Ur. 303. 19. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: 0 Abonnements Preis pränumerando. Vierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags, Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1902 unter Nr. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Erscheint täglich aufer Montage. Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pig. ( nur das erste Wort fett). Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffnet. Zelegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Abonnements- Einladung. Mit dem 1. Januar 1903 eröffnen wir ein neues Abonnement auf den„ Vorwärts" mit seinem wöchentlich fünfmal erscheinenden Unterhaltungsblatt und der Sonntagsbeilage ,, Die Heue Welt". Für Berlin nehmen sämtliche Zeitungsspediteure sowie unsre Expedition, Lindenstrasse 69, Bestellungen entgegen zum monatlichen 1 Mark 10 Pfennig frei ins Haus. Für das übrige Deutschland nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen zum Preise von Preise von Dienstag, den 30. Dezember 1902. V Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. den Parteien als Rubekissen für das schlechte Gewissen von Rußen zusprechen, daß nur deshalb für die Schule tein Geld da sei, weil war, sofort auf die zu Tage tretenden Unzulänglichkeiten hinwiesen die Flotte und das Heer das meiste Geld verbrauchen. und so viel als möglich auf deren Beseitigung drängten. Aber ihre Auch einige städtische Lehrer, besonders aus der Rheingegend, Wünsche, Beschwerden und Bitten begegneten tauben Ohren. vertraten die Forderungen der Landlehrer. Es war recht erfreulich, och am 8. und am 17. Juni dieses Jahres berief sich im daß ein so alter Führer innerhalb der deutschen Lehrerschaft wie preußischen Abgeordnetenhause ein Regierungskommissar gegenüber Bades Köln mit Nachdruck erklärte, daß ein Festhalten an den zahlreichen Maffenpetitionen von Lehrern aus Posen, Ostpreußen, Forderungen von 1891 einen Rückschritt bedeute. Die TeuerungsPommern und Brandenburg auf die bezeichnende Bemerkung am unterschiede seien heutzutage nicht mehr erheblich; die LeistungsSchluß der Ausführungsanweisung zum Besoldungsgesetz, daß die unfähigkeit der Gemeinde gehe die Lehrer nichts an. Der Staat Neuregelung der Besoldungen für die Besoldungsbewegung auf ab- habe in solchem Fall einzugreifen. Das Wort Zukunftsmusik schrecke sehbare Zeit einen Abschluß bilden soll und ein ausreichender Anlaß ihn nicht. Auch von seinen eignen Forderungen habe der Ausschuß wärtig nicht vorliegt." für eine Revision der Ausführung des Lehrerbesoldungs- Gesezes gegen- zugegeben, daß sie so bald noch nicht verwirklicht werden würden, sie seien also auch Zukunftsmusik. Fordern die Lehrer wenig, so bekommen sie nichts. Wenn die Lehrer sich selbst so niedrig einschätzten, so dürften sie sich nicht wundern, wenn sie auch von andren niedrig eingeschäßt würden. Wenn die Forderungen der Landlehrer viel Geld fosten, ja, was gehe das die Lehrer an. Wenn die Schule das einstige Kulturelement fei, als das sie hingestellt werde, so müsse der Staat die Gelder aufbringen. Ein stürmisches Bravo folgte diesen für einen Lehrertag immerhin entschiedenen Worten. Die Lehrer haben sich damit aber nicht zufrieden gegeben. Da 1 Mark 10 Pfennig pro Monat der Einzelkampf in den Orten und Provinzen keinen Erfolg brachte, so gewann der Plan immer festere Gestalt, durch eine einmütige, ( ausschliesslich 14 Pfennig pro Monat Bestellgeld) entgegen.( Ein- imposante Kundgebung der preußischen Lehrerschaft die Wünsche auf getragen ist der ,, Vorwärts" in der Post- Zeitungsliste unter Ir. 8203.) Hevison des Besoldungsgesetzes vor das Ohr der Regierung, der Die Einziehung des Zeitungsgeldes von den bisherigen Post- fonftigen maßgebenden Instanzen und der Deffentlichkeit zu bringen. abonnenten erfolgt gegen Quittung durch die Briefträger, die zur Der zweite preußische Lehrertag am Sonnabend war die Ausführung vollgültigen Quittungsleistung berechtigt sind. dieses Planes. Neu hinzutretende Postabonnenten können die Zustellung der Zeitung und die Einzahlung des Zeitungsgeldes auch schriftlich bei der zuständigen Postanstalt beantragen. Für derartige Bestellfchreiben etc. wird eine Gebühr nicht erhoben. Ländern. " " Nicht minder resolut äußerte sich ein Lehrer aus dem Berliner Er ist nur zum Teil gelungen. Die Führer der preußischen Vorort Lichtenberg. Wenn man 1200 M. beschließen wolle, so hätte Lehrerbewegung, insbesondere der geschäftsführende Ausschuß des man lieber zu Hause bleiben sollen. Solche Bescheidenheit möge zweiten Lehrertages sind sehr vorsichtige Leute, die staatsmännisch" wohl der Tradition" entsprechen, aber nicht genüge sie den Wünschen vorgehen und dadurch am meisten zu erhalten hoffen, daß sie mög- der Lehrer. Er fei gern bereit, mit dieser Tradition zu brechen. Es Im Auslande kann der Vorwärts" gleichfalls bei der Post lichst wenig fordern und der Stimmung der Regierung und der komme ihm so vor, als ob man hier in einer Versammlung bestellt werden; der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich 5 Fr. andern einflußreichen Fattoren Rechnung tragen. So beschränkten von Regierungskommissaren sei. Die Theorie des Ausschusses 1 Cts. in Belgien, 3 Fl. in Holland, 3 Kr. 59 Oere in Dänemark, fie fich in der Hauptsache darauf, dem Lehrertage als Forderungen fpiegele folgendes Beispiel wieder: Sagt ein Knabe: Vater 5 Cire 71 Cts. in Italien, 5 Fr. 15 Cts. in Luxemburg, 4 Kr. 66 Heller nochmals dieselben Wünsche und Forderungen zur Beschlußfaffung ich habe Hunger", so bekomme er etwas; fagt aber der in Oestreich- Ungarn, 6 Fr. 10 Cts. in Rumänien, 4 Kr. 17 Oere in zu empfehlen, die schon der erste preußische Lehrertag im Senabe: Vater ich habe großen Hunger", so bekomme er nichts. Schweden, 5 Fr. in der Schweiz; 9 Mark in Frankreich, England, ahre 1891 aufgestellt hatte, nämlich ein Grundgehalt von Redner verlange gerade aus taktischen Gründen 1500 M. Wenn Spanien und Portugal, den Vereinigten Staaten von Nordamerika mindestens 1200 m. und Alterszulagen in Höhe von mindestens es schon ohne Kompromisse, ohne Kuhhandel" und" mittlere Linie" und andren zum Weltpostverein gehörenden aussereuropäischen 150 9. Die Herren bemerkten zur Erflärung ihrer Bescheidenheit, nicht abgehe, so hätten die Lehrer keine Ursache, diese mittlere Linie Unter Kreuzband direkt von der Expedition bezogen kostet der da fie nicht Zukunftsmusik treiben, sondern praktische Arbeit daß sie den weitergehenden Wünschen nicht Rechnung tragen fönnten, zu ziehen. Das könnten sie andern überlassen. Vorwärts" pro Monat 2 Mark innerhalb Deutschlands und seiner für die schlechtestgestellten preußischen Lehrer leisten wollten. Sonnabend auf den Grundton abgestimmt gewesen, den dieser Wäre die ganze Kundgebung der preußischen Lehrerschaft am Kolonien, in Oestreich- Ungarn und Luxemburg, im Ausland 3 Mark Einige besonders Eingeweihte verrieten noch interessante That- Redner anschlug, so hätte sie einen größeren Wert gehabt. Hätte pränumerando. fachen. So erzählte ein älterer Lehrer aus Langfuhr bei Danzig, die Lehrerschaft einmütig und mit mannhafter Energie ihr gutes Recht Redaktion und Expedition des Vorwärts". Daß er als Vorsitzender bei höheren Forderungen von dem Re- berlangt unter Hinweis auf die beschämenden Gehaltsverhältnisse gierungspräsidenten und von ähnlichen Beamten, mit denen er vieler Tausender von Lehrern, hätte sie auf Anerkennung der ebenso zunächst zu thun hätte, angefahren werden würde: Was wollen bescheidenen wie berechtigten Forderungen der Landlehrer eine BeSie! Kommen Sie mir nicht mit solchen Forderungen!" Dem geisterung für ihre Bewegung bis in die entfernteste Schulhütte gealten Manne schien noch nie eine Erkenntnis davon aufgegangen zu tragen, hätte sie vielleicht auch noch ein entschieden abgefaßtes Manifein, daß sich einen solchen Unteroffizierston nur derjenige gefallen fest im Hinblick auf die bevorstehenden Landtagswahlen beschlossen, läßt, der ihn verdient. Ein andrer, der langjährige erste Führer so würde sie ohne Zukunftsmufit zu treiben ihrer Sache mehr der preußischen Lehrerschaft, Schröder aus Magdeburg, prunfte genügt haben. Sie hätte der Regierung gezeigt, daß die ewig" geVorwärts mit Mäßigung und Besonnenheit, aber fest und be- felbstgefällig mit seinen Bekanntschaften mit den verstorbenen duldigen Lehrer endlich sich auf ihre Würde befinnen und berharrlich!" 1- Mit diesen Worten schloß der erste Referent auf dem Ministern Bosse und Miquel. Wer schon Audienzen mitgemacht langen statt demütig zu bitten; auf die Regierung würde ein der= am dritten Weihnachtstage in Magdeburg stattgehabten zweiten habe, wisse, wie notwendig bescheidene Forderungen feien; ein artig entschiedener Ton erheblich mehr Eindruck gemacht haben wie preußischen Lehrertage seine Begründung der Notwendigkeit einer andrer verstände eben nicht viel davon. Die Lehrer dürften nur als das vorsichtige Bittgesuch des Ausschusses. Revision des preußischen Lehrerbefoldungs- Bittende kommen; wenn ihnen die Thür vor der Nase zugemacht Bedauerlich ist es, daß gerade die Berliner Lehrer ein Kompromiß Gesezes vom 3. März 1897. So weit die Beschlüsse des würde, müßten fie schön warten. anregten, auf das sich schließlich die Mehrheit einigte. Der bekannte Lehrertages in Betracht kommen, ist diese„ maßvolle" und„ besonnene" Man begreift, daß bei solcher Führerschaft die Lehrer sich noch Tews, der nie fehlt, wenn es Gegenfäße zu verkleistern und einer Parole auch befolgt worden. In den Verhandlungen felbst brach feine selbständige Stellung und noch nicht mehr Respekt haben ver- flaren Stellungnahme auszuweichen gilt, war der Vater der jedoch mehr als einmal ein sehr entschiedener Ton durch, der sich offen schaffen können. Um so erfreulicher waren die kräftigen und schlag- Kompromißanträge. Statt der unzweideutigen Gleichstellung der auflehnte gegen die„ mäßige" und" besonnene" Tradition des Lehrer- fertigen Argumente der Opposition. Was sie verlangte, war jo Lehrer forderte Tews in seinem Antrage mit vielem Wortgedrechsel vereins und ein rascheres Vorwärtsschreiten und resoluteres Fordern bescheiden, daß auf diese Forderungen noch reichlich das begeisterte Selbstverständliches und statt der 1500 m. verlangte er 1350 M. verlangte. Lob der Mäßigkeit seitens der staatsmännischen" Herren vom Ausschuß gepaßt hätte. Sie wollten ein Grundgehalt von mindestens 1500 M. und Alterszulagen von mindestens 200 M., und zwar follte dies gleichmäßig für alle preußischen Lehrer in der Stadt und auf dem Lande gelten. Der zweite preußische Lehrertag. Es wird uns geschrieben: " Es ist ein erfreuliches Zeichen, daß eine derartige Strömung auf einem preußischen Lehrertage sich endlich in aller Deffentlichkeit Gehör zu verschaffen wußte, und nicht minder erfreulich ist die weitere Thatsache, daß die außer den 119 offiziellen Delegierten auf dem Lehrertage anwesenden Volksschullehrer es mögen an 1000 gewesen sein- den Wortführern der radikalen Gruppe besonders stürmischen Beifall zollten. Auf der deutschen Lehrerversammlung in Hamburg im Jahre 1896 rief noch ein Redner pathetisch aus: Wer erschöpft Geduld und Zähigkeit der deutschen Lehrer! Es scheint, als ob es endlich mit der Geduld ein wenig zur Neige geht. Und das ist gut so. Hoffentlich gelingt es im Laufe der Zeit den radikaleren Elementen in der deutschen Lehrerbewegung, den Staatsmännern" und Kompromißlern das Heft aus der Hand zu winden. Zur Rede Millerands. " Besonders die Forderung der„ Gleichstellung aller 2ehrer" hatte schon in der Diskussion in der Fachpresse eine große In Erividerung auf die Zuschrift des jaurèsistischen ParteiRolle gespielt, und um sie drehte sich auch am Sonnabend haupt mitgliedes"( Nr. 296) schreibt unser Bariser Korrespondent: sächlich die Debatte. Die Landlehrer empfinden die ihnen durch die Ein französisches Sprichwort sagt: Man kann nicht alle Welt und weitaus geringere Besoldung zugefügte fociale Ungerechtigkeit sehr zugleich seinen Vater zufriedenstellen". Es ist auch unmöglich, dem schwer und sie wenden sich an ihre beffer situierten Kollegen in der allerwelts- Socialismus Millerands und zugleich dem proletarischen Stadt um Hilfe. Diefe weigern sich aber unter teils sehr nichtigen immer wieder von diesem Socialismus ab, bis schließlich in der letzten Socialismus gerecht zu werden. Denn Millerand rückte immer und Daß die Unzufriedenheit zunächst und am kräftigsten bei der Gründen. Pariser Rede das Wesen seines Socialismus" fich offenkundig ungenügenden Besoldung der Lehrer einsetzt, ist durchaus Charakteristisch ist die Erscheinung, daß die Landlehrer, die als" Bourgeois- Socialismus" gezeigt hat, der nur noch nach oben begreiflich. Die Besoldung der Volksschullehrer ist durch die Jahr- finanziell am wenigsten von dem sonstigen Proletariat zu unter durch die socialistische Phrase mit dem Socialismus( ohne Gänsehunderte hindurch bis auf den heutigen Tag eine durchaus un- fcheiden find, auch am meisten proletarisches Bewußtsein und prole- füßchen) verbunden bleibt. Wer auf dem Standpunkt des prole= genügende und unwürdige gewesen. Es scheint beinahe, als ob der tarische Energie von ihren Leidensgenossen mit der schwieligen Faust tarischen Socialismus steht, wird daher das Wesen der MillerandStaat an den darbenden Lehrern, besonders an den Landlehrern, angenommen zu haben scheinen. Allerdings: schwielige Hände giebt schen Anschauungen von den„ einschränkenden" socialistischen Phrasen ein Erempel hat statuieren wollen, bis zu welcher niedrigsten Grenze es auch in der Lehrerwohnung auf dem Lande. Ein schlichter Land- unterscheiden müssen und den ausgiebigen Gebrauch, den Millerand fich gewisse Schichten des Bürgertums ausbeuten und entwürdigen lehrer rief seinen Kollegen zu, falls sie vielleicht nicht begreifen trotz alledem von diesen Phrasen macht, nur bedauern können. Dieses Verhältnis habe ich in meiner angefochtenen Korrelassen, ohne„ Geduld und Zähigkeit" zu verlieren. fönnten, wie ein Landlehrer mit dem viel geringeren Gehalt aus- spondenz( Nr. 288) in den Worten flar angedeutet: Millerand hat Erst seit dem 20. März 1897 existiert eine gefeßliche Regelung fomme und wenn sie dies etwa auf das Conto billiger Lebens- wohl den intimsten Inhalt feines Socialismus" mit erquidenber der preußischen Lehrerbesoldung. Die Vorgeschichte dazu dürfte noch verhältnisse auf dem Lande zu setzen geneigt sein sollten:" Sehen Offenheit in der Sache, iv enn auch nicht in der Form, darbekannt sein. Ein etwas weitergehendes Gesetz war im Jahre vor Sie fich einmal die harten schwieligen hände unsrer gelegt." Millerands Verteidiger, ein jaurèfistisches Parteimitglied". her hohnlächelnd von dem preußischen Landtag in den Papierkorb Frauen an, die uns helfen mit 900 M. auszukommen!" legt dagegen natürlich großen Wert auf die von mir nicht wiedergeworfen worden. Das neue Gesetz trug den Agrariern noch mehr Ein städtischer Lehrer hatte den zweifelhaften Wut, darauf zu gegebenen„ einschränkenden" Phrasen, namentlich auf die Bezeichnung Rechnung, schädigte die großen Städte und ließ der Willtür der bemerken, daß auch die Lehrerfrauen in der Stadt schwielige Hände der socialistischen Partei als der Partei der ökonomischen EmanLokalen Autoritäten", also den Magistraten, Stadtverordneten, hätten, und daß für sie deshalb noch die Mehrausgabe für teure cipation der Arbeiter". Gemeindevertretern und Gutsherren so viel Spielraum, daß Glacéhandschuhe hinzukomme. Mag nun sein, daß Millerand subjektiv seine Einschränkungen" aufrichtig meint auf Millerands persönlichen Charakter tommt es durch das Gesetz die Besoldungsverhältnisse der preußischen Im allgemeinen war der moralische Sieg auf Seite der Opposition. hier nicht an. Daraus tvürde aber nur folgen, daß er objektiv den Volksschullehrer nicht nur nicht gebessert, sondern in Obwohl faft nur unbekannte Männer für sie eintraten, wußten diese socialistischen Kern von dir socialistischen Phrase eben so wenig zu mancher Beziehung erheblich verschlechtert wurden. Nicht nur ihren Standpunkt doch recht geschickt zu vertreten. Es wurde von unterscheiden weiß, tvie se bürgerlichen Lintsradikalen Frankreichs, waren die Landlehrer von vornherein durch das Gesetz benach ihnen hingewiesen auf die moralische, pädagogische und nationale die ja fich radicaux socialistes( focialistische Radikale) teiligt, auch das" Teuerungsprincip", das der Höhe des Grund- Notwendigkeit der Gleichstellung. Ein andrer wies auf die mit der nennen und ebenfalls gern and oft von socialer Emancipation der gehaltes der lokalen oder provinziellen Zuschläge zu den Mindest materiellen verbundene geistige Benachteiligung der Landlehrer hin, Arbeiter sprechen. Würde brigens Millerand auf den Gebrauch der fäßen, den Alterszulagen und der Mietsentschädigung zu Grunde ferner müsse er für die geringere Billigkeit einiger Lebensmittel einschränkenden" socialistischen Phrasen verzichten, so fönnte man liegt, mußte naturnotwendig zu den denkbar größten Verschieden auch 3. B. jeden ärztlichen Besuch mit 10 Mark Honorieren. Ein ihn nicht mehr als" Bourgeois- Socialisten" ansprechen, sondern nur noch als bürgerlichen Raditalen. heiten in der Besoldung und zu den krasfesten Ungerechtigkeiten andrer wies auf den demokratischen Zug hin, der heute durch die Das jaurésistische Parteimitglied" fucht überhaupt die Beführen. Die Lehrer waren deshalb völlig im Recht, als sie trotz Gesellschaft gehe; er lenfte außerdem die Aufmerksamkeit auf die deutung meiner Kommentare zu Millerands Rede dadurch abzuder gesetzlichen Regelung", die nur der Regierung und den herrschen- verteuernde Wirkung des Bolltarifs, auch scheute er nicht, offen aus schwächen, daß es den ganzen Zeitungstert derselben„ nur“ für eine " 27 " " 10 Zusammenfassung des Berichterstatters der Zeitung" erklärt, dies Noch mehr. In der Kammerfizung vom 7. februar 1898| Hofe feit geraumer Zeit bekannt sind. Sie gehören zu der eng ber „ daher nicht buchstäblich zu nehmen" wäre. Das ist unwahr. Mein( Kabinett Méline) sprach Millerand für die Nevanche am allerdeut- fippten mächtigen Gruppe, die von der Industrie, den Großbanken, Stritiker muß genau wissen, daß erstens die betreffende Zeitung die lichsten. Es war in der Debatte über das Budget des Ministeriums den Verkehrsgesellschaften bis zu den Hof- und Regierungskreisen Millerand intim befreundete Petite Republique" ist, die gerade des Aeußeren. An eine Kritik der Mängel der Zarenalliance an eine intime Berbindung herstellt; die Professoren stellen in diesem daran interessiert ist, Millerands Socialismus" möglichst heraus- knüpfend, führte er aus: zustreichen. Er muß zweitens genau wissen, daß der Bericht der Herr Minister, ich bestreite nicht die Resultate, von denen Sie Kartell die wissenschaftliche Unabhängigkeit" dar. Man durchschaut Petite République" nur teilweise zusammenfassend" ist, daß soeben gesprochen haben; ich begnüge mich einfach, zu bezweifeln, daß mun erst den ganzen Zusammenhang der politischen Adressen- Intrigue; daneben mehrere längere Auszüge aus der Rede in den eigenen die partiellen Resultate... auch nur aufwiegen könnten die der Entrüstungsstrom entspringt in der Nähe der Worten des Redners wiedergegeben und als solche, wie üblich, Zurücfehung( l'amoindrissement), tvelche für Frankreich, für das Mündung. durch kleinere Lettern gekennzeichnet sind. Er muß drittens genau verwundete Frankreich von 1871, hervorzugehen schien Die Professoren der Technischen Hochschule sind mehr oder minder wissen, daß die Petite République" diese Pariser Rede Millerands aus der Rolle, die ihm in Kiel( bei der Einweihung des Nordsee- Mitglieder des Vereins deutscher Ingenieure und üben dort neben eben nur auszugsweise in den eigenen Worten Millerands wieder- Kanals 1895) zugeteilt wurde, in diesem Stelldichein, wo seine den Bertretern der Großindustrie einen ihrer Stellung entsprechenden giebt, während sie dessen Carmaur- Rede( vom 12. Oktober) voll- Schiffe zugegen waren, um einer Macht eine Huldigung darzu- Einfluß aus. Der jetzige Rektor der Hochschule, Professor Kammerer inhaltlich veröffentlicht hat. Die Zeitung erscheint aber bekanntlich bringen, mit der wir gewiß internationale Höflichkeits- Beziehungen in Paris, nicht in Carmaur. Woher nun diefer auffällige Unter- zu pflegen gehalten sind, der gegenüber jedoch unfre Regierung nicht zum Beispiel ist 1. Vorsitzender des Berliner Bezirksvereins für das schied in der Behandlung der beiden Reden? Wenn das Recht hat, jemals den geheimen Gedanken nächste Jahr. mein Kritifer das nicht wissen sollte, will ich des Landes zu vergeffen( n'a le droit, à aucun moment, Weiter ist der Rektor des Jubiläumsjahres, Professor Riedler, ihm„ parteilich" mitteilen, daß die " Petite République" d'oublier la pensée secrète du pays).( Amtlicher stenographischer nicht nur im Lehrkörper der Hochschule, sondern auch im Verein in ihrem Bericht unter anderm auch die schöne Kammerbericht im Journal Officiel", 8. Februar 1898, Seite 465, deutscher Ingenieure eine sehr, sehr einflußreiche Persönlichkeit. Der République" in ihrem Bericht unter anderm auch die schöne Spalte 1.) Vorstand des Bezirksvereins würde wohl kaum die Adresse in der Stelle von der pflichtmäßigen Fürsorge aller Franzosen" einschließ „ Der geheime Gedanke des Landes"! Das ist ja die zuerst von vorliegenden Form eingebracht haben, wenn er bei diesen Herren lich der Arbeiter für die" Alliancen, für die militärische Gambetta für die Revanche geprägte Formel: il faut y penser auf irgend welchen Widerstand gestoßen wäre. und finanzielle Macht" des Landes so geschickt zusammenfaßt", daß toujours et n'en parler jamais" man soll daran stets denken die kompromittierlichen Worte glüdlich weg bleiben. Sch aber und nie davon sprechen". In f ist Gelegenheit an das Wort zu erinnern, das habe diese schöne Stelle nach dem Bericht des Temps" citiert, der nie babon sprechen. 