Nr. 299. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1902 unter Nr. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 19. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 fg. ,, Kleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Nach dem Kampfe. III. Als der Reichstag am 14. Oktober wieder zusammentrat, waren faum hundert Mann im Sigungsfaal anwesend. Und in dieser Beziehung sollte sich das Bild bis zum fünften Aft des Schauspiels nicht verändern. Die Privatwohlthäter des Brotwuchers, die die Mehrheitsabgeordneten für die möglichst rasche Erledigung eines bestimmten einträglichen Gefeßes bezahlten, hatten den Beutel noch nicht aufgethan. Vor leeren Bänken verhandelte man über Petitionen, vor leeren Bänken nahm man tags darauf die Beratung der socialdemokratischen Arbeitslosen Interpellation dort auf, wo man sie vor neun Monaten liegen gelassen hatte. Sodann brach man die Debatte wieder ab, um höhere Schichten der Arbeitslosen mit Zollliebesgaben zu bewohlthätern. Dienstag, den 23. Dezember 1902. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Am selben Tage sah die Mehrheit ein, daß ihr kein Mittel zur nommener Schritt, ohne jede Einwirkung von seiten der GewerkschaftsVerfügung stand, eine Opposition zu nebeln, die den Boden strengster beamten. Erst nachdem der Streit ausgebrochen war, traten die Gesetzlichkeit nicht verletzt. Und so beschloß sie, die Geschäftsordnung angestellten Beamten in Aftion, um die Bewegung zu leiten. Der abzuändern. Diese Abänderung bestehender Normen nicht aus all- lokale Führer war ein gewisser Mr. Holmes, der bald an die gemeinen Gründen, sondern nur deshalb, weil sie nur einer augen- Exekutive, d. H. an Mr. Bell nach London über den Ausbruch des blicklichen Mehrheit unangenehm waren, reiht sich den schlimmsten Streits berichtete und um Geldunterstützungen ersuchte. Diese wurden aften der Gelegenheits- Gesetzgebung an, die. jemals den Parla- ihm bewilligt. Mittlerweile wurde die Taff- Vale- Bahnlinie mit mentarismus entwürdigt haben. Pickets( Streitposten) scharf besetzt, die den Verkehr zum Stillstand Der Begehung der That stand aber die Geschäftsordnung selbst ent- brachten. Das Picketing war nichts weniger als friedlich, aber gegen. Ein Beweis, daß diese jetzt zerfetzte Geschäftsordnung noch es hatte keinen andren Charakter als das Bideting bei nicht die schlechteste war. Man mußte sie erst totschlagen, bevor andern Streits in den letzten zwei oder drei Jahrzehnten. Die man sie schänden konnte. Den Antrag ich bichler denn Arbeitswilligen wurden gezwungen, sich dem Ausstande anzuschließen, um ihn handelte es sich zunächst konnte die Mehrheit nur und wo Ueberrebung oder Geld nicht halfen, da wurde auch zur dadurch auf die Tagesordnung zwingen, indem sie ihm vor allen Gewalt gegriffen. Erst die Furcht vor förperlicher Büchtigung hielt andren früher eingebrachten Initiativanträgen den Vorrang gab. die Arbeitswilligen in Schranken. Wie gesagt, das war nichts Neues. Am 11. November war das Haus abermals beschluß- Aber so lange das britische Publikum dem Gewerkschaftswesen freundAm 16. Oktober mußte noch eine Interpellation betreffend die unfähig. Grund: das schöne Jagdwetter. Erst am 12. hatte lich gegenüberstand, sah es in dieser Methode nichts verwerfliches. Fleischnot unerledigt aus dem Wege geräumt werden, und es man die erforderliche Mannschaft zusammengetrommelt, und Herr Der bedeutendste englische Jurist und Lordrichter Lindley begann die zweite Lesung des Tarifgefeges. Eine agrarische Knüppel- Richter übernahm auf Grund der mehr als dreißigjährigen fagte im Jahre 1896 in dem Gewerkschaftsentscheide in Sachen garde, die auf ein gegebenes Zeichen Beschlußfähigkeit zu martieren parlamentarischen Braris", deren er sich rühmte, die Führung im Lyons gegen wiltins: Kein Streit tann wirkungsvoll gehat, wird im Restaurant mühselig zusammengehalten. Es beginnt Stampfe gegen den§ 35, der die Initiativanträge der Minderheit macht werden, wenn sich die Pickets innerhalb des gesetzlichen die Debatte über die Minimalzölle auf Roggen, Weizen, Hafer und vor der Zurücksetzung schützen will. Es wurde beschlossen, am Rahmens halten". War num der Streit legal, so mußte man seine Gerste. Sie dauert sieben Tage und wird vielfach aufgehalten durch 13. November über die lex Aichbichler zu verhandeln. Methoden billigen. Und man hatte sie thatsächlich bis zum Jahre 1900 die Wiederholung jener agrarischen Scheinforderungen, die dann in Am 14. November war der Gewaltstreich zur vollendeten That ge- gebilligt. Ueberhaupt darf man sagen, wenn der Brite ordnungsder dritten Lesung aufgegeben wurden. Fünf volle Tage wurden worden, war die papierne namentliche Abstimmung durch Ab- und gesezesliebend ist, so nur, weil die Drdnung und die Gesetze nicht auf die Beratung der Minimalzölle auf Pferde und Bich verwendet, würgung aller Abänderungsanträge zum Beschluß erhoben, und am allzu enge gezogen find. Nach britischen Begriffen sind Gesetze da, obwohl die Drahtzieher wußten, daß diese Minimalzölle in der 15. November war das Haus beschlußunfähig! In sicherer um freiheitlich leben zu können, und nicht etwa, um der Polizei und dritten Lesung aus dem Gesetz beseitigt werden müßten. Keine Ge- Erwartung dieser Thatsache hatte der Präsident ohnehin Petitionen den Richtern Gelegenheit zu geben, die Bürger zu maltraitieren. schichtsfälschung kann diese Thatsache aus der Welt schaffen, auf die Tagesordnung gestellt. Um Zeit für die Verständigung zu Dies war wenigstens bis zum Jahre 1900 der Fall. Die Taffdaß die Mehrheit eine ganze Woche dafür geopfert hat, um gewinnen und um dem Haufe Gelegenheit zu geben, sich von seiner Vale- Pickets thaten ihre Pflicht nach den gewöhnlichen Gewerkschaftsihren Umfall in einem einzigen Punkte vor den Wählern zu ständigen Beschlußunfähigkeit zu erholen, setzte der Präsident die Be- methoden. Mr. Bell erschien ebenfalls auf dem Streitgebiet und markieren. Es gehört eine arge Frivolität dazu, in der ratungen bis zum 20. November aus. An diesem Tage sowie am verfuchte den Ausstand beizulegen. Aber die Bahngesellschaft- im zweiten Lesung breitmäulig für Anträge zu reden, von denen nächsten wurde die fachliche Beratung von der Mehrheit durch keine Bewußtsein ihres Herrentums wandte sich an den Richter um man schon weiß, daß man sie in der dritten fallen lassen Geschäftsordnungs- Tumulte gestört. Am 22. Sonnabend!-be- einen Einhaltsbefehl gegen die Pickets. Richter Farwell fam wird. Aber diese Frivolität wird zur gigantischen Frechheit, wenn riet man über eine socialdemokratische Interpellation. ihrem Ansuchen nach und sprach gleichzeitig den Grundsatz aus, daß man mit demselben Atem, mit dem man solche Zeitbergeudung treibt, Am folgenden Montag wurde die Beratung des Bolltarif- Gesetzes die Gewerkschaft to operativ für die Zuwiderhandlungen andre der Zeitbergeudung beschuldigt. fortgesetzt. Das Haus war befchlußunfähig! verantwortlich ist. Mit der Unmöglichkeit des energischen Kaum aber war die Debatte über die Viehzölle vor fast völlig Am 27. November war die zweite Lesung des Zolltarif- Gefeßes Streifpoftenstehens brach der Ausstand bald zusammen. Die leeren Bänken zu Ende geführt worden, so bewies die Mehrheit, beendigt. Bedenkt man die Wichtigkeit des Gesetzes, erwägt man, Arbeiter nahmen ihre Beschäftigung wieder auf, wofür daß sie nicht minder getvaltthätig als faul und gewiffenlos fei. Am wieviel Zeit die Mehrheitsparteien selbst durch ihre beharrliche die Gesellschaft fich verpflichtete, die Pickets nicht zu be29. Oktober wurde in die Geschäftsordnung die erste Bresche ge- Schwänzerei und mit Beratung von Anträgen vertrödelt hatte, die lungen. Der Streit war wohl zu Ende, aber er hatte ein ganz schossen. Man nahm der Minderheit das Recht, Abgar nicht ernst gemeint waren, nimmt man hinzu, was an Zeit neues Princip in das Gewerkschaftsrecht gebracht. Bis zum Entänderungsanträge zu stellen. scheide des Nichters Farwell waren für den durch den Streit verursachten Schaden nur diejenigen Personen verantwortlich, die sich Ungefeßlichkeiten zu Schulden kommen ließen; die Gewerkschaft als Ganzes konnte nicht zur Verantwortung gezogen werden; und da die einzelnen Arbeiter, nicht zahlen konnten, so hatte auch das Kapital sein Recht verloren. Nach dem Entscheide Farwells sollte die Gewerkschaft für die Ungesetzlichkeiten einzelner Gewerkschaftsvertreter aufkommen. Und die Gewerkschaft hat eine Kaffe und kann zahlen. Das Kapital fah sich plötzlich in den Stand gesetzt, die GewerkDiese Leute hatten an Ehre und Gewissen nichts mehr zu verschaften finanziell zu ruinieren, d. h. ihnen den Garaus zu machen, lieren, als fie fich zum äußersten, zum schändlichsten Streich ent- denn ohne Geld feine Organisation und kein Streit, und ohne die schlossen: zum Antrag Stardorff! Furcht vor einem Streit, keine Konzessionen an die Arbeiter. Als Versuchskaninchen gaben sich die um Wangenheim gerne her. Durch den Antrag des Centrumsabgeordneten Herold wurde über die Minimalzollanträge der äußersten Rechten ohne weiteres zur Tagesordnung übergegangen, ohne daß die Antragsteller selbst das Wort erhalten hätten. Was früher durch vorzeitigen Schluß der Debatte bewirkt worden war, wurde jegt durch die neue Handhabung der Tagesordnungs- Anträge zum System ausgebaut. Indem sich später dieser Rechtsbruch mit der Gröberei verfilzte, entstand ein Zustand, wie er wohl in feinem Parlamente der Welt erlebt worden ist. Jetzt kann jeder Minderheitsantrag, der der regierenden Clique unangenehm ist, binnen fünf Minuten abgethan werden. Auf Gegenrede braucht sich diese Clique nicht mehr einzulassen. Denn sie hat die Macht. durch Geschäftsordnungs- Debatten verloren ging, die erst durch das Vorgehen der Mehrheit notwendig geworden waren, dann wird man den Zeitraum vom 14. Oftober bis zum 27. November gewiß nicht übermäßig lang finden. Trotzdem hatte sich die Mehrheit an allen Ecken und Enden blamiert. Ihre Gewaltthätigkeit, ihr schnöder Rechtsbruch gingen nact am Tage, ihre Aenderungen und Durchbrechungen der Geschäftsordnung hatten die Spigen gegen fie selbst gekehrt. Die Dummheit wird im Gefühle ihrer Hilflosigkeit brutal. Gleichwohl war dieser erste Gewaltstreich so tölpelhaft erdacht, Die Verurteilung einer Gewerkschaft. " Die Gewerkschaft der Eisenbahn- Angestellten appellierte an die zweite Instanz, den Master of the Rolls, der das Urteil Farwells umstieß, und zu der bis dahin geltenden Praxis zurückkehrte, worauf daß er entweder zum Nachteile der Mehrheit ausschlagen, oder London, 20. Dezember.( Eig. Ber.) die Bahngesellschaft an die Lordrichter appellierte. Am 22. Juli 1901 aber durch neue noch schlimmere Rechtsbrüche korrigiert Beim Oberhofgericht zu London tam gestern abends ein wichtiger stellten sie das Urteil Farwells wieder her, das hierdurch für alle werden mußte. einmal bekam die Mehrheit die Gewerkschaftsprozeß zu Ende. Die Regreßflage der Taff- Vale- Bahn- Instanzen rechtsbindend wurde. Noch mehr: es ist einem Geseze Unsinnigkeit ihrer Praxis am eignen Leibe zu spüren. Daß alle gesellschaft wurde zu Ungunsten der organisierten Arbeiter ent- gleich zu betrachten, bis es durch ein vom Barlamente angenommenes ihre winkeladvokatorischen Kniffe zu ihrem eignen Nachteile aus- fchieden. Die Bahngesellschaft schätzt den Schaden, den sie durch den neues Gesetz beseitigt wird. Es ist also die parlamentarische schlugen, versetzte sie in helle Wut. Statt zu einer loghalen Aus- Streit im Monat August 1900 erlitten, auf über 27 000 Pfd. Stert. Aktion, die in England die oberste Instanz bildet. Allein die legung der Geschäftsordnung zurückzukehren, verstrickte sie sich immer( 550 000 M.), jedoch einigten sich beide Parteien vor Gericht, daß der britischen Arbeiter sehen dies noch nicht ein. tiefer in das Netz der Sünde. vorsitzende Richter die Höhe des Schadensersages bestimmen sollte, Nachdem die Bahngesellschaft im Besitze des Lord- Enscheides war, Am 30. Oftober war durch die Annahme solcher Anträge, was erst am Montag, den 22. Dezember, gefchehen wird. Das reichte sie die Regreßllage gegen Bell und Genoffen als die die Regierung für unannehmbar erklärt hatte, die Ver- Endergebnis, das übrigens von keiner principiellen Bedeutung mehr Vertreter der Gewerkschaft ein, die am 3. Dezember zur Verhandwirrung aufs höchste gestiegen. Als aber die Oppofition aus sein kann, wird sofort nach Bekanntmachung den Lesern des Vor- lung kam und gestern mit einer Verurteilung der Gewerkschaft abdieser vertvorrenen Lage die einzig richtige Folgerung zog wärts" mitgeteilt werden. Unvergleichlich wichtiger ist der gestern schloß. Die Kläger behaupteten, die Angestellten hätten sich und die Vertagung der weiteren Beratungen beantragte, da riß abgegebene Schiedsspruch der Geschworenen gegen die beklagte Ge- in bösartiger Weise verschworen, die Gesellschaft zu schädigen. der Zorn den Zolljägern die Maske vom Gesicht. In der dritten werkschaft. Im englischen Gewerkschaftsrecht spielt die Verschwörung dieselbe Lesung werde sich schon alles finden, erklärte Graf Limburg- Was bedeutet dieser Prozeß für das britische Gewerkschafts- Rolle wie in Deutschland die Erpressung. Dieses Ziel wäre ferner Stirum. Alles, was vorangegangen war, war also eine nichts- wesen? durch ungesetzliche Mittel: Kontraktbruch und gewaltthätiges würdige, zeitraubende Komödie gewesen. Herr Richter aber Sehen wir vorerst, was der Thatbestand des Prozesses war. Bideting erreicht worden. Diese Handlungen verstoßen gegen das behauptet, die„ blindtäppische, rein mechanische Obstruktion der Social- Auf der Eisenbahnlinie des Taff- Bale( Taff- Thals) in Wales Verschwörungs- und Eigentumsschutz- Gesetz vom Jahre 1875, fotie demokratie" jei die wirkende Ursache der Berständigung gewesen. brach im Monat August 1900 ein Streit aus, an dem ungefähr gegen das Lord- Urteil vom 5. August 1901 in Sachen Quinn gegen Ats- nach den katholischen Feiertagen am 4. November die 1300 Arbeiter beteiligt waren. Die Eisenbahn- Angestellten dieser Leatham. Schließlich beruhte die Klage auf dem Lord- Entscheide Verhandlungen wieder aufgenommen wurden, war das Haus nicht Linie find organisiert in der Railway Servants Union, deren vom 22. Juli 1901. beschlußfähig! Die Zollmehrheit, die wenige Tage zuvor den Generalsekretär Mr. Richard Bell gleichzeitig den Wahlkreis Die Verteidigung fuchte vor allem zu beweisen, daß der Bertagungsantrag Barth mit Wutgeheul niedergestimmt hatte, war Derby im Parlamente vertritt. Die unmittelbare Ursache des Streits Streit ein spontaner Aft der Taff- Vale- Arbeiter gewesen sei; 85 Mann start auf der Bildfläche erschienen. Wieder Zeit verloren war die Maßregelung eines Signalwärters Mr. Ewington, der sich die Gewerkschaftsbeamten hätten ihn nicht organisiert; sie hätten durch die Schuld der Mehrheit! durch gewerkschaftlichen Eifer auszeichnete und für seine Organisation auch die Gewaltmittel der Pickets nicht gebilligt; Bell wäre nach Wir warten nur auf ein beschlußfähiges Haus, um die Debatte thätig war. Die Maßregelung war eine eigenartige und wirft ein dem Streifgebiet gefahren, um den Ausstand friedlich beizulegen; schließen zu können," erklärte Tags darauf Graf Kanig mit gewisses Licht auf die vorsichtigen und Klugen Methoden britischer schließlich sei im Lord- Entscheide noch lange nicht klar festgelegt, daß chnischer Offenheit. Es handelte sich um einen socialdemokratischen Unternehmer. Mr. Ewington wurde bersetzt, und zwar auf einen eine Gewerkschaft eine juristische Person bilde. Antrag. besserbezahlten Posten, wo ihm aber die Gelegenheit zu In seiner Belehrung an die Geschwornen schloß sich der Nichter Am 7. November standen 14 die verschiedensten Gebiete be- gewerkschaftlicher Thätigkeit genommen war, denn der Posten war indes den Darstellungen der Kläger an und erklärte, daß auf Grund handelnde Bestimmungen des§ 5 des Zolltarif- Gesezes geziemlich isoliert. Vom gewerkschaftlichen Standpunkte war dies des Lord- Entscheids vom 22. Juli 1901 eine Gewerkschaft als eine Art meinsam zur Beratung. Da eine sachliche Behandlung aller ohne Zweifel eine Maßregelung, dagegen konnte das Publikum Korporation zu behandeln sei. Er legte sodann den Geschworenn diefer Bestimmungen notwendig war, ein zweiter Redner unsrer darin nur eine Beförderung in einen höheren Posten drei Fragen vor: Fraktion nach der herrschenden Bragis aber feine Aussicht hatte, zum erbliden. Ewington lehnte die ihm angebotene Beförderung ab und 1. Haben sich die Angeklagten verschworen, die Kläger durch un Worte gelaffen zu werden, hielt Stadthagen eine streng sachliche wollte in seiner alten Stellung bleiben. Die Gesellschaft berief sich gefeßliche Mittel zu belästigen und zu schädigen? Rede, die etwas über vier Stunden währte. Inzwischen fam eine auf die bekannte Parole, daß sie„ Herr im Hause" ist, und stellte johlende tobende Menge aus den Restaurationsräumen in den Saal Ewington vor die Alternative der Entlassung. Daraufhin brach der gestürmt, die den Redner auch unausgesetzte Schlußrufe unterbrach. Streit aus; bei einer Anzahl von Arbeitern, die eine vierzehn- Streits autorisiert oder unterstützt? Indes hatten sie nur gemeiniugert: eine Abstimmung ergab, daß tägige Kündigung einzureichen hatten, bedeutete der Streit einen Alle drei Fragen wurden von den Geschwornen bejaht. Die das Hausbeschlußunfähig war. Kontrattbruch. Es war also ein von den Arbeitern felbft unter- Gewerkschaft ist hiermit verurteilt zur Zahlung des Schadensersages, " 2. Haben sie die Arbeiter überredet, ihre Verträge zu brechen? 3. Haben sie die ungefeßlichen Mittel bei der Durchführung des deffen Höhe von Richter am nächsten Montag bestimmt werden wird.