Nr. 29. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 Rt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsBreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erichcint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 40 Big., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pig. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Big. ( nur das erste Sort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 4 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an 28ochenfagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. System Rheinbaben. Mittwoch, den 4. Februar 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. es von oben gewünscht ist, Recht und Gesetz zu persönlicher Anhänger er zu sein vorgab, hinter irgend ein mystisches mißachten! Hätten wir eine wirkliche Ministerverantwortlichkeit, Etwas steckte. Es bestätigt sich also, was gleich nach dem ZustandeHerr v. Rheinbaben müßte wegen seiner Aeußerungen fofort vor kommen des Buchergesetzes behauptet worden ist: Das„ patriotische Wenn das preußische Abgeordnetenhaus nicht durch das Elend Gericht gestellt werden! Entgegenkommen" des Centrums foll damit belohnt werden, daß die des Dreiklassensystems vollständig zermorscht wäre, so würde der Nebenbei ist dieses schneidige Verhalten des Ministers nicht nur Ausweisung und Internierung einzelner Mitglieder der Gesellschaft Jefu derzeitige Minister der Finanzen Herr v. Rheinbaben am Dienstag abstoßend, sondern auch lächerlich. Es full so aussehen, als ob die aus dem Jesuitengesetz ausgemerzt wird, das Gesetz aber in seinem übrigen eine Erekution erlebt haben, die selbst an einem preußischen Minister Berliner Autorität draußen im Lande mit eiserner Energie aufrecht Umfange aufrechterhalten bleibt. Für diese in Aussicht gestellte Abnicht spurlos vorüber gegangen wäre. Das offizielle Preußen aber erhalten würde. Gewiß, ein Löhning hat daran glauben müssen, weil schlagszahlung deklamierte Herr Spahn gefühlvollen Dank. Genosse und seine dreifach geficbte Vertretung hat gegenwärtig einen er so fed war, eine eigene, verständige Meinung zu haben. Im übrigen v. Boll mar mußte ihn erst darauf aufmerksam machen, wie wenig intellektuellen und moralischen Tiefstand erreicht, daß auch aber pfeifen die leitenden Beamten im Lande auf die Berliner Dankbarkeit am Blaze fei einem so unzulänglichen Versprechen gegendas Unerhörte die schlaffen Seelen nicht mehr aufzupeitschen Regierung. Sie sind durchweg die Werkzeuge der agrarischen Fronde. über, das einen bestehenden gesetzlichen Ausnahmezustand gar nicht vermag. Das Leben ist in ihr erstarrt, weil aus dem Volke Und wenn der spaßhafte Herr Podbielsti zehnmal das Tischiuch anzutasten wagte. Ueberhaupt kein Ausnahmegefeß!" wird auch) kein Blut ihr zufließt. Höchstens ein matter, müber Widerspruch zerschneidet, die Landräte und Regierungspräsidenten schwören doch nach der Aufhebung des§ 2 des Jesuitengesetzes die Devise der wird geflüstert, sonst herrscht allmächtig der Geist eines oftelbischen auf den Bund der Landwirte. Die Geschichte des stanalstreits hat Socialdemokratie bleiben. Kreistages. Das preußische Parlament ist in seinem jezigen Be- die Ohnmacht der Berliner Centralregierung aller Welt bloßgestellt. Sehr wertvoll war der Hintveis des Reichskanzlers, daß bestand nur noch eine Freistatt für die Ausschreitungen ministerieller So ließ man denn seinen Heldenmut an dem armen Löhning aus. deutende Politiker sich ohne Kompensationen" auf die DurchUnfähigkeit und Anmaßung. Wie recht Herr v. Rheinbaben daran that, feine Ansichten im führung des Diätengefezes nicht einlaffen. Sollten diese Politiker auch rotten. Nicht umsonst hatte Herr v. Rheinbaben es borgezogen, Abgeordnetenhause zu entwickeln, hat die Debatte bewiesen. Eine in Regierungstreifen Einfluß haben? Dann wäre damit zugestanden, dem Reichstage fernzubleiben, anstatt dort über den Fall Löhning wirkliche Verteidigung Löhnings und eine energische Zurück was vor wenigen Tagen noch mit dem Brusttone der Ueberzeugung Rede zu stehen. Im Reichstage hätte man den Herrn festgehalten weifung der unerhörten und verfassungswidrigen Ausfüh- bestritten wurde, daß nämlich bei den berbündeten Regieund schonungslos die Qualitäten eines preußischen Ministers von rungen des Ministers wurde von feiner Seite versucht.rungen Stimmung für eine Verschlechterung des Heute aufgezeigt. Im Abgeordnetenhause aber darf sich ein Minister Schwache Ansätze dazu unternahmen freilich die Abgeordneten a hIrechts vorhanden sei. Niemand wagte es, sich über gestatten, zu reden, wie in einem Kriegerverein. Und niemand ruft indler( fr. Bp.) und Dr. Kirsch( C.), aber beide blieben diese Eröffnung erfreut zu zeigen, als der Fürst Herbert Bismard, ihn zur Ordnung. auf halbem Wege stehen. Der Freisinnsmann begnügte sich damit, der dafür vom Genossen v. Vollmar verdienten Lohn einheimste. Herr v. Rheinbaben wollte betweisen, daß er ein Stratege sei, die Regierung in Zukunft zu etwas größerer Vorsicht aufzufordern, Die Ausführungen des Reichskanzlers ließen völlig unklar, wer und so ergriff er im Fall Löhning die Offensive. Ohne von einem und dem Redner des Centrums mertte man es an, denn an der Verweigerung der Diäten schuld fei. Wenn der ReichsMitgliede dazu veranlaßt worden zu sein, hielt er fofort bei Beginn wie schwer es ihr wurde, sich für einen Katholiken ins Zeug zu fanzler, der ja auch Chef der preußischen Regierung ist, wirklich für der Beratung des Etats der indirekten Steuern eine Verteidigungs- legen, der nicht dem Ultramontanismus huldigt. Auch Diäten ohne Wahlrechts- Verschlechterung eintritt, dann wird nun wohl rede, die in Wirklichkeit die schwerste, vernichtendste Bloßstellung des die Rede des Polen Schröder blieb ohne jeden Ein- auch Preußen im Bundesrat in diesem Sinne stimmen. Den nichtheutigen Systems ist. Herr v. Rheinbaben fuchtelte mit der ge- drud. Dagegen fanden die Worte der Herren Graf impreußischen Regierungen wird damit die Schuld dafür zugeschoben, panzerten Faust des Germanisierens und mimte den starken, aber burg Stirum( Rp.), Freiherr von Zedlik( frt.) und daß die Kerls" keine Diäten bekommen. Widerspruch gegen die deutschen Mann in einer Weise, daß man den Polen nur dankbar Dr. Sattler( natl.) Icbhaften Beifall. Graf Limburg ging noch Ausführungen des Kanzlers wurde allerdings von den nichtsein würde, wenn sie diese Sorte germanischen Heldentums aus weiter als der Minister und wollte dem Hause überhaupt das Recht preußischen Bundesratsmitgliedern nicht erhoben; dagegen gab der absprechen, Auskunft über den Fall Löhning zu verlangen. Freiherr bg. Richter seinem Befrembe: über diese Darstellung Ausdruck. Die Verteidigung Rheinbabens hat man schon vor Monaten v. 3edlig betrachtet den Nüdtritt Löhnings nicht als Verlust für Offenkundig aber standen die Ausführungen des Reichskanzlers in den Berliner Neuesten Nachrichten" lesen tönnen, die offenbar die Regierung. Das Verhalten dieser Herren beweist, daß insoweit mit den Thatsachen in Widerspruch, als er das bestehende fehr intime Beziehungen zum Finanzministerium unterhalten: Nicht trotz des zerschnittenen Tischtuches gegenwärtig die Konfer- Reichstags- Wahlrecht als ein allgemeines, gleiches und direktes die Feldwebeltochter fei an der Maßregelung Löhnings Schuld, vativen mit ihren Ministern ein Herz und eine Seele sind. bezeichnete. ie es mit der Gleichheit des Wahlrechts stehe, fondern seine nationale Unzuverlässigkeit. Ein starkes Stid, daß Herr v. Jedlig am am lautesten die darüber belehrte ihn der Abg. Barth, der mit schlagenden Gründen Gegenüber den bestimmten, klaren Darlegungen Löhnings über Subordination der Beamten forderte. Allerdings hat Herr den bekannten freisinnigen Wunsch nach einer Neueinteilung der die Verlobungsaffaire wußte Herr v. Rheinbaben nur allgemeine v. Bedlitz im Gegensatz u Löhning als Beamter feine Wahlkreise berirat. Der Reichskanzler unterließ es vorläufig, Versicherungen abzugeben, daß auch ein höchster Beamter getrost eine Opposition' gegen die Regierung heimtüdisch, als Sinter- fich darüber zu äußern, wie er sich dieser sittlichen Pflicht" gegenFeldwebeltochter heiraten dürfe. Dafür leistete Herr v. Rhein- treppen- Intriguant, betrieben und er hat sich diese Oppofition über verhalten wolle. Wohl aber hat es der nationalliberale baben aber etwas andres, offenbar um eine erleuchtende Probe noch- honorieren lassen. Von dem wilden Kampf für die Unab- Abg. Bassermann gar nicht erwarten können, daß der Antragdes fittlichen Empfindens der Germanisatoren zu geben. Der hängigkeit der Beamten wollen die Stanalrebellen jetzt nichts mehr steller feinen Antrag begründete. Er schrie fein:" Daraus wird nichts!" Mann brachte es fertig, aus dem sicheren Versted einer preußi- hören, weil sie nämlich genau wissen, daß die Beamten jetzt von dazwischen, noch ehe der Abg. Barth zu Worte gelommen war. schen Ministerbant seinen Gegner mit dunklen Andeutungen zu ver- ihnen abhängig sind und ihre Politik treiben. dächtigen, ohne daß dieser sich wehren konnte. Es war ein überaus Daß Herrn Sattler, der nicht glücklich ist, wenn er nicht wviderwärtiges Spiel, das Herr v. Rheinbaben mit seinem früheren mindestens drei Bolen täglich mit Haut und Haaren verschluckt hat, Beamten trieb, der es gewagt hatte, die Wahrheit höher zu schäßen das Verhalten des Ministers durchaus gefällt, braucht nicht erst geals irgend einen gleichgültigen Minister. Jeder Mensch muß nach sagt zu werden. Mit den Begriffen des parlamentarischen Anstandes, auf den Herr Bassermann angeblich so viel hält, läßt sich ein solches Vorgehen schwer vereinbaren. Nach Herrn Barth tam Herr Richter zum Wort, der die Frage der Wahlireiseinteilung unbehandelt lies. Ein bißchen Aufhebung des Jesuitengesetzes ist also das einzige greifbare Resultat, das diese Sigung zu Tage gefördert hat. Oder nein! Der Reichstag erhielt noch ein andres Geschenk: den Anspielungen Rheinbabens glauben, daß Herr Löhning fich unt Jeder, der sich ein unbefangenes Urteil bewahrt hat, muß zu chrenhafte Handlungen hat zu schulden kommen lassen, die der Ansicht kommen, daß Herr Löhning trotz der von allen Seiten ihn als Beamten unmöglich machten, die der Minister aber auf ihn niederfallenden Angriffe völlig gereinigt aus dem Prozeß eine ihm vom Kaiser gewidmete„ Gegenüberstellung der englischen alty zarter Rücksicht nicht der Deffentlichkeit preisgeben hervorgeht; daß er in die Pensionierung willigte, war freilich ein und der deutschen Linienschiffe, Panzerfreuzer und Panzerdeckkreuzer." wolle. Da man weiß, daß man in den Ostmarken Fehler. Gerichtet ist einzig und allein die Regierung, vor allem der Und in der Hofloge saß Prinz Heinrich, der Seefahrer so wenig peinlich ist, daß selbst ein Endell dort cin Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben. Das von ihm verteidigte So wehte Seeluft in die Dienstagssigung des Reichstags großer Mann bleiben darf, fo muß man folgern, System bedeutet den Verfall, den moralischen Zusammenbruch hinein. Aber dem Sprichwort zum Trotz machte sie nicht frei. daß Herr Löhning fich ganz besonders schwere Verfehlungen hat zu Preußens. Schulden kommen lassen. Aber Herr Rheinbaben deutet nur diskret Am Mittwoch wird der Trakehner Prozeß weiter bean, er schweigt rücksichtsvoll. Man kennt die Manier, die bisher sprochen werden. bei allen anständigen Leuten für verurteilenswerter gegolten, als selbst Verleumdungen. Politische Uebersicht. Berlin, den 3. Februar. Jesuiten statt Diäten! Weswegen will aber Rheinbaben nun Herrn Löhning zur Benfionierung genötigt haben? Was hat Löhning verbrochen, daß man ihn zwang, fein Abschiedsgesuch einzureichen? Nichts Geringeres, als daß er das erste und heiligste Gebot der preußischen Regierung: Ueber eine Reihe grundsätzlich wichtiger Fragen hat der Reichstag „ Die Beamten dürfen keine eigne Meinung haben", mit Füßen ge- anläßlich der Beratung über den Etat des Reichstags und den des treten hat. Herr Löhning hat sich nach der Darstellung des Ministers Neichskanzlers am Dienstag verhandelt. Es hat sich dabei gezeigt, den Frebel zu Schulden kommen lassen, sogar als Untergebener tie tief sich der Geist der Schacherpolitik in diesem Parlament einRheinbabens vernünftige und ehrliche Anschauungen zu hegen, er hat sich gefressen hat und wie sehr seinen führenden Parteien ebensogut wie erlaubt, das finnlos schneidige Vorgehen gegen die Polen zumißbilligen; der Regierung selbst das Gefühl für ihre sittlichen, ihre ethischen er hat gefordert, daß man die Polen in Ruhe lassen solle und offen Pflichten" abhanden gekommen ist. Der Sieg der holländischen Transportarbeiter. Je mehr die Einzelheiten des kurzen, aber großartigen Kampfes der holländischen Transportarbeiter bekannt werden, umſomehr erfennt man, welch ein bedeutender Erfolg hier durch das solidarische Zusammenivirken der verschiedenen Arbeiterorganisationen erreicht worden ist. Zwar wurden feine unmittelbaren Verbesserungen der Lohn- und Arbeitsbedingungen erzielt. Das war aber auch gar nicht der Zweck dieses Streifs. Die Vereinigungen des Eisenbahn- und Straßenbahn- Personals haben taktisch durchaus richtig gehandelt, als sie, nachdem ihre Hauptforderung: in e der Streifarbeit verrichten zu müssen, noch Streitbrechern in die Hände zu arbeiten, bewilligt war, im Juteresse der ganzen Belegung darauf verzichteten, ihre Lohnforderungen sofort durchzuführen. leber diesen Punkt heißt es in einem Manifest, das seitens der Drganisation verbreitet wurde: Wir haben die Direktion der Holländischen Eisenbahn- Gesellfchaft darauf hingewiesen, daß, wenn nicht innerhalb verhältnismäßig furzer Zeit sehr große Verbesserungen eingeführt werden, ein zweiter Streit zu erwarten steht, der noch besser vorbereitet sein wird als der jetzige und wobei unsren Slagen dann schnell Gehör geschenkt werden muß." erklärt, er könne fich für die jetzige Strömung nicht begeistern. Das Die Verhandlungen über den Etat des Reichstags gaben zu erscheint dem an Lakaiengehorsam gewöhnten Minister als eine nächst dem Genossen Singer und dem Abg. Pachnide von der ,, koloffale Verkennung seiner Pflichten", als eine Sünde, für die es freisinnigen Vereinigung erwünschte Gelegenheit, alles Unrecht und nur eine Sühne, die Entlassung aus dem Staatsdienst, giebt. Die alle Gewaltthätigkeit zu brandmarken, die in den letzten Monaten Beamten sollen der Regierung mit Herz und Hand ergeben sein, von der Mehrheit und ihren Präsidenten verübt worden sind. Die sie sollen das thun, was ihre Vorgesetzten verlangen. So entspricht Herren wollen daran nicht gerne erinnert fein; sie vertragen die es dem Charakter Preußens als Militärstaat. Wechselt der Ne- Wahrheit in diesem Punkte so wenig, daß sie ihren berühmtesten gierungslurs, so haben die Beamten wie auf Kommando cinzu- Wahrheitsbemäntler, den Abg. Bach em, ins Gefecht schickten. So schwenken. Jede Berliner Laune muß auch die Ueberzeugungen der wie Herr Bachem aber darf man's doch nicht machen, sein Erfindungs- Es ist bereits telegraphisch gemeldet worden, daß auch die ganzen Bureaukratie umändern. Für charattervolle Männer ist im geist ist zu arnt. Dinge, die allen noch unmittelbar in Erinnerung fämtlichen Forderungen der Dodarbeiter bepreußischen Beamtenreich fein Platz. stehen, zum Gegenstande fterifaler Geschichtsflilterung zu machen und willigt wurden und damit die eigentliche Ursache des Damit nicht genug! Das schlimmste, was Löhning zur Laft ge- Thatsachen abzuleugnen, für die es vierhundert Augen und Ohren- Riesenstreits beseitigt ist. Die 56 Arbeiter, die Tegt wird, ist seine Achtung vor Gesch, Recht und Verfassung. Man zeugen giebt das ist zum mindesten nicht flug gewesen. So konnte an der Singapore- Liga" entlassen iburden, werden auf höre! Im Streife Fraustadt trieb der Landrat offen Agitation für Genosse Singer feststellen, daß schon wieder einmal das Gegenteil ihre früheren Plätze gegen Lohn wieder eingestellt; alle die deutschen gegen die polnischen Stadtverordneten Kandidaten. von dem wahr war, was der Legendenheilige des Centrums fühnlich Arbeiter, die zum Ersatz der Streifenden eingestellt wurden, Diese gefezwidrige Wahlbeeinflussung wollte Herr Löhning nicht nur behauptet hatte. werden entlassen. Die Arbeiter brauchen nicht mit Streifnicht mitmachen, sondern er hatte sogar den Mut zu sagen, Nach einigen Klagen über die Verhältnisse des Hauses, über seine brechern zusammen zu arbeiten. Alle Arbeiter, die wegen des daß der Landrat seine Befugnisse überschreite und eine verfassungs- Ordmung, die Bezahlung der Angestellten 1. dergl. mehr, erhob sich Streits gemaßregelt oder entlassen wurden, treten in ihre früheren widrige Handlung verlange. Ind er fügte hinzu, er zum Etat des Reichskanzlers Herr Spahn vom Centrum, um an Bläge bei ihrem früheren Lohn wieder ein. Alle andern Streitpunkte tönne es einem Steuerbeamten nicht verdenken, wenn er einen Polen die Ausführung des vom Reichstag mehrfach beschlossenen Diäten- werden, nachdem die Arbeitgeber versprochen, dahin zu wirken, daß wähle, denn auch die Minorität müsse vertreten sein. Schon das gefeges, sowie die gleichfalls vom Reichstag mehrfach beschlossene ein lebereinkommen zwischen Arbeitgebern und Arbeitern im Transallein hätte nach Ansicht des Ministers genügt, den Beamten zu Aufhebung des Jesuitengesezes zu mahnen. Graf Bülow portgetverbe zu stande kommt, einem Schiedsgericht überwiesen. Das maßregeln. Das also ist das System Sheinbaben: antwortete dahin, daß er die teilweise Aufhebung des Jesuiten- find im allgemeinen die Bedingungen, die der Hafenarbeiter- Verband Jeder Beamte in Preußen hat die Pflicht, wenn gefeges ankündigte, fich dagegen in Sachen des Diätengesetzes, dessen gestellt hat und die Unternehmer anerkannt haben. 料 Die Versammlung, in der dieser Sieg verkündet wurde, war| Anzeiger" veröffentlicht gewesen. Nun ist allerdings ein Jrrtum sollte, dann wäre der Spott nicht bloß begreiflich, fondern auch von ca. 6000 der Föderation der Transportarbeiter angeschloffenen unterlaufen; die Rede von Essen stand im„ Reichs- Anzeiger", nicht berechtigt das muß offen herausgesagt werden. In Wahrheit Arbeitern besucht und fand in der Kaufmannsbörse statt, zu deren aber die Rede von Breslau. Die„ unerhörte Irreführung" war also ist die gesamte heutige Centrumspolitik- im Reich wie in Bayern Benutzung der Bürgermeister und Magistrat ihre Einwilligung dem Irrtum entsprungen, daß der Reichs- Anzeiger", nach der Wieder- nichts andres als solche politische Harlekinade: Auf der Tribüne gegeben hatten. Von der Gemeindebehörde waren 37 an den gabe der Effener Rede, sich unmöglich der Unterschlagung der Fort- donnert man, um sich dem Volle in starrem Trozze zu zeigen; hinter städtischen Strähnen beschäftigte Arbeiter wegen Weigerung von Streit- eung jener Rede und damit der majestätsbeleidigenden Richtachtung den Coulissen scherwenzelt man um Geheimräte und Minister und arbeit entlassen worden. Nachdem eine Versammlung der Gemeinde- macht haben könnte. Es stellt sich heraus, daß der„ Neichs- Anzeiger" der Breslauer Kampfausage gegen die Socialdemokratie schuldig ge- sucht kriecherisch nach allerlei Vorteil. Arbeiter erklärte, daß, falls jene nicht wieder eingestellt würden, thatsächlich diese Majestätsbeleidigung begangen hat. In der Sache Ausführungsgeseb zum Reichsgesetz über die Bekämpfung Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten. Das preußische sämtliche im Gemeindedienst stehenden Arbeiter in den Streit treten selbst ändert der nebensächliche Frrtum natürlich nichts. Nach den gemeingefährlicher Strankheiten ist jetzt dem Abgeordnetenhause zuwürden, gab die Behörde sofort nach. früheren Erklärungen des Grafen v. Ballestrem sollten nicht nur gegangen. Ein Streik, der so weit uns bis jetzt Nachrichten vorliegen, noch Reden des Kaisers, die der„ Reichs- Anzeiger" mitgeteilt hat, be- Außer den in dem§ 1 des Reichsgesetzes aufgeführten Fällen nicht beendet ist, it der der deutscher der Amsterdamer sprochen werden dürfen, sondern alle als authentisch verbürgten der Anzeigepflicht bei Aussatz( Lepra), Cholera( asiatischer), Fuhrwerksgesellschaft. Diese Gesellschaft hatte drei Vor- Reden des Kaifers. Die Breslauer Rede aber war vom offiziöjen Fledfieber( Flecktyphus), Gelbfieber, Best( orientalischer Beulenstandsmitglieder der Fuhrmannsvereinigung entlassen wegen ihrer laut gab es teinerlei Zweifel und es ist dem Grafen Ballestrem frankung und jeder Todesfall an: Diphtherie, Genicstarre, KindbeltWolffschen Depeschenbureau" verbreitet worden, über ihren Wort- pest), Pocken( Blattern)- ist nach dem Gefeßentwurf jede ErWeigerung, Güter der boykottierten Transportgesellschaften zu ver- selbst nicht in den Sinn gekommen, sein Verbot gegenüber v. Bollmar fieber, Körnerkrankheit, Lungen- und Kehlkopfstuberkulose( die Erfahren. Der Forderung, die Leute wieder einzustellen, gab die Ge- durch den Hinweis zu begründen, die Breslauer Rede habe nicht im frankung jedoch nur, wenn ein an vorgeschrittener Lungen- und Kehlsellschaft nicht nach. 300 Fuhrleute traten deshalb in den Reichs- Anzeiger" gestanden. topfstuberkulose Erkrankter seine Wohi ing wechselt), Rückfallfieber, Streif. Ruhr, Scharlach. Geschlechtskrankheiten bei Personen, welche gewerbs mäßig Unzucht treiben, Typhus, Milzbrand, Rok, Tollwut, Fleisch, Fisch- und Wurstvergiftung, Trichinose, sowie jeder Fall, welcher den erweckt, der für den Aufenthaltsort des Erkrankten oder den Sterbeort er da cht von Kindbettfieber, Rüdfallfieber, Typhus oder Rob zuständigen Polizeibehörde unverzüglich anzuzeigen. zuständigen Polizeibehörde unverzüglich anzuzeigen, Unter den vielen Arbeitern, die zu Gunsten der Transportarbeiter thatkräftig eintraten, waren auch die Bäcker. Sie beschlossen in einer Versammlung von 800 Personen, kein Material zu verarbeiten, das mittels der boykottierten Transportgesellschaften geliefert würde und eventuell den allgemeinen Ausstand zu proklamieren. Die Ausführung des Beschlusses wurde dann durch die schnelle Beendigung des Streiks überflüssig gemacht. Dieser große Streit hat übrigens auch wieder einen glänzenden Beweis für die gewaltige fulturelle Wirkung erbracht, die die Arbeiterorganisationen ausüben. Wenn man weiß, wie wenig Staat und Gemeinde in Holland durch die lange Vernachlässigung des Schulwesens für die Erziehung des Volkes gethan haben, dann muß man staunen, daß die Tausende von Arbeitern, erbittert über die Herausforderungen des Unternehmertums, nicht die geringsten Ausschreitungen begingen. Das„ Amsterdamer Handelsblad" bringt einen Artikel, worin hierüber gesagt wird: * " Ebenso unglücklich verläuft ein_andrer Rettungsversuch. Um den Widerspruch zwischen der Zulassung der Besprechung über die Swinemünder Depesche und dem Verbot gegenüber der Essener und daß Graf Ballestrem überhaupt nicht präsidiert habe, als Dr. Schädler Breslauer Kaiserrede zu verschleiern, erzählen einige Blätter, die Swinemünder Depesche besprach, sondern der Vicepräsident Büsing. Dieser Hinweis sagt nichts Neues. Aber im Reichstag ist es schon seit dem Tage, da der Zusammenstoß des Grafen Ballestrem ist dies unverzüglich bei der Polizeibehörde, bei einem Wechsel des Wechselt der Erkrankte die Wohnung oder den Aufenthaltsort, so mit dem Abg. Vollmar erfolgte, allgemein bekannt, daß der Vicepräsident Aufenthaltsortes auch bei derjenigen des neuen Aufenthaltsortes, zur Büsing die Besprechung der Swinemünder Depesche zugelassen hat auf Anzeige zu bringen. ausdrücklichen Wunsch des Grafen Ballestrem, der diesen Wunsch seinem Zur Anzeige verpflichtet sind: 1. der zugezogene Arzt, 2. der Kollegen im Präsidium, als dieser ihn ablöste, zu erkennen gegeben Haushaltungsvorstand, 3. jede sonst mit der Behandlung oder Pflege hat. Ebenso ist allgemein bekannt, daß auch der Reichskanzler des Erkrankten beschäftigte Person, 4. derjenige, in dessen Wohnung von dem Vorhaben des Rbg. Schädler unterrichtet und auf seine oder Behausung der Erkrankungs- oder Todesfall sich ereignet hat, Antwort sorgfältig vorbereitet war. 5. der Leichenschauer. Die Verpflichtung der unter Nr. 2 bis 5 ge= Alle Flunkereien, den Grafen Ballestrem nachträglich zu säubern, nannten Personen tritt aber nur dann ein, wenn ein früher gesind vergeblich und aussichtslos. nannter Verpflichteter nicht vorhanden ist. -Die Anzeige fann mündlich oder schriftlich erstattet werden. Die Polizeibehörden haben auf Verlangen Meldekarten für schriftliche Anzeigen unentgeltlich zu berabfolgen. Weiter giebt der Gesetzentivurf ausführliche Bestimmungen über die Absperrung und Aufsicht für die verschiedenen Krankheitsfälle, desgleichen Strafvorschriften für Uebertretungen. Die agrarische Woche" hat am Dienstag mit der ersten Sizung des deutschen Landwirtschaftsrates begonnen. Herr " Der Verband( der Eisenbahner) hat bewiesen, daß er eine v. Podbielski war mit einem Schwarm höherer Beamten erschienen, fräftige Organisation ist, ausgezeichnet discipliniert und geleitet. um dem Agrariertum Aufwartung zu machen. In der ersten Keine einzige Gewalthat ist von dieser Seite ausgeübt, kein Miß- Sigung trat alsbald das Geplänkel zwischen den 7,50 Mart flang gehört worden. Ohne Zaubern that man, was man als Zöllnern und den regierungsfrommen Bewilligern des Antrages seine Pflicht den Mitarbeitern gegenüber ansah. Ohne Furcht Kardorffs in die Erscheinung. Kammerherr Abg. v. OldenourgEins der aufsehenerregendsten Kriegsgerichts- Urteile, die jemals stellte man dafür sein eignes Los aufs Spiel. Das hat allgemeine Januschau brachte einen Antrag ein, der bedauerte, daß der Ausschuß gefällt wurden, beschäftigte am Montag das Oberkriegsgericht Sympathie geweckt, weil der Mensch nun einmal so geartet ist, des Landwirtschaftsrates sich für ein Zurückgehen auf die Kardorff- Magdeburg als Berufungsinstanz. Es handelte sich um den Zollsäze erklärt habe, ohne das Plenum zu befragen. daß er etwas auf Kraft hält, die sich selbst beherrschen kann und fizzende, Graf v. Schwerin- Löwizz verteidigte den Ausschuß. nannten) Füsilier 3 ede vom 36. Regiment in Halle. Dieser Der Vor degenerierten"( wie ihn die militärischen Sachverständigen Maß zu halten weiß." Schließlich ging man mit erheblicher Majorität über den Miß- wurde, wie im„ Vorwärts" seiner Zeit mitgeteilt, vom KriegsEs ist übrigens von den Arbeiterorganisationen alles aufgeboten billigungs- Antrag zur Tagesordnung über. gericht daselbst wegen Simulation, Fahnenflucht, thätlichen worden, um einen ruhigen Verlauf des Streiks zu sichern, und nicht nur in Demnächst, im Cirkus Busch, wird der Groll des Bündler- Angriffs auf Vorgesetzte usw. zu der unglaublich hohen den eignen Reihen. Das Amsterdamer Gewerkschaftskartell hat auf Ver- tums sich heftiger entladen. Strafe von acht Jahren Gefängnis, Degradation usw. veranlassung von Soldaten den Minister telegraphisch ersucht, in den Ministerwise. Wie aus dem Stenogramm hervorgeht, hat Herr urteilt! Und das, obwohl zwei Sachverständige fonstatierten, Kantinen der konfignierten Truppen den Gebrauch starker Getränke v. Podbielski neulich gegenüber Herrn Kopsch, der scherzhaft daß 3. bereits früher in ein Irrenhaus gesperrt werden mußte, zu verbieten, um den Gefahren vorzubeugen, die erfahrungsgemäß vom„ Lausepavillon" sprach, im Abgeordnetenhaus wörtlich gefagt: weil er an der bei Soldaten so oft vorkommenden entstehen, wenn in unruhigen Zeiten Truppen zufammengezogen Jch möchte noch furz auf einen Punkt hinweisen, welcher in rankheit: Frühzeitiger Verblödung" litt!! Selbst während tverden und tagelang in ihren Quartieren liegen und dadurch zum Verbindung gebracht, ist mit dem Pavillon, dem der Herr Vor- der kriegsgerichtlichen Verhandlung hatte der Blöde allerlei Unfug Sein Ver Alkoholmißbrauch verleitet werdern. Von einer Antwort des redner so freundlich war, eine gewisse Bezeichnung bei- getrieben, die Richter angeulft, Unsinn gefchwazt usw. Ministers ist bis jetzt nichts bekannt geworden. zulegen.( Buruf.) Das weiß ich nicht; aber wenn die teidiger hatte gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Inzwischen den GefängnisHerren so mit diesem Namen ungehen, gewinnt es den Anschein, ist in der Haft der Angeklagte von den wärtern(!)