1898. Geitdem hat Millerand Lediglich vor knapp brei Jahren immiten des Lehrfömpers per Technijojen hier nicht zusammenfaßt", sondern die eigenen Worte des Redners wiedergiebt. Und wohlgemerkt, der Bericht des Temps" ist weder von Millerand noch von der Petite République" noch von irgend einem jaurèsistischen Parteimitglied" angefochten worden. Näheres über diesen Punkt weiter unten. Jedoch selbst im Falle, wenn das jaurésistische Parteimitglied" die Rede bloß aus der Petite République" tennen sollte, hätte er keinen Grund, den deutschen Lesern weis zu machen, als hätte ich zu Unrecht, aus Barteilichkeit" Millerands Ausführungen gegen den ursprünglichen" socialistischen Standpunkt der ausschließlichen„ beruflichen Sonderinteressen" der Verleugnung des proletarischen Standpunktes gleichgesetzt. " " Zunächst die Bemerkung, daß meine Korrespondenz die Worte Millerands: besondere berufliche Interessen" ausdrücklich citiert, und nicht, wie der Verfasser der Zuschrift zu verstehen geben möchte, einfach durch die Worte: proletarische Klaffeninteressen" ersetzt. Erst nach der Wiedergabe jener Worte fehe ich in Klammern hinzu:„ will sagen: der proletarischen Klasseninteressen". Und das mit vollem Recht. " feine Ausdrucksweise geändert, nicht aber seine Revanchegedanken Hochschule gesprochen wurde: die Socialdemokratie ist nur eine vorvon 1898 und von immer. Beweis: Der" Temp3"( Nummer vom übergehende Erscheinung. Diese Anschauung wurde in der Luft 4. Oftober 1902) brachte in einem Leitartikel die angeführte Stelle jentes Instituts geboren; die Lehrerschaft stand Pate bei der Taufe. aus Millerands Kammerrede, und zwar im Anschluß an seine Noch mehr! Die Paten wurden gleichzeitig zu Erziehern des SprößBolemit gegen Jaurès' jüngste Abrüstungs- und Anti- Revanche- lings Campagne und im Gegensatz zu dieser. Das war, wie gefagt, am lings beſtimmt. Jest nach drei Jahren werden die Herren plötzlich 4. Oktober 1902. Aber Millerand hat mit feinem Wort feinen gewahr, daß die ihnen zur Pflege übergebene„ vorübergehende ErStandpunkt von 1898 den Temps"-Citat gegenüber desavoniert. scheinung" ein schrecklicher Unhold sei und sie schreien nun jämmerlich Um 12. Dtober 1902 patent Bank tot gegen ber desabout, ber nach einer Zwangsanstalt. Fürwahr eine ganz respettable Leiſtung die notwendigen Wiedervergeltungen". Der„ Temps" bespricht die der Herren auf politischem und erzieherischem Gebiet, innerhalb Carmeaur- Rede mit schmazzendem Behagen in einem Artifel drei Jahren derart umzulernen! Regierungsworte" und schlachtet sie wieder aus gegen Jaurès' Die Zuſchrift protestiert ferner dagegen, daß die Ingenieure Ansichten über die Revanche- Frage. Das leitende Bourgeois- allgemein Byzantiner feien und der Adresse zustimmten. Gewiß, Organ schreibt: Die Frage, die Herr Jaurès neulich behandelt hat, kann Herrn so schreibt unser Gewährsmann, die vielberufene Adresse ist in Millerand nicht in Verlegenheit setzen. Wir haben fürzlich Auszüge einer Sitzung des Vereins deutscher Ingenieure widerspruchslos anaus seinen Neden( in der Kammer 1898 und 1895) gebracht, die genommen worden. Daraus folgt nun aber keineswegs, daß die feinen Zweifel über seine Gefühle zulassen können. Er sprach damals Adresse auch allgemeine Zustimmung in Ingenieurkreisen gefunden Adella fant in Gegenteil ſehr wohl behaupten, daß viele, wenn vom geheimen Gedanken" unfres Landes. Seither ist Herr hat. Man Millerand Minister gewesen. Er gebraucht nun, wie gebührend, eine nicht gar die Mehrzahl der anwesenden Mitglieder, innerlich dem vorsichtigere Sprache; der geheime Gedanke" ist so zu den not- Wortlaut der Adresse nicht zustimmten. wendigen Wiedervergeltungen" geworden. Die Hauptsache ist, daß Man braucht nicht so weit zu gehen, die Art und Weise, wie man einander versteht. Andrerseits erwartet Herr Millerand der Vorstand die Adresse der Versammlung präsentierte, eine bie Nurgewertschaftlerei zu Gunsten einer prole alles( oder fast alles) vom Frieden, bon der Haager leberrumpelung zu nennen, Stonferenz, aber eine der Wichtigkeit des von der ,, engen Verflechtung von Verträgen" zwischen den Völkern usw. usw. Das ist vortrefflich. Niemand hat Gegenstandes angemessene Behandlung wäre wohl wünschenswert ja vom Krieg gesprochen. Alle Welt vergöttert den Frieden ganz gewesen, zumal in diesem Falle der Verein mit seiner alten Tradition, gewiß! Besonders aber diejenigen, die Minister waren und es teine Politik zu treiben, vollständig brach. Den wieder sein werden..." Mitgliedern war mit der Einladung zur Vereinssigung bekannt gegeben worden, daß anläßlich des Ablebens des Herrn Krupp der Versammlung eine Resolution zur Beschlußnahme vorgelegt werden sollte. Glaubt denn mein Kritiker wirklich, daß Millerand unter den beruflichen Sonderinteressen"( corporatifs, sest er zur Verstärkung das französische Wort hinzu) etiva die gewerkschaftlichen Interessen gemeint habe? Glaubt er wirklich, daß Millerand die tarifchen lassenpolitik bekämpft habe? Glaubt er wirtlich, daß Millerand unter der veralteten ursprünglichen Eristenzberechtigung der socialistischen Partei den Standpunkt des nurgewerkschaftlichen Kampfes gemeint habe?... Und doch kann sein Vorwurf gegen mich überhaupt einen Sinn nur dann haben, wenn er den Millerandschen Worten diese widersinnige Bedeutung unterYegt! Aber freilich hüpft er über den unbequemen Punkt mit einer furzen Bemerkung hinweg, die beim Leser eine vom Gegenstand abTenkende falsche Vorstellung über meine parteiliche" Citierungsweise erweden soll. " " " Noch einmal: weder Millerand noch die Petite République" noch irgend ein Jaurèsistisches Parteimitglied hat mit einem Worte gegen das Kommentar des" Temps" protestiert. Endlich spricht der„ Temps" in einem Leitartikel über die Pariser Rede Millerands speciell in Bezug auf die oben citierte Stelle ( Alliancen, Militarismus und im Dienste des Rechts"): " 11 Der Wortlaut der Adresse hätte mindestens mit der Einladung dem Vorsitzenden der bekannte Tert der Adresse berlesen, und da sich In der Vereinssizung wurde dann auch von Aber weiter. Weiß das jaurésistische Parteimitglied" wirklich fein Widerspruch erhob, für angenommen erklärt. Das war alles. nicht, daß Millerand schon wiederholt den ursprünglichen" Klassen-„ Wir haben fürzlich von den socialistischen Bänken her andre Selbst parlamentarisch gewandte Leute werden verlangen, daß ihnen standpunkt der socialistischen Partei in seinen Neden wie in seinen Worte gehört. Es freut uns, daß diese Worte( Millerands) den be- ein Antrag, über den sie abstimmen sollen, längere Zeit vor der Handlungen zum alten Gisen gelegt hat? Wenn er aber den Aus- dauerlichen Wiederhall jener endgültig verstummen machten." Beschlußfassung gedruckt vorliegt. Um wieviel mehr mußte hier, druck berufliche Sonderinteressen" anstatt proletarische Klassen( Temps", 5. Dezeniber.) Wiederum also eine Ausschlachtung der wo den meisten die parlamentarische Gewandtheit in der Behandlung intereffen" gebraucht, so erstens deshalb, weil er überhaupt eine stroh- Erklärungen Millerands in der Revanchefrage gegen die von Jaurès. politischer Gegenstände durchaus abgeht, ein gründlicheres Verfahren männisch- verklausulierte Sprache zu führen beliebt, und zweitens des Und zum drittenmal: weder Millerand noch die Petite Rep." Platz greifen. halb, weil die besonderen Klasseninteressen des Proletariats ihm noch irgend ein„ Jaurèsistisches Parteimitglied" hat gegen diese Platz greifen. 9 les wirklich nur noch im Lichte beruflicher Sonderinteressen" erscheinen. Kommentare des Temps" protestiert, ebensowenig übrigens wie Zum Ueberfluß fei noch folgende Stelle aus Millerands Pariser gegen die sonstigen Kommentare des leitenden Bourgeoisorgans zur Vereinsfigung den Mitgliedern bekannt gemacht werden müſſen. Rede wiedergegeben, und zwar nach dem als„ stenographisch" bezeich zu M.s Pariser Rede, Kommentare, die Millerand in den Die wahre Meinung des Ingenieurstandes über die politische Ausneten Bericht des" Reveil du Nord"-Lille, einer ministeriell Grund loben und ihm mit vollem Recht den„ Verzicht auf bentung des Falles Krupp kann nicht einmal aus den Unterschriften socialistischen Zeitung. Unter Berufung auf die Schrift von den Socialismus" nachweisen. der Adresse erforscht werden. Denn der Ingenieur als J. Sarraute: Oppositions- Socialismus und Regierungs- Socialis- Und nun, troy alledem giebt das„ Jaurèsistische Parteimitglied" technischer Beamter oder Angestellter ist nicht mus" meinte Millerand, daß der Begriff des lassen im Vorwärts" seiner sittlichen Entrüftung freien Lauf, weil ich das wirtschaftlich unabhängig; in in tampfes, angewendet, auf die gegenwärtige Kind beim wahren Namen genannt habe; und nun, trotz alledem fchaftliche Abhängigkeit des Ingenieurs noch größer als die bes vielen Fällen ist die wirts fociale Ordnung, ebenso falfch wie gefährlich ist, schreibt es im" Vorwärts", ohne mit der Wimper zu zucken: und Arbeiters. Wir sind überzeugt, daß dort, wo der Ingenieur keine ipenn man ihn von seiner Ergänzung, der Soli- es ist auch nichts bekannt geworden, das auf eine darität der Klassen isoliert..( Rev. du Nord", Meinungsverschiedenheit zwischen Jaurès und Millerand in diesem Maßregelung zu fürchten hatte, die Adresse wenig Gegenliebe geNr. 339, 5. Dezember). Bunkte schließen ließe! Richts bekannt geworden?" funden hat. Das jaurèsistische Parteimitglied" fann freilich auch hier ein- Seit wann eigentlich hält sich das jaurèsistische Parteimitglied Haben doch in einem Berliner größeren industriellen wenden, daß Millerand ja nur eine Ergänzung" des Begriffes des in Deutschland auf", daß es solche allgemein bekannte Dinge Etablissement taum ein Drittel der Angestellten ihre UnterSilaffenkampfes verlangt. Ein Socialdemokrat aber wird schon in nicht fennt? schrift hergegeben. Und das war vor dem Rückzug der Staatsobjektiv"," parteilich" genug sein müssen, um diese Ergänzung" Mein sittlich entrüsteter Kritiker wird mir schon zugeben müssen, anwaltschaft. cines Begriffs durch sein gerades Gegenteil als dessen er daß er entiveder leichtfertig über Dinge schreibt, die er nicht kennt, längst das Fehlen einer Interessen- Vereinigung der technischen AnEinsichtige, farblickende Ingenieure haben schon Ieugnung aufzufassen eine Verleugnung, die desto schä doder aber wider besseres iffen falsche Verdächtigungen gegen meine gestellten in der Privatindustrie beklagt, die ihnen bei solchen licher wirkt, als sie sich in verklausulierter Form giebt, und so Berichterstattung auszustreuen sucht. wurde von jenem unfreiwilligen Humoristen die Republik durch den Er lamentiert weiter:„ Eine derartige Berichterstattung ist nicht Gelegenheiten den Rücken steifen könnte. Großherzog an der Spike" ergänzt. mur bedauerlich, fie ist auch gefährlich, denn sie führt dazu, daß die großen socialistischen Parteien der verschiedensten Länder fich völlig mißverstehen." Die Socialdemokraten aller Länder haben nie das Aussprechen dessen was ist" für gefährlich gehalten. Wohl aber ist es gefährlich, wenn eine socialistische Partei Mitgliedern mit den Anschauungen Millerands gestattet, in leitender Rolle aufzutreten und in ihrem Namen das große Wort zu führen. Da ist allerdings noch etwas mehr als ein ganz gründliches„ Mißverstehen" unvermeidlich. Die Redaktion des„ Vorwärts" fügte der jaurèsistischen Zuschrift So weit die Zuschrift. Wir teilen nicht die Hoffnungen des Eindie Bemerkung hinzu, daß ich jedenfalls Veranlassung nehmen" fenders. Die politische Theatermache der Entrüstungsadresse ist ja werde, mich gegen den Vorwurf der Juobjektivität zu verteidigen". durch irgend welche Rücksicht auf ehrliche Ueberzeugung nicht bea Dazu hatte ich, wie Figura zeigt, gar feine Veranlassung, wohl einflußt. Potemkinsche Dörfer sollten geschaffen werden und sie aber war ich durch die jaurèsistische Zuſchrift gezwungen, meiner wurden hergestellt, indem man Arbeiter, Beamte, Ingenieure uſtv. aber war in lerundſchen Reve eine verſchärfende Begründung geben. Daß freilich diese Stritit dem„ jaurèsistischen Parteimitgliede" inobjektiv" erscheinen wird, dessen war ich ebenso sicher, wie es mich nicht weiter berührt.s " Nun zum schlimmst en Vorwurf in Bezug auf die Revanche. Der Jaurèsist erklärt kühn meine Deutung der Worte von der Verwendung der Kraft, im Dienste des Rechts" im Sinne der Revanche für ein sehr gehässiges, unter keinen Umständen zu billigendes Verfahren". Sehen wir zu, was hinter dieser sittlichen Entrüstung ſtedt. Zunächst muß der vom Jaurèsisten gegebene Tert richtig gestellt werden. Er citiert nämlich nach dem gerade hier, wie oben bemerkt, bezeichnenderweise bloß zusammenfassenden" Bericht der Petite République": d " Die Arbeiter haben ein Interesse daran, daß Frankreich stark sei, daß es vor der Welt das Ansehen einer großen, entschieden fried fertigen Nation hat, die entschlossen ist, ihre Straft niemals anders die zu gebrauchen, als im Dienste des Rechts." Dagegen lautet der in meiner Storrespondenz angezogene bo IIständige Text, der die eigenen Worte Millerands wiedergiebt, wie er in den wortwörtlich übereinstimmenden Berichten des„ Temps" und der linksradikalen Lanterne" zu finden ist: Jawohl, die Franzosen, alle Franzosen, haben ein gleiches Interesse( un même intérêt) daran, daß Frankreich reich sei, daß es start sei, start nicht nur durch seine Alliancen, durch seine militärische und finanzielle Macht, sondern auch durch das Prestige, welches eine große Nation vor der ganzen Welt gewinnt, eine Nation, die entschieden friedlich und entschlossen ist, ihre Kraft niemals anders zu gebrauchen als im Dienste des Rechts." Schon der Vergleich des verhunzten mit dem vollständigen Tert zeigt, was Millerand im Zusammenhang mit den Alliancen" und ber„ militärischen" Macht unter dem Dienste des Rechts" wirklich gemeint haben muß, namentlich wenn man den patriotisch- diplomatischen oder diplomatisch- patriotischen Sprachgebrauch des franzöfifchen Bourgeois- Politifers fennt. Nur die Déroulède und Konforten sprechen von der Revanche in hahnebüchenen Ausdrücken, französische regierungsfähige Männer niemals. Das jaurèsistische Parteimitglied" sollte das wissen. " Wie die Sache nun einmal liegt, ist es ja leider nicht zu erwarten, daß in der nächsten Sigung des Bezirksvereins aus der Mitte der Versammlung der Antrag auf Zurückziehung der Adresse gestellt wird. Erwarten dürfte man jedoch, daß in Anbetracht der überraschenden Wendung, welche der Fall Strupp genommen hat, der neue Vorsitzende Profeffor Kammerer die Adresse einer gründlichen Redaktion, will ſagen Säuberung, unterzieht, ehe sie an den Ort ihrer Bestimmung abgeht! Die vangsweise in die Livree empörter Byzantiner steckte. kapitalistische Gesellschaft beruht auf der körperlichen, intellektuellen und moralischen Leibeigenschaft, die in halbabsolutistischen Monarchien nicht einmal den Anstandsschein bürgerlicher Freiheit und UnabhängigDie marokkanischen Wirren Zum Schluß ein Wort über die die jaurèsistische Fraktion in ein falsches Licht stellende Parteilichkeit" meiner Berichte über den feit wahrt! Bergarbeiter- Streit. Will das jaurèsistische Parteimitglied" feine vagen Verdächtigungen näher präcisieren, so bin ich gern bereit, sein Gedächtnis aufzufrischen. Es wird aber gut thun, sich vorher auch haben mit einem Schlage einen äußerst ernsten Charakter über die Vorgänge zu informieren. angenommen. Während es nach den letzten Meldungen aus Marokko Wäre es bei der Abfassung seiner Zuschrift besser informiert, dem Sultan gelungen sein sollte, die Nebellion niederzuwerfen, so würde es übrigens wissen, daß meine ihm nicht behagende melden die neuesten Nachrichten eine sch toere Niederlage des Berichterstattung über feine Partei nicht erst aus„ neuerer Zeit" Sultans. datiert. Butreffend ist nur, daß meine Berichterstattung ihm Die, Times" meldet unter dem 27. d. M. aus Tanger: immer weniger behagen mußte, in dem Maße nämlich, wie seine Partei auf der schiefen Ebene der bürgerlich- socialistischen Anhänger des Präsidenten bei Tesa eine vernichtende Die Truppen des Sultans haben im Kampfe gegen die Kartellpolitik immer tiefer herabrutschte. Paris, 24. Dezember. Niederlage erlitten. Die Ueberbleibsel des Sultanheeres flüchteten in wilder Verirrung nach Fez zu und ließen alles im Stich. Ihre Artillerie, Belte, Gewehre, Munition und Geld fielen in die Hände des Feindes. Die Aufständischen marschieren, wie berichtet wird, auf Fez, adessen Stadtthore geschlossen sind. Fez ist infolge seiner Lage, des Mangels an Vorräten und des Zustandes seiner baufälligen Stadtmauern nicht im stande, sich länger als einige B. Kritschewsky. Politische Ueberlicht. it til 161996 Berlin, den 29. Dezember. Fabrifgeheimnisse der Krupp- Adresse. Ferner sollte dieses Mitglied wissen, daß Millerand felbst wiederholt viel flarer als in seiner letzten Pariser Rede mitunter so flar wie möglich- den Revanche- Gedanken verfochten hat. So in seiner Car maur- Rede( auf dem Bankett zu Ehren Jaurès, 12. Oftober 1902), worin er, ebenso wie in der Pariser Rede und In der Weihnachts- Nummer behandelten wir den Fall, daß fich Tage zu halten. Eine kurze Belagerung würde über die Stadt eine wie es übrigens alle diplomatisch redenden an den von dem Verein deutscher Ingenieure ausgehenden Krupp- Hungersnot heraufbeschwören. Die Bevölkerung würde dem Sultan Bourgeois Politiker thun, den Frieden mit der Revanche Adressen mit denen Arbeiter, Angestellte, Beamte, Offiziere drang- nur solange treu bleiben, wie er sie schüßen und ernähren kann. verknüpft in den durchaus ein deutigen Worten über eine Zukunft", faliert werden auch Hochschul- Prosessoren mit ihrer Unterschrift Falls der Sultan den Versuch macht, sich durch die Flucht die den Nationen, welche brutale Mißachtungen des Völkerrechts beteiligten. Aus einer uns aus Ingenieurkreisen zugehenden Zuschrift zu retten, wird Fez den Prätendenten anerkennen. erlitten haben, die notwendigen Wiedervergeltungen der Gerechtigkeit und des Rechts vorbehalt" réparations nécessoires de la justice cheint nun die bemerkenswerte und aufklärende Thatsache hervor- Andrerseits würde der Süden, falls der Sultan entkommt, oder Fez et du droit)-Petite République", 14. Oftober 1902. In zugehen, daß der Verein deutscher Ingenieure eine halten kann, ihn unterstützen und in diesem Falle würde der Bürgermeiner Korrespondenz über die Carmaur- Nede(„ Vorwärts", Coulisse ist, und daß die eigentlichen Urheber ge trieg unvermeidlich sein. Die ganze Armee des Sultans ist Nr. 243) habe ich denn auch jenen Worten mit Fug und Recht hinzu wisse Professoren der Technischen der Technischen Hochschule Hochschule find, deren so gut wie aufgerieben. In Fez waren verhältnismäßig wenig gefügt: lies: Revanche Hoffnungen 1" Einfluß auf öffentliche Angelegenheiten und deren Beziehungen zum Truppen zurückgeblieben. " " nur Bon der marokkanischen Regierung inspirierte Nachrichten be-| nichtswürdige Rechtsbrüche und Gewaltthaten im Kampf ums Recht die Sache geht die Partei als solche nichts an". Gradnauer wußte streiten zwar die Größe der Niederlage, die die Armee des Sallani überhaupt zu wehren wagt. Auch über das Bildungsniveau der auch nach seiner Rückkehr von Capri teine Herrn Strupp belastenden betroffen hat, sie gestehen aber immerhin ein, daß ein Teil der Socialdemokraten beklagt sich die Partei des Herrn Kropatscheck, die Thatsachen zu berichten, die geeignet gewesen wären, eine UnterTruppen des Sultans zu den Truppen der In Freunde der Bildung so hübscher Ausdrücke wie:" Juden runter!" lage für die schmählichen Verleumdungen des Vorwärts" zu jurgenten übergegangen sei, wodurch der Rest der und Stann man dem Sterl nicht ein paar runterhauen!" bieten, obwohl sich an ihn viele Personen zur Abgabe von AusTruppen auf Fez, die Hauptstadt Marokkos, zurückgeworfen Pad schlägt sich Daß die Konservativen nach ihren lärmenden sagen herandrängten, auf die er jedoch wegen ihrer Unwahrheit worden sei. Protesten gegen den Zolltarif der Regierung jämmerlich umgefallen berzichten mußte." Als die Anklagebehörde das Strafverfahren gegen den Vorwärts" find, das ist nicht zu leugnen. In dem Hervorheben dieser Unterverfung liegt die Stärke der bündlerischen Schreier. Daher bewegen Beleidigung Krupps einstellte, erklärten wir, daß damit der Wir lassen uns inentwegten des 7 Wart- Bolles gegenwärtig der Dreschflegel eifrig in dieser Absicht auch jetzt nicht durch die wahrheitswidrigen Klatschgreift man es, daß zwischen den 5%, Mark- Menegaten und den persönliche Fall Krupp auch für uns erledigt sei. 7%, geschichten des„ General- Anzeiger" in Essen beirren. Nicht wir geschwungen wird. So ereifert sich die Konservative Korrespondenz" haben die Gerichtsverhandlung in der Krupp- Angelegenheit scheuen über die verleumderische" Zuschrift eines„ Konservativen" in der müſſen! centrums- agrarischen Rheinischen Volksstimme": Hakatisten Beleidigung. Das Hauptverfahren gegen Die marokkanischen Wirren erhalten eine besondere Bedeutung, daß der Sieg des Prätendenten oder auch nur der Ausbruch eines Bürgerkrieges eine Intervention der Mächte nach sich ziehen dürfte. Verschiedene Mächte, so Spanien und Italien, tragen fich seit langem mit der Hoffnung auf eine Annektion Marokkos. Diese Ansprüche müssen begreiflicherweise zu allerhand internationalen Verwicklungen führen. Wie sehr die dabei interessierten Mächte bereits durch die Niederlage des Sultans in Aufregung versetzt worden sind, beweisen folgende Meldungen: Madrid, 29. Dezember. Infolge der Nachrichten aus Marokko haben die Minister der Auswärtigen Angelegen heiten, des Krieges und der Marine eine Besprechung mit dem Ministerpräsidenten Silvela gehabt über Maßnahmen, welche im Hinblick auf mögliche Ereignisse zu ergreifen seien; es werden Instruktionen an die Botschafter in London und in Paris abgesandt werden. Die Minister des Krieges und der Marine werden über die Berteilung der Land- und Seestreitkräfte, welche erforderlich sein könnten, sich schlüssig machen. Rom, 29. Dezember. Die„ Tribuna" bringt zu der Nachricht von der Niederlage des Sultans von Maroffo ein bemerkenswertes Kommentar. Das Blatt sagt, im Falle, daß der Sieger das europäische Element bedrohe, werde Italien wegen seiner Stellung im Mittelmeer der marokkanischen Frage ein größeres Interesse widmen müssen. = " „ Die„ Korrespondenz des Bundes der Landwirte" hält die Professor Delbrück wegen Beleidigung des Vorsitzenden des Anklagen" jenes fogenannten Konservativen für„ vollfomnien zu- Deutschen Ostmarken- Vereins ist nach der Nationaltreffend". Das ist wieder ein Beweis, in welchem Sinne von ge- 3eitung" auf Beschwerde des Privatklägers durch Beschluß des Landwiffer Stelle in der Bundesleitung gegen die konservative Partei gerichts I eröffnet worden. gewühlt wird. Wieder erlaubt sich das offizielle Organ des Herr Delbrück vertritt in der Bolenfrage eine vernünftige AnBundes zu schreiben, die konservative Fraktionsmehrheit habe sich schauung und hat deshalb mit seiner Kritik der Polenfresserei nicht durch die irreführende Parole( gegen die Obstruktion) verleiten zurückgehalten. laffen, den Schutz der Landwirtschaft preis zugeben. Gegen Eine militärische Maßregelung? Der Kommandant der ,, Wittelsdiese verdächtigenden Entstellungen muß auf das Ent- bach", Kapitän Wallmann ist, nach einer Laffan- Meldung aus Kiel, schiedenste Verwahrung eingelegt werden. Diese Auslassungen des plöglich feines Postens enthoben und zur Verfügung des Geschwaderfogenannten„ Konservativen" machen den Eindruck bestellter chefs gestellt worden. Man vermutet, daß der Vorgang mit der Arbeit. Mag man in demokratischen Bauernbünden mit solchen Strandung der, Wittelsbach" in Verbindung steht. niedrigen Mitteln kämpfen, so sollte man doch im Bunde der Landwirte sich der Anwendung von Entstellungen und Verdächtigungen Realschul- Lehrer Sidenberger( E.) wurde zum Professor ernannt und München, 27. Dezember.( Eig. Ber.) Der Landtags- Abgeordnete enthalten. Die Bundes- Korrespondenz konnte darüber keine 3falls zweifelhaft sein, wes Geistes Kind sie in dem rheinischen wird voraussichtlich erst furz vor der nächsten Landtags- Session stattmuß deshalb fein Landtags- Mandat nieberlegen. Die Nachwahl " Konservativen" vor sich hatte." Bestellte Arbeit sind im Grunde diefe ganzen Schlägereien Münchener socialdemokratisch- ultramontanen Kompromiß bei den finden. Herr Sickenberger verdankt seinen Siz im Landtage dem zwischen Landwirtsbündlern und Konservativen. Jm Reichstog nimmt man, was man kriegt, im Lande brüllt man um mehr. Bei lezten Wahlen; die Frage, ob er wieder kandidieren wird, ist vorder Wahlurne und bei den parlamentarischen Kuhhändeln werden läufig noch nicht gelöst. ift freilich, daß die Blamierten des Zollhandels die Konservativen sich die feindlichen Brüder schon wieder zusammen finden. Richtig find. Das Centrum hat wenigstens den Kuppelsold des Braugerstenzolls erhalten. Ausland. Oestreich- Ungarn. Wien, 29. Dezember. Wie die Neue Freie Presse" meldet, hat zwischen den beiden Ministerpräsidenten v. Körber und v. Szell die die Regierung die deutsch czechische Verständigungs- Konferenz auf den 3. Januar n. 3. einberufen. Heute vormittag findet auf 3. entscheidende Schlußkonferenz über die Ausgleichsfragen statt. hischen den beiden Ministerpräsidenten v. Körber und v. Szell die entscheidende Schlußkonferenz über die Ausgleichsfragen statt. Die Ursache der marokkanischen Unruhen liegt in folgenden Vorgängen: Nach dem am 6. Juni 1894 erfolgten Tode des Sultans Mulay Hassan bestieg ein jüngerer Sohn desselben, Mulay Abdul Ajis, der gegenwärtige Sultan, den scherifischen Thron. Er ver Landwirte wird von Schweinburg mit großem Jubel begrüßt. Er Die Lossagung Kardorffs und feiner Fraktion vom Bund der dankte dies einer gefchidten Intrigue des Großtämmerers Si Ahmed sieht in diefem Schritt die Wiederherstellung des alten Wucherkartells Ben Musa, welcher den Tod Mulay Hassans während zweimal zwischen Industrie und Landwirtschaft, da beide gleichermaßen das vierundzwanzig Stunden geheim gehalten und währenddem die Pro- Volt rupfen. Dem„ Budapesti Hirlap" zufolge hat Ministerpräsident v. Sz e II flamation des 16jährigen Abdul Asis durchgesetzt hatte. Es geschah dies Die Politik des Centralverbandes der Industriellen ist also ministern die Ermächtigung erhalten, wenn notin dem am Sonnabendabend abgehaltenen Ministerrate von den aus Haß gegen den nächstberechtigten Thronerben, den ältesten augenblicklich wieder Trumpf. Das wird auch durch das Wieder- wendig, in Wien die Abdantung des GesamtSohn des Verstorbenen, Mulay Mohammed. Dieser erhob erscheinen der scharfmacherischen Intriguen bewiesen. Der 12 000 ministeriums zu überreichen. alsbald die Fahne des Aufruhrs, unterlag jedoch und Mark- Geist geht um! Die Neue Freie Presse" schreibt: Die Kündigung des italienischen Handelsvertrages ist erfolgt. Die Kündigung betrifft den ganzen Vertrag, nicht bloß die Weinzollflaufel. " Das allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht wird ohne Not der schlimmste Reaktionär nicht antasten, weil er dadurch dem Gegner eine Truzwaffe in die Hand drücken würde, die ihm selbst den Garaus machen müßte. Aber darüber täusche man sich nicht: dieses Wahlrecht, für das unsre Väter mit Begeisterung gelitten haben, hat im liberalen Bürgertum viel von seiner magnetischen Straft verloren, feit wir in der Praris seine Wirkungen erfahren haben, seit wir wissen, daß es den Parlamentarismus verrottet und in der Volksachtung herabjekt, daß es nur die socialdemokratische Klaffenherrschaft und die ultramontane Priestergewalt zu stärken geeignet ist. Wer für dieses Wahlrecht, vorausgesezt immer, daß es nicht ernstlich bedroht ist, seine Lanze einlegt, fämpft gegen Windmühlen und endigt wie Don Quixote." " Schweiz. Der Genfer„ Attentäter" ist bereits erwischt worden. Ein Teles gramm meldet: Der Urheber des Bombenanschlags gegen die Peters- Kathedrale ist in Saint- Blaise bei Neuenburg verhaftet worden. Es ist ein geisteskranker Italiener Namens Machetto. Er hat die That eingestanden und erklärt, teine Mitschuldigen gehabt zu haben. Sonderbar, daß der geistestranke„ Attentäter" soviel Polizeiverstand hatte, den einen Dynamitartikel enthaltenden„ Secolo" am Thatort zurückzulassen. Dieser Wahnsinn verrät eine nur zu berdächtige Methode. schmachtet seitdem im Kerker zu Mekinez. Der junge Sultan erwies Die Nationalliberalen und das Reichstagswahlrecht. Auch die sich im Laufe der folgenden Jahre als reformfreundlich im europäi- Nationalliberalen bekennen jeßt, daß fie keine Freunde des Reichstagsschen Sinne, was ihm die Gegnerschaft der Streng- wahlrechts find, wenn sie auch eine Aenderung für unmöglich halten. Die„ Kölnische Zeitung" schreibt: gläubigen zuzog. So kam es, daß die im Stillen fortglimmende Stebellion, welche insbesondere bei den turbu Lenten Berberstämmen des Nordostens guten Boden fand, in dem Augenblicke wieder aufloderte, als ein Führer erstand, welcher eine politisch- religiöse Parole hintarf. Dieser Führer fand fich in der Person eines schlauen Soldaten, Namens Omar Barhuni, welcher, halb Fanatiker, halb Charlatan, sich als Verfünder des Mahdi ausgab und großen Anhang gewann. Er werde, versprach er, die Rebellion fiegreich nach Fez führen und dort in der Moschee den Mahdi heraufbeschwören, welcher das in einem Pfeiler der Moschee eingemauerte heilige Schwert herausholen werde, um das große Werk der Verjüngung des Glaubens zu vollbringen. Eine zufällige Aehnlichkeit mit dem eingeferferten beFreilich für das Anarchistengesetz läßt sich aus diesem Attentat rechtigten Thronerben Mulah Mohammed begünstigte sein Unter- liberalen zu einem Ding geworden, das besser nicht da wäre. nun doch kein Kapital schlagen. Man muß schon einen zurechnungsnehmen. Nach Prophetenart gab er sich einen Beinamen und nannte Sobald es gegen die Stlassenherrschaft des Stapitalismus wirft, fähigen Spigel dingen. sich nach seinem Lieblings- Reittier, einer weißen Eselin, Bu sobald es die wüfte Bügellosigkeit der Interessenten des Besizes Frankreich. Die Familie Humbert traf am Montag früh in Paris ein. Die Hamara"( Vater der Eselin"). Anfangs schien ihm das Glück einschränkt, pfeifen die Liberalen auf dies höchste Volfsrecht. Es nicht lächeln zu wollen. Er wurde am 3. November geschlagen und ist mit dem Wahlrecht wie mit der Verfaſſung im allgemeinen und Gefangenen verließen den Waggon, von je zwei Polizeikommissaren flüchtete sich zum Stamme der Chiatas. Der Krieg dauerte dann seine Rechte nicht zu gebrauchen weiß, sind diese Nechte gut und trennt, von den Leitern der Sicherheitspolizei Hamard und Maréchal der Geschäftsordnung des Reichstags. So lange das Proletariat eskortiert, und wurden in zwei Wagen, Männer und Frauen gemit wechselndem Erfolge fort, um nunmehr mit dem glänzenden heilig. Sobald das Bolt aber den zweckmäßigen Gebrauch lernt, nach der Conciergerie gebracht. Siege des Prätendenten den vorläufigen Abschluß zu finden.