Mr. 92. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements- Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pig. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Poft- Beitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachhmmugs in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Earn[ pred- Anschlug: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Mittwoch, den 20. April 1892. Expedition: Beuth- Straße 3. Opfer aufzuerlegen"; und noch besser: Arbeit die Gewerbe Aufsichtsbeamten keinen Gebrauch machen!" Aus den Koulissen der christlichen gebern und Arbeitern sollen die Gewerbe- Aufsichts- Das„ Recht" ift den Juspektoren in der GewerbeSozialreform. " das von " an be beamten die gleiche Bereitwilligkeit zur Drdnung zugetheilt durch Reichtags- und BundesrathsVertretung ihrer berechtigten Interessen Beschluß. Der preußische Handelsminister aber verordnet Die Gesetze zum Besten der Arbeiter" haben in allen entgegenbringen"- nebenbei auch eine funkel die Beamten sollen von dem Recht keinen Gebrauch machen bürgerlichen Staaten Etwas von Theaterdekorationen an sich. nagelneue, bisher in der Justruktion" noch nicht vorhandene und damit ist eine reichsgeseßliche Bestimmung einfach be Bieles aus ihnen wird überhaupt nicht ausgeführt, ist also Wendung. Hier blickt die Angst des Geheimenraths, ein feitigt. Will man mit solchen verfassungsder Arbeiter bloßer Schein, und bei dem übrigen Theil ist das Wie" Inspektor möchte seine Stellung richtig als diejenige eines widrigen Kunststück chen der Durchführung oft ein sehr merkwürdiges Ding. Man Schußbeamten der Arbeiter auffassen, aus jedem Worte. bevölkerung ein gutes Beispiel geben?.. sieht also eigentlich erst hinter den Koulissen der offiziellen Unternehmer und Arbeiter sollen ja" gleich", ganz gleich Jedenfalls gefiel die Sache den Ministern in Sachsen, Bureau- Bayern, Gesezesmacherei richtig, was ernstlich, und was nicht ernstlich behandelt worden d. h. in der Praxis für einen Bureau- Bayern, Baden, Hessen, Württemberg u. s. w. so ausgewollt ist, und so ein Ausschnitt aus den Vorgängen hinter fraten der Bourgeoisie: dem Unternehmer darf um keinen nehmend, daß sie dem preußischen Beispiele einmüthig den Koulissen der gouvernementalen Sozialreform ist die Preis wehe gethan werden! Was hat ein Unternehmer für folgten, wenigstens bis jetzt, und sicher auch in der Folge. Dienstanweisung für die preußischen Fabrik- berechtigte Interessen" dem Arbeiterschutz- Gesetz gegenüber Das einzige Zugeständniß die Gesetzlichkeit and Gewerbe- Inspektoren, die kürzlich vom Handels- zu vertreten, das ohnedies weit hinter den bescheidensten steht in der neuen Dienstanweisung darin, daß der minister von Berlepich erlassen worden ist. Diese In Erwartungen der Arbeiter zurückgeblieben ist? Gar teine, Juspektor bei Gefahr un Verzuge" polizeiliche Verfügungen struktion gilt für sozialpolitisch und statistisch fast gar es sei denn der Profitwuth als berech- treffen darf. Hat die preußische Regierung vielleicht ge das nicht geschulte, mit den Arbeiterverhältnissen höchstens tigt" erklärte Intereffe, Gesetz so viel als merkt, daß noch ganz andere Gefahren im Verzuge" sind, ganz oberflächlich vertraute Beamte, die fortwährend lediglich möglich zu umgehen. Mit solchen Redensarten Hemmt wenn sie selbst die Gesetze auf diese Art ausdeutet? dem Stande der Bergassessoren, Baumeister und Maschinen- man die richtige Durchführung des schwächlichen Arbeiter- Jedenfalls hat sie mit der kleinen Konzession an ihr vertechniter entnommen werden, also mit echten Bourgeois- schutes, den wir in Deutschland haben. Einen Satz, in faffungsrechtliches Gewissen weiter Nichts wiederhergestellt, und Bureaukratenbegriffen an ihre Thätigkeit gehen und welchem den Inspektoren der Schutz der Arbeiter ohne als den Stand von 1874. Schon damals durften die fich in Ermangelung anderer Begriffe" möglichst ängstlich fapitalist ische Berklausulirung anempfohlen wird, sucht man preußischen Inspektoren polizeiliche Verfügungen in solchen und steif an die Worte ihrer Instruktion" halten. Das in der Juſtruktion" vergebens. Selbst in dem neuen, Fällen erlaffen, wo ein sofortiges Einschreiten nothwendig" muß man beachten, wenn man die Prüfung der neuen übrigens ganz selbstverständlichen Absatz, in dem es heißt, war, welchen Reſt einstiger Machtherrlichkeit man eben Wir Dienstanweisung unternimmt. daß die Beamten Wünsche und Beschwerden der Arbeiter 1879 auf dem Verordnungswege ganz wegschaffte. Dieselbe schreibt den Inspektoren und ihren Assistenten bereitwillig entgegennehmen und Erfüllung und Abhilfe zu find also unter der„ neuen Aera" glücklich auf den die Beaufsichtigung der Ausführung jener Bestimmungen der schaffen suchen sollen", sind die diplomatischen Zusäße ein Arbeiterschutz der Freihandelsperiode heruntergekommen! Gewerbe- Ordnung vor, welche die Sonntagsruhe, die Arbeits- geschoben:" falls sie sich von ihrer Berechtigung über- Lehrreich sind schließlich aus der Instruktion die, wie räume, die Arbeits- Ordnungen und die weiblichen sowie jugend- zeugt haben" Soweit fie es nach nach ihrer man sieht, ganz interessante Einblicke in die Koulissen der Einem lichen Arbeiter betreffen. Aber wie soll beaufsichtigt werden? Der Stellung vermögen". Es wird ganz-christlichen Sozialreform gewährt, die Bestimmungen über § 6 der Dienstanweisung, der das besagt, könnte einer seltsam Durchlesen dieser höfisch süßlichen die Jahresberichte der Inspektoren. Haben uns doch die falbungsvollen christlich- sozialen Predigt als Unterlage Borschriften. Natürlich ist den Beamten auch ans Herz ge- Bourgeoisblätter dieser Tage auf die Inspektorenberichte dienen. Die ganze Inspektion ist doch nur nöthig, weil die legt, neben den Mißständen, die auf eine Weiterbildung des verwiesen! Erstens sollen die Referate in Preußen auch Unternehmer fortwährend die Gewerbevorschriften über Arbeiterschutzes hinweisen, etwaige Hindernisse" zu be- fünftig möglichst spät erscheinen. Während in Sachsen und treten und weil es sicher ist, daß jeder Fabrikant jede un- obachten, auf welche die Durchführung des Gesetzes stößt Baden der Bericht alljährlich im Laufe des Januar abzufontrollirte Gelegenheit dazu benußt, dem Arbeiterschutz" und die dessen Abänderung erforderlich erscheinen lassen". liefern ist, wird den preußischen Beamten auch neuer zum 1. März gelassen, ein Schnippchen zu schlagen, falls der Profit" dies ver- Hier wird sogar gelinde daran erinnert, daß eine Rück- dings wieder Zeit bis lockend genug erscheinen läßt. Die Gewerbe- Aufsichts- wärtsrevision der Gewerbe- Ordnung denkbar ist. Dafür obgleich der Werth der meisten preußischen Referate bisher der auf dieselben beamten find also in Wirklichkeit Staatsorgane mit der fehlt jede Vorschrift darüber, wie oft die Inspektoren alle im umgekehrten Verhältnisse zu Und dann wird eine neue Front nach dem Unternehmerthum, mit dem Rücken nach Betriebe besuchen müßten, was doch mindestens ein Mal in verwendeten Zeit stand. den Arbeitern gekehrt, denen sie als Schuhwehr gegen alle jedem Jahre erfolgen sollte. An solche Lappalien hat die Siebung und Sichtung eingeführt. Die Gewerbe- Inspektoren, welche für gewöhnlich Theile eines Regierungsbezirks belebergriffe des Kapitals dienen sollen. Welchen Phrasenschwall Instruktion natürlich nicht gedacht; das ist Nebensache! hat nun die neue preußische Dienstanweisung auf- Das Schönste leistet die Instruktion" aber dort, wo sie aufsichtigen, sollen ihre Referate an ihren gemeinschaftlichen gewendet, um die Stellung, welche die Inspektoren eigentlich das Polizeirecht der Aufsichtsbeamten regelt. Sie behält Borgesetzten, den bei der Regierung ihres Bezirks angehaben sollten, möglichst zu verschleiern und abzuschwächen auch unter der neuen Aera" die Ungefeßlichkeit bei, welche stellten Gewerberath, abliefern. Dieser stellt erst den eigentim Interesse des Unternehmerthums! Auf der einen Seite Max Duard in seiner trefflichen Schrift Bur äußeren lichen Bericht für das Ministerium her, theilweise also, ist allerdings die Rede von einer möglichst vollständigen Geschichte der Fabrikinspektion"( Frankfurt a. M., Gebr. ohne die behandelten Gegenstände genauer zu kennen, streicht und gleichmäßigen Durchführung der Gewerbe- Ordnung", Knauer, 1889) dem inspektorenfeindlichen Regime Bismarck wahrscheinlich schon Manches, und das Ministerium sieht sowie von der Gewährung des vollen, durch das Gefeß zuerst nachwies. Es ist eine staatsrechtliche Ungeheuerlich- die Rompilationen der Regierungs- und Gewerberäthe" den Arbeitern zugedachten Schutzes", und letztere Wendung keit, durch Verordnungen ein Reichsgesetz aufheben oder nochmals sorgfältig durch, läßt sie jedenfalls nicht ist sogar funkelnagelneu, sie war in der früheren Dienst- außer Kraft setzen zu wollen. Und doch leistet sich die nunkontrollirt erscheinen. So werden künftig die Berichte anweisung noch nicht enthalten. Nun kommt aber die Ver- struktion" dieses wundervolle Manöver in§ 8, letzter Absatz, der preußischen Aufsichtsbeamten entstehen, und auf sie verflaufulirung! Der volle" Schutz soll gewährt" werden, indem sie genau wie die bisherige sagt: Bon dem weist man uns als auf zuverlässige Quellen! ohne dem Gewerbe Unternehmer unnöthige Rechte, polizeiliche Straffestsetzungen zu treffen, sollen " N " " Feuilleton. Nachbruc verboten.) [ 92 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. beim " und Kurz und gut auch die neue Dienstanweisung für " Ah, guten Morgen, Herr Krammherz," rief er dann, als er sah, daß er sich in der Person nicht geirrt hatte. Wie geht es Ihnen, lieber Herr Krammherz, habe lange Beit das Vergnügen nicht gehabt." " " überall neue ökonomische Betrachtungen anzustellen geneigt war. Da trägt und zieht nun Jeder oder Jede dieser Dorfbewohner seinen oder ihren kleinen Kram stundenweit nach der Stadt, um dort einige Stunden zuzubringen, bis die zahlenden Käufer gefunden sind und die paar Thaler Erlös Wie? Sie find es, Herr Frant. Sigen Sie denn nach Hause getragen werden können. Zwanzig Tragkörbe nicht mehr in Wechselarrest?" und zehn Hunde- Equipagen aus einem Dorfe, 30 Personen und" In den ich durch Ihre freundlichen Bemühungen ge 20 Hunde machen die Woche dreimal diesen Weg, während tommen? Dja, ich sie eigentlich noch dort, wie sie an zwei oder drei rüstige Verkäufer mit höchstens zwei Ge- Ihrem Geldbeutel verspüren werden. Aber sehen Sie, der Spannen den ganzen Kram verkaufen könnten, bei welcher Kaffee ist dorten in letzter Zeit recht schlecht geworden und Sollen wir unsererseits dem Flüchtling noch ein Gelegenheit sich noch die besondere Verbesserung ergeben da ziehe ich seit einiger Zeit vor, meinen Kaffee hier zu Weilchen folgen? Behend und kaltblütig hatte er sich auf würde, daß die armen Hunde nicht in so naturwidriger trinken. Sie halten mich recht knapp, Herr Krammherz, das unter dem Fenster befindliche Dach des Holz- Weise abgequält werden. In der Stadt weiß man vor recht krammherzig, und wenn ich nicht zuweilen selbst etwas ftalles herabgeschwungen, auf dem er sich fammt der lauter Angst gar nicht genug zu konzentriren und für mich thäte, würde ich ganz elend geworden sein." losen Schneebecke herabgleiten ließ bis zu dem vom Erd- zentralisiren, und auf dem Lande diese Bersplitterung! Es boden nicht beträchtlich abstehenden Rande. Werden Sie sich denn noch nicht bald entschließen, Einmal auf ist wahr, die Frauen wollen hier und da einmal in die ebener Erde angelangt, sah er eine ganze Reihe von Gärten Stadt, aber fönnen sie nicht abwechseln? Doch was geht mich zu befriedigen, Herr Frank? Es wird nun nachgerade vor sich, die allesammt eingehüllt in ihre vom Winter gütig mich's an, sehen wir lieber, ob wir hier in der Nähe ein Beit." gespendete weiße Decke den Winterschlaf träumten. Ohne Kaffeehaus finden. Fanny, wenn Du wüßtest, was Du Sie zu befriedigen, Herr Krammherz? Das ist doch fich lange aufzuhalten, stieg er über einige Gartenzäune, mit Deinem Marktgehen schon an Verwirrungen ange mir gekommen und hätten mir vernünftige Vorschläge genur Ihre unmaßgebliche Meinung. Wären Sie damals zu bis er nach einer Quergaffe gelangte, in die er sich richtet hast." vertiefte. macht, so würde ich mein Möglichstes gethan haben, und Niemand störte ihn, denn die seltenen Morgenvögel Das Kaffeehaus wurde gefunden und zwar in der aller Wahrscheinlichkeit nach hätten Sie bereits Ihr Geld, schlichen noch halb schlaftrunken dahin, während die Nacht- günstigsten Lage, da, wo sie unfehlbar vorbeigehen mußte, statt baß Sie alle 14 Tage neues hinzuzahlen müssen. Jetzt habe ich mich nun einmal dort oben eingerichtet, förm wächter bereits sehnsüchtig den wärmenden Hüllen ihrer wenn sie zum Markte kam. Ruhestätten zugeeilt waren. Nichts vergeht langsamer als müßige Morgenstunden; lich eingewöhnt und eingewohnt, es ist mir, als wenn ich Nachdem er sich einigermaßen orientirt, suchte er seinen Frank hatte alle Beitungen aufgenommen und wieder weg- da zu Hause wäre, und da werde ich es schon noch ein Weg nach der inneren Stadt, in welcher das neue Tages- gelegt, die bescheidenen Bilder an der Wand besehen und Weilchen aushalten." leben bereits in viel größerem Umfange erwacht war; den Preiskourant einige Male durchgelesen, als er einen Es ist ganz unverantwortlich vom Gericht, daß man zumal in der Gegend des Marktes, nach welchem die uner Mann eintreten sah, dessen Aeußeres ihm bekannt vorkam. Sie folche Freiheiten genießen läßt; ich werde darüber ernstmüdlichen Landleute schon wieder neue Lebensmittel für die ,, Kellner, ein Glas Madeira," rief er alsbald mit so liche Beschwerde führen." Bewohner der Stadt zuzuführen begannen. lauter Stimme, daß der Ankömmling unwillkürlich ver- Thun Sie sich hierin gar keinen 3mang an, Herr anlaßt wurde, sich umzudrehen. Krammherz, werden Sie beschwerlich so viel Sie wollen Welche Verschwendung!" meinte unser Freund, der der Politische Leberlicht. follen die Viſire von schlechtem Material und schlecht fasser des Artikels bezeichnet erhalten habe. Im Schrecken oie preußischen Fabrikinspektoren ist wieder eine niedliche Rektors AhIwardt. Die bei Glöß in Dresden,- dem- 1 abgesägten Heilbronner Stadtvaters Hegelmater, des WahlProbe gouvernementaler Sozialreform zum Schuße des Unter- selben Verlage, in dem auch Max Bewer seine Bismarck beeinflussung- Ministers Renner, und des Oberamtmannes nehmerthums. Warum man sich nur noch die Mühe giebt, verhimmelnden Verrücktheiten unterbrachte erschienene Dr. Gugel von Nagold, der dieser Tage zum Oberamtmann diese Dinge so kindlich zu verstecken in Verordnungen und Broschüre ist 2½ Bogen stark, und unternimmt es in der von Heilbronn ernannt worden ist. Von Gugel wird folgende Instruktionen, von denen man annimmt, daß sie nicht selben der Verfasser, den Nachweis zu liefern, daß bei Liefe- Großthat, für die eine parlamentarische Bezeichnung nicht Jeber liest? Die„ bösen" Sozialdemokraten thun's doch, und rung der 425000 Gewehre, Modell 88, durch die 25 we's che leicht zu finden ist, in der" Frankfurter Beitung" fie ziehen auch die nöthigen Schlüsse aus der Art und Fabrik gröbliche Betrügereien mit untergelaufen seien.