„ beobachtet" worden. Die Resultate tamen in der daß fie dazu Beziehungen haben." Verhandlung am Montag zur Sprache und wirkten einfach verblüffend. Bemerkt fei, daß der Angeklagte auch in dieser Verhandlung für jeden Unbefangenen den Eindruck völligster Stupidität machte. Tänzelnd und schmunzelnd fam er in den Sitzungsfaal Eine ebenso gemeine wie dumme Denunziation findet sich in der getrippelt, formte aus Papier allerlei Kügelchen usw. und gab Konservativen Korrespondenz": apathische Antworten auf alle Fragen. Die Gefängnis„ Der Vorwärts" fündigt eine Separatausgabe der bekannten be amten sagten aus, der Angeklagte habe in der Belle Reichstags- Reden Bebels und v. Vollmars an. Verfassungsmäßig einmal seinen Unrat unter die Bant gemacht, mit bleiben allerdings wahrheitsgetreue Berichte über die Verhandlungen dem Löffel denselben breitgetnietscht" und sich in den öffentlichen Sigungen des Reichstags von jeder Ver- dann mit dem Gesicht hineingelegt! antwortlichkeit frei." Aber wir möchten bezweifeln, daß sich diese das sei weiter nichts Auffälliges!! Ferner habe er seinen Immunität auch auf die Verbreitung solcher Reden in Urin in den Wasser- Krug gethan und ausgetrunken. Broschürenform ausdehnt, die wie die Bebelsche, thatsäch- Auch das wollten sie nicht als Ausdruck von lich gegen das Strafgesetz verstoßen. Die Einzel- Geistes gestörtheit gelten lassen! Schließlich habe der verbreitung einer solchen Rede ist etwas ganz andres, als Angeklagte, der in der Zelle fortwährend die Gebärden des Fliegendie eines Verhandlungsberichtes. Die Absicht dieser Ver- fangens mache, an den Kaiser einen Brief geschrieben, worin breitung geht doch unzweifelhaft dahin, wie schon aus es u. a. hieß:„ Lieber Herr Kaiser! Mit Ihnen muß ich mal den Kommentaren der Bebelschen Rede in der socialdemokratischen reden. Ich warte hier schon seit 3 Wochen auf den Schurken von Presse ersichtlicht war Volk daß damit das im Arzt. Stalt ist's hier wie in einem Hundeloch nicht zum Ausrepublikanischen Sinne beeinflußt und gegen halten" usw. Auch das ist nach Ansicht der Beamten nichts die allerhöchste Person aufgereizt werden foll. Auffälliges!! Grinsend hört der Angeklagte dem zu und nimmt Die Verbreitung solcher Ausführungen, die nur durch die Reichs- kaum teil an der Verhandlung. tags- Immunität vor strafrechtlichem Einschreiten geschützt sind, in Man sollte nun meinen, das Gericht habe das Urteil nun sofort Broschürenform kann unmöglich als zulässig angesehen werden." umgestoßen, wie es in letzter Zeit bereits drei Urteile desselben Deutfches Reich. Die neue Marinetafel, die der Kaiser dem Reichstag gewidmet hat, giebt eine Gegenüberstellung der englischen und deutschen Flotte. Was ist die politische Absicht dieser Gegenüberstellung? Diese Frage muß gestellt werden, wenn man nicht annehmen soll, daß der Kaiser nur Zeichnenübungen bezwedt. Natürlich hat tres der gewaltigen Marinerüstungen der letzten Jahre der neue Marine- Etat fordert über 280 Millionen Deutschland vsa) weit weniger Panzerkolosse als England. Soll die Gegenüberstellung zu noch gesteigertem Flottenbautempo antreiben? Will man dem Traum nachjagen, daß Deutschland, die erste Landmacht, auch mit der ersten Seemacht in Marinekonkurrenz eintreten folle? Jüngst wieder hat der Reichskanzler im Reichstage bestritten, daß die deutsche Marinevermehrung ihre Spige gegen England richte. Welche Schlüsse wird man in England ziehen, wenn jezt der Kaiser zeigt, wie sehr ihn der Vergleich gerade der englischen Flotte mit der deutschen beschäftigt! Centrum und Wahlrecht. In der Reichstags Sigung vom Dienstag hat das Centrum sich um den Antrag auf Neu- Einteilung der Wahlkreise scheu gedrückt. Nachdem aber diese Partei von andrer Seite unmittelbar zur Erklärung über die Durchführung des gleichen Wahlrechts herausgefordert worden ist, wird sie im weiteren Verlauf der Debatte ihr Schweigen nicht fortsetzen können. Was aber wird das Centrum dazu sagen? Die Märkische Volkszeitung" giebt bereits eine Ausflucht an, deren sich das Centrum bedienen dürfte, wenn es nicht länger aus weichen kann. Das Centrumsblatt sagt: gung Nämlich: Beziehungen zu Läufen! Man weiß nun wenigstens, welche Art von Wigen gegenwärtig in höheren Streifen geschägt werden! " " Aber zu laffen. Die letteren Maßnahmen weisen darauf hin, daß das OberStriegsgericht an den ersten Gutachten der militärischen Sachverständigen starken Zweifel hegte und daß man alle Ursache hatte, den Blöden der militärischen Untersuchung zu entziehen. Man darf mit Recht gespannt sein, ob dieser notorisch Degenerierte wirklich die 8 Jahre absizen muß. Erstens enthielt die Rede Bebels feine Majestätsbeleidigungen, Striegsgerichts Halle kassiert hatte. Allein das geschah nicht. Dafür die Herr v. Ballestrem wohl schwerlich ungerügt hätte durch beschloß es auf Antrag des Verteidigers, den Angeklagten nochmals gehen lassen. Zweitens ist es bisher das Recht jedes durch zwei Sachverständige diesmal keine militäriStaatsbürgers, das Volt im republikanischen Sinne zu beschen! untersuchen und ihn inzwischen in eine Privatanstalt einflussen. Und endlich unterscheiden sich die parlamentarischen nicht wie das erste Mal im Militär lazarett unterbringen Broschüren, die von der Socialdemokratie herausgegeben werden, gerade dadurch von den bürgerlichen Flugschriften, daß sie im Sinne der Berfaffung, wahrheitsgetreue Berichte" bringen, weil sie Rede und Gegenrede mitteilen, während die Konservativen es nicht wagen, auch die socialdemokratischen Reden zu verbreiten. Das ist der Unter schied. Wir vertrauen nur der Macht der Wahrheit, vor der sich Erstens beruht die Gerechtigkeit überhaupt nicht in der unsre Feinde so sehr fürchten, daß sie nicht nur die Lüge und VerGleichheit und zweitens ist gerade der jezige Zeitpunkt für die lemmdung, sondern auch die rohe gesetzlose Gewalt gegen sie zu Hilfe Aenderung so ungünstig wie möglich. Es sieht ja so aus, als fei rufen. Schutz vor Schuhleuten! Aus Mannheim wird uns gegegenwärtig die ländliche Bevölkerung auf Kosten der städtischen schrieben: Ein schwerer Polizei lebergriff fand am Die Breslauer Landtagswahl- Resolution. Der uns jetzt vor- Montag vor dem hiesigen Schöffengericht seine Rektifikation. Bor und industriellen bevorzugt. Wollte man aber hier die„ Gleichheit" Herstellen, so wäre das eine schwere Benachteili- liegende Bericht über den schlesischen Parteitag bestätigt einigen Wochen fiftierte der Schutzmann Zeller auf der Neckarbrücke Die Ver- vollauf unfre gestrige Vermutung. Man hat die Resolution gegen die auf einem Geschäftsgang befindliche Frau des Schuhmacherder ländlichen Bevölkerung. treter der städtischen und industriellen Wahlkreise würden die bedingungslose unterstützung der Freiſinnigen nur deshalb ab- meisters they unter der Anschuldigung der wiederholten Bettelei Alle Unschuldsbeteuerungen der geim Reichstage in einer Weise das lebergewicht erhalten, die gelehnt, weil es Sache des Parteivorstandes ist, diese Fragen zu und führte sie zur Wache ab. feineswegs der Bedeutung der städtischen und ländlichen Be- entscheiden. Außerdem sah man an ihm eine nachträgliche Schul- ängstigten Frau, deren Mann seit bald 10 Jahren ein eignes Geschäft völkerung für das Staatswesen entspräche. An der bloßen Zahl meisterei des früheren Verhaltens der Breslauer Genoffen, außerdem betreibt und in den geordnetsten Verhältnissen lebt, halfen nichts, läßt sich diese Bedeutung doch nicht abmessen. Mit dem Ueber- verwies man auf den bevorstehenden preußischen Parteitag, der der Schutzmann ließ sich im Gegenteil noch zu unflätigen Redensarten gegen die Frau hinreißen, die sich auf ihre bald gewicht der nicht ländlichen Vertreter wäre ein Einfluß von ihnen unsre Landtagswahl- Taktik bestimmen wird. auf die Gesetzgebung zu befürchten, der dem platten Lande zu Ueber die Erfahwahl in Schleswig- Eckernförde liegt, wie wir zu erwartende Niederkunft bezogen. Auf der Wache hielt man schwerem Schaden gereichte. bereits gestern unter den letzten Depeschen mitteilten, nunmehr das die Sistierte einige Zeit zurück, bis es ihrem unterdessen auf Natürlich würde nicht das platte Land" Schaden haben von der amtliche Resultat vor, das mit um so größerer Spannung erwartet Requifition eines Bekannten herbeigeeilten Ehemann gelang, ihre Verwirklichung des gleichen Wahlrechts, sondern lediglich die Agrarier, werden mußte, als das offiziöse Wolfffche Bureau" so wundersam Entlassung zit erreichen. Die schwer gekränkten Eheleute fuchten fich abweichende Zahlenangaben gemacht hatte. Nach dem amtlichen durch eine Beschwerde gegen den Schuhmann Zeller für die ihnen die das platte Land ausbeuten. Die Neueinteilung der Wahlkreise Resultat erhielten: pethmann( fri. Vp.) 5124 Stimmen, widerfahrene Unbill Genugthuung zu verschaffen, und auch unser würde grade den kleinen Bauern und insbesondere den Arbeitern Hoffmann( Soc.) 4480 Stimmen, Graf te ventlow( B. d. 2.) hiesiges Parteiorgan nahm sich des Falles an, um den Leuten zu auf dem Lande die Erlösung bringen. Die Gegnerschaft des 3231 Stimmen, Hansen( natl.) 2952 Stimmen und Professor ihrem Recht zu verhelfen. Die Folge war eine polizeiliche StrafCentrums gegen die Neueinteilung beruht nur in der Gegner- Lehmann- Hohenberg 219 Stimmen.. verfügung von drei Tagen Haft gegen Frau Rhey wegen schaft dieser Partei gegen die Interessen der unbemittelten Land- Danach ist die Socialdemokratie die einzige Partei, Bettelus, und zwar wurde die Höhe diefes Strafmaßes ausdrücklich die bei der Wahl gut abgeschnitten hat. bevölkerung. Gegen Sie hat, da sie 1898 mit ihrem hartnädigen Leugnen(!) begründet. Bemerkenswert ist, daß das Centrumsblatt bei dieser Gelegenheit 4116 Stimmen erhalten hatte, 364 Stimmen gewonnen. Der diese Verfügung, die mit dem Ergebnis der polizeilichen Nachseine principielle Feindschaft gegen das gleiche Wahlrecht unvorsichtig reisinn, der 1898 5895 Stimmen erhielt, hat dagegen forschungen, die die Unhaltbarkeit der Angaben des Schußmanns die Agrarier der nachwiesen, durchaus unvereinbar waren, appellierte Frau Rhey an verraten hat. Wenn sich das Centrum zu den Gedanken bekennt, 771 Stimmen verloren. Aber auch daß„ Gerechtigkeit überhaupt nicht in der Gleichheit beruht" und schärferen und milderen Tonart haben zusammen 154 Stimmen ber das ordentliche Gericht und erzielte damit gestern vor den Schöffen loren, da Bündler und Nationalliberale zusammen 6188 Stimmen nach türzester Verhandlung ihre glatte Freisprechung unter daß die bloße Zahl" nicht das Maß der Wahlrechtserteilung erhalten haben, während der Reichsparteiler 1898 6337 erhalten Ueberbürdung der Kosten auf die Staatstaffe. Alle Behauptungen bestimmen dürfe, so ist das Centrum vollständig zu Anschauungen hatte. des Schuhmanns wurden von den vereidigten Zeugen aufs schärfste gelangt, von denen aus die konservative Feindseligkeit gegen widerlegt und sein Vorgehen gegen die Frau damit als schwerer llebergriff charakterisiert. das Reichstags- Wahlrecht ihre Begründungsversuche unternimmt! " Aussichtslose Entschuldigungsversuche Centrumsspiel. Während auf dem bayrischen Centrums Parteitage in München gegen den Staiser und das Kabinett Crailsheim losgezogen wurde, haben, wie liberale Blätter mitteilen, zahlreiche Centrums- Abgeordnete in den Ministerien Besuche abgestattet, um allerlei Anliegen für ihre Wahlkreise vorzubringen. Die Münchner N. N." bemerken dazu, kein Minister habe in diesen " " Husland. für den Grafen Ballestrem unternehmen nachträglich einige Regierungsmehrheit Nr. 2. Mano Negra und Dreyfus. Blätter. Die Kölnische Zeitung" entrüstet sich plötzlich, daß Paris, 31. Januar.( Eig. Ber.) Die klerikal- melinistische Oppo" Herr v. Bollmar wie der gesamte socialdemokratische Frattions- Tagen einem Centrums- Abgeordneten die Thür gewiesen, denn sie vorstand nicht nur den Reichstag, sondern die ganze öffentliche hätten, wie andre Leute, gewußt, daß die ganze Wut über das fition hat neben dem rechten Flügel des Blocs" die Regierung in Meinung in Deutschland in unerhörter Weise irregeführt habe". Die System Crailsheim eine lächerliche Farce war. Die Centrums- der Kultusbudget- Debatte gerettet. In der Debatte über das Budget unerhörte Irreführung soll darin zu finden sein, daß gesagt worden presse selbst empfindet diesen Widerspruch, und das Augsburger des Aeußern trat dieselbe Mehrheit Nr. 2", wie Genosse Sembat war, die Kaiserreden von Essen und Breslau wären im Reichs-| Centrumsblatt ruft ärgerlich aus:„ Wenn die Mitteilung richtig sein die gleichexParteigruppierung unter dem Kabinett Walded- Rousseau " benannt hat, wiederholt als Helfershelferin der Regierung gegen die Kerntruppen des Regierungskartells auf. darauf hin, daß die jeßige Methode, welche auf der Unfehlbarkeit der Führer bafiere, veraltet sei und wenigstens teilweise abgeändert werden müſſe. Belgien. Partei- Nachrichten. Die französische Botschaft beim Vatikan, sowie Der zehnte schlesische Parteitag fand Sonntag, den 1. Februar die Kredite für die katholischen Mönchsschulen im Drient im Breslauer Gewerkschaftshause statt. Aus dem Bericht der und in Ostasien( China) wurden von jener Hilfsmehrheit gegen 205 Den Beschlüssen der internationalen Zeitungs Konferenz find Agitationskommission entnehmen wir, daß die Zahl der organisierten beziv. 212 radikale und socialistische Stimmen votiert. Die Anträge nunmehr sämtliche Regierungen, die an derselben beteiligt waren, Genoffen eine Zunahme von 3500 auf 5000 aufweist, ungerechnet auf Streichung des ersten Kredits und auf Verwendung der italienischen und englischen Regierung liefen die Zustimmungen in die Presse der schlesischen Socialdemokratie hat in der Berichtswie aus Brüssel berichtet wird, beigetreten. Von der östreichischen, die auf Grund des Vertrauensmänner- Systems Organisierten. Auch Letzteren Kredite ausschließlich für weltliche Schulen und letter Stunde ein. Spitäler waren von der revolutionär- socialistischen Fraktion einperiode eine erheblich weitere Ausbreitung erfahren; die Auflage Die verbotene Inschrift. der gebracht worden. In der Debatte betonte Genosse Sembat wieder „ Volkswacht" erscheinenden Parteiblätter Die Brüsseler Arbeiterpartei hatte der im Berlage einmal die Schuld der Missionare an dem Boreraufstand in China beschlossen, ihren in der blutigen Nacht vom 12. April v. J. von den hat um 5450 zugenommen und die Auflage des Proletarier" Beim Punkt Reichstags= und ihre Räubereien mit dem Bischof Favier an der Spize im Ge- Kugeln der Gendarmen niedergestreckten Genoffen Fiérez und Demarez wahlen, über welchen Genosse Kühn- Langenbielau referierte, einen Denkstein zu setzen. Der Bürgermeister von Brüssel hat auf folge des China- Feldzuges, was ſeither im amtlichen Bericht des Anfrage geantwortet, daß der Magistrat gegen die Aufstellung eines wurde mitgeteilt, daß die Aufstellung der Kandidaten in Mittel- und Generals Voyron konstatiert wurde. Ferner bewies er an der Hand Denksteins an der betreffenden Stelle nichts einzuwenden habe, daß Niederschlesien nahezu vollständig erledigt ist. Wir teilen die Kandieines reichen Materials, daß die Missionen im Orient, an deren er aber die für den Stein bestimmte Inschrift nicht genehmigen informatorischen Vortrag über die nächsten preußischen Landtagsdatenliste unten mit. Genosse Bruhns Breslau hielt einen Spitze übrigens nicht französische Mönche stehen, mit Hilfe der könne. Die Inschrift sollte lauten:" Den Märtyrern des allgemeinen wahlen, an denen sich die Genossen mit aller Straft beteiligen wollen. diplomatischen Agenten der Republik die weltlichen Wahlrechts." Schulen franzöfifcher Bürger auf jede Weise niederzufämpfen suchen. Spanien. Nur ein Beispiel. In die französische von Jesuiten geleitete Zur Streifbewegung. Aus Barcelona wird vom Montag medizinische Fakultät zu Beyrouth wurden bis vor kurzem gemeldet: Heute abend wurde cine Versammlung von die Zöglinge französischer weltlicher Mittelschulen grundsätzlich nicht Arbeitervereinen abgehalten, um die Solidarität zugelassen. Diese Thatsache hat der Minister erst aus dem letzten mit den Ausständigen in Reus zum Ausdruck zu Bericht der Budgetkommission erfahren! Seine Agenten machen ja bringen. Die Versammlung, in welcher die meisten Redner den gemeinsame Sache mit den staatlich subventionierten Kongregationen. Beginn eines Generalausstandes befürworteten, artete schließlich in eine anarchistische Kundgebung aus, bei der zu Getvalt= Seither hat Delcaffé die Gleichberechtigung der weltlichen 3ög- thätigkeiten gegen die Befizenden aufgefordert wurde. linge anbefohlen, aber die thatsächliche Benachteiligung der letzteren Eine Meldung vom 3. Februar besagt: Der Ausstand in Reus bei den Prüfungen macht die ministeriellen Befehle illusorisch... und Umgegend dauert fort, doch glaubt man, daß heute eine Die eindringliche Beweisführung der revolutionär- socialistischen günstigere Wendung eintreten werde, da mehrere FabriRedner wurde in Bezug auf die Missionare von Dubief, dem links- kanten die Absicht kundgegeben haben, ihre Fabriken radikalen Berichterstatter des Budgets des Aeußern, energisch unter- wieder zu eröffnen und dabei auf die Unterstützung stützt. Aber die Mehrheit Nr. 2, worunter der dritte Teil des„ Blocs", der Behörden rechnen. Mehrere„ Rädelsführer" sind von der Polizei verhaftet worden. stimmte auf Wunsch der Regierung die revolutionär- socialistischen Anträge nieder. Nach wie vor gilt Gambettas Wort:„ Der Antiflerifalismus ist kein Ausfuhrartikel" auch für das im Inland flerifalfeindlichste französische Ministerium. Miller and blieb auch in diesen beiden Abstimmungen seiner ministeriellen Vergangenheit treu": im Gegensatz zu seiner" Fraktion und zur Mehrheit der bürgerlichen Linken stimmte er mit den KlerikalMelinisten. Türkei. Drohende Unruhen in Macedonien. Die Pforte teilte den hiesigen Botschaften einen Bericht des türkischen Handelsagenten in Rustschut mit, welcher meldet, daß sieben bulgarische Banden, 6730 Mann start, organisiert worden seien, und welcher die Namen der Führer der Banden und die Distrikte neunt, in denen sie operieren sollen. Die Hauptoperation soll vom Vilajet Saloniti ausgehen. Amerika. An andrer Stelle dieses Blattes sind die Verhandlungen über diesen Punkt besonders erwähnt. Die übrigen Verhandlungen waren nur geschäftlicher Natur. demokratie stellt folgende Kandidaten für die einzelnen WahlReichstags- Kandidaturen. Der schlesische Parteitag der Socialfreise auf: Bezirk Breslau. 1. Guhrau- Steinau- Wohlau: Genosse Johann MommertBreslau. 2. Militsch- Trebnik: Neukirch= Breslau. 3. Wartenberg- Dels: Neukirch- Breslau. 4. Namslau- Brieg: Schü- Breslau. 5. Dhlau- Nimptsch: Schü- Breslau. 6. Breslau- Dst: F. Tuyauer- Berlin. 7. Breslau- West: Ed. Bernstein- Berlin. 8. Breslau- Land- Neumarkt: Schütz- Breslau. V 9. Striegau- Schweidnitz: Feldmann Langenbielau. 10. Waldenburg: Hermann Sachse- Bochum. 11. Reichenbach Neurode: August kühn- Langenbielau. 12. Glaz- Habelschwerdt: Sühn- Langenbielau. 13. Frankenstein- Münsterberg: Kühn Langenbielau. In Niederschlesien: 1. Grünberg- Freystadt: Stolpe- Grünberg. 2. Sagan- Sprottau: Stolpe- Grünberg, 3. Glogau: Zimmer- Breslau. 4. Lüben- Bunzlau: Stolpe- Grünberg. 0 5. Lötvenberg: Steinarbeiter Staudinger Leipzig. 6. Liegniß- Goldberg- Haynau noch nicht besetzt. 7. Landeshut- Jauer- Boltenhayn: Kräßig- Landeshut. = 8. Hirschberg- Schönau: Feldmann- Langenbielau. 9. Lauban- Görlig: Keller- Görlig. 10. Rothenburg- Hoyerswerda noch nicht besetzt. Der Justizmord von 1883, begangen an den andalusischen Anarchisten im Prozeß der„ Mano Negra"( Schwarze Hand), bildet Negerhezze. Ein Laffan"-Telegramm meldet aus New York: hier den Gegenstund einer lebhaften Agitation. Nach einer Reihe Die immer stärker in Fluß geratende Bewegung gegen die Neger von Zeitungsartikeln, die die Campagne eröffnet haben, wurde eine macht auch vor Männern wie Booker T. Washington, dem große Versammlung einberufen, an der sich fast sämtliche hervor- Begründer der berühmten Erziehungsanstalt für Neger in Tuskegee ragendere„ Dreyfusards" als Redner beteiligten. Von socialistischer Superintendent von Florida hatte Booker T. Washington, der und Freunde des Präsidenten Roosevelt, nicht halt. Der StaatsSeite sprachen Jaurès, Pressensé, der den Vorsiz ein hervorragender Redner ist, eingeladen, bei der Verführte, und Sembat. Schon die Anfänge der französischen fammlung des Erziehungsfollegiums, das Die Kandidaten für Oberschlesien werden nach der Einigung mit des Erziehungsfollegiums, das am der Polnischen Socialdemokratischen Partei aufgestellt. Preßcampagne haben die spanische Regierung bewogen, 4. Februar in Gainesville zufammentritt, eine An= Cristobal Duran, einen der acht im Bagno von Centa sprache zu halten. Diese Einladung eines Negers durch einen Parteipresse. Die Volkszeitung" in Düsseldorf hat in den überlebenden Opfer, freizulassen. Es gilt jezt die Freilassung der Staatsbeamten erregte in dem ehemaligen Sklaven- lezten sechs Wochen gegen 500 neue Abonnenten und seit der Neuübrigen sieben Opfer und insbesondre auch die Revision des infamen halter- Staat Florida geradezu einen Sturm der gründung, das heißt seit noch nicht ganz zwei Jahren, hat fie an die Machenschaften der Inquisition erinnernden Prozesses zu ers Entrüstung, der sich in maffenhaften Proteftkundgebungen entlub. 2500 Abonnenten gewonnen. zwingen. Dieser Gedanke kam in den Reden und in der scharfen Mr. Washington zu untersagen, in der Sigung des Ammensen und Seesen wurde je ein Parteigenosse gewählt, Der Grafschafts- Superintendent sah sich denn auch genötigt, Gemeindewahlen. In den braunschweigischen Orten Bevern, Resolution der imposanten Versammlung zum Ausdruck. Erziehungs- Kollegiums zu spreche 11. in Seefen fam auch noch ein zweiter in aussichtsvolle Stichwahl. genoffe gewählt. Auch in Holzhausen im Kreise Siegen wurde ein ParteiM Die Versammlung ist aber in andrer Hinsicht von noch größerem Interesse, nämlich unter dem Gesichtspunkt der französischen Politit. Jaurès hat mit aller Deutlichkeit und Bestimmtheit die nicht mehr ferne Wiederaufnahme der Revisions campagne für Dreyfus angekündigt, und zwar auf Grund neuer Entdeckungen, die inzwischen gemacht worden wären:„ Neue Verbrechen werden ans Tageslicht kommen." Man werde dann sehen, daß die auf dem Marsche begriffene Wahrheit" sich nicht, wie manche Skeptiker gemeint, ermüdet am Saume des Weges niedergesetzt" hätte... Und Jaurès gelobte,„ bis ans Ende" für die gerichtliche Rehabilitierung von Dreyfus zu kämpfen. " Venezuela. Der Senatsausschuß hat infolge des Einspruches mehrerer republikanischer Senatoren die Ernennung des Negers Dr. Crum zum Bolleinnehmer in Charleston, die Präsident Roosevelt vollzogen hatte, noch nicht be= stätigt und seine Entscheidung darüber vertagt. Parlamentarisches. Budget- Kommission. " Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Deutsches Preßrecht. Das Reichs- Preßgesetz überläßt bekanntlich die Regelung des Plakatwesens der Landesgesetzgebung und daher kommt es, daß wir in Breußen in dieser Hinsicht noch mit einem Geseze aus dem Jahre 1851 behaftet sind. In diesem Gesetze heißt§ 9: Anschlagzettel und Plakate, welche einen andren Inhalt haben als Ankündigungen über gesetzlich nicht verbotene Versammlungen, über öffentliche Vergnügungen, über gestohlene oder verlorene Sachen, über Verkäufe oder andre Nachrichten für den gewerblichen Verkehr, dürfen nicht angeschlagen oder in sonstiger Weise öffentlich ausgestellt werden." Auf Grund dieser Vorschrift imtersagte die Polizei in FrankIn der Sitzung am Dienstag wurden die fortdauernden Ausgaben des Etats der Reichspost- und Telegraphen= Verwaltung erledigt. Fast alle Positionen wurden nach unerheblicher Debatte unverändert angenommen. Nur die Forderung Bowen ist damit einverstanden, daß die Verbündeten einen für den Erweiterungsbau in Riesa wurde vorläufig zurüdgestellt, da Monat hindurch vorzugsweise Behandlung erhalten, mit die Postbehörde noch nähere Erfundigung darüber einziehen furt a. M. den Anschlag eines Platats mit folgendem Inhalt: vorausgesetzt, daß sie den noch übrigen Punkten feines fann, ob nicht den Wünschen der dortigen Bevölkerung bezüglich Arbeitslosen- 3ählung. Vorschlages zustimmen und mit der sofortigen Auf einer günftigeren Lage der Hauptpost mehr Rechnung getragen hebung der Blockade einverstanden sind. Er hat den werden könne. Eine längere Debatte wurde hervorgerufen durch die An- Frankfurt a. M. und Vororten gezählt werden. Zu diesem Zwecke Sonntag, den 1. Februar 1908 werden die Arbeitslosen in Vertretern der verbündeten Mächte in dieser Hinsicht vor mehreren regung des Abg. Paasche, daß die Postverwaltung all- werden in allen Haushaltungen Nachfragen nach beschäftigungsTagen Mitteilung gemacht, hat aber noch teine Antwort er- jährlich cine angemessene Summe zur Berzinsung und Ab- lofen Personen gehalten und, falls solche vorhanden sind, Zähl= halten. Die Lage ist etwas kompliziert geworden tragung derjenigen Schulden verwenden möge, welche für die Zwecke farten zur Ausfüllung zurückgelassen. Es wird gebeten, die Zähldurch den gestrigen Eingang eines Telegrammes von Castro, des Post- und Telegraphenbetriebes gemacht worden find. Abg. farten sofort auszufüllen, da sie noch an demselben Tage abgeholt in dem dieser dem Wunsche Ausdruck giebt, alle Gläubiger Paasche wendet sich dagegen, daß man von Ueberschüssen der Post werden. An die Einwohner wird das höfliche Ersuchen gerichtet, sollen dieselbe Behandlung erfahren. Bowen wird die Ver- und Telegraphenverwaltung spreche. In Wahrheit haben wir es die Zähler bei ihrem schwierigen Amte zu unterstützen. Anmeldungen bündeten sofort mit dem Inhalt des Telegramms bekannt machen. hier mit einer Deficitwirtschaft zu thun. Der sogenannte Ueberschuß von freiwilligen Hilfskräften bitten wir an folgende Bureaus geFerner meldet ein Laffan- Telegramin" aus Washington vom stelle noch nicht einmal die sonst übliche Berzinsung des Kapitals langen zu laffen: Bergerstr. 118, Hinterhaus; Börsenstr. 20, parterre; 3. Febrnar: dar, mit dem die Post- und Telegraphenverwaltung arbeite! Bu Gewerkschaftshaus, Am Schwimmbad; Schmidtstube, Mainkai 12, Bei dem Besuch, den die Vertreter der Mächte wünschen sei es, daß in Zukunft ein flares Bild von dem finanziellen und Vollstüche Bockenheim, Bockenheimer Landstr. 