- schilt man über Mißbrauch und fordert ihre Beseitigung. Die Bourgeoisie gewährt dem Proletariat nur unter der Voraussetzung freiheitliche Rechte, daß es sie nicht benutzt. Deutsches Reich. Neue Spahn Pläne? " " = Das allgemeine Wahlrecht ist damit auch für die NationalBelgien. Der König und das Spiel. Am 23. Dezember hat der„ MoniZwischen den Baffermann, Stardorff und Kröcher ist jetzt nur teur" endlich das Gefeß betreffend die Aufhebung der Spielhäuser noch die Haarfrisur, nicht mehr der Schädel verschieden. Auch die von Spa und Ostende veröffentlicht. Zu gleicher Zeit aber auch ein Phrase von der ultramontanen Priestergewalt" ist nur noch ein fönigliches Dekret, wonach den Badeplätzen Ostende und Spa für alter wertloser liberaler Lappen. den Verlust, den sie durch Aufhebung der Spielhöllen erleiden, eine In Wirklichkeit trägt der Liberalismus der" ultramontanen Priestergewalt" demütig und hilf- Subvention von 7 Mill. Fr. zugewiesen wird. Die Herren Groupiers bereit die Schleppe. beginnen auszuwvandern. Am vergangenen Sonntag reisten 25 von ihnen mit dem Expreßzuge über Paris nach Marseille, wo sie sich nach Kairo einschiffen. Dort hat sich eine Gesellschaft gebildet, welche in allernächster Zeit ein Kasino zur Ausbeutung des Hazardfpiels eröffnen wird. Bulgarien. Herr Spahn hat sich um die Geschäftsordnung des Reichstages so außerordentliche Dienste erworben, daß es feinerlei Tollheit mehr giebt, welche die Phantasie der Zeitungen ihm nicht zumißt. Nach den Münch. Neuest. Nachr." soll eine völlige Aenderung der Geschäftsordnung des Reichstages sogleich Die Antwort der Bestie. Gegen den Wucherzoll und die Vernach Beendigung der Weihnachtsferien beim Wiedergewaltigung der Minorität des Reichstags protestierte vor einigen zufammentritt der Abgeordneten in die Wege geleitet Tagen auch eine gutbesuchte Voltsversammlung in Landsberg a./28. werden. Mit dem Ersuchen um streng vertrauliche Be- Genosse Wiesenthal Berlin hielt das einleitende Referat. An handlung der Angelegenheit sei den der Mehrheit angehörigen der Diskussion beteiligten sich u. a. auch mehrere Hirsch- Dunckersche Graf Lamsdorff, der Hofmeister des Zaren und Nachfolger Fraktionen ein vom Centrums- Abgeordneten Spahn fertig gestellter Gewerkvereinler, von denen einer das Verhalten der Freisinnigen Murawiews, befindet sich zur Zeit auf einer Reise nach Wien, deren Antrag bereits zugegangen. Unter andrem soll die Redezeit Volkspartei mehr oder minder zu beschönigen suchte. Nachdem der Route über Belgrad und Sofia geht. Man ist allgemein der Aneines Abgeordneten fünftig die Dauer einer Stunde nicht überschreiten Referent aber den Verrat der Eugen Richterschen Wasserstieftergruppe ficht, daß diese Reise im engsten Busammenhange steht mit dem dürfen. Jede lleberschreitung dieser Zeit soll von der Er nochmals treffend gekennzeichnet hatte, schienen die Gewerkvereinler Communiqué der russischen Regierung über die ma cedonische laubnis des Präsidenten abhängig gemacht werden. doch eines Besseren belehrt zu fein. Sie stimmten mit der Frage. Ueber die Mission Lamsdorfs am bulgarischen Hofe wird Die konservativen Fraktionen und die Centrumsfraktion haben den Versammlung für die eingebrachte Resolution, in welcher den aus Sofia vom 28. Dezember gemeldet: Antrag dem Vernehmen nach bereits unterschrieben. Die Mehrheitsparteien wie auch der Freisinnigen Bolts- Graf Lamsdorff, welcher gestern eine mehr stündige nationalliberale Fraktion hatte sich zur Unterzeichnung des Antragspartei das entschiedenste Mißtrauen ausgesprochen Konferenz mit dem Fürsten und dem Ministerzwar noch nicht bereit finden lassen, doch soll die Mehrheit der wurde. präsidenten Danew hatte, soll, wie verlautet, sowohl dem Fraktion einer Beratung des Antrags nicht abgeneigt und mit der Gutbesuchte Protest- Bersammlungen fanden während der Weih- Fürsten wie auch dem Ministerpräsidenten nicht sehr angenehme Einsetzung einer besonderen Kommission einverstanden sein. nachtstage statt in Langenbielau, Reichenbach und Leutmannsdorf, Worte gesagt haben. Diese Erklärung hat selbstverständlich in Herr Spahn, der Häuptling aller Rechtsvergewaltigungen, wird Streis Schweidnig. In ersteren beiden war Kühn, in letzterer Feld- Regierungsfreifen arg enttäuscht und es verlautet, sich nicht wundern, daß man es für möglich hält, er werde den mann Referent. Die Berliner Protest- Resolution fand unter leb- daß die leitenden Staatsmänner Bulgariens und die Führer der Reichstag vollends zur Schulstube herabsetzen wollen. Man würde haftem Beifall einstimmige Annahme mit dem Zusatz: Macedonier entschlossen sind, dem Grafen Lamsdorff furz und bündig nicht mehr erstaunt sein, wenn Herr Spahn dem Präsidenten die„ Endlich erklären die Versammelten: Sie sind nicht gewillt zu erklären, daß mur feste, garantierte und durchgeführte Entscheidung geben wollte, ob ein Abgeordneter überhaupt das Wort und nicht in der Lage, dem Wunsche zu entsprechen, sich von Reformen eine Gewähr für Aufrechterhaltung erhalten soll. der Socialdemokratie zu trennen; vielmehr sind die der Ruhe in Macedonien bieten. Bloße Ratschläge Antvesenden durch das Verhalten der Beutemacher im Zollkampfe oder gar Drohungen seitens Rußlands würden die revolutionäre und durch die neuesten Angriffe erst recht aufs neue davon über- innere Organisation ganz falt laffen, an ihren Beschlüssen nichts zeugt und durchbrungen, daß die socialdemokratische ändern und der Aufstand werde ohne Beihilfe Rußlands im FrühPartei die einzig ernsthafte und erfolgreiche Ber- jahr zum Ausbruch gelangen. tretung der Arbeiterklasse, der gesamten leidenden Menschheit ist und sein kann. Wohl aber bezweifeln wir, ob das Centrum wirklich beabsichtigen fann, die parlamentarische Erbitterung neu zu erregen. Wir Die Deutsche Tageszeitung" bezeichnet die Meldung als„ eine außerordentlich wohlgenährte Ente". Sie wisse, daß die konservativen Frattionen mit einem solchen Antrage noch nicht befaßt worden sind und ihn deswegen auch nicht unterschreiben konnten. glauben auch nicht", sagt die D. T." weiter, daß das Centrum jegt damit umgehe, weitere Aenderungen der Geschäftsordnung zu beantragen. In einem führenden Centrumsblatte war erst fürzlich gefagt worden, daß solche Aenderungen zwar notwendig seien, daß man sie aber zweckmäßigerweise dem nächsten Reichstage überlassen müsse. Die Meldung der Münch. Neuest. Nachr." scheint also von A bis 3 aus den Fingern gesogen zu fein." Kröcher- Sehnsucht äußert die Konserv. Korrespondenz" in ihrem Jahres- Rückblick: " Die Vorgänge im Reichstage aber, durch welche der bru tale Terrorismus und das tiefe Bildungsniveau der Socialdemokraten so scharf beleuchtet worden sind, haben in weiten Volksschichten die Erkenntnis zum Reifen gebracht, welch schwere Gefahr das Vorhandensein einer solchen Partei für unser öffentliches Leben bildet. Db man in der Wählerschaft, ob man in maßgebenden Kreisen die nötige Energie befigen wird, die Stimmung im Lande für die Staatsraison nutzbar zu machen, muß abgewartet werden." Blauen Dunst und Spiegelfechterei nennt der Diederich Hahn solch Gewäsch seiner konservativen Freunde. Immerhin übersteigt es das Maß des gewöhnlichen Schwindels, daß das parteiamtliche Organ vom brutalen Terrorismus" der Minderheit redet. Brutaler Terrorismus ist es für jumterliches Empfinden, wenn man sich gegen Deshalb werden die Versammelten alles daran fetzen, um dieser Partei am Tage des nächsten Boltsgerichtes, der nächsten Reichstagswahl, den Sieg zu erringen und den schwarzen Volksverrätern die wohlverdiente Niederlage zu bereiten." Krupp- Klatsch. Der Generalanzeiger für Essen und Umgegend" folgt nicht dem Wunsche der verwitweten Frau Krupp, daß die Erörterungen über ihren verstorbenen Gatten nicht fortgeführt werden mögen. Das Blatt schreibt: Die gestrige furze Antwort des Grafen Lamsdorff auf die anläßlich des Fackelzuges von dem Lehrer Naumov an den Grafen gerichtete Ansprache hat unter den Macedoniern eine unbeschreibliche Enttäuschung hervorgerufen. Die Sarafovisten hatten sich an der Demonstration nicht beteiligt und fällen ein verdammendes Urteil über die Ovation. Amerika. Socialistische Wahlfiege. Einige Kommunalwahlen, die kürzlich im Staate Massachusetts stattgefunden haben, zeigen eine weitere Vermehrung der socialistischen Stimmen. In Brockton, einer " Bur Beschaffung von Material im Fall Krupp hatte der Arbeitervorstadt von Boston, wurde der Socialist Coulter mit 4857 Berliner Vorwärts" einen Herrn Gradnauer nach Capri gefchickt, gegen 3267 Stimmen, die der republikanische Kandidat, und gegen der jedoch, wie zu erwarten war, nichts Belastendes gegen 553 Stimmen, die der demokratische Kandidat erhielt, zum BürgerHerrn F. A. Krupp hat erfahren können. Noch bor meister gewählt. In der Stadt Hassehill erhielt der socialistische Rückkehr des Herrn Gradnauer ist auf Grund des von ihm er- Kandidat 2338 Stimmen, während der republikanische Kandidat 2352 statteten Berichtes ein Beschluß der socialdemokratischen Fraktion Stimmen und der demokratische 1663 Stimmen erhielt. In Wirklichgefaßt worden, daß die ganze Angelegenheit als Privatsache des feit sind die meisten Stimmen für den socialistischen Kandidaten ab" Vorwärts" zu betrachten und jede Berantwortung der Partei gegeben und ist gegen die Wahl wegen der vorgekommenen dafür abzulehnen sei. Auch solle von einer Agitation gegen den Fälschungen Protest eingelegt. § 175 des Str.-G.-B. aus Anlaß dieses Falles abgesehen werden. Ferner folle, falls die Partei im Reichstage oder in der Gerichtsverhandlung dazu provoziert werde, eine dahinlautende Erklärung abgegeben werden. Ein hervorragender focialdemo Es giebt keine Beschimpfung, die nun nicht der Kron fratischer Abgeordneter hat in einer Unterhaltung über diese An- prinzessin von Sachsen von denen zugeschleudert wird, deren gelegenheit des Vorwärts" die Aeußerung gethan: Uns egal, Aufgabe es ist, stets die Machthaber zu entschuldigen und zu ver" Geächtet. " ver= treten, mögen fie begehen was es auch sei. Dieselben Gesellen, die Kronprinzessint empfangen, die mir freundlich die Hand reichte Die Direktion erklärt natürlich wieder, die weitgehendsten Kontrollgestern noch dieselbe Frau byzantinisch feierten und jede Kritik mit den Worten:" Seien Sie herzlich willkommen, Herr maßregeln ausgeübt zu haben. Doch wie lehthin bei den Unter niederschrien, sind jetzt tapfer genug, eine Wehrlose zu schmähen. Richter, ich danke Ihnen, daß Sie aus Sachsen gekommen sind, um, schlagungen der Darmstädter Bank so muß auch hier gegen die Der mildeste Vorwurf, den diese wohlgesinnte" Jämmerlichkeit pie Sie wünschen, die Wahrheit zu erfahren. Sie follen Nationalbank der Vortvurf erhoben werden, daß sie eigentlich die erhebt, ist die Behauptung, die Kronprinzessin habe sich schwererie erfahren, ohne Heh!! Ich weiß, daß ich Ihnen Schuld für diese Unterschlagung zu tragen hat. Heyde war in vertrauen darf. Niemanden habe Pflichtvergessenheit" schuldig gemacht, indem sie ihre eignen Kinder Sie sind der Erste." habe ich bisher empfangen. feiner Stellung feit sieben Jahren thätig und erhielt, wie man In der fast einstündigen Unterredung uns versichert, ein festes Jahresgehalt von 2700 M. Er bezog mit verließ. Es beweist aber nur die Verkehrung aller sittlichen Begriffe, legte die Frau Kronprinzessin die Gründe ihrer Handlungsweise dar, seiner Weihnachtsgratifitation und Tantieme insgesamt ein Einwenn diese Leute es als„ fittlich" erklären, daß eine Ehe aufrecht die vor allem in der Verschiedenheit der Charaktere kommen von höchstens 3500 M. Bei diesen Bezügen vermochte er, erhalten werden muß, auch wenn sie nichts ist als Täuschung und und in der starken Liebe zu Mfr. Giron zu suchen ohne daß die Bank daran Anstoß nahm, ein eignes Haus zu erwerben Lüge vor den Beteiligten und vor der ganzen Welt. seien. Darauf erklärte sie die Art der Flucht, die von ihr und und auf großem Fuß zu leben. Eine offiziöse Erklärung der fächsischen Regierung. Giron vorbereitet war und von Salzburg über Hallein und Zürich Heyde soll aber als zweiter Depositenvorsteher auch zugleich führte. Sie wies mit Entrüstung den Vorwurf zurück, daß sie, wie die Staffe geführt haben. Nur durch die Vereinigung verschiedener Leipzig, 29. Dezember. Die Leipziger Zeitung" meldet:" Der gesagt worden sei, Kronschmud mitgenommen habe, der von ihr Stellungen in einer Person war es möglich, daß diese UnterGrund der Kronprinzeffin, die Beziehungen zu ihrem Gemahl und in einer Depositenbank niedergelegte Schmud fei ihr Eigentum fchlagungen, die, wie aus hinterlassenen Briefen Heydes zu ents dem Königshause abzubrechen, ist, wie wir auf Grund zuverlässiger aus ihrer Mädchenzeit. Was die Zukunft betreffe, so hoffe sie, daß nehmen ist, schon während langer Zeit verübt sind, erst nach seinem Information mitteilen fönnen, in seiner Entstehung ebenso, es doch noch gelingen werde, die Ehe zu lösen. Danach wolle Verschwinden entdeckt wurden. wie in seiner schließlichen Ausführung, was durch inzwischen sie Mir. Giron heiraten, denn ihre Liebe zu ihm sei, wie sie mit antiwortungsvoller Posten, weitgehendste Einschränkung des notSchlechte Bezahlung aufgefundene Belege 2c. untrüglich nachgewiefen ist, einzig bezeichnendem Ausblick zu dem daneben stehenden Manne erklärte, wendigsten Personals geben auch für diese Unterschlagung und allein auf das unerlaubte Verhältnis zurückzuführen, das zu tief und zu innig. Sie wollten sich dann irgendwo als die Erklärung. die Prinzessin mit dem seit Anfang dieses Jahres im fron- chlichte Leute niederlassen. Ihre Kinder, deren die Posen, der am 1. Januar feine Direktorstelle bei dieser Bank Der frühere Oberbürgermeister Witting aus prinzlichen Hause angestellt gewesenen, aus Belgien, stammenden Frau Kronprinzessin mit rührender Wehmut Lehrer unterhielt. Nachdem diefer Lehrer das tronprinzliche Hausbachte, geantritt, wird nicht unangenehm berührt sein, daß diese Unterschlagung fönne mant ihr nicht ganz rauben, noch auf das Conto seines Vorgängers fommt. Er ist sicher nicht verlassen, aller Wahrscheinlichkeit nach auch schon vor seinem Aus- fie werde doch wohl zuweilen mit scheiden aus dieser Stellung, sind vorbereitende Schritte zur gemein- fommen. zufammen- dazu gewählt worden, die innere Organisation zu reformieren, Zur Zeit allerdings allerdings habe habe fie aus famen Flucht getroffen und bis zur Abreise der Prinzeffin von noch keine Nachrichten. Mit freundlichem Händedruck entlich mich tausenden bezahlten Direktoren. Vielleicht aber gelingt es feinem Dresden von der er sicherlich ebensowenig versteht wie die andern mit HundertDresden nach Salzburg mit dem Erfolg fortgesetzt worden, daß schließlich die Frau Kronprinzessin. Ich gewann, führt der Besucher Einfluß, mit dem herrschenden Sparsystem zu brechen, dessen einziger schließlich die Flucht von Salzburg aus unternommen und das Bufort, die Ueberzeugung, daß, wer einen Einblick in die feit Jahren Erfolg für die Aktionäre in Verlusten durch Unterschlagungen besteht. fammentreffen der Prinzessin mit dem Lehrer in Zürich verwirklicht ertragenen Seelenqualen, in die Verhältnisse, unter denen werden konnte. Bon da sette die Prinzessin die Reise in Be- diese Frau gelebt hat, sowie in die sich ihr aufthuende Perspektive gleitung des Lehrers nach Genf fort, woselbst sie sich dermalen noch( Kloster oder Frrenanstalt) gethan hat, ihre Handlungsweise nicht aufhalten soll. Angesichts dieses Herganges, wie er sich that- vollkommen verdammen wird. sächlich vollzogen hat, müssen von selbst alle Gerüchte und Mutmaßungen in sich zusammenfallen, die in einem Teile der Tagespresse anläßlich des bedauerlichen Ereignisses verlautbart find, und stellen sich in Sonderheit die auf vollkommener Unkenntnis der Verhältnisse beruhenden Behauptungen als der Wahrheit zuwiderlaufend dar, wonach die Kronprinzessin, unter dem Druck eines sie beengenden Hofceremoniells leidend, dazu getrieben worden sei, sich dieser Fesseln zu entledigen, wie denn auch das weitere Anführen, daß ein inneres tiefes Berwürfnis mit dem Kronprinzen und von diefer Seite erfahrene Unbilden den Anlaß zur Flucht der Kronprinzessin geboten hätten, als ein durchaus unwahres zu bezeichnen ist." 州 Diese Note der Leipz. 8tg." ist die Aeußerung einer Partei. Die fächsische Regierungspresse ist natürlich eifrig befliffen, alle Schuld auf die Kronprinzessin zu werfen. Venezuela. Das schämige Zögern der Mächte. Berliner Maschinenbau- Aktiengesellschaft vorEine weitere Unterschlagungsaffaire wird aus dem Betriebe der mals& Schwarzkopff gemeldet. Angeblich hat ein ExpeditionsAngestellter durch Fälschung von Frachtbriefen 30 000. unterschlagen. Der ungetreue Angestellte befindet sich in Haft. Neue Berliner Omnibusgesellschaft. Die Gesellschaft befindet sich in recht pretärer Situation, die angeblich durch die Mißwirtschaft Die Exekutionsmächte, namentlich Deutschland, glauben der vorigen Verwaltung und Durchführung des 5 Pfennigtarifes geerst eine Anstandspause beobachten zu müssen, bevor sie oose- schaffen wurde. Der Bericht des letzten Geschäftsjahres ergiebt eine belts Vorschlag, das Haager Schiedsgericht über ihren Besserung. In der Generalversammlung, die am Montag stattfand, erflärte ein Aktionär den vorliegenden Geschäftsbericht als Konflikt mit Venezuela entscheiden zu lassen, definitiv acceptieren. nicht der Wahrheit entsprechend und wider besseres Ist doch die Annahme des Roosevelt- Castroschen Vorschlages eine so wissen aufgestellt. Er verlas Stellen aus einem Bericht, den vernichtende Niederlage der Erekutionsmächte, daß eine der Vorstand dem Aufsichtsrat erstattet hat, aus dem nichts weniger markierte Sprödigkeit das geringste ist, was die fo gründlich als eine Hoffnung auf Besserung der Geschäftslage spricht. Es heißt blamierten Europäer zur Schau tragen müssen. Freilich ist diese darin, daß die Omnibusse nicht mehr konkurrenzfähig seien, das Beste Komödie denn doch zu kindlich, als daß sie selbst die harmlosesten wäre die Liquidation. Das Aufsichtsratsmitglied Dr. Heckscher erGemüter über den wahren Thatbestand zu täuschen vermöchte. erledigte sich seiner Aufgabe der Beantwortung sehr leicht. Nach beNiemand, der fünf gesunde Sinne hat, kann diese DarDaß auch Deutschland die Schlichtung des Konflikts durch rühmtem Miufter erklärte er, daß dieser Bericht nur durch einen ſtellung glauben. Um einer Liebschaft willen hat noch keine Fürstin das Haager Poffengericht acceptieren wird, wagt man auch heute Vertrauensmißbrauch in die Hände des Aktionärs gekommen sein ihren hohen Gemahl verlassen. Liebschaften werden bei Hofe anders schon nicht mehr zu leugnen. Das einzige, womit man das so tönne und daher für die Verwaltung nicht existiere. behandelt, als daß man um ihrer willen auf die Königsthöricht aufs Spiel gefeßte Prestige noch zu retten versucht, ist die Mitteln greife, und die ebenso bekämpft werden müsse, wie die Kritik Dann sprach er gegen die Verrohung der Kritik, die zu derartigen frone verzichten müßte. Alle Vertuschungsversuche der Beteuerung, daß Deutschland sich nur unter gewissen Beauf andren Gebieten. officiösen Blätter lassen die Frage nicht verstummen: Welche singungen zur Anahme des Schiedsgerichts- Vorschlags bereit In der weiteren Diskussion wurde vielfach die rosige Schilderung schweren Ereignisse sind vorhergegangen, um die Kronprinzessin erklären werde. Diese Bedingung bestände darin, daß Venezuela des Berichts hervorgehoben. Trotz des Rückganges der Betriebszur Aufgabe ihrer bisherigen Stellung, zum Verzicht auf den Thron sofort eine kleine Abschlagszahlung der von Deutsch- einnahmen um 202 0000 M. verzeichnet der Bericht einen Geschäftszu treiben? land erhobenen Forderung zahle, nämlich 60 000 fund überschuß von 124 914 M. Der Betrieb wurde eingeschränkt, der ( England will sich mit 10 000 Pfund begnügen.) Aber Pferdebestand reduziert und nur 15 Pferde neu angekauft. Die AbAus Dresden wird gemeldet: Das evangelisch lutherische Landes Kon:" Tag" melden läßt, daß deutsche Geschäftsleute in Caracas sich bereits wurde zwar gestellt, aber dann zurückgezogen. Die Hypothekenschuld auch diese Forderung erscheint als eitle Komödie, wenn sich der schreibungen vom Pferdeconto find zudem mit 10 Broz. sehr gering angesezt. Ein Antrag, diese Abschreibungen auf 20 Broz. zu erhöhen, sistorium hat bereits eine Verordnung erlassen, nach bereit erflärt hätten, Castro diese 60 000 Pfund zu pumpen, damit ist start erhöht worden. Zur Dedung verschiedener Forderungen welcher die Kronprinzessin Luise fortan vom Kirchengebet auszu- der venezolanische Präsident dann mit deutschem Gelde die wurde ein Guthaben von 200 000 M. aufgenommen. Zur Sicherheit schließen ist. deutschen Forderungen befriedige! Wer übernimmt denn wurde dem betreffenden Bankier, dem früheren Aufsichtsrat- Mitglied Wäre es auch wahr, was zweifelsohne nicht wahr ist, daß die unter diesen Umständen die Garantie für diese deutsche An- Start Neuburger eine feste Hypothek in dieser Höhe eingetragen. Kronprinzessin nur aus heißer Liebe zu einem andren Manne die leihe?! Es handelt sich bei dem ganzen Exekutionsfeldzug doch Bon dem Verlangen nach Einführung der Aftien an der Börse wurde Che gebrochen habe, wie steht die Ausstoßung der Prinzeffin aus gerade darum, die deutschen