Nr. 25. Abonnements- Bedingungen: V Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags: nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Befrägt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Bfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben fuerden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Sejttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegrañun- Adresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Kampfzoll- Tarife. Nachdem schon in den letzten Tagen östreichische Blätter allerlei Freitag, den 30. Januar 1903. Neuer Zollfah Bisheriger Bouljaz in Stronen per 100 Kilogramm Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Modalitäten für die Anwendung des neuen Tarifs erst die Entscheidung des Kaisers einholen. Es bestehen in Rußland 3ivei Tarife: der General- und der Konventional- Tarif. Der Konventionaltarif enthält alle die Artikel des Generaltarifs, fir tvelche die Zolljähe festgelegt sind, sei es, daß sie eine Reduktion erfahren, sei es, daß sie keinerlei Abänderung erfahren haben. Da kein Land, mit alleiniger Ausnahme Bulgariens, von dem Rechte, die Verträge am 31. Dezember vorigen Jahres zu fündigen, Gebrauch gemacht hat, kann der neue Zolltarif in denjenigen 952-1190 Teilen, welche den jetzt gültigen Sonventionaltarif ersetzen $ 3,38 sollen, unter feinen Umständen vor Ablauf eines vollen 59,52-238,10 Jahres von heute ab in Straft treten. Dasselbe gilt für diejenigen Artikel des Tarifs, für welche die Zolljähe zwar nicht festgelegt find, 9,52-59,52 die aber mit andern Artikeln in Berbindung stehen, für welche das der Fall ist. So könnten z. B. die Zollfäße für Kupfer, obgleich dieselben keinerlei Bertragsbestimmungen unterliegen, nicht erhöht werden, so lange die Zollfäße für die verschiedenen Waren aus Kupfer festgelegt sind. 380-400 380,95 730-800 714,29 80-403 18 200 180 1000-1400 100-145 110-240 80-380 11,90 199,05 119,05 12-150 45-115 6-40 · 20-40 7-15 24-72 18-40 120-1100 1200-3000 fleine Ergänzungen zu den Mitteilungen der Ministerpräsidenten Baumwollene Tülle von Szell und Koerber über den Ausgleichs- Zolltarif gebracht hatten, Baumtvollene Stridereien find gestern endlich sowohl dem östreichischen als dem ungarischen Baumwollgewebe Abgeordnetenhause die Gesezvorlagen über die sogenannte Fortdauer der Seilerwaren wirtschaftlichen Gemeinschaft zwischen beiden Reichshälften zugegangen, Wollwaren, Gewebe darunter auch die Bestimmungen über die Verlängerung des beiderseitigen Geknüpfte Teppiche. Zoll- und Handelsbündnisses sowie der neue Zolltarif- Entwurf. Die Seidenwaren vielen Vermutungen, die in den letzten beiden Wochen, feit die Herren Schuhwaren. Stoloman Szell und Koerber in den Abgeordnetenhäusern zu BudaLederwaren pest und Wien zuerst das Ergebnis ihrer Ausgleichsverhandlungen Eisenwaren: Werkzeuge. ffizzierten, über das Verhältnis der neuen Agrar- zu den IndustrieMefferwaren zöllen durch die Zeitungen liefen, sind nun erledigt. Die Richtung Gußwaren der Handelspolitik, welche die Regierung einzuschlagen ge- Maschinen: denkt, ist klar ersichtlich. Leider nur wird durch den Tarif be Dampfmaschinen 2c. stätigt, was schon aus den früheren ministeriellen Mitteilungen zu Tertilmaschinen erfehen war: daß die Kosten der Fortsetzung der„ wirtschaftlichen Elektrische Maschinen Andre Maschinen. Gemeinschaft" zwischen Destreich und Ungarn ersterem aufgeladen werden sollen, daß also Ungarn bei den Ausgleichsverhandlungen Gold- und Silberarbeiten Instrumente recht günstig abgeschnitten hat, und Herr von Szell mit Recht vor Teerfarben.. vierzehn Tagen selbstbewußt im ungarischen Abgeordnetenhause erklären fonnte:" Ich habe versprochen, in der Schlußzbilanz der Vereinbarung Liqueur. solle der gegenwärtige Zustand für Ungarn nicht verschlechtert werden. Und ich kann behaupten, er ist nicht verschlechtert worden... Mag das Haus die Bilanz zichen; ich werde mich jedem objektiven, un befangenen Urteil unterwerfen!" Wein in Fässern Wein in Flaschen Schaumwein 15 Proz. Dom Bert 170, 60, 75, 150, 35,71-119,05 4,76-20,24 20,24 7,14-10 20,24-35,71 11,90-35,71 119,05-714 714,29 28,81 142,86 47,62 47,62 119,05 Im normalen Verlauf der Dinge wäre es unzweifelhaft ant besten, das Jukrafttreten des neuen Tarifes mit dem Ablauf der bestehenden Handelsverträge oder mit dem Abschlusse neuer Veriräge zusammenfallen zu lassen. Im ersten Fall würde der Tarif so wie er ist zur Univendung gelangen fönnen; im giveiten Falle würde er unter all den Vorbehalten in Kraft treten, welche in den neuen Tarifen festgelegt sind. Es gehört aber nicht zu den Unmöglichkeiten, daß Umstände eintreten, durch welche der Finanzininister sich gezwungen sehen könnte, fchon vor Ablauf der alten Vergleicht man diese Industriezoll- Erhöhungen mit der Ausfuhr Verträge von dem ihm zugebilligten Rechte, den Kaiser um Genehmigung Und ferner bestätigt sich, daß der neue östreichisch- ungarische Deutschlands nach Destreich, so zeigt sich, daß gerade solche Waren zur Anwendung des neuen Tarifs zu bitten, Gebrauch zu machen. Tarif zu einem genauen Gegenstück des deutschen Zolltarifs ge- getroffen sind, die Deutschland vorwiegend in den letzten Jahren Der Finanzminister tönnte zu diesem Schritt worden ist, das nach dem Grundsay:" Haust Du meinen Rothschild, nach Destreich- Ungarn geliefert hat. So exportierte z. B. die deutsche bewogen werden, sei es aus rein fistalischen Er= hau' ich Deinen Rothschild", eine Reihe der wichtigsten Artikel, Industrie im vorigen Jahre dorthin für 3,58 Millionen Mark Baum- wägungen, sei es durch die Notwendigkeit, diesem die Deutschland bisher nach Destreich- Ungarn ausführie, mit wollgarne, für 11,96 Mill. Mart Wollgarne, für 4,42 Mill. Mark oder jenem Industriezweige einen wirksamen beträchtlichen Zollerhöhungen bedenkt- eine Folge, die aller- wollene Tuche 2c., für 3,43 Mill. Mart seidene und halbseidene Tücher Sous angedeihen zu laffen, sei es schließlich dings vorauszusehen war, denn Handelsverträge sind Handels- und Bänder, für 9,63 Mill. Mart gefärbtes und ladiertes Leder, für über durch Maßregeln, welche vom Auslande bezüglich geschäfte und nichts ist leichter als fogen. Kompensationszölle" zu 13 Millionen Mark feine und mittelgrobe Eisenwaren, für über der russichen Einfuhr ergriffen würden." finden. Die naive Versicherung der Kardorff und Konsorten im 21 Millionen Mark Maschinen, für über 7 Millionen Mark In- Als Ergänzung zu diesen Mitteilungen wird vom„ Russischen Reichstage, daß man mit der Ueberspannung der Zollforderungen strumente usw. Alles Artikel, für welche die Zölle beträchtlich erhöht Handels- Telegr.- Bureau hinzugefügt: nur beabsichtige, Objekte zum Abhandeln zu schaffen, führt natür- find, und zwar find es, wie sich bei genauerer Betrachtung ergiebt, In dem neuen Zoltarif sind eine Anzahl Paragraphen unlich dazu, daß auch die Gegenseite diese Praris der höheren nicht die gröberen Qualitäten, die Destreich zum größten Teil felbft verändert geblieben. Bei vielen Baren, unter andern bei Eisen, Schachermachei befolgt und von vornherein ihren Tarif aufs Ab- produziert, sondern die bislang aus Deutschland eingeführten mittleren Maschinen, einigen elektrischen Apparaten und bei dingen einrichtet. Neben den Minimalzöllen für Getreide finden und besseren Sorten, die mit den höchsten Zöllen bedacht worden sind. Galanterie waren sind die Zollfäge differenziert wir denn auch in Anlehnung an den deutschen Tarif jene weit- Das ist die Antwort Oestreichs auf das Vorgehen Deutschlands je nach dem Einführungsmodus zu Wasser oder über gehenden Specialisierung wieder, die dem heute gültigen öst- Den ungarischen Agrariern werden, damit ihnen der östreichische die Landgrenze. In der Metallbranche ist die Specialisierung reichischen Tarif völlig fehlt. Lebensmittelmarkt gesichert bleibt und die drohende Zufuhr aus Serbien, der einzelnen Artikel besonders start bei Draht, Maschinen und Rumänien, Rußland und Italien abgewehrt wird, Verdoppelungen, elektrischen Apparaten. Für die Erzeugnisse der Eisenbranche und Verdrei- und Vervierfachungen der Zölle auf landwirtschaftliche Er- für Eisen selbst sind die Zollfäße ungefähr andertzeugnisse eingeräumt, und die östreichischen Industriellen, denen halb mal höher als bisher und bei der Einfuhr über die Landdadurch der Abfah ihrer Fabrikate nach den Vallanstaaten und grenze tritt noch ein Zuschlag von ungefähr 20 Prozent hinzu. Die Italien erschwert wird, erhalten als Entschädigung Zollerhöhungen Säße für Chemikalien und Galanterietaren sind um das Andertauf deutsche Industrielvaren. Das ist der zwieschlächtige Charakter halbfache erhöht, diejenigen für Baumwolle sind unverändert gedes neuen östreich- ungarischen Zolltarifs, der auch was das Bündnis blieben." zwischen Agrarismus und Industrialismus auf Kosten der großen konsumierenden Masse anbetrifft, seinem schönen deutschen Vorbild gleicht. Die Zahl der Zollpofitionen ist von 357 anf 658 Nummern gestiegen; so umfaßt z. B. die Tarifklasse„ Eisen und Eisenwaren" jcgt 60, bisher dagegen nur 18 Nummern, die Zarifflasse„ Unedle Metalle und waren daraus" jezt 38, bisher 9 Numinern, die Tarif Classe„ Chemische Produkte zc." jest 38, früher 20 Nummern. Die wichtigsten der neuen landwirtschaftlichen Zölle sind: Neuer Bisheriger Bollfas Zolljak in Kronen 3,57 Also werden auch in dem russischen Tarif speciell die deutschen Artifel mit Zollerhöhungen bedacht, denn Eisenwaren, Maschinen, Galanteriewaren und Chemikalien find die Hauptprobutie, die bisher Und ebenso wie Destreich- Ungarn hat auch Rußland inzwischen aus Deutschland in das Zarenreich eingeführt wurden; und damit im stillen feine Vorbereitungen getroffen und sein Rüstzeug" fertig- darüber Tein 31veifel bleibt, gegen tven sich der neue Kampftarif gestellt. Wie der Telegraph meldet, ist auch dort der neue Stampf- richtet, wird als Besonderheit hinzugefügt, daß die Eingänge über Bolltarif fertig und bereits heute veröffentlicht worden. Ms Haupt- die Landgrenze gegenüber den per Schiff cingehenden Waren einen grund der Ausarbeitung des Tarifs wird das Herannahen des Zeit- zwanzigprozentigen Zuschlag tragen sollen. Das ist deutlich! punktes bezeichnet, in welchem die derzeit gültigen Handelsverträge aufgehoben werden können. Politifche Uebersicht. Berlin, den 29. Januar. Die Ballestrem- Komödie Der gegentvärtig gültige Generaltarif ist 11 Jahre alt", heißt es in der offiziellen Meldung, und dürfte mit den augenblicklichen Bedürfnissen der russischen Industrie nicht mehr übereinstimmen. Wenn der Finanzminister die Umarbeitung des Zolltarifs mit der Epoche der Revision der Handelsverträge zusammenfallen läßt, so hat am Donnerstag ihren programmmäßigen Abschluß ge folgt er darin dem Beispiele der fremden Staaten, die gerade diese funden. Es fanden sich 195 Abgeordnete, die dem Grafen Gelegenheit für angemessen erachtet haben, ihre Generaliarife ungu- Ballestrem ihre Stimme gaben. 89 Stimmzettel waren unarbeiten und bedeutenden bänderungen zu unterziehen, um der natio- befchrieben; sie rührten voit unfrer Barici, den frei nalen Arbeit erhöhten Schuß zukommen zu lassen. Wenn die Staaten, mit finnigen Gruppen und ein paar Polen her. Dies demonstrative denen Rußland Vertragsverhandlungen wird pflegen müssen, ent- Mißtrauensvotum wäre noch umfänglicher ausgefallen, wenn die 1fchloffen sind, neue, den jezigen Bedürfnissen ihrer Industrie an- Bänke der freisinnigen Vollspartei beffer befest gewesen wären, Weizen und Spelz pro 100 Kilogr. 7,50 . Roggen Gerste 7, 3,57 9 Hafer. 6, Mais. 4, 1,79 1,79 1,19 Hülfenfrüchte 4,50 2,38 Malz 5,40 3,57 Mehl 15, 8,93 Trauben, auch Weinmaische 40, 28,81 Tafelobst 20, frei Feines Tafelobst 20, 11,90 Nüffe. 20, 11,90 Feines Tafelgemise. 20, 11,90 Blumen. 50, 11,90 Hopfen 70, Dahsen pro Stüd 60, Stiere 30, 23,81 35,71 9, " Stühe 30, " 7,14 Jungvich " 16, 7,14 Stälber " Schafe und Ziegen " Schweine unter 120 Kilogr.. 12, Schweine über 120 Kilogr. " " Pferde über zwei Jahre 100, 7,14 7,14 23,81 " Pferde unter zwei Jahren 50, 23,81 " frei 25, 14,29 30, 14,29 20, 8, 4,76 3,50 28, 60, 35, 45, 14, 47, 23,81 38,08 Geflügel, lebend, pro 100 Kilogr. Geflügel, tot Fleisch Fische. Cier Honig Käfe Butter . Schweineschmalz • -'8 Ihnen reihen fich als die wichtigsten der Industriezölle an: Neuer Bisheriger Zollsatz Zollfas in Kronen per 100 kilogramm 14,29-33,33 Baumwollgarne, einfach und doubliert, von Nr. 12-50 50-70 " über Nr. 70. drei oder mehrdrähtig 14-38 38-45 33,33 40-43 33,08 24-57 57,14 Bollgarne: Stammgarne 12-48 Streichgarne 19-52 Baumwolle, Wirt- u. Strickwaren 220,29-400 3,57-42,67 28,57 214,29 gepaßte Tarife ihren Zugeständnissen bei Vertragsverhandlungen aber das Beispiel, das der Führer der Partei, Herr Richter, zu Grunde zu legen, mußte auch Rußland sich auf den im Schwänzen gab, fand nicht unbeträchtliche Nachfolge. Wieder felben Standpunkt stellen. Uebrigens hat der Finanzminister fand sich der unvermeidliche Sigbold, der dem nie im Hause ansich nicht von dem Gedanken einer Erhöhung der Zölle um wesenden Aylwardt seine Stimme gab. jeden Preis leiten lassen, um sich ein Mittel zu schaffen, Bie in einem schlechten Hintertreppen- Roman wurde für eine die Länder, mit denen Rußland Vertragsverhandlungen zu pflegen gewisse Spannung dadurch gesorgt, daß die Erklärung des Grafen haben wird, zu Stonzessionen zu zwingen. Die Finanzverwaltung Ballestrem, ob er die Wahl annehme, nicht sofort erfolgte. Ein hat fehr wohl gewußt, daß durch eine künstliche Erhöhung halbes Stündchen war dem Wettsport noch eingeräumt, dann sah man der Zölle fich niemand irreführen lassen würde, mitten in die Verhandlung über das Phosphorgeseh hinein den Vicedaß ein solcher Schritt vielmehr dem Lande selbst präsidenten Stolberg zu seinem amtierenden Kollegen Büsing eilen, schaden könnte. Denn wenn man nicht zum Abschluß neuer um ihm die Neuigkeit" ins Ohr zu flüftern: er kommt, er ist da, Verträge gelangen sollte, würde man gezwungen fein, die höchsten er nimmt an. Zollsäge anzuwenden, worunter das Land selbst am meisten leiden Zu der That, Graf Ballestrem bot der flatschenden Dhrfeige würde. Die Umarbeitung des russischen Zolltarifs ist mit größter dieser Wahl in christlicher Ergebung seine Wange. Er fand die Sorgfalt geschehen. Die Zollerhöhungen erftreden sich durchaus 195 Stimmen, die nicht einmal die absolute Mehrheit des Hauses nicht auf den ganzen Tarif, man hat vielmehr erkannt, daß für eine ganze Anzahl von Artikeln die gegenwärtigen Säße die heimische Industrie hinreichend schützen. Andre Abänderungen des Tarifs bestehen in andrer Klaffifitation und in größerer Specialisierung der Waren. Eine Besonderheit des neuen Gefeges besteht darin, daß es feine Bestimmung über sein Inkrafttreten enthält. bedeuten, überwältigend genug, um die Komödie feines Widerstandes aufzugeben. Gestützt auf dies Zeichen des unveränderten Vertrauens in der Mehrheit trat dieser bescheidenste aller Präsidenten sein Amt von neuem an. Er weiß, daß die Glode feiner Präfidialgewalt einen unheilbaren Spring hat, aber er meint wohl, daß fie die paar Monate noch halten wird. Mit Rücksicht auf die Lage, in welcher sich Rußland durch die Darauf wurde das gefeßliche Verbot der Verwendung bestehenden Handelsverträge befindet, wird der Finanzminister von Phosphor für die Zündholzfabritation erledigt. wegen des Datums des Inkrafttretens und vegent der Es soll endlich einer der schenßlichsten Industrielrankheiten, ber " Ich habe es schon mehrfach denkenden Männern gegenüber" Einschließlich der zu manchen dieser Schlösser gehörenden Güter, ausgesprochen und scheue mich nicht, es hier öffentlich zu wieder nennt der Kaiser insgesamt 83 Güter sein eigen. Diese verfügen in holen: Unser deutscher Gesesgebungs- Apparatist Wald und Feld über einen Gesamtumfang von 98 746 Hektar und geradezu miserabel! Diejenigen, welche am meisten liefern einen Grundsteuer- Reinertrag von 651 631 M. im Jahre. damit zu thun haben, werden dies am wenigsten leugnen können, Beiläufig bemerkt folgt dem Kaiser im Güterreichtum der Fürst wenn sie der Wahrheit die Ehre geben wollen. v. Pleß mit 75 Gütern( 151 112 Hektar Gesamtumfang und Was kann alle Weisheit des Bundesrats und der Minister 324 042 M. Grundsteuer- Reinertrag), der Herzog v. Ujest mit Heilsames zu stande bringen, wenn in dem einen Gesetzesfaktor Leute 52 Gütern( 39 742 Hektar Gesamtumfang und 233 701 M. Grunddas große Wort führen und die Abstimmungen beeinflussen, welche steuer- Reinertrag), der Herzog von Ratibor mit 51 Gütern wohl niemand für besonders geeignet erachten fann zur ent-( 33 096 Heftar: 274 627 M.), und schließlich König Georg von Sachsen, scheidenden Mitwirkung an der Rechtsbildung des Deutschen welcher im Königreich Preußen 50 Güter mit rund 31000 hektar Reiches. Das ist eine Aufgabe, an welcher nur die gediegensten Gesamtumfang besigt. " tüdischen Phosphornekrose, begegnet werden, wie es längst von allen) Socialpolitikern und nicht zum mindesten von unsrer Partei verlangt worden ist. Bekanntlich hat der Staat das Patent einer neuen Zündmasse, die den vollkommenen Erfaz des giftigen Phosphors darstellt, erworben und will es allen Zündwarenfabriken ohne Entschädigung zur Verfügung stellen. Aber die Hoffnung, die Graf Bosadowsth in seiner einleitenden Rede aussprach, daß das Gesetz einstimmig zur Annahme gelangen werde, scheint nicht in Erfüllung zu gehen. Es meldeten sich bereits aus dem bürgerlichen Lager die Stimmen, die bon dem ungeheuren Eingriff in eine blühende Privatindustrie- ihre Blüte beruht auf der scheußlichen Entstellung und dem vorzeitigen Tode und gefinnungstüchtigsten Männer der Nation mitarbeiten sollten. Der Freifinn in Oldenburg. Aus Oldenburg, 27. Januar, der Arbeiterinnen zu sprechen wagten. Schüchtern und weniger Unser Wahlrecht aber läßt es zu, daß nicht bloß wird uns geschrieben. In der Freifinnigen Zeitung" wird in Bezug schüchtern machte sich dieser Widerstand in den Reden des Nationalziemlich fragwürdige Geister, sondern jogar auf eine Notiz des Vorwärts" es als eine„ blanke Erfindung" hinFeinde liberalen Dr. Endemann und der freisinnigen Volksparteiler unsrer ganzen Staatsordnung und „ Männer der Obstruktion" und des„ Rhabarbers" haufen wolksparteiler gegen den Antrag auf Einführung des direkten gestellt, daß im Oldenburger Landtag" zwei freisinnige Müller- Meiningen und Wiemer bemerkbar. Unfre Genossen weise hineinkommen. Wurm und Reißhaus traten ihnen entgegen. Was sie an dem Ihre Zahl ist bis jetzt in jeder Wahlperiode gewachsen, und hier die gegenteilige Mitteilung gemacht worden ist, so muß man sie Wahlrechts gestimmt hätten. Wenn der Freifinnigen Zeitung" von Gesetze zu tadeln hatten, ist nur die lange Karenzzeit, die den es gehört wohl eine Sehergabe dazu, um zu befürchten, als eine breiste Ableugnung" bezeichnen. Die beiden Abgeordneten Fabrikanten noch gewährt werden soll, bevor der Phosphor ganz verdaß sie gerade dieses Jahr mit seinen ungewöhnlich großen Auf- Ahlhorn- Zetel und Hanken- Oldenburg galten vor ihrer Wahl bannt wird. Vielleicht gelingt es der Kommission, an welche' die regungen besonders start wachsen werden, zumal wenn das EntVorlage verwiesen wurde, dieſe vierjährige Friſt abzufürzen.gegenkommen, welches diefen Elementen fajt mnmittelbar nach den allgemein als Anhänger der Freifimigen Vollspartei. Der ErftDann wurde das Kinderschuh- Gesez in die zweite BeRadau der letzten Sigung des Vorjahres in den ersten Sigungen welcher seiner Zeit den 2. Oldenburgischen Wahlkreis im Reichstag bis ratung genommen. Die Debatte fam aber über den§ 1 nicht des neuen Jahres gezeigt wird, in den Wahlagitationen seine 1887 vertreten hat und stets ein Anhänger des Freisinns Nichterscher Verwendung finden wird. Gewiß wird kein denkender Politiker Observanz gewesen ist, gewählt worden. Wollen Eugen Nichter und die hinaus. Unfre Hauptforderungen find bekanntlich die Ausdehnung irgend einer Klasse des deutschen Volkes eine gerechte Mitwirkung hiesigen Bolksparteiler ihren früheren Nestor der Partei auch von den des Kinderschutzes auf die in der Landwirtschaft und im Gesindes an der Rechtsbildung durch gewählte Vertreter absprechen wollen. dienst verwendeten Kinder und der Schutz der Kinder gegen die Wenn aber die Wahl so verstanden wird, daß der stupideste Radau- Rockschößen abschütteln? Dessen Freifinn" war schließlich auch nicht besser als derjenige des nun verleugneten Anhängers. Als vor einigen Jahren Ausbeutung durch die eignen Eltern. Die Diskussion entwickelte sich bruder, der gar keine direkten Steuern zahlt, bei der Gejezgebung im Oldenburger Landtage von ultramontaner Seite die Verlängerung ganz so wie bei der ersten Lesung. und der Steuerbewilligung ebenso viel gelten soll, wie derjenige, der Redezeit von 15 auf 20 Minuten im Plenum gelegentlich der dessen geistiger und materieller Potenz eine sehr viel höhere Revision der Geschäftsordnung beantragt war, da sprach und Geltung von Rechts wegen zukommt, so kann das stimmte der alte Huchting gegen diesen Antrag. Die bei ersterem mur Dünkel und Selbstüberhebung Freifinnige Zeitung" und ihre hiesigen Hintermänner werden nun schlimmster Art, und bei legterem Mißmut erregen. Herr Gamp spann sein Jdyll vom Hütejungen und Hütemädchen weiter aus, wobei er selbst die Bibel mit ihren Schilderungen des patriarchalischen Hirtenlebens nicht verschonte und lärmte wieder gegen Herrn Agahd. Wurm entwarf das eindringliche naturalistische Gegenbild zu dem verlogenen Gemälde jenes Vorkämpfers für die Ausbeutungsfreiheit der Landkinder und gab gab eine treffliche Begründung unsrer Forderungen. Auch die Herren 3 wid und Röside traten für Herrn Agahd ein. Herr Zwick will zwar für unsern Antrag, soweit er von der Einbeziehung der Landkinder Handelt, stimmen, machte aber doch einen Unterschied zwischen der Kinderarbeit auf großen Gütern und auf Bauernhöfen, Herr Röside will in unbegreiflicher socialpolitischer Bescheidenheit für unsern Antrag nicht stimmen, um das ganze Gesetz nicht zu gefährden. Morgen geht die Debatte weiter. Vorher wird die Besprechung der Polen Juterpellation fortgesetzt. Die Zollwucherer unter sich. Jm Abgeordnetenhause wurde am Donnerstag eine erbauliche Komödie aufgeführt. Die Zollwucherer a la Hewold und Genossen benutzten die Beratung des Etats der landwirtschaftlichen Verwaltung dazu, sich mit den Ueberzöllnern vom Bunde der Landwirte ause einanderzusetzen. Der Knalleffekt fam aber erst im legten Aft, als Minister v. Podbielski auf die Bühne trat und mit recht antikem Heldenmut das Tischtuch zwischen sich und dem Bunde der Landwirte zerschnitt, dessen„ ostmärkischen" Hänptling er mit gleichem Heldenmut gerettet hatte. sagen, daß die beiden Missethäter feine eingeschriebenen Mitglieder Unfre großen und sehr ernſten Rechtsbedürfnisse aber können der Freisinnigen Volkspartei gewesen seien. Das will aber nicht nicht mehr lange auf angemessenere Befriedigung warten, wenn viel besagen. Partei- Organisationen find hier so gut wie keine vorder Gesetzgebungsapparat nicht endlich reformiert wird. handen; die vorhandenen sind bedeutungslos und aktionsunfähig. Wenn jetzt öfters hervorgehoben wird, daß das allgemeine Andrerseits