Nr. 32. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Met., monatl. 1,10 I., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeilage Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsBreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat, Erichcint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins: und Versammlungs- Anzeigen 20 Big,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 11hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffnet Telegramm Adresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Centrum und Wahlrecht. II. 11 " Sonnabend, den 7. Februar 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Monarchie, und beide Formen können einander ablösen; das und verschärfte Form der ,, Majorisierung" der Arbeiterklasse. ist an sich nichts, was dem Christentum widerstreitet. Nimmt Neben die Knebelung und Ausbeutung der einzelnen in der die innere Entwickelung Deutschlands den Weg zur Republik, Fabrik würde die Knebelung und Ausbeutung der gesamten tommt der Tag, wo die Monarchie ein überwundener Stand- Arbeiterklasse durch die andren Klassen treten. punkt" ist, so ist vom Gesichtswinkel der christlichen Gesellschafts- Wahrscheinlich würden wir der Verwirklichung dieses ReGanz dasselbe, was sich von der Stellung des Centrums theorie dagegen nicht das mindeste zu erinnern. Aber auch hier zeptes, das die Tendenz der gesamten Socialpolitit des Centrums zu den bürgerlichen Garantien im allgemeinen sagen läßt, spielt wieder das besondere Wesen aller Eigentumsparteien und scharf und knapp ausspricht, erheblich näher gekommen sein, gilt in höherem Grade von seiner Stellung zum bestehenden insbesondere des katholischen Klerifalismus als einer der wären nicht die Bestrebungen und Absichten, die man mit dem Reichstags- Wahlrecht, zumal da hier der Kampf zuerst akut schlimmsten unter allen, in die Frage hinein: der principielle Ab- Handwerkerinnungs- Gesetz verband, so tiefgründlich ins Wasser zu werden verspricht. Allerdings weiß die klerikale Presse diesen schluß vor der Gesellschaftsidee der Zukunft, der bedingungslose gefallen, hätte man mit dieser Reorganisiererei nicht ein so Gegensatz noch flug zu verhüllen, um so deutlicher sprechen sich Stampf für die bestehende Eigentumsform. Insbesondere der klägliches Fiasto erlebt. Warum aber soll man da nicht ver die klerikalen Gesellschaftslehrer gegen das Recht der Majoritäten" katholische Klerikalismus, wie ihn für Deutschland das Centrum suchen, dem Ziel auf andrem Wege näherzukommen? Meint aus. Der im vorigen Artifel citierte Gewährsmann sagt vertritt, ist bestrebt, sich auch politischan Formen anzulehnen, die doch auch Hize: Anders ist die Frage, ob wir schon in aller darüber:„ Um einen Fürsten in der Pflicht zu orhalten, wirkt seiner Hierarchie entsprechen. Eine Entwicklung zur Demokratie, nächster Zeit, ganz unmittelbar und direkt auf dieses Ziel los außer der Religion und dem Gewissen die Furcht vor der Schande, wie das bestehende Reichstags- Wahlrecht sie begünstigen mag, steuern können, oder ob wir noch der Mittelstufen bedürfen, das Interesse seiner Familie, die Liebe zu seinen Kindern paßt ihm nicht in den Kram. Denn wenn demokratische eine weitere Entwicklung der Dinge und Geister abwarten und sogar die Furcht vor Empörungen. Das Volk hat aber Formen den Klerikalismus auch nicht an sich unmöglich müssen." Wenn die socialpolitische Gesetzgebung versagt, liegt keinen dieser Beweggründe, der es im Zaume hielte, und es machen, so entziehen sie ihm doch, wie die Erfahrungen zumal es nicht nahe, auf dem Wege der reinpolitischen die Kon hat dagegen viele, die es uuvermeidlich zum Mißbrauch in Amerika Ichren, ein breites und ergiebiges Feld seiner struktion der benötigten Mittelstufen" in Angriff zu nehmen, feiner Gewalt verleiten. Es ist immmöglich, daß es in Wirksamkeit. Darum wird heute kaum von irgend wem das indem Intant dent„ besonderen" Teile Des vierten seinen Gedanken geeinigt sei; darum spaltet es sich verrostete Legitimitätsprincip eifriger verfochten als von Standes sein Recht läßt, läßt, die fluktuierenden Elemente notwendigerweise und sondert sich in Parteiungen. Um Klerikaler Scite. In allen Klerifalen Zeitungen Deutsch dagegen durch Ansässigkeits- und Altersklausel hinausdurchzubringen, kann es nicht das Recht und die Gefeße der lands hört man seit langem das Thema variieren, wirft? Der Abgeordnete Trimborn, eine Persönlichkeit Gerechtigkeit anwenden, die es schlecht kennt; es fezt also an die Autorität des Fürsten sei die Autorität Gottes auf Erden, von maßgebendem Einfluß im rheinischen Centrum, dessen ihre Stelle die Leidenschaft, welche keine andren Waffen hat und wer an sie rühre, rühre au das göttliche Recht. Wir Borte man ohne weiteres als für diese Gruppe des Centrums als Barrikaden, Flinten und Dolche." Die ernſteren und gestatten uns den Gedanken fortzuführen: ist niemand befugt, verbindlich ansehen kann, hat es nach den Zollkämpfen vor einer gründlicheren Theoretiker, die Pesch, Hize, Gutberlet u. a., an dieses göttliche" Recht zu rühren, dann ist das Recht der Wählerversammlung in Köln ausgesprochen, wie man, nur um urteilen zwar philosophischer über die„ Revolution in Voltsmehrheit nur so lange Recht, als sie sich mit dem das bestehende Reichstags- Wahlrecht zu erhalten", die Opposition Permanenz", wie man das allgemeine Stimmrecht mit Vor- autoritativen" Recht in Einklang zu sehen weiß; wo aber der mit allen Mitteln niedergezwungen habe. Diese Borte sprechen liebe nennt; aber im Wesen kommen alle in drei Punkten Widerspruch mit dem autoritativen Recht beginnt, wird das Bände für den, der sich in der Psychologie des Centrums ein überein, daß es Kirche, Monarchie und Eigentum zerstöre. Recht des Volkes revolutionär, hört das Recht des Volkes wenig umgeschen und sie begreifen gelernt hat. Für die Zunächst soll es also den antichristlichen Tendenzen auf und fängt der Staatsstreich an, und zwar der Staats- Socialdemokratic, diesen lekten und furchtbarsten Sproß einer der Zeit Vorschub leisten und zum Uebergewicht in der Gesetz- streich in jeder Form. Die Opportunitätspolitik des Centrums vierhundertjährigen Revolutionsepoche", der die Grundsätze der gebung verhelfen. Zudem ist dasselbe ein modernes Erin ihrer neuesten Gestalt hat nicht verfehlt, sich bereits in protestantischen und liberalen Rebellion" auf das materielle zeugnis, ein Ausläufer des liberalen Staates oder dessen, was parlamentarischen Staatsstreich Luft zu machen, und in diesem Gebiet überträgt, giebt es eben im Grunde keine Freiheit. man sich in Deutschland gewöhnt hat hat als liberalen Lichte gefchen, ist das ein verheißungsvoller Anfang. feine Gleichheit, keine Duldung, kein Recht auf Existenz. Staat zu bezeichnen, und schon aus diesem Grunde dem Was jedoch dem Klerifalismus das bestehende Reichstags- Die Socialdemokratie hat keiu Secht, ihre Lehren durch Wort Herifalen Gemüt verdächtig. Es ist zwar in feiner Weise Wahlrecht in tieffter Seele verhaßt machen muß, ist der Umstand, und Schrift zu verbreiten, fie hat kein Recht auf einzusehen, in wiefern jene klerikale Behauptung richtig sein daß dasselbe sich von Tag zu Tag mehr als die wirksamiste parlamentarische Vertretung, auf Einwirkung auf die Gesetzfoll. Das Christentum stellt den Satz auf, daß Recht und Waffe in der Hand der Socialdemokratie entpuppt, gebung. Mag man, tausendmal das formale Recht gegen fie Autorität überirdischen Ursprunges find, aber auch nach christ daß ein Kampf gegen dasselbe geradezu gleichbedeutend mit brechen, man handelt immer noch im Namen und im Sinne licher Anschauung sind Recht und Autorität keine nach Form einem Kampf gegen den Socialismus zu werden den Anschein jenes höheren Rechts, das die Intoleranz dem, Gift der Jrrund Inhalt begrenzten Faktoren; sie stehen vielmehr im hat. Allerdings sieht man auch hier nicht ein, was die fort- fchren gegenüber zur heiligen Pflicht macht und selbst die Rahmen der geschichtlichen Entwicklung, sind der Modifizierung währende Berufung auf Religion und Christentum dem wildeste Inquisition rechtfertigen kann. So erklären sich nicht und selbst der Ablösung fähig und unterworfen. Das Reichs Socialismus gegenüber für eine innere Berechtigung haben nur die Worte des Abgeordneten Trimborn, sondern, was tags- Wahlrecht ist nun im Grunde nichts als der Modus, tönnte. Die katholische Eigentumstheorie geht von zwei Grund- wichtiger ist, die Handlungen des Centrums in Barlament, vermöge deffen das deutsche Volt an dieser Umwandlung fäßen aus: einmal daß der Gebrauch der irdischen Güter und das Wort Ströchers, des starken Mannes, daß die Socialund Auslösung von Recht und Autorität teilnimmt, ein allen Menschen gemeinsam sein soll, insofern jeder ein natür demokratie nur Objekt, nicht Subjekt der Gesetzgebung sein Modus, der, an den politischen Freiheiten andrer Stultur liches Recht auf den Lebensunterhalt besitzt, dann daß infolge könne, enthält einen Grundsatz, den das Centrum zwar ausvölfer gemessen, gewiß nicht allzu viel befagen will, der durch die gefallene Natur des Menschen bedingten bis zusprechen sich hütet, nach dem es aber gehandelt hat und der aber in unfren beschränkten deutschen Verhältnissen herigen Geschichtsentwicklung die Eigentumsgestaltung eine der zeigt, wozu es entschlossen ist. Diesmal freilich wagt man von nicht zu unterschätzender Tragweite zu werden vermag. private geworden ist. Wenn nun jemand der Meinung ist, das Attentat auf das Wahlrecht noch nicht aber auch nur Daß aber darin ein Widerspruch gegen Kirche und Christentum zur dauernden Sicherung der Existenzbedürfnisse und damit der diesmal noch nicht. Vom Volte wird es abhängen, die liege, wird kein vernünftiger Mensch behaupten wollen. Das Existenzrechte der proletarischen Massen sei eine organische schwarzen Pläne gründlich zu Schanden zu machen! Bild gestaltet sich freilich anders, wenn man das besondere Verschiebung in den Eigentumsverhältnissen, die HinüberWesen des Kleritalismus ins Auge faßt. Von großer führung einer wesentlichen Form des Privateigentums, nämlich Schärfe, wenn in die Opposition gedrängt, zeigt er, sobald er sich desjenigen an Produktionsmitteln, in gesellschaftlichen Besit erin einem herrschenden System eingenistet hat, ausnahmslos die forderlich, so möchten wir doch den katholischen Theoretiker sehen, Tendenz, die Religion mit der bestehenden kirchlich- politischen der diese Ansicht als mit den Dogmen des Katholizismus im Gesellschaft gleichzusetzen, der sich neu herausbildenden Ge- Widerspruch stehend zu erweisen vermöchte. Wir sind sogar sellschaftsidee gegenüber lediglich das Recht der bestehenden der Meinung, daß der kommunistische Ober- und Vordersat Form zu betonen. Und von diesem Gesichtswinkel aus be- der katholischen Eigentumstheorie jeden Katholiken, der die Der agrarischen Vorstellung im Cirkus Busch ging auch in trachtet, läßt sich allerdings heute bereits mit annähernder Konsequenzen der katholischen Lehrmeinung auszudenken fähig diesem Jahre eine parlamentarische Veranstaltung voraus, ein ProbeSicherheit der Zeitpunkt voraussehen, wo eine antifleritale ist, unmittelbar und notwendig zum Socialismus hinleiten gefecht zwischen den wilden Männern des Bundes der Landwirte, Volksmehrheit einer in der Hauptsache klerikalen Volts- muß. Nirgendwo tritt denn auch der konfessionell kapitalistische den Regierungsagrariern und der Regierung selber. Damit war minderheit und der von dieser geleiteten und beherrschten Standpunkt des Centrums deutlicher zu Tage, als in dem die ganze Sigung am Freitag ausgefüllt, in der im übrigen der Regierung gegenüberstehen wird. Es liegt aber auf der Hand, angeblich unüberbrückbaren Gegensatz, den es zwischen sich und Etat des Reichskanzlers verabschiedet wurde. Es sprachen fast auswie eine solche Entwicklung im letzten Grunde mit Religion dem Socialismus zu konstruieren eifrig befliffen ist. Hier schließlich Agrarier der verschiedenen Nuancen. Vom Bundesdirektor und Kirche nicht das mindeste zu schaffen hat, sondern nur spricht das nackte Geldfacinteresse und cs Dr. Nöside an, der agrarischen Landwind gegen die Person des cine besondere Seite des großen wirtschaftlichen Streites dar- ist äußerst charakteristisch, daß auch seinem bedeutendsten Staisers wehen ließ, bis zu dem Stlopffechter der Bündler, Herrn stellt, der jetzt die innere Politik aller Kulturvölker beherrscht. und einflußreichsten Socialpolitiker Hize Wahlrechts- Reform Liebermann v. Sonnenberg. Zwei Staatssekretäre und der ReichsIm Gegenteil dürfte es bei der unvermeidlichen gesellschaft- und Geldsackpolitik völlig parallel verlaufen und ein- tanzler selber mühten sich wieder einmal, um den Nachweis zu lichen Umwälzung der Zukunft das erste Mal in der Geschichte ander notwendig ergänzen.„ Das bom Riberalismus führen, daß daß keine Regierung agrarischer sein könnte wic fein, daß Religion und Kirche infolge der durch die ,, Revolution" proklamierte absolute ,, Recht" der Majorität," sagte er, ist die die gegenwärtige. Herr v. Richthofen hatte die Brüsseler unter das Volt getragenen politischen Aufklärung nicht ent- Revolution in Permanenz. Wir müssen wieder konservativ" Zuckerkonvention zu verteidigen und Graf Posadowsky die Regierung gelten müssen, was ein trotz aller Balliativmittel überkonser werden. Der einzige Weg dazu ist aber: Wiedereinsetzung der von dem Verdacht zu reinigen, als hätte die Heeresverwaltung das vativer Klerikalismus aus politischem und materiellem Eigen- fonservativen Stände in ihr politisches Recht. Weder Census- Verbrechen begangen, statt nationaler Ochsen wöchentlich 200 Stüd mus gesündigt hat. Alles das ändert natürlich an der That wahlen noch allgemeines direttes gleiches Wahlrecht bringen amerikanischen Rindvichs zu beziehen. Herr Liebermann v. Sonnenfache nichts, daß das Centrum den Namen der Religion zu uns Heil. Censuswahlen bedeuten nur eine Privilegierung berg eiferte für die Einführung der Wahlpflicht, von der er sich neben feinen Sonderzwecken mißbraucht, daß es seinem Wesen nach des Geldes, sind dazu auf die Dauer unmöglich, da sie nicht der Einführung von Diäten Sonderdinge zur Bekämpfung der die Vertreterin eines i m Grunde recht un vereinbar sind mit der allgemeinen gleichen Schulbildung, Socialdemokratie verspricht. Sein Versuch, die Regierung zu einer christlichen tonfessionellen Kapitalismus allgemeinen Militärpflicht und der demokratischen Richtung, die Aeußerung in der Angelegenheit des Hänge- Peters zn veranlassen, ist und daß infolgedessen für dasselbe der Zeitpunkt näher der Liberalismus selbst großgezogen hat. Das allgemeine schlug fehl. Die kleine Clique, die die Rehabilitierung dieses rückt, wo das politische Deficit aus dem bestehenden gleiche dirette Stimmrecht führt aber mit Ehrenmannes mit allen Mitteln betreibt, fucht jetzt durch Reichstags- Wahlrecht größer zu werden verspricht, als der der Zeit notwendig zur Majorisierung durch Denunziationsgeschwätz über den Lieutenant Bronsart von politische Ueberschuß. In demselben Maße aber werden seine das Proletariat. Da bleibt nur der Ausweg Schellendorf und den Legationsrat Hellwig die verlorene Sache opportunistischen Gesichtspunkte, die es zur Zeit für das all- ständischer Wahlen( zum Reichs- und Landtag): das des Peters zu retten. Graf Billow gönnte sich das letzte Wort, gemeine Wahlrecht eintreten lassen, sich mit logischer Ron- follten sich auch die Liberalen selbst noch um der Welt nochmals zu versichern, wie zufrieden er mit sich selber sequenz nach der entgegengesetzten Seite geltend machen. sagen, ehe es zu spät ist." ist, und wie günstig er sein Werk beurteilt. Wäre er ein so großer M Politische Ueberficht. Berlin, den 6. Februar. Reichstag. Die zweite gefährliche Seite, die der Klerikalismus im be- So schrieb der Mann, der heute noch im Centrum Staatsmann, wie er ein großer Citatsmann ist, so könnte Deutschstehenden Reichstags- Wahlrecht glaubt erblicken zu sollen, ist die dem Socialismus angeblich am weitesten entgegenkommt. land in der That mit ihm zufrieden sein. angeblich antimonarchische Tendenz desselben. Jm Den innersten Gedanken dieses konfessionell kapitalistischen Der Antrag Barth auf Neueinteilung der Wahlkreise wurde Borhergehenden ist bereits gezeigt, wie gerade nach christlicher Stonservatismus spricht aber Hiße aus, wenn Cr dem gegen die Stimmen der Linken abgelehnt. Anschauung die Autoritäten in den Fluß der geschichtlichen Obigen hinzufügt:„ Es wäre das eine außer- Am Sonnabend beginnen die bedeutsamen socialpolitischen VerEntwicklung gestellt sind. Es kann die Souveränetät ebenso ordentliche Kräftigung des Eigentums gegen- handlungen über den Etat des Reichsamts des Innern. wohl bei der Gesamtheit eines Voltes liegen als bei einer über der Arbeit". In der That, es wäre eine neue l Abgeordnetenhaus. " Verordnung, sondern nur um die Auffrischung" einer im Das Abgeordnetenhaus fezte am Freitag die Jahre 1840 erlassenen alten Verordnung. Der Bürgermeister Generaldebatte über den Etat des Ministeriums des Innern habe jedenfalls nur den Beschwerden des Direktors der in in Verbindung mit dem Antrag Dr. Barth( frs. Vg.) auf Treptow befindlichen Unteroffiziers- Vorschule über BeEinführung der geheimen Wahl und anderweitige Einteilung läftigung feiner Zöglinge durch leichtsinnige Mädchen" Rechnung der Landtags- Wahlkreise fort. Das wichtigste Ergebnis der tragen wollen. Herr v. Hammerstein sagte dann schließlich wörtlich: Debatte ist das Zugeständnis der Regierung, daß das Drei„ Der Erfolg ist der gewesen, daß von dem Augenblick an die Klaffen- Wahlsystem unhaltbar sei. Daß sie nicht die KonBelästigungen(!) der Unteroffizierschüler auf= gehört haben. Es hat also außerordentlich segens sequenzen aus dieser Erkenntnis zieht, ist bei ihren vormärzreich gewirkt, und ein Mißgriff der Polizeigewalt lichen Charakter selbstverständlich. Anstatt die Initiative zu des Bürgermeisters liegt hier in keinem Falle einer Aenderung des Gesetzes zu ergreifen, will sie, wie der vor. Es ist selbstverständlich, daß ein solcher Mißgriff erst dann Minister Frhr. v. Hammerstein erklärte, es zunächst mit vorliegen würde, wenn der Bürgermeister auf Grund dieser Vereiner Aenderung des Wahlreglements versuchen, und ordnung eine aufgegriffene Person beliebig lange bei sich in Gezivar follen mehrere Wahlgänge in einen zusammengezogen wahrsam oder Verhaftung genommen hätte. Daran und das System der Stichwahlen vereinfacht werden. Auch hat der Bürgermeister gewiß gar nicht gedacht, sondern er hat damit nur drohen wollen, und er hat damit erreicht, daß soll in Zukunft jeder Wähler das Recht haben, persönlich den Namen des von ihm Gewählten in die Liste einzutragen. die Sittlichkeit in seinem Orte gehoben worden ist. Ich glaube, daß man ihm daraus einen Vorwurf nicht Von diesen„ Erleichterungen", die schon bei den nächsten machen kann." Wahlen in Kraft treten, soll es abhängen, ob eine Aenderung des Wahlgesetzes oder der Wahlkreis- Einteilung später in die Wege geleitet wird. Da die Regierung nicht anders wie in Widersprüchen denken kann, soll diese Reform" schon vor den zahlen kommen, obwohl Herr v. Hammerstein Tags zuvor erklärt, es empfehle sich nicht, derartige Aenderungen angesichts der Wahlen vorzunehmen. " Der Herr Polizeiminister hat damit zweifellos selbst eine äußerst merkwürdige" Rechtsauffassung zum besten gegeben. Die Polizei darf danach ruhig widerrechtliche Drohungen" auf dem Wege amtlicher Verordnungen erlassen, fie darf sie nur nicht ausführen! mit dem neuen Generaltarif gegebene Möglichkeit eines baldigen Abschlusses besserer und auch für die Landwirtschaft annehmbarer Handelsverträge doch auch nicht für so wenig. Jedenfalls aber wäre die Mutlosigkeit der Landwirte wohl begründeter, wenn die Tarifvorlage gescheitert wäre und wir dadurch hoffnungslos mit einer zunächst unabsehbaren Verlängerung des bisherigen traurigen Zustandes zu rechnen hätten.( Zustimmung.) Jminerhin wird es ja jetzt Sache der Regierung sein, zu zeigen, wer recht hatte, ob diejenigen, welche sich vorerst mit dieser Möglichkeit der Besserung begnügten, oder diejenigen, welche in Ermangelung jeden Vertrauens zur Regierung diese Möglichkeit ohne weitergehende gesetzliche Bindung der Mindestsäße und ohne festen Termin für das Jukrafttreten des Gesetzes für so wertlos hielten, daß sie deshalb vorzogen, auf die Annahme des Tarifes überhaupt zu verzichten. Und wohl kaum jemals hat es daher so sehr wie jetzt in der Hand der Regierung gelegen, durch ihre weiteren Schritte das erschütterte Vertrauen der Landwirtschaft entweder wieder wesentlich zu befestigen oder vollends zu vernichten. Ich wünschte deshalb von ganzem Herzen, daß der Herr Reichskanzler und die verbündeten Regierungen namentlich durch ein schnelles, fraftvolles und zielbewußtes Auftreten gegenüber dem Auslande baldige Kündigung der geltenden Verträge u. a. alles thäten, was in ihren Kräften steht, um die bedauerliche Vertrauenslosigkeit eines Teils der ländlichen Bevölkerung zu überwinden, denn wir werden ja in allerkürzester Frist bei den Neuwahlen in den Kämpfen gegen unsre gemeinsamen Feinde dieses Vertrauen so dringend gebrauchen." Während sich hier der Herr Polizeiminister auf Kosten aller Weiter feierte dann Graf Schwerin- Löwitz die staatserhaltende juristischen Logit als strengen Moralisten produzierte, gab er an und monarchische Gesinnung der Landbevölkerung, ohne natürlich einer früheren Stelle seiner Rede recht lage moralische Anschauungen daran zu erinnern, daß diese Gesinnung, sobald die agrarischen zum besten. In jener Stelle nämlich, wo er sich über die Stieler wünsche nicht völlig erfüllt werden, in die berüchtigt gewordene Polizei- Ercesse verbreitete. Er sagte da wörtlich: das durch die " Ich komme nun zu Fällen, die etwas früher liegen und die Drohung von den„ krachenden Thronen" umschlägt. Das WesentPolizei in Kiel betreffen. Ich möchte da vorausschicken, daß die liche der Rede des Grafen Schwerin ist die Erklärung, daß die Polizei vielleicht nirgend schwerer zu handhaben ist als in der Konservativen sich keineswegs mit der Erreichung des Wuchertarifs Hafenstadt Kiel. Der Matrose, der monatelang auf dem Wasser genügen lassen, sondern daß sie nunmehr Handelsverträge fordern, die gelebt hat, nun an das Land kommt, abgelöhnt wird und über in für denen Preissteigerungen Landwirtschaftwerden, cinen Haufen Geldes und dazu über eine ungebrochene lichen Erzeugnisse erzielt die weit hinausüber Jugendkraft verfügt, ist nur zu geneigt, auch etwas zu gehen Mindestzölle bezeichnete extravagieren. Das weibliche Gesindel, das sich in May. Als Mittel zur Erreichung dieses edlen Ziels wird der Hafenstadt sammelt, ist leider meist trauriger Art, größtenteils nach wie vor eine möglichst schroffe Haltung der Regierung flottierend." der zu so großen Siegen der agrarischen Plünderungssucht über die gegen das Ausland, besonders die baldige Kündigung der jetzigen Handelsverträge angegeben. Der agrarische Erpressungs- Feldzug, Regierung geführt hat, soll mit allem Nachdruck fortgeſetzt werden. fonservativen Redners aus. Graf Bülow warnte vor den bündlerischen Der folgende Toast des Reichskanzlers wich dem Drängen des üusionen, um andrerseits den Agrariern eifrige Fortführung seiner landwirtschaftlichen Fürsorge zu versprechen. Auch die Mehrheit des Landtags will von einer Reform des Dreiklassenwahl- Gesezes nichts wissen. Die National liberalen sind zwar für eine Aenderung der Wahlkreis Einteilung, aber gegen die geheime Stimmabgabe, die Konservativen, Freikonservativen und das Centrum lehnen rundweg je de Alenderung ab. Zum Sprachrohr der Erzreaktionäre machte sich vor allem Abg. Freiherr v. Zedlig( ff.), der