| Vergnügen sich bezahlen lassen", auch wenn sie als Landräte bereits Selbstredend auch zur Tragung der Prozeßkosten, die bescheiden vom Staate ihr volles Gehalt beziehen. gerechnet sich auf 150 000 m. belaufen dürften. Wenn jetzt der Bundesrat trotz des konservativen Widerspruchs Die verurteilte Gewerkschaft ist vorläufig entschlossen, Berufung dem Centrumsantrag zustimmen will, so zeigt dies, daß das einzulegen. Es ist indes sicher, daß das gefällte Urteil bestätigt Centrum diejenige Partei geworden ist, auf welche die Regierungen wird. Rücksicht zu nehmen gezwungen sind, weil das Centrum sich hat Mit Ausnahme einiger wenigen radikalen Blätter jubelt die bereit finden lassen, die reaktionäre Politik der Regierungen zu ganze Presse über diesen Schlag gegen den Trades- Unionismus. sichern und zu fördern. Es wäre darum gänzlich irrig, wenn man Gewiß, die verurteilte Gewerkschaft ist zu Boden geworfen. So in der Diätenbewilligung die Bekehrung der Regierungen zu einer schmerzhaft und gefahrvoll dieser Sturz ist, so wird die Reaktion volkstümlichen Forderung erblicken wollte. Diese Bewilligung würde dennoch nicht ihren Zweck erreichen. Was die ökonomische Waffe in nur die Bekehrung des Centrums zur uneingeschränkten Reaktion den Händen der Arbeiter an Schärfe verliert, wird die politische bestätigen. Solchen Kerls kann man gut und gern Diäten gewähren! Waffe gewinnen. Der Fehler des Trades- Unionismus war, daß er sich als Selbstztveck betrachtete, während er stets hätte eingedenk sein müssen, daß er nur ein Mittel ist. Sollte das gestrige Urteil wieder das richtige Verhältnis zwischen Mittel und Zweck herstellen, so wäre es kulturhistorisch der Kosten wert. * 營 * Der aus dem Antrag des Centrums hervorgegangene und vom Reichstag am 10. Mai 1901 mit 185 gegen 40 Stimmen beschlossene Gefeßentwurf betr. Abänderung des Artikel 32 der Reichsverfassung hat folgenden Wortlaut: Politische Uebersicht. nach Schluß besielben, freie Fahrt auf den Eiſenbahnen und für ist Berlin, den 22. Dezember. Wucher- Lohn. Einige Blätter teilen mit, daß im Bundesrat die Absicht bestehe, dem letzten Diätenantrag des Reichstags zuzustimmen. Die früheren Bedenken seien nunmehr zurückgetreten und der Bundesrat werde mit großer Mehrheit beschließen, daß von Beginn der nächsten Legislaturperiode Anwesenheitsgelder an die Reichstags- Abgeordneten gegeben werden. Auch die" Post", der die Diätenbewegung sehr zuwider ist, äußert die Meinung, es" spreche die innere Wahrscheinlichkeit dafür, daß in der Diätenfrage in nächster Zeit etwas geschieht. " Die Mitglieder des Reichstags erhalten aus Reichsmitteln während der Legislaturperiode und zwar so lange der Reichstag versammelt ist, sowie acht Tage vor Eröffnung und acht Tage die Dauer ihrer Anwesenheit in Berlin Anwesenheitsgelder in Höhe von zwanzig Mark für den Tag. Der Anwesenheit in Berlin steht es gleich, wenn der Abgeordnete durch Arbeiten für den Reichstag verhindert iſt, in Berlin anweſend zu ſein. den Anwesenheitsgeldern werden die Tagegelder abgerechnet, welche ein Mitglied des Reichstages in seiner besonderen Eigenschaft als Mitglied eines deutschen Landtages für dieselbe Zeit bezieht. Die näheren Bestimmungen erläßt der Präsident des Reichstages." Die letzten Ausgleichsverhandlungen. Forderungen gegenüber feudalistisch- flerikalen Bestrebungen getämpft. Es ist die liberale Fahne, die seitens der Socialdemokratie vorangetragen wird. Liberale Fordes rungen, stark radikalisiert, sind von der Socialdemokratie aufgegriffen und werden heute von ihr nachdrücklicher ver treten, als dies feitens der liberalen Parteien selbst geschieht. Die lebertreibungen des socialdemokratischen Radikalismus, soweit liberale Forderungen in Betracht kommen, sind daneben ohne ernste Gefahr, da für absehbare Zeit nur damit zu rechnen ist, daß im günstigsten Fall die bescheideneren Forderungen des bürgerlichen Liberalismus zur Durchführung gelangen.. Ist diese meine Auffassung richtig, so ergiebt sich daraus ohne tweiteres, was der Liberalismus zu thun hat, wenn er nicht auf jeden ernsthaften politischen Einfluß für die Folge verzichten will. Der Freifinn muß zeigen, daß er gewillt und befähigt ist, für die Durchführung wirklich liberaler Grundsätze in der praktischen Politik ebenso nachdrücklich einzutreten wie die Socialdemokratie. Nichts würde meines Erachtens bedauerlicher, ja kläglicher sein, als eine Preisgabe des Kampffeldes an die Socialdemokratie. Der Freisinn hat die wichtige Aufgabe zu erfüllen, möglichst große Teile des Bürgertums den liberalen Ideen zurückzugewinnen und das Bürgertum aus seiner politischen Schlaffheit aufzurütteln... Wo immer andrerseits bei einer Stichwahl zwischen einem verschämten oder unverschämten Reaktionär und einem Socialdemokraten der Freisinn die Entscheidung zu geben hat, darf er meiner Ansicht nach nicht zaudern, für den Socialdemokraten einzutreten, ganz einerlei, wie sich die Socialdemokratie ihrerseits verhält." irrig die Ansicht des Herrn Barth ist, daß die Socialdemokratie heute Es ist in diesem Augenblick nicht unsre Aufgabe zu zeigen, wie in der Hauptsache nur liberale Forderungen vertrete, und die tiefgebenden Unterſchiebe aufzuweisen, die uns auf vielen Gebieten bes politischen und wirtschaftlichen Lebens von der Partei des Herrn Barth trennen. Wichtig ist in diesem Augenblick nur das offenherzige Zu-st- Wien, 21. Dezember.( Eig. Ber.) geständnis Dr. Barths, daß der Liberalismus bisher nicht seine Die" Post" fügt dieser Bemerkung hinzu: Herr v. Szell, der ungarische Ministerpräsident, ist gestern mit Schuldigkeit that. Darum ruft der Führer der Freisinnigen Vereinigung " Daß der Bundesrat dem ihm vorliegenden Reichstags- einem Finanzminister in Wien angekommen, und nun soll der das Bürgertum auf, sich aus seiner politischen Schlaffheit zu erhebeit zu be= Entwurf einfach zustimmt, will uns dagegen fagenhafte Ausgleich endlich und wirklich in Ordnung kommen. Es und Seite an Seite mit der Arbeiterschaft die Reaktion fämpfen. fraglich erfcheinen. Eine andre Möglichkeit wäre, daß der ist auch höchste Zeit, denn, wie Herr v. Szell gestern im ungarischen der Abgeordnetenhause mitteilte, Bundesrat seinerseits dem Reichstag eine in seinem Sinne um= Handelsvertrag mit Die deutsche Arbeiterschaft hat stets das Bürgertum, tvenn es um gestaltete Vorlage macht. Jedenfalls aber dürfte die Er- Italien wird von Oestreich- Ungarn am 1. Januar Freiheit und Fortschritt kämpft, mit allem Nachdruck unterstützt und langung gewisser Kompensationen, wie wir früher gekündigt werden; die Fertigstellung eines neuen autonomen sie hat noch niemals einen liberalen Mann unterliegen lassen gegenausführten, in der Frage noch eine Rolle spielen." Zolltarifes ist also nicht zu umgehen und nunmehr eine über einem konservativen Reaktionär, soweit es in ihrer Macht lag. Die Kompensationen" der" Post" sind bekannt. Aber die Arbeiterschaft hat wieder und wieder erleben müssen, daß Die Kündigung des Vertrages Das Blatt wirklich dringende Aufgabe. mit Italien hat keine andre Ursache als die bekannte das Bürgertum die politische Freiheit und die sociale Gerechtigkeit möchte am liebsten als„ Entgelt" für Diäten die gänzliche Ber- weinzoll- klausel, jene Grenzbegünstigung für italienische nicht nur nicht geſchüßt, sondern im Bunde mit der Reaktion unterdrückt trümmerung des allgemeinen, gleichen, öffentlichen Wahlrechts. Weine, wonach Faßwein aus dem italienischen Grenzgebiet hat. Seit Jahrzehnten ist das deutsche Bürgertum mehr und mehr Mindestens verlangt es kleine" Kompenfationen wie: Be- statt der 20 Gulden Goldzoll, die Wein bei der Einfuhr nach der Reaktion verfallen. Immer mehr sind die geringen Rechte eines dingung längeren Aufenthalts zur Ausübung des Wahlrechts und Destreich zu zahlen hat, nur 3,20 Gulden( in Gold) bezahlen muß und es ist schwerlich zu erwarten, daß die Bemühungen des Herrn aufrechten und freiheitsliebenden Bürgertums zusammengeschmolzen Herauffeßung Altersgrenze. Dieser Sonderzoll war Italien schon im Handelsvertrage vom Wir sind nicht geneigt zu glauben, daß die Regierungen in Jahre 1887 zugestanden, wurde aber nicht aktiviert, weil Italien die Dr. Barth darin erhebliche Besserung bringen werden. Immerhin dieser Frage den Ratschlägen der" Post" folgen werde. Wenn die Gegenbedingung, die Herabfegung seines eignen Zolles auf 5,77 r., nehmen wir gern aufmerksamen Anteil an der angekündigten AufFr., Regierungen sich entschlossen haben, endlich von ihrem thörichten Konzession auch im Jahre 1891, doch schon im Jahre 1892 ent- Neben Dr. Barth erhebt in der„ Voss. Ztg." Professor v. Liszt nicht erfüllt hatte. Destreich gewährte also ohne viel Bedenken die rüttelung des deutschen Bürgertums! Widerstand gegen Reichstagsdiäten abzulassen, so werden sie sich schloß sich Italien zur Option, und seither ist die Einfuhr seine Stimme. Er steht ungefähr auf dem gleichen Standpunkt wie denn doch wohl von der neuen, zehnfach schlimmeren Thorheit fern- italienischer Weine nach Destreich sehr gestiegen, um allerdings die Dr. Barth. Professor v. Liszt bedauert vornehmlich die Zersplittehalten, diese Gelegenheit zur Erregung neuer heftigster parla- letzten zwei Jahre wieder etwas zu ſinken. Die ersten Jahre hatte rung unter den Liberalen und mahnt von neuem an die Bildung mentarischer Kämpfe zu benutzen. Diejenigen Parteien des Reichs- die Einfuhr für die einheimische Weinproduktion keine große einer großen liberalen Partei, die den Kampf nach rechts führen tages, die mit überwältigender Mehrheit die Diätenforderung be- Bedeutung, weil einesteils der italienische Wein für Verschnitt soll, woher die schwersten Gefahren drohen, und sich nicht fürchten schlossen haben, brachten zu gleicher Zeit aufs unzweideutigste zum zwecke nicht zu umgehen ist, andernteils die Produktion soll vor einem weiteren Anwachsen der Socialdemokratie. Aber Eugen Richter erklärt bereits die dee der großen Ausdruck, daß sie sogenannte„ Stompensationen" keinenfalls dulden in Destreich- Ungarn durch die Reblausinvasion sehr gelitten hatte. liberalen Partei" als ein Phantom. Er wehrt sich gegen die Nachdem die Erholung eingetreten war in Destreich wurden schon tönnten. Es wäre auch gänzlich underſtändlich, daß Parteien, die 1900 5,75 Millionen Hektoliter gegen 2,7 Millionen im Jahre 1897 3umutung, daß seine Partei in einen Verband eintreten solle, der soeben in den Zollkämpfen den verbündeten Regierungen die produziert wurde die Einfuhr aus Italien als unliebsame Kon- nichts andres sein solle als eine große Frattion Barth". Er zieht größten Gefälligkeiten erwiesen haben und sich insbesondere deu furrenz empfunden und die agrarischen Kreise in beiden Ländern scharf die Grenzlinien, die ihn einerseits von der Freiſinnigen Reichskanzler zum größten Danke verpflichtet haben, nur für die haben die Abschaffung dieser dem italienischen Weinbau so überlegen Vereinigung, andrerseits von der Socialdemokratie trennen. Erfüllung einer uralten und felstverständlichen Forderung bereit werdenden Begünstigung als erste Bedingung allen Vertrags demokratie als Alajsenpartei der Arbeiter dem Liberalismus als Zwar ist es eine durchaus Richtersche Unsinnigkeit, die Socialsein sollten, Verschlechterungen des Reichstags- Wahlrechts zu be- verhandlungen mit Italien gemacht. Die Kündigung, die am willigen und die Wählermasse des deutschen Volkes schmählichst zu 1. Januar 1903 von dem Minister des Aeußern notificiert werden Vertretung des Gemeinwohles" gegenüber zu stellen, aber darin wird, erfolgt im Einverständnis Destreichs und Ungarns; nachdem stimmen wir ihm gern zu, daß wir an nichts weniger denken beide Staaten Mitte des Jahres ihre Absicht, die Verträge zu dem kapitalistischen System und den Interessen der Arbeiter und der als eine Verwässerung der unüberbrückbaren Gegenjätze zwischen Das endliche Zugeständnis der Diäten wenn die Meldung fündigen, kundgethan haben, hätte freilich schon der Wille würde vielmehr offenbar den Dank bedeuten für die Ungarns allein genügt, das in dieser Frage die treibende Kraft ist. Kultur. Dieſe ſelbſtverſtändliche klare Scheidung aber brauchte nicht bis zur Aufopferung aller parlamentarischen Redlichkeit gesteigerte Die Kündigung muß schon am 1. Januar vollzogen werden, zu hindern, daß bei der Auswahl des geringeren Uebels SocialTreue und Hingebung des Centrums an das Zollwerk, dessen Zu- weil sonst am 1. Januar 1904 Frankreich dieselben Rechte demokraten dem Liberalen den Vorzug geben vor dem Vertreter der wo den Brotwucherern und den standekommen für die Regierung des Grafen Bülow eine Lebens- zuwachsen würden, die heute Italien genießt. Frankreich hat uneingeschränkten Realtion, allgemeinen gleichen Wahlrechts. Das Elend frage war. Das Centrum hat seit längeren Jahren im Reichstag auf sie in dem Vertrage vom Jahre 1896 nur bis zu diesem Termin Feinden des die Führung des Diätenkampfes. Der letzte Beschluß Ses verzichtet gegen den Verzicht Deftreichs, in Tunis irgendwelche ehrlicher Liberalismus kaum noch eriſtiert. Und es ist zu besorgen, der deutschen Zustände liegt nur darin, daß ein irgendwie beträchtlicher Reichstags bom 10. Mai 1901 beruht auf einem Antrag Sonderrechte anzustreben. Mit der Kündigung des italienischen Vertrages kommt die ganze daß auch die weitsichtigere Politik der Mommsen und Barth und Liszt von Abgeordneten des Centrums und die Zustimmung zu diesem Antrage ist eine Anerkennung der besonderen Macht- europäische Vertragspolitik ins Rollen. Die Kündigung Deutschlands nicht den Erfolg haben kann, den sie guten Willens erstrebt. Zu erwartet man hier im Laufe des Monats Januar, und das Deutsche spät! zu spät! stellung des Centrums, auf welche Anerkennung das Centrum nicht teich wird das Signal geben für so ziemlich alle Vertragsstaaten. In den Spuren Kröchers wandelt naturgemäß der Graf Mirbach, wenig stolz sein wird. Das Centrum gab den Regierungen so viel Destreich- Ungarn hat also größte Eile sowohl zur Fertigstellung der am letzten Donnerstag in Königsberg seinen Getreuen das Herz in Militär-, Marine- und Zollfragen, daß es wahrlich eine des Zolltarifes, der Voraussetzung aller neuen Verhandlungen, als ausgeschütttet, der Herr rief Gottes Hilfe für eine neue Zuchtwinzige Gegengabe ist, wenn seine alte Diätenforderung jetzt be- zur Bereinigung der inneren Fragen, die, wie jüngst auseinander hausvorlage an. Er bemerkte nämlich: gesetzt, dem willigt wird. Abschlusse neuer Verträge vorangehen muß. beide Regierungen vergleichen und einigen, und die Gewißheit Es ist die höchste Wahrscheinlichkeit, daß sich morgen dieses Vergleiches konnte selbst der Umstand nicht beeinträchtigen, daß es vorher zu zwei Ministerkrisen kommen kann. Regierungen Koerber und Szell zwei verraten. fich bestätigt Man hat gemeint, die Regierungen, werde die Diätenforderung nicht bewilligen, weil dadurch der Reichstag von dem Uebel des schwachen Besuches befreit und so eine einflußreichere Stellung von dem Lande gewinnen werde. Aber die Regierungen haben erkannt, daß auch die größte Schen vor demokratischen Institutionen feinen gehanger and well Sabre lande geführt werden. Anlaß haben tann, so gesinnungstüchtigen Parteien irgendwie zu mißtrauen, die jetzt im Reichstag die fast uneingeschränkte Herrschaft üben. Die Diätenforderung für die Reichstags- Mitglieder ist so alt wie der Reichstag selbst. Schon der Reichstag des Norddeutschen Bundes wollte Diäten beschließen und gab seine Forderung erst auf, nur Nachdem die verhandeln, Die Regierungen werden bald einig sein, aber die Parlamente? Das ist das ständige Fragezeichen der östreichischen Politik? sch hand an Deutsches Reich. Bom Elend des deutschen Liberalismus. Die Haltung der Socialdemokratie in den letzten Wochen aber sei eine Quittung an den Bundesrat für seine Stellungnahme zu dem Gesetz zum Schuße der Arbeitswilligen( der sogenannten Zuchthausvorlage), das seiner Zeit nur von den Konservativen unterstützt worden sei. Die Kaiser= rede in Essen zeige den Weg, den man in Zukunft einschlagen müsse. Gott gebe unsrer Regierung die nötige Kraft in den bevorstehenden Kämpfen!" Es ist sehr aufklärend, daß der edle Graf die in Essen und Breslau verkündete höhere Socialpolitik als die Politik der Zuchthausvorlage erläutert. Der schlichte Mann aus der Werkstatt wird also nach der Auffassung Mirbachs als erste parlamentarische Aufgabe die Durchbringung einer neuen Zuchthausvorlage zu bewertstelligen haben. als Bismard sich heftig widersetzte. Im Laufe der Jahrzehnte hat Es ist kein günstiges Anzeichen für die Kraft und die Aussichten Die Mehrzöllner. Nachdem sie die Bucherzölle des Antrages dann der Reichstag sich sehr häufig mit derselben Angelegenheit be- einer politischen Partei, wenn ihre führenden Männer allzu oft und faßt und der Beschluß vom Mai 1901 war der zwölfte Be- allzu dringlich warnende und mahnende Worte aussenden müssen. Kardorff geschluckt, gehen die Wanderredner des Bundes der Landschluß auf Einführung von Diäten. Elfmal hatte der Bundesrat So sehr das mutige Wort Mommsens den greifen Historiker wirte auf die Dörfer und verlangen mehr. Gegenwärtig veranstaltet diesen Beschluß in den Papierkorb geworfen. op daar mal grad ehrte, so sehr zwei weitere, soeben in die Deffentlichkeit gegebene man allenthalben in Deutschland Vertrauensfundgebungen für den politische Manifeste ähnlicher Art ihre Verfasser ehren, so ist doch Bund. Man hetzt ein wenig gegen die konservativen PflaumenEine große Rolle in den Grörterungen über die Diäten spielte nicht zu verkennen, daß gerade diese aus Besorgnis geborenen Kund- weichen; aber diese Neckereien sind nur äußerlich. Der Bund der stets die Behauptung, daß man durch die Diätenzahlung die gebungen fein allzu günstiges Urteil über diejenige Richtung zulassen, Landwirte ist, wie einst die Antisemiten, nichts wie die vermummte Socialdemokratie fördern würde. Man mußte aber längst der jene Besorgnis gift. Wahltruppe der Konservativen. Der häusliche Krieg verdient keine zur Einsicht gelangen, daß die Diätenfrage gerade für die Social- In der„ Kieler Zeitung" veröffentlicht Dr. Barth einen offenen Beachtung.. demokratie die gleichgültigste Sache der Welt ist. Es zeigte sich, Brief über die Haltung, welche dem Liberalismus in den jetzigen Ueber die Fortführung der Kruppschen Werke ließ sich der Kaiser daß die Socialdemokratie die einzige Partei ist, die keinerlei Schaden politischen Kämpfen notthut, über dringliche Erfordernis, daß aus der Nichtzahlung von Diäten hat, indem die socialdemokratische der Liberalismus seine Fronde gegen die Reaktion kehre und am Montag von dem Geh. Kommerzienrat Hartmann- Dresden und dem Finanzrat Haur- Essen Bericht erstatten. Arbeiterschaft aus eignen Mitteln das giebt, was die Regierungen Wahlkreisen, wo sie durch die Reaktion bedroht werde, zu unterdaß er sich nicht scheue, die Socialdemokratie in den Die durch das Detroiverbot betroffenen Städte werden, so wird verweigern, und so stets die Möglichkeit hat, ihre Reichstags- stützen. Herr Dr. Barth sagt u. a.: uns aus Dresden telegraphiert, nach einer Mitteilung im Dresdener kandidaten ohne Rücksicht auf persönlichen Geldbesitz auszuwählen. „ Das eine liegt klar auf der Hand, daß in der praktischen Stadtrat beim Bundesrat um eine Geldentschädigung zur PensioniePolitik gegenwärtig die Hauptfeinde rechts von uns stehen, die rung von Steuerbeamten petitionieren. ganze reaktionäre Gesellschaft, die sich um den berüchtigten Antrag Der Ohrfeigen- Placke hat Gesundheitsrücksichten und„ will" nicht Kardorff gesammelt und damit den ungerechtesten und unsinnigsten mehr in Calbe- Aschersleben kandidieren. aller Zolltarife durchgebracht hat. In der politischen Bilanz unsrer Reaktionäre hat die Angst vor dem roten Gespenst von jeher nicht mehr in die Verlegenheit kommen, einen der ihrigen in den Hoffen wir, daß die Nationalliberalen des Kreises überhaupt den größten Aktivposten gebildet, und sie denken mit Schrecken daran, daß einmal das liberale Bürgertum die Angst abschütteln und sich auf Reichstag zu senden; der Wahlkreis gehört von Rechtswegen uns. feine wahren Interessen besinnen könnte. Nichts wäre ihnen andrer- Ober- Berwaltungsgericht gegen Kammergericht. Die in allen feits erwünschter als die völlige politische Isolierung der in der preußischen Provinzen erlassenen Oberpräsidial- Verordnungen über Socialdemokratie organisierten Arbeitermassen von der übrigen die äußere Heilighaltung der Sonn- und Feiertage bestimmen gleichBevölkerung. Nur dann hätte ja auch das Jdeal des Herrn mäßig, daß öffentliche Versammlungen und Umzüge, welche nicht v. Kröcher, wonach die Socialdemokratie nur noch Objekt der Gesetz- gottesdienstlichen Zwecken dienen, an bestimmten Feiertagen( Totengebung sein soll, Aussicht auf Erfüllung. Die Haltung der Feisinnigen fonntag, Bußtag, Karfreitag usw.) überhaupt nicht und an Vereinigung in den jüngsten Zollkämpfen ist den Reaktionären gerade andern Sonn- und Feiertagen erst nach Beendigung der deswegen so unbequem gewesen, weil sie die Politik der Isolierung der Zeit des Hauptgottesdienstes stattfinden dürfen. Auf Socialdemokratie wirksam durchkreuzt hat... Unfre politischen Kämpfe Grund dieser Bestimmung verhinderte es die Justerburger Polizeidrehen sich jetzt in Wirklichkeit nirgends um specifisch socialistische verwaltung, daß die Generalversammlung des ostpreußischen WahlProgrammpunkte. Der Kollektivismus hat für unsre praktische Politik vereins der Freisinnigen Vollspartei am Sonntag, den 12. Januar ebenso wenig reale Bedeutung wie die Frage, ob die Republik oder 1902 bereits um 10% Uhr vormittags begann, wie erst die Monarchie eine bessere Staatsform ist. In der praktischen Bolitit beabsichtigt war. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Siehr zu Insterburg, wird bei uns ernsthaft nur um die Durchführung liberaler beachtete das Verbot und ließ die Generalversammlung erst nach der Mit der Entwicklung des Reichstages, mit der Zunahme der gesetzgeberischen Arbeiten, mit der dadurch bedingten Verlängerung der Seffionen; wurde vielmehr die Diätenlosigkeit für fast alle andren Parteien außer der Socialdemokratie immer mehr unerträglich. Alle diese Parteien litten schwer unter der Unmöglichkeit, ihre Kandidaten lediglich nach fachlichen Erwägungen auszuwählen, sowie unter dem fortdauernden Fernbleiben des größten Teiles ihrer Abgeordneten selbst von sehr wichtigen Verhandlungen des Reichstages. Nur die Konservativen und die Freikonservativen blieben Gegner der Diäten; fie blieben Gegner, weil sie gerade die freie Auswahl von Kandidaten durch die Wählerschaft nicht wollen, weil sie fürchten, daß an Stelle der jezigen Grafen und Barone leibhaftige Bauern und Handwerker in den Reichstag geschickt werden tönnten. Deshalb bekämpften die Konservativen mit den widerwärtigsten Gründen die Einführung der Diäten. Noch im vorigen Jahre erklärte Herr v. Levezzow, der Reichstag würde durch Diäten auf das niedrigste Niveau herabsinken"; er erklärte dies für dieselben Konservativen, die in den Landtagen sowie in andern Körperschaften, wo sie die Mehrheit oder die Alleinherrschaft haben, mit Handel fo Es wäre wenig Zeit des Hauptgottesdienstes beginnen, flagte dann aber gegen die der Lords mußten an das Unterhaus zur Beratung zurückverwiesen| dem neutralen Handel so wenig Unzuträglichkeit Polizeiverwaltung beim Bezirksausschuß, indem er die Rechtsgültig werden. Da aber die Iren, cima 50 an der Zahl, erschienen waren, and Störung als möglich verursacht werden wird. keit der oben citierten Bestimmung der Oberpräsidialverordnung um die Lords und die Bischöfe zu unterstützen, so wurde eine Ver- Natürlich haben wir nicht die geringste Absicht, irgendwelche Gebietsanfocht. Er machte geltend, sie verstoße gegen die Artikel 29 und 30 weisung der Abänderungen sehr unwahrscheinlich. Die Liberalen erwerbungen in Venezuela zu machen. In dieser Beziehung hat die der preußischen Verfassung und gegen das Vereinsgefez. Es handele setten sodann wenigstens durch, daß den Gemeinden das Recht zu- Regierung der Vereinigten Staaten bereits vor Manaten von uns sich um eine Beeinträchtigung des gesetzlich gewährleisteten Ver- stehen soll, die Höhe der Reparaturkosten zu bestimmen. Auch in Erklärungen bestimmter Art erhalten. sammlungsrechts. Andre Beschränkungen der Versammlungsfreiheit, diesem Punkte stimmten die Fren gegen die Liberalen. Wir sind der Regierung der Vereinigten Staaten für die Mühe als sie das zur Ausführung der Verfassung erlassene Vereinsgesetz Während dieser Debatte gerieten der Premierminister Mr. Balfour dankbar, die sie aufwendet, um eine Beilegung durch Schiedsſchaffe, wären unzulässig und darum ungültig. Der Kläger berief und der Speaker( Präsident) in einen konflitt. Um 9 Uhr spruch zu stande zu bringen. Wir denken, daß man auf diesem sich hierfür auf die Entscheidung des Kammergerichts vom abends beantragte Balfour Schluß der Debatte, worauf der Prä- Wege zu einer billigen Vereinbarung kommen dürfte. 22. April 1901, worin ausführlich die Unzulässigkeit derartiger Be- sident antwortete, er könne diesen Antrag nicht accep Die Erklärungen Bülows enthalten in dem Teile, der von stimmungen, wie die hier angezogene, dargelegt und ausgeführt tieren.( Beifall der Opposition.) Balfour ließ seinen Antrag den Ursachen des Konflikts handelt, nichts, was nicht bereits wird, daß sie eine verfassungswidrige Beschränkung der Ver- sofort fallen und die Debatte nahm ihren Fortgang. in der deutschen Denkschrift über die venezolanische Affaire niedersammlungsfreiheit darstellten. Die britischen Liberalen sind selbstredend mit der Haltung der gelegt gewesen wäre. Der Bezirksausschuß wies jedoch die Klage ab und das Ober- Fren sehr unzufrieden, jedoch sehen sie in ihr nur einen Grund mehr, Ein gewisser Widerspruch ist in den Darlegungen über die Verwaltungsgericht beſtätigte ſeine Entſcheidung aus den- Irland die Selbstregierung( home rule) zu gewähren, damit seine Blockade enthalten, die eine Seriegsblockade sein soll, trotzdem selben Gründen. Beide Gerichte gingen von folgenden Erwägungen reaktionären Vertreter von der britischen Politik ferngehalten werden. man von einer Kriegserklärung absehen will. aus: Die Polizei sei in gefeßlicher zulässiger Weise vorgegangen, Uebrigens ist die irische Fraktion wieder in sich gespalten, allerdings sehr fraglich, ob unter diesen Umständen, falls nicht vor denn jene Vorschrift der Ober- Präsidialverordnungen über die äußere nur in rein irischen Fragen. Heilighaltung der Sonn- und Feiertage sei rechtsgültig. Nach Inkrafttreten der Blockade die Angelegenheit einem Schieds, Artikel 30 der preußischen Verfassung unterliege das Vereins- und Dänemark. gericht überwiesen würde, von den neutralen Mächten, Versammlungsivesen der Regelung durch Gesez namentlich im Keine künstliche Zollmauer für die dänische Landwirtschaft. Im namentlich der Union, diese„ Kriegs"-Blockade, der keine Interesse der öffentlichen Sicherheit. Der Auffassung des Kammer- Landsthing, dem dänischen Herrenhause, sitzen einige Großgrund- Kriegserklärung vorhergehen soll, anerkannt werden würde. gerichts, wonach das Vereins- und Versammlungswesen ausschließlich befizer, die gesinnt sind wie die deutschen Agrarier, und sich, wenn Widerspruchsvoll ist auch die Erklärung, daß zwar die seine Regelung durch das Vereinsgesetz erfahren habe, schließe das sie nur die Macht hätten, gerne wie jene auf Kosten des arbeitenden Kriegsblockade ohne Ansehen der unbeteiligten Mächte durchGericht sich nicht an. Es nehme vielmehr an, daß Ver- Wolfes bereichern würden. Sie bilden jedoch nur eine kleine Minderund dennoch geführt dennoch dem neutralen sammlungen auch sonst den allgemeinen Gesezen unter heit und die Masse der dänischen Landleute ist zu aufgeklärt, um lägen und daß auch die überall in Preußen auf Grund einer ihnen Heeresfolge zu leisten. Einer jener Herren, der Abgeordnete Schererei wie möglich bereitet werden soll. Wir hatten es also mit Kabinettsorder von 1837 bezw. in den neueren Provinzen auf Grund la Cour, richtete an den Landwirtschafts- Minister in der der Kriegs blockade zu thun, die eigentlich gar keine ist, und des Gesetzes vom 3. Mai 1892 erlassenen Ober- Präsidial- und Landsthings- Sitzung vom 17. Dezember die Frage: Welche Maß- obendrein mit einer Blockade, die den fremden Kommerz so Regierungsverordnungen über die äußere Heilighaltung der Sonn- nahmen der Minister gegen die Einschleppung der Royzkrankheit durch aus- wenig wie möglich stören will! und Feiertage auf sie Anwendung fänden. ländische Pferde ergreifen wolle. Der Redner flagte bitter über Ueber die Zerstörung der venezolanischen Schiffe Majestätsbeleidigende Schulmädchen! Bürgerliche Blätter melden, land und meinte, das beste sei, die Einfuhr russischer Dieſen Aft zu beschönigen, wäre auch Herrn Bülow allzufchwer schweren Schaden, verursacht durch Einfuhr franker Pferde aus Nuß- hat Bülow sich vorsichtigerweise vollständig ausgeschwiegen. daß in Inowraz low eine polnische Schülerin der zweiten Pferde überhaupt zu verbieten, jedenfalls aber sollten gefallen! Klasse der Töchterschule Namens Kopec zu 14 Tagen Gefängnis sie einer Quarantäne und Maleinprobe unterworfen werden. Jähr- Die Verhängung der Blockade ist übrigens nur noch die obligate wegen Majestätsbeleidigung verurteilt worden. Als an- lich würden 4200 Pferde eingeführt und die Kontrolle sei leider Rückzugstanonade gewesen, denn es fann jetzt als läßlich der Anwesenheit des Kaiserpaares in Bojen sehr oberflächlich. Der Landwirtschaftsminister Die Hansen Gewißheit gelten, daß der so geräuschvoll begonnene Venezuelain der Schule Broschen mit Bildnissen des Kaisers und der Kaiserin sprach seine Verwunderung über die Interpellation aus und erklärte: Kreuzzug mit der verteilt wurden, warf die Kopec die ihr übergebene Brosche zur Es müssen doch ganz besondere Gründe vorhanden sein, um solche Annahme eines Schiedsgerichts Erde und zertrat sie. Maßnahmen zu fordern. Das ist aber nicht der Fall. enden wird. Nach den Und zwar wird halbamtlich gemeldet, daß die mir vorliegenden Berichten zu urteilen, ist der Gesundheitszustand deutsche Regierung sich gleich der englischen Regierung bereit unsrer Haustiere recht zufriedenstellend. erklärt habe, auf den Vorschlag wegen Einberufung einer SchiedsIm Jahre 1902 seien fünf Ausbrüche der Krankheit, wovon neun instanz zur Erledigung ihrer Forderungen gegen die venezolanische Pferde betroffen wurden, erfolgt. Wenn man bedenkt, daß die Regierung einzugehen und dem Bräsidenten Roosevelt das Schiedsamt Strankheit im Lande war, lange bevor russische Pferde eingeführt anzubieten. Ueber die Vorbehalte, die sowohl die deutsche wie wurden, braucht man sich nicht zu beunruhigen. Für außerordentliche die englische Regierung hierbei zu machen habe, sei vorher unter Maßregeln liegt kein Grund vor. Der Abg. Alfred Hage, der beiden eine Verständigung erfolgt, und so werde die deutsche bereits erwähnte Miniſter a. D., sprach im gleichen Sinne und führte Note, deren Ueberreichung unmittelbar bevorstehe, in allen weiter aus:" Es muß gesagt werden, daß ein Einfuhrverbot wesentlichen Punkten mit der englischen überdie kleinen Landwirte fühlbar schädigen würde, einstimment. Der Vorschlag der Verbündeten, nach welchem und dann muß man auch auf Repressalien des Auslandes gefaßt sein Präsident Roosevelt als Schiedsrichter fungieren soll, ist nach einer und diese könnten schicksalsschwanger für unsre Pferde- Ausfuhr werden." Senter"-Meldung am Sonntag auch bereits Castro mitgeteilt Schließlich muß ich noch sagen, daß ich Gegner einer solchen worden. Dieser hat sich mit demselben einverstanden erklärt. künstlichen Zollmauer bin." Roosevelt selbst soll seinerseits erklärt haben, daß er es Man wird sich erinnern, daß seiner Zeit im deutschen lieber sehe, wenn die Angelegenheit dem Haager SchiedsReichstag se ani z gegenüber dem Hinweis Bebels auf den günstigen es war am 28. Oktober d. J. – der Graf gericht unterbreitet werde, daß er aber schlimmstenfalls auch noch bereit sei, als ehrlicher Makler zu fungieren, Stand der dänischen, durch keine Zölle geschützten Landwirtschaft erHärte, daß Dänemark eine absolute Grenzsperre einigten Es ist also höchst wahrscheinlich, daß der Präsident der VerStaaten die Schiedsrichterrolle übernehmen wird. für Vieh durchgeführt habe, zwar nicht durch ein Gesez, Vermutlich werden dann die Vereinigten Staaten auch in wohl aber durch Quarantänemaßregeln, die in ihrer irgend einer Form die Garantie dafür übernehmen, daß Venezuela Wirkung einer Grenzsperre gleichlämen. seine Verpflichtungen erfüllen wird. Da die Finanzen Venezuelas Staaten sich für ihre Gefälligkeit in irgend einer Weise entaber bekanntlich äußerst trostlose sind, werden die Vereinigten schädigen lassen. Und man darf von vornherein überzeugt sein, daß Amerika nur gegen Wu cherzinsen eine Bürgschaft überder Abtretung der Insel Margarita gesprochen. Ob gerade nehmen wird. Bereits hat ein einflußreicher amerikanischer Senator von diese Insel das amerikanische Faustpfand bilden wird, bleibt abzuUnmündige Kinder und schwache Greise werden gleichermaßen wegen Lästerung der Majestät in den Kerker geworfen und die bürgerliche Welt bleibt stumm und stumpf bei solchem Verfall der deutschen Kaiserzeit! Borsicht! Aus Breslau wird uns berichtet: Wegen Majestätsbeleidigung, begangen in einem politischen Gespräch in einem Wirtshause, wurde der Schuhmacher Franz Nierig aus Bunzlau von der Liegnitzer Straffammer zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Näheres über den Zusammenhang der Beleidigung ist nicht zu erfahren, da die Verhandlung gegen den 43 jährigen Angeklagten unter Ausschluß der Deffentlichkeit stattfand. Grenzkommissar Mädler, der eifrigste Socialistenverfolger Oberschlesiens, der in dem Prozeß wider unfre Genossen Morawski und Frau Golde eine so verhängnisvolle Rolle gespielt hat, ist zum Polizeirat ernannt. Keine fürstlichen Lohnkürzungen. Aus Rudolstadt wird berichtet, daß der von unfren Genossen gestellte Antrag, den Fürsten ersuchen zu lassen, er möge in Rücksicht auf die schlechte Finanzlage 120 000 W. von der vorbehaltenen Kameralrente, der Landesvertretung überweisen und darein willigen, daß die Apanage für den Prinzen Sizo wegfalle, wurde abgelehnt. am Die Antwort der Bestie. Wie es in Wirklichkeit damit bestellt ist, ersieht man aus dem Obigen. Aften. Eine demonstrative Kundgebung des arbeitenden Volkes war die Sonnabend, den 20. Dezember, in Pforzheim veranstaltete Protest- Bersammlung. Der geräumige Kolosseumsaal erties sich als dringt wieder einmal eine Kunde nach Europa. Aus Shanghai wird Ueber die verbannten" Bogerführer Tung- fuh- fiang und Tuan viel zu klein. Dicht aufeinandergedrängt lauschten in gespannter nämlich der Daily Mail" gemeldet: Eine den„ Noth China Daily Aufmerksamkeit unterbrochen durch stürmische Beifalls- und News" aus Schenfi zugegangene Nachricht besagt, daß Tung- fuh- fiang warten: so viel steht jedenfalls fest, daß der ganze ExekutionsEntrüstungskundgebungen die Erschienenen den Ausführungen einen großen Vorstoß mit 10 000 Mann Truppen vorbereite; er Kreuzzug dazu dienen wird, der Monroe- Doktrin die nachdes Genossen Reichstags- Abgeordneten Adolf Geck, welcher in faufe große Mengen Getreide und Pferdefutter an und stehe in be- drücklich ste Anerkennung zu verschaffen und Amerikas martigen Worten, gewürzt durch ägende Satire, die Staatsstreiche ständiger Berbindung mit dem in der Provinz Kansu befindlichen Einfluß auf Südamerika in einer Weise zu verstärken, wie und die Unterdrückung der Minorität durch die Mehrheit Befehl aufgelöst wurden, seien unterwegs, um zu Tung- fuh- fiang hätten träumen lassen! Prinzen Tuan. 4000 Mann Truppen, die auf kaiserlichen es sich die Imperialisten der Union vor einigen Wochen selbst nicht kennzeichnete. Einstimmig wurde eine Resolution angenommen, zu stoßen. Ein glorreicher Ausgang des VenezuelaDem Standard" wird aus Shanghai gemeldet: Kreuzzuges! welche gegen das räuberische Vorgehen der Zollwucherer flammenden Hier gehen Gerüchte, Tung- fuh- fiang plane die Vernichtung Triumph Amerifas. Protest einlegt und der socialdemokratischen Fraktion für ihr tapferes aller Ausländer in Schensi und Kansu und wolle sich der Hauptstadt Diesen sieht auch die ,, Deutsche Tageszeitung" voraus, Verhalten wärmsten Dank und Sympathie ausspricht. Die Ver von Schenfi, Hsian- fu, bemächtigen. Von fremdenfreundlichen die in ihrer Sonntags- Nummer jammert: sammlung wies ferner das Ansinnen, das Tischtuch zwischen sich und Beamten in Kansu werde, heißt es, den Ausländern der Rat gegeben, der Socialdemokratie zu zerschneiden, mit Entschiedenheit zurück. die Provinz zu veranlassen, da Unruhen bevorständen. Mit einem begeisternden Hoch auf die revolutionäre Socialdemokratie wurde die imposante Versammlung geschlossen. aus Dresden: Eine franke Kronprinzessin. " Abzug der deutschen Truppen aus Shanghai.„ Daily Mail" meldet aus Shanghai: Gestern haben zwei Compagnien deutscher Truppen Shanhai verlassen; die eine geht nach Deutsch= land, die andre nach Kiautschou. Was die eine Compagnie find bereits mehr als genug Truppen stationiert. in Riautschou zu thun haben soll, ist nicht abzusehen. In Kiautschou Afrika. Das amtliche„ Dredner Journal" meldet am Montag Die Frau Kronprinzessin hat in der Nacht vom 11. auf den 12. d. M. in einem anscheinend frankhaften Zustande seelischer Erregung Salz- Aus der Kapkolonie. burg plöglich verlassen und sich unter Abbruch aller Be- Guardian", daß die Militärbehörden die Nennbeträge der Aus Kapstadt meldet der„ Manchester ziehungen zu höchstihren hiesigen Angehörigen ins Ausland Requisitionsscheine aus dem Boerenkriege her abfegen; begeben. Am töniglichen Hofe sind für diesen Winter alle unter den Farmern herrsche darüber Unwillen. Zugestandenergrößeren Festlichkeiten abgesagt worden, auch der Neujahrsempfang maßen werde nach diesem Verfahren alles zu niedrig abwird nicht stattfinden." geschätzt. Der Kronprinz von Sachsen hat vor einiger Zeit auf der Jagd ekretär Chamberlain bei seiner Reise durch die KapDie Afrifander- Abordnung an den Kolonialden Fuß gebrochen und liegt noch frank in Salzburg. Die Kron- folonie werde aus zwei Mitgliedern der Legislatur bestehen, denen prinzessin von Sachsen, Luise Antoinette Maria, ist eine östreichische sich wahrscheinlich aus jedem Bezirk zwei Farmer anschließen Erzherzogin. Sie ist 1891 mit dem Prinzen Friedrich August ver- würden. Sie würden sich darauf beschränken, Chamberlain die mählt. Der Ehe sind vier Kinder entsprossen. genaue Erfüllung der Friedensbedingungen und die Vermeidung von Eingriffen gegenüber den mit Selbstregierung ausgestatteten Kolonien zu empfehlen. Husland. Wed Frankreich. DOUD Rivelli, der Sekretär des Streiffomitees der Marseiller Seeleute, der wegen angeblicher Aufreizung 2c. verhaftet worden war, ist in Freiheit gesetzt worden. Ein Kongreß der französischen SeeTeute wird demnächst in Havre stattfinden; dort soll ein eventuell gemeinsames Vorgehen der Seeleute beraten werden. Belgien. Der Streit in den Steinbrüchen von Lessines dauert bereits zwölf Wochen. Dieser Tage bot der Unternehmer selbst Unterhandlungen an, wollte aber die von ihm eingeführten Lohnreducierungen nicht vüdgängig machen, so daß eine Einigung nicht erzielt wurde. England. nicht Die Lösung des parlamentarischen Konflikts. Venezuela. Bülow über den venezolanischen Konflikt. Nach einem Berliner Telegramm der„ Associated Press" äußerte fich der Reichskanzler Bülow fürzlich über die venezolanische Frage ivie folgt: Ob nun aber die Blockade jezt noch viel helfen wird? Starte Zweifel sind wohl erlaubt. Castro weiß, daß dies der legte Trumpf ist, den die verbündeten Mächte gegen ihn auszuspielen haben. Denn sie haben ja erklärt, daß sie an eine Landung von Truppen, an eine Kriegführung zu Lande, ja selbst nur an eine vorübergehende Besetzung venezolanischen Gebiets nicht denken. Wie sie zu dieser eigentümlichen Taktik gekommen sind, die äußersten Grenzen ihrer Aktion dem Gegner von vornherein bekannt zu machen, das wäre unbegreiflich, wenn man nicht wüßte, daß es aus Rücksicht auf das empfindliche Gemüt Ontel Sams geschehen ist. Die Sache liegt jetzt anscheinend so, daß es für die Lösung der venezolanischen Frage überhaupt nicht mehr auf die Aktionen der beiden verbündeten Mächte ankommt. Wenn Präsident Caftr. sich schließlich doch zur Erfüllung seiner Verpflichtungen bequemei. sollte, so würde das nicht mehr aus Furcht vor den deutschen und englischen Kriegsschiffen, sondern aus Respekt vor de. Wünschen der Washingtoner Regierung geschehen Schon jetzt ist bei dem venezolanischen Unternehmen die deutsch- englisch Attion selbst in den Hintergrund getreten, das Haupt. interesse konzentriert sich auf das Verhältnis de beiden Mächte zu den Vereinigten Staaten. Dies sind jetzt der eigentlich handelnde Teil. Sie be fehlen und berbieten, Deutschland und Englant führen nur aus, was ihnen in Washington immer unter Berufung auf die Monroe Dottrin gestattet wird. So jehen wir, wie infolge des venezolanischen Unternehmens allmählich ein Wettlauf der beiden Verbündeten um das Wohlwollen Onkel Sams zu entstehen droht, der vielleicht sogar mit einer vollständigen Anerkennun der Monroe Doktrin durch beide Mächte enden könnte. Das hieße freilich wieder, um eines Augenblidserfolges willen die ganze Zukunft opfern. Aber was ist heute nicht möglich? = Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Arbeiter und Hausfrauen! Unter den deutschen Forderungen gegen Venezuela haben wir die aus den letzten venezolanischen Bürgerkriegen sich ergebenden vorangestellt. Diese Forderungen haben nicht den Charakter bloßer von der Republik auf geschäftlichem Wege eingegangener Schuldverpflichtungen, sondern erwuchsen aus Gewaltthaten, die gegen deutsche Staatsangehörige in Venezuela begangen worden sind, sei es durch Zwangsanleihen oder durch Beschlagnahme von Vieh ohne jede Bezahlung oder durch London, 18. Dezember.