Nr. 284. B Abonnements Bedingungen: Abonnements Breis pränumerandos Vierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags, Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. BostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat., Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1902 unter Nr. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat, Exscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 19. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Big. ( nur das erste Wort fett). Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben woerden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin", Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Aunt IV, Nr. 1983. Nebenpräsidenten. Am Beginn der Reichstags- Sizung, am Donnerstag, die Bereits um 10 Uhrr vormittags begann, hat der„ starke Mann" des Zollivudhers wieder einmal parlamentarische Tumulte veranlaßt, die selbst die früheren Scenen an wilder Erregung überboten. Freitag, den 5. Dezember 1902. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. einige Worte, brach aber, als auch noch der Abg. Stadthagen Nach der Halbstündigen Beruhigungspause erklärte Bebel den hinzukam und sich an dem Gespräch beteiligen wollte, die Unter- Thatbestand, und Graf Stolberg berief sich entschuldigend auf jenes reding mit einer deutlichen Gebärde, daß er nichts weiter berühmte Mißverständnis", das die starken Männer seit jeher bei zu sagen habe, ab. Die Abgeordneten strömten zum Teil in die ihren Aftionen zur Hand haben. Wandelhalle, Gruppen blieben im Saale in lebhaftem Gespräch über die Vorfälle. Die Socialdemokraten verschwanden nach oben eine weitere Wirkung der Regierungsunfähigkeit der verkröcherten Das ist die historische Wahrheit. Die Scene war nichts wie gu einer Fraktionssitzung. Von den eigentlichen Führern ivurde feiner sichtbar; es dürfte zutreffen, was man Bollivucher- Mehrheit. sich erzählte, daß sie über die Garantie der Präsidialgewalt" Will man, daß solche Wirren nicht wiederkehren, so lehre die umierhandeln; ein längst geplanter, aber immer noch zurückgestellter Mehrheit zum Recht und zur Vernunft zurück, fie suche fich fähigere Antrag soll endlich Gestalt gewinnen und ans Licht kominen. Vicepräsidenten und vor allem gestatte feinem Neben Der Zorn und die Aufregung über das Geschehnis war überall präsidenten Einfluß auf die Geschäftsführung! zu bemerken; mehrfach hörte man die Vermutung, das Ganze fei nur insceniert, um für die heutigen 27 socialdemokratischen Versammlungen Material- Heizmaterial zu schaffen." Wer ein Interesse an der ruhigen, sachgemäßen Verhandlung des Reichstages hat, der muß die Schuldfrage prüfen. Man erkennt in diesen Tagen, wie in bewegten Zeiten Geschichtsfälschungen entstehen. Kein Tribünenbesucher, auch kein Journalist, der eine normale Auffaffungsgabe befitt, fann über den thatsächlichen Hergang der letzten vulkanischen Erregungsausbrüche, die sich bis zu dem Ausschluß des Abg. Singer steigerten, den mindesten Zweifel hegent. Die Entwicklung war durchaus flar und übersichtlich. Diese Stimmungsbäderei ist von der Ehrlichkeit und-Intelligenz Dennoch wird dann den bedauernswerten Lesern das tollste Zeug vorgelegen, nur um die Mehrheit des Zollwuchers von ihren brutalen Rechtsbrüchen und unglaublichen Dummheiten zu entlasten. So stellt zum Erempel die fromme fatholische, Germania" den Hergang der Scene wie folgt dar: " der Mehrheit start angegriffen. Sonst würde sie den Sachwaltern der Mehrheit nicht die trotz alledem unerreichte Gjelei zutrauen, daß fie nur deshalb die Linke provoziert haben, um ihr ein willtommenes Agitationsmaterial zu liefern. Wir haben diese Proben bewußt täuschender Berichterstattung mitgeteilt, um einmal zu zeigen, wie Vorgänge von geschichtlicher Bedeutung sofort verwirrt und entstellt werden. Politische Uebersicht. Berlin, den 4. Dezember. Die Diftatur des Präsidenten ist von den Mehrheitsparteien geplant. Eine Korrespondenz meldet über dies neueste Std vom starken Mann, der auf die Volksvertretung dressiert ist: " In den Kreisen der Mehrheitsparteien wird, verstärkt durch die Den Stein des Anstoßes sollte ein Antrag des Abg. Röjicke Widerfeßlichkeit des Abg. Singer gegen die Bestimmungen der GeDessau bilden, der, obschon nach der Annahme des Antrages Dr. schäftsordnung, ernstlich die nochmalige Aenderung der Spahn, über sämtliche Zurüdverweisungsanträge zur Tagesordnung Und doch ist in diesem Fall Schuld, Ursache und Hergang völlig Geschäftsordnung in Erwägung gezogen. Der in Vorbereitung überzugehen, das Referat über die Positionen 176-189 erledigt war, noch nachträglich die Position Bier" herausgriff und diese flar. Um es turz zu sagen: Der leidenschaftliche Zwischenfall wurde befindliche Antrag erstreckt sich sicherem Vernehmen nach auf die an die Kommission zurückverweisen wollte! Mit Recht erklärte in diesem Fall wie fast immer dadurch veranlaßt, daß wir zwar Erteilung des Wortes und die Dauer der Reden. Graf Stolberg diesen Antrag für unzulässig. Abg. Dr. Spahn einen Präsidenten des Hauses, dem die Linke bei aller Nach Dieser Antrag ist bereits formuliert worden und soll am beantragte über diesen Antrag Uebergang zur Tagesordnung und giebigkeit gegen das rechtswidrige Verfahren der Mehrheit Achtung und bevorstehenden Dienstag dem Plenum vorgelegt erhielt auch alsbald das Wort für seinen Antrag." Bertrauen entgegenbringt, aber nur Bicepräsidenten der Mehrheit werden. Es handelt sich um Erweiterung der Macht. Man beachte schon diesen Unsinn. Graf Stolberg erklärt haben. Außerdem geht auf dem Präsidium, wenn Graf Ballestrem befugnisse des Präsidenten in Bezug auf die Behandlung mit Recht" den Antrag für unzulässig", das heißt für nicht ver- abwesend ist, v. Freges verwirrender Geist um, der immer Graf von Geschäftsordnungs- Debatten. Man will dem handlungsfähig, aber die„ Germania" findet es dann ebenso recht", Stolberg, aber nicht selten auch Büsing heißt. Auch die Vice- Präsidium freiere Bewegung gewähren bei der Erteilung des Wortes daß Spahn über den unzulässigen Antrag reden darf; der präsidenten sind starte Männer nach Kröchers Herzen. und für die Beschränkung der Nedezeit. Der Antrag hat zahl= „ Germania" muß man's glauben, tveil's blödsinnig ist. reiche Unterschriften aus den Reihen der Mehrheitsparteien Die Germania" fährt dann fort: erhalten. Wenn Um das Unheil zu vollenden, tritt noch ein drittes Element hinzu, und das ist ein leibhaftiger Nebenpräsident, der Dann brach der Sturm los. Die Linte schrie im Talt: 3ur immer als Mentor der starken Vicemänner in Thätigkeit tritt, wenn Der unglaublichen Dummheit der Mehrheit wäre es schon jus Geschäftsordnung, zur Geschäftsordnung! Der Lärm nimmt das Haus auf Graf Ballestrems besonnene Gerechtigkeit und schlag zutrauen, daß sie sich, in richtiger Einschätzung ihrer intellektuellen von Minute zu Minute on, immer dröhnender übertönen die fertige Gewandtheit verzichten muß. Es ist dies der Bureaudirektor Fähigkeiten, an den bisherigen Vergewaltigungen der GeschäftsHauptschreier den wisten Radau, in dem sich weder der Hedner, Abg. Dr. Spahn, noch der Präfident verständlich machen nac, der auch bei dem Fall Singer den Grafen Stolberg ordnung nicht genügen ließen und dazu übergingen, die GeschäftsTonnten! Wlan sah wohl beide die Lippen bewegen, aber es war instruiert hat. Diese Nebenregierung des Reichstags ist der Uebel ordnung selbst derart abzuändern, daß der Präsident der Mehrheit eine absolute Unmöglichkeit, auch nur ein Wort von ihnen in dem schlimmstes. die beiden Vicepräsidenten ohne die jeden Hausknechtsdienst eriveisen könnte. Wir zweifeln auch gar nicht unbeschreiblichen Tohuwabohn zu verstehen. Nichts anderes als die Erleuchtungen des Herrn Geheimrats die Geschäfte des Hauses daran, daß sich selbst unter solch entwürdigenden Umständen wilden Rufe:„ Zur Geschäftsordnung!" schallten aus dem Gebrüll zu leiten nicht im stande sind, dann find fic eben ihrem schwierigen noch Individuen finden würden, um der Mehrheit die gewünschten der Linken heraus; einzelne der rabiatesten Schreier fuchtelten Amte nicht gewachsen und müssen gehen. Schuhpußerdienste zu leisten, vielleicht die Herren Baffermann, Bachem mit den Armen in der Luft und sprangen hin und her, wie eine Wie sind nun die dramatisch gespannten, leidenschaftlichen und Arendt. Aber was wäre denn damit erreicht, als daß der craltierte Rotte heulender Derwische im höchsten Delirium der Scenen zu erklären und wie war ihr Verlauf? Unser bereits in Reichstag erst recht zu einer ganz gemeinen Schacherbude degradiert Verzückung. Allen voran der Oberderwisch Singer 1 Trotz des Ber- einem Extrablatt verbreiteter Parlamentsbericht stellt den Hergang wäre? Wenn die Mehrheit Lust hat, sich derart der Verachtung des bots rannte er wie wild auf die Treppe und schrie beständig auf den mit urkundlicher Genauigkeit dar, so daß nur wenige erläuternde Volkes preiszugeben, so haben wir keinen Anlaß, ihr das Spiel zu Präsidenten ein:" Zur Geschäftsordnung!" Auf der Rechten hörte verderben. Wenn sie glaubt, daß durch eine Guillotinierung des mai. jest Rufe, wie Raus! Herunter von der Treppe!" Graf Bemerkungen hinzugefügt zu werden brauchen. Stolberg fordert Singer zweimal auf, die Treppe zu verlassen, Zwei grobe Geschäftswidrigkeiten des Vicepräsidenten Grafen Parlamentarismus der politische Fortschritt gehemmt werden könnte, er bleibt unbeirrt und brüllt weiter: Zur Geschäftsordnung Stolberg bildeten die unmittelbare Veranlassung. Einmal brachte so ist das unfre Meinung niemals gewesen. Abg. Dr. Spahn, der sich, wie neulich Dr. Bachem, durch den dieser starke Mann es fertig, in demselben Atemzug einen Antrag des Tumult nicht verwirren ließ, sprach ruhig weiter und verließ nach zollfeindlichen Röfice- Deffau für unzulässig erklären und dem Freund ettva fünf Minuten die Tribüne, von lauten Bravos rechts und in Spahn das Wort zur Begründung seines Antrags auf Uebergang Zollfriegs- Resolution. der Mitte begrüßt. Aber der Radau geht weiter. Runter von zur Tagesordnung über denselben unzulässigen Antrag zu erhaben, den Zolltarif mit Stommiffionserhöhungen anzunehmen, Nachdem die Zollwucher- Parteien die Regierung beivoger der Treppe!" schallt es auf der Rechten und im Centrum, 3ur teilen. Dieser tolle Mißgriff veranlaßte namentlich die Herren von der die noch kurz vorher die Regierungsvertreter unter den Geschäftsordnung!" sajreit die Linke.... Alles ist hier durcheinander geschwindelt, Vorher und Nachher Freisinnigen Vereinigung, das Wort zur Geschäftsordnung zu ver- heiligsten Beteuerungen als untannehmbar und absolut unbertauscht, Ursache und Wirkung bösartig verwechselt- cin wahres langen, den vicepräsidialen Kuddelmuddel aufzuflären. geeignet für jegliche Handelsvertrags- Verhandlungen bezeichnet Protokoll für eine Hegenverbrennung. Zu gleicher Zeit verlangte Singer aus einem andren Grunde das hatten, rücken jetzt die Konservativen im Verein mit den geistesDann schreibt das Blatt weiter von den Vorgängen in der Wort zur Geschäftsordnung. Präsident Ballestrem hatte nämlich verwandten Nationalliberalen mit einem neuen Pressionsunfrem Genossen, bevor er die Geschäfte an den Grafen Stolberg mittel heraus. Sie haben dem Reichstag eine Resolution zu „ Graf Stolberg geht auf Singer zu, man sieht beide übergab, versprochen, das Wort nach der Abstimmung über den Weinzoll- dem Entwurf eines Zolltarif- Gesetzes eingereicht, die folgenden zusammen sprechen, aber nur wenige Momente währt die Antrag zu erteilen; einen entsprechenden schriftlichen Vermert hatte Wortlaut hat: Interredung; man fieht an einer bezeichnenden Hand- er hinterlassen. Trotzdem gab der Vicepräsident Singer nicht das bewegung, daß er es aufgiebt, diesen Leuten Raison bei- Wort und unser Parteigenoffe ging nun auf die Tribüne, um dem zubringen! Grafen Stolberg den Sachverhalt aufzuklären. Bis dahin waren die Geschäftsordnungs- Rufe der Linken zwar lebhaft aber nicht fonderlich start. Nun aber fing die Mehrheit, Centrum und Stonservative, gegen den auf der Tribüne mit dem Vicepräsidenten unterhandelnden Genossen Singer gewandt, ein geradezu unflätiges Chorgeschrei an: Runter von der Tribüne, runter von der Tribüne. Man hörte auch Rufe: Nunter mit dem Juden! Unterbrechungspause: worden sei." D " Der Reichstag wolle beschließen: die folgende Resolution als dritte zum Zolltarif- Gesez anzunehmen: den Herrn Neichskanzler zu ersuchen, vor Erneuerung der bestehenden Tarif= berträge das vertragsmäßig oder herkömmlich bestehende Meistbegünstigungs Verhältnis zu allen denjenigen Ländern zu lösen, von welchen nicht in Bezug auf die Bollgesetzgebung und auf die zollamtliche Behandlung deutscher Waren die volle Reziprozität gewährt wird." Unterschrieben ist die Resolution von den Abgeordneten Frhr. Hehl zu Herrnsheim, Graf v. Kanig und v. Kardorff Mis dann die Sigung wieder eröffnet wird, fist Abg. Singer mit größter Gemütsruhe auf seinem Plate. Die Socialdemokraten haben, wie es scheint, fich denn doch inzwischen über ihr eignes Benehmen geschämt. Sie suchen Abg. Bebel that dies mit bemerkenswerter Suhe- die ganze Sache auf ein Mißverständnis zu schieben, das durch den Wechsel im Präsidium herbeigeführt Alles gelogen. Nicht Bebel, der einfach das Recht Singers Naturgemäß wurden nun auch die Geschäftsordnungsrufe der als Antragsteller. Außerdem haben 64 Mitglieder der erklärte, sondern Graf Stolberg hat sich mit einem Miß- Linken heftiger. Es ward ein Ringen zwischen zwei Chören, die sich konservativen Fraktion, der Deutschen Reichspartei, der verständnis" entschuldigt. So schmuzig sind die Quellen gleich bei gegenseitig überschrieen. Singer begab sich dann, als er sah, daß nationalliberalen Partei und der Deutsch- socialen Reformihrem Ursprung, wo jeder Augen- und Ohrenzeuge die Wahrheit Graf Stolberg gegen jedes Verständnis Obstruktion trieb, die partei sowie einige Wilde unterzeichnet. Das Centrum hat fontrollieren kann, wie muß da erst die ferifale Geschichts- Stufen herunter, blieb aber auf der Mitte der kleinen Treppe stehen, sich zurückgehalten. schreibung verunreinigt sein! weil es ihm widerstrebte, dem Gebrüll der Rechten und des Der Zweck der Resolution ist klar. Sie richtet sich Eine parlamentarische Korrespondenz, die mehrere reaktionäre Centrums Folge zu leisten. Wäre Graf Stolberg seinem Amt ge- gegen die Vereinigten Staaten von Amerika und läuft Blätter aufnehmen, entwirft folgendes Bild: wachsen gewesen, und wäre er weniger ein Mann nach Kröchers auf die bescheidene Aufforderung an die Regierung hinaus, „ Von der Erregung, die sich bei dem heutigen Verhalten Herzen, so hätte er der Mehrheit erklären müssen, daß es nicht ihr gefälligst baldigst zu Gunsten der Agrarier und einiger Großdes Abgeordneten Singer gegenüber dem ersten Vicepräsidenten Recht sei, sondern allein das Recht des Präsidenten, dem Ge- industrieller einen Zollfrieg mit der Union zu provozieren. Grafen Stolberg der Mitglieder des Reichstages be- noffen Singer seinen Standort zu verbieten. Anstatt so zu Denn es bedarf teiner Auseinandersetzung, daß, wenn der mächtigte, läßt sich nur ein der Wirklichkeit sich näherndes Bild handeln, machte sich aber Graf Stolberg zum Vollstrecker Meistbegünstigungsvertrag mit den Vereinigten Staaten aufan der Hand des Sigungsberichtes gewinnen, wenn man sich des Mehrheitsgebrülls und schrie nun selbst, wenn nicht dem Wort, gehoben und deren Erzeugnissen gegenüber der Zolltarif nad) vergegenwärtigt, daß... die Rufe fortdauernd aus Dußenden, die Rufe fortdauernd aus Dußenden, ja zuberten von Stehlen ertönten. Dabei war die Menge nur so dem Zon nach: Runter von der Tribüne! Singer konnte in dem Stardorffschem Antrag zur Anwendung gebracht wird, die in geringer Bewegung, man war aufgesprungen, man geftitulierte Bicepräsidenten nur noch einen Chorfänger der Mehrheit fehen und blieb amerikanische Regierung fofort mit Bollzuschlägen auf auch, aber alles hing doch gespannt an den Vorgängen aufrecht stehen, dem Geschrei und den drei Drdnungsrufen ruhig trogend. die aus Deutschland in die Union eingeführten in der linken Mitte, wo die Socialdemokraten der Treppe So verhängte Graf Stolberg schließlich unter dem Jubelgeheul der Mehr Industriewaren antworten wird, die deren Wettbewerb zudrängten, auf der, bleich vor Erregung, Singer stand, heit auf den Nat des Bureaudirektors Knack den Ausschluß Singers. auf dem amerikanischen Markt ausschließt. Und int zuerst immerfort hinaufredend zum Präsidenten, später ihn In diesem, die Empfindungen aller gewaltig packenden Augenblic einem solchen Zollkampf liegen die weitaus größeren höhnisch musternd, indem er langfam ein, zwei Stufen sprachen auf der Zuschauertribüne zwei hochfeudale Agrarier, im Sieges- Chancen auf amerikanischer Seite, da die Vereinigten hinabschritt, als befänne er sich, ob es nicht besser sei, auf den Platz Innersten beglückt, das erhellende Wort:" Endlich. Nun fort Staaten die bisher aus Deutschland bezogenen Industriewaren zurückzukehren. Is aber seine Genossen wieder und wieder färmend andrängten, faßte er Boſto unb blieb trogig stehen. mit der Geschäftsordnung und dann los!" Das jederzeit auch von England, Frankreich und Belgien erhalten, Kaum war die Ausschließung angeordnet und die Sigung auf ist die heißeste Sehnsucht derer um und mit Ströcher! während Deutschland auf den Bezug einer Reihe der wicheine halbe Stunde vertagt, so verließ Graf Stolberg seinen Da Singer durchaus im Recht war und die Geschäftsordnung tigsten Produkte, die es bisher von drüben erhielt, z. B. Platz, hörte aber Singer, als dieser auf ihn zutrat, ruhig die Ausweisung eines Abgeordneten verwehrt, blieb der Führer Baumuvolle, Kupfer, Petroleum, nicht zu verzichten vermag. an, entgegnete ihm auch unter Hindeutung auf ein Blatt der Socialdemokratie im Saale. " Bauernfänger. Es handelt sich um folgende Aeußerungen des Abg. Bebel( nach) Der Untersuchungsrichter hat festgestellt, daß die Während die Geichstagsmehrheit ihr bißchen Verstand und Gewissen dem unkorrigierten stenographischen Bericht): Die verbündeten sogenannte Villa Allers" der Schauplatz wüster an die Durchsetzung des Antrags Sardorff verzettelt und sich von Regierungen sind also die Urheber des Antrages Kardorff, fie tragen Orgien war, daß Allers dazu seine Freunde und Herrn Dertel den schmunzelnd erteilten Rat gefallen lassen die Schuld an der Verzögerung der Verhandlungen. Insofern muß Bekannte einlud und daß Allers zwei Knaben an muß, etwas mehr„ Ruhe und Umsicht zu bewahren, sind ich allerdings die Ausführungen des Herrn Grafen v. Posadwsky sich lockte." Landbündler und Bauernbündler draußen draußen im Lande eifrig als unpassend und nicht hier am Platze zurückweisen.( Glocke des er nach Deutschland entkommen sein sollte, nicht ausgeliefert Der Korrespondent des Fränk. Cour." erklärt, daß Allers, falls an der Arbeit, um die Mehrheit in den Augen der Bes völkerung zu einer halb traurigen, halb tomischen Figur zu Präsidenten.) Bicepräsident Graf zu Stolberg- Wernige werden würde, da die betreffenden Staatsverträge eine Auslieferung machen. Wohl sind die Aller höchstzöllner im stillen vergnügt, rode: Wenn ich den Herrn Redner richtig verstanden habe, so hat wegen der Allers zur Last gelegten Dinge nicht erwähnen. Die wenn ihnen die Höchstzöllner die Beute nach Hause bringen. Des er gesagt, er müsse die Aeußerungen des Herrn Staatssekretärs Gegenseitigkeit sei nicht zugestanden. doch seit fünf wvegen verzichten sie nicht darauf, die Bauern gegen das„ kernlose Grafen v. Posadowsky als unpassend zurückweisen.( Wird Jahren in Rom ungestört ein deutscher Künstler, den seine Heimats Backobst" scharf zu machen. bestätigt.) Wenn das richtig ist, so erfläre ich eine behörde wegen des gleichen Delikts„ suche". Der Korrespondent Schon beginnt der überagrarische Tanz! Die„ Korrespondenz folche Aeußerung für unzulässig, und δα es fich um fſchließt: des Bundes der Landwirte" meint, der Antrag Kardorff sei ein ein Mitglied der verbündeten Regierungen handelt( Burufe links), Verrat an der bisher immer betrogenen Landwirtschaft" und erklärt rufe ich den Abg. Bebel zur Ordnung.( Burufe und Heiterkeit bei mehr pathetisch als aufrichtig: den Socialdemokraten.) erklärt er: Lebe Recht, Gesetz und Staatsvertrage versagen; aber es giebt noch etwas Stärkeres: die öffentliche Meinung. Herr Chr. Allers hat für seine durch den Photographenkasten Hergestellten, mit breitem Bleistift überfahrenen Aufnahmen wahre Riesensummen von feinem Mäcen Krupp erhalten; er hat in Neapel persönlich zu er scheinen und dort zu erklären: Der und jener hat in meiner Villa nach deutscher Sitte gesungen, getrunken, getollt, und ich allein habe nach Griechenart gehandelt. Thut das Herr Allers nicht, so ist seine Ehre für immer tot und hin." Noch ist die Annahme des Antrages von Kardorff freilich Es ist das erste Mal seit Bestehen des deutschen Reichstags, daß nicht gesichert, und als Freund des Vaterlandes und der nationalen Arbeit muß man unbedingt wünschen, daß das ungleichmäßig be- fich ein Abgeordneter über den Ordnungsruf eines Präsidenten beladene Zollschriff noch in letzter Stunde angesichts des Hafens schivert hat. Ein ähnlicher Vorgang aber spielte sich im Jahre 1871 Schiffbruch erlitte. ab, und die Beteiligten waren der Präsident v. Simson und wieder In Northeim und Eisleben tobt Diederich Hahn der Abg. Bebel. Präsident v. Simson hatte dem Abg. Bebel gegen das Resultat der Verständigung. Im Scherlichen Tag" das Wort entzogen, dabei aber die von der Geschäftsordnung vorgeschriebenen Formen nicht gewahrt. Auf eine Beschwerde des Abgeordneten Bebel wurde die Angelegenheit der Geschäftsordnungs- feiner Freunde wegen der italienischen Justiz zu stellen. Er wird Herr Allers wird, sofern er sich schuldig fühlt, sich hüten, sich Kommission des Reichstages überwiesen. Diese gab dem Präsidenten die von Krupp erhaltenen„ Niesensummen" irgendwo vergnügt verv. Simson recht und erstattete einen Bericht, gegen den Bebel von zehren. neuem Protest einlegte. Bei der Verhandlung im Plenum beantragte Beachtenswert erscheint, daß diefe Caprefer Lasterhöhle erst der Abg. Windthorst, indem er den Protest des Abg. Bebel für ausgeräuchert wurde, nachdem der Krupp- Artikel im Vorwärts" begründet erklärte, nochmalige Rückverweisung an die Geschäfts- erschienen war. ordnungs- Kommission. Präsident b. Simson legte infolge dessen sein Amt als Präsident nieder. Es wird interessant sein, zu beobachten, wie viel von dem Es ist gar keine Frage, daß die Verständigungsaktion schließ lich den Erfolg haben wird, daß sie einen tiefen Steil zwischen Landwirtschaft und Industrie treibt und daß sie in Zukunft die Zustimmung der Landwirtschaft zur Fortsetzung der Handelsvertrags- Politik geradezu zur Unmöglichkeit macht. Nun ist aber so viel vollkommen flar: Wird der Zolltarif in der unsinnigen Fassung, die ihm die Stommission gegeben hat, durch den Staatsstreich der Rechten zum Gesetz proklamiert, dann muß die Regierung um jeden Preis Handelsverträge abschließen. Wird ihr dieser Ausweg im nächsten Reichstag verrannt, so steht sie vor der tollsten handelspolitischen Konfusion, die jemals erlebt Rechtsgefühl Windthorsts bei seinen Epigonen übrig geblieben ist.- tölnische Volkszeitung". Unter diesen ärgerlichen Vorfällen versteht worden ist. Auch die Bautenbündler schlagen sich in Bayern mit dem Centrum herum, dem sie seinen vollständigen Umfall vorwerfen. Gegen diesen Vorwurf wehrt sich in der„ Neuen Bayrischen LandesZeitung" der Centrumsabgeordnete Morig. Troydem ist das Blait boshaft genug, die seltsame Rechtschreibung dieses Voltsvertreters genau wiederzugeben. Sein Brief lautet: Berlin NW 7 den 29. Nov. 1902. 273 Verehrliche Redaktion Reichstag. G In Nr. 273 Ihres geschäßten Blattes steht, In der Reichstag Sizung v. vor. Mittwoch ist das gesamte Zentrum unter der Führung Spahn zur Regierung umgefallen indem es dieser der Regierung die Kündigung der Handelsverträge anheim gestellt hat. Ob es umgefallen ist untersuche ich nicht aber ich muß meinerseits konstatiren daß ich es der Regierung nicht anheimgestellt, mich auch nicht habe führen lassen, sondern für den Stommissionsbeschluß gestimmt habe wie es aus dem Stenograph. Bericht zu ersehen ist. Ich bitte deshalb bei weiteren Berichten nicht immer gleich Alles zu verallgemeinern wenn es nicht so ist. Moritz, M. 6. R. " 135 Wählerschwund im Centrum. Ueber ärgerliche Vorfälle", die sich bei den neuesten Gemeinderatswahlen in Städten mit vorwiegend katholischer Bevölkerung abgespielt haben, flagt in lauten Tönen die " sie nämlich die argen Wahldurchfälle, die sie sich in mehreren Städten Sie wollen Thaten sehen. Anknüpfend an einen Artikel der erst jetzt wieder in München zugezogen hat. Die„ verNeuen Zeit", in dem ausgeführt wurde, daß selbst die stärksten rostete Organisation" und der Mangel an Disciplin" sollen daran Worte der höchsten Stelle wirkungslos verhallen müßten gegenüber Schuld tragen. In Wirklichkeit dürfte die städtische Bevölkerung, sie der werkthätigen Arbeit der Socialdemokratie, hezt die Konservative mag noch so katholisch sein, wenig Lust haben, durch Abstimmungen im Sinne des Centrums der Politik der Zollräuber Vorschub zu Korrespondenz": " Die Worte des Kaisers werden, davon sind wir fest überzeugt, leisten. Feld- wie Hausagrariern drohen schlimme Zeiten. nicht wirkungslos verhallen; es wird und muß auf sie die That folgen. Der Größenwahn der Socialdemokratie und ihr Wachtbewußtsein wird und muß endlich zerstört werden, wenn nicht die Grundlagen von Staat und Monarchie unwiderbringlich Schaden leiden sollen." Selbst der starke Mann, der sich dieser Tage dem Reichstag produzierte, a weifelte, daß sein Vorschlag, die Socialdemokratie nicht als Subjekt, sondern als Objekt der Gesetzgebung zu behandeln, Beachtung finden werde. Die Epigonen find eben nicht start und unintelligent genug, um sich von brutalen Gewalt maßregeln auch mir den geringsten Erfolg zu versprechen. Uns fönnte eine Politik der Unintelligenz wahrhaftig nichts schaden. " Der Beirat für Arbeiterstatistik ist zum Montag, 15. Dezember zu einer Sigung einberufen, um weitere Beschlüsse zu fassen, über die Erhebungen betreffend die Arbeitszeit in den Comptoiren und über die Herausgabe einer Monatsschrift für Arbeiterstatistit. Beide Gegens stände find an Ausschüsse verwiesen, die am 6. resp. 8. Dezember zusammentreten werden. Die Erhebungen betreffend die Arbeitszeit in den Comptoiren bilden eine Fortsetzung der von der Kommission für Arbeiterstatistik begonnenen Arbeiten. Durch Ausgabe von Fragebogen hat man aus zehn Prozent der Betriebe die Dauer der Arbeitszeit festgesetzt. Jezt sollen ähnlich wie bei früheren Erhebungen die Organisationen gefragt werden, NB. Noch möchte ich anfügen wenn es möglich sein sollte, Ultramontane Revolutionsphantasien. Die„ Märk. Volkszeitung" denen hierdurch Gelegenheit gegeben ist, auf besondere Mißstände dieses Geses zu Ende zu bringen, wofür heute noch nicht die meint, die Kundgebungen der Socialdemokratie gegen den Bollwucher hinzuweisen. Dieser Teil der Erhebungen wird umfangreicher als Wahrscheinlichkeit besteht und ich dann doch noch dafür stimme und den parlamentarischen Rechtsbruch bewiesen, daß man gern die ersten Ermittelungen. Durch die Fragebogen wurde nur die waß ich heute noch nicht weis, so habe ich Gründe die ich mit etwas Revolution spielen" wolle. Die Anfeuerung des Vorwärts": Dauer der Arbeitszeit des kaufmännischen Personals ers meinem Gewissen verantworten kann weil schon der Grund venn" Verteidigt in machtvollen Kundgebungen das Recht wider die Gewalt mittelt. Jetzt wird die Erhebung auch auf die Handelsdie Juden Sozi sich solche Mühe geben wie sie es tum das Gesetz folle zu Straßendemonstrationen anreizen. Das ultramontane Blatt hilfsarbeiter ausgedehnt und werden die an die Organisationen zu hintertreiben so muß man doch zur ganz entgegengesetzten verwechselt den socialistischen Begriff der Revolution offenbar mit der Hilfsarbeiter auszugebenden Fragebogen auch Fragen betreffend Ansicht kommen. Soeben wurde wieder eine künstliche Beschluß dem seinigen. Es glaubt offenbar, daß wir die Tattit der die Dauer der täglichen Arbeitszeit enthalten. Die Organisationen unfähigkeit des Hauses herbeigeführt, wozu auch die Collegen vom Opposition mit Mist gabeln und Janche, den die tleritaten werden jetzt ihr Material mitteilen können, aus welchem die beBauernbund und ihre nähere Freunde beigetragen haben indem Freunde der, Martischen Volkszeitung" in Frankreich fonderen Mißstände zu erkennen sind, und ferner wird die Frage zu heute auch nicht ein Einziger Mann zur Stelle war. gegen die Staatsgewalt angewendet haben, auf unfre Tattit über- beantworten sein, ob ein Eingreifen der Gesetzgebung notwendig, Moris. tragen wollten. Die Anwendung der Jauche im parlamentarischen wünschenswert und durchführbar ist. Ferner werden die Drgani und Straßenkampf überlassen wir neidlos den Ultramontanen. sationen sich darüber äußern können, wie eine Regelung der Arbeitszeit gedacht wird. Nicht immer dürfte der Streit zwischen dem Centrum und den Bolltollhäuslern so heiter bleiben. Denn schon erklärt die„ Neue Bayrische Landeszeitung"," daß unsre Bauern auf das ganze Zoll.arifgepappel so wenig mehr wie auf die schönen Verprechungen des Centrums geben werden." Ist erst das Korn in der Scheune, so wird der Ochse geprügelt. Deutfches Reich. Die Staatsstreichler machen Kaffe. Die Kölnische Volkszeitung" beginnt schon die flingenden Münzen abzuzählen, die sie aus dem Zollraube zu ergattern hofft. Sie stellt folgende Bilanz auf: 1. Die Landwirtschaft erhält einen durch gefeßliche Festlegung gewährleisteten Mindestmehrzoll für ihre wichtigsten Produkte in Höhe von: Mark 2,- pro D.- Ctr. Weizen 57 Proz. des bish. Zolles, 1 1,50 P D • 2,20 " " " 2, " " Roggen 43 Hafer Gerste 1 " " " " 78 " " " 19 100 " " P " "" 2. Im allgemeinen Zolltarif sind die übrigen wichtigeren Produkte der Landwirtschaft, insbesondere auch die der Viehzucht, ganz allgemein wesentlich erhöht, insbesondere der Zoll für: pro 100 Kilo Lebendgewicht mithin erhöht um Daifen von 4, M. auf 18 M. 350 Broz. 700 Broz. Kühe von 2,25 M. auf 18 M. Schweine von 6,- M. auf 18 M. 200 Proz Auch wenn solche durch Handelsverträge um 25 Proz. oder selbst um 50 Broz, reduziert werden sollten, bliebe noch eine Erhöhung gegen die jetzigen Vertragssäte um 240, 500, 125 Broz. bezw. um 125, 300 und 50 Proz 3. Für Gerbrinden und Quebrachoholz, von denen erstere bisher 0,50 M. pro 100 Kilogramm zahlten, letzteres zollfrei einging, wird fünftig ein Zoll von 1,50 M. pro 100 kilogramm Gerbrinden und 7 M. pro 100 Kilogramm Quebrachoholz er hoben, zum Schute des deutschen Schälwaldes. 4. Der Hopfenzoll ist von 20 auf 70 M. pro 100 Kilogramm erhöht. 5. Für Gemüse und sonstige gärtnerische Erzeugnisse, welche feither zollfrei eingingen, ist ein angemessener Schutzoll erreicht. 6. Die zollfreien Transitläger werden auf das wirkliche Bedürfnis beschränkt und für das auf denselben befindliche Getreide, sofern es in den deutschen Verkehr übergeht, nicht allein der Zoll, fondern auch die Zinsen des Bolls während der Einlagerungszeit erhoben. 