Nr. 28. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonelgeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 fg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die Reform der Krankenversicherung. Die„ Frankfurter Zeitung", die erst kürzlich den Entwurf zu dem Gesetze über die Kaufmannsgerichte veröffentlichen konnte, ist in der Lage, auch den Entwurf der Novelle zum StrankenversicherungsGeseze im Wortlaute zu veröffentlichen, noch ehe er den Bundesrat passiert hat. An andrer Stelle des Blattes drucken wir die Vorlage bollständig ab. Graf Bülow arbeitet mit Dampf für die Wahlen: das Phosphorgesetz, das Gesetz über die Kaufmannsgerichte, die Sicherung des Wahlgeheimnisses, jetzt die„ Reform" der Krankenversicherung. Dienstag, den 3. Februar 1903. die niemals die Zustimmung der Vertreter der Arbeiter finden wird und geeignet ist, die ganze Novelle in Frage zu stellen. Das ist die Personen, die nach§§ 31, 32 G.-V.-G. unfähig sind zum Amte eines Vorschrift in Nr.XII, wonach in den Vorstand nicht berufen werden können Schöffen. Wenn auch gegen Anwendung des§ 32 G.-V.-G. nichts eingewendet werden könnte, so um so mehr gegen§ 31. Dieser schließt nämlich nach der geltenden Auffassung die Frauen vom Schöffenamte aus und damit würden die Frauen von der Vertretung im Borstande ausgeschlossen sein. Es kann keine Rede davon sein, daß wir einer solchen Rechtlosmachung der Frauen zustimmen könnten. Man kann neugierig sein, womit die Regierung diese Maßregel be= gründet. Sie kommt wie aus heiterem Himmel. Niemand hat sie je gefordert, niemand hat jemals behauptet, daß die Frauen zu Vorstandsämtern ungeeignet wären. Warum das? Die Mitglieder des Vorstandes, sowie Rechnungs- und Kaffenführer haften für pflichtmäßige Verwaltung wie Vormünder ihren Mündeln. Verwenden sie verfügbare Gelder der Kaffe in ihrem Ruzen, so können sie unbeschadet der strafrechtlichen Verfolgung durch die Aufsichtsbehörde angehalten werden, das in ihrem Nußen verwendete Geld von Beginn der Verwendung an zu verzinsen. Den Zinsfuß bestimmt die Aufsichtsbehörde nach ihrem Ermessen auf acht bis zwanzig vom hundert. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. getragen. Bebor die Blockade angekündigt war, wurde von dem deutschen Kriegsschiff Falke", das vor dem Eingang des Golfes lag, ein Segelschiff angehalten, der Hauptmaft weggekappt und über Bord geworfen. Wir konnten es einfach nicht glauben, wie sollten die Deutschen, die nicht müde wurden zu versichern, daß das Auftreten mit Gewalt nicht gegen das Volk gerichtet war, sondern nur gegen die Regierung, die ihren Verpflich tungen nicht nachkommen will, sich an dem Eigentum armer Fischer und Handeltreibenden bergreifen? Es schien aber doch die Wahrheit zu sein. Die Maßregel, alle venezolanischen Segelschiffe, die die Verbündeten fanden, unbrauchbar zu machen, war getroffen worden, weil Castro auf eine Note nicht geantwortet hat, worin von ihm verlangt wurde, daß er keine Segelschiffe auslaufen lasse. Der Falke" erhielt daher Befeht, alle Segelschiffe abzufangen, und kam demselben auch nach. Kurz nach her wurde der Befehl widerrufen. Doch die Order selbst war verkehrt und zeugte von einer großen Unkenntnis des Charakters der hiesigen Bevölkerung. Damit erreicht man nur, daß der Zustand hier, je länger es dauert, desto unhaltbarer wird. Wir haben sowieso genug Feinde und sind vorläufig ohne Schutz. Wozu also ein armen Fischern gehöriges Segelboot beschädigen und es nachher nach Maracaibo treiben lassen? Das Volk ist wütend darüber, und es könnte bei dem heißen Blut der Leute leicht zu einem ernsten Aufruhr kommen. Man kann nicht behaupten, daß das noch nichts sei im Vergleich zu dem, was die Regierung sich hier erlaubt. Wir wollen doch an Bildung höher stehen." Das Auswärtige Amt wird also auch über diese Heldenthaten Auskunft geben müffen! * darüber aus, daß man in Berlin nicht verstehen wolle, daß Der New Yorker„ Sun" drückt seine Verwunderung Soll nun troßdem noch Walderfee nach Amerika geschickt werden? Unter einer Reform der Krankenversicherung hat man sich allerdings etwas andres gedacht. Wir wünschen eine organische Reform der ganzen Versicherungs- Gesetzgebung, deren nächster Schritt die Für die Vorschrift der Nr. XIII, Beanstandungspflicht des VorVerschmelzung der Invalidenversicherung mit der Krankenversicherung fizenden gegenüber ungesetzlichen oder statutenwidrigen Beschlüssen wäre. Daran ist nun zwar, nachdem das Invalidengefeß eben erst des Vorstandes, muß man die Begründung hören; in der Deffentreformiert worden ist, in der nächsten Zeit nicht zu denken, aber troglichkeit ist nichts bekannt geworden, was sie nötig erscheinen ließe. dem durfte man auch von einer Reform der Krankenversicherung Ebenso ist es mit der Nr. XIV, wonach die Behörde das Recht haben allein mehr erwarten, wie die Novelle, die im Bundesrat schwerlich foll, Vorstandsmitglieder bei grober Pflichtverlegung ihres Amtes zu noch Aenderungen und sicher keine grundstürzenden erfahren wird, entheben. Ist das nötig? Womit wird das begründet werden? bietet. Die Novelle enttäuscht freilich auch die Reaktionäre, die in Jetzt lautet§ 42: dem Regierungsrat Hoffmann ihren Sprecher gefunden hatten, aber das kann uns nicht veranlassen, über die Mangelhaftigkeit des Gebotenen hinwegzusehen. Heute entbehren noch Millionen einer geregelten Krankenfürsorge, die ihrer dringend bedürfen. Ueber die Dringlichkeit des Bedürfnisses, die Krankenversicherung auszudehnen auf den Kreis der Invalidenversicherten, besteht wohl so ziemlich Uebereinstimmung. Und das wäre nicht einmal eine schwierig durch zuführende Reform. Der Kreis der Versicherten könnte erweitert werden, ohne daß irgend welche organischen Menderungen nötig Handeln sie absichtlich zum Nachteile der Stasse, so unterliegen Denkmäler von Monarchen in Amerika unbeliebt wären. Es ist ferner ebenso dringend nötig, daß die Lebensfähigkeit fie der Bestimmung des§ 266 des Strafgesetzbuchs. seien. Die Statue Monroes würde den Berlinern ebensowenig der Kassen gehoben wird. Auch hierfür giebt es eine Maß- Man sollte meinen, das genüge. Was heißt Pflichtwidrigkeiten fonvenieren. Die Denkmalsidee sollte ruhig einschlafen. Der„ Sun" regel, deren Einführung keine Schwierigkeiten macht und der Vorstandsmitglieder? Für Rechnungs- und Kassenführer tann spiegelt, so bemerkt das Berliner Blatt, dem wir diese Nachricht entder kaum jemand ernsthafte Ginwände entgegensetzen tönnte: man es noch verstehen durch die berechtigte Sorge, gegen Ver- nehmen, anscheinend die Stimmung der Regierungstreife die lokale Vereinigung der bestehenden Ortstassen zu gemein- untreuungen von vornherein wirksame Mittel in Händen zu haben. wieder. samen Kaffen. Allerdings wäre diese Maßregel noch nicht aus Bei Vorstandsmitgliedern kommt das nicht in Frage. Die Vorreichend, es müßten noch einschneidendere hinzukommen. Die schrift erweckt den Eindruck, als ob sie zu allerlei Maßregelungen Krantentassen find verpflichtet, den Kranken die Heilmittel in natura die Hand bieten sollte, die mit der Kaffenverwaltung nichts zu thun zu liefern, sie dürfen sie aber beileibe nicht auf dem billigsten Wege haben und es müßten erst sehr gewichtige Thatsachen angeführt Washington, 2. Februar. Gestern abend verlautete, Bowens beziehen oder herstellen, sondern sind den Apothekern tributpflichtig, werden, che wir dieser Vorschrift zustimmen könnten. Ansicht über die Lage sei sehr hoffnungsvoll geworden. Gestern nachdie oft nichts weiter thun, als die von der Fabrik hergestellten Heil- Der Zeitpunkt des Inkrafttretens ist bereits in dem Entwurf mittag hatte Baron Sped von Sternburg eine längere Untermittel verkaufsfertig verpackt zu kaufen und an die Patienten weiter auf den 1. Juli dieses Jahres angesetzt. Auch das zeigt die Eile, redung mit Bowen, welcher morgen eine weitere Unterredung folgen zu verkaufen und dafür einen Aufschlag zu nehmen, wie ihn kein die Graf Bülow hat und zeigt die Motive. Sonst hat man wird. Man nimmt hier an, daß vorher Bowen die Antwort der andrer Gewerbetreibender auch nur entfernt nehmen kann. Wenn es nicht so eilig mit der der Inkraftsetzung socialpolitischer Mächte nicht überreicht werden werde. Bowen erklärte gestern, daß man den Krankenkassen das Recht erteilte, selbst Apotheken für ihre Geseze. Aber Graf Bülow fürchtet die Folgen der Zoll- alle anerkannten Forderungen durch eine Garantie von Mitglieder zu errichten- selbstverständlich unter sachverständiger wucherei bei den bevorstehenden Wahlen und darum muß 13 roz. der Zolleinnahmen gedeckt werden sollen und Leitung so könnten von den etwa 26 Millionen, die heute für noch schnell etwas zu stande gebracht worden, was nach Socialpolitik daß die Garantie der 30 Pro 3. der Zolleinnahmen von 2 a Medikamente und sonstige Heilmittel ausgegeben werden, eine be- riecht. Meint der Herr Reichskanzler, das genüge zu einer Wahl- Guayra und Puerto Cabello, die jetzt von Venezuela trächtliche Anzahl Millionen erspart und zur Erhöhung parole gegen die Socialdemokratie? Wir würden uns an seiner angeboten ist, ausschließlich zur Tilgung der noch nicht der Leistungen der Kaffen verwendet werden. Gegen Stelle noch nicht darauf verlassen. Es ließen sich doch vielleicht noch anerkannten Forderungen nicht nur der blodierenden, teilig interessiert find hjer ganz allein die gegen einige andre Lücken in diversen socialpolitischen Gesetzen und Ver- sondern auch der übrigen Mächte bestimmt ist. wärtigen Apothekenbesitzer. Das Interesse der 10 Millionen, ordnungen entdecken, die sich nach der Methode der vorliegenden Bowen erklärte ferner, daß die Garantie von 18 Proz. nicht in die die heute schon gegen Krankheit versichert sind, ist aber doch wohl Novelle rasch noch oberflächlich stopfen ließen. Von der Sorte tann 30prozentige Garantie eingeschlossen sei. wichtiger, wie das Interesse der paar tausend Apothekenbesizer. man in einigen Wochen eine ganze Menge fabrizieren. Also bitte, Einschneidend und nicht ohne Widerspruch durchzusehen wäre die Herr Reichskanzler, besser zu viel wie zu wenig! radikale Vereinheitlichung der Strankenversicherung an Stelle der heutigen Zersplitterung in sieben verschiedenen Formen. Diese Zersplitterung verursacht es, daß die Durchschnittszahl der Kassenmitglieder sehr gering ist. Sie beträgt für alle Kassen des Reiches zusammen nur 423 im Jahre 1900, geht aber in einzelnen Gegenden des Reiches unter 200 hinunter, und es giebt Stassen, deren Mitgliederzahl unter 100 steht. Das verursacht eine beträchtliche Erhöhung der Verwaltungstoften. Durch Beseitigung der Zersplitterung wäre viel zu sparen. Politische Ueberlicht. Berlin, den 2. Februar. Franz Ziegler, Auch dies Angebot dürfte den Exekutionsmächten recht mager erscheinen. Die Zolleinkünfte Venezuelas betrugen nach der Brutto Einnahme 1901/02 21 Millionen Bolivari 16 800 000 20. 13 Proz. dieser Summe würden etwa 21%, Millionen Mark ausmachen, womit die anerkannten Forderungen der Erefutionsmächte gedeckt werden sollen. Weitere 30 Proz. der Zollstellen von La Guayra und Porto Cabello sollen zur Deckung der Forderungen aller Mächte dienen. Wie hoch in diesen beiden Zollstellen die Einnahmen sind, läßt sich nach den vorhandenen Statistiken nicht feststellen. Anscheinend betragen sie noch nicht 50 Proz. fämtlicher Zolleinnahmen. Mit der schleunigen Eintreibung der Schulden Venezuelas ist es also nichts! einer der alten Demokraten, dessen Andenken nur noch das Proletariat mit Wort und That zu ehren berechtigt ist, wurde vor 100 Jahren geboren. Er gehört zu den revolutionären Vorfämpfern In dieses Gebiet gehört auch die Beseitigung der Gemeinde- des Bürgertums, die noch keine Agenten des Kapitalismus und auch Krankenversicherung, die mit der Vereinheitlichung der Kranken- teine„ genialen Taktiker", wie etwa Eugen Nichter, waren, überhaupt versicherung fallen müßte und der die Versicherten keine Thräne teine Realpolitiker, die dafür aber ihren Grundsätzen und Idealen New York, 2. Februar. Wie aus Caracas gemeldet wird, nachweinen würden. Das find Forderungen, die durchaus im lebten und denen es heiliger Ernst war, die großen Gedanken- herrscht unter den dortigen Fremden große Anfregung. Rahmen der gegenwärtigen Socialpolitik liegen, die niemand Ueberlieferungen der deutschen Klassischen Stultur in die politische Die Mitglieder der französischen, amerikanischen als unerfüllbar bezeichnen kann und die doch einen nennenswerten Wirklichkeit umzusetzen. Als Ziegler vor 30 Jahren an seinem und spanischen Kolonien hielten Versammlungen Fortschritt bedeuten würden. 70. Geburtstag eine Dankrede halten mußte, gedachte er, der einstige ab, in welchen gegen die Forderungen ihrer RegieIn der Erwartung ernstlicher Reformen konnte man die lange Hochverräter und Aufrührer, dessen bürgerliche Existenz in der rungen protestiert wurde; es wurde an letztere telegraphisch Verzögerung der Novelle verstehen; was sie jetzt wirklich bringt, das Revolution gebrochen wurde, der Steuerverweigerung als der größten die Bitte gerichtet, ihre Rechte geltend zu machen, ohne dadurch ist eine Augenblicksarbeit. Die materiellen Aenderungen haben wir That feines Lebens. ihre Staatsangehörigkeit in Venezuela in Gefahr erst dieser Tage, als sie von einigen Blättern angedeutet wurden, gewürdigt. Ein Fortschrittler, war er doch kein Manchestermann. Mit zu bringen. Mit zu bringen. Ein deutsches Kriegsschiff, anscheinend Es ist nicht viel dazu zu sagen. Die Ausdehnung der Mindestleistungen Lassalle verband ihn enge Freundschaft. An dem ersten Drganisations- der Kreuzer" alte", nimmt augenblicklich Sondierungen auf 26 Wochen ist erfreulich, aber auch unumgänglich, um wenigstens plan des deutschen socialistischen Proletariats hat er mitgeholfen. bei Maracaibo in der Nähe der Lagune vor. einen äußerlichen Anschluß an die Invalidenversicherung zu erreichen; Er gehörte der preußischen Nationalversammlung 1848, dann dem Hoffentlich hat Deutschland an den bisherigen nuglofen Schieße die Verschiedenheit der Grundsäge für die Feststellung der Erwerbs Abgeordnetenhause und dem Reichstage bis zu seinem Tode( 1876) an. reien genug! unfähigkeit nach dem Krankenversicherungs- Geseze und dem Invaliden- Das demokratische Bürgertum ist nur noch ein Traum von gesetze verhindert trotzdem einen wirklichen und vollständigen An- ehedem. Es ist gesättigt, feig und feil geworden. Ideale haben schluß beider Geseze hinsichtlich der Gewährung von Unterſtügung. feinen Sturswert mehr außer für festliche Tischreden. Man ist Die Ausdehnung der Wöchnerinnen- Unterstützung ist ebenso zu be- durchaus zufrieden und schließt diplomatisch seinen Frieden mit der grüßen, wie die Beseitigung der Vorschrift, die den Ausschluß Krone, die den Märzgefallenen die bescheidenste Ehrung weigert. der Geschlechtskranken von der Unterstügung gestattet. Gegen die Der Name Zieglers ist für den Freifinn nur ein leerer Schall. geringfügige Erhöhung des Beitragsmaɣimums von 2 auf 2,4 Proz. für die Gemeinde- Krankenversicherung und von 3 auf 3,6 Proz. für die Drts- und andren Zwangskaffen ist nichts einzuwenden. Das„ Berliner Tageblatt" veröffentlicht einen Auszug aus einem Daß vor Festsetzung des ortsüblichen Tagelohnes auch die Ver- im Amsterdamer Telegraaf" veröffentlichten Privatbrief, der vor treter der Versicherten gehört werden sollen, ist recht hübsch, im Verhängung der Blockade geschrieben wurde. Danach hat die deutsche ganzen aber eine harmlose Maßregel, die niemand wehe thut. Der gepanzerte Faust noch mehr Heldenthaten begangen, als größte Teil der sonstigen Vorschriften ist ohne wesentliche Bedeutung, bisher bekannt geworden war. In dem Brief heißt es nämlich: es find redaktionelle Aenderungen, die zum Teil durch die materiellen Aenderungen nötig geworden sind. Ganz harmlos ist die Novelle aber trotzdem nicht. Sie enthält sogar eine Vorschrift, gegen die entschieden Protest zu erheben ist, Neues von der gepanzerten Fauft. „ Das find Zustände, die man sich bei Euch nicht denken tann. Die Stimmung der hiesigen Bevölkerung gegen die Deutschen wird jeden Tag erbitterter und feind li cher. Vor allem hat ein bedauerlicher Vorgang dazu bei 黃 Frankreich gegen die Exekutionsmächte. Aus Caracas wird vom Sonntag gemeldet: Auf eine Anfrage Bowens über die Absichten Vene3uelas bezüglich der Forderung einer Bevorzugung der blockierenden Mächte telegraphierte Castro, Venezuela bitte um gleichmäßige Behandlung aller Nationen in Europa und Amerika, die seine Gläubiger seien, und halte an feinem diplomatischen Abkommen und früheren bmachungen fest. Frankreich feste gestern das Auswärtige Amt von Venezuela davon in Kenntnis, daß, da das Abkommen von 1885 den Vertrag von 1867 aufgehoben habe, der Frankreich das Recht zuerkannte, felbst einen Teil der Zölle zu erheben für Bezahlung der französischen Schuld, die französische Regierung beabsichtige, diesen Vertrag unverzüglich wieder ins Leben zu rufen. Der Kanzler der französischen Gesandtschaft in Caracas hatte häufig Unterredungen Der Sieg der holländischen Eisenbahnarbeiter -mit Castro und im venezolanischen Auswärtigen Amt. Man nimmt| Absendung des Huldigungstelegramms ausdrücklich zu entschuldigen-1der aber der Gemahlin des Verstorbenen gänzlich entgangen zu sein an, die französischen Vorstellungen sollen ein ein Beweis, daß auch in den Kreisen der christlichen Arbeiter die Rede scheint. Denn Frau v. Willich hat erklärt, daß ihr Gatte am Morgen Gegengewicht gegen die Bestrebungen der ver Verwunderung hervorgerufen hat. Herr Brust leistete sich also folgende feines Todes vollkommen ruhig und ohne sichtbare Erregung bündeten Mächte abgeben. fühne Auslegung: In der legten Zeit, meinte er, sei die Person des mit ihr gefrühstückt habe. Dann sei er still in sein Zimmer gegangen. Kaisers verschiedentlich verdächtigt" worden und zwar hinsichtlich Niemand ist ihm gefolgt, niemand hat den Schuß fallen hören. feiner bekannten Rede in Breslau. Wenn der Kaiser gesagt habe, daß Erst nach geraumer Zeit begab sie sich an die Thür seines die sociale Gesetzgebung dem Arbeiter eine gesicherte Eristenz gewähr- Zimmers, die sie verschlossen fand, und gewahrte, durchs Schlüsselleiste der uns vorliegende Bericht citiert fälschlich:„ gewährleisten loch blickend, die Leiche ihres Mannes. Auch von der Geistlichkeit solle" so sei das nicht wörtlich zu nehmen und jeder, der guten scheint der„ nervöse Kollaps" nicht entsprechend gewürdigt worden Willens fei, könne das auch wohl begreifen. Die christlichen Berg- zu sein. Denu der zuständige Superintendent hat die Einsegnung abarbeiter wüßten daher, was sie an ihrem Kaiser hätten. gelehnt, und der Generalsuperintendent hat die Ablehnung bestätigt.... Aber das größte Versehen scheint erst fürzlich vorgekommen zu sein, in Birnbaum auf dem Festessen zu Kaisers Geburtstag. Denn als die Großgrundbefizer von Uluruh Kleinmünsche, Roderkz- Lenschütz und Fußden Festdrei erbitterte Gegner des Verstorbenen saal betraten, kam der verhaltene Groll der versammelten Gäste in einem derartigen Toben zum Ausbruch, daß die drei Herren von dem entfesselten Sturm zur Thür hinausgeblasen wurden und lautlos verschwanden." " Man sieht ein Plaidoyer à la.Bülow. Tapfer und ehrlich ist allerdings dieser Brust" ton der„ patriotischen" Ueberzeugung nicht. Es wäre anständiger gewesen, die Rede offen zu kritisieren, als sie teils zu verschweigen, teils zu entstellen. Daß die Wolffsche Berichterstattung dann noch aus der Entschuldigung eine Zustimmung macht, ist ganz nach der Art der 3wangs- Huldigungsadressen! Rudolf v. Delbrück. 