( Nr. 109 vom 18. April) erzählt. Im Stuttgarter„ BeWeise, wie man dabei Gesetze mit klarem und deutlichem Der Verfasser behauptet und nennt dafür eine Anzahl obachter", dem bekannten voltsparteilichen Blatte, war ein Wortlaut umdeutet auf einem Gebiet, das der christlich- soziale Beugen, speziell Schreiber, welche in der Fabrit in Artikel erschienen, der sich mit der Amtsthätigkeit des NaStaat angeblich mit rührender Fürsorge für sich allein ge- Martinikenfelde im Fabrikbureau beschäftigt waren, sowie golder Oberamtmannes befaßte. Der Herr Oberamtmann pachtet hat! Arbeiter und Meister der Fabrik daß bei vermuthete in einem Beamten des Nagolder Rathhauses den der Lieferung der Gewehre und besonders bei Verfasser des Artikels, er erschien auf dem Rathhaus und deren Prüfung, unter Mitwissen der Königlichen eröffnete dem Verdächtigen, daß er gestern auf der Redaktion Büchsenmacher arg geschwindelt worden set. Es des, Beobachters" in Stuttgart gewesen sei und ihn als Veraufgelöthet sein, von 6000 Gewehren sollen deshalb die gestand der Beamte seine Urheberschaft. Der Herr Ober Berlin, den 19. April. Bifire abgeschlagen worden sein, als der Staat turz vor amtmann hatte aber das Redaktionslokal des Beobachter" Deutsch portugiesischer Handelsvertrag. Nach Schluß der Lieferung hinter den Betrug gekommen war. nie betreten und noch weniger von einem der Redakteure " Post" sollen in den nächsten Tagen bereits Verhand- Unter dem bestehenden Bestechungssystem feien aber, so be- oder sonstigen Angestellten des Blattes über den Einsender lungen beginnen, welche einen Zoll- und Handelsvertrag hauptet Ahlwardt, die Bifire wieder ebenso schlecht auf des Artikels eine Mittheilung oder Andeutung erhalten; er des Deutschen Reiches mit dem Königreich Portugal be- gelöthet und dann zurückgegeben worden. Wie die Visire hatte also eine unrichtige Angabe mit Erfolg dazu benützt, den treffen. Es wäre alsdann die Einberufung des Reichstages sollen auch die Läufe aus schlechtem Material hergestellt sein; mißliebigen Korrespondenten ausfindig zu machen. Nunschon zum Herbst bestimmt zu erwarten. Gewehre, welche nach dem Anschuß als fehlerhaft zurück- mehr ist dieser erfindungsreiche Herr zum Oberamtmann der gegeben wurden, sollen nicht ordnungsgemäß reparirt, zweiten Stadt Württembergs ernannt worden! Die HeilVom Kolonialamt. Der Berliner Offiziosus der sondern gedrückt" worden sein, eine Prozedur, welche in bronner werden schwerlich sehr davon erbaut sein, daß für " Politischen Korrespondenz" erklärt, die neuerdings auf- sofern verwerflich ist, als die Läufe, sobald sie durch ihre durch die Affäre Hegelmaier verwirrten Verhältnisse ein getauchten Nachrichten von einer bevorstehenden Erweiterung Schnellfeuern erhigt werden, wieder ihre frühere falsche Beamter mit Anschauungen des Herrn Dr. Gugel ausersehen der Organisation der Kolonialabtheilung im Reichsamt des Lage einnehmen. Beim Probeschießen sollen doppelte worden ist. Auswärtigen seien vollständig erfunden". Die bestehenden Scheiben verwendet worden sein, wodurch es mögEinrichtungen hätten sich bewährt, so daß kein Grund zu lich wurde, Gewehre, Gewehre, welche ganz falsche Schuß- Dreibündlerische Schmerzen. Die italienische einer Aenderung vorliege. Was nicht hindert, daß in resultate ergaben, als geprobte und gut befundene sogenannte„ Ministerkrise" zieht sich etwas mehr in die etlichen Monaten die Regierung mit dieser Forderung her- abzuliefern. Auch die Scheiben sollen gefälscht worden Länge, als man Anfangs gedacht hatte. Herr di Rudini vortritt und„ Exzellenz" Kayser zur herzerfrischenden Wirk sein, ebenso läßt Ahlwardt Patronen stehlen, Gewehre ist zwar entschlossen, an der Spige des neuen Ministeriums lichkeit wird. tistenweise an das Ausland liefern, Plomben von den sein an der Spitze des alten Ministeriums gegebenes Ehren Schutz der nationalen Arbeit! Die AusEisenbahnwagen abnehmen und sie später, nachdem die ge- wort auf dem Altar des nicht genügend mit Soldaten be wanderung aus der Provinz Westpreußen nimmt wieder prüften Gewehre herausgenommen und durch Ausschuß er glückten Vaterlandes zu opfern, allein er hat Gewissen, und jetzt worden sind, wieder größere Dimensionen an, und die polnischen Landleute natürlich sei anbringen. Dies Alles gleich der Heldin des berühmten Heine'schen Gedichtes fällt stellen das größte Kontingent hierzu. Alle Warnungen der sich bestechen ließen nur möglich, weil einzelne Beamte es ihm schwer, in den Pott" zu steigen. Indeß er wird Landräthe und Gutsbefizer schlagen die Leute in den Wind, walteten. oder leichtfertig ihres Amtes seine Strupel überwinden und an einem der nächsten Die betheiligten Offiziere im Dienste soll Morgen wird der unpoetische Telegraph uns melden: weil ihnen ihre in den Vereinigten Staaten Amerikas bagegen kein Vorwurf treffen, dagegen werden ein paar in Endlich stieg er hinein in den Bott!" Was bleibt ihm bereits seßhaften Angehörigen die Wege zu einer Existenz der Fabrit angestellte Offiziere a. D. schwer beschuldigt. anders übrig? Es ist wahr, er hat sein Ehrenwort gegeben, daselbst gebahnt haben. Uebrigens darf es, bemerkt die Frankfurter Beitung", nicht Wunder nehmen, daß die Aus- Was an den Behauptungen Wahres ist, wird die von der Kammer kein Budget mit Defizit mehr vorzulegen. wanderung zunimmt; denn die sozialen Verhältnisse der Aylwardt selbst verlangte Untersuchung ergeben. Daß bei Allein ein Budget ohne Defizit heißt ein Budget ohne Und was wäre das dreibündlerische fleinen Bauern und landwirthschaftlichen Arbeiter sind nun solchen Lieferungen solchen Lieferungen fleine Unregelmäßigkeiten überall Militarismus. einmal recht traurige. Biel Arbeit und geringer Verdienst, vorkommen", hat ja kein Geringerer als Fürst Bismard Italien ohne Militarismus? Kann es sein stehendes ungenügendes Deputat und schlechte Kost, dazu die Militär- gelegentlich seiner letzten Geburtstagsrede bestätigt, und daß Heer vermindern? Muß das stehende Heer nicht im Gegenpflicht und schließlich die Kriegsfurcht vor Rußland sind die auch in der Löwe'schen Fabrik einiges gespielt hat, zeigt die theil stets verstärkt und verbessert werden? Braucht man Triebfeder der Auswanderung. Den Ausfall an Arbeits- plögliche Entlassung eines der angeschuldigten Meister. Daß nicht die besten Gewehre und Kanonen? Hört Italien, kräften decken die Gutsbesitzer aus Rußland, nur müssen sie aber Ahlwardt kolossal übertreibt, erscheint uns zweifellos. wenn es dem Nimmersatt Militarismus das geforderte dazu die Genehmigung der Landräthe nachsuchen. Für diese Geradezu albern ist, was der Verfasser als trei Futter verweigert, nicht auf," Großmacht" zu sein? Tritt es dann nicht aus dem„ Dreibund" aus? Und was soll aus Arbeiter brauchen die Unternehmer weder Kranken-, Unfall- bendes Motiv für die Fälschungen und Durch versicherungs- noch Invaliden- und Altersversorgungs- Bei- stechereien angiebt. Darnach war es nicht die Profit träge zu bezahlen. Wird der Arbeiter krant, so schickt man sucht, welche zu den Fälschungen geführt habe, sondern ihn einfach über die russische Grenze. das von dem internationalen Judenthum ausgehende Bes streben, den deutschen Soldaten für den nächsten Krieg eine Der Streit im konservativen Lager. Der Wadel- möglichst schlechte und unbrauchbare Feuerwaffe in die Strumpf der konservativen Partei, Herr von Helldorff, wehrt Hand zu geben, damit deren Niederlage sicher sei und so fich in seinem„ tonservativen Wochenblatt" wie ein Ver- der lehte Hort gegen die universelle Judenherrschaft zuzweifelter. Zur reinlichen Scheidung", die er ver sammenbreche. Diese Tendenz soll bei den Fälschereien so langt und die ihm auch in summarischem Verfahren vorherrschend gewesen sein, daß eine Reihe derselben vor postwendend gewährt wurde, stellt er vier Forderungen genommen wurden, trotzdem die Fabrik durch sie sogar auf. Es wird erstens verlangt, daß in allen Blättern, die Schaden erlitt. So behauptet Ahlwardt, und wir glauben, ständig oder gelegentlich das konservative Firmenschild daß diese Behauptung allein schon hinreichen wird, um bei führen, unter allen Umständen eine schickliche und respekt- unseren Lefern starte Zweifel an die Zuverlässigkeit der Kein Dynamitgesetz in der Schiveiz? Die Meldung, volle Sprache gegenüber dem Kaiser und dem Landesfürsten Angaben der Broschüre hervorzurufen. Gewiß trifft auch das schweizerische Justizdepartement bereite ein Dynamit geführt wird und alle Kraftstücke der Tonart nach dieser hier das Sprichwort zu: wo Rauch ist, ist auch Feuer; gesetz vor, wird als unegaft" bezeichnet. Das Departement, Seite unterbleiben". Zweitens wird gefordert, daß in der aber Herr Rektor Ahlwardt ist kein so verläßlicher Beuge, sagt eine Bundesstadtmeldung des Journal de Genève", konservativen Presse nur mit ehrlichen Waffen gekämpft daß wir auf seine Behauptungen allzu großes Gewicht legen hat sich mit der Frage noch gar nicht befaßt. Bundes wird". Drittens soll die konservative Partei mit anderen möchten. Nachdem aber die Sache an die Deffentlichkeit anwalt Scherb hatte eine einzige Besprechung mit BundesParteien, insbesondere der sogenannten deutschsozialen( anti- gebracht ist, werden die Vorgesetzten der so schwer bezichtigten rath Ruchonnet; ersterer erklärte sich gegen ein Ausnahmesemitischen) unverworren bleiben". Und endlich viertens Beamten und vor allem auch die Leitung der Löwe'schen gefeß, da die kantonalen Strafbestimmungen vollkommen wird verlangt, daß die konservative Partei der Gewohnheit Fabrik darauf dringen müssen, daß eine gründliche Unter- ausreichend seien. eines Theils ihrer Breßorgane, sich über den andern zu suchung und Aufklärung der öffentlichen Meinung stattüberheben und alle Barteimitglieder, die nicht ihrem Separat finde. Für ein vornehmes Ignoriren sind die Angaben fähnlein angehören, zu Konservativen zweiter Klasse abzu- der Broschüre doch zu substantiirt und zu sehr unter scheinftempeln, entgegentritt". Ein Anderes ist es, was dieser baren Beweis gestellt. Schon um des Auslandes willen Offizier ohne Soldaten mit seinem Feldzugsplan erreicht.-muß völlige Klarheit geschaffen werden. Judenflinten lautet der Titel der neuesten literarischen Leistung des um seiner tollen Antisemiterei willen bekannten Mir find Sie es schon lange gewesen. He, Kellner, noch ein Glas Madeira, es kann gar nicht genug foften." Sie sind in der That ein böser Schuldner, Herr Frant." " Ja, das bin ich, dafür bin ich aber auch ein feelensguter Gläubiger, und das ist mehr, als Sie von sich sagen tönnen, Herr Krammherz." Leider mußte Frank in diesem Augenblicke von seinem verehrlichen Gläubiger Abschied nehmen, denn nach langem vergeblichen Ausschauen nach der Straße, welches er feinen Augenblick versäumt hatte, sah er an der Seite einer stämmigen Magd mit großem Marktkorb eine niedliche Mädchengestalt, der eine Fülle von braunen Locken unter dem Hut entquoll und sich an den weichen Biberkragen schmiegte. Ein württembergischer Mufterbeamter. Im Schwobeländli" ist die Heimath des jetzt endlich glücklich Wissen Sie, daß man sich vor Ihnen fürchten fönnte?" " Das möchte ich mir auch ausgebeten haben. Denn einen Menschen, den man unter keinen Umständen fürchten würde, den tritt man mit Füßen. Aber nun sagen Sie mir einmal ohne Umstände, was wollen Sie denn kaufen?" " Fische, Eier, Nepfel, Butter und Kohl, wenn Sie das wissen müssen." eine " " Hier find Nepfel." Sie sind nicht schön, die kaufe ich nicht." Da sind Eier." " Dafür habe ich meine besondere Verkäuferin." Was suchen Sie denn, meine Herrschaften?" rief jetzt " Obstverkäuferin, an deren Stand sie vorbeigingen; taufen Sie mir doch etwas ab, junger Herr, recht schöne " Stettiner" für Ihre junge Frau. In wenigen Säßen hatte er die Gesuchte erreicht und schritt nun ein Weilchen hinter ihr drein; schon zufrieden," Um Gottes Willen," rief Fräulein Musselich, purpurhier und da von ihrem Kleide gestreift zu werden. Endlich roth werdend, kommen Sie geschwind weg. Mein Gott, aber, als sie in das dichtere Gewühl des Marktes geriethen, in was für Verlegenheiten Sie mich bringen! Wenn das zupfte er an ihrem Mantel und flüsterte: Jemand Bekanntes gehört hätte." Schönstes Fräulein! Nehmen Sie feine Begleitung an?"" Nein, theuerste Fanny, das geht nicht; die arme Man hätte den Zornesblick sehen sollen, mit dem das Frau ist ja höflich und schlechterdings die Erste, welche uns Mädchen dieses Attentat am lichten Tage und auf offenem für Mann und Frau angesehen hat; das soll ihr Glück Markte zu beantworten gewillt war. Aber das Roth des bringen. Na, Mütterchen, was kosten denn ihre Aepfel?" Bornes ging in die nahverwandte Farbe der Verlegen- Vier Groschen die Mandel, junger Herr." heit über, als sie, statt das fremde Gesicht eines unbe- Das ist viel zu theuer," rief Fanný. fannten Budringlichen, die wohlbekannten Büge Frank's er blickte. " " der Welt ohne" Dreibund" werden?-Freilich dort winkt der Bankrott. Doch ein tapferer Bankrott! Römer muß sich auch in den Abgrund stürzen können, wie weiland Marcus Curtius; und wenn der Militarismus nicht anders zu retten ist, dann in Teufels Namen der Genug, er steigt in den Bott". Italienisch- schweizerischer Handelsvertrag. Nach kurzer Frist ist die Kampfpolitik zwischen Italien und der Schweiz durch einen am 19. April zu Stande gekommenen Handelsvertrag ersetzt worden. Nichts zu verderben. Jn Paris hat sich vor gestern ein merkwürdiger Prozeß abgespielt. Ein Beitungsverleger und ein Zeitungsredakteur wurden wegen dem Abdruck eines Feuilletonromans, der unfittlich" sein sollte, zu einer nicht unerheblichen Geldstrafe verurtheilt, während der Verfasser des Nomans, sowie der Verleger des Romans in Buchform, freigesprochen wurden. Der Gerichtshof beWas Sie damit machen! Ei nun, die einen essen Sie frisch, die anderen braten Sie im Ofen und den Nest vers wenden Sie zu Apfelmus." Wir können so viel gar nicht fortbringen." " Da nehmen wir einen Dienstmann." " Da würde meine Mutter schöne Augen machen. Nein, das geht auf keinen Fall, ein halb Schock wollen wir nehmen. He da! Dienstmann, kommen Sie einmal her!" rief Frant und winkte einen dieser immer dienstfertigen Geister herbei. Und sich dann wieder zur Obstverkäuferin wendend, meinte er:„ Wir wollen Beide unseren Willen haben. Zählen Sie hier dem Dienstmädchen ein halbes Schock der allerschönsten Aepfel in den Korb und anderthalb Schock geben Sie dem Dienstmann hier, der sie zum Schuhmachermeister Draht, Wickengaffe 11, trägt, wo sie nicht verschimmeln werden. Hier, liebe Frau, haben Sie einen Thaler und zwei Groschen für die zwei Schock, und hier, Dienstmann, haben Sie drei Groschen für Ihren Weg. Nun ist die Sache abgemacht, und nun komm', liebes Weibchen, wir wollen weiter gehen." " Ich gehe nie wieder mit Ihnen auf den Markt." Nie wieder, das wäre schön, da ließ ich mich von Dir " Ich bin ganz böse." scheiden." Das ist nicht wahr, Sie sind das beste und gütigste, liebenswürdigste und süßeste Geschöpf auf der Welt." Sie bringen mich in die größten Verlegenheiten." Ich bringe Sie auch wieder heraus." das " " Und so viel Geld zu verschwenden." " Ich verdiene jezt heidenmäßiges Geld, und da muß auch etwas aufgehen lassen." Biel zu theuer! Aber liebste Fanny, wo denkst Du benn hin?" Also haben Sie es doch möglich gemacht, Herr Frant", Nennen Sie mich doch nicht Du", ich muß mich ja meinte sie mit einem verlegenen Seitenblick auf die beschämen," flüsterte sie ganz erschrocken. gleitende Magb. " Sie hält uns ja für Mann und Frau, da können " Ja, liebste Fanny, der Gedanke war gar zu ver- wir uns doch nicht Siegen", flüsterte Frant leise zurück man lockend und des Schweißes der Edlen werth. Geschwitzt und fuhr mit lauter Stimme fort: Bedente doch, liebe Wenn Sie so viel verdienen, warum sehen Sie denn haben wir, das können Sie glauben, ich und die Häscher, Fanny, wie viele Beit es gebraucht hat, bis nur allein der da nicht lieber, daß sie endlich aus der Wechselhaft Apfelbaum Früchte tragen fonnte, wie lange Zeit der Apfel kommen?" felbft Beit gebraucht hat, um fertig zu werden; ich" Das hat verschiedene Gründe. Erstens habe ich mich möchte teinen Apfel für diesen Preis herstellen. Nun, da so eingewohnt, daß ich mich schwer losreiße; zweitens scheue geben Sie uns einmal einige Schock her." ich die Mühe, mir eine passende Wohnung zu suchen, und Einige Schock zu diesem Preise? Sie sind nicht bei brittens und letztens möchte ich meinen Gläubiger gern Trofte. Was sollten wir denn auch damit machen?" noch ein Weilchen ärgern." ( Forts. folgt.) die nach mir fahndeten." Haben Sie etwa wieder Menschen eingeschlossen?" fragte das Mädchen mit einem mißtrauischen Blicke. Nein, eingeschlossen habe ich diesmal Niemanden, das gegen habe ich mich zu verschiedenen Malen aus der Gesellschaft gewisser Leute ausgeschlossen." gründete dieses seltsame Urtheil damit, daß die Feuilleton- Ausgabe infolge der Billigkeit der Zeitungen dem großen Publikum zugänglich sei, wohingegen die theuere Buch-Aus- gäbe nur von Wenigen und Gebildeten gekauft werden könne, auf welche die Lektüre nicht demoralisirend wirke. Der Pariser Gerichtshof ist also der Meinung, daß an der zahlungsfähigen Moral der Reichen und„Gebildeten" nichts mehr zu verderben ist, daß aber das arme und ungebildete Volk eine Moral habe, an der noch etwas verdorben wer- den kann. Stimmt übrigens so ziemlich. In ähnlicher Weise, wenn auch nicht mit ganz so scharfer nnsreiwilliger Spitze, wurde seiner Zeit unter der Herrschaft des Bis- marck'schcn Sozialistengesetzes jede billige Schrift über die soziale Frage verboten, während das„Kapital" von Marx, nicht seines Inhalts— der ja denkbar gefährlich— sondern seiner Theuerkeit halber unbehelligt blieb.— Aus Belgien. Mit rührender Einhelligkeit gehen die europäischen Regierungen gegen die Kundgebungen der Arbeiter vor. In Preußen, in Italien, in Frankreich, in Belgien ist dieselbe Walze auf der Leier. Jetzt ist auch rn Lüttich der Umzug der Arbeiter für den l. Mai ver- boten worden.— Ter am 17. April abgehaltene Kongreß der fortschrittlichen Föderation des Verbandes der Links- liberalen beschloß, daß die Fortschrittspartei mit den Demo- kratcn an der Mai-Demonstration zu Gunsten eines Normal- Arbeitstages theilnehmen soll. Er sprach sich serner dafür aus, daß sich alle progressistischen Kandidaten für die nächsten Wahlen zur Annahme des allgemeinen Wahlrechts als Grund- Prinzips verpflichten muffen.— Die bulgarische Note. Am 15. April hat die bul- garische Regierung eine sehr energische Note an die hohe Pforte gerrchtet. Herr Stambulow liest der Türkei, die als Suzerän über Bulaarlen die Oberhoheit hat, gründlich den Text. Den türkischen Padischah schlägt, den russischen Zaren meint man. Es heißt in dem mit Fraktur geschriebenen Schriftstück, es stehe fest, daß die bulgarischen Emigranten in Rußland nicht blos ein Asyl und Straf- losigkeit, sondern auch Unterstützungen finden, die sie in den Stand setzen, Komplotte zu schmieden und Attentate gegen die bulgarischen Staatsmänner vorzubereiten. Alle diese Thatsachen hätten die bulgarische Regierung sehr peinlich berührt und in Bulgarien einen bedauerlichen Eindruck ge- macht. Sie reihten sich zahlreichen früheren Vorgängen an, bei welchen die russische Regierung stets ihre wohlwollenden Gesinnungen für die bulgarischen Emigranten und ihre feindselige Haltung gegen die bulgarische Regierung offen- barte. Die Note erinnert an die nach der Ermordung Bel- tschews von Zankow, Rizow, Stantschew, Grueio, Benderew und Luzkanow an Stambulow gerichteten Briefe, in welchen jene erklärten, sie würden weitere Attentate in's Werk setzen, an das Verbleiben Gruews und Benderews in der russischen Armee an die JahreSpension Zankows und an den Empfang Stantschews durch den Minister Giers. Es sei serner eine bekannte Thatsache, daß alle bulgarischen Emigranten, welche sich in der Türkei, in Serbien und in anderen Staaten auf- halten, mit russischen Pässen versehen sind, ohne russische Unterthanen zu sein. Ja, die bulgarische Regierung habe sogar festgestellt, daß einzelne Räuberhauptleute, die in der Türkei geboren sind und türkische Unterthanen seien, solche russischen Pässe besitzen. Abgesehen von dem ihnen von den russischen Behörden gewährten Schutz erhalten die bulgari- schen Emigranten Subsidien von panslavistischcn Komitees für die Organisiruna und Ausführung von Komplotten gegen die bulgarische Regierung, und außerdem werden ihre Reisen durch die Schiffe der freiwilligen russischen Kreuzer- flotte und der Gagarinschen Dampfschiffsahrts-Gesellschaft erleichtert, so daß sie der Wachsamkeit der russischen Be- Hörden entschlüpfen können. Die Sympathien aller Frei- heitsfreunde gehören Bulgarien, das seinen Kampf mit einer Zähigkeit führt, die grell absticht gegen die— Indolenz der westeuropäischen Mächte.