Gläubiger Venezuelas durch Dr. Heckscher mit der Motivierung abgeraten, daß dann dem Stirchengebet zur Lehre Christi, der die Chebrecherin zu befriedigen. Geschieht das etwa dadurch, daß diese Gläubiger niedrigeren Wert als den jezigen erhalten. Besonders in Nüdficht günstigstenfalls die Aktionäre nach den Notierungen einen noch schützend aufnahm und drohend das Wort sprach: Wer unter mit Venezuela eine neue, absolut ungarantierte Schuld auf die angestrebte Fusion mit der Allgemeinen Berliner OmnibusEuch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein fontrahieren?! Man sieht, zu welch thörichten finanziellen Trans- Aktiengesellschaft müsse dieser Versuch unterbleiben. auffie!" aktionen der famose Bankierkrieg führt. Das Fourage Conto übersteigt das Lohn- und Gehaltsconto Hösische Sittlichkeit. Doch weiter: Selbst die englische Regierungspreise, die den um mehr als 100 000 m. Bei den verschiedenen Erklärungen, wie Rooseveltschen Vorschlag ohne weiteres als acceptabel bezeichnete, troß allgemeinen Rüdganges ein erhöhter Betriebsüberschuß herauserklärte, daß das schiedsgerichtliche Verfahren keine Aufgewirtschaftet worden sei, vergaß man zu erwähnen, daß das gehebung der Die Geistlichkeit. " Blockade " d famte Arbeits- und Fahrpersonal troß seiner ohnehin elenden Lage noch ungünstiger gestellt worden ist. Schier unmenschliche bedeuten dürfe. In Deutschland ist man dagegen schon viel bracht, daß man aus den Arbeitern noch einen nicht unbeträchtlichen Arbeitszeiten bei jämmerlichsten Löhnen haben es zu stande ge= bescheidener geworden. Der zuweilen offiziös bediente Tag" erklärt: Teil der Ueberschüsse herausgepreßt hat. Bericht und Bilanz für Während man in Washington... mit der baldigen 1901/02 wurden gegen drei Stimmen genehmigt. Dem früheren Aufhebung der Kriegsblodade gegen Venezuela rechnet, Vorstandsmitgliede Ober- Roßarzt Boigt, der die Geschäfte vom ist an hiesigen gut unterrichteten Stellen von einer 1. Oftober bis 17. Dezember 1901 leitete, wurde die Entlastung derartigen Absicht nichts bekannt. Zur Zeit wenigstens verweigert. wird die Freigabe der venezolanischen Küste nicht erwogen. Von dem Fortgang der Verhandlungen über die Anrufung des Haager Tribunals wird es abhängen, ob die Mächte sich zu einer Rückgängigmachung der Blockade verstehen werden. Dem Neuen Wiener Tageblatt" geht aus Dresden von einer den dortigen Hoffreisen nahestehenden Persönlichkeit folgende Mitteilung zu: „ Es muß gesagt werden, daß gerade der Kronprinz von Sachsen die Vermeidung des Etlats im Interesse der Kinder und des Ansehens mit den allergrößten Opfern ertaufen wollte, die nur ein Mann und Familienvater zu bringen vermochte. Es muß ferner gefagt werden, daß der Kronprinz von Sachsen den Schmerz, an der Seite der Gattin zu leben, die er aufrichtig geliebt hatte und welche die Mutter seiner Kinder war, und von welcher er die Ueberzeugung gewonnen hatte, daß sie ihr Herz einem andern zugewendet, feit nahezu acht Monaten in sich trug, ohne daß die Außenwelt eine Ahnung von den inneren Verhältnissen eines traurigen Chelebens hatte. Nur die allernächsten Verwandten kannten die Lage. Es ist daher eine Erfindung, daß von irgend einem Hofe Versöhnungsversuche zwischen dem Kronprinzen und der Kronprinzessin von Sachsen gemacht wurden. Eine Versöhnung war nach Während also die englischen Offiziösen erklärten, daß die Andem Geständnis der Kronprinzeffin, daß das zu erwartende Stind nahme des Haager Schiedsgerichts- Verfahrens die Blockade hoffentlich = Heltesten Kollegium. Zum ersten Präsidenten des Kollegiums wurden Stadtrat a. D. Kämpf, zum ersten Vicepräsidenten Stadtrat Weigert und zum zweiten Vicepräsidenten Geh. Kommerzienrat Helffit erwählt. nicht das des Kronprinzen fei, und der voraufgegangenen Stor- nicht aufheben werde, erklärt der deutsche Dffiziofus, daß es, bon Letzte Nachrichten und Depeschen. " Frankfurt a. M., 29. Dezember.( B. H.) Wie der„ Frankfurter Beitung" aus Brüssel berichtet wird, verschob das internationale focialistische Bureau den internationalen Kongreß in Amsterdam bis August 1904. Der Genfer Bomben- Attentäter- geisteskrank! Genf, 29. Dezember.( Privatdepesche des Vorwärts".) Hiesige Abendblätter bringen die telegraphische Nachricht aus Neuchatel, daß heute vormittag der Italiener Carlo Maschetto, 35 Jahre alt, in Camanda, Provinz Navarra, geboren, verhaftet worden ist. Nach Angaben des Generalprofurateurs von Neuchatel gestand er feine Teilnahme am Genfer Bombenattentat zu. Der Profurateur respondenz ausgeschlossen. Es handelte fich nur, einen Modus zu dem Fortgang der Verhandlungen über die Anrufung des Haager Die Verschiebung des internationalen Kongresses. finden, wie man vor der Außenwelt, um jeden Eflat zu vermeiden, Tribunals abhängen werde", ob die Blockade aufgehoben werde! bie fünftige Scheinehe aufrecht erhalten solle. Es ist ferner unwahr, daß ein Duell zwischen dem Kronprinzen von Sachsen und Das heißt mit andren Worten, daß mit der Annahme des dem Bruder der Kronprinzessin Erzherzog Leopold Ferdinand in Schiedsgerichts- Vorschlages auch die Blodabe ihr Ende er der Nähe von Salzburg als Folge der Behandlung, welche die Stron- reicht haben werde. Das versteht sich zivar, wie tvir in prinzessin von ihrem Gatten zu erfahren hatte, stattfand, und daß unfrer letzten Nummer dargethan haben, eigentlich ganz von selbst, die Verwundung des Kronprinzen auf der Jagd die Folge des Duells beweist aber nichtsdestoweniger, wie flar sich die deutschen( Die Verschiebung ist durch die Rücksicht auf die deutschen fei. Wahr ist, daß der Jagdausflug des Kronprinzen ein Vorwand Regierungstreife bereits über den kläglichen Ausgang der Affaire Wahlen veranlaßt.) war, um auf Wunsch des Kaisers Franz Josef mit dem Vater geworden sind, wie wenig Hoffnung sie noch hegen, ihre eklatante der Kronprinzessin, dem Großherzog von Toscana, ohne Aufsehen Niederlage noch länger verschleiern zu können! die weiteren Maßnahmen zu besprechen, nachdem der Kronpring von Sachsen schon damals das Geständnis seiner Gattin in Händen hatte, daß er nicht der Water des Kindes sei, das sie unter- Die Exekutionsmächte als Schrittmacher der Infurrektion. Willemstad, 27. Dezember. Sechs Anhänger von Matos find dem Herzen trug. Es war zwischen dem Großherzog, dem heute morgen in der Richtung nach Cumarebo abgereist. Dies wird Kronprinzen und der Stronprinzessin im Einverständnis mit dem als ein Anzeichen dafür angesehen, daß der Aufstand gegen Caftro Staiser von Destreich ausgemacht, daß nach der im Monat April zu noch immer im Gange ist. erwartenden Entbindung der Kronprinzessin diese wegen ihrer Willemstad, 28. Dezember. Hier ist die Nachricht eingetroffen, angegriffenen Gesundheit sich nach der Riviera zurüd daß gestern ein lebhaftes Gefecht zwischen 1200 Aufständischen unter fügt hinzu, das Geständnis fei mit aller Neserve aufzunehmen. ziehen werde. Dies wäre nach der Entbindung dem großen Bublifum Riera und Regierungstruppen bei Gauharao in der Nähe von Coro Man fand Explosivpatronen bei ihm. Der Attentäter soll sich durch glaubhaft erschienen. Die Angelegenheit wäre später in dieser stattgefunden habe. Näheres ist noch nicht bekannt Die Auf einen anonymen Brief an den Genfer Polizeichef Didier verraten haben oder jener Form unauffällig ohne Ellat geregelt worden. und wurde dann durch Genfer Polizei- Agenten vermittelst Photographie Aus dem Grunde, um jeden Gilat zu vermeiden, wurde ständischen verfügten über Artillerie und hielten ihre Stellung. Eine Depesche des„ Reuterschen wiedererkannt. Maschetto hat schon vor drei Jahren in Vevey ein der Sprachlehrer Giron erst Anfang Dezember entlassen, denn Bureaus" aus Curaçao vom 27. 5. W. meldet, es verlaute in gut unfinniges Attentat versucht und gilt für geistestrant. In der man sagte sich, daß für den Fall, als die wahre Sachlage des unterrichteten Kreisen in Caracas, daß ein gegen den Präfi- hiesigen anarchistischen Bewegung ist er gänzlich unbekannt. Die Chelebens des Kronprinzenpaares doch wider Erwarten int die Deffentlichkeit durchfickern würde, gerade dadurch, denten Caftro gerichteter Staatsstreich vom Vice- Anarchisten veranstalten heute abend ein Protestmeeting. präsidenten der Republit vorbereitet werde. den Venezuela. daß man Giron noch in Dienst behält, Gerüchten die Spike genommen sei. da doch niemand annehmen würde, daß der Kronprinz einen Mann wie Giron, der Aus New York wird der Frankfurter 8tg." telegraphiert: Aus Induftrie und Handel. ihm seine Frau geraubt, noch im Dienst behalte, nachdem man schon Die Lage in La Guayra und andren Hafenstädten wird bedrohlich, öffentlich über die Sache spräche. Wenn die Kronprinzessin entgegen da es infolge des Aufhörens der Schiffahrt viele Arbeitslose dem Uebereinkommen zwischen ihrem Gatten, dem König und ihrem find Defraudationen in Banten und andern großen Unternehmungen Betrieb einstellen und die Lebensmittel werden viel teurer. Man Neue Unterschlagungen. In den letzten Wochen und Monaten giebt. Auch werden bald die deutsche und englische Bahnlinie ihren Bater, dem Großherzog, floh, so geschah dies nur unter dem so häufige Erscheinungen geworden, daß sie laum noch Aufsehen zu befürchtet Greesse, namentlich gegen das Eigentum der Ausländer. Druce Girons, der der Kronprinzessin mitteilte, man wolle fie gleich der Prinzessin von Koburg irrfinnig erklären lassen und in erregen vermögen. Nach der Darmstädter Bank hat wiederum die Der Korrespondent des genannten Blattes giebt mit Vorbehalt ein in Nationalbank für Deutschland einer Unterschlagung zu verzeichnen. einer Nervenheilanstalt für die fernere Zeit ihres Lebens unterbringen. Washington fursierendes Gerücht wieder, wonach England Truppen Der 42jährige Bantbeamte Albert Heyde war als zweiter in La Guayra landete und der Kommandeur des amerikanischen Aus Furcht vor diesem Schicksal floh, wie aus einem zurückgelaffenen Depofitenvorsteher bei einer Filiale dieser Bank in Potsdam angestellt. Kanonenbootes Marietta" dagegen protestierte. Briefe erkenntlich wurde, die Prinzessin. Am 12. d. Mts. war er beurlaubt und sollte am letzten Sonnabend feine Thätigkeit wieder aufnehmen. Er erschien jedoch nicht. Eine Erklärung der Kronprinzessin. " Baris, 29. Dezember.( W. T. B.) Eva Humbert ist aus Der Leiter der„ Chemnitzer Allgem. Zeitung", Karl Richter, Nachfragen in seiner Wohnung ergaben, daß er nicht nach Hause der Untersuchungshaft entlassen worden. hatte in Genf eine Unterredung mit der Kronprinzessin zurüdgefehrt war. Eine sofort vorgenommene Revision erwies einen Arras, 29. Dezember.( W. T. B.) In der Nähe des Bahnhofes Luise. Er berichtet darüber: Ich wurde zunächst von Monsieur Giron Fehlbetrag von 95 000 M. Diese Summe hat Heyde angeblich in Saint Pol ist heute ein Personenzug entgleift. Die Maschine und empfangen, dem ich auf seine Frage nach meinem Begehr offen und Coupons gestohlen. Der Defraudant lebte auf großem Fuße. Er vier Wagen sprangen aus den Schienen und stürzten um. Der ohne Umschweife sagte:„ Die Wahrheit wünsche ich zu erfahren über war verheiratet, Bater von zwei Kindern und bewohnte in Lokomotivführer ist getötet, vier Reisende sind schwer, mehrere andre die Flucht und ihre Ursachen." Ich wurde sodann von der Frau Schlachtensee eine eigne Billa. leicht verletzt worden. Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 303. 19. Jahrgang. Am zweiten 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Momentbilder Januar In Zehlendorf beteiligten sich die Genossen zum erstenmal an den Wahlen zur Gemeindevertretung und erzielten einen Achtungserfolg. In Rummelsburg hatten die Wahlen einen glänzenden Erfolg. Ein Genosse wurde gewählt. Der 12. brachte Gemeinderats- Wahlen in Hermsdorf und eine Stichwahl in Steglitz. Mit dem Monat Dienstag, 30. Dezember 1902. Juni begann die sommerliche stille Zeit, die lediglich durch die Gewerks schaftskämpfe ein lebhaftes Kolorit erhielt. Am 3. trat der Reichstag wieder zusammen, um bereits am 11. die Session zu schließen. Die Ersatzwahlen zur Gemeindevertretung Am 26. begannen die Ferien der Berliner Stadtverordnetens Der 27. brachte nochmals eine Gemeinderatswahl in Grünau. Auch aus dem Monat Juli ist nicht viel zu berichten. Am 11. schloß ein alter Parteigenosse, der Schlossermeister Otto Siegerist. Mitglied des socialdemokratischen Wahlvereins Charlottenburg, die Augen für immer. aus der Berliner Arbeiterbewegung des Jahres 1902. Das Jahr 1902 ist besonders bemerkensivert durch die parlamentarischen Kämpfe, welche vornehmlich die Vertreter der focialdemokratischen Partei gegenüber dem Umsturz der Wucherzollmehrheit Am 12. und 13. war Gemeindevertreter- Wahl in Pankow. in Neu- Weißensee am 6. hatten einen guten Erfolg, indem die im Reichstage hatter und die noch in frischer Erinnerung sind. Im Hier wurde der Arbeiterkandidat zweimal gewählt, wodurch eine dortigen Genossen zwei Mandate erfochten. übrigen stand das abgelaufene Jahr unter dem Zeichen von Wahlen, Nachwahl erforderlich wurde. Ein heißer Wahlkampf entbrannte am 17. in Schöneberg gein besondere von Gemeinderatswahlen in den Vororten. Am 13. wurde in Schmargendorf gewählt, desgleichen in legentlich der Neuwahl eines Stadtverordneten. Der Sieg des GeWährend in Das neue Jahr führte sich mit zwei bedeutungsvollen Ereignissen Groß- Lichterfelde und Tempelhof. ein. Mit Beginn des Jahres trat erstens das Ortsstatut betreffend Schmargendorf und Groß- Lichterfelde- Ost unsre Standidaten unter- nossen Obst war ein schwerer. Ausdehnung der Krankenversicherung auf die selbständigen Hau 3- lagen, wurde in Groß- Lichterfelde- Weſt eine Stichwahl erforderlich. Versammlung. gewerbetreibenden in Kraft und zweitens wurde zu Beginn Gegen die Wahlen in Tempelhof wurde Protest eingelegt. Auch gegen bes Jahres das von den Filialen Berlins und der Umgegend des die an demselben Tage in Neuendorf stattgehabte Stichwahl Verbandes aller in Gemeindebetrieben beschäftigten Ar- wurde seitens unsrer zum erstenmal an der Wahl beteiligten Genossen beiter und Unterangestellten beschlossen gewesene Ortssetre- Protest eingelegt. Außerdem fanden am 13. noch Gemeinderatstariat eröffnet. Wahlen in Nieder- Schöneweide statt, die jedoch für die Arbeiter ohne Erfolg waren. Am 13. ging der Reichstag in die Osterferien. Der 14. ist der Todestag des wackeren Genossen Felix Witt tewsky, Expedient am Vorwärts", Mitglied des Wahlvereins für Die giveite Auflage der Hunnenbrief- Prozesse gelangte am 16. den vierten Berliner Reichstags- Wahlkreis( Often). Die Beerdigung gegen den Redakteur Wilhelm Schröder vom" Vorwärts" bor fand am 17. unter großer Beteiligung auf dem städtischen Friedhofe der siebenten Ferien- Straffammer Landgerichts I zur Verhandlung. in Friedrichsfelde statt. Das Urteil lautete diesmal auf vier Monate Gefängnis. Am 16. und 17. Hielt im Getverkschaftshause der Verband der In einer Parteibersammlung des 6. Berliner ReichsAuf den 7. war eine Wahl von nicht unerheblichem lokalen Lagerhalter und Lagerhalterinnen Deutschlands seine 7. ordent- tags- Wahlkreises erstatteten am 27. die Vertrauensleute Bericht und Interche angesetzt, nämlich die Wahl zur Gewerbesteuerliche Generalversammlung ab. fand die Neuwahl derselben statt. Einschäzungskommission, Unterausschuß X, nachdem die vorige Wahl, Bei der am 17. in Friedrichshagen stattgehabten Ge- Am 27. endlich trat die Parteifonferenz für den Reichstagsvrch welche unsre Parteigenossen die Mehrheit erlangt hatten, für meinderatswahl wurde der vierte Socialdemokrat in die Gemeinde- Wahlkreis Potsdam Spandau- Osthavelland ungültig erklärt worden war. Die Wahl kam indessen nicht zu vertretung gewählt. Spandau zu ihren Beratungen zusammen. stande, da der Wahlakt plößlich kurzer Hand aufgehoben und vertagt Am 18. war die übliche imposante März feier des Prole- Der Monat wurde. Am gleichen Tage hatte der verantwortliche Redakteur des tariats, gleichzeitig Gemeinderatswahl in Herzfelde, Velten und Borwärts". Carl Leid, wegen Verletzung des§ 11 des Preß- Drewit. In den beiden letzteren Orten wurde der Arbeiterkandidat war vornehmlich ein Monat der Konferenzen und Kongresse. Zunächst gefezes durch Nichtaufnahme einer ihm zugestellten Berichtigung vor gewählt. fand am 12. in Lichtenberg infolge der Ungültigkeitserklärung bein Kadi zu erscheinen, wurde aber freigesprochen. ziveier socialdemokratischer Mandate eine Erfahwahl zur GemeindeAm 8. nahm der Reichstag nach den Weihnachtsferien seine vertretung statt. Beide Mandate fielen indessen wiederum SocialThätigteit wieder auf. Gleichzeitig nahm die Landtagssession ihren demokraten zu. ufang. hickt die Stadtverordneten- Versammlung ihre erste Sigung ab. In bifer Sigung erfolgte die Einführung der am 6. November v. I. Lei der Ergänzungswahl der dritten Abteilung neu gewählten Stadt berordneten. Durch das glänzende Resultat der Wahl war die Zahl vec jocialdemoiratischen Stadtverordneten auf 28 gestiegen. " Die am 19. in Treptow Baumschuleniveg stattgehabte Wahl zur Gemeindevertretung brachte den Arbeiterkandidaten in die Stichwahl. Diesen Gemeindeivahlen schlossen sich am 20. folche in einer Die moderne Rechtspflege setzte sich am 13. ein neues charak- Reihe weiterer Nachbarorte an. In Dalldorf wurden die ersten zwei teristisches Denkmal durch die erfolgte Verurteilung des Zimmerers Socialdemokraten gewählt, in Johannisthal einer, in Klein- SchöneKumer zu sechs Wochen Gefängnis wegen versuchter" Erbeck und Fichtenau kam es zur Stichwahl, in Borsigwalde wurde kein pressung". Dieses Delift wurde in dem Umstande erblickt, daß Erfolg erzielt. = Kußmer namens seiner mit ihm bei einem Zimmermeister beschäftigten Es folgte am 21. die Gemeindevertreter Wahl in NeuKameraden bei diesem dahin vorstellig geworden war, einen un- Weißensee. organisierten Gesellen aus der Arbeit zu entlassen, widrigenfalls alle Am 24. fand eine Nachwahl in Pankow statt, bei der Stichwahl organisierten Zimmerleute die Arbeit einstellen würden. in Mariendorf unterlagen unsre Freunde. August in Am 14. fand sodann eine Konferenz der Altgesellen Berlinet Jnnungen im Gewerkschaftshause statt. Vom 16. bis 19. tagte der vierte internationale Kongreß der Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen ebenfalls im Gewerkschaftshause. = Ain 20. endete ein Herzschlag das arbeitsreiche Proletarierleben des 72jährigen Stadtverordneten Theodor Metzner. Am 21. fanden in allen sechs Berliner Reichstags- Wahlkreisen Parteiverfammlungen statt gtved's Wahl der Delegierten zur Branden Der 18. brachte ziei Arbeiterfeste: erstens das elfte StiftungsDerselbe Fall trat ein bei der am 25. in Groß- Lichterfelde burger Parteikonferenz und zum Parteitag in München fcft der von Wilhelm Liebknecht begründeten Arbeiter Bil stattgehabten Stichwahl. Dagegen wurden bei der Hauptwahl in sowie Stellung von Anträgen zu beiden. bungsschule und zweitens das elfte Stiftungsfest des Social- Reinickendorf( Ost und West) beide Arbeiterkandidaten In Reinickendorf wurde am 24. die Kreiskonferenz für den Bemoiratischen Wahlvereins für den dritten Berliner Reichs- gewählt. Reichstags- Wahlkreis Nieder Barnim abgehalten. Lags- Wahlkreis. Die erstere Feier fand statt im Böhmischen Brau- Der 26, brachte wiederum Stichwahlen in Friedrichsfelde. Das Begräbnis Theodor Meners fand am 24. auf dem yuuse, die letztere im Gewerkschaftshause. Am 28. tagie im Gewerkschaftshause der 2. Verbandstag des Friedhofe der Freireligiösen Gemeinde statt. Ebendaselbst tagte am 19. eine Stonferenz der Lagerhalter Verbandes der Buchdruckerei hilfsarbeiter und Ar- Am 31. tagte die Parteikonferenz für Berlin und die Provinz der Probing Brandenburg. Die Gewerbegerichtswahlen in Charbeiterinnen Deutschlands. Brandenburg im Gewerkschaftshause, gleichzeitig ebendaselbst die erste. Iottenburg am 20. hatten für unfre Genossen einen guten Am 29. fand auf dem Centralfriedhofe in Friedrichsfelde die Generalversammlung des Centralvereins der Bureau- Angestellten. Erfolg. Enthüllung des dem Andenken Wilhelm Liebknechts gewidmeten In Köpenid fand am 20./21. eine Ersabivahl zur Stadt- Dentmals statt. ( Schluß folgt.) verordneten= Versammlung für unfren verstorbenen Genossen Auf den Schluß des Monats, 30. und 31., fiel das Osterfest. Siebler statt. Das Mandat wurde von den Genossen behauptet. Den 31. benußten die Fleischergesellen zur Abhaltung eines KonDer Apothekenboykott forderte am 21. ein Opfer. An gresses in den Armin- Hallen". diesem Tage wurde Genosse Dr. Freudenberg wegen Beleidigung eines Apothekers zu 300 M. Geldstrafe verurteilt. Der Monat " April 169,68 M. Partei- Nachrichten. Die fünfte Landeskonferenz der socialdemokratischen Partei im In Schöneberg fanden am 23. und am 25. Wahlen statt Großherzogtum Sachsen- Weimar fand Sonntag, den 28. Dezember, und zwar am 23. die Neuivahl eines Stadtverordneten an Stelle des wurde eingeleitet mit der Stichwahl zur Gemeindevertretung in Landesausschuß und zahlreich erschienenen Gästen aus Weimar und im" Tivoli", dem neuen Parteilofal in Weimar statt. Außer dent Genossen Obst, dessen Wahl für ungültig erklärt worden war; am Klein Schönebeck und Fichtenau am 2. Aus derfelben ging der Apolda waren aus 25 Orten 35 Delegierte erschienen, desgleichen 25. tourden die Wahlen der Beisiger zum Gewerbegericht vollzogen, Arbeiterkandidat als Sieger hervor. dic den Genossen einen guten Erfolg brachten. Am 9. wurde wieder eine Versammlung arbeitsloser Holz- war je ein Vertreter der Tribüne" und der Thüringer AgitationsAin 25. begann Genoffin Frau Klara 3ettin Stuttgart arbeiter im Gewerkschaftshause abgehalten. fommission anivesend. Aus dem Geschäftsbericht ging hervor, daß cinen Cyflus von Vorträgen. Den Anfang machte sie in Friedrichs- Den Schutz der Arbeitswilligen" bekam der Arbeiter Parten- trop der bescheidenen Mittel der Ausschuß in agitatorischer BeLagen und sprach dann an den nächstfolgenden Tagen im dritten, heimer am 11. recht empfindlich zu spüren. Er wurde, einer Ausziehung sein möglichstes gethan habe. Der Kassenbestand betrug vicrten und sechsten Berliner Reichstags- Wahlkreise. schreitung gegen einen Arbeitswilligen beschuldigt, von der ersten Die von der Berliner Gewerkschaftskommission vorbereitete Straftammer des Landgerichts II zu 3 Monate Gefängnis ver- Genosse Leutert Apolda. leber die bevorstehenden Reichs- und Landtagswahlen berichtete Bählung der Arbeitslosen war am 26. soweit gediehen, urteilt. Leutert- Apolda. Beschlossen wurde, in zwölf Landtagswahlkreisen selbständig, ohne Aufstellung von Doppel- Kandidaturen, in den Wahlkampf einzutreten. Bezüglich eines Kompromisses schloffen war, stellte sich die Konferenz einstimmig auf den mit der Freisinnigen Volkspartei, wie dies bei der letzten Wahl beentsprochen habe und vor allem die neuerdings beobachtete Haltung Standpunkt, daß der damalige Kompromiß den Erwartungen nicht der Freifinnigen unter feinen Umständen zu einem ähnlichen Kompromiß ermutige. toerden konnte. daß an diesem Tage mit dem Austragen der Zählkarten begonnen Eine Ersatzwahl zur Gemeindevertretung in Adlershof am 14. sicherte einem Genossen das streitige Mandat. Der 28. endlich brachte die erste Arbeitslosen- Versammlung, Bei der Stichwahl in Treptow- Baumschulenweg am 15. unterlag einberufen nach den Gewerkschaftshause vom Deutschen Metall- der Arbeiterkandidat. arbeiter- Verbande. Dec Monat Februar " Die Arbeitswilligen" wurden auch dem Tischler Weidner verhängnisvoll. Wegen Nötigung" folcher wurde er am 16. zu vierzehn Tagen Gefängnis verurteilt. tourde eingeleitet mit der am 2. erfolgten Einsammlung der ZählAm 20. tagte in der Rosenthalerstraße 11/12 die giveite Stonfarten für die Arbeitslosen- Zählung der Berliner Gewerkschafts- ferenz der Gesellen- Ausschüsse der Bäcker- Innungen Berlins Tommission. An dem gleichen Tage wurde ein aus der Zeit des und der Umgegend. Socialistengesezes bekannter Genosse, der alte füllborn", in Die Gewerbegerichtswahlen für die Gemeindebezirke Friedrichsfelde zur letzten Ruhe bestattet. Füllborn, Mitglied des Wahlvereins für den dritten Berliner Reichstags- Wahlfreis, war von Beruf Former, wurde wegen der Maifeier im Jahre 1890 durch die Kühnemänner brotlos gemacht und ergriff infolge dessen später den Beruf des Beitungsspediteurs. Am 5. fand eine Arbeitslosen- Versammlung im Apollo- Theater zu Rigdorf statt. Die Neuwahl eines Stadtverordneten wurde am 14. in CharTottenburg vollzogen. An Stelle des Genossen Röttger wurde Maurer Midler gewählt. Die Stadtverordneten- Ergänzungswahl in Schöneberg am 20. ergab die Wahl des Genossen Panser. Am 23. wurde der Provinzialtag der Maler, Lackirer und " d Vor Eintritt in die Nachmittagsverhandlungen wurde als Protest gegen das am gleichen Tage in Neustadt- Drla erfolgte