Nr. 34. 1 Erscheint täglich außer Montags. Abonnements- Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags- Blatt" 10 Bfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das- übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetrc.gen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Dienstag, den 10. Februar 1891. Expedition: Benth- Straße 3. Wieder ein mißlungener Feldzug jt, als die Organe des Vereins, in der Absicht, ihr des Vereins herbeiführten, welcher zuſammen einige Hungegen die Sozialdemokratie. den Hals; und diese Gegnerschaft wuchs zur Todfeind- Buchhandlungen einen nennenswerthen Absatz der Hefte fittliches Streben in möglichst glänzendes Licht zu stellen, dert Exemplare betragen soll, und meine Vermuthung, daß die Herren Schundromanschreiber, Verleger und-Ver- der Rest der Abonnenten nur noch vereinzelt durch den Vor einiger Zeit wurde wieder einmal ein Kreuzzug breiter als ehrlos an den Pranger stellten. Kolportagehandel und die eigenen Kolporteure des Vereins, gepredigt wider die Sozialdemokratie, und zwar von den War es auch mit diesen großen Worten keineswegs in der Hauptsache durch den eigentlichen Buchhandel geRittern des Geistes, welche Staat und Religion, Eigen- so schlimm gemeint, so änderte das doch an der Thatsache wonnen sei, also nicht in die Schichten komme, für welche thum und Familie gegen den Umſturz zu vertheidigen sich nichts, daß der Kolportage- Buchhandel mit all seinem die Publikation berechnet war, wird wohl keine falsche zur Aufgabe gestellt haben. Es wurde unter großem Trosse den Kampf aufnahm und mit großer Energie und sein." Aufwande vielversprechender Worte und großmäuliger vielem Erfolge für seine Existenz gegen deren Bedrohung Wie total der literarische Feldzug des Vereins für Selbstverherrlichung mächtigen Thatendranges, ein Verein durch den Verein eintrat. Es nüßte nichts, daß der Gene- Maffenverbreitung guter Schriften gescheitert ist, geht für Massenverbreitung guter Schriften ralsekretär des Vereins, der der Sozialdemokratie wegen außer dem vorstehend mitgetheilten ganz besonders noch gegründet, der seinen Wohnsitz im Herzen Deutschlands, seiner Abstammung von einem sozialdemokratisch gesinnten aus dem Umstande hervor, daß der Verein bisher für die zu Weimar, nahm und einen„ neuen Weg zur sittlichen Vater und infolge seiner in Leipzig und Chemnitz geübten Vervielfältigung seiner braven und frommen Schriften und geistigen Hebung des deutschen Volkes", das heißt dummdreisten Befehdung der sozialdemokratischen Bestrebun- 18 000 m. verausgabt hat, während er nur 2000 M. aus dem Verblumten in's Unverblümte übersetzt, zur Aus- gen wohlbekannte Dr. Fränkel, in einer Broschüre über durch deren Absatz einnahm, also mit Riesenschritten rottung der Sozialdemokratischen Irrlehren einschlagen die Zwecke des Vereins betheuerte, der Verein werde mög- seinem Bankerott sich genähert hat. Aber nicht nur in lichst brave, sanfte und from me" Schriften zur finanzieller, sondern auch in literarischer Beziehung ist der wollte. breiten. " " Der Verein suchte gemäß§ 2 ſeiner Satzungen den Beröffentlichung bringen. Unsere biederen christlich- oder Verein gleich von vornherein auf den Holzweg gerathen. angegebenen Zweck durch Vervielfältigung und Massen- israelitisch- germanischen Geistes- Viktualienhändler pfiffen Als erste Erzählung gab er den„ todten Gast" von herausgabe geeigneter Schriften zu erreichen und ließ die auf Bravheit und Frömmigkeit und verbreiteten ihre schokke heraus, welchen Dr. Fränkel mit den empfehlenden selben durch vom Verein selbst angestellte Kolporteure ver- Schund- und Schandliteratur noch eifriger als zuvor. Worten begleitete, er sei durchaus gesund, spannend und In einem größeren Artikel über den„ völligen Miß- fesselnd und mache einen dummen Aberglauben lächerlich." Da es sich um die fittliche und geistige Hebung des erfolg des Vereins für Massenverbreitung guter Schriften" Ein Berliner Kolportageblatt äußert sich in Bezug Volkes handelte, konnte der Verein beim besten Willen macht die Deutsche Kolportage- Zeitung" mit vieler Ge- auf diese Schrift, wenn man den Schundroman durch nicht direkt und allein der Sozialdemokratie zu Leibe gehen, nugihuung und vollem Recht darauf aufmerksam, daß es Bschoffe ersehen will, so heiße das den Teufel durch er mußte wohl oder über dem schlimmsten und Niemandem die reine Thorheit seitens des Vereins war, den offenen Beelzebub austreiben. Ueber die von frommen Leuten allerdings viel ververborgenen, für Niemanden zweifelhaften Krebsschaden Kampf mit einer Organisation, wie es die des deutschen unferer Literatur, dem Schundroman des Kolportage- Kolportage- Buchhandels ist, aufzunehmen. In dem er- lästerte Unsittlichkeit 3schokke's wollen wir uns hier handels entgegenzuwirken suchen. jeglicher Auslassung enthalten. So viel aber steht fest, wähnten Artikel wird gesagt: Diese Nothwendigkeit gebar nun schon eine große ,, Es giebt zur Zeit in Deutschland ca. 7000 daß 3schokke's Erzählungen nicht mehr geeignet sind, die Schwierigkeit, die vielleicht allein dazu angethan gewesen Kolportage- Buchhandlungen, die etwa 30 000 Personen im Massen des Volkes für eine gesunde Literatur zu erobern. wäre, das vermeintlich so vortreffliche Vorhaben scheitern Ganzen beschäftigen. Hat der Verein wirklich geglaubt, Sie führen uns in eine Zeit zurück, die mindestens ein diese große Korporation im Handumdrehen todt zu machen, Jahrhundert hinter uns liegt; sie vertreten jenen seichten zu lassen. Weil der Schundroman die Haupterwerbsquelle des und andere 20 oder 30 Tausende geeigneter Personen für seine Rationalismus, der heutzutage keinen Hund mehr vom Kolportage- Buchhandels bildet, schien es dem Vorstande des Absichten bereit zu finden? Der Kolportage- Buchhandel hat Ofen lockt und wirken jedenfalls nichts weniger als erVereins gerathen, sein Unternehmen nicht den Händen der deut- die Schrift des Herrn Dr. Fränkel ganz richtig als wärmend auf Herz und Gemüth unsres Volkes. Mit den zwei folgenden Verlagswerken des Vereins schen Kolportage- Buchhandlungen und ihren Kolporteuren an- Fehdebrief aufgefaßt und hat sich sofort zum Kampf ge= lieferte er den Beweis, daß es ihm mit der Verbreitung zuvertrauen, in der jedenfalls sehr richtigen Voraussetzung, fammelt und gerüstet." daß diese Leute, welche an dem durch sie zur Verbreitung Zur Kennzeichnung des Mißerfolges, der den Be- der Bravheit, Frömmigkeit und Sanftmuth und mit der gelangenden Literaturschunde verhältnißmäßig sehr bedeu- strebungen des Vereins aus der Feindschaft des Kolportage- Ausrottung des kolportagehändlerischen Literaturschundes tenden Profit machen, feineswegs geneigt sein würden, Buchhandels erwuchs, sei an dieser Stelle nur noch folgender sicherlich bei weitem nicht so ernst war, als mit der Bedie ihnen weniger Profit einbringenden, Sittlichkeit för- Passus des crwähnten Artikels wiedergegeben. Derselbe kämpfung der Sozialdemokratie. Diese beiden Schriften stellen sich dar als Preisnovellen, von denen die erste durch dernden Schriften den so lukrativen, das Volk sittlich lautet: " schädigenden Schriften vorzuziehen. Deshalb war eben, Der Borsteher eines der Vereine von Kolportage- ihren bedenklichen Titel„ Die Hochzeitsnacht" auf die Neuwie§ 2 angiebt, beschlossen worden, die Schriftenver- Buchhändlern hat sehr bald darauf seinen Berufsgenossen in gier und Lüfternheit des großen Publikums spekulirt, breitung hauptsächlich durch vom Verein selbst angestellte den größeren Städten Vorträge über die Absichten des während die zweite Auf Wiedersehen" durch ihren ganzen Kolporteure ins Werk zu setzen. Dadurch aber zog er Weimarer Vereins gehalten, und die Folge dieser Agitation Inhalt darthut, daß sich der Verfasser die Kolportagesich von vornherein die Gegnerschaft aller mit dem Kol- war, daß der Kolportage- Buchhandel sich völlig fern hielt. roniane zum Muster genommen hat und mit einer Art portage- Buchhandel in Verbindung Stehenden auf Es ist mir bekannt geworden, daß nur zwei Kolportage- Räubergeschichte ganz in deren Weise bemüht ist, Effekt 0 Feuilleton. Nachdruck verboten.] Bei Mama. [ 34 Für Mama aber war alles gut genug. Sie fand sich in von allem Erdenklichen; zum Schluß geriethen sie auf den Umzug um Fanny willen; diese bekam nun einen für die Verliebeleien ihrer Kinderzeit. Es war, als ob sie sich zeren Weg ins Geschäft. Allein über Lea ärgerte sie sich fürchterlich. Alle Leute glauben, ich habe es nun flott, nachdem ich" so einen Schwiegersohn gekriegt; ja freilich Butter wollte ich, sagte das Weib, als sie statt dessen Fett aufs Brot bekam. Ah nein; so eine alte Mutter steht Einem mur im Weg." minder scheuten, nun, da sie einander nackt gesehen, und hier, in der freien Natur, unter der Sommersonne, wurden ihre fürchterlichsten Geheimnisse nicht mehr so groß. Sie amüfirten sich über ihre beiden edlen Kommis; dann löste eine Geschichte die andere ab, und schließlich war es ziemlich schwierig zu entscheiden, welche von beiden in ihren Kindertagen am Roman von Arne Garborg. Als Andersson abreifte, wurde es öder in der Ansgar meisten verliebt gewesen. Grethe erzählte von einer ihrer Eine voll Begnadete war Fanny aber doch noch nicht; es mangelte noch Eines: das freimüthige Bekenntniß. mission. Die norwegischen Verkünder ahmten ihm nach, Freundinnen, die während der Schulzeit sogar verlobt geSie hatte mit ihm Briefe ge" Ihn für Jesus Zeugenschaft abzulegen. Nicht einmal vor Mama er, und sagten es auf schwedisch wie er; allein es war dennoch wechselt und ihn gefüßt; ja, ich versichere Dir!" wagte sie zu zeugen; Mama hätte sie nur ausgelacht. Mama nicht dasselbe. Und dann kam der Frühling und der Sommer. auch geküßt!?" Ja wohl! Nun war sie eine der seinsten lachte sie übrigens schon jetzt aus.„ Das ist doch ein gräß- Es wurde angenehmer, im Freien zu sein. In der That Damen in der Stadt und wollte gewiß von der Geschichte nichts mehr hören; aber wahr blieb es doch. liches Gerenne; dünkt es Dir, daß" Du jetzt auf einmal zu fonnte man ja den Herrn auch dort anbeten. Jedoch die Sonne, das Licht und die Blumen waren Hihihi, dent' Dir nur, ich hatte auch einmal so schrecklich gut geworden bist für diese Welt?"" Immer diese Uebertriebenheit, da sitzt sie und läßt die Ohren hängen und ist gefährlich; mit ihnen schlich viel Weltlichkeit in Fanny's Lust, einen Knaben zu küssen," fuhr Grethe fort, ia, da Herz ein. Und dann geschah etwas, das ihr fast allzu viel mals war ich noch ganz klein, versteht sich... Gott, was so ergeben, daß sie nicht einmal den Mund aufmacht!" so kleinen Mädchen alles einfallen kann; keiner von den ErSogar im Laden suchte Fanny ihre Gottesfurcht geheim zu von ihrem alten Lebensmuthe wieder gab. halten. Bei Thorseng getraute sie sich nicht ein Wort zu Grethe Magnesen begann sie wieder aufzusuchen; die wachsenen würde es glauben!" Fanny fiel Grethen plötzaußern, obschon sie von Herzen gern Lea gerettet hätte. Ach, selbe brauchte ein verständiges Wesen, dem sie ihre Erzählung um den Hals. Sie war so froh, daß sie laut hätte heulen welch' ein schlechtes und niedriges Geschöpf sie war! Zu vorlesen konnte, sagte sie. An einem sonnenheißen strahlen mögen. Also war sie nicht ordinär! Sie war wie die Anderen. wissen, daß die eigenen Verwandten am Rand des Unter den Julisonntag gingen sie zum Ladegaardsee, um Ruhe zu gauges wandelten, und dennoch schweigen; schweigen aus haben; als sie hinausgelangt waren, packte sie die Luft zu Vielleicht hatten die meisten ebenso gefühlt wie sie!- D Gott, Furcht vor dem Spotte der Welt; o, noch hatte sie baden. Auf der Südseite der Insel, wo der Strand hoch welches Glück! Ihre Beängstigung verflog wie Sonnenrauch einen weiten Weg, che sie in Wahrheit ein Kind Gottes und der Wald dicht ist, fanden sie einen einsamen Winkel; in der weißen Luft und sie athmete voll und frei wie in da kleideten sie sich aus und stiegen ins Wasser. Sie konnten alten Tagen. Alles war in Ordnung. Sie war eine Dame; Mama konnte sich doch nicht zur Ruhe setzen; noch nicht schwimmen, standen nur und plätscherten und wuschen sie war gesund; sie konnte jedermann in die Augen sehen; vor nichts zu schaudern. Denkt Euch, einmal mußte sie ausziehen. Die Schuld trug Zea. Thorseng sich dann wurden sie ininter, bespritten einander mit sie brauchte follte von jeder Baarauslage verschont werden; außerdem Wasser und lachten. Bald waren sie wieder droben, und fie, die herumgegangen war und sich eingebildet hatte, fle fonnten sie auf andere Weiſe vil Dachwohnung in ihrem während sie sich ankleideten, ließen sie die Zunge laufen. set verloren! Daß ſelbſt Gott kaum sie zetten könne!' uns Hause auf Throndhjemsvejen doch wohl, nicht loskriegen. Sie fühlten sich gut aufgelegt und behaglich und plauderten nun war es nur etwas, womit auch andere Menschen sich wurde. = zu machen, ohne irgendwie sich zu bemühen, seiner Erzählung| Tortur abzuringen war, obgleich die Abgeordneten Und wer die Streiks macht, das lehrt uns der Ausſittlichen Gehalt beizubringen. Auch mit all den übrigen Barth, Auer und Bebel ihm die Daumschrauben stand von Thalheim in Sachsen: die nimmersatte BeVeröffentlichungen des Vereins ist es wenig oder gar nicht ziemlich hart andrehten. Der heldenmüthige Mehner Der heldenmüthige Mehner gehrlichkeit der Bourgeoisie führte zu der Bismarck'schen besser bestellt und keine von ihnen konnte es zu der mit beiläufig ein Apfel, der nicht weit vom Stamme gefallen Schutzzoll- Politik, die ihrerseits das Ausland zu Repreffalien so großem Pomp vorausgesagten Massenverbreitung und außerdem noch Schwiegersohn Ackermann's ist war zwang. Speziell durch die Mac Kinley Bill ist der bringen. jedoch empfindungslos für alle Marter- Instrumente der sächsischen Ausfuhr nach Amerika zu den bisherigen Die eben geschilderten Leistungen und Erfolge des Schlachtfeld mit der triumphirenden Miene eines Siegers. So muß billiger produzirt werden. Und dafür kennt der bösen Reichsfeinde und verließ das parlamentarische Preisen ein Riegel vorgeschoben. Soll weiter ausgeführt werden, Vereins wirkten denn auch so deprimirend auf die Mit- und in der That, er hat einen großen Sieg errungen: er Fabrikant nur ein probates Mittel: 2ohnreduktion. glieder desselben, daß sich bei der ersten Generalver- hat die Langeweile besiegt, drum sei diesem unbezahl- Nun waren aber die bisherigen Löhne schon Hungerlöhne fammlung selbst von den 67 Mitgliedern seines Haupt- baren Karlchen Mießnick aus dem Lande der Gemüthlich schadet nichts die Fabrikanten brauchen die Ausfuhr, sie vorstandes nur 8 eingefunden hatten und daß in einer keit" und des Blümchenkaffee's" unser aufrichtigster Dank wollen Profite haben, und aus dem Marke der Arbeiter Schrift, die am Ende vorigen Jahres als ein" Appell an gezollt. muß Gold herausgepreßt werden. Die Arbeiter erklären: alle Freunde christlich gesunder Volksliteratur" erschien und sie können nicht für geringeren Lohn arbeiten ohne zu verhungern, einen Herrn Ernst Preuß zum Verfasser hatte, aufgefordert Sat: Die Könige rafen und die Völker haben es zu und so ist der Streit ausgebrochen, der alte wurde, den Verein, welcher seinen Zweck verfehlt habe, büßen"," lautet heute: ganz fahren zu lassen und einen neuen zu gründen. " haben es zu büßen. Die Kapitalisten rasen, und die Arbeiter Die Bourgeoisie will die Kosten ihrer anarchistischen Tollheiten den Arbeitern aufwälzen. Jm preußischen Abgeordnetenhaus geht die Abwicklung der Geschäfte jetzt, nachdem die kleinen Konfliktssteinchen vom parlamentarischen Schienen geleise entfernt sind, so glatt und so rasch vor sich, daß man allgemein der AnOb nun dieser neue Verein nicht blos mit Noth und ficht ist, die sämmtlichen sogenannten„ großen Reformgeſetze" Mühe zu Stande kommen, sondern wenigstens auch einen würden noch vor den Osterferien unter Dach und Fach ge= Anfangserfolg fich erobern wird, steht dahin. Daß er bracht sein. Apropos-wenn das" große" Reformgesetze es aber auch zu wirklichen Erfolgen unter feinen Umständen sind, möchten wir einmal kleine sehen. bringen wird, wissen wir ganz genau. Selbst wenn der Wie gering das Vertrauen der herrschenden Klassen in Jm Reichstag ist die zu bewältigende Arbeits- den Bestand der europäischen Staatenordnung ist, das erhellt Verein der zarten Andeutung der Deutschen Kolportage- last so massig wenigstens quantitativ daß die Session aus der komischen Wichtigkeit, welche der Ministerkrise Zeitung" entsprechend sich mit den Schundliteratur ver- fich nach den Berechnungen der gewiegteren Optimisten in Italien von der gesammten diplomatischen Welt und breitenden Schriftenvertriebs- Organisationen in Verbindung bis frühestens in den Juni erstrecken wird. Vermuthlich von allen alten Parteien beigelegt wird. Daß die Be setzen sollte, so würde er auch dann nur auf die Dauer wird es noch später werden, und die Möglichkeit einer seitigung eines einfachen Individuums und noch obendrein einen Massenabsatz seiner Schriften zu erzielen und sich zweiten Vertagung ist nicht ausgeschlossen, da der Reichstag eines so mittelmäßigen wie Crispi es unzweifelhaft ist, übereinen Massenabsatz seiner Schriften zu erzielen und sich bekanntlich in den heißen Sommermonaten nicht zusammen- haupt als hochpolitisches Ereigniß aufgefaßt werden konnte, zu erhalten vermögen, wenn er entweder auf die Güte, zuhalten ist. Bravheit und Frömmigkeit ganz verzichtet und selbst in ist an sich schon ein Beweis für die Ungesundheit der Lage. Je mehr die Arbeiten des Reichstags sich häufen, desto In den Vereinigten Staaten, die wir jedoch sonst Schundliteratur machte, wie der Kolportagehandel von mehr tritt auch das Zweckmäßige unseres alten Vorschlags nicht loben wollen, sind innerhalb der letzten 25 Jahre zwei heute, oder wenn er eine dem Geiste unserer neuen Zeit in die Augen: nach dem Beispiel verschiedener anderer Präsidenten gewaltsam durch Meuchelmord aus ihrens entsprechende Literatur zu schaffen und zu verbreiten sich be- Parlamentskörper die ganze Legislaturperiode Wirkungskreis und von der politischen Bühne entfernt mühen würde. Dann aber müßte er auf die hausbackene Güte, als eine einzige Tagung zu betrachten, die je nach worden, ohne daß dies trog der ergreifenden die zahme Bravheit und die stupide Frömmigkeit des dem Stand der Geschäfte, durch kürzere oder längere Pausen Tragik der zwei Ereignisse die politische Welt israelitisch- germanischen Dr. Fränkel ebenfalls verzichten, unterbrochen wird. mehr bewegt hätte als das Leise Wehen eines müßte dem Geiste der Zeit, dem Freiheitssinn und den Die wichtigsten Nachrichten des Tages kommen heute der Staat auf einer so festen Grundlage, daß die Beseitigung Zephyrs. In Amerika, das wußte und weiß Jeder, ruht Emanzipationsbestrebungen des Volkes dienende Literatur aus der Welt der Arbeit und handeln vom Klassen oder der Tod eines Individuums, und wäre es der höchste schöpfungen auf den Markt bringen. kampf, der in allen Kulturländern der Erde ununter- Beamte im Staat, den Gang der Dinge in keiner Weise bebrochen wüthet, und jetzt unter dem Druck der Geschäfts- rührt, und für den„ Kurs" der Politik ebenso belanglos ist, krise, deren Kosten die Arbeiter tragen sollen, zu einer wie für den Kurs eines Wagens, ob ein Heupferd oder Reihe heftiger Ausbrüche an den verschiedensten Punkten ge- das andere darauf sitzt. land. Ein Petersburger Telegramm des Londoner Crispi's werden sollte; durchforschte man eifrigst das Vorführt hat. Die sensationellste Nachricht kommt aus Ruß- Als es bekannt wurde, daß Rudini der Nachfolger ben Admiralitätswerften in Petersburg. brüchen begrüßten unsere Patrioten die Entdeckung, daß " Daily- Telegraph" berichtet: Massenausstand auf Leben des Mannes und mit wahrhaft kindlichen Freude- Ausueber dreitausend Arbeiter stellten die Arbeit ein. Direktor Rudini vor Jahren einmal den Dreibund gelobt hat. Verhoffsky wurde bei dem Versuche, die Unbotmäßigfeit zu unterdrücken, infolge seines schroffen Vorgehens dem Dreibund das denkbar schlechteste Zeugniß ausgestellt, Nun, die Bejubler dieser Entdeckung haben thatsächlich schwer verletzt und der Polizeipräfekt Gresser indem sie durch ihren Jubel unzweideutig verriethen, welch verhöhnt. Selbst die versöhnlichen Versuche des Großfürsten Sergius, die Aufregung zu beschwichtigen, niedrige Meinung fie von diesem diplomatischen Kartenhaus ständigen würden die Werfte in Brand ſtecken, wurde gefährten auch das famose le roi me reverrader König Uebrigens hat Herr Crispi seinem deutschen LeidensMilitär requirirt, welches die Arbeiter zerstreute und die wird mich wiedersehen nachgeahmt und bei der Abreise Der Reichstag beschäftigte sich heute mit einer Anzahl Rädelsführer verhaftete. Die Behörden sind geneigt, den von Wahlprüfungen. Das Berdienst, eine heitere oder Vorgang als einen Theil eines weitverzweigten politischen von Rom seinen Freunden gesagt: In drei Monaten bin Heiterkeits- Dase in die öde Wüstenci der bei solcher Ge- Komplotts zu betrachten, welches nur mangels gteich- ich wieder zurück! Vermuthlich wird auch der italienische legenheit üblichen Gemeinplätze und technischen Erörterungen zeitigen Vorgehens der übrigen Verschwörer scheiterte. Bismarck ſeine Worte hintennach ableugnen Bismarck seine Worte hintennach ableugnen und gewiß hineingezaubert zu haben, gebührt dem sächsischen Schreckens- Jedenfalls wurden die Vorsichtsmaßregeln zum Schutz des ist, daß auch er die Unwahrheit gesagt hat. Starts find Mehner, der zwar sonst kein Hexenmeister ist, Baren verdoppelt." männer", die so gründlich abgewirthschaftet und ein so he dieses Kunststück aber fertig brachte. Und das Verdienst Nun das klingt recht russisch, Polizei, Soldaten, loses gâchis( Wirrniß) hinterlassen haben, wie diese beiden, wird dadurch nicht geschmälert, daß es kein freiwilliges war. Komplott u. s. w. In despotischen Ländern, wo nur die kehren nicht zurück. Herr Mehner hat die Sozialdemokratie studirt". Er Gewalt gilt, nimmt naturgemäß jede Bewegung einen ge- uns ein Wolff'sches, also halbamtliches Telegramm zu Gerade als wir Vorstehendes geschrieben hatten, tam hat sie gründlich studirt". Er hat den seligen waltsamen Charakter an. Schuster auswendig gelernt- ob im Original Aus Großbritanien erfahren wir, daß der Streit Händen, also lautend: Damit allerdings würde er seinen Hauptzweck nicht nur verfehlen, sondern geradezu das Gegentheil leisten, er würde nicht die Ausbreitung sozialdemokratischer Tendenzen verhindern, sondern sie fördern und würde stürzen, was er stützen will. Also auch auf diesem Gebiet heißt es für unsere Herren Gegner die Dinge gehen lassen, wie sie eben gehen, oder den verhaßten Feinden wider Willen die Bahn ebnen. Politische tebersicht. blieben wirkungslos. Da gefürchtet wurde, die Aus- haben. Berlin, den 9. Februar. oder in dem Abdruck der sächsischen Amtspresse, das wollen von Cardiff einen immer größeren Umfang annimmt , Petersburg, 8. Februar. Die Nowoja wir dahin gestellt sein lassen. Und heut wollte er dem und sich schon auf verschiedene andere Hafenstädte ausgedehnt Wremja" sagt: Der Sturz Crispi's, der Rücktritt Reichstag einmal zeigen, daß er seinen Schuster auch aus hat. Und wenn nicht ein Ausgleich gefunden wird, so ist Waldersee's und die Ankunft des Erzherzogs Franz wendig gelernt hat, und der Quartaner Karlchen Mieß nick zu erwarten, daß nicht bloß ein allgemeiner DockerFerdinand( in Rußland) dürfte zusammengenommen deklamirte ihn herunter von A. bis 3. Das Haus war erst streik entsteht, sondern daß auch die Bergarbeiterals beste Gewähr eines Friedens gelten." etwas verblüfft, er faßte aber bald die Komik der Situation, und andere nicht direkt direkt betheiligte Arbeiter Organi Grundlage ist der Friede gewiß sicher! Ein künftiger Nun kann die Welt ruhig sein. Auf solcher und belohnte den vergnügten Schuster- Redner durch Beisationen in den Kampf hineingerissen werden. Die falls- Salven, die auf sozialdemokratischer Seite am stärksten englischen Arbeiter werden sich unter keinen Umständen die Kulturhistoriker, der den Stand europäischer Staatskunst stückweise Lahmlegung der Trades- Unions durch die Kapi- am Ende des 19. Jahrhunderts schildern will, wird dieses In welchem Zusammenhang diese Schuster- Rede mit talisten gefallen lassen und lieber die Schlacht auf der Telegramm trefflich verwenden können. der politischen Agitation der Kriegervereine stand, ganzen Linie und mit allen Streitkräften um welche es sich handelte, das ist das Geheimniß beginnen. Das würde freilich ein titanisches Ringen sein, Karlchen Mießnick's, das ihm durch keine Frage wie die Welt es noch nicht erlebt. waren. herumschleppten, etwas, das vielleicht die meisten zu über winden hatten!