Nr. 94. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Prets für Berlin: Vierteljährlich 8,30 Mt., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Numiner mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Selt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Streuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Gingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgefpaltene Betitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vors mittags geöffnet. fern fprech- Anschluß: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Abgewirthschaftet. Wenn sozialdemokratische Redner oder Zeitungen bei biefer oder jener Gelegenheit ausführten, wie die kapitalistische Gesellschaft sich im Stadium des Verfalls befinde und wie sich mehr und mehr herausstelle, daß das herrschende Produktionssystem abgewirthschaftet habe, und daß es nicht allein blos noch gemeinschädlich wirken, sondern auch nichts mehr unternehmen könne, was ihm nicht selbst zum Schaden gereichte und seinen Bankrott beschleunigte, wenn Vertreter des Sozialismus so sprachen, dann war- falls nicht einfach geschimpft wurde regelmäßig die Antwort: Ihr übertreibt! Was Ihr als Zeichen des Verfalls, als Symptome des Bersegungsprozesses betrachtet, das find blos vorübergehende Erscheinungen unvermeidliche Uebelstände, die sich mit der Zeit von selbst" heilen! Nun, im gegenwärtigen Augenblic spielen sich in dem Klassischen Land des Kapitalismus- in England- Dinge ab, welche doch beim besten optimistischen Willen nicht anders, denn als Zeichen des Verfalls aufgefaßt werden tönnen nicht theilweisen, sondern allgemeinen, organischen Verfalls bis ins Herz des ganzen Systems. Es handelt sich da nicht um eine der periodischen Handels- und Geschäftskrisen, der wieder eine Periode der Profperität folgen fann nicht um einen Lohnkampf, wenn auch im toloffalsten Maßstab es handelt sich um ein Stocken der Gesammt- Maschinerie des Rapitalismus. Freitag, den 22. April 1892. Expedition: Beuth- Straße 3. Umständen zum Ausbruch gekommen: in der Baumber anderen Seite, mit gleicher, zunehmender Wucht und wollenindustrie, die noch vor 30 Jahren die Haupt- Schnelligkeit, die Expropriation der mittleren Gesellschaftsinduftrie Englands war. Nachdem wir durch verschiedene schichten, die Verelendung der Maffen. Der Reichthum Telegramme darauf vorbereitet worden, ging Ende der sammelt sich in immer weniger Händen, und immer größer vorigen Woche folgende, vom 16. April batirte Notiz durch wird die Zahl der Proletarier. Die Reichen aber die deutsche Presse: find, um ihren Reichthum zu verwerthen, genöthigt, Die Arbeitssperre in den Lancashirer ihn zur Produktion zu verwenden und diese ins RiesenSpinnereien fann jetzt als gesichert gelten. Verschiedene hafteste zu steigern. Und so mußte, da die Kauftraft des Spinnereien haben schon die Arbeit eingestellt, andere schloffen Volkes mit der Produktion nicht Schritt halten kann, ein gestern Abend, und die große Mehrzahl hört heute mit der Mißverhältniß zwischen Produktion und Konsumtion ent Arbeit auf, während nur eine beschränkte Anzahl bis Sonnabend fortarbeitet. Der Kampf ist in der Geschichte dieses Ge- stehen ein Mißverhältniß, das von Tag zu Tag schreiender werbes ohne Gleichen. Früher haben Oldham und andere wird, weil die Verarmung der arbeitenden Klassen fortStädte den Kampf allein geführt, jest jedoch ist die Organi- während zunimmt, ebenso wie die Anhäufung der Prosation bei Weitem ausgedehnter. Bisher find nie mehr als duktionsmittel in den Händen der befizenden Klasse. 7 000 000 Spindeln zu gleicher Zeit unbeschäftigt gewesen, Dies ist ein aus dem Wesen des Kapitalismus fich während nunmehr 15 000 000 ftill stehen werden. Die Geld ergebender Prozeß, den weder Gefeße noch fromme Wünsche mittel ber in Betracht tommenden Arbeiter find in aus der Welt schaffen können und der namentlich auch durchaus befriedigendem Zustande und die Vereine fehen einer wöchentlichen Ausstands- Auslage von 12 000 2ftr. nicht durch solche Experimente, wie sie jest in England ge mit verhältnißmäßigem Gleichmuth entgegen. Man nimmt macht werden, aus der Welt zu schaffen ift. allgemein an, daß der Ausstand 14 Tage lang dauern Bor Jahrzehnten schon sagte der Sozialismus zur wird. Doch wird vor Ablauf dieser Zeit eine Herab. fapitalistischen Welt: setzung des Arbeitslohnes versucht werden, und in diesem Falle An dem Mißverhältniß zwischen Produktion und Kondürfte der Kampf von längerer Dauer sein. Die Vorräthe an fumtion muß die bürgerliche Gesellschaft zu Grunde gehn. Garn werden den Fabrikanten auf wenigstens 14 Tage hin- Die Vorhersage beginnt sich zu erfüllen. reichen, follte die Arbeitssperre jedoch länger dauern, so ist die England war das Land, in welchem der Kapitalismus Möglichkeit vorhanden, daß die Weber ebenfalls ihre Arbeit sich am ersten entwickelt hat, und in welchem er zur höchsten einstellen müffen. Die Fabrikanten rüften sich schon für den Blüthe gelangt ist. Folgerichtig ist England auch das Land, Rampf durch Einkäufe von großen Quantitäten Garn, in einigen Fällen zu geftiegenen Breifen. Die Arbeitssperre wird in welchem der Kapitalismus zuerst abwirthschaften muß. unmittelbar 50 000 Garnproduzenten berühren, und es werden, Und die neuesten Arbeitseinstellungen im Rohlen- Bergbau falls fie andauert und die Weberei ebenfalls eingestellt wird, und in der Baumwollenindustrie bedeuten den Anfang noch weitere 70 000 Arbeiter arbeitslos werden." vom Ende. Neulich schon beschäftigten wir uns mit dem Riesenftreit im englischen Rohlenbergbau. Wir sagen abfichtlich nicht: der englischen Kohlenarbeiter, denn es war kein einseitiger Streit der Arbeiter, sondern eine wie jetzt über jeden Zweifel hinaus feststeht zwischen den Arbeitern und Grubenbefizern vereinbarte Arbeitseinstellung, zu den deutschen Markt extra zurechtgekocht" scheint, ist falsch dem ausgesprochenen Zweck: das Mißverhältniß zwischen die Arbeiter sind nicht von den Fabrikanten aus Produktion und Konsumtion zu beseitigen oder wenigstens gesperrt", sondern die Fabrikanten haben sich 1 Der Ausdruck Arbeitssperre" in dieser Notiz, die für zu„ korrigiren"- durch Einschränkung der Produktion die mit den Arbeitern dahin geeinigt, bie ArPolitische Webernicht. hinter dieser zurückgebliebene Konsumtion möglichst beit auf unbestimmte Zeit einzustellen, damit Zeit zur in Harmonie mit der Produktion zu bringen. Gut eine Räumung der Lagerbestände gewonnen, der lleberprodukhalbe Million Arbeiter, die infolge des Kohlenstreits zur tion" gesteuert und die Konsumtion mit der Produktion Nichtarbeit( gezwungenen Arbeiter anderer Industriezweige wieder einigermaßen ins Gleichgewicht gebracht werde. mit eingerechnet, feierten eine Woche lang; feine Also im Wesentlichen dieselbe Ursache und derselbe Zweck Woche Arbeit dieser gewaltigen Arbeiterarmee ging wie bei der Niesen- Arbeitseinstellung im Kohlenbergbau. dem Gemeinwesen verloren. Das Mißverhältniß zwischen Das Mißverhältniß zwischen Produktion und Konsumtion Produktion und Konsumtion wurde jedoch nicht ist die Ursache das ist allseitig zugestanden. Und nun ausgeglichen, und dem Riesenstreit von acht Tagen fragt es sich: kann der Zweck der Arbeitseinstellung erist im englischen Kohlenbergbau ein anderer Riesen- reicht, und kann überhaupt diesem Mißverhältniß ein Ende ftreit gefolgt, der zwar nicht gleich große Arbeitermaffen gemacht werden? umfaßt, dafür aber durch Intensivität die Extensivität er- Die Frage ist unbedingt zu verneinen. In der Natur fegt an innerer Kraft vor jenem voraus hat, was ihm des Rapitalismus-, das weiß Jeder, der mit der Natur an Umfang abgeht. Dieser zweite Kohlenstrei dauert jetzt und den Gesetzen des kapitalistischen Produktionssystems in die sechste Woche, und obgleich er zu Anfang die auch nur einigermaßen vertraut ist in der innersten Natur Unterstützung der Grubenbefizer hatte, so ist er jetzt doch, des Kapitalismus ist es begründet, daß die Produktion der weil andere Industriezweige lahm legend, der englischen Konsumtion voraneilt. Während im fapitalistischen Syftem Bourgeoisie eine Duelle schwerster Sorgen geworden. auf der einen Seite die Aufhäufung und Konzentrirung der Inzwischen ist in England eine weitere Arbeitseinstellung Kapitalien in immer rascherem Tempo und in immer von gleich mächtigen Dimensionen und unter ähnlichen wachsender Massenhaftigkeit vor sich geht, vollzieht sich auf Feuilleton. Nachbrun verboten.] Am Webstuhl der Zeit. [ 94 Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. Berlin, den 21. April. Ein deutsches statistisches Amt. Georg von Mayr, der bekannte Statistiker, spricht sich im Wiener HandelsMuseum"( Band 7, Nr. 16 vom 21. April, S. 219-220: " Die deutsche Kommission für Arbeiterstatistik") für die Organisation einer selbständigen arbeiterstatistischen Behörde aus, da der Gang der Dinge unweigerlich auf eine solche Einrichtung tendire. Er sagt: Der tiefere Grund dieser Entwickelung liegt darin, daß mit den Kulturfortschritten der Zeit und mit der zunehmen ben intellektuellen Entwidelung der Massen der gesammte wirthschaftliche Produktionsprozeß mehr und mehr im Lichte einer gewissen wenn auch immerhin in mancher Richtung noch beschränkten Publizität fich zu vollziehen gedrängt wird. Nur durch glaubwürdige Klarlegung der thatsächlichen Verhältnisse werden fortan die Grundlagen geschaffen werden tönnen, auf welchen die friedlichen Verständigungen der Maffenorganisationen von Arbeit und Kapital fich vollziehen sollen. Diese Klarlegung fällt den arbeitsstatistischen Aemtern zu, und wenn deren Funktion zunächst nach Maßgabe der geschicht so ersten Vierteljahres und konnten sich staunend fragen, wie es verein, welcher alle Lebensbedürfnisse, soweit wie möglich, möglich gewesen, in so kurzer Zeit so Vieles zu thun. im Großen und Ganzen einkaufte, um sie den Theil Wunderbar mußte es ihnen freilich scheinen, wenn sie nichts nehmern möglichst billig ablaffen zu können und die Prozente weiter in Rechnung zogen, als ihre eigenen Anstrengungen, der Zwischenhändler zu ersparen. Auch hier hatte man den Kräfte und Mittel. Die Macht der Idee, unter deren augenblicklichen größeren Nugen der Zukunft geopfert, inHerrschaft ste kämpften, die ihnen aus früher ganz fern dem man ausrechnete, wie viel man auf diese Weise billiger stehenden Kreisen Freunde und Mitstreiter zuführte, einkaufte und verkaufen konnte, die Preise aber nicht um tonnte allein ihre schnellen Erfolge bis zu diesem Grade er- ganz so viel ermäßigte, sondern einen Theil der Differenz flären. Um die Genossenschaft der Buchdrucker, welche den dem Geschäftsfonds zuwies, um auch dies Geschäft zunächst Kern der ganzen Bewegungsarmee bildete, hatten sich alle auf eigene Füße zu stellen. Es zeigte sich aber, daß auch Das Christenthum ist von allen zivilifirten Staaten an- Elemente gesammelt, die sich mit jener gleichen Sinnes bei dieser geringen Ermäßigung die Theilnahme von Seiten erkannt, eingeführt und mit gefeßlicher Autorität versehen fühlten. Trotzdem die Buchdruckerei auf eigenen Füßen der Arbeiter eine große wurde, da bei der immerhin wohlworden, aber seine Hauptidee, sein eigentlich lebensfräftiges stand, fuhren ganze Druckereien oder einzelne Mitglieder thätigen Billigkeit auf durchaus gute Waare ge Element, den Grundsatz der Brüderlichkeit hat man bei alledem berselben fort, zu steuern, um neue Antheilscheine zu erhalten wurde. Denn der Konsumverein nahm außer Augen gesezt, ihn thatsächlich fortwährend verleugnet werben und der Genossenschaft größere Gekdkräfte zuzuführen. fort einen zwar tüchtigen, aber mittellofen Bäcker und höchstens mit dem armseligen, ungenügenden und fast Ja, hätte es nur nicht an den Bestellungen von Seiten der an, welcher sich zu den Prinzipien des Genossenbeleidigenden Auskunftsmittel der Wohlthätigkeit verfälscht. Bourgeoisie gefehlt, die Räume der freien Arbeit wären in schaftswesens bekannte und mit seinen Gesellen dasselbe Fragt nach allenthalben, ob Wohlthätigkeit, ob Almosen in bedeutenderem Maße gewachsen. Verhältniß einging, wie Barth mit seinen Buchdruckern. der Welt mehr thun tann, als einzelne Pflaster auf einen Um so mehr drangen Hanke, Barth, Lange und Frank von Wunden bedeckten Riesenleib legen. Die Jdee der Mit wenig Mitteln, zu welchen die Genossenschaft einen Brüderlichkeit aller Menschen, die einzige, welche vernunft- barauf, eine Anzahl von Werkstätten von anderen Arbeits- Vorschuß gewährte, aber bei dem großen Umsatz, welcher gemäß ist und darum einzig und allein die Welt erlösen zweigen, welche ihnen selbst verwandt oder für die Arbeiter unter solchen Verhältnissen gesichert war, konnte das Gefann, fie ist deshalb nicht todt, nicht verloren; sie lebt fort bevölkerung von Wichtigkeit waren, um sich zu gruppiren. schäft ohne große Schwierigkeiten ermöglicht werden. in der Brust der Menschheit. Und wenn ihr Feldruf ertönt, Die Anschläge für eine Schriftgießerei waren bereits fertig, In gleicher Weise wurde ein Fleischer gewonnen, der sammelt sie Barteigänger aller Orten und Enden, mag sie doch schob man ihre Ausführung bis zu einer Zeit hinaus, sich bald sagen mußte, daß er ein viel bequemeres Geschäft noch so verschleiert auftreten, mag sie hier und da auch wo man über größere Summen verfügen könne. Auch eine erhalten, als die meisten seiner Kollegen, welche mit einem auf einen verfehlten Weg zur praktischen Ausführung jektivt, und eine Bapierfabrik tauchte im Hintergrunde aller liegen, ihm verdarb nichts, und wenn er kreditirte, machte ihm das Anstalt zur Herstellung von Buchdruckerschwärze war pro- unberechenbaren Publikum zu thun hatten. Ihm blieb nichts Die waderen Männer, welche es unternommen, innerhalb Entwürfe und Hoffnungen auf. feine Kopfschmerzen, denn er wußte, daß er kein persönliches Risiko hatte, zumal jeder Schuldner zugleich Gläubiger oder Miteigenthümer des Geschäfts war. Locken. des beengenden Rahmens eines altersschwachen Staaten- Unverzüglich war man dagegen an Berwirklichung der gebäudes die ersten Grundsteine zu einem neuen, weiteren jenigen Pläne gegangen, die einen unmittelbaren praktischen und menschenwürdigeren zu legen, standen am Schlusse ihres Nutzen brachten. Das war vor allen Dingen der KonsumInzwischen arbeitete auch Meister Draht schon mit lichen Entwickelung von anderen schon bestehenden Organen Ein deutscher Matrosenkrawall in New- Orleans. JKönig Wilhelm III. tein Todesurtheft mehr unterzeichnete. übernommen wird, so müssen diese einen besonderen Dienst Ueber Ausschreitungen betrunkener Matrosen des deut. Als im Jahre 1870 das Ministerium Thorbeke den Antrag mit all den eigenartigen Einrichtungen schaffen, welche ichen Uebungsschiffes ein arbeitsstatistisches Bureau als solches auszeichnen. Moltke", das zur Zeit auf Abschaffung dieser kulturwidrigen Strafart stellte, tann." 9 schon " = nicht Ges Gewiß bildet auch für ein arbeitsstatistisches Amt die Massen: im Hafen von New Orleans liegt, berichtet das Tele- wurde er von den Generalstaaten beinahe mit Einstimmig beobachtung in Bahl und Maß eine hervorragende Aufgabe graphenbureau Dalziel. Danach sollen dreißig Matrosen feit angenommen. Eine Reihe schwerer Verbrechen, Naubfeiner Wirksamkeit. Aber nicht minder wichtig stellt sich in des Uebungsschiffes Moltke" arg exzedirt haben. In morde u. s. w., bieten nun hauptsächlich der christlichen aweiter Linie die Aufgabe sorgsamer Orientirung anderer Art einem Wirthshause", heißt es, rühmten sie sich ihrer Nächstenliebe der Ultramontan en die günstige Ges bar; diese Aufgabe hinwiederum bedingt ein gewiffes Abgehen Ueberlegenheit über die Mannschaften der englischen Legenheit, einen Betitionssturm zu Gunsten der Todesstrafe von der herkömmlichen bureaukratischen Aemterorganisation. Marine, was Streitigkeiten mit den anwesenden Eng- nach berühmten Mustern zu entfesseln. Wer die Verelendung Dem persönlichen Element, d. i. dem Vertreter des Amtes, der ländern veranlaßte. Ein Soldat, der seine Landsleute der Maffen, die seit Jahrhunderten in den Niederlanden in an Ort und Stelle erscheint und in fachkundiger und entgegen- vertheidigte, wurde von den deutschen Matrosen schwer miß- furchtbarer Intensität und Ausdehnung sich vollzieht, auf kommender Weise mit Unternehmern und Arbeitern verhandelt, handelt, ebenso ein Schuhmann, der die Ordnung herzu- ihre Ursache, den Druck des zügellosen Kapitalismus zurück. muß ein weites Feld der Thätigkeit eingeräumt sein. Neben der todten Zählkarte muß die lebendige Befragung recht sehr stellen versuchte. Die Deutschen zerschlugen die Einrichtungs- führt, tennt auch die unversiegliche Quelle der Verbrechen. zu ihrem Rechte kommen. Nur durch dieses thatkräftige Ein- stücke des Gasthauses und verließen dasselbe erst, als eine Durch die Wiederbelebung der modern aufgeputzten Form greifen des persönlichen Elements vermag endlich die arbeits- größere Anzahl Schuhleute erschien. Auf dem Wege nach der Blutrache will die Reaktion Abhilfe schaffen.