Nr. 20. Abonnements- Bedingungen: 0 Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10., wöchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Big. ,, Kleine Anzeigen" jedes Bort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Ballestrem. Graf Ballestrem ,,, bisher" Präsident des deutschen Reichstages, wünscht sich einer Tugendprobe auszusetzen. Am Freitag verlas der Vicepräsident Graf Stolberg zu allgemeiner Ucberraschung im Neichstage vor Eintritt in die Tagesordnung die folgende Botschaft: Sonnabend, den 24. Januar 1903. " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. den zelnen Rednern zu tendenziöfen Angriffen auf das monarchische Polemit gegen Bebel eingefroren. Er fand nicht einGefühl der großen Mehrheit des Reichstages und des deutschen mal eine Wendung in der Beschimpfung der SocialVolkes gemißbraucht werde. Aber es läßt sich nicht leugnen, demokratie, die ihm wie dem Vinzelberger nur als daß bei der Besprechung des Swinemünder Telegramms die Objekt und nicht als Subjekt der Gesezgebung gilt. Dies Begleiche Gefahr obgewaltet hat. Nach unsrer Auffassung läßt sich Ströchersche Wort läuft selbstverständlich auf die die ungleichartige Stellung des Präsidenten zu der Besprechung seitigung des allgemeinen gleichen und geheimen Wahlrechts dieses Telegramms und derjenigen der Krupp- Angelegenheit schwer hinaus, aber Herr Dertel wagt nicht die offene Darlegung An den deutschen Reichstag. Das führende Organ der rechtfertigen." feiner Gesinnung, er sagte vielmehr in vorsichtiger Wendung, fonservativen Partei, die Neue Preußische( Kreuz-) Zeitung", Die gesamte Presse hatte sich ungleich schärfer geäußert. Selbst noch liegt die unerläßliche Notwendigkeit nicht vor, das Wahlveröffentlicht in ihrer Nummer 34, Abendausgabe vom Centrumsblätter hatten mit ihrem Tadel nicht zurückgehalten. Graf recht zu beseitigen. Sehr ehrlich aber war seine Wut auf die 21. d. M. einen Artikel, welcher meine Geschäftsführung als Ballestrem aber grämte sich nur über die Mißbilligung der Kreuz- bon der Regierung angekündigte größere Sicherung Präsident des deutschen Reichstages wenn auch mit verbindlichen Zeitung"- und darum ging er. des Wahlgeheimnisses und jeder seiner kindischen EinWorten, so doch sachlich sehr scharf kritisiert und mißbilligt. bon ,, Klosettantrag" wurde Es ist unverständlich, daß der ehemalige Präsident die kritische wände gegen dem Da es ausgeschlossen erscheint, daß dieser Artikel ohne Bemerkung einer konservativen Zeitung zum Vorwande seiner De- ausdrücklichen Beifall der gesamten Rechten unterstrichen. Vorwissen der konservativen Partei veröffentlicht sein sollte, mission nahm. Daß ihm die zweitstärkste Fraktion des Reichstages, Diese Angriffe und die Bemerkungen des Redners über die muß ich annehmen, daß er die Anschauung dieser Partei die ihn gewählt hatte, ihren Protest offen ins Gesicht schleuderte, mangelhafte Mittelstandspolitik der Regierung gaben dem richtig wiedergiebt. Da nun die konservative Partei eine jener timmerte ihn nicht. Aber er erträgt es nicht, daß die Kreuz- Zeitung" Grafen Posadowsky Anlaß zu einer sehr eindringlichen großen Parteien ist, welche meine Berufung auf den Präsidenten- ihn rügt. Es scheint zum starren Princip des Grafen geworden zu Erividerung, die von der Rechten mit Murren und tadelnden stuhl des Reichstages herbeigeführt und meine Geschäftsführung sein, daß er seine Weisungen und Antriebe nur noch von Ele- Zwischenrufen, von der gesamten Linken aber mit demonstrativem bis jetzt vertrauensvoll unterstützt haben, so geht für mich aus menten außerhalb empfängt. Beifall aufgenommen wurde. Rechter Hand, linker Hand war dem oben angeführten Artikel hervor, daß ich dieses Vertrauen Als im Reichstag die Rücktritts- Epistel verlesen war, führten die vertauscht als der Staatssekretär des Jnnern die Sicherung des nicht mehr in dem Maße beise, wie ich es für nötig halte, um die Konservativen und Nationalliberalen in dankbarer Erinnerung an die Wahlgeheimnisses als eine Maßregel bezeichnete, die nur dem Geschäfte des Reichstages mit Erfolg zu führen. Daher lege ich Bolhilfe eine wenig glückliche Komödie auf. Herr v. Normann wahren Geiste und Sinne des verfassungsmäßigen Wahlrechts hiermit das Amt des Präsidenten nieder und in die Hände der- beteuerte namens der Konservativen, die Fraktion sei unschuldig an entspreche. Und einmal im Zuge äußerte Graf Pojadowsky jenigen zurüd, welche mir es vor länger als vier Jahren über- der Kreuz- Zeitungs"- Notiz. Herr Sattler aber versicherte dem auch über die Mittelstandspolitik außerordentlich verständige trugen, indem ich für alle mir während dieser Zeit gegebenen Grafen für die Nationalliberalen sein ferneres Vertrauen. Die und moderne Ansichten. Beweise des Vertrauens ganz ergebenft danke. Berlin, 22. Januar Socialdemokratie machte das unwürdige Spiel nicht mit. Indem Eine Rede des Staatssekretärs des Auswärtigen Frhr. 1903. gez. Graf Ballestrem, bisher Präsident des Reichstages." Singer fein den Stil des Ballestremschen Briefes ironisierte, b. Richthofen gab einige Aufklärungen über die Streitig Was alle Parteilichkeiten, Rechtsbrüche und Hinterhältigkeiten des erklärte er offen, daß der Präsident unser Vertrauen in der That feiten mit Venezuela, wenn die Darlegungen auch nicht als vornehmen Jesuitenzöglings nicht bewirkten, hat eine Ungeschicklich verloren habe. erschöpfend gelten können. Ueber die Vorgänge bei Maracaibo feit zuwege gebracht. Die schnöde, bewußte Verlegung der Die Beschlußunfähigkeit des Reichstages nötigte heute zu einer hat das Auswärtige Amt auffälligerweise noch immer keine präfidialen Pflicht zu Gunsten der Zollmehrheit hat ihm seinen längeren Bertagung. Erst am nächsten Donnerstag wird die Nachrichten erhalten. Präsidentensessel nicht verleidet. Daß er aber im Uebereifer, einen Bräsidentenwahl stattfinden. Es geht die Rede, die Mehrheitsparteien Mit diesen beiden Reden vom Regierungstisch wurde das fremden Auftrag auszuführen und einer fremden politischen wollten ihren" Grafen wieder wählen und man hat so wenig fachliche Interesse an der Sitzung erschöpft. Graf Oriola Mission zu dienen, arg fehlgegriffen hatte, das veranlaßte ihn plöß- Glauben an den Ernst und die Ehrlichkeit des bisherigen Präsidenten, ritt fein altes Steckenpferd, die Forderung eines Militärlich, die Vertrauensfrage zu stellen. Nicht weil er fein Amt daß man ihm zutraut, er würde die Wahl wieder annehmen; er Pensionsgesetzes. Herr Dr. Hahn suchte die kleinen Landftrupellos mißbrauchte, sondern weil er in der Ausübung des Miß- habe sich in der Demission nur ein wenig rein baden wollen. främer und Handwerker durch Schimpfen auf die Socialdemobrauchs sich geirrt, fo daß er die schädigte, denen er zu dienen Für uns bietet die Lösung der Präsidialkrisis kein sonderliches fratie zu gewinnen und machte vertrauliche Mitteilungen über strebte darum fand er es geraten, zu demiffionieren. Mit dem Intereffe. Auch der wiedergewählte Ballestrem wird kein Präsident die Entstehung des Bundes der Landwirte. Charakter war ihm schließlich auch das Talent abhanden gekommen. sein, der das Bertrauen des Hauses befizt. An der Gesetzlichkeit der Den Schluß machten der Arendt und der Stöcker. Das Geschick des Grafen Ballestrem entbehrt nicht der Tragit, Socialdemokratie ist der Graf für immer zu Grunde gegangen. Es Der erste streifte die Grenze des Idiotismus mit dem Worte, obwohl es reichlich verdient ist. Noch bis vor kurzem genoß er die ist ihm übel bekommen, den starken Mann zu spielen. Er ward nur daß jeder, der einen socialdemokratischen Stimmzettel abgiebt, aufrichtige Achtung aller Parteien, nicht zum mindeſten der Social- bas, was Herr v. Ströcher als unentbehrliches Attribut eines zeit- damit das Reichstags Wahlrecht gefährdet, gefährdet, der andre demokratie, die ihm 1898- das sei gegenüber einer Unwahrheit gemäß starken Mannes empfindet. Wäre die Socialdemokratie trug einen langen Schwab gegen die Socialdemokratic der Freifinnigen Zeitung" festgestellt ihre Stimmen zugetvandt fentimental, so würde sie dem traurigen, selbstverschuldeten Untergang und den Vorwärts" im Stile der Hülleschen Sonntagshat. Man war nicht immer mit ihm einverstanden, besonders nicht, des einst so verehrten Mannes ihr Mitleid nicht versagen. Wir aber blättchen vor. Nett war, daß er Eugen Richter lobte ivenn er in der Ausübung schulmeisterlicher Censur allzu weit ging. haben keine Muße Enttäuschungen zu beklagen. Der Fall Ballestrem das hat der Mann gerade noch verdient- und nett war auch Aber man hatte das feste Vertrauen zu ihm, daß er in un- beweist uns nur das eine, daß das Klasseninteresse der Herrschenden das Kaiserprogramm des abgetakelten Hofpredigers. Er stellte antastbarer präfidialer Ehrenhaftigkeit nur das eine Streben allzu hart und gebieterisch ist, als daß es Gerechtigkeit und Partei- den Grundfak auf, daß der Kaiser gegen die Socialdemokratie habe, ein Präsident des Rechts und der selbstgegebenen parlamen- Tofigkeit ermöglichte. Es gelingt ihnen höchstens nur für einige reden und telegraphieren könne, so viel er wolle, aber tarischen Gefeße zu sein. Zugleich war der Präsident von unleugbar Zeit die Larve des strengen Rechts zu tragen. mehr sei vom Uebel und der lebel größtes sei das Protegieren der großen Fähigkeiten. Er verfügte über die geistigen Mittel, um durch jede Möglichkeit der Offenbarung cine Inappe Bemerkung erregte Wirren zu lösen. Eine Mischung von Aus München wird uns geschrieben: leugnenden Professoren. Energie und Humor in seinem Wesen erleichterte ihm sein Amt beDas hiesige offizielle Centrumsorgan verurteilt den Mit diesem bunten Narrenspiel endeten die überaus bedeutsam. neuesten Gewaltstreich des Grafen Ballestrem entschieden und bedeutungsvollen Etatsdebatten. Der größere Teil des Etats In den Zollfämpfen brach sein Ruf elend zusammen. Es hätte merkt über die Kaiferrede in Effen:„ Der Kaiser hat mit ihr in das wurde der Budgetkommiffion überwiesen. noch eine mindere Verfehlung bedeutet, wenn er von Anfang an schwebende Prozeßverfahren zu Gunsten der einen Partei eingegriffen, Erst am Donnerstag tritt das Haus wieder zusammen, offen die Diktatur der gesetzlosen Mehrheit unterstützt hätte. Das ist doch ein Vorgang, der ernste parlamentarische Würdigung da vorher auf Beschlußfähigkeit nicht zu rechnen ist, uni Go aber behielt er die Miene des Biedermanns, der nur verdient, denn wenn das öfter geschehe, was der Kaiser in Essen die Präsidentenwahl vorzunehmen. Hieran schließt das Rechte finnt, und überließ seinen Vicepräsidenten den peinlichen gethan, tämen wir zu fehr mißlichen Rechtszuständen. Der Kaiser sich die Beratung des Phosphor- und KinderschutzBeruf, die Gewaltthaten der Zöllner zu decken. Erst im letzten hat aber noch eine zweite Rede in Breslau gehalten.... Wenn Gesetzes. Die Polen- Interpellation, die Graf Posadowsky Augenblid warf er die Maske ab und ward zum kein Gefeß mehr auch der Fall Krupp der Ausgangspunkt war: Alles, was der Kaiser nunmehr beantworten will, foll am Freitag auf die Tagesachtenden Büttel der Mehrheit. Seitdem war Graf Balleftrem ge- fagte, berührt ausschließlich öffentliche Angelegenheiten, und es ordnung fkommen. richtet und abgethan. mußte nach unsrer Meinung zugelassen werden, daß diese Die große Abrechnung All seine Erfolge" befeuerten feinen Eifer, in der Rolle des Kaiserrede ganz unbeschränkt im Reichstage behandelt Präsidenten den Staatsretter zu spielen. Bei der Krupp- Affaire ge- würde. Die Präsidialführung des Grafen Ballestrem gab uns unfres Be bel beherrscht vollständig das öffentliche Interesse. Wie dachte er ein weiteres Meisterstück zu verrichten, und dabei ist er in dieser Affaire ein Rätsel auf, das wir nicht lösen gewaltigen Eindruck die Vorgänge in der Donnerstagssigung des jämmerlich zu Fall gekommen. Ihn hatte mit der Rechtschaffenheit tönnen. Wir erbliden in dieser Präsidial- Reichstages hervorgerufen haben, dafür zeugt vor allem die auch die Fähigkeit verlassen. Dem bösen Willen gesellte sich ein entscheidung eine Verkürzung der Redefreiheit, entfette Verlegenheit der konservativen und scharfmacherischen Presse. schlimmes Können. Er hatte allzu plump in die Redefreiheit des bor beren wiederholung wir dringend warnen Einige Zeitungen der Parteien, welche stets die Monarchie als WertBarlaments hineingegriffen und so tam es, daß er sich selbst zu möchten." zeug ihrer habsüchtigen Sonderinteressen auszunuzen trachten, haben Falle brachte. Daß er Vollmar in einem verivegenen Afte der Im übrigen äußert sich auch in München in allen Kreisen bereits wieder soweit Faffung gewonnen, daß sie durch johlendes Billtür an der Kritik kaiserlicher Neden hinderte, rief die allgemeinſte nur eine einstimmige Entrüstung und fein Mensch bezweifelt, Geschimpf gegen die antimonarchische Socialdemokratie ihre eigne Empörung hervor, nicht weil man die Ungerechtigkeit mißbilligte, daß Graf Ballestrem bestellte Arbeit lieferte. Die Empörung über Bellommenheit zu verbergen versuchen. Doch diese Bemühungen sondern weil man sich über die Ungeschicklichkeit ärgerte. Eine fein Verhalten ist so groß, daß selbst die eifrigsten Partitularisten- versagen gänzlich an dem geradezu allgemeinen Empfinden Dummheit ist in Macchiavellis Katechismus schlimmer als ein Ver- vorläufig wenigstens über die interessante Behauptung Bülows aufatmender Befreiung, das Bebels Rede ausgelöst hat. hinweggehen, Brinz Ludwig von Bayern habe anläßlich seines Aufenthalts in Posen im Auftrage seines Vaters dem Kaiser für die Swinemünder Depesche noch besonders mündlich gedankt. Die Augsb. Postztg." bemerkt heute dazu, wenn Prinz Ludwig diesen Dank wirklich wiederholt habe, so liege darin keine Anerkennung derjenigen Wendungen, an welche einzig und allein die staatsrechtlichen Verwahrungen sich angeknüpft haben." brechen. Graf Ballestrem hatte schon am Donnerstag das Gefühl seiner unhaltbaren Lage. Daß er Bebels Kritik duldete, weil er sie dulden mußte, war eine Selbstkorrektur demütigendster Art. Die Weise seines arg verspäteten Rücktrittes vollendete die Reihe seiner unsicher taftenden Mißgriffe. Man sollte es kaum für möglich halten, daß dieser gewandte Grand- Seigneur kein andres Motiv für seine Demission fand als die Berufung auf eine harmlose„ Kreuz- Zeitungs" Notiz, die in ihren Hauptstellen lautete: " * Politifche Ueberlicht. Matt und schal ist der Versuch der„ Post", die Neden von Essen und Breslau dennoch neu zu feiern und gegen die Socialdemokratie zu heben: „ Noch immer thut ein kräftiger Mahnruf von der berufensten Stelle not, und die energischen Kaiserworte von Essen und Breslau haben sicher nicht nur in allen patriotischen Herzen Wiederklang gefunden, sondern dem kaiserlichen Redner den Dank der weitesten Streise seines Boltes eingetragen. Aber wie mächtig auch das Wort von solcher Stelle gegenüber einer gegen die Grundfesten unfrer Monarchie und unfres Staatswesens gerichteten Partei sein mag, so darf es doch bei Worten nicht sein Bewenden haben. Der Gedanke, daß wir in der Socialdemokratie den Todfeind der Monarchie und unsrer gesamten Einrichtungen zu bekämpfen haben, muß die gesamte Regierungsaktion einheitlich beherrschen und ihr den Stempel aufdrücken, sonst werden noch so träftige Worte mit der Zeit wirkungslos verhallen." " Wir müssen doch der Auffassung Ausdruck geben, daß Graf Ballestrem durch das gegen den Abg. v. Vollmar gerichtete Verbot sich in Widerspruch gesetzt hat mit den Grundsätzen, die er früher Berlin, den 23. Januar. aufgestellt hatte. Auch der Versuch, diesen Widerspruch durch Der letzte Tag der Etatsdebatten. Hervorkehrung neuer Unterschiede bei kaiserlichen Kundgebungen Gestern war die Schlacht geschlagen und der Sieg für zu lösen, scheint uns nicht geglückt... Jedenfalls läßt sich einem Weiter spricht die" Post" von der an dreisten Schamlosigkeiten Teile der öffentlich bekannt gegebenen Aeußerungen, die Se. Maj. uns gewonnen worden, heute gehörte das Schlachtfeld den der Kaiser an den Heimgang Krupps und an deffen unerhörte Troßknechten und den politischen Marodeuren, die sich den fo reichen Rede des Abgeordneten Bebel" und muß sich schließlich, Verdächtigung durch die socialdemokratische Presse geknüpft hat, größeren Parteien anschließen. Herr Destel, der erste um Gefährten ihrer Wut zu finden, auf den„ edlen patriotischen Redner des Tages, macht darin allerdings eine gewisse Aus Born" des Bückler- Blattes zurückziehen, das entsekt ist, daß auf den der politische Charakter nicht absprechen. Allem Anscheine nach hat Graf Ballestrem die Besorgnis nahme, er ist eine geistige Hauptfigur der Konservativen und Straßen Berlins Bückler- Reden nicht das Recht alleiniger Verbreitung gehabt, daß die Besprechung der Krupp- Angelegenheit von ein- befriedigt ihre geringen Ansprüche. Sein Wig war in der haben, sondern daß auch der Vorwärts" verkauft wird, obschon er, B ,, ohne irgendwie behelligt zu werden, systematisch immer nur von] Wilhelm II. schreiben, also geflissentlich die dem Kaiser schuldige Ehrfurcht außer acht lassen darf". Das Bückler- Blatt weist aber - es sei dies angeführt, weil damit thatsächlich eine wichtige Bemerkung gemacht wird auf die völlige Entsagung der bürgerlichen Reichstags- Parteien gegenüber den Bebelschen Anklagen hin; es fagt: " Noch bedauerlicher aber ist das Verhalten der bürgerlichen Parteien. Warum meldete sich kein Mitglied derjenigen Parteien zum Wort, die sonst für sich in Anspruch nehmen, Hüter und Pfleger des monarchischen Gedankens zu sein? Warum meldete sich niemand aus dem Hause, um das Verfahren des Vorwärts" in Sachen Krupp gebührend zu brandmarken? Warum besprach man nicht das Verfahren der Staatsanwaltschaft, die unter unzutreffenden Gründen das bereits eingeleitete Verfahren einstellte und damit dem„ Vorwärts" Anlaß zu der Behauptung gab, die Regierung sei zurückgewichen, hinter dem Falle Krupp stehe eine Geheimgeschichte, die man ängstlich hüten und nicht der Deffentlichkeit preisgeben wolle?" Das Pückler- Blatt hätte weiter fragen fönnen: Warum hat der Reichskanzler den einzig denkbaren Trumpf gegen Bebel nicht ausgespielt? Warum hat er zugestanden, daß an sich alles, was Bebel über die Reden von Essen und Breslau gesagt hatte, richtig sei, ohne die Ursachen zu bezeichnen für die Schärfe der kaiserlichen Reden und dadurch ihre Rechtfertigung zu führen? Warum? Es hätte Pücklerscher Geistesgestörtheit bedurft, um so im Reichstage zu verfahren, wie es das Püdler- Blatt von den bürgerlichen Parteien fordert! " = Die parteioffiziöse Kons. Korresp." findet bereits die ganze Entrüstung ihres heuchlerischen Monarchismus: ,, Unter dem Schuße der parlamentarischen Immunität hat der Abgeordnete Bebel am Donnerstag eine Rede gehalten, die jedem monarchisch gefinnten Manne die Zornesröte ins Gesicht treiben muß. Nicht daß es Bebel gewesen, der sich unterstand, in einer unerhörten Tonart gegen die Person des Kaisers zu polemisieren, ist tiefbetrübend, sondern daß es überhaupt möglich war, eine solche Rede öffentlich zu Gehör zu bringen, und daß es möglich ist, diese Nede nun durch die Presse und in Broschürenform ungehindert in der Bevölkerung zu verbreiten. " Das socialdemokratische Centralorgan bezeichnet die Bebelsche Rede als eine nationale That". Wir wollen dem Blatte sagen, was sie in Wirklichkeit war: die schamlose Dreistigkeit eines Boltsaufwieglers, der den traurigen Mut besitzt, unter dem Schuße der Immunität unehrerbietige Worte gegen den Kaiser zu richten. Die Bebelsche Rede ist ein weithin leuchtendes Fanal, das zum konzentrischen Kampfe gegen die Socialdemokratie aufruft, zu einem Kampfe, in dem die Regierung die Führung zu übernehmen hat und zwar nicht bloß mit Worten, sondern mit Thaten." Die„ Konservative Korrespondenz" wünscht als erste der " Thaten" gegen die Socialdemokratie, zu der sie die Regierungen auffordert, die Zurückziehung der Absicht, das Wahl= geheimnis zu sichern. Sie zeigt damit nur, daß ihre monarchistische Begeisterung nichts ist als der Vorwand für reaktionäre Zwecke. Thatsächlich hat das Gejammer und das Geschimpfe der reaktionären Umsturzpresse nicht einmal Anspruch auf ernsthafte Beachtung. Die Situation ist nicht danach, daß jetzt dieses Geschmäh irgendwo Aufnahme findet. Es ist die allüberall gemeinsame lleberzeugung, daß das völlige Versagen des Reichskanzlers in seiner Antwort auf Bebel und das Schweigen der bürgerlichen Parteien sich erklärt aus der Unmöglichkeit, sich der zwingenden Gewalt der Bebelschen Ausführungen zu entziehen. Nicht intellektuelle Unfähigkeit hinderten den Reichskanzler, sondern die Empfindung, daß er gegen Anklagen sprechen solle, deren Berechtigung er selbst anerfennen mußte. In weit überwiegender Zahl muß selbst die bürgerliche Presse den gewaltigen Triumph der Socialdemokratic zugestehen. Selbst die„ Deutsche Tageszeitung." sagt deutlich genug: So lange Se. Majestät der Kaiser in wichtigen, geradezu programmatischen Reden und Kundgebungen zu seinem Volke spricht, wird der Reichstag kaum stillschweigend an derartigen Reden und Kundgebungen vorübergehen können. Das liegt flar auf der Hand und sollte allenthalben erwogen und gewürdigt werden. Je weniger die Person des Monarchen in die politische Tageserörterung und damit in den Kampf der Parteien hineingezogen wird, um so besser für die Monarchie. Daran aber, daß diese Hineinziehung nach Möglichkeit unterbleibt, müssen alle Faktoren mitarbeiten." Die„ National- Zeitung" führt u. a. aus: Wert durchdrungener Monarch fich gegen Sie zur Wehr Was Herr v. Richthofen als Dolmetsch der Regierung vorsetzt?" Wir sehen ganz ab davon, ob diejenigen kaiserlichen getragen hat, war freilich auch noch herzlich wenig und herzlich Aeußerungen, welche in den letzten Tagen der Gegenstand der schwach. Ueber den letzten aufsehenerregenden Vorfall, das Erörterung waren, durch Angriffe auf das Ansehen der Monarchie Bombardement des Forts von San Carlos bei Maracaibo, erklärte veranlaßt waren. Aber der Frage des Reichstanzlers gegenüber Die, Bosi. 8tg." sagt: müssen wir sagen: Es ist nicht die Aufgabe eines Monarchen, er, noch feinerlei offizielle Nachricht von der fich persönlich im Kampfe der Parteien zur Wehr zu setzen: An Iodade flotte erhalten zu haben. Das ist in der That aufgriffe auf die Monarchie sind, je nach der Beschaffenheit dieser An- fallend, um so auffallender, als nach einer offiziösen griffe, von den monarchischen Parteien, von den Ministern oder Mitteilung der Nordd. Allg. 8tg." ein Bericht über die am von den Gerichten abzuwehren, nicht von dem Monarchen perfön- Dienstag begonnene zweite Beschießung von San Carlos einlich. Und gegen die Folgen seines persönlichen Eingreifens fann gelaufen ist! Ueber die Vorgänge vom Sonnabend