sogar gegen die im Reich bevorstehende Sicherung des Wahlgeheimnisses zu Felde zog. Dieser anrüchige Herr scheint sogar die Hoffnung zu haben, durch etliche intriguante unwahrheiten die Reform im Reich vereiteln zu können. So behauptete er, die socialdemokratische Presse habe die endlich gewährte Sicherung des Wahlgeheimnisses als eine Wirkung der Bebelschen Rede behauptet. Eine blanke Scharfmacher- Lüge! Wie statt von der„ Marine stadt" spricht, sei nur ganz nebenbei Daß der Herr Minister hier von der„ Hafenstadt" Stiel fann das Bülowsche Geschenk" als eine Wirkung von registriert. Beachtsam erscheint uns seine Doppelmoral. Der Bebels großer Rede behauptet werden, da die Ankündigung mann, der seine„ ungebrochene Jugendkraft" austoben und ein des Reichskanzlers doch zwei Tage vor Bebels Rede erfolgte. wenig ertravagieren" will, erhält nicht die gelindeste moralische In der That hat kein socialdemokratisches Blatt den Unsinn Censur; die Frauen, die ihm, sei es aus Rot, sei es auch behauptet, und Herr v. Zedlis hat sich diese Behauptung aus ungebrochener Jugendkraft", dazu behilflich sind, einfach aus den Fingern gesogen, um an ges werden als weibliches Gesindet" bezeichnet! Eine äußerst noble wiffer Stelle Eindruck zu machen und womöglich die Moral! Reform noch in letter Stunde zu hintertreiben. Nur war diesmal der Brave allzu plump, so daß er auch ohne Veröffentlichung seiner Honorarquittungen sofort entlarvt werden fann. Er hätte die Chronologie nicht vergessen dürfen. Aber Herr v. Zedlig, von dem wir wirklich gespannt sind, wie lange man ihn noch sein Unwesen treiben läßt, übertraf dann noch diese unwahrheit. Das Dreiklassen Wahlsystem muß wohl feine Erwählten moralisch verblöden. Anders ist es nicht zu erklären, daß der Mann wie aus tiefster Ueberzeugung die Schamlosigkeit auszusprechen wagte, jeder, der nicht öffentlich seine Gesinnung zu bekennen wage, sei ein Feigling; es heiße die preußischen Wähler beleidigen, wenn man behaupte, unter dem Druck der Deffentlichkeit der Wahl werde der Ausdruck der Ueberzeugung vernichtet. ist der Hohn eines Menschen, der nichts mehr zu verlieren hat. A Das Auffallend schwach verteidigte Abg. Dr. Barth( frs. Vg.) feinen Antrag. Vielleicht fühlte er, wie falsch es war, mur diese halbe Forderung zu stellen, die ebenso aussichtsIos war wie die ganze und dazu eine Verleugnung der programmatischen Forderung der Einführung des ReichstagsWahlrechts. Auf die berühmte Richtersche Diplomaten Taftik -die keine aussichtslosen" Anträge zu stellen befiehlt konnte Barth sich nicht gut berufen. Weiter als Abg. Dr. Barth will der Hospitant der Freisinnigen Volkspartei Abg. Deser gehen, der auch die Einführung des direkten Wahlrechts für Preußen fordert. P Bezeichnend für diese merkwürdige" Doppelmoral des Herrn Ministers ist auch seine Darstellung des Wiesbadener Polizei mißgriffs. Herr v. Hammerstein sagte darüber: die „ Meine Herren, sehr viel Staub hat auch aufgewirbelt die Siftierung einer Dame in Wiesbaden. Ich bedauere sehr, daß die Dame dieses Schicksal getroffen hat. Aber ich meine doch bei aller Achtung und Ehrerbietung, die ich vor dem weiblichen Geschlecht habe, daß sie ein bißchen selbst daran schuldig gewesen ist. Sie ist in Wiesbaden, das, wie bekannt ist, der Mittelpunkt ist von Damen der großen und der Halb welt aus ganz Europa, in einer etwas sehr auf fälligen Kleidung ich glaube, man nennt es jetzt Reformkleidung auf und nieder gegangen. Es hat sie ein Polizist, der sie dort gesehen hat, ersucht, doch mit ihm in das ganz nahe gelegene Polizeiwachtlokal zu kommen, um ihre Personalien festzustellen. Das hat sie gethan, sie hat sich dort legitimiert und ist alsbald entlassen worden. Die ganze Angelegenheit hat sich vielleicht in fünf oder zehn Minuten abgespielt. Nachdem sie sich legitimiert hatte, lag es nun auf der Hand, daß man es mit einer durchaus an ständigen Dame zu thun hatte, der es ganz gewiß peinlich sein mußte, in Gegenwart des Publikums genötigt zu sein, auf die Polizei zu gehen und dort über sich Auskunft zu geben. Der Polizeidirektor hat deshalb nichts Eiligeres gethan, als unmittelbar, nachdem ihm der Vorfall gemeldet war, einen Brief an die Dame zu schreiben, ihr den Sachverhalt darzustellen und sich zu entschuldigen, daß sie in dieser Weise falsch von der Polizei beurteilt worden wäre. zu Das alles zeigt, daß sich in Zukunft dasselbe Spiel wiederholen wird, das sich bei der Beratung des Zolltarifs zutrug. Die konfer vative Tattit schraubt die agrarischen Forderungen zur schwindelnden Höhe und droht, ohne Erfüllung dieser Forderungen die Handelsverträge zu verwerfen, so hält man die Regierung in eiserner Umflammerung und zwingt sie, unter Aufopferung der Industrie, des Handels, der Arbeiterklasse die künstliche Bereicherung des Zuakertums in möglichst hohem Maße zu vollenden! 4 * Einen seltenen Beitrag zur Erkenntnis des agrarischen Geistes hat auf dem Festmahl der Präsident des Reichstags Graf v. Ballestrem geleistet. Er nahm nach dem Reichskanzler das Wort und führte gemäß dem Bericht der„ Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" aus: Der Anblick dieser Tafelrunde sei einer der erhebendsten, der einem Präsidenten des deutschen Reichstags zu teil werden könne. Der deutsche Reichstag sei oder solle doch sein eine Vertretung des deutschen Volles. Wenn ich nun die Vertreter eines der ersten Stände, ja ich kaun wohl sagen des ersten Standes der deutschen Volksvertretung hier versammelt sehe, die stets in fachlicher Weise für die Erhaltung des Deutschen Reiches die erste Hand ans Wert legten und immer legen werden, so muß mir dies als ReichstagsPräsidenten das Herz höher schlagen lassen. Ich wünschte nur, daß alle Stände sich in stets so sachlich prüfenden und so gründlich arbeitenden Vertretungen vereinigten, dann würde es auch besser um das Deutsche Reich stehen.( Bravo!) Ihr Beispiel erfüllt meine Seele mit Stolz." Graf Ballestrem scheidet die Vertreter des deutschen Volkes im Ein artiges Sittenbild! Wiesbaden, das teure Modebad, Tockt Reichstage nach Ständen, und der Junkeradel des LandIm übrigen verlor sich die Debatte in Einzelheiten. Die ganze internationale, Halbwelt an. Die hoch begüterten wirtschaftsrates ist ihm der erste Stand! Dieses Wort des Grafen Abgg. Kreitling und Goldschmidt( fri. Vp.) traten tüßen von Thron und Altar, die sich dort allsommerlich Ballestrem, des neuen Mitgliedes des preußischen Herrenhauses, des ein Stelldichein geben, üben auf die Halbwelt dieselbe Anziehungs- rüäſtändigsten Privilegien- Parlaments, wirkte zunächst wie ein verfür eine Reform der Polizei ein, Abg. v. Czarlinsti( Pole) fraft aus, die im Mittelalter etwa ein Kirchentonzil ausübte. blüffender Unsinn und doch ist es ein im Grunde mur allzu brachte wieder ein Bündel polnischer Beschwerden vor, Abg. Die honorigen Thron- und Altarstützen fröhnen dort also ungestört wahres und die Wirklichkeit unsrer Zustände aufdeckendes Wort. Schmitz( C.) jammerte über das Scheitern der lex Heinze und rief ihrem Amüsement, aber eine anständige Dame darf sich dort In dieser Zeit der formalen Gleichheit vor dem Gesetz und des die Polizei gegen Proſtitution, Unſittlichkeit und Sineipen mit nicht in einem Reform II e id sehen lassen, ohne zur Wache geschleppt gleichen Reichstags- Wahlrechts bestehen in neuen Formen die Feudalweiblicher Bedienung zu Hilfe, wobei er Berlin als völlig Reformkleid versumpft zu schildern suchte. Sollte dem frommen Eiferer, 3 werden! Und nicht die Polizei, sondern die Dame selbst, privilegien fort und der erste Stand", der Adel, dessen Sturz in versumpft zu schildern suchte. Sollte dem frommen Eiferer, Landgerichts- Direttor und Hauptmann a. D. nicht sein heimat: die ihre Gesundheit nicht durch ein Korsett ruinieren will, trägt nach Europa die große französische Revolution einleitete, er führt umgewandelt und von neuen Elementen durchsetzt, eine neue Auslicher Wahlreis Düsseldorf als Feld sittlicher Empörung dem Herrn Polizeiminister die Schuld daran! Die merkwürdige" Beschönigung des Polizeimißgriffs durch den beutungsherrschaft im Lande, die schwerer auf unsrer Kultur lastet näher liegen, dessen famoser Karnevalsklub der Hemden Yosen die Zugend dieser guten Stadt berühmt gemacht hat! Polizeiminister ist um so merkwürdiger, als ein Polizist über als je eine frühere. Der Minister Frhr. v. Hammerstein hatte für jeden Redner haupt kein Recht hat, eine ihm selbst sittenverdächtig" ereine Erwiderung. Nur auf eine Frage blieb er die Antwort scheinende weibliche Person furzweg zu verhaften, wenn sich dieselbe keinen Verstoß gegen die fittenpolizeilichen Vorschriften hat zu schuldig, auf die Frage des Abg. Deser, ob der vom Vorwärts gemeldete Bestechungsversuch eines Re- Schulden kommen lassen! daktionsboten durch einen Beamten der politischen Was kümmert das freilich alles den preußischen Polizeiminister! Polizei auf Wahrheit beruhe. Ableugnen kann der Minister diese Thatsache nicht, entschuldigen darf er den ungeschickten Beamten gleichfalls nicht, wenigstens nicht öffentlich, und so stellt er sich in diesem Falle klug und schweigt. Sonnabend: Fortsetzung. Die Ergüffe des preußischen Polizeiministers in der Donnerstag- Sigung des Abgeordnetenhauses fordern die ernsthafteste Kritik heraus. Eine solche Kritik hält sogar die, National3eitung" für notwendig. Im Augenblick kann es sich freilich nur um eine vorläufige Auseinandersetzung mit dem Polizeiminister Handeln, da es der Presse natürlich unmöglich ist, die von Herrn v. Hammerstein gegebene Darstellung der verschiedenen Fälle der polizeilichen Uebergriffe nachzuprüfen. Vermutlich wird die LokalPresse sich mit den Einzelfällen ausführlicher beschäftigen und damit die Unterlage einer eingehenderen Specialfritik liefern. Momentan sollen deshalb nur die allgemeinen Anschauungen des Polizeiministers, die bei seiner Erörterung der Einzelfälle hervortraten, einer Beleuchtung unterzogen werden. Daß Herr v. Hammerstein noch sehr patriarchalischen Auffassungen über polizeiliche Rechte huldigt, bewies schon sein Erturs über die famose Polizeiverordnung des Bürgermeisters bon Treptow a. R., durch die weiblichen Dienstboten, die sich noch nach zehn resp. elf Uhr abends auf der Straße betreffen ließen, die Verhaftung angedroht war. Herr v. Hammerstein gab selbst zu wir stügen uns bei unsrer Kritik auf den im Reichs- Anzeiger" wiedergegebenen steno graphischen Bericht seiner Rede- daß diese Verordnung ,, merkwürdig" sei, und, wie ja auf der Hand liege" als„ gerechtfertigt nicht anerkannt" werden könne. Dann aber nahm er sich des solch merkwürdige" Verordnungen erlassenden Bürgermeisters mit ungemeiner Wärme an. Es handle fich ja nicht um eine neuel " % * * Deutsches Reich. Das Festmahl des Landwirtschaftsrats. Der Festrede des Grafen Bülow, die wir gestern bereits mit teilten, ging auf dem Festmahl des Landwirtschaftsrats eine Ansprache des Vorsitzenden dieser Körperschaft, des Grafen SchwerinLöwiß, voraus, die beweist, daß das Agrariertum zielbewußt fortfährt, die Regierung unter die agrarischen Forde= rungen zu zwingen. Graf Schwerin Löwizz begann mit der Erklärung, daß„ die Stimmung, welche auf der deutschen Landwirtschaft lastet, leider noch immer eine sehr gedrückte" sei; die Regierung möge diese Stimmung durch weitere Thaten für die Landwirtschaft bekämpfen. Dann fuhr der konservative Wortführer fort: Es ist besonders denkwürdig, daß die Verherrlichung des Zollwucher- Adels als des ersten Standes" durch den Präsidenten des demokratischen Parlaments in Deutschland erfolgte. Nicht eindringlicher konnte der Schein der Gleichheit im heutigen Staate entschleiert und die Wahrheit der mittelalterlichen Herrschaftsverhältnisse erwiesen werden. Der Reichs- Festredner. Im Toast beim Festmahl des Landwirtschaftsrats erwies sich Graf Bülow nicht allein als ragender Staatsmann, fondern als müheloser Herrscher im Reiche der Weltweisheit. Da fein agrarischer Vorredner von dem Mißmut sprach, ber bie landwirtschaftlichen Streise beherrsche, erhob sich Graf Bülow zu diefer Gedankengröße: Wenn wir die 1000 jährige Geschichte des deutschen Volkes an unsrem geistigen Auge vorüberziehen lassen, so sehen wir, daß auf Zeiten heroischer Anspannung Perioden folgen, wo Zweifel und Müdigkeit sich breit machen. Gerade in solchen Tagen heißt es den Kopf oben behalten und nicht in einen Pessimismus verfallen, vor welchem uns heute Ihr verehrter Herr Vorsitzender mit Recht gewarnt hat. Der Pessimismus mag als metaphysisches System seine Berechtigung haben. Ich selbst habe in jüngeren Jahren Schopenhauer mit Beivunderung studiert und ehre ihn noch heute als großen Sprachmeister und als einen unsrer tiefsten Denker. In der Politik aber ist Pessimismus immer vom Uebel, weil er hier mit der Schwächung des Lebensmutes auch die Thatkraft lähmt, weil er ummännlich und unfruchtbar ist. In der Politit, hat Thiers mal mit Recht gesagt, gehört die Zukunft den Optimisten.( Sehr wahr!) Nur die Völker und die Schichten, die an ihren Stern glauben, kommen vorwärts." „ Aber das Erreichte bedeutet auf dem Wege zu unsrer endgültigen Tarifreform doch auch lediglich eine Etappe, die Vorbereitung der entscheidenden Kämpfe, denen wir erst entgegengehen, der Kämpfe, die jetzt zunächst von der Regierung mit dem Auslande, dann aber später auch wieder im Reichstag mit unsern wirtschaftlichen Gegnern ausgefochten werden müssen, und in welchen, wie ich zuversichtlich Kant, Fichte und Schopenhauer vereinen sich im Bülowhirn erwarte, troß der gegenwärtig hervorgetretenen Meinungs- ebenso mühelos wie Weltpolitik und Heimatpolitit, wie Zollwucher verschiedenheiten alle Landwirte und alle ihre Vertreter vollkommen und Schutz der Schwachen. Metaphysisch hat der Pessimismus Beeinig Schulter an Schulter zusammenstehen werden.( Zustimmung.) rechtigung, und alles Treiben dieser Welt ist vom llebel, aber in Die absolute Sicherheit des späteren Abschlusses annehmbarer der Politik ist Bülow Optimist, er glaubt an seinen Stern und kommt Handelsverträge schon bei dem Generaltarif oder im Gesetz zu vorwärts! fchaffen, war unmöglich. Auch der Versuch, durch Ertveiterung der Graf Bülow citiert Thiers, die Zukunft gehöre den Optimisten. Mindestzölle negativ die Möglichkeit des abermaligen Abschlusses Graf Bülow ist Optimist soweit er nicht metaphysisch dem Pessifür uns unannehmbarer Hande.sverträge vortveg auszuschließen, mismus gehört folglich gehört ihm die Zukunft. Graf Bülow ist gescheitert. Dagegen ist die Möglichkeit des Ab- ist so sehr„ Optimist", daß ihm Unsinn als Sinn, Gewalt als Frieden, schlusses annehmbarer auch für die Landwirtschaft durchaus Wirnis als Harmonie erscheint, daß er sich als Staatsmann und annehmbarer Handelsverträge doch zweifellos mit dem neuen Kenner der Philosophie ausstellt. Generaltarif in vollem Maße gegeben. Und ich halte die Die amerikanische Regierung will also Bowen nicht rektifizieren. Sie verweist welcher Hohn die Mächte an Castro! Und was werden die Mächte nunmehr beginnen?„ Der Tag" giebt darauf die Antwort: Rußland. Die Aenderung des preußischen Wahlreglements. Im Abgeordnetenhaus hat der Minister v. Hammerstein erklärt, Zur Zwangsruffifizierung Finnlands. Wie Stockholmer Blättern daß im Staatsministerium bereits im wesentlichen eine Einigung ans Helsingfors gemeldet wird, hat der Kaiser von Rußland aus über Veränderungen des Wahlreglements für die preußischen LandAnlaß des Ausbleibens von 14 798 Wehrpflichtigen bei den Austagswahlen erzielt sei die endgültige Abstimmung habe noch nicht " In New York heißt es, die verbündeten Mächte seien abgeneigt, hebungen im Jahre 1902 verfügt, daß die im Staatsdienst befindstattgefunden. Wesentlich ist, daß für die kommenden Wahlen nur eine mit Bowen weiter zu verhandeln; sie wollten den Streitfall an das lichen Ausgebliebenen sofort zu verabschieden seien, daß inners Aenderung des Wahlreglements beabsichtigt ist, während der nationalliberale Redner im Einklang mit unsern Ausführungen darlegte, daß Haager Schiedsgericht verweisen, falls ein neuer Versuch, Roosevelt halb fünf Jahren den Ausgebliebenen fein Reife ,, mit einer Aenderung des Wahlreglements nicht geholfen" sei. Der für das Schiedsamt zu gewinnen, fehlschlage. Bowen erklärt Paß nach dem Auslande gewährt werde; daß ferner sämtliche Ausgebliebenen in die Landwehr eingeschrieben Minister stellte übrigens für die Zukunft eine Aenderung des Wahl- einen etwaigen neuen Versuch, Roosevelt dazu aufwerden und daß endlich das Leibgarde- Bataillon mit gesetzes und eine Aenderung der Wahlkreise in Aussicht. Herr v. Jedlitz zufordern, ohne Erlaubnis Venezuelas für eine Ausgebliebenen komplettiert werden solle. meinte, es müsse dahin gewirkt werden, daß auch in großen Be- Beleidigung; er würde einen solchen Vorschlag ablehnen. Spinnerstreit in Petersburg. Aus Petersburg wird vom Freitag zirken die Wahl ordnungsgemäß vorgenommen und nicht durch so- Deutschland fordere, heißt es weiter, 5500 Pfund als gemeldet: In der Newsti- Spinnerei haben gestern 2000 Arbeiter cialdemokratische Umtriebe geschädigt werden kaun". Wir haben erste Zahlung; sobald diese bezahlt, die Schiedsrichter ernannt Sie Arbeit eingestellt; sie verlangen eine Lohnerhöhung. Der Verdemgegenüber zu bemerken, daß die Socialdemokratie nur die bisher und das Protokoll unterzeichnet seien, werde es die Blockade waltungsrat hat die Fabrik bis auf weiteres geschlossen. Die Arbeiter vielfach vorgekommene Gesetzwidrigkeit verhindern will. Wir aufheben." erinnern an die Wahl der Herren Ring und Felisch in Teltow- Beeskowverhalten sich vollständig ruhig, einen politischen Charakter hat der Storkow. Trotzdem dort die gröbsten Verstöße gegen die Vorschriften Die Mächte sitzen also in der Klemme, und Amerika läßt sie Ausstand nicht. Amerika. in der Wahlprüfungs- Kommission festgestellt wurden, wurde die ruhig zappeln! Wahl doch für gültig erklärt und zwar einstimmig, obgleich auch ein Mitglied der freisimmigen Volkspartei der Kommission angehörte. Der Beschluß der Wahlprüfungs- Kommission ist von Herrn Reftor Kopsch mit unterzeichnet!! Endell bemerkt das Blatt: " im Oestreich- Ungarn. " Rio de Janeiro, 5. Februar. Brasilien hat beschlossen, Acre militärisch zu befeßen. Die diplomatischen BeUeber die Abänderung der Geschäftsordnung wurde am Freitag ziehungen mit Bolivia sind nicht unterbrochen. Eine Schiffsdivision, östreichischen Abgeordnetenhaus beraten. Ministerpräsident bestehend aus dem Panzer Floriano", dem Kreuzer Tupy" und v. Koerber erklärt, die Regierung, der an der Herbeiführung dem Torpedobootszerstörer Gustavo Sampaio" ist unter dem Befehl einer geordneten und beschleunigten Erledigung der des Konteradmirals Mencar nach dem Amazonenstrom abgegangen. parlamentarischen Angelegenheiten ebenso gelegen sei wie dem Hause, was sie durch wiederholte Bemühungen um die Arbeitsfähigkeit des Hauses dargethan zu haben glaube, werde Die Hezjagd gegen die Kronprinzeffin. sich gern an den hierauf gerichteten Arbeiten be= teiligen. Sofern das Geschäftsordnungs- Gesetz in Betracht komme, werde die Regierung demnächst einen Entwurf ur Abänderung desselben unterbreiten und hierbei den Standpunkt der Regierung hinsichtlich wichtiger Einzelfragen, namentlich der Erledigung der Regierungsvorlagen, entwideln. Frankreich. Pelletan über die Marine. Aus Genf wird vom 6. Februar gemeldet: Nachricht: Ueber die Posener Zustände macht die„ National- Zeitung" aus Anlaß der Verhandlungen im Abgeordnetenhause einige beachtens werte Ausführungen. Sie hält gegenüber den ministeriellen Ausflüchten die Behauptung aufrecht, daß der Landrat v. Willich den Endell- Leuten von der Regierung ausgeliefert sei. Zu den Darlegungen des Herrn v. Wangenheim über den Fall Die Rechtsanwälte der Kronprinzessin von Sachsen teilen der Bresse folgendes mit: Giron hat heute abend Genf mit dem Pariser " Herr von Wangenheim erzählt, im Verlauf des ehrengerichtlichen Verfahrens wegen der Rassenführung bei der LandSchnellzug verlassen, um sich zu seiner Familie nach Brüssel zu wirtschaftskammer, welche der Abg. Dr. Krause, noch nicht vollbegeben, wo er morgen nachmittag ankommt und wo er sich niederständig bezeichnend, eine„ Lotterwirtschaft" nannte habe lassen wird. Giron hat alle Beziehungen zur Kronprinzessin aufHerr Endell sich veranlaßt gesehen, zu erklären, daß er auf gegeben, um ihr die Wiederaufnahme des Verkehrs mit ihren das Recht, die Uniform weiter zu tragen, verzichtete; darin wurde Kindern zu ermöglichen. ein Vergehen gegen die Disciplin gesehen, aber der König ließ In der Deputiertenkammer verteidigte am Freitag Marineminister Eine nähere Erklärung über die Ursache dieses Umschwungs in Gnade für Recht ergehen und Herrn Endell hierfür nur eine Rüge Pelletan in Beantwortung der Neden verschiedener Abgeordneten den Verhältnissen der Kronprinzessin und Girons giebt folgende zu teil werden; das sei der wahre Sachverhalt. Die Herren sind seine Politik im allgemeinen und giebt sodann seiner Sympathie und überaus vielseitig in ihren Darstellungen! Eine ähnliche Mitteilung Bewunderung für die Mannschaften der Marine Ausdruck. Hingegen Der Münchener Korrespondent des„ Rhein. Kurier" erfährt von über den Hergang war bald nach der Beendigung des Verfahrens bedürfe die Verwaltung der Flotte vollständiger dem Hause Toskana nahestehender Seite, daß in der Affaire der in der National- Zeitung" erschienen. Damals aber paßte sie Erneuerung; Absonderungsbestrebungen, welche die Flotte außer Seronprinzessin von Sachsen in den nächsten Tagen wahrscheinlich eine den Endellianern nicht; sie wollten die Belassung der halb des modernen Staatswesens stellen wollen, seien zu bekämpfen. überraschende Wendung eintreten wird. Die Kronprinzessin hat die Uniform damals als Rechtfertigung des Endellschen Verhaltens Der Minister betont, er sei zur Aufrechterhaltung der nötigen Verständigung erhalten, daß ohne Heimatspapiere ihr Frankreich, in der Kaſſenangelegenheit und ähnlichen Dingen aufgefaßt sehen, Manneszucht entschlossen, werde aber allen Mißbrauchen entgegen- Italien, die Schweiz, sowie alle andren Länder verschlossen sind. und sie bestritten deshalb, was Herr von Wangenheim jetzt be- treten und nicht dulden, daß irgend ein Befehlshaber das Leben Eine beschlossene Auswanderung werde durch die Vorsichtsrichtet. Gegenwärtig kommt ihnen mehr darauf an, zu der ihm untergebenen Offiziere und Mannschaften unerträglich maßregeln der fächsischen Regierung wegen des zu erwartenden bestreitet, daß das Ehrengericht an Herrn Endells Kassen- und mache.( Beifall links.) Bezüglich der eingeschriebenen Kindes ebenfalls vereitelt werden. Aus diesem Grunde habe die sonstiger politischer Lebensführung etwas auszusetzen gefunden; Matrosen der Handelsmarine erklärt der Ministerpräsident, Kronprinzessin die Großherzogin flehentlich um Bermittelung gebeten. und nun wird wieder die Darstellung vorgebracht, die man früher diese hätten das Recht, in den Ausstand zu treten, Die Rückkehr der Kronprinzeffin nach Salzburg und zwar allein, nicht wollte gelten lassen." er wolle sie nicht, wie es die früheren Vorschriften ohne Giron, dürfte gestattet werden, wenn Kaiser Franz Die andeutenden Verdächtigungen des Freiherrn v. Wangenheim thaten, zum Vorteil der privaten Ausbeutung Josef seine Zustimmung, wenigstens für die Zeit der Entbindung, über den toten Landrat laufen nach einer Korrespondenz darauf der militärischen Disciplin unterstellen.