185. Der Ausgestern dem Gesandten Boven abstatteten, verlas Ergebnis der Post- und Telegraphenverwaltung gegeben werde. schuß für die Arbeitslosenzählung: M. Bernhardt, Dr. Böhme, der britische Botschafter, Lord Herbert, eine leberschuß alljährlich diejenige Dies sei zu erreichen dadurch, daß von dem angeblichen Gewerkschaftssekretär 2. Dorschu, Arbeiterfekretär E. Gräf, fgl. Depesche vom britischen Minister des Auswärtigen, und als Ausgabe in Summe in Abzug gebracht Gewerberat Kliewer, Dr. Klumter, Prof. Dr. Pohle, Dr. M. Duard, Lord Lansdowne, worin die Bereitwilligkeit erklärt wird, den zur Verzinsung den Etat eingestellt werde, welche Thomas. und Amortisation der für die Zwecke Vorschlag bezüglich 30 Prozent der Zolleinkünfte der Post aufgenommenen Anleihen notwendig sei. Der kaiserliche Inhalts heutzutage lächerlich, so noch umsomehr das Verbot der Ist schon das Verbot des Anschlagens von Plakaten politischen anzunehmen, vorausgesetzt, daß die verbündeten Mächte Direktor im Reichs- Schatzamt Twele: So lange die Finanzlage Ankündigung einer Arbeitslosenzählung. Wenn zugegeben werden 20 Prozent und die andren Gläubiger 10 Prozent eine so schlechte wie jetzt sei und die laufenden Einnahmen nicht zur kann, daß die Polizeibehörde in Frankfurt den Buchstaben, ja vielleicht davon erhalten. Bowen lehnte diese Anregung ohne Bestreitung der laufenden Ausgaben reichen, würde jede Verkürzung sogar den wirklichen Sinn und die Absichten des Preßgesetzes von weiteres ab und wandte sich darauf in direkter Ansprache führen. Die Folge sei dann, daß eine größere Buschußanleihe auf daß ein solches Gesez heute noch zu Recht besteht. Im übrigen des Ueberschusses der Post nur zur Vergrößerung des Fehlbetrages 1851 für sich hat, so muß man umsomehr den Zustand verurteilen, an Lord Herbert, um ihm die Gründe für seine Ablehnung genommen oder die ungedeckten Matrikularbeiträge entsprechend er- aber wird es natürlich praktisch einfach dadurch beiseite geschoben, darzulegen. Er sagte, die Ansicht, daß man durch Blockaden und Be- höht werden müßten. Abg. Graf v. Stolberg- Wernigerode daß man die Bekanntmachung in allen Frankfurter Zeitungen als schießungen einen Anspruch auf Vorzugsbehandlung rechtmäßig schließt sich diesen Ausführungen an. Abg. Singer: Wenn die Kom- Inserat veröffentlicht. Wären unsre maßgebenden politischen Kreise crlange, könne er schon grundsätzlich nicht annehmen. Die Anerkennung mission die angeregte Resolution annehmen würde, werde die Regierung nicht in gar so rückständigen Polizei- Anschauungen befangen, dann eines solchen Grundsatzes würde durchaus gegen die Gesich ihr ja doch erst nach längerer Zeit anschließen. Inzwischen würden Gesetzesbestimmungen, die jedermann komisch findet und die bote der Civilisation verstoßen und außerdem die Ein- werde sich die Finanzlage foweit geändert haben, daß das Reich an zudem vollständig ihren Zweck verfehlen, schleunigst beseitigt. fügung dieses Grundfazes in das Völkerrecht zur Folge haben, wenn eine regelmäßige Tilgung der Schulden Herantreten könne. Gine alle Mächte ihm zustimmten. Gegen seinen Vorschlag sei eingewandt vernünftige Art der allmählichen Schuldentilgung sei aber dringend worden, daß er die verbündeten Mächte weitere 6 Jahre in ihrem damit bei den einzelnen Verwaltungen beginnen. Außerdem ent- Anlaß der Differenzen zwischen Ober- Verwaltungsgericht und notwendig. Wir werden sie um so sicherer bekommen, wenn wir unsres dortigen Parteiblattes, Genosse J. Borchardt, verurteilt. Aus Zu 200 M. Geldstrafe wurde in Königsberg der Redakteur Bündnis halten würde. Es würde große Ueberraschung und spreche die Anregung des Abg. Paasche dem Grundfage einer Stammergericht über das Verbot öffentlicher Versammlungen an BußBedauern verursachen, wenn allgemein bekannt geordneten Finanzwirtschaft, daß ein jeder Betrieb aus seinen Ein- tagen hatte seiner Zeit der Genosse Noste in demselben Blatte einent würde, daß Großbritannien auch nur daran gedacht nahmen das angelegte Kapital amortisieren müsse. Diesen Grundfas Artikel geschrieben, durch den sich der Oberpräsident der Provinz Osthabe, das Bündnis einen Augenblick länger habe 3. B. die Stadt Berlin schon seit jeher durchgeführt. Er preußen beleidigt gefühlt hatte. Noste war zu 300 M. Geldstrafe verals durchaus nötig bestehen zu laffen. Bowen schlug empfehle daher dringend, der Anregung des Abg. Paasche Folge zu urteilt worden und nachdem das Urteil vom Reichsgericht bestätigt dann Verweisung der Frage der Vorzugsbehandlung an das Haager geben. Die Abgg. Stockmann, Müller- Sagan, Müller- Fulda, Schwarze worden war, hatte Borchardt an die Mitteilung darüber einige Be Schiedsgericht vor und ersuchte um sofortige Aufhebung der Blockade. Lippstadt, Büsing und Frese versichern, daß sie zwar ebenfalls im merkungen geknüpft. Darin war in bedingter Form gesagt, was Diese Stellungnahme Bowens macht die Lage ernster als sie vorher jedoch könne diesem Gedanken erst bei der Beratung der all- fühlte sich hierdurch abermals beleidigt und auf seinen Antrag wurde Princip" für eine allmähliche Tilgung der Schulden des Reiches feien, Noste dem Oberpräsidenten vorgeworfen habe. Der Oberpräsident war. Nach der Beratung besuchte Bowen den Staatssekretär Hay gemeinen Finanzlage näher getreten werden. Sie empfehlen deshalb jetzt auch Borchardt verurteilt. und hatte mit ihm eine Besprechung. Hieraus wird geschloffen, daß daher, daß Abgeordneter Paasche die angekündigte Resolution Bowens Haltung die Ansicht der amerikanischen Regierung zum Aus- bis zur Beratung der allgemeinen Finanzlage zurückstellen Wegen öffentlicher Beleidigung zweier Beamten des Landdruck bringt. Der deutsche Geschäftsträger in Caracas ist hier an- möge. Abg. Paasche erklärt sich dazu bereit, wenn er auch fürchte, gerichts Bochum wurde Genosse Herzig dort unter Zubilligung gekommen und hatte eine Besprechung mit dem hiesigen diplomatischen daß eine allgemeine Schuldentilgung doch von Jahr zu Jahr hinaus- des Schutzes des§ 193 Str.-G.-B. zu 30 M. Geldstrafe verurteilt. Vertreter Deutschlands, Frhrn. Speck von Sternburg. geschoben wird, so daß wir schließlich auf diesem Wege in Wahrheit Herzig hatte gegen ein Urteil des Schöffengerichts, wonach er tegen feinen Schritt weiter kommen. Der Staatssekretär im Reichs- Bostamt Uebertretung des Vereinsgefeges zu 10 M. Geldstrafe verurteilt war, Kraette weist den Vorwurf der Deficitwirtschaft zurück. Die Post Berufung an das Landgericht eingelegt und da diese Berufung verarbeite zwar mit einem Kapital von 600 Millionen Mark. Aber selbst worfen wurde, so legte er Revision dagegen ein. Hierfür ist eine wenn man die Zinsen für diese ganze Summe dem Ueberschuß Frist von einer Woche vorgesehen. Am sechsten Tage dieser Frist gegenüberstelle, ergebe sich noch immer ein erheblicher Mehrbetrag morgens hatte Herzig die Revisionsanmeldung in einen BriefTeil dieses Kapitals nicht durch Anleihen aufgebracht, sondern aus aber erst zwei Tage später, also nachdem die Frist verstrichen der Einnahmen, also fein Deficit. Ueberdies sei der allergrößte kasten des Landgerichts werfen lassen. Die Anmeldung foll den regelmäßigen Einnahmen des Reiches entnommen. Nächste Sigung am Donnerstag. Frankreich. Jaurès teilt mit, daß er die von ihn erwähnten neuen Enthüllungen in der Dreyfus Affäre anläßlich der Debatte über die Gültigkeit der Wahl des Socialisten Sybeton, welche in 14 Tagen stattfindet, zur Sprache bringen werde. Der Ex- Oberst Picquart veröffentlicht in der„ Grande Revue" einen längeren Artikel über die Disciplin und die Be= strafungen in der französischen Armee. Er weist I war, dem Landgericht präsentiert worden sein, weshalb die Revision verworfen wurde. Herzig kritisierte dies in einem Bericht auf dem vorjährigen Provinzial- Barteitage in Hamm und durch die dabei gesprochenen Worte soll er die Beleidigung begangen haben. Aus Induftrie und Handel. Deutfches Reich. 12 Die Beweisaufnahme ergab, daß die Revision am sechsten Tage, alfo| währenden groben Schimpfereien doch ungleich stärker beleidigt habe, spräche nicht der Meinung der Mitglieder. In der zwei Tage vor Ablauf der Frist eingereicht sei. Das Landgericht als er den Meister, bekam er schließlich den Handschein mit dem Be- Sache selbst tönne nichts unternommen iverden, so lange man nicht hat aber zwei Brieffäften. Der eine trägt den Vermerk Staats- merken, er möge sich vorsehen, daß in Zukunft keine Klagen mehr wisse, was für Vorschläge zur Einigung gemacht würden. Diesen anwaltssachen. Dieser Vermerk ist jedoch, wenn man ihn nicht be- über ihn einlaufen, sonst würde ihm der Handschein dauernd ber- Ausführungen stimmte die Versammlung zu. Man nahm davon sonders sucht, kaum zu sehen. In diesen Kasten ist die Revisions- weigert werden. Durch diese mehrtägige Schererei auf dem Arbeits- Abstand, einen besonderen Protest gegen die Polemit der Einigkeit" anmeldung geworfen worden. Mindestens 24 Stunden hat es ge- nachweise war die dem Arbeiter angebotene Stelle in der zweiten zu beschließen und überließ es dem Vorstand, in dieser Hinsicht die dauert, bis bei der Staatsanwaltschaft die Auskunft bestätigt wurde, Fabrik aber bereits anderweitig besetzt worden, und so nüßte ihm nötigen Schritte zu thun. und, trotzdem sie an das Landgericht adressiert war, weitere 24 Stunden, der mit Ach und Krach erhaltene Handschein wieder nichts. Die che sie diesem präsentiert wurde. Demnach waren die Vorwürfe Familie des Arbeiters mußte eben weiter darben. Letzterer hat die im Getvertschaftshause eine Delegiertenversammlung ab. Vor EinCentralverband der Zimmerer. Die Zahlstelle hielt am Sonntag Herzigs, wenngleich nach Ansicht des Richters beleidigend, so doch leberzeugung gewonnen, daß die wiederholte Verweigerung des tritt in die Tagesordnung entspann sich eine lebhafte Debatte dem Sinne nach zutreffend. Scheins weniger ihre Ursache in der Differenz mit dem Meister hatte, darüber, ob diese Versammlung überhaupt kompetent sei, die Vorals vielmehr darin, daß er sein Recht bei dem Gewerbegericht ſuchte. standswahlen vorzunehmen. Seit dem 1. Oktober 1902 find fämtSo dient dieser berüchtigte Arbeitsnachweis nicht nur dazu. die liche Zahlstellen der Berliner Umgebung, someit für sie gleichmäßige Arbeiter wegen der Ausübung ihres Koalitionsrechtes zu verfehmen, Lohn- und Arbeitsbedingungen gelten, zu einer einzigen Zahlstelle sondern auch das Klagerecht wegen willkürlich vorenthaltenen Lohnes Der englische Eisenmarkt zeigt nach dem Bericht des Iron- soll ihnen durch Anwendung der Hungerpeitsche verleidet werden. verschmolzen, die in 20 Bezirke eingeteilt ist. Jeder Bezirk wählt monger" dieselben Züge, wie in den letzten Wochen. Der Umfang des An den Früchten dieser Art von Arbeiterbekämpfung werden die Delegierte, welche mindestens alle Vierteljahre zu einer Beratung zusammentreten und damit die früheren Generalversammlungen erGeschäfts, soweit Aufträge für spätere Termine in Betracht kommen, Unternehmer sich selber den Magen verderben. fetzen. Ein Bezirk hatte jedoch Einspruch gegen die vorzunehmende hat teine wesentliche Erweiterung gewonnen. Für amerikanische Vorstandswahl erhoben, weil er nur eine öffentliche Mitglieder- VerRechnung besteht noch immer Nachfrage und es wird als möglich an- Aussperrung auf der Werft des Bremer ,, Vulkan" in Begefack. sammlung hierin für zuständig hielt. Die Delegierten erklärten gesehen, daß weitere Anfäufe von Gießereiroheisen von Amerika aus Wie die Bremer Bürger- Zeitung" mitteilt, hat die Direktion des sich aber auf Grund des angenommenen Regulativs auch zur Vorvorgenommen werden. In günstiger Lage befindet sich der Schienen- Bremer Vulkan" 500 Arbeiter ausgesperrt. Die Ursache nahme der Vorstandswahl kompetent. Hierauf gab Kube den markt; die Preise für Schienen sind sehr gut gehalten. Für die dieser Aussperrung find nicht etwa Konflikte aus dem Arbeits- Kaffenbericht vom 4. Quartal v. J. Einnahme und Ausgabe Staatsbahnen von Siam sollen 30 000 Tonnen Stahlschienen in Auf- verhältnis, sondern die brutale Maßregel erfolgte, weil die Arbeiter balanzieren in der Summe von 50 316,97 M., der Bestand der trag gegeben werden, ferner find, wie das Blatt erfährt, kürzlich Auf- eine Pflicht der Bietät ausüben wollten. Sie wollten der Beerdigung Lokalfasse beträgt 39 451,32 M. Dem Kassierer wurde cinstimmig träge auf 85 000 Tonnen Schienen für Südafrika erteilt worden. eines ihrer Kameraden beiwohnen, aber die Direktion gewährte mur Decharge erteilt. Wegen der vorgerüdten Zeit mußte die Er Für Brückenbaumaterial hat sich die Nachfrage in der letzten Zeit ge- einem Teil der Arbeiter die freie Zeit dazu. Ungeachtet dessen stattung des Borstandsberichtes vertagt werden. Die alsdann vorsteigert. In Trägern liegen für mehrere Wochen Aufträge vor, und beteiligten fich sämtliche Arbeiter an der Beerdigung genommenen Vorstandswahlen hatten folgendes Ergebnis: An Stelle man nimmt an, daß beträchtliche Aufträge, welche vor einiger Zeit und die Folge war, daß sie insgesamt auf 5 Tage ausgesperrt des von der Provinzialkonferenz zum Gleiter bestimmten Kollegen in der Erwartung, daß ein Rückgang der Preise stattfinden werde, wurden. Nur diejenigen, welche Erlaubnis zur Teilnahme an der Knüpfer wurde Witt als erster Vorsitzender und an Stelle des in zurückgestellt wurden, nunmehr zur Ausführung gebracht werden Leichenfeier hatten, sollten weiter arbeiten. Diese erklärten sich aber der Generalfommission thätigen Staffierers Kube wurde Wellsom dürften. mit den Ausgesperrten solidarisch. Da die Direktion den Arbeitern als erster Kassierer gewählt. Sodann wurden gewählt: Reimann Die Goldproduktion Transvaals hat im Jahre 1902 mit einem volle fünf Tage lang die Fabrik verschließt, also aus eignem Antriebe als erster Schriftführer. Schulze als zweiter Worjibender, Kube, recht guten Resultat abgeschlossen, wenn auch die Ausbeute weit die Arbeit ruhen läßt, so kann die Verweigerung des Urlaubs zur dessen Mitwirkung im Vorstande auch fernerhin allseitig gewünscht hinter jener der beiden Jahre vor dem Kriege zurückbleibt. Nach Beerdigung feinesfalls in notwendigen Rücksichten auf den Betrieb wurde, als zweiter Kassierer, Siegmann als zweiter Schriftführer, dem Londoner„ Economist" belief sich der Gewinn im Randbezirk, zu suchen sein. Es sollte also einzig und allein der brutale Herren- als Revisoren Vergels, Kirchhoff und Beher- Nirdorf und als Koneinschließlich 6486 Unzen, die außerhalb dieses Bezirks gewonnen standpunkt gewahrt werden. trolleure Sommer und Schönborn. Die übrigen Wahlen wurden wurden, im Dezember 1902 auf 196 023 Inzen Feingold, während ebenfalls vertagt. im Dezember 1901 mur 52 897 Unzen gewonnen wurden. Die Gold erzeugung Transvaals in den einzelnen Monaten der letzten fünf Jahre in der Zeit von April 1900 bis Mai 1901 ruhte die Goldgewinnung betrug: In Unzen Januar. 1902 70 340 1901 1900 90 797 1899 410 145 Februar. 81.405 75 170 404 335 1898 313 826 297 975 März 104 127 85834 441 578 325 907 April. 119 588 439 111 335 125 Mai 138 602 7478 444 933 Juni. 142 780 19 779 445 768 Juli 149 179 25 959 456 474 August 162 750 28 474 459 709 September. 170 802 31 936 Ditober. 181 489 33 393 0 November 187 375 39 075 Dezember 196 023 52 897 411 762 19 906 61 780 73 670 Zusammen 1704 410 238 991 251 801 4069 166 Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. 344 160 844 670 859 343 876 911 384 080 400 791 393 310 419 504 4 295 602 Holzarbeiter. In der Holzbearbeitungsfabrik von H. Salge in Grabow bei Stettin find Differenzen ausgebrochen wegen Lohnherabsetzung und Maßregelung. Am 6. d. M. werden sämtliche Drechsler, Tischler und Maschinenarbeiter des genannten Betriebes die Arbeit niederlegen. Um Fernhaltung des Zuzuges erfucht die Zahlstelle Grabow a. D. des deutschen Holzarbeiter- Berbandes. Ein Streit der Schmiede ist wie uns ein Privattelegramm der Süddeutschen Waggonfabrit in meldet Kelsterbach( Hessen) ausgebrochen. Zuzug ist fernzuhalten. Achtung, Glasarbeiter. In der Glasfabrik Niech stein( Oberbayern) find Differenzen ausgebrochen, die zur Niederlegung der Arbeit führten. Unterhandlungen zur gütlichen Beilegung sollen bereits im Gange sein, doch ist Zuzug fernzuhalten. in Buchdruckerstreit zur Durchführung des Tarifs. In den beiden großen Buchdruckereien von Georgi und Sterden in Aachen ist ein Streit der Buchdruckergehilfen ausgebrochen, weil die Prinzipale sich weigern, sich der Tarifgemeinschaft anzuschließen und den vereinbarten Tarif zu zahlen. Die Buchdrucker- Organisation in Gera( Ortsverein des Verbandes) war vor längerer Zeit aus dem Geraer Getvertschaftskartell aus getreten. Den Anlaß dazu boten Differenzen mit dem Kartell, die aus unbedeutenden Ursachen entstanden waren. Jetzt hat der Ortsverein der Geraer Buchdrucker beschlossen, dem Kartell wieder beizutreten. Sociales. Nur Eine öffentliche Stuccateur- Verfammlung, die am Montag in Frantes Festsälen tagte, befaßte sich mit dem Thema: Unsere wirt fchaftliche Lage und wer ist berufen, unsre Interessen zu vertreten? Krebs, der das einleitende Referat hielt, führte aus, daß die Freie Vereinigung der Stuccateure, mit der die Arbeitgeber seiner Zeit die Tarifvereinbarungen getroffen haben, nicht berufen noch im stande fei, die Interessen der Stuccateure Berlins zu vertreten. Schon int vorigen Jahre hat eine öffentliche Stuccateur- Versammlung erklärt, daß dies Aufgabe der Filiale des Centralverbandes sei, und wurde dieser aufgetragen, eine einheitliche Grundlage für den Kampf um beffere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Der Vorstand der Filiale hat nun, da die Lohn- und Arbeitsverhältnisse dringend einer Regelung bedürfen, einen Tarifentwurf ausgearbeitet. Von der Forderung, die Accordarbeit gänzlich abzuschaffen, mußte aus Rüdsicht auf die Feinde im eigenen Lager Abstand genommen werden. Um auch die Werkstubenarbeiter in die Lohnbewegung einzubeziehen, hat die Filiale eine Wertstubenenquete veranstaltet. Von den 300 versandten Fragebogen ist leider ein Teil nicht an die Arbeiter gelangt und wahrscheinlich seitens der Firmen unterschlagen worden. 47 Werkstubenarbeiter haben die Fragen beantwortet. Fast alle äußerten sich für Herabfezung der Arbeitszeit auf 8 Stunden für iebt wird in den Werkjruben noch 9 bis 10 Stunden gearbeitet Erhöhung der Löhne und gegen die Zulassung der Accordarbeit. Der Redner ging dann auf einzelne Forderungen des Tarifentwurfs ein. Mit der gründlichen Beratung des Entwurfs foll in der am Die Täschner, Koffermacher, Galanterie- und Gürtelarbeiter haben 16. Februar stattfindenden Mitgliederversammlung der Filiale be vor zwei Jahren mit den Fabrikanten einen Tarif abgeschlossen, der gonnen werden. In der Diskussion befaßten sich noch mehrere am 15. Februar d. J. abläuft. Sie find geneigt, den Tarif wieder Redner mit der Freien Vereinigung und äußerten fich im Sinne des auf zwei Jahre abzuschließen, doch in Anbetracht der erhöhten MietsDie Hausordnung der Heilstätte Beelitz und unsre gestrigen Be Referenten. Diese Organisation, deren Leiter fich als die berufenen und Lebensmittelpreise wünschen fie eine geringe Erhöhung der merkungen dazu versetzen die ehemals Stummsche" Post" in eine Art Vertreter der Berliner Stuccateure aufspielen, war besonders zu der Löhne. Sie haben deshalb den Fabrikanten folgende Forderungen Unteroffizierstaferei, mit der wir natürlich nicht rechten wollen. Bersammlung eingeladen worden, aber nicht durch ein einziges Mitunterbreitet: 1. Eine allgemeine Lohnerhöhung von 10 Proz. Jene Sorte Rekrutenschinder, die einen Soldaten zivingt, den eigenen glied vertreten. Folgende Resolution wurde cinstimmig angenommen: „ Die öffentliche Versammlung der Stuccateure Berlins hält die 2. Für Ausgelernte im ersten Jahre 37 Bf. und im zweiten Jahre Stoth zu essen, ist moralisch gerade so viel wert, ivie der Kerl, der auf 42 Pf. pro Stunde. 3. Für die auf Rindleder arbeitenden Täschner unsre Mahnung, mit armen Lungenkranken wie Mensch mit Menschen Filiale Berlin des Centralverbandes der Stuccateure Deutschlands für die berufene Organisation, die in der diesjährigen Lohnbetvegung ein Mindestlohn von 50 f. 4. Für Nieter ein Mindestlohn von zu verkehren, schreiben kann: 55 P. 5. Für Stepperinnen ein Wochenlohn von mindestens 18 M. Die machtlüsterne Socialdemokratie mit freundlichem Zuspruche unsre wirtschaftlichen Interessen zu vertreten hat. Die Versammlung 6. Abschaffung der Accordarbeit und Berechnung des Lohnes nach zu bekämpfen, das wäre gerade so, als wenn man wilde Tiere mit erblickt in den heute entwidelten Grundzügen das Ziel, nach welchem in diesem Frühjahr den Unternehmern unfre Forderungen zu unterdem Durchschnittsverdienste des letzten Jahres. 7. Sonnabends eine Bucker zähmen wollte." Stunde früher Feierabend ohne Abzug. 8. Regelung des LehrlingsSolche Burschen haben natürlich für Humanität und Menschen- breiten sind, und erivartet demzufolge von allen Kollegen, daß sie sich wesens dahingehend, daß auf je drei Gehilfen nur ein Lehrling ge- würde kein Verständnis und wir sind weit entfernt davon, ihnen dieser Berufsorganisation anschließen, um machtvoll und geschlossen halten werden darf. 9. Errichtung eines paritätischen Arbeits- gegenüber das nutzlose Mittel freundlichen Zuspruches empfehlen zu für Verbesserung unsrer wirtschaftlichen Lage rechtzeitig eintreten zu nachweises. Die Vereinigung der Berliner Lederwaren- Fabrikanten wollen. Als Delegierten zum diesjährigen Bauarbeiterschuh- Nongreß hat sämtliche Forderungen bis auf Punkt 8 rundweg abgelehnt. Die Unternehmer erkennen zwar an, daß die Forderungen der wählte die Versammlung Wilhelm Schulz. Arbeiter sehr sachlich motiviert sind, doch könne eine Lohnerhöhung In einem Strafprozeß wegen ungenügend entschuldigter SchulGroß- Lichterfelde. In der Generalversammlung des focialnicht zugestanden werden, weil infolge der süddeutschen und teilweise versäumnis der Tochter des Angeklagten Start erkannte das Land- demokratischen Wahlvereins wurden in den Vorstand neu- refp. auch der ausländischen Konkurrenz die Branche seit ca. drei Jahren gericht Kiel auf Einstellung des Verfahrens, weil Schulversäumnis- wiedergewählt: P. Hopf, Borsibender; K. Borheimer, stellvertretender ziemlich lahm liege. Die Fabrikanten lehnen auch die Errichtung ftrafen keine kriminelle Strafen seien, sondern Exekutivstrafen, die Vorsitzender; H. Senst, Kassierer und F. Geisen- Kersting, SchriftDas führer. An Stelle des Bibliothekars wurde als stellvertretender des paritätischen Arbeitsnachweises ab, weil ein solcher nur für zur Erfüllung der Pflicht in der Zukunft anhalten sollten. Großbetriebe passend sei. Im übrigen erklären sie sich Stammergericht als Revisionsinstanz hob das Urteil wieder auf und Staffierer, welcher auch die Geschäfte der Bibliothek zu versehen hat, gegen jede Kommissionsverhandlung, im bei den Arbeitern verwies die Sache zur materiellen Entscheidung an das Landgericht. Lehmann gewählt; zu Revisoren A. Engel und Bethge; in die nicht falsche Hoffnungen zu erweden. zurück. In Uebereinstimmung mit dem Gerichtshof zur Entscheidung Lokalkommission Kloß und Theurig. Der Mitgliederstand beläuft Am Montag beschäftigte sich eine Versammlung der betreffenden von Kompetenzkonflikten feien Schulverfäumnisstrafen als triminelle fich auf 177 gegen 161 im Vorjahre; in der Generalversammlung neu aufgenommen wurden noch 5 Parteigenossen. Das DurchschnittsBranche des Sattlerverbandes mit dieser Angelegenheit. Es wurde Strafen anzusehen. alter der Mitglieder beträgt 32 Jahre. Die Einnahmen erhöhten allgemein befürwortet, an den minimalen Forderungen festzuhalten. sich im letzten Geschäftsjahre um 29,03 M. gegen das Vorjahr und Die Konjunktur sei durchaus nicht so schlecht, wie sie von den Fa brikanten gemalt werde, das beweise die volle Beschäftigung der Vor dem Schöffengericht in Gommern bei Magdeburg hatte beliefen fich auf 454 M. Die Ausgaben am Ort betrugen 122,31 M., Arbeiter und die vielen Ueberstumden in einer Reihe von Betrieben. fich die Frau eines Futterknechtes wegen Sachbeschädigung zu ver- während 515,76 M. an den Centralvorstand abgeliefert wurden. Bezüglich der süddeutschen Konkurrenz führte ein Redner aus: antworten. Ihr Mann arbeitete im Jahre 1901 bei dem Amtsrat Bestand 12,87 M. Er habe unlängst bei einem Thüringer Fabrikanten gearbeitet. S. Fließ in Sarith im Kreise Jerichon I. Laut Anzeige des Dieser beschäftige wenig Gehilfen, dafür aber viel Lehrlinge und Herrn Amtsrates soll sie den Fußboden der Dienstwohnung auf noch viel mehr Mädchen, welche den jämmerlichen Lohn von 5 bis gerissen und verfeuert haben. Der Fußboden bestand aus 6 M. pro Woche erhalten. Lohnaufbesserungen aber lehnte der Mann Siefernknüppeln, die mit Lehm verschmiert ab, indem er sich auf die Konkurrenz der Berliner Fabrikanten berief. m a ren Die Frau gab die That zu. Zur Entschuldigung sagte Dieses Beispiel beweise zur Genüge, was man von dem Konkurrenz sie, daß fie in großer Not gewesen sei, do ihr Mann nur 8 Mart Notschrei zu halten habe. Es seien dieselben Ausflüchte wie vor Wochenlohn bekommen habe. zwei Jahren, nur daß die Antwort in eine etwas höflichere Form Der angerichtete Schaden beträgt 4 bis 6 M., die Strafe der gekleidet ist. Frau 20 M. Das Wesen der Schulverfäumnisstrafen. Aus dem Junkerparadiese. Verfammlungen. fönnen." Ober- Schöneweide. Am Mittwoch hielt der Wahlverein hierselbst eine gut besuchte Versammlung ab, in der Herr Schütte einen Vortrag über: 3ivei Lockspiel" hielt. Der Vortrag wurde sehr beifällig aufgenommen, doch hatten die meisten Anwesenden erwartet, Redner würde michr auf die letzten Ereignisse eingehen, Aufgenommen wurden 22 Mitglieder. Letzte Nachrichten und Depefchen. 50 Prog. Dividende. Hannover, 3. Februar.( W. T. B.) Der Aufsichtsrat der " Continental Cautchouc und Guttapercha Co." beschloß, der am 30. März stattfindenden Generalversammlung ein Dividende von Dynamit- Explosion. Bur einstimmigen Annahme gelangte schließlich eine Resolution, durch welche die Lohnkommission beauftragt wurde, die Fabrikanten nochmals zu einer Besprechung einzuladen. Bei Ablehnung der selben soll das Einigungsamt angerufen werden. Falls auch dieser Der Verein der Zimmerer Berlins und der Umgegend hielt am Schritt ergebnislos bleibt, so behält sich eine spätere Branchen Sonntag eine außerordentliche Generalversammlung ab, um über bersammlung die notwendige Entscheidung vor. Der Vorsitzende eine Umänderung der Beitragsleistung zu beraten. Der Vorstand 50 Proz. gegen 45 Proz. im Vorjahre vorzuschlagen. teilte noch mit, daß die Täschner usw. diesmal auf ernstere Differenzen beantragte hierzu, daß statt des bisherigen Wochenbeitrags von mit den Fabrikanten gefaßt seien, und daher schon jetzt der Haupt- 40 Pf. für 21 in das Winterhalbjahr fallende Wochen ein Beitrag vorstand des Verbandes wie auch die Berliner Gewerkschaftskommission von 30 Pf., für die übrigen 31 Wochen des Jahres ein solcher von Budapest, 3. Februar. In der Ortschaft Sztraffo im Trentfiner von dem gegenwärtigen Stand der Dinge unterrichtet sei. 50 Pf. eingeführt werde. Für das laufende Jahr sollte jedoch diese Der Arbeitsnachweis der Metallindustriellen, das sogenannte Beitragsleistung so geregelt werden, daß im Jahresdurchschnitt keine Komitat explodierte infolge unvorsichtigkeit im Hause eines SteinSchwarze Stabinett" in der Gartenstraße, ist nachgerade zu einem Erhöhung, sondern eine fleine Erniedrigung eingetreten wäre. bruch- Arbeiters eine Schachtel mit drei Kilogramm Dynamit. Das gemeingefährlichen Unternehmer- Institut geworden. Kürzlich wurde Außerdem wurden noch acht verschiedene Anträge eingebracht, die Haus wurde vollständig zerstört und im Umkreise von 100 Meter ein Arbeiter, der seit 10 Monaten auf einem größeren Elektricitäts- teils eine Umänderung, teils die Beibehaltung der jetzt bestehenden sämtliche Fenster demoliert. Zwei im Hause wohnende Arbeiter werk im Norden der Stadt beschäftigt war, von seinem Meister ent- Beitragsleistung beztvedten, teils auf eine Erhöhung des Eintritts- wurden getötet. Tassen. Da man ihm widerrechtlich den Lohn für mehrere Stunden geldes gerichtet waren. Nach langer Diskussion lehnte die VerGlasarbeiter- Streit in Sicht. verweigerte, so verklagte er die Firma bei dem Gewerbegericht. Sturz fammlung jedoch mit 148 gegen 76 Stimmen jede Umänderung der vor dem Termin wartete ihn der Vertreter der Firma ab und erklärte Beitragsleistung ab. Einstimmig erklärte sich die General- VerCharleroi, 8. Februar.( B. H.) Ein neuer Ausstand der Glasihm, es würde wohl ficher nicht zu seinem Vorteil ausschlagen, daß er sammlung mit der Ueberweisung von 2000 W. an die streitenden arbeiter steht bevor. Die Glasfabriken von Marimont haben durch vom 1. Februar ab wegen solch paar Pfennigen die Klage eingereicht habe. Der Termin Zimmerer in Küstrin einverstanden. Dann wurde von dem Startell- Maueranschläge belannt gemacht, daß wurde dann umständehalber vertagt. Inzwischen hatte der Arbeiter delegierten Päsler die Frage einer Einigung der lokalen eine Lohnreduzierung von 15 Prog. erfolgen soll. Falls die BeVor= dingungen nicht angenommen werden sollten, würden die Fabriken in einer andren Fabrit Arbeit bekommen und ging nach dem Arbeits- und centralen Gewerkschaften und die im nachweis der Kühnemänner, um sich den erforderlichen Handschein zu värts" und der Einigkeit" geführte Polemit zur Sprache vom 1. März geschlossen werden. Da diese Bedingungen von den holen. Derselbe wurde ihm jedoch verweigert. Nach dreimaligem gebracht. Der Redner erklärte, daß die Einigkeit" fid) ungefchickt Arbeitern nicht acceptiert werden, ist ein Streit unausbleiblich. Vorfragen mußte er dann zu dem Geschäftsführer Hauptmann a. D. und in einer Weise zu der Frage geäußert habe, die für die bes " " Steffel hinauf, der ihm ein Schreiben der von ihm beklagten treffenden Organisationen nicht von Vorteil sei. Ebenso rügte der Stuttgart, 3. Februar.( W. T B.) Die Kammer der Abgeordneten Firma vorlas, laut dessen er wegen angeblicher Beleidigung feines Geschäftsführer Fischer die ungefchidte Art der Polemik, wie nahm die Boltsschul- Novelle nach Ablehnung der socialdemokratischen früheren Meisters in die schwarze Liste eingetragen war. Auf die sie von der Redaktion der„ Einigkeit" geführt wird. Was in und demokratischen Anträge nach dem Regierungsentwurf an, welcher Bemerkung des Arbeiters, daß der Meister ihn durch seine fort der„ Einigkeit" ausgeführt worden fei, ent- lan der geistlichen Ortsschulaufsicht festhält. Berantwortl. Redakteur: Carl Zeid in Berlin. Inferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlaasanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 29. 20. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. 