Nr. 30. Abonnements- Bedingungen: 0 Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,80., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter SonntagsBeilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs. Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Solonel geile oder beren Raum 40 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Centrum und Wahlrecht. I. Donnerstag, den 5. Februar 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984. wo die Freiheit ein Mangel des Jrrtums war; und bodenständigen Bevölkerung des platten Landes durch die dort die Freiheit anrufen hieß darum dasselbe, als wenn man Landflucht Lügen gestraft wird. sagte, man folle der Wahrheit wenigstens ein Zugloch öffnen, Auch das Centrum, für welches Herr Gröber sprach, Um eines Gesetzes willen, das einer geringen Minderheit ba man ihr nicht freie Bahn lasse. Es ficht daher ein jeder, will von der Neueinteilung der Wahlkreise nichts wissen. Es die ungeheuerlichsten Wucherprofite in den Schoß wirft, daß das, was ein ganz besonderer Fall ist, nicht das gewöhn- befindet sich bei dem jebigen Wahlunrecht ganz wohl, und während es die große Mehrheit des Volkes an den zum Leben liche Gesetz werden kann." Der" Irrtum" jedoch und deshalb findet es, wie 1882 schon Windthorst, die jetzigen Zeiten nötigsten Dingen bestiehlt, hat man alle Begriffe von Sitt Irrtum ist nicht nur die ganze geistige und politische Be- zu unruhig für diese Reform, die die politische Gewalt in eine lichkeit und Recht mit Füßen getreten, hat man das parla- wegung der Gegenwart, sondern in erster Linie auch die richtigere Beziehung zu der beränderten ökonomischen Struktur mentarische Hausgesetz in Trümmer geschlagen, hat man selbst moderne Gesellschaftslehre, der Socialismus- der Irrtum bringen würde. den Ruf nach Veränderung des Reichstags- Wahlrechts er- jedoch hat kein Recht auf irgend welche wie immer geartete Sonst trat Herr Gröber mit großer Entschiedenheit für hoben. Und nun mit einem Male wieder spielen Sonservative Freiheit, weil er überhaupt kein Recht zu existieren hat; nur die Diäten und die Reform des Wahlreglements ein, an der und Nationalliberale die unschuldsvollen Lämmer, beeilt sich das die Wahrheit hat das Recht frei zu sein, und dieses Recht das Centrum im Kampf mit den Nationalliberalen um die Centrum im Reichstage erklären zu lassen, daß trotz der fann in Ewigkeit nicht dem Irrtum zustehen"; um aber den großindustriellen Wahlkreise des Westens stark interessiert ist. tollsten von ihm verübten Attentate auf Sitte, Recht und Irrtum zu dulden, muß man kein Mensch sein oder zur Hefe in einer Polemik gegen Vollmar suchte der Centrumsredner Gesetz alle Gutgläubigen es nach wie vor als den Hort der der Menschheit gehören". in den katholischen Wählermassen den Eindruck hervorzurufen, Volksfreiheiten verehren dürfen, kommt zweifelsohne unter Wir haben mit Absicht unter allen uns bekannt ge- daß durch die Jesuitenkonzession etwas sehr Wefentliches erdem Druck und Einfluß der ausschlaggebenden Partei die Re- wordenen klerikalen Autoren demjenigen das Wort erteilt, der reicht sei. gierung mit einem unerwarteten Zugeständnis, einer Art die Konsequenzen des Kleritalismus am unverblümtesten Vor ihm hatte der süddeutsche Volksparteiler Hoffmannpolitischen Geschents, das bei der Ausübung des Wahlatts und unverhülltesten ausspricht, und diese schäzenswerte Deut- Hall eine gutgemeinte Rede gegen die Weltpolitik und für die den geheimen Charakter der Wahl besser als bisher wahren lichkeit wird dem Gewicht seiner Worte gewiß keinen Eintrag allgemeine Abrüstung gehalten. Auch eine bessere Sache als und sicherstellen soll. Konservative und Nationalliberale thun. Ohne die Musterproben häufen zu wollen, erkennt man die der bürgerlichen Friedenspolitiker, die der Stuttgarter kennt man; ihre berufenen Wortführer haben sich in günstig auch aus den wenigen angeführten Belegstellen bereits die Professor der Tierarzeneifunde repräsentierte, kann durch so geglaubten Augenblicken deutlich genug ausgelassen, so daß Richtigkeit unsrer Behauptung, daß der Klerikalismus den ungeeignete Vertretung kompromittiert werden. Die Suttnerei auch der beste Wille ihre wahren Absichten nicht mehr miß modernen bürgerlichen Garantien principiell ablehnend gegen ist durch die zweistündige Rede des braven Herrn Hoffmann, deuten kann. Das Centrum ist vorsichtiger und läßt sich nicht übersteht, daß er sie lediglich aus Gründen der Nützlichkeit der monatelang das Material gesammelt hat und das einso leicht hinter die Karten sehen. Es gab sogar eine Beit, wo es zeitweise acceptiert, und daß die Dauer dieser zeitweisen An- mal aufgezogene Uhrwerk nun abschnurren ließ, nicht gefördert im preußischen Abgeordnetenhause den Antrag auf Einnahme nur bestimmt wird durch das Interesse des Kleri- worden. Das " Trakehnen. führung des allgemeinen und direkten Wahlrechts in Preußen falismus selbst, der hier jedenfalls seine Mittel durch den Zum Schluß sprach Herr Dr. Wiemer, ein hohler stellte. Ein tieferer Einblick in die Psychologie des Zweck, wenn nicht heiligen", so doch völlig beherrschen läßt. Schwäger der Richterschen Schule, der die Freisinnigen als Centrums lehrt jedoch, lehrt jedoch, daß seine zur Schau ge- Auch der Klerifalismus kann heute, wenn er unbefangen bürgerliche Generalkandidaten im Kampfe gegen den Umsturz tragene Freundschaft für das Reichstags- Wahlrecht nur urteilen will, nicht mehr in Abrede stellen, daß der Nußen, in empfehlende Erinnerung brachte. eine Maske ist, daß es es diese Maske an dem Tage welchen die sogenannten bürgerlichen Freiheiten im Gefolge Donnerstag geht die Debatte weiter, an erster Stelle wird von sich werfen wird, wo das bestehende Reichstags- haben, größer ist, als der Schaden, den sie jemals Ledebour sprechen. Wahlrecht infolge des fortschreitenden Abfalls der katholischen stiften könnten. Nichtsdestoweniger wird der principielle StandArbeitermassen seiner parlamentarischen Machtstellung ge- punft man dente nur an die Streitigkeiten, die sich an fährlich wird. Gerade in diesen Tagen hat auch das Centrum den Syllabus geknüpft haben hartnäckig festgehalten. Die Das Abgeordnetenhaus beendete am Mittwoch die am Somm unzweideutig feine Gegnerschaft gegen das Wahlrecht befundet. Vorteile der Freiheit" genießt man ja sowieso, und das abend abgebrochene Debatte über den Trakehner Prozeß. In Sein Widerspruch gegen die mechanische Gleichheit" in der Princip kann eines Tages eine willkommene Rückendeckung der Diplomatenloge war wieder der durch die öffentliche Meinung Wahlkreis- Einteilung bedeutet die Verneinung des oder gar Waffe werden. So hat das Centrum z. B. zur Zeit bereits gerichtete Landstallmeister b. Dettingen mit seinen Damen ersten Grundprincips des Reichstags- Wahl für die Aufhebung des Socialistengeseßes gestimmt. Windt erschienen. Es ist eine selbst in Preußen ungewöhnliche Erscheinung, rechts: der Gleichheit, die man nicht dadurch ver- horst hat auf dem Parteitage der rheinischen Centrums- daß ein Beamter, gegen den die Voltsvertretung schwere Angriffe dächtigt, daß man sie mechanisch" schilt. Entiveder Gleichbeit fraktion am 3. Februar 1890 diese Stellungnahme wie folgt richtet, Urlaub erhält, um den Verhandlungen beiwohnen zu können. oder Ungleichheit ein Drittes giebt es nicht. begründet:„ Wir sind die geborene Minorität; die sämtlichen Noch ungewöhnlicher aber ist es, daß der höchste Voroffen und freundschaftlich mit Centrum steht in der That dem Reichstags Satholiken Deutschlands bilden immer die Minorität, und wenn gesezte dieses Beamten ganz Wahlrecht in seiner jezigen Gestalt principiell ab- die andern sich zu einem Startell zusammenthun, so können sie ihm verkehrt, ja jogar mit ihm zusammen ineipt, wie es der lehnend gegenüber. Man wird zunächst entgegenhalten, alle denkbaren Geseze uns auf den Hals defretieren. Nachdem allzeit joviale Herr v. Podbielski thut. Ueberhaupt haben die es habe ja in allen bisherigen Wahlaufrufen und Partei- wir nun mit den Maigesetzen diese Erfahrung gemacht haben, Steaktionäre des Landtags die ganze Sache zur Parteifache gemacht, fundgebungen sich zur Wahrung und Aufrechterhaltung der wird man es uns nicht übelnehmen können, wenn wir sagen: ihre Instruktionen find zurückzuführen auf das Material, das ihnen sogenannten bürgerlichen Garantien, insbesondere des be- wir haben nur in dem allgemeinen Rechte Schutz. Wenn Herr von Dettingen selbst zur Verfügung gestellt hat, und sie verftehenden Reichstags- Wahlrechts in bündiger Weise verpflichtet. Sie sich auf das Gebiet der Ausnahmegeseze begeben, haben teidigen ihren Standesgenossen mit einem Eifer, als wenn es sich Das ist richtig. Aber der Klerikalismus fordert heute aus Sie alle und jede Stüße verloren. Meine Herren, das ist um ihre eigene Angelegenheit handelte. Auf die Lehrer Hageln die AnNützlichkeitsgründen eine ganze Reihe sehr schöner Dinge, auch wesentlich der Grund gewesen, weshalb die griffe der Rechten nur so nieber. Den Lehrer Nickel beschuldigt Herr die er principiell berwirft, so z. B. die Kultus, die Rede. Centrumsfraktion gegen das Ausnahmegesen gegen die v. 2öbell( fonf.) sogar eines der schwersten Verbrechen, die Verdie Preßfreiheit, die Gleichheit aller Staatsbürger vor Socialdemokraten war. Wir hatten ja für unsre Priester leitung zum Weineid. So etwas darf man sich unter dem Schutze der dem Gesetz. Alle diese Freiheiten, die gesamten sogenannten und Bischöfe ein ähnliches Gefet, schlimmer als das gegen parlamentarischen Immunität getrost leisten. Sandelt es sich doch bürgerlichen Garantien der Gegenivart sind nach Klerikaler die Socialdemokraten; wie konnte man da von uns erwarten, daß nur um einen Lehrer! Aber wehe, wenn ein Abgeordneter der Auffassung nur unter gewissen Bedingungen und Verhältniffen wir das gegen einen andren Teil unsrer Mitbürger vorgeschlagene Linten ein kränkendes Wort gegen Herrn v. Dettingen spricht! Der zulässig und zu fordern, nicht als ob diese Freiheiten an und Gesetz gebilligt hätten." Also auch hier keine Ablehnung des Abg. K opsch( frs. p.), der den Landstallmeister angriff, wurde für sich etwas Gutes wären", wie der Jesuit Sec. Franco in Socialistengefeßes aus Princip, weil dasselbe ein Unrecht war, wegen eines Ausdrucks, der auch nicht entfernt so beleidigend ist feinem vielgelesenen Handbuch populärer Antworten auf die sondern aus Gründen der Opportunität! Im Gegenteil, wie die gegen den Lehrer Nidel seitens der Herren von der Rechten wichtigsten Einwürfe gegen die Religion es ausdrückt, sondern grundsätzlich war das Centrum für das Socialistengefeß aus angewandten, wurde vom Präsidenten v. Kröcher zur Ordnung weil es in jenen Ländern, wo der Unterricht, das Wort, die Presse denselben Motiven, aus denen seine Autoren noch heute für gerufen. Die Herren Konservativen aber durften unter demin den Händen der Andersgläubigen und im Dienste des die Berechtigung der Inquisition eintreten. Der Zusammen felben Präsidenten den Lehrer Nickel nach Herzensluft beschimpfen. Irrtums sich befinden, schon etwas Gutes ist, wenn man nur bruch des alten Startells aber hat ein parlamentarisches Inter- Die ganze Debatte beweist die Geringschäßung, die die Lehrer und einen Strahl der Wahrheit durchscheinen lassen kann". Diese regnum geschaffen, das der Bildung eines neuen Startells mit die Boltsschule bei den Herren von rechts genießen. Zutreffend Freiheiten bedeuten vielmehr nach demselben Gewährsmanne Einschluß des Centrums zudrängt. Wie weit sich das letztere meinte Herr Stopsch, der sich überhaupt in fräftiger Weise der cinen Kriegszustand, den der Klerikalismus benutzen müsse, auf diesem Wege aus denselben Opportunitätsgründen, die gepeinigten und chikanierten Lehrer annahm, daß in dem Trakehner um das Uebergewicht zu gewinnen und durch einen ihm einst die Opposition angezeigt erscheinen ließen, wird Prozeß die Anmaßung der durch Geburt und Besitz Bevorzugten entscheidenden Sieg jenen Freiheiten ein Ende zu bereiten. treiben lassen, ist eine Frage der Zukunft, auf welche die so recht zu Tage trat. Noch mehr aber trat die Anmaßung in zu jenen principiell verwerflichen Freiheiten aber zählen: die Vorgänge der lezten Monate allerdings deutlich genug Ant- ben Reden Breßfreiheit, die Redefreiheit, die Gedankenfreiheit, die Frei- wort gegeben haben. heit der Wissenschaft, die Freiheit des Fortschritts, die Freiheit des Unterrichts, die politische Freiheit, die Gewissensfreiheit, überhaupt jede Freiheit, sogar die des Gottesdienstes, die man doch, soweit der Klerikalismus selber in Betracht kommt, als das natürlichste, unveräußerlichste und unverbrüchlichste Ein praktisches Ergebnis dürfte die Debatte faum zeitigen. Zwar überwies das Haus einen Antrag 3edlitz( frk.), die Regierung Menschenrecht auszugeben pflegt." Sagen," so läßt sich unser Gewährsmann aus, die gesellschaftliche Autorität habe nicht Die allgemeine politische Debatte, die Dienstag so munter aufzufordern, die Gestütsschulen für das Hauptgestüt Trakehnen die Pflicht, die Einheit des Kultus zu garantieren, heißt beim Etat des Reichskanzlers eingefegt hatte, verlief heute baldigst in öffentliche Volksschulen umzuwandeln, der Unterrichtsebenso viel als sagen, die zur Aufrechterhaltung der recht matt und öde. Die Rede des Herrn Dertel, der den kommission. Aber dort wird der Antrag wohl begraben werden, und Ordnung eingesetzte Autorität habe nicht die Pflicht, Anfang machte, bot wirklich keine Ueberraschung. Daß die es wird alles beim alten bleiben. Nach Erledigung des Etats der Gestütsverwaltung genehmigte fie aufrecht zu erhalten.... Nur in einem Falle ist diese Konservativen mit der Aufhebung des§ 2 des Jesuitengesetzes Redensart erträglich, nämlich dann, wenn eine Gesellschaft einverstanden sind, ist bekannt, und bekannt ist auch, daß das Haus noch ohne Debatte den Etat des Instituts der Seeunglücklicherweise in sich selbst gespalten ist und zugleich mit ihnen die Abänderung des Wahlreglements schwer im Magen handlung. denen, welche die Wahrheit bekennen, eine große Anzahl von liegt. Herr Dertel, dem doch gelegentlich eine humoristische Verirrten in sich begreift; dann kann der Fall eintreten, daß Wendung zur Verfügung steht, sollte seine faden Scherze über zur Vermeidung eines größeren Uebels die Toleranz nötig den Klosettantrag endlich aufgeben, sie gewinnen durch die wird; aber jeder sieht, daß in einem solchen Falle die ewige Wiederholung nicht. Viel besser als diese abgestandene Toleranz fein gesunder und gedeihlicher Zustand, sondern Wigelei waren seine boshaften Bemerkungen über die zarten Das„ Reutersche Bureau" erfährt: Der Haltung der vervielmehr ein Uebel ist, welches man annimmt und erträgt." Beziehungen zwischen dem Grafen Bülow und Herrn August 6ündeten Mächte bezüglich der sogenannten vorzugsweisen " Zur Beseitigung des Abscheues, den man vor der Preßfreiheit Schert. Der Lokal Anzeiger" ist das Sprachrohr dieses Behandlung ihrer Forderungen ist eine falsche Auslegung Sie bestehen nicht darauf, daß ihre Ansprüche vor haben müßte, trug auch bei, daß man sie in gewissen Ländern Stanzlers, das muß wohl den Konkurrenzneid des Redakteurs gegeben worden. Politische Ueberlicht. Berlin, den 4. Februar. Reichstag. der ( f.) und Oldenb. 2öbelt Herren burg( f.) zu Tage. Und welche Geringschätzung die Regierung selbst dem Schulwesen entgegenbringt, zeigt die Thatsache, daß auch nicht ein einziger Vertreter des Kultusministers der Sigung beiwohnte; sie überließ das Feld Herr v. Podbielski, dem geeignetsten Vertreter des Volksschulwesens. Am Donnerstag beginnt die zweite Beratung des Etats des Ministeriums des Innern. Der Rückzug der Venezuela- Mächte. auch von Katholiken anrufen hörte; aber man darf daraus der Deutschen Tageszeitung" fehr erregen. Natürlich wandte den übrigen bevorzugt werden sollen, sondern nur darauf, daß sie teinen falschen Schluß ziehen, denn sie wurde dort sich Herr Dertel gegen den Antrag auf Neueinteilung der von den übrigen getrennt und direkt zwischen den nicht als etwas an sich Gutes, sondern nur mit Wahlkreise. Das Uebergewicht der ländlichen Wahlkreise über Verbündeten und Venezuela geregelt werden. Rücksicht auf die Umstände angerufen. Sie lebten in die städtischen liegt im Interesse der Konservativen, und da Die verbündeten Mächte haben nichts dagegen, daß Venezuela Ländern, welche der Kezzerei unterworfen waren und kommt es nicht darauf an, daß die Behauptung von der seine Schulden gegenüber den andern Mächten regelt, fie verlangen Und dazu die immerwährende Mahnung von oben: Vertragen Sie sich mit Herrn v. Unruh!" " Kein Wunder, daß ein feinfühlender und obendrein nervös er regter Mann den ihm zugemuteten Kotau nicht überleben mochte. Eine Beamtenmaßregelung in der Petitionskommission. Der Post Unterbeamte Pfeifer in Hamburg hat durch den er, V " edoch, daß Venezuela eine besondere Abmachung über ihre| kommen, weil die Wähler den ganzen Tag ein- und ausgehen Ansprüche trifft, ohne ihre Forderungen mit denen der können; fo gab es 1898 in Berlin mur 663 Bezirke für die Reichsandren Mächte zusammen zu werfen. Die Verbündeten werden die tagswahl. Bei den Urwahlen zum Landtag aber müssen sich ja alle Blockade fortsetzen, bis sie in diesen Punkten zufriedengestellt sind; Wähler zur gleichen Stunde versammeln, um beim Namensaufruf sie wollen Benezuela aber durchaus nicht binden weder hinsichtlich der Unterbringung auch in Nebenräumen, so ist die Gefahr des leberihre Abstimmung zu Protokoll zu geben; verläßt man sich auf die Höhe der regelmäßig wiederkehrenden Zahlungen noch der Zeit, inner- hörens eine sehr große, namentlich wird aber die Wahlhandlung in halb welcher die Schulden abgezahlt sein müssen und überlassen es bedenklichster Weise in die Länge gezogen, wenn der einzelne Wähler Abgeordneten Förster- Reuß der venezolanischen Regierung, diese Fragen mit Rücksicht auf sich erst aus dem Nebenraum zum Wahltisch durcharbeiten muß. Abgeordneten Förster Reuß eine Petition überreichen lassen, ihre Hilfsquellen zu ordnen. Bevorzugt man deshalb die andre Einteilung, so verringert sich in der er um Belassung bezw. Wiedereinstellung in den PostEine fernere Reuter- Meldung besagt: Der deutsche Geschäfts- zwar die Zahl der Wähler im einzelnen Lokal bedeutend, aber statt dienst bittet. Er ist aus dem Postdienst entlassen worden, träger Freiherr Speck von Sternberg und der englische Botschafter 1160 Lokale braucht man nunmehr ca. 2150, die obendrein wieder weil einer Berwarnung" der Postverwaltung entgegen, Herbert hatten am Dienstagvormittag mit dem Gesandten Bowen innerhalb engerer Bezirke ausgewählt werden müssen, so daß es frag auf das Fachblatt der Postunterbeamten„ Der Postbote" abonniert und in dessen Wohnung eine kurze Unterredung. Nachmittags fand in der lich ist, ob sie überall auch nur in der für die geringere Wählerzahl für dieses Blatt einen Artikel geschrieben hat, welcher in durchaus englischen Botschaft eine weitere Zusammenkunft der drei Vertreter statt. zulänglichen Größe zu haben sind. Dazu kommt aber eine weitere Schwierigkeit. Für jeden Urwahl- fachlicher Weise auf einige Mißstände im Postdienst hingewiesen hatte, Es verlautet, daß weitere Versuche gemacht worden sind, ein Kompromiß bezirk hat der Magistrat einen Wahlleiter und dessen Stellvertreter unter denen die Poſtunterbeamten seiner Ansicht nach zu leiden haben. zu stande zu bringen. Während bisher erklärt worden war, Bowen zu ernennen, die ihrerseits aus dem betreffenden Bezirk noch als Verfasser des Artikels ist er von seiner Frau, mit der er in einem widerseze sich überhaupt einer vorzugsweisen Behandlung, heißt es 3-6 Beisiger zu wählen haben. Bleiben wir bei der Zahl von Chefcheidungs- Prozeß lag, denunziert worden. Petent war 16 Jahre heute, daß er grundsätzlich nur die Zulässigkeit einer vorzugsweisen nur 3 Beisizern, so wären in diesem Fall mindestens 10 750 lang im Postdienst thätig. Behandlung der blockierenden Mächte in ungerechtem Ver- offizielle Persönlichkeiten innerhalb der vorgeschriebenen Begrenzung Der Regierungskommissar, Po strat Teude, suchte in der hältnis ablehne, und daß, wenn es unmöglich sein sollte, in diesem aufzusuchen! Mittwoch Sigung der Petitionstommission die EntPunkte ein vollkommenes Stompromiß zu erzielen, er in den Stand Organisationen gern bereit fein werden, über diese Schwierigkeit der Warmung der Postverwaltung vor der Unterstützung des" PoſtWir glauben übrigens versichern zu dürfen, daß unsre politischen lassung des Pfeifer zu rechtfertigen, da dieser sich durch Nichtbeachtung gesezt sei, eine Barsumme zu zahlen, welche die verbün- dadurch fortzuhelfen, daß sie auf Wunsch zuverlässige Kandidaten für boten" eines groben Ungehorsams schuldig gemacht habe." Das deten Mächte anzunehmen sich bereit erklären würden als Einden Wahlvorstand vorschlagen. Leitung für die Unterbreitung der Streitfrage an Man sieht, durch Zögern ist aus der mißlichen Lage nicht heraus- genannte Organ sei bestrebt, durch Verdrehung das Haager Schiedsgericht. zukommen. Wir wiederholen: Mag sich der Magistrat endgültig für von Thatsachen die Unterbeamten zu verheen." Auch diese Meldung bestätigt den Rüdzug der Eretutions- die eine oder die andre Art der Einteilung entschließen oder die eine Die Abgg. Lenzmann( fr.) und Thiele und Albrecht( Soc.) mächte. Bestätigen sich diese Nachrichten, so stünde die Thatsache in diesem, die andre in jedem der vier Landtags- Wahlkreise zu bestritten der Postverwaltung das Recht, solche Warnungen vor dem fest, daß die Exekutionsmächte durch ihr gewaltthätiges Vorgehen Grunde legen, wir verlangen, in Uebereinstimmung mit der andren Abonnement auf Breßerzeugnisse zu erlassen. Die Verwaltung habe fest, daß die Erekutionsmächte durch ihr gewaltthätiges Vorgehen in Berlin starken Partei, die sofortige Inangriffnahme der Arbeit und nur darauf zu achten, daß die Beamten dienstlich ihre Schuldigabsolut nichts erreicht haben, was nicht auch durch eine besonnene der Veröffentlichung ihres Ergebnisses! diplomatische Aktion sämtlicher Gläubiger Venezuelas erreicht feit thun. Die betreffende Zeitung sei nicht verboten und die Beamten worden wäre. Der ganze Venezuela- Kreuzzug hätte nur den Erfolg hätten das Recht, sich ihre Lektüre ſelbſt zu wählen. gehabt, Deutschland und England bedeutende Egetutions tosten aufzubürden und das Prestige dieser Mächte in Amerika in der bedenklichsten Weise zu gefährden. 0 Die Zahl der Gläubiger Venezuelas vermehrt sich von Tag zu Tag. Zu all den andren Mächten ist jetzt auch Megiko getreten. Nach einer Washingtoner Meldung hat der megikanische Botschafter Azpiroz an Bowen die Mitteilung gelangen lassen, daß er die Forderungen der merikanischen Unterthanen an Venezuela gleichzeitig auf etta 18000 Pfund Sterling berechne. Der Betrag der jährlichen Abschlagszahlungen an Deutschland und England reduziert sich also abermals! 40 * -% Deutfches Reich. Centrum und Nationalliberale Unfre Genossen aber werden dafür Sorge tragen, daß ähnliche Schwierigkeiten wenigstens in Zukunft dem Magistrat erspart bleiben, indem sie durch energische Wahlbeteiligung die Unhaltbarkeit des elendesten aller Wahlsysteme der lachenden Welt in einer Weise vor Augen führen, die sein Fortbestehen selbst im rüd ständigen Preußen ausschließt. Die Ausbreitung der Wurmkrankheit. 