- Gott, wie wollte sie es überwinden! Wie wollte sie bis in jede Fingerspite hinab Dame werden! Jeder kleinste Rest Schulmädchen sollte in ihr ausgerottet werden: nicht einmal in Träumen sollte es ihr einfallen, etwas anderes zu denken als Damengedanken, mit Gottes Hilfe, natürlich. nicht vergessen, ihm zu danken für seine große Liebe, daß er uns gerettet habe wie einen Brand aus dem Feuer Dorthe und die Anderen dankten ihr aufs Wärmste für ihre Beugenschaft, und das nächste Mal wagte sie auch in der öffentlichen Versammlung sich zu erheben. Das amerikanische Schwein verursacht der Reichsregierung noch immer böse Kopfschmerzen. In der„ Frankfurter Zeitung" lesen wir: schreibt allen Menschen; er kann nicht jedes Wort so genau abwägen. Bitte, da hast Du. Sei nur nicht so verrückt!" Fanny fühlte fich bestärkt in ihrem Zweifel und verlor den Glauben an Andersson. Hier ging es noch besser; es war, als spanne es ihre Sie verlor zugleich damit das Interesse für die AnsgarKräfte an und ermuthige sie, daß so viele zuhörten. Gegen Schluß mission. Nach und nach hörte sie ganz auf, die ErbauungsSie vermochte kaum still zu sitzen, während Grethe vor- des Meetings beglückwünschten sie mehrere der Freunde; An- stunden zu besuchen. Sie konnte nicht länger ruhig den las, und ohne ein Wort von der Geschichte aufgefaßt zu dersson drückte ihr die Hand. Sie trat von da an mehreremale Männern des Geistes trauen, welche dort sprachen. Es war haben, lobte sie dieselbe frisch los. Auf dem Heimweg war auf und mußte mit Dank gegen Gott anerkennen, daß sie sich gut durchaus nicht ausgemacht, daß sie blos daran dachten, die sie so lustig, daß sich Grethe genirte; aber, benimm durchhalf; es gab welche, die geringere Gnadengaben hatten. Seele zu retten. Man fonnte sich auf niemand anderen Dich doch nicht so verrückt!"- Ui, weißt Du denn Sie erregte auch Aufmerksamkeit; einer der Brüder wollte verlassen als auf Gott selbst. An thn wollte sie sich halten. nicht, daß eine Damie nie laut auflacht?" Allein Fanny ging durchaus die liebe Schwester heimbegleiten, und Andersson Dorthe war ohne Zweifel gleichfalls lauer als vorher; sie heim zu den Thorseng'schen und fing in ihres Herzens Glück- fagte ihr eines Abends ein paar aufmunternde Worte, was war auch gegen Fanny kühler geworden. seligkeit an mit Lea's kleinem Jungen zu spielen und zu eine ganz einzig dastehende Auszeichnung war. - Allein nach und nach, sowie der Glaubenseifer erlärmen, daß sie das Kinderzimmer fast von oberst zu unterst Sein Besuch in der Stadt fiel diesmal nur kurz aus. faltete, kam die Leere. Fanny langweilte sich. Sie hatte es stürzte. Acht Tage nach seiner Abreise erhielt Fanny einen Brief so gut gehabt; nun wußte sie nicht, was sie an Stelle des Die innere Gnade in Fanny wurde eine Zeitlang schwach; von ihm. Sie wurde fast unerlaubt stolz; doch war der Verlorenen sehen solle. es gab Momente, wo sie fast bereute, das Theater aufgegeben Brief ein bischen wunderlich.„ Geliebte Fanny" na, Die Langweiligkeit des Ladens senkte sich mit ver zu haben. Aber nein; selbstverständlich war sie nun glück das hieß im Herrn geliebt; dann kam eine ganze Menge doppeltem Gewicht auf sie herab; sie hatte kein Mittel zu licher, da sie Frieden mit Gott geschlossen; das war ją doch von Dingen, die ganz nett flangen; aber plöglich schlug widerstehen. Was in aller Welt sollte sie anfangen! Dasdas höchste; und die Bühne würde sie wohl kaum erreicht er ihr vor, sie sollten einander Du schreiben jenige, wovon sie sonst geträumt, war weggeschleudert und haben. Fünf und zwanzig Thaler monatlich, das ge- Das war fast zu viel. Einander Du schreiben... Da- aufgegeben. Mitten in ihrer Jugend stand sie da wie ein blattnügte für gar nichts; das Geschäft nüßte eine solche mit wir über würdigere Gegenstände korrespondiren loser Baum. Nicht einmal die Freier waren gekommen; fic Menge Kleider ab. Und was übrig blieb, brauchte können?" Was in aller Welt meinte er damit? Gab es hatte eine Zeitlang gefürchtet, es würden derer zu viele Mama so nothwendig zum Haushalt. Selbst wenn Fanny würdigere Gegenstände als den einen großen: Erlösung kommen. Nicht einer war gekommen außer dem Tod von fünfzig Kronen verdient hätte, wäre schwerlich etwas übrig durch Jesum? Lübeck, und es würde auch keiner kommen. Reiner, um den geblieben; Mama war natürlich gezwungen, das Nähen Je mehr sie an den Brief dachte, desto wunderlicher sie sich scheerte. Sie würde wahrscheinlich so lang hinter dem mehr und mehr aufzugeben. Gottlob, daß sie auf das Theater fand sie ihn. Zweifel erwachten in ihr; sollte irdische Liebe Ladentisch stehen, bis sie der Geschichte überdrüssig ward verzichtet hatte. dahinter stecken? Konnte es sein, daß man nicht einmal und einen Watsack heirathete. So endete wohl das Lied Als Andersson im September wieder nach Kristiania Andersson trauen durfte? Abscheuliche, unerträgliche Ge- und ihr großer Muth. kam, that es schon fast noth. Es half auch. Fanny wurde danken kamen ihr; sie mußte Hilfe haben; sie ging zu Wer fümmerte sich aber um ein armes Mädchen, wel aufs neue warm im Glauben, und nicht genug damit; sie Dorthe mit dem Brief. ches dastand und Garn und Leinwand verkaufte! Ihre Pläne gewann sogar die Gnade zu zeugen. Bei einer Privat- Dorthe las ihn und begann zu lachen. " Du. würden Enttäuschungen werden, ihre Hoffnungen würden in versammlung in Dorthe's Wohnung öffnete sich zum ersten bildest Dir doch nichts ein... wegen dieses Briefes?" Rauch aufgehen. Wenn die Liebe einmal in ihrem Herzen Mal ihr Mund. Alle Anderen legten Zeugenschaft ab; es war sagte sie; aber das Lachen klang etwas angestengt. Nein, Einzug halten wollte, so würde auch diese sie betrügen. beschämend, als eine Ausnahme da zu fizzen; Fanny empfahl aber" Beige ihn nur niemand! unterbrach sie Dorthe Sie wußte es. Sie sah es. Gottlob, daß sie an Gott sich sich Gott und stand auf. Und es ging gut. Sie fand bald den kalt; sie würden glauben, Du seiest närrisch."" Nein, halten konnte; er verließ sie nicht. Aber nun war sie so Ton und die richtigen Worte kamen von selbst. Es war Du kannst Dir vorstellen, ich habe nie daran gedacht," ver- einsam geworden. lieblich, dem Herrn Jesus anzugehören; mochten wir nur setzte sie ganz roth; aber dünkt Dir nicht".„ Er! ( Fortsetzung folgt.) Wenn man der Politischen Korrespondenz" glauben soll, ist die große Reichstagsdebatte über das Verbot der Einfuhr von amerikanischem Schweinefleisch u. f. w. eine ebenso große stimmungsorte fortgeführt werden sollten, durften sie ihre Da ist Léon Say, der verlangt, man solle M. de Rothschild, Komödie gewesen. Das Bünglein an der Waage, Herr Freunde sehen. Diese haben nun einen Delegirten nach Eng- dessen Fattotum er ist, ruhig gewähren, ruhig durchschlüpfen Windthorst, erklärte bekanntlich, er und seine Getreuen stimmen land geschickt, um über die Vorgänge in dem Warschauer lassen; da ist Barhaut, der ehemalige Minister, welcher mit Bafür die Aufrechterhaltung des Verbotes, im Vertrauen auf die Gefängniß der Presse im Westen Mittheilungen zu machen." jonnetten und jahrelangen Gefängnißstrafen gegen die streikenden Regierung, welche das Einfuhrverbot gewiß aufheben würde, sobald die dafür angeführten sanitären Gründe gegenstandslos gebildete, nicht bis zum Stumpffinn verthierte Menschen der Erwachsenen ablehnende Vorfrage eintrat; da ist Challemel So weit die Mittheilungen der„ Times". Und können Bergleute von Decazeville vorging; da ist Burdeau, welcher auf der Berliner Konferenz für die jede Begrenzung des Arbeitstages geworden seien. Herr von Bötticher hat nun bekanntlich in drei Reden damals erklärt, daß das amerikanische Schwein solche Zustände geduldig ertragen? So fragen wir jeden Lacour, welcher mit Ferry um die Wette„ die von links drohende nach wie vor gesundheitsschädlich sei eine Behauptung, die Menschen, der überhaupt noch einen„ politischen Nerv" hat, Gefahr" aufmarschiren ließ, da ist Chevenet, unser Puttkamer, feither glänzend widerlegt worden ist und Herr Windthorst der denken und fühlen kann. u. s. w. u. s. w. hat daraufhin gegen die Aufhebung des Verbots gestimmt. Ein so aufgefaßter Arbeitsrath hat nur einen Namen: er ist Nun bringt die Pol. Korr." von ihrem Berliner Öffiziosus eine oberste Mystifitation. die Enthüllung, daß die Regierung dem Antrag auf Neueste Nachrichten. Aus Kopenhagen wird Nach den Ausdrücken des Berichts, welcher dem ihn einAufhebung des Verbots prinzipiell nicht heut Nachmittag telegraphirt: Ein großer Tischler- feßenden Dekret folgt, soll er sein ein Mittel zum Studium, um entgegen war und schon lange die Absicht ausstand steht bevor, welcher dadurch veranlaßt wird, die Vorschläge durchzuprüfen und die Lösungen den Kammern zu begte, eine Aenderung in Bezug auf die daß 21 Arbeitgeber das gegenwärtige Lohnregulativ unterbreiten", und zugleich ein gleich schnelles und sicheres Sperre eintreten zu lassen." Wenn dem so war, warum hat dann Herr von Bötticher so sehr gegen die ameri- fündigten. Gestern hielten 700 Tischlergesellen eine Ver- Mittel, um Aufschlüsse über alles, was Arbeiterfragen betrifft, zu tanischen Schweine gewettert? War das politisch ehrlich ge- sammlung ab, auf welcher sie allgemeine Arbeitseinstellung Und zwar wird die Aufschlüsse" über die Sklaven der fangenen mit der Außenwelt verboten, und erst im Augen-| gewandelten Barlamentarier systematische Gegner jedweder fozialen blid, als die Verurtheilten aus Warschau nach ihrem Be- Einmischung zu Gunsten der Arbeiter. handelt? Die Regierung beruft sich, nach der Bol. Korr.", in Aussicht stellten. auf ihren guten Willen, dessen Ausführung an dem Widerstand des Reichstags gescheitert ist. Der Reichstag wieder beruft sich, durch den Mund des Herrn Windthorst, auf die Regierung. Wo soll dieses unwürdige Versteckenspiel hinführen?" Sollte Herr von Bötticher, seit der fatalen Belehrung, die ihm durch den amerikanischen Dr. Salmon zu Theil geworden ist, doch gemerkt haben, daß das VolksgesundheitsArgument für die Fleischvertheuerung ihn selbst und die ganze Regierung arg tompromittirt? Ein Telegramm aus London besagt: Wie aus Kairo gemeldet wird, ist eine sehr wichtige archäologische Entdeckung westlich von Theben( Egypten) gemacht worden. Es wurde nämlich die wohlerhaltene zwei ftöckige Gruft der Hohenpriester Ammon's 25 Meter unter der Erdoberfläche aufgefunden. Bisher wurde nur das untere Stockwert ausgegraben, wo man auf 240 Sarkophage stieß. Der älteste derselben datirt vom Jahre 2500 vor Christo. Hunderte von Papyrusrollen und zahllose Statuetten und Zierrathe wurden vorgefunden. empfangen." " Schienenwege, ihre Lage und Forderungen ein Direktor des Wagen und Lokomotiven Materials der Paris- Lyoner Eisenbahn, M. Henry, ertheilen; über die Bauhandwerker besorgt dies der große Unternehmer Bertrand, Präsident der Syndikatskammern der Patrone, über die Schneider und Näherinnen von Paris der Verwalter der Magazine de la Belle Jardinière, M. Bessaud, Wahrlich, es ist sehr vielversprechend für die Arbeiter, daß man sich unter Vermittelung ihrer direkten Brotgeber nach ihrer Lage erkundigt. Was nun die Arbeiter betrifft, welche man, 16 Mann start von 60- zugezogen hat, um fie als Deckmantel für diesen wahrhaftigen Rath für den Krieg gegen ihre Klasse zu gebrauchen, Die französische Republik kann sich noch dann und so verdienen 6 oder 7 von ihnen und dazu gehört auch Lawann den Lurus einer Amnestie für sogen. politische Vermentin, der hingebende Sekretär der Grubenarbeiter des Pas de brecher erlauben, was Regierungen, die nicht an ihre eigne Calais diese Beleidigung nicht. Die anderen sind größtens Stärke glauben oder vom Bewußtsein ihrer Nichtstärke Mit dem Jrrlehrenmann muß es wirklich schlecht theils nichts weiter, als poffibilisten niederen Schlages. durchdrungen sind, sich selbstverständlich nicht leisten können. stehen. Hat er denn keine Freunde, die ihn beaufsichtigen? Ich weiß deshalb nicht, wie sie sich zu der Rolle der Be Die Kommunarden sind bekanntlich schon seit länger als Jetzt verlangt er gar die Absetzung unseres Redakteurs und trogenen oder der Mitschuldigen, die man ihnen zugedacht hat, stellen werden. Alles, was ich weiß, ist, daß sie, wenn ihr Klasseneinem Jahrzehnt amneftirt wohlgemerkt nicht begna- warum? Weil wir ihn und seine Irrlehren ausgelacht bewußtsein noch nicht völlig erstorben ist und sie sich nicht durch, digt; denn es ist ein wesentlicher Unterschied zwischen Am- haben. Ja, wenn er alle Redakteure absetzen will, die des das Präsenzgeld", welches ihnen dieses wunderbare Defret vernestie und Begnadigung, insofern diese die Annahme der gleichen Verbrechens schuldig sind, dann werden die meisten spricht, hypnotifiren" lassen, schleunigst ihren begründeten AusSchuld des„ Verbrechers" einschließt, wohingegen diese An- Blätter seiner eigenen Partei bald redakteurlos fein. tritt anzeigen werden. nahme für die Amnestie nicht besteht. Seitdem hat Apropos über die Entstehungsgeschichte der Irrlehren" Im Anschluß an die Diskussion über die letzte Ratastrophe die Republik mehrere weitere Amnestien erlassen, haben wir authentische Mittheilungen erhalten, so kurioser in den Gruben von St. Etienne, welche die Kammer drei Tage und von der Kammer hat außerdem die Regierung Voll- und sensationeller Natur, daß wir dieselben vielleicht lang beschäftigte, hatte der Bürger Ferroul in Uebereinstimmung macht erhalten, Verurtheilten in politischen Prozessen Straf- gelegentlich veröffentlichen. Inzwischen macht unser Irrlehren- ordnung eingebracht, welche 62 Stimmen auf sich vereinigte. erlaß oder Strafverkürzung zu gewähren. Von dieser mann wohl praktische Studien im Entfernen von WäscheUnsere Enteignungsideen gewinnen an Boden- selbst im Befugniß hat die französische Regierung soeben einen sehr zeichen. Lobenswerthen Gebrauch gemacht, und dem„ Nihilisten" Lawrenius, der vorigen Sommer in dem bekannten, von russischen Spigeln eingefädelten Verschwörungsprozeß zu 3 Jahren Gefängniß verurtheilt ward, den Rest seiner Strafe erlassen. Das wird„ Väterchen" nicht sonderlich gefallen, und zeigt, daß in Frankreich die unwürdige Wett friecherei" vor Rußland auch bei der Regierung in Mißkredit zu kommen beginnt. Briefe aus Frankreich. Paris, den 26. Januar. Das amtliche Blatt veröffentlicht eine Verfügung vom 22. Januar, welche neben dem Ministerium des Handels, der Industrie und der Kolonien einen obersten Arbeitsrath einsetzt. Der erste Gedanke eines vertretenden Organs der Arbeit stammt von den Anhängern der Phalangen Fouriers, welche ein folches seit 1840 unter der Form eines Ministeriums, gleichmäßig Ministerium des Fortschritts genannt, forderten. Bezüglich der Maifeier in der Schweiz nimmt der Grütlianer", das Organ des Grütlivereins, Stellung gegen den Beschluß der Arbeiterkonferenz vom 25. Januar, welcher dahin ging, die Feier am 1. Mai abzuhalten und empfiehlt dafür den ersten Sonntag im Mai. Allem Uebernommen und fortentwickelt von Louis Blanc, steht das Erwarten nach wird eine Einigung dahin stattfinden, amber Arbeit" auf den rothen Fahnen, mit welchen das Ministerium der Arbeit" nebst der Organisation 1. Mai nur Volks- und Arbeiterversammlungen abzuhalten, triumphirende Wolf am 25. Februar 1848 auf den Stadthausauf den folgenden Sonntag aber die öffentlichen Umzüge Play zieht. Aber einmal in den verrätherischen Händen der pround sonstigen Massenkundgebungen zu verlegen.visorischen Regierung, tam es nur zu der öhnmächtigen Arbeiter Redetomödie im Luxemburgpalaft. Wie's in Rußland hergeht, unter Bäterchens"" mildem Die Kommune von 1871 follte in ihrer Eigenschaft als erste Szepter"( der abwechselnd der Ürbedeutung nach Arbeiterregierung diesen fehnlichen Wunsch der Arbeiter von Knippel und Knute ist), das zeigt eine Mittheilung der Paris verwirklichen. Sie organisirte gleich am 25. April eine Times", welche wir nach der Franks. 3tg." nachstehend stommission der Arbeit, umfassend Industrie veröffentlichen: und Handel, welche sich aus Malon, Frankel, Theiß, Dupont, Avrial, Loiseau- Pinson, Eug. Gérardin und Buget zusammensetzte. An ihre Stelle trat bald ein Delegirter für die Arbeit oder den Handel, welcher Léo Frankel wurde. Tortur im Warschauer Gefängniß. Zu Ende des Jahres 1888 wurden in Warschau etwa 50 Personen verhaftet, unter der Anklage, einer geheimen Gesell schaft zum Umsturze der gegenwärtigen Regierung anzuDie Frage wurde von neuem 1887 durch Camille Raspail, gehören. Richtig scheint zu sein, daß dieselben Mitglieder der Abgeordneter des Departements Var, aufgenommen, welcher bekannten polnischen, sozialrevolutionären Verbindung Prole- übrigens ohne Erfolg einen Gesetzesvorschlag einbrachte, in tariat" waren, da aber eine ordentliche Gerichtsverhandlung dem die Regierung aufgefordert wurde, ein neues Ministerium nicht stattgefunden hat, so läßt sich freilich auch dieses nicht zu schaffen. Es sollte den Titel„ Ministerium der Arbeit“ ermit Sicherheit behaupten. Die Gendarmerie führt die Unter- halten, und feine Kompetens follte sich auf die Arbeitergesetzfuchung so lange wie möglich die Herren beziehen näm- gebung, Organisation der Arbeit( Gewerkschaften, Arbeiterverlich während einer folchen politischen Untersuchung das einigungen, Arbeiterschiedsgerichte, Pensionskassen u. s. w. u. f. w.) doppelte Gehalt schicht die Akten nach Petersburg und dort erstrecken. M Palais- Bourbon. In Erwägung, daß, solange die Kohlengruben im Besitze von Leuten sind, welche sie nicht selbst ausbeuten( mettre en valeur), das Streben nach Gewinn jede Sicherheit für die in ihnen verwendeten Arbeiter vernichten wird; in Erwägung, daß ein Widerstreit der Interessen besteht, zwischen den Aktionären, welche möglichst viel möglichst billig, d. h. mit möglichst wenig Schußvorrichtungen zu produzieren suchen, und den Arbeitern, welche wünschen, daß alle Schutzmaßregeln so ausgedehnt, wie möglich getroffen werden; in Erwägung, daß dieser Widerstreit, welcher allen jenen Unglücksfällen, wie denen von St. Etienne zu Grunde liegt, nicht eher verschwinden kann, als bis die Gruben aufhören ein Mittel zur Erzeugung von Dividenden oder Gewinn in den Händen von Privatbesitzern zu sein, und die Gesellschaft sie zurückfordert, um sie gesellschaftlich auszubeuten, beschließt die Kammer: Verfügung zu stellen; daß der Zeitpunkt da ist, die Kohlengruben der Nation zur bis zur endgültigen Vollendung dieser Umbildung fordert sie in Erwägung der bis zum heutigen Tage mangelhaft durchgeführten Ueberwachung durch die Staats- Ingenieure und Grubenwächter; In Erwägung, daß allein die Grubenarbeiter mit Hülfe ihrer Delegirten für ihre eigene Sicherheit Vorkehrungen treffen tönnen; den Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten auf, einen Gefeßentwurf einzubringen, welcher dahin zielt: 1. die Befugnisse der für die Sicherheit der Grubenarbeiter Delegirten zu vermehren; 2. ihnen eine feste, monatliche Entschädigung zuzusichern, welche sie unabhängig von den Gesellschaften macht und ihnen gestattet, sich ganz ihrem Mandat zu widmen. Jules Guesde. Korrespondenzen und Parteinachrichten. wird von den Ministern des Innern, der Justiz, sowie Ebenso wurde 1889 ein Vorschlag Millerand's und einer dem Direktor des Polizei Departements das Urtheil Anzahl seiner Kollegen zurückgewiesen, obgleich er sich auf die gefällt. Die Angeklagten werden nie regelrecht verhört Ernennung eines Arbeitsrathes beschränkte, welcher über alle Braunschweig, 8. Februar. Das im Verlag von F. Wilfe und haben keine Gelegenheit, sich zu vertheidigen. So sind augenblicklich durchführbaren Reformen befragt werden sollte. denn auch, wie die" Times" mittheilt, von den erwähnten in Braunschweig erschienene humoristisch- satirische Festblatt, bGlücklicher erreichte M. Mefureur im vergangenen November, i chied vom Sozialisten geseh", das auch in Berlin Bolen 46 zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurtheilt daß die Kammer in Form einer Bewilligung von 25 000 Fr. für zahlreiche Verbreitung fand, wurde am 7. Oktober auf Antrag worden, entsprechend einem jüngst ergangenen miniſteriellen einen obersten Arbeitsrath stimmte, dessen Organiſation ſie der Rundschreiben, welches Gefängnisstrafe an Stelle der Berbannung Sorge der Regierung überließ. Die Sozialisten haben sich der Staatsanwaltschaft zu Staßfurt beschlagnahmt, und die Unter suchung gegen den Verleger wegen Gottes lästerung eröffnet. nach Gibirien empfohlen hat, doch sollte die härtere Gefängniß gewiß keinen Illuſionen über das zukünftige Inftitut hin- In einem Artikel des genannten Blattes: Wie konnte man pas strafe nicht mehr als die Hälfte der Verbannungsstrafe ausgegeben. machen, welche für diese ohne ordentliches Gericht Verurtheilten In der Schweiz beschloß man vor mehreren Jahren, ein Christenthum in seiner Wurzel vernichten? Eine juristische Ab nach einem noch unter Loris Melikom erlassenen Befehl nicht Arbeiterfefretariat einzurichten. Man wandte sich an handlung", soll Gott in der Person Christi öffentlich in be mehr als 5 Jahre betragen soll. Trotzdem sind von den oben die Arbeiter und ihre Vereinigungen und beauftragte sie mit schimpfenden Aeußerungen geläfiert und hierdurch ein ergernis erwähnten Angeklagten vier, nämlich der Schlosser Anton der direkten Wahl ihres Delegirten neben den öffentlichen gegeben sein. Der Verleger nannte bei seiner Vernehmung auf dessen Wunsch den Verfasser des Artikels, den Schriftsteller Seltzer, dessen Bruder Napoleon( ein Weber), die Jour Gewalten. nalisten Louis Teplitz und Boleslaw Handelsmann zu fünf J. Kotosty, gegen den hierauf seitens der StaatsWir wußten alle, daß unsere dritte Bourgeoisrepublik nicht anwaltschaft in Braunschweig die Anklage erhoben wurde. Jahren Gefängniß verurtheilt worden, während die Stu- so weit gehen würde, und daß die Arbeiter niemals berufen Durch Beschluß des herzoglichen Landgerichts, Giraffammer 11, Denten Louis Raltschineti und Kasimir Czepanŝti vier würden, durch Wahlen den obersten Arbeitsrath zu bilden. Aber ist jedoch nunmehr der von der Staatsanwaltschaft in der AnJahre erhielten. Die Uebrigen wurden mit 1 bis man durfte doch wenigstens hoffen, daß die Syndikatstammern 2/2 Jahren Gefängniß bestraft. Louis Teplitz, welcher sind sie doch auf Grund eines Gesezes gewählt und haben lagefchrift gestellte Antrag das Hauptverfahren wegen Vergehens nicht einmal der Partei" Proletariat" angehört hat, erhielt eine gesetzliche Existenz in der Weise wenigstens zugezogen gegen§ 166 des R.-St.-G.