249. Sigung. Dienstag, den 3. Februar 1903, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesraistische: Graf Posadowsky. Vicepräsident Graf Stolberg- Wernigerode eröffnet die Sitzung Vicepräsident Graf Stolberg- Wernigerode eröffnet die Sigung und knüpft daran folgende Mitteilungen: Se. Majestät der Kaiser hat dem Reichstag als Geschenk zu überweisen geruht eine Gegenüber stellung der englischen und der deutschen Linienschiffe, Panzerkreuzer und Panzerdeckfreuzer mit den Unterabteilungen: in der Heimat, im Mittelmeer, im Auslande, Reserve. Ich werde Seiner Majestät dem Kaiser den Dank des Reichstages abstatten. Die unter Glas und Nahmen befindlichen Darstellungen werde ich im Kuppelraum der Wandelhalle zur Ansicht der Herren aus stellen lassen. Am 1. d. M. ist im Alter von beinahe 86 Jahren der Staatsminister Dr. von Delbrück entschlafen. Er war einer der Mitbegründer des Deutschen Reiches, und mit ihm ist der letzte der großen Männer aus jener großen Epoche von uns geschieden. Meine Herren! Sie haben sich zum Gedächtnis des Verstorbenen von Ihren Plägen erhoben. Ich stelle das hiermit fest. Das Haus tritt darauf in die Tagesordnung ein: 3 weite Beratung des Etats, und zwar zunächst des Etats des Reichstags. Abg. Dr. Pachnicke( frs. Vg.): über Mittwody, 4. februar 1903. feine Beschränkung der Minderheit; sie sollte nur Mißbräuche der Abg. Dr. Dertel( f.): Es ist hier nicht der Ort zu künstlerischen Geschäftsordnung zur Vergewaltigung der Majorität abwenden. Urteilen das Reichstags= Gebäude. Ich finde nicht, daß ( Lachen bei den Socialdemokraten.) es wie ein Zeughaus aussieht, sondern wie ein Die neuen Bestimmungen entsprechen lediglich dem Sinne und monumentaler Bau, mit dem die Voltsvertretung zufrieden sein Geiste der Geschäftsordnung. Aenderungen, welche wie diese den kann. Der Herr Vorredner hat es bemängelt, daß Fürst Bismarck in Zweck haben, einen sachlichen Fortgang unsrer Verhandlungen zu Uniform vor den Reichstag gestellt ist. Wir haben den Herrn neu in der Geschäftsordnung ist, ist die, daß der Präsident nicht uniform eines preußischen Generals. sichern, werden wir stets begrüßen. Die einzige Bestimmung, die Reichskanzler Fürst Bismard nie anders kennen gelernt als in der Herr Bebel hat sich weiter mehr verpflichtet ist, einem jeden Mitgliede des Hauses das Wort über die verflossenen Herrscher bei Portal II aufgehalten. Ich weiß zur Geschäftsordnung zu geben. Bisher aber hat der Herr nicht, ob er vielleicht dort lieber die Standbilder lebender bedeutender Präsident eine Aenderung seiner Machtbefugnisse Barlamentarier aufgestellt wissen will.( Große Heiterkeit.) noch niemals ausgenugt( Große Unruhe und leb= Abg. Beckh- Koburg( frf. Vp.): Mit Pickelhaube und Säbel haben Wenn wir doch wohl den Fürsten Bismard hier nie gesehen.( Große after Widerspruch bei den Socialdemokraten.) Cr bei bestimmter Veranlassung das nicht erteilt hat, so geschah dies in Uebereinstimmung Wort Heiterkeit), so aber ist er vor den Reichstag gestellt. mit der Ansicht der übergroßen Wehrheit dieses Hauses, weil sonst eine geordnete Weiterführung der Geschäfte nicht möglich gewesen Abg. Singer( Soc.): wäre. Der Etat des Reichstages wird hierauf bewilligt. Es folgt der Etat des Reichskanzlers. Zu den fortdauernden Ausgaben Titel 1 liegt eint Antrag Dr. Barth( frs. Vg.), Dr. Müller- Sagan( fr). Vp.) vor, die Regierung zu ersuchen, sie möge dem Reichstage alsbald Herr Bachem hat seine Behauptung, daß der Präsident niemals einen Gefeßentwurf betreffend die Neu- Ginteilung der von seiner Befugnis, das Wort nicht zu erteilen, Gebrauch gemacht Reichstagswahlkreise unter Berücksichtigung der seit habe, auf einen Zuruf nachher dahin eingeschränkt, wenn er es gethan Gründung des Deutschen Reiches erfolgten Verschiebung der Behat, dann hat er es nach Ansicht der Mehrheit mit Recht völkerung vorlegen. Abg. Dr. Spahn( C.): Der Reichstag hat im Laufe dieser gethan. Es ist ihm da ein Wort entschlüpft, welches den gegenwärtigen Zustand so recht kennzeichnet. Das ist das Malheur, daß Legislaturperiode verschiedene Anträge mit großer Majorität anwir jetzt einen Präsidenten der Mehrheit haben, während wir früher genommen. Einem davon, dem Antrag zur Sicherung des Die Bemerkungen, die ich zu machen habe, beziehen sich zunächst einen Präsidenten des Reichstages hatten.( Sehr richtig! bei den ablgeheimniffes, hat jetzt zu unsrer Freude der BundesSocialdemokraten.) Sämtliche Herren Präsidenten haben von ihrer rat seine Zustimmung erteilt. Um jeden Verdacht der auf die Geschäftsordnung. Ich will dabei nicht auf den Befugnis meinem Freunde Bebel und mir gegenüber Bevölkerung zu zerstreuen, wäre es sehr erwünscht, wenn auch be= materiellen Inhalt der Geschäftsordnung eingehen, nicht schildern, Gebrauch gemacht.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) stimmte Vorschriften über Größe und Gewicht der wie die Dezemberſtürme die Verfassung des Reichstags verwüstet Also das Gegenteil von dem ist wahr, was Herr Bachem be- Wahlzettel in das neue Reglement aufgenommen würden.( Lebhaben und wie Männer von juristischem Gewissen die Verlegungen hauptete. Die beschlossenen Aenderungen der Geschäftsordnung haftes Bravo! im Centrum, sehr richtig! links.) Es liegen aber der Geschäftsordnung beurteilt haben. Ich habe lediglich im Auge find nicht durch das Verfahren der Minorität erzwungen, sondern auch noch andre Beschlüsse des Reichstags vor, über die wir bisher die Veranstaltung einer Ausgabe unsrer Geschäftsordnung, die mehr enthält als die bloßen Paragraphen. Wir schwebt durch den Willen der Majorität, die Redefreiheit einzuschränken, um teine Auskunft erhalten haben, so über die Diäten vorlage nicht etwa ein Kommentar unsrer Geschäftsordnung vor, wohl aber zu dem erstrebten Ziele des Zolltarifs möglichst bald zu gelangen. und die Anträge Hompesch und Limburg- Stivum betreffend Auf( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Das muß um so öfter hebung des Jesuitengesetzes. Der Gewährung von Diäten wird Anmerkungen zu den einzelnen Paragraphen, festgestellt werden, als gerade Herr Bachem immer versucht, die Schuld sich die Regierung nicht mehr entziehen können, nachdem von Hinweise auf Verhandlungen, von seiner Partei abzuwälzen. Wir wollen doch über lex Aichbichler höchster Stelle der Ruf nach Arbeitervertretern Hauses usw. Man könnte dabei das schon vorhandene Hand- und lex Gröber nicht vergessen, daß die Mehrheit noch ganz andre Gine Aeußerung zum Jesuitengeses hat uns Graf Pojadowsky einigen Erweiterungen vervielfältigen. Im Bureau des Reichstages gesetzwidrige Auslegung der Geschäftsordnung. Lesen Sie doch die nahmegesetz ist, geht daraus hervor, daß ein Jesuit, dem der Kaiser werden ja schon jetzt alle einschlägigen Vorgänge mit großer Auf- Auffassung der Juristen über den Antrag Kardorff, das, was ein für seine Verdienste um das religiöse Wohl der deutschen Strieger in merksamkeit verfolgt. Eine gänzliche Revision unsrer Geschäfts- Liszt z. B. drrüber geschrieben hat, der doch gewiß nicht im Ver- China eine China- Denkmünze verliehen hatte, zur Empfangnahme ordnung wird sich ja auf die Dauer nicht verwerten lassen. Für dacht steht, Socialdemokrat zu sein. Mein Wunsch also, daß die neue der Münze auf ein Schiff gebeten werden mußte. Hätte der Kaiſer eine solche wird die von mir gewünschte Ausgabe die passendste Geschäftsordnung als Denkmal dafür neu gedruckt werde, was eine ihn auf deutschem Boden dekorieren wollen, so wäre er über das So wird man ja dem Präsidenten auf die Parlaments majorität, wenn es sich um Erreichung materieller Ziele Jesuitengesetz gefallen.( Hört! hört! im Centrum.) Dauer nicht Befugnisse lassen können, die in ihrer Hand- handelt, fähig ist zu leisten, war durchaus gerechtfertigt.( Beifall bei Reichskanzler Graf Bülow: habung den Reichstag auf das Niveau einer Volksden Socialdemokraten.) versammlung bringen müssen. Eine solche Ausgabe könnte sich auswachsen zu einem Handbuch der parlamentarischen Bragis, wie es in England besteht. Des Weiter komme ich auf die Pragis der Eisenbahnen und Eisenbahnbeamten gegenüber den Reichstags- Abgeordneten. Vielfach stehen Eisenbahnbeamte, besonders Unterbeamte, den Freilarten der Abgeordneten mit völliger Verständnislosigkeit und Ratlosigkeit gegenüber. Besonders die Handhabung der Gepäckbeförderung verursacht den Beamten oft Verlegenheiten. Von feiten der beteiligten Verwaltungen sollte die Aufmerksamkeit der Eisenbahnbeamten erneut auf diese Verhältnisse gelenkt werden, etwa durch einen Erlaß, der ihnen die Befolgung der vorhandenen Vorschriften nochmals einschärft. Das Privileg freier Reise der Abgeordneten zwischen dem Wohnsitz und Berlin ist ein so dürftiges und kümmerliches, daß man sich die Ausübung dieses Privilegs nicht auch noch erschweren Abg. Singer( Soc.): Tassen sollte. ( Der Reichskanzler Graf Bülow ist inzwischen im Saale er schienen.) ergangen ist. Der Herr Vorredner hat die Diätenfrage berührt und hat für den Antrag des Reichstags auf Zahlung von Anwesenheitsgeldern namentlich praktische Gesichtspunkte angeführt, wie die ErAbg. Liebermann v. Sonnenberg( Ant.): Wie nützlich auch die leichterung der Auswahl geeigneter Kandidaten, einen stärkeren lex Aichbichler und die Fünfminuten- Redezeit war, die neue Ve Besuch der Reichstagssigungen und damit eine Förderung der ſtimmung, daß der Präsident auch einem Abgeordneten das Wort parlamentarischen Geschäfte. Ich habe gegenüber einzelnen Mit zur Geschäftsordnung versagen darf, muß jedenfalls beseitigt gliedern dieses hohen Hauses feinen Zweifel darüber gelassen, und werden, denn allwissend ist der Präsident nicht, er kann nicht will auch hier gern bekennen, daß ich mich diesen Zwed wissen, was ein Abgeordneter sagen will. mäßigkeitsgründen nicht verschließe( hört! hört! Abg. Dr. Müller- Sagan( frs. Vv.) ersucht den Präsidenten um links), ihnen vielmehr erheblichen Wert beimesse, wenn auch Nachprüfung, ob die Meldung richtig sei, daß während der Zolltarif- nach den in den andern Parlamenten gemachten Erfahrungen der Verhandlungen 15 Reichstags Diener, die gerade am Erfolg der Maßnahme nicht ganz sicher erscheint. schwersten zu thun hatten, die den übrigen Dienern gewährten wenn ich von der unbedingten Nüglichkeit der Gewährung Ertradiaten von zwei Mart pro Tag nicht erhalten von Diäten völlig überzeugt wäre, so stehe ich dieser Frage doch hatten. Redner tritt weiter für Besserstellung der amtlichen gegenüber als oberster Reichsbeamter, der über die Interessen und Anschauungen der verbündeten Stenographen, von denen einige immer noch nicht etatsmäßig ategierungen nicht weggehen kann, sondern ihnen gestellt seien, ein. Den Beschwerden über die Absperrung der Ab- entsprechend seine Haltung einzurichten hat. geordneten von der Außenwelt kann ich mich nur anschließen. Auch Der Beschluß des Reichstages vom 9. oder 10. November 1901 die Reſtaurationsverhältnisse sind trotz der wiederholten Klagen noch fordert die Aenderung eines Artikels der Reichsverfassung, welchem immer nicht genügend. von den Schöpfern der Reichsverfassung besonderes Gewicht beigelegt wurde. Ich brauche hier auf die Geschichte des Artikels 32 der Abg. Ledebour( Soc.): Aber auch, Was die Anregung des Herrn Vorredners betrifft, so kann ich nur wünschen, daß dieser Reichstag nicht eine Revision der Geschäftsordnung vornimmt. Denn bei dieser Mehrheit Tann die Geschäftsordnung nur verschlechtert werden.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Das einzige, was ich befürworten Es ist begreiflich, daß Dr. Bachem und seine Freunde unter der Reichsverfassung nicht näher einzugehen. Wir alle wissen, daß die möchte, ist, daß diese Geschäftsordnung neu gedruckt wird, damit vom Abg. Singer erwähnten Verfügung nicht so sehr leiden, wie Diätenlosigkeit als notwendiges Korrelat der fie ein dauerndes Denkmal für die glorreiche Thätigkeit der Reichstags- diejenigen Parteien, die in Berlin vertreten find. Jene Verfügung Vorschrift des allgemeinen, gleichen, geheimen mehrheit auf diesem Gebiete bildet. Ueber die Behandlung von seiten schafft zweifellos Zustände, die der Abgeordneten unwürdig sind. Wahlrechtes gedacht war, und wenn auch die Ansicht von der Eisenbahnbeamten haben wir unsrerseits teine Klage zu führen. Ich möchte weiter darauf hinweisen, daß unbedingt die Schreib- der Zweckmäßigkeit der Diäten im Laufe der letzten Jahre sicherlich Im Gegenteil, ich habe mich manchmal gewundert, wie bereitgelegenheiten in den für die Abgeordneten bestimmten Räumlichkeiten an Boden gewonnen hat, so vertreten doch auch heute noch willig die Leute sich einfach damit begnügen, daß sie die Starten zu vermehrt werden müssen. In normalen Zeiten, wenn nur 30 bis zahlreiche Politiker von zweifellos nationaler Gesinnung grundsehen bekommen. Was ich wünschte, wäre nur, daß die Ab- 40 Abgeordnete hier anwesend find( peiterkeit), mögen ja die vorfäglich den Standpunkt, daß eine Anstrebung der Diäten ohne den geordneten endlich freie Fahrt auf allen Bahnen handenen Schreibzimmer genügen, bei etwas stärkeren Besuch aber Ausgleich einer Aenderung des Wahlrechts nicht zu gewähren sei. des Reiches belämen, damit sie z. B. die Lokalitäten, findet man alle besetzt. Weiter mache ich darauf aufmerksam, daß der( Sehr richtig! rechts.) Also z. B. der Einführung einer Altersgrenze für die sie Millionen bewilligen sollen, vorher selbst Teppich im Sizungsfaal niemals aufgenommen und geklopft werden für das aktive Wahlrecht oder einer Wahlpflicht. Alles Vorschläge, in Augenschein nehmen tönnen.( Sehr richtig! bei den kann. Was würde wohl ein Arzt oder ein Hygieniker zu diesem Zustande bie meines Erachtens auf eine Mehrheit in diesem Hohen Hause kaum Socialdemokraten.) Redner tritt des weiteren dafür ein, daß die fagen! Vielleicht läßt sich ein Linoleumteppich mit Filzunterlage an zu rechnen haben werden. Ferner bedenken Sie auch, daß die verSilfsbeamten des Reichstages, welche nur für die bringen. Redner weist ferner auf die elektrische Beleuchtung des bündeten Fürsten beim Abschluß des Bundes zu Gunsten der ReichsDauer der Session angestellt sind, für die Zeit, wo der Sizungssaales hin, das blendende Licht verursacht manchem Ab- einheit auf wertvolle Rechte verzichtet haben. Unter diesen UmReichstag nicht tagt, eine Art ar tegeld bekommen, da es geordneten Augenschmerzen. Die Restaurationsräume für die Abständen ist es begreiflich, wenn die Neigung für eine Maßnahme, diesen Beamten sehr schwer sei, im Sommer eine andre Beschäftigung geordneten, die auch vielfach getadelt worden find, sind noch geradezu welche zweifellos, namentlich im Hinblick auf die Entstehung der zu finden. Gold gegenüber dem Restaurationsraum für die Preise Verfassung, eine tiefgehende Aenderung der Reichsverfassung bedeutet, Weiter möchte ich hinweisen auf den dritten Teil der Ver- Es giebt dort nur einige wenige Gerichte à la carte, die, vie mir teine große ist. Ebenso zweifellos ist es, daß jede Aenderung der fügung des Präsidenten vom 7. Dezember vorigen Jahres versichert ist, meistens lauwarm sind. Der Raum selbst ist des Reichs- Reichsverfassung gründlichster und reiflichster Prüfung bedarf, wie über die Aufrechterhaltung der Ordnung im Reichstage. tags direkt unwürdig; es ist ein kleiner enger Raum, in dem eine denn überhaupt einschneidende grundsägliche Verfassungsfragen Danach dürfen Personen, die einen Abgeordneten zu große Anzahl von Herren, die hier angestrengt beschäftigt sind, event. nicht ohne die zwingendsten Umstände ausgetragen werden müssen. sprechen wünschen, den Reichstag nur dann betreten, wenn ihre Mahlzeit einnehmen müssen. Der Raum hat den Beinamen Aus diesen Gründen bin ich heute noch nicht in der Lage, die Zusie eine Legitimation von dem betreffenden Abgeordneten haben. Ententeich bekommen.( Heiterkeit.) Nicht, um irgend welche idealen Stimmung des Bundesrats zu dem Beschluß dieses hohen Hauses Die Konsequenz dieser Verfügung ist der Abschluß der Beziehungen zur Schloßgegend auszudrüden, sondern weil der Maler wegen Gewährung von Anwesenheitsgeldern aussprechen zu können. Abgeordneten vom Verkehr. Sie führt zu ganz unhalt- fich den Scherz gemacht hat, Enten an die Wände als Dekoration Was mn die Anträge der Herren Grafen Hompesch und Grafen baren Zuständen.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Ich zu malen.( Heiterfeit.) Es muß ein würdiger Restaurationsraum Limburg Stirum angeht, so habe ich das Nachstehende zu sagen. bitte den Präsidenten, diesen Teil der Verfügung, der geradezu eine für die Presse geschaffen und weiter auf den Restaurateur eingewirft Die Zulaffung aller Angehörigen des Ordens der GesellQuarantäne für die Abgeordneten anordnet( Heiterkeit), auf- werden, daß er den Journalisten dasselbe Essen giebt, wie den Abschaft Jesu dürfte aus den Gründen, die den Erlaß des Gesetzes zuheben und Vorkehrungen zu treffen, wonach den be- geordneten. Auf den verbauten Zugang durch den Tiergarten zum vom 4. Juli 1872 herbeigeführt haben, die zustimmung treffenden Personen der Eintritt in das Reichstagsgebäude Reichstag hat schon Herr Gamp im vorigen Jahre hingewiesen. Der verbündeten Regierungen nicht finden. Da ermöglicht und es der Entscheidung des Abgeordneten über- Troßdem er ein einflußreiches Mitglied der Nechten ist( Heiterkeit), gegen bin ich der Ansicht, daß die konfessionellen Tassen wird, об er jemand empfangen will oder nicht. ist nichts geschehen. Wenn aber vielleicht einmal ein Prinz, der mur Verhältnisse innerhalb des Deutschen Reiches Auch für dringende Fälle im Geschäft oder in der Familie alle zehn Jahre einmal in den Reichstag tommt, Ihnen einen es nicht längernotwendig erscheinen lassen, einzelne eines Abgeordneten ist das notwendig. Die Verfügung ist erlassen solchen Wunsch äußerte, wäre die Säche am folgenden Tage gemacht. Deutsche Staatsbürger deswegen, weil sie der Gesellschaft ans Anlaß der außergewöhnlichen Vorgänge im Dezember, die zu( Beifall bei den Soialdemokraten.- Prinz Heinrich ist inzwischen in Jesu angehören, unter ein Ausnahmegesetz zu stellen oder einem Ansturm auf die Tribünen führten. Heute haben aber der Hofloge erschienen, wohin sich zu einer Begrüßung alsbald der gegenüber folchen Angehörigen dieses Ordens besondere Ausnahmegewiß alle Parteien ein Intereffe daran, daß dieser Teil der Ver- Vicepräsident Graf Stolberg begiebt.) befugnisse zu verfügen. Ich glaube vielmehr, daß die allgemeinen fügung aufgehoben wird.( Beifall bei den Socialdemokraten.) Reichs- und Staatsgesetze genügen werden, um den kirchlichen Frieden zwischen den beiden chriftlichen Bekenntnissen zu sichern. In diesem Sinne werde ich, so weit ich Einfluß auf die Zustruktionen der preußischen Stimmen im Bundesrat habe, zu den vorliegenden Abg. Dr. Bachem( C.): 4 Abg. Dr. Pachnide( frs. Vg.): Auch ich möchte empfehlen, daß den Unterbeamten des Reichstags für die Zeit, in der keine Sigungen Die Verfügung des Präsidenten vom 7. Dezember v. J. war durch stattfinden, irgend eine Sublevation gewährt wird. Die Aenderung die damaligen außergewöhnlichen Verhältnisse vollkommen gerechtfertigt. der Geschäftsordnung, wonach der Präsident nach freiem Ermessen Der durch die Sensationsluft des Publikums hervorgerufene un das Wort zur Geschäftsordnung erteilen oder verweigern kann, ist Initiativanträgen des Reichstags Stellung nehmen. gesunde Andrang zu den Tribünen hat damals die Abgeordneten geradezu ungeheuerlich. Aber freilich, die Mehrheit erzwang diefe Abg. Dr. Spahn( C.): Wir im Centrum erachten es für recht Die Ver- Geschäftsordnungs- Aenderungen, um den Solltarif ohne jede wirl- und billig, daß das ganze Jesuitengefez aufgehoben werde. in ihrer Bewegungsfreiheit empfindlich beeinträchtigt. Eine staatsrechtliche fügung hat nach meiner Erfahrung jene unangenehmen Erscheinungen, liche Specialberatung durchzubringen. ( Sehr richtig! im C.) Trotzdem glaube ich im Namen des ganzen von denen Abg. Singer sprach, nicht gezeitigt.( Buruf bei den Autorität wie Professor Laband hat das Vorgehen( zur Reichstages dem Reichskanzler danken zu sollen, weil ein Beschluß, Socialdemokraten: Doch!) Da aber kollege Singer diese Be- Mehrheit) als geschäftsordnungswidrig und ungerecht schwerden vorgebracht hat, so wird der Präsident gewiß gerne bereit gebrandmarkt.( Große Unruhe und Gelächter bei der Mehrheit.) der vom Reichstag ist, die Zustimmung des Bundesrats finden soll. Besonders danke ich dem Reichskanzler für seine Erklärung sein, die damalige Verfügung noch einmal zu Dies Brandmal haftet auf der Mehrheit!( Höhnisches Besonders danke ich dem Reichstanzler für seine Erklärung namens der deutschen Katholiken. Freilich empfindet revidieren, um etwaigen Wißständen abzuhelfen. Was die unteren Beamten des Reichstags anlangt, so fann Abg. Dr. Spahn( C.) weist darauf hin, daß der Reichstag in das katholische Bolt das Jesuitengesetz als einen Dorn, der ihm erst dann völlig ausgezogen wird, wenn das ganze Geletz aufgehoben ein Bezug auf die etatsmäßige Austellung seiner Beamten denselben wird. Aber hoffentlich ist die Aufhebung des§ 2 des Jejuitenich Herrn Singer darin beistimmen, daß auch wir Jnteresse daran haben, die alten Beamten zu erhalten. gesetzlichen Bedingungen unterliege, wie jede andre Behörde. Ich wünschte auch, daß ein Weg gefunden werde, der die Vicepräfident Büfing: Das Präsidium wird alle geäußerten gesetzes ein Anfang, dem in allen Bundesstaaten die Gewährung Der vollen konfessionellen Barität und die Beseitigung auch aller bisher in der That nicht befriedigende Stellung dieser Be Wünsche und Anregungen in Erwägung ziehen. amfen etwas verbesserte. Die Beschwerde des Herrn Dr. Pachnicke Abg. Bech- Koburg( fri. Vp.) äußert Wünsche in Bezug auf die einzelstaatlichen Ausnahmebestimmungen folgt.( Beifall im C.) Abg. Baffermann( natl.) erklärt die Zustimmung seiner Freunde über die Eisenbahnbeamten beruht wohl nur auf einem ganz ver Ausschmückung des Reichstags- Gebäudes, deren langsamen Fortgang einzelten Fall. Der Behauptung des Herrn Singer, daß die Minder- er tabelt. Der Reichstag sieht jetzt aus wie ein Zeughaus zu dem angekündigten Gesetzentwurf betr. die Sicherung des Wahlheit durch Aenderungen der Geschäftsordmmg bergewaltigt worden( Heiterkeit.) Beim Portal II find ganz im Dunkeln eine Anzahl geheimnisses. Die Frage der Diätenbewilligung sei gerade jetzt vor sei, muß ich entschieden widersprechen.( Lachen bei den Socialdem.) von Statuen verflossener Heerführer oder Herrscher angebracht, die den Neuwahlen spruchreif. Nach der heutigen Erklärung des ReichsAuch die Beschränkung der Redezeit zur Geschäftsordnung bedeutet niemand erkennen fann. Sie wirken dort wie Statiften.( Heiterkeit.) Tanzlers sei die Bewilligung von Diäten ja in nicht allzu ferner Gelächter rechts.) gehen man Abg. v. Bollmar( Soc.): " Dort aber ist das man Der Ende vorigen Rit zu erwarten.( Widerspruch links.) Redner erörtert ferner die Krone aufnehmen kann, hat 108 441 und Berlin VI gar 142 226| ärztlichen Standesvereine Berlins, die Gutachten hervorragender tage der Wahlkreiseinteilung und die im Laufe der Jahre Wahlberechtigte, d. H. zehn- bis zwölfmal so viel wie Deutsch- Krone. Autoritäten gehen nun dahin, daß, soll die Krankenfürsorge nicht cingetretenen Verschiebungen. Er schließt damit, daß seine Partei Ist es nun überhaupt berechtigt, daß jeder Wähler von Deutsch- leiden, einem dirigierenden Arzt nicht mehr als 100 bis höchstens es ablehne, sich auf den Boden des Antrags des Abg. Barth Krone ein zehn- bis zwölfmal so großes Wahlrecht wie Bochum- Gelfen- 150 Kranke zugeteilt werden dürfen. Als daher im Jahre 1894 der zu stellen. firchen oder Berlin besitzt; so hoch ist das Verdienst, den Abg. Gamp hier: Magistrat aus Anlaß des Ablebens des damaligen Direktors des Abg. Fürst v. Bismarck( b. f. F.) her geschickt zu haben, doch wohl nicht zu bewerten.( Große Heiterkeit.) teilt die Bedenken des Grafen Bülow und des Bundesrats gegen" chnlich liegt es auch in vielen andren Kreisen. Es ist deshalb Moabiter Krankenhauses die Deputation für die städtischen Krankendie Bewilligung von Diäten für die Reichstagsmitglieder. An der schlechterdings erforderlich, mit Wahlkreis- Reformen vorzugehen, um anstalten wegen einer Neuorganisation der Krankenhäuser beDiätenfrage fei 1867 die ganze Verfassung beinahe gescheitert. Die endlich eine repräsentative Bersammlung herzustellen, die wirklich fragte, entschied sich die Deputation dafür, sowohl für die innere Erfahrungen mit dem allgemeinen gleichen Wahlrecht seien ein Abbild und nicht ein Zerrbild der Verhältnisse im Deutschen wie für die äußere Station neben dem ärztlichen Direktor nicht so beruhigend, daß Diäten bewilligen dürfe. Reiche darstellt.( Sehr richtig! links.) In andren Ländern koordinierte dirigierende Aerzte anzustellen. Der Magistrat widerAuch liberale Blätter sind der Meinung, daß Diäten das Niveau ist es ganz selbstverständlich, daß von Zeit zu Zeit eine setzte sich diesem Beschlusse und wollte nur die Anstellung je eines des Reichstages nicht heben werden. Eine Alenderung der bestehenden Neueinteilung der Wahlkreise, oder, was auf dasselbe Oberarztes" für beide Stationen konzedieren. Dieses Zugeständnis Mißstände wird anzubahnen sein in der Richtung, auf die das hinausläuft, eine Erhöhung der Zahl der Abgeordneten fand aber nicht die Billigung der Stadtverordneten- Versammlung. englische Parlament Hinweist. Dort beträgt die Beschluß- stattfindet. In Frankreich, Amerika, Belgien und der Schweiz sind fähigkeits- Biffer nur ein Sechzehntel der Abgeord- folche Reformen zu verzeichnen. Selbst bei uns in Deutschland hat Die Meinungsverschiedenheit wurde schließlich durch ein Komneten Zahl. So weit wollen wir natürlich nicht man sich in den Einzelstaaten, wenigstens in Süddeutschland, dazu promiß erledigt. Für die inneren Abteilungen wurde die Anstellung das würde ja auch eine Veränderung der Ver- bereit finden lassen, entsprechend der Veränderung der Bevölkerungs- eines dirigierenden Arztes vom Magistrat zugestanden; der Direktor fassung bedeuten. Ich würde schon allein deswegen gegen zahl die Wahlkreise zu vermehren. In Bayern ist eine solche der chirurgischen Abteilung blieb dagegen unumschränkt. Die ZuDiäten stimmen, weil andernfalls das Reich der social- Neueinteilung der Wahlkreise von der großen Mehrheit des teilung eines Oberarztes", der die Poliklinik selbständig leitet, demokratischen Parteitasse sehr große Summen Landtags, einschließlich des Centrums, ins Auge gefaßt den Direktor in Behinderungsfällen vertritt und ein etwas höheres zuwenden würde.( Lachen bei den Socialdemokraten.) Jch worden, und dabei liegen die Verhältnisse in Bayern noch nicht Gehalt bezieht als die Assistenzärzte, änderte daran nichts, denn gratuliere der Weisheit der Majorität der verbündeten Regierungen, so schlimm wie bei uns, da dort die letzte Regelung im Jahre 1875 unter normalen Verhältnissen darf der Oberarzt nur diejenigen daß fie das, was vor 36 Jahren hochgehalten wurde, auch heute noch stattgefunden hat.. In Preußen liegen die Verhältnisse noch stranken behandeln, die ihm vom Direktor überwiesen werden und als richtig anerkennen!( Rebhafter Beifall rechts. Zischen bei den schlimmer wie selbst im Reich. Socialdemokraten.) Centrum für unsre Forderung der Wahlkreis-§ 10 der Dienstinstruktion bestimmt ausdrücklich:" Der chirurgische reform nicht zu haben. Hier im Reichstag aber rechnen wir Direktor ist befugt( aber nicht verpflichtet), dem Oberarzt eine Abteilung, auf das Centrum. Hat doch Herr Schädler neulich gesagt, daß seine Pavillon oder Barade zur selbständigen Behandlung zu überlassen." Dr. Spahn hat dem Reichskanzler im Namen des ganzen Reichs- Partei das allgemeine, geheime, direkte und, wie er ausdrücklich Der Oberarzt darf ferner nicht mit der vorgesezten Deputation direkt tages gedankt für sein Zugeständnis betreffend des Jeſuitengeſehes. hinzufügte, gleiche Wahlrecht nicht verkümmern lassen werde. In verkehren, sondern untersteht in allen Beziehungen dem Direktor. Meine Parteigenossen können sich diesem Dant nicht an diefer ungerechten Wahlkreis- Einteilung liegt aber eine Verkümmerung schließen. Wenn das Centrum so bescheiden geworden der Gleichheit des Wahlrechts, wie sie schlimmer nicht gedacht werden inneren Stationen besteht seit 1894 bis heute. Diese verschiedenartige Organisation der chirurgischen und ist, daß es sich in einer principiell so wichtigen Frage, um fann. Das Centrum als Partei für Wahrheit, Freiheit und Recht Jahres erfolgte Tod des Prof. Dr. Hahn ist Veranlassung gewesen, die es jahrzehntelang getämpft hat, mit einer solchen wird sich einer solchen Forderung der Gerechtigkeit, wie sie Jahres erfolgte Tod des Prof. Dr. Hahn ist Veranlassung gewesen, Abschlagszahlung begnügt, so ist das seine Sache. Wir Social- unser Antrag will, nicht entziehen können. Daß die beiden die Frage von neuem aufzurollen. demokraten stellen uns auf den rein principiellen Stand- konservativen Parteien feine besondere Neigung finden werden, sich Vom Antragsteller und den Freunden des Antrages wurde mit punkt. Wir verurteilen jedes Ausnahmegesez, ob es uns oder andre unfrem Antrag anzuschließen, darüber gebe ich mich keinen Jllusionen Nachdruck ausgeführt, daß seit 1894 die Verhältnisse sich sehr erhebtrifft. In dieser Frage liegt nicht nur ein, sondern viele Beschlüsse hin, umsoweniger, seit wir gesehen haben, mit welchem Entsetzen die lich zu Ungunsten der Kranken verändert haben. Die Zahl der auf des Reichstags vor. Es ist mir aus den letzten Jahren übrigens Herren, besonders ihre Presse, schon die Ankündigung vernommen der chirurgischen Station im Friedrichshain befindlichen Kranken ist kaum ein Fall bekannt, in dem ein deutscher Jesuit ausgewiesen haben, daß einmal mit dem Mißbrauch bei den Wahlen in Bezug feit 1892/93 von 3585 Kranken auf 4127 gestiegen. Der Krankenworden wäre.