1902 52,9 = Die Abgg. Dr. Semler( natl.), Hegelmaier( f.) und Sittard( C.) traten diesen Ausführungen entgegen. Die Postverwaltung habe im Interesse des Publikums und der Disciplin das Recht, Beamte zu entlassen, welche die Warnungen ihrer Vorgefeßten nicht beachten. Der Antrag Lenzmann- Thiele, die Petition dem Reichskanzler zur Berücksichtigung zu überweisen, wurde von der Kommission abgelehnt und beschlossen, zur Tagesordnung überzugehen. Was glaubt man mit solcher Sklavenpolitik zu erreichen? Nichts ist mehr geeignet, die Würde und die Autorität des Beamtenstandes zu schädigen als die Verbreitung der Meinung, daß ein Beamter feinerlei geistige Freiheit haben dürfe. * * * Die Deutsche Bergarbeiter- Zeitung" hat einen energischen Stampf gegen die Verseuchung der Ruhrgruben durch die Wurm frankheit begonnen, über deren erschreckende Zunahme sie Aufsehen erregende Mitteilungen macht. Von 10 000 Ruhrbergleuten wurden als wurmfrank ermittelt: 1896 1897 1898 1899 1900 1901 Paris, 4. Februar. Die„ Agence Havas" meldet aus Caracas, 6,4 6,2 4,9 4,4 11,7 40,6 daß die Truppen des Aufständischenführers Matos Am 12. März 1900 hat die Bergbehörde Vorschriften erlassen, Eben jetzt wird aus Schleswig folgender Fall gemeldet: Die unter Ducharme eine neue Niederlage erlitten haben, bei um der Ausbreitung der Wurmkrankheit vorzubeugen. Es wurde die faiserliche Disciplinarkammer verhandelte gegen den Postschaffner der 200 Aufständische, darunter 50 Offiziere, in Gefangenschaft ge- Reinhaltung und Desinfizierung angeordnet, da festgestellt ist, daß der Beamter dadurch gröblich verletzt zu haben, daß er sich an dem der 200 Aufständische, darunter 50 Offiziere, in Gefangenschaft ge- Aufstellung von Aborttübeln in den Gruben und deren sorgfältige Hansen aus Hamburg. Hansen wird beschuldigt, seine Pflicht als raten sind. Wurm, der im Verdauungskanal lebt, durch die menschlichen Aus- Umzuge gelegentlich der Maifeier im Vorjahre beCaracas, 3. Februar. Die Niederlage des Aufstän leerungen weiterverbreitet wird. Der Bergarbeiter- Berband hat nun teiligte. Hansen bestreitet, an der Demonstration aktiv dischen Generals Rolando Ducharme hat bei Cacine sorgsame Umfrage auf einem Teil der Gruben veranstaltet, teilgenommen zu haben, will vielmehr nur ca. 12 Minuten matagua stattgefunden. Die Regierungstruppen waren von aus der hervorgeht, daß in zahlreichen Fällen die Vorschriften neben dem Zuge aus Neugierde hergelaufen und durch die General Alcantara befehligt. Durch seinen Sieg gilt die von Matos der Bergbehörde nicht befolgt werden; daß zum Teil nicht genug Zuschauer ant einer engen Stelle in den Zug gedrängt fein. Hansen fann geleitete revolutionäre Bewegung als endgültig Stübel vorhanden sind, diese vielfach so unsauber sind, daß die Berg- worden die Sonstige Bethätigung unterdrückt. Teute sich scheuen, sie zu benutzen; daß es häufig an Trinkwasser einer socialdemokratischen Gesinnung positiv nicht nachgewiesen fehlt, so daß die Bergleute oft das ebenfalls wurmverseuchte Be- werden. Der Gerichtshof erachtet es nicht für erwiesen, daß sich der riefelungswasser trinken, und daß die Waschräume häufig zu lein Beschuldigte abfichtlich an dem Maifeierumzuge beteiligt hat, hält und sehr unsauber sind. Die Unsauberkeit ist es aber gerade, die die jedoch ein Vergehen gegen§ 10 des Reichs- Beamtengesezes insofern Berbreitung der Seuche zur Folge hat. Die Bergarbeiter- Zeitung" für erwiesen, als der Angeklagte sich unvorsichtig benommen und macht aber außerdem darauf aufmerksam, daß die Verordnung der dadurch seine Pflicht als Beamter verlegt hat. Das Urteil der haben sich zur Einbringung des folgenden Antrages zum Etat des Bergbehörde, selbst wenn sie peinlichst befolgt würde, ungenügend Disciplinarkammer lautete auf Erteilung eines Verweises und Neichsamts des Innern vereint: ist, daß viel weitergehende Vorschriften erlassen werden müssen. 10 M. Geldstrafe. Der Reichstag wolle beschließen: den Herrn Reichskanzler zu Das lebel ist jetzt so weit gediehen, daß bereits ein besondrer ersuchen, dem Reichstage alsbald einen Gefeßentwurf vorzulegen, Ausschuß gebildet worden ist, in dem neben den Vertretern der BeFür die Vermehrung unsrer Kavallerie wonach der Titel VII der Gewerbe- Ordnung wie folgt ab- hörden Aerzte, Arbeiter und Unternehmer ſizen, um Maßregeln wird fortgesetzt von unsren Militärschriftstellern in der Presse mit geändert wird: zur Bekämpfung der Seuche zu beraten. Der Wurm macht 1. Der§ 135 Absatz 3 erhält folgende Fassung: Junge blutarm und führt allgemeinen Sträffeverfall und vollständiges einem Eifer eingetreten, der auf mehr als eine subjektive UeberLeute zwischen 14 und 18 Jahren dürfen in Fabriken nicht länger Siechtum herbei. Auf verschiedenen Zechen reichen die Kranken- zeugung schließen läßt, der Regierung durch diese journalistische Kranken- zeugung als zehn Stunden beschäftigt werden. häuser nicht mehr aus zur Unterbringung der Kranken und Ver- Propaganda einen Dienst zu leisten. So veröffentlicht heute wieder dächtigen. Man hat bereits Baracken erbauen müssen zu ihrer Auf- im" Tag" der Generallieutenant 3. D. von Pelet= nahme. Ganze Betriebsteile sind schon stillgesetzt worden, weil die Narbonne einen Artikel, in dem er aus einem Vergleiche der Arbeiter als wurmirant ausgehoben wurden. Das ganze Ruhr- Stärke der Kavallerie des Zwei- und des Dreibundes die Notrevier ist in Gefahr, zu verseuchen und da leider Tausende von wendigkeit ableitet, unsre Kavallerie um ein Drittel oder wenigstens Arbeitern auch in ihren Wohnungen unter den ungünstigsten Ver- ein Viertel ihrer bisherigen Friedensstärke zu vermehren. Er hältnissen leben, so ist auch die Verseuchung der Angehörigen der kommt schließlich zu folgender positiven Forderung: Bergarbeiter leicht möglich. Ueber die Ausbreitung der Krantheit hat man übrigens durchaus noch noch keine vollständige Uebersicht, da noch lange nicht alle Gruben untersucht sind. Wit Recht macht die Bergarbeiter- Zeitung" auf den außerordentlich starten Wechsel der Bergarbeiter in der legten Zeit aufmerksam, der die Verschleppung der Seuche auf alle Gruben zur Folge haben kann. Neben einer gründlichen Untersuchung und dem Erlaß geeigneter Gerade die Einbringung dieser Anträge zeigt eindringlich, wie sehr Centrum und Nationalliberale fortdauernd ihre social- Vorschriften zur Schaffung ausreichender Schußeinrichtungen ist auch politischen Pflichten vergaßen. Jahrelang thaten diese Parteien vor allen Dingen eine gründliche dauernde Aufsicht über die Gruben nichts Ernstliches für den Schutz der Arbeiterklasse, jetzt furz vor zur Grubenkontrolle, aber in einer Form, die diese nicht als bloße zu fordern, die allein möglich ist durch Heranziehung der Arbeiter den Wahlen! und da eine Verwirklichung in der laufenden Gesetz- Dekoration erscheinen läßt. gebungs- Periode doch nicht mehr zu erwarten ist! 2. Der§ 137 Abfaz 2 erhält fölgende Fassung: Die Beschäftigung von Arbeiterinnen über 18 Jahren darf die Dauer von zehn Stunden, an den Vorabenden der Sonn- und Festtage die Dauer von neun Stunden nicht überschreiten. 3. Hinter den§ 137 wird eingeschaltet:§ 137a. Jugendlichen Arbeitern und Arbeiterinnen darf Arbeit nach Hause nicht mitgegeben werden. 4. Dem§ 139a Absatz 1 wird hinzugefügt: 5. für bestimmte Industriezweige Ausnahmen von den Bestimmungen des§ 137a zuzulassen. 5. Jm§ 146 Absatz 1 Ziffer 2 werden die Worte§§ 135 bis 137" ersetzt durch die Worte:§§ 135 bis 137a". den Schein socialpolitischen Eifers erwerben. - will man sich Die Socialdemokratie wird dafür sorgen, daß den Winzigkeiten des nationalliberalen Centrums- Antrages durch die Forderung ernsthaften Arbeiterschutzes geantwortet wird. Des Rätsels Lösung. Wir haben schon mehrfach darauf hingewiesen, daß eine Reihe preußischer Städte die Urwahl- Bezirkseinteilung für die kommenden Landtagswahlen bereits fertig gestellt haben, so Breslau, Hannover und unsre Nachbarstädte Charlottenburg und Schöneberg, daß dagegen der Berliner Magistrat in unbegreiflicher Weise zaudre. Wir sind mehr in der Lage, den Grund dieses Zögerns anzugeben: Es ist die Erwägung der Schwierigkeiten, die die Beteiligung der Socialdemokratie und die dadurch bedingte gewaltige Steigerung der Abstimmenden dem vorfchriftsmäßigen Vollzug der Wahlhandlung unter dem elendesten Wahlsystem entgegenstellen. Wir geben gern zu, daß diese Schwierigteiten eintreten werden, da das System auf Ausschluß der breiten Massen berechnet ist, behaupten aber, daß sie nur durch eine gründliche Kenderung der bestehenden Vorschriften, und zwar nicht nur der dem Reglement vorbehaltenen, gehoben werden können; wir verlangen dementsprechend, daß der Magistrat schleunigst seine Entscheidung treffe, die Bezirks einteilung veranstaltet und veröffentlicht, die Verantwortung aber für das, was kommt, unumwunden der Regierung zuweist. Die Erwägungen des Magistrats beziehen sich auf die Frage, welche von zwei Möglichkeiten die weniger schlimme ist. Nach den Gesetzesvorschriften sind die Urwahlbezirke im wesentlichen so abzugrenzen, daß die Zahl der in ihnen zu wählenden Wahlmänner durch drei teilbar ist, d. h. im Zusammenhang mit andren Bestimmungen, daß die Urwahlbezirke im allgemeinen entweder 750-1000 ober 1500-1750 Einwohner haben sollen, daß also im Durchschnitt auf entweder 875 oder auf 1625 Einwohner ein Urwahlbezirk zu bilden ist. Bisher war in Berlin die letztere Art der Einteilung üblich. Danach wären entsprechend der 1900 feſt= gestellten Zahl von 1 888 326 Einwohnern ca. 1160 Urwahlbezirke zu bilden.*) Nun hat man aber erkannt, daß die in den einzelnen Urwahlbezirken gelegenen Lokale zum weitaus größten Teil für den Andrang der Wähler nicht ausreichenden Raum gewähren werden. Bei der Reichstagswahl und der Stadtverordnetenwahl fann man selbst für bedeutend größere Bezirke mit den gleichen Lokalen aus*) Die Zahlen gestalten sich in der Praxis natürlich etwas anders, da die Urwahlbezirke nicht über die Grenzen der Stadtbezirke hinausgreifen sollen zur Ausgleichung find Urwahlbezirke auch mit 4 und 5 Wahlmännern zulässig. Ueber den Fall Willich veröffentlicht der„ Graud. Gesellige" noch folgende Zufchrift eines genau Unterrichteten": " 1 ,, Erwägen wir, was geschehen kann, so liegt zunächst flar auf der Hand, daß für uns die Schaffung einer der russischen an Zahl auch nur annähernd gleichen Reiterei ausgeschlossen ist. Man muß sich mit dem Notwendigsten begnügen. Hiernach wären erforderlich: 1 = " " 12 Kavallerie- Divisionen, 72 Regimenter 360 Eskadrons 24 Corps- Kavallerie- Brigaden, 48 240 48 Eskadrons Jäger zu Pferde 48 Zusammen 120 Regimenter 648 Eskadrons Darauf sind vorhanden. 93. 482 Blieben zu errichten 27 Regimenter 166 Eskadrons Damit würden wir 528 Feldeskadrons befizen, also immer noch um 236 Eskadrons den Russen in der Friedensformation nachstehen. • " " Glaubt man auch jene Zahlen nicht aufbringen zu fönnen, so müßte man auf die weitere Organisierung von Jägern zu Pferde verzichten, die vorhandenen 17 Eskadrons in Regimenter formieren und sich für die nähere Aufklärung mit den Corps- Kavallerie- Brigaden begnügen, die je eine Eskadron an die Divisionen abzugeben hätten. In diesem Falle würden 27 Regimenter und 118 Eskadrons neu zu bilden sein. Bom militärischen Gesichtspunkt aus scheint eine solche Vermehrung unerläßlich." " Inzwischen hatte Herr v. Willich, dessen Nerven auf die Dauer dem aufreibenden Kampfe mit den Gegnern nicht gewachsen waren, mehrmals einen Erholungsurlaub nachsuchen müssen und sich bemüht, außerhalb der Ostmark ein seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechendes Amt zu erhalten. Und schließlich sah Herr v. Willich seinen Wunsch erfüllt: feine Ernennung zum landwirtschaftlichen Attaché der Gesandtschaft in Bukarest sollte in den nächsten Tagen erfolgen. Aber eine Bedingung hatte der Herr Landwirtschaftsminister an diese Ernennung geknüpft, nämlich die, daß Herr v. Willich sich zuvor mit seinen Gegnern auszusöhnen habe. Diese Der Herr Generallieutenant verlangt also im Mindestfalle hatten inzwischen Herrn v. Willich gesellschaftlich völlig 118 Eskadrons. Die Friedensstärke einer Eskadron beläuft sich auf boykottiert... Er war endlich vollständig, mürbe 1 Rittmeister, 3-4 Lieutenants, 16 Unteroffiziere, 3 Trompeter, geworden und gab auf die liebevollen Vorstellungen seines bei ihm 1 Lazarettgehilfen und 116 Gemeine, also insgesamt auf 141 Mann weilenden Bruders, des Rittmeisters v. Willich, diesem die Er- mit 135 Dienstpferden. 118 Eskadrons würden also 16 638 Mann und laubnis, mit seinen Gegnern über eine etwaige Aussöhnung ca. 16 000 Dienstpferde erfordern. Das ist also die Minimalzu verhandeln. Während Rittmeister v. Willich zu Herrn forderung unsrer militärischen Sachverständigen! b. Unruh nach Klein- Münche gefahren war, ist Herrn v. Willich forderung unfrer militärischen Sachverständigen! wohl, das Demütigende dieser Versöhnung zum Bewußtsein gekommen. Vom Frühstücstisch, aus dem Streise feiner geliebten jungen Gattin und seiner blühenden Kinder hinweg begab sich der unglückliche Mann in sein Arbeitszimmer und erschoß sich! Ein reitender Bote überbrachte dem in Klein- Münche verhandelnden Bruder die Trauerbotschaft und machte den Verhandlungen ein Ende für immer!" " Kasernen- Geheimnisse. Der 22jährige Unteroffizier Paul August Heinrich Grosse vom Trainbataillon Nr. IX in Rendsburg ist wegen fortgefeßter un vorschriftsmäßiger Behandlung und Mißhandlung eines Untergebenen vom Kriegsgericht zu 18 Monaten Gefängnis und Degradation verurteilt. Er hat dagegen Berufung eingelegt, weshalb das OberIn welcher Weise Willich von seinen agrarischen Gegnern Kriegsgericht des IX. Armeecorps fich nochmals mit der Sache zu boykottiert und chikaniert wurde, schildert die„ Voss. 3tg." folgender- befaffen hatte. Vor Eintritt in die Verhandlung regte der Vermaßen: handlungsführer Ausschluß der Deffentlichkeit an, da Offener Boykott bei allen Zusammenkünften Dinge zur Sprache fämen, die in der Deffentlichkeit zu erörtern und auf der Eisenbahn, Ehrenerklärungen für sich nicht zieme. Der Verteidiger und der Vertreter der Endell in der Deutschen Tagesztg.":" Wir machen seine Sache Anklage protestierten jedoch dagegen. Nach längerer Be= zu der unfrigen", Wegtragen des Willichschen Stuhles ratung verkündete der Verhandlungsführer: Es solle öffentlich in der Landwirtschaftskammer vor Beginn der Sigung, verhandelt werden, denn über die erste Verhandlung vor Huldigungs- Telegramm des landwirtschaftlichen Kreis- dem Kriegsgericht feien unwahre und entstellte Berichte in die vereins, dessen Mitglied v. Willich war, an Endell in Zeitungen gelangt. Es wäre also gut, wenn dieselben an der Dem königstreuen, wadern Hand der neuen Verhandlung berichtigt werden könnten. folgenden, sinnigen Versen: Mann, Dem niemand an den Wagen kann, Ihm bringen Nach dem Urteil des Kriegsgerichts hat Grosse, der aus dem wir ein donnernd Hoch! D, mög' er viele Jahre noch zu Nuz Kreise Liegnig stammt, drei Jahre bei einem schlesischen Husarenund Frommen unsrer Sachen Froh leben und uns Freude machen! Regiment gedient und ist dann als Kapitulant beim 9. TrainEinladung zu den Jagden im Birnbaumer Kreise und Lösung bataillon eingetreten, bald Unteroffizier wurde und des Endellschen Jagdscheines auf dem Landratsamt in Virnbaum. Rekruten auszubilden hatte. Zu seinen Rekruten gehörte der wo Cr " " Landmannssohn Pröwe aus Medlenburg, ein geistig äußerst korodi, den Advokaten Julius Orendi und den Advokatur- verarbeitende Industrie des Julandes die Preise festſehen, was die beschränkter Mensch. Derselbe hat bei Grosse ein furchtbares concipienten Franz Lie wegen eines in der Kronstädter Weiterverarbeitungs- Industrie ihrerseits nur wieder ausgleichen Martyrium durchmachen müssen. Er ist von dem Unteroffizier Beitung" erschienenen Artikels der Aufreizung gegen die kann durch eine Verminderung des Unternehmergewinnes oder Lohnin der brutal sten Weise mißhandelt worden, und zwar Nation schuldig, worauf der Gerichtshof Korodi zu einem reduktionen, größere Anforderungen an die Qualität des Arbeiter= mit den Fäusten, mit der Fahrpeitsche, mit der flachen Säbelklinge Jahr Gefängnis und 2000 Kronen Geldstrafe und die beiden materials oder Einführung vollkommen zivecdienlicher maschineller und mit der Klopfpeitsche. Nahm der Unteroffizier die lettere, so andren Angeklagten zu je sechs Monaten Gefängnis und zu je Einrichtungen. Bedeutet dies schon eine Erschiverung der Exporte, mußte der Rekrut sich erst bäuchlings über einen Schemel legen. 1000 Kronen Geldstrafe verurteilte. so wird die Erschwerung aber zu einer direkten Schädigung, wenn Im Dezember litt pröwe heftig an Diarrhoe. Bei einer Reitdem Auslande die Rohstoffe billiger und unter besseren Bedingungen übung bat er deshalb, austreten zu dürfen. Frankreich. Der Unteroffizier geliefert werden. Daraus fann man ja den Syndikaten an sich Grosse schlug ihm seine Bitte ab. Und nun mußte der arme Sterl Die Wiederaufnahme der Dreyfus- Affaire. Der Frankf. 8tg." feinen Vorwurf machen, da hierzu wohl jeder Unternehmer genötigt feine Notdurft in die Hose gehen lassen. Grosse befahl ihm darauf, wird vom Dienstag aus Paris telegraphiert: sein dürfte, aber es muß als eine Schädigung vaterländischer Interdie Hose zu reinigen. Pröwe that das nicht gleich, sondern hing die In der Petite République" ergreift heute Gérault- essen bezeichnet werden, wenn dem inländischen Unternehmer gegen Hose in das Spind. Als der Unteroffizier später dahinter kam, be- Richard, in der Aurore" Pressensé das Wort, um die über die Preise für Rohstoffe künstlich hochgehalten werden, so die fahl er dem P., die Hose herzuholen. Dann stellte er sich mit Wiederaufnahme der Dreyfus Affaire anzukündigen Weiterverarbeitung verteuert und die Exportfähigkeit der fertigen drohend hocherhobener Klopfpeitsche neben P. und befahl ihm, und die politische Notwendigkeit dieser Wiederaufnahme zu Waren in Frage gestellt wird. nun die Hose mit dem Munde und den Zähnen zu reinigen begründen. Die Nationalisten, so führen die beiden socialistischen Noch ernstere Bedenken aber muß nach dem Inhalt der Denkund den Kot hinunterzuwürgen. In seiner entsetzlichen Angst Abgeordneten aus, greifen bei jeder Gelegenheit auf die Dreyfus- fchrift eine andre Maßnahme der Kartelle, wenigstens jener der Rohbor seinem Beiniger that P., wie ihm befohlen war, Affaire zurück. Eine solche Anmaßung von seiten der Nationalisten eisen- und Kohlenkartelle, wachrufen. Diese Verbände zwingen doch spuckte er den Kot aus. Eine Biertelstunde dauerte die entsetz sei nicht mehr zu ertragen. Diesem zweideutigen Zustande müßten nämlich ihre inländischen Abnehmer, bei Bezug eines gewissen liche Prozedur. Mehrere Unteroffiziere und Mann- die republikanischen Parteien ein Ende machen, indem sie die Wahr- Quantums von Rohstoffen neben vollwertigem Material auch eine schaften beobachteten dieselbe, wandten sich aber von heit schnell und vollständig zum Siege führen. entsprechende Menge minderwertigen Materials mit in den Kauf zu Efel ergriffen ab. Keiner hatte den Mut, gegen den unmenschlichen Diese beiden Artikel bestätigen die von Jaurès bereits in öffent- nehmen. Sollten sich diesen Modus auch noch andre als die beiden Vorgesehten einzuschreiten, obwohl der Anblick des zitternden, im lichen Versammlungen am Donnerstag in Paris und am letzten vorbezeichneten Rohstoff- Syndikate zu eigen machen, so müßte dies Geficht über und über mit Kot bedeckten Rekruten ein wahrhaft Sonnabend in Vierzon angekündigte Absicht, die Dreifus Affaire als eine ganz unerhörte Fesselung der Weiterverarbeitungs- Industrie Grauen erweckender gewesen sein muß. wieder aufzunehmen. Nach dem Bericht der Agence Havas" soll bezeichnet werden, da minderwertiges Rohmaterial natürlich eine Der Angeklagte stellt die Sache natürlich anders dar. Danach Jaurès in Vierzon erklärt haben, er werde die Ende Februar bevor- Qualitätsverschlechterung der Fertigivare zur Folge haben muß, wofoll Pröive aus reiner Fautheit, als er beim Korridorstehende Debatte über die Wahl Syvetons als Vorwand nehmen, durch diese letztere auf dem Weltmarkte, im In- wie im Auslande, fegen gewesen sei, die Hose beschmutzt und dieselbe auf ein um die Dreyfus Affaire auf der Kammertribüne zu verhandeln. ins Hintertreffen gegenüber den ausländischen Artikeln kommen Scherzwort von ihm mit dem Munde gereinigt haben. Er Syveton antwortete darauf am Sonntag in einer Versammlung, er Die von den Syndikaten nun als Aequivalent für die vorwill über dieses ekelhafte Verfahren ganz verdugt gewesen sein und sei stolz, mit seiner Person die Sache der Gegner des Dreyfus zu sich voll Widerwillen abgewandt haben. Der Zeuge Pröwe und vertreten. Sybeton provozierte damit die beiden Erklärungen der bezeichneten Schädigungen gewährte sogenannte Ausfuhrbergütung mehrere andre Augenzeugen schilderten den Vorgang aber so, wie Petite République" und der„ Aurore". Jaurès erwähnte den kann, wenn vielleicht auch für andre Industrien, so doch nicht für die ihn das Kriegsgericht festgestellt hat. Bezüglich des Zeugen Bröwe bekannten Brief des Generals Galliffet, der bei den letzten bergische Kleincisenindustrie in Betracht kommen, da die von den Karfagt der Compagniechef, daß derselbe auf seine Veranlassung aus Wahlen von den Nationalisten ausgebeutet wurde und dessen wirk- tellen für diesen Fall gestellte Bedingung, daß sich die Abnehmer dem Militärdienst wieder entlassen sei, weil derselbe ein geistig be- licher Inhalt bei Gelegenheit der Verhandlung über die Wahl zieds Ermöglichung der Abrechnung zu einem Verbande zusammenschränkter, körperlich ungewandter und unsauberer Mensch sei, daß P. Syvetons ans Licht gezogen werden müsse. Wenn aber," so schloß schließen, undurchführbar ist. Denn die Zahl der hier in Betracht andrerseits aber auch wieder ein sehr gutmütiger Mensch sei, der sich Jaurès wörtlich, die Enthüllungen einmal beginnen, so werden wir kommenden Betriebe ist außerordentlich groß, ihre wirtschaftliche die größte Mühe gegeben habe, den an ihn gestellten Anforderungen älschungen und Verbrechen bloßlegen, denen gegen Werbandes, wie er nun notwendig wäre, tönnte aber nur auf der Lage in den meisten Fällen grundverschieden. Die Gründung eines über die Verbrechen des Obersten Henry nur KinderBasis erfolgen, daß der einzelne Unternehmer, soweit gleichartige Italien. Produkte in Frage kommen, feine Neuerung ohne Einwilligung der cbenfalls dem Verbande angehörenden Konkurrenten vornimmt. Das müßte aber naturgemäß zu einer Rückständigkeit führen, die der bergischen Kleineisenindustrie außerordentlich nachteilig würde. Denn der einzelne Unternehmer muß völlig freie Hand haben, um der ausTändischen Konkurrenz, namentlich der amerikanischen, gewachsen zu bleiben. Das bedingt zuvörderst eine weitergehende Specialisierung der Erzeugnisse und die allmähliche Heranziehung von maschinellen Einrichtungen an Stelle des Handbetriebes. Eine Bestätigung finden diese Klagen des bergischen Fabrikanten gerecht zu werden. " " " Das Ober- Kriegsgericht hielt die Berufung des Angeklagten ipiel sind." für völlig unbegründet, bedauerte vielmehr, daß der Kriegsherr nicht| auch Berufung eingelegt habe, damit es auf eine höhere Der Fall Krupp und die Propaganda". Man wird sich erStrafe, die der Angeklagte ganz ohne Frage verdient habe, hätte innern, daß infolge seiner Enthüllungen zum Fall Krupp gegen das erkennen können. Aus formellen Gründen wurden zwei Fälle der socialistische Organ von Neapel" La Propaganda" das Verfahren Mißhandlung an die Borinstanz zurückverwiesen, im übrigen auf ein wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit eingeleitet worden war. Jahr fünf Monate Gefängnis und Degradation erkannt. Dieser Tage sollte der Prozeß stattfinden. Wie dem Avanti" von Neapel gemeldet wird, ist jedoch die Verhandlung in letzter Stunde vertagt.Spanien. " würde. Flüchtige adlige Offiziere. Das Gericht der 16. Division in Trier erläßt eine öffentliche Bekanntmachung, wonach der Lieutenant Georg Heinrich Ernst Ulrich von Thiele im 9. Rheinischen Valladolid, 4. Februar.