7. Der Zoll für Getreide und sonstige wichtigere landwirt schaftliche Produkte wird künftig nicht mehr auf fechs Monate zinsfrei gestundet wie seither, sondern muß bei der Einfuhr bar bezahlt werden. Sie findet zwar nicht, daß das sehr viel sei, meint aber, es sei fehr fraglich, ob die fünftige Zusammensetzung des Reichstags jemals wieder eine den landwirtschaftlichen Interessen so günstige sein werde, als die jetzige und ob nicht bei Ablehnung des Tarifes die Möglich feit, bessere Bollsäge für die Landwirtschaft zu erreichen, dauernd berloren gehe. Damit erneuern die Zollräuber das Bekenntnis ihrer Schuld. Sie wissen, daß sie gegen den Willen der Volksmehrheit handeln und schlagen lieber alle Ordnung in Trümmer, als daß fie dem Bolle das letzte Wort ließen. Bebels Protest gegen den Ordnungsruf des Grafen Stolberg. Wie Präsident Graf Ballestrem heute den Mitgliedern des Reichstages auf einer Drudsache mitteilt, hat der Abg. Bebel, wie wir schon in der gestrigen Nummer erwähnten, gegen den ihm in der Plenarsizung am 3. Dezember vom Ersten Vicepräsidenten Grafen zu Stolberg- Wernigerode erteilten Drdnungsruf Einspruch erhoben. Eine Beschlußfassung des Reichstages über diese Einsprache soll in der Sigung am Freitag, den 5. Dezember d. J., den Geschäftsordnungs- Bestimmungen entsprechend, ohne Distuffion herbeigeführt werden, " " Der Peters versucht mit der ihm eignen Ungeniertheit weiter von fich reden zu machen. Auf die Erklärungen Bronsart v. SchellenGegen die En bloc Annahme des Zolltarifs hat der Verein dorffs und feiner Gemahlin, in denen die dreiste Bezichtigung, deutscher Wolltämmer und Kammgaruspinner dem Reichstag eine Bronfart fei der Urheber des Tucker- Briefes gewesen, in entschiedener Eingabe zugehen lassen. Die Kammgarnspinnerei habe das lebWeise zurückgewiesen wurde, erklärt der Mann, daß er die Be- hafteste Interesse an einer eingehenden und gründlichen Beratung hauptung deshalb aufstellen zu dürfen geglaubt habe, weil sie ihm ber sie betreffenden Zollfäße. Aber auch dem Ansehen und den von durchaus glaubwürdiger Seite mitgeteilt" worden Interessen der gesamten deutschen Industrie sei die Unterdrückung war. Nun hat sich freilich herausgestellt, daß diese durchaus einer sachlichen Beratung der Industriezölle wahrlich nicht würdig. glaubwürdige Seite" durchaus unglaubwürdig war. Dem Für die Kammgarn- Industrie sei eine solche Beratung um so noteters ist also genau dasselbe Bech widerfahren, wie dem Genossen wendiger, als die Beschlüsse und Beratungen der Zollkommission Bebel, über dessen angebliche Leichtgläubigkeit sich der biedere vollständig ungenügend seien. Afrikaner so ungeheuer entrüstet! Freilich lag die Sache bei Bebel etwas anders. Bebel leistete durch sein Vorgehen gegen den Peters Aus der Heimat Baffermanns wird uns geschrieben: Im der deutschen Kultur einen ganz hervorragenden badischen Musterländle", der Heimat des nationalliberalen Führers Dienst, da lediglich auf seine Antlagen im Bassermann, haben die Vorgänge im Reichstage während der Reichstag hin, wie ja der Peters selbst kürzlich im letzten Tage natürlich ganz besondere Aufmerksamkeit erregt. Hat die Herr Baffermann doch bei den Wahlen vom Juni 1898 fich Tag" in so dankenswerter Weise festgestellt hat, in Mannheim um ein Peters da allerdings mit negativem Erfolge Petersschen Kolonialbestialitäten entlarvt wurden. gegen schützt feine durchaus glaubwürdige Information" lediglich Reichstags- Mandat beworben, und ist er von seinen Parteigenossen vor, um seine ehrenwerte Persönlichkeit in empfehlende Erinnerung zu doch bereits seit Monaten dazu außersehen, bei den Reichstagsbringen, er verdächtigt eine unbescholtene Person, um seine Wahlen des nächsten Jahres dem Jubiläumswerke in Karlsruhe eigne anrüchige Sache durch freche Verdunkelungen der wahren Sach- die Krone afusehen und den dortigen eichstagsfik den Sociallage in ein günstiges Licht zu stellen. Da er in England seine demokraten auzunehmen. Mit seiner Haltung im Kampfe um den tolonisatorischen Talente nicht mehr verwerten kann, möchte er sie Antrag Kardorff hat er fich nun allerdings bedenklich in die eigne in Deutschland, wo er Gras über seine Thaten gewachsen glaubt, Suppe gefpudt; denn die Entrüftung über dieselbe reicht weit über wieder offerieren. Und die deutsche Kolonial- Presse ist in der That die Kreise der linksradikalen Parteien hinaus, und die Proteste der schamlos genug, das Bewerbungsgesuch des Mannes zu befür- National 3eitung" und ihrer Hintermänner haben bis tief in die Reihen des badischen Nationalliberalismus hinein ein orten! " In einer der Täglichen Rundschau" übersandten Zuschrift lautes Echo gefunden. Dies spiegelt sich insbesondere in der rempelt Peters auch Bebel wieder an, weil er erst jetzt erklärt habe, ileinerc, nicht unmittelbar der Parteileitung unterstehenden daß Bronsart sein Gewährsmann in der Tucker- Brief- Affaire nicht nationalliberalen Presse des Landes wieder, die mehr gewesen sei. Dabei leistet er sich folgende groteste Schimpferei: die Stimmung der Masse der Gesinnungsgenossen als die Anfichten „ Die Socialdemokraten scheinen die Gesetze des einfachen der Partei- Oberen zum Ausdruck bringt. So erklärt jetzt ein weitbürgerlichen Anstandes nicht immer fennen zu wollen. verbreitetes, bisher zur nationalliberalen Presse gezähltes Tageblatt, Diese Herren schielen immer nach der großen französi- die Mittelbadischen Nachrichten" in Achern, es fühle fchen Revolution", wo man unbequeme Gegner sich nach den erwähnten Vorkommnissen gezwungen, von der Partei einfach töpfen ließ. Aber in Deutschland befinden wir Baffermanns abzurüden; es bleibe auch fernerhin national und fortschrittlich, nationalliberal wolle es aber nicht mehr genannt werden. uns einstweilen noch nicht in der socialen Revolution." Hänge- Peters hat unvorsichtigerweise einen für ihn sehr Der Vortourf, nationalliberal zu sein, wirkt allerdings nachwunden Bunkt berührt. Statt von historischen Vorgängen zu reden, gecade beleidigend. von denen er ja doch nichts weiß, hätte er in seinem eignen Eine Wahlrechtsverschlechterung nach hamburgischem Muster wird Gedächtnis blättern sollen. Er selbst liebte es ja wie in 2übed geplant. Eine von Senat und Bürgerschaft nieders gerichtlich festgestellt ist unbequeme Gegner, zwar nicht politische gesezte Kommission soll den Vorschlag gemacht haben, daß ein Gegner, aber Rivalen in puncto veneris, wenn auch nicht Census von 1200 M. eingeführt wird, der durch 5 Jahre versteuert töpfen, so doch hängen zu lassen. Er thut uns aber wirklich eine fein muß, bevor ein Bürger wählen kann. unverdiente Ehre an, von seinem edlen Gemütsleben auf das der Socialdemokratie zu schließen. Das Leben auf Capri. Der freisinnige Fränt. Courier" erhält aus Rom folgende Korrespondenz: Der Untersuchungsrichter am fgl. Landgericht Neapel hat seine am 21. November begonnene Untersuchung auf Capri mit folgendem Beschluß beendigt: „ Saftbefehl. Die läbischen Handelspatrizier scheinen beizeiten dem Eindringen der Arbeitervertreter in das exklusive Parlament vorbeugen zu wollen. Die Münchener Gemeinderatswahlen. München, 2. Dezember. ( Eig. Ber.) Die Gemeindewahlen vom 1. Dezember haben mit einer gründlichen Niederlage der Ultramontanen geendet, denen damit die Quittung der bayrischen Hauptstadt für das Schuldotationsgesetz und ihr städtefeindliches Verhalten im Landtage ausgestellt wurde. Die Kleritalen wußten natürlich, was für sie diesmal auf dem Spiele stand und hatten alle Hebel in Bewegung gesezt, um die Gegenparteien zu Gegen den etwa 48jährigen Maler Christian Allers, überwältigen. Aber aller Liebe Müh war vergeblich. In einem der Angehörigen des Deutschen Reichs, vordem in Karlsruhe im Groß- äußeren Stadtbezirke ließen die Liberalen aus freien Stücken und herzogtum Baden, ergeht der richterliche Befehl auf Festnahme und ohne vorherige Verabredung Plakate anschlagen, durch die ihre Einlieferung in die Gefängnisse des Landgerichts Neapel. Der Parteifreunde aufgefordert wurden, für den Socialdemokraten zu Allers ist nach den eingelaufenen zwei Denunziationen und der stimmen, um die Wahl des Centrumsmannes zu verhindern. Als von mir geprüften Thatsachen dringend verdächtig, in die Ultramontanen dies erfuhren, ließen sie in der ganzen Stadt der auf seinen Namen im Grundfatafter eingetragenen plakatieren: 3m 6. Bezirk Kompromiß zwischen Liberalen und Villa auf der Insel Capri in den Jahren 1900 bis 1902 in Socialdemokraten! Juden, Freimaurer und Genossen haben sich mindestens zehn Fällen mit zwei minderjährigen gegen das christliche München vereinigt. Berhindert die Herrschaft des Senaben Bergehen und Verfehlungen wider die guten Sitten Unglaubens und wählt Centrum!" Dies veranlaßte die Liberalen, berübt zu haben. Der Angeschuldigte ist flüchtig. Capri, 26. November 1902. Dr. jur. Collenza." in den übrigen Außenbezirken die Socialdemokraten gegen das Centrum zu unterstützen, wogegen ihnen unsre Genossen in der inneren Stadt Silfe leisteten. Dieses erst um die Mittagsstunde Aften. " Japan. Ein Arbeitsamt wird demnächst beim Handels bereinbarte Abkommen von einem vorbereiteten Kompromiß fann gegeben wird und daß sie feinem Vorzugsrechte zu lebenfalls seine Unterschrift zu veriveigern. Wird keine Lösung des also keine Rede sein- war für uns insofern ziemlich bedeutungslos, it immen wird, das gegen den Grundsatz der offenen Thür Konflikts herbeigeführt, so ist Esbjerg vom 1. Januar ab ohne als die von uns errungenen Erfolge wohl auch aus eigner Kraft gerichtet ist. Die dritte von der kaiserlichen Regierung bezüglich der Budget. erzielt worden wären. Die Antisemiten hatten zum erstenmal in Räumung erhobene Bedingung ist demnach er füllt. Die Verweigerung der Mittel zum Krankenhause durch die allen Bezirken, mit Ausnahme eines einzigen, eigne Kandidaten auf- Das Blaubuch enthält ferner eine Mitteilung des Marquis of Kapitalistenvertreter erfolgte deswegen, weil ein Mönchsorden sich gestellt. Sie bemühten sich im übrigen in die Fußstapfen ihrer Wiener Lansdowne vom 3. November über einen Besuch des deutschen Bot- unter gewissen Bedingungen bereit erklärt hatte, ein Krankenhaus zu Gesinnungsgenossen zu treten. So wurden Antisemiten erwischt, die schafters, bei welchem Graf Wolff- Metternich dem Marquis of Lans- bauen. Bei protestantische Geistliche nahmen nun in Westjyllands an den Wahllokalen socialdemokratische Stimmzettel anboten, die in downe mündliche Eröffnungen über die von der chinesischen Regierung Socialdemokrat" sehr energisch Stellung dagegen, daß man, Wirklichkeit den Namen des antisemitischen Kandidaten enthielten. Die an die deutsche Regierung gerichteten Anerbietungen und Verfiche- lediglich aus Geldintereffe, ein so wichtiges Institut den Kotholiken christlichsociale Partei" brachte es in den 19 Bezirken insgesamt rungen machte, welche die deutsche Regierung als befriedigend an- überlassen will, die es doch jedenfalls für ihre Propaganda aus auf ca. 1000 Stimmen. erkenne. Insbesondere habe die chinesische Regierung diese( in der nüßen würden. Es ist ein beachtenswertes Zeichen der Zeit, daß die Für die Socialdemokratie war die gegenwärtige Beit der Note des Grafen Wolff- Metternich vom 1. November näher be- evangelische Kirche in diesem Fall bei der Socialdemokratie Schuy Krise insofern nicht besonders günstig, als wenig neue Bürger zeichneten) Bugeständnisse Chinas als nicht auf gegen die Kapitalisten suchen muß. aus dem Arbeiterstand zugezogen sind, kostete doch die Er- irgend einen Teil des chinesischen Besißstandes werbung des Heimat- und Bürgerrechts 85 M. Alle Be- beschränkt, sondern als sich auf ganz China ermühungen, eine Herabsetzung dieser Gebühren zu erreichen, stredend bezeichnet. waren bisher vergeblich. Ja, im Wahlkampf haben verschiedene Es ist nunmehr zu hoffen, daß die bisher in Shangai stationierten ministerium errichtet werden. Dasselbe wird sich mit der FabritAgitatoren des demokratischen Centrums erklärt, die Bürgerrechts- deutschen Truppen auch unverzüglich in die Heimat zurückkehren inspektion, Arbeiterschuß- Gesetzgebung, furz, mit allen mit der Gebühren werde man nicht herabseßen, denn es falle ihnen gar werden! Arbeiterfrage zusammenhängenden Angelegenheiten zu beschäftigen nicht ein, hergelaufene Handwerksburschen in der Gemeinde mitreden haben.zu lassen. Unter diesen Agitatoren befand sich auch der Chefredakteur Afrika. des„ N. Münch. Tagblattes", der außerdem auch start im AntiDie dem Afrifanderbond angehörenden Mitglieder des Kaps semitismus machte und dabei ganz vergaß, daß er vom Verlag Genf, 2. November.( Eig. Ver.) zu zeitweilig recht scharfen parlaments beschlossen nach Abhaltung einer Konferenz, Anträge zur einer Gesellschaft angestellt ist, die sich in jüdischen Händen befindet, Auseinandersetzungen kam es in der gestrigen Partei- Versammlung, Aenderung der Verfassung zu stellen. Der Bond will eine südund die ihm erlaubt, ultramontan- antisemitische Politik zu machen. welche den Fall Thibaud endgültig zum Abschluß brachte. afrikanische Partei bilden, die auf eine Förderung der Einigkeit Von den 20 Mandaten erhielten die Socialdemokratie drei, die Namens der Kommission führte Genosse Hugler aus, daß niemand unter den verschiedenen Nationalitäten Südafrikas und deren BerLiberalen zwölf und die Ultramontanen fünf. Letztere verloren drei etwas gegen die Person Thiebauds habe, daß aber das Interesse der einigung in einer Föderation hinwirken soll. Er will dadurch das Mandate, die Liberalen gewannen eins und die Socialdemokraten, Bartei die Loslösung von dieser Regierung erheische. Dazu hätte Verhältnis zwischen den verschiedenen Nationalitäten Südafrikas die einen Stimmenzuwachs von ca. 600 erzielten, zivei. In zwei Thiebaud die Plakate, welche besagen, man wolle" Herr im Hause ähnlich dem der französischen zu den englischen Kanadiern gestalten Bezirken fehlten für uns nur wenige Stimmen( 5 resp. 30) an der sein"," Fremde seien die Verführer usw.", nicht unterzeichnen und für Südafrika eine ähnliche Stellung zum Reiche wie die Kanadas Mehrheit. Von unfren Parteigenossen wurden gewählt: Gg. Birt, dürfen." Zwar habe er das erste Aufgebot der Truppen nicht unter- schaffen. Marimus Ernst und Dobber. Der Vorwärts" als Amtsblatt der sächsischen Polizei. Wir erhalten von Herrn Dr. Hirschfeld folgende Richtigstellung: Bur fachlichen Berichtigung Ihrer Notiz in Nr. 282 teile mit, daß die in Leipzig verbotene Bersammlung nicht von mir, sondern von einem dortigen Komitee einberufen war, welches mich aufgefordert hatte, über die homosexuelle Frage zu referieren. " Schweiz. Der Fall Thiebaud.... zeichnet, die späteren Affichen tragen aber gleichfalls seinen Namen, und während Genosse Sigg im Großen Rat erklärte, er werde nicht als Soldat gegen die Streifenden gehen, denn sein socialistisches Gewissen erlaube es ihm nicht, habe Thiebaud mit seiner Unterschrift die Partei desavouiert. 17 Nacht muß es sein! Bisher hatte die Mehrheit des Reichstages nur mit dem Gegenteil des Kopfes gearbeitet. Am Schlusse der Mittagsizung aber hatte Herr Stodmann auf einmal die Straft in sich entdeckt, auch einmal mit dem Kopf zu kämpfen. Er erfand für die Mehrheit das Mittel, daß sie jetzt selbst Ulfanträge auf Rüdverweisung der Referatspofitionen stellte. Die Genossen Taponnier, Renaud, Schäfer und Dr. Whß wenden sich entschieden gegen die von der Kommission vorgeTrozdem der Vorsitzende dieses Komitees die Versicherung ab- schlagene Resolution, welche besagt, daß Thiebaud in den öffentlichen gab, daß der Fall Strupp nicht einmal gestreift werden würde, verbot Angelegenheiten als Vertreter der Partei nicht mehr gelten kann. die Polizeibehörde den Vortrag, und zwar unter Vorlegung der Dr. Wyß bringt eine Gegenrefolution ein:" Die Versammlung beVorwärts"-Nummer, welche die Mitteilung über das schließt, die Sache bis zu den nächsten Wahlen zurückzustellen, um Bis zum Donnerstag hatte man in irgend einem feudalen Verbot meines ähnlich lautenden Vortrages in der Berliner dann eine rein socialistsche Liste für den Staatsrat aufzustellen." Lokal das System ausgebaut und folgenden glänzenden Schachzug Studentenschaft enthielt. Die Resolution wird begründet durch die gegenwärtige Situation. erfonnen. Der reichsparteiliche Zollwucherer beantragt RidDie Konservativen wünschen ja gerade den Austritt Thiebauds aus verweisung, der klerikale Zollwucherer verlangt, daß über diesen Ein flagranter Polizeinbergriff wurde in Halle am 3. Dezember dem Staatsrat und die jetzige Amnestiebewegung werde arg durch Antrag zur Tagesordnung übergegangen werde. Dann spricht der vom Schöffengericht festgestellt. Angeklagt war der Kaufmann und dieselbe gefährdet. Redner verliest einen Brief Siggs aus dem Ge- Antrag zur Tagesordnung übergegangen werde. Dann spricht der Handschuhfabrikant Gustav v. Metsch, der am Abend des 1. Sep- fängnis, welcher die Genossen bittet, wegen der Dringlichkeit der Reichsparteiler in zwei Worten gegen die Tagesordnung, der tember auf einem Fahrrade von einem Volksfest kommend, groben Amnestie alle Streitigkeiten zu vermeiden. Alsdann giebt Centrumsmann dafür; so würde die Minderheit also gar nicht zum Unfug verübt haben sollte. Als der Mann die Kröllwiger Brücke Thiebaud in längeren Ausführungen seine Auffassung über den Reden kommen, da nur ein Redner für, einer gegen den Uebergang überfahren hatte, trat der Polizeisergeant Hartwig auf ihn zu, Generalstreit und die Notwendigkeit" der weiteren Truppen zur Tagesordnung sprechen darf. hielt ihn fest und riß vom Fahrrade herunter, daß erhebungen wieder, wird aber von der Versammlung häufig unter- Herr Arendt, der neue Stahl der konservativen Weltanschauung, v. Metsch mit der in bo auf das Pflaster schlug und brochen. Er erklärt, daß die Annahme der Kommissions- Resolution hatte es übernommen, das einstudierte Duo mit Herrn Spahn auseine erhebliche Verlegung davontrug. Der Verlegte mußte in einem für ihn bedeute, daß er gehen könne. Krantentorbe nach dem Bergmannstrost geschafft werden und wurde Nach heftiger Debatte für und wider nimmt die Versammlung zuführen. Aber der brave Arendt war nicht leichtfüßig genug; er drei Wochen ärztlich behandelt. Heute war er wegen des Uebergriffs in geheimer Abstimmung mit 60 gegen 54 Stimmen die in Nr. 273 trat sich selbst auf die Stiefel, und anstatt für seinen Ulf- Antrag des Polizisten nun auch noch angeklagt. Er bestritt mit aller Ent- des Vorwärts" abgedruckte Resolution der Kommission an. und gegen den Uebergang zur Tagesordnung zu sprechen, sprach er schiedenheit groben Unfug verübt zu haben und zehn Zeugen, Interessant und bezeichnend ist, daß fast alle längere Zeit in der für die Tagesordnung und gegen seinen Antrag, so daß Genosse darunter zwei Polizeifergeanten, bestätigten diese An- hiesigen Parteibewegung thätigen Genossen gegen die Resolution urm doch noch Gelegenheit erhielt, in einer Rede gegen den gaben. Als nun der elfte Zeuge, Sergeant Hartwig, auf dessen stimmten, während die Majorität meist von Genossen herrührte, Uebergang zur Tagesordnung vorzügliche Ausführungen über Angabe die Anzeige gegen v. Metsch beruhte, vernommen werden welche erst seit dem Generalstreit und den letzten Wahlen in der die Weinzölle anzubringen. ,, Sie verdienen Prügel" sollte, erklärte der Gerichtsvorsitzende, er beabsichtige den Partei thätig sind. Die lettere, radikalere Gruppe stand eben ein nationalliberaler Freund dem modernen Stahl wütend Hauptbelastungszeugen nicht zu vernehmen, denn es bis dato abseits der politischen Bewegung und erst die borzügliche sei doch flar, daß der Angeklagte feinen Unfug baltung des„ Beuple", wie auch des Genossen Sigg, hat sie uns zugerufen haben. verübt habe. Zeuge Hartwig käme in eine scheußliche Lage. wieder zugeführt. Das Gericht vernahm den Zeugen nicht und sprach v. Metsch antragsgemäß frei. Der Verteidiger Justizrat Kähne hatte bemerkt, der Polizist habe die Anzeige nur erstattet, um sein durchaus ungerechtfertigtes Vorgehen gegen den Verlegten entschuldigen zu können. In der Angelegenheit schwebt auch ein Verfahren gegen die Redaktion des Voltsblatts" wegen Beleidigung des Polizisten. Dieses Verfahren wird wohl nun schleunigst eingestellt werden. " " Der oben gefaßte Beschluß dürfte ganz sicher zur weitern Ausbreitung des Socialismus führen, selbst bis in die Reihen der„ NurGewerkschaftler"! Frankreich. foll Nach der ersten namentlichen Abstimmung ereignete sich jener Zwischenfall, den wir an leitender Stelle dargestellt haben. Nach der halbstündigen Unterbrechung erstattete Herr Gothein ( freifinnige Vereinigung) ein 13/ stündiges Referat über die Positionen Kleie, Backwaren usw. 11 Personen hörten den sehr instruktiven Ausführungen zu. Centrum und Konservative tranfen sich derweile Referat. Trotz des frühen Beginnes der Sigung- 10 Uhr in der Restauration gründlich Mut. Um 4 Uhr schloß Gothein sein waren erst zwei Referate möglich geworden. Die Unternehmer wortbrüchig. Die Grubengesellschaften des Loiregebietes haben entgegen den Abmachungen eine Anzahl Berg leute entlassen. Die Mehrzahl der Entlassenen sind die Vertrauensleute Milde walten ließ das Kriegsgericht der 8. Division in der Sache der Arbeiter, welche für ihre Arbeitsbrüder die Unterhandlungen mit den Nachdem Gothein geendigt, füllte sich der Saal und der Graf des Unteroffiziers Wilhelm von der 2. Comp. des 158. Jnfanterie- Direktionen der Gruben geführt haben. Es ist anzunehmen, daß Regiments in Altenburg. Er war wegen Mißbrauchs der die Grubengesellschaften, für welche der Schiedsspruch ungünstig aus Ballestrem erklärte sehr feierlich, daß er dem Abg. Brömel das Dienstgewalt, Mißhandlung eines Untergebenen und gefallen ist, durch diese Maßnahmen versuchen, die Arbeiter aufs Wort zur Geschäftsordnung geben wolle über die Beschränkung der Ingehorsams angeklagt und mit ihm beschuldigt wurde der neue zu reizen. Der Abgeordnete des Distrikts, Briand, hat sich Sigungen im Interesse der Gesundheit der Mitglieder". Musketier Enfe von demselben Regiment wegen Beharrens im Ungehor- zum Präfekten begeben, um diesen zum Einschreiten zu veranlassen. Und Herr Brömel sprach über die kalten Füße auf der linken sam. Der Unteroffizier hatte dem Musketier in der Kaserne den Auftrag Italien. Seite des Saales die Rechte lachte sehr animiert und über erteilt, ihm ein neues Trinfglas zu besorgen. Als er dem UnterDie Provinzialwahlen von Mantua haben den Secialisten die Länge der Sigungen, die jeder modernen Hygiene und gebenen dieferhalb Anfang Oktober eines Abends anrief, überhörte letterer den Ruf, infolgedessen W. dem E. eine solche Ohrfeige gab, einen Sieg gebracht. Es wurden gewählt: 18 Moderierte modernen Socialpolitik ins Gesicht schlagen. Freilich die Zollsich sonst nicht blicken, die fönne die daß das linke Trommelfell durchlöchert wurde. Der Geschlagene( Liberale), 4 Radikale und 6 Socialisten; der Provinzialrat besteht mehrheit lasse sich mußte bis November frank im Lazarett zu bringen. Zur selben Zeit nunmehr aus 16 Moderierten, 12 Radikalen und 12 Socialisten, so paar Tage Anwesenheit ertragen, aber für die ständigen fand auch ein Unteroffizierball statt, zu dem Wilhelm nur daß die beiden letzten Parteien zusammen die Mehrheit über die Arbeiter sei es eine aufreibende Hezjagd. Er verlangte wenigstens bis Urlaub 10 Uhr abends bekommen hatte. Als der Moderierten haben. „ Na wann Feldwebel auf dem Vergnügen zu ihm sagte: Danach tanzte Herr Stockmann mit Herrn Spahn wollen Sie denn nun eigentlich nach Hause gehen," ent- Die Urteile der Kriegsgerichte in Südafrika sind bekann.lich durch mit zierlichem Gelingen die Pantomimit: Rüdverweisung und gegnete der Unteroffizier jetzt" und der Feldwebel fügte eine Sommission, bestehend aus Richtern hoher Gerichtshöfe einer Tagesordnung." Inzwischen war es bekannt geworden, daß die noch die Bemerkung hinzu:„ Na dann aber schleunigft." Der Unter- Nachprüfung unterzogen worden. Die Kommission giebt jept offizier ging aber nicht nach Hause, sondern blieb bis 18 Uhr ihren Bericht in einem Blaubuch. einem Blaubuch. Nachgeprüft wurden 794 Fasanenjäger die Nacht durch arbeiten" wollten. Gegen 5 Uhr wurde die Sigung bis 7 Uhr vertagt. Und mm nachts auf dem Ball. Der Auflagevertreter beantragte gegen den Urteile, 59 die Kapkolonie, auf und Oranje Freistaaten Unteroffizier drei Wochen Mittelarrest und gegen den Musketier, Transvaal auf Natal stieg das hohe Haus in den Nacht- Blizzug, der die Mehrheit nach weil er den Anruf des Vorgesetzten absichtlich überhört habe, entfallen. Die durch die Kriegsgerichte verhängten Strafen wurden den Gefilden der seligen Zölle bringen sollte. 14 Tage ftrengen Arrests. Das Gericht erkannte gegen den Unter- feitens der Kommission wesentlich herabgesetzt; wo lebenslängliche offizier auf 11 Tage Mittelarrest und gegen den Musketier, Gefängnisstrafe verhängt war, wurde in der Regel die 7 Uhr. Der Plenarsaal ist noch öde und leer. der höchstens disciplinarisch belangt werden könne, auf Einstellung Strafe auf drei Jahre reduciert. In 119 Fällen wurde allmählich füllen sich die Bänke. Die Stimmung der Mehrheit des Verfahrens. sofortige Freilassung angeordnet. Die 721 Fälle, die sich auf scheint ziemlich animiert. Dr. Müller- Sagan, der nächste Berichtdie Kapkolonie beziehen, bestehen in ihrer großen Mehrheit Ausland. England. bon denen 721 auf und Niederlande. 14 eine Mittagspause. Diesmal Erst ganz in einfachem oder schwerem Hochverrat, Mord, versuchten Mord usw. erstatter, der schon vor der Unterbrechung lange auf sein Referat Die Zurückziehung der Truppen aus Shanghai. In den meisten dieser Fälle hatte das ursprüngliche Urteil auf Tob gewartet hatte, nimmt geduldig wieder an heiliger Stelle, am foll denmächst mun wirklich erfolgen.- Die„ Nordd. Allg. 3tg." gelautet, war dann in lebenslängliche Zwangsarbeit umgewandelt; Referententische Play. Singer fist in voller Leibhaftigkeit da, Die„ Nordd. Allg. 3tg." ber Vorschlag der Kommission geht hier in den meisten Fällen da- wenn er auch für das offizielle Protokoll nicht vorhanden ist. Endlich schreibt offiziös:„ Zwischen den vier Mächten, die an der provisorischen hin, die Strafe je nach Lage des Falles in eine 2-3jährige Gefängnis- erscheint Graf Ballestrem im Saale. Die Tribünen sind gut Belegung Shanghais beteiligt sind, hat ein Meinungsaustausch strafe umzuwandeln. besetzt. über die Modalitäten einer gleichzeitigen Zurückziehung ihrer 7 Uhr 20 Min. Präsident Graf Ballestrem erklärt die Sitzung wieder Truppen stattgefunden. Demnächst hat das japanische Befagungs- Corps am 22. November Shanghai verlassen; Troelstra in Stichwahl. Im dritten Amsterdamer Wahlfreise für eröffnet. Er macht das Haus mit einem Antrag Sachse bekannt, die Engländer werden am 20. Dezember nachfand am Dienstag Erfahwahl zur Zweiten Kammer für den verder die Anmerkung über den Grenzverkehr mit Backwaren einer folgen; im Anschluß daran werden die deutsch en storbenen liberalen Vertreter des Kreises statt. Abgegeben wurden Specialkommision zur Prüfung überweisen will. Die Mehrheit ärgert Truppen abziehen; der genaue Termin hängt von den Fahr- 4977 gültige Stimmen. Davon erhielt unser Parteigenoffe fich und lärmt, hat aber bald die Freude, daß der Präsident zeiten der zur Verfügung stehenden Transportschiffe ab. Jedenfalls Troelstra 2476, um gewählt zu sein, fehlten ihm nur 14 Stimmen. den Antrag Sachse für unzulässig erklärt. Andrer Meinung find aber wird noch im Laufe des Januar Shanghai bon Der ihm zunächst stehende Kandidat, der Liberale Jiferman, erhielt Sachse selbst und Stadthagen, der sehr ausführlich zur dem deutschen Corps geräumt sein. 1165 Stimmen, ihm folgt der Antirevolutionäre mit 959 Stimmen, Ueber die Verständigung der Mächte meldet ein englisches der Freifinnige Demokrat erhielt nur 101 Stimmen. Die Social Geschäftsordnung spricht. Graf Ballestrem ist gut gelaunt und Blaubuch: demokratie hat seit 1901 einen Zuwachs von giebt eine Probe feines schlagfertigen Humors. 7 Uhr. Am Bundesratstische findet sich Graf Posadowsky Eine Note des deutschen Botschafters Grafen Wolff Metternich 1056 Stimmen zu verzeichnen, die Liberalen einen Rüd an den Staatssekretär des Auswärtigen Marquis of Lansdowne gang von 500, die Freisinnigen Demokraten von circa ein in Gesellschaft eines Unbekannten, der der Minister. Budde vom 1. November 1902 lautet: Die kaiserliche Regierung hat aus der 400 Stimmen. Man fann wohl erwarten, daß bei der Stichwahl sein soll und wie ein abgeschwächter Podbielski aussieht. Am entMitteilung Euer Excellenz vom 11. Oftober mit Befriedigung ver- am 9. Dezember Troelstra, der als ein sehr tüchtiger Parlamentarier ferntesten Ende des hinteren Bundesratstisches brennt einsam ein nommen, daß die britische Regierung mit Bezug auf die Frage der bekannt ist, von neuem einen Siz in der Kammer erhält. geheimnisvolles Stearinlicht. Es bleibt zweifelhaft, wer damit erRäumung Shanghais bereit ist, vollkommen den Vorbehalten zuleuchtet werden soll. zustimmen, welche der kaiserliche Geschäftsträger die Ehre hatte 7 Uhr. Dr. Gescheitle Stodmann weist nach, wie in seiner Note vom 7. b. Mts. mitzuteilen nämlich der gleich= Budgetverweigerung in der Kommune. Ein Ereignis, das sich zeitigen Zurückziehung der Truppen und der eventuellen bis jetzt in der Geschichte der dänischen Kommunen noch nicht zu flug er alle Streiche der Oppofition vorausgesehen habe. Mit berufswiederbefeßung. Die faiserliche Regierung bemerkt auch mit getragen hatte, bereitet jetzt den Vertretern der herrschenden Klasse mäßiger Ueberzeugungskraft behauptet er, daß ihm sein Antrag durchaus Bergnügen das Einbernehmen, welches zwischen ihr und der in Esbjerg große Verlegenheiten. Der Stadtrat dieser jütländischen ernst gemeint sei. Heine und Ledebour decken ihn zu. Das britischen Regierung bezüglich des Gegenstandes der dritten von der Handelsstadt besteht aus zehn Socialdemokraten, gewählt von der Stearinlicht wird wieder ausgelöscht. deutschen Regierung erhobenen Räumungsbedingung besteht, d. h. allgemeinen Wählerklasse, und neun von den Höchstbesteuerten ge- 8 Uhr. Zwischenfall Blade, der erst nachträglich zur Weigerung der Gewährung von Vorzugs- Vorteilen wählten Mitgliedern. Diese neun Kapitalistenvertreter hatten zu Kenntnis der Opposition tommt. Dieser Gemütsmensch ist Major im Zusammenhang mit der Räumung. sammen mit dem Bürgermeister bei der zweiten Lesung des Budgets -W 0 " Dänemark. Inzwischen hat die Kaiserliche Regierung sowohl von der Anträge der Socialdemokraten auf Bewilligung von 2000 kronen a. D., Schiffsreeder und als Kandidat aller Byzantiner in Calbechinesischen Centralregierung als vom Vicefönig für Vorarbeiten zum Bau eines kommunalen Krankenhauses, Aschersleben gegen Albert Schmidt gewählt. Er ziert die Bänke der Tichang Tschi- Tung und dem stellvertretenden Vicefönig in 500 Stronen für Bespeisung armer Schulkinder und 200 Kronen für Partei der Bildung und des Besizes. Er äußert Luft nach OhrNanting die von ihr verlangte allgemeine Erklärung in die Voltsuniversitäts- Bereinigung niedergestimmt und deshalb ver- feigen. bindenden Ausdrücken erhalten, daß die chinesische Re- weigerten unsre Parteigenossen bei der dritten Lesung ihre Unter- 8 Uhr. Die alten Herren im Centrum schlafen. Aber ein gierung feines der souveränen Rechte Chinas auf schrift zum Budget. Der Bürgermeister sah sich hierdurch veranlakt. Wächter ist bestellt, der, wie es zur Abstimmung kommt, mit Stentors stimme Auf!" ruft. Die Schläfer springen auf. Dieser Scherzartikel ist patentfähig. 8.30. Müller- Sagan hat sein Referat gehalten. Wurm beginnt über Mineralöl zu sprechen. Dies Del scheint aber die Wogen nicht zu glätten. Die Mehrheit wird unruhig. 8.45. Wurm spricht weiter über Mineralöl. Graf Stolberg unterbricht ihn. Erster Wahlkreis. geißelte. Durch wiederholte stürmische Beifalls- und EntrüftungsDas Lotal, Arminhallen", wo ein Teil der Genossen des fundgebungen gaben die Versammelten ihr Einverständnis zu ersten Kreises tagte, war schon frühzeitig abgesperrt. Das erkennen, auch die Diskussion bewegte sich in zustimmendem Simne. treffliche Referat des Genossen sealisti fand lebhafte Zustimmung Der Saal des„ Eisfeller" in der Chausseestraße war schon bei den Versammelten. um 7 Uhr besetzt, um 8 Uhr bereits überfüllt und wurde dann Im Englischen Garten sprach Genosse Walded polizeilich abgesperrt. Die aus etwa 3000 Personen bestehende Manasse vor ca. 500 Personen. Stürmischer Beifall lohnte den Zuhörerschaft nahm die kernigen Ausführungen des Referenten 9 Uhr. Der Kampf zwischen dem Präsidenten und unserm Redner, als er in scharfen Worten die Ausschließung des Genossen Mag Kiesel mit stürmischem Beifall entgegen. Redner geht seinen Gang. Der Schreichor der Mehrheit setzt ein. Singer von der heutigen Reichstagssigung geißelte. Gegner In Hensels Saal in der Invalidenstraße referierte Stadts Wurm wird zehnmal vom Grafen Stolberg unterbrochen und dreimal meldeten sich nicht zum Wort. Der Saal war schon vor Beginn verordneter se o blenzer. Seine furzen, treffenden Ausführungen zur Ordnung gerufen. Die Mehrheit beschließt, dem Redner der Versammlung polizeilich abgesperrt. das Wort zu entziehen und bringt dem Vollstrecker ihres Willens stürmische Dvationen dar. Picklers Geist rumort vernehmlich: Jude runterl Zweiter Wahlkreis. verfehlten nicht ihre Wirkung auf die Antvesenden, die den Saal und die Nebenräume bis auf den letzten Platz füllten. Weimanns Volks- Garten, Gesundbrunnen, gab das Der große Saal der Bock- Brauerei war überfüllt; viele Bild einer Völkerwanderung ab. Zu Hunderten mußten die Ge9 Uhr. Stadthagen hat Wurm abgelöst. der Einlaß Begehrenden mußten umkehren, da die Polizei bereits um nossen mit ihren Frauen den Heimweg antreten, ohne den schon 10.30. Man unterhält sich seit 3/4 Stunden über die Mangel- 19 Uhr sperrte. Die Versammelten, etiva 2500 an Zahl, nahmen die An- lange vor Eröffnung der Versammlung abgesperrten Saal betreten haftigkeit der stenographischen Berichte, weil die Hilfsarbeiter schon sprachen der Genossen Dr. Alfred Bernstein und Hermann Schubert, zu haben. Das Referat hielt unter braufendem Beifall Stadtam Nachmittage dem Referate Gotheins nicht zu folgen vermochten. die die politische Situation treffend kennzeichneten, mit stürmischem verordneter Hinze. 