nehmen die Herren Volksparteiler jeden für ihre Partei gleiche Wahlrecht ein hochherziges Geschenk der Monarchie an das in Beschlag, der nicht ausgesprochen nationalliberal ist. Die FreiProletariat" sei, so wird dabei doch wohl vergessen, daß die Mon- finnige Vereinigung hat hier wenigstens im zweiten Oldenburger archie nichts zu verschenken hat, sondern daß das allgemeine Reichstags- Wahlfreise, in welchem Herr Ahlhorn wohnt, keinen Angleiche Wahlrecht ein Produkt der Gesetzgebung ist, und daß es die verfluchte Pflicht und Schuldigkeit" aller, die bei der Rechtsbildung des jungen Reiches mitzuwirken den hohen Beruf haben, ist, es nach Bedürfnis zu reformieren. Man denke doch, wohin durch dieses vermeintliche Geschenk Frankreich gekommen ist, und was für Unheil es auch bei uns anzurichten im Begriffe steht. Sehet doch um euch, und beobachtet die Symptome bei den Wahlvorbereitungen." Unfre Freude an dem geständigen Wahlrechtsfeind ist zu groß, als daß wir uns ausführlich bemühen sollten, die Unsinnigkeiten des freiherrlichen Geredes zu widerlegen und die Roheit, die sich darin äußert, zu brandmarken. Bewiesen hat der Freiherr nur eins, daß wenn jemand unwürdig ist der Ehre des allgemeinen gleichen Wahlrechts, so er und seinesgleichen. Er scheint nicht zu wissen, daß die Steuern des Reiches zum tveitaus größten Teile von den undeniittelten Volksflaffen aufgebracht werden. Schon in den legten Tagen hatte der Vorsitzende des Bundes Wir bewillkommnen die offene Erklärung des Freiherrn, die daheftig gegen das Centrum und die Regierung geweitert. Es war durch an Bedeutung noch gewinnt, daß der konservative„ Reichsbote" zu erwarten, daß das Centrum ihm die Antwort nicht schuldig fie an hervorragender Stelle mitteilt und durch Stillschweigen ihr bleiben würde, und so wandte sich denn auch gleich als erster Neduer sein Einverständnis crteilt. hang und feine Organisation. Zu den neuen Kriegsartikeln für die Marine bemerkt die „ Nordd. Allgemeine Zeitung": " Für die Marine war der Zufaz des Artikels geboten:„ Der Soldat soll die Sitten und Gewohnheiten fremder Völker achten und besonders auch die religiösen Gebräuche und Gefühle Andersgläubiger schonen. Er muß stets dessen eingedenk sein, daß nach seinem Verhalten die deutsche Marine und weiterhin das ganze deutsche Volt beurteilt wird." Fast sollte man wünschen, daß in ähnlichem, abgeändertem Sinne die Kriegsartikel für das Heer ergänzt würden. Jedenfalls aber ist in der Fassung des Artikels 15 der Kriegsartikel für für das Heer zu erblicken, indem gelegentlich der Betoming der die Marine ein Vorbild in der fünftigen Fassung derer Pflicht, den Soldaten richtig zu behandeln, hier der Zusatz zu finden ist: " Wer irgend eine Dienst gewalt über andre auszuüben hat, soll durch ruhiges, ernstes und geseztes Be nehmen die Achtung und das Vertrauen seiner Untergebenen sich zu erwerben suchen. Er darf daher den Untergebenen den Dienst nicht unnötig erschweren und von denselben nur solche Leistungen fordern, welche der Dienst mit sich bringt. " Mittel zu erblicken, diesen ihre Aufgabe stets flar vor Augen zu In diesem Hinweis auf die Pflichten der Vorgesetzten ist ein lichen Pflichten wach zu erhalten. Gleichzeitig wird hierdurch eine Gewähr geboten, daß die Untergebenen mit Lust und Liebe sich ihrer Pflicht unterziehen." Herr Herold in scharfer Weise gegen die Bündler, die die Im Reichstag sowie in öffentlichen Parteikundgebungen hüten rheinischen Bauernvereine zu gewinnen suchen und im Lande gegen fich die Feinde des Wahlrechts jetzt mit größter Sorgfamkeit vor den neuen Zolltarif agitieren, weil die Sätze desselben ihnen noch dem Bekenntnis ihrer Gesinnung. Behufs Einschläferung der stellen und in ihnen das Bewußtsein ihrer ernsten fittnicht hoch genug sind. Nicht etwa, daß Herr Herold nicht auch Wähler leugnen fie dreist, was doch ihr eifrigstes Bestreben ist. Da höhere Agrarzölle haben möchte, aber vorläufig sind ihm die ist es überaus dankenswert, wenn einer kommit und den konservativen Trauben noch zu fauer, und so wendet er sich denn gegen die, die Haß gegen das beste Bollerecht vor aller Welt fundgiebt! Wir danken, durch die Parole Alles oder nichts" de Landwirte gegen das Herr Freiherr! " Centrum mobil zu machen suchen. Ihm sekundierte Freiherr v. Zedlitz( ft.), der offen zugab, daß der neue Bucherzoll die Landwirtschaft genügend schüße. " 27 Die Deutfches Reich. Die Vorgänge in China und die ungeheuerlich anschwellende Flut der Soldatenmißhandlungs- Prozesse scheinen aber doch nicht ganz ohne Einfluß geblieben zu sein! So lange freilich die Urteile der Militärgerichte eine fo erDas nahmen die Bündler natürlich nicht ruhig hin, einer der Die Verlogenheit der konservativen Politifer tritt gelegentlich staunliche Nachficht gegen Soldatenschinder bekunden, werden auch Häuptlinge nach dem andern marschierte auf, um in mehr oder wahlgeheimnisses besonders lehrreich zu Tage. Wir haben der vom Reichskanzler in Aussicht gestellten Sicherung des die neuen Kriegsartikel nichts nügen! minder geschickter Weise der Regierung und der regierenden Partei die heuchlerischen Ausführungen der„ Post", daß durch die geplanten Grafen Püdler zu folgen, hat ein Arbeiter in Klein- Tschirne erfahren Strafbare Bildlichkeit. Daß es gefährlich ist, dem Beispiel des einige Schmeicheleien zu sagen. Zuerst Herr b. Oldenburg. Vorkehrungen die Dauer der Wahlhandlungen für den Einzelnen müssen. der Freund Podbielskis, der die Landwirtschaft als stärkstes Bollwert berlängert und so einer großen Anzahl von Arbeitern das Wählen Nach dem in Glogau erscheinenden Niederschlesischen Anzeiger" gegen die Mächte des Umsturzes awpries und es als fraglich er- verleidet werden könne, bereits festgenagelt. Wir möchten weiter wurde der Futtersmann Josef Riedel aus Klein- Tschirne scheinen ließ, ob mit dem neuen Zoltarif günstige Handelsverträge noch anfragen, wie verhält sich denn die" Post" gegenüber fängnis vom Schöffengericht Glogau belegt, weil er dem Futtersfür die Landwirtschaft zu stande kommen lönnen. wegen Bedrohung mit 5 M. Geldstrafe eventuell 1 Tag GeMöglichkeit mußte er allerdings zugeben. Nach ihm ergriff Freiherr Abgeordnetenhaus? Durch den Sfolierraum bei der Reichstags- daß er ihm die Knochen im Leibe eutzweischlagen dem umständlichen Verfahren bei den Wahlen zum preußischen mann Reinisch gelegentlich eines Streites in Aussicht gestellt hatte, v. Wangenheim das Wort; er nahm sich besonders den Grafen wahl dürfte die Anwesenheit des Posadowsky vor, der ihm das socialdemokratische Element Wahllofal faum um eine Minute verlängert werden- während einzelnen Wählers im werde. im Schoße der verbündeten Regierungen darzustellen scheint. Als seines Aufenthaltes im folierraum kann seine Auffindung in der Schuld nicht erwiesen sei, außerdem könne man annehmen, daß die Der Verteidiger bat, den Angeklagten Riedel freizusprechen, da seine Dritten ließen die Bündler ihren Diederich Hahn, ihr Schreckens Liste bewerkstelligt werden. Dagegen erfordert die Wahl sowohl der inkriminierte Aeußerung, weil in Klein- Tschirne gesprochen, nur find los. Herr Hahn vergriff sich im Manuskript und hielt Wahlmänner wie der Abgeordneten einen stundenlangen Aufenthalt bildlich gemeint sei. Die Berufung wurde aber trotz dieses Hindie Rede, die eigentlich fit den Cirkus war. Die Art feines Auftretens erinnerte lebhaft an der ähler erlaubt, seinen turzen Aufenthalt im Wahllokal außerhalb Busch bestimmt im Wahllokal. Während das Verfahren bei der Reichstagswahl dem weises verworfen! Ein Arbeiter darf eben nicht so bildlich reden wie der Graf! gangene Zeiten, wo die Minister den Agrariern sonst was" der Arbeitszeit zu nehmen, zwingt die Bestimmung für die fonnten. Neben einem energischen und rücksichtslosen Stampf gegen preußischen Landtagswahlen die Wähler, zur bestimmten Stunde hielt am Mittwoch zwei Parallelversammlungen ab. Beide Lokale waren Die Delegiertenversammlung des bayrischen Centrums die Socialdemokratie predigte er die Rückkehr zur Bismardichen die Arbeit zu verlassen mit völliger Ungewißheit darüber, derartig überfüllt, daß sie polizeilich abgesperrt wurden. In der Wirtschaftspolitik, verhängte über Posadowsky den großen, über wann er sie wieder aufnehmen kann. Wird die" Post" sich Verſanunlung im Katholischen Kajino ergriff das Wort der ReichsBülow den fleinen Bann, trug Empörung über die Liebens- becilen, dem großen Verlust an Bolfseinkommen" zu begegnen, den die und Landtags- Abgeordnete Schädler, der sich zunächst über das „ Poſt" würdigkeiten" zur Schau, die die Regierung nach allen bevorstehende Anteilnahme breiter Boltsmassen an den kommenden Reichsdeficit und die innere 2age verbreitete und später Seiten austeilt, und erklärte rund heraus, daß er auf Landtagswahlen mit sich bringen wird? Oder wünscht die" Post", auf die bekannte 100000- Mart- Angelegenheit zu Versprechungen bom Ministertisch aus nichts mehr giebt. daß 3. B. die in Tagesschicht arbeitenden Bergleute, für deren Besprechen fam. Redner fragt, ob man denn glaube, daß der Regent Dafür mußte er es sich gefallen lassen, daß ihn Herr teiligung an der Reichstagswahl sie tros Ausdehnung der Wahl- einer solchen Summe bedürfe und kündigt dem Ministerium v. Podbielsti wie einen Schuljungen abkanzelte. Go zeit bis 7 Uhr bei Einführung der Isolierräume zu fürchten vor- Crailsheim einen scharfenkampf an. Das bayrische Volk erregt haben wir den Landwirtschaftsminister noch niemals gesehen. giebt, sich an der Landtagswahl überhaupt nicht beteiligen dürfen? müsse sich dagegen verwahren, daß seine Wünsche und Beschwerden durch Noch geraume Zeit nach Beendigung seiner Strafpredigt redete cr Betreffs der Brauchbarkeit der Jiolierräume seien hier noch ein hätten gezeigt, daß das Centrum den föderativen Charakter einen Filtrierapparat gingen. mit Mund und Händen wütend auf seine Kommissare ein, vermutlich mal die europäischen Länder zusammengestellt, in welchen sie sich des Reiches zu wahren wisse. Wenn der Kaiser von dem Die lesten Reichstagsfizungen um jedem, der noch einmal mit einem Bundesmitglied spricht, die bereits bewährt haben: England seit 1872, Belgien seit 1877, Lugent- Necht der freien Meinung Gebrauch mache, so müsse ihm dabei fofortige Disciplinierung anzudrohen. Auzu ernst darf man den Zwischenfall nicht nehmen. Die Herren Baden( 1896). Beachtenswert ist, daß in einzelnen Ländern die wir verlangen, fährt Redner fort, daß hier jene Grenzen eingehalten burg( 1879), Rumänien( 1884), Norwegen( 1884), Holland( 1896), feine Stellung vorfchiveben; das können, das dürfen und das wollen von der Linken werden fich ja gewiß wieder der Hoffnung hingeben, wählerzahl vorgeschrieben ist, für die mindestens ein folier werden, die sich durch diese besondere Stellung ergeben. Der Staiſer daß nun ihre Zeit gekommen fei. Der lebhafte Beifall, den fie Herrn raum vorhanden sein muß, in England 150, in Belgien 100.- ist und bleibt Staiser, zumal er unverantwortlich ist und für die Kritik kaiserlicher Meden außerhalb der parlamen Der Kaiser als Schloß- und Grundbesitzer. Eine Korrespondenz tarischen Immunität sehr enge Grenzen gezogen Friede zwischen der Regierung und den agrarischen Schreiern ge- aufgeführt, der zum Bau eines für den Staiſer bestimmten Residenz zwischen dem Regenten und dem Kaiser durch den Telegraph verberichtet: Jm Etat des Finanzministers ist, wie bekannt, ein Bosten sind. Warum hat man den persönlichen Meinungsaustausch Nach Bewilligung des Ministergehalts wurde die weitere Etats- Schlosses wird Wilhelmi II. Eigentümer von nicht weniger als heiten auch persönlich behandeln soll. Es ist fraglich, ob schlosses in Bojen ausgeworfen ist. Nach Fertigstellung dieses breiten lassen? Wir meinen, daß man persönliche Angelegenberatung auf Freitag vertagt. 53 Schlössern und schloßartigen Gebänden einschließlich der Jagd- nicht der Reichskanzler in der Verteidigung seines kaiserlichen Herrn Ein offener Feind. schlösser sein. Von diesen befinden sich drei in Berlin. Auf Potsdam zu weit gegangen ist und den Dank für das Telegramm auch auf Es giebt noch ehrliche Leute unter den Konservatien! Im und seine Umgebung entfallen nicht weniger als 13. Jm Stadtkreis das Auerbieten ausgedehnt hat. Die Depesche ist aber ganz beStaffel befinden sich drei Schlösser. Ferner gehören dem Kaiser: sonders gefährlich für den bundesstaatlichen Charakter Reichsboten" erhält Wilhelm Frhr. v. v. Recke, wohnhaft zu Das Residenzschloß in Hannover. das Stadtschloß in Stettin, die des Reiches. In der Auslegung des Artikels 11 der ReichsLübbecke, das Wort zum erfreulich offenherzigen Ausdruck feines Schlösser in Wiesbaden, Straßburg i. E., Schwedt an der Ober, verfassung durch den Kanzler liegt eine große Gefahr für das Reia. alten und unvermindert gebliebenen Saffes gegen das be- Bresla, Celle, Charlottenburg bei Berlin, Freienwalde Aber das hat Graf Bülow wohl von seinem Vater geerbt, der stehende Reichstags- Wahlrecht. an der Ober, Homburg v. d. Höhe, Stönigsberg i. Pr., stönigs- sich febr abfällig darüber äußerte, daß man nach 1870/71 Freiherr v. d. Recke erzählt, daß er schon nach Versailles dem wusterhausen, Osnabrück, Oliva, Koblenz, das Schloß in Irville, Bayern seine Reservatre te belassen habe. Der Fürsten Bismard eine Broschüre zugesandt habe, in der eine die Hobtönigsburg, Schloß Stolzenfels a. Kh., Jagdschloß Rominten, Brinzregent brachte in seiner Dantiagung seine ideelle Auffassung Interessenvertretung" gefordert wurde. Leider habe man seinen das Schloß. Schönhausen, Jagdichloß Grunewald, das Jagdschloß in zum Ausdruck und wir brauchen eine solche nicht zu fürchten. Wir Rat nicht befolgt, habe das allgemeine gleiche Wahlrecht eingeführt- Schloß in Cadinen, das Schloß Jägernhof bei Düsseldorf, Schloß von oben. Der Sinn der Reichsidee sei nicht das, was im Kopfe der Goerde, die Burg Hohenzollern, Jagdschloß Hubertusstock, das stehen da als Vertreter des bayrischen Rechts gegen alle Uebergriffe ,, und jetzt, nach 33 Jahren, tracht das junge Reich schon in Georgsgarten, die Burg Sonned a. Mh., Jagdschloß Springe, das des Grafen Bülow enthalten ist, sondern einzig und allein der eines allen Fugen!" Dann erklärt der edle Freiherr, für den die Schloß zu Benrath, zu Brühl, das Schloß zu Erdmannsdorf i. Schl., Präsidiums unter Gleichen. Die Rede Schädlers wurde wiederholt Schwächung der Reaktionsmächte anscheinend das Ende Deutschlands das Jagdschloß Leylingen und schließlich kommt noch hinzu das von tosendem Beifall unterbrochen. Nach Schädler Schädler sprach hedeutet, weiterhin: Residenzschloß in Posen. Dr. Heim über wirtschaftliche Fragen. Sodann wurde v. Podbielski fast nach jedem Satz spendeten, läßt wenigstens darauf schließen. In Wirklichkeit wird hinter den Kulissen bald wieder der fchloffen werden. " " die Versammlung mit einem Hoch anf den Regenten und die Reichs- errichtet an strategischen Punkten bei Melilla Be- 1 und Landtags- Abgeordneten geschlossen. festigungen. Von Dran sind vier französische Torpedoboote Aus Induftrie und Handel. Nach einer Mitteilung der M. N. N." soll der bayrische hier eingetroffen; zwei derselben sind alsbald wieder abgefahren. Prinzregent nach der Lektüre des Reichstagsberichtes nicht nur Die Banque de Paris et des Pays Bas hat mit Amerikanische Gewinnbeteiligungs- Politif. In den Ver seine besondre Freude und Anerkennung über Vertretern des Sultans ein Abkommen unterzeichnet, nach Bolitik verfolgt, einem Teil der Arbeiter, und zwar speciell den einigten Staaten von Amerika wird neuerdings von den Trusts die die Rede Bülows zur Swinemünder Depesche welchem der Sultan eine Anleihe von 7 Millionen geäußert, sondern auch den Minister Crailsheim beauf- rank zu sechs Prozent erhält. Als Garantie erhält Meistern und Vorarbeitern, Aktien zu überlassen, um die derart fragt haben, hiervon den hiesigen preußischen Ge- Frankreich die 3olleinnahmen von Zanger. Zurüd- Begünstigten an die Trustwerke zu fesseln und sie zugleich dazu zu sandten in Kenntnis zu setzen. zuzahlen ist die Anleihe zu jeder Zeit zwei Jahre nach erfolgter veranlassen, nicht nur ihre eigne Arbeitskraft aufs äußerste anGarantie ist, so ist auch die Anleihe offenbar nur ein diplomatischer der Arbeiter beim Stahltrust berichtet haben, schreibt uns unser Stündigung. Wie das Wort des Sultans in Wirklichkeit die einzige uſtrengen, sondern auch die ihnen unterſtellten Arbeiter schärfer anzutreiben. Nachdem wir schon fürzlich über die Gewinnbeteiligung Schachzug, um das Ansehen Frankreichs zu befestigen. " schnell wieder geändert haben. Denn wie die Münchener Post" aus Der Prinzregent muß deniach seine Ansicht über die Depesche guter Quelle hört, hat das Kaiser- Telegramm ursprünglich außer ordentliches Unbehagen hervorgerufen. Die Mißstimmung des Regenten ging damals so weit, daß es nicht nur der Umgebung, sondern auch den nächsten Verwandten des Regenten verboten war, von der unangenehmen Geschichte zu reden. Hierüber hat sich Dr. Schädler freilich ausgeschwiegen! Der " " " Man vermutet, daß sich Frankreich durch diese Finanzoperation New Yorker Korrespondent über einen andren, in seiner Art nicht eine einflußreiche Stellung beim Sultan und die Möglichkeit minder interessanten Fall amerikanischer Arbeiterfängerei: für eine Intervention habe schaffen wollen, ein Vorgehen, Bläser im Jahre 1901 gemachte Geschenk" von 5000 Aftien zurückDer Fensterglas Trust hat das dem Verbande der dessen Spize unverkennbar gegen England gerichtet sei. gezogen"! Und nun erfährt man auch, was es eigentlich mit diesem Italien. Geschent" für eine Bewandnis hatte. Einerseits war der Betrag Freie Meinungsäußerung im Centrum. Krefeld, 27. Januar. ( Eig. Ber.) Eine Versammlung, welche von dem Cen- ums- Wahl- Der Minister Brinetti wurde während der Audienz beim entfielen( so daß also auf eine Reihe von Jahren von dieſen Brinetti vom Schlaganfall betroffen. Aus Rom wird gemeldet: für die Aktien aus den Dividenden zu decken, die jährlich auf sie verein für den Wahlkreis M.- Gladbach, den Zollgegnern im Centrum, König von der plöglichen Erkrankung betroffen. Brinetti Dividenden nichts in die Hände der Arbeiter gelangte), und andrerauf bergangenen Sonntag nach Odenkirchen, einem kleinen hat keinerlei Trübung der geistigen Kräfte erlitten; auch ist in seinem feits mußten sich die Arbeiter verpflichten, nach Kräften darauf zu Industrie- Ort, einberufen und von ca. 1000 Personen besucht war, Befinden bereits eine Besserung eingetreten. wurde von der Centrumsleitung gesprengt. achten", daß die Fabriken in ihrer vollen Leistungsfähigkeit betrieben Redakteur des„ Christlichen Hausschatz" in Düsseldorf und Nach dem über das Befinden des Ministers Brinetti aus- werden können. Da der Trust von seinen 1700 Oefen wegen Mangels ein christlicher Metallarbeiter sollten über die Stellung des Centrumsgegebenen ärztlichen Berichte war der Minister für kurze Zeit an geübten Bläsern nur 1000 betreiben konnte, so liegt auf der zu den indirekten Steuern referieren; dies war für die Geistlichkeit Beins in der freien Bewegung seines linten Armes und Hand, daß das Geschenk"( welches übrigens gerade diese Arbeiter ein Grund, gegen die Versammlung Stellung zu nehmen. erscheinungen eine leichte aber fortschreitende Besse- Induſtrie find) nur den Zweck hatte, die von den unabhängigen behindert. Gegenwärtig zeigen die Krankheits- am wenigsten benötigten, da sie die bestbezahlten der gesamten Es erschienen nun auch eine Anzahl irregeleiteter Centrumsanhänger Unternehmern beschäftigten Bläser zu bewegen, ihre Arbeitsstätten und machten bei der Bureauwahl einen solchen Lärm, daß die rung. Die zu verlassen und in die Fabriken des Trusts einzutreten. Polizei Veranlassung nahm, die Versammlung aufzulösen. Brachlegung dieser Unternehmer, d. h. die Beseitigung ihrer Konbequemes Mittel, die Gegner mundtot zu machen, doch bezweifeln Der Schazkanzler Ritchie hielt gestern abend im Krystallpalast turrenz, war die 5000 Papierchen" ivert, selbst wenn sie ohne wir sehr, daß eine solche Kampfesweise den katholischen Arbeitern eine Rede, in welcher er ausführte, man müsse alle Illusionen Hintergedanken" gegeben worden wären. Der Plan schlug aber gegenüber, denn um solche handelt es sich doch, dem Centrum von Vorteil von einer großen Bollermäßigung, die im nächsten fehl, da die in den unabhängigen Fabriken beschäftigten Arbeiter, gewesen. Auf jeden Fall mußten es schon ganz Dumme gewesen Etatsjahr stattfinden solle, fahren lassen. Er zweifle nicht trotz aller dahin gehenden Bemühungen des Verbandspräsidenten sein, welche sich durch solche Marimen überzeugen ließen, daß daran, daß mit Rücksicht auf die in Südafrika erforderlichen Ab- Burns( der vom Trust als Repräsentant der„ Besizer" der die Haltung der Centrumsfraktion zur Zollfrage eine richtige rechnungen Englands Schulden einen weit höheren Betrag erreichen 5000 Aftien in den Direktorenrat gewählt worden war) nicht auf Ein bezeichnendez Licht ein folches Borger müſſe Graft geſekt werbe, Borgehen würden, als jemals angenommen worden sei. Englands Unternehmen den Leim gingen. Als Burns num neuerdings anordnete, daß eine auf die Freiheit der Meinungsäußerung in der Partei, für müsie aber bis zum Ziel durchgeführt werden, tofte es, was es wolle. alte Bestimmung der Verbandsstatuten, wonach kein Bläser ein geFreiheit, Wahrheit und Recht, wie sich die Centrumspartei nennt. Er glaube indessen, daß man die Zölle werde etwas ermäßigen wisses Arbeitsquantum überschreiten dürfe, außer Kraft gesetzt werde, Außerdem übt die Centrumspresse einen Druck aus, auf die Wirte, können. Die Schlagfertigkeit der Marine müsse mit allen Mitteln brach gegen ihn eine offene Rebellion" aus. Dies zeigte den Truſtwelche den betreffenden katholischen Arbeitern und uns ihre Lokale aufrecht erhalten werden. Herren, daß sie mit ihrem Köder nach keiner Richtung hin Erfolg zur Verfügung stellen. Die Wirte werden in der Presse denunziert, haben würden somit zogen sie ihn zurück. um sie mürbe zu machen, oder sie geschäftlich zu ruinieren, welche Methode jezt noch angewandt wird gegen den Wirt in Rheydt, welcher am 5. Januar d. J. unsren Genossen seinen Saal zur Ber fügung stellte. Ein solches Vorgehen nennt man dann Kampf mit geistigen Waffen. war. Ein England. Venezuela. Aufhebung der Blockade? den nächsten 24 Stunden aufgehoben werden. Wie aus Edracas versichert wird, dürfte die Blockade in Euglische Breßstimmen. --" Vielleicht liegt nebenbei auch noch etwas endres zu Grunde. Wie ich seiner Zeit mitgeteilt habe, ist nämlich in der FensterglasProduktion eine Erfindung gemacht worden, durch welche die Verwendung geübter Bläser bedeutend reduziert und deren Thätigkeit Der Frankfurter Zeitung" wird aus New York ge- wesentlich vereinfacht worden ist. Später hieß es, daß schon eine meldet: Die Vertreter der fremden Mächte tabelten Anzahl der betreffenden Apparate Früher Ordenssegen. Der Rote Adler- Orden 3. Klasse ist am ihren Regierunge von denen vorher nur einige das gen Geburtstage des Kaisers dem Fürsten zu Schönburg- Bowens Vorschläge dringende Ersuchen, in e er alten, außer Gebrauch gefeßten Anlage erprobt worden Vorschläge