0 ist ein vollständiger. Die Einmütigkeit und Entschlossenheit, mit der das Perfonal der Eisenbahnen zu Gunsten der streikenden Arbeiter im Transportgewerbe die Arbeit einstellte, hat einen über Ertvarten schnellen Erfolg gehabt. Man denke, es handelt sich um die Angestellten nicht mur einer privaten, sondern auch um das Personal einer staatlichen Bahn. Anderswo hätte man in solchem Falle alle Machtmittel des Staates aufgewandt, um die streikenden Arbeiter niederzuhalten. Man hätte die Frechen und Unbotmäßigen" zu Paaren getrieben, und wenn dadurch der gesamte Verkehr lahmgelegt worden wäre. Die holländische Regierung war einsichtig genug, sich nicht im Interesse einiger wort brüchiger Transportunternehmer auf Anwendung schneidiger Maßnahmen einzulassen. Sie fetzte sich vernünftigerweise mit der Direktion der privaten holländischen Eisenbahn- Gesellschaft in Verbindung, und das Verlangen der Ausständigen, keine Güter der vom Rudolf v. Delbrück, ehedem die„ rechte Hand Bismards", ist ant Herr v. Podbielski hatte im Abgeordnetenhause geleugnet, Streit betroffenen Transportgesellschaften zu befördern, wurde nicht nur Sonntagnachmittag im Alter von 86 Jahren gestorben. Delbrück, daß er die Milderung des chrengerichtlichen Urteils gegen Endell ohne Umstände angenommen, sondern auch den Streikenden sofort am 16. April 1817 geboren, war infolge feiner Verdienste um die veranlaßt habe, und die„ National- Zeitung" aufgefordert, ihre Betelegraphisch mitgeteilt, daß man ihre Forderung anerkannt habe. Ausdehnung des Zollvereins bereits 1848 Ministerialdirektor im schuldigung zurückzunehmen. Darauf bemerkt das Blatt, dazu sei Es vergingen natürlich mehrere Stunden, ehe allen Streifenden die preußischen Handelsministerium geworden, um im August 1867 zum es nicht in der Lage:„ Wir haben gesagt oder vielmehr anAnnahme ihrer Forderung bekannt geworden war, und niemand Präsidenten des Bundeskanzleramts und 1868 zum Minister ohne gedeutet, denn es wäre sehr viel mehr über diese verhängnisvolle ging an die Arbeit, dem die Bewilligung nicht in authentischer Form Portefeuille ernannt zu werden. Seine Thätigkeit in dieser Stellung Angelegenheit zu sagen, wie es um Herrn v. Podbielskis Anmitgeteilt wurde. Nachdem dies geschehen war, erklärte eine Voll- wurde durch den Abschluß einer Reihe freihändlerischer Handels- teil an der Sache nach den uns zugegangenen Mitteilungen steht".versammlung der Ausständigen am Sonnabendabend den Streit als verträge mit Frankreich, Belgien und Italien gekrönt. beendet, am Sonntag früh 6 Uhr wurde die Arbeit wieder aufgenommen, und der Verkehr setzte wieder in gewohnter Weise ein. So haben also die Eisenbahner Hollands einen Sieg errungen, der um so schöner ist, als sie nicht für sich, sondern für ihre Arbeitsbrüder in einem andren Gewerbe gekämpft haben. Während der Ausstand der Eisenbahn- Angestellten zu Ende ist, dauert der Ausstand der Arbeiter der Privat- Transportgesellschaften fort. Außerdem hat die Kommunalverwaltung von Amsterdam die Arbeit in den Wasserwerken auf dem Quai eingestellt. Die Arbeiter dieser Werke haben sich den Ausständigen angeschlossen, um sie zu Hoffentlich wird nun auch der Ausstand, welcher die Ursache des Eisenbahnerstreiks bildet, bald mit einem Erfolge der Arbeiter unterſtügen. enden. ÷ Ballestrem- Gruben. Kürzlich lief durch die gutgesinnten Blätter eine Reklamenotiz, die zeigen sollte, wie herrlich es die Arbeiter auf den Gruben des bisherigen Reichstags- Präsidenten Ballestrem hätten. Ferner war Delbrück hervorragend thätig bei den Unterhandlungen über die Kaiserfrage mit den süddeutschen Staaten im Herbst 1870, erst in München, dann in Versailles. Daran schloß sich die Verteidigung der Versailler Verträge im norddeutschen Reichstage. Als Lohn für diese Mitarbeit an der Gründung des Deutschen In der„ Prava" schildert nun ein Bergarbeiter, wie es auf der Reiches erhielt Delbrück aus der 1871 er Dotation einen Anteil von Ballestremschen Grube" Brandenburg" zugeht: Auf dieser Grube haben sich die Verdienste so geändert, daß am 200 000 Thalern. Delbrüds 3 erwürfnis mit Bismarc trat in der zweiten 16. d. W. nach der Löhnung ungefähr 50 Schlepper und WagenHälfte der siebziger Jahre ein, als Bismarck, der bis dahin die ſtößer sich weigerten, weiter zu arbeiten. Mehrere erhoben sich nicht, als sie der Obersteiger verlas, sondern fuhren sofort aus; andre freihändlerische Politik Delbrücks mitgemacht hatte, allmählich in sprachen sich aus und gingen zu den Vorangegangen; darauf das Fahrwasser der 1869 gegründeten a grarischen Partei ein- sammelten sie sich über Tage. Unterwegs trafen sie mit dem lenkten. Im Juni 1876 nahm Delbrück seinen Abschied, da seine Steiger Langer zusammen und erklärte ihm, daß sie für das Geld, staatswirtschaftliche Auffassung mit der Bismarcks nicht mehr in Ein- das sie eben erhalten hatten, nicht weiter arbeiten würden. Der flang zu bringen war. Delbrück ließ sich 1878 für Jena in den Steiger erwiderte ihnen, daß er sie für das entschädigen wolle, was Reichstag wählen, um die 1879 beginnende Schutzzollpolitik Bismarcks ihnen für den vergangenen Monat fehle und ihnen im laufenden mit aller Energie zu bekämpfen. Gegen den 1879 geforderten Monate 3,75 M. pro Schicht zahlen werde; nur sollten sie das nicht Getreidezoll von 50 Pf. auf den Doppelcentner erließ er damals thun, daß ihm die Förderung still stehe. Sobald er ihnen die Vers besserung versprochen hatte, kehrten die Arbeiter zur Arbeit zurüd. Die Landtagswahlen und der Breslauer Freisinu. Aus Breslau unter dem Titel„ Deutschlands Getreideverkehr mit dem Auslande" Jedem Arbeiter wurde das Gedinge gemacht, das gelten sollte. eine Schrift, deren Inhalt er in den Satz zusammenfaßte: Wir hofften, daß der Grubenvorstand das Gedinge aufrecht ,, Es hat sich ergeben, daß die Belegung dieses auswärtigen erhalten würde, Am Sonnabend, aber das geschah nicht. Getreides mit einem Eingangszoll den Preis auch des den 17. d. M., machten sie uns eierschicht wir arbeiteten nicht inländischen Getreides um einen dem Zollsage nahe- auf dem Pochhammer- Flöß unter dem Steiger Langer. Früher verkommenden Betrag erhöhen würde, und daß die durch dienten wir ziemlich gut; aber Steiger Langer veränderte das Gediese Erhöhung der Nation auferlegte 2ast außer jedem dinge. Früher verdienten die Häuer 5 M., auf einigen Nummern Verhältnis zu der finanziellen Wirkung des Bolles stehen, verdienten sie 6 M., und jetzt hatten sie auf einer Nummer 3,90 M., auf einer andern 3,20 M., für herrschaftliche Schichten 2,50 M., und den wirtschaftlich schwächsten Teil der Nation am stärksten treffen wer durch den ganzen Monat auf herrschaftliche Schichten ging, der und eine Beschränkung in dem Verbrauche gehatte 3 M. pro Schicht. werblicher Erzeugnisse zur unmittelbaren Folge. haben würde." Deutfches Reich. svird freisimmigen Blättern telegraphiert: " Bei dem gestrigen socialdemokratischen Parteitag für Schlesien wurde ein Antrag des ReichstagsKandidaten Kühn Langenbielau:„ Der Parteitag macht es den Parteigenossen Breslaus zur zwingenden Pflicht, bei der nächsten Landtagswahl auf keinen Fall den Freisinnigen bedingungslos bei der Wahl von Abgeordneten Beihilfe zu leisten", mit 20 gegen 12 Stimmen abgelehnt. Außerdem wurde beschlossen, an den kommenden preußischen Landtagswahlen mit aller Kraft und Entschiedenheit teilzunehmen. Die freisinnigen Blätter ziehen aus der Ablehnung des Antrags den Schluß, daß die Socialdemokraten den Freisinnigen in Breslau wieder die Kastanien aus dem Feuer holen würden. Uns liegt noch kein Bericht vor, und wir wissen nicht, aus welchen Motiven die Ablehnung des Antrages erfolgt ist. Der Antrag selbst aber fand mit Recht keine Annahme; denn er widerspricht den Mainzer Beschlüssen, die Abmachungen mit gegnerischen Parteien ausdrücklich dem Parteivorstand als Central- Wahlfomitee So urteilte Delbrück über den 50 Pfennig- Boll des Jahres 1879. Es ist ihm nicht erspart geblieben, auch noch die Drgien unsres neuesten mehr als zehnmal höheren Zollwucher- Tarifs zu erleben! Der Fall Willich. zuweist. Bindende Beschlüsse, wie man es mit den Freisinnigen In der Deutschen Tagesztg." veröffentlicht Herr v. Endell, halten solle, find also jetzt unmöglich und widersprechen dem Parteitagsbeschluß. Aus der Ablehnung des Antrags aber zu schließen, daß die Socialdemokraten harmlos genug sein sollten, den Freisinnigen bedingungslos Beihilfe zu leisten, ist eine sehr naive Einbildung. Seit der reaktionären und heimtückischen Verrätertaktik der Volkspartei find die Parteigenossen sicherlich noch weniger geneigt als schon zuvor, sich den Freisinnigen auf Gnade und Ungnade zur Verfügung zu stellen. Werden unsre Forderungen nicht befriedigt so viel fann man schon jetzt fagen- so mögen die Freisinnigen eben sehen, wo sie bleiben. Ueber den Termin der Reichstagswahlen wird in der Presse viel geweiffagt. Ein pommersches Blatt giebt schon das Datum an: Mittwoch, den 17. Juni. Gleichviel wann der Tag festgesetzt wird wir sind bereit, zu fchlagen! Der Kaiser dankt in einem Erlaß des Reichs- Anzeigers" für die Kundgebungen, die ihm aus Anlaß seines Geburtstages zu teil geworden sind. Es heißt darin: „ Die Aeußerungen der Liebe und des Vertrauens, welchen ich auf meinen Reisen im vergangenen Jahre in allen von mir berührten Städten und Ortschaften des Reichs in so reichem Maße begegnet bin, und das Bewußtsein, daß neben der lauten Festesfreude manch treue Fürbitte für mich aus frommen Herzen in Palast und Hütte zu Gott dem Herrn emporgesandt worden ist, haben mich an meinem Geburtstage wahrhaft beglückt." Daß Wilhelm II. auch die stillen Fürbitten erwähnt, scheint zu Betveisen, daß er an dem Wert der lauten dekorativen Kundgebungen, die in Posen zum Teil direkt erzwungen worden sind, zu zweifeln beginnt.Die christlichen Bergarbeiter und die Kaiserreden. Wolffs Bureau" verbreitet folgendes irreführende Telegramm: . Dortmund, 1. Februar. Heute vormittag wurde die achte Jahresversammlung des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter Deutschlands eröffnet. Der Vorsitzende drückte die Uebereinstimmung der christlichen Bergarbeiter mit der Rede des Kaisers in Breslau aus. Alsdann wurde an den Kaiser ein Huldigungstelegramm abgesandt. der Agrarierhäuptling der Osimarken, eine Erklärung, in der er gutem Gewissen" behauptet, " mit „ daß ich mir Herrn von Willich gegenüber nichts, nicht das Geringste vorzutverfen habe. Es ist nicht wahr, der Bund daß der Landwirte oder irgend ein Mitglied desselben oder ein Agrarier Hern von Willich verfolgt oder angegriffen haben soll. Der Bund der Landwirte hat hier in der Provinz stets und überall Frieden gehalten. Was in den Zeitungen über die Absichten einiger Herren im Kreise Birnbaum für Kaisers Geburtstag gesagt wird, ist unrichtig, das kann ich aus genauester Orientierung heraus versichern. Steiger Langer trieb uns unten nicht wenig. Der Obersteiger aber erhob sich nach der Verlesung und rief:" N. N., wie ist die Leiſtung"? Wenn sie heute nicht gemacht wird, so kommt ihr morgen nicht wieder dorthin. Wie bei den Pfeilern, so haben die sind und ihre Leistung zu machen." Wenn wir uns die vergangenen Häuer auch in den Strecken zu fördern, wenn Schlepper nicht da Zeiten vergegenwärtigen, so sagt mancher, daß es früher fast besser war als es jetzt ist; denn wir sind fast in der Hölle. Meiner die Leute etwas verdienen. Meinung nach ist es die größte Kunst, die Grube so zu leiten, daß Sie nehmen die Maschine mit dem Seil fort, das die Wagen zog; sie nehmen die Pferde fort, und der Schlepper ist jetzt hier statt des Pferdes und stößt die Wagen nach oben. Der Schlepper sind viele und es giebt nur einen Weg für leere und für volle Wagen und es giebt deshalb manchmal einen Standal, Als Deputat geben sie Kohlendaß man nicht mehr hören kann. staub. Kommunale Mißwirtschaft. mit Die Stadtverwaltung in Essen beschäftigt zur Zeit eine Angelegenheit, welche einmal wieder in recht trasfer Beleuchtung zeigt, wie durch das Privatunternehmertum bei kommuDaß es Zeitungen giebt, die sogar einen so traurigen Fall nalen Anlagen die Steuerzahler geschröpft werden. benutzen, um aus demselben gegen politische Gegner oder ihnen Es handelt sich um den Ankauf der Essener Straßenbahn durch die Stadt von der Besitzerin, der Süddeutschen Eisenpolitisch feindliche Parteien in ihrem Interesse Kapital zu schlagen, bahn- Gesellschaft. Die Konzession zum Betrieb der Straßenbahn ist traurig genug; man könnte sich aber darüber hinwegjezzen, wenn durch die S. E.-G., welche die Bahn erbaute, läuft erst in diese Angriffe von Angestellten der Presse ausgingen bezw. erdacht ca. 30 Jahren ab. Bei Erteilung der Konzession hat wären, die dadurch ihrer Zeitung oder ihrer Partei zu nügen die Stadt fich der gebundenen Händen Gesellschaft glauben. Es unterliegt für mich aber keinem Zweifel, daß hinter ergeben, die Gesellschaft mußt ihre Macht in rücksichtslosester Weise allen diesen s ch amlosen, lügenhaften Machenschaften aus. Wenn irgendwo, kann man hier von Raubbau reden. Die Männer stehen, die sich noch dazu mit Vorliebe„ deutsch" nennen, ganze Einrichtung ist mangelhaft, der Unterbau zu leicht, die Wagen welche genau über die Gründe des traurigen Endes des Herrn schlecht, anderwärts ausrangierte Wagen kommen frisch gestrichen v. Willich Bescheid wissen, die sich aber selbst angesichts des Todes als neue Wagen nach Essen. Die Fahrpreise sind ungebührlich nicht scheuen, das Ableben des Herrn v. Willich unter wissent preffe führt eine fast ständige Nubrik über Mißstände bei der hoch, die Angestellten werden schlecht besoldet 2c. Die Effener Lokallicher Entstellung der Thatsachen auszumuzen, und Straßenbahn. Die Verwaltung bleibt taub, die Stadt unthätig, welche damit von neuem den Versuch machen, andren deutschen zum Teil weil sie sich selbst die Hände gebunden hat, vielleicht Männern die Ehre abzuschneiden." zum Teil auch unfreiwillig. Das tollste bei der Geschichte Daß dieses diskrete Schweigen für den Verstorbenen ver- ist nämlich, daß der Ober- Bürgermeister der Stadt dächtigender ist, als eine offene Aussprache, ist klar. Diese Effen Mitglied des Aufsichtsrats der Essener schonenden Andeutungen" vollenden eben die infame Hetze, die sich Straßenbahn- Gesellschaft ist. Daß bei einem solchen Verhältnis die Interessen der Stadt der Gesellschaft gegenüber nicht gegen den Landrat richtet. Zu aber der Unwillen der Bürgerschaft über die Verhältnisse bei der zu gleicher Zeit, als Herr v. Endell sein gutes Gewissen mani- besonders gut gewahrt werden, läßt sich denken. Schließlich ist nun feſtierte, veröffentlicht die" Vossische Zeitung" ihr von gut unter- Straßenbahn derartig gewachsen, daß die Stadt auf irgend eine richteter Seite zugehende Mitteilungen, denen wir das Folgende Weise Abhilfe fchaffen muß. Sie tönnte mun der Gesellschaft Daumentnehmen: schrauben anlegen durch den Bau von Konkurrenzstrecken. Rührend in ihrer Harmlosigkeit sind die offiziellen Aus- Dazu scheint man sich aber nicht entschließen zu wollen, Tassungen über den Tod des Landrats v. Willich. Die Verwaltungs- es foll vielmehr die verlotterte Bahn angekauft werden. Gesellschaft forderte 21 Millionen Mark, das Gebot der Herrn Brust ist gewiß sehr viel zuzutrauen, unglaublich aber behörden haben, so erzählt man der Welt, den Dahingeschiedenen Stadt lautete auf 16 Millionen. Zur Zeit schweben Verhandlungen ist es, daß er seinen christlichen Arbeitern beteuert haben soll, stets und nach Kräften unterstützt"." Amtlich" war überhaupt von auf der Grundlage eines Preises von 18 Millionen Mark. sie hätten eine gute und gesicherte Eristenz bis ins Alter hinein. der ganzen Angelegenheit nichts weiter bekannt geworden, als Die h.- West f. 3 tg." berechnet, daß die Stadt die Bahn mit Daß er ferner der kaiserlichen Meinung sei, die christlichen Arbeiter daß der Landrat ein wenig nervös war und um Luft 7-8 Millionen Mark hätte bauen können, sie würde also selbst bei thäten gut, den einfachen Mann aus der Werkstatt ins Parlament veränderung gebeten hatte.„ Unbegreifliche Verstimmungen" einem Preise von 16 Millionen Mart der Gesellschaft 8-9 Millionen zu senden, muß schon deshalb als ausgeschlossen gelten, weil das sollten Wege herzlicher Versöhnung" aus- Mart schenken und erhält dazu noch eine mangelhafte, vernachlässigte Die erforderlichen Erneuerungen eine Kriegserklärung gegen das Centrum wäre, das bekanntlich als geglichen werden, als plöglich ein„ nervöser Kollaps" eintrat und ein und verbrauchte Einrichtung. Arbeitervertreter ausschließlich Großgrundbesizer, Großindustrielle, Flintenschuß fiel. Das Ganze wäre also mehr ein Versehen, ein würden einige weitere Millionen verschlingen. Wie die GesellAdvokaten, Richter, Lehrer, Professoren und Pfaffen als Abgeordnete bedauerlicher Zufall gewesen. Und der gottesfürchtige Reichsbote", fchaft gewirtschaftet hat, geht daraus schon zur Genüge hervor, wählt. Ganz und gar unwahrscheinlich ist schließlich die Vermutung, der unter Aufzählung aller erforderlichen Einzelheiten" den Landrat daß fie 30-40 Prozent der Einnahme als Gewinn herausge mißwirtschaftet hat. Hierna ch berechnet die Gesellschaft den die aus jenem Telegramm entnommen werden könnte, daß etwa die soeben als ehrlosen Mann gebrandmarkt hatte, räuspert sich, widerruft aufpreis. Die Stadt würde aber nicht in derselben christlichen Arbeiter selbst in ihrem Huldigungstelegramm die Bres- und behauptet das Gegenteil. Welch ein Mißgeschick für ein gutgesinntes eife weiter wirtschaften können, der Ueberschuß bliebe Tauer Rede gebilligt haben. Blatt. Und es scheinen noch mehr Versehen vorgekommen zu sein. Es bei städtischem Betriebe bedeutend unter dem von der Gesellschaft Wie aus einem ausführlichen Bericht hervorgeht, enthält denn war offenbar auch ein Versehen, als Graf Dohna auf Hiller- erzielten; hinzu kämen die erforderlichen Neuaufwendungen. Diese auch das Huldigungstelegramm keine Silbe der Zustimmung zu der Gärtringen bei den Wahlen zur Landwirtschaftskammer verschlängen nicht nur den eventuell auf Grundlage des Kaufpreises Breslauer Rede, sondern nur die übliche Loyalitätsversicherung, in Posen dem Landrat v. Willich im Namen und Auftrage aller An- zu erzielenden Gewinn, es müßten noch Zuschüsse aus dem Steuerohne die die christlichen Arbeiter noch nicht auszukommen vermeinen. wesenden erklärte, daß bei seinem Erscheinen der Graf und alle säckel geleistet werden. Diese werden auch über 2 Million Mark pro Jahr berechnet. Und auch Herr Brust hat sich wohlweislich gehütet, feine Zu- andern sich entfernen würden. Und es war ein Sympton der bereits Hätte die Stadt die Straßenbahn vor 10 Jahren felbst ge stimmung zur Breslauer Rede zu bekunden. Im Gegenteil, er hat angebahnten Versöhnung", als kurz vor dem Tode des Landrats baut, sie würde bedeutende Einnahmen aus dem Betriebe für die versucht, an dem Kaiserwort sehr erheblich zu deuteln. Von die Johanniter auf ihrem Festessen ihm den Rücken fehrten. Steuertasse gewonnen haben, nun hat die Gesellschaft während der dem einfachen Manne aus der Werkstatt scheint er überhaupt nicht In allerletzter Zeit... stellte sich der„ nervöse Kollaps" ein, der zwar Beit die Bürger geplündert in den letzten 3 Jahren belief sich gesprochen zu haben. Dagegen sah er sich genötigt, diesmal die dem Minister v. Hammerstein, amtlich" bekannt geworden sein mag, der Reingewinn der Gesellschaft auf rund 440000 Mart, foeben ,, im " " Die 630000 Mark und 780000 Mark- und der Stadt bleibt das Vergnügen der Gesellschaft jetzt als Abfindung noch ein Geschenk von 8 bis 9 Millionen Mart zu machen, wofür die Steuerzahler bluten müffen. Dieser Standal zeigt wieder einmal offenkundig, wie notwendig es ist, daß die Socialdemokratie auch gründlich in die kommunale Mißwirtschaft hineinleuchtet und hier ebenfalls der kapitalistischen Korruption zu Leibe geht. Klerikale Schacherpolitik. " Betveisen, denn ein Gesek, das die Frau aus ihrem Heimats- und| Greise. Dieses Gesek wurde bisher mit Vorliebe gegen politische Geburtsland einfach aus Ehescheidungsgründen ausweist, fie Verbrecher" angewandt; wer sich mißliebig gemacht hatte, wurde heimatlos macht, giebt es nicht. Ich werde mein Recht nicht als nach irgend einem abgelegenen unwirtlichen Gebirgsorte verbannt. Frau des Kronprinzen von Sachsen, sondern als die durch AusSocialgesetzgebung in Italien. Die sociale Reform macht in schließung zur Bürgerin erhobene eheliche Tochter meines Vaters Italien erfreuliche Fortschritte. Der Ministerrat stellte in seiner suchen und erzwingen." legten Sitzung das Reglement fest für das neu errichtete Arbeitsamt Man sieht: Wenn eine Prinzessin nicht mehr von Gottes Gnaden, sowie die Ausführungsbestimmungen für das Gesetz betreffend die sondern nur noch ein Mensch sein will, so wird sie plötzlich minderen Frauen- und Kinderarbeit. Ausführungsbestimmungen zum Gesetz Aus Baden wird uns geschrieben: Nechts als eine Landstreicherin. Die Ausgestoßene fämpft jetzt für betreffend die Verhütung der Pellagra sind in Vorbereitung. Eine Unfre Nationalliberalen sind, wenn es ihnen gelingen soll, ihre bürgerlichen Rechte zum großen Entsetzen aller höfifchen parlamentarische Kommission ist zur Zeit damit beschäftigt, das der Socialdemokratie die beiden Reichstagssige Karlsruhe Berücken! Gesetz über die öffentlichen Arbeiten zu modifizieren. Eine UnterBruchsal und Pforzheim Durlach abzunehmen( auf die fommission ist damit betraut, Bestimmungen über die Ausnutzung Zurüderoberung von Mannheim scheinen sie von vornherein Die Denkschrift über Kiantschou, die soeben dem Reichstag zu- der Wasserkräfte zu treffen. Eine andre Kommission des Parlaments großmütig verzichten zu wollen), auf die Wahlhilfe des Centrumsgegangen ist, entwirft trotz aller Schönfärbungsversuche bei nüchterner hat die Aufgabe, das Gesetz betreffend die Arbeitsverträge durchdaß insbesondre den Nationalliberalen der Residenz Karlsruhe durchaus im Einklang steht mit dem Bild unsrer Kolonialpolitik der Latifundienbesizer wenigstens einigermaßen Einhalt zu thun. angewiesen. In den Reihen des letzteren weiß man ganz genau, Würdigung der mitgeteilten Zahlen und Thatsachen ein Bild, das zuberaten. Dies letztere zusammen mit dem Gesetz über die Agrarverträge ist geeignet, der schrankenlosen Ausbeutungs- und Herrschsucht außerordentlich viel daran gelegen ist, durch einen Reichstags- Wahlsieg überhaupt, das einen nichts weniger als verlockenden Eindruck macht. Schließlich ist auch ein Gesez, welches die Einführung einer allüber den„ Umsturz" das Werk der fürstentreuen JubiläumsDie Einnahmen des Gouvernements vom 1. Oktober 1901 bis gemeinen Sonntagsruhe vorsieht, in Vorbereitung. wahlen" zu vollenden, und die Art und Weise, wie in den letzten Wochen Herr Bassermann um die Wahlhilfe der Klerikalen gebettelt 30. Oktober 1902 belaufen sich auf 495 989 M. gegenüber Einnahmen Der Haftbefehl gegen den Maler Allers, der gegen denselben vom hat, war lediglich dazu angethan, sie in diesem Gefühl der entscheidenden in der Höhe von 537 934 M. im entsprechenden Zeitraum 1900/1901. Untersuchungsrichter Collenza in Neapel erlassen worden war, ist, wie Macht zu bestärken. Es wäre unter diesen Umständen zu verwundern Also eine Mindereinnahme von 42000 M.! dem Mailänder Corriere della Sera" von Neapel gemeldet wird, gewesen, wenn die Centrumsführer diese Situation bei den Reichstags- Die Einnahmen aus Landverkäufen sind von 341 770 M. zurückgezogen worden. Allers ist der deutsche Maler, der sich wahlen nicht dazu ausgenugt hätten, um im Streit um die Zulassung der auf 157 197 M. zurückgegangen, die aus der Schiffahrt von zur selben Zeit, wie der verstorbene Strupp, auf Capri aufgehalten Männerklöster Vorteile für sich herauszuschlagen. Thatsächlich 23 307 auf 16 531 M. hat und dort auch eine Villa besitzt. Gegen ihn wurde von verhat nun auch der Löwe von Zähringen", Pfarrer Water, am Sonntag in einer Versammlung des katholischen Volksvereins zu Dagegen sind die Einnahmen aus dem Opiumhandel von schiedenen Familienvätern von Capri Klage geführt, und er verStuttgart den Preis bezeichnet, um den seine Partei bereit ist, den 17 402 auf 24 353 M. gestiegen! Zeigen schon die Mindereinnahmen schvand deswegen. Auch jetzt darf er noch nicht nach Capri zurüdnationalliberalen Kulturkämpfern und Klosterſtürmern ihre Wahlhilfe aus dem Schiffahrtsbetrieb den Rüdgang der Schiff- kehren, bis die Untersuchung beendet ist. gegen die Socialdemokratie zu leihen. Möge man die Hindernisse, die fahrt, so spiegelt sich derselbe noch deutlicher in Schweden. bisher einem Zusammengehen der bürgerlichen Parteien noch entgegen- der Tonnenzahl der Schiffe. Während 1900/1901 in Liberale Reaktion im Reichstag. Als im vorigen Jahre bei den standen, beseitigen", meinte er mit einem nicht mißzuverstehenden unserm Platz an der Sonne" 311 Schiffe mit 463 477 Tonnen Wahlen zur zweiten Rammer eine liberale Mehrheit zu stande kam, Seitenblick auf die badische Regierung, bei der die Entscheidung im Gehalt verkehrten, belief sich der Verkehr im letzten Rechnungs- glaubte man wohl, daß dieser Sieg über die Konservativen auch in Klosterstreite ruht; diesen Appell richte ich nicht nur an jahre auf 243 Schiffe mit 261 807 Tonnen! Welche Aussichten für den Wahlen zu den ständigen Ausschüssen, womit der Reichstag seine die Parteien, sondern auch an die Regierungen. Wenn es wahr ist, unsren Export! Riautschon hat denn auch bereits eine regelrechte weil in den Ausschüssen die grundlegende Beratung der dem ReichsThätigkeit beginnt, zum Ausdruck kommen müsse. Diese Wahlen, die, daß es nicht nur Räte der Krone giebt, sondern auch Träger der Krone, die vor der Socialdemokratie mehr Angst haben als viel- rise" erlebt. Sie wurde hervorgerufen durch die Spekulation tag vorliegenden Fragen stattfindet, sehr wichtig sind, haben nur am Teicht berechtigt ist, so wird man erwarten dürfen, daß gerade deutscher Kanfleute auf den Konsum europäischer 22. Januar stattgefunden, aber nicht etwa mit einem Siege der von dieser Seite etwas geschehen wird, um der Centrums- Truppen. Als es mit diesem Geschäft nichts war, kam der Liberalen geendet, sondern zu einem Kompromiß zwischen partei das Zusammengehen mit den National- Dalles. Die Denkschrift betont:„ Die Bevölkerung Shantungs ihnen und der konservativen Landmann spartei liberalen zu ermöglichen." verlangt bei ihrer Bedüfnislosigkeit bis auf weiteres nur geführt. Diese feindlichen Brüder hatten zum KonstitutionsGroßherzog Friedrich weiß also mm, daß er den die billigsten Sachen. Ein Beweis dafür ist die starke Zunahme ausschuß, zum Staatsausschuß und zum Steuerausschuß gemeinsame Kapuzinern die Grenzen des Landes öffnen muß, wenn er seinen der Einfuhr von japanischem Baumwollengarn und von Baum- Kandidaten aufgestellt und zum Bankausschuß und Geſetzausschußz schnlichen Wunsch, seine Residenz im Reichstage wieder national- wollenwaren." In dieser Beziehung wird aber die deutsche teilweise gemeinsame Kandidaten. Sie wurden selbstverständlich ge liberal vertreten zu sehen, erfüllt haben will. Daß das Centrum Industrie mit Japan nicht konkurrieren können, da ihre eignen Kandidaten aufgestellt hatten und die„ Wilden" den Ausum des guten„ Geschäfts" willen seine Hilfe leiht, thut nichts zur sowohl die Arbeitskräfte als auch die Transportkosten für Japan schlag gaben, zeigte es sich, daß keine zuverlässige liberale Majorität ihm dazu nicht aus Beweggründen principieller Art, sondern lediglich Induſtrie mit Japan nicht tonturrieren können, da wählt. In den einzelnen Fällen, wo die beiden großen Parteien jede Sache.ungemein viel billiger sind! vorhanden ist. Teils siegten mit knapper Mehrheit die konservativen Kandidaten, teils ebenso die liberalen. Im allgemeinen hat zwar in den Ausschüssen eine Verschiebung nach der liberalen Seite stattgefunden, sie ist aber so schwach, daß auf keinen Fall von einem Umschwung die Rede sein kann. Wenn die Liberalen sich in der Wahlrechtsreform ebenso lau und kompromißluftig zeigen, dann ist nicht viel davon zu erivarten. " Ultramontane Socialpolitik. Aus der Pfalz wird uns geschrieben: Im Stadtrate zu Ludwigshafen a. Rh. stand dieser Tage ein Antrag des Gewerkschaftskartells um Gewährung eines Zuschusses von 100 M. behufs Vornahme einer Arbeitslosen zählung zur Debatte und Bewilligung. Nach kurzer Beratung wurde dem Ansuchen gegen zwei Stimmen entsprochen und zwar gegen die Stimmen von zwei Centrumsräten, die neben den obligaten Pfarrern sich in die Führerrollen des LudwigsHafener Centrums teilen. Der eine der Herren repräsentiert die schwarzen Herren vom Besitz und Mittelstand, der andre, ein Boltsschullehrer, gefällt sich in der Rolle des Arbeiterführers! " ethische Pflicht!"