Nr. 18. 20. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Stolonel seile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pig. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochent lagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittlags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Furcht vor der Wahrheit. Donnerstag, den 22. Januar 1903. " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferusprecher: Amt IV, Nr. 1984. Die Deutsche Tageszeitung" tabelt gleichfalls den Präsidenten. Redefreiheit hätte treiben müssen, der würde bitter enttäuscht. Zwar Sie bemerkt dazu, daß derselbe„ schließlich doch nicht verhindert habe, wurden anstandshalber von einigen Seiten ein paar mißbilligende Die Unterdrückung der socialdemokratischen Abwehr gegen die was v. Bollmar hatte sagen wollen". Dies ist natürlich gänzlich Worte über das Vorgehen des Präsidenten laut, aber von entrüftetem Kaiserreden von Effen und Breslau ist nicht nur der schwerste formale unrichtig. Unser Redner vermochte nach der präsidialen Ber- Einspruch, wie ihn ein feiner Würde bewußtes Parlament hätte Rechtsbruch des Reichstags- Präsidenten, sondern zugleich ein moralisch gewaltigung nur noch allgemein das persönliche Regiment zu erheben müssen, war kein Sterbenswörtchen zu vernehmen. nicht scharf genug zu beurteilendes Verfahren. geißeln, nicht aber war es möglich, die Angriffe der Kaiserreden Von Eugen Richter, dem ersten Redner, hatte das wohl zurückzuweisen und den düster tragischen Hintergrund auch niemand, der diesen famosen Syndikus der Mehrheit in seiner der Krupp Affaire aufzudecken. Zoll- Sünden- Maienblüte erkennen gelernt hat, noch erwartet. Richter citiert; fie fagt: Auch die antisemitisch- reaktionäre Staatsbürger- Zeitung" fci entschuldigte geradezu das Verhalten Ballestrems. Herr Richter ist aber überhaupt nur noch soweit Oppositionsmann, als er weiß, daß Was ist die Folge dieser Diktatur des Präsidenten? Der diese Scheinopposition wirkungslos fein muß und den MehrheitsBortvärts" spricht heute offen die Beschuldigung aus, daß fich parteien keine ernsthaften Unannehmlichkeiten bereiten kann. Darauf hinter der Krupp- Tragödie Geheimnisse verbergen, die forgfältig war denn auch die Etatsrede des sich immer noch.freifinnig" nennenden gehütet werden sollten. Die Ausstreuungen gegen Krupp und die 21 weitere Behauptung, daß auch andre Personen sich ebenso wie Totengräbers des deutschen Liberalismus gestimmt. Ein bißchen was darüber, Strupp vergangen hätten, wird im Volfe jetzt nur noch um so mehr wigelnde Stritit, soweit die Sache ungefährlich ist Glauben finden." ift vom Uebel für einen Parteiführer, der auf die Gnade des Die Socialdemokratie war durch die kaiserlichen Reden aufs erbittertſte angegriffen worden, die Führer der Partei sollten als Menschen und als Politiker aufs schwerste getroffen werden. Die deutschen Arbeiter wurden vor ihnen eindringlichst gewarnt und fie wurden aufgefordert, fortan andre Vertreter ins Parlament zu entfenden als fie bisher gethan. Graf Ballestrem hat den also An gegriffenen durch brutale Dittatur das Wort der Verteidigung und Abwehr geraubt. Wenn es richtig ist, was Reichskanzler Graf Bülow am Mittwoch im Reichstage sagte, daß der Kaiser wohl Widerspruch vertragen könne, dann hat Graf Ballestrem dem Kaiser den schlechtesten Dienst erwiesen, indem er diejenigen, die zu wider- Die liberalen Zeitungen widersprechen übereinstimmend dem Centrums ängstlich schielt. Weit entfernt von großen Gesichtspunkten sprechen das Recht und die Pflicht hatten, gewaltthätig hin- Verfahren des Reichstags- Präsidenten und drücken die Ueberzeugung füllte Herr Richter faft seine ganze Rede mit Ausstellungen im derte. Graf Ballestrem hat gegen die elementarste Anstands- aus, daß die Ausschaltung der Stritit über die Kaiferworte einen Ginzelnen aus. Und auch als er zum Schluß notgedrungen auf die pflicht des Ehrenmannes gefrevelt. Er hat gegen diese Ehrenpflicht außerordentlichen Triumph der Socialdemokratie Perfon des Kaisers und die Rolle des Reichskanzlers cinging, that gefrevelt, obschon ihm bewußt ist, daß es im Deutschen Reiche außer mit so viel zahnloser Gutmütigkeit, daß Herr dem Reichstage feine Stätte giebt, wo überhaupt die vom Kaiser v. Bülow feinem„ loyalen" Kritifer wiederholt heiter zuAngegriffenen die Möglichkeit haben, ihre Abwehr zu üben, ohne ricte. Beim Haufe aber fanden die matten Ausführungen durch das Strafgesetz schwer bedroht zu sein. Richters bei tveitem nicht nicht jene Aufmerksamkeit, die man ihm in jenen Seiten zu fchenken gewohnt war, als er mit der Maske des Volfstribunen" noch sorglicher sein wahres Geficht zu ver bergen verstand. V bedeute. Die„ Voffische Ztg." erinnert mit Zug an die Einstellung des Strafverfahrens gegen den Vorwärts", fie bemerkt: cr Co Pr 11 Nicht genug damit, daß die geräuschvoll eingeleitete Strafverfolgung unter Umständen, die allenthalben Kopfschütteln erregten, eingestellt werden mußte: bei der ersten Erwähnung des Namens Krupp im Reichstage ereignete fich gestern ein Zwischenfall, der in ber Socialdemokratie helle Schadenfreude entfesseln wird. Präfident Graf Ballestrem hinderte Herrn v. Bollmar, irgend etwas über den Die Mehrheit sah denn auch durchaus ein, welchen Wert dieser Fall Strupp zu sagen, über irgend etwas, was vor oder nach dem unschätzbare Boll- und Ordnungsmann für sie hat. Nicht nur Graf Tode des Ehrenmannes" geschehen ist, zu sprechen. Das Andenken Bülow huldigte Herrn Richters rhetorischer Geschicklichkeit" mit Krupps, der nach der Behauptung des Präsidenten verunglimpft worden ist, soll also dem Reichstage heilig fein; auch wenn ein Redner schmeichelhaften Worten, nein, selbst der Redner der Reichspartei, nicht etwa beabsichtigt, die gegen den Wirklichen Geheimen Rat Krupp Herr v. Stardorff, wußte ein artiges Stompliment für den geisterhobenen schuldigungen zu erweisen, wenn er überhaupt nicht reichen" antisocialistischen Schriftsteller Nichter, den genialen Dichter über diese Anschuldigungen sprechen will, fondern nur über Kund- der Spar- Agnes, anzubringen. Im übrigen leistete Herr v. Kardorff gebungen, die sich an seinen Tod getnüpft haben, Sundgebungen sich eine kleine Bolemit gegen die Marginalbemerkung des Kaisers, von unzweifelhafter politischer Bedeutung, wird dem Boltsvertreter das Wort abgeschnitten. Und was folgt daraus für die Maffen? Sie sagen sich: nicht die Socialdemokratie hat die Erörterung dieser Angelegenheit zu scheuen." aus. Nicht geringer ist das formale Unrecht, das der Reichstags Präsident beging. Er hat früher ftets als Reichstagsrecht anerkannt, daß im„ Reichs- Anzeiger" veröffentlichte Kundgebungen des Monarchen im Reichstag besprochen werden sollen; jetzt bricht er die eigne Rechtsregel. Er hat früher es als Beleidigung des Kaisers bezeichnet, wollte man feine Reden so niedrig einschäßen, daß sie nicht im Reichstag besprochen werden müßten; jezt unterdrückt er die Antwort auf die wichtigsten politischen Reden des Kaisers, die andauernd die gesamte deutsche Deffentlichkeit in ihren Tiefen erregten. Er hat den Abgeordneten Schädler aus führlich über eine Rundgebung des Kaisers sprechen lassen, die wonach auch die deutsche Bourgeoisie nicht zu socialen Opfern bereit sich gegen das Centrum richtete; alsbald verbot er die socialdemo sei, vollzog feine früher angekündigte„ Auseinandersetzung" mit dem fratische Aussprache über die Angriffe des Kaisers gegen die SocialBunde der Landwirte in sehr verföhnlicher und gar nicht temperamentdemokratie. Er gestattete dem Dr. Schädler, über die erpreßten Huldigungsadressen zu sprechen; sogleich darauf erftiďte er im Allerdings! Nicht die Socialdemokratie hat die Erörterung voller Weise und sprach die so oft offenbarte Sehnsucht seiner schönen Steime den socialdemokratischen Versuch, denselben Gegenstand zu be- dieser Angelegenheit zu scheuen! Die Socialdemokratie, die Monate Laurahütten- Seele nach einem neuen Socialistengeſetz von neuem handeln. Er nahm selbst das Wort in der Krupp- Angelegenheit und hindurch in den Blättern des geheuchelten Wohlanstandes init Waren feine Betrachtungen darüber auch verworren und verdächtigte in schweren Beleidigungen diejenigen, die diefe Frage Schimpf überschüttet wurde, die durch den Kaiser schwersten Unrechts jenen Bezirken noch immer frohgenuit aus der scharfmacherischen Ede fahrig genug, so zeigten sie doch wieder einmal, daß der Wind in aus reinsten Beweggründen aufgeworfen hatten; denen, die sich bezichtigt wurde, sie war freudig bereit, an der Stätte, pfeift. Stöftlich war das blamable Eingeständnis des alten gegen feine Beleidigungen verwahren wollten, versagte er das Wort! wo ein offenes Wort zu erhoffen war, ihre Sache zu führen. Doch Socialistentöters, daß man mit geistigen Witteln nichts habe Und ungeheuerlicher noch als das jittliche und das formale durch die allerbrutalste Vergewaltigung wurde nun die Wahr gegen die Socialdemokratie ausrichten tönnen- Grund genug, Vergehen selbst erscheint die Begründung, die der Präsident heit unterdrückt. seinem Verfahren gab, indem er die höchst politische Angelegenheit der Kaiserreden wider besseres Wiffen in eine persönliche öffentliche Meinung sich gegen die Entgleisung" des Reichstags- das Thörichte folcher Kriegserklärungen gegen die Socialdemokratie Es besteht also die Thatsache, daß beinahe die gesamte mit den Werkzeugen mittelalterlicher Barbarei gegen fie vorzugehen! Abg. Schrader von der Freifinnigen Vereinigung wies auf Sache des verstorbenen Krupp verwandelte! Präsidenten kehrt. wäre nun dieser Tabel allent Das Unrecht des Reichstags- Präsidenten ist so offenbar, daß halben ehrlich, so müßten die politischen Parteien im Reichs- Beweis dafür, daß auch seiner Parteigruppe vor ihrer militaristischen hin und forderte u. a. Abstriche am Marine- und Militäretat, ein niemand zu feiner Rechtfertigung ein Wort hat. tage die entsprechende Folgerung ziehen. Es wäre ein und marinistischen Gottähnlichkeit allmählich bange zu werden beginnt. Weber im Reichstage noch in der Presse findet Graf Ballestrem Zu leichtes, die Bergewaltigung ungeschehen zu spruch. Ueberall herrscht erschrockene Verwirrung über den Gewalt machen! Wollen die Mehrheitsparteien des Reichstags sich von Sonnenberg nach alter Sitte das gefagt hatte, was auszusprechen Nachdem sodann der Antisemitenhäuptling 2iebermann von streich des Präsidenten und über die Ursachen, die ihn herbeigeführt Mitschuld befreien, so sollen fie fofort die Sache in den früheren die konservativen Herren sich für zu vornehm halten, nahm am Schluß haben. Stand zurückversetzen. Unterlassen sie dies, so ist offenbar, daß der Sigung der nach glücklich überstandener Krupp- Gefahr sehr redeDer Vorgang ist bedeutsam genug, um die Meinung der be- fie lediglich eine Komödie der Mißbilligung betreiben, lustige Reichskanzler Graf v. Bülow das Wort. Er verfekte dem deutendsten Blätter zu verzeichnen. im Herzensgrunde der Ballestremschen Vergewaltigung Hause zunächst einige neue Dosen feiner focialpolitischen WeltNur eine einzige Berliner Zeitung ftimmt dem Grafen zujubeln. Wir weisen den verlogenen Versuch zurück, alle Schuld weisheit, indem er die Randbemerkung des Staisers über die Ballestrem zu. Die von Krupp Geldern gefütterten„ Berliner allein auf den Grafen Ballestrem zu laden. Neuesten Nachrichten" begrüßen diefe energische Stellungnahme, Doch zunächst hatte Graf Ballestrem den Rechtsbruch auf fich focialpolitische Unlust der Bourgeoisie wieder einzuschränken suchte, Doch zunächst hatte Graf Ballestrem den Rechtsbruch auf sich weil damit der Socialdemokratie ein Schmittel, das sie sich jetzt allein genommen. In den Zollkämpfen verfuhr Graf Ballestrem als und äußerte sich dann, was er jetzt mit besondrer Vorliebe thut, wieder über fein Verhältnis zum Saifer. wahrscheinlich als Hauptstüd zum Mißbrauch des Reichstages für die unmittelbarer Büttel der Mehrheitsparteien. Was trieb ihn Er kündigte dabei Bahlagitation ausgesucht, entrissen wird". In Wahrheit ist niemals jest zu dem Unrecht, das jedes frühere übertrifft und das so offen- tüchaltlose Offenheit" an, eine Tugend, die in dieser besonderen eine so weitwirkende Wahlagitation für die Socialdemokratie besorgt sichtlich ist, daß die Mehrheitsparteien selbst sich vor der Deffent Form in gouvernementalen Streifen vorübergehend modern geworden zu fein scheint. Eine gewisse Art Offenherzigkeit und Aufworden als durch die Verhinderung der Besprechung der Krupp- lichkeit von ihm losfagen? Es giebt nur eine Erklärung. richtigkeit ist ist die feinste und Frage und der Kaiserreden. Alles, was unfre Redner hätten aus- Als getreuer Soldat und man mag hierin selbst ein zugleich gefährlichste Art der Unwahrhaftigkeit. Man muß es dem Kanzler Taffen, führen können, müßte verschwinden vor der erschütternden Offenbarung, milderes Ürteil über die schwere Verfehlung zugestehen- stellte sich das über Krupp und, was mit der Kruppfrage in Zusammenhang Graf Ballestrem auf den verlorenen Poften. Er gab die beffere geschid zu benehmen versteht, wenn er auch von dem Pech verfolgt daß Cr sich nach dieser dieser Mode mit einigem Höflingssteht, nicht geredet werden darf! Ueberzeugung und die eigne Ehre daran, um zu hindern, daß durch Die Germania", deren Partei der Vergewaltigungs- die socialdemokratische Kritik außer der Aufdedung entfchensvoller wird, mitten im schönsten Schliddern" auf der glatten Bahn Lomisch Präsident zugehört, findet noch bis Mittwochabend fein Wort zu Geschehnisse auch seinem kaiserlichen Herrn schwere Stunden bereitet su purzeln. Er bringt, indem er sich noch besonders gegen den Verdacht des Byzantinismus" verwahrt, scheinbare Freimütigkeiten diefen Vorgängen. Sie fann von den wahren Gründen, werden! über feinen faiserlichen Herrn vor, die in Wirklichkeit dick aufdie den Präsidenten trieben, nicht sprechen und scheut sich, den Vertrauensmann der Partei zu mißbilligen. Das andre weniger ver- Es wird in einigen Zeitungen mitgeteilt, daß man auch getragene Huldigungen find. So lobte er die stark accentuierte antwortungsvolle Centrumsblatt in Berlin, die„ Märt. Vollsztg." muß am Bundesratstisch über das Verfahren des Reichstags- Brändividualität, die Vorurteilslosigkeit und den großen Zug im Wesen immerhin gestehen, daß sich der öffentlich politische Charakter der fidenten überrascht gewesen sei und daß Graf Bülow vorbereitet war, des Kaisers und meinte in gesuchter Naturburschenhaftigkeit, der Staifer auf die socialdemokratischen Angriffe zu ertvidern. Das ist un fei, was auch gegen ihn gefagt werden möge, auf keinen Fall ein tv a hr. Vielmehr war der Reichstanzler gesichert, daß der Präsident Philister! Graf Bülow muß es jawissen, wieweit der Hofion augenblid Aber auch die reaktionärsten konservativen Blätter, so sehr die Hereinziehung der Struppfrage untersagen würde. Jm Reichstage lich auf Burschifosität gestimmt ist, in den Reihen der Konservativen sie wünschen, daß Staiserreden überhaupt nicht im Reichstag erörtert felbft verbreitete fich schon, bevor Bollmar auf die Staiserrede zu sprechen schien er mit feiner Ausdrudsweise wenig Verständnis zu finden. werden sollen, erklären, daß nach der bisherigen llebung das Ver- tam, die Stunde von dieser Absicht des Präsidenten. fahren des Präsidenten nicht zu billigen sei. Die parteioffiziöse„ Konfer Hätte Graf Bülow nicht das Verhalten des Grafen Ballestrem vative Korrespondenz" spricht vom erneuten Schweineglück der freudig gebilligt, fo fonnte er selbst zum Schuße des Kaisers die Socialdemokratie" und bezeichnet die That Ballestrems als einen be- Besprechung der Angelegenheit eröffnen! dauerlichen Mißgriff". Die" Post" gesteht: Kaiserreden nicht bestreiten lasse. # " aber Politische Uebersicht. Berlin, den 21. Januar. Bülows Rede gegen die Philister". " Dort bezeigten vielmehr manche Herren ihr Mißfallen an solcher Redeweise ganz unverhohlen. In der That, mit dem von den Monarchisten forgfam gepflegten überirdischen Gottesgnadentum verträgt fich fold freier" Stil herzlich schlecht. Mit einer Zurüdtweisung des all- und überdeutschen Chauvinismus schloß der Kanzler feine Nebe. Donnerstag wird voraussichtlich als erster Redner Bebel zum Wort gelangen. Damit ist der guten Sache, welche diese kaiserlichen Reden wirksam fördern sollte, kein guter Dienst geleistet, die Social demokraten haben vielmehr Gelegenheit, sich über Beschränkung der parlamentarischen Rebefreiheit und ungleichmäßige Behandlung gegenüber dem Centrum zu beflagen und werden diese Gelegenheit nach Der Reichstag feste Mittwoch bei ziemlich gut befesten Der Klabberadatsch des Völkerrechts. den Aeußerungen ihres Parteiblattes weiblich zur Berhesung der ihrer Bänken die Etatsberatung fort. Es tamen nur bürgerliche Ueber die völkerrechtswidrige Versenkung der benes Propaganda zugänglichen Maffen gegen Kaiser und Reich ausnuten." Abgeordnete zum Worte und so verliefen die Verhandlungen im solanischen Schiffe lag bisher trotz aller Anbohrungen der Giner Ausnutzung" bedarf es freilich hier überhaupt nicht. Hier Gegenfag zu der gestrigen hochcharakteristischen Scene zwischen dem Breffe und der schärfften Kritik des Auslandes noch keinerlei offizielle sprechen die Thatsachen ihre unwiderstehliche Sprache und die Pro- Bräsidenten und Bollmar recht charakterlos. Ber geglaubt hatte, oder offiziöse Mitteilung vor. Diese Lücke wird nunmehr wenigstens paganda dieser Thatsachen mag allerdings auch Kreise des Boltes daß die Erregung über den unerhörten Billtüratt des Grafen durch den Brief eines deutschen Marine- Offiziers berhezen", in die der Socialdemokratic sonst der Eingang nicht Ballestrem auch bei den Rednern der bürgerlichen Parteien hätte ausgefüllt, den der„ Tag" veröffentlicht. Das Fiasto bes„ Panther" Teicht ist. nachzittern, fie zu scharfem Proteste gegen die fo brutal unterdrückte! vor Maracaibo veranlaßt dies Blatt augenscheinlich, ältere deutime Seldenthaten unfrer Exekutions flotte auszugraben. In dem von ihm veröffentlichten Brief über die heroische Thätigkeit unsrer Blaujacken vor Venezuela" befindet sich folgende Stelle: " " Abends 6 Uhr hatten wir die Schiffe draußen. Da aber die beiden von uns erbeuteten Schiffe nur eine Last für uns waren, so wurde das gesamte Material, die sehr guten Geschütze, sowie die Munition genommen und um 8 Uhr ging der übrige Kladderadatsch unter dem Wutgeheul des Pöbels an Land in die Luft." Aeußerst schneidig! Für diesen Herrn Marine- Offizier ist das Völkerrecht und fremdes Eigentum also sladderadatsch!" Ob Herr v. Bülow sich ebenfalls zu dieser famosen KladderadatschTheorie bekeunt?! 營 ÷ * Deutfches Reich. Die Wahlfälschungen, „ Nach dem Zornesausbruch der englischen Blätter geht es diese Anträge stimmten die Konservativen, ein Teil des Centrums nicht mehr, den räuberischen Einbruch in das Transvaalland als und in einzelnen Fällen Nationalliberale und Freisinnige. die private Angelegenheit eines Abenteurers hinzustellen; es Die Aufnahme einer Hypothekenstatistik wurde vom Abg. Lenzdarf nunmehr als feststehend gelten, daß man es mit einem mann( frf.) bekämpft, da sie unzuverlässig sei und einen indiskreten wohlgeplanten englisch nationalen Unternehmen zu thun gehabt Eingriff in die privaten Verhältnisse bedeute. Es wurde Uebergang habe." zur Tagesordnung beschlossen. Am 27. Januar 1901 telegraphierte der Kaiser an den Boeren- Für unschuldig erlittene Untersuchungshaft verlangten Besieger Lord Roberts, der später den Schwarzen Adler- zwei Frauen Entschädigung. Da nach dem Gesetz nur unschuldig orden erhielt, anläßlich seiner des Kaisers- Ernennung zum erlittene Strafhaft Anspruch auf Entschädigung gewährt, wurde britischen Feldmarschall: die Petition als ungeeignet zur Erörterung im Plenum erklärt. Ich freue mich, einer Ihrer Kameraden zu sein und fortan zu den höchsten Offizieren der tapferen Berleumdungen des Karl Peters. Der berüchtigte Afrikaner hatte Armee Seiner Majestät zu zähen." den Lieutenant bv. Bronsart beschuldigt, den Tuckerbrief gefälscht zu Wobei bemerkt zu werden verdient, daß teils wegen des Vergleichs haben; jetzt wird mitgeteilt, daß der gegenwärtig in Afrika sich aufder englischen Südafrika Armee mit der deutschen haltende Herr v. Bronsart die Verleumdungsflage gegen Peters einArmee des Jahres 1870/71 Herr v. Bülow seine geleitet habe. berüchtigte Granitbeißer Rede hielt! wh V " mäßige Recht der geheimen Wahl bekämpfen, weil sie als ihr folchen Stetterine Resolution, die die Einführung einer Auf eine weitere Resolution, wonach für die selbständige Ausübung Konservative Korrespondenz" höhnt: 21 fönnen. Die entsprechenden China Erinnerungen, die noch in Die Uebersicht der von der preußischen Regierung gefaßten Entaller Gedächtnis sind, brauchen wir wohl nicht aufzufrischen! schließungen auf Beschlüsse des Abgeordnetenhauses aus der letzten wie sie von den agrarischen und industriellen Unternehmern dadurch Session ist soeben erschienen. Wir heben daraus folgende bemerkensverübt werden, daß sie das Wahl geheimnis zwvangsweise brechen Begeisterung für die Krüppelſteuer. Wie man die Lasten des erlassen werden möge, wonach nur solche Meister Lehrlinge halten Wie man werte Mitteilungen hervor: Auf den Beschluß, daß ein Reichsgeseis und die von ihnen abhängigen Wähler zur Stimmenabgabe für bestimmte Kandidaten zwingen, sollen durch die jetzt vom Grafen Volksmassen am sichersten aufladen könnte, das ist für die herrschen haben, antwortet die Regierung, daß die Novelle zur Gewerbeordnung wachsenden Deficits auf die schwankenden Schultern der überlafieten dürfen, welche die Meister prüfung in ihrem Gewerbe abgelegt Bülow versprochene Sicherung des Wahlgeheimnijies, wenn nicht u sparteien ons eigentliche sternproblem der Neichs- Finanzreform. Dai, a voluitbig in straft getreten, und daß es deshalb, abgeſchen ganz verhindert, so doch vermindert werden. Die Konservativen sind über diese Bülowsche Reform sehr Die freikonservative Partei sucht darum neuerdings für das oft er von sachlichen Bedenten, verfrüht sei, schon jetzt auf eine Alenderung ungehalten. Natürlich können sie nicht zugeben, daß sie deshalb die örterte und immer wieder aufgegebene Projekt einer Wehrſtener" dieses Gesetzes in seiner grundlegenden Bestimmung hinzuwirken. Forderung nach Garantien für das machen. will nach Zeitungsmeldungen Herr Arendt des Baugewerbes der Befähigungsnachweis von Reichspersönliches Recht beanspruchen, durch einen ungeheuerlichen zum Gtat einbringen. Terrorismus die Anwendung der Verfassung zu verhindern. So also gewissermaßen ein Arendt in Uniform, in gleicher Sache zum Prüfungen als Voraussetzung für die selbständige Ausübung eins Gleichzeitig meldet sich in der" Post" eine„ militärische Seite", egen eingeführt werden soll, erwidert die Regierung, daß Eräußert man denn seinen Unmut in allerlei sinnlosen Phrafen. Die boeientarische in Wort. Diese„ militärische Seite" schlägt vor, jeden zum Militärdienſt einer Zweige des Baugewerbes in Aussicht zu nehmen sei; zunächſt Zur allgemeinen lleberraschung hat Graf Bülow am Dienstag Untauglichen 12 Jahre lang mit einer jährlichen Steuer von sei eine gutachtliche Aeußerung der Handwerkskammern und der zehn Mark zu belasten! Für einen großen Teil der