( Eig. Ber.) Plünderung deutscher Häuser und Besizungen. Für diese Gewalt= Wie bereits mitgeteilt wurde, hat sich das Oberhaus bei der thaten war feinerlei Abhilfe von der venezolanischen Regierung zu Wie vor jedem hohen Feste, so wenden wir uns auch diesmal Beratung der Schulvorlage eine Verlegung der finanziellen Vorrechte erlangen, da diese sich rundweg weigerte, die Frage durch diplo- wieder an Euch mit der Bitte, die Bäckergesellen in dem Bestreben, des Unterhauses zu Schulden kommen lassen. Die Mehrheit der matische Verhandlungen zu regeln. Infolgedessen war die kaiser- eine Freinacht zu erlangen, zu unterstützen. Das ist bisher mit Lords gestattete es sich, die Reparaturkosten der Kirchen- liche Regierung zu ihrem äußersten Bedauern gezwungen, die An- Hilfe des Publikums am wirksamsten dadurch geschehen, daß es am schulen von der Kirche auf die Gemeinden abzuwälzen. gelegenheit in ihre eignen Hände zu nehmen. Der erste als 2. Feiertage keine Backware taufte und den BäckerDiese Abänderung wäre von vornherein verfassungswidrig ge- 3wangsmaßnahme gegen Venezuela gethane Schritte war die meistern die Ware liegen blieb. Je mehr das gesamte Publikum, wesen, wenn nicht auf Antrag des katholischen Herzogs Beschlagnahme seiner Kriegsschiffe. Da diese Maß- namentlich aber die Arbeiter und deren Frauen, diese unsre Bitte von Norfolk der Zusak hinzugefügt Zusatz hinzugefügt worden wäre: vor- nahme keine unmittelbare Wirkung hatte, planen wir nunmehr die beherzigen, um so schneller wird in Zukunft den Bäckergesellen eine ausgesetzt, daß dadurch den Gemeinden feine neuen Block a de der venezolanischen Häfen. Lasten auferlegt werden". Der Zusatz ist entweder ein Nonsens, da Diese Blockade wird den Charakter einer Kriegsbloda de Freinacht gesichert sein. Darum ersuchen wir nochmals: er den Vordersatz aufhebt, oder aber er ist ein jesuitischer Trick, die haben und daher keinen Unterschied hinsichtlich der Kauft am zweiten Feiertag keine Backware! Abänderung der Lords als finanziell harmlos erscheinen zu laffen. Nationialität Neutraler machen. Indessen beabsichtigen Der Vorstand des deutschen Bäcker- Verbandes. Gegen die Abänderung waren im Unterhause die ganze liberale wir nicht, eine formelle Kriegserklärung zu erlassen, da ( Mitgliedschaft Berlin.) Partei und eine große Anzahl von Konservativen, so daß die Lords Deutschland und England für jetzt nur übereingekommen sind, vom Unterhause mit großer Mehrheit besiegt worden wären. Aber die Küste zu blockieren und feine weiteren Maßnahmen Achtung, Metallarbeiter! Der Streit bei Ja chmann dauert die katholische Kirche kam ihnen zu Hilfe. Sie gab der feindseligen Charakters gegen Venezuela zu ergreifen, außer im Fall unverändert fort. Desgleichen bei Wolter, Müllerstraße. Die irischen Fraktion den Befehl, sofort nach London zu fahren eines unerwarteten Anlasses. Wir bedauern die Notwendigkeit einer Sperre bei Eitner bleibt aufrecht erhalten. und bei der Abstimmung anwesend zu sein. Denn die Amendements| Blockade und werden sicher Sorge tragen, daß durch dieselbe Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin, Die Pariser Presse Deutsches Reich. Entdeckung der Spizbuben, die alle Welt in Aufregung gesetzt haben, In einer längeren Mitteilung, die von seiten der Direktion und Der Streit der Leipziger Steinbildhauer dauert fort. Die wurde dadurch beschleunigt, daß die männlichen Mitglieder des Aufsichtsrats der„ Bank für Handel und Industrie" veröffentlicht Streifenden denken gar nicht daran, die Arbeit zu den von den der Familie spanische Volts tracht anlegten, was umsomehr wird und ersichtlich zu dem Zwecke verfaßt ist, die Bank von der Arbeitgebern diftierten Bedingungen wieder aufzunehmen, ja sie Aufsehen erregte, als sie sich ausdrücklich für Belgier aus Beschuldigung zu entlasten, ihre Kontrollmaßregeln feien unzuhaben sogar die Absicht, den Prinzipalen, wenn diese nicht bald gaben. Vor ihrer Festnahme verbrannten die Ver- reichend, heißt es: nachgeben, Forderungen vorzulegen, wie sie bereits in andren hafteten zahlreiche Dokumente. Unter den beschlag- Der Schaden ist durch die bisher angestellten Ermittelungen Städten anerkannt sind. Zunächst will man abwarten, ob die nahmten Schmucksachen befindet sich ein kostbares Halsband mit auf per Saldo ca. 700 000 Mark festgestellt. Die UnterBrinzipale auch nach dem 1. Januar auf ihrem gegenwärtigen siebzig Brillanten. schlagungen sind durch Fälschungen einiger persönlicher Konten Standpunkt beharren. Ferner meldet das Blatt aus Paris: in den Depotbüchern und Depotauszügen, welche Neßler Im hiesigen Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten sich zu verschaffen gewußt hat, ermöglicht worden. Die EntDie Polizeibehörde zu Chemnis gestattet nicht, daß in der erklärt man, daß die Auslieferung der Humberts schon in deckung der Unterschlagungen aber ist in erster Linie dadurch " Boltsstimme", unserm Chemnizer Parteiorgan, folgendes Inserat einigen Tagen erfolgen wird. Hierbei sei erwähnt, verhindert worden, daß, wie sich in den letzten Tagen her veröffentlicht wird: An die Chemnitzer Arbeiterschaft richte ich die Bitte, venn es das Romain Daurignac sich auch wegen Mordes ausgestellt hat, Reßler eine hiesige Bantfirma gefunden hat, welche зи verantworten haben wird, da vor in ihren Kräften steht, mit beizutragen, den Familien der Mitglieder wenigen Tagen ihm Jahre hindurch und meist mehrfach in jedem Jahre die zur der Familie des vor einigen Jahren im Berdeckung seiner Unterschlagungen erforderlichen An- und Ver2000 Weber und Weberinnen in Meerane, die sich im Ausstande Eisenbahnzuge ermordeten Bankiers und Millionärs Shotsman täufe der gleichen Effekten- Kategorien vermittelt hat. Diese befinden und 1300 Kinder zu ernähren haben, eine Weihnachts- aus Lille Romain Daurignac als den Thäter denunziert Bantfirma hat aber überdies dem Neßler lange Jahre freude zu bereiten. Beiträge nimmt entgegen Robert Strauſe, haben. Shotsman hatte sich der Hingabe eines Darlehens von hindurch Zinscoupons und Dividendenscheine geliefert und zur Zeit Vorsteher des Gewerkschaftskartells, Chemnitz, Paul fieben Millionen seitens feines Hauses an die Humberts energisch zwar die Zinscoupons in der Regel am CouponszahlungsArnoldstr. 20. widersetzt. Nach seinem Tode erfolgte die Bewilligung dieses termin, die Dividendenscheine nach erfolgter DividendenDas Recht der Polizei, derartige Veröffentlichungen zu genehmigen Millionendarlehens. Am Abend der Ermordung ist, wie die Familie erklärung beztv. nach deren uſancemäßiger Abtrennung. oder zu untersagen, wird aus der sächsischen Landes- Gesetzgebung Shotsman unter Beweis stellen wird, Romain Daurignac Die Bank hatte es ihrerseits in keiner Weise an den nötigen über das Kollektenwesen hergeleitet. Zur Weihnachtszeit werden auf einem Bahnhof der Eisenbahnstrecke, wo der Kontrollen fehlen lassen. Sie hat durch Vorstandsmitglieder nicht felten Aufrufe zu Sammlungen für Weihnachtsbescherungen Mord stattfand, gesehen worden. allmonatlich Revisionen der Depots vornehmen lassen. Es hat anstandslos durch die Polizei genehmigt. Im vorliegenden Fall ferner der Aufsichtsrat periodisch revidiert, und aber, wo es sich darum handelt, den streikenden Webern eine es bestand Weihnachtsfreude zu bereiten, fand die Polizei den Grund zur Ber- bespricht an leitender Stelle die Verhaftung der Familie Humbert. endlich die Einrichtung, daß ein in keinerlei Beziehungen zu der weigerung der Veröffentlichung in der Person des Gesuchstellers. Die republikanischen Blätter äußern ihre Befriedigung den Auftrag hatte und ausführte, jeden Tag Revisionen in allen Bank oder deren Angestellten stehender staatlicher Beamter Die Aufforderung zur Sammlung, welche für den Inferatenteil der und erklären, das Erfreuliche daran sei, daß den Nationalisten nun- Wertpapier- Abteilungen der Bank nach seinem Belieben vorzunehmen. Boltsstimme" polizeiwidrig war, ist nunmehr wörtlich im Bericht mehr die Waffe entzogen sei, deren sie sich unaufhörlich in der Neuerdings getroffene anderweite Maßregeln, welche die Direktion über eine Versammlung des Gewerkschaftskartells zu lesen und wird perfidesten Weise bedient hätten. Diejenigen, welche die Humbert- infolge der anderwärts geschehenen Unterschlagungen beschlossen ficher auch an dieser Stelle ihre Wirkung nicht verfehlen. Affaire ausbeuten wollten, würden eine große Enttäuschung erleben. verhaftet, weil das Ministerium angesichts der drohenden Ent- Richtigkeit der Bestände und die Ordnungsmäßigkeit der GeschäftsDie nationalistischen Blätter meinen, die Humberts seien hatte und welche insbesondere darin bestanden, durch einen Ent- periodischen Wechsel in der Leitung der einzelnen Bankressorts die Hüllungen des Generals Gallifet die Aufmerksamkeit der Bevölkerung führung nochmals festzustellen, haben zur Entdeckung der Unterauf einen andren Gegenstand ablenken wollte. Die nationalistische schlagungen geführt. Vaterlandsliga veröffentlicht einen Artikel, in welchem an die Inter pellationsrede des Deputierten Gauthier erinnert Reßler verhaftet. Der aus Berlin flüchtige Depotverwalter der wird, der vor vierzehn Tagen sagte: Jch hege die feste Ueber- Darmstädter Bank", Marimilian Neßler, wurde heute in einem zeugung, daß die Familie Humbert verhaftet werden wird, sobald Hotel in Brunnen, Kanton Schwyz, durch die schweizerische Staatsder frühere Ministerpräsident der Ansicht ist, daß anwaltschaft verhaftet. Er ist geständig. Der Augenblic gekommen sei, wo er von neuem die Regierung übernehmen könne." Der Artikel weist darauf Siemens u. Halske, Aktiengesellschaft Berlin. Nach dem soeben Einer der industriereichsten Bezirke im nordöstlichen Bayern ist hin, daß die Verhaftung der Humberts mit der Riid tehr Waldeck- beröffentlichten Jahresbericht stellt sich der Geschäftsgewinn für das der Wahlkreis Lichtenfels Kronach. Dort befinden sich zahl- Rousseaus nach Paris zusammentreffe. am 31. Juli zu Ende gegangene Geschäftsjahr auf 6 338 038 M. Eine andre Meldung lautet: Die nationalistische Presse gegen 9 086 085 M. im Vorjahre. Zu dem Geschäftsgewinn kommt Tausende von Personen in der Fabrikation von Porzellan, Glas, ist über die Verhaftung der Humberts äußerst verwirrt, nachdem noch ein Vortrag aus 1900/1901 von 1 398 136 M. Die HandlungsSchiefertafeln, Schuhwaren, Beleuchtungskohlen, Zabat, Cigarren, fie die Regierung fortgefegt beschuldigt hatte, die Verhaftung zuuntoften gingen auf 886 708 r.( 944 890 M. im Vorjahre) zurüid. Papiermachee 2c. beschäftigt, einige tausend Korbmacherfamilien verhindern. Rochefort schreibt im Intransigeant", er sehe in Die Abschreibungen betragen 1 840 336 W.( 1 809 866). Es bleibt mühen sich in ihren elenden Heimstätten Tag und Nacht der Verhaftung die Hand Waldeck Rousseaus, der die Humbert- danach ein Reingewinn von 3 785 646.( 6 482 987), von dem er das Ruder der 119 375 M.( 254 790) dem Reservefonds überwiesen, 2 180 000 M. Arbeitswilligenschutz. Während des Kölner Zimmererstreits waren zwei Arbeitswillige vor einem Tanzlokal von einer Anzahl Streifender mißhandelt worden. Die Kölner Straffammer verurteilte zwei der Ausständigen, die auf die beiden mit ihren Stöcken eingeschlagen haben, zu der unerhört harten Strafe von je vier Monaten Gefängnis. Dieselbe Straftammer verurteilte einen Schutzmann und drei Bürger, die sich so unmenschlicher Mißhandlungen schuldig gemacht haben, daß der Staatsanwalt acht und fünf Monate Gefängnis beantragte, zu der unglaublich geringen Strafe von 100 M. Geldbuße. P ab, unt die Mittel für ihren färglichen Lebensunterhalt Affaire erledigt wissen wollte, bevor zu gewinnen. Die Lohnverhältnisse sind unsäglich traurig. Regierung wieder ergreife. Er sei überzeugt, daß man vor zu einer Dividende von 4 Proz.( im Vorjahre 8 Proz.) verwendet Eine gewerkschaftliche Bewegung existiert erst seit furzer Zeit, der Verhaftung mit den Humberts verhandelt und ihnen perden sollen. im ganzen Wahlkreise sind 500 Arbeiter gewerkschaftlich und bedingungsweise Verurteilung zugesagt habe. Bankier Cattani, Bezüglich der Geschäftslage heißt es im Bericht: Daß es in der 300 politisch organisiert. Jezt aber macht sich ein kräftiges auf dessen Veranlassung das Verfahren gegen die Humberts eröffnet Gesamtindustrie an dem erforderlichen Gleichgewicht zwischen den Aufstreben bemerkbar. Die Unternehmer erkennen die Gefahr wurde, äußerte einem Jounalisten gegenüber seine Freude über die einzelnen Faktoren fehlt, läßt sich an dem scharfen Preisdruck erund bemühen sich, die Bewegung zu unterdrücken, indem Berhaftung und fügte hinzu, er tenne aber auch hohe Per- kennen, der sich in dem Berichtsjahre in erheblicher Weise weiter entsie die organisierten Arbeiter ohne weiteres auf die Straße fönlichkeiten, denen dieselbe weniger angenehm sei. wickelt und höchst nachteilig gewirkt hat. Es ist schwer zu sagen, fetzen, wofür Ersatz zu schaffen, ihnen bei dem kolossalen Angebot Der Notar Lanquet glaubte die Familie weit entfernt, er drückte wann und in welchem Maße hier wieder gesundere Verhältnisse einindifferenter Arbeitskräfte leicht fällt. Von den organisierten indessen die Hoffnung aus, daß das von den Humberts mitgenommene treten werden. Auf manchen Gebieten läßt sich durch zweckmäßigere Arbeitern wurden Maßregeln getroffen, um die Gewerkschafts- Geld noch aufgefunden werde und so die Gläubiger zu ihrem Rechte Produktion und durch Ersparnisse, welchen in den Zeiten der Ueberbewegung zu stärken und dem standalösen Vorgehen der Unternehmer kommen. Jocquin, dem seine Beziehungen zu den Humberts vor- beschäftigung nicht genügend Rechnung getragen werden konnte, vieles Einhalt zu thun. Auf einer Gewerkschaftskonferenz, die zu Burggrub geworfen wurden, erklärte, daß durch den Prozeß das Gegenteil bessern. Auch ist anzunehmen, daß die weniger beschäftigten Firmen bei Stockheim stattfand und bei der die politischen Organisationen bewiesen werden würde. Außer der Familie Humbert wurde auch durch Aufnahme neuer und nicht elektrischer Fabrikationsgebiete durch eine fünfgliedrige Kommission vertreten waren, wurde der Gatte der Vertrauten der Frau Humbert, wieder zu größerer Beschäftigung gelangen werden. Das Eine aber beschlossen, ein Gewerkschaftstartell und ein Arbeiter- Parayne in Rouen verhaftet. Die Pariser Polizei erklärt, läßt sich bereits feststellen, daß die große Nervosität in der BeurSekretariat für den ganzen Kreis, mit dem Size in Stronach, sie hätte auch die Spur der Maitresse Daurignacs nicht verloren; teilung der Verhältnisse, worin ein wesentlicher Grund für die unzu bilden. Eine Kommission wurde beauftragt, bis zum 15. Januar dieselbe habe sich vor einigen Tagen nach Buenos- Ayres eingeschifft, gesunde Preisbewegung zu suchen ist, sich zu beruhigen anfängt und 1903 das nötige zu veranlassen. Außerdem wurde beschlossen, eine gleichzeitig mit ihr seien vier Sicherheitsagenten dorthin abgereist. man zu erkennen beginnt, daß durch überreiste und radikale Nontüchtige organisatorische Kraft anzustellen, die den Wahlkreis plan- Weiter wird seitens der Polizeibehörde versichert, daß sie die Gewiß- furrenz der Druck der Zeiten nicht zu mildern ist, wohl aber in sehr mäßig zu bearbeiten hat. Für dieses Amt wurde der gemaßregelte heit gehabt habe, daß die Familie Humbert sich nur in Spanien erheblicher Weise durch überlegte, zweckmäßige Maßnahmen. Genoffe Seelmann, Porzellanmaler in Stronach, ausersehen. aufhalten konnte, so daß ihre Verhaftung auch ohne Mitwirkung der Konkursstatistik. Nach der vorläufigen Mitteilung des KaiserMadrider Polizei alsbald erfolgt wäre. lichen Statistischen Amts zur Konkursstatistik gelangten im 3. ViertelFür die streikenden und ausgesperrten Weber in Meerane jahr 1902 im Deutschen Reich 2049 Konturses zur Zählung, gegen gingen bei der Berliner Gewerkschaftskommission weitere eine sensationelle Verhaftung in der Humbert- Affaire Konturseröffnung wegen Mangels eines auch nur die Kosten des VerParis, 22. Dezember. Wie die Blätter melden, soll heute 2337 im 3. Vierteljahr 1901. Es wurden 275 Anträge auf Beiträge ein: Deutscher Metallarbeiter- Verband Berlin 500,- Verband der Holz erfolgen; es foll fich dabei um eine amtliche, in der Anfahrens deckenden Massebetrages abgewiesen und 1774 Konkursarbeiter Berlin 500,- Verband der Töpfer 500,- Schlosserei Stabernad gelegenheit viel genannte Persönlichkeit handeln. verfahren eröffnet; von letzteren hatte der Gemeinschuldner in 5,40. Kreissäge Schöneberg 10,- Aichtaken 15,65. Goldschnittmacher Das Blatt Française" veröffentlicht einen Brief Romain 1081 Fällen ausschließlich die Konkurseröffnung beantragt. Schülke 4,50. Tischlerei Wusterbarth 11. Sohn 15,-. Anilinfabrik Daurignacs an feine Maitresse, worin dieselbe ersucht Treptow 13,80. Möbelfabrik Weis u. Naumann 11,90. Segelschieben wird, alle Papiere zu vernichten. Daurignac verspricht ihr dafür 1901: 1845) Kontursverfahren, und zwar durch Schlußverteilung Beendet wurden im 3. Vierteljahr 1902: 2135( 3. Vierteljahr Kopenhagener Klubhaus 2,30. Berband deutscher Gastwirtsgehilfen eine Belohnung und fügt dem Schreiben gleichzeitig 2000 Frants 1437, durch Zwangsvergleich 535, infolge allgemeiner Einwilligung Schneiderwerkstatt Ellrot, Behrenstraße 25,- Buchdrucker: Günther 11. Sohn 10,-. Billig Nachflg. 7,70. Stanfiewit 7,90. bei, die ebenso wie das Schriftstück beschlagnahmt wurden. 39 und wegen Massemangels 124. In 841 beendeten Konkursverfahren war ein Gläubigerausschuß bestellt. 50, brüder Krüger, Köpenick 24,35. Tischlerei von Granel 3, Großen Berliner Straßenbahn, Uferstraße, 48,30. * Hus Industrie und Handel. Sociales. Wohnungs- Enquete in München. Das Gemeindekollegium hat beschlossen, in einer Anzahl von Ein Antrag der socialH. S. Hermann 26,40. Singer ut. Co.( Beitung) 50,-. Gutenberg 5. F. H. 83,20. Gebr. Unger 16,20. Tischler von Thomas, 2. Rate 15, Wärmehalle Südost 10,-. Drei stellungslose Chemigraphen 3, Tischlerei von Schody 3,-.. 3. 3,05. Stattlub Rote" 7,05. Töpfer vom Bau Buzke 3,-. A. K. 5,-. Verband der Tabalarbeiter, Berlin 50, Elender grüner Junge 1, Arbeiter von Haller u. Co. 9,25. Arbeiter Zur Unterschlagung bei der Darmstädter Bank. Schon am Freitag von Hardegen 8,35. Buchdrudevei Eichler 3,20. Arbeiter von Bruns, Simon verlautete, daß der Defraudant Neßler zu der hiesigen Bankfirma 1. Co. 7,20. Buchbinderei H. S. Hermann 16,05. Familie Rosenkranz 3, Siegfried Brann, die ihr Banklokal neben der Darmstädter Töpferträger von Lehmann, Friedenau, 2. Nate 8,75. Arbeiter von Ge- Bant hat, in Beziehungen gestanden hätte und er nur durch deren 3,50. Arbeiter- Radfahrerverein 30,-. Tischlerei Rüders und Hernide sich rechtzeitig die Coupons und Dividendenſcheine für die von ihm unter- Straßen mit etwa 5400 Wohnungen eine Probe- Enquete( 1) über Tischlerei von Stabernad 4,50. Stockfabrik von Gembidi 8, fchlagenen Effekten zu verschaffen vermocht habe. Alls Depotverwalter die Wohnungsverhältnisse zu veranstalten. Einige Kollegen von Görk- Friedenau 10,15. Stockjabrik A. Goldbach 9,- hatte nämlich Neßler am Schluß jedes Quartals die Aufgabe, von demokratischen Gemeindebevollmächtigten, wonach sich diese ErTischlerei Gebr. Faul 22,60. Celluloidfabrik Jean Fässig 11,30. Möbel- den von ihm aufbewahrten, bei der Darmstädter Bank deponierten hebungen über die ganze Stadt erstrecken sollen, wurde abgelehnt, fabrit Ludart 10,40. Arbeiter von Baschwiz 14,-. Lederarbeiter Schuster Effekten die fälligen Coupons und die Dividendenscheine abzutrennen da man angeblich durch die Probe- Erhebung einen Maßstab für die 1,70. Die Elenden aus der Neuen Königstraße 10,- Arbeiter der und diese der Couponkasse einzuliefern. Da nun Negler bei den von entstehenden Kosten gewinnen will. In Wirklichkeit möchte man sich Gertler u. Co. 8,-. Bautischlerei J. Meher 10,-. Pianofabrik Nieber u. die Nichteinlieferung der Coupons am Quartalsschluß sofort zur agrarier nicht zu schädigen. Bianofabrit Stößel, ihm unterschlagenen Effekten dies nicht vornehmen konnte und jedoch möglichst lange um eine ziffernmäßige Feststellung des Wohnungs- Elends herumdrücken, um die Interessen der Herren HausCo. 12,55. Schleiferei F. W. Müller 10,-. Badewannenfabrik Schiegnik 15,55. Lackierer von Gladenbed, Ritterstraße 1,50. Gürtler von Schuster u. Bär Entdeckung seiner Unterschlagungen geführt haben würde, so ließ er seitens der Staatsregierung bedurft, bis man sich entschließen konnte, Hat es doch wiederholter Mahnungen 3,20. C. Wegener, Bannierstraße, 10,-. A. E.