geschäftsordnung gesamte Peters- Bresse von unsrer Darlegung, daß die Verumzuspringen, wie es jetzt geschieht, sonst hätten sie sicher eine Bes Junkertrus geht vor Kinderschuh! Die 19. Kommission des urteilung des Peters mit dem Tuderbrief nicht das ftimmung aufgenommen, daß, wenn der Präsident über die ZulässigReichstages erledigte am Dienstag die zweite Lesung des Gefeß- geringste zu thun hatte, noch mit feiner Zeile Notiz ge- feit eines Antrages im Zweifel ist, nicht die Mehrheit, sondern drei Viertel entwurfs betreffend die Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben. nommen hat. Diese Presse macht sich damit zum Mitschuldigen etwa des Hauses zu bestimmen hat. Die Minderheit!) ( Abgeordneter Dr. Arendt: Herr Spahn Zum Referenten wurde der Abg. Sittart( C.) bestellt. Der Bericht der Fälschungen des Peters. soll noch vor Weihnachten festgestellt werden. Der Gesetzentwurf Krenzer- Agitation. Die Rhein- Westf. 8tg." schildert in den sprach von dem sorgfältig gesponnenen Neu des Tarifs. wird das Plemum erst nach Neujahr beschäftigen. schwärzesten Farben die Kreuzer- Notlage der deutschen Flotte. Die war ein gutes Bild. Mit diesem Net sollen die 20 Markstücke den oftafrikanische Küste sei von deutschen Striegsfahrzeugen seit Jahren Arbeitern aus der Tasche herausgefischt werden. Der Profit iſt es, gänzlich entblößt. der Sie veranlaßt, die Geschäftsordnung und die Verfassung mit Daß ein offenbar Frrfinniger über socialdemokratische Arbeiter Recht spricht, ist eine Sache für sich. Ein neuer Fall Brause wetter fcheint sich vorzubereiten. Daß aber die treuz- Zeitung" diese schrift lichen Tobsuchtsanfälle abdruckt, ohne ihren krankhaften Charakter zu erkennen, zeigt, in welchem Zustande sie sich selbst befindet. Die Bestie muß ausgehungert werden! Während die Mehrheit einem offenen Brief an Bebel bittet er, Peters Insinuation, daß er solche Einflüsse zu stande gekommenes Gesetz nicht anerkennen. Pfaffenchristentum und Junkermoral! Man hat der Kommission ohnehin durch frühzeitigen Beginn der Plenarberatungen die Arbeit genug erschwert. Jetzt, da sie fertig ist, muß die Socialreform warten, bis der Brotwucher fertig ist." Herr Richter denunziert schon wieder! Die Freisimmige Zeitung" fann zwar, ohne sich selbst zu ohrfeigen, den gewaltsam erwirkten Schluß einer Geschäftsordnungs- Debatte nicht für zulässig erklären, aber schon wieder hat sie für das Verhalten der Mehrheit einen Entschuldigungsgrund bei der Hand. " Wenn die Kleinen Kreuzer Amazone", Ariadne" und Füßen zu treten.( Beifall bei den Socialdemokraten.) Niobe" den Kieler Hafen verlassen haben werden, was anfangs Vicepräsident Büsing: Es liegt mir ein Antrag auf Schluß nächster Woche geschehen wird, dann ist unser Inlandsgeschwader, der Diskussion über die geschäftsordnungsmäßige da es der Späher, der Kreuzer, entbehrt, eigentlich Bulässigkeit des berichtigten Antrags Stardorff vor. attionsunfähig. Will Deutschland im Ausland sich so zur Abg. Singer( Soc.): Jch beantrage llebergang zur ein Geltung bringen, wie es im Interesse seines politischen und fachen Tagesordnung über den Schlußantrag.( Lärm rechts.) kommerziellen Ansehens dringend notwendig ist, dann kann es mit Das Wort für diesen Antrag erhält Abg. Stadthagen( Soc.): meldete sich Abg. v. Kardorff zum Wort zur Geschäftsordnung und die Verwendung des Antrages auf Tagesordnumg, einem formellen Ich halte einen Schluß dieser Geschäftsordnungs- Debatte für brachte seinen bekannten Antrag ein. Das Haus hatte in dieser Schlußantrage gegenüber laut geworden seien. Die Frage müsse in ganz unzulässig. Es ist jetzt an der Zeit, die Frage zu er Frage noch keinen Beschluß gefaßt. Der Präsident hatte nur seine der Geschäftsordnungs- Kommission ruhig geprüft werden. In diesem örtern, ob nicht endlich in der vom Präsidenten Grafen Ballestrem Vorschläge gemacht, im Falle das Haus in die Verhandlungen über Augenblick aber neige er zu der Ansicht, dem heute eingeschlagenen am 27. November eröffneten Debatte über Position 5 des Zolltarifs den Zolltarif eintreten würde. Dieser Eintritt in die Beratung Berfahren treu zu bleiben und die Begründung des Antrags auf fortgefahren werden muß. Präsident Graf Ballestrem hat damals des Bolltarifs ist unterbrochen durch den Antrag v. Kardorff Uebergang zur Tagesordnung zuzulassen. erklärt, der Beschluß des Hauses gehe dahin, nunmehr im 3011-( Bustimmung bei der Mehrheit.) Infolge dessen liegt tein Beschluß Abg. Südekum( Soc.): Sie fürchten sich vor den Konsequenzen tarif fortzufahren. Er hatte sogar meine Wortmeldung zu des Hauses vor; die Diskussion über den Bolltarif ist niemals der eignen Geschäftsordnungszerstörung, das beweist die Rede des der betreffenden Position schon entgegengenommen. Ich bitte, den eröffnet worden.( Große Unruhe links.) Herrn Spahn. Wenn Sie fortfahren, in dieser Weise Ihre UeberAbg. Bech- Koburg( Frs. versucht noch einmal, den bes macht gegen uns zu beweisen, so werden wir die Mehrheit nicht unfrer Geschäfte.( Lachen bei der Mehrheit.) Sie( zur Mehrheit richtigten Antrag Karborff wegen der fehlenden Unterschriften für blos bekämpfen, sondern verachten müssen.( Bravo! bei den Socialallein haben uns seit Donnerstag verhindert, zur Sache zu sprechen. ungültig zu erklären, wird aber vom Vicepräsidenten demokraten. Lärm und Gelächter bei der Mehrheit.) Dr. Spahn meinte, frühere Beschlüsse zur geschäftlichen Behandlung ließen Büsing daran verhindert. Vicepräsident Graf Stolberg- der inzwischen den Vorsiß übersich ändern. Aber ganz kürzlich hat die Mehrheit bei einem Antrag Abg. Singer( Soc.) stellt aus dem Stenogramm der Sigung nommen hat schlägt vor, jetzt darüber abzustimmen, ob nicht Brömel das Gegenteil beschlossen.( Zustimmung links.) Was vom 27. November fest, daß durch die Worte des Präsidenten ein zunächst die Angelegenheit der Geschäftsordnungs- Kommiffion überbedeutet überhaupt der Antrag v. Kardorff? Was sind die„ dem Widerspruch ist nicht erfolgt, wir werden also so verfahren ein wiesen werden soll.( Stürmischer Widerspruch links.) Der WiderReichstag am 6. Oftober 1902 vorgelegten endgültigen Beschlüsse der Beschluß des Hauses vorliegt, durch den die Diskussion über den spruch gegen den Antrag auf einfache Tagesordnung ist zurückgezogen. XVI. Kommission", von denen darin die Rede ist? Diese Beschlüsse Bolltarif bereits eröffnet ist. Die Diskussion über den Zolltarif hat( Rufe links: Nein! nein!) fennen wir noch gar nicht. Ich möchte den Präsidenten aber schon viel früher durch die Diskussion über die Mindestzölle Unter allgemeinem Wirrwarr bekommt schließlich bitten, sie unter Zuhilfenahme der Antragsteller doch erst einmal begonnen, mit denen die Marimalpofitionen des Zolltarifs mit ver Abg. Ledebour( Soc.) das Wort zur Geschäftsordnung: Es liegt verlesen zu lassen.( Sehr gut! links.) Es giebt gar keine endgültigen bunden waren. Wie können wir noch auf irgend einen Beschluß des hier gar kein Widerspruch vor. Herr v. Tiedemann hat gar keinen Beschlüsse der Kommission. Meinen Sie( zur Mehrheit) etwa die Hauses vertrauen, wenn alles nachträglich wieder umgestürzt wird. Widerspruch erhoben. Bei einer vorausgehenden Abstimmung hat Drudiverte 704b? Sie scheinen diese Beschlüsse zu meinen, die Die Majorität ist bereits Gegenstand des allgemeinen Gespöttes. er allgemeine Bedenken geltend gemacht. Dadurch, daß er bieſen Herr Rettich( nicht die Kommission) dem Präsidenten( nicht( Sehr richtig! links.) Widerspruch nicht aufrecht erhalten, sondern sich an der Abstimmung dem Reichstag) vorgelegt hat( nicht am 6. Oktober)!( Sehr gut! Der Antrag Kardorff kann naturgemäß erst zur Abstimmung beteiligt hat, hat er diesem Widerspruch einen rein akademischen und Große Heiterkeit bei den Socialdemokraten.) Man muß doch kommen, wenn der Tarif durch beraten ist. Es heißt in dem Charakter gegeben. In dem Bewußtsein, sich verhauen zu endlich wissen, was Sie meinen. Sagen Sie es doch!( Erneute Absatz 1 des§ 1:" Zölle werden erhoben nach Maßgabe des nach- ha ben, hat Vicepräsident Büsing dann gefragt, ob jemand den Heiterfeit links.) Meinen Sie die Beschlüsse der Kommission, die die stehenden Tarifs"." Der Antrag Kardorff will eine andre Fassung Widerspruch aufrecht erhalte. Dadurch, daß er diese Frage gestellt Regierung wiederholt für unannehmbar erklärt hat? Man kann dieses Absatz 1. Beide Fassungen müssen diskutiert werden, und hat, hat er zugegeben, daß ein solcher Widerspruch doch diese Debatte nicht schließen, bevor Sie uns endlich gesagt dann erst kann sich das Haus für eine der beiden Fassungen enthaben, was Sie eigentlich meinen.( Zustimmung bei den Social- scheiden.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) demokraten.) Soll da, wo in den Kommissionsbeschlüssen zweiter Vicepräsident Büfing: Ich kann mich der Auffassung des Herrn Lesung„ Unverändert" steht, auch in den Tarif„ Unverändert" ein- Singer nicht auschließen. Präsident Graf Ballestrem hat damals gefegt werden?( Heiterkeit.) Außerdem war die Kommission am gesagt:" Wir würden jetzt in die Verhandlung des Zoll6. Oktober überhaupt nicht nicht in beſchlußfähiger Anzahl bei- tarifs eintreten", hat dann den Berhandlungsmodus ansammen.( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Neun gegeben, und dann stellte er die Frage, ob gegen den Tarifftellen haben Sie bereits in der namentlicher Verhandlungsmodus, fich bezieht auf die absolut Abstimmung als Teile des Tarifs angenommen. unangefochtenen Nummern des Zolltarifs, ein Widerspruch aus dem Wollen Sie auch das leugnen? Hat uns nicht Graf Kanit selbst Hause erhoben wird. Ein solcher Widerspruch ist nicht erhoben zugestanden, daß bis zu den Pferdezöllen inklusive die Beratung worden, also kein Widerspruch gegen den Verhandlungsmodus der durchaus fachlich vor sich gegangen sei. Ich beantrage namentliche eingehalten werden soll, sobald in die Verhandlung des Zolltarifs Abstimmung über den Anteag auf einfache Tagesordnung. Ich hoffe, eingetreten wird. In diese Verhandlung ist überhaupt nicht ein Sie werden während der Abstimmung sich noch einmal die Gründe getreten worden, es ist ist niemals die Distuffton über den 30tarif für unsern Antrag klar machen. oder einzelne Positionen desselben eröffnet worden.( Lebhaftes Bravo! bei der Mehrheit, große Unruhe links.) Als in der Kommission unhaltbare Beschlüsse gefaßt worden, beantragte mein Freund Bebel die Verhandlungen im Plenum weiter zu führen. Man wollte damals das Plenum nicht berufen, weil es ohne Diäten doch nicht vom April bis zum Oktober zusammenzuhalten sei... Der Antrag auf Schluß der GeschäftsordnungsDebatte ist ganz finnlos. Laden Sie nicht durch Ablehnung unsres Antrags das Ddium auf sich, daß Sie mit Ihrem Schlußantrag die Minorität wieder überrumpeln wollen.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) Wort Gegen den Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung erhält das Ein Bertagungsantrag des Abg. Röside- Dessau ( wildlib.) wird gegen die Stimmen der Linken abgelehnt. Abg. Dr. Spahn( C.) schließt sich den Ausführungen des Vicepräsidenten Büsing vollinhaltlich an. Vicepräsident Büfing: Es ist Schluß der GeschäftsordnungsDebatte über die Frage, ob ein Beschluß des Hauses vorliegt, nach welchem in die Beratung des Bolltarifs vor dem Antrag v. Kardorff einzutreten ist. gar nicht rechtsträftig vorliegt. Als freiwilliger HelfersHelfer hat sich dann Herr Arendt gefunden. Das ganze Verfahren des Präsidenten ist ordnungswidrig.( Stürmischer Beifall bei der Opposition. Glocke des Präsidenten.) recht? Vicepräsident Graf Stolberg: Halten Sie diese Worte aufe Abg. Ledebour: Ja! Vicepräsident Graf Stolberg: Dann rufe ich Sie zur Ordmung.( Bravo! bei der Mehrheit.) Abg. Ledebour( fortfahrend): Erst Herr Spahn ist dann als Retter in der Not aufgestanden und hat versucht, die Mehrheit herauszureißen. Mehr und mehr wird sich die Ueberzeugung im Bolke vere breiten, daß materieller Interessen wegen das Recht des Reichstags bernichtet wird. Colimischer Beifall bei der Opposition.) Vicepräsident Graf Stolberg: Der Widerspruch ist zurüc gezogen.( Unterbrechungen bei der Opposition.) Herr Spahn hat beantragt, die Frage der Geschäftsordnungs- Kommiffion zu überweisen. Wir kommen nun zunächst zur Frage, ob erst über den Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung abgestimmt werden soll oder über den Antrag auf Uebertveisung an die Geschäftsordnungs- Kommiffion. Singer und ( Ungeheuerer Lärm und allgemeine Verwirrung. Bebel rufen: Zur Geschäftsordnung! Zur Geschäftsordnung!) fich zum Wort zu melden.) ( Erneute Unter Vicepräsident Graf Stolberg: Ich werde einem Redner für und einem gegen das Wort erteilen.( Abg. Singer: Zur GeschäftsAbg. Bebel( Soc.): Jch beantrage über diesen soeben verlesenen ordnung!) Es ist Widerspruch erhoben gegen meinen Vorschlag. Antrag zur Tagesordnung überzugehen.( Abg. v. Kardorff: Ich werde das Haus entscheiden lassen. Ich bitte, daß diejenigen Das ist nicht zulässig!) Herren, die erst über den Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung Abg. v. Tiedemann( Rp.): Jch bitte Sie, aus Gründen der GeVicepräsident Büsing: Wie vorher von Herrn v. Tiedemann, erklärt abstimmen wollen, sich von den Pläzen zu erheben.( Ungeheuerer auf die schäftsordnung den Antrag auf einfache Tagesordnung abzulehnen. und jetzt von Herrn v. Stardorff wiederholt worden ist, bestehen im Lärm. Antrick, Bebel und Singer eilen Der Schluß einer Diskussion kann auf zwei Arten erfolgen: Hause Bedenken darüber, ob ein solcher Antrag bei Tribüne zum Präsidenten, um einmal durch einen Schlußantrag und zweitens durch einen Antrag Schlußanträgen zulässig ist. Wir haben heute ziveimal Jch konstatiere, daß das die Mehrheit ist. auf Uebergang zur Tagesordnung. Diese beiden Anträge können den Antrag zugelassen, wenn aber von mehreren Seiten Bedenken brechungen) Ich habe eben abstimmen lassen, ob wir erst den aber nicht neben einander herlaufen.( Stürmische Unterbrechungen laut werden, so muß ich einen Beschluß des Hauses Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung verhandeln wollen oder links: Bravo! Bravo! Das sind ja unsre Deduktionen!) Ich be- herbeiführen.( Stürmische Unterbrechungen links. Rufe: erst den Antrag, die Frage der Geschäftsordnungs- Kommission zu dauere, daß heute zum erstenmal, seitdem der Reichstag tagt( Rufe Selbst entscheiden!) Ich habe den Antrag zugelassen und überweisen. Es ist beschlossen, daß erst der Antrag auf Uebergang links: Nein, nein! Sie haben es selbst so eingeführt!), über einen bin gewillt, das auch ferner zu thun. Wenn ich aber meine Ansicht zur Tagesordnung verhandelt wird. Dazu hat einer für und ein Schlußantrag der Antrag auf einfache Tagesordnung zugelassen zum Ausdrud gebracht habe, und sie wird nicht gebilligt, so bleibt gegen das Wort. Wer von den Herren( zu den Socialdemokraten) worden ist. Ich erhebe hiermit ausdrücklich Widerspruch dagegen, kein andres Mittel übrig, als das Haus entscheiden zu lassen. will dafür reden? Bebel oder wer will denn sonst?( Allmählich daß dies Verfahren sich in die Praxis einführt. Sollte wiederum( Erneute stürmische Unterbrechungen links. Rufe: Niederlegen!) legt sich die Erregung etwas und das Wort erhält): ein Fall vorkommen, wie der heutige, so würden wir von der Als vor drei Wochen Abg. Brömel beantragte, die beschlossene Zu- Abg. Bebel( Soc.): Es ist zweifellos, daß Präsident Graf Entscheidung des Präsidenten an die Mehrheit fammenfassung verschiedener Positionen durch einen neuen Ballestrem die Beratung des Zolltarifs am 27. November erBeschluß wieder aufzuheben, habe ich erklärt: ich halte öffnet hatte. Hätte Herr Kardorff damals Widerspruch gegen Vicepräsident Büsing: Herr Abg. v. Tiedemann, Präsident Graf diesen für unzulässig. Darauf erhob sich der diesen Vorschlag des Präsidenten erhoben, so würde Graf Ballestrem Ballestrem hat vorhin ausdrücklich die Zulässigkeit Widerspruch der Linken. Ich blieb bei meiner Anschauung. Ich be- ihn zweifellos zurückgewiesen haben, da Graf Ballestrem bereits ercines solchen Antrages erklärt; ich halte es nicht für merkte, wenn meine Anschauung auf Widerspruch stieße, müsse das lärt hatte, ein Widerspruch gegen meinen Vorschlag ist nicht erangemessen, in seiner Abwesenheit seine Maßregel zu tritifieren; ich Haus entscheiden! Darauf sagte Herr Singer am 7. November: folgt"( Sehr richtig! links. Der Antrag Kardorff bezog, fich felber habe nur weitergeführt, was er angeordnet hat. " Daß, wenn die Anschanung des Präsidenten auf Widerspruch trifft, auf eine ganz andre Materie, auf den§ 1 des Zolltarif- Gesetzes. Dem augenblidlichen Präsidenten ein Beschluß des Hauses herbeigeführt werden muß." Er fuhr fort: Sie haben ihn gegen unfren Widerspruch für zuläffig erklärt, aber habe ich keinen Vorwurf machen wollen; ich wiederhole nur meinen„ Das ist ganz selbstverständlich."( hört! hört! rechts.) Ich schlage damit haben Sie nicht entschieden, daß der Antrag Stardorff i ett Protest, damit nicht auf die heutigen Fälle später als Präcedenzfälle basselbe Berfahren ein, das Herr Singer für selbstverständlich erklärt zur Verhandlung kommen muß.( Schr richtig! links.) Vorher hat.( Stümischer Widerspruch bei den Socialdemokraten: Das ist muß vielmehr der Tarif erledigt werden. Wenn Sie noch doch heute ganz anders.) Ich habe Ihnen bewiesen, daß ich den objektiv denken könnten, würden Sie das einsehen. Wir sind ja Antrag auf Tagesordnung zugelassen habe und ihn auch jetzt zu überzeugt, daß Sie auch hier wieder Gewalt vor Recht gehen lassen lassen würde, wenn kein Widerspruch erfolgt. Der Widerspruch ist werden. Wir werden es uns aber jedenfalls nicht nehmen lassen, vor erfolgt und selbstverständlich werde ich das Haus entscheiden lassen. dem Lande festzustellen, welch schreiendes Unrecht hier Tag für Tag ( Großer Lärm bei der Opposition. Abg. Gothein stürmt die Tribüne von der Mehrheit verübt wird. Hier paßt in der That das Wort hinauf und spricht heftig auf den Präsidenten ein. Stürmische Rufe: des Dichters: Das ist der Fluch der bösen That, daß sie fortzeugend Der Widerspruch ist ja zurückgezogen!) Böses muß gebären.( Lebhaftes Bravo links.) appellieren.( Große Unruhe links.) verwiesen wird. Es folgt die namentliche Abstimmung über den Antrag Singer auf Uebergang zur Tagesordnung über den Schluß der Geschäftsordnungs- Debatte. Das Ergebnis der namentlichen Abstimmung ist folgendes: Der Antrag Singer auf llebergang zur Tagesordnung über den Schlußantrag zur Geschäftsordnungs- Debatte über die Zulässigkeit des„ berichtigten" Antrages v. Kardorff wird mit 215 gegen 74 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen( Präsenzziffer: 291) abgelehnt. Vicepräsident Büsing( nachdem er mühsam durch fortwährendes Läuten die Ruhe hergestellt hat): Wird der Widerspruch aufrecht Darauf folgt die Abstimmung über den Schlußantrag, die erhalten?"( Abg. Dr. Arendt[ Rp.]: Ich halte ihn aufrecht! auf Antrag Singer( Soc.) wieder eine namentliche ist. Der Großer Lärm bei der Opposition.) Schlußantrag wird bei einer Präfenzziffer von 292 Abgeordneten Vicepräsident Büsing: Wir werden über den Widerspruch dismit 214 gegen 76 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen an- futieren und dann abstimmen lassen, ob ein Antrag auf Tages ordnung in diesem Fall zulässig ist. genommen. Zur Geschäftsordnung erhält das Wort Das Wort gegen den Antrag auf einfache Tagesordnung erhält Abg. v. Tiedemann( Rpt.): Ich begreife nicht die letzten Auseinandersetzungen des Herrn Abg. Bebel. Selbst wenn das Haus einen Beschluß gefaßt hätte, in die Beratung der einzelnen Tarifpofitionen einzutreten, so wäre es doch in jeder Minute im stande, diesen Be schluß abzuändern.( Stürmische Zurufe links. Abg. Bebel: Sie haben ja selbst entgegengesetzt entschieden!) Ich bitte Sie den Antrag auf einfache Tagesordnung abzulehnen. Es folgt die Abstimmung über die angefochtene 3u Tässigkeit des berichtigten Antrages v. Kardorff. Auch diese Abg. Bebel( Soc.): Wir ziehen nur die Konsequenz Ihres eignen Die namentliche Abstimmung über den Antrag auf einfache Abstimmung ist auf Antrag Brömel( frs. Vg.) eine nament- Verhaltens. Sie haben selber festgestellt, daß ein Antrag auf Tagesordnung über den Schlußantrag Normann ergiebt die Abliche. Sie ergiebt die zulässigkeitserklärung des neuen einfache Tagesordnung auch nach Schluß der Diskussion lehnung der einfachen Tagesordnung mit 211 gegen 68 Stimmen Antrages v. Kardorff mit 200 gegen 44 Stimmen bei neun Stimm- gestellt werden kann. Die beiden Präsidenten, bei einer Stimmenthaltung. Vicepräsident Graf Stolberg: Wir kommen nun zur Abstimmung enthaltungen. Ein Stimmzettel ist ungültig. Die Präsenzziffer be- Graf Ballestrem und Büsing haben zu zwei verschiedenen trägt 254. Malen heute einen Antrag auf einfache Tagesordnung für zu über den Antrag v. Normann auf Schluß der Debatte darüber, Um 7 Uhr wird ein Bertagungsantrag des Abg. Lässig erklärt, auch gegenüber dem Antrag auf Schluß der ob ein Beschluß des Hauses vorliegt, nach welchem in die Beratung Roeside Dessau( wildlib.) gegen die Stimmen der Socialdemo- Geschäftsordnungs- Debatte.