anzunehmen, damit die waren Waldenburg zu Bonn verliehen worden. Dieser Fürst ist, wie Blockade aufgehoben werde. Die Vertreter erklären, die seien. Dann hörte man nichts mehr über die Sache, als daß die in mehreren der Werke des Trusts zur Aufstellung gelangt die Volks- 3tg." mitteilt, ein junger Mann Don zwanzig Einzelheiten könnten nach Unterzeichnung des vorläufigen Protokolls Inhaber der bezüglichen Patente, der Erfinder und mehrere MitJahren, der durch den frühzeitigen Tod seines Vaters schon im geregelt werden. Alter von sechs Jahren in den Besitz des Fürstentitels und der Beglieder des Direktorenrats des Trusts, für deren alleinige Aussitzungen seiner Familie kam und gegenwärtig bei der Universität mugung durch letzteren 10 Millionen Dollar gefordert hätten. Wenn in Bonn als studiosus juris immatrituliert ist. Er gehört dem die Erfindungsgeschichte also kein Schwindel gewesen ist, um die Corps Boruffia aut. Arbeiter für die Absichten des Trusts empfänglich zu machen, so ist erklärlich, daß man dieselben nicht als Teilnehmer an den Profiten Der Maler Allers. Aus Stuttgart wird der Frankfurter Die Londoner Presse begrüßt es mit unverhohlener wünschte, die von der Erfindung erwartet werden, umfomehr als Zeitung" berichtet:" Der Rechtsbeistand des Malers Allers auf Capri reude, daß nicht nur das Ende der venezolanischen Wirren, der der Profit- Sharings- Idee" zu Grunde liegende Zweck dann ja hat aus Neapel an die hiesigen Verwandten desselben die Nachricht sondern vor allem auch das Ende des deutch englischen ohnehin erreicht wird: die Abmurksung der" Unabhängigen". gelangen lassen, daß der Haftbefehl gegen Allers von dem Staats- 3ufammengehens in Sicht ist. Fast alle Zeitungen bringen Wie schon im vorigen Brief angeführt, var der Attien- Offerte anwalt zurückgenommen wurde und das Verfahren eingestellt ist." Aufsäge mit der Ueberschrift in großen Buchstaben: Die Blockade des Stahltrusts von den Arbeitern in diversen Werken desWir halten diese Nachricht für nicht glaubwürdig. Die Ab- oll aufgehoben werden, und alle geben der Hoffnung felben, besonders in Homestead, mit Mißtrauen begegnet worden. fcheulichkeiten, die Allers auf Capri gegen Kinder beging, waren er Ausdruck, daß sobald als möglich die britischen Kriegsschiffe abberufen Eine von der Exekutivbehörde des Eisen- und Stahlarbeiter- Verwiesen, als Allers die Flucht ergriff. werden und für England die ganze Angelegenheit als bandes veranstaltete Abstimmung über das Projekt hat nun er erledigt betrachtet wird. geben, daß dieses Mißtrauen ein allgemeines ist, denn die Abftimmung fiel obwohl jene die Sache günstig dargestellt hatte mit großer Majorität dagegen aus, daß sich der Verband darauf einlaise. Nur in Chicago( und wohl auch an andren Plähen in Illinois) war das Gegenteil der Fall. Dort ward in einer Verfammlung der Arbeiter des Trusts beschlossen, dessen Offerte zu acceptieren und zu dem Zweck eine neue Organisation mit dem Steel Workers of America" gegründet. Wie bekanni, Namen nahmen die Arbeiter der Trustwerke in Illinois an dem Generalsircit von 1901 nur teilweise und widerwillig teil, und es hat seitdem zwischen den dortigen Lotalorganisationen und der Verbandsleitung ein gespanntes Verhältnis" geherrscht. Daraus ist nun durch die Profit- Sharings-- Affaire" ein bölliger Bruch geworden. Es sind übrigens, wie verlautet, nur die„ stilled Laborers"( geschickten Arbeiter), welche jene Versammlung arrangiert und besucht hatten; die gewöhnlichen" Arbeiter waren überhaupt im Verbande von jeher nur für das Beitragzahlen vorhanden. Ausland. Millerand für den Militarismus. Aus dem Verlauf der großen Militärdebatte am 23. Januar berdient noch eine Episode nachgetragen zu verden. Nachdem die Interpellation des revolutionär- socialistischen Abgeordneten Dejéante mit 371 gegen 68 Stimmen abgelehnt worden war, wurde gegen 55 Stimmen eine, patriotische Manifestation" in Gestalt einer Tagesordnung Roch angenommen, durch die die Erklärungen der Regierung gebilligt wurden. Jene Erklärungen Andrés also, in denen ausgesprochen worden war, daß eine starke Armee die beste Gewähr des Friedens sei, jene Erklärungen, in denen erklärt worden war, daß gegen das bom Arbeitsbörsen Verband herausgegebene antimilitaristische Neue Soldaten- Handbuch" die gerichtliche Verfolgung eingeleitet worden sei! Ueber diese Abstimmung schreibt uns unser Bariser Korrespondent: " " " " Die Sonntags- Nummer der konservativen Globe". schreibt in einem Die gepanzerte Faust" überschriebenen Artikel: Das Land ist in eine ganz schiefe Lage gebracht worden durch einen Verbündeten, den zu verleugnen schwierig ist. Aber die Regierung sollte sich dessen bewußt sein, daß das englische Volt jede Gefälligkeit Deutschland gegenüber bitter empfinden wird, welch' eine Störung der gegenwärtigen herzlichen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten mit sich bringt. Sowohl in England als auch in den Vereinigten Staaten find die letzten Ereignisse für den gewöhnlichen Menschen eine Bestätigung des Gedankens, daß es die Absicht Deutschlands ist, zwischen uns böses Blut zu erregen." " Dann fährt das Blatt fort: Wahrscheinlich wird man uns erzählen, daß das Feuer der deutschen Kriegsschiffe nur gegen das Fort San Carlos gerichtet war, aber wenn die deutsche Artillerie so unsicher ist, daß 60 Prozent der Granaten in ein offenes Dorf, eine halbe Meile davon entfernt, einschlagen, so Die Umwandlung der Kruppschen Werke in eine Aktiengesellschaft. dürfen wir wohl unsre guten Freunde bitten, so lange gefälligit Die Witwe des verstorbenen Geheimrats Krupp hat an die des Schießens fich zu enthalten, bis sie sich sicher fühlen, dem Ziel Angehörigen der Firma Friedrich Strupp folgende Bekanntetwas näher kommen zu können." Deutschland hat niemals machung gerichtet:„ Mein verstorbener Mann hat in seinem viel Rücksicht auf die Gefühle andrer Nationen gezeigt, weder feinem Teftament die Ueberzeugung niedergelegt, daß im Falle Freunde noch dem Feinde gegenüber." Dann folgt zum Schluß seines frühzeitigen Ablebens und beim Uebergang der Fabrik .. wenn dieses Land weiter so auftritt wie an einen minderjährigen Erben sein Wert in der bisjest, fo giebt es uns einen ausgezeichneten Grund, herigen Form nur unter Schwierigkeiten weitergeführt werden uns von einem Abkommen zurückzuziehen, das die tönnte. Er hat deshalb legtwillig den Wunsch ausgesprochen, große Mehrheit des englischen Volkes tief bein solchem Falle die Fabrit in die Form einer Aktiengesellschaft Sauertje abgeschlossen zu haben." überzuführen. In Uebereinstimmung mit dem Direktorium und meinen Beiständen werde ich, als Vertreter meiner Tochter Bertha Krupp, diese legtwillige Bestimmung des Entschlafenen, die er in der Sorge um das fernere Gedeihen seiner Werke getroffen Parlamentarisches. ,, Die Opposition stimmte für das Bertrauensvotum übrigens vor allem deshalb, weil sie auf diese Weise doch die jaurèsistischen Mitglieder des Regierungskartells außerhalb der" patriotischen" Gemeinschaft stellen konnte. In der That, nur 55 Mann haben gegen die Vertrauensformel gestimmt, darunter 8 Rintsradikale. Aber in einem Mitglied der jaurèsistischen Fraktion haben sich die bürgerlichen Patrioten verrechnet: Millerand stimmte ruhig mit den im Mordspatriotismus und in der Verfolgung des antimilitaristischen Handbuchs geeinigten Bourgeoisparteien! Was selbst acht Linksradikalen zu brenzlich schien, das fand der Parteigenosse und Freund von Jaurès ganz in der Ordnung. Eines Die Budget- Kommission des Reichstages hielt am Donnerstag hat, zur Ausführung bringen. Diese Veränderung foll muß aber Millerand zugebilligt werden: er hat den Mut der ihre erste Sigung ab, um ihre Arbeit einzuteilen. Vorsitzender ist, jedoch nicht in der Weise erfolgen, daß die Fabrik verkauft Konsequenz in der Verleugnung des Socialis- wie bisher, der Vicepräsident des Reichstags, Abg. Graf Stolberg- wird, vielmehr werden die Anteile im Eigentum meiner Auf diese Weise Wernigerode, fein Stellvertreter ist Abg. Prinz v. Arenberg. Die Tochter Bertha als Fabrik- Erbin verbleiben. Man darf wohl annehmen, daß die Jaurèsisten nunmehr doch Sizungen sollen an jedem Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und wird auch fünftig die Fabrik als Struppscher Besiz erhalten ein ernſtes Wörtchen mit Millerand sprechen werden! Freitag stattfinden. Die Beratung des Etats wird mit dem Aus- bleiben, wie es den Wünschen meines Mannes entspricht. Die wärtigen Amt, ausschließlich der Kolonien, beginnen. Dann folgt persönlichen Beziehungen zur Fabrik aufrechtzuerhalten, die Fürsorge Beamte wie Arbeiter für die Werkangehörigen der Reichs- Invalidenfonds, dann Post- und Telegraphen- Verwaltung, dann Eisenbahn- Verwaltung. Er erfolgt sodann die Verteilung der Geiste des Enischlafenen weiter zu pflegen, wird uns stets am Herzen liegen. Ueber die Subventionierung der Schiffahrt aus staatlichen Zum Etat des Reichskanzlers haben die beiden freisinnigen Parteien folgenden Antrag eingebracht:" Der Reichstag wolle be- Mitteln äußerte sich gestern einem Hedakteur des„ Berliner Tageschließen: blattes" gegenüber der Generaldirektor Ballin von der Hamburgdie verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage alsbald Amerika- Linie unter Bezugnahme auf die Unterstützung der Cunardeinen Gefeßentwurf, betreffend die Neueinteilung der Reichstags- Linie durch die englische Regierung: Wahlkreise unter Berücksichtigung der feit Gründung des Deutschen Reiches erfolgten Verschiebung der Bevölkerung vorzulegen." mus..." Ferner schreibt uns unser Bariser Korrespondent: Miller and berichtigt sein ausnahmsweise einwandsfrei ausgefallenes Votum in der vorgestrigen Abstimmung über die Abschaffung des Kultusbudgets. Er war nämlich abwesend. Ein andrer hat, wie hier üblich, seinen Stimmzettel abgegeben. Daher jenes nicht ministerfähige Votum. Er erklärt min, daß er, falls er anwesend gewesen wäre, gegen die Abschaffung des Kultusbudgets gestimmt hätte. Der„ Temps" fügt in offiziösem Ton hinzu, der chemalige Handelsminister billige zwar vollständig den von Buisson, dem linksradikalen Opponenten des Ministerpräsidenten, vertretenen Standpunkt, er wolle aber in der Stultusbudgetfrage diefelbe Haltung bewahren, wie während seiner Ministerschaft Pelletan, Minister im Referate. Partei- Nachrichten. im Sinne und andre Staaten dazu führen dürfte, sich gegenseitig mit Subfidien zu über„ Der Revers der Medaille ist der, daß das Vorgehen Englands bieten, bis die Staaten schließlich, ähnlich wie es bei den Zuckerprämien geschehen ist, zusammentreten und überhaupt alle Subsidien abschaffen. Ich würde einen solchen Beschluß mit Frenden begrüßen, wie ich selbst, wenn man mein Gutachten forderte, alles thun würde, Dienst, enthielt sich wenigstens der Abstimmung, um so mit politische Organisation in der Bf a 1 3. Wie aus den verschieden- Konkurrenz in der Gewährung von Subsidien zurückzuhalten. Die Einen vielversprechenden Aufschwung nimmt zur Zeit die um die deutschen Behörden von einer etwaigen Beteiligung an der feiner oppositionellen Vergangenheit nicht zu brechen; Millerand, artigen Jahresberichten der pfälzischen socialdemokratischen Vereine Erfahrung hat gelehrt, daß die Subventionspolitik die Schiffahrt nicht Minister a. D., zieht es vor, seiner ministeriellen Vergangenheit treu hervorgeht, ist in fast allen derselben eine erfreuliche Zunahme der mur nicht fördert, sondern sogar zur Versumpfung führt. Man braucht zu bleiben. Mitgliederzahl und dementsprechend auch der Einnahmen zu ver- bloß auf die Entwickelung der subventionierten Schiffahrt in FrankBinnen wenigen Tagen hat er in zwei besonders wichtigen Ab- zeichnen. Manche der kleineren Organisationen haben ihre Mit- reich und Italien zu blicken. Die Schiffahrt gedeiht am besten in gliederzahlen verdoppelt. stimmungen sich von der Gesamtheit seiner Fraktion, im letzteren führen schon jekt überschüffige Mittel zum Wahlfonds an den Gau- guten Jahre genießen, so sollen sie auch die schlechten durchmachen, Die der Partei nahestehenden Vereine der Freiheit und Unabhängigkeit und wie die Gesellschaften die Falle auch von nahezu der Gesamtheit der bürgerlichen vorstand ab. Die Parteigenoffen der Pfalz wollen zum erstenmal so gut ste tönnen. Wer die ungünstigen Jahre nicht aushalten Radikalen, abgesondert. Und das geschah, nachdem er mit seinem den Wahlkampf ohne Inanspruchnahme der Parteikaffe führen und kann, muß die Konsequenzen tragen; denn wer nicht allein Wahlfomitee erst kürzlich in die Seine Föderation der machen es sich zur Ehrensache, die nötigen Mittel in der Pfalz stehen kann, muß eben muß cben fallen. Es ist ein großer Fehler, jaurèsistischen Partei aufgenommen worden war. felbst aufzubringen. Kennzeichnend ist der diefer Tage veröffent zu glauben, daß man nur Verkehrsmittel zu schaffen brauchen, Er betrachtet fich also nach wie vor als einen„ Socialisten im lichte Geschäftsbericht des Socialdemokratischen Vereins Ludum einen Verkehr großziehen zu tönnen. Zuerst muß man Stauf Urlaub", außerhalb der Kontrolle seiner Partei. wigshafen, der am Anfang v. J. 585 Mitglieder zählte und leute haben, welche wagemutig die Erzeugnisse dieser Industrie in nunmehr deren 1025. Auffallend ist das plötzliche Emporschnellen ferne Länder senden und im Austausch überfeeische Produkte zur der Mitgliederziffern seit den kaiserlichen Reben in Essen und Einfuhr bringen. Da, wo durch staatliche Initiative VerkehrsMaroffo. Breslau. In einem Zeitraum von 10 Monaten hatten sich 142 mittel gefchaffen sind, ohne daß ohne daß diese Borbedingung erfüllt Imparcial" wird aus Tanger telegraphiert: Der neue Mitglieder eingestellt und vom 1. November bis 25. Januar ist, ist der Mißerfolg niemals ausgeblieben. Man sehe sich Prätendent hat seine Streitkräfte eilig nach unmeldeten sich nicht weniger als 401 neue Mitglieder an, um in die nur den prächtigen Kopenhagener Freihafen an!„ Wir hatte, n bekannter Richtung zurückgezogen. Der Raid Omar Reihen der Elenden" eingutreten. als derselbe fertiggestellt war, dänischen Freunden zu Liebe Landgemeinden: eine Dampferverbindung von den Golfhäfen der Vereinigten Gelsenkirchen, Lüdenscheid, Schwelm, Dortmund, Hanau, Marburg, Die Streitbewegung im Hafen von Amsterdam nimmt einen Staaten nach Kopenhagen leiten wollen; aber ettvas Vieh- Wiesbaden, Rödelheim, Biebrich, Koblenz, Düsseldorf, Duisburg, immer größeren Umfang an. Mehrere Schiffe liegen im Hafen und futter in Gestalt von Delfuchen war eigentlich alle Fracht, welche sich, Barmen, Elberfeld, Essen, Mülheim a. Ruhr, München- Gladbach, tönnen nicht gelöscht werden. Die Restaurateure weigern sich, den obendrein mur in beschränktem Quantum, regelmäßig bot. Es fehlten Remscheid, Rheydt, Solingen, Steele, Viersen, Emmerich, Opladen, Streifbrechern Nahrungsmittel zu liefern. Bei mehreren Untereben die Kaufleute, es fehlten die Vermittler von Einfuhr und Aus- Cleve, Wald, Odenkirchen, Neuß, Oberhausen, Bergisch- Gladbach, nehmern haben auch die Kahnführer die Arbeit eingestellt, um nicht fuhr. Dasselbe wird man in Ungarn erfahren, wo man im Begriff Kalf, Malstatt- Burbach, Aachen, Eschweiler, Köln, Mühlheim am zu Streitbrechern zu werden. 50 Zuckerraffinerie- Arbeiter wurden steht, eine Schiffahrtsverbindung mit New York dadurch gewaltsam Rhein, Krefeld, Homburg v. d. H. entlassen, weil sie sich weigerten, an Stelle der Streifenden ein Schiff zu schaffen, daß man einen Teil der ungarischen Auswanderer zwingen mit Rohzuder zu löschen. 200 Arbeiter einer Zuderraffinerie wurden will, sich anstatt in Bremen oder Hamburg in Finne einzufchiffen. Wir Beeck, Vohwinkel, Regierungsbezirk Düsseldorf; Eppstein, Re- vorläufig entlassen, weil der raffinierte Zucker nicht versandt werden haben gemeinsam mit dem Lloyd auf Wunsch der ungarischen Regie- gierungsbezirk Wiesbaden; Norderney, Ihlowerfehn, Regierungsbezirk fonnte. rung vor Jahresfrist eine Kommission an Ort und Stelle entsandt, um Aurich; Wilhelmsburg, Regierungsbezirk Lüneburg; Sellin a. Rügen; Eisenbahnerstreit in Holland. Wie Wolffs Telegraphenbureau" dieBerhältnisse zu studieren und für uns ist es zweifellos, daß, wenn Eichwalde, Schmöckwitz, Zeuthen, Sperenberg, Treptow. Johannis- berichtet, find am Donnerstag 300 Arbeiter und Waschiniſten der die Regierung nicht sehr tief in den Staatsfädel zu greifen gewillt thal, Grünau, Mariendorf, Tempelhof, Schmargendorf, Wilmers Holländischen Eisenbahngesellschaft, die beim Güterverkehr beschäftigt ist, jede derartige Unternehmung in Fiume schnell verbluten muß dorf, Grunewald, Friedenau, Groß- Lichterfelde, Steglitz, Zehlendorf, find, in den Ausstand getreten, so daß der Gütertransport eingeſtelt denn es fehlen ihr im Verkehr zwischen diesen beiden Ländern die Kreis Teltow. werden mußte. Eine Abteilung Marinesoldaten() ist an Frachteinnahmen, es fehlt ihr im Hinblick auf die zurückzulegende Ort und Stelle angekommen. Man glaubt, daß der Ausstand auch große Distanz auch der Kajütenverkehr, und sicherlich werden sich unter den Arbeitern der Staatsbahn ausbrechen werde. von den Reisenden dritter Klasse mur diejenigen, die man mit mehr Es kam bei Schellingwoude zwischen Arbeitern, die von Amſterdam oder minder sanftem Druck zwingt, zu einer 16- bis 18tägigen famen und andren, die in Durgerdam wohnten, des Ausstandes Meerfahrt entschließen, anstatt in fieben bis zehn Tagen die Reise wegen zu einem Zusammenstoß, bei welchem mehrere Personen, zu machen." darunter einige schwer, verwundet wurden. Gewerkschaftliches. Keine Buchbinder nach Göteborg. Es wird mitgeteilt, daß Herr Malin, der Inhaber einer der größten Buchbindereien Göteborgs, gegenwärtig in Deutschland Zum Konkurs der Maschinenfabrik Pehold weiß das„ Berliner weilt, vermutlich um Streifbrecher anzuwerben. Es liegt nicht nur Tageblatt" zu berichten, daß der Konkursverwalter heute das Terrain im Interesse der organisierten Buchbinder Deutschlands, daß keine Gunsten der Arbeiter beendet. Die Hauptforderung, ein StundenDer Streit der Blei- und Zinkarbeiter in Amsterdam ist zu der Gesellschaft, das zwischen der Waldstraße, Siemensstraße und Streifbrecher nach Schweden gehen, sondern auch im Interesse der- Lohn von 25 Cent, wurde bewilligt. Alle Streitbrecher werden Wiclefstraße liegt, an die Firmen Angreß u. Sponholz, Sponholz, jenigen, die vielleicht dazu geneigt sind, daß sie sich nicht anwerben entlassen. B. Tomski und den Architekten Arthur Vogt zum Preise von lassen. Infolge der starken Organisation der schwedischen Buchbinder ca. 1 Millionen Mart zu Parzellierungsziveden verkauft hat. Das Terrain war von der Preußischen Hypotheken- ist es ausgeschlossen, daß ein ausländischer Streifbrecher dort dauernd Frankreich ist vom Minister des Innern angeordnet und den PräBank mit ca. 2 Millionen Mart beliehen worden. An das jetzt Arbeit findet. zum Verkauf gelangte Terrain stößt ein andres, an dem die Neue Bodengesellschaft interessiert ist. Möglicherweise wird dasselbe in den Verkauf mit einbezogen. Die Pommersche Hypothekenbank hat bekanntlich in ihrer Bilanz pro 1902 für die an den Hypotheken auf der Petzoldschen Fabrik in Aussicht stehenden Verluste besondere Rüdstellungen vorgenommen. Sociales. Die Invalidenversicherung im Jahre 1901. Nach der dem Reichstage zugegangenen Uebersicht über die Geschäfts- und Rechnungsergebnisse der Invalidenversicherung wurden im Jahre 1901 130 510 Invalidenrenten, 7632 Krankenrenten und 14 849 Altersrenten festgesetzt. Davon entfallen 7555 Invalidenrenten, 716 Strantenrenten und 694 Altersrenten auf die zugelaffenen Kaffeneinrichtungen und die übrigen auf die 31 Versicherungsanstalten. . Bei den Versicherungsanstalten wurden 541 613477 Wochenbeiträge geleistet, die einen Gesamterlös von 123 492 239,87 erbrachten. Die Zahl der Wochenbeiträge ist um etwa 18%, Millionen größer wie im Jahre 1900, steht aber immer noch um etwa 2/ Millionen hinter der des Jahres 1899 zurück; dagegen hat der Gelderlös den des Jahres 1899 wieder überschritten, was sich aus der im Jahre 1900 hinzugekommenen V. Beitragsklasse erklärt. Die durchschnittliche Höhe eines Wochenbeitrages betrug im Jahre 1891: 20,81 Pf. und im Jahre 1899: 21,74 Pf. Im Jahre 1900 fam die V. Lohnklasse dazu und es stieg der durchschnittliche Wochenbeitrag auf 22,55 Pf., im Jahre 1901 auf 22,80 Pf. Von 1000 Beiträgen entfielen auf die Lohnklasse: I 1891 1899 1900 1901 • II III 253 384 217 IV 146 V. 199 361 244 196 189 342 238 158 73 • 179 336 239 162 84 Die Zahlungen von Renien betrugen rund 91 Millionen Mark, wovon 33,9 Millionen auf den Anteil des Reiches entfallen. Bei tragserstattungen wurden 6,9 Millionen Mark geleistet. Berlin und Umgegend. Die Auflösung der Gewerkschaften der städtischen Arbeiter in fetten durch Rundschreiben diesbezügliche Order erteilt worden. Das Syndikat der städtischen Arbeiter von Paris, das schon zwölf Jahre Die Steindepotarbeiter, die im Verbande der städtischen Arbeiter besteht und von Waldeck- Rousseau ausdrücklich anerkannt worden ist, organisiert sind, beschlossen in ihrer letzten Versammlung, nochmals hat sich an die socialistische Stammerfrattion gewandt. Diese wird eine Petition an den Magistrat zu richten und folgende Forderungen zunächst eine Delegation an den Ministerpräsidenten absenden, um zu erheben: 1. Für Sommer- und Wintermonate sind gleiche Löhne den Widerruf dieser Verordnung zu erreichen. zu zahlen und ist besonders darauf zu achten, daß die Löhne im Winter nicht um den Betrag, welcher, dem Stundenlohn entsprechend, auf auf die verkürzte Arbeitszeit Arbeitszeit entfällt, herabgejezt werden; 2. ist wieder ein Wochenlohn mit der Letzte Nachrichten und Depeschen. int der alten Petition verzeichneten Skala zu verlangen, V da man auf die Steigerung der Löhne der schon längere Zeit beDie Reichstags- Erfahwahl in Schleswig schäftigten Arbeiter feitens der Deputation überhaupt nicht ein- fand gestern statt. Notwendig geworden war dieselbe bekanntlich gegangen ist; 3. bezüglich der Gewährung des Sommerurlaubs wird durch die Mandatsniederlegung des Volksparteilers Jacobsen. Diesgefordert, daß gering bemessene Versäumnisse und das Aussehen im mal bewarben sich nicht weniger denn fünf Kandidaten um das Winter nicht als Unterbrechung der Arbeit angesehen werden soll, da Mandat. Bisher liegen folgende Nachrichten vor: sonst nur ein ganz kleiner Teil der Leute diese Vergünstigung erhält; Kiel, 29. Januar.( W. T. B.) Bei der heutigen Reichtags4. wird gewünscht, daß den Steinarbeitern für das ganze Jahr Be Erjazwahl im 3. schleswig- Holsteinischen Wahlkreise Schleswig- Edernschäftigung gegeben wird, damit sie nicht immer wieder in Not und förde- Stappeln erhielten bis 9 Uhr abends: Spethmann- EdernElend geraten. förde( frf. Vp.) 2241, Paul Hoffmann Hamburg( Soc.) 1874, Achtung, Glafer. Heute, Freitag abends 8 1hr, finden in Hansen- Kiel( natl.) 1739 Stimmen. Graf Reventlow= den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, die Wahlen für den Gesellen- Wulfshagen( B. d. 2.) 