( W. T. B.) Etiva tausend bevereins über die Erschwerung ihres Grports durch die Zahlen der Infanterie- Regiment Nr. 160 wegen Fahnenflucht für fahnenflüchtig schäftigungslose Personen zogen heute vormittag durch Ausfuhrstatistik. Diese beweisen nämlich, daß, während die Noheisen= erklärt wird. Ferner teilt das Gericht der 10. Division in Bosen die Straßen der Stadt, suchten die Erdarbeiter und Maurer zur und Halbzeugindustrie im Jahre 1902 ihre Ausfuhr im Vergleich mit, daß in der Untersuchungsfache gegen den Major Arnold Frei Einstellung der Arbeit zu bewegen und verlangten Brot und zum Jahre 1900 verdoppelt und verdreifacht hat, der Export von herr von Fuchs- Nordhoff im kombinierten Jäger- Regiment Arbeit. Die Teilnehmer an der Kundgebung bemächtigten sich Fabrikaten der Kleineisenindustrie trotz aller Anstrengungen auf dem zu Pferde dieser wegen Fahnenflucht auf Grund des Militär- Straf- eines mit Brot gefüllten Wagens; die Gendarmerie schritt ein; es alten Fled stehen geblieben ist und der Export von Maschinen sich gesetzbuchs fahnenflüchtig erklärt und fein im Deutschen Reiche be- wurden mehrere Schüsse gewechselt; mehrere Per- sogar beträchtlich verringert hat. Es ist deshalb dem bergischen findliches Vermögen mit Beschlag belegt wird. sonen wurden verwundet und zahlreiche Ber- Fabrikantenverein nicht zu verdenken, wenn er energischen Einspruch haftungen vorgenommen. gegen die Preispolitik der Roh- und Halbstoff- Sartelle erhebt; allerdings begnügt er sich damit nicht, sondern fordert überdies„ ausreichenden", 5. h. natürlich recht hohen Zollschutz. In diesem Punkt sind die Fabrikantenverbände durchweg einander gleich. Sie alle möchten die Materialien, die sie verarbeiten, recht billig kaufen, und würden deshalb diese gerne von Zöllen und von den Ertra- Preisaufschlägen der Kartelle befreit sehen; ihre eignen Produkte aber möchten sie recht hoch im Preise halten und schreien nach hohen Schutzöllen, um sich an den hohen Inlandspreisen für die schmalen Gewinne bei ihren Exporten schadlos halten zu können. Der fächsische Hofzwift. Aus noch unbekannten Gründen hat die Kronprinzessin Quise plöglich in Begleitung von Giron ihren letzten Aufenthaltsort Mentone wieder verlassen. Beide sind nach Genf zurückgekehrt. Hier erwartete sie der frühere Erzherzog Leopold Ferdinand, jetzt Leopold Wölfling. Alle nahmen Wohnung im Hotel Suisse. Es scheint, als betreibe man eine schimpfliche Heze gegen die geflüchtete Prinzessin. Ueber die Frage der sächsischen Thronfolge wird in der Chemnizer Allg. 3tg.", deren Chefredakteur Richter seiner Zeit in Genf mit der Kronprinzessin Luise mehrere Unter redungen hatte, noch bekannt gegeben: Die Kronprinzessin habe im Zusammenhang mit der Bemerkung, das Temperament ihres Gatten sei besonders nach der bei einem Jagdunfall erlittenen Gehirn erschütterung ein sehr erregtes geworden, schwere Besorgnis für die Zukunft, namentlich in Bezug auf die Thronfolge, geäußert. Husland. V England. Auswandernde Boeren. Wie Reynolds Newspaper" mitteilt, werden gegen 900 Boerenfamilien nach Neu- Meriko und Texas auswandern, wo sie ca. 1 Million Acker Land angekauft haben. Amerikanische Finanziers sollen durch Zeichnung großer Summen den Boeren dabei behilflich gewesen sein. Partei- Nachrichten. Der gefährliche Vorwärts". Die Magdeburger Boltsstimme" berichtet von dort: " Das hiesige Café National, Breitewveg, legte feit einiger Zeit den Vorwärts" aus, welcher dort viel gelesen wurde. Da erschien eines Tages dort ein höherer Polizeibeamter und erklärte dem Wirt, die Beamten würden sein Café nicht mehr besuchen, wenn der„ Vorwärts" nicht aus den geheiligten Räumen verschwände." " Bont Berliner Arbeitsmarkt. Nach dem Bericht des Centralvereins für Arbeitsnachweis zu Berlin stellte sich im Januar die VerBahl der eingeschriebenen arbeitsuchenden Personen auf 3379. langt wurden an Arbeitskräften 2101 Personen. Arbeit fanden von den arbeitsuchenden 3379 Personen 1633, also beinahe die Hälfte. Am schwersten fanden Klempner und Schlosser Arbeit, am leichtesten weibliche Personen und ungelernte Arbeiter. = Vom rheinisch- westfälischen Kohlenmarkt wird der„ Voff. Ztg." von ihrem fachmännischen Berichterstatter gemeldet: Zu den AbsatzWir haben ja keinen allzu fühlbaren Schaden davon, wenn die stockungen in Magerfohlen haben sich munmehr auch noch solche in Polizeibeamten in Magdeburg den Vorwärts" nicht lejen mögen; Gasflammkohlen gefellt, so daß die an der Erzeugung solcher bes Der Streit der holländischen Transportarbeiter viel größer dürfte der Schaden auf feiten der Polizeibeamten fein. teiligten Zechen ihre Förderung durch Feierschichten ganz erheblich einist zwar infolge des energischen Eingreifens der Eisenbahner mit Aber daß auch die in dem Café National verkehrenden Gäste des schränken müssen. Der Grund hierfür dürfte in der Abnahme der Erfolg beendet, aber die Lohnbewegungen andrer Bewegen auf den„ Vorwärts" verzichten sollen, das ist doch eine Rück- Ausfuhrsendungen zu suchen sein, welche bisher zur Belebung des rufe, die im Anschluß an den Transportarbeiter- Streit entstanden, ſichtslosigkeit gegen die Gäste und gegen das Lokal, deren sich Beamte Verbands sehr viel beitrugen.... Der Absatz in Gastohlen ist noch unverändert. Auch auf den Fettkohlen- Zechen sind die Absatzfind noch nicht zum Abschluß gekommen. Die Kutscher der nicht schuldig machen sollten. Der Vorwärts" beißt doch nicht! Amsterdamer Fuhriverks- Gesellschaft, die seiner Zeit zu Gunsten Unser Parteigenosse Agster, der Reichstags- Abgeordnete für stockungen weniger zu verspüren, zumal Coatstohlen flott abder Transportarbeiter die Arbeit einstellten, befinden sich Pforzheim, ivelcher bereits vor zwei Jahren eine Nervenheilanstalt gehen. Nur Stücfohlen und grobkörnige Fetinüsse sind schwach noch im Streit. Sie fordern jetzt außer Wiedereinstellung aufsuchen mußte, ist von neuem an schwere Nervenleiden erkrankt und gefragt, deshalb zu befürchten ist, daß in diesen sich größere Vorräte infolgedessen in der psychiatrischen Abteilung der hiesigen Charité ansammeln werden. Die Lagerbestände des Rheinisch- Westfälischen der Gemaßregelten und voller Anerkennung des Vereinigungs- untergebracht worden. Unter der Wirkung religiöser Wahnvorstellungen Kohlensyndikats sind überhaupt in der letzten Zeit wieder berechts auch Lohnerhöhung und andre Verbesserungen ihrer hat er versucht, sich zu erschießen, der Versuch blieb jedoch glücklicher- deutend angewachsen und eine Erhöhung der Einschränkung Arbeitsbedingungen und haben beschlossen, die Arbeit nicht cher weise vollständig erfolglos. Seine Freunde sorgten dann dafür, daß ist in nächster Zeit wahrscheinlich. Die anderweitige wieder aufzunehmen als ihre Forderungen beivilligt sind. er in ärztliche bhut kam. Behauptung, die rheinisch westfälische EisenAuch die Arbeiter der städtischen Betriebe in Amsterdam stehen industrie habe zur Zeit wieder einen größeren Die Parteibewegung in Baden hat im Laufe der letzten Monate Bedarf an Kohlen, trifft nicht zu. Nur in Hochin einer Lohnbewegung. Am Dienstagabend fand in der Großen unter dem Eindruck der großen innerpolitischen Ereignisse allenthalben ofen- und Gießereicoats ist ein stärkerer Verbrauch zu verspüreit, Börse eine Versammlung von 4000 Arbeitern statt, welche im einen höchst erfreulichen Aufschwung genommen. Ein anschauliches wobei indes zu berücksichtigen ist, daß die meisten großen Werke Dienst der Stadtgemeinde stehen und 17 verschiedenen Zweigen des Bild gab hiervon n. a. die in verflossener Woche abgehaltene Jahres- ihren Bedarf auf den eignen Zechen bezw. Kolereien zu decken in öffentlichen Dienstes angehören. Die Versammlung beschloß, dem versammlung des socialdemokratischen Vereins, der in kurzer Zeit der Lage sind. Die Ausfuhr in Coals ist noch immer recht lebhaft, Bürgermeister die Forderungen der verschiedenen Kategorien der einen Zuwachs von über 300 Mitgliedern zu verzeichnen hatte und ebenso in Steinkohlenbriquetts. Viele Betriebsleiter von Zechen Arbeiter zu überreichen und eine Beantwortung derselben vor dem auch auf finanziellem Gebiet eine erhebliche Erhöhung der geben der Befürchtung Ausdruck, daß im Laufe dieses Monats die Ebenso hat der Abonnentenstand unfres Bahl der Feierschichten noch zunehmen werde. Bis jetzt kommen fic nächsten Montag zu verlangen. Sollten die Forderungen ab- Leistungen aufweist. Mannheimer Partei- Drgans, der Volksstimme", im Laufe noch mit einer Feierschicht die Woche aus. gelehnt werden, so soll am Montagabend in einer neuen Versamm der letzten Monate eine sehr erfreuliche Hebung erfahren. lung in der Vörse über den Eintritt in den Generalausstand beraten Aehnliche Nachrichten kommen auch aus den Parteivereinen Patentprozeß. Die hiesige Aftiengesellschaft Stobwasser bringt der übrigen Landesteile. So ist zum Beispiel die Mit- seit einiger Zeit einen Petroleum- Glühlichtbrenner in den Handel, gliederzahl des Freiburger socialdemokratischen Vereins im ver- gegen dessen Vertrieb die Firma„ Petroleum Glühlicht Drsa" eine flossenen Jahre um nahezu 100, die dortige Abonnentenzahl des in lage eingereicht hat, da sie durch den Verkauf dieses Brenners ihr Der Sieg der Regierungstruppen bestätigt starlsruhe erscheinenden Volksfreund" um mehr als 100 gestiegen. Patent 118 454 verlegt wähnt. Darauf hat jetzt das Landgericht I sich, doch fehlen immer noch Einzelheiten. Wie versichert wird, ist se arlruhe, Pforzheim, Offenburg, Heidelberg zu Berlin eine Verfügung erlassen, die der Firma Stobwasser unter es dem Prätendenten doch gelungen, mit dem größten Teil seiner melden ähnlich erfreuliche Ergebnisse; in der letzteren Stadt hat sich Androhung ciner Strafe von 500 M. für jeden Fall des ZutviderTruppen zu entkommen. Andrerseits wird erklärt, daß der Sieg der der Abonnentenstand der Volksstimme" seit den Zolldebatten im Handelns untersagt, die von ihr hergestellte Betroleum GlühlichtRegierungstruppen bedeutend aufgebauscht worden ist. Bis jetzt sind Reichstage nahezu verdoppelt. Allenthalben zeigt sich auch eine gegen lampe in den Verkehr zu bringen. Der von der Aktiengesellschaft mur 30 Köpfe und 85 Gefangene nach Fez gebracht worden. Es ist früher stark gesteigerte Teilnahme an den Partei- und öffentlichen Stobwasser gegen diese Verfügung erhobene Einspruch ist zurücknicht wahrscheinlich, daß mit diesem Siege der Kamvf beendet sein Versammlungen, furz: wir haben in Baden allen Grund, den gewiesen worden. wird. Eine andre Meldung besagt dagegen: kommenden Reichs- und Landtagswahlen mit Zuversicht entgegenwerden. Marokko. Der spanische Gesandte empfing einen besondern in der zusehen. vergangenen Nacht eingetroffenen Boten, welcher die Nachricht von der Gefangennahme des Prätendenten bestätigte. " Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Wegen Beleidigung des Gemeinde- Steuererhebers in NiederMulay Arafa hat Tanger verlassen und sich mit seinen Truppen nach Leppersdorf wurde Genosse Saul als ehemaliger Redakteur der dem Riff begeben. ,, Volkswacht" in Breslau zu 30 M. Geldstrafe verurteilt. Der Staatsanwalt hatte drei Monate Gefängnis beantragt. Destreich- Ungarn. Der Wehrausschuß verhandelte am Dienstag über die Wehr= borlage. Im Laufe der Debatte erklärte der LandesAus Induftrie und Handel. verteidigungs- Minister Graf Welsersheimb, die Armeeverwaltung sei bestrebt, den vorgebrachten Wünschen möglichst Zur Kartellbildung in der Eisenindustrie. Einen recht internachzukommen. Mit dem Antrag betreffend die Streichung des auf die Heranziehung der Ersatzreservisten bezüglichen Passus der Vor- janten Beitrag zur Beurteilung des Einflusses der Preispolitik der Roh- und Halbstoffverbände im Eiſengelverbe auf die Produktion Tage erklärte fich der Minister einverstanden. Eine Verringerung eiserner Fertigwaren liefert eine vom bergischen Fabrikantenverein der Militärlasten fei, solange alle Staaten ihre Wehrmacht als Vertreters der deutschen Kleineisenindustrie ausgearbeitete Dent bergrößern, unmöglich. Die Frage der zweijährigen Dienstzeit sei verwidelt; er, der Minister, habe sich bei schrift, in der es nach Mitteilung der Rheinisch- Westfälischen Ztg." der ersten Lesung weder für noch gegen dieselbe ausgesprochen. Die bergische Kleineisenindustrie ist zum guten Teil auf den Gegenüber den Proteften gegen ungarische Sonderforderungen berief Export angewiesen, dieser wird aber erschwert, da die in Betracht sich der Minister auf seine jüngst über die Aufrechterhaltung der kommende Rohstoffindustrie ihr Rohmaterial in dem Maße verteuert, gemeinsamen Armee abgegebene Erklärung. als die Synditate ihre durch Fracht und Zoll geschaffene Monopol Ungarischer Hakatismus. Das Geschworenengericht in Maro 3- stellung ausnüßen. Die Kartelle nehmen nun diese ihre MonopolBasarhely( Siebenbürgen) sprach den Abgeordneten Ludwi al itellung infofern cinseitig wahr, als sie ohne Rücksicht auf die weiter heißt: Sociales. Zum Kellnerschuh. In Erfurt waren mehrere Wirte, deren Angestellte keinen Gebrauch von den ihnen zustehenden Ruhepausen gemacht hatten, vom Schöffengericht freigesprochen worden, weil dasselbe annahm, der Wirt habe seine Pflicht erfüllt, wenn er es in das Belieben seiner Gehilfen stelle, von dem Recht der Pausen Gebrauch zu machen oder nicht. Andre Wirte waren freigesprochen, weil das Gericht Büffettiers, die das Bier auf Rechnung verschenften, als selbständige Gewerbetreibende betrachtete, auf welche die fraglichen Bestimmungen nicht anwendbar sind. Gegen diese Urteile hatte der Staatsanwalt Be rufung eingelegt. Die Erfurter Wirtebereinigung hatte die Sache ihrer angeklagten Mitglieder zur ihrigen gemacht und diesen einen Rechtsanwalt zur Seite gestellt. Die Berufungskammer hob im Princip die erstinstanzlichen Urteile auf. Sie nahm an, daß die Bestimmungen der Bekannt= machung des Bundesrats öffentlichen Rechtes sei und nicht der freiwilligen Abänderung unterliegen. Ein Verzicht auf die Bausen sei nicht zulässig. Nach dem Urteil des Reichsgerichts in gleichartigen Fällen sei anzunehmen, der Gehilfe soll die. Pausen haben, nicht er tann sie haben. Auch die Stellung der Büffettiers sei nicht die eines selbständigen Gewerbetreibenden Der Wirt habe die Konzession und übe das Gefverbe aus. Die geringere oder größere Freiheit, die dem Büffettier überlassen werde, sei nicht im stande, dies Verhältnis zu verändern. Die Wirte wurden zu je 10 M. Geldstrafe verurteilt. Diese Auffassung entspricht vollkommen den Absichten des Bundesrats und dem ganzen Sinn unsrer Arbeiterschutz- Gesetz gebung. Im Reichstage ist das soeben erst vom Vertreter der Reichsregierung unter Zustimmung des ganzen Reichstags ausgesprochen worden. Man kann neugierig sein, ob die Berliner Gerichte und das schlesische Oberlandesgericht sich zu dieser einzig zu lässigen Auffassung bekennen werden oder ob für diese Gebiete das Ausnahmerecht bestehen bleiben soll. schaften. Gegen die Konsumbereine. Bayrisches Krankenversicherungswesen. Der Stadtmagistrat Nürnberg will alle Besizer der größeren Industrie- Unternehmungen zur Errichtung von Betriebs= Serantentassen zwingen, um das immer größer werdende Deficit der Gemeinde- Krankenkasse zu verringern. 17 folcher Fabrikfassen bestehen bereits, ferner eine Orts- Krankenkasse für die polygraphischen Gewerbe. Dieser gewaltige, und kostspielige Apparat foll nun noch durch eine ganze Anzahl neuer Gründungen bereichert iverden. Man hätte es in der Hand, das Deficit mit einem Schlage zu beseitigen, wenn man die Gemeinde- Krankenkasse überhaupt abschaffen und eine allgemeine Orts Krankenkasse er richten würde, die von den Nürnberger Arbeitern feit 10 Jahren vergeblich gefordert wird. Der Rathaus- Freifinn to ill diese Verficherungsform deshalb nicht, weil in einer Ortskasse die Arbeiter maßgebend würden. erscheint sowohl das Verbot der Teilnahme an der Beerdigung des Mols für die Hauptkasse und Rohloff für die Filiale. As Mitglied verunglückten Kameraden, als auch insbesondere die brutale Aus- der Kommission für die Kostümbranche bestätigte die Versammlung sperrung als eine Maßnahme, die aller Menschlichkeit Hohn spricht. den Kollegen Mertens. Nach längerer Debatte gelangte alsdann ein Die Polizei in Rottbus bemüht sich fortgesetzt, den Arbeiter Antrag der Ortsverwaltung zur Annahme, laut deffen den Mitorganisationen mit Heinlichen Maßnahmen zu Leibe zu gehen. gliedern der einzelnen Branchenkommissionen für jede officielle Kürzlich wurden wieder mehrere derartige Fälle vor dem Schöffen- Sigung eine Entschädigung von 50 Pf. zu gewähren ist. gericht verhandelt. In einem Falle hatte die Polizei den Vorsitzenden Charlottenburg. Die Handels, Transport- und Verkehrsder Sottbuser Filiale des Maurerverbandes mit einem Strafmandat arbeiter hielten am 29. Januar im Voltshaus ihre Generalversammornamen sämtlicher 300 Mitglieder angegeben hatte, weil er einzelnen Berichte und ergab die gesamte Neuwahl folgendes bedacht, weil er in dem eingereichten Mitgliederverzeichnis nicht die lung ab. Die bisherigen Verbandsfunktionäre erstatteten die fie nämlich selber nicht kannte. Das Gericht hielt dagegen Resultat: Erster Bevollmächtigter Förster; zweiter Bevollmächtigter das Mitgliederverzeichnis auch ohne Vornamen für ausreichend Koppik; erster Kassierer Heitmann; zweiter Staffierer Prill; Schrifts und sprach den Frebler wider die heilige bureaukratische Ordnung führer Bollenthin; Revisoren Goldberg und Schuffelhauer. Delefrei. Gleichzeitig waren fünf Vorstandsmitglieder der Filiale des gierter für die Gewerkschaftskommission wurde Bergemann. In die Der hiesige" Bund der Handel- und Gewerbetreibenden" will Tertilarbeiter- Verbandes und zwei frühere Vorstandsmitglieder des 21er- Kommission des Boltshauses wurde Kapernick gewählt. Als wieder einmal Sturri laufen gegen die Konsumvereine. Er will an Handlungsgehilfen- Verbandes wegen angeblich verspäteter Abmeldung Vertreter für Halensee Starte. Hierauf schilderte Förster die MißBundesrat, Reichstag und Regierungen eine Eingabe richten auf Ab- von Mitgliedern mit Strafmandaten bedacht. Diese Angelegenheiten stände bei dem Fuhrgeschäft Fricke, welches das städtische Straßenänderung des Gesetzes über die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossen- vertagte das Gericht, um noch weitere Beweise zu erheben. In abfuhrwesen seiner Beit im Submissionsverfahren als Mindeſteiner andren Sache hatte die Polizei den Erfolg, daß bietender bekam. Sonntagsruhe scheinen dort böhmische Dörfer zu Konsumbereine und Rabattvereine sollen nur als Wirtschafts- zwei Angeklagte zut je drei Tagen Gefängnis aus§ 153 sein. As an einem vergangenen Sonntage einige Stollegen diesen genossenschaften zulässig sein und somit in das Genossenschaftsregister der Gewerbe- Ordnung verurteilt wurden. Ein Referent in einer Betrieb besuchten, da hörten sie schon von weitem, daß in der Schmiede eingetragen werden, ferner soll den Konsumbereinen eine Dividenden Brauerversammlung hatte seinen Vortrag mit den Worten ge- gearbeitet wurde. Der Inspektor selbst erzählte unsren Kollegen, auszahlung nicht gestattet, sondern nur der Verkauf zum Einkaufs- schlossen: Wer der Organisation nicht beitrete, sei ein Verräter an daß er sich lange gewundert habe, daß seine Kutscher noch von keinem preise zulässig sein. Die Rabattvereine sollen zu allen staatlichen sich selbst, seiner Familie und der Arbeiterschaft. Ein andrer Redner Schuhmann notiert worden seien. Er ersuchte, nur noch eine Weile und kommunalen Steuern herangezogen und die Berechtigung der hatte gefagt, wer sich nach diesem Vortrage nicht aufnehmen ließe, zu warten, dann könnten wir sehen, wie immer ein Kutscher nach dem Ausgabe von Rabattmarken von denjenigen Bestimmungen abhängig für den habe er nur ein Pfui! Diese rednerische Floskeln mußten andern ankäme. Dann müßte noch abgeladen werden, und dann so gemacht werden, denen das Sparkassenwesen unterliegt. Die Rüd- die beiden Angeklagten mit der oben angegebenen Strafe büßen. gegen 2 Uhr beginne auch auf ein paar Stunden der Sonntag. Der erstattung der angesammelten Sparrabatte in Waren statt in barem Welche Strafe würde das Kottbuser Schöffengericht wohl den Inspektor meinte auch nichts thun zu können, sondern wälzte alle Gelde ſoll ferner gesetzlich verboten, auch die Errichtung von Rabatt- Arbeitern zudittiert haben, wenn sie sich in der bilderreichen Sprache Schuld auf die Charlottenburger Stadtverwaltung. Es scheint das vereinen von der Konzessionierung abhängig gemacht werden. des Grafen Pückler ausgedrückt hätten. aber nicht zu stimmen, denn der frühere Unternehmer( Gehl) ließ Die Rabattvereine haben keineswegs unsre Sympathien, aber die seine Leute während der Kirchzeit keinen Schmutz abfahren. Der vorgeschlagenen Maßregeln halten wir für thöricht. Das Verlangen, Ein Situationsbild aus dem rückständigen Often. Am verflossenen Verband hat diese Angelegenheit der Polizeibehörde unterbreitet und daß Konfumbereine nur zum Einkaufspreise sollen verkaufen dürfen, Sonntag fand in Schönlante, Provinz Bofen, ein von gegen wird diese zu befinden haben, ob die Sonntagsruhe für den Betrieb ist ebenso unsinnig und würde überdies, wenn durchführbar, höchstens 300 Personen besuchte allgemeine Gewerkschafts- Fride auch existiert oder nicht. den Kleinhändlern selber schaden. bersammlung statt, in der Dupont, der Vorsitzende des Bildhauerverbandes, referierte. Veranlassung zu dieser Ver- Der Schmargendorfer Wahlverein nahm in seiner Generalverfammlung gab int der zur Zeit Schönlante schwebende sammlung den Bericht des Vorsitzenden entgegen. Nach demselben Streit der Holzbildhauer in drei Fabriken für wurde im 4. Quartal die öffentliche Agitation durch eine FlugblattMassenartikel, Schnitzereien für Möbel der gewöhnlichsten Art. verteilung und eine öffentliche Versammlung gefördert. Der Kaffen= Troz des erbärmlichen Verdienstes arbeitet bei 12-18 m. per Woche es wurde nur in Accord ge- bericht wurde wegen Behinderung des Kassierers vertagt und Genosse sollten weitere Reduzierungen Reck als Staffierer neugewählt. Gewählt wurden als Bezirksführer find als vorgenommen werden. An einem dieser Betriebe( Bank u. Co.) Wilke, Geice, Neck, Kaminski, Wiechert, Lärm, und als Obmann der Societäre mehrere Gutsbesitzer aus der Um- Lokalfommission Padlih. Am Sonntag, den 15. d. M., abends, foll gegend, darunter ein Hauptmann a. D. und ein Lieutenant, eine öffentliche Versammlung mit Frauen stattfinden zur Förderung an einem andren( Levy u. Co.) ein Hotelbefizer, ein Mehl- der Genossenschaftsbestrebungen. Aufgefordert wurde noch zur strikten Händler und der Inhaber eines Solonialwarengeschäfts vom Orte Beachtung der Lokalliste, damit durch die behördliche Stonzessionsbeteiligt. Es beuten also Juden und arische Vollblutagrarier Arbeiter, beriveigerung für zwei Versammlungslokale der Arbeiter nicht das die zu einem Hungerlohn ihre Arbeitskraft zu Markte tragen, in Versammlungsrecht am Orte während der Reichstagswahlperiode vergleichem Maße aus. Arbeitskraft ist ihnen gut genug dazu. Aber nicht nur dies, auch die jugendliche loren geht. Das einzige freie Verkehrs- Lokal ist das Wirtshaus kommenden In dem in Betracht Schmargendorf. Betriebe waren bei Ausbruch des Streifs Bayern ist bekanntlich überhaupt in der Organisation des verhältnis ist bei 33 Bildhauergehilfen und 30 Lehrlinge. Ein ähnliches Mißden Drechslern. Vor Krankenversicherungswesens von allen Bundesstaaten am rück- war es noch trasfer: in zwei Geschäften 20 Gehilfen und ständigften. Hat es doch 4127 Gemeinde- Krankenversicherungen, 33 Lehrlinge. fast die Hälfte der Gemeinde Krankenversicherungen des gangen veranlaßt durch die Zeitung des Bildhauerverbandes, ist bei der Infolge des Eingreifens des Bürgermeisters, Die Geschäftsordnung des östreichischen Parlaments. Reiches. Organisierte Kaffen hat Bayern nur 705, worunter allein Firma Bank z. B. die Lehrlingszahl von 23 bei 5 Gehilfen auf 11 geht hierauf zur Tagesordnung, Verhandlung über die auf AbändeWien, 4. Februar. W. T. B.) Abgeornetenhaus. Das Haus 602 Betriestassen. Von Bayern soll auch der hauptsächlichste Wider- bei 13 Gehilfen reduziert worden. stand gegen die gesetzliche Beseitigung der Gemeinde- Krankenversiche gegen vorgegangen werden. In erwähnter Versammlung machte Antragsteller betonen, fie hätten keinerlei politische Hintergedanken; Es soll nochmals das rung der Geschäftsordnung abzielenden Anträge, über. Sämtliche rung ausgehen. der Inhaber dieser Firma, Herr Bank, das interessante Geständnis, daß das Anheften der in Essen und Breslau die Anträge richteten sich gegen feine Partei, fie bezweckten lediglich gehaltenen des deutschen Kaisers in den Wert- die Sicherung der Arbeitsfähigkeit des Parlaments. An der Debatte ftätten auf eine Anordnung des Landrats zurück- beteiligten sich Redner verschiedener Parteirichtungen; sämtliche, ausauführen fei.