( Stürmische Zustimmung bei der des Zolltarifs vor dem Antrag v. Sardorff einzutreten ist. Ich bitte, fraten und Freifinnigen abgelehnt. Opposition. Lärm bei der Mehrheit.) Und nun will Herr Büsing, weil daß diejenigen, welche dafür stimmen, daß ein Beschluß des Hauses Vicepräsident Büsing: Ich wiederhole, was bereits von hier aus ein beliebiges Mitglied des Hauses Zweifel erhebt, mit einem Male vorliegt( Stürmische Unterbrechungen links)- Ich bitte sehr um proklamiert ist: daß die Diskussion eröffnet ist über§ 1, 1 der die Versammlung entscheiden laffen.( Lebhafte Zustimmung bei der Entschuldigung ich bitte, daß diejenigen Herren, welche die DisSommissionsbeschlüsse mit dem Antrage Kardorff und den Amende- Opposition.) Es war seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit, selbst kussion über die Frage, ob ein Beschluß des Hauses vorliegt, nach dem Antrag ments dazu. zu entscheiden.( Stürmischer Beifall bei der Opposition. Lärm bei welchem in die Beratung des Zolltarifs vor v. Kardorff einzutreten ist, annehmen wollen, mit Ja( Stürmische Zus Abg. Brömel( frs. Bg., zur Geschäftsordnung): Das Haus hat der Mehrheit.) bereits über die weitere geschäftsordnungsmäßige Vicepräsident Büsing: Was meine Pflicht und Schuldigkeit ist, rufe links: Zur Fragestellung!)... Ich bitte, daß diejenigen Herren, Behandlung der Vorlage beschlossen. Am 27. November darüber bitte ich mich entscheiden zu lassen.( Bravo! bei der welche dem Schlußantrag über die Geschäftsordnungs- Debatte zustimmen wollen...( Stürmische minutenlange Unterbrechungen machte der Präsident den Vorschlag, die einzelnen Nummern des Zoll- Mehrheit.) tarifs zur Diskussion zu stellen. Er sagte ausdrücklich:„ Ein Wider- Abg. Bebel( fortfahrend): Dies Vorgehen ist einfach un- links. Abg. Singer ruft ständig: Zur Fragestellung! Es ist usus, fprudh aus dem Hause hat sich sich nicht erhoben. Wir glaublich und wird in der ganzen Welt nicht verdaß der Präsident, wenn Zweifel über die Fragestellung bestehen, werden daher so verfahren."( Hört! hört! links.) Das ist die standen werden. Auf diesem Wege kann ja jede Bestimmung das Wort zur Fragestellung erteilt!) Vicepräsident Graf Stole Dann haben wir berg: Wir befinden uns bereits in der Abstimmung!( Rufe links: gewöhnliche Formel bei Beschlüssen des Hauses. der Geschäftsordnung umgestoßen werden. ( Erregter Beifall bei der Nein! Nein! Zur Fragestellung!) Nach minutenlangem Lärm ( Lebhafte Zustimmung links.) Eine Abänderung dieses Beschlusses überhaupt kein Recht mehr. aber ist jest nicht mehr möglich. Ich berufe mich dafür auf den Opposition.) Sie haben gegen uns entschieden, als wir der Meinung erteilt endlich Vicepräfident Graf Stolberg dem Abg. Singer Vorgang bei§ 5 des Zolltarif- Gesetzes. Ich schlug damals eine waren, daß eine solche Anwendung des Antrages auf Uebergang zur das Wort. Abänderung der geschäftsordnungsmäßigen Behandlung dieses Para- Tagesordnung nicht zulässig war. Jetzt haben wir uns auf den graphen vor. Da gab es auf der rechten Seite wüste Lärm Boden Ihrer Anschauung gestellt und nun erklären Sie das wieder scenen. Ich wurde durch den Präsidenten verhindert, meinen für nicht zulässig.( Lebhafte Zustimmung bei der Opposition.) Antrag auch nur zu begründen. Was dem einen recht ist, muß auch Wo in der Welt ist jemals ein Barlament gewesen, das ein solches den andren billig sein.( Stürmische Zustimmung links.) Schauspiel bietet. Der Präsident weiß von vorn Vicepräsident Büsing: Der Hergang in der Sitzung vom 27. No- herein, daß die Mehrheit gegen ihn entscheiden vember war der folgende: Abg. Herold hatte als Berichterstatter wird. Dieses Urteil von der Mehrheit ruhig entgegenzunehmen, Mag er fich über die noch ausstehenden Petitionen zum golltarif- Gesez referiert. Dazu gratulieren wir den Herrn Präsidenten! Abg. Singer: Jawohl, ich komme jezt darauf. Ich erkläre zur Damit war das Tarifgeset erledigt bis auf§ 1, 1. Darauf erklärte desavonieren lassen, wir haben kein Vertrauen mehr zu ihm. der Präsident:„ Wir würden jezt nach Beendigung des Zolltarif-( Stürmischer Beifall bei den Socialdemokraten.) Ich beantrage Fragestellung, daß ein Antrag darauf, ob ein Beschluß des Hauses Gesezes in die Beratung des Zolltarifs eintreten".( Buruf bei den namentliche Abstimmung.( Erneuter Beifall bei den Socialdemo- vorliegt, einfach sinnlos ist.( Lebhafte Zustimmung links.) Ich bitte, Socialdemokraten: Würden" ist neu! Unruhe.) Ich lese genau fraten.) daß, bevor wir zur Abstimmung schreiten, wir den Antrag gedruckt „ soweit derselbe noch nicht beraten ist". Dann kamen die Abg. Gothein( frf. Vg.): Schritt für Schritt schreiten Sie weiter bekommen.( Widerspruch bei der Mehrheit.) Vicepräsident Graf Stolberg: Es liegt ein Antrag auf Schluß Vorschläge des Präsidenten über den Aufruf der einzelnen auf der Bahn der Ungefeßlichkeit. Ich wundere mich, Nummern usw. Darüber entspann sich eine furze Geschäfts- daß Sie sich nicht vor sich selber schämen.( Bravo! der Geschäftsordnungs- Debatte vor.( Stürmische Rufe bei den Socialdemokraten: Welcher Debatte?) Ich bitte, daß diejenigen Herren... ordnungs- Debatte. Darauf wiederholte der Präsident seine Vorschläge bei den Socialdemokraten.) und fügte hinzu:„ Ein Widerspruch aus dem Hause hat sich nicht Wiederum entsteht minuten langer Lärm auf der Linken, Abg. Spahn( C.) macht den Vorschlag, die Frage der erhoben, wir werden daher so verfahren.( Hört! hört! lints.) Das war der Geschäftsordnungs- Kommission zu übergeben. die Abgg. Singer, Gothein und Brömet verlangen unaufhörlich Willensausdruck des Präsidenten, der auf diesem Stuhle saß. Darauf Es handle sich doch um sehr gewichtige Bedenken, die heute gegen das Wort zur Geschäftsordnung. In dem Tumult scheint Vicevor Abg. Singer( Soc.): Ich bin überzeugt, daß hier im Hause außer den Herren, die den Antrag schriftlich formuliert haben, niemand weiß, was eigentlich in dem Antrag steht, den der Präsident soeben verlesen hat. Das kommt davon, wenn Sie Augenblicksanträge formulieren, die dem Hause nicht mal im Druck vorliegen.( Lärm bei der Mehrheit.) Vicepräsident Graf Stolberg: Herr Abgeordneter, Sie haben das Wort lediglich zur Fragestellung. präsident Stolberg die Abstimmung durch Erheben von den Plätzen anzuordnen. Abg. Bachem steht auf und winkt seinen Freunden fich von den Pläßen zu erheben. Während das Centrum dem Winke folgt, bleibt die Rechte sitzen. Endlich verschafft sich Vicepräsident Stolberg Gehör. beraumen?") Pardon, ich wollte sagen, ich schlage vor, die nächste den Titel„ Reinhold Steuer und Genossen" führte, lag Sigung morgen 12 Uhr zu halten. Abg. Singer: Das muß doch erst beschlossen werden! Vicepräsident Graf Stolberg: Ich schließe die Sizung. ady Schluß 91 Uhr. Vicepräsident Graf Stolberg- Wernigerode: Ich habe überAbstimmung eine namentliche m fehen, baß diefe abftimabatte au diesem Antrag die Partei- Nachrichten. und machten auch noch am 2. Juli feine guter causwirt gewaltfam ist.( Stürmische Heiterfeit links.) Ich hätte zu Unterstütungsfrage stellen müssen, ich habe das nicht gethan, weil ich von selbst annahm, daß der Antrag unterstützt werden würde.( Erneute stürmische Heiterfeit links.) loro Der Antrag wird nunmehr genügend unterstützt und die namentliche Abstimmung vorgenommen. Das Ergebnis der namentlichen Abstimmung ist folgendes: Der Antrag v. Normann auf Schluß der Geschäftsordnungs- Debatte wird bei einer Präsenzziffer von 278 Abgeordneten mit 209 gegen 68 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen. Vicepräsident Graf Stolberg: Wir kommen nun zur Abstimmung über den Antrag Dr. Spahn- Tiedemann auf Entscheidung der Frage durch die Geschäftsordnungs- Kommission, ob zu einem Antrag auf Vertagung oder Schluß der Debatte der Antrag auf einfache Tages: ordmung zulässig ist. Jamais bon th Wahlfiege. folgender Thatbestand zu Grunde: In dem Hause des Eigentümers und Molkereibesizers Franz Reichart in Neu- Weißenfee, Sedanstr. 29, wohnte der Arbeiter Pertu mit seiner Frau und fechs Kindern. Am 1. Juli sollte die Familie ziehen, die Wohnung war rechtzeitig gekündigt und die Kündigung auch angenommen worden, aber die Leute weigerten sich, die Wohnung zu räumen Anstalten dazu, Mietspartei vor. Als Frau Pertu, die im Bette lag, erklärte, fie fönne nicht ziehen, da sie nervös und ihr Ehemann auf Arbeit sei, holte er drei junge Leute herbei, mit deren Hilfe er die Wohnung auszuräumen begann. Die Frau sah sich nun genötigt, aufzustehen, und nun dauerte es nur wenige Minuten, bis die Frau mit den Kindern auf otto modis 1893 1896 1899 1902 der Straße lag. Seinen Helfern zahlte er 3 M., wofür er den 12 id in bad 2258 3228 4269 5946 Ermittierten einen Storb mit Wäsche einbehielt. Die Straße wurde auf 1000 gültige Stimmen 254 311 3724320 zur Zeit gerade gepflastert und so fielen die Thränen der Noch ein solcher Schritt nach vorwärts und die Socialdemokratie jammernden Frau bei den Steinsetzern auf fruchtbaren Boden. Es repräsentiert in den beiden in Frage kommenden, die Masse der entstand eine allgemeine Entrüstung, die Steinſezer stießen Drohungen Wähler umfassenden Körperschaften die Mehrheit aller Wahlstimmen. gegen den Hauswirt aus, im Handumdrehen hatte sich eine MenschenVon 18 295 Wahlberechtigten stimmten 13 778 ab. Bei den Bürgerschaftswahlen in Bremen haben wir nicht bloß eine stattliche Anzahl Mandate gewonnen, sondern, wie schon erwähnt, ist auch unsre Stimmenzahl ganz erheblich gewachsen. Es wurden socialdemokratische Stimmen abgegeben: bidit Bei den Stadtverordneten- Stichwahlen in Magdeburg wurde ein Genosse gewählt. In Stichwahl standen sechs. Im Königreich Sachsen wurden gewählt in Königsbrit& ein Barteigenosse, in Radebeul gleichfalls einer und in klein naundorf zwei. Ferner zwei Genossen in Vogtsberg bei Delsnig und einer in Brunndöbra. Die Mehrheit erhebt sich zur Unterstützung dieses Antrages. Vicepräsident Graf Stolberg: Die Abstimmung ist eine namentliche.( Lebhafte zurufe bei den Socialdemokraten.) Ueber den Antrag ist bereits vorher debattiert worden.( Lebhafte Rufe: Nein! Nein! bei den Socialdemokraten. Abg. Brömel und mehrere In Frankenhausen in Schwarzburg- Rudolstadt wurden andre Abgeordnete verlangen das Wort.) Ich habe das Haus vier Parteigenoffen gewählt, in wenigenjena bei Jena eroberten gefragt, ob die Abstimmung über diesen Antrag vor der die Parteigenossen von sechs streitigen Mandaten drei und verAbstimmung auf einfache Tagesordnung vorgenommen werden sollte mehrten damit ihre Mandate un zivei. ie nod oder nach dieser Abstimmung. Darauf hat sich das Haus dahin entschieden: Zuerst sollte die Abstimmung über die einfache Tages- Parteipresse. Genosse Robert Albert- 3widau, ordnung erfolgen, dann die Abstimmung über die Verweisung an Sächsischen Volksblatt", trat in die Redaktion der die Kommission.( Abg. Singer ruft erregt: Nein! Mehrere burger Volksstimme" ein. socialdemokratische Abgeordnete verlangen das Wort zur Abstimmung. Allgemeine große Unruhe. Auf der rechten Seite und im Centrum Reichstags- Kandidaturen. Für den 9. schleswig- Holsteinischen erhebt sich ein lärmender, immer lauter anschwellender Tumult. Wahlkreis wurde Genosse Weinheber aus Hamburg wieder aufgestellt. Der lebhafte Widerspruch der Linken dauert fort. präsident Graf Stolberg läutet andauernd mit der Glocke, ohne Mannheim. Bice Für den 18. badischen Kreis kandidiert Genosse Sorter aus daß ihre Töne in dem stürmischen Lärm durchdringen. Endlich verwelchen die aufgerissene Straße schäzbares Material lieferte. Die Wurfschützen rekrutierten sich fast sämtlich aus den Kreisen der lieben Schuljugend. Im Hause blieb keine Glasscheibe ganz, auch im Innern wurden diverse Möbelstücke durch Steinwürfe beschädigt. Schließlich erschien ein Gendarm auf dem Plate, der aber allein der wütenden Menge gegenüber nichts auszurichten vermochte. Da= zwischen hatte eine Sammlung stattgefunden, die 9 M. ergab, welche der Frau behändigt wurden. Ein Herr schaffte einen Berg belegter Stullen heran zur Sättigung der Kinder, während ein gegenüber wohnender Molkereibefizer warme Milch spendete. Gegen 9 Uhr fam der Ehemann von der Arbeit heim und drang bisher am langte kategorisch sofortige Wiederaufnahme in die Wohnung. Der sofort mit einigen Leuten in die Wohnung des Reichart und verMagde- Arbeiter Nowasinski, der in demselben Hause wohnte, verlangte vom Hauswirt die für den Juli bereits im voraus gezahlte Wiete von 18 M. heraus, weil er ſofort ausziehen wolle, denn bei einem Menschen, der arme Leute auf die Straße ſeße, möge er teine Stunde mehr wohnen. Wohl oder über mußte der Hauswirt ir die Tasche greifen und die Miete herauszahlen, wofür dez stürmische Mieter eine Anklage wegen Nötigung erhielt. Auf Requisition des Hauswirtes erschien nach 10 Uhr abends die Feuer wehr, welche die Pertusche Familie fortſchaffte, die dann unter Mit hilfe der Menge an andrer Stelle ein Unterkommen fand. An nächsten Morgen wiederholte sich der Krawall, wobei sich eine Frau monon Crius( dildi Singalowosti besonders hervorthat. Ein starkes Aufgebot vor Gendarmen machte dem Krawall am nächsten Tage ein baldiges Ende. Der Hauswirt Reichart, der übrigens wegen Verleitung ( Soc.), der sich auf der Treppe zur Rednertribüne aufgestellt Hus Induftrie und Handel. zum Meincide gegenwärtig in Untersuchungshaft fist, hat fit die Renovation feines Hauses 500 m. bezahlen müssen. Soweit stellung!) Der Vicepräsident wiederholt: Wir sind in der Abdou pozi Korporation und Handelskammer. die Rekognition der Angeklagten gelang, wurden diese verurteilt stimmung!( Abg. Singer ruft Nein! Nein! Wieder erschallen Von dem Verein Berliner Kaufleute und Industrieller die Mit- und zivar Nowa finst i zu zioei Monaten, seine Frau ebenfalls von den Bänken der Socialdemokraten und der Freisimmigen Ver- teilung, daß anläßlich der bevorstehenden Wahlen für das Frau Hinzalowski zu fechs Monaten Gefängnis; alle einigung stürmische Rufe des Protests und der Entrüstung. Aelte stenkollegium der Gesamtvorstand des Vereins übrigen Bestrafungen schwankten zwischen drei Monaten unt Abg. Singer apostrophiert andauernd den Vicepräsidenten, indem Berliner Kaufleute und Industrieller und der drei Tagen Gefängnis. Ein Teil der Angeklagten wurde er mit erregtem Ton das Wort verlangt. Der Lärm bei der Wehr- Centralausschuß hiesiger kaufmännischer, ge- wegen unzureichender Rekognition freigesprochen. Zu den Freiheit schwillt immer brausender an. Andauerndes Läuten der Glode.) werblicher und indstrieller Vereine in ihren Sigungen gesprochenen gehörte auch Pertu samt seiner Frau, die sofort aus der Vicepräsident Graf Stolberg will die namentliche Abstimmung einstimmig beschlossen haben, für die Wiederwahl der Untersuchungshaft entlassen wurden. eröffnen und sagt: Ich bitte, daß diejenigen Herren( Erneute gleichzeitig der Handelskammer und dem Aeltestenkollegium an schafft sich der Vicepräsident mühsam ein wenig Gehör.) Polizeiliches, Gerichtliches usw. as Vicepräsident Graf Stolberg: Wir befinden uns in der Ab- In einer Versammlung in Staßfurt soll der Parteigenosse ſtimmung.( Erneuter stürmischer Widerspruch b. d. Soc.) Wenn Sie Langhorst aus Staßfurt Beamte der Staßfurter Bergverwaltung sich über meine Geschäftsordnung beschweren wollen, so können Sie beleidigt haben. Er wurde zu einem Monat Gefängnis ver morgen protestieren.( Grregte Zurufe bei den Soc.: Nein! urteilt. Wieder erhebt sich lauter Widerspruch der Linken. Abg. Ho che ed audients ma ( Soc.) ruft andauernd: Debatte! Debatte! Auch Abg. Singer hat, ruft wiederholt, zum Vicepräsidenten gewandt: Debatte! Frage- d stürmische Zurufe bei den Socialdemokraten: Debatte, Debatte! gehörenden 15 Mitglieder einzutreten. Wieder erhebt sich ein ungeheurer Tumult. Vicepräsident Graf Im Anschluß hieran empfehlen die Vorstände ihren Mitgliedern nois 6 Torna Stolberg schwingt fortwährend in aufgeregter Weise die Glode, ohne zugleich die Wahl der übrigen standidaten, die auf derfelben gifte Letzte Nachrichten und Depefchen. mit vodi Ausstand von Apothekergehilfen. daß der Lärm im geringsten abnimmt. Endlich fliegt die stehen. Glocke dem Vicepräsidenten aus der Hand und fällt vor dem Tische des Präsidenten klirrend zur Bom Berliner Arbeitsmarkt. Nach der Statistik des CentralBom Berliner Arbeitsmarkt. Nach der Statistit des Central- Lemberg, 2. Dezember.( B. H.) Die hiesigen Apothekergehilfen Erde nieder. Die Socialdemokraten nehmen dies Er- vereins für Arbeitsnachweis belief sich im Monat Ottober bei 65 von beschlossen, am Freitag, den 5. d. M., in den Ausstand zu treten. und stürmischer Heiterkeit auf. Arbeitnehmern unterhaltenen Arbeitsnachweisen die Zahl der Neu- Hiervon wurde der Sanitätschef der Statthalterei verständigt. Ein Schriftführer verläßt seinen Platz. hebt die Glocke auf meldungen Arbeitsuchender auf 9351( gegen 8286 im Ottober v. 3.), Gleichzeitig wurde beschlossen, der Regierung ein Memorandum, und giebt sie dem Präsidenten zurück, der sofort aufs neue zu läuten als Arbeitskraft verlangt wurden 6040( 4121) Personen, besezt enthaltend die Forderungen der Apothekergehilfen, zu überreichen. beginnt, aber die Glocke giebt nur noch ganz leise bledhjerne Töne von wurden 4892( 3497) Stellen. Am größten war im Vergleich zum fich. Wieder hört man von den Bänken der Socialdemokraten vorigen Jahr das Arbeitsangebot in der Metall- und Maschinen- imdi stürmische Rufe ertönen: Debatte! Debatte! Auf den Bänken der branche, der Holzindustrie und bei den jungen Kaufleuten. Von Aus der Arbeiterbewegung Rußlands. Wehrheit erhebt sich ein ungeheurer Lärm, minutenlang dauert das männlichen im Handelsgewerbe thätigen Personen liefen 3. B. nicht Petersburg, 2. Dezember.( W. T. B.) Der„ Regierungsbote" wilde Getöse bei der Mehrheit fort. Plöglich erheben sich sämtliche weniger als 866 Neuanmeldungen ein( im Oktober vorigen Jahres meldet: Am 17. November stellten ungefähr 3000 Arbeiter der Konservative und Centrumsleute auf einen Schlag und wenden sich 868), verlangt wurden 293 Personen und die Zahl der besetzten in Rostow am Don gelegenen Werkstätten der Wladikawkas- Eisenbahn die Arbeit ein. Sie verlangten von der Eisenbahn- Berwaltung eine in dem wüsten Tumult nicht zu verstehen. Von den Bänken der Bei den paritätischen Arbeitsnachweisen betrug die Zahl der Verkürzung der Arbeitszeit, Lohnerhöhung und Entlassung einiger Socialdemokraten erschallt es fortgesetzt: Debatte! Debatte! Vice- Neuanmeldungen 7335( 6353), der verlangten Arbeitsfräfte 6357 Meister und erklärten zugleich, die Arbeit nur dann wieder aufzu= präsident Graf Stolberg hat zu länten aufgehört und fiht schweigend( 4797), der besetzten Stellen 4571( 8368). Günstiger stellen sich die nehmen, wenn die genannten Forderungen erfüllt würden. Die Eisenauf dem Präsidentenstuhl. Ziffern der von Arbeitgebern unterhaltenen Arbeitsnachweise. Bei bahndirektion erklärte hierauf, die Forderungen dem EisenbahnWährend dessen haben die Schriftführer begonnen, zur nament- biefen erfolgten im Oktober 5056( 5204) Neumeldungen, während die minister mitzuteilen. Da die Arbeiter anfangs zurückhaltend waren, lichen Abstimmung die Am Stimmzettel einzusammeln. Die Zahl der verlangten Personen 4989( 3896) und die Zahl der be- wurden besondere Maßnahmen gegen sie nicht ergriffen. Einsammlung erfolgt unter andauernder Bewegung des Hauses. festen Stellen 4911( 8836) betrug. hildinjost s po 20. November wurde den ausständigen Arbeitern die Verfügung des Immer von neuem verlangen die Socialdemokraten das Wort zur Ministers bekannt gegeben, daß die Forderungen nicht beachtet Geschäftsordnung. Vicepräsident Graf Stolberg redet auf sie ein, pirmin würden, weil die Arbeit eingestellt worden sei, ohne daß die ohne daß seine Worte zu verstehen sind. Als er nach einer Weile Arbeiter auf gesetzlichem Wege versucht hätten, ihre Rechte zu verdie Abstimmung für geschlossen erklärt, ertönen demonstrativer Beifall shoot treten. Die Arbeiter wurden hierauf aufgefordert ihre Abrechnung zu machen und sich anderweitig Arbeit zu suchen. Schon zu Beginn Abgeordneten beteiligen sich an dieser Abstimmung nicht. Bicepräsident Graf Stolberg verkündet unter verhältnismäßiger Vereine von Berlin, Bremen, Kassel, Chemnis, Dortmund, Elber- bemerkt worden, welche die Unterschrift trugen Donfches Comitee Ruhe das Abstimmungsergebnis. Geſtimmt haben 229 Mitglieder feld, Frankfurt a. M., Hagen, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, flamationen waren die obengenannten Forderungen mit dem Aufruf der russischen socialdemokratischen Arbeiter Partei". In den Pround zwar 227 mit Ja, 2 enthalten sich. Der Antrag Spahn- Essen, Barmen und Dresden tagte vom 27.