— Nusfisches. Tie Finanznothen„Väterchens" sind sehr drückend, der Bankrott steht vor der Thür, und der Zar wird, wie die offiziöse Presse meldet, nach Berlin kommen, um den deutschen Kaiser zu besuchen. Dieser Besuch oder die Nachricht von diesem Besuch soll der Vorstoß zu einem Sturm aus die Geldbeutel der deutschen Spießbürger sein. Eine Pump-Visite, das ist des Pudels Kern. Uebrigens bringt die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung"(Nr. IdL vom 19. April) im höheren Auftrag ein schielendes Dementi, wonach„bisher" keine Thatsache bekannt geworden sei, „welche auf einen solchen Besuch schließen lasse."— Erbaulich klingt es, daß die mit Bestechung, Verrath, Meuchelmord arbeitende russische Regierung ein Gesetz vorbereitet, wonach Derjenige, der einer fremden Macht oder deren Agenten Dokumente oder Nachrichten giebt, die, wie der Betreffende wußte, der Sicherheit des Staates wegen vor einer fremden Macht geheim zu halten waren, unter Entziehung aller Rechte, der Verschickung nach den entferntesten Gegenden Sibiriens unterliegt, welche Strafe noch durch 6 biS 8 jährige Zwangsarbeit verschärft wird, wenn der Schuldige im Dienste stand. Für die Abnahme, Zeichnung oder Be- schreibung von Festungen und sonstigen militärischen Bauten ohne Vorwissen der Regierung ist Gefängniß von 8 Monaten bis zu 1 Jahr 4 Monaten festgesetzt. Ist jedoch dieses Ver- brechen zu dem Zwecke erfolgt, einer fremden Macht Mit- iheilung zu machen, so steht darauf lebenslängliche Ver- schicknna m entfernte Gouvernements. Der lebenslänglichen Verschicknng in entfernte Gouvernements unterliegen auch Diejenigen, die durch List in Festungen und sonstige militärische Bauten eindringen..Beamte, die auS Fahr- lässigkeit Staatsgeheimnisse verrathen oder(sthemi zu haltende Dokumente verlieren, werden mit Gefängmv be- straft.— Einen neuen G e w a l t st r e i ch gegen B>i l- 8 a r i e n, das der Zarismus zu provoziren nicht müde wird, hat soeben mit Hilfe der Türkei die staatsretterische russische Regierung ausgeführt. Der Studirende am Odessaer Seminar Knscheleff, welcher die Anstalt wegen der ihm widerfahrenen schlechten Behand- lung verlassen hatte, um über Konstantinopel nach Bulgarien zurückzukehren, wurde in Konstantinopel gezivungen, den Waggon zu verlassen, und von dem anwesenden Tragoman der russischen Botschaft Stoyanoff ersucht, im russischen Kloster in Galata abzusteigen, um die Hotelkosten zu er- sparen. Knscheleff gab dieser Einladung keine Folge und war Donnerstag Abend im Begriff, mit der Eisenbahn nach Sofia abzureisen, als Stoyanoff in Begleitung der Kawaffen der russischen Botschaft erschien und unter Intervention der türkischen Polizei Kuschelest verhaftete. Die hiervon m "kUittniß gesetzte bulgarische Regierung beauftragte ihren Agenten in Konstautinopel, Timitroff, bei dem Großvkzier zu protestiren und die Freilassung Kuscheleff's zu ver- langen. Ucber die Ursache der Verhaftung Kuscheleff's, der Bulgare ist, wird dem Londoner„Standard" aus Kon- stantinovel gemeldet, sie sei deshalb erfolgt, weil er nach seiner Ankunft in Konstantinopel die Mittheilung gemacht habe, daß die beiden Mörder des Dr. Vulkowitsch drei Tage nach Verübung des Verbrechens in Odessa an Bord eines russischen Dampfers ankamen und von dem früheren russischen Konsul in Philippopel begrüßt und für ihre That belohnt wurden.— Nachschrift. Die türkische Regierung hat befohlen, den Bulgaren Kuschelest, dessen Verhaftung durch das russische Konsulat und spätere Festhaltung seitens der türkischen Polizei zu einer scharfen Reklamation der bul- garischen Regierung führte, wieder freizugeben und nach Sofia abreisen zu lassen. Dieses Opfer wäre den sibirischen Schergen also glücklich entrissen worden.— „Die Kirche stürzt ei«!" In der Kirche San Dominico in Palermo riefen am 17. April während des Gottesdienstes plötzlich einige Individuen:„Die Kirche stürzt ein!" Eine ungeheure Panik bemächtigte sich der dicht gedrängten Menge. Viele Frauen wurden ohnmächtig und verwundet. Als durch das Einschreiten der Polizei die Ruhe wieder hergestellt war, zeigte sich, daß Taschendiebe falschen Alarm gemacht, um Diebstähle in kolossalem Umfange zu verüben. Zahlreiche Schmucksachen und Portefeuilles sind geraubt worden. Weshalb wir diese Notiz, die unter die Rubrik„Vermischtes" gehört, in der politischen Ueber- ficht veröffentlichen? Weil diese Nachricht ein Symbol ist. Macht nicht jetzt überall die Reaktion falschen Alarm gegen die Arbeiterbewegung, um im Trüben zu fischen, wird nicht eine internationale allen Spießern und Narren die schwachen Hirne zerrüttende Spitzelkomödie aufgeführt, um dem Kapi- talismus Vorschub zu machen? Die Taschendiebe des Polizis- mus sind am Werke und wehmeiern:„Die Kirche stürzt ein!"- Die Parlamentsschmanzer. Es ist keine Lüge zn plump und zu dumm, daß sie nicht von unseren Gegnern aufgetischt würde, sobald sie glauben, damit unserer Partei schaden zu können. So hat auch jetzt das Organ der Zuaerbarone, die„Magdeburgische Zeitung", die eiserne Stirne zu schreiben: „Bekanntlich haben, weil der Reichstag in der letzten Zeit seines Beisammenseins an chronischer Beschlußunfähigkeit litt, Erhebungen über die Betheiligung der einzelnen Parteien an den Sitzungen stattgefunden. Es hat sich dabei herausgestellt, daß die Sozialdemokraten wiederholt das stärkste Kontingent von Parla- mentsschwänzern aufzuweisen hatten. Und doch standen gerade in der letzten Zeit fast regelmäßig Fragen zur Verhandlung, die für Arbeiterkreise Interesse hatten, und doch zahlt die sozial- demokratische Partei ihren Abgeordneten Diäten. Man sollte meinen, der wichtigste Parteidienst hätte bei solchen Gelegenheiten der im Parlamente sein müssen. Freilich ist es kein angenehmer nnd leichter Dienst. Es reist sich leichter von Stadt zu Stadt. und wie wohlfeil ist es, gegen Beschlüsse zu zetern, die man durch pflichtgemäße Betheiligung an den Arbeiten des Reichstages viel- leicht hätte verhindern können." Daß der Reichstag während der letzten Hälfte der langen Session an dauernder Beschlußunsähigkeit laborirte, ist richtig, frech gelogen aber ist, daß die sozialdemokratische Fraktion das stärkste Kontingent von Pqrlamentsschwänzern aufzuweisen hatte. Wir wissen nicht, welche„Erhebungen" das nationalliberale Magdeburger Blatt im Auge hat, auf die es seine Behauptungen stützen will. Uns sind nur zwei Wege bekannt, durch die der Präsenzstand des Hauses, und zwar in Bezug auf die einzelnen Abgeordneten sowohl wie auch in Bezug auf die Gesammtzahl der Anwesenden festgestellt werde» kann, und zwar geschieht dies entweder durch Auszählung mit Nanieiisaufruf oder durch namentliche Abstimmung. Solche Abstimmungen haben nun in der letzten Zeit der Session, d. h. von Neujahr 1892 bis Schluß, sieben stattgefunden und zwei Mal wurde außerdem durch Namensaufruf ausgezählt. Diese amt- lichen Feststellungen der Präsenz des Reichstags ergaben nun in Bezug auf die Anwesenheit der sozialdemokratischen Abgeordneten bei den einzelnen Abstimmungen das nachfolgende Bild, wobei wir bemerken, daß die in Klammern befindlichen Ziffern die Gesammtzahl der jeweilig anwesenden Abgeordneten zeigen. Es gaben sozialdemokratische Abgeordnete ihre Stimmen ab t Am 21. Januar 24(207) Wahlprüsung. „29.„23(281) Zollermäßigung. „ 17. Februar 2«(248) I. Resolution über Militärstrafgesetz. „ 17.. 26(243) 11,.„ „ 29. März 24(286) Kreuzerkorvette K. , 29.„ 25(271) Tabakzoll. „ 80.„ 22(239) W-ingesetz. Die Auseählung durch Rn nensaufruf, wobei beide Male die Beschlußunsähigkeit des Hauses sestgestellt wurde, ergab folgende Zahlen: Am 1. März 14(168) Telegraphengesetz. „ 2.„ 15(167) Apothelenantrag. Wie sich aus der vorstehenden Zusammenstellung ergiebt, war die sozialdemokratische Fraktion verhältnißmäßig gut im Reichs- tag vertreten, sicherlich stärker als die meisten der sogenannten Ordnungsparteien, deren Bänke regelmäßig Lücken aufwiesen, wie sie die Sitze der Sozialdemokraten nur an wenigen Tagen zeigten. Was speziell aber die nationalliberale Partei betrifft, deren Organ die„Magdeburger Zeitung ist, so zählt dieselbe einschließlich eines Hospitanten 40 Mann im Reichstag, ist also biS kurz vor Schluß der Session um 5 Mann stärker gewesen, als die sozialdemo- kratische Fraktion. Da erstere Partei, nach der Behauptung ihrer eigenen Organe, eine Partei von Gentleinen und dl« politische Vertretung dFs durch„Besitz und Bildung maßgebended Bürger- thums" sein soll, so müßte man, besonders nach den Angriffen ihrer Organe auf die sozialdemokratischen Parlamentsschwänzer, wohl erwarten, daß die Herren Gentlemenj vom ersten Staats- mann der Partei, Rudolph von Bennigsen, bis zum Eßlinger Weinfabrikanten Weiß, dem letzten Mann im nationallideralen Fraktionsverzeichniß, sich durch besonders starke Parlaments- frequenz ausgezeichnet haben. Wie steht es damit aber in Wirklichkeit? Die Antwort auf diese Frage geben die nachfolgenden Zahlen, welche die bei den einzelnen Abstimmungen in obiger Reihenfolge von den nationalliberalen Abgeordneten abgegebenen Stimmen zeigen. Wir fügen zum besseren vergleich die bei gleicher Gelegenheit abgegebenen sozialdemokratischen Stimmen in Klammern bei. Es haben nationalliberale Abgeordnete gestimmt: 21. Januar 28(24). 29. Januar 24(28), 17, Februar, erste Abstimmung 26(26), zweite Abstimmung 26(26), 29. März, erste Abstimmung 31(24), zweite Abstimmung 26(25), 30. März 23(22). Bei der Auszählung durch Namensaufruf: am I.März 23(14), 2. März 21(15). Das also ist die parlamentarische Frequenz der National- liberalen im Vergleiche mit den Sozialdemokraten. Wie die Zahlen ergeben, waren beide Parteien fast immer gleich stark anwesend, eine Thatsache, welche für die nationalliberale Partei geradezu beschämend ist, denn abgesehen davon, daß sie die an Zahl stärker« Partei ist, will doch gerade diel« Part« durch ihre» reichstreuen und staatserhaltenden Charakter sich befonderZ aus« zeichnen. Wir erheben nun gegen die nationalliberalen Abgeordnete» den Vorwurf Parlamentsschwänzer zu sein, nicht; wir wissen, daß es in diesem Punkte bei den Parteien der Rechten und be- sonders beim Zentrum viel schlimmer aussah. Wir weisen aber auch den gegen uns gerichteten Vorwurf als eine verlogene Behauptung zurück, deren Aufstellung ebenso unverfroren wie thöricht ist, da gerade während der Zeit der chronischen Be- schlußunfähigkeit des Reichstages zahlreiche und namhafte Blätter der sogenannten Ordnungsparteien die Tbatsach« verzeichneten, daß verhältnißmäßig am stärksten noch du Bänke der Sozial« demokraten besetzt seien. Die Sozialdemokratie hat nie darauf Anspruch erhoben, eine parlamentarische Partei im Sinne der„staatserhaltenden" Parteien zu sein. Andererseits aber haben unsere Abgeordneten von jeher darauf gehalten, die ihren Wählern gegenüber übernommenen Pflichten auch im Parlamente streng zu erfüllen. Wenn einzelne Organe des MastoürgerthumS dem- gegenüber den Versuch machen, durch unwahre Angaben die öffentliche Meinung irre zu führen, so haben, wie Figur« zeigt, Lugen auch in diesem Falle nur kurze Beine. Vkirkeinttckivirhkim. Ju Sachen wider de» Reichstags- Abgeordnete« Kunert läßt der jetzt vorliegende Beschluß des Ober-Landesgerichts, der die Entlaffung des Genossen Kunert aus der Haft ohne Kaution anordnete, es„d a h i n gestellt, ob dringender Thatverdacht vorliege oder ob eventuell die Strafverfolgung ivegen Verjährung ausgeschlossen sei. Denn jedenfalls fehlen die übrigen zur Verhängung einer Untersuchungs« h a f t in§ 112 Str.-Pr.-O. aufgestellten Voraussetzung e n." Der Beschluß setzt in Uebereinstimmung mit den diesbezüglichen Ausführungen der Vertheidigung dann auseinander, daß danach entweder Kollusionsgefahr oder Fluchtverdacht vorliegen müsse, daß aber keine dieser Voraussetzungen zutreffe. Insbesondere läßt sich das Ober-Landesgericht gegen die Annahme des Land- gerichts, es liege so starker Fluchtverdacht vor, daß er selbst durch eine Kaution nicht beseitigt werden könne» dahin aus, daß der Fluchtverdacht keinen thatsächlichen Boden habe, es spreche vielmehr das Verhalten des Beschuldigten gegen die Annahme, daß er sich der Strafverfolgung beziehungs- iveise der etwa gegen ihn zu verhängenden Strafe durch die Flucht entziehen werde. Kunert müsse sich als Reichstags- Abgeordneter und hervorragendes Mitglied der Breslauer sozial- demokratischen Partei sagen, daß durch eine Flucht seine politische Wirksamkeit lahm gelegt würde. Wiewohl Kunert wußte, daß verschiedene Strafverfolgungen gegen ihn schweben, habe er die ihm als Reichstags-Abgeordneten für die Dauer der langen Sitzungsperiode gewährleistete Immunität nicht wahrgenommen, um stch der Verfolgung zu entziehen, sei vielmehr nach Schluß des Reichstages an seinen Breslauer Wohnort zurückgekehrt. Danach sei ein Fluchtverdacht unbegründet. Diese Erwägungen sind durchaus zutreffend und waren bis- lang gegenüber nichlsozialdemokratischen Abgeordneten auch wohl stets von den Nntergerichten anerkannt. Die Entscheidung über diejT ragweite des Artikels 31 der Verfassung ist im Fall Kunert demnach noch aufgeschoben. In allernächster Zeit wird das Reichsgericht sich in dem Prozeß, der die Verurtheilung Kunert's wegen Majestätsbeleidigung zu drei Monaten Gefängniß aussprach und der für die Dauer der Session durch Reichstags- Beschluß eingestellt war, mit dieser Frage zu beschästigen haben. Wir heben übrigens hervor, daß die Einstellung und Ver- jährung des Verfahrens nicht eine Folge der Immunität der Zlbgeordneten, sondern eine Folge der Unterlassung einer zweckentsprechenden Strafverfolgung seitens der Straf- verfolgungs-Behörden ist: in allen Fällen, in denen durch das Gencht innerhalb der Verjährungsfristen der zulässige Antrag auf Genehmigung zur Strafverfolaung beim RöichStog gestellt ist, ist die Strafverfolgung zuläsfig. Zur Maifeier. Die BerÜner Meldung der„Kölnischen Zeitung", wonach die zum 1. Mai von den Arbeitern ge-' planten Umzüge in Preußen und im Reiche mit Ausnahme Ham- burgs und Lübecks überall nicht genehmigt worden sein sollten,- ist unzutreffend. Der Mai-Festzug ist z. B. auch in Düffeldorf ge- nehmigt, �desgleichen hat man dort gegen die Abhaltung einer Versammlung nichts einzuwenden gehabt, welche in Ermangelung eines Saales auf freiem Feld« slaufinden soll. Es liegt auch nicht der geringste stichhaltige Grund vor, den Arbeitern etwas zu versagen, was man den Angehörigen der übrigen Be- völkerungsklaffen gewährt; derjenige soll noch geboren werden, der den Nachweis führen kann, daß durch Nichtgenehmigung der Mai-Festzüge auch'nur Einem Menschen wirklicher Nutzen bereitet wird.— In R o st o ck findet daS Fest in der durch einen Umbcm vergrößerten Brunnenhalle statt; als zweites Lokal ist die Warnowhalle gewonnen. Di« beiden größten Rostocker Lokal« wurden den Arbeitern verweigert.— In Sonneberg wird das Fest wieder im Schießhause abaehatten.— Die Be- Hörden Meißens verweigerten die Ueoerlassuna öffentlicher Plätze; es stehen jedoch Privatgrundftück« zur Verfügung.— Elberfeld. Umzug nicht genehmigt.— Die Arberter von Langenbielau-Weigelsdorf und Umgegend halten das Fest in Benjaminshöhe und im Hnse'schen und Schwert'schen Saale ab.— Altona und Ottensen. Der Umzug wurde von der Polizei nicht genehmigt; Beschwerde ist eingelegt. Gegen die Festlichkeiten, die in vier Lokalm stattfinden sollen und Sffent« lichen Charakter tragen werden, hat man nichts eingewendet.— Für den ganzen 7. b a d i s ch e n Reichstags-Wahlkreis(Offenburg- Gengenbach, Zell a. H., Oberkirch, Oppenau, Kehl) findet die Maifeier in den Dreikönigs-Sälen zu Offenburg statt. Das Lokal saßt über 1000 Personen. Gemeiudewahle«. Bei der gestrigen Nachwahl im 1. und 2. Bezirke R i x d o r s s ivurden unsere Genoffen der Putzer Hugo Hahn mit 76 und der Restaurateur Karl Schulz mit 69 Stimmen von den Wählern der 3. Abtheilung in den Ge« meinderglh geivählt. Die beiden gegnerischen Kandidaten mußten mit 3 und 4, zusammen 9 Stimmen vorlieb nehmen.— In Groß-Otters leben wurde Genosse August Hoppe i« die Gemeindevertretung gewählt. »» ReichSläudischeS..Wenn'«» Sozialdemokrat", schreibt die „Elsaß-Lothringische Aolksztg." in Nr. 46,„das Elsaß zu bereisen wagte, um für sozialdemokratische Literatur„Propa- ganda zu machen", so würde man ihm selbstverständlich den polizeilichen Kolportageschein abverlangen. Einen solchen Schein erhält er aber nicht, wenn er darum nachsucht und der Behörde als Sozialdemokrat bekannt ist. Erst kürzlich ist wieder einem hiesigen Genossen die nachgesuchte Kolportagebesugniß verweigert worden, unter Berufung darauf, daß der Gesuchsteller schcm be- straft sei. Die betreffende Strafe— 40 Mark— rührte aber just von einer Uebertretung des KolportagegesetzeS her und der Genoff« hatte eben deshalb sein Gesuch gemacht» mu mit dem Gesetz nicht auf's Neue in Konflikt zu kommen. Auf derartige Räsonnements läßt sich jedoch unsere reichsländische Regierungs- weisheit nicht ein. Die Propaganda mit Büchern, Broschüren und Zeitungen mögen andere Parteren ruhig betreiben, für die Sozialdemokraten existirt dieses Recht in der Praxis nicht."