„ Spottet statistische Behörde jenes Maß des Vertrauens für ihre primi- dem Schiffe griffen sie einen farbigen Soldaten an, der, ihrer selbst und weiß nicht wie!" tiven Ermittlungen zu gewinnen, deffen sie vor Allem bedarf, obwohl er sich mit dem Bajonett vertheidigte, schrecklich zu wenn die Arbeiterstatistik sozialpolitisch von Nußen fein soll, gerichtet wurde. Mehrere Matrosen wurden verhaftet." Ein franzöfifches Arbeiterschutz- Gefeh. Das„ Ge ein Vertrauen, welches wenn es von Anfang an fehlt nur weil der deutsche Chauvinismus mit Pharisäerhoch seh Bovier- Lapierre", wie es nach den Antragstellern heißt, durch spätere noch so forgfame Siebung des Materials durch muth jede Kneipenprügelei fremder Soldaten und Schiffs ist jetzt von der französischen Rammer angenommen worden. Kommissionen und Auskunftspersonen nicht ersetzt werden leute an die große Glocke hängt, nehmen wir von diesem Die Geschichte dieses Gesetzes, welches den Schutz des Streithandel, über den die amtliche Mittheilung abzuwarten Koalitionsrechts bezweckt, und dessen Annahme schon vor Zum neuesten Fideikommiß Stempelstenererlaß. ist, Notiz. Der soldatische Drill, der dem Mann im Waffen- anderthalb Jahren in der deutschen Arbeiterpreffe sehr Unseren Lesern ist die Geschichte der Kunstsammlung" von rod eine eigene" Standesebre", die ihn über die Zivilisten verfrüht gemeldet ward, ist überaus lehrreich. Sie zeigt, Darkehmen bekannt. Laut königlichem Erlaß vom emporhebe, einpauft und ihm chauvinistische Vorstellungen was wir auch in Deutschland in unserem Reichstag bei 7. März 1892 soll der Stempel für den Rittergutsbesitzer eintrichtert, ist ein nothwendiger Bestandtheil der Pädagogik den Berathungen des sogenannten Arbeiterschutz- Gesetzes zu Philipp von Bujat um 13 500 m. ermäßigt werden. Im des Militarismus, wo er auch herrschen möge. sehen Gelegenheit hatten- daß der Klassengeist und der Inseratentheil der Königsberger Hartung'schen Zeitung" Klaffenhaß die vorherrschenden und leitenden Gefühle aller ist mun, wie die Freifinnige Zeitung" meldet, eine Bekannt- Vom volksparteilichen Geschichtenträger. Der bürgerlich- tapitalistischen Parteien sind und sich auf's machung des Amtsgerichts zu Darkehmen vom 24. März 1892 Berliner N- Korrespondent der Frankfurter Zeitung" ist Aeußerste gegen jede Maßregel stemmen, die geeignet ist, zu lesen, aus der hervorgeht, daß der Fideikommiß- und von uns wegen seiner Denunziation der Hamburger Kaffen die politische Macht der Arbeiter zu stärken, und welche Rittergutsbesitzer Philipp Bujat von a m vorstands- Konferenz nach Gebühr gekennzeichnet worden, und ihnen Waffen für ihren Emanzipationskampf giebt. Wäh 31. Januar 1892 zu Ramberg verstorben ist und die Redaktion der Frankfurter Zeitung" versuchte umsonst, rend Ausnahmegefeße zur Knebelung der Arbeiter blizdaß über den Nachlaß desselben am 24. März das dem Geschichtenträger Suffurs zu leisten. Sie hat bei dieser schnell durch die gesetzgebenden Körper gepeitscht werden, Ronkursverfahren eröffnet worden ist. Die Gelegenheit nur die rühmliche Rolle der Mitschuldigen ge- geht es mit Arbeiterschutz- Gesetzen auf der Schneckenpost. Schenkung zu Gunsten des von Bujak erscheint nun noch spielt. Nach den vorliegenden Berichten ist auf dieser Ron Der Gefeßentwurf Bovier- Lapierre wurde vor jezt sechs viel seltsamer als bisher. ferenz der Vorstände freier eingeschriebener und auf Grund und einem halben Jahre in der französischen Rammer ein Landesrechtlicher Vorschriften errichteter Krantentassen gebracht im Winter 1886 auf 1887. Der entscheidende Wirthschaftliche Wünsche und offiziöses Un- auch die Krankenkasse des Evangelischen Männer- Baragraph sette fest, daß jeder Unternehmer oder Beamte gefchick." So betitelt sich ein heftiger Ausfall des rheini- und Jünglingsvereins vertreten. Bekanntlich eines Unternehmers, welcher Arbeiter in der Ausübung des schen Bechenorgans, der Kölnischen Zeitung"( Nr. 317 Sozialdemokraten", wackerer Bafilio! Koalitionsrechts zu hindern sucht, sie wegen Ausübung des vom 20. April) gegen den auch von uns( Nr. 90 vom 15. April) beleuchteten Leitartikel der Norddeutschen AllDie Herren von Bildung und Befitz. Der Redak- selben mit Entlassung aus der Arbeit oder sonstigen Nach geincinen Beitung", der den Grubenherren zu Gemüthe teur Fusangel aus Bochum verbüßt gegenwärtig eine Ge- theilen bedroht oder ihnen solche Nachtheile zufügt, Arbeiter führte, daß der Kurs der alte geblieben sei, sie also feinen fängnißstrafe von drei Wochen. In der vergangenen Woche zum Austritt aus gefeßlichen Vereinen und Organisationen ist der Resonanzboden für die tiefe Erregung" der an der lichen Terminen zu Dortmund und Duisburg erscheinen zu Monat bis zu drei Monaten und einer Geldbuße von 100 gerechten Anlaß zur Klage hätten. Die„ Kölnische Beitung" war er auf einen Tag beurlaubt, um als Beuge in gericht zwingen will und ihnen für den Fall des Nichtaustritts Nachtheile androht oder zufügt, mit Gefängniß von einem Bergwerksnovelle zumeist Betheiligten", will sagen der tönnen. Ein paar Stunden, die ihm noch blieben, benutte Rohlenritter. Diese feien nicht genügend befragt worden, er zu einem Aufenthalt in Bochum, wo sein Erscheinen bei bis 2000 Franks zu bestrafen ist. Die Wohlgemerkt: Gefängniß und Geldstrafe trotzdem sie allen Grund zu Beschwerden hätten. Die feinen Gegnern Aufregung hervorgerufen hat. amtliche Denkschrift von 1890 über die Untersuchung der Rheinisch- Westfälische Zeitung", das Drgan fängniß oder Geldstrafe. In dieser Fassung wurde der Ents Arbeiter und Betriebsverhältnisse in den Steinkohlen des noch heute auf freiem Fuß befindlichen Schienenflickers wurf am 4. März 1886- vor mehr als 6 Jahren mit bezirken zur Zeit des großen Bergarbeiter- Ausstandes", und Eid- Virtuosen Baare, versteigt sich zu folgender Unan- überwältigender Mehrheit angenommen mit 378 Stimmen donnert das rheinische Blatt, hat die Klagen und Beständigkeit: Wie verlautete, hatte man die Absicht, über gegen eine winzige Minderheit. Die Begeisterung erfaltete schuldigungen über die auf den Bechen herrschenden die eigenthümlich fonnivente Behandlung des Hez- und Be- jedoch rasch, das Gesetz blieb in den Kommissionen hängen Zustände im Allgemeinen als unberechtigt und leidigungs- Apostels seitens der betreffenden richterlichen Be- und mußte im Winter 1889 auf 1890 frisch eingebracht als schnöde Berleumdungen und nur in hörde Beschwerde beim Justizminister zu erheben. Dies soll werden. Am 13. Mai 1890 fand eine zweite Abstimmung ganz vereinzelten Fällen als begründet erwiesen. erwiesen. Beranlaffung gewesen sein, daß Herr Chefredakteur Fusstatt und es stimmten schon 31 Mitglieder weniger für Bei vorurtheilsfreier Prüfung ist aber nicht zu verkennen, angel schleunigst wieder eingefocht worden ist." Ueber das Gesek, als 4 Jahre vorher nämlich 347 immerhin daß die Novelle sich als eine jenen ungerechtfertigten Klagen Mangel an„ Konnivenz", d. h. Nachsicht, hat die Baare- noch eine stattliche Mehrheit. Allein es gab wieder hinder und Beschwerden auf den Leib geschnittene, weit über den Klique wahrlich Anlaß zur Klage! niffe die Kammer befleißigte sich größter Langsamkeit, Rahmen der für alle übrigen Industrieen maßgebenden Geund nachdem sie mit Hängen und Würgen den Entwurf in werbe- Ordnung hinausgehende Sondergesetzgebung für den der Domestik auf den Rüffel der Herren ergebenst reagirt. Am der die Hauptbestimmungen wesentlich abschwächte und das Der gehorsame Taaffe. Wie zu erwarten war, hat allen Stadien angenommen hatte, tam er vor den Senat, Bergbau gestaltet, welche in jeder Zeile das teffte Miß- 20. April hat die österreichische Unternehmerschaft die Re- so mißhandelte Gesetz der Deputirtentammertrauen gegen den Arbeitgeber athmet. Die Offiziösen sollten gierung in Sachen der Maifeier von oben herab monirt, versammlung zurüdwarf. Die französische Bourgeoisie wirklich nicht so viel von dem„ alten" und dem neuen und am 21. April kommt folgende Drahtmeldung aus weiß, warum sie sich eine gegen alle liberale, geschweige Kurse" reden, weil das nur zu Vergleichungen und Gegen- Wien:„ Ministerpräsident Taaffe berief die Chefs der poli- denn erst demokratische Grundsäge verstoßende Bopfeinrichtung, überstellungen Anlaß giebt, die gerade nicht zur Beruhigung tischen Verwaltung aus Böhmen, Mähren, Schlesien, wie den Senat, zugelegt hat. Jetzt hat nun die Rammer der Gemüther dienen." Die Unverfrorenheit, die in dieser Steiermark und Kärnthen zur Feststellung der Beschlüsse der das Gesetz abermals in der Mache gehabt, und sie hat, den tecken Umstülpung der Thatsachen zu Tage tritt, bedarf in Regierung in Betreff der Maifeier der Arbeiter nach Wien Einwendungen des Senats theilweise Rechnung tragend, ben der That keiner Kritik. Die schmählichen Grubenzustände zusammen." Der Grandseigneur Kapitalismus flingelt, der entscheidenden Baragraphen stark abgeschwächt. Die Geldwerden mit kühnem Wagemuth aus der Welt gelogen, und erste Kammerdiener eilt die Hintertreppe hinauf, und die strafe, an der den Herren Unternehmern nicht viel liegt die ſattsam gekennzeichnete Novelle erscheint in der phan- fubalternen Lakeien harren im Bedientenzimmer des Be- sie wird ja doch auf die Arbeiter abgewälzt ist in der tastischen Darstellung des Rapitalistenorgans als eine unter fehls.nehmerfeindliche Maßregel, geeignet, Rapital und Unteralten Höhe belassen worden, die Gefängnißstrafe dagegen nehmungsgeist von gewerblichen Anlagen zurückzuscheuchen." von einem Monat bis zu drei Monaten" auf fechs Tage Die Todesstrafe in den Niederlanden. In den bis einen Monat herabgesetzt. In dieser verstümmelten Als ob diese spaßhafte Drohung nicht jedesmal laut wird, Niederlanden agitirt die Bourgeoisie für die Wieder- Fassung ist das Gesez vor Ostern mit 271 gegen 223 Stimmen wenn die Unternehmer eine Beschneidung ihres Gewinns einführung der Todesstrafe. Bis zum Jahre 1870 war die angenommen worden, also mit einer ziemlich schwachen oder eine winzige Einschränkung ihrer despotischen Herren- Todesstrafe im niederländischen Strafgesetzbuch vorgesehen, Mehrheit. Die Majorität ist seit 1886 um mehr als rechte auf die Arbeitskräfte befürchten. seit 1855 aber bestand sie thatsächlich nicht mehr, weil hundert zusammengeschmolzen, die Minderheit um fast 150 Man sieht, die Bourgeoisie wird immer allem Eifer und hatte mit seinen Gesellen vollauf zu thun, bienen; überall war er abgewiesen oder ins Blaue hinein reaktionärer, je mehr die Arbeiterbewegung erstarkt. Und um allen Bedürfnissen zu genügen. Die Arbeit ging ihm vertröstet worden. Hier in der Genossenschaft wurde er in nun hat das Gesetz Bovier- Lapierre nochmals durch den flotter von Händen, denn die Nahrungsforgen blieben seinem furzer Zeit als ein wahres Kleinod betrachtet; alle Senat hindurchzugehen. Was da übrig bleiben wird? ergrauten Haupte fern; und wenn er Leder brauchte, ging Bücher hatte er so eingerichtet, daß die Buch- Streit der Schuhleute in er nicht mehr mit zagender Seele, um ein Paar Sohlen zu haltung mit einigen Blicken zu übersehen war; alle Bariser Schuhleuten herrscht, wie der Bossischen Beitung Paris. Unter den borgen; er faufte ganze Hälften mit Allem was drum und Rechnungsabschlüsse sah er durch und notirte die Resultate. Nr. 186 vom 21. April) gemeldet" wird, eine starte branhing, verlangte gute Waare zu angemessenen Preisen, weil Nebenbei war er ein lebendiger Preiskourant und ein un- Gährung. Sie halten", heißt es in dem Bericht, geheime er baares Geld in der Tasche hatte. Und wenn es ihm da verwüftlicher Rathgeber bei allen auftauchenden Geschäfts- Berathungen ab und haben in einem nicht unterzeichneten oder dort nicht mehr paßte, ging er weiter. Jegt brauchte er Verlegenheiten. Einen bestimmten Gehalt bezog er nicht, Aufruf ihre Forderungen, die hauptsächlich auf eine Ges nicht mehr mit schwerem Herzen für theures Geld schlechte dafür war er Theilhaber bei sämmtlichen Geschäften der haltserhöhung gerichtet sind, zusammengefaßt mit der Waare zu nehmen und sie mit noch schwererem Herzen vereinigten Genossenschaft, und wenn er Geld brauchte, hatte Drohung, zur Waifeier auszustehen, wenn ihre Forderungen seinen armen Kunden zu unverhältnißmäßigen Preisen zu er nur die Qual der Wahl. verkaufen oder zu verborgen. ihnen nicht bewilligt werden." Daß die Schutztruppe der Und wenn ihm ja einmal Mandel's anstrengendste Zeit brach aber herein, als Geldjackphilister Ausstandsgelüfte bekommt und frisch, fromm, ein Zweifel über die eine oder andere Geschäftsangelegen- acht Tage vor Weihnachten allgemeiner Rechnungsabschluß fröhlich, frei den Dienst verweigert, weil die Löhne zu heit aufstieg, brauchte er nur hinüberzugehen zu seinem erfolgte, wobei jedes Gewerbevereinswesen zunächst für sich niedrig sind, ist im festländischen Europa bisher unerhört Nachbar Knauth, welcher in derselben Weise seine Schneider die Resultate seiner Thätigkeit zusammenzustellen und dann gewesen. Die Londoner Konstabler freilich waren vor einiger schäftserfahrungen hatte. Bu allen diesen Geweibtreibenden versammlung zu senden hatte. Bei dieser Gelegenheit militärisch geschulten und auf den Kadavergehm ge tam noch eine kleine Bigarrenarbeiter- Gesellschaft, welche mußte alles auf Heller und Pfennig stimmen, und längst brillten Bolizisten die Einsicht in die Beinlichkeit ilger Lage, das ihrige beitrug, die Beträge zu vermindern, die der Ar- ausgerechnete Poften erfuhren bei dieser Gelegenheit eine so ist diese Erscheinung ein Zeichen der Zeit. beiter für seine Lebensbedürfnisse zahlt. abermalige Durchsicht. Den Kreislauf des genossenschaftlichen Lebens ergänzten zwei größere Gastwirthschaften, deren Inhaber zu einem Betheiligten, doch ohne Stimmrecht, welches die Zweig Regierung hat beschlossen, den Erzbischof von Avignon ve Zur Generalversammlung erschienen die meisten der ,, Kulturkampf in Frankreich. Die franzöfifche bestimmten Preise alle Speisen und Getränke abgeben und, genossenschaften durch ihre Deputirten ausübten, welche 4 Weihbischöfe anläßlich des jüngsten Sirtenbriefes über se so weit thunlich, aus dem Geschäfte des Konsumvereins ent: legteren zu dieſem Bwede fich in einem besonders ab- Bflichten ver Wähler vor den Staatsrath zu stellen. Diese nehmen mußten. Hier fanden die Unverheiratheten ihren gegrenzten Raume des Saales zusammenfanden. Jedem Häkeleien zwischen Klerns und Bourgeoisrepublik find eine Mittagstisch, hier fanden sich die Genossen und ihre Freunde Einzelnen war es deswegen unbenommen, seine Meinungen Bosse, die ohne jeden Belang ist. zufammen, hier fangen an bestimmten Tagen die Arbeiter zu äußern und zu beantragen, daß der oder jener Beschluß Gefangvereine, hier wurden Vorträge gehalten, vertrauliche von den Deputirten nicht endgiltig gefaßt werden dürfe, und offizielle Berathungen gepflogen, es gab sogar in dem über welchen Antrag sämmtliche Erschienene abzustimmen Das englische Bergwerks- Gesetz. Die von den im einen Zotal jeden Sonntag Gelegenheit zu einem Zanz. hatten. Sprach sich die Mehrzahl für ein solches Verschieben Gruben- Bill gelangt am 4. Mai zur zweiten Le Was Wunder, daß hier eine große Zahl von Arbeitern nach der aus, so wurde der Gegenstand verlassen Nach dem und nach zu einer Familie zusammenwuchs? Entwurf sollen für jeden Bezirk EigenReinen geplagteren Menschen auf Gottes Erdboden zweige verwiesen. und zur weiteren Berathung in die einzelnen Genossenschafts- thümer und Bergarbeiter Vereinigungen gebildet wer konnte es geben, als den bankrotten Kaufmann Mandel. Bier Wochen war er vorher herumgelaufen, um für seine schienen die beiden Gastwirthe, der Fleischer, der Bäcker, Disziplin unter den Arbeitern entwerfen und deren Duter In den abgegrenzten Raume für die Deputirten erdie den, die unter Zuziehung des Grubeninspektors des Be bedeutende Arbeitskraft Beschäftigung zu finden; alte Ge- der Schuhmacher, der Schneider, der Vorstand der Bigarren führung überwachen sollen. Alle brei Gruppen: Unter schäftsfreunde hatte er aufgesucht, unter denen mancher ihm macher, der Buchbinder, Mandel und Barth für den Ron- nehmer, Arbeiter und Inspektoren, können Vorschläge großen Dank schuldete; Bekannte und Verwandte war er sumverein, Hanke für die Buchbrucker, und Lange für die solchen Regeln machen, Abänderungen beantragen u. 1.en Personen unter 21 Jahren sollen innerhalb 24 Stunden nicht mehr denn 8 Stunden, und Personen unter 16 Jahren um Arbeit angegangen; er hätte mit Freuden eine Kommis- Beitung. stelle angenommen, um nur Brot für seine Familie zu ver( Fortsetzung folgt.) gewachsen. National nicht gar Mädchenarbeit unter Tage soll auf arbeiten dürfen. den Kohlenwerken Frauen- und ... ganz aufhören. jedem vom Staatssekretär festgestellten Minendistrikt wird für je 6000 beschäftigte Personen ein Grubeninspektor angestellt. Das jetzige Kohlengruben-Arbeiter-Schutzgesetz (Coal Miners Regulation Actj verbietet die Nachtarbeit in allen gefährlichen und für den weiblichen Organis- mus ungeeigneten Arbeiten und führt den Zehn- stundentag mit nur fünf- bis sechsstündigem Ar- besten an Sonnabenden durch. Die Wahlkreise, in denen die Arbeiter eigene Kandidaten aufstellen, mehren sich, und jeder Kandidat muß sich auf den Achtstundentag verpflichten. Bekanntlich haben die Bergarbeiter- Abgeordneten für Northumberland, Bnrt und Fenwick, und der Vertreter für Nord- Durham, Wilson, kürzlich im Unterhause gegen den gesetzlichen Achtstundentag für die Bergarbeiter gestimmt (vergleiche unseren Brief aus England, Nr. 76 vom 30. März, 2. Beilage); dafür stimmte nur der Vertreter des Ver- bandes der Bergarbeiter von Süd- Wales, Abraham. Der Generalsekretär der Großen Miners Federation, Pickard, war damals krank. Die Federation ist im Gegensatz zur Miners Union von Durham und Northumberland Haupt- sächlich für den gesetzlichen Achtstundentag. Schon auf dem letzten Jahreskongreß der Trabes Unions zeigte es sich, daß die Vertreter von Durham und Northumberland Kirchthurms- Politik trieben. Die Häuer in den dortigen Revieren, die selbst nur sieben Stunden arbeiten, sind Gegner des Acht- stundentags für alle Grubenarbeiter, weil sie ihre kurze Arbeitszeit nur aufrecht erhalten zu können glauben, wenn die Schlepper und sonstigen Hilfsarbeiter, darunter ein großer Prozentsatz jugendlicher Arbeiter, bis zu zehn Stunden und darüber arbeiten. Dieser selbstsüchtige Stand- punkt hat den Vertretern dieser Reviere auf dem letzten Gewerkschaftskongreß lebhafte Vorwürfe eingetragen. In- zwischen rüsten sich die englischen Bergleute, den demnächst in London zusammentretenden(dritten) internationalen Bergarbeitertag zu empfangen..In der deutschen Fach- presse/ schreibt mahnend die ultramontane.Kölnische Volkszeitung'(Nr. 219 vom 21. April), die eine seine Fühlung für die Fortschritte der sozialistischen Ideen unter den deutschen Bergarbeitern hat,.wird eifrig für den Kongreß agitirt. Möchten bei der zweiten Berathung der Berggesetz-Novelle im Abgcordnetenhause die Zeichen der Zeit verstanden werden! Von der Gestaltung dieser Novelle dürste das Fortschreiten der sozialdemokratischen Agitation unter der Bergarbeiterschast wesentlich abhängen/ Die Novelle, mag sie verballhornt durch die Ritter und Schulz, oder in ihrer ursprünglichen Gestalt Gesetz werden, wird in der That ein kräftiger Hebel der Propaganda für unsere Partei sein.— Zum Prozeß de? Londoner„Eommonweal". In der Anklagejchrstt gegen Nichols und Mowbray werden dieselben beschuldigt, in dem Artikel des polizei-anarchistischen „Eommonweal" zur Ermordung des Staatssekretärs Matthew?, des NrchterS Nawkins und anderer Personen aufgefordert zu haben. Was wir vom»Commonwea/ und dessen Hinter- Männern denken, das wissen unsere Leser. Wir müssen jedoch davor warnen, daß man den Gruselgeschichten, die seit einiger Zeit auS England kommen, und noch einige Zeit kommen werden, irgend Glaubwürdigkeit beimesse. Tie englische Polizei will sich rechtfertigen. Sie hat eine schmachvolle Lockspitzelarbeit verrichtet; mit den Schurken in ihrem Sold hat sie ein paar Gimpel, Nullen in jeder Beziehung, gefangen, und da gilt es nun, die Gimpel zu fürchterlichen Verbrechern auszustaffiren, damit von den be- zahlten Schuften, und der ganzen schuftigen Machenschast die öffentliche Aufmerksamkeit abgelenkt werde. Die englische Polizei hat in dieser internationalen Polizei- Anarchisten-Verschwörung genau dieselbe schmähliche Rolle "'"ielt, wie die französische, spanische und russische Polizei. die Loi � enn dem Gelde, welches londoner und Walsaller Anarchisten bei ihrer Verhaftung in der Tasche hatten, seine Herkunft aufgeftempelt wäre, dann würoe die englische Polizei in die nämliche Lage kommen, wie die spanische Polizei mit ihrem entsetzlichen Dtznamiterich Muuoz, der vor dem Untersuchungsrichter plötzlich Gewiffensbisse bekam, und im Austrag der Polizei gehandelt zu haben gestand. Wie gesagt, die englische Polizei ist in keiner besseren Lage. und sie sucht jetzt die Augen John Bull's durch allerhand Gruselgeschichten von ihren unsauberen Praktiken zu eist- fernen. So will sie z. B. eine.anarchistische" Räuber- und Mördergesellschaft entdeckt haben, die reiche Leute, ,,be- sonders Staatsmänner" abfangen wolle. Auch von einer »anarchistischen" Brandstifter-Bande wird gefaselt.