voriger niemand ihn„ decken", weder Graf Bülow noch irgend ein andrer o che ist aber noch keinerlei Nachricht eingegangen! Das ist Reichskanzler." doch höchst sonderbar, daß über Vorkommnisse Nachrichten einlaufen, die am 21. Januar stattgefunden haben, während man von VorWas der Abg. Bebel über den Kaiser und seine Reden gestern kommnissen, die am 17. Januar paffiert find, in Berlin noch sagte, ist das stärkste, was je über ihn in einer deutschen Volksvertretung gesprochen worden ist. Seine Ausführungen werden nicht das mindeste weiß! Die vorgeblichen Schwierigkeiten der allenthalben Aufsehen machen; die socialdemokratischen Depeschenbeförderung können dies Rätsel doch wahrhaftig nicht lösen] Blätter, die nicht ermangeln werden, sie im Wortlaut zu ver- Denn wenn England und Frankreich bereits in der Lage zu veröffentlichen, so sollte öffentlichen, können auf einen ungeheuren Absatz rechnen, zumal find, alle möglichen Details da manche Mitglieder derjenigen Parteien und Gesellschaftskreise, doch auch die deutsche Regierung in die Möglichkeit gedie sich besonderer Königstreue berühmen, seit geraumer Zeit den fetzt sein, authentische Mitteilungen zu machen! Es giebt Vorwärts" durch Mittelsmänner beziehen, um sich heimlich an deshalb nur eine plausible Erklärung für die wunderfeinen Deutlichkeiten zu ergögen." same Unwissenheit der deutschen Regierung: die, daß man nichts wissen will. Die Beschießung des Forts läßt sich nach allen bis jetzt In der Sache aber war Bebel- das bewies unter vorliegenden Meldungen ebenso wenig völkerrechtlich anderm der Mangel jeglichen Widerspruchs aus dem Hause in seinem Recht. Ein Monarch, der in so scharfen Worten rechtfertigen, wie die muiwillige Zerstörung der wehrlosen gegen eine große politische Partei öffentlich Stellung nimmt, winzig venezolanischen Kriegsschiffe", die der Marine- Offizier des wie es der deutsche Kaiser gegenüber der Socialdemokratie Tag" als„ Kladderadatsch" bezeichnete. Das Gefühl der thut, fann sich nicht wundern, wenn diese Partei sich Scham, sich an diesem Kladderadatsch" zu vergreifen, ist dem ihrer Haut wehrt. Sagt der Kaiser seine Meinung frei deutschen Nelson nicht im geringsten zum Bewußtsein gekommen, heraus, so müßten die Männer, die er in den schärfsten Aus- auch ein Beweis des Ehrgefühls unsrer modernen Wikinger. Wobei brücken ihrer politischen Ueberzeugungen wegen angreift, feine festgestellt werden muß, daß Herr v. Richthofen sich gleich seinem Männer sein, wenn sie das ruhig hinnehmen wollten. Mit Recht Chef, dem Grafen Bülow, über diese Heldenthat der deutschen betonte Bebel, der Kaiser sei nicht, wie Graf Bülow es hingestellt Marine völlig ausgeschwiegen hat! Wollen die Herren hatte, ein Privatmann, dem nach der preußischen Verfassung das Recht zustehe, seine Meinung frei zu äußern... Nur einmal ging die politische Leidenschaft mit dem Redner durch: als er für die Redeweise des Kaisers gegenüber der Socialdemokratie eine das Maß des Zulässigen überschreitende Bezeichnung anwandte. Und felbst diese zweifellos formell zu weit gehende Kritik der kaiserlichen Kundgebungen fand im Hause kein„ Oho!", feine Zurechtweisung." Das Berliner Tageblatt" schreibt: Ueber die Erwiderung des Reichskanzlers sagt das selbe Blatt: " " nicht endlich einmal ihre Kladderadatsch- Theorie entwideln?! Eine originelle Völkerrechts- Theorie hat ja Herr v. Richthofen bereits verkündet. Die nämlich, daß zwischen Deutschland und Venezuela thatsächlich der Kriegszustand bestehe, da die Verhängung der Blockade mit der Kriegserklärung gleichbedeutend sei. Eine ganz neue Theorie! Eine Theorie, die der, Verbündete" England auf keinen Fall teilt! Die Blockade war ursprünglich als„ Friedensblockade" geplant, erst auf Amerikas Einspruch, daß es die Blockade nur dann dulden werde, wenn „ Es war eine echte Bülow- Rede, die man da zu hören be- sie als„ Kriegsblodade" proklamiert werde, wurde ihr dieser fam. Glatt war der Redefluß, aber die Rede selbst ließ eine bündige Antwort auf Bebels Kritik der kaiserlichen Kundgebungen sonderbare, einzigartige Charakter einer" friedlichen Kriegsblockade" völlig vermissen.. Bei den Hörern, auch bei seinen aufgeprägt! Troz dieser eigenartigen Blockade besteht aber kein Freunden, ließ der Reichskanzler das Bedauern darüber Krieg mit Venezuela! Herr v. Richthofen hat diesen Zustand nur um die völkerrechtswidrigen zurüd, daß es ihm so gar nicht gegeben war, wenigstens etwas deswegen erfunden, um die vorzubringen, was den Angriffen Bebels auf die kaiserlichen Kund- Handlungen Deutschlands in milderem Lichte erscheinen gebungen einigermaßen wirksam begegnet hätte." zu lassen. Und die bürgerliche Opposition, die die Unmöglichkeit einer solchen Auffassung, die rechtliche Unmöglichkeit des ganzen deutschen Vorgehens ganz genau erkannt hat man vergleiche die seinerzeit von uns reproducierte Auslassung der„ Vossischen Zeitung" läßt sich durch derartige plumpe Ausreden willig, allzuwillig abspeisen! Und endlich in der Volks- Zeitung" wird der Eindruck der Bebelschen Rede also geschildert: " Die gestrige Rede Bebels war eines der bedeutendsten parlamentarischen Ereignisse in der ganzen, jetzt zu Ende gehenden Legislaturperiode. Sie war äußerst geschickt in ihrer Wirkung gesteigert. Sie wurde, namentlich in ihrem legten Teile, mit einer glänzenden Auf das Gebiet des Märchenerzählers begab sich, so könnte man Beredtsamkeit, mit einem hinreißenden Temperament vorgetragen. Sie protestierte gegen die antisocialdemokratischen Kundgebungen des annehmen, der Regierungsvertreter mit seiner Mitteilung, daß Kaisers und des Kronprinzen mit einem Freimut, einer ehrlichen bereits 1901 die deutsche Regierung Venezuela den Vorschlag geOffenheit, welche die Bewunderung jedes objektiv Denkenden macht habe, den Streitfall dem Haager Schiedsgericht zu finden muß, mag er politisch selbst auf der äußersten Rechten unterbreiten. Warum giebt man erst jetzt der ungläubigen Welt stehen. Dieser faszinierende Eindruck muß der socialdemo- die Nachricht dieses deutschen Entgegenkommens? Und warum hat kratischen Partei neue, ungeahnt große moralische Erfolge sichern, Deutschland, wenn es so für das Haager Tribunal schwärmt, nicht während der parlamentarische Wortführer der freisinnigen auch diesmal gleich den Vorschlag Castros, die Angelegen durch ersichtlich geschwächt wochenlangen Bolkspartei, Die * Deutsches Reich. Schimpfereien gegen die Socialdemokratie, gänzlich auf die heit dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten, voriveggenommen?! Erzielung solcher Erfolge verzichtet zu haben scheint. Der Wucht der Bebelschen Rede vermochte sich niemand im Hause zu entziehen. Nicht der Präsident, der starr aufrecht dastand, bereit, die Glocke zu rühren aber es blieb bei der Bereitschaft; Die Sicherung des Wahlgeheimnisses. Der dem Bundesrat vornicht der Reichskanzler und die Minister; nicht die Mehrheit des liegende Antrag des Reichskanzlers auf Sicherung des WahlgeheimHauses, die nicht den leisesten Zwischenruf wagte; nicht das Publi- nisses entspricht, wie verlautet, im wesentlichen dem Antrag Rickert. fum, das in engster Enge Stunde um Stunde ausharrte. Mäuschenstill Die Stinzettel müssen 9 Quadratcentimeter und die Umschläge war es im Saale; atemlos hingen alle an des Sprechers Minde; 12 Quadratcentimeter groß sein. Den bereitgestellten Nebentisch(?) beschämt und schuldbewußt senkte sich der Blick manches Volks- oder Nebenraum muß jeder Wähler benutzen, wenn sein Stimmvertreters zu Boden, als Bebel zürnend am Ende seiner Rede die zettel gültig sein soll. Charakterlosigkeit, die Streberei und Kriecherei, die Stellen- und Mammonsjägerei, die Jammerseligkeit vor Königsthronen geißelte, die leider das Charakteristikum für einen großen Teil unsrer Zeitgenossen bilden." Herr v. Richthofen über Venezuela. V Die Wahlprüfungs- Kommission des Reichstags beschloß in der Sigung am 22. Januar, im Plenum zu beantragen, die Wahlen der Abgeordneten Faber( 3. Oberfranken), und Wehl ,, Wir fragen: soll es dahin kommen, daß alljährlich im Reichs( 14. Hannover) für gültig, dagegen die Wahl des Abgeordneten Sieg für ( 3. Marienwerder) ungültig zu tag, sei es bei der Etatsberatung oder in andrer Form, eine crklären. Abrechnung großer Parteien mit dem Kaiser Die Regierung hat sich in der heutigen Reichstags Sigung Der letztere Beschluß wurde mit 7 gegen 6 Stimmen gefaßt. stattfindet? Das Unheil, welches sich aus einem endlich veranlaßt gesehen, auf die völkerrechtliche Seite Der Abg. Schwarze( Centrum) war bei der Abstimmung nicht derartigen Stande der Dinge ergeben müßte, könnte auch durch die des deutschen Vorgehens gegen Venezuela einzugehen. Herr v. Bülow anwesend und der Abg. Ernst, freisinnige Vereinigung, ſtimmte geschichtesten und geistreichsten Kanzler- Steden nicht abgewendet hat sich als vorsichtiger Mann gehütet, diesen heiklen Gegenstand mit den Konservativen und Nationalliberalen gegen die ungültigkeitswerden. Gestern hat Graf Bülow bei der, wie jedermann anerkennen wird, unlösbaren Aufgabe, auf den thatsächlichen anzuschneiden. Und doch hätte gerade er, der seiner Zeit über die Teil der Bebelschen Rede mit Erfolg zu ermängel des herrschenden Seerechts so schmerzliche Klage gewidern, sich an die Socialdemokratie mit der Frage gewendet; führt hat, in erster Linie Veranlassung gehabt, sich über diesen GegenSie suchen mit allen Mitteln das Ansehen der Monarchie zu stand mit der ihm so wohl anstehenden, jovialen Offenherzigkeit schädigen, und da wundern Sie sich, daß ein von seinem auszusprechen. " Unnötige Verhimmelung. erklärung. * Aus der Beratung ist als bemerkenswert hervorzuheben, daß die Abgeordneten Arendt( freik.) und Semmler( natl.) ihrer Erregung über die Haltung der Mehrheit der Wahlprüfungskommission in heftigen Angriffen Ausdruck gaben und drohten, sie würden im sagte:„ Mut, Mut, mein lieber Kamerad. Morgen haben alle unsre Leiden ein Ende. D, warum nicht heute schon", rief der andre mit einem Schmerzensschrei." Aeußerst bezeichnend für das Preußen des„ großen Königs" ist eine Antwort, die Thiébault von mehreren aus Frankreich stammenden Soldaten auf seine Frage, wie sie denn in ein Land gehen mochten, in dem sie täglich geprügelt würden, erhielt. D, meinten die Leutchen lachend, hier in Preußen ist es teine Schande, Prügel zu bekommen." schiedenen Stellen den Rohrstod niedersausen zu fehen. Ich sah einmal einen fünfzehnjährigen Junker, der wegen eines geringfügigen Versehens einen mehr als fünfzig Jahre alten Grenadier vortreten ließ und ihm mit dem In der preußischen Armee ist bekanntlich Friedrich II. Trumpf. Stod aus Leibeskräften, ich weiß nicht wie viele Schläge auf Arme Namentlich in neuerer Zeit wird er ganz besonders verherrlicht, an und Schenkel verabfolgte. Dem armen Kerl liefen die Thränen über feinem Geburtstag( 24. Januar) bringt das Militär- Wochenblatt" das Geficht, aber er durfte nicht wagen, auch nur ein Wort zu alljährlich einen ellenlangen Lobeshymnus auf ihn und seine Armee, äußern. Ich konnte den Anblick nicht ertragen und entfernte mich und außerdem erhält bald dieses bald jenes Regiment zur Erinne- schleunigst. rung an den großen König" ein neues Abzeichen, ja neuestens" Die unmenschliche Strenge, erzähte Thiébault weiter, brachte wurde die Garde sogar mit einem Gewehrgriff aus der friedericianischen viele Soldaten zur Verzweiflung; es hatte sich unter ihnen ein Betrachtet man die heute noch geltende preußische Gefindes Zeit bedacht. Wir sind nun der Meinung, daß zu all dem eigentlich furchtbarer Aberglaube ausgebreitet. Sie sagten sich, es Ordnung, die gelinden Strafen, die über prügelnde Schutzleute, fein Anlaß vorhanden ist, denn mag Friedrich II. dank seiner Feld- wäre am besten zu sterben. Ilm aber nicht durch Offiziere und Unteroffiziere im Deutschen Reiche verhängt werden, Herrngabe große Siege erfochten haben, die Zustände, die er mit diese Sünde in die Hölle zu kommen, müßte man ein so muß man die Ueberzeugung gewinnen, daß auch in unsren Tagen feiner Grausamkeit und Härte in seiner Armee herbeiführte, waren unschuldiges Kind ermorden, das auf diese Weise ins Paradies fäme. noch sehr viele Angehörige der Nation der Dichter und Kritiker die derart, daß getvichtige Gründe vorlägen, die Erinnerung an jene Wenn man sich dann selbst anzeigte, so hätte man Beit genug, zu nämliche Anschauung haben wie die oben erivähnten Franzosen. angeblich auch so glorreichen Tage nicht unnötig aufzufrischen. Gott um Verzeihung zu beten, ehe man zum Tode geführt würde. Nur bekommen die Betreffenden nicht selbst die Prügel, sondern Zum Beweise des Gesagten wollen wir einem Manne Ich habe viele hinrichten sehen, die sich zu diesem überlassen das Vergnügen den Dienstboten, Arbeitern und Soldaten. das Wort geben, der sogar ein großer Verehrer des Glauben bekannten." Nun ist es allerdings richtig, daß Friedrich II. später etwas Königs war und ihn entschuldigte, wo er nur fonnte." Es ist Charakteristisch ist, wie der große König" diefem schauerlichen mildere Saiten in der Behandlung der Soldaten aufziehen ließ. dies der Franzose Dieudonné Thiébault, der von 1765 bis Kindermord zu steuern fuchte. Das beste wäre wohl gewesen, eine Aber das war sehr, sehr spät, nämlich erst 1785, also ein Jahr 1784 als Lehrer der französischen Litteratur an der Academie menschlichere Behandlung der Soldaten anzuordnen, aber dies fiel vor seinem Tode. Und wenn Friedrich auch sonst über das militaire" zu Berlin fungierte und 1804 feine Erlebnisse in Friedrich II. gar nicht ein, sondern er wir lassen jetzt zu starke Prügeln wetterte, so geschah es nicht aus Humanität, Wurde ein Kerl" zum „ befahl, es dürfe sich kein katho- fondern nur aus finanziellen Gründen. Preußen in einem Werke Friedrich der Große und sein Hof" wieder Thiébault reden ( deutsch bei Robert Lutz, Stuttgart) erzählte. lischer oder evangelischer Priester einem solchen gewisser Krüppel geschlagen, so mußte cben ein andrer gekauft werden. " Ich sprach, schreibt Thiébault, oftmals mit preußischen maßen von reliquidem quiprud nahen. Auch dieses jektiven Beſchauer zeigt, iſt, abgesehen von der taktiſchen und kriegeWahnsinn befangenen Ver- Das Bild, das die Armee Friedrichs II. dem genauen und obOffizieren über die inmenschliche Prügelei. " Sie haben Unrecht, sich darüber zu beklagen, antwortete man Heilmittel hatte anfangs nicht viel Wirkung; mit der Zeit aber stellte rischen Leistungsfähigkeit, ein geradezu widerliches: Offiziere die Mannmir, wenn wir nicht so strenge wären, würde man Sie in Ihrem sie sich doch ein, denn es graute den Soldaten davor, ohne geistlichen und Unteroffiziere nur zu oft viehisch verroht, eignem Hause ermorden. Ein Drittel unsrer Beistand zu sterben imd fie befürchteten, auf diese Weise noch sicherer schaften verbittert, verzweifelt, auf jeden günstigen Moment Armee besteht aus Taugenichtsen, die man nur mit der als durch jede andre Todesart der Verdammnis anheimzufallen." zum Entwischen lauernd, ein nicht fleiner Teil davon ausgemachte Fuchtel im Baum halten kann. Die geborenen Preußen brauchen An einer andern Stelle berichtet uns Thiébault folgendes Er- Verbrecher und dazu als oberster Kriegsherr ein Mann, der so gewir nicht so scharf anzufassen, weil sie im allgemeinen gutmütig lebnis:„ Ich war erst seit einigen Wochen in Berlin und wohnte noch fürchtet war, daß seine Inspektionen als Schredenstage galten und find, aber das andre Pack muß man entweder verprügeln in gemieteten Zimmern, als ich eines Mittags, die Treppen hinauf die Frauen und Kinder aller jener, die an einer solchen Inspektion oder aus dem Lande jagen." Leider, fährt Thiébault fort, steigend, vor mit drei Soldaten in Fesseln sah, die zu meinem beteiligt waren, stundenlang auf den Knien lagen, um Gott zu hatten die Offiziere recht. Troßdem boten aber diese Wohnungsnachbarn, ihrem Regimentskommandeur, gebracht wurden. bitten, daß dem Gatten und Bater kein Unglück zustoße. Wir glauben Ecenen einen sehr peinlichen Eindruck, befonders wenn Zwei von ihnen, beide verwundet, stützten den Dritten, der daher, daß es wirklich besser wäre, an die Armee Friedrichs П. nicht man zu einer Zeit ausging, wo die Truppen egerzierten; man einen Schuß im Bein hatte. Ich hörte, wie einer von ihnen unnötig zu erinnern. konnte keine 50 Schritte weit gehen, ohne auf verzu diesem, der offenbar große Schmerzen litt, in französischer Sprache " mit " sich überſtürzenden Wieersprüche mit gebührender Heiterkeit von der lands, einem Haß, der von England nur zu sehr verdient ist. plodierten im lechzig Prozent Granaten egs Den Eindruck des Bombardements Plenum des Reichstages die Anregung geben, die Wahlprüfung der in Transvaal Bürger des Freistaates geworden sei, wurde er des 13 wölf Tote und fünfzehn Verwundete Tagen Kompetenz des Reichstages zu entziehen und ein Richterkollegium Hochverrats für schuldig befunden und zum Tode ver- darin, das Pulvermagazin war von zwei Granaten beinahe damit zu betrauen. Im Widerspruch damit beklagten sich dieselben urteilt! durchbohrt, aber nicht explodiert. Der Kommandant schäzte Abgeordneten, daß die die entscheidenden Aussagen der im Wahlprotest angegebenen und richterlich vernommenen Zeugen neten entsprangen dem alten Haß Irlands gegen Eng Die Haltung Lynchs und seine Wahl zum Parlamentsabgeord- Mauern nach dem See- Eingang zu litten besonders, auch das Dorf die Zahl der deutschen Granaten auf 1600. Die juristisch zu spiz definiert würden. Natürlich wurden diese im Aerger San Carlos. Mehr als viele Granaten trepierten nicht, die Hat doch England in Irland stets wie in einem eroberten Lande Geschütze im Fort reichten nicht bis zum" Falke" und zur„ Vineta" Die Prüfung der Wahl des Abg. Bolz( 5. Trier, natl.) gehaust, hat es Irland doch seit all den Jahrhunderten und erwiderten das Feuer nicht. Ein Teil der Artillerie im Fort mußte wegen vorgerückter Zeit verschoben werden; der Vorsitzende politisch, religiös und social mit Füßen getreten. wurde zerstört, doch verbleiben fünf brauchbare Geschütze. Abg. Spahn, schlug vor, eine Sigung am 23. Januar abzuhalten. Die englische Aristokratie hat Jrland stets als Ausbeutungsobjekt Dagegen erhob der Abg. Semmler Einspruch; er habe als Kor- betrachtet. Irlands Bevölkerung hat sich seit 1841 infolge der in New York und Washington schildert der„ Tag": referent die Akten noch nicht prüfen können. Aber auch gegen die standalösen agrarischen Mißwirtschaft der englischen Gutsherren Prüfung der Boltzschen Wahl am 29. Januar erhob Semmler denHier ist die Stimmung unter dem Eindruck dieser Nachselben Einspruch, obgleich der Referent, Abg. Wellstein, erklärte, um die Hälfte vermindert. Vergebens versuchte die ver- richten eine erregte. Regierungskreise sollen der Ansicht die Prüfung der vorliegenden Akten erfordern höchstens einige gewaltigte Jusel immer von neuem, sich politische und religiöse sein, daß das Bombardement unter allen Umständen unnötig und Stunden Zeit. Ferner wurde konstatiert, daß die Aften der Bolzschen Wahl Gleichberechtigung zu erringen. Es war alles vergebens. Alle Ver- unweise sei, etwaige Beleidigungen müßten bei der gegen feit Beihnachten im Zimmer der Wahlprüfungs- Kommiffion zweiflungsausbrüche des brutal vergewaltigten Landes- so noch die wärtigen Sachlage übersehen werden. jederzeit zur Einsicht ausgelegen haben. Aber Abg. Semmler gab Fenierattentate zu Anfang der 80er Jahre- wurden brutal unter- fürchtet, Caftro könnte jetzt sein Einverständnis mit einer friedlichen auch teine Zusage, daß er bis nächsten Donnerstag die Akten prüfen drückt; das Recht der Selbstverwaltung wurde Irland nicht eingeräumt. Lösung des Konflikts zurückziehen, und besorgt ernstliche Vers fönne; offenbar ist es auf eine Verschleppung der Prüfung Kein Wunder, daß der Haß der Irländer gegen England der alte abgesehen. Bei der Bolz'schen Nachwahl sind nämlich dieselben geblieben ist. Diesem national nur zu berechtigten Haß entsprang Ungesetzlichkeiten vorgekommen, die zur Kassierung der Wahl die Parteinahme Lynchs für die Boeren, entvom Jahre 1898 geführt hatten. gegenüber dieser Verschleppungstaktik Semmlers darauf hin, daß die sprang die Wahl Lynch 3. Und auf diesen neuesten VerKommission den dringenden Auftrag des Plenums zu erfüllen habe, geltungsakt Jrlands antwortet England nun durch sein Todesdie ihr aufgetragene Arbeit zu erledigen. Wahrscheinlich wird es urteil! Irland wird durch diesen barbarischen Justizakt natürlich über diese Vorkommnisse in der Kommiſſion bei der Beratung im nicht pacifiziert, das jahrhundertalte Unrecht Englands, gegen das Plenum zu scharfen Auseinandersegungen kommen. auch zeitweise die englischen Arbeiter Protest erhoben, nicht ausgelöscht werden. Vielmehr wird es künftig heißen: Auge um Auge, Zahn um 8ahn! wies Der Stöder hat am Freitag im Reichstag. sich mit dem " Vorwärts" eifrig beschäftigt. Jm Reichstag hat man den Mann mit Recht keiner Antwort gewürdigt, weil jedermann weiß, daß es dem ehemaligen Hofprediger eine unglückselige Naturanlage verbietet, Wahrheit von Unwahrheit zu unterscheiden. " Marokko. " Man be= gemeldet: Ferner wird der„ Voss. 3tg." aus London vom 23. Januar Der Washingtoner Berichterstatter des Morning Leader" drahtet von gestern, die Union- Regierung habe die amtliche Bestätigung der Beschießung von San Carlos erhalten. Allenthalben mache sich ein Gefühl der Entrüstung gegen Deutschland bemerklich. Daß die Deutschen dem Buchstaben nach ihre Rechte in der Ausführung schritten haben, werde von der Union- Regierung zugestanden, indes der Zwangsmaßregeln gegen Venezuela nicht überwerde doch behauptet, daß sie den Geist der Ver. sicherungen verlegt hätten, welche sie der Regierung hinsichtlich der milden Handhabung des gegen Venezuela anzuwendenden Zwanges erteilten. Man erblicke in den Regierungskreisen der Tanger, 22. Januar. Briefe aus Fez vom 16. d. M. berichten, Union in den drastischen Operationen des deutschen Geschwaders die daß dort der Oberbefehlshaber der Truppen des Sultans mit Absicht, den Grundfäßen der Monroelehre Troß zu bieten. Stöcker hat die Vermehrung der Vorwärts"-Auflage darauf 36 Gefangenen, den Köpfen 16 getöteter Feinde und 1000 Stück Vich Der Washingtoner Berichterstatter der„ Daily News" drahtet, durch zurückgeführt, daß unser Blatt vielfach gratis verteilt würde; eingetroffen ist. Dies sei das magere Ergebnis der am die zweite Beschießung von San Carlos fei tieffte Entrüstung berfo erhalte er es feit acht Tagen gratis. Da die Expedition des 15. Januar in zwei Bezirken der Westhia in as unternommenen ursacht worden. Die Mitglieder der Regierung mißbilligen die Be Vorwärts" das Blatt an niemand umsonst verbreitet, so ist die Operationen, bei denen die Dörfer der Hiainas niederschießung