Verbot einer Bersammlung, in welcher über die legten Vorgänge im Lichtenberg, Friedrichsberg und Wilhelmsberg wurden am 21. mit Reichstage und das Verhalten des Abgeordneten des Streises, Herrn Bassermann, gesprochen werden sollte, eine Resolution großem Erfolge für die socialdemokratischen Kandidaten vollzogen. in welcher das in Sachsen Weimar übliche Der 23. brachte eine große Haupt- und Staatsaktion vor der angenommen, Verfahren scharf verurteilt wird. Ueber den Ausbau der Landesersten Strafkammer des Landgerichts I. Als Redakteur und Ver- organisation referierte Genosse Baudert; er schlug eine der im Großleger der beschlagnahmten Arbeitslosen- Zeitung" war Genosse herzogtum Hessen bestehenden ähnliche Form der Organisation vor. Theodor Glocke der Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten angeklagt. Es wurde beschlossen, im Princip der Vorlage beizutreten, jedoch soll Das Ende vom Liede war die Freisprechung des vermeintlichen eine Kommission aus den drei Wahlkreisen in Verbindung mit dem Verbrechers. Am 27. und 28. sprach Genoffin Frau Klara Zettin- Stuttgart Redaktion unterziehen und der nächsten Konferenz zur definitiven Landesausschuß die speciellen Bestimmungen des Statuts einer im Balast- Theater( Burgstraße) und bei Keller( Koppenstraße) über Beschlußfaffung vorzulegen. Dagegen wurde beschlossen, daß die brei die revolutionären Stämpfe in Belgien und in Rußland. weimarischen Reichstags- Wahlkreise am 1. Juli d. J. aus dem Bezirk Der in diesem Jahre nichts weniger als schöne Monat der Thüringer Agitationskommission austreten. Von der Beschickung Mai des internationalen Kongresses in Amsterdam wurde wegen Mangels Anstreicher im Gewertschaftshause abgehalten und am 26. sprach setzte mit der Arbeiter- Maifeier ein. An demselben Tage verlor der an Mitteln, da die Wahlen große Opfer erfordern, abgesehen. Der Genosjin Frau Roſa uremburg in einer Volksversammlung Socialdemokratische Wahlverein Weißensee ein eifriges Mitglied, die Sitz des Landesausschusses verbleibt in Apolda; er besteht wieder des ersten Berliner Reichstags- Wahlkreises über Socialdemokratie Partei einen treuen Genossen, den Steinarbeiter Emil Gerstenbes Landesausschusses ist A. Baudert, Apolda. Hiermit waren die aus den Genossen Baudert, Leutert und Petermann. Die Adresse und Socialreform". berger, durch den Tod. Am 4. wurde er zur Ruhe bestattet. Der Monat Am 2. standen in Lichtenberg Ersakwahlen zur Gemeinde- Arbeiten der Konferenz beendet. Genosse Fischer schloß mit einem März vertretung an. Am gleichen Tage erfolgte auch die Freigabe bezw. lebhaft aufgenommenen dreifachen Hoch auf die internationale Am gleichen Tage erfolgte auch die Freigabe bezt. brachte neben sonstigen Ereignissen eine Fülle von Gemeindewahlen Zurückgabe der beschlagnahmten Arbeitslosen- Zeitung" durch die Socialdemokratie und einigen anfeuernden Worten die Konferenz. clle Ari, hi benen besonders die Vororte interessiert waren. Den Bolizei. Zum nächsten internationalen Kongresse äußerst sich Jean Jaurès Reigen eröffnete am 2. Rigdorf mit den Wahlen der Beisitzer zum Die Charlottenburger Genossen feierten am 4. ein Volksfest, in der Pétite République". Er sei von seiner Partei beauftragt, Gewerbegericht. Die Kandidaten des Gewerkschafts- Kartells nämlich die Einweihung des dortigen Volkshauses. wurden hier glatt gewählt. Am 3. fanden in Adlershof. Steglig und 2antwit Gemeinderatswahlen statt. In Adlershof hatten die Genossen Erfolg, in Steglit kam es zu einer Stichwahl, in Lankwiß unterlagen die Genossen, doch war ein Stimmenzuwachs zu verzeichnen. Der 5. brachte Gemeinderatswahl in Grünau, folvie Gewerbegerichtswahlen in Tegel und Dalldorf. Diese waren erfolgreich für die socialistische Arbeiterschaft. Die Ersahwahl eines Gemeindeverordneten in Schmargendorf am 5. hatte ein dem Arbeiterkandidaten ungünstiges Resultat. Als versuchte Erpressung wurde den Töpfergesellen Martienssen, Jänecke, Reimann, Lemisz, Bannack und Block deren Weigerung, mit einem unorganisierten Töpfergesellen zusammen zu arbeiten, aus gelegt. Die zweite Straffammer des Landgerichts II verurteilte am 14. Reimann und Martienssen zu je 4 Wochen, die übrigen Miffethäter zu je 3 Wochen Gefängnis. " in der zur Zeit in Brüssel stattfindenden Sigung des Internationalen Komitees den Standpunkt zu vertreten, daß die Tagesordnung der internationalen Kongresse, die schon allein durch die Sprachenunterschiede mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, nicht so überlastet werden dürfe. Bisher habe man sich darauf beschränkt, in großen allgemein gehaltenen Resolutionen die einzelnen Fragen vielfach ohne Debatte zu erledigen. In der Regel habe eine be fonders aktuelle Streitfrage eine größere Rolle gespielt, wodurch die übrigen Punkte nur noch mehr zusammengedrängt worden seien. Am 6. fand im Gewerkschaftshause eine Versammlung arbeits- Ein Opfer des Socialistengesetes, der Sattler Emil Dastig. Auf dem legten Kongreß sei dies der Fall Millerand" gewesen. Lofer Holzarbeiter statt, welche Stellung nahm gegen den wurde am 17. auf dem städtischen Friedhofe zu Friedrichsfelde Es genüge, so fährt Jaurès weiter fort, in Zukunft nicht mehr, Arbeitsnachweis und die Entlassungsscheine der Holzindustriellen und bestattet. mur die allgemeinen Gesichtspunkte festzustellen, sondern es müsse in der Tischler- Innung, gegen welche auch weiterhin die organisierten Das Pfingstfest am 18. und 19. bot dem Verbande der die Details der Fragen eingetreten werden. Man beginne jedesmal Holzarbeiter einen hartnädigen Kampf führten. Porzellanarbeiter die erwünschte Gelegenheit, am 18. im von neuem, eine allgemeine, aber ohnmächtige Demonstration gegen Am 7. wurden in Ober- Schöneweide Gemeindever- Gewerkschaftshause feine Generalversammlung abzuhalten. Kapitalismus, Militarismus, Marinismus, gegen das Kolonialtreter- Wahlen vollzogen. Der Paragraph 153 der Gewerbe- Ordnung forderte am 20. system ins Werk zu setzen und nichts werde gründlich diskutiert. Am 9. tagte im Gewerkschaftshause eine Provinzial- Konferenz wieder einmal ein Opfer. Wegen Vergehens gegen diese Gesetzes- Eine Frage sei sehr brennend und es sei notwendig, daß der der Maurer der Provinz Brandenburg. bestimmung verurteilte die erste Straffammer des Landgerichts II Socialismus Partei ergreife, nämlich die Frage der Abrüstung und Bei den Gemeindevertreter- Wahlen in Wilmersdorf am den Bauarbeiter Hermann Schulz zu 3 Wochen Gefängnis.-Am der internationalen Schiedsgerichte. Man dürfe sich nicht genügen 10. und 11. wurden 3 Genossen gewählt, die Wahl eines von diesen selben Tage fand in Ober Schöneweide eine Erfahwahl zur Ge- laffen, eine Resolution anzunehmen, die in halb fatalistischer und jedoch für ungültig erklärt; in Mariendorf kam es zu einer meindevertretung statt, bei welcher dem Arbeiterkandidaten das refignierter Weise den Krieg als eine„ nottvendige Folge des Stichwahl. Mandat zufiel. Sapitalismus" verurteilt. Es fomme darauf an, den chauvinistischen Bei der Stichwahl zur Gemeindevertretung in Nowvalves am 28. Tendenzen nachzufpüren, welche die einzelnen nationalen Fraktionen ging das streitige Mandat verloren. des Socialismus zu überwachen und zu bekämpfen haben.„ Was Die Ergänzungswahlen zur Gemeindevertretung in Brih am 11. hatten eine glänzenden Erfolg. Zwei Genossen wurden gewählt. い ift in Wirklichkeit die pangermanistische Bewegung? Welches sind die wirklichen Empfindungen und Anschauungen der italienischen, östreichischen und deutschen Socialisten gegenüber dem Dreibunde? Welche Möglichkeit sehen die französischen und deutschen Socialisten, die elsaß- lothringische Frage friedlich zu regeln?" " Polizeiliches, Gerichtliches usw. Schanktonzession und Arbeiterkasino. Wegen Vergehens gegen die Gewerbe- Ordnung und gegen das Gewerbesteuer- Gesetz waren die drei Vorstandsmitglieder des Vereins Arbeiterkasino" in Stralsund angeklagt worden, weil der Verein ohne Konzession und ohne Anmeldung zur Steuer das Schankgewerbe in eignen Räumen betrieben habe. Das Landgericht als Berufungsinstanz sprach die Angeklagten frei, indem es einen Gewerbebetrieb des Vereins nicht für vorliegend erachtete, weil der Verein den Zweck verfolge, die Geselligkeit unter seinen Mitgliedern zu pflegen und das Gefühl der Zusammengehörigkeit in Arbeiterfreisen zu fördern, z. B. durch Darbietung geeigneter eigner Räume 2c., und weil der vom Verein angestellte und besoldete Defonom geistige Getränke nur an Mitglieder abgegeben habe, ohne daß die Erzielung eines Gewinnes bezweckt worden sei. Der Ankauf der Getränke im großen und ihre Abgabe an die Mitglieder sei nur eine Nebenwirkung des eigentlichen Vereinszivecks. Das Kammergericht gab der Revision der Staatsanwaltschaft zum Teil statt und verwies die Sache insoweit an das Landgericht zurück, als es sich um das Fehlen einer Konzession handelt. Insoweit müsse, führte der Senat aus, das Landgericht einer Bestrafung näher treten. Denn das preußische Ministerium habe von der durch die Gewerbe- Ordnung gegebenen Befugnis Gebrauch gemacht und dem Konzessionszwange alle geistige Getränke an ihre Mitglieder abgebenden Vereine unterstellt, selbst die, wo der Betrieb auf den Kreis der Mitglieder beschränkt werde. Ausgenommen seien nur militärische Kasinos und Kantinen. Die Freisprechung von der Anklage des Steuervergehens sei dagegen mit Recht erfolgt, da ein Gewerbebetrieb hier thatsächlich nicht vorliege und somit die Anzeige zur Steuer überflüssig wäre. Sociales. nach " Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Soziale Rechtspflege. nehmer, die das nicht zu wissen scheinen. In einem Rundschreiben der Berufsgenossenschaft für Feinmechanik an die Mitglieder, das der Volksfreund" in Karlsruhe mitteilt, heißt es: Wie aus den eingereichten Lohnnachweisen ersichtlich, haben Buchbindermeister Schüler hatte dem Buchbinder H., nachdem dieser Kompensation infolge stillschweigenden Einverständnisses? Der einzelne Betriebsunternehmer zur gänzlichen oder teilweisen Deckung versehentlich eine eiserne Platte zertrümmert hatte, angekündigt, daß der Beiträge für unsre Berufsgenossenschaft ihren Arbeitern Lohnabzüge gemacht." er ihm zum Ersah des Werts der Platte 9 Mark in wöchentlichen Naten vom Lohn abziehen würde. Die Abzüge wurden auch gemacht, Das Verfahren dieser Unternehmer ist mit Geldstrafe bis zu ohne daß H. dageger protestierte. Nur gegen den Abzug der letzten 300 Mart bedroht. Rate erhob H. Einspruch und klagte dann gegen Schüler beim Gewerbegericht auf Auszahlung des gesamten einbehaltenen Betrages von 9 Mark. Der Gerichtshof unter dem Vorsitz des Gewerberichters Dr. Meier riet aus folgenden Erwägungen zu einem Vergleich: Nach § 394 des Bürgerlichen Gesetzbuchs könne ein derartiger Schaden Bon angeblichen Gewaltthaten streifender Former weiß die an sich nicht gegen den verdienten Lohn aufgerechnet werden. Nun Arbeitgeber- Zeitung" in ihrer neuesten Nummer vom 28. Dezember fämen aber Abweichungen infolge von Verabredungen vor. zu berichten. Sie schreibt: komme vor, und das sei hier der Fall, daß der Arbeitgeber sage: " Zum Formerstreik der Firma Rudolf Wolter, Eisengießerei Willst Du bei mir weiter arbeiten, dann mußt Du Dir entsprechende und Maschinenfabrik, Berlin N., wird uns von der Geschäfts- Abzüge gefallen lassen", und daß dann der Arbeiter darauf eingehe. leitung mitgeteilt, daß in der Nacht vom 20. bis 21. Dezember So sei auch der Kläger wochenlang damit einverstanden gewesen, gewaltsam in die Gießerei eingebrochen ist. Die Einbrecher haben indem er geschwiegen habe, wenn die Abzüge erfolgten. Auch das fich nicht damit begnügt, die gußfertigen und angefangenen stillschweigende Einverständnis genüge, die Abzüge rechtsgültig zu Formen zu zerstören, sondern auch verschiedene, den Kunden ge- machen. Nun habe aber der Kläger das letzte Mal protestiert, und hörige Modelle zerbrochen und das den arbeitswilligen Formern dazu sei er berechtigt gewesen, da er die Aufrechnung des Schadens gehörige Werkzeug im Gesamtwerte von circa 120 M. gestohlen. gegen den verdienten Lohn sich nicht gefallen lassen brauchte. Dieser Was nicht mitnehmenswert war, wurde zerbrochen. Alle Protest sicherte ihm aber nur den Anspruch auf den zuletzt abs Anzeichen deuten darauf hin, daß der Einbruch von den bei der gezogenen Teilbetrag, da, wie gesagt, die andren Abzüge durch sein Firma Wolter streifenden Formern verübt ist. Die sofort ein- stillschweigendes Einverständnis rechtsgültig geworden seien. geleiteten polizeilichen Ermittelungen werden jedenfalls in Kürze letzte Rate müsse Beklagter herausgeben, wegen seines Schadens den Beweis erbringen." fönnte Beklagter nur wiederklagen. Die Parteien verglichen sich. Beklagter zahlte an H. 1 Mark und beide Parteien verzichteten auf irgendwelche Ansprüche an einander. " Berliner Fabriken find schon " der Gerichts- Zeitung. Die Wenn alle Anzeichen darauf hindeuten, daß Streifende den Einbruch verübt haben, dann hätte doch die Arbeitgeber- Beitung", wenn sie nicht für ein ganz urteilsloses Bublifum berechnet ist, wenigstens einige diefer Anzeichen bekannt geben sollen. Aber nicht ein einziges Anzeichen, welches die schnöde und frivole Beschuldigung der Streikenden stützen könnte, führt das Organ der Unternehmer- Verbände an. Nicht den geringsten Versuch eines Beweises bringt die Arbeitgeber- Einen litterarischen Hintergrund hatte die Privatflage, die gestern Zeitung" für die von ihr gegen die streikenden Arbeiter ausgestreute das Schöffengericht gegen den Chefredakteur der" Post", Herrn Dr. elende Verdächtigung bei. Sie kann das auch nicht, denn sie hat ja Kronsbein, zu verhandeln hatte. Privatkläger war der Schriftfeine Beweise für ihre Behauptungen, sie erwartet vielmehr, ſteller Dr. Max Hirschfeld, Vorsitzender des Allgemeinen Schriftdaß die polizeilichen Ermittelungen diesen Beweis erst erbringen stellervereins. Eine Abteilung dieses Vereins ist der NachdrucksDie Konferenz socialdemokratischer Gemeindevertreter, die von werden. Also Beweise für die Behauptung, Streifende hätten Ein- kontrolle gewidmet und macht es sich zur Aufgabe, für diejenigen den Genossen Ulrich- Offenbach, Dr. Duard- Frankfurt a. M. und bruch, Diebstahl und Sachbeschädigung verübt, liegen nicht vor, trotz- Schriftsteller, die sich der Hilfe des Vereins bedienen und eine beDreesbach- Mannheim zum Sonntag, den 28. Dezember, in das dem scheut sich die Arbeitgeber- Zeitung" nicht, die bezeichneten Ver- stimmte Provision gewähren, die Blätter, insbesondere auch Frankfurter Gewerkschaftshaus einberufen war, war von 36 Vertretern dächtigungen öffentlich auszusprechen und dadurch die Ehre der in die Provinzblätter auf etwaigen Nachdruck zu kontrollieren Von bekannten Frage kommenden Arbeiter aufs schwerste zu verlegen. Aber das ist und da, aus 15 Drten des Rhein- und Maingaues besucht. ein Verstoß gegen ad § 18 2 des Genossen waren außer den Einberufern noch die Genossen Ehrhart- die Stampfesart der Arbeitgeber- Beitung" und andrer Unternehmer- nenen Urheberrechts vorliegt, gegen die betreffenden Zeitungen vorLudwigshafen und Dr. Lindemann- Stuttgart- Degerloch erschienen. organe. Gegenüber den organisierten Arbeitern sind ihnen alle zugehen. Gegen diese Methode hatte seiner Zeit das Drgan des Die Aussprache drehte sich ausschließlich um die Stellungnahme der Mittel recht, auch solche, welche anständige Leute im Kampf mit dem Beitungsverleger- Vereins, das von Dr. Kronsbein geschäftlich gesocialdemokratischen Gemeindevertreter zu der kommunalen Arbeits- Gegner nicht anwenden. leitet wird, ferner eine Anzahl von Zeitungen Stellung genommen Tosen- Beschäftigung. Im allgemeinen gingen die Ansichten überein- Bezüglich des vorliegenden Falles wird uns aus dem Bureau und die" Post" hatte unter Wiedergabe mehrerer darauf bezüglicher stimmend dahin, die Arbeitslosen- Beschäftigung nicht als Anhängsel des Metallarbeiter- Verbandes mitgeteilt, daß man dort von der Un- Zeitungsstimmen das als rigoros bezeichnete Vorgehen des Privatder Armenunterstützung zu betrachten und dieselbe schuld der Streifenden an dem angeblichen Einbruch vollkommen flägers gleichfalls gegeißelt und kritisiert. Dr. Mar Hirschfeld fühlte Möglichkeit auszudehnen. Von Offenbacher Vertretern wurde überzeugt sei und daß man der Untersuchung und dem weiteren Ver- sich durch mehrere Redewendungen, die in vier Artikeln die Gewährung von Arbeitslosen- Beschäftigung nicht nur für die lauf der Angelegenheit mit Ruhe entgegensehe. " Post" enthalten waren, beleidigt und strengte die Uns scheint es, Wintermonate, sondern für das ganze Jahr für diejenigen gefordert, ohne Voreingenommenheit betrieben wird, ein für die„ Arbeit Sercher, stellten sich auf den Standpunkt, daß die bom als könnte die Untersuchung, wenn sie lage an. Dr. Kronsbein und sein Verteidiger, Rechtsanwalt twelche den Unterstützungswohnsiz erworben hätten, wie dies in Offenbach schon gehandhabt werde. Von verschiedenen Seiten, so geber- Zeitung" sehr unerwünschtes Resultat zeitigen. Die Privatfläger verfolgte Methode der Verfolgung angeblicher. Rechte unter andren vom Genossen Ehrhart und Mannheimer Vertretern, derart bewacht, der Tagesschriftsteller eine arge Belästigung der Zeitungsverleger wurden dagegen Bedenken laut über die Art der Arbeitslosen- daß kein Unberufener die Stätte, wo der Unternehmer Herr im darstelle und von den Journalisten selbst schon zu weit gehend erBeschäftigung und über die Bedingungen, unter welchen dieselbe Hauſe iſt, betreten kann. Nun sollen gar bei Nacht ausgerechnet achtet sei. Die dagegen veröffentlichten Artikel hätten den Zweck, gewährt werden soll wegen der finanziellen Tragweite dieser Frage. Streifende in den Betrieb eingebrochen sein, und daselbst ein Zer- den Gesetzgeber auf eine im Nachdrucksgesetz vorhandene Lücke Schließlich einigte man sich nach teilweise recht lebhafter Debatte in störungswerk verrichtet haben, bei dem es doch sicher nicht ohne er- aufmerksam zu machen und deshalb stehe dem Angeklagten, der Annahme folgender Resolution: hebliches Geräusch abgegangen sein kann. Außerdem sollen die Ein- der gleichzeitig die der Interessen Zeitungsverleger im „ Die Einberufer der heutigen Konferenz werden beauftragt, zur brecher auch noch sichere Anzeichen( vielleicht ihre Legitimations- allgemeinen wahrzunehmen habe, der Schutz des§ 193 Seite. E3 wurde Gewinnung weiteren Materials eine Umfrage bei den Arbeiter- papiere?) hinterlassen haben, die auf Streifende als Thäter hin zur auch die Passiv- Legitimation des bertretern der umliegenden Gemeinden zu veranstalten und das deuten. Es gehört ein starker Glaube dazu, um solche Erzählungen Dr. Kronsbein bestritten, da für die Rubriken, in denen die inErgebnis derselben einer weiteren Konferenz vorzulegen. Die nach für wahr zu halten. friminierten Artikel gestanden, besondere verantwortliche Redakteure folgenden Punkte 1-7 werden den Genossen als Material zur Vor- Achtung, Metallarbeiter! Die Minkin- Werke in Reinickendorf sind bestellt seien. Schließlich wurde auch Widerklage erhoben, die sich beratung und Stellungnahme für die nächste Konferenz überwiesen: gesperrt! Die Sperre bei Eitner besteht weiter! Der Streit bei auf einen Brief des Privatklägers und einen Artikel in dem von Die Arbeitervertreter in den Gemeinden haben im Sinne nach Jachmann dauert fort. Desgleichen der Streit bei Wolter, Müller- ihm redigierten Fachorgan" Die Feder" stüßte.- Der Privatfläger stehender Grundsätze zu wirken: straße. Deutscher Metallarbeiter- Verband, Ortsverwaltung Berlin. und Rechtsanwalt Edmund Ballien führten dagegen aus, daß es sich um recht erhebliche Beleidigungen handle. Es sei keinesMetallarbeiter- Verbandes geschrieben: Zum Streit bei Erich u. Gräß wird uns aus dem Bureau des wegs unerhört, wenn die Tagesschriftsteller ein ihnen nach § 18 des Gesetzes über das Urheberrecht zustehendes Recht Herr Hasse scheint die Arbeitgeber Zeitung" ob mit oder geltend machen und ohne Absicht lassen wir dahingestellt immer falsch zu informieren, Gerichtshof hielt eine Selbsthilfe organisieren. Der zum Schaden der Arbeitgeber- Zeitung", die nur objektive Unlichkeit des Angeklagten für vorliegend. nur bei zwei Artikeln eine Verantwort Er billigte dem wahrheiten berichtet. Bei Erich u. Gräzz ist dieses augenfällig, letzteren den Schutz des§ 193 an sich zu, meinte aber, daß die wahrscheinlich weil Herrn Hasse bedeutet wurde, daß seine An- Form die beleidigende Absicht erkennen lasse. Wenn der Privatwesenheit überflüssig ist, weil der Unternehmer keine Organisation fläger Breßerefutor" genannt und von ihm gesagt werde, er duldet, auch die braven Kühnemänner nicht. Die Arbeiter und organisiere systematisch einen Fischzug der Reporter 2c. 2c., fo fei Arbeiterinnen haben die Arbeit nicht niedergelegt, sondern waren dies beleidigend. Der Gerichtshof erkannte auf 50 Mark Geld= entlassen worden; die Firma konnte deshalb auch nicht ablehnen strafe event. 10 Tage Haft und sprach dem Privatkläger die Arbeiter einzustellen, die die Arbeit niedergelegt haben. Es wurden Publikationsbefugnis zu. Die Widerklage hatte keinen Erfolg, da dann auch sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen bis auf drei, die nach Ansicht des Gerichts die gerügten Ausdrücke in dem Brief und auf ihre Wiedereinstellung verzichteten, eingestellt. dem Artikel der" Feder" nicht notwendig auf die" Post" zu beDeutsches Reich. ziehen seien. Agitation bei den Steinsetzern. Die Nummer 1 des nächsten Was einer anständigen Frau passieren kann. Ein Herr Kapita Jahrganges der Allgemeinen Steinfeger- Zeitung"( Drgan des Ver- hatte in der Gegend der Friedrichstraße zu Berlin die Frau B. an 6. Für die Beschäftigung der Arbeiter ist zu berücksichtigen: bandes der Steinsetzer und Berufsgenossen Deutschlands) soll als gesprochen und eine energisch abwehrende Antwort erhalten. Er a) Verwendung nur zu Arbeiten, zu denen sie geeignet sind; Agitationsnummer herausgegeben werden. Damit sie ihren Zweck, veranlaßte dann die Siſtierung der Frau durch einen Schußmann, b) mindestens ortsüblicher Tagelohn für Nichtgelernte, für Gelernte besonders in den Kreisen der noch nicht organisierten Steinsetzer, indem er behauptete, er habe einmal mit ihr intim verkehrt und bei die tariflich oder branchenüblich festgestellten Arbeitsbedingungen; Rammer 2c. aufklärend zu wirken, gerecht werden kann, ersucht der der Gelegenheit habe sie ihm 100 M. gestohlen. Die Frau bestritt dies c) zureichende Sorge für Arbeiterhygiene; d) Beschwerderecht an Centralvorstand nicht nur die Funktionäre des Verbandes, sondern sofort, Stapiza bestand aber auf ihre Sistierung. Auf der Wache die unter 2. erwähnten Kommissionen. auch alle Freunde desselben, sich die Verbreitung der Agitations- legitimierte sich Frau B., die verheiratet und Mutter zweier Kinder 7. Im Interesse der Beschäftigungslosen namentlich in den nummer angelegen sein zu lassen, namentlich auch in solchen Orten, ist. Gegen Frau B. wurde nichts veranlaßt, dagegen wurde Kapiza fleinen Gemeinden ist auf Streife, Bezirksverbände und Staat zur wo der Verband noch keine Filialen hat. Wer in solchen Orten wegen Beleidigung der Frau angeklagt und in zweiter Instanz zu Veranstaltung eigner Notstandsarbeiten hinzuwirken." Adressen unorganisierter Steinsetzer weiß oder selber gitations- einem Monat Gefängnis verurteilt. Das Gericht sprach ihm den Diese Grundsäße waren meistens von einer aus den Genossen nummern verbreiten will, der möge dies bis zum 5. Januar 1903 Schutz des§ 193( Wahrung berechtigter Interessen) ab. Ulrich, Lindemann und Quard gebildeten Kommission aufgestellt und dem Centralvorstand( A. Knoll, Berlin N., Waldenserstraße 18) mit- Auf seine Revision hat jedoch jetzt das Kammergericht zur Annahme empfohlen worden. dies Urteil aufgehoben und die Sache 311 nochmaliger Verhandlung und Entscheidung an das Landgericht zurückverwiesen. Es läge allerdings eine Beleidigung vor. Indessen habe das Landgericht dem Angeklagten den Schuß des§ 193 ohne genügende Begründung versagt. Maßgebend wäre lediglich, ivelchen Zwed K. verfolgte, als er auf die Verhaftung der Frau bestand. Habe er dabei nur bezweckt, den Schuldigen, der ihn bestohlen, feststellen zu lassen, dann stehe ihm der Schuß des§ 193 des Strafgesetzbuchs zur Seite, denn dann habe er zur Wahrung berechtigter Interessen gehandelt. Anders wäre es dagegen, wenn er sich durch die Beschuldigung dieser Frau wegen der Abweisung durch sie habe rächen wollen. Nach dieser Richtung habe das Landgericht noch nähere Feststellungen zu treffen. 1. Die Gemeinde hat die Pflicht, für die in den letzten sechs Monaten innerhalb ihres Bezirkes ständig beschäftigt gewesenen und arbeitslos gewordenen Personen Arbeit bereit zu stellen. 