-B. zu eröffnen, abgelehnt und der Anoffenbar nur deshalb, weil er Jude ist, bie härteste Strafe. würden, daß man sie aufforderte, dem Minister des Handels, der geschuldigte, unter Uebernahme der Roften auf die Staatskaffe, Die Gefangenen find während ihrer mehrjährigen Haft seitens Induſtrie und der Kolonien Kandidaten zur Wahl oder Auswahl schlusse führten, dürften wohl allgemeines Intereſſe beanspruchen, außer Verfolgung gesetzt." Die Gründe", die zu diesem Beder als Untersuchungsrichter fungirenden Gendarmerie- Offiziere vorzuschlagen. einer förmlichen Tortur unterworfen worden. Einer der Jedenfalls war es selbstverständlich, daß, ebenso wie der und wir laffen sie hier folgen: " Das für die Beurtheilung der Schuldfrage erforderliche Angeklagten, der Privatlehrer Ladislas Guisbert, hatte hoch- oberste Rath des Handels und der Industrie nur Handel- und gradiges Fieber, allein trotzdem regten ihn die Wächter noch Gewerbetreibende umfaßt, wie der oberste Landwirthschaftsrath thatsächliche Material liegt vor; eine Vermehrung oder Verände= mehr auf, indem sie während der Nacht alle halbe Stunde mit nur Landwirthe umfaßt, auch der oberste Arbeitsrath ausschließ rung desselben durch die Hauptverhandlung steht nicht zu er großem Geräusch in seine Zelle tamen, ihn bisweilen aus der lich aus Arbeitern im proletarischen Sinne des Wortes bestehen warten. Insbesondere ist auf Grund des Geständnisses des Angeschuldigten als festgestellt anzunehmen, daß dieser ein in der selben vor den Obersten Bielonowski schleppten, in der Gr- würde. wartung, daß er im Delirium vielleicht etwas ausplaudern Statt dessen haben sich unsere Leiter nicht allein die Er- praktischen Politik als Redner und Schriftsteller thätiger Sozialden unter Anklage gestellten Artikel verfaßt und werde. Der Mann wurde zuletzt verrückt und mußte in ein nennung aller Mitglieder des sogenannten Rathes vorbehalten, bemokrat Auch leidet Irrenhaus gebracht werden. Nachdem dies Napoleon Selzer sie haben sogar ein Drittel desselben aus Unternehmern, ein in der behaupteten Weise veröffentlicht hat. erfahren hatte, suchte er die übrigen Gefangenen vor ge- weiteres Drittel aus Abgeordneten gebildet und dann haben sie es nach Lage der Sache wohl keinen Zweifel, ist auch fälschten Aussagen ihres Genoffen zu warnen, was ihm auch noch zweifellos aus Furcht, daß diefe arbeiterfeindliche Zwei- in der Anklage nicht weiter zum Beweise verstellt, daß der Inhalt gelang. Dafür wurde Selzer chifanirt, und als er, nachdem drittel- Majorität nicht genügen möchte, die Stimme einiger in jenes Artikels verschiedenen Personen ein Aergerniß gegeben habe. seine Beschwerden unbeachtet geblieben waren, sich weigerte, diese Galeere geschmiedeter Arbeiter zu ersticken, tem Rath unter Die Anwendung des§ 166 R. Str. G. B hängt also lediglich seine Belle zu verlassen, wurde er gewaltsam aus derselben dem Titel„ Mitglieder von Rechtswegen" fieben Beamte der ver- uoch von der Entscheidung der Frage ab: ob der Artikel eine geriffen, in eine dunkle Zelle gesteckt und gepeitscht.schiedenen Ministerien und die Präsidenten der Handelskammer Lästerung Chriſti in beschimpfenden Aeußerungen" enthalte. Diese Entscheidung läuft auf eine Auslegung des Sinnes des Ein anderer Gefangener, Ferdinand Zaleski, welcher sich und des Handelsgerichts beigeordnet. geweigert hatte, den Denunzianten gegenüber den Arbeitern in Wenn man wenigstens unter den auf diese Weise in den Artikels, verbunden mit einer rechtlichen Würdigung jenes gesetzben 28arschauer Fabriken zu spielen, wurde ebenfalls ge- Rath gekommenen Abgeordneten einige von denen sähe, welche lichen Thatbestands Moments hinaus, fann also schon jest eben peitscht, wobei gleichzeitig an ihn Fragen gestellt wurden, Beweise von Sachverständniß und gutem Willen für die Arbeiter- so wohl, wie nach erfolgter Hauptverhandlung, getroffen werden. Der Angeschuldigte stellt in seiner Vernehmlassung den Arwährend der Oberst Bielonowski mit Papier und Tinte ver- fragen abgelegt haben. Aber nein. Nicht ein einziger der Gefehen an einem Zische saß, um Alles gleich zu Protokoll zu wählten des M. Jules Roche ist der sozialistischen Gruppe ent- tifel als eine Satire auf die moderne Strafrechtspflege in ihrem nehmen. Balesti hielt jedoch die Tortur aus, ohne eine Frage nommen. Weder Ferroul, noch der Mechaniker Dumay oder der Verhalten gegenüber der Sozialdemokratie hin, und entspricht beantworten. Da die Behörden fürchteten, daß die Nach- Weber Lachize, weder der Porzellanarbeiter Baudin, noch der alte diese Auffassung der Ueberschrift, wie der Form und dem Inhalt richt von der Anwendung der Zortur ernste Ruheſtörungen Bergmann Phivrier. Nimmt man den mit Weihwaffer getauften desselben. Redend eingeführt wird nicht sowohl der Verfasser, herbeiführen könnte, wurde lange Zeit jeder Verkehr der Ge- Sozialisten de Mun aus, so sind alle die zu Arbeitsräthen um- als vielmehr ein" Jurist", welcher, in den modernen An0 = schauungen der Gegner der Sozialdemokratie sich be-| den Grundsägen der Moral und des Tattes der erhabenen Per- erhoben und das Hauptverfahren eröffnet. Vor einigen Wochen wegend, dem Christenthum bei dessen erstem Auftreten son Christi geschuldeten Ehrfurcht noch so wenig entsprochen, und fand vor der Straffammer in Trier bereits ein Verhandlungsentgegentritt und dieser Bewegung gegenüber die heutigen geseh- kann deshalb auch von einem entsprechenden Bewußtsein des An- termin statt, doch wurde in demselben beschlossen, die Verhandlung lichen Bestimmungen zur Anwendung gebracht wissen will. An geklagten nicht die Rede sein. bis zur Erledigung der Anklage gegen den Verfasser des Artikels einer Stelle läßt der Jurist" wiederum einen aktiven Staats-" Bei dieser Sachlage kann es dahingestellt bleiben, ob event. auszusetzen. Es dürfte jeht wohl auch die Freisprechung des anwalt in seinem Sinne reden. Demnach richtet sich die Tendenz der inkriminirte Artikel, namentlich durch die in der Anklage- Trierer Genossen erfolgen, von dem die Anklage" ohne Grweis des Artikels anscheinend nicht gegen Christus, und könnte dessen schrift besonders herausgehobenen Säge, das weiter erforderliche behauptet, daß er das Blatt mit Kenntniß des Inhalts verungeachtet die Anwendung des allegirten Strafgesetzbs nur unter objektive Thatbestandsmoment der Beschimpfung"- deffen Be- breitet habe. der Voraussetzung, daß unter dem Schein einer gegen die heutige griff über denjenigen der einfachen Beleidigung oder VerStrafrechtspflege gerichteten Satire dennoch in der That ein der spottung hinausgeht erfüllen würde. artiger Angriff beabsichtigt und perfekt geworden sei. Diese Abficht tritt nun aber an teiner Stelle des Artikels mit genügender Deutlichkeit zu Tage, eine solche ist vielmehr nach Lage der Sache, troß der ganzen Persönlichkeit des Verfassers, insbesondere deffen selbstbekannter Konfessionslosigkeit, nicht einmal besonders wahrscheinlich. Eben so wenig ist schon ohne diese Absicht in der gewählten Form der Satire ein Angriff auf Christus oder Christenthum enthalten, mag dieselbe auch der nach Theater. Dienstag, den 10. Februar. Opernhaus. Die Hochzeit des Figaro. Schauspielhaus. Der neue Herr. Lessing- Theater. Hedda Gabler. Berliner Theater. Graf Waldemar. Deutsches Theater. Die Kinder der Exzellenz. " Dresden. Vor dem Amtsgericht Meißen wurde ein ehes Bergl. die Erkenntnisse des Obergerichts zu Wolfenbüttel| maliger Rolporteur der Sächsischen Arbeiterzeitung", Rorbmacher vom 31. März 1874 Zeitschr. f. Rechtspfl. Bd. XXI., meister Schulz in Kölln bei Meißen, wegen Unterschlagung von S. 65 ff. und des Reichsgerichts vom 21. Februar 1884 Abonnementsgeldern für die Expedition der„ Sächsischen Arbeiterzeitung" zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. Der That Entscheidungen Bd. X. S. 146 ff. Der Thatbestand einer sonstigen Strafgesetzesverlegung ist bestand war in einer Volksversammlung zur Sprache gekommen gleichfalls nicht erfindlich." und auf Anzeige des überwachenden Beamten war von der Wegen desselben Artikels ist auch Anklage gegen einen Genossen, Staatsanwaltschaft die Anklage erhoben worden. einen Arbeiter in Trier, der das betreffende Blatt verbreitete,| Circus Schumann. Friedrich- Karl- llfer. Dienstag, den 10. Februar, Unserem Genossen August Freund 431b zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreimal donnerndes Hoch, daß der ganze Wafferthurm wackelt. O. R. A. W. H. T. Danksagung. Oeffentliche Kommunalwähler- Versammlung für den 21. Kommunal- Wahlbezirk 1. Die berechtigten Forderungen der Bürgerschaft und das Verhalten der Parteien im rothen Hause. Referent: Kandidat Schuhmachermeister Theodor Mehner. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Einberufer. 427 b Abends 7/2 Uhr: Grosse Vorstellung Allen Genossen und Genossinnen, am Mittwoch, 11. D. M., Abds. 81/4 Uhr, bei Orschel, Sebaftianstr. 39. mit vorzüglich gewähltem Programm. vor Allen dem Gesangverein Nord", Tagesordnung: Besonders hervorzuheben: Miß Edith sage ich für die Theilnahme bei der Adams als Jockey- Reiterin. La Pèrre. Beerdigung meiner geliebten Frau Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Kraft- und Balance- Produktionen der meinen innigsten Dank. Meißner Porzellan. Hierauf: Gebrüder Amatés. 4 Rapphengste, in Pariser Leben. Wallner Theater. Miß Helyett. Freiheit dressirt und vorgeführt von Herrn Max Schumann. Mr. Loyal, Residenz- Theater. Der selige Tou- Jongleur zu Pferde. Komisches Entree pinel. des berühmten Clown Tanti. Bolero Viktoria Theater. Die fieben andaluez, spanisch. Nationaltanz, ger von Frl. Adele und Herrn Ernst Schumann. Raben. Bellealliance- Theater. Schelm Cupido. Vorher: Die Nachbarinnen. Oftend- Theater. Hedda Gabler. Adolph Ernst- Theater. Unsere Don Juans. Zum Schluß der Vorstellung: Circus unter Wasser. Thomas- Theater. Der Registrator Eine ländl. Hochzeit. auf Reisen. Kaufmann's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Vorstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Borstellung. Wintergarten. Große Spezialitäten Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexander straße 27c. Margarethe Steinow, Bieber: fängerin. Paul Jülich, Gesangshumorist. Mr. Goswin, Mitsit. Neger- Clown. Frl. Bonné, Rostüm- Soubrette. Gebr. Corradini, Zanz- Duettisten. Mons. Bernard, Schnellzeichner. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 5/2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Patzenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. 641 Bratweil'sche Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Grosses Concert mit Quartett- Sängern, ausgeführt von dem Musik- Direktor H. Sanftleben. Wochentags: Frei- Concert. Sonntags Entrée 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Regelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. PassageSensationelle Wasserpantomime. Spezialität: 4 Wassernymphen. Programm. Eine ländliche Hochzeit. Morgen: Gr. Vorstellung mit neuem Matthie's 99 Otto Sturm. Danksagung. welche bei der Beerdigung unseres Hierdurch sagen wir allen Denen, guten Vaters, des Töpfers Herrn guten Vaters, des Töpfers Herrn Wilhelm Eulner am 8. Februar 1891 zugegen waren, unferen aufrichtigsten Dank. 437b Die tranernden Hinterbliebenen. Achtung! Zahlreiches Erscheinen erwartet Heute! Zimmerleute! Heute! Dienstag, den 10. Februar, Abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung in Knebel's Salon, Bad- Strasse Nr. 58. Tagesordnung 1. Der Aufruf zur Konferenz der Bauhandwerker Berlins. Referent: Regierungsbaumeister a. D. G. Kessler. 2. Wahl der Delegirten. 3. Verschiedenes. Pflicht eines jeden Zimmerers ist es, der wichtigen Tagesordnung wegen, in der Versammlung zu erscheinen.- Zur Deckung der Unkosten Entree nach Belieben. Kameraden! Da die Sonntag Versammlung polizeilicher Seits ich mich veranlaßt, zu heute noch eine Versammlung einzuberufen. Der Einberufer: Wils. Klavierarbeiter und verwandte aufgelöſt wurde, die Tagesordnung somit nicht erledigt werden konnte, fühlte Berufsgenossen! 0 In der Pianoforte Fabrik von elegante Masken- Garderobe, Prinzen- atz& Co. haben die Arbeiter wegen straße 15, 2 Tr., empfiehlt seine eleg. Lohnreduzirung die Arbeit niedergelegt. sowie komischen Kostüme zu soliden Buzug ist fern zu halten. Preisen. Zu Aufführungen für Ver- 185 eine Kostüme zu billigsten Preisen. HochDie Kommission. NB.: Sammellisten können jeden Abend bei Winzer, Naunynstr. 78; bei dem Beitragsammler für den Norden bei A. Tilgener, Prinzessinnenstr.15, II. W. Neumann, Ackerstr. 133, 2. Hof, Gesellschaft. u.Vereine Preißermäßigung. im Keller, empfangen und abgegeben elegante Masken- Garderobe 3. Meyer, Andreasstraße 12, und bei F. Stenzel's Elegante Masken- Garderobe, 118 Dresdener- Strasse 118, empfiehlt sich den Lefern des„ Vorwärts" zu billigsten Preisen. 111 mein Weiß- u. Bairisch- Bierlokal. Allen Freunden u. Genossen empfehle Zimmer f. Vereine, Klubs, Vorstände 2c., mit u. ohne Pianino stehen noch einige Abende in der Woche zur Verfügung. welche werden. in Große Mitglieder- Versammlung Des Fachvereins sämmtl. der Firmenschilder- Branche beschäftigten Arbeiter am Mittwoch, 11. Febr., Abds. 8 Uhr, int Scheffer's Salon, Infelftr. 10. Tagesordnung: NB. Gerichte, ter den Ge- Vortrag des Genoffen Hugo Lehmann. fläre alle noffen in Berlin verbreitet werden, daß ich beabsichtige, mein Lokal zu verkaufen, Die Mitglieder werden ersucht, recht Der Vorstand. 429b Zimmerleute! Mittwoch, den 11. Februar, Abends 8 Uhr: Grosse öffentliche Versammlung der Zimmerer Berlins bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75. Zagesordnung: 1. Stellungnahme zu der Konferenz der Bauhand werker Berlins event. Wahl der Delegirten. 2. Abrechnung des Zimmererstreits in Stettin 1890. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Teller sammlung statt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 351 Achtung! Der Einberufer: Ortland. Achtung! Klavierarbeiter u. verw. Berufsgen 185 Mittwoch, den 1. Februar, Abends 8 Uhr: Große öffentliche Versammlung in den Zentral- Festsälen, Oranien- Strasse Nr. 180. Tagesordnung: 1. Die Lage des Streits in der Pianoforte- Fabri für unwahr, und können Diejenigen, zahlreich zu erschein. Gäste hab. Zutritt. von Matz& Co. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. welche derartige Gerüchte verbreiten, 434b nur mit der Absicht umgehen, mich gefchäftlich schädigen zu wollen.[ 143L Fr. Zubeil, Restaurateur, Naunynstr. 86. Sophabezüge! Reste in Rips, Damast, Granit, Plüsch und banten Stoffen poitbillig. Emil Lefèvre, Oranienftr. 158. Proben franko! Jede Uhr zu repariren Panopticum.( außer Bruch) Der Einberufer. Versammlung Freie Vereinigung der Maurer des Verbandes der Schneider u. Schneiderinnen am Mittwoch, den 11. d. Mts., Abends 82 Uhr, Beuthstrasse No. 22, 1 Tr. Prüfung der Fachschüler. D Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 12. Februar, Abends 8 Uhr: Außerordentliche Versammlung in Orschel's Salon, Sebastianstraße 39. Tagesordnung: 1. Statutenberathung. 2. Vereinsangelegenheiten, Diejenigen Mitglieder, welche gewillt 3. Verschiedenes und Fragefasten. Mitglieder werden aufgenommen. sind, am nächsten Zuschneide- Unterricht Um zahlreiches Erscheinen bittet theilzunehmen, werden ersucht sich in dieser Versammlung zu melden. 270 [ 84 J Vereinigung der Maler u. unter Garantie fostet bei mir 1,50 1,50 Mk. Unter d. Linden 22/23. Kleine Reparaturen entsprechend billiger. Knabe Uhren, Gold- u. Silberwaaren mit 2 Köpfen. C. Wunsch, antr. 38, Amerikanerin n. d. Oranienplatz. m. 25 cm langem Albrecht's Bäckerei, Vollbart. 11-1 Uhr. 5-9 Uhr. Wrangelstr. 8 und Langestr. 26, liefert das größte Brot für 50 Pf.[ 117L Castan's Panopticum. Rohtabat A. Goldschmidt, ل etzt: Friedrichstr. 165. Neu: Azteken. Prof. Dr. R. Koch im Laboratorium. Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 Pf. Den Genossen halte ich meine Spandauerbrüde 6, am hiesigen Blaze bekanntlich Größte Auswahl. Garantirt ficher brennende Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. 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Februar, in Reng' Salon, Naunynstraße Nr. 27: Erscheinen ersuchen 416b Die Bevollmächtigten. Große öffentliche Große Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Schulze( Königsberg) über: Steinmez- Versammlung. Das privatfapitaliſtiſche Produktionsſyſtem und deſſen Beseitigung. Tagesordnung: 1. Welches ist für die Bauhandwerker sich die beste Organisation? Referent: 157 Regierungs Baumeister a. D. G. Kessler. 2. Besprechung über die Bauhandwerfer Konferenz und Wahl eines Delegirten. 3. Verschiedenes. 286 Polsterwaaren. Meyer'sfeber Att, besonders eigener Gr. Lager, bill. Preise. Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunft. Der Einberufer. Lexicon, sowie Bücher größere Werke, tauft zu angemessenen Breisen A. Hanneman, 156L Kochstraße 56. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäfte find willkommen.- NB. Der Arbeits- Nachweis befindet SO., Naunynstraße 83 im Restaurant von Köhn. Der Vorstand. Verband der Möbelpolirer Berlins und Umgegend. Sonnabend, 14. d. M., im Elysium, Landsberger Allee 39: Grosser Wiener Masken- Ball. Anfang 8 Uhr. Billets 50 Pf. Billets sind in den mit Plakaten belegten Handlungen, bei den Bor Dr. Hoesch, homöopath. Arzt. standsmitgliedern und im Arbeits- Nachweis Blumenstr. 38 bei Henke zu haben. Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10| 231 Berantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Das Komitee. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 34. Unterm„ nenen Kurs". Aus dem Jahre 1890 haben wir noch nachzutragen: November. 6. Waltershausen i. Th. Genosse Denner 30 M. Geldstrafe wegen Nichteinreichung des Mitgliederverzeichnisses des Allgemeinen Arbeitervereins( auf Grund Gothaischen Spezialgesetes, das für die Dauer des Sozialistengesezes erlassen war). eines 22. Berlin. Die gegen Genossen Paul Litfin am 14. Juni gefällte Strafe von 1 Monat Gefängniß wegen Verspottung der christlichen Kirche wird reichsgerichtlich bestätigt. 24. Waltershausen i. Th. Genosse Denner abermals 30 M. Geldstrafe wie oben( unterm 6. Nov.). Königsberg. Maurer Frit Lerut, als ReserveUnteroffizier aur 14 tägigen Uebung nach Justerburg einberufen, ist friegsrechtlich wegen öffentlicher Aufreizung der Bevölkerung zu Gewaltthätigkeiten in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise, sowie versuchter Aufwiegelung und gleichzeitigen Unternehmens, durch Mißbrauch seiner Dienstgewalt, Untergebene zur Begehung einer mit Strafe bedrohten Handlung zu bestimmen, mit sechs Jahren Gefängniß und Entfernung aus dem Heere bestraft worden. Begangen wurden alle diese Reate durch Verbreitung eines Flugblattes in der Kaserne: Bum Todestage des Sozialistengesetzes," das u. a. das Proletarierlied enthielt. " 30. Wigenhausen. Drei Vorstandsmitglieder je 15 M. Geldbuße wegen Unterlassung der rechtzeitigen Anmeldung. Dezember. 2. Bremen. Redakteur Gottlieb von der Brem. BürgerZeitung" wegen.Beleidigung 3 M. Geldstrafe ev. 1 žag Haft und 1/5 der Kosten. 8. Deffau. Vier Genossen werden von der Anklage der unerlaubten Tellersammlung freigesprochen. V 13. Erfurt. Genosse Rob. Noack, Vorsitzender der Schuhmacher Streiffommission, 1 Monat Gefängniß wegen Be leidigung des Bürgermeisters, begangen durch öffentliche Kritik seines Verhaltens beim Streit; bezeichnender Weise figurirte der Reporter des Kartellblattes" Thür. 3tg." als Hauptbelastungszeuge. 18. Gotha. Genosse Bock 25 M. Geldbuße, weil er im Schuhmacher- Fachblatt" zum Sammeln für die Streifenden in Erfurt aufgefordert. " 19. Duisburg. Genosse Lizinger 6 Wochen Gefängniß wegen Beleidigung eines Bauunternehmers, begangen in öffentlicher Maurerversammlung. 22. Stendal. Genosse Köhn, Bildhauer aus Salzwedel, 14 Tage Gefängniß( er war trotz Aufforderung des Wahlvorstehers im Wahllokal geblieben). 25. Erfurt. Redakteur Schulze von der Thür. Tribüne" 6 Strafmandate à 30 M., zusammen also 180 M., wegen Boykotterklärung gegen die Erfurter Schuhwaaren- Fabrifanten. " 9 80. Northeim. Bigarrenarbeiter Otto Brösche 15 M. Geldstrafe ev. 3 Tage Haft wegen unerlaubter Kollekte. Planen. Genosse Schauptner aus Delsnit wegen Polizeibeleidigung 1 Monat Gefängniß( er war bei der Tellersammlung auch an den die Versammlung überwachenden Beamten herangetreten). 30. Chemui. Redakteur Gladewitz von der Presse" 1 Monat Gefängniß wegen Beleidigung des dortigen TageblattRedakteurs. " Grabow. Der Vorsitzende des Fachvereins der Maschinenarbeiter 15 M. Geldbuße, weil die Vereinsversammlung wegen Ueberfüllung des Gastzimmers im Wohnzimmer des Restaurateurs stattgefunden. Nordhausen. Dachdecker Meyer wegen Zuwiderhandlung gegen die Gewerbe- Ordnung( Ankleben von Plakaten in der Nacht vom 30. September zum 1. Oktober) 10 M. Geldbuße ev. 2 Tage Haft. 31. Elberfeld. Redakteur Grimpe von der„ Elberfelder " Freien Presse" wegen Religionsschmähung zwei Monate Gefängniß. 21 Dresden. Die Mitglieder der Blecharbeiter Rommission, Weber, Förster, Schulenburg und Hertwig von der Anklage der Innungsbeleidigung freigesprochen. » Spremberg. Der Arbeiter Paul Ludwig wird vom Echöffengericht wegen Vergehens gegen§ 153 der GewerbeOrdnung zu 4 Wochen Gefängniß verurtheilt. Frankfurt a. M. Redakteur Hoch vom Frankfurter Boltsfreund" 400 M. Geldstrafe wegen Beleidigung des Staatsanwalts. Berlin. Kupferschmied Hammer, Maurermeister Funke und Metallarbeiter Helfrich wegen Ruhetörung( jie sollen nach einer Metallarbeiter- Bersammlung auf der Straße gesungen haben) durch Polizeimandat mit je 5 M., vom Schöffengericht mit je 15 M. Geldbuße bestrast, werden vom Landgericht 11 freigesprochen. „ Die Ehre" auf der„ Freien Volksbühne“. „ Mein Name ist Lothar Brandt und ich halte es nicht für unnöthig hinzuzufügen, daß ich Lieutenant der Reserve im Re'ment so und so bin." Sonst nichts?" Dienstag, den 10. Februar 1891. Januar. 1891. 2. Erfurt. Genosse Frey 10 M. Geldbuße wegen unerlaubter Sammlung für die streikenden Schuhmacher. . Brieg. Steinarbeiter Paul Podawka aus Strehlen wegen Aufreizung 3 Monate Gefängniß, weil er als Rolporteur der„ Schlesischen Volkswacht" auch die Nummer 40 verbreitet hatte, in welcher das Heine'sche ,, Weberlied" abgedruckt war. Fürth. Genosse Heilmann und Gen., Vorstände des Wahlvereins Zirndorf, und Gastwirth Ritter wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes mit je 20 M. Polizeibuße belegt, werden vom Schöffengericht freigesprochen. 3. Kouftauz. Schneider Wasmer wegen Beleidigung eines Grenzauffehers 14 Tage Gefängniß; 1 Woche wurde als tompenfirt abgerechnet, weil der Grenzaufseher ihn bei der Verhaftung zuerst mit Schuft angeredet hatte. Wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt erhielt Wasmer weitere 7 Wochen Gefängniß. W " Nordhausen. Die Erfurter Genossen Walther, Müller und Othersen wurden vom Landgericht wegen groben Unfugs zu je 30 M. event. 6 Tagen Gefängniß verurtheilt ( Boykotterklärung gegen verschiedene Wirthe wegen Saalverweigerung). Schöffen- und Amtsgericht in Erfurt hatten auf Freisprechung erkannt. Geeftemünde. Redakteur Watermann Don der Nordd. Volksstimme" wegen Beamtenbeleidigung 14 Tage Gefängniß. 4. Braunschweig. Genosse Lipphardt von Helmstedt wegen Verbreitung des" Sozialdemokratischen Liederbuchs" 100 M. Geldstrafe, ev. 10 Tage Gefängniß; Genosse W. Weiland wegen desselben Vergehens 200 M. Geldstrafe, ev. 14 Tage Gefängniß. 5. Berlin. Durch Kammergerichtsbeschluß wird ein Polizeimandat in der Höhe von 3 M. Geldbuße bestätigt gegen Genosse Höst in Rathenow, der bei Niederlegung eines Kranzes auf das Grab eines Genossen einige Widmungsworte gesprochen hatte. 6. Frankfurt a. D. Redakteur Möller von der„ Märk. Boltsstimme 50 M. Geldbuße wegen der bekannten BueckBeleidigung. " Greifenhagen. Zimmerer Samete und Schulz wegen Bergehens gegen§ 153 der Gewerbeordnung je drei Wochen Gefängniß: Zimmerer Sperling wurde freigesprochen. 7. Düsseldorf. Genosse Menzler, Vorsitzender des Schneiderverbandes, und die Wirthin, in deren Lokal die Eigungen abgehalten werden, wegen Bergehen gegen das Vereinsgesetz zu 20 M. Geldstrafe. 10 " 1 n Halberstadt. R. Berg, Redakteur der SonntagsZeitung" wegen Beleidigung des Bürgermeisters von Blankenburg 100 M. Geldbuße, ev. 20 Tage Haft. Dortmund. Bergmann A. Siegel von Dorstfeld wegen Beamtenbeleidigung 14 Tage Gefängniß. Staatsanwaltsantrag: 2 Monate Gefängniß. Tannhausen. Schuhmachermeister G. Grosser, der wegen unerlaubter Tellersammlung eine Polizeibuße von 10 M. erhalten hatte, wurde vom Echöffengericht freigesprochen. 8. Offenburg. Dr. Rüdt in Heidelberg wegen Beamtenbeleidigung in erster Instanz mit 100 M. Geldbuße be straft, wird von der Straf- Berufungskammer zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. Braunschweig. Tischler Ebeling aus Hannover wegen Majestätsbeleidigung 1 Jahr Gefängniß. In Untersuchungshaft saß er 7 Wochen. » Magdeburg. Genosse Saling wegen Beamtenbeleidigung vom Landgericht zu 50 M. Geldstrafe, event. 5 Tage Ge fängniß verurtheilt. Das Schöffengericht hatte ihn freigesprochen. D Berlin. Die Genossen Otto Klein, Wegner und Schüßler von der Anklage der Aufforderung zum Kontraftbruch freigesprochen. Die Anklage gründete sich darauf, daß die Angeklagten die Arbeiter der Eisenbahnwerkstätten zur Feier des 1. Mai ausgefordert hatten. 9. Wiesbaden. Genosse Kast aus Höchst fa./V. wegen Gendarmenbeleidigung 20 M. Geldstrafe. 10. Nordhausen. Tischler Paul Bernburg und Dachdecker Hermann Meyer wegen groben Unsugs, Beamtenbeleidigung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, ersterer zu 5, leisterer zu 7 Wochen Gefängniß. 