( Beifall giebt. Man hofft, am toskanischen Hofe, daß die Kronprinzessin jekt hinaus, daß er es zweimal abgelehnt habe, Satisfattion zu geben, links.) Der Minister erörtert sodann die Frage der Neubauten und alle Bedingungen annehmen werde! teils aus principiellen Gründen, teils wegen der Persönlichkeit seiner beklagt, daß die Ausführung der festgestellten Programme durch die Gegner. Danach hätte also Herr v. Wangenheim getreu nach dem Langsamkeit der Geschäftserledigung in den Verwaltungsbureaus Muster Rheinbaben die Diskretion als Mittel benutzt, in Ermangelung verzögert werde. Er erklärt sich gegen große PanzerTompromittierender Thatsachen durch dunkle Andeutungen schlimmenfchiffe; er ziehe ihnen leichtere und raschere Einheiten vor, welche Verdacht zu erregen. Eine bei Hofe beliebte Persönlichkeit, der Landrat des Kreises Teltow wo polnische Arbeiter den Kanalbau ausführen Herr v. Stubenrauch soll als Germanisator nach Posen gehen und zwar als Präsident der Ansiedlungskommission. Was hat den Urheber der neuen Renaissance, den bildhauenden Leibgardisten der Hohenzollern, den Hochwächter der alten Ideale so über Nacht zu Fall gebracht? allein fähig seien, die Verteidigung Frankreichs zur See zu sichern. Schließlich spricht sich Pelletan voll Lobes über die Torpedoboote und die Unterseeboote aus und preist Frankreich glücklich, daß es diese beiden Einheiten in stärkerem Verhältnis als die andren Nationen befize. Parlamentarifches. Budget- Kommission. in Gebweiler, Die In der Sizung am Freitag wurden auch die einmaligen Ausgaben des Etats der Reichs-, Post- und Telegraphen- Verwaltung erledigt. Unverändert angenommen wurden alle die Positionen, bei denen es sich um die II. State, also um die Fortführung der bereits Gestürzt. Herr Reinhold Begas, der bekanntlich in erster Ueber die nene Dreyfus- Campagne erklärt Jaurès in der„ Petite in Angriff genommenen Grundstücks- Veränderungen handelt. Linie die vom Kaiser gefeierte neue Renaissance( Siegesallee usw.) République", diejenigen, denen die Fälschung Henrys nicht neugeforderten Postbauten wurden gleichfalls faſt fast sämtlich hergestellt oder angeregt hat, der unüberwindliche Wettbewerber bei die Augen geöffnet hätte, würden zweifellos auch jetzt ohne wesentliche Debatte genehmigt. Abgelehnt genehmigt. Abgelehnt wurde mur von eine Forderung 124 500 Mark allen patriotischen Denkmälern ist plöglich aus seiner Lehrthätigkeit an wieder die Wahrheit nicht sehen wollen. Aber er zur Erwerbung eines der Akademie der Künste gedrängt worden. Bemängelungen seiner hoffe, daß wir wieder eine breite Bresche schlagen werden, die etwas Grundstücks da die geforderten Preise außerThätigkeit, insbesondere durch den Dezernenten im Kultusministerium, mehr Licht und Gerechtigkeit hereinlassen wird. Er werde die Wahr- ordentlich hoch erschienen. Abg. Singer wies bei dieser Gelegen sollen den Anlaß gegeben haben. Allerlei geheimnisvolle Kund- heit unter seiner persönlichen Verantwortung ohne Uebertreibung und heit darauf hin, daß die einfache Angabe der Verwaltung: die Preise ohne Abschwächung sagen. seien„ angemeffen", doch keine genügende Grundlage für den Reichsgebungen, so eine Immediateingabe von Begas- Schülern an tag zu einem eignen Urteile bezüglich der Höhe der Preise bilde. Wilhelm II., umranken den Fall. Lehrer- Debatte in der Kammer. Am Donnerstag griff Notwendig sei es, daß die Regierung in solchen Fällen stets den Sylveston in der Kammer die Regierung an, daß sie aus den Feuerkassenwert des Grundstücks und event. die Höhe der Mieten mitStaatssekretär der Lehrern politische Agenten mache. Er wirft gewissen Lehrern vor, teile. Reichspost Krätte verspricht, verspricht, daß in den Schulen internationale und antimilitärische Ideen zu ver- in Zukunft dem Wunsche des Abg. Singer Rechnung getragen werden breiten.( Anhaltender Lärm auf der linken Seite.) Sybeton führt soll. Bezeichnend war ferner, daß wiederholt, aber freilich ohne Gegen die liberal- kleritale Kardörfferei haben sich die Münchener mehrere Fälle an. Der Minister des öffentlichen Unter- Erfolg, seitens des Referenten bezwo. Korreferenten, der Abgg. Paasche Nationalliberalen in einer Diskussionsversammlung recht entschieden richts Chaumié erhebt mit Entrüstung gegen die Be- und Eickhoff, der Versuch gemacht werde, selbst solche Ausgaben, über gewandt. Der Vorsitzende Prof. Hans Hofer bedauerte, daß hauptungen Syvetons Widerspruch.( Lebhafter Beifall links.) Er deren dringende Notwendigkeit kein Zweifel besteht, auf nächstes durch die Zustimmung zum Antrag Kardorff und die damit ver- lobe die Lehrer, die auf ihrem Feld eine ausgezeichnete Jahr zurückzustellen, damit der diesjährige Etat nicht gar fnüpften Ereignisse die Stellung der Nationalliberalen bei den Politik ausübten und Bürger erzögen zur Verteidigung zu schlecht aus- sche. Abg. Singer Singer erklärte sich entWahlen nicht besonders günstig geworden sei. Dr. med. Wacher der Republik und der Freiheit.( Langanhnltender Beifall schieden gegen eine folche„ Sparsamkeit", durch welche spottete über die Thätigkeit der heiligen drei Könige Bassermann, auf der Linken.) Leygues erklärt, die Neutralität, welche wichtige Verkehrs- Interessen gestört würden. Zum Schluß Baasche und Sattler; ihm wäre es lieber ehrlich zu unterliegen, als Syveton von den Lehrern verlange, wäre thatsächlich Verrat. Die wurde die zweite Rate in Höhe von 302 000 m. für die Herstellung mit dem Centrum zu siegen. Auch andre Redner sprachen gegen den erste Pflicht der Lehrer sei, die Demokratie und die Republik zu einer Telegraphenlinie im Innern von Deutsch- Ostafrika, von Paft mit dem Centrum. lehren. Wenn die Priester die Kirchen verlassen, um die Wahl- Mpapua nach Tabora mit 13 gegen 11 Stimmen der Socialdemo= schlacht zu leiten, so hätten auch die Lehrer das Recht, in den Streit traten, freisinnigen Volkspartei und eines Teiles des Centrums beeinzugreifen.( Beifall links.) Hierauf wird die General willigt. Nächste Sigung am Dienstag. diskussion geschlossen und die Kammer nimmt mit 500 a it, durch Pürgerschaft Kunft und Freifinu. Die Hamburger Bürgerschaft hat, wie gegen eine Stimme einen Antrag Wahlprüfungs- Kommission. In der Sigung vom 5. Februar bekannt, dem dortigen Dichter Guſtav& alte ein Jahresgehalt welchen die Erklärung der Regierung gebilligt wurde endlich die Prüfung der Wahl des Abg. Bolt( 5. Trier) Falke und allen Lehrern Anerkennung ausgesprochen Ende von 3000 m. bewilligt. gebracht. Beschlossen wurde, noch über eine Obwohl der Senatsantrag, so wird uns aus Hamburg ge- Annahme des Budgets für den öffentlichen Unterricht wird die erhebungen zu beantragen. wird für ihre Hingebung an Frankreich und die Republik. Nach Reihe weiterer Behauptungen des Wahlprotestes Beweis schrieben, nicht unvermittelt an die Bürgerschaft kam, sondern vorher Sigung geschlossen. Wenn das Plenum diesen Anbei den einzelnen Fraktionen vertraulich angefragt und so eine Mehrträgen, wie vorauszusehen, stattgiebt, dann hat dies nur heit sichergestellt war, konnten sich einige Mitglieder der freisinnigen Die Ausweisung vier italienischer Arbeiter hatte die Präfektur den Wert, daß vor der Oeffentlichkeit die schamlose WahlLinken doch nicht enthalten, eine Debatte über den Antrag hervor- von Lyon verfügt. Dieselben hatten nichts andres verbrochen, als mache der Nationalliberalen in jenem Streise aufgedeckt wird, denn zurufen und ihrer Unwissenheit und Mißachtung künstlerischer Thätig- daß sie sich an dem Genfer Generalstreit beteiligt hatten und des- die Beweiserhebungen werden so viel Zeit in Anspruch nehmen, daß feit Ausdruck zu geben. Infer Genosse Stolten trat für den Antrag halb schon aus der Schweiz ausgewiesen worden waren. Der günstigenfalls die Ergebnisse derselben bis ins Ministerium des ein und führte dabei aus, daß die so oft als kunst- und kultur- Ministerpräsident Combes hat dem socialistischen socialistischen Deputierten Innern gelangen, den Weg bis zum Reichstag zurück aber nicht feindlich verschrieene Socialdemokratie für Kunst- und Bildungszwecke Pressensé versprochen, die Maßnahme rückgängig zu machen. Es ist finden werden. So kommt es, daß ein Abgeordneter, dessen Wahl stets gern Gelder bewilligen werde. im höchsten Grade tadelnswert, wenn in einem republikanischen für ungültig erklärt werden muß, bis zum Ende der Legislatur Lande Ausweisungen von Ausländern wegen derartigen Gründen periode das Mandat behält und eine Thätigkeit ausübt, die ihm überhaupt erfolgen können. längst nicht mehr zukommen dürfte. Diese Leichenreden können an dem Geschehenen nichts ändern. Die Liberalen sind in den Schoß der allein felig machenden Zollfirche für immer eingegangen. Chronik der Majestätsbeleidigungen. Frankfurt a. M., 6. Februar. Der verantwortliche Redakteur der Frankfurter Neuesten Nachrichten", Julius Wertheimer, wurde heute von der hiesigen Straffammer wegen Majestätsbeleidigung zu zwei Monaten Festungshaft, gemäß dem Antrage des Staatsanwalts, verurteilt. Die Majestätsbeleidigung wurde gefunden in einer Kritik der bekannten Breslauer Kaiserrede. Ausland. Ein Konflikt mit Bowen Belgien. Der Prozeß gegen Rubino hat am Freitag in Brüssel begonnen. Beim Verhör erklärte Rubino nach einer Wolfffchen Meldung, er habe das Leben des Königs als Vertreters der von ihm bekämpften gegenwärtigen Gesellschaft treffen wollen. Er habe die Absicht gehabt, nach Italien zu gehen, um einen Mordanschlag zu verüben, aber seine Mittel hätten ihm nicht gestattet, sich dorthin zu begeben. Italien. Die Kommission trat dann in die Prüfung der Wahl des Abg. Will, konservativ( 1. Köslin) ein, ohne dieselbe wegen vorgerückter Beit zu Ende bringen zu können. Bezüglich dieser Wahl hatte der Reichstag Beweiserhebungen über einige Fälle von Wahlbeeinflussung beschlossen. Die Resultate liegen vor. Für den Wahlbezirk Serampe kajsierte die Kommission die für Will abgegebenen 81 Stimmen, da der Wahlvorstand sich die offenbarste Beeinflussung zu Schulden kommen ließ. Die weiteren Zeugenaussagen werden in der am nächsten Dienstag stattfindenden Sitzung die Kommission beschäftigen. ist das neueste vom venezolanischen Schiedsgerichts. Der neue Prozeß Palizzolo, der, wie schon mitgeteilt, in Florenz verhandelt werden wird, dürfte kaum vor Monat Juli beginnen, und Weiter wird uns aus der Wahlprüfungs- Kommission geschrieben: Schauplay. Die Mächte sind verschnupft über die ihnen von man nimmt an, daß er von nicht geringerer Dauer sein wird als In der Kommision giebt man sich der Hoffnung hin, daß die bedem amerikanischen Gesandten zu teil gewordene Behandlung. Ein der erste. Dieser währte vom 9. September 1901 bis 30. August 1902, absichtigte Sicherung des Wahlgeheimnisses die zeitraubende Laffan- Telegramm meldet aus Washington: also fast ein volles Jahr. In Palermo, Messina und andren Prüfung der Stimmzettel, selbst die Untersuchung unberechtigter, Der amerikanischen Regierung ist von beteiligter fizilianischen Städten haben bei Bekanntwerden des Beschlusses des terroristischer Wahlkontrolle überflüssig machen werde, so daß Seite zu verstehen gegeben worden, der Gesandte Bowen habe Staffationshofes große Demonstrationen zu Ehren des Erdeputierten die Prüfung der Wahlen fünftig leichter und schneller von statten mit seiner, Aeußerung gegenüber dem britischen Botschafter Lord Palizzolo stattgefunden, woraus ersichtlich ist, daß dieser ehemalige gehen könnte. Damit würde auch der Uebelstand beseitigt, daß Herbert, das Fortbestehen des Bündnisses gegen Venezuela über die Häuptling der Maffia noch immer viele Freunde und Anhänger Abgeordnete jahrelang ein Mandat innebehalten, das ihnen gar nicht unbedingt nötige Zeit hinaus würde Ueberraschung und Bedauern befigt. Balizzolo hat es durchgesetzt, daß man ihn nach Rom ge- gebührt. Im Falle Will hat z. B. die Beweiserhebung nicht verursachen, die Grenzen des diplomatisch zulässigen bracht hat, weil er das rauhere Klima in Bologna nicht ver- veniger als 21 Jahr gedauert. tragen fönne. überschritten. England. Ein weiterer Centrumsantrag zum Etat des Reichsamts des Nach einer andren Meldung hat der englischen Botschafter. Die englische Politik gegenüber Irland scheint in etwas freund- Innern. Gröber und Genossen beantragen:" Der Reichstag wolle in Washington gegen Bowens Auftreten scharf protestiert. lichere Bahnen einlenten zu sollen. In den meisten Distritten ist beschließen, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, in der nächsten Staatssekretär Hay erklärte, die Union könne dafür das Ausnahmegesetz aufgehoben; ferner find verschiedene irische Session dem Reichstage einen Gesezentwurf vorzulegen, durch den nicht verantwortlich gemacht werden. Man möge eine Be- Politiker, welche zu längeren Gefängnisstrafen berurteilt waren, in die Rechtsfähigkeit von Berufsvereinen auf der schwerde an Castro richten; Bowen sei zur Zeit nicht Be- Freiheit gesetzt worden. Unter diesen befindet sich William Red- Grundlage des Bürgerlichen Gesetzbuches geregelt wird." amter der Vereinigten Staaten. mond. Partei- Nachrichten. Gemeindewahlen. Die Gemeindewahl in 12angenhessen in der Zwickauer Gegend war für ungültig erklärt worden. Bei der abermaligen Wahl wurde nun ein Parteigenosse gewählt, was vorher nicht der Fall gewesen war. Je ein Parteigenoffe wurde auch gewählt in Calvörde und Windhausen in Braunschweig. Im letzteren Orte sind jetzt alle drei Mandate der dritten Klasse in unsrem Besitz. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. eingefunden hatten. Aus dem Bericht der Vertrauensfommission[ sonderem Maße bei den Krankenkassen, deren Vorstände von social ging folgendes hervor: Vor zwei Jahren hatten die Landschafts- demokratischen Elementen beherrscht oder bestimmend beeinflußt gärtner mit ihrer Unternehmerorganisation einen Tarif abgeschlossen, werden." Stunde vereinbart war für alle Gehilfen über 21 Jahren und lebermut, Herrschsucht, Gewalt, Rücksichtslosigkeit, schrankenloser nach welchem in der Hauptsache ein Mindestlohn von 40 Pf. pro In diesent Tone geht es noch eine lange Weile fort von solchen, die mindestens schon ein Jahr in der Landschaftsbranche Willtür und allem möglichen, immer als Vorwurf gegen die Socialthätig waren, sowie zehnständige Marimal- Arbeitszeit. Jegt fordern demokratic. zahlung der Heberstunden und Sonntagsarbeit mit 15 Bf. Aufschlag Auge. Von vornherein hat unser Parteiblatt in Gera die Partei ſte: 50 Pf. Mindestlohn bei zehnstündiger Arbeitszeit, Das paßt nun auf den Geraer Aerztestreik wie die Faust aufs pro Stunde, Schutzvorrichtungen gegen Witterungseinflüsse, Lohn der Aerzte genommen. Das Gewerkschaftskartell hat mehrere Verzahlung während der Arbeitszeit, Sonnabends eine Stunde früher mittelungsversuche unternommen, die durch das Fernbleiben des Mißglückter Kampf gegen socialdemokratische Schriftenverteiler. Feierabend ohne Abzug, Lieferung der Arbeitsgeräte mit Ausnahme Vorstandes der Kasse fehlgeschlagen sind. Die Staffe ist nämlich eine Die berühmte Verfcommungsvorschrift, wonach an Sonn- und von Scheeren und Messern von den Arbeitgebern. Der Verband der Betriebskaffe, ein Unternehmer ist Vorsitzender, die Unternehmer haben Feiertagen alle öffentlich bemerkbaren Arbeiten verboten sind, sollten gewerbetreibenden Landschaftsgärtner hat eine Verhandlung mit der maßgebenden Einfluß im Kassenvorstande und die Arbeitervertreter die Parteigenossen Kalisch, Koch und Bröme dadurch übertreten Kommission abgelehnt, indem er den Gehilfen den Vorwurf im Stassenvorstande gehen trotz ihrer Ueberzahl im Schlepptau der haben, daß sie Sonntags in einigen Dörfern den„ Märkischen Volts- macht, die Abmachungen vom Jahre 1901 nicht innegehalten zu Unternehmer, weil selbständige Arbeiter in einer Betriebskaffe nicht Talender" verteilten. Das Schöffengericht verurteilte fie auch auf haben. Einstimmig wurde beschlossen, zu einem günstig erscheinenden aufkommen können. Grund der im Regierungsbezirk Frankfurt a. D. erlassenen Ver- Beitpunkt dieses Frühjahrs unbedingt in den Streik ein- In einer Kassenversammlung, die vor einigen Tagen stattfand, ordnung über die Heilighaltung der Sonn- und Feiertage, nachdem es zutreten, falls die Arbeitgeber nicht vorher die Forderungen referierte ein Arbeitervertreter aus dem Vorstande über den Streitfall. festgestellt hatte, daß die Angeklagten von Haus zu Haus gegangen feien und in jeder Wohnung" einen Kalender niedergelegt hätten. Die Jungbierkutscher beschlossen gestern abend in einer von fast zu der Verhandlung des Gewerkschaftskartells gegangen fei, weil Das Landgericht Kottbus hob das Urteil insoweit auf, als dadurch sämtlichen Kollegen besuchten Versammlung mit allen gegen drei das Kartell einen politischen Anstrich habe und es sich mit seiner die genannte Verordnung angewendet worden ist. Sie sei nicht an- Stimmen, den Brauereibesitzern am Montag früh den neu ausgesellschaftlichen Stellung nicht vertrage, die Sizungen einer solchen wendbar, denn es handle sich hier nicht um eine öffentlich bemert- gearbeiteten Tarif zur sofortigen Anerkennung vorzulegen und im Sorporation zu besuchen. Der Arbeitervertreter billigte dieses Verbare Arbeit in ihrem Sinne, da die Angeklagten ohne besondere Falle der Ablehnung desselben, geschloffen in den Streit einzu- Bersammlung erschienenen Witglieder des Gewerkschaftskartells, die halten des Unternehmers und Vorsitzenden ausdrücklich. Die in der Anstrengung die Kalender in den Taschen ihrer Kleider hätten fort- treten. Einstimmige Annahme fand ein Antrag, zu Gunsten etwaiger zur Einigung mit den Merzten raten wollten, wurden mit dem Hintragen fönnen. Verurteilt wurden die Soci aber doch wieder zu Geld Gemaßregelter pro Mann 10 Mark ertra zu entrichten. strafen von je 15 M. Es mußte die Gewerbe- Ordnung herhalten. weise auf das Hausrecht hinausgewiesen. Ein Mitglied der Kasse, ein Das Landgericht legte zunächst den§ 43 der Gewerbe- Ordnung so Nach dem letzten Geschäftsbericht der Ortsverwaltung betrug die Vorstandes mißbilligte und entschieden für die streikenden Aerzte eins Die Organisation der Straßenbahner macht gute Fortschritte. Socialdemokrat, brachte eine Resolution ein, die das Verhalten des aus, daß alles gewerbsmäßige Verteilen von Druckschriften Mitgliederzahl 1011 am Jahresschluß gegen 423 bei der Gründung. trat. Nachdem der Vorsitzende der Kasse, der Fabrikant Luboldt, eine von einer behördlichen Erlaubnis abhängig sei, die die Angeklagten An Einnahmen wurden seit dem 1. April 1902 erzielt 7840,10 M., flammende Rede gegen die Aerzte gehalten und die Arbeiter aufnatürlich nicht besaßen. Und dann nahm es ein gewerbs die Ausgaben betrugen 7707,54 W., darunter 3871,63 M. an die gefordert hatte, Vertrauen zu ihren Arbeitgebern zu haben, wurde mäßiges Verteilen an, weil jeder Angeklagte eine Mark Reisegeld Hauptkasse, für Rechtsschutz-, Arbeitslosen-, Kranken- und sonstige die Mißbilligungs- Resolution abgelehnt, dagegen eine Vertrauenserhalten hatte. Die freundlichen Landrichter meinten, die An- Unterstützung ca. 2200 M. Abgehalten wurden in dieser Zeit Resolution für den Vorstand angenommen. geklagten, die die ganze Woche arbeiteten, hätten Sonntags eigentlich ein Ruhebedürfnis. Es werde die eine Mark sein, die sie auf- ca. 200 Betriebsversammlungen der einzelnen Bahnhöfe, die von rüttelte, und sie hätten sicher die Absicht, bei nächster Gelegenheit 14 Beijißer zu den Unfall- und Invaliditäts- Schiedsgerichten sowie Monat zu Monat besser besucht waren. Die Organisation stellt wieder Schriften zu verteilen und' ne Mark einzustecken. den größten Teil der Delegierten zur Betriebs- Krankenkasse. # bewilligen. Das Geivertschaftstartell für Weißensee. Deutsches Reich. Der Straffenat des Kammergerichts gab der vom Rechtsanwalt Koppel vertretenen Revision der Angeklagten statt und sprach sie frei, Achtung! Gewerkschaften Weißensees. Am Sonntag, den indem er von folgenden, teils schon vom Oberstaatsanwalt geltend 8. d. M., früh 8 Uhr, findet für Weißensee eine allgemeine Flugblattgemachten Erwägungen ausging: Die Gewerbsmäßigkeit sei nicht verbreitung statt. Gleichzeitig sollen Handzettel zu der am Montag, bedenkenfrei festgestellt, wenn dem Landgericht dafür schon die Ein- den 9. d. M., im Holzschen Lotal, König- Chausse 49, stattfindenden nahme der einen Mark genüge. Wenn die Angeklagten ebensoviel Versammlung für die Konfektionsarbeiter und Arbeiterinnen mit veroder mehr an Reise- und Behrungskosten ausgegeben hätten, dann breitet werden. Die Gewerkschafts- Vorstände werden hierdurch erwären die Schlüsse auf ein gewerbsmäßiges Handeln verfehlt. Nun sucht, nach Möglichkeit dafür zu sorgen, daß sich die gewerkschaftlich habe sich das Landgericht auf§ 43 Nummer 5 der Gewerbe- organisierten Arbeiter vollzählig an dieser Arbeit beteiligen, und sich Ordnung berufen. Danach sei in geschlossenen Räumen zur pünktlich in den bekannten Lokalen einfinden. nichtgewerbsmäßigen Verteilung von Druckschriften eine ErTaubnis nicht notwendig. Augenscheinlich schließe hieraus das Landgericht, daß man zum gewerbsmäßigeu Verteilen von Druckschriften in geschlossenen Räumen einer Erlaubnis bedürfe. Ein derartiger Schluß wäre aber verfehlt. Auch wäre hier nicht anwendbar der § 43 Absatz 1 der Gewerbe- Ordnung, der eine Erlaubnis der Drtspolizei fordere u. a. für das gewerbsmäßige Verteilen von Druck schriften auf öffentlichen Wegen, Straßen, Bläzen und an andern öffentlichen Orten. Hier sei gerichtlich festgestellt, daß die Leute von Haus zu Haus gegangen seien und die Kalender„ in jeder Wohnung" niedergelegt hätten. Somit liege auf keinen Fall ein Verteilen an öffentlichen Orten vor. Damit rechtfertige sich die sofortige Freisprechung.. Der Staatskasse wurden außer den andern Kosten auch die notwendigen Auslagen der Angeklagten auferlegt. Aus Induftrie und Dandel. Aussichten im Baugewerbe. Das reichliche Angebot von Geld zu Bauzwecken bildet für die Bauunternehmer einen starken Anreiz, ihre Thätigkeit umfassender, als in den letzten beiden Jahren, aufzunehmen. Schon jest kann man aus einer Reihe von Angeboten schließen, daß die Frühjahrssaison lebhaft einsehen wird. Biele Bauten find so weit vorbereitet, daß schon gegenwärtig die Liefe rungen vergeben werden. Auf dem Markt der Bauartikel ist die Nachfrage so start, daß in einzelnen Artikeln die Vorräte fait aus verkauft sind. Auf dem Holzmarkt und auf dem Eisengewerbe merkt man die kommende Lebhaftigkeit des Baugeschäfts deutlich. Die Bestellungen auf Ziegel, Cement, Parkettböden usw. laufen dieses Jahr früher und umfangreicher ein als im Vorjahre. Allerdings muß man, um die kommende Besserung des Beschäftigungsgrades nicht zu überschäßen, im Auge behalten, daß es sich bei der in Aussicht stehenden Thätigkeit hauptsächlich um die Errichtung von Wohnhäusern sowie um staatliche und kommunale Bauten handelt. Fabrikbauten und Erweiterungen von industriellen Anlagen kommen auch für 1903 noch wenig in Betracht. Dieser Ausfall spielt in den Industrieorten eine bedeutende Rolle. So werden z. B. in den Centren der rheinisch- westfälischen und der oberschlesischen Industrie Die Baugeschäfte, sowie die Hilfs- und Nebengewerbe faum viel mehr zu thun haben als im Jahre 1902, too in vielen Betrieben nicht nur die Arbeiterzahl start vermindert, sondern auch die durchschnittliche Beschäftigung vielfach bis auf ein Drittel der Leistungsfähigkeit herabgesetzt werden mußte. " Die Ausfperrung der 500 Arbeiter des Bremer Bulkan in Vegesack kann sich möglichenfalls zu einem schweren Konflikt zuspißen. 