Nr. 301.4 Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerandos Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1902 unter Nr. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 19. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Big. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wocheningen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Donnerstag, den 25. Dezember 1902. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Die nächste Nummer unsres Blattes lichen Ferne dicht umhüllt, vor uns als ein edler und großer Geist, die Profeſſorenſchaft lediglich gegen die Borlämpfer der Wahrheit. erscheint des Weihnachts- Festes wegen edlen und großen Geiſt huldigen auch wir heute, als an seinem zu diesem Maß feiger, unterwürfiger Ehrlofigkeit. der tiefe Spuren in der Menschheitgeschichte hinterlassen hat. Diesem Tiefer kann die gelehrte deutsche Bourgeoisie nicht mehr sinken, als Sonntagmorgen. Weihnachtsfest. Weihnachten, das jahrhundertalte, ist in Wahrheit nichts wie eine einfache Geburtstagsfeier. Und sogar nur eine erfundene. Denn der Tag der Geburt dessen, der zu Weihnachten gefeiert werden soll, ist gänzlich unbekannt. Niemand weiß Tag und Stunde, wann Jefus von Nazareth geboren ist. Nicht einmal das Jahr steht genau fest. Gleichwohl soll auch uns das nicht weiter anfechten. Es kommt bei solchen Geburtsfesten ja nicht auf das Datum, fondern auf den Menschen an, dem es gilt. Und auch wir Socialisten stehen nicht an, Jesus als einen der Großen in der Menschheitsgeschichte anzuerkennen. Freilich ist es nicht allzu viel, was diese Geschichte von ihm uns aufbewahrt hat. Es ist kein flares Bild, was wir von ihm haben. Unsicher sind die Umrisse desselben, ganz verblichen die Farben. Eine fast zwei Jahrtausend breite Ferne liegt zwischen ihm und uns. Wie in Dämmer gehüllt steht vor ums, was wir von ihm wissen. vermeintlichen Geburtstagsfest. reden: Einwohner rund Graboto Bredow Züllchow 1430 479 204 15 000 . 1781 293 134 12 000 833 196 106 6.000 4044 968 444 33 000 Desto mehr aber lehnen wir alle Gemeinschaft mit den Zum Stettiner Huldigungs- Adressen- Schwindel heutigen Kirchen ab, in denen dieser Geburtstag angeblich in der schreibt man uns: allein wahren Form gefeiert wird. Wir können sie nicht als Die Stettiner Maschinenbau- Aftien- Gesellschaft Vulkan", in Jesu Jüngerinnen anerkennen. Denn sie haben ihm gerade da die Stettin nur mit dem legten Wort genannt, liegt oder lag vielmehr Treue nicht gehalten, wo es hauptsächlich darauf anfam feiner in dem Dorfe Bredow, welches zwei Kilometer nordwärts von Person gegenüber. Die schlichte, proletarische Gestalt des leidenschafts- Stettin an der Oder liegt und seit dem 1. April 1900 in Stettin vollen Zimmergefellen ist längst aus ihnen verschwunden; ein Gott eingemeindet iſt. ist daraus geworden. Und sie haben dafür mit um so starrerem und Stettin liegt die Stadt Grabow. Stettin, Grabow, Bredow, Nördlich davon liegt das Dorf Züllchow, zwischen Bredow Eigensinn an dem festgehalten, was bei ihm nur Außeniverk, nur Inhalt und Erbteil seiner Zeit war, an dem Glauben an die Un- Büchow, Bollinken und Frauendorf bilden am linken Oderufer eine zusammenhängende Häuserkette. vernichtbarkeit der menschlichen Not und Mühsal in jeder Gestalt. Der" Bulkan" liegt in Bredow, mehr an der Grenze von Diefe Unvernichtbarkeit predigen sie noch heute jahraus, jahrein Büllchow. Das Werk wird durch eine öffentliche Straße, Bulkanals gottgewollte Ordnung; sie berufen sich dafür auf Jesus als ihren straße, int cinen Ober- und Unterhof geteilt. Es ist Gewährsmann und fie stüßen diese„ Ordnung", durch immer emfigere klar, daß die Arbeiter bei der kurzen Zeit, welche zwischen der Organisierung der„ christlichen Wohlthätigkeit". Sie haben nicht mehr Vor- und Nachmittagsschicht liegt, möglichst nahe an das Werk zu den Mut, wie Jesus und Baulus an den nahe bevorstehenden Untergang vielen Ueberstunden zwingt dazu. Löhne von 22 Pf. pro Stunde wohnen trachten. Auch die lange Arbeitszeit mit ihren der Welt zu glauben; aber sie verkündigen trotzdem als obersten find feine Ausnahme, also ohne Üleberstunden keine Existenz für viele. christlichen Grundsatz die Tugend der Geduld, des Gehorsams, Die Straßen in Bredow find zum Teil auch gar nicht geder Entsagung, die in Wahrheit doch nur eine Tugend war und pflastert, abgesehen von der Vulkanstraße. Keine Wasserleitung, einen Sinn hatte durch den Glauben an einen Zusammenbruch der feine Kanalisation kennt Bredow. Und hier soll nach der Adresse, ganzen Welt. So sind sie, diese Kirchen von heute, in Wahrheit die aus voller Ueberzeugung, die althergebrachte deutsche Treue und Oft hat man ihn fogar als einen der Unsrigen gefeiert, hat stärksten Stützen der bestehenden Zustände, die sorgsamsten Konser Dankbarkeit zu Kaifer und Reich wohnen?! Lassen wir Zahlen ihn gar wohl den ersten Socialisten genannt. Das ist vatoren des wirtschaftlichen Glends. Und sie haben nicht die Entaber nicht richtig. Denn wenn es wahrheit ist, daß der schuldigung für diese ihre Haltung, die Jefus hatte. Sie müssen Am 20. Februar 1890 wurden Stimmen abgegeben in: Socialismus in einer ökonomischen Geschichtsauffassung wurzelt, wissen, was Jesus noch nicht wissen konnte, daß alle ökonomischen Sociald. Freis. Kons. so hat Jesus von einer solchen Auffassung der Welt und Verhältnisse nicht ewig, sondern wandelbar sind, wandelbar gerade Menschen nicht das geringste gehabt. Dazu war er viel zu fehr durch den Willen der Menschen, die durch ihr Wissen Macht über sic ein Kind seiner Zeit, die von der Thatsache der Abhängigkeit des haben. Sie müssen das wissen aus der Geschichte, die hinter uns Menschen von seiner wirtschaftlichen Umgebung so wenig wußte wie liegt, aus der Gegenwart, die auch ihre Machthaber, klar durchsie daran zu denken wagte, diese wirtschaftlichen Zustände plan- und Leuchtet, umgiebt. Aber wer hebt da drüben eine starke Hand, im In ganz Pommern, mit 1600 000 Einwohnern, wurden nur 20 606 willensmäßig umzugestalten. Als cherne, unveränderliche Selbst- Geiste Jesu diese Not der Zeit zu bändigen, geschweige sie für immer socialdemokratische Stimmen abgegeben. Diese Zahlen geben ein verständlichkeit nahmen sie Millionen mit Seufzen hin. zu bannen? ganz andres Bild von den Gesinnungen der Auch Jesus hat diesen Zuständen nicht anders gegenüber gestanden. Hinter uns liegt ein furchtbares Jahr der Massennot. Wo kam Bultanarbeiter. Man sagt wohl nicht zu viel, ivenn man Aber er hat gleichwohl den Versuch gemacht, sich und seine Zeitgenossen da Hilfe aus den Kirchen her? Wir hatten ein Jahr der dreiviertel aller Arbeiter des Bultans in den drei von ihrem Druck zu befreien. Er that es, indem er ihnen eine andre, Arbeitslosigkeit: wo in der Kirche ist auch nur die Thatsache genannten Orten wohnen läßt. unsichtbare Welt, die des Glaubens an Gott, seinen Vater", zu dieses schrecklichen Gespenstes zugestanden, geschweige an seiner Fortschritte gemacht hat, fast alle die Neu- und Erweiterungsbauten Da die Werft in den letzten zwölf Jahren außerordentliche erschließen sich bemühte. Mit allem feinen Sinnen und Trachten Beseitigung gearbeitet worden? Wir hatten und haben noch heute find in dieser Periode entstanden, da ferner ein großer Teil lebte er selber in diefen jenseits des Diesseitigen gelegenen Sphären eine schwere Zeit erschreckender Teuerung; wo hat ein Mund sich in den ingenblicher Arbeiter nicht wählen kann, die allerund suchte andre zu denselben zu erheben. Eines seiner stärksten Stirchen geöffnet, ihr und ihren Urhebern auch nur zu fluchen, wie es bings erst recht nicht von dem Althergebrachten" reden können, so Mittel, die Seelen zu beglücken, war dabei seine Verkündigung eines Jesus einst gethan? Wir haben einen Stampf ums Brot gekämpft, geben die obigen Zahlen fein vollständiges Bild von dem, was da elvigen Lebens bei Gott für den, der an ihn glaubte. Diese Ver- dem die ganze Welt mit spannendem Interesse zugeschaut: aber in gedacht und empfunden wird. Thatsache aber ist, daß alle Arbeiter, tröftung der Mühseligen und Beladenen, die für diese nachher durch den Kirchen ist man gleichgültig auch gegen ihn geblieben und niemand welche wählen können, in den obigen Ziffern zum Wort gekommen die Kirchen nur zu einem neuen Anlaß der Veretvigung ihrer stand auf, der unterliegenden Minderheit, die doch die Mehrheit des find. Wenn trotzdem davon wenig zu merken ist, dann müssen doch Not und Plagen gemacht wurde, stammt also schon von ihm. ganzen arbeitenden Wolfes vertrat, Unterstützung zu leihen. Nein, noch Leiter des Wertes, Kommerzienrat Stahl, auch da wohnt, allerdings sehr traurige Zustände herrschen. Nebenbei sei bemerkt, daß der Nur daß er sie unerbittlich ehrlich meinte. Denn er ließ schließlich mehr, diejenigen, denen schließlich der Sieg des Brotwuchers zu danken ist, in einem Hause à la Villa Hügel", und so mehrere, welche nicht fein Leben dafür. Im übrigen schritt er durch dies Leben hoch sind Leuchten auch in den Hallen der Kirchen; ja sie sind zum Teil socialdemokratisch wählen. Die 134 tonfervativen Stimmen stammen erhobenen Hauptes, aber wie ein Träumender. Die Seelen" der sogar Prediger der Lehre von der Bruderliebe, die Jesus einst nicht also nur von Besitzenden, Beamten, ehemaligen Bauern usw. Menschen, nicht ihre irdischen Lebensverhältnisse, tvaren ihm Gegen bloß gelehrt, sondern auch gelebt hat. Sie stehen heute vielleicht 1890 fam in Pommern, mit Ausschluß der drei Orte Grabow, stand seines brennendsten Interesses. Ein Socialist im heutigen auf Stanzel und Altar und verkündigen wieder die Liebe, die aller Bredow und Büllchow, auf je 100 Einwohner ein socialdemokratischer Wortsin war er nicht und konnte er nicht sein. Welt wiederfahren soll". Und darum gellen uns, die wir mit Wähler um den Bulkan herum aber auf je 8 Einwohner schon ein Dabei verkennt freilich niemand, daß er, wo er konnte, sehenden Augen ins Leben sehen und mit hörenden Ohren hören, folcher. armen Zeitgenossen auch in ihren irdischen Lebensnöten in gerade heute, an Weihnachten, diese Verkündigungen wie Hohn und Ferner: Am 24. November 1902, also 3tvei Tage vor der ergreifender Energie hilfreich zur Seite stand. Die urkundlichen Gespött in die Ohren! Und Jugrimum und Bitterkeit ist es, was die Gener Rede, wurden im 8. Bezirk der dritten Abteilung für die Stettiner Stadtverordneten Wahlen # Berichte lassen daran kaum einen Zweifel, wenn sie in den Einzel Weihnachtsglocken uns in die Herzen läuten und hämmern! Und einem Teil des ehemaligen Dorfes Bredow und der heiten auch gänzlich verwischt sind. Ja, man muß fagen, daß Anklagen find es, die wir erheben gegen die, die nur Liebe im Munde Stadt Grabow, welche, wie schon bemerkt, feit 1900 zu Stettin der Eindruck, den seine Persönlichkeit in der Deffentlichkeit gemacht führen, nicht in der That! Und alle Gemeinschaften lehnen wir ab gehören, von den öffentlich abgegebenen Stinumen für den Socialhat, mindestens ebenso sehr auf dieser brüderlichen und bedingungs- mit ihnen allen! demokraten 1759, für den Freifinnigen 342 und den Konservativen lofen Hilfsbereitschaft beruhte, als auf seiner eigentlichen religiösen Fester aber schließen wir uns heute, an Weihnachten zusammen, feine Stimmen abgegeben; und im sechsten Bezirk derselben AbVerkündigung. Nur darf man dabei wieder nicht verkennen, daß er die wir eines Sinnes, eines Geiftes find. Von nenem geloben wir teilung, am gleichen Datum, 1413 Socialdemokraten, 500 Liberale, damit irgend welche ökonomische Umgestaltungen zu Gunsten Treue der Sache des Socialismus, der unser Leben und Sterben Bredow und Grabow, sowie einen Teil des alten Stettins, in Konservative O. Der sechste Bezirk umfaßt den übrigen Teil von des Proletariats feiner Zeit nicht herbeiführen wollte. Er gilt. Wenn wir Weihnachten feiern, laßt es uns feiern als Menschen, welchem sehr wenig Arbeiter wohnen. Also Bredow und Grabow half, weil er innerlich, feiner Natur nach, helfen mußte, und weil es die nicht bloß Worte der Liebe haben, sondern Thaten der Mensch für sich gerechnet, würden ergeben 3100 Socialdemokraten und den fittlichen Grundsägen entsprach, die sich aus seiner religiösen lichkeit und Brüderlichkeit. Wir können dabei wahrlich dessen gewiß 600 Liberale. Züllchow gehört nicht zu Stettin. So sieht es also Anschauung ergaben. Aber er wußte andrerseits auch, daß all dieses sein, daß der Geist des Nazareners bei uns ist, und nimmermehr mit den 18 Unterzeichnern der Adresse und ihren angeblich 4000 HinterHelfen an der ökonomischen Grundlage feiner Zeit nicht einen Deut drüben bei jenen. männern in Wirklichkeit aus! änderte. So schuf er schließlich nichts als das Jdeal jener Wohlthätigkeit, die seitdem als der strahlendste Ruhmestitel der christlichen Kirchen bis auf den heutigen Tag gepriesen wird, und die doch im Grunde ebenfalls nur zu einer Verewigung der Maffenarmut führte. Einen wirklichen Socialismus tann man ihm auch mit dieser seiner praktischen Nächstenhilfe nicht unterschieben. Andrerseits ist freilich auch klar, daß diese seine Grundsätze der Nächstenliebe den aufrichtigen Christen von heute notwendig zum Socialismus bringen müssen. " Politifche Ueberficht. Berlin, den 24. Dezember. Universitätsffiaven. 0. 0 " Deutfches Reich. Weihnachtsgebete der Zöllner. in Ehre sei Gott in der Höhe so beten die Zollwucherer brünstig, denn der Antrag Stardorff ist geborgen. Besonders gehoben fühlt sich die katholische Presse. Da schreibt z. B. die„ Märkische Wolfszeitung": " Gleichwohl tönnen wir Genugthuung darüber empfinden und erleichtert aufatmen, daß das Streitobjekt dem leidenschaftlichen Kampfe, der um dasselbe tobte, entrückt ist. Welche Weihnachten würden wir gehalten haben, wenn dieser Kampf nicht vorher beendet worden wäre! Wie wäre das Fest des Friedens und der Freude entheiligt und geschändet worden! In zwei Heerlager scharf geschieden, würde das deutsche Volt sich gegenüber gestanden haben, bereit gleichsam, einander zu zerfleischen wegen materieller Güter!" www Nicht nur die Arbeiter werden durch Nötigung und Erpressung gezwungen, die Krupp- Adressen zu unterschreiben. Nicht mur Beamte Will man Jesus durchaus in eine bestimmte Schablone pressen, müssen ihre Namen unter diese verächtlichen Schwindelkundgebungen so verdient er viel eher zu den unumschränktesten und reinsten Ju- unterzeichnen. Auch die Professoren, die freien Insassen der dividualisten gerechnet zu werden. Er ging durchaus seine eignen Wege. Gelehrten- Republiken, haben sich an den Krupp- Adressen beteiligt. Er kannte nur geistige Ziele. Politische Gesichtspunkte und Die Adressen, die von dem Verein deutscher Ingenieure in ZwangsAbsichten waren ihm dagegen völlig fremd, so sehr, daß furs gesezt worden find diese Elemerte find seit dem Dr. ing. er die einzige Icbendige politische Idee feines Bolles, besonders byzantinisch, ist Profefforen von Hochschulen vorgelegt die Messias- Idee, gänzlich ihres politischen Juhalts entleerte worden, und die Ritter des Geistes haben nicht nur ihre Namen und mit rein religiösen und allgemein menschlichen Bielen erfüllte. Hergegeben, sondern auch ihre Affiftenten, die natürlich von ihren Sein innerstes Wefen ist mit einem Sage charakterisiert: er glaubte Meistern" abhängig sind, zur Unterschrift veranlaßt. Gott gefunden zu haben, und den Gefundenen seinen Zeitgenoffen Wenn arme Arbeiter, um nicht ihr bißchen Brot zu verlieren, Eine wahre Keger- und Herenverbrennungs- Logit! Damit man offenbaren zu können. Mit unerhörter Kühnheit hing er an diesem derlei elende Wische unterzeichnen, so trifft die Schuld lediglich die sich zur Weihnacht nicht über materielle Güter zanke, haben die Frommen Bewußtsein, arbeitete er für die Verwirklichung dieses Zieles. Denen, Gesellen, die aus dem sicheren. Versteck ihrer wirtschaftlichen leber- fich vorher diese materiellen Güter gestohlen. Es war einmal die voll echter religiöser Bedürfnisse sind, mag er deshalb macht die von ihnen Abhängigen anfallen. Wenn aber Professoren ein heiliger Räuber, der überfiel acht Tage vor Weihnachten einen int der That noch heute Werte Bu vermitteln haben, sich zu solcher Handlung herbeilassen, so stürzen sie sich freiwillig Menschen und nahm ihm nach verzweifelter Gegenwehr die paar die sie sonst nirgends finden. Und auch der religiös Gleich in die Stnechtschaft und fallen der Verachtung aller unabhängigen, Pfennige ab, die er besaß. Um heiligen Abend fiel der gläubige gültige empfindet das Große und Eigenartige, das in den aufrechten Menschen anheim. Räuber auf die Knie und betete:„ Herr, bist Du mir nicht dankbar, Aussprüchen liegt, die als von ihm stammend überliefert In Kultur ländern würden sich genug Intellektuelle" gefunden daß ich vor Weihnachten den Mann niederschlug? Wie geschändet find. Schließlich hat er auch das Größte geleistet, was ein Mensch haben, die gegen den widerwärtigen Schwindel und gegen die wäre das Fest, wenn er heute noch sich gegen mich wehren würde und ein Charakter auf der Welt überhaupt zu leisten vermag: er ist industrielle Berleumdung der einzigen Partei, der es Erust um die um materieller Güter willen". Die Adresse des heiligen für seine Sache gestorben. So steht er, vom Dämmer der geschicht- Freiheit ist, entrüstet protestieren. In Deutsch- Byzanz entrüstet sich Räubers ist in der Märkischen Voltszeitung zu erfahreit. " 1 Auch die " Die französische Legende, daß Deutschland den 1870er Strieg hervorgerufen, in welche ja unsre Socialdemokratie mit der Behauptung von der Fälschung der Emser Depesche usw. einstimmt, wird illustriert durch folgende Aeußerung, welche der Pariser Temps" an die kürzlich von uns mitgeteilte Entstehung der von Grammont im französischen Parlament am 6. Juli 1870 verkündeten Erklärung fnüpft. Grammont, Ollivier, Napoleon selbst u. a. hatten bekanntlich lange im Ministerrat an dieser Erklärung herumgearbeitet. Nun sagt der " Temps": Auch die Frommen von der andren Fakultät schwärmen über- Zur Warnung! Aus Osnabrück wird gemeldet: Die Straf- Für Aualphabeten schreiben anscheinend die Berliner Neuefte irdisch. Das Geschäft ist- trotz aller Klagen gut und so betet fammer verurteilte den Arbeiter Lohmann aus Herford, der die Nachrichten", wenn sie wieder einmal die von Bismarck selbst einder dicke Dertel in der Deutschen Tageszeitung": Essener Rede des Kaifers fritisiert hatte, wegen gestandene und als sein größtes historisches Verdienst in Anspruch „ Nur der feiert das töstliche Fest wahrhaft und würdig, der Majestätsbeleidigung zu drei Monaten Gefängnis. genommene Fälschung der Emser Depesche als Legende mit den Augen der Seele den Stern von Bethlehem schaut, der Ein Centrumsurteil über die Centrumspresse. In einer von dem nachweisen wollen. Das Krupp- Blatt schreibt: im sehnsüchtigen Zuge des Herzens seinen Strahlen folgt, der Bund der Landwirte am Sonntag in Köln veranstalteten Verbetend und sich hingebend an der Krippe vor dem Christkinde kniet sammlung beschwerte sich Gutsbejizzer Limbourg, der rheinische und ihm die Gaben des Glaubens und der Liebe opfert. Als die Bundesleiter, über die feindselige Haltung der katholischen Geistlichkeit Engel den Hirten das größte, das gewaltigste Ereignis der Ge- und der Gentrumspresse gegenüber dem Bund. Für das Maß der schichte aller Zeiten kündeten, da llang ihr Gloria aus in den Schäbigkeit der Centrumspresse berief er sich auf eine Aeußerung himmlischen Gruß: Friede auf Erden!" Noch ist der alten Kampfes des Justizrats Dr. Julins Bachem, des geistigen Leiters der mutter dieser Friede nicht beschieden, noch wogt das Weh des Streites Kölnischen Bolts- Zeitung". In einer der legten Sigungen des und des Zankes allerwärts; noch stehen die Völker gegeneinander," Augustinus- Vereins für die katholische Breffe" habe Herr Bachem sich wie als ob sie nicht wüßten, daß sie alle zu einem Heile berufen feien; folgt geäußert: Steine Presse stehe so niedrig da, und in keiner werde noch scheiden sich die Volksgenossen in feindliche Heerlager, gleich als fo gehäffig getämpft, wie in der Mehrheit der ob sie andern Stammes und feindliche Fremdlinge seien. Der Centrumspresse, die da, wo die Gründe versagen, zur erste Weihnachtswunsch der Engelscharen ist noch nicht Wahrheit persönlichen Beschimpfung und Verdächtigung geworden. Der heimliche, stille, traute Friede des Festes ist nur greife. In der persönlichen Beschimpfung der Gegner werde die. Simmbild und Vorgeschmack. Aber Wethnachten ist das Fest der katholische Bresse von keiner andren Preise übertroffen". Heimhoffnung. Wir wissen, daß die Zeit des ewigen Friedens, Diese Aeußerung ist Herrn Limbourg, wie er erklärte, von zudes herrlichen Heimatfriedens uns beschieden ist. Mögen die verlässiger Seite vertraulich hinterbracht worden. Sie war natürlich Völker sich zerfleischen in graufem Kriege, mögen die Geister auf nicht für die Deffentlichkeit bestimmt, und es kann racht wo es fan nicht wunder einanderplaten im Kampfe um einen Bahn, den sie für Wahrheit nehmen, daß das Organ des„ Auguftinus- Vereins" sie nicht in dieser halten, mag die Welt sich wandeln und eine Zeit die andre ablösen: scharfen Form veröffentlicht, womit aber feineswegs gefagt ist, es fomunt die Zeit, da das Christkindlein wiederkehrt sieghaft." daß sie nicht in der Herrn Limbourg mitgeteilten Form geschehen ist. Nichts mehr von Viehzöllen und Kuhhandel, nichts mehr von Nach dem Augustinusblatt" hat Herr Julius Bachem, anknüpfend Vergewaltigungen und Rechtsbrüchen- Herr Dertel feiert Weih- an einen Bericht des Vorsitzenden über eine gehässige nachten als das Fest des Friedens. Zum Speten, wenn die Polemit unter zwei teftfälischen Centrumsblättern" ausgeführt: alten Dirnen Keuschheit predigen! Als das an Dienstjahren vielleicht älteste Mitglied der fatholischen Presse Deutschlands muß ich leider sagen, daß die Und zur hellen Verzweiflung Dismards" mit diesem Hinder katholischen Brefie weiter verbreitet ist, als man im weis giebt ja der„ Temps" i felbst den Schlüſſel für das Motiv der Interesse der Würde und des Ansehens unsrer Presse wünschen Depeschenfälschung. Beil Bismarck den Strieg wollte, und weil die möchte. Nur zu oft wird, wenn man sich fachlich nicht zu helfen Friedfertigkeit Wilhelms I. ihm nicht gefiel, darum benuzte er dei weiß, zu allerhand Insinuationen gegriffen. Es Anlaß der zweiten Vorstellung Benedettis, um durch Fälschung den giebt nichts verbitternderes als diese Manier, die nicht nur in der Serieg zu provozieren. Den verbrecherischen Anlaß gab allerdings, Tagespreffe fich bemerkbar macht. Wie manche hervorragende, schwer das ist niemals bestritten worden, Frankreich, die entscheidende Ausentbehrliche Persönlichkeit ist dadurch abgedrängt worden oder wird beutung des Anlaſſes, war Bismards Bert. Die Aeußerung des 3 abgedrängt. An Beispielen bis in die jüngste Vergangenheit fehltes nicht." Temps" bestätigt also die socialdemokratische Auffassung, die längst Durch schwere Ausschreitungen der Bolemit von seiten ein- als geschichtliche Thatsache von allen Unabhängigen und Urteilsgeiner leidet die Gesamtstellung der katholischen Presse und darum fähigen zugegeben ist. hat der Auguftinus- Verein hier nach Möglichkeit nach dem Rechten zu fehen " Die Statistik der Vergewaltigung. Kein Mensch kann leugnen, daß der Zolltarif in der zweiten und dritten Lesung, die in Wirklichkeit gar keine Lesungen waren, ohne sachliche Diskussion von einer rechtsbrüchigen Mehrheit dekretiert worden ist. Jetzt hat man nun herausgerechnet, daß spaltenmäßig" die Behauptung nicht stimme, Die Minderheit sei vergewaltigt worden. Im Gegenteil: In den 112 Sommissionsfizungen hätten die Socialdemokraten mit 722 und vie Freijumige Vereinigung mit 421 Reden das große Wort geführt also kommt auf jede der 950 Pofitionen noch nicht einmal Von den Plenarsizungen wird berechnet, daß die Berichte 2650 Spalten aufweisen, von denen 1240 von den Socialdemokraten, 400 von der Freisinnigen Vereinigung geredet worden seien. Was Herr Bachent, das hervorragende Mitglied der CentrumsGerabe diese Statistik beweist die ganze Schamlosigkeit der presse hier sagt, ist von der socialdemokratischen Presse, die sich mit Söllner. Abgesehen davon, daß der allergrößte Teil des„ Rederaums" jenen Blättern tagtäglich herumschlagen muß, schon hunderte Male in der zweiten und dritten Lesung durch die Abwehr des Geschäfts- festgestellt worden. Das Urteil des Herrn ist aber dadurch von vidnungs- Umsturzes beansprucht wird, so ist die That Wert, weil es von einem Führer derselben Presse herrührt. eine Rede eines Socialdemokraten. Ausschüssen bereits am 2. Jamtar wieder aufnehmen wird. An machen." ab mit Man kann den verbrecherischen Wahnsinn der laiserlichen Regierung nicht verstehen, wenn man bedenkt, daß wir nach einer Erklärung so drohenden Tones jede erforderliche Genugthuung erhalten hatten, auch die formelle Zurückziehung der Kandidatur des Fürsten von Hohenzollern, eine Zurückziehung, die unter solchen Umständen einen wahren Rückzug Preußens bedeutete und all unsre Eigenliebe zufrieden stellen mußte! Und dieser selbe Herzog von Grammont war es( ber nachträglich so sehr darauf bedacht ist, scine eigne Verantwortlichkeit abzuschwächen), welcher im Einverständnis mit dem Kaiser und um der Kaiſerin einen Gefallen zu thun, ein zweites Mal den Gesandten Benedetti zum Könige von Preußen gefchickt hat, nachdem alles zu unsrer Genugthuung erledigt warund zur hellen Berzweiflung Bismards!' unser Unglüd ist daher gekommen." Ehrenbezeugungen durch Fauftschläge wollte der Gefreite und Kapitulant Starl Schumann von der 3. Compagnie des FüfilierRegiments Nr. 36 einem Untergebenen beibringen. Gelegentlich der am Morgen des 8. Dezember auf einer Stube in Merseburg stattgehabten Instruktion über Ehrenbezeugungen konnte der etwas schiverfällige Rekrut Gleißner eine an ihn gerichtete Frage nicht zur Zufriedenheit des Schumann beantworten. Dieser wurde darüber ärgerlich, daß fein Untergebener diese Höflichkeitsformen nicht faffen wollte, und schlug ihn 5 bis 6 mal mit der geballten Faust so unhöflich auf die linke Backe, daß diefe einige Tage dick angeschwollen war und der Rekrut nicht ordentlich effen konnte. Beim Grerzieren nach der Instruktion" belam Gleißner noch einen Schlag auf die Bade. Das Kriegsgericht in Halle verurteilte den Angeklagten wegen Mißhandlung zu neun Tagen = fache, daß die Socialdemokratie und die Freifinnige Vereinigung gumeist die Spalten gefüllt haben, der unzweidentigste Beweis Sufir, daß die Mehrheitsparteien überhaupt keine sachliche Beratung Katholische Arbeiter und katholische Arbeitgeber. gewollt haben; das bißchen sachlicher Beratung ist einzig und allein Der Bollopposition zu verdanken. Darin bestand ja gerade die Krefeld, 22. Dezember.