10% Uhr. Bersönliche Bemerkungen. Liebermann v. Sonnen- Beifall entgegen, der wie ein Orkan den weiten hohen Naum durch- Das große Lokal der Brauerei Königstadt, aus dem berg übernimmt die Würde der Mehrheit des Hauses, die ihn be- Läuten der Kirchengloden zu dieser Weihnachtszeit erfest wünschte darunter viele Frauen, besucht und lange vor der Eröffnung der brauste, als Schubert mit hinreißenden Worten das friedliche sämtliche Tische entfernt waren, war von mehr denn 4000 Personen, jubelt, weil er die Schimpfrufe der Zollmehrheit( Juden runter usw.) durch ein Sturmgeläut, das das Proletariat zusammenhole Versammlung abgesperrt. Hier referierte Genosse Bartels, ihm verherrlicht. zu mächtigem Antrieb in den bevorstehenden Wahlfämpfen, folgte ein Referat des Genossen Karl Liebknecht, der in 11 hr. Herr Heyl zu Herrnsheim beantragt unter braufendem als der besten Antwort auf die Bertretung des Rechts durch packenden Ausführungen unter stürmischem Beifall und lebhaften Jubel der Mehrheit Aenderungen der Geschäftsordnung zum Schutze die Zöllnergesellschaft. Aehnlich sprachen sich auch die übrigen Rundgebungen der Anwesenden die politische Situation treffend tenn aller tranten Hasenjäger und des Place. Bebel fertigt ihn und Redner aus, von deren Ausführungen besonders wirkungszeichnete. voll die der Genoffin Baader waren, Dr. Kropatscheck ab. welche sich vor11,10 Uhr. Kardorff verabreicht einen Schlaftrunk in Gestalt eines Referats. Das Haus hat gerade noch die Kraft, jich 11,20 11hr zu vertagen. Streckenrapport der 11stündigen Hezzjagd: Vier Referate! Nächste Sigung morgen 11 Uhr. Die wahre Mehrheit. Lichtenberg. auf die internationale Socialdemokratie schloß die Versammlung, nehmlich an die Frauen wandte. Mit begeisternden Hochs und machtvoll flangen dann die Töne der Arbeiter- Marseillaise durch den letzten Platz gefüllt. Der Referent Georg Bernhard kennDer Saal, welcher mehr als 1000 Personen faßt, war bis auf den Saal, während man ihn langsam verließ. Schnegelbergs Festsäle waren buchstäblich bis zum gaben ihrer Entrüstung über das schändliche Vorgehen der zollletzten Winkel besetzt, so daß schließlich mit dem besten Willen niemand wucherischen Reichstagsmehrheit Ausdruck. Die begeisterte Stimmung mehr hineinkonnte. 2000 Geneffimmen id Genossen protestierten hier bekundete sich am Schluß der Versammlung, indem die Anwesenden gegen Berfassungsbruch und gewinnheischende Nechtszertretung. Die die Marseillaise fangen. Diskussion, die im übrigen dasselbe Bild ergab wie in den andren Versammlungen, wurde wirkungsvoll von den Genossen Paul Scholz und Fülle eröffnet, deren Anklagen gegen die Wolfsausbeuter und Volksverräter durch stürmischen Beifall zugestimmt wurde. Dritter Wahlkreis. Bankow. Auch hier erfreute sich die Versammlung eines starken Besuchs. Wenigstens 400 Personen, Männer und Frauen, folgten den treffenden Ausführungen des Genossen Freiwald, und bekundeten durch lebhaften Beifall ihre Entrüstung über den Bruch der Geschäftsordnung und der Verfassung durch die Wuchermehrheit des Reichstags. Weißensee. Das war der Pöbel, die verachtete Bestie, die sich am Donnersfagabend in schwarzen Massen zusammenfand. In dieser erbarmungsLos harten Winternacht zogen die losen Truppen unermüdlich von Straße zu Straße, von Saal zu Saal; aber überall stand schon Das Gewertschaftshaus wurde lange vor Beginn der die Kette der Schuyleute: es gab keinen Einlaß mehr. Drinnen Verhandlungen, nachdem der große Saal von etwa 2000 Personen in den Sälen war jedes Plätzchen besetzt. Und merkwürdig, ganz Genoffe In der überfüllten Versammlung fennzeichneten sämtliche Redner dicht gefüllt war, polizeilich abgesperrt. Das Referat hatte hier der Dr. Zadek übernommen, dessen Ausführungen scharf und treffend das Verhalten der Mehrheit des Reichstages und merkwürdig: wenn man eben noch aus den Stürmen des von den Versammelten mit lebhaften Zustimmungs- Kundgebungen gaben ihrem Unwillen über die schändliche Rechtsverletzung, durch Reichstages in diese Volksversammlungen fam, empfing man ein aufgenommen wurden. welche die Minderheit brutal vergewaltigt wird, lebhaften Ausdruck. Bild der vollkommenen Ordnung, des sachlichen Ernstes, der ruhigen Aus unbekannten Gründen war rund herum um das GetverfCharlottenburg. Entschlossenheit. Und doch zitterte in diesen Leuten allen eine schaftshaus eine große Zahl von Schuyleuten zu Fuß und zu Pferde mächtige politische Erregung. Man sah das, wie die Ertrablätter und auch solche in Civilkleidung aufgeboten. Die Versammlung tagte im Volkshause. Der Saal, aus dem durch die Hände liefen, in denen die neuesten Gewaltscenen Der Saal der Berliner Ressource in der Kom- jämtliche Tische und Stühle entfernt wurden, war 1500 Bersonen gefüllt. Die Ausführungen des Referenten Dr. aus dem Reichstage mitgeteilt wurden, man hörte es aus mandantenstraße war von etwa 1000 Personen dicht besetzt. Vor Bruno Borchardt wurden oft von lebhaftem Beifall den hastigen, abgerissenen, aufgeregten Gesprächen, die einzelne Beginn der Versammlung wurde das Lokal durch die Polizei abunterbrochen. Mehrere Redner gaben in lebereinstimmung Gruppen mit einander führten, noch che die Verhandlungen gesperrt. Das Referat hielt die Genoffin Frau Dr. Wehl. Ihre mit dem Referenten die lebhafte Entrüstung über die schmähliche begannen, aus den lauten Massenrufen und Zwischenrufen der treffende Kennzeichnung der Gewaltmaßregeln der Mehrheitsparteien Vergewaltigung der die Interessen des Voltes vertretenden MinderEmpörung, die die Redner unterbrachen. Aber merkwürdig, wenn fanden lebhaften Beifall. heit der Reichstags- Abgeordneten Ausdrud. der Vorsitzende die Glocke rührte, war alles im Augenblick wieder ruhig. Und schließlich sah und hörte man den entschlossenen Willen des Boltes, als sich ein Wald von Händen erhob und donnernde Zurufe die Annahme der folgenden Entschließung bekundeten: Resolution. Die Versammlung erflärt: Jm„ Märkischen Hof", Admiralstraße, referierte Stadtverordneter Bruns. Auch hier erfolgte die polizeiliche Absperrung, nachdem der Saal von ca. 800 Personen bis auf den letzten Plazz besetzt war. Vierter Wahlkreis( Often). Im Elysium drängte sich schon eine Stunde vor Beginn der Versammlung die Masse der Besucher Kopf an Kopf. Stadtverordneter Heinemann hielt vor ca. 2000 Personen seinen packenden Vortrag. Auch dieses Lotal war polizeilich abgesperrt. Durch die Zertrümmerung der Geschäftsordnung des Reichstages, durch den Bruch der Verfassung, durch die Verhinderung jeder wirklich fachlichen Beratung des Zolltarifes hat sich die Mehrheit des deutschen Reichstages außer Recht und Gesez gestellt. Sie hat jede Das Böhmische Brauhaus war bereits um 8 1hr parlamentarische Ordnung zertreten und das Recht der Minderheit, polizeilich gesperrt. Ueber 1800 Personen hatten Platz gefunden und ihre Meinung über den Zolltarif- Entwurf der Reichstags- Kommission lauschten in verhaltenem Grimm den Ausführungen des Stadtfrei zu äußern, vergewaltigt. verordneten Dr. Friedeberg. Gegner meldeten sich nicht zum Bu solchen Rechtsbrüchen hat sich die Mehrheit lediglich verleiten lassen durch die Erkenntnis, daß an der Wahrung des Gesetzes und des parlamentarischen Rechts ihr volksfeindlicher Anschlag gegen die wirtschaftlichen Interessen des arbeitenden Volles notwendig hätte scheitern müssen, da die Zollmehrheit lieber auf die Jagd geht, als im Reichstage arbeitet, so daß sie auf die Dauer keine beschlußfähige Mehrheit zusammenhalten fann. Wort. wanaSchöneberg. bon Die Versammlung tagte in Obsts Festsälen. Sie war von etiva 1800. Personen besucht, darunter zahlreiche Frauen, sowie auch Angehörige der bürgerlichen Sereise. Dit lebhaftem Beifall wurden die Ausführungen des Genossen Obst aufgenommen, der in scharfen Worten den brutalen Rechtsbruch der Reichstagsmehrheit kennzeichnete. Zu der Resolution, die einstimmige Annahme fand, wurde noch der folgende Zusatz beschlossen: „ Die Versammlung fordert die Regierung auf, den Zolltarif- Entwurf auf Grund der Erklärung des Reichsfanglers im Reichstag zurüdzuziehen, eventuell den Reichstag aufzulösen und das Bolt über den Zolltarif zu befragen." Ein ſtarles Polizei Aufgebot war zur Stelle, ohne daß die Beamten irgend welchen Anlaß zum Einschreiten gehabt hätten. Ju Nixdorf In der Rüdersdorferstraße hatten unsre Genossen den Saal des Leo- Hospizes gemietet. Die Anhänger des hiesigen katholischen erivies sich die Wahl eines, wenn auch recht großen Saals als viel Vereins hatten schon frühzeitig den Saal besetzt, und machten zu gering. Tausende mußten vor der von der heiligen Hermandad einen solchen Lärm, daß die Abhaltung der Versammlung ver- bewachten Pforte des Wernickeschen Lotals in der Herrmannstraße Halt eitelt wurde. Die zahlreich anwesende Polizei löfte die Versammlung machen und wieder davongehn. 2500 Personen füllten den großen Saal, fofort auf. aus dem man die Tische entfernt hatte. Hier leiteten unter begeisterter Die Arbeiterschaft protestiert entrüstet gegen diesen parlamentarischen Die Versammlung in der Germania", Frankfurter Allee, Zustimmung besonders die Genossen Böste, Ostermann und Staatsstreich einer Mehrheit, deren Willen dem Volkswillen schroff var bis auf den letzten Platz gefüllt und wurde schon um 8 Uhr B. Conrad die Diskussion ein, indem sie schärffte und wuchtigste entgegensteht. Sie protestiert entrüftet gegen die Vergewaltigungen durch die Polizei abgesperrt. Der Referent Paul itfin tenn- Stritit übten an dem blindwütigen Vorgehen der raubgierigen Zollund Beschimpfungen, die den wahren Vertretern des Voltes, den zeichnete in wirkungsvoller Weise die durch die Verächter des Rechts mehrheit. gefchaffene Situation. Stürmische Kundgebungen und lebhafter Beifall bekundeten das Einverständnis der Anwesenden mit den Darlegungen des Referenten. socialdemokratischen Abgeordneten, im deutschen Reichstag sowie in der reaktionären Bresse zugefügt worden sind. Sie spricht der socialdemokratischen Fraktion ihren Dank und ihre Bewunderung aus für die unermüdliche Tapferkeit, mit der sie das flare Recht und das Interesse des Proletariats gegen die Anschläge der Junker, Pfaffen und Scharfmacher verteidigt. werden. für " Vierter Wahlkreis( Südost). Köpenick. Der große Saal des„ Kaiserhof" war überfüllt. Die Auss führungen der Redner legten Zeugnis ab von der Entrüstung, mit der die Bevölkerung den Rechtsbruch der Mehrheitsparteien aufnimmt. affen. Letzte Nachrichten und Depefchen. Die Urania in der Wrangelstraße war bis auf den lezten Play voll von Frauen und Männern. Um 7 1hr mußten Gleichzeitig verurteilt sie mit aller Entschiedenheit die heim- sämtliche Tische aus dem Saal entfernt werden, werben, die noch tückische Verrätertattik der von Engen Richter geleiteten Frei- Bald darauf wurde der Saal abgesperrt, viele fanden leinen immer zuftrömenden Scharen zu sinnigen Volkspartei. Einlaß mehr. Unter den weit über 1000 Personen waren auffallend Bruch des englisch- russischen Handelsvertrages. Durch die wüste Hetze, die die reaktionäre Presse gegen viele Frauen. Die äußerst scharfe Verurteilung, die der Zollwucher den socialdemokratisch denkenden Teil des Volkes und gegen das und das erbärmliche und volksverräterische Gebahren der ReichstagsLondon, 4. Dezember.( W. T. B.) Unterhaus. allgemeine Reichstags- Wahlrecht eröffnet hat, hat sie die letzten mehrheit durch den Genossen Wiesenthal erfuhr, fand brausenden bale( kons.) fragt an, ob die englifcje Regierung eine Mitteilung Ziele der volksfeindlichen Mehrheit verraten. Die Versammlung Beifall. von der russischen Regierung erhalten habe, durch die sie da von unterrichtet wurde, daß die Auferlegung von Ausgleichsvertraut darauf, daß an dem festen Zusammenschluß des arbeitenden Der Saal in der Manteuffe I str. 95 war ebenfalls fchon zöllen auf russischen Zucker von seiten Englands von der Wolfes und an der rastlosen Aufklärungsarbeit der Socialdemokratie vor 8 hr polizeilich abgesperrt. 400-500 Männer und Frauen russischen Regierung als ein Bruch des Handelsvertrages alle finsteren Pläne der Volksausbeuter und Voltsentrechter scheitern protestierten hier gegen das skandalöse Verhalten der Agrarier und angesehen werde, und die den Vorschlag enthielt, die Angelegenheit ihres Anhangs und folgten mit Spannung den Ausführungen des solle dem Haager Schiedsgerichtshof unterbreitet werden, und Genossen Glode. Der lebhafte Beifall gab Zeugnis von der Ent- welche Antwort die englische Regierung auf diese Mitteilungen Und dann gingen sie, Empörung im Herzen, und doppelt in rüstung, die im Volte über die Reichstagsmehrheit herrscht, und von gegeben habe. Unterstaatssekretär Granborne erwidert, die ihrer socialdemokratischen Ueberzeugung gestärkt, aber in aller dem Einverständnis mit dem mutigen Verhalten der Vertreter des Antwort auf die erste Frage sei eine bejahende; bezüglich der Ordnung von dannen... Das war der Pöbel, das war die Bestie! Proletariats. Schiedsgerichts- Angelegenheit habe die russische Regierung mit Hier freilich wurde keine Minderheit vergewaltigt, hier wurde keine Die, Drachenburg" an der Schleide war bis geteilt, daß, falls die englische Regierung den Wunsch aus selbstgegebene Geschäftsordnung zertrümmert, hier wurde kein auf den legten Platz besetzt und schon vor 8 e war der Saal prechen würde, die Frage betreffend den Vertrag und die Recht zu Boden getreten. Freilich nur mit einer einzigen Aus- polizeilich abgesperrt. lleber 1000 Personen waren dort versammelt, Ausgleichszölle auf Bucker dem Schiedsgerichtshofe vorzulegen, nahme. In der Rüdersdorferstraße tvar das Lokal des darunter viele Frauen. Der stürmische Beifall, den die schneidende die russische Regierung feine Schwierigkeit darin finden würde, Kritik des Genossen Wermuth an dem schändlichen, volts- diesem Wunsche zu entsprechen, und daß die russische Regierung der Leo- Hospizes voit dem Besizer unsren Genossen überlassen feindlichen Treiben der Reichstagsmehrheit fand, zeugte, ebenso wie Ansicht sei, diese Frage sollte nicht allein mit Bezug auf den worden. Eine Drittelminderheit christlich gesinnter Jünglinge bie vielen zustimmenden zwischenrufe, von der tiefwurzelnden Zucker, sondern mit Rüdficht auf Güter aller Art erörtert werden. machte ihr vermeintliches Hausrecht geltend, indem sie durch Erregung, die das Bolt ergriffen hat. Der russischen Regierung sei hierauf mitgeteilt worden, daß die nicht damit einverstanden erklären Krawall die Abhaltung der Versammlung verhinderte. In wenigen englische Regierung sich andern Versammlungen hatten sich wie das zu politisch erregten fönne, daß der Fall, selbst wenn er auf die erörterte Frage beschränkt würde, ein solcher sei, der dem internationalen Schiedsgericht unterbreitet werden könne, daß aber die englische Regierung geneigt fei, ihr Anerbieten von 1899, den Handelsvertrag von 1859 zu tündigen, zu wiederholen. Fünfter Wahlkreis. rod de Zeiten am häufigsten geschieht auch Gegner zum Worte gemeldet, Der große Saal der Brauerei Friedrichshain war man hörte fie ruhig und mit sicherer Heiterkeit an. An einzelnen, von ca. 3000 Personen besetzt. Der Andrang des Bublifums war ein übrigens nicht zahlreichen Stellen machte sich die Polizei durch enormer. Hunderte mußten umkehren, weil der Saal polizeilich abbarsches Benehmen nicht angenehm bemerkbar. gesperrt wurde. Das Referat hielt Genosse Dr. We yl, darauf ergriff h Machtvoll und würdig hat das arbeitende Bolt von Berlin auf Genosse Be Is das Wort zu längeren Ausführungen, damn folgte die frechen Verhöhnungen, die schamlosen Vergewaltigungen einer eine lebhafte Diskussion, an der sich mehrere Parteigenossen befalschen Reichstagsmehrheit Protest erhoben. Und aus seiner eignen teiligten. Sämtliche Redner waren einmütig in der scharfen VerErhebung, aus dem Anblick seiner selbst und seiner geschloffenen urteilung der das Volksrecht mit Füßen tretenden ReichstagsStraft, hat es neue Gewißheit seines kommenden Sieges geschöpft. Mehrheit. Die Stimmung war eine sehr begeisterte. Und indes die Herren von der falschen Mehrheit nach langer unfruchtbarer Sigung müde und unsicher zu Bette wankten, um von ihrem nächsten Wahldurchfall zu träumen, gingen die Männer der wahren Mehrheit in sich gefestigt und von starker Zuversicht erfüllt, nach Hause. Sechster Wahlkreis. Die Versammlung im Moabiter Gesellschaftshaus" wurde bereits vor der Eröffnung polizeilich abgesperrt. Etwa 2500 Personen waren anwesend. Biele Hunderte mußten umkehren. Das Referat hielt Genosse Augustin, welcher in wuchtiger Anflage die Beutegier und Strupellosigkeit der Mehrheitsparteien 23 Personen verbrannt. Chicago, 4. Dezember.( W. T. B.) In dem in der Madisonstraße belegenen Hotel Lincoln brach heute früh Feuer aus, durch welches 28 Personen das Leben einbüßten. Das Hotel ist nicht zerstört. Es heißt, die meisten Bewohnee desselben feien infolge Er stickung gestorben. Neunzehn Leichen wurden bisher geborgen. Beim Ausbruch des Feuers sprangen viele aus dem vierten Stod, andere versuchten sich durch Herabflettern zu retten. Das sind die nächsten Folgen des Antrags Kardorff. Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlaasanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u.Unterhaltungsblatt. Nr. 284. 19. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 5. Dezember 1902. vorgenommen haben, halte ich diesen Antrag nicht für zulässig. Graf Stolberg glaubte feinerseits, da mittlerweile in die Beratung ( Stürmische Unterbrechung links. Rufe: Zur Geschäftsordnung!) des Antrages Nöfide eingetreten war, dies nicht thun zu dürfen, 230. Sizung. Donnerstag, den 4. Dezember 1902, Soeben wird mir ein Antrag Dr. Spahn( C.) überreicht, über den und so standen sich die beiden gegenseitigen Auffassungen einander Antrag Röfide zur einfachen Tagesordnung überzugehen. Das Wort gegenüber. Abg. Singer sowohl wie meine übrigen Parteigenossen hat Abg. Dr. Spahn.( Großer Lärm bei der Opposition.) glaubten, völlig im Nechte zu sein!( Lebhafte Dhol- Rufe und UnterDie zweite Beratung des Zolltarif- Gesetzes wird bei§ 1, 1 fort- Vicepräsidenten Grafen Stolberg ein. Das Centrum und die Rechte Abg. Singer geht auf die Tribüne und redet eifrig auf den brechungen bei der Mehrheit.) Abg. Dr. Blankenhorn( natl.) berichtet über die Positionen 176 stimmen einen Brüllchorus an: Runter von der Tribüne! Nunter bis 189( alkoholische Getränke, Effig, Mineralwasser). Sein Referat von der Tribüne!"- Singer unterhandelt weiter mit dem Viceist um 10 Uhr 50 Minuten beendet. präsidenten. Der Chorus wird fortgesetzt: Runter von der Tribüne! Runter von der Tribüne!" bormittags 10 Uhr. Am Bundesratstisch: Graf v. Posadowsky. gefeßt. Präsident Graf Ballestrem: Es liegt ein Antrag Arendt( Rp.) vor, die Positionen 176-189 an die Kommission zur schriftlichen Berichterstattung zurückzuberweisen. Abg. Dr. Arendt: Jch ziehe meinen Antrag zurüď.( Ruf lints: Reingefallen!) Präsident Graf Ballestrem: Ferner liegt mir ein Antrag Wurm vor, Tarifstelle 178 an die Kommission zur schriftlichen Bericht erstattung zurückzuberweisen. Abg. Dr. Arendt( Np.): Ich nehme meinen Antrag wieder auf. ( Große Seiterfeit links.) Präf. Graf Ballestrem: Der Abg. Dr. Spahn beantragt cinfache Tagesordnung über die auf Zurückverweisung gestellten Anträge. Bräf. Graf Ballestrem: Dieser Antrag ist präjudiziell, es würde also zunächst ein Redner für und ein Redner gegen den Antrag Spahn das Wort erhalten.( Abg. Arendt meldet sich fälschlich zum Bort, in der Meinung, es handle sich darum, gegen die einfache Tagesordnung zu sprechen.) Das Wort für einfache Tagesordnung hat der Abg. Arendt. Abg. Arendt: Ich habe den Antrag gestellt...( Stürmische Heiterkeit und Zurufe lints: Tagesordnung für seinen eignen Antrag! Der Redner stodt und verläßt unter andauerndem Gelächter links die Tribüne. Abg. Singer ruft wiederholt: Unglaublich! Abg. Stadthagen ruft: Ich bitte ums Wort für den Antrag auf einfache Tagesordnung.) Unter großer Unruhe links erhält schließlich Abg. Wurm( Soc.) " Vicepräsident Graf Stolberg: Herr Abg. Bebel fagt nur, et und seine Parteigenossen hätten geglaubt, im Rechte zu sein. Das auszusprechen hat er unbedingt das Recht. " Abg, Bebel( fortfahrend): Wir haben also geglaubt, im Rechte zu sein, und da der Vicepräsident auf die Zurufe Zur GeschäftsDr. Spahn( C.) beginnt zu reden. Kein Wort ist von ihm zu einer Anzahl meiner Parteifreunde sich nicht einließ, sondern ordnung! Zur Geschäftsordnung!" seitens des Abg. Singer und verstehen. Singer fährt fort, mit dem Vicepräsidenten zu unter- ruhig fortfuhr, in den Verhandlungen fortzuschreiten, so kam handeln. Graf Stolberg scheint ihm zu verstehen zu geben, daß es zu jenen tumultuarischen Scenen, die schließlich den ViceAbg. Singer die Tribüne verlassen soll. Der Vicepräsident Klingelt präsidenten veranlaßten, die Sizung zu vertagen. Wir sind unausgefeßt, während Dr. Spahn weiter redet und die Mehrheit auch in diesem Augenblid noch in dem Glauben, daß dem unter von der Tribüne! Runter von der Tribüne!" ruft. Nun be- Abg. Singer und damit meiner Fraktion 11nrecht geschehen ist, ginnt die Opposition im Chor zu rufen: Zur Geschäftsordnung! Zur und aus dieser Ueberzeugung des Unrechts ist der Protest entstanden, Geschäftsordnung!" der von Ihrer( zur Mehrheit) Seite wiederum mit Protestrufen beVicepräsident Graf Stolberg schafft endlich durch fortgesettes antwortet wurde. Ich hielt mich für verpflichtet, unsre Auffassung des Lauten der Glocke ein wenig Ruhe. Er ruft dem Abg. Singer Sachverhalts kurz vorzutragen. sehr erregt zu: Wenn Sie die Treppe nicht verlassen, so rufe ich wie Sie es in den legten Worten gethan haben, mein Verfahren Vicepräsident Graf Stolberg: Ich kann nicht dulden, daß Sie, Sie zur Ordnung!( Stürmischer Beifall bei der Mehrheit.) Abg. tritifieren. Ich bin aber sehr gern bereit, das MißSinger bleibt ruhig auf der Treppe stehen. Die Opposition hat verständnis, wenn ein folches vorgelegen hat, aufzuklären. sich von den Plägen erhoben und ruft fortgesetzt: 3ur Geschäfts- Präsident Graf Ballestrem teilte mir mit wenigstens habe ordnung! Zur Geschäftsordnung!" ich ihn so verstanden als er mir das Präsidium Vicepräsident Graf Stolberg ruft, fortwährend flingelnd: Herr übergab, er habe dem Abg. Singer versprochen, ihm das Wort zu Singer, ich rufe Sie zum zweitenmal zur Ordnung!( Erneuter geben vor dem Vortrag des nächsten Referenten. Das war auch Chorus der Mehrheit: Runter von der Tribüne, runter von der wäre, zu Ende gebracht wäre, fo hätte ich dann dem Abg. meine Absicht. Wenn der Antrag Röfice- Dessau verhandelt worden Tribüne!" Andauernde Rufe links:„ Zur Geschäftsordnung! Zur Singer das Wort zur Geschäftsordnung gegeben, Geschäftsordnung!") wie nach meiner Meinung, die ich aufrecht erhalte, Graf Ballestrem Abg. Singer bleibt auf der Treppe stehen. Das ganze Haus ihm das versprochen hatte. Dadurch ist das Mißverständnis entlärmt, Abg. Dr. Kropatscheck schlägt den Taft zu dem Chorus der standen. Den Ausschluß von der Sigung muß ich natürlich aufrecht Linken. Abgeordnete der äußersten Rechten fuchen fortwährend durch erhalten, und ich muß zu meinem Bedauern konstatieren, daß Gesten den Präsidenten zu scharfen Maßregeln gegen den Abg. Abg. Singer jich trotzdem wieder im Saale bes findet.( Hört! hört! und lärmende Unruhe bei Singer zu veranlassen. Vicepräsident Graf Stolberg ruft jetzt den Mehrheit.) erfläre Ich aber Abg. Singer zum drittenmal zur Ordnung, weil er die Treppe nicht an den Verhandlungen des Hauses in feiner Weise teilzu ausdrücklich, daß derselbe verläßt und setzt sich dann eine Weile nieder. Abg. Spahu spricht nehmen berechtigt ist( Bravo! bei der Mehrheit), so lange diese unbeirrt weiter, wie aus den Bewegungen seines Mundes zu schließen Sigung dauert, von der ich ihn ausgeschloffen habe. ist; der Lärm wächst weiter. Abg. Stadthagen( Soc., zur Geschäftsordnung): Graf Stolberg erhebt sich und konferiert mit dem inzwischen der das Wort gegen den Antrag auf einfache Tagesordnung und bittet in längeren Ausführungen um Ueberweisung der wichtigen Position Wein zur schriftlichen Berichterstattung an die Kommission. Redner bringt eine Fülle von Bedenken gegen die von der Kommission befchloffenen Weinzölle vor, die eine Schädigung des deutschen Handels, erschienenen Büreaudirektor Knack und den Schriftführern Braun und Es bedeutet einen groben Bruch der Geschäftss Redner weiter aus, gefällt sich darin, der gefällige Diener der Mehr beendet hat, die Tribüne.( Weitere lebhafte Chorrufe links: Zur bie überhaupt noch nicht vorliegen. Das ist ganz un der Industrie und der Konsumenten bedeuten. Abg. Arendt, so führt Baasche. Abg. Spahn verläßt, ohne daß man weiß, ob er seine Rede ordnung, wenn Anträge eingereicht werden, in blanco über heit zu sein. Er ist ein Sendbote( Heiterkeit links), der eigentlich übereifrig die Geschäfte der Mehrheit besorgt.( Sehr gut! bei den Geschäftsordnung! Vicepräsident Stolberg nimmt das Geschäfts- guläffig. Wir mußten schon nach dem gestrigen Verhalten der MehrSocialdemokraten.) Wir sind doch aber nicht dazu da, um durch ordnungsbuch zur Hand, es entsteht plößlich lautlose Stille. heit annehmen, daß im Voraus Anträge vorbereitet würden, über eine unmotivierte, gewaltsame Verhinderung der Diskussion ohne Vicepräsident Graf Stolberg: Meine Herren, auf Grundlage die Zurüdverweisungs- Anträge zu allen vorliegenden Positionen auf weiteres Beschlüsse zu fassen, die weite Streise aufs schwerste schädigen des§ 60 der Geschäftsordnung Absatz 8 schließe ich den Abg. Singer einmal zur Tagesordnung überzugehen. Man kann doch nicht zur müssen. Die Herren von der Mehrheit haben es ja fehr von der Sigung aus.( Elementare andauernde Bravo- Rufe bei der Tagesordmmg übergehen über Anträge, die noch gar nicht gestellt cilig, fertig zu werden, damit sie womöglich heute abend um 7 Uhr Mehrheit. Abg. Singer bleibt lächelnd auf der Treppe stehen und find!( Sehr richtig! bei den Socialdem.)§ 21, 2 der Geschäftsordnung in der Lage find, irgendwo zu erscheinen. Wir aber haben Zeit! mahnt seine Parteigenossen zur Ruhe, andauernder Lärm. Vice- fagt flipp und klar:„ Der Reichstag kann wie am Schlusse der ersten ( Lebhafte Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Wir wünschen Bice- fo in jedem Stadium ciner folgenden Beratung bis zum eine eingehende Distuffion, und wenn die Mehrheit darauf verzichtet, präsident Graf Stolberg bewegt fortgesetzt die Glocke und erklärt Beginn der Fragestellung den Gesezentwurf oder einen Teil des bei so wichtigen Fragen ihren Standpunkt auch nur mit einem Worte schließlich): zu begründen, so bin ich gezwungen, nun selber objektiv das vorzutragen, was Sie gegen meinen Antrag auf Zurückverweisung vor bringen fönnten.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten. Unruhe bei der Mehrheit.) Redner geht darauf auf eine Petition ein, die einen ſeinem Standpunkt entgegengesezte Auffassung vertritt und wider Legt den Standpunkt dieser Petition. Im weiteren fritisiert er eingehend die Art der Differenzierung des Weinzolles nach dem Prozentja des Weingeistgehaltes. In welcher Weise will eigentlich hier die Regierung die Verzollung vornehmen? Soll sie hier eine unbedingte Vollmacht für die Handelsvertrags- Verhandlungen be tommen? Das sind wichtige Fragen, mit denen wir uns im einzelnen noch im Laufe der nächsten Wochen zu beschäftigen haben werden. ( Unruhe bei der Mehrheit.) Aber bis jetzt wissen wir nichts davon, tvie die Regierung das machen will. Sagen Sie( zur Mehrheit) es uns doch! Sie müssen es ja aus Ihren geheimen Verhandlungen mit der Regierung wissen! Die Regierung rutscht ja vor Ihnen auf dem Bauch! ( Große Unruhe bei der Mehrheit.) Präsident Graf Ballestrem: Sie dürfen nicht sagen, daß die Regierung vor der Mehrheit auf dem Bauche rutsche.( heiterfeit bei der Opposition.) Jch rufe Sie deshalb zur Ordnung.( Erneute Heiterkeit bei der Opposition.) Abg. Wurm( Soc.): Da ich mir keine Ruhe verschaffen kann, setze ich die Situng auf eine halbe Stunde aus. Schluß der Sigung 12 Uhr. 00 80> felben zur Berichterstattung an eine Kommission verweisen." Die Frage, ob Anträge auf Tagesordnung über solche Zurückberweisungs- Anträge überhaupt zulässig find, will ich jetzt nicht Das Haus bleibt in lebhafter Erregung, Vicepräsident Graf weiter erörtern, nachdem das Haus sich dahin entschieden hat, daß Stolberg begiebt sich in das Parterre des Saales und fonferiert auch über alle Geschäftsordnungs- Anträge usw. der Tagesordnungseifrig mit den Abgg. Spahn, Gröber, v. Kardorff und Antrag gestellt werden kann. v. Normann, er geht dann zum Abg. Singer und Reiß- anschließen müſſen. Wir haben uns dieser Auffassung, die nicht die unsre war, Nach der Auslegung, die damals Herr haus. Dr. Spahn felber gegeben hat, ist es aber zweifellos unzulässig, Anträge auf Uebergang zur Tagesordnung auf Vorrat zu arbeiten. Die Art und Weise, wie Sie( nach rechts) Anträge auf Uebergang zur Tagesordnung über zulässige Anträge gestellt haben, hat lediglich zur Verlangfannung in der Abwickelung unsrer Geschäfte geführt.( Heiterkeit bei der Opposition. Unruhe rechts.) Jedenfalls aber hat man unter feinen Umständen das Recht, Anträge auf Uebergang zur einfachen Tagesordnung über Anträge zu stellen, die noch nicht gestellt sind. In der Geschäftsordnung steht weiter kein Wort darüber, daß der Antragsteller auf einfache Tagesordnung das Wort vor den Rednern zu erhalten hat, die sich vorher zur Geschäftsordnung gemeldet haben. Redner weist dies ausführlich aus der Entstehungsgeschichte des betreffenden Paragraphen der Geschäftsordnung nach. Kurz vor Eröffnung der neuen Sigung gegen 1 Uhr fonferiett Abg. Bebel mit dem Vicepräsidenten Graf Stolberg, Abg. Singer betritt bald darauf den Saal und setzt sich auf seinem Blaze nieder Beginn der neuen Sigung 1 Uhr. Vicepräsident Graf Stolberg: Jch eröffne die ausgesetzte Sitzung. Wir fahren in der eben abgebrochenen Beratung fort. Zum Wort gegen den Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung hat sich zuerst gemeldet der Abg. Röside- Dessau. Ich erteile ihm das Wort. Abg. Röfice- Deffau( wildlib.): Ich habe vorhin gar nicht den Antrag gestellt, die Position 184 zurüdzuverweisen zur schriftlichen Berichterstattung, sondern ich habe auf Grund des§ 21 der Geschäftsordnung beantragt, diefe Position zur nochmaligen Prüfung an eine Das Wort zur Geschäftsordnung muß man stets erhalten. Gestern Kommission zu überweisen. Redner begründet nunmehr ein- aber hat ein Schriftführer eine Meldung zur Ges gehend, aus welchen Gründen die Position 184: Bier, einer schäftsordnung, die ich einreichte, nicht weiter. nochmaligen gründlichen Erörterung in der Kommission unterzogen gegeben.( Glocke des Präsidenten.) werden müsse. Antrag Nöfide wird hierauf gegen die Stimmen der Linken an Der Antrag Spahn auf einfache Tagesordnung über den genommen. Vicepräsident Graf Stolberg: Zur Geschäftsordnung hat das Abg. Bebel( Soc.): Vicepräsident Graf Stolberg: Es ist nicht zulässig, daß Sie die Thätigkeit des Präsidenten und der Schriftführer hier fritifieren. Abg. Stadthagen: Ich habe nicht kritisiert, sondern nur That fachen angeführt. Herr Präsident, was soll man thun, wenn man sich zum Worte gemeldet hat und der Schriftführer erflärt: ich habe die Meldung nicht weitergegeben, weil ich der Anficht war, fie sei zur Zeit nicht mehr zulässig.( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Das ist gestern geschehen. Die große Deffentlichkeit, sowie auch die Opposition, die nicht in hre Geheimberatungen eingeweiht war, weiß nichts davon, wie diese Tarifierung gestaltet werden soll. Auch Das ist ein Grund für die Zurückverweisung an die Kommission. Wir halten die Grenzlinie von 14 Proz. Weingeistgehalt für ganz falsch. Wir verlangen einen einfachen, festen Zollsatz. Aber über alle diese Punkte sind wir noch ganz im Unflaren. Ich möchte die Wort der Abg. Bebel. Regierung fragen: Werden die Bollsäge aufrecht erhalten bleiben, die in der Regierungsvorlage stehen, wird die Art der Tarifierung aufrecht erhalten werden, oder welche Maßnahmen gedenkt die Ich sehe mich genötigt, auf einen geschäftlichen Vorgang des Regierung zu treffen, damit unsre Handelsbeziehungen zu Hauses zu sprechen zu kommen und Ihnen dabei flarzustellen, wie es Stalien nicht zerstört werden und unfre Kleinen Winzer nicht fam, daß vorhin der Präsident in fo erregter Weise unterbrochen zu Grunde gehen? Diese Kleinen Winzer sind auf die wurde, und daß er sich veranlaßt fah, die Sigung auf eine turze lich beschweren. Einfuhr von italienischem Rotwein angewiesen, der es ihnen allein Zeit zu vertagen. Als der Abg. Blankenhorn fein Referat Abg. Stadthagen: Ich habe mich nicht gegen den Herrn Präermöglicht, durch Verschneidung ihre Weine trinkbar zu machen. über die Pofitionen 176 bis 189 beendet hatte, verlangte der fidenten gewandt, sondern dagegen, daß diejenigen Herren, die zur ( Während dieser Worte des Abg. Wurm fitt Graf Bofadowsky, eifrig Herr Präsident Graf Ballestrem einen Antrag des Abg. Dr. Arendt, ueberbringung der Wortmeldungen von uns bestellt sind, das in einem Aftenbündel blätternd und scheinbar ohne zuzuhören, auf der, soweit wir verstehen konnten, dahin ging, die Positionen, über feinem Blag am Bundesratstische.) Behaupten Sie doch nicht etwa, die eben referiert war, zur fchriftlichen Berichterstattung an die zu thun unterlassen. Ueber eine Beschwerde gegen diefe Herren wir feien eine illoyale Opposition. Wir wollen ganz dasselbe, was 16. Stommiffion zurütdzuweisen. Mit diesem Antrag Arendt berlas fagt§ 60 nichts. Vicepräsident Graf Stolberg: Wenn Sie glauben, daß Ihnen Vicepräsident Graf Stolberg: Wenn Sie glauben, daß Ihnen unrecht geschehen, können Sie sich am Tage darauf schrift. io, Sie wollen, nämlich die Interessen des deutschen Winzers schützen. der Präsident Graf Ballestrem zugleich einen Antrag Spahn, über Aber Sie gehen dabei vor, wie der Bär, der feinem Freunde die den Antrag zur Tagesordnung überzugehen. Wir auf dieser Seite unrecht geschehen ist, beschweren Sie sich schriftlich beim Präsidium. Fliege vor der Nafe wegschlagen wollte. Er schlug dabei des Hauses hatten den Eindruck, daß diese Anträge ein Abg. Stadthagen: Die schriftliche Beschwerde werde ich natürfeinen guten Freund tot.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten gebracht waren, ehe man wußte, was auf der lich nicht unterlassen. Ein Antrag auf einfache Tagesordnung und Heiterkeit.) Wir wollen fozusagen gemütlich, ruhig und verlinken Seite geschah. Als nun auf der linken Seite feinerlei über noch gar nicht vorliegende Anträge ist, wie gefagt, ganz Jeder Antrag muß unterschrieben sein ständig die Fliege mit einer leichten Handbewegung wegjagen.( Große Anträge in Bezug auf das Referat des Abg. Blankenhorn erfolgten, unzulässig. Heiterfeit links.) Herr Spahn weiß so wie gut Darum verweisen Sie diese Positionen an die 30g Abg. Arendt seinen Antrag zurück und damit fiel auch der und daß die Kommission zurück und verlangen Sie eine schriftliche Bericht Antrag Dr. Spahn. Mittlerweile hatte Abg. Wurm sich zum Unterschrift erst erfolgen darf, wenn der Text des erstattung! Nur ein schriftlicher Bericht ist ein Dolument, das für Worte gemeldet und beantragt, die Position 178 Antrages vollständig vorliegt. Es dürfen aber die weiteren Verhandlungen als Grundlage dienen fann. In der 8ur schriftlichen Berichterstattung an die sech nicht Anträge den Schriftführern übergeben werden, damit diese den Kommission werde ich auch Gelegenheit haben, noch eine ganze Reihe zehnte Kommission au verweisen. Numehr stellte Tegt später ausfüllen. Die Schriftführer find nicht dazu da, um gewichtiger Bedenken zu erwähnen, die ich jetzt nicht habe vorbringen Abgeordneter Spahn den Antrag, auch hierüber zur Tagesordnung für die, die nicht schreiben wollen oder können, die Schrift zu nur zur Uebermittelung fönnen.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) Dort wird weiteres überzugehen. Es hatte sich aber bereits abg. Singer zur führen( Heiterkeit), sondern Material zu dem so vorzüglich begründeten Antrag Arendt vor- Geschäftsordnung gemeldet, um das Verfahren des Abordnungsgemäß gestellter Anträge. Redner führt noch zubringen sein.( Heiterkeit bei der Oppofition.) Geben Sie uns geordneten Arendt zu charakterisieren. Da aber mals aus, daß jedem Redner, der sich zur Geschäftsordnung meldet, also die Gelegenheit, in der Kommission diese wichtigen Fragen ein- mittlerweile die Verhandlungen iveitergegangen waren, war der das Wort erteilt werden müsse, ausgenommen den Gegenstand, über gehend zu beraten.( Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten.) Abg. Singer mit dem Präsidenten Graf Ballestrem übereingekommen, den ein Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung eingebracht sei. Die Nede des Abg. Wurm hat 1 Stunde 5 Minuten gedauert. daß, sobald die Verhandlungen über den Antrag Burm- Spahn be- Werde nicht nach dieser Praxis verfahren, so verlängere man mur endet wären, der Abg. Singer das Wort zur Geschäftsordnung er die Verhandlungen. Während der Abstimmung hat Bicepräfident Graf Stolberg das halten sollte. In dem Moment nun, wo diese Beratung zu Ende Abg. Dr. Spahn( C.): Die Pofitionen, auf die sich mein AnPräfidium übernommen. Präsident Graf Ballestrem konferiert ging, we felte das Präsidium und der gegenwärtige Präsident trag bezog, find in dem Antrag ausdrücklich angegeben worden und längere Zeit mit dem Grafen Posadowsky und entfernt fich dann trat an die Stelle des Präsidenten Grafen Ballestrem. Mittlerweile auch vom Präsidenten verlesen worden. Damit entfallen alle Gründe, aus dem Saale. war auch schon der Antrag Nöside eingegangen, eine andre Position der die Herr Stadthagen vorgetragen hat. Ich möchte aber noch ein Bicepräsident Graf Stolberg verkündet das Resultat der Kommission zur erneuten Prüfung zu überweisen, und da nun war paar Worte zu den Lärmscenen fagen. Sie werden wohl nun Abstimmung: der Antrag Dr. Spahn ist angenommen mit 219 gegen der Abg. Singer und auch wir in dem Glauben, daß ihm Unrecht alle überzeugt fein, daß gar nicht die Absicht bestand, Herrn geschehen sei, indem man jetzt auf den Antrag Röside ein- Singer das Wort nicht zu geben. Troßdem also nur ein 76 Stimmen bei einer Stimmenthalting.. ging, ohne ihm, wie das mit dem Grafen Mißverständnis vorlag, haben Sie solche Lärmscenen aufgeführt, Der Bicepräsident fährt darauf fort: Es liegt mir vor ein Ballestrem abgemacht war, bas Wort zur zu denen Sie nicht einmal ein Recht gehabt hätten, wenn Antrag des Abg. Röfide- Dessau( wildlib.), die Position 184 an die Geschäftsordnung zu geben. Das war die Auffassung, Ihnen wirklich absichtlich Unrecht geschehen wäre.( Sehr richtig! Kommiffion zurüdauberweisen. Nachdem wir soeben die Abstimmung die Abg. Singer und wir auf dieser Seite hatten. Vicepräsident rechts. Lärm links.) nur ES Abg Bebel( Soc.): Ja muß mich sehr energisch gegen die der Mehrheit, die dem Bericht zugehört haben, nicht bestreiten| Beratung der Anmerkung zu Position 196, die Bestimmungen für legten Worte des Abg. Dr. Spahn verwahren.( Sehr richtig! links.) tönnen. Warum aber mußte die Zahl der Mitglieder so gering sein. den Grenzverkehr mit Badwerk trifft, notwendig sei, unterbricht ihn Die Lärmscenen sind aus dem Gefühl des Unrechtes, das wir Ich will feinem Mitglied des Hauses zu nahe treten, wenn dasselbe sich Präsident Graf Ballestrem: Ich habe Ihnen bis jetzt vollständige empfinden mußten, entstanden. Wenn Sie glauben, daß Ihnen Unrecht aus dem Saale entfernt hat, um draußen seinen Hunger zu stillen. Latitude gelassen, weil ich Sie als Bater ihres Antrages in der geschieht, dann verfahren Sie ebenso.( Lebhafter Widerspruch Herr Kollege Sattler hat uns ja das Beispiel gegeben, wie das Bedürfnis Qualificierung Ihres Kindes nicht beschränken wollte.( Heiterkeit.) rechts. Zustimmung fints.) Stadthagen hat foeben richtig aus des Hungers eintreten kann gerade in den allerwichtigsten Momenten. Es handelt sich aber nur um die Frage der Zulässigkeit des Angeführt, daß das Wort zur Geschäftsordnung jedem Abgeordneten( Stürmische Heiterkeit.) Heute hat die Verhandlung um 10 Uhr be- trages. Ich bitte Sie und alle späteren Redner sich darauf zu bein jedem Augenblick erieilt werden müsse. Hier lag außerdem gonnen und da macht sich bei vielen Mitgliedern mit Fug und Recht schränken. noch eine Verständigung mit dem Präsidenten vor, das Bedürfnis nach einer Erholung und Erquicung geltend.( Sehr Abg. Stadthagen: Der Antrag Sachse ist auf Grund des§ 21 und als wir auf Grund dieser Verständigung das Wort zur Geschäfts- richtig! links.) Die jetzige Dauer der Sigungen zwingt auch die- der Geschäftsordnung zweifellos zulässig. Er deckt sich keineswegs ordnung verlangten, da fing bei Ihnen der Lärm an.( Lebhafter jenigen, welche gern im Saale bleiben möchten, den Saal zu ver- mit dem Antrag Stockmann, über den zur Tagesordnung überWiderspruch rechts.) Ihr Lärnt hat naturgemäß bei uns ein Echo lassen, um sich zu erquicken. Sollte da nicht eine Einrichtung gegangen ist. Einmal verlangt er nicht, daß über die Gesamtheit gefunden.( Sehr richtig! links.) Sie also tragen die Schuld an getroffen werden, daß auch diejenigen, die bei den Verhandlungen der Positionen zur Tagesordnung übergegangen wird, sonden ganzen Lärmscenen.( Sehr richtig! links.) im Saale zugegen sind, Gelegenheit haben, durch Genuß von dern er hat einen ganz speciellen Teil hervorgehoben. Der Abg. Rösicke- Dessau( wildlib.): Ich hatte aus dem Antrag des Speise und Trant sich zu restaurieren.( Stürmische Heiterkeit.) Abg. Windthorst, auf dessen Urteil wir sehr viel geben, Abg. Spahn auf Tagesordnung über meinen Antrag angenommen, Entweder muß für die Sigungsdauer eine Grenze geschaffen obwohl er tot ist, hat sich dahin ausgesprochen, daß ein solcher daß er meinen Antrag für zulässig halte. Privatim hat mir nun werden oder es müssen aufen gemacht werden. Gestern ist Antrag zulässig ist, da es etwas total andres sei, über eine Reihe Herr Spahn mitgeteilt, daß er gerade wegen der Unzulässigkeit bereits mit Fug und Recht auf die Üeberanstregung des Personals von Punkten en bloc zur Tagesordnung überzugehen als über einen meines Antrages Uebergang zur Tagesordnung beantragt habe. Es hingewiesen worden. Wie ich gehört habe, hat das Bureau fich speciellen Punkt. Abg. Sachse beantragt auch diesen Punkt zweds muß mir nun gestattet sein, nochmals mit kurzen Worten auf meinen genötigt gesehen, die zahl der Stenographen zu veranderweitiger Beschlußfassung zu überweisen, der Antrag mehren und den Dienern soll Gelegenheit zur Er- Stockman Antrag zurückzukommen. zwecks nochmaliger Erörterung. Vicepräsident Graf Stolberg: Aber nur auf die formelle Seite. frischung zugeführt werden.( Bravo! Bravo! rechts und besteht aber ein Unterschied zwischen Erörterung und BeMog. Rösicke: Natürlich nur auf die formelle Seite.( Heiterkeit.) im Centrum.) Aber auch für die Mitglieder des Hauses schlußfassung; erörtern hier die Dinge, über die Ich bin der Meinung, wenn ein Antrag für unzulässig erklärt muß etwas geschehen. Leider ist es ja nicht möglich, Ersatzmänner zu Sie nachher Beschluß fassen( Lärm bei der Mehrheit), und wird, dann darf auch ein Antrag zur Lages wählen( Heiterkeit), aber jedenfalls stellt eine 10-11 stündige Sitzung An- die Herren, die dort einen so erheblichen Lärm machen, erörtern ordnung nicht gestellt iverden. Die Zulässigkeit Forderungen an das einzelne Mitglied, die sowohl in förperlicher ganz andre als politische Dinge, über die sie hier Beschluß zu fassen meines Antrages steht aber außer allem Zweifel. Er wie in geistiger Hinsicht über die Leistungsfähigkeit hinausgehen. haben.( Heiterfeit.) Ich halte also den Antrag Sachse für durchaus verlangte etwas ganz andres wie die gestern oft gestellten Anträge. Ich brauche wohl nicht auf die Beispiele einzugehen, welche sich für zulässig. Noch niemals ist im Reichstage bestritten worden, daß in Während diese Rückverweisung an die Kommission zwecks schriftlicher die unausbleiblichen Folgen gestern gezeigt haben.( Sehr gut! jedem Stadium der Beratung Teile von Gesetzeniwürfen an die Berichterstattung verlangten, will mein Antrag eine erneute links.) Ich behaupte, daß die jeßige Ausdehnung der Sigung( Ruf Rammiffion verwiesen werden können.( Bravo! links.) gründliche Beratung in der Kommission erzielen. rechts: Dauerreden!) allen Grundsätzen der modernen Hygiene und Abg. Stockmann( Rp.): Die Ausführungen des Herrn StadtNach§ 21 der Geschäftsordnung bin ich zur Stellung eines solchen der modernen Socialpolitik ins Gesicht schlägt.( Große Heiterkeit. Hagen werden kaum Beifall im Hause finden.( Sehr wahr! rechts.) Antrages durchaus berechtigt, da, wie der Präsident Büsing aus- Sehr gut! links.) Noch ein wichtiger Zug fehlt zur Charakteristik Herr Stadthagen hat gesagt, mein Antrag sei nicht ernsthaft gemeint drüdlich erklärt hat, der ganze Zolltarif in den Antrag der Zustände. Es giebt viele Mitglieder, die wochenlang gewesen. Er war sehr ernsthaft gemeint. Ich meine, wir verweisen Stardorff eingeschlossen ist und infolgedessen mit zur Be- unfren Verhandlungen fern bleiben, um dann ein gar nichts zurück oder wir verweisen alles zurück. Uebrigens ratung steht. mal auf ein paar Tage zu erscheinen und mit Gewalt habe ich absichtlich nicht gesagt, ich beantrage die Positionen Abg. Dr. Pachnicke( frs. Vg.): Nachdem der Präsident den die Erledder parlamentarischen Geschäfte zu an die Tarif Kommission zurückzuweisen, sondern an eine Antrag Röside für unzulässig erklärt hatte, meldeten sich der Abg. erzwingen. ebhaftes Bravo! links, Lärm rechts.) Herr Kommission zu verweisen, denn es war mir bekannt, daß der Linken nunmehr Singer und ich zum Wort zur Geschäftsordnung, um den Irrtum v. Kröcher hat den Grund angeführt, indem er auf die Hasen- und von Versuch gemacht werden des Präsidenten aufzuklären. Dieser nahm die Meldungen nicht an, Fasanenjago hinwies, welche die Mitglieder auf jener Seite von der würde, eine weitere Verzögerung der Geschäfte des Hauses sondern nahm einen Zettel hoch und sagte:„ Soeben geht mir ein Erfüllung ihrer parlamentarischen Pflichten fernhielte. Diesen dadurch herbeizuführen, daß munmehr beantragt würde, die Positionen Antrag auf Tagesordnung über den Antrag Rösicke zu." Da Gegensatz muß man sich flar machen. Auf der einen Seite Ver- einer besonderen Kommission zu überweisen. Wenu Herr gegen nahmen wir Stellung. Wir mußten auf unfrer schleppung der Verhandlungen durch das Fernbleiben von den Stadthagen sagt, ich hätte keine Beschlußfassung beantragt, so ist es Bortmeldung beharren. Beratungen und auf der andern Seite das Streben nach einer über- doch selbstverständlich, daß, wenn eine Kommission erörtern und mäßigen, die Gesundheit der Mitglieder gefährdenden Hezjagd der Bericht erstatten soll, dazwischen ein Beschluß liegen muß.( Sehr Beratungen! Ich stelle im Augenblid feinen formellen Antrag. richtig! rechts. Widerspruch links.) ( Ironischer Beifall bei der Mehrheit.) Aber ich bitte die von mir an gegebenen Fragen einer ernsten Erwägung zu unterziehen.( Bravo! lints.) " der Abg. Dr. Spahn( C.): Herr Röside meinte, es sei unlogisch, einen Antrag auf Tagesordnung über einen für unzulässig erklärten Antrag zu stellen. Das ist vielleicht logisch. Aber ich kann mich auf Abg. Heine( Soc.): Wir erlauben uns doch gewisse den Abgeordneten Windthorst berufen, der ebenfalls einen Antrag 3 weifel daran, ob der Antrag Stockmann ernst gemeint war. auf Tagesordnung über einen vom Präsidenten Fordenbed für uns Es ist doch nicht der erste unsrer Anträge auf Zurüd zulässig erklärten Antrag stellte. Präsident Forckenbed sagte damals, Präsident Graf Ballestem: Die Zustände, die Abg. Brömel in verweisung, der der vereinigten Rechten niedergestimmt erst müsse er seine Ansicht zur Entscheidung bringen, und erst wenn Bezug auf die Temperatur dieses Hauses auf der linken Seite an- worden ist. Herr Stockmann hätte es wohl auch leicht das Haus den Antrag gegen seine Ansicht für zulässig erklärt habe, geführt hat, werde ich untersuchen lassen und werde darüber von der gehabt, die Mehrheit seiner Parteigenossen für seine Anwolle er den Antrag Windthorst für zulässig erklären. Hausverwaltung berichten lassen.( Vereinzeltes Gelächter rechts.) Der schauung zu befehren. Er selbst hat aber ostentativ einen Abg. Gothein( frs. Vg.): Es ist neu, daß etwas unlogisch Präsident wendet sich erregt nach der rechten Seite des Hauses und läutet einen blauen Zettel geschwungen, er hat sich also der Abstimmung ist und trotzdem logisch sein kann. Es ist auch neu, daß mit der Glocke.) Ich werde dafür sorgen, daß, wenn diesen Uebelständen enthalten;( Hört! hört! links) und von seinen Freunden ist er int man einen Antrag für unzulässig hält und trotzdem den Antrag irgendwie abgeholfen werden kann, sie behoben werden. Was die der rücksichtslosesten Weise des avouiert worden.( hört! hört! auf einfache Tagesordnung über ihn stellt. Herr Heberanstrengung des Personals anlangt, so habe ich innerhalb kinks.) Moralische Betrachtungen will ich daran nicht knüpfen. Spahn mag aber immerhin zur Stellung seines Antrages berechtigt sein, meines Verwaltungsbereiches Maßregeln getroffen, daß eine solche Vorher hat ja auch die gesamte Rechte die Berichte, die Herr Stod Pflicht des Präsidenten wäre es unbedingt gewesen, den nicht eintritt.( Bravo! bei der Mehrheit.) Die einzelnen Sachen mann jetzt zur schriftlichen Berichterstattung zurückverweisen will, Antrag Spahn für geschäftsordnungswidrig zu brauche ich hier nicht anzuführen, das ist meine Sache, das ist mein gar nicht einmal hören wollen.( Sehr richtig! bei den erklären.( Sehr richtig! lints.) Herr Spahn hat das Wort be- innerer Verivaltungsbereich.( Beifall.) Socialdemokraten.) Sie haben da einen Schachzug gemacht, den Sie kommen, das er nicht bekommen durfte.( Zustimmung des Abg. Heine( Soc.): Ich möchte die Anregung des Kollegen für einen sehr guten halten, ich bin aber der Meinung, daß Ihre Abg. Spahn. Heiterkeit.) Dadurch sind die Abgg. Singer und Brömel nicht unwidersprochen lassen. Wir auf der linken Seite hier Auffassung falsch ist. Wäre Ihre Auffassung richtig, so würden Sie Pachnide in ihren Rechten verkürzt worden. Die große haben uns bisher recht gut befunden bei der hier herrschenden diejenigen unter Ihnen, welche etwa einen Teil der Pofitionen zurüc Erregung, die ich lebhaft beklage, resultierte aus dem Gefühl der Temperatur, uns ist fühl( Heiterkeit), während aus dem Ver- verweisen wollten, aber nicht alle, mundtot machen. Daraus ficht Es ist Rechtsverkürzung.( Sehr gut! links.) Als ich mich gestern versprach- halten der Herren da drüben hervorzugehen scheint, daß sie man, daß die ganze Geschichte nicht so tragisch ist. Die unendliche Verlängerung der Sigungen, zu der Sie uns zivingen, ordentlich eingeheizt haben.( Erneute Heiterkeit. Nufe ein wesentlicher Unterschied, ob die 28 Pofitionen sozusagen int Ramsch zurückgewiesen werden oder einzeln. Es können sich bei den und von einem preußischen Reichstag sprach, to ar rechts: Oho!) der Lärm auf Ihrer Seite nicht geringer als jest bei der Minder- Abg. Stolle( Soc.) beantragt Rückverweisung der Position 196 einzelnen Positionen die Abgeordneten ganz anders gruppieren. Es heit.( Widerspruch rechts.) Ich griff gestern das mir zugeworfene( Badiverf) an die Zollkommission und begründet den Antrag in wäre mir leicht, Ihnen die Möglichkeit solcher Gruppierungen für Wort polnischer Reichstag auf. Unter polnischer Reichstag versteht längeren Ausführungen. sämtliche Bofitionen zu schildern. Sie sehen aber, daß ich darauf man Lärmscenen, weil im polnischen Reichstag vor hundert Jahren Abg. Sachfe( Soc.) beantragt: 1. über den Antrag Stolle Ueber- verzichte und daß ich die Möglichkeit nur andente. solche Lärmscenen häufig vorkamen.( Ruf rechts: Keine historischen gang zur einfachen Tagesordnung; 2. die Anmerkung zur Position 196 Abg. Place( natl.) ruft: Rann man dem nicht ein paar OhrAbhandlungen! Heiterfeit.) Es ist mir mun gesagt worden, das( Bestimmungen über den Grenzverkehr) an die Kommission zurück- feigen hauen?" Die Aeußerung wird von Mitgliedern der FreiWort vom polnischen Reichstag habe die Gefühle unsrer polnischen zuberweisen. Kollegen verletzt. Wer mich kennt, weiß, daß mir so etwas völlig Abg. Stockmann( Rp.) beantragt, den ganzen Abschnitt Er- finnigen Bereinigung gehört und einigen Mitgliedern der socialfern gelegen hat. Ich hatte das Wort wirklich suggestiv aufgegriffen. zeugnisse der Nähr- und Genußmittelbranche, die Positionen 190-218 demokratischen Fraktion mitgeteilt.( Bewegung bei der Opposition. Rufe: Das ist doch unerhört! Ein Major außer Diensten!" ( Heiterkeit.) mit den Anmerkungen an die Kommiffion zurückzuverweisen. Abg. Spahn( C.) beantragt über alle Anträge Uebergang zur Abg. Placke hat den Saal verlassen.) Tagesordnung und begründet ihn mit dem Hinweis, daß durch die Kommissionsbeschlüsse fachlich am gegenwärtigen Zustand des Grenzverkehrs nichts geändert werde. macht nervös Abg. Dr. Barth( frs. Vg.): Es ist vorhin seitens des Abg. Dr. Spahn für zulässig erklärt worden, daß unzulässige Anträge durch lebergang zur einfachen Tagesordnung erledigt werden können. Wir werden uns das für die Zukunft merten und eventuell davon Gebrauch machen.( Sehr gut! links. Große Unruhe bei der Mehrheit.) Abg. Dr. Stockmanu( p.) behauptet, von Heine falsch verstanden zu fein. Abg. Ledebour( Soc.): Den Antrag Stockmann können wir in Abg. Stockmann( Rp.) erhält das Wort gegen den Antrag Spahn der That nicht ernst nehmen. Herr Stockmann hat gestern schon Er brachte einen einmal denselben Trick gemacht. Antrag auf Tagesordnung.( Große Heiterkeit.) Er führt aus: ein und unmittelbar darauf hatte Abg. Dr. Spahn( C.): Ich möchte bemerken, daß diese Auf- Die gestrigen Verhandlungen und auch die heutigen haben zur auf Zurückverweisung Dr. Arendt schon das Messer in faffung Namens meiner Fraktion nicht ausgesprochen worden ist. Evidenz erwiesen, daß die Herren auf der Linken mit den hier ge- sein nächster Nachbar ( Aha! links.) haltenen Referaten unzufrieden sind. Einzelne Herren da drüben der Hand, um den ausgebrüteten Konsistorialvogel zu schächten. Runmehr erhält um 2 Uhr 18 Minuten ' cheinen in ihrem Denken etwas langsam zu sein, denn es wurde( Heiterkeit bei der Opposition.) Während dessen ist ja infolge der die Rechte mit der Abg. Gothein( frf. Vg.) das Wort zur Berichterstattung über die hnen erst allmählich klar, daß einzelne Pofitionen an die Kom- traurigen Erfahrungen, die Positionen 190-218 des Tarifs( Abgänge von der Verarbeitung land- mission zurückverwiesen werden müßten und die Anträge auf Schächtweise des Dr. Arendt gemacht hat, das Messer int wirtschaftlicher Erzeugnisse; Vadwert, Teigwaren, Zuderwert, Stafao, Rückverweisung liefen so nach und nach ein.( Heiterkeit.) Ich habe eine gefchid tere Hand übergegangen. Aber Herr Stod Chokolade, Margarine, Milch( eingedidt), Senf, Effenzen, Frucht- nun ein wohlwollendes Herz und beantrage sämtliche Pofitionen des mann und Herr Arendt haben nur gezeigt, daß das Bibelwort: fäfte, eingelegte Früchte usw.) Der Berichterstatter beginnt seine Abschnittes an die Kommission zurückzuverweisen. Nun ist mir der Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben" Ausführungen mit der Bemerkung, daß der späte gestrige Antrag Spahn dazwischen gekommen.( Große Heiterkeit.) Abg. weder in seinem ersten, noch in seinem zweiten Teil von ihnen beSigungsschluß und der frühe heutige Beginn ihn verhindert Stolle hat aber in seinen ausführlichen Darlegungen die Notwendig folgt ist.( Heiterfeit links. Unruhe rechts.) hätten, sich so sorgfältig vorzubereiten, wie er es sonst gethan feit der Rückverweisung bewiesen. Ich bin gewiß, daß alle die Herren, hätte. Er sei also auf das amtliche Material einerseits und andrer- die sich von Herrn Stolle haben überzeugen lassen, für die Rückfeits auf sein Gedächtnis, das aber nicht allzu schlecht sei, angewiesen. verweisung fämtlicher Positionen an die Kommission stimmen werden. Redner bittet um Entschuldigung, wenn er infolgedessen in einigen( Stürmische Heiterkeit.) Buntten unvollständig sein sollte.( Die Mehrheit verläßt Auf Antrag Stadthagen( Soc.) ist die Abstimmung den Saal. Während des Referats find von der Rechten 10-12, über den Tagungsantrag Dr. Spahn eine namentliche. Sie vom Centrum 2 und von den Nationalliberalen 5 Abgeordnete im ergiebt die Annahme des Antrages mit 227 gegen 79 Stimmen Saale anwesend. Ein Abgeordneter schläft lang aus bei einer Stimmenthaltung.( Präsenzziffer 307.) geftredt auf dem rechten Ecksofa. Um 245 tritt Vicepräsident Büsing dem Grafen Stolberg den Vorsitz ab.) Um 44 Uhr übernimmt Graf Ballestrem das Präsidium. Um 4 Uhr schließt Abg. Gothein sein Referat mit folgenden Worten: Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich in meinem Referat einige Punkte übersehen oder falsch dargestellt habe. Es war mir bei der lurzen Zeit, die mir zur Vorbereitung blieb, nicht möglich, besser zu referieren.( Lebhafter Beifall links.) Präsident Graf Ballestrem: Der Herr Abgeordnete Brömel will zur Geschäftsordnung sprechen über die Beschränkung der Ausbehnung der Sitzungen im Interesse der Gesundheit der Mitglieder. ( Große Heiterkeit.) im Abg. Graf Hompesch( C.): Wir haben heute von 10 Uhr an getagt.( ha! links.) Ich glaube, daß es den Bedürfnissen des Abg. Brömel entsprechen würde, wenn jetzt eine Ruhepause einträte( Zustimnung) und wir die Sizung jetzt vertagten, um sie um 7 Ühr wieder zu beginnen.( Dhol links. Große Unruhe.) die Präsident Graf Ballestrem läßt über diesen Antrag abstimmen. Der Antrag Hompesch wird angenommen. Präsident Graf Ballestrem: Um 7 Uhr wird also Sigung fortgefegt. Unterbrechung 5 hr. Abendfikung. Abg. Stadthagen( Soc.): Jch fonstatiere, daß in dem Augenblid, wo es sich um wichtige Interessen der Grenzbewohner unsres Vater landes handelt, der Abg. Stockmann einen Antrag gestellt hat, den er nicht ernst meinte.( Unruhe rechts.) Bräsident Graf Ballestrem: Es ist Widerspruch laut geworden gegen meine Auffassung über die geschäftsordnungsmäßige Behandlung des Antrages Sachse. Ich muß daher das Haus darüber entscheiden lassen. Die Mehrheit erhebt sich. Ein Teil bleibt sißen.( Lauter Ruf rechts: Auf Der Rest erhebt sich.- Stürmische Heiterkeit bei der Opposition.) Hierauf beginnt Abg. Dr. Müller- Sagan( frs. Vp.) sein Referat über bie Bofitionen 219-244( Mineralische und fossile Nohstoffe, Mineralöle) um 8 1hr 12 Minuten und endet es 8 1hr 30 Minuten. Abg. Wurm( Soc., zur Geschäftsordnung): Ein Punkt scheint mir in dem Referat nicht genügend berührt, der für mich als Mitglied der Berliner Stadtverordneten- Versammlung das höchste Interesse hat. Vicepräsident Graf Stolberg: Wovon reden Sie? Abg. Wurm: Vom Mineralöl. Vicepräsident Graf Stolberg: Bitte! Abg. Wurm: Abg. Brömel( frf. Bg.): Die lange Dauer der Sigungen, welche die Mehrheit jetzt eingeführt hat, bedeutet eine schwere Wiederaufnahme der Sigung 7 Uhr 20 Minuten. Schädigung der Gesundheit für einen großen Präsident Graf Ballestrem: Che wir in der Tagesordnung fortTeil der Mitglieder.( Lärm rechts.) Auf der linken Seite fahren, habe ich mitzuteilen, daß mir furz vor der Vertagung ein wird Klage geführt, daß die draußen herrschende geringe Antrag Sachse überreicht worden ist: Der Reichstag wolle die An- Das Mineralöl soll mit einem hohen Zoll belegt werden, der es Temperatur sich auch im Hause bemerkbar macht in einer Weise, merkung zu Tarifpo'96 gemäß§ 21,2 der Geschäftsordnung möglich macht, eine neue wichtige Industrie in Deutschland zu die den Aufenthalt im Hause im hohen Grade gesundheits- zur anderweiten... ng und Berichterstattung an eine schaffen, die Bereitung von Wassergas, die an die Stehe von schädlich macht. Es macht den Eindruck, als sei unter dem Platze Kommission vereisen, de sich nur mit diesem Gegenstande Leuchtgas treten soll. Aus dem Referat ivar nur zu entnehmen, cines jeden Mitgliedes der Linken ein Apparat angebracht, zu befassen hat.( CT Je rechts. Präsident Graf Ballestrem daß dieser Punkt in der Kommission sehr oberflächlich behandelt durch welchen falte Luft zugeführt wird.( Heiterkeit.) Der in wendet sich sehr erregt zuten und bittet um Ruhe.) Kurz vorher worden ist. Ich weiß nicht, ob der Berichterstatter die Kommissionsder Mitte des Hauses angebrachte Thermometer giebt keine hatten wir beschlossen, über den Antrag Stockmann, der die verhandlungen über diese Frage nicht mitgeteilt hat oder ob die richtige Angabe der Saale herrschenden Nummern 190-218 mit den Anmerkungen und dazu gehört auch Kommission diese Frage überhaupt nicht behandelt hat. Im ersten Temperatur. Dazu ist der Saal zu groß. Ich spreche deshalb die Anmerkung zu 196- an die Kommission zur schriftlichen Bericht- Falle wird der Berichterstatter das Versäumte gewiß gern in einem die Bitte aus, daß Borsorge getroffen wird, daß auch auf der erstattung zurückweisen wollte, durch einfache Tagesordnung abzulehnen. Nachtragsreferat nachholen( Heiterkeit), im zweiten würde ich be linken Seite des Hauses diejenige Temperatur herrscht, welche In§ 21, 2 der Geschäftsordning heißt es ausdrücklich, daß Anträge antragen, die betreffende Position an die Kommission zur eineinen längeren Aufenthalt im Saale ermögliche. auf Verweisung an eine Kommission in jedem Stadium bis zum gehenden Prüfung und schriftlichen Berichterstattung zurückzuberweisen. Noch um einer wichtigeren Frage willen habe ich das Wort Beginn der Fragestellung zulässig sind. Die Fragestellung ist vor-( Gelächer rechts.) In der Kommission ist seitens des Dr. Paasche ergriffen. Der Bericht, den wir soeben gehört haben, das darf ich über, daher ist nach meiner Ansicht der Antrag Sachse unzu beantragt worden, diese wichtige Position an eine Subkommission zu wohl sagen, obwohl Herr Gothein mein politischer Freund ist, hat lässig. verweisen.( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Es handelt fich ausgezeichnet durch eine übersichtliche Zusammenstellung und Abg. Sachje( Soc., zur Geschäftsordnung): Ich glaube doch im sich darum, ob eine entwidungsfähige Industrie, die burch eine flare Wiedergabe der Verhandlungen der Kommission, so Recht zu fein mit meinem Antrage. Der Antrag Stockmann lautete Wassergasfabrikation in Deutschland heimisch ge daß er jedem Berichterstatter als must er dienen könnte. auf Rüdverteifung an die Zollkommission, der meinige an eine macht oder im Keime erstickt werden soll ( Lebhaftes Sehr wahr! links.) Das werden die wenigen Mitglieder neue Kommission. Als Nedner ausführlich darlegt daß eine erneute Mineralöle, die in Position 237 enthalten sind, sind umentbehrlich Die " für die technische Herstellung von Wassergas. Redner geht aus-[ mäßigen Folgen aufmerksamt, wenn ich genötigt wäre, Sie zum 1 Abg. Bebel fährt fort, die Beschwerden des Abg. Gothein führlich auf die technischen Unterlagen dieser Frage ein. Mehrere drittenmal zur Ordnung zu rufen.( Bravo! rechts.) unterstützen. Abgeordnete der Rechten und des Centrums, besonders Abg. Gröber, Abg. Stadthagen( Soc.) stellt in Fortsetzung seiner Nede die Vizepräsident Büsing: Ich habe mich vorläufig über die Sachlage unterbrechen den Redner durch wiederholte Rufe: Bur Sache! Zur Frage an den Referenten, ob er nicht näher auf den Mineralöl- informiert. Es sind zur Hilfe herangezogen worden sechs StenoSache!" Abg. Wurm erwidert: Wenn ich nicht zur Sache oil eingehen wolle, der für die Zubereitung von Wassergas be- graphen aus dem[ preußischen Abgeordnetenhause. Ich habe an spräche, würde mich der Präsident schon unterbrechen. Redner fährt nötigt wird.