( 1) Referent hatte das Anheften dieser Reben- genommen ber radikal- czechische Abgeordnete Bazworka, welcher gegen noch dazu zu einer Zeit, wo man sich mit dem Plan einer Lohn- die Aenderung der gegenwärtigen Geschäftsordnung sich ausspricht, reduzierung trug scharf gegeißelt und das geflügelte Wort„ der erkennen die Notwendigkeit einer Aederung der Geschäftsordnung schlichte Mann in der Werkstatt" auf seinen wahren Wert an, wobei die Vertreter der Italiener, Ruthenen und Socialdemozurüdgeführt. Die Stimmung der Versammlung war eine traten den Vorbehalt machen, daß sie sich gegen jede Einschränkung ausgezeichnete, der Beifall nach dem Schlußwort des Ne- der Redefreiheit zur Wehr sehen würden. Auch Abg. Derschatta ferenten, auf all diese Provokationen bei den kommenden im Namen der deutschen Volkspartei, sowie Abg. Groß im Namen Centralverband der Handels-, Transport- und Berkehrsarbeiter. Reichstagswahlen durch die Wahl eines Socialdemokraten die ge- der deutschen Fortschrittspartei heben hervor, daß die Aenderung nicht Die Ortsverwaltung Berlin I des genannten Verbandes hat soeben bührende Antwort zu geben, ein stürmischer. Die gewerkschaftliche bazu benutzt werden dürfe, die Minorität vollständig rechtlos oder scheinen lassen. Der Bericht sagt unter anderm, daß, nachdem im einmal ein Gewerkschaftskartell ist vorhanden. In allernächster Zeit Disciplinargewalt des Präsidenten ein. Der christlich- sociale Abihren Jahresbericht für 1902 in Form einer kleinen Broschüre er- Bewegung in Schönlante läßt noch viel zu wünschen übrig; nicht mundtot zu machen. Die meisten Redner treten für Mittel zur Bermeidung von mutwilliger Obstruktion sowie für die Erweiterung der Jahre 1901 die Mitgliederzahl von 8610 auf 6001 zurückgegangen foll ein solches ins Leben gerufen werden. war, die Organisation ausgebaut wurde, damit eine wirksame Wahlverein, der erfreulicherweise besteht, wird infolge der geordnete Gattai warnt vor dem Verbot fremdsprachlicher Neden, woSurch die unselige Sprachenfrage mit der Abänderung der GeschäftsAgitation entfaltet werden konnte. Das hat denn auch den erfreu- Demonstration am Sonntag an Mitgliederzahl zunehmen. ordnung in Verbindung gebracht werden würde. Abg. Fro lichen Erfolg gehabt, daß nicht nur ein weiterer Rückgang vermieden, macht die Mitwirkung der alldeutschen Partei an der Reform der sondern auch ein kleiner Zuwachs von Mitgliedern erreicht wurde. Am Geschäftsordnung von der Festsetzung der deutschen Sprache als GeSchlusse des Jahres zählte die Vertvaltung 2146 Hausdiener und Packer, 135 Stellerarbeiter, 90 Fahrstuhlführer, 52 Markthallenarbeiter, Die Tarifverhandlungen mit den Detailfonfettionären sind zum schäftssprache des Hauses abhängig. Sodam wird die Verhandlung 447 Rollfutscher, 259 Bierfahrer, 879 sonstige utfcher, 438 Koblen schluß gekommen. Die Anerkennung der Gehilfenforderungen abgebrochen. Nächste Sigung Freitag. arbeiter, 221 Leitergerüstbauer, 60 Mineralivafferarbeiter, 433 sonstige durch die Stückmeister scheint nach den vorliegenden Nachrichten jetzt Arbeiter, 524 Speditions- und Möbeltransportarbeiter, 14 ohne Be- ziemlich allgemein durchgeführt zu sein. Damit sind die VorAusstandsnachrichten aus Spanien. rufsangabe, 108 weibliche, zusammen 5806 Mitglieder. Da aus der bedingungen für ein erfolgreiches Ende des Streits gegeben. Es Madrid, 4. Februar.( W. T. B.) Die Befizer von TransportOrtsverwaltung Berlin I die 650 Straßenbahner am 1. April ab- handelt sich nun nur noch darum, die Errungenschaften zu befestigen, und fuhrgeschäften haben, um gegen die Munizipalabgaben zu protestieren, worden sind, so hat Berlin I am Jahresschluß einen Zuwachs von werden sich die streifenden Schneidergehilfen eines großen, ja für die ganze Die Haltung der Ausständigen ist friedlich. 455 Mitgliedern zu verzeichnen. Welch rege agitatorische Konfettionsbranche vorbildlichen Sieges erfreuen tönnen. Vorläufig Barcelona, 4. Februar.( W. T. B.) Die Arbeiter der Städte wird der Streit noch fortgeführt, denn die formalen Beschlüsse ohne Monistrol, Manresa und Sellent haben sich zusammen mit die materiellen Bürgschaften ihrer Einhaltung genügen felbst den Arbeitern der umliegenden Ortschaften dem in Reus verständlich den Streifenden nicht. Im Streik stehen gegenwärtig ausgebrochenen Ausstand angeschlossen. Die Arbeiter in Barcelona nur noch etwa 600 bis 700 Gehilfen, darunter befinden sich auch erklärten es für notwendig, für nächsten Montag die allgemeine noch die in der Uniformfonfektion beschäftigten Schneider, bezüglich Arbeitseinstellung zu beschließen. deren es überhaupt noch nicht zu entscheidenden Berhandlungen gefommen ist. Man erwartet, daß in den nächsten Tagen alle Detailkonfektionäre ihre Unterschrift und die ehrenwörtliche Erklärung geben = Zu der Frage der Unterbringung Tuberkulöser in Deutsch- Südwest- Afrika, worüber wir in unsrer Nr. 26 berichteten, teilt uns Herr Dr. med. Stab mit, daß der Plan ganz allein von ihm ausgehe. und daß ihn dabei lediglich Rücksichten auf die Heilung Lungen franker leiten. gehalten wurden. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Thätigkeit die Verwaltung entfaltet hat, ist daraus ersichtlich, daß im Laufe des Jahres außer den ordentlichen Mitgliederversammlungen 93 größere Versammlungen, 294 Betriebsbesprechungen, 64 Bezirksversammlungen und 53 Sizungen verschiedener Kommissionen abIm Arbeitsnachweis der Organisation wurden 1502 Arbeit fuchende eingetragen. Die Zahl der gemeldeten Stellen betrug 2154. Davon wurden besetzt 1109, nämlich 509 feste und 600 Aushilfs stellen. Bei den besetzten Stellen betrug der durchschnittliche Wochenlohn für Hausdiener und Packer 20,21 M., Kutscher 21,78 M., Speicher-, werden. Reden Husland. atvei Jahren Letzte Nachrichten und Depeschen. Der Streit der Wiener Konfektionsschneider. Marokko. Frankfurt a. M., 4. Februar.( B. H.) Nach einer Meldung der " Frankfurter Zeitung" aus Tanger erscheint die Gefangennahme Bit Der Buchbinderstreit in Göteborg ist beendet. Durch Ver- Hamaras jezt als erwiesen. Speditions, Keller- und Kohlenarbeiter 21,16 M., Mineralwasser- mittelung des Landeshauptmanns ist ein lebereinkommen getroffen Rebellen versuchten Bu Hamara zu befreien; sie brachten den Truppen Bestochene Führer übten Verrat. Die arbeiter 21,28 M., Fahrstuhlführer 18,85 M., Burschen 12,81 M. Die Jahreseinnahme betrug 74 443,33 m., die Ausgabe worden, das bis zum 1. Juli 1905 gilt. Die Gehilfen haben auf des Sultans einen Verlust von 1000 Mann bei, erreichten jedoch 67 435,73 M., der Kaffenbestand 7007,60 m. An die Haupttasse die geforderte Lohnerhöhung verzichtet, die Minimallöhne der ihren Zweck nicht, da das Gros des Sultansheeres den Gefangenen wurden 38 369,27 M. abgeliefert. Von den örtlichen Einnahmen sind Arbeiterinnen und der Lehrlinge wurden dagegen bedeutend erhöht. in die Mitte nahm und in rasendem Galopp nach Fez zu ritt. für Unterstützungszwecke verwandt in Krankheitsfällen 8605,85 m. Von den 190 Streifenden konnten 110 schon am Montag wieder in bei Sterbefällen 2480,70 m. " " Als am Arbeit treten, die übrigen sollen bis zum 1. April wieder eingestellt werden. Verfammlungen. " Venezuela. Schiffsunfälle. Bom Maßregelungsbureau der Metallindustriellen. Ans New York wird der„ Frankfurter Zeitung" vom 4. Februar Der Streit der Konfektionsschneider in Groningen ist erfolgreich telegraphiert: Caftros Siegesberichte find irreführend, da in Caracas 20. Januar die Beauftragten der streikenden Arbeiter der Eisen- beendet. gießerei und Maschinenfabrik von Jachmann mit dieser Firma ver- nachlassen; aber für die meisten Artikel wurden die Arbeitspreise um Die Revolutionäre haben schon fast alle Nahrungszufuhr abEtwas mußten die Streifenden von ihren Forderungen amtliche Vorbereitungen für eine Belagerung getroffen werden. handelten, wurde ihnen versichert, daß alle Streikenden wieder an- 71/2 Prozent über die bisher höchsten Preise erhöht. fangen tönnen. Der Geschäftsführer Thomas sagte ausdrücklich, er geschnitten. werde dafür sorgen, daß keiner gemaßregelt wird. Nachdem jezt erst die Hälfte der streitenden Former und Gießerei- Arbeiter und zwei Drittel der Schlosser und Dreher bei der Firma Jachmann Baris, 4. Februar.( W. T. B.) Der Marineminister erhielt wieder beschäftigt sind, erklärt der Geschäftsführer Thomas, daß er ein Telegramm, welches über Unfälle berichtet, die den beiden diesen und jenen, der Streikposten gestanden hat, nicht wieder Der Verband der Schneider hielt am Dienstag in den Armin- Torpedojägern" Espingole" und" Hallebarde" in der Nähe einstellt. Als einige der ehemals Streifenden nach dem be- hallen eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Ritter gab des Cap Lardier zugestoßen sind. Espingole" ist vollständig ges rüchtigten Arbeitsnachweis" in der Gartenstraße gingen, um sich zunächst den Kassenbericht vom 4. Quartal 1902. Einnahmen und sunten, Hellebarde" befindet sich in schwieriger Lage. Man einen Schein zu holen, sagte der Vorsteher des Arbeitsnachweises", Ausgaben der Centralfasse balancieren in der Summe von 6763,62 hofft Espingole" mit den abgesandten Hilfsmitteln noch zn bergen, Hauptmann a. D. Kleffel:„ Sie haben doch hier Streit Mart. Die Einnahmen der Lokalkasse bezifferten sich auf 12 845,91 zumal wenn das Wetter gut bleibt. Ein Verlust an Menschenleben posten gestanden. Na, kommen Sie nur im Mai wieder." Mark, denen eine Ausgabe von 3339,83 M. gegenübersteht, es ver- ist nicht zu beklagen. Alle Einwendungen der Arbeiter und die Berufung auf ihr bleibt somit ein Bestand von 9506,08 M. An Mitgliedern hat die gutes Recht des Streifpoftenstehens mußten nichts.„ Das machen Berliner Verbandsfiliale gegenwärtig 2725 männliche und 275 weib- Kiel, 4. Februar.( W. T. B.) Heute ist von einem Neubau wir, wie wir wollen", wurde ihnen gesagt. So hält ein Unter- liche, zusammen 3000. Nach der einstimmigen Dechargeerteilung be- an der Ecke von der Tannstraße und Königsweg die hintere Hälfte nehmer Wort, und so achten die Kühnemänner die Rechte der richtete Ritter über die Jahresthätigkeit der Gewerkschaftskommission. eingestürzt. Nach den vorläufigen Feststellungen ist niemand zu Arbeiter. An diesem Fall, der nur einer von vielen ähnlichen ist, mit Interesse vernahmen die Anwesenden die Mitteilung, daß der Schaden gekommen. Die Arbeiten an dem Neubau sind eingestellt, sieht man wieder, daß der Arbeitsnachweis" der Metallindustriellen Parteivorstand fürzlich ein Anschreiben an die hiesige Vertretung der da man ein weiteres Nachstürzen der Mauermassen fürchtet. nichts andres ist als ein Bureau zur Maßregelung solcher Arbeiter, Centralverbände wie auch an die Lokal- Organisationen gerichtet hat, die sich durch die Ausübung ihres Rechtes mißliebig gemacht haben. um eine Ginigung beider Richtungen in die Wege zu leiten. Befür- Brüssel, 4. Februar.( B. H.) Das Schwurgericht von Brabant wortet wurde sodann, der jetzigen Durchschnittsstärke der Filiale ent- verurteilte Vandermeulen, den Urheber des Bombenattentats Deutfches Reich. sprechend, fünftig vier Delegierte anstatt der bisherigen zwei in die gegen die Wohnung des katholischen Abgeordneten Carton de Wiart, Die Aussperrung der 500 Arbeiter des Bremer Bultan in Vegesac Gewerkschaftskommission zu entsenden und fiel die Wahl auf Ritter, zu zehn Jahren Zuchthaus; gegen den Mitschuldigen Cammaerts soll eine volle Woche, nämlich bis zum Montag, den 9. Februar, Schulz, Trippel und Fräulein Grünberg. Zu der am 8. Februar wird ein neues Verfahren eingeleitet. dauern. Der Verstorbene, an dessen Beerdigung den Arbeitern die stattfindenden Konferenz der Militärschneider wurden Danzig und New York, 4. Februar.( W. T. B.) Seit gestern nacht herrscht Beteiligung untersagt wurde, war ein Schiffszimmerer, der auf der Tezlaff als Delegierte gewählt. Ferner machte sich die Wahl von hier ein heftiger Schneesturm, der sich in der Richtung nach Osten Werft des Bultan bei der Arbeit stürzte und sofort starb. Hiernach zwei Revisoren notwendig; die Mehrheit der Stimmen erhielten fortbewegt. Die Verbindung mit Chicago ist unterbrochen. Verantwortl. Redakteur: Earl Leid in Berlin. Inferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 30. 20. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 5. Februar 1903. 250. Sigung. Mittwoch, den 4. Februar 1903, nachmittags 1 hr. Am Bundesratstische: Reichskanzler Graf Bülow, Graf Posadowsky. Die zweite Beratung des Etats des Reichskanzlers wird fortgesetzt in Verbindung mit dem Antrag Barth( fr. Vg.) auf Neueinteilung der Reichstags- Wahlkreise. nicht leugnen, daß die Fragen der Abrüstung und in Verbindung Präs. Graf Ballestrem: Mein Herr Abgeordneter, ich kann ja damit die Frage des Krieges und des Haager Schiedsgerichts zum Ressort des Reichskanzlers gehören. Ich möchte Sie aber doch bitten, Ihren Vortrag vielleicht etwas abzutürzen und die Zeit des Hauses Die Ankündigung der Aufhebung des§ 2 des sogenannten nicht gar zu lange in Anspruch zu nehmen. Jesuitengesetes hat uns nicht überrascht. Unfre Abg. Hoffmann- Hall( fortfahrend): Abg. Dr. Dertel( f.): Krieg erzeugt Unsittlichkeit, Unordnung, wildes Jagen nach hört! im Centrum.) Herr v. Vollmar meinte, die nicht völlige BeGewinn furz jeden moralischen Niedergang. Der Krieg feitigung des Jesuitengefeßes bedeute für uns ein gutes Agitationsist nach göttlichem und menschlichem Recht verboten. Krieg und Kultur mittel. Und auch bei andren Parteien spielt das Jesuitengesez eine gewisse find Gegensätze. Der Krieg bringt Razzias, Brandschatzungen, Rolle bei der Agitation. Besonders von der demokratischen Partei Eroberungen, um hohen Tribut zu machen! Man muß den Krieg in Württemberg sind mir solche Fälle bekannt. Die Jesuitenschnüffelei töten und vernichten, um den Frieden an seine Stelle zu setzen. ist jetzt so groß geworden, daß sie etwas ganz Krankhaftes hat und ( Große Heiterkeit.) bei Gelegenheiten erscheint, wo es geradezu vollendeter Blödsinn ist. ich bin Herrn Dertel sehr dankbar, daß er in seinem Blatt einige kräftige Hat man doch im sonst hellen Sachsen( Heiterkeit links) Gespenster zu sehen geglaubt, wo wirklich nicht an solche zu denken war, und Worte darüber geschrieben hat. Herrhaffe stand ja auf einem andren Standpunkt. Er hat nicht zu den Sachsen gehört.( Rufe links: Zu den hellen! Große Heiterkeit.) Aber Sie greifen mir ja vor. Ich wollte fagen, er hat nicht zu den Sachsen gehört, die nicht an der Jesuitenangst beteiligt waren.( Heiterkeit.) Als ein Mitglied der alldeutschen Stellung dazu ergiebt sich daraus, daß die Mehrheit meiner Freunde Herr Präsident, ich habe hier noch ein paar ganz Bewegung müßte er es geradezu begrüßen, wenn im Jesuitenorden stets dem Antrage des Grafen Limburg- Stirum zugestimmt hat, der interessante Stüde.( Stürmische Heiterkeit.) Sie lachen gute deutsche Männer mitarbeiten für das Wohl des Volkes und für diese Aufhebung will. Zur Abänderung des Wahlregle- meine Herren!( Erneute Heiterfeit.) Damit Sie nicht mehr lachen die Wissenschaft. ments habe ich mich bereits bei der ersten Lesung geäußert. Man( Schallende Heiterkeit.), will ich Ihnen nur mitteilen, was alles Die Vorlage zur Durchführung des Wahlgeheimhat den Ausdruck Klosettgeset geschmacklos gefunden. Ich darinnen enthalten ist.( Erneute schallende Heiterkeit.) Redner giebt nisses begrüßen wir mit Freuden. Der Einwand Dr. Dertels, meine, die Thatsache, daß der Wähler sich zur Ausübung seines eine kurze llebersicht seines Materials. Herr Präsident, daß man eine solche Vorlage am Ende einer belasteten Legislaturvornehmsten Rechts in einen Isolierraum zurückziehen muß, ich würde mich freuen, wenn Sie auch einmal dieses Material, das periode" nicht gut erledigen könne, ist wohl nur ein Vorwand für ist auch wenig geschmackvoll. Entsetzt sind wir nicht gerade ich so schön vorbereitet habe( Stürmische Heiterkeit.), ein- die Abneigung der Konservativen gegen diese Neuerung.( Sehr über diese Neuregelung gewesen, nur etwas erstaunt, weil wir uns sehen möchten.( Erneute Heiterfeit.) richtig! links.) In Baden und Württemberg hat sich bei den an das nil admirari noch nicht genug gewöhnt haben. Wir wissen Ich komme jezt auf ein andres Gebiet. Ich schloß vorhin mit Landtagswahlen das System der Isolierzimmer nicht, was die Stellung der Regierung innerhalb eines Jahres so den Worten: Ich habe den Krieg getötet und habe ihn vernichtet durchaus bewährt. Daß die Neuerung notwendig ist, darüber verändert hat. Graf Posadowsky sprach von der Erfüllung einer und will den Frieden an seine Stelle setzen." Hoffentlich werden bedarf es für den keiner Worte, der die Berichte der Wahlprüfungsfittlichen Pflicht. Ich weiß nicht, warum die Regierung erst trotz der Unterbrechung diese Worte eine gewisse Wirkung ausüben. Kommission seit einer Reihe von Jahren verfolgt hat. Ich habe hier im Laufe des Jahres 1902 fich dieser sittlichen( Große Heiterkeit.) Ich komme auf ein Gebiet, das Ihnen jedenfalls zwei Original- Stimmzettel aus den Akten der WahlPflicht so bewust geworden ist, daß sie am Ende einer sympathischer klingen wird, und bitte den Herrn Präsidenten, prüfungs- Kommission; sie stammen aus demselben WahlLegislaturperiode mit dieser Aenderung kommt. Grundsätzlich sich doch noch einige Minuten zu gebulben( Große freife.( Redner zeigt dem Haufe die beiden Zettel vor.) Der eine haben wir gegen eine Sicherung des Wahlgeheimnisses nichts ein- Heiterkeit); er kann sich darauf verlassen, daß ich keine acht hat etwa die Größe einer Zehupfennigmarke( Heiterkeit), der andre zuwenden. Es fragt sich nur, ob der vorgeschlagene Weg gangbar Stunden rede und keine Obstruktion treiben werde.( Große Heiterkeit.) hat etwa Quartformat. Es giebt ganz abnorme Formen, ist. Wünschenswert wäre es, wenn der Herr Reichskanzler etwas Die schönsten Schilderungen des ewigen Friedens finden sich schon in Farben und Größen. Auch die Zusammenfaltung der Zetter Näheres über die Neuregelung sagen würde, damit wir der Bibel und diese Idee ist niemals ganz verschwunden. In der ist oft ganz kompliziert.( Redner hebt Bettel verschiedener Formate nicht auf allerlei unkontrollierbare Kleinigkeiten angewiesen sind, neueren Zeit bricht sich der Gedanke wieder Bahn. Ich erinnere mur empor.) Dieser Zettel hier hat etwa die Gestalt einer Bischofs= die wir durch das Sprachrohr des Herrn August Schert an den Weisen von Königsberg. Wie hat kant die Friedens- müße. Manche Wahlvorsteher verlangten, daß die Zettel mit hoch erfahren. Eng damit zusammen hängt der Antrag Barth auf idee behandelt.( Große Ünruhe.) Es scheint, daß ich Ihnen erhobener Hand übergeben werden sollen. In dem Wunsche nach Neueinteilung der Wahlkreise. Ich habe mich ge- über Kant und seine Friedensidee doch noch etwas vor- einer besseren Sicherung des Wahlgeheimnisses sollten doch alle wundert, daß der Antrag nicht die Unterschrift des tragen muß.( Heiterkeit und Unruhe.) Redner verbreitet sich des Parteien einig sein.( Lebhafte Zustimmung links und im Centrum.) Herrn Richter trägt. Herr Richter hat sich auch nicht weiteren über Kants Stellung zum ewigen Frieden. Nach einiger Es ist notwendig die Einführung von Wahldazu geäußert, das wird jedenfalls heute Herr Wiemer nach- Zeit macht Redner eine längere Bause, Vicepräsident Graf Stolberg couverts in Verbindung mit folierräumen. holen.( Heiterkeit.) Vom Standpunkt der Herren von der Linten erhebt sich, greift an die Glocke und scheint den Redner unterbrechen Ohne letztere bieten die Wahlcouverts nur erhöhte Gefahren. ist der Antrag ja durchaus konsequent. Wenn es eine fittliche Pflicht zu wollen. Endlich fährt Redner fort: Im Mittelalter( Sehr richtig! im Centrum.) Es brauchen diese Näume ist, das Wahlgeheimnis so zu sichern, wie es möglich ist, so können( Schallende Heiterkeit und große Unruhe.) Redner verbreitet sich über ja nicht abgetrennte Zimmer zu sein; im Notfall genügt irgend eine die Herren mit einer beinahe unanfechtbaren Logit sagen, die Geschichte der Schiedsgerichte. Seit der Monarch des absolu- Vorrichtung, die ein ungesehenes Einstecken der Bettel in das es ist ebenso fittliche Pflicht, die gleiche Wahl dadurch zu tistischen Reiches Rußland, der Zar Nicolaus, fich an die Spize Couvert ermöglicht. Auch über die Gestalt der Stimmzettel selbst fichern, daß jede Stimme im Deutschen Reich möglichst dasselbe Ge- der Friedensbewegung gestellt hat, weht ein andrer wind. müssen besondere Vorschriften erlassen werden. Den Wählern muß wicht hat. Aber auch gegen diesen Antrag sprechen durchschlagende Jch habe mir die Mühe gegeben, auch fämtliche gestattet werden, das geschlossene Coubert felbst in die Gründe der Zweckmäßigkeit. Wenn irgendwo so paßt hier das Wort Aeußerungen Kaiser Wilhelms II. über die Urne fallen zu lassen. Die Zeit der Abstimmung muß etivas Bismards: quieta non movere. Wenn wir die Aenderungen jetzt Friedensfrage zusammenzustellen. Es sind ungefähr berlängert werden. vornehmen, so müssen wir sie mindestens nach jeder Volkszählung 28.( Große Unruhe.) Ich werde sie Ihnen nicht alle vorlesen. atvei Mal, 1882 und 1885, vom Reichstag abgelehnt worden. Im Der Antrag auf Abänderung der Wahlkreise ist schon wiederholen und kommen aus der Unruhe nicht heraus. Uebrigens( Heiterkeit.) muß ich fagen, wenn die seßhafte, bodenständige Bevölkerung wirklich bei den Wahlen ein etwas doch bitten, sich kürzer zu fassen. Vicepräsident Graf Stolberg: Ich möchte den Herrn Redner Wahlgesetz ist nur die Rede von der Zahl der Abgeordneten, die jeder einzelne Bundesstaat zu stellen hat. Die Antragsteller wollen nicht eine Vergrößeres Gewicht bekommen follte, als die mehrung der Abgeordneten, sondern eine Vermehrung der auf den einfluttuierende großstädtische, die fich in den Abg. Hoffmann- Hall( fortfahrend): zelnen Abgeordneten entfallenden Durchschnittszahl der Wähler. Das beIndustriecentren zusammendrängt, so würde das mindestens kein Da der Herr Präsident mich in dem Augenblicke unterbricht, in deutet aber für eine große Zahl von Wahlkreisen eine Fehler sein. Deshalb lehnen meine politischen Freunde den Antrag dem ich die Reden Kaiser Wilhelms zur Friedensidee vortragen will, Schmälerung ihres Wahlrechts. Von der mathematischen Barth zur Zeit vollkommen ab. Mein Standpunkt zur was doch sicher nicht zum Schaden seines Ansehens gewesen wäre, Schablone, die Dr. Barth durch seinen Antrag in das Gesetz einDiätenfrage ist bekannt. Ein Teil meiner Freunde erklärt sich so werde ich dieses ganze Stapitel zur Seite legen und zum führen möchte, weiß das Wahlgesetz selbst nichts. Abg. Dr. Windtmit mir für Diäten. Ich würde es auch nicht für richtig 6. Patet übergehen.