( Nr. 27 d. Bl.) soll es richtig heißen: Druckfehler- Berichtigung. Im Leitartikel:„ Eine sittliche, eine Siebzehn Wähler aus Berlin VI wiegen erst zwei Dstpriegniger auf!" Ausland. Marokko. Frankreich. Die Socialdemokraten haben bei den Ausschußwahlen überall, wvo um einen Liberalen gekämpft wurde, diesen unterstützt. Partei- Nachrichten. " Nachtwächterpolitik. Wer hat gefiegt? Aus Marokko liegen zivei Lesarten über die letzten Kämpfe vor. Nach der einen soll Ben Hamara, nach der andren der Sultan gefiegt haben. Wir begnügen uns mit der In derselben Sigung befaßte man sich auch mit dem§ 10a des Wiedergabe der beiderseitigen Meldungen: Zolltarif- Gesetzes, der bekanntlich dem Centrum sein Dasein Truppen des Sultans in die Flucht geschlagen Melilla, 31. Januar. Die Aufständischen sollen die verdankt und der vom 1. April 1910 ab mit den gemeindlichen Verbrauchs- haben. Letztere ziehen sich nach Fez zurück, verfolgt von den Eine Illustration zu unsern jüngsten Bemerkungen über das abgaben auf Lebensmittel aufräumt. Gegen diesen Antrag und nicht, wie man erwarten sollte, für denselben traten nun die dem Centrum Truppen des Prätendenten. Man meldet, daß auch der Kabylen- Versammlungswesen finden wir in der" Norddeutschen Volksstimme" angehörigen Stadträte in die Schranken. Als einer stamm der Benifuren sich erhoben und Muley Muhamed zum Sultan in Bant, der aus Brake in Oldenburg eine recht instruktive Dar stellung zugeht. Darin heit es: unfrer Parteigenossen, Reichstags- Abgeordneter Ehrhart, die ausgerufen habe. Madrid, 31. Januar. Nach einem Telegramm des ,, Heraldo"" Nachdem die öffentliche Versammlung am 20. Dezember, in Herren darauf aufmerksam machte, daß diefer§ 10a gerade vom Centrum im Reichstage ausgegangen, da meinte ein biederes aus Fez soll sich die Meldung von der Niederlage des welcher Genoffe Henke aus Bremen referierte und die zu unsrer Centrumsmitglied:" Ihn gehe, was das Centrum thut, nichts an; Sultans und seinem Rückzuge auf Fez bestätigen. bollen Zufriedenheit verlief, stattgefunden hatte, wurde unser Wirt wenn das Centrum in den Rhein springe, dann brauche er doch treffen der Truppen des Sultans mit den Aufständischen, derzufolge. mit, daß ihm zu Ohren gekommen sei, daß Genosse Henke int Tanger, 1. Februar. Die erste Nachricht über das Zusammen- Hasseldiek zum Herrn Amtshauptmann beschieden. Derselbe teilte nicht mitzuspringen." Trotz dieses durchschlagenden Argumentes beschloß der Stadtrat mit Unterstützung unsrer in demselben sizenden der Prätendent gefangen sein sollte, ist ungenau; es ist der Versammlung zu scharf gesprochen. Er dürfe folche aufreizende acht Parteigenossen, sich nicht der Dresdener Protestbewegung wider noch ungewiß, ob fein Leichnam sich unter den Ge- Reden nicht dulden und müsse den Wirt in Zukunft für solche Sachen den§ 10a des Zolltarif- Gesezes anzuschließen. töteten befindet. Das Lager des Prätendenten, deffen Ge- verantwortlich machen. Fernerhin sollten die Versammlungen zwei folge fast gänzlich getötet oder gefangen genommen wurde, ist über- Tage vorher angemeldet werden und die Anmeldung des Einberufers Roheiten eines Obermaschinistenmaats. Wegen Mißhandlung rascht worden. Die gesamten Vorräte und Munition fielen in die Namen tragen. Ueber die bescheidene Einwendung des Wirtes, daß eines Untergebenen hatte sich der wegen ähnlicher Vergehen Hände der Regierungstruppen, welche auch die im Gefecht am 3. De- er doch auf sein Geschäft achten müsse und daher die Worte des betr. bereits vorbestrafte Ober- Maschinistenmaat Biedenberg zember verlorenen Kanonen wieder eroberten. Referenten nicht kontrollieren könne, ging der Herr Amtshauptmann vom Kreuzer Prinz Heinrich" vor dem Kriegsgericht des ersten zur Tagesordnung über und blieb bei seinem Entscheide. Als dann Geschwaders in Kiel zu verantworten. Der Oberheizer Kretschmer am 18. Januar der hiesige Volksverein einen Ball frei haben wollte hatte sich während der vorjährigen Flottenmanöver ein rheumatisches und der oben erwähnte Wirt hierwegen zum Amte ging, war die erste Ein Gelbbuch über die macedonischen Angelegenheiten umfaßt schon auf dem Wege der Besserung. Es war dies am 19. September. Bereits zu Beginn des Jahres 1902 meldeten die französischen müssen alle Teilnehmer genannt werden. Leiden zugezogen, befand sich aber beim Eintreffen seines Schiffes in Kiel 52 Aftenstücke vom 28. Februar 1902 bis zum 3. Januar 1903. Frage: Was sind das für Leute, die dort hinkommen? Hasseldiek nannte einige Namen. Das genügt nicht," war die Antwort,.cs Nachdem der Wirt von An diesem Tage befahl ihm Biedenberg, Twist und Bierfässer fort- Agenten auf der Balkanhalbinsel, daß die Nachrichten von zuschaffen. Kretschmer, ein Mann von sehr guter Führung, einem für das Frühjahr drohenden Aufstand ernster lauteten. Das Mitgliederverzeichnis auf dem Amte sich befänden, machte er uns dahingehend instruiert worden war, daß doch die Statuten und that was er vermochte, und erklärte dann, er könne nicht mehr, da Die Komitees für den Aufstand schienen die Organisation fich zum zweitenmal auf den Weg. Doch war sein Bemühen ihm das Gehen zu schwer falle. Er mußte nämlich den Niedergang bereits beendet zu haben. Aus Petersburg und Wien dreimal hinauf- und hinabsteigen. Hierbei stieß ihn der Ober- tamen dieselben Meldungen. Frankreich und Rußland hauptmann noch erst die Statuten durchlesen wolle. Nach einiger wieder vergeblich, denn er erhielt den Bescheid, daß der Herr Amtsmaat wiederholt in die Wade und Kniekehle. tamen daher überein, in Sofia und Konstantinopel Beit ging der Wirt zum drittenmal auf das Amt. Nunmehr meinte Dann versette er ihm Faustschläge in den Rücken zur Vorsicht zu raten. Die Kabinette befürchteten eine der Herr Amtshauptmann, es stehe nichts davon in den und den Nacken. In der Decoffizierkammer nahm er ihm die u gewaltsame Unterdrückung des Aufstandes Statutcu, daß die Mitglieder auch tanzen Müze, schlug ihm damit ins Gesicht, so daß das Auge durch die türkische Regierung und wollten die Wiederholung wollten. Infolge dessen wurde der Wirt vorläufig abschlägig beverlegt wurde und stieß ihn heftig vor die Brust. der im Jahre 1876 in Bulgarien verübten Grausamkeiten verschieden. Der Herr Amtshauptmann, der ja sonst so weitgehende Kretschmer litt früher an epileptischen Krämpfen, die sich meiden. Delcassé schlug der russischen Regierung vor, energische Befugnisse hat, ist also nicht berechtigt, die Genehmigung für einen namentlich nach großer Aufregung einstellten. Jetzt nach den Miß Vorstellungen bei der Pforte zu machen. Im Sommer 1902 Ball des Volksvereins zu erteilen, sondern muß erst die Statuten handlungen spürte der Kranke nach langer Zeit wieder, daß ein solcher dehnte sich der Aufstand weiter aus. Der macedonische Kongreß trat ans Ministerium senden, um zu wissen, was dasselbe dazu sagen Anfall im Anzuge sei. Es wurde ihm unwohl und ein Zucken durchlief im August und September zusammen. In Verfolg der Schipka- wird. Wir aber warten nun geduldig so lange, bis das Ministerium seinen Körper. Das sagte er dem Vorgesetzten und bat, ihn hinauf feier wird ein weiteres zunehmen der Uebertritte bewaffneter fein Urteil gefällt hat. Am 25. d. M. sollte im Lokale des Gastzu lassen. Es wurde ihm nicht gestattet. Er ging aber dennoch Banden nach Macedonien gemeldet. Die Nachrichten werden so wirts Büsing eine öffentliche Versammlung des Verbandes der und fiel oben in Krämpfe. Erst im Schiffslazarett fam er beunruhigend, daß der französische Gesandte in Sofia schreibt: Nur Fabrik- und Landarbeiter usw. stattfinden. Frau 3ieß aus Hamwieder zum Bewußtsein. Der Schiffsarzt stellte fest, daß das Auge der Winter trennt uns vielleicht von Ereignissen, die, wenn man burg war als Referentin vorgesehen. Die Versammlung wurde, geschwollen und gerötet sei; die Wunde sei durch einen Schlag mit einem ihnen nicht entgegenwirkt, um so ernster sein können, als die wie üblich, vom Wirt angemeldet. Am Sonnabend, den 17. Januar, stumpfen Gegenstand hervorgerufen. Das Gesicht zeigte außerdem Sympathien nicht nur der Bulgaren, sondern aller Slaven ließ der Herr Amtshauptmann den Wirt holen und stellte wieder eine Rißwunde, die Mißhandlungen hatten etwa eine Stunde sie vorbereiten und ihre Bedeutung erhöhen werden. Delcassé die Fragen, was das für eine Frau wäre, über was dieselbe reden gedauert. Obwohl sich die Handlungsweise des Maaten als wiederholte dann, am 14. Dktober feine Ansicht dem wolle, was für Leute kämen usw. Zum Schluß sagte der Herr besonders roh erwies und obwohl der Mann wegen Miß- Sultan gegenüber und machte unter dein 20. Oktober den Beamte, er mache ihn, den Wirt, für alles verantwortlich. Da fiel handlung bereits vorbestraft ist, kam das Gericht dennoch zu einer türkischen Botschafter darauf aufmerksam, daß es dringend not- dem Wirt das Herz in die Hose und er verzichtete auf die Versehr milden Auffassung der That. Es nahm an, daß wendig sei, endlich die Reformen in Macedonien zu versammlung." der schlimme Ausgang der Sache dem Maaten wirklichen. Es ist dies der Gesichtspunkt, von welchem Delnicht anzurechnen sei, da er nicht gewußt habe, cassé bei seinen Unterredungen mit den andern Botschaftern Aus Induftrie und Handel. daß Kretschmer an Epilepsie leide. Das Urteil lautete und insbesondere mit dem russischen Botschafter, Fürsten auf sechs Wochen Mittelarrest. Urussow, ausging. Eine Darlegung der Ansichten Del- Nengründungen im Januar. Die geringe Besserung der wirkcaffés ivurde dem Kaiser von Rußland übermittelt. Am schaftlichen Lage, die seit einigen Monaten, richtiger seit November, Prinzessin Namenlos. 11. Dezember bestätigte Fürst Urussow dem Minister die voll- eingetreten ist, scheint nicht ohne Einfluß auf die Gründungslust ge= Die Gottesgnadentvelt rächt sich jetzt für den„ Skandal", den tommene Uebereinstimmung der Ansichten der blieben zu sein. Während im ganzen vorigen Jahre nur 87 Geselldie tapfere Frau, die Königin von Sachsen hätte werden können, beiden Kabinette. Graf Lamsdorff begab sich nach schaften mit einem Rapital von 118 Millionen Mark und im durch ihre Flucht in die Freiheit angerichtet. Man weigert ihr das Wien, um mit Destreich- Ungarn einen gemeinsamen Jahre 1901 158 Gesellschaften mit einem Aktienkapital von 158 Recht auf den Namen und die östreichische Behörde verweigert Plan aufzustellen, der von den andren Mächten unterstüßt Millionen Mart gegründet worden sind, belief sich im letzten Monat ihr selbst die Papiere, deren sie zum Aufenthalt in Mentone bedarf. werden sollte. Die Grundlagen diefes Programms entsprechen den die Zahl der Neugründungen auf 11 mit einem Nominalkapital von Auch das Archiv des östreichischen Kaiserhauses verweigerte der wiederholt von den französischen Agenten dargelegten Ansichten. 55,9 Millionen Mark. ehemaligen Kronprinzessin, ihr einen Ausweis über ihre Heimat und Geburt auszustellen, um ihr den Uebertritt zum evangelischen Glauben und eine Verehelichung mit Giron zu erschweren. " Belgien. Nachwehen vom April- Aufstand. Vor dem Schwurgericht von Aber die Frau hat Wizz und Energie genug, um ihren Wider- Brabant( Brüssel) sind dieser Tage eine Reihe Delikte, die noch mit sachern zu trogen. Sie hat sich an ihren Vater mit der der Betvegung vom April v. J. zusammenhängen, verhandelt worden. schneidenden Frage gewandt, ob sie wirklich seine eheliche Tochter Die Angeklagten sind Anarchisten. Mestag, der Redakteur der sei? Und wenn dies der Fall wäre, mit welchem Recht man ihr den anarchistischen Zeitung Flambeau", wurde zu 6 Monaten verurteilt, Namen desjenigen zu tragen verbieten könne, dessen leibliche Tochter weil er in genanntem Blatte zur Revolution aufgefordert haben foll. sie sei, und als dessen eheliches Kind sie in den Kirchenbüchern und Zwei andre Anarchisten wurden zu je 6 Monaten verurteilt, weil sie Geburtsregistern eingetragen ist. Sie erklärt: 10 000 Flugblätter unter die Massen verbreitet hatten, die ebenfalls Aufforderungen zu Gewaltthätigkeiten enthalten haben sollen. Italien. " Ich verzichte auf Rang und Titel und habe nur die Absicht, das Recht der ehelichen Tochter des Großherzogs von Toscana zu verteidigen. Wenn ich es bin, so dürfen mir die Das Zwangswohnsitz- Gesetz. Der Minister des Innern wird Papiere darüber nach dem Gesetz von meiner Heimat nicht demnächst der Kammer einen Gefeßentwurf unterbreiten, wonach der verweigert werden. Man hat in dem ganzen Verfahren immer 3wangswohnsiz unter keinerlei Vorwand mehr Anwendung finden betont, streng nach dem Gesez handeln zu wollen. Man soll dies darf bei politischen Deliften, ferner nicht gegen Frauen, Kinder und Der deutsche Schiffban hat erst im letzten Jahre den Einfluß der Krise zu spüren bekommen, denn in das Jahr 1901 nahm er noch aus den voraufgegangenen flotten Jahren belangreiche Aufträge mit herüber. Im ganzen wurden im Jahre 1902 auf deutschen Werften 227. Dampfschiffe mit einem Raumgehalt von 212 283 BruttoRegistertons und 280 Segelschiffe mit 58 715 Tons fertiggestellt. Es sind demnach zwar nur 3 Dampfer weniger erbaut worden, als im Jahre 1901, aber die Abnahme des Raumgehalts beträgt 49 000 Tons; und noch beträchtlicher stellt sich die Abnahme dar in den Angaben über die laufenden Neubauten, da zu Jahresanfang 1903 nur 121 Dampfer mit 255 977 Tons im Bau blieben gegenüber 142 Dampfern mit 317 080 Tons Ende 1901 und 152 Dampfern mit 321 397 Tons Ende 1900. Dagegen hat der Bau von Segelschiffen sogar um etwas zugenommen, denn es wurden 1902 69 Segler mit 28 000 Tons mehr fertiggestellt als im Jahre 1901, und es sind zur Zeit 114 Segler mit 22 310 Tons im Bau gegen 94 Segel Schiffen mit 30 190 Tons zu Anfang des vergangenen Jahres. Jan Einnahmen wird der christliche Gewerkverein Hoffentlich entIn diesen Ziffern sind jedoch die erbauten Kriegsschiffe ufiv. schädigt werden durch um so reichlicher fließende Spenden der geistmitenthalten; läßt man diese unberücksichtigt, ergiebt sich ein lichen Ehrenmitglieder. Sie haben es ja dazu, und der Einfluß der wesentlich ungünstigeres Resultat. Abzuziehen sind zunächst die Centrumsleute auf die Gefolgschaft Brust kann dadurch nur gestärkt 11 Kriegsschiffe, die im letzten Jahre fertig wurden, und die werden. 18 Kriegsschiffe, die noch im Bau sind. Ferner ist abzusehen von Flußschiffen, fleinen Seeschiffen( Segler) unter 100 Tons, Schleppern, Leichtern, Eisbrechern, Baggern usw. Von größeren 50 Dampfer mit 177 351 Tons( 1901: 56 Dampfer mit 230 743 Tons, 1900: 58 mit 233 209 Tone) und 15 Segler mit 7958 Tons ( 1901: 9 mit 9563 Tons, 1900: 11 mit 6351 Tons). dieses Jahres mehrere der großen Verbände ihr Ende erreichen, ist, Stahlwerks- Verband. Mit Rücksicht darauf, daß mit dem Ende wie die„ Kölnische Zeitung" hört, an die deutschen Stahlwerke von berufener Seite eine Einladung zu einer Besprechung über die Gründung eines deutschen Stahlwert- Verbandes ergangen. Die Besprechung werde noch im laufenden Monat stattfinden. Es schwebe dabei der Gedanke vor, einen deutschen Stahlwerks- Verband zu gründen, der die sämtlichen Verbände der Eisenindustrie in sich aufnehmen und als Unterlage die Thomas-, Bessemer- und SiemensMartin- Stahlerzeugung erhalten soll. Ausland. Der Streit der Wiener Konfektionsschneider. mit dem, was referierte Fritsch. Nach dem bekannten negativen Ergebnis vor dem Einigungsamt haben sich die Unternehmer jetzt bereit erklärt, denjenigen Maurern, die nach dem 1. Oktober 1902 an Kanalbauten thätig sind, denselben Lohn wie den Hochbaumaurern zu zahlen, doch sollen diejenigen, die vor diesem Termin bei Kanalbauten gearbeitet haben, dauernd 5 Pf. weniger erhalten. Dieser Vorschlag wurde von der Versammlung mit der Begründung angenommen, daß kein Grund Seeschiffen wurden auf deutschen Werften 1902 insgesamt Die Lage des Streits hat sich nach den bis jetzt vorliegenden vorliege, für die alten Kanalmaurer mehr zu erkämpfen als diese 55 Dampfer fertiggestellt mit 161 833 Tons( 1901: 63 Dampfer Nachrichten im allgemeinen nicht geändert. Es haben sich zwar noch selbst haben wollen, was sie durch ihr Verhalten bei dem Streik in mit 210 218 Tons, 1900 ebenfalls 63 Schiffe mit 213 894 Tons), einige Stückmeister bereit erklärt, die Forderungen der Gehilfen zu Donnerstag sollen in einer Sigung der Achtzehner- Kommission die der Kaiser Wilhelmstraße hinlänglich bewiesen haben. Am nächsten dazu 13 Segler mit 11 525 Tons( 1901: 15 mit 5813 Tons, bewilligen, jedoch ist deren Zahl immer noch so gering, daß die Zahl diesbezüglichen Abmachungen endgültig festgelegt werden, falls sich 1900: 24 mit 11 258 Tons). Im Bau waren Ende 1902: der Streifenden nur wenig abgenommen hat. Die Stückmeister sind die übrigen in Betracht kommenden Zahlstellen ebenfalls damit einder vereinbarte Tarif für sie gebracht hat, nicht alle zufrieden. Bei der großen Verschiedenheit der Löhne verstanden erklären. ante teilt sodann mit, daß die kürzlich in der Konfektion steht die Sache nämlich so, daß der zur Ausgestaltung der Bibliothek bewilligten 5000 m. awedentsprechende Verwendung gefunden haben, Der weitaus größte bereinbarte Minimaltarif eine Lohnaufbesserung nur für diejenigen Den wenigen Meistern dagegen, welche schon bisher besser bezahlt wurden, läßt sich erst zusammenstellen, wenn die übrigen Rahlstellen des Meister gebracht hat, die bisher zu schlechten Preisen arbeiteten. Teil der neu angeschafften Werke ist von der Vorwärts- Buchhandlung bezogen. Das Resultat der Delegiertenwahlen zum Verbandstage bringt der neue Minimaltarif keine Rohnerhöhung. Sie sind des- läßt sich erst zusammenstellen, wenn die übrigen Rahlstellen des halb unzufrieden und glauben, sie brauchten nun auch den Gehilfen Zweigvereins mit diesen Wahlen fertig find. teine Aufbefferung zu gewähren. Aber nicht diese allein sind es, die den Ge- Die Straßenbahner haben in den lezten Tagen eine Anzahl hilfen nichts bewilligen wollen, sondern auch der größte Teil derjenigen, Versammlungen abgehalten, in denen die Einrichtungen der Betriebsdie selber Lohnerhöhungen erhalten, suchen sich unter allen möglichen Krankenkasse einer Stritik unterzogen wurden. Wie schon mitgeteilt, Borwänden um die Erfüllung der Gehilfenforderungen herumzu- handelt es sich dabei um die Forderung der freien Aerztewahl und die brücken. So haben sie zwar nichts dagegen, daß die Gehilfen nicht Regelung der Apothekerfrage, welche von der bisherigen Staſſenleitung mehr beim Meister schlafen, aber eine Vergütung für die Schlafstelle ignoriert worden ist. Infolge eines Formfehlers bei der lehten Vorwollen sie nicht zahlen. Unter diesen Umständen verharren die standswahl haben die neuen, reformfreundlichen Kaffendelegierten bei Gehilfen nach wie vor im Streit und sie sind entschlossen, den- der Gewerbedeputation den Antrag auf Annullierung der Wahl geselben so lange durchzuführen, durchzuführen, bis ihre Forderungen be- stellt, welches Vorgehen in den Versammlungen durch Annahme willigt werden. Die Arbeiterschaft aller Berufe unterstüßt folgender Resolution gutgeheißen wurde: Streifenden nach Kräften. Die allein Buchdrucker " Die versammelten Straßenbahn- Angestellten erklären sich mit haben den Streikenden 3000 Kronen zugewandt. Auch aus bürger- den Maßnahmen der jebigen Delegierten der Betriebs- Krantentasse lichen Kreisen fließen Streitunterstützungen. Die Tarif- einverstanden und ersuchen dieselben, dahin wirken zu wollen, daß die berhandlungen mit den Detailtonfektionären find besonders schwierig, Einrichtungen der Kaffe im Sinne und Interesse der Kassenmitglieder da dieselben sich fast gegen jede Lohnerhöhung sträuben. Wiederholt reformiert werden." war es nahe daran, daß die Verhandlungen abgebrochen wurden. Der Tarif ist aber doch trotz aller Schwierigkeiten durchberaten worden, und am Montag sollte eine Versammlung der Detaillisten fich über Annahme oder Ablehnung desselben entscheiden. Wird der Tarif abgelehnt, dann sollen die Verhandlungen überhaupt nicht wieder aufgenommen werden. Deutsche Hypothekenbank, Attien- Gesellschaft, Berlin. Nach dem Geschäftsbericht hat sich die Bank im vergangenen Jahre in normaler Weise weiterentwickelt; der Pfandbriefumlauf ist um ca. 10,4, der Bestand an Hypotheken um 9,9 Millionen Mart gewachsen. Er belief sich am Schluß des Geschäftsjahres auf 123,7 Millionen Mart. Der Reingewinn stellt sich mit dem vorjährigen Gewinnvortrag auf 732 636 M. Nach Abzug der Ueberweisungen an den Referbefonds und der Tantiemen sollen davon 6 Prozent Dividende verteilt werden. V Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Zur Lage der Kurbelsticker. Wir werden um Aufnahme des nachstehenden Schreibens ersucht: " In Nr. 26, 2. Beilage, des Vorwärts" ist ein von der Filiale Berlin II des Tertilarbeiter- Verbandes unterzeichneter Artikel enthalten, welcher sich mit der Lage der Konfettions- Posamenten Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt und in welchem unter anderm ausgeführt wird, daß bei geivissen Firmen die dort beschäftigten Kurbelstickerinnen 30-40 M., die Sticker bis zu 60 m. pro Woche verdienen. Da dieses bei den Lesern des Artikels den Glauben er wecken muß, daß die Kurbelstickerei noch zu den glänzenden Berufen gehört, so möge uns eine Bemerkung dazu gestattet sein. die Verfammlungen. Gleichzeitig wurde einigen Delegierten das Bedauern darüber ausgesprochen, daß sie sich dem Protest gegen die statut- und gesetzwidrige Vorstandswahl nicht angeschlossen haben. " Wir meinen, daß die schönen Lage von Aranjuez vorüber find, tragenen Gedichte immer von neuem den Beifall der zahlreich er Letzte Nachrichten und Depeschen. Militärprozeß. Der socialdemokratische Wahlverein für Schöneberg hielt am Dienstag feine General- Versammlung ab. Die Einnahme betrug im letzten Quartal 1045,65 M., die Ausgabe 621,22 M. An die Centralfasse wurden 520,22 M. abgeliefert. Die Parteispedition schließt mit einem Bestand von 264,31 M. ab. Die Zahl Der Vorivärts" leser hat sich im letzten Quartal um 204 vermehrt. Freie Voltsbühne. Die Generalversammlung für das dritte Nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten hielt Stüter Quartal des laufenden Geschäftsjahres fand am 29. Januar in einen Vortrag über die wichtigsten kommunalen Ereignisse des Cohns Festsälen statt. Zunächst hielt Herr Sigmar Mehring einen letzten Jahres. Unier Vereinsangelegenheiten wurde beschlossen, Vortrag über Französische sociale Lyrit". Bei seiner Charakteristit am 1. Ostertag ein Vergnügen abzuhalten. Zum Schluß der gut der einzelnen hervorragenden Dichter wurde er durch Recitationen besuchten Versammlung fanden 34 Neu- Aufnahmen statt. aus deren Werken auf das wirksamste von Herrn Wehlau( SchillerTheater) unterstüßt, so daß diese von Mehring ins Deutsche überwo die Kurbelsticker in der Saison, die, nebenbei bemerkt, im ganzen schienenen Vereinsmitglieder entfesselten. Darauf erstattete Dr. Konr. Jahre höchstens 13 Wochen dauert, 60 M. pro Woche verdienten. Schmidt den Geschäftsbericht, hob darin hervor, daß die Neuerung Thorn, 21. Februar.