( Zuruf im Centrum: doch!) Das ändert ant bestand auf der Station, der am 1. April 1893 252 betrug, betrug meiner Berurteilung des Gesetzes nichts. Denn ob ein Jesuit mehr auf das Wahlgeheimnis eine kleine Aenderung eintreten soll. Ich habe noch einige allgemeine politische Bemerkungen zu oder weniger im Deutschen Reiche wirkt, Die Operationsfrequenz betrug im die Herren vom Centrum machen. Es wird bei der jetzigen Zoll- und Handelspolitik der Re- am 31. März 1902 338. mögen entschuldigen; einer der Ihren, ich glaube es war Herr gierung eine außerordentlich schwierige Aufgabe Jahre 1892/93 904, im Jahre 1901/02 1325 Operationen, oder, v. Örterer, hat ja einmal gesagt:„ Wir sind alle Jesuiten" ein, überhaupt noch neue Handelsverträge zu wenn nur die im Operationssaal vorgenommenen Operationen gezählt ( Große Heiterfeit) das ist vollkommen gleichgültig. Freilich bekommen. Wenn überhaupt Handelsverträge abgeschlossen werden, 674 bezw. 1161. muß ich sagen, daß ich die Stellung Dr. Spahns einiger werden, so fürchten wir, daß sie außer dem Namen Handelsvertrag Die Vornahme dieser sehr hohen Zahl von Operationen ermaßen begreife. Praktisch hat er, was er will, und principiell hat nichts enthalten werden, was der Mühe wert ist. Die auswärtigen schöpft jedoch keineswegs die Thätigkeit eines chirurgischen Direktors. feine Partei den außerordentlichen Vorteil, daß das Staaten treten jezt ebenfalls mit neuen hochschutzzöllnerischen Zoll- Es gehört zu ihr: die präcise Diagnosenstellung; die Bestimmung Jefuitengesetz fortbesteht und sie noch immer darauf tarifen hervor. Ueberall werden die Kürassierstiefel angezogen, und herumtrampeln kann.( Große Heiterkeit.) Wenn Sie( zum mun kommt es darauf an, wer dem andern am besten auf die ob, wann und wie eine Operation gemacht werden soll, die so Centrum) wieder den Antrag auf Aufhebung einbringen, werden wir Hühneraugen treten kann.( Heiterfeit.) Das nennt wichtige Nachbehandlung, die Beaufsichtigung des Personals und des Sie wieder unterstützen. In der Diätenfrage will der Reichs Sie Einleitung zu neuen Handelsverträgen.( Sehr gut! Unterrichts der Pflegerinnen, die Ausbildung der Assistenzärzte, Kanzler auch heute noch nicht die Zustimmung des Bundes- links.) Zum Ueberfluß wird dem Reichskanzler feine die außerordentlich bedeutsame Thätigkeit der Ausstellung der zahlrates befürworten. Was sich aber gewiße Sente vor schwierige Aufgabe von seinen eignen Freunden in der reichen Unfallatteste, die für die spätere wirtschaftliche Lage der 36 Jahren bei der Verweigerung von Diäten gedacht haben, allerschlimmsten Weise erschwert. Ueberall werden die schutz- Kranken häufig genug von ausschlaggebender Wichtigkeit sind, eine fann uns heute durchaus gleichgültig sein. Uns Social- zöllnerischen Instinkte in der schlimmsten Weise wachgerufen. Thätigkeit, die jest mehr und mehr vom Direktor auf den Oberarzt, demokraten hat Die Diätenlosigkeit absolut nichts ge Wir verlangen eine Rückkehr in die Bahnen gesunder Vernunft( Dho! von diesem auf die Assistenzärzte herabgleitet; schließlich und nicht schadet. Wir haben unsre Mandate außerordentlich vermehrt und rechts), in die Bahnen der Caprivischen Handelsverträge.( Beifall zum mindesten die Besuche bei den Kranken. Nimmt man die auch weiterhin die schönsten Aussichten dazu. Der Reichskanzler fints.) führte als weiteren Grund an, daß zwei große Fraktionen sich nach denkbar niedrigsten Ziffern an, daß ein Direktor sich nur zweimal Abg. Richter( frs. Vp.): iwie vor gegen Diäten erklären. Die Regierung scheint ja die wöchentlich bei den Kranken sehen läßt und rechnet man für dieſe Konservativen so sehr als maßgebende Parteien zu beDer Abgeordnete Fürst Bismarck hat für die Diätenlosigkeit trachten, daß sie nichts gegen beren willen zu unter- die Gründe vorgebracht, die sein Herr Vater schon seiner Zeit anzu- Besuche inklusive der Untersuchung, der Diagnose, der Indikationsnehmen wagt. Man sollte glauben, die Erfahrung mit den führen pflegte. Er hat nichts hinzugelernt.( beiterfeit.) stellung und der Nachbehandlung nur fünf Minuten für jeden Konservativen auf wirtschaftspolitischem Gebiete hätte sie doch Ein mildernder Umstand ist allerdings, daß wir so selten Kranken, so erhält man bei dem oben angegebenen Krankenbestand sehen, und für jeden Tag der Woche eine Arbeitszeit von 84 Stunden, einigermaßen zweifelhaft machen sollen. Der wahre Grund, die Ehre haben, ihn hier unter iveshalb die Konservativen gegen Diäten sind, ist find, ist ihre daß er sich noch weniger an Kommissionsverhandlungen beteiligt. ausschließlich der für die Operationen benötigten Zeit. Es kommt hinzu, daß die geschilderte Thätigkeit im Krankenhaus Hoffnung, daß fie vielleicht eines schönen Tages die Diäten Die Diätenfrage hat aufgehört, eine politische Frage zu sein, sie ist als eine Kompensation mit der Berschlechte einfach eine Frage der ordnungsmäßigen Geschäfts- nur einen Teil der Arbeit ausmacht, die unsre chirurgischen Direktoren rung des Wahlrechts benusen fönnen. Wenn die führung des Reichstags. Es ist ganz irrig, die Sache so ausüben. Die Wahl zum Leiter eines städtischen Krankenhauses hebt Regierung diese Absichten der Konservativen kennt, so hätte darzustellen, als ob die Diätenlosigkeit eine Bedingung für das Zu die betreffenden Personen aus der Zahl selbst gleichwertiger Fachumjomehr Veranlassung, sich in dieser Angelegenheit standekommen der norddeutschen Bundes- und der Reichsverfassung mit den Konservativen nicht zu identifizieren, um nicht in den Ver- gewesen wäre. Fürst Bismard hat später im preußischen Ab- genossen weit heraus und macht ihren Namen dem großen Publikum dacht zu kommen, daß sie ähnliche Hoffnungen auf Aenderung des geordnetenhause selbst offen zugestanden, er hätte in der schnell bekannt und vertraut. Das große Krankenmaterial, über das Wahlrechtes habe. Abg. Fürst Bismard wies anstatt der Diäten Verfassung viel mehr Konzessionen an den Libe- fie in den Krankenhäusern verfügen, sichert ihnen mit Bezug auf darauf hin, daß man umgekehrt die Fernbleibenden in Geldstrafe ralismus gemacht, wenn er es nötig gehabt hätte. Uebung und Erfahrung ein lebergewicht, gegen das andre Fachnehmen könne. Dabei würde Fürst Bismarck selbst sehr schlecht Inzwischen haben auch die Nationalliberalen ihren Widerspruch genossen kaum anfämpfen können. Die Direktoren der städtischen und nur die Konservativen Krankenhäuser gehören daher bald zu den gesuchtesten Aerzten und wegkommen.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Wenige be- gegen die Diäten aufgegeben Von den Regierungen haben die diese ausgedehnte konsultative Pragis, wie die Privatkliniken, welche kannte Mitglieder des Reichstages fehlen so häufig unentschuldigt halten noch daran fest. wie Fürst Bismarck. Man könnte die Strafe nicht gleich außerpreußischen ein besonders lebhaftes Interesse an der Ein- die Herren haben, gewähren ihnen Einkünfte, gegen die das städtische mäßig, sondern etwa nach der Höhe des Einführung von Diäten. Wie schwach find hier im Reichstag fast Gehalt vollkommen verschwindet. Nun soll nicht geleugnet tommens festsetzen.( Große Heiterkeit.) Dabei würde regelmäßig die Süddeutschen ohne Unterschied der Partei vertreten! die Reichskasse sehr gut wegkommen. Wir Socialdemokraten Nur wenn bei seltenen Gelegenheiten einmal der werden, daß es Ausnahmefälle giebt, in denen eine ungewöhnlich treten für Diäten ein aus principiellen Gründen, die sich aus dem bayrische Landsturm anrückt, sind wir beschlußleistungsfähige Persönlichkeit all den riesigen Anforderungen an Begriff des allgemeinen Wahlrechtes ergeben. Die Diäten gewähren fähig.( Sehr richtig!) Am Sonnabend und Montag pflegt der Zeit und Straft entspricht, die eine so vielseitige Thätigkeit erfordert. eine genügend große Auswahl von Kandidaten ohne Rücksicht auf Reichstag immer beschlußunfähig zu sein und man kann keine Dies sind aber seltene Ausnahmefälle. Unter normalen Verden Geldbeutel. Selbst bei den Angehörigen der wohlsituiertesten wichtige Sache auf die Tagesordnung feßen, wenn sich nicht der hältnissen muß eine Seite der Thätigkeit zu kurz kommen und da Streise zeigt sich jetzt ja vielfach ein Mangel an Kandidaten. Unfre Präsident vorher verständigt, daß sie die Beschlußfähigkeit nicht an- naturgemäß die reichen privaten Stranken für ihr schweres Geld Partei ist ohne Diäten vorwärts gekommen und wird auch weiter zweifeln. Auch die Entwicklung von Berufsparlamentariern hat die eine geminderte Sorgfalt und Beachtung sich nicht bieten lassen, vorwärts kommen. Trozdem treten wir nach wie vor energisch Diätenlosigkeit nicht verhindert. Ebensowenig beweistkräftig ist der wird die Verantwortung des Direktors für die zahlreichen und für die Gewährung von Diäten ein.( Beifall bei den Socialdemo: Einwand, man dürfe die Verfassung nicht ändern. Die Verfassung ist doch nicht mehr die von 1867. Sie ist 1888 wichtigen Funktionen, die ihm im Krankenhaus obliegen, häufig nur fraten.) Abg. Dr. Barth( frs. Vg.): geändert worden durch die Einführung der fünfjährigen Wahlperiode eine ganz nominelle sein. Die Anstellung eines dem Direktor in an Stelle der dreijährigen. Der Kaiser forderte in Breslau die ärztlicher Beziehung coordinierten dirigierenden Arztes würde bis auf Den Widerstand gegen das Jesuitengeses seitens des Arbeiter auf, den schlichten Mann aus der Werkstatt" in den die Verwaltungsgeschäfte, die in einer Hand vereinigt bleiben sollen, Bundesrates habe ich nie recht begriffen. Der Einfluß der Jesuiten Reichstag zu entfenden. Wenn man aber nicht die Absicht hatte, Diäten Verantwortung, Sorge und Arbeit teilen und daher eine verbesserte ist doch in der katholischen Kirche der herrschende und es ist doch zu gewähren, wie hätte man dann solche Worte sprechen können? Krankenfürsorge herbeiführen. ein Widerspruch, auf der einen Seite alles zu thun. Dieser Aufforderung können die Arbeiter doch nur dann entsprechen, um mit der katholischen Kirche auf guten Fuß zu wenn den Mitgliedern des Reichstages Anwesenheitsgelder gewährt kommen und auf der andren Seite gerade die herrschende werden.( Beifall links.) Richtung in der katholischen Kirche zu be Abg. Dr. Haffe( natl.) bedauert die Haltung der Regierung in kämpfen. Der Teil des Jesuitengesetzes, der jetzt auf der Jesuitenfrage und tadelt, daß sie zu andren Konzeffionen auch gehoben werden soll, ist das einzige, was an dem Ausnahme- noch diese gemacht habe. gesetz noch praktische Bedeutung hatte. Der übrig bleibende Rest Darauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf hat mir agitatorische Bedeutung und zwar agitatorische Be- Mittwoch 1 Uhr. deutung für das Centrum, das immer noch von einem Schluß 5 1hr. Ausnahmegesez gegen die Jesuiten reden kann. Was die Diätenfrage anlangt, so habe ich den Reichsfanzler im Gegensatz zu dem Abg. Fürsten Bismard so verstanden, daß er die Frage der sogen. Kompensationen durch Reformierung" uns jetzigen Systems dargelegt, das so gut funktioniert habe, daß im Von den Gegnern des Antrags wurden zunächst die Vorzüge des Laufe von 8 Jahren nicht eine Klage der Verwaltung zu Ohren gekommen sei. Die Arbeitslast des Direktors fönne eine so große nicht sein; die Herren hätten bisher nicht um Entlastung gebeten; ja sie wünschten nicht einmal die Anstellung die Anstellung eines zweiten dirigierenden Arztes. Erfolge folche doch, so feien Reibungen zu befürchten, zu der überhaupt die Thätigkeit auf den äußeren Stationen wegen der besonderen Operationsfäle, des Wärterpersonals, der Sterilisation der Instrumente usw. mehr Anlaß bietet, als auf der inneren Station. Es wurde die Behauptung, daß keinen des Wahlrechts ausscheide, weil dieser Weg völlig ungangbar erscheine. Der ärztliche Dienst in den städtischen leitenden Arzt mehr als 150 Stranke zugeteilt werden follten, als Ich kann hier namens der Linken und wohl über sie hinaus auch für das Centrum erklären, daß von uns eine Einschränkung des Wahlrechtes nie concediert werden wird.( Sehr Krankenhäusern. Von einer Seite wurde die logische Konunrichtig bestritten und auf das Beispiel andrer Städte verwiesen, in denen ein chirurgischer Direktor 400, 450, ja noch mehr Betten Mitte Dezember v. J. wurde vom Stadtverordneten Professor unter sich habe. Die Oberärzte seien nicht subaltern, sondern in richtig! links.) Der Reichskanzler hat bei den Auseinandersetzungen Dr. Landau und einer Anzahl Mitglieder der alten Fraktion der ihrem Fache erprobte Männer; der Direktor sei ja auch„ befugt", über die Diätenfrage auf die Entstehung der Verfassung hingewiesen. Rinken bei der Stadtverordneten- Versammlung ein Antrag eingebracht, ihnen Stranke zur selbständigen Behandlung zu überlassen. Dabei Gerade die Verfassung, die eine gleichmäßige Vertretung der Wähler vorschreibt, führt mich zur Begründung meines Antrages der die Anstellung eines Direktors und eines demselben in ärztlicher muß man entschieden voraussetzen, daß er von dieser Befugnis auf eine gleichmäßige Einteilung der Wahlkreise. Gerade Beziehung coordinierten dirigierenden Arztes für die chirurgische Ab- Gebrauch machen wird," wurde vom Magistratsvertreter wörtlich die Tonservativen Parteien find hier vicl stärker verteilung am Krankenhaus Friedrichshain und die alsbaldige Eine ausgeführt! Man fei überzeugt, daß wenn die neu anzustellenden treten, als der Zahl ihrer Anhänger im Lande entspricht. führung dieser Einrichtung bei den andren Krankenhäusern fordert. dirigierenden Aerzte sich zunächst auch mit den vorhandenen Räumen Der Abg. Bassermann hat hier ein langes historisches Expofe über Der Antrag wurde in der ersten Plenarberatung wie in den Ausschuß- zufrieden geben würden, fie doch bald die Forderung der Errichtung die Wahlkreis- Einteilung gegeben, wohl um sich bei der Stellungnahme zu unsrem Antrage um so fürzer fassen zu können. berhandlungen, die in der Zwischenzeit stattgefunden haben, von den neuer Operationsfäle erheben würden; die Neuorganisation würde also Es ist mir erklärlich, daß der Vertreter der Nationalliberalen hier Gegnern mit einer Leidenschaft bekämpft, die die verlangte Menderung fehr bedeutende Summen erfordern. über die Frage hinwegzugleiten sucht, ob seine Partei zu unsrem an sich nicht rechtfertigt. Der Antrag hat eine längere Vorgeschichte. ausgeführt, der Antrag sei gar nicht Antrag ja oder nein sagt. Denn dem ablehnenden Votum hier steht Jetzt würde die KrankenSchon 1894 nämlich hat sich die Stadtverordneten- Versammlung sequenz der angegebenen Gründe. gegenüber, daß die Nationalliberalen im Landtag einen von uns ein- mit dem gleichen Antrag beschäftigt. Der Antrag war aber damals behandlung geführt durch den Direktor und gebrachten Antrag nach derselben Richtung unterstützt haben. Das ist nach Lage der damaligen Verhältnisse umfassender und verlangte die An- arzt, ein ebenso tüchtiger Mann sei, wie es der nur ein neuer Beweis für die alte Thatsache, daß die national- ftellung eines Direttors und eines demselben in ärztlicher Beziehung to- gewünschte dirigierende Arzt nur sein könne. Direktor plus Oberliberale Partei des Reichstags erheblich reaktio- ordinierten dirigierenden Arztes nicht nur für die chirurgischen, sondern arzt sei also, was Kraft und Fähigkeit anlange, das gleiche wie närer ist als die nationalliberale Partei des bauch für die inneren Stationen der städtischen Krankenhäuser. Die Organi- Direktor plus dirigierender Arzt. Etwas andres wäre es, wenn der geordnetenhauses. Der Wahlkreis Deutsch Krone, bas wird Herrn Gamp intereffieren( Heiterkeit) hatte im Jahre 1898 fation auf den inneren Stationen war zu jener Zeii die gleiche wie jetzt Antrag die Anstellung von mehreren leitenden Aerzten verlangte, 12 756 Wahlberechtigte. Ich will gegen Deutsch- Krone nichts sagen, auf den äußeren, daß nämlich die Kranken nur von einem Oberhaupte, was er aber nicht thue. Mit großer Heftigkeit wurde schließlich auch das Verdienst, Herrn Gamp als Abgeordneten hierher gefchidt dem Direktor, mit seinen Assistenten behandelt wurden. Die all- dem Antrage jede innere Berechtigung abgesprochen. Was not thue, Die Berliner Krankenhäuser zu haben, nicht schmälern.( Heiterkeit.) Aber Bochum Gelsenkirchen, gemeine Meinung der Aerzte, des Deutschen Aerztetages, der Deutschen thue die Verwaltung schon allein. ein Kreis, der es doch an wirtschaftlicher Bedeutung mit Deutsch- Gesellschaft für das öffentliche Gesundheitswesen, des Ausschusses der ständen nach jeder Richtung hin auf der Höhe. Der Antrag sei nur der den Ober Mühlen. Eingegangene Druckschriften. - O. R. P. 100. Ja, ist ausreichend. bevor wir antworten können. Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perückenmacher. 23. 1083. Nur wegen geeignet, in weitere Areise Mißtrauen gegen die Berliner KrankenHäuser zu tragen; er liefere Wasser auf die socialdemokratischen( Zweigverein Berlin). Mittwochabend 10 Uhr: Große außerordentliche Undankbarkeit. Zu 2. Ift genauere Darlegung des Sachverhalts geboten, Generalversammlung bei Günzel, Rosenthalerstr. 57. J. 2. 100. Geben Sie die Art der Centralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutsch- Thätigkeit an. Davon hängt die Beantwortung der Frage ab. A. B. leber Motive wird ja bekanntlich nicht abgestimmt. Es soll da- lands, Berzirk Berlin. Mittwochabend 9 Uhr: Sikung, Arminhallen, Es ist Antrag unter Beifügung aller Papiere beim Polizeipräsidium zu stellen. J. H. Naturalisation ist dazu nicht erforderlich. S. 1. Ift fein Enther an dieser Stelle nicht näher untersucht werden, welche Gründe der Kommandantenstr. 20. lassungsgrund, daher die Weiterverfolgung der Sache aussichtsvoll. Gegner wohl die richtigen, welche die vorgeschobenen sind. Unzweifelhaft G. F. 369. Kommen Sie in die Sprechstunde, die Frage ist so wie geecht ist der Aerger, um nicht zu sagen die Empörung, daß jemand stellt, nicht verständlich. 2. K. 70. Nein, sofern das Einkommen nicht 900 M. übersteigt. 3. 34. Solche Bestimmung kann in den Statuten aus den eignen Reihen und noch dazu eine ärztliche Autorität es „ Der Arbeitsmarkt", Halbmonatsschrift der Centralstelle für Arbeitsenthalten sein. W. W. 62. Ein mündlicher Lehrvertrag ist nicht gültig. gewagt hat, die Krankenhäuser, dieses Blümlein Rühr- mich- nicht- an markt- Berichte( Herausgeber Dr. J. Jastrow, Berlin, Verlag von G. Reimer). F. F. 9. Beantragen Sie beim Polizeipräsidium Untersuchung der Verbandes deutscher Arbeitsnachweise" erscheinende Räumlichkeiten. Dieselben sind zum Aufenthalt von Menschen Ihrer der städtischen Verwaltung, anzutasten und zwingendes Beweis- Die als Organ des material gegen bisher dort geduldete Zustände beizubringen. Ver- Brest- ben sabrganges unter anderm: Neue Schilderung gemäß nicht geeignet. Auch besteht Schadensersaßpflicht des Arbeitslosenzählungen. Allgemeines: Internationaler Arbeitsmarkt. Chefs in vollem Umfang, fals Krankheiten usw. daraus entstehen. blümt und unverblümt wurde ausgesprochen, der Antrag müsse durch Situationsberichte aus einzelnen Gewerben: Tertilgewerbe( Beschäftigungs- 100 B. Schicken Sie entweder einen Boten mit quittierter Rechnung oder Flaue Zeit in der einfachen Uebergang zur Tagesordnung erledigt werden, damit nach grad in Sachsen, West- und Süddeutschland. schreiben Sie, daß das Geld auf Ihre Kosten Ihnen durch die Post zuPosamentierbranche); Holz- und Schnitzstoffe( Abnahme der Beschäftigungsaußen auch nicht der Schein erweckt werde, als sei nicht alles zum gelegenheit nach Weihnachten); Graphische Gewerbe( Arbeitslosigkeit in der geschickt wird. A. S. 100. Die Mutter ist berechtigt, jederzeit das Kind zurück zu verlangen. M. W., Nieder- Schöneweide. Nein. besten bestellt, als habe die socialdemokratische Kritik Berechtigung. Buch- und Zeitungsdruckerei im Dezember).- Statistisches Monatsmaterial: A. K., Nowawes. Nur wenn dadurch die Wohnung unbewohnbar Börsenkurse. Bugegeben muß werden, daß der Antrag nicht logisch konsequent Internationale Streikstatistik. Markenerlös der Landes- wird. Ist Abhilfe möglich, so können Sie diese auf Kosten des Wirtes Haushaltskosten: ist. Gegen jetzt würde seine Durchführung zwar eine verbesserte Bersicherungs- Anstalten Oktober bis Dezember 1902. Konsum: Lebensmittelpreise im Januar. Mitteilungen aus deutschen schaffen lassen. Zu 2: Eines in Berlin. Zu 3: Nein. Zu 4: Stolzesches M. M. 1833. Wenden Sie sich an Strankenfürsorge ergeben. Er geht aber nicht weit genug. Was not Arbeitsnachweis- Verbänden. Verband deutscher Arbeitsnachweise: Stom- System. In jeder Buchhandlung. die Landes- Versicherungsanstalt, Stlosterstr. 41. Heilstätte. Eine solche thut, ist die Anstellung einer größeren Zahl leitender Männer, damit mission für Arbeitsnachweis- Statistik. Verband zur Förderung des Wohlthätigkeitsanstalt ist uns nicht bekannt. W. T. 1897. Der bisher nicht, wie es jetzt leider vielfach vorkommt, die Behandlung der Arbeitsnachweises im Regierungsbezirk Düsseldorf: Jahresversammlung. „ Das Gewerbegericht", Monatsschrift des Verbandes Deutscher GeStranken zum überwiegenden Teil in den Händen der jungen noch werbegerichte. Herausgeber Dr. Jastrow, Charlottenburg- Berlin, Dr. Flesch, unerfahrenen Assistenzärzte liegt. Selbst diese diese Maßregel Frankfurt a. M.( Berlag von Georg Reimer in Berlin.) Die Zeitschrift wird aber durchgreifenden Wandel gegen jetzt nicht schaffen, enthält in Nr. 5 des 8. Jahrganges außer der Rechtsprechung in deutschen er Gewerbe- und Berufungsgerichten( Charlottenburg, Frankfurt a. M., Landnicht die zweite socialdemokratische Forderung füllt wird, der gericht Dresden, Pirmasens, München), Reichsgericht( III. Civilsenat), andren daß nämlich den Aerzten Seutschen Gerichten( Amtsgericht Plettenberg und Landgericht Hagen) u. a. städtischen Krankenhäuser nach angemessener Erhöhung ihres Staufmannsgerichte. Von Rechtsrat Bacher. Verfassung und Verfahren. Gehalts verboten wird, private und konsultatioe Praris zu Amtskleidung des Vorsitzenden und Gewerbegericht München. EinigungsGutachten treiben. Erst dann wird die Stadt in Wahrheit sich rühmen können, ämter. Das Gewerbegericht Königsberg als Einigungsamt. und Anträge. Betition der badischen Gewerbegerichte betr. Gutachten und ihren franken Bürgern die höchste ärztliche Kunst zur Verfügung zu Brüfung der Arbeitsordunngen. Allgemeines. Wortlaut des Gefeßstellen. Diese weitergehenden Forderungen weisen aber die bürger- entwurses betr. Kaufmannsgerichte. Durchführung der obligatorischen lichen Verfechter des Antrages Landau von sich. Ausdrücklich betonte Gewerbegerichte. Paul Bernstein. der Antragsteller, er halte es für ganz forreft, daß die Direktoren Giebt es eine evangelische Gerechtigkeit in der Privatoperationen und Konsultationen abhalten. Gründe für diese Landeskirche Preußens? Barmen 1903. Druck von Montanus u. Co. Beyhl, Die Befreiung der Volksschullehrer aus der geistlichen Herrschaft. Ansicht brachte er allerdings nicht bei; er blieb hier ebenso auf Zweite stark vermehrte und verbesserte Auflage. 50 Pf. Buchverlag der halbem Wege stehen, wie mit seiner Behauptung, daß keine Ver" Hilfe", Berlin- Schöneberg 1903. mehrung der chirurgischen Kräfte in unsren städtischen Krankenhäusern notwendig sei. wenn Leitenden Ueber das Ergebnis konnte nach dem Gang der Verhandlungen fein Zweifel bestehen. Auch die Thatsache, daß in der gestrigen letzten Sigung des Ausschusses noch einige besonders krasse Fälle angeführt wurden, konnte einen Umschwung nicht herbeiführen. Der Antrag wurde mit 9 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Das gleiche Schicksal erlitt ein vermittelnder Antrag, der noch hinter dem Antrag Landau zurückblieb. Der Ausschuß wird nun an die Versammlung berichten, er habe an den städtischen Krankenhäusern nichts zu ändern gefunden, und aller Voraussicht nach wird die Versammlung diesem Votum beitreten. Durch solchen Beschluß wird die notwendige Neu- Organisation der chirurgischen Stationen nicht aufgeschoben, sondern nur aufgehoben werden, und, wie der greise Stadtverordneten- Vorsteher warnend hervorhob, erst unter dem Zwange der Verhältnisse werden die städtischen Behörden sich zu Aenderungen verstehen, die sie jetzt noch freiwillig durchführen könnten. T ETN Briefkasten der Redaktion. Rheinländer. Man schreibt amtlich Cöln, aber Kaffel, Stoblenz, Stoburg, Kolin, Kölleda. Nach Duden, Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 3. 26. Stellungen als Hausverwalter werden wohl meist durch Beitungsinserate oder unter der Hand vermittelt. Vermittelungsstellen für Vielleicht wenden Sie sich an die diesen Zweck find uns nicht bekannt. Geschäftsstelle des Bundes der Berliner Grundbesitzer- Vereine, Burgstr. 1d, 10-1 11hr. Juriftifcher Teil. gezahlte Sak ist so gering, daß eine Ermäßigung ausgeschlossen ist. Sie fönnen erheblich mehr einilagen. Bis zum 14. Jahr, aber falls das Kind sich dann nicht selbst ernähren kann, bis zum 16. Jahr. X. Y. 3. Ja. Heinen. Rechtsanwalt Heine, Rathenowerstr. 1.- O. 100. Wiederholen Sie die Frage unter genauer Angabe, was Sie unterschrieben haben. Wurls. Wiederholen Sie die Anfrage unter Beifügung der Abonnementsquittung. M. S. 100. Verlangen Sie durch schriftlichen Antrag bei der Kasse schriftlichen Bescheid und kommen Sie mit demselben in unfre Sprechstunde. E. F. Pr. 107. Ist nicht zum Abzug berechtigt. 5. R. 77. Darauf steht Ihrer Schwester kein Anspruch zu. 5. 102. Ja, wenden Sie sich an das Polizeipräsidium. Eine Streitfrage. Frage ist nicht verständlich. 23. 11. 5. Nein. C. 2. 1a. Ja. E. S. 126. Wir müssen zunächst wissen, für welche Zeit die Beiträge gefordert werden. Dies muß aus der Klage hervor gehen. R. G. 1007. Sie müssen zahlen. F. R. 100. Beide sind berpflichtet. Widerspruch ist also zwedlos. Rigdorf 100. Wiederholen Sie die Anfrage. 1. ist E. R. 27. Kommen Sie in die Sprechstunde. C.§. 10. Su 1: Stein. 3 2: Som A. P. Soweit der Nachlaß der Mutter in Betracht kommt, erben Sie zu gleichen Zeilen mit den Geschwistean. Vom Stiefvater erben Sie nicht. Helvetia. Kommen Sie in die Sprechstunde. H. N. Kann nicht vom Lohn abgezogen werden. 3. 163. 1. Jst zu empfehlen. 2. In zehn Jahren. Dies kann jedoch durch Meldung bei dem Konsul an dem betreffenden answärtigen Ort vermieden werden. Zu 3 und 4 müssen Sie bei dem amerikanischen Konsolut anfragen. E. K. Ja. Zu 2: Es bes darf dazu keiner Anmeldung, sondern auch ohne solche steht Ihnen der Anspruch kraft Gesezes zu. Arm 1903. Anzugeben beim Offen barungseid ist alles. Jedes Verschweigen ist mit schwerer Strafe belegt. Die notwendigen Sachen können aber sämtlich nicht gepfändet werden, ebenso kann die Ehefrau wegen ihres Eigentums intervenieren. Sie bleiben an sich wahlberechtigt. Witterungsübersicht vom 3. Februar 1903, morgens 8 Uhr. Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Better Temp. n. E. 5° C.= 4° R. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke 2 Haparanda 740 N Wetter Temp. n. T. tot= Dog|| 4-19 Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Willy 31. Kommen Sie in die Sprechstunde. Stachel, Seidel Stationen straße 21. Gutenschurz Korge. Wir können Fragen nicht schriftlich beantworten. Kommen Sie in die Sprechstunde. Die 5 Pfennig- Marke steht Ihnen in der Redaktion zu Gebote. A. B. W. Es bleibt kraft Gesezes ohne Vertrag jeder Teil Eigentümer seines Vermögens. W. H. 7. Swinemde. 757 WNW 5 bedeckt 763 23 23 Nein, in der Sprechstunde oder in der Redaktion fann Ihnen ein beim Hamburg 760 28 X. y. Ja. Berlin Stammergericht zugelassener Anwalt genannt werden. Ch. 2. Schwedenstraße. Kommen Sie in die Sprechstunde. Zehn Frankf./. 768 28 768 29 jähriger Abonnent. Groß- Lichterfelde. Sie müssen die Kosten fragen. München 764 23 Vor dem Termin ist dies billiger. C. F. 77. Kommen Sie in die Wien Sprechstunde. F. M. Fischer. Zu 1.: Wiederholen Sie die An- Wetter Prognose für Mittwoch, den 4. Februar 1903. frage unter Angabe, warum der Dienst aufgelöst ist. Es ist das Zunächst aufklarend, etwas tälter bei mäßigen westlichen Winden., später jenige Einkommen anzugeben, welches Sie thatsächlich gehabt haben. neue Erwärmung, Trübung mit geringen Niederschlägen. 4 heiter 4halb.bd. 2 Petersburg 749 S 4 Regen 1 Cort 2 Aberdeen 2heiter 1 bedeckt 4 Schnee-1 Paris 2bedeckt 2 771 23 773 S 2halb.bd. 1 wolfent -2 Waarenhaus Hermann Tietz Leipzigerstrasse 46-49 eisse Krausenstrasse 46-49 ir bringen in dieser oche eisse WW oche! aaren aller Art, elche eigens für diesen Zweck aufgestapelt, zu enorm billigen Preisen soweit der Vorrath reicht. Damen- Handschuhe Baumwollwaaren Ein Posten weisse Glacé- Handschuhe ( zum Theil mit kleinen Fehlern) 75 PL Pf. Weisse Glacé- Handschuhe 1,0 1,45 1,80 M. Weisse Köper- Handschuhe 18 Pf. knöpfe Weisse Zwirn- Handschuhe Druck- 33 Pf. Schwed. imit. Handschuhe Druck 55 Pf. Strümpfe Weisse Damenstrümpfe gewebt, engl. lang, ganz durchbrochen knöpfe 65 Pf. Weisse Fil d'Ecosse, durchbrochen 95 Pf. 