Betroffenen Provinzialbehörden eingefordert worden. Zu dem Beschluß betr. im Verlaufe der Statsdebatte im Reichstage angekündigt, daß er wäre das mehr als ein ganzer Wochenverdienst, für viele sogar eine Menderung der Bauordnung für die Berliner VorRickert unverdrossen jahraus, jahrein eingebracht hatte, dem Bundes- überhaupt mehr Geld, als sie je in ihrem Leben zusammen gesehen orte hat die Regierung noch keine Stellung genommen; zunächst soll rate zur Annahme empfehlen würde. Das war gegenüber den haben! Denn es liegt im Sinne eines solchen Vorschlages, daß er sich der Regierungspräsident in Potsdam über diese Frage äußern. teinen Strüppel ausnehmen kann. Auf solche Weise hofft das Bei der Beratung des Gefeßentwurfs betr. Ausführung des Wadelstrümpflern, die der Erholung von ihren Obstruktionsstrapazen sehr bedürftig sind, außerordentlich gütig" und wird militärische Finanzgenie der" Post" 25 Millionen gewinnen zu Schlacht vich- und Fleisch beschau Gefeses hatte das Haus die Regierung ersucht: 1. dahin zu wirken, daß die wird sie wieder bei ihrem schon topfschen gewordenen Anhange Wenn der Gewährsmann der" Post" die Erfahrungen kennen Ausführungsbestimmungen zum Fleischbeschau- Gefes insofern ab= einheben". Es ist, als folle den Obstruktionshelden ein kleines würde, die andre Länder, z. B. De streich, mit der Wehrsteuer geändert werden, daß Fleisch von Schweinen, welches als minder Geschenk" als Aufmunterung zugewendet werden, wie ja auch seinerzeit den Parteien, die so hingebend bei gemacht haben, so dürfte sich seine Begeisterung erheblich abkühlen. trichinös befunden wird, nicht vernichtet werden soll, sondern nach der„ Berscharrung der Zuchthaus- Vorlage" mitgewirkt hatten, das eine Steuer ist so unzuverlässig in ihren Eingängen, so dürftig in erfolgter Abkochung zum menschlichen Genuß zugelassen werden kann; „ kleine Geschenk" der Abänderung der Vereinsgesetzgebung dar- ihren Erträgen, keine aber ist auch so verhaßt wie die östreichische 2. in der nächsten Tagung einen Gesetzentwurf zur Regelung der „ kleine Geschenk" der Abänderung der Vereinsgesetzgebung bar- Strippelstener". Dabei ist sie außerordentlich niedrig bemessen Schlachtvich- Versicherung vorzulegen. Zu dem ersten Beschluß beDie Wahrung des Wahlgeheimnisses" burch amtliche Umschläge und Dunkelkammern ist bisher von der im Durchschnitt etwa fünfmal niedriger als nach dem Vorschlage der merkt die Regierung, daß, nachdem zunächst die wissenschaftliche „ Post" und kein Mensch würde ernstlich an ihre Erhöhung zu Deputation für das Medizinalwesen und die technische Deputation für Rechten und auch wohl von der Regierung immer nur denken wagen. das Veterinärwesen gutachtlich gehört sind, gegenivärtig Verhandvon der humoristischen Seite betrachtet worden. Es ist ein grausamer Scherz, von jedem Krüppel ein Goldstück lungen über den an den Bundesrat zu richtenden Antrag schweben. Man wird zugeben müssen, daß die Gewährung dieses überflüssigen Verlangens gerade im jezigen Augenblick der Komik jährlich als Tribut an den Kriegsgott zu fordern. Aber wie eine Bezüglich des zweiten Beschlusses ist der Reichskanzler ersucht, zunächst niedliche Parodie auf die Steuerpolitik der besigenden Klassen flingt eine allgemeine Umfrage an die Bundesregierungen zu richten, wie nicht entbehrt." Wenn die Aenderung für die Junker nur eine humoristische Be- der Vorschlag desselben Gewährsmannes der" Post", überdies noch fie fich zu der Frage der Notwendigkeit einer für das Reichsgebiet das Einkommen der wohlhabenden Nichtdienenden", wenn es die gleichmäßigen obligatorischen Schlachtvich- Versicherung stellen und deutung hat, so könnten sie doch lachen! Sie lachen aber gar Summe von 3000 W. übersteigt, mit einem 10prozentigen Ein- welcher Art der Organisation einer solchen sie den Vorzug geben nicht, sondern die„ Kreuz- Zeitung" schreibt vielmehr sehr verdrossen: kommensteuer- Zuschlag zu belasten. Nach diesem Vorschlage würde würden. Dies ist inzwischen geschehen. Außerdem finden Er,, Bedeutsame praktische Folgen wird die Annahme der von ihm angekündigten Vorlage nicht haben. Denn nach unsrer Auf- 3: B. ein intelligenter, fleißiger Beamter eine höhere Steuer zu ent- mittelungen statt über den Umfang des Geschäftsbetriebes der zur faifung ist die geheime Wahl schon durch das bisherige richten haben, während die goldene in Taschengeldern schwelgende, Zeit bestehenden Privatunternehmungen für Schlachtvich- VerWahlreglement ausreichend gesichert worden; einer weiteren faulenzende Jugend nicht mehr bezahlen müßte als die engbriftigen sicherung. Söhne eines schlesischen Leinewebers. Das heißt dann wohl auch: Sicherung bedarf es nicht, am allerwenigsten durch so kleinliche ,, Steuer nach Steuerfähigkeit!" Vorschriften, wie sie jest getroffen werden sollen, Vorschriften, Indes Militär fann alles! Vielleicht finden wir die gederen Durchführung in ländlichen Wahlbezirken auf mancherlei schätzte militärische Seite der„ Post" eines Tages an der Spige des Schwierigkeiten stoßen werden und die dahin geführt haben, daß Reichsschaamtes wieder. den bezüglichen Anträgen eine nicht gerade schmeichelhafte, dafür aber um so treffendere scherzhafte Bezeichnung hat " 1 tretens erinnert werden." " 1 Sociale Petitionen. Graf Mirbach, einer der reaktionärsten Junker, ein verstärkter Kröcher, der 1898 bei den Reichstags- Wahlen nicht kandidierte, steigt wieder aus der Versenkung empor. Er hat sich im Streife OrtelsburgSensburg aufstellen lassen. Im Wahlkreise Dessau wollen die Nationalliberalen den Abg. Röside, der jetzt der Freifinnigen Vereinigung angehört, nicht wieder aufstellen. Herr Baffermann und der Bund der Landwirte. gegeben tverden fönnen. Bedauerlich ift es für uns Die gesetzliche Einführung des zehnstündigen Maximal- Arbeitstrotzdem, daß daß der Reichskanzler gewillt ist, das Wahl- tages für die gesamte Textil- Industrie forderten der deutsche Textilgeheimniß, wenn auch nur theoretisch, noch schärfer 34 arbeiter- Verband und das Lokalkartell der christlichen Gewerkschaften qualifizieren, als es bisher geschehen ist, daß er ferner in Eupen. Außerdem verlangte der Verband die obligatorische Ein- Undank ist der Welt Lohn! Nie wird Herr Bassermann die unmittelbar, nachdem es gelungen ist, die von der Freisimmigen führung von Arbeiterkammern, und die christlichen Gewerk- Wahrheit dieses Sprichworts mehr beklagen als in der gegenwärtigen, Bereinigung unterstützte revolutionäre Obstruktion niederzufämpfen, fchaften erweiterten ihre Forderung auf Festlegung einer an Enttäuschungen so reichen Zeit. Erst hat er den Agrariern zuliebeeiner in erster Linie von dieser parlamentarischen Gruppe erhobenen Forderung entgegenkommt. Durch ihre Bewilligung in stündigen Mittagspause, auf gänzliches Verbot der unter Preisgabe seiner ganzen liberalen Vergangenheit mit Hängen hobenen Forderung entgegenkommt. Durch ihre Bewilligung in diesem Zeitpunkte wird weder die Freijinnige Vereinigung noch die Nachtarbeit zwischen 8 und 6 Uhr, auf volle Beseitigung der und Würgen an dem Zustandekommen des Zolltarifs mitgeholfen, Arbeiten während der Mittagspausen und auf obligatorische und nun wollen diese selben Agrarier, denen er die Taschen füllen Socialdemokratie an die Notwendigkeit eines bescheidenen Auf- Einführung der Arbeiterausschüsse. Der Regierungs- half, nichts mehr von ihm wissen. Den Agrariern ist er eben noch tommissar verwies auf das Recht des Bundesrats, in besonders nicht agrarisch genug. Demzufolge wird sich, wie schon mehrfach gesundheitsschädlichen Betriebsarten eine Verkürzung der Arbeitszeit angedeutet wurde, Herr Baffermann auf einen träftigen Durchfall in anzuordnen. Daß die Textilindustrie zu diesen Getverben gehöre, feinem bisherigen Wahlkreise Jena- Neustadt vorbereiten müssen. fei noch nicht bewiesen. Jedenfalls werde sich die Abteilung für Am Sonntag tagte nämlich in Jena eine VertrauensArbeiterstatistik mit der Frage beschäftigen, doch seien zunächst andre männer- Versammlung des Bundes der Landwirte Arbeiten in Aussicht genommen. und der konservativen Partei für den dritten weimarischen Wahlkreis. Es wurde beschlossen, von einer Wiederaufstellung und unterstüßung des Herrn Bassermann abzusehen und einen eignen Kandidaten deutschnationaler Färbung( Richtung Liebermann v. Sonnenberg) aufzustellen. Die Vertrauensmänner gaben sich der Hoffung hin, daß die Nationalliberalen eine solche Standidatur unterstüßen werden. Daran muß aber vorläufig noch ernstlich gezweifelt werden, da die„ Jenaische Zeitung" erst vor furzem authentisch erklärte, daß die Nationallibebedeutsame Rolle spielen. ausschlagen." der geistliche Herr. Unfre answärtige Politik. " Aus jedem Worte klingt die Abneigung gegen das geheime Wahlrecht überhaupt. Zugleich wird eine Art ländliche Obstruktion gegen die Sicherung des Wahlgeheimnisses angekündigt; die flein lichen" Vorschriften würden auf dem Lande mancherlei Schwierig teiten" begegnen. Das heißt: die Junker werden der Sicherung des Wahlgeheimnisses Schwierigkeiten bereiten. In der That werden als Referent über die Petition erinnerte Abg. Thiele( Soc.) die ländlichen„ Jolierräume" in künftigen Wahlprotesten wohl eine baran, daß der Reichstag schon wiederholt sich mit der höchst traurigen Ehrlicher spricht der„ Reichsbote" die konservativen Sorgen Lage der Textilarbeiter habe befassen müssen, daß noch vor drei aus. Er nennt die Ankündigung Bülows einen„ weiteren Beweis Jahren eine ähnliche Petition dem Reichstanzler als Material überwiesen wurde, daß aber nichts geschehen sei. Die Forderungen feien für das Entgegenkommen gegen die Wünsche der abhängigen Volks- im vollen Umfange berechtigt und die Betitionen deshalb dem ReichsKlassen" und fügt grimmig hinzu: Wahrscheinlich wird diese Maßregel zunächst der Social- fanzler zur Berücksichtigung zu überweisen. Abg. Das bach( C.) trat als lleberreicher der einen Petition demokratie und dem Freifinn zu gute kommen, so daß man nicht dem Wunsche bei, den Forderungen möglichste Erfüllung zu geralen an der Kandidatur Baſſermann festhalten. recht weiß, wie der Meichskanzler gerade jezt vor einer fo währen. Abg. Jacobstötter( f.) hielt die Lage der Tertil Bassermanns Wiederwahl ist andrerseits ohne die konfervative aufgeregten Wahlperiode zur Einführung einer solchen arbeiter nicht für außergewöhnlich schlinum, wendete sich insbesondere und bündlerische Unterstügung indenkbar. So besteht die Hoffnung, Maßregel kommt. Wenn man einmal die Hand an das Wahlgesetz legen wollte, dann gab es andre Punkte; statt gegen das Obligatorium der Arbeiterausschüsse und wollte es wie daß bei der nächsten Wahl der socialdemokratische standidat den Sieg des freifinnigen Antrages hätte man die Vorschläge auf Einführung früher bei der Ueberweisung als Material bewenden lassen. Abg. über die zersplitterten Reaktionstruppen davonträgt. enzmann( frf.) äußerte Bedenken gegen einseitige Einführung der Verlegung der Wahlgrenze vom 25. auf das des Zehnstundentages in einer einzelnen Industrie. Der Freifinniges zur Wahlreform in Oldenburg. Zu unsrem gestrigen 30. Lebensjahr und Einführung der Wahlpflicht in Betracht Regierungskommissar wiederholte seine Ansicht, daß die Telegramm wird uns noch ergänzend geschrieben: ziehen sollen. Die Verstärkung des Geheimnisses der Wahlen besonders schwere Gesundheitsgefährdung in der Textilindustrie nicht Der Landtag beschäftigte sich mit einem Antrag auf Einführung dürfte schwerlich zur Verstärkung einer vernünftigen Wahl nachgewiesen sei; eine gesetzliche Werkürzung der Arbeitszeit sei auch der direkten Wahl zum Landtag. Trozdem der Antrag von 18 AbUnd die„ Vernunft" der Wahl bestimmt der gnädige oder auch als Eingriff in die Freiheit der Arbeiter bedenklich.geordneten unterſtügt war, wurde er mit nur einer Stimme Majorität Deshalb ist gleichfalls die Deutsche Abg. Thiele beruhigte den Regierungskommissar über das zuletzt angenommen, nämlich mit 20 gegen 19 Stimmen. Ein Abgeordneter Diesen Eingriff in seine Freiheit werde war nicht anwesend. Die Regierung schwieg fich aus. Bezeichnend Tageszeitung", die doch auch die Unabhängigkeit ihrer" geäußerte Bedenken. Bauern zu fürchten scheint, über die plögliche Aenderung in den sich der Arbeiter sehr gerne gefallen lassen. Daß die Gesundheit ist es, daß auch hier es sich gezeigt hat, daß freifinnige der Textilarbeiter schwer gefährdet sei, wisse jeder, der Männer hinsichtlich der Erweiterung des Wahlrechts völlig unAnschauungen der Regierung ziemlich erbost. mit den Verhältnissen vertraut sei. Abg. Demmig( freif.) wollte zuverlässig sind Haben doch zivei freisinnige Volksdie gesamte Petition nur als Material überwiesen sehen; man parteiler gegen das direkte Wahlrecht gestinumt! Das Elend des folle die Regierung nicht zu strafen versuchen, weil sie den früheren Freisinns tritt überall hervor! Heute, am 21. Januar 1903, erklärte der deutsche Reichskanzler Beschlüssen des Reichstages noch keine Rechnung getragen habe. im Reichstag: Werde die Regierung alles Material behandelt haben, dann könnte Zur Stichwahl in Danzig, die am Donnerstag stattfindet, schreibt Unfre Aufgabe in der Welt besteht nicht darin, daß wir nach die Kommission die Sache noch einmal besprechen und vielleicht die man uns aus Danzig: Hier giebt es auf zwei Seiten Enttäuschte; Indianerweise den Tomahawk schwingen und heute diefen, morgen eine oder die andre Forderung zur Berücksichtigung empfehlen. Die Liberalen, welche immer noch gehofft hatten, ohne Stichwahl das jenen Stalp verlangen.( Heiterfeit.) Die Zeiten, wo der Deutsche Abg. Franken( natt.) ist entschieden gegen die obligatorische Ein- Mandat im ersten Wahlgange zu holen und schon das Extrablatt im Ausland und gegenüber dem Ausland zu bescheiden auftrat, führung von Arbeiterausschüssen. In Magdeburg seien die Panther- in diesem Sinne am 13. Januar gesetzt hatten, auf der einen und find Gott sei Dank vorüber und Sie können versichert sein, daß ich Fahrradwerke durch die Unterweisungen seitens des Arbeiterausschusses die vereinigten Brotwucher- Parteien, Konservative und Centrum, diese Zeiten nicht wieder herbeiführen werde. Wir wollen es aber auch ruiniert worden. In seiner eignen Fabrik habe er schöne Gßräume auf der andren Seite. Hier glaubte man durch das Scheinmanöver laffen, aber die Arbeiter benützten fie nicht. der Schwarzen, in angeblicher Stimmenthaltung, den Socialnicht machen wie der Bauer in der Fabel, der, nachdem er auf der einrichten einen Seite vom Gaul heruntergefallen war, nachdem er kaum Abg. Ledebour( Soc.) bestreitet, daß die Panther- Fahrradwerke demokraten aus der Stichwahl zu verdrängen und eine StichGroßkapital herbeizuführen, Arbeiterausschuß ruiniert worden jeien; dem wahl zwischen Brotwucher heraufgeklettert, von der andern wieder herunterpurzelt. Wir wollen nicht in denselben Fehler verfallen wie andre, Vorschlage Demmigs sei keinesfalls beizutreten, sondern die Ueber ein Plan, der bekanntlich durch den kräftigen Vorstoß, den die Socialdemokratie aus eigner Kraft bei der Hauptwahl unternommen hat, denen wir oft genug Hochmut und lebermut vorgeworfen haben. weisung zur Berücksichtigung zu beschließen. Die Socialdemokratie ist die Ich glaube, ich habe es bereits einmal in Bezug auf unsre Politit Die Abgg. Krebs( C.) und Lenzmann( frf. Vp.) wollen gründlich zu Wasser geworden ist. in Ostasien gesagt, wir werden nirgendwo das Aschenbrödel den Zehnstundentag und das Verbot der Nachtarbeit nur zur Er- einzige Partei, die auch in der Stichwahl mit ganzer Straft auf spielen; aber den Renommiſten und Großthuer wollen wir auch wägung überweisen, die andren Forderungen zur Berücksichtigung. ich selbst, sich allein verlaffen, eintritt und sich dadurch den nicht spielen, sondern ruhig und fest, wie es immer deutsche Art Lenzmann bemerkte dabei, er fönne seinen intenfiben az Erfolg für die Zukunft sichert. Das liberale Wahlkomitee hat nach gewesen ist, ohne Schwäche, aber auch ohne Provokation und ohne gegen die Socialdemokratie nicht besser bethätigen als bent lezten Fiasko, das alles Ableugnen nicht aus der Welt schafft, unnötiges Maulheldentum unsern Weg gehen." Surch Befürwortung der obligatorischen Arbeiterausschüsse und beschlossen, zur Stichwahl teine öffentlichen Ver Am 3. Januar 1896 richtete Wilhelm II. an den Prä- Arbeiterkammern, da durch diese Einrichtungen die Arbeiter ab- sammlungen mit Herrn Karl Mommsen als Redner mehr absidenten Krüger folgendes Telegramm: gehalten würden, den socialdemokratischen Organisationen und zuhalten, denn?- Vorsicht ist der bessere Teil der Tapferkeit! " Ich spreche Ihnen meinen aufrichtigsten Glückwunsch aus, Gewerkschaften beizutreten. Nachdem Abg. Thiele als Referent Ein ohrfeigender Unteroffizier. Vor dem Kriegsgericht der daß es Ihnen, ohne an die Hilfe befreundeter Mächte zu appellieren, fich mit derartiger Bethätigung des Lenzmannschen Haffes ein 3. Tivision Nr. 32 in Dresden hatte sich der 24 Jahre alte Untermit Ihrem Volte gelungen ist, in eigner Thattraft gegenüber den verstanden erklärt hatte und nochmals auf die einzelnen Forderungen offigier Stubach vom 13. Jufanterie- Regiment Nr. 178 in Sameng bewaffneten Scharen, welche als riedensstörer in Ihr Land und ihre Berechtigung eingegangen war, beschloß die Kommission, die wegen Beleidigung und Mißhandlung Untergebener zu verantworten. eingebrochen sind, den Frieben wieder herzustellen und die Un- 1% stündige Mittagspause, das Verbot der Arbeit während dieser Der Angeklagte verschte am 24. Juni v.. dem Soldaten Kaniel abhängigkeit des Landes gegen Angriffe von außen zu wahren." Pause, die obligatorische Einführung der Arbeiterausschüsse und zwei fräftige Ohrfeigen, weil er beim Aufräumen des Die Konservative Rorrespondenz" sprach sich zu die Einsetzung von Arbeiterkammern zur Berücksichtigung. Simmers die Tabakpfeife des Unteroffiziers versehentlich in dem Telegramm und den englischen Anfragen am 7. Januar 1896 dagegen den zehnstündigen Maximal- Arbeitstag und das gänzliche den Ofen geworfen hatte. Bald darauf erhielt Staniei noch vier Verbot der Nachtarbeit nur zur Erwägung zu empfehlen. Gegen Ohrfeigen, worauf er sich beim& eldwebel Gürkel au demselben also aus: " durch den und beschwerte, aber mit den Worten abgewiesen wurde: Solange Schicht. Diese Agitation ist nicht ohne Erfolg geblieben. So Iange Schicht. Diese Agitation ist nicht ohne Erfolg geblieben. Sie Schönknecht erklärte, er werde die Versammlung nicht abhalten, Du noch den Kopf oben hast, bist Du gesund." Am zeigte erstens, daß diese Forderung eine maximale ist, die denn es fehle die Bescheinigung der Anmeldung. Die Anwesenden 7. Oktober v. J. gab Kubach dem Soldaten Fischer seine Stiefel zum demnach den Bergleuten, die mur steben Stunden arbeiten, unterhielten sich noch einige Zeit über alles mögliche und entfernten Buzen. Dieser hatte gerade keine Zeit und gab sie deshalb an einen Refruten weiter. Er erhielt deshalb von dem Unteroffizier zwei gar nicht schaden könnte. Dann wies sie nach, daß die Sieben- fich dann, ohne daß die Bersammlung eröffnet wurde. Man blieb fräftige Ohrfeigen, so daß ihm der Helm vom Kopfe fiel. Stundenschicht nur einer Minderheit der Bergleute von Durham zu sozusagen ein Weilchen gemütlich beisammen. Trotzdem wurden Dann wurde er mit den Worten entlassen:" Scher' Dich weg, Mist gute kommt.„ Nur die Häuer arbeiten sieben Stunden, alle Schönknecht und der Gastwirt Weiß, der den Raum Hergegeben vieh elendes!" In der Beweisaufnahme ergab sich die merk übrigen in den Bergwerken beschäftigten Leute arbeiten von acht hatte, wegen Uebertretung der§§ 1 und 12 des Vereinsgefeßes anwürdige Thatsache, daß zwei Unteroffiziere, die während der Miß- bis zehn Stunden." Am 21. Dezember 1902 fand dort ein geklagt. Schönknecht wurde als Unternehmer einer gesezwidrig nicht handlung Staniels im selben Zimmer waren, nichts gefehen haben Meeting statt, in dem der Antrag gestellt wurde, für eine un- angemeldeten Versammlung betrachtet, in der öffentliche Angelegenwollten. Das Gericht lehnte aber die Vereidigung dieser beiden abhängige Arbeitervertretung zu sorgen. Aus der Diskussion heiten hätten erörtert werden sollen. Zeugen wegen Unglaubwürdigkeit ab. Auch hinsichtlich der Be- war ersichtlich, daß mindestens die Hälfte der Bergleute für den Anurteilung des Angeklagten und der Zeugen konnte wieder beobachtet Das Landgericht als Berufungsinstanz verurteilte die Bewerden, daß der Angeklagte das beste Zeugnis von seinem trag stimmen wollte. Um eine dem Antrage günstige Abstimmung zu schuldigten zu Geldstrafen von je 15 m. und führte aus: Wenn Vorgesetzten erhalten hatte, während ein Zeuge als das verhindern, erhob sich ihr Generalsekretär, der sattsam bekannte Schönknecht erklärte, er werde die Versammlung nicht abhalten, dann schlechteste Element der Kompagnie bezeichnet wurde. Das Abgeordnete John Wilson und erklärte, daß er zurücktreten habe das mur bedeutet, es solle von der Erledigung des Programms, Kriegsgericht verurteilte den Unteroffizier zu drei Wochen würde, falls der Antrag angenommen werden sollte. Diese Drohung das Vortrag und Diskussion darüber vorjah, Abstand genommen werden. Mittelarrest. schüchterte viele ein, jedoch fanden sich 189 Bergleute, die für den Thatsächlich habe aber eine Versammlung stattgefunden, denn es habe Antrag stimmten. Dagegen wurden folgende Kompromißanträge fich eine nicht zu fleine Anzahl von Personen zu einem gemeinsamten angenommen: Zwed versammelt gehabt. Weiter sei anzunehmen, daß öffentliche 1. die Arbeiterkandidaten sollen unterstützt werden; 2. Durham Angelegenheiten hätten erörtert werden sollen. Ein Verschulden treffe soll sich den britischen und internationalen Verbänden anschließen; die Angeklagten ebenfalls, denn sie hätten mangels der Bescheinigung 3. fein erwachsener oder jugendlicher Bergarbeiter soll länger als nicht damit rechnen dürfen, daß der erste Vorsitzende die Versammacht Stimden beschäftigt sein. Tung angemeldet habe. Ihre Pflicht wäre es gewesen, die Zusammenkunft in jenem Raum zu verhindern beziehungsweise dem vorzubeugen, daß die Leute kamen. Diese drei Anträge bedeuten einen erheblichen Fortschritt für Durham. Oestreich- Ungarn. = In Offenburg( Baden) brachte, wie man uns schreibt, die Stadtverordneten- Wahl eine noch nie gesehene Beteiligung; es gingen 80 Proz. der niederstbesteuerten Wahlberechtigten an die Urne; die nicht erschienen, waren großenteils Bedienstete der Eisenbahn, welche tagsüber dienstlich auswärts verweilten. Das Centrum, dessen Führer das verbriefte Vorrecht auf den Besiz der dritten Klasse zu haben erklärte, wurde mit rund 590 gegen 485 Stimmen geschlagen; neben 15 Socialdemokraten und neun Demokraten sind noch drei Liberale und ein Ultramontaner, die auf dem Zettel der Centrumsgegner standen, gewählt. Das Kammergericht wies die Revision ab. Die§§ 1 und 12 Dieser nichtklerikale Zettel kam dadurch zu stande, daß Das östreichische Geschwader, das sich nach den orientalischen des Vereinsgesetzes seien ohne Rechtsirrtum angewandt worden. die Socialdemokraten zuerst ihre fünfzehn Kandidaten auf Gewässern begeben wird, soll mit der macedonischen An Der Begriff der Versammlung sei nicht verkannt worden und es sei stellten und später