im Privatgespräch als brutal, unnötig und nicht zu vers Behauptung des Stöcker derart, daß man vermuten könnte, er gebrannt wurden. Diese unbedeutenden Scharmützel feien teigigen. Ein Mitglied des Kabinetts habe dem Berichterstatter des würde sie beschwören. Sollte er aber dennoch zufällig die Wahrheit als vollständige Niederlage der Hiainas dargestellt worden, in Wirk- Blattes mit Bedeutung gesagt, die Volksstimmung lenke die Hände der gesagt haben, so hat vielleicht ein um seine Aufklärung bemühter lichkeit aber nur ein kleiner Teil dieses Stammes in Regierung genan so, wie sie Mac Kinleys Hand zur Kriegserklärung Gönner für ihn ein Exemplar abonniert. Wir halten das allerdings unmittelbarer Nachbarschaft von Fez an den Kämpfen beteiligt und gegen Spanien lenkte. Eine Kleinigkeit könne eine Erregung entfür eine Geldvergeudung; denn zur Wahrheit ist Stöcker doch nicht der Erfolg der Truppen feineswegs vollständig gewesen. Die Lage flammen, die nicht so leicht gelöscht werden könnte. Es verlaute mehr zu erziehen. werde von Kennern der Verhältnisse nach wie vor ernst beurteilt. Ferner hat Stöder behauptet, die Unwahrheit der Hunnenbriefe auch, daß die britische Regierung die Union- Regierung halbamtlich fei gerichtlich festgestellt. Wenn Stöcker imstande ist, einen Beweis verständigt habe, sie billige das Bombardement nicht, hätte keine vorOestreich- Ungarn. herige Kenntnis davon gehabt, und die britischen Schiffe würden nicht für diese Behauptung zu geben das Gegenteil ist die Wahr- Der Czechenklub nahm mit 34 gegen 6 Stimmen folgenden bombardieren, falls sie nicht angegriffen werden, sondern lediglich heit, so find wir bereit, den Scheiterhaufenbrief für eine Antrag des Abgeordneten Herold an: Der Klub beschließt, bei seinem den Status quo aufrecht erhalten. Der Londoner Standard Fälschung zu erklären. Beschluß vom 16. Oktober 1902 zu verharren, erachtet es als möglich, daß die deutschen Kapitäne technisch im Kaisers Geburtstag. Wie ein Berichterstatter meldet, soll der demzufolge gegen die jetzige Regierung des Ministerpräsidenten Rechte gewesen seien, Gewalt zu gebrauchen, um die Einfuhr Kaiſer bei einem Gespräch über die Feier seines Geburtstages fürz- Mitteln anzu kämpfen ist, und behält sich vor, die Mittel der Zwischenfall müsse jedoch die ohnehin wachsende Erbitterung, b. Koerber mit allen zulässigen parlamentarischen von Lebensmitteln in den blockierten Flächenraum zu verhindern, lich folgende Aeußerung gethan haben:„ Gewiß freut es mich, wenn von Fall zu Fall zu wählen. Aus taktischen Gründen räumt der welche das deutsche Eindringen in die politischen mein Bolt mir dadurch Liebe und Verehrung bezeugt, daß es zu Alub die Priorität vor seinen Dringlichkeitsanträgen ein: der Angelegenheiten der neuen Welt bereits verursacht hat, meinem Geburtstage Extrafeste veranstaltet und die Fenster mit brennenden Lichten bestellt. Ich meine aber, die wirtschaft- Erledigung der Zuckervorlage, der ersten Lesung des Wehrgefeges noch verstärken. Was auch immer das schließliche Ergebnis des liche Not und der Mangel an Arbeitsverdienst ist so groß, liche Not und der Mangel an Arbeitsverdienst ist so groß, und der Dringlichkeitsanträge betreffend die Mängel der Prager Venezuela- 3wistes sein möge, würden die Deutschen wenig Ursache daß man der Armen gedenken möchte. Ich würde mich freuen, Hochschule und betreffend die Geschäftsordnung. Die parlamentarische haben, sich dazu zu beglückwünschen, da die Ereignisse die Amerikaner daß man der Armen gedenken möchte. Ich würde mich freuen, kommission wird mit der Ausarbeitung der bei der ersten Lesung endgültig in die Reihe jener Nationen drängen, welche die deutschen wenn ein Teil der zu Ertra- Ausgaben bestimmten Gelder im Intereſſe der Armen verwendet werden würde, sei es der Wehrvorlage abzugebenden Erklärung und einer an das Volk zu Handlungen mißfällig und deren Beweggründe mit Mißtrauen bein direkter Zuwendung oder zur Beschaffung von Arbeits- richtenden Denkschrift über die Stellung des Klubs im Parlament trachten. gelegenheit. Namentlich die Gemeinde- Verwaltungen sollten das beauftragt. Wohl der ärmeren Ortsinsassen aus Anlaß meines Geburts" " Partei- Nachrichten. Der Umfiurz im Reichstag. Die brutale Vergewaltigung der tages pflegen. Seit einigen Jahren wird diesem meinem Wunsche Das Bombardement von San Carlos. etwas entsprochen, ich wünschte aber, die Beachtung des Wunsches wäre eine ausgedehntere. Mir wäre wohler und freudiger zu Die Lage vor San Carlos scheint nach den bis jetzt vorliegenden Reichstags- Minderheit durch eine strupellose Majorität und deren Mute, wenn ich wüßte, daß die Armen an meinem Geburtstage Gerüchten die zu sein: Es ist dem Feuer der deutschen Kriegsschiffe willfährige Präsidenten wird in ihren Wirkungen noch lange im nicht darben, als wenn das schöne Geld schließlich in nichts zer gelungen, das Fort San Carlos zu zerstören. An dem Lande nachhallen. Deshalb hat unter obigem Titel die Buchhandlung fließt." Bombardement scheint sich außer der Vineta", dem" Panther" und Vorwärts cine Darstellung der Kämpfe um den Zolltarif herausDie Mitteilung ist nicht recht glaubwürdig, denn sie widerspricht der„ Gazelle" auch der Falke" beteiligt zu haben. Nachdem man gegeben. der in den herrschenden Klassen geltenden Ansicht, daß ein Vergleich das Fort durch zweitägige vehemente Beschießung Nach dem amtlichen Stenogramm giebt die Broschüre eine zwischen den umötigen Feſtausgaben und der Not des Volkes eine zum Schweigen gebracht hat, ist der„ Panther" in die Lagune von altenmäßige Darstellung des Umsturzes der Geschäftsordnung focialistische Verhegung bedeute; sie widerspricht auch der sonst ge- Maracaibo eingelaufen und hat das letzte dorthin geflüchtete im Reichstage. Unbarmherzig deckt der Verfaffer das läufigen, freilich ganz unhaltbaren Anschauung, daß derlei Ausgaben venezolanische Kriegsschiff Miranda" gefapert. volksverräterische Treiben Eugen Richters auf und das Geld in Umlauf bringen und schließlich doch den Arbeitern zu Der Sieg der ungleich besser armierten deutschen Kriegsschiffe geißelt die Komödie des agrarischen Bruderkriegs, die den gute kommen". war vorauszusehen. Bewunderungswürdig ist nur der so lange Mantel abgeben mußte, hinter dem der Zollschacher ungestört beWäre die Mitteilung aber richtig, wäre der Kaiser wirklich so und verzweifelte Widerstand des venezolanischen Forts. trieben werden konnte. Gingehend wird geschildert, daß alle diese gut beraten über die schwere Not der Zeit, unter der die Arbeiterschaft Der venezolanische Böbel" hat sich allem Anschein nach helden Vergewaltigungen nicht hinreichen, die Opposition zu ersticken, bis leidet, so muß gesagt werden, daß die gewünschte andersartige Verschließlich die beutegierige Mehrheit die nackte Willkür an Stelle des Gewendung des für die kaiserliche Geburtstagsfeier ausgegebenen fezes proklamierte und damit den Präsidenten des deutschenReichstags zum Geldes gegenüber dem Umfange des wirtschaftlichen Rotstandes Büttel der Mehrheit degradierte. Am Schluß folgt eine nach den Wahlgänzlich belanglos bleiben müßte. Es müßten anstatt der unzufreifen geordnete Zusammenstellung der wichtigsten namentlichen Ablänglichen und entwürdigenden Wohlthätigkeitspflege ernsthafte Maßstimmungen, aus der zu ersehen ist, wie jeder einzelne Abgeordnete nahmen der Gesezgebung zum Schuge gegen Not und Arbeitslosiggestimmt hat. teit getroffen werden. Immerhin wäre es nicht zu verwerfen, wenn das Festefeiern und das unnüße Lichteverbrennen gründlich beseitigt würde. Doch vorläufig haben wir keinerlei Glauben daran. " mütig geschlagen. Der moralische Erfolg liegt nicht auf deutscher Seite, selbst wenn man von dem Völkerrechtswidrigen des deutschen Angriffs absicht. leber das Bombardement liegen folgende Nachrichten vor: Die„ Nordd. Allg. 3tg." meldet offiziös: 31 Die Wahl des Genossen Emmel in den Landesausschuß von faß- Lothringen ist, wie uns ein Privat- Telegramm meldet, vom Bezirksrat in Colmar für ungültig erklärt worden. Man scheint demnach wirklich der Meinung zu sein, daß die socialdemokratischen Mitglieder des Gemeinderates von Mülhausen nicht aus freier Ueberzeugung focialdemokratisch wählen. Parteipresse. Das„ Sächsische Volksblatt" in Zwickau hat seit dem 1. Januar 500 neue Abonnenten gewonnen. Ueber die Ereignisse vor Maracaibo ist nunmehr die erste Meldung aus deutscher amtlicher Quelle eingetroffen. Der Kom- Zur Kennzeichnung des Verhaltens der Gegner wird die Broschüre mandant von S. M. S. Falfe" telegraphiert unter dem 22. d. M. unschätzbare Dienste leisten. aus Curaçao, daß nach einer ihm dorthin zugegangenen zuverlässigen Der Einzelpreis ist 20 Pf. Eine für die Massenverbreitung herEin Offizier über Soldatenmißhandlungen. Die liberale ,, Aug 8 b. Mitteilung aus Maracaibo S. M. SS." Vineta" und" Panther" gestellte Agitationsausgabe wird pro 100 Stüd mit Abendztg." bringt heute eine sehr bedeutungsvolle Zuschrift, aus am 21. d. M. das Fort San Carlos in Brand geschossen 6, M. abgegeben. Bestellungen sind an die Buchhandlung Offizierstreifen", in welcher die Schuld für die noch immer und zerstört haben. Borwärts, Berlin SW., Lindenstr. 69 zu richten. vorkommenden Soldatenmißhandlungen den unteren Kommando- Wir sind in der Lage, hinzufügen zu können, daß dies die stellen zugeschoben wird. Diesen wolle" es oft nicht gelingen, einzige bis jetzt eingegangene amtliche Meldung ist. lleber den Mannschaften über Rechte und Pflichten der Vorgesetzten bezw. den Anlaß des Vorgehens S. M. Schiffe liegen noch keine Untergebenen soviel Verständnis beizubringen, daß jeder Mann Nachrichten vor." darüber klar sei, wie er sich zu verhalten habe, wenn er einem Diefe, einzige amtliche Meldung" ist insofern un berrüdten oder gemeinen Verlangen" eines Vorgesetzten gegenüber richtig, als das Fort San Carlos nicht am 21. Januar zerstört steht. Der Einsender knüpft an die Rendsburger Vorgänge an und worden ist, sondern erst am 22. Januar. Nichtoffizielle Telegramme bemerkt dazu, daß der Untergebene in einem solchen Falle nicht nur melden nämlich: den Gehorsam verweigern muß, sondern auch passiven oder, in Maracaibo, 22. Januar. Das Bombardement des Forts San Notwehr, fogar aktiven Widerstand leisten darf. Besonders Carlos durch die deutschen Schiffe Vineta"," Panther" und wird getadelt, daß im Unterricht oft äußerst vorsichtig um das Falle"(?), welches gestern seinen Anfang nahm, wurde heute scheinlich im September oder Oktober stattfindet, wird zum erstenmal Der nächste schweizerische socialdemokratische Parteitag, der wahr Beschwerderecht herumgegangen werde, während die Mannschaft fortgefegt. Das Fort erwiderte das Feuer und leistet ſcheinlich im September oder Oktober stattfindet, wird zum erstenmal mehrere Tage, nämlich drei Tage lang dauern, was sehr zu begrüßen, erfahren müsse, daß ein Beiniger unbedingt gestraft noch widerstand. wird und schonungslos anzuzeigen sei. Die Wiederaufnahme der Beschießung des Forts San Carlos da die bisherige Praris, die wichtigsten Geschäfte in wenigen erfolgte heute bei Tagesanbruch. Sieben oder acht aus weiter Stunden zu erledigen, nicht als eine gesunde betrachtet werden Entfernung abgegebene Schüsse erreichten das Fort nicht. Um 6 Uhr konnte. Auf die Tagesordnung sollen u. a. die Aufstellung rückte der" Panther" näher und nahm heftig am Kampfe teil. Das eines neuen Parteiprogramms und der Militarismus Fort erwiderte sein Feuer. Um 8 Uhr war der Kampf io tommen. Das jezige Parteiprogramm datiert aus dem Jahre 1888, sein Verfasser war der seither verstorbene Berner Genosse Steck. scharf wie am Mittwoch im Gange. Die Beschießung von San Carlos hat gestern den Zur Ausarbeitung eines Programmentwurfs bestellte der 1901 stattganzen Tag angedauert. Das Fort litt fürchter gefundene Solothurner Parteitag eine besondere Kommiffion. lichen Schaden. Heute früh wurde die Beschießung, bei der das Fort noch Widerstand leistete, wieder aufgenommen, weil die Kriegsschiffe mit Ausnahme des Panther" die Barre nicht passieren können. Sogenannte Hunzer" feien im Interesse der Armee möglichst schnell zu beseitigen und auf Soldaten folle man einwirken, damit sie fich weger eine entehrende Behandlung, noch körperliche oder seelische Mißhandlungen bieten lassen. Solche ehrlichen Worte verdienen gewiß alle Anerkennung. Aber sie werden wohl so lange teinen fruchtbaren Boden finden, als man an den deutschen Kriegsgerichten noch die nichtschmerzenden Dhrfeigen und die nichtkränkenden Beleidigungen gelten läßt! urteilt worden. Ausland. Lynch zum Tode verurteilt. " Socialdemokratische Wahlstimmen. " Das socialistische Organ von San Francisco The Advance" veröffentlicht eine Zusammenstellung der socialistischen Stimmen, die in den bedeutenderen Kulturländern bei der lett stattgehabten Wahl abgegeben worden sind: 2107 000 Stimmen. 860 000 780 000 460 000 Deutschland( 1898) Frankreich( 1902) Belgien( 1900) " Deftreich- Ungarn( 1900) " " Vereinigte Staaten( 1902) 304 000 " 215 000 " 100 000 " 48 000 " 43 000 39 000 " " 37 000 25400 " 10 000 7000 " " 1 628 1063 " Paris, 23. Januar. Aus Maracaibo wird berichtet, daß die Behörden einen Aufruf an die Bevölkerung erlassen Das in Irland gewählte englische Parlamentsmitglied Lynch, haben und alle Wehrpflichtigen zum aktiven Dienst gegen das wegen feiner Beteiligung an dem süd- einberufen find, um die deutsche Invasion zurüdWie es heißt, ist das Fort San Carlos voII= afrikanischen Kriege auf seiten der Boeren wegen zuschlagen. Hochverrats vor einem Ausnahme- Gerichtshof verhandelt wurde, ist ständig zerstört und die Ortschaft selbst zum größten Teil abgebrannt. Das Bombardement dauert noch fort; nach einem Telegramm aus London heute, Freitag, zum Tode ver die Tragweite der venozolanischen Geschüße hat sich als unzureichend ertiefen. Der Kommandant des Forts San Carlos, Lynch war im Jahre 1900 als Berichterstatter einer Bello, hat sich sehr tapfer gezeigt. Die Zahl der französischen Beitung nach Südafrika gegangen, hatte Toten und Verwundeten ist eine sehr große. In letter sich dort als Bürger Transvaals naturalisieren Stunde wird berichtet, daß der„ Panther" durch die Passage in den Lassen und dann den Feldzug gegen England mitgemacht. Er Hafen eingedrungen sei, die übrigen Kriegsschiffe konnten jedoch war dann in einem irischen Wahlkreise als Parlaments- wegen ihres großen Tiefganges nicht folgen. London, 23. Januar. Bureau Reuter" meldet aus Maracaibo: kandidat aufgestellt und auch gewählt worden. Trotz der Am 21. Januar ging der" Panther" von seiner Stellung, Dielik Drohung, daß er bei seiner Rückkehr nach England sofort verhaftet beim Fort San Carlos, zum" Falke", der fünf Meilen vom Fort und wegen Hochverrats in Auflagezustand versetzt werden und wegen Hochverrats in Anklagezustand versetzt werden entfernt lag. Das Feuer auf lange Schußweite dauerte bis würde, hatte er die Ausübung seines Mandats übernonunen. Er 6 Uhr. Bei Eintritt der Dämmerung zogen sich die Deutschen Dazu kommen einige Länder tote Rußland, Argentinien, Brasilien, wurde verhaftet und in den letzten Tagen fand die Verhandlung nach der See zurück, nachdem sie zum zweitenmal vergeblich ver- Japan und Australien, in denen die Socialdemokratie ebenfalls über gegen ihn statt. Trotzdem er sich für unschuldig erklärte und fein fucht hatten, Truppen beim Dorf zu landen. Das Fort fand eine teilweise sehr bedeutende Macht verfügt, wo es aber nicht mögVerteidiger für ihn geltend machte, daß er durch seine Naturalisation der Korrespondent um sieben Ihr schrecklich zugerichtet. lich ist, eine Zählung der Stimmen vorzunehmen, wie z. B. in Stalien( 1900) Schweiz( 1902) Schweden( 1902) Dänemark( 1901) Holland( 1901) England.( 1900) Spanien( 1901). Bulgarien( 1900) Norwegen( 1901) Kanada( 1902) Irland( 1902) Rußland, oder aber es handelt sich um Länder, von denen eine egafte Statistik nicht zu haben war. Im Verhältnis zur Bevölkerung weist Belgien die größte Stimmenzahl auf; es folgt darauf Dänemark, sodann Deutschland und die Schweiz. Aus Induftrie und Handel. Die Leipziger Hypothekenbank hat nach ihrem Geschäftsbericht im Jahre 1902 einen Reingewinn von 834 307 M. erzielt. Der Aufsichtsrat beschloß, eine Dividende von 6 Proz.( im Vorjahre 3 Proz.) auf 10 Millionen Mark( im Vorjahre 7%, Millionen Mark) Aktienkapital in Vorschlag zu bringen, 41 715 M.( int Vorjahre 39 670 M.) dem Special- Refervefonds I, 100 000 m. dem Special- Refervefonds II zuzuführen und 39 570 M.( im Vorjahre 25 497 M.) auf neue Rechnung vorzutragen. Gründungsthätigkeit während der letzten Jahre. In welchem Maße der Druck der Krise die Gründungsthätigkeit iamgelegt hat, zeigt sich darin, daß während in dem Jahre der Hochkonjunktur 1899 im Deutschen Reiche 364 neue Aktiengesellschaften mit einem Kapital von 544,4 Millionen Mark gegründet worden sind, in dem Jahre 1902 die Zahl der Gründungen nur 87 mit einem Kapital von 118,4 Millionen Mark betragen hat. Nach einer Zusammenstellung des Deutschen Dekonomist" ergiebt sich für die letzten vier Jahre folgende Gründungsthätigkeit in den verschiedenen Gewerben: " Bezeichnung Nahrungs- 2c. Mittel. 1899 1900 1901 1902 Anzahl Kapital 1000 M. Anzahl Kapital 1000 M. Anzahl Kapital 1000 M. Anzahl Kapital 2 4 355 6 1000 M. 7795 12 235 18 614 13 690 9075 4810 4 1 941 Landwirtschaft, Viehzucht 1 500 2 Bergbau, Hütten, Salinen 11 23 349 1140 14 23 219 7000 7 11 300 2 7 900 Industrie der Steine und Erden 29 25 430 33 22 837 17 13 998 14 Metallverarbeitung, Maschinenbau 75 109220 53 87 390 19 19 010 6 Chemische Industrie, Heizund Leuchtstoffe 21 15 005 11 15 960 Elektricitäts- Gesellschaft. 32 34 590 15 27 670 11 10 6 450 10 Textil- Industrie 18 18 480 16 26 965 8 15 270 3 Papier, Leder, Holz- und Schnigstoffe 18 18 405 18 21 667 7 47 42 517 31 21 140 23 17 643 11 19 985 ·. 32 25 087 21 61 616 15 16 530 19 37 520 22 31 340 8 13 262 4 3 600 1 100 3 780 16 29 211 5 6 050 2 1700 9 71 383 2 6 203 17 33 847 6 3 640 5 4 250 2 470 1 25 26 595 13 7180 12 4 296 8 3 15 754 2 1 800 9 17 065 8 8 143 100 7 500 Darunter: Zuderfabriken Brauereien Sonstige Nahrungs- u. Genußmittel Baugewerbe 0 Polygraphische Gewerbe Banken Versicherungs- Gesellsch. Eisenbahnen. 5 9 300 Sonst.Transportanstalten 29 65 986 Beherberg. u. Erquicung Diverse. 2 1 338 88 186 13 10 253 6 2495 10 7390 5 17 490 97036 76701 6 12 000 2 2 200 364 544398 261 340458 158 158257/87 118429 Der größte Rückgang in der Zahl der Gründungen hat danach in Senjenigen Branchen stattgefunden, in denen während der Prosperitätsjahre die stärkste Gründungsthätigkeit herrschte: in der Metall- und Maschinen- sowie der Elektricitätsindustrie, dem Brauund Transportgewerbe. Amerikanische Werksanlagen in Deutschland. Eine Folge des verstärkten Zollschutes für industrielle Erzeugnisse, ivie ihn der neue Bolltarif bietet, wird voraussichtlich sein, daß die ausländischer. Fabrikanten zur Errichtung von Fabriken innerhalb des deutschen Bollgebietes schreiten. Die Amerikaner zeigen sich auch auf diesem Gebiete wieder als die schnellsten. Daß große amerilanisaje Nähmaschinenfabriken schon zur Errichtung von Fabriken in Deutschland äibergegangen sind, dürfte schon bekannt sein. Aber auch auf andren Gebieten zeigt sich dasselbe Vorgehen. So ist eine große amerikanische Eisengießerei, die American Radiator Company, im Begriff, in der Nähe von Magdeburg ein großes Eisenwerk zu errichten, in velchem sie Radiatoren für Centralheizungen herstellen will. Eire Central Verkaufsstelle errichtet die Firma in Berlin. " Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. " Husland. " Der Streit der Stahl- und Walzwerksarbeiter in Betzdorf| mit Küche in einem Vororte 183 M. Für Wäsche, Kleidung, ( Rheinland) ist beendet. Die Ursache des Ausstandes war die Schuhwerk und Wirtschaftsgegenstände( ausnahmsweise einen Anzug Forderung einer Lohnerhöhung von 10-15 Prozent. Die Arbeiter für den Mann, alles übrige fertigt die Frau felber an) 194,35 M. haben nichts weiter erreicht wie die Einsehung eines ständigen Winterfeuerung 21 M. Fahrgeld des Mannes zur Arbeitsstätte Arbeiterausschusses. 37,80 M. Steuern, Versicherungen gegen Krankheit, Invalidität, Sterbefall und Feuer, Gewerkschaft und politische Organisation Dem Streit der Wiener Konfektionsschneider haben sich jetzt auch welt", einige Broschüren und Schulbücher 24,90 M. Vergnügungen, 102,62 M. Abonnement auf den Vorwärts" und die Moden500 Arbeiter und 150 Meister der Uniformbranche angeschlossen. Die focialdemokratische Fraktion des östreichischen Abgeordneten- Bier und Tabak für den Mann, Nasieren und Haarschneiden, Unterhauses hat mit Bezug auf den Streit eine Interpellationstübung einer alten Mutter 174,79 M. Aerztliche Hilfeleistung und Medikamente 13,16 M. Insgesamt demnach 1574,82 M., so daß eingebracht, welche folgende Anfragen an die Regierung stellt: 91,74 M. übrig bleiben. 1. Ist die Regierung bereit, alsogleich eine Gesezesnovelle zur Dabei sind aber die Verhältnisse ungewöhnlich günstig. Die Gewerbe- Ordnung einzubringen, durch welche die Arbeitszeit auch Familie ist nicht groß, der Mann hatte verhältnismäßig guten Verbeim Kleingewerbe gefeßlich eingeschränkt wird? Sanitätspolizei dafür sorgen, daß die entseßlichen Wohnungs- Kindes drei oder vier vorhanden sind, wenn langwierige Strankheiten 2. Will sie durch eine mit erforderlicher Strenge gehandhabte dienst, die Wohnung ist billig und es kamen keine langen Krankheiten bor. Wie aber, wenn Arbeitslosigkeit eintritt, wenn statt eines verhältnisse der Konfektionsarbeiter dauernd gebessert werden? der Frau oder der Kinder eintreten, wenn für die Wohnung das 3. Will sie dafür sorgen, daß endlich die Krankenversicherung auch auf die heimarbeitenden Konfettionsarbeiter, ob sie sich nun Doppelte bezahlt werden muß, wie es in Berlin der Fall ist? Meister oder Gehilfen nennen, durchgängig angewendet werde? Wie sich die Ernährung der drei Personen gestaltet, das zeigt 4. Ist die Regierung bereit, zur Regelung der Lohnverhältnisse Danach wurden verbraucht: die nachfolgende Aufstellung, die ein typisches Wochenbudget giebt. in dieser Branche beizutragen, indem sie im Einvernehmen mit den beteiligten Arbeiter- und Meistervertretungen die obligatorische M. Hafermehl, Reis und andre M. Führung von Lohnbüchern anordnet? 1,00 Hülsenfrüchte. Schwarzbrot. 5. Will schließlich die Regierung den ruhigen und gesetzmäßigen Weißbrot Verlauf des gegenwärtigen Lohnkampfes dadurch fördern, daß sie die Fleisch. Wiener Polizeibehörde streng aniveist, jeden Uebergriff gegenüber Wurst den Arbeitern zu vermeiden und sie in ihrem schweren und gerechten Schmalz Butter. Stampfe in teiner Weise durch die sonst üblichen Chikanen zu be= hindern? Talg Käse Aussperrung der Lebergalanteriearbeiter in Wien. Die Ver- Startoffeln einigung der Lederwaren- Industriellen wollte in ihren Betrieben eine Weizenmehl neue Arbeitsordnung einführen, mit der die Arbeiter, weil dadurch ihre Verhältnisse erheblich verschlechtert werden, nicht zufrieden sind. In drei Werkstätten wurde aus diesem Grunde die Arbeit nieder1,30 Stafao 3,10 Grüne Gemüse. 