— Der in Vorstehendem erwähnte Genosse hatte an Nicht- Abonnenlen Zeitungen ohne die vorgeschriebene Erlaubniß des Bezirkspräsidenten vertheilt und war deshalb vom Landgericht Colmar zu jeuer Strafe verurtheilt worden. Theater. Sozialdemokratischer Wahlverein Opernhaus. Cavalleria rusticana. für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Das goldene Kreuz. Schauspielhaus. Die Jungfrau von Orleans. Deutsches Theater. Die Kinder der Exzellenz. Leffing Theater. Das Recht der Frau. Paragraph 330. Berliner Theater. Der Hüttenbefizer. General Versammlung Zentral- Kranken- und Begräbnißkasse der Buchbinder u. f. w. Sonnabend, den 23. April cr., Abends 81 Uhr, in den„ ArminBerlin. Hallen"( rechter Garten- Salon), Kommandantenstr. 20: am Mittwoch, den 20. April 1892, Abends 8 Uhr, im Lokale S Hauptversammlung. des Herrn Seefeldt, Grenadierstraße Nr. 33, Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Wahl des gesammten Vorstandes. 4. Verschiedenes. Da es sich um die Wahl des Vorstandes handelt, ist es Pflicht aller Mitglieder, in dieser Versammlung zu erscheinen. Wallner- Theater. Der Löwe des 385/16 Tages. Der Vorstand. Residenz- Theater. Graf Waldemar. Verband aller in der Metall- Industrie beschäftigten Arbeiter Friedrich- Wilhelmnädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Unser Bigeuner. Ein delikater Auftrag. Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 21. April, Abends 8% Uhr: Idolph Ernst- Theater. Fräulein Branchen- Versammlung der Mechaniker Feldwebel. Bellenlliance Theater. Q Deutschland zur See. Jung Ostend Theater. Der Lumpensammler von Paris. im ,, Klubhause", Annenstraße Nr. 16. Zages Ordnung: 1. Vortrag über:" Bilder aus der Entwicklungsgeschichte der Menschheit". Ref.: Herr Henning. 2. Diskussion des von der Fachkommission Feenpalat. Spezialitäten- Vorstellung. entworfenen Fragebogens. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Nichtmitglieder sind als Gäste sehr willkommen. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Borstellung. 390/12 Der Vorstand. Kaufmann's Variété. Spezialitäten- Verein der Verein der in Buchbindereien u. verw. Konkordia- Palan- Theater. Spe Betrieben beschäftigten Arbeiterinnen. Vorstellung. zialitäten- Vorstellung. American- Theater. SpezialitätenBorstellung. General- Versammlung Giskeller. Theater und Spezialitäten- am Donnerstag, den 21. April, Abends 8 Uhr, in ,, Feuerstein's Saal", Vorstellung. Theater der Reichshallen. Spe zialitäten- Vorstellung. PassageAlte Jakobstr. 75. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Kleemann über: Körperliche und geistige Prostitution". 2. Geschäfts- und Rassenbericht. 8. Erfahwahl zum Borstand. 4. Berschiedenes und Fragekasten. 407/6 NB. Die Vereinsversammlungen finden am Donnerstag nach dem 15. besonders ersucht, ihrem Versprechen gemäß mehr als bisher für den Verein Der Vorstand. Panopticum. eines jeden Monats statt. Die männlichen Verbandsmitglieder werden ganz Riese, 9 Fß. su agitiren. Zwerg, 25 Zoll. Mann m. Steinkopf. Verlag des Pigmy v. Stanley10-1 Zwergvolk. 4-9 Uhr Castan's Panopticum Friedrichstr. 165a, Ecke Behrenstr. Ricsin.. Puppenfee Aama, größte Riesin, 16 Jahre alt, 9 Fuß groß. Prinzeß Pauline, 16 Jahre alt, 40 Zentimeter groß. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. Gratweil'sche Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Konzert mit humoristisch. Vorträgen. Großer Frühstücks- u. Mittagstisch sowie 6 Billards, 3 Regel bahnen und 2 Sale. Gröffnet! F. Sodtke. Gröffnet! Wirthshaus zum eichenen Stab Stallschreiberstrasse 29 Weiß- und Bairisch- Bierlokal. Freunde und Genossen find freundlich eingeladen von Kollegen C. Schöning. Bahlstelle d. deutschen Tischlerverbandes. Bo speisen Sie? In der alt. pommer schen Küche, Dranienstr 181, Hof pt. bei Klein Frühst. 30 Pf., Mittagstisch mit Bier 50 Pf., Abendtisch von 30 bis 50 Pf, nach Auswahl. 18962 Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80/81. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten. Entree 30 Pfg. Hellmuth Peters. Anfang 4 Uhr. 2289L Schüßenhaus, Fürstenwalde, 3 Minut. vom Bahnhof, täglich 16 Züge. Mitten im Birken- und Kiefernwald gelegen, großer Garten, 500 Sigplätze, 2 Kegelbahnen 2c. empfiehlt sich den Herren Ausflüglern angelegentlichst. Karte erwünscht. Ortsübliche mäßige Preise. Hochachtungsvoll 2526b Otto Haupt. Ich warne hierdurch Jeden, meiner Frau etwas zu borgen, da ich keine Zahlung leiste. F. Hirsch, Bauarbeiter. Verlag des Vorwärts", Berliner Volksblatt. Berlin S.W., Beuthstr. 2. Folgende Erscheinungen unserer Literatur tönnen wir unseren Parteigenossen für den bevorstehenden bestens empfehlen: 1. Mai 1. = Der Arbeiterschuh besonders die internationale Arbeiterschuh- Gesekgebung und der Achtstundentag. Bon Karl Kautsky. 3weite Auflage. 60 Seiten. Preis eleg. geheftet 20 Pfennige. Die Broschüre ist zur Massenagitation besonders geeignet. Sie enthält eine gedrängte Darstellung über den Stand der Arbeiterschutz- Gesetzgebung in den modernen Industrieländern. Der Kampf um den Achtundentag. Festschrift zum 1. Mai. 16 Seiten. Preis 10 Pfennige. Der Achtstundentag vom Standpunkte der Sozialökonomie, der Hygiene, der Moral und Demokratie. Rede von Robert Seidel( Bürich). 16 Seiten. Preis 10 Pfennige. Raketen und Leuchtkugeln, geschleudert in der Nacht des Sozialistengesetzes. Von S. Kokosky. Gine Festgabe zum 1. Mai. 46 Seiten. Preis 20 Pfennige. Hochfluth. Sozialistische Beitgedichte. Eine Gabe zum 1. Mai. 40 Seiten elegant geheftet. Preis 20 Pfennige. Gelegenheitsgedichte und Prologe für Arbeiterfeste. Mit einem Anhang: Winke für Redner. Den deutschen Arbeitern gewidmet von Manfred Wittich. 96 Seiten. Eleg. Ausstattung. Preis 75 Pfs. Ferner folgende Theaterstücke: Der 1. Mai. Ein Zeitbild in 3 Abtheilungen von Heinr. Friedrich. Preis geheftet 40 Pig.( 11 Rollen erforderlich.) Die Arbeitervereine haben doch eine Zukunft! Soziales Bild in 3 Abtheilungen von Heinrich Friedrich. Preis geheftet 30 Pfg.( Zur Aufführung 12 Rollen nöthig.) 99 Zu beziehen durch die Expedition des Vorwärts", Berlin S.W., Beuthstr. 3, sowie durch alle Kolporteure und Zeitungsspediteure. Wiederverkäufern Rabatt. Bei Aufträgen von Außerhalb ersuchen wir höflichst um gleichzeitige Einsendung des dafür entfallenden Betrages.( Porto extra). Zages Ordnung: 1. Raffen- und Kontrollbericht. 2. Anträge zur Generalversammlung in Dresden. 3. Verschiedenes. 440/1 Die Ortsverwaltung. Verein der Lithographen, Steindrucker u. Berufsgen. Deutschl. ( Filiale der Steindrucker Berlins.) General- Versammlung am Donnerstag, den 21. April, Abends 8 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75( oberer Saal). Tages- Ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Die Verschmelzung der Filialen Berlins. 8. Disfussion. 4. Verschiedenes. NB. Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches und pünktl. Erscheinen Der Bevollmächtigte: Friedewald. ersucht Danksagung. Hiermit sage ich all den lieben Freunden, Verwandten und Befannten, die meiner unvergeßlichen Frau die legte Ehre erwiesen, meinen tiefgefühlten Dank. Ebenso Dant für die schönen Blumenspenden. Herrn Prediger Funteller herzlichen Dank für die trostreichen Worte am Grabe. Auch dem Gesangverein Treue" meinen herz2518b lichen Dant. Der tiefbetrübte Gatte Karl Schulz, Louisen- Ufer 28. Empfehle mein Geschäft in friscдen Blumen und Kränzen. 538 L Arbeiter- Bildungsschule. Versammlung heute, Mittwoch, den 20. April cr., Abends 8 Uhr, im Lotale des Herrn Norbert, Eingang Beuthstr. 22. 10. 3yflus- Vortrag des Schriftstellers Herrn W. Bölsche über: Die Entwicklungsgeschichte der Erde, Fortsetzung: Entwicklung der Wissenschaft". Gäfte zahlen 20 Pf.Entree. Sonntag, den 24. April cr., Vorm. 10-12 Uhr, Unterricht in der National ökonomie in den ,, Armin- Hallen", Kommandantenstr. 20. Der Vorstand. Robert Meyer, Aufforderung! Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Frrthum zu ver meiden, bitte ich meine Freunde und Genoffen, genau auf meine Adresse zu achten. M. Da sich der Verein Berliner Nagel schmiede aufgelöst hat und sich dem Verband der Metall- Arbeiter Berlins und Umgegend anschließt, werden alle Diejenigen, welche noch Berpflichtungen oder Forderungen an obigen Berein haben, aufgefordert, dieselben bis 80. April d. J. zu regeln. 25196 Panknin. Die Liquidations. Kommiffion Berlin SO. 91, Adalbertstr. 91, Ecke Oranienstr. Putz- und Modewaaren. Trauerhüte in[ 2242L großer Auswahl. 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" 9. Jahrg. Die Feier für die verschiedenen Wahlkreise findet in folgenden 1. Wahlkreis: 11. Brauerei Tivoli, Kreuzberg. Bockbrauerei, Tempelhoferberg. Neue Welt, Hafenhaide. ( O.) Brauerei Friedrichshain( früher Lips), Elysium, Landsberger Allee 40, Vittoria- Park, Frankfurter Allee 72-73, ( S.O.) Adlershof bei Wiedemann und Manofsti. Schloß Weißensee, Sternecker. Wedding- Park, Müllerstr. 178, wollte sich der Bürgermeister selbst zum Vorsitzenden ernennen, schlagen an diesem Tage die Herzen von Millionen Ausgebeuteten sein Bemühen wurde jedoch durch die energische Wahl eines und Unterdrüdten für die hohe Jdee, thatkräftig an diesem Werke Zur Taktik der Geguer. Die Nationalliberale Korre- solchen nahezu einstimmig verhindert. Nun verlangte er vom mitzuarbeiten. Gilt es doch der Propaganda für den Sozialismus, fpondens" schreibt in ihrer vorlegten Nummer: Referenten, sowie dem Vorsitzenden, der geborener Gothaer ist insbesondere für den Achtstundentag. Um dieser Demonstration Wer den Papst zum Vetter hat, kann leicht Kardinal und seine dreijährige Militärzeit vollendete, den Ausweis würdigen Nachdruck zu verleihen, ist es Pflicht der Berliner werden, so lautet ein altes Sprichwort. Ebenso wahr ist es, als Staatsbürger" und ließ erst dann von diesem Berlangen Arbeiter und Arbeiterinnen, möglichst einheitlich diese Feier zu daß derjenige, deffen Schwiegervater ein großer Häuptling in der ab, als die Versammlung sehr deutlich zu verstehen gab, daß sie gestalten. Durch gegenseitige Verständigung von Vertretern unserer Sozialdemokratie ist, so leicht nicht untergeht. Deshalb veröffent- alle diese Einwendungen gründlich fatt habe, so daß Jahn endlich politischen Partei, Gewerkschaften u. f. w. ist Nachfolgendes be licht auch der heutige Vorwärts" einen Aufruf zu Gunsten des sein 2/2 stündiges Referat über unser Programm bei größter stimmt: ( allerdings nicht genannten) Schriftstellers Bruno Geiser in Ruhe und Aufmerksamkeit der Versammlung beginnen und unter Breslau, der ein Buch über die gewerkschaftliche Organisation in großem Beifall beenden konnte. Jezt verlangte der Bürger- Lokalen statt: Deutschland schreiben will. Alle Führer und Leiter von Gewerk- meister, daß teine Diskussion stattfinden solle, da sonst die Arschaften werden zu dem Zweck ersucht, Material an die Redaktion beiter am andern Tag nicht pünktlich zur Arbeit gehen könnten" der„ Volkswacht" in Breslau, resp. an den Freund Geiser's, den die Versammlung fand Sonnabend Abend statt! Es Abgeordneten Kunert, einzusenden. Und so wird der Schwieger Hoch auf die internationale Sozialdemokratie ging man auseinander. fam schließlich zur Auflösung und mit einem brausenden dreifachen sohn Liebknecht's immer und immer wieder protegirt, obgleich er auf dem sozialdemokratischen Kongreß zu St. Gallen im Jahre Unter ähnlichen Schwierigkeiten tam eine Versammlung in Groß1887 mit Stimmeneinheit für unwürdig erklärt worden, je wieder Kunsdorf bei Berga zu Stande. Der Gendarm, welcher dieselbe einen Vertrauensposten in der Partei zu bekleiden." überwachte, gab sich alle erdenkliche Mühe, den polizeilichen VorDer Leser muß natürlich denken, der Aufruf zu mund zu spielen, wurde aber unter stürmischem Beifall der Ver Gunsten des( allerdings nicht genannten) Schriftstellers Bruno Sammlung von Jahn eines bessern belehrt. Im Großen und Geifer" bezwecke eine petuniäre oder sonstige materielle Unter- Ganzen tönnen wir, wie schon bemerkt, mit den Erfolgen zufrieden stützung, thatsächlich handelt es sich um Beschaffung von sein, denn der Boden ist für unsere Sache überaus günstig und Material für eine wissenschaftliche Arbeit über die die Genossen in Thüringen werden die Agitation in Städten deutschen Gewerkschafts- Organisationen( S. Vorwärts" vom und Dörfern fräftig weiter entwickeln, wozu die Beschlüsse der 15. 6. M., I. Beilage oben). Der Aufruf, der beiläufig schon während der Osterfeiertage in Jena stattgehabten thüringischen früher in anderen Parteiblättern gestanden hat, ist unterzeichnet Landeskonferenz ihr gut Theil beitragen dürften. von der Redaktion der Volkswacht" in Breslau; der Name des Schriftstellers, der die Schrift zu verfassen gedenkt, ist auch der Redaktion des„ Vorwärts" nicht genannt worden, und ist ihr auch heute nicht bekannt. Jedenfalls aber ist eine solche Schrift, wenn fie sorgfältig hergestellt wird, sehr verdienstvoll. Bruno Geiser ist beiläufig nicht für unwürdig erklärt worden, je wieder einen Vertrauensposten in der Partei zu bekleiden- und seine Parteizugehörigkeit wurde durch den St. Gallener Beschluß nicht in Frage geftellt. V. VI. Wahlkreis: Knappe, Müllerstr. 148, Knebel, Badstraße( Gesundbrunnen), Jägerhaus, Schönhauser Allee, Peters, Alt- Moabit 80-81, Kuhlmey, Schönhauser Allee 28, Gnadt, Brunnenstr. 38, Brocken, Tegeler Chauffee, zu welcher Billets ausgegeben werden, welche zum Eintritt in Aus Posen wird uns geschrieben: Der hiesige Ortsverband eins der genannten Lokale berechtigen. Der Preis für das der deutschen Gewerkvereine hielt am 7. April im Wiltschfe'schen Billet beträgt 20 Pf. und wird dem Inhaber desselben die vor Goldschmidt aus Berlin einen Vortrag über" Die soziale welches ermöglichen soll, alle Demonstrirenden erkenntlich zu Restaurant eine öffentliche Versammlung ab, in welcher Redakteur züglich ausgestattete Mai- Festzeitung und ein Festzeichen, Gesetzgebung und die deutschen Gewerkvereine" hielt. Unter den machen, unentgeltlich verabreicht. Es wird überhaupt von Buhörern befanden sich zahlreiche Genossen, sowie Angehörige den Komitees aller Kreise alles aufgeboten werden, die Feier hiesiger Fachvereine. In längerem Vortrage berührte Herr unserer Sache würdig zu gestalten. Dieselbe findet statt unter Goldschmidt oberflächlich die moderne soziale Gesetzgebung, besprach Mitwirkung aller Mitglieder des Arbeiter Sängerbundes, ferner sodann einige Wirkungen derselben und gelangte schließlich zu werden zur besonderen Propaganda an diesem Tage politische Und nun kann man die ganze Nichtswürdigkeit obiger einer Auseinandersetzung über Arbeiterfoalitionen. Bis dahin Festreden die Bedeutung des Tages flarlegen. Der Tag der Notiz, die aus der Gosse eines hiesigen Winkelblattes zusammen hatten die Anwesenden ruhig zugehört, als indessen der Referent Ausgabe der Festbillets wird später näher durch den Vorwärts" geschöpft ist, wenigstens annähernd ermessen. Wenn die sich gegen die moderne Gewerkschaftsbewegung wandte, wurde und die Volts- Tribüne" bekannt gegeben. Die bezüglichen ProNationalliberale Korrespondenz" Nepotismus und korrupte er durch treffende Zwischenrufe derartig aus der Fassung ge- gramme für jedes Lokal sind am Tage der Feier bei dem Be Familien- Wirthschaft angreifen will, dann denten wir, fände sie bracht, daß er den Faden wahrhaftig überreiche Gelegenheit vor der eigenen Thüre und bei feines Vortrages verlor. treten des Lokals unentgeltlich zu haben. Da sich alle Parteiihrem Gözen in Friedrichsruhe. beendete seine und Gewerkschafts- Versammlungen mit der Einheitlichkeit der Feier durch die politische Partei einverstanden erklärt haben, dürfte dieses Arrangement allseitige Unterstützung finden. männern, sowie in allen mit Plataten belegten Geschäften statt. Der Billetverkauf findet von heute ab bei allen Vertrauens " " " " " " Das Komitee. In Er verwickelte sich in Widersprüche und Rede schließlich mit Phrasen, von denen zur Charakteristik der selben hier nur eine angeführt sei, nämlich: die Sozialdemokraten Nachklang zur Hildesheimer Reichstags Erfahwahl. wüßten selbst nicht, was sie wollen. In der Diskussion kritisirte Am 11. April fand vor dem hiesigen Schöffengericht die Ver- Genosse Flachshaar in ruhiger, sachlicher Weise die Aushandlung gegen die Prügelhelden von Way um statt. führungen des Referenten und gab sodann eine kurze Darstellung Fünf Personen waren es, welchen die Anklage gemeinschaftliche der Grundsäße der Sozialdemokratie. Hierbei wurde er vom Körperverlegung schuld gab. Dieselben hatten, wie seiner Zeit Vorsitzenden unterbrochen und ihm das Wort entzogen, was große mitgetheilt worden ist, am 29. November v. J. mehrere unserer Unruhe hervorrief. Aus Furcht vor den sozialdemokratischen am Charfreitag vom Sozialdemokratischen Wahlverein des Zu einer imposanten Agitationstour gestaltete sich die Genossen nach dem Vertheilen von Flugblättern auf offener Rednern verkündete dann der Vorsitzende, daß den folgenden 6. Berliner Landa Reichstags- Wahlkreises unternommene Landstraße überfallen und drei derselben arg mißhandelt. Troß- Rednern nur 10 Minuten Redezeit gestattet feien. Hierauf partie nach Tegel und Umgegend. Pünktlich um 8 Uhr dem nun von Religion auf dem Lande soviel die Rede ist, ver- widerlegten die Genossen Wiese und Niendorf verschiedene Morgens setzte sich der Zug