-G., Boltastraße, Saal V 17,10. durch die Firma Siegfried Brann die fehlenden Zins- und Arbeiter d. Nähmaschinenfabrik A. Herrmann u. Co. 9,05. Stofferfabrik M. Mädler Dividendencoupons antaufen. Die dazu nötigen Geldmittel ver- die Sache überhaupt einmal in Angriff zu nehmen. 6,25. Tischlerei Lewins Witwe 6,30. Rieder, Chauffeestraße, d. Felix 3,51. fchaffte er sich dadurch, daß er dem Depot der Bank neue Effekten Metallarbeiter von Dünhölter u. Schölzel 7,75. Drechslerei Friedenau 0,60. entnahm und sie Brann zum Verkauf gab. Gesammelt bei Döring, Gozlowskystraße 5,-. Verband der Vergolder Berlin 50,-..., Mohrenstraße 4,80. Stuccateure von Fischer u. Co., 5,15. Bauarbeiter- Bahlstelle Stöpenick 20,-. Mehrere Mitglieder der Zeugund Raschmacher- Gesellentasse 7,-. Schneider von Biester, Unter den Linden 16,50. Tischlerei Köhler, Pallisadenstraße 10,- Arbeiter von Schubert das auch erscheinen mag. Nach einer Darstellung, die Brann dem Die englische Frauen- Gewerkschaftsliga entfendete eine Deputation 11. Berth 11,85. Tischlerei Wolter, Büschingstraße, 8,45. Klempner von Berliner Tageblatt" gegeben hat, trat Reßler vor etwa 15 Jahren zum Staatssekretär des Innern, welche von dem Minister die AusS. Pintsch 13,65. Töpfer von den Bauten Scholz 5,50; Siejewetter 5,- zu der Firma in Geschäftsbeziehungen, zu einer Zeit, als sich die behmung des für die Textilindustrie geltenden Gesezes, wonach Schirmer 10, Am Biertisch d. Kundi 1, Aus der Innungstaffe 1, Firma noch in den Händen des inzwischen verstorbenen Baters Sonnabends die Fabriken um 12 ihr mittags zu schließen sind, auf Berband der Lederarbeiter( Lohgerber und Lederzurichter) 50,- Buchdrucker bes gegentvärtigen Inhabers befand. In dieser Zeit hat Neßler alle andren Industrien verlangte. Der Minister antwortete abvon Mittler ut. Sohn 19,35, 8,65, 16,65, 8,40, 8,05; Marschner 10,25; Seydel 11. Co. 28,05; Scherl( Woche") 15,-; Wilhelmi 8,35; 2. Gronau 2,80; Naud nicht ein einziges Termingeschäft, fondern lediglich Kassa- lehnend; vorläufig fönne an eine Ausdehnung des Gesetzes nicht 1. Hartmann 16,20; Rosen 5,-; Hedendorf 4,45; D. Walter 6,10; Sittenfeld geschäfte gemacht. Diejenigen Geschäfte, an denen bei der gedacht werden. 45,-; Wikel 18,35; Paß u. Garleb, 2. Nate 22,35. Albert Daude 10,80. nunmehr eingeleiteten Untersuchung besonderer Anstoß ge= Bon einem russischen Studenten 2,- Schneiderwerkstatt Wing, Kochstraße, nommen wird, bestanden darin, daß Neßler in einer 4,05. D. B. 3,05. Ein roter Stolorist 3,05.. Albrecht, Pantom 3,55. Reihe von Fällen den Auftrag erteilte, für ihn Coupons von Schneiderwerkstatt J. Stock 6,10. Weißgerber in Zahlstelle St. Jlgen 9,80. Konsols und Dividendenscheine von Bankaktien zu kaufen. Diese Arbeiter- Gesangverein Morgenrot", Köpenick 10,- Bom Stammtisch Eid Aufträge, die den Anlaß zu der jezigen Untersuchung bilden, haben 10,60. Berar. 5,-. Arbeiter der Aktienbrauerei Hohen- Schönhausen 9,- auf Brann, nach dessen Versicherung, damals nicht den Eindruck Habli Benezuela. gemacht, daß seitens Reßlers damit die Verdeckung strafbarer meldet, wird die Antwort der italienischen Regierung Rom, 22. Dezember.( W. T. B.) Wie die„ Agenzia Stefani" Handlungen beabsichtigt wäre. Diese Auffassung gehe u. a. daraus betreffend den Schiedsspruch des Präsidenten Roose herbor, daß die Coupons, die an Neßler ver fauft wurden, zu einem erheblichen Teil mit dem Namen belt, die gleichlautend mit der Antwort Deutschlands und Engder Firma gestempelt waren, und lands ist, morgen dem hiesigen Botschafter der Vereinigten Staaten D... S. 4,20. Summa 2835,51 M. Bereits quittiert 3146,51 M., zusammen 5982,02 M, Weitere Beiträge werden von uns gern entgegengenommen. Gelder, welche mit der Post eingesandt werden, find an A. Körsten, Engel Ufer 15, zu richten. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Kommission. einen Zeitraum von 15 Jahren erstreckt haben, In diesen An- und Verkäufen, die sich, nebenbei bemerkt, über till Brann nichts Verdächtiges erblickt haben, so sonderbar " daß die betreffenden Hus der Frauenbewegung. Letzte Nachrichten und Depefcben. Geschäfte in den Büchern der Firma als Couponliefe übergeben werden. rungen eingetragen wurden. Die Firma habe jetzt auch ihre Bücher sofort der Darmstädter Bank zur Verfügung ge Zur Verhaftung der Familie Humbert. ſtellt, als die Direktion dies zum Zwede ihrer Ermittelungen über Ueber das Verhalten der Millionenschwindler bei ihrer Verhaftung wird dem„ Berl. Tagebl." aus Madrid noch gemeldet: die Geschäfte des Neßler bei der Firma wünschte. Here Brann fügt noch hinzu, daß Neßler an den Geschäften, die er mit der Firma gemacht, feine Verluste erlitten hat. Arbeitslosigkeit in London. London, 22. Dezember.( B. H.) Mehrere tausend Arbeitslose, darunter viele Reservisten, veranstalteten große Kundgebungen, die von der national- demokratischen Liga organisiert waren. Eine Reihe von Mitgliedern des Londoner Gemeinderats ergriffen in dem nachfolgenden Meeting das Wort und ersuchten um Abhilfe der Arbeitsnot. Inzwischen wurde der Inhaber der Firma in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag in Haft genommen und zugleich wurden verschiedene Briefe und Bücher der Firma beschlagnahmt, doch ist gestern( am Sonntag) Herr Brann wieder auf freien Fuß gesetzt Berlin, 22. Dezember.( B. H.) Der zu 12 Jahren Zuchthaus verurteite Bankier Baden- Bruns hat sich im Vechtaer Zuchthause erhängt. Romain Daurignac zeigt einen wahren Galgen humor. Er gratulierte Polizisten zu den Belohnungen, die sie nun erhalten würden und versprach, der Buyfrau ihren rückständigen Lohn zu worden. zahlen, trotzdem er ihr redlich beim Tellerspülen geholfen habe. Die Verantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 299. 19. Jahrgang. 1. Beilage des„ ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 23. Dezember 1902. Der Arbeitsmarkt in Berlin. Es arbeiteten wöchentlich weniger Stunden fammen 4128 auch die Berliner Gewerkschaftskommission zu einer Aeußerung auf Wiens hatten Kränze gespendet; man zählte ihrer 170, die in drei gefordert. Die Kommission hat nun ihrerseits eine Erhebung ver- Wagen dem Sarge forgten. Auf das große Totenfeld im Südosten anstaltet, die teils durch Fragebogen vorgenommen wurde, teils sich der Stadt, den Centralfriedhof, geleitete den treuen Ge aber aus Mangel an Zeit auf die Einholung von Situationsberichten nossen die ganze nähere Gemeinde der Partei; den Langen Nachdem die hiesige Gewerbe- Inspektion bei den Unternehmern beschränken mußte. Nachstehend sei das Resultat dieser Erhebungen Zug bildeten über 60 Wagen. Popp stand außerhalb jeder kircheine Umfrage über die Lage der Industrie vorgenommen, wurde mitgeteilt, die im vorigen Monat vorgenommen wurden. lichen Gemeinschaft und so ertönte beim Berlassen der Wohnung und am Friedhofe nur der Gruß der Arbeitersänger. Die Abschiedsworte sprach Victor Adler; den starken und tapferen Mann erschütterten Thränen, als er von dem treuen Gefährten seines Lebens und Wirkens Abschied nahm. Er pries die Treue des Dahingeschiedenen, feinen Mut, der in der Zeit der Jugend vor keiner Gefahr gebebt hat und im Alter der Reife Blutstropfen um Blutstropfen der Partei hingegeben. Und als der Sarg in die Tiefe fant und von dem Toten, der allen so vertraut war, nun auch körperlich Abschied genommen werden mußte, da schluchzten die Frauen laut auf und in den Augen der Tapfersten blinkte die Thräne über den schmerzhaften 32793 Berluft eines Freundes. Der so viel Anhänglichkeit geweckt, jo edle Empfindungen ausgelöst hat, kann kein unbeträchtlicher Mensch gewesen sein. Julius Bopp war ein tapferer Streiter, ein fluger und tüchtiger Mann, dessen Gaben im Alter zur Weisheit gediehen waren, aber vor allem war er ein guter Mensch. Mit seinem gebückten Gang, seinem durchfurchten Antlig machte er den Eindruck, als ob ihn Sorge und Mühsal niedergebeugt hätten. Aber unter dem schweren Ernst, den ihm sein arbeitsreiches Leben als Mal aufgeprägt hatte, lebte ein tiefes Gemüt, eine feine Bescheidenheit, eine aufrichtige Herzlichkeit, die ihn jedermann lieb und wert machte, der ihm näher296 zutreten Gelegenheit hatte. Insbesondere mit Adler, um den es allmählich einsam wird, verband ihn eine so zuverlässige Freundschaft, wie sie nur Männer verbinden kann, die, so groß auch die Unterschiede im Geistigen sind, im Willen und Wesen einander ergänzen. Einen treuen Arbeiter hat die östreichische Socialdemokratie 300 verloren, den sie nimmer vergessen wird. Metalle Metall. Eisen Elektricität Holz. Möbel Bau und Jalousie Holzbearbeitung Bildhauer Piano und Drechsler Papier u. Leder. Tapezierer. Bekleidung. Wäschefabrikation Hutmacher 72 2115 1311 322 380 96 1470 1151 169 1 302 52 Be richBeschäftigte Personen in denselben Berufe tende Bes 1901 1902 triebe männl. weibl männl. weibl. m. w. Bunahme Abnahme Bu der der jammen wöchentliche Beschäf- Beschäf-(+) Bu nahme tigten tigten (-) Ab nahme Die Betriebe mit m. w. Arbeitszeit beträgt Stunden berboller fürz- bis 6 bis ter 12 Arbeitszeit 7 13 19 bis bis 18 24 Personen über 25 gu • 391 17 947 595 18 035 539 0,5 . 9,40,2 481 14 0151 760 14 593 1 824 4,1 3,6 116 252 6 350 390 6 545 606 3,159,1 4045 7 4 304 7 6,4 0,0 58 905 10 1147 11 26,7 10,0 83 1458 76 1 494 • 76 2,5 0,0 220 908 3 929 2 2,3 33,3 55 798 141 788 137 1,3 2,8 48-611 319 4,1 48-60 385 6,3 36-61 101 6,4 48-60 249 3 11 41 26,7 48-56 2,5 50-60 2,2 48-57 1,5 49-60 15 748 448 106 56 2 50 22 58 2 204 86 2 343 102 6,4 18,6 6,8 48-60 77 725 233 730 2310,7 0,9 0,3 48-57 55 105 1 700 2 136 1 734 2 113 2,0 1,1 0,3 48-60 92 129 1327 137 1 333 181 0,5 32,0 3,4 46-60 33 364 1 608 3521 676 4,2 3,3 14 349 499 364 579 4,3 16,0 Schuhmacher 32 696 196 762 200 9,2 2,0 Ban. Asphalteure 13 547 505 7,7 Dachdecker 23 370 341 7,8 • 2,8 48-60 11,2 54-60 7,8 48-60 7,7 48-60 7,8 48-54 • 79 194 26 21 50 5 16 27 53 5 103 43 22 55 41 44 17 55 18 211 227 144 103 26 161 78 51 32 1 10 4 30 2 14 7 4 33 15 4 12 19 9 6 157 16 88 Studs und Steinbildhauer 29 220 186 15,5 Steinarbeiter 11 265 204 23,0 15,5 42-54 23,0 45-54 Lithographen u. Steindrucker 103 Tertilbranche 2 394 901 2496 927 4,3 2,9 3,9431-60 99 44 8311 042 8311 171 0,0 12,4 Leder- Gerberei u.-Burichterei 25 1 152 65 1 302 7613,0 16,9 Vergolder Buchbinder Sattler • 13 171 334 2 21 192 104 27 2 21 1 8 3 9 4 45 12,4 48-60 37 7 55 435 12,4 54-60 20 5 9 112 11 2 47 23 50 33 75 58 146 212 582 157 104 14 505 22 193219 Polizeiliches, Gerichtliches usw. 17 63 490 1 Jahr Gefängnis. Der Redakteur des Volksblattes" für alle, Genoffe 24 145 Däumig, ist das Opfer einer leichtfertigen Berichterstattung Zusammen. 2 352 59 570 9 885 61 318 10458 2,9 5,8 5,7 2,8+ 3,3|| 36-612 001| 351|| 5499| 4550 870 446 179 11 544 geworden. Man hatte ihm mitgeteilt, daß in einer Halleschen Nach der Arbeitslosenzählung vom 1. Februar 1902 arbeiteten Schneider. In der Herrenmaßbranche, der Damenmaß oder Meister veranstaltet worden war und daß der Einsammler am Ende Fabrik eine Sammlung zu einem Jubiläumsgeschenk für einen in den Berufen, auf die sich die Tabelle bezieht, 23 462 Personen Kostümbranche und der Militärmaßbranche ist der Beschäftigungs- mit dem Gelde durchgebrannt sei. Der Gewährsmann verbürgte mit verkürzter Arbeitszeit, bei der jezigen Erhebung war diese Zahl grad derselbe wie im Vorjahre. In der Damenkonfektion ist sogar auf die Hälfte reduziert. eine Befferung infofern eingetreten, als der Zuzug aus der Provinz fich für die volle Richtigkeit der Mitteilung. Schließlich Die Zahl der Arbeitslofen betrug am 1. Februar 9902 20 427. und dem Auslande nicht allzu stark war. Dagegen ist in der stellte fich aber heraus, heraus, daß die schwere Beschuldigung Da sich die Zahl der Beschäftigten um rund 2300 vermehrt hat, so Herrenkonfektionsbranche ein Niedergang zu verzeichnen, da durch der Unterschlagung auf unwahrheit beruhte. Der Berichterstatter wäre die Bahl der Arbeitslosen um so viel geringer den erhöhten Eingangszoll der Schweiz der Export dorthin ganz hatte ein leeres Geschwätz in leichtfertiger Weise als Thatsache - unter der allerdings zweifelhaften Annahme, daß zu bedeutend beschränkt wurde. an die Redaktion berichtet. und Abzug Die harte Strafe, die den Redakteur daran nichts geändert hat. Der inzwischen Bäcker. Durch das Abstoßen von Arbeitskräften in den andern traf, wird dem Einsender wohl zeitlebens eine Warnung sein. eingetretene Winter dürfte übrigens durch Stillsetzung der Bauarbeiten Industriezweigen ist die Arbeitslosigkeit im Bädereigewerbe wesentdie Arbeitslosigkeit wieder stark vermehrt haben, so daß die Lage lich gestiegen. Ueber den Gang der Verhandlung liegt uns noch kein Bericht gegen Anfang des Jahres kaum verändert sein wird. Das Bild bor. Das Urteil wurde uns telegraphisch gemeldet und wir wissen wird auch nicht günstiger durch die nachfolgenden Situationsberichte deshalb auch nicht, womit das Gericht die tropalledem ungewöhnlich aus den andern Branchen. Es ist keine Aussicht auf Besserung zu harte Strafe begründet. erfennen. Eine gesetzliche Regelung der Arbeitszeit ist dringender denn je. Buchdrucker. Am 10. November 1902 waren von 7000 organifierten Personen 500 arbeitslos. Nachdem das Berliner Adreßbuch fertiggestellt und das Parlament geschlossen ist, dürfte die Zahl der Arbeitslosen im Buchdruck- Gewerbe auf 7 bis 800 Personen gestiegen sein. Am 1. Februar 1902 wurden 677 gezählt. Tabalarbeiter. Die Entlassungen in diesem Jahre sind nicht größere wie im Vorjahre. Es wird aber vielfach schlechtes Material berarbeitet und dadurch die Leistungsfähigkeit beschränkt, infolgedessen ist es in diesem Jahre nicht besser geworden, man fann bezüglich des Verdienstes das Gegenteil behaupten. Maurer. Die Bauthätigkeit des Jahres 1902 war für Berlin recht rege. Nach der Bautenkontrolle gestaltet sie sich folgendermaßen: 1897 1898 1899 1900 1901 1902 557 621 698 789 761 894 Bauten . Beschäftigte Maurer. 6418 6967 7884 8127 8154 8326 Für die Arbeiter dauerte diese günstige Periode nur eine verhältnismäßig furze Zeit. Infolge der daniederliegenden Bauthätigkeit in vielen deutschen Orten und vornehmlich der Provinz hatten die Maurer einen großen Zuzug zu verzeichnen, so daß schon im Auguft mit einer beträchtlichen Arbeitslosigkeit zu rechnen war. Die Herbstkonjunktur war verhältnismäßig gut, jedoch hatte die günstige Arbeitsgelegenheit im Sommer so viele fremde Arbeitskräfte nach Berlin gezogen, daß die Nachfrage nach Maurern nur gering war. Es meldeten sich anfangs November von 7000 organisierten Maurern wöchentlich circa 300 Arbeitslose zur Kontrolle. Der plötzlich eingetretene Frost brachte einen vollständigen Stillstand der Maurerarbeit. Gegen 1000 fremde Maurer verließen deshalb Das vorstehende Bild trifft auch auf die Lage der BauBerlin. arbeiter zu. Zimmerer. Auch bei den Zimmerern war die Geschäftslage im Sommer gut, weshalb auch ein bedeutender Zuzug zu verzeichnen war. Ende September aber setzte die Arbeitslosigkeit wieder ein und nimmt dauernd zu. In der letzten Woche des November 1902 meldeten sich 165 Arbeitslose, wohingegen in derselben Woche 1901 sich nur 113 Arbeitslose der Kontrolle stellten. Töpfer. Bei den Töpfern veränderte sich die Lage des Arbeitsmarites gegen das Vorjahr nicht. Da der Monat November einer der günstigsten Geschäftsmonate in dieser Branche ist, waren Arbeitslose nicht zu verzeichnen. Brauer. Jm Brauergewerbe ist die Lage nach dem Bericht der Berliner Arbeitsnachweis- Statistit günstiger geworden, danach kamen im Oktober 1901 auf 100 offene Stellen 186 Arbeitsuchende, dagegen im Dftober 1902 nur 120. Schließlich wäre noch anzuführen und kann als weiterer Beweis dafür dienen, daß die Zahl der Arbeitslosen sich nicht wesentlich vermindert hat, die Berliner Arbeitsnachweis- Statistik. Auf Grund dieser Statistik kommen auf 100 offene Stellen Dftbr. 1902 Dftbr. 1901 104 93 bei den Tapezierern • Möbelpolierern.. 112 Malern 79 81 " " 105 B " Gärtnern 78 73 " H Der Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Kommission. Partei- Nachrichten. 191890 Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7%, bis 9%, Uhr abends statt. M. Sch., Pankow. Im Berlage Berlin SO., Naunynstraße 68. Näheres erfahren Sie dort. . G. 71. Wir können Ihrem Wunsche nicht entsprechen. G. Drencker. 1. Ja. 2. Wenn Sie beweisen können, daß ausdrücklich vereinbart ist, spätestens am Abend des 29. ist abzuholen, so sind Sie nicht zahlungspflichtig, sonst ja. 2. 5. 34. 1. und 2. Leider wäre eine Klage aussichtslos. 3. Ja. Richten Sie außerdem eine Betition um Er. höhung erst an den Magistrat, dann an die Stadtverordneten- Bersammlung. F. L., Dunckerstraße. Das technische Bühnenpersonal ist nicht unfallversicherungspflichtig. Ein Antrag, dies Personal ebenso wie in wissenschafts lichen Instituten, Gemeinden usw. beschäftigtes Personal und den Handwerksbetrieb der Unfallversicherung zu unterstellen, ift focial Gemeindewahlen. Im Königreich Sachsen: In Neu- Gers- demokratischerseits beantragt, von der Reichstagsmehrheit nach Bekämpfung dorf in der Lausitz wurden die socialdemokratischen Kandidaten in durch die Regierung abgelehnt. Im Jahre 1894 hatte das Reichsamt des sämtlichen vier Klaffen gewählt. In Hainsberg bei Dresden wurde ein Parteigenosse gewählt und in Ellefeld drei. In Waltershausen( Thüringen) wurden fämtliche fünf zur Wahl stehenden Mandate von unsern Parteigenossen erobert, die dadurch jetzt die Hälfte aller Mandate beherrschen. In Fohnsdorf bei Graz wurden alle acht socialdemofratischen Kandidaten gewählt und in Königsfeld bei Brünn einer. Innern einen ähnlichen Borschlag gemacht, den der Bundesrat aber ablehnte. 2.2. Der Alimentenanspruch verjährt in 4 Jahren nach Fälligkeit der vorzuliegen. Für die fernere Beit könnte ein Anspruch nicht geltend gemacht betreffenden Raten. Es scheint demnach Berjährung für die ersten 4 Jahre werden, wenn in der That die Herausgabe ernstlich verlangt, aber verweigert tourde. Die Sache liegt deshalb so, weil sie sich vor 1900 abspielte. Heute läge der Fall anders. Die Verjährung des Alimentenanspruchs liegt nicht vor, wenn der Unterhaltsanspruch als solcher ftreitig geblieben ift. Bar das der Fall, so kann noch jezt geklagt werden. Db dieser Fall zutrifft, ist ohne Rücksprache nicht zu beantworten. Parteipreffe. Von dem neuen nordbayrischen Parteiblatt, der Sch. Reichen Sie beim Kriegsminister Beschwerde ein. E. Ja. Fränkischen Volkstribüne", die vom 1. Januar 1903 an erscheint, Schweinfurt, Bamberg, Kronach Lichtenfels und wurde am Sonntag in den Wahlkreisen Bayreuth, Würzburg, Forchheim- Begnis eine Agitationsnummer verbreitet. Die politischen Organisationen der genannten Kreise haben das neue Blatt zu ihrem Parteiorgan erklärt. A. S. 3. Die Ehezeugen sollen großjährig sein und fich im Besitz der unverheiratet, männlich oder weiblich, deutsch oder ausländisch, mit den bürgerlichen Ehrenrechte befinden. Es können die Zeugen verheiratet oder Berlobten oder mit dem Standesbeamten oder untereinander verwandt oder verschwägert sein. erheblich. Der Unfallzuschuß besteht in folgendem: Beträgt das Krankengeld D. S. Db Sie in einer zweiten Kaffe find, ist unweniger als zwei Drittel des bei der Berechnung desselben zu Grunde geUeber das Begräbnis Julius Popps wird uns aus Wien ge- höhen. Diese Differenz wird von der Krankenkasse an den Verlegten auslegten Tagelohns, so ist das Krankengeld bis auf diese zwei Drittel zu er schrieben: Unter großer Teilnahme der Wiener Arbeiterschaft ist heute gezahlt, vom Unternehmer der Kaffe erstattet( S. 27 und 29 des Julius Bopp zu Grabe getragen worden. Trotz des wahrhaft troft- ersten Nachtrages zum Arbeiterrecht"). D. C. 02. Seit dem lofen Wetters es regnete und schneite ununterbrochen waren 1. März 1875 ist für Preußen, seit dem 1. Januar 1876 für es mindestens 15 000 Menschen, die dem toten Freunde das Geleite ganz Deutschland das ein Standesamt einführende Gesetz in Geltung. gaben. Vom Sterbehause, in einer Seitengasse Mariahilfs, bewegte sich der düstere Zug durch die langgestreckte Mariahilferstraße, und die Voranschreitenden waren bereits am Endpunkte angekommen, als die letzten in der langen Straße eintrafen. Alle Organisationen Briefkaften der Expedition. ODA Weidt. Adressen erhalten. Besten Dank. Fischgerichte für Weihnachten! Wir haben die Räume unsrer Hauptfiliale am Bahnhof Börse verdoppelt und sind dadurch im stande, Kundschaft zum bevorstehenden Fest auch unsrer Lebende Teichkarpfen zu besonders billigen Preisen zu bieten. Lebende Karpfen Pfd. 80-90 Pf. Eiskarpfen Pfd. 50-55 Pf. Seekarpfen Pfd. 35-40 Pf. Cabliau ohne Kopf und im Anschnitt Pfd. 22-25 Pf. Schellfisch in allen Grössen Pfd. 17-30 Pf. Bratflundern Pf. 20 Pf. 3 Pfd. 55 Pf. Seelachs Pfd. 18-20 Pf. im Anschnitt 25 Pf. Adlerlachs Pfd. 30-35 Pf. im Anschnitt 45 Pf. Seehecht Pfd. 35-40 Pf. 42-45 Pt. im Anschnitt Hauptfiliale Bahnhof Börse, Bogen 8-10. II Lüneburger Strasse, Ecke Paulstrasse. 