3ur Teilnahme an der Zeichenfeier des verunglückten Kameraden der Ursache der Aussperrung waren die Arbeiter einer früher geirofenen Abmachung zufolge zweifellos berechtigt. Das Verbot ist von einem neuen Ingenieur erlassen, der auch die Aussperrung verfügte. Die Arbeiter haben die brutale Aussperrung damit beantwortet, daß sie die Sperre über die Werft verhängten. Darauf hat nun die Direktion verfügt, daß sie, wenn die Sperre nicht bis Sonnabend auf es kommen etwa 2600 gehoben wird, sämtliche Arbeiter in Frage aussperren wird. Der Abschluß eines korporativen Arbeitsvertrages für das gesamte Baugewerbe ist in Stuttgart in naher Aussicht. Nach mehreren Sizungen hat sich eine Kommission aus Vertretern der Arbeitgeber und der Organisationen der Maurer, Zimmerleute, Steinhauer usw. über alle maßgebenden Punkte vollständig geeinigt. Im Laufe der nächsten Woche soll der Vertrag von den Organisationen genehmigt werden. Erfolgt die Genehmigung noch bis Ende Februar, so tritt der Vertrag am 1. März in Kraft. Husland. Er teilte mit, daß der Vorsitzende, Fabrikant Luboldt, deshalb nicht Der Vorstand des Gewerkschaftstartells erläßt eine öffentliche Behandlung und behält sich weitere Schritte vor. Erklärung gegen die dem Kartell durch die Kasse zu teil gewordene So ist der wirkliche Sachstand bei dem Geraer Aerztestreif. Die " Post" aber und ähnliche Blätter werden unverfroren weiter ihr Sprüchlein herunterleiern von dem Terrorismus der Socialdemokratie. Der deutsche Kellnerbund veranstaltet eine Erhebung über die Durchführung der Bundesrats- Bekanntmachung über den Kellnerschuh und über die Verhältnisse im Kellnergewerbe überhaupt. Letzte Nachrichten und Depefchen. Zum Fall Peters. Berlin, 6. Februar. Gegenüber den Angaben in der Presse und im Reichstage, die sich auf Aeuerungen des Geiheimen Legationsrats Hellwig von der Kolonial- Abteilung zum Fall Peters beziehen, ist das Wolfffche Telegraphenbureau in der Lage, nach= stehendes zu erflären: Ein Herr v. 2oßberg, der sich, wie später festgestellt, unberechtigterweise als Bertreter der„ Täglichen Rundschau" einführte, und angab, im Auftrage von drei mit Namen genannien Mitgliederu der freitonservativen Partei zu kommen, bat den Geheimrat Hellwig m vertrauliche Mitteilungen, die es seinen Auftraggebern ermög lichen sollten, auf eine erneute Behandlung des Falles Peters im Reichstage zu verzichten. Die Aeußerungen, die Geheimrat Hellwig im Laufe der etwa halbstündigen Unterredung gemacht hat, können zwar nicht mehr im Wortlaut wiedergegeben werden, der Sach verhalt aber, der diesen Aeußerungen zu Grunde lag, ist folgender: Lieutenant Bronsart v. Schellendorf, mit dem Geheimrat Hellwig damals im persönlichen Verkehr stand, erzählte diesem im Frühjahr 1895 gelegentlich eines Gesprächs über seine Erlebnisse in Ostafrita privatim von dem Verhalten des Dr. Peters am Kilimanicharo. Die Kolonial, Abteilung war mit dieser Angelegenheit bereits auf Grund von Berichten des Gouvernements von Ostafrifa amtlich befaßt. Ge= heimrat Hellwig sagte dem Lieutenant v. Bronsart, er betrachte es als deffen dienstliche Pflicht, seine Wahrnehmungen zur Kenntnis der vorgefeßten Behörde zu bringen. Herr v. Bronsart lehnte dies indes als chemaliger Untergebener von Dr. Peters ab und bat, feine Mitteilungen als ganz private und vertrauliche zu behandeln. Er erwähnte dabei, daß der Maler Kuhnert, der, auf einer Studienreise begriffen, zufällig den betreffenden Vorgängen am Kilimanscharo als Augenzeuge beigewohnt hatte, über das Verhalten des Dr. Peters empört sei und daß er, Bronsart, Grund zu der Annahme Die Gemeindearbeiter fordern im Durchschnitt Lohnerhöhungen habe, daß Kuhnert über die Vorfälle an die Kolonial- Abteilung bevon 20-30 Prozent. Der Bürgermeister hat erklärt, daß die in dem richten werde. Das Schreiben des Malers Stubnert ist in der That Arbeiterreglement, das nächster Tage zur Beratung fommt, fest- bei der Kolonial- Abteilung eingegangen, und zwar ohne jedes Zuthun des Geheimrats Hellwig. Dieses Schreiben hat den gestellten Löhne nur wenig von den geforderten abweichen. In der Erwartung, daß die städtischen Behörden den Forderungen Disciplinargerichten bei der Verhandlung des Falles Peters vorgelegen. der Arbeiter entgegenkommen werden, haben diese die Entscheidung über den Ausstand verschoben. Ein Wolfffches Telegramm sagt darüber: Die Lohnbewegung der Gemeindearbeiter in Amsterdam. In der Amsterdamer Gemeinderatssitzung am Mittwoch interpellierte unser Barteigenoffe Bo I at in Gemeinschaft mit zwei andren Stadtverordneten den Bürgermeister und Magistrat darüber, was sie in Bezug auf die Lohnbewegung der Gemeindearbeiter zu thun gedenken. Der Bürgermeister gab das Versprechen, daß die Angelegenheit so schnell wie möglich behandelt werden solle. Es sei jedoch nicht möglich, die Lohnregelung für 4000 Arbeiter der verschiedenen Kategorien innerhalb der Zeit von 8 Tagen zu erledigen. Amsterdam, 6. Februar. In einer Versammlung der städtichen Gasanstaltsarbeiter wurde beschlossen, die Entscheidung be treffend den Ausstand auf 14 Tage hinauszuschieben. Das Personal der städtischen Straßenbahnbediensteten beschloß eine neuerliche Versammlung, um das Ultimatum zurückzuziehen und dem Stadtrate Zeit zu lassen, ihre Forderungen in Erwägung zu ziehen. Zwanzig Artilleristen sind von Utrecht nach Amsterdam abgegangen, um Kutscherdienste zu thun. Die Arbeiter bei der Wasserleitung beschlossen, von Montag ab in den Ausstand zu treten. Warenhaus A. Wertheim. Die Firma Wertheim hat bekanntlich in der Leipzigerstraße, am Leipziger Blab und in der Boßstraße mehrere Häuser angekauft, um ihr Geschäftshaus noch weiter auszudehnen. Der Bau soll unbedingt im nächsten Jahre fertig sein. Das Bautapital giebt zum größten Teil die Hypothekenbant in Hamburg her, die, wie die Frankfurter Zeitung" erfährt, folgenden Be Teihungsvertrag mit der Firma Wertheim abgeschloffen hat: Die Sypothetenbank in Hamburg hat der Firma A. Wertheim eine Sypothet zugesagt von 60 Proz. der Selbsttosten in einem Marimal betrage von nicht weniger als 9,50 Millionen Mark zu 4% Proz. Binfen, rüdzahlbar am 1. Oftober 1909. Die Hamburger Sypothetenbank hat die Absicht, einen Teil des Geschäfts anderweitig abzutreten, nach welcher Richtung ihr bereits Offerten vorliegen sollen. Aus diesem Grunde soll die Hypothek in mehreren Appoints Die Aussperrung droht den Schneidern in St. Gallen, weil sie mit gleicher Rangstelle eingetragen werden. Ueberdies aber hat die einen von den Meistern ausgearbeiteten neuen Tarif, der schlechter ist, Bant eine Zusatz- Sicherung dadurch erhalten, daß die Diskonto- Ge- als der vor zwei Jahren abgeschlossene, der mit dem nächsten 1. April fellschaft ihr gegenüber die unbedingte selbstschuldnerische Bürgschaft abläuft, nicht annehmen wollen. Bereits ist den Gehilfen auf 14 Tage übernommen hat. Auf dem alten Wertheimschen Geschäftshause gefündigt worden. Drei größere Firmen haben den bestehenden Tarif haftet eine Hypothek von 5 Millionen Mark der Hamburger Ver- für eine weitere zweijährige Dauer angenommen. ficherungsgesellschaft Janus, auf ihrem alten Grundstück in der Voßstraße eine solche der Lebensversicherungs- Gesellschaft Victoria von 1,60 Millionen Mark. Diese beiden Belastungen bleiben unverändert bestehen, während eine anderweitige Sypothek, die seitens der Deutschen Grundkreditbank in Gotha gewährt wurde, aus dem Erlös Deutschen Grundkreditbant in Gotha gewährt wurde, aus dem Erlös der neuen Beleihung abgetragen werden soll: Abgeordnetenhaus. Wien, 6. Februar. Nach längerer Debatte werden fämtliche Anträge auf Abänderung der Geschäftsordnung an einen Ausschuß von 48 Mitgliedern vertwiesen, welcher in der nächsten, am Dienstag stattfindenden Sigung gewählt werden soll. Venezuela. Washington. 6. Februar.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) Nach Mitteilungen aus bester Quelle ist die Lage hier folgende: Die verbündeten Mächte sind unzufrieden mit der Antwort Bowens In den Glasfabriken von Damprémy und Marchiennes haben und haben ihre Vertreter angewiesen, die Frage der Borzugsdie Glasbläser die Arbeit niedergelegt, weil ihnen behandlung dem Präsidenten Roosevelt zur Entscheidung vorzulegen. eine Lohnreduktion von 20 Proz. angekündigt war. Es steht zu be= so soll die Wenn der Präsident die Entscheidung ablehnt, fürchten, daß die ganze belgische Glasindustrie von der Ausstands- Frage der Vorzugsbehandlung oder möglicherweise die ganze bewegung ergriffen wird. Kontroverse dem Schiedsgerichtshof im Haag vorgelegt werden. Der englische Botschafter Herbert wird den Vorsiz in der Sizung der Vertreter der verbündeten Mächte, welche heute in dieser AnHerbert wird sich inzwischen gelegenheit stattfinden wird, führen. mit dem Staatssekretär Hay ivegen der Möglichkeit der Annahme des Schiedsrichteramtes durch Roosevelt besprechen. Man ist hier der Ansicht, Roosevelt werde den Antrag ablehnen. Bowen hat gestern zahlen, dieselbe Summe, welche am Anfang der Verhandlungen dem Grafen v. Quadt mitgeteilt, daß Venezuela gewillt fei, ant Deutschland und Italien 5500 Pfd. Sterl. in bar zu be nach Herberts Abmachungen England zugesagt worden war. Wie man erfährt, soll nachfolgendes Vorgehen eingeschlagen werden: Wenn die Bevorzugungsfrage erledigt ist, sollen die Forderungen jeder einzelnen ausprucherhebenden Macht von einer besonderen Kommission, in welcher sich ein Vertreter der ansprucherhebenden Macht und ein Vertreter Venezuelas befindet, entschieden werden; wenn diese fich nicht einigen können, fo foll der König bon Spanien einen Schiedsrichter ernennen, der wahrscheinlich der spanische Gesandte in Venezuela sein werde. Falls nach Abschluß eines Abkommens Venezuela einen Monat verstreichen lassen sollte, ohne die Zahlungen an jede der Nationen prompt zu leisten, so soll die belgische Regierung mit der Verwaltung der Zölle betraut werden, welche ähnlich derjenigen der belgischen Zollverwaltung fein solle. sekretariat wird am 15. und 16. März seine Jahresversammlung zu Niederländischer Gewerkschaftskongres. Das Nationale Arbeiter Utrecht abhalten. Auf der Tagesordnung steht unter andrem ein Antrag des Vorstandes, wonach die nahe verwandten Gewerkschaften verpflichtet werden sollen, Föderationen zu bilden, die im stande find, bei Streits mindestens während der ersten 14 Tage für Unterstützung zu sorgen. Sociales. Gelsenkirchener Bergwerks- Aktiengesellschaft. In der heutigen Sigung des Aufsichtsrats wurde die Rohbilanz vorgelegt und beschlossen, der Generalversammlung die Zahlung einer Dividende von 10 Proz.( im Vorjahre 12 Proz.) vorzuschlchagen. Die Abschreibungen und Rückstellungen wurden auf rund 6 268 000 0. . 6 259 664 M.) bemessen. Davon follen 300 000 M. dem Special Reservefonds überwiesen werden. Zu Gratifitationen, für den Beamten- Unterstübungsfonds und die Arbeiter- Unterstüßungs- hat der Scharfmacherpresse wieder einmal einen gründlichen Reinfall faffe wurden 225 000 m.( i. 3. 150 000 M.) bestimmt und 500 000 Mart( wie im Vorjahre) auf neue Rechnung vorgetragen. ( i. Gewerkschaftliches. Der Aerzte- Streit in Gera bereitet. So war es für Blätter vom Schlage der" Post" von vornherein ausgemacht, daß hier wieder einmal die Socialdemokratie ihre Macht gegen die dem Bürgertum angehörenden Aerzte aus spielen wolle. Das Blatt schrieb z. B. in einem Artikel über den Washington, 6. Februar.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Geraer Konflikt: Die Nachricht, daß der englische Botschafter Herbert und der Vertreter Es liegen hier die gleichen Ursachen zu Grunde, welche den Venezuelas Bowen in der Zusammenkunft am Montag eine ziem socialdemokratischen Machtdünkel ins Ungemessene gesteigert haben. lich erregte Auseinanderseßung hatten, wird in bestimmter Die Berliner Landschaftsgärtner( Sektion des Allgemeinen Auf der einen Seite ängstliche Schwäche, auf der andren bis zur vollendeten Weise bestätigt. Es wird erklärt, wenn alle Einzelheiten der gegenDeutschen Gärtnervereins unter christlichsocialer Leitung) beabsichtigen, Selbstverlengnung gehende Liebedienerei haben das Machtbewußtsein der wärtigen Verhandlungen zivischen den Bertetern der drei eurpäischen in diesem Frühjahr in eine Lohnbewegung einzutreten. Zur Umsturzpartei so gesteigert, daß sie sich bereits alles erlauben zu Mächte und dem Gesandten der Vereinigten Staaten in Benezuela Beschlußfassung war von dem Sektionsvorstand zu Donnerstagabend können meint. Rücksichtslos bringt sie ihre Macht zur Anwendung, veröffentlicht werden sollten, würde die Welt einige sensationelle eine Versammlung einberufen worden, zu der sich etwa 600 Gärtner wo sie nur immer kann, und naturgemäß geschieht dies auch in be- diplomatische zwifchenfälle erfahren. Berlin und Umgegend. Verantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen. Nr. 32. 20. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. 252. Sizung. Freitag, den 6. Februar 1908, nachmittags 1 hr. Am Bundesratstische: Reichskanzler Graf Bülow, Freiherr b. Thielmann, Graf Posadowsky. Mehrere Rechnungsfachen werden debattelos erledigt. Darauf wird die zweite Beratung des Etats des Reichskanzlers fortgefegt. Abg. Dr. Röficke- Kaiserslautern( B. d. L.): Weiter hat bei Darin fultur. Staatssekretär Graf Posadowsky: und bei den Nationalliberalen.) wird. # Sonnabend, 7. februar 1903. " 1 des um die Kandidatur um mit dem ( Bravo! zivungen, in ihrem Parlamente zu dieser Frage schärfer demokraten.) Es würde damit das goldene Band zerschnitten werden, Stellung zu nehmen. Wir haben dann dazu erklärt, daß das in Form der Diäten aus der Parteikasse heute noch die falls größere Quantitäten Zucker aus den Kolonien Meinungen in der Socialdemokratie zusammenhält; es würden dann nach England eingeführt werden sollten, wir uns volle sehr divergierende Bestrebungen innerhalb der Aktionsfreiheit vorbehielten. Die Ratifitation Socialdemokratie zu Tage treten. der Brüsseler Zuckerkonvention wird dadurch nicht Eine Neueinteilung der Wahlkreise nach geographiberührt. Die Regierungen werden zu der Frage Stellung nehmen, schen und historischen Gesichtspunkten sollte von seiten des wenn das praktische Bedürfnis dazu hervortritt. Reichskanzlers für die nächste Legislaturperiode in Aussicht ge= nommen werden, in organischer, nicht in mechanischer Weise. Die städtischen Massen dürfen wir nicht Herren machen. Herr Röfice hat behauptet, ich hätte die Aeußerung gethan, es n jedem ländlichen ländlichen Wahlkreise giebt es mehr staatswürden in Zukunft nicht viel positive Maßnahmen erhaltende Kräfte als in dem größten Industriebezirk. Daß Ich möchte den Reichskanzler fragen, ob bald die von ihm an- nie ein ähnliches Wort gesagt. Ich habe lediglich von Generale empfohlen hat, erachte ich für ein erfreuliches Zeichen für die Landwirtschaft zu ergreifen sein. Ich habe der Reichskanzler dem Kaiser den Empfang der Boeren gekündigte Borlegung eines Gefeßes, das die Ueberwachung einer weiteren Erhöhung der Zölle gesprochen. Aber positive Maß des Verständnisses für die Imponderabilien der Volksfeele. Daher des Berkehrs mit Nahrungs- und Genußmitteln auf nahmen zum Schuße der Landwirtschaft liegen nicht nur auf dem bedaure ich es umsomehr, daß dieser Empfang infolge böser Grund der bestehenden Reichsgefche nach einheitlichen Grundfäßen regelt, Gebiete der Zölle fondern auf dem Gebiete der gesamten Landes- Mißverständnisse unterblieben ist. Von einer plötzlichen zu erwarten ist und welche Schritte in dieser Richtung gethan sind. Weiter möchte ich mich erfundigen, welche Bewandtnis es hat mit dem öffentlichen Lasten auf die ländlichen Kreise be- Gewährsmann hat da den Herrn Reichskanzler ganz falsch berichtet. Ich gestehe zu, daß auch heute noch der Drud der Sinnesänderung der Boeren- Generale tann keine Rede sein. Sein in den Zeitungen mitgeteilten Telegramm, wonach eine ameri- beutend schwerer ist als auf die Städte.( Sehr richtig! rechts.) Die Boeren Generale selbst haben es dem Empfangskomitee tanische Firma wöchentlich 200 Stüd Rindvich an Daß die Staatslasten auf das Land viel härter drücken, liegt auch gegenüber wiederholt mit Nachdruck betont, wie peinlich ihnen das deutsche Heer zu liefern sich durch Vertrag verpflichtet hat. Ich habe kein Dementi diefer Nachricht in find als die städtischen.( Sehr richtig! rechts.) Aber man darf es Missverständnisse aufzutlären, scheiterten aber. daran, daß die Kommunalverbände auf dem Lande wesentlich kleiner dies Mißverständnis sei. Alle ihre Versuche, diese der Preffe gefunden, aber ich bin überzeugt, daß sie nicht wahr ist. doch nicht so darstellen, als ob die öffentlichen Lasten nur auf dem unter diesen Umständen ist es nicht wunderbar, daß die Meinung Denn wenn auch Graf Pojadowsky hier neulich gleichsam pro- Lande ruhten. Sie ruhen auch auf den städtischen Kommunen. grammatisch erklärt hat, daß er nichts Positives für die Landwirtfich verbreitete ich teile sie nicht die holländischen Unterhändler schaft thun tönne, so würde doch hierin etwas Regatives, cine Ich möchte daran eine allgemeine Bemerkung knüpfen. Sie hätten unter englischer Einwirtung geflissentlich Mißverständnisse und mit Recht, daß der Bauern hervorgerufen, um Deutschland davor zu bewahren direkte Benachteiligung ver deutschen Landwirt( nach rechts) fagen immer fchaft liegen. Weiter muß ich auf die Brüsseler Kon- ſtand eine der wichtigsten Grundlagen des Staates bilde. Die Re- Herrn Staatssekretär des Auswärtigen zu sprechen, dem Löwen vention zurüdkommen. Die Fassung dieser dieser Konvention gierung ist in dieser Beziehung vollkommen mit Ihnen einig. Nun auf den Schwanz zu treten. ist mindestens zweifelhaft. aber wird fortgesegt dem Bauernstand erklärt: die Regierung ist Es hat feiner Beit Auf die Kolonialpolitik will ich nicht ausführlich ein fchon schwach, sie wird ihre Versprechungen gegenüber dem Bauernstande gehen. Ich will nur auf eine Notiz der Leipziger Neuesten Abgeordneter Graf Limburg Stirum darauf hingewiesen, daß nach§ 11 England nicht verpflichtet ist, feinen Stolonial nicht halten, wir glauben nicht, daß die Regierung den guten Willen Nachrichten" aufmerksam machen, die geradezu ungeheuerliche zuder mit Strafzöllen zu belegen. hat, etwas für die Landwirtschaft zu thun. Wenn Sie( nach rechts) Behauptungen aufstellt. Es wird da behauptet, daß der Es wäre Pflicht der aber wirklich den Bauernstand für eine der wichtigsten Grundlagen Decernent im Kolonialamt, Regierung gewesen, die Ratifizierung der Konvention solange hin eines jeden konservativen Staates halten, so müssen Sie sich mit wig, Geheimrat Sellauszuschieben, bis diese Zweifel behoben waren. Dr. Peters für der Verhandlung der Brüsseler Konvention im Reichstage der uns vereinen, im Bauernstand das Bertrauen zur Regierung zu er bent Gouverneurposten in Deutsch Ostafrita im Regierungsvertreter erklärt, es werde angenommen, daß Rußland den höhen und nicht fortgesetzt zu erschüttern.( Sehr richtig! im Centrum Jahre 1895 unmöglich zu machen, persönlich durch der Zuderprämie entsprechenden Zuschlagszoll für nicht in Widerspruch Vermittelung des Lieutenants Bronsart von Schellendorf und unter stehend ansche mit der Meistbegünstigungsklausel in den von Preußens mit amerikanischen Firmen Verträge abgeschloffen feien, ist auch veranlaßt habe, daß Beschwerden über Dr. Peters beim Auswärtigen Die Nachricht, daß seitens eines Refforts des Reiches oder Heranziehung eines Malers Kuhnert, eines Bekannten von Peters, Rußland abgeschlossenen Handelsverträgen. Inzwischen aber nie in der Preffe aufgefallen. Ich habe mich daraufhin sofort an Amt eingereicht wurden. Wenn diese ungeheuerlichen Behauptungen hat Rußland gegen diese Auffassung protestiert. Die deutsche Regierung hat sich also bei ihrer Annahme geirrt. Reichsamt des Innern kann nicht 200 Ochsen wöchentlich bestellen daß Wandel im Personal des Kolonialamts geschaffen wird. die Refforts, die solche Lieferungen hätten machen können das auf Thatsachen beruhen sollten, so wäre es allerdings höchste Zeit, Wenn auch die zukünftigen Handelsverträge in dieser Weise geführt werden, so werden wir uns sehr vielen Zweifeln gegenüber Reichs- marine- Amt, gewandt mit der Bitte um Auf- mich wenig höflich behandelt. Aus der Thatsache, daß am Tage ( Heiterkeit)- also an das Kriegsministerium und das Der Herr Reichskanzler hat bei der ersten Lefung des Etats sehen. Ich möchte den Reichskanzler bitten, Handelsverträge nur klärung. Diese habe ich bisher noch nicht bekommen. Die darauf Herr v. Podbielski das Tischtuch zwischen sich und dem dann abzuschließen, wenn man sich über deren Inhalt vollkommen Antwort werde ich seiner Zeit dem Haufe mitteilen. flar ist. Ferner ist es zu meinem Bedauern vorgekommen, daß Bunde der Landwirte zerschnitt, hat das Hamburger Echo" die Tanabisher Weizen, obwohl wir für alle kanabischen Einfuhr- anlangt, so verfolge ich jede Anregung, die hier im Hause gegeben den nächsten Wahlen die Parteien der Linken nach Möglichkeit zu Was die allgemeine Nahrungsmittel Kontrolle merkwürdige Folgerung gezogen, daß die Regierung beabsichtige, bei artikel differenzierte Zölle haben, nicht differenziert wird, sofort. Ich lasse mir sofort Ausschnitte aus dem betreffenden fördern, um hier eine Mehrheit für ihre Handelsvertrags- Politik zu 3u uns eingeführt worden ist. Der deutschen Reichskasse ist allein bei kanadischem Weizen in einem Jahre eine halbe Stenogranum machen. Es haben bereits kommissarische Ber- erhalten. Ich glaube nicht, daß jemand diese Kombination ernst nehmen Million ant Zolleinnahmen entgangen, handlungen in dieser Frage stattgefunden. Aber schon bei diesen fann. Welche Veranlassung Berhandlungen sind seitens der einzelnen Ressorts ernste Behaben wir, den Kanadiern eine halbe Million zu schenken? benken dagegen aus finanziellen Gründen erhoben hauptung, daß die deutsche Regierung mit einer kanadischen Firma Staatssekretär Graf Posadowsky: Ich kann nunmehr die BeDie kanadische Statistit weist auch eine Maiseinfuhr Maiseinfuhr nach worden, befondre Beamte für die Nahrungsmittel- Stontrolle anzus Berträge zur Lieferung von Vieh abgeschlossen habe, als absolut uns Deutschland auf, von der in der deutschen Statistik stellen. Vom Standpunkt des Reichsamts des Innern aus ist begründet bezeichnen. Sowohl die Vertragsbedingungen des Reichsnichts enthalten ist. Der Reichskanzler hat die Mahnung natürlich eine solche Kontrolle äußerst wünschenswert. Es ist durch Marine- Amtes wie des Kriegsministeriums schließen folche aus. an uns gerichtet, die Person des Kaisers nicht in die Debatte zu aus wünschenswert, daß die Nahrungsmittel- Kontrolle in allen Einzel- ländische Lieferungen für den inländischen Bedarf aus. ziehen. Das ist gewiß sehr wünschenswert. Man spricht auch ftaaten nach gleichen Grundsätzen und möglichst berufsmäßig gehandhabt rechts.) Unbekannt ist im Reichs- Marine- Amt, ob etwa die vor davon, daß Maßregeln getroffen werden sollen, welche eine zu weitgehende Besprechung kaiserlicher Denn alle Gesetze zum Schutz der Nahrungsmittel werden Venezuela liegenden Truppen Lieferungen von amerikanischen oder Reden berhindern. Andrerseits kann das, was von der nicht viel helfen, wenn die Nahrungsmittel- Kontrolle lediglich fanadischen Firmen bezogen haben. höchsten Stelle ge, gt wird, nicht übersehen werden. in der Hand der gewöhnlichen Polizei- Organe liegt. Diese sind in Abg. Dr. Pachnicke( frs. Vg.): würde, wie Graf Ballestrem richtig gefagt hat, eine Miß- folchen Fragen absolut nicht fachverständig und außerdem bereits mit Was dent Empfang der Boerengenerale anlangt, so hat das achtung solcher Aeußerungen liegen. Der Reichstanzler sagte, er unendlich vielen Aufgaben belastet. Sie sollen allwissend und fast übernähme auch die 3erantwortung für nicht gegengezeichnete allgegenwärtig sein. Sie werden also die Güte haben, abzuwvarten, Auswärtige Amt mit Recht seine Politik nicht nach Gefühlswallungen und parteipolitischen Spekulationen eingerichtet. Die Interessen Aeußerungen. Diese Verantwortung kann doch aber nicht nur eine welchen Erfolg diese Anregung hat. Ich möchte mich weiter außern über die kanadische Ein- der deutschen 8uderindustrie- die nicht identisch sind rein äußerliche, formelle, sondern sie müßte auch eine innere fein. fuhr gegenüber der immer wiederholten Behauptung, daß große mit denen des Zuckerkartells erforderten den Anschluß Nun hat aber der Reichskanzler stets gesagt, daß er den Mittelweg Massen von kanadischem Weizen und Mais nach Deutschland ein Deutschlands an die Brüsseler 3uderfonvention. einschlage, und hat Gefühlsäußerungen in der Politik als unbedingt geführt würden. Redner legt eingehend bar, wie genau und sorg. Die gestrige Rede des Reichskanzlers hat bei der Rechten am Schluß verwerflich hingestellt man wird aber nicht behaupten fältig die Kontrolle der Zollbehörden über den Ursprung des aus demonstrativen Beifall erhalten. Auch wir sind aus konftitutionellen verwerflich hingestellt; man wird aber nicht behaupten können, daß einzelne der Reden des Kaisers diesen Amerika importierten Weizens ist und wie hoch sich die Einfuhr an Gründen dafür, daß die Person des Kaisers möglichst wenig in die Mittelweg eingehalten oder sich von Gefühls fanadischem Manitoba- Weizen beläuft. Es ist irrig, daß große Debatte gezogen wird. Aber der Widerball aus dem äußerungen freigehalten hätten. Es wäre also doch Quantitäten kanadischen Weizens eingehen und zum Konventionaljas Bar I ament ertönt erst, wenn der all voraus beffer, wenn man sich mehr zurückziehen würde auf den thatsächlichen statt zu dem autonomen Satz von 5 V. verzollt werden. Anders gegangen ist. Der Reichstanzler hätte seine Wahnung Inhalt der Verfassung, und diese kennt keine Verantwortung als die liegt es natürlich mit Mehl, das in Amerika aus kanadischem nach einer andren Stelle richten follen! Herr v. Kar durch Gegenzeichnung. behauptet, die„ Obstruktion" habe dic Es müßte dafür gesorgt werden, daß politische Aeuße- Weizen hergestellt wird. Hierfür gelten natürlich die Vertragssäge. Dorff hat wieder Abg. Hug( C.) auf der Tribüne schwer verständlich ver- Mehrheit für den Zolltarif zusammengebracht. Zerstören wir doch rungen des Kaifers bon programmatischer Naturteidigt die Zustimmung des Centrums zum Zolltarif gegen die An- endlich diefe Legende! Nicht das Verhalten der Linken, sondern der nicht in die Oeffentlichkeit tämen ohne Gegengriffe der Bündler. Für die gesamte deutsche Landwirtschaft war Wunsch, fich die Vorteile der erhöhten Zölle zu sichern, hat die Mehrzeichnung. Der Herr Reichskanzler ist uns ja allen als äußerst gewandter die Annahme des Zolltarifs durchaus vorteilhaft. Redner fucht nach heit bewogen, den Antrag Kardorff anzunehmen. Die Folgen des Redner bekannt. Auch gestern hat er wieder im Landwirtschafts- zuweisen, daß das Ausland mindestens dasselbe, wenn nicht ein Bolltarifs haben sich ja schon in den jetzt veröffentlichten rat Worte gesprochen, daß man glaubte, jenen Vogel zu hören, deffen größeres Interesse an dem Abschluß von Handelsverträgen habe, als oftreichischen und ruffischen Zoll tarifen gezeigt. Diese Namen ich nicht zu nennen brauche. Selbst der Rattenfänger von Deutschland und verbreitet sich dann über unsre Handelsbeziehungen bilden die natürliche Antwort auf den deutschen Tarif. Die Situation mit der Schweiz. für neue Handelsverträge ist nun eine sehr schwierige geworden. Hameln tönnte es nicht schöner machen.