2,80 Milch 1,05 Buder • 0,70 0,30 • 0,40 1,60 1 Bfd. 0,30 • 0,33 • . 0,05 1,10 0,70 0,60 Malz- und Bohnenkaffee 0,40 8viebeln, Gewürz 0,32 Salz 10 dfb. 0,25 Seife, Petroleum, Streich.1 fb. 0,19 hölzer gelegt. Die übrigen Fabrikanten verlangten nun von den bei ihnen Letzte Nachrichten und Depefchen. beschäftigten Arbeitern, daß diese ihre streikenden Kollegen zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlassen. Als dieser Erfolg nicht eintrat, wurden in 16 Werkstätten 166 Arbeiter ausgesperrt. Nach Angaben der Unternehmer sollen sogar in 38 Werkstätten 300 Arbeiter ausgesperrt sein. Sociales. Unfälle und Unfallentschädigung. " Berlin, 23. Januar.( W. T. B.) Eine aus Willemstad hier eingegangene vor Maracaibo, den 21. datierte amtliche Meldung des Kommodore Scheder lautet: Am 17. wurde beim Passieren des MaracaiboBarre Panther" von Fort San Carlos unerwartet mit lebhaftem Feuer angegriffen. Panther" führte eine halbe Stunde lang Geschützkampf durch, brach dann aber den Kampf wegen navigativer Schwierigkeiten ab. Um sofort Strafe für Angriff folgen zu lassen, habe ich, zumal die venezolanische Regierung denselben als Erfolg proklamiert hat, mit Vineta" am 21. Fort San Carlos bombardiert und zerstört. " Jaurès über den europäischen Frieden. Nach den dem Reichstage soeben zugegangenen Uebersichten über die Rechnungsergebnisse der Berufsgenossenschaften hat sich die Zahl der Betriebsunfälle im Jahre 1901 wieder beträchtlich vermehrt. Es wurden insgesamt 476 260 Unfälle angemeldet gegen 454 341 im Jahre 1900. Den Berufsgenossenschaften fällt aber nur erklärt, die Regierung fönne nicht gegen die Internationalisten Paris, 23. Januar.( W. T. B.) Deputiertenkammer. Basies ein Bruchteil dieser Unfälle zur Last; die übergroße Mehrzahl davon einschreiten, denn diese bildeten einen wichtigen Bestandteil ihrer müssen die strankenkassen entschädigen, zu denen die Unternehmer Mehrheit; Redner fragt schließlich Jaurès, den Führer de nur ein Drittel der Beiträge leisten. Entschädigungen zu Lasten der Berufsgenossenschaften, Ausführungsbehörden und Versicherungs- Anſtalten wurden ausgeworfen für 117 336 Unfälle gegen 107 654 im Jahre 1900. Tödliche Unfälle ereigneten sich 8501 gegen 8567 im Jahre vorher; dauernde völlige Ertverbsunfähigkeit hatten 1446 zur Folge gegen 1390. Wie fich die Unfälle von Jahr zu Jahr vermehren, das zeigt am deutlichsten die für die gewerbliche Unfallversicherung ausgeführte Berhältnisberechnung der entschädigungspflichtigen Unfälle auf 1000 Bollarbeiter( 300 000 Arbeitstage ohne Rücksicht auf die Zahl der Arbeiter). Danach wurden Entschädigungen ausgeworfen auf 1000 Vollarbeiter im Jahre 1898 1899 1900 1901 für Unfälle 8,18 8,47 8,54 9,16 Socialisten und Vicepräsidenten der Kammer, wie er sich verhalten würde im Falle eines Krieges mit Deutschland. Jaurès führt mmmehr aus, auf dem internationalen Gebiete gebe es viele Dinge, welche phantastisch zu sein scheinen, die aber jetzt Friede beginne in Europa möglich zu werden. Es gebe nur drei Gestalt anzunehmen anfingen. Der thatsächliche und entgültige Dinge, welche das das Volk schwächen: die Lüge, die Träg heit und das Fehlen von Idealen. Die Franzosen besäßen die Eigenschaften, die diesen Fehlern entgegengesetzt seien. Seit 32 Jahren habe es keinen großen Krieg in Europa gegeben. Gs fci bas erstemal, daß man einen so langen Frieden ge nieße, Frankreich hoffe, daß er noch lange andauern werde. Es gebe in Europa zwei große Bündnisgruppen; beide wünschten den Frieden und schon zeige sich der Keim der europäischen die durch Alliance, Arbeit und Frieden geschaffen werden würde.( Beifall links.) Es bestehe eine fortschreitende Tendenz, ein friedliches Bemühen, welche man sowohl auf feiten Das bedeutet eine relative Vermehrung der Unfälle um 12 Proz. bes Dreibundes wie des russisch- französischen Bündnisses fest in 4 Jahren. Weiter läßt sich diese Entwicklung nicht zurückverfolgen, stellen könne. Redner hebt sodann hervor, der Dreibund sei da diese Berechnung vorher nicht ausgeführt wurde. Seit dem geschaffen ohne eine ausgesprochene offensive Tendenz gegen Jahre 1886 ereigneten fich insgesamt 1 032 054 entschädigungs- Frankreich, sondern nur, um die für Frankreich fchmerzpflichtige Unfälle, von denen 98 692 tödlich verliefen, 31 982 lichen Ergebnisse des letzten Krieges unwiderruflich zu machen. bauernde völlige und 531 787 dauernde teilweise Erwerbsunfähigkeit Marquis de Dion, welcher Jaurès unterbricht, wird zur Ordnung zur Folge hatten. Dazu ist jedoch zu bemerken, daß darin die Un- gerufen. Jaurès fährt alsdann fort, er glaube nicht mehr, dah fälle nicht enthalten sind, die sich bei den Versicherungsanstalten der richtet und daß seit 31 Jahren überhaupt ein der Dreibund in in seiner Gesamtheit gegen Frankreich ge= Bauberufsgenossenschaften ereigneten und die auch eine ganz stattliche Zahl bilden. 3 gegen Frankreich geplant worden set.( Proteftrufe auf der Angriff Rechten und in der Mitte des Hauses: mehrere Abgeordnete Die Unternehmer jammern über die großen Lasten, die ihnen rufen: Und im Jahre 1875... Jaurès erwidert, bei Prüfung die Unfallversicherung auferlegt. Ja, sollen die Hunderttausende der Ereignisse von 1875 glaube er, daß diese ein gefährliches und Verunglückten, die ihre gefunden Knochen im Dienste der Industrie sträfliches Doppelspiel Bismarcks gewesen seien, um Frankreich zu Die Einigkeit", das Organ der sogenannten Lokalisten, be- ließen, vielleicht hungern? Wie groß sind denn aber diese Lasten? beunruhigen. schäftigt sich in ihrer neuesten Nummer mit unserem Artikel zur Man operiert immer mit den Millionen, man sagt aber nichts von der Jaurès fährt fort: Bismard war aber nicht entschlossen, diesen Gewerkschafts- Debatte" im Vorwärts" vom 15. d. M. In diesem Zahl der Opfer. Die„ Lasten" waren allerdings noch nie so groß aggressiven Gedanken bis zum äußersten durchzuführen; Frankreich Artikel hatten wir den gewertschaftlich organisierten Genossen beider wie im Jahre 1901, weil die Zahl der Unfälle noch nie so groß war. habe also nicht vor einer ausgesprochen aggressiven Organisation Richtungen nahegelegt, dem bedauerlichen, für die Arbeiterbewegung und doch betrug die ganze Last nach der amtlichen Feststellung auf gestanden, sondern vor einer Organisation, welche den erworbenen schädlichen Zwist im gewerkschaftlichen Lager dadurch ein Ende zu machen, daß sie sich vereinigen, um den für beide Teile notwendigen einen versicherungspflichtigen Arbeiter im ganzen Jahre nur 6,53 m. Vorteil mehr mit Brutalität als mit einem direkten Angriffsplan festhalten wollte.( Millevoye ruft dazwischen, er werde Grieben auf die Dauer zu sichern. Die Einigkeit" sucht nun Bei den gewerblichen Berufsgenossenschaften allein ist die Leiſtung das Gegenteil beweisen.) Jaurès fährt fort, das würde beweisen, unsren Vorschlag dadurch bei ihren Lesern in Mißkredit zu sehen, allerdings höher infolge der höheren Löhne, sie erreichte aber auch nur daß die Kraft des Friedens fo start war, daß sie über eine Organi daß sie ihn als den guten Rat des lieben Onkels im Vorwärts" den geringen Betrag von 12,89 M. und auf einen Betrieb ganze fation, welche den Kampf wollte, triumphiert hat. Warum suche bezeichnet, den zu befolgen die Einigkeit" entschieden ablehnt. Wir 183,48 m., während auf 1000 Manrechnungsfähiger Löhne 16,03 Deutschland heute mit uns friedliche und fast herzliche Beziehungen laffen uns" so schreibt die Einigkeit" am Schlusse ihres Mart entfielen. Bei den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften Herzustellen? Warum habe Italien, welches seinen Vertrag erneuert Artikels durch die Maske der Biedermeierei im Vorwärts" nicht betrug die schwere Last der Unternehmer auf einen versicherungs- bat, erklären können, daß dieser Vertrag nichts kriegerisches in fich von unsrer wohlüberlegten Taktik ablocken, wir erkennen die verpflichtigen Arbeiter im ganzen Jahre nur 2,35 M. und auf einen befasse? Es giebt auch eine französisch russische Allianz, bändlerische Wolfsklaue unter dem Schafspelz des Onkels." fährt Jaurès fort: Principiell hade ich nichts gegen Es scheint hiernach, als ob die Redaktion der„ Einigkeit" den Betrieb 5,59 M. Es gehört die ganze dreiste Unverschämtheit unfres Unter- bie Unterschiede beeinflussen zu laffen, welche in politischer dieses Bündnis. Wir haben nicht das Recht, uns durch gewerkschaftlichen Zwiespalt unter allen Umständen aufrecht erhalten sehen will, obgleich fie einige Säße vor dem vorstehend citierten sagt, nehmertums dazu, angesichts solcher Zappalien von schweren oder gar und focialer Hinsicht zwischen beiden Ländern bestehen. Es handelt daß auch die von ihr vertretene Richtung bereit sei, die Streitagt zu unerschwinglichen Laften zu fabeln. begraben. Wir zweifeln allerdings nicht daran, daß die Arbeiter, welche den durch die Einigkeit" vertretenen Gewerkschaften angehören, zu einem ehrlichen Frieden mit der andren Seite bereit sind. Diesem Friedensbedürfnis leistet die Einigkeit" aber einen sehr schlechten Dienst, wenn sie die Redaktion des Vorwärts", von welcher der Rat, Frieden zu schließen, ausging, durch nicht gerade von gutem Geschmack zeugende Bezeichnungen zu verunglimpfen fucht. Unfer Borschlag verdient gewiß eine ernsthafte Erwägung, und wir hoffen, daß die hierbei in Frage kommenden Gewerkschaftsmitglieder den felben vorurteilslos prüfen und die Frage der Einigung fachlich erörtern werden. Mag auch die Redaktion der Einigkeit" die Aufrechterhaltung des Zwiespaltes wünschen, die Arbeiter haben ein dringendes Interesse am Ausgleich der Gegenfäße, an ungestörtem, gemeinsamen Zusammenwirken, und wir zweifeln nicht daran, daß sie den Weg finden werden, auf dem dies zum Wohle der gesamten Arbeiterbewegung zu erstrebende Ziel erreicht werden kann. " " Deutfches Reich. " Ein Brauerstreit ist in Bamberg ausgebrochen. Der Aftien gesellschaft Hofbräu“ wurde vom Centralverband der Brauer ein Tarif vorgelegt, worin 101stündige Arbeitszeit, Regelung der Lohnverhältnisse auf Grund eines Anfangslohnes von 19 M., Bezahlung der Ueberstunden mit 35 Pf., Freigabe jedes dritten Sonntags, Abschaffung des Wohnens in der Brauerei und Entschädigung hierfür gefordert werden. Die Direktion antworteteauf diese Forderungen damit, daß fie 5 organisierte Brauer entließ. Daraufhin stellten auch die übrigen Arbeiter die Arbeit ein. Zum Krankenversicherungs- Gejet verlautet, daß der dem Bundesrat zugegangene Entwurf sich in der Hauptsache darauf beschränke, die Dauer der Krankenunterfrüßung auf 26 Wochen und die Unterstützung für Wöchnerinnen auf 6 Wochen auszudehnen sowie die Zulässigkeit der Nichtunterstützung der Geschlechtstrankheiten zu beseitigen. Es wäre sehr zu bedauern, wenn die Novelle nichts weiter bringen sollte. Die Krankenversicherung muß im allgemeinen leistungsfähiger gestaltet werden; diese Hauptaufgabe erwartet man von einer Reform des Gefeßes. Las als Inhalt der Novelle Angedeutete wäre nur armfeliges Flidwerk. Zum Kellnerschus. In Gera wurden zwei Gastwirte von der anklage der Uebertretung der Kellnerschußverordnung freigesprochen, weil die Leute, denen sie die vorgeschriebene Ruhezeit nicht gewährt hatten, Büffettiers" und nicht Kellner feien. Dabei wurde in einem Falle sogar festgestellt, daß der Büffettier" auch die Gäste bediente. Diese Büffettiers follen angeblich selbständige Gewerbetreibende sein, da fie das Bier auf eigne Rechnung verschänken. " " Die Lebenshaltung der Arbeiter. sich um ein Defensivbündnis, dazu bestimmt, den Frieden in Europa zu wahren. Man darf aber auch den Wert des Bündnisses nicht überschäßen. Frankreich hat in den Jahren von 1870-1892 auch ohne Beistand feine Macht wiederherstellen, seinen Rang bewahren und sich ein Kolonialreich schaffen können. Das Bündnis mit Rußland, das uns retten sollte, ist erst gekommen, als man sah, daß wir fähig waren, uns selbst zu retten.( Lebh. Beifall links und in der Mitte. Millevoye ruft dazwischen: Sie richten zur Zeit im Lande das größte Unheil an! Lärm). Jaurès fährt fort: Es giebt nur eins das dem Lande Unheil zufügen kann, das ist, wenn man die Mißverständnisse fortbestehen läßt, aus denen die Ueberraschungen, die Leiden entstehen.( Beifall links.) Die Nationalisten wollten sich der Alliance bedienen als einer Waffe im inneren politischen Leben. Das können wir nicht zugeben. Die französische Revolution wollte den allgemeinen Frieden, sie verabscheute den Krieg. Heute ist der allgemeine Friede in Europa geschlossen. Ich habe volles Vertrauen zu seiner Dauer. Allerdings befindet sich Frankreich in einer schmerzlichen Lage, es hat eine Verstümmelung erlitten, welche eine Rechtsverlegung war. ( Beifall.) Wir werden den Triumph der Gewalt über das Recht niemals acceptieren können.( Beifall.) Aber die Heilung und die endgültige Lösung müsse von dem Frieden gebracht werden, der fich auf die gleichzeitige allgemeine Abrüstung stügt. Auf diese Weise würden die Elsaß- Lothringer ihr Vaterland wiederfinden.( Beifall links.) Ein Berliner Maurer hatte im Jahre 1902, das für ihn ein fehr gutes Jahr war, bei 65 Pf. Stundenlohn 1532,36 m. verdient. Seine Frau verdiente mit Schneidern 99,60 M. Aus dem vorigen Jahre hatte die Familie 34,60 M. übrig, so daß sie eine GesamtBentheim, 23. Januar.( W. T. B.) Das Gesamt- Ergebnis der einnahme von 1666,56 M. hatte, eine Einnahme, die der größte Teil Reichstags- Erjazwahl im 3. hannoverschen Wahlkreis ist der Arbeiter nicht erreicht. Sehen wir, wo das Geld bleibt. Die Familie hat einen Knaben von 12 Jahren. Für das wöchentliche folgendes: Engelen( C.) 14 724, Tholen( natl.) 2121, Gerlach( nationals stoftgeld der Frau, wovon sie die tägliche Nahrung zu bestreiten hat focial) 1958, Schumann( Soc.) 112 Stimmen. und außerdem einen Teil der Feuerung( pro Woche/ Scheffel Hanan, 23. Januar.( B. H.) Seit 5 Uhr nachmittags steht die Coats) gingen 823,20 M. auf, so daß auf die Woche im Durchschnitt Gummifabrik The Dunlop Pneumatic, Tyre u. Co. in Flammen. 15,83 M. entfallen. Für Wohnungsmiete eine sehr kleine Stube Das Fabrikgebäude ist rettungslos berloren. Berantwortl. Nedakteur: Carl Leid in Berlin. Inferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen. Ein Streit der Drahtarbeiter ist auf dem Werke der Oberschlesischen Eiſenindustrie in Stattowits ausgebrochen. Den Arbeitern ipurde eine Lohnherabsetzung von 50 Pf. pro Schicht zum 1. Februar angekündigt. Darauf erfolgte die Arbeitsniederlegung. Die Arbeiter verlangen, daß es bei den bisherigen Löhnen bleibt. Nr. 20. 20. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 24. Jaunar 1908. 245. Sigung. Freitag, den 23. Januar 1903, nachmittags 1 hr. " Am Bundesratstische: Reichskanzler Graf Bülow, Freiherr b. Thielmann, Graf Posadowsty, v. Goßler, v. Tirpis, Nieberding, rätte. Vicepräsident Graf Stolberg- Wernigerode: Es ist folgende ErKlärung an den Reichstag von den Herrn Grafen v. Ballestrem eingegangen. Die Erklärung lautet wie folgt: An den deutschen Reichstag. Das führende Preßorgan der fonservativen Partei, die Neue Preußische( Kreuz)-8tg." veröffentlicht in ihrer Nr. 34, Abendausgabe vom 21. Januar d. I. einen Artikel, welcher meine Geschäftsführung als Präsident des Reichstages, wenn auch mit verbindlichen Worten, so doch fachlich sehr scharf fritisiert und mißbilligt. Da es ausgeschlossen erscheint, daß dieser Artikel ohne Vorwissen der konservativen Partei veröffentlicht sein sollte, muß ich annehmen, daß er die Anschauungen dieser Partei richtig wiedergiebt. Da mun die konservative Partei eine jener großen Parteien ist, welche meine Berufung auf den Präsidentenstuhl des Reichstages herbeigeführt und meine Geschäftsführung bis jegt vertrauensvoll unterstützt haben, so geht für mich aus dem oben angeführten Artikel hervor, daß ich dieses Vertrauen nicht mehr in dem Grade befize, wie ich es für notwendig halte, um die Geschäfte des Reichstages mit Erfolg zu führen. Kanonen die 1. Januar bon der ein Für eine Reichs- Finanzreform wird in der dringenden Wunsch, daß man möglichst in den Bahnen des Fürsten jezigen Legislaturperiode teine Zeit mehr sein. Bismard wandeln möge. Wir können aber die Individualitäten Ob später daraus etwas wird theon en gounasi keitai( das und Zeiten nicht ändern. liegt im Schoße der Götter.) Gewundert habe ich mich darüber, daß der Reichskanzler vore die die Fest segung in China nicht besonders freudig begrüßt dem Präsentierteller entgegentrug. Das erinnert an Was die äußere Politit anlangt, so gehöre ich zu denjenigen, gestern dem Reichstag das sogenannte Klosettgefeß auf haben. Wir müssen möglichst bald aus China ab- die Aufhebung des Verbindungsverbots für politische Vereine unmittelbar gesehen von Kiautschou- mit heiler Haut herauszukommen suchen. nach dem Armenfünderbegräbnis der sogenannten Zuchthausvorlage. Die erwähnte Steigerung des Handels mit China ist nicht ein- Ich bin gewiß ein Freund des Wahlgeheimnisses, aber sind die vorgetreten. Von einer Deckung der Kriegsschuld träumen nur noch die geschlagenen Mittel, der Isolierraum und die Wahlgrößten Optimisten. Die Räumung Shanghais war für uns feine couverts, würdig, zwedmäßig und durchführbar? angenehme Sache. Sie hat bewiesen, daß der Yang- the- Vertrag werden sie nicht zu unzähligen Wahlproteſten führen? sehr wenig genügt hat. Selbst die„ Köln. 3tg." bezeichnet das( Lebhafte Zustimmung bei den Konservativen.) Resultat dieses Vertrags für uns als eine Art diplomatische Schlappe. Wie follen in ben fleinen Dörfern alle diese Vorpunkt als Abg. Bebel. Betreffs Venezuela stehe ich auf einem ganz andren Stand- kehrungen getroffen werden?( Lebhafte Zustimmung bei vielen Fällen auf die Seite des Waterlandes stellt, ist Abg. Bebel die Kosten tragen?( Lebhafte Zwischenrufe links.) Die VorWährend der Normalmensch sich in den Konservativen. Unruhe bei den Socialdemokraten.) Wer soll fast stets auf der Gegenseite zu finden.( Lebhaftes Sehr richtig! schläge müffen gründlich erwogen werden. Dazu ist der Seite meines Vaterlandes. Manche Bedenken sind durch die Zustimmung rechts.) So gerecht bin ich nicht ich stehe in Zweifelsfällen auf jett furz vor den Wahlen doch keine Zeit.( Lebhafte bei den Reden des Reichskanzlers beseitigt worden. Heute sprechen dort die ist Konservativen.) Warum man nicht früher damit gekommen. Mit dem Ziel, es wäre sehr erwünscht, wenn der Herr größere Sicherung der Wahlfreiheit, sind wir Konservativen Reichskanzler uns etwas über den heutigen Stand einverstanden, mit den vorgeschlagenen Mitteln nicht. der Dinge sagen möchte.( Sehr richtig! rechts.) Die( Bravo! bei den Konservativen.) Mit einer besonnenen Beitungen erhalten lange Stabeltelegramme. Man hört förmlich Fortführung der Socialreform find wir einverstanden. Dagegen lag, und Schiffskanonen donnern sieht das Fort rauchen. offen gestanden, kein genügender Grund vor, die Randbemerkung des Aber das Auswärtige Amt Daher lege ich hiermit das Amt des Präsidenten nieder und weiß von nichts. Wenn es Kaisers über die deutsche Bourgeoisie hier mitzuteilen.( Zustimmung Cs iſt das eine Bemerkung, die bei dem in die Hände derjenigen zurüd, welche es mir vor länger als vier möglich ist, möchte ich den Reichskanzler oder den Staatssekretär des rechts.) Jahren übertragen, indem ich für alle mir während dieser Zeit rate den verbündeten Regierungen, nicht zurückzuweichen, ehe wir und schwere auswärtigen bitten, ums Klarheit über die Situation zu geben. Ich Teile der Bourgeoisie, der für die sociale Reform schwere schwere Opfer gegebenen Beweise des Vertrauens ganz ergebenst danke. gebracht hat, dumpfes MißBerlin, den 22. Januar 1903. unfre Forderungen durchgesetzt haben. Man glaubt im Volfe viel trauen erzeugen muß.( Bravo! bei den Konservativen.) Diesem gez. Graf Ballestrem, fach, daß wir mit Bauten und Trompeten in eine Sache hineingehen Teil der Bourgeoisie gegenüber war ein Wort größerer Anerkennung bisher Präsident des Reichstages. und nachher still und betroffen bei seite weichen.( Sehr gut!) geboten.( Lebhafte Zustimmung rechts.) Aber die ArbeiterschutzVicepräsident Graf v. Stolberg: Das Wort zur Geschäftsordnung was unser Berhältnis zu Großbritannien anlangt, so sind trotz der Gesetzgebung ist nur ein letztes Mittel, um den socialen Verfall zu hübschen Nede des Reichskanzlers viele englische Blätter- verhindern. hat der Abgeordnete v. Normann. Das Uebel muß an der Quelle bekämpft, es Abg. v. Normanu( f.): Ich erkläre namens der deutschstimmen nicht freundlicher geworden. Das Wolfffche Bureau" muß verhindert werden, daß nicht immer wieder selbständige fonservativen Fraktion des Reichstages, daß der vom Herrn Grafen fährt es auf andre Weise. Selbst die größten Liebenswürdigkeiten wollen Sie denn das machen?) schweigt ganz von diesen Unfreundlichkeiten, aber ganz man er Existenzen ins Broletariat hinabsinken.( Abg. Singer: Wie Gine sociale Reform ohne Ballestrem in seinem Schreiben erwähnte Artikel der„ Kreuz- Zeitung" haben diesen Herren gegenüber feinen Erfolg. Der Reichskanzler Mittelstandsschuß ist nußlos. Leider geschieht sehr wenig für das erschienen ist, ohne daß die Fraktion davon borher felbst hat die deutschfeindliche Rundgebung eines wildgewordenen sleingewerbe. Wo bleibt der längst versprochene Schutz gegen Kenntnis genommen hat. Die Fraktion hat überhaupt niemals die Geschäftsführung des Grafen Ballestrem in ihren Poeten" erwähnt. Nach meiner Meinung ist dieser Poet, als er das Ausverkaufsunwesen? Die selbständigen Existenzen, das ist der noch zahm war, niemals besonders begabt und besonders trefflich. wirkliche Mittelstand, nicht das Professorenprodukt, Sigungen einer Kritik oder einer Besprechung unterzogen. Abg. Dr. Sattler( natt.): Nach dieser Erklärung kann ich doch aber freilich, es gab maßgebende Persönlichkeiten, die ein andres der sogenannte neue Mittelstand. Der wichtigste Be standteil des selbständigen Mittelstandes aber ist die Landwirtnicht unterlassen, meinerseits der Ansicht Ausdruck zu geben, daß Urteil darüber hatten als ich.( Heiterkeit.) der Artikel irgend eines Blattes nicht Veran Die Herren Felig Dahn und Wildenbruch hätten sich nicht erst schaft.