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Feiertag, nachmittags 4 Uhr: Schneeweisschen und Rosenrot. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 42/43. Anfang 7, Uhr. Novität! Bum erstenmal: Novität! Cupido& Co. Schwant mit Gefang und Tanz in 3 Akten und einem Vorspiel. Hierauf zum erstenmal: Am Telephon. Drama in zwei Aufzügen. Heute und folgende Tage: Georgenstrasse, Seine Kammerzofe. zwischen Friedrich- u. Universitätsstr. ( Nelly Rozier.) Schwank in drei Akten von Bilhaud und Hennequin. Die Liebesschaukel. Lustspiel in 4 Akten v. M. Donnay. Anfang 8 Uhr. Palast- Theater Burgstraße 22. Früher: Feen- Palast. Wegen umfassender Vorbereitungen zu den Feiertagen bleibt das Theater bis inkl. 24. Dezember geschlossen. Am 25., 26. u. 27. Dezember: Grosse Fest- Vorstellungen d. vergr. Riesen- Dezember- Programms durchweg für Berlin neue Sehau- u. Kunstnummern. Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pi. Einladung zum 31. Dezember 1902 Grosses Silvester- Familien- Kränzchen. Ta Tanz frei. Ehren- und Vorzugsfarten gültig. An Sanssouci Luisen- Theater. 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Anfang 8 Uhr. Rausch. Tragikomödie in 4 Akten von August Strindberg. Morgen: Geschlossen. Cirkus Schumann Die bösen Mädchen. Dienstag, den 23. Dezember, Große Ausstattungspoffe mit Gesang und Tanz in 3 Aften. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag und folgende Tage: Dieselbe Vorstellung. Donnerstagnachmittag 3 Uhr: Maria Madalena. Freitagnachmittag 3 Uhr: Die Räuber. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Ehrliche Arbeit. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Lorbeerbaum und Bettelstab. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Dienstag u. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Zur Feier des 25jährigen Bestehens des Theaters: Prolog, gesprochen vom Dir. Carl Weiss. Hierauf zum erstemnal: Die letzten Tage der Antillen Großes romantisch- phantastisches Ausftattungsstüd in 5 atten( 9 Bildern) von Ernst Ritterfeldt. Anfang 8 Uhr. Freitag und folgende Lage: Dieselbe Borstellung. Apollo- Theater. Bon 8-9 Uhr: Specialitäten. Um 9 Uhr: Nakiris Hochzeit. Operette von Paul Lincke. Kaffeneröffnung 6 Uhr. Anf. 8 Uhr. Am 26. u. 28. Dezember u. 1. Januar, 3 Uhr: Nachmittags- Vorstellungen: Frau Luna. Ermäßigte Preise. Vorverkauf täglich im Theater von 10-2 Uhr. 197 abends 72 Uhr: Ausserordentlich grosse Vorstellung Das phänomenale Programm 12 Nummern. Um 94 Uhr: Das Tagesgespräch von Berlin Looping the Loop. Die grösste Sensation Um 93 Uhr: Die reizende Pantomime: Die lustigen Heidelberger. Adam und Eva. Sonnabend, 27.( 3. Weihn.- Feiertag): Graf Frun. Sonntag, 28. Dez.: Mutterſegen. Mittwoch, 31. Dezember( Silvester): Buntes Theater. Nachher: Gr. Silvester- Ball. SteidlOranien burg. Thor Theater an der Friedrichstr. Täglich 8 Uhr. Sonnt. 7 Uhr. Vorverkauf 40 Pf. SteidlSänger. Entree 50 Pf. 50 ( Fritz Steidl, Scheuerl, Müller, Lipart, Reising, Wehling, Corvinus, Haas und Munkel.) Neu: Am Weihnachtsabend. Lebensbild von Frik Steidl. Entree 50 Pf.( Borbert. 40 Pf.) bei Rühle, Friedrichstr. 115. Winter 10 6 Garten Am 25., 26., 27., 28. Dezember, je Kolossaler Erfolg: 2 Fest- Vorstellungen 2 Geschwister Andersen, FussNeu! Nachmittags: Neu! Mizi- Gizi, Equilibristinnen. Vortrags- Soubrette. Pierrots Weihnachten. Die 3 Harveys, Drahtseilkünstler. Grosse Weihnachts- Kinderpantomime Stanley und Wilson, Amerikanisch. in 2 Akten und 2 Tableaus. 150 Mitwirkende. Gesangs- u. Instrumental- Akt. In beiden Vorstellungen: Eine Bojaren- Hochzeit, Russische Looping the Loop. Avis: Des grossen Andranges wegen sind Billets zu den Feiertagen ab jetzt an der Kasse zu haben. Gesangs- und Tanz- Scenen. HumoristischDie Barowskys, Gymnastische Produktion. Perzina's dressierte Affen. Die 7 Allisons, Akrobaten. W. Noacks Theater. Udel- Quartett. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Heute: Geschlossen. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Tagestasse 11-12 Uhr. ( Mehsel, Pietro, Britton, MaySteidl, Krone, Böhme, Böck mann, Plättner 2c.) Metropol- Theater. Die zwölf Frauen des Japhet. Vaudeville in 3 Akten von Mars u. Desvallières. Lieder und Text von Julius Freund. Musik von Victor Holländer. Zwei grosse Balletts. Emil Thomas a. G. Josef Josephi. Henry Bender. Hermann Haak. Rauchen gestattet." Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag, 25. Dezember: Einmalige Aufführung: Mein Leopold ,, Weigelt": Emil Thomas a. G. Freitag, den 26. Dezember: Die zwölf Frauen des Japhet. Deutsche Konzerthallen Spandauer Brücke 3 Theaterund SpecialitätenVorstellung. Wochentags: Entree frei! KünstlerKapellen Special- Ausschank der Berliner Bockbrauerei. Königstadt- Casino. Holzmarktst. 72, Ecke Alexanderst. Täglich erstfl. Specialitäten- Vorstellung. Jed. Mittwoch, Sonnabd. und Sonntag Tanzkränzchen. Anf. Wochent.8, Sonntags 6 Uhr. Hoffmanns Norddeutsche Sänger Unterm Weihnachtsbaum. Am 2. u. 3. Feiertag nach b. Borstellung: Tanzkränzo: Am Silvester Abend: Silvester- Ult, Vorstellung und Ball. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. 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Der Pförtner, der die dorf bis Straußberg sollen auch später über die Ferngeleise der Schüsse fallen hörte, eilte in die Wohnung hinauf und fand Scharf Eigentlich gehört diese Mitteilung in den Handelsteil, denn es nicht vermeiden, daß zwei bis drei Monate lang Stadtbahnzüge mit feiner Frau nach dem Schauhauſe abgeholt wurde, brachte man den Stadtbahn verkehren. Die Durchführung dieser Maßregel läßt es schwer verwundet bewußtlos am Boden liegen. Während die Leiche dreht sich um einen neuen Trust, einen Beitungstrust in der hoch liegendem Fußboden der Wagen an den niedrigen Bahnsteigen Verlegten zunächst nach der Unfallstation und von dort nach der deutschen Reichshauptstadt. Wie bei allen Kartellgründungen, so ist verkehren. Es soll deshalb durch besondere Plakate auf den größeren Charité. Hier starb er schon bald nach der Aufnahme. auch hier der Zweck ein rein idealer: die Befreiung des Voltes aus Höhenunterschied hingewiesen und zu vorsichtigem Aussteigen ermahnt Schmach und geistiger Not. Eine Anzahl königlich preußischer werden. Der Umbau wird zudem in die Zeit des schwächsten Verkehrs Die Differenzen des Vereins der freigewählten Kassenärzte mit Beamter mit und noch ohne Drden, Innungsmeister mit bewährtem von Januar bis März verlegt. der hiesigen Orts- Krankenkasse der Gastwirte beziv. deren Aerzte find Blid für die Bedürfnisse des 13olfes, Militärs, Superintendenten Die Feuerwehr hat in diesem Monat schon 320 Alarme zu ver- nunmehr beseitigt. Der Verein hat in seiner Generalversammlung und andre a. D. haben sich mit simplen Kaufleuten, einem veritablen zeichnen, d. h. doppelt so viel als in andren Monaten. Die Brände, unter Berücksichtigung der außerordentlichen Verhältnisse, welche für Kassenboten und den sieben Steichstags- Abgeordneten Bindewald, besonders die großen in den letzten Tagen und die zahlreichen Keller- dieje Kaffe in Betracht kommen, ein Arzthonorar von 3 M., statt der Jacobstötter, Massow, Rettich, Graf Roon, Schrempf und Graf brände haben den Mannschaften viel zu schaffen gemacht, der Bestand ursprünglichen Forderung von 3,50 M., für angemessen erachtet. b. Schwerin- Löwitz zu gemeinsamem Weihnachtswerke zusammen- an Erkrankten ist zur Zeit ein sehr hoher. Nachdem nun auch die Vertragskommission mit dem Kaffenvorstand gefunden. Sie alle brechen aas in den Ruf: Siehe, es jammert uns Der Mörder der Frau Budwig, Kellner Adolf Lesczynski, ist berhandelt hat, sind schließlich die von der Kaffe aufgestellten Aerztedes Volkes: nach einer bei der hiesigen Kriminalpolizei eingegangenen, von der Staats- Verträge anerkannt worden. Dieser Ausgleich, der gewiß beide In der Reichshauptstadt Berlin, den Nachbarstädten und Vor- anwaltschaft in Ostrowo bestätigten Meldung in Kalisch ergriffen Teile befriedigen wird, hätte wahrscheinlich von vornherein erzielt orten find deutscher Sinn und deutsche Sitte in starter Die dortige Behörde fandte die auf seinen Namen verfekte Uhr und der Differenzen mit dem Kassenvorstand in Verhandlung getreten worden. Daß er in Ostrowo gewesen ist, steht jetzt außer Zweifel. werden können, wenn die Aerzte- Vereinigung sofort beim Ausbruch Abnahme begriffen. Dieser Niedergang des öffentlichen Geistes, Stette hierher und hier ist nun festgestellt worden, daß fie Eigentum wäre. wie er in der Verbreitung einer charakterlosen, nur auf das der Ermordeten waren. Auf Veranlassung der hiesigen KriminalGeschäft bedachten, dem rohen Sensationsbedürfnis dienenden polizei ordnete nun die Behörde von Ostrowo alles an, was aur meister Häring und der Grünkramhändler Damerow aus der SpreeDen Bock zum Gärtner fezten gestern morgen der SchlächterPresse, in dem Besuche von Schauspielen schlechtester Art, Festnahme des Mörders führen konnte. Insbesondere erstreckten fich vornehmlich auch in dem Ausfall der politischen Wahlen diese Maßregeln mit Hilfe der russischen Behörden auch auf ein Schwein und andres Fleisch, Damerow allerhand Grünkram gestraße zu Charlottenburg. sich kundgiebt, ist eine Schmach vor aller Welt, bildet eine Stalisch, wo eine Schwester der Ermordeten, die in ihrem wachsende Gefahr für unser Bolt, besonders für die heranwachsende Schreiben erwähnte Anastasia, als Erzieherin lebt. Wenn sich die lauft. Alles zusammen luden sie auf einen Wagen, der mit einer Jugend. Die christlich- deutschen Ideale, Gottesfurcht und Nachricht bestätigt, so fragt es fich, was mit dem Mörder weiter bon dem Fuhrherrn Steffen geborgten Stute bespannt war. mannhafte Treue, das preußische opferfreudige Pflicht angehöriger. In Rußland herrscht aber der Pazzwang. Wenn werk der Obhut eines Mannes, der in der Tracht eines Schlächtergeschehen wird. Lesczynski ist von Geburt russischer Staats- fie nun auch noch Gänse kaufen wollten, übergaben sie das Fuhrbewußtsein entschwinden, tausendfältig in den Schmuz gezogen, jemand ins Ausland geht und binnen einer gewissen Frist seinen gesellen an der Halle stand. dem Bewußtsein der Maffen, ja selbst schon dem Empfinden vieler Baß nicht erneuern läßt, so verliert er die ruffische Staatsangehörig der Hüter mit Wagen und Pferd und der ganzen Ladung verAls sie mit den Gänsen kamen, war „ Gebildeten", welche die getreuen Führer des Volkes sein sollten." feit. Ist das bei Lesczynski, der als Kellner viel umherkam, der schwunden. Die Bestohlenen erleiden einen Verlust von rund 800 M. In diesem Tone geht es noch eine ganze Weile in einem Auf- Fall, so tann er ohne weiteres ausgeliefert werden, sonst Die schwarze Stute ist ein ausgedientes Pferd der Garde- Dragoner ruf weiter, der jetzt in Berlim verbreitet wird. Anfänglich dachten werden fich Schwierigkeiten ergeben, die nach Verträgen und daher G. D. gestempelt. wir, es handelte sich um Errichtung einer Sühnekirche für die und Bestimmung der Strafgeseze gelöst werden missen. Im Zoologischen Garten sind augenblicklich die Hirsch Sünden des Zollwuchers und die Infamie, deren sich die bekannten unterdessen ist nun auch ermittelt worden, daß das Mordwerkzeug gehege sehr gut befeßt. Es giebt auf der Erde keine artenreichere tapitalistischen Erpressergesellschaften in Sachen Krupp gegen ehren- Dort erschien ein Mann, der nur Leschnski gewesen sein kann, am Garten; fein einziges Museum hat so viele verschiedene Formen der aus einer Eisen- Großhandlung in der Kaiser Wilhelmstraße stammt. Sammlung dieser Wildarten, als hier im Berliner Zoologischen hafte deutsche Arbeiter schuldig gemacht haben. Aber nein. Etwas Freitag vor dem Morde, furz nachdem Lescynski den Zimmermann Geweihträger in seinen Gallerien aufzuweisen. Auch die südandres kam ans Licht. In dem Aufruf werden acht Berliner Zeitungen Schulz nach einem Hammer gefragt hatte, und ließ sich mehrere amerikanischen Hirsche, die man sonst nur selten lebend zu Gesicht mit Namen genannt, nämlich die von einer Unternehmerclique aus- Hämmer vorlegen. Da ihm feiner schwer genug war, so suchte er bekommt, find gut vertreten; von einigen Gruppen kann man sogar gehaltenen Blätter" Post" und„ Neueste Nachrichten", die überzoll- nach irgend einem andren schwereren eisernen Gegenstande, ohne mehrere Arten antreffen, deren Verbreitungsgebiete sich geographisch wucherische Deutsche Tageszeitung", der im Denunzieren so muntere etwas zu laufen. Da es in der Mittagszeit war, wo die Gehilfen ausschließen, die fich also in verschiedenen Gegenden ersetzen. Reichsbote", die„ Deutsche Zeitung" des Uebermenschen Dr. Lange, nicht im Geschäft find, so gelang es ihm leicht, sich die Schraube, wie die biedere„ Kreuz- Zeitung", die„ Tägliche Rundschau" und das sie dort eingefettet haufenweise liegen, heimlich anzueignen, so daß Büdler- Blatt, die Staatsbürger- Zeitung". Diese acht solle man einzig lesen und mit Inferaten unterstützen. Die Kriminalpolizei hat die Behörde von Kalisch ersucht, den Verhafteten photographieren zu lassen und Bilder hierher zu senden, die allen denjenigen vorgelegt werden sollen, mit denen Lesczynski in Berlin in Berührung gekommen ist. Mit Hilfe dieser Bilder soll für den Strafprozeß das Beweismaterial sofort bis in alle Einzelheiten gesammelt und festgestellt werden. " er fie nicht zu kaufen brauchte. So sind in dem kleinen Rehgehege, dicht an der großen Promenade, zivei Formen des Pampashirsches ausgestellt, der stark unterſetzte Argentinier und der schlanke hochbeinige Brasilianer. Bei der ersteren Art agen die Hirsche ein stärkeres Geweih als bei der zweiten. Sehr eigentümlich ist ihre Ausdünstung, die sich namentlich bei der argentinischen Form oft bemerklich macht als ein durchdringender Geruch nach Schnittlauch. Leider werden die Pampashirsche nicht geschont und sind bereits in weiten Strecken von Argentinien und Parc juay dem Aussterben nahe. Sie leben in der Steppe und meiden den dichteren Urwald. Bewährte Namen find in Prospekten von Aktienunternehmungen immer als das beste Mittel befunden worden, Kunden heranzulocken, und so ist es erklärlich, daß die 8 Zeitungen, die da hofften, durch gemeinfame Atemgymnastik besser sich das zur Eristenz erforderliche Quantum Sauerstoff aneignen zu können als im isolierten Wirken, sich von Ein alter Schwindler, der sein Sonderfach länger als ein Jahr einer Methode Erfolg versprechen, die nach dem Aktiengeset betrieb, wurde gestern abend festgenommen, als er an den Un- Feuerbericht. Ueber ein Dutzend Brände hatte die Wehr am ihnen nichts toftet, den Unterzeichnern aber ein beträcht- rechten fam. Bu Geschäftsleuten aller Art, Uhrmachern, Cigarren Sonntag abzulöschen. Früh gegen 6 Uhr wurde fie nach der Großliches Stüd Haftbarkeit zuschiebt. Aber das foll uns händlern usw. tam ein bejahrter Mann, der sich für einen Gastwirt beerenstr. 31 gerufen, wo in einem chemischen Laboratorium Feuer nicht fümmern. Uns interessiert nur die Frage, warum ausgab und allerhand Waren kaufte, die er für seine Wirtschaft ausgekommen war. Glücklicherweise fonnte indes die Gefahr bald ist der„ Lokal- Anzeiger" nicht in das Verzeichnis der national- brauche. Sein Hausdiener sollte die Einkäufe abholen und bezahlen. beseitigt werden, so daß größerer Schaden nicht entstanden ist. Kurz gesinnten Presse aufgenommen worden? Das Scherl- Blatt hat doch ihm auf ein paar Stunden mit 8, 9 oder 10 Mark auszuhelfen, da in Flammen auf, die aber auch noch im Keime erstickt werden Nach kurzer Zeit erschien er wieder und bat den Geschäftsmann, darauf ging in der Fürbringerstr. 7 der Inhalt eines Schaufensters fowohl beim Zoll- wie beim Krupp- Wucher deutlich zu erkennen ge- er sich durch eine Zahlung vollständig ausgegeben habe. Um diese konnten. Gegen 11 Uhr erfolgte ein Alarm nach der Schäferstr. 11. geben, daß es aufgehört hat, unparteiisch zu schillern, daß es Erzählung glaubwürdig zu machen, zeigte er eine quittierte Rechnung Als die Wehr antam, stand schon auf dem dortigen Neubau eine im Beschimpfen der Socialdemokratie nicht minder leistungsfähig ist über Gastwirtsartikel im Betrage von 80, 100 und mehr Mart. Baubude in hellen Flammen. Es mußte daher längere Zeit wie die dafür auf echte deutsche Weise von interessierten Unternehmer- Dieſe Quittung ließ er zum Pfande; sie sei so gut wie bares Wasser gegeben werden, bevor die Gefahr beseitigt war. Zur gruppen ausgehaltenen nationalen Blätter. Was ist am Geld, da die gekauften Sachen nur auf sie heraus- selben Zeit mußte in der Invalidenstr. 139 ein Feuer abgelöscht deutschen Wesen des Lokal- Anzeigers" auszusetzen? Sält gegeben würden. Der Hausdiener werde mit dem Betrage der werden, das den Fußboden und die Balkenlage ergriffen hatte. man dies bedeutsame Blatt nicht für regierungs- und polizei- Mann das Geld erhielt, ließ er sich nicht mehr sehen, und auf seinem straße 20 in einer Wohnung in Flammen auf, während in der Rechnung auch das kleine Darlehn gleich mitbringen. Wenn der Kleidungsstücke und Möbel gingen um 1 Uhr in der Breslauerfromm genug? Das wäre doch! Eine einzige Anfrage, die einer Hausdiener wartete man ebenso vergeblich. der Unterzeichner des Aufrufes an eine hohe Stelle richtet, wird ihm der Gegend des Alexanderplates verschiedene Geschäftsleute auf ge- der Jerusalemerstr. 44/45 wurde die Wehr gerufen, weil hier durch Nachdem er zuletzt in Blücherstr. 11 in einem Laden ein Brand ausgekommen war. Nach bestätigen, daß man in den leitenden Kreisen der Regierung den acht fälschte Quittungen des Versteigerungshauses in der Schönhauser- Unachtsamkeit Betten 2c. in einer Schlafftube in Brand geraten in dem Aufruf genannten Trustblättern kaum eine Thräne nach- straße angepumpt hatte, tam er gestern abend zu seinem Unglück in waren. Es gelang aber, die Flammen bald zu löschen. In der weinte, wenn ihnen eines schönen Tages gemeinsam die Puste aus- Moabit zu einem Uhrmacher, den er früher schon einmal in einem Emdenerstr. 21 hatte die Wehr mit der Ablöschung eines Badestubenginge, daß man dort aber den ,, Lokal- Anzeiger", so wie er ist, um andren Stadtviertel geprellt hatte, diefer erkannte ihn wieder und brandes zu thun. Ein ähnlicher Brand verursachte ein Ausrüden alles Gold in der Welt nicht missen möchte. ließ ihn dingfest machen. Der alte weißhaarige Schwindler wurde der Wehr nach der Turmftr. 2. Montagnachmittag 3 1hr hatten in Bei solcher Sachlage begehen die um das Wohl des deutschen festgestellt als ein im Jahre 1846 zu Bojen geborner HandlungsVolkes und der nationalen Bresse gleich heiß bemühten Männer ein Jahr und Tag von seinem Schwindel lebte. Der Verhaftete gab bis reifender Otto Levy, der hier in fleinen Gasthöfen wohnte und feit schweres Unrecht, wenn sie ihre Unterlassungssünde nicht wieder gut jetzt schon 50 Fälle zu, die noch nicht alle angezeigt sind. machen und sich auch um Aufnahme des„ Lokal- Anzeigers" in den, patriotisch- socialistenfressenden Zeitungstrust bemühen! Aenderung in der Leitung des städtischen Schulweseus. Der zur Borberatung für die Wahl eines Stadtschulrats eingesetzte Ausschuß beantragt bei der Stadtverordneten- Bersammlung folgendes: Die Versammlung wolle, beschließen: Ein Zusammenstoß zwischen einer Droschke und einem Wagen der elektrischen Straßenbahn ereignete sich gestern abend 9 Uhr am herausgeschleudert und geriet so unglücklich unter die Näder des Reichstagsgebäude. Eine in der Droschke sitzende Dame wurde Straßenbahnwagens, daß sie entsetzlich zugerichtet nach der Charitee gebracht werden mußte. Kutscher und Pferd der Droschke tamen unverletzt davon. der Alten Jakobftr. 