2. Arbeitslosen Zählungen nach der Methode der Volkszählungen haben mindestens zweimal jährlich auf Kosten der Gemeinde stattzufinden. 3. Es sind ständige Kommissionen( Deputationen 2c.) einzu führen, denen die Vor- und Mitberatung wie die Ueberwachung der Notstandsarbeiten zu übertragen ist, und in denen Vertreter der Arbeitslosen und Gewerkschaften Sitz und Stimme haben. 4. As Beschäftigungsgelegenheit für Arbeitslose find in erster Linie alle laufenden Arbeiten der Gemeindeverwaltung für die stille Zeit zurückzustellen, welche diesen Aufschub zulassen; in zweiter Linie sind besondere Arbeiten zu veranstalten. 5. Alle diese Arbeiten sollen möglichst in eigner Regie ausgeführt werden. Bei Vergebung an Unternehmer sind denselben Bestimmungen über die Beschäftigung der Arbeiter im Sinne des nachfolgenden Punktes vorzuschreiben. teilen. V Schuhmacherstreif. In Hessisch- Oldendorf befinden sich 30 Fabrikschuhmacher im Ausstand. Das Streikkomitee ersucht den Zuzug von Schuhmachern und Schuhfabrikarbeitern fernzuhalten. Ausland. Bildung erster und zweiter Klasse. In Dresden ist am Sonnabend eine große öffentliche Lesehalle eröffnet worden, die unter Beihilfe der Stadt vom Kommergienrat Lingner, dem seine Toilettenartikel Odol und Lanolin Die Seeleute von Marseille sind sehr erregt über das provobis jetzt schon 12 Millionen eingebracht haben sollen, ins Leben ge- fatorische Verhalten der Reeder. Diese verweigern den Seeleuten rufen worden ist. Die Einrichtung hat dem Stifter rund 100 000 M. den aus der Zeit vor dem Streik rückständigen Sold mit der Motigeloftet. Die Lesehalle umfaßt zwei Stockwerke. Im Erdgeschoß vierung, daß sie( die Streikenden) als Deserteure zu behandeln seien. liegt die unentgeltliche Volkslesehalte, die erst am Die Seeleute haben sich an den Präfekten gewandt, der in dieser 1. Februar der freien Benugung überlassen wird. Im ersten Stock Angelegenheit vermitteln soll. befinden sich die gegen Entgelt zugänglichen Leseräume. Sie find mit geradezu raffiniertem Lurus ausgestattet. Im ganzen geit berichteten, geht, nachdem eine Verständigung zwischen beiden Der Streit der Typographen von Verona, von dem wir seiner liegen in der Lesehalle 600 Zeitungen und Zeitschriften aus. Auch beherbergt das Institut zahlreiche Nachschlagewerke, unter anderm Parteien herbeigeführt ist, nach einer zweimonatigen Dauer seinem 160 Adreßbücher. Die Wände sind mit berühmten Gemälden geschmückt, die alle Monate gewechselt werden. Auf diese Weise kommt eine Art dauernder Gemälde- Ausstellung zu stande. Ende entgegen. " Von einer grenzenlos gemeinen Gesinnung zeugte nach dem Ausspruche des Vorsitzenden der dritten Straffammer des Landgerichts I Sie Handlungsweise des Werkmeisters Robert Schulze, welcher beschuldigt war, feinen Mitangeklagten, den Schlosser Friedric Aus der Frauenbewegung. Möbes zur Abgabe einer wissentlich falschen eidesstattlichen VerDie Stadt hat zu der Einrichtung beigesteuert und sich versicherung angestiftet zu haben. Es wurde durch die Verhandlung pflichtet, jährlich 10 000 M. zu den Betriebskosten, die auf 30 000 m. Eine tapfere Kämpferin, die Genossin Johanne Schadow, folgender Thatbestand festgestellt: Schulze, ein wegen Notzucht und veranschlagt sind, zu zahlen. Im ersten Stock kostet das ist am 3. Feiertag in Neu- Weißensee nach längerem Leiden andrer schlimmer Thaten mehrfach vorbestrafter Mann, hatte Eintrittsgeld monatlich 1 Mark, jährlich 10 Mark. Wer verstorben. vor einigen Jahren Stellung bei einer Geldschrank- Fabrit 100 Mark jährlich zahlt, erwirbt das Patronatsherrenrecht, Sie war eine der ersten Vorkämpferinnen und wurde als gefunden. Im verflossenen Frühjahre verließ ihn seine Ehefrau, das im wesentlichen in der Benutzung reservierter Räume besteht. Schriftführerin des ersten Frauenvereins in den 70er Jahren mit weil sie von ihm schlecht behandelt wurde. Der Angeklagte Die Patronatsherren, lauter hohe Regierungsbeamte und schwer den übrigen Vorstandsmitgliedern wegen Bergehens gegen das nahm sich nun eine Wirtschafterin an, zu der er bald in reiche Leute haben bereits gegen die Zulassung socialdemokratischer Vereinsgefeß bestraft, weil nicht zu bezweifeln gewesen wäre, daß intime Beziehungen trat. Die Folgen dieses Verhältnisses blieben Beitungen im ersten Geschoß protestiert. Dagegen werden im Erdgeschoß der Verein die Tendenz habe, durch die Frauen auf die Männer nicht aus. Die Wirtschafterin mußte den Angeklagten zur Ansocialdemokratische Zeitungen ausgelegt. und auf die Kindererziehung socialistischen Einfluß auszuüben. erkennung der Baterschaft gerichtlich zwingen und erwirkte einen Dem Geiste des Unternehmens entspräche es eigentlich weit Genoffin Schackow wurde mit ihrem Manne unter dem Socialisten- Gerichtsbeschluß, wonach Schulze einen Kostenvorschuß von 150 M. mehr, wenn man die socialdemokratischen Blätter aus dem Proletarier- gefeß ausgewiesen und lebte dann in Hamburg und Magdeburg, zu hinterlegen hatte. Am Tage nach der Zustellung nahm Schulze Stockwerk verbannte( das hoffentlich nicht zu nobel eingerichtet ist), überall am Kampf teilnehmend trotz immerwährender Sorge ums den Mitangeklagten Möbes, der ihm unterstellt und von ihm abfie dagegen im Herrenstübel zuließe, wo sie doch jedenfalls keinen tägliche Brot. Alt und frank kehrte sie nach Aufhebung des Schand- hängig war, mit in eine Schantipirtschaft und spendete ihm Schnaps und Schaden anrichten können. gesezes wieder nach Weißensee zurück, dem ersten Ort ihrer Thätig- Bier. Sodan erzählte er ihm, in welcher Notlage er sich befände, und feit, wo sie früher mit ihrem Manne die ersten socialdemokratischen schloß mit der Bemerkung:" Wenn ich nur jemand hätte, der mir Zeitungen unter größten Schwierigkeiten verbreitet hatte. eine eidesstattliche Erklärung ausstellte, daß er auch mit meiner Wirtschafterin Umgang gepflogeit, dann wäre mir geholfen." Möbes erI widerte ihm darauf, daß er bereit sei, ihm diesen Freundschaftsdienst Abzüge für die Unfallversicherung dürfen die Unternehmer den Arbeitern bekanntlich nicht machen. Trotzdem das Gesetz samt dem Verbot nun schon bald 20 Jahre besteht, giebt es immer noch UnterDie socialistischen Frauen werden ihr Andenken ehren durch raftlose Aufklärungsarbeit unter ihren Mitschwestern. bekannt. Briefkaften der Redaktion. Bu leisten. Durch weiteres Zureden Schulzes ließ Möbes sich dann[ Tann eine Beleidigung liegen.- W. H. O. Betrug liegt in dem von herbei, das Schriftstück aufzusetzen, welches Schulze dann Ihnen geschilderten Verhalten nicht. Gegen die Errichtung einer Abdeckerei an das Gericht einschickte. Die Folge war, daß die Wirt- Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des fann in der aus der amtlichen Bekanntmachung ersichtlichen Weise Einschafterin mit ihrer Klage abgewiesen wurde. Aber die Sonnabends von 7 bis 9½ Uhr abends statt. spruch erhoben werden, gegen die Beseitigung nicht. St. 20. Nein. Rachsucht seiner Ehefrau spielte dem Angeklagten Schulze P. K. 2. 5. 1. Ja. 2. An den Magistrat, Bureau für VersicherungsA. K. Das läßt sich von hier aus nicht beurteilen. Es kommt auf sachen, Breitestr. 24. einen bösen Streich. 2.. 100. 1. Zu einer angemessenen Zeit muß Sie fetzte sich mit der Wirtschafterin das Alter und die Art an. Näheres könnten Sie vielleicht durch einen man die Wohnung besichtigen lassen. Als angemessen gilt die im Vertrage in Verbindung und erfuhr, daß die eidesstattliche Versicherung des Händler oder Specialliebhaber in Erfahrung bringen. vereinbarte Zeit und falls es an einer solchen fehlt, die vom Richter als Möbes falsch sei. Der letztere gab dies schon bei seiner ersten Ver- P. B. Die Namen der Betreffenden sind nur in Reichstagskreisen angemessen erachtete Zeit. Für Berlin pflegt 9 Uhr vormittags bis 5 Uhr nehmung zu und ebenso, daß er die Strafbarkeit seiner Handlungsnachmittags als angemessen zu gelten. 2. Nein. C. B. 39. Wenn weise gekannt habe. Aber er habe dem Schulze, der ihn sonst wohl neben der Invalidenrente eine Altersrente bewilligt werden kann. C. H. Ein Weiterleben wäre für Sie völlig zwecklos, da Ihnen nicht Sie Anlaß zu einem Berdacht haben, daß die Ihnen gemachten Mit entlassen haben würde, gern gefällig sein wollen. Schulze habe K. F. 99. 1. Nach streitiger Ansicht: ja. 2. Ja. teilungen nicht zutreffen, so können Sie bei der Staatsanwaltschaft ihm vorgehalten, daß die Sache ja gar nicht so schlimm wäre, Abzug für die Feiertage ist unberechtigt, berechtigt der Abzug für Invali- Soweit 5. G. 66. Der Ihre Berdachtsgründe mitteilen und amtliche Untersuchung beantragen. ersichtlich, liegt zu cinem Verdacht fein Grund bor. würde die eidesstattliche Versicherung angezweifelt, so habe Möbes ditäts- und Krankenkassen. A. Jaenicke. Sie sind im Irrtum. Ihre A. M. 1.- 3. Ein Ehemann fann ohne eine Wartezeit berücks einfach den Beweis der Wahrheit anzutreten und zu schwören. Der Heranziehung zur Berufsgenossenschaft scheint den gesetzlichen Vorschriften zu sichtigen zu müssen sofort nach rechtskräftig geschiedener Ghe abermals Angeklagte Schulze behauptete, daß Möbes sich aus eigenem Antriebe entsprechen. Sie fönnen sich mit dem Ersuchen um Entscheid an das heiraten. Die rechtskräftige Scheidung hat er dem Standesbeamten nachzur Ausstellung der Urkunde erboten habe, er selbst habe auch an- Reichs- Versicherungsamt in Berlin wenden. J. M. 61. Leider ja. zuweisen. Zu diesem Behus hat er das mit Rechtskraft- Attest versehene nehmen müssen, daß der Inhalt der Urkunde der Wahrheit entsprach.. D. 1000. Nach Ihrer Schilderung des Sachverhalts wäre die Be über Streitigkeiten zwischen geschiedenen Eheleuten, insonderheit rücksichtlich 2. D. Sie sind zur Zahlung nach Maßgabe des Urteils verpflichtet. Urteil( das er durch seinen Anwalt erwirken lassen kann) vorzulegen. 4. Ja: Für die letztere Behauptung ergab die Beweisaufnahme auch nicht rufung aussichtslos. Sie hätten die Miete hinterlegen sollen. Sie geringste Grundlage. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten 1. Nein. 2. Sie müssen zum Termin erscheinen. P. G. des Verkehrsrechts mit dem Kinde, entscheidet das Amtsgericht, an das sich F. A. 196. Sie sind der Gatte wendet, wenn eine gütliche Einigung unmöglich ist. 5. Die BeSchulze zu anderthalb Jahren Gefängnis, wovon drei Monate im Irrtum. Da im Mietsvertrag unterlassen ist festzusehen, um welche willigung des Armenrechts in einem Prozeß ist keine Armendurch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurden, Beit die Mietszeit verlängert sein soll, jo gilt er als auf unbestimmte Zeit, unterstützung und bleibt auf das Wahlrecht ohne Einfluß. æ. Ja. Möbes zu 6 Monaten Gefängnis. also auf je ein Vierteljahr verlängert. Ist Ihnen nicht bis am 28. Dezember T. 24. In der Regel: ja. C. P. 100. Kündigung ist an jedem Tage gekündigt, so gilt der Vertrag also, falls Sie nicht etwas andres verein zulässig. 6. S. 101. Ja. A. K. 88. Der Handlungsgehilfe behält baren, bis zum 1. Juli. Die bloße Steigerung ist feine Kündigung und nach§ 63 des Handelsgesetzbuches seinen Anspruch auf Gehalt auf die Dauer fann nicht mit Rechtswirkung einseitig durch den Wirt erfolgen. bis sechs Wochen, wenn er durch unverschuldetes Unglück an der Leistung Groli. Ein solches Recht stünde, falls der Sohn seiner Dienste verhindert ist. In Ihrem Fall würde die Praxis Unverschuldetdie Erbschaft ausschlägt, der Direktion nicht zu. A. M. 30. Straf- heit nicht anerkennen: Ihnen stand vom Tage der Kündigung ab kein Gehalt antrag wegen Beleidigung ist innerhalb drei Monaten nach Kenntnis der zu. Möstchen 32. Die Altersrente und die Invalidenrente werden Beleidigung zu stellen. Die Antragsfrist beträgt also drei Monate, nach bestimmten Grundlagen festgesetzt, können demnach auch nicht erhöht die Beleidigung selbst verjährt in fünf Jahren. B. St. 33. Ja. werden. Da Sie wegen Invalidität rentenbezugsberechtigt sind, so sind Sie M. 2. B. 3. 1. In der Regel: nein. 2. Eine Ehefrau wird von dem nicht mehr flebepflichtig. Während des Bezuges von Invalidenrente ruht der Witwer und ihren Kindern beerbt. 3. Ja. 4. Nein. 5. Nein.- S. 2. 2. Anspruch auf Altersrente.-F. K. Eine Klage wäre leider völlig aussichtslos. Eine Berpflichtung, an jedweden Speisen oder Getränke zu verabreichen, besteht für einen Gastwirt nicht. In der Art der Ablehnung, das zu thun, Ein Rigdorfer Messerstecher, der 22jährige Artist Paul Bogan, wurde gestern von der I. Strafkammer des Landgerichts II zu 3 Jahren 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte in der Nacht zum 2. November d. J. zwei junge Leute, mit denen er in Streit geraten war, arg durch Messerstiche zugerichtet. D In der Humanistischen Gemeinde, Niederwallstr. 12, in der Aula der Friedrich Werderschen Ober- Realschule hält am ersten Neujahrstage, vormittags 10%, Uhr, Herr Dr. Rudolf Benzig einen Vortrag über:" Ewiges im Zeitlichen." Damen und Herren haben freien Zuirtt. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 30. Dezember. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Der Ring des Nibelungen. Zweiter Abend: Die Walküre. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Die Jungfrau von Drleans. Deutsches. Der arme Heinrich. Berliner. Maria und Magdalena. Leffing. Der blinde Passagier. Central. Madame Sherry. Neues. Pastor Hansen. Residenz. Die beiden Schulen. Westen. Die Jüdin. Thalia. Die bösen Mädchen. Anfang 8 Uhr: Schiller. O.( Wallner- Theater.) Renaissance. = Schiller. N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Jugend freunde. = Belle Alliance Theater. Cupido u. Co. Am Telephon. Carl Weiß. Die letzten Tage der Antillen. Luisen. Der richtige Schwiegersohn. Casino. Moderne Frauen. Metropol. Die zwölf Frauen des Japhet. Apollo. Nakiris Hochzeit. Buntes Theater. Epidemie. Liebessold. Kleines. Erdgeist. Palast. Der Dorfbarbier. Trianon. Die Liebesschaukel. Reichshallen. Stettiner Sänger. Steidl. Specialitäten. Passage Theater. = Specialitäten. Vaffage- Panoptikum.Specialitäten. Wintergarten. Specialitäten. Urania. Taubenstr. 48/49. Das Land Tirol. Invalidenstraße 57/62. Täglich geöffnet von 7-11 Uhr. Central- Theater Dienstag, 30. Dez.: 2 Vorstellungen. Nachm. 4 Uhr Ragut. Autor( Gaube Breijo). Seber Besucher 1 Kind frei: Schneeweisschen und Rosenrot. Weihnachtsmärchen mit Gefang und Tanz in 4 Bildern. Abends 72 Uhr: Madame Sherry. Operette in 3 Aften von Hugo Felix. Mittwochnach.: Schneeweisschen Rosenrot. Abends: Madame und Sherry. Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Das Land Tirol. Nachm. 4 Uhr zu kleinen Preisen: Die deutsche Ostseeküste. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Panoptikum Friedrichstrasse 165. Weihnachts14 Ausstellung m. reizenden Ueberraschungen für die Kinderwelt wie für Erwachsene! Kasperle- Theater. Lebende Bilder. Grosses Konzert. Passage- Theater. Anfang: Sonntags 3 Uhr. Wochent. 8 Uhr. Ende 11 Uhr. Am Dienstag: Vorletzter Tag des Elite- Fest- Programms. Am Mittwoch: Letzter Tag. Liane Leischner in ihrem Repertoire. Bajerri als Beethoven Kinematograph: Krupps Leichenzug. 14 erstklassige Nummern. Belle- Alliance- Theater. Heute u. folgende Tage: Anf. 72 Uhr. Cupido& Co. Schwank mit Gef. u. Zanz in 3 aften. Hierauf: Am Telephon. Drama in zwei Auszügen. G. 5. 50. Nein. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- WilhelmDienstagabend 8 Uhr: Renaissance. Lustspiel in 3 Aften von Franz städtisches Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Jugendfreunde. Cirkus Schumann Cirkus Busch. Dienstag, den 30. Dezember, abends 7 Uhr: Dienstag, den 30. Dezember, abends 7, Uhr: Dahomey. v. Schönthan u. Franz Koppel- Eufeld. Lustspiel in 4 Aufzügen v. Ludw. Fulba. Grosser Parade- Gala- Abend. Elefanten im Urwald- See und auf Mittwoch abend 7, Uhr: Jugendfreunde. Donnerstagnachmittag 3 Uhr: Jugendfreunde. Donnerstagabend 8 Uhr: Doktor Klaus. Mittwoch abend 7%, Uhr: Renaissance. Donnerstagnachmittag 3 Uhr: Renaissance. Donnerstagabend 8 Uhr: Ein Ehrenwort. Kleines Theater Stadt- Theater. ( Schall und Rauch) Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Erdgeist. Schmiere. Morgen: Silvester- Abend. Don Carlos auf der Kollegen. Bauernkumedie. Buntes Theater Köpnickerstr. 68. Anfang 8 Uhr. Liebes sold. Komödie in 3 Akten von Oskar Méténier. Deutsch von Max Schönau. Vorher: Abergläubisch v. Marius. Trianon- Theater. Georgenstrasse, zwischen Friedrich- u. Universitätsstr. Die Liebesschaukel. Lustspiel in 4 Akten v. M. Donnay. Anfang 8 Uhr. Alt- Moabit 47-49. Beruh. Rose Theater Ensemble. Wegen Privat- Festlichkeit fällt heute die Vorstellung ans. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Tageskaffe 11-12 Uhr. ( Mehsel, Pietro, Britton, MarSteidl, Krone, Böhme, Böckmann, Plättner 2c.) 12 Nummern. Phänomen. Programm. Um 9 Uhr: Das Tagesgespräch von Berlin Looping the Loop. Die grösste Sensation des XX. Jahrhunderts. Um 9 Uhr: Die glänzende Pantomime Die lustigen Heidelberger. Am Mittwoch: Gr. Silvester- Vorstellung mit überraschendem Programm. Anfang 7, Uhr.- Ende 10%, Uhr. Donnerstag, 1. Januar 1903: 2 Vorstellungen 2. Nachmittags: Die reizende KinderPantomime: Pierrots Weihnachten und Looping the Loop. Albert Marquard Berlin, Neanderstrasse 26 der Flucht. Seelöwen. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Heute Dienstag: Militär- Konzert Elisabeth G.- Gr.- Reg. No. 3 ( Herr Brinkmann). Café, Restaurant Snb. J. Heinisch, Dresdenerstr. 128/29. Auslage vieler in- und ausländischer Beitungen. 2 Billards, Stunde 40 Pf. Rum Weingrosshandlung u. Likörfahrik chr fräftig und von feinstem Aroma empfiehlt zum 101L* Deutsche Konzerthallen Silvester Casino- Theater. Spandauer Brücke 3 Lothringer Straße 37. Das glänzende Special- Programm. Noch einige Tage: Corradini. 9 Uhr: Mit glänz. neuer Ausstattung Moderne Frauen. Neue Couplets! Neuer Walzer 2c. Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Sonntagnachm. 41hr: Ehrliche Arbeit. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Theaterund SpecialitätenVorstellung. Wochentags: Entree frei! 5 KünstlerKapellen Special- Ausschank der Berliner Bockbrauerei. Gratweils Bierhallen Theater u. Variété Kommandanten- Straße 77/79. Othello, der Mohr von Venedig. Täglich: Gr. Vorstellung. Mittwoch, den 31. Dezember 1902: Großer Silvester- Ball. Um 12 Uhr: Das grosse amüsante Bordeaux-, Rhein- u. Moselweine feinst. Rum per Ltr. 1,50-5,50 99 99 Arrak 1,50-3,50 17 Cognac, 1,50-6,00 Burgunder-, Rum- u. Arrak- Punsch per Ltr. 3,00 u. 3,50, feinen Punsch, Grog- und Glühwein- Extrakt per Ltr. 1,60-2,50. Punſch- Polonaiſe mit Ueberraſchungen. Dezember- Programm. Karpfen- Verkauf. Apollo- Theater. Steidl Thalia- Theater. Bon 8-9 Uhr: Specialitäten. Um 9 Uhr: Nakiris Hochzeit. 1hr. Anfang 7 Heute und folgende Tage: Die bösen Mädchen. Große Ausstattungspoffe mit Gesang und Tanz in 3 Aften. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ehrliohe Arbeit. Ausstattungs- Operette v. Paul Linde. Kaffen- Eröffnung 7 Uhr. Am 1. Januar nachmittags 3 Uhr: Frau Luna. Ermäßigte Preise. Vorher: Erstklassige Specialitäten. Luisen- Theater. Metropol- Theater. Zum erstenmal: Der richtige Schwiegersohn. Berliner Schwank von Ch. Adair und R. Breitenbach. Anfang 8 Uhr. Borvert. 10-2 Kaffe. Morgen: Anna- Liese. Donnerstagnachmittags 3 Uhr: Rattenfänger von Hameln. Abends 8 Uhr: Der richtige Schwiegersohn. Freitag: Robert und Bertram. Sonnabend: Hamlet. Residenz- Theater. Anfang 7 Uhr. Heute und die folgenden Tage: Die 12 Frauen des Japhet. Vaudeville in 3 Akten von Mars u. Desvallières. Lieder und Text von Julius Freund. Musik von Victor Holländer. Zwei grosse Balletts. Emil Thomas a. G. Josef Josephi. Henry Bender. Hermann Haak. Mittwoch, 31. Dezember: Die beiden Schulen. Grosse Silvester- Feier ( Les deux Ecoles.) Luftspiel in 4 Akten v. Afr. Capus. Dentsch von Theodor Wolff. Nachm. 3 Uhr: Sein Doppelgänger. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Anfang 8 Uhr. Die letzten Tage der Antillen Großes romantisch- phantastisches Ausstattungsstüd in 5 Aften( 9 Bildern) von Ernst Ritterfeldt. Donnerstagnachm. 3 Uhr: Romeo und Julia. Sonnabendnachm. 4 Uhr: Max und Moritz. Sonntagnachm. 3 Uhr: Maria Stuart. verbunden mit Tanz- Kränzchen. Alles andre besagen die Plakate an den Anschlagsäulen. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Sonnabend, den 3. Januar: Zum erstenmal! Neuestes! Allerneuestes! Dramat. Revue v. Jul. Freund. Musik v. Victor Holländer. Dranien burg. Thor Theater an der Friedrichstr. Täglich 8 Uhr. Sonnt. 7 Uhr. SteidlBorverkauf 40$ 1. Sänger. Entree 50 Pf. ( Fritz Steidl, Scheuerl, Müller, Lipart, Reising, Wehling, Corvinus, Haas und Munkel.) Neu: Am Weihnachtsabend. Lebensbild von Frit Steidl. Entree 50 Pf.( Vorverk. 40 Bi.) bei Rühle, Friedrichstr. 115. Winter GAHEN Kolossaler Erfolg: Geschwister Andersen, FussEquilibristinnen. Mizi- Gizi, Vortrags- Soubrette. Die 3 Harveys, Drahtseilkünstler. Stanley und Wilson, Amerikanisch. Gesangs- u. Instrumental- Akt. Eine Bojaren- Hochzeit, Russische Gesangs- und Tanz- Scenen. Die Barowskys, HumoristischGymnastische Produktion. Perzina's dressierte Affen. Die 7 Allisons, Akrobaten. Udel- Quartett. Nur allererste Kunstkräfte. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Jed. Sonnabend, Sonntag u. Mittwoch nach der Vorstellung: TANZ. Sanssouci Silvester- Abend: Extra- Silvester- Ulk Vorstellung und Silvester- Ball. Begrüssung d. neuen Jahres. Punschpolonaise. GratisBunsch und Pfannefuchen. Grosser Silvester- Ulk. Anfang 8 Uhr. Ende??? Entree 30 Pf. Sperrsit 50 Pf. Neujahrstag: Vorstellung und Tanz. Wintergarten Mittwoch, 31. Dezember 1902: Grosse SylvesterFeier.* Der Vorverkauf findet täglich an der Kasse des Wintergartens statt. B Silvester den ganzen Tag: Prima Lausitzer Karpfen zu billigsten Tages- Preisen. per/ Ltr.-Fl. 1,00 bis 5,00. Punsch und Glühwein, Fl. 75 Pf. bis 4,00. F. Willumeit, Alexanderstr. 62. 159522* Potsdamerstr. 48( Eing. Kurfürstenstr.) Skalitzerstr. 135. 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Januar 1903, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle der Himmelfahrts- Gemeinde( Nieder Schönhausen) aus statt. 16825 Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Hiermit zur traurigen Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Bater, Bruder und Schwager, ber Cigarrenfabrikant Hermann Steinicke heut morgen 4, Uhr an Gehirn schlag und Herzlähmung plötzlich verstorben ist. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 1. Januar, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause Borsigstr. 28 nach dem Golgathakirchhof in der Barjus straße statt. 12706 Arbeiter Gefang- Verein „ Nord". Den Mitgliedern hiermit zur traurigen Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied und Mitgründer des Vereins Hermann Steinicke plöblich verstorben ist. 12716 Der Vorstand. Die Mitglieder werden ersucht, zur Beerdigung pünktlich zu er fcheinen. Centralverband d. Töpfer. Todes- Anzeige. Am 26. b. M. verstarb plötzlich unjer Mitglied August Eichstädt. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 30. d. M., nachmittags 2 Uhr, von der Leichen halle des Elisabeth- Kirchhofes in der Prinzen- Allee aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 206/18 Der Vorstand. Sage dem Personal der Firma Max Lichtwitz bei der Beerdigung meines Baters noch herzlichen Dank. 12606 Richard Kuhlicke. Für die vielen Beweise der Teilnahme und die reichen Kranzspenden am Grabe meines unvergeßlichen Bruders fage allen Zeilnehmern meinen tiefgefühlten Dank. 12805 Karl Melcher. Allgem. Familien- Sterbekasse zu Berlin. Sonntag, den 4. Januar 1903, vormittags 9 Uhr, im Lokal des Herrn Dieke, Ackerstr. 123: Verein zur Wahrung d. Interessen der Maurer Berlins u. Umg. Am 25. d. M. starb unser Mitglied 130/17 Emil Petermann. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 31. d. M., nachmittags 4 Uhr von der Leichenhalle des Nikolai- Kirchhofs, vor dem Prenzlauer Thor, statt. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Verein zur Wahrung d. Interessen der Maurer Berlins u. Umg. Am 10. November schied unser Kollege 130/16 Hermann Böttcher freiwillig aus dem Leben. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, den 30. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane Kirchhofs NordendNieder- Schönhausen, statt. K Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Punsch- Extrakte Rum- Arrak- Cognac Weine etc. Leo Blau, Prinzenstr. 74.[ 165L* Die Gefahren der Mullerschaft vom Frauenarzt DMack Für 50% zu beziehen durch alle Buchhandlungen oder bei Voreinsendung durch den Verleger hygienisches Julius Ohlenschläger BERLIN S. 14( 4). Werthvolles Schriftchen. my way Professor: Zur Sträftigung Ihrer Gesundheit empfehle ich Ihnen den 59942* General- Versammlung. feurig fügen Tages Drdnung: Santa Lucia 1. Halbjahriger Kassenbericht. 