( Beifall.) Vielleicht hält der Referent noch eine geordnet, daß eine Untersuchung über die Beschwerden eingeleitet in seinen technischen Darlegungen fort. Fortsetzung feines Referats.( Bravo! links.) wird. Warten wir das Resultat dieser Untersuchung ab! Vicepräsident Graf Stolberg: Ich habe Ihnen einen weiten Es liegen drei Anträge vor. Spielraum gelassen, aber ich bitte Sie, sich nicht zu oft zu wiederholen. Abg. Wurm( fortfahrend): Ich bemühe mich, furz und fachlich zu sein.( Gelächter und Lärm bei der Mehrheit.) Ich werde mich aber gern dem Wunsche des Präsidenten fügen.( Erneute lärmende Zwischenrufe bei der Mehrheit.) Vicepräsident Graf Stolberg: Ich bitte die Zwischenrufe zu unterlassen. 1. Ein Antrag Wurm auf Rückverweisung der Position 117 ( Mineralöl) an die Kommission. 2. Ein Antrag Stockmann, den ganzen Abschnitt an dic Kommission zurückzuverweisen. ( Fortsetzung morgen.) Gerichts- Zeitung. 3. Ein Antrag Spahn, über alle Anträge zur einfachen Tages- Zur Kennzeichnung der deutschen Rechtsprechung dient es insordnung überzugehen. besondere, daß sie Handlungen, deren Straffälligkeit der gewöhnliche Abg. Spahn( C.) spricht furz für Uebergang zur Tagesordnung. Menschenverstand nur schwer begreift, zum Anlaß nimmt, um AnGegen die Tagesordnung erhält das Wort Abg. Wurm.( Große geklagte ehrenrühriger Vergehen schuldig zu finden. Betvegung rechts. Rufe rechts: Stockmann. Vicepräsident Graf handelt es sich hier um Angehörige der Arbeiterschaft. Sehen wir Stolberg zuckt mit den Achseln. Heiterkeit links.) von den bekannten Erpressungsprozessen ab, in denen ehrenhafte Vor allem Abg. Wurm fezt seine chemisch- technischen Auseinandersetzungen fort. Abg. Gröber begiebt sich zum Vicepräsidenten Grafen Stolberg und unterhandelt mit ihm. Der Lärm ist im Steigen begriffen. Abg. Wurm spricht in langer Rede gegen die Tagesordnung. Er Arbeiter zu schweren Gefängnisstrafen verurteilt werden, so kommt Vicepräsident Graf Stolberg ersucht den Redner, sich nicht fortwährend wird dabei zehnmal von dem Vicepräsidenten Büsing inter- namentlich die Se onstruktion von Diebstählen in Betracht. Ein zu wiederholen. brochen, der den Redner wiederholt zur Sache raft. Der Redner Fall, der an den Prozeß erinnert, in welchem ein Buchbinder zu Abg. Wurm( fortfahrend): Ich muß doch dasjenige mitteilen, müsse sich auf den Nachweis beschränken, daß das Referat des 6 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, weil er ein wertloses Blatt was notwendig ist, wenn ich meinen angekündigten Antrag stelle. Berichterstatters ungenügend gewesen sei. Abg. Wurm repliziert Papier, auf welchem der Gnadenerlaß gedruckt stand," gestohlen" ( Erneute lärmende Unterbrechungen rechts und wiederholt auf die Unterbrechungen seitens des vicepräsidenten mit hatte, beschäftigte vorgestern das Reichsgericht. Das Landgericht im Centrum. Abg. Stadthagen ruft zur Mehrheit hinüber: dem Hinweis, daß seine Ausführungen zur Bekämpfung des leber- Bremen hatte am 21. Juli d. J. die Arbeiter K. und G. wegen 23ir stellen ernsthafte Anträge, feine Anträge wie Sie!) gangs zur Tagesordnung über seinen Antrag notwendig seien. Bei Diebstahls zu 14 resp. 3 Tagen Gefängnis verurteilt. Der ThatVicepräsident Graf Stolberg: Ich muß dringend bitten, endlich früheren Reden gegen Tagesordnungs- Anträge fei er von dem bestand lag folgendermaßen: Bei der Lagerhaus- Gesellschaft waren zum Schluß zu kommen!( Dho- Rufe und Protesttundgebungen bei damaligen Präsidenten in analogen Ausführungen nicht beschränkt zwei verschiedena Poſten Baumwolle angekommen, welche in zwei mit einden Socialdemokraten. Ruf links:„ Das dürfen Sie ja gar worden. nicht! Nur zur Sache!"). Abg. Wurm: Wenn ich einen Antrag stelle, so muß ich ihn begründen.( Erneuter Lärm bei der Mehrheit. Lebhafte Zustimmung bei der Opposition.) Vicepräsident Graf Stolberg: Herr Abgeordneter, Sie wiederholen fortwährend dasselbe.( Oho! bei den Socialdemokrate::. Große Unruhe.) Ich bitte um Ruhe. Ich kann nicht verstehen, was der Redner fagt. Abg. Wurm: Die Zwischenrufe haben mich veranlaßt, einzelnes zu wiederholen, weil ich annahm, daß die Herren, die Zwischenrufe machten, es nicht genügend verstanden hatten. Solche fort währenden zwischenrufe sind für einen Redner sehr störend. ( Zustimmung links.) Warum ist in der Kommission dieser Punkt nicht berührt worden. Ist das geschehen oder war der Herr Referent durch seine mangelnde Vorbereitung genötigt, über diesen Punkt hinwegzugehen. Vicepräsident Graf Stolberg: Herr Abgeordneter, ich ersuche Sie zum zweitenmal, zu der Frage zu kommen, was Sie für die geschäftliche Behandlung des Antrages wünschen. ander verbundenen Schuppen aufgestapelt wurden. Als der eine Vicepräsident Büsing: Ich verfahre so, toic ich es für richtig Posten später verladen werden sollte, fehlten zwei Ballen. Die Anhalte. Ich kann nicht zugeben, daß Sie mir aus der Geschäft geklagten wurden beauftragt sie zu suchen. Da sie zu bequem hierzu führung andrer Herren irgend einen Vorwurf machen und irgend waren, gingen sie einfach in den Nachbarschuppen, entfernten von einen Anspruch daraus herleiten, daß ich es ebenso machen müßte. zwei Ballen der anderen Ladung die besonderen Zeichen und verluden diese beiden Ballen mit den übrigen der ersten Sendung. In der ( webhafter Beifall bei der Mehrheit.) Abg. Wurm fährt in feinen Darlegungen fort, fortwährend Regel wird ja nun ein Diebstahl nur dann angenommen, wenn der von lärmenden Zurufen der Mehrheit unterbrochen. Thäter die entwendete Sache sich aneignen wollte, um Vorteil daraus Er erwähnt dabei einen Teil des in der stommission veryanbelten zu erzielen. Dies war hier nicht der Fall. Die Angeklagten wollten Materials. sich nur das Suchen und etwaige Vorwürfe ersparen und hatten nicht den geringsten materiellen Vorteil von ihrer Vicepräsident Büsing: Es liegt nicht im Rahmen der Gefästs That. Das Gericht hat aber die Ansicht aufgestellt, daß sie sich die oronung, das gesammte Material aus der Kommission mitzuteilen. Ballen, wenn auch nur für kurze Zeit,„ angeeignet" haben, um dann wie Ich werde das nicht zulassen!( Bravo! bei der Mehrheit.) Eigentümer darüber zu verfügen. In ihrer Revision bea Abg. Wurm: Ich hatte auch keineswegs die Absicht, das gan, kämpften sie diese Feststellung als rechtsirrtümlich. Das Reichsgericht Material vorzubringen. erkannte jedoch auf Verwerfung des Rechtsmittels, da die Feststellung, Vicepräsident Büfing( erregt): Was ich von dem daß die Angeklagten sich die Ballen rechtswidrig angeeignet haben, Material gejagt habe, gilt auch von einem Teil desselben! Abg. Wurm beendet feine Ausführungen, denen lebhafter einwandfrei sei. So müssen die beiden Arbeiter wegen Diebstahls" ins Gefängnis wandern! Beifall und Zischen bei der Mehrheit folgt. ganzen Die Abstimmung über den Antrag Spahn ist auf Antrag meel eine namentliche. Sie ergiebt die Annahme des Anteages auf Tagesordnung mit 216 gegen 72 Stimmen bei 1 StimmAbg. Wurin: Ich muß doch, um dies zu thun, begründen fönnen, warum ich an den Referenten meine Frage stelle. Wenn Sie zu müde sind, das anzuhören, dann setzen Sie doch enthaltung. die Verhandlungen aus. Auch unter dem bisherigen PräRedner geht darauf wieder zu kurzen fachlichen Auseinandersetzungen über. Bravo! bei der Mehrheit. Unruhe links.) endlich " Eine richtige Räubergeschichte hatte der Buchhalter Walter Leue, welcher gestern vor der dritten Strafkammer des Landgerichts I stand, erfunden, um den Verdacht die Unterschlagung von sich abzutvälzen. Der Angeklagte war Verwalter mehrerer im Centrum Als Abg. v. Kardorff( Rp.) fich erheben will, um sein jetzt Berlins gelegener Häufer, welche einer Frau v. W. gehörten. Im fidium ist es stets erlaubt gewesen, die Fragestellung zu begründen. folgendes Referat zu halten, erhält das Wort zur Geschäftsordnung Sommer d. J. wurde der Angeklagte mit der Abrechnung unpünktlich und Abg. Gothein( frs. Vg.): Wenn schon lange Referate feine schließlich mußte ihm Frau v. W. mit Anzeige bei der Polizei drohen, wenn Schluß zu kommen.( Stürmische Oho! Rufe links: Dazu haben forrektur etwas noch schlimmeres. Bei den kolossalen Dauer ihm der Vormittag des 10. Oktober gesetzt worden. Wie der An Vicepräsident Graf Stolberg: Ich bitte Sie nun endlich zum angenehme Aufgabe sind, so ist die Strafarbeit der Stenogramm- er sich nicht zur Rechnungslegung einstellte. Als legter Termin war Sie kein Recht! Sie dürfen nur zur Sache rufen!) Ich ersuche figungen ist es nicht mehr möglich gewesen, mit unfren ein- geklagte zugab, hatte er einen Teil der eingezogenen Wieten für fich den Abgeordneten zum zweitenmal zur Sache zu kommen. Widerspruch ( Lebhafter bei den Socialdemokraten.) gearbeiteten Stenographen auszukommen, es find Hilfskräfte zugezogen verbraucht, auch Handwerkerrechnungen, die er noch nicht bezahlt Behandlung des Referats geschäftsordnungsmäßigen Behandlung worden. Mein Stenogramm weist so große Lüden und Fehler hatte, mit gefälschten Quittingen versehen. Er habe die Absicht mache ihn darauf aufmerksam, daß, wenn ich ihn nochmals zur forrigieren muß. auf, daß ich auf vielen Seiten hintereinander oft die Hälfte hinein- gehabt, Frau v.. um Nachsicht zu bitten und mit den vorDabei habe ich heute sehr ruhig gesprochen. Handenen Beträgen und Belagspapieren sich am 10. Oktober Sache rufen muß, ich dann das Haus entscheiden lassen müßte, ob Zu seinem Schreden fei ich dem Redner das Wort entziehen muß.( Stürmisches der amtlichen Stenogramm- lebertragungen seiner Rede einige Bei- die Dame nicht zu Hause gewesen, er habe angenommen, ( Sehr wahr bei den Socialdemokraten.) Redner führt an der Hand nach ihrer Wohnung begeben. daß sie bereits zur Polizei gegangen sei und dann völlig Abg. Wurm( fortfahrend): Sie machen mir Vorwürfe, daß ich spiele für die Lückenhaftigkeit des Stenogramms vor. Vicepräs. Büfing: Es ist Ihr Recht, sich zu beschweren. Aber den Kopf verloren. Er sei nach Spandau gegangen in der Hoffnung, auf die technische Seite der Frage eingehe, und ich erkläre, daß ich Sie können doch nicht jede einzelne Stelle aus Ihrem Stenogramm dort bei Freunden so viel Geld auftreiben zu können, um den unterdas für notwendig halte, um zu begründen, wie ich zu der borführen. schlagenen Betrag zu decken. Sein Bemühen ici vergebens gewesen. Frage an den Referenten fomme. Ferner habe ich erklärt, daß Abg. Gothein( fortfahrend): Ich habe nur ein paar Beispiele gegeben. Rubelos fei er während der ganzen Nacht in der Ungegend ich beantragen werde, diese Frage an eine Kommission zu verIch tvill feineswegs die 230 Seiten meines Vortrages von Spandau umhergegangen. Morgens in der vierten Stunde weisen und nun sage ich, wenn wir sonst einen solchen Antrag stellen wollten, wollten Sie davon nichts wissen und beantragten llebergang refapitulieren.( Gelächter bei der Mehrheit.) Wenn die Steno habe er sich in der Nähe der Festungswerke befunden. Dort sei er gramme weiter so mangelhaft sind, bleibt schließlich nichts hinterrücke zu Boden geschlagen worden und besinnungslos liegen zur Tagesordnung. Jezt gebe ich mir die Mühe, festzustellen, ob es weiter übrig, als daß die Referenten überhaupt auf die geblieben. Als er die Besinnung wiedergefunden, habe er in ber notwendig ist, daß wir einen solchen Antrag stellen, oder ob vielleicht nur ein Mangel des Referats vorliegt; und da finden Sie das Ausfüllung aller Lücken und auf die Ausmerzung all des Unfinns, Havel gelegen, die Räuber mußten ihn ins Wasser geworfen haben. wieder ungerechtfertigt. Ich muß feststellen, ob die Frage in der der dadrinnen steht, verzichten.( Abg. Freiherr Heyl zu Herrns- Er sei vollständig ausgeplündert gewefeu, selbst die Abrechnungen heim[ natl.] ruft dem Redner einige Worte zu.) Freiherr und die Mietsbücher hatten die Räuber ihm genommen. Mühsam Kommission behandelt worden ist. Um das feſtſtellen zu können, muß von Sehl macht mir den Vorwurf, ich selbst fei Schuld daran, habe er das Ufer erreicht und sich nach Spandau geschleppt, wo ich die Wichtigkeit der Frage nachweisen. Ich muß nachweisen, daß warum hätte ich so lange gerebet!( Große Unruhe links.) Zu er in der Herberge zur Heimat Aufnahme gefunden. Am Abend es im Interesse von hundert deutscher Kommunen liegt, Vicepräsident Graf Stolberg: Herr Abgeordneter, ich rufe diesem Vorwurf ist Herr von Hehl, der draußen fist, habe er der Polizei Anzeige erstattet. Vergebens hielt der Vorzuhört und nichts thut, am allerwenigsten fißende dem Angeklagten vor, daß seine Erzählung wenig auf GlaubSie zum drittenmal zur Ordnung.( Stürmisches Bravo! bei der Mehrheit. Großer Lärm links. Durch den Lärm rufend): berechtigt.( Lebhafter Beifall lints; Abg. Bebel meldet fich zur würdigkeit Anspruch chen könne, die Polizei nehme auch an, daß Ich frage das Haus, ob es dem Redner das Wort entziehen will. Geschäftsordnung.) Wenn ich mir die Mühe nehme, zwei Stunden fie völlig erfunden sei. Durch die Beweisaufnahme steigerte sich Abg. Stadthagen ruft: Bur Fragestellung! Namentliche Abstimmung!) bor leerem Hause zu reden, habe ich auch Anspruch auf ein dieser Verdacht zur Gewißheit, der Gerichtshof hielt den Angeklagten sowohl der Urkundenfälschung wie der Unterschlagung für überführt Wer dafür ist, stehe auf.( Die Mehrheit erhebt sich und bricht in Vicepräsident Büsing: Das gehört nicht zur Begründung Ihrer und verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr laute Bravo- Rufe aus.) Beschwerde. sechs Monaten. Abg. Gothein( fortfahrend): Das gehört insofern zur Begründung nicht zur Begründung, so verbitte ich mir jeden Widerspruch.( LebVicepräsident Büsing( sehr erregt): Wenn ich erkläre, das gehört hafter Beifall bei der Mehrheit.) Abg. Stadthagen: Ich stelle fest, daß der Herr Präsident mir vor der erfolgten Abstimmung trog meines wieder holten Verlangens das Wort zur Fragestellung nicht erteilt hat. nicht forrettes Stenogramm. als Verfammlungen. Von rechts ertönen wiederholte Rufe. Judex runter! Abg. Stadthagen besteigt die Tribüne, um sich zur Geschäftsordnung zu melden. Rufe rechts: Beide Juden runter! Anhaltender Lärm links. Abg. Wurm verläßt langsam die Tribüne. Minutenlanger Lärm, der Präsident Klingelt fortgesetzt aufs Eine Tischler- Versammlung, einberufen vom Fachberein der heftigste, plötzlich entsteht lautlose Stille. Abg. Gothein( fortfahrend): Ich muß verlangen, daß die Vicepräsiden Graf Stolberg( mit überlauter Stimme): Sigungen nicht zu lange ausgedehnt werden( Höhnisches Gelächter Tischler, tagte am Mittwoch in den Andreasfälen. Sie begann mit Das Wort zur Geschäftsordnung hat der Abg. Stadthagen. bei der Mehrheit), weil die Stenographen solche Ansprüche nicht be- ciner lebhaften Geschäftsordnungs- Debatte über die Bureauwahl, die damit endete, daß das Bureau aus Mitgliedern des Holzarbeiter( Heiterkeit.) friedigen können. Die Mehrheit freilich scheint auf fachliche Beratung kein Gewicht Verbandes gebildet wurde. Die Versammlung befaßte sich dann mit mehr zu legen: das Centrum hat während meines Referats Fraktions- den Vorgängen bei der Firma A. Schultz, wo die eines Scheingesellen itung gehalten!( Lachen im Centrum.) Ich beantrage, die Sigung wegen verhängte Sperre vom Fachberein am 16. August aufgehoben, zu vertagen und namentliche Abstimmung darüber.( Große Unruhe.) vom Verband aber aufrecht erhalten wurde, bis fürzlich der Unters Bicepräsident Büsing: Ich bemerke, daß die lange Dauer der vorher nehmer das Versprechen abgab, keine Gesellen vom Innungsnachweis gegangenen Sigung nicht der Grund des mangelhaften Stenogramms mehr einzustellen, so lange der Streit um den Arbeitsnachweis ein kann. Die Sigung begann um 10, und Herr Gothein begann dauert. Der Referent Härtler und die andren Redner aus dem fein Referat etwa um 2 Uhr. Ich kann auch nicht beurteilen, ob Abg. Fachberein schilderten nun Verlauf und Ausgang des Streits als un Gothein nicht vielleicht etwas schnell gesprochen hat. Ich werde die Sache günstig für die Arbeiter und suchten nachzutveisen, daß der Verband untersuchen lassen und so weit möglich, Abhilfe veranlassen. Vielleicht dafür verantwortlich sei. Nach den Ausführungen von Maaß und ließe sich auch durch eine Fristverlängerung für die Rückgabe des der Redner aus dem Verbande ist dagegen von dieser Seite durchaus Stenogramms Abhilfe schaffen. Zur Geschäftsordnung hat das forrett verfahren, und auch ein so günstiges Resultat erzielt worden, Wort Abg. Bebel.( Buruf: Es ist ja Bertagung beantragt!) wie es unter den obwaltenden Umständen nur möglich war. Nach lebhafter Debatte wurde mit großer Majorität die folgende Resolution Bardon! Abg. Gothein: Ich ziehe meinen Antrag auf Bertagung zurüd. angenommen:" Die Versammlung ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß, wenn bei dem Streik von Schulz Fehler gemacht worden sind, ( Gelächter bei der Mehrheit.) dies nur von seiten des Fachvereins der Tischler der Fall war. Aus Abg. Bebel( Soc.): Wir sollten dem Abg. Gothein dankbar sein, dem Grunde hat diese Organisation fein Recht, das Verhalten des daß er diesen Vorfall, der zunächst ihm passiert ist, hier zur Verbandes bei diesem Streit zu kritisieren." Sprache gebracht hat. Die ganz ungewöhnliche Dauer der Vicepräsident Graf Stolberg: Ich habe Ihre Meldung nicht ge hört.( Lebhafte zurufe bei den Socialdemokraten: Wir sind Zeugen.) Wenn ich Sie gehört hätte, hätte ich Ihnen das Wort zur Fragestellung selbstverständlich erteilt. Abg. Stadthagen: Ich habe sehr laut gerufen.( Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Bicepräsident Graf Stolberg: Sie haben um das Wort zur Geschäftsordnung gebeten, ich möchte Sie fragen, über welche Geschäftsordnung Sie jetzt eigentlich sprechen wollen.( Stürmisches Bravo! bei der Mehrheit.) Abg. Stadthagen: Zunächst wollte ich konstatieren, daß mir zu Unrecht das Wort nicht erteilt ist. Vicepräsident Graf Stolberg: Dann beschweren Sie sich. Abg. Stadthagen: Sch kann mich doch nicht bei der Mehrheit Sitzungen hat dazu geführt, daß stenographische Hilfskräfte Maler. Am 2. Dezember tagte die Monatsversammlung des beschweren, deren Ausführer, deren Handlanger Sie find! herangezogen werden mußten. Es stellt sich jetzt heraus, daß Verbandes der Maler 2c. im Gewerkschaftshause. Vor dem ( Großer andauernder Lärin. Bicepräsident Graf Cteberg fchringt diese Hilfskräfte den Anforderungen nicht genügen. Diese That- Vortrage des Kollegen Link über:„ Krankenversicherung" erstattete ratlos die Glocke. Cuf links: Fragen Sie doch Ihren Sekretär, fache nuß festgestellt werden. Mit einer Frist verlängerung die infolge von erhobenen Verdächtigungen und Anzweiflungen der was Sie machen sollen. Bureaudirektor Snac wirft einen wütendcn für die Rückgabe ist uns nicht gedient. Eine forrette Wicder Kaffenführung und teilweisen Thätigkeit des Vorstandes in der Blick zur Linken.) gabe der Referate liegt doch auch in Ihrem( zur Mehrheit) Interesse! Novemberversammlung gewählte Untersuchungskommission ihren Bericht. Aus demselben war zu entnehmen, daß die erhobenen VorMonatelang haben Sie geschwänzt würfe ungerechtfertigt und haltlos waren und die Taktik Mehrheit.) des Vorstandes den jeweiligen Verhältnissen entsprechend korrekt war. Die Diskussion über den Vortrag wurde auf eine spätere Verfammlung vertagt. LOL machen. ( Großer Lärm bei der Vicepräsident Stolberg: Ich verbitte mir jede kritik meiner Geschäftsführung.( Erneuter Lärm links. Mufe: Unter aller Stritit.) Bicepräsident Büfing: Es dient nicht zur Motivierung der BeWenn ich wüßte, von wem die Rufe ausgehen, würde ich die Herren schwerde des Abg. Gothein, der Mehrheit solche Vorwürfe zu zur Drdnung rufen. Abg. Stadthagen: Ich bitte den Herrn Präsidenten nunmehr dic Abg. Bebel: Wenn die Herren regelmäßig hier gewesen wären, vorher in unzulässiger Weise vorgenommene Abwären wir heute weiter. Und wie haben die fehlenden Herren stimmung namentlich vornehmen zu lassen.( Lärm die Zeit totgeschlagen. Ein nationalliberaler Herr, der sich rechts.) Ich habe vorhin rechtzeitig dazwischen gerufen: Namentliche wegen Krankheit entschuldigt hatte, ist mittlerweile Tag für Tag auf Abstimmung!( Buruf rechts.) Wenn der Abgeordnete da drübender Jagd gewesen!( Hört! hört! bei den Socialdemokraten. Große Unruhe bei den Nationalliberalen.) ich glaube, es war Herr Pauli- fich erlaubt eine Bemerkung zu Vicepräsident Büsing: Ich bitte, nicht solche persönlichen Vormachen, als ob er meine Worte bezweifle, so ist das eine Berwürfe vorzubringen. legung der Ordnung des Hauses. Der Herr Präsident, Abg. Bebel: Wir müssen gute stenographische Berichte haben! der solche Rufe duldet, wahrt nicht das Recht der Die Herren von da drüben freilich möchten ja am liebsten gar teine Referate! Graf Schwerin- Löwig verzichtete aufs Minderheit.( Sehr wahr! bei den Socialdemokraten.) Vicepräsident Graf Stolberg: Jch rufe Sie zum zweiten WortVicepräsident Büsing: Das gehört doch nicht zur Sache! Mal zur Drdnung und mache Sie auf die geschäftsordnungs- 1 Wilmersdorf. In einer gut besuchten Versammlung des socialdemokratischen Wahlvereins, die am 3. Dezember in Wittes Volksgarten tagte, sprach M. Grunwald über:" Die Zollvorlage im Barlamentstampf und im Voltskampf". Großer Beifall wurde dem Vortragenden zu teil. Aus der Frauenbewegung. Die bremische Bürgerschaft beschloß nach dem Antrage ihrer Kommission unter ausdrücklicher Zustimmung des Senats die... stellung einer weiblichen Hilfskraft der Gewerbe- Inspektion. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber. keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, 5. Dezember. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. 5. Symphonie- Abend. Schiller- Theater. Freitagabend 8 Uhr: Zum erstenmal: Jugendfreunde. Lustspiel in 4 Aufzügen v. Ludw. Fulda, Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilhelmstädtisches Theater). Freitagabend 8 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Bolksstück mit Gesang in 5 Aften von Ludwig Anzengruber. Sonnabendabend 8 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Sonnabendabend 8 Uhr: Jugendfreunde. Achtung! Bauanschläger. Mittwoch, den 10. Dezember, abends 7 Uhr, in Wendts Central- Klubhaus, Am Königsgraben 14a: Oeffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: Stellungnahme zum Ablauf des Lohntariss. 34/8 Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen sollte kein Stollege fehlen. Das Erscheinen des Vorstandes des J. A.: Kassubek. Mittags 12 Uhr: Symphonie- Sonntagnachmittag 3 Uhr: Sonntagnachmittag 3 Uhr: Vereins der Bauanschläger Berlins und Umgegend wird besonders erwartet. Matinee. Schauspielhaus. König Lear. Deutsches. Monna Banna. Berliner. Der Pfarrer von Kirchfeld. Leffing. Madame Sans- Gêne. Central. Madame Sherry. Neues. Ledige Leute. Residenz. Seine Kammerzofe.( Nelly Rozier). Westen. Der Zigeunerbaron. Thalia. Charley's Tante. Vorher: Cassis Pascha. Anfang 8 Uhr: Schiller. O.( Wallner Theater.) Jugendfreunde. 3 0 Sappho. Sonntagabend 8 Uhr: Jugendfreunde. Doktor Klaus. Sonntagabend 8 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonnabend, den 6. Dezember 1902 Recitations- Abend Schiller. N.( Friedrich Wilhelm im Bernhard Rofe- Cheater, Badstr. 58 städtisches Theater). Der Pfarrer von Kirchfeld. Belle: Alliance- Theater. Schröderischen. Carl Weiß. Ilse Nömer. Luisen. Fauft. Die Casino. Ein Sohn des Volkes. Metropol. Die zwölf Frauen des Japhet. Apollo. Nakiris Hochzeit. Buntes Theater. Er und Ste. Theodor sucht Streichhölzer. Der Hund. Abergläubisch. Kleines. Adermann. Palaft. Goldene Jugend. Specialis täten. Trianon. Die Liebesschaukel. Passage Theater. Specialitäten. Baffage- Panoptikum.Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Steidl. Specialitäten. Wintergarten. Specialitäten. Urania. Taubenstr. 48/49. Frühlingstage an der Riviera. Juvalidenstraße 57/62. Täglich geöffnet von 7-11 Uhr. Central- Theater Freitag, 5. Dezbr., abends 74, Uhr: Madame Sherry. Operette in 3 Atten von Hugo Felig. Sonnabendnachmittag 4 Uhr, halbe Preise, jeder Erwachsene 1 Kind frei: Schneeweißchen und Rosenrot. Abends: Madame Sherry. Sonntagnachmittag 3 Uhr( halbe Preise): Der Zigeunerbaron. 7 Uhr: Madame Sherry. Montag und folgende Tage: Madame Sherry. -DO ( früher Zimmermann) veranstaltet von den Vertrauensleuten des Nordens. Zum Bortrag gelangen: ,, Die Weber" bon Gerhard Hauptmann, vorgetragen von Herrn Emil Baltotte. Anfang abends 8 Uhr. Billet 20 Pf. Die Vertrauensleute, welche noch im Besik von nicht verkauften Billets sind, werden gebeten, dieselben bei den Bezirkskassierern zurückzugeben. 167/13 Die Ortsverwaltung. Bäckereigenossenschaft Verband der Bau-, Erd- u. gewerblichen Volksbrot. Eingetr. Genossenschaft mit beschr. Haftpflicht. 8276 Sonntag, den 14. Dezember 1902, bormittags 11 Uhr, Hilfsarbeiter Deutschlands. Zahlstelle Berlin I. Sonntag, den 7. Dezember d. J., vormittags 10%, Uhr in Graumanns Festsälen, Naunynstr. 27, im Saal d. Genoffenschaftswirtshauses, Mitglieder- Versammlung. zu Berlin, Schreinerstraße 71: Zweite ordentliche General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Jahresrechnung und Geschäftsbericht für 1901/1902. 2. Bericht über die Revision(§ 53 des Gefeßes). 3. Beschlußfaffung über die Gewinnund Berlustrechnung für 1901/1902 und Entlastung. 4. Ergänzung des Aufsichtsrates. 5. Festsezung des Gesamtbetrages, den die Anleihen der Genossenschaft nicht überschreiten follen. Die Bilanz und Urania. Trianon- Theater. amb verſluſtrechnung Taubenstrasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Panoptikum Friedrichstrasse 165. Neu! das jüngste Wunder Afrikas eine schneeweisse Negerin von der Goldküste, 20 Jahre alt, weisse Haut, weisses Haar, hellgraue Augen, ein anthrop. Phänomen!! Neben der weissen d.schwarze Schwester: Beide von schwarzen Eltern!! Georgenstrasse, zwischen Friedrich- u. Universitätsstr. Die Liebesschaukel. Lustspiel in 4 Akten v. M. Donnay. Anfang 8 Uhr. Sonntagnachmittag: Denise. Casino- Theater. Lothringer Straße 37. Heute zum letztenmal: Ein Sohn des Volkes. Morgen: Jubiläums- Gastspiel Dir. 28. Richter: ,, Der reiche Pustekohl". W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Der Dornenweg. Schauspiel in 3 Aften v. F. Philippi. Sonnabend: Extra- Vorstellung: Mit neuer Ausstattung: Othello. Sages Drdnung: O 44/9 1. Bericht von der Vorstandskonferenz. 2. Diskussion. 3. Verbands Angelegenheiten. Zahlreiches Erscheinen erwartet Die Ortsverwaltung. Verein der Bauanichläger Berlins und Umgegend. Sonntag, den 7. Dezember, vormittags 10%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal I Versammlung. Zages Ordnung: 1. Bericht des Gewerkschaftsdelegierten und Neuwahl desselben. 2. Vereinsangelegenheiten. find Proskauerstraße 15, 1 Tr. links Mene Mitglieder werden aufgenommen. Mitgliedskarte legitimiert. einzusehen. Beiträge werden nur zwischen 9, bis 11 Uhr angenommen; auch fönnen dieselben in den Arbeitsnachweisen bei Opah, Sebastianstr. 50, bei Döring, Neue Schönhauserstr. 9, und in der Bahlstelle Rigdorf beim Nejtaurateur Breßler, Ziethenstr. 69, entrichtet werden. Berlin, 30. November 1902. Bäckereigenossenschaft Volksbrot. Eingtr. Genossensch. m. b. H. Der Vorstand: August Bartow, Hermann Barz, Duncker, Paul Hallensleben, Kohllahn. Ally. Orts- Krankenkasse für die vereinigten Gewerbebetriebe Charlottenburgs. Wir machen hierdurch bekannt, daß Die nadeniam den Herren: 1. Wilhelm Sabor, hier, Berlinerstraße 105, 2, Hermann Spörer, hier, Garde du Corpsstr. 15, 3. Albert Achtung! Das 30 jährige Stiftungsfest findet am 10. Januar 1903 im großen Saale des Gewerkschaftshauses statt. Eintrittskarten sind schon jetzt in obigen Bahlstellen und bei den Komiteemitgliedern zu haben. 34/7 Der Vorstand. Verband der Bau-,& rd- u. gewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands. Zahlstelle Berlin III. Stahlberg, hier, Osnabrüderstr. 2, Sonntag, den 7. Dezember, vormittags 10 Uhr, bei Rose, Babstr. 58: in den Stassenvorstand gewählt wurden. Charlottenburg, 1. Dezember 1902. Der Kassenvorstand gez. Gabor. 278/3 Derren- Vortrag Carl Bruckhoff, Friedrichstr. 10 über: Sogenannte unheilbare Männerleiden. Freitag, 5. Dezbr., abds. 4,9 Uhr, in Feinds Festsälen", Weinstraße 11. für Herren! Eintritt frei! 8326 Mitglieder- Verfammlung. Tages Ordnung: 1. Wahl eines 1. Bevollmächtigten. 2. Wahl eines 2. Kassierers. 3. Bes richterstattung von den letzten beiden Konferenzen. 4. Verbandsangelegenheiten. 14/10 Die Ortsverwaltung. Achtung. Achtung. Metallarbeiter. Thalia- Theater. Passage- Theater. Winter LAHE Cirkus Busch. Oris- Krankenkasse der Maschinenbau- Arbeiter Dresdenerstrasse 72-73. Bum 499. Mal: Charleys Tante. Guido Thielscher als Charleys Tante. Anfang: Charleys Tante. 8, Uhr. Borber: Cassis Pascha. f. 7%, Uhr. Fest- Programm. Liane Leischner in ihrem Repertoire. Morgen und folgende Tage: Die Bajerrials Beethoven, felbe Borstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Gastspiel des Fel. Klara Iszka: Alexandra. Schauspiel in 4 Aften von R. Voß. Luisen- Theater. Freitag, den 5. Dezember: Faust. Anfang 8 Uhr. Borverk. 10-2 Kaffe, Invaliden-, Künstlerbank u. Warenhäuser A. Wertheim. sensationelle musikalische Recitationen. Georg Kaiser prolongiert. Kinematograph: Krupps Leichenzug. 14 neue erstklassige Nummern. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Nur noch 2 Aufführungen! Ilse Römer. Sonnabend: Der grüne Karl. Romantisches Schauspiel in 3 arten Sonntag 3 Uhr: Die Räuber. 8 Uhr: Berlin, wie es weint und lacht. Montag: Faust. Metropol- Theater. Zum 7. Male: Die zwölf Frauen des Japhet. Vaudeville in 3 Akten von Mars u. Desvallières. Lieder und Text von Julius Freund. In Scene gesetzt v. Direktor Richard Schulz. Musik von Victor Holländer. Zwei grosse Balletts. Emil Thomas a. G. Josef Josephi. Henry Bender. Hermann Haak. Flora Siding. Hansi Reichsberg. Frid- Frid. Junker- Schatz. Wini Grabitz. Rauchen gestattet. Anfang 8 Uhr. ( 6 Bildern) von Ernst Ritterfeldt. Anfang 8 Uhr. Vollständig Neues Programm. Geschwister Andersen, FussEquilibristinnen. Mizi- Gizi, Vortrags- Soubrette. Die 3 Harveys, Drahtseilkünstler. Stanley und Wilson, Amerikanisch. Gesangs- u. Instrumental- Akt. Eine Bojaren- Hochzeit, Russische Gesangs- und Tanz- Scenen. Die Barowskys, HumoristischGymnastische Produktion. Perzina's dressierte Affen. Mason und Forbes, Udel- Quartett. Excentrics. Steig's Motor- und Byciele- Rennen. Eugenie Fougère, franz. ExcentricSonnabend: Benefiz für Frl. Roger. Catherine Bartho, Ilse Römer. Sonnabendnachmittag: Frau Holle. Sonntagnachmittag Pariser Luft, Romeo und Julia. Sonntagabend : zum 1. Male: Witwe Dalila. ,, Biograph". Residenz- Theater. Heute und folgende Tage: Seine Kammerzofe. ( Nelly Rozier.) Schwant in drei Akten von Bilhaud und Hennequin. Belle- Alliance- Theater. Münchener Ensemble Gastspiel Heute abend 8 Uhr: Zum 7. Male: Die Schröderischen. Tänzerin. BallettDivertissement. Cirkus Schumann Freitag, den 5. Dezember, abends 7, Uhr: Parade- Gala- Vorstellung mit hervorragendem Programm. Um 9% Uhr: Mr. Diavolo, Bürgerl. Bollstüd v. H. Schrottenbach. die grösste Sensation des XX.Jahrh. Morgen und folgende Tage: Die Schröderischen. Kleines Theater ( Schall und Rauch) Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Looping the Loop. Um 9 Uhr: Eine Fortsetzung der beliebten Pantomime: Die lustigen Freitag, den 5. Dezember 1902, abends 7, Uhr: und verwandten Gewerbe zu Berlin. Grosse Vorstellung. Große allgemeine Mitglieder- Versammlung Dahomey. Die Strausse als Reitpferde. 3 Frères Honcke. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Tageskaffe 11-1, Uhr. ( Meysel, Pietro, Britton, MarSteidl, Krone, Böhme, Bödmann, Blättner 2c.). Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Heute Freitag: Militär- Konzert des Musikcorps des 5. GardeReg. 3. F., gl. Musikdir. Neu. Im Kaiser- Saal: Bückeburger Sänger. Apollo- Theater. Ackermann Heidelberger. Jeder Um 8 Uhr: Neue Specialitäten. Um 9 Uhr: Mit kolossalem Erfolg: Eine tragische Komödie in 3 von F. Holländer u. L. Schmidt. Morgen: Rausch. Nakiri's Hochzeit Palast- Theater Ausstattungs- Operette in 2 Aften bon P. Lincke. Im zweiten Bilde( 10%, Uhr): Burgstraße 22, Früher: Feen- Balaft. Das Riesen- Dezember- Programm. 