11. Spremberg b. Neusalza. Genosse Als cher wegen Tragens republikanischer Abzeichen( er trug in einer Verfammlung eine rothe Feder am Hute!) 15 M. Geldbuße und Kosten. 12. Effen. Redakteur Möller von der, D. Bergarbeiter- Zeitung" wegen Majestätsbeleidigung. # Dresden. Tischler Scholz von der Anklage einer geheimen Versammlung( in einer Sigung des Arbeitsnachweises soll das Verbrechen bestanden haben) freigesprochen. 13. Effen. Die Bergleute Hch. Knoke und W. Griese= mann, die bei einem Hoch auf den Kaiser sizzengeblieben stehlt uns unsere Ehre und bezahlt sie hinterdrein mit dem Gelde, das wir für Euch erarbeitet haben!" So, oder ähnlich lautet die Stelle, ich zitiere aus dem Gedächtniß. Die darauf folgende Demonstration war freilich etwas Anderes als der Ausdruck einer ästhetischen Befriedigung, für Leute, die Ohren hatten zu hören, klang daraus ein Ton, ein unheimlicher Ton, ähnlich dem fernen Donnern eines Meeres, das an die Dämme pocht. Januar. 8. Jahrg. waren, von der Anklage der Majestätsbeleidigung freigesprochen. Staatsanwaltsantrag: 4 Monate Gefängniß. 13. Belten. Genosse R. Bräuer wegen Vergehens gegen das Vereinsgesetz 15 M. Geldbuße. Kiel. Genosse Legien aus Hamburg wegen Staatsanwalts- Beleidigung 50 M. Geldbuße, event. 5 Tage Gefängniß und öffentliche Aushängung des Urtheils für acht Lage. Staatsanwalts- Antrag: 14 Tage Gefängniß. 14. Leipzig. Rechtsanwalt G. Hofmann wegen Beleidigung und Bedrohung der Polizei 2 Monate und 1 Woche Gefängniß. B " Bielefeld. Redakteur Groth von der Volkswacht" wegen der bekannten Bueck- Beleidigung 6 Wochen Gefängniß. Neuk. Genosse Rauerk wegen in einem Vortrage begangener Beleidigung der Armenpflege 30 M. Geldstrafe. Karlsruhe. Reoakteur Adolf Geck und Schriftseher Ph. Teufel wegen Aufreizung( durch Abdruck des Flugblattes Fliegen und Spinnen"), ersterer zu 9 Monaten, letzterer zu 6 Monaten Gefängniß. Von der Anklage der Majestätsbeleidigung( durch Abdruck des Freiligrath'schen Gedichtes: Freie Presse) wurden die Beiden sowie der mitangeklagte Genosse Volderauer freigesprochen. 15. Kaffel. Bigarrenarbeiter Hugo aus Eschwege von der Anklage der Störung einer gottesdienstlichen Handlung ( Niederlegen eines Kranzes bei einer Beerdigung nebst einigen Widmungsworten) freigesprochen. 51 Karlsruhe. Redakteur Ph. Teufel vom ,, Volksfreund" wegen Majestäts-, Offiziers- und Unteroffiziers- Beleidigung 9 Monate Gefängniß. Leipzig. Genosse Goldbach wegen unerlaubter Sammlung 20 M. Geldstrafe ev. 5 Tage Haft. Berlin. Vom Kammergericht werden die Genossen Th. Mehner von Berlin und Eduard Schindler von Walditz bei Neurode von der Anklage auf Uebertretung des Vereinsgesetzes, des Sozialistengesetzes und diverser Polizeiverordnungen freigesprochen. • Leipzig. Das Reichsgericht bestätigte die gegen Genosse Grimpe von Elberfeld verhängte Gefängnißstrafe von 3 Monaten 14 Tagen wegen Pfarrerbeleidigung und Be schimpfung von Einrichtungen der katholischen Kirche. Naumburg. Vergolder Adolf Hofmann und 12 weitere angeklagte Genossen werden nach zweitägiger Verhandlung von der Anklage der Veranstaltung und Theilnahme an einer verbotenen und einer geheimen Versammlung freigesprochen. 87 16. München. Genosse Strauß, Redakteur der ,, Münchener Post" wegen Majestätsbeleidigung vier Monate Ge fängniß. 17. Leipzig. Rechtsanwalt Gustav Hofmann wegen Beleidigung des Polizei- Amtes Leipzig ein Monat Gefängniß. 42 Stettin. Ludw. Menzel, Redakteur des Boltsbote" wegen Bürgermeister- Beleidigung 50 M. Geldbuße ev. 10 Tage Gefängniß. 17. Mannheim. In dem Landfriedensbruch- Prozeß Heist und Genossen wurde eine Gesammtstrafe von 66 Wochen Gefängniß verhängt, von denen 42 Wochen Untersuchungshaft abgerechnet wurden. 18. Meg. Genosse Beck von der Anklage unerlaubter Rolportage zum zweiten Male freigesprochen. 18. Offenburg. Adolf Geck, Redakteur des„ Südwestdeutschen Volksblatt", wegen Beleidigung des sächsischen Richterstandes 3 Monate Gefängniß. Staatsanwalt Jolly beantragte:„ Gefängniß nicht unter 7 Monaten. Von der Anklage der Beleidigung des Oberamtmanns und Amtsrichters von Pforzheim, sowie mehrerer dortiger nationalliberaler Fabrikanten erfolgte Freisprechung. 19. Stettin. Redakteur Wolf vom Voltsbote" wegen Fabrikantenbeleidigung in zweiter Instanz 100 M. Geldstrafe. " 20. Erfurt. Drei Mitglieder des Schuhmacher- GehilfenKomitees wegen groben Unfugs( Einschüchterung des Publikums" zu je 10 Mark Geldstrafe event. 2 Tage Ge fängniß. 21. Riesa. Genosse Gradnauer, Redakteur des„ Volksfreund" wegen Schuhmanns- Beleidigung 14 Tage Ge fängniß. 21. Konstanz. Wegen Meineid( aus dem MajestätsbeleidigungsProzeß wider Schröder refultirend) wurden verurtheilt: Schröder zu 10 Monaten Gefängniß, Geffers 1 Jahr 2 Monaten Zuchthaus, Armbruster 1 Jahr 2 Monaten Zuchthaus, Hausmann 1 Jahr 2 Monaten Zuchthaus, Schmidt 1 Jahr 2 Monaten Zuchthaus, Schönberg 1 Jahr 2 Monaten Zuchthaus. Frankfurt. Redakteur G. Hoch von der Frtf. Boltsstimme" wegen Offiziersbeleidigung 6 Wochen Gefängniß.( Redakteur Stern von der Frks. 3tg." in gleicher Sache 3 Monate Gefängniß.) 11 scheint, als ob diese Hinterhaus- Package" als typisch für das moderne Berliner Proletariat überhaupt gelten solle, so braucht man weder Pharisäer noch Schmeichler zu sein, um das einfach abzulehnen. Da wo sich heutzutage das proletarische Standes- und Solidaritätsbewußtsein zu regen beginnt, da ist es mit jener Bedientenhaftigkeit und Servilität bald genug vorbei. Die Aufführung war, wie gesagt, ausgezeichnet. Der Der minutenlange Jubel, welcher bei der Morgen- Weder Oskar Blumenthal noch Hermann Sudermann andächtige Ernst, das„ Bei- der- Sache- sein" schien, nachdem Aufführung des Sudermann'schen Schauspiels am letzten sind sozialdemokratische Agitatoren, beider Ziele und Be- es von der Bühne herab erzeugt war, aus dem ZuschauerSonntag dieser treffenden Frage des Grafen Trast folgte, strebungen liegen weit ab von denen unserer sozialistischen raum wieder auf die Bühne zurückzuwirken. Ich habe schon unterschied sich auffallend von dem behaglichen Spottlächeln, Bewegung- aber das ist eben ein echtes und rechtes Zeichen mehrfach Gelegenheit gehabt, das Stück in derselben Bemit dem das gewöhnliche Abendpublikum auf dieselbe der Zeit, daß selbst solche Männer wider ihren bewußten ſetzung zu sehen, doch ist mir die Wiedergabe noch niemals reagirt. Die ingrimmige Freude, mit welcher die Mitglieder Willen in den Dienst der die Zeit beherrschenden Ideen treten so geistig frisch und ich möchte sagen, eraft vorgekommen. der Freien Voltsbühne diese elegante Abfertigung des Re- müssen. Man wird an das Dichterwort erinnert:" Und Die darstellenden Kräfte gaben sämmtlich ihr Bestes und bei servelieutenants begrüßt, ist weltverschieden von der theils wer da nichts thut als das Seine, der sorgt erst recht fürs Einigen heißt das: Vollendetes. selbstironischen, theils boshaften Witzlüsternheit, für welche Allgemeine." Der allgewaltige Bug der Beit zwingt ihn Der Vorstellung wohnte in der Direktionsloge von Anjene moquante Wendung eigentlich bestimmt ist. schon dazu und denen, die die Zukunft lieb haben, müssen fang bis zu Ende Henrik Ibsen bei, folgte mit offenbarer Dies eine Symptom reicht hin, die Stimmung erkennen alle Dinge zum Besten dienen. Spannung den Vorgängen auf der Bühne und im Zuschauerraum zu lassen, welche am letzten Sonntag Morgen im Lessing- Uber abgesehen von der agitatorischen Wirkung, welche und kargte nicht mit seinem Beifall. Das Publikum, unter Theater herrschte. Soviel naive Andacht und ehrliche Hin- aus der Sudermannschen Dichtung mehr spontan heraus dem sich schnell die Nachricht verbreitet hatte, sah den großen gabe an das Dichterwort ist in diesem Hause sicherlich noch nicht springt, als organisch erwächst, erzielte das Schauspiel Norweger, dem es bereits zwei genußreiche Theaternachmittage dagewesen: sie stand in schreiendem Gegensatz zu der frivolen zweifellos auch als Kunstwerk einen großen Eindruck. verdankt mit Stolz und Freude in seiner Mitte. Blafirtheit, welche gerade in diesem Theater so oft die Sig- Die bedeutenden dichterischen Eigenschaften des Dramas Alles in Allem, es war eine schöne, erhebende- Feier, natur des Publikums bildet. Ich glaube nicht, daß irgend werden immer diesen Erfolg haben. Die musterhafte hätte ich beinah gesagt, eine Aufführung, welche gewiß allen Jemand, der dieser denkwürdigen. Vorstellung beigewohnt Darstellung that auch das Ihrige. Die Art, wie der Dichter Mitgliedern der ersten Abtheilung des Vereins in freundhat, jemals den elementaren Beifallssturm vergessen wird, das natürliche Aufteimen des Dirnenthums aus dem schimmlichster Erinnerung bleiben wird und für die sie dem freiwelcher im vierten Afte bei der bekannten Stelle losbrach, ligen Boden des verknechteten, verlumpten, sich selbst nicht gebigen Direktor des Lessingtheaters, Herrn Dr. Oskar an der der junge Heinecke das konto zwischen den Vorder- achtenden Pöbels zeichnet, dieses Stück Naturgeschichte der Blumenthal, Dank wissen werden. und Hinterhäusern" begleicht und„ Abrechnung hält"." Wir Prostitution würde allein genügen Sudermann als den beverbringen unser Leben in harter Arbeit für Euch und derrufenen Sittenschilderer zu legitimiren- wenn freilich die weilen verführt Ihr unsere Töchter und Schwestern und Dichtung hier und da die Wendung nehmen zu wollen Otto Erich Hartleben. " " " Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 61. Sigung vom 9. Februar. 1 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen heute lediglich Wahlprüfungen. dehnen. Die uneidliche Vernehmung der nachher vielleicht als schuldig sich herausstellenden Personen des Wahlvorstandes geschieht zum Schutze dieser Personen. Wollen die Herren von der rechten Seite die eidliche Vernehmung dieser Personen, so werden wir uns dagegen nicht wehren. Abg. Mehnert( dk.): Gegen die Vernehmung von Abstimmenden zur Feststellung solcher angeblichen Wahlfälschungen hat sich der Reichstag in früherer Zeit schon mehrfach ausgesprochen; auch Staatsrechtslehrer haben darin ein Verlegung des Wahlgeheimnisses gesehen. Januar. Abg. Auer: Wer nicht farbenblind ist, muß die hier vor-| Fahneneid wird als Soldat geschworen, hat aber feine Wirkung 21. Mainz. Redakteur Sprenger von der„ Mainzer gelegten Bettel für bunt erklären. Außerdem ist nicht erwiesen, für das politische Gebiet. In dem Fahneneide schwört man, dem Volkszeitung" wegen Majestätsbeleidigung 4" Monate daß das hier vorgelegte Papier wirklich identisch ist mit dem zu Vaterlande zu Wasser und zu Lande Hilfe zu leisten; von dem Gefängniß. den Stimmzetteln verwendeten. In Neu- Ruppin hat der Vor- Verhalten an der Wahlurne steht darin nichts. Was ist in 22. Halle. Redakteur Ilge vom„ Voltsblatt für Halle" sitzende des liberalen Wahlvereins die Gegenpartei ersucht, wegen Deutschland nicht schon alles Reichsfeind gewesen! Der Abgeord= wegen Aufreizung und Verächtlichmachung von Staats- Beschaffung von gleichartigen Stimmzetteln mit ihm in Verhand- nete Mehnert ist noch nicht so alt wie sein neben ihm ſizenter einrichtungen 1 Jahr Gefängniß. Staatsanwalts- Antrag: lung zu treten. Auf dieses loyale Ersuchen war gar keine Ant- Schwiegerpapa( Abg. Ackermann), der weiß, daß er früher auch 9 Monate Gefängniß. Der Richter erklärte: Gerade weil wort erfolgt; die konservative Partei hat bis zum letzten Augen zu den Reichsfeinden gerechnet worden ist. Die Zentrumspartei das Ausnahmegesetz gefallen sei, deshalb müsse blick gewartet und dann ein Papier gewählt, das die andere wurde eine Zeit lang viel schlimmer behandelt als heute die freienergisch gegen solche Schreibweise vorgegangen werden. Partei sich nicht mehr beschaffen konnte, und das obenein nicht sinnige und sozialdemokratische. Ausgeschlossen ist es nicht, daß Erfurt. Frau Hedwig Henrich Wilhelmi von der weiß war. Hier kann nur die Absicht vorgelegen haben, die auch der Abg. Mehnert in Zukunft einmal ein Reichsfeind wird, Anklage der Gotteslästerung und Beschimpfung der Wähler zu beeinflussen und das Wahlgeheimniß zu verletzen. ich traue es ihm allerdings nicht zu. Wenn wir, wie der Abg. mosaischen und christlichen Religion freigesprochen. Abg. von Steinau( dk.): Der Umstand, daß von tonfer- Mehnert, darauf ausgingen, Jahrzehnte zurückzugreifen, um zu ( Die Staatsanwaltschaft hatte seiner Beit einen Steckbrief vativer Seite der Antrag wegen Verwendung gleichen Papiers erforschen, was Dieser und Jener einmal gesagt hat, wie würde gegen sie erlassen.) nicht angenommen ist, beweist nichts für die Verwendung es da bei den Freunden des Abg. Mehnert aussehen! Beim 24. Dresden. Echlosser Sieger ist wegen groben Unfugs farbigen Papiers. Wenn Wahlfälschungen behauptet werden, Friedensschluß im Jahre 1866 wurde eine besondere von der Polizei mit 10 M. Geldbuße, event. 3 Tagen Haft wie zum Beispiel in Dierberg, so mögen die zustän- Bestimmung getroffen, daß gegen viele seiner Landsbestraft, wird vom Schöffengericht freigesprochen. digen Gerichte angerufen werden; angerufen werden; der Reichstag fann leute, die sich an landesverrätherischen Unternehmungen 21. Riesa. Redakteur Dr. Gradnauer vom Volksfreund" den Thatbestand auf Grund der Zeugenaussagen gar nicht fest betheiligt hätten, eine Klage nicht weiter erhoben werden wegen Beleidigung des Herausgebers und eines Mitstellen. dürfte. Wir haben nie um Fürstengunst gebühlt, buhlen auch arbeiters vom Meißner Tageblatt" 150 Mark Geld- Abg. Singer: Die uns von dem Abg. Mehnert vorgelegten heute nicht darum. Wir leisten unsere staatsbürgerlichen Pflichten, strafe. Rettel sind nicht weiß, sondern haben eine grünlich- blaue Farbe. find nicht in Aemtern und Würden, die uns zwingen, im Falle Ratibor. Bigarrenarbeiter Paul Kurzer und Bajons Gs steht ja aber gar nicht fest, daß die Wahlzettel dieselbe Farbe einer Annerion dem neuen Herrscher denselben Eid zu leisten wie wegen Nöthigung je drei Tage Haft. Staatsanwalts- Antrag hatten. Es ist also jedenfalls unsere Pflicht, dieselben einzu- dem depoffedirten. Der Nachweis eines Vaterlandsverraths je sechs Wochen Gefängniß. fordern. Man muß sich den Zettel nicht bloß darauf ansehen, würde uns auch dann nicht erbracht werden können. In einem 28. Offenburg. Redakteur Adolf Ged wegen Fabrikanten- wie weit er noch weiß zu nennen ist, sondern auch wie weit er Marrschen Briefe von 1870 soll stehen, daß das Vaterland nur beleidigung 200 Mark Geldstrafe. sich von den übrigen bei der Wahl abgegebenen Zetteln in der ein Begriff für Schufte und Narren sei. Diese Aeußerung steht Würzburg. Genosse Berninger vom hiesigen Schwur- Farbe unterscheidet, und dadurch also gekennzeichnet ist. Den nicht in dem Briefe, und wenn Herrn Mehnert ein solches Zitat gericht von der Anklage der Verbreitung des verbotenen Leuten, deren Bettel in der Wahlurne sich nicht vorgefunden hat, in die Hand gekommen ist, so war das eine Fälschung. Mary Liederbuches freigesprochen. räth Herr v. Steinrück, sich an den Staatsanwalt mit ihren Be- wendet sich in seinem Briefe an den Partei- Ausschuß, der bei Be29. Gotha. Genosse A. Kreuzburg aus Schmerbach, in schwerden zu wenden. Nach der Verfassung ist aber nicht der ginn des französischen Krieges mit in den allgemeinen nationalen erster Instanz wegen Ruhestörung mit 7 Tagen Hajt be- Staatsanwalt Wächter der Wahlfreiheit, sondern der Reichstag, Jubel hineingezogen war, und meint, daß nach der Schlacht bei straft, wird von der Strafkammer freigesprochen. welcher die Legitimation seiner Mitglieder zu prüfen hat. Sedan Frieden geschlossen werden müsse. Er bekundete einen Gegen den Denunzianten, Schultheiß Göring, cine Wenn nachher die Staatsanwaltschaft dabei auch noch außerordentlich scharfen Blick, wenn er sagt, daß im Falle der FortKartellleuchte, soll Anklage wegen Meineid erhoben werden. Arbeit bekommt, so mag das sein. Wir haben feine fetzung des Krieges die nationalen Gegenfäße für alle Zeit ver Stettin. Redakteur Herbert vom„ Boltsbote" wegen Veranlassung, sie davon zu befreien. Diese Arbeit schärft werden dürften, daß eine Abtretung Elsaß- Lothringens FrankFabrikantenbeleidigung 100 Mark Geldbuße eventuell zehn wäre sachgemäßer und lohnender, als diejenige, die die reich in Zukunft in die Arme Rußlands treiben würde. Wie Tage Gefängniß. Staatsanwalts- Antrag: drei Monate Staatsanwaltschaft namentlich in politischen Dingen oft freiwillig stehen denn heute die Dinge? Gegenwärtig wird schon wieder Gefängniß.. übernimmt. Diesen Protestpunkt halte ich für so wichtig, daß ich die Stimmung gemacht für eine Vermehrung der Wehrkraft. Daß 81. Marburg. Genosse Bärer wird von der Anklage gegen den Antrag stelle, die Erhebungen auf die eidliche Bernehmung Jemand in späterer Zeit eine andere Ansicht haben kann als § 28 des Sozialistengesetzes( unerlaubte Nüctehr) freiber zwölf Zeugen und die uneidliche des Wahlvorstandes auszu früher, zeigen uns die Parteigenossen des Abg. Mehnert am deutgesprochen. lichsten, die früher fanatische Freihändler waren und jetzt die ertremiten Schußzöllner sind. Wenn der Abg. Mehnert einen Wechsel in der Ansicht mit politischer Urtheilslosigkeit auch bei feinen Parteigenossen in Zusammenhang bringen würde, so kennt er diese schlecht. Denn diese wissen sehr wohl, was sie wollen. Die Sozialdemokratie solle es den Kriegern verdanken, daß ihre Vertreter hier im Hause sißen. Welchen denn? Den bei Langenfalza gebliebenen Hannoveranern oder den bei Kissingen gebliebenen Bayern oder den bei Königgrät und in Nordböhmen so arg mitgenommenen Sachsen? Wenn die Behauptungen des Abgeordneten Mehnert richtig wären, fäße er vielleicht auch nicht hier, was ich nicht einmal als ein großes Unglück betrachten würde.( Seiterkeit.) Zu dem Verlauf der Dinge nach 1866 haben die Kriege gewiß auch beigetragen, aber sie waren doch nur ein Mittel zum Zweck, nicht das Ausschlaggebende. Daß wir hier sind, daß das allgemeine gleiche und Abg. Mehnert( Dk.) erklärt sich gegen die Ausdehnung der direkte Wahlrecht eingeführt ist, verdanken wir der Spekulation Erhebungen auf diesen Punkt und bedauert, daß Herr Rickert des verflossenen Reichskanzlers, der die Sozialdemokratie ge nicht anwesend sei, um zu erfahren, wie die Kriegervereine für brauchen wollte, um die Bourgeoisie zu ärgern. Wir wollen die einen freisinnigen Kandidaten eingetreten sind. Die Krieger- Mitglieder der Kriegervereine durchaus nicht zu Bürgern zweiter vereine wollen den Fahneneid hochhalten.( 3uruf links: Der Klasse degradiren, sondern wenden uns nur gegen ihre privilegirte, Fahneneid ist keine politische Institution!) Der Fahneneid ver- bevorzugte Stellung. In Sachsen ist es der erste Bürger des, pflichtet die Soldaten zur Treue gegen den Kaiser und ihren Staates, der König, welcher die Kriegervereine aufgefordert hat, Landesherrn in allen Fällen. Die Sozialdemokraten haben aber sich an der Wahlbewegung zu betheiligen gegen diejenigen Pardiese Treue nicht gehalten. Herr Liebknecht hat die Stevolution teien, welche beslissen feien, Staat und Ordnung zu untergraben. als das Streben der Sozialdemokratie proklamirt; Hasselmann hat Das richtet sich nicht allein gegen die Sozialdemokratie, gesagt: der russische Kaiser sei nicht der einzige Bluthund in sondern auch gegen die Deutschfreisinnigen. Diese Aeußerung Europa, Kaiser Wilhelm sei ebenso schlimm. Diese Aeußerungen des Königs ist von den sächsischen Kriegervereinen überall der Sozialdemokraten seien niemals widerrufen worden. Kann hin verbreitet worden, aber selbst die sächsischen Gerichte man es da den Kriegervereinen verdenken, daß sie fest zu halten es nicht für eine Beleidigung, wenn Jemand Sosammenhalten in Treue gegen Kaiser und Reich? Die zialdemokrat genannt wird, und doch wird man den sächsischen Sozialdemokraten wollen vom Vaterlande nichts wissen, sie kennen Gerichten nicht nachsagen wollen, daß sie die Sozialdemokraten Abg. Auer( Soz.): Es ist dringend nothwendig, daß die Deutschland nicht. Drei Tage nach Sedan frat ein sozialdemo- hoch halten. Die Sozialdemokraten haben nur unter einem ganz Erhebungen auch auf die von mir verlangten Punkte ausgedehnt fratischer Ausschuß in Braunschweig zusammen, welcher einen unerhörten Gewissenszwange im Jahre 1878 gehandelt, wenn sie werden: zunächst auf den Fall des Pfarrers Brauner in Ludwigs- ehrenvollen Frieden mit der französischen Republit verlangte und ihre Zugehörigkeit zur Partei ableugneten. Ich würde heute noch dorf, welcher Denjenigen, die Metzner wählen würden, ein fire- gegen die Annexion von Elsaß Lothringen protestirte. Mary den Arbeitern dasselbe zu thun rathen, wenn jene Verhältnisse liches Begräbniß versagen wollte. Es muß im Interesse des billigte damals dieses Vorgehen und bezeichnete alle Gegner als wiederkehrten. Wie, Herr Mehnert, haben Sie nun den Beweis Pfarrers selbst liegen, daß eine solche geradezu standalöse Be- Schurken und Narren, und Herr Liebknecht stimmte freudig zu. erbracht, daß die Sozialdemokratie ihre Pflicht gegen das Vaterhauptung auf ihre Wahrheit hin geprüft wird. Ebenso wichtig Wenn Sie das nicht mehr billigen, so ertiären sie es doch offen. land nicht erfüllt hat? erscheint der Fall, in welchem ein Inspektor in Obers- Ihr Schweigen( Lachen links) und Ihr Lachen ist aber irreführend Abg. Mehnert: Herr Auer hat nicht glatt und ehrlich, dorf eigenartig gefaltete Stimmzettel hat vertheilen lassen. für Diejenigen, vor denen Sie Ihre letzten Ziele verborgen Stellung genommen zu dem, was früher von hervorragenden Dieser Inspettor war Denkt er noch heute so oder nun zugleich Wahlvorsteher und halten. Deshalb müssen wir die Kriegervereine schüßen vor Parteigenossen gesagt worden. hatte also in jedem Falle Die Kontrolle über die dem Einfluß der Sozialdemokraten.( Buruf links: Wenn sie anders? Der Abg. Auer hat, so viel ich ihn verstanden habe, Abgabe Der Zettel in Der Hand. In Hausdorf, nur tüchtige Soldaten gewesen sind!) Auf die drei Jahre, die die Urtheile sächsischer Gerichtshöfe in Zusammenhang gebracht Kreis Neurode, sind die von von Zentrumsanhängeru ver Sie( links) noch abmindern möchten, kommt es nicht allein an; mit den Worten Lumpen und greulich.