171 in einer im zweiten Stod belegenen wohliefen noch Alarmierungen von der Wichmannstr. 89, Bremerstr. 73 nung Gardinen und Kleidungsstücke Feuer gefangen. Außerdem und von verschiedenen andren Drten ein, die jedoch durchweg unbedeutende Brände betrafen. Aus den Nachbarorten. Mariendorf, Tempelhof, Marienfelde. Die Mitglieder des Wahlvereins find mit ihren Familien zu einem gemütlichen BeiDer zur Vorberatung für die Wahl eines Stadtschulrats einsammensein am ersten Weihnachtsfeiertag von nachmittag 3 Uhr ab gesetzte Ausschuß erhält zugleich den Auftrag, in die Prüfung einer Uhren- und Goldwarendiebstahl. Einbrecher haben in der Nacht bei Adel, Tempelhof, Germaniaftr. 20, eingeladen. anderweiten Regelung der Leitung des gesamten städtischen Schul- zum Sonntag dem Uhren- und Goldwarengeschäft von Baul Trent, Der Vorstand. wesens einzutreten und der Versammlung neben der Bericht- Charlottenburg, Spandauerstraße 38, einen Besuch abgestattet und Charlottenburg. Die Charlottenburger Partei hat ein herber erstattung fiber die Besetzung der zur Zeit freien Stadtschulrats- haben die vom Haupteingang nach dem Laden führende Thür ge- plöglich gestorben. Schon während des Socialistengesezes stand dort waren im Werte von ca. 3000 M. gestohlen. Die Einbrecher Verlust getroffen. Hermann Wernicke ist am Sonntagvormittag stellen auch hierüber entsprechende Vorschläge zu machen. Es handelt sich, wie wir hören, um eine Trennung der öffnet, indem sie das Sicherheitsschloß mittels Brecheifens herausLeitung der Fach- und Fortbildungsschulen von der der Gemeinde- brachen. Sie trafen dann unter den reichen Vorräten ihre Aus- Wernicke im Vordertreffen. Lange Jahre hindurch war er in der schulen. wahl, wobei sie besonders Herrenartikel bevorzugten. Die wert Zeit des Ausnahmegesezes Kreisver trauensmann und als„ Bürgervollsten Goldwaren hatte Trenk glücklicherweise mit nach seiner meister von Charlottenburg" in den engeren Parteikreisen weit beUmbau der Stadtbahn und ihrer Betriebsmittel. Eine Zusammen- Wohnung genommen. Der Einbruch wurde von 2 Offizieren vom tannt. 1893 übergab ihm das Vertrauen der Parteigenossen ein faffung des Verkehrs der Berliner Stadtbahn und der anschließenden Elisabeth- Regiment nachts 3 Uhr bemerkt, welche die Jalousie halb Stadtverordneten- Mandat, das er bis 1899 ausübte. Er war der Vorortstrecken ist von der Eisenbahnverwaltung beschlossen und soll hochgezogen und die Thür offen stehend fanden, durch die die Diebe erste Borsitzende des socialdemokratischen Wahlvereins für Charschon gleich in den Tagen nach Neujahr 1903 in Angriff genommen ihren Ausgang genommen hatten. Die Offiziere schlugen Lärm. Lottenburg Teltow Beeskow Storkow, der im Jahre 1889 gewerden. Von den ersten Tagen des Januar an beginnend, werden Trent, der im Hinterzimmer schlief, wollte auch ein Geräusch gehört gründet wurde. nach einer Mitteilung des Bereins der Eisenbahnverwaltungen, die haben, ohne jedoch etwas darauf zu geben. In der letzten Zeit verfah er das Amt jetzt laufenden Stadtbahnwagen mit niedriger Bodenhöhe aus dem eines Kassierers im Wahlverein, aus dem ihn der Tod abberufen hat. Auch auf getverkschaftlichem Gebiet war Wernicke unermüdlich thätig. Er war von Beruf Tischler. Noch unter dem Socialistengesetz bemühte er sich eifrig um die gewerkschaftliche Organisation # 4 Verkehr gezogen. Sie werden einstweilen durch Vorort- und ge= Den Tod auf den Schienen fand Sonntagmorgen gegen 3 Uhr wöhnliche Personenwagen ersetzt, die aus allen Teilen des weiten zwischen Karlshorst und Sadowa eine etwa 40 Jahre alte, dem preußischen Staatsbahnnetzes zusammengezogen werden. Die Arbeiterstande angehörige Frau. Der Streckenwärter fand die zer Stadtbahnwagen werden dann in möglichst zahlreichen Werkstätten ftückelte Leiche fünfhundert Meter vor der Station Sadowa. Sie feiner Kollegen. Fortgesetzte Maßregelungen zwangen ihn 1892, umgebaut, indem ihr Boden erhöht wird. Auch die Bremsung wurde neben den Bahndamm gelegt und mit Reifig bedeckt, bis der Lokomotiven der Stadbahn wird der gewöhnlichen angepaßt. Die von der Staatsanwaltschaft die Freigabe erfolgt. Einige Schritte seinen Beruf aufzugeben. Er machte eine Gastwirtschaft auf, die er Länge der Vorortzügemacht außerdem eine Berlängerung einzelner Bahn- bon der Ueberfahrenen lag ein Bündel mit Moos und Kohltöpfen, vortrefflich zu leiten verstand. Dem flugen, menschenkundigen, steige notwendig, namentlich auf dem Bahnhof Jannowizbrüde, eine Aus- welches wohl der Getöteten gehörte; augenscheinlich hatte die Frau humanen Mann, der mit Wernicke gestorben ist, werden die Genossen führung, die besondere Schwierigkeiten bietet. Der ganze Umbau der Be- die Geleise überschreiten wollen, als ein Zug heranbraufte und sie ein langes Andenken bewahren. triebsmittel ist so vorbereitet, daß er in kürzester Frist, jedenfalls zum zermalmite. Eintritt des stärkeren Frühjahrsverkehrs, vollendet sein wird. InAus Spandan schreibt man uns: In der letzten StadtverordnetenEine Katastrophe. Der 36 Jahre alte Schlosser Paul Scharf Sigung wurde bei einer Vorlage betr. die Festsetzung des Fluchtzwischen find Vorbereitungen zur Erhöhung der Bahnsteige auf aus der Stargarderstraße Nr. 22 war feit neun Jahren mit einer linien Blanes für das zur Entfestigung gelangende Gelände 76 Centimeter über Schienen- Oberkante getroffen. Die Erhöhung elf Jahre älteren Frau Marie geb. Ulbrich verheiratet. Die finder- u. a. zur Sprache gebracht, daß auf eifrigstes Betreiben einiger der eigentlichen Stadtbahuz Stationen und einiger Ringbahn- lofe Ehe war nicht glücklich. In der letzten Zeit flagte Frau Scharf bürgerlicher Stadtverordneten und des Magistrats schon in den Stationen mit besonders starkem Verkehr soll im Laufe des Monats auch, daß ihr Mann ihr kein Wirtschaftsgeld mehr gebe und sie allernächsten Tagen Notstandsarbeiten für arbeitslose März 1903 durchgeführt werden. Die Erhöhung geschieht aus allein für die Miete sorgen lasse. Als sich die Frau am Sonnabend- Arbeiter in Angriff genommen werden sollen. Die Socialdemo schließlich in Cementeisenbar und nur in der Nacht, während der abend um 6 Uhr von dem in demselben Hause wohnenden Händler fraten mochten nicht schlecht gestaunt haben über so viel ArbeiterBetriebspause. Die Erhöhung auf jeder Station foll in je einer Saß eben Kohlen in die Wohnung bringen ließ, brach sie plötzlich freundlichkeit, die fie bei den Nacht bewirkt werden, damit das Publikum nicht Bahnsteige von besinnungslos zusammen. bürgerlichen Stadtvärern Ein Arzt, der gleich gerufen wurde, doch bisher nicht im mindesten gewöhnt tvaren. verschiedener Höhe benutzen. muß. Zweck der ganzen Maßregel ift, tonnte nur noch den Tod feststellen. Vergeblich bemühten sich nun der letzten Stadtverordneten- Sigung berichtete Stadtv. Reinede, In die über die Stadtbahn gehenden Vorortzüge über die Geleise der Hausgenossen, den Mann der Verstorbenen zu suchen; Stadt- und Ringbahn zu führen. So sollen die Vorortzüge der Strecke von seiner Arbeitsstelle schon weggegangen er war daß auf sein und einiger andern Stadtverordneten Anraten und nirgends zu der Magistrat bei dem Kriegsministerium in Rücksicht auf den rauhen nach Ertner über die Stadtgeleise der Stadtbahn im Jahre 1904 geleitet finden. Während die Leiche noch in der Wohnung lag, tam Scharf Winter und die dadurch gesteigerte Arbeitslosigkeit dahin vorstellig werden. Zu gleicher Zeit toerden auch die Vorortzüge nach Wannsee endlich gegen 122 Uhr nachts schwer betrunken mit einer Drofchte geworden sei, einen Teil des Festungswalles fofort niederzulegen. und Potsdam als Stadtzügte über die Stadtbahn verkehren. Es ge- nach Hause gefahren. Als der Pförtner ihm mitgeteilt hatte, was Dem fei stattgegeben und schieht dies in derselben Weise wie jetzt schon bei den Vorortzügen vorgefallen war, wankte er in seine Wohnung hinauf und schoß vor aufsicht der Magistrat mit der Bau betraut worden. Eine der Görlitzer Bahn. Es wird ferner beabsichtigt, einige Stadtbahn- der Leiche seiner Frau sechs Revolverschüsse auf sich ab. Während Submission habe sofort vorgenommene engere aber ganz toloffale Preisunterschiede geV zäuneu! " V Gerichts- Zeitung. Der VorDie Die Verbandszeitigt( Mindestforderung 12 000 m., Höchstforderung 6400 M.!), I hunderts, Fürst Bismard, gewidmeten Brunnens bestimmt waren.[ wird. Oft gehen die Aufträge durch zwei, drei Hände und von den so daß er, Redner, der selbst zur Abgabe einer Offerte aufgefordert Brivatleute werden nun der„ Dankbarkeitspflicht" genügen. Die Löhnen, die in den Staatswerkstätten gezahlt werden, bleibt weniger worden sei, sich für die Arbeiter aus dieser Notstands- Arbeit Entschließung der Stadt findet allerdings eine ganz einfache Er- als die Hälfte für den Arbeiter übrig, der für den letzten Zwischennicht viel verspreche. Es hätte in den Submissionsbedingungen ein klärung in dem Umstande, daß, um das Gleichgewicht im Etat des meister thätig ist. Von einer Art Sattelfiffen, für die in der StaatsMindestlohn von 35 Pf. pro Stunde festgelegt werden müssen, Jahres 1903 herstellen zu können, die Einkommensteuer- Buschläge von werkstätte pro Stück 2,30 M. an die Arbeiter gezahlt wird, wurde feineswegs dürfe dem Unternehmer, der schließlich die 130 Proz. auf 150 Broz. erhöht werden müssen, desgleichen die Ge- ein Posten an einen Privatunternehmer vergeben, der die Arbeit Arbeiten auszuführen haben werde, die Möglichkeit ge- bäudesteuer von 140 auf 175 Proz.; außerdem sind Aussichten vor- weiter an einen Zwischenmeister gab, dem er 1,80 m. pro Stick geben werden, den Notstand der Leute auszu- handen, daß die Steigerung sich wiederholen wird. Die Grundwert- zahlte. Dieser aber zahlte seinen Arbeitern nur 1,13 M. für diemugen.( Bravo! bei den Soc.) Die Ausführungsdauer dürfe steuer einzuführen, findet die Grundbefizer- Majorität im Stadthause, felbe Arbeit, die eigentlich 2,30 M. often sollte. In einem andren auch nicht auf 20 Wochen, sondern nur auf 8-10 Wochen bemessen die ja noch ganz unter sich" ist, keine Veranlassung. Fall ging die Staatsarbeit durch die Hände von zwei Privat- Unterwerden, damit eine um so größere Anzahl Arbeiter eingestellt werden nehmern, um schließlich im Spandauer Amtsgefängnis müsse. Stadtv. Rieger( Soc.) fagte: Er freue sich, nach den Aushergestellt zu werden. Als vor 5 Jahren gegen dieses Zwischenführungen des Vorredners konstatieren zu können. daß die Herren meister- System seitens der Organisation an die deutschen Kriegsin Arbeiterfragen auch einmal einen lichten Moment gehabt ministerien petitioniert wurde, antiworteten der preußische und Ein böses Abenteuer mit einem Schuhmann hatten die Schant- sächsische Kriegsminister geradezu ablehnend, der württembergische haben. Hoffentlich bleibe Herr Reinecke bei seinen heute bewirt Ferdinand Steinertschen Eheleute, welche sich gestern wegen gar nicht, und nur der bayrische Kriegsminister nahm sich der Säche fundeten Anschauungen auch in Zukunft stehen. Redner tritt Widerstandes, Körperverlegung und Beleidigung vor dem Schöffen- an und versprach Abhilfe, und nur der bayrische Landtag zeigte Verdafür ein, daß noch jetzt mit dem Unternehmer ein Beide haben seiner Zeit wegen des ständnis für die Klagen der Arbeiter. Nun soll in nächster Zeit Mindestlohn von 35 Pf. für die Arbeiter verabredet werde. Im gericht zu verantworten hatten. weiteren Verlauf der Debatte stellt Stadtv. Bender( f.) den lebt unter Anklage gestellten Vorfalls Strafanzeige gegen den Schuh- wiederum eine derartige Petition für die Beseitigung des Zwischenmann Wolff bei der Staatsanwaltschaft eingereicht, der Strafantrag meister- Systems und der Heimarbeit in der Militäreffekten- Branche Antrag, dem Magistrat für sein eifriges Eingreifen Dank und ist aber zurückgewiesen worden und die Steinertschen Eheleute wurden versandt werden, und zwar an sämtliche Bundesstaaten und an die Anerkennung auszusprechen. Genosse Rieger wendet sich da- unter Anklage gestellt. Gegen die abweisende Verfügung legte Rechts- Reichstags- Abgeordneten sowie an die Abgeordneten in den Barlagegen, der Magistrat habe doch nichts weiter gethan, als was einmal anwalt Leop. Meher bei der Oberstaatsanwaltschaft Beschwerde ein, menten der größeren Bundesstaaten. feine Pflicht und Schuldigkeit sei, dafür habe er keinen besonderen die Entscheidung über die Beschwerde ist aber bis nach Beendigung " Dant" zu beanspruchen. Der Antrag Bender wurde jedoch an dieser Hauptverhandlung ausgesetzt worden. Der Angeklagte betrieb noch weiter beleuchtet. Besonders wurde die Firma Bäcker u. Co. In der Diskussion wurde das abscheuliche Ausbeutungssystem genommen. Die Notstandsarbeiten sollten noch vor Weihnachten in im August in der Dunckerstr. 81 ein Schankgeschäft. Am Sonnabend, genannt, wo z. B. für ein Kammkiffen, für das in der Spandauer Angriff genommen werden. 30. August, abends kurz vor 11 Uhr, hatte er einen etwas an- Werkstatt 3,20 m. gezahlt wird, der Arbeiter nur 2 M. erhält und Schmargendorf. Nachdem die Wahl des amtstreuen Herrn Schmidt getrunkenen Mann, der ihm den Korridor verunreinigt hatte, etwas dabei, wenn er sehr leistungsfähig ist, 26% Pf. pro Stunde, der als Vertreter der dritten Klasse vom Teltower Kreisausschuß und unsanft zur Thür auf die Straße hinausbefördert, nachdem er ihm minder tüchtige aber nur 22% Pf. verdient. Eine Packtasche, die, vom Bezirksausschuß infolge des unzulässigen Verfahrens des den Schauerlappen um die Ohren geschlagen hatte. Der Ermittierte in Spandau hergestellt, 4,15 M. fostet, tarifmäßig mit 3,50 M. beGemeindevorstehers" für ungültig erklärt worden ist, stellten drei schimpfte auf der Straße und lockte damit den Schuhmann Wolff Gemeindevertreter den Antrag, den ferneren Instanzenweg nicht herbei, der mit dem Mann sprach und sich Notizen machte. Der in zahlt werden sollte, wird dort für 2,80 M. vom Arbeiter hergestellt, mehr zu beschreiten, auch dem Gemeindevorsteher zu untersagen, seinen Laden zurückgekehrte Angeklagte hörte, wie der Schuhmann Ein Familienvater, der 3 Kinder zu ernähren hat, erzählte, daß er wobei er es auf einen Wochenverdienst von 13,50 M. bringen kann. abermals sebständig Berufung einzulegen und diesem die sagte:" Den werden wir schon kriegen!" Der Schuhmann ging dann bei jener Firma bei angestrengtester Arbeit 13, 14 und 16 M. entstandenen und noch entstehenden Kosten aufzuerlegen. Die Stüßen in das Lokal hinein und verlangte, daß der Angeklagte fofort das wöchentlich verdiente und, als es in einer Woche einmal 17 M. des Gemeindevorstehers, die Vertreter der 1. und 2. Wählerklasse Lokal schließe. Dieser erwiderte:" Das mache ich wie ich will; es trieben zunächst Obstruktion, indem sie durch allgemeines Fehlen die ist noch nicht 11 Uhr und bis 11 Uhr habe ich Polizeistunde!" Nun wurden, der Unternehmer noch Abzüge machen wollte, weil an einigen Stücken etwas weniger Arbeit zu vericichten war. Ein andrer älterer anberaumte Sigung beschlußunfähig machten. In der nächsten zog der Schuhmann seinen Säbel, stürmte damit auf den Angeklagten Arbeiter, der durchaus noch leistungsfähig in vollem Maße ist, erSigung stimmten sie dann den Antrag geschlossen nieder. Die los und erklärte, daß er Feierabend gebieten werde. Der Angeklagte Wähler können also noch lange warten, ehe sie einen Vertreter nach forderte ihn hierauf auf, seine Schwelle zu verlassen und soll dem zählte: als er 1869 ausgelernt hatte, hätte er 3%, Thaler verdient, ihrem Sinn in die Gemeindevertretung entfenden können. Der Beamten dabei einen Stoß vor die Brust gegeben haben. Nun nahm ieht verdiene er 10 M., wovon aber noch für Faden, Wachs usw. ca. 1 M. abginge, so daß kaum 9 M. Wochenverdienst übrig blieben. Gemeindevertreter Jung wies an Beispielen nach, daß das amt der Konflikt noch ein ernsteres Aussehen an. Der Schuhmann Wolff Tiche Teltower Kreisblatt" aus unserm Rathaus forderte den Angeklagten, obgleich er diesen als Wirt des Lokals auch hinsichtlich der Reinlichkeit soll es in einigen Werkstuben sehr schlecht bestellt sein. Verbesserungen werden wohl von der Polizei stammende, tendenziös entstellte Berichte über wichtige Sigungen fannte, auf, ihm zur Wache zu folgen, er versuchte auch, ihn gewalt- angeordnet, aber die Polizei vergißt es, nachzuforschen, ob thre Anbringt. Bei der Abhängigkeit des Kreisblattes find erfahrungsgemäß fam zu fassen, und als die Frau des Angeklagten hinzukam, um zu ordnungen auch befolgt werden. Berichtigungen selbst als bezahlte Inserate schwer anzubringen. vermitteln, soll sie nach ihrer Behauptung von dem Beamten einen Nach gründlicher Aussprache über die elenden Verhältnisse wurde Jung wünscht eine amtliche sachliche Berichterstattung durch den so heftigen Stoß gegen die Magengegend erhalten haben, daß fie folgende Resolution einstimmig angenommen: Gemeindevorsteher, die dieser ablehnt. Beschlossen wird jedoch, Ver- während der Nacht wiederholt erbrechen mußte. Inzwischen hatte „ Die versammelten Sattler aller Branchen Berlins protestieren tretern der Presse den Zutritt zum Sigungssaal zu gestatten. Ein das Renkontre einen großen Voltsauflauf verursacht und schließlich Antrag Jung betr. die Einsetzung einer Kommission zur Ab- drängten sich mehrere Hundert Personen vor dem Eingang zu der auf das entschiedenste gegen das Vorgehen der MilitäreffektenFabrikanten, durch fortwährende Lohnabzüge die Lebenshaltung der änderung des völlig unzeitgemäßen Ortsstatuts und der Geschäfts- Schankwirtschaft. Der Schuhmann Wolff, der durch die Aeußerung Arbeiter auf das tiefste Niveau herabzudrücken. Sie protestieren ordnung wird vom Gemeindevorsteher bekämpft mit der Begründung, des Angeklagten:„ Gehen Sie erst in die Schule und lernen Sie gegen das raffinierte Ausbeutungssystem der Zwischenmeister. Sind daß nicht für jeden„ Quart" Kommissionen nötig sind. Der Antrag Instruktion!" gereizt worden war, ging kurze Zeit weg und kehrte bei den in der Vereinbarung vom 27. September 1900 vor dem Berwird abgelehnt, und es wird nunmehr der Gemeindevorsteher sich bald darauf mit einem zweiten Schuhmann zurück. Beide hatten liner Gewerbegericht festgesetzten Accordsätzen noch 21-22 M. bermit dem„ Quart" selbst befassen. Dieselbe Mehrheit, die aus eigner schon vor der Thür die Säbel gezogen. Der Angeklagte empfing fie dient worden, so steht fest, daß heute Wochenlöhne von 12, 12, Initiative nie Anträge stellte und alle Anträge des Gemeinde- mit den Worten: Was wollen Sie denn?" und als dann der zweite vorstehers annimmt, lehnte die auch schon früher von uns in öffent- Schußmann erfuhr, daß es sich um den Besitzer des Schanklokale höchstens 15 M. bei fast allen Arbeitern der Branche die Regel bilden. licher Versammlung geforderte Errichtung von Bedürfnisanstalten handle, steckte er seinen Säbel ein und sagte zu seinem Kameraden: Daß ein solcher Verdienst kaum zur Deckung der allernotwendigsten und von 2 Straßenbrunnen ab. Der Gemeindevorsteher offenbarte" Wenn es der Wirt ist, dann kennen Sie ihn ja; wenn Sie etwas Lebensbedürfnisse ausreicht, bedarf keimer weiteren Begründung. Die sein Verständnis für öffentliche Hygiene durch den Vorschlag, zu gegen ihn haben, können Sie ja Anzeige erstatten." Dies der Sach- Artilleriewerkstätten in Spandau nicht nur diesen Mißständen nicht Dies der Sach- Versammelten finden es tief bedauerkich, daß selbst seitens der dem Zwecke eine Stelle mit losem Sand durch Wellblech zu um- verhalt. Der Schutzmann Wolff behauptete, daß es nach seiner An entgegengetreten wird, sondern sie noch in verwerflichster Weise ges ficht 11 Uhr gewesen, als er Feierabend