( Privat- Depesche der Vorwärts".) Das Sollte es wirklich zutreffend sein, daß die angegebene Summe ver- hinsichtlich des Bühnenheftes und Garderobengeldes sich ohne dient wurde, was wir jedoch sehr stark bezweifeln, so kann es sich Schwierigkeit vollzogen habe, daß als nächstes Stück im Lessing- Kriegsgericht verhandelte heute wegen militärischen Aufruhrs, begangen nur um einen Ausnahmefall handeln und nicht, wie durch den be- Theater Rosmers in Berlin noch nicht aufgeführtes Drama durch Ausübung von Thätlichkeiten gegen eine Patrouille und Hilfeleistung treffenden Artikel der Anschein erweckt wird, um einen allgemein Dämmerung" bestimmt sei, und der Ausschuß sich bemühe, der zur Befreiung eines Gefangenen gegen die Pioniere Franz 3ier, üblichen Verdienst. 30-40 m. pro Woche in der Saison, Freien Boltsbühne noch einige andre wertvolle Novitäten zu sichern, Heinrich Göbel, Emil Hente und Karl Gollandt vom in der sogenannten stillen Zeit bis zu 15 M., äußerst wenngleich die hohen Kosten vorläufig noch ein großes Hindernis 17. Pionier- Bataillon. Hente und Gollandt wurden schuldig selten etwas mehr, so daß ein Durchschnittsverdienst von höchstens böten. Nachdem G. Winkler seinen Kassenbericht gegeben, wonach 22 M. Herauskommt, das ist die scheinbar glänzende Lage unfres die Einnahmen im leßten Quartal 31 925,63 M., die Ausgaben erachtet, auf zwei Musketiere einer Patrouille, welche einen von Berufes und das Resultat unfrer vom Verband aufgestellten Statistit, 23 536,87 M. betragen, so daß am 31. Dezember 1902 ein Bestand einem Infanterie- Sergeanten arretierten Kameraben abführten, mit die wir jedem Interessenten vorlegen können. Wir glauben, daß dem von 8388,76 m. verbleibt, wurden noch eine Reihe von Anfragen umb blanken Seitengewehren eingedrungen und mit flachen Klingen Schreiber des betreffenden Artikels die Glanzperiode vom Jahre Wünsche, die sich auf Ertra- Veranstaltungen, Drucksachen, Fest- dreingeschlagen zu haben. Dafür tourden sie zu sechs bezw. fünf 1895-97 vor Augen geschwebt hat, wo es vielleicht einzelnen programme, Auswahl der Stücke, Opern- Vorstellungen, Samariter Jahren Zuchthaus und Entfernung aus dem Heere verurteilt. Bier Kollegen möglich war, die angegebene Summe während einiger Assistenz ust. bezogen, vom Vorstand in klärender Weise beantwortet, und Göbel wurden von der Teilnahme am Aufruhr freigesprochen, Wochen in der Saison zu verdienen, aber seit Jahren sind die resp. erledigt. Dem Kassierer wurde Decharge erteilt und den Ber- jedoch wegen andrer Bergehen gegen militärische Unterordnung mit Preise durch die allgemeine schlechte Konjunktur so gedrückt worden, sammelten Kenntnis davon gegeben, daß am 14. März in der daß der Kurbelsticker heute um nichts besser gestellt ist wie jeder Brauerei Friedrichshain das Märzfest gefeiert werden würde, und 3 bezt. 2 Monaten Gefängnis bestraft. andre gewerbliche Arbeiter, so daß wir wohl, unter Hinweis auf ver- zwar werde dieses neben einer in Aussicht genommenen Festrede ein gangene Zeiten, mit Recht sagen können: Es war einmal! Beethoven- Konzert bringen. Verband aller in der Stickerei- Branche beschäftigten Personen. J. A.: W. Prillwig, 1. Vorsitzender. " Centralverband der Töpfer. Die Filiale Berlin hielt am Donnerstag im Gewerkschaftshause ihre General- Versammlung ab. Achtung, Lackierer! Am Mittwoch, den 28. Januar, tamen bei Der Rechenschaftsbericht für das Jahr 1902, der den Mitgliedern der Firma Drenſtein u. Stoppel in Spandau Lohndifferenzen vor. gedrudt zugestellt wurde, zeigt, daß die Organisation sich im berDurch die Einmütigkeit der Stollegen wurden dieselben aber zur Zu- floffenen Jahre sehr günstig e.... vickelt hat. Jufolge der guten Stonfriedenheit erledigt. Am Sonnabend, den 31.' Januar, wurden sämt- junktur fanden hunderte auswärtiger Töpfer in Berlin vorüberliche Stollegen entlassen. Als sie nach dem Grunde der Entlassung gehend Arbeit und der Mitgliederand überstieg die Zahl von 2300. fragten, wurde ihnen die Antwort zu teil: Jeder kann darüber denken was er will. Die Kollegen betrachten sich daher als gemaßregelt und ersuchen jeden Zuzug fernzuhalten. Die Ortsverwaltung Berlin( Filiale II). Achtung, Mechaniker, Uhrmacher, Dreher, Schloffer und Hilfearbeiter! Der Streit bei Keifer u. Schmidt dauert unverändert fort. " Achtung, Former und Gießerei- Arbeiter! Die Sperre über die Gießerei von Eitner besteht fort und ersuchen wir alle Kollegen, dies zu beachten. In der letzten Nummer der ArbeitgeberBeitung" heißt es, daß der Streit bei Gitner erledigt sei. Nun ist uns bis jetzt von einem Streit bei Eitner gar nichts bekannt gewesen. Der Inhaber der Firma hatte doch lediglich die alten Leute aussetzen lassen, weil, wie er sagte, nichts zu thun war. Möge man boch einmal der Wahrheit die Ehre geben und zugestehen, daß dies Aussetzen nur ein vorgeschobener Grund war, um die alten Leute hinauszuschieben und neue Leute zu bedeutend ermäßigten Preisen einzustellen. Uebrigens lassen wir uns durch die Notiz der Arbeit geber- Zeitung" durchaus nicht beirren. Wenn das mit den Zeilen beabsichtigt war, dann haben die Zeilen ihren Zweck verfehlt. Deutscher Metallarbeiter Verband. Ortsverwaltung Berlin. Deutsches Reich. Sieg der holländischen Transportarbeiter. Amsterdam, 2. Februar.( W. T. B.) In einer in der Großen Börse stattgehabten Versammlung, an welcher 5000 Personen teilnahmen, traf die Mitteilung ein, daß die Transport Gesellschaften allen Forderungen der Arbeiter zustimmen; der Ausstand ist damit beendet. Ueber die Belegung der Kutscher wird gemeldet: Amsterdam, 2. Februar.( W. T. B.) In einer Versammlung der Direktionen der Vereinigungen der Gasarbeiter und. Bäder wurde beschlossen, die Arbeit nicht einzustellen und die Eisenbahnbediensteten zu ihrem Erfolge zu beglückwünschen. Nunmehr ist noch das Personal der Fuhrherren im Ausstande, die die Arbeit, eingestellt haben, weil ein Stutscher entlassen wurde. Es vertchren nur wenige Wagen, die von Fuhrherren geführt werden; einige Wagen, di evon nichtausständigen Stutschern geführt wurden, wurden bon den Ausständigen angehalten. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei, die mehrere Berhaftungen vornahm. 3u Arbeitsniederlegungen wegen Lohnstigkeiten tam es nur in zivet Fällen. Oft wurden jedoch der Vorstand und der Gesellen cusschuß für einzelne Tarifpofitionen befragt; in einzelnen Fällen mußte die gemeinsame Sigung des Innungsvorstandes und Gesellenausschusses entscheiden. Sperren wurden in 18 Fällen verhängt und eine Sperze wurde vom vorigen Jahr aufrecht erhalten. wie der ant 1. Juli eröffnete paritätische Arbeitsnachweis sich bewährt hat, zeigen folgende Zahlen: Jm Arbeitsnachweis der Organi fation meldeten sich vom 1. Januar bis zum 30. Juni 1376 Gehilfen arbeitslos, verlangt wurden 768; in paritätischen Arbeits nachweis in Berlin meldeten sich vom 1. Juli bis zum Jahresschluß 4992 arbeitslos, verlangt wurden 5392, bermittelt 4781; in StegTik meldeten sich 193 Gehilfen arbeitslos, verlangt wurden 316, und Aus New York meldet die Frantf. Beitung" vom 2. Februar: vermittelt 193. Rechtsschutz, veranlaßt durch Lohnstreitigkeiten, mit Bezug auf die in Venezuela zu regelnden Zölle schlagen wurde in zwei Fällen in Anspruch genommen, und zwar hatten die Vertreter Deutschlands, Großbritanniens und Italiens ihren hier Arbeitgeber Berufung gegen Entscheide des Jungsschieds- Regierungen eine sechsmonatliche Vorzugsfrist vor, nach welcher Gerichts eingelegt. Eine Anklage gegen den Kassierer der Filiale alle Gläubiger Venezuelas auf der gleichen Grundlagen zu handeln wegen Bergehen gegen den§ 153 der Gewerbe- Ordnung endete haben. Frankreich widersetzt sich aber jedem Vorzugsmit Freisprechung. 6 Mitglieder wurden infolge einer gemeinen recht und benachrichtigte Venezuela, daß es das Recht der direkten Denunziation zu 3 und 4 Wochen Gefängnis tegen Grpreffung Bollerhebung wieder verlange, das es aufgegeben habe. und Nötigung verurteilt. Die Jahresabrechnung schließt mit einer Einnahme von 57 024,65 M., einer Ausgabe von 43 788,69 " Als Revisor wurde Benezuela. Marokko. Mark. An die Hauptkasse wurden 29 330 M. abgeführt. Der Kassen- Zanger, 2. Februar.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".Y bestand der Filiale war am Schluß des Jahres 1901 16 310,20 23ie aus Meldungen über Einzelheiten von der Niederlage des Mark, 1902 29 546,16 W. Der Kassierer John wurde ein: Brätendenten am 29. Januar hervorgeht, verdanken die Truppen des Der christliche Gewerkverein der Bergarbeiter hat am Sonntag stimmig entlastet. Die Neuwahl des Vorstandes hatte folgendes Sultans ihren Erfolg teilweise der Mitwirkung des Beniwarienseine Generalversammlung in Dortmund abgehalten. Nach dem Ergebnis: 1. Vorsitzender Albert Neumann, 2. Vorsitzender Ritt- Stammes, welcher sich erst den Tag vorher dem Sultan unterworfen Stammes, welcher sich erst den Tag vorher dem Sultan unterworfen Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr betrugen die Einnahmen meier; 1. Kassierer Herm. John, 2. Kassierer Böhme; Schriftführer hatte. Die Truppen waren kommandiert von dem marokkanischen des Gewerkvereins 291 280 m., die Ausgaben 105 852,25 M. An Hensel; Beisiger Hartmann und Baumann. Kriegsminister Kaid el Mehedi el Menebhi und marschierten um Sterbegeld wurden 30 200 M. ausgezahlt. Zu Unterstüßungen für Borkowski gewählt. 4 Uhr morgens von der Sebu- Brücke ab und stießen später zu der Gemaßregelte wurden 4045,30 M. bewilligt. Der Vermögensbestand Der Centralverband der Maurer( Bahlstelle Berlin) beschäftigte Borhut, die unter dem Befehl Omar el Yufis stand. Sie führten vier des Verbandes beläuft sich auf 199 727,75 m. gegen 125 559,49 M. sich in seiner Mitgliederversammlung am Freitag vorwiegend mit Geschüße und acht Marimtanonen mit sich. Der Angriff begann um im Vorjahre. Der Bericht beklagt es, daß infolge der auf dem letzten Anträgen zu dem diesjährigen Verbandstage. Vom Hauptvorstande 7 Uhr morgens. Das Feldlager des Prätendenten wurde zu gleicher Generalversammlung beschlossenen Erhöhung des Monatsbeitrages um ist bereits im Grundstein" ein Entwurf zu der geplanten Statuten- Zeit auch im Rücken von dem Beniwarien- Stamm angegriffen, wie 10 f. nahezu 3000 Mitglieder aus dem Verbande ausgeschieden änderung veröffentlicht worden, und auf diesen bezogen sich auch die dies bereits vorher verabredet war. Auf beiden Seiten wurde mit feien. Das sei ein schlechtes Zeugnis von dem Gemeinsinn der meisten Abänderungsanträge. So wurde n. a. beschlossen, den Ver- großer Entschlossenheit gekämpft und die Schlacht war sehr blutig. christlichen Bergarbeiter und spreche sowohl für den geringen Opfer- bandstag zu ersuchen, den Rechtsschutz in Unfallsachen auch auf Unfälle Sturz nach 10 Uhr flüchtete der Rest der Aufständischen aus dem Lager mut als. auch für den Unverstand der Ausgeschiedenen. Von den auszudehnen, die sich beim Hin und Rückvege zur Arbeit ereignen. und floh in der Richtung auf Tazza. Menebhi rückt auf Tazza vor, Ehrenmitgliedern des Verbandes gingen insgesamt 5096,50 M. an Ferner möge es bezüglich der Zusammensetzung des Verbandstages um die Rebellion vollends niederzuwerfen. Er versichert, daß der Beiträgen ein. Dieselben rekrutieren sich in der Hauptsache aus beim alten bleiben. Die Zugehörigkeit eines Maurers zu einer ganze Wagens und Geschüßpark der Aufständischen in seine Hände fatholischen Geistlichen der verschiedenen Industriereviere. Für die ausländischen Gewerkschaft möge bei deffen Rückkehr nach Deutschland gefallen fei. Agitation wurden 2500 M. mehr verausgabt als im Vorjahre, an genau so auf 3 Jahre im Verbande angerechnet werden, wie die Sterbegeldern 7850 M. mehr als im Vorjahre. Dagegen waren militärische Dienstzeit. Weiter möge die Streikunterstützung für gegen das Vorjahr 600 W. weniger Unterstützungen an Gemaß die Winter- und Sommermonate gleich hoch bemessen werden. regelte zu zahlen. Die Mitgliederzahl foll zur Zeit 40 000 be- Antrag Hübner, von der geplanten Stranfenunterstübung überhaupt abzusehen, wurde nach lebhafter Debatte abgelehnt. Silberschmidt tragen. Daß der Rückgang des Mitgliederbestandes um 3000 im ab- und Fritsch bekämpften die Argumente des Antragstellers mit dem gelaufenen Jahre seine Ursache in der Erhöhung der Beiträge hat, Hintveis darauf, daß derartige Unterstübungen nicht Selbstzweck des Eckernförde, 2. Februar.( Amtliche Meldung.) Bei der ReichstagsBas wird Herr Brust vergebens der Welt vorzureden versuchen. In Verbandes, sondern nur Mittel zum Bied seien. Der Geist der Wirklichkeit dirfte die Sache so sein, daß jene Mitglieder der Fahne Organisation bürge dafür, daß dadurch ihr Kampfescharakter nicht Ersatzwahl in dem Wahlkreise Schleswig- Eckernförde am 29. Januar des Herrn Brust untreu geworden sind, um der freien Getperk verloren gehe. Außer einigen Anträgen zur Krantenunterstübungs- wurden im ganzen 16 005 Stimmen abgegeben. Davon entschaft, den deutschen Bergarbeiter- Verband, beizutreten, der ja frage gelangte noch ein Antrag Gommert zur Annahme, die 14 tägige fielen auf Spethmann, Redakteur in Edernförde( fr. Vp.) in derselben Zeit, wo der Brustsche christliche Getvertverein einen Meldefrist von Todesfällen zur Erhebung des Sterbegeldes auf acht 5124 Stimmen, auf Hoffmann, Gastwirt in Hamburg( Soc.) bedeutenden Mitgliederverlust verzeichnet, eine ganz bedeutende Zu- Wochen zu verlängern, weil leicht Umstände eintreten könnten, durch 4480 Stimmen, auf Graf Reventlow Wulfshagen( B. d. 2.) nahme von Mitgliedern erfahren, und auch sonst, beispielsweise bei welche die Angehörigen eines Verstorbenen von der rechtzeitigen 3231 Stimmen, auf Hansen, Landesversicherungs- Rat, Kiel ben legten Knappschaftswahlen, große Erfolge im Ruhrgebiet erreicht Meldung, wie sie jetzt gilt, abgehalten werden und dann des Sterbe-( natl) 2952 Stimmen und auf Professor Lehmann- Hohenberg in hat. Nun, für den durch die Mitgliederflucht verursachten Ausfall geldes verlustig gehen. Ueber die Frage der Kanalmaurer Stiel 219 Stimmen. Ein Diebstahl im Petersburger Kaiserpalaft. Baris, 2. Februar.( B. H.) Nach einer Meldung aus Petersburg ist im Kaiserpalast ein bedeutender Diebstahl verübt worden. Es wurden wertvolle Gobelins entwendet; die umfassendsten Nachforschungen sind im Gange. Verantwortl. Redakteur: Carl Zeid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt, Nr. 28. 20. Jahrgang. Die Novelle 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt zum Krankenversicherungs- Gesetz. Der dem Bundesrate vorliegende Entwurf eines Gefeßes be freffend weitere Abänderungen des Krankenversicherungs- Gesezes hat folgenden Inhalt: Artikel I. Das Krankenversicherungs- Gesetz wird wie folgt abgeändert: XX. Der§ 74 Abs. 3 erhält folgende Fassung: Die Vorschriften des§ 20 Abs. 5,§ 26 Abs. 1 und Abs. 2, Gab I,§ 56 Abs. 2 bis 4,§ 56a und§ 57a finden auch auf Snappschaftskassen Anwendung, und zwar die Vorschriften des§ 56 Abs. 2 liegenden Leistungen." bis 4 auch hinsichtlich aller den Knappschaftstassen berggesetzlich obArtikel II. Auf Ansprüche auf Grund des Krankenversicherungs- Gesetzes, welche zur Zeit des völligen Inkrafttretens dieses Gesetzes auf Grund der bis dahin geltenden Vorschriften nicht beendet sind oder sein 1. Jm§ 3 werden die Sorte: für dreizehn Wochen" durch die würden, finden die Bestimmungen dieses Gesetzes Anwendung, sofern diese für die Versicherten günstiger find. Worte: für 26 Wochen" ersetzt. II. Der§ 6 Abs. 2 erhält folgende Fassung: " Die Krankenunterstützung endet spätestens mit dem Ablauf der 26. Woche nach Beginn der Krankheit, im Falle der Erwerbs= unfähigkeit spätestens mit dem Ablauf der 26. Woche nach Beginn des Krankengeldbezuges. Endet der Bezug des Krankengeldes erst nach Ablauf der 26. Woche nach Beginn der Krankheit, so endet mit dem Bezuge des Krankengeldes zugleich auch der Anspruch auf die im Abs. I unter Biffer I bezeichneten Leistungen." III. Jm§ 6a Abs. I werden unter Ziffer 2 die Worte:„ durch Trunkfälligkeit oder geschlechtliche Ausschweifungen" durch die Worte: „ oder durch Trunkfälligkeit" ersetzt, ebendaselbst wird die Vorschrift unter Ziffer 3 wie folgt abgeändert: 3. daß Versicherten, welche von der Gemeinde die Krankenunterstützung ununterbrochen oder im Laufe eines Zeitraums von 12 Monaten für 26 Wochen bezogen haben, bei Eintritt eines neuen Unterstüßungsfalles, sofern dieser durch die gleiche nicht gehobene Krankheitsursache veranlaßt worden ist, im Laufe der nächsten 12 Monate Krankenunterstützung nur für die Gesamtdauer von 26 Wochen zu gewähren ist." " V. Jm§ 10 Abs. 1 werden die Worte:" 2 Prozent" durch die Worte: 24 von Tausend" ersetzt. VI. Jm§ 13 Abs. 1 werden die Worte:" zwei Prozent" durch die Worte: 24 von Tausend" ersetzt. VII. Jm§ 20 Abs. 1 Ziffer 2 werden die Worte:" Mindestens vier Wochen nach ihrer Niederkunft, und soweit ihre Beschäftigung nach den Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung für eine längere Zeit untersagt ist, für diese Zeit" durch die Worte:" Sechs Wochen nach ihrer Niederkunft" ersetzt. Der§ 20 erhält als fünften Absah folgenden Zusatz: " In den Fällen, in welchen auf Grund der Reichsgesehe über Infallversicherung gleichfalls ein Anspruch auf Sterbegeld begründet ist, ist der Stasse bis zur Höhe des von ihr gewährten Sterbegeldes durch Ueberiveisung des auf Grund der Unfallversicherungs- Geseze zu gewährenden Sterbegeldes Erfaz zu leisten." VIII. Jm§ 21 Abs. 1 wird die Vorschrift unter Ziffer 1 wie folgt abgeändert: 1. Die Dauer der Krankenunterstüßung kann auf einen Tängeren Zeitraum als 26 Wochen bis zu einem Jahre festgefeßt Ebendaselbst fällt die Vorschrift unter Ziffer 4 fort. IX. Jm§ 26 Abs. 1 werden die Worte:" dreizehn Wochen" burch die Worte: sechsundzwanzig Wochen" ersetzt. X. Jm§ 26 a Abs. 2 werden unter Ziffer 2 bie Worte: durch Trunkfälligkeit oder geschlechtliche Ausschweifungen" durch die Worte: oder durch Trunkfälligkeit" ersetzt, ebendaselbst wird die Vorschrift unter Biffer 3 wie folgt abgeändert: werden." 