( Eig. Ber.) Ganz intereffante Sachen Obstruktion der Mehrheit gegen die fachliche Beratung, daß fie fich paffierten während der letzten Stadtverordnetenwahl in Münster cinerseits an der Debatte fo gut wie gar nicht beteiligte in Westfalen in dem dortigen Centrumslager. Dei der Ersazwahl, and andrerseits der Opposition dafür so oft wie möglich und, bei welcher es sich um vier Mandate handelte, beanspruchten die mittlerem Arrest. als die geschäftsordnungsmäßigen Möglichkeiten ihnen nicht mehr fatholischen Arbeiter zwei derselben für sich, eines wollten fie Kasernen Klopfgeister. Aus Baden wird uns geschrieben: gendigten, durch Umsturz der Geschäftsordnung, durchweg das dem Beamtenverein zukommen laffen, und das vierte sollte Ueber einen empörenden Fall nächtlicher Mihhandlung ort abschnitten. Nur wenn die Interessenten des Zolliuchers fich den Innungsmeistern zuerkannt werden. Ganz im Gegen von Rekruten durch sogenannte alte Leute erfahren wir aus gegenseitig in die Haare gerieten, wurden sie gesprächig und verteil hierzu verlangten die Innungsmeister drei Mandate für Bruchfal das folgende: Bei der 5. Eskadron des dort garni geuoeten dann die Zeit in der unsinnigsten Beise. So ist diese Statistik das schlagendste Zeugnis für die Politik fich und nur das letzte wollte man dem Beamtenverein zuerkennen. sonierenden, 2. Bad. Dragoner- Regiments Nr. 21 drangen um die Der Bergewaltigung und Unfachlichkeit, durch die der Tarif zu Die Arbeiter hätten überhaupt kein Mandat Mitte des vorigen Monats während der Nacht sechs„ alte Leute" funde tam. zu beanspruchen, denn sie eisen ja doch nur der Meister in eine von 16 Rekruten belegte Stube ein und mishandelten Der Bankeroit- Etat kommt als Neujahrsangebiude! So schreibt Brot. Eine Einigung kam nicht zu stande, es wurde mit diefelben in Abwesenheit des Unteroffiziers in der scheußlichsten Weise. Am schlimmsten fam dabei ein aus Neudie„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung":" Durch mehrere Blätter großer Grbitterung in den Kampf gezogen; die Folge war eine stadt a. H. gebürtiger Elettrotechniker Namens Laib weg, der den wird die Nachricht verbreitet, daß der Reichshaushalts allgemeine Berwirrung im Centrumslager im frommen Münster. Bestien in Menschengestalt neben sonstigen schmerzhaften VerEtats für 1908 dem Reichstage nicht sogleich nach seinem Wieder- Diese allgemeine Berwirrung benugten die in Münster wohnenden lehungen den Berinst eines Auges zu verdanken hat. Der unglüc zusammentritt werde vorgelegt werden, da der Bundesrat wegen 2iberalen und stellten ihrerseits vier Kandidaten auf. Der Aus- liche junge Mensch liegt heute noch im Garnisonlazarett und muß bes Zolltarifs den Etat noch nicht habe erledigen tönnen, auch gang des Wahlkampfes war eine Stichwahl, und zwar gelangten nach einer Genesung infolge der schweren Verstümmelung als noch nicht alle Einzelheiten vorlägen. Demgegenüber find wir zwei Kandidaten der Liberalen mit in die Stichwahl. Jetzt geschah nntauglich entlassen werden. Als hoffnungsvollen Menschen in der Lage, festzustellen, daß der Bundesrat die Beratungen der das, was den katholischen Arbeitern zur Aufklärung dienen sollte: haben die Eltern den Mann zur Fahne gefchickt, und als elenden bisher noch nicht genehmigten Einzeletats in seinen zuständigen die Innungsmeister, sämtlich Ehrenmitglieder erüppel, in seinem weiteren beruflichen Fortkommen aufs maßgebender Stelle besteht nach wie vor nicht nur die Absicht, den des katholischen Gesellenvereins in Minster und schwerste gehindert, wird man den unglücklichen Leuten am Ende gar zu Weihnachten! ihren Sohn wieder heimsenden. Etat dem Reichstage unmittelbar bei seinem wiederzusammentritt feste Centrumsstügen, schlossen ein Bündnis Eine direkte Anfrage unires Mannheimer Parteiorgans Volksvorzulegen, sondern es ist sogar in Aussicht genommen, wenn irgend den Protestanten, den Liberalen, gegen die katholischen Arbeiter, stimme" beim Kommando des 21. Dragoner- Regiments in Bruchsal möglich, ihn den Reichstags- Abgeordneten noch vorher zugänglich zu und bekämpften diese in der schofelsten Weise. Das Ende der Wahl hatte diese Auskunft zur Folge:„ Es handelt sich im vorliegenden war, daß es den katholischen Arbeitern gelang, mit Ach und Krach Fall um einen Fall nächtlicher Prügelei. Die Angelegen Der Etat hätte längst fertig sein können und müssen. Auch die einen der Ihrigen durchzubringen. Dies Bild politischer Unter- beit wurde fofort zur Kenntnis des Regiments gebracht und zur erfte Beratung hätte vor Weihnachten bereits erfolgen können, wenn drückung der katholischen Arbeiter seitens katholischer Unternehmer weiteren Strafverfolgung dem Gericht der 28. Division nicht die Zollgier alle andren Interessen erwürgt hätte. Der reiht sich wirdig demjenigen der wirtschaftlichen Unterdrückung der übergeben, vor dem die Sache gegenwärtig verhandelt wird. Der preußische Landtag wird nunmehr durch Verordnung im katholischen Arbeiter von seiten der frommen katholischen Tertil dieser Mitteilung muß man leider entnehmen, daß die obige DarOberst und Regimentskommandeur: Kühne." Aus der Fassung Reichs- Anzeiger" zum 18. Januar einberufen. industriellen des Münsterlandes an. Bekannt ist, daß dort die stellung des Falles in ihrer ganzen erschütternden Tragik den ThatDie Not der Landwirtschaft über 100 Heftar muß als religiöse latholischen Textilindustriellen gegen die chriftliche Textil fachen entspricht. Hoffentlich trägt die Veröffentlichung deffelben Lehre geglaubt, darf aber nicht bewiesen werden. Darum hat man arbeiterorganisation einen Schutzverband ins Leben ge- dazu bei, die Aufmerksamkeit der militärischen Kommandostellen bisher jede öffentliche nachprüfbare Untersuchung über die Lage der rufen haben. Trotz des Versprechens der Cösfelder Textilindustriellen erneut auf den leider nur noch allzu weit verbreiteten verbrecherischen Landwirtschaft verhindert. Um das dunkle Geheimnis zu wahren, bei dem Friedensschluß mit den Arbeitern, daß die Statuten des Schuss Unfug der nächtlichen Mißhandlung schuh- und wehrloser Rekruten haben jetzt die preußischen Minister des Innern und der Finanzen verbandes sich nicht gegen die Arbeiterorganisation richten follen, handelt au lenken und sie zu strengen Vorbeugungsmaßregeln gegen die in einem Erlaß die strengste Geheimhaltung der Steuererträge in es sich nach den veröffentlichten Statuten nur um eine Streitversicherung Wiederholung derartiger Ausschreitungen zu veranlassen. den Gutsbezirken angeordnet: Im Landtage war darüber Klage geführt worden, daß die der Unternehmer. Die Mitglieder des Schutzverbandes dürfen keine Arbeiter in Arbeit ftellen, welche bei einem der Mitglieder streifen vielfach übliche Veröffentlichung der Kreisabgaben- Berechnungen durch die Kreisblätter unter Umständen die durch oder von demselben ausgesperrt sind. Auch entschädigen fie fich bas Einkommensteuer- Gesetz bezweckte Geheimhaltung der gegenseitig bei einem Berlust infolge Streits oder Aussperrung, Einkommensteuer- Veranlagung in Frage stellen könne. Dies sei und zwar mit einer Mark pro Tag und Arbeiter, außerdem insbesondere in denjenigen Fällen zu befürchten, in denen ein werden stets schwarze Listen versandt. Wir meinen, dies Eine ausgezeichnet befuchie Protestversammlung fand am selbständiger Gutsbezirk ganz oder doch zum größten Teil genüge, um die liebevolle Fürsorge der katholischen Unternehmer" im Eigentum einer Person stände, da hier aus dem Kreis- Abgaben- für die katholischen Arbeiter ins rechte Licht zu rücken. Soll des Gutsbezirkes der auf den Gutsbesiger entfallende EinkommenUm den Arbeitern, welche bis jest fromm hinter dem steuer- Betrag sich ganz oder annähernd ersehen lasse. Der Erlaßz ordnet an, daß von einer Veröffentlichung der auf Centrum Herliefen, zum Bewußtsein zu bringen, daß absolut den Anhängern der die einzelnen Gutsbezirke entfallenden Kretsabgaben- fein Unterschied zwischen ihnen und Beträge überall abzuschen ist. Eine Veröffentlichung des freien Gewerkschaften gemacht wird, löst die Polizei deren Steuersolls der Gutsbezirke wird nur in der Form für zulässig Bersammlungen auf oder verbietet fic, wie dieser Tage erachtet, daß das Gesamt- Streissteuersoll aller Gutsbezirke cines in Dülmeni. W. Dort wurde eine christliche TextilarbeiterStreises bekannt gegeben wird. Doch wird auch eine derartige versammlung verboten und dann der Referent und der Einberufer summarische Veröffentlichung in den Streifen unterbleiben müssen, von Gendarmen durch mehrere Wirtschaften verfolgt. wo mur vereinzelte Gutsbezirke vorhanden sind, da hier aus der muß doch die katholischen Arbeiter zur Besinnung bringen, besonders Bekanntmachung ein Einblick in die Steuerverhältnisse der einzelnen die Behandlung von feiten der Unternehmer, welche ihnen in den Gutsbefizer gewonnen werden könnte. Wir sollten denten, daß gerade die notleidenden Großgrund- Centrumsversammlungen das Märchen von der Gleichberechtigung Besitzer allen Anlaß hätten, für die Bekanntgabe ihrer traurigen der Arbeiter predigen und dann vergessen, die schönen Worte in Finanzlage Sorge zu tragen, zumal sonst je der Almofenempfänger Thaten umzufezen. Hinzu kommt die Stellung, welche das Centrum aus öffentlichen Mitteln den Nachweis seiner Notlage zu führen hat. bei der Behandlung des Zolltarifs eingenommen hat; diefes alles Wie wichtig wäre es auch, aus den Veröffentlichungen zu ersehen, giebt unsern Genossen einen Agitationsstoff in die Hand, wie er wie die neuen Bucherzölle auf ihre Finanzen einwirken. Alles dies reichhaltiger nicht gedacht werden kann. wird der Deffentlichkeit vorenthalten. Während das socialdemokratische Proletariat eine feiner wichtigsten Aufgaben längst darin erkannt hat, " Alles das Die Antwort der Bestie. In Strausberg fand am 20. Dezember eine Brotestversammlung statt, in der Genosse Kiefel- Berlin über das Thema„ Die Weihnachts bescheerung der christlichen Junker und Pfaffen für das deutsche Volt" referierte. Die Protestrefolution wurde einstimmig angenommen. 21. Dezember in Röslin statt, in welcher der Genoffe Hanisch- Stettin in cinem 1% stündigen Vortrage über die Vergewaltigungen int Resolution, welche das Vorgehen der Mehrheit scharf verurteilte und Reichstage ſprach. Auch viele Bürger waren erschienen. Eine der focialdemokratischen Fraktion ihren Dank für das energische Einschreiten ausspricht, wurde einstimmig angenommen. Gine ebenfalls am 21. Dezember stattgefundene Protest versammlung in Hochfeld bei Duisburg, die von 400 Personen besucht war, nahm nach einem Referate des Genossen Hofrichter- Stöln eine geharnischte Resolution einstimmig an und verpflichtete sich, allezeit treu zu unsren Voltsvertretern und unsrer Sache zu stehen, sowie raftlos und energisch für die Propagierung unsrer Ideen zu arbeiten. Jesberg eine sehr zahlreich besuchte Protestversammlung Marburg. Am 21. Dezember fand hier in den Lokalitäten von gegen die Vergewaltigung der Minderheit im Reichstage und den neuen Bolltarif statt. Stadtverordneter Kramm- Gießen schilderte in interessanter Weise die Vorgänge im Reichstage und die gegenwärtige Heze gegen unfre Partei und erntete reichen Beifall. Zum Schluß wurde nachstehende Resolution( bei zwei Stimmenthaltungen) angenommen: Die heute abgehaltene öffentliche Parteiversammlung spricht der socialdemokratischen Reichstagsfraktion volles Bertrauen und Dank für ihre mannhafte Bekämpfung des Zolltarifs aus. Sie verpflichtet sich, mit allem Eifer für die Ausbreitung der Social demokratie zu arbeiten und lehnt es entschieden ab, ciner Partei den Rüden zu fehren, die seit ihrem Bestehen den Kampf für Wahrwader über die Juden schimpfen, was sie jedoch nicht hindert, heit, Freiheit und Recht unerschroden und mannhaft geisraelitische Inferate dankbarst aufzunehmen. Bei den letzten Geführt hat. Die Versammlung protestiert gegen die Heße der meindewahlen wurde im Wahlaufrufe des Centrums mit besonderer bürgerlichen Bresse und verpflichtet sich, aus ihren Familien Schärfe betont, daß man dem leberwuchern des jüdischen Einflusses die Verleumderblätter zu entfernen und durch Arbeiterzeitungen zu Einhalt thun müsse, und daß insbesondere profeffionelle erfeizen." Terrainspekulation mit der Bekleidung eines GenteindeAmtes nicht vereinbar sei. bie Wahrheit über seine Lage zu ermitteln und zu veröffentlichen, Zur Naturgeschichte des Centrums. München, 23. Dezember. sperren sich die Notleidenden des Befiges vor jedem neugierigen Auge Das bayrische Centrum hat sich feit einiger Zeit auch ein antiab und begnügen sich damit, im Verborgenen die Millionen- Armen- semitisches Mäntelchen umgehängt und die chriftliche Breffe muß unterstützungen in Gestalt der Zölle und Liebsgaben von den BefizLosen einzuheimfen. Oberbriefträger. Der Titel Oberbriefträger, Oberpostschaffner oder Oberleitungsaufseher soll zugleich mit der Verleihung goldener Schulterplattschnüre etatsmäßig an gestellten unterbeamten der Postverwaltung bei tadelsfreier Führung nach einer Gesamtdienstzeit von 15 Ja bren fortan erteilt werden. Das war vor der Wahl. Ms nun vor einigen Tagen von den Gemeindebevollmächtigten Den Postunterbeamten wäre es zweifellos angenehmer gewesen, die bürgerlichen Magistratsräte gewählt wurden, da stimmten wenn man ihnen statt Achselschnüre und dem pombösen Titel eine auch die Centrumsleute feft gefchloffen für den Gehaltsaufbesserung gewährt hätte. Angesichts des Zoll Biberalen Lebrecht. Herr Lebrecht aber ist Israelit, wuchers, der die kleinen Beamten ebenso schwer belaftet, wie die Bantier, Vorstand der Börse uit b profeffioneller Terrain Arbeiter, wäre das ganz besonders angebracht gewefen. fpcfufant! Wenigenjena bei Jena. In einer hier abgehaltenen stark bcsuchten Volksversammlung wurde nach einem Referat vom Genoffen Reber- Jena eine Resolution einstimmig angenommen, in der es heißt: daß von einem Tischtuchzerschneiden zwischen der hiesigen Arbeiter schaft und der Socialdemokratie nicht die Rede sein kann, da dis Intereffen der Arbeiterschaft einzig und allein von der Socialdemo fratie vertreten und gefördert werden." Weiter wird der ſocialdemokratischen Reichstagsfraktion für ihre tapfere Haltung im BarTament Dank und Anerkennung ausgesprochen. Aften. Venezuela. Fechenheim. Hier tagie cine von ca. 400 Personen besuchte| gemeldet; davon waren nur 926 Diensttaugliche. Dies sind nur 1 Protestbersammlung, in der Genosse Hoch- Hanau über den Umsturz 129 mehr als im vorhergehenden Jahre, wo noch nicht derartige Tung- fuh- fiang Rüftungen. Die Times" berichtet aus im Reichstage referierte. Eine Resolution, die in scharfen Worten Köder ausgeworfen, die Werbetrommel nicht gerührt worden war. Shanghai, die Missionare in der Hauptstadt von Kansu hätten den Rechtsbruch und die Gewaltpolitit der Mehrheitsparteien ver- Von den 926 sind nur 288 in die Armee aufgenommen. Diese aus vertrauenswürdiger Quelle erfahren, daß, wenn auch Tungvrteilt und der socialdemokratischen Fraktion Vertrauen und An- Volontäre stammen bis auf 17 aus den beiden Flandern. Selbst in fuh- fiang zweifellos Vorräte und Mannschaften erkennung ausspricht, fand einstimmige Annahme. Gegen den Umsturz im Reichstage protestierte in Ansbach eine diesen Provinzen, wo der Lohn eines freien Arbeiters kaum höher sammle, die Ortsbehörden sein Verhalten nur feiner Furcht bor Verhaftung zuschreiben und feinerlei Voltsversammlung. Der Reichstagskandidat für den Wahlkreis, ist als die Geldlöhnung der Volontäre, hatten sich nur einige Genoffe Hierl aus Schwabach, geißelte scharf das Verhalten der Hundert gefunden, welche ihre elende Existenz, ihre ständige Misere aggressive Schritte von ihm erwarten. Auch die ausführlichen Meldungen von einem organisierten Aufstande im Norden Mehrheitsparteien und deren Kuhhandel mit der Regierung bei dem mit dem rosig geschilderten Kafernenleben zu vertauschen gewillt waren. Chinas, über den die Tataren- Generale der drei mandschurischen Zustandekommen des Zolltarifs. Bei Schilderung der ausdauernden Und es ist ein gutes Zeichen, daß es zumeist wie die über- Brovinzen jüngst an den Thron Bericht erstattet hätten, betrachteten Stellungnahme der linksstehenden Parteien, hauptsächlich der Social aus hohe Proportion der als untauglich Befundenen zeigt die chinesischen Beamten mit Mißtrauen und zweifel. demokratie, wurde Redner von stürmischem Beifall unterbrochen. In einer überaus start besuchten Versammlung legte die Ein- Arbeitslosigkeit und Hunger überwältigte Proletarier den Lockrufen nur ausgemergelte, förperlich heruntergekommene, durch ständige wohnerschaft Schopflochs Protest ein gegen das Vorgehen der Mehr- der Soutanenträger Folge leisteten und sich der Reaktion auf Leben heitsparteien im Reichstage. Der Reichstagstandidat, Landtagsabgeordneter Merkel, geißelte mit scharfen Worten das Verhalten und Tod verschreiben wollten. Stellungnahme des amerikanischen Kabinetts zum Schiedsgerichtsdes Centrums, der Baffermänner, der um Richter usw. Einstimmig Der Bankrott des Volontärsyftens war eklatant. Die klerikale Vorschlage. wurde eine Resolution angenommen. in der den Brotwucherern Presse ging wutschäumend auf die Suche nach einem Sündenbock, Das Gesamtkabinett beriet am Dienstag die Venezuelaschärfster Tadel, dagegen der socialdemokratischen Reichstagsfraktion den bald der Kriegsminister darstellen mußte. Dieser frage. Dabei trat eine Verschiedenheit der A n= für ihre aufopferungsvolle Thätigkeit wärmster Dank und An- follte durch das späte Erscheinen der Instruktionen, beztv. durch die schauungen darüber zu Tage, ob die Uebernahme des Schiedserkennung ausgesprochen wurde. Festsetzung allzu strenger Regeln für die Diensttauglichkeit amtes durch den Präsidenten Roosevelt zu wünschen sei oder nicht. die Niederlage verschuldet verschuldet haben. Chinesische Kulis auf Samoa. Aus Samoa wird gemeldet: Die Der zweiwöchentlichen Es wird befürchtet, daß im Laufe der schiedsrichterlichen Thätigkeit fich Arbeiterfrage auf Samoa ist von großer Wichtigkeit und wenn dieses Papierkanonade ſind Interpellationen in der Kammer gefolgt. die eine oder die andre Zufälligkeit ergeben könnte, welche die Verherrliche Stück Erde unter Kultur kommen soll, dann läßt sich leider und der Kriegsminister hätte es durch Worte gar nicht zu beeinigten Staaten ernstlich mit in Berwicklung ziehen tönnte. Späterhin die Heranziehung fremder Arbeiter- Chinesen- nicht mehr um ftätigen brauchen, denn man sah es ihm an, daß er mit loyalem wurde bekannt, daß einige Mitglieder des Kabinetts Einspruch gehen. Der Gouverneur Solf hat sich zum Studium der Eifer an der Ausführung des Gefezes gearbeitet hatte. Troß des dagegen erhoben hatten, die Frage dem Haager SchiedsgerichtsArbeiterfrage längere Zeit in Sumatra aufgehalten. Anfang Nachweises feiner Unschuld, troß aller Zahlenbelege wollen die hofe zu unterbreiten. Es liege fein Grund vor, zu wünschen, Januar gebenkt er in Apia wieder einzutreffen. Im März werden klerikalen nicht fapieren, daß sie mit ihrem fein ausgetüfftelten die Monroe- Dottrin einem nicht amerikanischen mun 300 Chinesen als Arbeiter in Samoa antommen; Blan schnöden Schiffbruch erlitten; daß ihre Allmacht auf diesem Gerichtshofe zur Entscheidung zu überlassen, auch wenn dies der die Pflanzer hätten ihre Ankunft viel früher gewünscht, man hätte Gebiet am toten Bunkt angelangt ist. Im Gegenteil, der fleritale unzweifelhaft unparteiische Haager Gerichtshof wäre; sie würden es dann vor Ausgang der Regenzeit noch etlichen Kakao in die Erde Chef Wöfte erklärte, daß nicht nur der Eifer verdoppelt, sondern auch vielmehr vorziehen, wenn denn einmal die Monroe- Doktrin Gegenbringen können; aber man freut sich in den Kreisen der Pflanzer doch, daß endlich die Arbeiterfrage einer 2ösung näher Refrutierungs- Kommissionen verdreifacht stand eines Schiedsspruchs sein solle, daß der amerikanische gekommen ist. werden sollen. Einfluß selber in der Angelegenheit entscheide. Ein andrer Grund, den die Minister gegen den ersteren Bunkt anführen ist der, daß, wenn der Haager Gerichtshof einen Spruch fällen sollte, dies eine zu lange Zeit in Anspruch nähme, während Präsident Roosevelt im stande wäre, den Schiedsspruch in einigen Tagen abzugeben. Die Blockade. Hoffentlich wird mit diesen Kulis nicht auch das traurige niederländische Kuli- System auf Samoa eingeführt, das Gouverneur Solf in Sumatra zu studieren ja ausreichende Gelegenheit hatte. Ausland. Der Bankrott des Bolontärsystems. die Die ganze Rechnung für diese Armeereformierung, lies: für die Schaffung einer flerikalen Schutzgarde, wird dem belgischen Volte erst später präsentiert werden. Dieses Jahr beläuft sie sich bereits auf 4 Millionen Frank. Schweiz. " Zum Genfer Bomben- ,, Attentat". Die„ rantf. Ztg." meldet Dem amerikanischen Dampfer, Caracas" war die Einfahrt aus Genf: Die Polizei nahm in der Attentatsaffaire mehrere in den Hafen von La Guayra gestattet worden. Zehn Shuden, Brüffel, 20. Dezember.( Eig. Ber.) Den Vorbeugungs- Maß- Berhaftungen vor. Zur Zeit des Attentats versuchten mehrere nachdem das Schiff einen Teil seiner Ladung gelöscht hatte, wurde regeln für alle gefährlichen Eventualitäten war von jeher der beste Individuen in das Haus des Regierungspräsidenten es genötigt, nach Curaçao in See zu gehen, wo es Teil des Klerikalen Schweißes geopfert. Denn was konnte die Fazy einzubringen. Sie wurden aber verscheucht. Ob den Reft der Ladung an Land fchaffen soll. Die Eigentümer jesuitische Politik dem Klerikalismus recht nügen, wenn fortwährend dieser Vorfall mit dem Attentat zusammenhängt oder nur einen haben bei der Gesandtschaft der Bereinigten Staaten die drohende Möglichkeit bestand, sein Haupt in einem revolutionären versuchten Einbruchsdiebstahl darstellt, ist noch nicht auf Einspruch erhoben. Es war dem Dampfer auch nicht die Sturm fallen zu sehen.... lleber die Notwendigkeit, Präventiv- getlärt. Einfahrt in den Hafen von Puerto Cabello gestattet worden. Die maßregeln für diese Möglichkeit zu ergreifen, war man sich einig im Frankreich. Schiffsagenten in Caracas find verständigt worden, daß nach dent schwarzen Tempel, und über das Wie oder Wodurch nach kurzem Zur Humbert- Affaire. Die Untersuchung hat ergeben, daß der 30. Dezember keinem Dampfer mehr die Einfahrt in venezolanische Streit. Das alte Universalmittel der Unterdrücker aller Zeiten verhaftete frühere Verwalter der Familie Sumbert, Säfen erlaubt werden würde. Die Schiffe sollten aber die Blockadewurde gewählt: eine blindlings ergebene Soldateska, Parayre, in der letzten Zeit damit beschäftigt war, spanisch zu fchiffe anrufen und die Poſt und neutrale Paffagiere in Bosten des die mit ihren Leibern die klerikalen Schlangen bedte. Um zu dieser Aufenthal per Humberts taunte und wahrscheinlich die Absicht laffent, lernen. Man erblickt darin den Beweis dafür, daß Parahre den Blockade- Geschwaders inter Parlamentärflagge an Land bringen zu kommen, gab es nur einen Weg: die Umwandlung der Armee hatte, sich ihnen anzuschließen. Die Belohnung von 25 000 Der Frankfurter Zeitung" wird aus New York telegraphiert: in eine solche. Raralia" Frank wird dem Madrider Polizei- Inspektor Caro zuerkannt Britische Striegsschiffe brachten zwei Schooner, Die Ausrüstung der fünfzigtausend Pfaffen und Nönnchen mit werden, da festgestellt wurde, daß er das Haus, in dem die und Castor", auf, die beide einem Deutschen gehören und Säbel und Flinte ging doch nicht gut an. Humberts wohnten, bereits seit dem 15. Dezember überwachte, mit waren der deutschen Firma Blohm und der amerikanischen Die heutige Armee wurde als Werkzeug für reaktionäre Pläne während der anonime Brief erst vom 17. Dezember datiert Firma Houlton befrachtet waren. immer unbrauchbarer. Das Loskaufungs- System, das darin besteht, ist. Die Geliebte Romain Daurignace, Fräulein Folgen des Baukierkrieges. daß jeder, der bei der Musterung eine schlechte Nummer zicht, sich Dalaza, wurde in dem Augenblick verhaftet, als sie in Buenos Eine Depesche aus Caracas meldet, der Waffenstillstanb mit 1600 Fr. Loskaufen, vom Dienste befreien kann, und dadurch Aires den Dampfer„ Labrador", mit dem sie aus London ein- zwischen der Regierung und den Aufständischen den Nächstfolgenden an seiner Statt in die Kaserne zwingt, hatte es fuchen zweier französischer Geheimpolizisten, die an Bord desselben getroffen war, verlassen hatte. Die Berhaftung erfolgte auf Ergeht morgen zu Ende. Die Regierung erhielt die Witfertig gebracht, daß die ganze Armee nur aus Proletarier- Dampfers waren. Die Dalaza, deren Gepäck beschlagnahmt worden tellung, daß drei Armeen in der Stärke von 6200 Mann auf den söhnen bestand. So war sie jungfräulicher Boden für die so- ist, wird der Mitschuld an den Betrügereien der Familie Humbert Straßen von Mtagracias und Guatre auf Caracas herancialistische Propaganda geworden; die Agitaten der Jungen so- beschuldigt, cialistischen Garde" hatte breite Furchen in sie geriffen. Niemand besser als die Regierung war von diesem Stand der Dinge unterrichtet; die Enquete, welche sie vor drei Jahren bei den Regimentsfommandeuren über die Gefinmmg der Soldaten vornehmen ließ, hatte ihr die letzten Illusionen verjagt. Für die geeigneteste Methode der Ummodelung wurde das Volontärsystem gehalten; durch dieses konnte man unbemerkt zu einem tillfährigen Söldnerheere lommen. Dies Volontärsystem bestand schon in der belgischen Armce. Es galt bloß, es auszubauen, höhere Geldprämien und sonstige Köder auszuwerfen, um die Kandidaten zahlreicher heranzulocken; dann von den Erschienenen die Böcke auszuscheiden und die gefügigen Schafe dem Armeecorps einzuberleiben. Die Pfiffigkeit dieses Planes wurde nur übertroffen durch die rücksichtslose Gile, mit der er verwirklicht wurde. Monat."( IV. Artikel 1.) England. Im Taff Thal- Bahn- Prozeß wird das Urteil, das die Höhe des dem Verband der Eisenbahn- Angestellten auferlegten Schadens erfages festsetzt, erst nach Abschluß der Gerichtsferien vertändigt werden. Die Gerichtsferien dauern vom 22. Dezember bis zuun 11. Januar. Rußland. Die Auneftie" der Studenten. " " marschieren. Die Lage sei äußerst kritisch, Venezuela habe der Regierung kein Geld mehr vorzustreden; Castro sehe den Ernst der Lage ein und gehe morgen nach La Victoria ab, um zu versuchen, die Vorhut der Aufständischen unter Rolando aufzuhalten. Dem Tag" wird gemeldet: Die Meldung, daß die Nebestätigt, jedoch ist die Belegung uneinig und führerlos. volution Fortschritte mache, wird von allen Seiten Die Blockade wird sie stärken, es erscheint aber kaum möglich, durch dieses Mittel Hunger und Notstand im Lande herbeizuführen. Daher dürften Monate vergehen, he die UnzuDer Namenstag des Kaisers ist zu einer Bergeivaltigung friedenheit so weit gestiegen ist, daß Castro abgesezt wird. Drastischere gebraucht worden. Die nach Sibirien verschidten Studierenden find Maßregeln würden diefen Erfolg bald erreichen. Castro allein(?) begnadigt" worden, trotzdem sie gegen die zarische ist es, der sich der Bezahlung der Schulden an die Ausländer entGnade" in den schärfsten Formen protestiert haben. Man gegenstemmt. Die Blockade schädigt meistens die fremden Geschäftsschaue sich die Komödie an. Schon Ende Oktober wurde es bekannt, leute, die Benezolaner reden kaum davon. Der Minister des Aeußern daß die Regierung in der Befürchtung, das weitere Verbleiben der berlacht sie und hält Abwehrmaßregeln gegen sie für überflüffig. Verschidten in der Berbannung könnie unter den gegenwärtigen auf Landungscorps dagegen würden, fügt er hinzu, äußersten Widerstand in den Hochschulen Anlaß geben, beschlossen habe, die geregten Zuständen sehr leicht zu neuen Bewegungen finden. Campell Bannerman über das Abenteuer. " " 17 " " Ein Gefeßzesentivurf, der alle klerikalen Wünsche enthielt, wurde der Kammer unterbreitet und erschien nach heißer Diskussion in Studierenden nach dem europäischen Außland zurückzubringen. Der Campell Bannerman hielt am Dienstag in Dunferline eine Gesetzesgestalt um„ Moniter" wieder am 25. März dieses Jahres. fibirischen focialistischen Bewegung waren durch die 114 Rede, in welcher er in Bezug auf die venezolanische Frage ausDer Artikel 5 bestimmt:„ Wenn in einem Militärkantone die Männer und Frauen, die an der Bewegung in den Hauptstädten des führte, es sei ein unbedeutender Streit mit einem Zahl der Bolontäre die vorgeschriebene Zahl der Rekruten erreicht, Reiches teilgenommen und schon eine gewisse Uebung hatten, neue bankrotten und zerrütteten Staate. Er habe nichts findet keine Ziehung statt. Engagements als Karrierevolontäre räfte zugefloffen, so daß der sibirische Socialistische als Verurteilung für diejenigen, welche durch verlegende Schreibereien ( volontaire de carrière) können eingegangen werden von jedem Verband" in der letzten Zeit eine sehr rege Thätigkeit entwickeln und böse Sticheleien zwischen England und Deutschland Zwietracht Belgier( und Ausländer), der mindestens 10 und nicht über 35( wenn tonnte. Auch dieser Umstand ist es, der die zarische Gnade" stiften. Wenn irgend ein Fall sich zur fchiedsgerichtlichen er noch nicht gedient) bis 40 Jahre( wenn er schon gedient) alt ist. hervorgerufen hat. Der Minister des Innern sei auch überhaupt Entscheidung eigne, so sei die Venezuelafrage eine Junge, ziehungspflichtige Leute können eintreten als Kontingents- mögliche der Bewegung ihre Ideen in die entferntesten Gegenden zu nicht von dem Verbannungssystem eingenommen, denn dieses er- solche. Rudyard Kiplings Dank. volontäre für die gewöhnliche( Miliz-) Dienstzeit; diese kommen an tragen. Es ist bekannt, ivie unangenehm er überrascht gewesen ist, Der Dichter des britischen Imperialismus, Kipling, hat ein die Spize der Ziehungsliste. Die Löhnung wird für die als man nach dem Tode Esipjagins ihm die Mitteilung machte, daß Gedicht veröffentlicht, das der deutschfeindlichen Stimmung Englands Kontingents volontäre auf 30 Fr., für die Karriere- in der Verbannung nicht weniger als 60 000 Berfonen leben. Die den denkbar schärfsten Ausbruck giebt. Sipling weist auf die volontäre und für alle die, welche ein neues Begnadigungskomödie nahm ihren Anfang im Monat August, wo Englandhezze Deutschlands während des füdafrikanischen Krieges hin Engagement eingehen, auf 35 Fr. pro Monat er nach Sibirien der neue Miniſtergehilfe Fürst Swiatopolt- Mirsti ge- und flagt darüber, daß England sich durch seinen geschworenen fandt wurde, um die Verbannten zu überreden, an die Regierung höht die Röhnung der Corporate und Brigadier& laſſen, beträgt 40 und die der Unteroffiziere 50 Fr. pro Gnadengefuche zu richten; fie follten der Regierung in irgend einer eind" habe verleiten lassen, an dem gegenwärtigen Manövrieren beträgt 40 und die der Unteroffiziere 50 Fr. pro Weise die goldene Brüde bauen. Mitte August wurde den Ver- ohn' Ruhm und Gefahr" teilzunehmen. In der letzten schickten plöblich durch die Polizei mitgeteilt, fic follten sich an einem Strophe nennt er die deutschen Imperialisten Schwindler ohre Schon bei der Beratung des Geseyes, die die ganze letzte Session bestimmten Tage an verschiedenen centralen Punkten einfinden. Scham und Scheu" und personifiziert sie als, Goten" und ausfüllte, begann den Militärfachleuten ein Seifensteder aufzugehen. Man wußte anfangs nicht, tvorum es sich handelte, denn die Polizei Sunnenhund". Der Kriegsminister überließ die Verteidigung des Projektes mehr verschwieg den Zweck der Zusammenkünfte, um dem Minister die Schr geschmackvoll ist das zweifellos nicht, wenn man dem engund mehr dem Gendarmerie- Obersten de Trooz, feines Blamage zu ersparen, die ihm winkte.