( Große Heiterfeit.) Die Reden empfehle horst hat früher auf den gleichen Antrag erklärt: Ich wünsche halten, dieselben mit Kompensationen irgend welcher Art in ich den Herren zum Selbst studium.( Erneute Heiterkeit.) nur zu sagen, daß meine politischen Freunde zur Zeit dem Antrage Zusammenhang zu bringen. Nach meiner Ansicht folgt übrigens aus Die Diplomatie bestand früher im Verschweigen der Wahrheit. nicht beistimmen können."( Abg. Dr. Barth ruft: 3ur 3eit!) dem allgemeinen Wahlrecht logisch auch die Diätengewährung. Ich Der Meister dieser alten Schule war Talleyrand. Heute führt nur Das fagen wir auch heute!( Große Heiterkeit.) Dr. Windthorst beglaube übrigens, daß der Herr Reichskanzler seinen zustimmenden noch die größte Offenheit zum Ziele. Das gilt auch für die deutsche gründete damals, vor 21 Jahren, seinen Widerspruch mit dem Standpunkt zur Diätenfrage nicht so offen ausgesprochen hätte, wenn Diplomatie, der gegenüber ein Kompliment eine Grobheit wäre. Hinweis auf die unruhigen Zeiten. Wollen Sie( nach links) er nicht die Hoffnung hätte, den Bundesrat nächstens auf Die Freunde der Kriegsidee berufen sich auf den Patriotismus. Warum behaupten, daß jest ruhigere Beiten eingetreten sind? Nur feine Seite zu bringen. Redner wünscht weiter vom Reichs- soll ein deutscher Patriotismus nicht ein europäischer Patriotismus aus agitatorischen Gründen bringen Sie jest, furz vor fanzler Auskunft, wie es mit der Statistik über die Herkunft der sein? Ein Berliner wird sich in Paris, Mailand, Nom, oder wo er Schluß der Legislaturperiode, diesen Antrag wiederum ein.( Lebhafter Retruten steht. In seinen Schlußworten hat Herr Barth darüber sonst hingehen will( Große Heiterkeit rechts), biel wohler Widerspruch links.) geklagt, daß die schutzöllnerischen Instinkte überall erregt würden fühlen als in irgend einer deutschen Kleinstadt.( Heiterkeit.) Was die Diätenfrage anlangt, so hoffe ich, daß Dr. Dertel und meinte, wir hätten damit angefangen. Wie kann Herr Barth das Was hindert uns daran, das Sympathiegefühl, das wir für unsre seine Zustimmung zu der Gewährung von Diäten namens einer fagen, nachdem wir den MacKinley- und den Dingley- Tarif erlebt haben. Bundesgenossen, die Destreicher und Italiener haben, auch aus- möglichst großen Bahl seiner konservativen Freunde ausgesprochen Es ist gesagt worden, daß, wenn der Zolltarif gescheitert wäre, die zudehnen auf die Franzosen und Ruffen? Patriotisch mag die Selbst hat. Das Wort, daß die Arbeiter den schlichten Mann aus der verbündeten Regierungen wohl oder übel mit dem alten Tarif hätten herrlichkeit des eignen Staates scheinen, aber diesen schönen Werkstatt" in den Reichstag entfenden sollten, klingt fast wie ein arbeiten müssen. Nachdem der russische und östreichische Bolltarif patriotischen Eigenschaften gegenüber steht der Chauvinismus, der Hohn, wenn die Gewährung von Diäten nicht beabsichtigt war. veröffentlicht ist, ist es sonnenklar, daß die Regierung mit dem alten nur das eigne Land kennt und alle andren haßt und verachtet. Ohne Diäten sind wir stets der Rücksichtslosigkeit eines jeden MitTarif keine Handelsverträge zu stande gebracht hätte. Die Chauvinisten stehen auf der tiefsten Stufe der Kultur. Als gliedes ausgesetzt, das aus Eigenwilligkeit die Auszählung des Abg. Dr. Barth schloß sodann mit einem Loblied auf die Redner hierauf einige neue Pakete feines Materials Hauses bei irgend einer Gelegenheit beantragt. Wir verlangen Caprivischen Handelsverträge, sie hätten sich ein Jahr vornimmt, ertönt im Haufe von neuem fch allende Diäten ohne irgendwelche Kompensationen im Wahlgesetz. ivollen Redner fährt fort: Auch der Präsident hat Darüber meine zehnt lang gut bewährt. Geiviß, für den Großhandel haben sie sich eiterfeit. Freunde feinen Zweifel lassen. gut bewährt! Haben sie sich aber auch für Industrie und Handwerk Ursache, die Meinung zu bekommen, daß Sie das, was ich vortragen Ein wirklich allgemeines Wahlrecht liegt 111tr bor, ivenn gut bewährt? Und Herr Bräside, haben sie sich gut bewährt in will und was doch thatsächlich schade wäre, wenn alle Kreise Reiches gleichmäßig Gelegenheit haben, Bezug auf die Landwirtschaft?( Abgeordneter Bräside: Ja!) ich es nicht vortrüge( Stürmische Heiterkeit), interessiert. vertreten zu sein. Fürst Bismarc er ist nicht im Hause anNun, Ihrem Urteil steht das Urteil von Tausenden und Abertausenden Uebrigens werde ich um so schneller fertig, je weniger Sie lachen. wesend( Heiterkeit) fehlt sehr oft, aber wie er sagte, immer von Landwirten gegenüber. Der frühere Landwirtschaftsminister( Heiterfeit.) Ich muß jetzt eine kleine Einschiebung machen. entschuldigt.( Heiterkeit.) Darauf kommt es wenig an; die HauptFreiherr v. Hammerstein- Lorten, auf dessen Autorität die Herren( Heiterkeit und Unruhe.) fache ist, daß man sich an den Arbeiten des Hauses beteiligt. Sollen vom Freisinn viel gegeben haben, hat gesagt:„ Nur über die Leichen Vicepräsident Graf Stolberg: Sie haben zweifellos das Recht, der Verfassung des Norddeutschen Bundes als der richtigste galt? wir denn immer auf dem Standpunkt bleiben, der bei der Beratung der Landwirtschaft tönne eine Erneuerung der Caprivischen Handels- über das Haager Schiedsgericht zu sprechen. Ich möchte Sie aber Ueberall verlangt man Fortbildung in Kunst und Wissenschaft, neuerpolitik stattfinden!"( Sehr richtig! rechts.) Wenn die nächsten doch bitten, diese historischen Rückblicke nicht zu weit auszudehnen. Handelsverträge das Gegenteil der Caprivischen Handelspolitik bedings selbst bei der Religion, bloß bei den Diäten soll es beim alten Seuten würden, dann würde ich der erste sein, der gegenüber dem bleiben. Jede Zeit aber hat ihre besonderen Bedürfnisse, nicht durch Reichskanzler ein pater peccavi in optima forma bekennen würde, einen Schachzug vor 30 Jahren dürfen wir uns bestimmen lassen, der sagen würde, mein Mißtrauen war unbegründet, und ich würde sondern die Gegenwart verlangt ihr Recht.( Bravo! im Centrum.) sein Gehalt noch viel lieber bewilligen als ich es heute schon thue. Abg. Dr. Wiemer( frf. Vp.): ( Heiterkeit und Beifall rechts.) " Abg. Hoffmann- Hall( südd. Vp.): fann. Abg. Hoffmann- Hall( fortfahrend): Abg. Gröber( C.): " des Dies Thema läßt sich natürlich nicht furz erledigen.( Heiterkeit.) Ich habe monatelang das Material studiert und zusammengestellt und werde hier nur das Wichtigste vorbringen. Humanitätsbestrebungen im Kriege haben kein Daß mein Parteigenosse Richter den Antrag Barth nicht unterResultat gezeitigt, weil man die Kriege nicht humanisieren Herr Im Haager Schiedsgericht ist endlich ein, Anfang schrieben hat Dertel wunderte sich darüber Die Weltpolitik hat uns Deutsche in Marineausgaben gestürzt gemacht worden zur Festlegung der Regeln des Wölfer liegt einfach daran, daß er bei der Unterschriftensammlung im Hause twie sie bis jetzt noch kein zweites Volt aufzubringen hatte. Bei rechts. Es wäre sehr schön gewesen, wenn Deutschland in nicht anwesend war. Wir unterschreiben selbstverständlich alle diesen den letzten Unternehmungen der deutschen Marine ist das Völkerrecht der Venezuela- Angelegenheit mit gutem Beispiel Antrag, der einer Forderung unfres Programms entspricht. Das oft nur mangelhaft beobachtet worden. Die Friedenspolitik darf nicht vorangegangen und diese Frage an das Haager Wort des Herrn Gröber zur Zeit" könnte man dem berühmten nur in Worten verkündet, sie muß endlich auch in die Schiedsgericht überwiesen hätte.( Sehr richtig! links.) feiner Beit" bei der Kanalvorlage zur Seite stellen. That umgefegt werden. Entstehende Zwiftigkeiten müssen wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Die Idee der friedlichen Wann ist denn die Zeit für die Herren vom Centrum gekommen, dem Haager Schiedsgericht zur Entscheidung unterbreitet Verständigung der Völker bereitet sich langsam vor, aber sie wird etwa nach 10, 20 Jahren? Herr Gröber schloß sehr richtig:„ Die werden. Redner geht auf die Geschichte der Abrüstungsbestrebungen plötzlich in die Erscheinung treten.( Bravo! links.) gegenwärtigen Bedürfnisse müssen entscheiden." Das Wort ein und verurteilt den Militarismus als im Widerspruch stehend paßt aber auch gerade für den Antrag Barth.( Sehr richtig! mit der christlichen Liebesidee. Der Krieg ist ein erbarmungslints.) Sein Fraktionsgenosse Dr. Spahn hat erst bor turze m Loses, fluchbeladenes Ungeheuer. Man sollte alles daran Auf die Ausführungen des Herrn Vorredners werde ich nicht betont, schon aus Achtung vor der Verfassung tönne man sich sezzen, daß Recht und Gerechtigkeit an die Stelle dieses eingehen, sie waren trotz des reichen Materials faum geeignet, eine auf die Dauer der Neueinteilung der Wahl= Ungeheueres treten! Trotzdem giebt es Lobredner des Krieges. Weil weitere Debatte hervorzurufen. treise nicht entziehen.( Hört! hört!) Parteirücksichten alle Länder zum Kriege rüsten, sollen auch wir zum Kriege rüsten! Der Herr Abg. v. Vollmar meinte gestern, die Aufhebung dürfen bei dieser Frage feine Nolle spielen, sondern Man sagt, der Krieg sei ein Mittel zur Erziehung der Völker und des§ 2 des Jesuitengefeßes hätte keine praktische Bedeutung, da in lediglich die Frage des Rechts.( Sehr richtig! links.) Daß nach gegen Erschlaffung. Das ist aber ein völliger rrtum. Leider den letzten Jahren keine Ausweisungen mehr vorgekommen seien. dem Wahlgefeß NRücksicht genommen werden muß auf die steigende findet die Friedensidee gerade bei hohen katho- Da befindet er sich im Irrtum. Redner führt eine Anzahl von Bevölkerungszahl, ist zweifellos. Herr Dr. Dertel hatte sehr recht, lischen Geistlichen oft teine Unterstügung. Der Fällen an, in denen Jesuiten in den letzten Jahren aus daß die Regierung nach ihrer Stellung zur Sicherung des Krieg ist niemals Selbstzweck gewesen, sondern immer nur das gewiesen wurden. In einem Falle wurde einem Jesuitenpater geheimen Wahlrechts mit logischer Konsequenz auch Mittel, um irgend einen bestimmten Zweck zu erreichen. Wir müssen verboten, sich unter freiem Himmel sowohl während des Tages für unfren Antrag eintreten müsse, auch seine Durchzunächst dahin streben, daß der Krieg als ein Verbrechen an- als während der Nacht" in Deutschland aufzuhalten. Herr v. Vollmar führung ist eine füttliche Pflicht. Was die Abänderung erkannt wird. Ja, noch mehr, er ist nicht nur ein Verbrechen, hat sich auf die grundsätzliche Haltung der Socialdemokratie zu Aus- des Wahlreglements anbetrifft, so unterstüße ich die Anregung sondern ein Wahnsinn! Sogar Moltke hat gesagt, auch ein glücknahmegesetzen berufen. Diese Haltung ist doch nicht überall die auf bestimmte Vorschriften über Gewicht und Größe licher Krieg ist ein nationales Unglück. Man darf doch nicht den gleiche. Sie ist eine andre da, wo die Socialdemokratie der Wahlzettel. Selbstverständlich muß das Betreten des Krieg predigen und lehren, damit Einzelne die Möglichkeit haben, in der Mehrheit und da, wo sie in der Minderheit ist. Sehen folierraumes obligatorisch fein. Nach einem Artikel der sich den Heldentoo zu geben! Zündet man etwa ein Haus an, da- Sie doch hinüber nach Frankreich. Während Sie sonst hier sagen, Kreuz- Zeitung' Kreuz- Zeitung" scheint es fo, als ob hinter den mit die Feuerwehr Gelegenheit habe, ihre Tüchtigkeit beim Löschen Religion ist Privatsache, das Stultusbudget muß aufgehoben werden, Kulissen dahin gewirkt gewirkt werden soll, daß der Isolierraum zu erproben? Büchtet man Armut, muir um Barmherzigkeit üben zu verweigern die Socialisten dort die Aufhebung des zwar vorgeschrieben wird, aber das Betreten desselben jedem können? Verbreitet man Pest- oder Cholerabazillen, damit die Konkordats, um die Kirche noch mehr vergewal- freistehen soll. Dann hätte die ganze Einrichtung natürlich gar keinen Kunst der Aerzte sich erweisen könne?( Heiterkeit rechts.) Sind tigen zu tönnen. Hier führen Sie mit Recht Beschtverde Wert.( Sehr wahr! links.) Ich hoffe, daß die Regierung sich durch etwa die Schweizer, Holländer und Belgier verkommen, weil sie als darüber, daß den Polen der Gebrauch der Muttersprache beeinträchtigt solche Duertreibereien nicht beeinflussen lassen wird. neutrale Staaten teine Striege zu führen haben? Weber für Sieger wird, in Frankreich treten Ihre Parteigenossen dafür ein, daß die Herr Dertel hat die Handelspolitik des Herrn Reichskanzlers so noch für Besiegte hat der Krieg je Vorteile gebracht. Der bretonische Sprache im Religionsunterricht verboten wird.( Hört! scharf verurteilt, daß ich mich wundere, daß er ihm noch das " Gehalt bewilligt. Für die Agitation des Bundes der Landwirte| sagen die Herren, es feien hohe Summen für Pferdeställe und nur| Lehrer unter die Gestütsverwaltung. Die Aufsicht muß auch über die im Lande ist der Ausspruch des Freiherrn v. Wangenheim be- geringe Summen für Schulen und Arbeiterhäuser ausgegeben worden. Trakehner Lehrer bei der Schulbehörde liegen.( Sehr richtig! links.) zeichnend: Lieber einen Socialdemokraten als einen Freisinnigen. Es wurden damals zugefordert von der Gestütsverwaltung für die Die Gestütsverwaltung muß ungleiche Beamtenkategorien gleich beWir acceptieren das, daß wir von Ihrem Standpunkt aus als das gesamten Baulasten einschließlich der Pferdeställe usw. 1 500 000 M. Handeln, und das geht nicht. Die Gestütsverwaltung hat den größere lebel gelten.( Sehr gut! bei den Freisinnigen.) Angesichts Davon sind allein für Familienhäuser 772 000 m. ausgegeben; dazu befähigungsnachweis für die Behandlung der Lehrer nicht erbracht. solcher Aeußerungen dürfen Sie sich aber nicht sonst immer als Vor- kommen noch die Schulen usw. Also nicht: wenig Geld für( Sehr richtig! links.) Angesichts des Aufsehens, den der Fall gemacht fämpfer gegen den Umsturz aufspielen.( Sehr richtig! links.) Die Schulen und Arbeiterwohnungen, und viel für Pferdeställe, sondern hat, ist eine baldige Loslösung der Lehrer von der Gestütsverwaltung Regierung hat jedenfalls alle Ursache, solche Freunde nicht noch zu gerade umgekehrt. nötig. Ich bitte Sie deshalb, meinen Antrag, die Gestütsschulen in protegieren.( Beifall links.) Davon, daß den Lehrern Wagen gewährt werden müssen, steht öffentliche Volksschulen umzuwandeln, der Unterrichtskommission zu nichts in ihrer Bokation, und diese allein ist maßgebend. Hier sind überweisen. Principiell besteht wohl über den Inhalt des Antrages doch viele ländliche Vertreter stellen denn unsre ländlichen Ge- keine Meinungsverschiedenheit.( Beifall.) meinden den Lehrern Wagen?( Rufe rechts: Nein!) also die beHierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Donnerstag 1 Uhr. Schluß 5 Uhr. Abgeordnetenbaus. 13. Sigung. Mittwoch, den 4. Februar. 11 Uhr. Am Ministertische: v. Podbielski. Abg. Dittrich( C.): treffenden Lehrer müssen sich selbst Wagen besorgen. So lange die Die Zustände in Trakehnen sind keine idealen. Ein flares Bild Lehrer Angestellte des Gestüts sind, haben sie zweifellos das gleiche wird sich erst gewinnen lassen, wenn die zweite Instanz gesprochen Recht, wie die Gestütsbeamten. Ich bin sofort mit der preußischen hat. Die Ursache der Mißstände liegt in der Organisation. Es Unterrichtsverwaltung wegen der Umwandlung der Gestütsschulen in bestehen Unklarheiten über Rechte und Pflichten der Lehrer. Der öffentliche Volksschulen in Verbindung getreten, um diese Frage zu Antrag b. Zedlig ist sehr angebracht. Er wird in der Unterrichtsertvägen, zur Zeit ist sie aber meines Erachtens nach noch kommission eingehend geprüft werden. Bedenken stehen dem AnSo lange das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, glaube ich, hat trage wegen der Naturalien entgegen, die die Landlehrer in Ostdie Verwaltung alle Ursache, sich jeder Aeußerung zu enthalten. Auch preußen bekommen. Auch Fuhrwerk müßte ihnen in gewissen ob ich gegen den Lehrer Nickel vorgehen werde, kann ich jetzt nicht Grenzen gewährt werden. Das alles muß in Ruhe überlegt werden. fagen. Zweifellos wäre es das beste, wenn es möglich wäre, diesen Bir hoffen aber zu einem gangbaren Wege zu gelangen. Abg. Staegenwallner( f.) bleibt auf der Tribüne unverständlich. Lehrer Nickel an einer andren Stelle zu verwenden. Dort könnte er dann zeigen, ob er der streitsüchtige Charakter ist, für den er ausAbg. Dr. Friedberg( natl.): gegeben wird, oder nicht. Präsident v. Kröcher: Die zweite Beratung des Gestüts Etats wird nicht spruchreif. fortgesetzt. Abg. Kopsch( frs. Vp.): rechts.) V Abg. v. Oldenburg- Januschau( k.) Ich habe in meiner ersten Rede vermieden, auf Einzelheiten des Trakehner Prozesses einzugehen. Der Minister und Herr v. Olden burg haben sich diese Beschränkung nicht auferlegt. Der Minister ist in seiner wohlvorbereiteten Nede auf Dinge eingegangen, die ich gar nicht erwähnt hatte. Es war das für mich ein Beweis dafür, Es ist wohl in Trakehnen auf beiden Seiten gefehlt worden. daß man von seiten der Regierung eifrig bestrebt ist, den inUnertiefen scheint mir, daß Nickel wirklich die Aeußerung gethan günstigen Eindruck der Trakehner Vorgänge bei der Bevölkerung zu Schon während der Rede des Herrn Kopsch hatte ich den Ein- hat, die Gestütsbeamten hätten dem Staat Hunderttausende unterverwischen. Der Minister sprach von einer Frreführung der öffentlichen druck, daß ich eingreifen mußte. Ich thue das sehr ungern. Nach schlagen.( Ruf rechts: Das ist erwiesen.) Das glaube ich nicht, Meinung." Ich bestreite nicht, daß eine solche Frreführung in andren dem vorliegenden Stenogramm hat Herr Kopsch von etwas, das Herr denn sonst hätte eine Disciplinaruntersuchung eingeleitet werden Fällen vorgekommen ist, z. B. bei den Septennatswahlen und den v. Dettingen gethan hat, gesagt: Das ist eine unfittliche That, das müssen. Die Lehrer haben sich zweifellos auch um Dinge gekümmert, begleitenden Nebenumständen. Im Falle Trakehnen ist die öffentliche ist Korruption. Darin liegt eine Beleidigung. Herr Abg. Kopsch, Organisation ist nur an den ganzen Mißhelligkeiten schuld. die sie nichts angehen. Ich denke nur an den Pavillon. Die Meinung nicht irregeführt worden, sondern sie ist erregt worden Die durch die nackte Darstellung der Trakehner Vorgänge. Diese Erich rufe Sie dafür zur Ordnung!( Bravo! rechts.) landwirtschaftliche Verwaltung ist aber nicht allein schuld, sondern regung ist ein erfreuliches Zeichen des Rechtsbewußtseins und der Abg. v. Loebell( f.): auch die Unterrichtsverwaltung. Es ist hier kein Kommissar des Wertschätzung der Volksschule in unserm Volke. Der Herr Minister und Herr Kopsch behauptete, er habe sich neulich sehr zurückhaltend Stultusministers anwesend, der uns genaue Auskunft hätte Herr v. Oldenburg haben durchaus unzutreffende Darstellungen der Ur- geäußert. Davon haben wir nichts gemerkt, er hat vielmehr Herrn geben können über die Möglichkeit der Ausführung des fachen des Prozesses gegeben.( Sehr richtig! links.) Herr v. Podbielsti hat v. Dettingen aufs schwerste angegriffen. Er hat sich allerdings wohl Antrages Zedlib. Der Minister hat bei seiner ersten Ergegen Dr. Baalzow schwere Vorwürfe erhoben, die ich auf das lebhafteste gehütet, Details zu geben, um die schweren Beschuldigungen, die in widerung sehr drumrum geredet und biele wichtigen bedaure. Dr. Paalzowo kann sich hier nicht verteidigen. Auch die der Preffe gegen Herrn v. Dettingen erhoben waren, zu beweisen. Dinge unbeantwortet gelassen, namentlich die Behauptungen des Darstellung des Herrn v. Oldenburg war unrichtig. Die Ver- Nach der Bekanntwerdung des Urteils konnten diese Beschuldigungen Herrn Kopsch über nachträgliche Maßregelungen, die doch sehr zu weigerung der Fuhren war nur eine Begleiterscheinung, nicht die nicht mehr aufrecht erhalten werden, und Herr Kopich hätte die mißbilligen wären. Die öffentliche Meinung ist hier nicht irregeführt Ursache des Prozesses. Herr v. Oldenburg suchte die Lehrer als die Pflicht gehabt zu erklären: Wir haben uns geirrt.( Sehr richtig! worden, sie hatte an den Prozeßverhandlungen eine genügende Schuldigen hinzustellen. Schon in der alten Fabel sagte ja der rechts; lebhafter Widerspruch links.) Der Lehrer Nickel, den Herr Unterlage. Dem Antrag Zedlig stimmen wir zu, gegen eine Wolf zu dem Schafe, das er fressen wollte:" Du hast mir das Kopsch so warm verteidigt hat, war der erste, der den Anlaß zu einer Kommissionsberatung haben wir nichts einzuwenden.( Beifall.) Waffer getrübt 1"( Sehr gut! links.) Die ganze Schale feines direkten Gehorsamsverweigerung der Lehrer durch Nichtbeachtung der Bornes hat Abg. v. Oldenburg ergossen auf den Lehrer Nickel Urlaubsverfügung gab. Die Lehrerschaft hätte allen Anlaß, einen solchen verweist auf das Stenogramm seiner ersten Rede, wo er die vier Minister v. Podbielski in Trakehnen. Er hat unter dem Schutze der Immunität Mann von ihren Rockschößen abzuschütteln. Es ist zweifellos, daß vom Abg. Kopsch behaupteten Maßregelungen behandelt habe. Ein schwere Beschuldigungen gegen den Lehrer Nickel erhoben. Hoffent- der Lehrer Nickel es ist, der dem Herrn Abg. Kopsch das Material Disciplinarberfahren habe er bis jetzt nur wegen des schwebenden lich wiederholt Herr v. Oldenburg diese Beleidigungen außerhalb des geliefert hat. Sollte das nicht der Fall sein, so möchte ich Herrn Brozesses gegen Nickel nicht eingeleitet. Die Behauptung der Ver Hauses, damit Nickel den Betveis erbringen kann, daß die Beschuldi- Kopsch doch ersuchen, uns seinen Gewährsmann zu nennen, denn es gungen unwahr sind. Die ganze deutsche Lehrerschaft dankt Herrn ist für die übrigen Lehrer ein bedrückendes Gefühl, vor dem Lande untreuung ist thatsächlich gegen die Gestütsbeamten von Nickel, und Nickel für ſein tapferes Vorgehen!( Beifall links, große Unruhe als Denunzianten dazustehen. Herr Kopsch hat den hochinteressanten und war schriftlich erhoben worden. Man solle die Sache ruhen lassen, haben. Gab es in den Kämpfen um die Kanalvorlage nicht auch Poesie des Charakters".( Große Heiterfeit rechts.) Ich glaube, Herr bisher nicht gelitten, es handelt sich um Mißhelligkeiten zwischen Herr Nickel soll die Zeitschriften mit Material versorgt poefievollen Ausdruck gebraucht:„ Der Kampf ums Recht ist die bis das Urteil rechtskräftig ist. Er werde mit feſter Hand durchgreifen gegen Beamte wie gegen die Lehrer. Der Unterricht hat Beamte, Landräte, die die ihnen nahestehenden Zeitungen mit Material Kopsch hätte diesen schönen Ausspruch lieber unterlassen sollen.( Sehr Lehrern und Verwaltung. versehen haben? Herr v. Oldenburg warf dem Lehrer Nickel richtig! rechts.) Ich danke für einen solchen Charakter. Ob es anJch erkläre aber nochmals, Herrn vor, daß er den Born zu einer falschen Aussage habe ver- gemessen war, daß Herr Kopsch behauptete, die Lehrer müßten b. Dettingen hat es fern gelegen, die Lehrer absichtlich zu chikanieren. leiten wollen. Ich habe mich telegraphisch an Nickel gewandt, hungern, wenn sie ihr Recht nicht wahrnähmen, überlasse ich dem der unter seinem Eide bestreitet, daß diese Darstellung auf Wahrheit Urteil dieses ganzen Hauses.