3. daß Mitgliedern, welche von dieser Krankenkasse eine Krantenunterstützung ummterbrochen oder im Laufe eines Zeitraums von 12 Monaten für 26 Wochen bezogen haben, bei Eintritt eines neuen Unterſtüßungsfalles, sofern dieser durch die gleiche, nicht gehobene Krankheitsursache veranlaßt worden ist, im Laufe der nächsten 12 Monate Strantenunterstüßung nur im gesetzlichen Mindestbetrage(§ 20) und nur für die Gesamtdauer von 26 Wochen zu gewähren ist." Artifel III. Dieses Gesetz tritt, soweit es sich um die zu seiner Durchführung notwendigen Maßnahmen handelt, sofort, im übrigen mit dem 1. Juli 1903 in Straft. Zu diesem Zeitpunkte verlieren die auf Grund des§ 57a des Krankenversicherungs- Gesetzes den Hilfskaffen ausgestellten Bescheinigungen ihre Gültigkeit, sofern sie nicht nach der Verkündung dieses Gesetzes von neuem erteilt worden sind. Jusoweit Knappschaftstassen in Frage kommen, kann mit Zuſtimmung des Bundesrats durch kaiserliche Verordnung ein späterer Zeitpunkt für das Jukrafttreten von Vorschriften dieses Gesetzes in cinzelnen Bundesstaaten oder im Reichsgebiete bestimmt werden. Ein Kurpfuscher- Prozeß. Dienstag, 3. februar 1903. " bezahlende Broschüre, deren Titelblatt folgendes enthielt: Wo Leben, da noch Hoffnung! Wer leidet, findet Hilfe! durch das neue kom binierte Heilverfahren vom Specialist und Chemiker( ohne Approb.) . Nardenkötter. Specialbehandlung veralteter Leiden( Haute, Geschlechts-, Frauen-, Nerven, Magen-, Leber-, Nieren, Blasen-, Lungen-, Kehlkopf- Krankheiten, Rheumatismus, Gicht usw.) Trost den Kranken!" Die Broschüre ist mit allen Künsten marktschreierischer Reklame reichlich ausgestattet. Sie zählt zunächst die Kundgebungen" auf. Darin heißt es u. a.:„ Meine Methode ist eine einfache, leicht ausbeträgt je nach Art des Leidens durchschnittlich pro Woche 4-7 M. führbare und mit feiner Berufsstörung verbundene. Der Kurpreis einschließlich der Medikamente und Apparate, welche zur Durchführung der Kurvorschrift von meinem Versandhause( staatlich privilegiert) geliefert werden. Die Broschüre von 62 eng gedruckten Seiten wird vollständig zur Verlesung gebracht. Der Angeklagte verspricht darin den Patienten„ Erlösung von ihren oft langjährigem, von den bisher gebrauchten Aerzten für unheilbar erklärten Leiden". Eine in der Broschüre mitgeteilte Jahresstatistik verzeichnet biet " von je 100 Patienten 79 Geheilte, " er 14 wesentliche Besserung, 3 wenig Befferung, 4 ohne Erfolg", wobei hervorgehoben wird, daß dieses günstige Resultat sich ausschließlich nur auf die Behandlung solcher Patienten bezieht, die in Wirklichkeit unrettbar verloren gewesen wären, wenn sie nicht der blinde Zufall mit meinem Heilverfahren bekannt gemacht hätte, das ihnen in letter Stunde noch ein Rettungsanfer werden sollte." Die Broschüre weilt dann mit besonderer Vorliebe bei dem Thema der GeschlechtsDer schon erivähnte große Kurpfuscher Prozeß gegen Nardenfötter und Genossen begann heute vor der neunten leiden und schildert unter dem Titel„ Trost- und Mahnworte! Straflammer hiesigen Landgerichts I im fleinen Schwurgerichtssaal. Ein Blick in die Tiefe des menschlichen Elends" das Gederen Folgen IV. Der erste Satz des§ 8 erhält folgende Fassung: der Schwäche der Geschlechtsleiden und Von den fünf Angeklagten sind nur drei zur Stelle: 1. der frühere den " Der Betrag des ortsüblichen Tagelohnes gewöhnlicher Tage- Apothekergehilfe Franz Joseph Nardenfötter, 2. der Apotheker in den düstersten, allerschwärzesten Farben, wobei arbeiter wird, nach Anhörung der Gemeindebehörde und nachdem Reinhard Klesper zu Frankfurt a. M., 3. der praktische Arzt Patienten auf diesem Gebiete, die sich nicht rationell behandeln Vertretern der beteiligten Arbeitgeber und Versicherten Gelegenheit Dr. Otto Kronheim. Der gleichfalls angeklagte Dr. Oskar laffen, Verzweiflung, Berrüttung des Nervensystems, Selbstmord 2c. zu einer Aeußerung gegeben worden ist, von der höheren Ver- Guthermann ist flüchtig geworden, nicht bloß wegen dieser warnend vor Augen hält. Er eifert besonders gegen die Quecksilberwaltungsbehörde festgesetzt und durch das für ihre amtlichen Bekannt- Angelegenheit, sondern wegen noch andrer Affairen. Ferner ist der Kuren der Aerzte, während er zugiebt, selbst Quecksilber angewendet machungen bestimmte Blatt veröffentlicht." früher in der Bülowstraße wohnhaft gewefene, jetzt in Brüssel zu haben. Freilich behauptet er, daß er das weilende praktische Arzt Dr. Felir Heymann angeklagt, aber Quecksilber einnehmen nicht erschienen. Den Vorsiz führt Landgerichts- Direktor Müller, lasse und es nicht einsprize und Jodkalium sofort hinterher anwende. die Anklage vertritt Erster Staatsanwalt Belz, die Verteidigung Der Vorsitzende erwähnt hierbei einen Fall, in welchem ein an Gicht führen die Rechtsanwälte Dr. Davidsohn und Leo Kemper. und Rheumatismus leidender Kranker ein Medikament gegen ein Als Sachverständige sind zur Stelle: der Geheime Medizinalrat Geschlechtsleiden zugeschickt erhalten habe. Der Angeklagte hebt Dr. S ch a cht, Gerichtsarzt Dr. Störmer und Dr. med. Ernst in seiner Broschüre hervor, daß die Geheilten nicht auf einen kleinen rank und der von der Verteidigung geladene Dr. med. Sa hnt. Streis Deutschlands, sondern über das ganze große Reich von den der gleichfalls als Sachverständige geladene Prof. Dr. Koßmann Alpen bis zur Nordsee sich verteilen, und selbst viele aus fernen ist bei Beginn der Verhandlung nicht zur Stelle. Gegen seine Ver- und fremden Ländern Hilfe suchten und Hilfe fanden." nehmung als Sachverständigen erheben die Verteidiger Ein Auch für Frauenkrankheiten aller Art verspricht die Broschüre spruch, da Professor Koßmann in dieser Sache die Strafanzeige erstaunliche Hilfe. Nach jahrenlangen Studien ist es mir erstattet habe. Auf die ersten Fragen des Vorsitzenden nach gelungen gegen diese Strankheiten Mittel zu finden, welche den persönlichen Verhältnissen der Angeklagten giebt der An- im stande sind, die Leiden vollständig zu heben und ich geflagte Narden tötter folgendes an: Er fei am 20. Juni 1868 habe die herrlichsten und schönsten Triumphe gefeiert." Bei zu Osterfelde, Kreis Münster, Westfalen, geboren, katholischer Religion der Erörterung der Geschlechtsfrankheiten warnt der Angeklagte vor und dreimal wegen Vergehens gegen die Gewerbe- Drömung bor- Sen Charlatans, die es sich zur Aufgabe machen, auf diese Kranken bestraft. Er till 6 Semester Chemie studiert haben, hat aber kein Jagd zu machen, um dieselben zu prellen und ihnen wo= Staatsexamen gemacht. Von 1887-1890 habe er das Apotheker möglich die letzten fauer erworbenen Groschen abzunehmen". gewerbe erlernt, habe dann 3 Jahre in Köln, Hamburg und Solche der Verzweiflung nahe Kranke sollen sich nicht einem Münster konditioniert, dann in Kiel Chemie studiert. Sein väter solchen gewissenlosen Menschen in die Arme werfen, sondern liches Vermögen in Höhe von 40 000 m. habe der Verwalter des die Hilfe des Angeklagten in Anspruch nehmen 2c. 2c. Der Vorfelben hypothetarisch auf eine Kaltwasser- Heilanstalt Sudmühle bei fißende hält dem Angeklagten vor, daß er mit der düsteren Münster gegeben und er sei in die Lage gekommen, diese Anstalt Schilderung des Gebiets der Geschlechtskrankheiten in kolossaler übernehmen zu müssen. Er habe diese Kaltwasser- Heilanstalt Weise übertrieben habe, um die Leute ängstlich und dadurch geeignet unter Assistenz eines Arztes geleitet und sie schließlich unter Verlust zu machen in seine Neße hineinzufallen. Der Angeklagte bestreitet seines Vermögens aufgeben müffen. Mit der Heilanstalt war eine bies. Seine Schilderung entspreche seinen Erfahrungen und den Restauration verbunden, in der Töchter des Ortes Kaffee servierten. Thatsachen. Der Vorsitzende hält dem Angeklagten vor, daß Er hat, wie er auf die Frage nach seiner Schulbildung angiebt, das niemand, namentlich nicht der kleine Mann in der Provinz, sich Gymnasium zu Warendorf und dann das zu Münster bis Prima ein Bild davon machen könne, was die Kur eigentlich kofte. Der besucht. Im Jahre 1898 ist er nach Berlin gekommen und hat hier Angeklagte suchte nachzuweisen, daß darüber eigentlich sich jeder eine den Verschleiß von Heilmitteln in großem Maßstabe und unter An- Berechnung selbst anstellen könne. Der Vorsitzende erwidert, daß der wendung einer Angeklagte also verlange, daß die einfachen Leute nicht mir seine gewaltigen Reklame Broschüre lesen, sondern sich auch noch einen Kommentar dazu bilden, betrieben. Sein jeziges Vermögen von ca. 70 000 m. will er nicht in dem Sinne, wie der Angeklagte die ganze Sache aufgefaßt allein durch sein Heilgewerbe erworben haben, darin liege vielmehr wissen wolle. Der Vorsitzende hält dem Angeklagten ferner XI. Im ersten Absatze des§ 31 werden die Worte: zivci auch das Vermögen seiner Frau. Er will seine medizinischen Kennt vor, daß die Broschüre ant vielen Stellen, ilber die Prozent" durch die Worte: 24 von Taufend" und im zweiten Abfabe nisse besonders auch durch das Studium medizinischer Bücher Ausbildung und die Fähigkeiten des Angeklagten falsche Andesselben Paragraphen die Worte:" drei Prozent" durch die Worte: gesammelt haben, auf die Aufforderung, folche Bücher doch zu gaben mache, in exorbitanter Weise übertreibe, mit bombastischen, 36 von Tausend" erfeit. nennen, nennt der Angeklagte nach kurzem Besinnen Ewalds auf keiner festen Grundlage beruhenden Nebensarten operiere und XII. Der§ 34 a erhält als dritten Absatz folgenden Zusah: Personen, welche unfähig zum Amte eines Schöffen find Arzneilehre" und setzt hinzu:" er habe die Bücher in seinem Kopf" sich anmaße, die Heilmethode der berufensten Aerzte zu verbessern. Der Angeklagte Apotheker Sties per ist ein Schwager des Der Angeklagte verteidigt sich gegen alle diese Borhaltungen in ziemlich (§§ 31, 32 des Gerichtsverfassungs- Gesezes), dürfen weder in den Angeklagten Nardenfötter, katholischer Religion und jetzt selbstbewußter Weise und mit großer Zungenfertigkeit, so daß er vom Vorstand, noch als Rechnungs- oder Staffenführer berufen werden." Rentier in Frankfurt a. M. Er hat früher eine Apotheke in Frizlar Vorsitzenden wiederholt ernstlich in seine Schranken zurückgewiesen XIII. Der§ 35 erhält als dritten Abfab folgenden Zufab: werden mußte. Der Angeklagte hält alles, was in der Broschüre Der Vorsitzende des Vorstandes hat Beschlüsse der Stassen- besessen und darin Rezepte für Nardenfötter angefertigt. Der Angeklagte Dr. Otto Kronheim ist jüdischer Religion. steht, aufrecht und bleibt dabei, daß seine Methode wunderbare organe, welche gegen die gefeßlichen oder statutarischen Vorschriften Er war, nach Absolvierung des ersten Halbjahres seiner Militär- Heilungen hervorbringe, ohne die Menschen zu vergiften. Der Vorverstoßen, durch Bericht an die Aufsichtsbehörde unter Angabe der Dienstzeit als einjährig- freiwilliger Arzt, eine Zeitlang Vertrauens- fizzende erwidert, daß der Angeklagte so viel Quecksilber, Jod, Gründe mit aufschiebender Wirkung zu beanstanden. XIV. Der§ 42 erhält als 4. und 5. Absatz folgende Busäße: arzt der Lebensversicherungs- Gesellschaft Wilhelma", dann Schiffs. Arsenit und andre Gifte verarbeitete, daß er die arzt zur See und ist Anfangs des Jahres 1901 in das Institut des Werden hinsichtlich eines Vorstandsmitgliedes, eines Rechnungs- Angeklagten Nardenfötter eingetreten, welches noch in der früheren ganze Stadt Berlin hätte vergiften können. oder Nassenführers Thatsachen bekannt, welche dessen Berufung aus Weise fortgesetzt wird. Aus den weiteren Befragungen des Angeklagten Nordenkötter schließen oder welche sich als grobe Pflichtverleßung darstellen, so Nardenfötter hat sich wegen Betruges, unlauteren 23 ett ergiebt sich, daß, wenn die Patienten die Broschüre bezogen und den ist der Betreffende, nachdem ihm und dem Kassenborstand Gelegen bewerbes, Bergehen gegen die Gewerbe- Ordnung auf Grund Fragebogen mit der Anzahlung von 5 M. 15 Pf. eingesandt hatten, heit zur Aeußerung gegeben worden ist, durch die Aufsichtsbehörde der§§ 263 und 367 des Straf- Gesetzbuches, der§§ 4, 12 und 13 fie ein hübsches Schreiben zugestellt erhielten, welches am Kopf eine feines Amtes zu entheben. Die Entscheidung der Aufsichtsbehörde kann binnen vier Wochen des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes und Weltkugel mit Bändern und den Inschriften„ Die ganze Welt ist 147 der Gewerbe- Ordnung zu verantworten. Klesper und mein Feld" und" Nur das Gute bricht sich Bahn". In dem nach der Zustellung derselben im Wege des Verwaltungsstreit- Verfahrens, wo ein solches nicht besteht, im Wege des Returfes nach Dr. Kronheim sind der Beihilfe zum Betruge und unlauteren Schreiben wurde mitgeteilt, daß sein Versandgeschäft" die Wettbewerbes angeklagt. Expedition der Heilmittel von Statten gehen lasse und die Kur Maßgabe der Vorschriften der§§ 20, 21 der Gewerbe- Ordnung anzwei bis drei Monate dauern würde. Dann erhielten die Patienten gefochten werden. Die Anfechtung hat keine aufschiebende Wirkung." XV. Im§ 47 Abs. 1 Ziffer 2 werden die Worte:„ drei per Nachnahme in Höhe von 4 bis 19 Mart das betreffende Paket zugesandt. Die meisten Patienten glaubten, daß damit mun alles Prozent" durch die Worte: 36 vom Tausend" ersetzt. beglichen sei, wenn sie aber das Paket öffneten, fanden sie neben den zur Sprache kommen werden und gebe Frauen und jungen Leuten Medikamenten noch eine Rechnung vor, nach welcher für die Die Ucbertragung der dem Unterstützungsberechtigten zu- anheim, den Saal zu verlassen. Nur wenige Personen befolgen und mikroskopischen Untersuchungen zc. alles in allem 45 bis 90 Mart stehenden Ansprüche auf Dritte solvie deren Verpfändung oder diesen Rat. Pfändung hat nur insoweit rechtliche Wirkung, als sie erfolgt: Wie der Präsident durch Befragen des Angeklagten Narden zu zahlen waren. Was die Anfertigung der Medikamente betrifft, 1. zur Dedung eines Vorschusses, welcher dem Berechtigten auf tötter feststellt, hat dieser schon in Münster das Heilgewerbe o hat der Angeklagte sich zu diesem Behufe mit der Firma Riedel, Engrosgeschäft für Apothekerwaren, in Verbindung gefeßzt, nachdem, seine Ansprüche vor Anweisung der Unterstüßung von dem betrieben und dort schon die Reklametrommel gerührt, hier wie er behauptet, ihm einige Zeit lang die Reichs- Apotheke Scheda hat er das„ Heilen" in großem Maßstabe Betriebsunternehmers oder einem Organ der Klasse oder dem in Berlin Mitglied eines solchen Organs gegeben worden ist, insceniert und dabei nicht nur große Zeitungsinserate zu in der Elfafferstraße die Grundstoffe geliefert hatte. Präs. Wie es mit Ihrem Versandgeschäft aussah, ist auch Hilfe genommen, sondern den Zeitungen auch noch Reflamezettel bei gelegt, in welchen er in bombastischer Weise seine Heilkunst anpries ganz interessant. Ihre Angestellten werden aussagen, daß Sie selbst 3. zur Zeckung von Forderungen der nach§ 57 ersatzberechtigten und sichere Hilfe bei allen möglichen Krankheiten, auch in den ver- hier in der primitivsten Weise Ihre Medikamente in der Badewanne aufammengebraut haben. Es herrschte eine grenzenlose Unordnung Gemeinden und Armenverbänden sowie der an deren Stelle zweifeltsten und von Aerzten aufgegebenen Fällen verspricht. Diese bei Ihnen die stärksten Gifte wurden in der Küche aufbewahrt, getretenen Betriebsunternehmer und Kassen, Reklamezettel begannen mit der fettgedruckten Ueberschrift: Nicht 4. zur Deckung der nach§§ 76c, 76d den Trägern der reichsgeseh- lefen kann von großem Nachteil sein, also lesen! wichtig für ferner auf dem Hängeboden, unter altem Gerümpel usw. Im Slavier hat sich eine Legion von Pillen befunden. lichen Unfallversicherung und der nach§ 18 des Invaliden- iebermann! Wo noch Leben, da Hoffnung! Wer leidet, findet Herstellung war so primitiv, daß Sie dazu Ihre eignen versicherungs- Gefeßes den Versicherungsanstalten zustehenden Silfe! Unterzeichnet waren diefe Reflamezettel mit„ Nardentötter, und dergleichen benugten. Krankengeldforderungen. Specialist, Chemiker und Direktor eines chemischen Laboratoriums, Küchengefäße, Ihre Badewanne Berlin N., Elsasserstr. 25a." Seit dem 1. Oftober 1902 befindet sich Bis zum Engagement des Arztes Dr. Guthermann hat der Andas vom Bankier und Direktor" Nardenfötter geleitete Heilinftitut geklagte dann mit dem Apotheker Henke von der Salomo- Apotheke in Berbindung gestanden, dessen Geschäftsführer zu ihm gekommen Quififana" in der Friedrichstr. 160. Auf der Rückseite der Reflamezettel wurden gleichzeitig eine ganze fei und ihn gebeten habe, der Salomo- Apotheke die Anfertigung der Rezepte zu übertragen. Reihe von Präparaten angepriesen, die eine Firma, welche den Namen der Ehefrau des Angeklagten führte, anfertigte und au folossal hohen Diagnose will der Angeklagte gemeinschaftlich mit Preisen anbot. Da wurden ausgeboten: Mittel gegen den Haar- Dr. Guthermann gestellt haben; die Rezepte feien auf Grund ge= Präs: Der ausfall, Mittel zur Kräftigung des Haarbodens, Färbemittel für das meinsamer Beratung ausgeschrieben worden. Haar, Feen- Wasser, Mittel gegen Frostbeulen, Zahn- und Mundwasser, Dr. Guthermann wirkte bei Ihnen in der Zeit vom August 1899 bis Schönheitswasser gegen Sommersprossen und Leberflede, Mittel September 1900. Dann trat Dr. Heymann zunächst probeweise ein. gegen Fußschweiß 2c. Mit diesen Mitteln scheint, wie der Vorsitzende Nach seiner Behauptung ist er dann wieder ausgeschieden, meint, der Angeklagte sonderlich große Erfolge nicht erzielt zu haben, weil ihm der ganze Geschäftsbetrieb nicht paßte; er wollte sich die Sache erst mal ansehen. da sich die Leser an den hohen Preisen stießen. Angefl.: Das Jeder Kranke, der sich auf Grund der Reklamezettel mit dem nicht der Grund. Dr. Hehmann schied nach 14 Tagen aus, Angeklagten in Verbindung setzte, erhielt zunächst eine mit 30 Bf. zu weil er fürchtete, die Aerztekammer würde ihm auf den Leib " 14 XVI. An Stelle des§ 56 Abs. 2 treten als§ 56 Abs. 2, 3, 4 folgende Bestimmungen: 2. zur Dedung der im§ 850 Abs. 4 der Civilprozeß- Ordnung bezeichneten Forderungen, Die Ansprüche dürfen nur auf Ersatzforderungen für Renten, Sterbegelder und Entschädigungen, welche auf Grund der Reichsgefeße über Unfallversicherung oder in den Fällen des§ 57 Abs. 4 des Krankenversicherungs- Gesezes bezogen sind, auf gefchuldete Eintrittsgelder und Beiträge und auf die von den Organen der Kassen verhängten Geldstrafen aufgerechnet werden, Ausnahmsweise darf der Berechtigte den Anspruch ganz oder zum Teil auf andre übertragen, sofern dies von der unteren Verwaltungsbehörde genehmigt wird." XVII. Der§ 57 Abs. 5 erhält am Schlusse den Zusak: sofern nicht höhere Aufwendungen nachgewiesen werden". XVIII. Der§ 57a Abs. 4 erhält am Schlusse den Zusatz: sofern nicht höhere Aufwendungen nachgewiesen werden". XIX. Jm§ 65 Abs. 2 werden die Worte drei Prozent" durch Die Worte: 36 vom Tausend" erfekt. " " Bor Eintritt in die weitere Verhandlung erklärt der Vorsitzende: Ich muß das Publikum darauf aufmerksam machen, daß bei der Verhandlung sehr undelikate Sachen. " Die " Die war rüden. Dann hat er sich wieder besonnen und hat die Sache vom September 1900 bis Januar 1901 wieder geführt. Präs.: Wie oft war Dr. Heymann bei Ihnen? Angefl.: Täglich etwa zwei Stunden. Präs.: Das wird doch wohl nach den Aussagen Ihrer Sociales. = gericht Nordhausen verwarf indessen die Berufung, nachdem festgestell worden war, daß der Arbeitgeber und Lehrherr des Angeklagten Für die Heilstätten in Beelik hat der Vorstand der Landes- hauptsächlich Gärtnereiprodukte kauft und verkauft und dabei eine Kranzbinderei hat, in der der Angeklagte ebenfalls beschäftigt worden Angestellten nicht stimmen!- Angell.: Die Angestellten haben Versicherungsanstalt Berlin eine Hausordnung beschlossen. Die Vor- ist. Hiernach habe man es hier mit einer Handelsgärtnerei zu thun, Herrn Dr. Heymann oftmals nicht gesehen. Dr. Heymann war sehr schriften sind im allgemeinen selbstverständlich und ergeben sich ganz die dem Handelsgetverbe zugerechnet werden müsse und somit ängstlich und fürchtete sich vor der Aerztekammer; er hat sich deshalb natürlich aus der Bestimmung der Heilstätten. Dennoch sind einige ein Gewerbebetrieb im Sinne der Gewerbe Ordnung sei. oft hinter der Thür versteckt, damit ihn kein Angestellter sähe. Erster Bestimmungen darin, die wir lieber nicht darin sehen würden. So Somit fei aber Meyer gewerblicher Arbeiter gewesen und Staatsanwalt Dr. Pelz: Die Furcht vor der Aerztekammer war auch die Vorschrift: hätte die Fortbildungsschule nicht ohne genügende Entschuldigung die Ursache, weshalb Dr. Guthermann seine offizielle Thätigkeit bei meiden dürfen. dem Angeklagten einstellte und nur noch unoffiziell für ihn wirkte. Auf die weitere Frage, wie die Medikamente denn zu stande gekommen seien, wenn fein von einem Arzte unterschriebenes Rezept vorlag, sucht der Angeklagte so darzustellen, als ob es nicht schwer sei, von Apothekern solche Rezepte ohne ärztliche Verordnung angefertigt zu erhalten. Der Vorsitzende hält diese Behauptung für ganz un geheuerlich. Der Angeklagte erklärt auf weiteres Befragen, daß auf Dr. Heymann im Januar 1901 der Angeklagte Dr. Kronheim in seinen Dienſt getreten sei und auch jetzt noch mit ihm zusammenarbeite. Er erhalte dafür 150 Mark monatlich.-Präf.: Wie lange ist Dr. Kronheim täglich bei Ihnen thätig? Angefl.: Täglich etwa 1 Stunden. Bräf.: Genügte denn das bei der Anzahl der vorliegenden Fälle? Angefl.: Es waren täglich nur 4-5 neue Fälle. Präs.: Das ist doch kaum glaublich. Der Gerichtsarzt hat doch festgestellt, daß Sie in 1½ Monaten " Jeglicher Verkehr zwischen männlichen und weiblichen Pfleglingen ist untersagt; aus diesem Grunde ist es auch nicht ge- Rechtsmittel mit folgender Begründung: Auf jeden Fall sei die Meher legte Revision ein, das Kammergericht verwarf aber das stattet, daß männliche und weibliche Pfleglinge durch das die An- Kunst- und Handelsgärtnerei den Gewerbebetrieben im Sinne stalten umgebende Gitter sich unterhalten und miteinander in Ver- der Gewerbe- Ordnung zuzuzählen. Für das Gericht wäre es un bindung treten." erheblich, daß die Erfurter Handwerkskammer alle GärtnereiDiese Bestimmung soll aus Gründen der Sittlichkeit erlassen betriebe als land- und forstwirtschaftliche Betriebe behandele. Das sein. Wir halten sie für ebenso entwürdigend wie nuglos. Wenn Ortsstatut sei auch rechtsgültig zu stande gekommen. Es sei gleiches schon überhaupt für nötig erachtet wurde, Unsittlichkeiten durch gültig, daß sich unter den Gewerbetreibenden, die vor seinem Erlaß Die Hausordnung besonders zu verbieten, so sehen wir aber doch vom Magistrat gutachtlich gehört wurden, keine Gärtnereibeſizer benicht den geringsten Grund, eine freundliche Unterhaltung zwischen fanden. Weyer sei mit Recht als gewerblicher Arbeiter angesehen und bestraft worden. männlichen und weiblichen Pfleglingen zu verbieten, zumal fie ja fchon durch ein Gitter getrennt sind. Das sieht so aus, als ob man Die von uns bereits erwähnte Denkschrift über den Betrieb der die Arbeiter für besonders zu Unsittlichkeiten geneigt ansieht. Als eine Art Verschwörungsgesetz kann man die folgende Vor- Staatsbergiverke giebt ein flares Bild darüber, in wie geringem schrift bezeichnen: Maße das Einkommen der Arbeiter im Vergleich zum Unternehmer" Jede agitatorische Thätigkeit zur Abfassung oder Unter- profit steigt. Im letzten Jahrzehnt haben sich die Ueberschüsse des staatlichen Bergbaus ganz erheblich vermehrt; auch die Arbeiterzahl zeichnung gemeinschaftlicher Beschwerden ist untersagt." ist beträchtlich gewachsen, aber weit mehr ist der Profit gewachsen, den der Staat aus jedem seiner Arbeiter herauszuziehen verstand. Dies wird durch folgende Tabelle veranschaulicht: Durchschnittlicher Profit Arbeiterzahl Jahresverdienst Ueberschuß Mark Unternehmerprofit am Bergbau. pro Arbeiter 57 307 Mark 858 Mark 240 1893 15 084 125 55 322 815 270 57 009 817 260 58 942 827 330 62 106 864 370 64 217 904 412 943 448 980 532 1 041 645 1 002 550 für 28 000 Mark Medikamente abgefezt haben. Der Präsident bringt weiter zur Sprache, daß der Angeklagte in jedem Falle von seinen Patienten die Einsendung eines fleinen Glases mit Urin und bei Lungenleiden auch einer Das scheint uns ebenso überflüssig und ebenso entwürdigend. Quantität Sputum eingefordert hat. Er will diese untersucht haben, unangenehm berührt es auch, daß in der Hausordnung vorgeschrieben ,, wenn es erforderlich erschien". Gerichtsphysikus Dr. Störmer richtet ist, es sei jede agitatorische Thätigkeit in politischer, religiöser oder an den Angeklagten eine Anzahl Fragen darüber, in welcher Weise socialer Beziehung untersagt und auch das Sticheln und Hänseln er die Untersuchungen des Urins, z. B. auf Eiweiß oder Zucker, vor politisch, religiös oder social Andersdenkender verboten. Daß das genommen habe. Die ersteren Fragen, in betreff der einfachen Untersuchungen auf Eiweiß, weiß der Angeklagte zu beantworten, doch in Sticheln und Hänseln Andersdenkender unterbleiben 1892: 13 829 624 betreff des zweiten Punktes weiß er keine Auskunft zu geben, sondern muß, halten wir für selbstverständlich; ebenso halten 1894 15 024 915 geriet in Verlegenheit. Er vermag nur anzugeben, daß die Untersuchung wir es für selbstverständlich, daß agitatorische Thätigkeit unter- 1895: 19 440 106 auf Zucker mit Fehlingscher Lösung vorgenommen wird. Habe er bleiben muß, soweit sie einen andern belästigt. Dazu 1896 23 084 868 eine derartige Arbeit vorgehabt, so habe er ein Lehrbuch zu Hilfe genügt aber vollständig, die Pfleglinge darauf hinzuweisen, daß 1897: 26 672 539 genommen, die Art und Weise der Untersuchung kann er nicht angeben. feiner den andren irgendwie belästigen soll- übrigens auch eine 1898: 30 053 466 Der Vorsitzende erklärt, daß er die Sizung für heute schließen Selbstverständlichkeit und daß der Chefarzt solchen, die gegen so 1899: 37 261 782 72727 Der Erste Staatsanwalt Be Iz beantragt jetzt, den Angeklagten, elementare Anstandsregeln verstoßen, ernstliche Vorhaltungen 1900: 47 056 859 74 875 190141 273 138 Es worunter wir nicht Anschnauzen verstehen. gegen den sich ein riesiges Belastungsmaterial gehäuft habe und dem macht Der durchschnittliche Arbeitsverdienst ist hier in der Weise bewenig Menschen geben, die einer freundeine hohe Strafe in Aussicht stehe, in Haft zu nehmen, zumal dürfte wohl rechnet, daß aus dem Einkommen der Arbeiter auf dem Steinkohlendie be= auch Verdunkelungsgefahr vorliege.