- 29. November in Tiedemann ist also der Geschäftsordnungs- Kommission überwiesen. Hannover. Nur gegen die Stimmen der Delegierten des Vereins zum Ansstande enthalten. An den folgenden Tagen verstärkte fich ( Die Unruhe wächst wieder.) der Hoteldiener in Leipzig wurde die Gründung eines die Verbreitung der Proklamation und die Arbeiterbewegung dehnte Gewerkschaftliches. Deutsches Reich. der Mehrheit und erneute Proteftrufe links. Die socialdemokratischen Berband deutscher Hoteldiener. Ein Delegiertentag der Hotelbiener- des Ausstandes waren bei den Arbeitern gedruckte Proklamationen Ausland. Die Abg. Singer( Soc., zur Geschäftsordnung): Ich habe im Namen Centralverbandes und nach einem Referat des Genossen sich auf mehrere Fabriken des Ortes aus. Infolgedessen wurden meiner politischen Freunde die Erklärung abzugeben, daß wir gegen Röste- Hamburg der Anschluß des neuen Verbandes an die am 21. November fünf Aufrührer festgenommen, bei denen man die eben vorgenommene Abstimmung Protest ein Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands be- ebenfalls eine große Anzahl der Proklamationen vorfand. An den Tegen.( Gelächter bei der Mehrheit.) Wir betrachten die Ab- fchloffen. Der Centralverband zählt 947 Mitglieder, als Vorfigender beiden folgenden Tagen fanden in der am Temernizi- Stadtteil von stimmung als nicht vorhanden. Der Präsident hat erklärt, der wurde Dilting- Berlin gewählt, dem auch fernerhin die Redaktion Rostow gelegenen Schlucht Arbeiterversammlungen statt. Antrag hätte zur Diskussion gestanden und wäre debattiert.( Ruf des zum Verbandsblatt bestimmten bisherigen Berliner Organs Eisenbahnbehörde setzte den Arbeitern als endgültigen Termin den rechts:" Jst auch der Fall gewesen!") Nein, das ist nicht der„ Der Hoteldiener" übertragen bleibt. Als Hauptaufgabe stellt sich die 24. November fest und erklärte ihnen, daß sie entlassen würden, falls Fall gewesen. Das geht schon daraus hervor, daß der neue Organisation die Pflicht der Regelung der Arbeitszeit und die sie bis dahin die Arbeit nicht wieder aufgenommen hätten. An dem Präsident erst die Unterstügungsfrage gestellt hat, als Beseitigung der Stellenvermittelung durch Kommissionäre, deren felben Tage wurden sechs Rädelsführer verhaftet. Um weitere Verzur Abstimmung ging. Man kann aber aber nicht über Ausbeutung heute am stärksten die Hoteldiener unterliegen. ſammlungen zu verhindern, wurde in die genannte Schlucht eine einen Antrag debattieren, bevor die Unterstützungsfrage gestellt Die Verhandlungen zeigten starten erwachenden gewerkschaft Sotnie Stofafen gelegt. Trotzdem begannen am Morgen des 24. Noift. Wollen Sie diesen Bruch der Geschäftsordnung noch in ihr lichen Geist. Wir wünschen der jungen Organisation, die ein weites bember in einer angrenzenden Schlucht unter starter Beteiligung Bouquet stecken, wir haben nichts dagegen.( Großer Lärm rechts.) Arbeitsfeld vorfindet, Glück zu weiteren Kämpfen und Erfolgen. Arbeiterversammlungen; den Aufforderungen der Polizei, auseinander zu gehen, wurde kein Gehör gegeben. Im Laufe des Der Beschluß, zu dem sich der Präsident hergegeben hat, ist rechtsTages versuchten berittene Kosaken vergebens, die Ausständigen zu unwirksam.( Lebhafte Zustimmung bei der Opposition. Großer Lärm bei der Mehrheit. Glocke des Präsidenten.) Zum Seemannsstreit in Marseille. Die Bejagungen der Küsten- vertreiben; die Arbeiter empfingen die Kosaken mit einem SteinPräsident Graf Stolberg: Ich rufe den Redner zur Ordnung. fahrzeuge haben mit den Ausständigen gemeinsame Sache gemacht. hagel, wobei ein Offizier, 9 Sofaten, letztere schwer, und ein Polizei( Bravo! bei der Mehrheit.) Der Dampfer, Magali" ist Montagabend mit einer aus 6 Kapitänen Aufseher verivundet wurden. Die Arbeiter sammelten sich in kleinen Abg. Singer( fortfahrend): Der Beschluss ist rechtsungültig, weil und 6 Maschinisten bestehenden Bemannung nach Nizza abgegangen. Gruppen an und verübten Ausschreitungen gegen das Militär, obdie geschäftsordnungsmäßige Form nicht innegehalten worden ist. 600 hier vergebens auf Fahrgelegenheit wartende Reisende hielten wohl der Kommandeur drohte, von der Waffe Gebrauch zu machen. Daß der Präsident vor der Abstimmung die Unterstützungsfrage ein Proteſtmeeting ab, in welchem die Absendung eines Protest- Als die Ausschreitungen ihren Höhepunkt erreichten, erhielt eine stellt, ist im deutschen Reichstage noch nicht vorgekommen. Telegramms an den Ministerpräsidenten Combes beschlossen wurde. halbe Sotnie Stojaken zu Fuß den Befeht, zu feuern, worauf der Auch dieses Vorkommnis kann idy nur Ihrer Zolltarif- Blei- und Zinfarbeiterstreit in Amsterdam. Am Sonntag baben Arbeiterhaufe flüchtete und zwei Tote und 19 Berivundete auf dem wut zuschreiben. Der Präsident hat nicht einmal den An- die Blei- und Zinkarbeiter Amsterdams beschlossen, bei allen Unter- Plaze ließ. Von diesen Verwundeten sind zwei im Hospital getrag verlesen, bevor er zur Abstimmung gekommen ist. nehmern, welche die Forderung eines Minimallohnes von 25 Cent Der Ausstand der in den Rostower Werkstätten beschäftigten ( Widerspruch bei der Mehrheit.) Sie schlagen der Wahr- per Stunde nicht bewilligt haben, die Arbeit niederzulegen. An dem Arbeiter fand Wiederhall bei den Arbeitern der Stationen heit ins Gesicht mit diefen Behauptungen. Sie fönnen Streif find 300 Arbeiter beteiligt. Behn Unternehmer haben die Tichorezkaja. Diese stellten die Arbeit durch Ihre Gewaltpolitik doch nicht offenkundige Thatsachen ins Forderungen anerkannt. Die zur Zeit bestehende Föderation der ein, verließen ihre Werkstätten und sammelten sich an. Der Haufen Gegenteil verkehren. Ebenso können Sie auch defretieren: schwarz Organisationen der baugewerblichen Arbeiter hat den Streikenden stellte, angeführt von Aufrührern(?) aus Rostow, die gleichen ist nicht schwarz, sondern weiß." Wenn der Präsident die Geschäfts- träftigste moralische und finanzielle Unterstützung zugesagt. ordnung achten will, muß er den Antrag zur Diskussion stellen, nachdem er vorher die Unterstügungsfrage gestellt hat. Erst nach der Debatte tann abgestimmt werden.( Beifall bei der Opposition.) $ 190 Vicepräsident Graf Stolberg: Ich habe bereits erklärt, daß der Gerichts- Zeitung. storben. am 28. November Forderungen wie die Arbeiter in Rostow. Am 29. November wurde den Ausständigen vom Chef des vom Chef des Kubanschen Gebiets persönlich erklärt, daß jede Ansammlung untersagt sei. Trotzdem versammelten sich am folgenden Tage an tausend Arbeiter, die ungeachtet wiederholter Ermahnungen nicht ausEin Monftreprozeß wegen Landfriedensbruchs fand gestern einander gingen, dem Militär mit Steinwürfen begegneten, a wölf Beschluß rechtskräftig gefaßt ist.( Vielfache Pfui- Rufe bei der vor der dritten Straftammer am Landgericht II nach zweitägiger Rojaten verwundeten und einen Offizier mit einem Oppofition.) Diejenigen Abgeordneten, die Pfui gerufen haben, Berhandlung seinen Abschluß. Wegen des großen Umfanges des Beil die Hand durchhackten. Nach Erschöpfung aller Mittel zur Bes rufe ich zur Ordnung.( Bravo! rechts.) aufgebotenen Apparates fand die Verhandlung im fleinen Schwur ruhigung der Menge sah sich der Kommandeur gezwungen, erst mit Nach einer Bause gerichtssaale statt. Hier füllten 32 Angeflagte sämtlich aus Neu- blanter Waffe vorzugehen und sodann Feuer zu geben, worauf der Haufe Vicepräsident Graf Stolberg: Einem mehrfach an mich ge- Weißensee die Anklagebank, die Geschwornenbänke und einen auseinanderlief und zwei Tote, fieben Schwer und zwölf richteten Wunsch entsprechend, schlage ich vor sich zu ber- Teil der Beugenplähe. Die Angeklagten waren nur zum Teil er eichtverlette zurückließ. 102 Personen, die Widerstand tagen und beraume die nächste Sigung auf morgen 12 Uhr wachsen, in der Mehrheit waren es Schulbuben bis herab an die leisteten, wurden arretiert. leber die Ursachen dieser Arbeiter an.( Widerspruch bei den Socialdemokraten. Rufe: An- äußerste Grenze der Strafmündigkeit. Der Anklage, welche beivegung ist eine besondere Untersuchung eingeleitet worden. Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Interhaltungsblatt, " Nr. 282. 19. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 3. Dezember 1902. 228. Sigung. Dienstag, den 2. Dezember 1902, mittags 1 Am Bundesratstisch Kommissare. hr. Die zweite Beratung des Bolltarif Gesezes wird fortgefeßt. Die Geschäftsordnungsdebatte über die Zu Tässigkeit des Antrages v. Karborff dauert fort. jezt angestrebte Manier beschlossen wird, kann bei den Vertragsschließt sich würdig seinem früheren Antrag an. Es ist charakteristisch, verhandlungen gegenüber dem Auslande sehr wenig Autorität daß Sie angesichts einer Vorlage, die zu Gunsten einer Minderheit beanspruchen. Die gemachten Fehler beginnen mit der verspäteten die breite Masse des Voltes auspowert, zu einem Mittel greifen, das Einbringung des Tarifs seitens der Regierung. Heute ist die außerhalb aller parlamentarischen Gewohnheit liegt und wie der weitere Situation so verfahren, daß auf ordnungsmäßigem Wege der Tarif Verlauf der Debatte zeigen wird, seinen Zwed vollständig verfehlen nicht mehr zu stande kommen kann. Der tiefste Grund der gegen muß. Der Antrag entspringt Ihrem Gefühl der Schwäche und dem wärtigen Krise aber liegt in der schwächlichen Nachgiebigkeit der Verlangen, den Zolltarif so schnell als möglich einzuheimſen.( Sehr Regierung gegenüber der agrarischen Agitation. Es rächt sich jetzt, richtig! links.) Andre Gründe haben Sie nicht für Ihr Vorgehen. daß man von oben die Aspirationen der Agrarier stets begünstigt Selbst diese Gründe anzugeben, schämen Sie sich, sie zu hören, ist hat. Nur Kraft imponiert diesen Herren, Kraft zwingt sie Ihnen unangenehm. Sie sprechen von Notwehr. Uns gegenüber ist nieder aber Nachgiebigkeit reizt sie zu immer höheren das nicht richtig. Aber von Notwehr gegen sich selbst tönnen Sie Ansprüchen. Diese Politit steht jetzt vor dem Zusammenbruch( Oho! reden. Sie müssen sich davor schüßen, im Lande so gekennzeichnet Die gestrige Rede des Herrn v. Kröcher war zwar nicht nach rechts), darum greifen Sie( nach rechts) jezt zu den alleräußersten zu werden, wie Sie es verdienen. Die Verlegenheit, die ihrem geistigen Niveau, wohl aber in ihrer politischen Tendenz Mitteln. Die Nationalliberalen machen die ganze Politik der Ver- Ueberzeugung von Ihrer Rechtlosigkeit läßt Sie immer derart bedeutungsvoll, daß ich mich zunächst mit ihr be- gewaltigung mit. Vorläufig ist es aber anders gekommen, als jene neuem zu Gewaltmitteln greifen.( Sehr richtig! links.) Die besten schäftigen muß. Herr v. Kröcher hat in einem äußerlich gemüt- Herren wollten. Sie mochten an das Wort des Dichters denken: Mittel werden in schlechten Händen schlecht. Die Geschäftsordnung, lichen Tone verraten, wohin er die Mehrheit des Reichstages und wenn es glückt, dann ist es auch verziehen!" Noch aber ist es das Palladium des Reichstages, wird mit Füßen getreten von den zu führen wünscht. Er hat zwar seine Pläne nicht direkt aus nicht geglüdt, wir stehen noch immer in den Anfangsstadien der Parteien, die sich rühmen, Ordnung, Recht und gute Sitten in Erbeinandergesetzt, aber mit seinen Worten, daß die Socialdemokratie zweiten Lesung. Lassen Sie sich eines Besseren belehren. Ziehen pacht genommen zu haben.( Sehr richtig! links.) Das Toben der nicht Subjekt, sondern nur Objekt der Gesetzgebung sein könne, hat Sie den Antrag zurück! Noch ist es Zeit, aber bald wird es zu spät konservativen Presse, speciell der Kreuz- Zeitung", in der die er für uns genug angedeutet. Wir wissen seine Worte genau zu sein.( Beifall links.) Abg. Pachnicke( frs. Vg.): der modernen Zeit in einem immer größeren Mißverhältnis zu ihren Leistungen stehen. Jene Leute merken nicht, daß die Welt um sie herum sich geändert hat, sondern sie sagen einfach: die Kanaille wird füfiliert, oder, um den geschmackvollen Ausdrud der Kreuz- Zeitung" zu gebrauchen: Der Bestie muß der Baum angelegt werden!"( Unruhe rechts.) Die Rede des Herrn v. Kröcher war ja nicht allein für uns bestimmt, fie zielte auf eine andre Stelle. Deshalb würde es im Lande nicht verstanden werden, wenn nur von socialdemokratischer und nicht auch von freifinniger Seite dagegen Verwahrung eingelegt würde. " Abg. Singer( Soc.): 17 " bon Denunzianten vom Schlage der Ohm und Gödsche ihre Auferstehung deuten: das klang nach Socialistengefes, nach Umsturz- Präsident Graf Ballestrem: Es ist ein Antrag auf Schluß der feiern, macht einem erst flar, worum es sich handelt. Die Macht gesez, nach Abänderung des Wahlrechtes und noch Geschäftsordnungs- Debatte eingegangen( Große Unruhe links), unter- foll benutzt werden, das Volt wirtschaftlich auszubeuten und politisch weiteren Verlegungen der Geschäftsordnung zeichnet vom Abg. v. Kardorff, unterstützt durch 31 andre Ab- zu entrechten.( Sehr richtig! links.) ( Sehr richtig! links.) Und das alles geschah anscheinend so leicht- geordnete. Wir sind uns wohl bewußt, daß der Kampf nicht nur herzig, so nonchalant, als ob Herr v. Ströcher beim Statspiel säße Abg. Singer( Soc.): Ich bitte ums Wort zur Geschäfts- um den Zolltarif, sondern um die Aufrechterhaltung des Parlaund nebenher ein Todesurteil unterzeichnete.( Sehr gut! links.) ordmung! mentarismus geht!( Sehr richtig! bei den SocialdemoSeine Parole scheint zu sein: heute Staatsstreich, morgen FasanenPräsident Graf Ballestrem: Ueber Anträge, welche auf Schluß fraten.), Sie werfen uns vor, wir schadeten dem Parla jagd, aber noch besser: erst die Fasanenjagd und dann der Staats- oder Vertagung lauten, findet teine Diskussion statt, sondern es mentarismus. Nein, wir fämpfen für den Parlamenta streich! Das ist der Typus des preußischen Klein adels, wird über fie einfach abgestimmt. rismus.( Gelächter rechts.) Und das Bedauerlichste ant der Typus des Reaktionärs, aus ihm spricht seine junkerliche GeAbg. Singer: Zur Geschäftsordnung wünsche ich das dieser Tragikomödie iſt, daß Herr Eugen Richter. sinnung, die vor feinem Gewaltmittel zurückschreckt. Das ist der Wort! der fein ganzes Leben dazu aufgewendet hat, für den Geist oder die Geistlosigkeit jener Kaste, deren Ansprüche in Präsident Graf Ballefirem: Zur Geschäftsordnung habe ich dem Parlamentarismus zu tämpfen, nun in der Verblendung Abg. Singer nur das Wort zu erteilen, wenn er einen Antrag in der Parteileidenschaft nicht einſieht, daß er das Werkzeug Bezug auf die Art der Abstimmung stellen will. der Reaktion ist.( Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten, Abg. Singer: Ich beantrage über den Antrag v. Kardorff Unruhe bei der Freifinnigen Volkspartei.) Herr Richter wirft uns Uebergang zur Tagesordnung und bitte dazu um das blind- täppische Obstruktion vor- er selber aber treibt blind- täppische Wort zur Begründung. Reaktion.( Erneuter Beifall bei den Socialdemokraten.) Wir sind ordnung über den Schlußantrag? Präsident Graf Ballestrem: Sie beantragen Uebergang zur Tages- es, die den Parlamentarismus schüßen.( Gelächter und Lärm rechts.) Wir wollen den Reichstag vor der Gefahr bewahren, aus einer Abg. Singer: Jawohl. Versammlung, in der Recht und Gesetz gilt, eine Institution Präsident Graf Ballestrem: Herr Abg. Singer beantragt Ueber- zu werden, in der die selbst gegebene Ordnung in dem Augengang zur einfachen Tagesordnung über den Antrag auf Schluß der blicke umgestoßen und über den Haufen gerannt wird, wo es sich um Herr v. Kröcher sprach von leisen Bedenken" des Präsidenten Debatte.( Abg. v. Ströcher( t.] bittet ums Wort zur Geschäftsordnung.) Ich bie materiellen Interessen der Mehrheit handelt. Wir sind es, die Grafen Ballestrem gegen die Zulässigkeit des Antrags b. Kardorff. wiederhole: es ist ein Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung. die Geschäftsordnung schüßen.( Lärm rechts.) In diesem Bestreben In Wirklichkeit hat diese autoritativite Stelle des Reichstags fehr Sie müßten ebenso furz sprechen wie Herr Singer.( Abg. bon werden wir getragen von der Unterstützung aller anständigen gewichtige Bedenken gegen den Antrag v. Kardorff ausgesprochen. Kröcher: Dann verzichte ich.) Ein Antrag auf Uebergang zur Leute im Lande.( Großer Lärm rechts. Lebhafter Beifall bei Herr v. Kröcher ſpringt mit der Socialdemokratie sehr cavalièrement einfachen Tagesordnung ist stets zulässig, deshalb kann ich ihn den Socialdemokraten.) Soweit in der nationalliberalen Bresse noch um; er hat eine merkwürdige Meinung von der Art und Weise, wie nicht abweisen. Wir werden also einen Redner für und einen ein Rest Liberalismus vorhanden ist, kommt diese Ansicht auch zum inan 2 Millionen deutscher Wähler behandeln fann. Er Gr Redner gegen diesen Tagesordnungsantrag hören. Zur Begründung Ausdruck. Der Präsident wird mir gestatten, einige Stellen zu berhat einen Vergleich gezogen mit französischen Zuständen. In des Antrags hat das Wort der Herr Abgeordnete Ginger. Iefen.( Rufe rechts: Bur Tagesordnung!) Soweit sind wir ja noch Frankreich aber hat fürzlich Waldeck- Rousseau den Staat nicht gekommen, daß Sie Ihrerseits die Befugnisse des Präsidenten gerettet gegen eine Koalition der Klerikalen und Konausüben.( Heiterer Widerspruch bei den Socialdemokraten: Doch! fervativen, die Den Staatsstreich herbeiführen wollten. Ich habe den Antrag auf Uebergang zur Tagesordmmg über doch das haben sie schon lange gethan, das thun Sie jetzt An Herrn Richters Rede war das bemerkenswerteste, den Schluß- Antrag des Abg. v. Stardorff gestellt, weil der Präsident immer.) Ich spreche vom Hannoverschen Courier", nicht daß sie nach dem Antrag Kardorff gehalten wurde.( Sehr richtig! erklärte, er könne mir das Wort nur in Bezug auf die Art der Ab- von der National- Zeitung", die Herr Sattler weniger beweiskräftig bei der Freif. Vg.) Man mag einzelne Schachzüge der Minorität ſtimmung erteilen. Ich möchte zunächst die Erklärung abgeben, daß als wortreich abzuschütteln gesucht hat. Der„ Hannoversche Courier" nicht billigen, jedenfalls hat sie nicht, wie der Antrag Kardorff, den nach meiner Ueberzeugung ein meiner Ueberzeugung ein Antrag auf Schluß einer steht ja wohl dem Abg. Sattler nahe.( Abg. Sattler schüttelt gesetzlichen Weg verlassen. Selbst einzelnen nationalliberalen Geschäftsordnungs- Debatte an sich sinnlos ist( Zustimmung bei den Kopf.) Nun, früher hat er sicherlich die Ansichten des Herrn Sattler Gemütern außerhalb dieses Hauses hat der Antrag Kardorff einen den Socialdemokraten), finnlos deshalb, weil Ihnen durch die That vertreten. Der„ Hannoversche Courier" schreibt: Gin hervorragender Schrei der Empörung entrissen. Herr Richter aber fagte, bewiesen werden wird, daß, falls Sie in Ihrer Verblendung so weit Barteiführer der Mehrheit im Reichstag hat noch vor etwa 2 Wochen es müsse eine jammervolle Mehrheit sein, die sich so etwas, wie das gehen, diesen Antrag anzunehmen, er sofort hinfällig wird auf die Frage, ob die Absicht der Rechten, in irgend einer Form die Borgehen der Minorität gefallen ließe. Damit hat Herr Richter badurch, daß die jetzt noch auf der Rednerliste stehenden Redner En bloc- Annahme des Bolltarifs durchzusetzen, verwirklicht werden das Vorgehen der Majorität gewiffermaßen fich fofort wieder zur Geschäftsordnung melden. Daß Sie das nicht ver- tönnte, flipp und flar geantwortet: Solche Versuche wären finn- und gerechtfertigt. In der That beruft sich die Mehrheit jetzt in hindern können, das liegt auf der Hand; das werde ich Ihnen turz nach- zwecklos, denn erstens würden die Nationalliberalen, die ihrer Bresse auf Herrn Richter, und das ist das Bedauerliche für weisen. Herr v. Ströcher hat gestern darüber geklagt, daß die Epigonen der man zur Mehrheitsbildung nicht entbehren könnte, ihn nicht mituns.( Sehr richtig! bei der Freis. Vereinigung.) Es ist zweifellos, früheren Führer nicht an ihre Vorgänger heranreichten. Zweifellos machen,( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) und zweitens würde daß die Mehrheitsparteien sich unter allen Umständen geeinigt hätten. hatte er damit recht, aber daß diese Epigonen eine so eklatante Be- ein so torrefter Präsident wie Graf Ballestrem einen tver das nicht glaubte, unterschätzte die agrarische Gewinnsucht.