mit den Demokraten sich verständigten, daß diese gelegenheit absolut nichts zu thun haben, sondern lediglich auch nicht rechtsirrtümlich, wenn das Landgericht daraus, daß die die Lücke auf unserm Vorschlage ergänzen sollen. Was diese Wahl- lebungsmanöver vornehmen. Eine derartige Annahme sei schon agitation politisch besonders kennzeichnet, ist die mit großem Skandal durch die nachweisbare Thatsache widerlegt, daß die Eventualität der Versammlung vom socialdemokratischen Wahlverein einberufen worden begleitete Ablösung der demokratischen Volkspartei vom Centrum. Uebungsfahrt des östreich- ungarischen Geschwaders in den genannten und ein Vortrag angekündigt gewesen sei, den Schluß zog, es hätten Der Landtags- Abgeordnete Mujer, der mun zehn Jahre lang als Gewässern von den leitenden Marinestellen seit Monaten in öffentliche Angelegenheiten erörtert werden sollen. politischer Kampfgenosse des Pfarrers von Zähringen den Einfluß Aussicht genommen fei. Mitteilungen über die betreffenden Zwar hat auch früher schon einmal das Obertribunal den des Centrums stärken half, bekam beim jezigen Austritt aus der Dispositionen feien bereits um die Mitte des Monats Dezember in Grundsag aufgestellt, daß eine Versammlung stattgefunden hat, soFirma den schwarzen Undank in der ordinärsten Weise ausbezahlt. den Blättern veröffentlicht, es werde sich hierbei bloß um einen bald sich die Teilnehmer zusammengefunden haben, trotzdem wird Tendenziöse Entstellungen, wissentliche Unwahrheiten wurden durchaus normalen Vorgang handeln, indem in ähnlicher durch die Entscheidung nicht nur ein vegatorischer Grundsatz aufnoch in Tezter Stunde aufgetischt und als Abgeordneter Weise wie im Frühjahr 1902 das östreichisch- ungarische Schul- gestellt, sie steht auch im Widerspruche mit dem Vereinsgesetze. Im Muser am Thore der Wählerversammlung der Centrumspartei geschwader den westlichen Teil des Mittelmees besuchte, in diesem Absatz 2 des§ 1 der Verordnung vom 11. März 1850 heißt es: am Sonntagabend Einlaß begehrte, um in furzen Worten die ehr- Jahre die Fahrt in den östlichen Teil dieses Meeres erfolgen solle. verlegenden Irrtümer aufzuklären, erhielt er von ultramontanen Der Zuckersteuer- Ausschuß des Abgeordnetenhanses begann die Kollegen der Rechtsanwaltschaft den Bescheid: es wird nicht Generaldebatte über die Brüsseler Zuderkonvention. Ein Antrag erlaubt. Wir meinen, der Demokrat Muser mußte schon vor Primavesi, die Debatte bis zur Vorlage des Kontingentierungs10 Jahren diese Tugenden der Papisten kennen; er darf sich nicht Gesezes über die für den Konsum bestimmte inländische Zuderwundern, daß neben der Zufriedenheit seiner Anhänger mit der Los- produktion zu vertagen, wurde abgelehnt. Im Laufe der Debatte trennung von Nom auch eine Kleine Schadenfreude an der Ent- etonte der Finanzminister die auch von mehreren Rednern hervor täuschung da und dort Platz greift. Schließlich bemerken wir noch, gehobene Dringlichkeit der Ratifikation der Brüsseler Zuder daß die socialdemokratische Partei einzig mit einem ad hoc ein- fonvention, der beizutreten er aus innigster Ueberzeugung empfehle, gerichteten Programm für ihre beabsichtigte Thätigkeit auf dem weil Desterreich bei dem Anschluß an die Konvention nicht nur den Stadthause in die Wahl eintrat. Inlandsmarkt, sondern auch einen beträchtlichen Teil des Exports behalten werde, während bei einem Nichtanschluß zweifellos der englische Markt verloren oder zweifelhaft wäre. Beginnt die Versammlung nicht spätestens eine Stunde nach der in der Anzeige angegebenen Zeit, so ist die später beginnende Versammlung als vorschriftsmäßig angezeigt nicht anzusehen." Das wird in der Praxis so gehandhabt, daß als Kennzeichen des Beginnes der Versammlung die formelle„ Eröffnung“ durch den Veranstalter angeschen wird. Wenn die Versammlung um 3 Uhr angezeigt ist, dann darf sie nicht später als um 4 Uhr„ eröffnet" werden; darauf, wann sich die Teilnehmer eingefunden haben, wird keine Rücksicht genommen. Es kann auch kein andres praktisch brauchbares Kennzeichen für den Beginn einer Versammlung geben, wie die Eröffnung. Wenn die Thatsache des ZusammenUeber die Panther"- Affaire kommens von Personen als Kennzeichen dienen sollte, dann liegt auch heute seltsamerweise noch keinerlei offizielle Nachricht vor. England. tämen die Polizeibeamten in die Lage, nach freiem Ermessen zit entNoch erfahren wir nichts darüber, wie der„ Panther", um mit Herrn v. Bülow zu reden, den Tomahawk vor Maracaibo geschwungen hat, Der erste Prozeß gegen die streikenden Bergleute von Denaby ist scheiden, ob die Anzahl der anwesenden Personen ausreichend sei, wo doch nicht der geringste Anlass zur Aufführung eines Kriegstanzes 34 Ungunsten der Gewerkschaft entschieden worden. Es handelte sich um als Versammlung angesprochen zu werden. Sie müßten entvorläufig um vorlag, umsoweniger, als bereits die Friedenspfeife angezündet Streikgeldern. Dieses Verbot wurde von Richter Grantham erteilt. 2 oder 3 oder 10 oder 20 Teilnehmer erschienen find. ein richterliches Verbot gegen die Zahlung von scheiden, ob die Versammlung als begonnen anzusehen sei, sobald die in Washington freisen wird. Herr v. Bülow Die Geschworenen nahmen an, daß ein Kontrattbruch vorliegt. aber die formelle Gröffnung der Versammlung ein gleichgültiger hätte doch wenigstens im Reichstage Veranlassung gehabt, Der Streit ist demnach ungefeßlich und darf nicht unterstützt werden. Vorgang, der als„ Beginn" nicht mehr angesprochen werden könnte. der direkten Aufforderung des Genossen Vollmar Das traurigste an der Sache ist, daß nicht die Gesellschaft der Berg- Nicht die Erörterung" öffentlicher Angelegenheiten kennzeichnete Folge zu leisten und einige friegsrechtliche Bonmots über die besitzer, sondern ein Trades- Unionist als Stläger auftrat. Nach seinem dann die Versammlung, sondern das Zusammensein von venezolanischen Extratouren Deutschlands zum besten zu geben. eignen Geständnis wird er von den Unternehmern bezahlt, um die Menschen. Wir sind überzeugt, sobald ein VersammlungsAber auch er, der sonst über alles so amüsant zu plaudern weiß, ungefeßlichkeit des Streits zu beweisen, d. H. um die Gewerkschaft zu Veranstalter sich die vorliegende Entscheidung des Kammergerichts vermied es in ganz auffallender Sprödigkeit, über die deutsch en ruinieren. Die Ungesetzlichkeit liegt erstens vor in der Nichteinhaltung zu muge machen und die Versammlung etwa erst zwei oder drei Völkerrechtsbrüche, vom Versenken der venezo der Kündigungsfrist, zweitens in der Form der Abstimmung über Stunden nach der angezeigten Zeit eröffnen würde, dann würden die Ianischen Kriegsschiffe angefangen bis zu dem miß die Erklärung des Ausstandes. glüdten Kontertanz vor Maracaibo, Nach den Satzungen der Getverk- Gerichte im Falle der Klage unbedenklich entscheiden, daß die Erfeine unt verantwortlich- verantwortliche Privatmeinung vorzutragen. Und schaft soll die Abstimmung durch Zettel geschehen, während die öffnungsformalität beziehungsweise der Beginn der Erörterungen als Berglente sich mit einer öffentlichen Versammlung begnügt haben. Kennzeichen des Beginnes der Versammlung anzusehen sei. ivar, " Dann wäre Bülow, der doch seinerzeit über den Mangel Vom nächsten Mittwoch an dürfen Streifgelder nicht mehr gezahlt Das Wort„ Beginn" läßt aber keine andre Deutung zu, als werden. Herr v. eines modernen See Völkerrechts so pathetisch ge= flagt hat, hätte gerade jetzt alle Veranlassung gehabt, Veranlassung gehabt, So sind einige Hundert Bergarbeiter- Familien ohne daß die Versammlung nicht vorhanden ist, so lange sie nicht beIm gonnen hat. Daraus ergiebt sich, daß das bloße Zusammentreten für diese schmerzlich empfundene Thatsache entsprechende Be Wohnung und ohne irgend welche Geldmittel geblieben. weise beizubringen: eben die jedem modernen Völkerrecht ins Gesicht fie aber nicht zum Klassenbewußtsein kommen zu laffen, beeilen sich einer Anzahl von Personen zu einem gemeinsamen Zwed noch keine weise beizubringen: eben die jedem modernen Völkerrecht ins Gesicht kapitalistische Wohlthäter, Geistliche und Damen, Geldsammlungen Bersammlung bedeutet, insbesondere dann nicht, wenn sie bewußt schlagenden Vorgänge bei dem Erekutionsfeldzug und die friedliche zu veranstalten, Suppenküchen zu errichten, die Dorfkirche und die von der Erreichung des Zweckes, der Erörterung öffentlicher AnStriegsblockade vor Venezuela! Obdachlosen einige Hilfe zu bieten. Kapellen in Wohnungen zu verwandeln, um den Hungernden und Ueber den Eindrud der legten deutschen Extra tour vor Maracaibo liegen folgende Meldungen vor: " Daily News" besprechen die Beschießung von San Carlo und sagen, dieselbe habe einen sehr un günstigen Eindruck sowohl in England wie in Amerika gemacht. Man sehe darin eine brutale straft äußerung und bedauere nur, daß der" Panther" nicht in den Grund gebohrt worden sei. Auch die übrigen englischen Blätter kommentieren in scharfen Worten das Vorgehen des deutschen Kommandanten. Die Frankf. 3tg." meldet aus New York: Die Morgenblätter berichten ziemlich einhellig, daß der„ Panther"-3 wischenfall die maßgebendenkreise in Washington sehr beunruhige. Derfelbe biete der Jingo- Presse reichlich Gelegenheit, Deutschland mala fides( Boswilligkeit) vor zuwerfen. Der deutsche Gesandte in Venezuela, v. Pilgrim, ist unterwegs nach Washington. Nach einer Meldung des Herald" ist dem Angriff des deutschen Kanonenbootes" Panther" auf das Fort Sant Carlo bei Maracaibo eine Rekognoscierung am Lande, ausgeführt durch drei Abteilungen Sol Das venezolanische Fort daten, vorausgegangen. schois 117 Mal auf den, Panther". Prozeß wegen Schadensersayes. Das Urteil Granthams ist aber nur das Vorspiel zum Der Hochverratsprozeß gegen den irischen Parlaments- Abgeordneten Lynch begann in London am Mittwoch vormittag vor drei Richtern, einschließlich des Lord- Oberrichters, wegen seiner Teil nahme am Transvaaltriege. Da es sich um einen politischen Prozeß handelt, weicht das Verfahren erheblich von dem gewöhnlichen ab. Lynch erklärt sich für nicht schuldig. Der Generalstaatsanwalt führt zu Beginn der Verhandlung aus, Lynch sei als britischer Unterthan im Jahre 1900 als Berichterstatter einer franzöſiſchen Zeitung nach Südafrika gegangen und habe später die Waffen gegen England ergriffen. Schweden. Neue Steuern. Der schwedische Reichstag wurde am Sonnabend eröffnet. In der Thronrede wird hervorgehoben, daß das Verhältnis zu allen fremden Mächten fortdauernd freundschaftlich ist. Schließlich werden aber neue Steuern angekündigt, die hauptsächlich durch die Mehrausgaben für das Landesverteidigungswesen auf Grund der neuen Heerordnung notwendig geworden sind. Es handelt Ueber eine angebliche Uneinigkeit der Mächte in der sich um Einführung einer Malzsteuer und einer Bunschsteuer, sowie um Erhöhung der Branntwein- und der Stempelsteuer. Blockadefrage wird qus London gemeldet:" Großbritannien Der Budgetvorschlag weist in Einnahmen und Ausgaben und Italien sind nicht geneigt, die Fortdauer der die Summe von 179 976 000 Stronen auf. Der Ertrag der neuen Blockade nach dem Beginn der Unterhandlungen in Malzsteuer wird auf 6 300 000 Str. berechnet, der der Punschsteuer Washington zu begünstigen. Deutschland wird an auf 1524 000 Kr. Der Branntwein soll 26 650 000 Kr., 6 Milgegangen werden, der Aufhebung der Blockade beizupflichten. Sollte Deutschland dies verweigern, würden die beiden andern Mächte ihre Schiffe zurückziehen." Hierzu bringt die„ Norddeutsche Allgemeine 3tg." folgendes originelle Dementi: Die Meldung ist unsinnig. Die Frage der Aufrechterhaltung wie der späteren Aufhebung der Blockade wird von den drei Mächten durchaus gleichmäßig behandelt." lionen mehr als im vorigen Jahre, bringen; die Stempelſteuer 7450 000 Str., eine Million mehr. Unter den Ausgaben weisen die Landesverteidigung sind auf 56 690 800 Kr., darunter 14 287 400 für den Militarismus die höchsten Summen auf. Die Kosten für die Kronen außerordentliche Ausgaben, festgesezt; die für die See- Verteidigung auf 24 959 100 Kronen, darunter 12 115 868 Stronen außerordentliche Ausgaben. Partei- Nachrichten. Gemeindewahlen. Die Bürgerausschuß- Wahlen in Offen Leider ist aus diesem Dementi nicht ersichtlich, wie Deutsch- burg, deren Resultat wir bereits telegraphisch meldeten, haben den land denn nun eigentlich über die Aufhebung der Blockade denkt. erfreulichen Erfolg, daß wir nunmehr 15 Size im GemeindeWenn es besagen soll, daß es sich den Anschauungen der übrigen kollegium haben, während wir bisher nur einen hatten. Auch in Exekutionsmächte fügen will, so wäre diese Erklärung immerhin Berghausen im Amte Durlach siegte in der dritten Klaffe die erfreulich. Unfre Finanzen lassen eine möglichst rasche socialdemokratische Liste. Beendigung der venezolanischen Kriegsspielerei in der That als geboten erscheinen! Ausland. Ueber das Erwachen der Bergleute von Durham, Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Was ist eine Versammlung? gelegenheiten, abjahen. Auch das sächsische Ober- Landesgericht hat schon vor Jahren ähnlich entschieden wie das Kammergericht, und kürzlich hat auch ein sächsisches Schöffengericht eine solche Entscheidung gefällt. Jedoch ist in Sachsen die Rechtslage insofern anders wie in Preußen, als das sächsische Vereinsgesetz vorschreibt, daß die Zusammenberufung" von Versammlungen anzuzeigen ist. In Preußen dagegen ist mir „ von allen Versammlungen" Anzeige zu machen. Hus Induftrie und Handel. Die finanziellen Verhältnisse Venezuelas. Das kriegerische Abenteuer, in das Deutschland sich eingelassen hat, um der DiskontoGesellschaft ihre Forderungen an Venezuela cinzutreiben, hat in den letzten Wochen vielfach die Frage nach dem Stand der venezolanischen Finanzen hervorgerufen. Einen einigermaßen guten Ueberblick über die finanzielle Lage bietet ein vom belgischen Generalkonsul in Caracas an seine Regierung erstatteter Bericht. Danach betrugen am 1. Januar 1901 die inneren Schulden der Republik Venezuela insgesamt 73 391 058 Bolivar( 1 Bolivar 81 Pfennig). Dic. äußere Schuld belief fich am gleichen Tage auf 120 041 476 Bolivar, darunter die sogenannte britische 3prozentige Anleihe mit 66 614 550 Bolivar, die 5prozentige Anleihe bei der Diskonto- Gesellschaft mit 46 880 000 Bolivar. Die unbezahlten fälligen Zinsen hatten den Betrag von 36 297 872 Bolivar erreicht, doch müssen ferner als Schuldposten in Betracht gezogen werden die seitens der Regierung bei der" Banco Venezuela" gegen Verpfändung von Anteilen der staatlichen Salzbergwerke aufgenommene Anleihe von 5 500 000 Bolivar und 10 000 000 Bolivar, welche das Debetsaldo in laufender Rechnung der Staatskaffe bei der obengenannten Bank_darstellen. fchulden ergiebt sich demnach die Summe von Is Gesamtbetrag der venezolanischen Staats245 230 406 Bolivar. Der letzte Etat der Republik( für die Zeit vom 1. Juni 1901 bis dahin 1902) schloß in Ausgabe mit 37 000 000 Bolivar ab, wobei die zur Tilgung von Schuldenzinsen vorgesehene Summe der= artig bemessen war, daß sie zur Bezahlung von 50 Proz. der fälligen Coupons ausreichte. Die höchste, dabei sämtliche Zinsverpflichtungen erfüllende Etatssumme während der letzten zehn Jahre bezifferte sich, wie hier zum Vergleich angeführt wird, auf 38 877 480 Bolivar. Der hiernach verhältnismäßig hohe Etat für 1901/1902 erklärt jich daraus, daß in demselben allein 10 000 000 Bolivar für Kriegskosten ausgeworfen waren und letterer Betrag am 1. Januar 1902 nahezu verdoppelt werden mußte. Für das Jahr 1901 belief sich das Deficit der Staatseinnahmen( 41 763 919 Bolivar) auf 2 607 956 Bolivar; die Einnahmen aus den Eingangszöllen betrugen 24 267 678 Bolivar, jene aus dem Transitverkehr 7 303 434 Bolivar. Der socialdemokratische Wahlverein in Grünberg wollte am Betrag der mit allen Mitteln hochgetriebenen jährlichen Einnahmen Zur Zeit dürften die Staatsschulden ungefähr den siebenfachen 1. Juni 1902 eine Versammlung abhalten, für die laut Zeitungs- erreicht haben, die trotzdem in den letzten Jahren niemals die Ausnotiz ein Vortrag" vorgesehen war. Von wem und worüber, war gaben zu decken vermochten. Daß unter folchen Umständen kauni der Vendée des britischen Gewerkschaftswesens, bringt, wie unser in der Annonce nicht vermerkt. Der zweite Vorsitzende Genosse etwas aus Venezuela herauszuholen sein wird, braucht nicht erst Londoner Korrespondent mitteilt, Keir Hardies Labour Leader" Schönknecht sollte die Leitung übernehmen, weil sich der erste Vor- hervorgehoben zu werden, es müßte denn die ganze dortige Migwirt einen interessanten Bericht. Unter den Bergleuten existiert dort eine sigende auf einer Reise befand. Schönknecht nahm infolge einer schaft eine völlig andre werden, und dafür bestehen keinerlei AusReform- Vereinigung", die eine fräftige Agitation betreibt zu Mitteilung an, daß der erste Vorsigende die thatsächlich nicht an- fichten. 11 " Gunsten eines Anschlusses an den allgemeinen Verband der britischen gemeldete Versammlung angemeldet habe. Zur festgesezten Zeit Bom Ruhrkohlenmarkt. Der Absatz der Kohlenzechen des Bergleute und an deren Forderung einer gesetzlichen Achtstunden hatten sich etwa 12 Personen im Versammlungsraum eingefunden. Ruhrreviers ist, wie die Köln. Volks- 3tg." meldet, augenblicklich stärkere Abruf der Eisenwerte ist aber weniger auf er= wieder ziemlich rege. Die Ursache dieser Erscheinung ist in dem steher der Genossenschaft hat es übernommen, einen Lohntarif- und mit der Centralfommission im Vertragsverhältnis stehenden feit voriger Woche herrschenden Frostwetter und in dem Bestreben, Entwurf auszuarbeiten, auf Grund dessen der Gewerbe- Oberinspektor Apothekern den Kassenmitgliedern direkt ins Haus geschickt werden. die zur Zeit der starken Ausfuhr nach Frankreich ziemlich dann die Verhandlungen weiterführen wird. Inzwischen sind alle zu diesem Zweck werden den Aerzten franfierte Rezept- Postkarten, geräumten Stohlenlager wieder zu füllen, zu suchen. Der etwas vorkehrungen zur energischen Durchführung des Streits getroffen. auf denen die Adreſſe des Apothekers, andrerseits die 11 genannten Mittel und die notwendigen Bersonalnotizen wie auf andren Rezept höhten Brennstoffbedarf derselben, als auf den Umstand zurück- Die Werkstätten der Stückmeister werden zu verschiedenen Tages- formularen sehr praktisch vorgedruckt sind, zur Verfügung gestellt. zuführen, daß die noch nicht abgehobenen Mengen für das zeiten durch die Streikenden kontrolliert, damit niemand der all- Die vom Arzt ausgefüllte Karte wirft der Patient in einen Boſtlaufende Geschäftsjahr, die zum Teil noch recht groß gemeinen Sache untreu werde. Briefkasten und erhält dann vom Apotheker das betreffende Mittel find, bor dem Ablauf des letzteren abgenommen werden per Bost oder durch Boten int seine Wohnung 31= müssen. Die Ergänzung der Lagerbestände schreitet bei Ans Holland. Ein Streit der Fuhrleute ist in Amstergestellt. Die Vereinbarungen der Centralkommission mit den der starken Zufuhr schnell voran. Jm Coaksabsatz liegen dam ausgebrochen. Ungefähr 400 Fuhrleute haben die Arbeit ein- in Betracht kommenden Apothekern sind für die Kassen auch so ziemlich dieselben Verhältnisse vor, nur daß bei diesem die gestellt. Sie verlangen einen Minimallohn von 12 Gulden für in finanzieller Beziehung recht günstige und zweifellos steigende Ausfuhr in Betracht kommt. In Coakskohlen findet die 6 Arbeitstage bei einer Arbeitszeit von 6 Uhr morgens bis 8 Uhr wird sich das neue System der Arzneiversorung gut bewähren. Dies Erzeugung jezt schlanken Absatz; dagegen drohen Vorräte in ge- abends. 25 fleinere Arbeitgeber haben die Forderungen bewilligt, ist umsomehr zu erwarten, als die Aerzte, von denen Vertreter der waschenen Nußkohlen sich anzusammeln. Die Gefahr einer die großen Gesellschaften weigern sich jedoch. verschiedenen Vereinigungen an den Vorberatungen teilgenommen längeren Stockung des Rheinversands infolge von Eisgang hält man Im Amsterdamer Hafen sind an einigen Arbeitspläzen haben, diese Einrichtung gewiß unterstützen werden. Jedenfalls ist jezt, wo ein Witterungsumschlag in Aussicht steht, einstweilen wieder Differenzen mit den Unternehmern entstanden, die leicht einen die Situation für die Staffen. eine sehr gute, während die Apotheker für beseitigt. großen Umfang annehmen können. Sie begannen mit einem mit dem gegenwärtigen Zustand, den sie selbst durch ihr Verhalten partiellen Streik von Dockarbeitern und Backhausarbeitern, der selbst verschuldet haben, wohl kaum zufrieden sein dürften. Auch die Geeinen günstigen Ausgang nahm, aber zur Folge hatte, daß eine währung von 10 Pro3. Rezepturrabatt an diejenigen Kassen, welche Anzahl Hafenarbeiter, die, um jenen Streit zu unterstützen, die an dem Boykott nicht beteiligt find, hat die von ihnen erwarteten Arbeit niedergelegt hatten, entlassen wurden. Die starke Organisation Erfolge nicht gebracht, denn bisher ist keine einzige Staffe abtrünnig der Arbeitgeber im Hafentransport- Gewerbe weigert sich, mit den geworden, im Gegenteil haben sich wieder zwei neue Kassen dem Vertretern der Organisation der Hafenarbeiter zu verhandeln. Nun Boykott angefchloffen. Nach einem derartigen Reſultat müßten die haben die organisierten Hafenarbeiter ein Manifest verbreitet, Apotheker endlich einsehen, daß es für sie besser wäre, die gerecht worin erklärt wird, daß die Haltung der Unternehmer leicht fertigten Forderungen der Krankenkassen anzuerkennen, zumal sie auf eine allgemeine Arbeitsnieberlegung im ganzen eine Aenderung der Situation zu ihren Gunsten nicht rechnen können. Transportgewerbe zur Folge haben kann. Der Blei Daß sich die Kassenvertreter und mit diesen selbstverständlich und Zinfarbeiter- Streit in Amsterdam ist noch immer die Kaffenmitglieder nach wie vor vollständig einig sind, das bewies nicht beendet. In der vorigen Woche haben zwar einige kleine Ar- wiederum die Versammlung, die sich einstimmig mit den voit beitgeber bewilligt, sie beschäftigen aber zusammen nur 20 Arbeiter. Der Centralkommission getroffenen Maßnahmen einverstanden erBei dem Schneiderstreik in Groningen, der ebenfalls flärte. Norddeutscher Lloyd gegen Hamburg- Amerika- Linie. Nachdem noch fortdauert, handelt es sich um eine ungefähr 10 Prozent bedie Direktion der Hamburger Linie gesprochen und nachzuweisen ver- tragende Aufbesserung der Löhne der Konfektionsarbeiter. Im Streik sucht hat, daß bei ihr in dem letzten Jahrzehnt die Abschreibungen befinden sich ca. 300 Arbeiter und Arbeiterinnen. Eine Bewegung weit höher gewesen sind, als bei der konkurrierenden Bremer Linie, zur Herbeiführung von Minimallöhnen und fommt jest wieder der Lloyd mit einer Replit an die Reihe. Er Marimal- Arbeitszeit für alle Gewerbe wird in schreibt: Rotterdam von sämtlichen Gewerkschaften der verschiedenen Richtungen propagiert. Ein gemeinsames Komitee ist gewählt worden, das für diesen Zweck thätig sein soll. Zur Preispolitik der Kartelle liefert unser Dortmunder Parteiblatt einen interessanten Beitrag. Wie es berichtet, hat die bekannte Dortmunder Firma August Klönne, die sich speziell mit der Herstellung von Eisenkonstruktionen und Gasometern befaßt, sich entschlossen, ein zweites Wert in Holland zu errichten. Daß die Firma dabei einen Nußen erzielt, ergiebt sich aus der folgenden Berechnung: In Deutschland kostet zur Zeit die Tonne Bleche 120 M., während das gleiche Quantum nach dem Auslande für 100 M. frachtfrei geliefert wird. Mithin erwächst der Firma hierdurch ein Nußen von 25 M. für die Tonne, bei 1000 Tonnen macht das schon 25 000 m. Es handelt sich bei der Firma jedoch jetzt schon um viele tausend Tonnen, da sie bedeutende Aufträge auf Gasometer- Lieferungen hat. Die Selbstkosten werden sich in Holland 8 Proz. niedriger stellen. 