„ Wir kamen," schrieb man lischen Dichter auch zu gute halten muß, daß tausend deutsche Zeichens Minister des Innern. Nachdem einmal das Gesetz unter damals von einer der Zusammenkünfte, user 39 Personen zu Boctafter England während des Boerenkrieges genau in demselben Dach und Fach war, fiel dem Striegsminister allein die schwierige Aufgabe zu, das Kududsei auszubrüten, das seine Oberherrn in 19. Auguft versammeln, doch als sie erfuhren, daß fie der Minifterit angekläfft haben. Die ethische Birtung des wüsten Stampfes Aufgabe zu, das Kuckucksei auszubrüten, das seine Oberherrn in sprechen wolle, da fagten sie ab und fahidten nur 3 Abgeordnete. um die weltpolitische Futterkrippe äußerst sich aber ganz naturgemäß sein Reffort gelegt. Der Minister sprach mit jedem der verschickten Studenten einzeln. in diesen widerwärtigen Schimpfereien der intellektuellen Edelsten Troß heißem Mühen nahm die Ausarbeitung der Juſtruktionen auf die Frage, ob der Betreffende nach Rußland zurück wolle, ant- und Westen der Bourgeoisie. Das Unrecht, oder wie man will, das ( arrête royal) die Zeit vom März bis Oktober, acht volle Monate, wortete man bejahend, die andre Frage: Welches ist Ihre Ueber- Recht ist auf beiden Seiten gleich groß. in Anspruch. zeugung jezi?" beantwortete man mit Schweigen." Den in Eine gewisse Pifanterie gewinnt das Schimpfpoem Kiplings Biel schneller arbeitete die Nerikale Nebenregierung an der Atschinsk Bersammelten versprach der Minister die Befreiung, wenn durch ein Telegramm Wilheims II. aus dem Jahre 1899. Schaffung der Schutzgarde. Im ganzen Lande, vorzüglich in dem fic nut merten lassen wollten, daß sie sich nicht mehr an den Unruhen während einer Erkrankung Kiplings fandte der deutsche Kaiser unglücklichen Flandern und in den zurückgebliebenen Gegenden der beteiligen wollen. Niemand ließ sich darauf ein. Mit demselben folgendes Beileidstelegramm an die Gattin des englischen Dichters: Wallonie wurden Rekrutierungskommiffionen, natürlich freiwillig, von Resultat mußte der Minister Strasnojarst verlaffen. Die nach folgendes Beileidstelegramm an die Gattin des englischen Dichters: Jakutsk Verbannten schickten an den Minister Plehive, als sie den ,, Als ein enthusiastischer Verehrer der unvergleichden Pfaffen gebildet, die sich zur Aufgabe stellten, die Werbe- ved der Reise Stojatopolt- Mirsti erfahren hatten, das folgende lichen Werke Jhres Mannes erwarte ich mit Spannung Nachricht tronumel für das Volontärsystem zu rühren; den treuen Schafen die Telegramm: über sein Befinden. Gott gebe, daß er Ihnen und Allen erhalten Borzüge der Kaserne vorzuführen und eventuell auch die Böcke bleibe, die ihm für die herzerhebende Art dankbar sind, zurückzuschreden. Die ganzen letzten Monate konnte man zumeist die in der er die Thaten unfrer großen gemein bom Staat für die Seelen heilforge bezahlten samen Rasse befungen hat." Diener Chrifti, auf der Jagd nach Seelen für den modernen Militarismus, sehen bei der Ausübung des allezeit verachteten Gewerbes des Werbers! Soweit ging alles gut. Die Seelenheilforge war zur höheren Ehre des Militarismus an den Nagel gehängt, aber die Kandidaten, welche ihr Blut und ihre die Regierung mit einer langen Nafe abziehen; es blieb ihr nun in Oberpesterwit 1 Parteigenofie, in Kriescendorf 1, Seele auf dem Altare der Neaktion zu opfern gewillt waren, nichts andres übrig, als Gewalt anzuwenden, und das ist die in Ellefeld 3, in Treuen 1, in Dittelsdorf 2, in wollten nicht kommen. Jin ganzen hatten sich 1300 Bolontäre! Amnestie" am kaiserlichen Namenstag. Berthelsdorf 1 und in Paunsdorf 1. sammen. Die aus dem Gouvernement Jakutsk sollten sich am St. Petersburg. An den Minister des Innern. Die Unters zeichneten, nach Jakutsk verschickten Studierenden, ziehen es bor, in der Verbannung zu bleiben, da fie den Wünschen der Regierung, die den Ueberzeugungen der Jugend nur entgegengesett fein können, kein Entgegenkommen zeigen tollen.( Unterschriften.) sogen es vor, in der Verbannung zu bleiben. So mußte Die nach Oletminst Verschickten telegraphierten gleichfalls und 27 Partei- Nachrichten. Gemeindewahlen. Im Königreich Sachsen wurden gewählt: In den badischen Orten Malsch, Kleinsteinbach und Forchheim wurde in der dritten Klasse die ganze socialdemo fratische Liste gewählt. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Redakteur und Straßendirne. In der letzten Sigung des Landgerichts Fürth wurde eine Brostituierte zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie in Bes ziehung auf ein anständiges Mädchen eine unflätige Aeußerung gethan hatte. Die Klage wurde seltsamerweise von der Staatsanwaltschaft geführt, was feineswegs durch den Umstand genügend erklärt wird, daß die Beleidigte die Tochter eines Gefängnis- Aufsehers ift. Doch dies nebenbei. Der Staatsanwalt begründete seinen Antrag auf Bestrafung mit der Behauptung, die Aeußerung der Angeflagten stehe in innigem Zusammenhange mit der Knödel- Ausstellung" der Fürther Bürgerzeitung"( unfer Parteiblatt); der Redakteur Quindt und die Dirne seien zwei ebenbürtige Bundesgenossen. Diesen Gedanken spann der Herr Staatsanwalt noch länger aus, sich dabei in allerhand be= leidigenden Ausfällen gegen den socialdemokratischen Redakteur ergehend. Quindt hat nicht nur Beschwerde über den Staatsanwalt bei feiner vorgefeßten Behörde erhoben, sondern auch Strafantrag gegen ihn wegen Beleidigung gestellt. Nachdem angeordnet worden ist, daß Redakteure nicht mehr mit Raubmördern usw. zusammengefesselt werden dürfen, empfiehlt sich vielleicht auch eine ministerielle Anweisung, die die Redakteure vor moralischen Mißhandlungen durch die Organe der Justiz schützt, zumal wenn es sich um Redakteure handelt, die nicht einmal unter einer Auflage stehen. Alles wahr, aber doch strafbar! Diesem Grundsabe muß wieder einmal ein socialdemokratischer Redakteur 30 M. Geldstrafe und die Kosten des Verfahrens opfern. Der Genosse Sa u I, jetzt in Halle, hatte als Redakteur der" Volkswacht" in Breslau über den Transport eines Geisteskranken in Hahnan berichtet( nach einem dortigen Lokalblatt), wobei das Verfahren der transportierenden Beamten sich als sehr verurteilenswert erwies. Trotzdem wollen die Beamten beleidigt sein und flagten. Die Verhandlung vor dem Landgericht in Breslau ergab die Wahrheit der Behauptungen des Artikels. Aber die Form! Die Form fei beleidigend und daher 30 M. Geldstrafe: Aus Induftrie und Handel. Roheisen- Produktion. Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller belief sich die Roheisen- Produktion des Deutschen Reiches( einschließlich Luxemburgs) im November 1902 auf 730 928 Tonnen, darunter Buddel- Roheisen und Spiegeleisen 97 494 Tonnen, Bessemer- Noheisen 26 624 Tonnen, Thomas- Roheisen 458 067 Tonnen, Gießerei- Roheisen 148 743 Tonnen. Die Produktion im November 1901 betrug 627 356 Tonnen. Vom 1. Januar bis 30. November 1902 wurden produziert 7 648 665 Tonnen gegen 7144 342 Tonnen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Aus den vorstehenden Zahlen darf indes nicht geschlossen werden, daß die Roheisen Industrie in den ersten elf Monaten des laufenden Jahres bessere Geschäfte gemacht hat als im vorigen Jahre. Die Produktion war allerdings etwas größer, der deutsche Eisenverbrauch aber wesentlich geringer. Ein beträchtlicher Teil der deutschen Roheisen Erzeugung ist in dem zu Ende gehenden Jahre nach ausländischen Märkten abgestoßen worden, und zwar meist zu weit niedrigeren Preisen, als in Deutschland bezahlt werden mußten. D Belgiens Außenhandel. Die Einfuhr nach Belgien erreichte in den ersten elf Monaten des Jahres 1902 einen Wert von 2 083 414 000 Franken gegen 1 938 366 000 Franken im gleichen Abschnitt des vergangenen Jahres. Der Wert der Ausfuhr belief sich auf 1 665 189 000 Franken gegen 1572 959 000 Franken in den Monaten Januar bis November 1902. Die Beteiligung der wichtigsten Länder an dieser Handelsbewegung gestaltete sich wie folgt: Deutschland Großbritannien Frankreich Niederlande • Einfuhr 1902 Ausfuhr 1901 1901 1902 Wert in tausend Franken 233 065 215.955 337 885 333 744 188 814 176 525 317 368 301 591 308 537 285 432 325 136 314 882 178 946 173 081 194 106 173 424 Arbeitsmangel bei den Walzwerken des Effener Reviers. Nach einer telegraphischen Meldung aus Effen wird auf sämtlichen Walzwerken der Betrieb von Weihnachten bis Neujahr fast ganz ruhen. Im Arbeiterentlassungen zu bermeiden, werden nach Neujahr Lohnermäßigungen geplant. Die größeren Gemeinden des Industriebezirts planen die Ausführung von Notstandsarbeiten. Noch einmal: Krupps Wohlfahrts- Einrichtungen. Besonders kommt hierbei in Betracht, daß für zahlreiche der-| 11 mit 48 Stunden; 103 Steinbrudereibetriebe haben 11 Arbeitsartige Einrichtungen, wenn sie dem allgemeinen Besten dienen zeiten zwischen 43, und 60 Stunden usw. sollen, ein gewisser Zwang, sei es in Form von Beiträgen oder in Es unterliegt keinem Ziveifel, daß diese Anarchie innerhalb der andrer Art. faim zu bermeiden ist. Wie joll selben Gewerbe- Arten nicht nur feinerlei sachliche Berechtigung hat, aber ein solcher 3wang statthaft sein, wie soll sondern auch direkt schädlich wirkt, indem sie Beschäftigungsmangel man eine Unterstügungs- oder Pensionskasse auf der einen Seite und Ueberarbeit auf der andern mit sich bringt. obligatorisch machen können, wenn nicht eine Eine gefeßliche Regelung würde dieser Unordnung ein Ende machen. gewählte Arbeitervertretung diesen Grundsatz Die Voraussetzung für eine solche Regelung ist aber eine von Reichsbilligt und durch eine entscheidende Teilnahme wegen vorzunehmende Untersuchung über die Arbeitszeit in der ges an der Verwaltung rechtfertigt." samten Industrie. Was die Berliner Gewerkschaftskommission für Und auf Seite 59 heißt es: Berlin fertig gebracht hat, das muß doch wohl auch das Reich mit seinen so viel größeren Mitteln fertig bringen können. Hohn statt Lohn! Die 3208 Arbeiterwohnungen, die Krupp in Essen errichtet hat, bieten dem Arbeiter sicher besseren Aufenthalt, als die überfüllten Eigenhäuser in Mül haufen. Dem Vorteil gegenüber, der darin liegt, daß ein Aus Zillerthal im Riesengebirge wird der Breslauer Eigentumswechsel und übermäßiges Aftervermieten vermieden„ Bolfswacht" geschrieben, daß die dortigen Weber jetzt auf einen wird, steht aber der Nachteil gegenüber, daß der Arbeiter Wochenverdienst von 2 bis 5 Mark kommen. jest nicht nur mit seiner Arbeit, sondern auch mit feiner Wohnung vom Arbeitgeber abhängig ist, und Dafür ist aber im Websaale die Breslauer Kaiserrede aufgehängt. daß er im Falle des Verlustes seiner Arbeit auch Daß der Kaiser von der guten Existenz der Arbeiter reden konnte, zugleich die gerühmte Wohnung einbüßt. Weder braucht nicht wunder zu nehmen; der Kaiser kann nicht wissen, in für den Arbeiterstand, no ch für den unwelchem kläglichen Elend Hunderttausende von Arbeitern leben. Seine befangenen Beobachter kann diese Lösung als verantwortlichen Ratgeber haben Wichtigeres zu thun, als ihm befriedigend angesehen werden. Mein Urteil diese Wahrheit zu sagen. Es ist dem Kaiser ganz beüber die Möglichkeit einer direkten Fürsorge des Unternehmers stimmt unbekannt, daß es Arbeiter giebt, die für die Arbeit für die Wohnungen seiner Arbeiter muß daher vollständig einer ganzen Woche nicht mal ein anständiges Trinkgeld benegativ ausfallen." Weit schärfer noch lautet die verurteilende Kritik, die der Karls- kommen, die mit 5 M. eine Familie sieben Tage lang satt ruher Professor Heinrich Herkner über derartige Wohlfahrts- machen und kleiden sollen. Aber wie Unternehmer es wagen können, Institutionen fällt. In seiner„ Arbeiterfrage"*) schreibt der bekannte ihren Arbeitern statt Brot dieſe Nede vor die Nase zu hängen, das Gelehrte unter ausdrücklicher Eremplifizierung auf ist ganz unbegreiflich. Die Absicht der sicher sehr monarchisch gedie Kruppschen Veranstaltungen( S. 444 ff.): sinnten Unternehmer ist doch nicht etwa, die Arbeiter zu verhöhnen. " „ Es handelt sich da un jene Fabrikantenphilanthropie, die der Sie müssen doch wissen, daß ihren armen Sklaven der Hunger in den Oberelsässer K. Grad, einer der sachkundigsten Vertreter dieser Eingeweiden wühlt. Können sie sich wirklich nicht vorstellen, wie es Politik, als ein gutes Geschäft" bezeichnet hat. Den vergleichsauf solche Arbeiter wirken muß, wenn man ihnen diese Rede in weise guten und billigen, vom Arbeitgeber hergestellten Wohnungen die Hand giebt, in der ihnen von ihrer guten und gesicherten Existenz steht der Nachteil entgegen, daß die Auflösung des Arbeitsverhältnisses für die Arbeiter auch noch gleichzeitig die Aufkündigung seiner Wohnung bedeutet.. Aehnlich erzählt wird? Einst wird es sich rächen! Wohl diesen Ausbeutern, wenn ihren armen gequälten ausgehungerten und obendrein verhöhnten Arbeitssklaven das Licht des Socialismus aufgeht, bevor sie zum Bewußtsein der Macht ihrer Zahl erwachen! Wie sehr dadurch die Lage des Arbeiters bei einer Arbeitseinstellung verschlechtert wird, hat sich in England oft genug gezeigt. Tausende von streifenden Arbeitern mit ihren Familien wurden aus ihren den Arbeitgebern gehörigen Wohnungen in rauher Jahreszeit aufs freie Feld verwiesen. Ein Gemütsmensch ist der Fabrikant für Bade- und Kühlapparate wirken manche von den Arbeitgebern ausgehende Kassen- Einrich- J. Blank in Heidelberg. In einer der letzten Nächte brannte ein tungen, Pensionsinstitute usw. Auch auf diesem Wege wird großer Teil seiner Fabrik nieder, darunter auch die Wohnung des die Abhängigkeit des Arbeiters erhöht, da er im Hausmeisters, der sich und seinen Angehörigen nur das nackte Falle der Auflösung des Arbeitsverhältnisses alle durch Prämien- Leben retten konte. Anstatt nun den von allen Hilfsmitteln entzahlungen erivorbenen Ansprüche verliert. bößten Leuten, die im Dienste des Unterehmens mit Hab und Gut beinahe auch noch das Leben verloren hätten, selbst unter die Arme zu greifen, erläßt der Herr Fabrikant in einem Heidelberger Blatt die folgende Durch solche Maßnahmen wird das unwürdige Abhängigkeitsverhältnis, in welchem der Arbeiter gegenüber dem Arbeitgeber sich befindet, weder beseitigt, noch erhält der Arbeiter durch sie einen größeren Anteil am Reinertrage der nationalen Produktion. Derartige Fortbildungen des Arbeitsverhält nisses find daher weit mehr als höchst gefährliche, zu einer Versumpfung der socialen Reform führende Rückbildungen anzusehen." verwirft Herkner, indem er meint( S. 448): Auch die wirklichen Wohlthätigkeitsanstalten der Arbeitgeber Unsern vom modernen Zielbewußtsein, vom Streben nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung erfüllten Arbeitern der westeuropäischen Industriestaaten vermögen sie im allgemeinen feine Befriedigung zu gewähren. Ihre Losung ist: Wir wollen feine Wohlthaten und Almosen, wir wollen unser Recht! Jede Socialpolitik, welche den als Mann sich fühlenden Arbeiter zum Gängel band bedürftigen Rinde herabwürdigt, muß scheitern". Schließlich sei noch ein gewiß einwandsfreies Zeugnis angeführt: Deffentliche Bitte. Bei dem Brande meiner Fabrik verlor der Hausmeister, ein armer Familienvater von vier Kindern im Alter mit 1 bis 7 Jahren, seine ganze Habe. Derselbe ist zwar versichert, doch fehlt es augenblicklich an den notwendigsten Kleidungsstücken. Ich richte daher an edeldenkende Menschen die herzliche Bitte, durch Kleider und Geldspenden der bedrängten Familie zu Hilfe zu kommen. Gütigst zugedachte Gaben bittet man in meiner Wohnung, Landhausstr. 26, abgeben zu wollen. Jos. Blank, Fabrikant. Herr Blank ist ein steinreicher Mann, der erst fürzlich für eine verhältnismäßig unbedeutende Verletzung bei dem großen Heidelberger Eisenbahnunglück vom badischen Eisenbahnflskus eine Entschädigung von 100 000 M. erhalten hat. Sociale Rechtspflege. In den im Auftrage des großherzoglichen Minifteriums des Innern herausgegebenen Berichten der badischen Fabrikinspektion Um die Auslegung des Paragraphen 142 der Gewerbe- Ordnung heißt es aus dem Jahre 1892 in Bezug auf die Fabrikanten handelte es sich bei einem jetzt vom Kammergericht erledigten RechtsWohnungsfürsorge( S. 132): fall. Das Ortsstatut, durch welches in Barby der obligatorische Der Mißstand besteht in den sehr kurzen, zudem vielfach Fortbildungsunterricht eingeführt ist, hatte der Buchdruckereibefizer an die Dauer des Arbeitsverhältnisses geknüpften Kündigungs- Ernst übertreten, indem er seine Buchdruckerlehrlinge nicht in die fristen, so daß int der Regel die Wohnung Fortbildungsschule geschickt hatte. Er wurde zu einer Geldstrafe mit Ablauf des Arbeitsverhältnisses geräumt werden muß. verurteilt. Er legte Berufung ein und machte geltend, daß nach Hierdurch sind die Arbeiter gehindert, sich in diesem Falle ander-§ 142 der Gewerbe Ordnung vor dem Erlaß eines solchen Ortswärts eine passende Eristenz zu gründen, da sie ihre Familien statuts eine Anzahl der beteiligten Arbeitgeber und Arbeiter nicht nicht leicht an dem seitherigen Wohnorte zurücklassen können. Annur vom Magistrat, wie hier geschehen, sondern auch von der diesem Punkte feßt auch, und zwar mit Recht, die Stadtverordneten- Versammlung angehört werden müßten. Das Kritik der Arbeiterparteien gegenüber den Ar- Landgericht verwarf jedoch seine Berufung und erklärte es nach beiterwohnungen der Fabriken an. § 142 der Gewerbe Ordnung für genügend, daß die Beteiligten Die vorstehenden Proben bürgerlicher Meinungsäußerung mögen überhaupt angehört worden feien. Das Kammergericht bestätigte genügen. Sie zeigen mit hinreichender Deutlichkeit, was von diese Entscheidung. dem heuchlerischen Entrüstungsrummel der Scharfmacherpresse zu halten iſt. Zugleich aber find fie ein neuer Beweis dafür, daß innitten Letzte Nachrichten und Depefchen. der trostlosen Versumpfung unsres Preßwesens die socialdemokratische Presse allein den Mut und das Verdienst hat, die Wahrheit gegen alle Erdrosselungsversuche zu verteidigen. Sociales. Arbeitsanarchie. Die Freiheit im Denken. Mainz, 24. Dezember.( B. B.)( Frif. 3tg.") Gegen den verantwortlichen Redakteur der Mainzer Wolfsztg." Bernhard Abelung ist wegen einer an der lezten Kaiserrede geübten Kritif, durch Veröffentlichung eines Artikels, ein Strafverfahren wegen Majestätsbeleidigung eingeleitet worden. Nach hier einIn der widerwärtigen Socialistenheze, die sich an das tragische Ende Krupps geknüpft, spielt die an den Wohlfahrtseinrichtungen des Dahingeschiedenen geübte Kritik der socialdemokratischen Presse eine Hauptrolle. Im Zusammenhange mit ihrer Erhebung über die gegenwärtige Das Vorgehen gegen Venezuela. Nachdem es den Scharfmachern nicht gelungen war, den herzlich Lage des Berliner Arbeitsmarktes hat die hiesige Gewerkschaftsunbedeutenden Mann zum Industriegewaltigen zu stempeln, von fommission noch eine verdienstvolle Untersuchung angestellt über die Brüssel, 24. Dezember.( Frankf. 3tg.") Die belgische Regierung dessen Person das Wohl und Wehe der deutschen Industrie abhinge, thatsächliche Dauer der Arbeitszeit in hiesigen Betrieben. Dabei hat richtete in Uebereinstimmung mit der deutschen und englischen Remußten mit umso größerem Nachdruck die Wohlfahrtseinrichtungen sich eine wüste Anarchie in der Arbeitszeit herausgestellt, ein so gierung eine Note an Benezuela, in welcher sie auf Erfüllung ihrer des Verstorbenen gepriesen werden, damit jeder deutsche Arbeiter buntes Durcheinander der verschiedensten Arbeitszeiten in den pekuniären Ansprüche dringt. England und Deutschland belasten erkennt, was er an dem Dahingeschiedenen verloren. einzelnen Gewerben, daß das Verlangen nach gesetzlicher Regelung sich mit der Eintreibung dieser Forderungen. Als wir diesen wohlberechneten Lobpreisungen gegenüber an immer begründeter erscheint. Die Untersuchungen erstreckten sich auf gegangenen Nachrichten hat sich das Befinden des Präsidenten Stejn der Hand objektiver Thatsachen den wahren Wert der 2352 Betriebe, von denen mur leider die Zahl der Arbeiter nicht bedeutend gebessert. vielgerühmten Wohlfahrtseinrichtungen in das rechte Licht fetten, angegeben ist. In diesen Betrieben wurden 29 verschiedene Wochenda erhob sich in der gesamten Unternehmerpresse ein gewaltiger Arbeitszeiten festgestellt. Es arbeiteten: Entrüstungssturm wider uns. Man warf uns schnöde Un49 4912 dankbarkeit vor. Und in allen offiziellen und inoffiziellen Blättern des Scharfmacheriums fehrte und kehrt auch gegenwärtig noch alltäglich die Beschuldigung wieder, daß wir wider besseres Wissen, um das Andenken eines politischen Gegners zu verunglimpfen, und um schmutziger Parteipolitik willen die Werke hehrster Menschenliebe in den Staub zögen. 32 Stunden pro Woche 42 43 45 46 48 48 Betriebe. 13 1 7 1 139 5 Stunden pro Woche 50 5012 51 511a Betriebe. 3 166 20 Stunden pro Woche 531 54 54 Betriebe. 4 864 1 Stunden pro Woche 57 58 581 Betriebe. 1 9 52 447 5212 53 28 11 55 32 56 561/2 57 4 2 114 59 60 61 61 1 1 4 3 436 1 2 3 Die Aufständischen haben auf die Aufforderung Gastros, sich mit der Willemstad, 24. Dezember.( Meldung des" Reuterschen Bureaus".) Regierung gegen die Fremden zu vereinen, Castro au Matos verwiesen, welcher einzig und allein in dieser Frage eine Entscheidung treffen könne. Washington, 24. Dezember.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Die förmlichen Antworten Deutschlands und Englands, in welchen dem Präsidenten Roosevelt das Schiedsrichteramt in der Venezuela- Angelegenheit angetragen wird, sind hier eingegangen, sie sind so abgefaßt, daß Präsident Roosevelt ohne Schwierigkeit annehmen oder ablehnen kann. Präsident Roosevelt hat noch keine Entschließung getroffen. Schwarze Pocken. Wie perfide und verlogen diese niedrigen Insulten der fapitalistischen Schandpresse sind, zeigt die Thatsache, daß vor der Strupp- Affaire bürgerliche Socialreformer ganz dieselbe Kritit an Und dieses Durcheinander findet sich auch in etwas engeren den Kruppschen Wohlfahrtseinrichtungen geübt haben wie ivir. Grenzen innerhalb derselben Branchen, ja innerhalb derselben GeSo schreibt der wegen seiner socialpolitischen Einsicht rühmlich werbe. So finden sich in 273 Metallwaren- Fabriken 9 verschiedene Wolfenbüttel, 24. Dezember.( B. H.) Hier ist eine Erkrankung bekannte Großindustrielle Heinrich Freese in seinem Büchlein Arbeitszeiten, von 48 bis 60 Stunden die Woche, die meisten( 161) an schwarzen Pocken festgestellt worden. Der Erkrankte ist " Fabrikantenforgen"*)( S. 29): mit 54 Stunden, in 54 Betrieben für Graveure und Eiseleure ein vor drei Jahren aus Böhmen eingewanderter SpinnereiMit tiefem Bedauern habe ich bei Krupp Konjum 7 Arbeitszeiten, von 48 bis 57 Stunden, die meisten( 33) mit arbeiter, Namens Paseler, der mit seiner Frau im Krankenhauſe in anstalten gesehen von dem Umfange großstädtischer Ge- 54 Stunden. 222 Fabriken der Maschinenbranche zeigen 11 ver- einem Isolierraum untergebracht wurde. Sämtliche Mitarbeiter schäfte, und bemerkt, daß von der Leitung die Arbeiterschiedene Arbeitszeiten, von 48 bis 611 Stunden, darunter 98 mit Pafelers wurden sofort geimpft und feine Wohnung desinfiziert. schaft ganz ausgeschlossen war. Alles wird einseitig 54 und 78 mit 60 Stunden; 116 Betriebe der elektrischen ins Leben gerufen. Alles, was geschieht, geschieht von oben herab, Branche haben 8 Arbeitszeiten, zwischen 48 und 61 Stunden, davon Leipzig, 24. Dezember.( W. T. B.) Heute verstarb hier plötzlich und alles, was geschaffen wird, bleibt Eigentum des 46 mit 54 und 45 mit 60 Stunden; 44 Textilbetriebe haben infolge eines Schlaganfalles der Reichsgerichtsrat Nötel, Unternehmers. Fast nirgends hat man den so nahe- 5 Arbeitszeiten zwischen 48 und 60 Stunden, davon 19 mit 54 und der dem vierten Civilsenat als ältestes Mitglied angehörte. liegenden Weg beschritten, die Arbeiter zu der Verwaltung der 11 mit 60 Stunden; 129 Sattlereibetriebe haben 11 Arbeitszeiten für sie bestimmten Anstalten heranzuziehen und diesen dadurch zwischen 46 und 60 Stimden; 77 Tapeziererbetriebe haben 8 Arbeits- in der Arnsgereuther Flur explodierte aus bisher nicht aufgeklärter Saalfeld, 24. Dezember.( W. T. B.) In dem städtischen Steinbruch eine Bedeutung zu geben, die sie jetzt nicht haben. Die letzte Ursache dieser Art der Gründung und Verwaltung ist zeiten zwischen 48 und 57 Stunden; 726 Betriebe der Holzbranche Ursache eine in der Frühstücksbude aufbewahrte Menge Dynamit. leider ein ausgesprochenes oder unausgesprochenes Mißtrauen( mur Tischlerei, Holzbildhauerei, Bergolderei und Holzbearbeitungs- Ein Arbeiter wurde getötet, einer schwer, einer leicht verlegt. Fabriken) haben 21 Arbeitszeiten zwischen 48 und 60 Stunden, Bavon die meisten 52 Stunden; 33 Wäschefabriken haben 8 Arbeits- Konstantinopel, 24. Dezember.( W. T. B.) Der Sanitätsrat zeiten zwischen 45 und 60 Stunden: 29 Steinbildhauereien haben fette die Quarantäne für Herfünfte aus Alexandrien auf fünf und Arbeitszeiten zwischen 42 und 54 Stunden, davon 13 mit 42 und für diejenigen aus den übrigen Häfen auf zwei Tage herab. Seit gestern wüten große Schneeftürme; auf offenem Meere ereigneten sich zahlreiche Unfälle; es sind viele Verkehrsstörungen eingetreten. gegen die Fähigkeiten der Arbeiter, und diesen steht bas gleiche Mißtrauen der Arbeiter gegen die mieigen nügigen Abfichten der Unternehmer als bedauerliche, aber nicht unberdiente Antwort gegenüber. *) Eisenach 1896. *) 3. Auflage. Berlin 1902. Guttentag. Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 301. 19. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donerstag, 25. Dezember 1902. Abonnements- Einladung. Mit dem 1. Januar 1903 eröffnen wir ein neues Abonnement auf den„ Vorwärts" mit seinem wöchentlich fünfmal erscheinenden Unterhaltungsblatt und der Sonntagsbeilage ,, Die Heue Welt". Für Berlin nehmen sämtliche Zeitungsspediteure sowie unsre Expedition, Lindenstråsse 69, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennig frei ins Daus. Für das übrige Deutschland nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen zum Preise von 1 Mark 10 Pfennig pro Monat ( ausfchliesslich 14 Pfennig pro Monat Bestellgeld) entgegen.