741 Stimmen. Professor Lehmannausschuß statt. Hohenberg- Kiel( fraktionslos) 113 Stimmen. Bautischler. Da der Tischlermeister Kuras in Rirdorf, Kirchhof- Kiel, 29. Januar. Bei der heutigen Reichstags- Ersatzwahl im straße 42, wieder Bautischler sucht, möchten wir die Kollegen warnen, 3. schleswig- Holsteinschen Wahlkreise Schleswig- Edernförde- Kappeln bei dem Herrn in Arbeit zu treten, da die dort beschäftigt gewefenen erhielten bis 10 Uhr abends: Spethmann- Eckernförde Kollegen vor drei Wochen gezwungen waren, die Arbeit nieder-( frf. Wp.) 3229, Paul Hoffmann- Hamburg( Soc.) 2583, Hansen Kiel( natt.) 2091, Graf Reventlow- Wulfshagen( B. d. L.) zulegen, weil es Sonnabends kein Geld gab. Die Werkstatt- Kontrollkommission. 1228, Professor Lehmann- Hohenberg- Kiel( fraktionslos) 152 Stimmen. Die Errichtung eines Gewerkschaftskartells in Bernau hat eine Das obige Resultat tann nur als Teilergebnis gelten. Versammlung der dortigen Gewerkschaftsmitglieder beschlossen. Die Gründung des Kartells ist bereits erfolgt und haben sämtliche zählte Im Jahre 1898 der Wahlkreis 24 677 WahlBernauer Gewerkschaften ihren Anschluß erklärt. berechtigte. Von denselben wurden 16 389 gültige Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf den freifonservativen Kandidaten Christophersen 6357, auf den freisinnigen Jacobsen 5895, auf den socialdemokratischen 4116 Stimmen. 21 Stimmen zersplitterten sich. Bei der Stichwahl wurde Jacobsen mit 10 029 Stimmen gegen 6828 freikonservative gewählt. Deutfches Reich. 營 Der Verzicht der Kronprinzessin. Empfehlenswerte Arbeitswillige. Man schreibt uns: Die Aktiengesellschaft für Glasindustrie vorm. Fr. Siemens in Birges beschäftigt nur unorganisierte Flaschen macher. Die Arbeitskräfte bezieht diese Firma aus Ungarn, da alle deutschen Arbeiter in Verruf stehen. Da nun gefürchtet wird, daß die Verbändler die indifferenten Ungarn ansteden könnten, hat man für die Schüßlinge der Unternehmer eine Kantine gebaut, damit sie Dresden, 29. Januar.( B. S.) Das amtliche„ Dresdener mit den eventuell noch organisierten Arbeitern nicht in Berührung Journal" bringt heute folgende königliche Verordnung vom 14. d. M.: fommen. In der Nacht vom Sonntag zum Montag haben die Nachdem die Kronprinzessin Luise Antoinette Marie, geborene ErzUngarn nun der Kantine einen Besuch abgestattet und 26 Kisten Herzogin von Oestreich, Prinzessin von Toscana, am 9. Januar auf Cigarren, 39 Pakete Cigaretten, 39 Flaschen Wein, vier Brote, 13 M. alle Rechte, die ihr auf Grund ihrer Stellung als Kronprinzessin bares Geld sowie Schinken, Wurst und Käse entwendet. Am andern Tage fand man die Einbrecher in ihrer Wohnung. Die Firma ließ zustanden, in feierlicher Weise für immer verzichtet hat, so erteilen sie von der Polizei abführen. Ob die Unternehmer wohl infolge wir hierzu unsre Genehmigung und erklären demgemäß kraft der der vielen ungünstigen Erfahrungen, welche sie mit den gehätschelten uns auf Grund des§ 4 des Hausgefehes vom 30. September 1830 unorganisierten Arbeitern gemacht haben, endlich zu besserer Einsicht zustehenden Hoheitsrechte, daß hochdiefelbe aus allen in der Zuhinsichtlich der Arbeiterorganisation kommen werden? gehörigkeit zu unsrem Hause begründeten Rechtstiteln und Würden bon jetzt an ausgeschieden ist. Husland. Für Heilverfahren zur Abwendung einer möglichen Invalidität haben die Versicherungsanstalten 6 638 221 M. ausgegeben. Außer dieser Summe leisteten auch Krankenkassen und Berufsgenossenschaften Zuschüsse für solche Zwede und zwar die Krankenfassen 1 046 427 M. und die Berufsgenossenschaften ganze 6129 M. Die reichlichsten Aufwendungen für diesen wichtigen Zived hatte die Versicherungsanstalt Berlin mit 750 314. aus eignen Mitteln und 163 809 M. aus Zuschüssen der Krankenkassen. Von den Berufsgenossenschaften wurde dazu noch die Summe von 78 M. zugelegt. Dann folgt die Versicherungsanstalt Baden mit 514 563. eignen Aufwendungen, 104 801 M. Krankenkassenauschüssen, 402 M. von Berufsgenossenschaften und 13 646 M. Zu schüssen von andrer Seite. Weiter die Versicherungsanstalt Rheinproving mit 509 986 M. eignen Aufwendungen und 109 986 m. bon Strankenkassen. Zwischen 400 000 und 500 000 m. wandten noch auf die Anstalten Brandenburg, Hansestädte, Hannover und Der Streit der Wiener Konfektionsschneider. Württemberg. Die Zuschüsse der Krankenkassen blieben hier mit Ausnahme der Hansestädte unter 100 000 m. Die Brüffeler Zuckerkonvention. Nachdem, wie wir gestern mitteilten, ein Lohntarif für die Inter 100 000 W. Wien, 29. Januar.( W. T. B.) Abgeordnetenhaus. blieben die Aufwendungen der Versicherungsanstalten Westpreußen, Stückmeister zu stande gekommen war, haben die weiteren VerBommern, Sachsen- Anhalt, Niederbayern( 4609 M.). Pfalz, Ober- handlungen unter dem Vorsitze des Ober- Gewerbe- Inspektors auch Das Haus begann und beendete die Generaldebatte der Brüsseler pfalz Zuderkonvention sowie der beiden Zuckersteuer Geseze. ( 4869 M.), Oberfranken, Mittelfranten, Unterfranken, für das Verhältnis zwischen den Stückmeistern und den Gehilfen Minister betonte, die Regierung betrachte es als ihre Pflicht, Schwaben, Mecklenburg, Oldenburg und Braunschweig. ein die letzteren befriedigendes Ergebnis gehabt. Die elf- Minister die die Zuckerindustrie fowie mit ihr Leider wird die Wirkung dieser für die Versicherten so wert- stündige Arbeitszeit ist zugestanden, das Wohnen eng berbundene das Wohnen der Ge- Landwirtschaft von den Gefahren des rapiden durch die Konvention vollen Aufwendungen oft erheblich beeinträchtigt durch das Gefühl, hilfen beim Meister hört auf, auf, und daß die Angehörigen unterdes Not leiden müssen. Sie bekommen Stüdlöhne der herbeigeführten Umschwungs zu sichern, und dem entſpreche das im Meistertarif auf Vorjahre einstimmig aufgestellte Verlangen nach der Kontingentierung zwar, wenn der Versicherte in eine Heilanstalt aufgenommen ist, Gehilfen werden entsprechend dem neuen eine leine Unterstüßung, doch ist sie gänzlich unzulänglich. Go gebessert. Die Forderung auf Erhöhung der Wochenlöhne ließen die durch die beiden Budsrsteuergesetze. wurden für Unterstüßung Angehöriger bei den Versicherungs- Gehilfenvertreter fallen. Die in Wochenlohn beschäftigten Arbeiter anstalten nur rund 448 000 W. ausgegeben, während die Aus- sind aber schon dadurch gegen früher besser gestellt, daß ihre Arbeitsgaben für Durchführung des Heilverfahrens 7 302 910 M. bezeit um 18 Stunden wöchentlich verkürzt ist, und die leberstunden frugen. Zu den Unterstützungen für Angehörige kommen dann jetzt nach der Höhe des Stundenlohnes bezahlt werden. allerdings noch 144 684 2. außerordentliche Leistungen auf Grund des§ 45 des Gesetzes; 13 Versicherungsanstalten haben noch keinen Gebrauch gemacht von den Vorschriften dieses Paragraphen Invalidenbauspflege haben bis jetzt eingerichtet die Versiche rungsanstalten Berlin, Westfalen, Königreich Sachsen, Württem berg, Thüringen, Oldenburg und Braunschweig. Die Gesamtausgabe hierfür betrug 45 079 M., wovon allein auf Berlin 27 376 M. entfallen. Das Vermögen der Versicherungsanstalten belief sich am Schlusse des Jahres 1901 auf 854 162 617 m. Ein Aufruf zum Proteft gegen die geplante Gleichstellung ber Konfettionswerkstätten nach Maß mit Fabriken hinsichtlich der Arbeiterschuh- Bestimmungen wird im„ Stonfektionär" erlassen. In dem Aufruf wird die Einführung der elfstündigen Arbeitszeit für Arbeiterinnen, der Fabrikordung, der Lohnzahlungs- Bücher, die Zunehaltung geregelter Baufen usw. in Maßgeschäften als undurchführbar be= zeichnet. Mit Rücksicht auf die vielfach eiligen Bestellungen und die Saisonarbeit wäre es der Ruin der Maßgeschäfte, wenn sie den auf Vorrat arbeitenden Konfektionswerkstätten gleichgestellt würden. Den betroffenen Geschäftsinhabern wird empfohlen, durch die Handelskammern und Detaillisten- Vereinigungen, auf thatsächliches Material gestützt, gegen die angeregte Ausdehnung der kaiserlichen Verordnung vom 31. Mai 1897 vorstellig zu werden. Der Aufruf behauptet, daß eine solche Maßnahme nicht nur die Arbeitgeber, sondern auch die Arbeiter und Arbeiterinnen durch Schmälerung ihres Verdienstes schwer schädigen würde. Wenn sich doch unsre Unternehmer abgewöhnen wollten, ihren Widerstand gegen eine vernünftige Regelung der Arbeitsverhältnisse mit der Sorge um das Wohl der Arbeiter zu begründen. Das glaubt ihnen ja doch kein Mensch. Die Arbeiter wissen selber, was ihnen frommt und wissen auch ihre Forderungen auszusprechen und zu bertreten. Grundstener nach dem gemeinen Werte erheben in Preußen bis jezt nach einer Mitteilung der B. K." die folgenden Stadtgemeinden: Memel, Spandau, Charlottenburg, Köpenick, Rigdorf. Schöne berg, Stralsund, Breslau, Schweidnik, Neufalz a. D., Görlig, Kattowik, Kiel, Flensburg, Münster, Recklinghausen, Bocholt, Berantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Injeratenteil verantwortlich: Th. D Der Das Budget des Aeußeren in der französischen Kammer. Paris, 29. Januar.( W. T. B.) Deputiertenkammer. Sembat( Soz.) fordert die Aufhebung der französischen Botschaft beim Vatikan. Minister Delcassé erklärt sich nicht allein gegen die Aufhebung dieser Botschaft, sondern auch gegen deren Umwandlung in eine Gesandtschaft. Eine derartige Maßnahme würde den Vatikan nicht geringer und Frankreich nicht größer machen, und die Pflicht der Regierung sei, in allem die Größe Frankreichs anzustreben.( Beifall.) Hierauf wird der Antrag Sembat mit 325 gegen 215 Stimmen abgelehnt. Wenn mun auch, soweit die Großkonfektionäre und die von ihnen beschäftigten Stückmeister und Gehilfen in Frage kommen, die Arbeit wieder aufgenommen wird, so ist der Streit damit noch nicht beendet. Die Detailisten hatten bisher nicht an den Tarifverhandlungen teilgenommen, und es gilt nun, auch sie zur Annahme der mit den Grossisten getroffenen Vereinbarungen zu bewegen. Diese Vereinbarungen sind unter der ausdrücklichen Voraussetzung geschlossen, daß bestimmte Firmen, die an der Konferenz nicht beteiligt waren, gregationen im Drient und im äußersten Dsten. Der Minister Dejeante beantragt Streichung der Zuschüsse für die Ston den Tarif bis zum 31. März anerkennen. Gegen die den Ver- des Aeußeren bekämpft den Antrag; er erklärt, das Protektorat einbarungen noch fernstehenden Firmen muß also der Kampf fort Frankreichs über die Christen im Orient stehe an einem Wendegejezt werden, wenn nicht die augenblicklichen Errungenschaften des punkte, es neige jedoch unter Wahrung seines universalen Charakters dahin, mir auf Franzosen Anwendung zu Streits wieder verloren gehen sollen. Sembat beantragt. finden. die den Die Vereinbarungen, welche vor dem Ober- Gewerbe- Inspektor willigten Subventionen für die Gründung von Laien- Anstalten im Missionaren beabgeschlossen wurden, sind die folgenden: Orient zu verwenden. Redner wendet sich gegen die Missionare, be1. Hinsichtlich des vereinbarten Minimal- Lohntarifes über- fonders diejenigen in China, die er Agenten für den Krieg nennt. nehmen die Vertreter der Stückmeister und Arbeiter die Ver- Denys Cochin verteidigt die Missionare und spricht sich anpflichtung, bei keinem Großkonfektionär die Arbeit aufnehmen zu erkennend über das von den Missionaren in China Geleistete aus. lassen, der nicht die von dem Gros der Mitglieder des Vereins der Berichterstatter Dubief möchte, wie Sembat, daß alle franzöfifchen östreichischen Herrenkleider- Konfektionäre unterfertigte Erklärung Anstalten im Orient verweltlicht werden. Redner meint, Frant ebenfalls unterschreibt, ferner bei keinem Detailkonfektionär und reich folle auf ein Protektorat verzichten, das ihm nur Laften aufLohntonfektionär in Wien die Arbeit aufnehmen zu lassen, der erlege.( Lärm.) Thibrier bringt einen Antrag ein, nach welchem nicht durch eine analoge Erklärung sich zur Einhaltung eines entsprechend höheren Tarifes verpflichtet haben wird. 2. Den Arbeitern gegenüber übernehmen die Vertreter der Stüdmeister nachstehende Verpflichtungen: a) Es gilt der bisherige Lohutarif für die im festen WochenLohn stehenden Arbeiter für den elfstündigen Arbeitstag. b) Für eine ausnahmsweise Verlängerung der Arbeitszeit wird den im festen Wochenlohn stehenden Arbeitern jede Ueberstunde mit dem aliquoten Teil des Gesamtlohnes vergütet. c) Als Lohnerhöhung fallen den Stückarbeitern zwei Drittel der den Stückmeistern bewilligten Lohnerhöhungen zu. d) Es wird das absolute Verbot des Wohnens von Arbeitern bei ihren eignen Arbeitgebern ausgesprochen. 3. Die Vereinbarungen von Kautelen bezüglich der Einhaltung des Lohntarifes, respektive bezüglich der leberwachung werden besonderen Unterhandlungen vorbehalten. alle Stongregationen bewilligten Subventionen für weltliche Anstalten verwandt werden sollen. Auf eine Behauptung Denys Cochins, Frankreichs Protettorat werde von russischem Einfluß belämpft, erflärt der Minister des Aeußeren, Rußlands Haltung fei aufrichtig und Loyal; Rugland fuche in feiner Weise seine Interessen denen Frankreichs, feines Verbündeten, voranzustellen.( Beifall.) Der Minister bekämpft dann den Antrag Thibrier. Der Antrag Thivrier wird darauf mit 304 gegen 224 Stimmen abgelehnt. Das Haus nimmt dann, nachdem der Minister des Aenßern fich einverstanden erklärt hat, mit 340 gegen 88 Etimmen einen Antrag Michel an, in welchem die Regierung ersucht wird, von den den Anstalten im Orient bewilligten Zuschüssen einen von Jahr zu Jahr steigenden Betrag den Laienschulen zuzuwenden und Laien- Lehrern die gleiche Behandlung wie Kongreganisten zu Teil werden zu lassen. Schließlich werden alle Kapitel des Budgets des Aeußern angenommen. Glocke in Berlin. Drud verlag: Borwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 25. 20. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. 246. Sigung. Donnerstag, den 29. Januar 1908, nachmittags 1 hr. Der Tische des Bundesrats bleibt zunächst leer; später: Graf Posadowsfŋ. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die Wahl des Präsidenten des Reichstages. Vicepräsident Graf v. Stolberg verliest die Absätze 2 und 3 des § 9 der Geschäftsordnung und ersucht die Abgeordneten, beim Aufruf ihres Namens laut mit hier" zu antworten und ihren Wahlzettel in die Urne zu werfen. 1893 Freitag, 30. Januar 1903. Es folgt die zweite Beratung des Gefeßentwurfes betreffend die Kinderarbeit in den gewerblichen Be= trieben. muß volle Klarheit geschaffen werden. Ich bin deshalb ganz schaltet die Bahnverwaltung den größeren Teil der Bevölkerung vom mit dem Vorredner einverstanden, der eine Kommission von Segen des Bahnbaues aus und baut die Bahn nur bis Eisfeld. 21 Mitgliedern vorgeschlagen hat. Nach dem Urteil von Sach- Im übrigen begrüße ich den vorliegenden Gefeßzentwurf mit verständigen ist das Ersatzmittel nicht besonders gut; der großer Freude. Wenn er auch augenblicklich eine gewisse Sorge Zündstoff wird im Laufe der Zeit schlecht und versagt. hervorruft, so wird er bei längerem Bestehen doch großen Nutzen Aufwendungen für die gesundheitliche Verbesserung des Betriebes hat die Gesetzgebung die Fabrikanten zu großen stiften können.( Beifall bei den Socialdemokraten.) Damit schließt die Beratung. Die Vorlage wird an eine Komgezwungen, die sie vielleicht nicht angewendet hätten, wenn sie ge- mission von 21 Mitgliedern verwiesen. wußt hätten, daß nach zehn Jahren bereits der ganze Betrieb verboten werden würde. Nach meiner Auffassung werden wir uns der Pflicht nicht entziehen können, die Arbeitgeber und die Arbeiter der Ich Bündholz- Industrie in gewissem Grade zu entschädigen. § 1 lautet in der Fassung der Kommission: Auf die Beschäftigung undere mich nur, daß die Herren der äußersten Linten von Kindern in Betrieben, welche als gewerbliche im Sinne der über diese Entschädigung so leicht hinweggehen. Gewerbe- Ordnung anzusehen sind, finden neben den bestehenden Das Ergebnis der Abstimmung ist folgendes: Es beteiligen Herr Reißhaus sollte sich doch überlegen, ob er durch die schroffe reichsrechtlichen Vorschriften die folgenden Bestimmungen Anwendung fich 285 Abgeordnete, von den abgegebenen Stimmzetteln lauten: Art des Vorgehens, durch die Expropriation ohne Entschädigung, und zwar auf die Beschäftigung fremder Stinder die§§ 4 bis 11, 195 auf den Namen des Abgeordneten Grafen v. Ballestrem, sich die Bevölkerung der armen thüringischen Gegenden, wo die auf die Beschäftigung eigner Kinder die§§ 12 bis 16. 89 Stimmzettel sind weiß, einer lautet auf den Abgeordneten Ahl- ocialbemofrate, machen die blutarme Bevölkerung da hinten noch Landwirtschaft und im Gesindedienst beschäftigten Kinder in das Zündhölzer jest hergestellt werden, zum Danke verpflichte. Sie( zur Die Abgg. Bandert und Genossen beantragen, auch die in der Vicepräsident Graf Stolberg: Der Abgeordnete Graf Ballefirem viel ärmer. Bei ciner Partei wie der Jhrigen, begreife ich das nicht Gefeß einzubeziehen, und zweitens, den Unterschied zwischen fremden ist vom Reichstag fomit zum Präsidenten gewählt worden. Ich ganz. Eine wirkliche Hilfe kann dieser Bevölkerung nur durch den und eignen Kindern zu beseitigen. werde den Gewählten, der jetzt im Reichstag nicht an Bau zweier neuer Eisenbahnlinien, erwiesen werden, die es ermög wesend ist, fragen, ob er die Wahl annimmt, und werde lichen, daß neue Industrien dort eingeführt werden. Dann wäre die darauf noch im Laufe der Sigung zurüdkommen. ganze Industrie mit einem Schlage beseitigt. Auf diese Angelegenheit Es folgt der zweite Gegenstand der Tagesordnung: Erfte und werde ich beim Etat der Reichs- Eisenbahnverwaltung zurückommen. eventuell zweite Beratung des zwischen dem Reiche, Italien und( Beifall bei der Freisumigen Vollspartei.) der Schweiz geschlossenen Abkommen betreffend den gegenseitigen Patents, Muster- und Markenschuh. wardt.( Heiterfeit.) Staatssekretär Graf Posadowsky: Abg. Zehnter( C.) erklärt sich mit der Ueberweisung der Vorlage an eine Kommission einverstanden. Die Erledigung der Vorlage hängt davon ab, ob es richtig ist, was die Motive jagen, daß die Regierung im Besitz einer neuen Zündmasse ist, die zum Ersay dienen kann. Abg. Wurm( Soc.): das 40 Abg. Gamp( Rp.): Ich habe in der ersten Lesung zwei BeHauptungen aus dem Buche des Lehrers Agahd über die Tändliche Kinderarbeit als, frivole Verleumdungen bezeichnet. Herr Agahd hat darauf nachgewiesen, daß jene Be hauptungen nicht von ihm selbst herrühren, sondern der vorliegenden Litteratur entnommen sind. Ich halte fomit den von mir erhobenen Vorwurf gegenüber dem ursprünglichen Autor jener Behauptungen aufrecht." Das Buch Agahd's arbeitet vielfach mit starken Uebertreibungen. Staatssekretär Graf Posadowsky: Das Haus hat seiner Zeit den verbündeten Regierungen die Vollmacht erteilt, dem inter nationalen Abkommen betreffend den Schuß des gewerblichen Eigen Zum Beispiel wird der Sütejunge" von Herrn Agahb mit tums beizutreten, allerdings mit der Voraussetzung, daß zunächst den Worten charakterisiert: Müßiggang, Roheit, Sinnlichkeit, Tierfämtliche beteiligten Staaten ihrerseits dem Beitritt zustimmten. quälerei" usw. Das Urteil der in erster Linie berufenen Beurteiler, Da aber nur noch einige Staaten von geringerer Bedeutung wie einverstanden. Wir hoffen, daß die Mitteilungen der Re- diesen wird das ganze Buch des Lehrers Agahd als übertrieben Auch wir sind mit der Verweisung an eine Sommission der Geistlichen und Kreisschulinspektoren, lautet ganz anders. Von Spanien, Serbien und Brasilien dem Abkommen nicht beigetreten gierung über die Verwertbarkeit des neuen Zündstoffes sich als richtig und entstellt bezeichnet. Agahd habe aus dem ihm zugegangenen jind, bitte ich Sie, Ihrerseits den Beitritt zu genehmigen. eriveisen. Meine Freunde, die bereits zu Beginn dieser Material nur das Ungünstige herausgenommen und generalisiert. Abg. Gamp( Np.) bittet um Zustimmung zu dem Abkommen. Abg. Dr. Müller- Meiningen( frs. Vp.) bezeichnet die beiden Legislaturperiode einen Antrag auf Verbot des Seine Angaben über den großen Umfang der Hütethätigkeit jeien Ein Brief eines Pfarrers nennt das Konventionen als bedeutende Fortschritte. Ginige„ Unstimmigkeiten", daß eine gesundheitsschädliche Fabrikationsart verüten eine der schönsten und gesundesten Beschäftigungen des Landdie darin enthalten feien, ließen sich nicht mehr beseitigen. Redner boten werden muß ohne Rücksicht auf die Schädigungen, lebens. fragt den Staatssetretär, wie weit die Verhandlungen mit der die etwa für die Fabrikanten dadurch entstehen könnten. Der Pfarrer erzählt, wie er sich oft zu den Die hütenden Schweiz über die Gestaltung der Patentierungsbestimmungen ge- offizielle Statistit hat uns über den Umfang der Phosphornetrofe gefungen habe, wie die Mädchen einen Seran 3 gewunden Kindern gefegt, mit ihnen Lieder diehen sind. völlig im Stich gelassen. Es ist jetzt durch Sachverständige fest- haben und die Knaben dem Fluge eines Habichts mit Staatssekretär Graf Posadowsky: In der Schweiz können nach gestellt worden, daß die Phosphornetrose nicht nur eintritt, den Augen gefolgt find. Wenn dann den Kindern die der jetzt dort geltenden Patent- Gesetzgebung nur solche Erfindungen während die Arbeiter noch in dem betreffenden Betriebe beütescenen der Bibel aus dem Leben der Patriarchen. patentiert werden, die durch Modelle darstellbar sind. Die schweizerische Regierung scheint aber die ernste Absicht zu haben. lebertritt zu einem andern Beruf. Die amtliche Statistik zeigt jich den Kindern früh die eigenartige Poesie des schäftigt find, fondern oft noch viele Jahre nach ihrem wie Abrahams und Josephs, dargestellt werden, so den Patentschutz auf alle überhaupt gewerblich verwertbaren Gr( Zuruf bei den Socialdemokraten.) Ich finde für findungen auszudehnen.( Hört! hört!) Das zur Durchführung dieser führt mir einen Teil der Erkrankungen an Phosphornetrose auf. Der anblebens. Maßnahme erforderliche Referendum wird bei der Gerechtigkeitsliebe, veil die Kranken nicht nur in den betreffenden Betrieben beschäftigt tarische Ausdrücke zu gebranchen habe ich keine Luft.( Erneute Zugrößte Teil entzieht sich der öffentlichen Kenntnis Jure Zurufe feinen parlamentarischen Ausdruck, und unparlamen die das schweizerische Volt auszeichnet, unzweifelhaft zu Gunsten find. Im so energischer muß die Gesetzgebung eingreifen, um diefem rufe bei den Socialdemokraten. Bicepräsident Graf Stolberg bittet dieser Reform ausfallen.( Bravo!) Die Frage wird also in einer Glend ein Ende zu machen. Es bleibt nur die Frage, ob ein ge- den Redner nicht zu unterbrechen.) In Hinterpommern, das Sie( zu für beide Teile durchaus befriedigenden Weise gelöst werden. Die beiden Abkommen werden in erster und zweiter Beratung Vorgehen der Regierung ist ein sehr anerkennenswertes. Sie hat sich wird von den Ortsschulbehörden die Erlaubnis zum Hüten den nügender Ersatz für den weißen Phosphor bereits gefunden ist. Das den Socialdemokraten) als das schlimmste Land hinzustellen lieben, genehmigt. darum bekümmert, wie man eine bessere Zündmasse findet. Es wäre Stindern nur erteilt, wenn feine fittliche Gefährdung der Kinder zu Es folgt die erste Beratung des Entwurfs eines Geschr wünschenswert, wenn sie auch auf allen andren Ge- befürchten ist. Der Staat sorgt dort schon ausgiebig für den Schutz fetes betreffend Phosphor- 3ündwaren. bieten, auf denen die Gesundheit der Arbeiter ge- der Kinder und wenn die bestehenden Maßnahmen nicht ausreichen, fährdet wird, in energischer Weise selbständig vor- so kann auf dem Wege der Verordnung weiteres verfügt werden. Es ob Es handelt sich allein darum, Dieser Gefeßentivurf trägt einen vorwiegend socialpolitischen ginge von liegt fomit feine Veranlassung vor, diefen Gefeßzentwurf auf die Verfahren sich bewähren Charakter. Es ist im Reichstage wiederholt angeregt worden, die der Regierung geprüfte wird. ländliche Stinderarbeit auszudehnen.