( Heiterkeit.) Der Herr Gamp hat die Debatte über die Wahlkreis Einteilung Herr Reichsfangler hat vieder betont, daß der Zolltarif eine auf das persönliche Gebiet herüberzuspielen versucht. Ins liegt Besserung für die Landwirtschaft bedeute, ohne doch unsre Be- Abg. Hug hat es so dargestellt, als ob die Majorität dieses aber an dieser Reform nur aus Gründen der Billighauptung zu widerlegen, daß, wenn von einer Besserung die Rede Hauses dem Zolltarif in der angenommenen Form zugestimmt hätte, teit und Gerechtigkeit. Die Herren der Rechten, sein könne, diefelbe höchstens auf dem Papier stände. Sehr betrübt weil von der Regierung keine höheren Säge zu erwarten gewesen vom Centrum und der Nationalliberalen hätten offen zu aber hat mich sein Wort vom Undank der Landwirtschaft. wären. Meine Meinung ist das nicht gewesen. Die Regierung gestehen sollen, daß sie unsern unsern Antrag lediglich aus Ich meine ungekehrt, Reich und Staat haben Grund genug, der wäre wohl auch für die Kommissionsbeschlüsse zu Barteirücksichten bekämpfen.( Sehr richtig! links.) Die Hinaus deutschen Landwirtschaft dankbar zu fein für das, was sie dem haben gewesen. Aber es war eben keine sichere Mehrschiebung der Einführung von Diäten halten wir für Staat gegeben hat für die Lasten, die sie übernommen hat und heit dafür zusammenzubringen, da die Nationalliberalen abfolut unbegründet. Die Attionsfähigkeit des Parlamentes wird dafür, daß fie frog aller Zurüidfegung in nationalen Fragen für erklärten, fie gingen nicht über die Regierungsvor durch den Mangel an Diäten aufs fchwerfte gehemmt. In die Regierung gestimmt hat. Wir werden für unsre Ideale weiter Iage hinaus, und da das Centrum zweifelhaft war, Deutschland giebt es feinen einzigen tonstitämpfen, gleichviel ob wir Undank oder Dank von der Regierung ob es alle feine Stimmen zusammenhalten könnte. Da war es für uns tutionell regierten Staat, der die Entschädigungsa ernten.( Bravo! rechts.) alle maßgebend, der Obstruktion der Socialdemokratie entgegen pflicht nicht anerkannt hätte( hört! hört! links), um fo Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Frhr. v. Richthofen: zutreten. Wir wollten nicht, daß die Socialdemokraten in das Land mehr sollte endlich der Bundesrat feinen Widerstand hinausgingen und fich rühmten:" Seht, wir haben den ganzen gegen diese alte Forderung des Reichstages aufgeben.( Bravo! Tie Verhandlung auswärtiger Dinge hat sehr ihre zivci Seiten. Bolltarif zu Falle gebracht". Ich glaube, daß auch der angenommene fints.) Sie kann nüßlich und schädlich für das nationale Intereffe fein. Bolltarif zu guten Verträgen für die Landwirtschaft führen kann. Dies tritt insbesondere hervor bei Behandlung abgeschlossener mit Rüdsicht darauf, Staatsverträge, mit darauf, daß diese StaatsAbg. Liebermann v. Sonnenberg( Antis.): Wenn die Jesuiten den religiösen Frieden in Deutschland nicht verträge an fich zunächst nur eine Art pon Pro- leber die Frage, ob Bichlieferungsverträge mit einer amerika- stören, so habe ich als Vertreter der evangelischen Arbeitervereine bilden; daß fic in treten Wirksamkeit nicht nischen Firma abgeschloffen sind, wird die Regierung noch nähere gegen ihre Bulaffung nichts einzuwenden. Weiter wollte ich nur Durch den stattgehabten Beschluß, fondern durch den Aus- Auskunft geben müffen. Es wäre in der That ein unerhörtes Ber- fonstatieren, daß in Elsaß- Lothringen der erste Socialdemokrat die tausch der Ratifilation. Die Bemerkungen, die in der Zwischenzeit halten gegenüber der deutschen Landwirtschaft. leber die Verfassung beschivoren hat. Das wäre der erste taiferliche Social gemacht werden, fönnen für das cigne Land vorteilhaft sein, fie Diätenfrage hat der Reichskanzler fich fehr diplomatisch demokrat.( Heiterfeit.) fönnen es auf ein Versehen aufmerksam machen, das es bei der geäußert. Dr. Dertel glaubte eine Gewährung von Diäten für die Reichskanzler Graf Bülow: Ratifizierung nachholt; sie können aber auch ich will nicht sagen Zukunft herauszuhören, während der andre vor allem nur das„ Nein" Auf den geschmackvollen Schluß der Rede des Herrn Abg. Lieberdem Gegner, aber dem andern Kontrahenten die Möglichkeit hörte. Der Stanzler äußerte auch, er glaube nicht, daß für etwaige mann v. Sonnenberg will ich nicht eingehen. Ich will nur konstatieren, geben, eine Lüde zu sehen, die er zu feinen Gunsten ausfüllen tann. Stompensationen für Diäten sich im Reichstage eine Mehrheit finden daß die befriedigenden Versicherungen, die er abgegeben hat über So ist es auch mit der parlamentarischen Verhandlung die Brüsseler werde. Eine weife Regierung follte die gegenwärtige feine Gefinnung für Rußland, Frankreich, England, Italien, gewiß Konvention. Die englische Regierung hat seiner Zeit sich auf den günstige Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, um die im Auslande den allerbesten Eindruck machen werden.( Große Standpunkt gestellt, daß fie nicht gezwungen werden könne, allgemeine Wahlpflicht für die Reichstagswahlen durchzuführen, fie Seiterkeit.) Der Abg. Liebermann v. Sonnenberg ist nun zurüdZuschlagprämien für den Zuder aus ihren Kolonien zu zahlen. Sie müßte die staatserhaltenden Reserven gegen den Umfturz heranziehen, gekommen auf den Empfang der Boerengenerale. Ich kann den hat dieser ihrer Anschauung in dem Tert der Brüffeler Stonvention folange es noch Zeit ist. Diese allgemeine Wahlpflicht gegen den Umsturz Gewährsmann, von welchem ich neulich sprach, nicht nennen, ohne teinen Ausdruck gegeben. Die Delegierten standen nun vor der Wahl, müßte ein Korrelat fein zur allgemeinen Wehrpflicht im Heere. Bei mich einer Indiskretion schuldig zu machen. Aber das kann ich entweder die britischen Delegierten an die Wand zu drücken und ihnen zu den Stichwahlen würde dann mit der socialdemokratischen neuerdings versichern, daß es sich um eine Persönlichkeit handelt, fagen: Ihr müßt, ehe wir abschließen, dies anerkennen. Die Folge Partei aufgeräumt werden!( Lachen bei den Socialdemokraten.) an deren voller Glaubwürdigkeit nicht der mindeste Zweifel iväre gewesen, daß England zweifellos nicht darauf eingegangen Nur zwei Wahlkreise, Glauchau- Meerane und Leipzig- Land, find von möglich ist. Das wird Herr Liebermann mir umsomehr wäre und die Konvention nicht zustande gekommen den Socialdemokraten mit mehr als der Hälfte aller Wahlberechtigten glauben, da die betreffende Persönlichkeit nicht, wie er annimmt, ein wäre. Es wurde daher der Ausweg gewählt, einer definitiven genommen worden, die übrigen Wahlkreise sind erst in Stichwahlen Diplomat ist. Dieser Mittelsmann schrieb mir:„ Die Borengeneräle Lösung der Frage aus dem Wege zu gehen, da eine praktische Not- erobert worden mit Hilfe bürgerlicher Parteien. Die Gründe des famen gestern Abend zu mir, um mir zu sagen, daß die Einhändigung wendigkeit für ihre sofortige Löfung nicht gegeben war. In den Abgeordneten Richter für Diäten waren für mich mehr maßgebend einer Anfrage un Audienz beim britischen Botschafter nie in ihren parlamentarischen Erörterungen, die num folgten, ist dieser Punkt als die Gegengründe des Abgeordneten Fürsten Bismard. Fürst Plänen gelegen habe. Eine solche Anfrage scheint ihnen aus besprochen worden und besonders gründlich bei uns. Das hat dazu Bismarck fagte, wir hätten in Deutschland kein Oberhaus wie in geschloffen; sie meinten, sie würden berufen werden." Welche Eingeführt, daß die Aufmerksamkeit auf diese Frage in der weiten Welt England. Wir haben doch eine Art von Oberhaus, den Bundesrat, flüsse wirksam gewesen find, bei den Boerengenerälen gelenkt wurde. deffen Mitglieder sehr hohe Bezüge haben. und diefe plögliche völlige Sinnesänderung herbeizuführen, Die weitere Folge war, daß um das Bild zu brauchen nicht in Durch Einführung von Diäten würde der Social- bin ich der Lage zu sagen. Das zu unters dem Löwen auf den Schwanz getreten wurde.( Unruhe rechts.) Er demokratie der schwerste Schlag verfekt werden, suchen ist auch nicht meine Aufgabe. Thatsache ist, regte fich infolge deffen, und die britische Regierung wurde gel den man ihr überhaupt versezen kann.( Lachen bei den Social- jedenfalls, daß die anfänglich bei den Boeren- Generalen vorhanden gramm Abg. v. Kardorff( Rp.): Abg. Franden( natl.): 11117 geoefene Bereitwilligkeit, die Einladung zu einer Audienz bei Abg. Nölle natt.) einteilung der Wahlkreise wird aufgehalten durch die Verquickung mit dem Verlangen der geheimen Wahl, das wir zur Zeit für unausführbar halten. Ich bitte deshalb, über die beiden Teile des Antrages getrennt abstimmen zu lassen. Abg. Frhr. v. Zedlig- Neukirch( ff.): ift Die Verluste an Mandaten würden sich nicht nur auf den Often beschränken, sondern auch die Wahlkreise der Nationalliberalen im Westen würden sehr davon betroffen. Berlin würde 17 neue Wandate erhalten, die natürlich zum großen Teil der Socialdemokratie zu gute kommen würden. Unter diesen Umständen kann der Antrag Barth nicht als Gerechtigkeit und sittliche Pflicht bezeichnet werden, im Gegenteil ist es unsre Pflicht, mit Rücksicht auf das Staatsinteresse den Antrag Barth mit aller Entschiedenheit abzulehnen.( Beifall rechts.) Minister Frhr. v. Hammerstein: Das Bei Pflicht der Regierung.( Sehr richtig! links.) Wenn gestern darauf Majestät anzunehmen, hinterher modificiert worden ist. Wenn erklärt sich unter großer Unruhe des Hauses für eine Neubegrenzung hingewiesen wurde, daß die norwegischen Bauern die öffentliche vn den Boeren- Generälen für diese ihre Sinnesänderung darauf der Wahlkreise. Diesen Standpunkt habe er auch schon früher ein Wahl wieder eingeführt hätten, so beweist das mur, daß demokratische hingewiesen wurde, daß auch der König von England sie hätte zu genommen. Dagegen ermangelt der Teil des Barthichen Antrages, Agrarier nicht besser sind wie konservative Agrarier.( Sehr richtig! ich rufen lassen, so ist dies Argument kein durchschlagendes. Denn der die geheime Stimmabgabe verlangt, der Klarheit, die wir links.) die Boeren- Generäle waren die Unterthanen des Königs von England, an Dr. Barth sonst gewohnt sind. Er hat nicht einmal gesagt, fir Was die Wahlkreiseinteilung betrifft, so wird die Hauptsache der sie zu sich bescheiden konnte. über aber waren sie britische Staatsangehörige. Uebrigens kommt es Wahlmännerwahl oder für die Abgeordnetenwahl. Jedem andern Souverain gegen welche Wahlhandlung er die geheime Stimmabgabe verlangt, für die sein, daß in der nächsten Legislaturperiode auf diesem Gebiet nicht Die Annahme Flickwerk, sondern ganze Arbeit, wie es der Würde einer königlich hierauf nicht einmal an. Nach der bei den Generalen eingetretenen dieses Wahlrechts würde eine fundamentale Umgestaltung des ganzen preußischen Staatsregierung entspricht, geliefert wird. Wir werden Sinnesänderung war für uns eine neue Sachlage geschaffen, welche preußischen Landtags- Wahlrechts bedeuten. Die notwendige Neu- jedenfalls das Unsrige dazu thun.( Bravo! links.) eine Audienz ausschloß. Abg. Dr. Jrmer( f.): Mit wenigen Worten will ich noch eingehen auf das, was Herr Bachnicke über die Handelsverträge gesagt hat. Durch die bei uns Wahlrechts sei eine Angelegenheit des Reichstags, die uns hier nichts Der Minister des Innern sagte, die Sicherung des Reichstags= über den Zolltarif und über die Handelsverträge im Plenum wie in der Kommission geführten eingehenden Beratungen find unfre angehe. Dem möchte ich entschieden widersprechen. Es scheint sich Karten für die diplomatischen Verhandlungen wegen Abschlußz bei der Regierung jezt überhaupt die Praxis einzubürgern, Anvon Handelsverträgen bereits so sehr aufgedeckt worden, daß Wir lehnen den Antrag Barth in seinen beiden Teilen glattweg gelegenheiten, die nach unsrer Meinung zur Kompetenz des unfren Unterhändlern ihre an sich schon nicht leichte Position ab. Ich halte die Zeit kurz vor Schluß einer Legislaturperiode über- preußischen Landtags gehören, als Reichsfache zu betrachten. dadurch mindestens nicht erleichtert worden ist.( Sehr richtig! haupt für ungeeignet zur Vornahme von Aenderungen des Wahl- einer andren Gelegenheit haben wir das ja sehr unangenehm Bei der Sicherung des Wahlgeheimnisses sind rechts.) Durch die detaillierten Erörterungen über jede Position, verfahrens. Deshalb muß ich auch meine schweren Bedenken aus- empfinden müssen. ihre Entstehung, Geschichte und ihre Begründung ist die Situation sprechen gegen die Ankündigung des Reichskanzlers im Reichstage auf wir aber unzweifelhaft kompetent, denn sie wird auf Antrag der für unsre Vertreter eine erheblich schwierigere geworden, als die für Einführung von amtlichen Wahlcouverts und von Isolierräumen bei preußischen Bertreter im Bundesrat zur Verhandlung kommen. Die die Vertreter andrer Länder, bei denen der Zolltarif in einer ge= der Stimmabgabe. Diese Maßregel der Reichsregierung erscheint Instruktion haben sich die preußischen Bundesratsvertreter aber hier räuschlosen Weise erledigt worden ist.( Sehr richtig! rechts.) Des- direkt als ein Zugeständnis an die Socialdemokratie. Wie man die im Landtage zu holen.( Sehr richtig! rechts.) halb glaube ich, daß es an der Zeit ist, nunmehr unfren Unter- Freifinnige Vereinigung im Reichstag mit Recht als die Schritt- Mit meiner Nennung des Landes Norivegen sollte ich nur den händlern die Bahn freizugeben und die Diskussion über Handels- macherin der Socialdemokratie bezeichnet hat, bedeutet lebermut des Herrn Dr. Barth dämpfen( Unruhe links), der mit dem verträge im allgemeinen und im besonderen zu schließen, und diese Konzession der Regierung geradezu einen Versuch ihm eignen Pathos behauptet hat, in allen Ländern werden die so lange geschlossen zu halten, bis fertige Handelsverträge der Regierung, die Obstruktionsparteien zu versöhnen. In der Wahlkreise entsprechend der Bevölkerungszahl neu eingeteilt.( Buruj dieſem hohen Hause gegebenen Anlaß bieten, um sich wieder mit socialdemokratischen Presse(?) sogar behauptet worden, links.) Das ist ja lateinisch!( Stürmische Heiterkeit. Abg. Dr. Barth diefer Materie zu beschäftigen. Ja, Herr Barth, ( Lebhaftes Sehr richtig! rechts.) dies Vorgehen der Reichsregierung sei die unmittelbare Folge(??) rift: Die Ausnahme bestätigt die Regel.) Herr Röside hat sich mit der Rede beschäftigt, die ich auf dem der Bebelschen Rede(?).( Hört! hört! rechts.) Ich will nicht be- diese Ausnahme stellt Ihre Behauptung für alle Länder ( Sehr richtig! rechts.) Herr Barth bestritt Bankett des Landwirtschaftsrats gehalten habe. Ich weiß nicht, ob haupten, daß die Regierung beabsichtige, diesen Eindruck zu erweden, als falsch hit. er dabei zugegen war-- nein? thut mir leid, es war ein sehr aber es wird den Massen so dargestellt. Die Einführung der ge- nun, daß den Landbewohnern mit seinem Antrage irgend etwas nettes Fest.( Große Heiterkeit.) Wenn er zugegen gewesen wäre, heimen Wahl in Preußen würde die Wahlaussichten der Social- genommen werde. Das verstehe ich offen gestanden mit meinem würde er wissen, warum ich für die Behauptung, daß der neue demokratie auch für den preußischen Landtag in bedenklicher Weise einfachen Menschenverstand nicht. Bei Herrn Dr. Barth scheint die Tarif der Landwirtschaft bessere Vorteile bietet als der frühere, nicht fördern. Das ist auch der Grund, weshalb die Socialdemokratie so Nachbarschaft der Socialdemokratie den Begriff„ Eigentum" vollallzuviel Gründe anzugeben hatte. Ich sagte dies in einem Kreise heftig auf die Einführung des geheimen Wahlrechts drängt. Es soll ständig verwischt zu haben.( Großer Lärm links.) Herr Barth ervon sehr einsichtigen Landwirten. Denen gegenüber brauchte ich für meine in erster Linic die Geschäfte der Socialdemokratie besorgen durch mahnte uns dann weiter zu ernſter Arbeit. Ist etwa Ihr Antrag ganz unbestreitbare Behauptung nicht viele Gründe anzuführen. Anführung des Haffes und aller niedrigen Leidenschaften!( Unruhe ernste Arbeit? Nein, es ist nur Flidwerk, wenn Sie unter BeiIch würde wirklich glauben, unhöflich zu sein, wenn ich links.) Wer weiß aber, ob wir noch die Ehre hätten, behaltung der indirekten Wahl die geheime Wahl fordern.( Lachen annehmen sollte, daß irgend jemand im Ernste annehmen sollte, daß Herrit Dr. Barth als Vertreter für Stiel unter uns zu links! Abg. Gothein: Wir werden weiter ändern.) Der Anzum ( Heiterkeit rechts.) trag Barth ist die erste Etappe Reichstags Wahlder neue Zolltarif nicht bedeutend agrarischer wäre.( Sehr richtig! sehen, wenn wir geheime Wahl hätten? links.) Ich habe dem neuen Zolltarif mit Absicht und bewußt eine Die Behauptung, daß Hunderttausende von preußischen Wählern recht. verwerfen wir für den Landtag und deshalb agrarische Gestalt gegeben gegenüber dem früheren Zolltarif. Wie sich dadurch, daß die Stimmabgabe öffentlich ist, abhalten lehnen wir den Antrag Barth ab.( Beifall rechts.) man aber bestreiten kann, daß der neue Tarif den Inter- laffen, gemäß ihrer Ueberzeugung zu stimmen, muß ich für eine Abg. Kreitling( fri. Vp.) essen der Landwirtschaft nicht weiter entgegentomint, ist schwere Beleidigung der preußischen Landtagswähler erklären.( Große polemisiert gegen die Ausführungen des Ministers über die polizeimir fchleierhaft.( Sehr richtig!) Ich glaube, c3 wird Unruhe links. Zustimmung rechts.) So elende, feige Leute sind die lichen Mißgriffe. Diese würden wesentlich vermindert werden durch pielen Herren hier im Hause auch schleierhaft fein. preußischen Wähler nicht!( Erneute Unruhe und Gelächter links.) eine bessere Besoldung der Schußleute, die Redner befürwortet. Herr Röside hat es mir übel genommen, daß ich gestern gesprochen Was die Neueinteilung der Wahlkreise anlangt, so erkenne ich Die Beteiligung der Socialdemokratie an der Landtagswahl wird habe von Undant für diejenigen, welche den Zolltarif zu stande ge- mit dem Minister an, daß gewisse Mißstände vorliegen, die einmal eine folossale Steigerung der Anteilnahme der Wähler zur Folge bracht haben. Dabei hat er zunächst verschwiegen oder übersehen, beseitigt werden müssen. Für die Zukunft werden einzelne städtische haben. In vielen Bezirken wird die Vornahme einer Wahl mangels daß ich gestern nicht allein von Undank derjenigen, die die wesent Wahlkreise, die einen allzu großen Umfang gewonnen haben, in eines geeigneten Lokals überhaupt nicht vorgenommen werden lichen Vorteile des neuen Tarifs nicht anerkennen, gegenüber der mehrere geteilt werden müssen. Eine Beeinträchtigung des Wahl- können. Ich möchte bitten, die Stichwahlen erst am folgenden Tage Regierung Sprach, sondern auch von Undank für alle diejenigen rechts der ländlichen Wahlkreise aber wäre ein schwerer Ber vorzunehmen, da es schwer sein wird, die Wahlmänner zusammenPolitiker, Parlamentarier oder Landwirte, die diesen Zolltarif zu stoß gegen die historische Gerechtigkeit.( Sehr richtig! zuhalten. In Berlin I hat die letzte Wahl bis abends 6 Uhr gestande gebracht haben. Das Interesse der Landwirtschaft ist meines rechts.) bauert. Ist nun noch eine Stichwahl notwendig, so dehnt sich der Erachtens von den verbündeten Regierungen und von der Mehrheit Wahlakt bis nach Mitternacht aus, was gefeßlich unzulässig ist. Die dieses hohen Hauses ebenso sehr oder noch bedeutend wirksamer wahr Wahl müßte dann für ungültig erklärt werden. Dies bitte ich zu genommen worden als von dem Bund der Landwirte. Ich nehme verhindern.( Beifall links.) selbstverständlich diejenigen Mitglieder des Bundes der Landwirte aus, die für den Zoltarif gestimmt haben. Wenn ich mich nicht täusche, haben unter den Herren vom Bund der Landwirte, die diesem hohen Hause angehören, etwa zwei Drittel für den Zolltarif gestimmt und nur ein Drittel dagegen. Was aber diejenigen Herren vom Bunde der Landwirte angeht, die gegen den Zolltarif gestimmt haben, so stehen ihre Dienste, die sie der Landwirtschaft leisten, hinter In Bezug auf den Teil der Ausführungen des Herrn Borden Verdiensten der verbündeten Regierungen und redners, der sich auf die Wahlreglements- Menderung im Reiche Der Mehrheit dieses dieses hohen Hauses für die Landwirt bezog, möchte ich sagen: man soul Reichstags- Angelegenheiten im schaft so weit zurüd, ivie Negation und Kritik zurück- Reichstage erledigen( Sehr richtig! links, Unruhe rechts), im übrigen bleiben hinter pofitiver Arbeit. Arbeit.