( Bravo! rechts.) Durch die Zustimmung zum Zolltarif hat laffung geben kann zu dem Schritt, den der Herr Präsident in dichterische Unkosten zu stürzen brauchen gegenüber einem folchen man sich auf Gnade und Ungnade in die Hand der Regierung geTassung geben kann zu dem Schritt, den der Herr Präsident wild gewordenen Poeten. Aber die Aufnahme, die das Gedicht in geben, weil der Termin des Inkrafttretens aus dem Gesetz gethan hat. Wir sind nun mißtrauisch geworden, weil Vicepräsident Graf v. Stolberg: Ich werde bei Verkündigung England gefunden hat, ist der beste Beweis für die dortige Bolts- gestrichen iſt. ohne gekommen ist, daß die der nächsten Tagesordnung auf diese Erklärung zurückkommen, um gerechnet werden muß. Der Herr Reichskanzler sprach von den verträge Handelsder nächsten Tagesordnung auf diese Erklärung zurüdkommen, um fimmung, und die Volksstimmung ist eine imponderabile, mit dem ber worden Regierung gefündigt wären. die Wahl des Präsidenten des Reichstages für die nächste Tages: Achivi. Citate sind gewiß ein schöner Schmuck der Rede, aber manch-( Sehr richtig! rechts.) Weiter hören wir vom Bundesratstische und ordnung vorzuschlagen. Zur Geschäftsordnung hat das Wort der mal sind sie auch gefährlich und die Umkehrung des Citats von in der offiziösen Presse Aeußerungen über unsre handelspolitischen Herr Abg. Singer. Abg. Singer( Soc.): Herr Präsident, ich bitte um die Erlaubnis, den Achivi war gefährlich. Ein Delirium war unsre Stimmung im Beziehungen, die das nötige Selbstbewußtsein vermissen lassen. Ich füdafrikanischen Kriege nicht, im Gegenteil der Ausdruck fann mir den Herrn Reichskanzler gewiß nicht in der Maske des mit einigen Worten auf den soeben stattgehabten Vorfall eingehen einer allgemeinen fiftlich gerechten Empörung, und wir Indianers vorstellen, der mit dem Tomahawk herumspringt zu dürfen. Herr Graf v. Ballestrem hat in seinem Schreiben hervor- würden geradezu verzeihen Sie den scharfen Aus( Heiterkeit), wir können höflich sein, aber wir dürfen nicht gehoben, daß ein Artikel der„ Kreuz- Zeitung", von dem er annimmt, bruck Hundsfötter sein, wenn wir dieser Stimmung nicht immer betonen, daß wir unter allen Umständen Handelspaß die konservative Fraktion davon Kenntnis hatte, ihn veranlasse, Ausdruck verliehen. Wer sind denn aber die Achivi, die den Groll verträge brauchen.( Sehr richtig! rechts.) Wir müssen uns und jein Amt niederzulegen, und zwar weil ihm scheine, daß er nicht der Engländer erregt haben? Wir befinden uns da in holdseliger andren stets vor Augen halten, daß wir der beste Käufer in der .nehr das Vertrauen der konservativen Fraktion habe. Herr Graf Achivus, ein Oberachivus. Nach seiner bekannten Granit- Brüeler Budertonvention von uns zuerst und mit so großer Gile, Gesellschaft. Der Herr Reichstanzler ist selbst ein Welt sind. Unser Mißtrauen hat auch die Art erregt, wie die . Ballestrem hat in seinem Schreiben ausdrücklich darauf Bezug beißerrede hat die englische Presse auch gezantt, nach alter Weiber als wollte man jemand einen besonderen Gefallen thun, ratificiert genommen, daß die konservative Fraktion eine von denjenigen Art, wie jest. Und es giebt noch andre Achivi. Wer hat denn den wurde. Ein weiteres Blättlein aus dem Blütenkelch meines Vertrauens ist, die ihn gewählt und wiedergewählt haben. Zu diesen Groll Englands mehr erregt als der, der feiner Zeit das hochherzige fiel, als ich gestern las, daß Amerika gegenüber die UnterFraktionen, die den Herrn Grafen v. Ballestrem gewählt Telegramm nach Jamesons Einfall fortsandte, und als der, der den su chung mit Chlor präparierten Fleisches bis zum 1. April und wiedergewählt haben, gehört auch die socialdemokratische hochherzig schönen Entschluß faßte, die Boerengenerale hier zu nächsten Jahres nicht erfolgen solle. Es ist sehr zweifelhaft, ob Fraktion. Ich bin, nachdem die übrigen Herren aus dem Hause ge- empfangen? Gefündigt worden ist auch bei uns, aber drüben überhaupt noch für die Landwirtschaft günstige Handelsverträge mit sprochen und den Eindruck erweckt haben, als ob sie der Meinung unendlich viel mehr. Ich empfehle dem Reichskanzler die Lektüre dem angenommenen Tarif abgeschlossen werden können. Herr Handelsminister Möller hat in stöln von realen Machtfaktoren find, daß sich in ihrem Verhältnis zum Herrn Grafen von Ballestrem der englischen Blätter bis heute. Ich komme mit wenigen Worten zur inneren Bolitit. Die gefprochen, die die Regierung nicht außer acht lassen dürfe. Es nichts geändert habe, doch verpflichtet, meinerseits namens Vorgänge der letzten Tage haben in uns allen den Wunsch erweckt, war nicht gang klar, was er damit meinte. Der wirkliche, meiner Fraktion zu erklären, daß allerdings Herr Graf von Balleftrem daß es möglich sein möge, recht bald zu der alten Gepflogenheit stärkste und realste Machtfaltor in unsrem wirtschaftlichen und durch die Präsidialführung bei den letzten Borgängen unser Vertrauen zurückzukehren, daß die person des Kaifers der parla politischen Leben ist jedenfalls und bleibt die Landwirtschaft. Sie erloren hat.( Lebhafte Zustimmung bei den Socialdemokraten.-mentarischen Kritit entzogen wird.( Sehr wahr! rechts.) ist die Grundlage und Vorbedingung jeder kulturellen Entwicklung Bewegung.) Dazu muß auf allen Seiten das geschehen, was die Voraussetzung in Deutschland. für diesen Entschluß sein muß. Wenn politische Erörterungen in Staatssekretär Graf Pojadowsky: Der Herr Vorredner hat einen ziemlich scharfen Angriff gegen programmatischer Weise, in specialisierter Form, wenn Kritik an einzelnen Parteien und Vorgängen, wenn Gesetzgebungsthaten und den Herrn Reichskanzler gerichtet, weil er er in Aussicht ge= Absichten erörtert werden, breit, eingehend, dann kann der Reichstag stellt hat, einer Forderung des Reichstages nachzugeben, Auf die gestrigen Ausführungen des Abg. Bebel werde ich nicht beim besten Willen an einem derartigen Enunciamento nicht die viermal mit großer Majorität in diesem Hause gestellt ausführlich eingehen. Das wäre bedenklich, denn wohin sollte es vorbeigehen.( Sehr wahr bei den Socialdemokraten.) Wenn worden ist; nämlich darauf, das Wahlgesetz in der Weise führen, wenn wir nicht bloß über die Person des Kaisers, sondern es also werden foll, muß der Reichstag und zu sichern, daß jedes Mißtrauen beseitigt wird, als gewissermaßen mit dem Kaiser selber persönlich hier dis- andre Stellen Hand in Hand arbeiten. Ich bie Wahl, die gefeßlich geheim sein soll, keine geheime. Man kann futieren wollten. Außerdem ist eine Debatte mit Herrn möchte, daß das den Stellen ans Herz gelegt zum allgemeinen Wahlrecht stehen wie man will, wer ein Gegner Bebel doch aussichtslos, da er sich nicht überzeugen läßt. Wer werde, die in Betracht kommen. Dem Herrn Reichs desselben ist, hat die Verpflichtung, das offen ausdie Institution der Monarchie bekämpft, stellt sich nach allen Gefeßen tanzler kann ich den Vorwurf nicht ersparen, daß die Art, ausprechen( Sehr richtig! links) und daraus die politischen der Logik außerhalb der Verfassung, und wer sich außer wie er gestern Angriffe auf die Person des Kaifers zurüd Folgerungen zu ziehen. Wer aber erklärt, auf dem Boden des halb der Verfassung stellt, der hat nach allen Gefeßen der wies, die Hineinbeziehung dieser Person nicht gehindert, Wahlrechts zu stehen, wie es dem deutschen Wolfe bei Erlaß der Logik hier nicht mitzuraten.( Lebhafte Zustimmung bei sondern vielleicht noch gefördert hat. Das war der Verfassung gewährleistet worden ist, der kann daraus gegen den Konservativen.) In dieser Beziehung stehe ich ganz auf Eindruck unsrer Seite. Von seiten der Linken wurde diese Hinein feine Regierung einen Angriff herleiten, weil sie das Wahlrecht dem Standpunkt des Herrn v. Kröcher. Nun hat Herr beziehung auch beklagt, aber die Presse der Linken kolportiert nicht so gestaltet hat, daß es wirklich ein geheimes Bebel gestern gesagt, wir bekämpfen nicht die Person des Fürsten, nur authentische bekannte Reden, sondern auch unbeglaubigte Worte, Es hat sich in weiten Streifen unzweifelhaft- ich lasse dahinsondern die Institution der Monarchie. Das mag theoretisch ganz wenn sie in ihrem Sinne ausgenutzt werden können. Auch das muß gestellt, ob mit Recht oder Unrecht der Verdacht eingebürgert, richtig sein. Das Volk aber denkt konkret. Es kann sich eine bleiben, wenn wir uns uns wieder auf guten konstitutionellen baß bei der jeßigen Handhabung des Wahlrechts die GeheimInstitution immer nur in der Person des Trägers vorstellen. Boden stellen wollen. Freilich haben wir diesen Boden thatsächlich haltung der Stimmabgabe nicht genügend garanIn den socialdemokratischen Blättern finden sich die schärfsten An- noch nicht verlassen. Es ist nichts geschehen, das als Verlegung der tiert sei( Lebhafte Zustimmung links), weil die Wahlvorsteher oder griffe nicht nur gegen die Form der Monarchie, sondern auch gegen Verfassung erklärt werden müßte. Müßte, fage ich, nicht könnte. die Beisitzer aus der Farbe oder der Gestalt der Bettel ersehen die Person des Monarchen. Der Gegensatz zwischen un3 Wenn aber die Dinge so weiter treiben, so ist die Aufrechterhaltung konnten, für wen die betreffende Stimme abgegeben war.( Lebhafte ber Socialdemokratie ist unüberbrüdbar. unsrer Verfassung und die Wahrung des verfassungsmäßigen Scheines Bustimmung links. Große Unruhe rechts. Abg. Graf Die konservative Partei steht unverrückbar auf dem Boden der außerordentlich erschwert. Das deutsche Volt will allerdings weder Stanis: ft ja nicht wahr! Buruf bei den Socialdemokraten: Monarchie, aber gerade aus diesem Grunde kommen wir im Interesse einen Bonapartismus nach franzöfifchem, noch ein Scheintönigtum nach Sehen Sie sich doch die Wahlakten an! Bolenz! Polenz!) Dieses der Monarchie manchmal zur Opposition gegen die Krone. Zur englischem Muster. Es will persönlich in seiner Seele erfaßt sein. Aber Weißtrauen hat sich eingeschlichen.( Wiederholte lebhafte Zustimmung Majestätsbeleidigung aber ist ein konservativer Mann ein konservativer Mann nicht Wilhelm I, der große Kaiser, war auch durchaus kein Schattenkaiser. links.) Die Mehrheit dieses Hauses hat in vier verschiedenen mit fähig, ist er dazu fähig, dann ist er fein konservativer Mann( Heiter Selbst die stärkste Individualität hat die Möglichkeit, sich zu be großer Majorität angenommenen Beschlüssen diesem Mißtrauen Ausfeit links, Sehr wahr rechts.) Herr Bebel hat ein düsteres Bild thätigen und auszuleben innerhalb der Schranken der Ber- bruck verliehen.( Lebhafte Zustimmung links.) Wenn daher eine vom Byzantinismus in Deutschland entworfen, es giebt aber auch faffung. Der König soll die Seele der Regierung sein wenn er Regierung, um die Gründe zu diesem Mißtrauen zu beseitigen, Voreinen Byzantinismns nach unten hin gegenüber den Massen( Sehr die Regierung felbst sein will, so diminuiert er feine Stellung. fchläge macht, die einfach dahingehen, daß der Wahlvorstand richtig! rechts), er meinte, bei uns friecht alles. Nun ich weiß nicht, In seiner Hand sollen alle Fäden zusammenlaufen, wenn er aber oder Personen nicht mehr kontrollieren fönnen, ob Sie mich dieser Bewegung für fähig halten.( Große Heiterkeit.) die Fäden selbst spinnen will, so vermindert er seine Stellung. Das für eine Stimme abgegeben ist, fo verfährt dabei Wir stehen stets aufrecht und werden uns stets mit Entschiedenheit fage ich ganz theoretisch, ohne Bezug zu nehmen auf unsre Ver- die Regierung lediglich nach dem Geiste und Sinne des dagegen wehren, daß die Grundlagen der Monarchie erschüttert hältnisse. Wenn demgemäß gehandelt wird, dann können wir jede verfassungsmäßigen allgemeinen Wahlrechts.( Stürmischer Beifall werden.( Bravo! rechts.) Hineinziehung der Person des Kaisers in den parlamentarischen links.) Die Anträge des Reichstags sind jedes Jahr dringender geNun ein paar Worte an meinen Nachbar Herrn b. Kardorff. und politischen Kampf meiden. Wollte Gott, wir könnten es! Bir worden.( Sehr wahr links.) Wenn die Regierung das allgemeine Seine Abrechnung mit dem Bund der Landwirte ist ja recht milde würden es mit Freuden thun und müssen es thu. Mag geheime Wahlrecht wirklich zu einem geheimen gestalten will, so erausgefallen. Ich erkenne ja den Vorsprung an Jahren, den Herr der Fürst noch so hoch stehen, mag das, was er fagt, noch so gut füllt fie damit lediglich eine fittliche Pflicht.( Lebhafte Zustimmung v. Stardorff vor mir hat, gern an, aber wenn er einem Mann wie und klar und prächtig sein, die Sineinziehung seiner Person in den links. Große Unruhe rechts.) Forderungen, die man für berechtigt mich, dessen spärliche Haare bereits weiß zu werden beginnen, nach Kampf des Tages muß auf die Dauer die Festigkeit, das An- hält, soll man erfüllen, und die, die mit dem Staatsintereffe unversagt, er wäre noch grün, so macht das einen fast wehmütigen Ein sehen und die hohe Stellung des Königtums einbar sind, soll man a limine und für immer abweisen! druck.( Heiterkeit.) Ich wünschte wirklich, ich wäre etwas grüner als schädigen.( Sehr wahr! rechts.) Es ist gesagt worden, wir trieben feine Mittelstandsich in der That bin. Der Reichstanzler thut gewiß nicht nur, was seines Amtes ist, politit. Ein großer Teil der von der Regierung getroffenen MaßDer Etat felbst bedarf dringend der Arbeit des Notstiftes in der sondern mehr. Aber er mag es nicht übel nehmen, wenn trotzdem nahmen, namentlich auf dem Gebiete der Gewerbepolizei, liefert aber Kommission. Freilich so gerechte Forderungen, wie z. B. das er- hier und da eine gewisse Sehnsucht nach dem Fürsten Bismarck den Beweis dafür, daß wir gewillt sind, den Mittelstand zu erhalten wartete Militärpensions- Gesetz, dürfen darunter nicht leiden. Manche Blaß greift. Ich glaube, manchmal empfindet Graf Bülow mit den Mitteln, die der moderne Staat überhaupt nur bieten kann. Ausgaben, wie die für die Weltausstellung in St. Louis mögen er selbst eine solche Sehnsucht nach den Zeiten Bismards.( Heiterkeit.) Aber wir können den Mittelstand fünftig nicht mit gesetzlichen erhalten, wünscht sein, aber sie sind nicht notwendig. Daß aus der Reform Der Reichskanzler steht viel zu hoch, als daß er sich Mitteln den Grundsäzen des des Börsengesetzes in dieser Legislaturperiode noch etwas wird, dadurch persönlich beleidigt fühlte. Gewisse Imponderabilien kami modernen Staales vollkommen unvereinbar sind. glauben wir nicht, kommt aber die Novelle, so werden wir man nicht schaffen, auch nicht, wenn man der flügste und begabteste Wir können nicht beloben, was nicht mehr zu beloben ist.( Lebhafte alles thun, um durch Einführung verschärfter Strafbestimmungen Mann ist. Auch Abgeordneter Richter hat dieser Sehnsucht Ausdruck Bustimmung links.) Wir können feinen allgemeinen Befähigungsaus einer lex imperfecta eine lex perfecta zu machen. Aber auch verliehen und selbst Herr Schrader fagte:„ Wenn nur Bismard nachweis einführen( Sehr richtig! links.), der mit der Gesamt das„ Berliner Tageblatt", das in diesen Sachen eine Leistungsfähigere wieder da wäre, der würde die vermaledeiten Agrarier ganz anders gestaltung unfres Erwerbslebens unvereinbar ist.( Sehr wahr! Rase hat als Abg. Dr. Sattler( Heiterkeit), glaubt nicht an die baldige zur Raison bringen."( Seiterkeit.) Diese Sehnsucht bedeutet kein links.) Nähere Einzelheiten will ich beim Etat des Reichsamtes des Vorlegung einer Börsengesez- Novelle, Mißtrauensvotum gegen die jetzige Regierung, sondern nur den Innern vorbringen. und Das Haus tritt in die Tagesordnung ein. Die General debatte über den Etat wird fortgefeßt. Abg. Dr. Dertel( f.): britte wen mit ift. " " " wie Es find weiter lebhafte Angriffe gegen den Reichskanzler ge-| Mittelstand gesagt hat, möchte ich, um die ganze Mittelstandspolitik| in Verkehr mit den Arbeitern in Berlin an unzähligen Beispielen. richtet worden über die Aeußerungen, die er über unser Ver der Regierung mit einem Wort zu kennzeichnen, das Wort Wie soll eine Partei ohne jede Freiheit dauernd bestehen. Eine Frau hältnis zum Ausland abgegeben hat. Ich halte es nicht Bäckereiverordnung nennen.( Lachen links.) Die social- fagte mir:„ Ich würde mein Kind ja taufen lassen, aber ich darf es für empfehlenswert, diese Verhältnisse fortgesetzt zum Gegenstand politischen Maßnahmen der Regierung, die den nicht". Eine Frau muß die Sonntagsfreude" vor ihrem Mann der parlamentarischen Kritik überhaupt zu machen. Wir wollen auch arbeitenden Klassen helfen sollen, belasten überhaupt den verbergen, der ihr jede religiöse Bethätigung streng untersagt. Christjezt erst zeigen, ob wir die Kraft haben, das durchzusehen, was wir Großindustriellen nicht so sehr, um so mehr aber den liche Arbeiter, die keine Lust haben, Socialdemokrat zu werden, für notwendig und richtig halten, was wir in den Verhandlungen Kleinindustriellen und Handwerker. Der Befähigungs- sind wirkliche Märtyrer, Märtyrer von einem hohen Mut, den man mit den andren Staaten durchzusetzen gewillt sind. Aber schon jetzt nach weis ist für eine große Reihe Gewerbe eine bewundern muß. Alle Ihre große Reden von Ihrem Zukunftsstaat darüber große Vorschläge und Versprechungen zu machen, halte ich Notwendigkeit geworden.( Widerspruch links.) Die haben keine überzeugende Kraft. Im höchsten Grade wundern muß von meinem Standpunkt aus für falsch. Ausführungen meines Freundes Dertel über die Brüsseler man sich darüber, daß immer wieder liberalpolitische Weiter ist die Brüsseler Konvention herangezogen Zuckerkonvention hat Graf Posadowski nicht widerlegen Abenteurer auftauchen, die mit Ihnen zusammen eine große worden. Wenn wir alles so ideal gestalten könnten, wie einige fönnen. Schatzsekretär v. Thielmann schivamm 1899 bitch- liberale Partei begründen wollen.( Große Heiterkeit und BeiParteien das für notwendig und nützlich halten, so würden wahr stäblich im Gelde und gab auf die Prophezeiungen be- fall rechts.) be- fall rechts.) Nichts spricht so sehr für die Thorheit gewisser diese scheinlich manche Verträge und Vorlagen wesentlich anders ausfallen. deutender Volkswirtschaftler, die die jetzt herrschende Krisis bereits manchmal ganz gelehrter Kreise unsres Boltes Noch heute steht die Regierung auf dem Standpunkt, daß der Beitritt damals ankündigten, nichts. Ich weiß nicht, ob die Flottenvorlage That. Herr Richter und die Freis. 3tg." hat diesen Leuten zur Brüsseler Budertonvention für die Zuckerindustrie die bei weitem damals zu stande gekommen wäre, wenn die Regierung den wirt- ja auch schön heimgeleuchtet. Socialdemokratie und Liberalismus Heilsamste Maßregel war.( Sehr richtig! links.) Daß man auch in schaftlichen Niedergang und die damit verbundene schlechte Finanzlage find wie Feuer und Wasser, sind größere Gegensätze wie Liberalismus andern Staaten dieser Meinung ist, sehen Sie auts der in Betracht gezogen hätte. Wir haben zu der Regierung heute nicht und Konservativismus. Gegen die kaiserliche Botschaft von 1881 und Thatsache der einstimmigen Annahme dieser Konvention in mehr das Vertrauen, daß sie bei fünftigen Handelsverträgen die unsre Versicherungsgesetzgebung verschwindet Ihre ganze Partei andren Parlamenten. Wenn auf gewisse Differenzen in den Landwirtschaft in genügender Weise vertreten wird. Die Annahme und Agitation in nichts. Freilich, Sie haben 2 180 000 Menschen Erklärungen unsrer Kommissare und andrer Negierungen hingewiesen des Bolltarifs sollte verhüten, daß die nächsten Wahlen unter dem im Innern revoltiert; losgerissen vom Vaterlande, von der Kirche, wird, min, so sind das verschiedene Ansichten, verschiedene Aus- Zeichen des Brottuchers vor sich gingen. Ich bezweifle, daß die Social- vom bürgerlichen Leben, von jeder Freude und Zufriedenheit, Aber das ist doch keine legungen, und was sie für praktische Wirkungen haben, wird die demokraten durch die Annahme des Tarifs schlechter abschneiden wenigstens für die Zeit der Wahlen. Erfahrung lehren. Es ist ja auch vor allem in Rücksicht auf die werden.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Ich leugne gar Lohnende Arbeit! Ich frage mich manchmal, wenn ich den Ausgleichsprämien ein Schiedsgericht ausdrücklich eingesetzt, und nicht, daß die Socialdemokratie den einen oder andern Wahlkreis Vorwärts" lese: wie ist es möglich, daß unser Volk, in dem es dieses Schiedsgericht wird über solche Differenzen zu entscheiden noch erobern könnte. Andrerseits haben wir aber durch die verkehrte doch noch Gemüt, Vaterlands- und Heimatsliebe giebt, solche Kost haben. Mittelstandspolitik der Regierung den kleinen Bürgersmann für uns dauernd liebt? Darin ist eine Herabsehung von allem, was Noch einige Worte über die Landwirtschaft. Wenn man bekommen. Dadurch ist unsre Position gegenüber der Socialdemo- Gemüt heißt, da ist kein Humor, keine Freude, sondern immer den redegewandten Herrn Vorredner so reden hörte, dann mußte man fratie ganz außerordentlich gestärkt worden. Durch eine vernünftige nur Schüren des Hasses und der Unzufriedenheit gegen die eine angesichts der jahrelangen Kämpfe um den Zolltarif und angesichts Socialpolitik muß man der Socialdemokratie das Wasser abgraben große, realtionäre Masse. Wenn der Vorwärts" schreibt, Sie seien alles dessen, was die Regierung für die Landwirtschaft zu Gunsten der und wenn wir das Syndikatswesen bekämpfen und die damit ver- die einzige Hoffnung der Welt ja, diefer Zauber kann nicht mehr Landwirtschaft gethan hat, einen etwas eigentümlichen Eindruck gewinnen. bundenen großen Preisschivankungen und Arbeitslosigkeit, so werden lange dauern. Das muß einmal aufhören, und die ernüchterten Auch wir sind gerade so wie der Vorredner davon überzeugt, daß wir noch viele industrielle Arbeiter für uns gewinnen. Nur Leute müssen Ihnen den Rücken kehren. Selbst die kaiserliche Botdie Landwirtschaft die wichtigste Grundlage des Staates ist. Aber so ist eine wirkliche Bekämpfung der Socialdemokratie möglich. fchaft von 1881 suchen sie schlecht zu machen. Aber diese Botschaft ist feine Regierung kann die Landwirtschaft einseitig schützen und das wir werden bei den kommenden Handelsverträgen einen ausreichenden keineswegs, wie behauptet ist, aus Furcht vor der Socialdemokratie entInteresse andrer Erwerbsstände vollständig außer acht lassen. Der Schutz der Landwirtschaft fordern und mit dieser Forderung in den standen. 1881 war das allermiserabelste Jahr für die Socialdemokratie, Borredner hat uns vorgeworfen, daß der Zolltarif nicht die be- Wahlkampf eintreten. Die wichtigsten Minimalzölle, die von der es war nichts zu bewundern und nichts zu achten, als der große rechtigten Wünsche der Landwirtschaft erfüllt habe. Ich bin der Kommission beschlossen waren, müssen in den Handelsverträgen ent- Staiser und der große Kanzler die monumentalen Gedanken der Botschaft festen Ueberzeugung, daß in absehbarer Zeit feine halten sein. Ich konstatiere, daß die deutsch- konservative Fraktion niederlegten. Die jociale Neuformung auf korporativer Grundlage Regierung und feine politische Situation tommen sich in dieser Beziehung durchaus auf den Standpunkt des Bundes sehen Sie, das ist doch ein Gedanke. Wir sind nur noch nicht reif wird, die Ihnen( nach rechts) jemals einen fo der Landwirte gestellt hat.