( Beifall rechts.) daß die Zündmasse zwar δα Herstellung und den Vertrieb von Phosphorhölzern, die mit gelbem Ein wichtiger Einwand, wäre, Abg. Wurm( Soc.): fehr brauchbar ist, aber nach längerem Phosphor hergestellt sind, ganz zu verbieten. Im Interesse der im Augenblic Die Rede des Herrn Gamp lang in eine Aufforderung an die Streichholz- Industrie hat man aber bisher davon abgesehen und nur Lagern verfagte. Das Beispiel, das Frankreich mit seiner staatlichen preußische Regierung aus, die Kinder nach wie vor der Ausbeutung in den Jahren 1884 und 1893 gewisse Vorsichtsmaßregeln angeordnet. Zündholzfabritation uns giebt, muß immerhin bedenklich machen. der Landwirtschaft zu überlassen. Wenn Herr Gamp gegenüber dem Die Erfahrung hat aber gelehrt, daß auf diesem Wege das von den Selbst eine kleine Verteuerung der Zündhölzer wäre mit in Kauf zu Gewährsmanne Agahds den Vorwurf der Verleumdung erhebt, so verbündeten Regierungen und dem Reichstag gemeinsam erstrebte nehmen. Die organisierte Arbeiterschaft hat sich hat er damit die evangelische Geistlichkeit der Provinz BrandenZiel nicht 31 crreichen ist. Auch in den beftgeleiteten wiederholt mit unserem Borgehen einverstanden burg der Verleumdung geziehen. Denn Herr Agahd beruft sich Fabriken find schwere Fälle von Nekrose vorgekommen, trop erklärt auf die Gefahr hin, eventuell die Zündhölzer etwas teurer für jene Stellen seines Buches ausdrücklich auf ein Citat aus einem der peinlichsten Beobachtung aller Vorsichtsmaßregeln. Go bezahlen zu müssen. Die zweite Frage ist die: Was soll mit Werte über die geschlechtlich- fittlichen Verhältnisse in jener Provinz. Tange überhaupt der Vertrieb von Phosphorzündhölzchen aus diesen Industriellen geschehen? Hier entrollt sich das von einem evangelischen Pastor auf Grund von Angaben seiner weißem oder gelbem Phosphor erlaubt ist, kann man es nicht ver- uns ein Bild furchtbaren Jammers. Zu den ärmsten Gegenden Amtskollegen bearbeitet worden ist. Nachdem Herr Gamp seine hindern, daß in der Hausindustrie contra legem die Fabrikation Deutschlands wird die Bevölkerung, die ohnehin schlecht genährt und vertreffliche Rede bei der ersten Lesung gehalten hatte, hat noch ein von weißem Phosphor vorgenommen wird gerade dort aber, in wenig Lebensfreude hat, durch die Not dazu getrieben, sich einer andrer evangelischer Geistlicher in der Frant Räumen, die vielfach auch als Wohn- und Schlafräume der Familie Fabritation zuzuwenden, die Leben und Gesundheit unerbittlich zerfurter Zeitung" Witteilungen über die Lage der in der Landdienen, werden die gesundheitsschädlichen Folgen dieser Fabrikation stört. Es sind besonders zahlreich junge Mädchen von 18-20 Jahren wirtschaft beschäftigten Stinder in Heisen gemacht. Herr Gamp besonders verhängnisvoll. Nun lag die technische Schwierigkeit darin, dabei, denen mit 21 Jahren bereits vielfach das Gesicht vollständig wird hoffentlich jest nicht wieder behaupten wollen, daß ich mich daß man keinen Zündstoff hatte, der fich leicht genug ent- cniftellt, der Unterliefer weggefressen und die Nase zerstört ist. zum Zwischenträger von Verleumdungen mache, ivcitit ich zündete, un auch bei unsrem weichen, in Deutschland wachsendem Principiell eine Entschädigung für Fabrilanien und auch für die Aeußerungen jenes hessischen Landpfarrers wiedergebe. DaNadelholz brauchbar zu fein. Die schwedischen Zündhölzchen Arbeiter zu gewähren lehnen wir ab. Würden wir hier den werden mit hartem Holz hergestellt, das in Deutschland nur ganz& abrikanten eine Entschädigung gewähren, die so gut sind, nach werden Kinder im Alter von 11-12 Jahren förmlic zu Landwirtschaftlichen Diensten vermietet. Die vereinzelt wächst. Es mußte ein Zündstoff erfunden werden, leicht nicht mehr durch Verwendung von Phosphor das Leben ihrer Arbeiter Schule wird neben dieser Arbeit nur als ein notwendiges Uebel genug entzündlich, daß bei der Reibung auch unsre weichen Nadel- au gefährden, so hätten wir 3. B. auch bei Einführung des betrachtet. Der Pfarrer fagt, man möchte weinen, wenn man die hölzer nicht brechen. Nun hat uns ein Unternehmer das Patent Ifstundentages für Arbeiterinnen die Untercines derartigen Zündstoffes vorgelegt, der untersucht und als den nehmer entschädigen müssen, die bisher Arbeiterinnen müden, abgespannten Kinder schon in den ersten Schulstunden mit ansehen muß. Die sittlichen Verhältnisse zu stellenden Anforderungen genügend befunden worden ist. Dies über 11 Stunden beschäftigten. Auf diese Weise wäre ein Arbeiter in den Schlafstuben dieser Kinder find so, daß in ihnen jedes Batent wollen wir erwerben und den Zündholzfabrikanten ohne Ent- fchutz überhaupt nicht möglich. In der Kommission wird vor allem die Berechtigung der den werden dem„ Hamburger Fremdenblatt" aus dem jüdSchamgefühl ertötet werden muß. Aehnliche schlimme Verhältnisse schädigung zur Verfügung stellen. Das neue Zündholz wäre an jedem Gegenstand entzünd- Unternehmern gewährten starenzzeit zu prüfen sein. Nach der lichen Schleswig berichtet. Die Schultinder erhalten von den bar, fogar, wie das der Arbeiter liebt, an den Kleidern; ferner Vorlage der Regierung sollen noch vier Jahre lang Arbeiter ländlichen Besitzern nur die Hälfte des Lohnes der schulentlaſſenen wäre das Zündholz aus einheimischem Nadelholz herstellbar. Ich in dieser Industrie beschäftigt werden dürfen. Das ist eine viel Sinaben, haben aber dabei die gleiche Arbeit zu leisten. hoffe, der Heichstag wird einstimmig der Vorlage beitreten. Die 3u lange Frist, zu der gar kein Grund vorliegt, namentlich Deshalb bevorzugen die Gutsbesiger die noch schulpflichtigen Kinder. wenn das neue Verfahren sich bewährt. Wir hoffen, daß wenn das Forderung der Interessenten auf Gewährung einer Entschädigung haben wir nicht als berechtigt an Gesetz in der Kommission noch in dieser Seffion erledigt ist, die schnell erledigt werde, unsre Anträge wieder eingebracht, ertennen tönnen. Wenn wir dahin tämen, jedem Fabrikanten, Regierung den Termin des Intrafttretens möglichst abkürzen wird. daß das Gesetz ausgedehnt werde auf die in der Landwirtschaft und dem Aenderungen in seinem Fabritbetriebe auferlegt werden, Ent( Bravo! bei den Socialdemokraten.) im Gesindedienst beschäftigten Kinder. Die Zahl der in der Landschädigung zu gewähren, dann müßten wir den Teil unsrer Socialvolitik preisgeben, der die Sicherung von Leben und Gesundheit der Arbeiter bezwvedt. Abg. Dr. Endemann( natl.): Der Gefeßentwurf bedeutet, so furz er ist, einen ungeheuren Eingriff in eine blühende Industrie. Meine Freunde wünschen die Ueberweisung der Borlage an eine Kommission von 21 Mitgliedern. Dort wird auch das von dem Herrn Staatssekretär erwähnte Patent zu prüfen fein. Der hygienische Standpunkt ist ja zweifellos der wesentliche und ausschlaggebende und von diesem Standpunkt aus muß man vollkommen mit der Vorlage einverstanden sein. Vicepräsident Büsing: Ich sehe mich veranlaßt, die Berhand lungen auf furze Zeit zu unterbrechen. Wie Sie sehen, ist Graf Ballestrem im Hause anwesend. Ich richte an denselben die Frage, ob er die auf ihn gefallene Wahl zum Präsidenten des Reichstages annimmt. " damit Abg. Münch- Ferber( natl.): Meine Freunde betrachten die Bor- wirtschaft beschäftigten Kinder ist sehr groß und auch sie haben lage als einen weiteren Stein in dem Gebäude der Vollswohlfahrt, ein Recht als Menschen behandelt zu werden.( Sehr an dessen Fertigstellung noch viel zu arbeiten ist. Bereits 1879 hat wahr! bei den Socialdemokraten.) Das was der Gewährsmann der Reichstag eine Resolution im Sinne der Vorlage angenommen. des Herrn Gamp erzählt, glaube ich ja, aber ist Bei der Phosphornekrose handelt es sich nicht so sehr um die nur erwiesen, daß jener Herr Pastor nichts gesehen hat. auch socialpolitische Blinde, aber Anzahl der Fälle als um die Schrechnisse der Krantheit. Diese vor um giebt es bekanntlich fanız man sich natürlich nicht richten. allem veranlassen uns, dein Verbot der Phosphorzündhölzer- Fabritation nach den Blinden zuzustimmen, wie es bereits in den Niederlanden, Dänemark und Die Schulinspektoren, die Pfarrer aller konfessionen. die mit offenen Augen durch das Land gehen, der Schweiz ausgesprochen ist. sid Abg. Dr. Wiemer( frf. Bp.): Die Erkrankungen an Phosphor- fagen, daß die Ausbeutung der Kinder auf dem Lande nefrose finden sich weniger in den Fabriken als in der Haus ebenso schlimm ist wie in der Stadt. Ein Sanitätsindustrie. In einem Orte meines Wahlkreises, Beneckenstein, wo rat in der Graudenzer Gegend berichtet, daß ihm die Hütejungen die Zündholz- Fabrikation durch mehrere Fabriten vertreten ist, ist durch ihre besonders elende törperliche Entwicklung sofort als solche seit 1882 tein Fall von Phosphorneiroje vorgekommen. Was das von den andern Kindern kenntlich sind.( Hört! hört! bei den neue Patent betrifft, so herrscht in Fabritantenfreifen die Befürchtung, Socialdemokraten.) Nicht nur die Aerzte, sondern auch alle daß der neue Stoff leichter zur Explosion neigt als der frühere. Die Lehrer feien gegen diese Art der Beschäftigung. Die Erklärung des Herrn Staatssekretärs wird ja um etwas beruhigend Kinder müßten zum mindesten vorher untersucht werden, wirken. fie einer Was die Entschädigungsfrage betrifft, so bin ich der ob folchen Arbeit Abg. Graf Ballestrem: Meine Herren! Sie haben mich am gewachsen sind. Beginn dieser Sizung wieder mit einer sehr großen Meinung, daß eine billige Entschädigung in diesem Falle doch Derselbe Sanitätsrat weist auch, indem er von dem Mangel an Majorität zum Präsidenten dieses Hauses gewählt und mir berechtigt wäre, da es sich um die direkte Vernichtung einer Arbeitskräften als Grund der Beschäftigung von Kindern spricht, damit Ihr unverändertes Vertrauen in der Mehrheit dokumentiert. Industrie handelt. Die einzelnen Punkte werden ja in der Kom- auf die wahre Ursache hin, weshalb Sie( nach rechts) fich so gegen die Beseitigung der Kinderarbeit auf dem Lande sträuben. Nicht Ich spreche Ihnen dafür meinen tiefgefühlten Dant aus und nehme, mission näher zu prüfen sein. auf dieses Vertrauen gestüßt, das mir von Ihnen übertragene Amt wieder an( Lebhaftes Bravo! bei der Mehrheit.) und werde es nach wie vor nach bestem Wissen und Gewissen zu handhaben bestrebt sein. Abg. Dr. Müller- Meiningen( fri. Vp.): Der Abg. Reißhaus( Soc.) schließt sich den Ausführungen des Abg. im Interesse der Kinder, weil das Viehhüten eine so Wurm an. Eine Entschädigung der Arbeitgeber ist in diesem Falle idyllische Beschäftigung ist, treten Sie für die Beschäftigung der nicht angebracht, da es sich nur um eine Alenderung in der Pro- Kinder ein, sondern weil sie in ihnen billige und willige Arbeitsduktionsweise handeli. Man hat auf die Entschädigung der träfte haben zum Ersatz der erwachsenen Arbeiter, die Sie durch Privat Postanstalten verwiesen. Dort wurden auch die niedrige Löhne und schlechte Behandlung verjagen.( Sehr wahr! Die Phosphornekrose ist durchaus nicht sofort bei Beginn der Arbeiter und Angestellten entschädigt, weshalb wir damals schließlich bei den Socialdemokratem) Sehr schädlich für die törperliche Erkrankung zu erkennen. In dieser Beziehung fann ich mich auf für die Entschädigung eintraten. Entwickelung der Kinder ist auch das Rübenziehen. die früheren Verhandlungen berufen. Immerhin habe ich der Vor- Den Ausführungen des Abg. Müller- Meiningen bezüglich des deutsche Handelstag weist in einer Betition gegenüber der Behauptung Tage gegenüber einige Bedenken. Die Fabrikanten werden ge- Eisenbahnbaues kann ich mich vollinhaltlich an- des Staatssekretärs Grafen Posadowsky, daß das Rübenziehen eine schädigt, wenn man ihnen den Betrieb einfach wegnimmt, und diese schließen. Es ist durchaus wünschenswert, daß die Regierungen leichte Beschäftigung sei, darauf hin, daß das Rübenziehen und Schädigung überträgt sich auf die ganze Gegend, soweit sie an die um ihre Eristenz schwer ringende Bevölkerung des Meininger Kartoffelhaden sehr viel Kraft in Anspruch nimmt und beder Fabrikation beteiligt ist. Abgeschafft ist ein Betrieb fehr Oberlandes durch den Bau von Eisenbahnen unterſtüßt. Gerade fonders wegen des häufigen Büdens dem kindlichen bald, und es ist sehr schwierig, sich in einen neuen Betrieb einzu- das Gegenteil aber geschieht. Während die Bevölkerung eine Bahn Körper fehr wenig zuträglich ist. Das find arbeiten. Ueber das Ersaymittet, das die Regierung bietet, von Schalau über Eisfeld nach Sonneberg für notwendig häft, Urteile von Faltoren, denen Sie sonst Ihre Achtung nicht = Abg. Engelbrecht( ft.) bleibt auf der Tribüne fast vollkommen Boden zu sprechen und als erstrebenswertes Ziel hinzustellen, daß unverständlich. Er scheint über die Entschuldung von Grund und die deutsche Getreidekonsumption im Falle eines Krieges vom Ausland unabhängig sei. Landwirtschaftsminister v. Podbielski: bersagen, nur wenn sie in Ihre Erwerbsintereffen ein- Iwirtschaft im großen Stil vorzunehmen.( Leb- Abg. Schmit- Düsseldorf( C.) tritt für die Erhaltung bes greifen, dann find dieselben Leute nicht mehr maßhafte Bustimmung im Centrum und rechts.) Es kommt hier Eichenschalwaldes und einen hohen Quebrachozoll gebend für Sie und Sie berufen sich auf das Zeugnis eines z. B. in Betracht die Hebung des Handwerts auf dem ein. Mit dem Zolltarif sei für die Landwirtschaft ein erheblicher beliebigen Herrn Pfarrers, der etwas nicht gesehen hat. Ein einziger ande und die Ausgestaltung der Verkehrswege, speciell der Eisen- Vorteil erzielt worden. Seine Freunde ständen samt und sonders Fall aber, bei dem man solche Mißstände sieht, wiegt tausend Fälle bahnen auf dem Lande. Hier sollte der Landwirtschafts- Minister auf dem Standpunkt des Herrn v. Kardorff. Das Centrum werde von denen auf, die nichts gesehen haben, weil sie entweder un intensiv auf den neuen Eisenbahn- Minister einwirken. so lange gegen den Bund der Landwirte Front machen als dieser in fähig sind oder sich keine Mühe geben, etwas zu sehen. Die immer wiederholte Behauptung des Abg. Gothein, daß die die bäuerlichen Vereine des Westens einzubrechen trachte, diese Professor Dr. Hoppe hat im Auftrage des Bölle die Preise der Lebensmittel verteuern, wird durch Wieder- Organisationen zu stören suche. Das Centrum fönne keine rein preußischen Medizinalrats den Regierungsbezirk Gum holung nicht wahr. Das Primäre ist die Produktion, erst das agrarische Partei sein, es müsse allen Berufsständen Rechnung binnen bereist und darüber amtlich zu Protokoll gegeben, daß die Sekundäre die Konsumtion. Die Lebenshaltung der tragen, deshalb ergab sich die bittere Notwendigkeit, den Zolltarif Gutsbesitzer die von ihm angeregte energische Bekämpfung der Arbeiter ist am besten dort, wo die Lebensmittel anzunehmen. Granulose nicht mitmachen wollen, weil dann die Kinder eine am teuersten sind, wie in den Industriecentren. Das Abg. Frhr. v. Zedlik( ff.) bestreitet gegenüber dem Abg. v. OldenZeitlang von der Arbeit ferngehalten würden.( hört! hört! beweisen die Thatsachen. Freiherr v. Wangenheim hat gegenüber burg, daß Zolltarif und Obstruktion nicht zusammengehörten. Es bei den Socialdemokraten.) Hier ist unwiederleglich den Bauernvereinen eine direkt feindliche Stellung eingenommen. habe sich im Reichstage herausgestellt, daß eine Mehrheit zur Niedernachgewiesen, was für ein Geist bei den Guts Nachdem die Bauernvereine alles so schön organi- werfung der Obstruktion nicht vorhanden war, ohne daß vorher eine befizern herrscht. Deshalb haben wir unsern Antrag auf fiert hatten, daß niemand es besser machen konnte, da kam der Verständigung über den Zolltarif selbst bei der Mehrheit erfolgt Einbeziehung der in der Landwirtschaft beschäftigten Kinder gestellt. Bund der Landwirte und wollte dasselbe machen. war. Deshalb hätten alle die politisch klug und patriotisch ge= Mit dem Entwurf der Regierung wird nur ein halber Schritt Die Bauernvereine genügen völlig zur Wahrnehmung der landwirt- handelt, die dem Antrag v. Kardorff zugestimmt haben. Redner gethan. Alles, was für die in der Industrie beschäftigten schaftlichen Interessen. Der Bund der Landwirte ist ein warnt vor agrarischen lebertreibungen, die Landwirtschaft brauche Kinder gilt, gilt auch für die in Landwirtschaft unfaßbares Ding. Ich verweise auf seine Haltung im das Vertrauen zur Regierung durchaus nicht zu verlieren. beschäftigten Kinder.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Parlament in der Zolltariffrage. Der Vorstand des Bundes der Abg. Goldschmidt( frs. Vp.) nagelt die Bemerkung des Abg. Nun kommen Sie wieder mit Ihrer alten Ausrede: Man schädige Landwirte hat sich gegen den Zolltarif erklärt. Trotzdem hat die v. Kardorff vom gestrigen Tage fest, daß nach Aufhebung des ja nicht nur die Interessen der Arbeitgeber, sondern auch die der Mehrzahl der im Reichstage fizenden Bundesmitglieder Identitätsnachweises die volle Höhe des Getreidezolles Arbeiter, da der Erwerb der Eltern verkleinert würde. für den Bolltarif gestimmt! Wir werden uns burch die über- im Inlandpreise zum Ausdruc tomme. Redner geht Aber die sociale Gesetzgebung muß fortschreiten ohne Rücksicht darauf, triebenen Forderungen des Bundesvorstandes nicht von einem ruhigen auf die Getreidezollfrage näher ein und weist nach, daß die jebige daß vielleicht durch den Mißbrauch, der jetzt mit der Kinderarbeit Eintreten für die Interessen der Landwirtschaft abhalten lassen, Bollpolitik nur die Grund- und Bodenpreise in die Höhe treibe und geübt wird, einige Eltern geringe Vorteile haben. Die Landwirtschaft, der ebensowenig wie wir uns durch die einseitige und engherzige Haltung dadurch die Lage der Landwirtschaft fortgesezt verschlimmert werde. man eben erst Millionen in den Schoß geworfen hat, wird das kleine der Socialdemokratie, die sich als alleinige Vertreterin der Arbeiter- Die jeßige Bollpolitik fördere nur den Großgrundbesis, Opfer des Verbots der Kinderarbeit schon ertragen können.( Bu- intereffen aufspielt und permanent unerfüllbare Forderungen stellt, nicht den bäuerlichen Besit.( Rufe rechts: Sie verstehen ja stimmung bei den Socialdemokraten.) Eine ganze Reihe von In- davon abhalten lassen, auf dem ruhigen, sicheren Wege von der Landwirtschaft gar nichts! Heiterkeit.) Dieser Vorwurf ist nicht validen, die ihren Beruf aus irgend welchen Gründen nicht mehr er- fortzuschreiten und für die Arbeiter zu erstreben, was irgend neu, er ist so abgebraucht, daß er keinen Eindruck mehr auf uns macht. füllen können, würden auf dem Laude leichte Beschäftigung finden, möglich ist. Die Landwirtschaft hatte ein wesentliches Interesse Wir lassen uns dadurch nicht abhalten, unsre Meinung zu sagen, wenn ihnen die Kinderarbeit nicht so große Konkurrenz machte. Die daran, daß der Zolltarif in der Form angenommen wurde, wie wir wenn sie auch den Vertretern des Großgrundbesizes nicht gefällt. Gesetzgebung muß auch die Kinder vor den eignen Eltern schüßen, ihn formuliert haben. Wenn es nach dem Willen des Freiherrn( Sehr gut! links.) Die Mehrheitsparteien spielen eine Komödie, Das ist ja Ihre( nach rechts) famose kapitalistische Wirtschafts- v. Wangenheim gegangen wäre, hätte die Landwirtschaft gar nichts wenn sie es so darstellen, als sei für die Landwirtschaft mit dem ordnung, die den Kampf aller gegen alle zur Folge hat, sogar den bekommen. Das wußte auch der Freiherr v. Wangenheim, denn er Bolltarif nichts gethan. Der Zolltarif ist so agrarisch, daß man Kampf der Eltern gegen die eignen Kinder.( Unruhe rechts.) Wir hat einmal von sich selbst erklärt:" Dumm bin ich nicht!"( Große mit ihm taum zu Handelsverträgen kommen werde.( Beifall links.) wollen die Kinder gegen alle Ausbeutung und Verelendung schüßen. Heiterfeit.) Es ist kein Kunststück, in agitatorischer Weise für einen Abg. Dr. Hahn( B. d. 2.) polemisiert gegen die Abgg. Schmit nehmen Sie deshalb unsre Anträge an.( Lebhafter Beifall bei den 7,50 Mark- Getreidezoll einzutreten. Ich hätte leicht für 10 M. ein- und Goldschmidt. Frhr. v. Jedlis habe sich hier als freiwilliger Socialdemokraten.) treten fönnen und wäre dann dem Freiherrn v. Wangenheim noch Regierungskommissar gezeigt. Die Regierung verdiene Abg. Dr. Zwid( fri. p.): Die Angaben des Lehrers Agahd über gewesen.( Heiterkeit im Centrum.) Herr v. Wangenheim hat nicht das Vertrauen der Landwirte, denn sie Beruhen auf authentischen Quellen. Er schöpft u. a. aus sich dann von andren die Kastanien aus dem Feuer holen lassen. habe die Wünsche der agrarischen Majorität des Feststellungen von Lehrervereinen der Provinz Pommern. Er selbst wünschte, wenn er es auch nicht zugestanden hat, das Zu- Reichstages nicht erfüllt. Dieser Regierung gegenüber Die fittlichen Gefahren, denen die in der Landwirtschaft beschäftigten standekommen des Kompromisses und hat, wenn auch nicht positiv, müsse der Reichstag fest bleiben. Nur so lasse sie sich etwas Kinder ausgesetzt sind, sind von glaubwürdigen Refo doch passiv zu seinem Zustandekommen beigetragen. Jetzt gehen abringen. Nach der letzten Erklärung des Grafen Pojadowsky sei es ferenten durchaus beglaubigt. Wir haben allen Anlaß, die Bundesführer nun im Lande herum und er klar, daß die Regierung Manchesterpolitit treiben der Beschäftigung der Kinder in den landwirtschaftlichen Betrieben, we den unzufriedenheit. Es läge mehr im Intereffe des wolle. Man sähe das ja auch im Verhalten der Regierung besonders in den Großbetrieben der Landwirtschaft, näher- Landes, die erregten Gemüter zu beruhigen als sie von neuem auf der Socialdemokratie gegenüber. Diese Partei werde zutreten. Gerade die Kinderarbeit auf dem Großgrund zuregen.( Lebhafte Zustimmung im Centrum.) Diejenigen, die nicht zielbewußt und energisch bekämpft. Die Rede Bebels habe keine besig muß eingeschränkt werden, während die Kinder- immer unerfüllbare Forderungen erheben und dadurch die Un- genügende Abwehr durch den Reichskanzler erfahren. Dieser suche beschäftigung auf den kleinen Gütern nicht so viele zufriedenheit schüren und Zwietracht unter den positiven schutz- allen mit Liebenswürdigkeiten zu begegnen. Die Landwirtschaft werde Gefahren bietet. Die Mißstände sind vorhanden und wir zöllnerischen Parteien erregen, versündigen sich schwer am Vater- bei den Wahlen gegen die Regierung Stellung nehmen. Es müßten müssen ihnen Einhalt thun, besonders in den Großbetrieben. Ich lande!( Lebhafter Veifall im Centrum, Unruhe rechts.) Männer gewählt werden, die die neuen Handelsverträge ablehnen. stimme in diesem Punkte durchaus mit meinem Vorredner überein und bin von der In diese Lage sei man zum guten Teil durch die VerständigungsNotwendigkeit eines gefeßlichen Eingreifens überzeugt. Trotzdem glaube ich, daß wir erst das politiker versetzt worden. vorliegende Gesez verabschieden sollen, itm hoffentlich in furzer Zeit ein besonderes Gesetz über den Schutz der Solche Worte, wie sie hier von einem Mitgliede des Hauses landwirtschaftlichen Kinderarbeit vorgelegt zu erhalten. Das hierzu gegen die Regierung geschleudert worden sind, können, wie Sie mir bisher vorliegende Material scheint mir trotz seiner Vortrefflichkeit auch Abg. Lüders- Gronau( ft.) bittet den Minister auf den Ausbau nachfühlen, von mir nicht unwidersprochen gelassen werden.