Nr. 292. Abonnements- Bedingungen: B Abonnements Preis pränumerandos Bierteljährl. 3,30 t, monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1902 unter Nr. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat, Exscheint täglich außer Montags. alias 19. Jahrg. Vorwirts Berliner Volksblatt. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonelgeile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet Telegramm- Adresse: Bozialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Brust an Brust! Sie haben den Verfassungsbruch unterschrieben, und der Kanzler hat sein Siegel darunter gedrückt. Sie verhandeln jetzt mit schriftlichem Verfahren, während die Verfassung ein öffentliches, also mündliches vorschreibt. Sie faffen endgültige Beschlüsse, ohne erst zu sagen, worüber sie beschließen wollen. In zweiter und dritter Lesung ist der Tarif erledigt worden, ohne daß nur sein Inhalt dem Hause zu Gehör gebracht wurde. Das ist der Antrag Kardorff! Und wenn die Abgeordneten der Linken sich zum Worte melden, um zu sagen, daß Unrecht Unrecht ist, so verweigert es ihnen der Präsident, der, wie Herr Büsing heute unter verständnisinnigem Gelächter der Zollbande erklärte, immer objektiv ist. Das ist der Antrag Gröber. Gefesselt und gefnebelt kämpft die Minderheit fort. Aber wie die Werkzeuge der parlamentarischen Folter stumpf werden, ist wieder Herr Spahn da, der Hüter des Reichsrechts, und mit ihm eine neue Guillotine. Sonntag, den 14. Dezember 1902. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Wider Erwarten rief aber Graf Ballestrem um halb fünf nicht Bogenlampe wird herabgelassen. Das Centrum schaut andächtig in diesen, sondern unfren Genossen Antrick auf die Tribüne. Ein wahres diese Erfindung des Lichtteufels. Bülow entschließt sich endlich in Entfegen faßte die Mehrheit. Herr Spahn, der kaltlächelnde Ausleger der Verzweiflung, den Zolltarif zu lesen: er entdeckt zu seiner Ueberder Geschäftsordnung gerät in äußerste Wut über das" Versehen" raschung die merkwürdigsten Dinge in ihm. Kardorff zwingt sich seines Präsidenten. Heftig gestikulierend steht er in einer Gruppe einen Stallwitz ab; er schreit dem Redner zu: Lauter. Ballestrem seiner Trabanten und zerknüllt ein Blatt Papier, den immer vor- läutet dem Patron zur Ruhe. Antrick spricht mit großer Munterfeit rätigen Schlußantrag. und erhobener Stimme über die Zollbelastung der einzelnen FleischInzwischen hat Antric ruhig seine gründlichen Auseinander- forten. fegungen begonnen. Die erste Stunde gilt dem Reiszoll, die zweite 11.5. Der Konservative Rettich zieht zum 527. Mal seine Uhr. und dritte dem Leinöl, die vierte dem Holzzoll. Von den sachlichen Gin andrer Konservativer irrt von Gruppe zu Gruppe im Saale, in den Ausführungen des Redners ist auf der Tribüne nicht viel zu ver- Wandelgängen, in der Restauration und entschuldigt fich zerknirscht:„ ,, Und stehen. Antrick schont seine Stimme und die Abgeordneten der es war ja bloß ein Irrtum, daß er das Wort gekriegt hat." Stolberg Mehrheit, so viele ihrer im Saale sind, führen laute Privatgespräche. präfibiert. Trimborn, der Kölner Centrumsheilige, ich leicht Die Präsidenten lösen sich ab, aber Antrick steht unermüdlich auf sich auf die Rednertribüne und refognosciert das Material. feinem Posten. Antrick verbittet sich die Störung. Seine Stimme wird Draußen in der Wandelhalle hat sich eine Zöllnerschar um immer klarer und eindringlicher. Seine Kritik den heiligen Paasche gesammelt, der sie auffordert, unter allen der Schweinefleischzölle feffelt felbft die AufmerksamUmständen standzuhalten und heute noch durch nene Gewaltstreiche feit der Mehrheit. Seine Ausführungen bleiben streng sachHeute follte es ein Ende nehmen. So rasch wie möglich! das Ende der dritten Lesung zu erzwingen. Aber Stunde um lich, knapp und logisch aufgebaut. Bülow bespricht mit dem FreiWollen Sie zur Jagd? Oder wird das lockende Mittel fnapp, Stunde verrinnt, und die Verschworenen beginnen zu wanken. Um sinnigen Schmidt- Elberfeld den schweren Fall, Antrick durch dessen Zauberkraft man ein beschlußfähiges Haus zusammen acht Uhr sprengt die Mehrheit das Gerücht aus, daß spricht fort! hält? Die Minderheit kämpft fort. Der Kriegsrat der Rechten tritt sie, wenn Antrick geendet, in die Vertagung bis Montag 1/412. Noch ist die Beute nicht eingeholt! Noch steht der Kampf zusammen. Welcher neue Anschlag soll dem Recht den Gnadenstoß willigen wolle. Aber: trau, schau, wem! gilt jetzt als oberstes Brust an Brust! Die Zöllner wollten noch an diesem Sonnabend geben? Gesez. Antrick spricht ruhig weiter. Besorgt blicken die Führer der die Beute einholen. Sie werden sich aber noch gedulden müssen, Es war ein großer Tag! Ein Tag moralischer Triumphe für Mehrheit, blicken die Präsidenten gelegentlich nach den Bogenlampen. wenn sie unfren Redner nicht totschlagen wollen. Denn: die Vertreter des arbeitenden Volles, ein Tag der unerhörtesten Schon inattert und freischt eine um die andre. Doch es wird versichert, Schmach für ihre Gegner. Denn Bülowo sprach. Antrick spricht fort! daß die Kohlenstifte bis halb zwölf aushalten. Man war ja Man fennt ihn jetzt, den leitenden Staatsmann des Reiches. Er sehr sparsam mit dem elektrischen Licht umgegangen. Der helle verkroch sich nicht mehr hinter das Lärbchen schöngeistiger Gedanken- Dezembertag hatte erlaubt, daß erst nach drei die weißen Kugeli Tosigkeit. Mit einer Offenheit, die beinahe plump zu nennen wäre, aufstrahlten. Und Antrick spricht weiter. Je weiter die Stunde vorschlug er sich selbst ins Gesicht. Da hilft kein Citieren mehr. Jetzt ritet, desto lebendiger Klingt sein Wort. In der fünften Stunde holt ist alles anders geworden. Unannehmbar ist annehmbar, unbrauchbar brauchbar, undurchführbar ist durchführbar. " 1 ( Weiteres auf der letzten Seite unsres Blattes.) Die Exekutionsmächte in der Patsche. scheint bereits auf dem toten Puntte angelangt zu sein. Die Der pompöse Erefutionsfeldzug Deutschlands und Englands Hoffnung der Mächte auf eine leichte Einschüchterung Venezuelas hat sich nicht erfüllt. Castro hat im Gegenteil in einer " Mit der Union können und werden es aber die beiden er sich einen Ordnungsruf, den ihm der unermüdliche Störer der Ordming, Graf Stolberg erteilt. Es gefchieht in einer Form, die ihm GeUnd was am sonderbarsten, was geradezu peinlich wirkt: der legenheit zu fchlagfertiger Replik gewährt. Biedermeierton der ehrlichen Ueberzeugung. Er wurde schließlich Graf Bülow fizt jetzt wieder auf seinem Blake, sentimental und sprach von dem Segen des Vaterlandes. Er wurde den er zur Dinerstunde berlassen hatte. Er berbaut pathetisch und sprach von dem Patriotismus der Mehrheit. Früher und gähnt, während Graf Posadowsky sich durch einen neuen Aften eine in allen Punkten ablehnende Antwort erteilt. Antwort auf das Ultimatum der Mächte Tas man es anders, aber es war ebenso schön gesagt. berg durchfrißt. Was werden die Mächte nunmehr thun? Die Hafenstädte Daß der Tarif unbrauchbar ist und daß ohne seine 9 Uhr. Die Wandelhalle ist ein großes Promenoir, in dem es bombardieren? Nach englischen Meldungen sollen die Mächte vorherige Abänderung das Deutsche Reich auf die Gnade des von fremden Herren, wohl Reichstags- Abgeordneten, wimmelt. Im bereits ernstlich damit gedroht haben. Da aber bereits die VerAuslandes geradezu angewiesen ist, weil es den autonomen Tarif grünen Saal sigt man beim Bier. An den langen Tafeln des nichtung der venezolanischen Schiffe in Amerika sehr verschnupft hat, gar nicht in Kraft treten lassen fann vielleicht weiß Graf Bülow Centrums und der Nationalliberalen ist kein Stuhl mehr zu haben. wird man sich wohl hüten, dem ersten Gewaltakt einen zweiten wirklich so wenig von der Handelspolitik, daß er das nicht einmal Weshalb sie die Tische nicht zusammenschieben? Politisch haben sie noch schlimmeren hinzuzufügen! Eine Meldung des Tag" weiß. Aber sein Gehilfe, der indessen schweigsam neben ihm saß längst Schmollis getrumfen, die ,, Kulturkämpfer" und die Römlinge". warnt denn auch vor diesem Schritt: und den langen Bart strich, Graf Posadowsky, fann solche 94 Uhr. Von Zeit zu Zeit erscheinen ein paar Abgesandte der Milderungsgründe für sich nicht gelten lassen. Er muß es wissen, foalierten Restaurationsparteien in einer Saalthür, um das Terrain einbart worden, gewinnt an Boden. Das angedrohte Bom Die Ansicht, daß die Mächte weiter gegangen seien, als verdaß jedes Wort, das sein Vorgesetzter spricht, allen von ihm selbst zu refognoscieren. Wie sie sehen, daß Autrick immer noch lebhaft bardement von La Guayra dürfte die Stimmung verschärfen. anerkannten Thatsachen offenkundig widerspricht. Er muß es wissen, und munter auf der Rednertribüne steht, ergreifen sie schlotternd die Auch die gesamte einflußreiche Presse, sowie die Regierungsblätter daß der Regierung nur die eine Wahl bleibt, entweder noch einmal Flucht, das Trostlose drinnen zu melden. Endlich geht ein Aufatmen billigen das deutsche Vorgehen, jedoch die Versenkung venezolanischer das Gegenteil ins Gegenteil umzustülpen, oder einen Weg zu be- der Erlösung durch die wenigen Bankreihen, die auf der Rechten Schiffe wird als unnötig und als ein Bruch des Versprechens, daß schreiten, der bewußter und eingestandenermaßen dem Vaterlande und im Centrum besetzt sind: Antric scheint zu schließen. nur eine friedliche Blockade erfolgen solle, betrachtet." nicht zum Segen, sondern zum Fluche gereicht. Graf Stolberg erhebt sich. Aber wieder wird die Hoffnung entMolkenbuhr, Barth, Nöside- Dessau zählten noch- täuscht. Antrid nimmt sich nur ein neues Manuskriptbündel vor. Mächte nicht verderben. Außerdem wäre aber ein Bombardement mals jene Zweige der Volkswirtschaft auf, die durch diesen Zolltarif Antrick seht dann seinen Vortrag mit großer Lebhaftigkeit fort. der Städte selbst ein grober, unverantwortlicher Verstoß gegen auf die Proskriptionsliste gesezt sind. Sie erörterten nochmals die 9% Uhr. Graf Bülow ist soupieren gegangen. Fünf Minuten die Beschlüsse der Haager Konvention, die nur die Beschießung unendlich schwierige Position, in die sich Deutschland durch Annahme später verläßt auch Graf Posadowsky bekümmerten Blickes den Saal, befestigter und direkt verteidigter Städte zuläßt. Man dürfte also dieses Tarifs bei der Anbahnung neuer Handelsverträge versetzen kehrt aber bald wieder zurüd, um zu sehen, ob der Schreckliche noch im äußersten Falle bloß die Forts von Guayra beschießen. Die würde. Da wird der überfüllte Saal faft leer, und Graf Bülow immer nicht fertig ist. Aber Antric spricht weiter! Lage ist also cine sehr verfahrene. In England gesteht liest mit großem Eifer das Blatt, aus dem er den größten Teil 10.45. Billow erhebt sich und lächelt, die Hände in den Hosen- das auch die Presse, die ja noch nicht alle gesunde Vernunft von feiner geistigen Nahrung bezicht oche"! Durch taschen, der Erneuerung des Kohlenstifts in der benachbarten Bogen- vornherein bedingungslos abgeschworen hat, ruhig ein. So läßt diese Haut dringt der Pfeil eines scharfsinnigen Arguments nicht. Tampe zu. Antric spricht über den SpeckzoIl. Schlumberger sich die Breslauer Zeitung" aus London melden: Und doch, es wird einem fast angst, bei dem Gedanken, welche steigt auf die Rednertribüne und prüft das noch vorhandene Man kann nicht sagen, daß die deutsch- englische Attion große Wirkungen die Worte Kleiner Menschen unter dem heutigen Aftenmaterial Antrids. Schaudernd und mit hoffnungslosem Achsel- oder auch nur im allgemeinen günstig beurteilt würde. gegen Venezuela hierorts einstimmigen Beifall fände, Regierungssystem getvinnen können. Graf Bülow hat mit dem zucken steigt er wieder in den Saal. Antrick redet fort: Jetzt vom Bisher gab man sich der Hoffnung hin, daß Präsident Castro beim Mute, den ihm die Verzweiflung gab, herausfordernde, faft Schinken. Herannahen der Kriegsschiffe den Mut berlieren und sofort drohende Worte an das Ausland gerichtet. Das Echo wird nicht 9% Uhr. Die Centrumspartei hat an den Ausgängen der flein beigeben würde. Da dies aber nicht der Fall zu sein ausbleiben. Die fremden Staaten werden sich auf diese Rede hin Bandelhalle eine Postentette gezogen, um das Ausbrechen von scheint, fängt man an, die Sache in ganz andrer Be in fieberhafte Zollrüstungen stürzen. Es gehört ein stählernes Ge- Kaplänen aus dem Reichstagsgebäude zu verhindern. Der Sonntag leuchtung zu sehen. Die Gefangennahme der Engländer und wissen dazu, dem Auslande eine Warnung" entgegenzuschleudern naht. Aber Herren dienst geht heute vor Gottesdienst. Der Deutschen in Venezuela hat hier auch einen sehr peinlichen in dem Augenblick, in dem man der Wahrheit die Ehre!- ohne Reich 3 tanzler ist wieder im Saale erschienen; er kommt gerade indrud hervorgerufen. Von einer n beschlagnahme der ohne Reichskanzler ist wieder im Saale erschienen; er kommt gerade Bolleinnahmen verspricht sich die tonservative brauchbare Rüstung dasteht. Es gehört ein stählernes Gewissen zurecht, wie der Redner seinem Säckel des Fortunatus ein nenes dazu, die apokalyptischen Reiter Krieg, Seuche und Hungersnot an Manuskriptbündel entnimmt. Und noch immer gilt es: Antrid von Venezuela ficher teine Abgaben als gültig anerkennen Morning Post" auch nicht sehr viel, da die Regierung zurufen um einer pathetischen Redewendung willen, hinter der fein spricht fort. würde, die an freinde Beamte geschahen. Pfifferling thatsächlicher Berechtigung steckt. 10 Uhr. Antrick beginnt mit gesteigerter Frische über SchweineMollenbuhr hat es ausgesprochen: Wenn wir die tieffte Er- zölle zu reden. Fürst Radziwill, der Pole, hört andächtig zu. Graf bitterung der Vollsmassen heraufbeschwören, der Politik der Ver- Bülow schneidet versiegelte Briefe auf und schielt bisweilen furchtsam zweiflung den Weg bahnen wollten, dann hätten wir nicht alles seitwärts auf den Redner. Bachem denkt sorgenvoll über die Bedrangesetzt, das schlimmste zu verhüten. Aber sie haben es so ge- gründung neuer Rechtsbrüche nach. Ballestrem präsidiert. Antric wollt! Is Unterlegene- wir sind es noch nicht in dem Augen- spricht fort! blick, da diese Zeilen geschrieben werden werden wir tausendmal 10,10 thr. Auch Posadowsky ist wieder da und läßt mehr Sieger sein, denn als Ueberwinder. Nie würde das arbeitende sich berichten, was er in der Zwischenzeit versäumt. Das seltsame Bolt Deutschlands die Berechtigung und den Ernst der social- Standhalten der Minister wird dadurch erklärt, daß sie sich mit dem demokratischen Bolfspolitik so ganz zu würdigen wissen, als wenn Magimal- und Minimal- Ehrenwort verpflichtet haben, es alle Plagen zu fühlen bekommt, die der Staatsstreich über sie noch heute das Zollgesetz zur Unterschrift zu präsentieren. Aber verhängt hat. Antrick spricht fort! " die " " " In solchem Falle wären Sie beiden Stegierungen zu weiteren 8wangsmaßregeln gezwungen, bie taum eine andre Form annehmen könnten, als die Landung von Truppen und militärische Operationen. Aber militärische Operationen, wenn sie nicht gut vorbereitet sind und prompt ausgeführt werden, können sich als schwierig und umständlich erweisen. Berzögerung um ein oder zwei Wochen würde die Venezolaner in Das natürliche Ziel würde die Hauptstadt Caracas bilden. Aber die den Stand seyen, Vorbereitungen zu einer wirksamen Verteidigung zu treffen, oder den Siz der Regierung weiter ins Innere zu verlegen. In solchem Fall würde ein Stillstand eintreten, denn es tönnte sich für die Mächte nicht lohnen, Millionen auf die Unterwerfung eines Landes auszugeben, das nicht annettiert werden fann und aller Wahrscheinlichkeit nach ban erott ist."... Guter. Nat ist jetzt also teuer. Das hätte man freilich vorher bedenken sollen, che man sich zu thörichten Schritten verleiten ließ. Der glücklichste Ausweg wäre noch der, daß man der amerikanischen Intervention Auch die Diktatoren haben gesprochen. Teils um ihren Um 10,15 1hr verlöschen plötzlich zwei Lampen. Großes Umfall mit Rebensarten zu drapieren, teils um den neuen Hunger- Gelächter. Eine Lampe senkt sich langsam herab. Präsident Graf gürtel für nicht eng genug zu erklären. Und auch die Volkspartei Ballestrem erklärt schmunzelnd:„ Sie wundern sich meine zog tapfer ihre Spritzen auf- sie dachte, es hätte schon aus- Herren über das Manöver. Ich habe Anordnung getroffen, daß die gebrannt! Kohlenstifte allmählich erneuert werden." Die Mehrheit jauchzt über diese Kriegslist ihres Präsidenten. Die Zöllner sammeln sich um die gesunkene Glocke. Schlumberger versucht, sich an die Bogenlampe zu hängen und auf diese Weise an die Decke zu flettern; Gehör gäbe. Eine solche Intervention ist inzwischen wenn auch er wird ein Stückchen emporgehoben und rettet sich noch mit äußerster nicht formell, so doch in der That wirklich erfolgt. Der Lebensgefahr vor dem Geschic, als Bogenlampe den Saal zu er- amerikanische Gesandte in Venezuela hat es in Ueber. leuchten. Antrick spricht fort! einstimmung mit der Regierung in Washington übernommen, den Mächten ein venezolanisches Ersuchen um Aber vorläufig tam es noch anders! Nach Herrn v. Kardorff, der dem Bunde der Landwirte einige unwirsche Worte widmete, hatte die Mehrheit im Plane, die Specialdiskussion über den§ 1 zu schließen. Nur ein süddeutscher Bollsparteiler, Herr Augst, sollte aus Erkenntlichkeit gegen Herrn Richter noch zu Wort gelassen werden. 10,30 Uhr. Antrid überschreitet die sechste Stunde. Eine weitere me efchiedsgerichtliche Schlichtung Mommsen und Wilhelm N. Damit das große Werk der Tarifvorlage zum Segen des Vaterlandes gereiche", meinte Graf Bülow. Was Brot und Fleisch! pt Kartoffeln zum Segen des Vaterlandes, wofern nicht auch für die der beschlossene Zoll des autonomen Tarifs in Kraft gesezt wird. Eßt Kartoffeln! parteien des Reichstages ist es leider gelungen, den durch die bes Streitfalls zn übermitteln. Amerika hat allerdings erklärt, daß Anders als Wilhelm II., der deutsche Kaiser, urteilt über die Kommissionsbeschlüsse noch wesentlich verschlechterten Zolltarif zur An dieser Vorschlag kein solcher der Union sei, sondern daß sein Socialdemokratie Theodor Mommsen, der berühmte Gelehrte, nahme zu bringen. Umsomehr erachtet es der Handelsvertrags- Verein Geschäftsträger in Venezuela lediglich ermächtigt sei, den Mächten den feine Verehrer mitunter den Kaiser der deutschen Wissen für seine unveränderte Aufgabe, durch Aufklärung im Volte weiter den Vorschlag Caftros zu unterbreiten. Aber wenn man sich ver- fchaft genannt haben. In einem Aufsatz in der Nation" urteilt dahin zu wirken, daß in Zukunft gegenüber der agrarischen Begehrlichkeit die deutsche Handelspolitik in maßvolle Bahnen gelenit gegenwärtigt, wie ängstlich es im Transvaalkriege alle Mächte, er über die Socialdemokraten wie folgt: auch Amerika, ablehnten, selbst zu einer folchen schein Ich bin nie einer gewesen und gedente auch nicht es zu werde, und zunächst auch Wahlen zu stande kommen, welche bar unverbindlichen Vermittelung die Hand zu bieten, so wird man terben; aber es ist leider wahr, zur Zeit ist dies die einzige die herabjegung der übermäßigen, das heimische Wirtschaftss Amerikas Stellung erst richtig würdigen können. Daß Amerika seinen große Partei, die Anspruch hat auf politische Achtung. Bon dem leben schwer schädigenden Zölle des Tarifs in Aussicht stellen. Talent ist es nicht nötig zu reden; jedermann in Deutschland weiß, Geschäftsträger zur Uebernahme dieser diplomatischen Mission Der preußische Landtag ist zum 13. Januar einberufen worden. daß mit einem Kopf wie Bebel ein Dutzend ostelbischer Junker so autorisierte, bedeutet zweifellos eine indirette Unter ausgestattet werden könnten, daß sie unter ihresgleichen glänzen Bum Segen des Vaterlandes." Der Bayrische Courier" stützung derselben. Amerika gewinnt durch seine formell würden. Die Hingebung, die Opferbereitschaft der socialdemo- schreibt: Wir haben Grund zu der Annahme, daß die künftigen zurückhaltende Stellungnahme nur die Möglichkeit, den Mächten kratischen Massen imponiert auch dem, der ihre Zwede nichts vertragsmäßigen Viehzölle nicht unter einem Satze, der zwischen die Pille zu berbittern, indem es habboffiziös berweniger als teilt. An der Disciplin der Partei, deren ungeheure 9 bis 10 M. pro Doppelcentner sich bewegt, angesetzt werden, breiten läßt, daß es nicht hoffen könne, daß die Mächte das Schwierigkeiten uns ihre Parteitage drastisch vor Augen führen, d. h. 2 bis 5 Mal so hoch als jetzt. Anerbieten Venezuelas nach all dem Vorhergegangenen noch ankönnten namentlich unsre Liberalen sich ein Muster nehmen. Und trotz seiner ehrlichen Gegnerschaft erklärt er: nehmen würden. Wenn die Mächte sich nun doch auf die schiedsgerichtliche Entscheidung zurückziehen sollten, wäre ihre Blamage nach den beleidigenden Worten und schroffen Handlungen Caftros noch schlimmer! Es wird aber voraussichtlich den Mächten nichts andres übrig bleiben, als die ihnen durch Amerikas Vermittelung überreichte bittere Bille mit Würgen zu verschluden. In Deutschland scheint man diesen Rückzug möglichst lange verheimlichen zu wollen. Einem Berliner Blatt, das an Regierungsstelle Erkundigungen eingezogen hat, wie fich Deutschland wohl zu dem Schiedsgerichts- Vorschlag stellen werde, hat man die Antwort mit der Motivierung verweigert, daß man noch keine offizielle Kenntnis von dem Vorschlag erhalten habe. Aber man hat bezeichnenderweise auch jede Eventual erklärung abgelehnt! In London dagegen scheint man auch in Regierungsfreifen den Rückzug bereits ernstlich vorbereiten zu wollen. am Freitagabend im United Klub" der Staatssetretär des Aeußern, Marquis of Lansdowne, daß England keinerlei eingewurzelte Antipathien hege, nicht einmal gegen Bene= zuela. So erklärte Wenn dieses Land von Gewaltthaten gegen britische Unterthanen und britisches Eigentum ablassen, berechtigte Schuldforderungen bezahlen, ja auf höfliche diplomatische Vorstellungen nur antworten wollte, brauchte England keinen Streit mit ihm zu haben." Venezuela hat ja nunmehr, sogar durch die Vermittlung der Union, geantwortet, also... Das Gescheiteste, was die Mächte thun tönnten, wäre, so peinlich ihnen diese Chamade auch sein müßte, den SchiedsgerichtsBorschlag anzunehmen. Das schickliche diplomatische Rückzugsgefecht würde ja auch das Genie eines Bülow noch zu organisieren fähig fein. Mit dem Bombardement der Hafenstädte ist es ja nichts, und ein Landkrieg gegen Venezuela ist ebenfalls ausgeschlossen. Läßt sich doch der„ Tag" aus Paris schreiben: " Der junge Herzog von Morny, der eben aus Caracas gekommen ist, hält den Krieg im Innern für ausgeschlossen. Mit den stetig an abschüssigen Felsen hinführenden Biegenpfaden zwischen La Guayra und Caracas verglichen, seien die berüchtigten Kopjes Gegenden Transvaals wahre Brachtstraßen". " 0 Die 8ollbeschlagnahme ist, wie die oben angeführte Stelle der Morning Post" beweist, auch ein äußerst zweifelhaftes Mittel. Und die Blockade würde weniger als Venezuela felbst Deutschland und England schaden. Umsomehr, als Amerika sich die Blockade wahrscheinlich einfach nicht gefallen lassen würde. Hat sich doch nach einer Meldung des„ Tag" aus Washington das Staatsdepartement nicht verpflichtet, die im Falle einer Blockade dem amerikanischen Handel etwa auferlegten Beschränkungen anzuerkennen. Deutschland versuchte voriges Jahr eine Verständigung hierüber herzustellen, doch das Staatsdepartement nahm die Ansichten Deutschlands einfach zu Protokoll, ohne fie anzunehmen oder abzulehnen. Hoffen wir also, daß dieser so fiegesfreudig begonnene Borerfrieg demnächst im Ha ag enden möge! Für den Spott werden dann freilich schon die unbeteiligten Mächte sorgen! Politische Ueberficht. Berlin, den 13. Dezember. Der Geßlerhut. Die beiden Aufrechten von Magdeburg liegen auf der Straße! Die„ Magdeburgische Zeitung" hat noch den lächerlich plumpen Versuch unternommen, ihre Entlassung mit Arbeitsmangel zu entschul digen. Die„ Post" aber verschmäht jedes Feigenblatt und bekennt fich ganz offen zur Moral des Erpressertums. Ohne Scham, auch ohne Furcht vor dem Staatsantvalt darf sie schreiben: Was nun den vorliegenden Fall betrifft, so kann man es wahrlich keinem Arbeitgeber verdenken, wenn er sich weigert, Leute zu beschäftigen, die kein andres Ziel haben, als ihn, sobald sie nur tönnen, feines Besitzes zu berauben, die mit dem Gelde, das zu, verdienen er ihnen Gelegenheit giebt, eine Agitation unterstützen, welche den glühendsten Haß gegen ihn und seinen Stand, gegen Monarchie, Vaterland und alles, was einem Patrioten heilig ist, predigt. Im vorliegenden Falle aber handelt es sich speciell um eine Wahl zwischen dem eben ins Grab gesunkenen Arbeitgeber, der sich stets nur als edler Wohlthäter feiner Arbeiterschaft erwiesen hat, und denjenigen, die ihn durch boshafte Schmähungen in den Tod getrieben haben. Leute, die sich offen zu den Hezern bekennen, durch deren meuchlerische Giftpfeile ihr Brotherr ins Grab gebracht wurde, können sich nicht wundern, wenn sie bei solchem Berhalten die Konsequenzen ihrer Entschließung tragen müssen. Wir möchten einmal sehen, ob eine in socialdemo fratischen Unternehmungen beschäftigte Persönlichkeit, die sich weigerte, eine Vertrauensfundgebung für den Verteidiger eines schwer beschuldigten und geschmähten socialdemokratischen Führers zu unterzeichnen, noch einen Tag in ihrer Stellung geduldet würde. Es wäre eine Verfündigung am Andenken Friedrich Alfred Krupps, wenn die Firma Arbeiter weiter beschäftigte, die sich in dem sogenannten Falle Strupp" so offen und dreist auf die Seite der Socialdemokratie stellen. Es darf nicht mehr geschehen, daß der Freifinnige dem unverschämten oder verschämten Reaktionär seine Stimme lieber giebt als dem Socialdemokraten. bes umbes kann im nicht Bom Handelsvertragsverein. Im erweiterten Ausfuß Das Gerede von der Bekämpfung des Umsturzes kann ihm nicht imponieren. Denn er meint: des Handelsvertragsvereins wurde am Sonnabend der Versuch der bekannten nationalliberalen Großindustriellen, den Verein Dem ebenso falschen wie perfiden Köhlerglauben muß ein auf die Bahn der Regierungs- Bolltarifvorlage zu drängen, zurückEnde gemacht werden, daß die Nation fich teile in Ordnungs- gewiesen. Mit 40 gegen 6 Stimmen bei 4 Stimmenthaltungen parteien und in eine Umsturzpartei, und daß es die erste politische wurde eine Resolution angenommen, in welcher ausgesprochen ist, Pflicht der zu jenen sich zählenden Staatsbürger sei, die Millionen daß der Handelsvertragsverein seine Propaganda in der bisherigen der Arbeiterpartei als pestverdächtig zu meiden und als staatsfeind- Weise weiterführen solle. lich zu bekämpfen. In der That giebt es im politischen Leben weder Ordnungs- Bon der Reichstags- Ersakwahl in Liegnis liegen nun endlich die noch Umsturzparteien, oder, wie man es auch ausdrücken kann, abgeschlossenen Resultate vor. Danach erhielten: Bohl( frf. Vp.) jede Partei ist eine Umfturzpartei. Was sind die Ziele bei uns 7576 Stimmen, Bruhns( Soc.) 6473, Röhrig( f.) 6300 Stimmen. der Liberalen, des Centrums, der Junkergesellschaft, der Arbeiter- Es ist eine Stichwahl zwischen Bruhns und Pohľ partei? Die Liberalen möchten das Reichsoberhaupt in den erforderlich. ersten Beamten des Staates umwandeln nach dem Muster Eng- Die Thatsache, daß sämtliche Parteien in der Wählerzahl gegen lands und Nordamerikas. Für unsre Nation mit ihrem tiefen, 1898 zurückgegangen sind( die Freijinnige Volkspartei um 1516, anscheinend unzerstörbaren dynastischen Gefühl ist das der Umsturz. die Socialdemokratie um 732, die konservative Partei um 566 Stimmen, Das Centrum möchte die Rekatholisierung Deutschlands da lettere aber, da die 614 Centrumswähler von 1898 diesmal fonaufnehmen, wo sie im siebzehnten Jahrhundert abgebrochen fervativ gewählt haben dürften, in Wirklichkeit um 1170, läßt fich ward, und unsern Herrscher umwandeln in den Statthalter des wohl nicht anders als aus der Ungunst der Jahreszeit erklären. Statthalters Gottes auf Erden. Auch ein Umsturz. Die Junker- Besonders stark ist der Stimmenrüdgang bei der Freipartei strebt nach dem formell gesicherten Alleinbesitz der höheren finnigen Volkspartei. Und dabei wagt es die Freifinnige Beamten- und Militärstellungen und will den deutschen Kaiser Beitung", die Wahl gegen die Socialdemokratie auszuspielen, die herabdrücken zum ersten unter seinesgleichen. Gewiß ebenfalls ein doch den geringsten Stimmenrüdgang aufzuweisen hat, obwohl sie Umfturz. Die Socialdemokraten beabsichtigen oder behaupten zu mir auf die schriftliche Agitation angewiesen war. beabsichtigen, daß die Volkswirtschaft von der privaten Kapitalbildung absehen und daß jedem, ohne Unterschied seiner Leistung, aus dem großen allgemeinen Topf das gleiche Quantum Suppe verabreicht werde. Das stürzt freilich auch alle bestehenden Verhältnisse um. Und auch darüber ist Mommsen nicht im Zweifel, welche von diesen Umsturzparteien" in diesem Augenblicke die eigentlich gefährliche ist. Denn gleich zu Anfang seiner Ausführungen schreibt er: bon Rebeblüten aus dem Lieguiter Wahlkampf. Ich kenne überHaupt kein Proletariat, feinen vierten Stand! Beides ist von den Socialdemokraten nur erfunden worden, um Hezen zu können." Ich bin eifriger Turner und habe in den Turnvereinen mit den Arbeitern gerade so gut verkehrt wie mit den anständigen Turnbrüdern!"