geboten, daß der Angeklagte fördert werden. Gleichwie die Fabrikanten ignoriert die Leitung der Friedrichsfelde. In der Gemeindevertreter- Sizung vom Freitag mehrere Beleidigungen gegen ihn ausgestoßen und die angeklagte fördert werden. Gleichwie die Fabrikanten ignoriert die Leitung der Artilleriewerkstätten die gerechten Forderungen der Arbeiter. wurde die Einführung der längst ersehnten Grundwertsteuer Chefrau ihn habe hindern wollen, ihren Ehemann zur Wache zu Versammelten geben ihrer tiefsten Entrüstung darüber Ausdruck, daß beschlossen. Diese Steuer stand schon mehrmals in früheren fistieren. Auf die Frage des Vorsitzenden, was er denn mit der Sizungen auf der Tagesordnung, war aber stets durch die stark Sistierung beziveckte, da ihm doch die Persönlichkeit des Angeklagten die Regierung resp. die Militärbehörde fich dadurch zum Mitschuldigen an der traurigen Lage der Militärsattler macht. bekannt sei, erwiderte der Schuhmann: er habe geglaubt, auf diese leitung wird beauftragt, an zuständiger Stelle die Beseitignug aller intereffierten Bauern zu Falle gebracht worden. Großes Erstaunen rief deshalb die nunmehrige einstimmige Annahme derselben hervor. Weise am schnellsten den Auflauf zerstreuen zu können. Als grundfäßliche Forderungen werden verlangt: Abschaffung der Nicht recht verständlich ist, warum beschlossen ist, die Steuer erst am ſizende war der Ansicht, daß damit vielleicht das Gegenteil erzielt Mißstände in zweckentsprechender Weise in Anregung zu bringen. worden wäre. Es wurde eine große Zahl von Zeugen vernommen, 1. April 1904 in Kraft treten zu laffen. Die ausschlaggebenden die zum Teil die Behauptungen der Angeklagten bestätigten, zum Heimarbeit, Beseitigung des Zwischenmeister- Systems, Feſtſeßung Personen wollen der Bürgerschaft einen Gefallen thun, doch darf die Die Versammelten verpflichten sich. Lohnreduktionen Sache ihnen vorläufig nichts tosten. An Stelle des verstorbenen Teil aber auch bekundeten, daß der angeklagte Ehemann recht auf- eines Minimallohnes, der allen Arbeitern eine gesicherte Existenz Der Staatsanwalt hielt den Ehemann der garantiert. Bauerngutsbesizers Lange wurde der Amtsgerichtssekretär Krausnic geregt gewesen ist. zum Schöffen gewählt. Ünter Mitteilungen gab der Gemeindevorsteher Nörperverletzung, der Beleidigung und des Widerstandes für über mit allen ihnen zu Gebote stehenden Weitteln entgegenzutreten. Sie ein Gesuch der Magerviehhofs- Genossenschaft bekannt, worin die Ge- führt und beantragte gegen ihn zwei Monate Gefängnis, erblicken in ihrer Berufsorganisation die sicherste Waffe im Kampfe Mann sich der Organisation angeschlossen hat." meinde Friedrichsfelde gebeten wird, ein öffentliches Schlacht gegen die Ehefrau wegen versuchter Befreiung des Angeklagten aus gegen die Fabrikanten und geloben, nicht zu ruhen, bis auch der lezte Rechtsanwalt Leop. haus dicht neben dem Magerviehhof auf Gemeindekosten zu erbauen. Der Gewalt des Beamten 10 M. Geldstrafe. Diese Anlage, welche als Konkurrenz- Unternehmen des Meher führte dagegen aus, daß der Schuhmann Wolff die ganze unliebfame Scene unnüberweise selbst provociert habe. Nach der Berliner Schlachthofes gedacht ist, würde laut beigefügter Skizze ins- Beweisaufnahme sei es mindestens sehr zweifelhaft, daß es schon gesamt die Kleinigkeit von 1 Millionen Mart tosten. Natürlich 11 Uhr gewesen, als der Schußmann Feierabend gebot. Der Anwurde dies abgelehnt. Eine andre Mitteilung betraf eine Ver- geflagte behaupte und mehrere Zeugen bestätigten, daß noch fünf Ver- geklagte fügung der Regierung dahingehend, bei der im nächsten Jahre zu Minuten an dieser Zeit fehlten, unter diesen Umständen habe der erwartenden Ueberfüllung der Schulklassen nicht NebenSchußmann fein Recht gehabt, in das Lokal zu dringen und Feierflaffen einzurichten, sondern zum fiebenstufigen System überzu- abend zu gebieten. Noch weniger sei er in der berechtigten Ausgehen. Auch wurde empfohlen, zwei neue Lehrkräfte einzustellen. übung seines Amtes gewesen, als er den ihm persönlich bekannten Nummelsburg. Die letzte Sigung der Gemeindevertretung hatte Wirt des Lokals zur Wache sistieren wollte. Es würde unverständlich sich wieder mit der Aufnahme einer Anleihe in Höhe von 55 000 m. sein, wenn die beiden Angeklagten, die allein Schaden gelitteri, nun Der Gerichtshof hielt es nicht zu beschäftigen, welche zur Deckung der Restzahlungen für das auch noch bestraft werden sollten. Wasserwerk und die Kanalisation verwandt werden soll. Ueber für erwiesen, daß es schon 11 Uhr war, als der Schuhmann Feierdie Restzahlung für die Kanalisation sind zwischen der Gemeinde abend verlangte. Dennoch habe sich der Schußmann in dieſem ersten und dem Unternehmer Herrn Smrerfer Differenzen entstanden, welche Falle in der rechtmäßigen Ausübung seines Amtes befunden und der Ueber Petersburg wird berichtet: Hier eingegangenen zu einem Prozeß geführt haben. Gleichzeitig stellte der Gemeinde- Angeklagte habe ihm dabei Widerstand geleistet. Der Schußmann vorstand die Aufnahme einer weiteren Anleihe in Aussicht, habe die Ueberzeugung gehabt, daß es schon 11 Uhr fei, und selbst Nachrichten zufolge dauert das Erdbeben im Kreise Andischan, 197 Verschüttete wurden indem die Regierung einen Zuschuß als Beihilfe zum Neubau der wenn er sich darin in einem thatsächlichen Jrrtum befunden, sei seine namentlich bei dem Dorfe Affaki, an. Borhagener Schule, auf welchen die Gemeinde start rechnete, ab- Amtshandlung aus diesem Gesichtspunkte nichts rechtswidrig. Das bisher aufgefunden, die Ausgrabungen werden fortgesetzt. gelehnt hat. Auch der Staatszuschuß, welcher der Gemeinde zur gegen habe er sich bei der beabsichtigten Siftierung des Angeklagten Explosion auf einem deutschen Dampfer. Der Hamburger SchnellDeckung der Schullasten in Höhe von 7500 Mart bis jetzt zur Wache nicht in der berechtigten Ausübung seines Amtes begewährt wurde, ist auf 5000 Mart herabgesezt worden, und es ist funden. Der Gerichtshof hat aus diesem Grunde die Ehefrau gänz- dampfer Deutschland" traf in Plymouth mit beschädigten Steuerzu befürchten, daß der Zuschuß mit der Zeit ganz wegfällt. Die lich freigesprochen und den Ehemann nur wegen der Körperverlegung bord- Maschinen ein, die vorgestern 179 Meilen von den Scilly- Inseln höhere Mädchen- und Knabenschule ist so gewachsen, daß die bisher des betreffenden Mannes mit dem Scheuerlappen, wegen des ersten entfernt durch eine Explosion unbrauchbar geworden waren. Das benußten Räume nicht mehr ausreichen. Daher brachte der Widerstandes und wegen Beleidigung im ganzen zu 50 M. Geldstrafe Schiff konnte aber mit einer Geschwindigkeit von noch immer Der Gerichtshof glaubte, die Strafe gering bemessen 16 Knoten in der Stunde mit Hilfe der Backbordmaschinen die HeimGemeindevorstand eine Vorlage ein, wonach zu diesem Zwed verurteilt. Privaträume auf die Dauer von zehn Jahre zu einem zu sollen, weil der Schutzmann die ganze Sache in sehr erregtem reise fortsetzen und nach Cherbourg weitergehen. Gestern früh passierte der Dampfer Dover und ist heute Die Deutschland" ist im letzten Preis von jährlich 2300 M. gemietet werden sollen. Von unsern Tone gehandhabt und durch seine Bemerkung: Den werden wir 6 Uhr Genossen wurde angeregt, die höhere Schule in dem neuen Schul- schon kriegen!" sowie durch sein Auftreten im Lokal den Angeklagten früh auf der Elbe fällig. Jahre schon von einer Reihe von Unfällen betroffen worden. hause mit unterzuuringen, was einige Herren zu der Befürchtung getränkt und gereizt habe. Das Schiff hatte New York heute vor acht Tagen mit veranlaßte, daß in diesem Falle zwischen den höheren Schülern und 1026 Passagieren und 940 Postsäcken verlassen. Gestern früh um den Volksschülern Reibungen entstehen würden. Doch auch der Anhalb zwei wurden die Passagiere durch eine Explosion aus dem trag des Gemeindevorstandes wurde abgelehnt. Weiter teilte der Ein Cylinder der SteuerbordSchiffsraum mit Dampf angefüllt. Vorsitzende mit, daß von der Regierung die Genehmigung des Drts. Die Mißstände in der Militäreffekten- Industrie und die gesicherte Schlafe geschreckt. Sie stürzten aus den Kabinen und fanden den statuts für Errichtung einer Schuldeputation eingegangen ist. Die Wahlen zum Gewerbegericht finden Donnerstag, den war das Thema einer öffentlichen Sattlerversammlung, die am maschine war geplakt. Es gelang den Offizieren rasch, die Reisenden 15. Januar, bormittags von 10-12 Uhr für Arbeitgeber, und nach- Sonntag im Gewerkschaftshause stattfand. Die Thatsachen, die hier zu beruhigen. Die Maschinisten karnen mit leichten Verlegungen mittags von 5-9 Uhr für Arbeiter statt. an die Deffentlichkeit gebracht wurden, bildeten eine sonderbare BeDie Direktion der Hamburg- Amerita- Linie erklärt den Schaden Neu- Weißensee. Die Gemeindevertretung wählte zum Vorsitzenden leuchtung zu den Worten des Kaisers von der guten und gesicherten an Bord der„ Deutschland" für nicht erheblich und teilt mit, daß es des Gewerbegerichts den Gemeindeverordneten Grobe; zu Stell- Eristenz der Arbeiter. Aus nach Lohnbüchern gewissenhaft aufgevertretern den Gemeindeverordneten Konig und den Kaufmann stellten Berechnungen ergiebt sich wie der Referent Saffenbach sich nach den ihr erstatteten Meldungen lediglich um einen Bruch -Einstimmig wurde beschlossen, die von dem ausführte daß tüchtige Sattler, die Jahrzehnte in der Militär- des Niederdruc- Kurbellager- Bolzeus der Steuerbord- Maschine handelt. Eisenbahn- Unglüd. Ein auf der Fahrt von San Francisco nach Pferdemarktspächter gemachten Zuwendungen im Betrage von effekten- Branche thätig find, in den neunziger Jahren durchschnitt1400 M. für abgehaltene Pferde- Auktionen so zu verwenden, daß liche Wochenlöhne von 19 M. bis hinunter zu 14 M. zu verzeichnen Los Angelos befindlicher Zug wurde gestern in der Nähe von Rechnet man eine verhältnismäßig kurze Arbeitslosigkeit Hotsprings von einem nachfolgenden Zuge angerannt. 23 Personen 900 M. für Bescherung armer Kinder und 500 M. an Bedürftige hatten. für Feuerung ausgegeben werden; es wird diese Unter- hinzu, so war bei einem leistungsfähigen Arbeiter in 5 Jahren der wurden hierbei getötet. Ganz hervorragend stügung nicht als Armenunterstüßug angerechnet. Durchschnittsverdienst pro Woche 12.53 M. Desgleichen wird an die Gemeindebeamten die Summe von tüchtige Arbeiter haben es in dem für die Militäreffekten- Branche 1500 M. als Weihnachtsgratifikation verteilt. Ein von unsrer Seite sehr guten Jahre 1896 bis zu 27 M. Durchschnittsverdienst gebracht; gestellter Antrag, diese Summe in gleichen Teilen zu verteilen, diese Höhe wurde aber seitdem nicht mehr erreicht. Die Löhne stiegen wurde abgelehnt und wird die Bemessung der Beträge der Gunst zwar etwas, nachdem im Jahre 1900 der Tarifvertrag zu stande Stationen des Gemeindevorstehers überlassen. Genosse Schillert wurde fam, find aber, seitdem wieder eine vertragslose Zeit hereingebrochen mit Stimmenmehrheit zum Armendeputierten des 3. Bezirks gewählt. ist, beständig im Sinken begriffen und zur Zeit auf einem Tiefstand Schreiende Mißstände herrschen im hiesigen Armenhause; so angelangt, der als die äußerste Grenze angesehen werden muß. Das wurde mitgeteilt, daß ein in der Nacht um 11 Uhr Verstorbener gilt allerdings nicht für die Arbeiter der Artilleriewerkstätten in Swinemde. 771 NNW noch des andern Tages nachmittags 4 Uhr dort gelegen habe, den Spandau. Aber diese Staatswerkstätten unterhalten und begünstigen Hambu Frankf./M. Blicken der vier oder fünf Zimmerinfassen ausgesetzt. Es wurde icht ein Zwischenmeister- System, so ausbeuterisch und schändlich, wie es faum in einer andren Industrie, vielleicht mit Ausnahme der München Bescheid gegeben, den Fall genau zu untersuchen. Konfektionsindustrie, zu finden ist. Teils sind es Geschäftsleute, die Wien Dranienburg. Unfre biederen Stadtväter haben es nun doch gar keine Werkstatt haben, teils Kleinmeister in Spandau, von denen Wetter Prognose für Dienstag, den 23. Dezember 1902. abgelehnt, 800 M. aus städtischen Mitteln zu bewilligen, die als einer seine Lehrlinge bis 11 Uhr nachts und sogar Sonntags arbeiten Etwas tälter, vorherrschend wolkig bei mäßigen nordwestlichen Winden; Berliner Wetterbureau. Zuschuß zur Errichtung eines dem Andenken des Heros des Jahr- läßt, teils auch Berliner Unternehmer, denen die Arbeit übertragen teine erheblichen Niederschläge. Loofmann. " Verfammlungen. Existenz der Arbeiter" " In der Humanistischen Gemeinde, Niederwallstr. 12, in der Aula der Friedrich Werderschen Ober- Realschule hält am ersten Beihnachts. feiertage, bormittags 10, Uhr, Herr Dr. Radolf Benzig einen Bortrag über: wenn ihr nicht werdet wie die Stindlein." Damen und Herren haben freien Butritt. Vermischtes. Ueber das Erdbeben in Turkestan wird gemeldet: Andischan und Umgegend haben entsetzlich gelitten. Nach un gefährer Zählung find 2500 Menschen umgekommen und 16 000 Häuser zerstört. Trotz der Hilfemaßnahmen der Regierung leidet die Bevölkerung durch Hunger und Kälte. Die unterirdischen Stöße und Bodenerschütterungen dauern fort. davon. Witterungsübersicht vom 22. Dezember 1902, morgens 8 Uhr. Barometerſtand mm Windrichtung Windstärke Wetter 3 bedeckt Temp. n. E. 5° C. 4° R. Stationen Barometer. stand mm Wind 0Haparanda 765 Still -2 Petersburg 765 NW 0 Corit 775 S OAberdeen 774 NND 774 WSW 1Dunst 772 N 773 ND 772 769 N 2 bedeckt 2wolkenl 3 bedeckt -1 Paris 5 bedeckt richtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5° C. 4° R. wollen!-19 1halb.bb.- 22 2 bedeckt 8 4 bededt 7 มา W2 Die besten, billigsten Schlafröcke nnsmitu.H Unübertroffen reichhaltige Auswahl in W Façons und Webarten. ver Weiche, mollige, dicke, flauschige, veloursartige Stoffe mit den verschiedensten Besätzen Morgenröcke 118 # 63) 15.30.- 27.21.- 18.12.8 Mark 6 50 Pf. für Herren, Double u. Veloursstoffemit of Mark 50 schönen Besätzen 24., 18., 12., Baer Sohn 210 Special- Haus grössten Maassstabes Chaussee- Strasse 24a/ 25 Rodeodan 11 Brücken- Strasse 11 Gr. Frankfurter Str. 20. Die 20ste Preisliste 1902/1903 kostenlos und portofrei. Schmidt macht's doch. Da nützt kein Schreien einer wütenden Konkurrenz, welche das Publikum täuscht, indem sie behauptet, sie giebt etwas umsonst. 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Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Böttcher Julius Schramm am 19. d. M. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, den 23. d. M., nachmittags 2 Uhr, bom Trauerhause, Bellermannstraße 17 aus nach dem Freireligiösen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 256/20 Der Vorstand. Santa Lucia Orts- Krankenkaffe der Vergolder and Berufsgenossen. Kraft- Rotwein, derselbe schmedt ausgezeichnet und Dienstag, den 30. Dezember 1902, ist der ständigen Kontrolle des abends 8 Uhr, im Prälaten, Laboratoriums des Gerichtschemikers( Alexanderplatz) Bogen 9: Dr. C. Bischoff unterstellt. Delikateßgeschäften. M. Todes- Anzeige. Am Sonntag, den 21. d. Mts., morgens 92 Uhr, verstarb nach furzem Strantenlager mein innig geliebter Mann, unser guter Bater, Bruder, Schwager und Onkel, der Gastwirt Hermann Wernicke im 42. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 25. Dezember ( 1. Weihnachts- Feiertag), nachmittags 1 Uhr, vom Trauerhause, Bismardstr. 34, aus statt.[ 1242 Die trauernden Hinterbliebenen. Socialdemokratisch. Wahlverein Charlottenburg. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied seit Be stehen des Vereins und jetziger 263/2 Wahlversammlung der Arbeitgeber, fierer, der Gastwirt Käuflich in Apothefen, Droguen- und wozu sämtliche Arbeitgeber, welche Beiträge aus eignen Mitteln leisten, eingeladen find. Tagesordnung: Jahr 1903. Kranz- und Blumenbinderei Bahl von 94 Bertretern für das von Robert Meyer, Montag, den 5. Januar 1903, nur Mariannen- Straße 2. abends 8 Uhr, im Gewerkschafts. Vereins- Kränze, Palmen- u. Blumen- hause, Engel- Ufer 15, Saal 5: Arrangements, Bouquets, Guirlanden Ausserordentliche usw. werden fein u. preiswert geliefert. Generalversammlung, H In Ltr. Fl. empfehle: Cognac 1,25-10,35, Rum 1,00-5,60, Nordhäuser 0,45-1,35. Liqueure, Eiercognac, Citronenu. Himbeersaft, Port- u. Ungarweine gut u. billigst wozu die Herren Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer ergebenst eingeladen werden. Tages- Ordnung: 1. Beschlußfassung über die Abänderung des Statuts durch den Bezirksausschuß. 2. Verschiedenes. Bertreterkarte legitimiert. Der Vorstand: F. Nicolai, Carl Schindler, strasse 55. Borfigender. Chaussee39M J. Assmann, Schriftführer. Wurms Magendoctor ist das Beste für den Magen hiervon überzeugt Sie das treffliche botanische Wurm Kunstblatt und die beglaubigten ärztlichen Atteste, welche Sie in den Niederlagen erhalten, besonders aber der regelmässige Gebrauch. Er ist wohlschmeckend. Die Feiertage stellen nun ausserordentliche Ansprüche an den Magen. Ein schlechter oder verdorbener Magen stört die Freude. Da ist es denn sehr gut, einen ,, Magendoctor" in der Form eines angenehm. Genussmittels im Hause zu haben! Für Jedermann einige Flaschen ,, Wurm" sind daher ein nützliches und willkommenes Festgeschenk. 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Wir werden dem Berstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 25. Dezember, nachmittags 1 Uhr, vom Trauerhause Bismarckstr. 34 aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 204/3 Der Bezirksführer. Verein socialdemokratischer Gast- und Schankwirte Berlins und Umgegend. Am Sonntag, den 21. d. M., verstarb plößlich am Herzschlag unser Mitglied, der Kollege Hermann Wernicke im Alter von 42 Jahren. Die Beerdigung findet am ersten Feiertage, nachmittags um 1 Uhr, bom Trauerhause, Bismardstr. 34, nach dem neuen Kirchhofe, Fürstenbrunner Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 70/7 Der Vorstand. Gesang- Berein Borwärts", Charlottenburg. ( M. d. A.-S.-B.) Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Sangesbruder Hermann Wernicke am Sonntag, den 21. Dezember, plöglich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 25. Dezember( 1. Weihnachtsfeiertag), nachm. 1 Uhr, vom Trauer haufe Bismardftr. 34 aus statt. 235/1 Der Vorstand. Gesang- Verein„ Geselligkeit ( M. d. A.-S.-B.) Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Sangesbruder Hermann Wernicke am Sonntag, den 21. Dezember, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 25. Dezember, nachmittags 1 Uhr, vom Trauerhaufe Bismardstr. 34 aus ftatt. 66/11 Der Vorstand. Todes- Anzeige. Nach langen schweren Leiden verstarb am 20. Dezember meine liebe Frau Bertha Alberts geb. Damitz im Alter von 52 Jahren. Dies zeigen tief betrübt an Wilhelm Alberts und Tochter. Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 23. Dezember 1902, nachm. 1 Uhr, vom Trauerhause Schönhauser Allee 84 aus statt. Am Sonnabend früh 6, Uhr verschied am Herzschlag unjer lieber und freuer Kollege, der Schriftsezer Louis Auerbach im 56. Lebensjahre. Sein jeder zeit bethätiger follegialer Sinn fichert ihm bei uns ein dauerndes Andenken. 1161b Das Personal der Buchdruckerai H. S. Hermann. Die Beerdigung findet am Dienstag, 23. 6. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Central Friedhofes in Friedrichsfelde statt. Meine Uhren find wirklich gut abgezogen. Reelle dreijährige für guten Gang. Garantie Uhren umsonst giebt es nicht, doch billiger wie jede Konkurrenz verkauft die Uhren- und Goldwaren- Industrie bon 59612* H. M. Tomechna, Berlin SO., Brückenst. 16 Eckhaus Köpnickerstrasse. Nidel Remontoir- Uhr, gutes Wert. Echt Silber Remontoir Uhr, garantiert gut. Wert, 6 Rubis, fchönes startes Gehäuse, deutscher Reichsstempel, zwei echte Goldränder Dieselbe mit 2 echt filbernen Kapfeln. Echt gold. Remontoir- DamenUhr, reich grav. Gehäuse, 10 Steine Gold. Remontoir- Damen- Uhr, 0,585 Reichsstempel, Grand Guischet, hochf. Werk Echt goldene Herren- Anter Remont., 15 Steine, 3 gesetzl. 4,20 8,50 • $ 10,50 13,50 18,25 gestempelten Gold- Kapseln. 80, Umsatz von Halb und Halb, Mampe mit Pomeranzen. 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