( Sehr Es hat mich in meinem noch nicht auszureichen für eine gefeßliche Normierung. Wir brauchen des Eisenbahnnetzes auf dem platten Lande hinzuwirken. Die Land- richtig! im Centrum und links.) dazu eine noch sicherere Unterlage. Ich werde für den Antrag wirtschaft verdiene Förderung auch von dem Gesichtspunkte aus, daß tonfervativen Herzen tief gekränkt, solche Worte der Herren von der äußersten Linken stimmen, möchte aber dadurch mit ihr die Wehrkraft des Landes stehe und falle. Deshalb müsse hier hören zu müssen. Ich habe mein ganzes Leben Teineswegs das Zustandekommen des vorliegenden Gefeßentwurfes alles geschehen, um der ländlichen Bevölkerung ihre Zufriedenheit zu für die Landwirtschaft und ihre Förderung gegefährden. Ich betrachte den vorliegenden Entwurf nur als eine erhalten. tämpft, aber nach dieser Rede ist das Tuch zwischen mir und Abschlagszahlung und erwarte, daß die Regierung dem Werke des Abg. Funde( frs. Vp.): Ueber den Quebrachozoll hat dem Bunde der Landwirte zerschnitten. Nach solchen Kinderschuzes möglichst bald den Schlußstein einfüge.( Bravo! links.) Abg. Macco in nicht besonders fachmännischer Weise sich geäußert. Worten giebt es fein Rechten mehr von meiner Seite.( Sehr richtig! im Abg. Rösicke Dessau( fr. Vg.): Auch ich stehe dem Antrag Die Lederindustrie ist die drittgrößte Industrie in Centrum und links.) Ich verstehe nicht, was diese Rede veranlaßt hat? Baudert sehr sympathisch gegenüber. Da das Gesetz mit Deutschland. Auf Grund der Quebracho Einfuhr hat Warum diese Provokationen? Der dritte Vorsitzende des Bundes diesem Antrag aber nicht die Zustimmung der Mehrheit und des Bundes- fich diese Industrie in Deutschland in einer so bedeutsamen der Landwirte hat hier Worte gesprochen, die hoffentlich keinen rates finden würde, so werde ich nicht dafür stimmen. Den Lehrer Weise entwickelt, daß es geradezu ein Frevel wäre, die Art Widerhall in der ländlichen, sicherlich nicht in der konservativen In Volksversammlungen Agahd gebührt für seinwerk der Dank des ganzen deutschen an die Wurzel dieser Industrie zu legen. Wenn ein Quebracho- Bevölkerung des Landes finden werden. Voltes. Die scharfen Worte des Herrn Gamp können daran zoll von sieben Mark, das ist ungefähr 110-120 Prozent kann man mit beredten Worten über eine Situation hinwegtäuschen. ( Sehr richtig! nichts ändern. Ich hätte mich gescheut, folche Ausdrücke zu ge- des Wertes, wirklich durchgeführt wird, so wäre die erste Folge der Das geht doch aber in diesem hohen Hause nicht. brauchen gegenüber einem Manne, der seine Lebensarbeit an Ruin dieser Industrie, ohne daß die Schälwaldungen Deutschlands im Centrum und links.) Der Vorredner hat fortwährend 3olldies verdienstvolle Werk gesetzt hat. Aus Mannheim wird mir mit- fich auf ihren früheren Zustand der Prosperität zurückbringen lassen tarif und Handelsverträge zusammengeworfen, geteilt, daß Kinder im Alter von unter, sechs Jahren zum würden. Schon jetzt macht der amerikanische Schuh- Import der die Handelsverträge stehen doch aber noch gar fe ft. Pflücken des Hopfens verwandt werden. Diese Beschäftigung deutschen Industrie sehr starke Konkurrenz. Herr v. Wangenheim be- nicht Ich glaube, selbst der Reichskanzler wie sie ausvom frühesten Morgen bis in die Nacht hinein. atveifelte gestern die landwirtschaftlichen Kenntnisse meines Freundes tann heute noch nicht sagen, werden. Also das muß man abwarten. Nachts schlafen die Kinder mit Erwachsenen zusammen in Dr. Crüger. Aber er selbst hat in seinen Ausführungen über den sehen Räumen, deren Atmosphäre jeder Beschreibung Quebrachozoll nicht gerade den Befähigungsnachweis Quebrachozoll nicht gerade den Befähigungsnachweis erbracht, Bis heute habe ich gehofft, daß die besonnenen Elemente spottet. Oberhand gewinnen werden. Trotz aller schlimmen Mißstände müssen wir uns hier in Sachen der Lederindustrie mitzusprechen.( Heiterfeit links.) im Bunde der Landwirte die zunächst mit dem Erreichbaren begnügen. heute in Deutschland Eigentlich müßten doch Es giebt heute Leder Heute, nachdem ich diese provokatorische Rede gehört habe, ist diese fabrik mehr, die auch die Herren Socialdemokraten gegen den Antrag Baudert stimmen, nicht irgend welche erotische Zusätze, Hoffnung zu Schanden geworden. Der Reichsfanzler hat meistens weil auch sie doch in jedem Fall die Annahme des vorliegenden Gesetz- Es steht in Fachfreisen außer jedem Zweifel, daß in der Praris der schritt für die Landwirtschaft und die Regierung werde bei den ihrem zu Gerbstoffe hinzunähme. neulich unter Beifall hier gesagt: Der Zolltarif bedente einen Fortentwurfs wünschen. Allerdings habe ich leider nicht das Zutrauen ( Sehr Handelsverträgen durch die That beweisen, daß sie zu der Regierung, daß fie uns entgegen den Wünschen der Agrarier 7. Mart- Quebrachozoll nicht aufrecht erhalten werden kann. eine Ausdehnung des Kinderschutzes auf die landwirtschaftliche Arbeit richtig! links.) Die interessanten Aeußerungen des Abg. Herold gewillt fei, das Interesse der Landwirtschaft vorschlagen wird. Es ist ein starkes Stüd, wenn fürzlich die bewiesen, daß auch unter den Mehrheitsparteien jegt so ernsthaft zu vertreten. Das ist auch mein Standpunkt, Kreuz- Zeitung" die ganze fociale Geseggebung den etwas wie ein handels- und wirtschaftspolitisches den ich mit der ganzen Kraft meiner Persönlichkeit Konservativen und zum Teil auch dem Centrum zu Gewissen erwacht. Der Herr sagte, die Hauptsache sei jetzt, durchzusehen bestrebt sein werde.( Beifall.) gute schrieb, während alle übrigen Parteien, und insbesondere daß wir zu Handelsverträgen kommen. Die Differenzen, die jetzt bas liberale Großbürgertum, Gegner dieser Gesetzgebung gewefen unter den Schutzzöllnern felbft sich ergeben haben, laffen uns sein sollen. Wir sind für das Erreichbare auf socialem Gebiete wenigstens einigermaßen hoffen, daß auch hier die Dinge nicht so stets eingetreten. Auch in Bezug auf die Unterscheidung zwischen heiß gegessen werden, wie sie gekocht find.( Sehr gut! links.) Deseignen und fremden Kindern würden wir uns mit dem begnügen, halb hoffe ich auch, daß der 7 Mart- 3oll für Quebracho wesentlich Abg. Dr. Hahn( B. d. L.): Der Minister hat mich zu Unrecht was die Kommission beschlossen hat. Es ist doch anzuerkennen, daß herabgesetzt oder ganz beseitigt wird und daß die deutsche Leder- in einen Gegensatz zu den übrigen Rednern der Rechten gebracht. in dieser Beziehung die Vorlage von der Kommission verbessert industrie nach wie vor ihr Rohmaterial zollfrei vom Auslande Ich habe nichts andres gesagt, als was die Abgg. v. Wangenheim beziehen kann.( Beifall links.) und v. Oldenburg auch gesagt haben.( Sehr richtig! links.) Jch Abg. v. Oldenburg- Januschau( k.): Ich würde den Herrn Grafen muß es auch zurückweisen, agitatorisch oder provokatorisch gesprochen Nächste Sigung Freitag 1 hr.( Polen- Interpellation und Fort- Limburg- Stirun oder Grafen Kanig nie vorzuwerfen wagen, daß zu haben. Ich habe nur konstatiert, aus welchen Beobachtungen setzung der heutigen Beratung.) sie ihre Stimme zum Zolltarif gegen ihre innere Ueberzeugung ab- heraus ich das Vertrauen zur Regierung verloren habe. Das war gegeben hätten. Ebenso sehr beanspruche ich aber auch für mich, daß weder provokatorisch, noch agitatorisch.( Lachen links.) Dasselbe ich selbst nach bestem Wissen und Gewissen meine Stimme abgegeben was ich heute hier gesagt habe, ist im Reichstag oft gesagt worden, habe, nicht aber, wie Herr Herold meinte, zu einem agitatorischen ohne daß sich Herr v. Podbielski so aufgeregt hätte. Ich möchte Zweck. Diesen unkollegialischen Vorwurf des Herrn Herold weise ich auch feststellen, daß es eine Zeit gab, wo auch Herr ganz energisch zurück. Durch die Annahme des Bolltarifs v. Podbielski der Regierung fein Vertrauen entist fein glücklicher Zustand für die Landwirtschaft gegenbrachte. Ein Tischtuch, an dem der Minister v. Podgeschaffen. Wir haben keineswegs die Politik des„ alles oder bielski und der Bund der Landwirte gemeinsam saßen, giebt es benichts!" getrieben. Ich hätte eventuell für den Antrag v. Kardorff fanntlich schon seit vielen Jahren nicht mehr; es konnte also auch eintreten können, wenn die Bindung der Viehzölle beibehalten feins zerschnitten werden.( Heiterkeit.) worden wäre. Wenn auch das nicht zu erreichen war, so hätte wenigstens eine Herabseßung der Industriezölle er folgen müssen. Man hat gesagt, wir hätten va banque gespielt. Die Ertvägungen des Ministers über die Einführung einer Aber die Herren, die den Zolltarif angenommen haben, haben einen Schlachtvieh Versicherung könnten schneller zum Abschluß gelangen, Blancowechsel ausgestellt, und es fragt sich, was gefährlicher ist. Es als es in Wirklichkeit geschieht. Wenn Preußen mit der Förderung ist ja möglich, daß die Handelsverträge der Landwirtschaft ungünstig dieser Angelegenheit energisch vorangeht, werden die übrigen Bundes- werden und der Industrie günstig. Solche Handelsverträge müssen staaten bald nachfolgen. Die ewigen„ Erwägungen" entsprechen nicht wir ablehnen, denn die Landwirtschaft ist ihnen dann in den zehn preußischen Traditionen.( Sehr wahr! im Centrum.) Auch die Neu- Jahren ihrer Dauer nicht gewachsen. Sie ist im Mark trant. regelung der Jagdverpachtung ist dringend erforderlich. Die Be Abg. Frhr. v. Wangenheim( f.) tritt für die Erhaltung des Schäl- den 2. Februar, abends 8% Uhr, in den„ Arminhallen", Komvölkerung wünscht dringend eine generelle Neu- Ordnung aller waldes und einen hohen Quebrachozoll ein. Die Arbeiter, die mandantenstraße 20: Vortrag des Frl. Alice Salomon über„ Die auf das Jagdwesen bezüglichen Verhältnisse. Weiterhin dann eventuell in der Lederindustrie überflüssig würden, fämen Verkürzung der Arbeitszeit der Frauen". Gäste willkommen. bedarf das landwirtschaftliche Erbrecht einer gefeßlichen leicht in andren Industrien unter, aber den ruinierten Schälwald Unser diesjähriges Stiftungsfest findet Sonntag, den 15. Februar, Regelung, die in den verschiedenen Provinzen verschieden sein könne fein Gott zum Leben zurückerwecken. Redner polemisiert in den„ Arminhallen", Kommandantenstr. 20, statt. Aus dem reichund überall den herrschenden Volksempfindungen und Ueber- dann gegen den Abg. Herold und das Centrum. In einzelnen haltigen Programm heben wir hervor: Konzert, Recitation des Frl. Lieferungen Rechnung tragen muß. Darin würde auch ein richtiges Centrumsblättern würden geradezu schmußige Angriffe gegen den Luise Dumont vom Deutschen Theater, Mitwirkung eines DoppelMoment für die Entschuldung des landwirtschaftlichen Besizes liegen. Bund der Landwirte gerichtet. Er wisse sich bei seinen Ab- Quartetts( M. d. A.-S.-B.) und des Solojängers Herrn R. Pape, Redner verlangt ferner Weiterbildung des landwirt- stimmungen von unlauteren Motiven frei. Das Centrum solle den Reigentanz der Damen- Abteilung des Turnvereins Fichte". Billets schaftlichen Schulwesens. Die Landwirtschafts- Stampf gegen den Bund der Landwirte aufgeben, es werde agrarisch a 30 Pf. find in sämtlichen Zahlstellen sowie an den Vereinsabenden tammern sollen sich von politischen Tendenzen fern- fein müssen, oder es werde nicht mehr fein. Der Bund werde jetzt zu haben. Wir bitten die Mitglieder, sich rechtzeitig damit zu verhalten und belebend auf das landwirtschaftliche Vereinsivejen unter den fatholischen Bauern seine Aufklärungsarbeiten beginnen. fehen, da nur eine beschränkte Anzahl ausgegeben wird. Der Vorstand. Der neue Zolltarif nüge der Landwirtschaft nichts, dauert worden ist.( Beifall links.) Darauf vertagt sich das Haus. Schluß 6 Uhr. Abgeordnetenbaus. 9. Sigung, Donnerstag, 29. Januar. 11 Uhr. Am Ministertische: v. Podbielski. Die zweite Lesung des Landwirtschafts Etats wird fortgesetzt beim Titel„ Gehalt des Ministers". einwirken. Abg. Herold( C.): Quebracho, feine bedeutende Der Etat weist ja manche Ausgaben zur Förderung der Land- die Regierung habe neulich durch den Grafen Posadowsky im wirtschaft auf. Aber dem ganzen Landwirtschafts- Etat fehlt der Reichstag der Landwirtschaft gefagt, daß sie auch berechtigte Fordegroße Zug!( Lebhaftes Sehr richtig! im Centrum und rechts.) Da rungen immer schwerer bewilligen fönne. Diese Worte fennzeichneten wäre es die Aufgabe eines Landwirtschafts- Ministers, endlich die Situation flarer als alles andre. Von der Regierung fei für einmal einzugreifen und eine Förderung der Land: die Landwirtschaft nichts mehr zu hoffen.( Beifall rechts.) Abg. Hirth( f.) bespricht das landwirtschaftliche Schulwesen. Die Diskussion wird hierauf durch einen Schlußantrag geschlossen. Bersönlich bemerkt Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sigung Freitag 12 Uhr.( Fortsetzung der Etatsberatung. Außerdem Antrag Langerhans betr. die Feuerbestattung.) Schluß 4 Uhr. Hus der Frauenbewegung. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, Briefkaften der Redaktion. M. Silver. 2. Erkundigen Sie sich bei der Redaktion der„ Fachseitung für Schneider" nicht Engel- llfer 15, sondern köpniderstr. 32. G. D. Zu unserm Bedauern: nein. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, 30. Januar. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Lohengrin. Schauspielhaus. Die Welt, in der man fich langweilt. Neues Opern- Theater. Geschlossen. Deutsches. Monna Vanna. Berliner. Alt- Heidelberg. Leffing. Der blinde Passagier. Neues. Die Fliege. Residenz. Lutti. Thalia. Charleys Tante. Vorher: Cassis Pascha. Westen. Die lustigen Weiber von Windsor. Central. Madame Sherry. Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Das Land Tirol. Im Hörsaal um 6 Uhr: Dr. Donath: Einführung in die Wechselstrom- Erscheinungen. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Panoptikum Friedrichstrasse 165. Wilhelm Busch Belle Alliance Theater. Am Tele- Neu! phon. Hierauf: Cupido u. Cie. D Anfang 8 Uhr: Schiller O.( Wallner Theater.) Ein Ehrenwort. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Esther. Zwei Eisen Theater.) im Feuer. Carl Weiß. Familie Humbert. Luisen. Der Fechter von Ravenna. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Buntes. System Aubert. Kleines. Nachtasyl. Trianon. Die Liebesschaukel. Casino. Ehrliche Arbeit. Specialität. Apollo. Specialitäten.- Frau Luna. Palast. Auf hoher See. Specialitäten. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Steidl. Steidl- Sänger. Passage- Theater. Specialitäten. Paffage- Panoptikum.Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Das Land Tirol. Dr. Im Hörsaal um 6 Uhr: Donath: Einführung in die Wechselstrom- Erscheinungen. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Central- Theater Abends 7%, Uhr: Madame Sherry. Morgen und die folgenden Abende: Dieselbe Borstellung. Sonnabend, den 31. Januar 1903, nachmittags 4 Uhr, halbe Preise. Jeder Besucher ein Kind frei. Jedes Kind erhält ein Geschenk. Schneeweisschen und Rosenrot. Weihnachtsmärchen mit Gesang und Tanz in 4 Bildern. 1. Bild: Der verzauberte Bär. 2. Bild: Der böse Geift. 3. Bild: Am Weihnachtsabend. 4. Bild: Die Erlösung. Sonntagnachmittag 3 Uhr, halbe Breise: Die Geisha. Abends 7, Uhr: Madame Sherry. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Anfang 7%, Uhr. Heute und folgende Tage: Charleys Tante. Vorher: Cassis Pascha. Guido Thielscher als Charleys Tante. Sonntagnachmittag 3 Uhr Kleine Preise: Egmont. Am 6. Februar zum erstenmal: Der Kamelienonkel. Bosse mit Gesang u. Tanz v. Leon Leipziger. Luisen- Theater. Zum erstenmal: Der Fechter von Ravenna. Anfang 8 Uhr. Morgen: Die Maschinenbauer von. Berlin. Sonntagnachmittag 3 Uhr zu fleinen Preisen: Die Maschinenbauer von Berlin. 8 Uhr: Die Tochter Belials. Belle- Alliance- Theater. Alle Abend 72 Uhr: Am Telephon. Drama in zwei Aufzügen. Gegen 8, Uhr: Cupido& Cie. Schwank mit Ges. u. Tanz in 3 Atten. Sonntag, den 1. Februar, nachmittags 3 Uhr, bei kleinen Breisen: Der Dornenweg. Schauspiel in 3 Aften von Felix Philippi. Josefine Dora vom Thalia Theater als Gast. Ausstellung. Otto Reutter Neu! Zauberkünstler F. Roberts ( d. Verschwinden einer Dame). Kasperle- Theater. Illusionen. Gr. Promenaden- Konzert. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Freitagabend 8 Uhr: Ein Ehrenwort. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Freitagabend 8 Uhr: Esther. Von Franz Grillparzer. Schauspiel in 4 Atten von Otto Erich Hierauf: Zwei Eisen im Feuer. Hartleben. Sonnabendabend 8 Uhr: Das Geheimnis der Gilde. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Doktor Klaus. Sonntagabend 8 Uhr: Lustspiel in 3 Akten frei nach Calderon von Friedrich Adler. Sonnabendabend 8 Uhr: Sappho. Sonntagnachmittag 3Uhr: Heimat. Sonntagabend 8 Uhr: Das Geheimnis der Gilde. Der Pfarrer von Kirchfeld. 1011 Winter Gaten Cirkus Schumann 9 8. S Das sensationelle Januar- Programm. Tortajada Spanische Tänzerin. Paul Conchas: Im Bivouac". Morton und Elliott, Wallno und Marinette, Excentrics. Tanzduo. Thompsons Wunder- Elefanten. Otto Reutter, Passage- Theater. Das Bondeverry- Trie Anfang: Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr, Ende 11 Uhr Vorletzter Tag! Augusta Adamovic. Humorist. Adrienne Larive, Pariser Sängerin. Alburtus u. Bartram, Keulen- Jongl. Die 7 Allisons, Akrobaten. ., Das Mädchen mit dem goldenen Haar", Pariser Luft Eine Vision. Freitag, den 30. Januar 1903, abends 7, Uhr: Elite Abend. Hervorrag. neues Elite- Programm. Ausserdem: Looping Nur noch kurze Zeit! Mr. Diavolo. sowie the Loop. Ballett. Die lustigen Heidelberger. Willy Prager. Die Reise in den Mond Voranzeige: Sonntag, 1. Febr.: die schwebende Jungfrau. AGA Ein mysteriös. Theaterstück. 14 neue erstklass. Nummern. Biographische Bilder Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Familie Humbert oder: Der 100 Millionen- Schwindel. Aktuelle Sensationskomödie in 5 Aften ( 6 Bildern) nach den bekannten Pariser Vorgängen von Edouard Godelle, deutsch von J. Parin. Anfang 8 Uhr. Palast- Theater Burgstraße 22. Früher: Feen- Palast. Nur noch bis Freitag, den 30. Jan.: Morgen Sonnabend zum 75. Male: Looping the Loop. Sonntagnachmittag die reizende Pantomime: Pierrots Weihnachten. Cirkus Busch. Central- Verband der Maurer Freitag, den 30. Januar 1903, abends 72 Uhr: Grosse Vorstellung. Kalifornische Seelöwen. Tartakoff Troupe. Elefant und Pferd. Amateurreiten. Dahomey mit Eleianten im Bade. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Königstadt- Casino, Holzmarktst. 72, Ecke Alexanderst. Täglich erfill. Specialitäten- Vorstellung. Jed. Mittwoch, Sonnabd. und Sonntag Tanzkränzchen. Anf. Wochent. 8, Sonntags 6 Uhr. Gratweils Bierhallen Theater u. Variété Kommandanten Straße 77/79. Direktion: Carl Haverland. D Deutschlands. Zweigverein Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser treues Mitglied Otto Bewart Solmsstr. 43 am 25. d. Mts. im Alter von 37 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Kreuzkirchhofs in Mariendorf aus statt. 136/7 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Verbandsleitung. Danksagung. Hiermit sage allen Freunden, Be fannten, dem Deutschen MetallarbeiterVerband und der Kranken- und Sterbetasse der Metallarbeiter für die rege Beteiligung und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes meinen herzlichsten Dank. Die trauernde Witwe Frau Stiller 1866b nebst Kindern. Danksagung. Allen Verwandten, Bekannten, ben Kollegen der Simonschen Tischlerwerkstatt sowie dem Theater- Berein Proletariat" sage hierdurch für die " Täglich: Gr. Vorstellung. berzliche Teilnahme bei der BeerdiDas grosse amüsante gung meiner lieben Frau Hedwig Genthe geb. Meyer meinen beften 1856b Januar- Programman Die trauernden Hinterbliebenen: Nur allererste Kunstkräfte. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Wilh. Genthe nebst Kindern. Jed. Sommabend, Sonntag u. Mittwoch Carl Schneider, nach der Vorstellung: TANZ. Etablissement Zum Schluss: Die Riesenbonbonnière Buggenhagen und der Bonbonregen. In beiden Vorstell. Looping the Loop. anssouci Jeden Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Der unvergleichliche Schlager: SteidlAbends 81, Uhr: Wintergarten. Auf hoher See. Sonnabend, den 31. Januar Erstes Auftreten von Yvette Guilbert Lebensbild m.Gesang u. Tanz in 3 Akten. Dazu das phänom. Jan.- Programm. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pfi. Sonnabend, den 31. Januar 1903: Gr. Premieren- Abend. Linienftraße 132. Norddeutsche Sänger. Nach jeder Soiree: Tanz- Kränzchen. De Lup in Lupt. Sensationsparodie. Säle zu Festlichkeiten. Theater Dranicn burger Thor. Neues Programm. Der vorzügliche Tenorist Galvagni. Ferner: Riefen Ladjerfolg: 8%, Uhr. Zum erstenmal: 8, uhr. Familie Humbert. Berliner Luft. Gr. Operettenposse mit Gesang und Tanz in 3 Atten von A. Rosée. Mit durchaus neuer Ausstattung. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Př. ( Vorverkauf Wochentags 40 Pf.) am Moritzplatz. Jeden Tag: Der schöne Max aus Franz.- Buchholz. Heute: Bockbierfest. La Im Kaifer- Saal: Norddeutsche Sänger und Tanz. Neu eröffnet! 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Moabit, Turmstr. 25/26, II. Saal: Mitglieder- Versammlung Sages Ordnung: 1. Sassenbericht vom 4. Duartal 1902. 2. Verschiedene Sassenangelegenheiten. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht 182/2 Die Ortsverwaltung. Sonnabend, den 7. Februar, in der Kronenbrauerei, t- Moabit 47-49: Grosser Wiener Maskenball. Der Ueberschuß ist für die ausgesteuerten Mitglieder obiger Staffe bestimmt. Billets a 50 Pf. find auf den Zahlstellen sowie in der Versammlung zu haben. Es ladet ergebenst ein Das Komitee. Vereinigung der Zimmerer Deutschlands. Bureau: Berlin C 22, Dragonerstr. 15. Telephon: Amt III Nr. 5028. 5028. Verein der Zimmerer Berlins und Umgegend. Sonntag, den 1. Februar, vormittags 10 Uhr, bei Cohn, Beuthstr. 20: Husserordentliche Schönhauser Vorstadt. Sonntag, den 1. Februar, abends 6 Uhr, im Jägerhaus, Schönhauser Allee 103: Volks- Versammlung. Tages- Ordnung: 246/ 5* Referent: Stadt1. Die Elenden und die Gottbegnadeten. verordneter Genoffe Adolf Hoffmann. 2. Diskussion. Nachdem Gemütliches Beifammenfein und Canz. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vertrauensmann. Arhelter- Radfahrerverein General- Versammlung ,, Berlin". Der Möbelfabrik„ Union" Sonntag 2 Uhr: Brandenburger Thor nad Spandau bei galleder. Donnerstag: E. G. m. b. H. abends 5 Uhr, im Geschäftslokal. Freitag, den 13. Februar 1903, Tages- Ordnung: 1. Bilanz. 2. Statuten- Menderung. General- Versammlung 8. Wahl des Borstandes und des Aufbei Merkowski, Andreasstraße 26. fichtsrats. 4. Geschäftliches. Der Vorstand. NB. Billétausgabe zum Maskenball 18556 am 28. Februar im Böhmischen NB. Die Bilanz liegt zur EinsichtBrauhaus. 