( Sehr gut! rechts.) Redner verliest polemisiert gegen den Abg. Kopsch. Zu seinen Angriffen gegen Nickel beruhe. Nickel giebt unter Berufung auf mehrere Beugen eine aus gegenüber den Ausführungen des Abg. Kopsch mehrere Stellen aus fei er genötigt gewesen infolge der Angriffe des Abg. Kopsch auf Herrn führliche Darstellung der betreffenden Vorgänge. Uebrigens ist Born der Urteils Begründung des Prozesses. Alle in dem Prozeß durch den Verdacht der Untreue nicht unerheblich be- tungen Nickels sind als wahrheitswidrig nachgewiesen worden. Angriffe schärfer waren als die des Herrn Kopsch. Redner geht noch Behaup- v. Dettingen. Ich überlasse es dem Hause zu urteilen, ob meine Tastet. Wie kommt denn Herr von Oldenburg in den Besitz des amt- Herr von Dettingen geht schuldlos aus diesem Prozeß einmal auf die Einzelheiten ein, behauptet, er habe ganz objektiv lichen Protokolls?( hört! hört! links.) Nur durch einen Mißbrauch hervor- das wird in der Urteils Begründung wiederholt geurteilt, sich das Material von Herrn v. Dettingen verschafft, der Amtsgewalt kann er in den Besitz dieses Protokolls gekommen ausgesprochen.( hört! hört! rechts.) Es ist tief bedauerlich, daß wir aber auch selbst die Verhältnisse in Trakehnen studiert. sein. Sollten in Trakehnen auch in dieser Beziehung be- jetzt im Zeitalter der Fälle" leben.( Sehr gut! rechts.) Jeder um einem hervorragenden Freisinnigen aus Ostpreußen haben er ein sondere Grundsätze herrschen? Herr von Oldenburg sprach bedeutende Fall wird von der Presse, in Broschüren, Neden sensationell Zustimmungsschreiben erhalten. Er habe sehr viel Verständnis und immer von den„ Trakehner Aften." war ja das aufgebauscht und zu einer unerhörten Angelegenheit gemacht. Wer Wohlwollen für die Lehrer. Wenn er einmal gestorben sei, wünsche er, Handeremplar des Herrn von Dettingen, auf das sich Herr fich über alle diese Fälle etwa uur aus der socialdemokratischen daß neben dem Pfarrer der Lehrer und die Schulkinder hinter dem von Oldenburg berief. Herr von Dettingen ist ja ertra nach Presse orientierte, müßte glauben, daß bei uns wirklich unerhörte Sarge hergehen.„ Den koddrigen Verbrennungsofen schenke ich Berlin gekommen zu diesen Verhandlungen, und von der Zustände bestehen. Wenn wir uns überzeugt hätten, daß thatsächlich Ihnen!"( Heiterkeit.) Wenn zu mir ein Lehrer käme und sagte mir, Diplomatenloge aus schaute er zu, wie Abg. v. Oldenburg nach Chikanierungen von Lehrern vorliegen, so würde keiner von uns der Rektor Kopsch chikaniert mich, bringen Sie doch das im seinen Grundsägen hier seine Verteidigung führte.( Gr. Unruhe und dieser Sache das Wort reden!( Sehr gut! rechts.) Da wir uns aber Abgeordnetenhause zur Sprache, da würde ich ihm sagen: Halten Gelächter rechts Landstallmeister v. Dettingen wohnt in der vom Gegenteil überzeugt haben, Gegenteil überzeugt haben, so ist es unsre Pflicht, Sie erst den Instanzenzug ein. Wenn er dann aber sagte: Der Diplomatenloge der Verhandlung bei.) Unberechtigte Ansprüche der einen Ehrenmann, der von seinen Vorgesetzten hochgeschäßt opsch veruntreut Gelder, er benutzt Schreibpapier zu andren Zwecken Lehrer werde ich nie verteidigen, aber der Kampf ums Recht, Herr wird und sich um die preußische Pferdezucht große Verdienste( Stürmische Heiterkeit), dann würde ich ihm sagen: Machen Sie die v. Oldenburg, ist die Poesie des Charakters!( Höhnisches, anhal- erworben hat, gegen ungerechtfertigte Beleidigungen und Verleum- Thür von draußen zu.( Lebhafter Beifall rechts.) tendes Gelächter rechts.) Ich wünsche wahrhaftig keinem Lehrer Dungen energisch in Schutz zu nehmen.( Lebhafter Beifall rechts.) einen Schulpatron wie Herrn v. Dettingen oder wie Herrn v. Olden- Hert Kopsch hat sich wiederholt auf die öffentliche Meinung" burg selbst. Diese Lehrer müssen Hunger leiden, wenn sie den Mut berufen. Soweit sind wir aber noch nicht, daß wir bereits einen haben, ihre Rechte und das Interesse der Schule wahrzunehmen. Volts- Areopag der öffentlichen Meinung hätten, vor dem über alles ( Lautes Gelächter rechts.) Hier zeigt sich, in welcher Weise die durch Gute und Böse abgeurteilt wird. Wenn diese öffentliche Meinung Befiz bevorzugten Klassen ihre Macht ausnutzen. ungetrübte und unverfälschte Aeußerungen großer Voltskreise wären, Was die Gewährung von Fuhrwerk anbetrifft, so sagte Herr so ließe sich darüber reden. Aber wie wird denn die öffentliche v. Podbielski, man werde den Lehrern einfach das Beneficium ent- Meinung gemacht? Irgend ein Agitator, ein guter Redner, ein Instanzenzug erschöpft hatte. Nach der Darstellung des Herrn ziehen. Nun, dieser Mühe ist der Minister wohl enthoben, denn, gewandter Zeitungsschreiber macht die öffentliche Meinung! Wir v. Oldenburg steht jetzt fest, daß ihm Herr v. Dettingen amtliches soviel ich gehört habe, ist von der Stellung von Fuhrwerk für die können glücklich sein, daß wir in Preußen noch ein machtvolles Material ausgeliefert hat, wozu er als Beamter nicht berechtigt Trakehner Lehrer nicht mehr die Rede. Es ist aber durch Gerichts- Königtum, einen hervorragenden Beamtenstand und einen über war. Redner geht noch einmal auf die nach dem Prozeß entscheidungen festgestellt, daß die Lehrer für dienstliche Reisen Fuhrwerk alles Lob erhabenen Richterstand haben. Das sind die geordneten erfolgten Maßregelungen ein und hält seine Behaup zu verlangen haben. Diese Ansprüche beruhen auf einem vollbegründeten Vertreter des Voltsbewußtseins, die wir anerkennen, nicht aber die tungen aufrecht. Seitens der Redner der Rechten sei die Gewohnheitsrecht. sogenannte„ öffentliche Meinung". Was würde aus unsrer Geschichte Angelegenheit zur Parteisache gestempelt worden. Erfreulich sei es, Der Herr Minister war so liebenswürdig, uns Bilder der geworden sein, wenn der große Kurfürst, Friedrich der Große und daß einstimmig im Hause anerkannt sei, die Schuld an den MißTrakehner Schulgebäude zu übermitteln. Wir würden ihm noch viel der große Kaiser Wilhelm sich immer nach der öffentlichen Meinung helligkeiten liege an der unsicheren Rechtslage der Lehrer in dankbarer sein, wenn er uns als Gegenstücke die Bilder gerichtet hätten. Hätten Freiherr von Hardenberg oder Stein oder Trakehnen. der Pferdeställe gezeigt hätte.( Sehr gut! und Heiterkeit Fürst Bismarck immer erst die öffentliche Meinung fragen sollen, Nach unwesentlicher weiterer Diskussion wird die Debatte gelinks.) Ein Stall für 70 Hengste koftete 120 000 m., ein Gebäude ehe sie sich zu einer That entschlossen? Wohin das führt, das schlossen. Der Antrag v. Zedlik wird der Unterrichtskommission für 70 Schüler nur 20 000 M.( Lebhaftes hört! hört! links.) Herr fönnen Sie an Frankreich sehen. Dort ist die öffentliche Meinung überwiesen. b. Oldenburg hat behauptet, es sei in dem Prozeß viel gelogen in der That ein Machtfaktor, und sie führt dazu, daß einem und worden. Diese Behauptung ist in keiner Weise bewiesen worden. demselben Manne heute" Hosiannah!" und morgen Kreuziget ihn!" In dem Prozeß haben die Lehrer und Arbeiter ihre Aussagen nach zugerufen wird. Heute ist er der Held des Voltes, morgen ein bestem Wissen und Gewissen abgegeben.( Zustimmung links.) Der Wolfsverräter! Minister sagte, er habe sich dem Prozeß gegenüber neutral verhalten. Abg. Kopsch tadelte es als unerhört, daß der Lehrer Nickel zur In einer so wichtigen Angelegenheit kann der Minister aber nicht Kaiser- Geburtstagsfeier nicht eingeladen sei. Nickel gehörte der in neutral fein, er muß klar Stellung nehmen.( Sehr richtig! links.) Trakehnen bestehenden„ Ressource" von Lehrern und Beamten an. Es darf nicht allein der Bericht des Herrn v. Dettingen maßgebend Nachdem nun Nickel in einem offiziellen Schreiben an den Lokalfein, sondern es müssen auch andre Stellen gehört werden, wenn Schulinspektor fast alle Beamten des Gestüts in der gröbsten Weise man wirklich Gerechtigkeit üben will. der Unterschlagung bezichtigt hatte, wünschten die übrigen Mitglieder Landwirtschaftsminister v. Podbielski: = " Ich stehe der ganzen Sache völlig objektiv gegenüber, da der Prozeß in eine Zeit fällt, als ich noch nicht Landwirtschaftsminister war. Ich habe mich bemüht, die Vorgänge völlig objektiv zu beurteilen und sie nicht etwa durch die Brille des dortigen Herrn Ein Regierungskommissar stellt gegenüber dem Abg. Kopsch fest, Landstallmeisters zu sehen. Ich habe ja auch zu meiner daß der Rendant Eichert nicht auf Grund seiner Aussage im Trapersönlichen Information einen Dezernenten meines Ministeriums tehner Prozeß, sondern auf seinen Antrag wegen Krankheit am nach Trakehnen entsandt. Man wirft hier immer zwei Sachen 1. April 1901 pensioniert worden sei. Ein Schlußantrag wird gegen die Stimmen der beiden konservativen Parteien abgelehnt. Abg. Vorster( ft.) bespricht die Entwicklung der Pferdezucht. Abg. Kopsch( frf. Vp.): Er habe erst die Sache Nickels geführt, nach dem dieser den Der Rest des Gestütsetats wird ohne wesentliche Debatte erledigt. Der Etat der Seehandlung wird debattelos genehmigt. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sigung Donnerstag 11 Uhr( Etat des Ministeriums des Innern). Schluß 4 Uhr. Preußische Staatsretterei. " " Das durfte der Herr Minister auf keinen Fall dulden, daß Herr der Ressource mit diesem Manne nicht mehr zusammen zu sein v. Dettingen die Zeugen wegen ihrer Aussagen später zur Rede stellte.( Hört! hört! rechts), und Lehrer Nickel wurde aus der Ressource Das ist eine unfittliche That, das ist Korruption!( Gr. Unruhe rechts.) ausgeschlossen.( Bravo! rechts.) Auf Grund dieses Vorfalls hat präsidiums stand gestern der verantwortliche Redakteur der anWegen Beleidigung von Beamten des Berliner PolizeiHerr v. Dettingen geht aus dem ganzen Prozeß schiver belastet Abg. Kopsch einen schweren Vorwurf gegen den Landstallmeister archistischen Zeitschrift Neues Leben", Schlosser Gust. Glad as ch hervor; ich erwarte, daß eine nach beiden Seiten unparteiische Unter- gerichtet! Eine Aenderung der jeßigen Trakehner Schul- vor der ersten Straffamter des Landgerichts I unter Vorsiz des suchung vorgenommen wird. Es handelt sich hier darum, ob verhältnisse wünschen auch wir. Wir werden deshalb dafür stimmen, der Glaube an die Gerechtigkeit in Preußen erschüttert werden soll daß der Antrag des Abg. Frhrn. v. Zedlitz, die Trakehner Gestüts Landgerichts- Direktors Tad mann. Die Anklage vertrat StaatsGestütsanwalt s a n 3 ow, die Verteidigung führte Rechtsanwalt Victor oder nicht.( Lebhafter Beifall links.) schulen in öffentliche Volksschulen umzuwandeln, an die Unterrichts- Fränkl. Jukriminiert war ein Artikel in Nr. 40 der Zeitung unter fommission überwiesen werde. Die tendenziöse Broschüre des Lehrers der Ueberschrift„ Spielei". Es wird darin behauptet, daß Man sollte sich die Zuwendung derartigen Materials überhaupt ver- der Anarchistenüberwachung, spizeln". Es heißt in dem Artikel Rosin giebt eine durchaus eigenartige Zusammenstellung des Materials. Beamte des Berliner Polizeipräsidiums, Abteilung VII, Ressort bitten!( Lebhafter Beifall rechts.) unter anderm: Solange Neues Leben" besteht, hat es ständig unter Bespizelung gestanden. Wir wissen auch sehr gut, daß die dicken und großen Herren" über die Personen, die nach der Erpedition famen, Erfundigungen bei den andren Mietern einzuziehen versuchten. Zum zweitenmal mußten wir jetzt mit den Expeditionsräumen wechseln. Zum zweitenmal wurde uns der Bescheid des Hauswirtes, daß er gegen die Personen die am„ Neuen Leben" beschäftigt find, nichts einzuwenden hätte, aber die auffällige Belästigung von seiten der Polizei, die die andern Mieter geradezu aus dem Hause graulen, veranlaßt den Hauswirt, uns die die Häuser der sogenannten Schartverker, der Arbeiter und Gestüts will auf die Einzelheiten des Trakehner Prozesses nicht eingehen. Stäumlichkeiten zu kündigen. So ging es uns in der Dresdenerstraße wärter in einem wenig erfreulichen Zustande befunden hätten. Diese Es stehe da Behauptung gegen Behauptung und ein flares Bild laffe und jetzt in der Adalbertstraße. Der Artikel erzählt dann, daß beiden Sachen werden immer durcheinander geworfen. Bei den sich nicht gewinnen, wer der Hauptschuldige ist. Klar sei das eine daß am 25. September die„ Dreistigkeit der Polizeier" soweit gegangen Schulen handelte es sich nicht um den schlechten Zustand der in Trakehnen die Verhältnisse zwischen dem Landstallmeister und den sei, daß sie bis auf den Hof des Grundstücks gekommen seien, um Gebäude, sondern nur um den ungenügenden Raum. Nachdem jetzt Lehrern ganz unleidliche sind. Herr von Dettingen mag die Absicht zu von dort aus zu spionieren, und es wird dazu gesagt:„ Die neue Schulen gebaut sind, ist ausreichender Raum vorhanden. chifanieren nicht gehabt haben, die Lehrer fühlten sich aber Spigelei, wie sie von Berliner föniglich preußischen Polizeibeamten Es ist jetzt, mit Ausnahme von Mattischkehmen, wo die neue Schule chikaniert. Die Schuld an den Mißhelligkeiten liegt weniger an am Donnerstag betrieben wurde, müssen wir als ebenso unerst am 1. April bezogen wird, überreicher Raum vorhanden. Weiter den Personen als an den Einrichtungen, an der Unterstellimo der verschämte als freche Belästigung bezeichnen."- Der Polizeipräsident durcheinander. In dem Bericht von 1897 wird zugegeben, Abg. Arendt- Labiau( t.) schließt sich den Ausführungen der Abgg. daß die Schulen in Trakehnen nicht mehr ausreichenden Raum boten, v. Oldenburg und v. Löbell an und erklärt, daß Herr v. Dettingen um den Kindern ordentlichen Unterricht zu geben, ein Zustand, der dem Stande der Lehrer in keiner Weise feindlich gegenüberstehe. ebenso häufig in städtischen Verwaltungen eintritt wie auf dem Lande. ( Sehr richtig! rechts.) Andrerseits heißt es in dem Bericht, daß sich Abg. Frhr. v. Zedlis( ft.) " Hat darauf Strafantrag wegen schwerer Beleidigung der mit der Kriminalbeamte wiederholt beklagt habe. Er selbst, der Zeuge, Strafbares zu begehen, fortgesetzt in arger Weise durch die Polizei Observierung des Blattes betrauten Polizeibeamten gestellt. Der sei einmal, als er einen Freund aus Magdeburg abgeholt belästigt und zu Staatsbürgern zweiter Klasse degradiert werden, Angeklagte behauptete die Wahrheit der in dem Artikel mitgeteilten hatte, von Kriminalbeamten, die ihnen auf Schritt und Tritt schließlich darüber entrüstet sein müssen. Der Groll müſſe ſich dadurch Thatsachen. Er nemne Spizzelei, wenn jemand unter angeb- folgten, arg belästigt worden. Schließlich sei der Magdeburger auch steigern, wenn die Leute, wie es im Falle Klose geschehen, sehen, lich harmlosen oder versteckten Motiven sich irgendwo ein- ohne weiteres festgenommen, bald aber darauf wieder entlassen daß ein Polizeibeamter sich an einen Anarchisten heranmacht, um schleicht, dort spioniert und seine Entdeckungen den Behörden worden. Der Metallarbeiter Paul Pawlowitsch, der in der ihn zu bewegen, seine Gesinnung zu verkaufen und zum ehrlosen mitteilt. Am 25. September habe ihn der Wachtmeister Frick auf Expedition des Neuen Lebens" am 25. September beschäftigt war, Berräter zu werden. Der Angeklagte verdiene eine erheblich dem Hausflur des Hauses direkt gefragt, ob denn die andren aus bekundet, daß die verschiedenen Expeditionslokale fortgesetzt von mildere Beurteilung, als der Staatsanwalt beantragt habe. Der der Expedition schon heraus seien; dies habe er für eine ungeheuere Nachbarhäusern aus und auf allen möglichen Schleichwegen be- Gerichtshof hielt eine bewußte Ehrenkränkung der berufenen Dreistigkeit des Wachtmeisters gehalten, der ihn offenbar habe obachtet worden seien. Die Drangfalierungen der Expedition des Polizeiorgane, die die Anarchistenbewegung zu bewachen haben, für provozieren wollen. Es sei an jenem Tage ein solches Aufgebot von Neuen Lebens" seien schließlich auch dem Hauswirt Matthias vorliegend. Die Beweisaufnahme sei nicht( 1) zu Gunsten des AnPolizeibeamten vor dem Hause gewesen, daß die Hausbewohner zu viel gewesen. Am 25. September sei auch ein starkes Auf- geklagten zu verwerten. Die Beamten hätten ganz korrekt und nicht fagten:„ Da sind ja mehr„ Geheime", als Leute, die sie kriegen gebot von Beamten in der Nähe des Hauses gewesen, wie belästigend gehandelt, die Polizei würde ihre Pflicht verletzen, wenn wollen." Gr selbst sei vielfach von observierenden Polizeibeamten belästigt man ihm gesagt habe. Er selbst habe nur den Schußmann Ostrowski sie eine Bewegung, die den Umsturz alles Bestehenden zum Ziele worden, habe infolgedessen zwei Arbeitsstellen verloren, ihm sei die gesehen, der noch etwas ironisch recht freundlich grüßte. Die Herren hat, nicht sorgfältig beobachtete. Das Urteil lautete auf drei Monate Wohnung gekündigt worden. Der Zeuge Wachtmeister Frick feien zu ihm überhaupt manchmal sehr freundlich und rufen ihn im Gefängnis und die üblichen Nebenstrafen. Von einer Verhaftung hat am 25. September die beiden Beamten, die die Expedition in Vorbeigehen seinen Vornamen Paul" zu. Der Wachtmeister Fricke wurde abgesehen. der Naunynstraße zu observieren hatten, kontrolliert. Er bestreitet habe ihn sogar einmal durch seinen Hauswirt grüßen lassen. Er entschieden, den Angeklagten in der von diesem behaupteten Weise nehme an, daß durch solche Sachen der Glaube eriveckt werden sollte, Briefkaften der Redaktion. im Hausflur befragt zu haben. Bei der Observation tam es haupt- daß er mit der Polizei in Verbindung stehe. Die Arbeiterfrau M. 3. An den Gemeindeschulen beträgt das Anfangs. sächlich darauf an, die Verbreitung des„ Neuen Lebens" und Schmidt war eine Zeit lang Logiswirtin des Angeklagten; sie be- gehalt der Lehrer bei einstweiliger Anstellung sowie bei fester Anstellung den Druckort der Zeitung festzustellen. Mit der Observation seien fundet, daß Kriminalbeamte zu ihr gekommen seien und sich nach in den ersten vier Dienstjahren 1392 M., bei fester Anstellung vom fünften lediglich die Kriminalschuhleute Ostrowski und Schneider Gladasch erkundigt habe. Letzterer wohnt jetzt bei einem Genossen in Dienstjahre ab 1848 M.; der wissenschaftlichen Lehrerimen 1432 M.; der betraut gewesen. Ostrowski bestätigt dies. Auf Anfrage des Ver- der Nathenowerstraße. Nach Schluß der Beweisaufnahme führte Fachlehrerinnen 1200 M.; das Höchstgehalt der Lehrer vom 32. Dienstteidigers giebt er zu, daß er im November v. J. einen ihm als Staatsanwalt Sanzo w aus, daß der Artikel schwere Beleidigungen jahre ab 4248 M.; der wissenschaftlichen Lehrerinnen vom 25. Dienstjahre Anarchisten bekannten Mann Namens Klose gefragt habe, ob er gegen die Polizeibeamten enthalte. Diese handelten in einem be- ab 2732 M.; der Fachlehrerinnen vom 22. Dienstjahre ab 1920 M. MictsUnter 2723 Lehrern befinden sich nicht mit ihm in Verbindung treten wolle. Der Hausbesizer rechtigten böheren Auftrage, sie verfuhren sach-, recht- und pflichtgemäß entschädigung ist überall einbegriffen. 58 einstweilig, also nicht definitiv angestellte Lehrer. Großmann, in dessen Hause früher die Druckerei des und die Behauptung des Angeklagten, daß er persönlich durch den K. dagegen wenige Blattes war, bezeugt, daß er gekündigt habe, weil es ihm Wachtmeister Fritsch gereizt worden sei, habe sich als unwahr er- Difiziere. Unter den Stabsärzten dürfte, wenn aug äußerst seiten, lästig war, so oft des Donnerstags Kriminalbeamte das Haus ob- wiesen. Der Staatsanwalt beantragt 4 Monate Gefängnis und ein derartiger weißer Rabe vorkommen. servierten. Bei dem Hausbesizer Matthias ist die Expedition Verhaftung des Angeklagten, denn den Anarchisten müsse klar 192391819Juriftifcher Teil. des„ Neueu Lebens" ein Jahr lang gewesen. Auch er hat gefündigt, gemacht werden, daß sie nicht das Recht haben, die Institutionen weil es ihm unangenehm war, daß Donnerstags mehrere Kriminal- des Staates in Alscher. Jeder Mensch ist verpflichtet, sofern er dazu im stande ift tes in der von beliebten Art herabzusetzen. seine Eltern lebenslänglich zu alimentieren. R. F. 20. Dagegen läßt beamte das Haus observierten. Manchmal seien acht bis zehn Männer Rechtsanwalt lediglich sich nichts thun. G B. Kommen Sie in die Sprechstunde. in der Nähe gewesen, die er für Kriminalbeamte hielt. Maler den vorliegenden Artikel abzuwägen. Er bitte zu bedenken, G. Fiebig la. Kommen Sie in die Sprechstunde. Jacob aus Johannisthal, ein Genosse des Angeklagten, bestätigt, daß die Herausgaae der Wochenschrift„ Neues Leben" keine unge- Hermsdorf. Am 31. Dezember 1904. C.. 42. 1. Ja. daß der Hauswirt Matthias sich über das Observieren durch seßliche und strafbare Handlung sei und daß Leute, die, ohne etwas 3. Nein. K. 68. Kommen Sie in die Sprechstunde. G. H. Nein. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 5. Februar. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Schauspielhaus. Jm bunten Rod. Deutsches. Der arme Heinrich. Berliner. Alt- Heidelberg. Leffing. 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Februar 1903, abends 7 Uhr: Boeren als Kunstschützen Grosse Sportvorstellung und Lassowerfer. Nur noch kurze Zeit! Tartakoff- Truppe und Seelöwen. Buntes Theater Köpnickerstrasse 68. Abends 8 Uhr: System Aubert Die angewandte Philosophie. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Erdgeist. Carl Weiss- Theater. Sans rival! Mr. Diavalo Looping the Loop. Les Brunin unerreichbare Billard- Künstler. Die Kanadier Vermette und Dionne. Geschw. Jungmann, neuester Drahtseil- Akt. Großte Frankfurter Straße 132. Die lustigen Heidelberger. Abends 8 Uhr. Parkett 1 M. Ilse Römer. Schauspiel in 3 Aften( 6 Bildern). Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Die Henne mit den goldenen Eiern. Bernhard Rose- Theater- Ensemble Stadt- Theater, Alt- Moabit 47/49. 875 Vollständig Donnerstag, den 5. Februar 1903: neues Programm: Zwei vom Ballett. Mit glänzender Ausstattung: Boltsstück mit Gesang in 3 Alten von Neuestes! Allerneuestes! Revue in 5 Bildern von J. Freund. 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Wie stellen sich die Mitglieder zur Einführung der Kranken- Unterstützung im Metallarbeiter- Verbande und was für Nachteile haben unsre Mitglieder bei einer eventuellen Einführung zu erwarten? Mitgliedsbuch legitimiert. Erscheinen aller Mitglieder ist unbedingte Pflicht. 111/9 Zu diesen Versammlungen sind die Befürworter der Einführung der Kranken- Unterstügung im Verbande, die Kollegen Cohen, Wuschick und Wiesenthal, hierdurch eingeladen. Die Ortsverwaltungen Berlins und Umgegend. Admiralstrasse 18 c. Deutscher Metallarheiter- Verband+ Männer- Vortrag+ Märkischer Hof, Steinalstra Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Donnerstag, den 5. Februar 1903, abends 81 Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal I: Empfehle meine Säle, 150-500 Personen fassend, und Vereins4482* morgen Freitag, abends 8%, Uhr, in den Arminhallen, Rom zimmer zu Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art. mandantenstr. 20, pratt. 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In der Werkstelle Rudolf Fink, Tempelhofer Ufer 15, find Lohndifferenzen ausgebrochen. 172/2 Die Ortsverwaltung. Nr. 30. 20. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dounerstag, 5. februar 1903. Ein Kurpfuscher- Prozeß. Dritter Tag. Tung angekommen seien und an Ort und Stelle gebracht werden die eingezahlten Spargroschen wiedergäben. Daran denken diese sollten. Start wirkende Gifte hätten in der Küche zwischen den Wirt- Stüßen von Thron und Altar aber gar nicht. schaftsgegenständen gestanden. Die beschlagnahmten Medikamente mußten in einem zweispännigen Möbelwagen fortgeschafft werden. Giebt's in Berlin noch überfüllte Gemeindeschulklassen? Der Es wurde u. a. eine große Flasche beschlagnahmt, welche 10 Pfund Magistrat und seine freisinnigen Freunde in der StadtverordnetenBur heutigen Sizung ist auch Prof. Dr. Koßmann als Sach- Liquor Hali arsenicosi enthalten hatte und bis ein Drittel entleert Versammlung antworten hierauf mit einem„ Nein", aber durch die verständiger erschienen. Gegen seine Bernehmung erhebt Rechts- war. Wagen oder andre Utensilien, welche zur Bereitung von vom Magistrat selber veröffentlichten Frequenzstatistiken werden sie anwalt Dr. Davidsohn Bedenken, da er ihn als Vorsitzenden der Kleinen Mengen Arzneien notwendig sind, wurden bei dem Ange- widerlegt. Auch die neueste Statistit, die jetzt der StadtverordnetenKurpfuscher- Kommission der Aerztekammer, der den Strafantrag lagten nicht gefunden. unterzeichnet habe, für nicht unbefangen erachtet. Der Verteidiger Der folgende Zeuge, Schreiber Georg Niemann, ist etiva sehr lehrreich. Wir wollen einmal ganz davon absehen, daß Versammlung vorgelegt worden ist, ist in dieser Beziehung wieder zieht seinen Antrag zurüd, nachdem Prof. Dr. Koßmann erklärt sechs Monate bei dem Angeklagten Nardentötter beschäftigt gewesen. Schon die von der Schuldeputation für die einzelnen Klaffenhat, daß er sich durchaus nicht für befangen halte. Sodann kommt Er schildert dessen Geschäftshandhabung in drastischer Weise. Ein- stufen festgelegten Höchstfrequenzen( Slaffe I- IV: je 50, Rechtsanwalt Dr. Davidsohn auf die gestern von dem Zeugen Heiser mal habe Nardentötter einem auswärts wohnenden Patienten ein V: 55, VI: 60, VII: 69, VIII: 69) fo hoch sind, daß abgegebene ungünstige Aussage zurück. Er behauptet, daß dieser großes Glas Abführpillen geschickt, welche dieser aus Unverstand man mindestestens bei den untersten Klassenstufen allgemein von Zeuge gestern vor der Sizung in die Wohnung Nadenfötters gegangen innerhalb drei Tagen zu sich genommen und dann in einem Schreiben Ueberfüllung sprechen darf. und dort angeblich ihm noch zustehende 30 W. verlangt habe. Er sei die Wirkung geschildert habe. Der Angerlagte habe sich hierüber frequenzen werden bekanntlich vielfach nicht inne ges Aber selbst diese„ Höchstmit diesem Verlangen abgewiesen worden und habe dann bald darauf höchlichst amüsiert. Auf die Annonce des Angeklagten, daß er einen halten. In zahlreichen Klassen fizzen auch in diesem Winter hier die ungünstige Aussage abgegeben. Der Gerichtshof beschließt, Arzt fuche, seien täglich Herrn Heiser noch einmal zu vernehmen. Er bestreitet diese Bewieder mehr Kinder, als nach den Bestimmungen der Schuldeputation viele Offerten von Aerzten hauptung. Er habe eine rechtmäßige Forderung von 30 M., die er darin fizzen dürften. Wir zählen 282 Klassen( von überhaupt 4493), ausgeklagt und einem Manne, der sich mit Inkasso- Geschäften be- eingegangen. Zum Abholen der täglich einlaufenden Gelder sei eln in denen das der Fall ist. Da sind sechste Klassen mit 66, 67, schäftigt, zur Einziehung übergeben. Er habe wiederholte vergebliche großer leinener Beutel bestimmt gewesen, die tägliche Einnahme habe 68 Kindern statt mit 60, fünfte Stlassen mit 59, 60, 61 statt mit 55, Anstrengungen gemacht, Pfändungen bei dem Angeklagten vorzu- zwischen 700 und 1000 Mart geschwankt. vierte mit 57, 58, 59 statt mit 50 usw. Sind diese Klassen, in die nehmen, derselbe habe aber stets allerlei Winkelzüge gemacht und ihm Der Zeuge Stegel, welcher ebenfalls bei Nardenfötter be- man bis 18 Proz. mehr hineingesteckt hat, als die eignen unter andrem höhnisch geschrieben, daß er zwei- bis dreimal mani- dienstet war, äußert sich in ähnlicher Weise wie der Vorzeuge. Bestimmungen der Schuldeputation zulassen, vielleicht nicht festiert habe. Präs.( zum Angell.): Sodann wird die unverehelichte Bierwati vernommen, überfüllt? Der Magistrat spricht in seiner neuesten Frequenzstatistik ivelche vom 1. Mai bis 1. August 1900 bei Mardenkötter Wirt- von geringen Ueberschreitungen", die sich nicht immer vermeiden schafterin war. Es erregte Senfation, als die Zeugin befundete, laffen". Bis 18 Prozent ist also noch gering"! Uebrigens daß die Ehefrau Nardenkötter in derselben Wanne ihre Reinigungs- wird die beruhigende Bersicherung hinzugefügt, daß die Kinder froßbäder nahm, die dann mit kaltem Wasser ausgespült und wieder zur dem sämtlich ihren Sigplatz haben. Zum Beweise deffen ist diesmal Herstellung von Medikamenten zu innerem und äußerem Gebrauch in der Statistik für jede einzelne Klaffe auch die Zahl der überhaupt benutzt wurde. Die Zeugin erzählt ferner, daß sie ihren Bräutigam vorhandenen Sigpläße angegeben worden. Man crsieht aus diesen Schott überredet habe, ein von Nardentötter verfaßtes Schriftstück Angaben, daß in den Berliner Gemeindeschulen anscheinend zu unterzeichnen, wonach der Versand der Medikamente auf Schotts tein einziges Kind zu stehen braucht. Das ist doch wenigstens Namen erfolgen solle. Nardenfötter habe diese Genehmigung mit etwas. 50 M. monatlich vergütet. 30 tim Haben Sie denn manifeftiert? AngetI: 3iveimal, auleht 1897. Präs.: Und dabei prahlen Sie damit, daß Sie 70 000 M. Vermögen haben? Anget 1. behauptet, daß der Zeuge Heiser von ihm befriedigt worden sei und nun noch mit einer unberechtigten Forderung komme. Zeuge Heiser bestreitet dies und bestreitet ferner entschieden, daß er gestern in der Wohnung Nardenfötters gewesen sei. Er habe auch feineswegs etwa dem mit dem Inkasso Betrauten gesagt, daß er nun gerade bei Beginn des Prozesses seine zu erwartende Aussage als Druck gegen. Nardenkötter ausnuten solle. Der Gerichtshof be= schließt, zur weiteren Aufklärung der Sache das Dienstmädchen Nardenfötters und außerdem den mit dem Inkasso Betrauten zu Laden. Es wird dann der Beuge attenberg vernommen, ein Herr in reiferen Jahren, der sechs Semester Philologie und neun Semester Medizin studiert hat, ohne ein Eramen gemacht zu haben. Er ist Affiftent bei Nardenfötter gewesen und hat die Krankheitsberichte beantwortet. Er will auch in etwa zehn Fällen den mitgesandten ein untersucht haben, muß aber auf Vorhalt des Physikus Dr. Störmer zugeben, daß seine Untersuchungsmittel fich auf etwas Lacmuspapier und Salpetersäure beschränkten. Der Präsident vertagt darauf die Sigung bis Donnerstag vormittag 9% Uhr. Lokales. Die Hohenzollern und der Große Stern. Es bestätigt sich, wie wir gleich vermuteten, daß die Jagdbilder, die am Großen Stern aufgestellt werden sollen, doch mit der Hohenzollern- Dynastie in Zusammenhang stehen und so den Zweck haben, die Bevölkerung in der ja etwas lüdenhaften Liebe zum angestammten Herrscherhaus zu festigen. Ueber die Idee wird weiter berichtet: Einige Schwierigkeiten macht die Bernehmung des Zeugen Scharff, Portiers bei dem Grafen So I m 3 in Schlesien. Er ist seit mehreren Jahren magenleidend und hat, wie er angiebt, verfchiedene Aerzte ohne Erfolg konsultiert. Er will dann zufällig aus dem Berliner Adreßbuch, II. Theil, die Adresse Nardenfötters erfahren und ihn aufgesucht haben. Dieser und ein Angestellter haben sich Notizen über feine Krankheit gemacht und er habe dann zweimal Tropfen und zivei Schachteln Pulver erhalten, die nach der Feststellung des Vorsitzenden etwa 5 M. tvert waren. Der Zeuge hat für die Kur 80 M. zahlen müssen, behauptet aber, nun von seinem Leiden befreit zu sein. Wie er nun zu Nardenfötter gekommen, bleibt frob Bierter Wahlkreis( Südost). Sonntag, den 8. Februar, findet aller Anstrengung des Vorsitzenden, die Sache aufzuklären, ein Rätsel. vom Wahlverein aus in der Urania, Taubenstr. 48/49, eine Vor- Wagen werden hinter die hohen Tarusbecken geleitet, so daß man sie Tem Zeugen werden Adreßbücher vom Jahre 1902 und 1903 vorstellung( Das Land Tirol) statt. Die noch nicht verkauften Billets gelegt und ihm aufgegeben, zu zeigen, wie er aus dem zweiten Teile find sofort in unsrer Spedition, Laufiperplaz 14/15, abzugeben, wenn die Adresse des Angeklagten ersehen haben will. Er ist dazu nicht sie nicht als verkauft betrachtet werden sollen. Auch sind noch an im stande. Der Staatsanwalt stellt aus dem ersten Teil des Adreß- dieser Stelle Billets zu haben. buches von 1902 fest, daß dort verzeichnet steht: Nardentötter, Chemiker", so daß der Zeuge hieraus die Adresse einer Heilwerkstatt für Magenleidende kaum ersehen konnte. Präs.: Im Adreßbuch von 1903 steht der Angeklagte sogar verzeichnet als Narbenkötter, Bankier und Direktor des Heilinstituts Quisisana". Was ist das wieder für eine Geschichte? Sie nennen sich wohl jedes Jahr anders. Sie sind doch gar kein Bankier! Anget I.: Jch besorge die Bankgeschäfte meiner Schwester und meiner Frau.( Heiterkeit.)- Präs.: Das ist ja recht heiter! Also darum sind Sie Bankier"? Der Zeuge Scharff wird beauftragt, die Rezepte und sonstiges Material zur Stelle zu schaffen. Zeuge Münzberg ist längere Zeit als Schreiber, Buchhalter, Expedient, Packer, furz, als Mann für alles, bei Nardenfötter bea schäftigt gewesen und hat auch Rezepte ausgeschrieben. Zu seiner Zeit war ein Arzt dort gar nicht thätig und die Rezepte, die zu Silesper nach Frizlar geschickt wurden, haben keine ärztliche Unterschrift getragen. Nardentötter habe auch hier große Massen von Medikamenten selbst angefertigt und sie dann nach Frizlar verschickt. Auf wiederholte dringende Vorhaltung des Präsidenten giebt der Angeklagte se Iesper zu, daß anfänglich alles ordnungs- und abredungsgemäß abgewickelt worden sei. Später, als die Aufträge ihn überlasteten und er sich nicht anders helfen konnte, habe er auch Rezepte ohne ärztliche Unterschrift ausgeführt und die fertig ihm zugeschickten Medikamente crpediert, ohne sie besonders zu kontrollieren. Zeuge Münzberg giebt iveiter an, daß täglich etwa 90 Briefe eingingen, darunter täglich 7-10 neue Aufträge. Präs. Was wurde denn mit den von den Patienten eingesandten Urinproben gemacht? Beuge: Die wurden einfach weggeworfen! ( Seiterkeit.) Ich hatte im allgemeinen den Auftrag, nachzusehen, ob im Fragebogen Nierenkrankheit" verzeichnet stehe, andernfalls aber die Urinprobe wegzuiverfen. Man wickelte die Urinproben nur auf, weil manche Leute so dumm waren, die Fragebogen und das Geld dort gleich beizupaden.( heiterkeit.) Nach der weiteren Bekundung des Zeugen sind viel Dankschreiben bei dem Angeklagten eingegangen, aber auch Schreiben entgegengesetter Art. Letztere wurden gar nicht beantwortet. Der Angeklagte sagte ganz einfach:" Die Lente find verrückt! Was will denn der Efel? und weg war's!"( Heiterkeit.) Einmal hat der Angeklagte dem Zeugen gesagt, er wolle sich einen Arzt annehmen, um sich den Rücken zu decken. Ein anderes Mal sagte er:" Benn es noch 5 Jahre so weiter gehe, dann habe er es geschafft, dann kann er das Geschäft andren überlassen!" Der Zeuge ist schließlich im Zivist vom Angeklagten geschieden. Erster Staatsanwalt Dr. Pe! 3: Weshalb denn? 3euge: Ich dachte, bei dent Angeklagten etivas werden zu können, war aber darin getäuscht. Staatsanwalt: Sie dachten wohl Oberarzt werden zu können?( Heiterkeit.) Inzwischen ist der Zeuge Scharff wieder erschienen und legt die Rezepte vor. Wie er zu der Adresse Nardentötters gekommen, fann er auch jetzt nicht aufklären. Dagegen stellt der Präsident durch weiteres Befragen des Zeugen fest, daß dieser einzelnen Gruppen sind vom Ministerium der öffentlichen Arbeiten Die Pläne der Gesamtanordnung für die Aufstellung der hergestellt worden. Wegen der fünstlerischen Ausgestaltung hatte ich das Ministerium an den Staiser gelvandt. Die sehr glüdliche Idee der Jagdgruppen ist vom Kaiser persönlich gefunden, wie er denn auch die Auswahl der Künstler selbst getroffen hat. Der Große Stern wird ganz und gar von den hinter den Kunstwerken anzulegenden Tagushecken abgeschlossen und von den elektrischen Bahnen in den verschiedenen Richtungen umfahren werden; die auf dem freien Blaze nicht sieht. Der Kaiser kam zu der künstlerischen dee durch die Erwägung, daß seine Vorfahren den früher weit ausgedehnteren Tiergarten als Jagdgebiet benutzt haben, und er hat nach seinen eignen Worten den Wunsch, die Berliner mit frischen, allgemein verständlichen Darstellungen und interessanten fesselnden Stestümgruppen aus den verschiedenen Zeitepochen zu erfreuen. Die vier Jagdgruppen werden eine Höhe von etwa 2/2 Meter erhalten, sie werden also größer als die Figuren in der Siegesallee. Rechts, östlich vom Hubertusbrunnen, wird die Gruppe aufgestellt, welche Professor Start Begas anvertraut ist; sie soll eine Jagd auf Elche aus der Zeit Jo a chim3 I. behandeln. Südlich davon hat Prof. Fritz Schaper eine Eberjagd darzustellen. Links oder westlich vom Brunnen kommt die Gruppe von Prof. Mar Baumbach zu stehen; Unfre Kameraden sind vollkommen frei, innerhalb des Rahmens es wird eine Hasenjagd mit Windhunden aus der Rokokozeit. Südder den bestehenden Staat anerkennenden Parteien ihre Pflichten lich von diesem Werke wird die vierte Gruppe aufgestellt, welche als Staatsbürger, bei Reichstags-, Landtags- und kommunalen Bildhauer Wilhelm Haverkamp( nicht Wandschneider, wie anfangs Wahlen, auszuüben, wie sie wollen; sie dürfen aber, wenn verlautete) zu schaffen hat; es wird eine moderne Fuchsjagd mit einer Nähere Bestimmungen sollen den fie unfre Mitglieder bleiben wollen, unter feinen Umständen Wente von Bradenhunden. einen Socialdemokraten wählen, auch nicht in der Stich- Künstlern in einer Konferenz beim Minister Budde mitgeteilt werden. Jm Dienste der konservativen Partei. Der Preußische Landes Kriegerberband wird heute und morgen ein Wahlflugblatt versenden, worin denjenigen Mitgliedern der Kriegervereine, die Socialdemokraten sind, die bekannten schweren Nachteile für den Fall angedroht werden, daß sie frei und offen ihre socialdemokratische Gesinnung bethätigen. Echt jesuitisch heißt es in dem Wahlflugblatt: Was von den Reichstags- und Landtagswahlen gilt, hat auch für die kommunalen Wahlen Geltung, denn die Wahl eines Socialdemokraten in einen städtischen Vertretungskörper bedeutet gleichfalls eine Unterstützung der Socialdemokratie. wahl! Der Kamerad, der nachgewiesenermaßen bei einer Reichs- Zu der Brandkatastrophe in der Michaelkirchstraße wird vom tags: oder Landtagswahl einem Socialdemokraten seine Stimme Mittwoch noch berichtet: Das Befinden der bei dem vorgestrigen Brand gegeben hat, muß aus seinem Vereine ausgeschlossen werden. in der Michaelkirchstr. 23a verletzten Personen ist bis auf die beiden Weigert sich der Verein, den Ausschluß herbeizuführen, so muß der schiver verbrannten Mädchen Martha Genrich und Klara Landsky, die Verein ausgeschlossen werden. im Strankenhause Bethanien bedenklich daniederliegen, den Umständen angemessen befriedigend. Ihre baldige Wiederherstellung wird erwartet. Auch den Feuerwehrmännern, die nach der Charité gebracht iverden mußten, geht es heute beffer. Heute früh ist auch die Identität des Toten festgestellt worden. Es handelt sich um den am 21. Mai Eigentlich hat diese Androhung, wenn man von den Landtags- 1888 zu Berlin geborenen, hier in der Görlizerstr. 69 bei seiner wahlen absicht, ja nur einzig für die Gemeindewahlen Bedeutung, Mutter wohnhaften Arbeitsburschen Ernst Kunze. Die Leiche wurde da diese öffentlich sind und von den Agenten der Kriegervereine un- von der bedauernswerten Mutter schon refognosciert und dürfte bald geniert kontrolliert werden können. Aber der Gewissenszwang der freigegeben werden. Wann die Beerdigung erfolgt, steht noch nicht fest. Striegervereine beschränkt sich längst nicht mehr allein auf die Socialdemokratie! Auch die Pflicht der gewerkschaftlichen Organi sation darf das Mitglied eines Kriegervereins nicht ausüben, es sei denn, der Mann organisierte sich in einer lendenlahmen„ Gewerkschaft" staatserhaltenden Kalibers. wird demnächst eine Neuwahl des Vorstandes vorgenommen werden. In der Betriebs- Krankenkasse der Großen Berliner Straßenbahn wie schon fürzlich berichtet, erfolgte die letzte Vorstandswahl seitens der alten Stafsendelegierten per Acclamation und nicht geheim, wie es Gesetz und Statut vorschreiben. Da die neuen Delegierten in Unsre Kameraden müssen ferner aber auch den socialdemo- der Wiederwahl des alten Vorstandes jedoch eine mehr oder minder fratisch geleiteten Gewerkschaften fern bleiben. Die Zugehörigkeit fünstliche Schiebung der Betriebsleitung zur Verhinderung allseitig zu einer solchen ist auch dann mit der Mitgliedschaft in einem gewünschter Steformen erblickten, so erhoben sie fast einmütig Protest Striegerverein unvereinbar, wenn der Betreffende nicht selbst gegen die Wahl und beantragten bei der Aufsichtsbehörde die AnSocialdemokrat ist, da er durch die Zahlung der Gewerkschafts- nullierung derselben. Den Beschwerdeführern ist hierauf gestern von beiträge die Zwecke der Socialdemokratie direkt oder indirekt der Gewerbe- Deputation die Nachricht zugegangen, daß die erwähnte unterſtügt. Vorstandswahl beanstandet worden ist und eine Neuwahl an= beraumt werden wird. Und da der Appetit beim Essen kommt, macht der Preußische Landes- Kriegerbund reinen Tisch und droht den Ausschluß gleich allen Anhängern irgend welcher oppositionellen Richtungen an: Sodann können auch diejenigen nicht Mitglieder unsrer Vereine sein, welche die bestehenden staatlichen Ver hältnisse, auf denen das Deutsche Reich in großer Zeit aufgebaut worden ist, nicht anerkennen und diese ihre Gefinmung bei den Wahlen bethätigen. H Die Schießerei auf die Eisenbahnzüge Berlin- Potsdam wird anscheinend von einer Person, welche sich der Tragweite dieser Handlung kaum bewußt sein kann, fortgesetzt. Als der abends 7 Uhr vom Potsdamer Bahnhof in Berlin abgehende Vorortzug am Montag bis in die Nähe von Zehlendorf gekommen war, zersplitterte infolge eines Schusses die Fensterscheibe eines Abteils dritter Klasse, wodurch ein Herr und eine Dame leicht verletzt wurden. Hoffentlich gelingt es bald, diesem gemeingefährlichen Treiben ein Ende zu Diese Stelle, die wohl abfichtlich unflar gehalten ist, aber immerhin mit dem ersten von uns abgebrudten Satz aus dem Flugblatt in Widerspruch steht, kann nicht gut anders als dahin verstanden werden, Einen Kampf mit dem Minister- Wilhelm", einem bereits mit durchaus nicht vom Angeklagten Nardentötter geheilt ist; daß die Kriegervereinler konservativ wählen sollen, obgleich ja Buchthaus vorbestraften Einbrecher, mußten mehrere Kriminalbeamte in der Nacht zum Mittwoch in der Stallschreiberstr. 48/49 zu be= er hat nach dessen Medikamenten nach seiner Meinung nur eine die konservative Partei auch manche der bestehenden Verhältnisse stehen. Am 31. v. Mis. wurde der Schlosser und Einbrecher Mar größere Linderung erhalten, als nach der Behandlung durch andre zu allen Teufeln wünscht. Wir erinnern nur an das jawohl auch Schenk in der Dresdenerstraße auf frischer That ertappt und in das Aerzte. Er ist aber bis in die neueste Zeit hinein noch mit seinen in großer Zeit" geschaffene Reichstags- Wahlrecht. Untersuchungsgefängnis abgeführt. Schenk hatte einen Romplicen, Nachfuren" mit dem Angeklagten in Verbindung geblieben und der Nun wäre der ganze Wahlaufruf, den der trotz allem sich uns der sich der Ergreifung entzog und von feinem Genossen Graf hat ihn jetzt zu einem Arzt geschickt. Bezüglich des Medika- politisch scheltende Kriegerverband in die Welt setzt, ja relativ be- nur mit dem Spignamen Minister Wilhelm bezeichnet ments stellt Sachverständiger Dr. S törmer fest, daß dasselbe ganz langlos, wenn er nicht die oppositionell gesinnten Mitglieder mit wurde. Das ist der bekannte Einbrecher Wilhelm Plöz, der geschickt zuſammengesetzt ist, um vorübergehend Herzleidenden und bei schweren Nachteilen bedrohte. Es ist leicht gefagt, daß ein Social- unter falschem Namen in der Stallschreiberstraße Wohnung geder Flasche feien 35 Gramm tinct. digitalis, 35 Gramm tinct. demokrat sich in einem solchen Verein nicht wohl fühlen kann und nommen hatte. In der wohl richtigen Vermutung, daß die Polizei ihm auf der Spur sei, schrieb er an das zuständige Revier, die Lobelia und 35 Gramm liq. Kali acetici vorhanden. Es sei ge- daher freiwillig austreten sollte. Wer Socialdemokrat ist, tritt aber selbstverständlich einem unbeteiligt ist, in Ruhe lassen, da er nicht wieder zu ihr zurückkehren wissenlos und unverantwortlich, so große Quantitäten so starter Gifte Polizei möge doch seine wirtin-- die übrigens ganz harmlos und einem Patienten auf einmal in die Hand zu geber Kriegerverein garnicht erst bei, und die Drohung richtet werde. Die Polizei ließ sich aber nicht täuschen und sah sich daher nur gegen ältere Mitglieder, die früher etwa ihn das Haus betreten. Man wartete, bis der als ge= Apothekenbesizer Dr. Laug wird als Zeuge vernommen. Er konservativ gefinnt waren, im Laufe der Zeit sich aber von der waltthätig bekannte Mensch sich vermutlich zur Ruhe Hat der Haussuchung bei dem Angeklagten Nardenfötter beigewohnt: Wahrheit der socialdemokratischen Lehren überzeugen mußten. Wenn geben hatte, überraschte ihn im Bett und nahm ihn fest. Als die Kommission dort erschien, hatten die Angestellten alle Hände diese älteren Männer aus dem Verein austreten würden, so be- Den eintretenden Beamten hielt er einen geladenen Revolver entgegen voll damit zu thun, Druckschriften und Reklamezettel zum Versand deutete dies einen beträchtlichen Vermögensverlust für sie, und versuchte zu entkommen. Als man ihm die Waffe entwunden vorzubereiten. Eine Anfertigung oder Verpackung von Medikamenten da die Vereinsleitung von den zur Kranken- und Sterbetasse, sowie hatte, wehrte er jich mit den Fäusten, wurde aber überwältigt und fand also gerade nicht statt. Es wurden in fünf verschiedenen gefnebelt. Auf dem Polizei- Präsidium spielte er den Tobsüchtigen, Näumen Medikamente, darunter viele metallische und Pflanzengifte, zu andern Unterstützungszwecken Jahre und Jahrzehnte lang gezahlten biß den ihn vernehmenden Kommissar in eine Hand und versuchte gefunden. In allen Räumen habe die grenzenloseste Unordnung Beiträgen einen Pfennig zurüderstattet. Mit einem auch, ihn in die Nase zu beißen. Der Wüterich mußte daher ohne und Unsauberteit geherrscht, der Zustand der Gefäße widersprach der Schlage würden die Kriegervereine diese Mitglieder verlieren, wenn Vernehmung am Mittwoch dem Untersuchungsrichter zugeführt Behauptung, da die Gefäße erst vor kurzem aus der Droguenhand- I sie anständigerweise denen. die sich als Socialdemokraten bekennen, werden. ( Pause.) be= Versammlungen. Von einem Privatförster totgeschossen wurde am Sonntag der Erhöhungen eine Vermehrung von fast 7300 M. und ist mit ausschuß nicht genehmigt worden. Der Kreisausschus empfahl der optische Arbeiter Richard Radeboldt aus Rathenow, ein 29jähriger 30 775 M. im Etatsentwurf eingestellt. Die Verteilung der Zu- Gemeinde die Annahme des Trüßschlerschen Angebots, welches in Mann, der Vater von vier kleinen Kindern ist. Er hatte eine un- Tagen erfolgt nach der bekannten Verwaltungspraris, bei der für seiner jetzigen Fassung nach Weglassung der Forderung auf Steuerfelige Leidenschaft für die Jagd und war am Sonntag mit dem Gold- Erhöhung der niedrigen Einkommen wenig übrig bleibt. Für die ermäßigung für die Trüßschlerschen Erben, für die Gemeinde wohlarbeiter Friedrich Kruse in der Forst des Rittergutsbesizers erbärmlich entlohnten Straßen und Kanalisationsarbeiter wird feiler sei. Zur Prüfung wurde die Angelegenheit einer Kommission, v. Stechov zu Koßen bei Neunhausen wildern gegangen, wobei sie weder eine Lohnzulage noch ein Wohnungsgeldzuschuß beantragt. welcher auch der Genosse Mann angehört, überwiesen. einen Rehbock zur Strecke brachten. Als sie das Tier fortbringen Den gut gestellten Beamten aber zahlt die Gemeinde Wohnungswollten, wurden die Wilddiebe von dem Privatförster Schmacht ab geldzuschuß bis zu 1000 M. Die Gemeindeschule erhält eine gefaßt, der ihnen Halt zurief. Kruse lief davon und entkam mit neue Klasse und eine Turnhalle. Weitere Verbesserungen, etwa dem Gewehr, Radeboldt aber nahm der Förster fest, um ihm das die Anstellung eines Schularztes und Erweiterung des Lehrplans, Reh abzunehmen, das er an seinem Fahrrad befestigte und nun find in Etat nicht vorgesehen. Der Ar menetat ist um 970 M. Die Steinsetzer und Rammer hatten sich auf Einladung des Nadeboldt aufforderte, das Rad bis nach Stechow zu schieben, wo er auf 6500 M. erhöht. An laufenden Unterstüßungen werden jetzt Gesellenausschusses am Dienstag abend sehr zahlreich bei Nümann feine Personalien feststellen wollte. Anfänglich ging der Wilderer ca. 5300 M. gezahlt. Gefordert wird die Vermehrung der eingefunden. Die genannte Arbeiterschaft hat im Juli vorigen Jahres auch auf diese Anordnung ein, nahm aber plötzlich das Rad und warf Amtsdiener von 2 auf 5, wogegen die beiden Nachtwächter in den in Betracht kommenden Innungen einen die Arbeitsverhältnisse es auf Schmacht, der dadurch zu Falle kam, während Radeboldt die Fortfall foramen könnten. Zur Zeit sind in unserm fleinen Ort bis ins einzelne regelnden Tarifgemeinschafts- Antrag unterbreitet, der, Flucht ergriff. Der weitere Vorfall bedarf noch der gerichtlichen 2 Amtsdiener, 2 Gendarmen und 1 Kriminalist stationiert. Trotz- weil er die Verhältnisse bis 1908 regeln sollte, auch einige LohnAufklärung. Nach der Angabe des Privatförsters will cr, als er, dem soll nach der Begründung die Polizeiverwaltung den an sie erhöhungen vorgesehen hatte. Am 21. Januar haben nun die ersten nachdem er sich wieder aufgerichtet hatte, den Wilddieb verfolgte, herantretenden Anforderungen nicht mehr entsprechen können und Verhandlungen des Gesellenausschusses mit der Innung über diesen gestolpert sein, wodurch sich sein Gewehr entlud und der ganze Posten- Mißstände bestehen, deren endliche Beseitigung erfolgen muß." Da Antrag stattgefunden, wobei die letztere denselben rundweg ablehnte schuß Radeboldt in den Rücker und das Genick drang. Nadeboldt werden wohl die hiesigen Vereine und Versammlungen in Zukunft und dem Gesellenausschuß mitteilte, daß sie demselben ihrerseits einen Tief noch einige Schritte und fiel dann tot um, weil einige Resposten in verschärfter Weise überwacht werden. Der beigefügte Schulden-" Entivurf" zustellen würde, auf Grund dessen sie bis Mitte Februar den Körper glatt durchschlagen hatten. Der Goldarbeiter Kruse ist und Vermögensnachweis weist ein Mobiliar- und Immobiliar- einen neuen Antrag des Gesellenausschusses erwarte. Inzwischen hat am Montag in seiner Wohnung, woselbst Haussuchung gehalten Vermögen von 1097 900 M. auf. Dem stehen 678 510 M. An- der Gesellenausschuß den„ Beschluß“ der Innung auch schriftlich zuwurde, verhaftet worden. Das Gewehr hatte er im Walde versteckt. leihen gegenüber, so daß ein Gemeinde- Vermögen in Höhe von gestellt bekommen. Derfelbe lautet: Wegen Sittlichkeitsvergehens verhaftet wurde der Schriftsteller Turner- Lemke, der vor Jahren als Schauspieler am hiesigen LeffingTheater wirkte. Der Festgenommene wird beschuldigt, sich an einem vierjährigen Mädchen vergangen zu haben. 