- Wer die Gesinde Ordnungen beseitigen will, nimmt damit dem Gesinde auch sehr viel gutes weg." Der Umsturz der Reichsverfassung entwickelt sich rasch. Nachdem durch gewiffenlose Interpretation der Berechtigung zusammen fassender Beschlüsse man sich die Befugnis verschafft hat, ein in alle wirtschaftlichen Verhältnisse tief einschneidendes, die mannigs Und wieder eine andre Lesart. So wollen wir weiterstreben faltigsten und wichtigsten Lebensfragen der Nation wie der Einzelnen bestimmendes Gesetz ohne jede ernste Dis- in der Freiheit der Religion und der Weiterbildung unfrer fuffion formell zu legalisieren, ist nun auch das Reberecht wissenschaftlichen Forschung", soll nach dem neuesten Bericht des im deutschen Reichstag dem Belieben eines jeden frommen„ Reichsboten" der Kaiser gesagt haben, und diese Lesart augenblicklich Vorfigenden abhängig gemacht worden, hat also auf- fei unverfänglich". gehört ein Recht zu sein. Was folgen wird, wird sich zeigen. Gegen die Freiheit der wissenschaftlichen Forschung, soweit der Wir stehen nicht am Schluß, sondern am Beginn eines Staats- Glaube davon nicht berührt wird, hat auch der„ Reichsbote" nichts streiches, durch den der deutsche Kaiser und die deutsche Volks- einzuwenden. vertretung dem Absolutismus eines Interessenbundes des Junkertums und der Kaplanofratie unterworfen werden sollen. Das einstmalige absolute Regiment des Monarchen war, verglichen mit dem uns drohenden, eine milde und humane Regierungsform. Der das sprach war feineswegs der Agrarier Röhrich, sondern der freifinnige Reftor Kopsch, Fraktionsgenosse Eugen Stichters. dem Zusammenschluß aller nicht in diese Verschwörung verwickelten Theodor Mommsen meint, die einzige Rettung sei zu finden in Barteien, selbstverständlich unter Ausschluß derjenigen, die den Namen wie des Liberalismus so auch den der Nation geschändet hat, und selbstverständlich mit Einschluß der socialdemokratischen". Die Socialdemokratie ist immer bereit gewesen, die chrliche Hilfe bürgerlicher Parteien anzunehmen, sie ist aber auch immer darauf gefaßt gewesen, alles durch ihre eigne Kraft allein bewirken zu müssen. So weit die Socialdemokratie auch davon euffernt ist, die Meinungen des berühmten Gelehrten zu teilen, so sehr wird sie Sen Mut der redlichen Ueberzeugung schätzen müssen, der sich in seinen Worten ausspricht. Deutfches Reich. der Landwirte", Wangenheim, Röside, Hahn, veröffentlicht Borzeitiger Couliffenwechsel. Der engere Vorstand des Bundes in der Deutschen Tageszeitung" einen wütenden Angriff gegen den Antrag Kardorff und den Verständigungsumfall. Nach unglaublichen Renommagen über die Kraft, die der Bund bei Bekämpfung der Socialdemokratie angeblich entwickelt, heißt es: ... Verschlenderte Millionen. In seiner Abschiedsrede sagte Herr Witting, der bisherige Oberbürgermeister von Bofen: Unzweifelhaft und offenkundig gehe das Deutschtum zurück, die Behauptung, es ginge vorwärts", sei Selbsttäuschung. Es gehe zurück, fichtlich zurück. Soll die Provinz, soll der Osten nicht für das Deutschtum in zehn bis zwanzig Jahren rettungslos verloren sein, so müßten ganz neue Organisationen geschaffen, müßten die hundert Widerstände des modernen Verwaltungsapparates beseitigt oder doch vermindert werden. ( Lebhafter Beifall.) Andernfalls würde jede noch so starke Kraft allmählich sich aufreiben. Nur ungeheure Mittel könnten noch helfen: nicht um Haß oder Liebe handelt es sich, sondern um eine großartige historische Auseinandersetzung, um die Frage, wer Amboß, wer Hammer sein soll. Witting irrt. Auch ungeheure Mittel" reichen nicht dazu aus, cine Nation auszukaufen. Die sociale Differenzierung des Polentums, das Entstehen einer heißhungrigen jungen Bourgeoisie ist nicht aufzuhalten. Aber soweit bestätigt er eine alte Wahrheit: Die hunderte Millionen, die an die kindliche Idee des großen polnischen Ausverkaufs gewendet worden sind, sind zum Fenster hinausgeworfenes Geld. Reichstag. ( Schluß aus der 1. Beilage.) Abg. Dr. Paasche( natl.): Aber dieser Kampf muß geführt werden mit Mitteln, welche auch erfolgreich und dauernd wirken! Man darf sich nicht täuschen Es ist Herrn Dr. Barth natürlich unbequem, daß die Obstruktion laffen durch Scheinfämpfe mit den untauglichen Waffen, die man zum Zusammenschluß der Mehrheit und der Regierung beigetragen jezt im Reichstage hervorgefucht hat! Man darf auch nicht unter hat. Ich kann aber aus den Verhandlungen thatsächlich verraten, dem täuschenden Schein einer Attade, eines anscheinend fiegreichen daß der Obstruktion ein guter Teil der Verständigung Vorgehens in wirtschaftspolitischen Fragen thatsächlich den Rückzug zuzuschreiben ist. Wie Herr Dr. Barth meint, das Bewußtsein antreten, die von so hoher und grundlegender Bedeutung sind, daß ihnen gegenüber die aktuelle Tagesparole als bedeutungslos erscheinen muß. Nach der Ueberzeugung des Vorstandes giebt es nur eine Ronsequenz: Der Bund der Landwirte muß auf ein weiteres Zusammengehen mit denjenigen politischen Parteien und Abgeordneten verzichten, welche feine wichtigsten Ziele durch Annahme des Antrages Kardorf preisgeben. Schließlich erklärt er: der angeblichen Rechtsverletzung werde nicht sobald im deutschen Bolte erlöschen, so werden wir dafür sorgen, daß die Stellung feiner Freunde zu den grundsätzlichen Gegnern der Staatsordnung, den Socialdemokraten, vom Volfe nicht sobald vergessen wird.( Lebhafte Unterbrechungen links.) Daß man sich stets erinnern wird, wie seine Freunde der Socialdemokratie Vorspann geleistet haben. Herr Barth hat die Haltung meiner Freunde ironisch als heroisch und glanzvoll bezeichnet. Meine Freunde haben gar keine Vers anlassung, sich der Rolle zu schämen, die sie gespielt haben, sie sind vielmehr stolz darauf, daß es uns gelungen ist, eine Mehrheit für Wir halten es nicht für ausgeschlossen, daß bei manchen Ab- das zu gewinnen, was die Regierung für allein erreichbar erklärt geordneten, die aus Selbsttäuschung über die Sachlage augenblicklich hat.( Bravo! bei den Nationalliberalen, Lachen links.) Durch die noch dem Antrag zuneigen, sich die eigne Auffassung bis zu der ent- Obstruktion der Socialdemokratie und der Freisinnigen Vereinigung scheidenden Stunde vielleicht noch klären wird, daß bis dahin auch ist eine fachliche Beratung des Tarifs unmöglich gemacht worden. vor ihren Augen vielleicht der ethisch- politische Schleier zerrissen sein( Lachen lints.) Die Kommissionsverhandlungen wurden durch unwird, den man kunstvoll um sie geschlungen hat, und daß sie dann erträglich lange Dauerreden zu einer wahren Höllen Der Socialdemokrat, der im Sinne der" Post"-Moral handelte, vielleicht noch rechtzeitig flar fehen und erkennen werden, in gual für die übrigen Mitglieder gemacht, wie feiner Zeit würde mit Schimpf und Schande aus der Partei gejagt werden. welcher Richtung das wahre, wohlverstandene Interesse des deutschen selbst ein freisinniges Blatt fchrieb.( Lachen bei den Vaterlandes bei der bevorstehenden Entscheidung liegt, und welche Socialdemokraten.) Die Verhandlung im Plenum hat 46 Sigungen Man bedenke: Republikanisch gesinnten Arbeitern mutet große Verantwortung diejenigen auf sich laden, die in einer nach in Anspruch genommen, aber auch hier ist durch die ewigen man zu, eine Adresse an den Monarchen zu unterschreiben, die in den thatsächlichen Erfahrungen der letzten zehn Jahre nahezu un namentlichen Abstimmungen und durch Dauerreden eine fachliche dem Tone der allerunterthänigsten byzantinischen Manieren gehalten begreiflichen Täuschung befangen bleiben, und aus diesem Irrtum Beratung unmöglich gemacht. Wenn der Tarif nun nicht so ausist! Und das geschieht just in dem Augenblicke, in dem dieser Monarch heraus zu einem Votum gelangen, daß die wahren Interessen des sieht, wie es allen unsren Wünschen entspricht, so tragen Sie( zu alles aufs schärfste verurteilt, was ihnen bisher hoch und heilig Vaterlandes aufs schwerste verlehen würde. den Socialdemokraten) die Schuld daran.( Gelächter bei den Socialgewesen ist! Mit einem Federzug follen fie alles verleugnen, was Dieser Aufruf erschien Sonnabendnachmittag um 5 Uhr. Herr demokraten.) Ich habe nämlich schon gefagt, daß das Werk, so wie bis dahin den edelsten und reinsten Inhalt ihres Lebens gebildet hat. Dertel hatte sich verrechnet. Er hatte offenbar geglaubt, daß zu es nun dasteht, vielleicht niemanden befriedigt.( Abg. Singer: Dank Ihrer Profitgier!) Nein, Dank Ihrer Obstruktion.( Lachen bei den Die es thaten, weil sie Weib und Kind zu Hause haben, sollen dieser Zeit die Kuh schon im Stalle sein würde. „ Schaumschläger!"" Spiegelfechter!" Socialdemokraten. Ruf: Faule Ausrede!) Das ist eine faule Ausrede, nicht verurteilt werden. Die es zu thun sich geweigert haben, haben fich als elden benommen und Millionen rufen ihnen Beifall. Wie die Zollmehrheit arbeitet. Der Abg. Schrempf teilt in fagen Sie?( Burufe bei den Socialdemokraten, Glode des Bräft Millionen aber werden auch über jene das richtige Urteil finden, der Deutschen Tageszeitung" mit, daß sein Name während die ihre armen Opfer vor die Wahl stellen wollen zwischen fittliche einer Beurlaubung irrtümlich unter den Antrag der das gesagt hat, zur Ordnung( Zuruf bei den Socialdemokraten, Bicepräsident Graf Stolberg: Jch rufe den Herrn Abgeordneten, Herold gesetzt worden ist. Es scheint beinahe, als ob die Unterstützung von Anträgen also ich rufe den Herrn Abg. Reißhaus zur Ordnung auf ähnliche Weise zu stande käme, wie gewiffe Huldigungs- erstenmal!( Stürmische andauernde Heiterkeit.) adressen. Selbstschändung und körperlichem Selbstmord. Ein neuer Geßlerhut ist aufgesteckt, das neue Rütli wird nicht ausbleiben. Zu spät werden durch Schaden flug werden, die frech an das Letzte greifen, was der deutsche Arbeiter hat an feine Ehre! " -O Der Gesamtausschuß des Handelsvertrags- Bereins faßte in seiner am 13. d. M. stattgehabten Sizung mit 41 gegen 6 Stimmen bei 4Stimmenthaltungen eine Resolution, in der es heißt:„ Den Mehrheitsbenten.) zum Abg. Dr. Paasche( fortfohrend): Dank der Obstruktion können wir die Wünsche, die auch aus unsren Kreisen an uns gelangt sind, leider nicht berücksichtigen. Von einer Novelle ist mir nichts bekannt und meine Freunde werden aum geneigt sein, btefen Weg zu gehen.( Nuf bei den Social-| der Ansicht, daß man sich danach nicht zu richten braucht. Wir Abg. Dr. Spahn( C.): Der Ton, den Herr Singer sich heraus demokraten: Sie machen ja alles mit, was die Re- werden die Zulässigkeit des Rechtsweges beantragen. Lehnen nimmt, ist in diesem Hause früher nicht vorgekommen. Die Gesetzes gierung wiII!) Sie diesen Antrag ab, so beugen Sie bewußt das Recht. sammlung ist bekanntlich das allgemeine Organ, durch das die Bicepräsident Graf Stolberg: Ich bitte den Redner nicht zu Geschäftsordnung überhört, um nur das thun zu können, demokraten.) Graf Stolberg hat damals absichtlich den Ruf zur Geseze zur Kenntnis des Landes kommen.( Lachen bei den Socialstören.( Ruf links:„ Der ist schon gestört genug." Heiterkeit.) was die Mehrheit will.( Lärm rechts. Beifall bei den Socialdemo Abg. Bebel: Dr. Spahn I ief sich auf die Referate. Ich fraten.) fonstatiere aber, daß die Mehrheit diese Referate unterdrücken wollte, ( hört! hört! bei den Socialdemokraten.) und daß sie von unsrer Seite erst zur Scham aufgefordert werden mußte.( Ag. Lebebour ruft: Und was für Referate waren das 1) Abg. Dr. Paasche( fortfahrend): aus= Auf die einzelnen Bofitionen eingehen will ich nicht, das hieße ja, das Ausland direkt darauf aufmerksam machen. Wir legen jest die großen wichtigen Interessen der Landwirtschaft und der Industrie bertrauensvoll in die Hände der Regierung. Daß z. B. der QuebrachozoII fo bestehen bleibt, i st geschlossen. Die Regierung wird die richtige Mitte finden zwischen den Interessen der Schälwaldindustrie und unsrer sehr Abg. Dr. Bachem( C.): Die Zusammenstellung der Beheit, außerhalb dieses Saales erklärt hat, der zur Zeit bestehende viel größeren Lederindustrie. Wir hoffen, daß die Regierung flüsse der zweiten Lesung bildet die Grundlage für die 5 Mart 2011 für Weizen und Roggen beziehe sich nicht auf Handelsverträge abschließt im Interesse der Landwirtschaft, dritte Beratung. Daraus folgt, daß wir in keiner Weise einen Doppelcentner, sondern auf eine Tonne.( Hört! der Industrie und der arbeitenden Klassen. Sie( zu den berpflichtet sind, über jeden einzelnen Artikel des Ge- hört! und Heiterkeit links.) Andrerseits ist durch konservative Socialdemokraten) wollen nur die Konkurrenz der Zuchthäusler bon fees feparat zu verhandeln. Der Reichstag kan beschließen, die Flugblätter, z. B. in Gerdauen, die unwahrheit verbreitet worden, daß den Arbeitern fern halten, wir wollen sie durch den Tarif gegen die Reihenfolge zu verlassen und einzelne Artikel für die Diskussion der Bolltarif die Bölle herabsetzen wolle und die Socialdemokraten Konkurrenz des Auslandes schützen.( Gelächter bei den Social- zu verbinden. Wollten wir dem Antrage Singer zustimmen, so das Gegenteil. Um so mehr müßten Sie( nach rechts) doch jetzt demokraten.) Ich habe noch zu erklären, daß einzelne meiner würden wir ein Recht des Reichstages preisgeben. Machen wir die zunächst einmal anhören, was im Tarif steht. Aber Sie haben ja Freunde nur in der Hoffnung der Vorlage zustimmen, daß die Beschlußfassung über die Zusammenfassung von Artikeln für die Be- nur das Bestreben, sich Ihre eignen Taschen zu füllen!( Großer Meist begünstigungsverträge einer genauen Re- ratung und Abstimmung vom Gange der Debatte abhängig.( Bravo! Lärm rechts.) vision unterzogen werden. Wir haben ja auch in der bei der Mehrheit.) Bicepräsident Büsing: Herr Abgeordneter, das dürfen Sie nicht sagen: Ein Präsident auf dieser Stelle ist immer objektiv.( Stürmisches Gelächter links.) Abg. Stadthagen versucht weiter zu reden. Abg. Stadthagen( Soc.): Im Laufe der Beratungen ist die ThatVicepräsident Büsing: Ihre Zeit ist abgelaufen.( Große sache, die feiner Zeit von mir angeführt wurde, nicht widerlegt worden, daß ein Mitglied dieses Hauses, ein Anhänger der MehrAbg. Fürst Radziwill( Bole) erklärt sich trotz mancher Bedenken wegen des Zustandekommens des Geseges einverstanden mit der Zolltarif- Vorlage. Abg. Haußmann- Böblingen( füdd. p.): Die Verhandlungen hier sind zur Komödie geworden.( Glocke des Präsidenten.) Vicepräsident Büsing erklärt diesen Ausdrud für unzulässig. Abg. Haußmann( füdd. Bp.) fortfahrend: bei den Socialdemokraten.) werden. 9 Vicepräsident Büsing( sehr erregt): Jch rufe Sie wegen Kommission dahingehende Erklärungen von der Abg. Singer( Soc., zur Geschäftsordnung): Abg. Bachem dieser Worte zur Ordnung!( Dhol bei den Socialdemokraten. Regierung bekommen.( hört! hört! links.) Wir sind über- hat den Antrag gar nicht richtig verstanden. Wir wollen Bravo! rechts.) zeugt, daß die Regierung das große nationale Wert günstiger dem Reichstage gar nicht das Recht nehmen, Artikel für die Der Antrag Singer wird in namentlicher Abstimmung mit 275 Handelsverträge zum Segen für die Gesamtheit glücklich vollenden Diskussion mit einander zu verbinden. Unser Antrag verlangt gegen 50 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen abgelehnt. wird.( Lebhaftes Bravo! bei den Nationalliberalen.) vielmehr, daß auf Grund der Beschlüsse 3 weiter Das Haus tritt nunmehr in die Specialdiskussion ein. Lesung die einzelnen Tarifpofitionen beraten Bu§ 1 liegt ein Antrag Herold( C.), Bassermann( natl.), und einzeln zur Abstimmung gebracht werden, indem wir den v. Kardorff( Rp.), Graf zu Limburg- Stirum( f.)( kompromißAntrag stellen wollten, die finnwidrige Auslegung, die Herr Spahn antrag) vor, wonach die Mindestzölle für Roggen, Weizen und der Geschäftsordnung gegeben hat, durch einen Beschluß des Hauses Hafer auf die ursprünglichen Säße der Regierungsvorlage( 5 M., zu beseitigen. Wenn die Mehrheit nicht darauf eingeht, wird sie nur 5,50 M., 5 M.) herabgesetzt werden und der Mindestzoll für Malzwieder einmal beweisen, daß sie bereit ist, zu Gunsten des Tarifs gerfte auf 4. festgesetzt wird.( Die Regierungsvorlage enthielt Recht, Gesez und Bernunft zu brechen.( Bravo! bei den Social einen Gersten- Mindestzoll von 3 M., der Reichstagsbeschluß zweiter demokraten. Glocke des Präsidenten.) Lesung einen solchen von 5,50 M.) Für Futtergerste soll die Bindung durch Ile Borbereitungen, die für die Beratung des Vicepräsident Büsing: Das dürfen Sie nicht fagen; ich rufe Sie einen Mindestzoll ganz beseitigt werden. Ebenso sollen die in zweiter Lesung Zolltarifs getroffen worden sind, find jest wertlos und zur Ordnung!( Abg. Stadthagen ruft: Kann man denn nicht eingefügten Minimalzölle für Vich- und Fleisch wieder gestrichen nublos.( Sehr wahr! links.) Der Kaiser hat in Breslau die mehr die Wahrheit sagen?!) Arbeiter aufgefordert, Arbeitervertreter in den Reichstag zu Abg. Singer( fortfahrend): Ich werde mich hüten, mit dem Abg. Albrecht( Soc.) und Genossen nehmen zum Generaltarif wählen. Wenn sie hierher fämen, würden Sie( nach rechts) ihnen Präsidenten zu diskutieren, schon um mir nicht meine fünf Minuten die 446 in der Sizung vom 11. Dezember von den Schriftführern Die Unterbrechung wird dech abgerechnet? verlesenen socialdemokratischen Anträge auf Bollfreiheit und Zollnur verwehren, ihre Interessen hier zu verberfürzen zu lassen. treten. Abg. Richter hatte Recht, als er sagte, daß diese( Heiterkeit.) ermäßigungen wieder auf und beantragen ferner Bollfreiheit für Aufforderung des Kaisers wie eine Ironie auf die gegenwärtige Unterbrechung veranlagt haben, werde ich fie felbstber- Safer, Pferde, Rindvich, Schafe, Schweine und Fleisch, und dem Vicepräsident Büsing: Da Sie durch Ihr eignes Verschulden die folgende Positionen des Generaltarifs: Roggen, Weizen, Gerste ,. Situation gellungen hat.( Sehr richtig! links.) Fragen möchte ich, ständlich nicht in Abzug bringen.( Bravo! bei der entsprechend Streichung sämtlicher Minimalzölle. zu welchem Zwed die Mitglieder der Zollkommission, die doch die Borarbeit für unfre fachliche Beratung im Plenum machen sollten, Mehrheit. Gelächter links.) Ferner soll die dem Bundesrat zugestandene Ermächtigung, AusDiäten bekommen haben. Das Geld hätte man sich wirklich ſparen Abg. Singer: Ich bitte, unfern Antrag anzunehmen, weil er nahmen von den Zollvergünstigungen für die deutschen fönnen.( Bravo! links.) Der Bolltarif ist ein feindseliges Instrument verlangt, was die Geschäftskommission vorschreibt. Wir wollen be- 3ollanschlüsse vorzuschreiben, gestrichen werden. gegen das Ausland. Auch im Ausland weiß man, daß hier jede wirken, daß die Mehrheit wieder einmal beschließt, sich durch ge= In der über§ 1 eröffneten Diskussion erhält das Wort fachliche Beratung unterbunden worden ist. Der Geist der Sachlich- waltsamen Bruch über die Geschäftsordnung hinwegzusetzen.( Bravo! Abg. Röfice- Dessau: feit ist hier aus diesem Hause gewichen.( Lebhafter Widerspruch rechts. Vicepräsident Büsing bittet, die Zwischenrufe zu unterlassen.) Abg. Schrader( frs. Vg.) schließt sich den Ausführungen des Abg infolge der Obstruktion erfolgt fei, als ein Märchen Redner bezeichnet die Behauptung, daß die Verständigung Die Zeit des Reichstags ist noch nicht abgelaufen, aber feine Kraft. Singer an. Wir werden es ja nach Weihnachten erleben, wie viel Ruhe Sie Lesung geschehen ist, der Geschäftsordnung widerspricht. Abg. Dr. Bachem( CT.): Ich bestreite, daß das, was in zweiter und macht den Nationalliberalen den Vorwurf der Uebernach der jetzigen 14tägigen Kraftprobe brauchen werden. Der Glaube Ich haftung. Bassermann habe nach dem stenographischen Bericht an die Loyalität ist in diesem Hause erschüttert. Das Centrum hat habe den Antrag Singer noch nicht recht verstanden.( Abg. vom 27. November gesagt, er nehme an, daß die Verhandden Aufmarsch als Regierungspartei vollzogen, flantiert von den Heiterkeit), soll über die einzelnen Bofitionen beraten werden oder Anspruch nehmen werden, und am 28. November, es werde Ledebour: Aber Sie sprechen doch dagegen! Große lungen über den Antrag Kardorff mehrere Tage in Nationalliberalen.( Seiterkeit.) Als ich vorhin die Erklärungen des über die einzelnen Artikel.( Buruf des Abg. Singer.) Nachdem Herr Gelegenheit sein, Anträge in den Antrag Kardorff Reichskanzlers und des Grafen Hompesch hörte, fragte ich mich, ob Singer fonstatiert hat, daß über die einzelnen Positionen des Tarifs, hineinzuarbeiten. Beide Zusagen find nicht erfüllt worden. das Centrum mehr von der Regierung oder die wie er aus der zweiten Lesung der Kommission herausgekommen ist, Man hat jede Diskussion verhindert und das summarische Verfahren Regierung mehr vom Centrum abhängig ist beraten und abgestimmt werden soll, kann ich Ihnen nur raten, bei beliebt, weil die Mehrheit nicht im stande war, für eine länger ( Heiterkeit.) Abg. v. Wangenheim hat gegen den Antrag v. Kardorff dem zu bleiben, was Sie in zweiter Lesung beschlossen haben. Wir dauernde Präsenz in beschlußfähiger Anzahl zu garantieren.( Sehr gestimmt. Aber als es sich um die wichtige Vorfrage, die zu stehen vor dem Artikel 1 in der Form, wie er sich durch die Beschlüsse gut! links.) Er würde auf jedes weitere Wort verzichten, wenn läffigkeit des Antrages handelte, hat er dafür gestimmt und mit zweiter Lesung gestaltet hat, Artikel 1 muß als Ganzes zur Dis- er nicht die Pflicht hätte, als Sachverständiger über den Angelpunkt des ihm die ganze fonservative Fraktion. Das war das Mittel, zum Zwed.( Sehr richtig! links.) Die Obstruktion soll die fussion gestellt werden, es ist unzulässig, anders zu verfahren.( Bei- Kompromisses, die Herauffezung des Bolles für Braugerste, zu sprechen. Schuld tragen. Jezt, wo jede fachliche Beratung verhindert worden fall bei der Mehrheit.) Redner führt aus, daß das Brauereigewerbe die Herauffezung des ist, erkennt man das Falsche dieser Behauptung. Einfach, Abg. Bebel( Soc.): Bolles faum zu tragen in der Lage ist, daß der Zoll auf die kleineren um in möglichst schneller Zeit fertig zu werden, ist die Form des wollen der Mehrheit gar nicht das Recht bestreiten, eine Reihe großen Brauereien damit verhältnismäßig leicht abfinden können. Herr Bachem ist noch immer in seinem Mißverständnis. Wir und mittleren direkt ruinös wirken müsse, daß dagegen sich die Antrags v. Kardorff gewählt worden.( Sehr gut, links.) Man hat Artikel zusammen zur Beratung zu stellen, darüber kann eine Unterscheidung von Brau- und Futtergerste gehöre fast zur sich über das Schreien hier beklagt. Dieses Schreien war doch nur verhandelt werden, wenn wir so weit sind. Sie haben allerdings Unmöglichkeit. Er behaupte, alle Gerste, die in Deutschland wächst ein Echo des Schreiens der Bündler. Die Regierung hat schwere in der zweiten Lesung anders beschlossen, aber wir haben wider- und nach Deutschland eingeführt werde, sei Malzgerste, und Fehler gemacht, der ganze Bolltarif ist nur ein Komplott zwischen sprochen und dies Vorgehen als gefezwidrig bezeichnet. Der nur diejenige Gerste eigne sich nicht dazu, die durch ungünstige ihr und dem Großgrundbesitz und der Großinduſtrie. Die Obstruktion Antrag Kardorff spricht von den vorgelegten endgüligen Witterung überhaupt unbrauchbar geworden sei. Man hätte doch nimmt man jezt als Vorwand. Es ist hier biel politischer Beschlüssen der XVI. Kommission. Die Beschlüsse sind aber Sachverständige fragen sollen, ehe man die Unterscheidung getroffen Saß gesät worden, der nächste Reichstag wird davon nicht endgültig, endgültig sind sie erst dann, wenn hätte. Er wiederhole, daß er nicht im eignen Interesse spräche, denn noch hetidetär belastet sein. Jeder aber kann froh sein, das Haus sie in zweiter und dritter Beratung gefaßt hat. die Großbrauereien würden von den Zollerhöhungen kaum berührt. der in diesem Birrsal nicht vom rechten Wege abgewichen ist.