( Sehr ftätigung dieser Behauptung fo bald liefern würden, daran hat er derartigen geschäftsordnungswidrigen Antrag nie zur Abstimmung richtig! bei der Freisinnigen Bereinigung.) Schon an der Art, in wahrscheinlich selbst nicht gedacht. Ich wenigstens habe den Herren bringen.( Hört 1 hört! bei den Socialdemokraten.) Und auf die welcher die Abweisung des Antrags Barth auf Bertagung der Ver- noch den Rest von Verständnis zugetraut, daß sie sich nicht ganz weitere Frage, ob, wenn Graf Ballestrem zufällig ertranfen handlungen über die Bolltarif- Vorlage feitens der Mehrheit erfolgte, dar um bringen werden, als vernünftige Leute follte, vielleicht der erste Vicepräsident, der konservative Graf mußte jeder Einsichtige erkennen, daß die Mehrheit fest ent- betrachtet zu werden. Daß ein Antrag auf Schluß der Stolberg- Wernigerode, für eine ähnliche Aktion zu habenr schlossen war, sich zu einigen. Was soll das ganze Gerede Geschäftsordnung sinnlos ist, ist bereits von den Leuten in Breußen sein würde, lautete die Antwort ebenso unzweideutig: Auch der über Obstruktion? Nach der Schärfe des Angriffes richtet erkannt worden, die das erste Mal eine Geschäftsordnung nicht,( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) und überhaupt kein sich das Maß der Abwehr. Wir wollen eine gründliche Beratung, für eine parlamentarische Körperschaft beraten haben. In Präsident, denn einen Mann, dem so etwas zuzutrauen ist, wählt die der Antrag Kardorff umgehen will.( Sehr richtig! bei den der konstituierenden Nationalversammlung für Preußen im man eben nicht zum Präsidenten."( Hört! hört! bei den Socialdem.) Socialdemokraten.) Wir haben nichts zu entschuldigen, nichts zurüd Jahre 1848 tauchte die Frage auf und wurde dahin ent Das geschah also noch vor 2 Wochen, als Herr Sattler sich vielleicht zunehmen. Herr Richter meint, eine kurze Obstruktion sei gestattet, schieden, daß das Wort zur Geschäftsordnung jederzeit erteilt noch in ärgster Herzensbedrängnis befand, ob der Antrag Kardorff eine lange nicht. Bei der Branntweinsteuernovelle hat die Freifinnige werden müsse. Aus dieser Geschäftsordnung find dann die Geschäfts- zulässig sei. Vielleicht wissen die Herren Sattler und Baffermann Volkspartei ganz unbestreitbar die Obstruktion mitgemacht, um ordnungen des preußischen Landtages, des Norddeutschen Bundes und ganz gut, wer fener hervorragende Parteiführer wie viel mehr Berechtigung aber hat eine Obstruktion des Reichstages hervorgegangen, in denen die Frage in derselben ber Mehrheit war.( Heiterkeit.) Bei ihren eignen Freunden bei diesem für das ganze Wirtschafsleben so überaus wichtigen Zoll- Weise geregelt ist. Diejenigen, als deren Epigonen Herr b. Kröcher sich und hat Jhr Borgehen maßloses Erstaunen, maßlose Entrüstung herbortarif.( Sehr wahr! bei der Freifinnigen Vereinigung.) Und wie ge- feine Freunde bezeichnet hat, sind auch der Meinung gewesen, daß ein gerufen. Dann vergegenwärtige man sich die Aeußerungen der jagt, wir fordern ja nur eine gründliche Beratung, die in der Schluß der Geschäftsordnungsdebatte sinnlos fei. Ich habe hierfür einen konservativen Presse, man denke an das Wort der, Kreuz- 8tg": Stommission nicht stattgefunden hat. Hat sich doch sogar Herr Sped außerordentlich bezeichnenden Präcedenzfall, der Man muß der Bestie den Zaum anlegen!" an die" Post", die in der Kommission einmal darüber beschweren müssen, sich am 12. Oftober 1867 im Reichstag im Reichstag des Norddeutschen da jammert, daß man nicht ein für allemal die Gefahr daß ihm das Wort durch einen Schlußantrag ab Bundes zugetragen hat. Es wurde ein Antrag auf Schluß socialdemokratischer Attentate auf den Reichstag und sein geschnitten werde.( Hört! hört! lints.) Nun zu der Geschäftsordnungs- Debatte eingebracht von dem Abg. v. Welzien. Ansehen beseitigen tönne, wenn man auch jezt der SocialHerrn Sattler. Die nationalliberale Partei foll nie Herr v. Unruh bemerkte damals, daß ein solcher Antrag noch nie- demokratie den Fuß auf den Nacken sezze". Nun, die Attentate Obstruktion getrieben haben. Wenn das nur mit der mals zugelassen sei, es stehe ja auch jedem Abgeordneten frei, wieder auf das Ansehen des Reichstages gehen von jener Seite( nach rechts) historischen Wahrheit übereinstimmte. Wir haben doch bei der lex das Wort zur Geschäftsordnung zu verlangen. Das war ein aus.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Wenn im Volke Heinze die Obstruktion fogar gemeinsam verabredet. nationalliberaler Abgeordneter, Herr Baffermann und Herr fich die Meinung berbreitet, daß im Reichstage nicht die allgemeinen ( hört! hört! links.) Wir sind Augenzeugen der Sattler, an den Sie als Epigonen nicht heranreichen, wie Herr Boltsintereffen gelten, sondern die wucherischen Interessen einer vernationalliberalen Obstruktion gewesen. Herr Basser- v. Kröcher gestern erklärt hat. Darauf erklärte damals Präsident schwindenden Minderheit, dann trägt Ihr Verhalten die Schuld. mann hat ja fogar eine programmatische Erklärung über die Haltung v. Simson: Die Bemerkung des Herrn Abg. v. Unruh, daß ein( Bravo! bei den Socialdemokraten.) Herr Dr. Paasche schreibt feiner Freunde am 18. Mai 1900 abgegeben. Er sagte wörtlich nach dem Antrag auf Schluß der Geschäftsordnungs- Debatte nicht zuläffig fei, im Tag", daß die jüngsten Essener Vorgänge die Vorliebe amtlichen Stenogramm. Die Borausseßung halte ich nicht für richtig, weil die Geschäftsordnung in den Be- für die idealen Vorfämpfer für die Rechte des arbeitenden Bolles" unsrer Beteiligung an den Verhandlungen und Abstimmungen ftimmungen über Schlußanträge keinerlei Unterschied der Debatte nicht gesteigert haben, und daß der Wunsch, ihnen den Einzug in die ist die, daß das Gesez des Hauses in teiner Weise macht. Daß aber die Annahme des Schlußantrages nichts hilft, darin Barlamente eventuell durch gefeßliche Maßregeln zu erschweren, in verlegt und die Geschäftsordnung aufrecht er hat Herr v. Unruh unividerleglich recht.( hört! hört! links.) Auch sehr einflußreichen Kreisen des Boltes sich immer mehr berbreitet. halten wird."( Lebhaftes Hört! hört! links.) Freilich die Motive nachdem der Schlußantrag angenommen ist, müßte ich jedem Mitglied, Das, meine Herren, ist die Art, in der die Parteien, die für Moral, lassen sich nicht immer erkennen und Herr Sattler hat uns ja gestern welches es verlangt, das Wort zur Geschäftsordnung geben.( ört! Bucht und Ordnung fämpfen, die Waffen führen!( Bravo! bei den gefagt, nicht wie wir dachten die allgemeine Bewegung, welche durch das hört! links.) Ich weiß nicht, ob nicht unter solchen Umständen der Socialdemokraten.) In der Aufhetzung derjenigen Stellen, die mit Bolt ging, hat das Schicksal der lex Heinze besiegelt, sondern der Schlußantrag besser zurückgezogen wird." Die Herren waren damals dem Reichstag zusammen die Geseze machen, sehen sie ihre Aufgabe. Hunger nach der Suppe.( Große Heiterteit lints, Unruhe bei den so vernünftig und zogen den Antrag zurück. Ich bin überzeugt, daß Neben der Beutemacherei ist die Scharfmacherei ihr vornehmstes HandNationalliberalen.) Wie verträgt sich die jetzige Stellung der der jetzige Herr Präsident in derselben Weise verfahren wird wie werk.( Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten.) Nationalliberalen mit den Worten des Herrn Bassermann Herr v. Simson, es entspricht das auch einer Aeußerung, die er selbst Männer nehmen es sich heraus, zu behaupten, wir schädigten den auf dem Eisenacher Parteitag: Die Zeiten eines Kartells schon gemacht hat, daß das Wort zur Geschäftsordnung stets Barlamentarismus. Nun, diese Legendenbildung wird Ihnen mit den Konservativen sind vorüber, man muß die liberalen Grund- erteilt werden müsse. Ich will nur noch eine Bemerkung an- nichts helfen. Im Hause mögen Sie durch die Macht Ihrer jätze schärfer betonen.( Sehr wahr! links.) fügen. Wenn die Herren der Rechten immer behaupten, 300 Stimmen uns niedertrampeln, Herr Baffermann meinte, der Antrag sei schon deshalb zulässig, daß wir die Berhandlungen aufhalten, so erreicht diese Behauptung wird entscheiden, wer Recht und Gefeß mißweil der Präsident ihn zugelassen habe. So wirft man sich den bald einen Grad von Lächerlichkeit, über den gar nicht mehr a chtet. Wir werden es nicht sein, die diesen Kampf verBall gegenseitig zu. Graf Ballestrem appelliert an die Mehrheit und zu reden ist. Alle Ihre Anträge sind doch nichts anderes als eine lieren.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) Sie können den Ander Führer der Mehrheit beruft sich auf den Grafen Ballestrem. Obstruktion, welche die Verhandlungen zwedlos verlängert. Sie trag Kardorff auf Schluß der Geschäftsordnungsdebatte nicht an( Sehr gut! links.) Mich wundert, daß bisher nicht in genügender benutzen alle Mittel, die außerhalb der Geschäftsordnung liegen. nehmen ohne eine neue Berlegung der Geschäftsordnung. Sie erWeise eingegangen ist auf die Beteiligung der Person des( Sehr richtig! links), die Sie nur mit der Macht der Gewalt motivieren reichen Ihren Zweck nicht, denn der Antrag wird gegenstandslos in deutschen Kaisers an diesem Gesetzgebungswerk. Der Kaiser tönnen mit der Absicht, die Minorität brutal nieder dem Augenblid, wo er angenommen ist. Ist der Präsident doch verfann das Gesetz nicht vollziehen, wenn es nicht in geseh- auzwingen und dann haben Sie die Stirne zu behaupten, von pflichtet, das Wort zur Gejchäftsordnung zu erteilen! Wir werden mäßiger Form im Reichstage zu stande gekommen ist. unsrer Seite werden die Verhandlungen gestört.( Lachen rechts.) von diesem Rechte Gebrauch machen.( Beivegung.) Ich beantrage über Demgegenüber ist es die Aufgabe des deutschen Liberalismus, die Diese Ihre Behauptung ist wirklich nachgerade geeignet, Be- meinen Antrag auf einfache Tagesordnung namentliche Abstimmung. schärffte Opposition durchzuführen. Daß wir in diesem Kampf gemein- denken zu erregen, deren Feststellung ja in diesem Hause Im Namen meiner politischen Freunde darf ich die Erklärung abfam mit der Socialdemokratie, mit deren kommunistischen Tendenzen nicht möglich ist.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Sie fagen, geben, daß wir uns an dieser Abstimmung nicht beteiligen werden, wir nichts gemein haben, gehen, macht uns in unfrer Opposition die Geschäftsordnung gebe Ihnen kein Mittel, den Tarif durchzu- weil wir auch nicht indirekt die Hände dazu bieten wollen, Würde nicht im geringsten irre.( Sehr gut! bei der Freifinnigen Vereinigung.) beraten. Ja, meine Herren, Sie müssen nur nicht so oft auf die und Ansehen des Parlaments zu vernichten.( Beifall bei den Ist etwa nicht auch die Freifinnige Volkspartei in zahlreichen Fällen Jagd gehen, sondern statt Fasanen zu schießen, lieber hier bleiben Socialdemokraten, Lärm bei der Mehrheit.) Sie kommen mit Hand in Hand mit der Socialdemokratie gegangen? at man und ihre Pflicht erfüllen.( Sehr gut! links, Unruhe rechts.) Die diesem Antrage zu einer recht zeitgemäßen Stunde. Heute damals das Bild vom Schlepptau angewandt? Nein, daran ganze lex Aichbichlerei var überflüssig, sie haben nur ist der 2. Dezember, der Tag der Staatsstreiche.( Behat früher niemand gedacht. Warum soll es jetzt plötzlich anders kostbare zehn bis zwölf Tage der Beratung in Anspruch genommen. wegung.) Aber Sie werden keineswegs Freude an diesem Ihre Behauptung in der Presse, daß die Verhandlungen von unsrer Staatsstreich erleben. Die Abstimmung wird vor aller Welt dieDie jebige Taktik der Mehrheitsparteien entwertet den Tarif, Seite gestört werden, kann nur jemand glauben, der keine Ahnung jenigen festnageln, die von diesem Mittel Gebrauch machen. Wenn felbst wenn er zu stande kommen sollte. Ein Tarif, der auf die vom wirklichen Sachverhalt hat. Der neue Antrag v. Kardorff wir bei der Abstimmung fehlen, so wird jedermann nach dieser Erwerden? " D " das Land flärung wissen, daß wir gegen den Antrag stimmen würden. Ich bitte über den Antrag v. Kardorff zur Tagesordnung überzugehen. ( Lebhafter Beifall und Händeklatschen bei den Socialdemokraten.) das Wort Ich habe jetzt folgende Erklärung abzugeben: was durch die Art und Weise, wie die Beratung bisher seitens der Social " Mit dem Antrag v. Kardorff und Genossen hat sich die demokratie und der Freisinnigen Vereinigung geführt ist, davon über Mehrheit des deutschen Reichstags außerhalb der Geschäftsordnung zeugt, daß wenn der Zolltarif im einzelnen beraten wird, die Beund der Verfassung gestellt.( Gelächter rechts.) In der Voraussicht, ratung nie zu Ende kommt." Herr Bassermann ist also an Gegen den Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung erhält daß die Mehrheitsparteien die zur Beschlußfähigkeit notwendige Zahl we i aufeinander folgenden Tagen thatsächlich der Mitglieder nicht für die Zeit zusammenhalten können, die zur durchaus verschiedener Meinung über das, Abg. v. Kardorff( Np.): fachgemäßen Diskussion und Verabschiedung des Zolltarifs erforderlich der Antrag bezweckt, gewesen. Daraus ergiebt sich, daß Am 18. Oktober 1877 hat der Abg. v. Woltzien den Schluß ist, haben die Mehrheitsparteien, ohne auch nur den Versuch die Diskussion über den Zolltarif nicht ausgeschlossen ist. einer Geschäftsordnungs- Debatte beantragt. Darauf antwortete der einer Beratung des Tarifs im Plenum des Reichstags zu Das steht im völligen Widerspruch zu dem, was Herr v. Kardorff Präsident: Ich halte allerdings den Antrag auf Schluß dieser unternehmen, vor Beginn der Specialberatung des Tarifs statt der gesagt hat. Ich nehme als selbstverständlich an, daß Herr v. Kardorff ſpeciellen Diskussion in Bezug auf diese Geschäftsordnungs- Frage geſchäftsordnungsmäßigen Diskussion und Beschlußfaffung einen Gewalt auch seinen neuen Antrag als En bloc- Anname interpretieren für zulässig. Ich werde daher, wenn ein Widerspruch sich gegen streich verübt, um durch einen Bruch der Geschäftsordnung, der Ver- wird. Dann müßten wir zunächst die 23 Referate ſeitens der Berichtdiesen Antrag nicht erhebt( hört! hört! bei den Socialdemokraten), faffung und des parlamentarischen Rechtes dem deutschen Wolfe ein erstatter entgegennehmen. Wir schließen uns selbstverständlich der darüber abstimmen lassen." Darauf hat er den Antrag zur Ab- fassung stimmung gebracht. Ich will den Präsidenten nicht kritisieren, aber Intereſſengeſetz zu Gunsten einer winzigen Minderheit zu oktroyieren. Interpellation des Herrn Bassermann an, daß i.. 3olltarif zunächst beraten werden muß und da halte ich es für richtig, nach meiner Auffassung ist es sehr zweifelhaft, ob der Antrag Singer Vicepräsident Graf Stolberg- Wernigerode: Ich muß Sie unter- daß die Referenten lediglich über die einzelnen Positionen bezw. wo brechen. Abg. Singer wirft der Mehrheit des Hauses vor, daß sie Zusammenfassungen für zwedmäßig erachtet werden, über die Abnicht nur einen Geschäftsordnungsbruch, sondern auch einen Ber- schnitte referieren. Ich spreche ausdrücklich den Wunsch aus, daß faffungsbruch begangen hätte.( Sehr richtig! bei den Socialdemo- dies zunächst geschehen möge. fraten.) Ein solcher Ausdruck ist unzulässig.( Buruf bei den Social- Nach unsrer Meinung widerspricht der neue Antrag Kardorff Ordnung.( Große Unruhe bei den Socialdemokraten.) demokraten: Aber wahr!) Jch rufe den Abg. Singer deswegen zur dem§ 19 der Geschäftsordnung, weil er zweifellos eine En bloc= Annahme des Tarifs bedeuten würde. Ueber alle Anträge auf einfache Tagesordnung über einen Schlußantrag zulässig ist. ( Redner macht nach diesen Worten eine ziemlich lange Bauſe, während deren er in seinen Manuskripten umhersucht. Er kann offenbar das gesuchte Material lange nicht finden. Abg. Bebel ruft: Sehr schlecht vorbereitet!) Abg. v. Kardorff fährt darauf fort:§ 53 der Geschäftsordnung bestimmt:„ Der Antrag auf die Vertagung oder auf den Schluß der Debatte bedarf der Unterstügung von 30 Mitgliedern. Wenn folche erfolgt, so wird demnächst ohne weitere Motivierung des Antrages und ohne Diskussion über denselben abgestimmt." Wenn aber ein Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung gestellt wird, so wird dadurch ja eine Diskussion über den Schlußantrag herbeigeführt, was die Geschäftsordnung einschließt. Dafür ist kein Präcedenzfall da, daß jemals zu einem Schlußantrag der Antrag auf einfache Tagesordnung gestellt worden wäre. ( Unruhe bei der Mehrheit.) Abg. Singer( fortfahrend): Die Mehrheitsparteien haben damit betreffend Abänderung der Positionen würde mit einem Male zur die Diktatur des Bollwuchers proklamiert.( Lautes Gelächter rechts.) Tagesordnung übergegangen werden. Das war bei den Anträgen Die socialdemokratische Fraktion hat beschlossen, deshalb jede Teil Wangenheim zu den Mindestzöllen allenfalls noch möglich, da es sich " ahme an diesem parlamentarischen Staatsstreich bei ihnen um einen einzigen Paragraphen handelte, hier aber abzulehnen und hat sich an der Beschlußfassung über die Zu- handelt es sich um ein dickleibiges Ungetüm von 938 noch auslässigkeit des Antrags Kardorff und Genossen nicht beteiligt, indem stehenden Positionen, alle dazu gestellten Anträge fönnen geschäftssie von der Gewalt an das Recht, von der volksfeindlichen Mehrheit ordnungsmäßig unmöglich mit einem Schlage totgemacht werden. des Reichstages an das Volk selbst appelliert.( Lebhafter Beifall bei Sie haben mit diesem Beschluß in keiner Weise verhindert, daß den Socialdemokraten. Unruhe bei der Mehrheit.) der Zolltarif beraten wird. Der Zolltarif steht auf der TagesSie( zu den Socialdemokraten) sehen so zubersichtlich in die Vicepräsident Graf Stolberg: Wir fahren fort in der Tagesordnung, und wir werden unsre Anträge zum Zolltarif ruhig einZukunft.( Abg. Bebel: Jawohl!) Sie hoffen, daß Sie einmal die Majorität im Reichstag bekommen und daß einmal der Moment ordnung.( Rufe bei den Socialdemokraten: Zur Geschäftsordnung!) bringen. Von keiner Seite ist versucht worden, den Beweis zu komme, wo Sie die deutschen Fürsten vor die Frage stellen, ob sie Ich gebe Ihnen gleich das Wort zur Geschäftsordnung. Ich führen, daß wir Obstruktion getrieben haben. Nun sollen es die eröffne nunmehr die Diskussion über§ 1 Absatz 1 der Dauerreden in der Kommission sein. Ehrlich gesprochen war auch zu Gunsten von Bebel und Singer abdizieren wollen.( Rufe bei Kommissionsbeschlüsse im Zusammenhang mit dem Antrag v. Kardorff mir manche Rede zu lang. Wenn aber alle socialdemokratischen den Socialdemokraten: Huh! huh! Große Unruhe.) Wenn Sie und den dazu gestellten Anträgen.( Wiederholte Rufe bei den Social- Redner nur die Hälfte der Zeit gesprochen hätten, wieviel wäre aber die Majorität im Reichstag besäßen und die 58 royalistischen demokraten: Zur Geschäftsordnung!) Ich bemerke dazu, daß der erspart worden? Eine Woche! Sehen wir uns nun einmal die Mitglieder des Reichstages sich diese Art der Verhöhnung der Antrag v. Kardorff in folgender Weise abgeändert worden ist. Dieser Bahl der Anträge beim ersten Teil des Zolltarifs an, der Majorität, diese Art der Obstruktion herausnähmen, die Abänderungsantrag lautet: 1.„ Die Worte ,, Eventualantrag zu Nr. 704 240 Pofitionen umfaßt. Da hat die Mehrheit im ganzen Sie uns gegenüber bis jetzt angewandt haben, was würden der Drucksachen" unter der Ueberschrift der Drucksachen fallen fort. 179 Bollerhöhungen beantragt und vier Zollermäßigungen. Von der Sie wohl für Maßregeln ergreifen? Dann würden die 2. An Stelle der Einleitungsworte„ Der Reichstag wolle beschließen: Freifinnigen Volkspartei find 58 Anträge eingelaufen, von der Freis Danton, Marat und Robespierre die Leute sein, für den Fall der Annahme des§ 1 Absatz 1 des Entwurfs eines finnigen Vereinigung aber nur 44.( Hört! hört! links. Rufe rechts: nach denen Sie sich richteten!( Große Unruhe, Gelächter Bolltarifgefeges denselben zu fassen wie folgt" ist zu sehen:„ Der Geschäftsordnungs- Debatte! Geschäftsordnungs- Debatte!) Wir haben bei den Socialdemokraten.) Ich bitte, den Antrag Singer ab- Reichstag wolle beschließen: den Absatz 1 des§ 1 des Entwurfs nun hier im Plenum für drei namentliche Abstimmungen mehr gezulehnen. eines Bolltarifgesetzes wie folgt zu fassen: Berlin, den 2. Dezember 1902. ftimmt als die Freifinnige Volkspartei. Ist das Obstruktion? Diese Zur Geschäftsordnung hat das Wort Abg. Gothein. Behauptung ist doch geradezu lächerlich.( Glocke des Präsidenten.) Abg. Gothein( frf. Vg.): Der Präsident hat vorhin erklärt auf Das ganze Geschrei über Obstruktion ist nur ein fadenscheiniger meine Bemerkung, daß ich mich rechtzeitig zur Geschäftsordnung Mantel, um die Blöße der Arbeitsunfähigkeit des Hauses zu be= gemeldet hätte, bevor wir in die Abstimmung eingetreten sind, daß decken.( Lebhafte Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Im Ausbiefe Meldung nicht bei ihm erfolgt sei und daß eine Meldung zum legen der Geschäftserdnung ist die Mehrheit hübsch munter, legt ihr Wort beim Präsidenten erfolgen müsse, daß die Meldung beim nicht aus, so leget unter.