2. bestreitet jede Schuld, erklärt die Erzählungen des Kindes als Phantasiegebilde und stellt einen Vorfall, bei dem er beobachtet wurde, als harmlos dar. Jedenfalls wird er noch auf seinen Geisteszustand untersucht werden, da er in der Zeit von 1900-1901, ca. 13 Monate, wegen Deliriums in der Charité verweilte. Durch die Beruntreuungen des flüchtigen Prokuristen Nother ist das von ihm vertretene Bleßnersche Handschuhgeschäft Unter den Linden 21, das sich 40 Jahre hindurch eines tadellosen Rufes erfreute, zu Grunde gegangen. Der Konkurs wurde gestern mittag vom Amtsgericht I eröffnet. Ein Einbruch ist in der Nacht zu gestern bei dem Juwelier Heckert in der Oranienstr. 162 verübt worden. Goldsachen im Werte von 20 000 m. fielen den Dieben in die Hände. Zeugen gesucht. Die Personen, welche in der Nacht zum 5. Oktober, einem Sonntage, vor der Polizeiwache am Stralauer Platz den Vorfall beobachtet haben, der sich zwischen dem Schankwirt Albrecht und einigen Schußleuten abspielte, werden ersucht, sich bei Albrecht, Köpnickerstr. 190, zu melden. Auslagen werden vergütet. 419 390 m. verbleibt. " Die Jnnung fann den Entwurf eines TarifgemeinschaftsVertrages zur Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse im Steinsehergewerbe Berlins und der Umgegend nicht als einen Vorschlag ansehen, welcher ein gedeihliches Verhältnis zwischen Meistern und Gesellen fördern könne. Die Junung nähert sich vielmehr mit wenigen Ausnahmen dem Standpunkt, wieder zwei Gesellen- Lohnklassen einzuführen und das Fahrgeld im Weichbilde Berlins wegfallen zu lassen, erwartet daher einen neuen Vorschlag des Gesellenausschusses bis Mitte Februar, um sich dann im Einvernehmen mit den benachbarten Innungen einerseits, mit den Behörden andrerseits über den Lohntarif pro 903 bis Ende März 1904 schlüssig zu machen. Die Innung beauftragt den Vorstand mit Ausführung dieses Beschlusses und stellt ihm anheim, zu den Verhandlungen einzelne Kollegen hinzuzuziehen. Nicht in Betracht würden kommen: 1. Mittagspausen- Verlängerung. 2. Verkürzung der Arbeitszeit. 3. Lohnerhöhung. 4. Festsetzung der Löhne bis 1908. Aus Treptow- Baumschulenweg wird uns berichtet: Am 26. Januar hat die Gemeindevertretung, wie gemeldet worden, in öffentlicher Sigung beschlossen, den Anschluß an die Berliner Kanalisation abzulehnen und ein Rieselfeld zu eriverben. Dieser Beschluß ist der Gemeindevertretung jedoch bald leid geworden, denn in einer geheimen Sizung, die sie abgehalten hat, wurde mit neun gegen sechs Stimmen der am 26. Januar gefaßte Beschluß aufgehoben und der Anschluß an die Berliner Kanalisation gutgeheißen. Die Ursache für dies auffällige Verhalten ist in einem beiläufigen Umstand zu suchen. Der Besitzer des der gebotenen Riesellandes hatte eine Sandgrube, die innerhalb des Gemeinde zum Kaufe anGeländes liegt und die die Gemeinde mit zu erwerben beabsichtigte, dem Gemeindevorstand nicht in rechtsgültiger Form angestellt. Als num der Gemeindevorstand mit dem Besizer den Kaufvertrag aufsette, verweigerte einer der Schöffen ohne Angabe von Gründen seine Unterschrift, während die beiden andren ebenfalls erklärten, daß sie den Vertrag nicht unterschreiben würden, und sich dabei auf den vertretung noch einmal in der Angelegenheit zusammentreten und vorhin angedeuteten Formfehler bezogen. Nun mußte die Gemeindehierbei machten die Schöffen sehr wichtige Bedenten gegen den An- Grund eigner Information weiter berichten konnten, will die Innung Wie der Gefellenausschuß und noch einige andre Redner auf kauf geltend. Vor allem wurde betont, daß die Abwässer der Anilin- aber nicht bloß wieder Klassenlöhne einführen, sondern zugleich soll fabrik, die dem Gelände zugeführt werden müssen, dessen rationelle auch eine ganz bedeutende Lohnherabschung bis zu 10 Pf. pro Verwertung zu Rieselzwecken ausschließen. Die Folge dieser Ein- Stunde stattfinden, so daß dann der bisherige Minimallohn von Baffage- Theater. Das Gemüt des Berliners bedarf nun einmal wände war der Beschluß, durch welchen nun doch der Anschluß an 75 Pf. pro Stunde überhaupt wohl bald zu den gewesenen Dingen jener zeitweiligen Aufstachelung, für die der klassische Fachausdruck die Berliner Kanalisation herbeigeführt werden soll. gehören dürfte. Darüber waren sich alle Redner einig. Es wurde " Feez" fich allgemein in den Kreisen der Gebildeten eingebürgert Die Gemeindevertretung Groß- Lichterfelde genehmigte in ihrer aber auch betont, daß die Junung ein derartiges Attentat nicht gehat. Die Geschichte braucht nicht immer so balsbrechend auszusehen letzten Sigung den Vertrag mit dem Militärfiskus wegen Abteilung wagt haben würde, wenn nicht die Zersplitterung und die Vereinsvie Looping the Loop, das trop dem schwer geprüften Herrn der Regenwässer in die von der Gemeinde herzustellende Ent- spielerei speciell unter den Steinsetzern schon ins Groteske ſchweifte. Mündner ja immer noch Driginaleigentum des Cirkus Schumann wässerungsanlage. Von allgemeinem Interesse war das Referat des Es wurde denn auch den Vertretern der verschiedenen„ Richtungen" geblieben ist. Der Feez kann relativ ungefährlich sein wie die be- Gemeindevertreters Lengner über den Ankauf der Freyend und dies in der gründlichsten Weise vor Augen geführt. Ihre Meinung rühmten Gesangsvorträge der Mlle. Adamovic, er kann auch durch Wellerschen Grundstücke in der Chausseestraße zum Zweck der Er- über das Vorgehen der Innung drückte die Versammlung sodann mit finniges Zusammenwirken von Publikum und Acteur entstehen, wie richtung einer Bade- Anstalt durch die Gemeinde. Die beiden der einstimmigen Annahme einer sehr eingehend von Knoll be= in den Vorstellungen des Grafen Pückler. Die Hauptsache ist Grundstücke grenzen mit dem Hinterland an den Teltower Kanal gründeten Resolution aus, welche dem Innungsvorstand zugestellt die Driginalität, denn nur sie verbürgt den Erfolg. Das Paffage- und haben eine Fläche von 277 Quadratruten. Nach den Aus- werden soll, und in der unter andrem gesagt wird: Theater versteht sich vortrefflich darauf, das Publikum angenehm führungen des Referenten sind der Gemeinde die Grundstücke, auf Die Versammlung steht der Erklärung der Innung, in dem von zu figeln und hat auch jett in der schwebenden welchen sich an der Front der Chausseestraße ein Wohnhaus mit der Arbeiterschaft angebotenen Tarifgemeinschafts- Vertrag ein Mittel Jungfrau etwas ganz Apartes herangeholt. Das Erperiment, Centralheizung, ferner ein Schuppen befinden, zum Preise von zur Herbeiführung gedeihlicher Verhältnisse nicht erblicken zu das mit dieser Dame angestellt wird, ist in das Brimborium eines 106 000 M. von den jezigen Besitzern angeboten worden. Die An- können, mit dem größten Mißtrauen gegenüber. Die Versamm= Lustspiels eingekleidet. Die Tochter des Professors der Magie, die gelegenheit soll in geheimer Sizung noch einmal durch beraten lung ist vielmehr der Ansicht, daß die Berliner Steinseherinnung ein auf den frommen Namen Helene hört, legt sich in einen Kasten und werden. solches Verhältnis nicht will. wird nun von dem Herenmeister so hypnotisiert", daß sie sich platt Bezüglich der Ablehnung der von der Arbeiterschaft angebotenen liegend aus dem Behälter heraus hebt und eine Weile mitten in milinowski kürzlich zwei Strafmandate in der Gesamthöhe von über diesen Beweis socialpolitischer Einsichtslosigkeit der Berliner In Zehlendorf hatte die Witwe Hinz von dem Amtsvorsteher Tarifgemeinschaft spricht die Versammlung ihr lebhaftes Bedauern der Luft schweben bleibt. Davon, daß die Dame nicht durch feine 120 M. event. 14 Tagen Haft erhalten, weil sie mehreren Auf- Steinfegerinnung aus und erklärt unter ehrlichem Bedauern ihrerDrähte horizontal gehalten wird, überzeugt der Professor das forderungen, entweder Sentgruben für ihre Geflügelzüchterei an feits, unter diesen Umständen von ihren diesbezüglichen Anträger Publikum auf das bündigste, indem er einen eisernen Reifen über fie hinwegzieht. Wie das seltsame Kunststüd gemacht wird, bleibt zubringen oder die Tiere abzuschaffen, nicht nachgekommen war. Abstand nehmen zu müssen, da dieselben ihrer Natur nach nicht als ein Rätsel, auf dessen Lösung die annehmbare Summe von tausend um Aufschub aber wurden nicht berücksichtigt. Anstatt dessen schickte Diese Summe konnte die Frau jedoch nicht aufbringen, ihre Bitten Objekte eines Streits in Frage kommen können. Pfund Sterling ausgesetzt ist. Eine andre Sensation, die im Gebiet der Amtsvorsteher am Tage vor Weihnachten einen Polizisten zu Innung zur Tagesordnung über und beschließt, diesen gegenüber Die Versammlung geht über die Verschlechterungsanträge der des Halsbrechens liegt, vollführen die drei Teufel. Sie rafen auf ihr mit dem Befehl, die Frau von ihren vier Kindern weg die vollständige Aufrechterhaltung der von der Arbeiterschaft, am Fahrrädern sowie auf einem Motor in einer aus Latten zusammengefügten zu Berhaften, damit sie die verwirkten 14 Tage Haft abbüße. 1. Juni 1902 beschlossenen Anträge in Bezug auf Lohn, Arbeitszeit Rundbahn Kleinsten Kalibers mit staunenswerter Sicherheit herum. Das Erscheinen des Polizisten mit dem Haftauftrag versezte die Auch im übrigen ist das Programm des Passage- Theaters diesmal ohnehin sehr nervenschwache Frau in eine unbeschreibliche Angst. und Fahrgeld. sehr reichhaltig. Besonders drollig wirkt das Excentric- Trio Alberto Sie vermochte den Grund ihrer Verhaftung umsoweniger einzusehen, Im Charlottenburger Volkshause tagte am 3. d. M., vormittags als sie sich feines Verbrechens bewußt war und ihrer Meinung nach 10 Uhr, eine von ca. 300 Personen besuchte Arbeitslosen= der Hauswirt für die verlangten Sentgruben verantwortlich war, versammlung. Das Referat hatte Dr. Borchardt übernommen. dessen Verwalter ihr die Viehhaltung überdies ausdrücklich genehmigt In der Diskussion wurde lebhaft Klage über den städtischen Arbeitshatte. Sie bat, man möge sie doch nicht von ihren Kindern reißen. nachiveis geführt, desgleichen über die vielgepriesenen vorgesehenen Der Polizeidiener wandte jedoch Gewalt an. Er riß und zerrte die Notstandsarbeiten. Wurden doch Arbeitslose, die an den Notstandsgeängstigte und nur notdürftig bekleidete Frau in der Stube hin arbeiten teilnehmen wollten, nachdem dieselben von einer Stelle nach und her, so daß der Tisch mit allem was darauf war umfiel. Von der andren geschickt wurden, abgewiesen, trotzdem die Zahl von 50, die ihren schreienden Kindern umgeben, flüchtete sie dann auf den Hof, angeblich beschäftigt werden könnten, momentan nicht beschäftigt woselbst sie sich an Gegenstände anklammerte und so passiven Wider- werden. Die Abgewiesenen wollen sich davon überzeugt haben. Von stand leistete. Jetzt schien dem Beamten der Zustand der Frau doch irgend welchen zu unternehmenden Schritten wurde Abstand ges bedenklich zu werden, er nahm von der Verhaftung Abstand. Die nommen. festen Griffe des Beamten und mehr noch die ausgestandene Angst Laszlo. Hus den Nachbarorten. Die Centralfommission der Krankenkassen Berlins und Umgegend wird abends 8 Uhr in der Aula des Kaiser Friedrich- Realgymnasiums zu Rigdorf Hygienische Vortragskurse" veranstalten. Die Vorträge, welche am 5., 12., 19. und 26. Februar, sowie am 5., 12., 19. und 26. März stattfinden, sind völlig unentgeltlich. Der Fall Bardeleben wird auf eine Anregung der social demokratischen Gemeindevertreter hier auch im Ortsparlament zu Wilmersdorf zur Sprache kommen. blättern. Miscellen. Briefkaften der Redaktion. Veritas. Für Ihre Nachrichten besten Dank; wir werden fe bei baldiger Gelegenheit benutzen; weiteres durchaus willkommen. A. W. 100. 1. Die Bilder erhalten Sie von der Vorwärts- Buchhandlung, Berlin. 2. Wird später beantwortet werden. A. 2. 401. Ersuchen Sie Herrn W. Buchholz, Charlottenburg, P. W. Forschen Sie deswegen Schlüterstr. 5 bei Heine, um Auskunft. im Gewerkschaftshause nach. 10. R. Gillon. Sie erfahren das am besten durch den Borsigenden der Arbeiter- Bildungsschule, Hermann Rammé, Berlin SW. 42, Mödernſtr. 101, IV. H. Sch. 23. Kann man so nicht beurteilen. Sprechen Sie gelegentlich bei uns auf der Redaktion vor. O. N., Kottbus. A. K. 65. Nähere Adresse wissen wir leider nicht mehr. 2. A. Bernstein, Naturwissenschaftliche Volfsbücher. 3. Ein C. Sch. 5. 1. Man schlägt gewöhnliche Seife, welche in kochendem Regenwasser aufgelöst ist, schaumig. Darin schwenkt Wilmersdorf im Abgeordnetenhause. Beim Titel„ Justizminister" wurde gestern in der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses der Fall des Fräuleins v. Bardeleben zur Sprache gebracht, die bei der Anzeige eines Diebstahls auf der Polizeiwache in und Erregung aber hatten die Frau krank gemacht, infolgedessen Eingegangene Druckschriften. Wilmersdorf schlecht behandelt und dann wegen Beamtenbeleidigung wurde die Arretierung der Frau um einige Tage verschoben. Als Annalen des Deutschen Neiches. 1903. Heft 2.( München, angeklagt worden ist. Auf die Frage, wie das Verhalten des Staats- die Frau aber Beschwerde wegen der ihr zugefügten Behandlung J. Schweißer Verlag( Arthur Sellier). Inhalt: Bum fünftigen Gesetz über anwalts in diesem Fall zu rechtfertigen sei, erklärte der Justiz erhoben hatte und sie am 7. Januar in dieser Sache vor dem die Verwaltung der Einnahmen und Ausgaben des Deutschen Reiches. Von minister, der betreffende Decernent der Staatsanwaltschaft sei ein Amtsvorsteher zu Protokoll bernommen werden sollte, da W. Thrän, Potsdam. Staat und Recht. Von Dr. Affolter, Solothurn. junger, wenig erfahrener Assessor gewesen. Er sei auf den be- beauftragte dieser zwei Polizeibeamte und einen Gendarmen, ernent Vorbesprechung über das Kartellwesen vom 14. November 1902. Boltarif gangenen Fehler aufmerksam und zu größerer Ueberlegung ermahnt die Verhaftung vorzunehmen. In ihrer Furcht vor dem Gefängnis Gesetz vom 25. Dezember 1902. Stizzen und Notizen. Aus den Gesetzworden. Ebenso sei es zu mißbilligen, daß auch gegen das Dienst- wollte sich die Frau aber auch diesmal nicht gutwillig abführen mädchen, das Fräulein von Bardeleben begleitet hat, eine Anklage lassen, sie klammerte sich krampfhaft an, wo sie mur konnte. Endlich erhoben worden sei. Das Gericht habe in beiden Fällen mit gutem war sie auf die Straße gezerrt. Hier standen ihre Kinder und Grund auf Freisprechung erkannt. schrien händeringend nach ihrer Mutter. Dieser Anblick benahm der Frau vollends die leberlegung, es entstand ein wüstes Ringen zwischen den Beamten und dem schwachen Weibe, so daß sich die zahlreichen Zuschauer, angewidert von dem Vorgange, mit Endlich ermattete die Frau, und nun Entrüstung abwandten. Schmargendorf. Der Etats voranschlag für das wurde sie bon den Beamten auf ihren eignen Wagen Rechnungsjahr 1903 weist in Einnahme, und Ausgabe den Betrag gelegt, den fie wegen ihres leidenden Zustandes von 488 160 M. auf, das sind gegen das Vorjahr 130 160 m. mehr. zur Als laufende Einnahmen und Ausgaben werden Fahrt nach dem Amtsvorsteher benutzt hatte, und dann nach der im 202 000 m. veranschlagt, in denen 122 920 M. Real- und Personal- Sprizenhause befindlichen Gefängniszelle gefahren. Hier brachte sie steuern enthalten sind. Die außerordentlichen Einnahmen und Aus- zwei Tage lang zu, worauf sie, weil sie in ärztlicher Behandlung gaben sind auf 286 000 m. berechnet. Es sind das Bau- und stand, unter der Bedingung entlassen wurde, daß sie die noch nicht 1. Nein. Einrichtungskosten des vollendeten Rathauses und Baugelder abgesessenen 40 M. bis zum 1. Februar zu bezahlen habe. Die stärkeres Handbuch ist bereits erschienen, ein kleineres wird noch rechtzeitig für eine Turnhalle nebst Feuerwehrdepot. Die übrigen 60 M. hatte inzwischen schon ein Menschenfreund bereits bei vor der Wahl folgen. Steigerung der direkten und indirekten Steuern wird von dem Amtsvorsteher deponiert. Nach der Haftentlassung hat die Frau man die Federn hin und her, bis sie rein sind, und hängt sie in der Nähe 119 210 M. auf 148 370 M. geschätzt. Die Steuerzuschläge dann ihre Wohnung räumen müssen, und jetzt sieht sie einer Anklage eines Dfens zum Tvodnen auf. 2. Gefräuselt werden die Federn mit einer Pincette, welche in jedem Stahlwarengeschäft zu haben ist. G. Viebig. 150 Proz. für die Gewerbesteuerklassen 1 und 2, 100 Broz. für die wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt entgegen. Johannisthal. In der letzten Sigung der Gemeindevertretung Sie zu dem Zwede die socialdemokratischen Parteitags- Protokolle von 1899, Bitten den Inhalt Ihrer Anfrage zu wiederholen. C. A. B. Benutzen Gelverbesteuerklassen 3 und 4, und 100 Proz. für die Einkommensollen unverändert bleiben. Die Grundwertsteuer aber teilte der Vorsteher zunächst mit, daß der gesamte Landkompler der 1900, 1901 und 1902. Preis etwas über 2 M. Verlag der Buchhandlung foll von 1,50 M. auf 1,60 m. pro 1000 M. Wert erhöht werden. v. Trühschlerschen Erben von dem zweiten Sachverständigen auf Vorwärts. Darin finden Sie die offiziellen Rechenschaftsberichte Die Steuerabgänge auf Grund des Steuerprivilegs der rund 650 000 m. geschätzt sei. Die Vertretung behielt sich die An- der Fraktion sowie die Meinungen der Partei über die parlain großer Zahl nach hier zuziehenden Beamten und sonstige Aus- erkennung dieser Schäßung bis nach der Prüfung der einzelnen Be- mentarische Thätigkeit in der 10. Legislaturperiode. H. Ei. Ja. fälle werden auf 10 000 m. geschäßt gegen 6000 M. im Vorjahr. rechnungen des Sachverständigen vor, da sie der Ansicht ist, daß Für die Kanalisation zahlt die Gemeinde 21 000 M. für die auch dieser zweite Sachverständeige, trozdem er mit seinen Berech Tilgung und Verzinsung des geliehenen Anlagefapitals und für nungen ein um 200 000 m. höheres Resultat erzielte als der erste, Unterhaltungskosten usw. 12 390 M., insgesamt 33 390 M. Dieser mit seiner Schäßung weit unter dem Wert der Ländereien geblieben Betrag müßte dem Kommunalabgaben- Gesek gemäß von den Haus- fei. Sollte diese Schäzung bestehen bleiben, so erlitte die Gemeinde Stationen befizern erhoben werden, da diese den finanziellen Vorteil aus der einen bedeutenden Steuerausfall, welcher sich bei der Aufstellung des Anlage ziehen. An Kanalisationsgebühren sind aber nur 19 440 nächsten Etats recht empfindlich bemerkbar machen dürfte. Betreffs Mark angesetzt. Dieser Betrag reicht nicht einmal für die Unter der Kassierung des Bahnüberganges bei Bude 5 an der Görlizer Bahn Swinemde. 766 Still 2heiter haltungskosten und Berzinsung des Anlagekapitals aus, geschweige beschloß die Vertretung, die längs der Görliger Bahn geplanten Hamburg 769 3 5 Petersburg 756 29 1wolfen!-10 denn zur Tilgung des letzteren. Entgegen dem Gesetz zahlen die Parallelstraßen nicht als Ersatz für den gesperrten Uebergang an- Berlin 76923 6 Cort 769 SS 3bededt Hausbesizer nicht einen Pfennig zur Tilgung der Anleihe. Die zuerkennen, sondern die Forderung nach einer Unter- oder Ober- Frankf./M. 774 3 Aberdeen fehlenden 13 950 M. werden dem allgemeinen Steuersäckel entführung der Görlizer Bahn im Zuge der Köpenickerstraße aufrecht München 775 23 -1 Paris 776 SS 2bcdedt 5 nommen. So werden den Hausagrariern mehr als zu erhalten. Der Eingemeindungsantrag mit dem Forstfiskus Wien 771 23 11% Proz. der direkten Gemeinde steuern ge- wurde genehmigt. Der beschlossene Ankauf eines Grundstückes zur Wetter Prognose für Donnerstag, den 5. Februar 1903. schenkt! Die Besoldung der Gemeinde- und Amtsverwal- Anlage einer Bumpstation in der Bismard- und Kaiser Wilhelm- Mild, jedoch vorherrschend wolkig mit leichten Regenfällen und mäßigen tung erfährt durch Neuanstellungen, Gehalts- und Wohnungsgeld- straße zum Preise von 150 M. pro Quadratrute ist vom Kreis- südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Verantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th, Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerci und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Steuer Witterungsübersicht vom 4. Februar 1903, morgens 8 Uhr. Barometer= Wind Bumpia Windstärke Better Nebel 3 bedeckt 2 Regen 2bedeďt 4 bedeat Temp. n. C. 5° C. 4° R. 5Schnee 1 Stationen Barometer ſtand mm 4 Haparanda 753 N Wind richtung Windstärke Better Temp. n. C. 5ºC. 4° R. -22 9