( Bei- So wird etwas als gefegliche Grundlage angesehen, dem jede gesetz- Er hoffe aber, daß das deutsche Volt auf diese ungeheure liche Grundlage fehlt.( Sehr richtig! links.) Sie wollen den Schädigung eines nationalen Erwerbsstandes die treffende Antwort fall links.) Abg. Graf v. Limburg( f.): Herr Haußmann hat am wenigsten Tarif zur Grundlage von Handelsvertrags- Verhandlungen machen, bei den Wahlen geben werde. das Recht, sich über den Absentismus der andren zu beklagen. Wir fie sagen, der Tarif sei gefeßlich acceptiert, während er gar nicht Abg. v. Kardorff( Rp.) erklärt, daß, nachdem der Abg. Freiherr vermissen Herrn Haußmann ungern, da uns seine Neden immer viel hier im Plenum beraten worden ist. Das ist eine v. Wangenheim den Inhalt des nach ihm benannten Antrags so Vergnügen machen.( Heiterkeit.) Redner rechtfertigt des weiteren parlamentarische Ungeheuerlichkeit.( Ruf rechts: Er spricht schon zehn scharf kritisiert habe, er es sich vorbehalte, bei den Gelegenheiten, die die Zustimmung eines Teils der Konservativen zur Bolltarif- Vorlage. Minuten) Wenn Ihnen noch etwas an Recht und Gesetz liegt, sich bei den Etatsberatungen bieten werden, die Stellung der Reichs( Im einzelnen bleiben die Ausführungen auf der Tribüne nicht müssen Sie unsren Antrag annehmen.( Bravo! bei der Opposition.) partei zum Bunde der Landwirte näher darzulegen. verständlich.) Vicepräsident Büsing: Die dritte Lesung erfolgt auf Grund Abg. Antrick( Soc.): Bicepräsident Büsing: Es ist ein Antrag auf Schluß der Generaldiskussion eingelaufen( Stürmisches hört! hört! links), gestellt von den Herren Dr. Spahn, b. Normann und v. Kardorff.( Lautes GeTächter lints. Rufe: Die alte Firma lebt noch.) Auf Antrag Singer ist die Abstimmung namentlich. Der Schlußantrag wird mit 206 gegen 118 Stimmen bei 6 Stimmenthaltungen angenommen. Ganz unmotiviert ist die Einführung eines Zolles auf die bisher zollfreie Leinsaat. Hier hat die Regierung dem Drängen und der unwahren Behauptungen des Bundes der Landwirte nachgegeben. Dieser Zoll muß die deutsche Leinölindustrie der Zusammenstellung der Beschlüsse der zweiten Das Vorgehen der Mehrheit ist ja ganz erklärlich, denn einen Beratung. In dieser ist der Antrag Kardorff für zulässig erklärt solchen Fischzug werden die Herren Agrarier nicht so bald wieder worden. Die zweite Beratung ist so geführt worden, daß der Zoll- machen.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Für die Ars tarif als Ganzes behandelt worden ist. Nun beantragt Herr Singer, beiter hat der Reichskanzler bisher nichts übrig gehabt als schön in der dritten Lesung anders als in der zweiten zu verfahren. gedrechselte Reden. Redner geht nunmehr auf die Begründung der Das ist zulässig, und wir werden darüber abzustimmen haben socialdemokratischen Anträge ein. Wir verlangen vor allem ZollDie Abgg. Dr. Barth und Singer melben sich zur freiheit für alle Lebensmittel. Das Kartell der Reisschälmühlen, das Geschäftsordnung). Wir kommen also zur Abstimmung. von dem Zolltarif große materielle Vorteile hat, behauptet in einer ( Heftiger Protest links. Rufe: Es liegen Meldungen Petition an den Reichstag, Reis fei gar kein Volksvor!) Jah kann jetzt das Wort zur Geschäftsordnung nicht geben! Nahrungsmittel, sondern ein Genuß mittel.( hört! hört! Abg. Hilpert( Bayr. Bauernb.) bedauert zur Geschäftsordnung,( Bravo! bei der Mehrheit. Große Unruhe bei der Opposition. bei den Socialdemokraten.) Wir wollen aber nicht, daß die deutschen daß er durch den Schluß der Generaldiskussion verhindert worden Abg. Ledebour: Unerhört!) Noch rechtzeitig ist mir der schrift Arbeiter auf die Lebenshaltung italienischer Lazzaroni fei, feine gegenteilige Stellung zu begründen. Die fleine Erhöhung liche Antrag auf namentliche Abstimmung überreicht worden. Die her abgedrückt werden.( Um 5% Uhr verläßt der Reichsdes Gerstenzolles( Vicepräsident Büsing erklärt diese Bemerkung Abstimmung ist also namentlich.( Abg. Graf Noon hebt einen roten kanzler den Saal.) für unzulässig.) Jedenfalls werde ich gegen alle Positionen stimmen. Nein- Bettel hoch, schwenkt ihn in der Luft und giebt so der Mehrheit Bicepräsident Büfing: Wir kommen nunmehr zur Special- ein Signal.) diskussion, zunächst über§ 1. Hierzu liegen vor die Ab- Der Antrag Singer- Stadthagen wird in namentlicher Abstimmung änderungsanträge Albrecht und Genossen. Diese Abänderungsanträge mit 220 gegen 95 Stimmen abgelehnt. tragen feine Originals sondern nur gedruckte Unterschriften. Eigentlich Abg. Singer( Soc.) beantragt, vor der weiteren Beratung die auf das empfindlichste schädigen. Besonders die Arbeiter haben find fie nicht zulässig, aber ausnahmsweise will ich sie doch zulassen. in§ 1, 1 erwähnten endgültigen Beschlüsse der Zolltarif- fchiver zu leiden. Schon jetzt sind die Löhne in dieser Industrie Außerdem liegt mir ein von den Abgg. Stadthagen und Kommission zur Verlesung zu bringen.( Höhnisches Gelächter erbärmliche; sie würden aber noch weiter sinken. Der hohe Singer gestellter Geschäftsordnungs- Antrag vor: Der Reichstag bei der Mehrheit.) Abg. Singer begründet diesen Antrag folgender- Boll auf Leinsaat würde aber auch noch eine Anzahl weiterer tvolle beschließen, über jeden einzelnen Artikel im§ 1 der Reihen maßen: Das Bolt hat ein Recht darauf, wenigstens zu wissen, Industrien in Mitleidenschaft ziehen, so die Firnißindustrie, die folge nach die Diskussion zu eröffnen und die Abstimmung vor- was in diesen Kommissionsbeschlüssen, die jetzt Ladindustrie und andre. Millionen von Arbeitern werden dadurch zunehmen.( Es handelt sich darum, daß über sämtliche durch den Gesetz werden sollen, enthalten ist. Ich glaube, daß viele in ihrer Lebenshaltung herabgedrückt. Redner spricht sehr leise, Antrag Kardorff in das Tarifgefeß aufgenommene Tarifpofitionen, unsrer Herren Kollegen von der Mehrheit, namentlich diejenigen, die so daß er auf der Tribüne schwer zu bers wie sie sich nach den Beschlüssen der Zollkommission gestaltet haben, ihre Aufgabe bei den Zolltarifverhandlungen nur in der Abstimmung stehen ist. Auf der Rechten und im Centrum ertönen die Diskussion eröffnet und die Abstimmung vorgenommen wird.) crblickt haben, selbst diese Kommissionsbeschlüsse noch mit keinem fortwährend Zurufe des Univillens.( Vicepräsident Büsing Abg. Stadthagen( Soc. zur Geschäftsordnung): Wir müssen dies Blick angesehen haben.( Sehr wahr! bei den Socialdemokraten. Un- ersucht um Ruhe.) Die Erhöhung Erhöhung des Bolles auf Verlangen im Interesse der Aufrechterhaltung unsrer Geschäfts- ruhe bei der Mehrheit.) Leinsaat hat mit Notwendigkeit eine Erhöhung des ordnung stellen. Ueber jede einzelne der 946 Pofitionen muß Abg. Dr. Spahn( C.): Ich bitte Sie, den Antrag Singer abzu- Preises der Anstrich farben zur Folge. Hierdurch wieder der Reihe nach die Diskussion eröffnet und abgestimmt lehnen.( hört, hört bei den Socialdemokraten.) Wir haben die aus- würden die Wohnungspreise, die ohnehin schon eine beträchtliche Höhe werden. In der zweiten Lesung haben Sie anders beschlossen, aber führlichen Berichte der Referenten gehört und wir haben alle ein- erreicht haben, noch weiter steigen. Die Dbdachlosen- Asyle, die Unrecht bleibt unrecht, auch für die dritte Lesung. Graf gehend Kenntnis von den Beschlüssen der Kommission. Die ver- schon heute den Bedürfnissen in keiner Weise genügen, würden noch Stolberg hat berhindert, daß eine namentliche Abstimmung schiedenen Interessentenkreise werden später in der Gefeßessammlung mehr überfüllt werden. über den Schlußantrag der Debatte über die Zulässig sich über die einzelnen Beschlüsse des Neichstages orientieren können. Als Redner hierauf längere Ausführungen über Position 16 Leit des Antrages gestellt wurde. Die ganze Beschluß- Abg. Singer( Soc.): Dr. Spahn sieht also die Pflicht der Reichs-( Butterbohnen, Sheanüsse, Kopra usw.) macht, wird er durch faffung ist dadurch rechts- und verfassungswidrig geworden. tagsmehrheit damit als erfüllt an, daß die Interessenten sich später vielfache Rufe auf der Rechten: Schluß! Ist ja Das Gesetz ist verfassungswidrig nach den Artikeln 22, 27, aus der Gesetzessammlung über den Zolltarif unterrichten fönnen. zollfrei!" unterbrochen. Redner fährt unbeirrt fort.( Eine der 28 der Verfassung. Nur innerhalb der Geschäftsordnung Das ist die Gesetzesmacherei der Mehrheit! Das nennen Sie die Bogenlampen beginnt bereits wieder zu zucken. Vicepräsident Tann die Mehrheit handeln. Die Geschäftsordnung ist ein Deffentlichkeit des Parlamentarismus. Wenn es sich hier nicht Büsing sieht besorgt nach der Decke.) Gesetz für das Haus. Das Haus hat nicht das Recht, sie für den um eine Mehrheit handelte, würde ich das als eine absolutistische Die weiteren Ausführungen des Redners gehen auf der Tribüne einzelnen Fall abzuändern. Wir wollen durch unser Verlangen be- Kabinetts- Politik bezeichnen.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) größtenteils verloren, da die im Saale anwesenden Abwirken, daß Sie nicht länger geschäftsordnungswidrig dem Volke Immer mehr strebt diese Mehrheit dem sic volo, sic jubeo! zu. geordneten der Mehrheit im plaudernden Gruppen bei einander berhüllen können, welche unerträglichen Lasten Sie ihm aufbürden. Sie bietet die Hand zu der realtionärsten Bolitik, die man sich denken stehen oder unruhig auf und abgehen. Als mehrere Abgeordnete Ebenso find wir durch Schluß der Debatte gehindert worden, die tann Sie zieht dem Volte das Fell über die Ohren, ohne ihm zu der Rechten gegen 7 Uhr in die Nähe des Redner völlig ungerechtfertigten Angriffe, die gegen uns gerichtet wurden, fagen, was mit ihm geschehen soll.( Großer Lärm bei der Mehrheit.) pultes treten, um nach der Menge des vor dem Redner liegenden zurückzuweisen. Da das Gesetz gegen die Bestimmungen der Ver- Vicepräsident Büsing ruft den Abg. Singer wegen dieser Weiße Materials die zu erwartende weitere Dauer der fassung und der Geschäftsordning zu stande gekommen ist, sind wir rung zur Ordnung. Rede beurteilen zu können, hebt der Redner mit der " rechten Hand mehrere umfangreiche Bündelj " " Der Ausstand in Marseille. Bei schriftlichen und gedruckten Materials empor. Die ein Glas mit etwas Wein vermischten Wassers. Um 91 Uhr nimmt gütlichem Wege ausgleichen zu können. Kollegen, wir können eine Bon Zeit zu Zeit bringt ein Diener dem Redner zur Erfrischung die Interessengegenfäße zivischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf geordneten begeben sich darauf auf ihre Pläge zurüd. Abg. Antrick wieder ein neues mit Manuskripten angefülltes Couvert Besserung unsrer Lohn- und Arbeitsverhältnisse nur dann erreichen, Kurz nach 7 Uhr wird Vicepräsident Büsing vom Präsidenten vor. Bald darauf erscheint Graf Bülow wieder im Saal. Gray en Ballestrem abglöst. Inzwischen ist auch Neichskanzler Graf wenn wir uns zusammenschließen zu einer zielbewußten, auf dem Biloh wieder im Saale erschienen. Redner führt aus, daß der sich in unmittelbarer Nähe des Redners auf und folgen mit inter- sie die Deutsche Gärtner- Vereinigung" darstellt. Mehrere Mitglieder der Mehrheit, unter ihnen Abg. Stöcker, stellen Boden der modernen Arbeiterbewegung stehenden Organisation, wie Darum ist es Zoll auf Leinöl durch die Verteuerung des Firnisses und der Maleressierter Aufmerksamkeit der weiteren Entwicklung der Nede. farbe die Herstellungskosten der Arbeiterwohnungen und damit die Pflicht jedes Kollegen, sich derselben anzuschließen und mitzuhelfen, Abg. Antrick geht ausführlicher auf die Wirkungen des Honig- damit wir auch hier in Berlin bald eine achtunggebietende Macht Wohnungs mieten verteuert. Er geht weiter auf den von der Kommission zolles ein. Abg. Bachem hält sich, um ungestört lefen zu können, darstellen. Mögen die Lehren, welche die Handelsgärtner in Krefeld beschlossenen Zoll auf die bisher zollfreien Kartoffeln ein. beide Dhren zut. und Plauen uns erteilten, auf fruchtbaren Boden fallen. Kartoffen bilden für viele arme Arbeiterfamilien, be- Kurz vor 10 1hr ist der Redner mit seinen Darlegungen über Der Zahlabend der Deutschen Gärtner- Vereinigung" findet sonders auch für die Weberfamilien in den ärmsten den Pferdezoll zu Ende. Er sagt, er komme mm zu dem alle Sonnabende bei Frik Wilte, Linienstr. 217, statt. Daselbst Bezirken Deutschlands, fast das einzige Nahrungs- wichtigen Boll auf Schweine.( Große Unruhe werden auch neue Mitglieder aufgenommen. mittel. Wewn man die heranwachsende Jugend in diesen rechts. Zustimmung links. Am Bundesratstisch figt allein noch der Deutsche Gärtner Vereinigung( Siz Hamburg). Gegenden sieht, wie Kleinen Kinder mit den alten Gesichtern, Reichskanzler.) Nicht allein, daß man dem kleinen Bauer durch den J. A.; Der Vertrauensmann für Berlin. so muß sich einenz vor Schmerz das Herz in der Brust Zoll das Vieh verteuert, so verteuert man ihm jezt auch noch zusammenkrampfen! Für Sie aber( nach der Mehrheit) die Futtermittel.( Präsident Graf Ballestrem löst kurz nach Ansland. ist das alles gleichgültig; für Sie gelten nur die Intereffen 10 Uhr den Vicepräsidenten Büsing ab.) Den fleinen Vorteil, den die der Besitzenden, Sie wollen nur einheimjen, und es ist Ihnen Landwirte wirklich von den Zöllen haben, hat man ihnen Um dem Streit der Seeleute Nachdruck zu geben, find, wie ganz egal, was aus der armen, unglücklichen Arbeiterjugend längst schon vorher doppelt und dreifach abgestern bereits mitgeteilt wurde, mehrere andre Gewerkschaften in wird!( Lebhafte Zustimmung bei dent Socialdemokraten.) genommen durch den erhöhten Zoll auf Futtermittel. Um den Ausstand getreten. Der von den Bädern beschlossene Ausstand Lärmende zurufe bei der Mehrheit.) Als Redner 1014 Uhr erscheint Graf Bosadowsky wieder am Bundesratstisch. nach diesen mit erhobener Stimme ausgerufenen Worten eine hat am Freitagabend seinen Anfang genommen. Dabei follen, Billiges Schweinefleisch liegt aber auch im Interesse der Wehr wie Wolffs Bureau berichtet, mehrere Zwischenfälle vorgekommen sein. Meine Pause macht, setzen die Schriftführer, in dem kraft des deutschen Volkes. Was haben alle Militärvorlagen für Ausständige sollen versucht haben, die Thüren der Bäckereien zu erbrechen, Glauben, die Rede sei beendet, die elektrischen Klingeln in einen Zweck, wenn Sie hier durch schlechte Ernährung einen fie find aber von den Gendarmen daran gehindert worden. Belegung, worauf zu allen Saalthüren zahlreiche Mitglieder wenig kräftigen Soldatenstand erziehen.( Stürmischer Beifall dem gestern gemeldeten Einschreiten der Polizei auf dem Jolietteder Mehrheit, die sich außerhalb des Saales aufgehalten hatten, bei den Socialdemokraten.) Kurz nach 10 Uhr erlöschen Platz scheint man wieder wahllos in die Reihen der Ausständigen in der Erwartung einer Abstimmung herbeigeftrömt kommen. Blöglich zwei Bogenlampen. Eine derselben wird unter großer hineingegriffen zu haben. Der bei dieser Gelegenheit verhaftete Abgeordneter Antrid indessen verbleibt auf der Tribüne, nimmit Seiterkeit des Hauses heruntergelassen. Abg. Antric spricht weiter. Sekretär des Hafenarbeiter- Verbandes ist nebst zwei andren Schicksalseinen Schluck Wasser und holt ein neues Manuskriptbündel( Glocke des Präsidenten.) Präsident Graf Ballestrem: Meine Herren! genoffen wieder entlassen worden. Die Verhaftung hat also keinen Grund hervor, worauf er seinen Vortrag fortsetzt. Unter dem Höhnischen Sie wundern sich über dieses Manöver. Ich habe, da die Kohlen- gehabt. Die von den Ausständigen verlangte Zurückziehung der Gelächter der Linker verlassen die enttäuschten Abgeordneten stifte nicht fir fo lange Sigungen ausreichen, angeordnet, daß sie Truppen wird vom Präfekten verweigert. der Mehrheit groß enteils wieder den Saal. Inter den allmählich erneuert werden.( Lebhaftes Bravo bei der Mehrheit.) Eine Wolfffche Depesche vom Sonnabend besagt: Zurückgebliebenen herrscht Herrscht große Umuhe. Als von der Abg. Antrid fährt hierauf in feiner Nede fort. Als eine der Der Sekretär des hiesigen Syndikats der eingeschriebenen SeeRechten ungeduldige Zurufe den Redner unterbrechen, ruft heruntergelassenen Bogenlampen wieder emporgezogen werden soll, leute Rivelli und der Präsident des nationalistischen Volkskomitees Abgeordneter Antric: Meine Herren, ich rede hier flammert sich Abg. Schlumberger( nail.) au ihren Ring und von Marseille Castellani sind heute nachmittag verhaftet und dem für die Millionen von Arbeitern, die durch den wird zum großen Ergößen seiner Parteifreunde ein kleines Untersuchungsrichter vorgeführt worden. In der ArbeitsBolltarif aufs fchwerste geschädigt werden! Sie Stüd emporgezogen. börse fand heute nachmittag wieder eine stürmische Verfreilich haben dafür fein Verständnis!( Abg. Inzwischen fährt der Redner ruhig in seinen Ausführungen sammlung statt. Es gelangte eine Tagesordnung zur Annahme, Stadthagen ruft nach der Mehrheit hinüber: Geben Sie fort. Wenn Sie ein Eriſtenzmininum einführen wollen, so welche sich für den Ausstand ausspricht, die Haltung der doch bitte auch hinaus und schlafen Sie weiter!( Große fangen Sie bei dem Arbeiter an. Aber dazu ist die kapita- Regierung mißbilligt und erklärt, der Kampf werde bis zum äußersten Unruhe bei der Mehrheit, Glode des Präsidenten.) Nedner kritisiert liftische Gesellschaft unfähig. Stedner kritisiert liftische Gesellschaft unfähig. Deswegen ist die Socialisierung geführt werden. Beim Verlassen der Arbeitsbörse kam es zu Ausim weiteren eingehend die Erhöhung der Holzzölle. der Gesellschaft notwendig, die Expropriation der Expropriateure! schreitungen, so daß die Polizei einschreiten mußte. ( Um 8 Uhr wird Graf Ballestrem vom Vicepräsidenten Graf Als Redner gegen 1211 hr ein paar Säge mit etwas leiserer börse wird jetzt von berittenen Gendarmen bewacht. Stolberg abgelöst.) Das Orgen des Verbandes der Holz- Stimme spricht, ruft Abgeordneter v. Kardorff ihm Eine Versammlung der Schlächter, die heute vormittag stattindustriellen, das ganz auf dem reinen Unternehmerstandpunkt wir hier können nichts verstehen! Sprechen finden sollte, ist verboten wordenr. Der Zugang zum Schlachthof ist des„ Herr im eignen Hause feia" steht, hat selbst Sie lauter! Der Präsident Graf Ballestrem läutet militärisch besetzt. zugegeben, daß die Folge der Holzzollerhöhung eine Ver- mit der Glocke und bittet um Ruhe, Redner erörtert eingehend die In den Bäckereien wird fast allgemein mit dem ständigen minderung der Arbeitsgelegenheit und damit ein Sinken der Löhne Wirkungen der Fleisch- und Viehzölle. Der Abg. Schlumberger Bersonal gearbeitet, nur die in der Nähe der Arbeitsbörse ges sein werde. Das sagt ein Unternehuterorgan über die Wirkung der geht hinter dem Nebner an der Rednertribüne vorbei und vergleicht legenen Bäckereien sind geschlossen. Auch im Hafen und auf den Holzzölle auf die Arbeiter als Produzenten, Herr Reichskanzler! neugierig die Dicke der erledigten und noch unerledigten Manuskripte, großen Werften wurde hente nachmittag in gewohnter Weise geDiese Zölle müssen viele arme Existenzen ruinieren. Sie die rechts refp. links neben dem Redner liegen. Abg. Antric bemerkt arbeitet. lächeln, Herr Dr. Spahn! freulich, Ihre Leute ver ihn und nickt ihm ironisch lächelnd zu. Abg. Schlumberger Ein Kürassier- Regiment aus Lyon wird hier erwartet. dienen ja nur bei dem Tarif. Die geschädigten Arbeiter und macht eine verzweifelte Handbewegung nach seinen Parteigenossen fleinen Handwerker aber werden Ihnen bei den nächsten Wahlen hin.( Große Heiterfeit.) Kurz vor 11 hr geht Redner auf das die Quittung geben!( Abg. Gröber ruft: Liegnig!) Die Liegnißer Vorsänreverbot ein. Präsident Graf Ballestrem läßt sich vom Nach wahl kann nicht als vorbildlich für den Ausfall Grafen Stolberg ablösen.( Auf den Tribünen harren noch der nächsten Wahlen gelten. Uufre Partei war durch zahlreiche immer etwa 100 3 uhörer aus. Abg. Trimborn tritt Hinter 11.20. Snad fonferiert mit Arendt. Auch der Schatjekretär ist jetzt Umstände, u. a. durch polizeiliche Saalboykotts, an der den Redner und blickt auf sein Manuskript.) Abg. Antric: Was da. Limburg- Stirum macht die Rednertribüne unsicher. Zurufe von der Entfaltung einer ausgiebigen Agitation gehindert. Im Liegniger Kreise uns verboten ist, das ist den Mehrheitsparteien Socialdemokratie erinnern ihn an den Regimentsbefehl des Grafen ist fast gar teine Industrie vorhanden. Außerdem haben unire erlaubt.( Abg. Trimborn verläßt eiligst die Ballestrem. Ziemlich verlegen muß der Graf runter von der dortigen Genoffen ihre volle agitatorische Kraft für die in 5 bis Tribitne.) Tribüne". Antrid geht zu einer weiteren Position über: Dleomargarine. 6 Monaten stattfindende Hauptwahl aufgespart. Wenn man alle Redner fritisiert in schärfster Form die Erhöhung des ZoIT3 Bassermann redet derweilen mit Bülow Oleomargarine. Auf der diese Momente in Betracht zieht, so misfien Sie sagen, daß die auf Sch tv einefleisch und Schmal z. Das Evangelium gebietet, Journalistentribüne beobachtet einer von der Zuuft, daß soeben dem Liegniger Nachwahl ein ganz ungeheurer Erfolg gewesen das Brot mit den Wermsten zu teilen. Hier aber würden Grafen Posadowsky der Bart durch den Tisch zu wachsen beginnt. ist. Geben Sie( zur Mehrheit) uns mur stets freie Gelegen den Armen die notwendigsten Lebensmittel verheit, unsre Jdeen zu entwickeln, dann nehmen wir den Kampf mit tenert. Für Sie( zur Mehrheit), die Sie den Vorteil davon 11.35. Antrick fängt die siebente Runde an. Der Redner öffnet Ihnen auf zu jeder Zeit! Aber freilich, die staatliche Gen- haben, ist es eine einzige große Auflage.( Bravo! bei den ein neues Couvert. Paasche randaliert. Schlumberger geht wieder darmerie wird in ihren Bestrebungen, uns die Säle abzutreiben, Socialdemokraten.) Sie( zur Wiehrheit) haben sich bei der als Kundschafter auf die Tribüne. Nichts zu machen. Antrick redet überall unterstützt von der kirchlichen, der schwarzen Gendarmerie, Fajanenjagd gütlich gethan, während wir hier gearbeitet über Eisenzölle. Kropatscheck schläft, im Traum erscheint ihm die vom Gentrum!( Sehr gut! bei den Socialdemokraten. Lärmende haben.( Lachen rechts.) Abg. Graf Limburg- Stirium besteigt die fertige Zollvorlage. Zurufe im Centrum.) Tribine und tritt hinter den Nedner. Auf der Linken ruft man: Redner fährt darauf in seiner Kritik der Erhöhung der Holzzölle Der Aufenthalt da oben ist verboten. Abg. Baudert fort, erörtert die Rentabilität der Holzindustrie in den verschiedenen ruft: Das ist doch Regimentsbefehr!( Heiterkeit.) Staaten Europas und weist auf den Zusammenhang von Abg. Autrick( fortfahrend): Der Regimentsbefehl gilt doch nur gesteigerten Holzpreisen und Steigerung der für die Linke, nicht für die Herren von der Rechten( Graf Limburg Wohnungsmieten hin. Je höher die Mieten steigen, desto verläßt unter Heiterfeit der Linken die Tribüne; Staats weniger Arbeiter sind in der Lage, sich eine menschenwürdige Woh- sekretär Graf Bofadowsky fizt feit Tanger Zeit über wucher heiligen soll. Bachem beweist juristisch, daß das Gott wohlnung zu verschaffen. Doch was fümmert Sie( nach rechts) das, Sie sagen, eine Arbeit gebengt am Bundesratstisch. Auf die Journalisten- gefällig sei. was schert mich Weib, was schert mich sind, laß sie betteln gehen, tribüne dringt das Gerücht, der Bart sei ihm soeben durch wenn sie hungrig sind und wenn die Leute betteln, dann kommt der den Tisch gewachsen.) Gendarm und steckt sie als Landstreicher ein. Sie( nach rechts) sind es, die die Leute zu Landstreichern, zu Verbrechern machen. ( Lärm rechts.) Jawohl, das find die Folgen Ihrer Politif. gut: Die Arbeitss Der Reichstag um Mitternacht. patscheck träumt, daß Antrick redet und wacht erschreckt auf. In den 11.45. Ballestrem übernimmt wieder das Präsidium. KroRestaurationsräumen feiert die Mehrheit Verzweiflungs- Orgien. Centrum überlegt sich, ob es auch den Sonntag durch den Zoll12 11hr. Die Sthung dauert jetzt vierzehn Stunden. Das Nachdem um 1 1hr Schluß der Debatte über§ 1 angenommen, Nachdem der Redner wieder eine Weile gesprochen, ertönen rechts wird über sämmtliche socialdemokratischen Abänderungsanträge mit lebhafte Rufe: Lauter! Rufe links: Seien Sie doch ruhig, wir hören 236 gegen 72 Stimmen zur Tagesordnung übergegangen. Ein Anjedes Wort. Redner geht nunmehr auf die Eisenaölle ein. trag Baudert auf Uebergang zur Tagesordnung über den Antrag Um 11 hr nimmt Graf Ballestrem wieder den Präsidentenjig ein. Herold wird mit 252 gegen 55 Stimmen abgelehnt, und der Antrag Im 12 Uhr schließt Genosse Antrick seine 71stündige Nede Herold selbst darauf mit 199 gegen 105 Stimmen angenommen. unter stürmischem Beifall der Opposition. Wollen Sie mir wohl fagen, wie eine Familie mit 500 M. jährlich und fünf bis sechs Kindern auskommen soll, wer will behaupten, daß eine solche Familie ehrlich bleiben kann, sie mus entweder ein menschenumwürdiges Dasein führen oder sie wird direkt dem Verbrechen in die Arme getrieben.( Sehr wahr! bei den Socialdemokraten.) Disraeli fagte, wir haben innerhalb einer Nation zwei Nationen, die, trotzdem sie eine Muttersprache haben, doch zwei verschiedene Sprachen sprechen und einander nicht verstehen, die einen find die Besitzenden und die andren die Besitzlosen. Wir erst in unsrer nächsten Nummer gebracht werden. Socialdemokraten sagen nicht zwei Nationen, sondern zivei Klassen, die besitzende Klasse, die die Not und das Elend gar nicht fennt, das unter der andren Klasse, den Arbeitern, herrscht, die nichts kennt als ihre Profitwut und die die Geseze dazu mißbraucht, um sich zu bereichern.