17 " Die mechanische Gegenüberstellung von Kapital und Abschreibung kann ebenso wenig einen zuverlässigen Maßstab für die richtige Bewertung der Aktiven geben wie der Vergleich der absoluten Ziffern der aus den Betriebsergebnissen vorgenommenen Abschreibungen und Rückstellungen der beiden Gesellschaften dieselben betragen beispielsweise in dem zum Vergleiche herangezogenen Zeitraum beim Lloyd ca. 94 000 000 M., bei der Paketfahrt ca. 79 000 000. ohne gleichzeitige Berücksichtigung der höheren Schiffswerte des„ Norddeutschen Lloyd". Es befinden sich unter den Aktiven des Norddeutschen Lloyd" wesentlich höhere Werte an Effekten, Grundstücken und Vorräten, als bei der Hamburg- Amerifa Linie( die Differenz beträgt jährlich 8 bis 10 Millionen), die auf naturgemäß nicht 10 prozentige Abschreibungen und Rückstellungen für Schiffe Anwendung finden können. Wenn ferner beim Erwerb von Reedereien der Gegenwert für das übernommene Geschäft dem Kapitalkonto der Schiffe zugeschrieben und sodann diese Aufschläge wiederum durch Abschreibungen getilgt werden, so wird man doch derartige Abschreibungen nicht als solche ansehen können, welche in Rücksicht auf die Abnutzung der Schiffe erfolgen. Ebenso wenig fönnen für die Frage der richtigen Bewertung der Aktiven die Abschreibungsziffern als maßgebend angesehen werden, ohne die gleich zeitige Berücksichtigung der für Instandhaltung und Erneuerung aufgewendeten, aus den Bilanzen der Gesellschaften nicht ersichtlichen Summen. Der Norddeutsche Lloyd" hat seit einer langen Reihe von Jahren für die Bemessung von Abschreibungen und Reservestellungen stets die nämlichen Grundsäße angewendet und wird jeden falls in Zukunft an denselben Grundsäßen festhalten. " " Das Gezänk ist wirklich müssig, umſomehr, als die Fragen, um die es sich handelt, recht schwer zu beurteilen sind, und der großen Masse der Leser, selbst solchen, die mit kaufmännischen Dingen im allgemeinen durchaus vertraut sind, die specielle Kenntnis der Gefamtverhältnisse völlig fehlt, die zur Urteilsbildung in dieser Sache nötig ist. Gewerkschaftliches. Berlín und Umgegend. Achtung, Buchbinder! In der Geschäftsbücherfabrik von Enke, Kottbus, find wegen der Zugehörigkeit zum Verband mehrere Kollegen gemaßregelt worden. Wir richten an die Berliner Kollegen das dringende Ersuchen, Arbeitsangebote der Firma Enke strikte abzulehnen. Die Ortsvertvaltung. Sociales. jetzt im Gegensatz zu seiner gestrigen Meldung, daß alle GinigungsZum Aerzteftreit in Gera erfährt unser dortiges Parteiblatt versuche als gescheitert anzusehen sind. Der Kassenvorstand hat die Vorschläge der Aerztekommission, die letztere auf Grund der am Sonnabend zwischen dem Gewerkschaftskartell, den Arbeitnehmervertretern im Vorstande der Textil- Betriebs- Krankenkasse und einer Vertretung der Aerzte getroffenen Vereinbarung eingereicht hatte, für unannehmbar erklärt und die Anstellung fest besoldeter Kassenärzte beschlossen. Für die Einführung der Verhältniswahl sprachen sich die Arbeiter beisitzer beim Gewerbegericht Karlsruhe aus, während die Unternehmerbeifizer die entgegengesetzte Stellung einnahmen. Der Stadrat wird demnächst den Entwurf eines neuen Statuts vorlegen, das auf der Grundlage der Verhältiswahl aufgebaut ist. Der Kampf gegen die Tuberkulose. In der Zeitschrift„ Die Krankenpflege" erörtert Dr. Hans Neumann in Reinerz die gegenwärtige unzulänglichkeit der Heilstätten und sagt dann zum Schluß: Hierauf erstattete der Kassenrendant A. Kohn an Stelle des verhinderten Dr. Blaschko einen umfassenden und sehr intereſſanten Bericht vom internationalen Kongreß für Geschlechtskrankheiten in Brüssel und außerdem berichtete derselbe über die Verhandlungen vom Verbandstage der Orts- Krankenkassen Deutschlands in Hamburg. Simanowski berichtete im Anschluß an die Referate, daß während des Verbandstages in Hamburg auch eine Konferenz von Kassenvertretern getagt hat, die über Bildung von Centralfommissionen in den verschiedenen Orten, ähnlich wie sie in Berlin besteht, verhandelte. Von beiden Rednern wurde u. a. den Kassen empfohlen, der deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtsfrankheiten beizutreten und deren Bestrebungen in jeder Weise zu unterstützen. In der Versammlung waren vertreten: 43 Drts-, 32 Hilfs, 7 Innungs-, 8 Vororts- und 6 Betriebskassen, insgesamt 96 Kassen. Die Pofamentiere befaßten sich in ihrer Versammlung mit der Ungleichheit und event. Regelung der Lohnverhältnisse in der Konfektionsbranche." Berger führte hierzu aus: Nach langem Daniederliegen scheine es, als wolle sich die Konfektion jetzt wieder neu beleben. Bestellungen seien reichlich gemacht, und die Arbeitgeber verlangen nach mehr Arbeitskräften. Angesichts dessen er cheine es notwendig, das Augenmerk auch wieder mehr als wie babe sich in der Zeit der schlechten Konjunktur bisher einer gesunden Neuregelung der Löhne zuzuwenden. So ein starkes Schwanken der Löhne bemerkbar gemacht. Berfette Facharbeiter erhielten 18 bis 30 M., dementsprechend schwankte auch der Lohn der Arbeiterinnen. Lehrmädchen konnten es zuweilen nur auf 4-5 M. pro Woche bringen. Die Frauen bethätigen sich häufig als Heimarbeiterinnen, ohne vorher auch nur nach dem Lohne zu fragen. Gegenwärtig scheine nun eine gute Stonjunktur einzusetzen und da müsse auf stritte Junehaltung der früheren Minimallöhne für 25,50 M. für Anfangsarbeiter und 27 M. für geübte Dreher. Konfektionsdreher wieder hingearbeitet werden. Diese betragen Beschlossen wurde die Einsetzung einer aus 3 Arbeitern und 3 Arbeiterinnen bestehenden Kommission, welche bei steigender die weiteren Schritte gut einer vernünftigen Regelung der Lohnverhältnisse in die Wege zu leiten hat. Dabei ist der Eintritt in eine allgemeine Lohn- oder Streitbewegung vorläufig jedoch nicht ins Auge gefaßt. Die Versammlung erledigte außerdem noch eine Reihe geschäftlicher Angelegenheiten. An Einnahmen erzielte der Verein im vierten Quartal 1902 747,57 M., verausgabt wurden 443,57 M., so daß ein im letzten Jahre 1156,31 M. abgeführt, die Höhe des Streiffonds Staffenbestand von 304,00. verbleibt. An die Hauptkasse wurden beläuft sich auf 1142,52 W. Als arbeitslos hatten sich während des Jahres 287 Mitglieder eintragen lassen, wovon 113 durch den eignen Nachweis Arbeit vermittelt wurde. Es erfolgte dann noch die Wahl der Stollegen Schmidt zum zweiten Kassierer und König zum Bibliothekar, sowie einige Ergänzungswahlen zu mehreren Kom miffionen. sicherungsanstalten die Mittel gewährten, die Kranken, die aus „ Ein Eingreifen würde damit erfolgen können, wenn die Verirgend einem Grunde nicht zur Aufnahme in eine Heilstätte gelangen fönnen, in einen besseren Ernährungszustand zu bringen. Das wäre ein Ziel, das sich nicht bloß leicht, sondern auch durch Mittel erreichen Stonjunftur ließe, welche und das ist ein Punkt, der besonders hervorgehoben werden muß im Verhältnis zu den Kosten eints Heilstätten betriebes sehr gering genannt werden können. Da das disponierende Moment für die Entwicklung der Krankheit bei einem recht großen Teil der Versicherten in einem Unterernährungszustande zu suchen ist, so dürfte die Ernährungstherapie gerade bei diesen Patienten ihre schönsten Triumphe feiern. Aerzten auch den Heilwert der Anstaltsbehandlung lediglich in der Sicht doch eine große Anzahl von Auffütterung der Kranken. Es unterliegt keinem Zweifel, daß in dieser allerdings etwas extremen Auffassung doch auch sehr viel Wahres enthalten ist. Daß eine bloße Aufmästung auch ohne Sana toriumskur verhältnismäßig leicht erreicht werden kann und vielfach vorzügliche Erfolge zeitigt, ist eine landläufige Erfahrung. Wenn die Versicherungsanstalten einen Versuch, den sie sicher nicht zu be= Der Streit der Leipziger Steinbildhauer, der bereits 10 Wochen reuen hätten, machen wollten, so könnte er in der Weise unternommen währt, hat am Montag das Leipziger Gewerbegericht als Einigungs- werden, daß noch arbeitsfähige Patienten für eine bestimmte Zeitamt beschäftigt. Nach längerer Beratung unterbreitete der Bor- periode fagen wir für vier Wochen täglich zwei gute und reich figende folgenden Vergleichsvorschlag: Beim Rathausneubau bleibt liche Mahlzeiten( Mittag- und Abendbrot) erhalten. Die ganze es bei der bisherigen Vereinbarung, nämlich 7 Mark Minimal- Einrichtung könnte in mancher Beziehung der der Volksküchen ähn Tagelohn bei 7% stündiger Arbeitszeit, bei allen übrigen lich sein, nur versteht sich von selbst, daß Qualität und Quantität Bauten wird, soweit nicht in Accord gearbeitet wird, ein der Nahrung weit über dem Niveau einer Massenernährung stehen Mindest- Tagelohn von 6,50 Mark gezahlt, jedoch mit der Maß- muß. Daß sich für die Ehrenämter, die Leitung der Küchen, die gabe, daß der Arbeitgeber dem Arbeiter für verschuldete Ausgabe der Speisen eine genügende Anzahl von Damen bereit Zeitversäumnis beim Rathausbau 93 Pf., bei den andren Bauten finden werden, ist bei dem Interesse, das heute alle Streise an einer 87 Pf. pro Stunde beim Mindestlohn und eine entsprechend höhere wirksamen planvollen Tuberkulose- Bekämpfung nehmen, als selbstSumme bei höheren Löhnen in Abzug bringen kann. Die Forderung verständlich zu erwarten. Wenn sich die Versicherungsanstalten entfeßen, so wäre damit wieder ein Schritt vorwärts gethan im Kampfe gegen die Tuberkulose." Deutfches Reich. Zu dem Bericht über die Bäckerversammlung in Nr. 16 des Vorwärts", der uns von seiten der Organisation zugegangen ist, erhalten wir folgende Berichtigung: Statt Quartalsbericht muß es heißen Monatsbericht für Dezember. Einer Einnahme von 1176,56 m. steht eine Ausgabe von 1093,18 M. gegenüber. Bestand 83,38 M. Ferner: 12 Nummern vom„ Bäder" wurden in 34 900 Exemplaren in Berlin und den nächstliegenden Vororten verbreitet. Für den Norden wurde Hoffmann, für den Westen Meyerhofer als Obmann gewählt. der Gehilfen, allgemein 7 M. Minimallohn einzuführen, wurde als schlössen, diefen oder einen ähnlichen Vorſchlag uit die That umzu Letzte Nachrichten und Depeschen. ein zu großer Sprung angesehen in Anbetracht dessen, daß zum Teil vordem noch in Accord gearbeitet worden ist. Jedoch habe auch das Einigungsamt sich der Thatsache nicht verschließen können, daß im Laufe der Zeit die Löhne der Leipziger Steinbildhauer hinter den Löhnen in andren Städten zurückgeblieben seien. Wilmersdorf. Die Parteigenossen werden ersucht, sich FreitagVon dieser Einsicht bis zu der, daß man den Arbeitern von abend 7 Uhr zahleich bei Witte, Berlinerstr. 40, zur Flugblattvornherein eine bessere Lebenshaltung gewähren müsse, noch ehe sie durch Unterernährung der Tuberkulose zum Opfer fallen, follte verteilung einzufinden. Die Vertreter der Gehilfen zeigten sich zur Annahme dieses eigentlich der Schritt nicht mehr schwer sein. Wenn alle Einsichtigen, Vorschlages geneigt. Um aber den Vertretern beider Parteien die nicht an der Ueberausbeutung direkt interessiert sind, den Stampf Herr v. Wangenheim mandatsmüde. Gelegenheit zu geben, sich mit ihren Mandatgebern zu verständigen, der Arbeiter um eine bessere Lebenshaltung für hohe Löhne und Stettin, 21. Januar.( B. H.) In einer heute vormittag hier ist die Verhandlung auf Donnerstag vertagt worden. furze Arbeitszeit und gegen den Brotivucher unterstüßten, anstatt abgehaltenen Provinzialversammlung des Bundes der Landwirte Metallarbeiter. Mit den Streikenden bei der Firma Post in ihm, wie es in den meisten Fällen leider geschieht, feindselig enthielt, wie die Stettiner Apendpost" meldet, Abg. Frhr. v. WangenKöln- Ehrenfeld haben sich auch die dort beschäftigten Schlosser gegenzutreten, dann würden sie zur Bekämpfung der Tuberkulose heim eine längere Rede über die politische Lage. Auf eine Anfrage und andrer Volksfeuchen unendlich viel mehr beitragen, als wie durch des Bündlers Schulze- Bredenlow erklärte Wangenheim auf das besolidarisch erklärt. Sie reichten am Montag die Kündigung ein. noch so sorgsame. Behandlung der bereits Erkrankten. Womit wir stimmteste, daß er für eine Standidatur bei den nächsten Wahlen überdas letztere natürlich nicht für überflüssig erklären wollen. Husland. Der Streit der Wiener Konfektionsschneider Verfammlungen. Zum Apothekenboykott. " haupt nicht mehr in Frage kommen fönne. Die Pflichten gegenüber seiner Familie und seiner Wirtschaft seien für ihn zwingend geworden. Den Vorsitz im Bunde der Landwirte sei er weiter zuführen bereit. Wegen Zweikampfes seiner Stellung enthoben. Aus Stuttgart wird der Frankf. 3tg." vom 21. Januar gemeldet: Der Kommandeur der 72. Infanteriebrigade, der preußische Generalmajor v. Paczensti und Tenczin, der am 23. Dezember v. J. vom dortigen Kriegsgericht wegen Zweikampfes zu 3 Monaten Festungshaft verurteilt worden war, wurde vom König seiner Stellung enthoben. Nach dem Landtagswahlsieg Erfolg bei den Gemeindewahlen. Wien, 21. Januar.( B. H.) Bei den Gemeinderats= Wahlen in Floridsdorf siegten die socialdemokratischen gegen die christlichsocialen Kandidaten. ist wie die ,, Wiener Arbeiterzeitung" schreibt in vollem Umfange durchgeführt. Die Zahl der Streikenden konnte noch nicht genau festgestellt werden. Nach einer Schäßung der Stückmeister befanden sich schon am Montag 4000 Gehilfen und 1500 Meister Die Krankenkassen- Vorstände und Verwaltungsbeamten hielten im Streif. Die Beteiligung am Streit ist demnach eine allgemeine, am Dienstag in der Berliner Ressource eine start besuchte Verund der Ausstand übt deshalb auf die Konfektionäre eine mächtige sammlung ab, in der Herr Staller zunächst über die Einführung Wirkung aus. Während sie anfangs die Forderungen der Streitenden von Rezept Posttarten referierte. Bekanntlich hat das rundweg ablehnten, zeigen sich einige Firmen schon nachgiebig, Berliner Stammergericht als höchste in Betracht kommende Instanz wenn sie sich auch nicht zur vollen Bewilligung der Forderungen vor kurzem entschieden, daß die Abgabe der den Apotheken vor verstehen. Bereits am Montag hatte eine Firma der Genossenschaft behaltenen Arzneien durch die Krankenkassen unzulässig sei. Infolge dieser Entscheidung, die allerdings in Widerspruch steht mit andren der Stückmeister angezeigt, daß sie zu Lohnerhöhungen bereit sei. Gerichtsurteilen in dieser Frage und mit einer früheren Entscheidung Die Genossenschaft geht aber auf Einzelangebote nicht ein. Sie desselben Kammergerichts, nach welcher die direkte Abgabe folcher steht auf dem Standpunkt, daß die Arbeit erst dann auf Arzneimittel von homöopathischen Vereinen an die Mitglieder für genommen wird, ivenn mit allen Konfektionären ein zulässig erklärt wurde, mußten die an dem Apothekenboykott be= befriedigendes Abkommen getroffen ist.- Der Gewerbe- DOber- teiligten Krankenkassen ihre Maßnahmen ändern. Auf den Apotheken- Duisburg, 21. Januar.( W. T. B.) Die Straffammer verurteilte inspektor Regierungsrat Kulfa ist wegen Beilegung des Streits boykott hat diese Entscheidung keinen besonderen Einfluß, da seitens heute nach dreitägiger Verhandlung den Zeitungsverleger Romen sowohl mit den Konfektionären wie mit dem Vorstand der Genossen- der Centralkommission bereits Einrichtungen getroffen sind, die Arznei- und den Redakteur Schmitz aus Emmerich wegen Beleidigung des schaft der Stückmeister in Verbindung getreten. Die Konfektionäre bersorgung in einer andren, für den Apothekerring gewiß nicht vorteils dortigen Bürgermeisters Menzel, begangen durch mehrere Zeitungserklären sich bereit, einen Minimaltarif zu bewilligen, jedoch gehen hafteren Weise zu regeln. Statt der 8 Arzneimittel, welche bisher von den artikel zu einem Jahre bezw. drei Monaten Gefängnis. Nomen Krankenkassen direkt an die Mitglieder berabfolgt wurden, sind nun- wurde wegen Fluchtverdachtes sofort in Haft genommen. die Ansichten über die Höhe der zu gewährenden Löhne auseinander. mehr elf der am häufigsten verordneten Mittel ausgewählt worden, Havre, 21. Januar.( W. T. B.) Ein an Bord des DceanDa die verschiedenen Firmen erheblich von einander abweichende und zwar Brustthee, Hustenpillen, Aloepillen, Sintpasta, Borfalbe, dampfers La Touraine" ausgebrochener Brand war nachmittags Löhne zahlen, so sollen erst entsprechende Vorarbeiten für die Auf- Stomaihituspulver, Blandische Pillen, Santallapseln, Eisentinitur, furz nach 4 1hr gelöscht. Zerstört sind nur der Salon erster Klasse stellung eines einheitlichen Lohntarifes gemacht werden. Der Vor- Russischer Spiritus, die von den 6 dem Ring nicht mehr angehörenden und ein Teil der Luruskabinen. Verantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruderci u. Berfagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 18. 20. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. 248. Sigung. Mittwoch, den 21. Januar 1903, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesraistische: Frhr. v. Thielmann, v. Goßler, Graf Posadowsky, v. Zirpis, Krätte. Die erste Beratung des Reichshaushalts- Etats wird fortgesetzt. Abg. Richter( frf. Vp.): V Donnerstag, 22. Januar 1908. legung der Husaren unterrichtet worden oder schon über die der Herr Reichskanzler vorher überhaupt gar nicht gefragt vorher davon gewußt hat, ob er also nachträglich etwas gut- worden ist.( Sehr richtig! links.) Da kann man gar nicht sprechen heißen mußte, wovon er vorher keine Ahnung hatte. von beiderseitigem guten Willen, denn der Reichskanzler ist ( Hört, hört! links und Heiterkeit.) ja gar nicht nach seinem Willen gefragt worden. follten wir nicht blöde sein. Wie hat die Herabsetzung der Zucker- Diese Art der Ausschaltung der Minister muß im Ausland In der Korrektur der Einnahme- Voranschläge der Regierung Es hat einfach geheißen: Suprema lex regis voluntas.( Sehr richtig!) steuer auf die Einnahmen gewirtt? Ein wirksames Mittel zur Ver- und Inland zu unliebsamen Konsequenzen führen. Das ringerung des Deficits wäre die Beseitigung aller Liebesgaben. ist nicht tonstitutionell, das ist nicht mal für den absolutistischen ( Große Unruhe rechts.) Das geltende Börsensteuergesetz hat die Ein- Staat passend.( Sehr richtig.) Das mag in früheren Jahrhunderten nahmen aus dieser Steuer geschädigt und durch die schnöde Aus- angängig gewesen sein, heute geht das nicht mehr. Ich fümmere mich beutung des Differenzeinwandes Treu und Glauben an der Börse feit 30 Jahren um die Gesetzgebung und weiß wie schwer es ist, alle bedenklich erschüttert. Die Hauptsache aber ist die Befferung der all- Einzelheiten zu beherrschen. Für einen Einzelnen ist es nahezu uns gemeinen Erwerbsverhältnisse. Einen großen Teil der Schuld an möglich. Wie viel schwerer muß es für den Monarchen sein, dem Anhalten der wirtschaftlichen Depression trägt die handels- der noch vieles andre zu thun hat, der sich um Personalfragen, politische Unsicherheit.( Sehr richtig! links.) 1879 hat die ganze um militärische Details fümmert. Da mag die beste Veranlagung Neuordnung der Handelsverhältnisse sich in fieben Monaten voll- da sein, der beste Willen, umfassende Kenntnisse, es ist zogen, während man jetzt schon fünf Jahre an der Geschichte herum- nicht möglich, daß sich der Monarch in die Einzelmurfft.( Heiterkeit.) Die Verhandlungen der vorigen Woche haben heiten der Gefeßgebung wirklich vertiefen kann. Das muß die Unsicherheit noch gesteigert. Wer soll noch Geschäfte machen, er dem Reichskanzler oder einem Reffort chef überwenn der Reichsschazsekretär selbst unsre fünftigen Handelsverträge lassen.( Sehr richtig! links.) Dazu kommt der beschränkte Umgangskreis des Monarchen. Ich will es ganz offen fagen, ohne jeden Parteiwirtschaft verliert. die er Aber wenn das mit der Kabinetts. Minister selbst wie des Wohles des Ganzen und nicht zum wenigsten der Krone selbst.( Beifall links.) Abg. v. Kardorff( Rp.): Das Charakteristische an diesem Etat iſt einmal die Zuſchußanleihe von 95 Millionen, die Jnanspruchnahme des Kredits in Höhe von 235 Millionen und andrerseits als Gegenstück die Haltung der Einzelstaaten, die abfolut trop diefer ungünstigen Finanzlage nicht mehr an Matrikularbeiträgen herausrücken wollen. Dabei haben sie in diesem Jahre noch 600 000 m. weniger zu zahlen als im Vorjahre. Was nun die allgemeine Finanzierung angeht, so fällt bei den Ausgaben in erster Reihe die Steigerung des Marine Etats in die Augen. Die schlechte Finanzlage ist zum guten Teil die Folge der beiden Flottengesetze.( Sehr richtig! links.) Der Herr Reichs- Staatssekretär sprach von den vielen Streichungen als ein Buch mit sieben Siegeln bezeichnet? im Etat. Jm Marine Etat findet sich davon nicht die leiseste Spur. Es wäre mir intereſſant zu erfahren, ob der Sie würde eine überaus schädliche Wirkung haben und dazu führen, fragt sich, wie ist es möglich, so etwas zu veröffentlichen.( Sehr Einer Zuschußanleihe werden wir nicht zustimmen. standpunkt: Man faßt sich bei gewissen Dingen an den Kopf und Bundesrat sich getraut hat, irgend etwas vom Marine- Etat abzusetzen. daß der Bundesrat das letzte Interesse an einer sparsamen Finanz- richtig! im ganzen Haufe.) Wie wenig kennt man das volt, wie ( Sehr gut! links.) Beim Flottengesez sprach der Herr Staatssekretär von einer natürlichen Steigerung der Einnahmen von jährlich 15 Millionen auch der Verfassung, nach der Anleihen nur für außerordentliche( Erneutes Sehr richtig! im ganzen Hauſe.) Diese Ausschaltung der 115 meinte:" Nehmen wir auch nur die Hälfte, so verlangt doch das Aufwendungen aufgenommen werden sollen. Sind die Ausgaben, Miniſter muß beseitigt werden. Ich weiß, es war zu keiner Zeit fo Flottengesez nur jährlich mehr 9½ Millionen." Also eine Besorgnis die mit diesen 95 Millionen gebeckt werden sollen, lauter außer schwierig Miniſter zu fein, wie gegenwärtig.( Reichskanzler Graf in finanzieller Beziehung ist gar nicht vorhanden.( Hört! hört! ordentliche Bedürfnisse? Große Heiterkeit bei links.) In diesem Jahre aber beträgt die natürliche Steigerung der wirtschaft nichts hilft, müssen die Matrikularbeiträge erhöht allen Barteien.). Ich Wenn alles andre gegen die Pump- Bülow nidt lächelnd. beneide die Herren feineswegs. Einnahmen nicht 25 Millionen, sondern sie bleibt überhaupt aus. werden. Man sollte Erneute Heiterfeit.) Der Reichs Die Einnahmen ergeben nach meiner Berechnung ein Minus von 12 als Argument dagegen nicht immer( Graf Bülow nickt wieder. armen thüringischen Staaten anführen. jagte gestern, Die Mittelstaaten fanzler bis 13 Millionen. Man rühmte dem Flottengesetz nach, daß es ge- find am schwersten belastet durch diese Beiträge, nicht müsse Augenmaß haben. Gewiß, die sehr richtig. Aber wenn sich die Fälle der Differenzen häufen, wenn ſtatte, den wechselnden finanziellen Verhältnissen Rechnung zu tragen. thüringischen Kleinstaaten. Den Schwärmern für immer neue zu kleinen Meinungsverschiedenheiten große treten, dann führt das Wenn irgend ein Jahr dazu Beranlassung gegeben hat, dann doch Marine- und Kolonialausgaben, möchte ich empfehlen, zu einer Kabinettsregierung, die schädlich ist und dazu führt, daß daß der Kolonialverein, der Flottenverein und die die Minister auch bei uns ihre Autorität mehr und mehr einbüßen Man fagt, die Ausgaben für Bauten dürften nicht gekürzt vereinigungen der Altdeutschen ihren Mitgliedern müffen. Fürst Bismarck ist einmal als Handlanger bezeichnet worden. werden mit Rücksicht auf die Arbeitslosigkeit. Gerade in Bau besondere Umlagen als Steuern zur Bestreitung Es war eine durchaus falsche Bezeichnung, Fürst Bismard war es sich auch nicht allein um Bauten, sondern auch um Erwerb Dr. Hasse lacht.) Für so schöne patriotische Zwecke werden die Aufrage gestellt. gewerbe herrscht aber ein gewisser Aufschwung und außerdem handelt dieser Ausgaben auferlegen.