( Sehr richtig!) Ich finde, möchte ich aber konstatieren, daß die von dem Herrn Vorredner und daß, nachdem die wirklich schwierige Lage der Landwirtschaft Herrn Nölle erwähnten technischen Schwierigkeiten, welche heute der zu vielen Alagen geführt hat und es uns endlich gelungen Ausführung der Wahl in einer großen Anzahl von Wahlkreisen ift, per tot discrimina rerum( durch so viele Schwierigkeiten) den durch die große Anzahl der Wahlmänner entgegenstehen, selbstZolltarif zur Annahme zu bringen, es endlich Zeit wäre, mit dem verständlich der königlichen Staatsregierung und mir nicht Auf die Angaben des Vorredners zu erwidern, ist mir fast unSystem der absoluten und immer wiederholten Kritik zu brechen, entgangen sind und daß vor kurzem eine Prüfung Er hat sich beschwert darüber, daß ein Beamter eine Prüfung und möglich. der Landwirtschaft wird damit nicht gedient. Erörterung stattgefunden hat, inwieweit es möglich ist, nicht bestätigt ist, weil er der deutschen Sprache nicht mächtig Ich möchte dann noch Bezug nehmen auf eine Bemerkung, die schen für die nächsten Wahlen, ohne daß die Gesetzgebung dazu be war. Ich finde das ganz in der Ordnung. Es ist die erſte Pflicht gestern dem Herrn Abgeordneten Müller- Meiningen entschlüpfte. Als rufen wird, eine Erleichterung des Wahlverfahrens eintreten zu faffen, eines preußischen Beamten, der deutschen Sprache mächtig zu sein. gestern Herr Gamp fein Vertrauen aussprach zu den verbündeten ohne den Charakter der Wahl irgendwie zu gefährden. Die Be( Zustimmung rechts.) Der Vorredner hat dann erklärt, daß er mit Regierungen und dabei zurückkam auf das Zustandekommen des ratungen im Staatsministerium haben im Grunde eine völlige dem preußischen Syſtem nicht zufrieden sei. Das preußische Syſtemt Zolltarifs und von den Unterhandlungen sprach, die dabei vor sich Uebereinstimmung ergeben, wenn auch die endgültige Abstimmung noch ist das System der Gerechtigkeit,( Lebhafter Widerspruch bei den gegangen sind, meinte Herr Müller- Meiningen er stand mir nicht stattgefunden hat. Danach wird voraussichtlich in furzer Zeit Bolen) das alle Bürger des preußischen Staates mit dem gleichen gerade gegenüber in Bezug auf meine Person: Umgefallen ist eine Aenderung des Wahlreglements nach verschiedenen Richtungen Maßstabe mißt.( Bravo! rechts.) Wenn die Polen mit diesem er doch."( Heiterkeit.) Der Herr Abg. Müller- Meiningen, der eintreten, die im wesentlichen bezwedt, das Wahlverfahren auch in System unzufrieden sind, so ist das ein Beweis dafür, daß die Polen ein belesener Herr ist und der ein geistlicher Mann ist( Lachen großen Wahlkreisen zu erleichtern. Die Erleichterung wird z. B. immer noch nicht gelernt haben, sich als preußische Staatsrechts) ich meine das ganz im Ernst wird mich verstehen, wenn dadurch herbeigeführt werden, daß mehrere Wahlgänge in einen bürger zu fühlen. Was der verlesene Brief mit dem Gehalt des ich sage, daß dieses Bort: umgefallen ist er doch, zu den Worten zusamme gezogen werden können und daß das System der Stichwahlen Ministers gemein hat, weiß ich nicht. Will Herr v. Czarlinsti gehört, die sich einstellen, wo Begriffe fehlen.( Sehr richtig!) aufs äußerste vereinfacht wird. Denkt er, ich Das wird die Grundlage sein. mich etwa für diesen Brief verantwortlich machen? Als die erste Nachricht von dem Zustandekommen des Kompromisses Dazu kommen noch einzelne fleine Aenderungen, 3. B., daß es nicht habe unter einem Pseudonym diesen Brief geschrieben? Ich glaube, zwischen den verbündeten Regierungen und der Mehrheit dieses notwendig ist, daß jeder Wähler versönlich seinen Namen einträgt, Sie werden mir eine bessere Erziehung zutrauen. Ich bin Gegner hohen Hauses, eines Kompromisses, zu deſſen Zustandekommen mit wenn nur ausdrücklich gewährleistet ist die vollständige Freiheit und einer jeden anonymen Kampfesweife, offen und frei soll jeder seine geholfen zu haben ich mir immer zum Verdienst anrechnen Deffentlichkeit der Wahl. Wie diese Erleichterungen sich dann bei Meinung sagen. Die Worte des Herrn v. Czarlinski enthielten mehr, die erste Nachricht davon in die Deffent- den nächsten Wahlen bewähren, das wird ein Motiv sein, in welcher als ich mir zu gefallen lassen brauche.( Bewegung.) Wir schließen lichkeit kam, da Yas ich ant nächsten Tage einer Weise eventuell eine Abänderung des Wahlgesetzes und der Wahlkreis- gern mit unsren polnischen Landsleuten Frieden, aber geben Sie angesehenen, weitverbreiteten Berliner liberalen Zeitung, ich hätte Einteilung in die Wege geleitet werden wird.( Beifall.) ( zu den Polen) sich damit zufrieden, daß Sie Preußen und Deutsche derartig nachgegeben, daß jedes Vertrauen zu mir nicht find.( Beifall rechts. Zischen bei den Polen.) Abg. Dr. Defer( frs. Bp.): im Inlande, sondern auch im Auslande, in allen fünf Weltteilen, für immer und ewig erschüttert worden Niemand kann bestreiten, daß infolge der öffentlichen Stimm fei( Große Heiterkeit rechts und im Centrum), und an abgabe die Beteiligung an den Landtagswahlen eine bedauernd demfelben Tage las ich in einer sehr angesehenen, sehr verbreiteten minimale ist.( Buſtimmung links.) Selbst die stärkste Agitation agrarischen Zeitung( der Reichskanzler deutet bei diesen Worten wird nie eine so zahlreiche Beteiligung an der Landtagswahl herbei- Besserstellung sorgen. auf den vor ihm sigenden Abgeordneten Dr. Dertel. führen können, wie sie bei der Reichstagswahl üblich ist. Wir beAbg. Schmit- Düsseldorf( C.) Große Heiterkeit), daß die verbündeten Regierungen und schäftigen uns heute nicht das erste Mal mit einem Antrag auf Einmeine Benigkeit auch rein gar nichts fongediert hätten, nicht führung der geheimen Abstimmung. Bereits im Jahre 1883 hatte bespricht die Gefahr der Prostitution. Im Kampfe gegen die Prodas allermindeste Bugeftändnis gemacht hätten.( Abg. Dr. Dertel der Abg. Stern einen dahingehenden Antrag gestellt. Der Minister stitution muß mit aller Strenge vorgegangen werden. Die Unruft: Sehr richtig! Heiterkeit.) Die beiden Artikel habe ich v. Buttkamer begründete seinen ablehnenden Standpunkt damit, ſittlichkeit nimmt, das muß leider konstatiert werden, zu. Die privaten mir aufgehoben, ich möchte sie mir in mein Familienarchiv legen daß er ein zu großes Anwachsen der Linten fürchtete. Wenn die Bereinsbestrebungen im Kampfe gegen die Sinnlichkeit haben einen ( Große Heiterkeit), damit die Nachtwelt sieht, wie objektiv in unsrer Mehrheit des Volkes bei der geheimen Abstimmung anders stimmt faum nennenswerten Erfolg gehabt. Wenn man das ungestörte Zeit Politik betrieben wurde. Die Wahrheit ist, daß bei der Ver- wie bei der öffentlichen Wahl, so ist das die schärfste Ver- und dreifte Benchmen des Dirnentums auf den verkehrsreichsten Straßen man zu der Ansiajt kommen, daß ständigung, die zwischen den Mehrheitsparteien dieses hohen urteilung der öffentlichen Wahl.( Zustimmung links.) Eine große Berlins sieht, so muß Hauses und den verbündeten Regierungen zu stande gekommen Partei ist infolge des öffentlichen Wahlrechts hier überhaupt nicht die schmußigen Gewässer des Sumpfes der Unfittlichkeit im Laufe der Es darf vom ist, von persönlicher Eigenliebe, von Eigensinn, von Rechthaberei, vertreten. Wenn eine Kontrolle bei der Stimmabgabe stattfinden Jahre auch nicht im geringsten geklärt worden sind. bon Gitelfeit überhaupt nicht die Rede tvar. Wenn fann, fo werden alle Staatsbeamten anders als nach ihrer Ueber- Minister und den Polizeiverwaltungen nicht zugegeben werden, daß sich verständige Leute, die Kleine Divergenzen unterordnen unter zeugung wählen aus Furcht vor Maßregelungen. Die Rechte be- die Dirnen eine gesunde Atmosphäre verseuchen. Natürlich kann der In den letzten Tagen große Notwendigkeiten, verständigen, so fällt weder die eine noch kämpft die geheime Stimmabgabe angeblich, weil jeder Wähler offen Minister nicht alles auf einmal beseitigen. die andre Seite um. Also mich lassen die so häufig wiederholten und frei seine Meinung äußern soll. In einem seltsamen Kontrast habe ich auf der Friedrichstraße beobachtet, wie den Passanten Karten Borwürfe wegen Umfalles vollkommen falt und ich denke, daß es hierzu steht der Fall Löhning. Herr Löhning soll entlassen worden in die Hand gedrückt werden, die die Aufforderung enthalten, Lokale Ich habe neun der großen Mehrheit dieses hohen Hauses, die unbekümmert um die fein, weil er einen Beamten in Fraustadt nicht hindern wollte, offen zu besuchen, in denen Unfittlichkeit getrieben wird. Angriffe von der äußersten Linten wie von der äußersten Rechten und frei seine Meinung zu sagen.( Sehr gut! links.) Das Wahlrecht folcher Karten gesammelt und stelle sie dem Minister zur Verfügung. den Zolltarif zu stande gebracht hat, darin ebenso geht wie mir zum preußischen Landtage ist ein plutokratisches. Wer am meisten( Redner übergiebt das Couvert mit diesen Karten dem Minister.) ( Beifall rechts und im Centrum.) Steuern zahlt, soll auch am meisten zu sagen haben. In diesem Der lex Heinze, die dazu angethan war, die Unsittlichkeit zu beSinne hat sich gestern auch Herr Dr. Jrmer ausgesprochen. Ich freue mich darüber. Da die Städte die meisten Steuern bezahlen, wird Herr Irmer nun wohl oder übel den Städten auch das größere Wahlrecht einräumen.( Sehr richtig! links.) Abg. Dr. Barth( frs. Vg.): werde itur als in Damit schließt die Debatte. Der Etat des Reichskanzlers wird bewilligt. Die Resolution Dr. Barth betr. die Neueinteilung der Wahlkreise wird gegen die Stimmen der Freifinnigen und Social demokraten abgelehnt. Das Haus vertagt sich. Nächste Sigung Sonnabend 1 Uhr( Zweite Lesung des Etats des eichsamtes des Innern). Schluß 5 Uhr. Abgeordnetenbaus. 15. Sigung. Freitag, den 6. Februar. 11 Uhr. Am Regierungstische Frhr. v. Hammerstein. Die zweite Lesung des Etats des Ministeriums des Junern in Verbindung mit dem Antrag Dr. Barth( frf. Vg.) auf Neueinteilung der Wahlkreise und Einführung der geheimen Wahl wird fortgefest. Abg. v. Czarlinski( Pole): Einem Stabsarzt der Reserve bringt polnische Beschwerden vor. wurde nur deswegen eine Kassenarztstelle verweigert, weil er ein Pole war. Das Bestätigungsrecht wird ganz willkürlich gegen die Polen gehandhabt. Redner beklagt sich über die Verdeutschung der polnischen Familiennamen durch die Standesbeamten. Wohin der Hatalismus treibt, zeigt folgender Vorfall. Ein Pole zeigt die Geburt eines Sohnes im Lokal- Anzeiger" an. Einige Tage darauf erhält er von einent Deutschen einen Brief, in dem es u. A. heißt: und Kinder seht dieses Gesindel auch noch in die Welt!"( Große Heiterkeit.) Als Redner diesen Brief beiseite legt, wischt er sich unter großer Heiterkeit des Hauses seine Hände mit dem Taschentuch ab. Minister des Innern Frhr. v. Hammerstein. Abg. Frhr. v. Buddenbrock bespricht die ungünstigen Anstellungsverhältnisse der Militäranwärter bei den Kommunalverwaltungen. Minister Frhr. v. Hammerstein: Ich hege für die Militäranwärter die vollste Sympathie und werde nach Möglichkeit für SD kämpfen, wurde von der Linken der schärfste Widerstand entgegengesezt, weil durch sie die Interessen der Kunst gefährdet würden. Die Unfittlichkeit ist in Wort und Schrift ungeheuer verbreitet. sah ich vor einigen Tagen in dem Schaufenster einer Buchhandlung ein Buch mit dem Titel: Briefe einer jungen Frau an ihre achtzehnjährige Freundin über Erlebnisse aus der Brautnacht". Ich Die Verfäuferin teilte mir mit, daß dieses Buch ausschließlich von jungen ging hinein in den Laden und kaufte mir dieses Buch. Leuten im Alter von 18 Jahren gekauft werde. Ich bitte den Herrn Minister, Mittel und Wege ausfindig zu machen, um der Unsittlichkeit entgegenzuwirken.( Bravo! im Centrum.) Minister Frhr. v. Hammerstein: Die Forderung der geheimen Wahl wird sich in diesem Hause mit der Zeit ebenso durchsetzen, wie im Reiche sich jetzt unser Antrag auf Sicherung der geheimen Wahl durchsetzt. Herr v. Zedlig erklärte es für eine Beleidigung der Wähler, wenn man behauptete, ſie ſtimmten bei der öffentlichen Wahl nicht immer nach ihrer freien Ueberzeugung, nigstens für die konservativen Wähler meinte er, müsse er das in Anspruch nehmen. Das glaube ich, für fonservative Ich erkenne die Uebelstände an, welche die öffentliche AusWähler ist es freilich kein Kunststück für ihre Ueberzeugung einzutreten, wohl aber für die Zehntausende kleiner Beamten und stellung von Bildern aller Art mit sich bringt. Ich verurteile selbstArbeiter, die Maßregelungen fürchten müssen, wenn sie entgegen den verständlich, daß durch versteckte Anspielungen auf Einladungen zu Wünschen ihrer Vorgesezten oder ihres Brotherrn stimmen wollen. Bierkneipen oder durch Aufschriften von Mutostopen die Jugend in Die Möglichkeit solcher Beeinflussung zu verhindern, ist die moralische bedauerlicher Weise gereizt wird. Die Polizei tritt diesem Unfua Abg. Dr. Defer( frs. Vp.): Es ist nicht bewiesen, daß der Redakteur Hoffmann über die Grenze geflohen ist.( Zuruf des Miniſters: Er wird steckbrieflich verfolgt!) Er ist ins Ausland zum Besuch einer Fachschule gegangen, nachdem er eine Zustellung zur Bezahlung von 300 M. noch nicht erhalten hatte.( Hört! hört! links.) Versetzen Sie sich doch einmal in die Seele dieſes jungen Mannes, der nichts Unehrenhaftes begangen hat und nun mit einem Zuchthäusler zusammengefesselt wird. Ich stehe nicht auf dem Standpunkt, daß die Journalisten eine besondere Behandlung verlangen können, aber was sie verlangen dürfen, ist die gleiche Behandlung mit einem Mann, der etwa wegen eines Duells verurteilt ist.( Sehr gut! links.) Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Sonnabend 11 Uhr. Schluß 4 Uhr. nach Möglichkeit bereits jetzt entgegen. Das Strafgesek versagt aber von dem Vorgesetzten entfernt diesem das Buch zeigt. und schließlich auf Neu" geträufelt. Vielleicht nimmt C. Sch. 5" noth in den meisten Fällen. Es ist außerordentlich schwer, eine Be-( Große Heiterkeit.) Eine Verlegung der Hommeursvorschriften rechtzeitig Notiz davon. G. B. 100. Wilmersdorf, Pfalzburgerstr. 58. strafung herbeizuführen, eine polizeiliche Beschlagnahme würde wird oft strenger bestraft als irgend ein Dienstvergehen. A. B. Erledigen Sie die Sache in der juristischen Sprechstunde. in den meisten Fällen ein Schlag ins Wasser sein und erst Daher kommt es auch, daß die Schußleute ihre eigentliche 57. Cin derartiger uneigennüßiger Herr ist ums leider nicht bekannt. recht die Aufmerksamkeit auf die betreffende Schrift lenken. Thätigkeit vergessen und gespannt nur darauf achtgeben, einen Vor- gemeinheit nicht. 3. 45 Tage. 2. 76. 1. Mechaniker, Maschinenwärter usw. 2. Nein, in dieser AllDer einzige Paragraph, der hier herangezogen werden könnte, ist gesezten im Grüßen nicht zu übersehen. Die Beschädigungen an der daher annoncieren Sie für Ihren Zwed am besten in der" Bolkswacht", O. K. 7. Jm Reg.- Bezirk Breslau, der grobe Unfugsparagraph. Gegen die Ausdehnung dieses Para- Kaiser Wilhelmbrücke sind erfolgt, trotzdem wenige Schritte entfernt Graupenstraße 6, und der„ Breslauer Morgen- Zeitung"; beide in Breslau. graphen hat sich die öffentliche Meinung aber ziemlich heftig ge- zwei Schuyleute postiert sind. Sie müssen aufpassen, ob der wachtZwei Streitende 20. In einem Brutapparat für Hühnereier muß wendet. Im Interesse der öffentlichen Sittlichkeit liegt es, daß die habende Offizier kommt, um ja das Grüßen nicht zu vergessen. eine Temperatur von 40° C.= 32° R. Herrschen. Prostitution mit fefter Hand und nicht mit Sammethandschuhen an- Redner bittet weiter um bessere Besoldung der Wachtmeister. Juriftifcher Teil. gefaßt wird.( Bravo!) Die Wachtmeister sind die Kategorie, die besonders viel mit dem Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends Publikum zu verkehren haben. Wenn sie besser bezahlt werden, von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Vorteil. Die Wacht hat auch die Allgemeinheit davon Jordan 1852. Ihre Angaben sind unzureichend. Kommen Sie in ein Wachtmeister täglich einen Mann anständig behandelt, so be- bei Kündigung jedoch nicht über das Ende des Vertragsverhältnisses hinaus, meister erfüllen ihren Beruf dann mit mehr Lust und Liebe. Wenn die Sprechstunde. W. N. 39. Als Handlungsgehilfe für sechs Wochen, handelt er in einem Jahre 365 Männer anständig.( Stürmische als Gewerbegehilfe, von fürzeren Unterbrechungen( ein bis zwei Tage etwa) Heiterkeit.) Wollen Sie, daß die Polizei beffer wie bisher ihre abgesehen, nicht. R. 2. 19. Sie sind wahlberechtigt. D. T. 100. Pflicht erfüllt, so forgen Sie für bessere Besoldung auch der unteren Benn Sie durch den Weggang aus der Anstalt die Herbeiführung einer Besserung Ihres Zustandes vereiteln, kann Ihnen die Rente entzogen Beamten.( Beifall links.) werden. R. 2. 30. Wenden Sie sich an einen evangelischen Pastor. Rummelsburg. Für Deutsche unentgeltlich. Schodfowski. Wenn den Hauseigentümer ein Verschulden trifft, dieser, sonst Sie. G. S. 11. 1. Rein. 2. Bis es sich selbst unterhalten kann. Richter. Der Versicherungsanstalt Anzeige erstatten. B., Mülheim a. Mh. 1. Steht Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 8. Februar 1903, vor- ganz im Ermessen der Behörde, meist mindestens fünf Jahre. 2. Wie zu 1, mittags 8 Uhr, in der Aula der 69. Gemeindeschule, eleine Frant- meist Staatsangehörigkeits- Ausweis, Führungszeugnis, Nachweis, daß der furterstraße 6: Versammlung. Freireligiöse Vorlesung". Um Militärpflicht im Heimatsstaate genügt ist. 3. Regierungspräsident. 4. Neu10%, Uhr vormittags ebendaselbst: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille: jahrstag, Starfreitag, die beiden Oster-, Pfingst- und Weihnachtsfeiertage, Schopenhauer". Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Bußtag. 5. Ja., 6. Existiert nicht. R. 2. 50. 1. Nein. 2. Der An Lichtenberg. Die Delegierten zur Generalversammlung der Dris- geflagte wird gefragt. 3. Durch eine vorherige schriftliche Eingabe an das in der Krankenkasse werden dringend ersucht, heute, Sonnabendabend 8 Uhr, bei Gericht, die Strafsachen angegeben werden und gebeten wird, die Frage in der Verhandlung nicht zu stellen. 23. Ja. öflich zur Generalversammlung zu erscheinen. Besichtigung der Vorwärts"-Druderci, Lindenstr. 69, Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Sonntag, den 8. Februar 1903: unter Führung eines Fachmannes. Treffpunkt: Vormittags 10%, Uhr im Comptoir daselbst, II. Sof, 2 Treppen. Die Rede lebungsstunde für Fortgeschrittene fällt an diesem Tage aus. Chelertsche Kranken: und Sterbekasse Nr. 27. Conntag, den 8. Februar, vormittags 10 Uhr: Außerordentliche Generalversammlung Lindenstr. 110 bei A. Schwede. Verband deutscher Mühlenarbeiter, Zahlstelle Berlin. Sonntag, Swinemde. 771 den 8. d. M., nachmittags 3%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15: Hamburg 771 SS Generalversammlung. Berlin 773 3 Frankf./M. 773D München Wien Der Minister hat gestern eine ganze Reihe polizeilicher Miß griffe erwähnt. Ich habe mich gewundert, daß er den Fall des " Borwärts", wo ein Angestellter mit 60 M. bestochen ist, um irgend welche Geheimnisse zu verraten, stillschweigend übergangen hat. Der Bortvärts" hat inzwischen angezeigt, daß er die 60 Mark der socialdemokratischen Parteitasse überwiesen hat. Hoffentlich verurteilt der Minister das Vorgehen der Polizeibeamten in diesem Fall auf das allerentschiedenste. Etwas Unglaubliches hat der Polizeipräsident von Frankfurt a. M. geleistet. Er verbot die Affichierung eines Plakats des dortigen Gewerkschaftskartells" und der„ Centrale für private Fürsorge", in welchem die Bürger anläßlich der gerade stattfindenden Arbeitslosenzählung aufgefordert wurden, die Zähltarten möglichst genau auszufüllen. Ich weiß nicht, ob eine Schädigung irgend welcher Art hervorgerufen wäre, wenn ein solches Plakat an der Säule gehangen hätte.( Beifall links.) Abg. Goldschmidt( freis. Vp.) fordert eine Besserstellung der Polizisten und bittet den Minister, die äußeren militärischen Formen im Verkehr der Schuyleute mit ihren Vorgesetzten auf das allernotwendigste Maß zu beschränken.( Bu stimmung links.) Es macht einen komischen Eindruck, wenn ein Schußmann auf der Straße in militärischer Haltung drei Schritt Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. " 1 Briefkasten der Redaktion. Luise 40. Sie sind leider im Recht, aber der Bien" muß. Gute Bußfedern sollten in sach gemäße Behandlung gegeben werden; dann werden sie für keinen zu hohen Preis chemisch gereinigt, gewaschen, gefärbt Urania. Residenz- Theater. Palast- Theater Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Zum 9. Male: Lutti.( Loute.) Das Land Tirol. Schwant in 4 Attent96n Pierre Beber. Im Hörsaal um 8 Uhr:" Sonnabend, den 7. Februar. Dr. Donath:" Spektral- Analyse". Anfang 74 Uhr: Opernhaus. Cavalleria rusticana. ( Bauernehre.) von Bagdad. Der Ba Schauspielhaus. Die Journalisten. Deutsches. Monna Banna. Berliner. Sanatorium Siebenberg. Lessing. Der blinde Passagier. Neues. Die Fliege.( La Mouche.) Borher: Der Oberlehrer. Residenz. Lutti. Thalia. Der Stamelienonkel. Westen. Undine. Central. Madame Sherry. Belle Alliance. Am Telephon. Hierauf: Cupido u. Cie. Anfang 8 Uhr: Schiller O.( Wallner- Theater.) Der Meister von Balmyra. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Heimat. Carl Weiß. Das Geheimnis des Stlosters. Buntes. Jugend. Quisen. Die Anna- Liefe. Kleines. Nachtasyl. Trianon. Die Liebesschaukel. Apollo. Nativis Hochzeit. Specialitäten. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Casino. Cavalleria rusticana. Valast. Berliner Luft. Specialitäten. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Steidl. Steidl- Sänger. Paffage- Theater. Specialitäten. Baffage- Panoptikum.Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Das Land Tirol. Im Hörsaal um 8 Uhr: Dr. Donath: „ Spektral- Analyse". Juvalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 1hr. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Anfang 7, hr. Zum zweitenmal: Der Camelien- Onkel. Bosse mit Gesang und Tanz in 3 Aften von Leon Leipziger. Morgen und die folgenden Tage: Der Camelien- Onkel. Tante. Sonntagnachm. 3 Uhr: Charleys Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS Panoptikum Friedrichstrasse 165. Neu!! Die tatowierte Schönheit Miss Karri in ihren klassischen lebenden Bildern. Deutsch von Mar Schönau. Morgen und folgende Lage: Lutti. Sonntagnachmittag 3 Ür: Seine Kammerzofe. Burgstraße 22. Früher: Feen- Palast. Grösster Erfolg der Saison! 8% Uhr. Novität! 8%, uhr. Berliner Luft. Bernhard Rose- Theater Operettenpoffe mit Gefang und Badstr. 58. Sonntag, den 8. Februar 1903: Das Opferlammt. Schwank in 3 Aften von Oskar Walther und Leo Stein. Anfang 6 Uhr. Nach der Vorstellung: Tanz. Casino Theater Neu! Lothringerstr. 37. Neu! Trudy u. Charles Atlessy. Neu! OTTO REUTTER Großer Erfolg! Unteroffizier Rehmann. Neu! Wiener Damenkapelle Kranz. Gr. Promenaden- Konzert. Passage- Theater. Anfang: Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5 Uhr, Ende 11 Uhr Anfang d. Abendvorstell. 8 Uhr. Ganz Berlin zerbricht sich den Kopf über die schwebende Jungfrau. Mysteriöses Theaterstück in 1 Akt. The three Devils: Die AGA₁ Wettfahrt im Todesring. Willy Prager prolongiert. 14 neue erstklass. Nummern. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurter Straße 132. Nachmittag 4 Uhr, Stindervorstellung, 10, 25 und 40 Pf.: Die Henne mit den goldenen Eiern. stom. Zaubermärch. m. Gesang u. Tanz. Abends 8 Uhr: Das Geheimnis des Kloffers. Bonné! Cavalleria rusticana. Wochentags 8, Sonntags 72 Uhr. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Ein Sohn des Volkes. Dazu Auftret. sämtl. Specialitäten. 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Wundergrotte.+ Mesters Kosmograph. Sonntag 3 11hr: Nakiris Hochzeit. Sonntag 7, Uhr: Frau Luna. In beiden Borstellungen: Das elektrische Ballett. Tanz in 3 Atten von 2. Rosée. Musik von Plazbecker. Zwicke! Div. R. Winkler. Das Februar- Programm Alles neu! Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. W. W. Noacks Theater. Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Seute wegen Brivat- Festlichkeit Geschlossen! Sonntag und Montag: Die Räuber. Reichshallen. Stettiner Sänger Anfang: Sonntags 7, Wochentags 8 Uhr. Zum Schluß, neu: garnisten!!! Burleske von Meysel. O diese Chambre: Cirkus Busch. Sonnabend, den 7. Februar 1903, abends 72 Uhr: Grosse Vorstellung. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke 7730 Wetter Temp. n. 6. 50 C. 4° R. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter 5 Haparanda 740 NW 2 heiter 3wolfen! 8 bedeckt 7551S 2 bedeckt 26ededt 5 Betersburg 753 23 1 bedeckt 5 Cort 2wolfen! 2wolfen!-10 Paris 769 SD 2 wolfenl 775 Still- bedeckt -0 Aberdeen Temp. n. 6. || o= 309|| 19° 1 0 Wetter Prognose für Sonnabend, den 7. Februar 1903. Zunächst vielfach heiter, nachts tälter, am Tage ziemlich warm bei mäßigen südlichen Winden; später neue Trübung und etwas Regen. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Sonnabendabend 8 Uhr Der Meister von Palmyra. Dramatische Dichtung in 5 Aufzügen Sonntagnachmittag 3Uhr: Die Jungfrau von Orleans. von Adolf Wilbrandt. Sonntagabend 8 1hr: Der Meister von Palmyra. Montagabend 8 Uhr: Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonnabendabend 8 Uhr: Heimat. Schauspiel in 4 Alten von Hermann Sudermann. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Kabale und Liebe. Sonntagabend 8 Uhr: Jugend. Montagabend 8 Uhr: Die Braut von Messina. Das Geheimnis der Gilde. Trianon- Theater. SteidlGeorgenstrasse, zwischen Friedrich u. Universitätsstr. Die Liebesschaukel. Lustspiel in 4 Akten v. M. Donnay. Anfang 8 Uhr. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Jeden Tag: Der schöne Max aus Franz.- Buchholz. Heute: Bockbierfest. Im Kaiser: Saal: Norddeutsche Sänger und Tanz. anssouci Jeden Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Nach jeder Soiree: Tanz- Kränzchen. Linienftraße 132. Theater Dranienburger Thor. Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Steidl- Sänger 11. a.: Die Jubiläums- Komödie: Familie Humbert. Entree 50 Pf. ( Vorverkauf 40 Bf.) Sperrsit 1 M. Cirkus Schumaun Sonnabend, den 7. Februar 1903, abends 7 Uhr: High Life- Soirée Hervorragendes Sport- Programm. L'ecuyère lumineuse Serpentin ( Original), ger. v. d. belieb. jugendl. Schulreiterin Frl. Dora Schumann. Les Brunin, d. unerreichbaren Billard- Künstler. Die Kanadier Vermette und Dionne. Geschw. Jungmann. Nur noch kurze Zeit! Lott ist dot. Sans rival! 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Nachtasyl. Amoros Werner- Truppe, Belle- Alliance- Theater. Pantomime Beim Flirten erwischt". " Les Dartos, Otto Reutter, Pariser Tänzer. Humorist. Frid Frid, Fl. Siding, Hansi Reichsberg. The Uessems, akrob. Produktion. 300 Mitwirkende. Pariser Luft, Grandioses Ballett. Der Biograph". Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Ballett. Keine erhöhten Preise! Heute und folgende Tage: Am Telephon. Hierauf: Cupido& Cie. Holzmarktst. 72, Ecke Alexanderst. Täglich erstl. Specialitäten- Vorstellung. Jed. Mittwoch, Sonnabd. und Sonntag Tanzkränzchen. Anf. Wochent. 8, Sonntags 6 Uhr. Zum Pechvogel. Weiß- u.Bayrisch- Bier- Lokal. Laul Letfin, Warschauerstr. 61. Billard. Bereinszimmer. PrinzenSonnabend, den 7. Februar, nach Dr. Simmel, Str. 41. mittags 3 Uhr, 1. Vorstellung: Neue deutsche Bühne: Kapellenberg." Schauspiel in 4 Aften von Robert Thomalla. [ 59/ 6* Specialarzt für Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-1 Bock- Trubel um 10 Uhr abends Einzug Gambrinus mit Gefolge. Looping the Loop Die lustigen Heidelberger. Morgen Sonntag 2 Vorstellungen. nachmittags 1 Kind frei. Nachmittag: Pierrots Weihnachten mit dem Bonbonregen. Dr. Schünemann, Specialarzt für Saut, Sarn- und Frauenleiden, Seydelstr. 9. 12-13, 6-8, Sonnt. 9-11. direkt am Brodis Gesellschaftshaus, Erkner. Dameritzsee, eigne Dampferstation, Schuß für 1500 Personen, für Vereine und Gesellschaften, Ausflugsort per Dampfer und per Bahn. 2 große Säle mit Bühne, 2 große schattige Gärten, 2 verdeckte Kegelbahnen, Kaffeelüche, Bootsvermietung, Schießbuden 2c. Anerkannt gute Stüche und ff. Biere. Sonnabende und Sonntage noch für Vereine zu vergeben, bei vorheriger Anmeldung Vergünstigungen. 4172* Hochachtungsvoll: R. Brodt. Infolge überaus günstiger Waren Abschlüsse durch KassaZahlung sind wir in der Lage, Teppiche, Gardinen, Portieren zu spottbilligen Preisen zum Verkauf zu stellen, Teppichhaus Adler& Co. 562L 20-21 Königstrasse 20-21 beim Rathaus nur im alten bekannten Lokal an der Jüdenstrasse. Arbeiter- Baugenossenschaft Paradies" zu Berlin. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Sonntag, den 15. februar, vormittags 9% Uhr, im Etablissement Buggenhagen, am Moritzplatz: Außerordentliche Generalversammlung. Zages Ordnung: I. Der Stand unsrer Bewegung. II. Verwaltungs- Angelegenheiten.( Anträge der Verwaltung.) III. Verschiedenes. Nur Mitglieder haben Zutritt. 105/ 12* Mitgliedskarte legitimiert. Pflicht eines jeden Genossen ist es, pünktlich zu erscheinen. Beiträge werden in dieser Versammlung entgegengenommen. Der Vorstand. J. A.: Gustav Voigt, Vorsitzender, Görlikerstr. 56. Orts- Krankenkasse der Sattler u. verw. Gew. Donnerstag, den 5. Februar, verstarb unser Mitglied Rudolf Lentföhr ( Sattler). Die Beerdigung findet Sonntagnachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Krankenhauses am Urban aus nach dem Emmaus- Kirchhof, Rigdorf, Hermannstraße statt. 270/16 3. A.: H. Werner. Verband der Bau-, Erd- u. gewerblichen Verband der Möbelpolierer. Hilfsarbeiter Deutschlands. Zahlstelle Berlin III. Sonntag, den 8. Februar, vorm. 10 Uhr, bei Rose, Badstraße 58: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Statutenberatung und Anträge zum Verbandstage. 2. Wahl von drei Delegierten zu demselben. 3. Berichterstattung von der lebten Stonferenz. Es ist Pflicht aller Mitglieder, in dieser Bersammlung zu erscheinen. 32/7 Der Vorstand. Verband der Maschinisten und Heizer sowie Berufsgenossen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin und Umgegend. Sonntag, den 8. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, bei Boigt, Ritterstr. 75: Montag, den 9. Januar, abends 8, Uhr, Hussitenstraße 40: Versammlung. Tages Ordnung: 145/7 1. Vortrag des Kollegen G. Reuter über: Die geheimen Gesellschaften in alter und neuer Zeit. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, ihre Damen mitzubringen." Die Auszahlung der Unterstützungen findet nur Montagabends 7-8 Uhr Blumenstr. 38 statt. Daselbst werden auch Beiträge entgegen genommen. Der Maskenball findet am 7. März in Kellers Festsälen, Koppenstr. 29 statt. Der Vorstand. Charlottenburg. Volkshaus- Verein. Sonnabend, den 7. Februar, abends 8%, Uhr: Versammlung. Generalversammlung. Zages- Ordnung: A Tages- Ordnung: Vortrag des Gewerkschaftssekretärs Link über das Thema: Sind vorüberAuflösung des Volkshaus Vereins. gehend in eine Beschäftigung tretende Arbeiter der Versicherungspflicht unter Bildungsvereins. worfen? Verschiedenes. 138/6 283/15 Im Interesse der Mitglieder liegt es, diese Bersammlung recht zahlreich zu besuchen. Die Arbeiter Gründung eines J. M.: 0. Ewald. Deutscher Holzarbeiter Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Hermann Fiedler am I am 4. Februar verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntagnachmittag um 3 Uhr von der Leichenhalle des KreuzKirchhofes, Mariendorf, aus statt. Zur weiteren Mitteilung, daß der Kollege, Tischler 78/18 Robert Busch am 4. Februar verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag um 2 Uhr von der Leichenhalle des St. Thomas Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. D Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Central- Kranken- u. Begräbnisskasse der Sattler u. Berufsgenossen Deutschlands ,,, Hoffnung".. 64. Ortsverwaltung Berlin. Hiermit zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Sattler Rudolf Lentföhr am 5. Februar verstorben ist. Die Beerdigung findet am Jeder Arbeiter, Jeder Handwerker follte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Allein- Verlauf. Sehr starke Ware in praktischen grauen u. braunen Streifen, auch einfarbig. Am Bund aus einem Stüd gearbeitet. Sehr feste Sapp nähte. Haltbarste Bilot- Taschen. Große Flicken umsonst. Dic Hose bei Entnahme von 6 Stud 26 Rt. 4 Mr. 50 Echtblaues Monteur Jadett 1 M. 90 Echtblaue Monteur Hofe 1. 50 Echtblaues Monteur Jadett J Prima Köper- Gewebe.. 2 MR. 50 Echtblaue Monteur Hose Prima Köper- Gewebe.. 2 M. 10 Manchester- Hose 8,50,5,25,4,25,3 M. 50 Gefüttert. Manchest.- Jadett 14,-9, Weiße Friseur- Jadetts 3,50, 2 M. 75 Konditor- Jacken, 2reihig, 4,25, 3 M. Maler- Stittel 3,-, 2,50, 2. Mechaniker- Kittel( braun) 3,-, 2 M. 40 Weiße Leder- Jacketts, 2reihig 7,50, 3 M. 75 Weiße Lederhosen 4,50, 2 M. 75 Zwirnhosen, fest u. schön, 3,-, 1 M. 75 Die Preise gelten für normale Größent Sonntag, den 8. Februar, nad Baer Sohn mittags 3 1hr, von der Leichenhalle des Urban- Krankenhauses nach dem Emmaus Kirchhof, Hermannstraße statt. 20236 Der Vorstand. Verband der Verwaltungsbeamten der Krankenkassen Restaurant Neuer Krng Achtung und Berufsgenossenschaften Deutschlands. Bezirksgruppe Berlin- Brandenburg. 4 ( Bahnstation Neu- Rahnsdorf) Wilhelmshagen 3ivischen Müggel- und Dämerih See, herrlich am Wasser gelegen, ist das romantischte Lokal an der Oberspree. Halte mein Lokal( bis 2000 Personen fassend) für Vereine und Fabriten bestens empfohlen. Montag, den 9. Februar, abends 8 1hr, im großen Saale der 4692 Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die Befugnisse der Aufsichtsbehörde nach dem Kranken: Versicherungs- Gesek und nach der angekündigten Novelle. Referent: Rechtsanwalt Roth. 2. Diskussion. 283/14 Zu dieser Versammlung find alle in Strankenkassen beschäftigten Personen und alle Vorstandsmitglieder der Krankenkassen eingeladen. Der Bezirksgruppen- Vorstand. bewährteste Nahrung für Fr. Domning, Kufehe Kinder mehl gesundeu. magendarmkranke Kinder. Achtung! Gewerkschaftshaus. Heute Sonnabend kommt wieder der berühmte Schultheiss- 3ock zum Anstich, verbunden mit einem Schlachte- Fest, also morgens Wellfleisch- Wurstessen, abends En gros. Export. En detail. Chauffeestr.24a/ 25. Brückenstr.11. Gr. Frankfurterstr. 20. Die 20. Preisliste 1902 wird kostenlos und portofrei zugesandt. Bei Bestellung von Hosen ist die Bundweite und die Schrittlänge, bei Jacketts und Mänteln dic Brustweite anzugeben. 2062 Versand von 20 M. an franco. Nachdruck verboten! Die Generalversammlung der wozu ich meine werten Gäste und Bertreter der Arbeitnehmer für die Freunde ergebenst einlade. 1986b Mitglieder der C. Pohlit, Gewerkschaftshaus. Orts- Krankenkaffe der Gelb1. Mai abends d. große Saal noch) frei! Deutscher Metallarbeiter- Verband. Brauerei Germania, Akt.- Ges. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonntag, den 8. Februar 1903, vormittags 10 Uhr: Allgemeine Versammlung Berlin 0., Frankfurter Allee 53, VII 2645. In sämtlichen eignen Husschank- Lokalen der Rohrleger und Gehilfen Berlins und Umgegend Bock- Bier% Liter 10 Pf. im Gewerkschaftshause, Engel- lfer 15( großer Saal). Tages Drdnung: 1. Vortrag des Genossen Link über: Bauarbeiter Schut". 2. Diskussion. 3. Wahl zweier Delegierten zum Bauarbeiterschuh- Stongreß. 4. Berbandsangelegenheiten. Es wird jedem Berufskollegen zur Pflicht gemacht, pünktlich zu erscheinen. Ferner fordern wir besonders diejenigen Kollegen, welche bei nachstehenden Firmen: Ritschel u. Henneberg, Grove, Deutsche Wasserwerke, Klemme ( Friedenau), Börner u. Herzberg beschäftigt sind, auf, recht zahlreich zu erscheinen. Sonntag, den 8. Februar 1903, vormittags 9% Uhr: Versammlung der Hobler, Bohrer, Fraiser, Stoßer etc. im Lokale des Herrn Wendt, Königsgraben 14a. Zages Drdnung: 1. Der Ausbau des Unterstüßungswesens in unsrer Organisation. Referent: Stollege Scheffler. 2. Distusfion. 3. Ber bandsangelegenheiten und Verschiedenes. Sonnabend, 7. Februar 1903, abends 8, Uhr: Konferenz der Vertrauensleute für Charlottenburg 111/12 bet Pasche, Potsdamerstr. 44. Die Ortsverwaltung. Trinkt„ Apfelblümchen" Bestes Medizinal- und Tafel- Getränk ohne Alkohol. Berliner Manzanil- Gesellschaft m. b. H. Görlitzer Ufer 24. Fernsprech- Amt 4. 1673. [ 2082* 10 1 Tonne M. 3,50. 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Inferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderci und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 32. 20. Jahrgang. wollen: 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 7. Februar 1903. Anleihe von 175 Millionen Lei( 1 Lei 1 Frank) auf- Boran in diesem Stampfe stand selbstverständlich- Mosses Organ, Der Aufruhr von Candela vor Gericht. genommen wurde. Das willige Eingehen der rumänischen Regie- das„ Berliner Tageblatt"; den schwersten Schlag aber führte eine rung auf die ihr von den Berliner Emissionsbanken gestellten Be- im Verlage des Berliner Börsen- Courier" erschienene anonyme Dieser Tage ist vor dem Gerichtshof zu Lucera ein Prozeß zu dingungen und der Jubel über das Zustandebringen dieser neuen Schrift:" Die rumänischen Finanzen. Zahlen und Thatsachen für Ende geführt worden, der sich mit den blutigen Vorgängen Anleihe in der rumänischen Stammer bilden keinen Gegenbeweis, sie die Besitzer rumänischer Papiere", die massenhaft an Zeitungsvon Candela zu beschäftigen hatte. Die Lage der Bauern von zeigen nur, wie bescheiden man allmählich nach den früheren Aus- redaktionen, Finanziers und Geschäftsleute versandt wurde: ein recht Candela und die Vorkomnisse, um die es sich hier handelt, find typisch brüchen eines überschwänglichen nationalen Optimismus in Bukarest geschickt verfaßtes Machwerk, in dem mit Gewandtheit die Methode für die füditalienischen Verhältnisse. Der Prozeß hat gezeigt, wie geworden ist. Ser Janssenschen Geschichtsschreibung auf das Finanzgebiet überdie häufigen Bauernunruhen in Italien zu stande kommen, weshalb Als 1899 die rumänische Regierung die Anleihe von 175 Millionen tragen wird. Das heißt aus rumänischen Budget- und aus wir in Nachstehendem die Vorgänge etwas ausführlicher schildern Lei aufnahm, steckte das Walachenländchen in beängstigenden Geld- östreichischen Konsulatsberichten find mit Sachkenntnis die schwierigkeiten. Rumänien hatte seit Jahrzehnten kein so trostloses zu Ungunsten der rumänischen Wirtschaftslage sprechenden Candela ist ein großes Dorf, an den unteren Appeninen gelegen. Wirtschaftsjahr gehabt, wie das Jahr 1899; auf den Feldern verkam Stellen herausgesucht, nichts an sich Falsches, im Gegen Die wenigen Latifundienbesitzer, denen das umliegende Land gehört, das Getreide, die meisten Distrifte ernteten nur ein Drittel oder ein teil sehr viel Richtiges und zutreffendes und doch ein sehr einleben und verzehren ihre Rente meist weit entfernt von ihrem Befize. Viertel der Erträge, welche die voraufgegangenen Jahre gebracht feitiges Bild, da jene Thatsachen, die das Urteil hier und dort abRundum haben sich fleine Bauern ansässig gemacht, deren Stückchen hatten; Handel und Verkehr stockten, der Gesamterport, der im schwächen oder modifizieren könnten, einfach unbeachtet geLand nicht groß genug ist, um ihre Eigner zu ernähren. Sie find Jahre 1898 noch 283 Millionen Lei betragen hatte, sant auf laffen sind. daher geztvungen, vom Großgrundbesizer noch ein Stückchen Land 149 Millionen; die Steuern blieben aus troz aller angewandten Der Teil der Hochfinanz, der ein geschäftliches Interesse daran hinzuzupachten, wofür sie ungeheuere Pacht zahlen müssen. Die große Zwangsmaßnahmen; und zudem hatten die vier vorhergegangenen hat, daß die rumänischen Finanzen nicht als allzu faul hingestellt Masse der Bevölkerung aber find Arbeiter und Arbeiterinnen, die in Jahre infolge der finanziellen Mißwirtschaft starke Deficite im werden, schwieg zunächst; vielleicht war ihm, da von Paris aus den ausgedehnten Kulturen der Großgrundbesißer arbeiten, Staatshaushalt ergeben. Andrerseits war für Deutschland, in dem versucht worden war, Rumänien zur Aufnahme ciner Ana Die Lage dieser im Dienste der Latifundienbefizer frondenden die Anleihe placiert werden sollte, bekanntlich 1899 das Jahr der leihe in Frankreich zur Konvertierung seiner fünfprozentigen Arbeiter und Arbeiterinnen ist eine äußerst schlechte. Die Hochkonjunktur. Auf dem deutschen Geldmarkt stieg mehr und mehr Schazzanweisungen zu bewegen, die Heze feineswegs ganz un Löhne schwanken von 30-60 Cent. pro Tag; auf das ganze Jahr die Nachfrage nach Geld, so daß der Wechseldistont der Reichsbant angenehm. Dagegen fühlte die etwas antisemitisch infizierte Presse vermietet erhalten die Leute bis zu 18 Frank pro Monat und sich im Jahresdurchschnitt auf über 5 Proz. hielt. Unter diesen Ver- alsbald heraus, welche edlen Motive plößlich den Finanzblättern das 1 Frank für Del und Salz, aber keine Wohnung. Extra- Arbeit, hältnissen konnte es kaum als etwas Absonderliches gelten, Urteil geschärft hatte, und das Organ Krupps, die„ Berliner Neuesten 3. B. bei der Weinlese, wird den Frauen nicht besonders bezahlt; als wenn damals in ihrer Geldklemme die rumänische Regierung Nachrichten", antworteten mit einem langen Artikel, der mit folgenden Entschädigung erhalten sie in solchem Falle nur Tag für Tag ein nicht nur die Gewährung bon 5 Broz. Zinsen 3it Worten begann: Stück Schwarzbrot. gestand, sondern nebenher noch verschiedene sonstige drückende Seit einiger Zeit ist der rumänische Staat das Ziel erbitterter Da setzte vor einigen Jahren die socialistische Provaganda ein, Bedingungen mit in den Kauf nahm: darunter die Verpflichtung Angriffe von feiten eines Teils unfrer Presse. Diese Angriffe, die und es gelang bald, die dortigen Landarbeiter zu organisieren; auch bis zum Dezember 1902 teine neue Anleihe aufzunehmen und ihre sich nach der jüngsten Diskussion über das neue rumänische die Bauern vereinigten sich, um sich bei dem Pachten der Landfeßen Schazanweisungen spätestens im Dezember 1904 zum vollen Nenn- Handwerkergesetz mit besonderer Heftigkeit erneuert haben, nicht gegenseitig Sonkurrenz zu machen. Mit diesen ökonomischen wert einzulösen: Bestimmungen, von denen anzunehmen war, daß sind mit einer merkivürdigen Einmütigkeit gegen den Kredit Vereinigungen hätten die Großgrundbesizer leicht zu einer Ver- sie, da an eine Rückzahlung der Anleihe aus den eignen Mitteln Rumäniens gerichtet, Der Zweck des Preßfeldzuges ist ein vollständigung kommen können, es hätte das in ihrem eignen Interesse des rumänischen Staates nicht zu denken war, und andrerseits dadurch kommen durchsichtiger: dafür, daß Rumänien seine Fremdengeſetgelegen. Im September v. J. waren die alten Kontrakte abgelaufen. dem rumänischen Finanzministerium der Weg verlegt wurde, vor 1903 gebung und die gerade dort schwieriger als in irgend einem andern Magaldi, der Präsident der dortigen Land- irgendwelche anderweitigen Anleihen aufzunehmen, die rumänische Lande gestaltete Judenfrage, also eine innere Angelegenheit, nach arbeiterorganisation, wurde beauftragt, mit den Grund- Regierung in die Zwangslage bringen würden, im Jahre 1903 oder den eignen politischen Bedürfnissen und Neberzeugungen und nicht befizern wegen der Erneuerung der Bacht- und Arbeitskontrafte in spätestens zu Anfang des Jahres 1904 bei denselben Bankhäusern, nach den Herzenswünschen gewisser Blätter regelt, foll es Unterhandlung zu treten. Er wurde abgewiesen, und die welche die 1899er Anleihe aufgelegt hatten, eine Konvertierung dieser durch eine systematische und hartnäckige Bezweiflung feiner Bauern beschlossen, die Kontrakte nicht mehr zu erneuern. Anleihe nachzusuchen. Kreditfähigkeit gestraft werden. Der Zusammenhang zwischen. In der Versammlung es war an einem Sonntagmorgen des Trotz dieses schon in den Emissionsbedingungen der 175 der Frage, ob Rumänien in der Lage ist und sein wird, seine September in welcher der Beschluß gefaßt wurde, verabredeten Millionen Anleihe steckenden halben Zwanges müssen die Zu- Schuldenlast zu verzinsen und allmählich abzutragen, und der andern, sich auch die Bauern, am Nachmittag der Abfahrt der wenigen Arbeiter geständnisse, zu denen sich bei ihrer jetzigen Konvertierungs- ob die rumänischen Juden in den Vollgenuß aller politischen und beizuwohnen, welche neue Kontrafte mit den Grundbesizern ein- Anleihe die rumänische Regierung gegenüber der Diskonto- bürgerlichen Rechte eines rumänischen Staatsbürgers treten sollen, gegangen waren; man wollte nochmals durch gütliches Zureden Gesellschaft und der Firma Bleichröder bequemt hat, in wird dann künstlich durch die gewagte Behauptung hergestellt, daß dieselben bewegen, umzukehren. Man war mit diesen Abtrünnigen Anbetracht, der jetzigen Geldmarkts- Verhältnisse als äußerst harte die tüchtigsten, arbeitsfähigsten und kapitalkräftigsten Elemente der das ist durch die Verhandlungen festgestellt worden bereits gelten, und daß sich Rumänien darauf eingelassen hat, ja daß von Landesbevölkerung zur Auswanderung veranlaßt werden und der dahin einig geworden, daß dieselben, die unüberlegterweise einen„ Staatsmännern" diese Konvertierungs- Anleihe gar noch als Nationalwohlstand dadurch unermeßlichen Schaden erleide." den neuen Vertrag abgeschlossen hatten, sich sofort zur Umkehr würden eine nationale That gefeiert wird, zeigt deutlich, wie weit es nach Seit Distonto Gesellschaft und S. Bleichröder die neue bevegen lassen; durch die Ansammlung der Streifenden sollte den Meinung seiner eignen Finanzmänner im Sumpf stedt. Allerdings Anleihe übernommen haben, hat die Finanzprefie jedoch mit Kühnem Grundbesisern gegenüber der Kontraktbruch dieser ist der Kurs, zu dem die beiden Bankhäuser die jetzige Anleihe über- Stopfførung ihren alten Beurteilungsstandpunkt wiedergefunden. Nur Leute gerechtfertigt werden. nehmen, etwas höher als der von 1899. Während die damaligen das" Berliner Tageblatt" steht noch als grollende Unentwegte" abSchatzanweisungen zu, ca. 90% Proz. übernommen und zu feits; sonst halten sich jetzt, wo eine Erörterung der rumänischen Die Tragödie am Nachmittag spielte sich nun in folgender Weise 94% Prog. aufgelegt wurden, erfolgt diesmal die Uebernahme Finanzlage sicherlich am angebrachtesten wäre, die Blätter, die einst ab: 3wei der ersten Wagen waren bereits umgekehrt. zu 94 Proz. und die Abgabe Bu 97 Broz.: aber so fröhlich wüteten, bescheidentlich zurück, und manche der dritte war ebenfalls dabei, ins Dorf zurückzukehren. dafür nauß Rumänien auch auf diese Anleihe, obgleich inzwischen die finden sogar in zarter Rüdsichtnahme allerlei schöne Mit diesem unterhandelte man noch, als der Brigadier Geldknappheit der Geldflüssigkeit gewichen ist und andre Staaten empfehlende Worte. So schreibt z. B. der Börsen- Courier", aus Centanni am Plaze erschien. Die einflußreichsten Mitglieder ihre Anleihen mit Glanz zu 31%, Proz. unterbringen, wieder 5 Proz. dessen Verlag noch vor kurzem die schärfsten Pfeile gegen Rumänien der Organisation mahnten zur Ruhe( bezeugt durch die zahlen und zudem die Verpflichtung übernehmen, vor Ablauf von und das liberale Kabinett" Sturdza" hervorgingen: Gendarmen selbst). Da nahm ich einen am Kragen", so zehn Jahren keine Kündigung der Anleihe, noch verstärkte Auslösung Die rumänischen Finanzen, die sich bei der Emission der jetzt zur bezeugte Centanni. Hierauf griffen 2 Frauen den Pferden der Obligationen vorzunehmen, sowie weder diesen noch den Zine Konvertierung gelangenden Schazanweisungen in unbefriedigendem in die Zügel; Centanni verichte der einen Ohrfeigen und riß die toupons fünftig irgend eine Steuer oder Stempelgebühr aufzuerlegen. Zustande befanden, haben dank günstiger Ernten des Landes und andre am Zopf. Magaldi, der Führer der Bauern, versuchte ver- Am