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Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 4. Februar. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Feuersnot. Bajazzi. ( Pagliacci.) Schauspielhaus. König Laurin. Deutsches. Monna Banna. Berliner. Alt- Heidelberg. Leffing. Der blinde Passagier. Neues. Die Fliege. Residenz. Lutti. Thalia. Charleys Tante. Vorher: Cassis Pascha. Westen. Der Freischütz. Central. Madame Sherry. Belle Alliance- Theater. Am Telephon. Hierauf: Cupido u. Cie. Anfang 8 Uhr: Schiller O.( Wallner Theater.) Der Meister von Palmyra. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Heimat. Carl Weiß. Ilse Römer. Buntes. System Aubert. Luisen. Der Pfarrer von Kirchfeld. Kleines. Nachtashl Trianon. Die Liebesschaukel. Apollo. Specialitäten. Luna. Frau Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Casino. Cavalleria rusticana. Urania. Cirkus Schumann Stenographie Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Das Land Tirol. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Panoptikum Friedrichstrasse 165. Neu!! Die tatowierte Schönheit Miss Karri in ihren klassischen lebenden Bildern. Neu! OTTO REUTTER Neu! Wiener Damenkapelle Kranz. Gr. Promenaden- Konzert. Passage- Theater. Anfang: Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr, Ende 11 Uhr die schwebende Jungfrau. Balaft. Berliner Luft. Specialitäten. AGA Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Steibl. Steidl- Sänger. Passage Theater. Specialitäten. Baffage- Panoptikum.Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Das Land Tirol. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Mysteriöses Theaterstück in 1 Akt. The thwo Devils: Die Fahrt im Todesring. Willy Prager prolongiert. 14 neue erstklass. Nummern. Central- Theater Belle- Alliance- Theater. Heute: 2 Borstellungen. Nachm. 4 Uhr, halbe Breiſe. Seber Schneeweisschen und Rosenrot. Weihnachtsmärchen mit Gesang und Erwachsene ein Kind frei. Tanz in 4 Bildern. Abends 74, Uhr: Nur noch wenige Aufführungen: Madame Sherry. Operette in 3 Akten von Hugo Felir. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Anfang 72 Uhr. Am Telephon. Heute und folgende Tage: Hierauf: Cupido& Cie. Sonnabend, den 7. Februar, nachmittags 3 Uhr, 1. Vorstellung: Neue deutsche Bühne:" Kapellenberg." Schauspiel in 4 Atten von Robert Thomalla. Buntes Theater Köpnickerstrasse 68. Abends 8 Uhr: Charleys Tante. System Aubert Guido Thielscher als Charleys Tante. Vorher: Cassis Pascha. Freitag, 6. Februar zum erstenmal Der Camellenonkel. Boffe mit Gesang u. Tanz v. Leon Leipziger. Die angewandte Philosophie. Casino- Theater Lothringerstr. 37. Keine Parodie! Original! Luisen- Theater. Cavalleria rusticana. Neues Programm ,, Lehmann". Der Pfarrer von Kirchfeld. Bochentags 8, Sonntags 7%, Uhr. Anfang 8 Uhr. Morgen: Gastspiel des Theaters des Westen: Das Nachtlager von Granada. Sonntagnachmittag 4 Uhr zum lettenmal: Lenore, die Grabesbraut. Dazu sämtliche Specialitäten. Mittwoch, den 4. Februar 1903, abends 7 Uhr: Ausserordentlich gr. Vorstellung. Nene Debuts. Die Kanadier Vermette und Dionne. Die unerreichbaren Les Billard- Künstler Brunins. Geschw. Jungmann, neuester Drahtseil- Akt. Stolze- Schrey. Neue Unterrichtskurse in der vereinfachten Stenographie beginnen im Arbeiter- Stenographenverein: Dienstag, 10. Februar, bei Mittwoch, 11. Februar, bei Rottschky, Reichenbergerstr. 19. Lehmann, Schulstr. 29. Freitag, 13. Februar, bei Grupe, Annenstr. 16. 1960b Anfang 8, Uhr. Unterrichtsgeld 4 Mark. Die lustigen Heidelberger. Die erste Stunde ist kostenfrei! populärste Pantomime. Nur noch kurze Zeit! Looping #WING CARTEN the Loop. Sanssouci Jeden Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Nach jeder Soiree: 765 Vollständig neues Programm: Yvette Guilbert. Spanische Tänze. Die 3 Missouris, Engl. Exentrics. Alfred de Bessel, Blitz- Modelleur. ,, Das Mädchen mit dem goldenen Haar", Charles Prellé, eine Vision. Ventriloquist. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler August Küter am 1. Februarnach langen schweren Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 4. Februar, nachmittags um 2, Uhr, von der Leichenhalle des Auferstehungs- Kirchhofs in Weißenfee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 78/6 Die Ortsverwaltung. Innungs- Krankenkasse der Köpenick. Socialdemokrat. Wahlverein. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Tischer Ernst Wiwjorra im Strenkenhause zu Britz verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 5. Februar, nachmittags 4, Uhr, von der Halle des Friedhofs zu Köpenick aus statt. 202/4 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Schneider-( Zwangs-) Juuung Köpenick. zu Berlin. Die Herren Vertreter obiger Kaffe werden hierdurch zu der außerordentlichen General Bersammlung am Donnerstag, den 12. Februar, abends 8 Uhr, im Evangel. Vereinshause, Oranienstraße 106, Saal II, eingeladen und gebeten, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Tages Ordnung: 1. Beschlußfassung über Abänderung folgen der Paragraphen des Statuts: 1, 4, 9, 11, 12, 19, 24, 28, 29, 31, 32, 41, 47 und 62. 270/15 2. Beschlußfassung über die VorAmoros Werner- Truppe, in ihrer schriften betr. das Mahnverfahren. Pantomime„ Beim Flirten erwischt", Tanz- Kränzchen. Les Dartos, Lott ist dot. Sensationsparodie. Säle zu Festlichkeiten. Apollo- Theater. Abends um 8 Uhr: Frau Luna Otto Reutter, Die Vertreterkarte legitimiert. Der Vorstand. Pariser Tänzer. C. Adler, Vorsitzender, Zimmerstr. 68. Humorist. Orts- Krankenkasse The Uessems, akrob. Produktion. der Handschuhmacher Pariser Luft, Der ,, Biograph". an Ballett. ( Keine erhöhten Preise! Die Geburt eines Mädchens zeigen Paul Horsch und Fran m. Harndins Elektrischem Ballett. Um 9, Uhr: Die neuen Specialitäten: 107 boden. Robert Steidl auf dem HängeVindobonas. Cabby und Shirker. Wundergrotte.+ Mesters Kosmograph. Donnerstag: Natiris Hochzeit. Freitag: Frau Luna. SteidlLinienstraße 182. Theater Dranienburger Thor. ochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Steidl- Sänger 1. a.: Die Jubiläums Komödie: G Familie Humbert. Entree 50 Pf. ( Borverkauf 40 Pf.) Sperrfit 1 M. Gratweils Bierhallen Theater u. Variété Freitag: Zum Beiten der Hinter- Residenz- Theater. Stommandanten Straße 77/79. bliebenen des Oberregisseurs Rhode Ebeling. Zum erstenmal: Der Meineidbauer. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Trianon- Theater. Georgenstrasse, zwischen Friedrich- u. Universitätsstr. Die Liebesschaukel. Lustspiel in 4 Akten v. M. Donnay. Anfang 8 Uhr. Direktion: Sigmund Lautenburg. Zum 6. Male: Lutti.( Loute.) Schwank in 4 Aften von Pierre Beber. Deutsch von Mar Schönau. Morgen und folgende Tage: Lutti. Sonntagnachmittag 3 ühr: Seine Kammerzo fe. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Abends 8 Uhr. Parkett 1 M. Ilse Römer. Schauspiel in 3 Aften v. E. Ritterfeldt. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Die Henne mit den goldenen Eiern. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Glöckner von Notre Dame. Palast- Theater Metropol- Theater. Burgstraße 22. Früher: Feen- Palast. Mit glänzender Ausstattung: Grösster Erfolg der Saison! 8% ubr. Novität! 8%, uhr. Berliner Luft. Gr. Operettenposse mit Gesang und Tanz in 3 Arten von A. Rosée. Musik von Platzbecker. Zwickel Dir. R. Winkler. Das Februar- Programm Alles neu! Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Carmen. Donnerstag: Eine Posse als Medizin. Neuestes! Allerneuestes! Revue in 5 Bildern von J. Freund. Musik von Victor Holländer. Gastspiel Julius Spielmann. Emil Thomas a. G., Henri Bender, Frid Frid, Fl. Siding, Hansi Reichsborg. DO 300 Mitwirkende. Grandioses Ballett. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Cirkus Busch. Mittwoch, den 3. Februar 1903, abends 72 Uhr: Grosse Vorstellung. Dahomey. Elefanten- Schauspiele. Freitag: mit neuen Dekorationen Boeren als Kunstschützen Mit verstärktem Personal: Die Räuber. und Lassowerfer. Tartakoff- Truppe und Seelöwen. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Mittwoch abend 8 Uhr: Heimat. Schauspiel in 4 Atten von Hermann Sudermann. Direktion: Carl Haverland. Täglich: Gr. Vorstellung. Das grosse amüsante Februar- Programm. Nur allererste Kunstkräfte. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Jed. Sonnabend, Sonntag u. Mittwoch nach der Vorstellung: TANZ. Königstadt- Casino. Holzmarktst. 72, Ecke Alexanderst. Täglich erfill. Specialitäten- Vorstellung. Jed. Mittwoch, Sonnabb. und Sonntag Tanzkränzchen. Anf. Wochent. 8, Sonntags 6 Uhr. geb. Dittmann u. verw. Gewerbe zu Berlin. Die 8. Abänderung des Statuts, die laut Generalversammlung vom 30. November 1902 angenommen, ist vom Bezirksausschuß durch Beschluß am 13. Januar 1903 genehmigt worden. Berlin, 4. Februar 1903. Der Vorstand. 3. A.: Herm. Hinz. SO. 16 Berlin, Gewertſchaftshaus. Masken- u. Theater- VerleihReichshallen. Stettiner Sänger. Anfang: Sonntags 7, Wochen tags 8 Uhr. Zum Schluß, nen: O diese Chambre: garnisten!!! Burleske von Meysel. Konzerthallen Deutsche Spandauer Brücke 3 Special- Ausschank der Berliner Bockbrauerei. Grosser Bock- Trubel um 10 Uhr abends Einzug Gambrinus mit Gefolge. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Jeden Tag: Der schöne Max aus Franz.- Buchholz. Heute: Bockbierfest. Im Kaifer- Saal: Norddeutsche Sänger und Tanz. Bekanntmachung. Von jetzt an treten folgende in Kraft: Tarifermässigungen 1. Nachttarif für Beleuchtung. Der Preis der Elektricität für Beleuchtung in den Nachtstunden zwischen 10 Uhr abends und 6 Uhr morgens wird für diejenigen Abnehmer, die sich zu einer jährlichen Stromentnahme während dieser Nachtstunden von mindestens 1000 M. verpflichten, auf 35 Pf. für die Kilowattstunde ermässigt. 2. Fahrstuhl- Beleuchtung. der aktricität ungebrachten, elektrischen Lampen wird künftig nach dem derzeitigen Krafttarif von 16 Pf. für die Kilowattstunde zum Betriebe der in den Körben und Motorräumen berechnet, sofern diese Lampen an den Zähler für den FahrstuhlMotor angeschlossen werden. Anträge werden in unsrem Bureau Luisenstrasse 35 entgegengenommen, woselbst auch jede Auskunft beroitwilligst erteilt wird. Berlin, im Februar 1903. 515L* Berliner Elektricitäts- Werke. Masken- und Scherzartikel zu ausserscherzhafte Kopfbedeckungen usw. gewöhnl. billigen Preisen, z. B. Schneebälle Dtzd. 22 Pf., Pfannkuchen Dizd. 33 Pf., Knallbonbons Dtzd. 15 Pf., Luftschlangen 25 Stück 13 Pf., Kotillonorden usw. usw. Gesellschafts- und Beschäftigungsspiele für Kinder und Erwachsene in vielen hundert Arten. Neuheit! Kugelspiel ,, Meteor", 60, 120 Pf. und höher. Mosaikspiel, enthaltend 450 Teile 1 Mark. Bernhard Keilich. Gresses Spielwarengeschäft Deutschlands. Institut. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Sollege, Tischler 202/5 Ernst Wiwjorra am 1. Februar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 5. Februar, nachmittags 4%, Uhr von der Leichenhalle aus statt. Um zahl reiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem Begräbnis meines lieben Mannes, unsers guten Baters, Bruders, Schwiegervaters und Großvaters, des Staffenboten Wilhelm Neubert sagen wir dem Vorstand der Drts- Krankenkasse des Zimmerergewerbes, des Beamtenvereins, dem Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute und der Diezelschen Blakkafje unsern herzlichsten Dank. 19636 Die traneruden Hinterbliebenen, Berlin. Constanz. PrinzenGrößtes im Norden f. Damen it. Herren. Dr. Simmel, St. Historische Nationaltrachten; Tyroler; eleg. Dominos; Hochzeitskleider. Specialarzt für[ 59/6 Haut- und Harnleiden. 1, Ging.Elsasserstr.971. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4. C. Gromall, Rosenthaler Thor Palmin ist anerkannt die feinste Pflanzenbutter. Palmin wird hergestellt aus ausgesuchten Kokosnüssen und ist frei von jeglichem Geruch und Geschmack. In der Verwendung beim Backen, Braten und Kochen ist Palmin gleich vorzüglich wie Butter, aber viel billiger als diese. Preis pro Pfund 70 Pf. 449L* Man achte genau auf die Original- Etikette PALMIN"; Nachahmungen sind oft wertlos. Zu haben in Delikatessen-, Kolonialwaren- und Buttergeschäften. Cigarren durch Reisende oder Agenten bezogen, fauft man viel zu teuer. Man muß direkt von der Fabrit beziehen. Wir empfehlen zwei preiswerte Marken in milder Qualität: La Bouquet" a Mille 50 Mk. La Bianca" a Mille 40 Mk. Probesendung 100 Std. jeder Sorte Mr. 9,- franko Nachnahme. Bei fernerem Bezug mur portofrei bei 500 Stüd. 4252* C. F. Harzer& Söhne, Deutsch- Neudorf( Sachsen), Cigarrenfabrik, gegr. 1842. obne Nachnahme 5 Tage auf Probe ohne Vorausbezahlung ohne Kaufzwang senden wir jedem Interessenten franco einen Petroleum Glühlichtbrenner„ Schapirolicht" a 405L* Leuchtet wie Gasglühlicht. Verbraucht in 20 Stunden nur 1 Liter Petroleum. 1 kompl. SchapiroBrenner mit Modell 1903 Passt auf jede Petroleumlampe. Hermann Hurwitz & Co. ( Wallner- Theater). Mittwoch abend 8 1hr: Zum erstemmal: Der Meister von Palmyra. Dramatische Dichtung in 5 Aufzügen von Adolf Wilbrandt. Donnerstagabend 8 Uhr: Das Geheimnis der Gilde. Freitagabend 8 Uhr: Der Meister von Palmyra. Verantwortlicher Redakteur: Carl Zeid, in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Donnerstagabend 8 Uhr: Renaissance. Freitagabend 8 Uhr: Heimat. 16 Schaufenster nur Spielwaren! Kein Bazar! Eckhaus Oranienburgerstrasse, beim Gr. Hamburgerstr. 22/23, Hackeschen Markt, Bahnhof Börse. Strumpf und Cylinder Schapiro- Licht Mk. 6,50. Berlin C. Stralauerstrasse 56. Nr. 29. 20. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Abgeordnetenbaus. 12. Sigung. Dienstag, den 3. Februar. 11 Uhr. Am Ministertische: Frhr. v. Rheinbaben. Die zweite Etatsberatung wird beim Etat der indirekten Steuern fortgefest. Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben: Abg. Kindler- Posen( frf. Vp.): Mittwody, 4. Februar 1903. Abg. Dr. Sattler( natl.): Auf die Reden im Reichstage sollte der Herr Minister immer Steuerdirektor erklärt, solche Dummheiten mache er nicht mit.( Große Entlassung eines Beamten nicht vor das Forum dieses Hantses Unruhe und lebhaftes Hört! hört! rechts.) gehört. In diesem Falle entspricht aber die Art, wie dieser Beamte Der Provinzial- Steuerdirektor hat auch keine Bedenken getragen, hingeleitet worden ist, seine Pensionierung nachzusuchen, nicht dem seine abweichende Auffassung seinen Untergebenen einzuflößen. Er Geiste des Pensionsgesezes. Ein Disciplinarverfahren ist gegen hat gesagt:„ Man solle die Polen reden lassen, wie Ihnen der Herrn Löhning niemals eröffnet worden, Der eine Beamte wird Schnabel gewachsen wäre.( Sehr richtig! links.) Er könne sich für wegen seiner ablehnenden Haltung in der Stanalfrage entlassen, der die jetzige Strömung nicht begeistern." Ich hätte mich einer Untreue andre wegen seiner Stellung zur Polenpolitik. Aber die politische gegen die Ostmarkenpolitik schuldig gemacht, wenn ich diesen Beamten Haltung eines Beamten sollte niemals Anlaß zu seiner Maßregelung an der Spize jener Verivaltung gelassen hätte.( Bravo! rechts.) geben.( Bravo! im Centrum.) Ich ergreife an dieser Stelle die erwünschte Gelegenheit, um Ich konnte ihm nach Kenntnis dieser Thatsachen auch keine andre mich über den Sachverhalt der Dienstentlassung des Provinzial. Stelle im Staatsdienst übertragen, und habe ihm naheSteuerdirektors Löhning in Posen zu äußern. Die Angelegenheit gelegt, seine Benfionierung nachzusuchen.( Sehr richtig! rechts.) ist vor hurzem im Reichstag zur Sprache gekommen. Ich Wie sollen wir das Polentum bekämpfen, wenn wir uns nicht auf fofort im Reichstage erwidert. Sonst gehen die Anklagen ohne Widerhabe mich mit voller Absicht ant der Erörterung im unsre eignen Beamten verlassen können? Nur mit einer treuen, zu- legung ins Land hinaus. Ich habe lebhaft bedauert, daß der mir Reichstage nicht beteiligt, denn es handelt sich hier um verlässigen Beamtenschaft werden wir die großzen nationalen Auf- persönlich bekannte Provinzial- Steuerdirektor Löhning die Hand dazu geboten hat, daß sein Fall in der Presse erörtert wurde. Biel Gutes eine rein interne preußische Angelegenheit, die in feiner Weise gaben im Osten lösen können.( Lebhafter Beifall rechts.) ist dabei nicht herausgekommen. Diese öffentlichen Erörterungen zur Zuständigkeit des Reichstages gehört.( Sehr richtig!) Es muß lagen nicht im Interesse des Beamtenstandes, nicht im Sinne des zu einer vollkommenen Berwischung der verfassungsmäßigen Zu ständigkeit des Reiches und der Bundesstaaten, insbesondere zu einer Wenn es sich bloß um die Person Löhnings handelte, so würde Deutschtums und nicht im Sinne der preußischen Staatsidee. Jch Beeinträchtigung der Rechte dieses hohen Hauses führen, wenn ich die Verteidigung seinen konservativen Freunden überlassen; frene mich, daß der Herr Minister sich so energisch von den thörichten Staatsminister sich herbeilassen wollten, an einer Erörterung teilzu er ist nämlich ein streng konservativer Mann.( Lachen rechts.) Ideen des Kastengeistes losgesagt hat. Wenn die junge schöne Dame nehmen, für die das Reich schlechterdings nicht zuständig ist.( Sehr Seine Entlassung hat aber weit über die Grenzen Preußens hinaus den alten Herrn zum drittenmale heiraten wollte( Stürmische Heiterrichtig! rechts.) Dem Exposé des Herrn Löhning ist in feinem feit), so war das eine Privatsache. Leider scheint der Oberpäsident Es ist auch von der ernsten Presse bemängelt uffehen erregt. worden, daß ich nicht im vorigen Jahre sofort zu Wir haben auch keinen Grund, an von Posen von diesem Kastengeist nicht ganz frei zu sein. Ebensowenig Punkte widersprochen worden. einer Klarstellung der Sachlage in der Presse übergegangen bin. der Glaubwürdigkeit des Herrn Löhning zu zweifeln. Redner giebt hierauf kann ich das Verfahren des Landrates von Frauſtadt gutheißen, der Wenn ich meinem persönlichen Wunsche gefolgt wäre, so hätte ich das nach dem ihm vorliegenden Exposé eine eingehende Darstellung des Falles. Herrn Löhning beranlassen wollte, einen seiner Beamten bei einer fofort gethan. Es ist nicht gerade erfreulich, derartige Angriffe Aus diefer Darstellung geht also hervor, daß die Verlobung bei der Wahl zu beeinflussen. Andrerseits bin auch ich der Meinung, daß schweigend zu ertragen, zumal wenn sie in die Urlaubszeit fallen. Pensionierung in den Bordergrund gestellt worden ist. Ich gebe nur ganz zuverlässige Beamte, die die Staatsregierung aus vollem Allein, alle persönlichen Wünsche müssen zurücktreten vor dienstlichen zu, daß Herr Löhning nicht recht daran that, feine Pensionierung Herzen in ihrem Kampfe gegen die Polen unterstützen, in die östlichen Rücksichten, und diese machten es mir zur Pflicht, mich in eine Preiselbst abzuwarten, zumal er als nicht politischer Beamter nicht Provinzen entfandt werden. Aber auch die Regierung ist verpflichtet, erörterung mit einem ausgeschiedenen Beamten nicht einzulassen. einfach zur Disposition gestellt werden konnte. Der ganze Vorgang die Beamten mit Vorsicht und Umsicht auszuwählen.( Bravo! bei den Ich hatte es dem Provinzial- Steuerdirektor Löhning unter dem zeigt, daß immer noch ein Mandarinentum unter den Beamten Nationalliberalen.) 9. April vorigen Jahres nochmals ernstlich zur Erwägung gestellt, besteht, wie es nicht sein sollte und dieses Mandarinentum Abg. Schröder( Pole): Wir haben keinerlei Beziehung zu Herrn da ich seiner amtlichen Thätigkeit in Zukunft kein Vertrauen mehr wächst leider je mehr man vom Westen nach dem Osten kommt, mit Röhning und urteilen über diesen Fall vollkommen objektiv. Der entgegenbringen könne, seine Pensionierung einzureichen. Glaubte jedem Grade wächst der Kaſtengeist und die Schneidigkeit, die durch Beamte kann wie jeder Staatsbürger seine freie Willensmeinung Herr Löhning, daß ihm Unrecht geschehen war, so konnte er es einfach des Bürgertums ist den östlichen Provinzen könnte man viel er den Zeitungen wird immer nur das erwähnt, was gegen uns das Reserveoffiziertum großgezogen wird. Ueber die Zurücksetzung verlangen. Wir leben doch nicht in einem byzantinischen Staat? Ji ablehnen, die Pensionierung feinerseits einzureichen. Ein ProvinzialSteuerdirektor als nicht politischer Beamter fann nicht beliebig zur Diss Bofen wurden zum Beispiel die freisinnigen Abgeordneten über borgebracht wird. Was wir sagen, laffen die Herren Berichterstatter nach genauer Prüfung der Sachlage erfolgen können. Diesen Weg ist er Haupt nicht geladen, wahrscheinlich weil sie noch nicht ein- Herren, in Zukunft etwas objektiver zu verfahren( Heiterkeit.) Räte III. Klasse warent. nicht gegangen, er hat sofort freiwillig die Pensionierung nachgesucht Löhning außer Gewissen Leuten scheint es sehr unangenehm zu sein, daß es Polen könnte höchstens 34 überhaupt giebt.( Beifall bei den Polen.) und hat dann die Vorgänge in der Beleuchtung, wie sie ihm er einer Verlobung vorgeworfen wurde, feiner Versetzung, niemals aber schienen, in einer Drudschrift niedergelegt. Diese Drudschrift sollte zu seiner Pensionierung Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben: nach seiner Aussage nur für seine Verwandten und näheren Bekannten führen. Landräte, die für den Bund der Landwirte agitieren, find bisher stets unbehelligt geblieben, und ich glaube, sie Die Mehrzahl der Redner hat das eingeschlagene Verhalten ja bestimmt gewesen sein. Ich stelle thatsächlich fest, daß dieses Exposé werden auch unbehelligt bleiben, trotzdem jetzt das Tischtuch zwischen gebilligt. Ich stimme mit dem Grafen Limburg darin überein, daß Personen zugestellt worden ist, die weder zu seinen Verwandten gehören, noch zu seinen näheren Bekannten gerechnet werden können. Bund der Landwirte und Herrn v. Podbielski zerschnitten ist. Und man nicht in die Rechte der Strone eingreifen solle. Es war aber Vor allem stelle ich fest, daß das Exposé einer großen Anzahl Löhning war gar kein politischer Beamter. Die Aeußerungen zur notwendig, heute den Fall Löhning hier zu besprechen, weil sich sonst meiner eignen Untergebenen zugestellt, worden ist.( hört! hört! rechts.) Polenpolitik find erst nach seiner Verlobung in die Wagschale ge- in der Bevölkerung die Legende feftfezzen würde, als ob in Preußen worfen worden. Es zeigt nicht gerade von einem schönen Charakter eine Scheidewand zwischen höheren und niederen Beamten bestünde. Ein Exposé, in dem es heißt:" ich hielt es vor allem auch unter meiner Würde, nach den mir durch den Oberpräsidenten gemachten Eröffnungen der Untergebenen des Herrn Löhning, daß sie ihn denunziert haben. Herr Schröder hat wieder eine der üblichen Polenreden gehalten, Würde, nach den mir durch den Oberpräsidenten gemachten Gröffnungen Es kann nicht bezweifelt werden, daß die Verlobung die Ursache der die vollständig unbewiesene und unbeweisbare Behauptungen enthielt. über den Finanzminister ferner noch ein Untergebener dieses Verabschiedung Löhnings war, wenn es auch bestritten wird und wenn( Zustimmung rechts.) über den Finanzminister ferner noch ein Untergebener dieses Ministers zu sein."( hört! hört!) Dieses Exposé ist an zahlreiche Abg. Dr. Deser( frs. Bp.): meiner Untergebenen in der Provinz Posen eigenhändig adressiert es auch vielleicht nicht die Absicht des Herrn Ministers war. Ferner Die Ansicht, daß Herr Löhning wegen seiner Verheiratung mit von Herrn Löhning sogar an Herren meines eignen Ministeriums tommen auch ſtaatsrechtliche Bedenken gegenüber dieser Pensionierung gesandt worden. Was dem Provinzial- Steuerdirektor recht ist, ist rüftigen Beamten in Betracht. Wenn der Tochter eines Feldwebels entlassen wurde, war ganz allgemein ver dem letzten Unterbeamten billig es würde geradezu das Grab jeder Beamte pensioniert werden sollte, der irgend einmal breitet. Der Minister hätte viel zur Beruhigung der Bevölkerung jeder Disciplin, jeder geordneten Beamtenwirtschaft sein, wenn sich eine Aeußerung gegen die Maßnahmen der Regierung macht, gethan, wenn er die Erklärung, die er heute hier abgegeben hat, der Minister mit ausgeschiedenen Beamten in eine Breßpolemik dann würde unser Pensionsfonds außerordentlich anschwellen. Schon im vorigen Sommer veröffentlicht hätte.( Zustimmung links.) der Minister mit ausgeschiedenen Beamten in eine Preßpolemit über dienstliche Vorgänge, die zu seinem Entscheid führten, herbei- Der letzte Punkt ist die von Löhning verlangte Wahlbeeinflussung. Hoffentlich sehen die Herren, die heute hier für die Subalternüber dienstliche Vorgänge, die zu seinem Entscheid führten, herbei- Die Abgabe des Stimmzettels bei der Wahl kann unmöglich als beamten so schöne Reden gehalten haben, ihre schönen Worte in lassen wollte.( Sehr richtig! rechts.) Die Vorwürfe, die mir in der Oeffentlichkeit und in der Presse Wahlagitation bezeichnet werden und nur eine solche kann dem Be- Thaten un. Wir werden Sie bei der Aufbefferung der Gehälter 2c. gemacht worden sind, bestanden zunächst darin, daß ich amten verboten werden. Löhning hatte durchaus recht, wenn er ein fräftig unterſtüßen.( Sehr richtig! links.) Ich komme nun au öffentliches Einschreiten gegen den betreffenden Beamten ablehnte. dem Etat der indiretten Steuerit selbst. Ich möchte Ihre Aufdiefen Beamten zum Ausscheiden aus dem Staatsdienst ge- Durch derartige Wahlbeeinflussungen wird nur das Denunziantentum merksamkeit auf den zollfreien Veredelungsverkehr lenken. Es ist drängt habe, weil er die Tochter eines Subalternbeamten geheiratet hätte. Eine folche Stränkung des gesamten Standes der großgezogen, das ja bei diesem ganzen Fall leider eine große Rolle sehr bedauerlich, daß diese Zollfreiheit nur fatultativ eingeführt ist. Subalternbeamten ist mir nie in den Sinn gekommen. Ich werde spielt. Ich will hoffen, daß die Regierung in Zukunft doch etwas nie verurteilen, daß die Tochter eines Subalternbeamten einen vorsichtiger sein und den Beamten ihre freie Meinung gönnen wird. höheren Beamten heiratet. Ich habe ausdrücklich ausgesprochen,( Bravo! links.) mal eines durchaus noch Was Finanzminister Freiherr v. Rheinbaben: Beim zollfreien Veredelungsverkehr stehen sich verschiedene wirtschaftliche Interessen gegenüber. Gewiß bekommen durch Zulassung der Zollfreiheit zahlreiche Arbeiter lohnende Beschäftigung, andrerseits vermindern wir bei einer großen Reihe Betriebe die Rentabilität. In diesen wirtschaftlichen Kampf einzugreifen ist nicht Aufgabe des Finanzministers. Vielleicht wendet sich der Vorredner mit seinen wünschen an den Handelsminister. Abg. Hirsch( fri. Vp.) glaubt nicht, daß die Frage des zollfreien Veredelungsverkehrs furzer Hand bei dieser Etatsdebatte gelöst werden könne, und verteidigt die Kartelle und ihre Preispolitik gegen die Angriffe des Abg. Dr. Defer. Abg. Gothein( fri. Bg.) behandelt gleichfalls die Kartellfrage. Die Kartelle nehmen den inländischen Konsumenten so folossale Preise ab, daß sie unter den Produktionskosten nach dem Auslande verkaufen und den Verlust aus dem inländischen Gewinne decken Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben: Ich würde dem Abg. Gothein dankbar sein, wenn er mir sein Material zur Verfügung stellen würde, denn ich habe das lebhafteste Interesse daran, Mißstände abzustellen. Hierauf vertagt sich das Haus auf Mittwoch 11 Uhr,( Etat der Gestütsverwaltung; Etat der direkten Steuern.) Schluß 34 Uhr. in diesem Hause zum Gegenstand der kontradiktorischen Erörterung fönnen. gemacht werden. Man kann wohl allgemeine Grundsäße für die Anstellung und Entlassung der Beamten hier aufstellen, aber es verträgt sich nicht mit der Prärogative der Krone, daß die Regierung in jedem einzelnen Falle der Beamtenentlassung über ihre Gründe hier zur Rechenschaft gezogen werden kann. Schließlich möchte ich noch meiner Befriedigung darüber Ausdruck geben, daß die Regierung ihre Dstmarkenpolitik ernst nimmt.( Bravo! rechts.) Abg. Frhr. v. Zedlis( frk.): daß ich mich über die Verlobung jedes Urteils enthalte, und habe Abg. Graf Limburg- Stirum( t.): Auf alle Einzelheiten will ich lediglich gerügt, daß der betreffende Beamte mir von seiner Ver- nicht eingehen. Die Dinge liegen nicht ganz klar.( hört! hört! links.) lobung keine Anzeige gemacht hat.