( Sehr gut! links. Abg. immer Minister, nie Handlanger, und hat oft genug die Kabinettsvon Grundbesit. So werden z. B. für den Erwerb des Grund deutschen gewiß wetteifern in der Begeisterung für die Aufbringung regierung fo fortgeht, dann werden die Herren zu Handund Bodens für das neue Marineminifterium in der teuersten solcher Zuschläge, Herr Haffe!( Seiterkeit.) wo ein Wille ist, da ist langern herabgedrückt, und das wäre bedauerlich um Interesse der Gegend von Berlin, in der Bellevuestraße, 6 Millionen ge- auch ein Weg, um die Zuschußanleihen unmöglich zu machen. fordert. Ueberhaupt ist es sinnlos, die Behörden in die Mitte Der Stadt zu sehen, wie z. B. das Patentamt in die Gegend um reine Frage der Geschäftsführung dieses Hauses. Ohne Diäten können Die Gewährung von Diäten ist keine politische Frage, sondern eine das Hallesche Thor. Die Forderungen des diesjährigen Marine- die Geschäfte des Reichstages überhaupt nicht mehr ordentlich geführt Etats übersteigen die Anschläge, die feiner Zeit das Reichs- Marine- werden. Der Reichskanzler hat uns geitern die Sicherung des Sfmt selbst für dies Jahr aufgestellt hatte, im Ordinarium um Wahlgeheimniffes zugesagt Trotz aller etwaigen Streichungen am Etat wird man um das 1 Millionen, im Extra- Ordinarium um 3 Millionen.( hört! hört! erwartete, daß schön. fehr schön, aber ich Bedürfnis einer Anleihe nicht herumkommen. Redner erörtert im er im folgenden Satze auch die Ge Anschluß daran ausführlich die Frage, warum der Kurs unfrer links.) währung der Diäten in Aussicht stellen würde.( Heiterkeit.) Staatspapiere verhältnismäßig so niedrig sei. Die Schuld daran Ich habe mich außerordentlich darüber gewundert, daß der Schazz- Es fann nicht zweifelhaft sein, daß es ohne Diäten nicht mehr geht. trägt zum großen Teil die Ueberschwemmung unsres Marttes mit fekretär die Vorlegung eines Nachtrags Etats für die in dieser wichtigen Frage muß doch schließlich der Reichskanzler den industriellen Papieren, die im Gegensatz zum Gefes als Inhaberbenezolanische Blockade als möglich hinstellt. Wozu find Mut feiner Meinung haben und an der entsprechenden Stelle auch papiere behandelt werden. Abg. v. Vollmar hat sich gestern in einer denn unsre Schiffe überhaupt da, wenn nicht einmal 3 bis 4 von seine Ansicht vertreten. Er sagte ja doch selbst:„ Man kann zwar Rede, deren Ton, wie ich anerkenne, sehr abstach von den Reden ihnen einmal zu einer Blockade sollen abkommandiert werden in kleinen Dingen nachgeben, aber nicht in großen." Der Reichs- feiner Fraktionsgenoffen, wieder gegen die indirekten Steuern in tönnen? Was die asiatische Expedition anlangt, so wurde uns im tanzler ist auch verantwortlich für das, was nicht geschieht, wenn es Bausch und Bogen ausgesprochen. Aber gerade in sehr vorgeschrittenen vorigen Jahre mitgeteilt, daß die Räumung von Tientsin notwendig ist.( Sehr wahr! links.) Es ist gestern ausführlich über Kulturländern ist das System der indirekten Steuern weit mehr enterfolgen werde, nachdem die Regulierung des Beihos die Verantwortlichkeit des Kaisers und des Kanzlers| wickelt als bei uns. sichergestellt sei. 28ie steht es jezt damit? Ostasien kostet gesprochen worden. Als alter Parlamentarier erinnere ich mich uns jekt jährlich annähernd 40 Millionen, eine Summe, die noch der Zeit, als es überhaupt verpönt war, den Namen des Bemerkung im Bericht des Botschafters Fürsten Der Reichskanzler sprach gestern davon, daß der Kaiser an die nicht sehr unter dem Gesamtwert unfrer Ausfuhr zurückbleibt. Staisers hier zu nennen. Aber andre Zeiten, andre Sitten! Radolin, daß die Bourgeoisie wenig geneigt fet ( hört! hört! links.) Im Bericht der Hamburger Kaufmannschaft Die andren Sitten werden uns aufgezwungen zur Erfüllung focialer Pflichten, die Randbemerkung wird hervorgehoben, daß sich der Handel nach China durchaus nicht( Sehr richtig! linte.) Unter Kaiser Wilhelm I. war es nicht nötig, gefügt habe:" Ganz wie bei uns!" Das ist unrichtig. Die in dem erwarteten Maße gehoben habe. Reden des Kaisers zu besprechen. Wenn jetzt der Monarch so beutsche Bourgeoisie, die industrielle wie die landwirtschaftliche, hat Der Solonial Etat berlangt diesmal allerdings häufig mit seiner Meinung hervortritt, und wenn dann folche willig und ohne Murren die Lasten der socialpolitischen Gesetzgebung 3½, Millionen weniger als im Vorjahre. Der neue Etat enthält Aeußerungen, die an sich schon von viel größerer Bedeutung find auf sich genommen, die Landwirtschaft, trobem fie durch die aber nicht weniger als fünf Deficits aus dem Vorjahre: für Ost und die fchwerwiegendsten Folgen haben, überall caprivistische Handelsgesetzgebung in so schweres Unheil versezt afrifa, Kamerun, Togo, Südwestafrika und Neu- Guinea.( hört! besprochen werden dürfen in Bersammlungen und worden ist. hört! links.) Der Minderbedarf erklärt sich nur daraus, daß in Reden, nur im Reichstag nicht, dann ist das eine konftitutionelle diesem Jahre nicht schon wieder in der Berliner Wilhelmstraße ein Farce. Diese Notlage ist auch durch die Annahme des Zolltarifs noch Das hat man auch eingesehen und hat erlaubt, daß alle neues Kolonialamt gebaut wird. Wo aber ist der be- Reden, die im Reichs- Anzeiger" veröffentlicht sind, nicht beseitigt. Herr v. Wangenheim, den ich zu meinem Bedauern hauptete Aufschwung unsrer Kolonien?" Papier ist besprochen werden dürfen. Es hat sich aber herausgestellt, daß diese nicht hier fehe, ist sogar der Meinung, daß die Regierung geduldig und offiziöses Drudpapier ist jedenfalls am allergeduldigsten. Grenze unhaltbar ist, weil es überhaupt teine feste Grenze Intereffen auch nur einigermaßen entsprächen. Diese Interessen find feine Handelsverträge vorlegen werde, die den wirtschaftlichen ( Sehr gut! lints.) In diesem Etat selbst ist übrigens ein geradezu giebt für das, was im Reichs- Anzeiger" veröffentlicht wird. von Herrn v. Wangenheim mit feinem bekannten 7,50- Antrag etwas vernichtendes Urteil über den Eisenbahnbau zwischen Swakopmund Durch das Wolfffche Telegraphen Bureau" werden häufig hoch eingeschäzt worden. Ich habe das Vertrauen, daß die ver und Windhoek in Südwestafrika enthalten. Man hat die Bahn viel wichtigere Dinge authentisch veröffentlicht und urbi et linie festgestellt, ohne vorher die Wasserverhältnisse zu studieren. orbi verkündet, und zwar einer weit größeren Oeffentlichkeit als bündeten Regierungen Handelsverträge vorlegen werden, die Man hat eine ansteigende Trace von 5 Kilometern gebaut, auf durch den Reichs- Anzeiger". Gestern ist nun auch gestattet fchaft entgegenkommen, zumal sie ja im nächsten Reichstag den berechtigten Anforderungen der Landwirts der die Lokomotive immer nur zwei Wagen vorwärts bringen kann! worden, daß Aeußerungen, die nur durch das Wolffiche auf eine Majorität für abfolut landwirtschaftsfeindliche Verträge ( hört! hört! links.) Mit Eisenbahnen allein sind unfre Stolonien Telegraphen Bureau authentisch verbreitet waren, nicht zu halten. Wenn man nicht Gold oder Diamanten findet, so Gegenstand der Diskussion sein durften. Ich begrüße diesen Prä- nicht werde rechnen können. Die engere Leitung des Bundes der sind alle Schutzgebiete nichts wert, und wenn man sie findet, dann cedenzfall; es ist dadurch festgestellt worden, daß alles, was als Landwirte hat aus Anlaß der Stämpfe um den Zolltarif sehr braucht man feine Eisenbahnen zu fubventionieren, dann finden sie eine öffentliche Rundgebung über öffentliche Angelegenheiten vom scharfe Worte gegen Abgeordnete der konservativen und fich von selbst. Wie steht es nun mit der zweiten Eisenbahn Monarien ausgeht und in authentischer Weise beglaubigt ist, hier ursprünglich gegründet für eine Vereinigung landwirtschaftlicher meiner Partei gerichtet. Der Bund Der Landwirte ist von Tanga bis Korogwe? m Etat des vorigen Jahres Gegenstand der parlamentarischen Verhandlungen sein kann. Allers Interessenten aus allen Parteien und jene Erklärung bedeutete eine war für diese Bahn ein Betriebsüberschuß von 30 M. heraus- dings wurde gestern eine Beschränkung hinzugefügt insofern, als lleberhebung über seine eigentlichen Befugnisse. Wir haben mit der gerechnet, imuner noch eine ganz respettable Summe( Seiterkeit), gewiffe Dinge nicht als öffentliche Angelegenheiten angesehen Annahme des Zolltarifs der Landwirtschaft wirkliche Dienste geleistet. jetzt zeigt es sich aber, daß die Einnahmen nur 50 Broz. wurden. Ich kann natürlich nichts gegen die Entscheidung Herr Dertel, der seinen gelegentlichen Unmut in feinem Blatte öfter der Betriebsabgaben gedeckt haben, es hat sich bereits ein des Präsidenten unternehmen. Privatverhältnisse werden hier Deficit von 65000 Mart ergeben. In der Kommiffion hatte ja überhaupt nicht erörtert. Ich verstehe es so, daß der durch Berufung auf den Fürsten Bismard Ausdrud verleiht, hat man einen Sachverständigen aus Östafrika. Als er aber erklärte: Präsident, abgesehen von dem einen Fall, alle Aeußerungen des einen Ausspruch des Fürsten Bismarck nicht befolgt:" Seid einig, entweder man baut die Bahn bis zum Kilimandscharo, das sind staisers, die irgend welches öffentliche Interesse haben, zur Be- einig, einig!" Der Bund der Landwirte hat im Gegenteil eine 260 Kilometer weiter, oder fie hat überhaupt sprechung zulassen wollte. Was das Swinemünder Telegramm an- Spaltung innerhalb der konservativen Parteien und innerhalb der feinen 3wed, hätte man die Gefichter der Herren sehen sollen, langt, so hätte der Reichskanzler, wenn er sich nicht für verantwort- deutschen Landwirte untereinander hervorgerufen. Das ist das Res der fachverständige Herr wurde eiligst wieder aus der Kommiffion lich hielte, ja nicht zu antworten brauchen.( Sehr richtig! links.) fultat, das die Herren erzielt haben! hinaustomplimentiert.( Seiterkeit.) Am sonderbarsten ist, daß man Herr v. Vollmar irrt, wenn er meint, der Reichskanzler hätte während Unfre sociale Gefeßgebung hätte einen befferen uns bei der jetzigen Finanzlage noch den Abschluß des Vertrages der Zeit in Bayreuth gefeffen. Wenn ich die Daten vergleiche, so und schnelleren Verlauf genommen, wenn wir noch ein mit der ostafrikanischen Gesellschaft zumutet. Der Vertrag felber war der Reichskanzler mit dem Monarchen von Reval nach Swine- Socialistengesek hätten. Ich will nicht sagen, daß das frühere wird uns gar nicht vorgelegt, er ist nach meiner Ansicht null und münde zurückgekehrt. In Swinemünde hatte er sich vom Kaiser getrennt Socialistengesez vollkommen gewesen wäre, und daß man es nota nichtig, da er nie dem Reichstag zur Genehmigung vorgelegt und war nach Berlin gefahren. Kurz bevor das Telegramm explodierte wendigerweise als ein Ausnahmegeses abfaffen mußte; aber worden ist. ( Heiterkeit), war er von Berlin bereits wieder abgereist nach Bayreuth. gegenüber einer Partei, die die Fundamente Rebner geht zur Befprechung des Militär- Etats über und erörtert Der Reichstanzler giebt ja zu, daß er vorher gar nicht gefragt unirer christlichen Kultur umstürzen will, fann den Nutzen der Kavallerie, über den man sehr geteilter Meinung sei. worden ist. Ich habe allerdings zu seiner Einsicht das Vertrauen, man ohne eine besondre Gesezgebung nicht auskommen. Ich fürchte, Die Kritiken der blendenden Kavallerie Attaden baß wenn er gefragt worden wäre, er die Bedenken in förderativer die Zukunft wird das noch viel mehr lehren, als es die Vergangenbei den Kaisermanövern, die Herr Schädler angeführt hat, und konstitutioneller Hinsicht geltend gemacht hätte und vor allem heit gelehrt hat. Die geistigen Waffen, die man immer für den find wirklich nicht vereinzelt aufgetreten.( Sehr darauf hingewiesen hätte, daß das Gegenteil des Zwedes erreicht Stampf mit der Socialdemokratie forderte, müffen außerordentlich richtig! links.) Wenn es eine Stavalleriefrage giebt, so ist es die, wird von dem, was bei der Absendung beabsichtigt war.( Der stumpf gewefen sein, denn es sind damit so gut wie gar keine Ers daß man die Kavalleristen von der Bekleidung und Ausrüftung be- Reichsfangler nidt zustimmend.) Die Sache wäre auch gleichgültig folge erzielt worden( Lebhafte Zustimmung bei den Socialdemo freit, die sie seit alters her haben und durch die sie zum geblieben, wenn bas Telegramm nicht nachher veröffentlicht trafen), auch nicht seitens des Abg. Richter, der ja eine recht geist Waffenfutter für die modernen Waffen werden. Die Metall wäre. Ueber diese Veröffentlichung, die das Entscheidende ift, volle Schrift gegen den Socialismus geschrieben hat.( Lachen bei " helme, die Metallknöpfe, die Langenfähnchen und alles was ist der Herr Reichskanzler hinweggeglitten! Diese Veröffent den Socialdemokraten.) Ebenso wie bei der Zwangserziehung bedarf sonst die Aufmerksamkeit des Feindes erregt, Feindes erregt, muß fort lichung aber kann nur auf Grund einer Verfügung, einer man bei der Socialdemokratie neben den geistigen auch andre Waffen. fallen. Auffallend ist es, daß in einem Augenblick, wo sonst Anordnung, also solcher Maßnahmen, für die die Reichsverfaffung Wir haben es hier mit einer Partei zu thun, die eventuell vor einem jebe Gehaltserhöhung für Beamte abgelehnt wird, ausbrücklich die Gegenzeichnung des Kanglers vorfieht, erfolgen. Wer gewaltsamen Umsturz der bestehenden Staatsordnung nicht ben Oberstlieutenants eine beträchtliche Zulage hat die Anordnung gegengezeichnet, und ist eine Gegenzeichnung zurückschreckt! Herr v. Vollmar sprach von der Gefahr des Abfolus gewährt werden soll. Es scheint mir, als wolle man damit überhaupt erfolgt? Gerade die Veröffentlichung hat bewirkt, daß es tismus. Diese Gefahr ist meines Erachtens um so größer, je mehr eine höhere Bension für diejenigen erreichen, welche man zwar nicht mehr eine private Angelegenheit zweier Monarchen sich der Socialismus in Deutschland ausbreitet. Abg. v. Bollmar zu Oberstlieutenans gemacht, aber nicht zu Regimentskommandeuren. war, sondern das war eine Provokation der öffentlichen Meinung. hat sich auch auf den franzöfifchen Socialisten Jaurès berufen. ( Sehr richtig! links.) Aus dem Hause ist ja ein Antrag eingegangen, Dem ift hier von der Regierung der Regierung etwas be- Aber die franzöfifchen Socialisten stehen auf noch in dieser Seffion ein Ministerpensions- Gesetz vorzulegen. Ich schert worden, nut der Socialdemokratie einem egtrem egtrem agrarfreundlichen Standpunkt. fann es nicht verstehen, wie man bei der gegenwärtigen Finanznot geschieht.( Große Heiterkeit. Sehr wahr! im Centrum.)( Sehr richtig! rechts.) Jaurès hat den Antrag Kanis, eine derartige Forderung erheben kann. Der Herr Bedner erörtert Ich bin dem Herrn Reichskanzler sehr dankbar, daß er sich gestern ins Französische überfest, der dortigen hierauf die Vorgänge, welche bei der Verlegung eines Husaren- Re- über das Verhältnis zwischen Reichstanzler und Kaiser auch im Stammer eingebracht. Er hat für einen sehr hohen Weizenzoll giments von Düsseldorf nach Krefeld gespielt haben. Er erzählt allgemeinen geäußert hat. Er fagte, die Abwicklung der Geschäfte geftimmt. unter Heiterkeit des Hauses die Unterhaltung zwischen dem Kaiser zwischen Kaiser und Reich vollzieht sich bei beiderseitigem guten Was die Verantwortlichkeit des Serrn Reichs. und den Ehrenjungfrauen von Krefeld auf dem Bahnhofe. Willen, bei gegenseitigen Konzeffionen und Kompromiffen. Die tanglers anlangt, so muß ich zugeben, daß, wenn die gegenwärtigen wie es fonft св Es scheint wirklich so, daß die Militärverwaltung erst nach der Snitiative des Monarchen dürfe nicht beschränkt werden. Ja, damit Bustände fortbestehen, es dem Herrn Präsidenten immer faiserlichen Busage auf dem Bahnhof in Krefeld Anweisungen erhalten hat er uns das interne Verhältnis geschildert. Darauf kommt es gar ich toerer werden wird, die Person Sr. Majestät bes hat. Für die Maßnahmen ist ja der Kriegsminister in vollem Um- nicht an. Das ist nicht Gegenstand unsrer Kritik. Wir wissen schon staisers aus der Debatte fernzuhalten. Es würde fange verantwortlich.( Kriegsminister b. Goßler nidt. Reichskanzler zu wenig davon, als daß wir darüber rechten könnten. Was schließlich dazu kommen, daß Majestätsbeleidigungen, die außerhalb Graf Bülow lacht.) Ich möchte an ihn die Anfrage richten, ob der bei uns anstößt, ist nicht, wie man sich intern verständigt, sondern des Hauses schwer bestraft würden, hier im Reichstag ausgesprochen Kriegsminister erst nach diefer Unterhaltung von der Bet daß nach außen öffentliche Kundgebungen und Verfügungen erfolgen, würden. Ich kann nur dringend wünschen, daß es dem Herra Reichslanzler gelingt, Maßregeln zu treffen, baß solchen Zuständen thunlichst vorgebeugt wird. Abg. Schrader( freif. Vg.): 4 zu fratische Partei, und daher wagt es feine Partei, gegen viele, die sich nach einem ftart accentuierten Monarchen fehnten. Auch die Arbeiterinteressen aufzutreten.( Sehr richtig: links.) diejenigen, die mit dem Gang unsrer Politik nicht einverstanden sind, Zum Schluß möchte ich dem Herrn Reichskanzler unsern Dant sollten nicht ungerecht sein für das thatkräftige Streben und das aussprechen, daß er es durchgesezt hat, daß unser Antrag für ideale Wollen unsres Kaisers, sie sollten doch nicht ungerecht sein für Ich möchte zunächst an die gestrigen Ausführungen des Herrn Wahrung des Wahlgeheimnisses endlich Gesetz wird und den großen Zug in seinem Wesen, nicht ungerecht dafür, daß er einen Reichskanzlers über unsre auswärtigen Beziehungen einige der den Gedanken einer Aenderung des Wahlgesetzes im reaktionären freien und vorurteilslosen Sinn hat. Ich sage das ohne jeden Bemerkungen knüpfen. Ich bin mit dem Herrn Reichskanzler durch Sinne bei diefer Gelegenheit nicht hat aufkommen lassen. Sehr Byzantinismus. Aber in der Person des Kaisers ist nichts Kleinaus einverstanden, daß fühle Ueberlegung in der auswärtigen Politik wünschenswert wäre es, wenn nun endlich auch die Frage der liches, und was Sie ihm auch vorwerfen mögen, ein Philister Herrschen soll, und diese fühle Ueberlegung hat er auch stets bewiesen, Diäten geregelt würde. Uebrigens handelt es sich auch nicht bloß ist der Kaiser nicht.( Große Heiterkeit.) Es ist ihm gelungen, was sicher nicht ganz leicht ist, zu verhindern, um die Frage des Wahlgeheimnisses, sondern darum, daß endlich daß Störungen des friedlichen Einvernehmens mit andren Staaten auch einmal die behördlichen Wah.beeinflussungen aufhören.( Bravo! gewählter Form gegen die Person des Monarchen gerichtet Herr Richter hat seine Angriffe, wenn auch in geschickter und entstanden sind. Echwierigkeiten in unsren Beziehungen zu England links.) und nicht gegen die verantwortlichen Minister. Das innerste stammen nicht vom Herrn Reichskanzler, sondern von einer Abg. Liebermann v. Sonnenberg( Antis.): Wesen des fonstitutionellen Staates besteht aber andren Stelle und find hauptsächlich zurückzus Auch ich spreche dem Reichskanzler den Dank dafür aus, daß er darin, daß der Monarch staatsrechtlich nicht ver= führen auf eine Depesche. Ich glaube, daß hieraus mit dem versprochenen Gesetz zur Sicherung des Wahlgeheimnisses antwortlich ist. Wenn Sie also Angriffe richten wollen gegen der Reichskanzler noch mehr Anlaß nehmen wird, dem, eine alte Forderung auch unsres Programms erfüllt hat. Ich hoffe, irgendwelche Handlungen des Monarchen, so sind dieselben zu richten was Herr von Kardorff ausgesprochen hat, nachzukommen, daß auch die konservative Partei erfahren wird, daß sie von an die Person des verantwortlichen Reichskanzlers nämlich dafür zu sorgen, daß nicht eine solche verschiedene Hand- dieser Aenderung nichts zu fürchten hat, sie wird allerdings jetzt und der Minister.( Große Unruhe links.) Ich wüßte mich habung unserer äußeren Politik Plaz greift. Ob die Herren Social- bei den Wahlvorbereitungen etwas früher aufstehen müssen. In diesem nicht zu erinnern, daß ich mich dieser Verantwortlichkeit je entzogen demokraten in Frankreich für hohe Agrarzölle schwärmen, das ist Reichstag wird es ja nicht möglich sein, weitgreifende Gesetzes- hätte.( Erneute Unruhe links.) Wenn ich die Ueberzeugung gewänne, ihre Sache. Die Herren Socialdemokraten hier wird das vorlagen zu erledigen, aber wir hoffen, daß der Reichskanzler dem daß zwischen dem Monarchen und mir ein Zwiespalt darüber ents wohl auch falt Taffen.( Abg. Singer: Sehr richtig!) nächsten Reichstag weitere Geseze zum Ausbau der Social- stände, auf welche Weise den Interessen des Landes unter den Was die Venezuela- Angelegenheit anlangt, so halten politik vorlegen wird. Herr v. Kardorff unterschätzt bedeutend gegenwärtigen Verhältnissen zu dienen sei, so würde ich diesem auch wir das Haager Schiedsgericht für die eignetste Vermittelung und sind dem Präsidenten der Diefe Partei ist viel weniger durch gedie Kraft des geistigen Kampfes gegen die Socialdemokratie. Zwiespalt dadurch ein Ende machen, daß ich Se. Majestät bäte, mich Vereinigten Staaten dankbar, daß er die Vermittelung abgelehnt hat. Führer als vielmehr durch die furchtbaren Fehler der Regierung Stelle stehe, bitte ich, etwaige Angriffe nicht an die allerhöchſte die Fähigkeit ihrer in Gnaden meines Amtes zu entheben. So lange ich aber an dieser Ich wende mich nunmehr zum Etat. Er ist aufgestellt nach den- fo groß geworden. Der Schutz der wirtschaftlich Schwachen ist Person, sondern an den verantwortlichen Reichskanzler zu richten. felben Grundsäßen wie die früheren, d. h. die einzelnen Ressorts haben dringend notwendig und nicht nur die Industrie- Arbeiter gehören zu Ich komme mun noch mit einigen Bemerkungen zu dem Herrn möglichste Sparsamkeit geübt, und es ist dem Herrn Reichs- Schazsekretär den wirtschaftlich Schwachen, sondern ebenso die Land- Abg. Liebermann v. Sonnenberg. Unter den Achivi, von nicht gelungen, weitere Abstriche zu erzielen. Jah stimme mit Herrn wirtschaft. Es ist ja die Möglichkeit vorhanden, daß denen ich gestern sprach, steht der Herr Abgeordnete unzweifelhaft in Richter darin überein, daß vor allem am Militär- und selbst mit dem angenommenen Zolltarif noch erster Linie.( Stürmische Heiterkeit.) Fürst Bismarck hat wiederholt Marine-& tat Abstriche vorgenommen werden müssen. etwas Das neue Reichs- Marine- Amt fönnte ebenso wie das Patentamt in wird, mit diesem Zolltarif, der wie wir jetzt aus ge- deutschen Volkes, ich erinnere nur an die Battenberg- Episode. Er ist für die Landwirtschaft herausgeschlagen zu kämpfen gehabt mit den Gefühlen der großen Mehrheit des der That in eine etwas billigere Gegend weiter entfernt vom Mittel- wissen Versammlungen gehört haben, fast gescheitert wäre. sehr oft genötigt gewesen, die Interessen des Landes zu stellen über die punkt der Stadt verlegt werden. Unfre Kolonien sind entstanden Gs haben Herren mit rotem Kopf die Verhandlungen verlassen und vorübergehende Stellung der öffentlichen Meinung.