11/5 nahme für die Genossen im GeschäftsTotal aus. Central- Kranken- u. Sterbe- Frauen- Begräbniskaffe der kaffe der Tischler u. andrer gewerblicher Arbeiter. ( Ortsverwaltung Berlin B.) Generalversammlung. Sontag, den 1. Februar 1903, Tages- Ordnung: 1. Beschlußfassung über die Umänderung der Beitragsleistung. 2. Berschiedenes. In dieser Versammlung muß jedes Mitglied anwesend sein. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Der Vorstand. 3..: Wilh. Schäfer. 257/3 Verband der Bananschläger Deutschlands. Ortsverwaltung Schöneberg. Sonntag, den 1. Februar 1903, vormittags 10 Uhr, bei Hauser, Hauptstr. 97: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Verbandsangelegenheiten. 2. Berschiedenes. Aufnahmen neuer Mitglieder finden statt außer in den Versammlungen in den Bahlstellen: Charlottenburg bei Hagen, Bismardstr. 50, Fernspr. 470; im vorm. 9%, Mitglieder- Versammlung Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal V, Duergebäude. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1903. 2. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. 181/2 Central- Kranken- u. Sterbekaffe der Tischler und andrer gewerblicher Arbeiter ( E. H. Nr. 3, Hamburg.) Dertliche Verwaltung Berlin F. Mitglieder- Versammlung Berlin bei Barthmann, Hussitenstr. 75, Fernspr. Amt 3, 2058; Rigdorf bei am Sonntag, 1. Februar, bei Wernau, Breil, Rosenstr. 24, Fernspr. 312; Schöneberg bei Rochlik, Tempelhoferstr. 17. 1854b Die weltbekannte Bettfedern- fabrik GuftabLuftig, Berlins., Prinzen ftraße 46, verfenbet gegen Nachnahme garant.neue Bettfedern d. Pfd. 56 Pf., hinesische Halbdannen d. Bfb. M.1,25, beffere galbbannen d. Bid. 02. 1,75, vorzügliche Daunen d. Pfd. M. 2,85. Bon diesen Daunen genügen 3 bis 4 Bfund zum großen Oberbett. Berpadung frei. Preisl. u. Proben Der Vorstand. PrinzenDr. Simmel, Str. 41. Specialarzt für[ 55/11 Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4. Schwedterstr. 23/24. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1902. 2. Unfre Arztfrage. 3. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Regen Besuch erwartet Masken- Garderobe. felidje Theater Blut Grosse Auswahl historischer Kostüme. Vereinen Preisermässigung. 183/1 Die Ortsverwaltung. Schriftgießer- Gehilfen zu Berlin. Donnerstag, den 19. Februar er., abends 6%, Uhr, Wilhelmstraße 2, bei Zimmermann: General- Versammlung. E Tagesordnung: 1. HalbjahresBericht und Jahres Abrechnung. 3. Ber 2. Statuten- Aenderung. 18435 schiedenes. Der Vorstand. J. A.: R. Joft. eidenstoffe Weltbekannt ist unsre Schwarze 5968L* Jeden Freitag von mittags an: rische Blut- u. Leberwurst in bekannter tadelloser Qualität Lindenstr. 69, Hof part. ,, Vorwärts"-Haus. Richard Augustin, Frühstücks-, Mittagstisch. Sitzungszimmer. Raucher Haas Tabak Specialität: BerlinerShag hell 81 in 10 Pfg. Packeten Hochfein im Geschmack u.Aroma. Zu haben in allen Gigarrengeschäften. Reinseidene Robe GRÖSSTE in glatt und gemustert. 10 Meter Mark 25,00. Seidenhaus Nur noch 14 Tage! Pauldrach& Ott, Hasen 2, 75 R., II. Geschäft: Oranienstr. 153. gespickt von M. 3, an. Blatt gratis. Biele Anerkennungsfor. E. Elzel- Beck, Neanderstr. 34 Wildfleisch 30, 40, 50 pf Amt VIIa 7700. A. Ritschl, Dresdenerstr. 61. I. Rosenthalerstr. 20-21. Man verlange Proben. Dichter- u. 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Wohnungen. Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Nr. 25. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. An unfre Parteigenoffen! Die zahlreichen Wünsche der Berliner Genoffen nach Besichtigung der neuen Geschäftslokalitäten des Vorwärts" konnten bisher aus geschäftstechnischen Gründen nicht in gewünschtem Maße befriedigt werden. Um nun weiteren Kreisen die Besichtigung zu ermöglichen, haben wir Vorkehrung getroffen, daß an den vier Sonntagen im Monat Februar bormittags von 9-12 1hr diefe Besichtigung unsrer neuen Druckereilokalitäten unter fachmännischer Leitung stattfindet. Wir bitten daher die Tit. Bereine, sich bei uns unter Angabe der wahrscheinlichen Teilnehmerzahl zu melden, damit ihnen Mitteilung gemacht werden kann, an welchem der vier Sonntage sie an der Reihe find. Lokales. über das Eina und 79 im Jahre 1000. In Rirdorf hatten dieses Einkommen 6 = Freitag, 30. Januar 1903. Dr. Patschkowski. Der Kammer liegt der Bericht über die Einnahmen 5 Uhr in der Goltzstraße, Ede Frankenstraße statt. Zu dieser Zeit und Ausgaben des Jahres 1902 vor. Daraus ist erwähnenswert, daß fam ein Leiterivagen der Feuerwehr die Goltzstraße entlang, und auf das Umlageverfahren eine Einnahme von 67 685,72 M. ergeben hat das Warnungssignal hin hielt der Motorivagen vorschriftsmäßig an berausgabt. Zur Dedung sämtlicher Unkosten ist in Vorschlag ge- beim Ausbiegen wurde der schwere Feuerwehrivagen gegen die Für die Bekämpfung der Kurpfuscherei hat die Kammer 610,05 m. der Ede der Frankenstraße. Vermutlich infolge zu kurzer Wendung bracht 1. die Erhebung von 10 M. Grundsteuer, was bei den Borderplattform des Motorwagens geschleudert, die bei dem Amprall 3639 Aerzten des Bezirks eine Einnahme von 36 390 2. ergeben völlig eingedrückt wurde. Personen wurden bei dem Zusammenstoß würde, 2. die Erhebung eines Zuschlages von 5 Broz. auf die Ein- glücklicherweise nicht verlegt und auch der Feuerwehrwagen konnte tommen von mehr als 5000 9., was eine weitere Ein- anscheinend imbeschädigt seine Fahrt fortsetzen. nahme von 37 354 M. ergeben würde. Dieser Schäßung liegt cine sehr interessante Statistik Wegen Kindesunterschiebung ist die 57 Jahre alte Gräfin Isabella Bafinsta Kivilecka hier verhaftet worden. Sie will mit 51 Jahren tommen der Werzte im Kammerbezirk zu Grunde. Nach einen Sohn geboren haben, der jetzt sechs Jahre zählt. Von der oder 28 Proz. aller Aerzte ein Einkommen unter 3000 M. gegen 561 sei, damit der Familie das Majorat erhalten bleiben solle. Ein dieser Statistik hatten im Jahre 1902 in Berlin 556 Aerzte Berwandtschaft wird jedoch behauptet, daß dies Kind untergeschoben im Jahre 1901 und 529 im Jahre 1000. Ju Charlottenburg hatten Brozeß, der vor zwei Jahren in der Sache geführt wurde, hatte kein dieses Einkommen 82 oder 21,81 Proz. gegen 73 im Jahre 1901 Ergebnis, jest soll jedoch soviel Material gesammelt worden sein, oder 20 Pro, gegen 8 im Jahre 1901 und 10 im Jahre 1900. In daß die Verhaftung gerechtfertigt erschien. Die Besichtigung der neuen Rotationsmaschinen Schöneberg hatten diefes Einkommen 49 oder 37,12 Broz. gegen Ein schwerer Unfall wurde gestern nachmittag durch einen Postwährend des Betriebes kann nur in beschränktem Maße an 47 im Jahre 1901 und 31 im Jahre 1900. Ein Einkommen von wagen herbeigeführt. Der bei der Großen Berliner Straßenbahn Wochentagen in der Zeit von morgens 21 Uhr bis 5 Uhr und 3-5000 22. hatten für 1902 in Berlin 298 oder 15 Broz., in angestellte Streckenwärter Baschulowały war in der Apostel Paulusuur nach vorheriger Anmeldung bei der Geschäftsleitung stattfinden. Schöneberg 26 oder 10,7 Broz. Gin Einkommen von 5000 9. und herannahte und B. zur Seite trat, um den Waggon vorbeizulassen. Charlottenburg 44 oder 11,7 Proz, in Rigdorf 9 oder 30 Broz, in straße auf der Geleifeftrede thätig, als ein Straßenbahnwagen Vorwärts Buchdruckerei und Berlagsanstalt. darüber hatten für 1902 in Berlin 941 oder 47,38 Proz., in Char- In diesem Moment faufte im schärfsten Trabe der Postwagen Nr. 75 Paul Singer& Co. lottenburg 200 oder 55,8 Proz., in Rigdorf 13 oder 48,34 Proz., in an dem Motorwagen vorbei. Der Streckenbeamte wurde von den Schöneberg 48 oder 36,26 Proz. Pferden erfaßt und geriet unter die Räder des Poftwagens. B. erlitt Der Nachtverkehr der Großstadt. Die großen und wachsenden des rechten Armes und mußte nach der Unfallstation in der BahnVerlegungen an beiden Füßen und am Kopf fowie eine Quetschung Ansprüche, die das nie ruhende Leben der Großstadt an die Vertehrseinrichtungen stellt, zeigt am deutlichsten die allmähliche Verstraße gebracht werden, wo ihm die erste Hilfe zu teil wurde. Das Ober- Berwaltungsgericht und die Theatercensur. minderung tr nächtlichen Betriebspause. Zur Beit des Betriebes Der Berliner Berein für Schulgesundheitspflege veranstaltet am mit Pferden rar 3. B. bei der Straßenbahn eine Betriebspause Dienstag, den 3. Februar, abends 8 1hr, im Bürgersaale des NatDer Polizeicensor Berlins hat im verflossenen Jahre reichliche von 5 bis 6 Stunden in der Nacht die Regel. Die gesteigerten hauses einen öffentlichen Vortragsabend. Herr Dr. med. Eichholz Arbeit geleistet. Ueber seine Leistungen hatte das preußische Ober- Ansprüche des großstädtischen Verkehrs haben sie mehr und mehr aus London, His Majestys Inspector of Schools, wird über:" Der Berivaltungsgericht am 29. Januar schon wieder einmal zu befinden. verkleinert, so- sie schon dem, ununterbrochenen Betriebe nahe Schwachsinnige in der Schule und später", Herr Streis- und StadtEs handelte sich um den historischen Schwant" May Drehers gekommen ist. Die Betriebspause beträgt auf einzelnen Bahnhöfen Schulinspektor Dr. v. Gizydi über„ Charaktertypen schwachsinniger Das Thal des Lebens". Direktor Dito Brahm wollte das faum mehr als cine Stunde. So kehrt auf dem Bahnhof 18 in der Kinder" sprechen. Gäste sind willkommen. Stüd im Deutschen Theater aufführen lassen. Der Herr Bolizei der Rinie 78 Stö. sbgerstraße- Ludwigskirchplaß erft um 4 Markusstraße seit der Einführung der Nachtwagen der letzte Wagen Die Jakob Jsrael- Stiftung, Pensionskasse für die Angestellten präsident glaubte jedoch die öffentliche Ordnung und die Uhr heim. 4,40, also nur 1 Stunde und 10 Minuten später macht der Firma Nt. Israel zu Berlin, sowie für deren Witwen und Waiſen, Sittlichkeit des Publikums arg gefährdet und hatte als fürsorg- fich schon der erste Wagen der Linie 69 Lichtenberg- Schön- berg hielt am Montag, den 26. Januar, ihre diesjährige ordentliche Ticher Vormund und Moralwächter nichts Eiligeres zu auf den Weg. Gerade fünf Viertelstunden dauert die nächtliche Be- Generalversammlung ab. Der Borfißende erstattete über die Finanzthun, als die öffentliche Aufführung zu verbieten. Er meinte, triebspause auf dem Bahnhof 14 in der Kreuzbergstraße. Hier lage der Kasse furzen Bericht und schloß mit dem Resultate, daß das ordnungs- und sittenpolizeiliche Gründe ließen die kommt um 4 Uhr der letzte Nachtwagen der Linie 34 Gefunds Stiftungskapital von 260 000 27. fich um 365 670,63 m. erhöht hat, Aufführung nicht zu. Das Stüd spielt nämlich in einem Duodez fährt schon der erste Wagen der Linie 30 Müllerstraße- Winter verfügt. Die Mitgliederzahl beträgt 486. brunnen- Opernah- Streuzberg in den Wagenschuppen. Um 5 so daß die Kaffe augenblicklich über ein Vermögen von 625 670,63. Tändchen, wo es nicht gerade philisterhaft zugeht. Zeit: Vorfeldtplaß von dem Bahnhof. Im verflossenen Jahre 2 Minuten länger oder 1 Stunde wurden an Pensionen und Unterstützungen 5604 M. gezahlt. 130 Jahren. 17 Minuten hat der Bahnhof 10 in Schöneberg in der BelzigerDer Dichter führt uns ein in das„ Thal des Lebens", eine straße nächtliche Betriebspause. Hier tehrt 3,53 der letzte Nacht nach der Stralsunderstr. 16 gerufen, wo im dritten Stock in einer Feuerbericht. Donnerstagabend gegen 7 1hr wurde die Wehr arme Gegend, wo die Ammenindustrie blüht und es viele uneheliche wagen vom Alexanderplatz auf der Linie 72 heim. 5,10 verläßt wohnung Feuer ausgekommen war, das Möbel und Kleidungsstüde Stinder giebt. Der Markgraf, ein älterer, abgelebter Herr, der aber en Bahnhof schon der erste Papagei von der Linie 64 Bahnhof ergriffen hatte. Frith 5 1hr hatte die fünfte Compagnie an der trozdem gern einen Erben hätte, will die unehelichen Kinder ver Minuten ist die Betriebspause auf dem Bahnhof 12 in der Hutten- und andres Verpackungsmaterial erfaßt hatte. Gardinen gingen Zoologischer Garten- Landsberger Allee. 1 Stunde und 37 Fischerbrüde 7 in einem Keller einen Brand zu beseitigen, der Stroh bieten und ihre Erzeuger streng verfolgen. Als jedoch die junge strage in Charlottenburg. Hier kommt um 3,13 der letzte Wagen Mittwochabend in der Matternftr. 15 in Flammen auf, während in Markgräfin, die Gefallen an einem jungen, blühenden Soldaten, der Linie 9 Moabit- Schlesischer Bahnhof nach Hause, 4,50 geht der Brunnenstr. 158 Wäscheftide 2c. Feuer gefangen hatten. Zur einem Sprößling des„ Thales des Lebens" findet, eines Sohnes schon der erste Wagen der Linie 15 von Moabit nach Rigdorf; felben Zeit wurde infolge mehrmaliger Meldung ein größeres Löschgenesen ist, schwimmt der Markgraf in Wonne, verzeiht alles mögliche Sturz, überall wo die neu eingeführten Nachtwagen verkehren, dauert felben Zeit wurde infolge mehrmaliger Meldung ein größeres Löschaufgebot nach der Quigowftr. 25/26 gerufen. Hier war in der und holt sich selber eine Amme aus dem„ Thal des Lebens". die Betriebspauſe höchfiens 2 Stunden. er auch auf den andern Bahnhöfen ist sie nicht sehr erheblich, da der Betrieb gerade auf den Waschinenfabrik von E. Weiler ein Ballon mit Benzin geplagt. Die pause von 5 Stunden hat überhaupt kein Bahnhof mehr. Linien ohne Nachtverkehr besonders früh einfegt. Eine Betriebs- Gefahr konnte indes leicht beseitigt werden, weshalb die Lüschzüge in furzer Zeit wieder abrüden konnten. Kleinere Brände beschäftigten auf dem Bahnhof mit der längsten Nachtruhe, dem Bahnhof 6 in die Wehr in den letzten 24 Stunden noch an verschiedenen andren Tegel, währt die Bause nur 4 Stunden 40 Minuten. 12,19 fommt awar schon der lezte Wagen von der Charlottenstraße nach Hause, 5,01 aber wird bereits der erste Wagen zum Oranienburger Thor geschickt. Brahm erhob Beschwerde beim Oberpräsidenten und machte geltend, daß der Inhalt des Schwants nicht geeignet fei, Störungen der öffentlichen Ordnung herbeizuführen. Er sei nicht geeignet, auf die Gemütter erhigend zu wirken und sie zu Angriffen gegen die öffentliche Sicherheit anzuregen. Es komme zum flaren Ausdruck, daß der Schauplas in keinem wirklichen, sondern in einem gedachten Lande sich befinde; es könne nicht davon die Rede sein, die vom Dichter frei erfundenen Vorgänge auf preußischem Boden zu verTegen. Auch fittliche Gründe könnten das Verbot des Stüdes nicht rechtfertigen. Das Stüd sei voller dichterischer Feinheiten und die Situationen würden nicht als unanständig oder schamberletzend vom Bublifum empfunden werden. Selbst Stellen. Hus den Nachbarorten. Die Charlottenburger Stadtverordneten Versammlung bertet am Eine Professur für Chinesisch soll an der hiesigen Universität Mittwoch nochmals die Vorlage betr. die Errichtung von wieder errichtet werden. Bis zum Jahre 1894 bestand an ärmehallen. Die Debatte darüber war, wie erinnerlich, in der Universität eine Professur für die klassische chinesische Sprache der Sitzung vorher wegen Beschlußunfähigkeit abgebrochen worden. für oftafiatische Sprachen. Diese Profeffur ging ein, obwohl fich die Abkommen mit dem Verein gegen Mißbrauch geistiger Getränke, und Litteratur, einschließlich Mongolisch und Mandschu, als Lehrstuhl Die Socialdemokraten brachten einen Zusabantrag ein, wonach das Universität wiederholt um ihre Fortführung bemühte. Voriges Jahr dem der Betrieb übertragen ist, mur bis zum Schluß des laufenden erhielt der bisherige unbefoldete außerordentliche Profeffor Rechnungsjahres gelten und der Magistrat ersucht werden soll, im Dr. Grube, ein sehr tüchtiger Kenner des Hochchinesischen, der nächsten Winter im Innern der Stadt eine Wärmehalle zu errichten chinesischen Beamtensprache, und zugleich der ganzen chinesischen und den Betrieb in eigne Regie zu nehmen. Stadtv. Ba ate beLitteratur und Kultur, gegen eine angemessene Remuneration einen gründete diesen Antrag, indem er sich besonders gegen das immer Lehrauftrag in der gedachten Richhing. Jest hat sich die Unterrichts- mehr hervortretende Bestreben wandte, alle socialen Aufgaben an verwaltung entschlossen, die Stelle in eine etatsmäßige zu ver- Wohlthätigkeitsvereine gewissermaßen im Namsch zu übertragen. wandeln. Nach längerer Debatte wurde der socialdemokratische Antrag gegen die Zu der Angelegenheit der unsauberen Bäckereien wird magistrats- Stimmen der Antragsteller abgelehnt, die Vorlage selbst mit einem offiziös geschrieben: Die Bäcker- Innungen„ Konkordia" und Zusaz Probe angenommen, der den Magistrat ersucht, für weitere Germania" sollen angeblich wegen des Berichts des„ Ausschusses Maßnahmen bezüglich Einrichtung von Wärmehallen auf Grund der " Germania" sollen angeblich wegen des Berichts des Ausschusses in diesem Winter gemachten Erfahrungen rechtzeitig im Laufe des für Gutachten und Anträge" am Berliner Gewerbegericht über die Gine leb Der Oberpräsident verwarf die Beschwerde. Er gab zwar zu, daß die öffentliche Ordnung nicht durch die Aufführung gefährdet werden würde, erklärte aber, das Verbot rechtfertige fich durch die dem Publikum drohende Gefährdung der öffentlichen Sittlichkeit. Nunmehr flagte der Beschwerdeführer beim Ober- Verwaltungsgericht. Zur Begründung der Klage wurde 1. a. geltend gemacht: Die Dichtung geißele gerade jene Verhältnisse. Sie habe nichts Sie habe nichts gemein mit jenen von Lascivitäten strogenden Stücken französischer Autoren, die nicht von der Censur beanstandet würden. Wäre die Ansicht des Beklagten richtig, dann würde der größte und litterarisch bedeutsamste Teil der humanistischen Bühnendichtungen bon Aristophanes bis auf die Neuzeit Unsauberkeit in Bäckereien die Absicht hegen, den Vorsitzenden des Sommers der Versammlung eine Vorlage zu machen. in Berliner Gewerbegerichts v. Schulz wegen Beleidigung zu verklagen. hafte Erörterung_nüpft sich auch an die Vorlage betr. die FestZukunft als gefährlich für die öffentliche Sittlichkeit auf Die Innungen find sehr schlecht beraten, wenn sie das Gericht anung von Schulgeldern, deren Inhalt bereits mitgeteilt dem Theater der deutschen Hauptstadt nicht zugelassen werden. rufen. Herr v. Schulz ist für den Bericht und für die Veröffentlichung ist. Der Berichterstatter, Stadtv. Dr. Hubatsch, beantragte, das Bor dem Ober- Verwaltungsgericht war für den Ober- nicht verantwortlich, sondern höchstens die Mitglieder des Ausschusses, Magistrat beabsichtigt, und die Frage der Aufhebung der Vorschulen Schulgeld für die Gymnasien noch weiter zu erhöhen, als es der Schulgeld für die Gymnasien noch weiter zu erhöhen, als es der präsidenten Regierungsrat Glasen app erschienen. Er will nicht das aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern besteht. Das amtliche und Magistrat beabsichtigt, und die Frage der Aufhebung der Vorschulen verkennen, daß das Stück dichterische Schönheiten hat. Es tomme nichtamtliche Material des Ausschusses über die Insauberkeit in und Ersetzung derselben durch Hebung der Gemeindeschulen überhaupt jedoch lediglich auf die Wirkung an, und diese wäre, daß es das einzelnen Betrieben ist dazu angethan, noch mehr Aufsehen zurückzustellen; seine Anträge wurden sowohl vom Magistrat als von verschiedenen Mednern aus dem Hause heftig bekämpft. Der Natürlichste sei, den sinnlichen Trieben zu folgen ohne Rücksicht auf 3u erregen als der Bericht des Ausschusses. Redner der socialdemokratischen Fraktion, Stadtv. Sa a te betonte etwaige Chepflichten. Gerade jest wäre mit Rücksicht auf die be- Der Kaufmann Hugo Nocdler aus der Wilhemstraße 84 die Notwendigkeit der Hebung der Volksschulen und regte an, die dauerlichen Vorgänge am fächsischen Hofe eine öffentliche Aufführung zu Lichtenberg, der seine, Geliebte, die Kartonarbeiterin Martha Mehreinnahmen aus der Erhöhung des Schulgeldes für Freistellen besonders bedenklich. Sterften aus der Reinidendorferstraße 23c in der Tegeler Forst zu verwenden. Stadto. Otto( lib.) befürwortete die Einſegung Das Ober- Verwaltungsgericht wies die klage ab und er- ciner jungen Eich beit te und sich später, wahrscheinlich in seiner und Lehrerinnen, bestehenden Sommission, welche sich mit der Frage erschoß, die Leiche unter dem aufgespannten Regenschirm neben einer aus Mitgliedern der städtischen Kollegien, Rektoren, Lehrer flärte das Verbot für gerechtfertigt. Begründend Wohnung, einen Revolversch in den Kopf beibrachte, wurde gestern der Revision des Lehrplans der Gemeindeschulen beschäftigen foll. wurde ausgeführt: Es müsse zugegeben werden, daß nicht ver- geheilt von der Charitee nach dem Untersuchungsgefängnis über Su einer Abstimmung fam es nicht; in der nächsten Sizung soll eine hindert werden kann und darf, daß auch unfittliche Zustände auf geführt. Die Behauptung seiner Frau, daß er geisteskrank sei, hat zweite Refung stattfinden. die Bühne gebracht werden; es würde sonst ja nicht möglich fein, fich im Strankenhause als unrichtig criviefen. Ein Bau- Unfall ereignete fich Da es hier aber allein auf die am Dienstagvormittag in historische Dinge darzustellen. Der Mörder der Witwe Budwig, Kellner Jcick Weber, auch Wilmersdorf, Regensburgerstr. 