2. Be Kraft- Rotwein, schlußfassung und Annahme der neuen Satung. 8. Verschiedenes. Der Eintritt ist nur gegen Vorzeigung des Quittungsbuches gestattet. Um pünktliches Erscheinen ersucht 12865 Der Vorstand. J. A.: Aug. Acke, Vorsitzender, Schulzendorferstr. 6, IV. Jedes Wort: derselbe schmeckt ausgezeichnet und ist der ständigen Kontrolle des Laboratoriums des Gerichtschemikers Dr. C. Bischoff unterstellt." Fl. 1,50 u. 2,00 M. Käuflich in Apothefen, Droguen- und Delikateßgeschäften. Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 16 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Sonntag, den 4. Januar 1903: Partei- Speditionen: Berlin zweiter Wahlkreis: Hermann Berner, Mitienivalder straße 30, v. part. Dritter Wahlkreis: St. Fris, Prinzenstr. 31, Hof rechts part. Vierter Wahlkreis 0.: Robert 23 engels, Gr. Frankfurterstr. 133, Hof part. SO.: Paul Böhm, Lausikerplak 14/15 ( Laden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Sarl Anders, Wedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stoltenburg, Wiesenstr. 41/42. Rosenthaler Vorstadt, Gesundbrunnen, Reinickendorf( Ost und West), Wilhelmsruh und Schönholz: Hermann Raschke, Brunnenstr. 93, Hof part. I. Schönhauser Vorstadt: Starl Kammermusik- Abend lgwedelerftr.&, im Raber. im Gewerkschaftshause( großer Saal).. Moderne Kompositionen. Gesang. Recitationen. Anfang präc. 6 Uhr. Entree 50 Pf. Tanz frei. Billets in Cigarrengeschäft, Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15 und Mars, Kastanien- Allee 95/ 96.- Charlottenburg: Gustav ScharnZimmer No. 11. berg, Sefenheimerstr. 1, Ede Goethestraße, vorn I. Deutsch93/1 Wilmersdorf: B. Nide I, Uhlandstr.108, part. Friedrichsberg- Friedrichsfelde- Wilhelmsb.- Hohenschönhausen: Oswald Grauer, Berlin O., Frankfurter Allee 197. Grünau: Gustav Miers, Köpeniderstr. 21. Rixdorf: Ostermann, Ertstraße 6.- Schöneberg: Wilh. Baumler, Martin Lutherstr. 51, Laden. Ober- Schöneweide: Richard Fürl, Edisonstr. 4, vorn 2 Tr. Nieder- Schöneweide: Bonatowsky, Berlinerstr. 8. Johannisthal: Paul Mann, Bismardstr. 7. Adlershof: Gustav Hize, Hadenbergstr. 8. Köpenick: Friedrich 2 oid, Grünstr. 29.- Friedenau- Steglitz: S. Bernice, Stirchstr. 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: Q. Mohr, Düppelstr. 8, und Fr. Schell hase, Ahornstr. 15 a.- Baumschulenweg: Stod, Ernststr. 2, II. Neu- Weissensee: Joseph Rein, Friedrichstr. 38, Ede Streustraße. Rummelsburg: Forgbert, Prinz Albertstr. 5a. Pankow: St. Summert, Florastr. 43. Pfannkuchen Gratis! Am 30. und 31. Dezember geben wir bei einem Gesamt- Einkauf von 300 45 50 600 1 11 2 Dtzd. Pfannkuchen gratis! Beim Bezahlen bitten an der Kasse einen Bon zu verlangen. [ 163L Außerdem ist sämtliche Parteilitteratur sowie alle wissenschaftlichen Werke dort zu haben. Auch werden Inserate für den ,, Vorwärts" entgegengenommen. Bitte ausschneiden. Rum No. 3 Façon ca. 50 Proz. stark, a Literflasche 1,10 M., 10 Literfl. 10 M. inkl. Jamaica- Rum echt und echt Verschnitt a Ltrfl. 1,60, 2,10, 2,50, 3,10, 4,50. 10 F1. 10 Pf. billiger. 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Armenkommission 158 B erwählt und bereidet worden und galt somit auf der Westlichen und Südlichen Vorortbahn, im Betriebe der als mittelbarer Staatsbeamter. Im April wurde ihm vom Armen- Berlin- Charlottenburger Straßenbahn und der beiden städtischen fommissions- Vorsteher der Auftrag, sich nach den Verhältnissen Straßenbahn- Linien wird für die Silvesternacht durch einen erzu erfundigen, welche eine Untersind in diesem Jahre um eine fünfte vermehrt worden und werden einer Witwe V. weiterten Nachtverkehr Rechnung getragen werden. Jm Stadtbahn- und westlichen Vorortsbetrieb werden ebenfalls Sonderzüge eingekommen war. in absehbarer Zeit eine weitere Vermehrung um eine sechste er- stügung in Höhe von 10 M. Göthling über die fahrplanmäßige Zeit hinaus kursieren. Vom Wannseefahren. Im Sommer ist Schloß Gütergos als Heimstätte für brust stattete der Frau, die er allein in der Wohnung antraf, einen Besuch Bahnhof wird 155 nachts ein Zug bis Zehlendorf abgelassen, der um franke Männer eingerichtet worden, sodaß die bisher für Männer ab. Nach Erledigung der dienstlichen Angelegenheit drückte er der 218 auf letter Station eintrifft. Um 225 früh fährt ein außer= benutzte Heimstätte Malchow mit brustkranken Frauen belegt Frau ein Markstück in die Hand und wurde zudringlich. Die Frau fahrplanmäßiger Zug nach Berlin, Ankunft Wannsee- Bahnhof 249 werden konnte, und in Buch geht eine neue Heimstätte für brust will es sich lediglich haben gefallen laffen, weil sie befürchtete, sonst morgens. Zwischen Berlin und Groß- Lichterfelde- Dst werden zwei Tranke Männer ihrer Vollendung entgegen. Wie notwendig diese die nachgesuchte Unterstügung nicht zu erhalten. Silvester- Sonderzüge nach jeder Richtung verkehren. Abfahrt Vermehrung der Heilstätten war, das haben wir Diese wurde ihr dann auch zu teil. Nach kurzer Zeit wiederholte sie Botsdamer Bahnhof( Ringbahn) 145 und 150 morgens. Abfahrt von seit Jahren wiederholt gezeigt, und es wird auch durch ihr Gesuch und wiederum sollte Göthling die ausschlaggebenden Er- Groß- Lichterfelde- Dft 128 und 208 morgens, Ankunft in Berlin 146 den jetzt vom Magistrat veröffentlichten Bericht über die mittelungen vornehmen. Er stattete der Wittwe B. zweimal einen und 2 frih. Verwaltung der Heimstätten im Etatsjahr 1901/02 aufs neue Besuch ab, konnte feine unlauteren Annäherungsversuche aber nicht Der hoffnungsvolle Mörder. Leschynski, der Mörder seiner Tante erwiesen. In dem genannten Etatsjahr, das mit 31. März 1902 ab- zur Ausführung bringen, da die Frau ihren zehnjährigen Knaben Frau Budwig, scheint nach den letzten hier eingegangenen Nachrichten Bei seiner letzten Bernehmung schloß, mußte man sich noch mit den bisherigen vier Heimstätten nicht von ihrer Seite ließ. Nun wurde das Unterstützungs- durchaus nicht verzweifelt zu sein. behelfen. Zur Verfügung standen in Heinersdorf für genesende gesuch der Frau abgelehnt, worauf sie gegen Göthling bor dem Prokurator zu Kalisch sprach er seine Ueberzeugung aus, Männer 72 Betten, in Blankenburg für genesende Frauen 54, in Anzeige erstattete. Durch die Verhandlung, die bei verschlossenen Thüren ausgeliefert werden könne. Zu einem Geständnis ist er nicht zu bedaß er nach den in Rußland bestehenden Gesetzesbestimmungen nicht Malchow für brusttranke Männer 88, in Blankenfelde für Brustkranke stattfand, wurde die Schuld des Angeklagten erwiesen und sein Ver- wegen, jedoch fagt er, daß er erwarte, wenn er vor einem russischen ausgeliefert werden könne. Zu einem Geständnis ist er nicht zu be Franen 63, ferner in Blankenburg, Malchow, Blankenfelde im halten vom Staatsanwalt scharf gegeißelt. Er beantragte gegen ihn Gerichtshofe erscheinen müsse, nicht zum Tode, sondern zur VerSommer noch je eine Barade mit je 16 Betten, überhaupt sechs Monate Gefängnis. Der Verteidiger Rechtsanwalt Leopold bannung nach Sibirien verurteilt zu werden. Die vorliegenden 325 Betten. Verpflegt wurden in Heinersdorf Meher suchte auszuführen, daß die erste Verfehlung des Angeklagten belastenden Indizien sind aber so schwerwiegend, daß nach Ansicht 473 Personen, in Blankenburg 586, in Malchow 753, in Blanken- nicht in amtlicher Eigenschaft begangen und iedenfalls eine mildere der hiesigen Behörden eine Verurteilung erfolgen muß. Erst nach felde 527, überhaupt 2339 Personen. Heinersdorf und Blankenburg Strafe am Platze sei. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten Abschluß der Voruntersuchung und Erhebung der Anklage wird die Frage der Auslieferung definitiv durch das Auswärtige Amt zur waren mur in den Sommermonaten stark besucht, in Malchow und zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen. Blankenfelde war selbst im Winter felten ein Bett frei. Am Eine milde Sühne, wenn man bedenkt, wie wenig es deutschen Entscheidung gebracht werden können. schlimmsten war das Mißverhältnis zwischen der Zahl Nichtern darauf ankommt, in Breßprozessen gegen socialdemokratische der Aufnahmesuchenden und der Zahl der vor- Redakteure auf viele Monate Gefängnis zu erkennen, wenn diese handenen Plätze früher immer in der Malchower Anstalt für Männer im Kampfe für Wahrheit, Freiheit und Ehre sich den Preß brustkranke Männer gewesen, seit einigen Jahren aber wird Malchow prozeß an den Hals geholt haben. 277+48 Der Neue Welt- Kalender" für das Jahr 1903 ist sowohl in der Buchhandlung Vorwärts sowie auch beim Verleger vergriffen und wird auch nicht mehr nachgedruckt. Dagegen ist in der BuchHandlung Vorwärts noch ein kleiner Nest Arbeiter- Notizkalender" zu haben. und Die Krank Am Für den Bau der dritten und vierten Geleise auf der Bahnstrecke Görlizer Bahnhof- Nieder- Schöneweide sind die Vorarbeiten munmehr in Angriff genommen worden. Der ständig steigenden Entwicklung der südöstlichen Vororte soll dadurch Rechnung getragen werden, daß ein hoher Bahndamm angelegt wird, durch welchen eine in dieser Beziehung noch von der Blankenfelder Anstalt für In den städtischen Uebungswerkstätten für Präcisions- Mechaniker, Verbindung der durch den Bahnkörper zerschnittenen Ortsteile durch brustkranke Frauen übertroffen. Die Wartezeit vom Eingang des Maschinenbauer und Kunstschlosser( Gewerbesaal, Abteilung V) Straß- Straßenunterführungen ermöglicht wird. Es werden jetzt die erärztlichen Attestes bis zur Aufnahme in die Anstalt betrug wenn mannstraße 6 wird Gehilfen genannter Berufsarten Gelegenheit forderlichen Brücken innerhalb der zukünftigen Bahntrace hergestellt. abgesehen wird von den Fällen, in denen erst die Kostenübernahme gegeben, sich in ihren praktischen Kenntnissen und Fertigkeiten zu ver- Mit der Aufschüttung des Bahndammes wird im nächsten Frühjahr geregelt werden mußte usw. im Höchstfall für Heinersdorf acht vollkommen und sich mustergiltige Werkzeuge für den eignen Befiz begonnen. Nach Fertigstellung und Inbetriebnahme der neuen Tage, für Blankenburg 60 Tage, für Malchow 56 Tage, für Gebrauch, sowie andre Fachgegenstände( Maschinenteile, Strecke wird auch die alte Bahnlinie in gleicher Weise erhöht Blankenfelde 109 Tage. Die Zahl der Wartenden stieg im Hoch- Apparate, Gesellenſtücke 2c.) herzustellen. Die Unterrichtsmittel und werden. sommer für Blankenburg bis auf 136, für Malchow bis auf 133, dauern zehn Wochen( circa 480 Arbeitsstunden). Die Sturse Werkzeuge werden sämtlich von der Anstalt gestellt. Die tägliche In der Boltsheilstätte am Grabowsee ist der Weihnachtsabend für Blankenfelde bis auf 188.( Für Heinersdorf fehlt eine Angabe Arbeitszeit beginnt früh 7 Uhr und dauert bis 4 Uhr nachmittags. in würdiger Weise begangen worden. Ein Parteigenosse aus dem im Bericht.) In den Sommermonaten hätten ununterbrochen voll Beginn der nächsten Unterrichtsturse am 6. Januar.( Spätere Kurse sechsten Berliner Wahlkreise, der als Lungenkranker sich zur Zeit dort sechsten Berliner Wahlkreise, der als Lungenkranker jich zur Zeit dort belegt sein können noch eine zweite Anstalt wie Blankenburg, beginnen im April, August und Oftober 1903.) Das Eintrittsgeld aufhält, schreibt uns: Die Damengruppe vom Roten Kreuz hat unfre eine zweite wie Malchow, eine ziveite und dritte wie Blankenfelde. beträgt 10 beziv. 20 M. pro Kursus. Näheres ergeben die im mitten im Kiefernwalde belegene Anstalt, in der Hunderte von Menschen Bureau der Anstalt, Straßmannstr. 6, erhältlichen Programme. der Genesung harren, in ihrer Art liebevoll zum Feste hergerichtet. Im großen Speisesaal waren lange weiße Tafeln gedeckt und zur Elend im Weihnachten. Der Besuch im städtischen nächtlichen festgesezten Zeit nahmen die Patienten daran Play. Vor jedem Obdach während der Weihnachts- Feiertage war außergewöhnlich war ein Teller mit Nepfeln, Nüssen und Pfefferkuchen aufgestellt groß. An den beiden Feiertagen wurden nicht weniger als 6400 und daneben lagen andre nüßliche Geschenke, als Hemden, Strümpfe, Personen und am letzten Sonnabend sogar 3354 Personen beiderlei Unterhosen, Schuhe usw. Mitten im Saal aber stand hellerleuchtet Geschlechts aufgenommen und an diese rund 6500 Stollen, Staffee usw. ein prächtig aufgeputzter Christbaum. Sowohl der Chefarzt init verteilt. Inzwischen ist die Frequenz wieder bedeutend gefallen. feiner Familie als auch die andern Aerzte der AnEine städtische Konzession an die Hausbesizer? Vor mehreren stalt, ebenso die vier Schwestern und das gesamte übrige Wochen hatten wir Veranlassung darauf hinzuweisen, daß seitens Neujahrskarten. Postoffiziös wird geschrieben: Die bevorstehende Personal nahmen ant der Feier teil, über der selbstder Berliner Hausagrarier von neuem eine Hege gegen diejenigen Neujahrszeit stellt eine Hochflut von Glückwunsch- und Ansichtskarten verständlich wenigstens für den Anfang nur der Geist weihevoller städtischen Beamten eröffnet ist, die in den Vororten ihren Wohnsiz in Sicht. Die Schaufenster der Papierhandlungen zeigen nach Form Wehmut ausgebreitet sein konnte. Wohl keiner, der nicht an seine genommen haben. In einem Organ der Hausbesizer- Vereine wurden und Inhalt die verschiedensten neuen Muster. Manche von ihnen Lieben daheim dachte, und dem Auge mehr als eines franken diese Beamten nach Kategorien geordnet aufgeführt, und unter Weh- können vor einer Prüfung auf Grund der Bestimmungen der Post- Proletariers mochten verstohlen etliche Thränen entquollen sein. In Ilagen war berechnet, daß die Berliner Hausbesizer durch das ordnung bestehen, andre lassen Zweifel über ihre Zulässigkeit zu, eine furzer, ferniger Rede wußte der Chefarzt die rechten Worte zu Auswärtswohnen dieser Beamten einen Miete- Ausfall von circa große Zahl aber wird, wie alljährlich mit dem„ Unzulässig" des Ab- finden:„ Ich weiß wohl," sagte er, daß Ihr Herz, Ihre Gedanken 650 000 Mark jährlich erleiden". In der neuesten Nummer des fertigungsbeamten ihren Zived verfehlen oder aber, mit Nachtare bei Frau und Kindern veriveilen; um Ihnen aber einen kleinen Gemeinde- Blattes" findet sich nun folgende Bekanntmachung des versehen, der Freude über den Empfang den bitteren Tropfen der Ersaß zu schaffen, hat die große Familie vom Grabowsee sich hier Magistrats: Portozahlung beimischen. Es wird daher zur Zeit allgemeines Inter- am Weihnachtsabend zusammengethan." Ein hübscher Prolog beschloß Es find wiederholt Gesuche eingegangen, in welchen städtische esse haben, wenn wir im Anschluß an die Bestimmungen der Post- den„ offiziellen" Teil der Feier, worauf die Patienten mit Vorträgen Beamte die Erlaubnis zum Wohnen außerhalb Berlins beantragt ordnung eine Anzahl Entscheidungen mitteilen, die sich auf wieder- ernster und humoristischer Art, ja sogar mit dramatischen Aufhaben, ohne ihren Antrag zu begründen. Mit Rücksicht hierauf holt vorgekommene Arten von Glückiounsch und Ansichtskarten beführungen kamen. Ein von den Patienten gesungenes Lied hatte weisen wir darauf hin, daß den städtischen Beamten und Lehrern ziehen und die daher bei der Prüfung der Sendungen in Bezug auf folgende hübsche Strophe: Und ist verlöscht der Lichterglanz das Wohnen außerhalb Berlins nur gestattet werden kann, ihre Zuverlässigkeit von Nugen sein können. Verweht des Festes Spur Dann widmen wir uns wieder ganz wenn die besonderen Verhältnisse des einzelnen Falles eine Aus- Nach der Postordnung dürfen die von der Privatindustrie her Der schönen Liegefur Damit sie gute Früchte trage nahme von der Regel, daß der Beamte an dem Orte seines gestellten Formulare zu Postkarten in Größe, Papierstärke und heit ganz vergeh'- Und bald die Heilungsstunde schlage Amtes zu hat, gerechtfertigt erscheinen lassen. Form nicht wesentlich von den durch die Poſt ausgegebenen schönen Grabowsee! Es können daher derartige Gesuche mur berücksichtigt werden, Formularen abweichen. So sind beispielsweise Postkarten mit erwenn fie eingehend begründet find. Die Gründe sind glaubhaft heblich abgerundeten Ecken zur Beförderung gegen die Postkartentage Gegen das Fleisch- Konservierungs- Verfahren des Dr. Dosquetzu machen. nicht zuzulassen. Dasselbe gilt von Karten mit kleinen ausgestanzten Manasse, das in der Hauptsache auf der aseptischen Behandlung des Die Vermutung liegt nahe, daß diese Bekanntmachung schon ein Oeffnungen oder Buchstaben, die mittels Durchlochung hergestellt und Fleisches unter Verwendung von Salzsäure beruht, macht in der Erfolg der Hausagrarischen Wühlarbeit ist. Im wie viel empfänglicher darauf mit Fäden ausgestickt sind, weiter von solchen mit überflebten Allg. Fleischer- 3tg." Geh. Medizinalrat Prof. Liebreich, obgleich er zeigt der Magistrat fich doch für solche Einflüsterungen als für die Schußdecken usw. Da Postkarten aus Papier hergestellt fein müssen, sich mit dem Princip einverstanden erklärt, einige nicht unerhebliche zahlreichen Anregungen unsrer Genossen im Noten Hause, durch sind solche aus Metall und Holz oder anderem Material unzulässig. Bedenken geltend. Für größere Stücke Fleisch sei das Kochen unzuwelche die Interessen der breiten Masse der Bevölkerung besser als unzulässig gegen die Poftfartentage sind auch Starten in Kästchenform länglich; die Size dränge nur sehr langsam in das Fleisch ein und bisher gewahrt werden sollten! Jedenfalls hat der Magistrat durch mit Quitschvorrichtung, sogenannte Quitschfarten; ihnen fehlt der berteife sich darin nicht gleichmäßig; in großen Stücken Fleisch erdiefe Bekanntmachung sich den lebhaften Dank der Hausbesitzer Charakter als offener Versendungsgegenstand. Auch Bilderschmuck reiche tros mehrstündiger Einwirkung beim Braten oder Sieden die Vereine gesichert. und Aufflebungen auf der Rückseite der Formulare sind nur insoweit Temperatur im Innern nie 100 Grad Celsius; selbst in den oberzulässig, als diese ihre Eigenschaft als offene Starte nicht verlieren. flächlichsten Schichten werde diese Temperatur selten erreicht. BezügDer Bevölkerungszuwachs Berlins ist im letzten Drittel dieses Die aufgeklebten Zettel müssen der ganzen Fläche nach aufgeklebt sein. lich der Salzsäure führt Prof. Liebreich aus, es klinge sehr verJahres, unter dem Einfluß der zahlreichen Herbstzuzüge, wieder recht Postkarten, die diesen Bestimmungen nicht entsprechen, werden zwar führerisch, wenn Dr. Dosquet- Manaſſe anführe, daß die Salzsäure beträchtlich gewesen. Das erste und zweite Drittel hatten mur geringen offen befördert, unterliegen aber dem Briefporto. auch im Magen des Menschen gebildet werde; aber die künstliche SalzZuwachs gebracht. Von Neujahr 1902 bis Ende August war die Gänglich ungeeignet zur offenen Versendung sind dagegen Post- fäure habe verschiedene Stonzentrationen und sei oft sehr unrein; das Bevölkerungszahl unter mehrfachen Schwankungen von 1901 567 farten mit aufgeklebtem Mineralstaub, Glimmer, Glassplitterchen, Manipulieren damit könne bei ungeschickter Handhabung leicht zu Berschließlich nur auf 1904 982 gestiegen, wiewohl diesmal in den Sand, Metallteilchen usw., sowie Postkarten mit Ausschnitten, wodurch giftungen führen und die Neutralisation fei nicht leicht. Die AnSommermonaten die den Bevölkerungszuwachs sonst start schmälernde die Festigkeit der Karte leidet, solche mit angehängten Siegeln aus wendung der aseptischen Methode fezze jahrelange Schulung voraus Stindersterblichkeit ungewöhnlich gering gewesen war. Bis Staniol, Karten in Form von Bierseideln, Flundern und ähnliche. und verteure die Konservenbereitung. Prof. Liebreich wendet sich Ende Oktober dagegen stieg die Bevölkerungszahl rasch auf Diese Gegenstände können nur unter Umschlag gegen Briefporto ver dann gegen die Angriffe Dr. Dosquets auf die Borsäure als Fleisch1919 327. September und Oktober brachten einen Zuzugsüberschuß sendet werden. Konservierungsmittel. Dieser beherrsche offenbar die pharmakologische von 11 000 Personen, wovon allein auf den Oktober reichlich 9000 Soweit Neujahrsfarten gegen das Drucksachen- Porto befördert Seite der Frage nicht. Wenn Dr. Dosquet das Ergebnis der Vertamen, und auch der Geburtenüberschuß war in diesen beiden werden sollen, ist es zulässig. Handschriftlich eine Widmung hinzu- fuche des Prof. Hofmann kritiklos hinnehnie, der daraus, daß Fische, Monaten recht bedeutend( über 3300). Im November und Dezember zufügen. Unter Widmung sind jedoch nur solche Aeußerungen zu ver- in prozentige Borsäure gefeßt, nach 1-2 Tagen zu Grunde gingen, war der Zuwachs, wie alljährlich um diese Zeit, wieder weniger stehen, aus denen klar und deutlich hervorgeht, daß sie lediglich eine den Schluß zieht, Borsäure sei ein Zellgift, so würden Fische, die groß, aber bis Mitte Dezember erhöhte sich diese Bevölkerungszahl Bueignung bedeuten sollen; 3. B.:« Herrn N. N. zur freundlichen man in eine prozentige Essigsäure, die kaum nach Essig schmeckt, nach den vorläufigen Berechnungen des Berliner Statistischen Amts Erinnerung". Handschriftliche Zufäße wie„ Mit herzlichem Gruße", sebe, schon in 3-4 Stunden zu Grunde gehen; man müßte also nach doch noch auf 1 926 940, also um volle 7600. „ Mit verbindlichem Dante" und dergleichen sind für sich allein oder denselben Schlußfolgerungen auch Effigfäure verbieten. Prof. Liebreich erklärt es danach für selbstverständlich, daß man die Aeußerungen Die Infinenza ist uns von dem diesjährigen Winter als un neben der eigentlichen Widmung unzulässig. erwünschtes Weihnachtsgeschenk beschert worden. Zwar hatte sie sich Vielfach ist die Ansicht verbreitet, daß auf Ansichtskarten usw., des Dr. Dosquet- Manasse für die Vorfäure nicht weiter in die Wagbereits im Oktober und November bemerkbar gemacht und auch vers die als Drucksachen frantiert sind, gute Wünsche, Glückwünsche, Dank schale werfen dürfe. einzelt schon Todesfälle verursacht, aber sie war doch bis in den sagungen oder andre Höflichkeitsformen mit höchstens fünf geBahnpolizeibeamte. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis Dezember hinein immer noch verhältnismäßig milde aufgetreten. fchriebenen Worten oder den üblichen Anfangsbuchstaben wie Noch aus den beiden ersten Wochen des Dezember war nur fünfmal" p. f. u. G. 3. w." usw. hinzugefügt werden dürfen. Diese Ansicht gebracht, daß die sämtlichen, im äußeren Dienst der elektrischen beziv. viermal Influenza als Todesursache gemeldet worden. Eine ist unzutreffend. Die angeführten schriftlichen Zufäße sind nur bei ge- Hoch- und Untergrundbahn befindlichen Bediensteten, welche durch plögliche und sehr erhebliche Zunahme der Sterblichkeit an Influenza druckten Visitenkarten, nicht auch bei Ansichtspostkarten zulässig. Die ihre Uniform kenntlich sind, als Bahnpolizeibeamte bereidigt und als ist erst seit Mitte Dezember eingetreten. Für die Woche vom 14. bis 2orte und Buchstaben müssen aber in allgemein verständlichen Schrift- folche mit bahnpolizeilichen Befugnißen ausgerüstet sind. 20. Dezember ergeben die bisher vorliegenden Meldungen, verglichen seichen, wozu z. B. stenographische Zeichen nicht gehören, nieder- Polizeipräsident v. Windheim hat sich gestern mittag von seinen Stadtrat Struve, der seit längerer Zeit leidend ist, hat dem Regierungspräsident nach Frankfurt a. ht Herr v. Windheim als mit den Meldungen aus der zweiten Dezemberwoche, schon eine Bers Geschrieben sein. vierfachung der Zahl der Influenza- Sterbefälle. Abermals hat die Strafjustiz sich mit einem ruchlosen Armen- Magistrat angezeigt, daß er frankheitshalber fein Amt niederlegen tommissions- Vorsteher beschäftigen müssen. Die Fälle stehen im großen müsse. Es ist also fchon wieder ein unbefoldeter Stadtrat zu Berlin ja nicht vereinzelt, daß ein zum Mitgliede der Armenkommission wählen. " Bekanntlich Eine Kugel in die Schläfe gejagt hat sich gestern abend ein aus Potsdam gebürtiger 25jähriger junger Mann namens Toni in der Toilette eines Restaurants mit weiblicher Bedienung in der Kronenstr. 