( Sehr richtig!) Das in einer gewissen Hurraftimmung, man wollte dem deutschen Wolfe der Herr Reichskanzler hat gesagt: was soll nun werden. Wenn war auch unfre Aufgabe gegenüber dem südafrikanischen Kriege und etwas Neues bieten und die Einrichtung der Kolonien hat von vorne Friedrich der Große von seinen Offizieren verlangte, daß sie Glück auch während des Besuches der Boerengenerale in Berlin, auf den herein darunter gelitten. Da wir sie aber nun einmal haben, müssen haben müssen, so müssen auch Staatsminister Glück haben. Das einzugehen ich mich durchaus nicht scheue. Der Empfang der wir verfuchen, sie möglichst rentabel zu machen und da steht die Glück naht ja in mancherlei Gestalt. Unfrem Herrn Reichs- Boerengenerale war dem Kaiser durch mich vors Entwicklung der Verkehrsmittel an erster Stelle. Ich fürchte, es fanzler ist es wird nicht möglich sein, den ganzen Betrag der Zuschußanleihe durch geordneten Singer genaht.( Große Heiterkeit.) beim Zolltarif in Gestalt des Herrn Ab- geschlagen worden unter zwei ausdrücklichen Bedingungen, nämDas beste lich einmal, daß sich die Boerengenerale auf deutschem Streichungen resp. Erhöhung der Matrikularbeiträge zu kompensieren, Rezept, wie auch mit diesem Zolltarif gute Handelsverträge Boden jeder anti- englischen Agitation jedenfalls werden wir den Etat in der Kommission auf das forg- abgeschlossen werden können, ist in anti- englischen Agitation zu enthalten hätten, famste zu prüfen haben. einer jener Versamm- und Audienz daß sie als englische Staatsangehörige die lungen gegeben worden, als gefagt wurde: Warum treten wir durch den englischen Botschafter nachzusuchen hätten. General Dewet Die unvernünftige Wirtschaftspolitik der legten nicht schärfer auf? Wir sind die besten Käufer der Welt. Zum hatte diese Bedingungen für sich und seine beiden Kameraden anJahre hat zu der anhaltenden wirtschaftlichen Donnerwetter! Mit einem solchen Käufer werden die Herren doch genommen( hört! hört!); ich fann meinen Gewährsmann dafür Depression viel beigetragen. Die Börsengefeßgebung hat unfre gern verhandeln. Wir brauchen nur etwas Geldverhältnisse start geschädigt. Seit 1897 wächst die Unruhe in Schneidigkeit. mehr nicht neunen, aber ich versichere Ihnen, daß es eine durchaus glaubden Kreisen unirer verschiedensten Erwerbszweige von Jahr mir Herrn v. Kardorff möchte ich auffordern, würdige, achtungswerte Persönlichkeit ist. Von demselben Gewährsmal einen freitonservativen Wähler zu Jahr. Auch die Annahme des Zolltarifs wird diesem Zustand zeigen. mann wurde mir einige Wochen später mitgeteilt, daß bei den Solche sind mir noch nicht begegnet. Es giebt Boerengeneralen eine plögliche Sinnesänderung kein Ende machen. Das, was Sie( zur Mehrheit) beschlossen haben, zwar freikonservative Abgeordnete. aber keine Wähler.( Heiterfeit.) stattgefunden hätte, daß sie es nicht mehr für wird nie Gesez werden. Die Abänderung der Säge durch Handels- Thatsächlich sind die Freikonservativen immer Stompromisse ein möglich hielten, beim Kaiser ihrerseits um eine verträge reicht nicht zu. Es wird nichts übrig bleiben als eine gegangen in Wahlkreisen, wo die Konservativen sehr stark waren, Audienz nachzusuchen, sondern daß sie es für richtiger Aenderung des Bolltarif Gefezes.( Sehr wahr! links.) Sie Nationalliberalen aber nicht sehr schwach. Der Kandidat hielten, wenn der Kaiser fie tommen ließe. Unter Damit aber wird noch dazu im nächsten Reichstage die ganze bekommt dann das Wörtchen frei von den Nationalliberalen und diesen Umständen konnte von der Audienz keine Rede sein, und es Zollfrage von neuem wieder aufgerollt werden. Die Antwort auf befommt damit die Freiheit, sich im Reichstag mal nicht konservativ konnte auch ein Empfang an amtlichen Stellen, nachdem die Generale unfern neuen Tarif ist von einigen Staaten, mit denen wir im zu zeigen.( Große Heiterkeit.) Herr Schädler hat erklärt, daß seine einer Audienz beim Kaiser ausgewichen waren, nicht mehr in Frage Handelsverkehr stehen, bereits gegeben durch Erhöhung ihrer Säße. Freunde Handelsverträgen nicht zustimmen würden, die nicht Schutz kommen. Ich möchte nun noch eingehen auf eine Aeußerung des Ich fürchte, daß die Verträge, die die Regierung uns vorlegen wird, für die Landwirtschaft bringen. Ebenso haben das die Deutsch Herrn v. Kröcher, die Herr v. Liebermann sich zu eigen gemacht, weder der Industrie noch der Landwirtschaft zum Nutzen gereichen konservativen erflärt. Theoretisch ist also die Landwirt über die zu große Liebenswürdigkeit und Freundlichkeit werden. In jener berühmten Sigung vom 13. zum fchaft gerettet und ich hoffe, daß das letzte Wort mit soll wohl heißen zu große Schwäche- unfrer aus 14. Dezember umdrängten die Führer der mehr dem Zolltarif in dieser Beziehung noch nicht gesprochen ist. wärtigen Politik. Es ist merkwürdig, daß während uns hier heit, als endlich die Annahme des Tarifs erfolgt war, Große Ersparnisse werden beim Marine Etat zu machen von manchen Leuten vorgeworfen wird, wir wären zu liebenswürdig, den Reichskanzler und den Grafen Bofadowsky, um fie fein. zu beglüdwünschen. Aber Sie( nach rechts) werden fich mit ab machungen von hoher Stelle auslöffeln. Das Volk muß jezt vielfach allerhand Vor- ich in auswärtige Blätter lesen und sogar hier und da in Berichten An zu hören bekomme, wir wären im höchsten Grade unliebenswürdig. dem Erreichten nicht begnügen; auch bei den Handelsverträgen wird einer Stelle darf nicht gespart werden: Bei der Fürsorge für unsre Das eine ist so unrichtig, wie das andre. Es ist eine vollständig der Bund der Landwirte exorbitante Forderungen für die Landwirt Invaliden. Die Mittel dazu könnten durch die Wehrsteuer auf- falsche Auffassung, daß wir uns irgend jemandem an den Hals schaft erheben, die Konservativen werden im Bunde mit dem Centrum gebracht werden. Jetzt wird im Lande für die Veteranen gewürfen, so hysterisch sind wir gar nicht angelegt.( Heiterkeit.) Wir etwas davon nachlassen, und so wird das alte Spiel immer weiter fammelt und um alte Kleider für sie gebeten. Das find haben es auch gar nicht nötig, irgendwo eindringlich um Liebe zu fortgefeßt werden. Daren wird auch der jüngste häusliche Streit unwürdige Zustände. Ueber den Telegrammwechsel zwischen dem werben. Wir brauchen niemand nachzulaufen, wir brauchen zwischen Konservativen und Bund nichts ändern. Kaiser und dem Prinzregenten ist von den Abgeordneten die andren nicht mehr, wie die andren uns brauchen. Es ist ganz unvermeidlich, daß der Reichstag fich mit den Aus Schädler und Vollmar gesagt worden, sprüchen und Anordnungen des Kaifers befchäftigt. mußte. was gesagt werden wir denken gar nicht daran, für irgend jemandes schöne Augen Diese Reden find doch dazu bestimmt, öffentlich be- Abgeordneten haben die Pflicht zu reden. Die Erklärung des Reichskanzlers bedauere ich. Die irgend welche realen deutschen Interessen zu opfern. Aber, meine Es ist die ver- Herren! Jeder Kaufmann wird Ihnen sagen können, daß Geschäfte sprochen zu werden, und was in aller Welt erlaubt ist, fann fehrte Welt. Von den Abgeordneten verlangt man, daß sie nicht notwendig mit schlechten Manieren geführt zu werden brauchen. hier im Reichstag nicht verboten sein. Gestern hat der Präsident schweigen und von den Generalen, daß sie reden.( Sehr richtig! links.) Grobheit ist noch nicht würde, und Kratzdie Besprechung von kaiserlichen Reden verhindert,( Seiterkeit.) Der General v. Los hat sehr schön von dem Vieh- bürstigkeit ist nicht Festigkeit!( Sehr richtig! links.) Ein ewiges es wäre beffer geweien, wenn er es nicht gethan händler Moses Bier gerebet. Hinterher hat sich herausgestellt, daß Greinen und Schelten und Schimpfen über das Ausland, wie ich hier und da hätte. Die Diskussion hätte sich gerade dann innerhalb der Grenzen Moses Bier gar nicht das eiserne Kreuz hatte, das man ihm an- glücklicherweise nur selten in deutschen Blättern gefunden habe, gehalten, die durch die Sachlage geboten sind. Wenn man aber in gedichtet hatte und wegen dessen man ihn in der stammverwandten ist noch kein Beweis vom richtigen Nationalbewußtsein. Chauvis die Redefreiheit der Abgeordneten eingreift, so wird vielleicht versucht Bresse gelobt hatte.( Heiterkeit.) Den Reichskanzler bitte ich, für nismus und Vaterlandsliebe sind nicht identische werden, die Grenzen zu überschreiten, die sich sonst jedermann gern endliche Einführung von Diäten Sorge zu tragen. Was Begriffe.( Lebhaftes Sehr wahr! links.) Wenn die Kunst eines gefallen läßt. Hoffentlich führt der Einfluß des Reichskanzlers hier die auswärtige Politik anlangt, so datiert der Haß Englands auswärtigen Ministers lediglich darin bestünde, von Zeit zu Zeit mit eine Aenderung herbei.( Heiterkeit.) Ich hoffe, daß der Reichskanzler gegen uns nicht von dem Boerenkriege. Der ist viel älter. der Faust auf den Tisch zu schlagen, dann könnte mancher Minister diese Verhandlungen des Reichstages dem Kaiser borlegt, Das enge Verhältnis zu England hat uns nur Nach des Aeußeren sein.( Heiterkeit.) und daß er uns in Zukunft in den Stand fett, uns nur teile gebracht. Die Vereitelung des Empfangs der Unire Aufgabe in der Welt besteht nicht darin, noch mit dem Reichskanzler beschäftigen zu müssen und nicht mehr Boerengenerale in Berlin beim Kaiser war sehr bedauer- daß wir nach Indianerweise den Tomahawk mit dem Staiser.( Sehr gut! links.) Die Unverantwortlichkeit lastet doch Lich. Endlich bitte ich die Herren der Ausschmückungskommission schwingen und heute diejen, morgen jenen Stalp ausschließlich auf dem Reichskanzler für alles, was geschieht und des Reichstages, zu untersuchen, ob nicht das Standbild des Kaisers verlangen.( Heiterkeit.) Die Zeiten, wo der Deutsche int was nicht geschieht. Auf ein Minister verantwortlichkeits- Wilhelm I. im Reichstagsgebäude einen andren Platz bekommen Ausland und gegenüber dem Ausland zu bescheiden auftrat, find Gesez lege ich herzlich wenig Wert. Biel wichtiger ist, fann. Es stört uns, daß der Kaiser uns fortgesezt den Rücken zu Gott sei Dank vorüber, und Sie können versichert sein, daß ich diese daß wir einem Reichskanzler oder einem Staatssekretär, der unser wendet. Wir wünschen, daß er uns seinen Blick zuwende ein Zeiten nicht wieder herbeiführen werde. Wir wollen es aber auch Bertrauen nicht befißt, das Budget verweigern können. Symbol dafür, daß unsre Beratungen stets in seinem Geiste gehalten nicht machen wie der Bauer in der Fabel, der, nachdem er auf der So wurde einst im Abgeordnetenhause dem Minister Graf Jhenpliz sein mögen!( Beifall bei den Antisemiten und rechts.) einen Seite vom Gaul heruntergefallen war, nachdem er kaum der Bau einer Eisenbahn verweigert, indem es erklärte, wir bewilligen diese Bahn, aber nicht Herrn v. Jhenplig. Die Regierung heraufgeklettert, von der andren wieder herunterpurzelt. Wir wollen nicht in denselben Fehler verfallen wie andere, benen hat gegenüber den Parteien seit 25 Jahren den Grundsatz befolgt: Herr v. Kardorff schien nicht einverstanden zu sein mit dem wir oft genug Hochmut und Uebermut vorgeworfen haben. Ich Divide et impera. Auch jest ist mir zweifelhaft, ob das national- faiserlichen Marginal zu einem Bericht des Botschafters glaube, ich habe es bereits einmal in Bezug auf unfre Politik in liberal- konservativ- flerifale Zollbündnis noch lange vorhalten wird. Fürsten Rabolin über seine feine Unterredung mit Ostasien gesagt, wir werden nirgend wo das Aschenbrödel spielen, Ich muß eingehen auf die Kundgebungen, die in letzter Zeit Millerand. Die Stelle lautete:" Herr Millerand verfolgt energisch aber den Renommisten und Großthuer wollen wir auch nicht spielen, stattgefunden haben, von Arbeiterdeputationen und großen die Hebung der unteren Klassen, wozu die Bourgeoisie nicht allzu- fondern ruhig und fest, wie es immer deutsche Art gewesen ist, ohne Arbeitervereinigungen, die dem Kaiser Treue und Anhänglichkeit sehr geneigt ist." Dazu hatte Sr. Majestät der Kaiser an den Schwäche aber auch ohne Provokation und ohne unnötiges Maulaussprechen sollten und von denen man eine Schwächung der Social Rand geschrieben: Richtig und das überall!" Jch be heldentum unsren Weg gehen.( Beifall.) Social- Rand demokratie erwartete. Die Socialdemokratie wird sich dagegen ver- ftreite teineswegs, daß gerade in Deutschland das Bürgertum teidigen, wenn sie es hier nicht darf, wird sie es an andrer Stelle und das Unternehmerium viel geleistet hat für die Hebung Abg. v. Kardorff( Rp.): Ich möchte nur dem Abg. Lieberman thun. Mir ist es aber doch sehr zweifelhaft, ob solche der unteren Klassen, daß es thatkräftig mitgewirkt mitgewirkt hat gegenüber bemerken, daß ich niemals das Programm des Bundes Kundgebungen geeignet sind, gegen die Socialdemokratie am Ausbau unsrer socialen Gesetzgebung, aber es liegt in der der Landwirte unterschrieben habe, auch niemals meinen Wählern зи demonstrieren. Wir tönnen U11 3 nicht ber Natur des menschlichen Egoismus, daß keine gegenüber Verpflichtungen eingegangen bin oder ihnen Versprechungen hehlen, daß die große Mehrheit der Arbeiter heute Gesellschaftsschicht gern Opfer bringt zu Gunsten gemacht habe. Herr v. Liebermann fagte, es gäbe feine freifonferauf feiten der Socialdemokratie steht, und je mehr man den Krieg einer andern Gesellschaftsschicht. Es ist deshalb Pflicht der vativen Wähler. Ich lade ihn in meinen Wahlkreis ein, da kann gegen die Socialdemokratie schürt, desto mehr identifiziert man die Monarchie, hier ausgleichend einzugreifen, damit die Klaffen ich ihm ein paar Tausend zeigen.( Heiterkeit.) Arbeiterschaft mit der Socialdemokratie.( Sehr richtig! links.) Der differenzen immer mehr zusammenschrumpfen, damit die ärmeren Herr Reichskanzler hat uns Aeußerungen englischer Arbeitervertreter Klassen wohlhabender werden und immer mehr Individuen aufangeführt über die deutschen Versicherungsgeseze. In der That hat steigen aus den unteren in die höheren Schichten. Das ist mein kein andres Land auf dem Gebiet etwas Aehnliches geleistet wie socialpolitisches Bekenntnis, das ist die Anschauung der verDeutschland, in feinem andren Lande find aber und dieser Ansicht hat der Kaiser auch bündeten Regierungen, und F " • Reichskanzler Graf Bülow: 4 das Die Weiterberatung wird hierauf auf Donnerstag 1 1hr vertagt. Schluß 5½ Uhr. Vermischtes. die Vorbedingungen dafür so gegeben wie in Deutschland in jenem Marginal Ausdrud gegeben, dessen Verlesung ich Mus Cork( Irland) wird unter dem 17. Januar geschrieben: Der Ein irischer Postdampfer mit ganzer Besatzung untergegangen. mit feiner bis ins kleinste organisierten Bureaufratie. Gewiß nicht bedauere. Ich möchte mit einigen Worten bringen diefe Gefezze den Arbeitern große materielle Vor- Schlußausführungen des Herrn Richter eingehen. Bei Herrn Dampfer" Upupa"( Sapitän Kearney), der der City of Cork Steamteile. Die Zufriedenheit ist in ihren Reihen dadurch aber nicht ge- Richter pflegt ja meistens das Hauptgewicht der Rede auf dem Paket- Company angehörte und auch Postdienste verrichtete, wird seit wachsen. Und warum? Wenn der Herr Reichsfanzler die Schluß zu liegen. Ich will mich mit rückhaltsloser Offenheit aus- Freitagmorgen vermißt und ist auf der Reise von Cardiff nach Cork englischen Vertreter gefragt hätte, ob sie bereit fprechen. In jedem tonstitutionellen Staatswesen hat der Minister mit seiner ganzen Besagung untergegangen. Das Schiff verließ wären, unsre Versicherungsgeseze und damit auch und namentlich die leitenden Staatsmänner mit der Individualität Cardiff am Donnerstag frühmorgens und geriet bald nach der Ausunsre sonstigen Zustände zu übernehmen, so des Monarchen zu rechnen. Wie unter uns allen, so giebt es auch fahrt in den in jener Nacht wütenden schweren Sturm, nachdem es würden fie fie gesagt haben: Das fällt uns gar nicht ein. unter den Fürsten schwächere und stärkere Individualitäten. noch kurz vorher von verschiedenen andern Schiffen gesehen und ge= Die Arbeiter genießen bei uns biel größere Berücksich- Je stärker und je ausgeprägter die Individualität des Monarchen sprochen worden war. In der Nähe der irischen Küste, d. H. in der tigung ihrer Rechte.„ Ich bedaure, daß wir wir nicht andre ist, um so mehr wird er geneigt sein, Einfluß zu gewinnen auf den Höhe von Ballycotten- Bucht, muß dann der Dampfer zu Grunde Wege gehen als bisher, um die Arbeiter von der Socialdemokratie Gang der Staatsgeschäfte. Daß dadurch einem verantwortlichen gegangen sein, weil seit gestern nachmittag fortgefegt in der geabwendig zu machen. Berücksichtigen wir die Jutereffen der Arbeiter Minister seine Aufgabe nicht immer erleichtert wird, darin hat Herr nannten Bai Schiffstrümmer, Boote, Rettungsgürtel usw., zum Teil in allen Wegen, soweit es irgendwie mit unfren Interessen vereinbar Richter vollkommen recht, und deshalb habe ich zu seinen Aus- mit dem Namen„ Upupa", angeschwemmt werden; drei Leichen von und hüten wir uns davor, ihnen irgendwelche Be- führungen genickt. Aber auf der andern Seite wollen wir doch Personen, die zu dem Schiff gehörten, find ebenfalls schon gefunden fchränkungen aufzuerlegen, die andren Ständen nicht auferlegt nicht vergessen, daß eine starte und ausgeprägte und begabte worden. Der Dampfer war ungefähr 1000 Tonnen groß, hatte eine Sorgen wir dafür, daß sie durch die Steuergesetze Individualität eines Fürsten für ein Bolt von nicht zu unter- Befagung von 26 Mann und 14 Fahrgäste an Bord. nicht am meisten belastet werden, dann wird sich sicher ein Teil der schäzendem und sehr großem Vorteil ist. Davon kann man sich im Aus Kiew wird berichtet: Vorgestern entstand in der Kirche des Arbeiter sagen:„ Es ist vielleicht beffer, nicht Socialdemokrat zu Auslande überzeugen. Ich habe lange Jahre meines Lebens im hiesigen Gouvernementsgefängnisses während des Gottesdienstes ein fein und die Vorteile zu genießen".( Abg. Bebel: Dabei Auslande zugebracht und ich habe in ausgesprochen parlamentarisch Streit unter den internierten schweren Verbrechern. Es kam zu werden wir Sie stets unterstützen!) Das wird uns regierten Ländern nicht sehr viele gesprochen, die mit einer ganz einem Handgemenge, bei dem drei Arrestanten verwundet wurden. immer angenehm sein. In England giebt es feine große focialdemo- lévadierten Haltung der Monarchie einverstanden waren, aber sehr Das Personal der Gefängniswache stellte die Ruthe wieder her. ist, werden. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 22. Januar. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. L'Arlésienne. Schauspielhaus. Nathan der Weise. Deutsches. Faust. Berliner. Heimkehr. Lessing. Der blinde Passagier. Neues. Die Fliege. Residenz. Die beiden Schulen. Thalia. Seine Kleine. Westen. Der Karneval in Rom. Central. Madame Sherry. Belle Alliance- Theater. Cupido u. Co. Am Telephon. Anfang 8 Uhr: Neues Opern Theater. Chopin= Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Walluer- Theater). Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: Donnerstagabend 8 Uhr: Esther. Von Franz Grillparzer. Bierauf: Zwei Eisen im Fener. Rustspiel in 3 Aften frei nach Calderon von Friedrich Adler. Freitagabend 8 Uhr: Renaissance. Sonnabendabend 8 Uhr: Ein Ehrenwort. Ein Ehrenwort. Schauspiel in 4 Atten von Otto Erich Hartleben. Freitagabend 8 Uhr: Zum erstenmal: Das Geheimnis der Gilde. Sonnabendabend 8 Uhr: Renaissance. Urania. Apollo- Theater. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Das Land Tirol. Im Hörsaal um 8 Uhr: Abend von Miz Jjadora Duncan. Dr. Schwahn: Gebirge und Schiller 0.( Wallner- Theater.) Esther. Hierauf: Zwei Eisen im Feuer. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Ein Ehrenwort. Carl Weiß. Ilse Römer. Luisen. Die Maschinenbauer von Berlin. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Buntes. System Aubert. Kleines. Erdgeist. Trianon. Die Liebesschaukel. Palaft. Auf hoher See. Specialitäten. Casino. Moderne Frauen. Specialität. Apollo. Specialitäten. Hochzeit. Nativis Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Steidl. Steidl- Sänger. Passage Theater. Specialitäten. Passage Panoptikum.Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Das Land Tirol. Im Hörsaal: Dr. Schwahn über „ Gebirge und Erdbeben". Invalidenstraße 57/62. geöffnet von 7-11 Uhr. Täglich Central- Theater Donnerstagabend 7, Uhr: Gastspiel des Fräul. Fritzi Georgette. Zum 80. Male: Madame Sherry. Morgen: Dieselbe Borstellung. Sonnabend Nachmittag 4 Uhr: Schneeweisschen und Rosenrot. 26. 7%, Uhr: Gastspiel des Fräul. Frigi Georgette. Madame Sherry. Sonntag- Nachmittag 3 Uhr: Die Geisha. Abends 7, Uhr: Gastspiel des Frl. Frizi Georgette. Madame Sherry. Residenz- Theater. Direttion: Sigmund Lautenburg. Anfang 7 Uhr. Die beiden Schulen. ( Les deux Ecoles.) Lustspiel in 4 Aften von Alfr. Capus. Deutsch von Theodor Wolff. Erdbeben." Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Zagl. 8-9, Uhr: Specialitäten u. boden. Donnerstag 9 Nakiris Hochzeit. Robert Steidl auf dem HängeSonnabend Uhr: Freitag Frau Luna. Sonntag Uhr: Sonntagnachmittag 3 Uhr ermäßigte Preise, ohne Vorverkaufs- Gebühr: Lysistrata. An allen Vorstellungen borher Specialitäten. Passage- Theater. Palast- Theater Vorstellung. Anfang: Sonntags 3 Uhr. Wochent. 5 Uhr. Ende 11 Uhr. Nur noch kurze Zeit: Auguste Adamovic Nachmittags 7 Uhr. Abends 10 Uhr. Willy Prager. 14 neue erstklass. Nummern. CASTANS Panoptikum Friedrichstrasse 165. Grosse Busch- Ausstellung. Max u. Moritz, Pater Filucius etc. Zauberkünstler F. Roberts ( d. Verschwinden einer Dame). Kasperle- Theater. Illusionen. Gr. Promenaden- Konzert. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Bum 163. Male: Seine Kleine. Morgen und folgende Zage: Die Große Ausstattungspoffe mit Gesang beiden Schulen. Luisen- Theater. und Tanz in 3 Aften. Im 1. Aft: Ein Winterfest im Grunewald. Jm 2. Aft: Haben Sie nicht den fleinen Cohn gesehn?( mit Burgstraße 22. Früher: Feen- Palast. Das phänomen. Januar- Programm. Alles neu! Neu! Alles neu! 8/ hr. Neu infceniert: 8% Uhr. Achtung! Achtung! Donnerstag, den 22. Januar 1903, abends 8 Uhr: = 32= Volksversammlungen für Berlin und Vororte. Tages- Ordnung: Was steht auf dem Spiel? Die Versammlungen finden statt: 1. Wahlkreis: Arminhallen, kommandantenftr. 20. Auf hoher See. 2.ahlkreis: Berliner Sockbrauerei, Tempelhofer Berg. Lebensbild m.Gesang u. Tanz in 3 Aften. The Atlantics, Kraft- Aft. Gebr. Bellong, großart. Melange- Art. Jonny Manchenez, das med. Weltwdr. Schnegelsberg, Hasenheide 21. Bühlke, Dennewitftr. 13. The Helsons, eine Scene im Staffe. 3. Wahlkreis: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Elsa Metropol- Theater. Resource, Kommandantenffr. 57. 4. Wahlkreis( Often): Keller, Koppenstr. 29. Mit glänzender Ausstattung: 4. Wahlkreis( Südosten): Drachenburg, Vor dem Schlesischen Thor 2. Neuestes! Allerneuestes! Revue in 5 Bildern von J. Freund. Musik von Victor Holländer. Emil Thomas a. G., Joseph Josephi, Henry Bender, Frid Frid, Flora Siding, Hansi Reichsberg. 