( Eingetragen ist der ,, Vorwärts" in der Post- Zeitungsliste unter 17r. 8203.) Die Einziehung des Zeitungsgeldes von den bisherigen Postabonnenten erfolgt gegen Quittung durch die Briefträger, die zur vollgültigen Quittungsleistung berechtigt sind. Neu hinzutretende Postabonnenten können die Zustellung der Zeitung und die Einzahlung des Zeitungsgeldes auch schriftlich bei der zuständigen Postanstalt beantragen. Für derartige Bestellfchreiben etc. wird eine Gebühr nicht erhoben. Im Auslande kann der„ Vorwärts" gleichfalls bei der Post bestellt werden; der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich 5 Fr. 1 Cts. in Belgien, 3 Fl. in Holland, 3 Kr. 59 Oere in Dänemark, 5 Lire 71 Cts. in Italien, 5 Fr. 15 Cts. in Luxemburg, 4 Kr. 66 бeller in Oestreich- Ungarn, 6 Fr. 10 Cts. in Rumänien, 4 Kr. 17 Oere in Schweden, 5 Fr. in der Schweiz; 9 Mark in Frankreich, England, Spanien und Portugal, den Vereinigten Staaten von Hordamerika und andren zum Weltpostverein gehörenden aussereuropäischen Ländern. Unter Kreuzband direkt von der Expedition bezogen kostet der Vorwärts" pro Monat 2 Mark innerhalb Deutfchlands und seiner Kolonien, in Oestreich- Ungarn und Luxemburg, im Ausland 3 Mark pränumerando. abgesandt und auch seinen Austritt aus der Armee bekannt gegeben. Dieser Schritt hängt mit der Absicht des Erzherzogs zusammen, eine Ehe mit einer Schauspielerin zu schließen. " 44 So blieb denn das Theater so ziemlich das einzige Vergnügen, das sich die Prinzessin nicht nehmen lassen brauchte. Man konnte sie denn auch täglich in der Hofloge sehen, wo ihr frisches Lachen und Erzherzog Leopold Ferdinand war Oberst im 81. In ihre naive Zuhörerfreude das Publikum immer entzückte. Oftmals fanterie- Regiment und seit längerer Zeit beurlaubt. Die Schauunternahm die Prinzessin Heine Reifen. Mit dem Elbdampfer fuhr spielerin, welche der nunmehr refignierende Erzherzog zu ehe- sie gerne stromaufivärts in die sächsische Schweiz, ward bald da, bald beamten in Jalan, 28 Jahre alt; eine Schwester ist in Graz muntelten natürlich öfters auch allerlei... lichen gedenkt, heißt Adamowiß, sie ist die Tochter eines Post- dort gesehen, und die Dresdner, die ihre Ruhelosigkeit schon kannten, Einigemale hat die verheiratet, dieselbe widmet sich ebenfalls der Bühne. Der Erz- Prinzessin Louise, allein oder in Gesellschaft ihrer Sinder, größere herzog verkehrt in den Bühnenkreisen stets unter dem Namen Reisen in das Ausland unternommen, nach London oder Paris, und Wölfling. jedesmal atmeten ihre Briefe, die sie von dort aus an hiesige verDie Wiener Allg. 3tg." charakterisiert den Erzherzog also: traute Persönlichkeiten ihrer Umgebung richtete, einen wahren Erzherzog Leopold Ferdinand ist 34 Jahre alt, ein sehr aufgeweckter,& reiheitsrausch... Lebenslustiger Mann, der ein Feind jedes Ceremoniells ist. Er verkehrte in Wien sehr viel in bürgerlichen Familien, ist ein großer Theaterfreund und stand mit mehreren anüberaus freien Ansichten, welche ihn wiederholt in gesehenen Wiener Schriftstellern in Berbindung. Er huldigt Stonflitte mit maßgebenden Persönlichkeiten brachten.. Durch fein ganzes Wesen geht ein demokratischer 3ug. Dem ErzWie vor jedem hohen Feste, so tenden wir uns auch diesmal berzog werden befondere Geistes gaben nachgerühmt, er wieder an Euch mit der Bitte, die Bäckergesellen in dem Bestreben, hat auf den verschiedensten Gebieten sich mit Erfolg bethätigt und eine Freinacht zu erlangen, zu unterstützen. Das ist bisher mit als Komponist, Schriftsteller und Kunststider(?) Arbeiten geleistet, Hilfe des Publikums am wirksamsten dadurch geschehen, daß es am welche den vollsten Beifall fachverständiger Leute gefunden haben. 2. Feiertage teine Badware kaufte und den Bäckerdie beinahe schon anarchistisch zu nennen feien. In politischer Beziehung huldigte er radikalen Ansichten, meistern die Ware liegen blieb. Je mehr das gesamte Publikum, Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Arbeiter und Hausfrauen! Wien, 24. Dezember. Wie die„ Neue Freie Presse" meldet, namentlich aber die Arbeiter und deren Frauen, diese unsre Bitte hat Kaiser Franz Joseph den Verzicht des Erzherzogs Zeopold beherzigen, um so schneller wird in Zukunft den Bäckergesellen eine Ferdinand auf seine Rechte als Mitglied des Kaiserhauses ge- Freinacht gesichert sein. Darum ersuchen wir nochmals: nehmigt, jedoch die Bedingung beigefügt, daß der Erzherzog Kauft am zweiten Feiertag keine Backware! die östreichisch- ungarischen Reichsgrenzen nicht mehr überschreite. Der Vorstand des deutschen Bäcker- Verbandes. ( Mitgliedschaft Berlin.) Rückfehr ausgeschlossen. Das„ Neue Wiener Tagblatt" schreibt am 24. d. M.: Es wird bente bekannt, daß von der Stronprinzessin von Sachsen sowie ihrem Bruder Erzherzog Leopold Ferdinand bei der Abreise Briefe zurückgeblieben sind, in denen sie ihr Vorgehen motivieren. In dem Briefe der Prinzessin kommt ein Passus bor, in welchem sie die Erklärung abgiebt, daß sie unter feinen Um täuben zu ihrem Gatten zurückzukehren gedenke. Der Erzherzog giebt eine Erklärung ab, in der er sich mit dem Vorgehen feiner Schwester einverstanden erklärt und hinzugefügt, daß er so lange auf Redaktion und Expedition des Vorwärts". alle Titel und Würden verzichte, als die Angelegenheit nicht in der von seiner Schweiter gewünschten Weise erledigt jei. leber die Flucht selbst wird bekannt, daß der Erzherzog und die Prinzessin mit einem zweispännigen Mietswagen nach Hallein fuhren. Es hatte den Anschein eines Ausfluges zu einer Jagd. In Hallein wurde der Wagen zurückgeschickt und das Geschwisterpaar bestieg den Gilzug. André Giron. Monarchen- Flucht. Das Ereignis am sächsischen Hofe ist für die bürgerliche Presse ein großer Skandal" und die Heldin des Standals cine ver dammenswerte llebelthäterin. Der Unternehmer in der Klemme! Wir erhalten folgende Zuschrift: Wenn der Unternehmer in Bedrängnis gerät, isi er die Anständigkeit und Freundlichkeit selbst. Das ist jetzt wieder zu sehen beim Streit bei der Firma Jachmann, wie folgende Postkarte beweist, die ein Dreher erhielt: " Da die Fabrikation der Granaten und Zünder wieder aufgenommen wird, so haben sich zahlreiche Bewerber für diese Arbeit gemeldet. Da ich Sie indeffen vorzugsweise beschäftigen würde, felle Ihnen anheimt, sich umgehend durch Meldung im Comptoir, Berlängerte Huttenstraße, Ihre Arbeitsstelle zu sichern." Berlin, 22. Dezember 1902. Otto Jachmann, Berlin NW. 87. Metallschraubenfabrik. Jeder Say eine Heuchelei. Nicht weil der Empfänger bevorzugt werden soll, sondern weil man Arbeitswillige bitternötig braucht, hat denn auch der Arbeiter gemerkt, und statt den füßen Lockrufen wird der Arbeiter schriftlich aufgefordert, in Arbeit zu treten. Das der Firma zu folgen, brachte der Arbeiter uns die Karte. Es war also nichts mit dieser Art von Anwerben, und nun mußte man nach folgende Starte beweist: andren Bundesgenossen suchen. Die fanden sich denn auch, wie Paris, 24. Dezember.( Berl. Tagebl.".) Ueber Herrn André Giron, Anders aber lautet das unbestochene Urteil derer, die nicht die der sich in der Begleitung der Kronprinzessin in Genf befindet, weiß Aufgabe haben, die monarchistischen Institutionen auch gegen die man hier folgendes: Er entstammt einer angesehenen Familie Brüssels, jenigen Mitglieder der Monarchie zu verteidigen, die den Bann der ist Nat am Staffationshof in Brüssel. André Giron lenkte vor einigen die mit hohen Richterkreisen verwandt ist. Sein Oheim Herr Aimé Giron Höfe brechen, um Menschen zu sein. Nur die infame Liebedienerei Monaten als Held eines merkwürdigen Prozesses die Aufmerksamkeit und elende Scheinheiligkeit einer„ Deutschen Tages- Zeitung" und auf sich. Seine Eltern beantragten und erlangten nämlich feine geteilt, daß Sie Beschäftigung suchen. Falls Sie solche noch nicht Durch den königl. Arbeitsnachweis in Spandau wurde mir miteines Reichsboten" kann Beschuldigungen gegen die sächsische Kron- Entmündigung, weil er ein ihm zugewandtes sehr hohes Legat aus haben, stelle ich Ihnen anheim, sich am Dienstag früh 8 Uhr, mit prinzessin erheben, die auf Glanz und äußeren Ruhm verzichtet, die Gewissensbedenken zartester Natur ausgeschlagen hatte. Er war in Ihren Papieren versehen, in meiner Gifengießerei und Geschoßfabrit, eine Königstrone ausschlägt, um frei zu werden vom Druck einer Dresden Hofmeister und Sprachlehrer der Kinder des Kronprinzen Berlin NW., Berlängerte Huttenstraße, vorzustellen, wo Sie eventuell längst innerlich zerfallenen Ehe, um sich das Recht wirklichen Lebens und wird als junger, feuriger Idealist, eine Art von chevalerestem sofort mit der Arbeit beginnen könnten. Die Fabrik befindet sich Paladin geschildert. hinter derjenigen von Ludw. Löwe u. Co. zu gewinnen. " Nichts ist erbärmlicher als diese gutgesinnte" Presse, die sich bürgerlich nennt und doch das schlimmste Schranzentum der Höfe übertrifft! Eine Frau wird in den Schmuß gezogen, da sie die Lüge einer unwahren Ehe nicht ertragen will. Eine Frau, die man bald als Königin überschwänglich gefeiert haben würde, die von Gottes Gnaden" unantastbar gegen jedes kritische Wort gegolten hätte, sie wird nun von den eifrigsten Verkündigern des Gottesgnaden tiuns der schimpflichsten Ehrlosigkeit bezichtigt. Ja, wenn diese Frau ausgehalten hätte im Joch des Hofes, wenn sie ihre Persönlichkeit und ihr Menschentum geopfert hätte auf dem Altar patriotischmonarchistischer Heuchelei, wenn sie, innerlich geknickt und zu Grunde gerichtet, nach außen als strahlende Herrscherin ihrem Volfe" das Beispiel eines guten Familienlebens gegeben hätte wie wäre ihr zeitlebens der Jubel der Byzantiner und Monarchiegläubigen sicher gewesen! hervor. Kühnemänner. Ein Charakterbild der Prinzessin. Otto Fachmann, Hauptcomptoir, Verlängerte Huttenstraße. Aus Dresden wird in der Wiener Zeit eine beachtens- woraus zu ersehen, daß auch bei den Spandauer Kollegen das Diese Karten find uns in großer Anzahl zur Verfügung gestellt, werte Schilderung der Kronprinzessin Louise entworfen. Der offenbar stlassenbewußtsein tein leerer Wahn ist. Im übrigen find wir froh gut unterrichtete Korrespondent erzählt u. a.: Das rätselhafte Verschwinden der Kronprinzessin Louise ruft und munter beim Streit und lachen über die Anstrengungen der hier selbstverständlich in allen Streisen der Bevölkerung das denkbar Deutscher Metallarbeiter Verband. größte Aufsehen, aber auch beinahe überall schmerzlichstes Bedauern Drtsverwaltung Berlin. Schönheit, sondern auch wegen ihres einfachen und freimütigen AufDenn die Prinzessin war hier nicht bloß wegen ihrer tretens in der Oeffentlichfeit, ivegen ihrer unverborgenen Lebenslust fortwährende Unterbieten bei Vergebung von Arbeiten an den Bom Submissionsunwesen. Man schreibt uns: Welche Früchte das und Heiterfeit ungemein beliebt. Und jeder, der in unsrer sächsischen Mindestfordernden zeitigt, davon nachstehend wieder ein kleiner Hofluft nur einige Atemzüge gethan, weiß recht wohl, daß schon eine Beweis. In der Tischlerei des Herrn P. Syan, Markushof, werden tüchtige Portion Sanguinismus und ent gesunder Humor dazu ge- gegenwärtig Theaterbänke für die Mannheimer Festhalle angefertigt hören, um in dieser halb pietistischen, halb militärischen Atmosphäre und zwar so weit als möglich in Teilarbeit. Bei der Uebernahme seine Fröhlichkeit nicht einzubüßen. Und fröhlich ist die Sicon- der Arbeit scheint mum zwar alles, nur nicht der Arbeitslohn mitprinzessin Louise„ die Louisa", wie sie von ihren öftreichischen berechnet zu sein, denn beim Montieren der Bänke erzielten die Verwandten genannt wurde allezeit gewesen. anders als lächelnd gesehen: Und man hat sie oft gesehen. Denn sie 1,30 Mark. Als sie hierauf bei ihrem Meister vorstellig wurden, erMan hat sie nie Arbeiter trotz aller Anstrengung nur einen Tagesverdienst von zeigte sich sehr häufig zu Fuß in den Straßen Dresdens, trat sehr oft widerte dieser, er könne nicht mehr zahlen, weil er sonst bares Geld in einen Staufladen, um leine Besorgungen selbst zu erledigen, zusetzen müsse. Immer dasselbe Lied: Die Arbeitgeber reißen die plauderte gern, und fast immer wißig, mit den Leuten, wobei man lufträge zu jedem Preise an sich und am Arbeitslohn wird dann bemerken konnte, daß die hohe Frau eine schlagfertige, sozusagen ufo viel abgezwadt, daß für den Unternehmer trotz des niedrigen wüchige Beredtsamkeit besaß, und auf graziöseste Weise sehr lustige. fehr treffende und manchmal auch recht spigige Dinge zu sagen Preises ein Profit übrig bleibt. Deutsches Neich. Gewiß, die That der fächsischen Kronprinzessin bedeutet einen ungeheuren Zusammenbruch des monarchistischen Kultus. Wo sollen die Monarchisten noch die Kraft finden, die monarchische Staatsform zu feiern, wenn die Mitglieder der monarchischen Häuser selbst die schwersten persönlichen Opfer nicht fürchten, um dieser gefeierten Stellung zu entrinnen?! Bir Socialisten wurden verläundet, daß unser politisches Ziel der Sturz der Monarchie sei. Aber wir haben der Monarchie Ob sie es verstanden hat, bei uns, in ihrer ziveiten Heimat, ihre Achtung, Metallarbeiter! Wegen Accordabzügen bis zu 25 Prog. niemals die entscheidende Bedeutung beigemessen, die ihr die Bunge stets zu hüten, ob sie ein gelungenes Wort gelegentlich nicht sind zwischen den Nietern und Stemmern des„ Bremer Bulkan, Monarchisten und Byzantiner beimessen. Und jetzt zeigt das Gr- doch höher veranschlagte, als die Gnade", ob sie daher bei unsren Aktiengesellschaft in Vegesad, Differenzen ausgebrochen. eignis des sächsischen Hofes, wie in Wirklichkeit die Monarchie ihren mächtigen Softleritern und bei deren noch mächtigeren Beschützern Da als Gegengabe für ein solches Weihnachtspräsent die Arbeiter Ausweg finden mag. Die Intelligentesten der monarchischen immer in Gunst stand, möchte wohl jeder bezweifeln, an dessen Ohr die Sperre für Mieter und Stemmer über die Werft verhängten, Häuser begeben sich auf die Flucht aus einem Leben des Zwanges hier und da gewisse Schloßgeschichten gedrungen sind. drohte die Direktion, die sämtlichen beteiligten Arbeiter zu entlassen, Rebenlinie, wußte. Die und der Unnatur. Jeder Verständige darf hoffen, daß die Die Kronprinzessin hatte keine allzu leichte Sindheit hinter sich. wenn sie sich nicht zur Aufhebung der Sperre herbeiließen. Eine Kronprinzessin das menschliche Glück, das sie am Hofe zu Dresden Das wußten wir In dem gottesfürchtigen Hause Toscana ist die Demonstrationsversammlung, wie sie Vegesack noch selten sah, nicht zu finden vermochte, das sie von der scheinbar so glänzenden fürchtigste. Die Kinder der Großherzogin Alice genossen nun eine Sperre aufzuheben, bis wieder geordnete Verhältnisse auf der nicht zu finden vermochte, das sie von der scheinbar so glänzenden Großherzogin Alice, die Mutter der Kronprinzessin, wohl die gottes- wies das Ansinnen entrüstet zurück und erklärte, nicht eher die Stellung als Königin nicht erhoffen konnte, als Mensch unter Menschen religiöse Erziehung von einer Strenge, die an Askefe grenzt. Von Werft Herrschen. In Betracht kommen ca. 350 mur organisierte finden möge! 6 1hr früh, im Winter von 7 Uhr an, wechseln Andachtsübungen in Kollegen des Werft- und Metallarbeiter- Verbandes. Wir ersuchen Das Ereignis beschränkt sich aber nicht nur auf die Flucht der der Salzburger Schloßkapelle mit Erbauungsstunden und Katechis- num um strengste Fernhaltung des Zuzugs von Nietern sächsischen Kronprinzessin. Es ist eine Doppelflucht aus der mus- Unterricht ab. Ein fanatischer Jesuitenpater spielte in der und Stemmern nach Vegesack und bitten arbeiterfreundliche Sphäre des Monarchismus. Mit der Kronprinzessin befreit sich der Erziehung der nicht immer ivillfährigen Prinzessin eine bedeutende Blätter, von Vorstehendem Notiz zu nehmen. Die Agitationskommission für Nordwest- Deutschland Bruder, der Erzherzog Leopold Ferdinand, der älteste Rolle. Allein troß der mütterlichen Strenge mußte er, nach einem des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes. Sohn des Hauses Toskana, der nicht regierenden Habsburgischen damals vielbesprochenen Zwischenfalle, das Feld räumen. Daß die Kronprinzessin Louise, als sie aus Salzburg zu uns Aus der Steinarbeiter- Bewegung. Im schlesischen Sandsteinher in das fröhlichere Dresden kam, ein wenig freier ihren Wer gebiet, wo für die Organisation der Steinarbeiter die Zahlstellen Das Verhalten des Erzherzogs. des treuen Beraters der gnügungen wie ihren geistigen Bedürfnissen sich bingab, ist nicht Bunzlau, Alt- Warthau, Radwig, Löwenberg- Plagwis, Deutmannssächsischen Stronprinzessin seit langen Jahren, dessen Rat diefe auch verwunderlich. Sie wurde wegen diefer ihrer Lebensluft und offendorf- Sartliebsdorf, sowie Hockenau- Reudorf in Frage kommen, wurde vor ihren letzten schweren Entschlüssen hörte, widerlegt jeden baren Kunstliebe allgemein geschätzt, und ihr reichliches Mutterglück der Tarif gekündigt. Nach den bestehenden Abmachungen mußte die Zweifel, ob die That der Kronprinzessin auf einer plötz- war Gegenstand allgemeiner Sympathie. Es trug nur dazu bei, ihr Ständigung des Tarifs spätestens bis zum 1. Dezember vollzogen vor- die Neigung aller Dresdener zu bewahren, als man erfuhr, was hier sein, wenn derselbe als gekündigt betrachtet werden foll. liche Eingebung oder gar, wie sächsische Offiziösen zutäuschen versuchen, auf eine„ scelische Erkrankung" beruhen lange tein Geheimnis ist, daß die Stronprinzessin an der Seite ihres Unternehmer reichten aber die Kündigung erst am 17. Dezember tönne. Es ist vielmehr gewiß, daß beide Geschwister in ruhiger Gemahls nicht das volle Liebesglück gefunden. Kronpring Friedrich ein. Es sieht somit diese Kündigung des Tarifs einem KontraktUeberlegung und kühler Absichtlichkeit den Bruch mit ihrer Interessensphäre ist jenseits militärischer Dinge so ziemlich zu Ende. bruch ziemlich ähnlich. Zu bemerken ist, daß die zehnprozentige Lohnmonarchischen Vergangenheit vollzogen haben. Falsch wäre es auch, So dürfte Prinzessin Louise, die an Kunst und Litteratur regen Anteil erhöhung, die im Jahre 1899 nach 15-16 wöchentlichem Kampfe schwer errungen worden war, von den Unternehmern im Laufe dieses die Liebesneigung zu bürgerlichen Menschen als entscheidendes Motiv nimmt, sich ziemlich vereinsamt gefühlt haben. Auch kamen noch Frühjahrs wieder beseitigt wurde. Angeblich wurde der Tarif bloß für die Flucht der Geschwister anzusehen. Die Liebesneigung ist andre Momente hinzu, die ihr das Leben erschwerten. Der jezige beshalb geffindigt, um unflare Positionen auszumerzen, nachdem vielmehr nur ein Moment in der allgemeinen geistigen und König von Sachsen, als ihr Schwiegervater, übte von jeher eine das Bunzlauer Gewerbegericht, das erst kurze Zeit besteht, in den moralischen Selbstbefreiung der beiden Geschwister aus der Sphäre, ziemlich firenge Aufsicht und eine ziemlich strenge Stritik über das meisten Streitfällen zu Ungunsten der Meister entschied. in der sie geboren und erzogen, die ihnen je länger je mehr un- Leben der Prinzessin, die sich unter diesem Zwang mehr und mehr Seitens der Organisation sind Verhandlungen mit den Untergedrückt fühlen mochte. Auch am sächsischen Hofe ist man von abso- nehmern angebahnt. erträglich geworden. Tuter Religiofität, und der König feste gleichfam das Erziehungswerk Die Berliner Steinmeginmumg fündigte ab 1. Dezember den der Mutter fort. Daß im Schloffe zu Dresden Zola, Tolstoj, Accord- Tarif. Derselbe läuft am 1. März 1903 ab.. Nietzsche usw. ebenso Contrebande sind wie in der Residenz zu SalzDas offiziöse Wiener Fremdenblatt" meldet: Gleichzeitig mit burg, darf man glauben. Nur wenig moderne Bitcher finden in Glasarbeiter. Durch Juferate in verschiedenen Zeitungen Rheinder Abreise der Kronprinzessin Luise von Sachsen wird nunmehr be- Dresden und in Salzburg Guade. Bei Lebzeiten weiland Königs lands und Westfalens sucht die Belgische Fensterglashütte 60 GlasTammt, daß der Erzherzog Leopold Ferdinand an Albert wurde hier erzählt, der( damalige) Kronprinz habe in den bläfer, je 60 Worbläser und Vorarbeiter, sowie die nötigen Arbeiter Se. Majestät das Ersuchen gerichtet hat, aus der Kaiserlichen Privatgemächern seiner Schwiegertochter einen Band Nietzsche auf- für die Stredöfen zum sofortigen Antritt. Familie ausscheiden zu dürfen. Sie mehrere Blätter berichten, hat gefunden und das Unglücksbuch allfogleich in taufend Stücke manur der Glasarbeiter Deutschlands im Fachgenoffen" mitteilt, derselbe auch alle seine Ehrenzeichen an die betreffenden Hofstellen zerrissen. beabsichtigen allem Anschein nach die belgischen Glashütten, bom 备 * Der Verzicht des Erzherzogs. August ist eine durch und durch militärische Natur. Seine Wie der Vertrauens " 1. Januar ab eine 25 prozentige 2ohnherabsehung] Aber sein Lichterglanz wird diesmal noch weniger als sonst einem durchzuführen, und hierbei die billigeren deutschen Tafelglasmacher Gottesfrieden" leuchten, wie ihn die bürgerliche Klasse sich wünscht. als Lohndrücker zu benugen. Die deutschen Tafelglasmacher werden deshalb zur Vorsicht gemahnt. Ueber den Verlauf der Angelegenheit der Wärmehallen Ausland. In dem großen Pariser Bazar Printemps" kam es dieser Tage zu einem Konflikt. Etliche Hundert Angestellte blieben in den für sie reservierten Räumen des Souterrains und verweigerten die Arbeit, so daß der Betrieb ins Stocken tam. Die Ursache des Streits war die Entlassung eines Angestellten, der zu wiederholten Malen bei der Direktion für seine Kollegen eingetreten war. Die Direktion war flug genug, nachzugeben. in Charlottenburg die Provinz zu schicken pflegt. Der Höhepunkt des Einganges scheint sich wiederum etwas nach vorne geschoben zu haben und ist nach den bisherigen Beobachtungen schon am 22. erreicht worden. Die wiederholten Mahnungen der Postverwaltung, die Weihnachtspakete so früh als möglich aufzugeben, sind demnach doch nicht ganz geht durch die bürgerliche Presse ein längerer Artikel, dessen Tendenz noch am Chriftfeste eine überaus große Menge von Paketen zu ohne Erfolg geblieben. Freilich ist am heiligen Abend und selbst es ist, zu zeigen, daß die socialdemokratischen Stadtverordneten nicht bestellen. Die Paketausgabe wird denn auch am ersten Weihnachtsdie Interessen der ärmeren Bevölkerung vertreten, sondern sich lediglich feiertage wie an den Werktagen gehandhabt. Sämtliche Ausgabevon parteipolitischen Erwägungen leiten lassen. Der Artikel wimmelt stellen sind zu denselben Zeiten wie an Wochentagen für den Vervon Unrichtigkeiten. In der letzten Sigung war folgender Dringlichkeits- fehr mit dem Publikum geöffnet. Außerdem findet am Chriftfeste antrag von freisinniger Seite eingebracht:„ Die Stadtverordneten eine zweite Briefbestellung statt. versammlung ersucht den Magistrat, in schleunige Beratung darüber einzutreten, ob im Anschluß an städtische Anlagen oder auf andrem Die Stadtverordneten- Versammlung hat jetzt drei Wochen Ferien, Ans Holland. Der Streik der Blei und Zink- Wege die Errichtung von Wärmehallen zu ermöglichen ist. Im be- ein in der Saison" wohl selten dagewesener Fall. arbeite in Amsterdam dauert nun bereits in die vierte jahenden Falle erklärt sie sich im voraus zur Bewilligung der Woch, ohne daß Aussicht auf Beendigung vorhanden ist. Streit dazu erforderlichen Mittel bereit." Daß sich die Stadtverordneten land an Breußen stößt auf Schwierigkeiten und dürfte, falls die Die Auslieferung des Raubmörders Adolf Lesczynski von Rußbrecher find jedoch nur wenige zu verzeichnen. Die Situation ist Hirsch und Baake wie jener Artikel behauptet, gegen die für die Streifenden nicht ungünstig. Der Cigarrenmacher- Dringlichkeit erklärten, ist eine unwahrheit, fie wandten sich lediglich wenn Lesczynski sein Strafconto in Rußland beglichen hat. Die diplomatischen Verhandlungen Erfolg haben, erst dann stattfinden, Streit in Steenwijt dauert ebenfalls noch fort, doch haben dagegen, daß die Stadtverordneten- Versammlung dem Magistrat Verhandlungen zwischen den Grenzbehörden sind ergebnislos gewesen. die Mitglieder des christlichen Verbandes auf Anweifung ihres ohne weiteres einen Blankokredit in unbegrenzter Höhe eröffnen Lesczynski leugnet, den Mord an der Budwig begangen zu haben, Hauptvorstandes die Arbeit wieder aufgenommen, find also den sollte. Infolgedessen beantragten sie, den zweiten Saz des Antrages hat aber schon zugegeben, der von der Berliner Polizei Gesuchte zu Streifenden in den Rücken gefallen. Die Zimmerer in folgendermaßen zu fassen: und im bejahenden Falle der Ver- sein. Wird ihm auf Grund des von der Berliner Polizei geArahem und in 3 wolle haben Forderungen auf Lohnerhöhung fammlung bis zur nächsten Sitzung eine entsprechende Vorlage zu sammelten Materials in Rußland der Prozeß gemacht, dann müssen eingereicht, desgleichen die Bauhandlanger in Rotterdam. unterbreiten". Wie richtig das Vorgehen der Socialdemokraten war, alle Zeugen mit dem Beweismaterial die Reise nach Rußland an Die konditoren in Amsterdam wollen binnen furzem in beweisen die Beratungen in der Kommission, welcher der Antrag treten. Dieses ist jetzt schon sehr umfangreich und dürfte zu seiner eine Betwegung zur Erringung eines festen Minimallohns eintreten. überwiesen wurde und welche noch während der Plenarsizung Ueberführung genügen. Die russische Grenze hat Lesczynski mit zusammentrat. Einen bestimmten Plan hatte weder der Antrag einem falschen Baß überschritten, den er sich in Ostrowo verschafft Bücherspenden. Wir werden um Veröffentlichung des Nachsteller, noch der Magistrat, noch irgend ein andres Kommissions- haben soll. Unter den bei ihm vorgefundenen Sachen sollen sich auch stehenden ersucht: Die Ortsgruppe Bruck a. M. des Verbandes der mitglied. Der eine wollte Läden in Häusern mieten, deren Gebrauchs- Gegenstände befinden, die er der Budwig geraubt hat. Lesczynski Holzarbeiter Destreichs bittet Freunde der Volksbildung abnahme noch nicht stattgefunden hat, um sie zu Wärmehallen trägt ein zuversichtliches Wesen zur Schau und ist fest davon überum Bücherspenden zur Vergrößerung ihrer leider sehr kleinen umzugestalten, der andre schwärmte für die Cholerabaracken, wieder zeugt, daß er nicht an Preußen ausgeliefert wird, wie aus Aeußerungen Bibliothek. andren schwebte als Jdeal einer Wärmehalle eine schnell zusammen Sendungen bitte zu richten an Ferdinand Haberl, gezimmerte Bretterbude vor Augen, die im Frühjahr wieder abvon ihm hervorgeht. Tischler, Bismarckstr. 