- Rechtsanwalt Dr. Davidsohn lichen würdigen Vorstellung unter Hinweis auf Bergbau in Oberschlesien, Niederschlesien, Dortmund und Saarbrücken tritt diesem Antrage entschieden entgegen.- Erster Staatsanwalt sonderen Verhältnisse einer solchen Anstalt nicht zugänglich wären. Das Mittel gezogen ist. Es ergiebt sich aus der vorstehenden Uebersicht, Dr. Pelz: Ich könnte nur auf eine Kaution von 100 000 M. ein- Aber warum soll„ agitatorische Thätigkeit", das heißt doch schließlich wenn man das Krisenjahr 1901 unberücksichtigt läßt, daß von gehen. Nachdem N.-A. Dr. Davidsohn und R.-A. Leo nur Erörterung politischer, socialer oder religiöser Anschauungen 1892 Rempner noch weitere Gründe gegen die Verhaftung geltend zwischen Andersdenkenden, verboten sein, wenn sie von keinem der gemacht haben, beschließt der Gerichtshof, den Angeklagten Beteiligten als Belästigung empfunden wird? Nardenkötter in Haft zu nehmen. wolle. Dieser sei des Betruges dringend verdächtig und habe eventuell eine hohe Strafe zu erwarten. Er habe durch sein Heilgewerbe fein großes Vermögen erworben und man müsse Vorsorge treffen, daß er nicht flüchtig wird und von irgend einem Orte im Auslande sein Kurgeschäft fortsetzt. Dem Angeklagten soll aber die Möglichkeit gegeben werden, durch Stellung einer Kaution von 15000 m. Die Haft abzuwenden. Die Verhandlung wird Dienstag 9½ Uhr fortgesetzt. Aus der Frauenbewegung. Rixdorf. Mittwoch, den 4. Februar, abends 8 Uhr, findet die nächste Versammlung des Vereins gewerblich thätiger Frauen und Mädchen Rirdorfs im kleinen Saale des Herrn Thiel, Bergstr. 151/152, Vortrag über„ Organisationsbestrebungen einst und jetzt" Referent Herr Kaßler. Gäste willkommen. statt. Am 28. Februar veranstaltet der Verein im Variété- Theater, Hermannstr. 20, einen Maskenball, zu welchem die Mitglieder gebeten werden, recht zahlreich zu erscheinen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 3. Februar. Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Der Waffenschmied. Schauspielhaus. Die Welt, in der man sich langweilt. Deutsches. Monna Vanna. Berliner. Othello. Lessing. Der blinde Passagier. Residenz. Lutti. Neues. Die Fliege. Thalia. Charleys Tante. Vorher: Cassis Pascha. Westen. Martha. Central. Madame Sherry. Belle Alliance- Theater. Am Telephon. Hierauf: Cupido u. Cie. Anfang 8 Uhr: Schiller O.( Wallner- Theater.) Das Geheimnis der Gilde. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Der Vorstand. Urania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Diese Vorschriften riechen doch wirklich gar zu sehr nach Fabrikordnung. Man darf uns wohl einige Erfahrung im Umgange mit Arbeitern aller Art zutrauen. Aus dieser Erfahrung heraus tönnen wir sagen, daß freundlicher Zuspruch bei Regelwidrigkeiten Arbeitern gegenüber selten seine Wirkung verfehlt. Freilich darf er sich ebenso wenig als väterliche Herablaffung, noch als versteckte Drohung oder gar als hochnäfige Schulmeisterei geben: es muß der Mensch zum Menschen reden; das ist das beste Erziehungsmittel. Gärtner und Fortbildungsschule. Sind Gärtnereibetriebe Gewerbebetriebe im Sinne der GewerbeOrdnung? In einer Straffache wegen unberechtigter Versäunning des Fortbildungsunterrichts wurde diese Frage berührt. In Nordhausen ist durch Ortsstatut für gewerbliche Arbeiter unter 18 Jahren im Sinne des § 120 der Gewerbe- Ordnung der obligatorische Fortbildungsunterricht eingeführt worden. DerGärtnerlehrling Meyer wurde wegen llebertretung des Drtsstatuts zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er ohne genügenden Grund den Unterricht in der Fortbildungsschule versäumt habe. Sein Vater als gesetzlicher Vertreter legte Berufung ein und machte unter anderm geltend, daß Gärtner nach allgemeiner Rechtsauffassung nicht zu den gewerblichen Arbeitern gehörten; Gärtnereibetriebe seien der Land- und Forstwirtschaft zuzurechnen. Das LandSchiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Das Land Tirol. Das Geheimnis der Gilde. Im Hörsaal um 8 Uhr: Dr. G. Nass: Chemie der Toilette. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Schauspiel in 4 Aften von August Strindberg. Deutsch von Ernst Brausewetter. Mittwoch abend 8 Uhr: Zum erstenmal: Der Meister von Palmyra. Das Geheimnis der Gilde. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Esther. Bon Franz Grillparzer. Hierauf: Zwei Eisen im Fener. Lustspiel in 3 Aften frei nach Calderon von Friedrich Adler. Mittwoch abend 8 Uhr: Heimat. Renaissance. 1901 66 796 69 863 der Ueberschuß der Bergwerke gestiegen ist um etwa 240 Proz, die Arbeiterzahl hat sich vermehrt um etwa 25 Proz., der durchschnittliche Jahresverdienst hat eine Steigerung erfahren von noch nicht 20 Proz., dagegen ist der Unternehmerprofit, auf den Kopf des Arbeiters berechnet, um mehr als zahl vermehrt worden ist und obwohl die Arbeiter kraft ihrer 125 Broz. angewachsen; mit andern Worten: obwohl die ArbeiterOrganisation dem Staate einige Zugeständnisse abgezwungen haben, ist dennoch der von einem jeden von ihnen geschaffene Mehrwert in weit stärkerem Maße gestiegen als ihre Löhne. Die Arbeiter haben also nur geringen Anteil an dem Aufschivung der Betriebe gehabt. Und das wird nicht anders werden, so lange die staatlichen Betriebe in Preußen in erster Linie eine ergiebige Einnahmequelle für den Staat bilden. Eingegangene Druckfchriften. Berliner Theater. Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben das 18. Heft des 21. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Ein altpreußischer Demokrat. Sombarts historische Socialtheorie". Bon Mar Adler. II.- Das Jahrhundert des Kindes. Von Dda Socialpolitische Lerda- Dlberg.- Der Lehrermangel. Von Otto Rühle. Umschau. Bon Emanuel Burm. Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen. In der Zeitungspreisliste der Postanstalten ist die " Neue Zeit" unter Nr. 5575 eingetragen, jedoch kann dieselbe bei der Post mur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Trianon- Theater. Georgenstrasse, zwischen Friedrich- u. Universitätsstr. Die Liebesschaukel. Lustspiel in 4 Akten v. M. Donnay. Anfang 8 Uhr. Palast- Theater Burgstraße 22. Früher: Feen- Palast. Bernhard Rose- Theater- Ensemble Stadt- Theater, Alt- Moabit 47/49. Dienstag, den 3. Februar 1903: Der Veilchenfresser. Lustspiel in 4 Aften v. Gustav v. Moser. Anfang 8 Uhr. Cirkus Schumann 8 Uhr: W. Wegener: Die Ergeb- Donnerstagabend 8 Uhr: Donnerstagabend 8 ur: Grosse Fest- u. Benefiz- Vorstellung Dienstag, den 3. Februar 1903, nisse der Spektral- Analyse am gestirnten Himmel," CASTANS Panoptikum Friedrichstrasse 165. Neu!! Die tatowierte Schönheit Miss Karri in ihren klassischen lebenden Bildern. Theater.) Either. Zwei Eiſen Neu! OTTO REUTTER im Feuer. Carl Weiß. Ilse Römer. Buntes. System Aubert. Luisen. Der Fechter von Ravenna. Kleines. Nachtasyl. Trianon. Die Liebesschaukel. Apollo. Specialitäten. Hochzeit. Natiris Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Gajino. Cavalleria rusticana. Palast. Berliner Luft. Specialitäten. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Steidl. Steidl- Sänger. Baffage Theater. Specialitäten. Passage- Panoptikum.Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Das Land Tirol. Im Hörsaal um 8 Uhr: Dr. G. Naj: Chemie der Toilette". Invalidenstraße 57/62. Sternwarte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Um 8 Uhr: A, Wegener:„ Die Er gebnisse der Spektral- Analyse am gestirnten Himmel". Central- Theater Heute und folgende Lage. Auf. 7%, lr: Madame Sherry. Operette in 3 Atten von Hugo Felig Mittwoch, den 4., und Sonnabend, Neu! Wiener Damenkapelle Kranz. Gr. Promenaden- Konzert. Passage- Theater. Anfang: Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr, Ende 11 Uhr AGA die schwebende Jungfrau. Mysteriöses Theaterstück in 1 Akt. The thwo Devils: Die Fahrt im Todesring. Willy Prager prolongiert. 14 neue erstklass. Nummern. Belle- Alliance- Theater. Heute und folgende Lage: Am Telephon. Hierauf: Cupido& Cie. den 7. Februar, nachm. 4 Uhr, halbe Sonnabend, den 7. Februar, nachPreise. Jeder Erwachsene ein Kind mittags 3 Uhr, 1. Vorstellung: Neue Dresdenerstr. 72/73. Anfang 7, Uhr. Luisen- Theater, Thalia- Theater. Der Fechter von Ravenna. Anfang 8 Uhr. Morgen: Der Pfarrer von Kirch feld. Donnerstag: Gastspiel des Theaters des Westen: Das Nacht: lager von Granada. Charleys Tante. Guido Thielscher als Charleys Tante. Vorher: Cassis Pascha. Anfang 72 Uhr. für den Kapellmeister Herrit A. Sommerfeld. Die Gräfin von der Nadel. Gr. Berliner Posse in drei Aften von Berg und Jakobjohn. Cléo de Vité, Soubrette. Jameson Belli, Seilturner. Ben Aramed, oriental. Gaufler. Paul Bendix, Humorist. Am 6. Februar zum erstenmal: The Vulcanos, Höllenabenteuer. Der Camelienonkel. Bolle Die drei Silbersterne. mit Gesang u. Tanz v. Leon Leipziger. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Carl Weiss- Theater. Buntes Theater Casino- Theater Große Frankfurter Straße 132. Abends 8 Uhr. Parkett 1 M. Ilse Römer. Schauspiel in 3 Atten v. E. Ritterfeldt. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Die Henne mit den goldenen Eiern. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Glöckner von Notre Dame. Apollo- Theater. Abends um 8 Uhr: Nakiris Hochzeit. Um 91%, Uhr: Die neuen Specialitäten: Robert Steidl auf dem Hängeboden. Vindobonas.+ Cabby und Shirker. Wundergrotte.+ Mesters Kosmograph. Mittwoch nnd Freitag: Frau Luna. Köpnickerstrasse 68. Abends 8 Uhr: System Aubert Die angewandte Philosophie. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Residenz- Theater. Lothringerstr. 37. Keine Parodie! Driginal! Cavalleria rusticana. Neues Programm ,, Lehmann". Wochentags 8, Sonntags 7, Uhr. Sonntagnachmittag 4 Uhr zum legtenmal: Lenore, die Grabesbraut. Dazu sämtliche Specialitäten. SteidlLinienstraße 132. Theater Dranienburger Thor. Residenz- Theater. ochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Direktion: Sigmund Lautenburg. Zum viertenmal: Lutti.( Loute.) Schwank in 4 Aften von Pierre Beber. Deutsch von May Schönau. Steidl- Sänger 1. a.: Die Jubiläums Komödie: In all. Vorstellungen das elektr. Ballett. Morgen fortti. Familie Humbert. Deutsche Konzerthallen Spandauer Brücke 3 Special- Ausschank der Berliner Bockbrauerei. Grosser Bock- Trubel frei. Schneeweißchen und Rosen: deutsche Bühne:" Kapellenberg." um 10 Uhr abends rot. Weihnachtsmärchen mit Gesang Schauspiel in 4 Aften von Robert Einzug Gambrinus und Tanz. Thomalla. mit Gefolge. Sanssouci Jeden Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Nach jeder Soiree: Tanz- Kränzchen. De Lup in Lupt. Sensationsparodie. Säle zu Festlichkeiten. Entree 50 Pf. ( Vorverkauf 40 Pf.) Sperrsiz 1 M. Cirkus Busch. Dienstag, den 3. Februar 1903, abends 72 Uhr: Grosse Vorstellung. Dahomey. Elefanten- Schauspiele. Boeren als Kunstschützen und Lassowerfer. Tartakoff- Truppe und Seelöwen. abends 72 Uhr: Gr. Parade- Vorstellung. Zum 101. Male: Die lustigen Heidelberger. Nur noch kurze Zeit! Sans rival!! 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PrinzenDr. Simmel, Str. 41. Deutscher Socialdemokratischer Wahlverein Buchbinder Verband. f. d. 4. Berl. Reichst.- Wahlkreis( Osten). ( Bahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unsre Kollegin, die Paginiererin Anna Schröter verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet hente Dienstagnachmittag 3 Uhr vom Trauerhause, Görligerstr. 72, aus nach dem katholischen Kirchhof in Mariendorf statt. 23/8 Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Richard Halfpap am 1. Februar verstorben ist. Die Beerdigung findet am 4. Februar, nachmittags um 3 Uhr, vom Strankenhause am Urban aus nach dem Kreuzkirchhofe in Mariendorf ſtatt. 78/4 Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines guten Mannes, Vaters, Bruders, des Schriftseters Franz Engel Mittwoch, den 4. Februar 1903, abends 81%, Uhr, Große Frankfurterstraße 117: Versammlung. 242/7 Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Genossen Adolf Hoffmann. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. Central- Krankenkasse der Maurer ete. ,, Grundstein zur Einigkeit". Sonntag, den 8. Februar, vorm. 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Generalversammlung. Zages Drdnung: 0 1. Kassen- und Revisionsbericht vom 4. Quartal 1902. 2. Wahl des 1. Bevollmächtigten, 2. Kassierers, 1. Schriftführers und 149/1 1. Revisors. 3. Sassenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 4. Februar, abends 8 Uhr: Vertrauensmänner- Versammlungen. ſagen wir allen Berwandten, Freunden Süd- Westen und Westen: in Habels Brauerei, und Bekannten, insbesondere den Bergmannstr. 5-7. Tagesordnung: 1. Bericht der Kontrollkommission. 2. Bericht der Herren Kollegen der Norddeutschen Vertrauensleute. 3. Verschiedenes. Buchdruckerei und den Sängern unsern herzlichsten Dank. Bertha Engel, geb. Schrotke, nebst Hinterbliebenen. Danksagung. 59/15 Anläßlich der vielen Beweise herzMoabit: bei Jocksch, Turmftr. 84. 18/3 Tagesordnung: 1. Bericht der Vertrauensmänner. 2. BerbandsAngelegenheiten. 3. Verschiedenes. Herrn herzlichster Teilnahme, welche mir bei Wedding und Gesundbrunnen: bei Sem Raabe, der Beerdigung meines Sohnes, des Stereotypeurs 1961b Albert Kölling, zu teil wurden, sage allen Teilnehmern, insbesondere der Geschäftsleitung des Vorwärts", Paul Singer u. Co., sowie dem Personal desselben, dem Vercin der Stereotypeure und " Tagesordnung: 1. Bericht der Werkstatt- Kontrollkommission. 2. Ber bands und Werkstatt- Angelegenheiten. 3. Verschiedenes. Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt: bei Wernau, Schwedterstr. 23/24. Tagesordnung: 1. Bericht der Werkstatt- Kontrollfommission. 2. Bers bands- Angelegenheiten. 3. Werkstatt- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Galvanoplaſtiker Berlins und Um Osten u. Nordosten: bei Mann, Strausbergerstraße 3, abends 7 1hr. gegend, sowie dem Socialdemokratischen Wahlverein des bierten Berliner Tagesordnung: 1. Bericht der Obleute. 2. Werkstatt- Angelegenheiten. Reichstagswahlkreises( Südost) meinen 3. Verbands- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. tiefgefühltesten Dank. 19615 Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Werkstatt- Angelegen heiten. 3. Verschiedenes. Die Hinterbliebenen. Familie F. Kölling. Südosten: bei C. Behrend, Manteuffelstr. 95. Dr. Schünemann, Specialarzt für[ 59/ 6* Specialarzt für Haut, Harn- und Hant- und Harnleiden. Frauenleiden, Seydelstr. 9. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4.12-3, 6-8, Sonnt. 9-11. 2. Kahnt, Dampfschiffs Reederei und Schiffswerft. 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Verschiedenes. Die Adresse des Obmanns ist: R. Delfinghaus, Borsigstr. 15, 3 Tr. Drechsler. Osten bei Matthes, Koppenstr. 41. Norden bei Schmit, Brunnenstr. 150. Südosten und Südwesten bei Stramm, Ritterstr. 123. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Werkstatt- Differenzen. 3. Verbands- Angelegenheiten. 4. Berschiedenes. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Auch die in Tischlereien beschäftigten Drechsler haben einen Delegierten zu entsenden. Musikinstrumenten- Arbeiter. Abends 8, Uhr im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal V. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Die Kommission. Rosenthaler u. Schönhauser Vorstadt. im neuerbanten Saale der Brauerei Königstadt Sonnabend, den 7. Februar, ( am Schönhauser Thor): Gr. Wiener Masken- Ball. Anfang: 9 Uhr. Demastierung: 12 Uhr. Während der Kaffeepause Recitationen( Borträge) des Frl. Hedeler von hoch- und plattdeutschen Dichtern. Alle Kollegen, Freunde und Gönner sind hiermit bestens eingeladen. Billets a 50 Pf. find auf den Zahlstellen des Bezirks und beim Komitee zu haben. 3. A.: Schefuss, Putbuserstr. 46. Arbeitervertreter- Verein. Versammlung am Donnerstag, den 5. Februar 1903, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung der Schiedsgerichts- Beisitzer. Referent Kollege Jost. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 53/2 Der Vorstand. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Gäste willkommen. NB. Alle schriftlichen Sendungen sind an den Vorsitzenden F. Pieschel, Gartenstr. 51, alle Geldsendungen an den Kassierer A. Stumpe, Schwedter straße 51, zu richten. Bruch- Pollmann Kranz- und Blumenbinderei Mittwoch, den 4. Februar, abends 8 Uhr, bei Gold, Frankfurterstr. 133: empfiehlt fein Lager in Bruchbandagen, bon H. Rodewald, Konferenz der Vertrauensleute des Offens. Mittwoch, den 4. Februar, abends 8, Uhr, bei Kumke, Bülowstr. 59: Konferenz der Vertrauensleute des Westens. Tages- Ordnung: Fortsetzung der Diskussion über die Einführung der Kranken: Berlauf täglich von 4 bis 6 Uhr in Stiepen a 60 Pig. von 12 Meter an Unterstützung vom Verband. frei ins Haus. 4952* Zahlreichen Besuch erwartet Bürstenhölzerfabrik Ackerstr. 21. 111/8 Die Ortsverwaltung. Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensors, folvie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigne Werkstatt. Lieferant f. Orts- u.Hilfs- Krankenkassen. Berlin C., 2732* 30. Linien- Straße 30. NB. Alle Bruchbänder mit clasti schen Belotten, angenehm und weich am Körper, Alexandrinenstrasse 1a. Vereinskränze mit Widmungsschleifen, Arrangements, Bouquets 2c. hübsch 1766b und billig. Werfallene Pfänder. Goldsachen, wie Brillanten j. Art, gold. u. silberne Uhren, Ketten, Ringe, sauber u. schön, wv. spottb. verf. Altes Gold, Silber iv. gekauft u. in Rahl. gen. in Pfandl. Prinzenstr. 28 I, Ede Ritterstr. Allgem. Kranken- u. Sterbekasse der Metallarbeiter ( E. H. Nr. 29 Hamburg). Uhr Sonntag, den 8. Februar 1903, vormittags 10 Uhr Zwei große Mitglieder- Versammlungen ri bei Keller, Koppenstrasse 29( grosser Saal). Tages- Ordnung: Germania- Säle, Chausseestrasse 103. Wie stellen sich die Mitglieder zur Einführung der Kranken- Unterstützung im Metallarbeiter- Verbande und was für Nachteile haben unsre Mitglieder bei einer eventuellen Einführung zu erwarten? Mitgliedsbuch legitimiert. Erscheinen aller Mitglieder ist unbedingte Pflicht. 111/9 Zu diesen Versammlungen sind die Befürworter der Einführung der Kranken- Unterstützung im Verbande, die Kollegen Cohen, Wuschick und Wiesenthal, hierdurch eingeladen. Die Ortsverwaltungen Berlins und Umgegend. Patzenhofer Bock! Der Ausstoss unsres diesjährigen Bockbieres hat begonnen. 270L* Patzenhofer Brauerei Spandau Berlin Fürstenwalde Carl Schmidt, Echt Büsten- Fabrik, BERLIN W., Taubenstr. 23, empfiehlt seine weltberühmten Marly-Schrot 352L* feinster Stoffbüsten Kaffee- Zusatz für jede Körperform. Figur wie nebensteh. von 7 Mk. bis 50 Mk. 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Wringmaschinen auf Abzahlung, ohne Anzahlung, Bellmann, Gollnowstraße 26, nahe der Landsbergerstraße. 15018* neun. Stellenangebote. Gesperrt find folgende Werkstätten für Tischler, Einseher, Maschinenarbeiter und Polierer: Liczijewski, Küftrinerplas 9. Für Drechsler: Fröbe, Hollmannstr. 32. Die Ortsverwaltung. Nr. 28. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 3. februar 1903. Berliner Partei- Angelegenheiten. Schrippen) 41,68 Pf. gezahlt. Gegen 1901, wo im Durchschnitt der Hohenzollern- Dynaſtie Bezug nehmen sollen, thut man gut, erst Zur Lokalliste. Berlin. Den Parteigenossen, Gewerkschaften, Vereinen 2c. Diene den vielfachen Anfragen nach zur Mitteilung, daß Scheruchs Festfäle ( Leo- Hofpiz), Rüdersdorferstr. 45 und Wolfs Salon( früher Freischütz), Fruchtstr. 36a nicht mehr zu Versammlungen 2c. der Arbeiterschaft zur Verfügung stehen, folgedessen von der Lokalliste gestrichen werden müssen. Wir ersuchen hiervon Notiz zu nehmen. Wilmersdorf. Die Vereinigten Rauchklubs von Wilmersdorf veranſtalten am Sonnabend, den 14. Februar 1903, im Louisen- Part, Da dieses Lokal der Arbeiterschaft zu Versammlungen nicht zur Verfügung steht, so ersuchen wir, die angebotenen Billets zurückzuweisen und das Vergnügen streng zu meiden. Die Lokalfommission. tags- Abgeordneter Rosenow in der in Wittes Volksgarten, Wilmersdorf. Morgen, Mittwochabend 8% Uhr, hält ReichsBerlinerstr. 40 stattfindenden Versammlung des Wahlvereins einen Vortrag. Zahlreicher Besuch ist geboten. Socialdemokratischer Wahlverein für Nowawes- Neuendorf. Die nächste Sigung findet am Mittwoch, den 4. Februar, bei Otto Hiemte, Wallstraße, statt. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Flugblattverbreitung. 3. Kommunales. 