( Unruhe rechts.) Es wird von der Mehrheit ein Schlußantrag eingebracht. Stadthagen beantragt namentliche Abstimmung. Vicepräsident Graf Stolberg: Ich rufe den Herrn Redner wegen der letzten Bemerkung zur Ordnung.( Lebhafte Oho!- Rufe und Lärm bei den Socialdemokraten.) 2,30. Die Mehrheit beschloß, die ersten zwölf Bosionen zu vers binden. Zwischen dem Präsidenten Grafen Ballestrem und dem Abg. Singer kam es dabei zu einem heftigen Zusammenstoß. Singer, der das Vorgehen des Präsidenten scharf kritisirte, erhielt Die Sigung wird wahrscheinlich erst gegen 5 oder 6 Uhr enden. Der Schluß des Reichstagsberichts kann aus technischen Gründen drei Ordnungsrufe. Partei- Nachrichten. Letzte Nachrichten und Depefchen. Die Antwort der Bestic. Gemeindewahlen. Im Königreich Sachsen: Ju Polenz, dem viel bekannten Dorfe in der Sächsischen Schweiz, unternahmen Zn 30 überfüllten Protestversammlungen protestierten Sonnabenddie Parteigenossen zum erstenmal einen Vorstoß bei den Gemeinde- abend die Genossen von Dresden und Umgegend gegen den Umsturz Abg. Autric protestiert gegen den Ordnungsruf, seine Worte wurde. Wiedergewählt wurde der socialdemokratische Vertreter in Jaedh- Leipzig( Trianon), Redakteur Stüdlen( Boltshaus), Dr. wahlen. Sie hatten den Erfolg, daß sofort ihr Kandidat gewählt im Reichstag. Als Referenten waren thätig die Genossen Redakteur gehen bei der Unruhe auf der Tribüne verloren. Lohmen. In Grödel bei Riesa wurde in ter 2. Klasse der Lersch- Leipzig( Gambrinus), Schulze( Gasthof Pieschen), Luttich Vicepräsident Graf Stolberg: Ich muß es Ihnen überlassen, sich Hansbefizer ein Parteigenosse gewählt. In der 1. Klasse der Haus( Baubörse), Redakteur Jage- Leipzig( Michels Restaurant), Krüger über meinen Ordnungsruf zu beschiveren. befizer und bei den Unansässigen war nur je ein Ersazmann zu Drescher, Cloth( Dentsche Eiche), Sindermann( Plauen), Nitsche, Abg. Antrick: Dazu habe ich keine Veranlassung, ich weiß ja wählen. Auch da wurden die Parteikandidaten gewählt. In Braune, Höppner, Fräßdorf( Krone in Zichochwitz), Redakteur doch, daß ich hier kein Recht bekomme.( Sehr gut! bei den Social Werdau wurde der erste Socialdemokrat ins Stadtverordneten Fleißner, eine, Redakteur Block, Lebius, Fricke, Redakteur Riehm demokraten.) Der Ordnungsruf beweist ja nur, daß Kollegium gewählt, ebenso in Meerane und in Lößnih im ich recht gehabt habe.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Grzgebirge gleich zwei. In scent af I wit bei Waldheim( Meißen), Koch, Künzel und Frau Kähler. Eine solche Politik der Verteuerung, wie ich sie geschildert habe, wurden die beiden socialdemokratischen Kandidaten gewählt. Ferner fönnen wir nicht mitmachen, wenn wir nicht Berrat üben wollen! je einer in Mülsen St. Michael, Ersenschlag, Richzen ( Sehr wahr bei den Socialdemokraten.) Wir werden nicht aufhören, ha in und Probst heida. die Aufklärung in das Volk zu tragen, die notwendig ist, damit das In Mühlhausen i. Th. wurde in der Stichwahl der Volk endlich aus dem Bann Ihrer( zur Mehrheit) Herrschaft bes Socialdemokrat gewählt, der damit als erster ins Stadtparlament freit werde! einzicht. In Schramberg in Württemberg wurden 3 Socialdemo: fraten gewählt neben 3 Demokraten und 3 Deutschparteilern. Es handelte sich um ein Kompromiß gegen das Centrum, das damit auch geschlagen wurde. Redner macht eine kleine Pause, um sein weiteres Material hervorzuholen. Die Mehrheitsmitglieder atmen auf in der Meinung, der Redner habe geendet. Vicepräsident Graf Stolberg erhebt sich. Abg. Antrick fährt mit etwas leiserer Stimme fort, zu reden. Aus dem Centrum ertönen wiederholte Rufe: Lauter! Lauter! Bei den Sozial- Bei den Magistratswahlen in Fürth wurden 4 Parteidemokraten wird gerufen: Ruhe dahinten! Im Centrum erhebt genossen gewählt. sich lautes, lärmendes Gelächter. Der Redner wendet sich zum Centrum: Ihnen scheint meine Rede ja Spaß zu machen, mir ist der Genosse Silberschmidt, Maurer in Berlin, von den Als Reichstagskandidat für den Wahlkreis Schwiebus- Büllichau macht sie keinen Spaß. Im übrigen können Sie mich reizen, Genossen im Kreise einstimmig aufgestellt worden. so viel Sie wollen, Gie stören mich nicht, sondern zwingen mich nur, meine Ausführungen zu wiederholen. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Eine entsprechende Resolution, in welcher die Versammelten gegen den Gewaltstreich im Reichstage entrüstet protestieren und gestehen, fand einhellige Annahme, loben, in unerschütterlicher Trene zur socialdemokratischen Partei zu " Frankfurt a. M., 13. Dezember.( B. H.) Der„ Frankfurter 3tg." wird aus Dortmund gemeldet: Auf der Zeche Gneisenau" wurden noch weitere Zeichen und Leichenteile gefunden, ferner starben mehrere Verwundete im Strankenhause. Sonntagvormittag werden die Verunglückten becrdigt werden. Wien, 13. Dezember.( W. T. B.) Auf dem Fortschrittsschacht" der Brüger Kohlenbergbau- Gesellschaft bei Dur erfolgte, wie die Schwimmfand- Einbruch. Das W., jer ergoß sich mit rasender Eile in Neue Freie Presse" aus Dur meldet, heute Nachmittag ein den Schacht; die Belegschaft rettete sich durch den benachbarten Alexander- Schacht. Auf der Flucht rannte sich ein Arbeiter den Schädel ein und blieb tot; ein zweiter wurde schtver verletzt; acht Arbeiter werden vermißt und sind wahrscheinlich ertruntent. Marseille, 13. Dezember.( W. T. B.) Die Verhaftung des Sekretärs des Matrosen- Syndikats ist wegen öffentlicher Aufforderung zum Aufruhr erfolgt. Die Arbeitsbörse ist geschlossen worden; in einem öffentlichen Aufruf erhebt die Verwaltung der Börse gegen die heutigen behördlichen Maßnahmen Einspruch. Rom, 13. Dezember.( W. T. B.) Deputiertenkammer. Der Gegen 9 Uhr verläßt Reichskanzler Graf Bülow wieder den Saal. Graf Posadowsky bleibt allein am Bundesratstisch sitzen. Die übrigen Staatssekretäre und Minister haben sich längst aus dem Saal entfernt. Vicepräsident Graf Stolberg wird vom Vicepräsidenten Zu der Erklärung, welche der Verein zur Wahrung der Interessen Büsing abgelöst. der Maurer in unsrer gestrigen Nummer veröffentlicht hat, ersucht Abg. Antrick erörtert darauf ausführlich die von der Kommission uns Genosse Silberschmidt, mitzuteilen, daß er durch eine beschlossenen Obstzölle, die eine Bertenerung einer besonders ge- Reise verhindert ist, vor Mitte der nächsten Woche darauf zu antfunden Art von Nahrungsmitteln und dabei eine Schädigung der worten. Boltsgesundheit bedeuten. Währenddessen wächst die Unruhe im Achtung, Gärtner. Stolfegen! Der Aussperrung, die vor kurzem Gesetzentwurf betreffend die Kosten der militärischen Expedition Saale immermehr. Redner erinnert besonders die schlesischen in Krefeld stattfand, ist wieder eine solche in Planen gefolgt. Centrums- Abgeordneten daran, daß sie dem Volte das bekannte beiden Orten handelt es sich um Mitglieder des Allgemeinen mit 170 gegen 58 Stimmen die Vorlage betreffend Nachforderungen In nach China wird mit 166 gegen 62 Stimmen genehmigt, ebenso Gericht schlesisches Himmelreich" verteuern wollen.( Heiterkeit.) Deutschen Gärtnervereins", desselben Vereins, der immer glaubte wegen der Einberufung der Jahresklasse 1878 zu den Waffen. Verantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Hierzu 6 Beilagen v. Unterhaltungsblatt. Nr. 292. 19. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 14. Dezember 1902. 285. Sigung. Sonnabend, den 13. Dezember 1902, vormittags 10 Uhr. hofen. Am Bundesratstische: Reichskanzler Graf Bülow, Graf Posadowsky, Freiherr v. Thielmann, Freiherr v. Nicht Auf der Tagesordnung steht die dritte Beratung des 8olltarifgesetzes. Bor Eintritt in die Tagesordnung erhält das Wort zur Geschäftsordnung Abg. Schrader( frf. Vg.): Abg. Frhr. v. Wangenheim( f.): forgen, für ein Interesse an den Zollerhöhungen.( Der Redner ist Die Existenzfähigkeit weiter Kreise der Landwirtschaft hängt ab auf der Tribüne schwer zu verstehen, da auf den Bänken der Mehrvon einer erheblichen Steigerung des landwirtschaftlichen Boll- heit andauernd große Unruhe herrscht.) schutzes. Die Landwirtschaft kann das Steigen der Ausgaben und Fürst Bismard zog, als er seinen Volkswirtschaftsrat zusammen das Herabgehen der Einnahmen auf die Dauer nicht ertragen. Auf rief, wenigstens einige Arbeiter und Handwerker zu. Arbeitervertreter träge auf Bollerhöhungen landwirtschaftlicher Produkte darauf be- nur keine Socialdemokraten sein. Was nüßt aber den ArbeiterGrund dieser Erkenntnis mußten wir nach Ablehnung unsrer An- will man ja auch heute, sie sollen freudig willkommen sein, es dürfen dacht sein, daß die Industriezollsätze soweit herabgesetzt wurden, daß vertretern der freudige Willkomm, wenn sie hier nichts zu eſſen beeine paritätische Behandlung von Industrie und Landwirtschaft er kommen.( Sehr gut! bei der Freisinnigen Boltspartei. Buruf: reicht wurde. Auch diese unsre Anträge sind von der Mehrheit des Sie sollen die Busennadel versetzen! Heiterkeit.) Die AufHauses abgelehnt worden. Den Zoltarif in der Gestalt, die er durch rechterhaltung der Diätenlosigkeit ist geradezu eine Fronie auf die den Antrag v. Kardorff erhalten hat, bedeutet für die deutsche Land- Erklärung, daß man Arbeitervertreter wolle.( Sehr richtig! links.) wirtschaft direkt teine Verbesserung, indirekt eine erhebliche Ver- Herr v. Ströcher freilich geht noch weiter, er will den Arbeitern überschlechterung. haupt das aktive Wehlrecht entziehen, soweit sie Socialdemokraten ( Redner besteigt die Tribüne, wo er die Uhr des Hauses sich Auch wir erachten es für ein Recht der Minder- find. Ich wundere mich, baj die Herren nach den gegenüber hat und sagt): Ich spreche von hier aus, heit, eine fachliche Diskussion zu verlangen. Erfahrungen mit dem Socialistengefeß und der Umsturzum felbft kontrollieren zu fönnen, wann die mir zu- Wenn die Minderheit selbst aber durch gewaltsame vorlage noch immer nicht eingesehen haben, daß solche getviefene Zeit abgelaufen ist.( Sehr gut! links.) Die Störungen eine solche Beratung unmöglich macht, so ver Maßnahmen nur die Erbitterung der Socialdemokratie aufstacheln Zusammenstellung der Beschlüsse zweiter Lesung enthält nur das wirkt sie dieses Recht. Wenn es sich in diesem Hause nicht mehr um den und die bürgerlichen Parteien trennen. Graf Caprivi dachte anders, Bolltarif- Gesetz, nicht den Zolltarif.( Sehr richtig! links.) Der Zoll- Bolltarif, sondern um die Niederwerfung der Obstruktion handelt, so er fah sich jede Maßnahme daraufhin an, ob sie die Socialdemokratie tarif ist aber in dem Tarifgesetz enthalten und steht heute mit auf sind auch wir auf feiten der Gegner der Obstruktion. Sachlich stärke oder schwäche. Bei der jetzigen Haltung der Regierung konnte der Tagesordnung. Nach Schluß der Generaldisfuffion muß heute aber bedeuten diese gesetzgeberischen Maßnahmen, die auf Grund Herr Bebel wieder erklären: Was haben wir für ein Schweineglück! nach§ 20 der Geschäftsordnung sowohl das Tarifgesetz wie der des neuen Zolltarifes erforderlich sein werden, eine schwere Man spricht von vaterländischen, nationalen Interessen. Das Tarif nach Artikeln und Positionen besprochen werden. Schädigung der Landwirtschaft. Derartige gefeggeberische nationale Intereffe liegt in der Entwicklung der Eigenart eines Dadurch wird nichts geändert durch die Art der Beschlußfassung in Maßnahmen werden wir auf unfrer Seite nicht Voltes. Deutschland liegt im Herzen von Europa und ist auf die der zweiten Lesung. Sollte der Präsident nicht die Absicht haben, mitmachen.( Beifall rechts.) Nachbarländer angewiesen. Diesen Verkehr mit den Nachbarvölkern so zu verfahren, so bitte ich einen Beschluß des Hauses Inzwischen sind die preußischen Minister Freiherr v. Rhein- erschwert die Vorlage ungemein und die sogenannte Weltpolitik paßt barüber herbeizuführen, ob nach Schluß der Generaldiskussion das baben, Freiherr v. Hammerstein und Möller im Saale erschienen. Tarifgesetz und der Tarif nacheinander artikel- und positionsweise zur Beratung kommen sollen.( Bravo! links.) Präsident Graf Ballestrem: Nach§ 19 der Geschäftsordnung bildet die Zusammenstellung der Beschlüsse zweiter Lesung die Grundlage der dritten Beratung. Wir werden also auf dieser Grundlage beraten. Abg. Richter( frf. Vp.) zu ihr wie die Faust aufs Auge. Der neue Zolltarif wird Deutschland in eine verhängnisvolle Bahn hineinführen, als eine rettende That fann ich ihn nicht bezeichnen, vielmehr für eine sehr unheilvolle That für unser ganzes Wirtschaftsleben.( Beifall bei der Freisinnigen Volfspartei.) Abg. Gamp( Rp.) Abg. Molkenbuhr( Soc.): besteigt gegen seine frühere Gewohnheit, wie neulich die Rednertribüne.)", da kriegst du die schwere Not!" Das ist eine volts tümliche Redewendung, wenn man schwere Zeiten herankommen sieht. Als zu Anfang vorigen Jahrhunderts im Königreich Westfalen ein verliest namens der Reichspartei eine Erklärung, in der zunächst Das Haus tritt in die General diskussion ein. Gesez dem andren, eine Verordnung der andren folgte und immer bedauert wird, daß der Landwirtschaft durch die VorReichskanzler Graf Bülow verlieft folgende Erklärung: wieder neue Berordnungen in Aussicht standen, da änderte man lage fein genügender Schutz gewährleistet worden sei. Vor Eintritt in die dritte Beratung der Bolltarifvorlage glaube das Wort in:", da friegst du das Provisorische."( Heiterkeit.) Auch die Erhöhung des Bolles für Braugerste fieht seine Bartei nicht ich die Stellung darlegen zu sollen, welche die verbündeten Re- So werden auch durch die Annahme dieser Vorlage Handel, als Verbesserung an. Wenn die Reichspartei gleichwohl der gierungen zu den im Laufe der zweiten Lesung gefaßten Beschlüssen Industrie und alle Erwerbsverhältnisse feineswegs zu Ruhe Vorlage zustimmt, so thut fie es aus folgenden Gründen: einnehmen. Obwohl der Bundesrat verfassungsmäßig sich erst dann und Frieden kommen. Diese Vorlage wird ja gerade damit von 1. Die systematische Obstruktion der Socialdemokratie, der sich bezu den Beschlüssen des Reichstags endgültig zu entschließen hat, der Regierung verteidigt, daß sie nur ein Provisorium fanntlich die Freifinnige Vereinigung angeschlossen hat( Lachen links), ivenn diese fertig vorliegen, so kann ich doch schon jetzt bedeute, dem andres nachfolgen solle. Es stehen uns vier weitere legte allen Parteien, die es mit der Würde und dem Ansehen des erflären, daß die berbündeten Regierungen Stadien bevor, die neue Unsicherheit in unsre Erwerbsverhältnisse Reichstags ernst nehmen, die Verpflichtung auf, ihren Willen gegendem Zolltarif in der nunmehr vorliegenden Fassung ihre hineintragen werden. Vor der Verständigung zwischen Regierung über der Minderheit durchzusetzen. Da dies nur bei einent Zustimmung zu geben bereit sind. Ich bin gleichzeitig in und Reichstagsmehrheit handelte es sich nur um zwei Phafen, die einmütigen Vorgehen möglich war, mußte fich die Reichsder Lage, aussprechen zu können, daß die Aenderungen, Bertragsverhandlungen mit andren Staaten und die Genehmigung partei entschließen, Sonderwünsche zurückzustellen. 2. Die welche der Entwurf eines Bolltarif- Gesetzes in der zweiten Lesung dieser Verträge durch das Parlament. Jest fommen zwei andre Reichspartei behält sich aber vor, die Handelsverträge gefunden hat, das Einverständnis des Bundesrats finden werden, Phafen hinzu. Schon spricht man davon, daß eine Novelle zum genau zu prüfen und sie abzulehnen, falls in ihnen nicht die ( Stufe links: Unerhört mit alleiniger Ausnahme der zum zweiten Bolltarif notwendig sei. In der That find zahlreiche Kommissions- Interessen der Landwirtschaft genügend gewahrt werden. 3. Die Absatz des§ 1 gefaßten Beschlüsse. Insbesondere darf ich voraus- beschlüsse für einen autonomen Larif ganz unhaltbar, wie der Reichspartei vertritt den Standpunkt der Solidarität der Interessent fetzen, daß die verbündeten Regierungen die ernsten Besorgnisse, zu Siebenmart- 3oll für Quebracho. Diese Novelle müßte doch vor zwischen Industrie und Landwirtschaft, den Schutz der nationalen welchen die im§ 10a beschlossene Einschränkung des Steuerrechts Eintritt in die Vertragsverhandlungen vor Infrafttreten des ganzen Arbeit aller Erwerbsstände. Sie sieht deshalb in dem alten Tarif der Gemeinden mit Rücksicht auf die ohnehin schwierige finanzielle Tarifs selbst kommen. Ich bitte darüber die Regierung um Aus- feine geeignete Grundlage für den Abschluß von Handelsverträgen, Lage eines großen Teils derselben Anlaß giebt, zurücktreten lassen funft. Ist es aber jemals vorgekommen, daß man vor der Ver- in der Specialisierung des neuen Tarifs aber eine Verbesserung werden, nachdem der Zeitpunkt für das Inkrafttreten dieser Be- abschiedung eines Gesetzes schon eine Novelle dazu ankündigen muß. ebenso wie in der Erhöhung der Industriezölle, die besonders für ftimmung bis 1910 hinausgerüdt worden ist.( Lachen links.)( Sehr richtig! links.) Diese Novelle, zu der alle möglichen Er- Kompenfationsztvede brauchbar find. Die Reichspartei wollte die Ebenso fann ich in Aussicht stellen, daß die verbündeten Regierungen höhungs- und Herabfegungsanträge von Böllen wieder eingebracht Berantwortung für ein Scheitern des Tarifs nicht übernehmen, weil im Interesse einer berbesserten und gesicherten Für werden können, werden den ganzen Tarif wieder aufrollen. Es wird sonst die Landwirtschaft Gefahr lief, durch Verlängerung der be forge für die Hinterbliebenen der Arbeiter( Ge- dann nicht formell aber fachlich die vierte, fünfte und sechste Lefung stehenden Handelsverträge noch weiter geschädigt zu werden. Sie Tächter bei den Socialdemokraten) den§ 11a betreffend des Zolltarifs stattfinden. stimmt dem Entwurf einmütig zu, muß aber auf die Resolution die spätere Einführung einer Witwen- und Waisenfürsorge zustimmen Eine weitere Unsicherheit gewähren die Refolutionen Speck und betreffend die Einschränkung der Meistbegünstigungs- Verträge bewerden.( Erneutes Lachen bei den Socialdemokraten. Lebhaftes Heyl zu Herrnsheim, wonach in Zukunft nur noch reine Meist fonderen Wert legen.( Beifall bei der Mehrheit.) Bravo! im Centrum.) Die verbündeten Regierungen haben sich begünstigungsverträge in Kraft treten sollen. Was bedeutet„ reine" in der Erwartung dazu entschlossen, daß auch bei der Einführung dieser Meistbegünstigungsverträge? Sind darunter Reciprocitäts- Verträge weitgehenden socialpolitischen Maßregel innerhalb der im§ 11a für die zu verstehen, bei denen einem Staat nur für einzelne gölle Er Beteiligung des Reiches festgelegten finanziellen Grenzen eine die leichterungen gewährt werden, und umgekehrt? Dann bedeuten diefe Wenn es wirklich im Lande Leute gegeben hat, die die wirtschaftliche Entwickelung der Einzelstaaten berücksichtigende Re- Resolutionen ja nur eine neue Auflage des agrarischen Antrages Richtersche Taftit für richtig hielten, so muß sie die gelung der Reichsfinanzen möglich sein wird und der Reichstag seine bon 1894 auf Kündigung des Meistbegünstigungsvertrages mit heutige Erklärung des Herrn Gamp befehrt haben. virkfame Mithilfe dabei nicht versagen wird. Der einzige hier- Argentinien. Diese Refolutionen richten sich gegen die Vereinigten Der Herr Borredner fagte ausdrücklich, daß seine Gesinnungsnach noch verbleibende Differenzpunkt zwischen den ver- Staaten von Amerika und gegen Argentinien; unsre ganze Ausfuhr genoffen noch höhere Bichzölle eingestellt hätten, wenn die Obstruktion bündeten Regierungen und den Beschlüssen der zweiten Refung, die nach diesen Staaten würde dadurch ins Unsichere gestellt. nicht gewesen wäre. Hier liegt also ein durchgreifendes Verdienst Erhöhung und Erweiterung der Mindestzölle im Was die Handelsvertrags- Verhandlungen, den internationalen der Obstruktion vor, das sie allein schon rechtfertigen würde.( Sehr § 1. Abs. II, soll durch den dem hohen Hause vorliegenden Antrag Kuhhandel anlangt, so wird die Unsicherheit hier biel größer auf richtig! bei den Socialdemokraten.) Aber nicht mit Herrn Gamp Herold beseitigt werden. Nach diesem Antrage follen die Grund der jetzt gefaßten Beschlüsse als auf Grund der Regierungs- will ich mich beschäftigen, sondern mit dem Reichskanzler. Mindestaölle für Pferde, Bieh und Fleisch befeitigt borlage. Auch andre Staaten werden jetzt ihre Forderungen hinauf Er hat heute die ganz überraschende Erklärung abgegeben, und die mindest zölle für Safer, Weizen und Roggen schrauben, und es wird um so schwieriger werden, zu erträglichen daß die Regierung mit dem Zolltarif wie er vorliegt, einauf die Säge der Regierungsvorlage zurückgeführt Säßen wieder herabzugehen. Was die Viehzölle anlangt, so heißt verstanden sei. Daß die Regierung sich öffentlich so schroff desund es soll ein 4 Mark- Boll für Malzgerste eingestellt werden unter es ja, duz hier im Hause eine Resolution eingebracht werden avonieren würde( Lebhafte Zustimmung links), hatten wir, hatte kein Wegfall des Mindeftzolls für andre Gerste. Namens der verbündeten soll, die die Voraussetzung ausspricht, daß die Mindestfäße Menfch erwartet. In der Kommission, im Plenum sind eine Regierungen tann ich schon jetzt das Einverständnis derselben mit für Wieh, wenn sie auch aus dem Tarif wegfallen, ganze Anzahl Erklärungen von Vertretern der verbündeten Regierungen diesem Antrag erklären. Die verbündeten Regierungen sind nicht doch bei Handelsvertrags- Verhandlungen inne- abgegeben worden, die haarscharf betonten, daß die der Meinung, daß sie sich mit der Zustimmung zu dieser Erhöhung gehalten werden. Es scheint hier noch eine Art von Schluß- Regierung bestimmten Beschlüssen in der Kommission und im Plenum des Mindestzolls für Malzgerste von drei auf vier Mark in Wider- protokoll zwischen der Regierung und den Mehrheitsparteien in nicht zustimmen tönnten. Ja erinnere an den Gemüsezoll, an den spruch setzen mit dem ablehnenden Standpunkt, den sie gegenüber Aussicht zu stehen. Heute hat sich der Reichskanzler mit einer Quebrachozoll, an den Gerstenzoll, an die Aufhebung des städtischen den Anträgen auf Erhöhung oder Erweiterung der Mindestfäße des Differenzierung von Futtergerſte, Braugerste einverstanden erklärt. Detrois. Die Nachgiebigkeit in diesen Punkten zeigt, wie vollständig Entwurfes in der Kommission haben einnehmen müssen.( Hohn- Er fagte, die Erhöhung des Mindestages für Braugerste stehe ich die Regierung unter die Willtür der Mehrheit gebeugt hat. Daß Lachen links.) Die Erklärungen der verbündeten Regierungen bezogen nicht im Widersgruch mit seinen wiederholten Erklärungen, die Regierung so vor dem Parlament zurückgewichen ist, mag sich auf Gerste im allgemeinen.( Stürm. Gelächter linis.) daß jede Erhöhung der Mindestfäße unannehmbar fei; ja sehr anerkennenswert sein. Aber besonders merkwürdig war die Meine Herren! Ich pflege Sie immer sehr ruhig anzuhören. Herr Bebel Der Reichskanzler sagte, diese Erklärungen hätten sich nur auf den Erklärung des Reichskanzlers in Bezug auf Braugerste. Sie mußte selbst wird nicht bestreiten können, daß ich mich während seiner neu- Gerstenzoll im allgemeinen, nicht im einzelnen bezogen. Wer hat mit Recht unser Gelächter eriveden. Aus dem, was der Reichslichen langen und hie und da ziemlich polemischen Rede eines ganz ruhigen denn das erdacht, daß etwas im ganzen unannehmbar sein tangler sagte, geht hervor, daß ihm offenbar gar nicht mitund( mit erhobener Stimme) sehr anständigen Verhaltens befleißigt habe. foll, im einzelnen aber annehmbar?( Heiterkeit links.) Was geteilt worden ist, was der bayrische Bundes. ( Große Unruhe links. Pravo! bei der Mehrheit.) Ich werde Ihnen haben dann feierliche Unannehmbarkeitserklärungen der Regierung bevollmächtigte und Finanzminister am 20. Dtdankbar sein, wenn Sie diefelbe Haltung einnehmen wollten. Was überhaupt noch für eine praktische Bedeutung?( Lebhafte Zustimmung tober erklärt hat. Soweit gehen doch die bayrischen Reservat bem einen recht ist, ist dem andern billig. Ich habe dasselbe Recht, links.) Man muß danach der Regierung mit noch mehr Mißtrauen rechte noch nicht, daß seine Bundesratsmitglieder nicht mehr als Ver hier gehört zu werden, wie Sie.( Bravo! bei der Mehrheit. An entgegentreten als bisher. Wenn es sich nicht um politische, sondern treter der berbündeten Regierungen gelten.( Heiterkeit links.) Redner dauernde gurufe links.) um technische Fragen handelte, habe ich der Regierung bisher immer verliest eine Reihe Säße aus der Rede des bayrischen Finanzministers, Präsident Graf Ballestrem: Ich muß dringend bitten, den Herrn noch ein gewiffes Bertrauen entgegengebracht. Aber auch das wird durch aus denen hervorgeht, daß dieser nicht nur von der Gerste Neichskanzler nicht zu unterbrechen.( Andauernder Lärm links. diese Erklärung des Reichskanzlers erschüttert. Wer ist denn der Vater im allgemeinen, sondern auch von der Braugerste im beGlockenzeichen des Präsidenten. Weit erhobener Stimme nochmals): der Entdeckung, daß nun auf einmal Futter- und Malzgerste unterschieden sonder en gesprochen hat. Er hat eine Erhöhung des BraugerstenGlockenzeichen des Präsidenten. Weit erhobener Stimme nochmals): werden kann? Im Graudenzer Gefelligen" läßt sich Bolles für betlagenswert erklärt. Während der Reichskanzler Ich muß dringend um Ruhe bitten. Herr Sieg als derjenige feiern, der es verstanden hat, das Ei auf meinte, daß die Braugerste einen höheren Zoll tragen tönne, war Reichskanzler Graf Bülow( fortfahrend): die Spitze zu stellen, in einem bayrischen Blatte feiert sich der bayrische Finanzminister entgegengesetter Meinung. Er Die Erklärungen der verbündeten Regierungen bezogen fich auf abg. Seim als der Entdecker.( Heiterkeit.) zu welchen Folgen wies auf die fleinen Landbrauer hin, die nur mit Mühe ihre Eristenz Gerste im allgemeinen. Malzgerste ist eine wesentlich wertvollere wird das in der Praxis führen? Vielleicht wird man nun im Tarif behaupteten. Er sagte, eine weitere Belastung kann der Brauer ohne Ware wie Futtergerſte. Wenn daher aus dem Gesamtzoll für Gerste den Gerstenzoll im allgemeinen auf 4 Mart festiegen? Wir brauchen Erhöhung der Bierpreise nicht ertragen. Den Landbrauern aber sei die im Preise wesentlich höher stehende Malzgerste herausgenommen die Braugerfte unbedingt von Destreich- Ungarn. Es wird also fein es in vielen Gegenden nicht möglich, die Bierpreise zu erhöhen. Der und besonders verzollt wird, so handelt es sich dabei um eine andre Schutzzoll, sondern ein Finanzzoll fein, der einen not Ruin sehr vieler Landbrauer würde die Folge sein. Ware als diejenige, auf die sich die früheren Erklärungen der verwendigen Rohstoff für das bayrische Bier, einem unfrer( Ruf links: Das ist Ihre Mittelstandspolitik!) Der bayrische Finanzbündeten Regierungen bezogen. Der höhere Bollschut für die bedeutendsten Exportartikel, erheblich verteuert.