— Alles Zeug, das wir schon vor Jahren gehört und gelesen haben � und zwar mehr als einmal. Die Polizelphantasie ist eben von erschreckender Unfruchtbarkeit und Mouotoiiie.— Die italienische Ministerkrise. Diese Krisis gehört auch zu den Würmern, die nicht sterben können. Gestern war sie„beendigt", heut ist sie wieder am Leben. Natür- lich will der Milstarismus nicht auf das Futter verzichten, das er schon in den Zähnen zu haben glaubte. Siegen wird er ja— und Italien wird weiter vorstürmen auf der Bahn zum Bankrott.— Dänische Wahlen. Nach dem nunmehr vorliegenden Ergebniß der am 20. April stattgehabten Wahlen zum Folkething sind 30 Kandidaten der Rechten, 43 Kandidaten der gemäßigten Linken und 28 Kandidaten der radikalen Linken gewählt. In zwei Wahlkreisen von Kopenhagen wurden die sozialdemokratischen Kandidaten gewählt. Ge- nofse Holm, der im fünften Kopenhagener Bezirk aus- gestellt war, siegte mit 8794 Stimmen, der Kandidat der Rechten erhielt 747 Stimmen.— Clektrokution. Dieses barbarische Wort ist am eri- k a nischen Ursprungs und funkelnagelneu, und es druckt etwas Barbarisches aus— eine der neuesten Barbareien Unserer sog.„Zivilisation"— nämlich die Hinrichtung durch Elektrizität. Lesen wir, was unser New-l)orker Bruderorgan, die„Ncw-Aorker Volkszeitung" schreibt: „J m N a m e n d- r Z i v i l i s a t i o n! Die grauenhaften Szenen, die sich bei der elekrischen Hinrichtung des Morders Colto abspietlen, veranlassen bürgerliche Blatter, gegen die Verwendung der Elektrizität bei der Exekution zu protesnren und«ine Aushebung der diesbezüglichen Bill zu verlange». So schreibt die.New-Hork Sun" u. a.:„Es erscheint unbegrelf- l'ch. daß menschliche Wesen gesunden, verde» können, die bei einem solchen Schauspiel noch helfende Hand reichen. Wenn Eoito ein Hund gewesen wäre und nicht ein Mensch, so wäre das laug fortgesetzte Erperiment init ihm schon empörend ge- wefen», und der Londoner.Lancet" drückt die Hoffnung aus, daß ein Gefühl des AnstandeS die Aerzte davon abhalte» möchte, wiederum als Zeugen oder Gehilfen an solchen Hin richtungsszenen Theil zu nehmen, was eine sehr geringe Kenntniß der Qualität eines gewissen' Theils der amerikanischen Aerzte beweist. „Im Namen der Zivilisation und als Volk eines christ- lichcn Staates", so ruft die„Sun", voller Entrüstung aus, „laßt uns ein Halt gebieten diesem barbarischen und emporenden Geschäft!" und im Namen dieser Zivilisation und dieses christ- liche» Staates verlangt das Blatt dann, daß die Legislatur ein Gesetz erlasse, durch welches nicht etwa die Todesstrafe aufgehoben werde— bewahre, so weit geht die Zivilisation und das Christenthum der bürgerlichen Welt nicht— sondern durch welches wir wieder zum Hängen zurückkehren. Das ist der Schluß bürgerlicher Weisheit. Daß es nur eine radikale Reform der Todesstrafe geben kann, die Aufhebung derselben nämlich, das fällt diesen Leuten nicht ein, und die Rückkehr zum Galgen gilt ihnen als ein Sieg der Zivilisation. O, über diese Zivilisation des Bürgerthums!"— Brasilianische Wirren. Nach einer drahtlichen Mel- dung aus Lissabon ist daselbst das Gerücht verbreitet, es hätten sich die brasilianischen Provinzen Sao Paolo und Rio Grande als unabhängige Staaten erklärt.— VorketNÄisiviihken. Der Berliner Verein der polnischen Sozialdemokraten nahm am 20. April er. Stellung zum Anarchismus und zu der Frevelthat von Koscielec, welche durch den Tod ihrer Verüber eine so schnelle Sühne gefunden hat. Genosse Morawski legte den Unterschied der anarchistischen und sozialdemokratischen Grundsätze klar, kritissrte die sogenannte„Propaganda der That" in der gebührenden Weise und legte zum Schluß eine Resolution vor, welche in deutscher Sprache folgendermaßen lautet: „Der Polnische Sozialistenverein in Berlin beschließt, daß er gegen den Anarchismus die Stellung einer denselben bekämpfen- den Partei einnimmt. Pflicht jedes Mitgliedes des Vereins ist es, durch Vropaganda für die Sozialdemokratie den Anarchismus zu bekämpsen. Zukowski und Pilachowski, gleichviel ob sie für anarchistische oder eigene Zwecke handelten, sind von uns zu ver- urlheilen, und es ist zu beklagen, daß sie dem Verein angehört stein, Nord- Ins Erd angehört haben. Für künftig ist bei der Ausnahme neuer Mitglieder aufs vorsichtigste zu verfahren." Diese Resolution wurde fast einstimmig angenommen. Zwei Personen, Kalinowski und Jabskowski, welche in der Debatte durch die Art und Weise ihrer Kritik bekundeten, daß sie keine Sozialdemokraten sind, wurden daraus von der Versammlung aus der Partei-Organisation ausgeschlossen. Die Versammlung endete mit einem begeisterten Hoch aus die internationale Sozialdemo» kratie. Bemerkt sei hierbei, daß eS sich bei ver Blutthat von Koscielec zweifellos um eine gewöhnliche Raubaffäre handelt, dieselbe also den Anarchisten nicht aufs Konto zu schreiben ist. Auch die„Voss. Ztg." bringt und gleich ihr die Mehrzahl der bürgerlichen Blätter, von der„Post" bis zur„Frankfurter Zei- tung", in diesem Sinne eine Erklärung. Trotz aUedem war die oben erwähnte Stellungnahme unserer polnischen Genossen durch- aus am Platze. Wer Prinzip und Taktik der Sozialdemokratie nicht anerkennt, gehört nicht zu uns und ist als Gegner zu be- handeln, gleichviel ob seine Wiege im Bourgeois- oder Proletarier- hause gestanden hat. Sozialdemokratischer Parteitag für Lübeck und beide Mecklenburg. Der angekündigte Parteilag hat am IS. und IS. April in Lübeck(Stehr's Saal, Zweite Wallstraße) statt» gefunden und der Partei voraussichtlich in hohem Grade ge- nützt. Vertreten waren 23 Orte durch 32 Delegirte, nämlich Boizenburg(1), Demern(1), Fürstenberg(1), Gadebusch(1), Gnoien(l), Grabow(1), Grevesmühlen(2), Güstrow(2), Lübeck (k>, darunter zwei Damen), Lübtheen(1), Malchow und Penzlm(1), Mirow(1), Neubrandenburg(I), Neustrelitz(1), Parchim(2), Rhena(1). Rostock(2), Schönberg(2), Schwerin(2), Sternberg (1), Warnemünde(1), Wismar(I). Dem anwesenden Mitgliede der parlamentarischen Fraktion, Genossen Schwartz wurde beschließende, dem Vertreter der Provinz Schleswig, s Genosse Linau- Neumünster, und dem Redakteur der wacht". Gen. Duden, berathende Stimme eingeräumt. Bureau wählte der Parteitag die Genossen: P a p e und beer(Vorsitzende), F. Meyer, Neutsch, Bauer, L ü t g e n a u(Schriftführer). Zun» ersten Punkte der Tagesordnung:„Organisation und Agitation" erstattete Genosse Peters(Schwerin) den Bericht, aus welchem zu er- wähnen ist: Oeffentliche Versammlungen werden nicht genehmigt, nichtöffentliche erschwert durch die Forderung, daß das Verzeichniß der Theilnehmer vorgelegt werde. Aus Rücksicht hierauf muß vermittelst der Schrift um so mehr agitirt und trotz der Kost- spieligkeit mehrmals jährlich ein Flugblatt verbreitet werden. I» der Diskussion sprachen die Genossen Esfinger, Busch, Päpelow, Schwartz, Lütgen au u. a. Sivg. Schwartz bezeichnete den Boden in Mecklenburg als ausgezeichnet, der Mecklen- burger sei revolutionär. Flugblätter wirkten hauptsächlich in erregter Zeit, die periodische Presse ser wichtiger. L ü t g e n a u befürwortete, zuweilen doch Versammlungen anzumelden, trotz der Gewißheit des Verbots, weil jedes Verbot agitire. Die Kosten der Flug- blaltoeriheilung sänken sofort auf einen minimalen Betrag, wenn mau in dem Ort einen tüchtigen Genossen gewonnen habe, dem man die Flugblätter unter Kreuzband zuschicke. Nach seiner Erfahrung sei es außer der Wahlzeit nicht nöthig, die Flugblätter massenhaft herumzuwerfen; die Spannung wachse, wenn manche Personen auf ein einziges Exemplar angewiesen seien und mehrere Tage fragten: Bekommen wir es denn noch nicht bald? Was massen- Haft gratis angeboten werde, verliere in den Augen mancher, wenn man auch hinzufügen möge: wenig Urtheilsfähiger, an Werth. Die Flugblätter müßten prinzipiell im Inhalte sein, aber von den wirklichen Verhältnissen der Leute ausgehen. Zur Sprache wurde auch gebracht, daß gelesene Zeitungen kein Interesse mehr fänden, wenn sie schon Monate alt seien. Im Ganzen ergab die Diskussion das Bild eines steten und raschen Fortschreitens der Part«. Neber„Reichs- togs-Kandidaturen in Mecklenburg" referirte Schwartz; er gab ein interessantes Bild von der geschichtlichen Entwickelung der Partei in Mecklenburg, rechnete darauf, daß mindestens drei Kreise das nächste Mal in unseren Besitz kommen müssen, und verwarf unler diesen Umständen Doppelkandidaluren enlschieden. Ausgestellt wurden— wie schon telcgraphisch gemeldet— für die sieben inecklenb. Wahlkreise: PeterS, Grolh-B ielefeld, Pägelow, Schwartz- Labeck, Krefchmann- Hamburg, Kant- Rostock. L ü t g e n a u- Berlin. Ein Antrag auf Unterstützung der Ar- beilerinnenbewegung wurde nach Befürwortung durch die An- tragstellerin. Genossin Frau Kleve» und nach kurzer Diskussion angenommen. Eine Kommission schlichtete lokale Schweriner Streitigkeiten; die Parteien unterwarfen sich. Eine längere, sorg- fällige Erörterung, die durch ein Referat des Gen. Erdbeer ein- geleitet wurde, drehle sich um das neue Rostocker Blatt; der Partei- tag beschloß schließlich, die in Lübeck verbleibende Agitations- Kommission solle in Verbindung mit Rostock und dem Verlage der„Nordwacht" die Stellung zu der„Mecklenb. Volksztg." fest- setzen. Der Parteitag schloß nach einem Dank an die Lübecker Genossen für die herzliche Aufnahme und unter Absiugung der Arbeitermarfeillaise am Dienstag um« Uhr. Am Montag Abend fand unter Betheiligung von Tausenden zu Ehren der Delegirten ein Fest auf„Tivoli" mit Gesängen, Deklamationen, Theater- aufsühruug und Festrede von Dr. Liiigena» statt; auch hier ver- lies Alles aufs Beste. Zur Maifeier. Da? k. Bezirksamt Neustadt a. d. H. hat den Umzug gebührenfrei unter der Bedingung erlaubt, daß keine demonstrativen Abzeichen getragen werden; es begründete diesen Entscheid damit, daß gegen die Genehmigung des Umzugs kein Bedenken bestand, vorausgesetzt, daß derselbe sich in den Grenzen bewegt, wie jede andere derartige Veranstaltung.— Die Münchener Arbeiter halten am Abend des 30. April im großen Saale des Münchener Kindl- Keller eine große Volks- Versammlung ab; am 1. Mai ist in Holzapfelskreulh großes Volksfest.— Die Kölner Polizei hat den Umzug genehmigt. Preußische Landgemeinde-Wahlen. In Zangen berg bei Zeitz wurden die drei sozialdemokratischen Kandidaten der 3. Abtheilung mit großer Mehrheit in die Gemeindevertretung gewählt. In Löwe ndorf(Kreis Jüterbogk-Luckenwalde) eben- falls drei Kandidaten unserer Partei und zwar fast einstimmig; zur Wahl erschienen 16 Wähler, davon stimmten 14 sozial- demokratisch. Die Legende, daß wir bei den Landgemeinde-Wahlen nur in den Vororten großer Städte Erfolg hätten, werden die Gegner also bald durch eine andere ersetzen müssen. Der Frankfurter Sozialdemokratische Verein, bez. dessen Vorstand, hat einen Herrn Bertram wegen Handlungen aus- geschlossen, die zu bezeichnen mau in Bert�ams eigenem Interesse diskrediliren; die zahlreich besuchte Versammlung ging indeffen nach reiflicher Besprechung der Angelegenheit über den Protest zur Tagesordnung über. Das Verfahren der Frankfurter Partei- leitung ist damit ftir berechtigt erklärt. Da der Telegraph der Angelegenheit in einer Weise erwähnte, die zu unrichtigen Auf- sassungen Veranlassung geben konnte, wird vorstehende Mit- theilung am Platze sein. » BreSlauer Geuosse« eröffneten für die Wittwe unseres verstorbenen Mitkämpfers Wladislaus Kurowski eine Sammlung. Die Expedition der„Volksmacht"(E. Zahn, Breslau, Weißgerbergasse 64) quittirt darüber. »» Eine Volksversammlung,' die am 17. April in dem Land- orte Klein-Tschansch(Schlesien) in der Tischlerwerkstatt des Herrn Fischer tagte, war trotz des schlechten Wetters von etwa 1S0 Personen, Männern wie Frauen, besucht und hatte einen vortrefflichen Verlauf. Das Referat des Genossen Schütz aus Breslau, welcher über die Lage der ländlichen Arbeiter sprach, wurde von den Zuhörern beifällig aufgenommen, und in einer einstimmig zur Annahme gelangten Resolution erklärten sich dieselben mit den Ausführungen unseres Genossen einverstanden und verpflichteten sich zu fleißiger Agitation für die sozial- demokratischen Ideen. Die ländlichen Arbeiter waren voller Be- geisterung; lebhaft stimmten sie in den Gesang der Arbeiter- Marseillaise ein, welcher nach Schluß der Versammlung angestimmt wurde, und ließen sich auch in beträchtlicher Zahl als Abonnenten der Breslauer„Volksmacht" einschreiben. Spitzelthum im Elsaß?'unserem Partei-Organ, der„Elf.- Lothr. Volks-Zlg." wird aus Sulz geschrieben:„In unserem glücklichen Elsaß ist das Spitzelthum gegenwärtig in derselben Blüthe, wie unter dem verewigten Sozialistengesetz drüben in Alt-Deutschland. Aus sicherer Quelle kann ich Ihnen melden. daß eine hiesige hervorragende Amtsperson, die sich vermuthlich auch um die Rettung des bedrohten Staates verdient machen möchte, bezahlte Spione in ihren Diensten hat. Dieselben haben die Aufgabe, da und dort in der Stadt herumzuhorchen, was die Sozialdemokraten treiben. Nun treiben aber die Sozialdemokraten gar nichts Ungesetzliches; es ist daher nicht recht verständlich, warum das Geld der Steuerzahler für derartige höchst überflüssige Zwecke zum Fenster hinausgeworfen wird. Dem Volke wird durch eine solche Verwendung seiner Steuergelder jedenfalls ein schlechter Dienst geleistet, abgesehen davon, daß auf diese Weise die Mouchards künstlich gezüchtet werden." Die Sache bedarf der Aufklärung. Aus Kroatien. Dieser Tage ging ein« Notiz durch die Presse, wonach in A g r a m ein Feldwebel Namens Joseph I a ck l verhaftet wurde.„Man fand"— hieß es weiter—„bei ihm zahlreiche anarchistische und sozialistische Zeitschriften und Broschüren. Die Aufmerksamkeit war auf ihn durch eine Korrespondenz aus Agram gelenkt worden, welche in der Budapester„Arbeiterpresse" erschien und über schlechte Behandlung der Soldaten Klage führte. Man glaubte, diese Korrespondenz rühr« von Jackl her." Unser Wiener Parteiorgan hat sich erkundigt und erfahren, daß bei dem Feldwebel Jackl nicht eine einzige anarchistische Schrift gefunden wurde, fondern eine Anzahl naturwissenschaftlicher und ökonomischer Werke und einige Nummern von Arbeiterblättern, welche sämmtlich die Zensur passirt haben. Einen Anhaltspunkt dafür, daß Jackl für Blätter korrespondirt habe, giebt es bisher nicht und ist das den Agramer Genossen im höchsten Grade unwahrscheinlich. Die Militärverwaltung würde gescheiter thun, die Soldaten- mißhändlunaen abzustellen, als nach demjenigen zu fahnden, welcher die Bevölkerung über die Mißhandlungen unterrichtete. Polizeiliches, Gerichtliches tt. — 9lu3 Sachsen. Ohne Angabe irgend welcher Gründe at die Amtshauptmannschaft Dresden- Altstadt ein Gesangs- onzert verboten, das der„Männer- Gesangverein Plauenschcr Grund" am ersten Osterfeiertage in der„Rothen Schänke" ab- zuhalten beabsichtigte. — In Altona wurde Genosse Schneider, früherer Redakteur der„Nordd. Volksztg,", wegen Beleidigung der Militär- behörden zu 300 M. Geld- dezw. 20 Tagen Gefängnißstrase ver- urtheilt. Den Strasantrag hatte Vize-Admiral Knorr gestellt. Die Beleidigung wurde im Inhalt einer Korrespondenz erblickt. die in Nr. 143 des genannten Blattes vom 3. Dezember 1801 veröffentlicht worden(st. — Wegen Majestätsbeleidigung wurde in Stade der Korbmacher Petri zu 1 Jahr Gefängniß ver- urtheilt. Es handelte sich nach dem„Hamb. Echo" um eine ab- fällige Aeußerung über den deutschen Kaiser, welche ein gewisser Weidenreich und dessen Frau gehört haben wollen. - Parteilichkeit„halte" Genosse E. Klemmt in Kaiserslautern dem dortigen Bezirksamt nach Aussage eines Polizisten vorgeworfen, während zivei Genossen eidlich be- »ugten, Klement habe erklärt, es„scheine" ihm, als ob das Bezirksamt gegen Sozialdemokraten parteilich handle. Das Schöffengericht schenkte dem Polizisten mehr Glauben als den beiden Genossen und verurtheiltr Klement zu 6 Tagen Gefängniß, sowie zu de» Kosten. — Eine Volksversammlung in Elbingerode(Hannover), die am ersten Osterseicrtag stattsinden sollte, wurde verboten. Grund:„daß nach den Vorschriften der königlichen Verordnung vom 2S. Januar 1822, betreffend die Feier der Sonn- und Fest- tage an den beide» Tagen der hohen Jahresfeste... keine solche Zlljammenkünfte gehalten werden dürfen, welche dem Hauptzweck christlicher Feiertage hinderlich sind". In demselben Saale, in dem die Versammlung tagen sollte, konnte am Ostermontag, also auch an einem„der beiden Tage eines hohen Jahresfestes" eine Tanzmusik stattfinden. Tanzmusik scheint nach polizeilicher Auf- sassung somit dem Hauptzweck christlicher Jahresfeste nicht hinderlich zu sein, wohl aber eine Versammlung, in der ernste Fragen erörtert werden!(„Braunschw. Bolkssreund.") Theater. Freitag, den 22. April. Opernhaus. Freund Friz. Schauspielhaus. Fauft von Goethe, Deutsches Theater. Der Sohn der Wildniß. Leffing- Theater. Die Ehre. Berliner Theater. Ein Tropfen Gift. Wallner- Theater. Der Löwe des Tages. Residenz- Theater. Graf Waldemar. Friedrich- Wilhelmkädt. Berein der Einsetzer( Tischler). An alle Buchdruckergehilfen Berlins! Sonntag, den 24. April, Vormittags 10 Uhr, Neue Friedrichstr. 44. Außerordentliche GeneralversammlungTages- Ordnung: 1. Anträge des Vergnügungs- Komitees. 2. Innere Vereinsangelegen heiten. 3. Fragekasten. 146/11 Der Vorstand. NB. Der Arbeitsnachweis des Vereins befindet sich nur Neue Friedrichstraße 44, im Restaurant, Abends von 8-9, Sonntags Vorm. von 10-12 Uhr. Sonntag, den 24. April, Vorm. 10% Uhr: Allgemeine Buchdrucker- Versammlung Friedrich Wilhelmnadi. Theater. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter im großen Saale der Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg. Das Thomas Theater. = Schuhe. Drei Paar Adolph Ernst- Theater. Fräulein Feldwebel. Bellealliance- Theater. Jung Deutschland zur See. Oftend Theater. Egmont. Fernpalaft. Spezialitäten- Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spe zialitäten Borstellung. Berlins und Umgegend. Zage3 Ordnung: 1. Stellungnahme zu dem Antrage der Prinsipale behufs Wahl Sonntag, den 24. April, Borm. 10%, Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75( Tunnel) der Gehilfenvertreter sur Tarifkommission. 2. Verschiedenes. IF Winter- Garten. Spezialitäten- Bor- 390/13 ftellung. Branchen- Versammlung der Rohrleger und Helfer. Zages Ordnung: 1. Borlegung und Diskussion des von der Fachkommission entworfenen Fragebogens. 2. Verbands- Angelegenheiten und Verschiedenes. Gäfte willkommen. Zahlreicher Besuch erwünscht Der Vorstand. Baufman's Variété. Spezialitäten Militär- und Lieferungs- Schneider. Vorstellung. American Theater. SpezialitätenVorstellung. Grosse Versammlung Siskeller. Theater und Spezialitäten- Sonnabend, Abds. 8½ Uhr, bei Müller, Johannisstr. 20 Vorstellung. Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. ( Eingang im Lokal). Zages Ordnung: 419/8 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Abrechnung der Fachschulkommiffion. 4. Berschiedenes und Fragekasten. Der Vorstand. NB. Diejenigen Kollegen, die noch Billets vom Stiftungsfefte haben, PassagePanopticum. werben ersucht, dieselben in der Wersammlung abzurechnen. Riese, 9 Fuß. Achtung! Lackirer! Zwerg, 25 Zoll. Achtung! 