4. Verschiedenes. Wilhelms- Aue 112 einen Maskenball. " gramm Roggenbrot 24,21 Pf, für das Kilogramm Weizenbrot gruppen Jagdscenen darstellen und somit wohl nicht auf die Geschichte Roggenbrot 24,23 f., Weizenbrot 41,43 Pf. pro Kilogramm fostete, eine authentische Bestätigung der Nachricht abzuwarten. ist keine wesentliche Aenderung eingetreten. Auch die Schwankungen Der Von im Laufe des Jahres waren diesmal nicht groß. Der Monats- Die verhaftete Gräfin Wefierska- Kwilecka hat erneut gegen eine durchschnitt war bei Roggenbrot am niedrigsten im Februar mit sehr hohe Kaution ihre Haftentlassung beantragt. Dem Antrage iſt 23,83 Bf., am höchsten im September mit 24,77 Pf., bei Weizenbrot jedoch wegen Fluchtverdachts und Besorgnis der Verdunkelung des am niedrigsten im Februar mit 41,27 Bf., am höchsten im Dezember Thatbestandes nicht stattgegeben worden. Die Verhaftete bestreitet mit 42,10 Pf. Dagegen waren die Abstände zwischen den überhaupt nach wie vor jede Schuld und behauptet vor dem Untersuchungsniedrigsten und den überhaupt höchsten Preisen wieder sehr bedeutend. richter, den Beiveis, daß der Senabe ihr leibliches sind sei, führen Für das Kilogramm Roggenbrot wurden einmal( am 17. November) zu können. In dem zu erwartenden Prozesse werden auch in einer Bäckerei nur 18,66 Pf., ein andermal( am 2. Mai) in einer medizinische Autoritäten zu Worte gelangen, da die Gräfin als geandren Bäderei 33,33 f. gezahlt; ähnlich für das Kilogramm wichtiges Entlastungsmoment die angeblich sehr deutliche Aehnlichkeit Weizenbrot einmal( am 15. Mai) in einer Bäderei nur 29,24 Pf., zwischen ihr und dem Kinde anführt. dagegen ein andermal( am 17. Juli) in einer andren 52,08 Pf. Flüchtig geworden ist der 45jährige Prokurist Fritz Hans Rother Die fliegenden Klassen der Gemeindeschulen haben sich in nach Berübung bedeutender Unterschlagungen. Rother leitete die der jetzt an die Stadtverordneten- Versammlung gelangten Magistrats- fchlagungen liegen bestimmte Angaben noch nicht vor. Am 16. v. M. offiziösen Korrespondenz mitteilten, auf„ 18" vermindert. Aus und hat diefe Firma sowohl wie mehrere andre Berliner Häuser um diesem Winterhalbjahr, wie wir bereits fürzlich nach der magistrats- Geschäfte der Handschuhfirma Gebr. Pleßner, Unter den Linden 21, namhafte Summen geschädigt. Neber die genaue Höhe der Untervorlage über die Frequenz der Gemeindeschulen ersehen wir, daß ließ sich der Flüchtige, angeblich zur Regelung persönlicher von diesen 18 allein 10 auf die Schulen der Schönhauser Da er feine und der Rofenthaler Vorstadt kommen. Es wird für die Angelegenheiten, Urlaub nach London geben. Rückreise über und Gebühr verzögerte Bewohner dieses Stadtteils ein recht geringer Troft sein, daß in zu Anfang dahin regelmäßig von ihm eine andren Stadtteilen die fliegenden" Klassen gegenwärtig ziemlich vorigen Woche die bis beseitigt sind. Wenn aber einst auch vor dem Rosenthaler und dem gelaufenen Nachrichten ausblieben, wurde man mißtrauisch und Schönhauser Thor durch entsprechende Vermehrung der Schulen die unterzog die Geschäftsbücher einer Revision. Dabei entdeckte wan, fliegenden" Klaffen glücklich beseitigt sein werden, dann daß Rother außer einer Barfumme von 10 000 m. auch einen Bedie voraussichtlich andren Stadt- trag von 10 000 M. in Papieren hatte mitgehen heißen. teile wieder Anlaß haben, darüber zuklagen, daß das„ beseitigte" Uebel mehreren andren Firmen in Berlin waren dem Flüchtigen beträchtnun bei ihnen neu aufgetaucht sei. Wir haben ja oft genug ge- feiner Frau getrennt lebte und in der Berliner Lebewelt als überaus liche Vorschüsse und Darlehne gegeben worden. Nother, der von mag unser Magistrat also wirklich nichts wissen. Der Gedanke, die zeigt, wie es die Reihe herum geht". Die neueſte Frequenzvorlage flotter Bruder bekannt war, stammt aus Magdeburg. Von seinen Leitung des Schulwesens der Stadtgemeinde fünftig statt auf zwei fügt der Angabe über die Verminderung der„ fliegenden" Klassen noch Eltern erbte er vor mehreren Jahren eine halbe Million. Mutnaaßlich auf drei fachmännisch gebildete Mitglieder des Magistrats zu ver- die Bemerkung hinzu, außerdem" feien 14 Klassen in Aulen teilen, tauchte zuerst gegen Ende des Jahres 1900 auf, als die bis- untergebracht. Wir hatten schon darauf hingewiesen, daß diese hat sich Rother nach Amerika gewandt. herigen Stadtschulräte Bertram und Fürstenau faft gleichzeitig ihre die in Aulen untergebrachten Klassen den fliegenden" im wesent hatte die Verlegung eines 12 Stilometer langen Rohrnezes für die Klassen nicht vergessen werden dürfen. Wir sind der Ansicht, daß Eine Submiffionsblüte. Das städtische Bauamt zu Küstrin Bensionierungsgesuche einreichten. Es wurde vorgeschlagen, das Fortbildungs- und Fachschulwesen von dem übrigen meindeschulen Berlins nicht 18", sondern leider immer noch gebote ein, von denen das höchste sich auf 79 101 m. 80 Pf. stellte, lichen gleich zu achten sind. Es befinden sich mithin in den Ge- neu zu erbauende Wasserleitung ausgeschrieben. Es gingen 30 AnSchulwesen abzutrennen und unter die Leitung etwa eines 32 Selassen, für die kein eigner Unterrichtsraum zur Verfügung steht. wogegen der Mindestfordernde, der Unternehmer Berthold in „ Dritten Stadtschulrats" oder cines ähnlichen Beamten zu Stellen. Schon damals ließ Oberbürgermeister Kirschner in der Drei fette Lehrerstellen schreibt die Deputation für die städtischen wird es der Arbeiter sein, der die Kosten einer so ungeheuren Berlin, nur 27 457 2. 90 Pf. in Anschlag brachte. Auch hier Stadtverordneten- Versammlung deutlich genug durchblicken, daß im Kanalisationswerke und Rieselfelder aus. Dieselbe sucht zum Magistrat teine Neigung vorhanden sei, auf diesen Vorschlag ein- 1. April d. J. drei Lehrer, welche beide Eramina gemacht und im Differenz zu tragen hat. zugehen. Es blieb denn auch zunächst alles beim Alten. Die beiden Schuldienste nachweisbar sich bereits bewährt haben müssen, für die Schulratsstellen wurden neu befeßt, und der dritte Schulrat" ver- unter Magistratspatronat stehenden Schulen zu Großbeeren und schwand in der Versenkung. Nach dem kürzlich erfolgten Tode des Heinersdorf. Das Grundgehalt beträgt 1000 M., das find monatlich Stadtschulrats Voigt ist nun jener Vorschlag erneuert worden. Der 83 M. und 33, Pf. An Mietsentschädigung wird die Unsumme Stadtverordneten- Ausschuß, der die Wahl eines Nachfolgers für Voigt von 160 M. gewährt, natürlich pro Jahr! Der eine der Lehrer, vorbereiten soll, hat sich dahin ausgesprochen, daß bei Gelegenheit der zugleich noch Küster und Organist werden soll, erhält freie dieser Wahl das Fortbildungs- und Fachschulwvejen einen eignen Wohnung und für den Kirchendienst noch 250 M. jährlich extra. Leiter erhalten möge, und das Plenum der Stadtverordneten- Ber- Wird trotzdem ein großes Konkurrenz- Wettrennen werden! fammlung hat sich Anfang vorigen Monats dem Vorschlag des Ausschusses Lokales. Bon einem dritten Stadtschulrat" werden Betwohner der " angeschlossen. Trotzdem will der Magistrat, wie jezt bekannt wird, Unfre guten Landlente. Aus dem Rathause wird berichtet: Der Ein Banunglück ereignete sich gestern nachmittag 3 Uhr auf dem Bau an der Ecke der Stant- und Weimarstraße in Charlottenburg. Der Rüstungspolier sowie ein Bauarbeiter wollten auf der Dache des Baues eine Schußrüstung herstellen und bei diesem Werke stürzten beide Männer aus schwindelnder Höhe auf den Hof hinab. Die Verletzungen, die beide erlitten haben, waren so furchtbar, daß der in der Borjigstraße wohnende achtzehnjährige Bauarbeiter Daudert nach furzer Zeit starb, während der Polier Engel nach dem Krankenhause gebracht wurde, wo er Hoffnungslos daniederliegt. bei seiner ablehnenden Haltung verharren. Er hat in seiner letzten Magistrat beabsichtigte das Druckrohr für das Radialsystem XI, in Die Diebesbande Müncheberg und Genossen, die auf ihren NaubSigung dem Beschluß der Stadtverordneten seine Zustimmung üblicher Weise öffentlichen Straßen folgend, nach dem Nieselgute zügen auch die auf der Spree liegenden Rettungsfähne benußte, versagt. Buch und den nördlich davon belegenen Stiefelfeldern zu führen, wozu gebrauchte als Lager für ihre Diebesbeute mit Borliebe die AufWir sind gespannt darauf, wie der Magistrat diese Ab- die Gemeinden Neu- Weißensee, Heinersdorf, Blankenburg, Carow, bewahrungsräume der Bahnhöfe. Dort wurde das Gepäck in BerTehnung begründen wird. Bisher ist gegen den„ dritten Stadt- Buch und Schönow wegen der Benutzung der Landstraßen ihre Ge- wahrung gegeben und je nach Bedarf und Verkaufsgelegenheit abschulrat" nur geltend gemacht worden, daß eine weitere Ver- nehmigung erteilen sollten. Die mit diesen Gemeinden eingeleiteten geholt. Unter den Sachen, die die Kriminalpolizei auf diesem Lager mehrung der Magistratsmitglieder bedenklich sei, Iveil der Verhandlungen ergaben so übertriebene Forderungen die Bauern fand, befindet sich auch ein noch herrenloser Ballen, der 70 Paar Magistrat ohnedies schon mehr einem Parlament als einem verlangten Anschluß an das Druckrohr, Vorhalten von Niesel- Herren- und Damenstiefel enthält, bessere und geringere Sorten, Kollegium gleiche. Herr Kirschner war es, der dieses Argument vor- feldern, Pflasterung und Unterhaltung der Landstraßen, Renten- zum Teil in weißen oder braunen Kartons. Der Ballen muß brachte. Sind ihm und seinen Kollegen im Magistrat inzwischen zahlungen usw. usw., daß nichts weiter übrig blieb, als eine vor dem 28. Dezember vorigen Jahres irgendwo gestohlen fein. noch andre Gründe eingefallen, aus denen sie die geforderte Aende- andre Trace für das Druckrohr zu gewinnen. Dies ist mun geschehen Er enthält den roten Aufdruck: Art. 13 Zugftiefel, Façon 5,13 Centirung der Organisation unfres städtischen Schulwesens ablehnen zu und die Bauern sind die Steingefallenen. Das Druckrohr soll jest meter. Die braunen Kartons sind„ M. J. K. oder H. M. J. Warme können glauben? Da sind wir in der That neugierig! Es sind jetzt mit Genehmigung der Landesdirektion und der Eisenbahndirektion Filzstiefel" gezeichnet. gerade 50 Jahre her, daß für Berlin eine zweite Stadtschulrats- Berlin durch die Prenzlauer Chaussee und dann der Banke entlang Zu dem Einbruch in das Comptoir einer Lampenfabrik, über den wir Stelle geschaffen wurde. Die fortschreitende Ausdehnung des städti- durch unbefestigtes, offenes Gelände, das zum größten Teil schon berichteten, wird noch mitgeteilt, daß die gestohlenen Schmucksachen schen Schulwesens nötigte im Jahre 1858 dazu, das Boltsschulwesen städtisches Eigentum ist, geführt werden. Die neue Trace ist fürzer noch nicht ermittelt sind. Es handelt sich um einen goldenen Damenvon dem übrigen Schulwesen abzutremmen und ihm einen besonderen als die alte, wodurch allein 132 000 m. erspart werden und dann ring mit einem à jour gefaßten sehr hoch geschliffenen Brillanten Leiter zu geben. Ohne diese Maßregel wäre die Entwickelung, die sind die Bauern mit ihren Forderungen ausgeschaltet. Den weg- bon zwei Karat( Wert 900 M.), einen goldenen Damenring mit das Volksschulwefen Berlins in den letzten 50 Jahren durch geschwommenen Fellen werden sie noch lange nachsehen. einem Brillanten und einem Saphir( Wert 800 M.), eine goldene gemacht hat, nicht möglich getvesen. In derselben Lage, wie Brosche mit einer von Brillanten umfränzten Perle in der Mitte damals das Volksschulwesen, befindet sich heute das FortbildungsDie Polizei und der Samariter. Ein bißchen spät sendet uns( Wert 800 M.). Die Perle mit den Brillanten kann herausgeschraubt schulwesen. Auch hier drängt alles auf eine Weiterentwicklung hin, das Polizeipräsidium zu der am 20. Januar gebrachten Mitteilung und als Knopf benutzt werden. die die volle Arbeitskraft eines Fachmannes erfordert. Wir erinnern in Nr. 16 des„ Vorwärts" vom 20. Januar d. J. unter der Ueber- Centraltommission der Krantentassen veranstaltet über die Angelegenheit Schönwetter folgende Berichtigung: Die Der Cyklus hygienischer Vorträge, der alljährlich von der nur an die Einführung der obligatorischen Fortbildungsschule, die wir ja wohl bekommen sollen. Es ist geradezu lächerlich, daß man der Festnahme des Kaufmanns Kurt Schönwetter entspricht in folgenden nachweises durch einen Vortrag des Herrn Geheimrats v. Berge= schrift„ Die Polizei und der Samariter" veröffentlichte Darstellung wird, wurde am Sonntag im großen Saale des Central- Arbeitsnoch heute ebenso mit zwei Schulräten auskommen will wie vor 50 Jahren, wo in Berlin das höhere Schulwesen erst eine mäßige Punkten nicht den Thatsachen: Der Verdacht, daß Schönwetter anmann über:" Die erste Hilfe bei Unglücksfällen" eingeleitet. Etwa Ausdehnung erlangt hatte, das Volksschulwesen eine noch recht dem bei Zechlin verübten Einbruche beteiligt ſet, ist nicht von den Be- 700 Personen, darunter auch viele Aerzte, hatten sich eingefunden. Hümmerliche Entwidelung aufwies und vollends das Fortbildungs- Schankwirt Göde noch Fräulein Stramp bemerkt haben, befand sich zur neuen Zeit, die entstandenen Organisationen und ihre Leistungen, amten ausgegangen. Schönivetter, dessen Samariterdienste weder der Der Vortragende schilderte das Rettungswesen der alten bis schulwesen erst in den Anfängen steďte. nach dem Einbruche im angetrunkenen Zustand in dem Gödeschen zur neuen Zeit, die entstandenen Organisationen und ihre Leistungen, Lokal und machte sich den Gästen durch die Aeußerung verdächtig. Krankenkassen und Aerzten auf diesem Gebiete sowie die Vorteile er betonte die Nottvendigkeit des Zusammenwirkens von Kommune, Die Immunisierung gegen das Scharlachgift scheint der ärztlichen man solle nicht mehr von dem Verbrecher sprechen, er werde später einer Centralisation des Rettungswesens für Berlin. An den Wissenschaft gelungen zu sein. Professor Dr. A. Baginsky, leitender etwas erzählen. Hierauf rief einer der Gäste zwei Schuyleute von intereffanten und beifällig aufgenommenen Vortrag schloß sich eine Direktor des Kaiser und Kaiserin Friedrich- Kinder Krankenhauses, der Straße in das Lokal und machte sie auf das auffallende Be- kurze Diskussion, in der die Behandlung der Verlebten berichtet über die Bemühungen, die Erreger des Scharlachs zu finden: nehmen des Schönwetter und dessen blutbefleckte Manschette auf auf den Unfallstationen einer sehr lebhaften Die seit Jahren geübten eingehenden Untersuchungen über die merksam. Schönwetter hat sich auf das Ersuchen des Beamten ritit unterzogen wurde. Hierauf fand eine Besichtigung Strankheitserreger der infektiösen Kinderkrankheiten und deren Be- nicht ohne weiteres legitimiert. Er hat zunächst sowohl der Arbeitsnachweis- Räumlichkeiten statt. fämpfung sind unausgesetzt am Krankenhause fortgeführt worden, bie Nennung feines Namens wie die Besichtigung der insbesondere gingen die Bemühungen dahin, nachdem wir in viru- Manschette verweigert. Er hat sich dann dem Beamten gegenüber Yvette Guilbert ist wieder in Berlin. Diesmal tritt sie im Tenten Streptofoffen, wenn nicht den Erreger des Scharlachs selbst, als" Fränkel" bezeichnet und schließlich erst den auf„ Schönwetter" Wintergarten auf, ohne daß, wie die Direktion dieses Lokals verso doch die wichtigsten Träger der Infektion und deren Sekundär lautenden Landsturmfchein vorgezeigt. Auf der Revierwache versuchte fündet, die Eintrittspreise erhöht wären. Aus diesem erfreulichen erkrankungen gefunden hatten, auch ernstlich die Bekämpfung der Schönwetter dem Schußmann Winkelmann mit den Worten Sie Umstand auf eine Baisse in der Berühmtheit der Pariser Stünstlerin felben zu erreichen. Es bedurfte hierzu der Beihilfe eines mit großen find doch der, der mich zur Wache gebracht hat; hiermit ist die Sache schließen zu wollen, wäre wohl nicht angebracht. Der Riefensaal Tieren experimentierenden Laboratoriums. So ist es schließlich mit den doch erledigt" zwei Geldstücke in die Hand zu drücken, die zu des Wintergartens war beim ersten Auftreten der„ Diseuse" übervoll vom Krankenhaus- Laboratorium genommenen Streptokokkenstämmen Boden fielen und von Schönwetter wieder aufgenommen worden. und der ihr gespendete Beifall nicht minder lebhaft als in früheren dem Chef des Laboratoriums der Scheringschen Fabrit, einem früheren Den Wunsch, auf eigene Kosten eine Droschke zur Fahrt Jahren. Aber eine andre scheint Yvette Guilbert im Laufe der Zeit Affiftenten des Kinder- Krankenhauses, Dr. Aronson, gelungen, nach dem Polizeipräsidium benutzen zu dürfen, hat Schönwetter doch geworden zu sein. Sie kommt uns eleganter und auch wohlein Tiere gegen das Streptokokkengift sicher schüßendes Serum her feinem der beteiligten Beamten gegenüber geäußert. Da Schönwetter genährter vor als damals vor 5 Jahren, wo sie im Apollo- Theater zustellen. Die mit diesem Serum an. Scharlachfranken geübten der Teilnahme an einem Verbrechen dringend verdächtig war, ist der Berliner Welt ein so angenehm- unheimliches Grufeln beibrachte. Heilversuche scheinen, wenn wir gleich gewiß in der Beurteilung vor sein Verlangen, mit Angehörigen in Verbindung treten zu dürfen, Eine dämonische Gewalt ging von ihr aus, wenn sie das grauenhafte sichtig sein müssen, nicht ohne Erfolg zu sein, und wir gehen mit von dem Reviervorstande mit Recht abgelehnt worden. Gegen Lied vom Mutterherzen und das nicht minder furchtbare von der der guten Aussicht und Hoffnung der Zukunft entgegen, auch diesem Schönwetter ist die Einleitung des Strafverfahrens wegen Bestechung Dirne, die der Hinrichtung ihres Geliebten beiwohnte, vortrug. furchtbaren Feind der Kinderwelt ein Ziel zu setzen." und Führung falschen Namens bei der Staatsanwaltschaft beantragt Gewiß wußte das merkwürdige Weib auch früher mit schelmischen Die Bedeutung der Serumtherapie geht daraus hervor, daß in worden. Liedern zu prickeln, aber in den verwegenen Klängen gallischer dem Winter- Halbjahr 1901/02 von 148 an Diphtherie eingelieferten Gegenüber dieser Darstellung hält unser Gewährsmann seine Luftigkeit zitterte noch der schrille Ton des Grauens nach. Heute Kindern( darunter 33 operierte und komplizierte Fälle) nur 14 starben. Angaben aufrecht. Insbesondere sei es ganz irrtümlich und vielleicht fucht Madame Guilbert vorliegend humoristisch zu wirken. Von Der Prozentsatz ist danach auf 10% Proz. gesunken. auf einen Hörfehler zurückzuführen, daß Schönwetter sich zuerst als den fünf Couplets, die sie zum besten gab, behandelten zwei die Die Bevölkerungszahl Berlins war am 1. Januar 1903, nach Fränkel" bezeichnet habe, um dann feinen auf Schönwetter" Edigkeit der Engländer, eines die Badfisch- Gefühle und ein viertes Die Bevölkerungszahl Berlins war am 1. Januar 1903, nach lautenden Landsturmschein vorzulegen. Auch der Wunsch, in einer Droschte die Entwicklung eines weiblichen Modells. Nur in der Ballade den vorläufigen Berechnungen des Berliner Statistischen Amts, 1926 632. Hiernach hätte sie sich, da 1902 mit der Bevölkerungs- nach dem Polizeipräsidium befördert zu werden, fei dem Wacht- Ma Tête" kam die Laufbahn eines Verbrechers mit aller Furchtzahl 1901 567 begann, im Laufe des legten Jahres um 25 065 erhöht. meister gegenüber geäußert worden. Ausdrücklich bestätigt aber barkeit zum Ausdrud. zahl 1901 567 begann, im Laufe des letzten Jahres um 25 065 erhöht wird in der Berichtigung, daß es Schönwetter nicht gestattet Die Mehrung der Bevölkerung ist im Jahre 1902 erheblich Der vierte Bortragsabend des Vereins Berliner Presse" am stärker gewesen als in 1901, aber doch bei weitem nicht so start, wurde, seine Angehörigen und seinen Arbeitgeber zu benachrichtigen. nächsten Donnerstag verspricht litterarisch besonders interessant zu wie in 1900 und den nächstvorhergehenden Jahren. Das Jahr 1901 ag aber die Sache im einzelnen liegen, wie sie wolle. Jedenfalls tverden. Jakob Wassermann wird das Publikum bei dieser hatte einen Zuwachs von nur 12 857 gebracht, dagegen hatte sich der Samariterdienste ohnehin schon genügend unbill erlittenen Schön- und das erste Kapitel aus seinem neuesten Roman„ Alexander wird die Einleitung eines Strafverfahrens gegen den für feine Gelegenheit mit seiner jüngsten Schöpfung bekannt machen Zuwachs in 1900 noch auf 42 493 gestellt. Wann übrigens die zweite Million voll werden wird, das läßt sich, wie die bedeutenden Unter- wetter die Sympathie für polizeiliche Hilfeleistung sicher nicht ver- in Babylon" vorlesen. Georg Wasner, der zweite Vortragende des schiede der Bevölkerungszunahmen der drei Jahre 1900, 1901, 1902 mehren. " " 1 Abends, hat ebenfalls ein Romantapitel gewählt, und zwar ein ( 42 408, 12 857, 25 065) lehren, mit Sicherheit faum voraussagen. Eine öffentliche Versammlung gegen die Mißstände im Variété in sich gefchloffenes Stück aus Seine Liebe". Zum Schluß gedenkt Im Jahre 1900, das bereits mit der Bevölkerungszahl 1 888 710 ab- Sonzessionswesen hat die Internationale Artisten- Loge einzuberufen Thomas Mann, der Verfasser der„ Buddenbrooks", eine noch unschloß, wurde die Erreichung der zweiten Million von etlichen beschlossen. Es ist beabsichtigt, eine Eingabe an die maßgebenden bekannte Novelle„ Der Weg zum Friedhof" vorlesen. Eintrittskarten Propheten in Berücksichtigung der starken Bevölkerungszunahmen von Behörden zu richten mit dem Ersuchen, nur solchen Personen die sind zu haben in den Buchhandlungen von Amelang, Potsdamer1898, 1899, 1900( 46 813, 43 006, 42 493) schon für 1903 erwartet. Variététonzession zu verleihen, welche ihre moralische und finanzielle straße 126, und Charlottenburg, Kantstr. 164; Lazarus, FriedrichDie Berliner Brotpreise sind auch im Jahre 1902 vom Statistischen Qualifikation zur Leitung eines Specialitäten- Theaters nachweifen straße 66; Speyer u. Peters, Unter den Linden 43; Woyte, Botsdamerstraße 18, und im Berliner Presseklub, Unter den Linden 33. Amt der Stadt wieder in der Weise ermittelt worden, daß alle fönnen. 14 Tage und jedesmal in 34 Bäckereien Backivaren gekauft und auf Der Platz am Großen Stern soll einer Zeitungsnotiz zufolge Fener in einer Eierhandlung alarmierte Montagabend 81%, hr der Ratswage ihr Gewicht festgestellt wurde. Im Durchschnitt des umgestaltet und mit einem Monumentalbrunnen sowie mit Bildwerken ein großes Löschaufgebot nach Kürassierstr. 