( hört! hört! links.) Bei den kommenden für die Ausführung. Die Mißstimmung gegen das allgemeine Wahlrecht weitgehenden Schutz der Landwirtschaft gewähren, wird, wie Wahlen werden unsre Bertrauensmänner sich besonders scharf die gilt nicht der Hinzuziehung der Arbeiter zur politischen Arbeit, sondern es der Zolltarif gethan hat.( Lebhafte Zustimmung links.) nationalliberalen Kandidaten ansehen müssen. Gegen die National- nur dem Gebrauch.( Lachen bei den Socialdemokraten.) Machen Sie Es ist eine Täuschung, wenn man im Lande Auffassungen zu ver- liberalen an sich haben wir nichts, habe ich doch im Jahre 1893 in sich( zu den Socialdemokraten) nicht zu hohe Borstellungen von Ihrer breiten sucht, die für alle Zukunft unrealisierbar sind. Hannover zusammen mit Dr. v. Miquel an einem schönen Frühlings- Zukunft. Herr Bebel sagt, daß der Vorwärts" feit Weihnachten ( Unruhe rechts.) Die Verhältnisse werden fortgesetzt ungünstiger abend die Organisation des Bundes der Landwirte verabredet und 10 000 neue Abonnenten gewonnen habe. Mir wird er seit acht für die Landwirtschaft: die städtische Bevölkerung vermehrt, die vorbereitet! Aber neuerdings bringen es die Nationalliberalen fertig, Tagen gratis ins Haus gebracht, da ist es nicht ( Große ländliche Bevölkerung vermindert sich, die Relation zwischen beiden Mitglieder des Handelsvertragsvereins und des Bundes der Landwirte in schwer, die Auflagenziffer zu erhöhen. wird immer ungleicher, das findet in den Wahlen seinen ihren Reihen zu vereinigen! Gegenüber solchen Mischmaschparteien ist ein Heiterkeit rechts.) Die Socialdemokratie lebt nur von den Fehlern Ausdruck. Die Regierung hat den letzten Moment ergriffen, der gewisses Mißtrauen angebracht. Dem Centrum möchte ich raten, der Gegner. Wenn wir alle einig wären, würden wir bald mit ihr noch blieb, wenn man für die Landwirtschaft etwas thun wollte, und möglichst viel agrarische Kandidaten aufzustellen. Diese werden wir fertig werden. Herr Bebel hat von der Monarchie gesprochen. Wir Denn wenn die die landwirtschaftliche Bevölkerung sollte diese Thätigkeit anerkennen. gern unterstützen. Die freisinnig angehauchten Centrumsmänner können das nur mit Ehrfurcht und Liebe thun. Herr Dertel sagte, die Landwirtschaft sei der Regierung auf Gnade dagegen auch solche giebt es ja leider tönnen natürlich nicht Regierung auf Erden ein Abglanz der Weltregierung ist, so muß sie eine gewisse Aehnlichkeit mit der da droben und Ungnade ausgeliefert. Ja, wollen Sie denn das, was bei den auf unfre Unterstützung rechnen.( Beifall rechts.) internationalen Verhandlungen schwierigster Natur, wo es sich im Abg. Dr. Arendt( Rp.): Auch ich werde keinem Handelsvertrag haben. Aber in aller Bescheidenheit muß man doch sagen, es find die Regelung unsrer handelspolitischen Beziehungen handelt, der zustimmen, der die Interessen der Landwirtschaft gegenüber den da gewisse Unzusammenhänge. Ich erinnere an die Boerensache. Majorität des Reichstags auf Gnade und Ungnade ausgeliefert sehen. Interessen andrer Erwerbsstände zurücksetzt. Wenn wir dem Zoll- Nun, das ist vergessen, ich will nicht alte Wunden aufreißen. Aber Das ist keine Auffassung, die dem Begriff von der Stellung der kompromiß nicht zugestimmt hätten, so hätten wir keinen besseren dann sieht man wieder, wie auf der einen Seite das Eretutive im monarchischen Staate entspricht. Wir wollen allerdings Tarif bekommen. Bei den Abänderungen der Geschäftsordnung Christentum mit allen Kräften gefördert wird und mit vollem Betvußtsein volle Freiheit für die Verhandlungen haben, handelte es sich nicht um wirtschaftliche Fragen, sondern um unser wie auf der andern Seite Professoren protegiert da wir allein dafür die Verantwortung tragen. Deshalb mußten ganzes politisches und parlamentarisches Leben. werden, die jede Möglichkeit der Offenbarung wir im Interesse des Vaterlandes den Zeitpunkt bestimmen Ich habe die Art, wie Graf Posadowsky heute hier gesprochen leugnen.( Große anhaltende Heiterkeit links. Nuf: Delitzschl) fönnen, wann wir neue Handelsverträge konvertieren können. hat, lebhaft bedauert. Das war der Standpunkt des Manchester- König Albert hat ein sehr weises Wort gesprochen: Fürsten sollen Sollen wir von solchen An diesem Standpunkt mußte die Regierung selbst auf Gefahr des fums. Die Hoffnungslosigkeit des Staatssekretärs gegenüber der das letzte Wort haben, nicht das erste. Scheiterns der ganzen Zollaftion festhalten. Die Regierung hat das Erhaltung des Mittelstandes kann ich nicht teilen. Teilweise sind Diskussionen, wie die der letzten Tage, frei werden, dann muß man gute Gewissen, daß sie für die Landwirtschaft gethan hat, was über die Mißstände durch die Regierung selbst hervorgerufen. Ich erinnere etivas zurückhaltender im Reden und Telegraphieren werden. Wir Haupt für die Landwirtschaft erreichbar ist. Wer draußen den Massen an die Bäckereiverordnung.( Sehr richtig! rechts.) Bezüglich der wünschen uns einen Stönig, der gegen voltsverderbliche Tendenzen den Glauben beibringt, daß die Regierung nicht alles für die Land- Zuckersteuer sind dem Reichstag falsche Informationen gegeben worden. in seiner Weise mitkämpft. Ne den und Telegraphieren, wirtschaft gethan habe, der thut der Staatserhaltung im Reiche und Das Wahlrecht wird nicht von uns, sondern von den Social- ja aber an der rechten Stelle. Es erhebt sich jetzt in den in Preußen feinen guten Dienst.( Sehr wahr bei den National- demokraten gefährdet.( Lachen bei den Socialdemokraten.) Jeder, Reihen der Arbeiter eine Abneigung gegen den Terrorismus und Das sind die christlichen liberalen.) der einen socialdemokratischen Wahlzettel abdie Wüstheit der Socialdemokratie. Staatssekretär des Auswärtigen, Freiherr v. Nichthofen: giebt, gefährdet damit das Reichstags- Wahlrecht. Arbeiter, die christlichen Gewerkschaften, eine stattliche Schar, ( Lachen bei den Socialdemokraten.) Wenn die Mehrheit der Wähler die der Socialdemokratie die allerschärffte Opposition machen. Herr Dr. Dertel hat den Wunsch geäußert, vom Auswärtigen socialdemokratisch wählt, kann das Reich nicht mehr bestehen, mit Die Socialdemokratie wäre hier in dem Augenblick verloren, wenn Amt nähere Mitteilungen über die Sachlage in Venezuela einer socialdemokratischen Mehrheit ist das unmöglich. Dann 10 bis 15 wirkliche Arbeiter hier in den Reichstag kämen, nicht zu erhalten. Ich entspreche dem Wunsche gern. Daß wir mit entsteht die ernste Frage, ob das allgmeine Wahlrecht Journalisten, Advokaten, Händler( Heiterkeit), sondern wirkliche kräftigem Elan dort vorgegangen sind, acceptiere ich gern, nicht verwirkt ist. Hoffentlich bleiben wir vor der Beantwortung Arbeiter. Wenn diese dann hier sagen würden:" Ihr feid ja gar daß wir mit Baufen und Trompeten drauf gefahren hätten, kann ich dieser Frage dauernd bewahrt. Abg. Bebel wies gegenüber dem keine Arbeiter, wir sind wirkliche deutsche königstreue Arbeiter und in keiner Weise acceptieren. Wir sind vielmehr in dieſer ganzen Abg. v. Kardorff darauf hin, daß das Socialistengeset der social- gegen Euch", dann wäre es mit einem Schlage mit der ganzen SocialAngelegenheit in unsrer Langmut bis an die äußerste Grenze ge- demokratischen Partei nicht geschadet, sondern genützt habe. Das demokratie aus( Lautes Lachen links), daß das recht bald geschehen Venezuela hat nicht nur Schulden gegenüber Reichs- beweist aber mur, daß das frühere Socialistengesetz nicht gut war, möge, das ist mein Wunsch und das ist auch die wichtigste Frage angehörigen nicht bezahlt, sondern es hat sich auch Gewaltthätig und nicht, daß auch jedes andre versagen würde. Eine Partei, des inneren und äußeren Etats.( Beifall rechts; Lachen links.) feiten gegen Deutsche und deutsches Eigentum zu schulden kommen bie fich außerhalb der Verfassung stellt, verliert Die Diskussion wird hierauf geschlossen. Nach einigen Tassen. Auf diplomatischem Wege gelang es uns nicht, irgendwie vor auch die verfassungsmäßigen Rechte. persönlichen Bemerkungen der Abgeordneten Fride, Dr. Hahn, wärts zu kommen, weil von seiten Venezuelas unsre Forderungen turzweg Dr. Dertel, Liebermann v. Sonnenberg wird der als widersinnig, frevelhaft und ungewöhnlich bezeichnet wurden. Abg. Stöcker( f.): ( Hört! hört!) Wir haben bereits im Juli 1901 den Auch ich halte eine Revision der Militärpenfions- Gesetze für größere Teil des Etats der Budgettommission über wiesen. Vorschlag gemacht, die Regelung der Ansprüche dringend notwendig. Ich gebe den Agrariern zu, daß nichts das Vicepräsident Büsing schlägt nunmehr dem Haufe die Vertagung dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten.( Hört! Volt so proletarisiert, wie ein Zurückgehen der Landwirtschaft. Aber der Sizung und die Anberaumung der nächsten Sizung auf hört!) Es war damals zufällig teine Revolution in Venezuela und die Erfahrung hat Ihnen auch gezeigt, daß nichts das Vol! Donnerstag, den 29. Januar, sowie als Tagesordnung: Wahl des Präfident Caftro hätte den Vorschlag ruhig annehmen können. Das so socialdemokratisiert, wie zu hohe 3ölle auf Bräsidenten, Phosphorgesek und zweite Lesung der Kinderschutzgeschah aber nicht. Es ist dann von einer völkerrechtswidrigen Lebensmittel( hört! hört!), daß wir den Zolltarif zur Annahme vorlage vor. gangen. Abg. v. Jazdzewski( Bole) erklärt sich damit einverstanden. Es bleibt also beim Vorschlag des Präsidenten. Schluß 6 Uhr. Kommandanten Scheder erhalten. Das ist auch absolut erklärlich die Hand gegeben worden ist, beweist, daß Sie feine Partei von Berliner Partei- Angelegenheiten. wegnahme venezolanischer Schiffe gesprochen worden. brachten, kann Sie doch( nach links) nicht wundern. Es hieß einfach: Abg. v. Jazdzewski( Pole) bittet den Präsidenten, sich zu er Mit Eröffnung der Blockade war der Kriegszustand zwischen soll die Socialdemokratie den deutschen Reichs- fundigen, ob die Regierung nicht bereit sei, die alte Interpellation uns und Venezuela geschaffen. Unfre Marine hat also nach dem tag tyrannisieren oder sollen wir Herren bleiben der Polen betreffend die unparitätische Behandlung der Polen zu beWölferrecht vollständig recht, die venezolanischen Handelsschiffe mit in unsrem Hause?( Sehr wahr! rechts.) Damit hat die antworten. Beschlag zu belegen. Das gleiche haben England und Italien gethan. Socialdemokratie zum erstenmal eine gründliche Niederlage erlitten, Staatsminister Graf v. Posadowsky erklärt sich zu sofortiger BeDie gegenwärtige Sachlage ist so, daß der von Venezuela gewählte die auch ihre Wirkung in die Arbeiterkreise getragen hat. Jezt antwortung bereit. Bevollmächtigte und Unterhändler in Washington angekommen ist und wollen Sie die Scharte auswegen. Es ist aber nicht gelungen. Abg. v. Jazdzewski( Pole) bittet num die Polen- Interpellation schon Besprechungen mit den Vertretern Deutschlands, Englands und Der„ Vorwärts" brachte zu Neujahr ein Gedicht von jo minder auf die Tagesordnung der Donnerstagsizung zu setzen. Staliens gehabt hat. Wir können mur wünschen, daß diese Bewertigem geistigem Gehalt und solchen Ausdrücken, daß man nichts Vicepräsident Büsing bittet den Vorredner von seinem Verlangen sprechungen baldmöglichst zum Ziele gelangen andres thun fonnte, als nach dem Kreisphysikus schicken. Herr Abstand zu nehmen, die Interpellation werde voraussichtlich auf die und daß die Blockade aufgehoben werden kann. Bebel behauptete, die Socialdemokratie allein habe die Fort- Tagesordnung am Freitag kommen. So lange sie besteht, haben freilich die Blockadekräfte die unbedingte schritte der Socialpolitik veranlaßt. Sie werden doch zuVerpflichtung, ihrer Blockade Achtung zu verschaffen. Das ist geben, daß Ihnen alles, was Sie gethan haben, nur möglich voraussichtlich auch der Zweck des jezigen Vorgehens unsrer Schiffe war mit dem allgemeinen, gleichen, direkten Wahlrecht und im Hafen von Maracaibo. Wir sind ohne jede direkte Nach- daß Sie dafür noch nicht ein Wort der Dankbarkeit gehabt haben, richt darüber, wir haben kein einziges Telegramm des daß Ihnen ein solch gewaltiges politisches Mittel vertrauensvoll in und kann gar nicht anders sein, denn unsre Schiffe sind kriegerisch politischem Verständnis sind. Die Socialdemokratie ist Parteigenossen in den Vororten, seht die Wählerliste nach! Wer engagiert und können keine Nachricht nach der Küste senden. Ich keine deutsche Partei, sondern treibt in einem ganz glaube aber, Ihrer aller Ansicht wird dahin gehen, daß wir das fremden, undeutschen Sinne geleitete Propa- nicht in der Liste verzeichnet steht, geht für das laufende Jahr seines volle Vertrauen haben können, daß der Kommandant in voller und ganda für die innere Revolution. Daß die Revolution ohne Wahlrechts verlustig! Wähler, die selber keine Zeit haben, die Liste richtiger Würdigung der Sachlage gehandelt und lediglich die Wah- Blutvergießen ablaufen wird, das glaubt Ihnen niemand. Was durchzusehen, wollen sich an den Vorstand der Partei- Organisation rung der Ehre unfrer Reichsflagge im Auge gehabt hat.( Bravo!) haben Sie denn der Socialreform an Ideen gegeben! In England Abg. Graf Oriola( natl.) bestreitet gegenüber dem Abg. Lieber- und Amerika, wo die Socialdemokratie feine Rolle spielt, ist die ihres Ortes wenden! sociale Litteratur gerade so bedeutend wie bei uns. Sie wissen ja Charlottenburg. Am Montag, den 26. d. M., abends 81 Uhr, mann v. Sonnenberg, daß einzelne nationalliberale Abgeordnete findet im„ Volkshause", Rosinenstr. 3, die Protestversammlung mit beim Zolltarif gegen den Fraktionsbeschluß gehandelt hätten. Die gar nicht, was Sie wollen. Von Ihren Grundfäßen fällt einer nach dem andren unter den der Tagesordnung: Was steht auf dem Spiele? statt. Das Referat Anhänger der nationalliberalen Partei rekrutierten fich aus Schlägen Ihrer eignen Parteigenossen. den verschiedensten wirtschaftlichen Kreisen und ihre Mit- Gewiß, Sie besitzen eine große Kenntnis der socialen Notstände. Hat Paul Singer übernommen. Da gesetzlicher Hindernisse wegen glieder würden ſtets genügende Freiheit zur Bahrung Aber Sie tragen sie nie vor mit Liebe, mit Teilnahme, mit dem die Versammlung am Donnerstag nicht stattfinden fonnte, wird der ihres Standpunktes in wirtschaftlichen Fragen haben. Redner wünscht des weiteren dringend die baldmöglichste Vorlegung eines ernſten Wunsche, wirklich zu helfen, sondern immer nur mit der Charlottenburger Arbeiterschaft Gelegenheit geboten, sich durch Massenwünscht des weiteren dringend die baldmöglichste Vorlegung eines Tendenz, Haß zu schüren.( Sehr wahr! rechts.) AII es muß ver- besuch dieser Versammlung dem Protest der Berliner Arbeiterschaft Militär- Pensionsgesetzes. Eine Unmasse von Petitionen, selbst von Alles Die Un anzuschließen. Generälen 3. D. kommen an uns, die sich über die unhaltbaren ungeniert werden, wie der Berliner sagt. Charlottenburg. Die Kurse über die Technik der preußis Zustände auf dem Gebiete des Militär- Pensionswesens beklagen. wahrheit der Hunnenbriefe ist jest gerichtlich nach Die machtvolle Politik Amerikas, von der Herr v. Vollmar sprach, ist gewiesen, wenn Sie eine politische Partei wären, müßten Sie eine Folge seiner starken maritimen Bedeutung. Amerika hat uns unrecht solche Schmach gehäuft haben. Der Generalstab in Paris 25. d. M., pünktlich um 10 Uhr vormittags im Voltshause, Rosineneine Folge seiner starken maritimen Bedeutung. Amerika hat uns Ihr Bedauern aussprechen, daß Sie auf die deutsche Armee mit hen 2andtagswahlen, die Genosse Paul Hirsch im Auftrage des Wahlvereins veranstaltet, beginnen am Sonntag, den nicht nur auf industriellem Gebiete überflügelt, sondern ist uns im Falle eines Krieges mit seiner großen Flotte sehr über- hat jetzt zugegeben, daß der siebziger Krieg vom Anfang 1870 an straße 3." Zutritt hat jedes Mitglied des Wahlvereins. von Frankreich beschlossene Sache war. Wenn Sie noch einen legen. Redner verlangt im weiteren die baldige Vorlegung eines Funken deutschen Gefühls hätten, würden Sie jetzt fagen: wir haben Grünau. Die Versammlung des Wahlvereins fällt heute aus. das Vaterland beschimpft ohne Grund, wir rufen es zurück. So Ober- Schöneweide. Die Parteigenossen werden ersucht, rege für Abg. Dr. Hahn( B. d. L.): lange Sie das nicht thun, so lange Sie immer auf der Seite Frank- den Besuch der heutigen Versammlung bei Kaufholt, WilDie Zölle des neuen Zolltarifs sollen feine Finanzzölle sein, reichs, der Borer, Venezuelas sind und niemals auf deutscher Seite, helminenhofstr. 18, zu agitieren. Anfang 6 Uhr abends. Tagessondern Schutzölle. Der Zolltarif soll die redlich schaffenden kann ich nicht zugeben, daß Sie eine deutsche Partei sind. ordnung: Vortrag des Genossen Bartels Berlin über: DeutschArbeiter, die für den Inlandsmarkt arbeiten, in ihrer bedrängten Schon jest sind die Arbeiter des Terrorismus lands wirtschaftliche und politische Lage. Diskussion. Nach der VerLage schützen. Gegenüber dem, was Graf Posadowsky über den Ihrer Partei gründlich überdrüssig. Das merken wir ſammlung: Geselliges Beisammensein. Militärpensions- Gesetzes. = Brit. Montagabend 82 Uhr sprit Genosse Reichstags- Abg. Förster Hamburg bei Güldner, Ruvotverstraße, über die Frage ,, Was steht auf dem Spiel?" Sonntag früh 8 Uhr findet eine Flugblattverbreitung zu dieser Versammlung statt. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. Die Steglit. Am Sonntagmorgen 7 Uhr findet eine Flugblattberbreitung( Gewerbegerichtswahlen betreffend) statt. Parteigenossen, speciell aber auch die Gewerkschaftsmitglieder werden aufgefordert, sich zahlreich in folgenden Lokalen einzufinden: Schell hase, Ahornsir. 15, Wolf, Schildhornstraße, Leez, Flora- und Düntherstraßen Ecke, Krüger, Heesestraße, Kramer, Marksteinstraße. Lokales. Arzt und Krankenkassen. = Zur Förderung des Einvernehmens zwischen diesen beiden Kategorien trägt das Verhalten eines Arztes wenig bei, von dem uns der Vorstand der Innungs- Krankenkasse der Drechsler Mitteilung macht. Die Zuſchrift lautet: Am 29. Oktober 1902 erkrankte ein der Jnnungs- Krankenkasse der Drechsler angehörendes Mitglied an Diphtherie. Für geleistete fchleunige ärztliche Hilfe in diesem Falle liquidierte der Arzt Dr. M. aus der Königsbergerstraße durch eine der Kasse am 1. November per Post zugestellte einfach frantierte Rechnung 4 M. Selbstredend wurde diese fleine Sache, schon der Unkosten wegen, nicht sofort extra geregelt, sondern der Kassierer der Kasse sollte sie auf seiner Tour durch die Königsbergerstraße mit begleichen. Jedoch, man staune: am 24. November war bereits durch den Rechtsanwalt Schneidemühl die Klage wegen dieser Schuld ausgefertigt worden, ohne jede vor herige Mahnung oder ohne jede Bemerkung der Dringlichkeit der Zahlung oder dergleichen auf der Rechmung selbst. Daraufhin sind dem Dr. Meckauer am Tage nach der Zustellung der Klage durch den Rendanten der Kasse seine 4 M. überbracht worden. Einige Tage später lief sodann die Kostenrechnung des Antvalts über 5,87 M. mit dem Bemerken ein, den Betrag noch vor dem zum 15. Dezember angesetzten Berhandlungstermin vor dem königl. Amtsgericht I zu begleichen. Die erstaunte Kaffenverwaltung stand nun auf dem Standpunkte, keine Veranlassung zur Klage gegeben zu haben und es ficl ihr daher auch gar nicht ein, dem Verlangen des Anwalts nachzukommen, sondern sie wartete die richterliche Entscheidung am 15. Dezember ab. Die Kasse wurde verurteilt und zwar aus folgenden Gründen: " und der ihm später in seiner legten Stunde als Erlösungsengel| hause den Wirfangen des Giftes erlegen. Ob die Ermittelungen des erschienen und dann auf Frizing seine Fürbitten mit in den Kriminalpolizei zu einer Anklage gegen Rüdiger, der das Gift beHimmel gekommen ist, wo er nu bei uns in der Stube am warmen sorgte, führen werden, steht noch dahin. Ofen sizt und Filibussen macht, womit wir uns die langen Pfeifen wieder anbrennen, wenn sie uns bei der männigmal hellisch lang bahnhof Börse. Ein Kriminalbeamter, dem er auffiel, stellte ihn feſt Billige Ware verkaufte gestern abend ein Hausierer am Stadtausgesponnenen Disputatschon ausgegangen fünd. Indessen, um wieder auf die Polizei- Geschichte zu kommen, als einen mehrfach vorbestraften Schaukastendieb Ernst Arendt, der so sagte unser Freund Frizing:" Dat is de Demagogenfnüfflers eben erst aus dem Gefängnis gekommen war. Sein Handel mit ganz gesund, dat sei mal ornlich mit de Näs' an' t Fett tamen Tricotagen aller Art, Handschuhen, Strümpfen und Unterzeug für sünd"." Was wollt es nich, Frizing!" fag' ich, aber Kinder war das erste Unternehmen nach der Entlassung. In der das Beste dabei is," sag' ich, sie verlieren ihr Geld Ungeübtheit hatte er vergessen, die Auszeichnungen von den Waren noch obenein zu, denn die Roten wollen ja die sechzig zu entfernen, und so verriet er gleich, welcher Art sein Geschäft Mark, wenn sie nicht abgeholt werden, in ihre Parteikasse fließen war. Der Unverbesserliche wurde von der Kriminalpolizei wieder Tassen, denn die kann sie jetzt, wo die Wahlen vor der Thür nach Moabit gebracht. stehen, am allerbesten gebrauchen." Kinnings!" meinte Storl Halvermann darauf,„ ivil dor doch immer von en" Blauen" de Red' is, un wil de„ Blauen" dor so eklich mit rinplumpft fünd wat meint i woll dortau, wenn wi den, Blauen" buII maken deden?" " " Kort!" fag' ich, Du triffst wieder ins Swarze! So is die Sache richtig gehandhabt, denn in der Nichtigkeit warst Du uns immer über. Machen wir also die hundert Mark voll, denn so ' ne kleine Refolljirung kann for die Parteikasse unter den jetzigen Umständen sehr von Nuzen sein. Und darauf kamen wir überein, daß Frizing, der sich einen nüdlichen Beutel voll Füchse mit gebracht hat, 3 wanzig Mart beisteuern sollte, und Hawermann und ich jeder zehn, denn bei uns Fach- Dekonomiker is das Bargeld hier oben auch man knapp, und das wird durch den monſtrösen neuen Zolltarif wooll auch nicht besser werden. Somit legten wir also die vierzig Mark zusammen, und da ich die andern Beiden im Stil bedeutend über bin, so haben sie mich mit das Abschicken und die schriftliche Erklärung dazu beauftragt, welches angenehmen Auftrages sich hierdurch entledigt( diese letzte Wendung habe ich aus Korl Hawermann seinen Briefsteller) Himmelreich, d. 23. Jan. 1903. Ihr ergebenster Unkel Bräfig. Ueber die vierzig Mark quittieren wir hiermit dankend. Sie sind dem Parteitassierer zugesandt worden, der sie zu den übrigen legen wird. Daß der Partei diese Spende besonders erfreulich ist, versteht sich. Frik Reuter stand uns ja im Leben schon durchaus nicht so fern, und in einem Briefe an Engels äußerte er sich sehr ſympathisch über die Socialdemokratie. Jetzt hat er Bräfig und Hawermann für uns zu interessieren gewußt; ein Beweis, daß er sich weiter in unfre Lehren vertieft hat und dort oben wacker Landagitation treibt. von geſtimmt. des zur alsdann Der neue Etat für das städtische Armenwesen schließt mit einer Mehrausgabe von 9 263 500 M. ab, gegenüber 8913 610 M. im vorigen Jahre. Die Gesamtausgaben betragen über 10 Millionen und erreichen mit den Unterstützungen aus Stiftungen und Spenden die Summe von beinahe 15 Millionen Mark. lich find. Orgelkonzert. Beim Orgelvortrag in der Marienkirche am Montag, den 26. Januar, abends 74 Uhr, spielt Herr Musikdirektor Dtto Dienel Bachs G- dur- Präludium und Variationen über„ Unsern Kaiser Gott erhalte." Mitwirkende sind: Fräulein Klara Schettler ( Sopran), Fräulein Marga Lemmerhirt( Alt), Herr Michael Bourhunkel( Tenor), Fräulein Else Daegling( Violine) und Herr David Nitter. Der Eintritt ist frei. In der Versammlung, die Donnerstagabend im Eiskeller abgehalten wurde, ist einer Dame ein Muff abhanden gekommen. Es wird gebeten, den Fund bei Fahrow, Ravenéstr. 