( Sehr richtig! links.) minister hat sich nicht nur mit Bayern beschäftigt. Er hat als wesentwertvollere i alzgerste erscheint deshalb fachlich durch Die Organe des Bundes der Landwirte erklären sich sehr scharf liches Bedenken hervorgehoben, daß eine Erhöhung des Gerstenzolles aus gerechtfertigt. Was die Unterscheidung von Malzgerfte gegen die Vorlage. Das ist der Anfang der Organisation gegen die den Abschluß von Handelsverträgen erschwert. Der Reichskanzler ist und Futtergerste betrifft, so waren die verbündeten Regierungen der kommenden Handelsverträge. Es kommt Ihnen nicht immer eine gerade entgegengesetter Ansicht. Weshalb aber hat er dann damals, Ansicht, daß diese zolltechnisch nicht möglich sein wird. Weitere Er- Obstruktion zu Hilfe meine Herren von der Regierung.( Sehr gut! als der bayrische Finanzminister im Namen der verbündeten Remittelungen und Erwägungen haben die verbündeten Regierungen bei der Freifinnigen Volkspartei.) Es wird alles darauf antommen, gierungen hier sprach, nicht widersprochen? Jetzt ist Herr aber davon überzeugt, daß eine verschiedene Verzollung derart wie der neue Reichstag zusammengesett ist. Wenn die v. Riedel nicht hier.( Sehr gut! links.) Aus Budapest kommt möglich sein wird, daß Unterschleife ausgeschlossen sind und daß agrarischen Barteien die Mehrheit haben, dann wird es heißen, bereits die Meldung, daß dort die Obstruktion eingestellt insbesondre Gerste, welche als Malagerste verwendet werden kann, rechter Hand, linter Hand, alles vertauscht, dann wird man selbst fei mit Rüdsicht auf die bevorstehende Annahme nicht als Futtergerfte zur Bollabfertigung gelangen wird.( hört zu den Socialdemokraten von Seiten der Regierung sagen: des deutschen Bolttarifs. Man rüftet fich also zu Abwehrhört! bei der Mehrheit.) was die Festsetzung des Bolls für Futter- Samuel hilf.( Sehr gut! bei der Freifinnigen Vollspartei.) Aber maßregeln. Der Abschluß von Handelsverträgen ist überhaupt in gerste betrifft, so wird bei dem Abschluß von Handelsverträgen die Regierung Regierung thut ja heute selbst alles, um möglichst Frage gestellt. Tritt dies aber ein, dann sind die Minimalzölle allen berechtigten Interessen der Landwirtschaft Rechnung getragen scharfe Agrarier in den Reichstag kommen zu lassen. allerdings mir eine schöne Dekoration, da wir, wenn es nicht zu Die Wahlbeeinflussungen in Breußen find unter dem Handelsverträgen kommt, die Sätze des au tonomen Tarifs beDie verbündeten Regierungen geben sich der Hoffnung hin, daß Ministerium Bülow Hammerstein schlimmer als je zuvor.( Sehr fommen, die die kühnsten Wünsche der Herren um Wangenheim er dieses hohe Haus durch seine Beschlüsse in der dritten Lesung zwischen richtig! links.) Wie ich höre, sollen Vertreter der Landfüllen. Neben der Schutzzoll- Politik ist es vor allen Dingen das dem Bundesrat und dem Reichstag volle Einigung herbei wirtschaft bei den Handelsvertrags Berhand- Streben, Finanzzölle zu schaffen und so den Armen ganz era führen und damit das große Wert der Tarifreform zum Gegen des lungen zugezogen werden. Das heißt doch nur Großgrundbesizer, hebliche Lasten aufzubürden. Dieses Bestreben ist alt und gewisserBaterlandes( andauernde stürmische Unterbrechungen links.) Mit die Bauern werden nicht befragt, ebenso wie von der Industrie maßen programmatisch. Man ignoriert dabei alle Versprechungen, erhobener Stimme: Bum Segen des Vaterlandes( erneute nur die Großinduftriellen gehört werden. Die Hände, welche an der die dem Volfe gegeben find. 1898 erflärte Herr v. Caprivi, bas stürmische Rufe links: Nein, nein. Abg. Irich ruft: Zum Iuch materiellen Produftion nicht beteiligt sind, der Gelehrtenstand, der die breiten Schichten nicht belastet werden dürften durch die neue des Vaterlandes. Andre Abgeordnete rufen:" Es ist ein Verrat am Aerztestand werden überhaupt nicht befragt. Und was haben denn Militärvorlage. Bei allen späteren Militär- und Flottenvorlagen ist Baterlande.") gereichen wird.( Beifall bei der Mehrheit.) die Handwerker und die Klassen, die" ir den unmittelbaren Konsum| dasselbe erklärt worden. Das Centrum hat das Gleiche werden. 9 " elerlich versprochen. Jetzt aber verhilft es dem Zolltarif zur Ans verbündeten Regierungen mit ihrer Zustimmung zu den Kommissions- lich kaum als solche bezeichnet werden, da wir ja teine nahme. beschlüssen sich auch mit dem Duebrachozott einverstanden er gehörige zweite Lesung gehabt haben. Wir Charakteristisch ist, auf welchem Wege dieses Gefeß zu stande klären. Die Regierung glaubt doch selbst nicht, daß es irgend von der Linken werden nie aufhören, den Antrag gebracht werden soll. Jedes Gesez soll drei Lesungen passieren. ein Land giebt, das uns diesen Zoll abhandeln wird. Kardorff als eine Vergewaltigung der Geschäftsordnung, Der wesentlichste Teil dieses Gesezes ist aber in der Belgien und die sonstigen Länder, welche mit imfrer Leder einen Rechtsbruch nach allen Richtungen darzustellen. Da wir auch zweiten Lesung ganz ausgeschieden worden. Und die Mehr- Industrie konkurrieren, werden sogar jubeln, daß die deutsche Gesetz- das Verhalten der Parteien schon wiederholt charakterisiert haben, in heit ist auf dem besten Wege, ihn auch bei der dritten Lesung gebung auf diese Weise einer blühenden Industrie den Sonderheit die heroische und glanzvolle Rolle der Nationalliberalen auszuschalten. Es wird also nicht beachtet, was notwendig Todesstoß berfest. Das ist Ihre nationale Politik! Ein mir hierbei, so bleibt nur noch die Stellung der Reichsregierung ist, damit ein ein rechtsgültiges Gesetz zu stande tommt. bekannter großer Lederfabrikant sagte mir, er müsse, wenn der nene zu beleuchten. Bisher hat, um einen Ausdruck von Treitschke zu gebrauchen, ( Lebhafte Zustimmung links.) Der Gesetzgeber soll die Zoll in Kraft tritt, 210 000 m. Zoll für Gerbstoffe bezahlen. Das die Reichsregierung an den rauchenden Trümmern Tragweite feiner Handlungen übersehen. Im Hause aber fönne er nicht tragen, da sein Verdienst ein viel niedrigerer der Geschäftsordnung nur ihre Hände gewärmt. wird kaum einer vorhanden sein, der die Wirkung des Antrags fei. Er werde einen großen Teil seiner Gerbereien nach Belgien Aber die Reichsregierung und speciell der Reichskanzler ist als ver Kardorff auch nur annähernd schäßen kann. Ich habe fast allen verlegen.( Hört! hört! links.) Seine Arbeiter, die zum großen antwortlicher Chef der Reichsregierung an dem Antrag Kardorff Kommissionsverhandlungen beigewohnt, habe kein Teil kleine Häuser befizen, werden dann gezwungen sein, diese im und allem, was daraus hervorgeht, mitschuldig.( Lebhafte Zustimmung schlechtes Gedächtnis, aber wenn man mich fragt, was ist denn Stich zu lassen. Das ist Ihre sociale Politik!( Sehr gut! bei den links.) Wenn die gesetzgebenden Gewalten selbst nicht einmal die Geseze, eigentlich beschlossen, bin ich nicht im stande, über Socialdemokraten.) Der ganze Zwed unfrer Thätigkeit gegenüber die sie sich selbst gegeben haben, stritte zu halten verstehen, dann die einzelnen Fälle Auskunft erteilen. Diesem Gesetz war darauf gerichtet, das Volk vor Schaden zu be- kann man auch nicht verlangen, daß das Volk einen wirklichen Noch weniger wird das bei andren der Fall sein, die wahren, und für einen solchen idealen Zweck ist jedes Mittel Respekt hat vor den Gesetzen, die solche Gesetzgeber ihm bieten. nicht an den Kommissionsverhandlungen teilgenommen haben. angebracht. Jeder von Ihnen wird doch zugeben, daß er, un ein( Sehr richtig! links.) Dieses Gefühl wird nachwirken im Volke. Die Tragweite vieler Beschlüsse ist offenbar von der Kommissions Gesetz, dessen Zustandekommen er für ein nationales Unglück hält, Das deutsche Volt wäre keinen Schuß Bulver wert, mehrheit selbst nicht verstanden worden. Dazu kamen die Schluß zu verhindern, bereit ist, jedes Mittel anzuwenden. Es ist von wenn dieses Bewußtsein so bald aus seiner Seele anträge, durch die man eine völlige Aufklärung über die Bedeutung Obstruttion gesprochen. Wir haben lediglich eine sachliche Erörterung verschwände.( Sehr gut! links.) der einzelnen Beschlüsse vermeiden wollte. Auch hatten gewisse gewollt und zwar deshalb, weil wir der festen Ueberzeugung Noch ein paar Worte über die materielle Bedeutung des Gesetzes. Fraktionen ein Interesse daran, bei den Positionen, für die sie keine waren, daß sobald die einzelnen Tarifpofitionen in ihrer Wirkung in§ 12, vielleicht der wichtigste des ganzen Gesetzes, jetzt fest, daß Sachverständigen hatten, mindestens auch keine Sachverständigen aus der Deffentlichteit bekannt werden würden, der Widerstand gegen den der Zeitpunkt seines Infrafttretens durch kaiserliche Verordnung gegnerischen Kreisen zu Worte kommen zu lassen. Tarif ein so mächtiger und so allgemeiner werden würde, daß die nach einem Beschluß des Bundesrats bestimmt werden soll. Went Die Zollpolitik der Mehrheit wird begründet mit der Not der Regierung gar nicht mehr in der Lage wäre, ihn durchzuführen und also dieses Gesez von den verbündeten Regierungen acceptiert ist, Landwirtschaft und dem„ Schutz der nationalen Arbeit". Die Not- ich bin sicher, daß auch viele Mitglieder der Mehrheit, die die sa chio ist es damit noch lange nicht in Kraft getreten. Die leidenden aber werden von diesem Tarif keinen Nutzen haben; feinen liche Beratung verhindert haben, dies gerade aus Regierungen können es zu irgend einer späteren Zeit oder auch nie Nugen werden die Kleinbauern und die Landarbeiter dem Grunde gethan haben, sie sich ihrer Wirkung in Kraft jezen. Auch der Reichskanzler wird sich wohl selbst sagen, haben. Einen eminenten Schaden werden die Industrie- Arbeiter haben, auf die Volksmassen bewußt waren. Sie aber haben zu daß es in der gegenwärtigen Form nie in Kraft treten fann. Eine indem man ihnen die Lebensmittel verteuert und künstlich eine ungesetzlichen Mitteln, zum Bruch der Geschäftsordnung gegriffen, pflichtbewußte Regierung darf dieſes im einzelnen so liederlich industrielle Krise herbeiführt. Seinen Nugen haben die um ihren Zweck zu erreichen. Herr Gröber sagte, die Socialdemo- zu stande gekommene Gesetz gar nicht in Kraft sehen. Kleingewerbetreibenden, erheblichen erheblichen Schaden tratie wollte die Staats- und Gesellschaftsordnung stürzen. Nun, es Dieser Umstand aber wird die Beunruhigung aller Erwerbstreise haben wieder die fleinen Beamten. Ginen eminenten Vorteil ist merkwürdig, daß wir so oft in die Lage gekommen sind, etwas nur noch vermehren. In den Interessentenkreisen werden neue, noch aber werden die Großgrundbesitzer, die Großfabrikanten, die zu thun, was die gegenwärtige Gesellschaftsordnung geradezu filigt. viel stärfere Agitationen entstehen und die verbündeten Regierungen Hypothekenbanken und vor allen Dingen die Kartellgründer haben; So war es auch hier, und deshalb haben wir auch die Freisimmige werden bestürmt werden, doch ein solches gefährliches Gesetz niemals der ganze Zolltarif ist geradezu ein Gesch zur künstlichen Züchtung Bereinigung auf unsrer Seite gehabt, von der Sie doch nicht be- in Straft zu setzen. Bei den nächsten Wahlen werden alle Stämpfe von Industriekartellen.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) haupten werden, daß sie auf den Umsturz der Gesellschaft ausgeht. erneut aufflammen, und der ganze Anprall des Volkswillens wird Es ist ein Klaffengeset, so schlimm, wie nie ein Gesez in der Sie bekämpft den Tarif, weil sie die Kultur nicht zurückschrauben sich dahin richten, daß die Inkraftsetzung dieses Gesetzes, das den deutschen Gesetzgebung beschlossen worden ist.( Lebhafte Bustimmung und nicht die Verelendung der Massen will.( Sehr richtig! bei der Reichstag passiert hat, verhindert werde. Auch wenn einzelne links.) Man macht uns den Vorwurf, daß wir Klassenhaß predigten. Freifinnigen Vereinigung.) Das wollen wir auch nicht. Handelsverträge im Laufe der nächsten Jahre zu stande kommen und Man braucht aber nur in einer öffentlichen Versammlung eine Wir werden alles verhindern, twas die Werelendung der vom Neichstag acceptiert werden sollten, so ist damit noch nicht objektive Darstellung dieses Gesetzes zu geben, so werden schon Massen zur Folge haben fann, denn die socialistische gesagt, daß dies Zolltarif- Gesetz in Kraft treten müßte. Was Handelsdadurch die Arbeiter zu einem Haß angespornt, tie er Gesellschaft kann nicht auf verelendeten Massen aufgebaut werden. verträge anlangt, so hat man seitens der verbündeten Regierungen schlimmer nicht gedacht werden kann.( Sehr wahr! links.) Wenn wir Indem wir aber das thun, kommen wir häufig dazu, Maßregeln und des Reichskanzlers bisher immer nur die Hoffnung aussprechen Selaffenhas predigen, so werden uns die Argumente für diese Predigt zuzustimmen, die zwar einen Kulturfortschritt bedeuten, aber eigentlich hören, daß es gelingen werde, Handelsverträge mit andren Nationen gewaltsam aufgedrängt. im Interesse der Kapitalisten liegen. Als wir z. B. feiner Zeit für abzuschließen. Mehr als solche Aeußerungen der Hoffnung hat uns Auch unter den Landwirten haben lediglich die Großgrundbefizer, die Aufhebung des Identitätsnachweises Schulter an Schulter mit der Reichstanzler nie mitteilen fönnen. Wir wissen also gar nicht, die immer auf Kosten der Armen leben, einen Nugen von dem den Konservativen kämpften, da haben Sie uns nicht vorgeworfen, wie es mit dem Abschluß von Handelsverträgen steht. Graf Caprivi, Tarif. Gegenüber diesem Tribut der hier dem Volle auferlegt werden wir wollten die gegenwärtige Gesellschaftsordnung umstürzen. Der da wußte, wie man Handelsverträge abschließt, hat uns seiner soll, waren die Tribute, die früher die Hörigen ihren Junkern dar- Wenn es uns nur um Agitationsstoff für unsre Partei zu Zeit erklärt, daß der heute betretene Weg der denkbar schlechteste bringen mußten, verschwindend gering. Die früheren Tribute sind im thun wäre, fo müßten wir sagen, der Zolltarif ist ein für den Abschluß von Handelsverträgen sei. Graf Caprivi Jahre 1807 abgelöst worden, wobei dem Wolfe ein Aufwand von Schweineglück für uns. Niemals hat sich das Centrum so in fagte vor zehn Jahren, man habe mit gutem Grunde nicht den Hunderten von Millionen erwachsen ist. Und jest kommen die Junker feiner Geschlossenheit als lassenpartei gezeigt wie hier. Ift Rat befolgt, vor Abschluß der Handelsverträge zu wie betrügerische Kaufleute wieder und sagen:„ Diese Ablösung laffen wir das Centrum jemals bei Arbeitergesehen so zahlreich versammelt nächst einen neuen Zolltaris mit neuen, höheren Sähen nicht gelten, jest müssen wir wieder unterstützt werden." Trotz dieser un- oder so in sich geschlossen wie hier, wo es sich um die Jutereffen der Reichen aufzustellen. Es würde das nur das Signal gewesen sein, geheuren Mehrbelastung des Volkes soll die Umsatzsteuer den armen Mann handelt. Freilich, Sie wollen ja auch für die Arbeiter im Gesetz cttvas daß auch die übrigen Staaten ihre Zolljäze erhöht hätten.( Hört! Belaften und auf Salz, Bier, Branntwein 2c. fortbestehen bleiben. thun. Aber man muß nur vergleichen, was bei der ersten hört, links.) In der That haben jetzt die Vorbereitungen dieses Der Zollfag auf polierten Mais, der um 2 M. erhöht werden soll, Lesung versprochen wurde und was jetzt angenommen werden wird. ungeheuerlichen deutschen Hochschuh- Zolltarifs in allen Ländern die beweist, da in Deutschland so gut wie gar fein Mais gebaut Früher wollten Sie dafür sorgen, daß jeder Mehrertrag aus fchu3öllnerischen Instinkte gewedt oder verstärkt. wird, daß es sich hier nicht einmal lediglich um ein den Lebensmittel- Zöllen den Armen zu gute tommt. Schon Schließlich wird das Facit dieser schutzöllnerischen Renaissance sein, Schuzzollgesez, sondern auch um ein Finanzzollgefes handelt. in der Kommission wurden Gries, Gemüse, Obst, Kartoffeln daß Deutschland beim Abschluß von Handelsverträgen auf Schwierigs ( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Es handelt sich um eine ausgenommen, aber dann, bei der zweiten Lesung fagen Sie sich: teiten stößt, wie wir sie bisher nie gekannt haben. Man kann Erhöhung der indirekten Steuern um reichlich 200 Millionen Mart Nein, so viel können wir den Witwen und Waisen gespannt sein darauf, wie die fünftigen Handelsverträge aussehen jährlich, die in der Hauptsache dienen werden, um die erhöhten doch nicht zur Verfügung stellen, und da wurde noch werden und ob sie sich in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung auch nur Kosten des Heeres und der Marine zu decken. Hafer, Gerste, Eier, Butter, Käse herausgestrichen. Jest ist es nicht entfernt mit den Caprivischen Verträgen werden messen können. einmal mehr ein Bettelpfennig, der den Witwen und Waisen gegeben Das deutsche Volt kann also nicht mit besonders froher Ers werden soll, sondern lediglich das Decorum, die Worte sind erwartung auf dieses Werk blicken. Neue Beunruhigungen, neue halten. Und wer weiß, wenn die Novelle kommt, dann wird vielleicht Agitationen, schlimmere Interessentämpfe als bisher stehen uns bevor. auch noch der§ 11a wieder beseitigt. Und von einem solchen Werk behauptet der Reichskanzler, es fei " Nun follen angeblich die Säge durch Verträge herabgefeßt werden. Einen Krämer aber, der an jede Ware einen Preis heftete und seine Kunden aufforderte, fich dadurch nicht abschrecken zu Lassen, es werde etwas abgehandelt, würde man auslachen. Sie aber fagen zum Auslande: Laß dich nicht abschrecken durch hohe Der Zolltarif wird die Klassengegensäge zwischen den ver- nationales, ein großes Werk!( Gelächter links.) Früher dachte man Tariffäße, wir lassen uns abhandeln." Sie( nach rechts) führen schiedenen Bevölkerungsklassen aufs äußerste verschärfen. Und dieser in Deutschland nicht so bescheiden von großen nationalen Werken, hier jene fchlechten Schachergewohnheiten, die Ihnen bei gewissen 3olltarif ist Ihr( zu der Mehrheit) Werk! lind wenn eine wie der Reichskanzler, der jetzt am Ruder steht. Als der Reichs Orientalen als so abstoßende Erscheinungen gelten, in die Politik Hungersnot hereinbrechen sollte, so werden wir natürlich fort- tanzler seine Rede mit den Worten schloß, daß dies Werk zum ein!( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) während darauf hinweisen, daß diese Hungersnot nicht etwa von Segen des Vaterlandes" gereichen werde, da entstand auf der linken Für den Schutz der nationalen Arbeit" wird angeführt, daß einem Gott oder Teufel in die Welt gesetzt ist, sondern daß sie Seite des Hauses ein Gelächter, das den Reichskanzler scheinbar sehr Amerika erst durch seine hohen Zollfäße seine Industrie entwickelt habe. das systematische Werk der deutschen Mehrheitsparteien unangenehm berührte. Aber dieses Hohngelächter, das hier im Manche Leute scheinen anzunehmen, daß Amerika vor und der Regierung ist! Wir sind uns dessen bewußt, welche Reichstage entstand, als dieser Tarif mit dem" Segen des der Mac Kinley Bill eine Art Indianerstaat gewefen Wichung solche Geseze haben müssen, und wir werden nach wie vor deutschen Vaterlandes" in Verbindung gebracht fei. Ich selbst war in einer Uebergangszeit der amerikanischen alle erdenklichen Mittel versuchen, um das Zustandekommen folcher wurde, das wird in noch ganz andrer Ferm in der ganzen Industrie- Entwicklung drüben und kann daher die Verhältnisse be- voltsfeindlichen Geseze zu verhindern. Dieser Zolltarif wurde deutschen Nation erschallen!( Stürmischer Beifall und andauernde urteilen. Die Entwicklung der amerikanischen Industrie hängt damit seiner Zeit in die Deffentlichkeit gebracht drrch einen Bravo- Rufe links. Große Unruhe bei der Mehrheit.) zusammen, daß Amerika einen so verschwenderischen Reich- Journalisten, dessen Gesezesübertretung von den Reichskanzler Graf Bülow: 11 V Abg. Graf Hompesch( C.): " " tum an Naturschäßen wie Petroleum, Holz der feinsten nationalgesinnten Blättern nicht scharf genug ber Art usw. besitzt wie kein andres Land, daß es sich ferner die urteilt werden konnte. Jezt haben Sie( zur Mehrheit) Ich habe mir das Wort erbeten, um zwei nach meiner Auffassung Leistungsfähigste Arbeiterklasse der Welt heran- den Tarif, fo weit es Ihnen nur möglich war, irrige Behauptungen des Herrn Dr. Barth nicht unwidersprochen ins gezogen hat. Wie soll es unter folchen Verhältnissen noch künstliche aus der Deffentlichkeit herausgeschleppt durch Verhinderung jeder fach- Land gehen zu laffen. Herr Dr. Barth meinte, daß ich die Mite Mittel wie der Schutzölle zur Entwicklung der Industrie bedürfen? lichen Diskussion. Sie haben es gethan unter Anwendung der Ge- fchuld" trüge an dem Antrag Kardorff. In einem ihm Die hohen Schutzölle in Amerika haben nur die Massen ausgeplündert, walt, die Sie nun einmal haben, und wenn wir lediglich die Massen nahe stehenden Blatte hatte ich schon vor einigen Tagen gelesen, ich den Arbeitern ihren Verdienst genommen und aus den Ersparnissen der des Volkes aufreizen wollten, wenn wir den Wunsch hätten, daß es sei der einzige Vater dieses Antrages.( Sehr richtig! bei den Social fleinen Leute die Milliardäre gezüchtet.( Sehr richtig! links.) zur Hungerrevolte täime, dann müßten wir auch wünschen, daß demokraten.) Wenn dem wirklich so wäre, so würde ich mich dieser Der neue Tarif fördert die Kartellbildung im hohen Grade. Ich folche Geseze zu stande kommen. Wir stellen aber das Wohl Paternität durchaus nicht schämen.( Hört! hört! und für meine Person bin fein absoluter Feind der Kartelle, fie des Volkes über alles und deshalb bekämpfen wir den Tarif, so große Unruhe links.) Ich bin aber verfassungsmäßig gar nicht in bedeuten für mich den höchsten Gipfel der kapitalistischen Produktions- lange wir irgend können!( Lebhafter Beifall bei den Social- der Lage gewesen, dies Kind in die Welt zu setzen.( Heiterfeit.) weise. Ich bin der Meinung, daß Kartelle gewisse wirtschaftliche deniokraten.) Die Rechte und Pflichten des Neichskanzlers werden in den Vorteile gewähren können. In Verbindung aber mit hohen SchuhArtikeln 15 und 17 der Reichsverfassung umgrenzt. In diesen zöllen zeigen sich die Kartelle von der häßlichen Seite. Es iſt Ich habe namens meiner politischen Freunde eine Erklärung Artikeln steht kein Wort davon, daß der Reichskanzler sich charakteristisch, daß die, Sölnische Boltszeitung" in ihrem abzugeben. In der zweiten Lesung des Zolltarif- Gesezes haben wir in folche Geschäfte des Reichstages einzumischen hätte. Handelsteil gegen die Kartelle fortgefekt ankämpft, das gemäß den Kommissionsbeschlüssen erhöhte Mindestfäße für Getreide( Gelächter und Unruhe links.) Es heißt im Artikel 27 Centrum aber hier Gesetze macht, die den Kartellen die beschloffen und Mindestsätze auch für Vich und Fleisch in die Vor- der Verfassung( Buruf bei den Socialdemokraten: Kennen wir größte mechanische Ausbentung des Konsumenten erst ermöglicht. Der lage eingefegt. Dadurch haben wir zum Ausdruck gebracht, we Ich es schon! Heiterfeit.) Der Reichstag regelt seinen Geschäftsgang und Zarif ist im höchsten Maße voltsfeindlich. Jedes Genußmittel wird mindest maß von Schuß wir für diese landwirtschaftlichen feine Thätigkeit durch eine Geschäftsordnung usw.( Lebhafte Zurufe durch ihn dem Arbeiter verteuert und da wundern Sie sich dann Erzeugnisse beim Abschluß von Handelsverträgen für notwendig bei den Socialdemokraten. Vicepräsident Graf Stolberg bittet, über die Zunahme des Schnapsgenusses.( Im Hause herrscht eine erachten. Wir find fortdauernd bemüht gewesen, die verbündeten den Reichskanzler nicht zu unterbrechen.) Ich würde mich in Widerderartige Unruhe, daß der Redner auf der Tribüne sehr schwer ver- Regierungen von der Notwendigkeit dieser Säße spritch mit der Neichsverfassung gesezt haben, wenn ich mich in solche ständlich wird.) Durch die Verteuerung der Futtermittel zu überzeugen. Da wir aber Ihre Zustimmung dazu nicht Fragen, wie sie in diesem Artikel bezeichnet und die ausschließlich wird in erster Linie auch der Arbeiter geschädigt, der sich erlangen fonnten, und da infolge der wiederholten Erklärungen imere Angelegenheit des Reichstags sind, eingemischt hätte.( Lachen heute noch ein paar Schweine halten kann. Künftighin wird er des Reichskanzlers feststeht, daß die Annahme der Kommissions- links.) Ich werde mir aber niemals das Recht nehmen das Halten von Schweinen aufgeben oder wenigstens einschräuten müssen. beschlüsse auch in dritter Lesung das Scheitern der ganzen Vor- lassen, im Interesse des Landes jederzeit in materielle Ber Besonders bedenklich ist der hohe Petroleum 30II. lage herbeiführen würde, so hatten wir die Entscheidung zu handlungen einzutreten mit Fraktionen und Mitgliedern Petroleum wird nicht allein in der Lampe gebrannt, sondern spielt treffen, ob wir durch das Festhalten an den Beschlüssen zweiter dieses hohen Hauses. Dieses Recht werde ich mir namentauch im Produktionsprozesse eine ganz gewaltige Rolle. Wenn Sie Lesung den ganzen Zolltarif zu Falle bringen lich nicht beschneiden lassen in einer Frage, die, wie die Tariffrage, auf jede Pferdekraft im Großbetrieb eine Stener legen würden, wie wollten, oder ob wir uns mit dem Erreichbaren begnügen und die von so weittragender Bedeutung für das Wohl des Landes ist.( Beisie durch den Petroleumzoll auf die Pferdekraft der Petroleum schwer notleidende Landwirtschaft sowie auch die Industrie und die fall bei der Mehrheit. Zuruf bei den Socialdem.: Kuhhandel!) motoren der Kleingewerbetreibenden gelegt wird, so würde man Arbeiterschaft vor einer ungewissen und noch ungünstigeren Lage Dementsprechend habe ich gehandelt. Ich habe mitgewirft zu einer fagen: Das ist eine Sonfistation des ganzen Profits. bewahren wollten. Auch in der von der Regierung gebilligten Einigung zwischen den verbündeten Regierungen und den Mehrheits ( Sehr richtig! links.) Und da behaupten Sie Mittelstandspolitik zu Gestalt bietet der Bolltarif erhebliche Vorteile für die parteien, einer Einigung, die dank dem patriotischen Ent. treiben!