15, an der Ede der Kaiser- Allee. Wirkung auf das Bublifum ankomme, so müsse verlangt werden, Adolf Leschnsti genannt, wird der Todesstrafe entgehen, da er nicht Swei mit Rüften beschäftigte Arbeiter hatten das Schutzdach soweit daß die Darstellung unsittlicher Zustände im Dienste vielleicht einer ausgeliefert wird. Nach russischem Geseze wird ein Aufie wegen eines hergestellt, daß nur noch das Stirnbrett anzunageln war, als das gewaltigen historischen Idee oder im Dienste einer sittlichen Idee im Auslande verübten Verbrechens überhaupt nicht ausgeliefert, auch Schutzdach brach und beide Arbeiter in die Tiefe stürzten. Während erfolge. Durch die Handlung, den Zusammenhang oder irgendwie dann nicht, wenn er durch langen Aufenthalt im Auslande und der eine sich das Gesicht vollständig zerschlug, erlitt der andre sonst müsse das zum Ausbrud kommen. Das sei aber hier nicht Bernachlässigung seiner Bürgerpflichten die Zugehörigkeit und den schwerere Verlegungen, so daß er mit einer Droschte nach der UnfallEs kommt allein station gebracht werden mußte. der Fall. Das Stüd müsse nach seinem ganzen Inhalt und Zu- Schuh seines Heimatlandes verloren hat. fammenhang als ein Angriff auf die öffentliche Sittlichkeit darauf an, daß der Verbrecher die That im Auslande berübt angesehen werden, die nur ein Teil der öffentlichen Ordnung sei hat und in Rußland ergriffen worden ist. Weber kann hiernach im und somit von der Polizei nach§ 10 II. 17 Allgemeinen Landrechts urteilt werden. Der Tod durch den Strang steht in Rußland nur schlimmsten Falle zu 20 Jahren Verbannung und Zwangsarbeit vergeschützt werden müsse. So wird also an der Kunst gestraft, was an dem sächsischen Hofe etwa an Verfehlungen vorgekommen. Es scheint, daß die Oberhofmeisterin der entflohenen Stron prinzessin Luise fortan im Reiche der Kunst eine herrschende Rolle ausüben soll. auf Hochverrat. der Bankbeamte Max Nester, der der Darmstädter Bank 700 000 M. unterschlug, traf gestern aus der Schweiz hier ein und wurde in das Untersuchungsgefängnis gebracht. Das Auslieferungsverfahren wickelte sich außerordentlich rasch ab. Neßler wurde nicht von besonders entsandten Beamten hierher geholt, fondern kam mit dem gewöhnlichen Schub mit andren zusammen. Ein eignes Riefelgut hat die Gemeinde Treptowo zu erwerben angeboten und von der Gemeindevertretung als geeignet und preisbeschlossen. Es sind der Gemeinde in Klein- Ziethen 463 Morgen Landes zum Preise von rund einer halben Million zu diesem Zwede Anlauf eines Riefelgutes auf sich nimmt, sollen durch allmähliche wert anerkannt worden. Die Lasten, welche die Gemeinde durch Amortisierung verringert werden. Der Beschluß ist noch insofern von besonderer Bedeutung, als dadurch die langwierigen Verhand lungen zwischen Berlin und Treptow wegen Anschlusses des genannten Vorortes an die Berliner Kanalisation gescheitert erscheinen, obwohl der Magistrat Treptow gegenüber weitgehendes Entgegenkommen Durch den steifen Wind, der feit vorgestern über Berlin Hinweg- bewiesen hat. Den Ausschlag gab der Hinweis auf die Ueberschüsse, fegt, find die Gisflächen ber Seen in der Umgebung der Reichs- welche andre Vororte aus ihrer Kanalisation erzielen und welche hauptstadt zertrümmert. Die Cisschollen werden durch den hohen 3. B. in Niydorf 14 000, in Steglitz 30 000 m. jährlich betragen. Wellengang aufeinander getürmt, so daß sich förmliche Eisberge bilden, die der Schiffahrt nicht ungefährlich sind. Auf der Spree, Die neugewählte Aerztekammer für Berlin und die Provinz haben, milffen die Schiffer eine ganz besondere Sorgfalt entwickeln, wo eine große Anzahl Laftkähne die Fahrt wieder aufgenommen Brandenburg trat gestern im hiesigen Provinzial- Ständehause zuba bei einem Zusammenstoß mit einem Eisblock die Seitenwände pestenstehen als solches, mag man es durch allerlei polizeiliche MaßZum Bolizeikampf gegen die Streifposten. Daß das Streif einer Sigung zusammen. Es fanden zuerst unter Leitung des Oberpräsidenten v. Bethmann- ollweg die Neutvahlen für den der Zillen leicht zerschnitten werden. nahmen in feiner praktischen Handhabung auch noch so sehr er Borstand statt. Zu gerichtlichen Sachverständigen für Berlin wurden Ein Zusammenstoß der Feuerwehr mit einem Straßenbahnwagen schweren, erlaubt und nach vor kurzem vom Reichsgericht als eine gewählt: Dr. Schönheimer, Dr. Joachim und Sanitätsrat der Westlichen Berliner Vorortbahn fand gestern nachmittag um straflose Vorbereitung der ebenfalls zulässigen Arbeitseinstellung erGut, daß der selige Aristophanes nicht heute zu leben braucht. Das Ober Verwaltungsgericht hätte sicherlich in seinen meisten Komödien die gewaltige hiftorische Idee" und die fittliche Joce" vernichtet. Also, Ihr Dichter, schreibt nur noch für Tricots tigelnde Zoten! Damn findet Ihr Gnade! Gerichts- Zeitung. " fast ist, scheint den Polizeibehörden noch immer nicht überall be-[ binierte Werfftuben- Delegierten- Sigung hat sich im Princip mit der, inkl. des alten Bestandes betrugen 305,72 M., die Ausgaben 27 fannt zu fein. Vor einigen Monaten erhielten die Rohrleger Grrichtung eines varitätischen Arbeitsnachtociscs einverstanden er Mark. Die Zahl der Mitglieder betrug zu Anfang des Quo telepp und Meenthin einen Strafbefehl des königlichen flärt und die Ortsverwaltung sowie den Gesellenausschuß beauftragt, 398, jest ist der Verein 415 Mitglieder stark. Unter Ver Polizeipräsidiums Berlin, der dahin ging, daß die Angeklagten die Verhandlungen zu führen. In mehreren Werkstuben, namentlich angelegenheiten" entwvidelte sich wegen eines vor 2 Jahren gef groben Unfug verübt und Mergernis erregt haben, daß fie die arbeits- in der Kartonbranche, wurden feils durch Arbeitsnicderlegung, teils Beschlusses, wonach nur solche Mitglieder in den Vorstan. willigen Rohrleger zum Streiken aufforderten und sie hierdurch be- durch Verhandlung Verbesserungen der Arbeitsbedingungen erzielt. wählen sind, die gewerkschaftlich organisiert sind, cine he lästigten. Das, was den beiden Nohrlegern zur Last gelegt und als Gin Streif, und zwar der bei der Kartonfabrik Map Bed, ging ver- Debatte, die zur Folge hatte, daß dieser Beschluß aufgehol grober Unfug charakterisiert wird, ist also die bloße Ausübung des loren. In den verschiedenen Branchen wurde eine sehr lebhafte wurde. Am Schlusse wurden alle diejenigen aufgefordert, weld, Boalitionsrechts selbst, obwohl doch das Reichsgericht oft genug aus- Thätigkeit entfaltet. In der Buchbinderei- Branche wurde das Tarif nicht Breußen sind, sich naturalisieren zu lassen, um sich an der gesprochen hat, daß das, was durch Reichsgesch gestattet ist, nicht schiedsgericht reger in Anspruch genommen, als int vorhergehenden Landtagswahl beteiligen zu können. Die Listen sowie die weiteren nach irgend einem andren Gesetz strafbar sein fann, mithin auch Jahr, froßdem lange nicht alle Tarifdurchbrechungen gemeldet wurden. Ausführungen dieser Angelegenheit sind dem Genossen Prüfer übernicht grober Unfug ist. Die Angeklagten beantragten durch ihren In der Kontobuch- Branche fand eine Konferenz mit Vertretern der tragen und haben die Betreffenden sich dort zu melden. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Heinemann gegen den Straf- Branche aus Hannover statt 3tveds Beratung eines Accordtarifs. Die befehl richterliche Entscheidung. Sie führten aus, daß sie nur von Beschlüsse der Konferenz wurden von einer Accordarbeiter- Bersammdein ihnen durch§ 152 der Gewerbe- Ordnung gewährleisteten Recht lung gutgeheizen. Eine Tariffommission wurde gewählt. Gebrauch gemacht haben, daher nicht strafbar seien. Ueberdies fehle Stuisarbeiter hatten am Anfang des Jahres unter einer außerordent es an irgend einer Störung des Bestandes der öffentlichen Ordnung, lichen Arbeitslosigkeit zu leiden. In der Ledergalanterie- Branche so daß die Annahme des groben Unfugs entfalle. Wie selbst war die Konjunktur im verflossenen Jahre andauernd ungünstig, verständlich ist, mußten die Angeklagten freigesprochen auch in der Album- Branche ist der Geschäftsgang kein guter. In der werden, da sie, wie die Belastungszeugen selbst befunden mußten, Kartonbranche wird an der Ausarbeitung eines Tarifs gearbeitet. nichts andres gethan hatten, als daß sie ihre Kollegen auf das Be In der Luruspapier- Branche wurde die Agitation im allgemeinen Die Goldschnitt stehen des Streits aufmerksam machten. Das Gericht fand hierin durch den schlechten Geschäftsgang erschwert. nur die einfache Ausübung des Wesens der Koalitionsfreiheit und macher konnten, weil die Branche sehr daniederlag, keine großen Erfolge erzielen. Eine Kommission ist beauftragt worden, einen Tarif sprach die Angeklagten frei. für die Branche auszuarbeiten. -O Die Ein Millionenschwindel beschäftigte gestern die vierte Straf- Der Vorsitzende Brüdner forderte im Anschluß an den fammer des Landgerichts I unter dem Vorsiz des Landgerichtsrats Jahresbericht unter Hinweis darauf, daß die Arbeitgeber in der Buch Braun. Auf der Anklagebant erschien em Mann, der seinem binderei wahrscheinlich eine Herabsetzung des Tarifs planen, zu bes Aeußern und seinem Auftreten nach zu ochstapeleien schlecht ge fonders energischer Thätigkeit für den Verband auf. Der Kaffens eignet schien; er ist mit einem so schweren Sprachfehler behaftet, bericht weist folgende Hauptfummen auf: Die Centraltasse schließt daß die Verhandlung mit ihm Schwierigkeiten bot. Der aus der in Einnahme und Ausgabe mit 43 206,26 M. ab. Die Einnahmen Untersuchungshaft vorgeführte 37jährige frühere Privatförster fred der Lokaltasse betrugen einschließlich eines alten Bestandes von Henig ist der Sohn eines vermögenslosen Lehrers zu Herzberge 2019,18 M., 12 960,89 M., die Ausgaben 8998,01 M., fodaß ein an der Elbe. Er soll von Jugend auf ein zu Phantasterei und Re- Bestand von 3967,88 m. verbleibt. Der Bestand des Ertrafonds ist nommage neigender Mensch gewesen sein. Mehrere Jahre lang auf 11 675,09 M. angewachsen. Dem Kassierer Lemser wurde stand er in den Diensten des Herzogs von Sachsen- Mtenburg. Nach einstimmig Decharge erteilt. Der Bücherbestand der Bibliothek dessen Tode verlor er jeden Halt und beging dann ein schweres Ver- hat sich um 74 Bände, auf 1030 Bände erhöht. Ausleihungen fanden brechen. Er gab in Rajtenburg einen Geldbrief an die Dresdener 3736 statt. Die Neuwahlen zur Ortsverwaltung hatten folgendes Bant auf, der angeblich 78 000 m. enthalten sollte. Am Be Ergebnis: 1. Vorsitzender Brüdner, 2. Richter; Raffierer Lemfer; stimmungsorte stellte sich heraus, daß der Brief nur Bapierschnitzel 1. Schriftführer Klar, 2. Friederici; Beifiker: Walter, Freh, Frau enthielt. Ter Angeklagte hatte die Poft für den angeblichen Verlust Stoppel. Braun, Scholz, Fritsche, schmia. Ms Revisoren wurden hafibar machen wollen. Dieser Betrug brachte ihm eine zweijährige Albert Lang und Gerhardt gewählt; in die Bibliotheks- Kommission Gefängnisstrafe ein. Im September 1891 hatte er diese Strafe Baul Hoffmann, Reitlinger, Heitbreder und Emil Schmidt. berbüßt. Er war natürlich mittellos und als geradezu rätselhaft Tariffommission wurden für ihre Thätigkeit 150 M. bewilligt. Das bezeichnete es der Vorsitzende, daß es dem Angeklagten gelang, Gehalt des Bureaubeamten wurden um 104 M. jährlich erhöht. Ein bald darauf als Eigentümer eines Gutes in Mecklenburg ein- Antrag auf Einführung einer Sterbeunterstützung wurde auf eine im getragen zu werden. Von jetzt ab lebte der Angeklagte als„ Ritter- Februar stattfindende außerordentliche Generalversammlung vergutsbesizer" in einem Hotel in Berlin. Es gelang ihm Schulden schoben. über Schulden zu machen. Im verflossenen Herbst setzte er einen argen Schwindel in Scene. Der An Streit Der Intereffen Verein der Kiftenmacher hielt am 26. b. m. Die Abrechnung vom feine ordentliche Generalversammlung ab. letzten Quartal ergab eine Einnahme von 556,70 M., eine Ausgabe bon 338,86 M.; der Barbestand beträgt 717,28 M. und Maßreglungs- Unterstübung wurden 3476,60 m. gezahlt. Der Vorstand wurde beauftragt, in nächster Zeit eine Versammlung einzuberufen, welche sich mit dem eventuellen Anschluß an den Hol arbeiter- Berband beschäftigen soll. Der Referent soll vom Holzarbeiter- Verband sein. Die Hausdiener, Backer- und Geschäftskutscher- Bereinigung nahm Der Ingenieur Bampe zu Hamburg in ihrer Generalversammlung am 21. d. M. den Rechenschaftsbericht hatte eine Erfindung auf dem Gebiete der Spiritusverwertung ges des Borstandes entgegen. Die Abrechnung des Kassierers ergab bei macht und sich diese patentieren lassen. Henig, der ihn gelegentlich einer Einnahme von 1516,58 M., einer Ausgabe von 1233,89 m. tennen gelernt hatte, ecbot sich, ihm beim Verkaufe des Patents be- einen Kaffenbestand von 282,69 M. Die Neuwahl des Gesamthilflich zu sein. Er ließ durchblicken, daß er zu hochstehenden Ber- vorstandes zeitigte folgendes Resultat: Koch 1., Schmidt 2. Vorfonen in Beziehungen stehe und eine Gesellschaft mit beschränkter figender; Reichle Kassierer; Hilbert Schriftführer. Zu Revisoren Haftung und einem Einlagekapital von 2 Millionen zu gründen ver- wurden Friedrich, Schwarz, Kaiser, zu Beisigern sechs weitere Kollegen möge. Pampe nahm das Anerbieten an und versprach ihm eine ernannt. Den Kartellbericht, an welchen sich eine lebhafte Diskussion Biovision von 10 Proz. des Kapitals. Nun trat der Angeklagte fchloß, gab Kluge. mit zwei größeren Industriellen in Berbindung und suchte sie für das neue Unternehmen zu erwärmen. Es gelang ihm dies auch dadurch, daß er einen Brief fälschte, der die Unterschrift des Grafen Solms- Baruth trug und worin diefer in Aussicht stellte, daß er sich mit einer Million Anteilscheinen an dem Unternehmen beteiligen würde. Die Verhandlungen waren schließlich dem Abschlusse nahe, da der Angeklagte noch mit zwei andren Briefen des Grafen Solms aufzuwarten wußte, von denen der legte die fefte Zufage enthielt, daß der Graf sich mit einer Million an dem Unternehmen beteiligen twürde, wenn die Gründung bis zum 1. April 1903 perfekt ge= woorden sei. Nach diesem Termin halte er sich nicht mehr für gebunden. Inzwischen hatte der Angeklagte die beiden Industriellen fortwährend um Darlehen und Vorschüsse bedrängt und dies hatte Berdacht erregt. Eine direkte schriftliche Anfrage bei dem Grafen Solms ergab, daß dessen Name gemißbraucht worden sei. Der Angeklagte wurde in Haft genommen und wegen Urkundenfälschung in drei Fällen zur Verantwortung gezogen. Das Verfahren wegen verschiedener Betrugsfälle ist gegen den Angeklagten noch in der Schwebe. Jm Termin bestritt der Angeklagte, daß er es auf einen Betrug im großartigen Maßstabe abgesehen habe, wie es feitens der Anklagebehörde angenommen wurde, er habe gehofft, daß das Unternehmen zu stande kommen und allen Beteiligten Glück bringen würde. Gerichtsphysikus Dr. Puppe tourde über den Geisteszustand des Angeklagten vernommen. Er begutachtete, daß derfelbe zwar erblich belastet und deshalb geistig minderwertig sei, indessen förme teine Rede davon sein, daß seine freie Willensbestimmung bei der Begehung der strafbaren Handlungen ausgeschlossen gewesen sei. Der Staatsanwalt führte aus, daß die ganze Art, wie die Etrafthat ausgeführt sei, die Zubilligung von mildernden Ulmstanden nicht zulaffe, er beantrage, den Angeklagten wegen schwerer Urkundenfälschung in drei Fällen mit zwei Jahren Zuchthaus und dreijährigem Ehrberluft zu belegen. Der Gerichtshof nahm nach dem Antrage des Verteidigers nur eine einzige Handlung als vorliegend an und verurteilte ihn unter Zubilligung von mildernden Umständen zu drei Jahren Gefängnis. Verfammlungen. Der Kampf gegen die Arbeiter- Turnvereine beztv. die Maßnahmen der Schulrektoren und Lehrer gegen die Kinder, welche das Jugendturnen dieser Vereine besuchen, war das Thema einer gut besuchten Volksversammlung, welche am 26. Januar in Rirdorf tagte. Der Referent Stadtverordneter Busty kennzeichnete das Verhalten der Rektoren und Lehrer, welche den Schulkindern durch Strafandrohungen das Turnen in den der Schulbehörde nicht genehmen sogenannten roten Turnvereinen untersagen. Jm ferneren Verlauf seiner Rede geißelte der Redner das völlig unmotivierte Verhalten der städtischen Behörden gegenüber den Gefuchen des Arbeiter- Turnvereins Rigdorf- Briz wegen Ueberlassung einer Schulturnhalle, die jedes Mal unter den nichtigsten Vorwänden abgelehnt wurden. In der Diskussion stinenten verschiedene Redner aus Berlin, Friedrichsberg, Weißensee, Rummelsburg und Man gab der Meinung Ausdruc, Adlershof dem Referenten zu. daß hier ein planmäßiges Vorgehen der Behörden konstatiert werden fann. Zum Schluß wurde folgende Resolution angenommen: Die Versammlung protestiert ganz energisch gegen die Einmischung der Lehrerschaft in diese rein privaten Angelegenheiten Die Versammelten erklären ferner mit aller Beder Eltern. stimmtheit, sich in keiner Weise durch die von der Lehrerschaft beliebten Maßnahmen beirren zu lassen, sondern nach wie vor dafür zu wirken, daß den Turnvereinen, die sich in selbstloser Weise der Pflege der Leibesübungen annehmen, immer weitere Anhänger aus der Jugend zugeführt werden. Die Versammelten erwarten daher, daß die unberechtigten Maßnahmen seitens der Schulbehörden schleunigst wieder rückgängig gemacht werden. Diese Resolution foll dem städtischen Schulvorstand sowie dem Magistrat zugestellt werden. Zu bemerken ist noch, daß von der Lehrerschaft niemand in der Versammlung anwesend war. Treptow- Baumschulenweg. Am 21. d. M. fand eine gut besuchte Versammlung des Wahlvereins statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung chrte die Versammlung in üblicher Weise das Andenken des verstorbenen Genossen Hein. Hierauf referierte Wermuth über:" Die politische Lage und die bevorstehenden Kämpfe der deutschen Arbeiterschaft". Der Kaffenbericht für das 1. Vierteljahr ergab eine Einnahme von 105,13 M. und eine Ausgabe von 86,55 M., dem Kaffierer wurde Decharge erteilt. In der Organisationsfrage Deutscher Buchbinder- Berband. Die Zahlstelle Berlin hielt am Dienstag ihre Generalversammlung im Gewerkschaftshause ab. Aus dem Jahresbericht, der gedruckt vorlag, ist zu ersehen, daß die Organisation trok der Krisis gute Fortschritte gemacht hat. Die Bahlstelle hatte am Jahresschluß 3786 Mitglieder, darunter 1664 weibliche, gegen 3420 im Jahre zuvor. Für Arbeitslosen- Unterstüßung wurden im verflossenen Jahr 11 811,10 m. ausgegeben, gegen 13 110,85 m. im Jahre 1901; für Unterstützung Gemaß regelter 553,30 M. Außerdem hat die Ortsverwaltung in 23 Fällen Unterſtüßungs- und in 17 Fällen Darlehnsgefuche bewilligt. Jur Unter- Treptows wurde die Vorabeit den dortigen Genossen über Arbeitsnachweis meldeten fich 3487 Kollegen, darunter 1536 veib- tragen. Des weiteren wurde beschlossen, für Baumschulenweg liche, arbeitslos; verlangt wurden 1132 Arbeiter und 1849 Arbeite- Sonnabends nach dem 1. jeden Monats einen Zahlabend im rinnen, zusammen alfo 2981; befekt wurden 2026 Stellen, darunter Restaurant Königshaide des Herrn Sanftleben stattfinden 1055 durch Arbeiterinnen. Die Buchbinder- Innung hat durch den zu lassen. Aufgenommen wurden 17 Mitglieder. Gefellenausschuß an die Ortsverwaltung das Ersuchen gerichtet, den Arbeitsnachweis zu einem paritätischen umzugestalten; die Meister Vermischtes. Ueber den Tod des Fürsten Wolffgang zu Stolberg meldet das Berliner Tageblatt": Es ist fraglich, ob die Affaire Wolffgang Stolberg jemals völlig aufgeklärt werden wird. In Stolberg und Rottleberode selbst, kann man sagen, glaubt.fein Mensch an einen Es steht fest, daß an dem Tage, der dem Unglüdsfall. mysteriösen Vorfall in Rottleberode vorherging, die Eröffnung des Testaments des Fürsten Alfred stattgefunden habe. Leute, die Anspruch darauf machen, gut unterrichtet zu sein, behaupten, daß die Bestimmungen des Testaments das scharf ausgeprägte Selbstgefühl des Fürsten Wolffgang verlegen mußten. Dazu kommt, daß, wie ein Herr erzählte, der häufig in Schloß Rottleberode verkehrte, die Fürstin durch den Jähzorn und die plöglichen Nervenanfälle ihres Gatten in legter Zeit fehr beunruhigt wurde. Sie hätte wiederholt die Befürchtung ausgesprochen, es würde noch ein Unglüd passieren". Noch mehr Nahrung finden diese Gerüchte durch die Berichte von Augenzeugen. Ein Mann, der bei der Auffindung der Leiche zu gegen war, behauptete mit größter Bestimmtheit, daß sämtliche drei Läufe des Drillings abgefeuert waren. Derfelbe Augenzeuge gab einen erschütternden Bericht über das Aussehen der Leiche. Die Schüsse hätten den oberen Teil des Kopfes vollkommen zerschmettert. Die untere Partie des Gesichtes sei gespalten gewesen und hätte genäht werden müssen. Gegen diese Darstellungen eines Augenzeugen können Einwände nicht erhoben werden, und es ist selbst den Leuten in Stolberg und Rottleberode, die gern an ein Unglück glauben möchten, unerklärlich, daß eine einzige Kugel folch' entsetzliche Verlegungen anrichten konnte. Und schließlich erscheint es den Leuten unbegreiflich, daß Fürst Wolffgang, den der Tod seines Vaters so tief erschüttert hatte, der ant Morgen feines Todes einer wichtigen Konferenz im Schloß Stolberg beiwohnen sollte, gerade diefen Zeitpunkt zur„ Jagd auf einen Silberfalken" gewählt haben soll. Ein schweres Eisenbahnunglück hat sich gestern im Norden Tucson stießen zwei Personenzüge zusammen. Bis jetzt wurden Ameritas, im Staate Arizona, zugetragen. 15 Meilen östlich von noch zwölf Leichen unter den bei dem gestrigen Eisenbahnzusammentoß zertrümmerten Wagen aufgefunden, so daß die Gesamtzahl der Toten jest zwanzig beträgt. Ein Luftmord. In der Moltkestraße zu Itona wurde in der gestrigen Nacht die Leiche einer Frauensperson von 25 bis 80 Jahren mit zusammengebundenen Füßen aufgefunden. Die näheren Umstände laffen keinen Zweifel, daß es sich wiederum um einen Luftmord handelt. Die Hoffnung, in dem fürzlich verhafteten Sekula den Urheber der Attentate der letzten Zeit gefunden zu haben, scheint demnach hinfällig. Witterungsübersicht vom 29. Januar 1903, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Swinemde. 759 Hamburg 7633 Berlin rant./m. 772 B München 775 7633 Bien 772 23 28etter 5wolfenl Temp. n. E. 5° C. 4° R. 3 Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Better Temp. n. C. || 5° E.= 4° St. Haparanda 732 SH wollig-13 6 balb.bd. 4 Petersburg 761 282 1Regen 5wolfig 5 Cort 772 S 3bededt 8 2bededt 5 Aberdeen 776 28 3 wolfenl-0 5heiter 1 Paris 3wolfeni 4 Wetter Prognose für Freitag, den 30. Januar 1903. Zunächst etwas fühler, vielfach heiter bei ziemlich lebhaften westlichen Binden; später neue Erwärmung, Trübung und etwas Regen. Partei- Speditionen: RosenBerlin zweiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalderftraße 30, b. part.- Dritter Wahlkreis: St. Friz, Prinzenstr. 31, Hof rechts part. Vierter Wahlkreis 0.: Robert engels, Gr. Frankfurterstr. 133, of part.-SO.: Paul Böhm, Laufizerplatz 14/15 ( Laden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Karl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laben.- Wedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stolkenburg, Wiesenstr. 41/42. thaler Vorstadt, Gesundbrunnen, Reinickendorf( Ost und West), Wilhelmsruh und Schönholz: Hermann Raichle, Brunnenstr. 93, of part. I.- Schönhauser Vorstadt: Rari mars, Kastanien- Allee 95/96. Alt- Glienicke:. Pries, Rudowerstr. 68. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Deutsch- WilmersSesenheimerstr. 1, Ede Goethestraße, vorn I. Friedrichsbergdorf: B. Nidel, Uhlandstr. 108, part. Friedrichsfelde- Wilhelmsberg Hohenschönhausen: Oswald Grauer, Berlin O., Frankfurter Allee 197.- Grünau: Rixdorf: Ostermant, Gustav Miers, Köpeniderftr. 21. Baumler, Martin Lutherstr. 51, Laden. Brinz Handjernstraße 7, im Laden. Schöneberg: Wilhelm Richard Fürt, Edisonstraße 4, born 2 Treppen. NiederSchöneweide: Bonafowsky, Berlinerstr. 8. JohannisAdlershof: Gustav thal: Paul Mann, Bismardstr. 7. Size, Hadenbergstraße 8. Köpenick: Friedrich Woid, Grünstr. 29.- Friedenau- Steglitz:. Bernfee, Stirchstr. 15 in Friebenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, Düppelstr. 8, und Fr. Shellhase, Ahornstr. 15 a.- Baumschulenweg: Stod, Crnftstr. 2, II. Nen- Weissensee: Joseph Nein, Friedrichstr. 38, Ede Streustraße. Rummelsburg: Forgbert, Pankow:. Kummert, Florastr. 43. Prinz Albertstr. 5a. Außerdem ist sämtliche Bartcilitteratur sowie alle wissenschaftlichen Ober- Schöneweide: -Werke dort zu haben. Auch werden Inserate für den„ Vorwärts" entgegengenommen. Bitte ausschneiden. E Mein diesjähriger Maskenball findet am Rummelsburg. Die General Versammlung des focialwollten dann einen Teil der Koften übernehmen. Inzwischen machte demokratischen Wahlvereins fand am 27. d. M. in Hahns Volts 7. Februar statt, wozu Freunde und Bekannte freundlichst einlade. der Vertreter des Centralvereins für Arbeitsnachweis den Vorschlag, garten statt. Schultz- Borsigwalde referierte über die preußischen den zu gründenden Nachweis dem Verein anzugliedern. Eine tom- Landtagswahlen. Den Kassenbericht gab Bitterhof; die Ginnahmen W. Keller, Köpenick, Weimarer Geld- Lotterie Ziehung schon nächsten Dienstag. 4840 Gewinne im Betrage von 190000 Mk. Oscar Bräuer& Co. Nachf., G. m. b. H. Filialen: NW., Wilsnackerstr. 63. 99 Wilhelmshof". Die Hauptgewinne betragen Mark 60000, 30000, 10000 etc. etc. bar ohne Abzug zahlbar. Lose zum Originalpreise a 3 Mark( ohne Aufgeld). Porto und Liste so pfg. 457L Bankgeschäft, Berlin W., Friedrichstr. 181. O., Andreasstr. 46a. SO., Oranienstr. 177. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inferatenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Borwäris Buchdruderci und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.