( Widerspruch links; theilten, auf Dr. Porsch lautenden Stimmzettel außen mit fleinen die Krieger sollen ihrem Kriegsherrn auf lange Jahre zur Ver- Präsident v. Leve gow: Das hat der Abg. Auer nicht gethan!). Tintenflecken gezeichnet gewesen. Gin in Hausdorf wohnender fügung stehen, treu ohne jeden Hintergedanken( Zustimmung Die sächsischen Gerichte sind für Sie ja der rothe Fabrikant muß eine gute Kontrolle geübt haben, denn er hat rechts). Die Kriegervereine werden es den Sozialdemokraten Lappen, auf den Sie gewöhnlich geradezu losstürzen. Solche, später gefagt, er wisse, daß nicht alle seine Leute für Dr. Porsch niemals vergessen, wie sie von ihnen bekämpft worden sind, wie Angriffe werden die Ehre, das Ansehen und die Gerechtigkeit der. gestimmt hätten. Am wichtigen aber erscheint mir die Beein- man die Mitglieder der Kriegervereine zu Bürgern zweiter Klasse sächsischen Gerichte nicht im Mindesten mindern. Der Abg. Auer flussung der Unternehmer gegenüber ihren Arbeitern. Wir be- degradiren möchte. Ueber eine angeblich gefetividrige Handlung fragte, aus welchen Schmökern ich meine Aeußerungen entnommen streiten feinem Unternehmer das Recht, zu sagen: ich wünsche, der Kriegervereine haben doch Diejenigen am allerwenigsten Ur- habe. Ich habe sie entnommen aus den Ausführungen hervor daß Ihr Diesen oder Jenen wählt. Wenn der Unternehmer aber fache sich zu beschweren, die sich selbst außerhalb des Gesetzes ge- ragender sozialdemokratischer Parteigenossen, insbesondere Lieb sagt: Wenn Ihr Diesen oder Jenen wählt, seid Ihr entlassen, stellt haben, wie die Sozialdemokraten dies gethan haben auf dem fnecht's. Ob auch deren Ausführungen zu den Schmökern zu überschreitet er die erlaubten Grenzen. Wenn zu einer solchen Wydener Kongreß, als sie aus ihrem Programm die Worte: mit rechnen sind, muß ich dem Abg. Auer überlassen. Drohung noch eine ausgiebige Kontrolle kommt, so sind die gesetzlichen Mitteln, strichen. Es wird Niemand gezwungen, in Wähler vollständig um ihr geheimes Wahlrecht gebracht. In Die Kriegervereine einzutreten; Sozialdemokraten sind nach den den meisten Fällen ist das Gefühl der Abhängigkeit der Leute so Statuten ausgeschlossen, wenn sie trotzdem eintreten, so haben sie groß, daß sie es nicht wagen, auch wenn sie es könnten, dem die Folgen sich selbst zuzuschreiben. Unternehmer ein Schnippchen zu schlagen. Die Wahlen der Abgg. Hänel und Graf Carmer werden für giltig erklärt; die Beschlußfassung über die Wahlen der Abgg. Her me 3- Brandenburg und Dr. Porsch wird ausgesetzt und bezüglich der in den Protesten erhobenen Behauptungen die Anstellung von Erhebungen beschlossen. Bezug lich der Wahl des Avg. Borsch hat die Kommission nicht über alle Protesipunkte Beweiserhebungen beantragt. So ist behauptet, daß in der Kunstanjalt in Neurode, Aktiengesellschaft, vormals Treutler, Conrad u. Deube ein Schriftstück zirkulirt habe, in welchem gefagt war, daß alle Arbeiter entlassen werden müßten, wenn Porsch nicht gewählt werde. Die Kommission hat nun die Vorlegung dieses Birkulars verlangt, aber feine weiteren Beweiserhebungen beantragt. Abgeordneter Auer beantragt, auch über diesen Punkt, sowie über mehrere andere in dem Proteste behaupteten Beeinflussungen von Arbeitern seitens der Arbeitgeber Beweis zu erheben. Abg. Gröber( 8.) erklärt, daß Wahlbeeinflussungen der Arbeiter durch die Arbeitgeber zwar unanständig und verwerflich, aber nach den bestehenden Gesetzen nicht strafbar seien; deshalb dürfe man daraus einen Grund für die Ungiltigkeit der Wahl nicht herleiten. Der Antrag der Kommission wird angenommen, der Antrag Singer wird abgelehnt, ebenso der Antrag Mehnert, welcher die Stimmzettel nicht einfordern will. Der Beschluß über die Wahl des Abg. 3angenmeister soll ausgesetzt und Erhebungen veranstaltet werden u. a. über die Thätigkeit der Kriegervereine bei den Wahlen. M Abg. Bebel: Ich soll in einer öffentlichen Versammlung in Dresden von einem Parteiblatt gesagt haben, es habe insofern sehr geschadet, als es zuviel von den Endzielen der Partei verrathe. Schon die Klugheit hätte mir verboten, eine solche Aeuße Abg. Barth( dfr.): Die Rede für die Aufrechterhaltung des rung, selbst wenn sie meinen Ansichten entsprach, in öffentlicher Das Haus beschließt in Bezug auf den Pfarrer Brauner die Sozialistengefeßes war ja sehr schön( Seiterfeit links); aber Versammlung zu thun, wo auch die gegnerische Preffe vertreten Beweiserhebung zu verlangen, tritt aber im Uebrigen nur dem die Dinge liegen doch ganz anderes; die Rede paßt gar nicht war. Ich habe aber ausdrücklich anerkannt, daß das Antrage der Kommission bei. hierher. Seitdem das Sozialistengefeß gefallen ist, steht ja auch Blatt in feinen prinzipiellen Ausführungen vollständig Der Beschluß über die Wahl des Abg. von Jagow wird die Sozialdemokratie nicht mehr außerhalb des Rechts. Von der forrekt gehandelt hat. Ich habe mich nur gegen die ausgesetzt und werden Erhebungen über die Behauptungen des Treue gegen das Vaterland zu sprechen, hat doch ein Herr aus Form, der dieses Blatt die Vertretung der Partei Protestes beantragt. Sachsen am allerwenigsten Veranlassung; diese Treue ist doch übernommen hatte, auf das Entschiedenste erklärt, weil diese Die Wahlen der Abgg. von Normann, Bredow und manchmal etwas seltsam ausgeübt worden. Wenn der Borredner Form dazu geeignet sei, die Leute außerhalb unserer Partei nicht von Friesen werden für giltig erklärt; bezüglich der das Fehlen Rickert's bedauerte, so weiß ich nicht weshalb. Herr anzuziehen, sondern abzuschrecken. Wenn sächsische Gerichte etwas bereits für giltig erklärten Wahl des Abg. Zeemann wird Rickert hätte ja aus seiner Rede nichts Neues erfahren. Rickert als straffällig angesehen haben, was im übrigen Deutschland als ein älterer Beschluß wegen anzustellender Erhebungen für erledigt ist, wie die ganze linke Seite dieses Hauses, nicht der Meinung, daß erlaubt straflos bleibt, ich erinnere nur an Boykottentscheidungen, Kriegervereine Politik treiben sollen. Die Herren rechts sind so hat man wohl Ursache, sich über dieselben zu beschweren. Die Beschlußfassung über die Wahl des Abg. Graf Salbern anderer Meinung. Jedes Mitglied eines Kriegervereins mag undrerseits hat aber Auer soeben selbst den sächsischen Gerichten Ringenwalde( dt.) soll ausgesetzt werden; u. A. wird beantragt, agitiven so viel es mag; aber die Kriegervereine als Rorporation Gerechtigkeit widerfahren lassen. Die sächsischen Kriegervereine die sämmtlichen Stimizettel im Kreise Neu- Ruppin einzufordern, sollen sich nicht in die Wahlen mischen. Wir werden deshalb haben früher eine ganz andere Haltung eingenommen wie heute. weil behauptet wird, daß die Farbe derselben keine weiße ge- für den Antrag der Kommission stimmen. Ich erinnere nur an ihre Haltung in den Jahren 1866-70. Jch wesen sei. Abg. Aner: Der Abg. Mehnert hat aus alten Schmökern, bin damals in Glauchau gewählt, und die Kriegervereine sind zu Abg. Mehnert( dk.) legt Proben des für die Stimm- alten Zeitungen und vor Allem aus dem bekannten Buch des jener Zeit Mann für Mann für die Sozialdemokratie an die zettel verwendeten Papiers vor und zum Vergleich dafür schwäbischen Pfarrers Schuster an Fälschungen, die schon so oft Wahlurne gegangen, und an allerhöchster Stelle hatte man dagegen auch Proben von Papier, welches zum Druck von Zeitungen nachgewiesen sind, alles Mögliche zusammengesetzt, um zu zeigen, daß absolut nichts einzuwenden.( Hört, hört! links.) Noch 1877 und von den bekannten Neu- Ruppiner Bilderbogen verwendet die Sozialdemokratie ihre Pflicht gegenüber dem Vaterlande nicht und 1878 schrieb das Leiborgan des Herrn Mehnert, werde, welches man allgemein als weiß bezeichne. Ein absolutes erfüllt hat. Einen Beweis aber hat er nicht zu erbringen ver- die" Desdener Nachrichten", in dieser Beziehung ganz mocht. In Bezug auf den Fahneneid hat er uns auch nicht anders wie heute. Und 1867 nach Schluß des Norddeutschen erklärt. Weiß gebe es überhaupt nicht. Abg. Träger( dfr.): Gerade um die Farbe des Papiers bewiesen, was er uns beweisen wollte: daß der Fahneneid die Reichstages kam der Vater des Abg. Frhrn. v. Friesen in Leipzig genau feststellen zu können, wäre die Vorlage der Stimmzettel er- Basis für die Wirkung der Kriegervereine ist. Früher wurden in meine Wertstätte und beglückwünschte mich zu meiner Jungfernwünscht. Eingehende Untersuchung verdiene auch die Behauptung, die Mitglieder der Kriegervereine einmal aufgefordert, für die rede im Reichstage, die gegen den Norddeutschen Bund gerichtet daß in Dierberg während des Wahlattes der Wahlvorsteher allein Wahl des" Kameraden" Zeiß an die Urne zu treten: wer das war.( Heiterfeit links.) 1884 forderte der Polizeipräsident von am Wahltische anwesend war und die Stimmzettel einzelner nicht thäte, sei ein Reichsfeind, bräche seinen Fahneneid und sei Magdeburg seine Parteigenossen auf, für den Sozialdemokraten Wähler in Empfang genommen hat. Die uneidliche Bernehmung ein Vaterlandsverräther. In dem vorliegenden Falle sind die und gegen den Deutschfreisinnigen zu stimmen. Ste( rechts) haben des Wahlvorstehers sei in diesem Falle nicht genügend, es müßten Kriegervereine für einen Freifinnigen mobil gemacht worden: wer also teine Veranlassung, sich über andere Parteien zu erheben. auch die Zeugen vernommen werden, welche dafür angegeben nicht Herrn Hangenmeister wähle, sei ein Baterlandsverräther. Was unfere früheren Ausführungen betrifft, so erkläre ich rund find. Eine Verlegung des Wahlgeheimnisses liege darin nicht. In der Wahlprüfungskommission beschäftigt uns gegenwärtig die heraus, daß ich von dem, was ich früher gesagt, fein Wort zurückDie Bestimmungen des Strafgesetzbuchs zum Schuße des Wahl Wahl des Abgeordneten Grumbt im 8. sächsischen Wahlkreise; und nehme. Diese Aussprüche waren der Ausdruck der Gesinnungen geheimnisses würden ganz außer Kraft gesetzt, wenn man so hier sind die Kriegervereine gegen den Freifinnigen mobil gemacht und Stimmungen, wie sie aus der Natur der damaligen Verhält empfindlich bezüglich der Anwendung derselben sei, wie die Mehr- worden. In Gotha ist es also ein Fahneneidbruch, wenn die niffe hervorgegangen sind. In dem Maße, wie sich die Verhältnisse heit der Wahlprüfungs- Kommission. Einen Antrag wolle er nicht Striegervereine für einen Freisinnigen timmen, im 8. sächsischen und Zustände änderten, haben wir auch unsere Ansichten geändert, stellen, da er annehme, daß die anderen Dinge schon ausreichen Wahlkreise ist es ein Fahneneidbruch, wenn die Krieger- Wir haben dasselbe gethan, was jeder anständige Mensch thun wird, würden, die Wahl für ungiltig zu erklären. vereine gegen den Freisinnigen stimmen. Wir meinen, der wir haben aus den jeweiligen Zuständen und Dingen unser Urtheil geschöpft und demnach unfere Taftit eingerichtet. Bestände die damalige Situation noch heute, so würden wir nach meiner festen Ueberzeugung genau so handeln, wie damals. Wenn sich Jemand geändert hat, so sind Sie es, die noch vor kurzer Zeit sich gegen die Arbeiterfrage passiv verhielten. Nur dem starken Vorwärtsgehen und Agitiren immer auf dasselbe Ziel hin haben wir es zu verdanken, daß unsere Partei das ist, was sie heute ist. Abg. Ackermann( dk.): Der Abg. Bebel meinte, die sächsischen Gerichte fällten Urtheile, wie sie in anderen Staaten nicht vorkommen, und bezog sich dafür auf die Urtheile in den Boykottsachen. Solche Berrufserklärungen sind nur unter Strafe gestellt worden, wenn damit Störungen der Ruhe und Ordnung verbunden waren und die Polizei dabei engagirt war. Aus solchen sehr unvollständig dargestellten Fällen ein Urtheil über die Gerichte zu konstruiren, ist nicht möglich. Unter Ablehnung des Antrags Mehnert wird der KommissionsDie Wahlen der Abgg. So I( 5. Marienwerder) und Reichert( 7. Baden) werden für ungiltig erklärt; bezüglich der Wahl des Abg. Merbach( 9. Sachsen) wird beschlossen, die Entscheidung auszusetzen und die von der Kommission beantragten Erhebungen zu veranlassen. antrag angenommen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Schluß 5 Uhr. Nächste Sigung Dienstag 1 Uhr. ( Nachtragsetat, betreffend Errichtung einer Ministerrefidentur in Luxemburg und Etat der Zölle und Verbrauchssteuern.) Lokales. dieser Thatsache der uns beseelenden Genugthuung entsprechenden unerfahrene Handlungsbefliffene in die Hände gefallen ist, doch Ausdruck gegeben, heute nun möchten wir unseren ehrerbietigen hierauf näher einzugehen, würde zu weit führen. Dant abstatten Sr. Majestät dem Kaiser für die gestattete und Der Leser wird sich aber hieraus lebhaft vorstellen können, der hohen Frau für die Uebernahme des Protektorates und die welche rapide Höhe die Arbeitslosigkeit und damit große Gnade, die dem Gastwirthsgewerbe und den ihnen ver- Hand in Hand gehend das soziale Elend unter den wandten Fächern erwiesen, dadurch aber uns in unserer Ueber- aufmännischen Lohnarbeitern angenommen hat. zeugung bestärken, daß auch unsere Bestrebungen Allerhöchsten Es wird einem da auch erklärlich, worin die tiefer liegenden Urorts gewürdigt und anerkannt werden entgegen einem kürzlich in sachen für die 3 a hllojen Unterschlagungen und Veröffentlicher Sitzung des Abgeordnetenhauses seitens des Herrn untreuungen, welche die Lokalpresse, und auch uns, im verAbg. von Tiedemann- Bomst ausgesprochenen sehr wegwerfenden flossenen Jahre und auch schon im neuen dauernd beschäftigten, Urtheile über unseren Stand, welches freilich von der allgemeinen zu suchen sind. Stimme ebenso zurückgewiesen worden ist. Im Ernennen der verschiedenartigsten Minister besitzt Wie fonnte das aber auch anders sein, wie konnte ein erleuchteter Monarch, als welchen Se. Majestät vom ersten Augen- das Berliner Tageblatt" eine bemerkenswerthe Befähigung. blick seiner Regierung an sich gezeigt, die Bedeutung der Koch- Leider treffen die Prophezeihungen nicht immer ein. Wenn aber funft für das Leben verkannt haben, er, dessen weiter Blick alle der Inhaber irgend eines Ministersessels ins Wanken geräth, so Vorgänge im Lande mit gleicher Liebe umfaßt, der selbst die Pro- hat das Berliner Tageblatt" fofort einen Erfagmann in Petto, dufte unserer Kunst so wohl zu würdigen weiß und des Welt- der gewöhnlich nur die Schwäche aufweist, daß sich die Personen, weisen Kant großes Wort:„ Der Mensch ist, was er ist!" nicht welche die betreffende Stelle wirklich zu vergeben haben, niemals vergessen hat.... um ihn kümmern. Früher saßen die Spezialforrespondenten des Natürlich bringen die Tageszeitungen spaltenlange Berichte Berliner Tageblatt" immer in der Weißbierstube von Paepte, über die Kochkunst- Ausstellung, welche zu lesen an sich schon ein und von dieser historischen Stätte aus wurde dann die Welt Hochgenuß ist. Alle die Tausende, welche hungernd die Straßen durch- regiert, man verschob Erdtheile und verschenkte Königreiche. irren, alle jene Tausende, welche sich bei aufreibender Arbeit von Kar- Die sicheren Quellen" des Organs des Herrn Mosse sprudelten toffeln, Brot und„ Kaffee" ernähren, werden dennoch gut thun, sich der aus den Weißbierkruken des Geheimrathswirthes und die SpezialLektüre dieser Berichte fleißig hinzugeben, um sich auch einmal forrespondenten hatten ihre Nachrichten nur so an der„ Strippe." So hatte das„ Berliner Tageblatt" neulich wieder den Posten " in Gedanken einen guten Tag zu machen. Achtung! Der Buchbinder Eugen Giedeberg brandschaht Mensch, weiß durch Vorspiegelungen falscher Thatsachen die feit Wochen die Vertrauensmänner, Berbände und besonders die Saftwirthe. Der Herr, ein ungefähr 22 bis 23 Jahre alter So grandios auch die Erfolge der Kochkunst- Ausstellung sein des Chefs des Generalstabes zu besetzen. In der Jerufalemermögen, uns will dieselbe dennoch verzeihen Sie das harte straße fiel die Wahl auf den General von Wittich, dessen LebensWort unvollkommen, mindestens mangelhaft erscheinen. Es beschreibung denn auch im B. Tgbl." prangte. Der militärische Nachwill uns bedünken, daß es eine nicht allzu große Kunst ist, etwas richtendienst scheint bei dem Blatte ausgezeichnet organisirt zu man spricht davon, daß einer der Kellner bei Päpke erst Gutes zu tochen, wenn man Alles dazu hat; es scheint uns viel sein Herrn E. Richter's Rathlosigkeit in nationalökono- mehr eine viel größere Künstlerschaft dazu gehörig, zu kochen, fürzlich eine mehrtägige Uebung beim Train absolvirt hat mischen Dingen wird nachgerade mitleiderweckend. Man höre ihn wenn man nichts dazu hat. Aus diesem Grunde scheinen uns und so erwiesen sich denn die Mittheilungen des Organs des in der legen Nummer seiner Freis. 3tg." schimpfen: unsere Proletarierfrauen viel größere Rünstlerinnen auf dem Ge- Herrn Mosse wieder als überaus zutreffend. Der Herr, der Chef " Auf unsere neuliche Bemerkung, daß eine Verkürzung der Ar- biete der Kochkunst zu sein, als die Herren Röche und Gastwirthe des Generalstabes wurde, heißt allerdings nicht Wittich, sondern beitszeit unter den gegenwärtigen Verhältnissen viele Arbeitgeber und sonstige gastronomische Küchenlichter. Und doch ist die Graf Schlieffen; doch darauf kommt es weniger an, denn die geveranalaffen würde, die Produktion überhaupt auszugeben und Proletarierküche auf der Ausstellung gänzlich ignorirt worden. bratenen Brillanttauben" fliegen nicht Jedem so ohne Weiteres damit die Arbeitslosigkeit noch zu vergrößern, weiß Herr LiebEs wäre wohl am Blaze gewesen, wenn doch einmal von Koch in den Mund. Jedenfalls ist das Berliner Tageblatt" in solchen En echt nichts zu erwidern, als daß dies eine Nebensache sei." kunst die Rede ist, daß die Verfertiger der berühmten Speise- Fragen vorzüglich unterrichtet und gewissermaßen Autorität ( Herr Richter giebt hierbei mit berechnender Sophistik unsere zettel für Arbeiter eine Probe ihrer Kochkunst abgelegt die Lefer brauchen nur immer das Gegentheil von dem zu Bemerkung falsch wieder.) hätten; zum mindesten hätten doch die Berliner Volksküchen glauben, was das Blatt mittheilt, dann schützen sie sich selbst am Der Aermste weiß nichts von den Wirkungen einer Arbeitszeit- auf der Kochkunst- Ausstellung würdig vertreten sein müssen, diese besten vor groben Enttäuschungen. Die stehende Zeitungsphrase: verkürzung und verfällt daher in ein ohnmächtiges Geschimpfe. Musteranstalten, die sich bereits staatlicher Anerkennung rühmen Wie wir aus bester Quelle erfahren" müßte das Blatt nur umWir wollen jedoch nicht so sein, sondern uns des Unwissenden dürfen, denn aus Spandau wird berichtet: ändern in: Wie wir aus bester Luft greifen"- dann hat es einmal annehmen. Ein kurzer Normal- Arbeitstag( innerhalb der Die Speisewirthschaft der Munitionsfabrik in Spandau ist den Nagel auf den Kopf getroffen. gegenwärtigen Produktionsordnung) würde bewirken: eine Ver- am Montag dem Verkehr übergeben worden; die Kochanlagen Die pfiffigen Unternehmer wissen überall Kapital her minderung der industriellen Reservearmee, damit zugleich etwas reichen zur Herstellung des Mittagessens für 3600 Personen aus. verbesserte Chancen für die Lohnkämpfe der aktiven Arbeiter- Es wird ein ständiger Mittagstisch für das Personal der Fabrit auszuschlagen. Wir lesen in der„ Voff. 3tg.": Bei der AltersUrmee, ferner eine Erhöhung der Löhne( wenn Bismarck und geführt, für welchen die Rezepte der Berliner Volksküche maß- versicherung kann der sonderbare Fall eintreten, daß ein Chef Eugen Richter das auch nicht glauben wollen), vor allem aber gebend sind. Die ganze Portion kostet 25 Pf., die halbe 15 f. Gehaltszulagen ertheilt und dabei noch Geld spart. In einem natürlich eine geistige Hebung der Arbeiter und hiermit zugleich Ein Verzeichniß der Speisen hängt öffentlich aus. Die Direktion hiesigen großen Bankhause bezog eine Anzahl junger Leute bisher 2000 Mart, sie waren also versicherungspflichtig. Denselben eine bessere Eignung der Arbeiterklasse, ihr größeres Ziel, die ist verpflichtet, zeitweise die Güte der Speisen zu kontrolliren." Zurückführung der Arbeitsmittel in den Besitz des arbeitenden Es ist wohl anzunehmen, daß die Arbeiter der Munitions- wurde Ende vorigen Jahres eröffnet, das Gehalt würde entVolkes, zu erreichen. Das sind die Wirkungen, die fabrik die Kochkunst- Ausstellung nicht besuchen. Sie sind sprechend erhöht werden," sie brauchten sich nicht zu versichern. ein turzer Normal- Arbeitstag in erster Linie hat. Die wenigstens der Gefahr entrückt, die Rezepte der Berliner Die Betreffenden erhofften nun eine, wenn auch nicht bedeutende zweite Reihe wäre der Einfluß der Arbeitszeit- Verkürzung Volksküche mit den Rezepten der Ausstellungsobjekte zu Gehaltserhöhung; diese Zulage" ist jetzt mit drei Mart jährlich einerseits auf den Waarenpreis, andererseits auf die Technik zu vergleichen. In einer anderen Lage dürfte sich aber die eingetroffen. Die vom Chef zu tragende Versicherungshälfte hätte untersuchen. Endlich zu den dann noch übrig bleibenden vor Direktion befinden und die ihr übertragene Verpflichtung der zeit 15 f. 52= 7,80 M. geloftet. Der sparsame Chef profitirt übergehenden Nebenwirkungen gehört, daß wenig kapitalfräftige weisen Kontrolle der Güte der Speisen der dortigen Speisewirth somit bei dieser Zulage noch 4,80 m. jährlich. Unternehmer in einigen Fällen die Produktion nicht mehr in dem schaft dürfte gerade nicht zu ihren angenehmsten Pflichten gefrüheren Umfange fortführen können und daß so der Untergang hören. des Kleinbetriebes beschleunigt wird. Nach dieser kleinen national ökonomischen Lektion für den ABC- Schützen der National hin, selbst nach solchen, an die gewöhnliche Sterbliche nicht ein So wirkt die Kochkunst- Ausstellung nach allen Richtungen ötonomie, Eugen Richter, haben wir letteren noch darauf auf- mal im Traume denken. Zum Beweise diene folgende Zeitungs- Theilnahme seiner Opfer zu erwecken. Mit Hilfe eines gefälschten merksam zu machen, daß er im letzten Jahre Rückschritte gemacht hat. Noch im vorigen Jahre giebt er an, daß die Verkürzung der Arbeitszeit zu einer Verminderung der Privatbetriebe und hiesigen Gastwirthe nebst Frauen zu einem Besuch seiner Druckerei, Ruhrort zu erhalten. Das Fahrbillet wurde jedoch von ihm Der Berliner Lokal- Anzeiger ladet alle auswärtigen und Engagementsschreibens ist es dem Schwindler sogar gelungen, von den Genossen des vierten Wahlkreises einen Fahrschein nach damit zu einer rascheren Verstaatlichung der gesammten Arbeit" Bimmerstraße 40/41, am Sonnabend, den 7. d. Mts., Nachmittags nicht benügt. Derselbe hat einfach den Zug verlassen, das Geld führen werde. Gegenüber dieser Einsicht zeigt feine jezige Be- präzise 4 Uhr ein, um ihnen seine umfangreiche Offizin zu zeigen. für das von einem Genossen gelöste Billet sich von der Eisenhauptung, daß die Wirkung der Arbeitszeitvertürzung eine end- Es wird dadurch den Kollegen Gelegenheit geboten, eine große bahnverwaltung zurückerstatten lassen und befindet sich noch jetzt giltige Einschränkung der Produktion sein werde, einen argen Druckerei in allen ihren Theilen unter Führung des Eigenthümers in Berlin und zwar in der Schmiedeherberge, Mulackstr. 