6, abzugeben. Dort kann auch ein gefundener Handschuh abgeholt werden. mehrere Alarmierungen zu verzeichnen. Gegen 10 Uhr wurde sie Feuerbericht. In der Nacht zum Freitag hatte die Wehr wieder nach der Groß- Görschenstr. 38 gerufen, wo in einer Küche ein Brand entstanden war, der in der Hauptsache Wäschestücke und Küchenmöbel beschädigte. Zur selben Zeit ging in der Graudenzerstr. 3 Stroh und andres Verpackungsmaterial in Flammen auf, während in der Samariterſtraße, Ecke der Mirbachstraße Asche u. a. auf einem Bauplaz in Brand geraten war. Gardinen und Kleidungsstücke hatten eine Stunde später in der Reinickendorferstr. 2 in einer Wohnung Feuer gefangen, dessen Ablöschung indes bald erfolgen konnte. Ju der Adolfstr. 10 hatte die vierte Compagnie in einem Keller einen Brand zu beseitigen, der Brennmaterialien ergriffen hatte. Ein ähnlicher Brand beschäftigte die Wehr in der Swinemündestr. 88 furze Zeit. Nach der Brunnenstr. 71 wurde die Wehr gerufen, weil hier in einem Klosett ein Feuer ausgekommen war. Außerdem liefen in den letzten 24 Stunden noch von einigen andren Stellen Alarmierungen ein, die indes nur auf ganz unbedeutende Brände zurückzuführen waren. Gerichts- Zeitung. " Ein Polizei Idyll. = In dem 11. a. Die Beklagte erkennt an sich ihre Schuld an dem Kläger als Bringschuld an und verneint nur, daß sie dem Kläger zur Klage Aus der gestrigen Magistratssitung. Der Oberbürgermeister Veranlassung gegeben habe, weil er ihr vorher mur erst seine Kirschner führte gestern den Bürgermeister Reicke in sein Amt ein Liquidation zugesandt habe. Allein die Zusendung einer ärztlichen und hieß ihn im Magistrats- Kollegium herzlich willkommen. Ein polizeilicher Mißgriff lag einer Anklage wegen Beleidigung Liquidation bedeutet im Verkehr nicht nur eine Kundmachung der Magistrat hat der Feststellung von Baufluchtlinien für die Anlegung Höhe der beanspruchten Vergütigung, sondern auch eine Aufforderung einer neuen Verbindungsstraße von der Chausseestraße nach dem zu Gründe, die gestern ein Fräulein v. Bardeleben und Fräulein zur Zahlung derselben, und indem die Beklagte dieser Zahlungs- Vorplaze Stettiner Bahnhofes( Treffpunkt des Stettiner Schönrock vor das Schöffengericht am Amtsgericht I führte. Der aufforderung bis zur Erhebung der Klage nicht nachkam, hat sie Vorortsbahnhofs) durch das Schwarzkopffiche Grundstück, ferner Vorgang, um den es sich handelt, hat sich auf Wilmersdorfer diesem bis Treffpunkt fich in Zahlungsverzug gefeßt und damit die Erhebung der Klage Gebiet abgespielt. Eines Abends gegen 11 Uhr schickte Fräulein zuSchwarzkopffstraße In der Mitte dieser Straße foll ein v. Bardeleben die Mitangeklagte nach der Polizei, um anzuzeigen, veranlaßt. Die Kosten des Rechtsstreits treffen sie deshalb nach§ 91 der Civil- Prozeßordnung. Stichtunnel angelegt werden zur Aufnahme des Fußgängerverkehrs daß in der Wohnung des auf Reisen befindlichen Majors a. D. Der Arzt erklärte bei der Quittierung der Rechnung, er habe zu vom Bahnsteig des Stettiner Vorortbahnhofs nach der Gartenstraße usw. v. Versen, Uhlandstr. 143, ein Einbruch verübt sei und um die Enttraurige Erfahrungen mit den Kassen gemacht; teine Staffe bezahle Die Beschlußfassung über die Anlage einer neuen Straße quer über sendung eines Polizeibeamten dorthin zu bitten. Das Mädchen traf ihn, mit Ausnahme der königlichen(!), er müsse daher alle Kassen den Wilhelmsplatz, wodurch dieser in zwei Teile geteilt wird, und auf der Wache den Amtsdiener Beyer, der aber gar keine Lust zeigte, stets erst verklagen, um Geld zu erhalten. Uns will diese eine direkte Verbindung zwischen der Mohren- und Voßstraße her- der Sache nachzugehen, denn er soll dem Mädchen erklärt haben: Behauptung nicht so ganz einleuchten. Auch der Rechtsanwalt gestellt werden soll, wurde vertagt. Die Denkmäler des alten Zieten Das geht mich gar nichts an, das ist Sache der Kriminalpolizei!" Nachdem 1%. Stunden vergangen waren, erlaubte sich diese Begründung oder vielmehr Entschuldigung zur und v. Seydlitz müßten eventuell versetzt werden. ohne daß sich ein Polizeibeamter blicken ließ, machte sich Fräulein Klage im Termine hervorzubringen. Wegen einer Mark will er v. Bardeleben felbst auf den Weg, klingelte an der Wache und drückte fogar schon gegen Kassen für den Arzt Dr. M. Klagen geführt ihr Erstaunen aus, daß noch kein Polizeibeamter der Anzeige irgend haben. Wir fragen uns nun, wie ist es möglich, daß sich Kassen welche Folge geleistet habe. Die Behandlung, die ihr durch den von dem Dr. M. wegen Arzthonorars, gegen dessen Zahlung sonst Amtsdiener Beher zu teil wurde, hat ihr Anlaß zu einer Beschwerde nichts einzuwenden ist, verklagen lassen können und noch dazu wegen gegeben, die ihre Vernehmung und die der Mitangeklagten zur Folge so geringer Summen! Uns will es scheinen, daß die Klagen den Um Auf- hatte. Sie wurden dabei ausdrücklich aufgefordert, anzugeben, Kassen einfach plötzlich über den Kopf gehagelt kommen, und es ergeht Fremder Sprachunterricht in der Gemeindeschule. den andren genau so, wie es uns leider ergangen ist, sonst nahme des Hebräischen in den jüdischen Religionsunterricht welchen Eindruck sie von dem Verhalten des Beher gehabt hätten, dürfen wir 1113 in solchen Fällen gar nicht verklagen der Volksschule hatte der Vorstand der Berliner jüdischen Gemeinde und nun gaben sie an: Beyer sei ihnen halb angekleidet entgegenIaffen, denn die Beiträge der Mitglieder find nicht das Provinzial- Schulkollegium ersucht. Dieser Antrag ist abgelehnt gekommen, habe sie unhöflich behandelt und den Eindruck gemacht, für die Rechtsanwälte, sondern für eine geregelte Verwaltung worden, und zwar mit Recht; das Hebräische ist ein unnützer Ballast als ob er betrunken wäre. Wegen dieser Bemerkung sind nun beide und für die erkrankten Mitglieder da. Gewiß soll der Arzt, wie wir für Kinder der Volksschule, gleichviel in welcher Religion sie unter unter Anklage der Beleidigung gestellt worden. jetzt belehrt worden sind, das Recht haben, 24 Stunden nach Ein- richtet werden mögen. Wohl aber wäre zu erwägen, ob nicht nach gestrigen Termin kam sowohl der Amtsdiener Beyer als auch sein reichung seiner Liquidation ohne weiteres klagen zu dürfen; schön dem Beispiel Charlottenburgs auch in den Berliner Gemeindeschulen Kollege Bischotta nicht besonders gut weg. Der lettere war an dem französischer Sprachunterricht erteilt werden könnte. Die Be- betreffenden Abend nach 11 Uhr auf die Wache zurückgekommen und ist dies Verfahren jedenfalls nicht und der Dr. Meckauer scheint von völkerung verlangt ja bei der Unlust der Berliner Kommunal- hatte sich ins Bett gelegt. Ueber die Vorgänge hatten beide bei ihren diefem Rechte einen möglichst ausgedehnten Gebrauch zu machen. behörden, die Gemeindeschulen mustergültig zu gestalten, in dieſem volizeilichen Vernehmungen Angaben gemacht, die das Berhalten sea Da wollen wir doch denn unsren Kassenverwaltungen raten, wenn sie mit dem Dr. M. in ähnliche geschäftliche Berührung kommen Punkte gewiß nicht zu viel. Aber man sollte denken, daß die Fort- Frl. v. Bardeleben in einem ungünstigen Lichte erscheinen lassen sollten wie wir, ihre Schulden in 24 Stunden zu begleichen, schritte, die in Charlottenburg gemacht werden, auch in Berlin mög- mußten, die aber, wie der Vorsitzende in Uebereinstimmung mit dem Verteidiger Rechtsanwalt Schneider in wiederholten nachdrücklichen Verhaltungen feststellte, den Thatsachen nicht entsprachen. da ihnen eventuell jede Minute später vielleicht wieder durch den Rechtsanwalt Schneidemühl der Prozeß gemacht werden kann, Die Kälte in den Markthallen. Mit einem Posten durch Frost war behauptet worden, daß schon eine Viertelstunde nach dem ersten mit der hinterherkommenden obligaten Kostenrechnung. Daß der Dr. M. verdorbenen Gemüses erschien gestern vormittag eine Frau im Nat- Erscheinen auf der Wache Frl. v. B. wiederum dort erschienen sei sein Verfahren auch in ähnlichen Fällen gegen seine Privatkundschaft hause, um Herrn Oberbürgermeister Kirschner von der Notwendigkeit und heftig an der Klingel gezogen habe. Der Amtsdiener Beyer anwendet, möchten wir stark bezweifeln, denn dann dürften ihm wohl der Heizung der Markthallen zu überzeugen. Der Oberbürgermeister habe sich dann nach dem Weggange des Frl. v. B. nach dem nicht viele Patienten wiederkommen, er müßte denn gerade für seine lehnte es ab, in dieser Sache noch irgendwelche Audienz zu erteilen, Hause Uhlandstr. 143 begeben, dasselbe sei aber verschlossen gewesen Gegend eine ganz ungewöhnliche, unerfeßliche Kraft in seiner Stunft falls nicht von den Interessenten ein neuer und durchführbarer Vor- und es habe sich nichts weiter ergeben. Auf energischen Vorhalt des sein, davon ist uns allerdings nichts bekannt. Für uns war der schlag für die Heizung der Markthallen gegeben würde. Die Not- Präsidenten mußte Beyer zugeben, daß bis zum zweiten Erscheinen Dr. Meckauer bisher überhaupt eine unbekannte Persönlichkeit. wendigkeit der Heizung wird vom Magistrat anerkannt, da der durch des Frl. v. B. etwa 1% Stunden vergangen gewesen seien. Auch der die gegenwärtige Frostperiode verursachte Warenschaden auf durch Beuge Bischotta gab diese Möglichkeit zu, entschuldigte sich aber damit, daß er geschlafen habe und sich bezüglich der Zeit irren fönne. Auch Die Straße nach Döberis. Die Budgetkommission des Abgeordneten- schnittlich 3000 M. pro Tag zu schäßen ist. Hauses beschäftigte sich mit dem Posten 40 000 m., der gefordert wird Polizei und Streifposten. Unter dieser Stichmarke könnte mit die Behauptung, daß Beyer sofort nach dem Weggange des Frl. v. V. lottenburg nach Döberis auszuführende Brücke über die reich ist dies Kapitel. Sind da vor ca. 3 Wochen die Holzarbeiter daß diefer allein auf der Mache gewesen sei und diese nicht verlassen für Vorarbeiten für eine im Zuge der Straße von Char Leichtigkeit eine ständige Nubrik eingeführt werden, so unerschöpflich nach der Uhlandstraße gegangen sei, konnte nicht aufrecht erhalten werden. Pischotta hatte seinen Kollegen damit entschuldigen wollen, Hafel bei Bichelsdorf. Es besteht der Plan, die Charlottenburger der Firma Riczijewski am Küstriner Platz in den Streik geBismarckstraße durch den Grunewald über die Havel als gradlinige treten. Wie gewöhnlich, so erfreuten sich auch hier die Streifenden fonnte, er mußte jedoch zugeben, daß nach seiner eignen Rückkehr Fortsetzung der Charlottenburger Chaussee und des zwischen der der rührenden Aufmerksamkeit der Polizei- Organe. Die Polizei auf die Wache dieser Grund nicht geltend zu machen war. Derartige Charlottenburger Brücke und dem sogenannten Knie liegenden Theiles ging sogar soweit, daß am Donnerstag hintereinander drei Bidersprüche ergaben sich während der Verhandlung wiederholt. der Berliner Straße fortzuführen und eine 50 Meter breite Straße Streifposten nach der Mache sistiert wurden. Was die Leute Interessant war die Vernehmung des Anwärters Kleinschmidt, der die beiden Angeklagten auf ihre Beschwerde hin polizeilich verherzustellen. Da diese Straße drei Kilometer lang den Grunewald verbrochen haben könnten, ist ihnen ein Rätsel, denn den nommen hatte. Der Amtsdiener Beyer hätte schon bei seiner polizeidurchschneiden würde, so hat die Forstverwaltung im Hinblick auf die Verkehr behinderten sie nicht, weil dort uur wenig Wertsteigerung der, angrenzenden Terrains großes Jnteresse daran, Verkehr ist, irgend eine andre Strafthat begingen lichen Vernehmung Andeutungen gemacht, als ob Frl. v. B. der daß der Plan ausgeführt wird. Bei der Ausführung des fie auch nicht. Es scheint also, als wenn ihnen die polizeilichen Polizei gern Schwierigkeiten mache, und ähnliche Andeutungen hat auch der Anwärter in Registratur- Randbemerkungen zum Protokoll Planes kommt eine Ueberbrückung der Havel in Frage und es ist Blackereien nur deshalb bereitet werden, weil sie Streitposten sind. gemacht. 1. a. hatte er bemerkt: Frl. v. B. gerate bei jeder Gezunächst erforderlich, Klarheit darüber zu gewinnen, welche Gesamt- Diese Annahme ist um so gerechtfertigter, als man andre Civil- legenheit außer Fassung und sei im Revier dafür bekannt. kosten mit dem Unternehmen einer solchen leberbrückung, wenn personen, ganz gleich ob sie dort gehen oder stehen bleiben, völlig vorsitzende stellte dagegen fest, daß diese Bemerkung völlig grundlos diese bis zum westlichen Ufer der Scharfen Lanke geführt würde, ungeschoren läßt; auch ist den Streifenden verboten, sich so auf- und Frl. v. B. der Polizei durchaus nicht bekannt sei. Eine andre verbunden sein würden. Es muß weiter die Rentabilität des Unter- zustellen, daß sie den Thoriveg der Fabrik übersehen können. Was Registratur besagte: Sie ist der Polizei feindlich ge= nehmens genau geprüft werden, und wie sich die Ausführungskosten nun die erwähnten drei Posten anbelangt, so wollte der erste vom sinnt." Diese Bemerkung ist lediglich darauf zurückzuführen, daß auf den Forstfiskus und die außer ihm in Betracht kommenden Küstriner Plaz nach einer Wirtschaft gehen. Plößlich kam ein Frl. v. B. bei der Erörterung der ihr zu teil gewordenen Behandlung Interessenten verteilen würden. Dazu bedarf es der Vornahme Schuhmann hinter ihm her gerannt, ergriff ihn am Arm etwas erregt war. Weiter hieß es in einer Randbemerkung:„ Sie besonderer umfangreicher Vorarbeiten, zu deren Kosten der Forst- und erklärte ihn für verhaftet. Als der Arbeiter darauf ist leicht mit Beschwerden bei der Hand." Dies ist hingeschrieben, verwaltung Mittel sonst nicht zur Verfügung stehen. Nach ein- den faft atemlosen Beamten erstaunt anblickte, sah er, daß weil ein Fräulein v. Bardeleben einmal in einer Bayangelegenheit gehender Darlegung seitens der Regierung erklärte sich die Kom- dieser bei dem eiligen Lauf sogar seine Säbelflinge verloren hatte. einen Stonflift mit der Polizei gehabt hat. Es handelte sich damals mission mit der Bewilligung der 40 000 m. einverstanden. Vor einem derartig bethätigten Diensteifer empfand selbst der ruchlose aber durchaus nicht um die jetzige Angeklagte. Ohne allen Grund Die Angeklagte Streitposten stumme Verwunderung. Er ging mit zur Wache, gab war schließlich in einer Registratur auch bemerkt: und zog hernach wieder auf Posten. Schönrock mache den Eindruck, als ob sie von ihrer Herrschaft beeindort die verlangte Auskunft Der Vorsitzende sprach seine Verwunderung darüber wenige Minuten später wurde schon der zweite Sünder von zwei flußt sei." Schutzleuten sistiert. Dieser war noch gar nicht wieder von der aus, wie solche absolut unzutreffenden Bemerkungen registriert werden Wache herunter, da kam ein Beamter bereits mit dem dritten an, tönnten. Die Angeklagten blieben bei ihren zu Protokoll gegebenen der mit den freundlichen Worten empfangen wurde: Na, schon Angaben, während der Amtsdiener Beyer die Berechtigung der Beschwerde bestritt. Staatsanwalt Satz beantragte selbst die Freiwieder so' n Streikbruder! Merkwürdig, unter den Streitposten hat man noch nie einen sprechung. Die beiden Damen hätten sehr wohl der Ansicht sein Raub mörder oder Denkmalsschänder gefunden, und doch können, daß das Verhalten des Zeugen Beyer nicht den Vorschriften figt man ihnen stets auf dem Nacken. Freilich, streikende Arbeiter entsprach, die ihm von seiner vorgesetzten Behörde für den Verkehr mit dem Publikum gegeben sind. Wenn man sich bezüglich des Beher üben ja auch nur das gesetzlich gewährleistete Koalitionsrecht aus. Feuersnot. Im Intimen Theater am Aleranderplatz wurden sehr vorsichtig ausdrücken wolle, müsse man doch sagen, es fei Lieblingsausspruch nahm mir mein alter Freund Korl Hawermann durch soeben ergangene Verfügung des Polizeipräsidiums wegen mindestens sehr zweifelhaft, ob er sich nicht, anstatt der Den Angeswapps vor die Nase weg, als wir neulich den Artikel im Vor- dringender Feuersgefahr und aus sicherheitspolizeilichen Gründen Damen, ungehörig benommen habe. wärts" über den mörderlichen Neinfall der Berliner politischen die Vorstellungen bis auf weiteres untersagt. flagten, die noch dazu aufgefordert worden waren, ihre WahrPolizei gelesen hatten. Daß Du die Nase ins Gesicht behältst!" nehutinger fund zu geben, stehe der volle Schutz des§ 193 zu. suchte ich Korl Hamermann mit lauter Stimme zu übertönen und Die Liebestragödie, über die wir vor wenigen Tagen berichteten, Den Angeklagten standen Rechtsanwalt Schneider und KammerErsterer „ daß Du die Nase ins Gesicht behältst!" fakelte auch unser Freund hat jetzt ein Opfer gefordert. Die 17jährige Marie Bachowski aus gerichtsrat Schmidt- Bardeleben zur Seite. Frizing, der alte Demagoge, der bei uns auf Besuch war und mit der Auguststraße 40, die in einer Gastwirtschaft zu Spandau eine erweiterte den Antrag des Staatsanwalts noch dahin, daß auch uns' ne Partie Bostohn gespielt hatte. Und ganz dasselbe fagte Sublimatlösung trank und dann ihrem Geliebten, dem 21 Jahre die den beiden Angeklagten erwachsenen notwendigen Auslagen der zu guter Letzt auch der alte Vadder Res', der unsern Frizing mal alten Photographen Hans Rüdiger, die Flasche vom Munde riß, als Staatskasse auferlegt werden mögen. Wenn Frl. v. Bardeleben zum aus das verfluchte Loch, die Berliner Hausvogtei, herausgeholt hat er sich ebenfalls vergiften wollte, ist jetzt im St. Hedwigs- Kranken- Dank dafür, daß sie es unternommen, die Interessen eines auf Reisen Eine Spende aus dem Himmelreich. Wo alles darauf sint, den Ruhm und die Erfolge der Socialdemokratie zu mehren und gerade diejenigen, die uns am meisten hassen, am eifrigsten zu unfrem„ Schweineglück" beitragen, da kann es auch nicht wunder nehmen, daß man in den Gefilden der Seligen an uns denkt. Gestern tam ein mit baren vierzig Mart beschwerter Brief auf der Redaktion an, der die Unterschrift eines alten, lieben Freundes, des Herrn Entspettor Bräsig, trug. Wir glauben dies für die Stimmung in höheren Regionen bezeichnende Dokument unfren Lesern nicht vorenthalten zu dürfen: Sehr geehrte Redakschon! " Daß Du die Nase ins Gesicht behältst!" Diesen meinen " 1 " " Der befindlichen Hausgenossen, der bestohlen worden, zu wahren, nicht geboren und der Sohn eines Zimmermanns. Kohler hat, nachdem er| Holzarbeiter banden in der Trunkenheit abends einen Kollegen an nur schlecht behandelt, sondern auch noch ange die Schule verlassen hatte, zwei Jahre bei einem Rechtsanwalt als einen Baum fest und begaben sich dann nach Hause. Am folgenden lagt werde, so sei dies doch ein sehr bedauerlicher Mißgriff. Schreiber gearbeitet und ist alsdann in die amerikanische Zollmarine Morgen wurde der Arbeiter erfroren aufgefunden. Die Thäter sind Er halte durch die Verhandlung für erwiesen, daß die ganze Art des eingetreten, in der er viele Jahre thätig war. Infolgedessen ist er verhaftet. Verhaltens der Polizeibeamten eine unerhörte gewesen sei auch der englischen Sprache vollkommen mächtig. Ferner soll er große und daß diese auch unwahre Angaben gemacht haben. Auf der Insel St. Vincent fand gestern ein neuer vulkanischer Der Ge- Fertigkeiten im Zeichnen befizen. Da er sich nach seiner Gefangenrichtshof erkannte auf Freisprechung, lehnte aber den weiter- nahme mit den ihn verhörenden Personen nicht recht verständigen Ausbruch des Vulkans Souffrière statt, man sah Feuersäulen gehenden Antrag des Verteidigers ab, da bis dahin der Kammer- fonnte, hat er die Einzelheiten des Mordes aufgezeichnet. Diese aufsteigen, die sich im Kreise drehten, gefolgt von einer tiefgerichtsrat Schmidt- Bardeleben die Sache der Damen geführt habe Beichnungen befinden sich bei den Aften. Stohler, der noch unbestraft schwarzen Rauchwolfe, die auf der ganzen Jusel bemerkbar war. und besondere Kosten daraus nicht erwachsen seien. Die beiden an- ist, soll ein tüchtiger Soldat gewesen sein. Kohler bekannte sich Es folgte dichter Aschenregen, der besonders in Chateau Belleaire geklagten Damen hätten bei ihrer Vernehmung nach bestem Wissen schuldig; einen bestimmten Grund für seine That wußte er nicht an- Beschädigungen hervorrief. und Gewissen ausgesagt, ihnen stehe der§ 193 zur Seite und es liege zugeben. gweifellos ein Mißgriff der Polizeiverwaltung in Wilmersdorf vor. Man sollte denken, daß die im Prozeß berührten Thatsachen dem Staatsanwalt wie auch den Vorgesetzten der so gerüffelt aus dem Prozeß hervorgegangenen Polizeibeamten schon vorher einiger maßen bekannt gewesen sind. Es muß daher wunder nehmen, daß diese Borgesetzten es überhaupt zu einem Beleidigungsprozeß gegen die mit Recht empörten Damen haben kommen lassen und nicht gleich den in Betracht kommenden Polizeibeamten den Standpunkt gehörig flar gemacht haben. Das Urteil lautet: Das Gericht hat dahin erkannt, daß der Angeklagte des Mordes und des thätlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten, des schweren militärischen Diebstahls und der Fahnenflucht schuldig ist und daß derselbe mit dem Tode, 6 Jahren 4 Monaten Buchthaus, Ausstoßzung aus der Marine und dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte zu bestrafen ist. Vermischtes. Eisenbahnkatastrophe. In der Nähe von Angers stieß der von Paris tommende Expreßzug mit einem Güterzuge zusammen. Der Expreßzug fuhr mit einer Geschwindigkeit von 85 Kilometern, so daß der Anprall überaus heftig war. Der Lokomotivführer und der Heizer des Expreßzuges wurden sofort getötet, zwei weitere Zugbeamte schwer verletzt. Von den Passagieren erlitten zehn mehr oder minder schwere Verlegungen. Witterungsübersicht vom 23. Januar 1903, morgens 8 Uhr. Barometerstand mm WindWindstärke Better Temp. n. C. 5° C.= 4° R. Stationen BarometerWindrichtung Windstärke Wetter 5° C. 4° N. Die Pocken in Altona? Die heute hier verbreiteten Alarmnachrichten über eine Pockenepidemie in Altona sind, der„ Neuen Stationen Hamburger Börsenhalle" zufolge, unbegründet. Die jede Woche erscheinende Altonaer Medizinalstatistik" habe vor vier Wochen über einen Todesfall an Poden berichtet, dem vorgestern ein zweiter ge- Swinemde. 