12/13. Der schwer Verlegte wurde noch lebend nach der Charité gebracht. gemachter Spießbürger die ihm verliehene Macht benutzt, um Ein vierundzwanzigstündiger ununterbrochener Betrieb wird an feinen Sinnengelüften zu frönen. Er hat es ja dazu. Ihm ist es läßlich der Silvesternacht für die elektrische Ringbahn eingerichtet gegeben, ob eine Witwe mit ihren Kindern weiter den Qualen des werden. Nach Beendigung des Tagesdienstes am 31. Dezember wird Die dunkle Geschichte, über die wir vorgestern berichteten, ist Hungers ausgesetzt sein soll oder ob ihr ein wenn auch klägliches der Nachtbetrieb derart erweitert, daß sich die Züge in 15 Minuten- immer noch nicht ganz aufgeklärt. Der Buchhalter Georg Belger, Almosen zu teil werde. Unter solchen Umständen geht eine Arme Abständen bis zur Aufnahme des Frühbetriebes am Neujahrstage der am Weidendamm aus der Spree gelandet wurde, liegt noch im in jüngeren Jahren nur klopfenden Herzens und nach schwerem 519 morgens folgen. Außerdem wird aus Anlaß der Silvesterfeier Strankenhause, während die Leiche feines angeblichen Begleiters Starl inneren Kampf zu dem Mann, der ihr um eines nicht einmal auf allen Hauptlinien der Großen Berliner Straßenbahn, auf den Neubauer noch nicht gefunden ist. Auf Anfrage der hiesigen Polizei die Vororte verbindenden Strecken, so Gesundbrunnen- Kreuz- bestätigte die Dresdener die Aussagen Belgers insofern, als in der ans seiner Tasche Tasche bezahlten Stüd Brotes willen das berg, Danzigerstraße- Hermannplatz, Danzigerstraße- Schöneberg, That ein gewiffer Karl Neubauer von dort wegen Meineides und Alexanderplatz- Schöneberg und andren Linien ein erweiterter Nacht Urfundenfälschung steckbrieflich verfolgt wird. Was aber Belger mit Gestern befand sich der Molkereibefizer Julius Göthling betrieb Platz greifen, der nicht vor vier Uhr morgens beendet ist. dieser Angelegenheit zu thun hat, weiß man auch jetzt hier noch wegen vollendeter und versuchter Nötigung auf der Anklagebant. Auf den in Betracht kommenden Strecken wird die Betriebsruhe nicht; er wird daher auch im Krankenhause nicht als Polizeigefangener Der Angeklagte ist im Frühjahr dieses Jahres zum Mitglied der demnach etwa eine bis anderthalb Stunden dauern. Auch gehalten. Tegte nehmen kann, was sie besigt, die Ehre. Die bürgermeisterlose Zeit ist zu Ende. Herr Regierungsrat Dr. Reide ist gestern vom Kaiser als zweiter Bürgermeister bestätigt worden. | Mit den Rektoren zugleich hat auch der hiesige Lehrerverein eine| löschen. Die Vorstellung konnte ohne weitere Störung zu Ende ge Eingabe eingereicht, in der um Aufbesserung der Mietsentschädigung führt werden. ersucht wird. Sie beantragen: 1. den Lehrern mit eignem Haus- Aus dem Leben des Adels. Von dem Herzog von Anhalt iſt stand vom 1. April 1903 die bisher gewährte Mietsentschädigung der Frau Baronin Julie v. Cohn- Oppenheim das Prädikat von 420 m. auf 520 M. zu erhöhen; 2. den Lehrern ohne eignen" Ercellenz" verliehen worden. Hausstand zwei Drittel der vollen Miete zu gewähren. Wir wollen" Beim Billardspielen ist gestern abend der 17 Jahre alte Former lehrling Albert Haase schiver verunglückt, der in der Triftstraße 1 bei seinen Eltern wohnt. Der junge Mann spielte in einer Wirt- unsern Pädagogen wünschen, daß sie mit ihrem Gesuch bei der Gruben- Unglück. Nach einer Meldung aus Bachmut( Gouverne schaft unter der Stadt- und Ringbahn in der Lindowerstraße, stolperte, Gemeindevertretung Verständnis finden. Allzuhoch sollen sie ihre ment Jekaterinoslaw) entstand in dem Annaschacht der Steinkohlenfiel rücklings durch die Fensterscheibe und verletzte sich an den Hoffnungen nicht spannen; sicher ist wohl mur, daß die socialdemo- grube Uspensk", in der 100 Arbeiter beschäftigt waren, Feuer. Es Scherben am Rücken, am Gesäß und an den Oberschenkeln so schwer, fratischen Vertreter sich ihrer Interessen annehmen, obgleich retteten sich nur 20 Mann; für die übrigen ist wenig Hoffnung vordaß man ihn von der nächsten Unfallstation in ein Krankenhaus die Herren Lehrer stets geschlossen gegen die Socialdemokraten handen. bringen mußte. stimmten und überhaupt den Hausagrariern blindlings Gefolgschaft Eisenbahn- Zusammenstoß. Bei dem Eisenbahn- Zusammenstoß, der am Sonnabend in der Nähe von London( Ontario) stattfand, wurden 25 Personen getötet und 30 verletzt. Der Grand Trunk Chicago Erpreß fuhr in voller Fahrt auf den Güterzug auf, der aus der entgegengesetzten Richtung fam. Der Expreß war mit Reisenden überfüllt, welche, nachdem sie die Weihnachtsfeiertage auswärts verlebt hatten, nach Hause zurückkehrten. Schaukastendiebe wollten in der vergangenen Nacht den Aushang leisteten. des Uhrmachers Jaekel an dem Hause Wilmersdorferstr. 153 zit Charlottenburg plündern. Sie sprengten das Schloß, brachen den Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Aus Deckel ab, trugen diesen nach der gegenüberliegenden Straßenseite Stolpe an der Nordbahn wird uns berichtet: Der Friede des und begnügten sich zunächst mit einer Kleinigkeit, um später das Weihnachtsfestes ist hier durch zwei Gendarme in einer Weise geandre zu holen. Straßengänger machten jedoch einen Schußmann stört worden, die unter der Bevölkerung ungeheure Erbitterung auf die Männer aufmerksam. Der Beamte traf zwar die Einbrecher hervorgerufen hat. Der hiesige Theaterverein" Jugendfreund" hatte nicht, er rettete aber den größten Teil vom Inhalt des Schaukastens, zum ersten Weihnachtstage beim Amtsvorsteher ein Vergnügen an- indien), 27. Dezember, wird telegraphisch berichtet: Der Dampfer Neuer Vulfanausbruch auf Martinique. Aus St. Thomas( Westindem er ihn in Sicherheit nach der Wache brachte. So fielen den gemeldet und sich zu dieser Festlichkeit im Lokale der Witwe Berge- indien), 27. Dezember, wird telegraphisch berichtet: Der Dampfer Spizbuben nur für etwa 20 M. Sachen in die Hände. ,, Newington", der gestern, von Santa Lucia kommend, hier einmann versammelt. Während die Mitglieder sich unter dem Schimmer getroffen ist, berichtet, daß, als er morgens gegen ½ 11 Uhr den Feuerbericht. Eine ganze Reihe von Alarmierungen hatte die des Christbaums durch harmlose Vorträge vergnügten, betraten Mont Pelée passierte, ein heftiger Ausbruch des Vulkans stattgefunden Wehr in den letzten 24 Stunden zu verzeichnen. Montagabend gegen plöglich zwei Gendarme in Begleitung zweier zufällig auf Urlaub habe und dichte Rauch- und Staubwollen zu einer großen Höhe 6 Uhr wurde sie nach der Friedrichstr. 79a gerufen, wo in einer befindlicher Soldaten den Saal und rückten mit gezogenem emporgestiegen seien. Nachrichten aus andren Quellen besagen, daß Wohnung Betten und Körbe Feuer gefangen hatten. Früh 8 Uhr Säbel zur Attacke vor. Ein Komiteemitglied machte die während der Nacht von dem Bergkegel ein hell leuchtender Schein erfolgte in Habels Brauerei, Am Tempelhofer Berg 7/8, eine kleine Beamten darauf aufmerksam, daß sie eine geschlossene Ge- ausging. Der Generalrat der Insel Martinique hat an die NeExplosion, die indes wesentlichen Schaden nicht verursachte. Aus Doch das kümmerte die Tapferen gierung in Paris die Bitte gerichtet, der Ministerpräsident möge gleichem Grunde wurde vorher die vierte Compagnie nach der sellschaft vor sich hätten. Friedrichstr. 97 gerufen, ohne daß sie hier in Thätigkeit zu treten wenig; der Vorwizige wurde mit der flachen Klinge bearbeitet und allen den Nationen seinen Dank übermitteln, die in so bewundernsbrauchte. Gardinen, Kleidungsstücke 2c. gingen in der Nacht zum ein andres Mitglied erhielt eine acht Centimeter lange Kopfiunde, werter und einmütiger Weiſse den unglücklichen Inselbewohnern so große Beweise ihrer Sympathie gebracht hätten. Montag in der Culmſtr. 7/8 in einer Schlafftube in Flammen auf, so daß die Schädeldecke verletzt wurde. In der einen Hand den große Beweise ihrer Sympathie gebracht hätten. während in der Lübeckerstr. 7 Möbel durch Feuer beschädigt wurden. Säbel und in der andren den Revolver räumten die Beamten In der Köpnickerstr. 126 war abends in einer Wattenfabrik Feuer hierauf den Saal. Die beiden Soldaten, welche wohl nicht recht ausgekommen, dessen Ablöschung aber von der zweiten Compagnie begreifen konnten, was in dieser friedlichen Gesellschaft die Waffe in turzer Zeit erfolgen konnte. Nach dem Grünen Weg 47 wurde die Wehr kurz darauf gerufen, weil hier in einem Cigarrengeschäft für einen Zweck haben sollte, verhielten sich während der ganzen ein Brand entstanden war. Außerdem liefen in der Zwischenzeit Affaire paffiv. noch Alarmierungen von der Prinzen- Allee 82, Schönebergerstr. 2, Bemerkt sei, daß der Verein durchaus nicht aus„ Glenden" beSophienstr. 6, Beusselstr. 23 und von verschiedenen andren Stellen steht und irgend eine socialdemokratische Tendenz hat. Er hält sich cin. In allen Fällen handelte es sich aber nur um ganz unbedeutende abseits von jeder Parteithätigkeit und zählt Steinmeister 2c. zu Brände, die ein Eingreifen der Wehr nicht erforderten. feinen Mitgliedern. Um so schlimmer ist auch in gutgesinnten" Kreisen die Erbitterung. Aus den Nachbarorten. Vermischtes. für Katastrophe bei einem Stapellauf. Aus Greenock wird telegraphiert: Beim Stapellauf eines Marine- Schleppdampfers kippte dieser plötzlich fich im Maschinenraum befanden, konnte gerettet werden. und fank. Das Personal, mit Ausnahme von sechs Mann, welche In Grodno brach am 26., nachdem 20 Grad Frost geherrscht hatten, ein Schneesturm los, der sich am Morgen zu einem Orfan entwickelte. Das Unwetter wurde durch Gewitter verstärkt. In der Stadt und Umgegend wurden Dächer abgetragen und die Telegraphendrähte zerstört. = Reichs- Arbeitsamt. " Eingelaufene Druckschriften. Von dem Erdbeben- Schauplah in Turkestan wird weiter berichtet: Eine eigenartige Weihnachtsfeier, ein Ueber- leber- Drunter- und In Andisch an hat sich am 25. Dezember tagsüber fortgesettes, Drüber- Brettl, veranstaltete am Sonntag die Freireligiöse Gemeinde wellenförmiges Erdbeben gezeigt, das gegen Abend stärker wurde. in Kellers Festsälen. Sämtliche Nummern des sehr reichhaltigen Programms wurden von etwa 80 Kindern der Gemeinde unter Im Zusammenhang hiermit scheint folgendes zu stehen: In Bijsk, im Gouvernement Tomst, wurde am 28. Dezember ein etwa persönlicher Leitung des Direktors v. Ungezogen, der als Konferenzier 23 Sekunden dauerndes wellenförmiges Erdbeben verspürt. Weitere fungierte, ausgeführt. Der Stoff der Vorträge war teils aus dem Ueber die Sturmflut der letzten Tage wird der„ Voss. 3tg." aus Erdbeben- Meldungen liegen aus andren vulkanischen Centren vor: Reiche der Märchen und Fabeln entnommen, teils war er freigeistiger Kopenhagen berichtet: Der orfanartige Sturm in der Nacht zum St. Thomas( Westindien), 27. Dezember: Der Dampfer„ Newingund humoristischer Natur. Der Weihnachts- Prolog, eine Dichtung Freitag hat den Norden Europas, insbesondere jedoch Dänemark und das ton", der gestern von Santa Lucia kommend hier eingetroffen ist, von Aug. Geib, wurde von einem nemnjährigen Knaben recht füdliche Schweden in einer Weise heimgesucht, die den betroffenen Gebieten berichtet, daß, als er morgens gegen 1/11 Uhr den Mont Pelée wirkungsvoll gesprochen. Es folgten dann die einzelnen Vorträge, lange in Erinnerung bleiben werden. Zu Lande und zu Wasser raste er mit passierte, ein heftiger Ausbruch des Bulkans stattgefunden habe und inter denen auch einige fleine Theaterstücke nicht fehlen gleich verherender Gewalt. Die mit unzähligen Brackstücken bedeckten Sichte Rauch- und Staubwolfen zu einer großen Höhe emporgestiegen durften, fo„ das Bibelfest",„ Wie Hanne und Nante Küsten erzählen von dem Kampf, den die Schiffe mit dem entfesselten seien. Nachrichten aus andren Quellen besagen, daß während der das Tanzen lernt" und" Die letzten Rekruten." Auch der Element zu führen hatten, und auf dem Lande bilden zusammen Nacht von dem Bergkegel ein hell leuchtender Schein ausging. Konzert- Schnellzeichner war vertreten. Fünfjährige Mädchen brachten gestürzte Gebäude, eine Unmenge entwurzelter Bäume, zerstörte Shratus, 28. Dezember. Heute abend wurde hier ein starkes. das Goldfischchen und das pessimistische Flaschenkind zur Darstellung. Telegraphen- und Fernsprechlinien eine beredte Illustration zu dem wellenförmiges Erdbeben wahrgenommen, welchem ein unterirdisches Gespannt fonnte man sein, ob die beiden Leiter der ganzen Ver- Vernichtungswerk, das namentlich die Küstenbevölkerung hart Getöse vorausging. anstaltung, Ad. Hoffmann und B. Schröder nicht zu viel über betroffen hat. Doch zunächst einige Worte über die Benommen hatten, indem sie eine Pantomime," Hans und Gretes schaffenheit des Sturmes. Der Windmesser, der im Jahre 1889 Weihnachtstraum", auf das Programm feßten; hatten doch nicht vom meteorologischen Institut in Kopenhagen an der Spitze des tveniger als 50 Kinder hierbei mitzuwirken. Die Erwartung Mastenkrahus der Striegswerft angebracht wurde und selbstthätig die Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diek' Berlag) ist soeben das wurde aber durch gelungene Darstellung reichlich be: Stärke des Windes registriert, zeigte am Freitagmorgen um 4 Uhr, 13. Heft des 21. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben Lohnt. Mit sichtlichem Eifer hatten sich die Kinder in als der Orkan den Höhepunkt erreicht hatte, eine Schnelligkeit von wir hervor: Sociale Theologie. Imperialistische Politik. Von M. Beer. ihre Rollen" hineingelebt. Den Beschluß des Ganzen bildeten 35 Meter in der Sekunde, die größte Geschwindigkeit, die seit 1889 Ueber Poesie. Von Hermann Gorter( Bussum). Die Baugewerbe- Inin Verbindung mit einer tiefempfundenen Dichtung von Preczang gemessen worden ist. Und doch halten die Meteorologen die Be- spektion. Von G. Heinke. Tolstojs Weltanschauung und ihre Entwicklung. drei lebende Bilder, Weihnachten der Vergangenheit, Gegenwart und zeichnung„ Drkan" noch Gewerkschaft und Krankenversicherung. Bon Dr. Salomea Perlmutter. Gelegentlich zu weitgehend. Zukunft veranschaulichend. Kann über die Darstellung nur Gutes der dänischen Expedition nach Östgrönland, Socialpolitische Umschau. Von Emanuel Von Georg Rössing, Nürnberg. unter Premier Wurm. Litterarische Rundschau: Dreydorff, Dr. Rud., Das deutsche gesagt werden, so litt sie doch unter der durch die Ueberfüllung des lieutenant Amdrup, im Jahre 1899 wurde allerdings auf der Küste Lokals hervorgerufenen Unruhe. Mußten schon Hunderte wieder nach Dstgrönlands eine Windschnelligkeit von 60 Metern in der Sekunde Die„ Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle BuchHause gehen, so harrten viele andre stehend in drangvoll fürchter gemessen, und um diese Arbeit auszuführen, mußten sich die Mit- Handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro licher Enge, ein Schwizbad in Kauf nehmend, ungeduldig fünf glieder der Expedition mit ihren Apparaten flach auf den Boden Quartal zu beziehen. In der Zeitungspreisliste der Postanstalten ist die Stunden ununterbrochen auf ihrem nicht beneidenswerten Posten aus. legen, denn aufrecht zu stehen war unmöglich. Die östreichische Neue Zeit" unter Nr. 5389 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Poſt Bolarstation auf Jan Mayen von 1882-83 stellte sogar eine Wind- nur pro Duartal abonniert werden. Das einzelne Heft loftet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. stärke von 71 Metern in der Sekunde fest. Was aber auch schon ein knapp halb so starker Wind leistet, beweist der jezige Sturm. Von der ,, Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen Schon am Abend des ersten Weihnachtstages, bevor der Sturm den( Stuttgart, Dick' Verlag), ist uns socben die Nr. 1 des 13. Jahrganges In der Steuerfähigkeit der Gemeinden des Kreises Niederbarnim Höhepunkt erreicht hatte, bildete Kopenhagen ein gefährliches zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: EinDie Menge thut es! Rückblick auf die Geist in den letzten Jahren eine gewaltige Verschiebung eingetreten, Pflaster. Ziegelsteine fausten in großer Menge von den Dächern, ladung zum Abonnement. denn die vielen Stadtgemeinden des Kreises sind gegenüber den verschiedene große Schornsteine wurden umgerissen und durch- schichte der proletarischen Frauenbewegung in Italien. Die ersten Anfänge der proletarischen Frauenbewegung in Italien. Von Dr. Robert Michels. Vorortgemeinden arg ins Hintertreffen geraten. Der Kreis zählt schlugen mehrere Stockwerke. Besonderes Aufsehen erregt es, Frauen als Arbeiter in Zongruben. Von Louise Ziek. Von der schweize einschließlich der Stadt- und Gutsbezirke im ganzen 177 Gemeinden, daß der der beiden mächtigen Granitkandelaber, die rischen Arbeiterinnenbewegung. Von D. Z. Aus der Bewegung. aus denen die hervorragendsten hier zusammengestellt sind. Bemerki vor dem neuen Rathaus aufgestellt sind, umgeworfen und zertrümmert Jahresbericht der weiblichen Vertrauensperson in Hamburg. Von Louise Jahresbericht der Vertrauensperson der Genofsinnen von Dresden sei, daß im Jahre 1875 eine Monatsrate der Einkommen- und wurde. Zahlreiche Menschen wurden umgerissen und erlitten Arm- Bick. Feuilleton: Erkannte Zukunft. Skizze Klassensteuer als Kreissteuer erhoben wurde; 1882 wurden schon vier brüche oder sonstige Beschädigungen. Am Hafen schleuderte der Sturm und Umgegend. Von W. Kähler. Notizenteil: Weibliche Fabrikinspektoren. Vom Aus Monatsraten erhoben, 1901 hingegen mußten 331, Proz. der staatlich einen Mann ins Wasser, ein andrer schlug auf der Straße so heftig von Paul Bröcker. Socialistische Frauenveranlagten Einkommen, Grund- und Gebäudesteuer sowie der hin, daß er sofort starb. Die Polizei errichtete im Laufe der Nacht in stand der Weber und Weberinnen in Meerane. Genossenschaftsbewegung im Ausland. Adressen Gewerbesteuer an den Kreis abgeführt werden. Für das laufende den gefährlichsten Straßen Rettungsstationen, und an mehreren StraßenJahr erhebt der Kreis 30 Proz: derselben Steuern. ecken waren Seile aufgespannt, an denen sich die Passanten festhalten Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer konnten. Unglaublich groß sind die Verwüstungen im Verkehrswesen. 10 Pf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspoſt- Zeitungsliste Einwohnerzahl Nur die Telegraphenlinien mit Berlin blieben unbeschädigt. Die für 1902 unter Nr. 3051) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Parke in Kopenhagen und die Wälder haben mächtig gelitten, selbst Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pf. bont Baumriesen wurden entwurzelt. Während des Sturmes begann das Heft 1. München. Wasser im Kopenhagener Hafen gewaltig zu steigen. Es stand 5 Fuß J. Schweizer( Arthur Sellier). Inhalt: Bum fünftigen Gesetz über die 43 372 über dem gewöhnlichen Wasserstand, eine Höhe, die selbst nicht bei der Berwaltung der Einnahmen und Ausgaben des Deutschen Reichs. Von 21 529 Sturmflut im Jahre 1872 vorgekommen war. Aehnliche Verwüstungen. Thrän in Potsdam. Die Regelung des gewerbsmäßigen ArbeitsBon Dr. Heinrich 8 348 wie in Kopenhagen, wo besonders die Glaser viel zu thun be- nachweises in den größeren deutschen Bundesstaaten. Die Abschreibungen und ihre Zulässigkeit als Ein7 851 fommen, sind im übrigen in ganz Dänemark vorgekommen. Schanz in Würzburg. 10 677 14 728 Eine Windmühle bei Hilleröd wurde, wenn man sich so aus- fommenabzüge nach dem preußischen und hessischen Einkommensteuer- Gesetze. Staat und Recht. Von Dr. A. Affolter 2917 3 326 drücken darf, schen und ging mit so rasender Geschwindigkeit, daß Von Dr. Rudolf Blum in Osthofen. in Solothurn. Aus den Gesezblättern. Miscellen. 16 427 16 838 fie fich entzündete und niederbrannte. An den Küsten, wo die 9 611 11 289 Häuser vom Wasser unterminiert wurden, war die Lage oft sehr 2 348 2 338 gefährlich). Boote wurden in großer Zahl zerstört. Bei Skagen 2740 2 897 ging die norwegische Bart, Berry" unter, wobei 11 Mann ertranfen. Im südlichen Schweden sind die Verwüstungen gleichfalls groß. Auch hier wurden Telegraphen- und Fernsprechleitungen in großer Zahl zerstört und damit die Verbindung mit den nördlichen Landesteilen 4 120 fowie mit Dänemark unterbrochen. In Malmö füllte das Wasser die Keller der Häuser am Hafen. In Helsingborg riß der Sturm die ganze Be- Auch ein Sitzungsbericht und die Feuilletons Zeitsperre"," Briefe moderner kleidung vom Turm der Gustav Adolf- Kirche herunter, so daß der Turm nur ein Gerippe bildet. Der Hafen und der Güterbahnhof erlitten große 9 632 Beschädigungen. In Landskrona riß der Sturm einen Fabrikschorn1 681 ſtein um, der das Dach der Fabrik durchschlug und Maschinen zer 3 355 trümmerte. Mehrere Eisenbahnstrecken wurden durch Unterspülung 5 433 beschädigt, und wie in Dänemark liegen auch an der schwedischen 2 690 13 118 Küste eine Menge Wrackstücke. Die näheren Nachrichten werden 2739 wohl ein trübes Bild des Unheils, das der Sturm angerichtet hat, 372 601 ergeben. Die Personenstands- Aufnahme vom 1. Dezember d. J. läßt in den meisten Vororten, besonders auch denen der weiteren Umgebung von Berlin, eine weitere Zunahme der Einwohnerzahl erkennen. Lichtenberg Es zahlten an Kreissteuern bei einer 1875 Mark 1882 Mart 1901 Mart 1895 5717 14 774 103 711 Pankow 4788 11 320 87 346 30 314 11 932 Bernau( Stadt) 4450 9.539 17 650 Oranienburg( Stadt) 2949 8138 23 836 8176 6 910 . Reinickendorf. 2256 6 078 Kallberge Rüdersdorf. 2045 3 694 6 608 Friedrichshagen 1922 4685 Alt- Landsberg( Stadt) 1670 3 596 Liebenwalde( Stadt) 1648 3 753 55 298 8437 43 444 37 629 6 319 6922 • Mehr als 3000 m. Borhagen- Rummelsburg. 2036 zahlten noch Neu- Weißensee Tegel Nieder- Schönhausen Mehr als 6000 M. zahlen noch Friedrichsfelde Stralau Tasdorf Dalldorf Erfner Hermsdorf Dahlwitz( Gut) II F 5 611 64 032 3581 33 127 3 515 13 641 3 875 3 089 33 127 17 815 16 811 8 203 6.829 1750 2 387 3 444 7565 7.088 6.689 1714 1901 3 950 eine bewegung im Ausland. der Vertrauenspersonen der Genossinnen Deutschlands. Annalen des Deutschen Reichs. 1903. Die Neujahrsnummer des„ Wahren Jacob" ist soeben erschienen. Das vorderseitige farbige Bild„ Wie Michel von seinen besten Freunden liebevoll zum neuen Jahr beglückwünscht wird" ist eine derbe Juustration des Verhältnisses zwischen dem deutschen Volk und den Zollwucherparteien. der durch die Annahme des Zolltariss herbeigeführten politischen Situation sind eine ganze Anzahl Beiträge gewidmet, so das zweite farbige Bild " Parade", die Bilder In der Herenfüche"," Eine schwere Last",„ Selbsterkenntnis", die Gedichte„ Der vierzehnte Dezember"," Blick in die Zukunft", Dunkelmänner" und" v. Arnim Schnodderheim an Below- Pleitenburg". hinter der Mauer" betitelt sich eine Silvesterskizze von Karl Düker; das Gedicht„ Ehre, dem Ehre gebührt" und das Bild Fader Stoff" behandeln den Jahreswechsel satirisch. Außerdem enthält die Nummer noch Moderne Ueber- Bauernregeln für das Jahr 1903" sowie zahlreiche den verschiedensten politischen und socialen Vorgängen gewidmete Beiträge. Der Preis der 12 Seiten starken Nummer ist 10 Pf. Die Sicherung der Bauhandwerker. Dr. J. Biberfeld. 2 M. Berlin. Kahlenberg u. Günther. Witterungsübersicht vom 29. Dezember 1902, morgens 8 Uhr. Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. 11. E. 50 G. 4° R. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. E. 4 heiter-15 Eisenbahn- Unfälle. Ueber einen Eisenbahn- Unfall geht uns aus M.- Glabbach folgendes Telegramm zu: In Rheydt fuhr eine Rangiermaschine einem nach Düsseldorf fahrenden Personenzug in die Flanke. Der Materialschaden ist beträchtlich. Die Personen Neu- Weißensee. Drei hiesige Rettoren fordern in einemt an blieben unverletzt. Ein Personenwagen wurde gerade auf einer Stationen die Gemeindevertretung gerichteten Gesuche eine angemessene Er Brücke umgeworfen, so daß die Passagiere mit Leitern herausgeholt höhung ihres Grundgehaltes. Das Grundgehalt der Rektoren be- werden mußten. Ferner wird uns aus Eisleben telegraphiert: trägt nach der bestehenden Besoldungsordnung für den 1. Rektor Auf den Bahnhofe Ober- Roeblingen fuhren zwei Züge auf2500 M., für jeden andern Reftor 1800 M., das sind im ersteren einander, wobei fünf Wagen entgleisten und umstürzten. Der Swinemde. 745 SSW 4 bedeckt 2 Haparanda 747 ND Fall 1200 M. oder 92,3 Proz., im zweiten Fall jedoch nur 500 M. Materialschaden ist groß. Personen wurden nicht verletzt. 7 Regen 3bedeckt oder 37,77 Proz. mehr als das Grundgehalt der Lehrer. 6 bedeckt andre Vororte, darunter Lichtenberg und Bankow, haben ein höheres Eine aufregende Scene spielte sich im Stadttheater zu Straß- Frantf./ M. 748 SW 2 halb.bd. Grundgehalt. Der Umfang der Schulförper, die Zahl der einem burg em ersten Weihnachtsfeiertage bei der Nachmittagsaufführung in 757 S 1 heiter Rektor unterstellten Schulklassen ist hier so groß, wie wohl in feinem des Boréeschen Weihnachtsmärchens„ Die drei Dummerchen" ab. andern Vorort; außerdem sind die Schulverhältnisse so schwierige, Im vierten Bilde fing das Gazekleid von Fräulein Janke, welches Wetter: Prognose für Dienstag, den 30. Dezember 1902. wie sonst nirgends. Es liegt auf der Hand, daß infolgedessen die Rolle der guten Fee spielte, Feuer, das rasch bedrohliche Dimen Etwas fühler, zeitweise heiter, aber sehr veränderlich mit Niederschlägen auch wieder die Arbeit und Verantwortung des Schulleiters eine fionen annahm. Die Künstlerin brach in markerschütternde Schreie und starken südwestlichen Winden. besonders große ist. aus. Glücklicherweise gelang es ihr, das auflodernde Feuer rasch zu Berliner Wetterbureau. Verantwortlicher Redakteur: Carl Leid, in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Viele Hamburg 741 S Berlin München 747 22 754 S 4 Petersburg 737 D 5 Cort 7 Aberdeen 1 Paris 741 W 748 S 2Schnee-7 3halb.bd. 2 6 bedeckt 8