( Hört! hört! rechts.) Mir konnte mit dem, was der Herr Finanzminister über die Frage der Vernach allen Meldungen nicht mehr zweifelhaft sein, daß ge- lobung und ihren Einfluß auf die Verabschiedung gesagt hat, wiffe Dinge lokaler und privater Art das Berbleiben diefes stimme ich überein. Im allgemeinen tann die Frau eines Beamten im Osten unmöglich machten. Ich muß es ab- Beamten sehr wohl auf auf die Stellung eines Beamten lehnen, auf diese rein privaten Dinge hier einzugehen, ich möchte schädigend einwirken, weim sie die notwendigen Eigenschaften des nur hervorheben, daß der Vorivurf des Kastengeistes vollkommen Geistes und des Herzens vermissen läßt. Ob sie aber aus niederen ausscheidet. Ich habe dem Provinzial- Steuerdirektor eine Versetzung oder höheren Kreisen stammt, tommt dabei gar nicht in Betracht. an eine andre Stelle vorgeschlagen, ein Beweis, daß ich seine Ver- Was die Entlassung des Herrn Löhning anlangt, so gebe ich dem bindung mit der Tochter eines Subalternbeamten nicht als Grund Herrn Minister darin recht, daß die Entlassung erfolgen mußte, zum Ausscheiden aus dem Staatsdienste ansah. Nun ist ein Gegen- wenn Herr Löhning in seiner erponierten Stellung nicht die jayz konstruiert worden zwischen meiner Ansicht und der des Ober- Politik der Regierung vertrat. Dagegen kann ich mich präsidenten. Der Oberpräsident soll gesagt haben: Ihre politischen nicht damit einverstanden erklären, daß die Gründe der Entlassung Ansichten können Ihnen den Hals nicht brechen." Das hat der Oberpräsident aber gesagt ohne Kenntnis zu haben von dem alten mäßigen Material, das mir damals schon vorlag.( Hört! hört! rechts.) Bezüglich der Feldwebeltochter fann ich mich den Ausführungen des Striegsministers im Reichstage vollkommen aufchließen. Die Feldwebeltochter ist bei meinem Vorgehen überhenpt nicht in Betracht gekommen. Ich habe erst aus den Zeitungen davon Kenntnis er halten, daß Herr Coccius früher ein Feldwebel war.( Hört! hört! rechts.) Ich bin selber Soldat gewesen, mein Vater ist auf dem Schlachtfelde gefallen, und ich weiß, was die Armee der Mutter des Soldaten, dem Feldwebel, verdankt.( Lebhaftes Bravo! rechts.) Zunächst muß ich dem Minister danken, daß er im Reichstag Für mich ist lediglich die politische Gesinnung dieses Beamten nicht über den Fall Löhning gesprochen hat. Hätte der Minister maßgebend gewesen. Die augenblidliche Lage in Bosen macht bei direkt mit Löhning verhandelt und nicht durch Mittelspersonen, so unfern Beamten ein besonderes Intereffe für nationale Dinge not- wäre die Legendenbildung von der Feldwebelstochter unmöglich gewendig.( Zustimmung rechts.) Stein Mensch wird von unfren wesen. Nach der heutigen Erklärung des Ministers scheidet die Verum Beamten verlangen, daß sie stumme Diener der Regierung feien. Tobung mit der Tochter des Feldwebels als Grund für die Ent- Die von dem Angeklagten Nar denkötter für seine HaftWas wir aber verlangen, ist, daß die Beamten die Gesamttendenz fernung Löhnings vom Amt vollständig aus. Ich stimme den Worten entlassung erforderte Staution von 15 000 M. ist inzwischen gestellt der Regierung billigen.( Sehr richtig! rechts.) Die Regierung muß des Kriegsministers über die Verlobung eines Offiziers in ihren Beamten eine Stüße finden, sie dürfen ihr nicht passiv oder höheren Beamten mit der Tochter eines Subalternbeamten voll- Der umfangreiche Betrieb des Angeklagten ergiebt sich u. a. entgegentreten.( Zustimmung rechts.) Diese Pflicht ist den Beamten ständig bei. Wundern muß ich mich nur, daß der preußische Staat so aus der größeren Anzahl von Personen, die darin beschäftigt waren. ausbrüdlich eingeschärft worden. Der Provinzial- Steuerbiveltor hat fpät erst erkannt hat, wie gänzlich ungeeignet Herr Löhning zur Be Außer dem Erpedienten- Personal waren noch drei Korrespondenten aber in seiner Gesamthaltung befindet, daß er der Politik der fleidung einer höheren Verwaltungsstelle war, die eine starke Hand er beschäftigt, die die Eintragungen in die Patientenbücher besorgten Staatsregierung in sehr wesentlichen Buntten widerstrebt. fordert. Er sollte eine Beamtenschaft im schweren nationalen Stampfe und mit Hilfe von drei Schreibern die Korrespondenz mit den Schon vom Abgeordneten v: Jazdzewski ist der Fall in Fraustatt im Sinne des preußischen Staatsgedankens führen und hat dabei Patienten führten, selbständig Nachfuren anordneten und selbständig gestreift worden. In dieser Stadt wurde in der Stadtverordneten- ganz versagt. Das allein machte ihn gänzlich ungeeignet für den Rezepte ausschrieben, obgleich sie nie ein medizinisches Gramen ab= wahl ein Pole gewählt und zwar weil sich 80-90 Proz. der Kom- Posten eines Provinzial Steuerdirektors. Herr Löhning hat die gelegt hatten. Bezeichnend für die Geschäftsführung des Angeklagten munalbeamten nicht an der Wahl beteiligt hatten. Ein Steuer- Legendenbildung, daß seine Verlobung mit der Tochter des Feld ist, daß er auf Befragen des Präsidenten erklärt, er habe die Storbeamter hat sogar für einen Polen geftimmt.( Hört! hört! rechts.) webels den Grund seiner Entlassung gegeben habe, in geradezu respondenten für eine derartige Thätigkeit für befugt erachtet, da Die Wahl wurde aus irgend welchen Gründen für ungültig erklärt. raffinierter Weise gefördert.( Lebhafte Zustimmung rechts.) Sein er sie ja drei Monate in der Geschäftsführung unterwiefen habe". Nun wurde den Beamten vom Landrat eingeschärft, bei der Nach- Weggang ist kein Verlust für den preußischen Staat.( Lebhafter Der Vorsitzende hält dies für ganz unerhört, zumal die Sor= wahl ihre nationale Pflicht zu erfüllen. Darauf erflärte der Beifall rechts.) Provinzial- Steuerdirektor: Der Landrat verlangt von mir eine verAbg. Kirsch( Centr.): bleiben, der Ein Kurpfuscher- Prozeß. Ziveiter Tag. Vorsitzender Landgerichtsdirektor Müller eröffnet die Sigung 9% hr. worden. respondenten bei dem umfangreichen Betrieb des Geschäfts, der doch jährlich mindestens auf 100 000 M. zu bemessen fei, auch sonst noch alle Hände voll zu thun hatten. Bei dieser Gelegenheit wird auch zur Sprache gebracht, daß nach der Behauptung des Angeklagten mit unter in den Apotheken Rezepte angefertigt worden seien, die keine Unterschrift trugen, sondern den Vermert hatten: ,, Unterschrift folgt." " fassungswidrige Handlung."( Lebhafte Zustimmung links. Unruhe Dem Reichstage muß das Recht gewahrt rechts.) Man fann feinem Beamten verdenken, tvennt er artige wichtige Angelegenheiten wvie den Fall Löhning, einen Polen wählt, auch die Minorität muß vertreten die iveit über den Rahmen des Einzelstaates hinausreichen, vor sein fein.( Große Unruhe rechts. Lebhaftes Sehr richtig fints.) Forum zu ziehen. Nach unsrer Auffassung ist auf beiden Seiten geBarum soll nicht auch ein Pole Stadtverordneter fein?" fehlt worden, sowohl von Herrn Löhning wie von der FinanzWir müssen von einem königlichen Beamten ein flares Bekenntnis in verwaltung. Es ist erfreulich, daß der Herr Finanz Der Vorsitzende bezweifelt, daß ein solches Verfahren nationalen Fragen verlangen; er muß unter allen Umständen deutsch minister in so positiver Weise erklärt hat, daß der Heirat bei den Apothekern möglich sei, der Angeklagte bewählen.( Sehr richtig! rechts.) Ein Beamter, der nicht einen Dent- eines höheren Beamten mit der Tochter eines Subaltern- hauptet aber, daß dies in der Salomon- Apotheke" geschehen sei; fchen wählt, hat das Recht verwirkt, im Osten thätig zu sein.( Lebhaftes beamten nichts im Wege stände. Daß man aber zunächst andrer die ärztliche Unterschrift sei auch am nächsten Tage nachgeliefert Bravo! rechts.) Der Provizial- Steuerdirektor hat weiter erklärt, er Meinung fein konnte, dafür sprach zivcierlei: erstens das zeitliche worden. Präf: Wie konnten Sie nur den Mut haben, Preise verdamme den Ostmartenverein( Hört! hört! rechts), also einen Zusammentreffen der Verlobung oder der Heirat mit der Entlassung zu fordern, die kühn bis zu 120 M. für eine Sur hinaufgingen? Verein, der sich zur Aufgabe gestellt hat, die gesamten deutschen und zweitens der Umstand, daß die Regierung so lange mit der Sie haben dafür meist unter 2 M. Objekt geliefert. Einem armen Intereffen dort zu vertreten. Der Minister verliest eine Reihe von Klarstellung gezögert hat. Das dienstliche Verhalten Löhnings kann Dienstmädchen haben Sie 94 M. abgenommen, einem erblindeten Aussagen, in denen Beamte erklären, daß Löhning sich gegenüber der für seine Pensionierung keinen Grund gegeben haben, es Arbeiter 98 M., einem andern Patienten, den Sie durch falsche BeBolenpolitik der Regierung passiv verhalten habe. Auf den Erlaß handelte fich immer nur unt Aeußerungen Löhnings in handlung schwer geschädigt haben, 75 M. Es ist eine ganze Anzahl des Finanzministers, daß alle politisch unzuverlässigen Beamten Privatgesprächen über die Polenpolitik. Formell mag Graf von Zeugen vorhanden, die durch Ihre Behandlung in ihrer Ge aus dem Often entfernt werden sollen, hat der Provinzial- Limburg- Stirum recht haben. vent er meint, daß die fundheit arg zurüdgekommen find. Eine ganze Anzahl Ihrer Patienten ist inzwischen auch gestorben. Angeklagter jahrein mit den Arzneien zu thun haben.- Präf.: Die Aerzte ( lächelnd): Das passiert auch den Patienten von Aerzten. Bräf.: Sie scheinen die ganze Sache burschifos aufzufassen, obwohl Ihnen doch durch Ihre gestrige Verhaftung der Ernst Ihrer Lage flar geworden sein sollte. Sie thäten in Ihrem Interesse besser, Ihr hochfahrendes Wesen und Ihre Ueberhebung beiseite zu laffen. Der Angeklagte erklärt zu den hohen Preisen, die er be rechnete: er habe doch auch große Unkosten gehabt, das Personal, die Aerzte bezahlen müssen und auch auf jeden Patienten einen Betrag von 15 M. anrechnen müssen, denn er habe 4-5000 m. im Monat für Reklamen ausgegeben. Außerdem habe er ja auch viele Stoſtennachläffe gewährt und die Medizin umsonst geliefert. Präs.: Die letztere repräsentiert einen Wert von etwa 1 Mark. Der Vorsitzende geht dann dazu über, wie der Angeklagte sich berechtigt halten konnte, alle die vielen Krankheiten, gegen die er sich anpries, auf brieflichem Wege zu heilen. Der Angeklagte behauptet, daß dies sehr gut möglich sei. Auf Grund der Fragebogen fönne er sich sehr gut ein Bild von der Krankheit machen. Auch viele Aerzte furierten ja doch brieflich. Präs.: Welches Bild" Sie sich machten, zeigt ein später noch zu besprechender Fall. Da hatte sich eine 50jährige Frau an Sie gewandt, die, ohne es zu ahnen, in gefegneten Umständen sich befand und später eines gefunden Knäbleins genaß. Die Frau hatte einige aus diesem Zuslande herrührende Beschwerden und Sie haben nun flottweg mit Ihren Medikamenten drauf Yos furiert. Die Beschwerden waren sehr bald verschwunden und die Frau glaubte sogar von Ihnen geheilt worden zu fein. Sie haben dann aber auch noch von ihr eine Nachtur verlangt und als sie sich dessen weigerte, haben Sie ihr vorgehalten, daß sie den Fragebogen unterschrieben und sich damit in Ihre Hand gegeben habe. Das ist doch geradezu unerhört. Der Angeklagte schildert diesen Fall in andrer Weise. Präs.: In Ihren Rezeptbüchern befindet sich auch ein Rezept gegen Strebs. Sie scheinen sich also auch mit dieser Krankheit beschäftigt zu haben. Ange kl.: Das ist durchaus nicht der Fall. Sachverständiger Dr. Stör mer stellt fest, daß der Angeklagte an einem Stranten, der an Krebs litt, vier Monate lang herumturiert habe. Schließlich habe er der Frau den Rat erteilt, doch lieber in eine Klinik zu gehen und von dem Arzt eine bestimmte Diagnose stellen zu lassen. Der Angeklagte habe also vier Monate lang eine krebsleidende Frau, bei welcher er selbst im Patientenbuche fofort die Zweifelfrage Strebs?" hinzugefügt hatte, herumlaufen lassen. Angefl.: Ich habe die Frau zunächst nur versuchsweise angenommen. Dr. Störmer: Das ist eben das Unerhörte. Uebrigens wird ein noch viel krasserer Fall zur Sprache kommen. Präs.: Charakteristisch ist auch, daß der Angeklagte den brieflich behandelten Patienten mitunter vier Rezepte, in einem Falle sogar 11 Rezepte auf einmal übersandte. Das zeugt von der Sicherheit seiner„ Diagnose". Auf eine Frage --Der Chemiker Nardentötter hat im letzten Jahre ein Einwerden sich für das Urteil, welches Sie über diese fällen, bedanken! kommen von 160 000 m. versteuert. Unter den medizinischen KorhNach Ihrer Ansicht müßte also ein Arzt, der die Diagnose auf ge- phäen Berlins giebt es nur 2, die ein höheres Einkommen aufzuschwollene Leber stellt, erst zum Apotheker laufer und mit diesem wcise haben; und nur 4 kommen mit einem Einkommen von 140 bis beraten, welche Arzneien wohl zu verschreiben wären. Das Publikum 160 000 M. den Einnahmen des Kurpfuschers annähernd gleich. müßte dann statt eines Arztes immer zivei Personen zu seinen Ueber 100 000 M. Einkommen haben in Berlin überhaupt nur elf In Charlottenburg übersteigen die ärztlichen Einkommen Angel.: Ich habe die Mittel für gut befunden Aerzte. Diensten habeit. und sie auch in meiner ganz netten Privatpraxis mit Erfolg zur überhaupt nicht die 90 000, und über 50 000 M. haben nur neun Anivendung gebracht.-- Präs.: Wußten Sie nicht, daß eingehende Aerzte. In Schöneberg beträgt das ärztliche Höchsteinkommen Beschwerden einfach vernichtet wurden und daß viele Patienten dem 30 500 bis 35 000 M., in Rigdorf gar nur 16 500 bis 18 500 M. Angeklagten Nardenfötter schrieben, seine ganze Methode sei einfach Im übrigen Teil des Potsdamer Regierungsbezirks giebt es einen lächerlich? Arzt mit 120 000 bis 140 000 und einen mit 60-70 000 M. Angekl.: Nein, das ist mir nicht bekannt Präs.: Haben Sie auch Krebs und Tuberkulose brieflich behandelt? Einkommen, und im Regierungsbezirk Frankfurt haben die vier Angefl: Krebs nicht und Tuberkulose nur in solchen Fällen, höchstbesteuerten Aerzte ein Einkommen von 20 500-30 500 M. wo die Leute darauf bestanden. Präs.: Sind die Ihnen ein- Noch im Vorjahre gab es in Berlin einen Arzt mit 225 000 M. Eingesandten Sputum Proben untersucht worden? Ange kl.: kommen, er ist in seinen Einkommensverhältnissen neuerdings aber Nein. Präs.: Sie sind also einfach weggeworfen worden. etivas zurückgekommen", soll aber immer noch zum Leben genug Sachverständiger Dr. Störmer: Hält der Angeklagte eine brief- haben. liche Behandlung von Bluthusten für zulässig?- Angefl.: Unter Umständen ja: Wenn ein Patient schreibt, er sei schon von so und so vielen Aerzten an Bluthusten erfolglos behandelt worden und wolle nun auch unsre Mittel probieren, so halte ich briefliche Behandlu... Am Dienstag, den 10. Februar, finden in den sechs Berliner für zulässig. Präs.: Waren Sie bezüglich der Diagnose denn immer derselben Meinung wie Nardenfötter?- Angel L.: Nein, Reichstags- Wahlkreisen Versammlungen statt, in welchen die Aufmanchmal strich ich an seinen Verordnungen, er war darüber manch- stellung der socialdemokratischen Reichstags- Kandidaten erfolgt. Die mal ärgerlich, schließlich siegte ich aber im wesentlichen immer mit Wichtigkeit dieser Versammlungen rechtfertigt die Bitte an die Vormeiner Ansicht. Präs.: Billigten Sie auch, daß die Patienten stände der Gewerkschaften und Vereine, zum 10. Februar thunlichst Quecksilber durch den Magen zugeführt erhielten? Angel.: feine Versammlungen anzuberaumen. Die Vertrauenspersonen. Ursprünglich hatte ich Bedenken dagegen, die Methode hat sich aber sehr gut bewährt. Erster Staatsanwalt Pelz: Hat der Ange flagte als approbierter Arzt nicht Anstand genommen, zu einem Mai wie Nardenfötter zu gehen? Wenn ein Jurist bei einem Winkelfonsulenten arbeiten wollte. müßte er doch schon vollständig herunter sein. Schließlich müsse doch das Standesbewußtsein Berliner Partei- Angelegenheiten. Die nächste Lokal- Liste erscheint am Sonntag, den 15. Februar. Wir ersuchen daher die Mitglieder der Lokalkommission von Berlin und Umgegend, Aenderungen und Neuaufnahmen bis spätestens Freitag, den 6. Februar 1903, einsenden zu wollen, und zwar für: Teltow- Beeskow" an den Genossen Hermann Schliebig in Brit, Jahnstr. 2; Nieder- Barnim" an den Genossen Otto Riebe in Friedrichsfelde, Victoriaftr. 4; Potsdam- Ost- Havelland" an den Genossen Albert Neue in Spandau, Jagowstr. 9; Diverse Drte" an den Genossen Gustav Bellwoof, Eberswalde, Eisenbahnstr. 67; Berlin an den Genossen Wilhelm Hinz, Prinzenstr. 66, S. 14. Man wolle die Mitteilungen umgehend besorgen, da spätere Einsendungen nicht mehr berücksichtigt werden können. eine gewichtige Rolle spielen. Angefl.: Rein. Staats= an wa It: Nicht? Na, dann danke ich schön! Sie haben in der Voruntersuchung auch die klassische Aussage gemacht: Ihnen als Arzt hätten doch die„ reichen Erfahrungen" des Nardenfötter zur Seite gestanden. Angek I.: Jch habe das in der ersten Aufregung bei bei meiner ersten Vernehmung gesagt. Was das Standesbewußtsein betrifft, so habe ich in verschiedenen Zeitungsartifeln stets den Standpunkt vertreten, daß ich der Aerztekammer namentlich auch in Bezug auf das Standesbewußtsein nicht die Autorität zubilligen kann. die sie beansprucht. manchmal Dinge, die den kleinen Aerzten als Vergehen gegen die Auch bei berühmten Aerzten passieren Vielfach ist es in den letzten Wochen vorgekommen, daß zuschriften Standesehre zur Last gelegt werden. Des ärztlichen Standes unin Lokal- Angelegenheiten" an die Nedaktion des Vorwärts" würdig ist es, wenn Kassenärzte sich mit 25 Pf. für die Konsultation acfandt worden sind; wir ersuchen daher die" Genossen, alle ablohnen lassen. Der Dienstmann, der das Recept nach dev Apotheke Anfragen und Zusendungen nur an den Genossen Wilhelm Hinz, bringt, beansprucht mehr. Ein solches Verfahren ist standesunwürdig. Berlin S. 14, Prinzenstr. 66, zu richten und nicht an die Rechtsanwalt Dr. Davidsohn: Wie viele Aerzte haben sich Redaktion. wohl auf die Annonce des Angeklagten Nardenfötter gemeldet? Die Parteiblätter der genannten Kreise werden um Abdruck Angeff. Na r denkötter: Ich habe nur eine einzige Annonce ver- ersucht. Die Lokalkommission. öffentlicht, wonach ein Institut mit brieflicher Behandlung einen Arzt zur Nebenbeschäftigung suche. Darauf sind 78 Offerten Abgeordneter Rosenow in der in Wittes Volksgarten, BerlinerWilmersdorf. Heute, Mittwochabend 8%, Uhr, hält Reichstags= eingegangen. petuniäre Frage erledigte? Angel.: Die von den Patienten Vortrag. Zahlreicher Besuch ist geboten. Präs.: Wußten Sie, wie Nardentötter die straße 40, stattfindenden Versammlung des Wahlvereins einen geforderten Honorare halte ich garnicht für zu hoch, ich kann höchstens behaupten, daß mein Honorar nicht hoch genug ist. Zur Begründung einer eignen Braris habe er feiner Zeit feine Mittel gehabt. Wenn er die Stelle bei Nardenkötter niederlegte, fände letzterer hundert Aerzte, die sie annehmen. Er wisse ganz genau, daß sich Aerzte zu Stellen für 30 M. monatlich melden. Hierauf beginnt die Beweisaufnahme. Der erste Zeuge ist der Friseur Schott, der unbewußt plößlich zum Inhaber des„ Versandhauses Schott" geworden ist, davon aber gar keine Ahnung hatte. Er hat auf Bitten seiner Braut, der Aufwärterin Biernißti,' mal etwas unterschrieben, woraus ihm ein Profit von monatlich 30 W. erwachsen sollte, ist aber dann von Berlin weggegangen und hat sich um die ganze Sache nicht weiter bekümmert. Vorrat an starken Giften auf einen Rollwagen " Lokales. Die Stadtverordneten- Versammlung hat in ihrer Sizung am Donnerstag nachmittag 5 1hr u. a. folgende Gegenstände der Tagesordnung zu erledigen: Berichterstattung über die Vorlagen, betreffend: den Verkauf einer an der Kopenhagener Straße belegenen städtischen Bauparzelle und den Vorentivurf zum Neubau des Andreas- Realgymnasiums auf dem Grundstücke Stoppenſtr. 75/76. V Vorlagen, betreffend: die Frequenz in den Gemeindeschulen am 15. November 1902, den Etat des Gesinde Belohnungs- und Unterstützungsfonds für das Etatsjahr 1903, den Jahresabschlußz Striminalfommissar Müller II hot die Haussuchungen bei über die Verwaltung des Hafens am Urban für das Etatsjahr 1901, Nardentötter vorgenommen. Er hat in der Wohnung große Massen die Erstattung des einem Armenpfleger durch Diebstahl entGift vorgefunden und beschlagnahmt. Die Flaschen mit Gift haben wendeten Betrages, Neupflasterungen auf dem Vichhof, den wirr durcheinander gestanden, bei vielen wat die Giftbezeichnung speciellen Entwurf zum Neubau eines städtischen Unterlosgelöst, die Flaschen standen in buntem Gemisch mit Stüchengeschirr, in chungsamtes für Nahrungs- und Genußmittel, sowie Gedie Unordnung war folossal. Die Vorräte hier und in dem Verbrauchsgegenstände in der Fischerſtr. 39/42, den Vorentwurf zum sandhaus"-Keller feien so riesig gewesen, daß zwei Arbeiter bis Neubau des Volksbades in der Gerichtstraße, den Austausch einer abends zu thun hatten, um diesen Parzelle des Gasanstaltsgrundstücs zu Tegel, die Erteilung des Zuschlags auf Uebernahme der Kehricht- und Schneeabfuhr für 1. April 1903-1906, den Ausbau des Stadtbahnbogens 407 in der Lüneburger Straße zu einem Straßenreinigungs- Depot, die Teilung des Bezirks der 196 E. Armenkommission, den Neubau Bau einer Bismardwarte auf den Müggelbergen, der Grünstraßenbrücke, die Bewilligung eines Zuschusses zum den Etat für den städtischen Hafen am Urban für das Etatsjahr 1903, die nachträgliche Genehmigung einer Etatsüberschreitung bei Specialverwaltung 36, die Trace des Druckrohrs des Radialsystems XI den Ablauf der Wahlzeit eines und den Ankauf von Ländereien, Bürgerdeputierten bei der Armen- Direktion und die Anstellung sowie Festsetzung der Gehälter des technischen Personals bei der örtlichen Straßenbau- Polizei- Verwaltung, Abteilung II( Kanalisation). Außerdem findet am Beginn der Sizung die Einführung und die Verpflichtung des zum Stadtverordneten gewählten Kaufmanns Groh, Blumenstr. 69, statt. erklärt Dr. Störmer, daß der Angeklagte im Jahre 1899 über 92 000 Mark Einnahmen, gehabt habe. Präs.: Was verstehen Sie nun unter Ihrem neu fombinierten" Heilverfahren? Der Angeklagte ertvidert, daß ihm während seiner sechsjährigen Thätigkeit als Apotheker Tausende von Rezepten durch die Finger gegangen sind. Er habe nun auf Grund dieser Erfahrungen seine Medikamente vielfach durch Kombination des Naturheilverfahrens mit dem medikamentösen Verfahren hergestellt. Dr. Störmer: Der Angeklagte hat seine Rezepte nach dem Grundsatze zusammengeschrieben: Wer Vieles bringt, wird allen etwas bringen! Der Vorsitzende hebt noch hervor, daß die„ Korrespondenten", denen der Angeklagte die Anordnungen über die Nachkur usw. überließ, hauptsächlich damit beschäftigt waren, aus den Büchern die" testanten" herauszusuchen und Mahnbriefe zu schreiben. Aus dem Geschäft des Angeklagten find täglich 15-20 Pakete verschickt worden, wozu wohl noch 7 bis 8 Pakete täglich aus Frizlar verschickte kamen. Die Vernehmung Nardenfötters ist hiermit beendet. Der Angeklagte Klesper erklärt sich für nichtschuldig. Sein Schwager Rardentötter habe seiner Zeit die Heilanstalt Sudmühle unter ärztlicher Leitung betrieben. Er habe ihm damals durch seine Vermittelung den billigen Bezug der notwendigen Rohstoffe von einer Engros- Firma verschafft. Als Nardenkötter nach Berlin übersiedelte, habe er ihm dieselbe günstige Gelegenheit verschaffen wollen und an die Firma Riedel geschrieben, daß er selbst die durch Nardentötter zu bestellenden Rohstoffe beziehen und verarbeiten wolle. Herr Riedel hat, wie der Präsident aus der Korrespondenz feststellt, zunächst Bedenken gehabt, ist dann aber in die Verbindung eingetreten, nachdem Rardenfötter ihm wahrheitswidrig die Versicherung abgegeben habe, daß die Rohstoffe sofort nach Friklar weiter gesandt und in Berlin nicht verarbeitet werden würden. Die Firma Riedel hat über 4000 M. Medikamente ge liefert. Angeklagter Slesper behauptet, geglaubt zu haben, daß Nardentötter selbst nur die für den Verkehr frei gegebenen Roh zu laden. Der Angeklagte habe sich bei der ganzen Beschlagnahme materialien verarbeite. Im Mai 1899 sei Nardenfötter nach ziemlich gleichgültig gezeigt. Es schien ganz zweifellos, daß die GiftFriklar gekommen und habe ihn gebeten, den Verfandt seiner flaschen schon geöffnet und benußt sein mußten. Medikamente von Frizlar aus zu übernehmen. Er habe anfangs Ein Fabrikant M. hat sich an den Angeklagten N. gewendet, die Medikamente zumeist selbst angefertigt, gebe aber zu, daß um ein lokales Uebel los zu werden, hat sich auch persönlich nach Nardenkötter ihm zur Erleichterung später schon fertiggestellte der Wohnung Nardentötters begeben. Dort hat ihn ein junger Medikamente zur weiteren Versendung zugeschickt habe. Er be- Mann( ein Schreiber) ganz oberflächlich besichtigt und dann habe hauptet aber, daß dieselben unschuldiger Natur, wie Chinatinktur, er zwei Büchsen mit Salbe per, Nachnahme geschickt erhalten. Nach verdünnte Salzsäure und Bilsenkrautöl, waren; Gifte und zusammen- der Anwendung derselben sei er so frank geworden, daß er dann gesetzte Arzneien waren nicht dabei. Er behauptet, daß er den ihm einen Arzt zu Rate ziehen mußte. Ueber die schließlich von ihm zugeschickten Medikamenten schon ihren Charakter ansehen und event. geforderten Sturkosten sei er sehr erstaunt gewesen und habe sich geanschmecken konnte, denn es seien im wesentlichen immer dieselben weigert, sie zu bezahlen. gewesen. Er will bei der ganzen Arbeit, für welche er 50 M. pro Monat erhielt, nur Geld zugesezt und Aerger und Verdruß gehabt haben, und als er wegen der Ueberbürdung die ganze Sache nieder Tegen wollte, habe ihm sein Schwager gedroht, ihn regreßpflichtig zu machen, wenn er ihn im Stich lasse. Er habe nur die Rezepte angefertigt, die er anfertigen durfte und sei immer der Meinung geivesen, daß nur er den ganzen Versandt habe. Wenn hinter der Angeklagte darüber in chnischer Weise lustig feinem Rüden auch von Berlin ein Versandt stattfand, so sei er gemacht. Die Harnproben, die dem Angeklagten von den Patienten dafür nicht verantwortlich. Erster Staatsanwalt Bel 3 betont: regelmäßig zugesandt wurden. wanderten einfach in die Ecke. Die Der Versandt der Pakete durch den Angeklagten sei so auffallend ganze Sache wurde nach Schema F behandelt. In einem Falle Einem Privatdocent wurde von einem Stadtrat empfohlen, sich gewesen, daß die Polizei in Friklar der Sache näher getreten fei. wurde von einem Dresdener Patienten eine Urinprobe verlangt, er um die Stelle in der Fröbelstraße zu bewerben. Auf die Frage, ob Der Angeklagte behauptet, daß dies ein Konkurrenzmanöver gewefen erhielt aber das Medikament schon zugesandt, noch ehe er die Urin- auch ein ausreichendes Laboratorium vorhanden sein würde, erhielt Er habe den Versandt ganz offen betrieben und auch die probe überhaupt abgeschickt hatte( Heiterkeit). er zur Antwort, für den Bau eines solchen ständen 50 000 M. zur Frißlarer Aerzte, die sich wegen Einstellung des Versandts an ihn Ein Zeuge v. Manowski ist etwa 8 Tage bei dem AngeDer Privatdocent ging zum Vorsitzenden der KomVerfügung. gewandt, ablehnend beschieden. Er habe von der ganzen Sache flagten Nardentötter als Stenograph thätig gewesen und war sehr miſſion, schickte feine Starte herein und wurde, ohne daß sich der bald aufs höchste empört über den Geschäftsbetrieb. Die Vehand- Stadtrat vom Stuhl erhob, ohne daß dem Besucher ein Stuhl anAuch der Angekl. Dr. Kronheim bestreitet seine Schuld. Tung der Patienten geschah auf die vagesten Vermutungen hin und geboten wurde, ohne weitere Erörterung in ein andres Zimmer ge Auf Befragen bekundet der Angeklagte, daß es feine Aufgabe ivar, jedermann mußte sofort sehen, daß wiesen, woselbst er alles erfahren würde". Dies alles" bestand die vorbereiteten Fragebogen zu prüfen, die Krankengeschichte durchin einer Benennung der einzelnen Mitglieder der Kommission. Er das ganze Geschäft Schwindel und auf Ausbeutung zulesen, die Diagnose zu stellen uſiv. Das alles machte er in der des Publikums berechnet war, namentlich konnte dies einem Arzt, trat seine Tournée an. Saft überall entgegnete man ihm, sobald Zeit von durchschnittlich einer Stunde, die er täglich bei Nardentötter der längere Zeit bei ihm arbeitete, nicht im geringsten zweifelhaft wissenschaftlichen Arzt". Der eine sagte:„ Wir wollen wir wollen feinen zubrachte. Er erhielt dafür 150 M. monatlich. Er giebt zu, daß sein. Das Geschäft ging glänzend, denn die Frau ging täglich mit mitunter Rezepte in die Apotheke von Bartel in der Prenzlauer einem großen Beutel zur Post, um die Postanweisungsgelder ab- nicht, daß die alten Leute zu Versuchskaninchen werden." Bei einem Allee gekommen und erst später von ihm unterschrieben worden zuholen. Der Zeuge erwähnt einen Fall, in welchem ein Gymnasiast principiell nicht meine Stimme." Ein andres, dem Kandidaten sehr andern: Sind Sie Professor? Einem Professor gebe ich feien. Sachverständiger Dr. Störmer hat festgestellt, daß sich an den Angeklagten gewandt hatte. unter den mehreren Laufend Rezepten ein paar Hundert, die stark Briefen hat er dem Angeklagten geschrieben, wo er denn das Gewohlgefinnies Mitglied erklärte von vornherein seine Aussichten für wirkende Mittel verordneten, ununterschrieben in die Apotheken ge- herbekommen solle; er habe schon seine ganzen Ersparnisse geopfert, sehr geringe, denn für die Mehrheit der Mitglieder sei er viel zu Tommen sind. Der Angeklagte meint, er könne sich