5, Brud a. M., Steiermart. gerissen werden soll. Dazu kamen Meinungsdifferenzen über die Vier unbekannte Größen" wurden in der letzten Zeit von den Frage, ob die Stadt die Wärmehalle selbst verwalten oder ob sie Polizeitvachen aus in das Polizeipräsidium eingeliefert, um erst durch Berliner Partei- Angelegenheiten. damit einen gerade in der Bildung begriffenen Verein betrauen solle. den Meßdienst refognosciert zu werden. Zwei der Verhafteten beDaß unsre Genossen für so vage Pläne nicht zu haben sind, ist nur fanden sich in dem Besitz fremder Papiere, einer derselben, der sich natürlich. Aber die bürgerlichen Parteien wollten von ihrer groß- Müller nannte, verwandelte sich unter dem Bertillonschen MeßZweiter Wahlkreis. Der Wahlverein veranstaltet am ersten artigen Idee. die ihnen plöglich über Nacht gekommen war und durch verfahren in einen Träger des Namens Schultz, während der zweite Weihnachtsfeiertag in den großen Feſtsälen von Kliems Lokal, deren Verwirklichung fie mit einem Schlage in die Reihen der Verbrecher, der den Namen Lindemann führte, nach demselben Syſtem Hafenhaide Nr. 18, ein Binterfeſt beſtehend in: Bokal- und hervorragendsten Socialpolitiker einzuiden glaubten, nicht ablaffen. in einen Baer umgewandelt wurde. Auch die beiden andren Burschen, Instrumental- Konzert, ausgeführt vom„ Berliner Sinfonie- Orchester" In einer Stimmung, die unser Redner treffend als Hurra- Stimmung die sich fortgesetzt andre Namen beilegten, wurden bald als zwei alte unter Leitung des Kapellmeisters Herrn Mag Fischer, ferner folgen bezeichnete, beschloß der Ausschuß:„ Die Stadtverordneten- Versamm Bekannte der Kriminalpolizei ermittelt. die ebenso wie ihre beiden Gesangsvorträge vom Gesangverein„ streuzberger Harmonie", solvie lung ersucht den Magistrat, schleunigst eine Wärmehalle einzurichten. oben erwähnten Kollegen begründete Ursache hatten, sich nicht erTheateraufführung von Mitgliedern des Wahlvereins. Nach dem Konzert findet Tanz statt. Da an der Stasse teine Eintrittskarten zu diesem Zwed werden 10 000 M. aus dem Dispositionsfonds zur kennen zu geben. Alle vier wurden schon seit einiger Zeit wegen verabfolgt werden, müssen sich die Genossen vorher mit Billets ver- suchen, bis zur nächsten Sigung der Stadtverordneten- Versammlung Verfügung gestellt." Unser Gegenantrag:„ Den Magistrat zu er- Teilnahme bei verschiedenen Einbrüchen gesucht. sehen. Der Eintritt inkl. Garderobe koftet 40 Pf. Die Teilnehmer wegen der Einrichtung einer Wärmehalle eine Vorlage zu machen, schon im März nächsten Jahres begonnen werden. Es ist übrigens Mit der Abholzung der Schönholzer Heide wird voraussichtlich am Tanz zahlen 50 Pf. nach. Da das auserlesene Programm inzwischen aber in Erwägung об zu ziehen, reichen Genuß verspricht, ladet der Vorstand zu zahlreichem tretender strenger Kälte städtische Gebäude für diesen Zied zum Verkauf gestellt. Das Konsortium, welches den Wald der Bebei ein jetzt auch der Rest des Waldes, der vorerst bestehen bleiben sollte, Besuch ein. zur Verfügung gestellt werden werden können", wurde abgelehnt bauung erschließen will, nennt sich Wrong u. Co. Der bauliche Teltow- Beeskow- Storfow- Charlottenburg. Es werden hiermit und der Antrag des Ausschusses angenommen. Dies Leiter ist der Baumeister Müller- Reinickendorf. Es soll im Villenstil die Adressen der für die Agitation unter den proletarischen Frauen der wahre Sachverhalt an der Hand des amtlichen Protokolls. Auf gebaut werden und zwar gleichzeitig an verschiedenen Straßen. umfres Kreises gewählten weiblichen Orts- Vertrauenspersonen bekannt die weiteren Bemerkungen jenes Artikels, der im wesentlichen auf Schwierigkeiten dürften dem Konsortium von seiten der Gegegeben: Für Charlottenburg: Frau Marie Liedtke, Wilmersdorfer eine Verherrlichung der Liberalen hinausläuft, haben wir keinen meinde Nieder- Schönhausen gemacht werden. Diese Gemeinde, zu straße 69; Wilmersdorf: Frl. Jda Alimann, Pfalzburgerstr. 53; Grund, einzugehen, da es uns nur darum zu thun ist, den Unwahr der das Waldareal gehört, verlangt eine sehr bedeutende EntschädiSchöneberg: Frau Anna Meiling, Sedanstr. 34; Nixdorf: Frau heiten entgegenzutreten. Es genügt uns, darauf hinzuweisen, daß gung, sofern sie Bautonsense erteilen soll und begründet ihr VerMartha Jeeze, Steinmenstr. 120; Briz, Frau Nierig, Werderstr. 48; der focialdemokratische Antrag nicht die„ Vertagung auf ein Jahr langen mit den hohen Lasten, welche durch die Kanaliſierung, den Treptow- Baumschulenweg: Frau Martha Mindley, Marienthaler- bedeutete, ja, wir sind sogar überzeugt, daß dieser Antrag früher Bau von öffentlichen Gebäuden usw. bei der Erschließung des straße 13; Nieder- Schöneweide- Johannisthal: Frau Martha Hofmann, zum Ziel geführt hätte, denn es ist doch noch fraglich, ob der Waldes entstehen. Auch will Nieder- Schönhausen gegen die Anlage Hasselwerder 4. Die Kreis- Vertrauensperson: Frau Marie Thiel, Magistrat dem Beschluß der Stadtverordneten beitritt. Ob das eines Kirchhofes an der Heide, wie ihn die Gemeinde Pankow plant, Tempelhof, Friedrich Wilhelmstr. 17. Anfragen und Zusendungen Borgehen der socialdemokratischen Stadtverordneten in den Protest einlegen. sind an diese Adressen zu richten. Die Kreis- Vertrauensperson. Reihen der Charlottenburger Socialdemokratie verstanden wird, darüber braucht sich der Verfechter des Artikels nicht den Kopf zu Ein nicht alltäglicher Zusammenstoß. Als eine mit einer Hemmzerbrechen; das ist Sache der Socialdemokraten selbst. Im übrigen vorrichtung nicht versehene, mit zwei Pferden bespannte Lokomobile jei nur noch bemerkt, daß nicht, wie es in dem Artikel heißt, Partei- den abschüssigen Teil der Belle- Alliancestraße herabfuhr, geriet fie taktik den Sieg über Wahrhaftigkeit und über praktische Socialpolitik ins Rollen und stieß dabei mit einem Bierwagen zusammen. Bei Im Lichterglanz des Weihnachtsbaumes. dabongetragen hat; die Frage war, ob praktische Socialpolitik oder dem Versuche, einen Zusammenstoß zu vermeiden, fiel der neben der Weihnachtsheiligabend Weihnachtsfeiertag! Nun zünden wir socialpolitische Quadsalberet Plaz greifen sollte. Für lettere aber Maschine einhergehende Kutscher Rudolf Wegener hin und geriet die Lichte an! wird sich niemals ein Socialdemokrat entscheiden. unter die Räder, die ihm über den Unterkörper hinweggingen. Der Schwerverletzte wurde nach der Unfallstation XVIII gebracht, wo er bald darauf starb. die Lokales. Haus bei Haus flammt es auf, in allen Stockwerken, hinter allen Fenstern bei reich und arm. Drinnen, im prunkvollen Eine Weihnachtsfeier in der Fremde war es, die die Verivaltung Salon der stattlichen Beletage wie in der dürftigen Kammer der des Gewerkschaftshauses am Heiligabend für ihre HerTraurige Weihnachten. Der 34 Jahre alte Maurergeselle engen Dachwohnung, summt es leise in traumverlorener Andacht: bergsgäste veranstaltet hatte, aber auf nicht wenige der Teilnehmer Wilhelm Maaß aus der Stargarderstraße 64 war seit sechs Jahren Stille Nacht, heilige Nacht!", jubelt es laut in überquellender In- Weihnachtsfeier, die sie in jüngeren Jahren daheim verlebt haben. feine 28jährige Ehefrau, die seit sieben Wochen bettlägerig ist. Das wird sie einen stärkeren Eindruck gemacht haben, als so manche andre lungenleidend. An derselben Krankheit leidet seit drei Jahren auch brunft:„ du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachts- Zwei Hundert wandernde Handwerksburschen zeit!" Alle Sorge schwindet unterm Weihnachtsbaum, jeder Streit aber unter ihnen auch mancher Graufopf zumeist junge Leute, einzige, 21/2 Jahre alte Kind ist seit der Geburt ebenfalls lungensaßen im Herzenglanz frank. Maaß war im vergangenen Sommer drei Monate lang in bersimmmt bei seinem Lichterglanz und alle, alle Menschen sind eines mächtigen Weihnachtsbaumes an langen weißgededten Tafeln einer Lungen- Heilanſtalt. Gestern nachmittag 4 Uhr verließ er seine wenigstens für diese eine Stunde des Glückes wieder einmal gleich. und ließen sich unter den Klängen eines Silaviers gut schmecken, was Wohnung unter dem Vortvande, Kohlen aus dem Keller holen zu Ein schönes Bild- aber nur nicht ganz wahr! Jene Presse, der Dekonom des Gewerkschaftshauses an Speise und Trank auf- wollen. Als er um 6 Uhr noch nicht zurückgekehrt war, suchte ihn offen oder geheim für Auswucherung des Volkes und für getischt hatte: vor allem ein derbes Stück Casseler und dazu eine feine 81jährige Tante, die bei ihm wohnt, und fand ihn im Keller Knebelung der Arbeiterklasse kämpft, pflegt die Weihnachtsfeier so tuchtige Portion des althergebrachten Weihnachtsgerüchts Grünkohl. tot wieder. Er hatte sich an einem Nagel erhängt. Die Leiche wurde oder ähnlich zu schildern. Nachdem sie das ganze Jahr hindurch Nachdem alle Mägen gesättigt waren, entbot Genosse Saffenbach den nach dem Schauhause gebracht. Nachbarn nahmen sich der Frau und Gästen einen herzlichen Willkommgruß. Weihnachten ist, so des Kindes an. über die angeblichen„ Gleichmachungsgelüfte" der Socialdemokratie rief er ihnen zu, für die Arbeiterklasse das Fest der Hoffnung in unverhohlenem Grimm geschimpft oder je nachdem mit der Hoffnung auf jene beffere Zeit, die sie durch ihren politischen Die Wechselfalle". Im Laden des Bäckermeisters Bellein in der versteckter Bosheit gewigelt hat, tischt sie zu Weihnachten ihren und gewerkschaftlichen Kampf herbeizuführen strebt. An diesem Wilmersdorferstr. 25 zu Charlottenburg erschien gestern abend ein Lefern die alte Lüge auf, daß im Lichterglanz des Weihnachtsbaums Stampf Schulter an Schulter mit ihren selaffengenoffen teilzunehmen, sehr anständig gekleideter Mann und bat die allein anwesende Veralle Menschen gleich werden, und wiederholt alljährlich die ab- ist Pflicht und Ehre auch für den arbeitsuchenden, wandernden fäuferin, ihm ein Zwanzig- Markstück zu wechseln. Als ihm das abgeschmackte Heuchelei, daß dieser Gedanke etwas Berauschendes für Handwerksburschen, der in seiner Not so oft als ein Ausgefchloffener geschlagen wurde, kaufte er zwei Pfannkuchen und ließ nun wechseln. sie habe. betrachtet und behandelt wird. Die Versammelten stimmten fräftig Dann riß er das Goldstück mit dem Kleingeld wieder an sich und in das Hoch auf die Arbeiterbewegung ein, mit dem Sassenbach entfloh mit der Beute. Der Schwindler ist 1,76 bis 1,80 Meter groß Die Wirklichkeit weicht gar weit von den Phantasiegebilden schloß, und sangen gemeinschaftlich die Marseillaise. Ein gedanken- und kräftig, hat schwarzes Haar und Schnurrbart und dunkle Augen dieser weihnachtlichen Gleichmacher ab. Vielleicht zu keiner andren reicher Prolog Winterfonnenwende", vom Buchdrucker Genossen und trug u. a. einen dunklen Winterüberzieher, einen schwarzen Zeit tritt die Ungleichheit so deutlich hervor, wie in den Weihnachts- Hermann Schmidt gedichtet und wirkungsvoll vorgetragen steifen Hut und braune Glanzleder- Handschuhe. tagen, bei keiner andren Gelegenheit wird der Klassengegensatz so vom Sattler Genossen Weyher, bildete den Uebergang zum Einen schauderhaften Fund machte gestern ein Tischler auf dem grell beleuchtet, wie beim Glanz der Lichter, die am Weihnachts- geselligen Teil, den Saffenbach durch feine humorvolle Grundstück der Josefs- Schwestern in der Kaiserstr. 36/37. Als er Heiligabend, am Weihnachtsfeiertag bei reich und arm zwischen den Art recht anregend zu gestalten wußte. Gefänge und Vorträge etwas Holz, das er für eine Ausbesserung brauchte, aus dem Keller grünen Zweigen des Weihnachtsbaumes aufflammen. Gerade der wechselten mit einander ab, Wanderlieder und Schilderungen aus holte, fand er dort die Leiche eines Mannes liegen, deffen Kopf ganz „ Weihnachtsmann" der viel Umschmeichelte, deckt die breite, abgrund- dem Leben und Leiden der Handwerksburschen, Ernstes und Heiteres, verstümmelt war. Die Ermittelungen ergaben, daß es sich um den tiefe Kluft, die zwischen hüben und drüben gähnt, so schonungslos auf, Uebermütiges und Trauriges, Zartes und Derbes, und auch manches 36 Jahre alten Klempner Kurt Brink aus der Großen HamburgerStück echten Galgenhumors. Es versteht sich von selbst, daß straße 30 handelt. Dieser wurde im vergangenen Sommer wegen daß wir uns im Vertrauen gesagt schon immer gewundert auch der Herr Gendarm, ohne den man sich ein Handwerksburschen- einer Schlägerei zu neun Wochen Gefängnis verurteilt. Als er die haben, warum der verschmigte Alte mit den zwinkernden Aeuglein leben nimt denken fann, in diesen Liedern und Bor: Strafe am 8. November verbüßt hatte, ergab er sich vor erger dem bei unsrer Scharfmacherpresse nicht längst in den Verdacht gekommen trägen nicht vergessen wurde; aber er kam nicht gut dabei Trunt. Am Sonnabend vor acht Tagen brachte er infolgedessen von ist, es heimlich mit den Hezzern" zu halten. weg. Anfangs hatte bon den Herbergsgästen feiner so seinem Wochenverdienst von 38 M. nur 16 M. nach Hause. Hierüber Die besitzende Klasse weiß selber, wie sehr gerade an dem Tage, recht herangewollt, das Seinige zur Unterhaltung bei tam es zu einem häuslichen Streit, der damit endete, daß Brink da die Diener der Kirche von den Kanzein das„ Friede sei mit zusteuern. als erst der eine und der andre fich seiner 11jährigen Tochter Lebewohl sagte und die Wohnung verließ. Euch!" verkünden, durch die einfache Logik der Thatsache der ut gefaßt und Erfolg gehabt hatte, und als dann Saffenbach In der Stadt umherirrend, fam er nach dem bezeichneten GrundKlassenhaß geschürt" wird( mit der Scharfmacherpresse zu reden). unter schallender Heiterkeit jedem Vortragenden zu den allgemein fick und erhängte sich dort im offenen Keller, Als im Laufe der gelieferten vier Biermarken noch eine Eriramarte versprach, wurde Tage der Strid ris, fiel die Leiche zur Erde und blieb liegen, bis Darum greift man alljährlich in das Wirken des Weihnachts- er bald die Geister, die er gerufen hatte, fast nicht mehr los. Bis der Tischler sie zufällig fand. Ratten fielen über sie her und nagten mannes" forrigierend ein und baut aus Bettelgroschen den zu später Stunde saßen die Teilnehmer zusammen. Alles in allem das Fleisch vom Kopfe. Aermsten der Armen einen Weihnachtstisch auf. An diesem so selbst- ivars eine fröhliche Weihnachtsfeier und doch ging durch das los aussehenden Thum beteiligen sich die verschiedensten Streife der Ganze ein wehmütiger Bug. Ein tötlicher Straßenbahn- Unfall hat sich gestern abend im Betriebe der Berlin Charlottenburger Straßenbahn gegenüber dem bürgerlichen Gesellschaft, die Kirchlichen, die ihrer Armenbescherung Der Weihnachts- Batetverkehr. Der Weihnachts- Paketverkehr der Stadtbahnhof Charlottenburg augetragen. Der Dienstmann erst durch die Rede eines Pastors die rechte Wirkung zu geben meinen, Poft hat sich, so weit es sich bis jest übersehen läßt, dank den ges Schleitner, Kantstr. 106 wohnhaft, passierte, einen Handkarren und die Unkirchlichen, die denselben Erfolg von der Ansprache eines troffenen Vorlehrungen und dem günstigen Better ordnungsmäßig schiebend, den Stuttgarter Plaß und trengte gegenüber der Kaisernur in Humanität" machenden Mannes erhoffen. abgewickelt. Gegen das Vorjahr scheint eine gewiffe Steigerung Friedrichstraße das Straßenbahngeleis, auf welchem der Motorwagen Die einen wie die andern predigen im Lichterglanz des Weihnachts- stattgefunden zu haben, doch ist sie wohl wegen der ungünstigen 2038 der Linie V( Friedenau- Amtsgericht) herangesaust kam. Obbaums den Armen Genügsamkeit und Entsagung." Friede sei mit wirtschaftlichen Lage keine ungewöhnliche Bei den in Berlin zur wohl der Wagenführer das Warnungssignal gab, wollte Sch. noch euch!" heißt es tröstend auch in den Reden und Ansprachen der Auflieferung kommenden und von hier abgehenden Paketen läßt sich vor dem Wagen den jenseitigen Straßenzug erreichen. euch!" heißt es tröstend auch in den Reden und Ansprachen der jetzt Weihnachtsbescherung für Arme, aber aus jedem Worte klingt bittend ich schon übersehen, daß eine gewisse Zunahme stattgefunden niedergestoßen, geriet unter den Schuhrahmen und wurde überfahren. hat. Die Zahl der aufgelieferten Pafete ist von rund Als es der von der Polizei alarmierten Feuerwehr gelang, den Unzugleich ein Friede sei mit uns!" heraus. Der„ Gottesfriede", 100 000 am 12. Dezember auf etwa 150 000 am 22. Dezember gestiegen. glücklichen aus seiner schrecklichen Lage zu befreien, war dieser den das Mittelalter kannte, der für bestimmte Zeiten, unter anderm Aehnliche Verhältnisse herrschen beim Durchgang, der in Berlin mit bereits tot. " Aber Sch. wurde namentlich auch für die Advents- und Weihnachtszeit, alle Fehde verbot, seinen zahlreichen hier einmündenden Bahnen besonders groß ist. wird für Weihnachten noch heute erfehnt und gefordert. Die befizende Hier find täglich nahezu eine halbe Million Patete zwischen den Großfener kam gestern frith um 3 Uhr am Süßotv- plak 14 aus Klasse will alljährlich, wenn Weihnachten kommt, wenn am Weihnachts- verschiedenen Bahnhöfen auszutauschen. Der Eingang an Paketen, noch nicht ermittelter Ursache zum Ausbruch. Das Feuer muß dort baum die Lichte angezündet werden, wenigstens für ein paar Tage der in Berlin zur Bestellung oder zur Ausgabe gelangt, ist jetzt schon längere Zeit unbemerkt gefchwelt haben. Als es bemerkt Frieden haben, Frieden mit dem Proletariat etwas weniger als die Hälfte der Auflieferung. Er beträgt während wurde, schlugen die Flammen schon an verschiedenen Stellen aus und Frieden mit der Weihnachtszett 50 bis 60 000 Stück und pflegt an dem verkehrs- dem Dache empor. Der Dachstuhl des Echauses bildete ein dem eignen Gewissen. Weihnachtsheiligabend, Weihnachtsfeiertag- sie sind wieder da! reichsten Tage bis über 80 000 Std anzuwachsen. Der Grund, daß Flammenmeer. Die Aufgänge waren so verqualmt, daß der Angriff die Auflieferung bedeutend größer als der Eingang von und das Vorgehen der Feuerwehr sehr erschwert war. Brandmeister Auch wir zünden nun die Lichte an, auch wir versammeln uns auswärts ist, rührt davon her, daß Berlin eine bedeutende Mende ließ deshalb mehrere mechanische Leitern an der Front des heute, jeder mit den Seinen, unterm grünen Weihnachtsbaumi. Industrie hat, welche ihre Erzeugnisse durch die Post in Hauses auffahren und über diese mit mehreren Schlauchleitungen Bony- Haare verdeckt. Der Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7% bis 9% Uhr abends statt. 7. F. 21. 2. Auch wenn Sie Legen Sie eventuell in der juristischen Sprechstunde den Sachverhalt klar. A. K. 12. Ihre Unterschrift wird wohl erforderlich sein, damit Ihre Frau crben kann. Ob dies der Fall, ist ohne Stenntnis des Schriftstücks und ohne mündliche Rücksprache nicht zu entscheiden. Sprechen Sie in der juristischen Sprechstunde vor. A. B. 48. 1. Ja. 2. Sie hat Ersaß für Aufwendungen und, falls die Braut unbescholten war und engste Julimität gestattet hatte, eine Geldsumme zu verlangen. Seite 51 und 52 des dem Arbeiterrecht" beigefügten Führers durch das Bürgerliche Gesekbuch finden Sie das nähere. Das Buch liegt in den öffentlichen Lesehallen aus. R. J. 3000 Zorg. Ihre Ehefrau haftet für die Schulden. Sämtliche Verträge, die zum Schein oder in der Absicht gemacht werden, Ihren Gläubigern die Befriedigung zu entziehen, find anfechtbar, ungültig und strafbar. Deshalb vermögen wir Ihnen nach dieser Richtung einen Rat nicht zu erteilen. 6. B. S. Die Beschwerde gegen den ablehnenden Bescheid ist an die Oberstaatsanwaltschaft beim Stammergericht Lindenstr. 14, zu richten. Zeider kommt es felten vor, daß Schülermißhandlungen als folche von der Staatsanwaltschaft erachtet werden. 1002 5. 8. Ihre Anfrage ist längst mit ja beantwortet. M. Y. Leider nicht mehr. Artern. 1. Es wäre auf Rückzahlung zu flagen. 2. Es kann nach Anficht des Stammergerichts wiederholt Bestrafung eintreten. Wilmersdorf 67. Ja: der Anspruch verjährt erst in zwei Jahren. Der Anspruch auf Unfallrente muß schleunigst bei dem Vorstande der Berufsgenossenschaft ante könnten lediglich im Prozeßwege von dem Fuhrherrn Erjah verlangen. gemeldet werden. K. J. 10. Der Unfall ist kein versicherungspflichtiger. den Angriff vornehmen. Die Flammen, die an dem Infalt der kennen wollte, den er in der Kaschemme getroffen. Er wurde vom vielen Bodenverschläge und an der Dachkonstruktion reiche Nahrung Vorsitzenden scharf ins Gebet genommen und vor dem Meineid vergefunden hatten, widerstanden längere Zeit. Bald schlugen sie warnt, c3 war aber nichts weiter aus ihm herauszubringen, als daß hier, bald dort immer wieder von neuem empor. In den oberen er es ablehnte, mit Bestimmtheit den Angeklagten als den betr. Stockwerken wurden Feuermänner aufgestellt, die in großen Blech- Mann wiedererkennen zu können. Ueber die Frage, wie er zu dem mit Industriewaren finden Sie im„ Statistischen Jahrbuch für das Deutsche G. 8. Ziemlich gute Nachweise über den Außenhandel Deutschlands mollen das durch die Decken sickernde Waffer auffangen mußten, um Namen Münzberg, und zu der richtigen Wohnung desselben ge- Reich", das hier bei Buttkammer u. Mühlbrecht erscheint. Preis 2 M. den Wasserschaden zu vermindern. Erst nach mehrstündiger Arbeit tommen, ferner über die Thatsache, daß er mehrere der gestohlenen Genügen Ihnen aber die dortigen Angaben nicht, finden Sie Genaueres in war die Gefahr für die angrenzenden Gebäude beseitigt. Die Auf- Juwelen richtig beschrieben, machte er die abenteuerlichsten Angaben. der Statistik des Deutschen Reiches", die in allen größeren öffentlichen räunungsarbeiten nahmen dann noch mehrere Stunden in Anspruch. Er stellte die Sache schließlich so dar, als habe er durch seine Mit- Bibliotheken zu finden ift. Der Dachstuhl des mächtigen Edgrundstücks ist niedergebrannt. Fast teilungen sich selbst die Anwartschaft auf eine milde Strafe, gleich- 2. R. Skandinavien umfaßt die beiden stönigreiche Schweden und gleichzeitig mußte ein größerer Wohnungsbrand in der Lottums zeitig aber auch auf die ausgesetzte Belohnung erwerben wollen. Die Norwegen. straße 18 gelöscht werden, was durch kräftiges Wassergeben der Bekundungen waren so mystisch und deuteten bei aller Ber Grund des preußischen Gesetzes vom 9. März 1874), das Standesamt M. R. In Preußen ist das Standesamt zum 1. Oftober 1874( auf 1. Compagnie gelang. Ein Stellerbrand beschäftigte die Feuerwehr klausulierung doch immer wieder auf die Thäterschaft des Ange- auf Grund des Reichs gesetzes vom 6. Februar 1875 zum 1. März 1875, in der Alten Schönhauserstr. 43/44. klagten hin, daß der Staatsanwalt beantragte, ihm die Aften be in ganz Deutschland ist das Standesamt auf Grund des Reichsgefeßes am Nach Meldung des Polizeipräsidiums wird seit dem 5. Februar hufs Anstellung weiterer Ermittelungen zuzustellen. Der Gerichts- 1. Januar 1876 eingeführt. Eine Darlegung, welche Teile Deutschlands dieses Jahres die 15 jährige Emma Schmidt, die sich um die hof entſprach diesem Antrage. Im übrigen lagen gegen den Ange- schon früher Standesämter hatten, würde zu weit führen, ist wohl auch für angegebene Zeit aus der Wohnung ihrer Mutter, der Witwe dummer Leute vom Lande mit Erfolg insceniert hatte. Er gab diese den von Ihnen eingeschlagenen giebt es nicht. Vielleicht wenden Sie sich flagten mehrere Fälle der Ringnepperei vor, die er zum Schaden Sie zmedlos. St. Hedwigs- Krankenhaus. Einen andren Weg als Wilhelmine Schmidt, damals Putbuserstr. 44, entfernt hat, vermißt. mit einem Anflug von Humor und Jovialität zu, die aber zu Ende direkt an das Reichs- Versicherungsamt. Etwa 14 Tage später wurde das Mädchen bei Verwandten in der war, als ihn der Gerichtshof wegen dieser Betrügereien zu mündlich Bertrag gemacht haben, so liegt doch ein Vertrag vor. Soweit Oderbergerstraße gesehen, von da ab aber fehlt jede Spur von ihr. 2% Jahren Gefängnis verurteilte. Der Angeklagte erklärte, ersichtlich, haben Sie spätestens am 3. Januar zum 1. April zu kündigen. Es liegen Anzeichen dafür vor, daß das Mädchen verschleppt worden ist. Ein ganz besonderes Kennzeichen ist der Umstand, daß sie über sich bei diesem Urteil nicht zu beruhigen. jedem Auge je eine ca. ein Centimeter lange, schräg nach außen liegende Narbe hat, die sie möglicherweise allerdings durch sogenannte wichtige Entscheidung ist vom Bezirksaus, huß gefällt worden. Eine für die Besitzer von Konzerthäusern und Singspielhallen Sie lacht viel und verzieht dabei den Mund Restaurateur& a Ib henn hatte sich beim Stadtausschuß um die etwas angeben kann, wird gebeten, auf dem Polizeipräsidium, Prinzenstraße beworben. ungewöhnlich breit. Jeder, der über den Verbleib des Mädchens Schankkonzession für ein von ihm zu eröffnendes Konzertlokal in der Zimmer 56, in den Vormittagsstunden Mitteilung zu machen. Das Polizeipräsidium widersprach dem Gesuch, weil St. in einem früher von ihm geleiteten Lokal gleicher Vermißt wird seit dem 22. Dezember die im Westen wohnhafte Art in der Kronenstraße fortgesezt geduldet habe, daß die in dem 13jährige Martha S. Sie hat dunkelbraunes, voru zurückgekämmtes Lokal auftretenden Sängerinnen vor und nach der Vorstellung Haar in einem Zopf, graublaue Augen, oben zwei Zahnlücken, vornüber sich unter die Gäste mischten und mit ihnen zechten. Er hatte des gebeugte Saltung, trug dunkelblauen, tellerförmigen Hut mit halb auch mehrere Polizeistrafen erhalten. Der Stadtausschuß verschwarzem Samnetband und gelblichem Federstutz, rote Blufe fagte denn auch die nachgesuchte neue Konzession, indem er in den mit schwarzen Streifen, blauen Rock, schwarze Strümpfe, alte erwähnten Polizeistrafen den Beweis für erbracht anfah, daß K. das Schnürstiefel, dunkelblauen Mantel mit furzem schwarzen Strimmer- Schankgewerbe zur Förderung der Völlerei mißbraucht habe. Jim fragen. Sie war in lezter Zeit sehr niedergeschlagen und hat die Auftrage des Vereins der Berliner Konzerthauselterliche Wohnung verlassen, um angeblich an einem bestimmten befizer, dessen Vorsitzender Herr Kalbhenn ist, legte RechtsUnterricht teilzunehmen. Sachdienliche Mitteilungen werden von der anwalt Dr. Schöps Berufung beim Bezirksausschuß ein und führte Kriminalpolizei zu den Akten 1565 IV. Dep. 02 erbeten. in der mündlichen Verhandlung folgendes aus: Es handle sich in diesem wichtigen Falle nicht nur für den Kläger, fondern für jeden Konzerthaus und Singspielhallen- Besizer bei der Entscheidung des Stadtausschusses um eine Eristenzfrage, denn mehr oder Die Schöneberger Orts- Krankenkasse veranstaltet in diesem Winter weniger fei wohl jeder von ihnen wegen eines solchen Verkehrs der für ihre Mitglieder besondere hygienische Vorträge, deren bei ihnen auftretenden Sängerinnen unter den Gästen mit Gelderster am 8. Januar 1903, abends 8 Uhr, in der Aula der Hohen- ftrafen schon belegt worden, die vom Polizeipräsidium jedesmal recht zollern- Schule, Belzigerstr. 48, Ecke Eisenacherstraße, stattfindet. Herr hoch bemessen würden. Würde jetzt das Urteil des Stadtausschusses Stationen Profeffor Dr. Sileg wird über: Hygiene des Auges" vom Bezirksausschuß bestätigt und Herrn K. die Konzession versagt, sprechen. Wir machen die Angehörigen der Staffe auf diese Vorträge, so wäre ein Präcedensfall geschaffen, auf Grund dessen auch andre an denen auch Gäste teilnehmen können, ganz besonders auf- derartige Lokalbefizer mit neuen Sonzeffionsgesuchen stets abgelviesen merksam. werden könnten. Außerdem sei die Ansicht des Stadtausschusses, daß Swinemde. 772 WSW 2Nebel derartige Polizeistrafen den Borivurf der Völlerei begründeten, aus Hamburg 773 S rechtlichen und thatsächlichen Gründen unhaltbar. Eine Polizei Berlin verordnung, welche es den Sängerinnen in Konzerthäusern verbiete, Frantj./. 777 DRO vor und nach dem Auftreten in einem Konzertlokal sich unter die Gäste zu mischen, existiere nicht. Das Polizeipräsidium drohe der= artige Strafen auf Grund des§ 10-11 17 Allg. 2.-R. an, wonach es Aufgabe der Polizei sei, die nötigen Anstalten zur Erhaltung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung und zur Abwendung der dem Publikum bevorstehenden Gefahren zu treffen. Es sei aber nicht ersichtlich, inwiefern die öffentliche Ruhe. Sicherheit und Ordnung bedroht sein solle, wenn Sängerinnen in der Zeit, wo sie in einem Konzertlokal nicht beschäftigt sind, an den Tischen der Gäste Play Der Antrag auf Erlaß eines Drtsstatuts betr. die Anstellung nehmen. Da die Straffestſekingen nun auch im Verwaltungswege eines befoldeten Schöffen wurde in namentlicher Abstimmung erfolgten, ohne daß die Betroffenen gehört werden und sich rechtmit 18 gegen 7 Stimmen angenommen. Gegen den Erlaß war die fertigen können, so seien die Strafmandate noch kein Beweis für die Intereffengemeinschaft um Herrn Plonz, unfre Parteigenossen Richtigkeit der vom Polizeipräsidium behaupteten Thatsachen. stimmten geschlossen mit der Mehrheit. Der Bezirksausschuß erkannte nach langer Beratung auf AufDer Vertrag mit der jept unauffindbaren nordöstlichen Vorort- hebung des Urteils des Stadtausschusses und Erteilung der bahn- Gesellschaft wurde einstimmig von der Gemeindevertretung für Schanktonzession an Herrn Kalbhenn. Der Verein Berliner aufgehoben erklärt. Konzerthausbefizer hat aus Anlaß dieses Falles nunmehr auch beDem Abschluß einer Haftpflicht- Versicherung der Gemeinde fchloffen, gegen derartige Straffeftfeßungen des Polizeipräsidiums wurde zugestimmt; die Grundbefizer wollen bekanntlich die Ge- mit Rücksicht auf die von diesem hieraus gezogenen Konsequenzen meinde auf dem Prozeßwege zur Reinigung und Unterhaltung der Stellung zu nehmen und Herrn Rechtsanwalt Dr. Schöps mit der Bürgersteige zwingen. Ein neuer Prozeß läßt cinen für die Ge- Durchführung einer Sache durch alle Instanzen beauftragt. meinde günstigen Entscheid erhoffen. Aus den Nachbarorten. " Auf den Schuhmann Hohmann, welcher gestern nacht vor dem Rigdorfer Dienstgebäude der Polizei Boften stand, wurde geschossen. Der Beamte lehnte sich in der elften Stunde an einen Pfeiler der Gartenmaner, als einige hundert Schritt entfernt ein Schuß fiel. Das Geschoß ging dicht an H. vorbei und prallte an dem Pfeiler ab. Infolge der herrschenden Dunkelheit war es nicht möglich, des Thäters habhaft zu werden. Lichtenberg. Der Gemeindevorsteher widmete unsrem so jäh zu Tode gekommenen Parteigenoffen Franke in der legten Sigung der Gemeindevertretung Worte der wärmsten Anerkennung. Frante hat der Gemeindevertretung seit zwei Jahren angehört. Abgelehnt wurde der Antrag, den Militär- Anwärtern die Militärdienstzeit bei Berechnung der Pension in Anrechnung zu bringen. Die Besoldungsordnungen städtischer Gemeinden sehen eine folche Umrechnung vor. dedai Gerichts- Zeitung. Verfammlungen. Eine Arbeitslosenversammlung wurde am Dienstag in Spandau abgehalten. Sie war von etwa 200 Personen besucht. Anlaß zu dieser Versammlung gaben die vom Magistrat angeregten und von der Stadtverordneten- Versammlung genehmigten Notstandsarbeiten. Genoffe der wald referierte hierüber und be mängelte namentlich, daß die Arbeiten in Submission vergeben würden. Es gelangte eine Resolution einstimmig zu Annahme, in der gesagt wird: Ein großer Juwelendiebstahl, bei dem es sich um Werte von 40 bis 45 000. handelt, spielte in eine Verhandlung hinein, die gestern die 9. Straffammer des Landgerichts I beschäftigte. Wegen schweren Diebstahls und Ringnepperei stand der schon wiederholt, auch mit Zuchthaus, vorbestrafte Bäcker May Münzbetg unter Anklage. Am 28. Februar d. J. abends wurde bei dem in der In Anbetracht der Thatsache, daß der Spandauer Magistrat die v. d. Heydtstr. 