149/5 Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Einberufer. Gesangverein Berliner Buchdrucker! Der Allgemeinen Buchdrucker- Versammlung wegen fällt die ebungsStunde am Sonntag aus und findet dafür am Dienstag, Abends präzise 9 Uhr, bei Wienecke, Alte Jakobstraße 88, statt.- Die Borstandsmitglieder werden zu einer Sigung in obigem Lokale Sonntag Vorm. präz. 9 Uhr eingeladen. Achtung! Achtung! Große öffentliche Versammlung des Fachvereins der Holz- und Bretterträger Berlins und Umgegend am Sonntag, den 24. April, Vormittags 10 Uhr, bei Frehse, Naunynftr. 27. Zagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Ber Sonntag, d. 24. April, Vorm. punkt 10 Uhr, bei Gratweil, Kommandantenstr. 77/79 schiedenes. Bur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Der Vorstand. Rollegen! Ueberall regen fich die Arbeiter, welche noch feiner Mann m. Steinkopf. Pigmy v. Stanley- sämmtl. Blech-, Wagen- u. Möbel- Lackirer Berlins u. Umg. Zwergvolk. 4-9 Uhr Große öffentliche Versammlung 10-1 Castan's Panopticum Friedrichstr. 165a, Ecke Behrenfir. Zages Ordnung: 1. Bortrag über„ Der 1. Mai und seine Bedeutung". 2. Unsere Neunftunden- Bewegung. 3. Verschiedenes. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Lackirers, recht pünktlich zu erscheinen. 203/15 Der Vertrauensmann. Riefin.. Puppenfee zentral- Krankenkasse der Maurer, Aama, größte Riesin, 16 Jahre alt, 9 Fuß groß. Prinzeß Pauline, 16 Jahre alt, 40 Zentimeter groß. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. Gratweil'sche Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Konzert mit humoristisch. Vorträgen. Großer Frühstücks- u. Mittagstisch fowie 6 Billards, 3 Regel bahnen und 2 Säle. Eröffnet! F. Sodtke. Eröffnet! Wirthshaus zum eichenen Stab Stallschreiberstrasse 29 Weiß- und Bairisch- Bierlokal. Freunde und Genossen sind freundlich eingeladen von Kollegen C. Schöning. Zahlstelle d. deutschen Tischlerverbandes. Empfehle Freunden und Genoffen mein neu eröffnetes Weiß- u. BairischBier- Lokal. Aug. Insinger, 2554b Krautsstraße Nr. 36. Achtung! Achtung! 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Die Unternehmer haben den Werth der Organisation weit beffer erkannt als die Arbeiter. Dieselben unterhalten fast überall und in allen Berufen Verbindungen, um die Forderungen der Arbeiter abzuwehren. Und da sollen wir noch länger in ftumpfer Theilnahmlosigkeit verharren? Steinhauer, Stuckateure etc.( Grundstein z. Einigkeit) Steht Ihr Euch bei Eurer Arbeit denn so gut, daß Ihr es nicht nöthig habt, Oertliche Verwaltung Berlin. Euch um die Verbesserung Eurer Lage zu fümmern? Sind die heutigen Lohn und Zeitverhältnisse dazu angethan zufrieden zu sein? Nein! Ihr selbst wißt Sonntag, den 24. April, Vormittags 1012 Uhr, bei Scheffer, Inselstr. 10, II: es am besten, wie schwer unser Beruf ist, welche Arbeitskraft dazu gehört, um Ordentliche Mitglieder- Versammlung feitdem die Lebensmittel um ein Bedeutendes theurer geworden sind? Nein! Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1892 und Bericht der Revisoren. 2. Besprechung über die Krankenkassen- Novelle. auf längere Zeit widerstandsfähig zu bleiben. Sind unsere Löhne gestiegen, Habt Ihr eine Wohnung, in der Ihr Euch wohl fühlt? Könnt Ihr Euch von dem Verdienste, den Ihr erhaltet, eine beffere verschaffen? Reinenfalls. Darum Kollegen, wer es mit sich und seiner Familie ehrlich meint, ber vereinte Kraft unsere Lage verbessern können, 3. Entgegennahme etwaiger Beschwerden gegenüber der örtlichen Vertrete dem Fachverein der Holz- und Bretterträger bei, damit auch wir durch waltung. 4. Innere Kaffenangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 229/12 173/12 Die Verwaltung. NB. Das Raffenlokal ist von 8 bis 10 Uhr geöffnet. Allgemeiner Deutscher Sattlerverein. ( Filiale Berlin.) Sonnabend, den 28. April, Abends 81/2 Uhr, bei Wienecke, Alte Jakobftr. 88: Große Versammlung mit Frauen. Tages- Ordnung: 1. Die Gewerbe- Novelle. Referent: Genosse Zh. Mehner. 2. Diskussion. 3. Die Maifeier. 4. Verschiedenes und Fragelaften. Hierzu ladet ein Der Vorstand. Der Vorstand. Fachverein der Klempner Berlins u. Umgeg. Sonnabend, den 23. April, Abends 81/2 Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a. 265/17 187/18 NB. Alle diejenigen Kollegen, welche noch Billets vom Stiftungsfefte im Besitz haben, werden ersucht, dieselben in der Versammlung abzugeben. Berlagsbuchhandlung des ,, Vorwärts" Berliner Bolfsblatt Berlin SW., Beuthstr. 2. Im Verlage von 28 örlein u. Comp., Nürnberg, erschien soeben und ist durch uns zu beziehen: Enthüllungen über das tragische Lebensende Ferdinand Lassalle's und seine Bezlehungen zu Helene von Dönniges. Von Bernhard Becker. Bearbeitung. Neue 80, XVI u. 282 Seiten. Elegant in Leinen gebunden Preis 2 Mart, broschirt in 6 Heften à 25 Pfg. Einbanddecke 45 Pf. Mit dieser Neu- Auflage ist der Vergessenheit ein Buch entriffen worden, welches bei unseren älteren Parteigenossen noch von seinem ersten Erscheinen her( Schleiz, 1868) in schlechtem Andenken steht. Dennoch hat sich die Verlagshandlung zu einer Neuherausgabe entschlossen, da die Schrift abgesehen von der unwissenschaftlichen Geschichtsschreibung des Berfaffers zahlreiche authentische Aktenstücke von hohem Werth enthält; ferner über eine Episode aus dem Leben unseres großen Vorfämpfers Laffalle Aufchluß giebt, die für jeden Menschen ein rein menfch liches, für jeden Sozialdemokraten ein besonderes parteigeschichtliches Interesse hat. Wir können das Buch zur Anschaffung für Vereins- und Privatbibliotheken bestens empfehlen. Alle Buchhandlungen, Kolporteure und Zeitungsspediteure nehmen Bestellungen entgegen. Wiederverkäufer Rabatt. I Bei Bestellungen von Auswärts ersuchen wir um gleichzeitige Einsendung des Betrages.( Porto extra.) Große Versammlung Tages- Ordnung: 1. Vortrag: ,, Die Gewerbe- Ordnung". Ref. Genoffe Reg.- Baumftr. Reßler. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Arbeitsnachweis. 5. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung ist jeder Rollege willkommen. Fachverein Der Vorstand. der Marmor- und Granit- Arbeiter. Sonntag, den 24. April, Vormittags 101/2 Uhr, in Deigmüller's Lokal, Alte Jakobftr. 48a. Mitglieder- Versammlung Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Wir ersuchen alle Kollegen, die noch rückständigen statistischen Fragebogen Der Vorstand. abzuliefern. 230/12 Friedrichshagen. Sonnabend, den 23. April, Abends 81/2 Uhr, im Restaurant ,, Giskeller" Große öffentliche Volks- Versammlung. Zagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Paul Singer über Die Sozialdemokratie im Reichstage". 2. Distusfion. 3. Ersatzwahl zur Lokalfommission. 378/15 Der Vertrauensmann. Achtung Töpfer! Bitte lesen Sie! Die Sperre beim Töpfermeister Dabert in Riydorf ist hiermit aufgehoben. Der Vertrauensmann. Möbel- Aufbewahrung ransportu Verpackung Adfer- Gesellschaftlir Möbeltransportu.Aufbewahrung Ohne Umladung Bader BERLIN.S.0. Köpnicker Str. No 127. Genossen finden freundl. Schlafstelle bei M. Weigelt, Urbanstr. 107, Quergebäude 3 Tr. I. 2538b Freundliche Schlafftelle Neuenburgerstraße 34( Laden). 2544b Jedem, der billig und gut kaufen will, empfehle mein sehr reichhaltiges Lager von circa 1000 Sommer- Paletots, 2000 Anzüge, sowie einzelne Röcke, Jaquetts, Hosen, Westen etc. Ferner Uhren, Ketten, Ringe, Betten, Wäsche, Stiefel, Süte, Reise- u. Holzkoffer, Waschkeel 2c. Sämmtliche Sachen in alt und neu, auch werden verfallene Pfänder verkauft. A. Wergien, Schneidermeister, 127Staligerstraße127. Bestellungen nach Maak werden gut und billig ausgeführt. Bitte sehr, recht genau auf Namen und Hausnummer zu achten. Mehlwürmer Leere Stube Mariannen- Ufer 7, fauft jedes Quantum die Vogelhandlung r. Seitenfl. part. I.( Preis 11 M.) Wilhelmstr. 142, Quergeb. 1 Tr., ist Kommandantenstr. 27. 2510b 2 Genossen finden freundl. Schlafft. ein freundlich möblirtes Zimmer( Flur mit sep. Eing., nach vorn, b. Knugen, eingang) billig zu vermiethen. 2539b Urbanstr. 108. Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. 25436 Hierzu eine Beilage. Beilage zum zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 94. Der Parteinachrichten. fozialdemokratische Wahlverein für HanauGelnhausen Orb hatte beim letzten Rechnungsabschluß 869 zahlende Mitglieder. rung. " Freitag, den 22. April 1892. schreitung aus eigenen Mitteln zu decken. Wolle die Versammlung derlei Bewilligungen machen, so fänden sich dafür gerechtfertigtere Veranlassungen. Referent Pincussohn entgegnet, daß es damals dem Magistrat bei der Kürze der Beit nicht möglich gewesen sei, Anfchläge von Architekten einzufordern. stritten werden. Tokales. 9. Jahrg. " " alte Bunstherrlichkeit schwärmt, dieselbe zu konferviren bestrebt Daß das Kleinmeisterthum vielfach noch immer für die ist und die verblichene fadenfcheinige Pracht nach Möglichkeit Die Entlastung der Rechnungen wird ausgesprochen, die dem Dünkel und der Selbstherrlichkeit der Herren Meister" durch aufzufrischen sich bemüht, erscheint einigermaßen begreiflich, da Der fozialdemokratische Arbeiter Bildungsverein " Eintracht" in Zürich( Vereinshaus: Neumarkt Nr. 5) hat jenige der von dem Stadtv. Singer beanstandelen Rechnung die alten Zunftgebräuche geschmeichelt wird und sie dabei im den Bericht über seine Thätigkeit im Jahre 1891 veröffentlicht. gegen die Stimmen der Sozialdemokraten. Nach demselben hatte der Verein am Ende des Jahres 1891 eine tüdskomplexes Köpnickerstraße 3-6 zu ermöglichen, foll mit der formirte Kriegervereine u. dgl. m. Verwunderlich aber muß es Um die baldige Verwerthung des der Stadt gehörigen Grund- heute eben nur Dekorationsstücke, gleichwie Schüßengilben, unis Stande find, eine gewiffe Rolle zu spielen. Die Jnnungen find Mitgliederzahl von 812 zu verzeichnen. Der Nationalität nach Anlegung der daselbst projeftirten Uferstraße und die Berbindungs- erscheinen, daß auch unter den Gesellen, wenn auch nur unter verkehrten im Laufe des Jahres im Verein 1053 Deutsche, ftraßen 5a und 5b mit der Staligerstraße, noch in diesem den sogenannten Innungsgesellen- das Bestreben sich bemerkbar 94 Desterreicher, 48 Schweizer, 5 Ruſſen, 8 Dänen, 3 Schweden, 2 Lichtensteiner, 1 Italiener, 1 Norweger, 1 Brasilianer, 1 Belgier, Sommer begonnen werden. Die Kosten dafür sollen aus den im macht, auch in heutiger Zeit das Bunstwesen weiter zu fultiviren, 1 Schottländer, 1 Holländer und 1 Franzose, zusammen 1210 Ber- Extra- Ordinarium für 1890/91 ausgeworfenen 150 000 M. be- da doch die Innungsgesellen heute wahrlich keine Ursache haben, fonen. Die Vereinsgeschäfte wurden in 26 Versammlungen er sich über ihr Dasein zu freuen und die ihnen zustehenden Gerecht. ledigt, Vorträge 13 gehalten. Diskussionsabende fanden 25 statt. Die Versammlung ist damit einverstanden. fame" zu reinen Formalitäten zusammengeschrumpft und ohne An denselben wurden 170 eingelaufene Fragen besprochen, Für die zur Freilegung der Straße Alt- Moabit von dem Bedeutung sind und besonders im Arbeiterstande durch die 62 politisch- ökonomischer Natur, 4 naturwissenschaftlicher, 4 reli: Grundstück Nr. 74 abgetretene Fläche von 180 Quadratmeter moderne Entwickelung die alten Bunstschranken längst über den giös philosophischer und 99 Fragen verschiedenen Inhalts. und für die Regulirung des Bürgersteiges hatten die Baldamus- Haufen gerannt worden sind. Gar seltsam muthet daher folgende Außerdem veranstaltete der Verein 2 öffentliche Versamm- schen Erben als Beſizer des Grundstücks 10 228 M. als Ent- Stotis an, welche die Runde durch die Blätter macht: lungen zur Besprechung der Kranken- und Unfallversiche- fchädigung gefordert. Nachdem die betreffende Vorlage vom Das in Berlin seltene Schauspiel eines Innungs- Feftzuges Auch wurden Unterrichtsstunden in der englischen Ausschuß abgelehnt und die Einleitung des Enteignungsverfahrens wird sich bei Gelegenheit der Bannerweihe der Fleischergesellenund französischen Sprache eingeführt. Unter den veranstalteten empfohlen worden war, haben die Besitzer die Forderung um Brüderschaft entfalten. Die Fleischergesellen- Brüderschaft hat die Festlichkeiten verdient befondere Erwähnung das 50 jährige 1350 M. ermäßigt. Der Ausschuß beantragt nunmehr die An- behördliche Erlaubniß zu einem Festzuge bekommen, welcher am Stiftungsfest des Vereins, das seiner Bedeutung entsprechend in nahme dieses Angebots. würdiger Weise begangen wurde. Anläßlich der Stiftungsfeier Die Versammlung beschließt demgemäß. 22. Mai stattfinden wird. In dem Feftzuge werben, wie die Deutsche Fleischer- Zeitung mittheilt, die alte Gesellenstandarte, ist eine Festschrift veröffentlicht worden, welche einen kurzen Für die Verbreiterung der Breitenstraße, der Gertraudten sowie die alten Willkommen" und Pokale, alle reich mit alten Abriß aus der Geschichte des Vereins enthält. Von dieser Feststraße und der Straße am Spittelmarkt find die neuen Bauflucht Schaumünzen behängt, geführt werden. Der Vorstand der Inschrift ist noch eine kleine Anzahl vorhanden und können diese linien zur Festsetzung gelangt. Der Magistrat ersucht nunmehr nung wird vom Haufe des Obermeisters Herrn Glöckner aus der zum Preise von 30 Cts.( 25 P.) pro Exemplar bezogen werden. Die Versammlung, sich damit einverstanden zu erklären, daß erstens Melchiorstraße abgeholt und nach dem Festlokal Keller's Ge Die Bibliothek zählt 1040 Bände und steht den Mitgliedern un- nach Maßgabe der etatsmäßig verfügbaren Mittel die BerVer- sellschaftsfäle in der Röpenickerstraße geleitet werden. entgeltlich zur Verfügung. Im Lesezimmer liegen 31 Beitungen breiterung der Gertraudtenstraße und der Straße am Spittel- ſellſchaftsfäle in der Köpenickerstraße geleitet werden. Welch' Schauspiel! Aber ach, ein Schauspiel nur! Die ganze auf, unter diesen der Vorwärts" und die" Bolts- Tribüne" markt zur Ausführung gebracht wird unter Ausübung des Ent- Komödie hat offenbar nur den Zweck, der Innungsherrlichkeit ( Berlin), außerdem verschiedene Gewerkschaftsblätter, im Re- eignungsrechts bezw. freihändigen Anlaufs, zweitens eine aus einen Glanz zu verleihen und das innige und harmonische Berſtaurant 14 Beitungen. Der monatliche Beitrag beträgt 60 Cts. vier Stadtverordneten und drei Magistratsmitgliedern bestehende hältniß zwischen Meister- und Gesellenthum blöden Thoren ad ( 50 Pf.); jeder unbescholtene Arbeiter kann Mitglied des Vereins gemischte Deputation ſelbſtändig den freihändigen Ankauf der in oculos zu demonstriren. Daß aber gerade im Fleischergewerbe werden. Die Mitglieder genießen verschiedene Begünstigungen Frage kommenden Grundstücke oder Grundstückstheile bewirkt. Die die Arbeitsverhältnisse die denkbar schlechtesten sind, weiß nach( Bade- Anstalt, Apotheken 2c.). Settionen des Vereins sind auf den Grundstücken befindlichen Gebäude sollen auf Grund der gerade jedes Kind, ebenso, wie die wohllöbliche Fleischerinnung 1. Krankenkaffe, 2. Gesangssektion, 3. Turnfektion, 4. Dramatischer von der betr. Stadt- Bau- Inspektion aufzustellenden Abbruchtagen Die Gesellenintereffen fördert. Die Fleischergesellen- Brüderschaft Klub, 5. Zanzklub, 6. Speisegenossenschaft. öffentlich meistbietend oder freihändig verkauft werden. Stadtv. Sabor beantragt, in dem letzteren Sage ftatt Umzüge zu veranstalten. hätte wahrlich Befferes und Nothwendigeres zu thun, als derartige Die wirthschaftlichen und politischen Verhältnisse öffentlich meistbietend" zu sagen:„ auf Grund geschlossen einDesterreichs vertragen feine öffentliche Erörterung, wenigstens zureichender Offerten meistbietend". Die Umfrage der Polizei und Regierungsbehörden nach Anficht des Bezirkshauptmanns Herzig in Jägerndorf die Vollmacht, die Baulichkeiten in der althergebrachten Weise der Sonntagsruhe zu erfragen. Das Resultat dieser Umfrage ist Stadtv. Sabor: Der Magistrat verlangt hier wiederum bei der Bourgeoisie, um deren Bedürfniß nach Ausnahmen von welcher eine Arbeiterversammlung deshalb untersagte, weil die Tagesordnung: Unsere politischen Rechte und deren Hand- zum Verkauf zu bringen. Ich habe Ihnen früher die Mani- vorauszusehen. Das Berliner Polizeipräsidium hat auf seine habung" und" Der 1. Mai" geeignet seien, in der Arbeiter pulationen vorgeführt und unwiderleglich nachgewiesen, wodurch Anfrage bei den Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin allein bevölkerung Erregung hervorzurufen, wodurch das öffentliche die Stadt von einer Anzahl Personen infolge dieses Submissions das Verlangen nach Ausnahme von der Sonntagsruhe für folgende Wohl, beziehungsweise Sicherheit gefährdet würde. unwesens beschwindelt und betrogen wird. Es wäre danach Gewerbe festgestellt: das Baugewerbe, die Wasserwerke, die In Böhmen wirthschaftet die Gretutive des Staates auch nicht wohl am Blaze gewesen, wenn der Dezernent der Hochbau Fabrikation von Mineralwasser, Chokoladenfabrikation und ver Böhmen wirthschaftet die Exekutive des Staates auch nicht Abtheilung Mittel und Wege gesucht hätte, diesem Unwesen zu wandte Industrien( Zuckerwaaren 2c.), Konfervenfabrikation, die übel. Der Bezirkshauptmann Graf Thun in Teplig äußerte einem unserer Genoffen gegenüber, er werde Versammlungen nur steuern. Ich habe auf Verlangen Namen genannt, auch meine chemische Industrie, die Waschanstalten( chemische und andere), erlauben, wenn es ihm gefallen werde. In Pilsen durfte eine Ansicht kundgegeben, wie man durch Auferlegen einer Raution die Fabrikation von Thonwaaren, die Gerberei, die Wäsche Bersammlung nicht stattfinden, in welcher über Arbeiterschuß- für ordnungsmäßige Vollendung der Arbeiten und zur Ver- fabritation, die Gärtnerei, die Maschinenfabrikation und die. Gesetze und die Aufgaben der Presse gesprochen werden sollte. hinderung des Weiterverkaufs dagegen einfchreiten tönnte. Beitungsdruckerei. Eine ganze Masse Ausnahmen von der Wenn unter solchen Umständen sich die Arbeiter geheim ver-( Widerspruch.) Das ließe sich ganz gut machen. Inzwischen Sonntagsruhe bringt bereits das sogenannte Arbeiserschutz- Gesetz. fammeln, so ist das nur natürlich. Für dieses natürliche Be- ist in der Waldemarstraße 46. und auf dem Neuen Die Ausnahmen, welche die Aeltesten der Kaufmannschaft ver ginnen bestraft sie aber dann die" Justiz". Wie man demnach Markt derfelbe Schwindel derfelbe Schwindel vorgekommen. Das Ansehen langen, beziehen sich nur auf die Gewerbe, bei welchen die Be in Desterreich noch die Polizeiwirthschaft Rußlands zu tadeln sich einstweilen fein beffere3 Mittel als die geheime Submission, tretender Bedürfnisse eine Ausnahme von den Bestimmungen über dadurch nicht gefördert. Ich weiß friedigung täglicher oder an diesen Tagen besonders hervor getraut, ist unerfindlich. Thatsächlich fehlt Desterreich nur noch die ich Ihnen um so mehr empfehle, als bei der öffent die Sonntagsruhe erfordert. Was bleibt da noch von der lichen die festgesezte Tage nur eben gerade erreicht wird, Sonntagsruhe übrig? Defterreichische Zenfurblüthen. Wiener Arbeiter- Bei- während das geheime Verfahren wiederholt eine zwei bis dreitung" Nr. 16 vom 15. April, zweite Auflage, nach der Ron- fache Ueberschreitung ergeben hat. fistation: Sibirien. Wie die Wiener Polizei die Arbeitslosigkeit Konfiszirt! Ostern. Ronfiszirt! Unus. Konfiszirt! diesen Kuß der ganzen Welt." Todtenlifte der Partei. Gestorben in Wandsbed Julius Geiseler, in Hastedt Karl Grope, in Stade Dorm Wald Friß Pickhardt, in Stötterizz bei Leipzig Eduard Schmidt. Kommunales. B Stadtverorducten Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, den 21. April, Nachmittags 5 Uhr. Su Anfang der Sigung erfolgt in der üblichen Weise die Einführung und Verpflichtung des neugewählten Stadtverordneten George. " der Stadt wird Der Antrag Sabor wird angenommen und mit dieser Menderung die Magistratsvorlage. Nach einem weiteren Antrage des Magistrats soll die in die neue Straßenflucht am Mühlendamm und Molfenmarkt vor Springende Ecke des Grundstücks Moltenmarkt 1 spätestens am 1. Juli abgebrochen und für die durch den Abbruch betroffenen Bureaus der Gewerbedeputation im Hause Moltenmarkt 4 miethsweise Ersatz geschaffen werden. Die Miethe beträgt jährlich Die Vorlage wird mit einer gleichen vom Stadtv. Sabor beantragten Aenderung angenommen. 