9. Rückschritt. Was sagen übrigens die Herren Barth und Brömel und Verlegers in Augenschein zu nehmen." zu den nationalökonomischen Böcken des politischen Führers ihrer Und wer's nicht glaubt, der irrt sich! Das geht denn doch Partei? Herr Richter gesteht diesen Herren allerdings einen Vor- noch bald über den Blautoller"! Der Durchgänger Viglahn, auf dessen Ergreifung von der rang gar nicht zu, sondern hält sich selbst, so puzzig es auch flingt, geschädigten Firma 1000 M. Belohnung ausgefeßt waren, ist am für den besten Nationalökonomen der Partei. Im deutsch Und gerade, als wir alles das Schöne, was hier oben steht, Sonnabend infolge der Depeschen, welche die hiesige Kriminalfreifinnigen Arbeiterverein bramarbasirte er vor einiger Zeit, daß Papier gebracht hatten, kommt ein Mann in athemlosen Lauf polizei in alle Hafenstädte hatte gelangen lassen, in Antwerpen aus der Volksküche 10 am Oranienplatz zu uns. Er hatte dort verhaftet worden. er sich immer auf die unbesetzten Plätze seze und deswegen die weiße Bohnen gepraßt und zum Zeichen des segensreichen Wirkens Von der hiesigen Behörde wird jedoch bereits ein neuer Diskussion mit den Sozialisten aufgenommen habe. Möge er der Frau Lina Morgenstern hatte er seine" Bortion" Schweine Durchgänger verfolgt, der feit dem 28. v. Mts. flüchtige Kaufrecht lange auf seinem Posten bleiben! fleisch in ein Blatt Papier gewickelt, welches die Größe des mann und Fondsmakler Mela. Bezüglich des Mela ist jetzt schon Die Kochkunst Ausstellung, welche am Sonntag ge- gewöhnlichen Zigarrettenpapiers hatte. Nachdem das Stück in- festgestellt, daß er Depots in Höhe von 50 000 m. veruntreut hat. schlossen wurde, war das Produkt eines tief empfundenen Be- ländisches Schwein mit Hilfe einer Zupe entdeckt war, wogen wir Er lebte hier mit einer Sängerin zusammen, die er für seine Frau dürfnisses. Man kann es den Bedauernswerthen, die dazu ver- es: es wog zwölf Gramm. Die Mehrzahl der Gäste aus der ausgab und mit welcher er auch diese" Reise" gemeinschaftlich urtheilt sind, bei Banketten oder offiziellen Festessen, an den Volksküche soll an Fettfucht erkrankt sein. unternommen hat. Mela ist 28 Jahre alt, 1,78 Meter groß, von häuslichen Familientafeln oder an den reich servirten Tischen schlanker Figur, hat schwarzes Haar, schwarzen Schnurrbart, dicke vornehmer Restaurants sich hungrig zu essen, wahrlich nicht ver- nehmen wir hiesigen Blättern die Notiz, daß sich bei der In- Kleidung. Unter der Spinmarke: 3ur Nothstandsfrage" ent: Lippen und blasses Gesicht. Er trug ein Pincenez und elegante übeln, wenn sie das gebotene ewige Ginerlei längst überbekommen haberin eines Posamentier- und Schnittwaaren- Geschäftes in der und sich an den bisherigen lukullischen Genüssen und Kunststücken Brunnenstraße, auf deren Annonze hin, daß sie für einen kleinen Der Gastronomie gründlich den Magen verdorben haben. Der Gehalt eine selbstverständlich- tüchtige Verkäuferin, welche ein hagerer Mann mit braunem Ueberzieher, welcher nach Rathe Auf einem hiesigen Telegraphenamt erschien dieser Tage Mensch will eben eine Veränderung haben und auch die aus- noch dazu geschickt Nähmaschinen- Arbeiten anzufertigen verstehe, now an eine dort wohnende Wittwe, deren Sohn in Berlin eine erlesenften Menus werden auf die Dauer langweilig, wenn fuche, an einem einzigen Vormittag 32 Bewerbe- Fabrik besitzt, eine mit dem Namen des Sohnes unterzeichnete fie sich im Großen und Ganzen immer gleich bleiben. Es rinnen gemeldet hätten, was man hier unter Kleinem Gehalt Depesche aufgab, in welcher er um sofortige telegraphische Zuwar fürwahr schon ein Nothstand, der nicht geleugnet werden versteht, wenigstens gewöhnlich in solchen Fällen, bei diesem einen fendung von 800 Mark ersuchte. Am Abend erschien der Mann tann, unter den oberen Behntausend ausgebrochen und eine liegt uns dafür leider kein Beweis vor, das können wir unseren wieder, um nach dem Geld zu fragen, das noch nicht eingetroffen bedrohliche Hungersnoth war im Anzuge. Man war nicht im defern verrathen. In der Regel versteht man bei einer Ber- war, weil die Wittwe ihren zweiten Sohn mit dem Gelde nach Stande, etwas zu genießen, die seitherigen Finessen der Kochkunst täuferin unter fleinem Gehalt monatlich 30 bis höchstens Berlin geschickt hatte, wo sich der Schwindel herausstellte. hatten ihren Reiz verloren, die Gourmands und Feinschmecker 40 Mart, aber auch noch weniger; bei einem männNotiz: zu verlangten nach neuem Gaumenreiz, nach neuen Leckerbissenlichen Angestellten im kaufmännischen Gewerbe stellt sich dasselbe Polizeibericht. In der Nacht zum 7. d. M. wurde eine Da war es wahrhaftig ein Glück, daß der deutsche Gastwirthe- der Bahl nach etwas höher, den Verhältnissen aber entsprechend obdachlose Frauensperson in der Thürnische des Hauses VittoriaBerband auf den ingeniöfen Gedanken kam, eine Kochkunst- Aus- eigentlich bedeutend niedriger; hier ist auch das Angebot und das straße 12 erkrankt vorgefunden und mittelst Droschte nach der stellung zu inauguriren und einen edlen Wettkampf auf dem Wassenelend ein bedeutend größeres, bei ihnen versteht man ge- Charitee gebracht. " dem 18 Jahre alten Am 7. d. M. Nachmittags wurde ein drei Gebiete der Kochkunst in die Wege zu leiten. Da haben sich denn wöhnlich unter„ mäßigem" Gehalt einen monatlichen Be Jahre alter Knabe vor dem Hause Kreuzbergstraße 12 von einem gar viele Leutchen die Köpfe zerbrochen, um mit größtem Raffine- trag von 50, im allergünstigsten Falle 60 M., während Pferdebahnwagen überfahren und erlitt hierbei so schwere Verment etwas Neues zu erfinden", die Appetitlosigkeit der armen 75. schon als eine großartige Löhnung betrachtet werden muß, letzungen der Brust, daß er kurze Zeit darauf verstarb. Abends Reichen in einen Wolfshunger zu verwandeln. So ist denn die wohingegen man vielfach auf Löhne von 40 und 55 M. bei wurde der in der Posamenten- Fabrik von Boelmy, Prenzlauer Kochkunst- Ausstellung ein Stückchen Schlaraffenland, ein wür den kaufmännischen Arbeitern stößt. Und trotz alledem eine solchee straße 41, beschäftigte Arbeitsbursche Vogt im Keller des gebiges Spiegelbild von dem Schlaraffenleben mancher Leute! hohe Bewerbung zu den so niedrig bezahlten Stellen! dachten Hauses mit Straßwunden am Halse bewußtlos aufgefunden Die Rochkunst- Ausstellung hat ihren Zwed erreicht; in Wenn dieses Faktum als ein Beleg für den hohen Noth- und, nachdem er sich wieder erholt hatte, nach der Wohnung hellen Schaaren stürzen sich die hungernden Gourmands und die stand angeführt wird, so kann das kein Wunder nehmen. Von seiner Mutter gebracht. Nach seinen Angaben ist er verzweifelten Hausdamen Hausfrauen fann man anstands- informirter Seite geht uns jedoch die Mittheilung zu, daß dieses von halber doch wohl nicht sagen Tischlerlehrling Borchardt in die Ausstellungsräume, Verhältniß noch ein ganz normales ist, daß der An- in den Keller gelockt worden, angeblich um ihm machen gastronomische Studien, erhalten neue Anregungen, neuen drang an anderen Stellen noch bedeutend größer ist. So beim Forttragen von Holz behilflich zu sein, und dort von ihm Appetit, neue Lebenslust der Staat ist wieder einmal gerettet, wird uns als verbürgt gesagt, daß es häufig vorkommt, daß auf plößlich zu Boden geworfen und so lange am Halse gewürgt Die bedrohliche Unzufriedenheit aus den Kreifen der höheren eine Annonze, welche natürlich chiffrirt erscheint und in welcher worden, bis er die Besinnung verlor, worauf Borchardt ihm die Stände verbannt. Die größte Genugthuung über die pyramidale ein gewandter Buchhalter zu dem monatlichen Lohne von 50 5,71 M. enthaltende Geldtasche abgenommen hat. Der Thäter ist nerkennung, welche der Schöpfung des deutschen Gastwirthe- oder 60 M. gesucht wird, nebenbei werden meistens von dem verhaftet. Am 8. d. M. Mittags fiel ein Mann im HumboldtVerbandes gezollt wird, wird sicher die Deutsche Gastwirthe selben noch alle möglichen Kenntnisse verlangt, nicht weniger hain nahe dem Denkmal infolge der Glätte zur Erde und brach Beitung" empfinden. Schrieb dieselbe doch in feliger Vorahnung al 3 500 Bewerbungen einlaufen. Aus dieser großen Zahl den rechten Oberschenkel, so daß er nach dem Lazarus- Krankenver zu erringenden Triumphe der Gastronomie in ihrer Nummer als der„ Glüdliche" hervor zu gehen, das ist in der That hause gebracht werden mußte. Nachmittags wurde ein Mann das reine Glücksspiel, ein Zufallsspiel, das noch weit un- vor dem Hause Roßstraße 27 von einer Droschke überfahren und " Fast unmittelbar stehen wir vor der Eröffnung einer stellung, bestimmt, die Fortschritte zu zeigen, die auf dem Gebiete günſtigere Chanzen bietet, als die berüchtigte Schloßfreiheits am linken Arm und Bein so bedeutend verlegt, daß seine Ueberlotterie. Denn sämmtliche eingelaufenen Briefe zu öffnen und führung nach der Charitee erforderlich wurde. ber Gastronomie nach jeder Richtung hin gemacht worden sind, zu prüfen, das dürfte den Herren doch zu viel Zeit in Anspruch 8. D. W. fanden neun kleine Brände statt, außerdem war die und das Streben nach immer größerer Vervollkommnung, welches nehmen; man begreift also, daß die Wahl auf einige Wenige Feuerwehr in der Nacht zum 9. d. M. bei einem Feuer iu Rigalle unsere Berufsgenossen, jeden in seinem Kreise, erfüllt. fallen muß, welche dann hingitirt werden, um sich einer Bedorf thätig. Swar haben sich auch diesem sverdienstlichen Unternehmen sichtigung zu unterziehen. Und gerade unter dem gegenwärtig Machenschaften verschiebenster Gegner in den Weg gestellt, Neid immer noch überhand nehmenden Unwesen der chiffrirten Annonzen and Mißgunft ihre gelben Zähne gezeigt; zum Glück aber find haben die faufmännischen Angestellten sehr zu seufzen, da sie dadurch alle derartigen Anfechtungen wirtungslos abgeprallt an den ziel nicht nur stets in großer Unsicherheit leben, sondern, da ihnen bewußten Unternehmern nicht nut, sondern auch den maßgebenden auch noch erhebliche Ausgaben dadurch erwachsen, indem sie häufig Behörden, ja, wir werden mit patriotischem Stolz ben Triumph ihre legten Gro fchen für Papier und Porto weggeben müſſen. enleben dürfen, eine preußische Prinzessin, die verwittwete Ge- Der Grund jedoch, weshalb die Prinzipale, ohne ihren Namen mahlin des ruhmreichen Siegers von Düppel und Alsen, Mez und offen zu nennen, inseriren, ist darin zu suchen, daß sie sich Aufruf: die Weihe geben, sie eröffnen zu sehen. Orleans, die Frau Prinzessin Friedrich Karl, unserer Ausstellung schämen, öffentlich die unerhörtesten Lohnanerbietungen mit Es erweist sich als nothwendig, daß seitens der Generalihrem Namen zu decken. Außerdem aber wird dieses Unwesen fommission auf alle die Mängel, welche heute noch einzelnen haben wir betreffe sehr viel von Schwindlern benutzt, denen schon so mancher Gewerkschafts- Organisationen anhängen, aufmerksam gemacht wird. vom 4. d. M.: Am 7. und Soziale iteberlicht. An die Mitglieder der Gewerkschaften richtet die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands( Hamburg) folgenden " als Gäste willkommen. bergerstraße 28. " " Neue Gäste will " Es kann diefes deshalb mit vollem Rechte geschehen, weil sich der Kampf oft zu Ungunsten entschieden, ehe nennenswerthe| Wittig. Feftrebe, Ansprachen, Borträge c. Billets a 50 Pf. find zu haben bet den Herren Wilhelm Günzel. Mariannenstr. 30, Emil Auerbach, Adalberftr. 78, durch die in Aufnahme begriffene Statistit schon jetzt übersehen Summen eingehen. sowie jeden Montag Abend bei Preußer, Seydelftr. 30 im Vereinszimmer. läßt, welche großen Differenzen in der Beitragsleistung bei den Wir dürfen uns ferner nicht verhehlen, daß, wenn wir nicht Lese- und Diskutirklubs. Dienstag. Herwegh", Abends 8% Uhr, des Herrn Otto Linke, Forsterfstraße 45. Gäste will= einzelnen Organisationen bestehen, andererseits es aber auch als anfangen, hier beffernde Hand anzulegen, das Unternehmerthum, im totale fommen. Abends Humanität" 8% Uhr im des Lokale eine der wesentlichsten Aufgaben der Kommission zu betrachten wie es in letzter Zeit häufig der Fall war, auch fernerhin in Herrn Steuer," Weinstraße 22. Gäste willkommen." Proletarier", ist, Alles zu thun, was zur Stärkung der Organisationen bei allen Kämpfen die Oberhand behalten wird. Es genügt nicht,( Bantow), bei Borchardt, Schulzenstr. 28. Johannes Wedde", tragen kann. pomphafte Aufrufe zu erlassen und an die Solidarität der Ge- Abends 9 Uhr im Lotale von Schüße, Urbanstraße 51. Männer und Frauen Hasenclever", Abends 8 Uhr, im Während des Sozialistengesetzes erklärten sämmtliche Vertreter nossen zu appelliren, sondern wir müssen uns daran gewöhnen, Restaurant Scholz, Rastanten Allee 35. Gäste willkommen. der Gewerkschaften, daß diese im Wesentlichen als Vorschule der regelmäßig mehr zu leisten. Deswegen möchten wir allen Gewerk- Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Gesangverein Anacreon", Männer- Gesangpolitischen Bewegung und als Stützpunkt für dieselbe zu gelten schaften empfehlen, endlich damit zu brechen, nur wenige Pfennige Dienstag, Abends von 9-11 Uhr, bei steßner, Annenstr. 16. haben. Auch heute steht außer allem Zweifel, daß gerade die als Beiträge zu erheben, und besonders die Zentralorganisationen berein, unverzagt",( Moabit), Abends s½ Uhr, bei Hermerschmidt, Perle= Gesangverein Bruderherz", Straußbergerstraße 3, Gewerkschaften mit ihren Lohnkämpfen es sind, welche den indiffe- ersuchen, auf den Generalversammlungen dahin zu wirken, daß bei Birte, Abends 9 Uhr. Gesangverein Ludwig'scher Männerchor, 9 Uhr, Theater- und Vergnügungsverein renten Arbeiter zum Klassenbewußtsein und somit zur politischen mindestens ein Wochenbeitrag von 20 Pf. allgemein eingeführt im Restaurant Poppe, Lindenstraße 106. Bulcania" in Meißner's Restaurant, Gartenstr. 162. Gäste, Damen Erkenntniß und Thätigkeit bringen. Nach Ablauf des Sozialisten- wird. und Herren, willkommen. Theaterklub Selmerding", Abends 9 Uhr Wer geseges aber dürfte es angebracht erscheinen, darauf aufmerk- Dasselbe Verhältniß muß auch bei der Unterstützung der in Sanf's Restaurant, Tempelhofer Ufer 13, Ede der Großbeerenstraße. Romeo", Abends 9 Uhr bei Säger, fam zu machen, daß zwischen der Aufgabe der poli- Streits eingeführt werden; auch hier muß dafür gesorgt werden, anügungs- und Theaterverein Grüner Weg 29. Gäste willkommen. Bergnügungs- Verein„ Nord= tischen Bewegung und derjenigen der Gewerkschaften bei daß einestheils die Sammlung auf Listen aufhört, andererseits ttch t", Abends 8-11 Uhr, bei H. Sperling, Görligerstr. 37. der heute bestehenden Vereinsgesetzgebung ein wesentlicher auch hier nicht, wie bisher, nur geringfügige Extrabeiträge er- mitglieder werden aufgenommen. Vergnügungs- Verein Fidele Unterschied besteht. Sicher ist, daß wir, wenn ein volles hoben werden. Betrachten wir die Sache von dem Standpunkte Brüder", Abends 9 Uhr bei Berndt, Berlebergerfir. 17. tommen. Vergnügungsflub, Mephisto", Abends 8% Uhr, bei BimmerVereinigungsrecht in Deutschland vorhanden wäre, entschieden des wahren Solidaritätsgefühls, dann müßte jeder in Arbeit mann, Brunnenstr. 119. Gäste willkommen. Verein ehmaliger 87er, dafür sorgen würden, daß in den gewerkschaftlichen Organisationen Stehende, nicht nur Mitglieder des im Ausstand befindlichen Ge- Abends 9 Uhr, im Königstadt- Kasino, Holzmarktstraße 72. Rauchklub Rosenblätter", Abends 8% Uhr bei Leopoldt, York- und Manngleichzeitig die politischen Fragen zur Erörterung kommen. Der werbes, sondern jeder Arbeiter überhaupt, so viel von seinem fteinstraßen Ede. Gäste willkommen. Vergnügungsverein Reichs= Unterschied zwischen der politischen Thätigkeit, wie die Arbeiter: Wochenverdienst abgeben, als der Ausstehende weniger an Unter- Frone" Abends 9 Uhr, im Bittoria- Ballsalon, Berlebergerstraße 13. Ver partei fie entwickelt, und der Aufgabe der Gewerkschaften liegt stüßung erhält. So weit wollen wir gar nicht einmal gehen, gnügungsverein„ Glück auf" Abends 8% Uhr im Restaurant Blant, SchönGäste willkommen. Vergnügungsverein Schönhauser darin, daß die erstere eine Umgestaltung der gegenwärtigen sondern nur darauf aufmerksam machen, daß ein jeder Arbeiter, leinſtr. 1. Gesellschaftsorganisation anstrebt, während die lestere in ihren gleichviel welchem Berufe er angehört, ein Interesse an jedem in de Abends 9 Uhr, Schönhauser Allee 45. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Dienstag, Abends Bestrebungen, weil die Geseze uns hierin Grenzen ziehen, auf Ausstand, an welchem Orte er auch stattfindet, hat. Jeder ver: uhr, uebungsstunde, Aufnahme Don Mitgliedern. Gefangverein bet Seife. Ge= dem Boden der heutigen bürgerlichen Gesellschaft steht. loren gegangene Kampf verschlechtert die Arbeitsverhältnisse und Steineiche"( Böttcher), Lichtenbergerstraße 21 Norddeutsche Schleife", Restaurant Kaiser Franz Arbeiter Gesangverein Vorwärts"( Süds Während also die erftere darauf hinausgeht, abgesehen von stärkt die Macht des Unternehmerthums nicht nur in dem in fangverein Gesangverein Allegro", Stalizer den Vortheilen, welche den Arbeitern durch die Arbeiterschutz- Frage kommenden Gewerbe, sondern im Großen und Ganzen. Gesangverein Olympia", Prinzenstr. 106 bet Gesetzgebung, welche die Partei anstrebt, geboten werden, in Deswegen muß danach hingestrebt werden, daß die Beitragsspäterer Zeit durch die Umgestaltung der Produktionsweise allen leistungen in den einzelnen Gewerkschaften höhere werden, sowie Gesangverein„ MaiMitgliedern der Gesellschaft ein sorgenfreies Dasein zu ver- die Leistungen und Extrasteuern bei Streits nicht so minimal wie glöckchen", Hochstr. 32 a bei Wilte. Männerchor„ Süd- Ost", Röpnicker: schaffen, suchen die letzteren( Gewerkschaften) auf dem Boden des bisher bleiben. Männer- Gesangverein Harmonia", Abends 9 Uhr heutigen Klassenstaates die Lage der Arbeiter zu verbessern. Nicht mit einem Male werden wir die Leistungsfähigkeit fraße 191 bei Joge. bei Lemm, Steinmetzstr. 76. Gesangverein Bruderherz" bei Birto, Männer- Gesangverein Schildhorn", Usedomstr. 33 Nun liegt einem jeden mit den Verhältnissen Vertrauten der Mitglieder mehr in Anspruch nehmen dürfen, aber es muß Straußbergerfir. 3.Gesangverein Waldtapelle" in FriedrichsAugen, daß die Dor im ständig darauf aufmerksam gemacht werden, daß größere Opfer bei Miete, Abends 9 Uhr. besitzende Klasse, und Gesangverein besonderen Falle das tapitalfräftige Unternehmerthum, gebracht werden müssen, wenn wir auf gewerkschaftlichem Gebiete bagen, Restaurant Blank, Friedrichstraße, Abends 9 Uhr. " Unverzagt", Röpnickerstr. 127 a bei Rüfter. Ihn'scher Gesangverein noch eine nicht zu unterschätzende Macht bildet und liegt anderer Vortheile erringen wollen. " Humor", bet Birt, Straußbergerstr. 3. feits mit dieser Erkenntniß die Verpflichtung vor, daß wir, wenn wir überhaupt Bortheile haben wollen, die Macht unserer Organisationen so stärken, daß sie dem Unternehmerthum gewachsen find. Dies dürfte, wenn wir bedenken, daß die große Zahl der organisirten Arbeiter ohne Rücksicht auf das Gewerbe stets solidarisch zusammensteht, während in allen Kämpfen es sich nur um die Unternehmer eines bestimmten Gewerbes handelt, sicher nicht schwer sein. flar Die Generalfommission. C. Legien, Vorsitzender. Situationsbericht der Generalfommission. Eine wesentliche Aenderung in der Lage der im Ausstande befindlichen Arbeiter ist nicht eingetreten. In Ottensen hat sich theils durch Abreise, theils durch Eingehen auf die Forderung der Fabrikanten die Zahl der Ausständigen etwas verringert, dagegen ist ein Ausstand der Klavierarbeiter in der Fabrit von Malz u. Comp. weDie wirthschaftlichen Kämpfe( Streits, Aussperrungen) spielen gen 2ohnreduzirung von 7-25 pet. eingetreten. Es sind bei diefich nicht in der Weise ab, wie der Kampf auf dem Schlachtfelde, sem Ausstande 30 Arbeiter mit 24 Kindern in Mitleidenschaft wo die Intelligenz der einzelnen Person, die persönliche Tapfer- gezogen. feit zum Siege führen kann, sondern sie gestalten sich immer Vorläufig fann noch anfallen Plätzen die Sachlage zu Gunsten mehr zu einer Machtfrage. Die Macht des Unternehmerthums der Arbeiter sich gestalten, wenn seitens der deutschen Arbeiter wächst mit der Vergrößerung des Kapitals und tritt besonders genügende Unterstüßung gewährt wird. Wir ersuchen deshalb während der wirthschaftlichen Krisen zu Tage. Die Macht nochmals, in den Sammlungen von Unterstützungsgeldern fortzudes Arbeiters liegt in der Organisation. Diese muß fahren und sobald als möglich zusammenkommende Beiträge einer so gestalten, daß sie eine möglichst große Zahl der senden zu wollen. Berufsgenossen umfaßt und dann muß versucht werden, die einzelnen Berufsorganisationen zu einem festen Ganzen zu verbinden. Schon die gewaltige Zahl der zu einer Organisation verschmolzenen Arbeiter wird dem Unternehmerthum Respekt einflößen; dann aber bedeutet die Zahl der Mitglieder auch die finanzielle Leistungsfähigkeit, weil jeder Einzelne seinen Beitrag in eine Kaffe zahlt. Demnach liegt unsere Macht in der Größe unserer Organisation. Versammlungen. : Grenadierplay 7. " Dit)" bet ziemer, Cuvrystr. 16. ftraße 142 bei Greiser. Gerth. Gesangverein Kreuzberg", Tempelhofer- Ufer 15 bei Arang. Gesangverein" gibelitas", Ucterstraße 13 bet summer. ,, Moabiter iedertafel", Wilhelmshavnerstr. 23 bei Brosch. Depeschen. Braunschweig, 9. Febr.( Telegr. des Herold".) Zu Lutter wurde foeben der Kriegerverein aufgelöst wegen Eindringens sozialistischer Tendenzen. Die Mitgliedschaft vertheilt die Vereinsfasse unter sich. Wolfenbüttel, 9. Februar.( Telegramm des„ Herold".) Große Mißstimmung herrscht unter der Arbeiterschaft, weil die zunehmende Beschäftigung der Gefangenen der hiesigen Landesanstalt mit industriellen Betrieben viele Familienväter arbeitslos macht. Eine allgemeine Versammlung soll einberufen werden, um die Landesregierung und event. den Reichstag anzugehen. Briefkaffen der Redaktion. Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflich Antwort wird nicht ertheilt. An Korrespondenten nnd Einsender von Notizen 2c. Wir bitten, falls es sich nicht um Zahlung eines bestimmten Achtung, Arbeiterinnen! Große Generalversammlung des Allgemeinen fleineren Schuldbetrages handelt, das Beilegen von BriefArbeiterinnen- Bereins Berlins und Umgegend am Mittwoch, den 11. Februar, marten zu unterlassen. Dieselben können leicht verloren Abends 8 Uhr, in Scheffer's Salon, Infelfir. 10. Tagesordnung; mitgehen und bereiten uns nur Verlegenheiten. Die Redaktion des jahresbericht der Kassirerin. 2. Bereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, pünktlich zu erscheinen. Neue Mitglieder Vorwärts" ist reich genug, ihre Portokosten felber zu tragen, werden vor der Versammlung aufgenommen. Die neuen Statutenbücher wer- und zehn oder zwanzig Pfennige in Briefmarken den Absender ben ausgegeben. Gauverein Berliner Bildhauer. Die Bereins fizung findet Mittwoch, zurückzuschicken, kostet, vom Zeitverlust abgesehen, an Porto ganz oder den 11. Februar, Abends 8% Uhr, im Restaurant von Gaillard, Dresdenerfir. ziemlich so viel, als der Betrag werth ist. Herr H., der heute Nr. 87, Sof part., ftatt." Tagesordnung: 1. Bortrag des Dr. med. Herrn zwei Behnpfennig- Marken beilegte, kann dieselben in der Stedaktion wieder abholen. Büffy. 2. Geschäftliches. 3. Wahl der Rechtsschutz- Kommission und des Bergnügungsfomitees. 4. Verschiedenes. Die Kollegen werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Wir dürfen uns aber durchaus nicht verbehlen, daß wir von einer solchen die Macht befizenden Organisation noch weit entfernt find, entfernter aber sind wir noch von der wahren Bethätigung des Solidaritätsgefühls und der Opferfreudigkeit, wie sie unseren noch so mächtigen Gegnern gegenüber absolut erforderlich ist. Wir finden Vereine, welche einen Monatsbeitrag von 20 Pfennig haben, andere zahlen 10 Pfennig pro Woche, liefern dafür aber Albumarbeiter und Arbeiterinnen. Große öffentl. Bersammlung am die Fachzeitung gratis und nur wenige sind es, die über einen Mittwoch, ben 11. Februar, Abends 8% uhr, in den leftfalen Drantenstraße 180( oberer Eaal). Tagesordnung: 1. Berichterstattung der Wochenbeitrag von 15 Pfennig hinausgehen. Wohl ist zu er- Kommission und Konstituirung des Vereins. 2. Statutenberathung. 3. Wahl wägen, daß ein Beitrag von 10 Pfennig pro Woche, von jedem des provisorischen Vorstandes bis 1. Jult 1891. Eröffnung der Versammlung präzise 9 Uhr. den heute bestehenden Organisationen angehörenden Arbeiter geDie Geselligen Bereine Berlins werben zu einer öffentlichen BerLeiftet, zusammengestellt eine gewaltige Summe repräsentirt, doch sammlung am Sonntag, den 15. Februar cr., Vormittags 10 Uhr, im oberen wird dieser Beitrag fast völlig für die Zeitung, die Ver- Saale der Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20, um über eventuelle Gründung waltung und Agitation verbraucht. Bricht ein größerer Streit eines Bundes zu beschließen, eingeladen. Der Einberufer: G. Kraft, Boekh aus, dann muß man sich mit der Erhebung von Extra- Die Freie Vereinigung der Kaufleute veranstaltet am Freitag, den beiträgen befassen oder Sammellisten ausgeben. In beiden 20. Februar, eine große Feier in Feuerstein's Salon, Alte Jalobstraße 75, Erinnerung an den Wahlsteg der deutschen Sozialdemokratie. Die Feier Fällen aber werden, und leider nur von Wenigen, nur Pfennige besteht aus einem Konzert unter Mitwirkung des Raiser'schen Männerchors geleistet. Die Sammlungen gehen langsam von statten und ist mit nachfolgendem Tanz. Prolog" Sum 20. Februar", verfaßt von Manfred ftraße 14. Achtung Metallarbeiter! General- Versammlung Der der Seifensieder 140 " M. Sch., Rigdorf. Sie müssen bei so wichtigen Mittheilungen stets für die Redaktion die vollen Namen der betheiligten Personen anführen. Wenn es nicht nöthig ist, werden diese Namen gegen ihren Wunsch nicht veröffentlicht. Von der öffentlichen Männer- nnd Franenversammlung bei Knebel durch Heitmann 7,15 Mark; erhalten am 8. Februar. Marten, Vertrauensmann. Briefkasten der Expedition. Die Vorstände der Gewerkschaften, politischen Vereine, Reseklubs 2c. werden hiermit dringend gebeten, uns baldigst die genauen Adressen ihrer Kassirer einzusenden. Die Expedition des Vorwärts", Beuthstr. 3. Ethische Gesellschaft. Außerordentliche General- Versammlung. Am Montag, den 16. Februar, Abends 8 uhr, Kranken- u. Begräbniß- Kasse mittwoch, 11. Februar, Abds. 8 Uhr, bei Seefeldt, Grenadierſtr. 33; findet in der Brauerei Friedrichshain eine große öffentliche Versammlung der Metallarbeiter aller Branchen statt. Die Vorstände der verschiedenen Vereine werden gebeten dieses zu berücksichtigen. 224/11 u. Berufsgen.( E. s.17) zu Berlin am 15. Februar, Vorm. 10 Uhr, im Restaur.Wollschläger, Blumenstr. 78. Tagesordnung: 1. Rassenbericht. 2. Wahl 3. Tages Ordnung: Abrechnung vom Kränzchen. Anschaffung einer Bibliothek. Anschluß an den freireligiösen Bund und Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Baht des Gesammt. Worstandes. Neu! Stuttmeister's Frucht- Syrup. Rea! Albumarbeiter und-Arbeiterinnen Berlins! Verschiedenes. Große öffentliche Versammlung am Mittwoch, den 11. Februar, Abends 82 Uhr, in den Zentral- Festsälen, Oranienstraße 180( oberer Saal). Tages- Ordnung: Quittungsbuch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder bittet Der Vorstand. 425 b Tischler- Verein. 1. Berichterstattung der Kommission und Konstituirung des Vereins. Am Sonnabend, den 14. Februar cr., Referent: Herr Miolenz. 2. Statutenberathung. 3. Wahl des provisorischen Vorstandes bis 1. Juli 1891. Eröffnung der Versammlung präzise 9 Uhr. Achtung! Deffentliche Bersammlung 410 b Achtung! der Kartonarbeiter und-Arbeiterinnen am Mittwody, den 11. Februar, Abends 72 Uhr. in Breuer's Salon, Große Frankfurterstraße Nr. 74. Tages Ordnung: 1. Vorlegung der Statuten. 