2 wohnenden Fräulein Hickethier gen. Adelon ein Ein- Niederlegung der Umwallungen auf dem Wege der Submission an bruchsdiebstahl verübt. Sie hatte einen Ausgang gemacht und ihrer Privatunternehmer zu vergeben gedenkt, ist die Versammlung der und dem Witterungsübersicht vom 24. Dezember 1902, morgens 8 Uhr. München ien Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Better 4Nebel 774 28 1 Regen 2wolfen! 3wolfen! 1Dunst Temp. n. E. Boo Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter 1 Haparanda 741 WSW 6wolfenl 1 Petersburg 753 23 1 Corf -3lberdeen -7 Baris 8 Temp. n. C. 5º 6.4º R. -2 3 bedeckt 1 774 6 776 D 1 bedeckt 9 2wolfent- 8 776 GD 779 N Wetter: Prognose für Donnerstag, den 25. Dezember 1902. Niederschlägen und ziemlich lebhaften westlichen Winden. Etwas warmer, zeitweise aufflavend, vorwiegend trübe mit geringen Berliner Betterbureau. Verein deutscher Schuhmacher. Donnerstag, den 25. Dezember, 1. Weihnachtsfeierte, in Cohns sämtlichen Räumen, Beuthstr. 19/20: Weihnachts- Vergnügen. Konzert. Auftreten der Gesellschaft Strzelewicz. Vorträge des Gesang- Vereins der Schuhmacher. Anfang 6 Uhr. Nach 12 Uhr: Tanz. Cintritt 30 Pf. Zu zahlreichem Besuch ladet ein[ 170/11] Die Ortsverwaltung. Charlottenburg. Gefang- Verein ,, Keramik( Mitglied des Arb.- Sänger- Bundes). Am zweiten Weihnachtsfeiertag, im ,, Boltshaus", Rosinenstr. 3: Tanzkränzchen D verbunden mit Gesang und Humoristischen Aufführungen. Freunde find hiermit eingeladen. Das Komitee. Vergnügungsklub„ Arion". Freitag, den 26. Dezember, nachmittags 4 Uhr: Durchs Land Tyrol Gewohnheit gemäß ihre nach der Stüche führende Zimmerthür ver- Ansicht, daß dies Verfahren ein durchaus fan in der Urania, Taubenstr. 48/49. Interesse der Arbeiter sowie dem der Steuerzahler direkt znwiderlaufendes ist. Gie verlangt hingegen, daß Kommune und Staat alle derartigen Arbeiten in eigne Regie übernehmen. Sie verlangt dies auch vom menschlichen Standpunkte, damit die durch lange Arbeitslosigkeit bis zur Erschöpfung ausgemergelten Arbeiter nicht durch die übliche Ausbeutungsmethode der Unternehmer, das Accordsystem, auch noch um den Rest ihrer physischen Arbeitskraft gebracht werden nnd frühzeitig dem Siechtum anheimfallen. Oberwald, Glöge und Marry wurden beauftragt, dem Oderbürgermeister persönlich die Wünsche der Versammelten zu übermitteln. schlossen, so daß ihr Dienstmädchen in ihrer Abwesenheit nicht in ihre Vorderziminer hinein konnte. Das Mädchen hatte während der Abwesenheit des Fräuleins zweimal flingeln gehört, sich aber nicht weiter darum gekümmert, da sie ja doch nicht nach vorn gehen konnte. Als Frl. H. Heimkehrte, fand sie die Bußenscheiben ihrer vorderen Korridorthür eingedrückt und es ergab sich, daß ihre Wohnung in ihrer Abwesenheit den Besuch eines Einbrechers erhalten hatte. Ein in ihrem Schlafzimmer stehendes Spind war erbrochen und aus dem selben eine Anzahl kostbarer Schmuckgegenstände gestohlen, darunter befand sich eine Halskette von drei Reihen Perlen mit Brillanten im Werte von über 20 000 m., ein goldenes Halsband mit Perlen im Werte von 5000 M., ein halbmondförmiger Schmuck mit Brillanten und Perlen im Werte von 2000 M. und andre Schmuck- fich vor einigen Tagen mit der Ergebenheitsadresse der StaatsEine öffentliche Metallarbeiter- Bersammlung in Spandan befaßte gegenstände von hohem Wert. Die Bestohlene sette eine Belohnung von 2000 m. für die Ermittelung des Diebes und Wiedererlangung werkstätten- Arbeiter. Böhle beleuchtetǝ die anläßlich der Kruppeines Teils der Schmucksachen aus, eine Belohnung von 500 M. für ffaire erfolgten Kundgebungen. Auch auf den Spandauer Staatsdie bloße Ermittelung des Diebes, die Nachforschungen blieben aber werkstätten sei der Ergebenheitsrummel insceniert worden, doch solle erfolglos. Da wurde ein schwerer Verbrecher Namens Lucas, der dabei anerkannt werden, daß kein direkter Zwang bei Hergabe der jebt eine Buchthausstrafe in Sonnenburg verbüßt, festgenommen und Unterschrift auf die Arbeiter ausgeübt ist. Wie wenig Verständnis diefer machte bei seinem Verhör vor dem Kriminalkommissar Weiß, die Arbeiter der Staatsbetriebe derartigen fünstlichen Machenschaften das sich auf seine eigne Strafthat bezog, freiwillig auch Angaben entgegenbringen, zeigt sich schon daraus, daß von ca. 10 000 Arbeitern über den großen Juwelendiebstahl. Er erzählte, daß er in der Nacht nur etwa 300( bas übrige waren Meister usw.) in jener Verzum 1. März in einer Kaschemme einen Mann Namens Münzberg fammlung anwesend waren, in der die Ergebenheitsadresse beschlossen getroffen habe und mit diesem in ein sehr offenherziges Gecäch über ihr beiderseitiges Leben und Treiben geraten fei. Der Münz Meinung: Könnten sie sich aussprechen, wie sie möchten, dann In den Arbeiterkreisen der Staatswerkstätten herrscht nur eine berg habe ihm dabei erzählt, daß er bei Gelegenheit des Bettelns in würde ihnen wohl niemand eine Ergebenheitsadresse zur Unterschrift der v. d. Heydtstraße eine große Sache gemacht und dabei wertvolle Juwelen erbeutet habe. Münzberg habe ihm diese auch gezeigt und vorlegen. gesagt, daß er sie bei einem Manne, der den Spiznamen Butt fammer" trage, abfezen wolle. Später habe er den Münzberg noch einmal auf dem Spittelmarkt getroffen, als er sich mit einem Manne, den er Puttkammer nannte, zanfte. Es habe sich darum gehandelt, daß letterer ihm 2000 M. für die Schmucksachen versprochen, aber nur 700 M. bezahlt habe. Lucas gab auch die Wohnung des Münzberg an und da diese mit der Wohnung des jetzigen Angeklagten über einstimmte, so war es klar, daß dieser den Einbruch verübt hatte. Er bestritt von Anfang an, der Thäter zu sein, obgleich mehrere Personen an ihm eine gewisse Achnlichkeit mit einem Menschen entdeckten, der am Tage des Einbruchs bettelnd in der v. d. Heydtstraße gesehen worden ist. Auffallend ist auch, daß er gerade in der Nacht vom 28. Februar zum 1. März außerhalb feiner Wohnung zugebracht hat. Troß alledem verblieb er auch im gestrigen Termin beim Streiten und man mußte deshalb auf die Vernehmung des als Zeuge vor geführten Zuchthäuslers Lucas gespannt sein. Da ergab sich denn, daß dieser plößlich den Angeklagten absolut nicht als den Mann er " wurde. Bernau. Der hiesige socialdemokratische Wahlverein beschloß in seiner Mitgliederve sammlung am 20. d. M., den Beitrag von 10 auf 20 Bf. monatlich zu erhöhen. Dem Bericht des Kassierers ist zu entnehmen, daß die Berufsstellung der Mitglieder folgendes Bild zeigt: 30 Tertilarbeiter, 15 Maurer, 5 Zimmerer, 5 Drechsler, 3 Schumacher, 2 Hilfsarbeiter, 2 Töpfer, je einem Lagerhalter, Handelsmann, Tischler, Schlosser, Uhrmacher, Schneider, Restaurateur, Kellner, Masseur, Buzzer. Der Verein zählt 70 Mitglieder. Verein ehemaliger Belziger Patienten. Sonnabend, den 27., abends 8 Uhr, findet im Vereinslokal Arminhallen", Kommandantenstraße 20, eine Beihnachtsfeier mit Berlojung statt, zu welcher jeder Besucher ein fleines Gefchent mitzubringen gebeten wird. Um rege Beteiligung der ehemaligen Patienten nebst Angehörigen blitet Der Borstand. Kranken Unterstüßungs Verein der Tabalarbeiter Berlins. ( E. S. 88.) Sonnabend, den 27. Dezember, vormittags 10%, Uhr, bei Feind, Weinstr. 11: Außerordentliche Generalversammlung. Um 2 Uhr: Sahlung der Beiträge. Die Kaffenstunde am Abend fällt aus. Billets, a 75, 60, 40 f. beim Vorsitzenden P. Schwigk, Schönleinstraße 28, 1., 1194b Reinickendorfer- u. Ravenéstrassen- Ecke am Bahnhof Wedding, Eingang von Ravenéstrasse 2: RiesenwalfischAusstellung. Kein Skelett, vollständiger natürlicher Walfisch, 22 Meter lang, lebend 80 000 kg gewogen. Gänzlich geruchlos! Das grösste Säugetier der Welt! Alle 20 Minuten Erklärung über den Wal und seinen Fang. Interessant! Wissenschaftlich! Belehrend! 145L* Eintritt 20 Pf. Femmer: Diverse Dai-, Säge-, Igelfifche, Seebund, Chümmler, Walfang- Geräte etc. Allen Freunden und Bekannten empfehle mein Weiss- und Bayrisch- Bierlokal 19086 fowie ff. Potsdamer Stangenbier. In: und ausländische Weine in guter Qualität Wilhelm Zippke, Rosenthalerstraße 41, aut Sackeschen Markt. 11826 Marie Stengel Willi Schmidt Verlobte. Socialdemokrat. Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Den Parteigenossen zur Nach richt, daß unser Mitglied, der Isolierer Rudolf Kulicke Dunderstraße 12 am 23. d.. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, nachmittags 22 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemanekirchhofs in Nieder- Schönhausen aus ftatt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 256/11 Der Vorstand. Freie Vereinigung der Isolierer und Rohrumhüller Berlins und Umgegend. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriger Kollege Rudolf Kulicke am Montag, den 22. Dezember, verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am 25. Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Gethfemanekirchhofs in Nieder- Schönhausen aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 293/1 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler am Albert Bläske amt 22. Dezember verstorben ist. Die Beerdigung findet 2. Feiertag, vormittags 10 Uhr, vom Trauerhause, Borndorferstraße 55, aus nach dem CentralFriedhof in Friedrichsfelde statt. Um rege Beteiligung ersucht 92/17 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Tischler[ 11845 Socialdem. Verein im 5. Berliner Reichstags- Wahlkreise. In der Nacht vom 23. zum 24. d. M. fchied unser lieber Parteigenosse, der Tischler Joseph Melcher freiwillig aus dem Leben, nachdem er ein schweres Leiden jahrelang ertragen. Ehre seinem Andenken! Ort und Zeit der Bestattung wird noch bekannt gegeben. Der Vorstand. Danksagung. Hiermit sagen wir unsern herzlichsten Dank für die rege Beteiligung und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung unfres lieben Bruders Wilhelm Hain. 1211b Die trauernden Geschwister. Danksagung. Für die rege Anteilnahme an dem Begräbnis meines lieben Mannes, unfres Schwagers und Onkels, des Slavierarbeiters Christian Karsten, sagen wir dem Herrn Chef, den Kollegen der Hof Pianofortefabrik Bechstein sowie den Mitgliedern der Liedertafel des Tischlervereins" unsern innigften Dant. Witwe Ottilie Karsten. Hermann Kutschenreuter. Heinrich Lüthe. Danksagung. Allen, die meiner lieben Frau, unsrer Schwester und Schwägerin Bertha Alberts, geb. Baniz. die letzte Ehre erwiesen, besonders meinen werten Bauarbeitern für die herrlichen Kranzspenden sagen wir unsern besten Dank. 12045 Die tiefbetrübten Hinterbliebenen. Wilhelm Alberts. Von der Reise zurück. Dr. Willy Jacoby Zahnarzt 12025 Blumenstrasse 51 a. Arbeiter- Radfahrerverein „ Berlin". 2. Feiertag, 2 Uhr: Schlesische Brücke- Johannisthal bei Senftleben( bei schlechtem Wetter mit der Bahn). 3. Feiertag, früh 10 Uhr: Morgensprache bei MerAlbert Bläske omsti, Andreasstraße 26. Abends am Montag, den 22. d. Mts., nach turzen, schweren Leiden verstorben ift. Die trauernde Gattin Auguste Bläske. Die Beerdigung findet am 2. Feiertag, vormittags 10 Uhr, vom Trauerhause, Borndorferftraße, 55, aus nach dem CentralFriedhof in Friedrichsfelde statt. Verein zur Wahrung d. Interessen der Maurer Berlins u. Umg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Paul Pohlmann am 28. d. M. an der Proletarierfrantheit gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 26. d. M.( zweiter Feiertag), nachmittags 3 Uhr von der Leichenhalle der St. MarkusGemeinde in Wilhelmsberg aus statt. Bahlreiche Beteiligung der Mitglieder erwartet 130/15 Der Vorstand. Steinarbeiter. Am Sonntag starb unser Kollege Karl Hill. Die Beerdigung findet am ersten Feiertag, mittags 1 Uhr, von der Charité aus nach dem CharitéKirchhof in der Müllerstraße statt. Um rege Beteiligung ersucht 175/9 Der Vertrauensmann. Achtung! Achtung! Verband d. an HolzbearbeitungsMaschinen beschäft. Arbeiter Berlins und Umgegend. Todes- Anzeige. Hiermit die traurige Nachricht, daß unser Mitglied Carl Nacke am Sonntag, den 21. Dezember, verstorben ist. 76/11 Die Beerdigung findet am 25. ( 1. Feiertag), nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen PaulsKirchhofes, Berlin N., Seestraße, an der Plößenseer Schleuse, statt. Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand. Dr. med. Schaper homöop. Arzt u. Spez.- Arzt f. Haut- u. Harnleiden, Frauenkrankheiten. Königgrätzerstr. 27. Spr. 9-1.4-7. PrinzenDr. Simmel, Str. 41. [ 50/ 11* Spectalarzt für Haut- und Harnleiden, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. 17 Uhr: Familienabend mit Zanz und gegenseitiger Beschenkung bei Bendt, Königsgraben 14 a. Nächste Annonce am Neujahrstage. HerrenModen, elegante Ausführung, geringe Teilzahlung. J. Kurzberg, Neue Königstr. 47 II, am Alexanderplak. Neujahrskarten nur für Händler und Wieder verkäufer. [ 1476 Jahreszahl- Postkarten in Goldtiefdruc a 100 1,20 Mart, do. a 1000 11, Marengofarbene Winter- Paletots 21 MK Mk. Schwarzgraue Cheviots, Meltons und Diagonale mit warmem, schön gemustert. Plaidfutter. Eine Menge Herren- Paletots Moderne Façons in glatter und RaglanVerarbeitung, mit geraden und schrägen Taschen. 21 in Folge Lagerns ganz bedeutend im Preise herabgesetzt.... von Mk. 12 Mk. an Baer Sohn Special- Haus grössten Maassstabes Chaussee- Strasse 24a/ 25 11 Brücken- Strasse 11 Gr. 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Zwar starb das„ Brettl". Doch der die. Thatfache und Art der Krankheit ist es nicht wesentlich. Und 4 Aften von Alfred Capus. Es ist profunde Residenz- Theater-" Brettl- Geiſt" spukt noch und räusperte sich allzu vernehmbarlich wenn in der einen Operette, z. B. in„ Madame Sherry", der reiche Philosophie in dem Stücke. Frau Henriette entwirft im ersten Aft hinter den Coulissen. Gleich die einaftige Eingangs- Komödie Onkel ein Canadier, in einer andern, z. B. in Cupido u. Co.", vor ihren Eltern ein ungemein treffendes Konterfei von ihrem schönen wähnte bei einem Bierult mit obligaten Kasperlefcherzen, Bock- in einem Hotel zu einem Octett, hier etwa drei Paare ebenso zu Epidemie" von Ottave Mirbeau betvies das. Man ein Patagonier ist, und tvenn dort etwa vier Paare Eduard. Sieben Jahre lebt sie mit ihm zusammen und sechseinhalb Denn auf der Bühne einem Sertett zusammenkommen, so sieht das vielleicht manchem als davon hat er sie imunerfort, ohne Ansehen der Person, mit jeder würsten, Sauerkraut und Knödeln zu sein. Dame, die ihm über den Weg lief, betrogen. Er lügt, sobald er begab sich eine turbulente Gemeinderatssitzung von Dingsda. Individualität aus. Wer's besser weiß wie ich und Du, der hält nur den Mund aufmacht, und strahlt dabei von unverwüstlich In der Kaserne ist eine Epidemie ausgebrochen, die durch nicht den Mund und schweigt nicht dazu, sondern macht darauf auffröhlicher Gewissensruhe. Eines Morgens, Lieferung faulem Fleisch hervorgerufen wurde. Der merksam; und wenn das immer und immer wiederkehrt, so läßt sich als sie erwacht Militärgouverneur stellt an die biederen Stadtväter das Verlangen, davon nur in einer Weise sprechen, daß man mit dem Vorwurf und ihn mit seinem rosigen, nichtssagend lächelnden Ge sicht im Bette liegen fah, hat sie die Entdeckung eine neue Kaserne zu bauen. Die wollen nicht es handelt sich der Gehässigkeit des hat sie die Entdeckung gefa Kritikers zu thun bekommt. Zudem macht, daß diese hübsche Puppe in Männergestalt, in die bloß um gemeine" Soldaten. einem französischen hört man immer, es sei gar nicht leicht, sondern erfordere sie einst so närrisch verliebt war, ihr doch im Grunde herzlich dammten Pflicht und Schuldigkeit, fürs Vaterland zu sterben, nun Operette oder Schwant nennen, mit all ihrer sich überbietenden darf man beileibe nicht feiner ver- ein gewaltiges Stück Arbeit, folche Dinge, ob sie sich gleichgültig geworden. Und nun will sie sich scheiden lassen. Der Papa, ein altgewordener Eduard, schüttelt den Kopf, wie doch als aber ein Bürger stirbt berauben. Der Kasernenbau wird also rundweg abgelehnt. Situationskomik zu stande zu bringen. Aber geschickt einzubrechen ja Bauer, Ileine Ursachen so große Wirkungen haben können; und die Mama das ist ganz ist auch nicht leicht. Häufig gelingt auch das nicht ganz; und ebenso hält ihrer unbescheidenen Tochter eine Rede, daß das„ mit Anstand Millionen für allerhand hygienische Einrichtungen. Das Ganze auch nur bis in die Mitte; von da an sinkt selbst diese was andres. Run bewilligt der hochweise Nat ungezählte gelingt den Verfaffern jenes Schwants ihre Kunst" des Berwidelns sich betrügen lassen" der Beruf der Frau und Fundament aller glüd- erweist sich wohl als eine biffige Perfiflage auf Kleinstädtischen Kunst. lichen Ehen sei, die allgemeine These anmutig an den eignen mit Papa Bürgergeist a la Schilda und Tollemitt, wobei es ohne die üblichen Mensch Hätten fie freilich etwas gegeben, was nur Ein gemachten Erfahrungen erläuternd. Die Männer sind ja gar nicht wert, oder Ein paar Autoren in der Welt ver daß man sich ihretwegen aufregt. Papa, der seine außerehelichen französischen Uebertreibungen nicht abgeht aber wo blieb das möchten, etwas, das an neue Intereffen pochte, das ein wenn Seitensprünge durch um fo größere Unterwürfigkeit in allen andren Neue? Arthur Romanowsky, Paul Schwaiger und Paul auch noch so fleines Stück Schaffung und Schöpfung, fei Dingen hat büßen müssen, hört diese mit der Miene heiterſter au Ih bewährten sich vortrefflich in ihren dankbaren Rollen. Nach es auch nur im Reproduktiven, bedeutete, dann würden sie nicht den Ueberlegenheit vorgetragenen Lehren, räuspernd, seine Unschuld be- einer fürchterlich langen Pause, die selbst durch fürchterliche Theater Erfolg errungen haben, den ihre Mache vorgestern( Dienstag) im teuernd, ein bißchen beschämt und sehr geschmeichelt in der Erinnerung„ Liebesfold", welche Dstar Metenier nach Guy de Maupassants Thoren zählen, die der Menge zumuten, etwas zu hören, jus fie mufit vergeblich auszufüllen versucht wurde, kam die dreiaktige Komödie Belle Alliance Theater errang, dami würden Sie den seiner großen Thaten an. Auf dem Umwege über die Scheidung Meisternovelle Boule de suif roh und geschmacklos zurechtgezimmert nicht schon weiß. Man wird lächeln, daß wir mit Kanonen auf macht auch Henriette nun die Vorbereitung für die wahre Ehe durch. hat. Aufrichtig weh thut einem solche barbarische Verfündigung am Spaßen, d. h. mit kunstkritischem Ernst auf ein Unterhaltungstheater Ein ehrenwerter Mann, der natürlich zugleich ein recht langweilig pedantischer Tropf sein muß, bewirbt sich um die Hand der Frei- tunstwert eines so feinen Dichters. Lacher gab's zwar; aber man schießen. Aber der Wurm frümmt sich, wenn er getreten wird; nur gewordenen. In ihr aber beginnt, taum daß sie ihren Eduard Los ist, zwischenhinein und am Ende mit Hohnlachen und Bifchlauten. Aus Baufenquälung lächeln und sagen, sie hätten sich gut unterhalten. quittierte die sonderbare Geschmacverirrung der Theaterleitung der Mensch und der Theaterkritiker sollen nach vierstündiger Akt- und die alte blind- dumme Verliebtheit wieder zu rumoren. Sie möchte den Extraft von beiden Männern, die Treue des neuen Werbers und Eduards dem Chaos von Coulissenreißerei und Langeweile tauchten die Die Musik von Gaston Serpette mutet der Menge nicht galante Lustigkeit, worauf die Mutter ihre Theorie der beiden Schulen Hans Fredy 3, Baul Baulys und Toni Impekovens find sogar gefchickt, ja selbst mit manchen äußeren Zügen von Feintüchtigen Leistungen Baul Schwaigers, Arthur Romanowkys, zu, etwas zu hören, was sie nicht schon weiß. Ihre Zumutungen auseinandersetzt: Nimmt man den Ernsten, darf man sich über Lange allenfalls als Lichtpunkte hervor. Nur wenige Besucher hielten stand heit und Bartheit gemacht weile, nimmt man den Lustigen, darf man über Eskapaden sich in der Partie Arsènes mit dramati nicht beklagen. Alles Gute ist nirgends beisammen. Schließlich wird haft aus, bis sich gegen 11 Uhr der Vorhang erbarmungsvoll auf schen Anläufen, in der seiner Braut und Patagoniertochter mit dankin einer höchst drolligen Scene auch der Ernste bei einem verbotenen das öde Schlachtfeld herniederſentte. barer Coloraturlyrik. Die Sängerin dieser Partie, Rosa Marton, Kuffe dem ersten seines Lebens überrascht, und da Eduard fang fogar gut oder könnte es wenigstens thun. oe. Thalia- Theater. Die bösen Mädchen" heißt die am Die Partie gerade in dem kritischen Moment erscheint, fintt fie in feine Arme. Dienstag aufgeführte Ausstattungspoffe der Firma Kren- Schön einer unvermeidlichen Chansonnette( aus dem„ Carbaret zu den wahnWenn man doch betrogen werden soll, dann lieber von einem Fachmann feld- Gly- Einödshofer. Unter drei Textdichtern und einem sinnigen Musen" von Montmartre), Marie Forescu, ist uns in der Liebe, einem„ Gewohnheits- Verbrecher", als von einem blutigen Stomponisten geht es bei so einem Saisonstüd nicht. Es ist überdies mit ihrem gewandten Spiel noch vom Friedrich Wilhelmstädtischen Dilettanten. Eduard und Henriette werden nach dem Rezept der noch Herr Baruch zuzuzählen, ohne dessen Kostüme das Ganze Theater her in Grinnerung: aus dem Central- Theater hat sich mütterlichen Pragis fortan einen Musterhaushalt führen. Emil Sondermann hierher verzogen Plunder wäre. Der Zusammenhang des Titels mit dem aus diesmal ohne eine Capus fehlt der Wille und die Kraft zur wirklichen Satire, die Kalauern, Couplets und Kleidungsmangel zusammengefügten Inhalt wieder durch eine Anerkennung im ganzen abgelöst. feine Eigenheit entfaltende Rolle. Weitere Namennennungen feien aus dem Stoffe etwas Bedeutsames, etwa ein Seitenstück zu Hart- der Bosse war wie immer so auch diesmal nicht 311 Lebens prächtiger„ Erziehung zur Ehe" hätte schaffen können, aber die ergründen; wir denken uns, daß mit den bösen Mädchen De Lorde und Foley, deutsch von Max Schönau. Gegen 11 Uhr kam noch ein Drama in givei Scenen von feine, wenngleich allzu harmlos- gefällige Fronie diefer Komödie hebt die Figurantinnen und Ballettdamen gemeint sind, auf die Das fie innerlich weit über das gewöhnliche Pariser Niveau hinaus. der Kostümschneider all seinen wit verwendet, die aber in heißt, daß nun auch Maeterlinds Formen nachgemacht werden.„ Der Mir schien hier die Wirkung einheitlicher und darum in gewissem ihrer Unähnlichkeit mit der Venus von Milo und ihren lintischen Tod des Tintagiles" ins Schauerdramatische übertragen, unter dem Tod des Tintagiles" ins Schauerdramatische übertragen, unter dem Sinne auch echter als in Capus' sehr viel anspruchsvollerem, im Bewegungen grundfäßlich aller Herausbildungsversuche spotten. Doch Sommerfrische wohnenden Familie muß geschäftlich nach der Stadt; Titel Am Telephon"! Der Vater einer einsamt in der Borjahre vom Lessing- Theater aufgeführten Schauspiel Glück". die bösen Mädchen gehören einmal dazu wie die Kartoffeln zum er macht die Seinen aufs Telephon aufmerksam; sie werden später von Dort ärgert man sich über die Gewaltsamkeiten, hier in dem Rahmen Hasenbraten, und das Dichterkleeblatt thut in seinem Verdruß recht einem Einbrecher bedroht; der Mann in der Stadt bekommt durchs dieses leichten Genres fallen sie nicht weiter auf. Saran, sie mit dem rechten Namen zu zeichnen. Was die TitelGespielt wurde munter und flott. Sehr gut war Marie heldinnen verdorben, machten Helmerding, Thielscher und Gerda Walde Telephon ihre Angst zu hören; schließlich erlebt er das grause Unheil Reisenhofer in ihrer etwas kühl- moquanten Art als Henriette, reichlich wieder gut. Namentlich Gerda Walde, deren schelmische wieder geschickt gemacht! Von Ludwig Stahl( Gast aus dem mit und stürzt unter dem Eindruck eines Mordes zusanunen. Auch Rita Léon als das Dämchen, dessen Unverschämtheit den würdigen Kunst in der dreieinhalbstündigen Wüstenei ſo manche liebe Dresdener Hoftheater) sehr natürlich gespielt; noch etwas mehr Le Hautois in das verhängnisvolle Abenteuer des verbotenen Kuffes Exquidung bot und von der man kaum weiß, ob Spiel, Deutlichkeit der Aussprache auf den Höhepunkten würde vorteilhaft verstrickt, und vor allem Pagay als der alte Papa.-dt. Gesang oder Tanz bei ihr höher anzuschlagen sind. Wenn der Ausstattung noch ein Wort gewidmet werden soll, so muß anerkannt sein. Die übrigen geringer; unter ihnen die kleine Wilhelmine werden, daß das Thalia- Theater mit seinem Einfall, den Cirkus Worms, die wir neulich im Theater des Westens gesehen haben, Busch in diesem Punkt zu übertrumpfen, den besten Erfolg hatte. und über die wir das dort Gesagte nur ausdrücklich wiederholen Es kam ein richtiger, blantgeputzter Ochse auf die Bühne, und auch die Wasserpantomime in Form eines internationalen SchwimmNicht zu vergessen die Restauration! Ihr sind ersichtlich die tourniers fehlte nicht. Nur ist hier zu tadeln, daß kein wirkliches Pausen zu danken, mit denen das Spiel bis 1/12 hinausgedehnt Wasser auf die Bühne kam. Warum schreckte man vor der äußersten Konsequenz zurüd? Wollten die Damen sich nicht erfälten? " Buntes Theater( Köpniderstraße). Das letzte Brettl" ist tot! Längst verklopfte der„ lustige Ehemann" fein Biedermeierkostüm an den Trödler. Der Schwarm närrischer" Conferenciers", Brettlhupfer, Diseusen" usw. zerstob in alle Winde. Hinterdrein hinkte mit zer schliffener Gigerltrawatte und lahmem Bein, was sich als Konig der Brettlkompositeure und klavierklimpernder Ganzgott gerirt hatte. Und zuguterletzt machte sich auch der„ fade Alfred" Soeben ist erschienen: " Das rote Jahr 1903. e. k. fönnen. wurde. SZ. Sine illustrierte Fest- Zeitung zur Agitation für das kommende Wahljahr. Preis 10 Pf. 233/12 Die Illustrationen, von bewährter Künstlerhand, sind dem Gedanken der siegesbewußten Kampfluft unsrer Partei gewidmet. Die Textbeiträge sind feurige Aufrufe an die Genossen zur Agitation und Organisation, für den Kampf, der unsrer Partei harrt. Buchhandlung Vorwärts, Berlin S. 68, Lindenstr. 69. Arbeiter- Bildungs- Schule. Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Hof links II. Lehrplan für das I. Quartal 1903. Unterrichtsfach UnterBehandelter Lehrstoff Lehrer richtsAbend Nationalökonomie Schriftst. Deutsche Reichsfinanzen und Reichs- Steuerwesen. Georg Montag Bernhard SchriftNatur- Erkenntnis Anatomie des Menschen. steller Dienstag Dr. Rudolf Steiner Schrift Geschichte Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. steller DonnersMax tag Schütte Schriftsteller Freitag RedeUebung Uebungen in mündlicher Rede und im schriftlichen Aufsatz. Dr. Rudolf Steiner Der Unterricht beginnt in Nationalökonomie Montag, den 12. Januar; Natur- Erkenntnis Dienstag, den 13. Januar; Geschichte Donnerstag, den 15. Januar; Rede- Uebung Freitag, den 16. Januar. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um 11 Uhr. -W Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8 bis 9 Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mark und ist am zweiten Abend zu zahlen. Der erste Abend jedes Kursus steht jedermann zum unentgeltlichen Besuch frei. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Hof links 2 Tr., und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40a; Reul, Barnimstrasse 42; Vogel, Demminerstrasse 32; Krause, Müllerstr. 7a; Horsch, Engel- Ufer 15. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann Lammé, Berlin SW. 42, Möckernstr. 104, 4 Tr., Geldsendungen an den Kassierer H. Königs, Berlin S. 59, Hasenheide 50, zu senden. 5/12 Der Vorstand. Elegante Costi ostümröcke in ganz Wolle; in neuen Façons; in allen modernen Stoffen, sämtliche Weiten u Längen stets in grosser Auswahl vorrätig 3,50 Mk., 6 Mk., 10 M., 15 Mk., 20 Mk. Sacco- u. Blusen- Costüme 12 Mk., 15 Mk., 18 Mk., 25 Mk., 30 Mk. Golf- Capes 5 Mk., 10 M., 15 Mk. Winter- Paletots, • Jakets und Saccos 10 Mk, 15 Ml Schwarze, glatte u. bestickte Capes für ältere Damen. 12 Mk. 15 Mk., 20 Mk Plüsch- Capes, Plüsch- Paletots, Plüsch- Jakets 20 Mk., 30 Mk., 40 Mk. 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Sonnabend: Die Liebesschaukel. Nachmittags 3 Uhr: Coralie u. Co. Reichshallen. Stettiner Sänger. Freitag: Stettiner Sänger. Sonnabend: Stettiner Sänger. Steidl. Specialitäten. Freitag u. Sonnabend: Specialität. Paffage Theater. Specialitäten. Bassage- Panoptikum.Specialitäten. I Urania. Taubenftr. 48/49. Wintergarten. Specialitäten. Das Land Tirol: Invalidenstraße 57/62. geöffnet von 7-11 Uhr. Täglich Residenz- Theater. Morgen und folgende Tage:; Nachmittags 3 Uhr: Die Glode Seine Kammerzofe. von Helfenstein. Freitag: Jm bunten Rod. ( Nelly Rozler.) und Hennequin. Nachmittags 3 Uhr: Die Glocke Schwank in drei Akten von Bilhaud von Helfenstein. Sonnabend: Don Carlos. Rachmittags 3 Uhr: Die Glode von Helfenstein. Deutsches. Monna Banna. Rachmittags 3 Uhr: Die versunkene Gloce. Freitag: Der arme Heinrich. Nachmittags 3 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Sorabend: Monna Banna. Radfittags 3 Uhr: Es lebe das Leben. Berliner. Alt- Heidelberg. Rachmittags 3 Uhr: Der Pfarrer von Stirchfeld. Freitag: Maria und Magdalena. Rachmittags 3 Uhr: Das Käthchen von Heilbronn. Sonnabend: Alt- Heidelberg. Nachm. 3 Uhr: Der Struwwelpeter. Leffing. Der blinde Passagier. Rachmittags 3 Uhr: Die Ehre. Freitag: Der blinde Passagier. Rachmittags 3 Uhr: So leben wir. Sonnabend: Der blinde Passagier. Nachmittags 3 Uhr: Der Heerohme. Central. Madame Sherry. Nachmittags 3 Uhr: Die Geisha. Freitag: Dieselbe Borstellung. Nachmittags 3 Uhr: Die Fledermaus. Rachmtitags 3 Uhr: Schneeweißchen Sonnabend: Diefelbe Vorstellung. und Rosenrot. Neues. Ledige Leute. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Residenz. Die beiden Schulen. Nachmittags 3 Uhr: Die Waise aus Lowood. Freitag: Die beiden Schulen. Rachmittag 3 Uhr: Cyprienne. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- WilhelmDonnerstagnachmittag 3 Uhr: Jugendfreunde. Lustspiel in 4 Aufzügen v. Ludw. Fulda. Donnerstagabend 8 Uhr: Renaissance. Lustspiel in 3 Akten von Franz b. Schönthan u. Franz Koppel- Elfeld. Freitagnachmittag 3 Uhr: Jugendfreunde. Freitagabend 8 Uhr: Der Biberpelz. Sonnabend nachmittag 3 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Sonnabendabend 8 Uhr: Renaissance. Sonntagnachmittag 3Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Sonntagabend 8 Uhr: Renaissance. städtisches Theater). Donnerstagnachmittag 3 Uhr: Sappho. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Franz Grillparzer. Donnerstagabend 8 Uhr: Ein Ehrenwort. Schauspiel in 4 Aften von Otto Erich Hartleben. Freitagnachmittag 3 Uhr: Die Braut von Messina. Freitagabend 8 Uhr: Doktor Klaus. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Kabale und Liebe. Sonnabendabend 8 Uhr: Ein Ehrenwort. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Biberpelz. Sonntagabend 8 Uhr: Jugendfreunde. Freie Volksbühne. Freitag, 26. Dezember, nachmittags 2%, Uhr: Metropol- Theater, 13/14. Abteilung: Kollege Crampton. Sonntag, 28. Dezember, nachmittags 2, Uhr: Metropol- Theater Lessing Theater 1./2. Abteilung: Kollege Crampton. 8./9. Abteilung: Der Tartüff. Achtung! Von der VI. Serie der Vorstellungen ab( die am 18. Januar beginnt) müssen die Mitgliedskarten die neuen 80 Pfennig- Marken enthalten. Vom genannten Termin ab gelangen die Bühnenhefte obligatorisch in den Zahlstellen zur Ausgabe. 230/19 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Trianon- Theater. Luisen- Theater. Urania. Louis Kellers Festsäle Georgenstrasse, zwischen Friedrich- u. Universitätsstr. Donnerstag, 25. Dezember, 3 Uhr zu fl. Preisen: Maria Stuart. 8 Uhr: Der Rattenfänger von Hameln. Taubenstrasse 48/49. Heute und morgen: nachm. 3 Uhr: Coralie& Co. Sreitag, 3 by: Die Räuber. Oh, Das Land Tirol. Schwank in 3 Akten von Valabrêgue und Hennequin. Abends 8 Uhr: Die Liebesschaukel. Lustspiel in 4 Akten von Maurice Donnay. Freitag, 26. Dezember, nachmittags 3 Uhr: Denise. Schausp. i.. 4 Akten von A. Dumas. Abends 8 Uhr: Die Liebesschaukel. Sonnabend, 27. Dezember, nachm. 3 Uhr: Coralie& Co. Abends 8 Uhr: Die Liebesschaukel. Sonntag, 28. Dezember, nachmittags 8 Uhr: Denise. Abends 8 Uhr: Die Liebesschaukel. Robert und Bertram. Sonnabend, 3 Uhr: Deborah. 8 Uhr: Der Rattenfänger von Hameln. Sonntag, 3 Uhr: Die Grille. 8 Uhr: Faust. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Palast- Theater Berliner Aquarium Burgstraße 22. Früher: Feen- Palast. 1., 2. u. 3. Weihnachts- Feiertag: Gr.Extra- Fest- Vorstellung. 812 Uhr: 81 Uhr: Der Dorfbarbier Oper.- Vaudeville mit Gesang u. Tans von Gumbert. Dazu das phänomenale, für Berlin durchweg nene Dezember Programm. 12 Schau- u. Kunsts Buntes Theaternummern 1. Ranges. Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf. Köpenickerstr. 68. Anfang 8 Uhr. Einladung zum 31. Dezember 1902 3 Uhr: Ueberbrett1- Vorstellung 8 Uhr: Epidemie. Komödie in bei halben Preisen. 1 Akt von Octav Mirbeau. Liebessold. Komödie in 3 Akten von Oskar Méténier. Freitag, 26. Dezember: Urgemütliche Silvester- Vorstellung. Rach b. Borstellg.: Familienkränzchen. Zanz frei. Silvesterscherze. Ehren- und Vorzugskarten haben Gültigkeit. 3 Uhr: Ueberbrettl- Vorstellung: Casino- Theater. Lustige Ehemann.. Tiny Senders. Haselnuss. 8 Uhr: Epidemie. Liebessold. Sonnabend, 27. Dezember: Sonnabend: Die beiden Schulen. 8 Uhr: Epidemie. Liebessold. Rachmittags 3 Uhr: Der Schlafwagen- Kontrolleur. Weften. Die Jüdin. Nachmittags 3 Uhr: Der Troubadour. Freitag: Der lustige Strieg. Nachmittags 3 Uhr: Undine. Sonnabend: Der Bettelstudent. Nachmittags 3 Uhr: Rübezahl. Thalia. Die bösen Mädchen. Rachm. 3 Uhr: Maria Magdalena. Freitag: Die bösen Mädchen. Nachmittags 3 Uhr: Die Räuber. Sonnabend: Die bösen Mädchen. Rachmittags 3 Uhr: Ehrliche Arbeit. Anfang 8 Uhr: J Schiller. O.( Wallner Theater.) Renaissance. Nachm. 3 Uhr: Die Jugendfreunde. Freitag: Der Biberpelz. Nachmittags 3 Uhr: Jugendfreunde. Sonnabend: Renaissance. Nachmittags 3 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Schiller. N. 07 ( Friedrich Wilhelm städtisches Theater). Ein Egrenmort. Nachmittags 3 Uhr: Sappho. Freitag: Doktor Klaus. Nachmittags 3 Uhr: Die Braut von Messina. Sonnabend: Ein Ehrenwort. Nachmittags 3 Uhr: Kabale und Liebe. Belle Alliance Theater. Cupido u. Co. Am Telephon. Nachmittags 3%, Uhr: Die Schneetönigin. Freitag: Telephon. Cupido u. Co. Am Rachmittags 3%, Uhr: Die Schneefönigin. Sonnabend: Cupido u. Co. Am Telephon. Carl Weiß. Die legten Tage der Antillen. Nachmittags 3 Uhr: Eine Baria. Freltag: Die lezten Tage der Antillen. Nachmittags 3 Uhr: Jlse Römer. Sonnabend: Die letzten Tage der Antillen. Nachmittags 4 Uhr: Frau Holle. Luisen. Der Rattenfänger von Hameln. Nachmittags 3 Uhr: Maria Stuart. Freitag: Robert und Bertram. Nachmittags 3 Uhr: Die Räuber. Sonntag, 28. Dezember: 3 Uhr: Ueberbrettl- Vorstellung: Lothringer Straße 37. An allen Festtagen: Gala- Vorstellung. 1. Feiertag 4 Uhr nachmittags: Unter den Linden 68a Koppenstr. 29. Grösstes und schönstes Etablissement der Residenz. Am 2. Weihnachts- Feiertag: MF Grosse Soiree der beliebten 132 Eingang Schadow- Strasse No. 14. Kummerschen Quartett- Sänger u. Humoristen. Am 1., 2. a. 3. Weihnachtsfeiertage Grosses Instrumental- Konzert des Neuen Konzert- Orchester's Eintrittspreis: 50 Anfang 5 Uhr. Reichhaltigste Ausstellung der Vor und während des Konzerts Ball. Welt an lebenden Seetieren, 54/19 Reptilien etc. CASTANS Panoptikum Friedrichstrasse 165. WeihnachtsAusstellung m. reizenden Ueberraschungen für die Kinderwelt wie für Erwachsene! Kasperle- Theater. Lebende Bilder. Grosses Konzert. Corradini u. b. br. Specialitat. Deutsche Konzerthallen Knuft und Liebe".( Kl. Preise.) Abends 7, Uhr: Feft- Vorstellung. Lustige Ehemann.- Haselnuss. 3um 50. Male: 8 Uhr: Epidemie. Liebessold. Apollo- Theater. 12 Ant 1. Weihnachts- Feiertag: Ein Sohn des Volkes. Dazu: Corradini„ Stille Nacht". 2c. 2. Feiertag, nachm. 4 1hr: Corradini. Specialitaten. Chambre garnis". Stille Nacht." Abends 7 1hr: Corradini 2c. Spandauer Brücke 3 Theaterund SpecialitätenVorstellung. Wochentags: Entree frei! KünstlerKapellen erstklassige Specialitäten. Bum erstenmal mit neuer glänzender Special- Ausschank Trio. Malkowska. Maxinis Hunde. 4 Brigard. Adelmann. DeprientRunge. Sempke. Mad. Lacroy. Patti- Frank. Dolley. BogdaniTruppe. Kosmograph usw. usw. Am 2. Weihnachte der, Uhr: Nachm. 3 Uhr:| Abends 7, Uhr: Frau Luna Nakiris Hochzeit und erstklassige Specialitäten. Kaffen- Eröffnung 6 Uhr. Anfang der Vorstellung 7, Uhr. Sonnabend, 3. Weihnachts- Feiertag: Nakiris Hochzeit. Sonntag, den 28. Dezember 1902: Nachmittags Frau Luna. 3 Uhr: Abends Nakiris Hochzeit. 7 Uhr: Thalia- Theater. Anjang 7 Uhr. Donnerstag, Freitag, Sonnabend: Die bösen Mädchen. Große Ausſtating, in 3 Attentang Tanz Sonntag und folgende Tage: Die bösen Mädchen. Nachmittags- Vorstellungen. Anfang 3 Uhr. Donnerstag: Maria Magdalena. Freitag: Die Räuber. Sonnabend: Ehrliche Arbeit. Sonntag: Lorbeerbaum und Bettelstab. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Heute nachmittag 3 Uhr, fleine Breife, Parkett 60 Bf.: Eine Paria. Zur Feier des 25jährigen Bestehens des Theaters: Prolog, gesprochen bom Dir. Carl Weiss. Hierauf zum erstenmal: Sonnabend: Der Rattenfänger Die letzten Tage der Antillen bon Hameln. Nachmittags 3 Uhr: Deborah. Cajino. Ein Sohn des Volkes. Nachmittags 4 Uhr: Corradini. Freitag: Corradini. Großes romantisch- phantastisches AusAusstattung:" Moderne Franen" 3. Feiertag 8 Uhr: Dieselbe Vorstellung. mit neuen Couplets, Einlagen 2c. Sonntagnachm. 4 Uhr: Ehrliche Arbeit. der Berliner Bockbrauerei. Hoffmanns Sanssouci Belle- Alliance- Theater. n allen brei Feiertagen An Heute und folgende Lage: Cupido& Co. Norddeutsche Sänger Schwant mit Gef. u. Tanz in 3 aften. Unterm Weihnachtsbaum. Hieruf: Am Telephon. Drama in zwei Auszügen. Sonntag, 28. Dez., nachm. 3 1hr, zu fleinen Preisen: Die Schuld einer Frau. Kleines Theater ( Schall und Ranch) Unter den Linden 44. Am 2. u. 3. Feiertag nach Am Silvester- Abend: Silvester Nlf, Vorstellung und Ball. b.Borftellung: Tanzkränzch. in beiden Neben- Sälen: Anfang 5 Uhr. Nach der Vorstellung: Grosser Ball. ( 2 Orchester.) Arnold Scholz Germania- Prachtsäle Chausseestr. 103. Am 1. und 2. Feiertag: Hamburger Sänger. Direktion Otto Steidl und Wilh. Wolff. Grosses Weihnachts- Programm. Anfang 6 Uhr. Eintritt 50 Pf. Am 2. Feiertag: Großer Ball. 8 große und fleine Säle unter coulanten Bedingungen zu vergeben. Ernst Höflichs Friedrichsberg, Frankfurt. Chaussee 120 Am 1. Weihnachtsfeiertag: 58022 Großes Vokal- und Instrumental- Konzert. Am 2. nud 3. Feiertag: Grosser Fest- Ball. Um zahlreichen Befuch bittet Ernst Höflich. Central- Verband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschl. Heute Donnerstag, den 25. Dezember 1902, erster Weihnachtsfeiertag: WINER LAHET Drei grosse Familien- Abende. 1. Feiertag, nachmittags 3 Uhr: Kolossaler Erfolg: Ackermann. Abends 8 Uhr: Erdgeist. 2. Feiertag, nachmittags 3 Uhr: Serenissimus Zwischenspieten. a. Sonnabend, nachmittags 3 Uhr: Abends 8 Uhr: Erdgeist. Serenissimus- Zwischenspiele u. a. Abends 8 Uhr: Erdgeist. Geschwister Andersen, FussMizi- Gizi, Equilibristinnen. Vortrags- Soubrette. Die 3 Harveys, Drahtseilkünstler. Stanley and Wilson, Amerikanisch. Gesangs- u. Instrumental- Akt. W. Noacks Theater. Eine Bojaren- Hochzeit, Russischo Gesangs- und Tanz- Scenen. Direktion: Robert Dill. Die Barowskys, HumoristischBrunnenstrasse 16. Gymnastische Produktion. Heute: Othello, der Mohr von Perzina's dressierte Affen. Venedig. Freitag: Robert und Die 7 Allisons, Akrobaten. Bertram. Sonnabend: Robert Odel- Quartett. Anfang 7 Uhr. Entree 30 t. 50 31. Stein's Motor- und Byciele- Rennen. Eugenie Fougère, franz. Excentricund Bertram. Am 2. und 3. Feiertag: 1 Grosser Festball. Cirkus Schumann stattungsstück in 5 Aften( 9 Bildern) Am 25., 26., 27., 28. Dezember je von Ernst Ritterfeldt. Anfang 8 Uhr. Freitag und 2 grosse Festvorstellungen 2 Catherine Bartho. Pariser Luft, ,, Biograph". Tänzerin. BallettDivertissement. Urania, Wrangelstr. 10-11 Nachm. 4 Uhr: Dieselbe Vorstellung. folgende Tage: Wiederholung der nachm. 4 Uhr u. abends 7, Uhr: 2. Feiertag: Gr. Ball Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Metropol. Mein Leopold. Freitag: Die zwölf Frauen des Sonnabend: Dieselbe Vorstellung Apollo. Nafiris Hochzeit. Nachmittags 3 Uhr: Frau Luna. Freitag: Rafiris Hochzeit. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Buntes Theater. Epidemie. Liebesfold. Nachm. 3 Uhr: Lore, Arbeiterfest. Freitag: Epidemies- Liebesfold. Nachmittags 3 Uhr: Aberglaube. Sonnabend: Epidemie.- Liebesfold. Kleines. Erdgeist. Fest- Vorstellung. Neu! Neu! In den Nachmittags- Vorstellungen: Neueinstudiert Freitagnachmittag 3 Uhr( Parkett 60 Bf.): Ilse Römer. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Stindervorstellung Pierrots Weihnachten. ( l. Preise): Frau Holle. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Gefallene Mädchen. Grosse Weihnachts- Kinderpantomime in 2 Akten u. 2 Tableaux, arrang. Central- Theater vom Ballettmeister Pratesie. 150 Mitwirkende. Heidelberger. Donnerstag, 25. Dez.: 2 Vorstellungen. Nachmittags auf allen Plätzen nachm. 3 Uhr( halbe Preise): 1 Kind frei, jedes weitere Kind Die Fledermans. unter 10 Jahren halbe Preise. Operette in 3 Akten v. Joh. Strauß. In den Abendvorstellungen: Abends 7, Uhr: Die Instigen Madame Sherry. Operette in 3 Atten von Hugo Felix. Freitagnachmittag 3 Uhr: Die Geisha. In jeder Vorstellung, nachmittags Abends 7, Uhr: Madame Sherry. Sonnabendnachmittag 3 Uhr, halbe Sonnabend: Serenissimus- Zwischen- Breise, jeder Erwachsene 1 Kind frei: spiele. Riebesträume. Schneeweisschen und Rosenrot. Nachmittags 3 Uhr: Ackermann. Freitag: Erdgeift. Rachmittags 3 Uhr. SerenissimusZwischenspicle. und abends: Looping the Loop. 3. Feler Weihnachtsbelcherung tag: und Rall. Jeder erhält ein GeSchenk gratis. Am 31. Dezember: Grosser Silvester- Ball. Gratweils Bierhallen Theater u. Variété Kommandantenstraße 77/79. An allen drei Weihnachts- Feiertagen: 1. Für den Often: Brochnows Gesellschaftshaus, Weberstr. 17. 2. Für den Norden: Dietrichs festsäle, Brunnenstr. 34. 3. Für Moabit: Peters Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80/81. Unter anderm gelangt zur Aufführung: Friede auf Erden! oder Die Husweisung am Weihnachtsabend. Eröffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Billets für Damen 30 Bf., Herren 50 Pf.( inkl. Tanz) find zu haben in den Zahlstellen sowie bei sämtlichen Ortsverwaltungs- Mitgliedern und Bezirksführern. Um zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. Berliner Bock- Brauerei Tempelhofer Berg. 68/2 Fidicinstraße 2/3. Am 1. nnd 2. Weihnachtsfeiertag: Przywarski- Konzert. ( Kapelle d. Königin Augusta Garde- Grenadier- Reg. Nr. 4 in Uniform.) Entree 30 Pf. Anfang 5 Uhr. 50042* Empfehle den geehrten Vereinen Säle zur Abhaltung von Festlichkeiten. August Raddatz, Defonom. Restaurant Paul Scholz, Gr. Gala feft- Vorftellung SW., Baruthertsr. 22, Ecke Zossenerstraße. = nur allererste Kunstfräfte. Am 2. und 3. Feiertag: Familienkränzchen. m2. Weihnachtsfeiertag, prac. 12 Uhr: Gute Speifen und Getränke. Französisches Billard. Vereinszimmer. 1162* Gr. Matinee. Leydeckers Festsäle Auftr. des gesamten Künstlerpersonals. Die grösste Sensation. Die Direktion: T. Haverland. Sophienstrasse 34.1 Am 2 und 3. Feiertage: Grosser Festball. 11935 Konzerthaus Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Freitag, den 26. Dezember 1902( 2.Weihnachts- Feiertag): MATINEE arrangiert von den Parteigenossen des vierten Berliner Reichstags- Wahlkreises( Süd- Ost). Auftreten der Doffmannfchen Norddeutfchen Sänger. Anfang 12 Uhr. Es ladet freundlichst ein Eintrittspreis 30 Pf. [ 215/6] Kassenöffnung 11 Uhr. Das Komitee. Achtung! 6. Wahlkreis. Achtung! Freitag, den 26. Dezember 1902( zweiter Weihnachtsfeiertag): 6 grosse Matinees in folgenden Lokalen: odnedifa la Moabit: Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49, unter Mitwirkung der Arbeiter- Gesangvereine Vereinte Sangesbrüder Moabits und Unverzagt II( M. d. A.-S.-B.) und der Volkssänger- Gesellschaft Lewandowski. Wedding u. Oranienburger Vorstadt: Germania- Prachtsäle, Chausseestr. 103, unter Mitwirkung des Gesangvereins Nordwacht( M. d. A.-S.-B.) und der beliebten Hamburger Sänger( Steidl, Wolff, Werner, Holder usw.). Berlins und Umgegend. Sonntag, den 28. Dezember, vormittags 10 Uhr, in den Borussia- Sälen, Ackerstraße 6/7: Mitglieder- Versammlung. E Tages Ordnung: 1. Vortrag der Genoffin Jda Altmann über:" Die Weihnachten der Denkenden". 2. Diskussion. Kollegen! Durch zahlreiches Erscheinen in dieser Versammlung wollen wir befunden, wie wir als denkende Proletarier über die christlichen Weihnachten denken. Darum versäume niemand diese Versammlung. 130/14 Der Vorstand. 3. Wahlkreis. Steid Sonnabend, den 27. Dezember( 3. Weihnachtsfeiertag), im Lokal Gemütliches Beifammenſein. Entree infl. Pf. Anfang 6 Uhr. Mittwoch, den 31. Dezember, im Lokale Voigt, Ritterste 71-75: Silvester- Feier. Anfang 9 Uhr. 241/3 Entree inkl. Garderobe 20 Pf. Rege Beteiligung der Genosfinnen und Genossen erwartet Der Vorstand. Achtung! Norden! Theater Dranien an der burg. Thor Friedrichstr. Täglich 8 Uhr. Sonnt. 7 Uhr. Steidl- 1 Sänger. 3 ( Fritz Steidl, Scheuer!, Müller, Lipart, Reising, Wehling, Corvinus, Haas und Munkel.) Neu: Am Weihnachtsabend. Lebensbild von Fris Steidl. Entree 50 Pf.( Borvert. 40 Pf.) bei Rühle, Friedrichstr. 115. Arbeiter- Bildungsschule Berlin Cirkus Busch. Sonntag, den 28. Dezember 1902, abends 7 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23: Donnerstag, den 25. Dezember, Freitag, den 26. Dezember, Sonnabend, den 27. Dezember: Vortrag des Herrn Direktors Paul Pauli Je 2 Vorftellungen. über Feuerbestattung( mit Demonstrationen). Eintritt 20 Pf. inkl. Garderobe. [ 5/ 13* Nachm. 4 Uhr u. abends 7, Uhr. Donnerstagnachmittag 4 Uhr: Nachdem: Gemütliches Beisammensein und Canz. Bär und Schildwache. Sonntag, den 25. Januar 1903, Gesundbrunnen: Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58, und Marienbad, Badstr. 35, in den Gesamträumen des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer No. 15: in beiden Lokalen unter Mitwirkung der Theater- Gesellschaft Bernhard Rose. Rosenthaler Vorstadt: Borussia- Festsäle, Ackerstr. 6/7, unter Mitwirkung des Zitherklubs Alpenveilchen und des Berliner Doppel- Quartetts. Schönhauser Vorstadt: Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10/11, unter Mitwirkung der Norddeutschen Sänger( Führmann, Horst, Walde usw.). Anfang präcife 12 Uhr mittags. Zahlreicher Beteiligung sehen entgegen 220/ 8* Die Komitees. odoobaepsM Freireligiöse Gemeinde Berlin. Am Sonntag, 28. Dezember( 4. Weihnachtsfeiertag) 1902, nachmittags 5 Uhr: Grosses Weihnachts- Fest ( zum Besten des Baufonds) in Louis Kellers sämtlichen Sälen, Koppenstrasse 29, verbunden mit Gr. Künstler- Konzert des Berliner Sinfonie- Orchesters unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters Herrn M. Fischer. Huf allgemeines Verlangen: Drunterund DrüberUeber- Ueber- Brett'!! Mit ganz neuen Nummern, unter persönlicher Leitung des Herrn C. von Ungezogen vor seinem Rücktritt von der Bühne. Sämtliche Nummern werden von Kindern der Gemeinde ausgeführt. 30 neue Nummern. Zur Aufführung gelangen unter andrem: Wie Hanne und Nante das Tanzen lernt. Bibelfest! Hans u. Gretes Weihnachtstraum, Pantomime. Zum Schluss: Weihnachten der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Drei lebende Bilder, Dichtung von Ernst Preczang, arrangiert von A. Hoffmann und B. Schröder. Von 5 Uhr ab im oberen Saal und nach der Vorstellung im großen Saal: Grosser Ball. Während der Vorstellung ist das Rauchen im Saal untersagt. Die Saalthüren bleiben während der Vorträge geschlossen. Alles Nähere das Programm, welches die Mitglieder in den bekannten letstellen der Gemeinde erhalten. 62/5 100 37 or Verein polnischer Socialisten. Charlottenburg. Sonnabend, den 27. Dezember, im Apollo- Saal, Sebastianstr. 39: Zwölftes Stiftungsfest berbunden mit Gesang, Theater- Vorstellung und Tanz. Billet für Herren 75, Damen 50 Pf., Zanz frei. Anfang 6 Uhr. Das Komitee. 12186 1 M. Schmerberg[ 58052* Wilmersdorfer Straße 127, Uhrmacher und Goldarbeiter. Großes Lager von Uhren und Goldwaren zu äußerst billigen Preisen. Zwölftes Stiftungsfest. Künstler- Konzert ( Harmonium, Flügel, Cello, Harfe) ausgeführt von der Berliner Künstler- Vereinigung. Fest- Rede. Recitationen. Gesang. Kassen- Eröffnung 5 Uhr, Anfang 6 Uhr. Billet 50 Pf. Garderobe 15 Pf. Tanz 50 Pf. Nachzahlung. Höchst komische Pantomime. Freitagnachmittag 4 Uhr: Berliner Landpartien. Höchst komische Pantomime zu Wasser und zu Land. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Der lustige Dorfbarhier. Höchst komische Pantomime von sämtlichen Clowns. In sämtlichen Abendvorstellungen: Dahomey. Socialdemokrat. Wahlverein Rixdorf Metropol- Theater. Am 1. Weihnachtsfeiertag, abends 7 Uhr, Heute Donnerstag, 25. Dez: Einmalige Aufführung: in Werneckes fest- Sälen, Rixdorf, Hermannst. 49: Mein Leopold Weihnachts- Vergnügen. Mitwirkende: 235/2 Berliner Sinfonie Orchester.- Richtersches Gesangs: Sextett. Humoristisch- satirische Vorträge. Festrede, gehalten vom Reichstags- Abg. Fritz Zubell. Nach dem Konzert: Ball. Serren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Eintrittskarte 25 Pf. Kinder unter 14 Jahren frei. Kassen- Eröffnung 6 Uhr. Anfang präc. 7 Uhr. Es wird höflichst gebeten, während des Konzerts nicht zu rauchen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Sonnabend, 27. Dezember( 3. Feiertag), in Louis Kellers Festfälen, Koppen Straße Nr. 29: P Weihnachts- Feier bestehend in Konzert, ausgeführt bom Neuen Berliner Konzert- Orchester, Auftreten der Gesellschaft Strzelewicz und Tanz. Die Kinder erhalten am Eingang des Saales ein kleines Weihnachtsgeschenk. Anfang 4 Uhr. Branche der Musikinstrumenten- Arbeiter. 92/14 Sonnabend, 27. d. M.( 3. Weihnachts- Feiertag), im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( großer Saab): Grosses Weihnachts- Vergnügen mit Kinderbescherung. Konzert unter Mitwirkung des Gesangvereins„ Sorgenfrei"( M. d. A.-S.-B.). Dirigent: Herr Musik- Direktor Bleil. Nach dem Konzert: Tanz- Kränzchen. Anfang 5 Uhr. Billet 30 Pf. Herren, welche am Tanz teilnehmen, zahlen 30 Bf. nach. Billets sind bei den Werkstatt- Delegierten sowie im Buveau des Verbandes, Engel- Ufer 15, Bimmer 11, zu haben. 92/15 zu zahlreichem Besuch der Kollegen ladet freundlichst ein Das Komitee. Achtung! Einsetzer. Achtung! Sonntag, 28. Dezember, vorm. 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Versammlung. Lages Ordnung: 1. Bericht der Kommission und Vertrauensleute und Neuwahl derselben. 2. Bericht des Beitragsammlers und Neuwahl desselben. 3. Bericht der Volksstück in 3 Akten und 6 Bildern mit Gesang von Adolf L'Arronge. In Scene gesetzt von Emil Thomas. ,, Weigelt" Emil Thomas a. G. Freitag und die folgenden Tage: Die zwölf Frauen des Japhet. Anfang 28 Uhr. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Tageskaffe 11-12 Uhr. ( Mehsel, Pietro, Britton, MarSteidl, Krone, Böhme, Böckmann, Plättner 2c.) Passage- Theater. Anfang an allen 3 Feiertagen und Sonntag nachmittags 2 Uhr. Ende 11 Uhr nachts. Das Elite- WeihnachtsFest- Programm. Liane Leischner in ihrem Repertoire. Bajerri als Beethoven sensationelle musikalische Recitationen. Kinematograph: Krupps Leichenzug. 14 erstklassige Nummern. Revisoren und Neuwahl derselben. 4. Bericht des Kassierers über den Bernhard Rose- Theater Extrafonds. Regen Besuch erwartet 12/18 Die Kommission. Achtung! Parkettbodenleger. Achtung! Freitag, den 26. Dezember( 2. Feiertag), abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshause( Saal I), Engel- lifer 15: Versammlung mit Frauen. Zages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen R. Ahrens. 2. Branchen- Angelegenheit. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein. Die Kollegen werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen, da der Vortrag ein sehr interessanter ist. Gäste find willkommen. Charlottenburg, Volkshaus, Rosinenstrasse 3. Am Optische Artikel. Dhrlöcher 2. Beihstachtsfeiertag: werden schmerzlos gestochen. wozu ergebenst einladet Großer Ball 11795 Schütze. Badstr. 58. Donnerstag, 25.( 1. Weihn.- Feiertag): Zwischen zwei Herzen. Freitag, 26.( 2. Weihnachts- Feiertag), Adam und Eva. Sonnabend, 27.( 3. Weihn.- Feiertag): Graf Irun. Sonntag, 28. Dez.: Mutterſegen. Mittwoch, 31. Dezember( Silvester): Buntes Theater. Nachher: Gr. Silvester- Ball. Königstadt- Casino. Holzmarktst. 72, Ecke Alexanderst. Täglich erstfl. Specialitäten- Vorstellung. Jed. Mittwoch, Sonnabd. und Sonntag Tanzkränzchen. Anf. 