8 Uhr: 8% Uhr: Sonntag 2 grosse Vorstellungen. In beiden Vorstellungen: Mr. Diavolo, Looping the Loop. Nachm. 1 Kind frei, weitere Kinder zahlen halbe Preise. SteidlOranien Der sensationelle Spiegeltrick. Goldene Jugend. burg. hor Im letzten Bilde( 10%, Uhr): H. Harndins elektrisches Ballett. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Gr. Ausstattungs- Burleste mit Gesang und Tanz von W. Geride. Hhronimus Fiebig- Dir. R. Winkler. Durchweg neue Schau- und Buntes Theater Stunftnummern. Rur Cchlager ( Ueberbrett'l.) Röpniderstraße 68. Anfang 8 Uhr. Er und Sie. Theodor sucht Streichhölzer. Der Hund. Abergläubisch. Bunter Teil: Leitung: Fritz Lehner. Senders. I. Ranges. Soeurs Blanche, Gymn. Melangeaft. Charles Merino, Champion Equilibrist. Mr. Montani, Gr. Dressuraft. Ylang You, Gautler, unerreicht. Aniela Koncewicz, Soubr. Diva. Schwestern Miss Montani, Doppet- Drahtseil. Tiny Bokken Lasson. Hans Fredy. Nebula, mysteriöser Lichtakt. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Theater an der Friedrichstr. Täglich 8 Uhr. Sonnt. Uhr. SteidlSänger. Entree 50 Bf. ( Fritz Steidl, Scheuerl, Müller, Lipart, Reising, Wehling, Corvinus, Haas und Munkel.) Neu: Am Weihnachtsabend. Lebensbild von Frit Steidl. Entree 50 Pi.( Borvert. 40 Pf.) bei Rühle, Friedrichstr. 115. Herr lese! Sonnabend und Sonntag Verkauf Herren Winterhochvornehmer Paletots und Anzüge, aus feinsten Massstoffen herrührend, 18-38Mark, elegante Beinkleider 7-11 Mark. Unübertroffene Eleganz und Sitz. Deutsches Versandhaus Jägerstr ,. 63, 1 Treppe. 824b Zweites Haus v. d. Friedrichstr. Sonntag, den 7. Dezember 1902, vorm. 9, Uhr im Nenen Konzerthause( Grand Hotel Alexanderplat"). Tages Drdnung: 1. Welche Rechte erwachsen den Versicherten aus der Invaliden- Versicherung? Referent: Kollege Warust. 2. Bericht der Elferkommission. Referent: Kollege Geisler. 3. Aufstellung der Bertreter zur General- Versammlung für 1903. 4. Der gegenwärtige Stand der Apothekerfrage. Referent: Kollege Aßmann. 5. Verschiedenes. Mitglieder! Wir richten an Euch die dringende Bitte, in diefer Ver. fammlung zu erscheinen, um solche Personen als Vertreter aufzustellen, 8350 welche gewillt find, Eure Interessen zu vertreten. Niemand darf in dieser Versammlung fehlen.. Mit kollegialischem Gruß Die Elfer- Kommission. Im Auftrage: C. Geisler, Obmann, Köpeniderstr. 123. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute, Freitag, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15: Sitzung der Ortsverwaltung. NB. Das Mitglied Rich. Duandt, gausigerstraße, ist nicht identisch mit dem ausgeschlossenen Duandt, der Paul mit Vornamen heißt. Adhtung! Musikinstrumenten- Arbeiter. Adhtung! Montag, 8. Dezember, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal I. F Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über„ Die wirtschaftliche Krise und die Aufgaben der Ge werkschaften". Referent: Reichstagsabg. Stollege Carl Kloss, Stuttgart 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheit. 4. Berschiedenes. Die Kontrollkommission. NB. In dieser Versammlung erhalten die Bertrauensmänner die Billets zum Weihnachtsvergnügen. Gäste willkommen! Bahlreichen Besuch erwartet Restaurant zur Markthalle, Priester Strasse 69. Letztes diesjähriges Schlachtefest Sonnabend, den 6. d. M. Zum Frühstück Wellfleisch, von 5 Uhr ab frische Blut- und Leberwurst, zum Abendessen Bratwurst u. Rippespeer, Sonntag abend Eisbeineffen. Hierzu meine freundl. Einladung. Karl Gruhl. Grafweils Bierhallen Sanssouci Theater u. Variété Kommandantenstraße 77/79. Täglich: Gr. Vorstellung. Das grosse amüsante Dezember- Programm. Nur allererste Kunstkräfte. Anfang der Vorstellung 7 Uhr. Jed. Sonnabend, Sonntag u. Mittwoch nach der Vorstellung: TANZ. Königstadt- Casino. Holzmarktst. 72, Ecke Alexanderst. Täglich erfill. Specialitäten- Vorstellung. Jed. Mittwoch, Sonnabd. und Sonntag Tanzkränzchen. Anf. Wochent.8, Sonntags 6 Uhr. Kottbuser Thor. Jeben Donnerstag, Sonntag und Montag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger Nach jeder Sofree: Tanzkränzchen. Deutsche Konzerthallen Spandauer Brücke 3 Theaterund SpecialitätenVorstellung. Wochentags: Entree frei! 5 5 KünstlerKapellen Special- Ausschank der Berliner Bockbrauerei: Verantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Injeratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 284. 19. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 5. Dezember 1902. Zur Geschichte des Hauses Krupp. Essen stammmenden Kanonen niedertartätscht wurden. Partei- Nachrichten. Björnson und die Socialdemokratie. Polizeiliches, Gerichtliches nsw. Alte und neue Polizeigeschichten. Findige Geschäftsleute werden vielleicht vom kapitalistischen Die Klage der kapitalistischen Presse über das tragische hat mit Patriotismus nichts zu schaffen; es tommt nur auf industriellen Etablissements wurde am Morgen des Wahltages die Im Zeichen der Kaiserrede wurde in Breslau die Stichwahl Geschäfts- und Profitstandpunkt erklären:" Das Geschäftemachen zum Stadtverordneten- Kollegium vorgenommen. In allen großen Ende" Krupps artet immermehr zu einem Gewinsel aus, das das Verdienen an!" Das mag sein. Auch wir erblicken in Kaiserrede angeschlagen. Der Erfolg war, daß unsre 3 Kandidaten um so widerlicher wirkt, als es vielfach gegen die eigne Ueber diesem Angebot nur eine Bestätigung des Sates, daß, wenn 70 bis 120 Stimmen mehr erhielten, wie bei der Hauptwahl. Man zeugung mitgemacht wird. Dieselben Blätter, die, wenn Arbeiter ein Profit von 100 Proz. Lodt, das Stapital über Schlachtfelder muß bedenken, daß es sich um öffentliche Stimmabgabe handelt. bei Ausübung ihres Berufes durch Unglücksfälle in Masse und Leichen hinwegstampft. Nur wird man verlangen dürfen, Gewählt wurden die Gegner. hinweggerafft werden, sehr oft nur einige gedankenlose Zeilen bag ein berartiges Verhalten nicht noch obendrein als hoher Aus dem Königreich Sachsen find folgende Gemeindewahlüber unvermeidliche Zufälle, Unvorsichtigkeit, Schicksalsschläge, die Patriotismus, als Wohlthat für die Nation und als Besorgt bei Dresden je 1 Barteigenoffe gewählt, in DIbersdorf bei Ergebnisse zu melden: Niederhermsdorf und Burgstädtel man ruhig hinnehmen müsse 2c., für die Opfer ihrer Berufs heit um das Vaterland gefeiert wird. thätigkeit und deren Hinterbliebenen übrig haben: dieselben Zittau 3 Parteigenossen und in Markranstädt alle socialdemo Nach dem deutsch- französischen Kriege nahmen die Krupp- fratischen Standidaten der dritten Klasse. Blätter wissen sich jekt taum in ihren theatralischen Schmerzens- fchen Werte einen bedeutenden Aufschwung. Waren vorher ausbrüchen zu fassen, weil auch Herr Friedrich Alfred Strupp schon aus den enormen Gewinnerträgen verschiedene behat sterben müssen, der größte deutsche Industrielte, deutende Kohlenzechen angekauft worden, so wurden nun noch der zweihundertfünfzigfache Millionär. Aller( in 1871) die Hermannshütte bei Neuwied und die Johanneshütte ficht auf die Verdienste Björnsons um Freiheit und Voltsaufklärung Die nortvegische Arbeiterpartei in Kristiania wollte mit Rüddings geistig war Herr Friedrich Alfred Krupp kaum mehr bei Duisburg mit vier Hochöfen hinzugekauft, ferner im zu feinem siebzigsten Geburtstage eine Festlichkeit veranstalten als eine Null; aber er war der größte der Großindustriellen, nächsten Jahr verschiedene bedeutende Stonzessionen auf die und hatte ihn hierzu eingeladen. Wie alle andren derartigen wenn auch ohne eignes Zuthun. Diese Thatsache allein genügt Eisenerzlager bei Bilbao in Spanien, die Krupp cine jährliche Einladungen hat der Dichter auch diese abgelehnt und zwar mit jedoch nach kapitalistischer Menschenschäzung, in seinem Tod ein beflagenswerteres Ereignis zu erbliden, als in dem Zob Lieferung von sechs Millionen Centner bestes Eisenerz garan- folgendem Schreiben: tierten. Diese erstaunliche Blüte seines Unternehmens hinderte Lieber Magnus Nilssen, nun habe ich zu so vielen nein gesagt, nicht, als die socialpolitische Tünche der Gegenwart nur leicht verdeckten die Kohlengruben- Arbeiter endlich nach langem Parlamentieren hatte ich etwas zu Ihnen zu sagen. Ich bin ja, wie Sie wissen, Werteinschäßung jeder Industrielle schon an sich ein ,, Wohlthäter der Menschheit"- allein deshalb, weil er, wie zum Streit griffen, um eine Lohnerhöhung durchzusetzen, mich verhindert hat, mich so wie ich wünschte, an Eurer Sache twic der Ausdrud lautet, feinen Arbeitern Arbeit giebt, mag auch ich den Forderungen der Streifenden mit progenhafter an andren Sachen zu beteiligen. Jeder muß das Seine wählen, die raffinierteste Gewinnsucht ihn bei seinen Unternehmungen Werfes Selbstherrlichkeit entgegenzustemmen. Die Gewinne des wenn er nicht alles kann. Aber das, worüber ich sprechen wollte, wären durch die Bewilligung nur wenig war: getreues Zusammenarbeiten mit der Linken. So arbeitet Ihr leiten, mag er auch den höchsten Mehrwert aus der Arbeit geschmälert worden, war doch z. B. nach den statistischen amt- am besten für Eure eigne Sache: Schritt vor Schritt vorwärts mit der von ihm Beschäftigten herauszupressen wissen. An und für sich iſt Herr Friedrich Alfred Strupp uns lichen Angaben im Ober- Bergamtsbezirk Dortmund der denen, die das wollen, was mun burafführbar ist. Aber um darüber An und für sich iſt Herr Friedrich Alfred Krupp uns gleichgültig. Er war ein Großunternehmer wie hundert andre: Durchschnittspreis pro Zonne Kohlen von 1867/72 um 62 Pro3. au reben, ließe fich wohl eine Gelegenheit finden, ohne daß gerade vielleicht geistig unter dem Durchschnitt seiner Klasse stehend, arbeiter nur um 30 Proz.( von 2,55 M. auf 3,31 M.). Doch gestiegen, dagegen der durchschnittliche Lohn der Gruben- ein Feft für mich gemacht wird." aber sonst als Arbeitgeber" von gleicher Geistesart. Es läge sich ihre hohen Profite schmälern zu lassen, gefiel den Kohlendeshalb kaum ein Anlaß vor, sich mit ihm und seinem Hause und Eisenmagnaten nicht, am wenigsten Herrn Krupp. Er näher zu beschäftigen, zwängen nicht die verlogenen Artikel erließ am 24. Juni einen Aufruf, in dem er zum Schluß er- 25. November ein Beleidigungsprozeß zu Ende geführt, der als ein Vor der Straffammer des Landgerichts Danzig wurde am der kapitalistischen Presse über den echtdeutschen Patriotismus, flärte: die Humanität und die Arbeiterfreundlichkeit des Hauses Beitdokument festgehalten zu werden verdient; wir folgen dabei dem Krupp" dazu, einige diese angeblichen Tugenden recht lehne jedes Eingehen auf ungerechtfertigte Anforderungen zeitung". Ich erwarte und berlange volles Vertrauen, jezt vorliegenden ausführlichen Bericht der Königsberger Boltscharakteristisch illustrierenden Blätter aus der Geschichte der ab, werde wie bisher jedem gerechten Verlangen zuvorkommen, Wir haben bereits vor einigen Tagen telegraphisch berichtet, Die Frage, wie weit der Vater des jüngst aus fordere daher alle diejenigen, welche damit sich nicht begnügen daß Genoffe Berger in Danzig von der Anklage der Beleidigung des Polizeibeamten Naporta freigesprochen worden ist, weil er dem Leben Geschiedenen, Alfred Krupp, das englische Ver- wollen, hiermit auf, je eher desto lieber zu fündigen, um feine Behauptung, daß Naporra als Lockspigel thätig gewesen sei, dem Leben Geschiedenen, Alfred Strupp, das englische Ver meiner Kündigung zuvorzukommen und so in gesetzlicher Weise bewiesen habe. Die angeblich beleidigenden Behauptungen hat fahren der Gußstahlgewinnung vervollkommnet und welche das Etablissement zu verlassen, um andern Platz zu machen, Berger in einer socialdemokratischen Parteiversammlung am 12. SepBedeutung die Struppsche Erfindung hat, kann hier unerörtert mit der Versicherung, daß ich in meinem tember 1897, also vor fünf Jahren ausgesprochen, in der Naporra bleiben. Darüber mögen Techniker sich streiten. Zugestanden Hause wie auf meinem Boden Herr sein und in Uniform anwesend war. Naporra ist inzwischen am 7. September muß jedoch dem alten Strupp" werden, daß er, als nach der bleiben will." 1901 in der Jrrenanstalt Neustadt i. W. an Gehirnerweichung geNiederwerfung der revolutionären Erhebungen fast überall das Wettrüsten in den fünfziger Jahren begann, mit sicherem damals der große Arbeiterfreund" Krupp schon recht gut abEs war das Lied vom eignen Herrn im Hause", das storben. Die Schlußverhandlung vor dem Danziger Gericht, der schon Blick, erkannte, daß mit der Erzeugung von Waffen aus zuleiern verstand. mehrere andre vorangegangen waren, hatte zunächst ein Vorspiel. Gußstahl sich ein gutes Geschäft werde machen lassen. Wenn aber Strupp keineswegs Lust hatte, die hohen bem man nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft wegen Der Vorsitzende fragte nämlich den angeklagten Genossen Berger, In Preußen gelang es ihm indes zunächst nicht, einen Auf- Profite der flotten Jahre, die nach 1871 begannen, mit seinen ber bekannten Revolveraffaire einige ihm zugegangene Ansichts trag auf Gußstahltanonen zu erhalten; die damalige General Arbeitern zu teilen, so fand er es andrerseits um so gerecht- farten nicht ausgehändigt hatte: aben Sie jest all' inspektion der Artillerie stand den von ihm konstruierten Feld inspektion der Artillerie stand den von ihm konstruierten Held fertigter den nach 1873 einsehenden Rückschlag Ihre zotigen Karten zurüdbekommen?" geschützen mißtrauisch gegenüber. Krupp bot deshalb seine in der Eisen- und Stahlindustrie auf seine Berger lehnte darauf den vorsitzenden Richter wegen Befangen Erfindung zunächst andren Mächten an und lieferte dem Arbeiter abzuwälzen und deren Löhne ohne weiteres heit ab. Die Bezeichnung der an ihn gerichteten durchaus an Khedive von Aegypten 36 Geschüße, Auch von Frant herabzusehen. Staum war in der zweiten Hälfte des Jahres ständigen Starten als zotige" fei gegen ihn gerichtet und ein reich erhielt er auf seine Bewerbungen einen größeren 1874 ein Nachlassen der Aufträge bemerkbar, als auch schon Beichen von Befangenheit. Außerdem habe der Vorsitzende in einer Auftrag, der aber wieder zurückgezogen wurde. Auf Befür als Neujahrsangebinde am 28. Dezember Alfred Krupp zeugen ganz anders behandelt, wie die polizeilichen Belastungsfrüheren Verhandlung dieses Prozesses die bürgerlichen Entlastungsa worhing des Prinzen Wilhelm, des späteren Kaisers an seine Arbeiter eine Verfügung erließ, in der er kurzweg zeugen. Nach längerer Auseinandersetzung über den AblehnungsWilhelm I., der einige Jahre vorher die Struppschen Werke in Essen besichtigt hatte, erlangte dann Strupp 1859 die erste allseitige Lohnherabsetzungen ankündigte mit der kurzen antrag zieht sich das Gericht zur Beschlußfassung zurück und ver Hinzufügung: tündet sodann die Ablehnung des Antrags. Durch die Bemerkung Kanonenbestellung von Preußen. Erst sollten nur 16 Sechspfünder bestellt werden, dann wurden daraus 100, und als " Ich bedaure die Notwendigkeit der Lohnherabsegung, des Richters über die Karten seien höchstens die Absender, nicht aber verbinde aber damit die bestimmte Er- der Empfänger getroffen. Die Behandlung der Zeugen in dem klärung, daß jeder Ausdruck von Unzufrieden früheren Termin jei einwandsfrei gewesen. heit als Kündigung anzusehen ist." Struppschen Firma näher zu betrachten. " dem Prinzen die Bestellung vorgelegt wurde, änderte dieser nochmals die Zahl auf 300. " Das war deutlich. Nichts von Gegenvorstellungen, Prüfungen der Sachlage usw. Wer nicht damit zufrieden war, daß auf ihn die Wirkungen der hereingebrochenen Krise abgeladen wurden, mochte gehen. die Ideen bon Auf Grund dieses Beschlusses und seiner Begründung lehnte Damit war Krupp für die nächste Zeit mit Arbeit verBerger alle drei Richter wegen Befangenheit ab. jorgt. Doch obgleich dieser Bestellung von Preußens Seite Gerichts hinzugezogen, um über den Ablehnungsantrag zu entscheiden. Darauf wurden neue Richter zur Bildung eines beschlußfähigen weitere folgten, war Strupp wenig geneigt, seine Geschütz: Der Berteidiger protestierte dagegen mit dem Hinweise, daß über fonstruktionen nur zur Stärkung der preußischen Wehrkraft die Ablehnung aller Richter nur das höhere Gericht zu entscheiden für geeignet zu halten. Er sorgte mit gleicher Unparteilichkeit Noch klarer ließ sich Strupp 1877 in einer Broschüre habe. Trotz dieses Protestes wurde unter Hinzuziehung neuer auch für die Erhöhung der Wehrmacht andrer Staaten, vor- darüber aus, wie er sein Verhältnis zu seinen Arbeitern auf- Richter der Ablehnungsantrag abgewiesen. nehmlich Rußlands, dem er von 1863/67 über 900 stanonen fasse. Durch Freunde bewogen, hatte er fich für Essen als Darauf wurde eine Kontroverse über den Wortlaut der zur Anlieferte. Eine Zeitlang frug er sich sogar mit der Absicht, in Reichstags- Kandidat aufstellen lassen, unterlag aber trotz des flage stehenden Aeußerungen Vergers ausgefochten, die infolge der Besondres Augenmerk richtete Strupp auf Frankreich, das Druces, der auf seine Arbeiter ausgeübt wurde, in der Stich- Freisprechung materiell nebensächlich geworden ist, aber der Begleitumstände wegen Beachtung verdient. Berger hatte im früheren in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre energisch an die Stößel. Diese Verlegung seines überspannten Selbstbewußt Schmidt, der die fragliche Versammlung überwacht hatte, angefochten wahl dem ultramontanen Gegner, dem früheren Arbeiter Termin die Angaben des Hauptbelastungszeugen, Polizeikommissar Verstärkung seiner Artillerie ging. Wiederholt suchte er seins vermochte Strupp nur schwer zu ertragen. Er arbeitete und Beweis dafür angeboten, daß Schmidt in so hohem Grade der durch Agenten einen Probe- Auftrag vom französischen eine reichlich konfuse Broschüre aus, in der er dar- Trunksucht ergeben sei, daß er unmöglich einen genauen Bericht Ministerium zu erhalten- doch bergebens. Selbst als legte, der Arbeiter habe nichts weiter zu verlangen liefern tönne. Dieser Beweis war zugelassen worden und deshalb der nach Beendigung des Krieges von 1866 das Verhältnis als einen angemessenen Lohn, Socialismus und Demo- Polizeipräsident Weffel und verschiedene Polizeibeamte als Zeugen zwischen Preußen und Frankreich sich scharf zuspitzte und die fratie felbst feien Hirngespinste; erschienen. In der Verhandlung wurde nun zunächst festgestellt, daß jogenannte Luxemburgische Frage zu einem Striege zwischen Gewinnbeteiligung, wie sie in den Stöpfen liberaler ge- zur Aussage über diesen Bunkt erteilt hatte. Der Polizeipräsident der Regierungspräsident dem Polizeipräsidenten die Erlaubnis beiden Mächten zu führen drohte, ließen die Krupp- lehrter Boltsbeglücker sputten, feien nichts als Utopistereien. wiederum hatte dem Polizei kommissar die Erlaubnis zur Ausschen Bemühungen, von Frankreich Kanonen Für die Arbeit erhält er( der Arbeiter)", heißt es fage erteilt, den Schußleuten fie jedoch im Interesse der aufträge zu erlangen, nicht nach. Und in dem Machwert, seinen 2ohn. Es kann teine Disciplin verweigert. Die Beschwerde gegen diese Verals alle deboten Anerbietungen des Kruppschen Agenten Rede davon sein, daß irgend jemand einen weigerung schwebt noch. Der Verteidiger stellte in der Verhandlung in Paris nicht zum Ziel führten, entschloß sich Strupp besonderen Anspruch behalte, außer solchem, der fest, daß dieser Grund zum Aussageverbot ungefeßlich sei. Er verin seinem induſtriellen Patriotismus, selbst direkt bei Napoleon in Steigerung des Lohnes und des Gehalts besteht und langte dann im weiteren Verlauf der Verhandlung die Vernehmung um geneigte Berücksichtigung zu bitten. Das Schreiben, das bas Aussageverbot ab. unter Nr. 875 bei Henri Bordier„ L'Allemagne aux Tuileries" immer nur Folge größerer Leistungen ist. der Schuyleute, das Gericht lehnte dies jedoch unter Berufung auf Das ist Sache der freien Vereinbarung. abgedruckt ist, hat folgenden, die kaufmännische Diplomatie des Aber nicht nur gegen den Socialismus zetert der Arbeiter Kanonenkönigs recht treffend charakterisierenden Inhalt: freund" Krupp, sondern auch gegen das Gewert schaftswesen, jener ,, Nachahmung des schlechten englischen " Sire! Ermutigt durch das Interesse, das Eure Erhabene Beispiels", Arbeitervereine zu gründen und die Arbeit einzuMajestät für einen simplen Industriellen und die glücklichen stellen, um höhere Löhne zu erpressen". Zum Schluß verErfolge seiner Bemühungen und seiner unerhörten Opfer be- heißt er gegen solche Bestrebungen größte Strenge, wiesen haben, wage ich von Neuem, mich allerl, öchstderselben benn man erwärmt teine Schlange an seiner mit der Bitte zu nahen, geruhen zu wollen, den beifolgenden Brust". April, den 29., 1868. T " " " Der Verteidiger richtete an den Zeugen Polizeifommiffar Schmidt eine Anzahl Fragen, ob er in verschiedenen Fällen finnlos betrunken gewefen fei, in diesem Zustande fich auf der Straße gewälzt habe, Boltsauflauf verursacht usw. Der Kommiffar bestreitet teinen dieser alkoholischen Greeffe, er giebt nur an, fich daran nicht erinnern zu können. Auf den Vorhalt des Verteidigers, ob er in einer trunkenen Zustande einigen Leuten den Rat gegeben habe: sie sollten Hafenarbeiter- Versammlung zur Zeit des letzten Maurerstreits im den Kapitalisten das Fell gerben", erklärt Schmidt, daß er in diesem Fall vom Recht der Zeugnisverweigerung Gebrauch mache. Atlas anzunehmen, der eine Kollektion von Zeichnungen ver An ähnlichen nachdrücklichen Ermahnungen fehlte es auch Hierbei sowie bei Vernehmung des Polizeipräsidenten protestiert schiedener in meinen Werken hergestellter Gegenstände ent nicht, als 1887 wegen der Septennats- Vorlage der Reichstag der Borsitzende mehrmals gegen die direkte Befragung der Beugen hält. Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß die aufgelöst wurde und Alfred Strupp seinen Sohn Friedrich durch den Verteidiger. Dieser beantragt Gerichtsbeschluß, und bier legten Seiten mit Abbildungen der Gußstahlkanonen, Alfred, den jetzt Verstorbenen, als Reichstagskandidat aufstellen zweimal beschließt das Gericht entgegen dem Vorsitzenden, daß der welche ich für verschiedene hohe europäische Regierungen ließ, nur zu dem Zweck, wie er selbst in einem Aufruf er- Berteidiger das Recht der direkten Befragung habe. hergestellt habe, einen Augenblick die Aufmerksamkeit Eurer Klärte, damit dieser die Regierungs- Militärvorlage unterſtüßen Dienfte betrunken angetroffen habe, ein Gewohnheitstrinker sei er Der Polizeipräsident befundet, daß er den Schmidt zweimal im Majestät auf sich lenken und meine Kühnheit entschuldigen könne. Den Vorteil, den diese Vermehrung für sein Unter- jedoch nicht. Die Polizeikommisfare wissen nichts von Trunkenheit werben. Mit der tiefsten Ehrfurcht, mit der höchsten Bewun nehmen bedeutete, wußte der alte Strupp" als guter Rechner bes Schmidt, dagegen befunden mehrere Civilzeugen, daß sie Schmidt derung bin ich Eurer Majestät unterthänigster und gehor recht wohl zu schäßen. Indes halfen alle Pressionen auf die stark betrunken gesehen hätten. famster Diener." Arbeiter nichts; auch diesmal stegte Stötzel. Es folgen dann endlich die Aussagen über die Thätigkeit Ob der Abfömmling des korsischen Parvenüs für diese Das Bild sieht etwas anders aus, wie es die kapi- Naporras. Der Redakteur der„ Gazeta robotnicza", Genosse Art Patriotismus nicht das richtige Verständnis hatte oder talistische Presse in Spekulation auf, die Unkenntnis ihrer Morawski, wird von einem Transporteur aus dem Gefängnis zu ober ob bei Napoleon und seinen Ministern ein Mißtrauen Leser zu zeichnen beliebt. Der alte, humane" Krupp Beuthen vorgeführt, in welchem er ebenfalls infolge der Thätigkeit gegen den preußischen Industriellen bestand, ist nicht ersicht entpuppt sich als Autofrat der Species Stumm. Und seinen eines Polizeispipels zwei Jahre zu verbüßen hat. Lebendig und bewegt schildert er das schamlose Treiben des Naporra. lich- jedenfalls erhielt Herr Krupp troß seines Briefes Spuren folgte, wie in einem weiteren Artikel bewiesen werden armer Tischler habe er sich den Genossen vorgestellt, die ihn teine französischen Aufträge. So wurde verhütet, daß wird, sein Sohn Friedrich Alfred Krupp, und als dieser später bedauerten und ihm Arbeit verschaffen wollten. Er arbeitete 1870/71 auf den französischen Schlachtfeldern nicht mehr die nötige Zeit zu solcher Thätigkeit fand, die Ge- angeblich in einem Sarggeschäft und flagte, daß er sehr wenig verdie Söhne des deutschen Volkes mit aus schäftsleifimg. diente. Ein Verkehrslokal der polnischen Genoffen av Berlin in " Als polnischen Handwerkervereins in der Kommandantenstraße zu Berlin worden mit dem Ersuchen, bis Donnerstag darauf zu antworten. ftraße, neue ben schule in höheren einer Mädchene und einer der Straußbergerstraße besuchte er ständig. Auch sammelte er auf aufgestellt hatten, während die Streitenden sich mit diesem Der specielle Entwurf für das Lehrerwohnhaus ber Listen für die ausgewiesenen Genossen. Da er( Morawski) ver- Tarif unter feinen Umständen zufrieden geben wollen. Um nun Gemeindeschule in der Samariterstraße( Gesamtkosten heiratet und Vater mehrerer Kinder war, so sollten an ihn, wie an ihre Fricdensliebe zu befunden und eine Grundlage zu neuen Ver- 85 000 M., ermäßigt gegen den früheren Entwurf durch Vereinandre Verheiratete die damals verbotenen Flugblätter nicht ge- handlungen zu schaffen, hat die Lohnkommission der Streikenden fachung der Fassade um 7000 m.) wird genehmigt. schickt werden. Naporra that diefes jedoch wiederholt und ließ dann einen neuen Tarif ausgearbeitet, der von den übrigen Forderungen Die speciellen Entwürfe für die Gemeindeschule in die Betreffenden nach kurzer Zeit verhaften. Ihn, M., habe er einen wesentlichen Teil abläßt. Dieses Vorgehen der Lohn- der Putbuserstraße 3/6 Putbuserstraße 3/6( 543 000 Mark) sowie die gleich am nächsten Tage nach Empfang der Blätter persönlich ver- fommission ist von drei Versammlungen, die am Dienstag statt- Borentwürfe zum Neubau einer Gemeinde- Doppelhaftet. Besonders rühmte Naporra fich, daß er im Saale des fanden, genehmigt, und der neue Tarif den Fabrikanten eingereicht schule in der Straße 4 und 1A, nahe der Greifswalder vor einer Versammlung alle Tische und Stühle mit verbotenen Wie verlautet, sollen die Fabrikanten. auch diesen Einigungsversuch Gemeinde- Doppelschule in der Bankstraße und Flugblättern belegt habe. Zeuge schildert ferner jenen Judastuß, zurückgewiesen haben. Sie geben sich immer noch der Hoffnung hin, einer Gemeindeschule am koppenplay 12 gehen auf den Naporra dem inzwischen gestorbenen Genossen Wittkowski daß die Streifenden die Arbeit bedingungslos wieder aufnehmen Antrag Bruns und Haberland an einen Ausschuß. auf dem Schlesischen Bahnhof in Berlin gegeben habe. Wittkowski werden. Daran denken die Ausständigen aber gar nicht. Sie Der specielle Entwurf zum Neubau einer Gemeindes habe sich Weihnachten 1886 in Begleitung von Naporra, Morawski kämpfen heut noch eben so zuversichtlich wie zu Anfang des Streifs. Doppelschule in der Hausburgstraße wird genehmigt. und andren zum Schlesischen Bahnhof begeben, um nach Posen zu Zwar haben sich jetzt etwa ein Dußend Arbeitswillige gefunden, was Die Vorlage wegen Festsetzung einer neuen Fluchtlinie fahren. Dort habe er ganz deutlich gesehen, daß Naporra dem jedoch nicht viel zu bedeuten hat, da die Zahl der Streifenden etwa für die Straße 54 Abteilung X¹ des Bebauungsplans als VerWittkowski einen Kuß gab, ihn aufforderte fräftig zu agitieren, und ihm 2000 beträgt. Die früher geäußerte Ansicht, der Streik könne bi bindungs- Straße zwischen dem Treffpunkt der Adolf- und eine Schachtel Cigaretten und ein Back verbotener Flugblätter in Weihnachten und darüber hinaus dauern, wenn die Fabrikanten nicht Marstraße westlich und der Reinickendorferstraße undie Brusttasche steckte. In einem andren Falle begab sich Naporra Entgegenkommen zeigen, tann, nach der Stimmung in den Versamm weit der Wiesenstraße östlich wird genehmigt und gleichzeitig eine in die Wohnung eines Tischlers und spendierte den Anwesenden lungen am Dienstag zu schließen, zur Thatsache werden. Von Resolution des Stadtv. Hinze( Soc.) angenommen, den Magistrat Schnaps, um sie beffer aushorchen zu können. Dem schwindsüchtigen mehreren Rednern wurde betont, daß das Weihnachtsfest schon jetzt für um baldigste Durchlegung der Straße zu ersuchen. Tischler Szukalski, der frank im Bette lag, goß der saubere die Arbeiter nicht mehr ein besonders erfreuliches sein könne. Aber Die Vorlage betr. die Pensionierung und die HinterPatron, da der Kranke nicht trinken wollte, den Schnaps sogar ge- es müsse und werde auch gehen, wenn Weihnachten noch gestreift bliebenenversorgung der Bediensteten der Berliner Berufswaltsam in den Mund. Im Posener Socialistenprozeß habe werde. feuerwehr wird ohne jede Debatte unverändert genehmigt. Naporra einen Teil seiner Vergehen eingeräumt, sich jedoch mit dem Schluß 8 Uhr. Auftrage feiner vorgefeßten Behörde zu entschuldigen gesucht. Einem Einwande des Staatsanwalts gegenüber erklärt Morawski noch einmal ausdrücklich, daß Naporra gelogen habe, wenn er in Posen angab, daß Wittkowski ihn gefüßt habe. Er habe ganz genau gesehen, daß Naporra den Wittkowski umarmte und füßte. Der Zeuge Borankiewicz war im Bosener Prozeß auf Betreiben des Naporra angeflagt, war jedoch freigesprochen. Er erklärt, Metallarbeiter. Die Verwaltungsstelle Breslau des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes teilt uns mit, daß sich die dortigen Klempner, Rohrleger usw. nicht wie in Nr. 281 des Vorwärts" mitgeteilt wurde im Streit, sondern in einer Lohnbewegung befinden, welche den Zweck hat, einen gemeinsamen Tarif für die genannten Berufe einzuführen. Ausland. Sociale Rechtspflege. Wegen unberechtigter plötzlicher Entlassung beanspruchte der Expedient und Packer G. durch Klage beim Gewerbegericht von der Paragon- Caffenbloc- Co. eine größere Lohnentschädigung, da ihm eine nicht Socialist gewesen und es auch jetzt nicht zu Die Aussperrung der Gigarrenmacher von Antwerpen bierwöchentliche Kündigungsfrist zustand. Kläger machte außerdem sein. Auch er schildert, daß Naporra fich als Kollege, speciell als Sarg- und St. Nicolas hat nach einer 20tägigen Dauer mit einem geltend, er habe eine Zeit lang schon deshalb keine Arbeit erhalten arbeiter in sein Vertrauen einzuschleichen versucht habe. Er überredete sollen Siege der Arbeiter geendet. Die etwa 600 Strettenben haben können, weil ihm ein schlechtes Beugnis ausgestellt worden sei. Seine ihn zur Annahme verbotener Flugblätter und Bons zur Sammlung den Sieg ihrer guten Organisation zu danten; es fand sich auch Leistungen waren darin als in verschiedener Hinsicht mangelhaft befür ausgewiefene Polen. Als er sich auf sein Drängen zur Anzeichnet worden. Kläger forderte ein andres Zeugnis, das er denn nahme solcher verstand, wurde er schon am nächsten Tage nach einer sicht ein Streifbrecher. auch inzwischen in Form einer einfachen Arbeitsbescheinigung erhalten Haussuchung verhaftet. Auf dem Polizeipräsidium traf er seinen Der Steinarbeiterstreit in Basel ist, nachdem er vier Wochen hat. Kläger, der jetzt ein Jahr lang bei der beklagten Firma war, " Freund" Naporra und machte ihm Vorhaltungen, worauf der ihm gedauert hat, zu Gunsten der Arbeiter beendet. Die Forderungen hatte dort vordem drei Jahre lang eine Stellung inne. Damals hatte entgegnete: er solle ihm nur als Zeuge dienen. Auch ihm gegen- der Streifenden deren hauptsächlichste ist: vorherige Festsetzung man ihm ein vorzügliches Zeugnis ausgestellt. Der äußere Anlaß über hat N. sich speciell seiner Flugblattverbreitung im polnischen der Accordpreise auf Grund eines Tagelohnes von 6,50 Fr. sind der Lösung des lezten Arbeitsverhältnisses war der Umstand, daß der Handwerkerverein gerühmt. Eines Tages ging Naporra mit bewilligt und durch Vertrag festgelegt. Porankiewicz durch die Weberstraße zu Berlin, in deren Nähe ein großer Voltsauflauf durch eine aufgelöste Volfsversammlung verursacht war. Naporra begab sich darauf in die nahe gelegene Wohnung des Tischlers Grzadkiewicz und kam nach längerer Zeit erst zurüd. Von G. hörte er später, daß N. diesen aufgefordert habe, Flinte und Säbel zu nehmen und Revolution zu machen. Kommunales. Fallen Stadtverordneten- Bersammlung. Die Etatsüberschreitungen. Kläger