von etwa 200 Genoffen, selbstmochte man bei den Angeklagten nichts davon zu erkennen, denn Aeußerungen des Referenten in ferniger, überzeugender Weise. verständlich unter der bekannten Aufsicht(!), die aber bald fie leugneten sämmtlich, geschlagen zu haben. Aber damit war Sodann ergriff ein als Streitbrecher bekannter Gewerk- fich feitwärts in die Büsche schlug, vom Sammelpunkt in der es nicht abgethan, denn die Aussagen der Belastungszeugen er vereinler das Wort, erntete aber nur allgemeine Heiterkeit. Hochstraße aus in Bewegung; nur an einigen Kreuzungspunkten brachten den Beweis, daß vier derselben geschlagen hatten, Redakteur Goldschmidt versuchte hierauf die sozialdemokratischen der Müllerstraße waren jene bekannten„ Unheimlichen" aufwährend einer nicht überführt werden konnte. Dbgleich Redner zu widerlegen, tam aber über triviale Verzerrungen, gestellt, denen aber leider nichts zu fischen übrig blieb. nun der Vertreter der Staatsanwaltschaft sowie auch welche er aus den Sozialdemokratischen Zukunftsbildern" von Tegel beim Schankwirth Schulz hatte vorsorglicher Weise, der Vertheidiger der Angeklagten zugeben mußten, daß Eugen Richter reproduzirte, nicht hinaus und wurde vom Ge- um die Ruhe der lieben Tegeler nicht durch den herr fich die Angeklagten einer strafbaren Handlung schuldig nossen Flachshaar gebührend zurechtgewiesen, der das Werthlose lichen Gesang der zahlreichen Gesangvereine stören zu lassen, die gemacht hatten, so glaubten doch beide den Angeklagten der Sozialdemokratischen Zukunftsbilder" nachwies und unter Hochwohllöbliche" davor gesorgt, daß wir unser Frühstück ohne mildernde Umstände zubilligen zu müssen, welches sie damit be: Bezugnahme auf Franz Mehring fonstatirte, daß Eugen Richter Gefang einnehmen mußten; desto kräftiger erschollen aber hergründeten, daß erstens die Angeklagten noch nicht vorbestraft tein einziges wissenschaftliches sozialdemokratisches Wert mit Ver- nach jene Massengefänge im Walde, wie man sie nur von Arwaren, zweitens während einer Wahlperiode die Köpfe erhigt ständniß gelesen habe. Ferner schilderte Genosse Flachshaar die beiterfehlen zu hören gewöhnt ist. Dem Groß der Theilnehmer feien und drittens, daß sich die Angeklagten gegen die staats- gegenwärtige Produktionsweise und wies schlagend nach, daß waren inzwischen etwa 20 Genossen als Avantgarde vorauss gefährlichen Lehren der Sozialdemokratie hätten schützen wollen. Dieselbe in den industriellen Großbetrieb naturnothwendig über- geeilt, die die Verbreitung unserer Arbeiterlektüre sich sehr anta Sehr treffend stellte der Vertreter der Gemißhandelten, Rechts- gehen muß, was die Berwirklichung der sozialdemokratischen gelegentlich sein ließen; fein Haus blieb verschont vom Boltsanwalt Lenzberg aus Hannover, hierzu die Frage, wie denn deen zur selbstverständlichen Folge haben wird. Obgleich sich blatt" für Teltow, Niederbarnim u. f. w.- Bon Tegel ging's wohl im umgekehrten Falle argumentirt werden würde, noch mehrere Genoffen zum Worte gemeldet hatten, wurde nach Schulzendorf, wo ebenfalls lustig drauf los gewühlt" denn obgleich es jedem frei stehe, eine politische Meinung zu vom Vorsitzenden Herrn Goldschmidt das Schlußwort ertheilt, wurde. In Hermsdorf dasselbe Vergnügen; hier hatten haben, wie es ihm beliebe, so habe doch damit noch Niemand weil die Zeit zu weit vorgeschritten". Redakteur Goldschmidt sich leider die Genossen nach einem Lokal begeben, dessen Inhaber das Recht, sich eine andere Meinung per Rnüppel ab- bewegte sich in seiner Erwiderung in oberflächlichen Aus- aber für gewöhnlich für Arbeiter nicht eingenommen ist und er zuwehren. Trotzdem Herr Lenzberg an der Hand der führungen und machte dann dem Genossen Flachshaar den glaubte nun dieses ungewöhnliche" Geschäft schon geThatsachen darlegte, daß kein Grund vorhanden sei, mildernde ehrenvollen Vorwurf, daß dessen Ausführungen auch in Mary's macht zu haben, als ein Genosse, durch Hermsdorfer von der Umstände in Betracht zu ziehen, stimmte der Gerichtshof Kapital" zu finden seien. Es flang wie eine Jronie, als der Sachlage unterrichtet, sofort die Aufforderung an die beiläufig dem Vertreter der Staatsanwaltschaft zu und verurtheilte den Referent zum Schluß unter allgemeiner Unruhe die Anwesenden auf etwa 1000 Mann angewachsenen Theilnehmer richtete, den Haupthelden, den Gastwirth Georg Thonnenschmidt, zu 100 m. aufforderte, den Gewerkvereinen beizutreten. Staub von den Füßen an der Schwelle dieses ungaftlichen Geldstrafe, sowie weiteren 5 M. wegen Aufhebung des Nach dieser Niederlage, nach diesem kläglichen Fiasko der Wirthes zu schütteln, und wie ein Mann erhoben sich Alle, und Hundes, ferner den Hofbesizer Heinrich Gräve zu 50 M. und Hirsch- Dunckerianer brachte die Bosener Zeitung", um die Ehre" Stille zog wieder ein in Trojas Hallen, deren Hüter nun philos Die beiden Knechte Simon und Zießeniß zu je 15 M. Geldstrafe. der Gewerkvereine zu retten, einen unwahren Bericht, in welchem sophische Betrachtungen anstellen konnte, ob es wahr ist mit jenem Als Sozialdemokraten lag uns ja auch nichts daran, daß über den Spießbürgern weißgemacht wird, die Sozialdemokraten wären Wort Hegel's: Was ist, ist vernünftig!"- Es ging nun die Staatsretter besonders harte Strafen verhängt wurden; wir in treffender" und fachlicher" Weise widerlegt worden. weiter zum Schmohl, in dessen geräumigem Saal einige haben die Genugthuung, daß ihnen durch das Gericht flar ge Solopiecen von sangeskundigen Genossen uns erfreuten. Beim macht wurde, daß ihre Kampfesiveise gegen die Sozialdemokratie Abmarsch lief uns hier ein„ Grünröckiger" in die Quere ,, der nicht erlaubt ist. Sollte troßdem der Kampf à la Jstraut von aber uns leider nicht belästigen fonnte. In Stolpe hatten einige den Bauern weiter geführt werden, so werden wir uns trotzdem Genossen dann eine leichte Auseinandersetzung mit einem Eisens nicht abschrecken lassen, sondern unverdrossen auf dem Lande bahner", der, wie uns versichert wurde, öfters schon mit dem weiter agitiren, bis auch der letzte Landmann Sozialdemokrat gefahrenden Publikum follidirte; also Achtung vor diesem! In worden ist. Was der Sozialdemokrat verspricht, das hält er auch. Hohen- Neuendorf übersandten wir dann noch pflichtschuldigst dem Wonach zu achten! Herrn Lehrer, einem ehemaligen Schultameraden, unser Arbeiterorgan, damit er hieraus sich etwas über die Umgegend seiner Schulstube" informiren tönnte. Hier wurde nun für dieses Mal Halt gemacht mit dieser Wühlerei"; die Eisenbahn nahm uns auf und nun ging's zurück nach Berlin mit dem mus begleitet, mit Ausnahme einer Versammlung in Steinbach--In Frankfurt a. M. wurden fünf Genossen, welche Bewußtsein, einen guten Tag" verlebt zu haben, der beitragen Hallenberg, in welche wie schon berichtet, besonders die so über- vor der Gewerbegerichts- Wahl Flugblätter ohne polizeiliche möge zur Aufklärung der ländlichen Bevölkerung; mögen ihm aus„ frommen" Herren Freisinnigen und Nationalliberalen eine Erlaubniß verbreitet hatten und dieserhalb angeklagt waren, vom noch viele und bessere folgen, der Erfolg wird sich am Wahltage Sprengkolonne" geschickt hatten, theils um den Referenten zu Schöffengericht freigesprochen, weil sie die Flugblätter nicht an 1895 zeigen. Mögen aber auch die Mitglieder des Wahlvereins infultiren, theils um die Versammlung zur Auflösung zu bringen, öffentlichen Orten vertheilt, sondern in die Wohnungen bestimmter ihrer Pflichten eingedent fein und in Butunft bei der Verwelch letzteres ihnen denn auch gelang. Die erste Bersammlung Personen getragen hatten, wozu polizeiliche Erlaubniß nicht ertheilung eines Flugblattes zahlreicher als beim letzten Mal zu in Jena war für unsere Bewegung von durchschlagendem Erfolg. forderlich ist. erscheinen. In und um Schmalkalden, wo besonders die Metall- Haus-In Oschah will die Polizei dem weiblichen Geschlecht industrie sehr start vertreten ist, erhalten die ausgemergelten nicht die Mitgliedschaft am Arbeiter und Arbeiterinnenverein Als Osterei find den Arbeitern des Riemer'schen Baues in Arbeiter bei überaus langer Arbeitszeit ganz erbärmliche Löhne. gestatten. In einigen anderen Orten Sachsens ist ein solches der Vorkstraße, Maurern, Zimmerern, Butzern u.. w., Eugen Dort benutzen die Unternehmer ganz besonders die Religion als Berbot nicht ergangen. Der Verein führt Beschwerde. Richter's Zukunftsbilder, frei nach Bebel" unentgeltlich bescheert Rettungsmittel gegen die vordringende Sozialdemokratie, aber Fri. Wabnih aus Berlin wurde vom Schöffengericht worden. Sehr erfreut waren die Arbeiter nicht; sie rümpften umsonst. Wenn auch die eine Versammlung von der radaulustigen zu Frankfurt a. M. wegen einer Aeußerung, die sie in einer die Nase über das merkwürdige Osterei und meinten: Rotte gesprengt wurde, so haben nichtsdestoweniger unsere Ideen Buchdrucker- Versammlung gebraucht hatte, zu drei Tagen Ge- faules Gi! unter den dortigen Arbeitern festen Fuß gefaßt. Dasselbe läßt fängniß verurtheilt. Die Strafe ist durch achttägige Untersich von Schleusingen und Umgegend sagen, wo in einer untersuchungshaft verbüßt. Die frommen Paftorenblätter betrachten es bekanntlich freiem Himmel abgehaltenen Versammlung ein Pastor ausdrücklich als ihre vornehmste Aufgabe, der Sozialdemokratie den Boden betonte, es sei Gottes Wille, daß es Arme und Reiche geben abzugraben, wie denn heute die gesammte Geistlichkeit zum Kampfe müsse, nicht solle, da das Christenthum erst in der Entwicke gegen die Sozialdemokratie mobil gemacht worden ist. Die lung" begriffen sei; der Arbeiter müsse im Schweiße seines AnKampfesmittel, welche gegen uns zur Anwendung gelangen, haben gesichts seine Freiheit in der Arbeit" suchen und werde sie mit den berühmten geistigen" Waffen wenig gemein, dieselben auch finden. Trotz strömenden Stegens hielt die Versammlung sind sehr oft mehr denn zweifelhafter Natur. Bon jeher ist von geduldig aus, um die Abfertigung des Herrn Pastors durch Ge unferen Gegnern die Praxis verfolgt worden, Vergehen einzelner noffen Jahn anzuhören, und erklärte sich dann in einer einPersonen der ganzen Partei in die Schuhe zu schieben. Wenn stimmig angenommenen Resolution mit dem Referenten Wiederum rüsten sich die Arbeiter aller Kulturländer gemäß der Kassirer eines Arbeitervereins dies- oder jenseits des Ozeans einverstanden. In Bella Mehlis suchte sich der dortige den Beschlüssen der internationalen Arbeiterkongreffe durch die von der Noth getrieben sich verleiten ließ, aus der ihm anHerr Bürgermeister besonders bemerkbar zu machen. Mit Feier des 1. Mai für ihre Ziele zu demonstriren. An diesem vertrauten Kaffe einige Groschen widerrechtlich sich anzueignen, großem Aufwand an Zeit und Geld war es den dortigen Tage wird das Proletariat bekunden, daß es Eins ist in dem da stimmt auch die fapitalistische Presse sofort ein TriumphGenoffen gelungen, einen Saal und die Bewilligung für die Gedanken, Elend und Noth aus der Welt zu schaffen, und bezeugen, gefchrei an: Seht, wieder Einer! So treiben's die Sozialisten erste in jener Stadt überhaupt abgehaltene sozialdemokratische daß die Befreiung des Proletariats aus den Fesseln des Kapita- fammt und fonders: Stehlen, Morden, Sengen, Brennen! Die Bersammlung zu erhalten. Bei der Eröffnung der Versammlung| lismus nur das Werk der Arbeiterklaffe selbst sein kann. Deshalb Pastorenblätter betheiligen i stets recht munter bei einer Neue Organisation. In Sandhausen St. Jlgen ( Baden) ist ein Arbeiter- Wahlverein gegründet worden, der troß der gegnerischen Machinationen fortwährend an Mitgliederzahl zunimmt. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. In Neustadt( Oberschlesien) wurde Genosse Eduard Höflich von der Anklage der Majestätsbeleidigung frei Aus Thüringen. Die soeben beendete Agitationsreise des gesprochen. Der Staatsanwalt hatte 6 Monate Gefängniß beGenossen Paul Jahn durch Thüringen war von Anfang bis antragt. Als Vertheidiger fungirte Rechtsanwalt Marcuse aus Ende vom besten Erfolg für das Vorwärtsschreiten des Sozialis: Breslau. 〃 " Lokales. Arbeiter! Parteigenossen! " " 0 Gerichts- Beitung. Am folchen Seke fie marschiren an der Spike, wenn es gilt, die gelegen sein lassen, das Land mit billigen und willigen Arbeitern| straße 82a fiel Nachmittags der Portier Naumann mit der StehSozialdemokratie aus irgend einem ungerechtfertigten Grunde zu zu versorgen. Wir meinen die zahlreichen Vereine, zur Befferung leiter um und erlitt einen Doppelbruch des Unterschenkels. Gr verdächtigen. der ländlichen Arbeiterverhältnisse, die ihr Netz über ganz Deutsch- wurde nach der Charitee gebracht. Als Abends ein Gärtner Und doch hätten gerade diese frommen Blätter Ursache land ausbreiten und vermittelst eines Heeres von Agenten einen wegen ungebührlichen Betragens aus der Herberge Oranienstr. 105 genug, vor ihrer eigenen Thür zu fehren, denn auch unter den vollständigen Handel mit weißen Stlaven betreiben. Um gewaltfam entfernt wurde, fiel er von der nach dem Hose Frommen im Lande giebt es Glemente genug, welche das Tages diesen Handel noch schwunghafter gestalten zu können, hat führenden Treppe und brach anscheinend das Handgelenk. licht scheuen müssen. Für diese Elemente die Geistlichkeit als solche fich, wie die Mittheilungen über Landwirthschaft u. s. w." 17. 5. M. Morgens schoß sich ein Buchhalter in seiner Wohnung verantwortlich zu machen, fällt uns gar nicht ein, wir verzichten schreiben, jetzt" der in Halle bestehende Verband zur Befferung in der Tresckowstraße mittels Revolvers eine Kugel in den Kopf darauf nach dieser Richtung hin Gleiches mit Gleichem zu ver- der ländlichen Arbeiterverhältnisse im Gebiete des landwirth- und mußte, schwer verlegt, nach dem Krankenhause am Friedrichs= gelten. Befolgten wir die journalistische Praxis unserer Gegner, schaftlichen Zentralvereins der Proving Sachsen u. f. w." der hain gebracht werden. Vormittags fiel ein Arbeiter auf dem dann müßten wir z. B. den ehrbaren Pastor Müller in Golden Aufgabe unterzogen, eine einheitliche Regelung der Arbeits- Landsberger Platz beim Besteigen des Verdecks eines Omnibusstedt so fest an die Rockschöße der Pastoren heften, daß diefelben vermittelung zwischen Stadt und Land herbeizuführen. Die wagens aus eigener Unvorsichtigkeit von der eisernen Aufgangstreppe ihren Goldenstedter Bruder in Christo" nicht mehr abzuschütteln durch die jetzt eingetretene Arbeitslosigkeit in den großen Städten auf das Straßenpflaster, so daß er besinnungslos liegen blieb und vermöchten. Wir haben in unserer letzten Nummer schon kurz entstandene Möglichkeit, brauchbare( soll heißen: billige) Arbeiter nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden die Verurtheilung dieses Mannes zu 14 Jahren Buchthaus er für das Land zurückzugewinnen, ließ es dem Verbande angezeigt mußte. Ein Schankwirth machte in seinem Geschäftsteller in der wähnt, welche erfolgt ist, weil Müller die Urkundenfälschung, erscheinen, eine ausgedehntere Organisation der Arbeitsvermittelung Neuen Friedrichstraße einen Selbstmordversuch, indem er sich die Unterschlagung und den Betrug systematisch lange Jahre betrieben anzubahnen." Er hat deshalb an sämmtliche landwirthschaftliche Bulsader der rechten Hand durchschnitt. Er wurde nach Anhatte. Aus dem ausführlichen Bericht über die Verhandlung, der Bentralvereine des Deutschen Reiches die Aufforderung gerichtet, legung eines Mothverbandes in schwerkrankem Bustande nach der uns jetzt vorliegt, ist ersichtlich, daß der fromme Herr feine Ge- die Gründung ähnlicher Verbände für ihre Bezirke anzuregen. Charitee gebracht. Nachmittags wurde ein Monteur an der meinde geradezu ausgeplündert hat. Er fälschte Alles, was ihm Im Großherzogthum Sachsen- Weimar, im Königreich Sachsen, in Ecke des Grünen Weges und der Krautstraße, als er von dem unter die Finger fam: Kirchenraths- Brotokolle, Briefe, Wechsel, Schlesien, in Pommern it. f. w. ist die Gründung solcher Ver: Vorderraum eines in der Fahrt befindlichen Pferdebahnwagens Bücher. Auf diese Weise ergaunerte sich Müller 2-300 000., bände theils bereits erfolgt, theils steht sie bevor. Sodann hat herabsprang, von einem gerade vorbeikommenden Omnibuswagen die er verschleuderte und verpraßte. Das Geld der Wittwen fich der Verband in Halle an die Behörden aller größeren Städte erfaßt und überfahren. Er erlitt einen Bruch des rechten Armes war ihm ebenso wenig heilig wie das der Waisen. Er ver- mit der Bitte gewandt, nicht nur aus Anlaß der dort hervor- und mußte nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht anlaßte die vertrauensseligen Mitglieder seiner Gemeinde, ihr getretenen Arbeitslosigkeit Stellen für Arbeitsvermittelung ein- werden. Am 18. d. M. Nachmittags brachte sich ein Maurer in fauer erspartes Geld ihm zur Aufbewahrung anzuvertrauen. zurichten, fondern auch die sich meldenden Arbeiter, welche Arbeit feiner Wohnung in der Oppelnerstraße mittelst Revolvers zwei Kein Mensch hat auch nur einen Pfennig wieder gesehen. Einem auf dem Lande annehmen wollen, den betreffenden Vereinen bezw. Schüsse in die Brust bei und verstarb auf der Stelle. Vor Bimmerlehrling wurde auf diese Weise 120 M., einer Magd 40, Verbänden direkt schriftlich namhaft zu machen. Der Verband be dem Hause Wallstr. 