300 Mitwirkende. Grandioses Ballett. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. 5. 6. Urania, Wrangelfir. 11. Graumann, Naunynftr. 27. Wahlkreis: Brauerei Friedrichshain( fr. Lipps), Am Königs- Thor. Wahlkreis: Berliner Prater, Kastanien- Allee 7-9. Wernaus Festfäle, Schwedterftr. 23. Weimanns Volksgarten, Badftr. 56. Borussia- Säle, Ackerftr. 6-7. Eiskeller, Chauffeeftr. 88. 10 abno Peters Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80-81. Teltow- Beeskow: Cirkus Schumann Teltow Bestow: Charlottenburg: Volkshaus, Kofinruft. 3. Donnerstag, den 22. Januar 1903, abends 7, Uhr: Elite- Gala- Abend. Hervorragendes Programm. Guido Thielscher). Jm 3. Aft: Der phänomen.Künstler Mr. Diavola Die Maschinenbauer von Berlin. Rebende Märchen. Anfang 7%, Uhr. Anfang 8 Uhr. Borverk. 10-2 Staffe. Morgen: Zum erstenmal: Die Tochter Belials. Sonnabend: Die Tochter Belials. Sonntag 3 Uhr: Die Cameliendame. Abends 8 Uhr: Die Maschinenbauer von Berlin. Montag: Die Maschinenbauer von Berlin. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Sonntagnachm. 3 Uhr: Lenore. Bernhard Rose- Theater- Ensemble Stadt- Theater, Alt- Moabit 47/49. Donnerstag, den 22. Januar 1903: Der Erbförster. Trauerspiel in 5 Aften( 7 Bildern) bon Otto Ludwig. Anjang 8 Uhr. Nach der Vorstellung: Tanz. Looping the Loop. Boltsvorstellung. Barlett 60 Bf. Buntes Theater Die unverwüstliche Pantomime Ilse Römer. Schauspiel in 5 Aften v. E. Ritterfeldt. Anfang 8 Uhr. Morgen zum erstenmal: Familie Humbert oder: Der hundert Millionenschwindel. Sonnabendnachmittag 4 Uhr Kinder- Borstellung: Aschenbrödel. Sonntagnachmittag 3 Uhr fleine Preise: Ilse Römer. Casino- Theater Lothringerstr. 37. Nur noch bis Freitag: Köpnickerstr. 68. Abends 8 Uhr: System Aubert Buntes Theater Köpnickerstrasse 68. Sonnabend, den 24. Januar: Erste SubskriptionsModerne frauen Redoute. und die glänzenden Specialitäten. Anf.: Sonntags 72, Wochent. 8 Uhr. Ab Sonnabend einige Wiederholungen: Ein Sohn des Volkes. Kleines Theater. Unter den Linden 44. 8 Uhr. • 5 . " 9 Eintrittskarte... 10 M. Künstlerkarte Loge für 4 Personen. 20 Anmeldungen im Sekretariate täglich von 10 bis 3 Uhr nachmittags und von 6 bis 10 Uhr abends. 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Rummelsburg- Stralan: Restaurant Bellevue. Tegel- Borsigwalde: Trapp, Bahnhofftr. 1. Weißensee: Schloß Weißensee. Referenten sind die Genossen: Albrecht. Augustin. Barthels. Baudert. Bernstein. Bruns. Förster. Fischer. Friedeberg. Geck. Heine. Herzfeld. Hirsch. Katzenstein. Kiesel. Kotzke. Kunert. Ledebour. Liebknecht. Rosa Luxemburg. Molkenbuhr. Pfannkuch. Schulz. Silberschmidt. Singer. Ströbel. Weyl. Wurm. Wiesenthal. Wermuth. Klara Zetkin. Zubeil. Arbeiter, Parteigenossen! Durch die Vorkommnisse in letzter Zeit werdet Ihr den Ernst der gegenwärtigen Situation erkannt haben. Beweist durch Massenbesuch der Versammlungen, daß Ihr nicht ruhig alle Erdgeist. WinGAGE Taglich Gr. Vorstellung. Provokationen der Reaktion und Machthaber hinnehmt. Trianon- Theater. Georgenstrasse, zwischen Friedrich- u. Universitätsstr. 6 Das sensationelle Januar- Programm. Die Liebesschaukel. Tortajada Spanische Tänzerin. Lustspiel in 4 Akten v. M. Donnay. Anfang 8 Uhr. Paul Conchas:" Im Bivouac". Morton und Elliott, Wallno und Marinette, Excentrics. Tanzduo. Thompsons Wunder- Elefanten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Otto Reutter, Das Bordeverry- Trio. Humorist. Anfang: Bochentags Adrienne Larive, Pariser Sängerin. 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Zum Schluß, neu: O diese Chambre: garnisten!!! Burleske von Meysel. Alburtus u. Bartram, Keulen- Jongl. Die 7 Allisons, Akrobaten. ., Das Mädchen mit dem goldenen Haar", Eine Vision. Ballett. Pariser Luft, Die Reise in den Mond". Biographische Bilder. Das grosse amüsante Januar- Programm Nur allererste Kunstkräfte. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Die Vertrauensleute Berlins und der Vororte. Belle- Alliance- Theater. Cirkus Busch. Jeb. Sonnabend, Sonntag u. Mittwoch Beute u. folgende Lage: Ab. 7, Uhr. nach der Vorstellung: SteidlLinienstraße 132. TANZ. Am Telephon. Drama in zwei Aufzügen. Hieruuf gegen 8 Uhr: Theater Cupido& Co. Dranien burger Thor. Täglich 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Stürmischer Fach- Erfolg! Familie Humbert Ulf- Stomödie von Fritz Steidl. Schwant mit Gef. u. Zanz in 3 Aften. Emil Sondermann, Ferd. Worms, Donnerstag, den 22. Januar 1903, abends 7 Uhr: Dahomey Elefanten- Jagd. mit Tartakoff- Troupe, Seelöwen. Elefant und Pferd. Amateur- Reiten. Hambrod, Kettner; Damen: Bittner, Deutsche Konzerthallen Marton, Foresen. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. 8um lettenmal: Spandauer Brücke 3 Theaterund SpecialitätenVorstellung. Wochentags: Entree frei! KünstlerKapellen I. d. a. gänzlich neue Brogramin Robert und Bertram. Special- Ausschank Entree 50 Pt.( Borverkauf 40 B3f.), Sperrfiz 1 M., Loge 1,50 M. Heute fält der Tanz aus! Freitag: Carmen, 5 der Berliner Bockbrauerei. Königstadt- Casino. Holzmarktst. 72, Ecke Alexanderst. Täglich erftit. Specialitäten- Vorstellung. Jed. Mittwoch, Sonnabd. und Sonntag Tanzkränzchen. Anf. Wochent.8, Sonntags 6 Uhr. Sanssouci Jeden Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. 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Agitiert für zahlreichen Besuch der zu heute abend 8 Uhr anberaumten 32 Volksversammlungen, in denen der Bevölkerung Berlins und der Vororte Gelegenheit gegeben ist, gegen die Gewaltstreiche der parlamentarischen Mehrheit und gegen die Unterdrückung der Redefreiheit im Reichstag Protest zu erheben! Die Volksversammlung ist der Die Volksversammlung ist der freie Reichstag des Proletariats! " Lokales. Erheiterndes aus den Spandauer Musterbetrieben. Man schreibt uns: Wem Gott ein Amt giebt, dem giebt er auch Verstand," lautet ein Sprichwort, dessen Wahrheit den Arbeitern der Spandauer Staatsbetriebe felten so sehr zum Bewußtsein getommen ist, wie seit dem letzten Montag. 17 " " 27 man lache nicht Rigdorf sei rechtsgültig. Er sei auf Grund des§ 6b des Polizei-| Schlacken auszubefferit, damit ein Fuhriverk dort überhaupt passieren verwaltungs- Gesezes erlassen im Interesse der Ordnung, Sicherheit könne. Dieses Vorhaben mochte dem Gutsvorsteher wohl als ein und Leichtigkeit des Verkehrs, da der Straßenhandel unter Zuhilfe Eingriff in fremde Rechte erscheinen, denn er betrachtet die Straße nahme von Fuhrwerken aller Art den Verkehr zu hindern geeignet sei. als einen zur Strafanstalt gehörigen Privatweg. Kurz und bündig Es sei nicht richtig, daß ein solches Berbot nicht unter verbot er das Abladen des Schuttes. Als aber der Arbeiter sich schi e dslos für alle Straßen erlassen werden könne. Die Frage auf feinen Auftraggeber der Zweckmäßigkeit, ob das Verbot nur für einzelne Straßen oder holte Herr Siebel zwei Soldaten von Gefängnis- Kommando berief und seine Arbeit fortsetzte, für alle Straßen notwendig sei, habe das Gericht nicht zu prüfen. und ließ den Arbeiter von ihnen mit aufgepflanztem SeitenDie fragliche Bestimmung stehe auch mit der Gewerbe- Ordnung gewehr nach der Strafanstalts- Wache abführen, woselbst seine nicht im Widerspruch, denn der Straßenhandel perde nicht völlig Personalien festgestellt wurden. untersagt, sondern es werde nur die Anwendung eines den Verkehr Frau des Schankwirts den Arbeiter sofort als bei ihr beUnd dies alles, obwohl die hindernden Mittels verboten. Das Landgericht habe die Strafe fchäftigt legitimierte. Abgesehen von der gänzlich überflüssigen und unfestzustellen. berechtigten Sistierung des Arbeiters muß es doch recht auffällig Die Zahl der städtischen Arbeiter Ausschüsse dürfte eine Ver- erscheinen, daß der Wachhabende einem Anstattssekretär, der nebenbei mehrung erfahren. Es hatten sich, wie erinnerlich, die Arbeiter der nun einmal Gutsvorsteher ist, einer solchen Bagatelle wegen seine städtischen„ Stein- Depot 3" an den Magistrat gewendet, welcher Mannschaft zur Verfügung stellt. Wohin soll es denn führen, wenn sich mit der Angelegenheit mehrfach beschäftigte und sie schließlich Soldaten unter Waffen derart den Anordnungen irgend eines unteran die städtische Baudeputation zur Begutachtung verwies. Diese geordneten Beamten dienstbar gemacht werden? Das Abladen des erklärte sich in ihrer gestrigen Sitzung im Princip mit der Bildung Schuttes an jenem Ort und zu jenem Zweck war, wenn wirklich uneines Arbeiter- Ausschusses einverstanden, wie er bereits bei zulässig, doch nur ein sehr geringfügiges Vergehen, welches derartig den Kanalisations-, Wasser- und Gaswerken besteht. Der vorgelegte schneidige Maßnahmen gewiß nicht notwendig machte, umsoweniger, Entwurf über die Bildung, Zusammensetzung und Thätigkeit des Aus- als seitens der Gefängnisverwaltung das Auffahren von Müll und schusses der auf den städtischen„ Stein- Depots" beschäftigten Arbeiter sonstigem Abfall aus der Strafanstalt an ähnlichen Stellen schon wurde mit einigen Abänderungen angenommen. jahrelang geduldet wird. der Berliner Frauenverein Stellung genommen. Zum Achtuhr- Ladenschluß hat in seiner letzten Monatsversammlung Resolution zur einstimmigen Annahme, durch welche die Mitglieder Es gelangte eine verpflichtet werden, nach 8 Uhr abends keine Einkäufe zu machen und in diesem Sinne auf ihre Angehörigen und Bekannten einzu wirken, um dadurch, daß die Läden nach 8 Uhr abends leer stehen, auf einen früheren Geschäftsschluß hinzuwirken. Hoffentlich wird dieser Beschluß auch gehalten! an nicht am er am aus Altona wir schon am Dienstag erläutert haben, durch die Eisbrecher und die Die Natur- Eisbahnen in der Umgebung Berlins werden, wie ungenügende Sicherung oft zu einer schweren Gefahr für das Publikum. Die Polizei, die sonst die Pflicht in ſich fühlt, in allen daß fie in notwendigen Fällen versagt. Die üblichen Strohwiepen waren, wie berichtet wird, in den letzten Tagen an gefährlichen und noch einigen Dingen Vorsehung zu spielen, zeigt hier von neuem, Stelen eni..eder gar nicht oder recht ungenügend gestellt; in andern Fällen hindert die Behörde nicht, daß die Dampfer des Nachts an Stellen fahren, die tagsüber für sicher galten. Getpiß ist es nicht möglich, dem Leichtsinn und der Unerfahrenheit auf alle Fälle zu steuern, wohl aber follte man denken, daß sich Anordnungen treffen lassen, welche einigermaßen Sicherheit verbürgen. Der Vorwärts" hat ja bereits des öfteren Mitteilungen über die Unzufriedenheit gebracht, die unter den Schüßlingen" des Herrn v. Gozler herrscht. Daraus wird den Lefern des Vorwärts" be fannt sein, daß die Schuld an der schlechten Entlohnung vorwiegend dem bis ins Unendliche ausgebauten Iassensystem zuge schrieben wird, das mehr als ein Dutzend Lohnklassen aufweist und die Arbeiter in solche erst er und zweiter Güte, in zuverlässige" und besonders zuverlässige" Arbeiter teilt. Dem wollte die Feldzeugmeisterei nun mit einem Meisterschlage abhelfen, und zwar im Hinblick auf die eben begonnenen Etatsberatungen im Reichstage, radikal. Am Sonnabendnachmittag wurden die Arbeiterausschüsse der sechs technischen Institute nicht wenig überrascht, als je drei der ältesten Mitglieder von ihnen den Auftrag erhielten, sich am Montag früh nach dem Direttionsgebäude der Artillerie Werkstatt zu begeben, woselbst eine Besprechung mit einem Stommissar des Ministeriums stattfinden sollte. Hoffnungsvoll gingen die 18 schlichten Männer aus der Werkstatt" zu der Sizung, um sofort zu erfahren, daß es sich nicht um eine Besprechung über die Abänderung der Lohntafel und entsprechende Aufbesserung der 2öhne, sondern einzig und allein um die eventuelle Abschaffung resp. Einschränkung des Klassensystems handele. Der Som missar, ein Major aus Berlin, leitete die Besprechung, an welcher auch die Direktoren und die Ober- Ingenieure der sechs Institute teilnahmen, mit der Erklärung ein, daß der Vorwärts" und die Laterne"( unser Spandauer Lokalorgan) fortgesetzt über das Klassensystem wetterten, weshalb einmal die Frage erivogen werden solle, wie darin eine Besserung zu schaffen sei. Vor allem gelte es, Ueber den letten Duellkampf für Ordnung, Religion und Sitte andre Bezeichnungen für Arbeiter erster" und bringt das„ Berl. Tagebl." noch folgende Einzelheiten: Daß der 3weiter" Silasse,„ Handlanger" und" gewöhnliche Arbeiter" zu vom Oberlieutenant v. Grawert niedergeschossene Flensburger Rechtsfinden, da sich durch die jetzige Benennung ein großer Teil der Ar- anwalt Dr. Aye sich anfangs energisch gesträubt hat, auf ein Duell beiter gekränkt fühle. Und so gab man fich denn einzugehen, haben wir schon mitgeteilt, ebenso die Beweggründe zu Das Eis der Havel hat am Montag noch ein iveiteres ivirklich recht tiefsinnigen Betrachtungen darüber hin, wie der Affaire. Schließlich hat Aye es nicht an Versuchen fehlen lassen, Opfer gefordert. Bei der Villa Ingenheim brach der 19jährige Steindurch eine andre Wahl der Bezeichnungen der Unzu- den Termin des Duells hinauszuschieben. Das Duell sollte schon seger Wilhelm Schomburg ein und ertrant, obgleich man auf seine friedenheit der Arbeiter begegnet und ihren Wünschen Rechnung getragen werden könne! Im Laufe vorübergehen konnte, ohne daß er sich schlagen mußte. Dann sollte wurde bereits herausgefischt. Auch hinter der Glienicker Brücke ge= vor Weihnachten stattfinden. he hat es durchgefeßt, daß das Fest Hilferufe mit Stangen herbeieilte, um ihn zu retten. Seine Leiche dieser Debatte, an der sich allen Ernstes selbst der größere sicherem Vernehmen nach das Duell vor 12 bis 14 Tagen bei rieten zwei Schlittschuhläufer in eine offene Stelle und konnten nur Teil der hinbeorderten Arbeitervertreter Ein junger Mann aus Berlin, der Direktor des Feuerwerks- Laboratoriums, der um seiner ver- lehen zu vermeiden, daß es verschoben und in den Grunewald bei der mit einem Freund von der Glienicker Lanke aus das Eis betreten ernsthaft beteiligte, warf Flensburg ausgefochten werden. Aye bewirkte, um unnötiges Auf- mit vieler Mühe gerettet werden. ſtändigen und entgegenkommenden Amtsführung willen von den Ar- Berlin verlegt wurde. Endlich gab es für ihn fein Ausweichen und hatte, brach schon nach kurzer Zeit ein, wurde aber durch seinen beitern sehr geschäßte Oberstlieutenant Stronisch, feinfumig die Be fein Zögern mehr, und so trat er seine Reise in den Tod an. Er Freund gerettet nud in einem benachbarten Restaurant mit trockenen mehung ein. wesbite den Arbeitern boch woht weniger at den reiste am Mittwoch vergangener Woche von Flensburg ab, weil Kleidern versehen. Zwei Werderſche Obsizüchter, welche vom WildNamen, als um Geld zu thun fein"; leider wirkte diese Bemerkung nicht abkühlend auf die um das Ausfindigmachen von Titeln er, wie er fagte, in Altona in Anwaltsgeschäften zu thun habe. park über das Eis der Havel nach der Inselstadt gelangen wollten, Er wollte jedoch bereits am Donnerstag zurückkehren. Statt hätten ihr Beginnen gleichfalls beinahe mit dem Leben bezahlt. Sie erpichten Männer. Nach ca. fünfstündiger heißer Arbeit hatte man denn auch glücklich die sociale Frage" gelöst. Man einigte sich dahin, seiner kam am Mittwochabend eine Depesche brachen in der Mitte des dort sehr breiten Flusses ein und mußten er feinen Bureauvorsteher, daß daß die dankbare Mitwelt durch folgende Titulaturen in Erstaunen Donnerstag noch lange mit den Wellen kämpfen, ehe ihnen durch einige Leute, die ba zurüdfehren werde, und die unzufriedenen Spandauer Musterinstituts- Arbeiter zur mit langen Stangen herbeieilten, Hilfe wurde. geschäftlich noch nach Berlin müsse. einigen Dankbarkeit verpflichtet werden sollten: statt Mechaniker Am Freitag fand dann, wie bekannt, das Ein Bauunglück, bei dem ein Arbeiter sein Leben verlor, era 1. und 2. Klasse: Mechaniker und Feinmechaniker", statt" Hand- Duell und seinem tragischen Ausgange telegraphierte der Sekundant nachmittag 1% Uhr auf dem Neubau Stralauer Allee 28 a. Bei Pistolenduell im Grunewald. statt. Die Nachricht von dem eignete sich, wie uns nachträglich berichtet wird, am Sonnabendlanger" und gewöhnlicher Arbeiter":„ Verwaltungs- und Depotarbeiter"; statt Gärtner 1. und 2. Klasse" Gärtner und Ober- Ayes, Hauptmann v. 5. Marwig, an feine in Flensburg weilende einer Kälte von 6 Grad waren drei Arbeiter beschäftigt, einen sechs gärtner; statt„ Maurer 1. und 2. Klasse": Maurer und( es ist Gattin, und diese begab sich mit noch einer Offiziersdame zu Frau Meter langen eisernen Träger zu verlegen, eine Arbeit, die sonst buchstäblich wahr) Ober- Maurer!! Ahe und gab ihr Kunde von dem Geschehenen. Vor feiner Abreise nur unter Leitung eines sachverständigen Maurers ausgeführt wird. Nicht nach Titeln und Orden schreien die Spandauer Staatsaus Flensburg hat Dr. Aye seine Angelegenheiten, sowohl die Auch hatten die Arbeiter keine feste Rüstung unter den Füßen, vielarbeiter, sondern nach menschen würdiger Entlohnung, nach persönlichen wie geschäftlichen, bis ins kleinste Detail geordnet. In mehr wurde die Arbeit von oben ausgeführt. Beim Anheben verlor genügend Brot. Die Freude an Titeln und Orden überlaffen fie feinem Schreibtische fanden sich die genauesten Bestimmungen der Arbeiter Grösch aus der Langenbeckstr. 5 das Gleichgewicht und bereits vor, und gern der Kapitalistenklasse! Freitagnachmittag übernahm Rechts- stürzte rücklings aus einer Höhe von 12 Meter herab. Er wurde anwalt Dr. Liebke, bisher in Kiel, ein Freund und nach dem Krankenhauſe am Friedrichshain gebracht, starb jedoch bei In der letzten Sihung der städtischen Verkehrs- Deputation unter Studiengenosse Ayes, das Bureau und die Praris Ayes, so der Einlieferung. Grösch hinterläßt außer seiner Frau zwei undem Vorsitz des Oberbürgermeisters Seirschner teilte dieser mit, daß geschäftlich alles ordnungsmäßig weitergeführt werden konnte. erwachsene Töchter. daß die Stadträte Gehrice und Dr. Weigert am 1. Januar d. J. Angesichts all der Umstände und vorbereitenden Vorgänge, die dem Den Tod auf den Schienen fand gestern Mittwoch, vormittags freiwillig ausgeschieden seien. An deren Stelle wären die Stadträte Duell vorangingen, unterliegt es gar feinem Zweifel, daß weitere Jacoby und Kolle getreten, die der Oberbürgermeister in dem neuen Kreise Kunde von dem bevorstehenden Zweikampfe gehabt haben. gegen 11 Uhr der 18 Jahre alte Vahnarbeiter Paul Condé aus Friedrichshagen. Condé arbeitete bei der Streckenkolonne zwischen Wirkungskreis herzlich willkommen hieß. Die Deputation genehmigte Es wird denn auch allgemein behauptet, daß dieses der Fall gewefen Friedrichshagen und Rahnsdorf. Als zwei Züge zu gleicher Zeit die einen Antrag der Großen Berliner Straßenbahn, in dem engen fei, ja es wird sogar behauptet, daß eine bestimmte Behörde davon Arbeitsstelle passierten, standen die Arbeiter plötzlich in der DampfTeil der Roßstraße statt der geplanten zwei Straßenbahn- Geleise unterrichtet gewesen sei. Was sonst noch über das Liebesverhältnis wolfe, welche die beiden Lokomotiven ausspeiten, so daß sie infolgenur ein Geleiſe im Anschluß an die Geleise in der Breitenstraße Ayes und dessen nähere Umstände im Umlauf ist, entzieht sich in deffen das Herannahen eines in entgegengesetzter Nichtung herbeziv. Gertraudtenstraße und Köllnischen Fischmarkt zu legen, unter der den Einzelheiten der Berichterstattung. kommenden Zuges nicht sehen konnten. Die Lokomotive dieses Zuges Bedingung, daß die Gesellschaft die vertraglich ausbedungenen 160 000 m. als Beitrag zur Verbreiterung der Roßstraße an die dieser Spizmarte am Dienstag veröffentlicht haben, ist von den Die Polizei und der Samariter. Die Mitteilung, die wir unter erfaßte Condé und tötete ihn. Stadt zahle. Durch einen Sturz von der Treppe ist der 43 Jahre alte Hausmeisten hiesigen Blättern mit Bemerkungen des Erstaunens abgedruckt verwalter Heinrich Oldach aus der Großen Frankfurterstr. 87 Der Magistrat hat den Etat 45 für das Märkische worden. Allgemein wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die tödlich verunglückt. Didach wollte am Donnerstag voriger Woche Provinzial Museum, der in Ausgabe mit 28 090 M. ab- Polizeibehörde sich zu diesem aufsehenerregenden Fall äußern würde. in einem Fabriffeller des Grundstückes das Gas ausdrehen. Da er schließt, genehmigt. Mehr bewilligt wurden 1800 M. Diäten für Das ist nun zwar bisher nicht geschehen, wohl aber bringt eine nicht wieder kam, so suchte man ihn, und zwei Arbeiter fanden ihn einen im Museumsdienst schon bewährten Geologen und ebensoviel hiesige Lokalforrespondenz eine„ Richtigstellung", der einige Zeitungen nun mit gebrochenem Schädel bewußtlos im Keller liegen. Der für einen Architekten und Kunsthistoriker, sowie 1000 W. Diäten für polizeioffiziöfen Charakter beimessen. Wohl zu Unrecht. Danach Verunglückte war die zehn Stufen zählende Treppe hinabgestürzt einen Präparator. Diese Ausgaben sind bedingt durch den Umzug foll Herr Schönwetter an den ihm widerfahrenen Unannehmlichkeiten und hatte sich auch eine Gehirnerschütterung zugezogen. Gestern ans den jetzigen provisorischen Räumlichkeiten in der Zimmerstraße, insoweit schuld sein, als er zunächst sich einen falschen Namen bei- erlag er im Krankenhause am Friedrichshain seinen Verlegungen. nach dem Museumsbau. Um die Aufstellung der vielen einzelnen gelegt und dann den Beamten mit einem Thaler zu bestechen verSammlungen auszuführen, ist die Verstärkung des wissenschaftlichen fucht haben soll. Die maffatrierten Armenier. In einer Millionenstadt wie Berlin Personals durch Sachverständige notwendig. Herr Schönwetter weist diese gegen ihn erhobenen Verdächtigungen finden die Vertreter des gesamten Erdkreises irgend ein Pläßchen, entrüftet von sich. Ueber den Bestechungsversuch, der Herrn Schön- um ihre Leiden der Deffentlichkeit zu flagen, und so nimmt es denn Zum Kampf um die Bernichtung des Straßenhandels. Das wetter untergeschoben wird, haben wir uns schon in unster Wit- auch nicht wunder, daß ein der deutschen Interessensphäre so entKammergericht hat gestern ein den Händlern außerordentlich un- teilung vom Dienstag geäußert und auch jest bestreitet er auf das ferntes Land wie Armenien hier um Beistand fleht. Vor einigen günstiges Urteil gefällt. Die Rigdorfer Straßenpolizei- entschiedenste, irgendwie etwas begangen zu haben, was nach einer Monaten schon wies unser Parteigenosse Bernstein auf die uns Berordnung vom 5. Dezember 1901 verbietet generell im Ab- Strafthat aussehen könnte. Der Vorwurf, daß Schönwetter auf der schier unfaßbaren Gräuel hin, die von der türkischen Regierung an fat 3 ihres§ 68 für den ganzen Stadtbezirk den Bache dem Beamten einen Thaler zu geben versucht habe, kann den christlichen Armeniern begangen worden find, und gestern abend Straßenhandel unter Buhilfenahme von Fuhrwerken fchon um deswillen nicht zutreffen, weil ihm alle Wertsachen, also hat ein Reisender, der das unglückliche Land durchquert hat, den aller Art. Die Straßenhändler, die bisher Wagen benußten und auch das Geld, abgenommen wurden und er ferner gar kein Thaler- Jammer, von dem er vernommen, in knappen Worten zu schildern durch diese Bestimmung in ihrer Eristenz gefährdet sind, haben sich stück im Besitz hatte. Ebenso hinfällig ist die Behauptung über den versucht. Herr Dr. Paul Stohrbach, der Generalsekretär des nicht daran getehrt, um so eine Entscheidung des Kammergerichts über zu Unrecht Siftierten, daß er sich einen falschen Namen beigelegt habe. evangelisch- socialen Kongresses, war von 1898 bis 1901 in Armenien die Gültigkeit des Verbotes herbeizuführen. Ein Herr Stein, der Sowohl in der Gastwirtschaft von Göde als auch auf der Polizei- und hat dort die Spuren jener Dezimierung betrachtet, welche die die Sache durchfechten sollte, ist auch vom Landgericht als der Be- Bache hatten die Beamten Gelegenheit, den Militärpaß, den Schön- türkische Regierung im Jahre 1896 an der Bevölkerung vorgenommen rufungsinstanz freigesprochen worden. Das Landgericht erklärte das wetter bei sich trug und der ihm ebenfalls sofort abgenommen hat. Vertreter des armenischen Volkes drängen auf die Einführung Berbot wegen seiner Allgemeinheit für rechtsungültig, weil die wurde, einzusehen, und die auf dem 31. Polizeirevier in der Kreuz- der Reformen, welche der Berliner Kongreß 1878 ausdrücklich verSicherheit, Ordnung und Leichtigkeit des Verkehrs ein so allgemeines bergstraße eingezogenen Erfundigungen konnten über die Person heißen hat. Dem türkischen Sultan ist dies unbequem, und um Verbot nicht erheische. Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein. des Siftierten feinerlei Zweifel aufkommen lassen, selbst wenn die seine Ruhe zu haben, schickte er Soldaten und andre Mörder ins Der Angeklagte wurde in der Verhandlung vor dem Kammergericht unterstellung der Korrespondenz so richtig gewesen wäre wie sie Land mit dem Auftrage, den zehnten Teil der Bevölkerung durch den Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht vertreten, welcher falich ist. Hätte die Polizei etwas Wesentliches an unfrer Mitteilung abzuschlachten. Und dieser Auftrag wurde kalten Blutes ausgeführt; geltend machte, der der Polizei obliegende Schutz der Sicherheit, richtig zu stellen gehabt, so würde sie wohl selbst mit einer Ent- binnen turzer Zeit ist eine viertel Million Männer, Frauen und Ordnung und Leichtigkeit des Verkehrs fönnte nur dazu führen, daß gegnung gekommen sein. Kinder ins beffere Jenseits befördert. Einige tausend Menschen flüchten man unter gewissen thatsächlichen Voraussetzungen den örtlichen fich in eine Kirche; der Bequemlichkeit halber legt die Regierung Straßenhandel beschränke und regele. In einzelnen, besonders ver- Eine wenig angebrachte Schneidigkeit bethätigte fürzlich der Guts- Feuer an und läßt die Versammelten ersticken. Ein Derwisch faßt tehrsreichen Straßen möge ein Verbot der vorliegenden Art gerecht- vorsteher Siebel von Plößensee, der gleichzeitig als Sekretär den Vorfah, zu Allahs und des Sultans Ehre hundert Kinder zu fertigt erscheinen, in andren Straßen mit weniger Verkehr sei es un der dortigen Strafanstalt beschäftigt ist. Unmittelbar am Terrain töten; er macht sich Gewissensqualen, als ihm nachgesagt wird, daß zulässig. Daß in allen Straßen der Stadt die Benutzung von Wagen der Strafanstalt liegt nämlich der Besit des Schankwirts S. Dieser er nur 99 massafriert habe und ihm leider die Hand lahm gebeim Straßenhandel den Verkehr beeinträchtige, widerspräche jeder läßt zur Zeit einen Teil seines niedrig belegenen Grundstücks auf- worden sei. Nach allem, was die Boeren erduldet haben, war cs Erfahrung, sei nicht wahr. Das allgemeine Verbot im§ 68 Abs. 3 fahren. Da jedoch die vorbeiführende, teilweise noch ungepflasterte selbstverständlich, daß auch diese Gräuel die europäische Diplomatie der Nixdorfer Verordnung sei einfach eine Maßnahme, die die Ver- Straße Am Königsdamm" in einem äußerst mangelhaften Zustande nicht aus dem Häuschen brachten und die Mächte nach wie vor mit nichtung eines Teils des Verkehrsrechts überhaupt bedeute. gehalten ist, so war es einfach unmöglich, ein auch nur mäßig be- dem Sultan dide Freundschaft hielten. Der Straffenat des Kammergerichts hob indessen auf die Re- ladenes Fuhrwert nach dem Lande zu bringen. Um diesem Uebel- Der gestrige Vortrag, der im vornehmen Hotel Sayonia ge vision der Staatsanwaltschaft die Vorentscheidung wieder auf und stande wenigstens in etwas abzuhelfen, beauftragte S. am halten wurde, war als eine Art Protestkundgebung gedacht, obgleich verties die Sache an das Landgericht zurück. Präsident Groschuff 10. d. M. Arbeiter H., die am schlechteften fahrbare er mehr den Charakter christlicher Beschaulichkeit trug. Im ersten führte aus: Der§ 68 Abs. 3 der Straßenpolizei- Verordnung für Strecke der Straße durch Abladen von Klamottenschutt und Teil gab das Scioptiton ein Bild von Land von Land und Leuten, den " " " 4 und als die Lichtbilder erledigt waren, erklärte Herr Rohrbach| Preise von 3 M. find in der Bickhardtschen Buchhandlung, Bergstr. 13,| aufgefordert sein müsse. Der Gerichtshof hielt einen Irrtum bei den hauptsächlichen Charakter- Unterschied zwischen mohamedanischen zu haben; eine Starte berechtigt zum Besuch des vollen auf 10 Abende den Polizeibeamten nicht für ausgeschlossen, den Thatbestand nicht Kurden und christlichen Armeniern dahin, daß die Anhänger der berechneten Cyklus. für genügend aufgeklärt und erkannte deshalb auf Frei herrschenden Religion in apathischer Ruhe ihren Kohl pflanzten, die sprechung. Ein Ehebruchsdrama hat sich Dienstagabend in Spandau armenischen Christen hingegen strebsam durch Handel Geld zu verEin Erzgauner. In geradezu schändlicher Weise hat der Tischler dienen suchten. Die Armenier übernehmen also gewissermaßen die abgespielt. Als der Arbeiter Schwerdtfeger, der auf Außenarbeit beRolle der Juden und Graf Pückler fände in den Massacres, das die schäftigt war, ein paar Stunden früher als gewöhnlich heimkehrte, Friedrich Honold, welcher gestern der dritten Strafkammer des weil die Arbeit wegen der Kälte eingestellt worden war, fand er seine Landgerichts I vorgeführt wurde, Leute aus der Provinz, welche nach Türken an den Chriſten verübt haben, sozusagen sein Ideal ver- in der Neustadt belegene Wohnung verschlossen und verriegelt vor. Berlin kamen, um hier Arbeit zu suchen, ausgebeutet. Der Anwirklicht. Von flammenden Protesten in der kleinen, auch von den Er vernahm wohl aus dem Innern derselben Geräusch, es meldete geklagte ging bei seinen Betrügereien stets nach derselben Weise vor. hier studierenden Armeniern besuchten Versammlung war nun eigent sich indes niemand. Er entfernte sich nun, um einen Schloffer herbei- suchte seine Opfer in der Nähe der Bahnhöfe. Am Nachmittag lich keine Rede und eine Rede gegen die türkischen Regierungsgreuel, zuholen. Währenddessen ereignete sich in dem Hause ein entseglicher des 21. August v. J. war vor kurzem aus Stettin ein Zug eindie stillschweigend gutgeheißen wurde, hielt sich streng in den Schranken wohlanständiger Bescheidenheit. Die freisinnige Fraktion Vorgang. Aus dem Fenster seiner drei Treppen hoch belegenen gelaufen. In der Eichendorfstraße traf der Angeklagte einen jungen im preußischen Abgeordnetenhause könnte sich nicht geziemender gegen und Tüchern auf den Hof herabzulassen. In der Höhe des zweiten Wohnung versuchte sich ein Mann an zusammengebundenen Striden Mann, in dem er sofort einen Arbeiter aus der Provinz erkannte. Suchen Sie Arbeit?" redete er ihn an. Die Antwort lautete be= eine ungehörige Regierungsmaßnahme auflehnen. „ Klempner."„ Das paßt sich gut, Stockwertes zerriß jedoch die Strickleiter und der Mann stürzte jahend. Was sind Sie?" Die Direktion des Königl. Instituts und Museums für Meeres- hinab; anscheinend leblos wurde er von andren Personen auf- erwiderte der Angeklagte, ich bin auch Klempner und Vorarbeiter in tunde, Georgenstr. 34/36, teilt uns mit, daß die Einlaßkarten für gehoben und nach dem städtischen Krankenhause geschafft, wo an ihm einer großen Fabrik im Often, mein Chef sucht einen Arbeiter. Er den Vortrag des Professor Credner- Greifswald über die Insel Rügen der Bruch beider Beine und des Rückgrats festgestellt wurden. Der zahlt einen Monatslohn von 90 Mark. Wenn Sie wollen, können ( Freitag, den 23. d. Mts.) bereits vergriffen find. Dagegen find zu Berunglückte ist ein 30 jähriger Bäder Kajubowski, der früher als Sie gleich mitkommen, damit wir die Sache in Ordnung bringen. allen übrigen noch stattfindenden Vorträgen Einlaßkarten im Bureau Schlafbursche bei Schwerdtfeger gewohnt hatte und seitdem mit der Hoffnungsfreudig folgte der Klempner Müller seinem Ratgeber. Vor des Instituts an den Wochentagen von 6 Uhr abends ab zu haben. um 10 Jahre älteren Frau sträflichen Verkehr unterhielt. Der einer Fabrik in der Warschauerstraße angekommen, bat der AnBeginn der Vorträge jedesmal 8 Uhr abends. hintergangene Mann hat die pflichtvergessene Frau aus der Wohnung geflagte, etwas auf der Straße zu warten, er wolle mit dessen gewiesen. Die Frau machte gestern vormittag einen Selbstmord Papieren zum Chef hinaufgehen, um ihm die Sache zu unterbreiten. versuch, indem sie sich einen Revolverschuß in den Kopf beibrachte; Der Angeklagte kehrte auch bald wieder zurück und erklärte dem vorher hatte sie auch auf ihre neunjährige Pflegetochter einen Wartenden, daß alles in Ordnung sei, er könne am folgenden Morgen Schuß abgegeben und diese verwundet. eintreten. Der Chef stelle nur die Bedingung, daß Müller sich ein Zimmer in der Nähe der Fabrik miete, damit während der Mittags= pause nicht so viel Zeit verloren gehe. Diese Bedingung wollte der Neuangestellte gern erfüllen. In liebenswürdiger Weise erbot sich der Angeklagte, ihm beim Mieten eines Zimmers behilflich zu sein. Als sie einen Mietszettel ausgehängt fanden, erbot der Angeklagte sich wiederum, das Geschäft abzuwickeln, da der Fremde übervorteilt werden könne. Er kam zurück mit der Nachricht, daß das Zimmer für die im voraus zu entrichtende Miete von 36 M. zu haben sei, wenn Müller es mieten wolle, möge er ihm die 36 M. geben, die er dem Vermieter schnell hinaufbringen wolle. Dann wollten sie zuſammen ein Glas Bier trinken. Der vertrauensselige Provinziale zählte seine Barschaft, um dann kleinmütig zu gestehen, daß er nur 33 Mark bei sich führe. Geben Sie mir dies, ich werde die 3 Mark für Sie auslegen," erklärte der Gönner. Müller gab sein ganzes Geld her. Er wartete stundenlang, der Angeklagte kam nicht wieder. Er hatte ein Eckhaus mit zwei Ausgängen nach verschiedenen Straßen ausgesucht. Der arme Arbeitsuchende stand mittellos in Berlin da. Als es endlich gelang, des Schwindlers habhaft zu werden, waren nicht weniger als 13 Fälle zur Anzeige gelangt, die alle in gleicher Weise ausgeführt waren. Der Gerichtshof sprach mit dem Staatsanwalt sein Bedauern darüber aus, daß das Geſetz noch keine Zuchthausstrafe gegen den Angeklagten zulaſſe; es wurde gegen ihn, deſſen Treiben als das denkbar gemeingefährlichste hingestellt wurde, auf fünf Jahre Gefängnis und fünfjährigen Ehrverlust erkannt. Feuerbericht. Mit der Zunahme der Kälte in den letzten Tagen hat auch die Zahl der täglichen Alarmierungen sich erheblich vermehrt. In den letzten 24 Stunden hatte die Wehr wieder gegen zwanzig Alarme zu verzeichnen. Dienstag gegen Abend wurde sie nach der Wienerstr. 17 gerufen, wo in einer Tischlerei ein Feuer ausge= kommen war, dessen Ablöschung indes bald erfolgen konnte. Kleidungsstücke und Möbel gingen eine Stunde später in der Haidereutherstr. 3 in einer Wohnung in Flammen auf. In der KastanienAllee 70 hatten in einem Keller Bolstermaterialien Feuer gefangen, während in der Schwedterstr. 236 durch Unachtsamkeit in einem Stall ein Brand entstanden war. In beiden Fällen gelang es aber, die Flammen bald zu erstiden. Nachmittags 3 Uhr mußte am Elifabeth- Ufer 52 in einer Küche ein Brand abgelöscht werden, der den Fußboden und die Balkenlage ergriffen hatte. In der Ritterstraße 49 hatte die Wehr längere Zeit mit der Ablöschung eines Kellerbrandes zu thun, der in der Hauptsache altes Gerümpel und Verpackungsmaterial einäscherte. Weitere Kellerbrände mußten in den letzten 24 Stunden in der Ritterstr. 3 und in der Wicleffstr. 69 beseitigt werden. Vormittags wurde die Wehr nach der Steglißerstraße 82 gerufen, to im vierten Stock die Verpackung eines Klosetts in Brand geraten war. Wohnungsbrände beschäftigten die Wehr in der Elbingerstr. 73, Elisabeth- Ufer 52 und an mehreren andren Orten. In allen diesen Fällen konnte jedoch die Gefahr in kurzer Zeit beseitigt werden. Trotz der vielen Brände, die jetzt täglich erfolgen, finden sich immer noch Leute, die die Feuerwehr unnüz alarmieren. In der Nacht zum Mittwoch wurden die Feuermelder in der Behm und Rügenerstraße auf dem Gesundbrunnen böswillig gezogen. Leider gelang es in beiden Fällen nicht, die Thäter zu ermitteln. Aus den Nachbarorten. Die Humboldt- Akademie hat auch in Rigdorf eine Zweigstätte errichtet, auf die wir hiermit hinweisen. Der Unterricht erfolgt in der Aula des Kaiser Friedrich- Realgymnasiums. Dienstags von 8-9 Uhr abends liest Herr Dr. Berthold Daun über Einführung in die Kunstgeschichte und Dienstags von 9-10 Uhr Herr Otto Gramzow über Moderne Denker. In diesem Vortrage werden die haupsächlichsten philosophischen Systeme erklärt. Karten für Arbeiter zum ermäßigten Todesanzeige. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß der Zimmerer Wilhelm Fehrmann am 19. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet Freitag, nachm. 2, Uhr, von der Leichenhalle des Central- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 16785 Die trauernden Angehörigen. Socialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis ( Osten). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Zimmerer 242/6 Wilhelm Fehrmann Bezirk 170, am Montag, den 19. d. m. verstorben ist. am Die Beerdigung findet Freitagnachmittag 2, Uhr von der Leichenhalle des städtischen Central- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand. H Central Verband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin( Bezirk 4). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Wilhelm Fehrmann am Montag, den 19. Januar, gestorben ist. 384/4 Die Beerdigung findet am Freitag, den 23. Januar, nachmittags 22 Uhr von der Leichenhalle des Central- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht. Der Vorstand. Central- Kranken- und Sterbekasse d. Zimmerer. Bezirk III. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Zimmerer 16776 Wilhelm Fehrmann am 19. d. W. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 23. d. M., nachm. 2, 1hr, von der Leichenhalle des CentralFriedofes in Friedrichsfelde aus ftatt. Der Vorstand. Central- Kranken- und Unterstützungsverein d. Schmiede etc. Zahlstelle Berlin IV. Am Sonntag, den 18. Januar, starb unser Mitglied, der Schmied Hermann Diesing. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 22. Januar, nachmittags 4 Uhr, auf dem Charité- Kirchhof statt. 176/1 Um rege Beteiligung bittet Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schraubendreher Hermann Diesing am 19. ds. Mts. an der Lungenschwindsucht gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, den 22. Januar, nachmittags 3/2 Uhr, von der Leichenhalle des Charité- Kirchhofs. Rege Beteiligung erwartet 110/16 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Bautischler Albert Wirtz am Dienstag fanft entschlafen ist.. Die Beerdigung findet am Freitag, den 23. Januar, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des SebastianKirchhofes( Reinidendorf) aus statt. Dies zeigt tiefbetrübt au Frau Anna Wirtz geb. Haase nebst Kindern. Gerichts- Zeitung. Vom Kampfe gegen die Arbeiterschaft. Unter der Anklage der Aufforderung zum ungehorsam gegen die Gesetze stand gestern der Töpfer Karl Thieme vor der siebenten Straffammer des Landgerichts I. Am 12. September v. J. fand in der Oranienhalle eine öffentliche Versammlung der Bleiglaser, Glasmaler und Wiessingglaser statt zur Beschlußfassung über eine dahingehende Resolution:„ daß nicht eher geruht werden dürfe, bis sämtliche Forderungen der Streifenden seitens der Meister anerkannt würden." unter den Rednern in der Versammlung befand sich auch der Angeklagte. Nach den Aufzeichnungen des überwachenden PolizeiWachtmeisters soll der Angeklagte dabei gesagt haben:„ man müsse mit allen, auch mit den ungeseßlichen Mitteln darauf hinwirken, daß die Forderungen der Streikenden durchgedrückt werden." Daraufhin wurde Anklage wegen Vergehens gegen§ 110 St. G. B. erhoben, welcher demjenigen, der zum Ungehorsam gegen die Geseze auffordert, eine Geldstrafe bis zu 600 M. oder Gefängnis bis zu zwei Jahren androht. Im Termin bestriti der Angeklagte, sich so ausgedrückt zu haben, wie der überwachende Polizei- Wachtmeister und der diesem beigegebene Schuhmann behaupteten. Er will nur folgendes ausgeführt haben:" Die Unternehmer geben eine schwarze Liste heraus, das ist ein ungeseklicher Aft; mit derartigen ungesezlichen Mitteln wollen wir nicht fämpfen, sondern mit allen uns zu Gebote stehenden gesetzlichen Mitteln." Während mehrere Entlastungszengen die Behauptung des Angeklagten unterstühlen, blieben die beiden Beamten bei ihrer Darstellung. Staatsanwalt Assessor Müller beantragte 1 Monat Gefängnis. Freudenthal hielt eine Verurteilung des Angeklagten angesichts der sich widersprechenden Aussagen der Ohrenzeugen nicht für möglich. Wenn aber auch der Angeklagte wirklich sich so geäußert haben sollte, wie die Beamten behaupten, so würde auch dann noch eine Strafe aus§ 110 nicht verwirkt sein, denn zu dessen Anwendung gehöre doch mindestens, daß zum Ungehorsam gegen ein bestimmtes Specialgesez Freie Volksbühne. 15 Donnerstag, den 29. Januar, abends 8 Uhr, in Cohns Festsälen, Beuthstr. 19-21: General- Versammlung. Tagesordnung: Vortrag: Herr Dr. Sigmar Mehring: ,, Die sociale Lyrik der Franzosen". Recitation: Herr Wehlau( Schiller- Theater). Geschäfts- und Kassenbericht des Vorstandes, Revisionsbericht, Diskussion und Verschiedenes. Der Eintritt ist nur Mitgliedern gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte gestattet. Ordner- Sitzung: Uhr, im Gewerkschaftshause. Sonnabend, 24. Januar, abends Sonntag, 25. Januar, nachmittags 2%, Uhr: Metropol- Theater. 3./4. Abteilung: L'intruse( Der Eindringling) von Maurice Maeterlinck. Der Kammersänger Frank Wedekind. von Litteratur von A. Schnitzler. Das Bühnenheft wird von heute ab in den Zahlstellen bei der Beitragszahlung unentgeltlich an die Mitglieder verabfolgt. Der Theaterzettel mit dem Personenverzeichnis wird im Theater ausgegeben. 228/2 Louis Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Kellers Festsäle. Koppenstr. 29. Sonnabend, den 24. Januar 1903: Grosser Wiener Masken Ball arrangiert von Mitgliedern Briefkaften der Redaktion. Sonnabends von 7%, bis 9%, Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des 9. 74. 1-3. Morgen im juristischen Teil des Briefkastens. 4. Victorias Luisenplak 6, dort erfahren Sie alles erforderliche im Bureau des Vereins. Haarlem. Graphische Presse in Leipzig- Schkeudik. Wetter: Prognose für Donnerstag, den 22. Januar 1903. Trocken und vorwiegend heiter bei schwachen südöstlichen Winden; nachts ziemlich strenger, am Tage gelinder Frost. Berliner Wetterbureau. Arbeiter- Bildungs- Schule Berlin. Sonntag, den 25. Januar 1903, in den Gefamträumen des Gewerkfchaftshaufes, Engel- Ufer 15: Zwölftes Stiftungs- Fest. Künstler- Konzert( Harmonium, Flügel, Cello, Harfe), ausgeführt von der Berliner Künstler- Vereinigung. feftrede Recitationen Gefang. Kassen- Eröffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Garderobe 15 Pf. Billet 50 Pf. inkl. Programm und Liedertext. Tanz 50 Pf. Nachzahlung. Billets sind in der Schule, an den bekannten Stellen und an der Kasse zu haben. Um Andrang an der Kasse zu vermeiden, wolle man sich frühzeitig mit Billets versehen. 4/6 + Männer- Vortrag+ heute abend 8%, Uhr, Alexanderstraße 27c( Englischer Garten) über: Die neue Therapie der chronischen Gonorrhoe. Frauen- Vortrag morgen, Freitagabend 82 Uhr, Andreasstraße 26( Andreas- Garten): Wie können Frauenleiden und Operationen verhütet werden? Bom praft. Naturheilkundigen Grundmann demonstr. an groß. Lichtbildern. Kuranstalt Köpnickerstr. 72. Naturärztl. Sprechst. 10-2, 6-8, Sonnt. 10-12. General- Versammlung Alle Gummiwaren! der Krankenkasse der Hutmacher- Gesellen zu Berlin.( E. H. Nr. 67.) Montag, den 26. Januar 1903, abends 8 Uhr bei Feindt, Weinstr. 11. Tages- Ordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Wahl des Vorstandes, der Revisoren und Krankenkontrolleure. 3. Verschiedenes. 1661b Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand. D. Tschoppe. 23/5! Händlern! der Central Krankenkaffe der Buchbinder, von der 16746 Bahlstelle Den Tod unsrer lieben Wutter, Schwieger- und Großmutter, der Witwe Weichbrodt zeigen hiermit allen Befannten und Freunden tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag, den 23., nachm. 3, Uhr, von der Leichenhalle des Heilands- Kirchhofes zu Plößensee aus statt. 4152 Hans Kayser SO., Kiethoizstrasse, Platz 9, empfiehlt sein grosses Lager in Brennmaterialien fönnen wir ein frei ver auss ! Hausierern! aufliches Berlin des Deutschen Buchbinder- Verbandesländisches Del, erprobt heilwirkend und dem Buchbinder- Männerchor. 12 Uhr Demastierung. Zwei Musiltapellen. Während des Balles kommt zur Aufführung: Eröffnung 8 Uhr. ,, Preciosa", ein Bild aus dem Zigeunerleben. Der Ueberfchufs Entree 50 Pf. wird zum Beften hilfsbedürftiger Mitglieder verwendet. Um zahlreichen Besuch ersucht Das Komitee. Billets für Herren und Damen a 50 Pf. find in allen Zahlstellen des Verbandes und der Krankenkasse, sowie in beiden Bureaus, Engel- Ufer 15, II, Zimmer 22 und 24 zu haben. Die Zahlstellen sind an diesem Abend nur von 7-8 Uhr geöffnet. Unverfälscht. Deutscher Masken- Garderobe onig! Bienensouig, beft. Qualit. von verf. die 10 Pfunddofe zu 7,00 m., 5 Pfd. 2712 4,30 2. franco. Garant. Rüdnahme. Nordloh, Bahnhof Carl Ernst, E. Reil, Auguftfebn, Oldenbg. Röpniderstr. 126, 1 Tr. Dr. Simmel, Str. 41. Prinzenfür Rheumatismus, Gicht, husten 2c. als lohnenden Verdienst zum Wiederverkauf anbieten. Bertaufspreis 1, M. Mumm& Frerichs, Hamburg 11. Bon 1890-1897 Koppenstr.47 56/ 18* Irrigatorbecher. 0,45 do. Emaille v.. 0,65 Irrigatoren fompl. 0,90 Gr. Unterlagen, rot, grau 0,50 Bafferdicht.Oeltuch f. Wöchnerinnen -Mefer.. 1,80 Inhalations- Apparate Stechbecken b. Damenbinden Dd. 1,25 1,80 0,50 Zinnspritzen mit geb. Rohr.. 2,70 Auf Wunsch weibl. Bedienung. Reinickendorfer= Leisegang, traße 56b. Dr. med. Schaper homoop. Arzt u. Spez.- Arzt f. Haut- u. Harnleiden, Frauenkrankheiten. Königgrätzerstr. 27. Spr. 9-1.4-7. Wein- u. Bierflaschen holt ab Kolinsky, Strautstraße 36. Wilhelm Lorenz Von jetzt ab: Von 1897-1902 Voltastr. 43. 28 Koppenstrasse 28 neben L. Kellers Festfälen. Restauration, Destillation und Bier- Lokal. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes fage allen Freunden, Bekannten und Berwandten, insbesondere dem Berband der Bauarbeiter, den Freunden der Laubenkolonie Wiesenstr. 54/56 und dem Lotterieklub meinen herzlichsten Dank. 16766 Ww. Reichert nebst Tochter. Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. zu billigsten Preisen. L* Größte Auswahl! Billigste Preise! Vorzeiger dieser Annonce erSpecialarzt für[ 55/ 11* Haut- und Harnleiden. hält 10% Preisermäßigung. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4. Zimmer für Zahlstellen und Vereine. 4142* L*