8000 M. " Das gute Herz der Bourgeoisie findet seinen Ausdruck in der Tante Voß", die eine zu Thräne rührende Klage über die traurige Lage der Inhaber der Barbiers und Friseurgeschäfte ans stimmt, falls die Bestimmungen über die Sonntagsruhe auch für sie zur Geltung fommen. Als ob es durchaus nothwendig wäre, grade am Sonntag Mittag oder Nachmittag den Friseur oder Barbier in Anspruch zu nehmen. Ja, heißt es, an anderen Tagen habe der Arbeiter feine Beit. Ja freilich, hier steckt der Knoten. Aber, liebe Tante, dem ist leicht abzuhelfen. Wenn am Sonnabend der Arbeitstag sich auf 8 Stunden beschränkt, so daß der Feierabend um 4 Uhr Nachmittags beginnt, dann haben die Arbeiter am Sonnabend Abend Zeit genug, ihre Einkäufe zu Von dem mit dem Verein Vittoriahaus für Krankenpflege" machen, für die Befriedigung ihrer sonstigen Bedürfnisse zu vereinbarten Vertragsentwurf über die Ausbildung und Ber- sorgen, sie können ein Bad nehmen und zum Barbier gehen, und wendung von Krankenpflegerinnen nimmt die Bersammlung der Barbier und Friseur wird troß der geschmälerten Sonntags Kenntniß und genehmigt die Erhöhung der Jahresvergütung für ruhe teine Einbuße erleiden. Was aber die verwöhnten Söhndie Thätigkeit einer Oberpflegerin von 475,40 auf 480 und einer lein des Glücks anbetrifft, welche auch die Sonntagsfrisur nicht Pflegerin von 331,40 auf 860 9. Die voraussichtlichen Mehr entbehren können, so genügt die gefeßlich gestattete Geschäftszeit fosten von 2008 m. gegenüber dem Gtat für 1892/93 werden am Vormittag, zumal wenn der Barbier und Friseur, Geschäftsnachträglich bewilligt, nachdem Stadtv. Spinola angesichts Inhaber wie Gehilfe, für die Sonntagsarbeit den doppelten diefer hohen Vergütungsfäße die baldige Einrichtung einer eigenen Breis ansehen. Freilich, auf diese Weise den beklagten Leiden städtischen Krantenwartschule angeregt hat. abzuhelfen, das tann das gute Herz der Bourgeoisie nicht über Von den Grundstücken Spittelmartt 8/9 und 10 werden zur sich gewinnen. Straßenverbreiterung 167 begiv. 67 qm. in Anspruch genommen. Die Firma Koppel u. Ko. will die Häuser abbrechen und die über den Verlauf der Ostertage in Berlin inbrünstig die Hände. Die schwarzen Kartellbrüder reichen sich in ihren Artikeln Grundstücke innerhalb Jahresfrist bis zur neuen Baufluchtlinie In den Zehnerausschuß für die Vorlage betreffend die Skizze freilegen, wenn ihr für die zur Straße in Anspruch genommenen Auf protestantischer Seite vertritt das Kartell der fromme„ Reichszum Neubau einer dreifachen Schule in der Stephanstraße ist u. a. Flächen 450 000 m. Entschädigung gewährt werden. Nach der bote", auf katholischer die ebenso fromme Kölnische BoltsStadtverordneter Vogtherr gewählt. Ansicht des Magistrats liegt die Annahme des Angebots im zeitung". Beide Blätter kommen aber zu ganz bemfelben Schluß: Zum Bürgerbeputirten für die Armendirektion wählt die städtischen Interesse, er beantragt deshalb die Genehmigung des es giebt zu wenig Kirchen in Berlin. Der Reichsbote" meint, Versammlung den Kaufmann Tichy, Laufiberstraße 25, mit 62 Abschlusses durch die Versammlung. daß die Osterfeiertage wiederum einen Beweis gegeben hätten gegen 29 Stimmen. Die Vorlage wird auf Antrag Wohlgemuth- Sabor einem von der Unzulänglichkeit unserer Kirchen, deren viele die AnIn die Baudeputation wird Stadtv. Raft mit 78 gegen Ausschusse von 15 Personen überwiesen; derselbe Ausschuß foll dächtigen nicht fassen fonnten, und das Zentrumsblatt lamentirt 9 Stimmen gewählt, welche auf Stadtv. Sabor fallen; in die auch die Vorlage, betr. den Erwerb des Grundstücks Breitestr. 21, ebenso über die Berliner Kirchennoth- soweit natürlich kathoSchuldeputation Stadtv. Törnser. Dieser erhält 54, Stadtv. vorberathen. lische Kirchen in Betracht kommen. Der Korrespondent des Namslau 30, Singer 8 Stimmen. Der Magistrat ersucht ferner um die Zustimmung der Ver- rheinischen Blattes dokumentirt sich aber auch in seinem Lamento Die Berathung über die Vorlage, betr. die Verpflichtung der sammlung zur Gewährung eines 3uschusses von 50 000 m. noch als gefühlvoller Gemüthsmensch, ihm ist es hauptsächlich Aktiengesellschaft Berliner Elettrizitätswerte zur zu den Kosten des Baues einer dritten Kirche im Gebiete darum zu thun, daß die Kirchenbesucher auch ihre Bequemlichkeit Legung von Rabelleitungen in sämmtlichen Straßen des vertrags- der St. Markuskirche, nördlich der Frankfurter Allee, südöstlich finden. Es geht ihm sehr zu Herzen, daß die Leute häufig so mäßig bestimmten Stadtgebiets wird auf Antrag des Stadtv. vom Viehhofe. Den Bauplatz hat die Aktiengesellschaft Berliner gedrückt und gequetscht wurden, daß ihnen der Athem verging, er Meyer I von der heutigen Tagesordnung abgefest, da von fünf Neustadt" unentgeltlich hergegeben. Die Baukosten im Betrage hat inniges Mitleid mit denen, die Rippenstöße erdulden mußten, Elettrizitätsgesellschaften um diese Absetzung mit der Begründung von ca. 275 000 m. find in Höhe von ca. 175 000 m. noch nicht und sein armes Herz krampft sich zusammen, wenn er an all ersucht worden ist, daß der Nachweis der Schädlichkeit des Mo- gedeckt, es steht dafür außer dem von der Stadt als Patron er- die Fußtritte denkt, welche Hühneraugen versetzt wurden. nopols der Berliner Elektrizitätswerte für die städtischen betenen Zuschuß ein Beitrag aus den Mitteln der vereinigten nicht weiter ausmalen zu wollen, wenn 8. B. der Nebenmann 3um Glück ist der phantafiebegabte Herr zartfühlend genug es Finanzen leicht zu erbringen fei, es aber dafür noch der Be- Kreissynoden in Aussicht. schaffung von Material bedürfe, welches demnächst der Versamm- Stadtv. Fähndrich bemängelt, daß schon jetzt wieder eine ohnmächtig wird, Nachbarin, Euer Fläschchen! lung unterbreitet werden würde. Forderung für einen Kirchenbau in St. Martus erhoben wird, Aber cins muß man dem Korrespondenten lassen, er kennt Es giebt in Gegen die en bloc- Entlastung von 14 Rechnungen aus tadelt den gewählten Bauplay, der hart an der Grenze des seine Berliner gottesfürchtigen Pappenheimer. so schreibt er die nur drei 1888/89, 1889/90 und 1890/91, welche der Referent Pincussohn Sprengels und zu dicht am Vichhofe gelegen sei, und beantragt Berlin sehr viele Leute, beantragt, erhebt der Stadtv. Singer Widerspruch. Gs fomme schließlich die Vorberathung der Vorlage in einen Ausschuß von Mal im Jahre zur Kirche gehen, nämlich Weihnachten, Charbei der Rechnung„ Verschiedene Einnahmen und Ausgaben" für zehn Mitgliedern. freitag und Ostern.( Pfingsten macht man Ausflüge in die Um1889/90 eine Rechnungsüberschreitung von 25 000 M, in Frage. Nach einigen Erwiderungen des Stadtschulraths Fürstenau gegend nach alter Berliner Sitte.) Wie es scheint, huldigen auch Die Versammlung habe f. 3. mit einer Stimme Mehrheit die und des Stadtv. Gerth wird demgemäß beschlossen. viele Katholiken dieser sonderbaren Gewohnheit." Summe von 100 000 m. bewilligt zur Ausschmückung der Straßen Das Projekt zum Neubau einer Gemeinde Doppelschule in den Leuten, die ausgerechnet drei Mal im Jahr in die Kirche beim Einzuge des Königs von Italien. Diese beträchtliche Summe der Danzigerstraße( Kostenanschlag 497 000 m.) wird genehmigt. gehen, sollen noch mehr gebaut werden? Das scheint uns doch fei um 25 000 m., also um ein Viertel überschritten worden. Nach Ueberweisung einiger Rechnungen an den Rechnungs- ein großer Lurus zu sein. Es müsse nochmals ausgesprochen werden, daß, abgesehen Ausschuß schließt die Situng um 74 Uhr. von dem Umstande, daß das Abstimmungsergebniß den Magistrat ganz besonders hätte veranlassen müssen, sich in den Grenzen der Bewilligung zu halten, derartige Gelegenheiten wirklich nicht bazu angethan sind, so beträchtliche Summen noch um ein Viertel zu überschreiten. Denjenigen, welchen die Verwendung der Summe anvertraut gewesen sei, müsse es überlassen bleiben, die Ueberz. Und wegen Auch die Kirchenbesucher der Feiertage haben nicht Wohlgefallen gefunden vor den kritischen Augen des frommen Beitungsmannes. Es ist ihm aufgefallen, daß meist fremde Ge fichter überwogen, die man sonst selten in Kirchen sieht. Er er blickte bekannte Bühnenmitglieder, mit der Sozialdemokratie ( schändlich, schändlich!) liebäugelnde Arbeiter, liberalisirende( oooh!) Beamte, Herren aus fremdländischen Gesandtschaften, Wiener " Der Kellner( Jean, zahl'n) u. dergl. m. ein buntes Durcheinander!" Hauses von Wedell- Piesdorf und der Geh. Regierungsrath, hältnissen und gegenüber den verheerenden Krisen fein Mittel der Und für diese verkappten Sozialisten, liberalen Beamten und von Wilhelmi aus dem Reichsamte des Innern erschienen. Abhilfe gefunden. Gewiß liege etwas ungemein Schweres für die Wiener Kellner sollen neue Kirchen auch noch gebaut werden? Einen Gruß übersendet das Komitee für Sonntagsheiligung zu Nächstbetheiligten und für die bürgerliche Gesellschaft darin, daß Das scheint uns doch überflüssiger denn überflüssig zu sein. Genf, was den Kongreß veranlaßt, mit einem Gegengruße zu Wiele Arbeit und Erwerb vergebens fuchen und im Elend ihr Leben Das förperliche Wohlbehagen der Kirchenbesucher geht dem antworten. Die Chriftlich- Sozialen Englands vertritt Wir. fristen. Ferner müsse man anerkennen, daß Alles, was zur Linderung rheinischen Blatte über Alles, es will jede Unbequemlichkeit ver- Dawson aus London. mieden wissen, die dem verwöhnten Großstädter den Kirchenbesuch dieser Uebel geschehe, der sozialdemokratischen Kritik zu verdanken sei, Bor Eintritt in die Tagesordnung berichten die Leiter der ohne deren Anregungen man noch weit zurück wäre. verleiden könnte". Deshalb ja nicht„ quetschen"! Dem können Spezialfonferenzen über die gestrigen Verhandlungen der letteren. Fehler der sozialdemokratischen Lehren aber bestehe darin, daß fie wir aber die Behauptung entgegenstellen, daß der Berliner Pastor Warth theilt mit, daß die Zahl der evangelischen Theilwahrheiten zu allgemeinen machen, daß sie spezielle Fälle zu gegen das" Drängeln und das Drücken" garnicht so empfindlicht rbeitervereine 178 beträgt und diese zusammen 50000 Mit fehr verallgemeinern, z. B. die Behauptung, daß Alles sich in zwei ist. Der Artikelschreiber braucht nur mal Sonntags nach der glieder haben. Pastor Götz aus Köln hat über Arbeiterwohlfahrts- bürgerliche Klassen zu scheiden ftrebe. Gewiß liegen Tendenzen Safenhaide zu spazieren oder einer imposanten Arbeiterverfamm- einrichtungen gesprochen und Baugenossenschaften mit theilweiser vor, welche die Entwickelung bezeichnen, daß der Besiz sich mehr lung beizuwohnen, da wird er sofort bemerken, daß der Berliner Haftpflicht empfohlen. Die Konferenz beabsichtigt, die Arbeiter- und mehr in den Händen Weniger konzentrirt. Aber daß dies es mit seiner Behaglichkeit nicht so genau nimmt. Will er sich vereine zu veranlassen, auch solche Baugenossenschaften zu so weit gehen werde, wie die Sozialdemokraten behaupten, glaube in seinen" Kreiſen bewegen, so fann er in" echten" Kneipen, gründen. In einer zweiten Konferenz hat Prof. Baum er nicht. In der Landwirthschaft z. B. sei im Westen unseres Sedlmayer, Lucher u. f. w. dieselben Erfahrungen machen. garten- Jena über die Erziehung der gewerblichen Jugend" Baterlandes noch von Konzentration keine Rede; im Osten sei Woran der Berliner Interesse nimmt, das läßt ihn feine Be- gesprochen. Es ist zur Sprache gekommen und bedauert worden, das zwar anders, aber so schlimm sei es auch nicht. Als quemlichkeit vergessen. An Kirchen u. f. w. hat aber der Berliner daß vieles im Wege ist, was der Arbeiterschutz- Gesetzgebung ihre Redner zum Beweise Zahlen für das Jahr 1882 mittheilt eben kein Interesse und aus diesem Grunde das Geschrei über Wirkung rauben möchte. Besondere Aufmerksamkeit will man über die Menge der fleinen, mittleren und großen landwirthjeden Rippenstoß. der Frage der Sonntagsruhe der jugendlichen Arbeiter, der Er- schaftlichen Betriebe, muß er im Speziellen bezüglich Pommerns Im Grunde kann es dem Berliner Arbeiter gleichgiltig fein, siehung der Lehrlinge, der Fabrikordnung bezüglich der gewerb- und Mecklenburgs zugeben, daß dort die Sache bedenklich sei. ob mehr Kirchen gebaut werden oder nicht. Für ihn eristict die lichen Jugend, der Erholung derselben und ihrer Beaufsichtigung Im Ganzen findet Redner jedoch, daß bei uns der Bauernstand Religion lediglich als Privatsache. Wenn er das Bedürfniß zuwenden. Eine dritte Konferenz ventilirte die Frage der noch vorherrscht. Es sei nicht zu leugnen, fo fährt er fort, empfindet, nach der Kirche zu gehen, so findet er allemal einen volt3wirthschaftlichen Studien der Geistlichen, daß die Entwickelung der Konzentrirung des Kleinbefizes zu Play. Darüber sind also die Berliner Arbeiter, und das ist die die diefe in ihrer Gemeinde machen sollen. Zu bestimmten Ent immer wenigeren Großbetrieben bedenklich sein würde; er fürchte Majorität der Bevölkerung, einig, daß das Geld, welches schließungen ist man nicht gekommen, doch sind„ Viele gefestigt aber nicht, daß es so fommen werde. Sehe man sich die Statistit zu neuen Kirchenbauten verwendet wird, viel besser und viel worden in dem Gedanken, diese Bestrebungen weiter zu ver- der industriellen Betriebe an, so fämen, abgesehen vom Berg, nüßlicher angewendet werden sollte. folgen; dabei wurden die Schwierigkeiten, die vorhanden sind, Hütten- und Salinenbetriebe und von der chemischen Industrie, Das Pferdefleisch als Nahrungsmittel soll also wirklich nicht verkannt." auf einen Unternehmer höchstens sechs, in vielen Berufen nur bei uns eingebürgert werden. Nachdem bisher alle Versuche Professor Dr. Adolf Wagner spricht dann über das drei oder vier Arbeiter. Auch dies zeige, daß die Sache noch hierzu trotz eifrigen und fortgesetzten Bemühens fehlgeschlagen neue fozialdemokratische Programm" und hat, nicht so schlimm sei. damit seine Ausführungen ja nicht zu unliebsamen Irrthümern sind und auch die öffentlichen, zum Zwecke der Reklame verEs sei gar fein Zweifel darüber, daß der Großbetrieb sich anstalteten Roßfleisch- Essen" den wenigen in Berlin bestehenden Anlaß geben können, eine Stette von Leitfäßen", etwa 150 Druck auf manchen Gebieten weiter ausdehnen werde. Aber es sei gar Roßfleisch- Speiseanstalten feine neuen Gäste zuzuführen vermocht zeilen, zu Papier gebracht und an die Anwesenden vertheilen nicht wahr, daß der Großbetrieb für alle Produktionszweige haben, soll die Sache jetzt von einer anderen Seite angefangen lassen. Während, wie aus diesen Leitsätzen hervorgeht, der beffer sei als der Kleine. In der Landwirthschaft wurde vor werden. Ende dieses Monats soll, wie die Vereins- Beitung" Referent in seinem Vortrage den Sozialdemokraten vorwerfen wenigen Jahren noch die Befürchtung ausgesprochen, der Großmeldet, eine Borbesprechung von den verschiedensten Beru skreisen will, daß sie nicht nachgewiesen hätten, daß ihre Forderungen betrieb werde sich gegenüber den kleineren nicht halten können. angehörenden Personen wegen Begründung eines Vereins sur auch durchführbar sind, erklärt Redner einigen gestern aus Um noch auf eine von nicht sozialdemokratischer Seite ge Einbürgerung des Roßfleisches als Nahrungsmittel" stattfinden. gesprochenen Erwartungen gegenüber- daß er nicht eine pofi- fallene Anregung einzugehen, so meine er, die Errichtung an einem Drte für den Bedarf An der Spize stehen Schriftsteller Maximilian Schmidt, Rentier five Darlegung zu geben gedente, wie er sich die Sozialreform großer Kunstmühlen Burki und in erster Linie der Ornithologe Dr. Karl Ruß, denke, sondern seine Aufgabe heute vorwiegend als eine eines ganzen Volkes fei nicht durchführbar, da die Be der schon Anfang April in einem ersten öffentlichen Vor- ritische auffaffe. Anerkennen werde, so führt der Redner aus, völferung über das ganze Land zerstreut wohne; ste sei nur trage über Roßfleisch Essen für das Unternehmen Stim- auch der Gegner, daß in der Machtstellung der Sozialdemokratie möglich, wenn alle zusammen auf einem Fleck wohnten. mung zu machen suchte. Die zu begründende Vereinigung, eine großartige Parteileistung liege. An Stimmenzahl habe bet Also, gewiß sei die Gefahr der immer weiteren Konzentration ihren Wirkungsfreis über ganz Deutschland der lezten allgemeinen Reichstags- Wahl die Sozialdemokratie der Produktion vorhanden, aber ause so groß, wie die Sozialdehnen soll, wird mit dem in hohem Aufschwunge befindlichen bereits jede andere Partei übertroffen und sie dürfe mit Recht demokraten sagen, sei sie nicht. Verbande der deutschen Roßschlächter" Hand in Hand gehen. ftolz auf diesen Erfolg sein; man werde anerkennen müssen, daß Indessen, obwohl es also nicht richtig sei, angenommen, e Ein geräumiges Restaurant mit„ Roßfleisa, küche wird noch im sie Grund dazu habe. Diese Erfolge seien hervorgerufen durch wäre richtig: wovon sei denn der menschliche Fortschritt ab Laufe dieses Monats im Zentrum Berlins, in der Münzstraße, ihren Glauben an die Richtigkeit ihrer Ziele und die Weber hängig? Er vollziehe fich durch das Mittel menschlicher Geistes eröffnet werden. Natürlich wird man wieder so thun, als solle beugung, daß dieselben verwirklicht werden fönnen und verwirt- thätigkeit der daran Interesfirten. Um ein technisches Problem die neue Gründung einzig und allein dem Interesse des ,, Wolfes" licht werden würden, er betone: durch den Glauben. Das sozial zu lösen, müsse es nicht blos theoretisch entworfen und ausgeführt dienen. Thatsächlich wird sie, wenn der nun einmal bestehende demokratische Programm stehe anders da, als das jeder anderen werden, es müsse auch erprobt werden. Dazu eigne sich aber Widerwille des Publitums gegen das Pferdefleisch den Herren Partei, es erhebe den Anspruch, der Ausfluß der tiefsten Wissen gerade das gegenwärtige System des fapitalistischen Betriebes. Boltsfreunden" nicht auch diesmal wieder einen Strich durch schaft zu sein. Als wissenschaftliche Größe habe in der sozial- Die Staatsbetriebe, so sehr er sonst Anhänger der Berstaat die Rechnung macht, nur dazu dienen, den Roßschlächtern uno demokratischen Partei Mary, ein Name ersten Ranges, von dem alle lichung sei, eigneten sich weniger dazu; da sei Allez ihrem die Heflametrommel rührenden Beirath die Taschen zu seine Gegner lernen können und lernen müssen, eine hervorragende