einen halben Tag im Geschäft fehlte und es dann ablehnte, feine Behauptung, er fei zur militärischen Stellung gewesen, zu beweisen. Der Vertreter der Beklagten bezweifelte in der Verhandlung vor der Kammer 8 die Richtigkeit jener Angabe des Klägers. Der Kläger gab selber zu, die unwahrheit gesagt zu haben, rechtfertigte sich aber damit, daß er sich wegen fortwährender Triezereien" des Geschäftsführers nach einer andern Stelle habe umsehen müssen und " Der in Charlottenburg wohnhafte Tischler Grzadkiewicz er- 35. Sigung vom Donnerstag, den 4. Dezember, nachmittags 5 Uhr. daß er sich die erforderliche Zeit nur durch jene Ausrede habe sichern können. flärt auf die Frage des Verteidigers ebenfalls, daß er niemals Zu Beginn der Sigung werden die neugewählten Stadt- Der Geschäftsführer habe bei jeder Gelegenheit gesagt:" Ich bin Sie Socialdemokrat war und es auch jezt nicht sei. Auch er kannte verordneten Realschul- Direktor Hellwig, Bankbeamter Kollo- fatt, Sie sind frech usw." Den Parteien wurde ein Vergleich anNaporra aus dem Lokale von Sachschewski in der Straußberger- towsky und Lagerhalter Voigt eingeführt. Die Verpflichtung der geraten, der dann auch zustande kam. Die beklagte Firma zahlt straße zu Berlin als armen Tischler, dem die Arbeit nicht recht Genannten auf die Städteordnung erfolgt durch den Vorsteher 8,80 m. rückständigen Lohn und 36 M. als Entschädigung wegen von der Hand gehe. Eines Tages sei zu seinem Erstaunen Dr. Sangerhans. des schlechten Zeugnisses. Der Vorsitzende Dr. Meier publizierte als Naporra in seine in der Weberstraße, vier Treppen hoch belegene Meinung des Gerichts: Die Entlassung selbst, wenn eine solche überWohnung eilig gekommen und habe ihm zugerufen:" Du fümmerſt haupt vorliege, wäre unbedingt zu Recht erfolgt, denn der Kläger Dich aber auch um gar nichts. Draußen ist Revolution; nimm Ueber die Vorlagen betreffend die Bewilligung von Mehr habe die Arbeit unbefugt verlassen gehabt. als er andre Arbeit Knüppel oder Säbel und komm mit herunter! Als der Zeuge davon kosten zu verschiedenen städtischen Bauten und betreffend die fuchen ging, und unbefugtes Verlassen der Arbeit sei nach§ 123 nichts wissen wollte, bedrängte ihn Naporra noch längere Zeit. Als Etatsüberschreitung beim Vorarbeitenfonds für Bau- Ausführungen der Gewerbe- Ordnung ein Entlassungsgrund. Zu dem Vergleich sei er sich zum Mitgehen entschloß, war der Auflauf von der aufgelösten der Hochbau- Verwaltung berichtet Versammlung auf der Straße schon zerstreut. Im Laufe des Abends Stadtv. Stapf( A. 2.): Der Ausschuß hat nach viermaliger Be- nur aus Billigkeitsgründen geraten worden, weil durch das schlechte ratung die Mehrkosten in Höhe von insgesamt 700 000 m. und die Beugnis der Kläger thatsächlich geschädigt worden sein möge. Etatsüberschreitung von 16 435 M. bewilligt, aber gleichzeitig vorgeschlagen, den Magistrat zu ersuchen: fagte Naporra jedoch noch zu Grzadkiewicz, der groß und stattlich gebaut ist: Wenn es zur Revolution fäme, solle er Fahnenträger tverden!" Lokales. Aus der Stadtverordneten- Bersammlung. In der Begründung des freisprechenden Urteils heißt es: Es a) In Zukunft Vorkehrungen zu treffen, daß Ueberschreitungen, sei zwar erwiesen, daß Schmidt öfter betrunken war. Seine welche das Geldbewilligungsrecht der Versammlung zu beeinträchtigen Glaubwürdigkeit sei dadurch jedoch nicht erschüttert, denn geeignet sind, möglichst vermieden werden; in der Versammlung, in der Berger die Beleidigungen b) darauf hinzuwirken, daß die Schlußabrechnungen bei Bauten Zu Beginn der gestrigen Sitzung wurden drei nen. unser ausgesprochen haben sollte, war er nicht angetrunken. schneller als bisher erledigt werden und die Lieferanten nicht so gewählte Mitglieder eingeführt, darunter Berger habe sich nach Ansicht des Gerichts fo geäußert, lange auf Bahlung warten dürfen. Genosse Emil Voigt, der Nachfolger Theodor Megners im wie die beiden Beamten bekundeten. Der Wahrheitsbeweis sei aber Stadtv. Heimann( Soc.): Wir haben seiner Zeit für die Ein- 11. Bezirk der 3. Abteilung. vollständig geführt. Naporra habe denunciert, zu Verbrechen und setzung des Ausschusses gestimmt. Der Ausschuß hat seine Aufgabe, Die Versammlung nahm dann zunächst den Bericht des Aus zu Vergehen aufgereizt. Mit dem Ausdruck Dynamitattentat habe in die Ursachen der Anschlagsüberschreitungen hineinzuleuchten, schusses entgegen, der im Januar eingesetzt worden war, um bon allen gegen die Bauverwaltung Berger offenbar nur Verbrechen gemeint. Es sei auch bewiesen, daß gründlich erfüllt, und ist nichts übrig geblieben. Wenn zu prüfen, worauf die bei der Bauverwaltung vorder Zeuge Claassen von Naporra durch Drohungen zu einem Ge- erhobenen Vorwürfen ständnis veranlaßt werden sollte. Sei somit der Beweis der Wahrheit in einer einzigen Vorlage Nachbewilligungen für Bauten in so un- gelommenen Mehrausgaben( für Gemeindeschulen, Voltsin allen Punkten erbracht, so gehe auch aus Form und Umständen gewöhnlicher Höhe gefordert werden, ist daß gewiß auffällig; aber Badeanstalten usto.) zurückzuführen feien. Der Ausschuß hat mehrere nicht die Absicht der Beleidigung hervor. nachdem einwandsfrei nachgewiesen ist, daß diese Ueberschreitungen lange Sigungen abgehalten, aber herausgekommen ist bei der Ursachen haben, über welche die Bauverwaltung keine Macht hat, Prüfung nichts. Die Debatte, die sich gestern an die Berichterwächst daraus für dieselbe kein Vorwurf. Die Baumaterialien erstattung Inüpfte, führte wieder zu einem lebhaften Kampf für preise sind während der Bautenausführung erheblich gestiegen. Gegen oder gegen den Stadtbaurat Hoffmann. Stadtverordneter den Vorwurf, die Verwaltung hätte mit dieser Vorlage früher Genosse Heimann, der als erster der Redner das Wort tommen müssen, hat sie eingewendet, das sie die Vorlage erst aufstellen konnte, fie einigermaßen überfab, ergriff, hob hervor, daß von den Beschwerden, die aus Anlaß diefer welche Ueberschreitungen voraussichtlich eintreten würden, und Mehrausgaben gegen die Bauverwaltung vorgebracht worden sind, Solche Mehr dieser Einwand ist doch auch nicht abzuweisen. Einen Weg, die fich feine einzige als begründet erwiesen hat. gerügten Uebelstände für die Zukunft ganz zu beseitigen, haben ausgaben feien allerdings unbequem für die Aufrechterhaltung auch wir nicht anzugeben vermocht: das Radikalmittel, daß die einer geordneten Stadtverwaltung. Im übrigen aber müſſe man Stadt die Bauten in eigne Regie übernehme, ist ja vom Ausschuß dem Stadtbaurat Hoffmann von Herzen dankbar dafür sein, sehr energisch zurückgewiesen worden. Für den Ausschußantrag, der Aus Industrie und Handel. Berliner Arbeitsmarkt. Nach dem uns soeben vom CentralArbeitsnachweis( Gormannstr. 13 und Rüderstr. 6 E) zugehenden Bericht ergiebt fich für den Monat November folgendes Bild der Arbeitsvermittlung: Ingelernte Maler Schloffer Klemp- Tape- Weibl. InsArbeiter nachdem ner zierer Bers. gesamt Eingeschriebene, ar beitsuchende Perf. 2497 285 343 98 153 281 3657 erst im legten Augenblick fam, werden wir nicht stimmen, weil daß er auch bei den Nußbauten, die er auszuführen hat, dem Sinn Von Arbeitgebern er ein Mißtrauensvotum für die Bauverwaltung bedeutet, wozu nach für Schönheit Rechnung trägt. Die Stadtvv. Rosenow und verl. Arbeitskräfte 1413 67 184 43 66 236 2009 unfrer Meinung kein Grund vorliegt. Gerade weil wir rücksichts- törte traten ähnlich für den Stadtbaurat ein, während Wallach In Arbeit gebrachte lose Kritik üben, hüten wir uns davor, ins Allgemeine hinein zu und Cassel ihre von früher her bekannten Klagen wiederholten. Personen. 57 159 30 56 178 1704 fritisieren, wo für die Kritit jede Unterlage fehlt. Man sagte uns Herr Caffel glaubte sogar, sich zum Hüter des Bewilligungsrechtes im Ausschuß, wir nähmen jede Bauvorlage mit Hurra an, weil sie der Stadtverordneten Bersammlung aufwerfen zu müssen. Siegerländer Roheisen- Syndikat. Die Verlängerung des Synditats Arbeitsgelegenheit schaffe, und fümmerten uns nicht darum, wo das Versammlung genehmigte schließlich die Etatsüberschreitungen und ist jetzt endgültig erfolgt. Die Hochöfen der Finnentroper Hütte Geld herkäme; dieser Vorwurf ist gänzlich haltlos. Wir machen nahm zugleich, gegen die Stimmen der Socialdemokraten und werden ohne den Grubenbesitz und die sonstigen Vermögenswerte natürlich kein Hehl daraus, daß wir uns freuen, daß an der Spizze einiger Freifinniger, eine Resolution an, durch die dem Magiſtrat für 150 000 M. vom Syndikat erworben. Die Geisweider Eisen- unfrer Bauverwaltung ein Mann steht, der neben seinen sonstigen und dem Baurat empfohlen wird, bei Ausführung der Bauten werke, die den weitaus größten Teil ihrer Roheisenproduktion ſelbſt fachmännischen Vorzügen auch Schönheitsgefühl besitzt. 1224 verbrauchen, sind nicht beigetreten, doch ist ihnen der Beitritt bis Es ist inzwischen 6 Uhr geworden und die Versammlung fünftig sparfamer zu verfahren. Ende dieser Woche freigestellt. Mit der Verlängerung des Sieger- schreitet zur länder Syndikats sind nunmehr sämtliche Roheisen- Syndikate er neuert, so daß auch das Abkommen mit dem Lothringisch- Lugemburgischen Roheisen- Syndikat alsbald in Wirksamkeit treten dürfte. Der Fall des Silberpreises übt auf den Außenhandel Chinas einen derartigen Druck aus, daß in den letzten Wochen die Ausfuhr wie die Einfuhr stetig gesunken sind. Den„ Times" wird dazu Die Um 6 Uhr wurden die Verhandlungen unterbrochen und die Wahl des zweiten Bürgermeisters. Wahlen eines Bürgermeisters sowie eines be. Zum Bürgermeister Es werden 120 Stimmzettel abgegeben. Fünf find weiß, also foldeten Stadtrats vorgenommen. ungültig; von den 115 gültigen Stimmen erhält Regierungsrat wurde nahezu einstimmig Konsistorialrat Reide gewählt, Reide 114, Stadtrat Fisch bed 1. zum befoldeten Stadtrat mit einer nicht besonders glänzenden Regierungsrat Reide ist somit zum zweiten Bürger- Stimmenzahl der bisherige unbefoldete Stadtrat Fisch bed. Herr meister auf 12 Jahre gewählt. aus Shanghai vom 3. Dezember gemeldet: Die fortgesetzte Ent- Bei der Wahl eines befoldeten Stadtrats an Stelle Fischbeck mußte 48 weiße Zettel mit in den Kauf nehmen. Nachher gab's noch eine kurze Debatte über mehrere Schuls wertung des Silbers hat eine Lage geschaffen, von der angenommen des verstorbenen Stadtrats Kauffmann werden 122 Stimmen abbau- Vorlagen. Genosse Bruns tabelte, daß nicht, wie sonst, wird, daß sie eine ernste Finanzkrisis herbeizuführen vermag. Die Ein- gegeben. Davon erhält der bisherige unbesoldete Stadtrat fuhr steht thatsächlich still und, was den Erport anlangt, so ist teine Fischbed 73, Dr. Barth 1; 48 Bettel find unbeschrieben. Stadtrat vor der Aufstellung der Entwürfe beim Bibliothekskuratorium Aussicht vorhanden, daß derselbe sich in naher Zeit heben werde.-isch bed ist somit auf 12 Jahre zum befoldeten Stadrat gegefragt worden ist, ob es die Einrichtung von Lefehallen Dasselbe Blatt meldet aus Hongkong: Die Entwertung des Silbers wählt. wünscht. Bruns forderte Ausschußberatung. Stadtv. Haberland und der Rückgang des Wechselkurses legt den Handel brach und macht Daraufhin wird die vorhin unterbrochene Beratung fortgesetzt.( Alte Linke) unterstützte diesen Vorschlag, allerdings aus einem die Lage bedenklicher als im bisherigen Verlauf des Jahres 1902. Stadtv. Rosenow( N. 2.) äußert sich im Sinne des Stadt- andren Grunde wegen des Kostenpunttes. verordneten Heimann. Er bedauert die Hartnädigkeit der Angriffe Bei der Mehrzahl der Stadtverordneten war übrigens während Die Kohlenausfuhr der Ruhrzechen nach Frankreich erreicht gegen einer gewissen Seite auf den Stadtbaurat Hoffmann, welche diesem der ganzen Dauer der Sigung das Interesse geteilt zwischen den wärtig, wie der„ Boff. 8tg." gemeldet wird, nur noch ungefähr die schließlich die Freudigkeit an feinem Amte rauben müsse. Gegen die Verhandlungen der Versammlung und den Vorgängen im ReichsHälfte derjenigen zu Anfang des November. Viele Lieferungen sind Ausschußresolution wird Redner ebenfalls stimmen. mit Ende November abgelaufen und nicht wieder oder doch nur in Nachdem Stadtv. Körte( Fr. Fr.) fich für die Genehmigung der tage, die bekannt wurden, als um 1/6 Uhr Singer eintraf. verringertem Umfange erneuert worden. Auch der Versand nach Mehrkosten ausgesprochen und besonders betont hat, daß der Stadt- Aufsehen erregte das Extrablait des Vorwärts", das gegen Belgien ist merklich zurückgegangen. Da die Ruhrkohle in Frant- baurat sich zu der für ihn mit so viel Aerger verbundenen Vorlage 7 Uhr auf den Plätzen der socialdemokratischen Stadtverordneten verreich auch in solchen Gegenden, wo man sie bisher noch nicht ver- nur dadurch gezwungen gesehen hat, daß er stritte den Wünschen der Ver- teilt wurde. sucht hatte, sich nach dem übereinstimmenden Urteil der Verbraucher sammlung entsprach, treten die Stadtvv. Wallach und Cassel " erhalten bleiben wird. Gewerkschaftliches. " gut bewährt hat, ist zu hoffen, daß ihr der französische Markt auch für die Annahme der Resolution ein, indem fie gleichzeitig bestreiten, In der gestrigen Situng der städtischen Verkehrsdeputation wurde später in größerem Umfange als vor dem Grubenarbeiter- Ausstande daß diefelbe irgendwie ihre Spike gegen den Stadtbaurat richte, es unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Kirschner der von der handle fich vielmehr um das Geldbewilligungsrecht der Ver- Kontinentalen Gesellschaft für elektrische Unternehmungen" ein fammlung. gereichte Entwurf einer Schwebebahn Nord- Süd vorgelegt und Der Ausschußantrag wird darauf angenommen, die Resolution beraten. Es wurde beschlossen, der Gesellschaft zunächst aufzugeben, mit 88 gegen 18 Stimmen. die Genehmigung zur Ueberschreitung der Stadtbahn beizubringen. Dem nachträglich erschienenen dringlichen Antrag Ohne diese grundsägliche Genehmigung ist an eine Ausführung der Landau, für die chirurgische Abteilung am Krankenhaus Friedrichs- Pläne nicht zu denten. Auch die Schwierigkeiten, die sich der Be hain einen Direktor und einen ihm koordinierten dirigierenden Arzt feitigung des Scheunenviertels noch entgegenstellen, müssen erft beseitigt anzustellen, setzt Stadtv. Mommsen Widerspruch entgegen. Der werden, bevor die Pläne, die hiermit eng verknüpft sind, Gestalt Antrag wird daher auf die nächste Tagesordnung fommen. annehmen können. Die Beratung über die Herstellung einer neuen Deutsches Reich. Der Webcrfireif in Mecrane. Die Fabrikanten nehmen bekanntlich den Standpunkt ein, nicht über den Tarif hinauszugehen, den sie vor dem Ausbruch des Streits 17 " von München usw. bereitelt werden. N geGeehrter Herr Schöttler! Sie haben auf Ihrem Bau den Führer der hiesigen Socialdemokratie Degener als Maurer beschäftigt; nun wird der Streik wohl bald losgehen. Mehrere unorganisierte Arbeiter. Mit den fei. und Ebenfalls habe sich Das Verbindung zwischen der Hafenheide, der Tempelhofer Vorstadt und ausgegangen war, richtete sie in der Wohnung alles fo zu, als ob| verbandes besuchten Versammlung den Centralisten vorwarf, daß fie dem Grunewald durch eine elektrische Straßenbahn wurde ver- Diebe darin gehaust hätten, begoß dann im Wohn-, Speise- und ihre Macht oft mißbrauchten und Lokalisten aus der Arbeit brächten, tagt. Der Antrag der Spree- Havel- Dampfschiffahrt- Gesellschaft Schlafzimmer die Möbel mit Petroleum, zündete sie an und band erwiderte der Vorsitzende der Versammlung, Centralist 2emme, daß Stern" wegen mietsweiser Ueberlassung des gesamten Uferlandes sich endlich mit einer Zuckerschnur an den Küchenstuhl, nachdem sie auch dies auch wohl von den Lokalisten aus geschehe. Zum Beweis für seine an der Straße Brandenburger Ufer" zwischen Jannowitz- Brücke und ihre Kleider mit Petroleum getränkt hatte. Nun wollte sie sich schließlich Behauptung verlas er eine anonyme Postkarte, welche an den ZimmerWaisen- Brücke als Dampfer- Anlegestelle wurde der Unterkommission auch selbst verbrennen, wenn man ihrer Darstellung glauben darf. meister Schöttler gerichtet war und folgenden Inhalt hatte: für die Regelung des Dampfschiffahrt Verkehrs auf der Spree 2c. Dieser Gedanke fei ihr erst zuletzt gekommen, als sie sich erinnert überwiesen. Ein Antrag der Großen Berliner Straßenbahn- habe, daß sie zu Hause in ein Meineidsverfahren verwickelt sei, Gesellschaft, die Mittelpromenade der Seestraße zur Anlegung einer was in der That der Fall ist. Als die Möbel brannten und die neuen Straßenbahn nach dem Rudolf Virchow- Krankenhause im Räume sich mit Qualm erfüllten, so erzählt sie weiter, bekam sie Anschluß an die Straßenbahnen in der Ererzierstraße zu benußen, wurde doch Angst, schrie um Hilfe und ging selbst mit dem angebundenen Im Anschluß an die Verlesung citierte Lemme den bekannten Ausabgelehnt. Ferner wurde noch abgelehnt ein Antrag der Berlin- Stuhle nach der Küchenthür, um sie zu öffnen, und wurde von einem spruch:" Der größte Schuft im ganzen Land 2c.", sagte dann, daß Charlottenburger Straßenbahn, sie von der Ausführung der Straßen- Offiziersburschen aus dem Hause an der Treppe gefunden und befreit. der neben ihm sigende Schriftführer Wald die Karte ge= bahnlinie Alt Moabit- Levezzowstraße- Hansaplah bis zur Fertig- Vor der Kriminalpolizei blieb sie gestern lange Zeit dabei, daß zwei schrieben habe. Der Centralist Degener nannte darauf Wald stellung der definitiven Hansabrücke zu entbinden. Wegen der Anlage Männer, die sich unter dem Vorwande, ein Paket abgeben zu wollen, einen Lumpen. Wald bestritt, die Karte geschrieben zu haben, und einer Dampfer- Anlegestelle am Gröben- Ufer und Belassung der Boots- eingeschlichen hätten, die Thäter seien. Sie wollte die Brandstifter in dem Organ der Vertrauensmänner- Centralisation, der„ EinigAnlegestelle an der östlichen Steintreppe dieses Ufers, wo ein aus dem Berbrecheralbum auch erkennen, bezeichnete aber gerade feit", nannte er die Behauptung des Maurers Lemme eine elende bequemer Uebergangsverkehr zur Hochbahn bezw. zu den Stern- Männer, die augenblicklich noch im Gefängnis sizen. Verleumdung. Es kam deswegen zu Klage und Widerklage. Zwei Dampfern geschaffen werden soll, müssen noch mündliche Verhandlungen mit der Polizei gepflogen werden zur Beseitigung der Großen Berliner Straßenbahn treten mit dem 1. Jamar Gutachten, daß Wald der Verfasser der Postkarte Neue Bestimmungen für die Ausstellung von Zeitkarten bei der Schreibsachverständige bestätigten in der Verhandlung durch ihr aufgetauchten Bedenken. Außerdem kamen noch verschiedene Punkte Lemme centralorganisierten Beklagten in Kraft. Die wichtigste ist diejenige, daß, ähnlich wie bei den Degener, die vom Rechtsanwalt Liebknecht vertreten wurden, kam zur Sprache, u. a. die Aenderung der hohen Unfällen Vorschub Monatskarten der Eisenbahn, der Inhaber der Zeitkarte auf diese auch das Gericht zu der Ueberzeugung, daß die Karte von Wald leistenden Auftrittsstufen an den Straßenbahnwagen, die Einrichtung seinen Vor- und Zunamen, sowie die Wohnung mit Tinte leserlich herrühre. Trozdem müßten die Beklagten wegen formeller Ausvon Perronverschlüssen an Straßenbahnwagen nach dem Beispiel einzuzeichnen hat. Ferner wird bei den neuen Bestimmungen in drücke beleidigender Natur bestraft werden. Erinnerung gebracht, daß Zeitkarten, die im Besi Unberech jedoch Wald durch einen von ihm veröffentlichten Artikel in der Aus dem Mitgliederkreise der Orts- Krankenkasse für den Gewerbe- tigter betroffen werden, unnachsichtlich zur Einziehung dem Mitgliederfreife der Drts- Kran Gewerbe- f betrieb der Kaufleute 2c. erhalten wir folgende Mitteilung: Eine langen. Die rechtmäßigen Inhaber haben keinen Entschädigungs- wurden zu je 15 Mark Geldstrafe verurteilt. Hoffentlich bringt " Einigkeit" der Beleidigung schuldig gemacht. Alle drei Personen gemischte Gesellschaft hat sich unter antisemitischer Führung anspruch, auch werden ihnen für die Zukunft Zeitfarten nicht mehr diese für die Arbeiterschaft beschämende Angelegenheit die feindlichen zusammengefunden, um die Vertreter der organisierten Arbeiterschaft verabfolgt werden. Diese Verfügung wird jezt zur strengen Durch diese für die Arbeiterschaft beschämende Angelegenheit die seindlichen aus der Verwaltung unsrer Orts- Krankenkasse zu verdrängen. führung gelangen, um den angeblichen Betrügereien, die durch das gewerkschaftlichen Parteien endlich zu der Einsicht, daß mit dem Medizinwuchernde Apotheker haben sich in trauter Harmonie mit dem Verleihen von Monatsfarten ausgeübt werden, entgegenzutreten. gegenseitigen Stampf, namentlich wenn er mit so häßlichen Mitteln Verein Berliner Hausdiener, dem Hilfsverein für weibliche An- Diese Verfügung wird nicht Platz greifen, wenn dem rechtmäßigen geübt wird, nur den Feinden der Arbeiterschaft gedient ist. gestellte, dem Verein der Kassenboten und dem der Leder- Hausdiener Besizer die Karte gestohlen oder verloren gegangen ist, und er von Die Rechtsgültigkeit einer ortspolizeilichen Anordnung, die zu diesem edlen Zweck in die Gefolgschaft der antisemitischen der Thatsache die Verkehrskontrolle der Großen Berliner Straßen zur Bekämpfung einer ansteckenden Krankheit erHandlungsgehilfen begeben. Durch die Verbindung der kassen- bahn- Gesellschaft sofort verständigt hat. Die Zeitkarte wird auch un- gangen ist, stand bei einem Strafverfahren in Frage, das gegen feindlichen Apotheker mit jenen socialpolitisch rückständigsten Elementen gültig, wenn die eigenhändige Namensunterschrift und Wohnungs- 14 Personen aus Altdamm eingeleitet worden war. In Altdamm der Arbeiterschaft ist der Zweck dieser arbeiterfeindlichen Gesellschaft angabe fehlt oder nicht mit Tinte eingetragen ist. hatten sich 1901 die Typhusfälle gehäuft. Nachdem die Polizeigekennzeichnet. Am 8. Dezember, dem Tage der Delegiertenwahlen verwaltung festgestellt hatte, daß der durch die Stadt fließende Plönezu dieser Kasse, wird diesen Elementen durch die organisierte entstanden durch Gasausströmung, wurde am Mittwochabend um Die Bielseitigkeit der Feuerwehr. Wegen einer Gaserplosion, fanal Strankheitsteime enthalte, verbot sie das Wäschespülen im Arbeiterschaft die Luft an derartigen Versuchen für alle Zeit gründlich 10 Uhr die Feuerwehr nach der Stechbahn 5( Rotes Schloß) gerufen. Kanal, die Entnahme von Wasser daraus und jede andre Berührung des Wassers. Hiergegen hatten sich die Angeklagten bergangen. Die Gefahr konnte schnell beseitigt werden. Leider find bei der Das Landgericht als Berufungsinstanz sprach sie indessen frei und Bom Kampfe gegen den Straßenhandel. Der Drudschriften- Explosion zwei Personen zu Schaden gekommen. Die Ursache der erklärte die Verordnung schon deshalb für ungültig, weil nach seiner handel auf der Straße wird den armen Leuten, die sich damit Explosion ist auf Unvorsichtigkeit zurückzuführen. Zwei Stunden Meinung derartige Verordnungen nur der Regierungs- Präsident, ein paar Groschen verdienen wollen, schon heute, ohne daß die Ein- später wurde die Feuerwehr aus gleicher Veranlassung nach der Meinung derartige Verordnungen nur der Regierungs- Präsident, nicht aber eine öiche Polizeiverwaltung erlassen könne. schränkung des Straßenhandels zur Wirklichkeit geworden ist, ganz Graunstraße 13 gerufen. Dort war ein Gasrohr undicht geworden. Stammergericht gab jedoch der Revision der Staatsanwaltschaft statt, außerordentlich erschwert. Es vergeht kaum ein Tag, wo nicht irgend Bum Glück war man aber vorsichtig und zündete kein Licht an, hob das Landgerichtsurteil auf und verwies die Sache mit folgender eine Druckschrift für den Straßenhandel verboten wird. Am wodurch eine Explosion vermieden wurde. Um Mitternacht Begründung an das Landgericht zu nochmaliger Verhandlung zurüd: 28. November wurde das„ Kleine Wisblatt"" des wurde die zweite Compagnie der Köpnicker Brücke Verbots betroffen, am 1. Dezember die Druckschrift am gerufen, wo ein Guno Im Gegensatz zum Landgericht nehme das Kammergericht an, dem Eise des Luifendaß die Orts polizeibehörden alle Maßregeln zu treffen hätten, die selben Tage die Polizeinummer des„ Simplicissimus" und am fanals zu verenden drohte. Die Feuermänner holten das erstarrte 3. Dezember der„ Satyr". Wie mag das erst werden, wenn der Tier gesund heraus. Nachts um 1 Uhr erfolgte ein Alarm nach der auf die Verhinderung oder Bekämpfung oder Beschränkung einer Polizei in diesem Punkte noch mehr Macht gegeben ist? Die Tiedtstr. 22. Dort war eine Frau im Begriff aus dem Fenster einer Krankheit innerhalb eines einzelnen Ortes gerichtet sind und nur die Händler und Händlerinnen wehren sich nach Kräften gegen die Wohnung zu ſpringen. Es gelang die Frau zu erfassen, nach bevor done beffen dieſes Orte berühren. Deshalb sei die Polizeiverwaltung zuständig gewesen. Es handle Einführung der neuen Verordnung, durch welche der Straßen- sie den Sprung aus dem Fenster des 3. Geschosses ausführen konnte. sich aber auch um eine zulässige Maßregel. Die Kabinetts handel unmöglich gemacht werden soll. Sie halten heute abend Die Frau wurde dann in fichere Obhut gegeben. Früh mußte in order vom 8. Auguſt 1835( Seuchen- Verordnung) bestimme, daß bei 9 Uhr im Englischen Garten, Meranderſtr. 27c, eine Verfamm- der Leipzigerstr. 87 ein großer Kellerbrand gelöscht werden. Ferner Bekämpfung ansteckender Krankheiten besonders für größte Reinordnung steht und haben zu dieser Versammlung auch die Engrossisten eines Wohnungsbrandes zu thun. In der Kaiser Wilhelmstr. 19 kanals durch Krankheitskeime verunreinigt war, dann hätten die Beeingeladen. brannten Kisten u. a. in einer Durchfahrt. Dieser Brand wird auf rührung und Benutzung desselben in der von der Polizeiverwaltung Brandstiftung zurückgeführt. geübten Weise verboten werden können. Die Zurückverweisung an Selbstmord eines Künstlers. Aus Liebesgram erschoß sich gestern das Landgericht sei notwendig, damit es feststelle, ob die Angeklagten der 31 Jahre alte Kunstmaler Johannes Heise, der von Eisenach das Verbot wissentlich übertreten hätten. nach Berlin tam und seit dem 1. April d. J. in dem Hause Magde- Unvorsichtiges Umgehen mit einer Schußwaffe hat einen recht 1. Es ist unwahr, daß ich den Natsteller besuchen wollte und burgerstraße 22 seine Wohnung und Kunstwerkstatt hatte. Heise er- betrübenden Unglücksfall verursacht, der gestern die Strafkammer des bet Wahrnehmung der bewußten Mönchsfiguren eilends zum zählte wiederholt, daß er mit einer früheren Schülerin, Fräulein Landgerichts II beschäftigte. Wegen fahrlässiger Körperverlegung Gemeindevorsteher gelaufen bin, diesen zur Stede zu stellen. Viel- v. Schönfeld aus Eisenach, verlobt sei und daß im nächsten Januar und Ülebertretung des§ 367, 8( unbefugtes Schießen) hatte sich der mehr lenkte ich bei einer gelegentlichen freundschaftlichen Unterhaltung die Hochzeit mit der 22jährigen jungen Dame stattfinden werde. Bäckermeister Richand Bohin aus Hammer zu verantworten. Der jeine Aufmerfamkeit auf 13nterhavany, In ver legten Zeit, aber flagte et, daß fich ber heirat Schwierig Angellagte hatte viel in Pranienburg zu thun und trug, da er daß ich dem„ berdußzten Gemeindevorsteher entgegengedonnert habe keiten in den Weg stellten, ohne zu sagen, von welcher Seite sie be- einmal auf spätem Heimwege von zwei Strolchen angefallen Nehmt doch die Fragen Eurer protestantischen Pfaffen und schmückt damit reitet würden. Als gestern morgen die Aufwärterin fam, um die worden war, einen Revolver älterer Konstruktion bei sich. Eure Kneipräume." 3. Es ist unwahr, daß der Rosenkranz- war ein Wohnung aufzuräumen, fand fie Heise in feinem Schlafzimmer tot am 8. Juli nahm er den Revolver, der nicht mehr ordentlich Abtkreuz mit Stette- ohne Vorwiffen der Baukommission weg- auf dem Fußboden liegen. Er hatte sich durch einen Revolver funktionierte, auseinander, ölte ihn und begab sich dann gegen gemeißelt wurde, da der Baumeister dies mit Herren der Kommission schuß in die rechte Schläfe getötet, die Waffe lag neben der Leiche. Abend auf ein etwa 100 Schritte vom Dorfe entfernt bereinbart hatte. 4. Es ist unwahr, daß diese Wegmeißelung mich anreizte, noch mehr zu fordern. Ich trat von vornherein fernung oder unanstößige Aenderung der Figuren ein. a Wege zur Arbeit von einem Schlächterwagen überfahren worden. hörte er den furzen Aufschrei eines Kindes, legte diesem aber feine Mit dieser von Herrn Novack als Berichtigung aufgefaßten Zu- Die Zeugen dieses Vorfalles werden dringend gebeten, sich bei Zill- weitere Bedeutung bei. Bei seiner Rückkehr ins Dorf wurde schrift bestätigt dieser geistliche Herr, daß er an den Gemeindevorstehermann, Graunstr. 30, linker Seitenflügel 2 Treppen zu melden. ihm mitgeteilt, daß er dem achtjährigen Sohn des verstorbenen das Anfinnen gerichtet hat, er folle dem Klerikalismus zu Gefallen Acerbürgers Frank das linke Auge ausgeschosssen habe. den künstlerischen Schmuck im Ratskeller vernichten oder verstümmeln Durch einen Sturz in den Keller verunglückte gestern nachmittag Der Junge hatte in jenem Roggenfelde Gras geschnitten und ist laffen. Hierbei ist es sehr nebensächlich, ob Herr Novad dies An- der 24 Jahre alte Mitfahrer Hermann Fahr aus der Bergschloß durch das vom Angeklagten abgefeuerte Geschoß getroffen worden. sinnen gestelt hat nach dem von uns erwähnten Besuch im Rats- Brauerei. Der junge Mann wollte bei dem Schankwirt Vogel in der Er wurde sofort nach Berlin in die Augenklinik des Dr. Schulz feller oder vorher, denn das eine darf man diesem Herrn wohl zu Wrangelstr. 78 ein Faß Bier in den Keller schaffen, trat hierbei fehl, gebracht und hier zeigte es fich, daß das Auge völlig ver= trauen, daß er sich die Bildwerke wenigstens angesehen hat, bevor ftürzte acht Stufen hinunter und zog sich außer inneren Verlegungen loren war. Dem bedauernswerten Knaben hat ein Glaser die Ausrottung dieser kezerischen Produkte zu bewirken suchte. einen Oberschenkelbruch zu. Der Verunglückte wurde mit einer auge eingefekt werden müssen. Nach der Kugel ist mit Im übrigen meinen wir, daß es durchaus nicht Sache des Geistlichen Droschte nach der Rettungswache am Görlizer Bahnhof und von Röntgenstrahlen gesucht worden, wahnhof un man hat sie aber nicht ist zu sagen, was die Baukommission in der Angelegenheit gethan dort nach dem Krankenhaus am Urban gebracht. gefunden und es ist anzunehmen, daß sie noch im Kopfe des hat; weiter aber liegt ein bedenklicher Widerspruch in der Behaup Das Polizeipräsidium teilt mit: Der am 28. v. M. in der Knaben stedt. Die Mutter des letzteren hat gegen den Angeklagten tung, daß er nicht mehr gefordert habe, als leider schon geschehen Charité verstorbene unbekannte Mann war bekleidet: mit dunkel- eine Entschädigungsklage in beträchtlicher Höhe angeſtrengt.- Da ist und doch die Figuren völlig entfernt ſehen wollte. Hoffentlich blauem Winterüberzieher, graubraun melierter Tuchhofe, schwarzen dem Angeflagten zweifellos eine Fahrlässigkeit zur Last fällt, so bewird Herrn Novack in der zuständigen Gemeinderatssitzung flar ge- Kammgarnhofen und Weste, blauer Barchend- Unterjace, gelben baum- antragte der Staatsanwalt eine Geldstrafe von 300 M. Der Ges macht, daß ihn als Geistlichen der Künstlerische Schmud des Rats- wollenen Strümpfen, Schnürstiefel, rosa gestreiftem Barchendhemb, rotes richtshof erkannte auf nur 50 M. Geldstrafe event. 10 Tage Ge tellers gar nichts angeht. Taschentuch ohne Zeichen, graue Pulswärmer, dunkelblaue Schirm- fängnis. von delirt", ame Klerikaler Vandalismus. Der Herr Kuratus Georg Novac in Pankow sendet uns unter Berufung auf das Preßgesetz eine Berichtigung zu, in der er den Inhalt unfrer Mitteilungen vom Sonnabend bestätigt. Die Zuschrift lautet: Altdamm Dort Zengen gesucht. Am Montag dieser Woche, gegen 7 Uhr morgens, liegendes Roggenfeld, um die Schußwaffe auszuprobieren. erein für Ent- ist an der Ecke der Acker- und Elsasserstraße ein Arbeiter auf dem gab er zwei Schüsse ab. Unmittelbar nach dem zweiten Schuffe Zug Der Winter. Die anhaltende empfindliche Kälte beginnt sich müße und rotgelben Lederriemen. jekt auch im Eisenbahnverkehr bemerkbar zu machen. Mitteilungen über die Person des Verstorbenen werden zu verspätungen werden immer häufiger, da die Glätte der Schienen Nr. 8252 IV/ 27. 02 auf Zimmer 329 des Polizeipräsidiums entgegen die Fahrt und die große Kälte die Heizung erschwert. Ein andrer genommen. Uebelstand ist der, daß die Abteilthüren zufrieren, weil die Heizung unten in den Wagen liegt. Hiervon werden namentlich die Züge nicht öffnen konnten. Aus den Nachbarorten. 