( Sehr gut bei den Socialdemokraten.) Schriftführer nicht genüge. Diefer Rat des Mephisto wird von der Partei fleißig befolgt, die Vicepräsident Graf Stolberg- Wernigerode: Ich möchte kein Miß- fich die Partei der Wahrheit, der Freiheit und des Rechts nennt, vom verständnis aufkommen lassen. Ich habe Ihnen daraus keinen Vor- Centrum. Aber es ist eine Partei, die die Wahrheit verwurf gemacht, sondern nur gesagt: ich habe nicht gewußt, daß Sie dunkeln, die Freiheit inebeln und das Recht brechen will. Noch vor vierzehn Tagen hat ein Führer hier erklärt, daß es un Abg. Gothein( fortfahrend): Ich bin dem Präsidenten sehr dank- denkbar sei, daß die nationalliberale Partei mitbar, aber daß er mir daraus einen Vorwurf machen wollte, habe machen würde, und heute haben wir es erlebt. Warum? ich selbstverständlich nicht angenommen.( Sehr gut! lints.) Jch Herr v. Kröcher sagt, im Kriege sind alle Mittel erlaubt. Was aber Zur Unterstützung erheben sich die socialdemokratischen Ab- halte es für absolut ausreichend, wenn man seine Wort im Kriege die Genfer Konvention, das ist hier die Geschäftsordnung. geordneten und die Mitglieder der freifinnigen Parteien; nur Abg. meldung beim Schriftführer anbringt. Das war bisher( Lebhafter Beifall links, Unruhe rechts.) Ihr großer Barlamentarier Richter( frs. Vp.) und Dr. Müller- Sagan( fri. Vp.) bleiben stets üblich.( Zustimmung links.) Es steht mit teinem Worte Stahl fagt: Recht geht vor Wacht, Autorität nicht Majorität. Wir jizen. Die Unterstüßung ist ausreichend. in der Geschäftsordnung, daß diese Wortmeldung beim Präsidenten werden nie das Recht einer Minderheit antasten, wie Sie es gethan erfolgen müßte. Es wäre ein schwerwiegender Präcedenzfall, wenn haben. Ihr erster Schritt muß weitere Schritte nach sich ziehen. tonstatiert würde, daß man sich nur beim Präsidenten melden darf. Sie sind noch nicht zu Ende, aber Sie sollen auch den Becher bis ( Sehr richtig! links.) zur Neige leeren. Den einzigen stichhaltigen Grund für die Es ist soeben ein neuer Antrag zum Antrage v. Kardorff zu- Außerachtlassung der Geschäftsordnung hat Herr v. Kröcher gegangen.( Rufe bei den Socialdemokraten: Noch nicht zu angeführt: Das Jagdvergnügen der Junker.( Sehr gut lints.) gegangen!) Dieser Antrag ist, wie er uns vorliegt, gänzlich Ein Nationalliberater, der noch kein Epigone war, Treitschte, hat einanonym, es steht gar fein Name darunter. mal ausgerufen:" Hüten Sie sich vor dem ersten Schritt! Sie ziehen ( Unruhe rechts.) Ich weiß nicht, ob er im Original darunter steht. sonst die Schleusen auf für eine schutzöllnerische Agitation, die in Fch_halte efen Antrag nicht für zulässig.( Große Unruhe rechts, wildem, bacchantischem Treiben unser ganzes Land mit wildem Hader Zustimmung links.) Sie haben einen Beschluß gefaßt, wonach ein erfüllen wird. Hüten Sie sich davor, Deutschland durch eine Politik andrer Antrag zulässig ist. Aber in feiner Weise haben Sie der Sonderinteressen unglücklich zu machen!" Diese Voraussicht ist beschlossen, daß dieser Antrag zulässig sei.( Zustimmung links.) Wahrheit geworden, und die eignen Freunde dieses Mahners helfen Dieser neue Antrag ist nach der Geschäftsordnung gänzlich un- dazu. Sie( zur Mehrheit) werden weiter schreiten auf zulässig, er fann nicht zur Debatte gestellt werden. diesem Wege. Aber wundern Sie sich nicht, wenn auch die Ent. rüstung von Tag zu Tage steigt! Die Schuld trifft die Urheber das sind Sie!( Beifall lints.) Präsident Graf Ballestrem: Es find Zweifel ausgesprochen an der Zulässigkeit des Antrages auf einfache Tagesordnung.§ 53 fagt aber nach dem vom Abg. v. Kardorff verlesenen Passus:" Der Antrag auf einfache Tagesordnung kann zu jeder Zeit gestellt werden und bedarf keiner Unterstützung." Dieser zweite Baffus spricht nicht von einer Ausnahme in Bezug auf Anträge auf Schluß oder Vertagung. Deshalb konnte ich nach der wörtlichen Auslegung der Geschäftsordnung diesen Antrag nicht zurüdweifen.( Abg. Singer bittet ums Wort zu einer persönlichen Bemerkung.) Jezt hatte nur ein Redner für und einer gegen den Antrag Singer zu sprechen. Hier ist eine persönliche Bemerkung nicht zulässig sich gemeldet haben. Abg. Singer hat beantragt, über den Antrag auf einfache Tagesordnung namentlich abzustimmen. Dieser Antrag bedarf der Unterstügung. * * Es wird zur namentlichen Abstimmung geschritten. Nach dem Schluß derselben erklärt Präsident Graf Ballestrem: Das Resultat wird verkündet werden, wenn die urkundlichen Listen protokollarisch festgestellt sind, also etwa in einer halben Stunde. Ich schlage vor, die Sigung so lange zu vertagen.( Große Bewegung.) Unterbrechung der Sigung 3 Uhr. Wiederbeginn der Sigung 3 Uhr 35 Minuten.. Vicepräsident Graf Stolberg- Wernigerode: Das Resultat der Abstimmung ist folgendes. Es find abgegeben worden 293 Stimm zettel, davon mit" Ja" 75, mit Nein 216, der Abstimmung enthalten haben sich 2 Mitglieder. Der Antrag auf einfache Tagesordnung ist somit abgelehnt, und wir kommen nun zur Abstimmung über den Schluß der Geschäftsordnungsdebatte über den Antrag v. Kardorff. Ich bitte, daß die Herren... Abg. Barth: Ich beantrage namentliche Abstimmung.( Lachen rechts.) Bicepräsident Graf Stolberg: Wir befinden uns bereits in der Abstimmung.( Stürmische Unterbrechungen links, Rufe: Nein! nein!) Abg. Gothein stürmt aufs Präsidium und verhandelt erregt mit den Schriftführern, die Mehrheit hat sich bereits einschließlich der Nationalliberalen von den Plätzen erhoben. Vicepräsident Graf Stolberg: Ich habe gesagt, ich bitte, daß die jenigen Herren, welche welche den Schluß der der GeschäftsordnungsDebatte über den Antrag v. Kardorff annehmen wollen, ( Stürmische Unterbrechungen links: Nein, das haben Sie noch nicht gefagt!) Vicepräsident Graf Stolberg wiederholt seine Worte.( Neue Unterbrechungen.) Ich habe gesagt, wir kommen zur Abstimmung über den Schluß der Geschäftsordnungsdebatte über den Antrag v. Kardorff. Ich habe ferner gesagt, wir stimmen ab und ich bitte die Herren, welche für den Antrag sind, sich zu erheben. Das ist geschehen, der Schluß ist somit beschlossen.( Bravo! bei Ser Mehrheit.) Es sind Zweifel über die Zulässigkeit des Antrags v. Kardorff ausgesprochen. Wir haben daher zunächst über die Zulässigkeit des Antrags abzustimmen.( Abg. Dr. Barth: Zur Geschäftsordnung!) Ich kann nur noch das Wort geben zur Frage der Art der Abstimmung. Abg. Dr. Barth( frf. Vg.): Ich beantrage namentliche Abstimmung. Abg. Gothein( frs. Vg.): Ich habe mich zur Geschäftsordnung gemeldet, ehe der Herr Präsident das Wort ergriffen hat, also bor Ser Abstimmung. in D Vicepräsident Graf Stolberg: Herr Abgeordneter, ich möchte Sie einen Augenblick unterbrechen. Der Antrag liegt mit der Unter schrift des Herrn v. Kardorff bei mir vor, wenn diese Unterschrift nicht auf den Druderemplaren sich befindet, so kann ich nur an nehmen, daß das ein Versehen der Druckerei ist.( Große Heiterkeit links.) Abg. Molkenbuhr( Soc.): Der Eventualantrag Kardorff tann erst beraten werden, wenn der ganze Bolltarif durch beraten ist.( Große Heiterfeit links.) Wir sind bereits in die Beratung des Zolltarifs ein- Abg. Spahn( C.): Ich verstehe einfach nicht, wie Abg. Gothein getreten. Das hat der Präsident am 27. November aus 13weifel an der Zulässigkeit des neuen Antrags v. Kardorff äußern drücklich gesagt.( Lebhafte Zustimmung links.) Ein Wider konnte.( Oho! links.) Der ursprüngliche Antrag b. Kardorff ist spruch gegen den Vorschlag des Präsidenten ist von feiner Seite er- vom Hause für berechtigt erklärt worden. Das hat die Folge, daß folgt.( Lebhafte Zustimmung links. Große Unruhe rechts.) nunmehr der Zolltarif in§ 1, 1 des Gesetzes aufgenommen ist. Es Infolgedessen haben wir die Beratung des Zolltarifs liegt kein Beschluß des Hauses vor, daß die Beratung des§ 1, 1 einzutreten und fönnen in die Beratung des Antrages nach der Beratung des Tarifs erfolgen solle. Aber selbst, wenn ein Kardorff erst eingehen, wenn der Zolltarif erledigt ist.( Große Heiter solcher Beschluß vorläge, so wäre er durch die Zulässigkeitserklärung feit links. Unruhe bei der Mehrheit.) Daß diese Ansicht richtig ist, be- des Antrags v. Kardorff geändert worden. Der neue Antrag hat stätigt der Anonymus, der den neuen Antrag eben gestellt hat. Dem nur eine formelle Bedeutung; die materielle Bedeutung des ursprüngSomit ist es ist es flar, mit welch unglaublicher Schlauheit die Herren den ersten An- lichen Antrages wird dadurch nicht geändert. trag Kardorff gestellt haben.( Große Heiterkeit links. Wachsende Unruhe eigentlich gar kein neuer Antrag. Auch der Präsident bei der Mehrheit.) Es ist so viel vom Epigonentum die Rede. Mit vollem hat die Sachlage zweifellos so aufgefaßt. Mir sind die Zweifel des Rechte: Der beste Beweis ist, daß die Mehrheitsparteien nicht einen Abg. Gothein absolut unverständlich. unter sich finden können, der einen forretten Antrag einbringt.( Lebhaftes Sehr richtig! links.) Ein so ungeschickter und unbrauchbarer Es ist behauptet worden, daß die Unterschrift des Abg. v. KarAntrag wie der Antrag Kardorff, ist noch niemals im deutschen Reichsdorff zu dem neuen Antrag im Original vorliege. Haben tag erlebt worden.( Sehr richtig! links.) Wir sind jetzt dabei, einen aber auch die übrigen Unterzeichner des ursprünglichen Antrages, anonymen Antrag zu beraten. Ich weiß nicht, ob das zulässig ist. die Herren Baffermann, Dr. Sattler, Dr. Stockmann, Spahn usw., ( Glocke des Präsidenten.) ihre Unterschriften zu der Berichtigung" gegeben, wie dies doch ers forderlich wäre? Das ist aller Wahrscheinlichkeit nach nicht der Fall. Ein vorliegender Antrag fann aber nicht von einem einzelnen Unterzeichner berichtigt werden. Wie ist es überhaupt möglich geworden, daß man zu so ungewöhnlichen Mitteln greift? Die Mehrheit entschuldigt immer wieder ihren Bruch der Geschäftsordnung mit der Notwehr". Dr. Spahn sagte, seine Abg. Gothein( fortfahrend): Ich nehme selbstverständlich an, daß Freunde seien in der Kommission gehindert worden, sachliche Anträge der Antrag mit der Unterschrift bereits zur Druckerei befördert zu stellen. Darf aber eine Partei, wenn sie sich ihrer Pflicht beVicepräsident Graf Stolberg: Mir ist nichts vorgelegt worden. worden ist. Jedenfalls ist der Antrag mit§ 19 der Geschäftsordnung wußt ist, sich von der Stellung fachlich erforderlicher Anträge auf ( Buruf links.) Sie haben sich außerdem bei mir zu melden.( Buruf nicht vereinbar. Was mit dem Antrag bezweckt wird, was er irgend eine Weise abhalten lassen?( Sehr gut! bei den Socialdem.) links: Wozu find denn die Schriftführer da?) Es ist namentliche eigentlich bedeutet, darüber sind ja die verschiedenen Herren Antrag- Die Anträge Herold in der Kommission wurden meist nicht bes Abstimmung über die Zulässigkeit des Antrages v. Kardorff beantragt. ſteller durchaus verschiedener Meinung.( Glode des Präsidenten.) gründet, sondern es wurde gesagt, das ist der Kompromiß. Ja, was Vicepräsident Graf Stolberg nimmt die Abstimmung vor. Vicepräsident Graf Stolberg: Herr Abgeordneter, Sie sprechen ist den kompromiß, das ist doch keine anerkannte KörperNachdem die Abstimmung geschlossen ist, erklärt Vicepräsident zur Geschäftsordnung. Ich möchte Sie bitten, thatsächlich auch nur schaft, sondern es ist eine Körperschaft, die außerhalb der geſchäftsGraf v. Stolberg: Meine Herren! Es haben sich bei den nament wörtlich zur Geschäftsordnung zu sprechen( Bravo! rechts, Zurufe ordnungsmäßigen Formen des Reichstags, außerhalb des Plemums lichen Abstimmungen nach dem neuen Modus kleine Unregelmäßig links) und nicht unter der Form einer Geschäftsordnungsdebatte über und der Kommission tagt. teiten ergeben, die übrigens auf das Resultat selbst ohne Einfluß den ganzen Antrag materiell zu diskutieren. geblieben find. Damit solche Ungenauigkeiten vermieden werden, Abg. Gothein( fortfahrend): Es liegt mir gänzlich fern, materiell bitte ich die Herren Schriftführer, die Zettel doppelt zu zählen. diesen Antrag würdigen zu wollen, dabei sind wir noch gar nicht, ( Heiterkeit links.) ich spreche über die geschäftsordnungsmäßige Zulässigkeit des AnNach 10 Minuten verkündet der Vicepräsident das Ergebnis der trags.( Sehr richtig! links.) Abstimmung. An der Abstimmung haben sich 254 Abgeordnete be- Vicepräsident Graf Stolberg: Herr Abgeordneter, die geschäftsteiligt. Davon haben 198 mit Ja, 45 mit Rein gestimmt, 11 Abordnungsmäßige Zulässigkeit ist vorher durch Mehrheitsbeschluß ent geordnete haben sich der Abstimmung enthalten. Der Antrag v. Kar- schieden worden.( Stürmische Zurufe links: Nein! nein!) dorff ist also für geschäftsordnungsmäßig zulässig erklärt worden. Abg. Gothein( fortfahrend): Herr Präsident, es ist die geschäftsIn Bezug auf das eben mitgeteilte Abstimmungsresultat gebe ich das ordnungsmässige Zulässigkeit anerkannt worden von der Mehrheit bezüglich des Eventualantrages v. Kardorff, aber Stationen Wort zu einer Erklärung dem Abg. Singer. Abg. Singer( Soc.): Präsident Graf Ballestrem hatte mir ver- nicht bezüglich des Antrages, der jegt vorliegt.( Sehr sprochen, das Wort zu einer Erklärung vor Verkündigung des eben richtig! links.) Deshalb bin ich durchaus berechtigt, über die gegehörten Abstimmungsergebnisses zu geben. Der gegenwärtig schäftsordnungsmäßige Zulässigkeit dieses Antrages zu sprechen. amtierende Vicepräsident wußte von dieser Verabredung nichts, er Wenn ein Antrag vorliegt, so muß man doch wissen, was diefer Swinemde. 760 SD ist aber so liebenswürdig, mir jetzt das Wort zu geben. Zunächst Antrag bezweckt. Bereits über den früheren Antrag herrschte völlige Hamburg 755 D muß ich ein Mißverständnis berichtigen. Ich habe vorhin nicht Unklarheit. Was Herr Bassermann über die Bedeutung jenes An- Frankf./M. 751 SW erklären wollen, daß meine Freunde sich an der Abstimmung über trages gesagt hat, trifft den neuen Antrag genau in derselben Weise. München den Antrag auf Schluß der Geschäftsordnungs- Debatte nicht beteiligen Herr Bassermann fagte, die Einbringung von materiellen Ab- Bien wollen. Das war ein Irrtum. Ich wollte erklären, daß sich meine änderungsanträgen wird dadurch, daß wir sofort in die Beratung Freunde an der Abstimmung über die Frage der Zulässigkeit über die Zulässigkeit des Antrags eintreten, in feiner Weise beschränkt. Am folgenden Tage sagte dann Herr Baffermann:„ Wir haben uns des Antrages v. Kardorff nicht beteiligen. Vicepräsident Büsing: Herr Abg. Molfenbuhr, wir sprechen jetzt über die geschäftsordnungsmäßige Zulässigkeit des berichtigten Antrages Kardorff.( Buruf links: Berüchtigten!) Dafür sind die Borgänge in der Kommission von feiner Bedeutung. Ich bitte Sie, fich auf die Diskussion der Zulässigkeit des Antrages Kardorffs zu beschränken. ( Schluß im Hauptblatt.) Witterungsübersicht vom 2. Dezember 1902, morgens 8 Uhr. Berlin Barometer stand mm Wind757 SD richtung Windstärke Wetter 3 heiter 7 bededt 4bebedt Temp. n. 6. 50.4° R. Stationen Barometertab mi Haparanda 775 9 Windrichtung Windstärle -4 Petersburg 766 DND -6 Cork Better Temp. n. E. 2wolfent- 28 1 wolfenl- 18 35lb. bed. 752 23 751 3 5 bedeckt 7 9 3 Regen 6 Aberdeen 754 2 3 Regen 3 Paris 757 Still- bedeckt Wetter- Prognose für Mittwoch, den 3. Dezember 1902. Zunächst ziemlich trübes Frostwetter mit Schneefallen und östlichen winden; später aufklarend. Berliner Betterbureau Neue 27 Volks Versammlungen Mene Freie Volkshühne. Sonntag, den 7. Dezember, abends 7 Uhr, in Kellers Festsälen, Koppenstrasse 29: Donnerstag, den 4. Dezember, abends 8 hr Grosses Winterfest in folgenden Lokalen: 12-143919 1. Wahlkreis: Arminhallen, Romandantenstraße 20. Englischer Garten, Alexanderstraße 27 c. II. Wahlkreis: Berliner Bock- Brauerei( Am Tempelhofer Berg). Schnegelsbergs Festsäle, Hasenheide 21. III. Wahlkreis: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Berliner Ressource, Kommandantenstraße 57. Märkischer Hof, Admiralstraße 18c. hmy IV. Wahlkreis( Osten): Elysium, Landsberger Allee 40/41. Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee 11/13. stand Scheruch's Festsäle, Rüdersdorferstraße 45. 20/ 9/ 89-19tniW IV. Wahlkreis( Süd- Osten): Urania, Wrangelstraße 11. 203. Behrend, Manteuffelstraße 95. Zur Drachenburg, Vor dem Schlesischen Thor 2. V. Wahlkreis: Brauerei Friedrichshain( fr. Lipps), Am Friedrichshain. VI. Wahlkreis( Moabit): Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80/81. ( Oranienb. Vorstadt und Wedding): Siskeller, Chauffeestr. 88. ( Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen): Hensel, 2013nvalidenstraße 1 a. Weimann's Volksgarten, Badstraße 56. ( Schönhauser Vorstadt): Brauerei Königstadt, Schönh. Allee. Nieder- Barnim( Lichtenberg): Schwarzer Adler, Frankfurter Chaussee 120. ( Pankow): Roczycki( Ww. Roell), Kreuzstraße 3/4. ( Rummelsburg): Weigel's Ballsalon, Türrschmidt- u. Goethestr.- Ecke. GENE( Weissensee): Zum Prälaten, Lehderstraße 122. Teltow- Beeskow( Charlottenburg): Volkshaus, Rosinenstraße 3. ( Schöneberg): Obst, Meiningerstraße 8. 1. ( Rixdorf): Wernicke's Festsäle, Hermannstraße 48/49. ( Köpenick): Kaiserhof, Grünfstraße 35. Tages- Ordnung in sämtlichen Versammlungen: Der Umsturs im Reichstage. Zahlreichen Besuch erivarten 2. Diskussion. 11919 Die Vertrauensleute. 209/5 Deutscher Metallarbeiter- Verband.| Orts- Krankenkasse Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5.- Fernsprecher Amt VII, 353. für die vereinigten Gewerbebetriebe Charlottenburgs. Wegen der Partei- Versammlungen fällt die Sitzung der erweiterten Verwaltung am Donnerstag, den 4. Dezember aus. Wir ersuchen die Bezirksleitungen, Branchenvertretungen und der Generalversammlung beschloffene Obleute der Großbetriebe davon Notiz zu nehmen. 167/16 Achtung! Tischler. Die Ortsverwaltung. Achtung! Wir bringen hiermit zur Kenntnis der Kasseninteressenten, daß der von II. Statuten- Nachtrag, wodurch die Zahl der Vorstandsmitglieder auf zwölf Personen erhöht wurde, die Genehmigung des Bezirksausschusses gefunden hat. Mittwoch, den 3. Dezember, abends 8 Uhr, in den Andreas- Festsälen", zwar von zwei Arbeitgebern und Andreasstr. 21: esnoba Grosse öffentl. Versammlung. Tages- Ordnung: 188/11 1. Das Berhalten der Kollegen der Firma A. Schulk, Krautstr. 18/19, und wie sicht der errungene Sieg aus?" 2. Diskussion. Die Stollegen Pilasky, Knuth und Seifert sind hierdurch öffentlich eingeladen. Auch ist der Arbeitsvermittler brieflich eingeladen. Achtung! Gewerkschaften und Vereine! Durch Hinzunahme weiterer Räme habe ich meine Säle bedeutend vergrößert. Dieselben faffen jest: Saal I.( mit Bühne) ca. 700 Personen " II. III. » 300 " 100 " " Ich empfehle fie au Versammlungen wie Festlichkeiten jeder Art, ebenso stehen Vereinszimmer verschiedener Größe für Vorstands- und Kommissions- Sigungen jeder Zeit zur Verfügung. ff. Lager- und Versandbier a Glas 10 Pf. Weissbier, gr. 20, kl. 10 Pf. Speisen und sonstige Getränke in bekannter Güte zu foliden Preifen. Garderobe bei Festlichkeiten nur 10 Pf. Um geneigten Zuspruch bittet Robert Voigt, Ritterstr. 75. Restaurateur. Möbel 58812 Der Einberufer: Alfred Kunisch. Weihnachts- Ausverkauf! Kinderwagen Puppenwagen aufserordentSportwagen lich billig! Max Brinner, Jerusalemerstr. 42. Achtung! Es ist demnach eine Nachwahl von sechs Vorstandsmitgliedern aus den Reihen der Stafsendelegierten und vier Arbeitnehmern erforderlich. Wir berufen deshalb die Arbeitgeber- Delegierten zur Vornahme der Wahl von zwei Vorstandsmitgliedern und die Arbeitnehmer- Delegierten zur Vornahme der Wahl von vier Vorstandsmitgliedern auf Freitag, den 12. Dezember er., abends 8 Uhr, nach dem oberen Saal bezw. unteren Saal des„ Volkshauses", Rosinen: straße 3 in Charlottenburg Bablatt eine Stunde nach Beginn ein mit dem Bemerken, daß der geschlossen wird. 278/1 Charlottenburg, den 24. Novbr. 1902. Der Kaffen Vorstand. Wilhelm Sabor. Achtung! Mitglieder der Orts- Krankenkasse für den Gewerbebetrieb der Kaufleute, Handelsleute und Apotheker. Donnerstag, 4. Dezember, abends 9 Uhr, im Gewerkschaftshaufe, Engel- llfer 15, großer Saal: gegen Caffa und Teilzahlung Große öffentliche Versammlung. in der Fabrik H. Roggensack, Inh.: Paul Kraatz, N., Ruppinerstraße 5. Besichtigung ohne Kanfzwang. Zages Drdnung: 1.„ Die Fürsorge der Krankenkassen für Lungenkranke Mitglieder." Referent: Dr. R. Friedeberg. 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zu ben Delegiertenwahlen der Ortskasse der Kaufleute. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung erwarten wir zahlreichen Besuch. Die Einberufer. 