bureaukratisch geregelt, wer werde da Experimente ristiren? füllen. In genau derselben Weise führte fich vor mehr als Stellung, die derart einzig sei, daß es zweifelhaft sei, ob sie nicht die eines Nicht der Arbeiter, der Unternehmer sei es, Jahresfrist der deutsche Verein für Kaninchenzucht und Papstes geworden. Liebknecht habe freilich gefagt, er stelle Weary Fortschritt der Industrie erziele. Auf eine Aeußerung der Kaninchenverwerthung" ein, der gegenwärtig das rasch ge- hoch, höher aber nun sei es charakteristisch: nicht die Wahr Köln. 8tg.", daß das Volk doch eigentlich nur die wenigen Anschwundene Interesse des Publikums durch einen hier abgehaltenen heit höher stelle er die Partei. Noch ein Charakteristikum: gehörigen der höheren Schichten feien, habe der Borwärts" internationalen Rongreß mit Kaninchenschau neu zu beleben Marg und Engels haben ausgesprochen, nur zwei große Fort- einmal erwidert: umgefehrt, diese seien nur die Drohnen, sucht. In derselben Weise haben Meiereibestyer, die ihrer Waare schritte babe die Menschheit gemacht, die Erfindung des Feuers, das eigentliche Bolt seien die Arbeiter. neue Absatzgebiete zu erschließen wünschten, die Magermilch als D. i. die Entdeckung der Umfezung der mechanischen Bewegung sei gleich falsch, Ropf und Hand gehören zusammen. Gewiß, ,, billigstes und beftes Boltsnahrungsmittel" angepriesen, und auch in Wärme; der zweite Fortschritt sei die erst vor wenigen Jahr die Arbeit des Arbeiters sei nöthig, aber was wolle derselbe ihnen hat es nicht an Helfershelfern in der Presse und in wissen zehnten erfolgte Entdeckung der Dampftraft, der Umfegung der machen ohne das technische Wissen des Unternehmers? schaftlichen Kreifen gefehlt. Vielleicht ist es wirklich wahr, daß Wärme in Bewegung. Vorbemerkt müsse auch für das Folgende Es ergebe fich die Frage, ob denn auch der technische Fort Pferdefleisch und Kaninchenfleisch eine ganz wohlschmeckende und noch werden, daß die praktischen sozialistischen Versuche, die im schritt in der sozialistischen Gesellschaft so groß sein werde, wie nahrhafte Speise find. Dann bleibt aber nur zu verwundern, Kleinen gemacht worden seien, von den wissenschaftlichen Ber- bisher; wenn das nicht sei, so fallen alle sozialdemokratischen daß die besitzende Klaffe nicht längst ihr Augenmert auf die tretern der Sozialdemokratie als Utopien angesehen werden. Hoffnungen. Wenn das Nationaleinkommen langsamer wachsen Nahrungsmittel gerichtet hat. Borläufig ziehen die Reichen, mit Marg gegenüber trete in Bezug auf wissenschaftliche sollte als bisher, dann würde nicht ein Pfennig Rente entfallen Ginschluß der Roßschlächter, Meiereibefizer und sonstigen Volts Anerkennung Laffalle und Robbertus zurück. Nach Red- für die, die nicht Arbeiter sind. er nebenbei, bleibt Der freunde", es immer noch vor, Fasanen statt Pferdefleisch zu efsen ners Meinung, das erwähnt Die Sozialdemokraten behaupten, daß von den materiellen und Champagner statt Magermilch dazu zu trinken. Hier heißt Letztere aber immerhin ein großer Meister des Sozialismus auch Faktoren alle geistigen und sittlichen abhängen; das sei nicht es: nicht selber effen macht fett. neben Mary. Bezeichnend sei es ferner, daß die Sozialdemokratie richtig. Sicher würden unter dem bestehenden System der freien Stellung gegen den Staatssozialismus nehme. Nach ihr fei Stonturrenz billige Forderungen der Arbeiter nicht genug berück Dieser Tage traf ein Trupp von etwa 20 aus Brasilien der Staat nichts anderes als ein Organ der Klaffenherrschaft; sichtigt. Aber falsch fei die Behauptung, daß im gegenwärtigen zurückkehrenden russischen Auswanderern( Männer, nach Redners Meinung ist das nur Wortstreitigkeit: Staate die reaktionäre Masse nur ihren Vortheil wahre; wir Frauen, Kinder) auf dem Lehrter Bahnhof ein. Diefelben wur- etwas unserem Staate Aehnliches werde auch in Zukunft sein haben, so betont Redner, die Lage der Arbeiter verbessert. den dort von dem Sekretär des russischen Generaltonfuls Dr. müssen. Diese Auffassung zeige jedoch, daß das demokratische Einen ähnlichen Giertanz wie rücksichtlich der Gefahr der Markow empfangen und nach dem Bahnhof Friedrichstraße ge- Glement besonders in den Vordergrund gerückt sei, wobei die Konzentration der Produktion als Privatbesitz wemger Personen bracht, um von dort ihre Heimreise fortzusehen. Ihre Erlebnisse Sozialdemokraten sich allerdings nicht verhehlten, daß demokratische führt Wagner bezüglich des Verlangens nach Schilderung des waren nach den Schilderungen, welche sie machten, entfeßlich: Formen an sich für die Art des Staatslebens noch keine Garantie Bukunftsstaates aus; man müsse von den Sozialdemokraten verDurch Agenten verleitet, ging eine große Anzahl Ende 1890 bei geben. langen: Hic Rhodus, hic salta! Gewiß werde Niemand ver freier Ueberfahrt nach Rio de Janeiro. Da sie dort keine Arbeit fanden, so zogen sie bettelnd in fleineren Trupps die Küste entlang bis Bara. Dabei blieb nur ein ganz fleiner Theil am Leben. Die große Mehrzahl erlag der fürchterlichen Hige. Die Uebrigen wurden nach Cayenne transportirt, wo sie etne Zeit lang arbeiteten, um dann nach Frankreich eingeschifft zu werden zur Weiterreise in ihre Heimath. die würden. " " Nun, der den Beides Rebner giebt hierauf einen Ueberblick über die Entwickelung langen, daß die Partei ein genaues Gemälde der zukünftigen Zu des sozialdemokratischen Programms und damit auch über das stände aufstelle; aber wenn sie solche Aussichten mache, müßte fie allmälige Anwachsen der sozialdemokratischen Bewegung. Inter- wenigstens einigermaßen zeigen, wie sie sich dieselben verwirklicht effant ist die Schilderung, welche er dabei von Lassalle giebt: Semit dente. Gewiß werde noch mancher Fortschritt in der Natur vom Scheitel bis zur Sohle, körperlich und geistig, mit den glänzenden wissenschaft und der Technik erfolgen, aber die Menschen würden und den bedenklichen Eigenschaften seiner Nation und seiner Rasse. sein, was sie jetzt sind; da operire die Sozialdemokratie mit Laffalle bezeichne fich als Schüler von Marg und Robbertus. Mary reinen Glaubensfäßen, nämlich in der Frage: Wie richten wir die Das Projekt einer Wehrftener für die vom Militärdienst freilich habe Laffalle einen Fußtritt gegeben, weil derselbe ihm Produktion ein und wie vertheilen wir die Güter? Wir würden befreiten Berfonen veranlaßt die„ Boffische Zeitung", die Un- feine Gedanken zu frei als eigene verwandt habe. Sicher sei es doch immer mit Menschen zu thun haben, die nach ihren thunlichkeit einer solchen Steuer darzulegen. Komisch ist nur die Laffalle ein hervorragender Mann gewesen, sein System der Beweggründen handeln; einen Unterschied von oben, mittel und Begründung ihrer Ansicht. Sie meint, die Wehrsteuer ist eine erworbenen Rechte" fei ein Werk ersten Ranges, das Gleiche unten( Leitung, Kontrolle und Arbeit) werde es stets geben Verlegung des preußischen und deutschen Grundsatzes, daß der gelte von ihm als Agitator. Ein Philologe hat dem Redner müssen. Der technische Fortschritt sei bedingt vom Triebe ber Militärdienst nicht als Last, sondern als Ehre aufgefaßt werden gegenüber einmal geäußert, es fei möglich, daß nach zweitausend Erhaltung, Lohnverschiedenheiten würden in der sozialistischen müsse." Dieser Grundfah" ist eine Fiktion wie das Märchen Jahren die Reden Lassalle's die Lektüre unserer Jugend sein Gesellschaft sein tönnen, aber wie entspreche das der geforderten vom„ Boltsheer". In einem Voltsheer fönnten nicht die Offiziere werden. Nachdem Redner den Ueberblick über die Entwickelung Gleichheit? Redner hat Besorgnisse wegen des Fleißes der zu eine fo streng gesonderte Raste bilden, wie bei uns. Und was des Sozialismus in Deutschland gegeben, kommt er auf die Auf- fünftigen Arbeiter. Die Sozialdemokraten wollen, daß jenen Grundsatz anbetrifft, fo stelle man doch die Probe an, hebung des Sozialistengesetzes zu sprechen und bestreitet, daß die Arbeit mehr aus einer Last zu einer Freude werde, aber vie viele Personen sich zu der Ehre, Soldat zu werden, drängen diefelbe ein von den Sozialdemokraten errungener Erfolg sei: bei der so weit gehenden Theilung der Arbeit liege es vielfach die Staatsgewalt( das persönliche Regiment) habe sie allein in ihrer Natur, daß sie das nicht werden könne. Des Pflicht bewirkt. Wenn nun aus den späteren Vorgängen Gegner gefühls aber, das da eintreten müßte, werde der Sozialismus, der Ein gräßlicher Unglücksfall ereignete fich gestern Vor der Sozialdemokratie geschlossen haben, wie Professor Ziegler alle rein sittlichen Momente in den Hintergrund schiebe(), entmittag um 11% Uhr auf dem Hofe des Grundstücks Prenzlauer in Straßburg, die Sozialdemokratie fei gemäßigter geworden, behren. Das wichtigste Moment werde demnach Furcht vor straße 19a, wo bei dem Pferdehändler Kronheim eine Ber- fo feien das Jllusionen. Nein, fonfequenter in der Theorie, Strafe, 3wang und Gewalt sein, weiter gebe es nichts. Werde auttionirung von Pferden stattfand. Unter den Käufern hatte prinzipieller in jeder Richtung, radikaler sei fie geworden. Das sich dabei aber die einzelne menschliche Seele nicht viel unglüc sich auch der Schmiedemeister F. Zachau, Pallisadenstr. 58 wohn- neue Programm bezeichne nur den Sieg der Marxistischen Richtung licher fühlen als jetzt? Die Vertheilung der Erzeugnisse nun haft, mit seinem etwa 14 Jahre alten Sohne eingefunden. und der raditaleren internationalen Bolitik. werde auch nicht nach Fähigkeiten, Leistungen und Fleiß ge Während der Musterung eines vorgeführten Pferdes schlug dieses Der Vortragende zeigt demnächst, worin sich das neue Pro- fchehen, das widerspreche ja der Gleichheit. Wie eine irgend plöblich nach hinten aus und traf den in der Nähe stehenden gramm von den früheren unterscheidet, und geht ausführlich auf befriedigende Bertheilung stattfinden fönne, vermag Redner sich Knaben an den Kopf. Die Schädeldecke wurde völlig aufgerissen. den zweiten Theil deffelben ein, auf die Forderungen, welche nicht zu denken. Die Befenner des Sozialismus sagen, Belehrung Der Schwerverletzte starb, nachdem ihm erst in der Sanitäts- es für die nächste Zeit aufstellt, in der unsere Ziele noch nicht und Erziehung werde Alles bei ihnen machen. Sei aber auch wache ein erster Verband angelegt worden war, auf dem Wege verwirklicht sind. Da Kritisiren ihm nicht möglich erscheint, theilt Bieles dadurch zu leisten, so sei doch mächtiger die Natur des nach dem Krankenhause, Wagner im Wesentlichen diese Forderungen nur mit und sucht Menschen. Es stelle sich nach seiner Ansicht hier nicht nur eine hier und da zu zeigen, wie auch in ihrer Formulirung eine Bu- prattische, fondern eine psychologische Unmöglichkeit dar. nahme des Radikalismus und große Besonnenheit zu er Redner resümirt sich dahin: Alles was in den sozialistischen fennen ist. Lehren gesagt werde, verdiene die genaueste Beachtung, aber man ausführt, wendet er sich mit den Worten: Nunmehr laffen Sie aus ührbarkeit prüfen. Die Forderungen( des zweiten Theilesy Nachdem Redner längere Zeit uns weniger Interessantes müsse es alles auf Wahrheit, Berechtigung, Billigkeit und mich, so weit die Zeit noch reicht, zu einer Hervorhebung des des sozialdemokratischen Programms bezüglich der Schule, der Polizeibericht. Am 20. d. M. Morgens wurde die bei allgemeinen Theiles übergehen", zu dem Haupttheile des sozial- Rechtspflege, des Medizinal- und Sanitätswesens feien werthdem Schantwirth Reßner, Annenstr. 16, im Dienst befindliche demokratischen Programms, dem ersten Theile. Die Behaup- volle Anregungen. unverehelichte Petitian in der Küche mit brennenden Kleidern tungen dieses Theiles, so führt Redner aus, beruhen auf der Kautsky, der zu den kritisch urtheilenden Röpfen unter den angetroffen und, da sie schwere Brandwunden erlitten hatte, nach Annahme, daß das Produkt und sein Werth nur durch die Sozialdemokraten gehöre, habe gemeint, in der sozialistischen dem Krankenhause Bethanien gebracht. Das Mädchen hat an- materielle Arbeit geschaffen werde, daß Alles, was die Besitzenden Gesellschaft würden riesenhafte Faftoren wirksam werden, die scheinend Petroleum zum Anfeuern benutzt und dabei ihre Kleider an Rente, Bins 2c. beziehen, Mehrwerth ist. Es frage fich, wie Wirklichkeit werde alle Vorstellungen der Phantasie hinter sich in Brand gesetzt. Nachmittags wurde eine Frau in ihrer die Nicht- Sozialdemokraten sich hierzu zu stellen hätten. lassen. Bet so hoch gespannten Erwartungen fürchtet Redner, Wohnung in der Liegmannstraße erhängt vorgefnnden.- Gegen über dem Hause Lützow- Ufer 15/16 sprang Abends ein achtzehn jähriges Mädchen in den Landwehr Kanal, wurde jedoch, an scheinend ohne Schaden genommen zu haben, aus dem Wasser gezogen. Abends fanden zwei kleine Brände statt, Berichtigung. In der Nummer vom 17. April d. I., in welcher der Aufruf des Vergnügungs- Komitees von Wilmersdorf enthalten ist, muß es nicht heißen: Wolter's Boltsgarten, sondern Mölter's Boltsgarten, Berlinerstr. 41, und Vittoria- Garten, Wilhelms- Ane 14 und 15. Dritter evangelisch- sozialer Kongreft. 8 weiter Verhandlungstag, Donnerstag. Zu den Verhandlungen find außer den gestern bereits genannten Regierungsvertretern auch der Minister des töniglichen Es sei nun nicht zu leugnen, daß viel Wahres und Nichtiges daß die Führer, wenn die Sozialdemokraten wirklich die politische in den von den Sozialdemokraten aufgestellten Behauptungen Macht erreichen sollten, nicht im Stande sein werden, zu vers enthalten ist. Die Entwickelung der Produktion fei ins Große wirklichen, was sie versprochen, da sie alle gewaltigen Gedanken, gegangen, die Produktivität der Arbeit sei in furzer Zeit in wie Glauben an Gott zc. grundsäßlich zurückweisen. Redner einem Maße gewachsen, wie nie zuvor in ähnlicher Weise. Gewiß glaubt daher betonen zu müssen: Wenn es besser werden solle, hätten nicht alle Klassen davon gleichmäßigen Vortheil, die Massen müssen wir, die Menschen, besser werden. Aber Steuerhinter feien jedenfalls nicht entfernt verhältnißmäßig in ihrer wirth zichungen, wie sie im Rheinlande vorgekommen, das Geschrei, schaftlichen Lage gebessert. Das Privateigenthum habe sicherlich das sich erhob, als die Einkommensteuer von 3 auf 4 pet. erhöht vielfach die Ausbeutung der Maffen gefördert. Gewiß fei bisher werden sollte, alles das sei nur Wasser auf die Mühle der gegenüber der Planlosigkeit in unseren wirthschaftlichen Ver Sozialdemokratie. Nachdem Redner noch seine Freude " Soziale Ztebersicht. darüber ausgesprochen, daß die deutschen Arbeiter die eetlagte mit zur Stelle gebracht, wegen Befrugs zu 3 Monaten foziale Frage Frage mit der Gewerkvereinssache nicht Der Zeuge Hermann ge- Gefangniß verurtheilt worden sei. töft glauben, und gemeint hat, wir Deutschen scheinen Hirsch bestritt unter seinem Eide, daß die fragliche Notiz Achtung, Schneider und Schneiderinnen Berline! Die förmlich vom Geschick und von Gott bestimmt zu sein, Großes ich auf seine Person beziehe, er fei weber je angeklagt noch internationalen Arbeitertongreffe, sowie die nationalen Parteiauszuführen, schließt er: Möge man denken über die Sozial- bestraft worden. Staatsanwalt Dr. Benedig beantragte gegen tage haben die gewerkschaftliche Organisation neben der poli demokratie, wie man wolle," eins mache sie groß, ihr Glaube an den Angeklagten unter Zubilligung mildernder Umstände ein tischen vollauf anerkannt. Der in Halberstadt fiattgehabte allihre Sache. Die Sozialdemokraten halten ihr Programm für Geldstrafe von 200 M. Der Gerichtshof sprach den Angeklagten richtig-nun kommt der evangelisch- soziale Ausblick zum Gottes- wegen der Beleidigung frei, weil in dieser Beziehung der Straf- gemeine Gewerkschaftskongreß, deffen Aufgabe der Ausbau ber suadenthum: Wer war es denn, der aus ihrem Programm antrag nur von der Firma Hirsch u. sto. gestellt ſet, welche als gewerkschaftlichen Organisation war, hat es wiederum für die Pflicht der Arbeiterschaft erklärt, sich gewerkschaftlich zu organirichtige Punkte herausnahm, um sie zu verwirklichen? Die deutsche solche einen Strafantrag nicht stellen könne. Wegen der ver- firen. Auch in unserem Berufe, wo nur eine fleine Schaar im Monarchie, Bismarck war es. Geben wir unserem Bolte, unseren suchten Nöthigung sei nur auf eine Geldstrafe von 20 M. er gewerkschaftlichen Stampfe steht, ist es nothwendig, daß die große bethörten unteren Klaffen die Ueberzeugung, daß die ernste Absicht fannt worden. Gin Auskunftsbureau sei ein so heifles und Masse sich mehr daran betheiligt. Wohl ist es richtig, daß die besteht zur Hilfe, aber auch daß Vieles sich nicht machen läßt, riskantes Geschäft, welches wohl trotz der größten Gewissen Opfer, welche für den Emanzipation stampf der Arbeiter gebracht nicht weil es uns an Willen, sondern an Kraft fehlt." haftigkeit nicht immer das Rechte treffen könne, daß es auf einen besonderen Schutz des Gerichts teinen Anspruch zu machen be- werden, große sind und den Einzelnen schwer drücken, nichtdestoweniger müssen aber diese Opfer gebracht werden, um zu rechtigt sei. verhindern, daß die Sache der Arbeiter noch tiefer herabgedrückt wird. Der von den Vertheidigern der Fran Dr. Prager gestellte Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens unterlag diefer Tage einer längeren Berathung der 5. Straffammer. Ueber das Ergebniß derselben wird erst in einigen Tagen Näheres bekannt " Daher richten wir an alle Kollegen und Kolleginnen den Appell, die augenblickliche Zeit, wo das Geschäft geht und der Berdienst ein befferer ist, dazu benutzen zu wollen, um sich der gewertschaftlichen Bereinigung, dem deutschen Schneider- und Schneiderinnen- Verband anzuschließen. Namentlich wird dieser Appell auch an jene Rollegen gerichtet, welche wohl in Klubs, Diskutir- und Gesangvereinen fich bethätigen, aber der Gewerkschaftsbewegung gleichgiltig, wenn nicht gar feindlich gegenüber stehen. Pflicht eines Jeden ist es, sein Wissen auch praktisch anzuwenden. Nachstehend bringen wir die Zahlstellen, wo Beitritts. erklärungen sowie Beiträge für den Berbasid entgegen genommen werden: Zentral- Arbeitsnachweis- und Auskunfts- Bureau der Schneider und Schneiderinnen Markgrafenftr. 