29 wurde eine 81 Jahre alte Frau von zwei einer anderen 60 M. abgenommen. Der Herr Pastor schonte auch schränkt sich jedoch, wie sich aus den Sigungen ergiebt, nicht blos Rnaben beim Spielen umgerannt und erlitt eine so schwere Ber die Mitglieder seiner eigenen Familien nicht, er betrog seine darauf, das Recht und die ehrliche Arbeit seiner Mitglieder zu legung an der Hüfte, daß sie nach dem Krankenhause Bethanien Tante um 20 000 Mart, feine Schwestern um 18 000 Mart, schüßen und ihnen in ihren Bestrebungen zur Besserung der Lage gebracht werden mußte. In der Nacht zum 19. d. M. stürzte Und all das nur, um sich Luxuspferde und Wagen halten zu der ländlichen Arbeiter zu helfen." Er will seine Mitglieder ein 60 jähriger Schlächtergeselle nahe der Schloßbrücke in den können, und 50 Mark- Diners einnehmen zu können. Als der nicht nur sichern gegen ben dolofen Kontraktbruch ländlicher Spreekanal, fiel dabei auf einige aus dem Waffer hervorragende Schwindel sich nicht mehr länger verbergen ließ, wurde der Arbeiter", was durch einen bei hoher Konventionalstrafe aufrecht eiserne Pfähle und erlitt dadurch eine so schwere Verlegung des Paftor flüchtig, es gelang aber, ihn dingfest zu machen. In der zu haltenden Boykott kontraktbrüchiger Arbeiter erreicht werden Kopfes, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Am 15., 16. und Berhandlung führte der Angeklagte an, daß er erst beabsichtigt foll, er will sie im Falle eines solchen Kontraktbruches nicht nur 18. b. M. fanden sieben fleine Brände statt. habe, sich das Leben zu nehmen. Hierzu hat ihm aber wohl der unterstützen durch Nachweis von Arbeitern": er will fie auch Muth gefehlt, und so will er sich der Behörde selbst haben stellen vertheidigen gegen die immer zahlreicher in der Presse aufwollen. Ehe er aber hierzu fam, hatte ihn die Gendarmerie tretenden Hezartikel" und ihnen beistehen im Kampfe gegen die schon beim Kragen. Der Gerichtshof fonnte unter diesen Ber: sozialdemokratische Agitation auf dem Lande". Der Kampf gegen hältnissen Milde nicht walten lassen, er erachtete es als ftraf die Sozialdemokratie bedeutet hier einfach den Kampf gegen verschärfend, daß der Angeklagte das ihm entgegengebrachte Ver- die Arbeiter, die man unter die Zuchtpeitsche der Gutsbesizer trauen in der gröbsten Weise verlegt habe, daß er die Leute um zwingen will. Als ein gemeinfährlicher Betrüger zeigte sich der Kaufihre sauer ersparten Groschen gebracht habe, um luxuriös leben mann Julius Bo13, welcher gestern der zweiten Straffammer zu können. Als strafverschärfend fiel ferner ins Gewicht, daß der Für die Nothwendigkeit einer Aenderung unseres Ge des Landgerichts I vorgeführt wurde. Der Angeklagte, ber InAngeklagte Jahre lang in der raffinirtesten Weise eine große An- finde rechts liefert ein amtlicher Bescheid des Oberpräsi haber eines kleinen Bigarrengeschäfts in der Seidelstraße war, zahl von Fälschungen begangen und endlich, daß er denten der Provinz Brandenburg einen beachtens- fuchte seine Opfer unter den Beschäftigungslosen, welche im selbst seine Familie und Anverwandten ins Unglück werthen Beitrag. Die se chszehnjährige Anna D. trat in Stande waren, eine Kaution zu stellen. Wieldete sich Jemand gestürzt habe. Strafmilderungsgründe kamen nur Berlin am Neujahrstage 1892 bei dem Kaufmann Lindemann in auf eine von dem Angeklagten veröffentlichte Anzeige, so spiegelte wenige zur Geltung: das umfassende Geständniß des Angeklagten, daß Stellung. Bereits am Morgen des 2. Januar wurde sie aber der Lettere dem Bewerber vor, daß er noch in anderen Stadt er fich fchließlich bereit gezeigt hat, seine Weiffethaten zu büßen entlassen, weil das junge Mädchen die schwere Sünde be- theilen Geschäfte besize, für welche er Verkäufer suche. Daß der und endlich, daß er feinen Halt mehr fand, als er einmal auf gangen hatte, den Kaffee zu tochen, bevor sie sich gefämmt hatte Stellensuchende nie in einem Bigarrengeschäfte thätig gewesen, der abschüssigen Bahn angelangt war. In der Bevölkerung wird und und weil sie beim Ordnen der Ehebetten ein Bett etwas war tein Hinderungsgrund, sondern dem Angeklagten die Erinnerung an den Fälscher, Betrüger und Pastor so bald niedriger als das zweite aufbettete. Ihr Vater, ein fleißiger aber gerade erwünscht, benn er fonnte dadurch denselben nicht verschwinden, die durch ihn ruinirten Existenzen werden armer Tischler, war mit dieser Entlassung aus anderen unter der Begründung, daß er das Geschäft erft er lange Beit zu fämpfen haben, ehe fie ihren Verlust verschmerzen. Gründen einverstanden. Als aber als Grund des Dienstaus- lernen müsse, in feinem Laden in der Seydelstraße beſchäf Es wird sogar eine ganze Anzahl geben, bei denen dies über- tritts in dem Dienstbuch nicht etwa detaillirt die Missethaten an- tigen. Die Raution ließ der Angeklagte sich je nach der Ver haupt nicht mehr möglich ist. gegeben, sondern unter Aufstellung eines allgemeinen Urtheils mögenslage des Bewerbers bis zur Höhe von 300 bis 500 Mart Der Pastor Müller sieht nicht vereinzelt da. Sollte man vermerkt wurde wegen Unsa uberteit entlassen", schien ihm im Voraus zahlen. Nach einiger Zeit theilte der Angeklagte eine Statistit aller der Geistlichen, die sich grober Verbrechen dieser Vehmbrief denn doch eine zu harte Strafe für die erwähnten feinem Gehilfen mit, daß er zwar ein zweites Geschäft noch nicht gegen Eigenthum und Sittlichkeit schuldig gemacht haben, auf- furchtbaren Vergehen seiner jungen Tochter: er schlug den allein befize, aber dem Ankauf eines solchen im Auge gehabt habe. nehmen, man würde finden, daß sie hinreichen würden, um eine im Gesch zugelassenen Weg der Beschwerde bei der Polizei- Dieser Plan habe sich zerschlagen und er könne einen Verkäufer befondere Pastoren Strafanstalt mit ihnen auszufüllen. Dem behörde ein. Der Erfolg war, daß das Polizeipräsidium somit nicht gebrauchen. Die Kaution hatte der Angeklagte innächst kommt die Anklage gegen den Pastor Harder zur Ber- bestätigte die amtlichen Ermittelungen haben ergeben, daß die zwischen für sich verbraucht, er hielt den Entlassenen unter aller handlung; auch ein Spiegelbild für jene mucerischen Pfaffen, Anna D. nicht sauber genug war". Auf eine weitere Beschwerde Ausflüchten hin, bis dieser schließlich einfah, daß er be welche die Hege gegen die Sozialdemokraten betreiben, um die hat nunmehr der Oberpräsident nach Prüfung der trogen war, da der Angeklagte garnichts befaß. Wegen Aufmerksamkeit von den Lastern und Verbrechen in ihrer Mitte Sache erwidert, daß dieser Vermerk zutreffend ist, da die D. mehrerer derartiger Betrügereien verbüßt der Angeklagte zur Beit abzuwenden. zugestanden hat, am Morgen des 2. Januar 1892 im Hause des eine einjährige Gefängnißstrafe, es standen gestern noch drei nach Kaufmanns Lindemann den Kaffee bereitet zu haben, träglich zur Anzeige gelangte Fälle zur Aburtheilung an. Die Die lutherische Muckergesellschaft hat jest treue Bundes- ohne daß sie sich vorher gewaschen und gekämmt Betrogenen waren in diesen Fällen ein Bäcker, ein Klempner und genossen in den ultramontanen Jesuitenblättern gefunden. Nach- hat". Wegen solcher Lappalien ist es also nach der geltenden ein Arbeiter. Der Borsigende, Landgerichts- Direktor Brausewetter Dem wir den„ Reichsboten", der sich erfrechte, die polnischen Gesinde Ordnung von 1808 möglich, einem sechszehnjährigen meinte, es sei bedauerlich, daß die Einrichtung nicht herrsche, daß Raubmörder der Sozialdemokratie an den Rodschoß zu hängen, Mädchen ein allgemeines Zeugniß der gedachten Art zu ertheilen der Angeklagte so lange im Gefängnisse arbeiten müsse, bis er gebührend abgefertigt, springt die„ Germania" für den Reichs- und ihm es dadurch fast unmöglich zu machen, einen neuen Dienst von seinem Verdienst die Betrogenen schadlos halten könne. Der boten ein, und vergißt in ihrer Wuth vollständig, daß ihr noch zu erhalten! Tas Mädchen ist nach Amerika gereist, um in der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten eine Zusatzstrafe der Kullmann an den Rockschößen hängt, den feiner ihrer gegen neuen Welt sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, den in der von einem Jahre Gefängniß und zweijährigen Ghrverluft; der wärtigen Freunde ihr noch streitig gemacht hat. Die fozial- alten Welt zu erhalten der moderne Uriasbrief ihr versagt. Gerichtshof ging weit über den Antrag hinaus, indem auf eine demokratischen Schimpfereien gegen die Pfaffen haben die Raub- Wenn aber schon die ungefämmte und ungewaschene" Be- Bufabftrafe von zwei Jahren Gefängniß und dreijährigen mörder gegen den Priester gehetzt! Wir haben nicht die Liebreitung des Morgenkaffees einen unauslöschlichen amtlich Chrverluft erkannt wurde. haberei auf die Pfaffen zu schimpfen, nur wenn die Pfaffen es bestätigten Sauberkeitsdefekt hervorzurufen im Stande ist. mit ihren frechen und heuchlerischen Schimpfreden zu arg welchem Ueberfluß eines Mangels von Sauberkeit leiden dann treiben, flopfen wir ihnen auf die Finger, und vor nach oberpräsidialer Bestätigung erst jene" Damen", die den Allem dann, wenn sich ein Pfaffe auffpielt, als Morgenkaffee genießen, ohne daß sie sich vorher gewaschen beleidige man Gott, wenn man ihn angreift. Die und gekämmt haben"! Germania" versteigt sich zu folgenden blödwißigen Neuße rungen: Herr Liebknecht kennt gewiß den 20 Jahre alten Bormittag 7/2 Uhr ein Vorgang in der Kurfürstenstraße zwischen Einen großen Menschenauflauf veranlaßte am Sonntag Bers feines guten Bekannten, wir bitten unsere Leser um Au die Mitglieder des Fachvereins der Tischler Nachsicht, daß wir diese Rohheit wiedergeben, welcher lautet: getrunken, gingen des Wegs und schlug der jüngere einem ordentlichen Generalversammlung am 27. März wurden die Bes Steinmez- und Potsdamerstraße. Zwei Herren, scheinbar an- Berlins und Umgegend. Kollegen! In der letzten außer So lange bleibt, daß Gott erbarm! Das arme Voil be- jährigen Senaben mit dem Stock über den Kopf, während der dingungen endgiltig festgestellt, unter welchen sich die Mitglieder Das' arme Boit be: taumelt, Bis an dem letzten Pfaffendarm die letzte Nonne baumelt." Nun, dieser Vers ist nicht 20 Jahre, sondern wohl ältere ihn mit dem Fuß vom Trottoir hinweg stieß, so daß er des Vereins der hiesigen Zahlstelle des Verbandes anschließen über 40 Jahre alt und stammt von einem Virchow'schen sog. willen hervor, der sehr geneigt schien, fich den beiden Herren Bestimmung, daß sämmtliche vom Fachverein unterhaltenen Gins zu Boden fiel. Dieser Vorgang rief natürlich den größten Un- wollen. Die Ausführung der in der betr. Resolution angeführten " guten" Revolutionär her, der sein Pfaffengefchimpf vollauf wett fühlbar zu machen. Zwei hinzukommende Schuhleute führten richtungen zur Vertretung der Interessen der Berliner Tischler gemacht hat durch noch verrückteres Schimpfen auf die Sozial bie beiden Herren nach der Polizeiwache, wo dieselben sich als auch vom Verband hochgehalten werden sollen, hängt noch von demokraten. Dieser Vers ist auch nur eine Nachäffung der Verse Geheimer Rechnungsrath Tirkot und dessen Sohn Dr. med. Zirkot der Anerkennung feitens der Verbandsmitglieder ab; solange eines französischen Encyklopädisten, also eines der Väter des bürgerlichen Liberalismus: Alors on prendra les entrailles legitimirten. Die Herren waren auch auf der Polizeiwache sehr dieselbe nicht im vollen Umfange erfolgt ist, hält der Fachverein d'un prêtre au défaut d'une corde pour étrangler les rois, ungehalten, daß ihre Titel nicht schon genügten, um ihnen den feine Thätigkeit aufrecht. Da eine Verständigung im Intereſſe Weg zur Wache zu ersparen, und schimpften auf die Lause beider Theile liegt, so erscheint dieselbe nicht ausgeschloffen. zu deutsch: Dann wird man die Eingeweide eines Priesters jungen", worunter fie die entrüsteten Beugen jenes Vorgangs Jeder zielbewußte Kollege sollte deshalb darauf hinwirken, daß nehmen in Ermangelung eines Strids, um die Könige zu er verstanden. Der Knabe hatte sich schon vorher entfernt. Es wäre eine Bersplitterung der Organisation vermieden wird, denn nur droffeln. Und als der Kullmann den Ultramontanen an den Rockschößen gehängt wurde, da veröffentlichte ein nationalliberaler erwünscht, wenn die Eltern des Knaben ermittelt würden, um durch volle Einmüthigkeit haben wir den Kampf gegen die An Hof Schornsteinfegermeister in Braunschweig„ Gegen die maßung der Unternehmer führen tönnen. Durch gemeinsames in Braunschweig Gegen die eventuell auch Auskunft zu geben. Schwarzen" ein Lied, in dem es heißt: Zusammenarbeiten konnten wir auch nur die Folgen des traurigen Nachspiels der 1884 er Lohnbewegung beseitigen, indem wir darauf hingearbeitet haben, daß die Kollegen volles Vertrauen zur Or ganisation, zum Fachverein gewinnen fonnten. " Mit Gott wird da die Menschheit ja Sich in das Mittel mengen, Und alle Pfaffen, fern und nah, Erwürgen und erhängen. Wir waren in jener Zeit die Einzigen, die gegen das an die Rockschöße hängen" Front machten. So große Gegner des Pfaffenthums wir auch sind, so wenig haben wir Neigung zu dem Schimpfen auf die Pfaffen, das wir gerne den liberalen Schreiern und deren Philisteranhang überlassen. Wenn wir das Pfaffenthum bekämpfen wollen, haben wir gar nicht nöthig auf die Pfaffen zu schimpfen, in unserem christlichen" Staate ge= nügen dazu die katholischen und protestantischen Lehrbücher; man braucht blos den Katholiken die protestantischen und den Pro testanten die katholischen in die Hand zu geben, da wird das gegenseitige Geschimpfe schon besorgt. " an Vom Reichstags- Abgeordneten Stadthagen erhalten wir folgendes Schreiben behufs Veröffentlichung: Die Straf- Prozeßordnung und die Rechtsanwalts- Ordnung zwingen mich, mit dem Staatsanwalt und dem Ober- Staatsanwalt Demnächst mich über meine Aeußerungen in folgenden Bersamm lungen auseinanderzusetzen: Bom 16. April 1889: Versammlung des Vereins zur Erzielung volksthümlicher Wahlen im Osten Berlins. Bom 1. Juli 1889: Deffentliche Versammlung für Friedrichs berg und Umgegend. Vom 16. Juli 1889: Jm Arbeiter- Bildungsverein Nord". Vom 17. Juli 1889: Fun Wahlverein für den 1. Wahlkreis. Bom 18. Juli 1889: Jm Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins. Vom 6. Oktober 1889: Jn Reinickendorf. Vom 5. November 1891: Im 5. Wahlkreis. Bom 27. November 1891:" " Bom 12. Januar 1892: Jm 2. Wahlkreis. Soziale Liebersicht. Wir ersuchen daher alle Kollegen, ihre Beiträge an den Ver ein nach wie vor zu entrichten, ganz besonders aber in der Agitation für die Organisation nicht zu erlahmen, sondern das gemeinsame Wert weiter zu fördern, damit wir gerüstet den Unternehmern gegenüberstehen. Ferner ersuchen wir die Kollegen, welche mit den durch die Gewerbe- Ordnung vorgeschriebenen und von den Unternehmern verfaßten Werkstatt- oder Fabrikordnungen nicht einverstanden sind, Die nicht anzuerkennenden Bedingungen, sowie die Wünsche Ihrer feits auf unserm Arbeitsnachweis, Wallstr. 7-8, niederzulegen, damit eine allgemeine Verständigung in dieser Beziehung, event. eine Besprechung in einer hierzu einzuberufenden Bersammlung herbeigeführt werden kann. Die ländlichen Arbeiter sind das Schmerzenskind der Der Vorstand des Fachvereins der Tischler. Großgrundbesizer. Schwere Arbeit, geringer Lohn und schlechte Da es voraussichtlich nothwendig werden wird, dem Gericht Die Schuhmacher ersuchen um Fernhaltung des Zuzugs Behandlung treiben die Arbeiter aus den Lörfern in die Städte, farzulegen, was der überwachende Beamte nicht verstanden hat, nach Neumünster in Holstein, Barmstedt, Brieg, Güstrow, aus den Ackerbau treibenden Provinzen des Ostens in die industrie- so bitte ich die Genossen, die sich eines der Vorträge entsinnen, Ottensen, Parchim und Krempe. reichen Gegenden des Westens. Um diesem Uebelstand", der die mir möglichst umgehend Mittheilung über ihre Adressen zugehen Großgrundbesizer besonders in der Erntezeit in die Nothwendig lassen zu wollen. Die gleiche Bitte richte ich an die Genossen, Der chriftliche Staat als Grubenbefizer. Aus Altenkeit einer wenigstens vorübergehend höheren Lohnzahlung versetzt, die der Versammlung in Liebenwalde, in der Lohren sprach, und für die Ernte- Arbeiten hergeliehen, man hat den vor Jahren ich von Neuendorf nach Belten fuhr. abzuhelfen, ist schon allerlei versucht worden. Man hat Soldaten die in Hohen- Neuendorf am 25. August 1889 zugegen waren, als rücksichtslos ausgewiesenen russisch- polnischen Arbeitern den zeitweiligen Aufenthalt in Deutschland wieder gestattet u. f. w. G3 Arthur Stadthagen, ist auch vorgeschlagen worden, die Sachsengängerei" durch Beschränkung der Freizügigkeit oder durch Erhöhung der PersonenLandsbergerstraße 62. tarife auf den Eisenbahnen zu bekämpfen. Diejenigen, welche die Polizeibericht. Am 16. d. M. Bormittags fiel ein Rutfcher Selbsthilfe der Staatshilfe vorziehen, haben es mit Arbeitsnach vor dem Hause Königgrägerstr. 137 von dem von ihm geführten verein für Arbeitsnachweis" oder den Verein zur Besserung Stirn, daß seine Ueberführung nach der Charitee erforderlich ordnung jeder Sizung fehten, nie darüber gehört, sondern ihnen entlaffener Strafgefangener", obwohl beide es sich ebenfalls an- wurde. Beim Reinigen der Thür des Hauses Botsdamer gesagt wurde: Die und die Bergleute würden nie mehr angelegt. Berlin, den 17. April 1892. wald wird uns zu der Herold'schen Depesche, wonach die könig liche Bergwerksdirektion Saarbrücken mehrere Bergleute, welche bei der Arbeiterbewegung thätig gewesen waren, wieder in Arbeit gestellt haben sollte, geschrieben: Es sind thatsächlich Leute angelegt, aber feiner, der für die Emanzipation der Bergs arbeiter eingetreten ist, sondern nur solche, welche das Wort " Mauschbacher" denjenigen zugerufen hatten, welche beim Streif arbeiteten. An ein Anlegen der für die Interessen der Bergarbeiter Gemaßregelten ist nicht mehr zu denken, da die Gruben Submissionsblüthen. Bei der Ausschreibung von Bauarbeiten in 3 wickau betrug in einem Falle die höchste Forderung 52 000, die niedrigste 26 000 m.; in einem andern Falle das höchste Angebot 84 000, das niedrigste 46 000 m. 1 Arbeiter- Gesangverein Bris, Abends uhr, im Reftaurant Schöneberg, Chauffeestraße. Turnverein Hoffnung, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schröber, Man Zurnverein Gesund teuffelstr. 