67/20 Georg Oppel, Handlungsgehilfe. Rich. Nürnberg, Hausdiener. ( Humoristisches Programm). Mitwirkende: Berliner Tonkünstler Orchester. Herr Erich Flatau. Herr Hofschauspieler Hans Neuert aus München. Frau Gisela Schneider- Nissen. Ensemble der Emanuel Reicherschen Hochschule für dramatische Kunst unter Leitung des Herrn Dr. Hans L'Arronge. Nachher: Tanz. Karten à 50 Pf. sind in den bekannten Zahlstellen zu haben. 000 Am selben Tage, nachm. 3 Uhr, im Schiller- Theater O.: Trauerspiel in 5 Aufzügen ,, Sappho von Franz Grillparzer. Karten für Mitglieder und Gäste sind in allen Zahlstellen zu haben. I. Abteilung: II. Abteilung: Sonntag, den 14. Dezember: Sonntag, den 21. Dezember: Ordentliche Vereinsvorstellung( nur für Mitglieder) im Belle- Alliance- Theater: ,, Marianne Schauspiel in 3 Akten v. Carl Hauptmann. Sonntag, den 21. Dezember, abends 7 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75: Märchen- Abend für die Kinder unsrer Mitglieder. Vortragende: Frau Tony Kwast- Hiller. Eintritt frei( gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte der Eltern). M6218 s) doast Wurms 022 Magendoctor ist das Beste für den Magen hiervon überzeugt Sie das treffliche botanische WurmKunstblatt und die beglaubigten ärztlichen Atteste, welche Sie in den Niederlagen erhalten, besonders aber der regelmässige Gebrauch. Er ist wohlschmeckend. Die Feiertage stellen nun ausserordentliche Ansprüche an den Magen. Ein schlechter oder verdorbener Magen stört die Freude. Da ist es denn sehr gut, einen ,, Magendoctor" in der Form eines angenehm. Genussmittels im Hause zu haben! Für Jedermann einige Flaschen ,, Wurm" sind daher ein nützliches und willkommenes Festgeschenk. 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Dezember, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal V: Branchen- Versammlung aller in der Telephon- Branche und für photographische u. chirurgische Apparate beschäftigten Tischler. Tages- Ordnung: 1. Die gegenwärtigen Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Branche. 2. Verschiedenes. Die Kommission. Adtung! Musikinstrumenten- Arbeiter. Adhtung! Montag, 8. Dezember, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal I. Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag über" Die wirtschaftliche Strise und die Aufgaben der Ges wertschaften". Referent: Reichstagsabg. Kollege Carl Kloss, Stuttgart. 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheit. 4. Verschiedenes. NB. In dieser Bersammlung erhalten die Vertrauensmänner die Billets zum Weihnachtsvergnügen. Gäste willkommen! Zahlreichen Besuch erwartet Die Kontrollkommission. Deutscher Holzarbeiter- Verband Zahlftelle Rixdorf. Donnerstag, den 4. Dezember, abends 8% Uhr bei Thiel, Bergstr. 151-152: Ausserordentliche General- Versammlung. Zages Ordnung: Neuregelung und Festsetzung der Arbeitslosenunterstügung. Nur 4,75 m. loftet dieser ganz vorzüglich laut spielende Phonograph, ber trotz seines staunend billigen Preises von solider Arbeit ist. Künstlerwalzen 75 Pf. Abgespielte Walzen werden in Zahlung genommen. Bei Abnahme von 12 BerolinaKünstlerwalzen fostet dieser Phonograph nur 2 M. Jedes Wort: Jacob Katz BERLIN, Alexanderstr. 1, gegenüber dem Bahnhof. Elektrische Taschenlampen. in d. Westentasche zu tragen, für biele Tausend Erleuchtung., durch einen Drud jeder zeit helles Licht, Breis M. 2, Feststellbar event. als Tischlampe zu benußen M. 3. feste Preise. Julius Lindenbaum Frankfurter Strasse 141 Eckhaus der Frucht- Strasse Gegründet 1879. Anerkannt grösstes Etahlissement der Bezirke Ost, Nord- Ost, und Süd- Ost für bessere, tadellos gearbeitete Herren- und KnabenGarderoben. Grösste Leistungsfähigkeit durch Selbstfabrikation. Winter- Paletots Winter- Joppen Elegante Anzüge. Specialität: Maass- Anfertigung. 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Liebknecht, 15. Dezember erteilt, erhält bei einem 8 Uhr nach dem Lokale Wald:( Einzel- oder im Zirkel) erteilt 55682* solchen von 10 M. an einen photo- ftraße 8 zu einer Besprechung eingraphischen Apparat mit Zubehör geladen. gratis. Pfennig. 10/3 Der Gau- Vorstand. Schöneberg, Sedanstraße 57, III. Arbeiter- Radfahrerverein ,, Berlin", Unfre Vereinsversammlung findet nicht morgen, sondern Freitag, den 12. Dezember, bei Merkowski statt und werden die Mitglieder auf die von C. Fischer unterzeichnete Bekanntmachung hingewiesen. Der Vorstand: F. Stöckel. S eidenstoffe Weltbekannt ist unsre Schwarze 5646L Reinseidene Robe in glatt und gemustert. 10 Meter Mark 25,00. Seidenhaus Pauldrach& Ott, II. I. Geschäft: Oranienstr. 153, Rosenthalerstr. 20-21. Man verlange Proben. Herren- Moden, elegante Ausführg., geringe Teilzahlg. J. 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Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 3. d. M., nachmitt. 3 Uhr, von der Halle des Friedenskirchhofes zu Nieder- Schönhausen aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Damen- Capes Jacketts- Saccos billiger als in jeder Fabrik Reste 58142* au Kostümen, DamenMänteln, au Mädchen- u. KnabenSachen. 0. Basch, Oranienstr.202 pt. Für 20 Mark fertige, ter selbst Stoff hat, Anzug nach Maß mit Zuthaten. Weyer, Rosenthalerstr. 6/7. Amt III 8524. Verleih Institut, Friedrichst.151 Ia.Oran. Th. El. Frack, Gehrock 1,50, Hose1,00, Weste50Pf. C. Pelz, Frack 4. Kottbuser- Strasse 4. Krug zum grünen Kranze. Im Grand Hôtel am Alexanderplatz. Tägl. humoristisches Künstler- Konzert unter Leitung des Herrn Kapellmeister Lüdicke. Sehenswürdigkeit der Residenz. Vorzüglicher Frühstücks- u. Mittagstisch zu billigen Preisen. Reichhaltige Abendkarte. Entree frei! 5 Kleine Anzeigen. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. 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Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Vorwärts Buchdruderei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 13398* räber, Adlerräder, Wandererräder. Ge8205 8415 Zuzug ist fernzuhalten. Die Ortsverwaltungen. Möbelpolierer. In der Werkstatt von Equitz, Große Frankfurterstr. 125, haben die Kollegen wegen Lohnabzug die Arbeit 147/14 niedergelegt. Um Zuzug fernzuhalten ersucht Der Vorstand. Br. 282. 19. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. two, 3. Dezember 1902. " " " Mittwoch, Blättern( er citiert die ,, Solidarität" der Metallarbeiter) mit Schmut Schiffahrt eingestellt werden müssen. Die Spree und die Havel find Die Berliner Gewerkschaftskommiffion beworfen würden. Daß es einmal zum Bruch habe kommen auf weite Strecken zugefroren und das Eis dadurch zum Stehen müssen, sage fast jeder; da sei es dann schon egal, ob heut oder gekommen. Die Bauthätigkeit ruht schon seit dem ersten hielt am Montag eine Versammlung der Delegierten und der Bor- morgen. Es sei falsch, wenn der Vorwärts" sage, es sei beiden Frost fast vollständig und die bösen Folgen der Arbeitsstände der Central- Organisationen ab. Die Tagesordnung lautete: Richtungen in der Gewerkschafts- Bewegung Rechnung zu tragen, da losigkeit machen fich mehr und mehr fühlbar. Auch Die Vorgänge bei der letten Gewerbegerichts- nun einmal zwei beständen. Der Ausschuß sei übrigens im Ein- auf dem Kohlenmarkt sind die Folgen des Frostes zu spüren. to a hI". verständnis mit den übrigen Gewerkschafts- Vorständen und-Ver- Die sogenannten Sommerpreise für Kohlen haben längst den tube, der namens des Ausschusses referierte, sagte, es sei tretern so vorgegangen. Und es sei die logische Folge der Entwicklung Winterpreisen Platz gemacht, nur Coats machte bis jetzt eine Ausvorauszusehen gewesen, daß die Lokalisten die bekannte Erklärung des Verhältnisses zwischen Lokal- und Central- Organisationen. der Berliner Partei- Bertrauensleute ausnüßen würden gegen die nahme. Während im vorigen Jahre ganzer Coats von den Döblin stellte sich auf den vom Referenten und Silberschmidt städtischen Gasanstalten 130 Pf. und gebrochener 150 Bf. pro Central- Verbände. Die Verbände hätten kein Preßorgan, wie es den vertretenen Standpunkt und wendet sich gegen das Verhalten der Hektoliter fostete, tam in diesem Jahre grober Coats mur Lokalisten in der„ Einigkeit" zur Verfügung stehe, und deshalb not Vertrauensleute und gegen die Stellung des Vorwärts". der er 90 und gebrochener 100 Pf. pro hektoliter. Vom Mittwoch wendig, die Angriffe, welche von jener Seite gegen die Verbände kläre, die Neutralität wahren zu wollen, und hierbei vom Stand- a b wird dieser Preis auf allen städtischen Gasanstalten um 10 f. gerichtet worden seien, an dieser Stelle abzuwehren. Der Redner punkte der Gleichberechtigung von Lokal- Organisation und Centrali pro Hektoliter erhöht. Da der Preis auch jezt noch gegenüber den erörterte eingehend die geschichtliche Entwicklung der gewerkschaftlichen fation ausgehe. So lägen die Dinge nicht, es handle sich nicht mehr Kohlenpreisen als ein verhältnismäßig billiger bezeichnet werden Bewegung, sowie die bekannten Gegenfäße, welche seit dem Halber- um den Streit wegen der Organisationsform, sondern darum, daß muß, so ist es angesichts der großen Nachfrage nicht ausgeschlossen, städter Gewerkschaftskongreß zwischen der lokalen und der centralen die jetzt bestehenden Lokal- Organisationen jedes Bestreben der großen daß bei anhaltender Kälte und Abnahme der Vorräte eine weitere Richtung zu Tage getreten sind, wobei er besonders die Berliner Ver- Verbände, bessere Lebensbedingungen zu schaffen, beffere Tarife zu Erhöhung eintritt, besonders für zerkleinerten, der bedeutend schwerer hältnisse berücksichtigte. Vor zwei Jahren seien die Centralisten noch erzielen, zu hintertreiben, zu schädigen suchten. Wollten die als der andre ist. mit den Lokalisten bei den Gewerbegerichts- Wahlen zusammen Lokalisten wirklich ehrlich mitarbeiten, dann sollten sie zu den Vergegangen. Die centrale Richtung habe die Einheitlichkeit nicht durch bänden kommen, und die Partei- Bertrauensleute würden sich ein Aus dem Großstadttrubel. Vierzehn Personen find im Monat einen völligen Bruch mit den Lokalisten stören wollen, auch hätten die großes Verdienst erwerben, wenn sie dahin wirkten. November polizeilich als verschwunden angemeldet worden; acht Centralisten damals noch an die Möglichkeit eines Zusammengehens Wiesenthal schloß sich im wesentlichen Silberschmidt und davon haben sich bei ihren Angehörigen eingefunden. Drei der Verbei bestimmten Gelegenheiten geglaubt. Die letzten beiden Jahre Döblin an. mißten sind als Leichen aufgefunden. Es liegt in allen drei Fällen aber hätten gezeigt, daß diese Annahme nicht zutreffe. Der Gegensat Durch einen Schlußantrag wurde die Diskussion beendet, tvorauf Selbstmord.vor. Von drei Personen konnte der Aufenthalt noch nicht habe sich verschärft. Ein Zusammengehen mit den Lokalisten wäre eine längere erregte Geschäftsordnungs- Debatte entstand. Im Laufe ermittelt werden. Ein polizeiliches und staatsanwaltliches Verfahren jezt völlig unmöglich gewesen, nachdem es sich die Lokalisten zur Auf- derselben fragte Wels an, ob das Gerücht, man gehe mit der knüpft sich an die Wiederauffindung von zwei jungen Mädchen, gabe gemacht hätten, die Centralverbände und ihre Leiter in der ge- Gründung eines eignen Gewerkschaftsblattes der Centralverbände um, welche ebenfalls mehrere Tage verschwunden waren. Auf Grund der hässigsten Weise zu bekämpfen, ihre Aktionen zu hindern. Auch die auf Wahrheit beruhe. Der Vorsitzende Kunze erklärte, der Aus- Angaben der Beiden ist eine Untersuchung gegen eine im Westen der Form, in der das Kartell für die Gewerbegerichts- Wahl dem Ausschuß schuß habe sich mit einem derartigen Plane nicht beschäftigt. Von Stadt wohnende Frau wegen Kuppelei eingeleitet. Von den im DkLokalistische Kandidaten angeboten habe, lasse darauf schließen, daß dieser Seite sei keine Veranlassung zu jenem Gerücht gegeben worden. tober verschwunden gemeldeten Personen ist nur der Verbleib einer man einen Konflikt habe heraufbeschwören wollen. Hier sind unfre Redakteur Reinke bemerkte, er habe sich zum Wort gemeldet, einzigen nicht ermittelt worden.. Es ist dies der Kaufmann Kandidaten". habe man einfach gesagt. Redner findet das nach all um auf die Debatte, soweit sie den Vorwärts" betraf, einzugehen. Steinauer, der, wie wir bereits wiederholt erwähnten, ermordet den Vorgängen, die die Lokalisten von den Centraliſten völlig ge- Das sei ihm leider durch den Schluß der Debatte unmöglich gemacht worden ist. schieden hätten, durchaus unpassend. Dem Ausschuß der Gewerk worden. Er wolle nur noch bemerken, daß der Vorwärts" in seiner schafts- Kommission seien die Leute nichts mehr angegangen, für ihn Polemik mit dem Ausschuß den Ausführungen des letzteren keines- mitteilen, dieser Tage der Inhaber eines Geschäfts in der FriedrichEinem wahrhaft genialen Schwindel fiel, wie die„ B. N. N. iväre die Sache erledigt gewesen. Und den Partei- Vertrauensleuten, wegs zugestimmt habe. bei denen sich das Kartell beschwerte, habe man auch nur sagen können, straße zum Opfer. Vor feinem Schaufenster waren zwei Herren in daß eine Verständigung ausgeschlossen sei. Nun hätte man die Ange vertagt werde, um in der nächsten Versammlung dem Vertreter des fährten derartig in die große Spiegelfcheibe gestoßen wurde, daß sie Hierauf wurde von mehreren Seiten gewünscht, daß die Debaite Disput geraten, der damit endigte, daß der eine von seinem Gelegenheit laufen laffen können, wenn nicht die Vertrauensleute die Vorwärts" Gelegenheit zur Aussprache zu geben. Ferner wurde an- flirrend zersprang. Während der Thäter schleunigst um die Ede Erklärung abgegeben hätten, daß das Verhalten der Gewerkschafts- geregt, auch die Bertrauensleute der Partei zur nächsten Versamm- verschwand, wurde der zurückgebliebene Zerbrecher der Scheibe Kommission in dieser Frage auf das schärfste zu verurteilen wäre. Tung einzuladen, da diese Angelegenheit nicht ohne Hinzuziehung der von dem Geschäftsinhaber und seinem Kommis festgenommen und Dadurch wäre man gezwungen, Stellung zu nehmen. Von den VerPartei- Instanzen erledigt werden könne. Gegen den letzteren Vor- in das Innere des Ladens geführt, wo man ihn aufforderte, trauensleuten hätte man zum mindesten erwarten können, daß sie schlag wurde eingewandt, die Vertrauensleute hätten dem Vernehmen den Wert der Scheibe mit vorher eine genauere Untersuchung anstellen würden. In Wirklich nach schon ihrerseits beschloffen, sich behufs Regelung der Meinungs- Frembe erklärte, daß 180 Mart zu begleichen. Der feit habe der Ausschuß gar nicht mehr freie hand gehabt. CS er zur augenblicklichen Zahlung nicht verschiebenheiten mit dem Ausschuß in Verbindung zu feßen. Esim stande wäre. Er sei Geschäftsreisender von auswärts und sei die Aufnahme von 5 lokalistischen Kandidaten verlangt worden; wurde beschlossen, die Debatte in der nächsten Versammlung forts feine Privatmittel bestünden momentan in 60 M., von denen er die drei Maurer centralistischer Richtung hätten einfach durch drei Lokalisten ersetzt werden sollen. Darauf habe man unmöglich eingehen Mehrheit abgelehnt, die Einladung der Redaktion des„ Vortvärts" der geschädigte Geschäftsinhaber jedoch nicht einverstanden. Er aufezen. Die Einladung der Vertrauensleute wurde mit großer 30 M. zahlen, den Rest später einsenden wolle. Damit erklärte sich tönnen, auf feinen Fall aber ohne Rücksprache mit den centralisierten fast einstimmig beschlossen. Maurern. Hinzufäme, daß man ja mit der Uebernahme von Kanforderte vielmehr den Neisenden auf, ihm zur Feststellung feiner didaten jener Richtung nicht nur verlangte, fie mit auf die Liste zu Kommission jekt der Vorwärts"-Redaktion gewöhnlich so spät durch flehentlich, ihm diese Schande nicht anzuthun, lieber wolle er den Reinte bringt darauf zur Sprache, daß die Sizungen der Persönlichkeit auf die Wache zu folgen. Der junge Mann bat nehmen; nein, man verlangte damit ja auch, daß die Lokalorganisierten das Gewerkschaftsbureau angezeigt würden, daß es der Redaktion Betrag aus den Geschäftsgeldern decen, die er mit sich führe. Der von den Centraliſten als ihre Vertrauensmänner in das Gericht nicht mehr möglich wäre, einen Berichterstatter in die Versammlung Geschäftsinhaber müsse ihm aber auf der Quittung ausdrücklich behineindelegiert würden. Es sei doch nicht leicht, jemandem seine eine zu senden, falls die Redaktion nicht von andrer Seite rechtzeitig er stätigen, wofür das Geld des Prinzipals ausgegeben fei. I Stimme zu geben, der einem heftig bekämpfe und beschimpfe. fage nun, es wäre nicht richtig, daß die Gewerkschafts- Kommission heutigen Versammlung, von der doch vorauszusehen war, daß auch tasche einen Tausendmarkschein, den er dem Geschädigten übergab. fahre, daß die Gewerkschafts- Kommission Sizung habe. Von der sichtlich großer Erregung entnahm der Reisende hierauf seiner Briefallein zu entscheiden habe. Demgegenüber beriveise er auf den vor ctwa einem Jahrzehnt in einer öffentlichen Versammlung sämtlicher das Gewerkschaftsbureau überhaupt nicht benachrichtigt worden. Von fernte er sich mit den Worten:" Dieses Geld wird Ihnen keinen am" Vorwärts" Kritik geübt werden würde, sei die Redaktion durch Er erhielt 820 M. zurück und die gewünschte Quittung. Dann entGewerkschaften Berlins gefaßten Beschluß, daß die Berliner Streit andrer Seite habe Redner allerdings von der Einberufung der Ver- Segen bringen!" Der Geschäftsinhaber fühlte, als der risende fort Stontrolltommiffion( die Vorläuferin der Gewerkschafts- Kommission) sammlung Kenntnis erhalten und für Berichterstattung gesorgt. Beim war, in der That ein menschliches Rühren. Er entschloß sich daher, die Wahlen zum Gewerbegericht vorzubereiten habe. Die Kandidaten Eintritt in das Lokal habe ihm Genosse Lint mitgeteilt, daß er( Link) bem jungen Manne den Betrag zurückzugeben und ihm die Schuld seien denn ja auch in öffentlichen Gruppen- Versammlungen, wo beide vom Ausschuß beauftragt sei, über diese Versammlung für den Richtungen vertreten waren, gewählt worden. Jetzt, nachdem das Vorwärts" zu berichten. Redner frage die Vertreter der Gemert- u stunden. Zu diesem Zweck begab er sich in das von dem Fremden Verbindungsverbot gefallen sei, könne man es den Gewerkschaften, als Wohnung angegebene Hotel. Hier erfuhr er aber, daß ein die der Kommission angeschlossen seien, nicht verdenken, wenn sie selber schaften, ob sie damit einverstanden feien, daß die seit Jahren übliche Reisender des Namens, den ihm der Scheibenzertrümmerer angegeben, ihre Kandidaten nominierten. Nicht richtig sei also, daß die Kan- eigne Berichterstattung des Vorivärts" durch eine offiziöse Bericht- gar nicht daselbst wohne. Er kehrte, etwas stuzig geworden, nach didaten zur Gewerbegerichts- Wahl gemeinsam von der Partei und erstattung des Gewerkschaftsbureaus ersetzt werden solle.( Große Hause zurück. Erst einige Stunden später, als er den Tausendmarkden Gewerkschaften aufgestellt worden seien. Von einem Unrecht und Bewegung und Unruhe.) A. Störst en antwortete: Reinke habe früher immer die Beschein wechseln wollte, stellte es sich heraus, daß es ein Falsifikat einer Ueberrumpelung seitens der Gewerkschafts- Kommission tönne richte gemacht. In dieser Sache sei er Partei, deshalb habe der Aus- war, und es wurde ihm klar, daß er das Opfer zweier geriebener nicht die Rede sein. Die Gewerkschafts- Bewegung bedürfe der Einrichte heitlichkeit in der Organisation. So wie die Dinge lägen, fei ein schuß Link damit beauftragt. Im übrigen wirft Störsten Reinfe Un- Gauner geworden war. Zusammengehen mit den die Einheit gefährdenden Sonderbündlern wahrheit vor, welchen Vorwurf dieser bestimmt und entschieden zurüdauf keinen Fall möglich, man fönne deshalb den Vertrauensleuten weist und den Redner ersucht, seine Behauptungen in der nächsten tein Gehör schenken. In Bezug auf den„ Vorwärts" habe er nichts Bersammlung zu beweisen. Unter lebhafter Bewegung auf allen Seiten wurde die Versammlung geschlossen. weiter zu erflären, da der Vorwärts" zum großen Teil zugegeben habe, was vom Ausschuß behauptet worden sei.( Widerspruch des Genossen Reinke.) hätte. " " " Lokales. In den Arminhallen jetzt heute abend 81% Uhr Gen. Stadthagen seinen Vortrag über Arbeiterschutz und Arbeiterrecht fort. Rege Beteiligung, namentlich der Frauen, ist erwünscht. Die Not. Der 47 Jahre alte Arbeiter Ludwig Eug aus der Oudenarderstr. 