( Auf den Bänken der Mehrheit herrscht Landwirtschaft. Ferner find die verbündeten Regierungen gegen kommen der Mehrheit( Gelächter links) und ihrer fortgefegt große Unruhe, so daß sich Vicepräsident auf unfren Vorschlag eingegangen, die Mehrerträge aus bestimmten Rücksicht auf die nationalen Interessen glücklich zu stande gekommen Graf Stolberg, nachdem von der Linken der Ruf: Ruhe landwirtschaftlichen Zöllen zur Anbahnung einer Witten- und ist.( Lebhafte Unterbrechungen links. Vieepräsident Graf Stol da drüben! ertönt ist, wiederholt veranlaßt sieht, mit der Waisenversorgung zu verwenden. Infolge dessen ziehen wir es vor, berg bittet wiederholt, den Reichskanzler nicht zu unterbrechen.) Die Glocke läuten.) ชิน Den Boll auf Pflastersteine das Erreichbare anzunehmen und der Landwirtschaft die notwendige Art der Behandlung des Antrags Kardorff unterliegt nach den Arhat in der Kommission Staatssekretär Graf Posadowsky selbst mit Hilfe, soweit wir es thun fomten, zu bringen, statt dieselbe durch titeln 27 bis 28 der Reichsverfassung lediglich der Auffassung der bewegten Worten als kulturfeindlich erklärt. Herr v. Podbielski Ablehnung der ganzen Zolltarif- Vorlage auf eine ungewisse Zukunft Mehrheit des Reichstags. sprach ja einmal das Wort aus: Die Kultur kann nicht im Dred zu verweisen. Aus diesen Gründen werden wir der Vorlage zu- Nun hat Dr. Barth weiter gemeint, es sei feine Aussicht vorTaufen." Durch den Zoll auf Pflastersteine aber zwingen Sie die stimmen und alle Abän. erungsanträge ablehnen.( Beifall bei der handen für das Zustandekommen von Handelsverträgen. Ich Kultur dazu, und da die Kultur das nicht thun wird, so vertreiben Mehrheit.) glaube, daß dieje Prophezeiung nicht in Erfüllung gehen wird. Sch Sie sie aus Deutschland. Der Zoll auf Pflastersteine Abg. Dr. Barth( frf. Wg.): halte überhaupt bei aller Anerkennung für die Begabung des schädigt auch sehr stark die Ostsee- Shiffahrt( Sehr richtig! Das interessanteste an dieser Erklärung der maßgebenden Partei Dr. Barth ihn nicht gerade für einen Propheten. Vor kaum drei lints), während man doch sonst immer davon spricht, daß die Reeder war für mich, daß mit der Legende von der Bedeutung der Obstruktion Wochen las ich in der Nation" oder in der Korrespondenz des gefördert werden müssen, um für die Marine brauchbare Mannschaften für das Zustandekommen des Tarifs gründlich aufgeräumt worden ist. Handelsvertrags- Vereins es war jedenfalls ein Herrn Dr. Barth zu haben. Wir fordern, daß die Rohstoffe zollfrei bleiben. In dem Es ist flipp und flar zum Ausdrud gekommen, daß man sich verfehr nahestehendes Blatt- Nur ein Reichskanzler von der Tarifentwurf werden aber besonders die Rohstoffe der Elektrotechnik ver- ständigt hat, weil man von der Regierung nicht mehr heraus- unwissenheit und Beschränktheit des Grafen teuert. Auf der Pariser Weltausstellung war man stolz darauf, zu sehen, schlagen konnte. Jene Räubergeschichten von der furchtbaren Bülow"( Stürmische Heiterkeit. Zurufe bei den Socialdemokraten: daß gerade die deutsche Elektrotechnik einen Weltruf genießt Wirkung der Obstruktion für den Zusammenschluß der Mehr- Sehr richtig!) Sie rufen Sehr richtig"! Nun, meine Herren! wie und dieselbe Industrie soll nun durch die Hochschutz- 30llpolitik vom Heit und der Regierung sind also nichts als Märchen für Ammen. die theatralische, so zeitigt auch die politische Kritik in diesen Weltmarkt abgesperrt werden. Besonders charakteristisch ist es, daß die( Sehr gut! links.) Die jetzige dritte Lesung fann eigent Tagen manchmal seltsame Bliften- tönnte sich einbilden, " " baß die Tarifvorlage zu stande kommen würde. Ich bin man zu solchen Handelsverträgen kommt. Von unsrer Seite wird ein taudinisches Joch zu friechen.( Sehr wahr! bei der ein vorsichtiger Mann, aber ich darf doch wohl der Hoffnung Aus- es nicht an gutem Willen fehlen und bei gutem Willen von beiden Mehrheit.) Unfre Einfuhr- Ueberschüsse betragen etwa eine Milliarde; druck geben, daß diese Prophezeiung des Dr. Barth nicht eintreffen Seiten wird man schon zu einer Einigung kommen. Auf eins aber Deutschland ist der beste Käufer der Welt. An dem weiteren Forts wird.( Heiterkeit bei der Mehrheit.) Ich glaube, mit seiner Pro- möchte ich Herrn Dr. Barth aufmerksam machen: Der Abschluß bestande von Handelsverträgen haben die uns befreundeten Nationen phezeiung hinsichtlich der Handelsverträge steht es ähnlich. Jedenfalls von Handelsverträgen wird nicht erleichtert, wenn, wie es nur zu genau dasselbe Interesse wie wir.( Zustimmung bei der Mehrheit.) haben wir den Wunsch und das Bestreben, auf für uns an oft von Seiten seiner Freunde geschieht, die Sache so dargestellt Deshalb werden wir in Handelsvertrags- Verhandlungen eintreten nehmbarer Basis diese fünf Worte unterstreiche ich, und wird, als ob Deutschland ein größeres Interesse am Abschluß von mit der loyalen Absicht, einen gerechten und billigen Ausgleich der darin liegt der große Unterschied zwischen der Auffassung Dr. Barths Handelsverträgen hätte als andere Länder.( Beifall rechts.) So Interessen zwischen uns und befreundeten Nationen herbeizuführen, und derjenigen der verbündeten Regierungen auf für uns an- liegt die Sache nicht, und ich möchte das Ausland davor warnen, und mit dem Selbstbewußtsein und dem Selbstgefühl, das uns nehmbarer Basis wieder zu langfristigen Handelsverträgen zu solchen Auslassungen ein zu großes Gewicht beizulegen.( Lebhafter die wirtschaftliche Kraft des deutschen Volkes verleiht.( Lebhafter kommen. Die verbündeten Regierungen sind auch überzeugt, Beifall bei der Mehrheit.) Beifall bei der Mehrheit, Zischen links.) daß diese Tarifvorlage eine brauchbare Grund- Wir befinden uns feineswegs in einer wirtschaft= ( Schluß im Hauptblatt.) lage darstellt, daß sie ein gangbarer Weg ist, auf dem lichen zwangslage, die uns nötigte, unter irgend Socialdemokratischer Wahlverein f.d.4. Berl. Reichst.- Wahlkreis( Südosten) Dienstag, den 16. Dezember, abends 8 1hr: Ausserordentliche General- Versammlung im Saale des Herrn Graumann, Naunynstr. 27. Tages- Ordnung: 1. Erhöhung der Beiträge. 2. Vortrag des Genossen Schubert über: Die Volksschule eine Stlassenschule. 3. Diskussion. 4. Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Socialdemokratischer Verein 234/8 Dienstag, den 16. Dezember, abends 8 Uhr: Vier grofse öffentliche Metallarbeiter- Versammlungen. 1. Buggenhagen am Morigplak, 2. Stechert, Andreasstraße 21, 3. Peters Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80-81, 4. Eiskeller, Chausseestraße 88. Tagesordnung: Die Krupp- Affaire, die Ergebenheitsadresse der deutschen Ingenieure und die im 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Berliner Metallarbeiter. Referenten: Scheffler, Pawlowitsch, Wiesenthal, Cohen. Donnerstag, den 18. Dezember, abends 8½, 1hr: Kollegen! Nachdem man in einer Reihe von Betrieben versucht, Eure Namen als UnterGeneralversammlung drift für eine Ergebenheitsadresse zu erhalten, ist es notwendig, daß wir öffentlich zu diesem in den Johannis- Sälen, Johannisstr. 20. Zages Ordnung: 9 Ansinnen Stellung nehmen. 1. Aus dem Reichstage". Referent: Reichstags Abgeordneter Genoffe Zubeil. 2. Distusfion. 3. Antrag auf Erhöhung des Monats 168/9 beitrages. 4. Partei- und Vereinsangelegenheiten. 5. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Bahlreiches Erscheinen erwartet 262/ 1* Der Vorstand. Achtung! 6. Wahlkreis. Achtung! Sonntag, den 14. Dezember, abends 6 Uhr: Volks- Versammlung in Naabes Festfälen, Kolbergerstr. 23. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Dr. Rudolf Steiner über: Emile Zola. 2. Diskussion. 256/4 Nachdem gemütliches Beisammensein und Tanz. Zahlreichen Besuch erwartet U19 Der Vertrauensmann. SA Jeder Kollege muß zur Stelle ſein! Cohen, Enger- alier Schöneberg. Socialdemokratischer Wahlverein. Der Einberufer. 15. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Dienstag, den 16. Dezember, abends 8 Uhr, im Donnerstag, den 18. Dezember, abends 8 Uhr im Obstschen Lokal, Meiningerstr. 8: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. ,, Unfre Beteiligung an den Landtags,, Gewerkschaftshause", Engel- lifer 15( Saal IV): Versammlung für die Mitglieder der Junungs- Krankenkaffe. Linkseitig der Spree, wahlen". Referent Genosse Paul Hirsch- Charlottenburg. 2. Dis- umfassend die Bezirke Süden, Südosten, Westen und Südwesten. fuffion. 3. Vereinsangelegenheiten. 15/17 umfassend die Bezirke Moabit, wedding- Gesundbrunnen, SchönhauserRechtsseitig der Spree, und Rosenthalervorstadt, Often und Nordosten, im Lokal von Hoffmann( Englischer Garten), Alexanderstr. 27c. Tages- Ordnung: Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Achtung! 6. Wahlkreis. Achtung! Schlittschuhe Ausstellung der Kandidaten zur Delegierten- Bersammlung der InnungsKrankenkasse. 92/12 Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, in diesen Versammlungen zu erscheinen. Das Mitbringen des Mitgliedsbuches ist erforderlich. Der Einberufer. Dienstag, den 16. Dezember, abends 8 Uhr, im„ kösliner Hof“, Köslinerstraße 8: zu bedentend ermäßigtem Preise. Donnerstag, den 18. d. M., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshauſe Partei- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht der Vertrauensleute. 2. Diskussion. 3. Wahl der Vertrauensleute. 4. Bortrag des Genossen Ledebour. Zahlreichen Besuch erwarten 220/ 9* Die Vertrauensleute. Rabatt Spar- Verein ,, Süd- Ost" Telephon: Amt IV, Nr. 2831. Vereinsbureau: SO., Rottbuser Ufer 44a. Mitglieder Versammlung für Rixdorf: Dienstag, den 16. Dezember, abends 8%, Uhr, im Lokale des Herrn Thiel, Bergftr. 151/152, für Berlin: Mittwoch, den 17. Dezember, abends 8 Uhr, im Konzerthaus ,, Sanssouci", Rottbuserstr. 4a. Zages Ordnung in beiden Bersammlungen: Aeltere Systeme unterm Selbstkostenpreis. Fritz Wienecke, Berlin, Markgrafenstr. 20. Damen- Konfektion direkt aus der Fabrik. Kein Laden! Jeht nach be endeter EngrosSaison: Einzelverkauf สน Engrospreisen: Der Vorstand. Abend128/19 Mäntel Der Kampf der Gewerbetreibenden gegen unsren Verein und unfre Gegenmaßregeln. Um recht zahlreichen Besuch dieser beiden Versammlungen crjudit Altes oder neues Mitgliedsbuch legimiert. Verein für Frauen u. Mädchen d. Arbeiterklasse. Orts- Krankenkasse Montag, den 15. Dezember, abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20': Vortrag des Herrn Dr. H. Lux über: ナナ Der märkische Sand". Gäste willkommen. Der Vorstand. Zahlstellen unsres Vereins sind bei Frau Panzeram, Bappel- Allee 128 I, Frau Klotsch, Stoppenstr. 81, S. IV., Fran Steinkopf, Schwedter straße 34, Frau Bauschke, Rostoderstr. 46, Frau Seeger, Kolbergerstr. 26. Hier und im Verein sind Billets für die„ Urania" zum 25. Januar zu haben. der Tabakfabrikarbeiter Bekanntmachung. Die in der General- Versammlung am 28. November 1902 beschlossenen Verhaltungsmaßregeln und der Mahngebühren- Tarif sind von der Aufsichtsbehörde unter dem 10. Dezember 1902 genehmigt worden. 278/5 Der fommiffarische Verwalter. Gebhardt, Magistratssekretär. Paletots, Jacketts, Capes, Mädchen- Jacketts. Robert Baumgarten Damen- und Kindermäntel- Fabrik Hausvogteiplatz 11, 2. Et. ( Ecke der Jerusalemerstraße.) Sonntag bis 8 1hr abends geöffnet. Deutscher Metallarbeiter- Verband. marmor- u.Granitarbeiter Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Montag, den 15. Dezember 1902, abends 8 1hr: Bezirsks- Versammlung für Rixdorf im Lokale des Herrn Mercier, Steinmetstr. 113. Lages Ordnung: 1. Das Ende des Streits bei der Firma Nothmann. Referent: Kollege Bagels. 2. Diskussion. Verbandsangelegenheiten. Dienstag, den 16. d. Mts., abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Hoffmann, Alexanderstr. 27c( Englischer Garten): ( Saal 1), Engel- llfer 15: Branchen- Versammlung der Jalousie- Arbeiter. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Hermann Schulz über:„ Die Sünden des Kapitalismus". 2. Diskussion. 3. Branchen- und Verbands- Angelegenheiten, sowie Wahl eines Branchenkassierers. Dem Wunsche aller Kollegen entsprechend, tagt diese Versammlung in einem der größten Räume des Gewerkschaftshauses, 600-700 Personen fassend. Es ist daher notwendig, daß jeder in dieser Branche beschäftigte Kollege erscheint und für guten Besuch diefer Versammlung sorgen hilft. Frauen haben ebenfalls Zutritt. Der Obmann. Bezirk Rummelsburg. Mittwoch, 17. d. W., abends 8 Uhr, bei Krause, Sant- u. Göthestraßen Ede: Bezirks- Versammlung. Lages Ordnung: 0 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Neuwahl der Kontrollkommission. 4. Verschiedenes. Sämtliche Kollegen, auch die in Berlin arbeiten, sind verpflichtet in dieser Bersammlung zu erscheinen. Branche der Musikinstrumenten- Arbeiter. Sonnabend, 27. d. M.( 3. Weihnachts- Feiertag), im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15( großer Saal): Grosse Weihnachts- Vergnügen mit Kinder- Bescherung. Konzert unter Mitwirkung des Gesangvereins„ Sorgenfrei"( M. d. A.-S.-B.). Dirigent: Herr Musik- Direktor Bleil. Nach dem Konzert: Tanz- Kränzchen. Anfang 5 Uhr. Billet 30 Bf. Herren, welche am Tanz teilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Billets sind bei den Werkstatt- Delegierten sowie im Bureau des Verbandes, Engel- Ufer 15, Zimmer 11, zu haben. Zu zahlreichem Besuch der Kollegen ladet freundlichst ein Das Komitee, Centralverein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin. Dienstag, den 16. Dezember, abends präc. 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 1: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Beginn des Vortrags- Cyklus des Herrn Spohr. ( I. Teil:„ Die Arbeiter und die Kunst".) 3. Verschiedenes. ( NB. Der II. Teil des Vortrags- Cyflus: Ueber Kunstpflege im Arbeiterheim"( mit Vorführung von Material erfolgt am 6. Januar 1903, der III. Zeil am 18. Januar 1903 über:" Bur fünstlerischen Hebung der 20/17 Rege Beteiligung erwünscht Oeffentliche Versammlung. Geeligen efte der Arbeiter".) Zagesordnung: 1. Wahl des gesamten Vorstandes. 2. Wie stellen fich die Kollegen zur Gründung einer örtlichen Kranken- Zuschußkasse. 3. Diskussion. 4. Gewerkschaftliches. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vertrauensmann. 175/8 Musikinstrumentenarbeiter- Fachverein. Montag, 15. Dezember, abends präcise 8 Uhr: Das Griffeinen aller Stollegen iſt unbedingt erforderlich. Mitglieder General- Versammlung werden in der Versammlung aufgenommen. Montag den 15. Dezember 1902, abends 8%, Uhr: Bezirks- Versammlung für Rummelsburg bei Lindner, Türrschmidtstr. 37. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen 3ernide über: Die Errichtung des hiesigen Gewerbegerichts". 2. Distuffion. 3. Verbandsangelegenheiten. Zur Beachtung! Die Ausfertigung der zweiten Mitgliedsbücher beginnt mit dem 2. Januar. bei Graumann, Nannynstraße 27. Zages- Ordnung: 1. Erfahwahlen des Vorstandes. 2. Bericht der Agitationskommission. 3. Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Das Erscheinen sämtlicher Mitglieder ist notwendig. 147/18 Der Vorstand. Achtung! Dekateure! Mittwoch, den 17. Dezember, abends 8 Uhr: Achtung! Oeffentliche Versammlung D Wir ersuchen die Mitglieder, vollbezahlte Bücher in den Zahlstellen oder bei den Vertrauensleuten, wo sie bisher ihre Beiträge entrichteten, zur Ueberim Lokale des Herrn Jannascht, Juselstr. 10. mittelung nach dem Bureau abzugeben, um nach Ablauf einer Woche das Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Waldeck Manasse über: acue Buch an derselben Stelle in Empfang zu nehmen. 168/7 Neueste Kultur. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. 197/13 Der Einberufer. Berantwortlicher Redacteur: Carl Zeid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin Druf und Verlag: Vorwärts Der Vorstand. Centralverband der Stuccateure Deutschlands. Die fällige Filiale Berlin. in. s Filial- Versammlung ist diesmal auf Montag, den 15. Dezember, abends 8 Uhr pünktlich, in Frankes Fest- Sälen, Sebastianstr. 39, festgefekt. Tages Ordnung: 1. Die Taktik der Gewerkschaftskommission in der letzten Zeit. 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes. 173/13 9 Diese Versammlung können alle Werkstellen Kollegen, welche noch feine Fragebogen zur Ausfüllung vorgelegt bekommen haben, benußen, da es der lekte Termin zur Einziehung derselben ist. Einem zahlreichen Besuch entgegensehend, zeichnet mit foll. Gruß Der Vorstand.. Central- Verband der Maurer Deutschlands. Sektion Rabitzputzer. Mittwoch, den 17. Dezember, abends 8, Uhr, im großen Saale der Arminhallen", Kommandantenstraße Nr. 20: " Versammlung. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben. Das Erscheinen aller Kollegen ist dringend notwendig. Der Vorstand. 144/4 Buddruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW BAER SOMN Chausseestrasse 24a u. 25 11 Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurterstr. 20 Zwischen Invalidenstr. u. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Zwischen Jannowitzbrücke u. Köpenickerstr.( Ecke Rungestr). Ecke Koppenstrasse, am Bürger- Hospital. Specialhaus grössten Maasstabes für Herren- und Knaben- Kleidung, fertig u. nach Maass. 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Sriliiat Ks Jontiirlö" Sctlintt ItlUlaH. Sonntag, 14. Dkzember 1902. Die Brandtsche Millionen-Erbschaft vor Gericht. Die Verhandlung findet im kleinen Schwurgerichtssaal statt. Ms Angeklagte stnd zur Stelle: Der Buchhalter Wilhelm Bethke aus Lteu-Rahnsdorf und der Maurermeister Friedrich Brandt aus Berlin. Ter erstere ist im Jahre 1387 beim Militär wegen Hausfriedensbruch, Landsriedensbruch, ttörperverletzung zu 3 Jahren ■i Monaten Zuchthaus, außerdem wegen strafbaren Eigennutzes und Körperverletzung vorbestraft. Er steht unter der Anklage der v e r- suchten Erpressung und der Beleidigung durch die Presse, gegen Brandt lautet die Anklage nur auf Beleidigung und lieber- rrerung der preßpolizeilichen Vorschriften. Er hat die von ihm herausgegebene Streitschrift gegen den Grafen Douglas, die den Gegenstand der Anklage bildet, nicht mit dem Namen des Druckers ausgestattet. Den Vorsitz im Gerichtshofe fuhrt Laudgerichtsdirektor Opitz, die Anklage vertrstt Staatsanwalt Liebenow. Der Angeklagte Bethke wird vom Rechtsanwalt Simons, der Angeklagte Brandt von den Rechtsanwälten Dr. S ch w i n d t und Dr. Thiele verteidigt. Der als Nebenkläger zugelassene Graf v. Douglas, Mitglied des Staatsrats und des preußischen Ab- geordnetenhauses, wird durch den Jusrizrat Dr. Krause, Vice- Präsidenten des Abgeordnetenhauses, vertreten. Als Zeugen sind geladen und erschienen außer verschiedenen Angehörigen der Familie Brandt der Graf Sholto Douglas, Graf Morton Douglas, Wirkt. Geh. Rat Hellwig, Geh. Legalionsrat' z. D. Ernst v. Wildenbruch, Hofrat Bauer, Amtsgerichtsrat Eigen d o r f f. Auf Befragen erklärt der Angeklagte Bethke: Er sei s. Z. für den Bildhauer Paul Brandt thätig gewesen, sei dann mit dem Angeklagten Friedrich Brandt in Verbindung gekommen und sei für ihn und seine Erbinteressen schriftstellerisch thätig. Er habe in der Erbschaftsangelegenheit viele Anträge und Schriften ent warfen und für die Erben eine eifrige Thätigkeit entwickelt. Nach einem ihm ausgestellten Reverse soll er von der Gesamtsumme der Erbschaft dereinst 5 Prozent erhalten. Sonstige Bergütigungen habe er nicht erhalten. Er sei 5 Jahre in einem Buttergeschäft als Buchhalter angestellt gewesen, habe dann eine Vertreterstelle versehen und sei seit einiger Zeit beschäftigungslos. Der Angeklagte Brandt beantwortet die Fragen des Vor- fitzenden dahin: Seit 12 Jahren sei er nicht mehr als Maurer- meister thätig. Er habe sein ganzes eigenes Vermögen und das seiner Ehefrau aufgebraucht und s. Z. den Offenbarungseid geleistet. Seit etwa 10 Jahren widme er seine ganze Thätigkeit der Erb- schaftscmgelegenheit. Die Angeklagten geben zu, die gestern geschilderten Aktionen gegen den Grafen Douglas unternommen zu haben, doch wollen sie im guten Glauben gewesen und heute noch von der Rechtmäßigkeit ihrer Ansprüche überzeugt sein. Aus der weitläufigen Verhandlung, die in ihrer Ausdehnung fast ermüdend wirkte, geben wir einige drastische Episoden wieder. Es handelt sich in der unter Anklage stehenden Broschüre zum wesentlichen um die Behauptung, daß Graf Douglas einmal 25 000 Gulden und ein andermal gar 5 Millionen Gulden sich aus der Erbschaftsmasse durch Erbschleicherei angeeignet habe. Nach Verlesung der Broschüre hält der Vorsitzende dem An- geklagten Brandt vor. daß dieselbe doch eine Fülle höchst ehren- rühriger Beschuldigungen gegen den Grafen Douglas enthalte. Der Angeklagte bleibt dabei, daß er nur seine und der übrigen Erb- berechtigten Rechte habe wahrnehmen wollen.— Präs.: Wollen Sie denn behaupten, daß die Mitteilungen auf Wahrheit beruhen? — A n g e k l.: Jawohl, das behaupte ich noch heute.— Präs.: Von wem wollen Sie denn erfahren haben, daß in den Akten des Auswärtigen Amts ein Zettel sich befind«, welcher beweise, daß Graf Douglas 5 Millionen vnd 20 000 Gulden erhalten habe?— Der Angeklagte behauptet, daß er diese Mit- teilung von einer Johanna Brandt habe. Dieser seien eines Abends Akten deS Auswärtigen Amts in ihre Wohnung gebracht worden und diese habe die Thatsache daraus entnommen.— Der Vorsitzende hält dem Angeklagten vor, daß er doch unmöglich solchen Ilnsmu glauben könne, daß irgend ein bestochener Beamter des Auswärtigen Amts einer Frau im geheimen Akten dieser Behörde überbringen werde. Das Auswärtige Amt gebe diese Akten nicht einmal dem Gericht. In dieser Sache seien die unglaublichsten Lügen verbreitet worden, in den Akten stehen die unglaublichsten Sachen, die gar nichts andres beweisen, als daß diese oder jene Behauptung von irgend jemand aufgestellt worden sei.— Angekl. Brandt: Er habe die Thatsache, daß Geld nach Deutschland geflossen sei. schon 1895 von einem Beamten deS Stadtarchivs erfahren.— Präs.: Den Namen dieses Beamten können Sie nicht neimen?— A n- geklagter: Nein.— Rechtsanwalt Dr. S ch w i n d t wünscht Auskunft darüber, ob der Band III der Akten deS Auswärtigen Amts vorliege.— Präs.: Nein, das Auswärtige Ami hat ire Bor- legung seiner Akten abgelehnt, aber sich zu jeder Auskunft bereit erklärt.— Rechtsanwalt Dr. Schwindt: Dies weiche doch von jeder sonstigen Gewohnheit ab, wonach Behörden sich gegenseitig Rechtshilfe gewähren.— Präs.: Das Auswärtige Amt hat sich bereit erklärt, auf Wunsch über ganz bestimmte Punkte Auszüge aus den Akten zu geben, außerdem sind ja der Wirkl. Geh. Rat Hellwig und der Geh. Legationsrat a. D. v. Wildenbruch als Zeugen ge- laden, die von der Verpflichtung zur Amtsverschwiegenheit ent- bunden sind. Es entspinnt sich hierauf ein langes Hin und Her darüber, ob der Angeklagte Brandt in gutem Glauben die angeblichen Erb- anspräche verfolge. Der Angeklagte behauptet nach wie vor. daß er nach allen seinen an Ort und Stelle angestellten Ermittelungen fest davon überzeugt sei, daß die Millionen, die nach dem Testament nach Deutschland fließen sollten, vorhanden Ivaren, bezw. vorhanden sind und den Brandtschen Erben widerrechtlich vorenthalten werden. Der Vorsitzende macht dem Angeklagten eine Reihe von Vor- Haltungen, die darauf hinausgehen, daß er doch unmöglich seinen eigenen Behauptungen glauben könne.— Staatsanw. Liebenow bezweifelt den guten Glauben des Angeklagten Brandt durchaus. Er behaupte, daß derselbe, wie andre Schwindler in der Brandtschen. Millionenangelegenheit, lediglich darauf ausgehe, durch falsche Vorspiegelungen Geld zu erwerben, daß es ihm nur darauf ankam, sich monatlich die 290 M. zu verdienen und daß er die ganze Brandtsche Gesell- schaft fortgesetzt betrügt.(Unruhe im Publikum, die dem Vor- sitzenden zu einer Rüge Veranlassung giebt.) Die Verteidiger be- streiten entschieden, daß der Angeklagte Brandt 200 M. monatlich von den Erben bezogen habe, letzterer wehrt sich gegen den Vorwurf des Schwindels und verweist auf sein Alter und die Thatsache, daß er für diese Erbschaftsangelegenheit sein halbes Vermögen ge- opfert habe. Der Angeklagte bleibt auch auf weitere Vorhaltungen dabei, daß er in bestem Glauben die Ansprüche der Erbinteressenten vertreten habe. Daß das Geld vorhanden sei, habe er ans Holland erfahren. Man habe es ihm von dort geschrieben.— P r ä s.: Wer hat Ihnen das geschrieben?— Angeklagter: Das kann ich nicht mehr sagen.— Präs.: Wo soll denn das Geld sein?— A n g e k l.: Es soll in den Kommissionen liegen. Herr Präsident, mit einer so verwickelten Erbschaft ist es nicht so leicht!— Präs.: Nein, leicht ist nur. monatlich 200 M. von andren zu erheben, auf Kosten andrer zu leben, ihnen allerlei Vorspiegelungen zu machen und nachher keinerlei irgendwie festen Anhalt für irgend eine seiner Behauptungen zu haben I— Ter Angeklagte Bethke ertlärt zu der Broschüre, daß er auf Grund seiner Kenntnis der ganzen Sachlage und seiner Besprechungen mit den Brandtschen Erben die Mitteilungen derselben für durchaus zweifelsfrei gehalten habe. Auf Antrag des Rechtsanwalts Simons wird auch noch die Klagebeantwortung des Grafen Douglas in der Timmschen Sache verlesen. Der Verteidiger behauptet, daß darin Graf Douglas bezw. sein Anwalt die Möglichkeit zugegeben habe, urkundliche Schriftstücke erhalten zu haben.— Vors.: Also Sie meinen, Graf Douglas habe im Jahre 1868 25 000 Gulden und ecn Jahr später 5 Millionen erhalten?— Angekl.: Jawohl.— Präs.: Wo denn?— An- geklagter: Auf dem Grundschuldbuchamt in Amsterdam.— Präs.: Wie stellen Sie sich es denn vori daß 5 Millionen auS- bezahlt werden? In Gold, Silber oder Papiergeld?— Angekl.: Es könnten ja auch Geschäftsanteile sein.— Präs.: Aber wie können Sie so etivas behaupten? Es ist doch niemand dabei gewesen, wer hat es denn gesehen?— Angekl.: Ich habe es von dem Polizei-Jnspektor Becker in Aschersleben gehört, er muß es dort auch zu Protokoll gegeben haben.— Präs.: Er wird Ihnen höchstens von einem Gerede Mitteilung gemacht haben.