88 tm Restaurant Leopold, wochentägig von 8-1 Uhr. Auch das Reisegeschenk wird dort ausgezahlt. Die Anwesenden zollten lauten, anhaltenden Beifall. Nun war nach ihrer Meinung jedenfalls die Sozialdemokratie geistig erschlagen, denn die also Verzückten waren offenbar in dem Glauben, daß Alles, was der Redner ausgeführt, richtig sei, wie gefagt: in dem Glauben. Nachdem man nach diesem 24/ 4stündigen Bortrage fich 20 Minuten im Freien und beim Frühstück erholt hatte, begann die Diskussion. Amtsrichter Kulemann- Braunschweig sieht die sozialdemokratische Bewegung nicht nur als eine wirthschaft werden. liche, sondern auch als eine ethische, ideale an und hat entdeckt, In der Heinze'schen Mordfache sollen dem Vernehmen daß der Schwerpunkt ihres Einflusses sich auf die Kritit der benach die Aften nun wieder aus Amerika hier eingetroffen sein. ſtehenden Zustände gründe. Stöcker ist bezüglich des Charakters Db die Vernehmung des Zeugen Just, auf den sich das Heinze'sche der Bewegung zwar mit dem Vorredner einverstanden, meint Ehepaar noch in der legten Stunde der Prozeßverhandlung beaber, daß die idealen Bestrebungen auch unter den Führern" rufen hatte, zur Sache Wesentliches erbracht hat, wird abzuwarten den meisten unbewußt wären. Er glaube nicht an den Sieg der sein. Jedenfalls ist nunmehr Aussicht vorhanden, daß die zweite Sozialdemokratie, fürchte es aber nicht, wenn an Stelle der Auflage des Prozesses Heinze in absehbarer Zeit sich vor dem 35 Sozialdemokraten( es sind schon 36, Herr Stöcker) im Reichs- Schwurgericht tage 100 erschienen, wenn sie nur das Interesse der Arbeiter ver- Schwurgericht abspielen wird. treten; dazu sei ja der Reichstag da. Daß der Arbeiter mehr 163 Sittlichkeitsverbrechen an Kindern, Knaben und aufstrebe, dagegen könne man nichts einwenden. Nach Aeußerung Mädchen unter 14 Jahren, wurden dem Lehrer Gustav einiger obligaten unwahrheiten, meint Stöcker, die Religion Better aus Oranienburg zur Laft gelegt, der am Dienstag fei ein gemeinsames Bedürfniß der Menschen, deshalb müßten vor der ersten Straffammer am Landgericht II stand. Die Verdie Sozialdemokraten irgend wie dafür auch forgen. Redner handlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt, und Jeden Montag Abend von 8-10 Uhr Grenadierstr. 33 im räth schließlich Anerkennung des Arbeiterstandes und jede Für Better wurde nach Vernehmung von 31 Beugen, darunter Restaurant Seefeldt. forge für denselben. Prof. Baumgarten bedauert, daß 21 Kindern, in drei Fällen freigesprochen, in allen übrigen Fällen Jeden Mittwoch Abend von 8-10 Uhr Annenstr. 9 im anders wie in England bei uns die Gebildeten für Aufklärung aber für schuldig befunden und zu vier Jahren Zuchthaus und Restaurant Bros. der Arbeiter nicht zu haben sind. Dr. Ra de betont, daß die fe.gs Jahren Ehrverlust verurtheilt. Jeden Sonnabend Abend von 8-10 Uhr Markgrafenftr. 88 Sozialdemokratie der Arbeiterschaft wirklich bereits genügt hat, im Restaurant Leopold. denn unsere ganze Sozialgefeßgebung hätten wir ohne sie noch Leipzig, 21. April. Vor der hiesigen Straftammer spielte Moabit: Jeden Montag Abend von 8-10 Uhr Perlebergernicht, und bedauert dann, daß Angesichts mancher den Armen sich heute der Skandalprozeß ab, über dessen Juhalt wir bereits straße 28a im Restaurant Hermerschmidt. drückenden staatlichen Lasten wie z. B. der fächsischen Noth- berichteten. Die Elite der besten" Gesellschaft stand auf der Im Norden: Zigarrengeschäft C. Rogge, Veteranenftr. 14. Schlachtsteuer, die Herren Pastoren die Aufgabe fühlen, der Auflagebant wegen Handlungen bubenhaftester, conischster Art, Außerdem in allen Versammlungen; dieselben werden stets Staat als den Inbegriff der Arbeiterfreundlichkeit darzustellen. Die ihnen wirklich die Ehrenmitgliedschaft des Zuhälterthums durch den Vorwärts" bekannt gegeben. Pastor Naumann vermißt in dem Vortrage Angaben über sichern sollte. Es handelt sich um den Ruderklub Sagonia" in Die nächste Versammlung findet Montag, den 25. April, den Fortschritt der Rapital- Konzentration; es gebe viele fleine Leipzig, welcher die Rechte einer juristischen Person besitzt und Abends 81/2 Uhr, in den" Arminhallen", Kommandantenstr. 20, und mittlere Besize, die so sehr mit Hypotheken überlastet, daß dessen Ehren- Borsitzender der Kommerzienrath B. ist. Der Klub statt. Herr Zuschneidelehrer Dirt hält einen fachwissenschaftlichen sie nur noch zum Schein selbständig sind. Diese Kapital- hielt einen sogenannten Herrenabend am 24. Februar cr. im Vortrag über die Zuschneidekunft. Ronzentration müffe verhindert werden. Die Forderung, die Kaiserfaale der Bentralhalle ab und den Höhepunkt desselben Die 2otalverwaltung des deutschen Schneider: Sozialdemokratie folle ein Zukunftsgemälde geben, hält Redner bildete die Stellung lebender Bilder durch Herren und Damen und Schneiderinnen Berbandes. für falsch; das werde doch nicht von einer anderen Partei ge- in voller Nacktheit und Geilheit. Angeklagt waren fordert. Die Evangelisch- Sozialen würden, nach ihrer Vorstellung Mitglieder des Festkomitees, der Vorsitzende bessebite, will sich von der behördlichen Genehmigung Losmachen. Zu Klubs, Der Unterstützungsverein der Bildhauer Deutschlands von der Zukunft gefragt, auch eine Verbeugung machen die der Friseurgehilfe, und es nicht zu sagen vermögen. Schlimm sei es ferner, daß welcher die letzteren vor ihrem Auftreten frifirt hatte. diesem Zweck zirkulirt unter den Mitgliedern ein Antrag, den die Geistlichen in ihrer Bekämpfung der Sozialdemokratie vielfach Die Auflage lautete auf Erregung öffentlichen ergernisses Unterstügungsverein aufzulösen und sofort, nachdem die kommende mit Zitaten aus der Zeit vor dem Sozialistengefeße aufwarten, durch unzüchtige Handlungen." Die Deffentlichkeit wird Generalversammlung in Mainz( Pfingsten d. 3.) ihre Geschäfte anstatt die neuern Erscheinungen der sozialdemokratischen Literatur, darin gesehen, daß sowohl Kellner, als auch die zur abgewickelt hat, einen 3entralverein der Bildhauer besonders Vorwärts"," Bolts- Tribüne" und Arbeiterbibliothet Besorgung des elektrischen Lichtes gehörigen Personen und Gäste Deutschlands" zu gründen, in welchen die gewefenen Mitzu berücksichtigen. Im Uebrigen beneiden die Evangelisch in unbeschränkter Bahl Zutritt hatten. Als Beugen- also Per- glieder des Unterstüßungsvereins sofort mit vollen Rechten einSozialen in ihrem Herzen die Sozialdemokraten als die einzige fonen, die als Zuschauer jenem Herrenabende beiwohnten, war treten tönnen. Da aber der Vorstand nur dann dem Antrage Partei, die ein festes Programm hat. Redner schließt mit der eine ganze Reihe junger und älterer Männer geladen, unter gemäß handeln kann, wenn derselbe von mindestens einem Viertel Ermahnung an alle Anwesenden, dahin zu arbeiten, daß auch ihnen ein 17jähriger Obersetundaner und der Sohn des Ehren- der Mitglieder gestellt, ist es wünschenswerth, weain möglichst die Evangelisch- Sozialen ein solches festes Programm bekommen präfide ten. Im Ganzen hatten an jenem Abende 50-60 Per viele Mitglieder, vor allem hier in Berlin, ihre Unterschriften Rulemann fordert Steigerung der Konsumtion der Klaffen, jonen dieser Orgie der Hügellosigkeit beigewohnt. Die Ber- geben und zwar so bald wie möglich. Diese Unterschriften in denen sie namentlich bezüglich der industriellen Er- theidigung führten die Rechtsanwälte Dr. Felix 3ehme, werden auch entgegengenommen jeden Abend zeugnisse noch fehlt. Professor Wagner hält dies auch für Freytag und Broda aus Leipzig und Rechtsanwalt Dr. in der Stellenvermittlung Annenstraße 16 und nöthig und fordert deshalb, daß unsere Industrie weniger für den a afe aus Berlin.- Die Verhandlungen, welche unter Ausschluß beim Verwalter E. Stößer, Laufiger Plaz Nr. 17 Export als für die unteren Stlasse arbeite. Im Uebrigen ist der Oeffentlichkeit geführt wurden, zogen sich bis 6 Uhr Abends 3 Treppen. er mit allen Rednern in deren betreffenden Ausführungen ein- hin. Wie uns ein Privat Telegramm mittheilt, wurden zwei Der deutsche Textilarbeiter Verband hielt dieser Tage verstanden. Mitglieder des Klubs zu je 2 Monaten, ein Mitglied zu in Elberfeld seine erste Generalversammlung ab. Dieselbe war Der Kongreß beschließt die bisher gehaltenen drei Vorträge 3 Monaten Gefängniß, der Erfinder der genialen" von 41 Delegirten besucht, welche ca. 5000 Mitglieder vertraten. brücken und in Massen für 10 oder 20 Pf. verbreiten zu lassen; dee gleichfalls zu 3 Monaten Gefängniß, drei andere Von der Erhöhung der Beiträge wurde in Rücksicht auf die ungrößerr könne dadurch das Defizit ja wohl nicht werden. Mitglieder zu je 2 28ochen Gefängniß, der angeklagte Nachdem der Vorsitzende die Anwesenden gebeten, wenn sie Friseur zu 20 M. Geldbuße und die drei mitwirkenden Damen günstige wirthschaftliche Lage der Textilarbeiter abgesehen, und irgend Zeit hätten, noch den letzten Vortrag anzuhören, hält den zu je 1 Woche Gefängniß verurtheilt. Der mit angeklagte Klub- hinsichtlich der Beschlüsse des Halberstädter Gewerkschaftskongres felben Herr Pastor Balzer- Gunow über moderne Wirth- Borsigende wurde freigesprochen, weil zur Veranstaltung dieses festgesetzt, da in dem bestehenden Verbande schon die verschieden sten verwandten Berufe vereinigt find, mit den noch fernstehenden schaftsgenossenschaften". Der Bortrag bietet wenig Interessantes, Festes ein besonderes Bergnügungs- Komitee gebildet worden war. Seilern und Posamentirern 2c. Kartellverträge nicht abzuschließen, wie aus folgenden Thesen, in denen er gipfelt, hervorgeht: Leider nennt der Bericht die Namen dieser feinen Herren nicht, sondern dieselben zu ersuchen, sich in Form von Filialen dem I. 3wed und Aufgabe alles genossenschaftlichen Zusammen- die selbstverständlich fortfahren werden, eine Zierde der heuchle- Textilarbeiter- Verbande anzuschließen. Ueber den Streit als wirkens ist die Förderung wirthschaftlicher Ginzeleriftenzen durch) rischen und korrumpirten„ guten“ und„ besten" Gesellschaft zu sein. Mittel zur Verbesserung der Arbeiterverhältnisse waren die Weckung und Verwerthung derjenigen ökonomischen und sittlichen Meinungen sehr getheilt; dagegen empfahl man lebhaft die EinKräfte, die aus dem Zusammenschluß verwandter Bestrebungen Zwei Juftizministerial- Verfügungen von allgemeinerer führung der Kontrollmarte für Weber und Wirkwaaren. erwachsen. Bedeutung find in lezter Zeit erlaffen. drei mitwirkenden Damen und neun II. Die genossenschaftlichen Gebilde früherer Zeiten sind zu die Verschleppung der Strafprozesse, da es in geschriebener und auf Grund landesherrlicher Borschriften er Theil abgestorben oder im Absterben begriffen. III. Das Bedürfniß nach genossenschaftlichen Neubildungen regt fich auf den verschiedensten Gebieten des wirthschaftlichen Lebens als Gegensatz gegen die einseitig individualistische Gut widelung unseres Wirthschaftslebens. fördern. Gerichts- Beitung. Die Hamburger Konferenz der Vorstände freier einrichteter& rantentasjen beschloß in ihrer Schlußsizung am 20. April einstimmig, daß ein Verband gegründet werden soll und die Einberufer der Konferenz das Statut auszuarbeiten haben. Die erste Berfügung vom 18. Dezember 1891 richtet sich gegen neuerer Zeit mehrfach wahrgenommen, daß Strafprozesse von Seiten der betheiligten Justizbehörden nicht mit der erforderlichen Schleunigteit bearbeitet worden seien; insbesondere sei es auch aufgefallen, daß in manchen Untersuchungssachen, in denen der Ein rheinischer Handwerkertag verhandelte au Dftern IV. Die bis vor kurzem allein zulässige Genoffenfchaftsform äußere Geschäftsbetrieb Berzögerungen nicht erkennen laffe, in Neuß über die Lage des Handwerts und über die Mittel einer mit unbeschränkter Haftpflicht erschwerte den persönlichen Zutritt solche dennoch durch eine Häufung unnöthiger der neben Befferung derfelben in der üblichen reaktionären und deshalb Mehrbegüterter; die neuerdings zugelassene Genossenschaftsform fächlicher Ermittelungen, sowie dadurch herbeigeführt worden, daß gänzlich aussichtslosen Weise. Diese Leute kommen über die For mit beschränkter Haftpflicht dagegen beseitigt dieses Hinderniß Untersuchungshandlungen, welche gleichzeitig hätten vor derungen, daß man das Handwerk durch die Einführung des und macht es den besigenden Kreisen zur fittlichen Pflicht, durch genommen werden können, nacheinander stattgefunden hätten. Diese Befähigungsnachweises, der obligatorischen Jnnung und des persönliche Betheiligung derartige Genossenschaften möglichst zu wahrnehmungen geben dem Justizminister Veranlassung, bringend Behrlingsmonopols, turz durch künstliche, im Organischen nicht auf die große Bichtigkeit einer schleunigen Behandlung aller wurzelnde Schranken vor der Konkurrenz des Großtapitals Straffachen hinzuweisen. Die Strafe sei um so wirksamer, je schützen solle, nicht hinaus, und der ganze grobe Egoismus des schneller fie der That folge; aber auch das allgemeine Ber trauen in die Kraft der Rechtspflege, sowie die mittelst der Handwerkerthums gelangt in dem ewigen Sehnsuchtstuf nach letztern bezweckte Abschreckung Dritter von der Gesezwidrigkeit guten Lehrlingen zum Ausdruck, die man um fo eher au er halten hofft, wenn die Volksschule im Sinne der Geistlichkeit werde zu einem großen Theile durch ihre Schnelligkeit bedingt. rückwärts revidirt wird. Von den Gehilfen, die doch dasWegen Heirathsschwindelei, und Diesstahls stand Mitt- Der Justizminister spricht daher die Erwartung aus, daß alle selbe Recht auf eine sichere und austömmliche Existenz haben, woch der Büchsenmacher Karl Beyer vor der zweiten Straf mit der Bearbeitung der Straffachen befaßten Behörden und Be- wie die Kleinmeister, ist auf den Kongreffen der letzteren in der Tammer des Landgerichts I. Der Angeklagte hat die Vertrauens- amte des Justizressorts, insbesondere aber die Beamten der Staats- Regel nur dann die Rede, wenn es gilt, die Arbeiterbestrebungen feligkeit eines heirathelustigen Mädchens auf's Verwerflichste anwaltschaft, die Untersuchungsrichter und die Vorsitzenden der eru Gunsten der hinter den Innungen stehenden ultramontanen u Gunsten der hinter den Innungen stehenden ultramontanen ausgebeutet. Nachdem er ihr die Ehe versprochen, schwindelte er fennenden Gerichte sich in Ausübung ihres Amtes dieser Gesichtspunkte und tonservativen Drahtzieher effektvoll zu schimpfiren. Daß die ihr ihre gesammten Ersparnisse ab, die nur 100 m. betrugen, ab. stets bewußt bleiben und darauf hinwirken werden, daß allen Straf- Innungsleute an den Erfolg ihrer Sache aber felber nicht recht Er verschwand dann unter Mitnahme einiger Sachen, die dem fachen ohne Ausnahme unbeschadet der nothwendigen Gründlich glauben, beweist die ewige Heulmeierei, welche ihre Unterhaltungen Mädchen gehörten. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten teit formell und materiell die thunlichst schleunige Förderung zu auszeichnen. Ginertei, welche ihrer Sache sicher ist, kämpft, 3u fechs Monaten Gefängniß und einem Jahr Ehr- Theil werde. verlust. Die zweite Verfügung vom 8. Februar 1892 ist viel deut aber heulmeiert nicht. licher und schärfer. In der Einleitung spricht der Minister fich Aus Sachsen theilt die Boss. 3tg." mit: Die schon seit Unter der Anklage der Beleidigung und der ver- tadelnd gegen die ziemlich verbreitete Gewohnheit aus, für die einiger Zeit vorbereitete Bermehrung der fächsischen Gefuchten Nöthigung fand Mittwoch der Agent Samuel Bearbeitung von Straffachen die minder tüchtigen Richter aus werbe Inspettionsbezirte von 7 auf 18 gelangt, wie Adamski vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts I. zuwählen; insbesondere erwarte er bei Anstellung der eine Verordnung des Ministeriums des Innern besagt, am Der Angeschuldigte behauptete, daß daß er im Jahre 1888 Untersuchungsrichter mit Bestimmtheit, daß nur geeignete 1. Juli d. J. zur Verwirtlichung. Die bisherigen Aufsichtsbezirke durch die Inhaber des Auskunfts- Bureaus Hirsch u. Co., die und ihrer Aufgabe gewachsene Persönlichkeiten in Vorschlag ge- Dresden, Chemnitz, Zwickau, Leipzig, Baugen, Meißen und Kaufleute Hermann und Dstar Hirsch, aufs Schwerfte geschädigt bracht würden. Sodann nimmt der Justizminister zugleich Ge- Plauen werden auch in Zukunft, allerdings in wesentlich geringerer worden sei, weil dieselben eine ungünstige Auskunft über ihn legenheit, einen zweiten zu seiner Kenntniß gelangten Uebelstand Ausdehnung fortbestehen, während die Juspektionsbezirke Freiertheilt hätten. Diese Auskunft habe nicht der Wahrheit entzu berühren. Wiederholt sei nämlich der Fall vorgekommen, daß berg, Annaberg, Aue, Wurzen, Döbeln und Zittau neu einsprochen. Der Angeklagte hat dann eine Broschüre über die Richter in Straffachen Amtshandlungen vorgenommen hätten, obwohl gerichtet werden. Jedem Gewerbe- Inspektor sind auch in Zukunft Auskunfts Bureaus im Allgemeinen und über die Firma sie sich in einem Verhältniß befunden, welches an sich geeignet gewesen, ein oder mehrere Assistenten zur Aushilfe und Stellvertretung Hirsch u. Ko. im Besonderen veröffentlicht, welche ziemlich fraffe gemäß§ 24, Abfah 8 der Str.-P.-D. ihre Ablehnung zu recht- beigegeben. Beleidigungen der Leyteren enthielt. Als er wider Grwarten fertigen; insbesondere hätten einzelne Richter ihre Funktionen Aus Nachod wird der Boff. 8tg." berichtet, daß die deshalb nicht auf dem Wege der Privatklage zur Verantwortung ausgeübt, obwohl Familien- Angehörige an dem Ausgezogen wurde, richtete der Angeklagte unterm 24. Dezember v. J. gange des Prozesses ein Interesse hätten haben tönnen, oder ob eber der Firma Fröhlich u. Pentler in Groß- Porec die Arbeit niedergelegt haben. an die Firma Hirsch u. Ko. einen Brief, in welchem er dieselbe furz wohl sie mit den Vertheidigern des Angeschuldigten nahe verLondoner Dienstmädchen veranstalteten dieser Tage eine und bündig aufjorderte, sofort ihr Geschäft zu schließen, widrigenfalls schrägert gewesen. Daß ein solches Verfahren, selbst wenn es er öffentlich die Frage anregen würde, ob ein mit einem Matel lediglich in dem Vertrauen auf die eigene richterliche Unpartei- Rundgebung zu Gunsten einer fürzeren Arbeitszeit und Sie zogen, gefolgt von behafteter Mann das Recht habe, über seine Mitbürger zu Gericht lichkeit wurzele, ein durchaus unstatthajtes und dem Interesse der eines halben Feiertags in der Woche. zu fiyen. Der Inhalt dieses Briefes lag obiger Antlage zu Rechtspflege schadliches fei, bedürfe feiner Ausführung. Im§30 einer ungeheueren Menschenmenge, in ihrer fleidfamen Tracht Grunde. Der Angeklagte behauptete, daß er von einer wahren der Str.-P.