38 hatte vor sieben Jahren das Unglück, daß ihm in ciner Eisenfabrik in der Heidestraße ein schwerer Hammer auf den rechten Fuß fiel. Seitdem war er arbeitsunfähig. Die Jnvalidenrente, die er seit sechs Jahren erhielt, half über das Schlimmste hinweg, solange seine Frau, die vier Jahre älter ist, gesund war. Aber seit einem Vierteljahre schon ist die Frau brustkrant und bett lägerig. Da auch eine verheiratete Tochter nicht helfen konnte, weil fie mit ihrer eignen Familie genug zu thun hat, so pacte den Mann die Verzweiflung, da er feinen Ausweg mehr fah. Am Montag machte er durch Erhängen seinem Leben ein Ende. Es entspann sich eine längere Debatte, während der es öfter zu lebhaften Auseinandersehungen tam. Große Unruhe veranlaßten die Ausführungen des ersten Redners, Behnke, der hervorhob, daß er selber Centralist sei, sich aber gegen das System wenden müffe, das jetzt in der Kommission vorherrschend sei. Die Mitglieder der Die Stadtverordneten- Versammlung hat sich in ihrer Sigung am Gewerkschaften seien vielfach andrer Ansicht als die Vertreter in der Donnerstagnachmittag 5 Uhr u. a. mit folgenden Gegenständen der Mit amtlichen Geldern durchgebrannt war der Posthalter Kommission, die meist befoldete Beamte seien. Redner wendet sich Tagesordnung zu beschäftigen: Berichterstattung über die Vorlage Kernisch aus Löderburg. Aus einem Briefe, den die Heimatsbehörde ziemlich scharf dagegen, daß man das Startell der Lokalorganisierten betreffend die Bewilligung von Mehrkosten zu verschiedenen städtischen auffing, sah man, daß er nach Berlin gefahren war. Hier ermittelte feiner Antwort gewürdigt habe, obwohl das Kartell die Namen seiner Bauten- und die Etatsüberschreitung beim Vorarbeiten- Fonds für ihn die Kriminalpolizei in einem Privathotel, nahm ihn fest und Kandidaten sieben Wochen vor der Gewerbegerichtswahl eingereicht Bauausführungen der städtischen Hochbau- Verwaltung. Vorlagen, führte ihn der Heimatsbehörde wieder zu. betreffend die Feier des Geburtstages des Kaifers und Königs, Im Eisenbahncoupé entbunden wurde gestern nacht eine ArbeiterBasner meint, daß es sich bei dem Streit der Lokalisten und den Jahresabschluß der Verwaltung des Abladewesens für das frau aus Rirdorf, die in Begleitung ihres Mannes nach Berlin geCentralisten um einen Streit zwischen Brüdern handle, wobei jeder Statsjahr 1901, die speciellen Entwürfe für das Lehrerwohnhaus fahren war, um Einkäufe zu besorgen. Um Mitternacht wollte das Teil etwas Schuld habe. Früher sei es doch den Wählern bei den der Gemeindeschule in der Samariterſtraße und für die Gemeinde- Ehepaar von dem Potsdamer Ring- Bahnhof aus mit dem SüdringGewerbegerichts- Wahlen gleichgültig gewesen, ob sie einen Centra- schule in der Putbuserstr. 3/6, den Vorentwurf zum Neubau Buge nach Hause zurückkehren. Staum hatte die Frau das Abteil listen oder Lokalisten wählten. Sie hätten eben für den flassen- einer Gemeinde- Doppelschule in der Straße 4 und 1A., Ab- des Zuges bestiegen, als sie eines Kindes genas. Die Passagiere bewußten Arbeiter gestimmt. Wenn die Gewerkschafts- Kommission Wenn die Gewerkschafts- Stommiffion teilung XIII( nahe der Greifswalderstraße), die Ferien- Ordnung desselben Wagens mußten aussteigen, weil er vom Zuge losettvas Entgegenkommen gezeigt hätte, wäre sehr wohl eine Einigung an den höheren Lehranstalten für das Schuljahr 1903, die gekoppelt und auf ein totes Geleis geschoben wurde. Inzwischen teilung XIII( nahe der Greifswalderstraße), möglich gewesen. Wenn diesmal nicht die Lokalisten schließlich ber Benfionen und die Hinterbliebenen- Versorgung der Bediensteten der war die Charité benachrichtigt worden, welche die junge Mutter und an den höheren Lehranstalten für das Schuljahr 1903, nünftiger gewesen wären als die Centralisten, zu denen Redner auch Berliner Berufs- Feuerwehr, den Verkauf einer an der Kopen das neugeborene Kind vom Bahnhofe abholen ließ. gehöre, dann hätte die gesamte Arbeiter- Bewegung Berlins einen hagenerstraße belegenen städtischen Bauparzelle, die Teilung derben Schlag erlitten. Die Gewerkschafts- Kommission leide an Großmachtstikel. Redner bedauert, daß der Schlichtungsversuch der des Bezirks der 111c. Armenkommission, die Vorentwürfe Bertrauensleute gescheitert sei. Die ganze Berliner Arbeiterschaft zum Neubau einer höheren Mädchenschule und einer Gemeinde- Weihnachtsausstellungen große Menschenmengen anloden, wieder reiche Ernte. Ein Arbeiter May Günther, der sich einen falschen fame in Frage, und die würde sich ihre Leute ansehen, wenn wieder Doppelschule in der Pantstr. 22a/ 23. fowie einer Gemeindeschule am Namen beilegte, wurde festgenommen, nachdem er zweimal ohne mal 12, die Die Taschendiebe haben jetzt, wo die Warenhäuser mit ihren Erfolg versucht hatte, einer Dame das Portemonnaie zu entwenden. Er hatte aber vorher schon gearbeitet"; denn man fand bei ihm 80 sind, der Arbeiter die Meinung laut, daß man bei der Wahl auch die An- Doppelschule in der Hausburgstraße( früher Straße 48B) hänger der andern Organisationsform hätte bedenken müssen. Festsetzung des Etats für bie Berwaltung der städtischen Feuer ein braunlebernes Bortemonnaie mit gelbem Schloß, deſſen Stappe Redner warnt schließlich sehr energisch vor der Gründung eines all Societät für 1. Oftober 1902/1908 und die Neuwahl von givet mit eingepreßten Blumen verziert ist, mit einem größeren Betrage. Bürgerbeputierten für die städtische Barkdeputation. Am Th. Glode hätte die Einladung der Vertrauensleute er- Sizung findet die Ginführung und Verpflichtung der neugewählten wurden ſechs Portemonnaies abgenommen. Eins enthielt 30 m2, wartet, so daß durch eine gegenseitige Aussprache vielleicht klärung Stadtverordneten Dr. Hellwig, Kollokowsky und Boigt und um mehrere Rabattsparmarken des Vereins Friedrichshain und einen Postgeschaffen worden wäre. Redner betont den Konneg zwischen Ge- 6 Uhr die Wahl des zweiten Bürgermeisters, sowie abſchnitt mit dem Namen Gastwirt W. Müller, Zorłowo bei Bid, wertschafts- Bewegung und Partei- Bewegung, der immer gegeben sei, im Anschluß daran die Wahl eines befoldeten Stadtrats statt. ein andres Versicherungsmarken und einen namhaften Betrag. Ein und giebt der Meinung Ausdruck, daß man am besten vor der Er- Der Magistrat will aus hygienischen Gründen die an den öffent- Bortemonnaie ist aus Perlmutter mit eingelegten Rofen. In der Tedigung der Sache unter Hinzuziehung der Vertrauensleute eine Aus- lichen Brunnen noch vorhandenen Trinkbecher entfernen lassen, Wohnung der Diebin fand man noch eine Anzahl schon geleerter sprache mit den Vertretern der Lotalorganisationen hätte herbeiführen nachdem die Baudeputation fich fürzlich für diese Maßregel aus Damen- und Herrenportemonnaies. müssen. Dann hätten vielleicht die Vertrauensleute der Gewerkschafts- gesprochen hat. Gewarnt wird vor dem Ankauf cines Rollwagens mit Stommiffion recht gegeben. Die Taktik des Ausschusses, die KanBom Stande der Milchcentrale. Klagen der Milchcentrale gegen Gespann, der am 26. v. M. in Hamburg gestohlen wurde. Nach den didatenliste des Kartells sieben Wochen liegen zu lassen und dann den bäuerliche Milchverwertungs- Genossenschaften auf Zahlung von bisherigen Ermittelungen sind die Diebe mit ihm nach Berlin unterLeuten zu sagen, man nehme sie überhaupt nicht, sei dagegen sehr statutenmäßigen Abgaben und Anteilsbeträgen standen gestern in wegs. Er trägt die Aufschrift Nr. 31 942 Gebrüder Bruhn und ist unflug gewesen. Daß man ein zu großes Entgegenkommen zeige, dafür sei Redner allerdings auch nicht. Je nach den Umständen sei größerer Anzahl vor der 24. Civilkammer des Landgerichts I zur mit einem Fuchswallach und einer braunen Stute bespannt. zu handeln, gelegentlich tönne man auch mal, wenn nötig, bie Strewetin, Rüthnid, Thyrotv und Petershagen, sämtlich in der Mart, Berhandlung. Verklagt waren die bäuerlichen Genossenschaften zu Aus dem Straßenbahnbetriebe. Ein schwerer Unglücksfall hat Lokalisten an die Wand drücken. Wünschenswert wäre auch jetzt noch wegen Gummen, welche zwischen 2000 und 3000 r. schwankten. fich gestern vormittag in der Tauenzienstraße zugetragen. Eine gut eine Auseinandersehung mit den Partei- Vertrauensleuten. Silberschmidt: Die Lokalisten unter den Berliner Rechtsanwalt Brückmann, als Vertreter der Milchcentrale, erklärte, gekleidete Dame wollte gegen 10 Uhr den Fahrdamm der TauenzienMaurern, die etwa 2500 neben 8000 centralistisch organisierten gegen die Genossenschaft in Petershagen heute keine Anträge stellen straße an der Ede der Baffauerstraße überschreiten, als eine Droschte Maurern ausmachten, hätten schon in der ersten Hälfte des Sep- zu wollen. Als Anwalt der drei andren bäuerlichen Genossenschaften erster Klasse herannahte. Die Frau wollte noch vor derselben den tember Kandidaten für die Gewerbegerichts- Wahlen aufgestellt, ehe beantragte Rechtsanwalt Dr. Flatau, die Sachen an die Kammer gegenüberliegenden Bürgersteig erreichen und rannte heftig an dent die Kommission sich damit befaßte, und zwar gleich 3 für die 3 aus für Handelssachen zu verweisen, da die sämtlichen Parteien nach der Gefährt vorbei, ohne darauf zu achten, daß zu derselben Zeit ein scheidenden Maurer und ohne den Verband zu fragen. Das beweise positiven Vorschrift des Genossenschaftsgefeßes als Kaufleute an Motorwagen der westlichen Vorortbahn, Linie Salensec- Lintstraße, die Absicht, es zum Streite zu bringen. Er tönne erklären. daß der zusehen feien. Der Gerichtshof trat dieser Auffassung bei und er- heranfauste. Die Dame stieß mit dem Kopf blindlings gegen die Borderplattform des Motorwagens und wurde seitlich zu Boden ge= Ausschuß der Kommission vollständig die Billigung der Mitglieder des tannte nach dem Antrage. schleudert. Die Unglückliche hatte eine schwere Gehirnerschütterung erlitten und mußte nach dem Charlottenburger Krankenhause gebracht werden, woselbst sie noch immer besinnungslos daniederliegt. Die Personalien Maurer- Verbandes habe. Redner verweist darauf, daß die Ver- Der erste Schnee ist gestern gefallen und hat damit dem Winter bände und ihre Leiter in jeder Weise von den Lotaliften und ihren die rechte Sianatur gegeben. Infolge des andauernden Frostes hat die mur eine der etwa dreißigjährigen Frau konnten noch nicht festgestellt werden.| geben, um himmelsivillen aber während der Borstellung feinen| landes. Gegen die Stimmen unsrer Bertreter wurde sodann der Zu einer ausgedehnten Betriebsstörung tam es in der Beifall spenden, da Herr Diavolo dadurch außer Fassung Privatvertrag des Magistrats mit dem Baumeister Uh angenommen, geftrigen Nacht im Betriebe der Charlottenburger Straßenbahn. Auf gebracht werden könne. Nun spaziert der Amerikaner den Steg hinauf, wonach letterer die Verpflichtung eingeht, auf seinen 7 Grundstücken dem Kraftwerk der Straßenbahn- Gesellschaft plaßten gegen 10 Uhr fezt sich oben aufs Rad und saust dann mit riesiger Geschwindigkeit an der Stierstraße( Friedenauer Ortsteil) mur Vorderwohnungen abends die Speiseröhren zu den Kesseln, wodurch das gesamte Bahn- die Bahn hinunter, rund um die Spirale herum, Kopf unten, Füße nicht unter vier und Hinterwohnungen nicht unter zivei Zimmern nez stromlos wurde. Die Speiseleitungen mußten an die Berliner, oben, und dann mit einem Wuppdich aus der Manege heraus. Kaum zu errichten. Herr Uz muß zu diesem Zweck 35 000 M. Kaution Charlottenburger und Schöneberger Elektricitätswerte angeschlossen eine Sekunde dauert diese waghalsige Herausforderung an das Gesetz hinterlegen. Mit Recht wandten sich unsre Genossen gegen werden. Bis zur Beendigung dieser Arbeit, die etwa zwei Stunden der Schwere. As folche kann man der unerhört verwegenen Leistung eine solche Beschränkung der Bauthätigkeit, die des Zuzuges der ärmeren Bevölkerung nach dauerte, ruhte der gesamte Straßenbahn- Berkehr in Charlottenburg. einen wissenschaftlichen Wert zuerkennen. Db es angebracht ist, ihr Absperrung an großen, zu Gefallen einen Beinbruch zu riskieren, diese Frage steht auf einem jener Gegend zum Zweck habe. Der Ueberfluß Bei den Ausschachtungen in der Kaiser Wilhelmstraße berun- andren Blatt. Der Amerikaner wird sich bei ihrer Beantwortung leer stehenden Wohnungen und der Mangel an fleinen gefunden glückte gestern der 60 Jahre alte Arbeiter Ernst Griese aus der aber wohl weniger auf den wiffenschaftlichen als auf den Standpunkt Wohnungen rechtfertige eine solche Maßregel in feiner Weise. Graunstraße 32, indem er in einen Schacht fiel und sich schwere Kopf des Geldverdienens stellen. Der Magistratsvorlage betr. den Ausbau des rechten Flügels der wunden und innere Verlegungen zuzog. Der Verunglückte wurde Gemeindeschule an der Rubensstraße wurde zugestimmt, nachmit einem Roppschen Rettungswagen nach der Charité gebracht. dem der Antrag Strauch, gleich beide Flügel zu erbauen und in dem einen eine neu zu errichtende höhere Mädchenschule zu errichten, abgelehnt worden war. 3 Feuerbericht. Gestern früh hatte die Feuerwehr in der Neuen Königstr. 68 einen Brand zu löschen, der auf dem Boden aus Selbstmord eines Vicewachtmeisters. In einer Restauration der Barutherstraße verübte gestern nachmittag der etwa 35 Jahre alte gekommen war und die Dachkonstruktion ergriffen hatte. Nachts um Vicewachtmeister D. Selbstmord, indem er sich mit einem Taschen Uhr bei schneidendem Ostwinde wurde die Feuerwehr nach der Vicewachtmeister D. Selbstmord, indem er sich mit einem Taschen- Wollinerstr. 56 gerufen. Grober Unfug lag der Meldung zu Grunde. Leerstehende Wohnungen in Charlottenburg. Das Statistische messer am Halse und am Unterleibe tödliche Verlegungen beibrachte. Leider ist der Thäter unerkannt entkommen. Gleichzeitig mußte in Amt hat mit Hilfe der Polizeidirektion Mitte November d. I. D. war gegen mittag in der Restauration erschienen und hatte dort der Sophienſtr. 33 ein Feuer gelöscht werden, das den Fußboden wiederum die leerstehenden Wohnungen und Geschäftslokale erlängere Zeit in Geſellſchaft der bedienenden Kellnerinnen gezecht. und die Balkenlage ergriffen hatte. Ferner hatte die Feuerwehr in mitteln lassen. Das Resultat ist folgendes: Es ſtanden Wohnungen Gegen 2 Uhr entfernte er sich aus dem Zimmer. Da er nach der Elsenstr. 93 zu thun, wo in einer Lampenfabrik Feuer entstanden ohne Geschäftslokale leer mit 1 Zimmer und Küche 38, mit 1 Zimmer geraumer Zeit nicht wieder erschien, schöpfte man Verdacht. Man öffnete war. Abends um 6 Uhr wurden drei Brände aus der Koloniestr. 28, ohne Küche 4, mit 2 Zimmern 178, mit 3 Zimmern 282, mit daher mit Gewalt das Klosett und fand hier den Vicewachtmeister D. Frankfurter Allee 142 und Ererzierstr. 1a gemeldet. Es brannten dort 4 Zimmern 199, mit 5 Zimmern 136, mit 6-8 Zimmern 221, mit am Boden liegend fast leblos vor. Sofort wurde ein Arzt aus ein Seifengeschäft in großer Ausdehnung, eine Küche und der Boden 9-10 Zimmern 20 und mit mehr als 10 3immern 12, insgesamt der benachbarten Unfallstation der Belle- Alliancestraße herbeigerufen, des Hauses. Gleich darauf waren noch zwei Wohnungsbrände in 1090 Wohnungen. Dazu kommen noch 106 Geſchäftslokale mit und der die Ueberführung des Soldaten in die Unfallſtation anordnete. der Koloniestraße und Linienstr. 6 zu löschen. Ein Kellerbrand be- 80 ohne Wohnungen. Im Vergleich zu den Erhebungen im Als man hier dem Verlegten einen Verband anlegen wollte, schlug schäftigte die Wehr in der Buchenstr. 3 und ein Balkenlager- Brand Mai d. J. ist der Vorrat an Wohnungen um 300 gestiegen, und er um sich; plöglich ſank er bewußtlos nieder und war nach wenigen in der Christburgerstr. 33. Sekunden tot. D. diente seit mehreren Jahren bei der dritten Comdürfte. Aus den Nachbarorten. 3tvar verteilt sich der Zuwachs etwa zur Hälfte auf fleinere Wohnungen bis zu 3 Zimmern. Die Zahl der leerstehenden pagnie des Garde- Train- Bataillons in Tempelhof und war seit Feuer im Meßpalast, Alexandrinenstraße 110, machte Wohmungen von 1 Stube ohne Küche ist seit Mai d. J. von 3 auf einiger Zeit verlobt. Als Soldat hat er sich, soweit bisher bekannt, Dienstagabend der Feuerwehr viel zu schaffen. In einem mit Kisten 4 gestiegen, die von 1 Stube mit Küche von 16 auf 38, die von. niemals etwas zu Schulden kommen lassen, so daß hier der und Holzwolle angefüllten Keller auf dem zweiten Hofe war der 2 Stuben von 96 auf 178, die von 3 Stuben von 150 auf 178. Grund für die Verübung des Selbstmordes nicht zu suchen sein Brand auf noch nicht ermittelte Weise entstanden. Ein Bordringen Die Einsicht in die Adressen der leeren Wohnungen ist Wohnungszum Brandherd war nur unter Benutzung von Rauchschutz- Apparaten suchenden auf dem Statistischen Amte, Rosinenstraße 12, gestattet. möglich. Die Löschmannschaften hatten schwer unter der Verqualmung Eine Cirkusleistung. und der Hitze zu leiden. Die vollständige Ablöschung nahm eine Brik. Zum provisorischen Amtsvorsteher hat der Landrat des Oben an der Decke des Cirkus Schumann hängt eine Stunde in Anspruch. Kreises Teltow den bisherigen stellvertretenden Amtsvorsteher Das Hummel bestellt. tiesenhafte aus Holzbrettern zusammengefügte Spirale. Die Gesamtschulden der Gemeinde, die in Cirkus- Programm wird in üblicher Weise abgewickelt; Reiter und 14 Anleihen in der Höhe von 1 191 045 M. aufgenommen worden Neiterinnen führen ihre Bravourstücke vor; Clowns machen geistreiche sind, sollen in eine einheitliche Schuld umgewandelt werden, die mit 31 Proz. zu verzinsen ist. Die bei der Kreis- Sparkasse aufs Späße und der Direktor erfreut den sachverständigen Teil seines Schöneberg. Die Stadtverordneten Versammlung zunehmende Anleihe soll jährlich in dem Betrage von 1½½ Proz. ges Publikums dadurch, daß er eine halbe Stunde lang seine Pferde alle denkbaren Kunstübungen anstellen läßt. Endlich kommt die hatte am Montag einige recht wesentliche Angelegenheiten zu filgt werden. In der letzten Sigung der Gemeindevertretung wurde angekündigte Sensationsnummer heran.„ Ein stiller Geist ist jahre- erledigen. In erster Linie handelte es sich um die Ueberlassung beschlossen, daß der bisherige Gemeindevorsteher Regling, der sein lang geschäftig die Zeit nur macht die feine Gärung kräftig des Pages Y an die hiesige Kirchengemeinde. Der Amt am 10. November niedergelegt hat, das über diesen Termin und alles was dazu gehört es find gar wunderbare Sachen- Magistrat hat die ganze Vorlage zurüdgezogen, weil zunächst mit hinaus bis zum 1. Dezember empfangene Gehalt zurückzahlen soll. Ser Teufel hat fie's zwar gelehrt allein der Teufel fann's nicht den bei der Durchführung der Eisenacherstraße in Betracht kommenden Die Gerüchte über Herrn Regling, die in Berliner Blättern wiedera felber machen." Die Vorbereitungen zu dem Kunststück, an das andern Eigentümern in Verhandlung getreten werden soll. Ein gegeben sind, wurden vom Vorsitzenden für falsch erklärt. selbst der Teufel sich nicht heranwagt, dauerte längere Zeit. Die Dringlichkeitsantrag des Stadtverordneten Lohausen, auf Grund der hölzerne Spirale wird in die Manege hinabgelassen und mit einer Stommissionsbeschlüsse die Sache zu erledigen, wurde mit geringer langen schmalen Brücke verbunden, die nach oben bis zur Majorität abgelehnt. Zu letterer gehörten auch unsre Vertreter, die Verband deutscher Barbier, Friseur: und Perrückenmacher. äußersten Fensterhöhe des Cirkus führt. Dort am Ende, hart unter somit den Ausschlag gaben. Stadtverordneter Panser( Soc.) berdem Dach steht ein Fahrrad. Endlich ist der umständliche Aufbau trat den Standpunkt, daß die Angelegenheit, soweit es sich auf den( 8weigverein Berlin). Mittwoch, den 3. d. M., abends 10 Uhr: Versammlung, Rosenthalerstr. 57. Tagesordnung: Vortrag. fertig; ein Angestellter flettert an der Spirale herum, prüft, ob alles Tausch beziehe, im Interesse der baldigen Verlängerung der EisenacherCentralverband der Konditorgehilfen und verwandter Berufe. gut befestigt sei und ein andrer schreitet den langen Steg hinauf, straße aufzugeben und eventuell das Enteignungsverfahren einzuleiten Heute, Mittwoch, abends 9 Uhr bei Sticht( Hamburger Haus"), Linienebenfalls sorgfältig auf die Herrichtung achtgebend. Nun hält ein fei. Die vom Magistrat wiederholt beantragte Nichterhebung der straße 96: Mitgliederversammlung. Mann eine Ansprache an das Publikum. Er verkündet, daß der Viermarksteuer für das Einkommen von 660-900 M. wurde Verein abstinenter Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins. Amerikaner Mr. Diavolo geradeswegs aus New York komme, gegen die Stimme des Stadtv. Lessig angenommen. Bersammlung am Mittwoch, den 3. November, abends 81, Uhr, im„ Eng allwo er im Madison Square das Publikum mit seiner unerhörten Sodann gab die Versammlung ihre Zustimmung zur Ent- lischen Hof", Neue Roßstr. 3. Vortrag des Frl. Fanny Imle über: Leistung begeistert habe. Die Zuschauer möchten auf alles acht- eignung des zur Straße A des Westgeländes gehörigen Straßen- Die sociale Bedeutung der Konsumgenossenschaften." Gäste willkommen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 3. Dezember. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Undine. Schauspielhaus. König Laurin. Deutsches. Monna Banna. Berliner. Alt- Heidelberg. Rachm. 2, Uhr: Der Struwwelpeter. Leffing. Die Ehre. Central. Madame Sherry. Neues. Der Gemeine. Residenz. Seine Kammerzofe.