— Rechtsanwalt Dr. Schwindt beantragt, den Polizei-Jnspektor Becker zu Aschersleben zum Dienstagvormittag zu laden. Der Gerichtshof beschließt nach diesem Antrage. Der Vor- -"ß-"?,-. vertagt dann die Verhandlung bis Montagvormittag 10 Uhr. lokales. Unter Herrn v. Windheim. In der konservativ-scharfmacherischen Presse vom Schlage des „Lokal-Anzeiger" werden dem scheidenden Polizeipräsidenten Worte der Wehmut und Trauer nachgerufen. Mit Bedauern sieht man nach diesem Blatt Herrn v. Windheim aus Berlin gehen, wo er in allen nur denkbaren menschlichen Tugenden gestrahlt haben soll. Daß solche Lobhudelei mit der Wahrheit wenig zu thun hat und den Polizeipräsidenten, wenn er ein auf Achtung haltender Mann ist, selber unangenehm berühren muß, liegt auf der Hand. Gewiß, es ist nicht zu leugnen, einige Fortschritte sind ja unter Herrn v. Windheim gemacht worden. Die Zustände, wie sie unter dem hochseligen Herrn v. R i ch t h o f e n herrschten, wo der Bürger nur zu oft macht- und wehrlos der brutalsten Polizeiwillkür preis- gegeben war. haben sich ja immerhin geändert. Daß aber in den letzten Jahren hierin eine Wendung zum Besseren eingetreten ist, glauben wir nicht zum geringsten unsrer, der socialdemo- k r a t i s ch e n Aufklärungsarbeit zurechnen zu können. Bei Miß- Handlungen wehrloser Bürger herrschte unter Herrn v. Richthofcn bekanntlich die russische Praxis. Ein Mißhandelter beschwerte sich beim Polizeipräsidenten über die ihm auf der Polizeiwache wider- fahrene Unbill. Das erste, was Herr v. Richthofen that, war nicht, daß er gegen den beschuldigten Polizcibeamten eine Untersuchung ein- leitete, sondern an ihn unbesehens den Befehl richtete, gegen den von ihm mißhandelten Bürger den Staatsanwalt anzurufen, damit dieser gegen den Mißhandelten Anklage wegen verleumderischer Beleidigung erhebe. Für einen Brausewettcr war es dann eine Wonne, dem Geprügelten zu einigen Monaten Gefängnis zu verhelfen. Fälle solcher Art hat bekanntlich der Prozeß Stadthagen auf- gedeckt, in welchem Zeugen unter ihrem Eide bekundeten, daß sie auf der Polizeiwache mißhandelt und von Berliner Gerichten auf die Aussagen von Schutzleuten hin zu Unrecht verurteilt wordey find. Dieser berühmte Polizeiprozeß förderte ja im allgemeinen That- fachen ans Licht, für deren Aufdeckung namentlich die Polizeibehörde dem Angeklagten gar nicht genug hätte danken können. Daß der Polizeipräsident v. Windheim, der bei den Verhandlungen dieses Prozesies im Oftober 1398 drei Jahre im Amt war, von den ge- schilderten schlimmen Vorkommnissen nichts wußte, ergab sich zur Evidenz und Stadthagen wurde denn auch zu 300 M. Geldstrafe verurteilt, weil er die falsche und nach Ansicht des Gerichts beleidigende Ansicht vertrat, ein Polizeipräsident von Berlin hätte von derartigen Dingen Keiintnis haben müssen. Ein bürgerliches Blatt war nach Fällung des Urteils so boshaft, zu bemerken, daß man es hätte der- stehen können, wenn Stadthagen wegen Beleidigung verurteilt worden wäre, falls er die Behauptung aufgestellt hätte, der Polizeipräsident wisse nichts von den Dingen, die in seinem Bereich vorgehen. Aber dem sei wie ihm wolle, durch seine Zeugenaussage bekundete der Präsident wiederholt, daß er in manchen bedeutungsvollen Dingen honro novns war. In der Berliner Stadwerordneten-Versamm- lung war ein Antrag eingebracht worden, welcher den Magistrat er- suchte, auf Aenderung der polizeilichen Praxis bei Verhaftungen und Sistierungen hinzuwirken. Ganz Berlin sprach damals von den aufsehenerregenden Verhandlungen dieser Körperschaft. Der Polizeipräsident wußte nichts von den Verhandlungen, er wußte auch nichts von den Gerichtsverhandlungen, in denen trotz alledem seinen Schutzleuten schwere Mißhandlungen von Bürgern nachgewiesen werden konnten. Diese seine Unkenntnis erklärte Herr v. Windheim damit, daß er nicht die Verpflichtung habe, die Verhandlungsberichte über die Sitzungen der Stadtverordneten-Versammlung zu lesen. und gegen eine solche Begründung der bemerkenswerten Aussage ließ sich ja nichts einwenden. Seitdem scheint es. daß der Polizeipräsident sich doch um öffent- liche Angelegenheiten der geschilderten Art bekümmert hat und daß solche Aufmerksamkeit nicht ganz nutzlos gewesen ist. Die Prozesse, in denen nicht ststterte Bürger, sondern Schutzleute wegen schwerer Mißhandlungen vor Gericht citiert wurden, mehrten sich eine Zeit- lang auffällig, und wir glauben, daß diese Fälle auf prügellustige •Polizeibeamte von sehr heilsamer Wirkung gewesen sind. Solchem Fortschritt stehen allerdings zahlreiche Thatsachen gegenüber, die von schlimmer Rückständigkeit unsrer Polizeiwirtschaft Kunde geben. Die Leckert-Lützow-Tausch-Jntriguen, die ein erschreckendes Bild von der Verworfenheit eines Beamten der poli- tischen Polizei enthüllten, drängten Herrn v. Marschall bekanntlich zu seiner Flucht in die Oeffentlichkeit und stellten dem Wesen der politischen Polizei ein nicht minder bedenkliches Zeugnis aus, wie die zahlreichen Spitzel-Affairen, die von social- demokratischer Seite aufgedeckt wurden. Harmloser viel- leicht, aber nicht minder kennzeichnend für die heute noch in Polizei- kreisen mögliche Auffassung war der zu Anfang 1900 erlassene Tages- beseht des Herrn v. Windheim, der die besondere Schutzmanns- Kunstpatrouille einführte, welche unter dem Zeichen der lex Heinze darauf zu achten hat, daß nur sittlich einwandfreie Bilder in den Buch- und Papierhandlungen ausgestellt werden. Erinnert sei noch an den einschneidenden Tagesbefehl deS Herrn o. Windhcim, in welchem er vor acht Monaten den Schutzleuten be- kannt gab. daß jeder Beamte entlassen würde, wenn er, sei es auch nur aus Unkenntnis, bei einer Wahl für einen Social- demokraten seine Stimme abgebe. Diese wenigen Eharaktcrzüge des von Herrn v. Windheim ge- führten Regiments zeigen klar, was es mit den Lobhudeleien der reaktionären Presse auf sich hat. Viele Gläubige findet diese Presse ja zum Glück auch nicht in der Berliner Bevölkerung. Mau mag nun mit Recht sagen, daß Herr v. Windheim von gewissen Vorkommnissen in seinem Bereich ebenfalls wenig erbaut war und daß er auch bei gutem Willen andrerseits garnicht die Macht gehabt hätte, bedenkliche Zustände zu ändern. Aber eben weil dem so ist, ziemen sich die erniedrigenden Lobsprüche auch nicht, die dem Scheidenden gespendet werden. Spitzelcicn und reakttonäre Maßnahmen liegen im Wesen des Systems, das die heuttge Polizei zu schützen hat und wenn der jetzige Polizeipräsident geht, so wird sein Nachfolger denselben Faden weiterspinnen müssen. Weihnachtssorgen. Weihnachten rückt näher und näher. Nur zehn Tage trennen uns noch vom„Heiligabend"— nun lassen sich die Weihnachts- sorgen, die alljährlich wiederkehrenden, die schon seit Wochen auf uns eindringen, nicht länger mehr zurückhalten. Glücklich preise sich jeder, der beim Herannahen des Weihnachts» festes keine schlimmere Sorge behält als diejenige, wie er es mit den Seinen auf die beste Art feiern wirdl Hat man einiges Kleingeld. dann sind die Vorbereitungen auf Weihnachten eine„Last", die man gern auf sich nimmt. Nur für unsre Frauen und Töchter mischt sich auch in diesen Freudenkelch immer wieder ein Wermutstropfcn. Zu den Weihnachtsvorbereitungen gehört ja nicht bloß die Besorgung von Geschenken, sondern unter anderm auch das übliche Groß-Reine- machen, das viel weniger angenehm sein soll. Auch die Weihnachts- arbeiten, mit denen uns unsre Kinder zu„überraschen" Pflegen, sind schon manchem Jungen und manchem Mädel recht unbequem ge- worden, wenn, wie gewöhnlich, mit der Anferttgung zu spät be- gönnen worden war. Nur zehn Tage trennen uns noch vom„Heiligabend"— da stellt sich bei vielen eine ganz andre, gewichtigere Weihnachtssorge ein. Heute haben wir bereits den„silbernen" Sonntag, den vorletzten vor Weihnachten— den ersten, von dem das Heer der- jenigen, die in der Weihnachtszeit mehr an das Nehmen als an das Geben denken niüssen, einen ordentlichen Gewinn erhofft. Sie alle, von den stolzen Inhabern der großen und größten Geschäfte hinqb bis zu dem armseligen Gelegenheitshändlcr, den die Arbeitslosigkeit zum Straßenhandel zu greifen zwingt, bis zu den oft noch nicht ein- mal schulpflichtigen Kindern, die jetzt ihr bißchen Weihnachtskram feilhalten, beschäftigt heute die eine sorgenvolle, bange Frage: Was wird der„silberne" diesmal bringen? Wird aus dem Weihnachts- geschäft in diesem Jahre überhaupt noch etwas werden? Mögen die knappen zehn Tage die Hoffnungen erfüllen, die so viele auf sie setzen! Möge der Gewinn, den sie so manchem Ar- beitslosen bringen, dazu beitragen, von ihm und den Seinen wenigstens noch auf ein paar Wochen die Not fernzuhalten! Fortführung der Bauarbeiten im Winter. Wir erhalten folgende Zuschrift: Die Frage der Ergreifung von geeigneten Maßregeln zur V e r- Minderung der Arbeiisnot im Winter steht schon seit Jahren im Vordergrunde des öffentlichen Interesses. Ein Haupt- grund für das Eintreten der Arbeitsnot im Winter ist der Umstand. daß beim Eintreten starken Frostes die Maurerarbeiten eingestellt werden müssen; dadurch wird die gesamte Bauthätigkeit lahmgelegt. es wird nicht nur das Maurer-, sondern das gesamte Baugeiverbe in Mitleidenschaft gezogen. Dies legt die Frage nahe, ob nicht Mittel gefunden Ivcrden könnten, um die Fortsetzung der Maurerarbeiten auch bei starkem Frost zu ermöglichen. Nach Zeitungsberichten soll man in Karlsbad unter Verwendung von heißem Sprudelwasser auch bei starkem Frost Maurerarbeiten ausführen. Eine von mir an den Herrn Bürgermeister in Karlsbad gerichtete Anfrage ergab, daß wohl im steinen Versuche zu verzeichnen seien, daß aber das Ausschwitzen der im Sprudelwasser enthaltenen mineralischen Salze schwere Miß- stände hervorgerufen habe, so daß man von weiterer Anwendung dieses Mittels Abstand genommen habe. ES frage sich aber. ob nca» nicht durch Beimischung von andren Substanzen zum Ziple gelangen könnte. In dem Antwortschreiben des Karlsbader Bürgermeisters wird aber auf eine andre Mahnahme hingewiesen, welche in Karlsbad mit bestem Er- folge für die Fortführung von Bauten im Winter angewendet wird und die meines Wissens auch in Paris und ebenso bei dringenden industriellen Bauten in Deutschland angewandt zu werden pflegt, nämlich: das Umhüllen des Baues mit einem Holzbau. Tie Kosten für einen solchen Holzbau fallen allerdings ins Gewicht; demgcgen- über steht aber die Ersparnis an Zeit und Bauzinsen. Für öffent- liche Bauten(Staats- und Kommunalbauten) kommt aber in erster Linie in Betracht: die Verminderung der Arbeits not durch Schaffung von regulärer Arbeitsgelegen- heit unter Vermeidung der immerhin bedenk« liche n sogenannten Notstandsarbeiten. Es mag auch darauf hingewiesen werden, daß die Bildung von Leihanstalten für solche Holzbauten— ähnlich den bestehenden Leihanstalten für Baugerüste— die Kosten erheblich herabmindern würden Zweck dieser Zeilen ist, die öffentliche Aufmerksam- keit auf diese wichtigen Punkte hinzuleiten und anzuregen, daß sich weitere Kreise, ins- besondere die Techniker mit der Frage der Mög- lichkeit der Weiterführung der Bauten im Winter, einer Frage, welche als eine hoch- wichtige socialpolitifche bezeichnet werden kann, beschäftigen. Berlin, den 12. Dezember 1902. gez. E)r. jur. Richard Freund Vorsitzender der Landes-Versicherungs- Anstalt Berlin. Vorsitzender deS Verbandes deutscher Arbeitsnachweise. Abhnngediebe haben mit Beginn der Weihnachtssaison ihre Thätigkeit in umfangreicher Weise aufgenommen, und täglich gehen der Kriminalpolizei Meldungen über Auslagediebstähle zu. die fast in allen Fällen am hellen Tage verübt werden. Mit großer Frech- heit arbeiteten die Diebe gestern morgen in der Münzstraße in dem Schuhwarengeschäft von Meyer. Ohne Rücksicht auf den starken Verkehr, der in diesem Straßenzuge herrscht, zerschnitten sie die zum Schutze für die Auslagen an der Hausfront angebrachten großen Spiegelscheiben und raubten den gesamten zur Schau ausgestellten Vorrat an Schuhwerk im Werte von mehreren hundert Mark. Zweifestos werden die Diebstähle von den Mitgliedern einer je nach Bedarf einzeln oder gemeinsam arbeitenden Bande ausgeführt, die das«Abhängen" gewerbsmäßig betteiben. Nochmals das Leo>Hofpiz. Die Herren vom Windthorst-Bund und von der„Germania" erhalten noch durch folgende an uns gerichtete Zusckirift des Ockonomen S ch e r u ch einen Denkzettel: Zu der Veröffentlichung von, 11. Dezember in Ihrem Blatte habe ich noch zu bemerken, daß die Polizei mich auf verschiedene Mängel der Ausgänge meines Lokals aufmerksam gemacht und erklärt hat, daß, wenn ich dieselben nicht abstelle, die Versammlung nicht stattfinden könne. Ich habe darauf sofort Abänderungen ge- troffen und konnte die Versammlung sodann tagen, was sa auch geschehe» ist. Außerdem weiß mein Hauswirt auch, daß ich bei der Lokalkomiiiissio» im Januar d. I. den Revers betreffs Abhaltungen von Versaminlnngen unterschrieben habe und nach wie vor der Partei das Lokal zur Verfügung steht. Hochachtungsvoll Albert Scheruch. lieber die Berhafttmg einer PensionSinhabrrin im Westen werden folgende Einzelheiten mitgeteilt. Der Gutsbesitzer Baron von SobierajSki ging vor sieben Jahren, da er sein Gut in Russisch-Polcn nicht mehr halten konnte, nach Amerika und ließ seine Frau ohne Vermögen zurück. Die Baronin kam nach Berlin und machte in der Tauenziensttaße 21 ein Pensionat ans, das gut ausgestattet ist mW Verfammlungen. die Hälfte des dritten Stockiverks einnimmt. Als Hausmädchen| Der Forstläufer befundete, er habe hinter einem Schuß aus einem die Aufhebung der Grenzsperre für Schlachtvieh. Taubmann( Soe) diente ihr feit 7 Jahren eine Schlesierin Martha Wimmer, die sich Jagdgewehr einen Teschingschuß fallen hören. Crüger dagegen beantragte im Verwaltungsstreit- Verfahren gegen den Gemeinde bor einigen Wochen mit einem Musiker Bronstein verheiratete, aber behauptet, der angebliche Teschingschuß sei aus der Flinte des Förster vorsteher vorzugehen und wurde von Schumann( Soc.) unterstützt, auch jetzt noch bei der Baronin blieb. Diese hatte stets gute Mieter gefallen. Dieser befundete vor Gericht unter seinem Eide wieder zugleich werde namentliche Abstimmung beantragt. Es hatten nur und Gäste. Jetzt wird sie beschuldigt, die Mieter in Gemeinschaft das Gegenteil. Das Ergebnis der Verhandlung war, daß Crüger wegen zwei Bürgerliche( Schöffe Rathmann und Gemeindeverordneter mit ihrem Hausmädchen fortgesetzt bestohlen zu haben. Bei der unbefugten Schießens im Walde zu 50 M. Geldstrafe oder fünf Tagen Ziegler) den Mut, ihren einmal gefaßten Standpunkt zu behaupten, Baronin wohnte vor einiger Zeit auch eine Schauspielerin aus Haft verurteilt wurde. Damit giebt sich aber der junge Mann, der dieselben blieben mit unsern fünf Genossen in der Minderheit. Bei Petersburg. Als diese vor vierzehn Tagen abreiste, vermißte sie jetzt in Ortelsburg in Ostpreußen bei den Jägern dient, nicht zu zwei Stimmenthaltungen stimmten 14 gegen den Antrag. 2000 Rubel und einen Brillantschmuck im Werte von 3000 M. Ihr frieden, er beschuldigt vielmehr den Revierförster des Meineides. Verdacht, Geld und Schmuck gestohlen zu haben, fiel auf die Jezt fand in dieser Sache im Kaiser Wilhelms- Garten zu JohannisPensionsinhaberin, bei der die Charlottenburger Kriminalpolizei auf thal ein Lokaltermin statt, zu dem ein Richter vom Amtsgericht erfolgte Anzeige sofort eine Haussuchung vornahm. Hierbei fand Köpenick, der Forstmeister, der zuständige Revierförster, Crüger und man zwar nicht den Schmuck der Schauspielerin, aber eine Menge die Zeugen erschienen, um an Ort und Stelle durch Besichtigung andrer Schmucksachen, über deren Erwerb sich Frau v. Sobierasjska und Erläuterung die verwickelte Geschichte aufzuklären. nicht ausweisen kann und viele kostbare Kleidungsstücke, die von ehemaligen Gästen des Pensionats herrühren sollen. Alle diese nachmittag die Feuerwehr in der Burgstr. 27. Dort stand bei AnEin sehr gefährlicher Kellerbrand beschäftigte am Sonnabend In Baumschulenweg fand am 9. d. Mts. eine imposante Gachen, mehrere stoffer you, hurden von der Kriminalpolizei be- funft der Keller schon in großer Ausdehnung in Flammen. Diese Kundgebung statt. Bis auf den letzten Plak war der Ackermannsche schlagnahmt. Bei Frau Bronstein aber fanden die Beamten außer einigen tausend Mark in deutschem Gelde auch 3000 Rubel in erfaßten den Gasmotor und brachten ihn zur Explosion. Die Saal gefüllt. Nach einem wirkungsvollen Referat des Genossen Scheinen, die sie an ihrem Körper versteckt trug. Gerade dieser Um- Feuerwehr mußte deshalb die Hauptzuleitung von der Straße ausb. Elm wurde eine Resolution gegen das schmachvolle Verhalten der Brotwucher- Parteien angenommen. stand mußte die Bestohlene und die Kriminalpolizei in ihrem Ver- leitungen vorgenommen werden. Durch fräftiges Wassergeben wurde absperren. Um die Flammen zu löschen, mußten mehrere SchlauchIn Tegel referierte am Mittwoch Genosse Agst er vor einer dacht bestärken, zumal da Frau Bronstein auch nicht sagen kann, dann die Gefahr beseitigt. An der Warschauer Brüde, in der ungewöhnlich stark besuchten Volksversammlung, die nach kurzer woher fie das Geld hat. Die Baronin und ihr" Hausmädchen" Straße 17, hatte die Feuerwehr einen Brand zu löschen, der ver- Diskuſſion die aus den Berliner Versammlungen bekannte Reſolution wurden unverzüglich in Haft genommen. Vor einigen Tagen gab Frau Bronstein einem Kinde das Leben und mußte daher vorläufig mutlich vorsätzlich angelegt ist. Dort brannte eine Laube und deren annahm mit einem Zusatz, der der socialdemokratischen Reichstagsvom Untersuchungsgefängnis nach der Charité gebracht werden, wo Inhalt, und in der Forsterstr. 49 eine Wohnung, sowie Michaelkirch- fraktion, besonders dem Abgeordneten des Kreises, Genossen Stadtfie als Polizeigefangene gehalten wird. Platz 18 eine Küche 2c. 2c. hagen, unbedingtes Vertrauen ausspricht. Die Buchhandlung Vorwärts, Lindenstraße 69, ist an den ersten bier Wochentagen bis abends 8 Uhr, Freitags und Sonnabends Aus den Nachbarorten. hingegen bis 9 Uhr geöffnet. Sonntags ist die Buchhandlung ge- straße 8: Versammlung des Wahlvereins. Näheres siehe Inserat in Schöneberg. Dienstag, den 16. Dezember, bei Obst, Meiningerheutiger Nummer. schlossen. Protestversammlungen gegen die Gewaltthaten der ReichstagsMehrheit. In Jörsfelde fand eine Versammlung statt, die besonders von den auf der Hafel liegenden Schiffern stark besucht war. Die Ausführungen des Referenten Ko zke, der den Rechtsbruch und die fanden allseitigen Beifall. Die Berliner Reſolution fand auch hier wucherischen Abfichten der Mehrheitsparteien treffend kennzeichnete, einstimmige Annahme. Weißensee. Die bevorstehenden Gewerbegerichtswahlen lautete das Thema einer überaus zahlreich besuchten Versammlung, welche vom hiesigen Gewerkschaftskartell zum 11. d. M. im„ Prälaten“ Schmädicke begründete die Notwendigkeit der Gewerbegerichte. In der Diskussion ergänzte Schumann die AusWilmersdorf. Ueber das Verhalten der Zollwuchermehrheit im Reichstage spricht Genosse Reichstags- Abgeordneter Zubeil in der heute, Sonntagabend 6 Uhr, bei Witte, Berlinerstr. 40, stattfindenden einberufen war. Nachher folgt ein gemütliches Beiſammensein. Die Parteigenossen und Genossinnen am Drte wollen für zahlreichen Besuch dieser Versammlung agitieren. Ein Heiratsschwindler. Im Oktober dieses Jahres wurde der Musiker Gustav Kolbiz wegen verübter Heiratsschwindeleien in Haft genommen. Es besteht der Verdacht, daß Kolbiz noch mehr der artige Schwindeleien verübt hat. Personen, welche durch Kolbiz ge- Voltsversammlung. schädigt sind und noch keine Anzeige erstattet haben, können sich täglich in den Vormittagsstunden zwischen 9-1 Uhr im königlichen Polizeipräsidium, Eingang V, Dirksenstraße 18, 1 Treppe, Zimmer 128, melden. Das Tempelhofer Ufer von der Trebbinerstraße bis zur Möckernbrücke wird behufs Montage der Eisenbahnüberführung von heute ab auf die Dauer von sechs Wochen, und zwar täglich ungefähr zwei Stunden für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Der Untergrundbahn- Berkehr vom Zoologischen Garten bis zum nie wird heute früh 5 Uhr 23 Minuten beginnen. Gestern erfolgte die behördliche Abnahme der Strecke. Steglis. Die Wählerlisten zur Gewerbegerichts- Wahl liegen im 12 hr mittags aus, nicht, wie gestern versehentlich mitgeteilt Rathause, Zimmer Nr. 1, des Sonntags nur von 11 bis wurde, von 8 bis 12 Uhr. Dagegen ist der letzte Auslegungstermin der 24. Dezember. des Wahlvereins bei Alb. Stippekohl, Schönerlinderstr. 5. Köpenick. Dienstag, den 16. d. M., abends 8 Uhr: Versammlung Referent: Genosse Kaliski. Der Vorstand. = führungen des Vorredners, worauf der Vorsitzende Schröder mit fräftigen Worten an die Versammelten die Aufforderung richtete, bis zu der am Sonntag, den 14. d. M. stattfindenden der Arbeitnehmer mit einer möglichst großen Stimmenzahl den Sieg Wahl nach besten Kräften dafür zu sorgen, daß die Kandidatenliste davontrage. Nixdorf. Der socialdemokratische Wahlverein hielt am 10. Deab. Stadtv. Adolf Hoffmann hielt einen mit lebhaftem Beifall aufzember eine auch von Frauen gut besuchte Mitglieder- Versammlung genommenen Vortrag über die Frage: ft Religion Privatsache?" Eine Diskussion über den interessanten Vortrag fand nicht statt. Der Mitgliederstand aufgenommen wurden 96 neue Mitglieder. beträgt gegenwärtig 1791. Hierbei ist zu beobachten, daß infolge des neuesten Kurses die Zunahme der Mitgliederzahl gegenwärtig des neuesten Kurses die Zunahme der Mitgliederzahl gegenwärtig eine stärkere iſt als sie sonst im Laufe des Jahres war. Neu Weißensee. Die Gemeindevertretung hatte sich in ihrer Eine verwickelte Geschichte. Im Herbst vorigen Jahres traf ein legten Sigung mit 16 Punkten zu beschäftigen; unter anderm wurde Rebierförster den Mechaniker Erüger mit einem Tesching im Walde beschlossen, ein neben der Pumpstation liegendes, 161 Ruten großes und nahm an, daß er gewildert habe. Vor Gericht sagte Crüger, und mit zwei Gebäuden versehenes Grundstück zum Preise von er habe nur die Absicht gehabt, ein von ihm selbst gebautes Tesching, 60 000 m. anzukaufen. Es soll dazu dienen, kranke und fieche das eine besondere Durchschlagskraft mit einer großen Tragweite Drtsarme aufzunehmen und auch Wohnungen für Angestellte Allgemeine Familien- Sterbekasse. Heute Zahltag Aderstr. 123 bei verbinde, an einer im Walde aufgehängten Kasserolle zu erproben, zu schaffen. Zu dem Ausbau des Diakonissenhauses in Diefe von 3-6 Uhr. vor dem Revierförster von Adlershof- Johannisthal- Alt- Glienicke Hohen- Schönhausen wird die hiesige Gemeinde mit 36 Prozent Verband deutscher Mühlenarbeiter, Bahlstelle Berlin. Heute jedoch die Flucht ergriffen, aus Furcht und um nicht seine Waffe zu belastet, da sie Patronatsrechte besitzt, und hat dafür 368 M. zu Sonntag, nachmittags 3, Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal 7: Ververlieren. Der Förster schoß dem Flüchtling in dem Walde dicht zahlen; die Kosten für den Erweiterungsbau der Kirche in Weißensee hinter Johannisthal mehrmals nach, blieb aber deshalb und wurden insofern abgelehnt, als man die Gemeinde um 2000 2.3 15. Dezember, abends 9 Uhr, in der Centrale, Dresdenerstr. 45. Vortrag Arbeiter Samariterkolonne( gegründet 1888). Montag, den tveil er seinen Hund am Gürtel hatte, bald weit hinter hoch einschätzte und ihr wohl die Patronats- aber nicht die Präsen über Ertrinken, Ersticken, verschiedene Formen der Bewußtlosigkeit. Nach ihm zurück. Dann soll Krüger sich hinter einer Erhöhung tationsrechte zustehen; es soll eventuell der Klageweg beschritten dem Vortrage praktische Uebungen. Neue Teilnehmer werden jederzeit aufversteckt und aus der Deckung auf dem Förster geschossen haben. werden. Zum 1. April 1903 werden zwei neue Lehrer- und genommen. Am zweiten Weihnachts- Feiertag findet im selben Lokale die So befunden einige Zeugen, die in der Nähe auf dem Felde be- Lehrerinnenstellen errichtet; die beiden letzteren kommen haupt- Biesjährige Weihnachtsfeier statt. Anfang 6 Uhr. schäftigt waren, Crüger sich bücken sahen und unmittelbar darauf sächlich als Turnlehrerinnen in Betracht. Das Haupt- Der Berliner Tanzlehrer Verband hält feine Versammlungen einen Schuß fallen hörten. Nun kam der Forstläufer von Alt- interesse der Sizung lag in der vom Gemeindevorsteher ge- Freitagsabends 8 Uhr nicht mehr An der Stadtbahn 39, sondern in FeuerGlienicke dazu und hinderte den Mechaniker an der weiteren Flucht. troffenen Beanstandung des Beschlusses vom 10. November betreffend steins Festsälen, Alte Jakobstr. 75, ab. Socialdemokrat. Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Weißgerber Hermann Klemm Koloniestraße 151, am 11. b. M. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag 122 Uhr von der Charité nach dem Charité- Friedhof aus statt. 256/5 Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Socialdemokrat. Wahlverein f.d.6.Berl.Reichstagswahlkreis. Den Barteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallschleifer Karl Gendrich am 12. Dezember verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntagnachmittag 2 Uhr vom Trauerhause Boyenstr. 2 aus nach dem Gnaden- Kirchhof, Barfusstraße, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 256/6 Der Vorstand. Socialdemokratischer Wahlverein Bezirk Pankow. Den Mitgliedern zur Kenntnisnahme, daß das Mitglied Gotthelf Stein verstorben ist. 9/3 Wir werdendemselben ein allezeit ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet Montag, ben 15., nachmittags 4 Uhr, auf dem Neuen Gemeinde- Friedhof am Kommunikationsweg statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute. Am 11. d. M. starb nach langem, schwerem Krankenlager im hohen Alter von 79 Jahren unser Mitglied, der Zimmerer 10726 Ludwig Ungefroren. Die Beerdigung findet am 14. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Städt. Krankenhauses Moabit, Birkenftraße, aus, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Todes- Anzeige. Hierdurch die traurige Nachricht, daß unser lieber Kollege, der Schriftseter Carl Pusch am Donnerstag, den 11. d. M., im Alter von 41 Jahren ge storben ist. 10076 Ein dauerndes Andenken bewahrt ihm Das Personal der Buchdruckerei Haasenstein& Vogler A.-G. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 14. Dezember, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Schöneberger Kirchhofes, Marstraße, aus statt. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Ludwig Jaskulsky am am 11. Dezember verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntagnachmittag um 3 Uhr von der Leichenhalle des MichaelKirchhofes, Mariendorfer Weg, aus ſtatt. Um rege Beteiligung ersucht 92/11 Die Ortsverwaltung. Nach langem schweren Leiden entschlief am 12. Dezember mein lieber Mann, unser guter Bater und Sohn, der Steinmet Wilhelm Langer im Alter von 43 Jahren an der Berufskrankheit. 252 Die Beerdigung findet am Dienstag, den 16. Dezember, nachmitt. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Wilmersdorfer Kirchhofs aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Deutscher = Achtung! 6. Wahlkreis. Achtung! Metallarbeiter Verband. Achtung! = Drtsverwaltung Berlin. Codes-Anzeige. Am 8. d. M. starb an den Folgen eines Eisenbahn- Unfalles unser Mitglied, der Schlosser Karl Nabaum. Die Beerdigung findet statt am Sonntag, den 14. Dezember cr., nachmitt. 3 Uhr, auf dem CharitéKirchhof in der Müllerstraße. Um zahlreiche Beteiligung bittet 168/8 Die Ortsverwaltung. Nach kurzem, schwerem Leiden starb am 11. d. M. unsre liebe unvergeßliche Tochter 990b Freitag, den 26. Dezember 1902( zweiter Weihnachtsfeiertag): 6 grosse Matinees in folgenden Lokalen: Moabit: Rronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49, unter Mitwirkung der Arbeiter- Gesangvereine Vereinte Sangesbrüder Moabits und Unverzagt II( M. d. A.-S.-B.) und der Volkssänger- Gesellschaft Lewandowski. Frieda Schneider Wedding u. Oranienburger Vorstadt: Germania- Prachtsäle, Chausseestr. 103, im 22. Lebensjahre. an Dieses zeigen mit tiefem Schmerz Emil Schneider, Dorothea Schneider nebst Kindern. Berlin, den 12. Dezember 1902. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 14. 6. M., nachm 3, Uhr, von der Leichenhalle des LazarusKirchhofs in Wilhelmsberg aus statt. Hiermit die traurige Rachricht, daß unser Kollege, der Steinmet polter Wilhelm Langer ( Plak Kämpfer) an der Berufskrankheit gestorben iſt. Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. Dezember, nach mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Wilmersdorfer Kirchhofes aus statt. Die Kollegen. 262 unter Mitwirkung des Gesangvereins Nordwacht( M. d. A.-S.-B.) und der beliebten Hamburger Sänger( Steidl, Wolff, Werner, Holder usw.). Gesundbrunnen: Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58, und Marienbad, Badstr. 35, in beiden Lokalen unter Mitwirkung der Theater- Gesellschaft Bernhard Rose. Rosenthaler Vorstadt: Borussia- Festsäle, Ackerstr. 6/7, unter Mitwirkung des Zitherklubs Alpenvellchen und des Berliner Doppel- Quartetts. Schönhauser Vorstadt: Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10/11, unter Mitwirkung der Norddeutschen Sänger( Führmann, Horst, Walde usw.). Anfang präcife 12 Uhr mittags. Zahlreicher Beteiligung sehen entgegen Zahn- Klinik, beliebige Zeil Nathan Wand, Preise zahlung. InvalidenOlga Jacobson, strasse 145. 1500 Teppiche prima Qualitäten, bestes Fabrikat, in allen Grössen u. zu jeder Farbe passend, sollen einzeln oder auch in grösseren Posten bedeutend unter regulärem Wert schleunigst verkauft werden nur nur 129 Staligerstr. 129. Die schönsten Herren- Paletots u. Anzüge in neu, sowie speciell 8626 Monats- Garderobe von Kavalieren getragene Sachen, fast neu, für jede Figur passend, sind in großer Auswahl stets zu staunend billigen Preisen zu haben. 28 König- Strasse 28 Nathan and, an der Neuen Friedrich- Strasse nahe Bahnhof Alexander- Platz J. 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J., abends 8 Uhr, in Krebs Hotel, Niederwallstr. 11, 278/4 deutscher Kultur. ſtattfindenden Montag: Wahlversammlung Frühlingstage an der Riviera. zur Wahl der Delegierten der JnnungsSternwarte Invalidenstrasse 57/62. Fixsterne und Weltnebel. Krankenkasse der Glaser Zwangsmung, in welcher 33 Arbeitgeber au wählen sind, werden Sie ergebenit eingeladen. Der Vorstand. 3. A.: A. Caspar, Borfigender. Gewerkschaften! Vereine! An die Gewerkschaften und alle sonstigen Arbeiter- Bereinigungen, namentlich an die Vergnügungs- Komitees richten wir das dringende Erjuchen, bei allen Abmachungen von Festlichkeiten zc. die Gastwirte schriftlich zu verpflichten, daß sie die notwendigen Arbeitskräfte von dem kostenlosen Arbeitsnachweise der organisierten Gastwirtsgehilfen, Dirksenstr. 19, I, entnehmen. Da verschiedene Gastwirte, auch trotz der gemachten Versprechungen, ihren Verpflichtungen nicht nachfommen, so ersuchen wir die Arbeiterschaft, insbesondere bei den bevorstehenden Winterfestlichkeiten darauf zu achten, daß wenigstens in denjenigen Lokalen, wo Arbeiter verkehren und ihre Festtichkeiten abhalten, organisierte Gastwirtsgehilfen beschäftigt werden. Die Unterstüßung der Arbeiterschaft ist hier um so mehr am Blak, als die Gastwirtsgehilfen nicht nur einen sehr schwierigen Kampf für die Verbesserung der überaus schlechten Lohn- und Arbeitsbedingungen sondern auch gegen die schamlose Ausbeutung durch die Stellenvermittler führen müssen. 292/20 Verband deutscher Gastwirtsgehilfen( Ortsverwaltung Berlin), Bureau: Dirksenstr. 39, I. Praktische Weihnachts- Geschenke . • zu ausserordentlich billigen Preisen. Waschechte Hauskleiderstoffe...Robe 6 Meter 2,10 Mk. Frühjahrs- Stoffe in englischem Geschmack Robe 6 Meter 2,70 Mk. Karierte Noppen- Stoffe Robe 6 Meter 3,30 MK. 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Abends 9-11 Uhr Uebungsstunde und Volls- Badeanstalt an der Schillingsbrüde. 14. Beißensee: Friedrichstr. 12; 15. Langhansstr. 60. Konsum. Aufnahme neuer Mitglieder." Tonblüte", Hentschel, Lübbenerstr. 18. Arbeiter Radfahrerbund Solidarität". Gau 9( Prob. Branden- verein Charlottenburg( E. 6. m. b.): 1. WilmersBerliner Damenchor Harmonie", Nojin, Schönholzerstr. 11.-Männerchor burg). Alle Zuschriften und Anfragen, den Bund betreffend, sind zu richten dorferstraße 27; 2. Tauroggenerstraße 10; 3. Garde du CorpsOften", Plöger, Nigcerftr. 127." Freya I"( gemischter Chor), Rosenthaler- an den Gauvorsitzenden Karl Fischer, Berlin NW., Waldstr. 8. Verein straße 15. Konsumgenossenschaft von Friedrichshagen straße 57. Frisch auf I", Friedrichsberg, Grodauer. Frankfurter Sette" tagt jeden ersten und dritten Montag im Monat in Tegel bei Krause, und Umgegend( E. G. m. b..): 1. Friedrichstr. 98. Konsum Chauffee 135. Solidarität", Alexandrinenstr. 32. Freie Sänger", Berliner- und Brunowstraßen- Ede.-, Frisch auf", jeden Montag nach dem 15., Genossenschaft Adlershof( E. G. m. b. 5.): 1. Hackenbergstr. 29. Rigdorf, Hermannstr. 99. Morgenrot II", Charlottenburg, Goethestr. 67a. Spandau, Frobenstr. 12. Berliner Konsumberein. Verkaufsstellen: Michaelfirchplak 4, Einigkeit III", Stummelsburg, Rechlin, Neue Prinz Albertstr. 44. Gefang: und gesellige Vereine. Sonntag: Vergnügungsflub s. utstr. 7, Liebigstr. 7, Borndorferstr. 59, Emdenerstr. 45, Havelbergerstr. 6, " Zukunft II", Bartel, Hasenheide 58. ,, Arion", abends 6 Uhr, Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Geselliger Rostoderstr. 21; Rummelsburg: Türrschmidtstr. 6; Stralau: Stralauer Slub Neptun", abends 6 Uhr, Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Allee 17f; Lichtenberg: Frankfurter Chaussee 48/49, Mainzerstr. 4. AufMontag: Sängerloge", Große Frankfurterstr. 146. Verein der nahmen werden in oben genannten Verkaufsstellen jederzeit vollzogen außer Aquarienfreunde", Bückler- und Muskauerstraßen- Ece. Lotterieverein Sonntags. Auskunft in Genossenschafts- Angelegenheiten erteilen die VorBauernglüd", Anflamerstr. 8. Gefang und ges. Verein zur Unterhaltung stände der betreffenden Bereine. und Belehrung„ Empor", 1, 10 Uhr, Büdlerstr. 43. Theater- und Ver Arbeiter Skatbund Berlins und Umgegend. Zuschriften find zu gnügungs- Verein Schiller", Paul Lerche, Gleimstr. 17. richten an Ernst Element, Belforterstr. 13. Kreuz- Acht", Scheibe, Waldemar Verein für Gesundheitspflege des Volkes, Moabit. Jeden zweiten straße 16." Ich passe", Vogel, Wrangelstr. 78. Montag bei Karl Fischer, Waldstr. 8. V Arbeiter- Naucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an Albert Liebetrau, Berlin, Butbuferftr 4, 4 Treppen. Abends von 9-11 Uhr: Slub Abend und Aufnahme neuer Mitglieder: Blaue Schleife", Dembiekti, Görlikerstr. 52. 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Also diese täglich wiederkehrenden Vor- oft noch mit den Sorgen ums tägliche Brot, ist die Gefahr außer würfe verleiden schließlich dem Manne das Heim; ivie manchen odentlich groß, für die Allgemeinbewegung? daß die Frau abstumpft, lethargisch wird, Seelenkampf hat er infolgedessen mit sich auszufechten. Auf der förmlich verblödet; daß sie, statt intellektuell emporzuſteigen, immer Von Louise Ziez- Hamburg. einen Seite ruft die Pflicht: Dit wist zum Verräter an deinen tiefer fintt. Umsomehr, da meistens weder Zeit noch Geld vorhanden Kameraden, deiner Familie, deiner Ueberzeugung, mahnt das Ge- ist, im Theater, Konzert oder aus einem guten Buche sich geistige Fätten die Frauen das politische, oder wenigstens das Kommunal wissen. Auf der andren Seite steht sein Weib, seine Gefährtin, Anregung zu holen. Das evige Einerlei des Alltagslebens aber Wahlrecht, würde niemand im Zweifel sein, daß Allgemein- die Mutter seiner Kinder, die ihn abhalten will zu thun, verdummt um so schneller, je weniger man einen Ausweg aus dieser bewegung gewänne, falls unter den Frauen agitiert, die Aufklärung was die Aufklärung was er doch als recht und notwendig erkannt in ihre Reihen getragen würde. Dann wäre der Erfolg ein greo wird sein weiß sein schlimmster Feind, der am häuslichen Herde leben. Am schmerzlichten wird der Mann die geistige Rückständighat. alltäglichen Misere sieht. Darunter leidet aber nicht nur die Frau, „ Es ist als ob ein Schwert durch seine Seele dränge." sondern auch der Mann, das Kind und infolgedessen das Familienbarer; er wäre zu merken an der Zunahme der durch Frauen für uns abgegebenen Stimmen. Damit wäre ohne weiteres jedem flar, fißt, um ihm sein Bestes zu stören, die Beteiligung am Befreiungs- feit seiner Frau empfinden, der aus eigner Kraft und nicht in letzter daß die Agitation unter den Frauen ein Wachsen unsrer politischen lampfe, die ihn aus seiner Niedrigkeit erhob und ihn mit dem stolzen Linie Macht, unfres politischen Einflusses zur Folge haben würde. Hat Selbstbewußtsein des kämpfenden Proletariers erfüllte. durch die Beteiligung an der Arbeiterbewegung denn heute die Aufklärungsarbeit unter den Frauen dies nicht zur auf ein höheres geistiges Niveau emporgeschwungen Gewiß wird nicht jede für die Jdeen des Socialismus gewonnene hat, und nun Folge? Gewiß! Nur ist heute der Erfolg fein direkter. Er ist Frau für uns agitieren können, und fei es auch nur im engsten seinen höchsten Jdealen gegenübersteht. sehen muß, daß seine Frau verständnislos nicht zu merken an der Zahl der von Frauen für uns abgegebenen Kreise der Familie; das ist nicht jedermanns Sache. Mindestens Rückständigkeit seiner Frau wird zu einem Hindernis feiner eignen Ja mehr noch, die geistige Stimmen. Wohl aber wird trotzdem die Stimmenzahl, die von aber wird sie ihren Mann, ihre Kinder oder Bekannte nicht zurück Entwicklung. Männern für uns abgegeben, zunehmen. Wie ganz anders, wenn der Mann in seiner Frau halten. Sie ist teine zu bekämpfende Gegnerin mehr. Und noch nicht nur die Mitschaffende, die Haushälterin, die dienende Magd, Die aufgeklärte Frau wird, just weil sie nicht wählen darf, weil sie eins: Würde wohl die sogenannte parteilose Bresse, die„ General- sondern die Mitkämpfende, die ebenbürtige Gefährtin, die Hüterin hier beiseite stehen muß, für uns agitieren. Es ist diese Agitation anzeiger" verschiedensten Kalibers, eine so große Verbreitung finden seiner Jdeale sieht, welche durch die Beschäftigung mit diesen Fragen feitens der Frauen gewiß nicht nur, nicht einmal in erster Linie ge- in Arbeiterkreisen, wenn die Frauen mit Kopf und Herz zu geistig außerordentlich gewann, dacht als Redenhalten oder Artikelschreiben wie das so oft, selbst uns das Alltagsleben gehörten? Gewiß nicht! Da find Tausende feitens vieler unfrer Genoffen angenommen wird, vielmehr ist die Arbeitern, die am Wahltage ihre Zugehörigkeit zu uns be- fchönere harmonischere Gestaltung wird das Familienleben des von hinausgehoben ward." Welche Bereicherung, Vertiefung, welch mündliche Agitation im Familien, Freundes- und Bekanntenkreise, funden, die ohne Zweifel die allerwirksamste ist, gemeint. Da kann die Frau ihre geistige Koft den General- Anzeigern" entnehmen. Mit dem Anregung, die rot wählen; die aber jahraus, jahrein Arbeiters dadurch erfahren. Die Aussprache, die geistige nicht nur den Einfluß ihres Verstandes, ihrer geflärten Einsicht, ihrer Herzen gehören sie zu uns; würden sie unfre Presse lesen, gehörten Streife feiner Genossen finden würde, er findet sie jetzt daheim der Mann sonst nur im Wirtshaus, im natürlichen Beredtsamkeit, sondern vor allem auch den ihrer Herzens- fie auch bald mit dem Kopfe zu uns. und Gemütsbildung auf ihre Umgebung geltend machen. Bestellt aber wirklich der bei seinem Weibe. Welch heilsamen Einfluß ein solch inniges Mann, angeregt dazu in einer Versammlung oder durch einen Kame- Familienleben geistig regsamer Menschen auf die Kinder haben wird, raden, die Arbeiterpresse, so ist es oft die Frau, die hadert oder braucht nicht näher dargethan zu werden. Auch draußen im Klassenwohl gar heimlich wieder abbestellt. So ist es die unwissende Frau, kampf wird der Mann, der daheim im Familienkreise Verständnis die die beste, schärfste, schneidigste Waffe in unfrem Emancipations- findet, neue Anregung erhält, sicher Besseres leisten, als wenn er kampfe, die Presse, unsrer Hand, entwindet, während für unsre Be- daheim Verständnislosigkeit oder gar Feindseligkeiten antrifft. Die wegung begeisterte Frauen uns schon so manchen neuen Abonnenten Bereicherung und Vertiefung der Persönlichkeit bei Mann und Frau gewonnen haben. Daß ferner die gewertschaftlich organi- wird sich umsetzen in eine lebhaftere, tiefere, innigere Anteilnahme fierten Arbeiter auf werden, die Dauer gar nicht im stande sein an unsrer Bewegung. Während die lebhafte Anteilnahme an ihren Lohn auf wenn es nicht gelingt, die Aufklärung der erreichten Höhe zu halten, der Betvegung bei den einzelnen Personen wiederum gewerblich thätigen Arbeiterinnen zu tragen und sie infolge dessen die bis dato ungeahnt und ungekannt geschlummert. Es wirkt eben in die Reihen der Eigenschaften, Fähigkeiten auslöst, Kräfte zur Entfaltung bringt, den Drganisationen zuzuführen, in denen die Parole gilt:" Gleicher nichts erzieherischer und veredelnder, als der Kampf um eine hellere Lohn für gleiche Arbeit, ohne Ansehen des Geschlechts", das Zukunft der ganzen Klasse. wurde nachdrüdlichst betont auf dem letzten Gewerkschaftskongreß. Deshalb rufe man zu Streitern in diesem heiligen Kampfe der Befreiung nicht nur die eine Hälfte der Das wären sicher schon der Gründe genug, nicht nur von ganzem Beteiligten, den Mann, sondern auch die andre, die größere Hälfte, Herzen zu wünschen, daß lebhafter und andauernder wie bisher die Frau, auf. Und wann wäre wohl die Zeit geeigneter als gerade unter dem weiblichen Proletariat agitiert würde, sondern auch mit jetzt, wo der Stampf tobt um den Bolltarif, der sich in der letzten ganzer Kraft in diese Agitation einzutreten. Zeit schon ausgewachsen zu einem erbitterten Kampfe um die wenigen Sicher aber ist die Aufklärung der Frau nicht nur Mittel zum parlamentarischen Rechte des Voltes, wo ferner das Schicksal bes 3wed, sondern vor allem auch Selbstzweck. Bevor die Frau Politiker Kinderschutz- Entwurfs noch nicht entschieden, too so viele Fragen zur und Erwerbsthätige ist, ist sie Mensch, Persönlichkeit. Als Mensch, Erörterung stehen, die tief in das Wirtschaftsleben des Boltes einals Persönlichkeit wird sie außerordentlich gewinnen, wenn sie nicht greifen, wo wir ferner furz vor der Reichstagswahl stehen. Mögen stumpf und gleichgültig der wirtschaftlichen Entwicklung, den socialen diese Zeilen dazu beitragen, daß allerorts und unausgesezt eine Einrichtungen, den politischen Fragen gegenübersteht, sondern leb- lebhaftere Agitation einsetzt nicht nur unter den Männern, sondern haftes Interesse dem allen entgegenbringt. Just in Arbeiterkreisen, auch unter den Frauen zu Nutz und Frommen der Allgemeinivo die Frau Tag für Tag denselben Tretmühlengang zu machen bewegung. Dadurch aber hat die Frau einen eminenten Einfluß. Wie groß hier der Einfluß der Frau ist, davon können z. B. unsre rheinländischen Genossen Zeugnis ablegen, wo das Centrum sich des Einfluffes der Frauen gegen uns versichert. Eine farblickende Frau, wie imanchen Indifferenten könnte sie anregen, zum geistigen Leben erwecken, wie manchen Zweifler überzeugen, wie manchen Zaghaften und Lauen anspornen und vorwärts treiben. Am höchften jedoch ist der Einfluß der Frau auf die Kinder, die kommende Generation, einzu schätzen. Welche Unsumme von Kraft und Geld könnte gespart werden, wenn der Gedanke der Solidarität bereits in die Köpfe und die Herzen unsrer Kinder gepflanzt würde. Eine unwissende, indifferente oder gar uns feindlich gesinnte Frau wird uns nicht nur Mann und Kind nicht gewinnen helfen, vielmehr uns dieselben abtrünnig machen. Hand aufs Herz! Wie mancher unsrer Genossen würde uns nicht erzählen können von den täglich wiederkehrenden Kämpfen mit feiner indifferenten Frau, die die Notwendigkeit seiner Beteiligung an der Arbeiterbewegung nicht einsehen konnte. Die täglich wieder fehrenden Vorwürfe die, das wollen wir hier ausdrücklich betonen, die Frau gewiß nicht aus Böswilligkeit, aus Lust am Banten erhebt, vielmehr ist es meistens die höchste weibliche Tugend, die Mutterliebe, allerdings eine falsch geleitete Mutterliebe, ein ausgeprägter Familienfinn, der aber bei dem beschränkten Gesichtskreis der indifferenten Frau in sein Gegenteil umschlägt, die der Frau die Vorwürfe auf die Zunge drängen. Sie vermeint eben, jeder Neues Konzerthaus. exa Alexanderplatz( Grand Hotel). Inhaber: Albert Mörner. Populäres Konzert des Komponisten u. Kapellmeisters Herrn Jul. Einödshofer. Heute: Populäres Konzert, Anfang 5 Uhr. 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Kandidat der Partei, Chase, erhielt nahezu 34 000 Stimmen, andre einer eingehenden, außerordentlich intelligenten Debatte abgelehnt, Das Wachstum der socialistischen Bewegung in den die beiden bisherigen socialistischen Abgeordneten für die Maſſachuſetts man bedenkt, daß die" Federation of Labor" über eine Sie bei brachten es über 40 000. Außerdem wurden nicht allein aber mit einem Stimmenverhältnis von 4741 gegen 4344. Wenn Vereinigten Staaten. New York, 30. November. 17 " " Legislatur, Carey und Me Carthney, wiedergewählt, sondern ihnen Million organisierter Arbeiter umfaßt, kann man die Beein dritter, Remsden, zugesellt. Im Staate New York ist das Botum deutung dieser Abstimmung kaum überschätzen. Das begreift der Socialist( Socialdemocratic) Party" von 13 450 im Jahre 1900 die kapitalistische Presse des Landes recht gut. Aus den zahl Der hervorragendste Zug in den fürzlich stattgehabten Staats- auf über 23 000 gestiegen; Bennsylvanien, der Schauplatz des großen reichen Stimmen derselben, welche über das Anschwellen des wahlen in den Vereinigten Staaten ist- wie jezt feitens der ge- Kohlenstreits, gab über 20 000 Stimmen statt der 4800 vor zwei socialistischen Geistes ihre Betrachtungen anstellen, sei nur die nachfamten Breffe anerkannt und, je nach deren Standpunkt diskutiert Jahren ab. In Montana haben sich nach der Wahl fünf der auf folgende citiert, welche über die nicht mehr wegzuleugnende Thatwird, das gewaltige Anwachsen der socialistischen Stimmen. Vor ein Arbeiter"-Ticket( Wahlzettel) gewählten Abgeordneten als sache ihre schweren Bedenken ausspricht:" In der Tagjagung der zwei Jahren erhielt der Präsidentschafts- Kandidat der Socialist Socialisten erklärt und sind der Socialist Barth" beigetreten. Tie American Federation of Labor" in New Orleans- heißt es daBarth"( in den Staaten New York und Wisconsin ,, Socialdemocratic S. A. P." hat nirgends Vertreter gewählt. nahmen die Socialdemokraten eine bisher nicht geahnte Machtstellung Barth") 96 918 Stimmen im ganzen Gebiet der Vereinigten Aber fast mehr noch als das Emporschnellen der socialistischen ein und es mag nur noch eine Frage der allertürzesten Zeit sein, bis Staaten, während der Kandidat der alten Socialist Labor Party" Stimmen von rund 130 000 auf mehr als 300 000 innerhalb zweier sie in jener gewaltigen Organisation die Oberhand gewonnen fich mit 33 450 Stimmen begnügen mußte. In diesem Jahre fanden Jahre, legt ein andres Ereignis Zeugnis ab bon dem haben. Das Klassenbewußtsein ist geweckt, das Bewußtsein, überall Staatswahlen statt, bei welchen in den meisten Fällen die Fortschritt des socialistischen Gedankens in diesem Lande. daß alle Lohnarbeiter, wo und wie sie auch beschäftigt sein mögen, Gouverneurs- Kandidaten als Zählkandidaten für die focia Unfre Genossen haben seit geraumer Zeit auf der jährlich statt- gemeinsame Interessen haben. Wohl hört man noch die schönen listischen Parteien zu betrachten find. Zwar sind die Berichte findenden Konvention der großen Federation of Labor" in dieser Worte, daß in der freien Republik Klassenfämpfe feine Berechtigung noch nicht ganz vollständig, aber fotveit eine einigermaßen oder jener Form eine socialistische" Plante" eingebracht, welche die hätten, denn jeder Bürger habe dieselben Rechte und Pflichten; aber zuverlässige Schätzung möglich ist,( die ersten Angaben Arbeiter auffordert, in Verbindung mit ihrem wirtschaftlichen Kampf die Socialdemokratie lehrt das Gegenteil und hält es in ihrer tvaren weit übertrieben) wurden für die„ Socialist Party" zwischen durch( von den alten Parteien) unabhängige Wahlpolitik eine Agitation für ihre erste Pflicht, das Klassenbewußtsein zu weden und 250 000 und 300 000, für die„ Socialist Labor Party"( die Gewerk- focialistisch- organisierte Gesellschaft anzustreben. Es gelang den zu schüren. Sie ist zielbewußt. Sie führt einen Principienkampf. schafts- Berschmetterin) etwa 45 000 Stimmen abgegeben. Socialisten bis dahin nur, für diese Plante" etwa 10 Broz. der Dies sind Thatsachen, welche anerkannt werden müssen, ob man Der Bannerstaat der Socialist Barth" ist jetzt Massachusetts, auf den verschiedenen Konventionen repräsentierten Stimmen zu ge- min die Lehren der Socialdemokratie ganz oder teilweise verdessen Votum sich seit 1900 verdreifacht hat. Der Gouverneurs- winnen. Diesmal wurde die betreffende Resolution zwar auch nach wirft." Preise streng test! " Kaufhaus Theodor Busing An der Spandauer Brücke 2 ( Nähe Bahnhof Börse und Hackeschen Markt). Bekannt Billig und Gut! Herren- und KnabenSchuhwaren für RiesenAuswahl. Garderobe Damen, Herren Knaben Winter- Paletots Ledenjoppen Herren- Jackett- Anzüge Herren- Rock- Anzüge Herren- Gehrock- Anzüge Beinkleider Mk. 12-48 Herren- Stiefel 5-20 Herren- Schuhe. 12-50 Damen- Stiefel " .. • von Mk. 5.50-18.50 8.90-10.50 • B 9 " 3.90-14.00 2.75-8.75 24-60 Damen- Schuhe 29-60 Knaben- Schuhe a. Stiefel. 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Schulgeldfreiheit für Fortbildungsschulen. Die Stadtverordneten Versammlung in Köln beschloß, entgegen einem Antrage der Verwaltung, gegen 14 Stimmen, daß für den Besuch der neuen obligatorischen Fortbildungsschulen kein Schulgeld erhoben wird. Die Zahl der preußischen Städte, die schulgeldfreie Fortbildungsschulen haben, ist unsres Wissens noch sehr gering. Briefkaften der Redaktion. 5. S. 100. 1. und 2. Ueber Eisenbahnfahrten usw. erhalten Sie durch Einsicht in das Reichstursbuch und durch mündliche Anfrage in den amtlichen Auskunftsstellen( Mexanderplatz- Bahnhof und Anhalter Bahnhof) 1902. Barometerstand mm Wind richtung Windstärke 28 etter die beste Auskunft. 3. Ja. 4. Nein. W. B. 81. Ihre Anfrage ist unverständlich: wenn Ihr Vater noch lebt, so fann für Sie nicht ein Vormund eingesetzt sein, falls es sich nicht um besondere Verhältnisse handelt. Tragen Sie Ihren Fall in der juristischen Sprechstunde vor. F. K. Rechts- Stationen anwaltsforderungen verjähren in zwei Jahren: eine im Jahre 1900 entstandene Anwaltsforderung verfährt mithin mit Ablauf des 31. Dezember P. H. Sie tönnen weiterkleben: Sie müßten dann alle zwei Arrest kann gleichzeitig mit der Klage, sowie vor oder nach Einreichung der Hamburg 769 DSD 2Dunst Jahre mindestens 40 Marken( gleichviel welche Klasse) fleben. O. 13. Gin Swinemde. 771 SSD 4 heiter Klage beantragt werden. In Ihrem Falle liegt jedoch ein Grund zur Berlin Arrestantragung nicht vor. Klagen Sie Ihre Forderung ein und beantragen Frankf./M. 772 Sie nach Erlag eines obfiegenden Urteils, Ihnen das Guthaben zur Ein- München 771 GD ziehung zu überweisen. Betrifft das Guthaben eine Lohnforderung, so ist Wien 776 SD eine Beschlagnahme nur in Höhe einer 1500 M. übersteigenden Summe zulässig. Recht. Wiederholen Sie ihre Anfrage. M. H. 933. Das ist keineswegs strafbar. Aug. F. 1. Ja. 2. Sie können Beschwerde einlegen. 770 SSD 0 Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometerſtand mm Windrichtung Windstärke Wetter 5° C. 4°. 1 wolkenl 2Nebel 2Nebel 3Nebel -8 Haparanda 768 Still -9 Betersburg 771 23 -7 Cort -10 Aberdeen -13 Paris 756 S2 768 SD Nebel-11 3Schnee-1 4 bedeckt 11 3bedeckt Wetter Prognose für Sonntag, den 14. Dezember 1902. Troden, aber zeitweise wollig bei mäßigen südlichen Winden; nachts ziemlich strenger, am Tage leichter Frost. Warenhaus A.Wertheim Extra- Preise Gardinen = 2 Châles Leipzigerstr. 132-135( Versand- Abteilung). Rosenthalerstr. 27-29.- Oranienstr. 52-55. Montag, Dienstag, Mittwoch: Teppiche Tüll- Gardinen gales 3.75,6 MK., 7.50| Spachtel- Stores Stück 7.75 u. 11 Mk. Tüll- Gardinen engl., Meter 35, 55, 80 P. Lacet- Stores Stück 6.75, 8.25, 10.75 Tüll- Stores engl. Stück 2.75,6 Mk., 7.25 Tüll- Bettdecken Stück 3.25, 4.50, 7.50 Portièren und Decken Portièren mit geweber 3.25, 4.75 M Bordüre Plüsch- Portièren mit Kurbelstepperei 15.50, 22 Mk. Tischdecken buntgewebt 3.25, 4.50, 6 MK. 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