dies nicht er- all sein Taschengeld hingegeben und müßte nun gerade seinen Water wiffenfchaftlich. flären, denn er glaube, daß es sich nur um wenige ununterschriebene bestehlen. Eine andre alte Frau wurde mit Zahlungsaufforderungen Berliner Stadtvertretung, aus dem heraus Mitte der vierziger Jahre Die Med. Reform" bemerkt hierzu: Das ist derselbe Geist der Rezepte handeln könne. Präf.: Das ist doch auf alle Fälle eine so drangfaliert, daß sich der Gemeindevorstand ihrer annahm. Des vorigen Jahrhunderts Ludwig Traube die Uebertragung einer Pflichtvergessenheit. Sie haben außerdem sich' mal dahin geäußert, Einem Patienten hat der Angeklagte Zahlungsnachlaß versprochen, Armenarztstelle und die Erlaubnis, Austultation und Perkussion zu daß Ihnen bei gewissen Geschlechtskrankheiten schon die Angabe wenn er ihm Patienten nachweise". Einer der wenigen Patienten, lehren, verweigert wurde( vergl. Bergson, Medizinische Reform", einer Sleinigkeit genüge, um die Diagnose zu stellen. Ange die fich persönlich vorstellten, kam gerade dazu, als über eine 1848, Nr. 36). Ludwig Traube, der später einer der ersten Ilagter fezt auseinander, daß in der ganzen Berliner Kaffen- Bahlungsaufforderung gesprochen wurde. praris es ebenso fei, daß den Kassenärzten gar nicht die Zeit zu klagte mit leiser Stimme gesagt, man solle doch ruhig sein, denn man ihm in der Charité eine eigne Abteilung ein, damit er als erster Da hat dann der Ange- eliniker und Aerzte aller Zeiten wurde. Einige Jahre später richtete einer Untersuchung bleibe, sondern daß für derartige Krankheiten wenn der Patient von Zahlungsaufforderung höre, würde er weg- in Berlin die neuen Methoden erforschen und lehren konnte, die ohne weiteres immer ein ganz bestimmtes, feststehendes Mittel ver- bleiben. Der Zeuge trägt eine ganze Reihe von Einzelfällen vor, feitdem zum ABC eines jeden Arztes gehören. Sind es nicht dieabfolgt werde. Präs.: Hier handelt es sich aber um Mittel, die die teils Heiterkeit, teils Entrüstung hervorrufen. von einem Herrn Nardenfötter zusammengestellt waren. An= geklagter: Ich habe über die Mittel mit mehreren Apothekern 9% Uhr vertagt. Hier wird die Verhandlung abgebrochen und auf Mittwoch selben Bürger der Stadt. die der Armenarzt und die der Charitégesprochen und diese haben anerkamnit, daß die Mittel sehr gut seien. Der Gerichtshof beschlicht, den Angeklagten Nardenfötter, Nach meiner Meinung hat in jedem Falle nachdem die Kaution von 15 000 M. gestellt worden, aus der Untersuchungshaft zu entlassen. fei. keinerlei Vorteil gehabt. der Apotheker eine bessere Kenntnis über die Wirkung einer Arznei, wie der Arzt. Zeuge Apotheker Heiser ist infolge ciner Annonce, durch welche für ein pharmaceutisches Institut ein Apotheker gesucht wurde, mit dem Angeklagten in Verbindung getreten. Er ist turze Zeit bei ihm thätig gewesen, hat aber bald gemerkt, daß es sich um Kurpfuscherei handelte. Wenn Briefe von Patienten eintrafen, die fich für betrogen hielten, hat sich " " Berlin und die ärztliche Wissenschaft. Eigentümliche Geschichten plaudert ein Arzt in der Medizinischen Reform" aus. Es handelt sich in dem Artikel der Zeitschrift u. a. um die Ausschreibung der Stelle eines Assistenzarztes für das mit dem Städtischen Obdach Die Med. Reform" berichtet mun: verbundene Krankenhaus in der Fröbelstraße. arzt behandelt? " " Die Klagen über die Unsauberkeit im Bädereibetriebe find den Herren Bäckermeistern denn doch unangenehm geworden und so wollen sie, einem Beschluß ihrer Innungen gemäß mit Reformen" vorgehen. Reformen sind in der Backstube gleichbedeutend mit Ueber Nardenfötters Einnahmen geht dem„ Berl. Tagebl." Reinlichkeit. Diese Tugend soll aber nicht im dunklen Schmutz der Betriebsstätte in die Erscheinung treten, sondern nach außenhin. ( Seiterfeit im Publikum.) Jawohl, denn der Arzt hat nur cin Semester Arzneilehre zu hören, während etter jahraus, folgende Mitteilung zu: * " " Um so Man fo dhun, fagt der Berliner. Die Inmung thut fund und zu mithin von 1901 zu 1902 die neuen Anträge um 22,6 Proz., die Reinickendorf. Der Ehe waren drei Kinder entsproffen, von denen tvissen, daß vom 1. April ab sämtliche Gesellen und Lehrlinge sowohl Bewilligungen um 23,3 Proz., die Ablehnungen um 20,6 Proz. Der eins tot ist, während sich zwei, die 6jährige Frida und die 11jährige im Betriebe wie auf Geschäftsgängen nicht allein mit weißen Anteil der Frauen an den Bewilligungen stellte sich 1902 bei den Martha, im Elternhause befanden. Hillar, ein nüchterner und solider Schürzen, sondern auch mit weißen Taschentüchern ver- Invalidenrenten auf 1485, bei den Altersrenten auf nur 42, d. H. Mann, der auf dem Neubau der städtischen Gaswerke in Tegel be= sehen sein müssen. Wer diese nüßlichen Sachen nicht besitzt, dem dort auf 28,9 Proz., hier auf nur 16,2 Proz. aller Bewilligungen. schäftigt ist, kam gestern abend, wie gewöhnlich, um 6 Uhr nach chafft der Meister sie an und bringt die Auslagen dafür vom Lohn An den 510 Krankenrenten, die sich unter den Invalidenrenten be- Hause, und wurde von seiner 11jährigen Tochter Wartha erwartet, in Abzug. fanden, waren die Frauen mit 164, d. h. mit 32,2 Proz. beteiligt. Die mittags von der Schule zurückkehrend, vergeblich Einlaß zur elterIn der betreffenden Innungsversammlung wurde auch wieder lichen Wohnung gesucht hatte. Die Kleine wartete geduldig vor der Ein fürchterliches Brandunglück, dem jedenfalls mehrere Menschen Thür in der Annahme, daß die Mutter mit der Schwester nach Berlin lebhaft über die Anregung debattiert, die Gesellen von Zeit zu Zeit leben zum Opfer fallen, erfolgte gestern Dienstagnachmittag in der gefahren sei, um Einkäufe zu machen. Da jedoch die Frau ſich ſtets, auf ihren Gesundheitszustand ärztlich untersuchen zu lassen. Die Meinung ging jedoch dahin, daß dieses Vorhaben wie schon früher, Michaelfirchstr. 23a. Das Quergebäude dieses Grundstücks enthält irenn der Mann von Arbeit kam, zu Hause befand, so ließ Hillar die so auch jetzt an dem Widerstande der Gesellen scheitern in seinen Räumen zwei getrennte. Celluloidfabriken, eine Kunst- verschlossene Wohnungsthür öffnen. Die Küche, welche die Eindürfte. anstalt, eine Fabrik für Stickereien und Fabrikationsräume der be- dringenden zunächst betraten, sowie die angrenzende Wohnstube war In Gesellenkreisen macht sich allerdings eine starke Abneigung kannten Wurmschen Liqueurfabrik. Das Feuer kam gegen 4 Uhr im leer. Als sich jedoch H. in das Schlafzimmer begab, bot sich ihm ein gegen die geplante Gesundheitskontrolle geltend, jedoch nicht etwa ersten Stockwerk aus, in der Celluloidfabrik von Schwarz bereits erstarrte Leiche der Frau Hillar, während in einer Blutlache schrecklicher Anblick. An einem Haken des Thürrahmens hing die aus angeblichem Hang zur Unreinlichkeit, sondern wegen der voraus- und zwar in dem Sortiererraum für Abfälle. Im Nu schlugen auf ihrem Bettchen mit durchschnittener Kehle die kleine Frida lag. sichtlich sehr einseitigen Handhabung des Kontrollſyſtems. Soll schon die Flammen durch die großen Fenster bis zur Dachhöhe, sodaß, als Das scharfe Küchenmesser, mit welchem die Frau die That begangen, eine ärztliche Untersuchung stattfinden, so müßte sie auch notwendigerweise auf die Herren Bädermeister ausgedehnt werden, denn der erste Feuerruf erfcholl, das Feuer schon seinen Weg durch den wurde am Erdboden aufgefunden. In einem zurückgelassenen die ständige Berührung mit den Gefellen oder den von diesen be- Fahrstuhlschacht nach den obersten Stockwerken genommen hatte. Schreiben dankte die Unglückliche ihrem Mann für seine der Familie nußten Arbeitsgeräten läßt eine lebertragung von Krankheitskeimen, Den Arbeitern in den verschiedenen Fabrikräumen war der Aus- stets bewiesene Güte und Sorgfalt und erklärte, daß sie ihre Tochter ctiva der Bäckerkrätze, keineswegs als unmöglich erscheinen. Vor gang über die Treppe sofort abgeschnitten. Die Arbeiter der und sich selbst töten müsse, um sie der bösen Welt zu entziehen. Aus allem aber tragen die Meister in erster Linie die Schuld an den Wurmschen Liquerfabrik kletterten sämtlich durch die Bodenluke auf allem geht hervor, daß Frau Hillar, die schon öfter Spuren von sie verbohrt an überlebten patriarchalischen Einrichtungen festhalten. Am schlimmsten erging es dem Arbeiterpersonal der im dritten ekelhaften Hautkrankheiten der Gesellen und Lehrlinge, insoweit als das Dach und brachten sich über die Nachbardächer in Sicherheit. Schwermut gezeigt, die That in einem Anfall acistiger Umnachtung begangen hat. Sie sträuben sich mit aller Macht gegen die Aufhebung des Kost- Stodwerke befindlichen Celluloidfabrik von Priester u. Co. Bei abend der Stadt Charlottenburg am Sonntag, den ,, Die Meistersinger" lautet das Thema für den 8. Volkskunstund Logiswesens, weil sie den Gesellen stets unter Aufsicht haben wollen. Für die Reinlichkeit der Betten aber sorgen sie nur in der dem Versuche, fich zu retten, wurden sie von den Flammen immer 8. Februar, abends 7 Uhr. In Vortrag, Dichtung und Musik, allermangelhaftesten Weise, und die überlange Arbeitszeit bringt es wieder zurückgetrieben. Vier Personen flüchteten in ein abseits welche durch erste tünstlerische Sträfte vermittelt wird, soll versucht sehr häufig mit sich, daß der Geselle von Müdigkeit überwältigt, die belegenes Zimmer und wurden später von der Feuerwehr teils im werden, ein Bild der historischen Bedeutung und des Schaffens der Reinlichkeit des eignen Körpers vernachlässigt. Ein Gefelle, der ohnmächtigen Zustande heruntergeholt. Dagegen stürzten drei Meistersinger" wie Hans Sachs, Behaim u. a. zu geben. Der nicht beim Meister, sondern in Privatlogis schläft, ist schon ge- Personen auf ihrer Flucht nieder. Ein Laufbursche zweite Teil ist ausschließlich Nichard Wagner und seinen zwungen, sich beim Nachhausekommen gründlich zu reinigen, wenn er der Firma Priester u. Co. war bereits tot, als er Meistersingern von Nürnberg" gewidmet. sich bei seinen Logiskollegen oder Hausgenossen nicht unmöglich bon der Feuerwehr machen will. Wenn also die Meister den Forderungen der Gesellen Arbeiterinnen Klara Bethmann und Gertrud Hofrichter einigen Neuigkeiten auf den Plan. Die Einleitung des Abends war aufgefunden wurde, die während Das Casino- Theater in der Lothringerstraße trat gestern mit in dieser Hinsicht genügend entgegenkommen würden, so wäre die ärztliche Gesundheitskontrolle im Bäckergewerbe ebenso überflüssig zwar noch lebten, aber so schwere Brandwunden davongetragen hochtragisch. Es wurde Vergas Cavalleria rusticana gewie in andren Betrieben. So lange also die Bäckermeister nicht auch hatten, daß sie schleunigst von der Feuerwehr nach dem Strankenhause geben, jenes einaktige Drama, in dem Eleonora Duse sich in ihrer im eignen Heim reformieren, kann man ihrem Schürzen- und Taschen Bethanien geschafft werden mußten, wo sie bedenklich krank danieder Größe gezeigt und das Mascagni zu seiner populär gewordenen tücherutas ir mit dem bekannten Sprichivort begegnen: Außen hui liegen. Oper begeistert hat. Wir gingen mit der Erwartung ins Theater, und innen pfui!" Als der erste Löschzug unter Brandinspektor Dransfeld am daß die Schauspieler an unser Mitleid appellieren würden. In der gestrigen Situng der städtischen Gas- Deputation machte Brandplage erschien, bildete das vierstöckige Fabrikhaus ein einziges angenehmer war die Enttäuschung. als wir ein durchweg vorzügliches Spiel fonstatieren konnten und das Mitleid sich auf einen der Vorsitzende Stadtrat Na m 31 a u interessante Mitteilungen über Flammenmeer. Bei der ungeheuren Aufregung, die auf dem Fabrik- Teil des Publikums beschränken mußte, der offenbar nicht die Ersparnisse, die mit der Einführung der Gasautomaten( so hofe herrschte, war anfangs gar nicht zu übersehen, ob sich noch Leute im stande war, der Handlung zu der Handlung zu folgen und daher dent genannten Münzgasmessern) in Berlin erzielt worden sind. Troß in dem brennenden Gebäude befänden. Brandinspektor Dransfeld andächtigen Teil der Zuschauer durch Geplauder ftörte. der kurzen Zeit, die feit der Einführung dieser für die meisten Berliner gab jedoch sofort Weisung, daß die später ankommenden Löschzüge in Doch die Anschauungen im Parterre blieben nur der Sizilianischen Familien praktischen und daher empfehlenswerten Neuerung in der Abgabe von Gas, erst verflossen ist, sind schon rund 10000 Auto- erster Linie in der Wusterhausenerstraße Aufstellung zu nehmen hätten, Bauernehre gegenüber geteilt. Schon im zweiten Teil des Promaten der städtischen Gaswerke im Gebrauch und liegen zahl- um von der Rückseite her das brennende Gebäude anzugreifen. Es gramms, der den Specialitäten galt, fam man überein in dem Ürteil, daß sowohl eine Gesellschaft von Drahtseilfünstlern als auch reiche neue Gesuche zur Aufstellung solcher Apparate vor. Nach den war dies um so notwendiger, weil man anfangs infolge der der Humorist Bonné ihren Mann standen; vor allem wußte der bisherigen Erfahrungen wird sich der durchschnittliche Konsum für enormen Hize und der starken Berqualmung nicht gut auf junge Coupletsänger mit seinem Liede von der Elektrischen die Volfs= jeden dieser Gasmesser für das Jahr auf 500 Stubikmeter Gas stellen, den zweiten Hof gelangen konnte. Die gefährdeten Arbeiter hatten feele in der Lothringerstraße zu wecken. Mehr aber noch zog die wodurch die gehegten Erwartungen übertroffen werden. In derselben sich aber jedenfalls nach den hinteren Räumen geflüchtet. Zur Wor- Boſſe„ Lehmann", deren Held ein Unteroffizier mit brei Bräuten iſt, Sizung wurde beschlossen, einen Starklichtgas- Kandelaber an dem sicht ließ er zwei Sprungtücher ausbreiten, schickte aber gleichzeitig von denen die treue Seele am Schluß sogar eine heiratet. Treffpunkt der Spandauer- und Königstraße auf einem Inselperron, Löschmannschaften über Hakenleitern und Treppen vor. Außer den aus aufrichtigem Herzen kommende Beifall, den das Publikum der dort errichtet werden soll, aufzustellen. Die Kochhannstraße foll bessere Beleuchtung und die Straße Unter den Linden an der vorhin angeführten Personen wurden dann noch etwa ein Dugend spendete, galt sowohl dem immerhin beachtenswerten Sieg der Streuzung eine neue elektrische Bogenlichtlampe erhalten. über die Treppen herabgeholt, fie haben aber, soweit bisher fest- Tugend, mit dem das Stück endigt, als auch dem vorzüglichen Spiel, er felt in welchem namentlich Herr Wendt als Lehmann und Herr Direktor gestellt ist, keine oder nur geringe Verlegungen davongetragen. Ein Vermächtnis in Höhe von ca. 100 000 Mark ist dem Berg als Dienstmann glänzte. Die Thätigkeit der Feuerwehr war so anstrengend, wie sie nur Stiftungsfonds der Stadt Berlin zugefallen. Der vor etwa vierzehn immer bei einem Großfeuer erforderlich ist. Auf dem Hofe Tagen verstorbene Apotheker Karl Worff, der Begründer der Firma Hus den Nachbarorten. der großen Delmühle int Gras 11. Worff, hat in seinem foeben zur Eröffnung gelangten der Wusterhausenterstraße waren mechanische Leitern in Thätigkeit und Adlershof. Heute abend 8 Uhr spricht Frau Dr. David in Testament bestimmt, daß von seinem 120 000 22. betragenden Ber- Dampfspritzen und mögen 1500 M. der Borussia- Loge Nr. 2 von Brandenburg J. O. O. F., bon der Michaellirchstraße aus fandten zehn Schlauch- Arthur Laus Gesellschaftshaus über:" Die Frau im Dienste der welcher der Dahingeschiedene 32 Jahre angehört, ferner verschiedene leitungen ihre Wassermassen in die Flammen. Trotzdem Genossenschaft". Bei dem regen Interesse der Parteigenossen für Legate entfernten Verwandten zufallen. Der Rest in Höhe von dauerte es fast zwei Stunden, bis das Feuer erstidt wurde und mit die Konsumgenossenschafts- Bewegung wird zahlreiches Erscheinen erivartet. etiva 100 000 M. ist dem Stiftungsfonds des Magistrats zur Be- den Aufräumungsarbeiten begonnen werden konnte. Das Fabrikgründung einer„ Worff- Stiftung" überwiesen. Die Zinsen derselben gebäude ist in allen Stockwerken total ausgebrannt. Die Hize war Stunden lang beschäftigte sich die Versammlung mit der Frage der Aus der Schöneberger Stadtverordneten- Situng. Ziemlich drei gelangen zu je einem Drittel zur Verteilung an das Kaiser und so groß, daß der Putz von den Wänden des Vorderhauses sich ab- Aufbesserung der Gehälter von Lehrpersonen an MittelStaiserin Friedrich- Kinder- Krankenhaus zu Berlin, an die Große löste und die Fensterscheiben zersprangen. Berliner Ferienkolonie und an die Berliner Odd- Fellow- Ferien- grenzenden Seitenflügels waren stark bedroht und mußten von außen Lehrereinkommens bis zum 1. April 1904 zu vertagen und eine geDie Wohnungen des an- und Volksschulen. Der Magistrat hatte beantragt, die Erhöhung des beständig unter Wasser gehalten werden. Branddirektor Giers- mischte Stommission einzusetzen, welche bis zum Juli dieses Jahres Gefährliche Aborteinrichtungen. Das Reichs- Gesundheitsamt hat den Minister des Innern und dieser die Polizeibehörden in Berlinberg leitete längere Zeit die Löscharbeiten. Das Feuer hatte den städtischen Körperschaften Vorschläge dahingehend machen soll, daß die Besoldungsordnung für die Lehrpersonen der Mittel- und und den Vororten veranlaßt, für die Zukunft streng darauf zu sehen, Tausende von Zuschauern nach den benachbarten Straßen gelodt. Volksschulen sowohl formell als materiell derjenigen Berlins daß nur solche Bauten polizeilich abgenommen werden, deren Drei schwere Unfälle haben sich im Straßenbahn bezw. Charlottenburgs möglichst genähert wird. Einen schwerent Leitungs- und Klosettanlagen der modernen Technik entsprechen.betriebe zugetragen. Gestern nachmittag gegen 2 Uhr fuhr ein Konflikt in dieser Angelegenheit glaubt der Stadtverordneten- Vorsteher Eine Kommission, bestehend aus Aerzten und Fachleuten hat fest- unbekannter etwa 40jähriger Herr auf einem Zweirade die Seydel- Müller darin zu finden, daß bereits ein Beschluß vom 5. Mai v. J. gestellt, daß sowohl in Berlin als in den Vororten einstraße entlang und versuchte vor dem Hause Nr. 29 einem Geschäfts- besicht, wonach der Magistrat um eine Nachprüfung der feit 1898 sehr bedeutender Teil der Klosetts keine besondere Rohr- wagen auszubiegen. Er bemerkte dabei, daß auf dem Straßenbahn- bestehenden Besoldungsordnung ersucht wird. Die Schuldeputation unterbrechung hat, die sie von der Wasserleitung trennt. geleise ein Motorwagen der Linie 9( Schlesischer Bahnhof- Moabit) hatte vorgeschlagen, die Alterszulagen um 25 M. zu erhöhen. Man hat mehrfach solche Klosetts verstopft und durch gefärbtes Wasser herannahte und bremste, um nicht mit jentent zusammenzuprallen, die Diesem Beschlusse ist der Magistrat nicht beigetreten; er hatte sich festgestellt, daß das Wasser aus solchen verstopften Aborträumen in Maschine. Bei dem plötzlichen Halten stürzte der Herr über das vielmehr auf obigen Antrag geeinigt. Bürgermeister Dr. Gerhardt die Wasserleitung gehen muß. Es wird, da das Reichs- Gesundheitsamt Borderrad feines Gefährts hinweg mit dem Kopfe gegen die Vorder- hatte erklärt, die Vorteile follten, auch wenn die Aenderung der darin eine der größten Gefahren zur Verbreitung event. Erstehen der plattform des Motorwagens und erlitt, einen Schädelbruch. In be- Gehaltsskala erst im nächstjährigen Etat zur Einstellung gelangt, Epidemien sicht, jetzt auf Abstellung der Uebelstände gesehen. finnungslosem Zustande wurde der Schwerverletzte, dessen Personalien den Lehrern nicht verloren gehen. Die entsprechende MehrAuch die Besizer alter Häuser mit den bezeichneten unvollkommenen nicht festgestellt werden konnten, nach der Charité gebracht. belastung im Betrage von 16 400 Mart fönne mant Anlagen find in großer Zahl zur Abstellung der Uebelstände aufzwar noch ganz gut vertragen, man müsse jedoch Rückgefordert worden. In Schöneberg ist der Grundbesitzerverein ficht auf die eventuelle Zwangslage nehmen, wenn die Erhöhung der Ansicht, daß auf Kosten der Besizer keine Aenderung der früher des Grundgehalts im Laufe der Zeit staatlich festgelegt werde. An polizeilich abgenommenen Anlage zu erfolgen braucht und ist bediese Möglichkeit wollten jedoch sämtliche Redner nicht glauben, um so schlossen worden, es auf eine Lage ankommen zu lassen. weniger, als bei der jeßigen Zusammensetzung des preußischen LandWas kümmert diese Herren auch die Gesundheit der Mieter? tages eine Fürsorge für die Volksschullehrer ausgefchloffen scheint. Die Mehrheit einigte sich denn auch auf den Vorschlag des Vorstehers Müller, unter Ueberweisung des Magistratsantrages an den Etatsausschuß, die Einsetzung der erhöhten Skala noch in den diesjährigen Etat zu fordern. kolonic. molle ni naded o Gegen 3 Uhr nachmittags fuhr in der Altonaerstraße der dort selbst Nr. 10 wohnende Kaufmann Schulz seitlich gegen die Vorderplattform des ihm entgegenkommenden Straßenbahnwagens Nr. 1635 der Linie 18( Moabit- Großgörschenstraße). Bei dem Anprall wurde Sch. von dem Rad geschleudert, stürzte mit dem Kopf gegen einen dort haltenden Kohlenivagen, während die linke Hand auf das Straßenbahngeleise gerict. Der Kaufmann erlitt eine schivere Quetschung des Kopfes, außerdem wurde ihm der kleine Finger der linken Hand abgequetscht. und an der Stirn. Der Ueber die Asphaltierung der Sedanstraße zwischen Torgauerund Leuthenstraße ist es mit einem Teil der dort angesessenen halsstarrigen Eigentümer zu einem Heinen Fortschritt gekommen. Die Versammlung stimmte dem Vorschlage einstimmig zu mit der Maßgabe, daß im Frühjahr mit den Arbeiten noch begonnen wird. Ueber die Thätigkeit der Gesundheitskommiffion in FriedrichsWegen der Erbauung einer Schwebebahn nach dem Grunewald ist die Continentale Gesellschaft für elektrische Unternehmungen nunmehr an den Minister für Landwirtschaft, als den zunächst beteiligten Gegen 8 Uhr abends lief an der Ecke der Skaliberstraße der in Ressortminister herangetreten. Zweck des Planes, der absichtlich vor der Urbanstraße 84 wohnende Klempner Adler, einem Arbeitsfuhrder Hand nicht in Einzelheiten hincingeht, ist die Erschließung des werk ausweichend, rückwärts gegen die Vorderplattform eines MotorGrunewaldes von der östlichen Seite her. Mit der neuen Schnellbahn wird man vom Mittelpunkte Berlins bis in den Grunewald in etwa wagens der Linie Schlesisches Thor Zoologischer Garten und wurde 20 Minuten gelangen. Besonderer Wert soll auf häufige Fahr- zu Boden geschleudert. Er erlitt, wie im Strankenhaus Urban fest gelegenheit gelegt werden. Es wird beabsichtigt, die schnelle Aufgestellt wurde, eine Gehirnerschütterung und Wunden am Hinterkopf cinanderfolge der Züge auch bei schwachem Berkehr durchzuführen. Eine solche Betriebsart ist bei der Schwebebahn um so leichter durch- Ein Sittlichkeitsverbrechen gegen ein sechsjähriges Mädchen hat hagen wird uns geschrieben: Seit der im Juni 1901 von der Gea führbar, als sie nur Motorwagen verwenden wird, die in beliebiger ein Soldat des Garde- Füsilier- Megiments, der bei der 12. Compagnie meindevertretung vollzogenen Wahl der Kommission hat dieselbe die Zahl zu Zügen verbunden werden können. An Wochentagen ist stehende Müller II. verübt. Während er gegen 6 1hr nachmittags durch die Geschäftsordnung vorgeschriebenen vierteljährlichen mindestens ein 10 Minutenverkehr, an schönen Nachmittagen, Sonn- auf dem Grüßmacher an dem nach der Scharnhorststraße führenden Sitzungen pflichtgemäß abgehalten. In der ersten diesjährigen und Feiertagen ein 5 bis 2% Minutenverkehr vorgesehen. Die Thor auf Posten stand, lockte er das Mädchen von seinem Bruder, Sitzung erstattete der Vorsitzende, Amts- und Gemeindevorsteher schlanke Abwickelung des Betriebes ist durch Anlage von Rückkehr mit dem es gespielt hatte, fort und führte es in das Schilderhaus, Klut, über die Ausführung der letzten Kommissionsbeschlüsse Bericht. schleifen an den Endpunkten der Bahu, so daß die Züge in ständigem wo er die That beging. Als das Kind weinte und sagte, es werde Wegen der Pachtung einiger Jagen des königlichen Forstreviers zu Sheislauf verkehren, sowie auf der Grundlage des in Elberfeld seinem Vater alles erzählen, meinte der Patron, wenn ihr Vater Erholungspläßen der Einwohner ist er mit der Forstbehörde in glänzend bewährten automatisch- elektrischen Blocksystems gewährtäme, würde er ihm mit dem Kolben den Schädel spalten. Der Verbindung getreten. Diese habe vorläufig von der Verpachtung leistet. Die Bahn soll an einem bequem zu erreichenden Bahnhof Vater, ein Unteroffizier, hat aber sofort Anzeige erstattet, worauf weiterer Forstflächen abgesehen, sie sei aber geneigt, nach erfolgter ciner der bestehenden Schnellbahnlinien Anschluß erhalten, wobei auf Müller auch alsbald einräumte, daß er mit der Kleinen sich zu Alenderung von Waldwegen und der Chauſſierung von Straßen der die Möglichkeit einer selbständigen oberirdischen oder unterirdischen schaffen gemacht habe, aber Böses hätte er ihr nicht zugefügt. Der Verpachtung zuzustimmen. Den Beschluß der Kommission, die GeWeiterführung in das Stadtinnere Bedacht genommen wird. Die Soldat, der jetzt einer strengen Bestrafung entgegensicht, dient im meindevertretung zu ersuchen, zur Anschaffung eines Krankenwagens Gesellschaft hat sich zunächst an eine bestimmte Linienführung nicht zweiten Jahre. Er stammt aus Saarburg und ist von Beruf die nötigen Mittel in den nächsten Etat einzustellen, hat der Gefestgelegt, obgleich es an Anerbietungen von interessierter Seite nicht Gärtner. meindevorstand abgelehnt. Die aus Berlin oder Köpenick requirierten fehlt. Maßgebend für die Linienführung im einzelnen werden viela Krankenwagen würden sofort zur Stelle sein, der Gemeinde würden mehr sein die Wünsche, die von den westlichen Gemeinden als An- Polizeilich als vermist gemeldet wurden im Monat Januar lieger der Bahn ausgesprochen werden, und das Entgegenkommen 15 Personen, von denen sich sieben wieder bei ihren Angehörigen ein- jedoch durch die Beschaffung, Unterhaltung und Unterbringung eines Strankenivagens ganz erhebliche Kosten erwachsen. Die Kommissions= dieser Gemeinivejen bei der Ebnung der dem Projekt etiva entgegen gefunden haben. Vier der Vermißten wurden als Leichen auf beschlüsse, den Geschäftsinhabern von Lebensmittelhandlungen und gefunden, während über den Verbleib von zwei Personen noch kein den Gastwirten und Restaurateuren bei Vermeidung geeigneter stehenden Schwierigkeiten. Die Landes- Versicherungsanstalt Berlin hatte im Jahre 1902 nhalt zu gewinnen war. Der Kaufmann Donte aus der Köpenicker- polizeilicher Maßnahmen auszugeben, Hunde in ihren Geschäftslokalen ( bezw. im Vorjahr 1901) von Invalidenrenten- Anträgen zu straße, der nervenkrant iſt, hat wahrscheinlich Selbstmord verübt, nicht zu dulden, soivie den Bäckern den Transport underpadter Baderledigen 5727( 4596) neue, 547( 215) übernommene, zusammen 6274 während die Frau des Gastwirts Tauß, die bereits im Juli vorigen waren zu untersagen, sind in ortsüblicher Weise bekannt gemacht. ( 4811). Bewilligt wurden 5134( 3930) Invalidenrenten, abgelehnt Jahres verschwand, wovon jedoch der Polizei erst Anfang Januar Zuwiderhandlungen find dem Vorsteher bisher nicht zur Kenntnis 390( 275) Anträge, anderweit erledigt 134( 59), noch nicht erledigt dieses Jahres Mitteilung gemacht wurde, sich vermutlich außerhalb gekommen. Bei der von der Kommission stattgefundenen Besichtigung aufhalten dürfte. Völlig unaufgeklärt ist noch das Verschwinden 616( 547). Hiernach stieg von 1901 zu 1902 die Zahl der neuen Anträge um 24,6 Proz., der Bewilligungen um 30,6 Proz, der Ab- zweier junger Mädchen, die vermutlich Seelenverkäufern in die Hände der Räume, in denen Bier auf Flaschen gefüllt wird, sind Weißstände lehnungen aber um 41,8 Proz. Abgenommen hat die Zahl der gefallen sind, und zwar der 18jährigen Betty Pförtsch, die seit dem festgestellt worden. Der Vorsteher wird die betreffenden GewerbeAltersrenten- Anträge. In 1902( beziv. 1901) gingen 298 September vorigen Jahres vermißt wird, und der jetzt 16jährigen treibenden auffordern, für die Beseitigung der Mißstände unAuguste Schmidt, nach deren Verbleib die Polizei schon seit Anfang in den Schlächtereien wird der Vorsteher die Erekutivbeamten beverzüglich Sorge zu tragen. Zur Feststellung etwaiger Mißstände ( 385) Anträge neu ein und wurden 23( 17) übernommen, vorigen Jahres forscht. Von so daß im auftragen, in diesen Betrieben eine Revision vorzunehmen. ( 402) erledigen zu Erledigt wurden 260( 339) durch Bewilligung, 27( 31) durch Ab- Kindesmord und Selbstmord verübte Montag die. 39 Jahre alte dem Resultat derselben wird der Kommission später Mitteilung lehnung, 7( 6) anderweit, 27( 23) noch nicht. Es verminderten sich| Frau Pauline des Arbeiters Hillar, Eichbörnstraße 73, in West gemacht. ganzen 321 ivaren. ( Inhaber: Trapp& Morris.) 5. Greifenhagen Tchf. Brunnen- Str. 17. 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