( Nelly Rozier). Westen. Das Heimchen am Herd. Nachm. 3 Uhr: Rübezahl. Thalia. Charley's Tante. Vorher: Cassis Pascha. Anjang 8 Uhr: Schiller. 0.( Wallner Theater.) Kabale und Liebe. Schiller. N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Der Pfarrer von Kirchfeld. Belle Alliance- Theater. Schröderischen. Carl Weiß. Ilse Römer. Luisen. Emilia Galotti. Die Casino. Ein Sohn des Bolles. Metropol. Die zwölf Frauen des Japhet. Apollo. Nakiris Hochzeit. Buntes Theater. Er und Sie. Theodor sucht Streichhölzer. Der Hund. Abergläubisch. Kleines. Rausch. Palaft. Goldene Jugend. Specialitäten. Specialitäten. Trianon. Die Liebesschaukel. Baffage Theater. Paffage- Panoptikum.Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sanger. Urania. Taubenstr. 48/49. Frühlingstage an der Riviera. Invalidenstraße 57/62. Täglich geöffnet von 7-11 Uhr. Urania. Taubenstrasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- WilhelmMittwoch abend 8 Uhr: Kabale und Liebe. städtisches Theater). Mittwoch abend 8 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. Gin bürgerliches Trauerspiel in 5Aften Der Pfarrer von Kirchfeld. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Panoptikum Friedrichstrasse 165. Neu! das jüngste Wunder Afrikas eine schneeweisse Negerin von der Goldküste, 20 Jahre alt, weisse Haut, weisses Haar, hellgraue Augen, ein anthrop Phänomen!! Neben der weissen d.schwarze Schwester: Beide von schwarzen Eltern!! von Friedrich Schiller. Donnerstagabend 8 Uhr: Kabale und Liebe. Freitagabend 8 Uhr: Zum erstenmal: Jugendfreunde. Volksstück mit Gesang in 5 Aften von Ludwig Anzengruber. Donnerstagabend 8 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Freitagabend 8 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Thalia- Theater. Buntes Theater Dresdenerstrasse 72-73. Bum 497. Mal: ( Ueberbrett'l.) Köpniderstraße 68. Anfang 8 Uhr. Er und Sie. Theodor sucht Charleys Tante. Streichhölzer. Der Sund. Guido Thielscher als Charleys Tante. Anfang: Charleys Tante. 81, Uhr. Borher: Cassis Pascha. Anf. 7, Uhr. Morgen und folgende Tage: Die selbe Vorstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Gastspiel des Frl. Klara Iszka: Alexandra. Schauspiel in 4 Abergläubisch. Bunter Teil: Leitung: Fritz Lehner. Senders. Carla Lingen a. G. Tiny Bokken Lasson. Hans Fredy. " Vorwärts- Buchhandlung 79 Lindenstrasse 79. Zum bevorstehenden Weihnachtsfeste empfehlen wir als Weihnachts- Geschenke unser reichhaltiges Lager in Bilderbüchern, Jugendschriften, Märchenbüchern, Gedichtsammlungen, illustrierten und nichtillustrierten Klassiker- Ausgaben, naturwissenschaftlichen und GeschichtsWerken. Bei dieser Gelegenheit verweisen wir auch auf die reichhaltige Auswahl unsrer im Preise bedeutend herabgesetzten Werke aus allen Wissensgebieten, die, in ihrer tadellosen Ausstattung, ein selten günstiges Passage- Theater. Luisen- Theater, Winter GAF Special- Weihnachts- Verzeichnisse Das Elite- WeihnachtsFest- Programm. Liane Leischner, Secessions- Soubrette. Bajerrials Beethoven, sensationelle musikalische Recitationen. Georg Kaiser prolongiert. Kinematograph: Krupps Leichenzug. 14 neue erstklassige Nummern. Belle- Alliance- Theater. Münchener Ensemble: Gastspiel Heute abend 8 Uhr: Zum 5. Male: Die Schröderischen. Central- Theater Bürger. Boltsitud v. H. Schrottenbach. Mittwoch, 3. Dezember, nachmittags 4 Uhr, halbe Preise, jeder Erwachsene hat 1 Kind frei: Schneeweißchen und Nosenrot. Weihnachtsmärchen m.Gesang u. Tanz. Abends 72 Uhr: Madame Sherry. Operette in 3 Atten von Hugo Felir. 7, 11hr: Madame Sherry. Donnerstag und folgende age Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Nur noch 4 Aufführungen! Ilse Römer. Nomantisches Schauspiel in 3 Atten ( 6 Bildern) von Ernst Ritterfeldt. Anfang 8 Uhr. Morgen und folgende Sage: Die Schröderischen. Palast- Theater Burgstraße 22. Früher: Feen- Balaft. Das Riesen- Dezember- Programm. 8 Uhr: 8 Uhr: Goldene Jugend. Gr. Ausstattungs- Burleste mit Gesang und Tanz von W. Geride. Zum 1. Male: Vollständig Emilia Galotti. Neues Programm. Anfang 8 Uhr. Vorbert. 10-2 Kasse, Invaliden, Künstlerdank u. Warenhäuser A. Wertheim. Donnerstag: Emilia Galotti. Geschwister Andersen, FussEquilibristinnen. Mizi- Gizi, Vortrags- Soubrette. Die 3 Harveys, Drahtseilkünstler. Freitag: Fauft. Sonnabend: Der Stanley und Wilson, Amerikanisch. grüne Karl. Sonntag 3 Uhr: Die Räuber. 8 Uhr: Deborah. Metropol- Theater. Zum 5. Mal: Die zwölf Frauen des Japhet. Vaudeville in 3 Akten von Mars u. Desvallières. Lieder und Text von Julius Freund. In Scene gesetzt v. Direktor Richard Schulz. Musik von Victor Holländer. Zwei grosse Balletts. Emil Thomas a. G. Josef Josephi. Henry Bender. Hermann Haak. Flora Siding. Hansi Reichsberg. Frid- Frid. Junker- Schatz. Wini Grabitz. Rauchen gestattet. Anfang 8 Uhr. Hyronimus Fiebig- Dir. R. Winkler. Deutsche Konzerthallen I. Ranges. Durchweg neue Schau- und Spandauer Brücke 3 Kunstnummern. Nur Schlager Theaterund SpecialitätenVorstellung. Wochentags: Entree frei! Soeurs Blanche, Gymn. Melangealt. Charles Merino, Champion Equilibrist. Mr. Montani, Gr. Dreffuratt. Ylang You, Gaufler, unerreicht. Aniela Sonnabend: Benefiz für Frl. Roger. Koncewicz, Soubr.- Diva. Schwestern Ilse Römer. Sonnabendnachmittag: Montani, Doppet Drahtseil. Frau Holle. Sonntagnachmittag: Nebula, mysteriöser Lichtakt. Miss Romeo und Julia. Sonntagabend, Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. zum 1. Male: Witwe Dalila. Entree 50 Bf. 5 KünstlerKapellen Special- Ausschank der Berliner Bockbrauerei. Gesangs- u. Instrumental- Akt. Eine Bojaren- Hochzeit, Russische Gesangs- und Tanz- Scenen. Die Barowskys, HumoristischGymnastische Produktion. Perzina's dressierte Affen. Mason und Forbes, Udel- Quartett. Excentrics. auf Wunsch gratis und franco. Bilderbücher im Preise von 10 Pf. bis 5 M. Märchenbücher für Kinder von 6-8 Jahr. 25 Pf. bis 6 M. Märchenbücher und Kleine Erzählungen für Kinder von 8-12 Jahren 50 Pf. bis 5 M. Erzählungen für die reifere Jugend 25 Pf. bis 10 M. Die im Gewerkschaftshause ausgestellten Jugendschriften sind bei uns zu beziehen. Cirkus Busch. Kleines Theater Mittwoch, 3. Dezember 1902, abends 7, Uhr: Grosse Vorstellung. Dahomey. Die Strausse als Reitpferde. 3 Frères Honcke. Steig's Motor- und Byciele- Rennen. Casino- Theater. Eugenie Fougère, franz. ExcentricCatherine Bartho, Pariser Luft, ,, Biograph". Tänzerin. BallettDivertissement. Trianon- Theater. Georgenstrasse, zwischen Friedrich- u. Universitätsstr. Die Liebesschaukel. Lustspiel in 4 Akten v. M. Donnay Anfang 8 Uhr. Sanssouci Kottbuser Thor. Jeden Donnerstag, Sonntag und Montag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Lothringer Straße 37. Die brillanten Specialitäten. Nur noch bis Freitag: Ein Sohn des Volkes. Sonnabend: ,, Pustekohl" m. Richter. Anfang Wochent. 8, Sonnt. 7%, Uhr. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anjang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Tageskaffe 11-1, Uhr. ( Mehsel, Pietro, Britton, MarSteidl, Krone, Böhme, Böckmann, Blättner 2c.) ( Schall und Rauch) Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Rausch. Tragikomödie in 4 Akten ven August Strindberg. Morgen: Rausch. Apollo- Theater. Um 8 Uhr: Neue Specialitäten. um 9 Uhr: Mit kolossalem Erfolg: Nakiri's Hochzeit Ausstattungs- Operette in 2 Aften von P. Lincke. Im zweiten Bilde( 10% Uhr): Der sensationelle Spiegeltrick. Im letzten Bilde( 10%, Uhr): H. Harndins elektrisches Ballett. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Deutscher Unverfälscht. Honig! Bienenhonig, best. Qualit. verf. die 10 Pfunddose zu 7,00 M., 5 Pfd. 4,30 M. franco. Garant. Rüdnahme. Auguftfehn, Oldenbg. E. Reil, Nord, Bahnhof Verfallene Pfänder zum Weib: Dr. Simmel, nachtsfest. Golds., Brillanten j. Art, gold. u. filberne Uhren, Ketten, Prinzen[ 50/ 11* Specialarzt für Haut- und Harnleiden. Ringe, sauber u. schön, w. spottb. verf. Pfandl. Prinzenstr. 28 I, Ede Ritterstr. 10-2, 57. Sonntags 10-12, 2-4, Charivari- Theater. Alte Jakobstr. 37. Große Specialitäten- Vorstellung. Anfang 72 Uhr. 7395 Säle an Vereine find zu vergeben. Cirkus Schumann Mittwoch, den 3. Dezember, abends 7, Uhr: Königstadt- Casino. Grosser Gala- Abend Holzmarktst. 72, Ecke Alexanderst. Täglich erstil. Specialitäten- Vorstellung. Jed. Mittwoch, Sonnabd. und Sonntag Tanzkränzchen. Anf. Wochent. 8, Sonntags 6 Uhr. SteidlOranien burg. Thor Mr. Diavolo, die grösste Attraktion des XX.Jahrh. Looping the Loop. Theater A an der Friedrichstr. Täglich 8 Uhr. Sonnt. 7 Uhr. 1 SteidlBorvertauf Ists ov Sänger. Entree 50 Pf. ( Fritz Steidl, Scheuerl, Müller, Lipart, Reising, Wehling, Corvinus, Haas und Munkel.) Täglich wechselndes Programm. Entree 50 Bf.( Borbert. 40 Pf.) bei Rühle, Friedrichstr. 115. U Ausserdem: Das Riesenprogramm mit neuen Kunstspecialitäten, sowie Direktor Alb. Schumann und Eine Fortsetzung der beliebten Pantomime: Die lustigen Arnold Scholz Germania- Prachtsäle Chausseestr. 103. Jeden Mittwoch und Sonntag: Jeden Sonntag von 5 Uhr ab: Hamburger Sänger. Direktion Otto Steidl und Wilh. Wolff. Stets wechselndes Programm. Anf. 8 Uhr. Bons gelten. Eintritt 30 Pf. Jeden Donnerstag: Bergter- Konzert und Familien- Kränzchen. Großer Ball. 8 große und fleine Säle unter coulanten Bedingungen zu vergeben. 58022* 0000000000000 Neues Konzerthaus. Alexanderplatz( Grand Hôtel). Inh.: Albert Mörner. Neues Konzert- Repertoire des Komponisten u. Kapellmeisters Herrn Jul. Einödshofer. Heute: Populäres Konzert. Entree 20 Pf. Anfang 8 Uhr. Sonnabends stehen meine Säle wie Vereinsräume, 50-2000 Personen fassend, Vereinen und Gesellschaften zur Abhaltung von Festlichkeiten unentgeltlich zur Verfügung. Ein kleiner Saal ist auch an andren Wochentagen frei. Gratweils Bierhallen Theater u. Variété Kommandantenstraße 77/79. Heidelberger. W. Noack Theater. Bernhard Rose- Theater, Taglich: Gr. Vorstellung. Direktion: Robert Dill. Residenz- Theater. Brunnenstrasse 16. Heute und folgende Tage: Seine Kammerzofe. ( Nelly Rozier.) Schwank in drei Akten von Bilhaud und Hennequin. Der Dornenweg. Schauspiel in 3 Aften v. J. Philippi. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Donnerstag: Durchgegangene Weiber. Bekanntmachung. Jahresabschluss der Kasse der Landes- Versicherungsanstalt Berlin 20161 Der Rechnung Kapit. Titel IV 123 24 1 2 346 5 VIII 1 IX X 1 Beiträge Zinsen. für das Jahr 1901. M Betriebsfonds- Hauptverwaltung. Einnahme Miete und Pacht für Grundbesitz: Grundstücke für Zwecke der Verwaltung. Heilstätten, Genesungshäuser, Invalidenhäuser etc. Sonstige Grundstücke. Strafgelder Renten(§§ 125 bis 127 des Gesetzes) Ist- Einnahme im Einzelnen M.| Pf. im Ganzen M.| Pf. Babstr. 58. Desember: Das grosse amüsante Mittwoch, den 4. Dezember: Dezember- Programm. Höhere Töchter. Große Boffe mit Gefang in 4 Atten bon Mannstadt und Schott. Anfang 8 Uhr. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. VII VIII 13 345 2 8330 7 062 964 86 IX 19 1 594 674 73 1 23 969 30 151 860 95 10 702 2 Summe Kapitel III M 186 532 25 8 093 Beitragserstattungen(§§ 127, 128 Absatz 6 des Gesetzes) Heilverfahren: Zuschüsse von Krankenkassen(§ 18 Absatz 3 des on Kranke Gesetzes) Zuschüsse von Trägern der Unfallversicherung(§ 21 des Gesetzes) Zuschüsse von andrer Seite Durchführung des Heilverfahrens( ausschliessl. Titel 5) Unterstützungen an Angehörige der Versicherten: a) solcher, die der reichs- oder landesgesetzlichen Krankenfürsorge unterlagen. b) solcher, die dieser Fürsorge nicht unterlagen • 163 813 71 78 32 159 53 25 803 73 Invalidenhauspflege: Crim 3 066 17 3485 97 33 626,21 M. 368,94 Summe Titel 5 Summe Kapitel VII n 33 995 15 223 850 44 199 46 XII XIII 116 55 316 01 19 1867 37 Renten für die gemäss§ 25 des Gesetzes verpflegten Personen Zuschüsse von andrer Seite Durchführung der Invalidenhauspflege. Durchführung der Summe Kapitel VIII Ausserordentliche Leistungen(§ 45 des Gesetzes)... Allgemeine Verwaltung: Heilverfahren: Nur allererste Kunstkräfte. Anfang der Vorstellung 72 Uhr. Sed. Sonnabend, Sonntag u. Mittwoch nach der Vorstellung: TANZ. Zuschüsse von Krankenkassen(§ 18 Abs. 3 des Ges.) Zuschüsse von Trägern der Unfallversicherung(§ 21 des Gesetzes) Zuschüsse von andrer Seite Durchführung des Heilverfahrens( ausschl. Titel 5) Unterstützungen an Angehörige der Versicherten, a) solcher, die der reichs- oder landesgesetzlichen Krankenfürsorge unterlagen. 89 050,05 M. b) solcher, die dieser Fürsorge nicht unterlagen Invalidenhauspflege: 5876L* Etablissement Buggenbagen am Morikplay. Heute Mittwoch: Militär- Konzert 3. Garde- Regim. zu Fuß ( Herr Goerisch.) Im Kaifer- Saal: Bückeburger Sänger. 4 05 884 019 14 1 091,48 Summe Titel 5 Summe Kapitel VII 90 141 53 974 164 72 Renten für die gemäss§ 25 des Gesetzes verpflegten Personen Zuschüsse von andrer Seite Durchführung der Invalidenhauspflege. 115 119 27 692 16 Summe Kapitel VIII 27 692 16 · • • 33 834 81 Ausserordentliche Leistungen(§ 45 des Gesetzes) Allgemeine Verwaltung: Gehälter, Belohnungen( Remunerationen) etc. der Beamten( mit Ausschluss der Kontrollbeamten) und Vergütung für Schreibhilfe Vergütungen, insbesondere Tagegelder und Reisekosten, Ersatz für entgangenen Arbeitsverdienst: a) an Vorstandsmitglieder u. Anstaltsbeamte 16 b) an Mitglieder des Ausschusses 4245,46 M. 2064,90" 274 419 66 M Aufwendungen für Geschäftsräume( Miete, Reinigung, 196310 36 Heizung, Beleuchtung, Steuern etc.) 46 722 23 4 Bureau- und Kassenbedürfnisse( Drucksachen, Postgebühren, Bekanntmachungen, Buchbinder-, BotenJohn etc.). 39 498 35 5 Inventarien 8 572 55 6 Beiträge zu Pensions-, Witwen- und Waisenkassen, 7 8 123 10 736 15 von 16 390 754 31 84 872 07 1 185 18 2 095 82 Summe Kapitel XIII 11 670 50 sowie sonstige Versicherungsbeiträge( für Kranken-, 4 Unfall-, Invalidenversicherung etc.) Pensionen und Unterstützungen für ausgeschiedene Beamte und deren Hinterbliebene. Andre nicht vorgesehene Einnahmen und Ausgaben Summe Kapitel X • XIErhebungen bei Gewährung oder Entziehung Renten und bei Beitragserstattungen Rentenstellen. Schiedsgerichte, Beschwerde-, Berufungs- u. Revisionsverfahren: 1 Persönliche Aufwendungen Sächliche Aufwendungen Verfahren. XIV Beitragserhebung und Kontrolle: Beschaffung der Quittungskarten, der Beitragsmarken und Verkauf der letzteren(§§ 130, 131, Absatz 2 und 3 und 132 Absatz 2 des Gesetzes) 2 3 128 Mit der Einziehung der Beiträge beauftragte Stellen (§§ 148 und 151 des Gesetzes) Kontrolle(§ 162 des Gesetzes) Rechtshilfe(§ 172 Absatz 2 des Gesetzes) 4 135 01 360 8 389 50 T 12 065 61 36 508 30 Summe Kapitel XIV 48 573 91 147 37 79 51 6/17 428 17 428 15 Andre nicht vorgesehene Einnahmen und Ausgaben. Vermögensanlagen: Wertpapiere. Darlehen etc. Grundstücke 651 000 212 5 202 167 62 Summe Kapitel XVII Summe der Ausgaben Gehälter, Belohnungen( Remunerationen) etc. der Beamten( mit Ausschluss der Kontrollbeamten) und Vergütung für Schreibhilfe 2026 60 2 Vergütungen, insbesondere Tagegelder und Reisekosten, Ersatz für entgangenen Arbeitsverdienst: 3 4 a) an Vorstandsmitglieder u. Anstaltsbeamte-- M. b) an Mitglieder des Ausschusses Aufwendungen für Geschäftsräume( Miete, Reinigung, Heizung, Beleuchtung, Steuern etc.) Bureau- und Kassenbedürfnisse( Drucksachen, Postgebühren, Bekanntmachungen, Buchbinder-, Botenlohn etc.). Inventarien Beiträge zu Pensions-, Witwen- und Waisenkassen, sowie sonstige Versicherungsbeiträge( für Kranken-, Unfall-, Invalidenversicherung etc.) 64 12 97 05 2 652 43 " Summe Titel 2 -> 795 52 8 1 XV VI 56 5 870 595 77 10 548 903 04 123 11 11 Summe Kapitel X 7 8 Pensionen und Unterstützungen für ausgeschiedene Beamte etc. und deren Hinterbliebene Andre nicht vorgesehene Einnahmen und Ausgaben ΧΙ Erhebungen bei Gewährung oder Einziehung von Renten und Beitragserstattungen XII XIII Rentenstellen Schiedsgerichte, Beschwerde-, Berufungs- und Revisionsverfahren: Persönliche Aufwendungen Sächliche Aufwendungen. Verfahren • •> Beitragserhebung und Kontrolle: 18 1789 03 +11 = Summe Kapitel XIII Beschaffung der Quittungskarten, der Beitragsmarken und Verkauf der letzteren(§§ 130, 131 Absatz 2 und 3 und 132 Absatz 2 des Gesetzes) Mit der Einziehung der Beiträge beauftragte Stellen §§ 148 und 151 des Gesetzes). Kontrolle(§ 162 des Gesetzes) Summe Kapitel XIV Rechtshilfe(§ 172 Absatz 2 des Gesetzes) Andre nicht vorgesehene Einnahmen und Ausgaben. Vermögensanlagen: XIV 1 2 3 XV XVI XVII 123 Wertpapiere Darlehen etc. Grundstücke 11 13 60 Abschluss II. I. Nach den Tagebüchern der Kasse haben im Jahre 1901 betragen: Wertpapiere Nach den Zu- und Abgangslisten der Kasse haben im Jahre 1901 betragen: 5 635 72 15 211 1. Die Einnahmen 2. Die Ausgaben • 1. Die Einnahmen: a) Betriebsfonds · b) Voreinnahmen c) Vorschüsse 1789 03 2. Die Ausgaben: Betriebsfonds • b) Voreinnahmen • c) Vorschüsse Bar 15 006 894,41 M. 15 900 881,47 " 56 101 510,20 M. 56 101 510,20 M. 198 019,37 M. 1 001,20 99 199 020,57 9 minus 893 987,06 M, 55 902 489,63 M. 55 008 502,57 M. Mithin verbleibt am Schlusse des Rechnungsjahres 1901: Bestand in Bar. 13 60 Bestand in Wertpapieren etc. 48 55 II. Die Jahresrechnung pro 1901- Betriebsfonds- schliesst ab mit einem Bestande von minus 705 854,63 M. Hiervon ab die am Schlusse des Rechnungsjahres 1901 vorhandenen Voreinnahmen mit 2 213,00 M. minus 703 641,63 M. 28 261 70 165 669 03 4 034 66 Summe Kapitel XVII 197 965 39 9 290 268 09 Hierzu die bis zum Schlusse des Rechnungsjahres 1901 nicht beglichenen Vorschüsse, also minus 190 345,43 M. Der Rechnung Summe der Einnahmen Hierzu: Bestand aus dem Vorjahre sind zusammen stoved hob lisab: Summe der Ausgaben US Ausgabe Kapit. Titel Beiträge • . Zinsen Miete und Pacht für Grundbesitz: 123 Mithin Vorschuss Grundstücke für Zweke der Verwaltung Heilstätten, Genesungshäuser, Invalidenhäuser etc. Sonstige Grundstücke Strafgelder Renten(§§ 125 bis 127 des Gesetzes) Beitragserstattungen(§§ 127, 128 Absatz 6 des Gesetzes) 552 780 32 9 843 048 41 10 548 903 04 705 854 63 Ist- Ausgabe im Einzelnen M. 1 Pf. im Ganzen M. 34 32865 Pf. 14 656 98 118 506 94 Summe Kapitel IIF 506 94 3 2 675 011 432 011 18 4 一 16 18 Mithin verbleibt am Schlusse des Rechnungsjahres 1901 Bestand in Bar( wie oben) minus 893 987,06 M. Die Zu- und Abgangslisten pro 1901 schliessen ab: a) Betriebsfonds b) Vereinnahmen c) Vorschüsse Mithin verbleibt am Schlusse des Rechnungsjahres 1901 Bestand in Wertpapieren etc.( wie oben) 55 903 490,83 M. 55 903 490, 53 M. 198 0110 1 001,20" 55 902 489,63 M. minus 893 987,06 M. 55 008 502,57 M. Vorstehende Rechnungs- Abschlüsse werden hierdurch gemäss§§ 18 und 20 der Satzungen der Landes- Versicherungsanstalt Berlin mit dem Bemerken veröffentlicht, dass die Jahresrechnung für 1901 von dem Ausschusse der Anstalt in der Sitzung vom 18. November 1902 abgenommen worden ist. Berlin, den 26. November 1902. Der Vorstand der Landes- Versicherungsanstalt Berlin. Dr. Freund. Dr. Sträter. Weihnachts- Vortheil! 000 Um den grossen Andrang, welcher sich in den Nachmittagsstunden in unseren Waarenhäusern entwickelt, einigermassen zu begegnen, geben wir von Mittwoch, den 3. Dezember, bis Sonnabend, den 6. Dezember, bei Einkäufen von Morgens 8 Uhr bis Nachmittags präcise 4 Uhr Photographie- Bons gratis und zwar bei einem Gesammt- Einkauf von gex 5 Mark ¼ Dutzend Visites 10 Mark 15 Mark 20 Mark ½ Dutzend Visites 14 Dutzend Cabinet ¼4 Dutzend Makart D' iese Bons sind für jede erwachsene Person zu verwenden, und empfehlen wir solche als besonders beliebtes Weihnachts- Geschenk. Bei Bezahlung bitten wir an der betreffenden Zahl- Casse einen Photographie- Bon zu verlangen. Trotz dieser ausserordentlichen Vergünstigung bleibt unser Rabatt- Spar- System dennoch in Kraft. Bei Einkauf von einer Mark vergüten wir 4 Rabattmarken. C., Spittelmarkt 16/17, SW., Belle- Alliancestr. 1/2, NO., Gr. Frankfurterstr. 113. Jm Erfolg liegt Wahrheit! A. Jandorf& Co. Berühmte Original- Reichel- Essenzen Gefindung des Geheimeaths Stof. Dr. Serold aur schnellen Selbstbereitung und leichten bon Cognac, Rum, Liqueuren, Punschextracten etc., bereinen höchste Vollkommenheit und Feinheit vollendetste mit Billigkeit. großer Meine Fabrikate haben die größte Verbreitung in Dentschland. wird sie, wie Tausende andre Jhr eigenes Urteil au ber Ueberzeugung bringen, bag bie echten Original- Reichel- Essenzen die besten und bewährtesten sind; ben dieselben viel nachgeahnt, doch nie erreicht. Ueber 200 Sorten in Originalil. mit Gebrauchsvorschrift für Verfuchen Sie Reichels Echt Franz. 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Drud und Verlag: Borwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.