2. Diskussion. 3. Vorstandswahl. 4. Verschiedenes. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht 430 b Die Kommission. Plätterinnen, Wäscherinnen, Stärkerinnen und Bolzenlente!! Der unentgeltliche Arbeits- Nachweis des Vereins der Plätterinnen und serwandten Berufsgenossen befindet sich Holzmarktstr. 3, Hof 3 Treppen, bei Frau Krug und ist geöffnet: Wochentags Abends von 7-9 Uhr und Sonntags Vormittags von 10-12 Uhr. 245 Es werden schon verlangt: Blätterinnen, Stärkerinnen und Bolzenleute; bitte sich also schleunigst zu meldeu. Der Vorstand. Empfehle den Genossen das Gedenkblatt zur Arbeiterbewegung 1890 in sauberer Ausführung, 55 X 66 Zentimtr. Größe. Nach Auswärts gegen Einsendung von 1 Mark in Briefmarken. Karl Scholz, Wrangelstraße 32. 95 L in Sanssouci, Rottbuserstr. 4a: Grosser Um 12 Uhr: Wiener Maskenball. Einzug d. Prinzess Carneval. Billets sind zu haben bei den Herren A. Winter, Glifabeth- Ufer 55; Birke, 3offenerstr. 40; Kreuschner, gausitzerNew! ist das billigte, gesündete Volko- Nahrungsmittel. Sester Erfah für Butter und Bucker. Vorzüglich zur Bereitung von Gancen, Gemüse etc. geeignet. Besonders zur Linderung von Husten und Heiserkeit empfohlen. Zu haben in allen Kolonialwanren-, Mehl- und Vorkoßhandlungen Berlins und Vororten, sowie im Verkaufslokal: Grüner Weg 43. Man fordere ausdrücklich: ,, Stuttmeister's Frucht- Syrup". Wes Händler erhalten lohnende Preisermässigung. Nur 1 Mark. Klagen, Eingaben, Reflamationen, Rath im Zivil- und Strafprozeß. Einziehung von Forderungen. Pollak, eht Ranpachir. 7, I. Auch Sonntags. Das Lager Berlins Kinderwagen.Andreasar.23,§.p. Wohnungen v. 50 bis 70 Thaler 36 M Forsterstraße 51/52. Eine freundl. Schlafstelle f. anständ. Hof rechts I. bei Krautsch. straße 44.[ 424b] Der Vorstand. Platina- Abfälle iest Gr. 1,20. Mädchen ſof. zu verm. Admiralſtr. 35, Empfehle mein Geschäft in friscaen 333 J Blumen und Kränzen. 24L Linke, Nr. 25, Berlin. Neue Hochstraße repariren kostet Robert Meyer, Jede Nähmaschine unter Garantie Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Irrthum zu vermeiden, erkläre ich meinen Freunden und Genossen, daß ich mit J. Meyer, Wienerſtr. 1, in keiner geſchäftlichen oder verwandtschaftlichen Beziehung stehe. Versicherungen.[ 433b M 2,50 M., fleine Reparaturen billiger. 56 P W. Maaske, Genosse, Christinen- Straße Nr. 34. Arbeitsmarkt. 428b Sattlergesellen auf Koffer werd. fol. verlangt F. Ostwaldt, Fürstenwalder I. 436b Speise- Leinöl frisch und straße 4. L. garantirt rein, empfiehlt die Fabrik- Niederlage Ein junges Mädchen, welches die Zur Uebernahme von Mobiliar-, von M. Krüger, Skaliberstr. 105. Schneiderei erlernt hat, sucht zur weis teren Ausbildung bei einer Genossin Glas= und Lebens Versicherungen cmpfiehlt sich die General- Agentur der fauber und billig zu waschen Es empfiehlt sich jede Art Wäsche in Arbeit zu treten. Näheres beim Union", Hedemannstr. 4. Gewandte Leute werden als Vertreter bei hohem 377 b Einkommen zu engagiren gesucht. H. Auersch, Köpenick, Grünauerstr. 42. Kautsch.- Stempel, Monogr. u. Sign. Wohnungen Genossen Spannemann, Heinersdorfer straße 9, Hof 3 Tr. 432b Schneider auf Regenmäntel außer v. 2-3 Stuben m. u. dem Hause sucht Beschäft. Orlenstein, Alexandrinenstr. 37a. Schablonen, Inschriften. 83 Erfer, freier Aussicht, z. 1. April zu H. Guttmann, Brunnenstr. 9. verm Friedenstr. 55, Eckhaus. 243M 195 Tüch.Silber- Presser verl.Sebastianstr.20. Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 34. Lokales. darüber folgendermaßen: Welche auftrengende Geiftesarbeit die weisen Väter mancher Gemeindevertretung in der Nähe der deutschen Reichshauptstadt aufwenden müssen, um mit Würde ihres Amtes zu walten, davon lieferte kürzlich die öffentliche Sigung der Gemeindevertretung von Friedrichsberg einen ergöglichen Beweis. Die Bolts Zeitung für Ober- und Niederbarnim" berichtet " In der am vergangenen Montag, den 12. Januar abgehaltenen ordentlichen öffentlichen Sigung der Gemeinde vertretung, zu welcher sämmtliche Mitglieder erschienen waren, begrüßte zunächst der Vorsitzende Herr Gemeindevorsteher Herrmann die Anwesenden mit einem furzen Neujahrswunsche und wendete sich sodann an die neu gewählten Mitglieder der Gemeindevertretung, die Herren Dittner, Baade, Ströhmann, Eckert, Haberland und Clotofski, um ihnen mit einigen Worten die Schwere und Verantwortlichkeit des von ihnen zu übernehmenden Gemeinde- Amtes auseinanderzusetzen und sie zu ermahnen, in diesem Amte immer pflichtgemäß und so zu handeln, wie sie es mit dem guten Gewissen vereinbaren können. Es erfolgte sodann die Verpflichtung der genannten Herren durch Handschlag." Amtes. Dienstag, den 10. Februar 1891. 8. Jahrg. burg. Db das mit Vorwissen des Besizers oder gangen ist, daß nicht nur der Bauplatz bezahlt werden konnte, aus eigner Machtvollkommenheit seines Verwalters Herrn daß sogar 6000 Mark Bautapital vorhanden ist. Da das Haus Knauer geschieht, ist nicht bekannt, aber auch wohl gleich aber 40 000 Mart tosten soll, so fehlt noch recht viel und des giltig. Thatsache ist, daß bei dieser arbeitslosen Zeit" halb erläßt der fromme Herr einen Nothschrei an Arm und zu gedrückten Löhnen ländliche und industrielle Arbeiter Reich. Helfen Sie, schreit er, auch dazu und wenn Sie in jeder gewünschten Anzahl zu haben sind, und es ist wahrhaft nicht mehr schicken tönnen, als ein paar ungestempelte Briefnicht nöthig, Gefangene im Sträflingsanzug von Rummelsburg marten, Den Herrn Kaplan unterstützen in seinem Unternehmen fchen Gutes steht mit dem Herrn Pfarrer in beständigem Verkehr. der den Pfaffen eigenthümlichen Zähigkeit zweifeln wir nicht an nach Biesdorf zu transportiren. Der Verwalter des Siemens eine ganze Menge hochgeborene Grafen und Barone. Und bei Man hat aber noch nicht gehört, daß Lekterer seinen Einfluß den Erfolg der Bettelei. In einigen Jahren wird das Vereinsdahin geltend machte, daß während des Winters, wo Tausende haus in Ratibor gebaut sein. Herr Flascha wird sich einbilden, von beschäftigungslosen Arbeitern mit ihren Familien zu Hause damit eine weltbewegende That vollbracht zu haben er meint barben, die Herren Gutsbesitzer ihren Bedarf an Arbeitskräften gewiß, damit die katholischen Gesellen vor ihrem Verderben geschüßt zu haben und mit solchen Gründungen den Lauf der zunächst aus den freien Arbeitern entnehmen. Dinge aufzuhalten. Wie sehr er im Irrthum ist, wird ihn die Bukunst lehren. Gerichts- Beitung. Versammlungen. Bauhandwerker. Das Berliner Wurstpapier hat schon wiederholt ganz diskrete Dinge zu Tage gefördert. Bor uns liegen ein paar Blätter aus den Akten der hiesigen hochwohllöblichen SchneiderInnung, betreffend Unterstützungen von Innungsmitgliedern. Das eine Blatt enthält eine Benachrichtigung, daß dem Bittsteller unterm 26. Februar 1869 eine Unterstüßung von 5 Thalern bewilligt ist und die daneben stehende Quittung des mit dieser Summe Beglückten. Das andere Blatt enthält ein de- und weh- 3wei öffentliche Bauhandwerker Versamm müthiges Bittgefuch eines in der Gartenstraße wohnenden ungen( der Maurer und 3immerer) fanden am 8. d. M. Diese Mühe hätte sich nun eigentlich der Herr Vorsteher Schneidermeisters, mit der Verfügung der Innung an die Herren gleichzeitig im„ Gisteller" statt. Von diesen erlitt die letztere sparen können. Denn diese Herren bekamen in derselben Sitzung 5. und F. zur Recherche. Eine Bleistiftbemerkung„ 15 Mark" Versammlung durch polizeiliche Auflösung ein vorzeitiges Ende. sofort den nöthigen Begriff von der Schwere" ihres neuen läßt den Erfolg dieses letzteren Gesuchs, das vom 21. August 1889 Die zahlreich besuchte Versammlung tagte unter Vorsitz des datirt, ahnen. Die brave Schneider- Innung scheint durch Verkauf Kameraden Hugo Lehmann. Die Tagesordnung, gegen Nach Erledigung mehrerer Gegenstände der Tagesordnung ihrer Unterstützungsatten den fühnen Entschluß versinnbildlicht welche kein Einspruch seitens der Versammelten erhoben wurde, folgten nämlich mehrere Interpellationen, welche gegen die Person zu haben, daß damit dies Schuldbuch vernichtet sein sollte. Daß lautete: Die Lage im heutigen Baugewerbe und des Gemeindevertreters Herrn Liesegang gerichtet waren. Da aber die Bittsteller mit ihren Gesuchen um Wurst, Schmalz und der Aufruf zur Konferenz der Bauhandwerker auf einstimmigen Beschluß der Versammlung über diese Angelegen Speckt gewickelt werden, das haben die armen Leute doch nicht Berlins". Die Lage im Baugewerbe fand durch Regierunge heiten ohne Ausschluß der Deffentlichkeit verhandelt wurde, so verdient, und das ist auch wie der Berliner sagt schon nicht Baumeister Kepler eine eingehende Beleuchtung. Derselbe ist auch, wie das vorerwähnte Blatt sich ausdrückt, die örtliche mehr schön. zeigte die Entwickelung des Baugewerbes zum heutigen ton= Presse genöthigt, von denselben Notiz zu nehmen. Herr Liesegang angebenden in den großen Städten. Doch überwiege in demhatte zunächst sich persönlich an einer Versammlung betheiligt, selben die Spekulation, und dasselbe sei demzufolge großen welche im Westen von Berlin kürzlich behufs Besprechung der Schwankungen unterworfen, welche die Bauhandwerker genugsam neuen Gemeinde Ordnung stattfand, und war auch von dieser am eigenen Leibe verspüren. In der sogenannten Gründerzeit, Versammlung in eine Kommission gewählt worden. Infolge dessen war in Referaten über jene Bersammlung beziehungsweise über die Thätigkeit der Kommission verschiedentlich von stand der Schneider E. Stimmer am 6. d. M. vor dem Schöffenwerfer eine geradezu krankhafte Bauwuth. Eine Unmasse BauhandWegen Nebertretung des§ 15 des Vereinsgefeges als der Milliardensegen über Deutschland hereinbrach, herrschte wurden nach Berlin gezogen. An Ordnung Herrn Liesegang als dem. ,, Vertreter von Lichtenberg" die Rede. gerichte zu Rixdorf. Der Betreffende hatte am 23. November 1890 in Bezug auf Arbeitszeit oder Arbeitslöhne war nicht zu Diese ungenaue Bezeichnung konnte die Meinung erwecken, Herr in einer in der Bergschloßbrauerei Rigdorf abgehaltenen Volks- denken. A13 man die Nothwendigkeit erfannte, fich Liesegang habe sich unbefugt als offiziellen Vertreter der Ge- versammlung den Vorfiz geführt. Bei den Worten eines Redners: zu organisiren, da kam der große Krach und die Löhne sanken meinde Lichtenberg ausgegeben. Auf eine an ihn seitens des es gehen heute viele mit Strängen nach den Kirchhöfen, die viel von 50 Pf. bis auf 30 Pf. pro Stunde herab, thatsächlich HungerHerrn Vorstehers dieserhalb gerichteten Interpellation erklärte der fach noch gar nicht ihre Miethe bezahlt oder zu Hause nichts zu löhne gegenüber der Preissteigerung aller Lebensbedürfnisse. genannte Herr, daß er sich selbst nie als Vertreter von Lichtenberg essen haben, erhob sich der überwachende Gendarm und verbat sich Damals war nichts zu erreichen, die Bauhandwerker waren zu bezeichnet habe, womit diese Angelegenheit erledigt war. Herr solche Redensarten vom Redner. Vom Vorsitzenden St. aufmerk schwach und das Kapital stand vor einer Krise, welche infolge Schöffe Kloster warf sodann Herrn Liesegang vor, daß derselbe sam gemacht, daß nur er( St.) das Recht der Unterbrechung habe, der falschen Wirthschaftspolitik, die beliebt wurde, ziemlich lange in einem öffentlichen Lokale mit einem hiesigen Ortsarmen, welcher löste der Gendarm die Versammlung auf, die Versammelten zum anhielt. Die allgemeine Unsicherheit wirkte lähmend auch auf im Armenhaus wohnt, Stat gespielt habe. Herr Liesegang stelte fofortigen Werlaffen des Saales auffordernd. Da viele Frauen das Baugewerbe ein. In den achtziger Jahren begann die Bauden Vorgang, über welchen die Versammlung ihre Mißbilligung im Saale anwesend waren, die ängstlich nach Der spekulation sich wieder zu regen und erreichte im Jahre 1889 die äußerte, nicht in Abrede, erklärte aber, er habe nur gewußt, daß Thüre drängten, rief der Angeklagte dazwischen, man möge höchste Höhe. Später ging die Konjunktur wieder zurück. Was der Betreffende im Armenhause wohne, nicht aber auch, ruhig erst seinen Ueberzieher anziehen und Hüte und Schirme nun die Rage des Baugewerbes speziell in Berlin betrifft, so daß er Armenunterstützung empfängt, und überdies sei nicht vergessen. ihm die obige Anflage meinte Redner: Alle geeigneten Terrainkomplexe um Berlin derselbe auch nur vorübergehend als Vertreter eines ein- ein. Die als Zeugen geladenen Genossen Schneider und Gericke feien in Händen von Spekulanten, welche damit Wucher zu mal hinausgegangenen Herrn am Spiel betheiligt gewesen. gaben den Thatbestand wie oben geschildert zu. Der Staats- treiben wünschen und die Grundstückspreise nach Kräften in die Der dritte Vorwurf, Vorwurf, welcher Herrn Liesegang gemacht anwalt hob in seinem Plaidoyer hervor, daß in legter Höhe zu treiben suchen. Neben diesen stehen wieder die Speku wurde, reicht bis zum Jahre 1884 zurück. Damals hat Herr Beit die überwachenden Beamten vielfach lanten mit Baugelbern, welche ebenfalls gute Geschäfte zu mache Liesegang als Schöffe die Ausgabe des Petroleums für die öffent- hita nirt worden seien; da ferner der Angeklagte ein hoffen. Die zur Ausführung gelangenden Bau- Unternehmungen liche Straßenbeleuchtung unter sich gehabt, wobei er ein Aus- notorischer Sozialdemokrat ſei, empfehle er eine feien zum großen Theile unfolide, ja schwindelhaft. Mittelgabebuch zu führen hatte. Gelegentlich einer Revision stellte sich strenge Strafe. lose Leute würden als Bau- Unternehmer vorgeschoben, hinter nun das Fehlen eines größeren Postens Petroleum heraus, dessen Der Angeklagte verwahrte sich energisch gegen diesen Straf welchen oft erst in zweiter und dritter Reihe die GeldVerbleib nicht nachgewiesen werden konnte. Das Ausgabebuch verschärfungsgrund, da laut Verfassung alle Preußen vor dem männer stehen. Sind die Häuser fertig gestellt, dann kommt soll nicht mit der erforderlichen Genauigkeit und Sorgfalt geführt Gefeß gleich feien. Der Gerichtshof erkannte auf 30 Mt. Geld das Privattapital in Betracht. Sei Neigung zum Häuserworden sein und den Revisoren gelang es nicht, Ordnung in die strafe oder 10 Tage Gefängniß und hob als strafverschärfend verkauf vorhanden, dann sei die Spekulation geglückt; sei keine Sache zu bringen. Später hat Herr Liesegang eingestandener hervor, daß der Angeklagte während der Verhandlung eine Neigung vorhanden, dann blieben die Häuser in den Händen maßen diese Ordnung dadurch wieder hergestellt, daß er genaue Gesetzestenntniß an den Tag gelegt habe und deshalb mittellofer Unternehmer, würden subhastirt, und unter Ausfall eine Anzahl Blätter aus dem Buche entfernte und eine wissen mußte, daß nach Schluß der Versammlung der Saal der Forderungen der Handwerker und sonstiger Gläubiger erstehe neue Rechnung aufstellte, welche nun stimmte. Eine offizielle sofort zu räumen sei. Im zwischenraum waren während der sie der eigentliche Geldmann um ein Billiges. Die Häuser seien Weiterverfolgung der Angelegenheit trat damals nicht ein. Verhandlung 10 Gendarmen vertreten und nur 8 Zivilpersonen. eben Spekulationsobjekte und gingen aus einer Hand in die Als im nächsten Etatsjahr, trogdem eine neue Straße zur Höchstwahrscheinlich sollten die ersteren hier Gesezestenntniß sammeln. Beleuchtung hinzutrat, 500 Mt. gegen das Vorjahr an Petroleum erspart wurden, hat man dieses Faktum, mit jener Unregelmäßigkeit in eine für Herrn Liesegang ungünstige Verbindung gebracht. Sowohl von Seiten des Herrn Vorstehers als auch anderer Herren wurde die Ansicht geäußert, daß sie in einer ähnlichen Lage ihr Gemeindeamt niederlegen würden. Herr Liesegang verwahrte sich entschieden gegen den Verdacht, als Arbeiter, gedenkt der Ausgesperrten! Gedenkt Bauf Kosten der Gemeinde irgend einmal einen erlaubten Eurer hungernden Brüder! Sammel- Marken können alle Diejenigen an unten bezeichneten Bortheil erzielt oder auch nur erstrebt und gab nur Irrthümer in Soziale Uebericht. der Buchführung zu. Die Erhebung der Beschuldigungen gegen Stellen empfangen, welche sich genügend legitimiren: seine Person seien nur ein Manöver, wie es früher bereits gegen andere Gemeindevertreter in Szene gesetzt worden wäre, um ihn aus feinem Gemeindeamte zu drängen. In der sich noch weiter hinspinnenDen recht unerquicklichen Debatte verwahrte sich besonders Herr Kiel- und block gegen eine solche Annahme und forderte u. a. für seine Person, daß man ihn nicht verdächtigen solle, Politik und allerlei Nebenintereffen in die Gemeindevertretung hineinzutragen. Nach Erledigung einiger nebensächlicher Angelegenheiten wurde sodann die Versammlung, welche, als erste im Jahr, fein ungünstiges Omen für die nachfolgenden sein möge, geschlossen. Es ist überflüssig, über diese ehrenwerthe Gemeindevertretung noch ein Wort zu verlieren. Dieses und ähnliche Vorkommnisse müssen für die Arbeiterbevölkerung der Ortschaft ein Sporn werden, ihren berechtigten Einfluß in der Gemeindevertretung zu erlangen, damit diese gebildeten Herren von den Arbeitern lernen fönnen, wie man in solchen Körperschaften verfährt. 1. Bei Wilh. Börner, Ritterstr. 108, im Zigarrenladen. " 2. Aug. Motes, Bigarrenarbeiter, Pojenerstr. 11. 3. Karl Butry, Zigarrenarbeiter, Stralsunderstr. 15, 11. in den Zahlstellen: " Restaurant. 4. Sonnabend Abends von 7-9 Uhr Elisabethstr. 29 im 5. Freitag Abends von 7-9 Uhr und Sonntag Vormittags Rheinsbergerstr. 19 im Restaurant. 6. Montag Abends von 7-9 Uhr Adalbertstraße 4 im Restaurant. Um Irrthum zu vermeiden, theilen wir mit, daß diese gesammelten Gelder an die Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands( Dammann- Hamburg), wie ja auch die Duittungen desselben beweisen, gehen, also nicht nur für die Tabatarbeiter Die auf Marten gesammelten Gelder müssen verwendet werden. möglichst schnell verrechnet werden. Die Kommission für öffentliche Angelegenheiten der Tabalarbeiter Berlins. andere. Jeder jeweilige Besizer wolle daran verdienen und suche den Grundstückswerth zu steigern durch Steigerung der Miethen. Eine Schraube ohne Ende! Mitte des vorigen Jahres war ein derartiger Zustand. Die Wohnungsmiethen waren derartig in die Höhe getrieben, daß fie feine weitere Steigerung mehr vertrugen, die Häuser waren demzufolge schwer verkäuflich, das Kapital zog sich zurück, die allgemeine Unsicherheit wirkte lähmend auf alle gewerbliche Thätigkeit ein, die Bauthätigkeit stockte, daher die heutige traurige Lage der Bauarbeiter. Dazu tommt der Rückgang der Bauthätigkeit in Hamburg, die baldige Fertigstellung der Anschlußbauten, der außerordentliche Zuzug von außerhalb, welcher die hiesigen Löhne drückt und schwer für Organisation oder dergleichen zu gewinnen ist. Die Arbeiter von außerhalb werden zudem von der Meisterschaft bezw. von den Unternehmern bevorzugt, indem diese glauben durch billige Löhne ein Vortheil erivachse, nicht bedenkend, daß durch ein Sinken der Löhne auch der Werth des Grundstücks finft. Dieser Werth setzt sich zusammen aus BodenSobald einer der werth, Materialwerth und Arbeitswerth. drei Werthe sinke, müsse auch der Gesammtwerth sinken. Hohe Löhne seien daher nur im Interesse der Unternehmer. Das Baugewerbe kann nur gefunden, wenn die Arbeiter der willkürlichen Herabsetzung der Arbeitslöhne energisch entgegentreten. Wie sich in diesem Jahre die Bauthätigkeit gestalten werde, lasse sich, wie Referent meinte, noch gar nicht übersehen. Nach außen hin seien die Aussichten wenig versprechend, im Innern der Stadt sehe es besser aus, indem eine größere Zahl Abbruchs- und Umbauten zu verzeichnen seien. Im Augemeinen fönne man erwarten, daß bas kommende Baujahr ein nicht besonders gutes werde. Dennoch brauche Niemand zu verzweifeln. Die Volkszählung habe ergeben, daß eine Ueberproduktion an Wohnungen nicht vorhanden sei. Die Einwohnerzahl Berlins wachse jährlich noch immer um etwa Die polizeilichen Ermittelungen über die Arbeitslofigfeit scheinen nach sehr verschiedenen Grundsäßen vorgenommen J. A.: Wilh. Boerner, Zigarrenfabrikant, Ritterstr. 108. zu werden. Während in einigen Bezirken nur bei den Fabri tanten und anderen Arbeitgebern nachgefragt wurde, wird uns Dreist und gottesfürchtig! Diese Worte drängten sich uns jetzt aus anderen Stadtgegenden mitgetheilt, daß dort die beim Lesen eines jogenannten frommen Bettelbriefes, der uns zuUmfragen in allen Häusern bei den einzelnen Miethern stattfin fällig zu Gesicht tam, unwillkürlich auf. Herr Kaplan P. Flascha 25 000, für diese müsse Unterkunft geschaffen werden, da die Zahl den. Was aus der ganzen polizeilichen Ermittelung heraus- in Ratibor( Oberschlesien) ist der Verfasser dieses Beitelbriefes der leerstehenden Wohnungen nur eine normale ist. Würde also tommen wird, ist unschwer abzusehen. Nicht leicht entschließt und er erbittet milde Gaben zur Einrichtung eines Vereinshauses die Bauthätigkeit in diesem Jahre stocken, so wäre sehr bald eine fich Jemand der polizeilichen Nachfrage gegenüber dazu, die An- für den fatholischen Gesellenverein zu Ratibor. Bitte um einen Wohnungsnoth zu erwarten. G3 sei demzufolge zu hoffen, daß wesenheit von Arbeitslofen zu bejahen, wenn nicht vorwiegende Baustein", überschreibt der fromme Herr poetisch seine durch ganz die Verhältnisse im Baugewerbe sich noch bessern würden, wenn Gründe dazu vorhanden sind, wie etwa Krankheit oder Mieths Deutschland gejagten Brand- und Bettelzirkulare. Doch hören auch gegenwärtig noch wenig Vorbereitungen getroffen wären. rückstand des Arbeitslosen. Und wie soll denn auch in vielen wir, was dem katholischen Gesellen in dem Vereinshause alles Allerdings sei zu berücksichtigen, daß in anderen großen Fällen die Vermietherin wissen, ob die bei ihr wohnenden Schlafleute für Wohlthaten erwiesen werden sollen. Der durchreisende Ge- Städten die Bauthätigkeit feine umfangreiche sei, daß in Beschäftigung haben oder nicht? Wenn ein Arbeiter etwa selle soll Nachtquartier und„ womöglich" auch Beköstigung er- Berlin auch Kommunalbauten in Aussicht seien und demin einer oder in einigen Wochen zwei oder drei Tage Arbeit hat, halten. Die Statiborer Gesellen Vereinsmitglieder aber sollen zufolge für Berlin wieder ein großer Zuzug von Arbeitskräften ist er dann beschäftigungslos im Sinne der polizeilichen Umfrage? eine Stätte finden, wo man höre und staune- ihnen Unter- bevorstehe. Die hiesigen Bauhandwerker feien also gehalten, sich Oder wenn ein Familienvater in seiner Werkstatt täglich nur 4 richt im Singen,(??) Schreiben, Rechnen 2c. ertheilt wird, auf Widerstand, auf einen Kampf mit den unsoliden Spekulanten Und dies habe zu geschehen, indem sie die eigenoder 5 Stunden arbeitet, ist er dann beschäftigt? Der Mangel wo sie in freien Stunden sich versammeln können zur Erholung vorzubereiten. W an ausreichender und, was die Hauptsache ist, einigermaßen von des Tages Last und Müh', damit sie nicht schlechte Lokale artigen Berliner Verhältnisse fest im Auge behalten und demLohnender Beschäftigung tritt in mancherlei Gestalt zu Tage und besuchen und dort verderben, wo sie endlich eine billige nahrhafte gemäß handeln ohne Rücksicht auf außen. Die Solidarität mit es ist ziemlich gleichgiltig, ob er sich polizeilich feststellen läßt oft erhalten sollen. Der Herr Kaplan weist darauf hin, daß in den deutschen Bauhandwertern brauche deswegen in feiner oder nicht. So ein Nothstand ist eine Art Vagabunde, der sich Bayern schon 23, in der Rheinproving 28 und in Westfalen 33 Weise ausgegeben zu werden, das sei auch bisher noch nie geIn Schlesien scheinen jedoch schehen und werde auch in Zukunft nie statthaben. Ferner erwesenheit zu leugnen, wäre doch wohl gewagt. Wie solche Noth- bie Leute weniger von dieſen frommen Gründungen wissen zu wachse den Berliner Bauhandwerkern die Pflicht, sich in den einſtände herveigeführt werden können, darüber belehrt eine uns zu wollen. Es fehlte nämlich nach der Mittheilung des Bettel- zelnen Branchen fest zu organisiren, zusammenzuschließen und mit gehende Mittheilung aus der Umgegend: briefes nur noch das kleine Sümmchen von 30000 Wart, trozdem den anderen mehr Fühlung zu gewinnen, mit einander zu Das Rittergut Biesborf, daß dem bekannten Großindustriellen seit dem 1. Juli 1886, als der Amts- Borgänger des Herrn Flascha marschiren, sich am Orte zu zentralisiren. Die Wege hierzu folle Herrn von Siemens gehört, beschäftigt schon diesen ganzen„ das Betteln zu dieſem dem ehrſamen Handwerk geweihten Unter die geplante Konferenz der Bauhandwerker anbahnen. Diese inter hindurch ungefey20 Chrafgefangene aus Rummels- nehmen" begonnen hatte, von überall her schon soviel einge- Konferenz habe lediglich einen berathenden gebnisse der Berathungen seien abzuwarten. Eine derartige Be- schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem dreifachen Hoch dessen zu treten, welcher die Produktionsmittel rathung könne auf keinen Fall schaden, auch wenn dieselbe feine auf die neu belebte Berliner Maurerbewegung. annehmbaren Resultate ergebe. Die erwachsenden Kosten seien sehr geringfügig. Wenn in Berlin eine große feste Organisation In der Freien Vereinigung der Kaufleute sprach am geschaffen würde und wenn die Baukonjunktur eine etwas bessere 5. d. M. Reichstags- Abgeordneter E. Wurm über Bolts würde, dann sei es wohl möglich, ein Steigen der Löhne zu be- ernährung und Volkseinkommen." Derfelve führte wirken.