9.-- Seraftturnverein Jugendtraft, jeden Mittwoch und Sonnabend 9-11 Uhr abends bet Lade, Beughoffir. 8. brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8-10% Uhr Abends abends o Uhr Uebungsfiunde bei Fauftmann, Reichenbergerstr. 73a. Restaurant. -Pollact Rauchtlub Trotzdem hatten die Ausschußmitglieder der Zeche Sulzbach- Lokalkommission das Recht giebt, Lokale zu sperren und sich für| Moabit, Kronenbraueret, Alt- Moabit 47-49. Steinfeger Sänger Altenwald die Einstellung der Gemaßregelten wiederum auf die nachdrücklichste Durchführung dieser Beschlüsse ausspricht. Ge- or, Kaftanien- Allee 28 bet atwald. Offenbacher Sänger Tagesordnung gesetzt. Die Werkleitung aber ging auf diesen nosse Biesboit ergänzte die Mittheilungen Wernau's, betonend, Weinstr. 11 bei Feind. franz, Oranienftr. 153, bet Göge.- Gefangverein der Kupferfchmiede, Bergißmein nicht, Schulstr. 29, im WeddingPunkt nicht ein. Hieraus kann man sehen, daß die erwähnte daß in diesem Jahre entschiedene Stellung zur Lofalfrage ge- Rafino. Fretes sted 1, Gr. Frankfurterfir. 81 bet Weiß.-& cho 3, tur Depesche unzutreffend ist und ferner, daß die Humanität des nommen werden müsse, um für die Zukunft der Weitläuftigkeiten, männer- Gefangverein in Brandenburg, Mengert's Boltsgarten. Behlendorf, Stunde in Friedenau( Kurhaus). BrandenburgerFistus mit der der Privatzechen in einer Linie rangirt. wie in diesem Jahre, enthoben zu sein, und war der Meinung, Mannesmuth, Mauerstraße 3, bet Stamm. daß auf die Inhaber der Lokale Schloß Schönholz" und" Feld- Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. fchlößchen" teinerlei Rücksicht zu nehmen sei, ebenso wenig auf Bitkwoch: Berein Fridolin, bei Wolff, Brunnenſtr. 85a, Theater den Delonom der Ahrend'schen Brauerei( Moabit). Er bean Rauchtlub Hellblau, Alte Jafobftr. 18/19, Restaurant A. Seele. und Bergnügungsverein Bultania, bei Jäger, Gartenstraße 37/38. Rauch tragte, diese drei Lokale zu boykottiren. Genosse Märtens fub reus fiber, bet Gumlich, Reichenbergerstraße 149. Geselliger Theater- und Ver beantragte auch den Boykott über Weimann's Voltsgarten. Geerein Walbesgrün, bet Nebelin, Langeftr. 108. gnügungsverein Durch Nacht zum Bicht, bet gubeil, Naunynftr. 86. Humoristischer Verein Pipifar, bet Möhring, Admiralstraße Nr. 18 c. Trusts. Der amerikanische 3udertrust befestigt nosse Schmidt beantragte nicht nur Boykottirung der Lokale, fich immer mehr in der Alleinherrschaft. Nachrichten aus Phila- Lokalen Bier liefern. Dieser Antrag wurde vom Genossen musitverein Borwärts, Abenb3 8% bis 10% uhr, Große Frankfurters sondern auch der betreffenden Brauereien, welche den gesperrten Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwody. Gesangverein Knospe, Abends 9 Uhr, im Restaurant Wahlstatt, Belle- Alliancestraße. delphia zufolge sind neuerdings wieder zwei Zuckerraffinerien zum Preise von 10 Millionen Dollars und 2500 000 Dollars Iobse befürwortet. Genosse Grünberg( Pantom) unterstützte füraße 99, 1 Tr. Männer- Gesangverein Waldfapelle 2, Abends 9 Uhr, angekauft worden. Eine dritte Raffinerie fostete 5-7 Millionen den Antrag, betreffend Boykottirung des Lokales, Schloß Schönholz", Restaurant Kayfer, Staligerstr. 22. Dollars. Mit weiteren Raffinerien find Unterhandlungen behufs da auch die Genoffen von Pankow und Nieder- Schönhausen dies. Erwerbung seitens des Trusts im Gange, so in Boston 2c. Der bezüglich an der Nase herumgeführt worden seien. Genoffe Standard Oil Trust, das größte und mächtigste Monopol Wegner beantragte, auch über die Norddeutsche Brauerei den in den Vereinigten Staaten, hat sich nominell aufgelöst, weil Boykott zu verhängen, sofern das Lokal für die Maifeier nicht in der Turnhalle, Fretenwalderstraße 39.- Kraftturnverein Berolina, Derfelbe seitens des Supreme Court des Staates Ohio für un- 8 haben sein sollte. Die Volksversammlung beschloß, über Theater und Vergnügungs- Verein Humanitas Abends 9% Uhr bet gefeglich erklärt worden ist. Thatsächlich wird aber die riesige die Lokale Schloß Schönholz"," Feldschlößchen", Theaterverein Bultanta Abends 9 Uhr bei Rorporation unter anderem Namen fortbestehen. Die Gründer( Müllerstraße 142) und Ahrend's Brauerei( Moabit) Reed, Lothringerstr. 94. Täger, Gartenstr. 13/14. Gefelliger Vergnügungsverein Regia, Abends 9 Uhr, im Restaurant und bisherigen Leiter des Trusts bleiben an der Spitze der neuen die Sperre zu verhängen und ermächtigte die LokalHumoristischer Verein Arminia, Dresdener Organisation. Am Tage der Auflösung des Standard Dil Trust kommission, über das Lokal der Norddeutschen Sommer, Grünstraße 21. Kreuzfidel, bet Gumlich, Reichenbergerson fich der im Schage desselben befindliche Ueberschuß auf Brauerei( Chauffe estraße) ebenfalls die Sperre Garten, Dresdenerstraße 45.firaße 149.- Fidele Brüder, bet. Mrose, Lachmannstr. 5. 26 Millionen Dollars in baarem Gelde und in Regierungsbons ou verhängen, sofern diefes 2otal zum 1. Mai klub Bustige Brüber, Abends 8 bis 10% Uhr, Steftaurant ziewald, nicht zur Verfügung gestellt werden sollte. Manteuffelstr. 46. Azalte, Abends 9 Uhr Andreasstr. 56, Noad's belaufen haben. Dieser Beschluß soll tonsequent zur Durchführung gebracht Rauchtlub Noochloch, Abends 9 Uhr, bet Kierstein, Admiralstr. 83. Eine Bierstatistit. Im Jahre 1890 waren in Deutschland werden. Hierauf wurde die Arbeiter- Bildungsschule dem Ar- Rauchflub& affalle, Abends, bet Lock, Friedrichsbergerfir. 11. 25 325 Brauereien im Betriebe, davon kommen auf Bayern 6766, beiterinteresse empfohlen und dann bekannt gegeben, daß der tothe Nette, bei Steuer, Weinstr. 22. Württemberg 7524, Baden( an Brautgefäßen) 1854, Elsaß- Loth Restaurateur Appler, Greifswalderstraße 23, die ihm offerirten ringen 212 und auf das Brausteuer Gebiet( d. i. das deutsche Billets zur Maifeier zurückgeschickt habe mit der Begründung, Reich mit Ausschluß der oben genannten Gebiete) 8969. Die daß er sich mit solchen Sachen nicht abgebe. Zahl der Brauereien nimmt allmälig ab, weil auch hier der Schlüter, Kleine Markusstr. 10. Die im Wagenbau beschäftigten Arbeiter, sowie Ahmer, Gräfeftr. 82. Großbetrieb dem kleinen und mittleren mehr und mehr das Leben schwer macht. Als Materialverbrauch der deutschen Brauereien Stellmacher, Schmiede, Lacirer u. f. w. hörten am berechnen wir nach dem 1890er Stand der Dinge 12 436 000 Doppel- 10. April in einer Versammlung einen Vortrag des Herrn zentner Getreide, 170 000 Doppelzentner Hopfen, 71 170 Doppel- a ch über das Krankenkassen- Gesetz und die freien Hilfskassen. zentner Malzfurrogate, 27 700 000 Doppelzentner Kohlen. Etwa Der Redner führte unter anderem die Vortheile an, welche die zwei Dritttheile der deutschen Gerstenernte wandern in die freien Hilfsfassen ihren Mitgliedern den Ortstassen gegenüber Brauereien; das deutsche Bierfeld wäre demnach, bieten, und schilderte dann die Hindernisse, welche durch die wir von 46 000 Hektar deutschen Hopfenlandes 36 000 als im neuen Bestimmungen den freien Hilfsfaffen bereitet werden. Beim Warum Dienste der deutschen Produktion stehend einschließen, 1117 418 Bunft: veranstalten die freien Hilfskassen Ver Hektar groß, d. h. so groß, wie die sämmtlichen thüringischen gnügungen?" wurde von Herrn Meßmann eine provisorische Staaten zusammen. Als Arbeitskräfte dieser Bierlande missen Abrechnung vom letzten Maskenball der Wagenbauer- Kaffe verwir 432 567 Leute für 300 Tage im Jahre annehmen. Als Berg- lesen, aus welcher hervorging, daß das Vergnügungskomitee sehr arbeiter, die den Bedarf der Brauereien an Kohlen 2c. fördern, auf sich selbst bedacht war. Die Einnahmen betrugen 1000 M., Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechfaals, soweit der Staum dafür fann man 8888 berechnen, so daß wir für den größten Theil der die Ausgaben für Musik, Billets u. f. w. 229,80., 320,70. abzugeben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgenteinen Bierproduktion 552 518 Arbeitsfräfte anzunehmen haben. Her eignete sich das Komitee für Mühe und Auslagen an. Redner war der Interesses zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem gestellt find in Deutschland 1890/91 52 830 000 Seftoliter. Aus Meinung, daß dies der Deffentlichkeit unterbreitet werden müsse. Hiermit bringen wir zur Kenntniß, daß für das Vierteljahr dem Auslande bezogen wir außerdem 229 000, während wir Allseitig bezeichnete man hierauf die erwähnte Handlung des April- Juni an unsere Mitglieder Legitimationstarten von 626 000 ausführten. Für den deutschen Konsum blieben also Somitees als eine unverschämtheit und erhob energischen Protest blauer Farbe( wie bei den Kellnern) ausgegeben wurden. 52 433 000 Seftoliter übrig oder für den Kopf der Bevölkerung dagegen. Von Seiten des Komitees wollte man Herrn Meßmann Alle Genossen, welche ein Interesse daran haben, unsere BerWenn alle Einwohner des Reiches dasselbe tränken, das Recht absprechen, die Abrechnung in einer öffentlichen Vereinigung blühen und gedeihen zu sehen, werden ersucht, sich bei so würden auf jeden kommen im Jahr: 23,9 Liter bayerisches; fammlung bekannt zu machen, mußte aber zugeben, daß die vor: Festlichkeiten von den Musikern die blauen Karten vorzeigen 7,2 Liter württembergisches; 3,4 badische3; 1,7 elfäfisches und gelesene Abrechnung richtig war. Herr Tempel( Mitglied des zu lassen. Arbeiter! Genossen! Macht vor Allem Musilaufträge fothringisches: 6,5 sächsisches; 58,1 noch nicht genanntes deutsches Bergnügungskomitees) war der Meinung, daß ein jedes Mitglied bei solchen Musikern, die sich durch Karte als Mitglied unferes und 0,5 ousländisches Bier. Von dem Biere aus dem Brau- das Recht habe, solche Mißstände an die Deffentlichkeit zu Vereins legitimiren fönnen. Auf diese Weise nur kann unsere steuer- Gebiet wären 48,3 Liter untergäriges und 16,2 obergäriges. bringen; er, Redner, habe das Geld nicht angenommen, sondern Bereinigung zum Bollwerk gegen die Ausbeutung werden, welche die Bekanntlich aber wird das Bier in den einzelnen deutschen dem Kassirer vom Bezirk I überwiesen( was bestätigt wurde) und Musiker bei Gastwirthen, Theaterdirektoren und Mufidirigenten Ländern in sehr verschiedenem Maße getrunken. Gs tamen 1890/91 erklärte weiter, daß Einige nur einer Sigung beigewohnt, aber erleiden. Wenn es sich jeder Arbeiter zur Pflicht macht, bei auf den Kopf der Bevölkerung im Deutschen Reiche 105,9 Liter, doch 20 M. angenommen haben. Die Versammlung forderte Beranstaltung von Festlichkeiten vor Allem unsere Mitglieder zu im Braufteuer- Gebiet 87,8, in Bayern 221,2, in Württemberg bann das Zentral- Vergnügungsfomitee auf, eine öffentliche Ver- berücksichtigen; und sich ferner zur Pflicht macht, sich nicht von 173,0, in Baden 103,2, in Gisaß- Lothringen 63,7. Die deutsche Sammlung einzuberufen und derselben die genaue Abrechnung den Gastwirthen andere Musikkapellen aufoktroyiren zu lassen, Bierproduktion ist von 1872-1890/ 91 von 33 545 000 auf vorzulegen. 52 880 000 Hektoliter angewachsen. Jm Braustener Gebiet hat 106 Liter. wenn " Humoristischer Rauch= tub, abends 9 Uhr, bet 2. Ntemann, Görligerfir. 42. Rauchllub Sanssouci, Boechstraße 51.- Rauchklub Vorwärts Südost, bet Bogel, Sorauerstraße 13. Nauchflub Etferne Pfeife, Abends 9 Uhr, bei Hoffmann, Triftstr. 1. Rauchtlub Ohne 8wang, Abends 9 Uhr, bei. Späth, Weinstr. 28. Rauchflub Grüne Quaste, Abends 9 Uhr, bet Rauchflub Bultan, Abends 9 Uhr bet Stattlub Treff, Abends 8% uhr, bei Otto Babel, Frankfurter Allee 90. Stattlub Busch elgrün, Abends 8 Uhr, Reichenberger- und ManteuffetStraßen- Ecke, bet Fürstenau. Bühnenverband Othello, Abends 9 Uhr, Restaurant LothringerTheaterverein Bultania, heute Abend Sigung in Jäger's ftraße 101.Gesellschaftshaus, Gartenstr. 18-14. Bpredfaal. Inhalt desselben identifizirt zu werden. ferner vor Allem solche Festlichkeiten zu besuchen, bei welchen sie sich genau verdoppelt; in Bayern nur um etwa ein Viertel Arbeiter Berlins und Umgegend hielt am 10. April in den Mitgliedern unserer Vereinigung ausgeführt wird, dann machen Der Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten aus dem Programm oder Billet ersichtlich ist, daß die Musik von vermehrt; in Württemberg ist sie etwas herabgegangen; in Bentral- Festjälen, Oranienstr. 180, eine Versammlung für den wir einen gewaltigen Schritt vorwärts. Das Opfer, welches uns Baden um 80 pet. gestiegen; in Gsaß Lothringen etwa gleich- Süden Berlin3 ab. Genosse Lazaru 3 referirte unter Beifall die Arbeiterschaft dadurch bringt, wenn sie vor allen Dingen uns geblieben. Jm Brausteuer Gebiet verhielt sich 1873 bas ober es gärige Bier zum untergärigen wie 84: 112, heute wie 83: 239. der Kollegen über Werth und Zweck arbeitsstatistischer Auf- organisirte Musiker unterstützt, ist doch ein kleines, namentlich da es Damals wurden zu einem Hektoliter Bier durchschnittlich neben nahmen" und erläuterte zu gleicher 3cit einige Fragen, welche keine materiellen oder Forderungen an Zeit und Arbeit beansprucht. einander verwendet 20,76 Kilogramm Getreide und Reis, von der Fachkommission auf dem statistischen Fragebogen gestellt für uns aber bedeutet es einen großeu Nußen. Wir würden an und 0,11 Kilogramm Malzsurrogate, heute 19,64 und 0,19. find. Kollege Bugisch äußerte den Wunsch, man solle die be- Mitgliedern gewinnen, und den Herren Wirthen 2c. gegenüber und 0,11 Kilogramm Malzfurrogate, heute 19,64 und 0,19. Deutschlands Biereinfuhr stieg von 1872-76, fiel bann bis treffenden Fragebogen in zwei Theilen herausgeben, deren einer eine Macht bilden, mit der sie zu rechnen hätten. In vielen der 1879/80 und ist seitdem wieder stetig gestiegen. Gie beträgt jetzt nur persönliche und der andere die allgemeinen Fragen enthalten auf der Lokalliste benannten Lotalen werden Beamte beschäftigt. 229 000 Hektoliter gegen 57 000 vor 20 Jahren. Unsere Bier- möge; Redner glauble, daß in diesem Falle die Betheiligung der und da die Arbeiter jedenfalls doch lieber einen Berufsmusiker ausfuhr betrug 1872 317 000 Hektoliter; fie stieg allmälig bis Metallarbeiter an der Statistik eine bedeutend größere und genauere ihr Geld verdienen lassen als einen schon vom Staate auskömmauf 1249 000, die sie 1885/86 erreichte; feitdem ist sie wieder sein würde. Verschiedene Kollegen wären gar nicht in der Lage, lich besoldeten Beamten( der aber, unbekümmert barum, ob die gefallen und beträgt jetzt nur noch 626 000 Hektoliter. Der Bier- allgemeine Fragen beantworten zu können; das solle man den ienigen, welchen er das Brot nimmt, im Elend unkommen, noch Vertrauensleuten der einzelnen Werkstätten überlassen, welche nebenbei Musikgeschäfte macht, um sich sein Dasein so behaglich konsum auf den Kopf der Bevölkerung ist in den letzten 18 Jahren wohl zum größten Theil besser orientirt seien und demzufolge wie möglich zu machen), so ist es schon deshalb räthlich, Musil gefallen: in Bayern um 10 pCt., in Württemberg um 23 pet.; Sagegen gestiegen im Braufteuer- Gebiet um 53 pet., in Baden genauere Auskunft über Fabriksordnung u. dergl. zu geben im aufträge vor Allem unserm Verein zu übergeben. Arbeiter! Die Stande feien. Beim Punkt Verbandsangelegenheiten ersuchte Behauptung: daß viele Beamte so schlecht befoldet werden, um um 47 pct., in Elsaß- Lothringen um 78 pet. und im ganzen Kollege Heinrich die anwesenden Gürtler, einen Kollegen als nach einem Nebenverdienst Verlangen zu tragen, trifft für Berlin Reiche um 29 pt., also eine allmälige Aus- und Angleichung Fachkommissions- Mitglied vorzuschlagen; leider waren nur drei nicht zu. Mehr als neun Zehntel der Berliner Beamten, welche ge unter den deutschen Ländern. Freilich schwanken die Zahlen in den einzelnen Gegenden von Jahr zu Jahr, besonders in Süd- Kollegen dieser Branche anwesend, es mußte daher diese Sache lernte Musiker sind, bekleiden bessere Posten( wie den eines Erefutoren, deutschland, wo sie von der Obst- und Weinernte recht abhängig mittags- Busammenkünfte( Morgensprache) wurde das Lofal des töpfige Familien gut durchbringen können. Also Arbeiter! wiederum vertagt werden. Zur Abhaltung der Sonntag- Bor- Steuererheber 2c.) und beziehen Gehälter, womit sie selbst startfind; nur ihre Summe für das Deutsche Neich zeigt ein ruhiges, Herrn Boll, Wienerstr. 1-6, von der Versammlung bestimmt. Unterstützt nur Berufsmusiker, besonders Mitglieder unserer Verlangfames Anwachsen.( Soz.- Korr.) Zum Schluß wurde noch zur regeren Benutzung der Bibliothek einigung, damit unsere Bereinigung groß und start werde und aufgefordert; die Ausgabe der Bücher erfolgt Montags und dadurch die Mittel an die Hand bekommt, für die Intereffen Donnerstags, Abends von 8-9/ 2 Uhr, Adalberstr. 16 bei Schensch. der wirthschaftlich schlecht gestellten Berufsmusiker wirten zu In der Nordschule sprach am 10. April der Lehrer Herr Die Freie Bereinigung Rantorowicz über Hypnotismus. Der interessante Vortrag der Zivil- Berufsmusiter Berlins u. Umgegend. fand großen Beifall. Es wurden verschiedene Fragen an den Der Vorstand. Referenten gerichtet und von diesem zur Zufriedenheit der Fragesteller beantwortet. Gesellige Unterhaltung und Tanz hielt bie Anwesenden nach dem Vortrage noch längere Zeit beieinander. Versammlungen. Arbeiter Bildungofdule. Mittwoch, Abends SX- 10% Uhr, Südfönnen. Literarisches. Eine Volksversammlung war für den 18. d. M. Bormittags Seitens der Berliner Cotalkommission einberufen worden nicht allein, wie Genoffe Bernau hervorhob, um Stellung zu nehmen zu den Wirthen, welche ihre Lokale für die Maifeier verweigern, sondern auch, um darüber zu befinden, wie in Zukunft shute, Sagelsbergerstraße 43, Unterricht in Geschichte( neu); SüdostBeschlüsse zu fassen seien. Wernau bemerkte, daß die Lokal- Schule, Steichenbergerstr. 