192281 min Vermischtes.12 Zur Bochumer Brandkatastrophe. Wie amtlich mitgeteilt wird, find bei dem Brandumglück in der Konditorei von Köfter 7 Personen umgekommen; 2 Personen, die als tot bezeichnet wurden, im Osten betroffen. Bei denen, die morgens von dort hier an Waidmannslust. Sonntagnachmittag 4 Uhr findet bei A. Kuhn sind gerettet worden. Das Befinden der im Krankenhause unterkommen, figen die Thüren so fest, daß man schon eine beträchtliche eine außerordentliche Generalversammlung des Wahlvereins statt. gebrachten Verlegten ist befriedigend. Wie die„ Bochumer Zeitung" Straft aufwenden muß, um sie zu öffnen. In Dirschau mußte Das Erscheinen jedes Mitgliedes ist notwendig. mitteilt, ist Regierungspräsident Dr. Renders aus Arnsberg behufs gestern morgen ein Zugführer noch einmal halten lassen, weil einige Fahrgäste, die im letzten Augenblick einsteigen wollten, überhaupt Aus Schöneberg. Die Eröffnung des neuen Hauptpostamts, Feststellungen über das genannte Brandunglüd hier eingetroffen. Hauptstr. 26, findet am Sonntag, den 7. Dezember, statt. Der Explosion. Auf dem Dampfer, Progreso", welcher auf der Werft bisher in der Herbertstraße stattgehabte Gesamtverkehr wird von der Eisenwerke zu Harborvietv liegt, explodierte ein Delbehälter. Eine merkwürdige Brandstiftung beschäftigt seit Mittwochabend genanntem Tage ab in den neuen Räumen bewerkstelligt. Das 11 Mann der Besazung werden vermißt; die übrigen sollen ums die Charlottenburger Kriminalpolizei. Das Dienstmädchen Johanna Schicksal des alten Botanischen Gartens ist zwar noch Leben gekommen sein. Der Schaden wird auf 200 000 Dollar ge= Kolbe eines Ehepaars Goldberger aus der Wormserstr. 2 wurde nicht endgültig entschieden, indessen schwindet die Hoffnung, ihn als fchäßt. Mittwochabend um 6 Uhr von einem Offiziersburschen, den ihr öffentliche Bartanlage au erhalten, immer mehr. Dem Ausschuß Geftrandet. Laut telepraphischer Nachricht des Kapitäns Mehlis Hilfegefchrei herbeirief, an einen Stuhl gebunden in der Wohnung für die Erhaltung des Botanischen Gartens ist jest auf aus Swinemünde ist der zu der hiesigen Reederei Kunstmann gehörige vorgefunden. Ihre Kleider waren mit Betroleum geträuft, ebenso feinerbit 19 Immediat Eingabe eine ablehnende Sntivort zu Dampfer Germania" auf der Reise von Swinemünde nach New die Möbel, die in allen vier Zimmern brannten. Die Feuerwehr gegangen. Eine Barzellierung des großen Terrains zu Castle an der schottischen Küste unweit Aberdeen bei starkem Orlan Löschte den Brand. Die Behältnisse schienen sämtlich erbrochen und Spekulationszweden dürfte jedenfalls in gesundheitlicher Be- gestrandet. Die ganze aus 25 Personen bestehende Befaßung hat durchwühlt zu sein. Das Mädchen behauptet, zwei feingekleidete ziehung und im Interesse des ganzen Viertels sehr zu bedauern fich in ihren eignen Booten gerettet und ist in Aberdeen. gelandet. Männer hätten sich um 5 Uhr unter einem Vorwande Einlaß ver- fein. Aber auch der Fistus wird mit seinen früheren Miquelichen Nach einer Meldung des„ Reuterschen Bureaus" hatte das Schiff die fchafft, Geld gesucht und alles in Brand gesteckt, da sie nichts ge- Bedingungen bedeutend heruntergehen müssen. Die Regulierung Schraube verloren und war von einem Fischdampfer in Schlepp ge funden hätten. Sie selbst sei von den Einbrechern unter Drohungen und Neupflasterung der Sedanstraße, die bekanntlich bisher an dem nommen worden. Am Mittwoch riß das Tau, und die„ Germania" an den Stuhl gefesselt worden. Eigenfinn einiger Vorgärtenbefizer scheiterte, wird voraussichtlich geriet auf den Strand. Witterunasübersicht vom 4. Dezember 1902, morgens 8 Uhr. Diese Geschichte stellte sich bald als unwahr heraus und es doch noch im nächsten Jahre erfolgen können. Mit Ausnahme ergab sich, daß das Dienstmädchen selbst die Brandstiftung begangen eines Anliegers haben sich jetzt alle in Betracht kommenden Eigenhatte. Die Eheleute Goldberger, die durch den Brand einen be- timer bereit erklärt, das zur Regulierung erforderliche Terrain trächtlichen Schaden erleiden, weil sie die neue Einrichtung noch herzugeben und aufzulassen. Der Pflasterungsplan könnte somit nicht versichert hatten, sind erst seit fünf Wochen verheiratet. Die noch in den nächsten Etat eingestellt werden, sobald der letzte Wider- Stationen junge Frau brachte die ihr bekannte 21 Jahre Johanna Stolbe aus stand aus dem Kreise der Anlieger beseitigt ist. Offenbach am Main als Dienstmädchen mit. Diesem gefiel es in da zu Berlin und Charlottenburg. nicht, amal ba es häufig allein munden Gerichts- Zeitung. Hause bleiben mußte. Johanna Kolbe sehnte sich nach der Heimat, wo sie einen Schaz und ein Kind hat. Ihre Sehnsucht wurde Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Wetter Temp. n. 6. 5ºC. 4° R. Stationen 90201.95 BarometerWindrichtung Windstärke -6 Haparanda 781 Still Wetter 2011 Temp. n. E. 21 -14 7 Swinemde. 771 DSD 5 bedeďt hetter 2 bedeckt Hamburg 773 NND 1Schnee 5 Petersburg 781 28 Berlin 771 ND 3h. bed.- 10 Cort 773 GGD 4 bedeckt noch stärker, als fürzlich ihr Vater, ein Monteur einer Woll- Lokal und Central. Sehr häßliche Erscheinungen deckte eine Frantf./. 768 ND 5beiter-8Aberdeen fabrit, plöglich ein wohlhabender Mann wurde, indem er in der Privatklage auf, die am Mittwoch vor dem Schöffengericht zu München 761 NNA 3Schnee-7 Paris 771 9245lb. beb.5 Hessischen Landeslotterie 25 000 Mart als Anteil vom großen Lose Spandau berhandelt wurde. Dort referierte am 8. Juni in einer Wien 766 RNB 3bedeckt gewann. Da die Herrschaft sie jedoch vor Ablauf des halbjährigen von dem Vorsitzenden der dortigen lokalorganisierten Maurer Herri Welter- Prognose für Freitag, den 5. Dezember 1902. Vertrages nicht wollte ziehen lassen, so verfiel sie schließlich auf den Robert 2 alb einberufenen Versammlung der gleichfalls der Ver- Vielfach heiter bei strengem Frost und ziemlich scharfen nordöstlichen Gedanken, sich einen Grund für die vorzeitige Aufgabe des Dienstes trauensmänner- Centralisation angehörige Maurer Gehl aus Berlin. Binden; keine oder unerhebliche Niederschläge. zu verschaffen. Als die Herrschaft am Mittwochabend um 4% Uhr als der Referent der größtenteils von Mitgliedern des CentralBerliner Wetterbureau. Weihnachts- Vortheil! gexe 5 Mark ¼ Dutzend Visites Wir geben bei einem Gesammt- Einkauf von 15 Mark 10 Mark ½ Dutzend Visites ¼ Dutzend Cabinet genereeexe 20 Mark 14 Dutzend Makart Photographie- Bons gratis. Billigster und bester Crême! 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Strafkammer des Landgerichts I( Vorsitzender Landgerichts- Direktor Müller) an. Wie bekannt, wurde von der in voriger Woche stattgefundenen Hauptverhandlung der Anklagepunkt, bei dem es sich um Beleidigung der Nichter der 2. Straffammer des Landgerichts I handelt, abgezeigt. Die Anklage beruht hauptsächlich auf dem vom Angeklagten Grafen Bückler als unzutreffend bezeichneten Bericht des Journalisten Schweder über die in Frage kommende Büdler- Versammlung vom 9. November v. J. Zu dem gestrigen Termin waren mehrere Zeugen neu geladen, darunter die Reichstags- Abgeordneten Liebermann b. Sonnenberg und Kaplan Dasbach. die Chefredat teure Vollrath und ten Brink, der Landrichter Hofmann aus Stargard i. P., der Stenograph Ritter u. a. Die Anklage vertritt Staatsanwaltschafts- Rat Schmidt, die Verteidigung führt Rechtsanwalt Ulrich. Die Rede des Angeklagten war in einer Versammlung gehalten worden, die am 9. November v. J. in den " Konkordiasälen" stattgefunden hatte. Nach dem vorliegenden Zeitungsbericht soll Graf Püdler in jener Rede zunächst über das gegen ihn ergangene Erkenntnis des Dresdener Gerichts gescherzt und sich alsdann über die Berliner Gerichtsverhandlung folgendermaßen geäußert haben:" Sie war öde und langweilig, wie zum verzweifeln. Der Präsident schnauzte mich jleich an, sowie die Verhandlung losjejangen war, bloß weil ich den Zeugen Polizeilieutenant b. an den mit den Worten, aber verehrter Herr Lieutenant!" anjesprochen hätte. Na, wie sollte ich denn sagen? Sollte id etwa zu ihm sagen:„ Mein lieber, geehrtester Herr!" oder„ Mein sehr lieber, guter, bester, hochberehrtester Herr?"( Stürm. Heiter šeit.) Ich kann das doch nicht wissen, und so fluchte und wetterte dann der Vorsitzende in einem fort und schließlich wurde mir sogar das Wort entzogen. ( Hört! Hört!) Sie hielten mir vor, daß es doch bedauerlich iväre, daß ein Mann von aristokratischem Namen so zum Demagogen würde. Aber ich sagte: Wir brauchen die aristofratischen Herren höchst notwendig, damit sie hinuntersteigen und die Maſſen wieder sammeln. Wenn das demagogisch ist, so will ich es gern sein. Wer soll das Volt denn sonst wieder patriotisch und vaterLandsliebend machen?( Beifall.) Aber trotzdem haben sie mich verurteilt. Na, ich werde mich ja nicht dabei beruhigen. Diese Handlungsweise gegenüber einem Aristokraten und Patrioten ist einfach unerhört und ich erkläre das Urteil einfach für inforrett und unstatt haft und werde mich an geeigneter Stelle über die mir zu teil gewordene Behandlung energisch beschweren. Wie man mit mir um gegangen, das ist einfach doll und die janze Verhandlung machte einen tläglichen und jammervollen Eindrud. Die wissen ja nicht mal, wie sie die Leute behandeln sollen. Ich verLange als preußischer Rittergutsbesitzer, Graf und Patriot Respett und Achtung und der Deubel soll mir den holen, der mir diese Achtung nicht entjejenbringt( Stürmischer Beifall). Sum Donnerwetter, der preußische Adel hat doch noch seine Verdienste. Unfre Väter haben die Rejimenter angeführt, die uns det Vaterland jeschaffen haben in blutigen Striejen, und da können wir woll berlangen, das sowas anerkannt wird, noch dazu von einem preußischen Gerichtshofe, und wenn unfereiner dann auch auf der Antlagebant fibt, so soll man ihn doch respektieren und so behandeln, wie es einem zukommt.( Lebhafter Beifall.) Aber, wie jefagt, nun ist es jenug! Ich bin jetzt von den Behörden jenug jeschunden worden, schifaniert und jefchunden mehr wie zu viel. Ich stehe jezt auf dem Standpunkte, daß man unsern Behörden und namentlich den Herren am jrünen Tisch energisch und barbarisch die Wahrheit geigen muß, so geigen, Freitag, 5. Dezember 1902. Bezüglich des Berichtes über die Versammlung vom 11. No- folgedessen in ihrem Verdienst gegen früher erheblich zurückblieben, vember erklärt der Zeuge Schweder, daß er denselben weil sie jene sozusagen mit zu ernähren hatten. Auch die Behandlung der Arbeiter hat sich um nichts gebessert. Preisdifferenzen außerordentlich vorsichtig abgefaßt Zeuge habe, da es ihm von Anfang an nicht zweifelhaft erschien, daß diese mit den Meistern sind nach wie vor an der Tagesordnung, und beRede noch ein gerichtliches Nachspiel haben werde. Er habe des fonders ist es ein Obermeister, der sich früher als ultraradikaler halb sehr genau aufgepaßt und stehe dafür ein, daß speciell die Socialdemokrat aufspielte, der jetzt stets das Wort auf den Lippen Kraftstellen wörtlich wiedergegeben seien. Da, wo ihm in seinen hat: em es nicht paßt, der kann gehen." Gerade dieſes furzen Notizen die Verbindung fehlte, habe er sie aus seinem sehr bildete seiner Zeit vor dem Einigungsamte den Gegenstand langer herrische, dünkelhafte Benehmen der Meister gegen die Arbeiter guten Gedächtnis ergänzt. Der Vorsitzende geht mit dem Beugen bildete seiner Zeit vor dem Einigungsamte den Gegenstand langer sehr eingehend alle einzelnen Punkte seines Berichtes durch und Borsig: Er wünsche, daß bei etwaigen Preisdifferenzen die Meister Auseinandersehungen. Damals erklärte Herr Sommerzienrat fucht festzustellen, in wieweit er für die Richtigkeit seiner Darstellung mit den Arbeitern durchaus sachlich und vernünftig verhandeln eintreten könne und wolle. Zeuge Schiveder bleibt dabei, daß er sollten. In solchen Fällen seien die Arbeiter weniger als Unterin keiner Weise tendenziös berichtet habe und daß er insbesondere gebene, denn als mitratende Fachmänner zu betrachten. die von ihm mitgeteilten Kraftstellen, die auf die Richter in Moabit gebene, denn als mitratende Fachmänner zu betrachten. As Bezug gehabt hätten, wörtlich wiedergegeben habe. Scheffler darauf die Bemerkung machte, er zweifle nicht an den Polizeilieutenant Schirmer hat die Versammlung vom 11. No- Worten des Herrn Borsig, wohl aber an deren Befolgung seitens bember überwacht, im Verlaufe derselben den Redner unterbrochen seiner Beamten, da rief Herr Borsig erregt aus:" Noch bin ich und ihn ermahnt, eine andre Tonart anzuschlagen, und schließlich Chef der Firma und möchte es feinem meiner Beamten raten, die Versammlung aufgelöst. Nach den Notizen dieses Zeugen hat trotzdem einfach was sie wollen. Hier noch ein drastischer Beweis gegen meine Anordnungen zu handeln." Die Meister aber machen der Angellagte allerdings verschiedene der Ausdrücke gebraucht, die dafür aus der Gießerei: Ein Former hatte auf dirette Anordnung der Zeitungsbericht wiedergegeben; der Zeuge ist auch nicht zweifel- feines Meisters einen Guß ausgeführt, obwohl er auf das Unzwed haft darüber, daß einige der krassen Ausdrücke sich auf diejenigen mäßige der Arbeit hingewiesn hatte. Wie der Former voraussah, Richter bezogen haben, die ihn hier in Berlin verurteilt haben. Der wurde die Arbeit Ausschuß. Da die Schuld hieran lediglich den Bericht, den er über die Versammlung am nächsten Tage in den Meister traf, so wollte sich der Former die Arbeit auch bezahlen Beitungen gelesen, habe nach seiner Ansicht die Aeußerungen des lassen. Der Meister jedoch verweigerte nicht nur die Bezahlung, Grafen Püdler sondern gab noch obendrein dem Mann die Entlassung. Direktor fast wörtlich wiedergegeben. Dorn, dem die Sache vorgetragen wurde, bestimmte nun: der Schutzmann Fischer, der dem Polizeilieutenant Schirmer Mann wird nicht entlassen. bei der Ueberwachung beigegeben war, bestätigt dies. Auch er habe seinen Platz gestellt, doch bekommt er von seinem Meister entiveder Er wurde denn auch wieder auf den Bericht für fast wörtlich getreu erachtet. Zeuge Journalist gar keine oder nur die schlechteste Arbeit zugewiesen, so daß er nichts Meiberg hat der Pückler- Versammlung als Beauftragter des mehr verdient. Ein andrer Arbeiter ist entlassen worden, weil er Lokal- Anzeigers" beigewohnt und weiß, daß der in den Zeitungen Arbeitswillige belästigt haben foll, was er jedoch entschieden bes veröffentlichte Bericht den wirklichen Vorgängen entsprochen habe. ftreitet. Geprüft ist die Angelegenheit nur ganz oberflächlich. Der Dem ganzen Zusammenhange nach habe es gar nicht zweifelhaft Direktor meinte nämlich kurz und bündig, er glaube den Arbeitsfein können, daß sich die im Bericht hervorgehobenen fraffen Aus- willigen mehr als den Streifenden. Außerdem sind noch eine Reihe brücke auf den Vorsitzenden und die Mitglieder des Berliner Ge- von Mißständen in dem Betriebe vorhanden, deren Abstellung trob richts bezogen. Landgerichts- Direktor Kaeller hat Landgerichts- Direktor aeller hat am mehrfacher Beschwerden bis jetzt nicht erfolgt ist. So fehlt es in der 9. März die Gerichtsverhandlung gegen den Angeklagten geleitet. Steffelschmiede an jeglicher ordnungsmäßigen Heizung. Die notEr habe durchaus nicht das Gefühl, daß er den letzteren besonders wendigste Wärme wird durch circa 20 Coatsförbe erzeugt, schroff behandelt habe. Allerdings habe er den Angeklagten in die bei deren gesundheitsschädlichem Dunst die Leute arbeiten müssen. Schranken zurückgewiesen, als dieser dem als Zeugen vernommenen Für den Abzug der Dunstmasse wird selbst während der Nacht nicht Polizeilieutenant v. Sanden entgegentrat und dabei ihn mit den gesorgt, weil bei der herrschenden Kälte sonst die Maschinen einWorten mein lieber Herr" anredete. Schließlich habe er ihm ins frieren und deshalb auch des Nachts geheizt wird. Aehnlich ist es Wort fallen müssen. Der Angeklagte habe nämlich gesagt:" Die auch in der Kupferschmiede, der Hammerschmiede und der mechanischen ganze antisemische Welt blickt in dieser Stunde auf Sie. Das ganze Werkstatt bestellt. Eine merkliche Verbesserung ist nur in der Liefe= deutsche Volt steht hinter mir, Sie können mich verurteilen, meinen rung der Werkzeuge eingetreten. heiligen Zorn fönnen Sie mir aber nicht nehmen usw. usw." Bei diesen Redewendungen habe er den Angeklagten unterbrochen und ihm gesagt, daß der Gerichtssaal nicht der passende Ort zu solchen Tiraden sei. Landgerichtsrat 3ie hm bestätigt dies. Der Angeflagte habe mehrfach in unangenehmer Weise in die Verhandlung In der Humanistischen Gemeinde, Niederwallstr. 12, in der Aula eingegriffen und Landgerichts- Direktor sa eller habe ihn in der Friedrich- erderschen Ober- Realschule hält am Sonntagvormittag seine Schranken zurückgewiesen. Das sei nicht in schroffer Weise 10% Uhr Herr Dr. Rudolf Benzig einen Vortrag über: Das Versteckspielen geschehen und durchaus berechtigt gewesen, namentlich als der An- der Naturwesen." Damen und Herren haben freien Zutritt. geklagte zum Schluß in der geschilderten Weise zum Fenster hinaussprach. Als Zeuge wird noch Landrichter Hofmann ganz Die Versammlung, in der mehrere Borsigsche Buchhalter eifrigst Notizen machten, begleitete die Klarlegung der verschiedenen Uebelstände mit sehr lebhaften Zustimmungskundgebungen. VorwärtsBuchhandlung Billige 233/8 Klaffikeransgaben: aus Stargard i. B. vernommen, der sich selbst zum Zeugnis angeboten hat. Er behauptet, daß Schweder über Parteitage der deutsch- socialen Reform- Partei in Nordhausen und Kassel, denen er( Zeuge) selbst beigewohnt, oberflächlich und unzuverlässig berichtet habe. Das Zeugnis ist ohne großen Belang, benn einerseits kann ber Zeugen bestimmte Unrichtigkeiten der Berichte nicht mehr angeben, anderseits baß die Kerle auf den Rücken fallen. steht nicht fest, ob die betreffenden Berichte von den Redaktionen ge- Lindenstrasse No. 69. ( Selterkeit und Beifall.) Nich wahr, das wäre ein famoser Anblick, türzt worden sind. Der Gerichtshof beschließt hierauf, von weiterer wenn die Leute da in Moabit unter dem Tisch lägen und ich Beweisaufnahme Abstand zu nehmen. Staatanwaltschafts- Rat stola wie ein Spanier den Saal verließe?( Donnernde Heiterkeit.)" Schmidt beantragte 2 Monate Gefängnis und PublikationsDer Angeklagte bestreitet, sich in dieser Weise geäußert zu haben befugnis für die Beleidigten. Der Verteidiger Rechtsanwalt und behauptet, daß der Bericht pikant und tendenziös aufgebauscht u Ir ich meinte, schlimmsten Falles handle es sich nur um eine Wortsei. Er habe nur gesagt, daß er auch auf der Anklagebant ein beleidigung, die nur eine gelinde Geldstrafe erheischen würde. Gentleman bleibe und verlangen müsse, daß er als solcher behandelt Angeklagter Graf Büdler versichert zum Schluß nochmals, daß er Bürger, in Leinen, in Halbleder, Er habe in der Versammlung allerdings fich darüber bes feine beschimpfenden Ausdrücke gegen das Berliner Gericht gebraucht, Börne, in Leinen, schwert, daß ihn der Vorsitzende wiederholt recht schroff behandelt sondern nur im allgemeinen von den Behörden gesprochen habe. Er in Halbleder, habe, bestreitet aber, die Aeußerungen so gethan zu haben, wie sie habe nur den ernsten und aufrichtigen Willen, dem deutschen Wolfe Chamisso, in Leinen, 1 Band 1,75 ihm der Berichterstatter in den Mund gelegt. Er wisse genau, daß zu helfen. in Halbleder, Eichendorff, in Leinen, 2 Bände 3,50 er durchaus nicht speciell auf Moabit hingewiesen, sondern von den Gaudy, in Leinen, 1 Band 1,50 Behörden im allgemeinen gesprochen habe; er habe dabei in erster werde es sich bald zeigen, wer in diesem Kampfe im Recht oder im Goethe, in Leinen, 4 Bände 6, Reihe auch an die Anklagebehörden gedacht, die oft auf jüdische Unrecht gewesen ist! Er bitte um seine Freisprechung. 6 Da die ReichsDenunziationen hin so leicht gegen ihn vorgehen. in Halbleder, 6 tags- Abgeordneten Liebermann v. Sonnenberg und Dasbach um baldige Vernehmung bitten, da die augenblickliche Lage im Reichstage ihre Anwesenheit daselbst durchaus verlange, so beschließt der Gerichtshof, diese beiden Herren zunächst zu vernehmen. werde. Vor Gottes Thron " 1 Band 1,75 2,70 3 Bände 6, 9,50 Sebbel, in Leinen, Seine, in Leinen, Soffmann, in Leinen, 4 in Halbleber, 4 leift, in Leinen, Körner, in Leinen, 2,70 Allen Freunden und Bekannten bie traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Amalie Radzey geb. Venohr am Mittwoch, den 3. Dezember, abends 7 Uhr nach langen, schweren Leiden sanft entschlafen ist. Dies zeigt tiefbetrübt an der trauernde Ehegatte 8605 August Nadzey nebst Sohn, zugleich im Namen der übrigen Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 7. Dezember, nachmittags 3 Uhr von der Leichenhalle des St. Simeons- Kirchhofs am Mariendorfer Weg aus statt. Kranzspenden bei der Beerdigung Für die zahlreiche Beteiligung und meines lieben Mannes und Baters Adolf Franke sagen wir unsern herzlichsten Dant. 8596 Frau Franke nebst Tochter. Jeben Freitagmittag Frifche Blutu.Leberwurft empfiehlt 10, 15, 2 3,50 4 6, 4 6, 9,50 8, 1 Band 1,75 1 " 1,60 " 2,40 1 1,75 2,70 3 Bände 5, 7,50 6, Richard Augustin 4 Bände 10, 8 12, 3 6, Schiller, in Leinen, Shakespeare, i.Leinen, 4 Stifter, in Leinen, Uhland, in Leinen, in Halbleder, 1 4 6, 6, 4 4 9,50 6, 1 Band 1,75 Der Gerichtshof kam zu der Ueberzeugung, daß der Angeklagte fich der Beleidigung des Landgerichtsdirektors Kaeller und der Mit- Hauff, in Leinen, glieder der zweiten Straffammer des Landgerichts I schuldig gemacht habe. Die Behandlung, die der damalige Vorsitzende LandgerichtsDirektor Kaeller, dem Angeklagten habe zu Teil werden lassen, müsse Zeuge Abg. Mag Liebermann v. Sonnenberg als durchaus angemessen bezeichnet werden. Einem erregten Anbekundet: Er habe seiner Zeit angeordnet, daß der Journalist geklagten gegenüber sei ein bestimmter Ton notwendig. Der Bericht Schweder zu den Parteiversammlungen der deutsch- socialen Re- des Zeugen Schweder sei vom Gerichtshofe als zuverlässig und formpartei feinen Zutritt mehr erhalte. Auf dem Erfurter Partei zutreffend erachtet worden. Es sei nicht als festgestellt angesehen tage im Jahre 1894 habe er( Beuge) dem Journalisten Schweder, worden, daß die Bemerkung: Die Behörden laufen den Juden nach" der am Vormittag in der Versammlung nicht antefend war, den fich auf die Mitglieder der zweiten Straftammer beziehen sollte, sonst Inhalt der Verhandlung genau mitgeteilt und dabei betont, daß würde der Gerichtshof zweifellos auf eine Freiheitsstrafe erkannt in dieser Verhandlung eine Ausgleichung der Differenzen zwischen haben. Es seien aber außerdem so viele schwere Beleidigungen den beiden Gruppen der antisemitischen Bewegung angebahnt wiesen, daß der Gerichtshof auf die höchste zulässige worden sei. Zu seinem Staunen habe der Journalist Schweder dann in einer deutsch- socialen Zeitung, der Hannoverschen Post" oder für je 15 M. ein Tag Gefängnis erkannt habe. Das Urteilstückert, in Leinen, gerade das Gegenteil berichtet. Der Zeuge bekundet ferner, daß er von dem Vertretere der Leipziger Neuesten Nachrichten", Herrn sei in der Staatsbürger- Zeitung" au veröffentlichen. Dr. Liman, folgendes gehört habe: Der Journalist Schweder sei feiner Zeit in Magdeburg wegen Verbreitung einer beleidigenden Nachricht über einen Polizeikommissar verurteilt und in jenem Prozeß für unzuverlässig erklärt worden. Abg. Kaplan Dasbach " " Geldstrafe von 600 M. Verfammlungen. in Halbleder, 1 Lenan, in Leinen, in Halbleder, 1 Leffing, in Leinen, in Halbleder, 3 Ludwig, er- enter, neu'erschienene billige Bolts ausgabe, in Leinen, 2 111118120 2,70 Journaliſten Schiveder auf dem Natholilentage in Osnabrüd heftige Dreherstreits vor dem Einigungsamt getroffenen Vereinbarungen Neueste wahre billige Preise 400 St. 9. 10 wt. 200 St. 4%, u. 5 Mt. MK Speckfett 320 St. 11 t. 160 St. 5, Mr. Lindenstr. 69. Süd- Eishahn Größte Eisbahn Berlins. Urban- Strasse No. 166/67. vis- a- ivs der Franzer- Kaserne. Täglich: Grosses Militär- Konzert. Elektrische Beleuchtung bis 11 Uhr abends. Bochentags nach 8 Uhr abends Entree 30 Bf. 8226 Neue Mißstände im Betriebe der Firma Borsig wurden am Mittwoch in einer gut besuchten Versammlung der Borsigschen bekundet, daß der Berichterstatter Schweder seiner Zeit über einen Arbeiter in Tegel erörtert. Der Referent Scheffler führte aus: zwischen ihm( Zeugen) und Herrn Haubrich verhandelten Privat- Der Zweck der Versammlung sei, den Inhaber der Firma Borsig beleidigungs- Prozeß tendenziös berichtet habe. Er habe später dem öffentlich darauf aufmerksam zu machen, daß die anläßlich des Borwürfe darüber gemacht und ihn dabei mit Worten bedacht, die sowie das Versprechen, alle berechtigten Wünsche der Arbeiter wohlper Nachnahme. Herrn Schweder volles Recht zur Erhebung einer Klage gegen ihn wollend zu prüfen, von seinen Beamten nicht sinnentsprechend wirkt. Salzfetth., Faß M gegeben haben würde; eine solche sei aber nicht erhoben worden. innegehalten worden sind. So haben die Meister mehrfach neu- b. 500 St. 7 ut. 8 Mt. 250 St. Nach der Behauptung des Zeugen habe Schweder auch über den in angeworbene Arbeiter eingestellt, während die am Ausstande be- 3½ u. 4 M. Potsdam verhandelten Prozeß gegen die Schwester Carola sehr teiligten noch wochenlang auf Beschäftigung warten mußten. Jaak große M( au empiebt) fendenziös berichtet. Zeuge Schte der tritt diesen An- noch jezt, also neun Wochen nach Beendigung des Streits, find noch fchuldigungen entschieden entgegen. Er fönne sich auf die von den nicht alle alten Arbeiter wieder eingestellt, und dabei besagen die AbZeugen berührten Vorgänge, die schon jahrelang zurückliegen, im machungen doch ausdrücklich, daß nur zwei der Streifenden, einzelnen nicht mehr befinnen, wisse aber, daß er nicht tendenziös, die von der Firma irrtümlicherweise als Anstifter des Streits bes fondern nach bestem Wissen und Können berichtet habe. Die Mög- trachtet wurden, dauernd aus der Fabrik ausgeschlossen seien. Belichkeit, daß eine Aeußerung nicht ganz genau wiedergegeben werde, züglich dieser beiden ist auch das Versprechen abgegeben worden, liege natürlich bei jedem Berichterstatter vor. Er bestreite, daß die ihnen in ihrem ferneren Fortkommen nichts in den Weg zu legen; Angriffe der beiden Zeugen berechtigt seien. Was den Abg. Dasbach trotzdem aber haben sie bis jetzt bei feiner dem Kühnemännerbetreffe, so habe er die beleidigenden Worte desselben auf dem Verbande angehörigen Firma Arbeit erhalten können Betreffs Katholitentage nicht ruhig hingenommen, sondern ihm mit einer der wohlwollenden Regulierung der Accordpreise ist ebenfalls noch außerordentlich scharfen Redewendung geantwortet. Es folle jetzt das meiste zu wünschen übrig geblieben. Dreherlöhne von 30 Pf. ein Steſſeltreiben gegen ihn veranstaltet werden und dagegen müsse pro Stunde sind nach wie vor keine Seltenheit. Viele Arbeiten Post- Kiste. Büdinge sot. Kohlenanzünder! er sich entschieden wehren. Der Vorsitzende untersagt dem Zeugen, werden bei der Vergebung nur auf die Hälfte der früheren Säße sich in dieser Weise zu wehren. Die Zeugen v. Liebermann und abfaltuliert. Um dann aber den Schein des Wohlwollens zu Dasbach bleiben dabei, daß sie die Unzuverlässigkeit des Herrn wahren, legt man den Leuten schließlich einige Pfennige zu. In Schweder in den von ihnen angedeuteten Fällen nachweisen können. Wirklichkeit ist damit an den Löhnen absolut nichts gebessert. Es ist Faß Bollheringe Milch Rogen. Fett 200 St. 9 u. 10 Mt. 100 St. 4, u. 5 Mt., bessere Sorte 10%, u. 5%, Wt. Post- Dose. 70 arte etth. 1 60 St. 2, Vollh. 2, Mr. Brathering 4 Lit.- Dose 2, 8 Lit. Dofe 3% M., 80 Delikatesh. 2 u. 2 Bismarckh. 2½ u. Mt. 80 2 Arbeiter- Radfahrerverein " Berlin", Sonntag 2 Uhr: Koppen: Plak nach Jörsfelde, Recht zahlreiche Beteiligung. Angebot für Händler! 24, Mt., Voll- u. Fett- Bücklinge groß 2 Mt., 4 Pfd.. Ein größerer Poften Kohlenanzünder, Rifte Sprotten 1% Mt., 21 Roli zu 100 Bateten für Riften 3%, Mt. 54462* 2,50 M. Bestellungen richte man geft, an die verkauft werden. Zeuge Liebermann v. Sonnenberg betont fogar, daß in dem einen auch vorgekommen, daß Dreher, die vor dem Streit einen halbwegs W. Schwandt, Swinemünde, Falle die falsche Berichterstattung des Zeugen wider besseres Wissen annehmbaren Verdienst erzielten, jetzt mit leistungsunfähigen Fischerei, Heringsgefch. engros, erfolgt fei Arbeitswilligen an einem Stüd zusammenarbeiten mußten und in Räucherei und Marinier- Anstalt. 8285 Berliner Paketfahrt- Ges. S. Nitterstr. 98/99. Geh- Pelze 55 Mk. Reinwollener Eskimo mit Astrachan- Breitschwanz und echtem Sealbisam- Kragen Imitat. Staunend billig! 55 N Mk. Baer Sohn Specialhaus grössten Maassstabes Chausseestrasse 24a/ 25* 11 Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurterstr. 20 Die 20 Preisliste 1902 wird kostenlos und portofrei zugesandt. Hirschfleisch 30, 40, 50 Pf. Rote KreuzHasen gespickt 2,75 3,25 u. 3, u. 3,50. Große Kaninchen, Wildschein. 6derbr. Gänse 55, 60, 65 Pf. a. ausgeschlachtef. Hühner, Enten, Tauben. Dresdener: A.Ritschl, traße 61. PrinzenDr. Simmel, Str. 41. [ 50/ 11* Specialarzt für Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Jedes Wort: 5 Lotterie. 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SO.) 34 Bertreter im Märkischen Hof"( Albrecht), Admiralftr. 18c. Abteilung II( W. u. SW. u. C.) 15 Vertreter im Linden- Kasino", C. Fleischmann, Lindenstr. 106. Abteilung III( N. t. NW.) 71 Bertreter im Wedding- Park", hier, Müllerstr. 178. Abteilung IV( O. u. NO.) 11 Bertreter im Merkowskischen Rokale, hier, Andreasstr. 26. Abteilung V( freiwillige Mitglieder) 13 Bertreter im Günzelschen Lokale, hier, Eingang Rosenthalerstraße 57 und Gormannstr. 28. Die Wahlen find geheim. Abgabe der Stimmzettel von 10 bis 1 Uhr. Die Stimmzettel dürfen nicht mehr Namen enthalten, als in den einzelnen Abteilungen Vertreter zu wählen sind. Ferner müssen die Stimmzettel enthalten: Vor- und Zunamen, die ge: nane Wohnung und die Buchnummer der zu Wählenden. Stimmzettel, welche obige Angaben nicht oder mehr Namen enthalten, als in der betreffenden Abteilung zu wählen sind, sind ungültig. Um 1 Uhr nachmittags wird der Wahlakt geschlossen und beginnt hierauf die Ermittelung des Bahlresultats. Wahlberechtigt und wählbar find nur Mitglieder, welche das 21. Lebensjahr erreicht haben und sich im Besize der bürgerlichen Ehrenrechte befinden. Das Legitimationsbuch oder die Legitimationskarte ist am Eingang des Wahllokals bei Abgabe der Stimmzettel vorzuzeigen. Die Herren Arbeitgeber beztv. Betriebsunternehmer werden dringend ersucht, die zum Zwecke der Wahlen besonders angefertigten Legitimationsfarten zuvor im Staffenlokal abheben oder aber den Mitgliedern ihre Legitimationsbücher mit dem Tagesstempel des Wahltages versehen an diesem Tage aushändigen zu lassen. II. Die Wahl der Herren arbeitgebenden Mitglieder findet am Montag, den 15. Dezember 1902, abends von 8 bis 10 Uhr, im Fraktionszimmer des Berliner Ratskellers( Eingang Jüdenstraße) statt. Zu wählen sind: 66 Bertreter zur Generalver sammlung pro 1903(§ 44 des Statuts). Die Wahlen find gleichfalls geheim und finden mittels Stimmzettel statt. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Berlin, den 4. Dezember 1902. Der Vorstand. August Lübke. C. Gutheit. 69 Lindenstrasse 69. Zum bevorstehenden Weihnachtsfeste empfehlen wir als Weihnachts- Geschenke unser reichhaltiges Lager in Bilderbüchern, Jugendschriften, Märchenbüchern, Gedichtsammlungen, illustrierten und nichtíllustrierten Klassiker- Ausgaben, naturwissenschaftlichen und GeschichtsWerken. Bei dieser Gelegenheit verweisen wir auch auf die reichhaltige Auswahl unsrer im Preise bedeutend herabgesetzten Werke aus allen Wissensgebieten, die, in ihrer tadellosen Ausstattung, ein selten günstiges Kaufobjekt bilden. Special- Weihnachts- Verzeichnisse auf Wunsch gratis und franco. Bilderbücher im Preise von 10 Pf. bis 5 M. Märchenbücher für Kinder von 6-8 Jahr. 25 Pf. bis 6 M. Märchenbücher und Kleine Erzählungen für Kinder von 8-12 Jahren 50 Pf. bis 5 M. Erzählungen für die reifere Jugend 25 Pf. bis 10 M. Die im Gewerkschaftshause ausgestellten Jugendschriften sind bei uns zu beziehen. Neues Konzerthaus. 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