13. Dort war im Lagerganzen Jahres und aller 34 Bäckereien wurde diesmal für das Kilo- geschmückt werden. Da jedoch berichtet wird, daß diese Marmor- teller der Firma Menasche angeblich dadurch ein Brand entstanden, daß eine Kaze eine brennende Lampe umwarf, wobei zunächst Stroh| pflichtung zum Besuch der Fortbildungsschule besteht. Erwähnt fei H. W. 71. Bavaria seit 5. Januar d. J. in Konkurs. Forderungen und Holzwolle erfaßt wurde. Mehrere mit Giern gefüllte Kisten noch, daß manche Betriebe ihre jüngeren Arbeiter nach Feierabend find anzumelden beim Amtsgericht München Ia. Näheres darüber im wurden zerstört, auch brannte der Lagerfeller fast ganz aus. Wenn zu Botendiensten 2c. benutzen, weil die Lehrlinge, die früher auf lokalen Teil des„ Vorwärts". Schwerin. Ein geflügeltes Wort, das bedeuten soll: Der Tag der auch der Brand innerhalb einer halben Stunde erstickt werden konnte, diese Weise über Gebühr ausgenutzt wurden, jetzt auch zum Besuch gründlichen Abrechnung, der weltgeschichtlichen Vergeltung kommt. hatte die Wehr doch noch längere Zeit mit Aufräumungsarbeiten der Fachschule angehalten werden. zu thun. Straßensperrung. Die Koloniestraße von Nr. 1 bis 146 wird behufs Ausführung von Kanalisationsarbeiten vom 2. Februar ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. reichhaltige, denn sie weist gegen 20 Alarmierungen auf. In der Feuerbericht. Die Brandchronik der letzten beiden Tage ist eine Nacht zum Sonntag hatte die Wehr besonders viel zu thun. Gegen 9 Uhr wurde sie nach der Tieckstr. 12/13, Ecke der Borsigstraße, gerufen. Hier war in der Wollwaren- Handlung von Kahfeler Nachfl. kurz nach Geschäftsschluß auf nicht ermittelte Weise Feuer aus gekommen, das sich mit unglaublicher Schnelligkeit ausbreitete, denn als der erste Löschzug erschien, stand schon der ganze Laden in Flammen. Die Wehr sehte daher sofort mehrere Schlauchleitungen in Thätigkeit und es gelang ihr, den Brand dann bald zu ersticken. Der Laden ist indes völlig ausgebrannt und der entstandene Schaden daher sehr erheblich, doch durch Versicherung gedeckt. Später erfolgte ein Alarm nach der Jägerstr. 38/39. Diesmal war in einer im dritten Stock belegenen Mansardenwohnung ein Feuer entstanden, Hatte bald die Decke durchschlagen und das Gebälk des Dachstuhls an verschiedenen Stellen bei Ankunft der Wehr bereits erfaßt. Es mußte über mechanische Leitern hinweg mit mehreren Rohren längere Zeit Waffer gegeben werden, bevor die Gefahr beseitigt war. samte vierte Stompagnie nach der Müllerstr. 35, Ecke der UtrechterSonntagabend 6 Uhr wurde infolge mehrmaliger Meldung die gestraße, gerufen. Hier war in der Werkzeugmaschinen- Fabrik von 2. Sentker durch Kurzschluß in der elektrischen Leitung ein Brand entstanden, dessen Ablöschung aber bald erfolgen konnte, weshalb die Züge nach wenigen Minuten wieder abrücken konnten. Außerdem liefen noch Feuermeldungen von verschiedenen andern Orten ein. In allen diesen Fällen handelte es sich jedoch um ganz unbedeutende Anlässe. Hus den Nachbarorten. 2 Mann 2,63 M. pro Tag, d. i. pro Stunde 37,5 Pf. 2 " 6 " 1,75 0,88 " " " " " " " " 25,0 12,5 " " Vermischtes. P. E. 1. Jm Zuchthause nicht. Im Gefängnis nur in Ausnahmen. 2. Für die höhere Laufbahn: Sekunda eines Gymnasiums. 3. Der Aspirant rangiert zu den Unteroffizieren, der Zahlmeister zu den Offizieren. R. Hakatismus, Polenjresserei; zurückzuführen auf H. K. Z., die Antfangsbuchstaben die Namen Hansemann, Kennemann und Tiedemann. E. K. 24. Die Central- Kranken- und Sterbekasse der Tischler und Schiffstatastrophen. Der Dampfer„ Avona" aus Bergen strandete minde. Die ganze Besatzung, die 24 Personen zählte, fand den Tod entsprechen. gestern, wie uns ein Telegramm aus Ringkjöbing meldet, bei Tors- andrer gewerblicher Arbeiter( E. H., Hamburg) dürfte Ihrem Bedürfnis Freundschaft 1903. Der Buchstabe" G"(= Geld) hinter den Kursin den Wellen, als die Schiffbrüchigen in ihrem eignen Boot an die notierungen besagt, daß Käufer vorhanden waren, die zu dem betreffenden Küste zu gelangen versuchten, ohne das vom Lande abgegangene Kurs laufen wollten;" B"(= Brief) bedeutet, daß Angebote zu dem Kurs Rettungsboot zu erwarten. Die„ Avona befand sich auf der Reise gemacht wurden, also Verkäuser vorhanden waren, die zu jenem Preis thre von New Orleans nach Aarhus und hatte Delfuchen geladen. Papiere verkaufen wollten. Der kleine Buchstabe" b"( auch„ bz" oder„ bez" Das gemeldete Schiffsunglück im Kanal von Korfu ereignete d. H.„ bezahlt") besagt, daß zu dem nebenstehenden Kurs Umsätze gemacht sich bei Nachtübungen, an denen die englischen Kriegsschiffe wurden;„ et"(= etwas) giebt an, daß diese Umsätze nur geringfügig Pioneer" und„ Tyne" nebst 12 Torpedoboots- Zerstörern teilnahmen. Seemann. Wenden Sie sich an die Direktion der Spree- und HavelDabei stieß der Torpedoboots- Zerstörer„ Orwell" mit dem„ Pioneer" Dampfschiffahrts- Gesellschaft Stern, Brückenſtr. 13. zusammen, wurde im Vorderteil gerade durchgeschnitten und das Borderteil sank im tiefen Wasser. Ein Artillerist und der Oberheizer wurden getötet, 13 Mann werden vermißt; man nimmt an, daß sie mit dem Bug des" Orwell" untergegangen sind. Der Orwell" wurde mit dem Heck zuerst nach Korfu eingeschleppt. Rheinische Lebenslust. Unfre Schwarzen im Deutschen Reich find befanntlich aller Sinneslust abgewandt und können gleich heißt im Bilde. Nackte Brunnenfiguren sind ihnen gleich ihren Molières Tartuff nicht die schüchternste Dekolletage vertagen. Das Vettern von der evangelischen Orthodorie ein Gräuel und nackte Frauengestalten auf Leinwand können sie nun schon gar nicht leiden. Bei solcher Abneigung gegen die na dte Kunst ist es ein wahres Glück, daß die guten Centrumsmänner wenigstens der nackten Natur bescheiden ihren Zoll darbringen. Die folgenden Mitteilungen unfres Parteiblattes in Köln zeigen, daß dort Dinge möglich sind, die selbst im Sündenbabel Berlin noch Beachtung finden würden. Die Rh. 3tg." schreibt: " waren. 5. R. Die Feuerwehr ist am 27. Januar 1851 errichtet worden und von diesem Tage ab königlich". G. A. 65. Wittich, M.: Die Kunst der Rede. 1,-; durch Buchhandlung Vorwärts. H. M. Nur Frauenkaffe. Sie ist gut. Näheres können Sie durch Herrn W. Hinz, Prinzenstr. 66, erkunden. Wettende. Ein Biertel. E. 99. Seestadt im französischen Departement Mpes- Maritimes. C. 2. 100. Wir können solche Empfehlungen nicht veranlassen. 5. A. 29. In Ihrem Falle bedarf es keiner weiteren Legitimation zur Auswanderung. Wenden Sie sich an die hiesige Generalagentur der Hamburg- Amerika- Linie, Invalidenstr. 41, oder an die des Norddeutschen R. 3. 17. Centralverband der Handels, Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands, Engel- Ufer 15. Lloyd, Invalidenstr. 93. A. N. Kaufmannsgerichte betreffend. Wir haben schon vorher auf diesen Umstand aufmerksam gemacht. Ueberdies wird die erwähnte Forderung von der socialdemokratischen Reichstags- Fraktion ganz sicher vertreten werden. Juriftifcher Teil. A. D. Wiederholen Sie Ihre Anfrage .. 48. Wiederholen Sie zu meinem Die Kölner Dirnen haben einen großen Sieg errungen: Die Versuche, den allbekannten Lichtmeßball auf dem Gürzenich sittlich Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends Die städtische Armendirektion Charlottenburgs teilt den Armen zu heben", sind gescheitert, gescheitert an dem passiven Widerstande von 7 bis 9 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Schmargendorf. Die Sache ist in Ordnung. Dagegen läßt sich nichts kommissionen mit, daß auf dem städtischen Lagerplatz am Nonnen- derer, die diesen glänzenden Fleischmarkt zu besuchen pflegen. Wer thun. Nixdorf 25. Es muß beim Vormundschaftsgericht Antrag ge 96. G. J. damm bis Mitte Februar 50 Mann im Accord mit Steinschlagen zu Lichtmeß das städtische Ballhaus besucht, thut das in der Erstellt werden, daß das Kind bei der Mutter bleiben darf. und 6 Mann im Lagelohn beschäftigt werden können. Werkzeug wartung ganz exquisiter Genüsse; Angehörige der vornehmen Welt der Sachverhalt ist nicht klar dargestellt. Geben Sie genau noch einmal und der Dreiviertels- und Halbwelt pflegen auf den Lichtmeß die schließlich getroffene Abrede an. Schwarz. Kann sofort Eröffnung wird den Leuten stets überwiesen. Die Accordarbeiter erhalten für bällen in äußerst zwangloser Weise, aller konventionellen Rücksichten beantragt werden. Völlige Enterbung ist unmöglich, Pflichtteil muß, den den Kubikmeter Granitſteinslag 3,50 M. Den ganz ungeübten ledig, die Gattung Mensch zu einem fidelen Urbrei zu vermengen, Kindern hinterlassen werden. Ist kein Teſtament da, so sind die Kinder Leuten soll während der ersten 14tägigen Beschäftigung so viel zum ber mit unglaublichen Mengen Seft begossen wird und erst in den gejebliche Erben. E. M. 16. Im Falle der Klage fönnen Sie die Accordlohn zugezahlt werden, daß sie einen Stundenlohn von 0,30 m. R. Sch. 100. Ja. E. 2. J. 33. Nein. wohin Einwendungen erheben. verdienen, also bei siebenstündiger Beschäftigung 2,10 M. ausschließ die einzelnen Teile streben, wird dem Vater Gürzenich nicht weiter frühen Morgenstunden wieder auseinanderzustreben pflegt Klage Nixdorf. Etwa 10 M. Vorschuß. Die Sache können Sie bei jedem lich der Abzüge für Krankenkasse und Invaliditätsversicherung. Bon genieren. Der alte Knabe mag schon manchmal beide Augen haben angehören, sonst haften für Krankenhauskoſten die Eltern. Anwalt übergeben. K. 68. Das Lehrmädchen muß einer Krankenkasse A. B. C. 150. den augenblicklich beschäftigten Accordarbeitern verdienen bei sieben zudrücken müssen, um nicht wie eine keusche Jungfrau zu erröten läßt sich nur mit Kenntnis der örtlichen Verhältnisse beantworten, fragen stündiger Arbeitszeit: über diesem sinnverwirrenden Trubel, und ein Glück ist's, daß die Sie dortigen Anwalt. C. Gruhl, Nowawes. 1. Nein. 2. Nein, es Wände der verschwiegenen Gänge im Gürzenich nicht Augen oder giebt keine solche Entscheidung. F. H. 30. 1. Nein. 2. Die Frage Ohren haben, sie würden sonst Dinge zu berichten wissen, für die ist an die Kirchenbehörde zu stellen. Wir wissen darüber nichts. A. S. 1. Sit zu hoch. Ch. 1. Fragen Sie persönlich beim Gewerbeder eingeborene Bewohner des heiligen Köln den bündigen Ausdruck Bei diesen Riesenlöhnen ist es kein Wunder, daß verschiedene daß solche Dinge ausschließlich im Gürzenich und da wieder nur vollstrecbare. Die Urteile übergeben Sie sodann behuss Vornahme der Biesterei geprägt hat. Nebenbei gesagt, muß man nicht anehmen, gericht über den Stand der Sache nach oder, wenn Sie keine Zeit dazu haben, beantragen Sie schriftlich zwei Urteilsausfertigungen, darunter eine Leute, die sich gemeldet, die Arbeit nicht aufgenommen haben. Die auf dem Lichtmeßball vorkämen. Die Verwaltung eines frommen 3wansbvollstreckung dem Gerichtsvollzieher. Winter, Neuendorf. Ja, Armendirektion richtet an die untergeordneten Organe das Ersuchen, Gesellschaftshauses hat beispielsweise ihre Angestellten anweisen Sie sind dazu berechtigt, dies zu fordern. M. G. Zuständig ist das arbeitslose Männer, die um Unterstützung einkommen, zunächst müssen, darauf zu achten, daß in den entlegenen Nebenräumen und Justizministerium, nicht das Gericht. W. Dölf. Goldschmied. Vernach dem Lagerplatz zu verweisen und sich eventuell vor einsamen Gängen nicht zu viel Biesterei gemacht würde. Um jährung ist noch nicht eingetreten. der Gewährung bon Unterstützungen eine Bescheinigung aber auf den Anfang zurückzukommen: Der Versuch, den Lichtmeß- unter Beifügung des früheren abweisenden Bescheides.- Paul Krüger. des Lagerplay- Verwalters vorlegen zu lassen, daß die Bitt- ball nur den Frauen und Töchterlein der ehrsamen Bürgersleute 1. Sa. 2. Ja, soweit dies zur Dedung der Gerichtskosten erforderlich ist. steller auf dem Lagerplaz Arbeit nicht erhalten haben. Sollten 25. J. N., Adl. Die im alten Kontrakt vereinbarte Kündigungsfrist zugänglich zu machen und„ unlautere Elemente" fernzuhalten, hat E. W. Nur Ihre Kinder erben. A. M. 19. 1. Das die Größe der Familie oder sonstige Umstände trotz des Arbeits- aufgegeben werden müssen. Wenn auch diese ehrbaren Frauen und Verlangen einer Frist ist ein Anerkenntnis der Schuld. 2. Antrag auf ist maßgebend. verdienstes auf dem Lagerplaze eine Unterstützung notwendig er- züchtigen Jungfrauen nicht sämtlich mit dem siebenfachen Wall un- Bahlungsbefehl beim Amtsgericht unter Angabe der Summe und des Schuldscheinen lassen, so soll zur richtigen Bemessung der Unterstützung bezwingbarer Tugend umgeben sind, so genügen sie doch keineswegs grundes. 3. Rechtsbeistand nicht erforderlich, macht Kosten. 4. Nur wenn eine Bescheinigung über die Höhe des Tagesverdienstes eingefordert dem Amüsementsbedürfnis der männlichen Ballbesucher. Die ver- der Erblasser nachweislich unzurechnungsfähig war. Lynde. Ja, sofern werden. Wie tief das socialpolitische Verständnis der Bourgeoisie langen reellere Ware; leicht darf sie deshalb doch sein, und der leichte den Wirt irgend ein Verschulden trifft. ist, geht daraus hervor, daß bürgerliche Blätter diese ganz nichts- Sinn wird neben starter Dekolletierung, furzen Röckchen und viel die Frage noch einmal in einer Zuſchrift an Herrn Rechtsanwalt Liebknecht, fagende Maßnahme als ein Mittel zur Bekämpfung der Arbeits- verheißenden Spizenhöschen sogar sehr geschäßt. Weil aber gerade hier, ganz kurz. Freundschaft 1903. Jeder der Ehegatten braucht nur auf einem besondern Bogen zu schreiben: Ich sehe den losigkeit anpreisen. diese Ware vom Liebesmarkte ausgeschlossen werden sollte, inscenierten Universalerben ein. Dies muß jeder auf einem besondern Bogen ganz und Was die Behörden der Arbeiterschaft gegenüber sich immer noch die faunischen Narren einen regelrechten Boykott. Die ausgelegten gar selbst schreiben, mit Datum versehen und unterschreiben. Die Geschwister 2. M. 75. Wird geschehen. gestatten, davon giebt abermals eine Gerichtsverhandlung, die sich Ballotagelisten blieben leer; statt der erwarteten Tausende haben brauchen nicht bedacht zu werden. R. S. 100. 1. Ja. 2. Ja. 3. Nur sämtliche Mitglieder. 4. Die Einvor einigen Tagen vor dem Schöffengericht zu köpenick abgespielt sich noch nicht sechzig Personen eingetragen. Und der Erfolg ist O. N. 98. Wiederholen Sie die Fragen hat, ein anschauliches Bild. Ein Parteigenosse hatte sich aus der: die Ballotage ist eingestellt worden, der Lichtmeßball bleibt, tragung wäre erwünscht. Alter Abonnent. Ja. folgendem Anlaß zu verantworten. Zu Adlershof, wo die was er gewesen ist, die Halbwelt hat den gewünschten ungehinderten unter Angabe des Zweckes des Vereins. W. R. Polizeipräsidium. 422. P. Das Eigentum fällt nicht ohne Marimen des seligen Rittmeisters v. Oppen noch immer in ehrenden Zutritt, und gar mancher der Lebemänner wird froh sein, nicht mehr weiteres an die Stadt. Daß diese Anspruch auf das in die Sparkasse einAndenken stehen müſſen, tagte am 11. Dezember eine Mitglieder nach Schlichen suchen zu müſſen, wie er die geſellſchaftlich anrüchige gezahlte Geld erhebt, ist sehr wohl möglich. Sie sind verpflichtet, falls Gie versammlung des Wahlvereins, die vom Gendarm aufgelöst Geliebte seines Herzens dennoch durch die Fallstricke der Ballotage bazu im stande find, Ihre bedürftigen Eltern zu alimentieren. Diese Episode 23. R. 500. Sie können trotzdem versuchen, den Schein zu erhalten. wurde, weil die Polizeistunde eingetreten war. Ist dies schon eine hindurch in den Gürzenich einschmuggeln könne. Beuffelstr. 61. Trotz aller unsrer Proteste tritt in solchen Blüte, die nur in Preußen gedeiht, so kann der nun eingetretene spricht ganze Bände über den Kölner Karneval, der bekanntlich auch F. E. 100. Ist nicht Vorfall für die Art, wie man von Amtswegen im Kampfe gegen die von den ultramontanen Sittlichkeitswächtern nach Kräften protegiert Fällen Entziehung des Bahlrechts ein. 2. Y. 3. Nein. Arbeiterschaft Gesezesübertretungen konstruiert, als mustergültig an- wird. Als am Sonntag in der Großen" Präsident Jörrissen Mit- verboten, wohl aber jede Verbreitung des Inhalts. E. M. 166. Nein. S. O. 16. Sie müssen zunächst flagen. Auf gesehen werden. Die Versammlung war also aufgelöst worden und teilung machte von dem betrübenden Ergebnis des Reinigungs Grund des Urteils erfolgt die Bersteigerung der eingelösten Sachen durch nicht etwa in entrüstete Pfuider Kassierer packte seine Bücher zusammen, verließ hierauf den versuches, brach die Narrenschar in Gerichtsvollzieher. C. R. Nein. B. 1. Revision beim Reichsgericht. Saal, wo noch 30 Personen anwesend waren, und bezahlte dann rufe, sondern in stürmischen Jubel aus. Der Jubel galt, theologisch 2. Falls nicht Revision eingelegt wird, werden die Eide abgenommen. 3. Das im Vorderraume des Lokals seine Zeche. Die Leser außerhalb des gesprochen, dem Sieg des Lasters über die Tugend. Sündhafte einzige Rechtsmittel ist noch die Revision. 4. Es hängt dies ganz davon ab, ob des Reichsgericht die Revision verwirft oder das Urteil des KammerDeutschen Reiches mögen glauben, daß wir ihnen einen Bären auf- Welt im heiligen Köln! binden wollen, aber buchstäblich wahr ist es doch, daß dies Zusammen- Nicht minder lebenslustig geht es zur diesjährigen Karnevals gerichts aufhebt.- 78. Es darf keinesfalls mehr als die 1 Stunde abpacken der Bücher dem Gendarm, seinem Vorgesetzten und dem zeit in Düsseldorf zu. In den Düsseldorfer„ Neust. Nachr." schildert gezogen werden. Und auch dies nicht, wenn der Arbeiter unverschuldet geStaatsanwalt als Grund zu einer Anklage diente, die dem erwähnten ein dichterisch angehauchter Beobachter einen Mummenschanz in fehlt hat, z. B. durch Krankheit dazu veranlaßt. 2. War tägliche Kündigung verabredet? Dies muß zunächst angegeben werden, bevor die Frage beParteigenossen alle Scherereien bereitete, welche eine Gerichts- Ver- folgenden kühnen Reimen: E. D. Unfres Erachtens ist dies nicht handlung mit sich bringt. Der Angeklagte sagte, daß der zur StrafMummenschanz in höchstem Maße Ward in der Charlotten- antwortet werden kann. Wie mir neulich ein on dit zulässig. Jedoch entscheiden die verschiedenen Gerichte nicht einheitlich über Heimlich in die Ohren diese Frage. that gemachte Vorgang im ganzen 3 toe i Minuten gedauert habe, J. H. 68. Ift nur möglich im Wege der Adoption. der Gendarm dagegen behauptete, daß der Inkulpat nach der VerArrangiert in einer Weise Die ich nicht als Vorbild sammlungsauflösung nicht etwa noch eine halbe Stunde, sondern preise. Elegante Herrn und Damen,- 3wanglos dort zusammen Um bei dicht verhängtem Fenster Ohne ihre Eh'Briefkasten der Expedition. fünf Minuten im Saale geblieben sei. Er habe, man denke kamen, Einen Maskenball zu feiern, Wie es kaum sich nur, ganz gemütlich" seine Bücher zusammengepackt und sogar, was gespenster einen freiern Auszudenken nur vermag Eine Meisterin von fasse überwiesen. in den Augen eines Gendarmen als besonders unerhört gelten muß, Denn die Damen und die Herr'n Gehorchten der Der Fach; mit mehreren Versammlungsteilnehmern noch gesprochen. Und nicht minder der Devise: Staatsanwalt hielt ein Vergehen gegen das Vereinsgesetz für vor- Künstlerpflicht gern Adam, Eva, diesen beiden liegend und beantragte zehn Mark Geldstrafe. Es war natürlich aus dem Paradiese." Bis das schöne Schäferspiel nicht gut etwas andres möglich als eine Freisprechung, bei nedische Verkleiden, Dieses lett're lob ich sehr, der das Gericht konstatierte, daß der Angeklagte, obgleich er als zum Opfer fiel. Diese Ueberzeugung hegte, Leiter der Versammlung bis zuleht hätte bleiben können, nicht ein- so nebenher mal einer der letzten gewesen war. Leider werden ja die Kosten der sich regte dabei gewest. einer folchen Gerichtsverhandlung nicht den Urhebern der Anklage, sondern den Steuerzahlern auferlegt, und so ist es durchaus nicht unmöglich, daß ähnliche Behelligungen der Bürger sich wiederholen. straße, schrie, C. Marten, Aaran. Den eingesandten Betrag haben wir der Partei Cöln( Rhein). Sie können den Vorwärts" im Zeitungstiost von Scene Hugo Rocher kaufen. Galt das Mehrere Abonnenten. Nummer 19 vom 23. d. M., enthaltend die Der Moral Rede Bebels, ist vergriffen. Die betr. Reichstags- Verhandlung erscheint Wenn ich auch in den nächsten Tagen als Broschüre. Dr H. Gaszünder mit 2 Zündpillen, wie im Unterhaltungsblatt vom Daß gar mancher, Mittwoch beschrieben, werden Sie in jedem größeren Geschäft dieser Branche In Entrüstung und Protest, Selbst wär' gern bekommen. Eventuell wenden Sie sich an R. Hauer, Lindenstr. 81. Briefkaften der Redaktion. D. K. In Berlin beträgt für Gemeindeschullehrer das Anfangsgehalt 1392 m., das nach 31 Dienstjahren zu erreichende Höchstgehalt 4248 M. ( Mietsentschädigung“ überall cinbegriffen). Streitende. 1. Hohenzollern. 2. König. Fl. B. A., London. 2,05 M. Abonnementsbetrag für Februar erhalten und ab 1. Februar geliefert. Witterungsübersicht vom 2. Februar 1903, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer Windrichtung stand mm Windstärke Friedrichsfelde. Die Fortbildungsschule am Drte, die auf ein einjähriges Bestehen zurückblickt, hat sich gut entwickelt, nach dem die ersten, recht unangenehmen Hindernisse so ziemlich überwunden sind. Die Regelmäßigkeit des Schulbefuches ist jetzt einiger 15. 1. 2. 1. Söchste Grenze 3,22 M.; doch ist an ein Erreichen maßen durchgeführt, doch ist nicht zu verkennen, daß das Obligatorium dieser Grenze unter heutigen Verhältnissen nicht zu denken. Der Wechseldank dem Eigennutz und der Unvernunft mancher Unternehmer auch furs bewegte sich in letzter Zeit zivischen 2,15-2,18 M. 2. Nicht unter Swinemde. 752 G Viele junge Leute werden von Silberwert. 3. Gehalt an Feinsilber 17,99 Gramm, also Silberwert jett manche Härten mit sich bringt. Hamburg ihrem Arbeitgeber nicht früh genug entlassen um rechtzeitig 8 Uhr etwa 1,15 m. F. G. Eisen. Wir haben die Kruppschen Wohlfahrtseinrichtungen Frankf./M. 752 zum Unterricht erscheinen zu können, und wenn der Nektor sich mit einer Beschwerde an den meist in Berlin wohnenden Arbeitgeber mehrfach gründlich geschildert und kritisiert. O. St. 2. 1. In den großen Warenhäusern von Wertheim, Tiek und wendet, so kommt die lakonische Antwort, daß der Arbeiter ent- Jandorf, Leipzigerstraße. 2. Das erfahren Sie im Bureau der MetallLassen werden müsse, wenn ihm oder der Fortbildungsschule die arbeiter, Engel- fer 15. Dauer der Arbeitszeit nicht behage. Auch hier sieht man wie S. 105. 1. Berhältnis, beziehungsweise Notwendigkeit von Ursache schädlich es ist, daß in Berlin und an manchen Vororten teine Ver- und Wirkung. 2. Nachlesen im juristischen Zeil. 3. 2000 Bläge. Berlin München Wien Wetter 2wolfig 2wolkig 2Nebel Temp. n. E. 5° C. 4° N. Stationen Barometerstand mm 0 Haparanda 1 Petersburg 751 S Wind richtung Windstärke Wetter Temp. n. T. 15° E.= 4° R. I 18 752 WSW 3 wolkig 752S 1 Cork 751 Still Schnee 2 Aberdeen 0 Paris 766 N 755 NNW 3bedeat 1 bededt 2heiter 8 1 Nebel 753 ND Wetter: Prognose für Dienstag, den 3. Februar 1903. Etwas tälter, vielfach heiter, aber veränderlich, mit leichten Schnees fällen und mäßigen nördlichen Winden. Max Arnsdorff Damenkleiderstoffer Einsegnung und Ballsaison Specialhans - BERLIN SO. Ecke Oranienstrasse 176, Adalbertstrasse. von den 509L billigsten bis zu den elegantesten Qualitäten, zu denkbar Soliden und festen Preisen. BUFF Achtbare Leute, die sich als Cigarren- Händler etablieren wollen, belieben sich zu wenden an Adolf Adler, Belforterstrasse 25. Berantwortlicher Redakteur: Carl Leid, in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. *