( Lebhafter Beifall). In der folgenden Diskussion, in seinem längeren Vortrage Folgendes aus: an " nicht in " besitzt. Was geschieht nun von den Besitzenden, welche ja gewissermaßen die Klinke der Gesetzgebung in der Hand haben, um die Lage der Arbeiter zu verbessern? In dem neuen von der Regierung im Reichstage eingebrachten Schußgesez- Entwurf ist von einer Verkürzung der Arbeitszeit, des hauptsächlichsten Mittels, die Lage der Arbeiter in etwas zu heben, abgesehen von einigen in der sich eine größere Zahl Kameraden betheiligte, Die Wissenschaft sei bemüht gewesen, auf Grund erafter Aussicht genommenen Beschränkungen der Arbeitszeit der Frauen fand ein reger Meinungsaustausch über das Gehölte Forschungen festzustellen, welche Stoffe zur Ernährung des und Kinder, nicht im geringsten die Rede. Als Ersatz dafür sind statt. Der Vorsitzende Lehmann beantragte eine Re- Menschen unbedingt erforderlich seien. Ernährung heiße hierbei aber in dem Entwurf eine Menge Fußangeln für die Arbeiter solution, dahingehend, die Konferenz zu beschicken und der Ersatz der durch den Lebensprozeß und die Thätigkeit von enthalten. So sind wir denn auf uns selbst angewiesen. Der Delegirte zu derselben zu wählen. Unter großer Unruhe der dem Körper verbrauchten, von ihm zersetzten und wieder aus- Einzelne kann allerdings nichts erringen; wir müssen uns verVersammlung protestirte Kamerad Ortland gegen die Wahl geschiedenen Stoffe. Das Bedürfniß hierzu äußere sich in dem einigen. Alle persönlichen Bedenken müssen bei Seite gelassen von Delegirten in dieser Versammlung, gegen deren ordnungs- Hunger, der dadurch entsteht, daß bei leerem Magen die scharfen werden, wo es sich um unsere große Sache handelt. Gerade die mäßige Einberufung er Einspruch erhob, und wünschte, daß die Magenfäfte in Ermangelung von etwas Besserem auf Hausdiener, welche am allerwenigsten gegen die Konkurrenz der Wahl von Delegirten bis zu der Versammlung vertagt werde, die Magenwände wirken. Allerdings sei Hunger Arbeitslosen aller Branchen geschützt sind, die am meisten mit welche die Agitationskommission für Mittwoch zu diesem Zwecke ein unvollkommener Regulator, da er sich auch durch Stoffe, die ausgebeutet werden, fie müßten sich vor allen Dingen vereinigen. einberufen habe. Die vorherige Unruhe artete bei der Replit feinen Nährwerth besigen, beschwichtigen läßt. In der Heimath Die große Masse der Hausdiener scheint dies noch nicht begriffen des Kameraden Lehmann, veranlaßt durch den Zwischenruf des Bliemchenkaffees verdünne man durch Cichorienbrühe das zu haben. Von 30 000 Berliner Hausdienern find ca. 2000 " Lügner" in einen derartigen bedauerlichen Tumult aus, daß der scharfe Pepsin, andere Leute stopfen sich den Magen voll Kar- organisirt, und diese noch dazu in 4 bis 5 Vereinen zerüberwachende Polizeibeamte Veranlassung nahm, die Versammlung toffeln, die den Magensaft wohl aufsaugen aber nur von mini- splittert. Letzteres ist ganz entschieden falsch, wollen Sie etwas aufzulösen. malem Nährwerth seien, wieder andere betäuben den Hunger erringen, so müssen Sie sich in einem großen Vereine durch Schnaps. Die ungeheuer verderblichen Wirkungen des zusammenschließen.( Bravo.) Nur so kann man dem UnterDie öffentliche Generalversammlung der Maurer Schnapsgenusses feien außer Frage; eine rationelle Bekämpfung nehmerthum mit Erfolg entgegentreten. Die gewerkschaftlichen Berlins und Umgegend war gleichfalls zahlreich besucht und der Trunksucht aber nur erfolgversprechend, wenn man ihre Ur- Organisationen sind nicht nur dazu da, um einzelne Mängel tagte unter Leitung eines aus den Kollegen Wernau, Weiße fache beseitigt, und das ist die mangelhafte Ernährung. Der ar- innerhalb der betreffenden Gewerbe zu beseitigen, sie sind zugleich und Kliemann bestehenden Bureaus. Die Versammlung war beitende Mensch braucht täglich 115-130 Gramm Eiweiß, 180 ein Vorbildungsmittel zur politischen Bildung der Arbeiter. Sie in erster Reihe berufen, Stellung zur diesjährigen Gramm Fett und 500 Gr Stärkemehl. Am nöthigsten ist das sogenannte find es, ohne daß in ihnen Politik getrieben zu werden braucht. Lohnbewegung zu nehmen und sodann Delegirte zur Eiweiß, ohne das kein Organismus auf der Welt existiren kann. Aber die Gewerkschaften haben noch einen höheren Beruf; fie Konferenz der Bauhandwerker zu wählen, Kollege Groth Die denkbar rationellste Ernährung bei Engros- Einkauf aus find meiner Meinung nach einst dazu berufen, die Grundpfeiler mann, welcher über den ersten Punkt der Tagesordnung erster Hand fostet nach einer von einem Fabrikantenverein preis für die sich anbahnende sozialistische Produktionsweise zu bilden; referirte, beleuchtete in seinem Referate die Verhältnisse, wie sie getrönten Schrift pro Kopf und Tag 62 Pf. und für die Durch in ihnen werden die Leute, welche für diese Regelung der Pro fich seit dem Jahre 1889, feit dem großen Maurerstreif zwischen Unter- schnittsfamilie mindestens 800 m. jahrlich. Nun weise aber die duktion erforderlich sind, herangebildet werden. Für unsere Zeit nehmern und Arbeitern herausgebildet haben, berührte in seinen Aus- Einkommensteuer- Liste aus, daß in Sachsen 73 pet. der Be haben wir vor allen Dingen dahin zu streben, daß alle Arbeiter führungen den 1. Mai v. J., welcher zwar ein erfreuliches politisches völkerung unter 800 M., in Preußen im Jahre 1875- und es überhaupt organisirt werden.( Lebhafter Beifall.) Eine DisErwachen der Arbeiterschaft bekundete, für dieselbe aber in wirth- wurde seitdem sicher nicht besser 76 pet. unter 900 M. Ein- fusion fand nicht statt. Folgende Resolution wurde angenommen: schaftlicher Hinsicht schlimme Folgen nach stch zog, besprach ferner tommen überhaupt bezog. Dann geht noch ab 1/4 bis 1/3 für Die versammelten Hausdiener Berlins erklären ihre Uebereindie Petition der Maurer an die städtischen Behörden und triti Miethe 2c., sodaß weit firte das Alters- und Invalidenversicherungs- Gesez. Der dies- bei über 3/4 der Bevölkerung selbst stimmung mit dem Referenten. Die Versammlung fordert von vortheilhaftester Ausnutung der Verhältnisse jährige Winter habe das Arbeiterelend in seiner ganzen furcht gar den herrschenden Klassen und insbesondere von den gesetzgebenden der Lage sei, sich genügend zu baren Größe gezeigt. Wenn eine stramme Organisation am Orte Dasselbe sei in allen Ländern mit fapitalistischer Produktion, auch Rückschritt in der physischen und geistigen Entwickelung des ernähren. Rörperschaften einen durchgreifenden Arbeiterschutz, damit der wäre, würden die Unternehmer sich nicht getrauen, 45-50 Pf. den reichsten, der Fall. Nichts kritijire schärfer die Verkehrtheit Boltes aufgehalten und beseitigt wird. Ganz im Besonderen Stundenlohn zu bieten. Daher sei es an der Zeit, daß die unserer heutigen Gesellschafts- Ordnung". Die Folge sei, daß erklärt die Versammlung die gesetzliche Verkürzung der Berliner Maurer sich wieder aufraffen und zusammenschließen, die Durchschnitts- Lebensdauer des Proletariats unheimlich rasch Arbeitszeit und die absolute Sonntagsruhe für dringend nothalles Mißtrauen und allen Hader schwinden lassen und Mann sinke, wie die Statistiken bestätigen. Der arbeitende Theil des wendig." Unter„ Verschiedenem" wurde, nachdem mehrere Redner für Mann der Organisation, der Freien Vereinigung der Maurer Voltes sei eben zu langsamem Hungertode verurtheilt. Obgleich dazu gesprochen, ein Antrag angenommen, das Agitationskomitee Berlins und Umgegend beitreten.( Beifall.) In der folgenden dies von der Wissenschaft unwiderlegbar festgestellt, obgleich nur zu beauftragen, zur Maifeier am Sonntag nach dem 1. Mai ein Diskussion gab Rollege Fiedler gleichfalls eine ergreifende der Uebergang zur genossenschaftlichen Produktion mit dem Ziel Fest der Hausdiener zu veranstalten. Nach langwieriger Debatte Schilderung der heutigen traurigen Zustände, der grenzen- Brot für Alle" ebenfalls von der Wissenschaft als allein mög- wurden verschiedene interne Angelegenheiten dahin erledigt, daß lofen Noth infolge der herrschenden Arbeitslosigkeit und liche Rettung anerkannt, verharren die Herrschenden in ihrer Ver- fie einer dreigliedrigen Kommission zur Prüfung überwiesen maß den Kollegen selber zum nicht geringen Theile die blendung und suchen obendrein mit unheilvoller Kurzsichtigkeit jede wurden. Schuld an denselben bei. Er wies auf die Beriffenheit hin, vernunitgemäße Regung des hungernoen Volkes zur Lösung der die zur größten Freude der Gegner unter den Kollegen Magenfrage" zu unterdrücken. Nun, das Poletariat habe nur Der Verein der Klavierarbeiter hielt am 2. Februar eine herrsche und erinnerte an die Zeit, da Tausende sich in den Ver- Besserung zu hoffen, wenn es seine Geschicke selbst in die Hand sehr gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Vor Eintritt in fammlungen zusammenfanden. Diese Zeit müjje wiederkehren, nehme. die Kollegen müßten Muth fassen und zeigen, daß sie Männer die Tagesordnung macht der Vorsitzende das Ableben des MitDer Vortrag fand lebhaften Beifall. In der Diskussion gliedes Joh. Schröder bekannt. Die Versammlung ehrt das Anfind. Kollege Jezorte ermahnt zum Anschluß an die einzig wurde das Thema von den Herren Griebentrog, Hintze, Schulze, denken des Verstorbenen durch Erheben von den Pläken. Der richtige Organisation, die Freie Vereinigung der Maurer. Viele Auerbach, Mieker und Lichtenstein- Cottbus in der eingehendsten Vorsitzende, Kollege J. Meyer, theilt mit, daß in der Pianoawar rähmen sich, politisch reif zu sein und handeln dennoch in Weise behandelt, so namentlich auf die verderblichen Wirkungen fabrit von May u. Comp. ein Abzug von 10-30 pet. stattgewertschaftlicher Hinsicht gegen die allgemeinen Arbeiterinteressen. Der Schußzölle 2c., die die Ernährung noch künstlich vertheuern, gefunden hat. Die Arbeiter, Redner wies auf die Unternehmerverbände hin, warnte vor über- hingewiesen. welche nicht damit zu frieden eilten Schritten und wünschte, daß nicht eher in eine Lohnsein konnten, wandten sich an den Vorstand bewegung eingetreten werde, als bis die Freie Vereinigung stark des Vereins um Rath und Hilfe. Derselbe trat in Vergenug hierzu sei. Eine eingelaufene Resolution wurde hierauf " Die heutige Versammlung der Freien Vereinigung der handlung mit den Fabrikanten um eine friedliche Einigung vom Vorsitzenden Wernau zur Kenntniß der Versammlung geRauiente spricht ihre Entrüstung darüber aus, daß der zwischen den Arbeitern und den Fabrikanten herbei zu führen; bracht. Kollege Weiße tam seinerseits auf die Nothstandsdebatte arbeitenden Bevölkerung Berlins sinniges Fleisch durch die dieser Versuch scheiterte aber an der abweisenden Haltung der im rothen Hause" zu sprechen und protestirte gegen die BeVermittelung des Zentral- Biehhofs angeboten wird. Sie Fabrikanten. In der öffentlichen Versammlung am 28. Januar hauptung des Stadtverordneten Frenzel, daß die Bauhandwerker erkennt an dieser Thatsache schon, daß die Bemerkung des wurde nun mit großer Majorität der Streit beschlossen. Der Oberbürgermeisters von Fordenbeck, es herrsche in Berlin Vorstand des Vereins wurde zur Leitung des Streits gewählt vermöge ihrer Streits selbst schuld seien an ihrer traurigen Lage. fein außergewöhnlicher Stothstand, durchaus unrichtig ist, und zwar wurden die Kollegen J. Wiener als Vorsitzender, Kollege Schi golsti beantragte eine zweite Resolution, welche da sonst die arme Bevölkerung nicht zu diesem ekelhaften G. Kloco als Raffirer, P. Wimmer als Schriftführer dazu be die Zurücknahme der ersten zur Folge hatte. In seinem SchlußNahrungsmittel greifen würde. stimmt. Der Vorsitzende ersucht um Sanktionirung dieser Kom worte betonte Kollege Grothmann besonders, daß es ein falscher Glaube sei, zu meinen, man wolle gleich Rollege Auerbach machte auf die neugegründete, Kauf- mission seitens der Versammlung. Dies geschieht. Es erhält nun der Arbeiter von Maz, wieder in einen Streit eintreten, wenn man zusammen Wünschen der Handlungsgehilfen eine Stelle in der Dessentlich klärt, daß Rollege Nowka, männische Rundschau" aufmerksam, die den Klagen und Wort. Derselbe spricht gegen den Streif. Er er tomme, um seine Lage zu besprechen. Dies sei aber unbedingt nöthig und wird, trotzdem seine feit zu schaffen bestimmt sei und bat dafür eifrig zu agitiren. es müsse alles aufgeboten werden, daß die Versammlungen zahlreich besucht werden. Nach Erledigung mehrerer Vereinsangelegenheiten, und nach sämmtlichen Kollegen bis auf drei Mann in den Streit eingetreten find. Ebenso erklärt sich der Amleimer E. Senf. Biele Kollegen litten zwar Noth an Kleidung und noch mehr an dem besonders auf die zur Erinnerung an den Wahlsieg a m Geld, dies dürfe sie aber nicht abhalten, dennoch in den Ver- 20. Februar zu veranstaltende Feier ausmerksam gemacht Letterer führt an, daß er schon zweimal einen Streit mitgemacht sammlungen zu erscheinen und sei es auch in Pantinen, dann wurde, schloß die Versammlung mit einem Hoch auf die Sozial- Schmidt führt den beiden Kollegen klar vor Augen, wie sie nicht und dabei arm und zum Lumpen geworden wäre. Kollege Rob. würde wenigstens der Nothstand der Maurer recht offenkundig demokratie. nur sich und die Kollegen von Mah schädigen, sondern die ges zu Tage treten. Redner ging dann noch des Weiteren auf die Leistungen der Maurer früher und jetzt ein und empfahl die am 6. Februar unter dem Vorsitz des Herrn Wiemer statt- daß wohl nur wenige wären, die nicht schon einen Streik und In einer öffentlichen Hansdiener- Versammlung, welche sammte Arbeiterschaft. Speziell dem Senf giebt er zu bedenken, Resolution Schigolski zur Annahme. Diese wurde nachdem ein- fand, hielt der Reichstags- Abgeordnete Bruhns einen Vortrag mehrere mitgemacht hätten, die Berliner Klavierarbei stimmig angenommen und lautet:" Die heutige Versammlung über Welches sind die Mittel zur Bessergestaltung der Lage der ter würden es sich, bei dem Geiste der unter ihnen herrsche, erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden Arbeiter?" Der Referent führte aus:" Wenn wir uns flar gewiß zur Ehrenpflicht machen ihre zum Streit und beschließt in Erwägung, daß auszubessern ist, so müssen wir uns die herrschende Nothlage im ein Abwehrstreik, der für unsere Branche Bedeutung besitzt. Er werden wollen, wie die schlechte Lage der Arbeiter im Allgemeinen gezwungenen Kollegen durch fleißiges Geldammeln und moralisch zu unterstützen. Es ist eben Zusammenhange mit ihren Ursachen betrachten. Wir können von einer Nothlage im Allgemeinen, von einer fortdauernden Noth- führt nochmals den beiden Arbeitern alle Konsequenzen an, welche lage der Arbeiter sprechen, welche ja allerdings, hervorgerufen ihr Verhalten mit sich bringen wird. Auf nochmaliges Befragen durch die Geschäftsstockung 2C. im letzten Winter den erklären diese beiden Arbeiter, daß sie dabei bleiben, die Arbeit Charakter einer außerordentlichen angenommen hat. Von den nicht niederzulegen. Ein Antrag den p. Nowka aus dem 3. durch die anhaltende Arbeitslosigkeit das Elend unter den Behörden und anderen maßgebenden Faktoren wird dies natür Verein auszustoßen und denselben, sowie den Berliner Maurern immer bedrohlicher zu Tage tritt, fobald die Witterung sich günstig gestaltet, mit allen uns zu Ge- lich geleugnet. Man versucht von jener Seite, die Lage der Senf sofort aus dem Saal zu weifen wird angeArbeiter mit allerlei Palliativmittelchen etwas zu heben; aber nommen. Kollege Michelsen( von May) führt die Art und Weise bote stehenden Mitteln für die im Jahre 1889 aufgestellte Forde im Großen und Ganzen ist man nicht geneigt, oder unfähig da- des Arbeitens in der Fabrit an. Es ist dort ein wahres Wettarbeiten rung( 9tündige Arbeitszeit und 60 Pf. Stundenlohn) energisch zu, dies zu thun, sofern man sich nicht gegen sein Klasseninteresse gewesen. Es ist keine Rücksicht auf Gesundheit und Leben genommen einzutreten und zu diesem Zwecke Main für Mann der Freien vergehen will. Gewissermaßen haben die Herren ja recht, wenn werden; es wurde nur immer darauf los geschuftet, damit am Vereinigung der Maurer Berlins und Umgegend beizutreten." fie die Eristenz eines ganz Zur einstimmigen Annahme gelangte ferner, nachdem Werstandes außerordentlichen Noth- Sonnabend noch ein Verdienst da war, der das Weitervegetiren nicht anerkennen, derselbe ist jetzt etwas Alt des Arbeiters und seiner Familie gestattete. Das System der nau die einschlägigen Verhältnisse einer scharfen Kritik unter hergebrachtes, nicht nur für Deutschland, sondern für alle Länder, Affordarbeit wird da wahrlich zur Mordarbeit. Wenn der Arzogen hatte, folgende Resolution Weiße:" Die heute tagende in denen kapitalistische Produktion herrscht. Ein ausgiebiges beiter einen eben noch hinreichenden Lohn verdient, da zieht der öffentliche Maurerversammlung spricht dem Stadtv. Frenzel ihr Bild von der Nothlage der Arbeiter bieten uns die Resultate der Unternehmer ab. Mißtrauen aus und protestirt entschieden gegen dessen Darstellung, durch die verschiedenen Arbeiter- Versicherungsgeseze nothwendig Redner erklärt nochmals, daß sie Alle einig seien und treu daß die Bauhandwerker ihre Nothlage selber verschuldet haben gewordenen Nachforschungen der Ortsbehörden nach dem durch aushalten werden, bis der Fabrikant seine Forderung zurüc und empfiehlt demselben, seinen Standpunkt der manchesterlichen Schnittlichen ortsüblichen Tagelohn. Dieser betrug danach für gezogen hat, Streitbrecher haben bis jest an Theorie von einer anderen Seite zu betrachten." Jin weiteren Verlaufe der Berhandlungen wurde auch der Tindau in Bayern 2,65 M., für Berlin 2,40 M., für Charlotten- dem fertigt jetzt der Frontenpuzer Sauer, ElbingerHamburg und Umgebung höchstens 3 M., für Kiel 2,70 M., für gefangen: 1 Raften- und 1 Umbaumacher. AußerFraktionsbeschluß, die Maifeier betreffend, mit in die Debatte ge- burg 2 M., Königsberg i. Pr. 1,70 M., Breslau 1,60 M. und in straße 4 auch noch halbe Kasten zu Hause in der zogen. Kollege Kaufmann sprach sich für eine bedingungslose Meiningen 1,30 M. In verschiedenen Distrikten Ost- und West- Wohnung.- Kollege Blogis richtet noch einen warmen Appell Feier des 1. Mai aus, während die Kollegen Groppler, Preußens, sowie Pommerns betrug der ortsübliche Tagelohn 1 W., an alle klavierarbeiter, die Streifenden mit allen Fiedler und Weiße eine Diskussion über diese Frage und in einigen Schlesiens sogar blos 60 Pfennig und darunter. Mitteln zu unterstügen, es handelt sich hier momentan nicht für am Plaze hielten. Nachdem Genosse Es ist klar, daß man selbst mit dem höchsten Tagelohn da, wo um das Interesse Aller. Verschiedene Anträge über Schwabe erklärt, daß demnächst eine Voltsversammlung zu derselbe gezahlt wird, in den großen Städten, eine Familie nicht die Höhe der auszuzahlenden Unterstübungen liegen vor, es wird Dieser Frage Stellung nehmen werde, wurde ein Antrag, dahin- erhalten kann. Es ist nachgewiesen, daß sich der Brotkonsum schließlich der Antrag von P. Scholz: die Höhe der Unterstützung gehend, die Vertrauensmänner zu beauftragen, in vier Wochen vermindert hat, man also nicht mehr im Stande ist, das zur Erdem Streifkomitee, dem Vorstand, zu überlassen, angenommen. eine öffentliche Generalversammlung der Maurer behufs Stellung nährung so nothwendige Brot zu kaufen und als schlechten Er Koll. Niendorf rügt, daß die ausgegebenen Listen nicht auch den nahme zur Maifeier einzuberufen, zum Beschluß erhoten. faz dafür die Kartoffel nimmt. Die weiteren Folgen dieser Ver- Stempel der Zentral- Streiffommission trage, da sich viele daran sunken ist, 1. ber Stundenlohn bereits auf 50 Pf. und darunter ge2. die Steuern und Wohnungsmiethen von Jahr zu Jahr gesteigert werden und uns durch das Alters- und In validen- Versicherungsgesetz wieder neue Lasten aufgebürdet werden, Folgende Resolution wurde angenommen: er weiter arbeiten das Sodann gelangte der zweite Punkt der Tagesordnung, hältnisse treten uns in Gestalt großer Mengen Kranter entgegen. stoßen würden. Roll. Rob. Schmidt, Mitglied der Bentral- Streif Wahl von Delegirten zur Konferenz der Bauhandwerker, Man lese die von den Ortskassen darüber aufgestellten fommission, führt an, daß er den Streit bereits angemeldet hat und zur Verhandlung. Alle Redner, Blaurock, Weiße, Deckert. Statistiken. Man faselt so viel vom trauten Familien- daß er zur Sprache tommen wiro. Vorläufig genüge doch aber u. A. sprachen sich für Lokalorganisation aus. Gelegentlich diefer glück, das sich innerhalb der kleinsten Hütte finden soll; der Stempel des Vereins, da wir doch von der Branche den Streit Besprechung brachte auch der Vorsitzende ein entworfenes Statut in Wirklichkeit sind die ganzen Verhältnisse danach angethan, das zunächst zu unterstützen haben, dies würde auch ganz gut gehen, wenn für den neu zu gründenden Verband deutscher Maurer durch Familienleben, wo es ein solches noch giebt, zu untergraben. jeder seinen Theil, vielleicht 1 Mark oder 50 Pf., je nach seinen Verlesung zur Kenntniß der Versammlung, welche von jeder Wenn wir uns diese Thatsachen vergegenwärtigen, sind wir ge- Kräften, wöchentlich beitragen würde. Kollege P. Scholz, beanDiskussion über dasselbe Abstand nahm. Zu Delegirten für die zwungen, Mittel zu suchen, um unserem vollständigen Ruin vor- tragt, daß im Versammlungsbericht angeführt wird, daß die Konferenz wurden sodann von vier Kandidaten die Kollegen zubeugen, ihn zu verhindern. Dazu ist nothwendig, daß die große ausgegebenen Listen mit dem Vereinsstempel für vollberechtigt an Wernau und Grothmann fait einstimmig gewählt. Ueber Masse erst zur Erkenntniß ihrer Lage kommt; thatsächlich hat sie zusehen sind. Der Antrag wird angenommen. Kollege Paul be. einen Antrag, Atfordmaurer fernerhin nicht mehr zur Agitation sie noch nicht erkannt, ist den fortwährenden Uebelständen gegen- antragt die Krankenunterstützung anstatt wie bisher 14 Wochen, jet zu verwenden, ging die Versammlung nach kurzer Debatte zur über gleichgiltig geworden. Unsere Pflicht ist es, sie unzufrieden 26 Wochen. Niendorf ist gegen den Antrag. Er meint Tagesordnung über, stimmte dagegen dem Antrage Fiedler zu, mit ihrer Lage zu machen, mag man von gegnerischer Seite auch daß die Krankenunterstützung im Ganzen ein Fehler unserer die Betrauensmänner zu beauftragen, auf die Tagesordnungen noch so viel zetern. Die Unzufriedenheit ist der erste Schritt zur Organisation wäre und wir viel Heuchler in den Verein öffentlicher Versammlungen als legten Bunft fernerhin nicht mehr Besserung. Will man dann weitere Mittel zur Verbesserung der bekämen, die nicht aus Prinzip einer Organisation angehörten. " Verschiedenes", sondern statt dessen Geschäftliches" zu setzen, Lage der Arbeiter finden, muß man die Ursachen derselben er: Der Antrag wurde aber angenommen. Neu aufgenommen wur um die die so nöthige Einigkeit der Maurer untergrabenden persön- fannt haben. Die Hauptursache liegt in der Entfremdung der den 20 Mitglieder. lichen Nörgeleien und Reibereien aus der Welt zu schaffen. Arbeitsmittel vom Arbeiter. Der bis auf seine ArbeitsNach Erledigung einiger weiterer unwesentlicher Angelegenheiten kraft besitzlose Arbeiter ist gezwungen, Arbeiter ist gezwungen, in die Dienste Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.