-O. fei für solche Fälle vorgesehen, daß eine Ablehnung und die Emblemen ihrer Beschäftigung in Gestalt von Bügeleisen, Erbitterung gegen die Auskunfts- Bureaus beseelt sei, da er täglich des Richters auch auf seine eigene Anzeige hin erfolgen könne. Kohlenbehältern, Bürsten, Besen, Waschschlägeln zc. tragend durch fehen müffe, wie dadurch Geschäftsinhaber ruinirt würden. Der Diesen Weg bei dem Vorhandensein der thatsächlichen Voraus die Hauptstraßen und hielten dann eine Versammlung ab, in Borwurf der Bescholtenheit solle sich auf den Kaufmann Hermann fegungen zu beschreiten, sei die Pflicht des Richters, da welcher sie die Errichtung einer Organisation für Dienstmädchen Hirsch beziehen, der nach einem Zeitungsberichte, den der An- er auch den Schein einer möglichen Befangenheit vermeiden müsse. beschlossen. D Versammlungen. Literarisches. Mehr als 40 Jahre im Gefängniß hat der 67 jährige Rafeur Karl Marefch zugebracht, ber dieser Zage in Wien Die Generalversammlung des sozialdemotra. Enthüllungen über das tragische Lebensende Ferdinand wegen Einbruchsdiebstahls zu vier Jahren schweren Kerkers vers tifchen Wahlvereins für den fünften Berliner Laffalle's und seine Beziehungen zu Helene von Dönniges. urtheilt wurde. Beim Berlassen des Gerichtssaales äußerte Reichstags- Wahlkreis am 20. d. M. ehrte vor Eintritt Bon Bernhard Becker. Neue Bearbeitung. Nürnberg 1892. er wehmüthig: Jest werd' ich wohl nimmer außertummen. in die Tagesordnung das Andenken an den verstorbenen Ge- Mörlein u. Ko. - Er hat an dieser christlichen" Welt auch nicht viel ver nossen Kurowski durch einmüthiges Erheben von den Plätzen. Die erste Auflage dieser Schrift war 1868 erschienen. Sie loren. Seitens des Vereins ist dem Verstorbenen ein Kranz gewidmet ift von Bernhard Becker selbst, nachdem er schon lange aus den Bei einem Hansbrande in Petersburg find neun worden. Dann erstattete Genoffe Fritz Berndt den Ge- Reihen der Sozialdemokratie verschwunden war, einer neuen Be- Personen verbrannt; 15 werden noch vermißt. Außerdem erlitten schäftsbericht des Vorstandes und Genosse Schulz den Raffen- arbeitung unterzogen, deren Vorwort vom Dezember 1881, also mehrere Personen mehr oder minder schwere Verlegungen. bericht. Dieser ergab eine Einnahme von 318 M. 94 Pf., eine einen Monat, bevor Becker seinem Leben ein Ende machte, batirt Begnadigt wurde in Serbien der wegen Mißbrauchs der Ausgabe von 155 M. 90 Pf. und einen Bestand von 163 Mart ist. Durch die Erben Becker's gelangte das Manuskript dieser Amtsgewalt zu 5 Jahren Kerter verurtheilte Stadtpräfekt 4 P. Die Revision wird später vollzogen werden. Die fich an- neuen Bearbeitung an den Nüruberger Berleger. In der Neu- Glischa Djordjewitsch. Der Mann hat namentlich schließende Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: Erster Bor- bearbeitung hat Becker manches Gehässige beseitigt und auch die Riftitsch erhebliche Dienfte" geleistet. Dabei fommt's natürlich füßender Berndt, zweiter Vorsitzender Schmidt, erster Veröffentlichung der Frau von Dönniges als Quelle benutzt. Die auf ein bischen Amtsmißbrauch nicht an. Schriftführer Rohnte, zweiter Schriftführer Hübner, erster Herausgeber des Buchs haben überdies unter Vollmacht der Erben Ein Edelster". Der 22 jährige Fürst Wladimir Raffirer Schulz, zweiter Saffirer evi, Revisoren die Ge- Becker's manche cynische und von persönlicher Gehässigkeit diftirte Dich uritsch in Petersburg hat seinem Better, dem 28jährigen noffen Drescher, Herrigt und Littmann. Bezüglich Bemerkung gestrichen. Kollegienregiftrator Alexander Schpitulom auf der Treppe zu der bei Sternecker( Weißensee) stattfindenden Maifeier wurde mit Die Herausgabe ist wesentlich erfolgt wegen der zahlreichen Wohnung des letteren mit dem Beil drei schwere Kopfwunden getheilt, daß zu den lebenden Bildern noch Theilnehmer gesucht urkundlichen Schriftstücke, in deren Besitz Becker nach dem Tode beigebracht, weil ihm Schpitulom nichts mehr borgen wollte. werden. Reflektanten wollen ihre Meldungen bei der Festkommission Laffalle's gelangt war und die geschichtlichen Werth haben. Was Als Dschuritsch sah, daß ihn die Verfolger einholen würden, bewirken. Ferner wurden die Genoffen aufgefordert, feine den historischen Gehalt der Schrift selbst betrifft, so war Becker erschoß er sich. Billets zu dem am 1. August von der Krankentasse der Wäsche- am wenigsten der Mann einer unbefangenen Geschichtsschreibung. zuschneider im Puhlmann'schen Lokale zu veranstaltenden Sommer- In allen feinen Schriften zeigt sich sein am Kleinlichen hängender feste zu entnehmen, da das Puhlmann'sche Lotal gesperrt ist. Geist, und er liebt es, die Heinlichsten Motive für Handlungen Ein Antrag auf Aenderung der Statuten wird auf die Tages- aufzuspüren, deren Quelle und Ursachen sich aus den Verhält ordnung der nächsten Generalversammlung gesetzt werden. Eine nissen mit Nothwendigkeit ergeben. Ein vollständig zutreffendes Verkaufsstelle der Genossenschaftsbäckerei wird Genosse Kohnte Urtheil über Becker und seine Darstellungsweise giebt der HerausAlte Schönhauserfstraße 16 errichten. Mit einem dreifachen geber der vorliegenden Schrift in dem derselben vorangeschickten Hoch auf die internationale Sozialdemokratie schloß die General- Borwort„ An die Leser". Er schreibt: versammlung. Was immer man jedoch über die Becker'sche Schrift felbft denken möge, tein Zweifel tann in Betreff ihrer archivarischen Bedeutsamteit bestehen, die vorzüglich auf den dort veröffentlichten beglaubigten und glaubwürdigen Schriftstücken, Briefen u. f. w. Lassalle's und der in die Schlußkatastrophe handelnd oder leidend verwickelten Personen beruht. Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Effen, 21. April. Die Zechen des Essener Bergwerts Vereins" Christian" und" Lewin" haben 160, König Wilhelm" 78 Bergleuten gekündigt. find auf den Weisteiner Gruben über 100 Berg leute entlassen Breslau, 21. April. Nach der Schlesischen Bolkszeitung" worden; weitere Entlaffungen ständen bevor. tonservativen Wahlvereins sprach Redakteur Schrempf gegen den Nürnberg, 21. April. In der Landesversammlung des reinen Antisemitismus. Nach einer sehr lebhaften Diskussion beschloß die Versammlung, die Entscheidung über die Judenfrage bis zum deutschen Parteitag zu verschieben. Der Verein sprach die freudigste Buftimmung zu dem Ausschlusse von Helldorff's aus. Wenn das Buffon'sche:" Der Stil ift der Mann" jemals auf Jemand vollfte Anwendung gefunden hat, dann auf BernDie öffentliche Bersammlung der Steinseher Berlins hard Becker, der selbst, wenn er eine Bose macht und sich ein und Umgegend, welche am 14. d. M. tagte, nahm den Bericht Air giebt, niemals verfehlt, seine innersten Gefühle und Gedes Vertrauensmannes entgegen, der in Anbetracht der Kürze banken zur Schau zu stellen. Er ist mit sich selbst so zufrieden, feiner Amtsthätigkeit und der winterlichen Unthätigkeit im Ge- hält sich für einen so bedeutenden Mann, daß er jede werbe fein umfangreicher war. Posen, 21. April. Der Kuryer Boznansti" meldet aus Die Thätigkeit erstreckte fich gesellschaftliche Heuchelei verschmäht und die Verpflichtung fühlt, Tremessen, daß man dort ein verdächtiges Individuum verhaftet hauptsächlich auf die Unterstügung der Buchdrucker und auf die auch die verborgenste Falte seines Herzens und Hirns dem Auge habe, bei dem man ein Verzeichniß von katholischen Geistlichen Agitation in Berlin und außerhalb. Zur Revision der vom der Welt offen vorzulegen. Und was er von Anderen sagt, ist vorgefunden habe. Zwei andere verdächtige Individuen ent Bertauensmanne vorgelegten Abrechnung wurden seitens der ebenso durchsichtig, wie was er von sich selbst sagt. Wo er bos- flohen. Man glaubt, daß ein Raubanfall auf den EhrendomVersammlung zwei Kollegen gewählt. Die von verschiedenen haft ist, verfehlt er nie, die Triebfedern zu enthüllen." Gewerkschaften eingeführten Kontrollmarken empfahl der Verherrn Tomaszewsti geplant war, da lezterer gewarnt worden Wenn der Leser daher auch die Becker'sche Darstellung nur war. In der Stadt herrscht große Aufregung. trauensmann allgemeiner Berücksichtigung. Im Anschlusse hieran mit Vorsicht und eigener Kritit aufnehmen darf, so wird lettere hörte die Verfammlung einen Vortrag des Genossen Millarg ihm durch die geschilderten Fehler Becker's mehr erleichtert, als über die allgemeine Arbeiterbewegung und ihre es bei den anderen modernen Geschichtsschreibern der Fall ist, Biele, nach welchem die Versammlung einstimmig eine Resolution bie trotz ihrer tendenziösen Entstellungen sorgfam fich den Schein faßte, in welcher sie sich mit den Ausführungen des Referenten der Sachlichkeit zu geben bemüht find. in allen Punkten einverstanden erklärte und sich verpflichtete, die Lebenshaltung der Steinfeger auf möglichst hohem Niveau zu erhalten, um dadurch den Widerstand gegen das Kapital und ferner die Drganisation zu fräftigen und ihrerseits ihr Theil zur Ueberführung der privatkapitalistischen Produktionsweise in die sozialistische beizutragen. Hierauf berichtete der Delegirte zur Streit- Kontrollkom mission über die Verhandlungen und Beschlüsse derselben. Derselbe empfahl, Bons im Werthe von 10 Pf. pro Stück baldmöglichst zu verausgaben, die Hälfte der einkommenden Gelder der Streit Kontrollkommission zufließen zu lassen, die zweite Hälfte aber zur Bildung eines Generalfonds der Steinseher zu verwenden, sowie die Streif- Kontrollfommission auch fernerhin zu beschicken. Er Kanon die Sittlichen, Gedichte von Maurice von Stern. felbft war aus Zweckmäßigkeitsgründen veranlaßt, fein Amt als Delegirter zur Streit- Kontrollkommission weiter zu führen. Die Versammlung beschloß den Anträgen entsprechend und wählte den Kollegen Arlt als Delegirten zur Streit- Kontrollkommission. Des Weiteren hatte die Versammlung Stellung zu nehmen zur Feier des 1. Mai. Es wurde beschlossen, sich den bereits ge troffenen Veranstaltungen anzuschließen. Zum Schluß wurden verschiedene gewerkschaftliche Angelegenheiten erörtert und die mißlichen Verhältnisse in der Gewertschaft largelegt. Mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie schloß die Ber- Schröder, 73 Jahre alt; ferner nach einer Meldung aus Gestorben in Rarlsruhe die Blumenmalerin Alwine fammlung. Freiburg i. B. der Großindustrielle Paul Tritscheller, früherer Reichstags- und Landtags- Abgeordneter. Zandsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Seute Abend 8 Uhr Sigung mit Damen im Bereinslotal, Annenstraße 16( Loutfenstädtisches Klubhaus). Genossen und Genoffinnen, welche sich bei der Aufführung des lebenden Bildes am 1. Mai im 5. Berliner Reichstags- Wahlkreise betheiligen wollen, tönnen fich melden bet F. Berndt, Neue Schönhauserfir. 18; bei S. Gumpel, Barnimftr. 42; bei Weber, Landsbergerftr. 41. Die erfte Brobe findet Gonn tag, früh 9% Uhr, bei Hagemann, Lothringerstr. 81, flatt. Die Kommission des 5. Berliner Reichstags- Wahltreises. Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abend 8%-10% Uhr, Süd- Schule, Hagelsbergerstr. 13: Unterricht in Buchführung( doppelte); Südost- Schule, Reichenbergerfir. 133: Unterricht in Deutsch( unt.); Ost- Schule, Diartus ftraße 31: Unterricht in Geschichte( mittl.); Nord- Schule, Müllerstr. 179a Unterricht in Deutsch( unt.), Physiologie. In alle Lehrfächer tönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jest im Laufe des Semesters, eintreten. Alle Abänderungen, welche den Arbeiter- Sängerbund oder den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffen, find nur an die Borstände derfelbeu zu richten. Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Mary, Abends 8 Uhr, bet Grube, Mariendorferstr. 10. Westen, bei F. Kibing, Bülowsir. 62. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Freitag. Uebungs flunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Kaiser'scher Männerchor, Echönhauser Allee 28, bei Kuhlmey. Nord, Brunnenstraße 38, bei Gnadt. Borwärts 1, S.D. Adalbertstraße 21, bei Noll. Kummer's cher Gesangverein, Landsbergerstraße 31, bei Mujehold. Buchbinder Männerchor Berlins, Alte Jatobfiraße 75, bei Feuer: flein. Matglöckchen, Hochstraße 32a, bei Wilte. Gemüthlichfeit( Puger), Seydelstraße 30. Jugendfreuden, Gartenstr. 162, bei Meißner. Fris, Köpniderstr. 127a, bei Küster. Collegia, Reichen bergerstraße 16, bei Pätzold. Johanni, Rüdersdorferstr. 45, Gesellschaftshaus Ofstend. Balme, in Belten, bei Schröder.- Blaue Schleife, in Pantow, Mühlenstr. 24, bei Stöhr. Vorwärts6,( Gem. Chor), Nieder Schönweide. bei Siebenbaum. Sänger Fretheit, Naunynstr. 43, bet Fröhlich. Morgenroth 4, Röpnid bei Wiedemann in Adlershof. Wahrheit, An der Zwölf- Apostellirche 76, bet Framte.- 28r überfaft ( Hausdiener), Fischerstr. 41.- arthau'scher Gesangverein, Lichten bergerstr. 21, bei Heife. Ber Quartettverein Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Freitag: Berein Grüne anne, bei Kayser, Martussir. 8. gnügungsverein Alpenveilchen, bei Wenzel, Gr. Frantfurterftr. 99. Tambourverein Boruffta bei Feldhahn, Weidenweg 12( Uebungsstunde). Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- Gefang verein Union, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbrauerei. Männerchor Wedding, Abends 8 Uhr, bet König, Gerichtsstraße 35. Waldesrauschen, Abend 9 Uhr, bet Weigt, Markgrafenfir. 87. PrivatTheaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Puttbuserstr. 35. Berliner Zurngen offenschaft. Die erste Männerabtheilung turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnaftums Pantjir. 9-10. Zurnverein Gesundbrunnen bie 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8-10% ihr in der Turnhalle des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10. Bergnügungsverein Esperance, Abends 9 Uhr, Rosenthalerftr. 11-12, im Restaurant. Vergnügungsverein Beilchen, Abend 9 Uhr, bei Brauns, Oranienstr. 183 p.- Geselliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8 Uhr, bei Ritter, Mauerstr. 86. Unterhaltungsflub chiller, jeden Freitag Abend 8 Uhr im Restaurant Holzbächer, Dreiseftrd. Drudsachen jeder Art liefern gut u. zu ſoliden Preiſen Jede Uhr zu repariren ( außer Brud)) Gegen Prüderie und Lüge," herausgegeben von der Gesellschaft für modernes Leben, München, Verlag von M. Ernst ( Münchener Post), Preis 50 Pf. Inhalt: Die Unfittlichkeitsentrüstung der Pietisten und die freie Literatur, von Dr. Panizza. Merkreime für Moralisten, von D. J. Birnbaum. Das hohe Lied der Lüge, von D. J. Birnbaum.- Paul Heyse's Wahrheit?" eine Glorifikation der Lüge, von J. Schaumberger. Vermischtes. " Vom Rothschild'schen Kassirer. Der flüchtige Rassirer Jäger soll von Darmstadt aus geschrieben haben, daß er wegen der Veruntreuungen sich das Leben nehmen werde, daraufhin feien Kriminalschuhleute nach Darmstadt abgegangen. Jäger foll auch die ihm anvertrauten Gelder zweier Wittwen unterschlagen haben. Er hatte die Bankbücher gefälscht, infolge dessen war die Kasse intakt. In Frankfurt spekulirte er bei unbeeidigten Matlern, außerdem in Berlin bei einer Getreidefirma. Nach den bisherigen Ermittelungen sollen die von Jäger begangenen Veruntreuungen 1 700 000 m. betragen. Der Kassirer, durch dessen Hände an manchen Tagen 20-30 Millionen liefen, soll nur 4500 M. Gehalt bekommen haben. Im Säuferwahnsinn besprigte in Braunschweig ein Maler Frau und Schwiegersohn mit Schwefelsäure, so daß dieselben er heblich verlegt wurden, schloß sich dann ein, zündete das Logis an, schnitt sich den Hals auf und erhing sich hierauf. Das Feuer wurde bald gelöscht. Zwei heftige Erdstöße fanden am 21. April Nachmittags 134 Uhr in Hermannstadt( Siebenbürgen) nach mehründigem dichten Schneefall statt. Die Erdstöße hatten die Richtung von Süden nach Norden. In den Häusern schwankten die schwersten Gegenstände. nach Warschau reisende Frauen, weil in ihren Kleidern Wien, 21. April. Die russische Grenzwache verhaftete zwei nihilistische Aufrufe vorgefunden worden waren. Madrid, 21. April. Der General Loma zieht eine Truppe von 3000 Mann zusammen, um das Zentrum der Bergarbeiter Distrikte in der Umgebung von Bilbao am 1. Mai damit zu befehen. London, 21. April. Dem Western Daily Mercury zufolge ift das Kriegsministerium davon benachrichtigt worden, daß eine Anzahl von Personen, die von einer festländischen Macht bezahlt worden seien, in die englischen Freiwilligenforps eingetreten fei und an den Ostermanövern theilgenommen habe, um die Anlage und die Beschaffenheit der neuen Befestigungen an der Themse Mündung auszufundschaften. Glasgow, 21. April. Das Schiffsbaugewerbe am Clyd geht täglich zurück, da neue Aufträge fehlen. Viele Arbeiter, darunter die Zeichner, welche den permanenten Stamm der Ar beiter bilden, find entlassen worden. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Paris, 21. April. Der Rongreß der Arbeiter und Be diensteten französischer Eisenbahnen ist heute Bormittag in Ans wesenheit von 40 Delegirten eröffnet worden. Der Kongres nahm mehrere Refolutionen an, darunter insbesondere eine zu Gunsten des Achtstundentages. Briefkaffen der Redaktion. logen. Der Betreffende ist ein Gentleman im besten Sinne des F. K., Barmen. Man hat Sie in jeder Hinsicht frech be Wortes, der sich unter seinen Mitarbeitern als ein Gleicher unter Gleichen bewegt. Nr. 92 des Vorwärts" vom 20. April. M. 100. Die Adressen unserer Parteiblätter finden Sie in 2. St. 100, Stettinerstraße. Ihre Sendung betreffs der Versammlung des Parochialvereins ist angekommen; die Sache entbehrte jedoch des allgemeinen Interesses. A. S. v. K. Das Werk ist verboten. Wir können Ihnen daher keine Bezugsquelle angeben. Otto Glas, Reinickendorf. Ist der Lokal- Kommission überwiesen. Dieselbe wird die Angelegenheit umgehend regeln. Fachverein der Barbier. c. Gehilfen und Frei In Rastatt hat der Proviantsamts Assistent Hartung religiöse Gemeinde. Das Lotal ist boykottirt, deshalb konnte seine Frau ermordet und sich dann dem Gericht gestellt. tafsirung von seinen Klienten anvertraut worden waren, wurde straße Bons von der Partei gefunden worden. Abzuholen bei Wegen Unterschlagung von Geldern, die ihm zur Ein. Aufnahme in den redaktionellen Theil nicht erfolgen. Zur Beachtung! Am 3. Feiertag sind in der Königsberger in Stendal der Rechtsanwalt von Gersdorff zu 6 Monaten D. Schädlich, Königsbergerstr. 3, 3. Quergeb. III I. Gefängniß und zur Tragung der Kosten verurtheilt. Massen. Der Postagent ist berechtigt, Sendungen von Rettung auf See. Die deutsche Bart Doktor Siegert" Druckfachen bezw. Waarenproben zu öffnen, um ihren Inhalt rettete 200 eilen von der spanischen Küste auf hoher See die daraufhin zu prüfen. Der betreffende Postagent ist zugleich aus 18 Mann bestehende Besaßung der englischen Bart Bechenbeamter Chippewa und landete dieselbe in Trinidad. " Ein 100 Jahre alter Auszügler, bisher noch nicht beftraft, wurde wegen Einbruchs in eine Holzbude, aus der er Geräthe im Betrage von zwei Mart entwendete, zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. Es ist das die geringste zu lässige Strafe. Sämmtliche Schiller der kleineren Boltsschule in Larsjö in Jämtland, find, wie aus Stockholm berichtet wird, binnen 14 Tagen an der Diphtheritis verstorben. Ein orfanartiger Sturm riß einen Theil des Daches der Trienter Kaserne herab, zwei Soldaten sind tödtlich verlegt worden. Arbeiter- Nifiko. Bei den Etsch- Regulirungsarbeiten unweit Trient riß ein losgelöster Steinblock sieben Arbeiter mit fich, vier davon sind todt. Achtung! Böllhoff& Schumann, Teltowerst.17. Südweßten. unter Garantie fostet bei mir 1832L Meyer's, Brockhaus Sophabezüge! Lerifon, Bücher, kauft 1,50 Mk. 22756 2. Hannemann, Kochstr. 56. Uhren, Gold- u. Silberwaaren Rechtsbureau des königlichen AmtsKleine Reparaturen entsprechend billiger. C. 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Das Inserat toftet 7,20 m. und ers fuchen wir um vorherige Einsendung. P. H., Blankenburg. Gegen Einsendung von 8,75 M. Unserm Freund und Genoffen Arbeitsmarkt. Eruft Frante zum heutigen Wiegenfest ein donnerndes Hoch! Eruft, aber den Durst. 2552b Tüchtige Granit- Schrifthauer, 3 zahme Rothe. nur solche, finden sofort dauernde Be Otto Schneider, Verwandten und Bekannten zur Nach- schäftigung bei richt, daß mein Mann, der Kistenpacer 2546b Badstr. 7. Johann Schultz, im 42, Lebensjahr seinem langen Lungen leiden erlegen ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, 24. April, Mittags 12 Uhr, von der Thomas- Kapelle aus statt. Um stilles Beileid bittet Caroline Schult geb. Warute, Hut- Garnirerinnen auf steife und weiche Hüte für sofort oder später verlangt Deutsche Hutfabrik, Pappel- Allee 3/4. 2545b 23172 Züchtiger Rockschneider, welcher auch Stabschn. tann, ges. Straßburgerstr. 55. Alte Stiefeln für Herren u. Damen 2547b Mariannen- Platz 5. 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