133, unterricht in Deutsch( oberes): Dit- Schule, Die Be- Martustr. 31, Unterricht in Deutsch( mittleres); Nord- Schule, Wüller- Sozialpolitisches Centralblatt. Die foeben erschienene tommission gewählt sei, um die Lokalfragen zu regeln. straße 179 a, Deutsch( oberes). In alle Fächer tönnen noch Schüler und Nummer 16 hat folgenden Inhalt: Die freien Hilfskaffen und schlüsse derselben fänden aber immer noch nicht die genügende Schülerinnen, auch jetzt im Laufe des Semeners, eintreten. Beachtung, noch weniger die von einzelnen Vereinen bezüglich Homöopathischer Verein Hahnemann. Heute Abend 8 Uhr, Brunnen- ihre Aufgabe gegenüber dem Kranken- Versicherungsgesetz. Von Dr. Adolf Braun. Zur Frage des Wasserechts. Von Dr. Leo Don Lotalfragen gefaßten Beschlüsse. Einzelne Wirthe machten firaße 9, Bortrag des Herrn D. Schulze über Geschlechtstrankheiten. Freie Vereinigung der in der glumen-, Puhfeder- Branche und Arons. Die preußische Berggefeh- Novelle. Von Dr. Leo Versich das Eingreifen einzelner Vereine dergestalt zu Nuße, daß verwandten Berufen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Heute Abend fie die Verhandlungen so lange hinhalten, daß noch jest feine 8 Uhr Annenstr. 16( oberer Saal): Bortrag des Herrn Bahn: Der Werth des fauf, und eine große Anzahl Notizen, u. a.: Die überfeeische Auswanderung aus der Schweiz i. 3. 1891. Frauenarbeit in Entscheidung getroffen fet. Unter der Lokalverweigerung hätte Lebens. Central- Kranken- und Sterbekaffe der deutschen Wagenbaner. der Maschinen- Industrie. besonders der 6. Wahlkreis stark zu leiden. Durch die Ver- Heute Abend 8 Uhr: Mitglieder Versammlung in Säger's Salon, Grüner Steinmeßgewerbe von Dresden. Statistische Erhebungen aus dem Kartell der bayerischen Spiegelweigerung des Lokales Schloß Schönholz" sei die Maifeier be- Weg 29. Lefe- und Diskutirhlubs. Mittwody. Bereinte raft, Abends glasschleif und Polierwerke. Der Ausbau der preußischen troffen. Die auch Seitens der Lokalkommission mit dem zuhr, bet stein, Schönleinstraße 6. Johann Jacoby, bet Otto Gewerbe- Inspektion.- Der Oberste Arbeitsrath in Belgien. dortigen Delonom und dem Borstande der Berliner Schüßen- Thierbach, Schwebterftr. 44.- Heine, jeden Mittwoch vor dem 1. und 15. Gesund gilde eingeleiteten Verhandlungen hätten kein genügendes jeden Monats, Abends 8 Uhr, bet Bechlin, Hornfir. 9. Resultat ergeben, ein endgiltiger Bescheid solle erst am 26. D. M. brunnen, abends 8% uhr, bei Haferland, Bellermannſtr. 87.erfolgen. Der Dekonom Wabekind der Ahrend'schen Brauerei bends 8% Uhr, bet Wagner, Alte Schügenstr. 6. lehute ebenfalls sein Lokal ab in Rücksicht auf seine StammAlle Abänderungen, welche den Arbeiter- Sängerbund oder den Bund Tanzgäste, deren Fortbleiben ihm einen Schaben von 1000 m. verursachen würde. Die Direktion identifizirte sich mit dem betr. der geselligen Arbeitervereine betreffen, sind nur an die Borstände derfelben zu richten. Briefe nicht, hatte auch nichts gegen eine Abhaltung der MaiArbeiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegend. tittwody. Nebungsfeier in befagtem Lofale, war aber dem Dekonom gegenüber ftunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Biebesfreiheit, Freya,( Gem. Chor), Alte Schönhauser machtlos und fonnte nur erwirken, daß derselbe seine Schadens Blumenstraße 38, bet Sente. Silaritas, Hochstraße 32 a, bet fumme auf 900 M. ermäßigte. Das Lofal Feldschlößchen" traße 22-23, Bohow's Braueret. Wilfe. Deutsche Eiche, Blumenstraße 46, bei Went. 6 th o 1, ( Defonom Müller), Müllerstr. 142, wurde ebenfaus verweigert, Bantow, Schulzeitr. 27.& erche, Bernauerstr. 72, Restaurant zum Bett Gefangverein der Steinmeyen, Johannisitr. 20, bei Müller. trotzdem alle gestellten Bedingungen erfüllt werden sollten. Der get". Inhaber erklärte sich aber später bereit, in beschränktem Maße Männer- Gefangverein der Kürschner, D. V. D. Br. Berlin, Neue FriedrichStraße 44, bet Söllig. Gübot 2, Cuvrystraße 16, bet Siemer. Ganges fein Lotal herzugeben, zu Bedingungen, auf welche die Genossen tuft, Bülowstr. 69, bet Gründer. Steinnette, Röslinerstr. 17, bet 2yra 1, Raupachstr. 6, bet Stachel. Euphonia, Annendes sechsten Wahlkreises nicht eingehen zu können erklärten. Die wendt. Hand in hand 1, Mariannenstr. 31-32, bet Verhandlungen mit Weimann's Boltsgarten haben sich völlig fraße 16, bei Reßner. Doberfiein. Schneeglöckchen 1, Rottbuser Damm 39, bet Jacob. - Gleich heit, Abends 8% Ubr bei Schönemann, Staligerstr. 7.- Emanzipation, * Rütli, Literatur. Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diek' Verlag) ist soeben das 29. Heft des 10. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Gine parlamentarische Bosse. Zur Würdigung Friedrich Albert Lange's. Von Eduard Bernstein. I. Biographisches. I. Biographisches.- Das politische Erwachen der russischen Arbeiter und ihre Maifeier von 1891.( Fortfehung.) Die fächsischen Konservativen. Die Vernichtung der Klein betriebe. Von Dr. H. Lux. Literarische Rundschau. Vermischkes: Der Dichter Friedrich von Bodenstedt ist Montag den zerschlagen, infolge dessen dieses Lokal nunmehr auf der Boykott- neeglöden 2, Potsdam, Brandenburger Kommuitation 16, bet liste ist. Der Defonom der Norddeutschen Brauerei lehnte fein Glafer. Unverbroffen, Abends 8% Uhr, bei Sachs, Lindowerfir. 20. 18. April, Abends 9 Uhr in Wiesbaden an der Lungenentzündung Lokal rundweg ab, die Brauereidirektion hat aber Einfluß und-toter'scher Gefangverein, Landsbergerſtr. 31, bet mujejom. Friedenau im Kurhaus. Borwärts 5, Friebrichshagen, Rundthell, bei verstorben. ist uns nicht abgeneigt. Die Verhandlungen schweben noch. Der Berche. Freundestreue( Gemischter Chor), Jübenstr. 55, bet Triefch Am 22. April 1819 zu Beine in Hannover geboren, widmete Lorbeertrans, Landsberger Plaz 6, bet Müller. neue Bächter des Puhlmann'schen Lokals( Schönhauser Allee) mann. Südosti fich Bodenstedt ursprünglich dem Kaufmannsstande, gab jedoch Köpniderftr. 191, Steftaurant. Soffnung 1, Friedrichsberg, Friedrich giebt sein Lotal ebenfalls nicht zu Bersammlungszwecken her. Startstraße 34, bet Schulze. Rothe Nette, Schöneberg, Golstr. 43, diese Laufbahn auf und studirte in Göttingen, München und Bernau empfahl die Fassung einer Resolution, welche nur der bei Stegeler. Freiheit 1, Sulmfix. 86, bet Baumann. Freiheit, Berlin alte und neue Sprachen, Geschichte und Philosophie. Seine Laufbahn war eine abwechselungsreiche. Er war Redakteur, profesors in Tawastehus, wurde vor einigen Tagen zum Tode| Agitation bei den nächsten Wahlen und die Errichtung von Professor und Hoftheater- Direktor. Großen Erfolg erzielte er verurtheilt, und zwar soll sie zuerst geföpft und dann verbrannt Agitationskomitees. " Brüssel, 19. April. Die Veranstaltung eines Umzuges am 1. Mai ist gestattet worden; es werden aber bereits Maßregeln zur Aufrechthaltung der Ordnung vorbereitet. mit seiner Gedichtsammlung:„ Mirza Schaffy"; dieselbe sichert werden, weil sie ihren Mann vergiftet hat. Das Paar war seit Lübeck, 19. April. Der sozialdemokratische Parteitag stellte ihm einen dauernden Ehrenplay in unserer Literatur. Dieses 1890 verheirathet und schien sehr glücklich zu leben. Der Ehe für die nächsten Wahlen folgende Kandidaten auf: HagenowWert, das fast in allen europäischen Sprachen übersetzt wurde, war auch ein Kind entsprossen. Die Frau hatte viele Launen, Grevesmühlen: Peters- Schwerin; für Schwerin- Wismar den bildet den Glanzpunkt seiner poetischen Schöpfungen. Die Gedichte doch behandelle ihr Mann sie sehr freundlich, obgleich sie eine Redakteur Groth aus Bielefeld; für Parchim: Begelow- Barchim; find nicht, wie allgemein angenommen wurde, Uebertragungen auffallende Neigung für einen in seinem Haufe wohnenden Stu- für Malchin- Waren: Schwarz- Lübeck; für Rostock- Doberan: morgenländischer Originale, sondern, mit nur wenigen Ausnahmen, denten hatte. Am Morgen des 24. Febr. d. J. fand man den Professor Kretschmar; für Güstrow- Ribniz: Kant- Güstrow; für Mecklen Originale. Bodenstedt war sehr produktiv und hat durch seine todt in seinem Bette, und die Untersuchung ergab Vergiftung. burg- Strelig: Lütgenau- Berlin. Uebersetzung englischer Dramen fehr viel zur Kenntniß des Einen Monat später wurde die Frau verhaftet, weil sich die Ver englischen Theaters aus Shakespeare's Beiten beigetragen. Früher dachtsgründe gegen sie mehrten. Sie hatte den Namen ihres demokratisch angehaucht, hatte er sich im Laufe der Zeit immer Mannes auf einem Check gefälscht und auch sonst auffällige Geld mehr der reaktionären Strömung überlassen. In der von ihm geschäfte gemacht. Die Fälschung gab Frau Sainio zu, die BeParis, 19. April. Sämmtliche Präfetten ersuchten das herausgegebenen Berliner Täglichen Rundschau" hatte er das schuldigung, ihren Mann vergiftet zu haben, wies sie jedoch An- Ministerium des Innern um Instruktionen für den 1. Mai. Ariom aufgestellt: Die Politik verdirbt den Charakter", und fangs zurück und meinte, daß er Selbstmord verübt habe, weil Washington, 18. April. In der Streitfrage der Behringsso ist er denn glücklich als Hofrath" zur Ruhe gegangen. er Gewissensbisse wegen eines Verhältnisses mit einer anderen meer- Fischerei wurde der neue modus vivendi, dessen Be Ueber den Mecklenburger angeblichen Nihilisten" Frau empfunden habe. Durch verschiedene Zeugen werden jedoch ftimmungen mit denen des legten Jahres identisch sind, Brandt wird der Frankfurter 8tg." aus Rom geschrieben: diese Behauptungen der Frau Sainio als unwahr erwiesen, und gestern ratifizirt. Der Seehund- Fang der amerikanischen Die italienische Preffe, die anfänglich geneigt schien, das thörichte schließlich gestand sie auch ein, daß sie ihren Mann vergiftet Gesellschaft ist auf 7500 Stüd festgefeßt. Im Falle Polizeimärchen von dem Spion Jwanow- Brandt zu glauben, hat habe. Derselbe hatte ihr Vorwürfe wegen der Fälschung seiner die angerufenen Schiedsrichter sich zu Ungunsten der fich in den letzten Tagen mehrfach veranlaßt gesehen, zu Gunsten Unterschrift gemacht, und sie habe geglaubt, nur dadurch, daß sie Vereinigten Staaten aussprechen, sollen die letteren ins des Genannten eine Lanze zn brechen. Die Verwunderung ist ihn umbringe, aus ihren Schwierigkeiten herauszukommen. folge einer der getroffenen Bestimmungen an England allgemein, daß Brandt noch im Gefängniß fißt, obwohl er weder Uebrigens habe sie ihn nie geliebt. eine entsprechende Entschädigung zu zahlen gehalten sein. in flagranti bei Verübung eines Verbrechens ergriffen wurde, noch bisher aus seinen Papieren oder durch diplomatische Nach frage etwas zu seinen Basten fonstatirt werden konnte, außer daß er sich durch seine äußere Erscheinung auffällig macht. Im schlimmsten Falle hat man in Brandt einen Abenteurer ding- Seegang. Boot 3 Stunden unterwegs. fest gemacht, dessen Erlebnisse auf galantem Gebiet liegen und der anscheinend zur Erzielung eines höheren Effekts sich mit der Gloria eines gegen Mostowitertyrannei ruhmreich unterlegenen Märtyrers ungab. Ist das ein Verbrechen, so könnte die italienische Polizei sich viel Bewegung verschaffen, wenn sie Alle verhaften wollte, die in Italien unter einem falschen Namen leben, denn vielen Schriftstellern und Künstlern ist es bequem, auch im bürgerlichen Leben mit dem Rom de guerre gerufen zu werden, unter dem sie der Welt bekannt geworden sind. Da die Polizei auf die Dauer diese Verhaftung nicht aufrecht erhalten fann und Scheu haben wird, ihren Mißgriff einzugestehen, wird Die Angelegenheit wahrscheinlich mit der Abschiebung Brandt's von den Dieben zu säubern. stillschweigend beendigt werden. Mehrere italienische Deputirte Auf dem Londoner Bahnhofe Hempstead Heath kamen haben sich bereits für die Freilassung Brandt's verwandt; am Montag Abend bei der Rückkehr des Publikums von den Aushoffentlich werden fie in diesem Bemühen von den amtlichen flügen mehrere Personen im Gedränge ums Leben. Vertretern des Deutschen Reichs in Italien unterstützt, die ja In der Oase des Fayum ist, wie aus Kairo berichtet die natürlichen Beschützer hier weilender deutscher Reichs- wird, eine wichtige Entdeckung gemacht worden, indem es Proangehörigen find. feffor v. Kaufmann gelang, bei umfassenden Ausgrabungen am Die Rettungsstation Putgarten telegraphirt: Am 18. April Eine andere Klausel ordnet an, daß Schiffe, welche bei der vom von dem bei Arconariff gesunkenen deutschen Schuner„ Johanna", Gesez untersagten Seehundfischerei betroffen und von einer der Kapitän Berg, vier Personen gerettet durch das Rettungsboot, beiden Nationen aufgebracht werden, ihrer eigenen Regierung H. H. Meier" der Station Putgarten. Heftiger Ostwind, hoher ausgeliefert werden sollen. Die Amerikanische Gesellschaft hat jedoch einen Protest gegen die Beschränkung ihres Fanges er hoben, und die ganze Angelegenheit wird dem Komitee für aus wärtige Angelegenheiten überwiesen werden. präsentantenhause wurde das Marinebudget angenommen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Büttich haben die für den 1. Mai geplanten sozialistischen Kunds Brüffel, 17. April. Die Bürgermeister von Gent und gebungen verboten. Huglück auf See. Die Stettiner Brigg Felig" scheiterte und fenterte vorgestern Morgen an den Burnham Flats( Norfolk). Der Kapitän ist gerettet, fieben Mann ertranten. In dem ReDie epidemischen Krankheiten an der russisch- polnischen Grenze nehmen zu; im Gouvernement Riew grassiren die schwarzen Blattern, meist mit tödtlichem Ausgange; in einzelnen Orten erlagen der Krankheit einige hundert Personen. Sheriffs, und Wiehdieben tam es bei Riverside in Wyoming( Ver- der Times", zwischen Frankreich und England sei über alle Zu blutigen Kämpfen zwischen Polizisten, den Leuten des Paris, 19. April. In Regierungskreisen wird die Meldung einigte Staaten). 21 Diebe und 18 Leute des Sheriffs blieben zwischen ihnen schwebenden folonialen Fragen sowie auch über todt auf dem Plazhe. Militär ist beordert worden, um die Gegend die bulgarische Frage ein Einvernehmen hergestellt, als unrichtig bezeichnet und dahin richtiggestellt, daß die beiden Mächte fich lediglich über eine parallele Aktion zur Verhinderung des Verfaufs von Kriegswaffen an die eingeborenen Völker Afrikas ver ständigt hätten. Freifinniges. Die freisinnige Neue Bürgerzeitung" in Wüstenrande der genannten Dase, in El- Lahun, dicht bei der Neustadt( Pfalz) warf ihren Aktionären für das letzte Geschäfts- Pyramide des Königs Usertersen II., in einem 12 m tiefen jahr 20 pet. Dividende ab. Dabei konnten noch 6000 M. für Brunnengrabe den ersten uneröffneten Sarkophag zu finden, der Prioritätsaktien zurückgezahlt worden. Trotz dieses günstigen überhaupt je aus der Zeit sowohl des alten als des mittlern Standes der Finanzen weigerte sich der Aufsichtsrath, dem Reiches im Fayum festgestellt worden ist. Der mächtige RalfsteinRedakteur des Blattes, Herrn Paul Bader, die Kosten eines Sartophag, der allem Anschein nach der Zeit der 11. Dynastie Beleidigungsprozesses zu zahlen, den der Verleger einer national- entstammt, wird gegenwärtig von den Ingenieuren der Verliberalen Zeitung wider Herrn Bader angestrengt hatte. waltung des Museums in Kairo gehoben, um nach seiner UeberGroßer Brand. Im Eifeldorf Weidenbach sind 48 Wohnführung nach Kairo in Gegenwart seines Entdeckers geöffnet zu häuser und 50 Dekonomiegebäude durch eine Feuersbrunst ver- werden. nichtet worden. Gestorben sind in München, Professor der hiesigen medizinischen Fakultät Franz Seiß und Regierungsrath Peey, der Dichter des Chiemseegaues. In Düsseldorf der Maler Stegmann. Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Briefkaffen der Redaktion. Arbeiterpresse, Budapest. Ein derartiges Blatt ist uns nicht bekannt. .. Wissen wir auch nicht. 6. T.- Köpenick und O. G.- Reinickendorf. Ihre Schreiben sind der Lokalkommission übergeben. fangen, dann fönnen wir Ihnen auch nicht helfen. Brig. Wenn Sie nicht selbst den Meister gerichtlich be C. Ch., Prenzlauerstraße. Um aus der Ortstrankenkasse auszutreten, müssen Sie ein Vierteljahr vor Schluß des Geschäftsjahres derselben ihren Austritt erklären. Da sie Hutmacher sind, fo liegt es doch am nächsten, daß Sie dem Hutmacherverband und deren Krankenkasse beitreten. Die Versicherung haben Sie selbst zu besorgen. Nugen der Einschätzungspflicht. In Elberfeld fonnte die Kommunalsteuer von 350 p& t. der Staatseinkommen., Urbanstraße. Sie können die Antwort verweigern. Steuer auf 230, in Schwelm von 320 auf 190, in Stolberg Abonnent, Königsbergerstraße. Der Vater hat seinem non 260 auf 140 pet. herabgesetzt werden. Lübec, 19. April. Der hier tagende sozialdemokratische unehelichen Rinde 500 m. vermacht; die Mutter läßt dieses für Aus Helsingfors wird berichtet: Gine 24 Jahre alte Parteitag für Mecklenburg und Lübeck ist von 31 Delegirten aus den Unterhalt des Kindes vom Vormunde ratenweise auszahlen. Finländerin, Frau Anna Sainio, die Gattin eines Gymnasial- 23 Städten besucht. Der Parteitag verhandelt zunächst über die Das hat nichts Befremdendes. Bock- Brauerei. zu Drucksachen jeder Art liefern gut u. zu soliden Preisen Böllhoff& Schumann, Teltowerst.17. Achtung! Südwesten. Empfehle den großen Garten mit beiden hälen Sommer J. Semmel, prakt. Zahn- Arzt, Seßlichkeiten. 2158L August Tiedemann, Dekonom. Elegante Herren- u. 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