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" " Wir christlichen Traditionen leiste, die Garantie des europäischen die preußische Armee passieren ließen, fo ivar die BeBesisstandes, die Unantastbarkeit des europäischen rechtigung des Schlusses unabweislich, daß ein bewaffnetes Wenn Könige rafen, trägt das Volk den Schaden", so lautet Bundesterritoriums in feiner Totalität und Vorgehen gegen die Schweiz die Großmächte gegen Preußen dem Sinn nach ein sprichwörtlich gebrauchter Vers des Horaz, dessen das heilige Versprechen, mir nach, in und durch vereinigen würde. Daß man sich alles das in den reWahrheit die Landsleute des Satirendichters schon bald nach seiner den Frieden mein treues Neuenburg ohne Bedingungen wieder gierenden Kreisen von Berlin nicht ganz verhehlte, erweist die vorZeit des öftern buchstäblich haben erleben müssen. Der Cäsaren zu verschaffen Danach fannt man sich füglich nicht liegende Aftensammlung. Unter diesen Umständen auf einen Krieg wahnsinn der Caligula, Nero, Domitian usw. ist berüchtigt. Um mehr wundern, wenn er ein paar Jahre früher( 28. September 1851) loszusteuern, bei dem für Preußen günstigstenfalls eine Rieseneins von diesen gekrönten Häuptern herauszugreifen, so war der von einem Kreuzzug der heiligen Alliance gegen die Schweiz träumte, blamage, unter Umständen der völlige Ruin, dagegen unter keinen kaiserliche Dichter und Musiker Nero schon ungefähr ein Jahrzehnt um zu seinem Zwed zu gelangen. Was erstrebt werden muß, ist Umständen eine Förderung irgend welcher wirklichen Staatsintereffen irren Geistes, ehe er durch den Tod die Herrschergewalt einbüßte, das ein Bouleversement( Umsturz) der Schweiz mit vollkommenster zu erwarten stand, mutet als heller Wahnsinn an. Beim König ist Wort auf den Lippen:" Welch ein Künstler stirbt in mir!" Achtung der ehrwürdigen und echt konservativen Kantonalfreiheit. das nicht verwunderlich. Was soll man aber von den Junkerit Aber auch in Zeiten, die der Gegenwart viel näher liegen, In dem daraus wahrscheinlich folgenden Kampfe wird es vielleicht sagen, die bei dem ganzen finn- und Hirnlosen Getobe eifrig mitist der Fall öfter dagewesen, daß regierende Cliquen, um sich im gelingen, die Schweiz zu dismembrieren, und dann kann daran ge- thaten? Besitz der Staatskuppe zu behaupten, einen Unglücklichen, der in die dacht werden, fie dem Deutschen Bunde zu erwerben...." Und so So saß die preußische Staatskunst gegen Ende des Jahres 1856 Frrenanstalt gehört hätte, jahrelang im Besiz der souveränen Ge- weiter mit Grazie im hirnverbranntesten Blödsinn. in einer Klemme, aus der sie eigne Straft nicht herausbringen konnte. walt und also der Möglichkeit, grenzenlosen Schaden zu stiften, be- Man sieht, der König lebte der Ueberzeugung, daß der preußische Die besonnene Haltung der Schweiz, die zwar auch rüstete, aber ließen. Die englische Geschichte hat Georg III., die französische Staat dazu da sei, seinen romantischen Marotten zu dienen. Mit doch die Ruhe nicht verlor, und das vermittelnde Eingreifen eines Karl IX., die russische Baul I. So hat auch Preußen einen König jeder modernen Staatslehre war das natürlich unvereinbar; denn ausländischen Potentaten haben Preußen aus der Tinte geholfen. Während aufzuweisen, von dem das Gleiche gilt: Friedrich IV. Das ganze zwischen Preußen und Neuenburg bestand bloß eine Personalunion. der König einerseits die Schweiz mit Zerschmetterung durch die preußiletzte Jahrzehnt seiner Regierung ist, wenn man bloß das persönliche Friedrich Wilhelm war gar nicht als König von Preußen Fürst von schen Bajonette bedrohte, wandte er sich andrerseits mit wehleidigen BettelMoment in betracht zieht, Krankheitsgeschichte, Material für den Neuenburg, nicht einmal als Hohenzoller, sondern als Prinz von briefen an europäische Fürstlichkeiten, um ihr Mitgefühl rege zu Bathologen. Faßt man aber die Sache unter einem allgemeineren Dranien. Ebenso klar war natürlich, daß Preußen nicht das machen, ihren Beistand zu erwirken. Ein aller Würde bares Schreiben Gesichtspunkte auf, so erscheint sie als eines der schönsten unter den vielen mindeste Interesse an dem Besitz des durch so und so viel dieser Art richtete er z. B. an die Königin Victoria von England, Ruhmesblättern, von denen die Geschichte des preußischen Junkertums dazwischenliegende Länder bon ihm getrennten Landfezzens selbstverständlich ohne jeden Erfolg; der Schluß davon lautet:„ Ich ſtroit. Es kann nämlich nicht der mindeſte Zweifel bestehen, daß die hatte, der infolge seiner geographischen Lage, seiner wirtschaftlichen und lege mich mit wiederholtem Dank zu den Füßen meiner höchstregierende Junkerclique, die Camarilla, um die Unzurechnungs- politischen Zusammenhänge und der Eigenart seiner Bevölkerung für verehrten und geliebten tönigl. Schwester als Ew. M. allerergebenster fähigkeit des Königs schon längere Zeit gewußt hat, ehe sie wider- jeden vernünftigen Menschen offensichtlich mit der Schweiz zu treuester Diener und guter Bruder Friedrich Wilhelm." willig zu der Stellvertretung des Prinzen von Preußen sich verstand; fammen gehörte. Abgesehen aber davon, daß Friedrich Wilhelm kein Dezembermann Napoleon, den er sonst als plebegischen Empor daß sie dem wahnsinnigen König die Hand geboten hat zu den vernünftiger Mensch mehr war, so hatte er auch in gefunden Tagen tömmling und als Erben der Revolution nicht genug verachten und tollsten Streichen in der auswärtigen Politik, um die innere Politit stets bis an den Hals im Feudalismus gesteckt, und zu dieser könig- verabscheuen konnte, hätte er sogar gern sein treues Ländchen am ungestört nach den eignen Interessen lenken zu können. Den Beweis lichen Lieblingsidee du moyen- âge"( des Mittelalters), um mit Jura" in" Verwahrung" gegeben, um feinen Zweck, die Befreiung dafür erbringt jenes tragikomische Kapitel preußischer Geschichte, das feinem Bruder, dem Prinzen von Preußen, zu sprechen, bildete der Gefangenen, zu erreichen. Das famose Aktenstück lautet: als„ Neuenburger Angelegenheit" berüchtigt ist und eben jetzt durch allerdings die Inanspruchnahme des preußischen Staates für den Friedrich Wilhelm von Gottes Gnaden König von Preußen, Fürst den Schlußband der Poschingerschen Publikation aus dem Nachlaß des depoffedierten Fürsten von Neuenburg weiter keinen Widerspruch. von Neuenburg und Vallengin, übergeben im Einverständnis mit Sr. W. Ministerpräsidenten Otto von Manteuffel") eine Vermehrung feines Der groteste Aberwiß lag darin, daß dem König jeder Maßstab für dem Staiſer der Franzosen unser Fürstentum Neuenburg und urkundlichen Materials erfahren hat. Größenverhältnisse abhanden gekommen war, daß er nur seines Ballengin der genannten kaiserl. Majestät in Verwahrung( en dépôt) Der Klimar dieser Affaire fällt in die Wende von 1856 auf 57. treuen Ländchen am Jura" willen alle Machtmittel des preußischen bis zu dem Zeitpunkt, wo die zwischen uns und den SignatarIhre Anfänge aber reichen zurück bis in die nämliche Zeit, wo Staats gegen die neutrale Schweiz zu fehren Luft hatte. Daraus mächten des Londoner Protokolls vom 24. Mai 1852 zu eröffnenden scharfblickenden Beobachtern zuerst klar ward, daß der König schon mußte dann notwendig ein allgemeiner europäischer Konflikt Berhandlungen zu einer Festsetzung über die Zukunft des gedachten mehr als überspannt, daß er nicht mehr normal fei: in das Jahr erwachsen, bei dem Preußen große Gefahr lief, jenen Fürstentums geführt haben. Wir erteilen ferner Sr. Kaiserl. Maj. 1848. Krankhafte Ueberspanntheit verraten ja auch schon Briefe aus 1850 in Dlmüß seiner ersten Hälfte ersten Hälfte nach verwirklichten das Recht, Besatzungen in unsre Schlösser Neuenburg und vormärzlicher Zeit, direkte Zeichen geistiger Gestörtheit wurden erst Wahlspruch des östreichischen leitenden Staatsmanns Schwarzen- Colombier und andre von Sr. M. für zivedmäßig erachtete feitdem auffällig. Herzog Ernst von Koburg z. B. schildert in berg auch in feinem Rest Thatsache werden zu fehen: Plätze zu legen, und stellen dabei keine andre Bedingungen, seinem bekannten Memoireniverk Auftritte, die 1848 zwischen dem il aut havilier la Prusse et puis la démolir"( Man als daß 1. unire seit 4. September des gegenwärtigen Jahres 1856 Stönig und ihm vorgefallen sind und entschieden darauf schließen muß Preußen demütigen und nachher vernichten). Würde das inhaftierten Neuenburger Unterthanen aus der ungerechtfertigten GeLassen, daß der Zerstörungsprozeß im Gehirn des Königs begonnen regierende Junkertum es auf dies Risiko ankommen laffen? fangenschaft entlaffen werden; 2. unfren seit der nämlichen Katastrophe hatte. Januar 1849 ließ sich Friedrich Wilhelms natürlicher Bruder, Daß die nüchternen Geschäftspolitiker der herrschenden Kaste die flüchtigen Unterthanen die freie Rückkehr an ihren heimischen Herd der Graf von Brandenburg, zu Bunsen mit vorsichtiger Reserve Affenliebe ihres Königs zu den Neuenburgern für ganz ungewöhnlich gestattet wird. Wir sprechen gleichzeitig den lebhaften Wunsch aus, daß also aus: Unfres Herrn Kopf ist anders organisiert, dummes Zeug hielten, ist ganz sicher. Ebenso sicher ist aber auch, es Sr. Majestät dem Kaiser der Franzosen gefallen möge, die von der als der andrer Menschen." Zwei Jahre später äußerte sich daß sie den unglücklichen Monarchen in seiner Monomanie univider revolutionären Regierung von Neuenburg und Vallengin unterdrückte Radowitz zu Bunsen über den„ Dualismus" im Wesen des Königs: sprochen ließen und ihn durch diplomatisches Eintreten Preußens für Bourgeoisie in den vollen Besitz ihrer Nechte, Vorrechte und Be" Bunsen meinte darauf, was Radowiz Dualismus nenne, müßte feine Ansprüche direkt darin bestärkten. Sie erreichten auch wirklich sibungen zu versetzen." Daß der König bei Abfassung dieses tollen mit Unredlichkeit oder mit Tollheit enden". Im nämlichen Monat etwas. In einem Londoner Protokoll vom 24. Mai 1852, abgefaßt Wisches nicht mehr bei gefunder Vernunft gewesen ist, liegt auf der Januar des Jahres 1856 vernahm Beckerath das Gerücht, daß der bei Gelegenheit der endgültigen Preisgebung Schleswig- Holsteins Hand und kann auch den Junkern nicht unklar geblieben sein, die König an Gehirnerweichung leide. Thatsachen genug, die zu an Dänemark, erkannten die Mächte das Recht des Preußen- den Vorschlag zur Güte zu Gesicht bekamen. Schlüssen in dieser Richtung berechtigten oder vielmehr nötigten, fönigs auf Neuenburg an.. Das war aber auch alles. Dann Napoleon übernahm es, zwischen König und Eidgenossenschaft zu waren nun auch dem herrschenden Junkertum bekannt, wie aus hätte Friedrich Wilhelm, wie die citierten Briefe an Bunsen vermitteln, offenbar schmeichelte ihm die Rolle des europäischen Schiedszahlreichen Stellen in den Tagebüchern des Generals v. Gerlach beweisen, bei Gelegenheit des orientalischen Striegs gerne fein richters. hervorgeht. Und wenn sonst nichts vorgelegen hätte, das Verhalten verlorenes Schweizerfantönchen als Beute heimgebracht. Mit seinem Es kam denn auch dahin, daß am 15. Januar die gefangenen des Königs in der Neuenburger Angelegenheit hätte spätestens gegen haltlosen Hin- und Herschwanken zwischen Rußland und den Ver- Royalisten ohne Urteil freigelassen und des Landes verwiesen Ausgang des Jahres 1856 auch dem blödesten Auge Klarmachen bündeten verdarb Preußen es aber bloß nach allen Seiten und wurden, nachdem die Schweiz sich vergewiffert hatte, daß sie dann müssen, weß Geistes Kind Friedrich Wilhelm IV. war. erfreute sich so allgemeiner Mißachtung, daß es nicht einmal zu dem endlich vor weiteren komischen Belästigungen durch den Preußenkönig Das Fürstentum Neuenberg und Vallengin am Schweizer Jura Pariser Kongreß eingeladen wurde. Erst zur letzten Sigung wurde verschont bleiben wirde. Preußen brauchte sich also nicht noch unwar während des spanischen Erbfolgekrieges 1707 in die der preußische Ministerpräsident v. Manteuffel zugelassen und machte sterblicher zu blamieren, indem es die angekündigte Mobilmachung Hände der Könige von Preußen gekommen, aber niemals ihren nun am 8. April 1856 den Kongreß auf die welterschütternde wahr machte. übrigen Landen einverleibt worden. Abgesehen von einer furzen Thatsache aufmerksam, daß in Neuenburg die Wiener Verträge ver- Am 5. März 1857 trat dann wieder ein Kongreß der Großmächte in Unterbrechung in den Zeiten der napoleonischen Kriege gehörte das lezt worden seien: ohne eine Miene zu verziehen, aber mit Schweigen Paris zusammen, der den vielen Lärm um nichts definitiv aus der Ländchen, das auf ganzen 13 Quadratmeilen etwa 70 000 Menschen nahm der hohe Rat Europas die wichtige Mitteilung auf. Sein Welt schaffen sollte. Die erhebende Aufgabe wurde in der Weise zählte, bis 1848 den Hohenzollern und brachte ihnen jährlich die Mensch nahm die Sache ernst, und auch die junkerlichen Machthaber gelöst, daß der König alle Herrschaftsrechte in Neuenburg gegen eine gewaltige Summe von 25 000 Thaler ein. Außerdem aber war es versahen sich wohl keiner weiteren Komplikationen. Entschädigung von 2 Millionen Frank aufgab. Hierauf verzichtete er jeit 1815 ein Kanton der Schweizer Republik. Diese originelle Es kam aber anders. In Neuenburg gab es eine royalistische großmütig, dagegen behielt er sich den unschäßbaren Titel Fürst von Mischung von Republik und Monarchie mochte halbwegs angehen, Partei", die sogenannte Bourgeoisie de Neufchâtel, eine Anzahl Neuenburg und Ballengin" vor. Er trug sich dann noch mit der so lange die Schweiz bloß ein ganz loderer Staatenbund von aristokratischer Familien, deren frühere Pribilegien mit dem Fürstentum weisen Absicht, auf die große Tragikomödie, die mit dem 3. SepTonservativen Kantonen war. Als sie sich aber 1848 in einen zusammen abgeschafft worden waren. Ihre Absicht, beides miteins tember 1856 angehoben hatte, eine Medaille schlagen zu laffent. demokratischen Bundesstaat umwandelte, da ward das Abhängigkeits- burch ein Konterrevolutiönchen wiederherzustellen, war in Berlin bekannt. Diese Dummheit wenigstens haben ihm seine Ratgeber ausgeredet. verhältnis des Kantons Neuenburg zu einem ausländischen Poten- Der König und seine Umgebung leugneten nachher, die mißvergnügten Ein paar Monate später im Oktober 1857 wurde der taten unhaltbar. Jm März 1848 verjagte ein Freischarenzug, der Neuenburger zu einem Butsch angeftiftet zu haben; im Gegenteil Wahnsinn des Königs so offenlundig, daß die Kamarilla, der Not von Chaux- de- Fonds ausging, den Statthalter Friedrich Wilhelms IV. wollten sie davon abgemahnt haben., Jedenfalls aber die Neufchateler gehorchend, nicht dem eignen Triebe, darauf verzichten mußte, ihn noch aus Neuenburg, und es etablierte sich eine revolutionäre Regierung, Aristokraten schlugen in bestimmter Erivartung preußischen Beistandes länger für regierungsfähig auszugeben. Die Junker wußten es aber die alsbald die Rechte des Königs von Preußen für erloschen erklärte. am 3. September 1856 los: eine Schar Royalisten unter dem Grafen noch ein Jahr lang zu verhindern, daß der Prinz von Preußen Die Eidgenossenschaft bestätigte die neue republikanische Verfassung Pourtalès und dem Oberstlieutenant de Meuron überfiel das Neuen verfassungsmäßig tegent wurde. So lange mußte er sich mit des Kantons, ohne sich im mindesten an den papierenen Brotest zu burger Schloß, verhaftete die republikanische Regierung und rief den beschränkten Befugnissen eines Stellvertreters" begnügen, stören, womit Friedrich Wilhelm sofort aufwartete. Das Duodez- Friedrich Wilhelm IV. von neuem zum Fürsten von Neuenburg aus. welche Kategorie die Junker erytra erfunden hatten, um sich revolutiünchen blieb damals während der gewaltigen Stürme, die Der reaktionäre Spaß dauerte nicht lange; denn schon am folgenden so lange wie möglich noch am Staatsruder zu behaupten. über Europa dahinbrausten, so gut wie unbemerkt. Aber der Tage nahmen die Republikaner, hinter denen das ganze Volk des Sie machten sogar den Versuch, durch die Hofkabale die Preußentönig forgte schon noch dafür, daß der Name Neuenburg in Stantons stand, das Schloß wieder ein und machten 150 Nohalisten Königin Elisabeth an die Stelle des Prinzen zu bringen, der ihnen aller Leute Mund kam, indem er um die Sache ein Lärmen schlug, zu Gefangenen. Seitens der Schweizer Standesbehörden wurde nicht gewogen war und von dem sie das Ende ihrer Herrlichkeit als wenn das kostbarste Juwel aus feiner Krone herausgebrochen dann, wie ihr gutes Recht war, ein Prozeß gegen die verhafteten befürchteten. Ihre Verfeindung mit dem Thronfolger war denn auch tonservativen Umstürzler eingeleitet. in letzter Linie der Grund, warum sie dem franken Könige in der Es verging freilich noch eine Reihe Jahre, ehe zur akuten Krisis Diese Nachrichten versetzten den König in einen wahren Neuenburger Angelegenheit soweit den Willen thaten. Wollten sie gedieh, was selbst der nationalliberale Professor Jäger die arm Paroyysmus der Wut und des Kummers und veranlaßten ihn, alle ihn davon abhalten, aus dieser firen Idee heraus Dummheiten zu feligste Bagatelle" nennt, welche jemals die hohe Politik beschäftigt Hebel in Bewegung zu setzen, um mindestens die gefangenen Royalisten machen, so gab es bloß ein Mittel dazu: Entmündigung zu hat." Dem erleuchteten Verstande des Königs aber erschien die zu befreien, womöglich aber feine Souveränetät in Neuenburg Gunsten des Prinzen von Preußen. Das aber hieß den Ast, worauf Affaire keineswegs als eine Bagatelle, sondern geradezu als der Dreh- wiederherzustellen. Das nächste halbe Jahr wurde mm die aus fie saßen, selber abfägen. Lieber ließ ihr bewährter Batriotismus und Angelpunkt feiner ganzen Bolitik, als ihr Alpha und Omega. Wie wärtige Politik Preußens von der Neuenburger Haupt- und Staats- Breußen zum Gespött von ganz Europa werden, lieber sehr die Wiedererlangung von Neuenburg ihm zur firen Jdee geworden aktion dermaßen beherrscht, daß in der vorliegenden Urkunden wollten die Kreuz- Zeitungs"-Ritter für die Wahnideen eines Tollwar, zeigen besonders schlagend zwei Briefe des Königs an Bunsen fammlung, in der ungefähr hundert Seiten darüber handeln, ein häusters zu Felde ziehen unter dem adligen Wahlspruch:„ Mit Gott vom 9. und 29. Jamuar 1854, worin mit dürren Worten gesagt ist, Pariser Bericht des Grafen Haßfeldt an Manteuffel fagen tann: für König und Vaterland". daß alles andre hinter jenem Herzenswunsche zurückstehen müsse. Ueber andre Sachen als Neuenburg habe ich teine Zeit zu schreiben, Drei Fragen sind für den König in dieser Zeit, da der Krimkrieg aus- obwohl manches interessiert." Das war bei der Ausdehnung, die bricht, brennend: 1. die orientalische, 2. die Frage der Christen- der tragikomische Handel mittlerweile angenommen hatte, durchaus emancipation in der Türkei und 3. Welsch- Neuenburg( ört! teine lebertreibung. Preußen hatte alsbald und kategorisch von der hört!), denn, soll ich Großbritannien in diesen Wirren Dienste leisten, Schweiz bedingungslose Freigabe der Gefangenen verlangt, was so ist der Preis, die conditio sine qua non die Wiederherstellung die Republik rundweg ablehnte, wenn nicht als Vorbedingung meiner Autorität über und der Legitimität meines lieben, treuen, der formelle Verzicht Friedrich Wilhelms auf Neuenburg unter die Füße der Gottlosen zertretenen Ländchens am Jura". erfolge. Und begann fn Preußen ein wvistes Numero 3 aber ist die Hauptsache. Da die dritte brennende( in Säbelgerassel, das durchaus nicht bloßes Theater war. Die giebt nichts Langweiligeres und Falscheres als die Darstellung der meinem Herzen und meiner Fürstenpflicht brennende) Frage Reservisten wurden im Herbst 1856 bei den Fahnen behalten, und im obigen bereits genugfam charakterisiert ist als die, welche am 1., später am 15. Januar 1857 follten acht Divisionen mobil meinem Verhalten in den andren zwei Fragen als Be- gemacht werden. Eine Heeresmacht von 130 000 Mann unter dem wegungs- und Lebensprincip dient, so schweige ich, so klage ich Oberbefehl des Generaladjutanten Graf von der Gröben sollte in nicht mehr, obgleich obgleich die bittere Klage eines verwundeten die Schweiz einfallen, um die Eidgenossenschaft zur Herausgabe Giebt es eine Möglichkeit, Weltgeschichte in Bildern zu geben, Gemüts nimmer schweigt." Noch toller geht der König in dem Neuenburgs und der Gefangenen zu zwingen. hier ist sie! Oder wenigstens hier ist die Richung angezeigt, in der andren Brief ins Zeug. Ich fühle mich in meinem Ablehnen nach Die projektierte Schweizerreise der preußischen Armee hatte bloß allein die mögliche vollständige Lösung des Problems gegeben ist. West und Ost recht, fest und sehr getroft. So fühl ich mich aber auch einen leinen Halen, der auch dem getrübten Auge des Königs nicht Gerade für den Nichthistoriker, für den wenig Gebildeten, aber im Worthalten und Bundestreue. Täuschen Sie sich nicht und sagen ganz unbemerit bleiben konnte. Preußen stieß nirgendwo direkt an Bildungsbedürftigen ist dieses Buch eine ganz unschäßbare Quelle Sie den britischen Staatsmännern ins Ohr oder auf dem Markt: Die Schweiz; um dahin zu gelangen, mußten die preußischen Truppen der Anregung und der Belehrung. Im Spiel gewissermaßen führt Ich laſſe Deſtreich nicht durch die Revolution angreifen( betti bas gebiet Ich lasse Destreich nicht durch die Revolution angreifen( deren das Gebiet verschiedener souveräner Bundesstaaten passieren. es in die vielverfchlungenen Labyrinthe geschichtlicher MenschheitsZündkraft ich kenne), ohne das Schwert zu seiner Hilfe Wenn sie also nicht fliegen sollten, mußte mant von den schicksale hinein, und eindringlicher, flarer oft und inapper als die zu ziehen. Ich verlange als Preis meiner echten und Süddeutschen die Durchzugserlaubnis zugestanden bekommen. Damit Kunst eines großen Geschichtsschreibers, eröffnet uns mitunter ein autonomen Neutralität, als Preis des Dienstes, welchen ich das haperte es aber. Der Bundestag faßte awar einen unverbindlichen Kleines Bildchen, das kaum ein Sechstel einer Buchfeite bedeckt, weite durch England in dem unseligen Bruche mit Rußland und den Beschluß zu Gunsten der preußischen Ansprüche. Aber Leute, die Einblicke in die Geheimnisse längst vergangener Perioden. über dem Kriegsgefchrei noch nicht ganz die Befinmung verloren Es ist erstaunlich, was so ein kleines Bildchen uns alles sagt! wäre. n " " Weltgefchichte in Karikatur. Eduard Fuchs. Die Karikatur der europäischen Völker vom Altertum bis zur Gegenwart. Mit 500 Illustrationen und 60 Beilagen hervorragender und feltener Sunstblätter in Schwarz- und Farben druck, Berlin. 2. Auflage. A. Hofmann u. Comp. Eine Weltgeschichte in Bildern aber in furzweiligen! Es Geschichte durch Aufreihung von Historienbildern zu versuchen. Die Leute, die Geschichte malen, müßten so tiefgründige Gelehrte und zugleich so gewaltige Stünstler sein, wie es die Piloty und Nachfolger nie gewesen sind. *) Preußens auswärtige Politik 1850-1858. Unveröffentlichte hatten, argwöhnten mit gutem Grunde, daß Destreich Preußen in Gs lehrt uns Vertrauen zu haben zu unsrem Erkenntnisvermögen, Dokumente aus dem Nachlaß des Ministerpräsidenten Otto Freiherrn eine Falle loden wolle, aus der es nur mit Ginbüßung auch des denn es bringt uns das Menschliche, das allen Zeiten gemeinsam ist, v. Manteuffel. Herausgegeben von Heinrich v. Poschinger. Dritter legten Reftes von Prestige herauskommen fönne. Und selbst zu deutlichem Bewußtsein: Gute und schlimme Charakterseiten, Band: 1854-1858. Berlin, 1902. G. S. Mittler und Sohn. den Fall setzte, daß die Süddeutschen wirklich Freuden und Leiden, Qualen und Gemüsse. Es schlägt Brüden über Jahrhunderte und zaubert Ausschnitte der Vergangenheit lebendig in| Sogarth, Goya, Daumier, gewinnen den Platz, der ihnen gebührt. I wird daraus lernen, daß ein guter Karikaturist besser ist als ein ufre lebendige Gegenwart hinein. Dringen wir nur vier, fünf Jahr- Die Reproduktionen sind zumeist vortrefflich gelungen. Schon sein mittelmäßiger Maler, daß die Karikaturen dem bildenden Künstler Hunderte zurück, befassen wir uns mit der Geschichte fremder Länder, Bildermaterial, das mit großer Sorgfalt und unendlichem Sammel- Mittel an die Hand giebt, mit der Macht des Genies in den Lauf dann sind die meisten auch der Gebildeten auf Nachrichten aus fleiß zusammengestellt ist, allein würde das Buch zu einem wert- der Geschehnisse einzugreifen, daß nicht nur schwankende Tageszweiter und dritter Hand angewiesen. Die Runenschrift der Per- vollen Besize machen. berühmtheit, sondern unsterblicher Ruhm aus dem Boden diefer gamente, die Sprache fremder Länder ist nur für Höchst Gerade die Fülle der Anschaulichkeiten, mit der der Verfasser Kunst blüht. Der Politiker aber wird mehr und mehr einsehen, gebilde, wenn nicht gar nur für Fachgelehrte, ein Quell dieses Buches seinen Tert ausstattete, schienen für diesen letzteren daß neben dem geschriebenen und gesprochenen Worte auch die unmittelbarer Erkenntnis. In diesen Karikaturen aber reden eine große Gefahr zu sein. Ein trocken thatsächlicher Bericht zeichnerische Darstellung eine unschäzbare Waffe im Kampfe des alte Handschriften, vergilbte Bücher und fremde Völker eine würde sich zu den Illustrationen in unangenehm fühlbaren Gegen- Tages ist. " Sprache, die jedem verständlich ist. Daß durch das Buch von Fuchs fat gestellt haben, eine allzu enge Anpassung an das vorhandene Die Karikatur mußte im lebendigsten Zusammenhange mit der auch Historiker von Fach auf die Bedeutung der Karikatur als Bildermaterial hätte den Text zur Bedeutung eines neben Beit gezeigt werden, aus der sie entstanden ist. Denn sie ist allemal Quelle erst eindringlich hingewiesen werden, ist eine Sache für sich. sächlichen Beiwerks herabgedrückt. Fuchs hat beide Ge- die künstlerische Reaktion auf politische und sittengeschichtliche Reize. Für die Volksbildung wird dieses Buch wertvoll, weil aus fahren gefchickt umgangen; er konnte es, weil seiner ganzen Mit großer Anschaulichkeit hat Fuchs das Ziel gewiesen, auf das ihm die Quellen selbständiger Geschichtsbetrachtung für jeden fließen. tertlichen Darstellung ein einheitlicher Gedanke zu Grunde sich ihre Pfeile richteten, den Gegensatz angezeigt zwischen den sittDiese Karikaturen zeigen aber auch, wie eine bewußte tempera- liegt. Fuchs ist durchdrungen von der Bedeutung seiner Aufgabe. lichen Empfindungen, die aus jenen Linien sprechen und den Zumentvolle Subjektivität eine tausendmal bessere Lehrmeisterin ist als Er erkennt in der Karikatur kein Mittel leichtfertigen Amusements, ständen, gegen die sich ihre zornige Sprache wendet. Vielleicht wäre die scheinbare, nie wirkliche, weil stets unmögliche Objektivität. Das sondern eine vollwertige Kunst und zugleich einen wichtigen Fattor es gerade im Interesse seines Zweckes auch gut gewesen, wenn er Historienbild will objektiv sein, die Karikatur ist bewußt subjektiv. der weltgeschichtlichen Entwicklung. Wize machen ist eine sehr, sehr seine Helden, öfter als er es thut, nicht nur im Gegensatz zu Partei, Partei, wer sollte sie nicht nehmen!" flingt es hundertfach ernste Sache... vielleicht die ernsteste." Diefes Wort, mit ihrer Zeit gezeigt, sondern auch die geistigen und politischen aus diesen Blättern. Wir mögen der Tendenz der wiedergegebenen dem er vorliegenden ersten Band seines Buches schließt, spricht aus, Strömungen schärfer gekennzeichnet hätte, innerhalb derer sie gewirkt Zeichnung begeistert zustimmen oder sie leidenschaftlich verwerfen, was auf jedem seiner Blätter zu beweisen versucht und auch be- haben. In einzelnen Fällen hat er auf litterarische Parallelimmer sind wir doch zu einer persönlichen Auseinandersezung ge- wiesen wird. erscheinungen hingewiesen wie auf Fischart, auf Rabelais; eine nötigt. Und so leben wir uns, ehe wir uns dessen bewußt werden, Die Erhebung der Karifatur aber aus dem Range einer Neben größere Häufigkeit solcher Hinweise würde die Zwecke des Werkes in den Geist alter Zeiten ein. Indem wir für sie oder gegen sie oder Afterkunst zur Stufe künstlerischer Ebenbürtigkeit, die wohl noch ein gutes Stück weitergefördert haben. Partei ergreifen, werden alle diese Toten in uns lebendig. Erkenntnis der großen sittlichen und geistigen Befreiungs- Wir besigen noch keine irgendwie ausreichende Geschichte Bald gewöhnen wir uns auch, das Grobe vom Feinen, das Un- thaten, an denen sie rastlos mitgewirkt hat, soll nicht der Satire, der litterarischen und der künstlerischen zusammenbeholfene vom künstlerisch Vollendeten zu unterscheiden, nicht bloß bloß als historisches Urteil anerkannt, sondern in die genommen. Wir dürfen froh sein, daß wir vorläufig wenigstens unfre Kenntnis der politischen und der Kulturgeschichte, auch die der Praxis der Gegenwart umgesetzt werden. Das ist vielleicht das eine Geschichte der Karikatur haben, oder bekommen der zweite Kun si geschichte wird neu befruchtet. Die großen Perioden der Wichtigste, was man aus der Geschichte der Karikatur lernt, lernen Band, der die Zeit von 1848 bis zur Gegenwart umfassen soll, steht Kunst finden hier ihre fröhliche oder geistreiche Spiegelung, be- muß, weil es sich uns als natürliche Folgerung aller geschichtlichen noch aus- und dürfen hoffen, daß einmal noch das ganze Werk rühmte Namen tauchen auf: Dürer, Lucas Cranach, Michelangelo, Voraussetzungen von selbst aufdrängt. Und da wird der Grund- geschrieben werden wird, zu dem diese Geschichte der Karikatur ein Leonardo da Vinci, Größen der karikaturistischen Kunst, die den gedanke dieses Buches wohl auch für Künstler und Politiker das dankenswerter Beitrag ist. Vergleich mit andren künstlerischen Größen leicht aufnehmen. erste Glied selbständiger Gedankenreihen werden. Der Künstler ―r. Manoli- Cigaretten Goldene Medaille Weltausstellung Paris 1900. Besonders zu empfehlen: D. R. W. Z. 17 855. Letzte Neuheiten. Jedes Wort: 5 Pfennig. 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