764 GGD 2wollen!-12 Haparanda 764 6bededt- 10 3 bedeckt-7 Petersburg 772 DSD 1Schnee- 15 folgt sei. Im ganzen seien während dieser Zeit elf podenverdächtige Samburg 762 SD 764 SD 1wolfen!-10 Cork 765 N 4 heiter Erkrankungen in Altona und Umgebung vorgekommen; doch sei eine Berlin Frankf./M. 766 G vollkommene Isolierung der Kranken durchgeführt, so daß nach der München 766 GD 765 SS Ueberzeugung der Altonaer Medizinalbehörde keine Gefahr einer Bien 772 GD Epidemie vorliege. Der Mord, der in der Nacht zum 16. November v. J. an Bord ber, Loreley" begangen wurde, als dies Striegsschiff in Piräus lag, ist gestern vor dem Striegsgericht in Wilhelmshaven abgeurteilt worden. In der erwähnten Nacht hat der Matrose Kohler den Unteroffizier Biedriski ermordet, um einen im Rauchsalon des Stommandanten stehenden Geldschrank ungestört plündern zu fönnen. Wie erinnerlich, ist ihm der Raub nicht gelungen, da er den Geldschrank selbst mit Hammer und Meißel nicht öffnen konnte. Um den Glauben zu erwecken, daß Biedriski von fremder Hand ermordet worden sei, hat er sowohl die Leiche wie den Geldfchrankkasten ins Meer versenkt. Tauchern gelang es indessen sehr bald, den Leichnam twie auch den Kasten zu bergen. Der Thäter heißt mit Vornamen Rohheit. Aus Schlochau in Westpreußen wird berichtet: Ein Konrad, ist am 16. Februar 1879 zu Oberopfingen in Württemberg schweres Verbrechen wurde im Stadtwalde bei Buschmühl verübt. Am Donnerstag, den 22. d. M., nachmittags 3 Uhr, starb nach schwerem Leiden meine liebe Frau, amire gute Mutter Frau Martha Barth geb. Zick im 39. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen Otto Barth und Kinder. Friedrichshagen. 17035 Die Beerdigung findet am Sonna tag, den 25. d. M., nachm. 4 Uhr, auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde, Pappel- Allee 15/17, statt, Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schleifer Robert Duhring am 20. b. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonn tag, den 25. Januar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi Kirchhofs, Nigdorf, Hermannstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 110/19 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband ( Verwaltungsstelle Berlin). Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schmied Robert Jentsch gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonn tag, den 25. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Kirchhofes der Heilandsgemeinde n Plößensee aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 110/20 Am Sonntag, 18. Januar 1903, berunglückte auf einer Eistour nach dem Zeupih- See unser lieber Kollege, der Schriftseter Edmund Lupke. Ein ehrendes Andenken be wahren ihm Die Kollegen der Buchdruckerei Gebr. Unger. 17065 Berlin, 23. Januar 1903. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden, inshefondre dem Gesangverein Rote Melfe I, am Grabe meiner inniggeliebten Frau Louise Schnutz, geb. Münch, fagen wir hiermit unfren liefgefühlteften Dant. 1 Nebel-8 Aberdeen 2wolfenl- 15 Paris 2Schnee- 14 2Regen 2 Wetter: Prognose für Sonnabend, den 24. Januar 1903. Zunehmende Erwärmung und Bewölkung mit Niederschlägen und ziemlich lebhaften südwestlichen Binden. Berliner Wetterbureau. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der deutschen Drechsler Freie Turnerschaft Rixdorf- Britz. .. 95 99 und deren Berufsgenossen.( E. D. 86, Damburg.) Mitglieder- Versammlungen finden statt: Bezirk A. am Sonntag, den 25. Jannar, vormittags 10% Uhr, bei Nowak, Manteuffelftr. 9. B. am Sonntag, den 25. Januar, vorm. 10%, Uhr, im Reft. Zur Hütte", Skalikerstr. 30/31. C. am Sonntag, 25. Jan., vorm. 10 Uhr, bei Augustin im Vorwärtshaus, Lindenstr. 69, D. am Sonntag, den 25. Januar, vormittags 10 Uhr, bei Günzel, Rosenthalerstraße 57. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Kassenbericht vom vierten Quartal 1902. 3. Verschiedenes. Die Zahlstellen, in denen an jedem Sonnabendabend von 8-10 Uhr neue Mitglieder( bis 45 Jahre) aufgenommen werden, befinden sich: Naunynstraße 78 bei Grundmann; Kl. Andreasstraße 15 bei Bober; Reichen bergerstraße 29 bei Schmidt; Staligerstraße 69 bei Liebrandt; Alte Jakobstraße 69 bei Lenz; Boffenerstraße 45 bei Stadler; Elsasserstraße 11 bei Raddab; Georgenkirchstraße 25 bei Radtke; Sidingenstraße 43 bei Trach. 270/9 Gewerbegericht zu Berlin. 3.-Nr. 606 Gew.- Ger. 02. Schiedsspruch. I. Das Einigungsamt nimmt an, daß 1. nach§ 1 Absatz 1 der Arbeitsbedingungen an und für sich Die Ortsverwaltungen. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Zahlstelle Berlin. Bilderrahmenmacher. fämtliche Maurerarbeiten mit Montag, den 26. d. M., abends 8, Uhr, bei Stramm, Ritterstr. 123: 65 Pf. ftündlich zu bezahlen find, daß jedoch 2. nach der Fassung der BestimBranchen- Versammlung. Der Obmann. Männer und frauen! Am Montag, den 26. Januar 1903, abends 8%, Uhr, bei Herrn Thiel, Bergstr. 150: Volksversammlung aller freunde der Turnerei. Zages Ordnung: turnen, und wie stellen wir uns dazu. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 1. Die Maßnahmen der Rektoren und Lehrer gegen das Vereins- JugendUm regen Besuch bittet Der Einberufer: Richard Felsch. 283/5 Verband der Möbelpolierer. Montag, den 26. Januar, abends 8 Uhr, Admiralstr. 18c: Versammlung. Zages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Den er über: Die politische und gewerkschaftliche Drganisation". 2. Diskussion. 3. Wahl. 4. Gewerkschaftliches. Montag, 26. Januar, abends 9 Uhr, in Lichtenberg, Friedrich Karlstr. 11: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Delegierten. 2. Wahl der BezirksDer wichtigen Tagesordnung wegen ist zahlreiches Erscheinen der leitung. 3. Verschiedenes und Ausgabe der Billets zum Maskenball, welcher mungen des§ 1 und bei der Stollegen notwendig. 77/16 am 7. März in Kellers Festsälen, Stoppenstraße 29, stattfindet. bisher geübten Art der Vers Die Kollegen werden ersucht, die Kontrollfarten auszufüllen und abzuliefern. 145/15 gebung städtischer Arbeiten Der Vorstand. einzelne Tiefbau- Unternehmer der Auffassung sein konnten, daß die Kanalbauten nicht unter§ 1 Absatz 1 der Arbeitsbedingungen fallen. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. II. Es empfiehlt sich deswegen, daß Bureau: Engel- Ufer 15, 8immer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. zur schleunigen Stlärung und zur Er läuterung des§ 1 Absatz 1 der Arbeitsbedingungen im Sinne von I 1. dieses Schiedsspruchs bis spätestens zum 20. Januar 1903 von der bestehenden Achtzehner- Kommission Be schluß gefaßt wird. Sonntag, den 25. Januar 1903, vormittags 10 Uhr: gez. v. Schulz. F. Dietrich. Alb. Kretschmar. Alwin Körsten. Alb. Maffini. * Versammlung d. Silberpolierer im Gewerkschaftshaus, Saal II. Zages Ordnung: 1. Bericht und Neuwahl der Agitations- Kommiffion. 2. Der diesjährige Verbandstag. 3. Verbandsangelegenheiten. Sonntag, den 25. Januar 1903, vormittags 10 Uhr: Morgensprache der Schraubendreher bei Wetzel, Wrangelstraße 136. In ca. 8 Tagen erscheint im Verlage von G. Birk& Co., München, Wittelsbacherplatz 2: Der Fall Krupp. Sein Verlauf und feine folgen. Eine Thatsachensammlung von*, Preis 50 Pf. Bestellungen auf diese sensationelle, auf Thatsachen beruhende Dar4292* stellung werden schon jetzt entgegengenommen. I. Nachtrag Kapitalist zum Ausbau nachVorstehender Schiedsspruch, der in zu den Bestimmungen über die weislich gut eingef. foc. Zeitung Nähe Sachen der Kanalisationsmaurer nach Achtung! Klempner! Sonntag, den 25. Jan.: Besichtigung Krankmeldung, das Verhalten der Berlins ges. Off. unt. J. A. 7637 Anrufung des Einigungsamtes des des Museums für Völkerkunde unter Führung des Gen. Schütte. Kranken und die Krankenaufficht bef. Rudolf Mosse, Berlin SW. Gewerbegerichts durch Bertreter beider Treffpunkt pünktlich 11 Uhr im Vorwärtshaus, Restaurant vom 26. Auguft 1901. Teile, des Centralverbandes der Augustin, Lindenstraße 69. Maurer( Zweigverein Berlin) und Die Kollegen werden ersucht, fich zahlreich, auch mit Frauen des Berbandes der Baugeschäfte von zu beteiligen. Die Ortsverwaltung. Berlin und den Bororten, am 17. De zember 1902 unter Mitwirkung der borbezeichneten Herren und zwar: 1. des Gewerberichters von Schulz als Borsigenden; 2. des Klempnermeisters Dietrich, Textilarbeiter- Verband. Berlin III( Dekateure). 111/1 Der Abfah 4 in§1 erhält folgende Wein- u. Bierflaschen auft und 3. des Bildhauers Streßschmar, als Sonntag, den 25. Januar, vormittags 10 Uhr, bei Herrn Feuerstein, Vertrauensmänner der Arbeitgeber; 4. des Formers Körsten, 5. des Buchdruckers Massini, als Bertrauensmänner der Arbeitnehmer, gefällt ist, und dem zu unterwerfen Alte Jakobstraße 75: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Bericht der Kassierer und der Revisoren. Pünktliches Erscheinen ist Pflicht. Mitgliedsbuch legitimiert. beide Parteien abgelehnt haben, wird 3. Verschiedenes. auf Grund des 78, jah 2, des Drtsstatuts für das Gewerbegericht der Stadt Berlin vom 6. Juni/ 25. Juli 1902 öffentlich bekannt gemacht. Berlin, den 21. Januar 1903. Büttner, Gerichtsschreiber. Maler! 197/1 Der Vorstand. Moutag, den 26. Januar, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, abends 7 Uhr: 17845 Central- Kranken- u. Sterbe- Oeffentliche Versammlung. Die trauernden Hinterbliebenen. Lichterfelder Kranken- und Sterbe- Kaffe für sämtliche Berufszweige. E. 5. 54. Berwaltung Gr.Lichterfelde. Mitglieder Versammlung Sonntag, den 25. Januar 1903, vormittags 10 Uhr. kaffe der Tischler n. andrer gewerblicher Arbeiter. ( Ortsverwaltung Berlin C.) Mitglieder- Versammlung am Sonntag, den 25. Januar cr., vormittags 10%, Uhr, bei Rumfe, Bülowstraße 59. Zages Ordnung: im Lokale des Herrn Richter 1. Raffenbericht vom 4. Duartal 1902. ( früher Bagel), Chausseestr. 104. 2. Verschiedene Sassenangelegenheiten. 1. Kaffenbericht. 2. Arztwahl. 182/2 3. Wahl von Krankenbesuchern. Die Ortsverwaltung. 4. Anträge zur Generalversammlung. Alle Gummiwaren! 5. Wahl bon 8 Delegierten zur Generalversammlung. 6.Berschiedenes. 270/6 Der Vorstand. ,, Zur Klause", GörlitzerJ strasse 43. Allen meinen Bekannten u. Freunden empfehle ich mein neu eröffnetes Lokal. Zu jeder Tageszeit Kaffee, Irrigatorbecher. 0,45 do. Emaille v. 0,65 Irrigatoren kompl. 0,90 Gr.Unterlagen, rot, grau afferdicht.Oeltuch 1. Wöchnerinnen Bouillon, felbstgeb. Kuchen, biv. Inhalations- Apparate Biere, falte und warme Speifen Stechbecken b. in bekannter Güte. Pianino, Billard Damenbinden Dtd. 0,50 Zages Drdnung: 1. Bericht des Gehilfen- Ausschusses. 2. Diskussion. Abends 9 Uhr: Versammlung. Zages- Ordnung: gemäß§ 41 des Innungs- Statuts. Neuwahl für die ausscheidenden Mitglieder des Gehilfen- Ausschusses Der Junungs- Vorstand. Der Gehilfen- Ausschußt. F. Schnare, Grüner Weg 38. L. Jakobeit, Altgehilfe, Alt- Borhagen 8. Abends 10 Uhr: Versammlung sämtlicher im Malergewerbe beschäftigten Personen. Tages- Ordnung: P Wahl der Arbeitnehmer- Beisitzer zum Innungs- Schiedsgericht und Stellvertreter für das Jahr 1903(§ 2 Abjab 4 des Innungs- Statuts und §§ 3 und 4 des Nebenstatuts des Innungs- Ausschusses). 124/2 Mefer.... 1,80 • 1,25 1,80 0,50 und Vereinszimmer 40-50 Personen. Zinnspritzen mit geb. Rohr... 2,70 Bahlreichem Besuch entgegensehend, Auf Wunsch weibl. Bedienung. zeichnet ergebenſt 1561b* Max Pönitz. Leisegang, Reinidendorfer Straße 56b. Der Gehilfen Ausschuß. L. Jacobeit, Altgehilfe, Alt- Borhagen 8. bewährteste Nahrung Für Kufehe Kinder mehl gesunde u. magendarmkranke Kinder. Fassung: Innerhalb derselben Frist ist ein während der Erwerbsunfähigkeit eintretender Wohnungswechsel, die bom Arzt gegebene Ausgehezeit, fo wie die Veränderung derselben und die Wiederaufnahme der Beschäftigung zu melden. Ausgefertigt auf Grund des Beschlusses der Generalversammlung vom 80. September 1902. 270/8 Schöneberg, den 4. Dezember 1902. Der Vorstand der Orts- Krankenkaffe der Stadt Schöneberg. Unterschriften. Genehmigt. Schöneberg, den 9. Januar 1903. Der Magistrat. Kommiffar für Arbeiterverfiche: ( L. S.) rung. Albrecht. Bekanntmachung Hierdurch bringen wir zur Kenntnis, daß für das Jahr 1903 a) der Buchbindermeister A. Wöller als Borsigender, b) der Lagerhalter Hermann Meiling als stellvertr. Vorsitzender, holt ab Kolinsky, Krautstraße 36. L* Weimar Geld- Lotterie. Ziehung 3., 4. Febr. cr. Gewinne insgesamt: 190000 M. Hauptgewinne: 60000 M. 30000 10000 usw. " ララ Rofe a 3,30 M. infl. Borto und 17005 Lifte offeriert p. Hempel, Bankgeschäft, N. Badstraße 11. c) der Schloſſer Christian Franke 60 000 Ctr. Kohlen als Schriftführer, d) der Seiler Franz Geist als stellvertr. Schriftführer, e) der Stempelschneider E. Flamme, Lagerhalter Reinhold Küter, Schlächtermeister Behr, Schuhmacher Gust. Schädlich als Beisiger in den Borstand der Kasse gewählt 270/10 worden find. Schöneberg, den 17. Januar 1903. Die Orts- Krankenkasse der Stadt Schöneberg. Kunststopferei von 2982* bert. Josef Fischer billig ab sein. beid. Lagerplät. Brombergerstr. 19, Hauptgeschäft, Romintenerstr. 10, Zweig2432 geschäft. 100 St. Senftenb. Briqu. nur 50 B3f. 100 Riefenkohlen 7" HenkelsWerke u.Stadtgr.Senftenberg 100 St. Riesenfohlen 7" mur 70 Bf 65 1 Ctr. Bruchfohlen nur " " 60 engl. Anthracit nur 1,75 M. PrinzenDr. Simmel, Str. 41. [ 55/ 11* Specialarzt für Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Dr. Schünemann, Frau Kokosky, Specialarzt für Saut, Sarn und Frauenleiden, Seydelstr. 9. Steinmetfir. 48, Duergeb. hochpart. 12-3, 6-8, Gonnt. 9-11. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Berlag: Borwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 20. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Verfammlungen. In der Bankower Volksversammlung am Donnerstag hat nicht Herr Naumann wie unser Bericht infolge eines Versehens angiebt sondern der christliche Gewerkschaftsapostel Lic. Mumm in der Diskussion gesprochen und sich durch die Vertretung beschränkter Anschauungen lächerlich gemacht. hasd Sonnabend, 24. Januar 1903. Werkstatt- Kontrollkommission gewählt wurden. Den Bericht der Mitwirkende: Frau Helene öffler Hinge, Mezzo- Sopran, Herr Gewerkschaftskommission erstattete Cyske, sodann wurden Sager und Hammel als Delegierte zu derselben gewählt. Vom Gesellenausschuß berichtete Schmidt, als Ersatzmänner zum Gesellenausschuß wurden Domnick und Küster gewählt. In die Einundzwanziger- Kommission des Volkshauses ivurde Schmidt wiedergewählt. Französisch- Buchholz. Am 20. Januar fand im Lokal von Kähne eine Versammlung des Wahlvereins statt. 2. Barthels Berlin hielt einen Vortrag über das Thema:" Die wirtschaftliche und politische Lage in Deutschland". Reicher Beifall lohnte den Redner. In der Diskussion nahmen mehrere Parteigenossen das Wort. Der agitatorische Wert der Versammlung befundete sich darin, daß sich eine Anzahl neuer Mitglieder in den Wahlverein aufnehmen ließen. Charlottenburg. Am 19. d. M. fand eine Generalversammlung ber hiesigen Zahlstelle des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes statt, in welcher Benscheck den Jahresbericht des Vorstandes erstattete, worauf die Neuwahlen vollzogen wurden. Als erster Bevollmächtigter wurden Benscheck, als zweiter Stahlberg, als Kassierer Hasse, als Schriftführer Graudenz gewählt; als Revisoren wurden Pfefferkorn, Groß und Mackenzy wiedergewählt. Den Bericht der Werstatt- Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Morgen Sonntag, den 25. Januar, Kontrollkommission gab der Obmann Strauß, worauf R. Müller, abends 5 Uhr, Stiftungsfest in den Gesamträumen des Gewerkschafts. Müller, Kasper, Kusside, Furkert, Utech und Hammel in die hauses, Engel- Ufer 15: Künstlerkonzert, Recitationen, Gesang, Festrede. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 24. Januar. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Carmen. Schauspielhaus. König Laurin. Deutsches. Der arme Heinrich. Berliner. Heimkehr. Leffing. Der blinde Passagier. Neues. Die Fliege. Residenz. Die beiden Schulen. Thalia. Seine Kleine. Westen. La Traviata. Central. Madame Sherry. Belle Alliance- Theater. Cupido u. Co. Am Telephon. Anfang 8 Uhr: D Schiller O.( Wallner Theater.) Ein Ehrenwort. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Renaissance. Carl Weiß. Familie Humbert oder Der 100 Millionen- Schwindel. Luisen. Die Tochter Belials. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Kleines. Nachtashl Trianon. Die Liebesschaukel. Palaft. Auf hoher See. Specialitäten. Casino. Moderne Frauen. Specialität. Apollo. Specialitäten. Hochzeit. Nakiris Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Steibt. Steidl- Sänger. Baffage Theater. Specialitäten. Paffage- Panoptikum.Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Das Land Tirol. Im Hörsaal: 8 Uhr: Dr. Donath: Röntgenstrahlen. Invalidenstraße 57/62. geöffnet von 7-11 Uhr. Täglich Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Das Land Tirol. Im Hörsaal um 8 Uhr: Dr. Donath: Röntgenstrahlen. Sternwarte Invalidenstrasse 57/ 62.2.20 Passage- Theater. Vorstellung. Anfang: Sonntags 3 Uhr. Wochent. 5 Uhr. Ende 11 Uhr. Nur noch kurze Zeit: Auguste Adamovic Nachmittags 7 Uhr. Abends 10 Uhr. Willy Prager. 14 neue erstklass. Nummern. CASTANS Panoptikum Friedrichstrasse 165. Grosse Busch- Ausstellung. Max u. Moritz, Pater Filucius etc. Zauberkünstler F. Roberts Belle- Alliance- Theater.( d. Verschwinden einer Dame). Heute u. folgende Tage: b. 7%, Uhr. Am Telephon. Drama in zwei Aufzügen. Hierauf gegen 8, Uhr: Cupido& Co. Kasperle- Theater. Illusionen. Gr. Promenaden- Konzert. Kleines Theater. Schwant mit Gef. u. Tanz in 3 Atten. Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Emil Sondermann, Ferd. Worms, Hambrod, Kettner; Damen: Birkner, Marton, Foresen. Trianon- Theater. Georgenstrasse, zwischen Friedrich- u. Universitätsstr. Nacht- Asyl. Scenen aus den Tiefen des Lebens. Vier Akte von Maxim Gorki, deutsch von August Scholz. Die Liebesschaukel. Apollo- Theater. Lustspiel in 4 Akten v. M. Donnay. ägl. 8-9%, Uhr: Specialitäten u. Anfang 8 Uhr. Robert Steidl auf dem HängeLuisen- Theater. Die Tochter Belials. Morgen, nachmittags 3 Uhr: Die Cameliendame. Abends 8 Uhr: Die Maschinenhauer von Berlin. boden. Sonnabend 9/2 Nakiris Hochzeit. Montag Uhr: Sonntagnachmittag 3 Uhr: Lysistrata. Sonntagabend 7%, Uhr Frau Luna mit dem berühmten elektr. Ballett. An allen Vorstellungen vorher: Specialitäten. Montag: Die Maschinenbauer von Bernhard Rose- Theater Berlin. Central- Theater Sonnabend, den 24. Januar 1903, zwei Vorstellungen, nachmittags 4 Uhr halbe Breise, jeder Erwachsene cin Stind frei. Schneeweisschen und Rosenrot. Badstr. 58. Sonntag, den 25. Januar 1903: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Sonnabendabend 8 Uhr: Ein Ehrenwort. Schauspiel in 4 Aften von Otto Erich Hartleben. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Jugendfreunde. Sonntagabend 8 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Montagabend 8 Uhr: Esther. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonnabendabend 8 Uhr: Renaissance. Lustspiel in 3 Akten von Franz b. Schönthan u. Franz Koppel- Eufeld. Sonntagnachmittag 3Uhr: Die Räuber. Sonntagabend 8 Uhr: Das Geheimnis der Gilde. Montagabend 8 Uhr: Hierauf: Zwei Eisen im Feuer. Das Geheimnis der Gilde. Alfred Holz, Harfenist der königl. Over zu Berlin, Herr Albrecht öffler, Biolon- Cello, Mitglied des Waldemar Meyer- Quartetts, Herr Rich. Frande, Harmonium- Virtuos und Bianit. Recitationen: Herr unteren Saale: Zanz; nach dem Konzert in beiden Sälen. Rauchen nicht Während der Vorträge bleiben die Saalthüren geschlossen. Billet 50 Pf. infl. Programm und Liederterte. Garderobe 15 Pi. Tanzende genußreichen Abend, man wolle sich daher zeitig mit Billets verschen, die an Herren zahlen 50 Bf. Das uns vorliegende Brogramm verspricht einen den bekannten Stellen zu haben sind. Curt Holm. Festrede: Herr Dr. Steiner. Während der Bausen im gestattet. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 25. Januar, vormittags 8, Uhr, in der Aula der 69. Gemeindeschule, kleine Frankfurter straße 6: Versammlung. Freireligiöse Vorlesung". Um 10%, 11hr vor mittags ebendaselbst: Vortrag des Herrn Waldeck Manasse: Stirchenjabungen und Naturgesetze". Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Tuberkulose. Sonnabend, den 24. d. M., abends 8, Uhr, findet in den Verein ehemaliger Belziger, Verein zur Bekämpfung der Arminhallen, Kommandantenstr. 20, eine öffentliche Bersammlung statt. Bortrag des Herrn Dr. Bruck über: Wie pflegen wir unsre Sinnesorgane? Sanssouci SteidlLinienftraße 132. Theater Dranien burger Thor. Täglich 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Stürmischer Fach- Erfolg! Familie Humbert Ulf- Komödie von Fritz Steidl. 11. d. a. gänzlich neue Brogramm. Entree 50 Pf.( Vorverkauf 40 Pf.), Sperrsih 1 M., Loge 1,50 M. Carl Weiss- Theater. Metropol- Theater. Frack Große Nachmittag 4 Uhr Kinder- Vorstellung: Kleine Preise: 10, 25 Pf. 2c. Aschbrödel oder: Der silberne Pantoffel. Abends 8 Uhr: Neu! Familie Humbert Aktuell! oder: Der 100 Millionen- Schwindel. Gr. aktuelle Sensations- Komödie in Mit glänzender Ausstattung: Neuestes! 9 Verleih Institut, Friedrichst.115 Ia.Oran. Th. El. Frack, Gehrock 1,50, Hose1,00, West.50Pf. Jeden Sonntag, Montag, 20 Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Nach jeder Soiree: Tanz- Kränzchen. Neu! Grünebergs Neu! Sensationsparodie: De Lup in de Lupt. Königstadt- Casino. Holzmarktst. 72, Ecke Alexanderst. Täglich erstfl. 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Casino Theater Lothringerstr. 37. Nur drei Aufführungen: Ein Sohn des Volkes. Neu! Erste Liebe Neu! und Specialitäten. Anf.: Sonntags 72, Wochent. 8 Uhr. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Leonore die Grabesbraut, dazu sämtliche Specialitäten. Herren Führmann, Horst, Walde. Cirkus Schumann Sonnabend den 24. Januar 1903, abends 7, Uhr: High Life- Soirée. Ausgewähltes Gala- Programm sowie Mr. Diavolo, der phänomenale Künstler Looping Ο the Loop. Alburtus u. Bartram, Keulen- Jongl. Die 7 Allisons, Akrobaten. ,, Das Mädchen mit dem goldenen Haar", Pariser Luft. Eine Vision. Ballett. „ Die Reise in den Mond". Biographische Bilder. Cirkus Busch. Sonnabend, den 24. Januar 1903, abends 7, Uhr: Dahomey Elefanten- Jagd. mit Tartakoff- Troupe, Seelöwen. Elefant und Pferd. Amateur- Reiten. Deutsche Konzerthallen Spandauer Brücke 3 TheaterResidenz- Theater. Die lustigen Heidelberger. und SpecialitätenDie beiden Schulen. Bonbonregen. Nachmittags 1 Kind 5 Kapellen 5 Vorstellung. Direttion: Sigmund Lautenburg. 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