auffälligsien aber erscheint, daß Rumänien nicht die Auf der von der Regierung konsequent durchgeführten Ersparnispolitik gebens, die aufgebrachten Frauen zu beruhigen und den nahme einer höheren Anleihe als von 185 Millionen Lei durch eine kräftige Besserung erfahren und an Stelle der bisherigen FehlGendarmen zur Geduld mit der schwangeren Frau zu mahnen. zusetzen vermocht hat, denn dieser Betrag reicht bei einer Ueber- beträge ergiebt das Budget jest wesentliche Ueberschüsse. Diese Obgleich der Brigadier schimpfte und fluchte, wäre noch jetzt nahme zu 94 Proz. eben hin, die Schazanweisungen von 1899 zu erfreuliche Wandlung hat das Vertrauen zu den rumänischen Anvielleicht alles Unheil abgewendet worden. Da führt ein Unkonvertieren, so daß die rumänische Regierung kein Geld in Händen leihen auch beim deutschen Publikum in vollem Maße wiederbeteiligter einige Hiebe mit einem dicken Stock gegen den Kopf behält. Und doch würde sie sicherlich gar gerne eine höhere Summe hergestellt, was auch in der Kursbewegung der Anleihen zum Centannis. Dieser verlor sein Gewehr, zog den Revolver aufgenommen haben, sind doch, ganz abgesehen von den drängenden Ausdrud gekommen ist. Die Konversion ist für die Besitzer der und gabsechs Schüsse ab. Der Angreifer war getroffen und Ausgaben für kulturelle Zivede, die ungedeckten Deficite des Staats- Schaganweisungen in jeder Beziehung vorteilhaft. Sie bleiben in schleppte sich bis hinter eine Hecke. Bis hierher kann man allenfalls haushalts zu ansehnlicher Höhe angewachsen. Nach dem Budgetbericht des ungeschmälertem Genusse der Hohen Verzinsung, welche ihnen die noch von Verteidigung reden; was nun folgt, waren die Blutthaten Herrn v. Filipescu als Berichterstatters der rumänischen Budget- Schazanweisungen gewährten. Sie erhalten Stücke über denselben eines in Raserei bersetzten Ordnungswächters. kommission für das Rechnungsjahr 1900/1901 stellte sich schon da- Nominalbetrag mit gleichen Zinsfälligkeiten und überdies noch eine Der andre Gendarm Fazzini schoß ebenfalls mals das wirkliche Deficit auf 71,5 Millionen Lei, von denen nach ansehnliche Konversionsprämie. Angesichts dieser besonders günstigen feinen Revolver ab und holte dann Truppen her feiner Angabe 53,7 Millionen durch außerordentliche Ein Bedingungen kann der volle Erfolg der Konversion von vornherein bei, während Centanni die Häuser nach licht- nahmen", d. h. durch Verkäufe von Staatsländereien, Vorschüsse der als gesichert angesehen werden. lingen absuchte. Centanni selbst bekundete in der Unter- rumänischen Nationalbank und durch Vorwegnahme zu erwartender Erst kommt das Geschäft dann die Rassensolidarität. fuchung wörtlich:" Ich wurde von einer so verfluchten Wut befallen, Erträge aus dem Cigarettenpapier- Monopol, gedeckt worden waren, weil der Auflauf vorüber war und ich keinen unfrer Feinde von während der verbleibende Rest von 17,8 auf Contocorrentuniren Kugeln gefallen fah." Mittlerweile waren 30 Soldaten an Conto von den zu der rumänischen Regierung in geschäftlichen gekommen, und es hatten sich wiederum Gruppen von Bauern zu Beziehungen stehenden Berliner Bantgruppe beschafft, also vorläufig fammengefunden. Centanni ergriff die Flinte eines Soldaten und angepumpt worden war. Dieses Deficit bestand nach dem Bericht gab 12 Schüsse unter die Bauern ab; die andren 3 wei Gendarmen, Filipescus, der, wie verschiedene von ihm nachgewiesene frühere nicht aber die Soldaten, schossen ebenfalls. Das Resultat Schiebungen und Fälschungen im Budget zeigen, zivar redlich be- Müller bittet Erster Staatsanwalt Dr. Pelz, noch einmal auf Nach Eröffnung der Sitzung durch den Landgerichtsdirektor der Schießerei war: 4 Tote, 20 Verwundete. müht gewesen ist, in die Geheimnisse rumänischer Staatsfinanzunft die Vermögens- und die Einkommensverhältnisse des Angeklagten einzudringen, dem aber sicherlich doch noch manches entgangen Nardenfötter zurückzukommen. Er habe die Mitteilung erhalten, daß sein dürfte; stellt doch der frühere rumänische Finanzminister Tate Jonesco in feiner vor einiger Zeit der Angeklagte monatlich 12-13 000 W. Einkommen hatte. schienenen Streitschrift Deux ans des finances roumaines" ingeflagte bestreitet dies und verweist auf seine großen Unkosten, die ( Zwei Jahre rumänischer Finanzen) die Behauptung auf, er gehabt; so habe er beispielsweise in jedem Jahre 15 Millionen Beilage Prospette zu den Zeitungen verschickt. % * * Es mag wahr sein, daß die Menge dann eine drohende Haltung einnahm und ein Steinregen auf die Gendarmen herabfiel. Die Untersuchung hat aber ergeben, daß weder die Soldaten noch die Gendarmen irgend eine Wunde davongetragen haben; es ist ferner sicher, daß, wenn die Menge rachedürftig gewesen wäre, sie dann den Centanni in der Zeit, wo er allein und ohne Waffe war, hätte um daß bringen können. Cre D " Der Kurpfuscher- Prozeß. Fünfter Tag. Tat. Der bor 1899/1900 noch niemals in Rumänien dent Sachverständiger Dr. Störmer kommt auf die Acußerung Barlament ein, ehrliches" Budget vorgelegt worden sei. Und seitdem hat sich an dem Stande der Finanzen nichts geändert, wenn des Rechtsanwalts Dr. Davidjohn zurück, der ihm geſtern bei einer auch neuerdings wieder in den Budget- Voranschlägen fünftliche Bemerkung die Aktivlegitimation abgesprochen habe, namens der fämtUeberschüsse konstruiert werden. Die Gesamt- Staatsschuld betrug lichen deutschen Aerzte Verwahrung gegen das Verfahren des Anam 1. Januar d. 3. wie am 1. April 1901 1597 Millionen ei geilagten einzulegen. Er spreche dem Verteidiger das Recht ab, ihn gekränkt worden und er wäre ein übler Vertreter des Standes, wenn ( nach der neuen Anleihe wird sie sich natürlich 3 rügen. Er sei doch hier auch der Vertreter des Standes, der durch eine verleumderische Behauptung des Angeklagten Dr. Kronheim er dazu schweigen würde. Er fühle sich solidarisch mit den Aerzten. Der Vorsitzende verweist darauf, daß der Verteidiger nur darauf hingewiesen habe, daß keine Bollmacht der deutschen Aerzte, sondern nur foh bestätigt, daß er keineswegs die Absicht gehabt habe, dem eine vermutete Vollmacht vorliege. Rechtsanwalt Dr. David= Sachverständigen zu nahe zu treten. Die Folge der oben geschilderten Vorgänge war nicht eine Anklagegegen den Gendarmen, sondern es kam zu einem Landfriedensbruch Proses. Angeflagt wurden 60 Perfonen. 11 der Angefchuldigten, darunter eine Frau, erhielten je 3 Monate, 10 erhielten je 7 Monate und einer 11 Monate Gefängnis. Nominalfapital Alle andren, inbegriffen der Vorsitzende der Organi um 10 Millionen höher stellen) und zu ihrer Verzinsung find unsation. Magaldi, mußten freigesprochen werden. gefähr 40 Proz. der ganzen Staatseinnahmen erforderlich. Der Brigadier Centanni ging frei aus, weil er in der Notwehr Doch zu einer Darlegung der rumänischen Finanzgebahrung gehandelt habe; von seinem Vorgeseßten war ihm sogar nach seinen während der letzten Jahre fehlt es hier an dem nötigen Raum, Thaten eine feierliche Belobigung" ausgesprochen worden. zumal die wirtschaftliche Lage Rumäniens sich erst dann beurteilen Während der Verhandlungen, die sich einige Wochen hinzogen, tam es läßt, wenn man zugleich seine Stellung als Agrarstaat und die zivischen dem Verteidiger, dem bekannten socialistischen Abgeordneten enorme Verschuldung des rumänischen Bauerntums mit in Betracht Enrico Ferri, und dem Staatsanwalt häufig zu heftigen Scenen. Umsonst aber ist das Blut der Bauern und Landarbeiter von wechselnde Haltung zu werfen, die feit einigen Jahren die deutsche zieht. Dagegen verlohnt es sich, einen Blick auf die eigenartige, Hierauf tritt der gestern vernommene Zeuge Apotheker Henke Candela nicht geflossen, die Organisationen der Land Börsen- und Handelspreffe zu den rumänischen Finanzverhältnissen arbeiter machen dort und in der Umgegend einnimmt, liefert doch diese Haltung einen interessanten Beitrag zum machtige Fortschritte; mehr als einer der Angeklagten Kapitel" Finanz und Presse". ( die Angeklagten waren fast alle Unorganisierte) bekundeten, daß fie bis zum 8. September nicht Mitglied der Organisation gewesen feien, daß sie nunmehr dieser aber beitreten würden. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Die neue rumänische Anleihe. richten". Urteilswandlungen. nochmals vor: Herr Präsident, ich bitte um Ihren Schuß und Ihre Hilfe. Die gestrige Vernehmung ist in aller Ausführlichkeit in die Bresse gekommen und ich bin nun ruiniert. Lei- Anleihe erfolgt war, finden wir durchweg in der Finanzpreise anlaffung nehmen wird. Ihr Verhalten zu rügen, weiß ich nicht. Nachdem 1899 die Aufnahme der fünfprozentigen 175 Millionen - Präs.: Ich kann dazu nichts thun. Ob Ihre Oberbehörde Vereine optimistische Beurteilung der rumänischen Wirtschaftsverhältnisse, obgleich nach offizieller rumänischer Budgetabrechnung das Rechnungs- 3euge: Herr Präsident. Sie legten gestern Wert darauf, daß alle jahr 1899/1900 erneut mit einem Deficit von 35,4 Millionen Zei zusammengefekten Arzneien, die aus der Apotheke hinausgehen, vorher schließt. Als dann Ende Juni 1900 Filipescus Budgetbericht erscheint und die trostlose Lage aufdeckt, üben zwar einige Blätter eine scharfe Berlin, den 6. Februar 1903. Stritit an den rumänischen Finanzen, darunter besonders die Voss. 3tg." bald aber dringt wieder der Optimismus durch, zumal als Rumäniens Finanzlage. Presse und Finanz. Rumänier Heke.- Anonyme Mache.-„ Berliner Neueste Nachsich die nächste rumänische Ernte verhältnismäßig günstig eriveist. Sofort änderte sich jedoch die Beurteilung, als im vorigen Jahre die rumänische Regierung, gedrängt von den ausgewucherten Nachdem schon in voriger Woche die Diskonto- Gesellschaft und Bauern, zu Repressivmaßregeln gegen den jüdischen Teil seiner die Firma S. Bleichröder als vorbereitende Stimulierungspräparate Bevölkerung griff. Obgleich fich feit dem Jahre 1899/1900 faft verschiedene Mitteilungen über die Emmissionsbedingungen der nichts an der rumänischen Finanzlage geändert hatte, ja eher von neuen rumänischen 5prozentigen amortifierbaren Rente in die Preise einer geringen Besserung als Verschlechterung gesprochen werden Tanciert hatten, haben sie zu Anfang dieser Woche ihren offiziellen konnte, erschienen bald hier, bald dort die scharfsten Kritiken der Prospett folgen lassen. Daß die Bedingungen, unter denen beide rumänischen Finanzlage, teils recht gefchickt ohne Bezugnahme auf Banthäuser die neue Anleihe von 185 Millionen Lei Gold( 149,85 die Ursache, welche die Hochfinanz zu dem plöglichen Wechsel ihrer Millionen Mark) auflegen, als günstige für die rumänische Ne- früheren günstigen Meinung über das zukunftsreiche Kulturvolk der gierung gelten können, wird niemand behaupten, der die Rumänen veranlaßt hatte, teils mit allerlei Anspielungen auf das heutige Geldmarktslage mit den Umständen vergleicht, unter Gastrecht, das die vorher so oft gepriesene„ liberale" Regierung ob sie Veranlassung nehmen wolle, das Verfahren des Zeugen zu denen im Jahre 1899 die jetzt zur Konvertierung stehende Sturdzas verletzt habe. rügen oder nicht. Ich würde ein solches Verfahren nicht für zulässig von dem Apotheker zu untersuchen seien. Ich möchte den Sachverständigen Medizinalrat Dr. Schacht fragen, ob Dinge, wie Schweizerpillen, Tamarinden usw. vor dem Verkaufe in den Apotheken Präs.: Solche Dinge kommen doch von erst analysiert werden. Apotheker- Firmen, aber nicht von einem Kurpfuscher, wie Nardenfötter. 3euge: Aber, Herr Präsident, sie kamen doch von der Firma Riedel. Präj.: Nein, sie wurden Ihnen von Nardenfötter sugestellt, also jedenfalls durch Hände, die für einen Apotheker anrüchig fein mußten, namentlich, da die Flaschen auch nicht versiegelt varen und der Angeklagte Nardenfötter doch alles mögliche hineingemischt haben konnte. Wir haben ja auch hier gehört, daß er die tollsten Sachen zusammengemischt hat, in großen Mengen Morphium, Phenacitin uſtv. Der Zeuge fucht sein Verhalten gegen diese Borhaltungen noch weiter zu rechtfertigen, der Vorfißende schließt diese Erörterungen mit der Bemerkung: er müsse es der Oberbehörde überlassen, erachten. Der Zeuge wendet sich dem gegenüber nochmas an den Sachverständigen Dr. Sch a cht. Dieser erklärt: Ich kann den Ausführungen des Herrn Direktors nur vollkommen beipflichten. Zu Gunsten des Angeklagten Nardenkötter bezwv. Dr. Kronheim tritt ein als Zeuge vernommener Weichensteller Pisella auf, der behauptet, durch deren Hilfe geheilt zu sein. Er ist en kräftiger, wohlbeleibter Mann, dessen Behauptung, lungenfrant gewefen zu sein, Verivunderung erregen muß. Nach seiner Angabe hat er Schwindelanfälle, Husten mit blutigem Auswurf, Stiche in der Brust, im Rücken, in der Seite gehabt, er habe manchmal das Gefühl gehabt, als ob ihm im Rückgrat eine Kugel auf- und niedergehe, er sei furchtbar abgemagert gewesen usw. Er sei bei verschiedenen Aerzten gewesen, um zu erfahren, was ihm eigentlich fehle, auch seinen Kassenarzt habe er wiederholt aufgesucht, aber ohne Erfolg. Freilich stellt der Vorsitzende fest, daß der Zeuge die Medizin, die ihm der Kassenarzt verschrieben, überhaupt nicht genommen hat. Im Jahre 1898 ist der Zeuge dann zu Nardenfötter gegangen, weil er von einer Frau gehört hatte, daß dort ein Mann von der Wassersucht geheilt worden sei. Dort habe es ihm viel besser gefallen, als bei dem Kaenarzt, denn dort sei er von Dr. Kronhein sehr genau untersucht und befragt worden. Er, der bis zum St... tt abgemagert getvesen, habe sehr bald wieder an Körpergewicht zugenommen, so daß auch sein Kassenarzt, der da gla:: bte, daß seine Medizin geholfen habe, eine wesentliche esserung fonstatierte. Er sei ein Jahr in der Behandlung gewesen und fei fest davon überzeugt, daß Nardenkötters Medikamente ihm geholfen haben. Er hat für die ganze Stur 44 M. 75 Bf. 34 bezahlen gehabt. Früher habe er gar keinen Appetit gehabt, jetzt fönne er fräftig effen. Es wird dem Zeugen vorgehalten, warum er denn nicht versucht habe, ob nicht auch die Medikamente der Stassenärzte denselben Erfolg erzielt haben würden; ferner: warum er denn nicht sonst sich in die Behandlung andrer Aerzte begeben habe, woher er denn wisse, daß bei ihm ein Lungenleiden und nicht etwa nur Neurasthenie vorliege und warum er denn gerade geglaubt habe, das -sein Heil von einem Sturpfuscher kommen würde. 3euge: Wenn ein Ertrinkender dem Tode nahe ist, ergreift er schließlich auch ein ihm entgegengehaltenes Rasiermesser. Der Angeklagte Dr. Kron heim läßt sich auf diesen Fall vom medizinischen Standpunkt aus noch ausführlich ein und behauptet, daß der Zeuge durch die forg fältige Behandlung, die ihm zu teil geworden, seine Gefundheit ivieder erlangt habe. Wie er als Arzt seine Kranken behandle, darüber habe ihm niemand Vorschriften zu machen, so lange er nicht die vorgeschriebenen Marimaldosen der einzelnen Pedikamente überschreite und das habe er nicht gethan. Der Zeuge habe sich wiederholt darüber beklagt, daß der Kaffenarzt ihn nicht zu seiner Befriedigung behandle, sondern ziemlich oberflächlich sich mit einigen Fragen be gnüge. Die Staffenärzte seien ja bei der Massen- Ueberbürdung auch gar nicht in der Lage, jeden einzelnen Kranken gründlich zu unterfuchen. Das Mißtrauen, welches die Kranken gegen Kassenärzte haben, übertrage sich vielfach auf die Aerzte überhaupt und deshalb Menschen gesagt haben: Unterlassen Sie vor allen Dingen jede auf-| Arbeiter. Ferner wird der Gemeindevertreter Genosse Greulich von regende Lektüre und das Lesen von Büchern, wie" Retaus Selbst- Marienfelde einen Bericht über seine Thätigkeit in der Gemeindebewahrung" oder" Der Mensch in allen Lebenslagen" u. dergl., vertretung geben. lassen Sie sich nicht das Geld von Hallunken aus der Tasche nehmen, die Ihnen durch bodenlose Schwarzmalerei angst und bange machen. Ich würde ihm ferner ernsthaft ins Gewissen geredet haben, und was den Ausschlag betrifft, so wäre vielleicht Bimsteinseife oder grüne Seife zweckmäßig gewesen. Die Auch der nächste Zeuge, ein 57jähriger Mann, fühlt sich betrogen. Er quält sich seit 15 Jahren mit einem Darm- und Magenleiden herum. Durch den der Krieger- Zeitung" beiliegenden Reflamezettel ist er auf Nardenfötter aufrierf am geworden und hat diesen aufgesucht. Nardenfötter hat ihn untersucht, d. h. er hat seinen Puls gefühlt und über seinen Oberrock das Ohr auf seine Brust gelegt. Dann hat er Fragen über seinen Zustand an ihn gerichtet und ihm die.edikamente zu den bekannten Preisen überwiesen. Sache hat den Mann eine ganze Menge Geld gekostet, denn er hat für die Hauptkur und zwei Nachkuren bezahlen müssen bezw. ist jetzt noch etwas schuldig. Die Medikamente haben nichts geholfen, der Patient glaubt vielmehr, da sie ihn an der Gesundheit geschädigt haben. Rechtsanwalt Dr. David sohn hält ihm vor, daß er doch einmal dem Angeklagten für seine guten Dic:: ste gedankt habe. Der Zeuge erwidert, daß er sich damals noch mitten in der Kur befand. Vor Beendigung der Sigung bemerkt der Vorsigende: Seitens des Polizeipräsidenten ist mit ein Schreiben zugegangen, des Inhalts, daß er in dem Berhelten des Apothekenbesikers Henke einen Verstoß gegen§ 28 der Apothekerordnung vom 8. Februar 1902, gegen§ 367 ad 5 des Strafgesetzbuchs, gegen§ 34 der Apotheker- Betriebsordnung und gegen die Verordnung vom 22. Juni 1896 betr. die Abgabe stark wirkender Arzneimittel erblicken müsse und dem Staatsanwalt an heimgebe, gegen Henke auf Grund des§ 263 Str.-G.-B.( Betrug) einzuschreiten. Der Herr Polizeipräsident wünscht so fügt der daß dies in öffentlicher Sizung befannt geVorsitzende hinzu sein werde, damit die durch die gestrige Vernehmung des Herrn Henke im Publikum hervorgerufene Beunruh zung beseitigt werde. Hierauf wird die Verhandlung bis nächsten wontag vertagt. Berliner Partei- Angelegenheiten. orte. Eine Flugblatt- Berbreitung erfolgt Sonntagvormittag in allen Wahlkreisen Berlins und der VorGenossinnen sich an diesem Wirken vollzählig beteiligen. Es ist dringend notwendig, daß die Parteigenossen und In Berlin finden sich die Genossen früh 7 Uhr an den bekannten Stellen ein. Taufen sie ja eben viel lieber zum Kurpfuscher. Dieser trete in werden ersucht, sich am Sonntag zahlreich an der Flugblattverbreitung Die Parteigenoffen und Genoffiuuen des zweiten Wahlkreises zu beteiligen. innigeren Verkehr mit den Patienten, wie die Aerzte, der Kurpfuscher wisse, daß die Leute eine solche eingehendere Beschäftigung mit ihrer Berson wollen und wünschen und daher komme die Vorliebe des großen Publikums für Kurpfuscher. Sachverständiger Dr. Ernst St. W. rank: Er ſei ſelbſt Stassenarzt, halte es für seine Pflicht, seine Patienten sehr gründlich zu untersuchen und nehme dies für die gesamten deutschen Stassenärzte in Anspruch! Norrespondent Dr. Maniz, der selbst seine Thätigkeit dahin Der nächste Zeuge ist des Angeklagten Nardenfötters Oberpräcisiert, daß er primus inter pares sei. Er hat 12 Semester in Berlin und Erlangen Medizin studiert, ſein Doktor- Examen gemacht, hat dann aber, wie er angiebt, vom Staatsexamen aus petuniären Gründen absehen müssen und ist nach kurzer Wirksamkeit als Buchhandlungsgehilfe schließlich zu Nardenfötter gekommen, wo er seit September 1900 bis zum heutigen Tage thätig ist. Während der Dauer dieses Prozesses hat er seine Thätigkeit notgedrungen eingestellt, da er als Zeuge an Gerichtsstelle weilen muß. Auf eine rage eines Beifikers bekundet der Zeuge, daß trotz dieses Prozesses ſtitut sich wenden. Die Aussagen dieses Zeugen lauten für den jet fortgeſcht neue Batienten an das Nardentöttersche ZnIm fünften Reichstags- Wahlkreise treffen sich die Parteigenossen an folgenden Stellen: 1. Abteilung bei Dimte, Winsstr. 56; 2. Abteilung bei Ludwig, Landwehrstr. 11; 3. Abteilung bei Knögid, Hirtenstr. 10; 4. Abteilung bei Patt, Dragonerfir. 15; 5. Abteilung bei Renfer, Auguststr. 51; 6. Abteilung bei Wittchow, Kleine Ham Luisenstr. 55. burgerstr. 27, Ede Elsasserstraße; 7. Abteilung bei Sägebrecht, Lokales. 1509 Es giebt kein schön'res Leben als das Töpferleben müßte man denken, wenn man naiv genug wäre, um ein Phantasiegebilde ernst zu nehmen, welches die Deutsche Tageszeitung" des Oberagrariers Oertel ihren Lesern vorsetzt. Wir geben das Machwerk des Agrarierblattes hiermit der verdienten Lächerlichkeit preis: " 7 Meester, Die Töpfer verdienen wöchentlich 70-90 M.; sie arbeiten Sonnabendnachmittag und Montag während des ganzen Tages nicht, sonst würden sie es bequem auf über 100 M. Wochenverdienst bringen. Von ihnen kamen vor einigen Wochen drei oder vier Mann bei einem Neubau an, worin sie Ofen sehen sollten. Wie fie prüfend die Front überflogen, ob auch die Fenster vorschriftsmäßig verglast scien, sahen sie die Flügel cines Fensters offen ſtehen. Gerade kam der Bauunternehmer hinzu. machen Sie mal det Fenster zu!" Der Unternehmer, starr ob solcher Zumutung, mochte wohl ein erstauntes Gesicht machen und schien willens zu sein, den Töpfergesellen eine passende Antwort zu geben. Aber ehe er so weit kam, hieß es von der andern Seite:„ Wenn Ihnen det nich paßt uns ooch nich!" Und die Brüder nahren ihr Handwerksbündel auf. Dem Bauunternehmer blieb nichts andres übrig, als nach oben zu gehen, das Fenster zu schließen und dafür einige nachlässig- freundliche Worte der Herren Genossen einzustecken. Hätte er anders gehandelt, wäre sein Bau gesperrt worden und die Vermietung seiner Wohnungen zum 1. April jätte auf wer weiß wie lange hinausgeschoben werden müssen. Ein andres Stück. Dieselben Töpfer hatten ihren Zutro jungen ausgeschickt, damit er Cigaretten hole. Da die Herren Gesellen nur eine besoners gute Sorte rauchten, die nicht allenthalben ju ha war, so blieb der Junge längere Zeit aus. Da mun der Lehm knapp wurde, so machte sich einer der Töpfer auf die Suje nach dem Bauherrn, damit dieser Lehm oben schaffen Tasse. Als de Mann zivei Kneipen besucht und in jeder eine Stärkung zu sich genommen hatte, traf er den Bauherrn auf der Straße. Er trug sein Anliegen vor und fügte in selbstverständliche: Tene die Bemerkung hinzu: Meine Looferei können Sie mir gleich bezahlen. Eene halbe Stunde und zwee Töppchen, macht' n Meter." Und wiederum mußte der also behandelte Bauherr gute Miene machen. Wäre nicht inzivischen der Junge zurückgekehrt, so hätte der Unternehmer wahrscheinlich noch Lehm oben tragen müssen en Schilderungen ließen sich ähnliche in unendlicher Zahl anschließen. Denn die Maurer, Puzer, RohrTeger und Maler geben den Töpfern nicht viel nach. Die Erzählungen der Deutschen Tageszeitung" erinnern so sehr an das bekannte Märchen von den Champagner trinkenden Maurern, daß man feinem vernünftigen Menschen zumuten kann, jie zu glauben Mit gutem Grund hat ja auch das Agrarierblatt sollen. Daß der phantasievolle Mitarbeiter der Deutschen Tagesunterlassen. anzugeben, wann und wo diese Geschichten passiert sein " zeitung" sich ähnliche Schilderungen in unendlicher Zahl aus den ingern faugen fann, glaben wir ohne weiteres. Die einzige feiner Angaben, die sich nachprüfen läßt, nämlich die Höhe des Verdienstes der Werliner Töpfer, ist leicht als llnwahrheit zu erweisen. wirklichkeit vert ein Töpfer- wenner Arbeit hat durchschnittlich etwa 40 M. in der Woche, das heißt, in vollen sechs Arbeitstagen. Ein außergewöhnlich leistungsfähiger Ofenseher fann bei sehr guter Arbeit ausnahmsweise einmal 50 M. Im sechsten Wahlkreise sind folgende Treffpunkte: Fischer, Wald- verdienen. Also höchstens die Hälfte von dem, was die„ Deutſche Tageszeitung" ihren Lesern weis macht. Bedenkt man, daß die straße 8; Pfarr, Putligstr. 10; Krause, Müllerstr. 7a; Kaiser, Pflug- Topseit sich nur auf einige Monate im Jahre zufammendrängt, straße 6; Hoppe, Aderstr. 21; Roſin, Ruppinerſtr. 42; Abendroth, orgielt sich tok des verhältnismäßig hohen Wochenverdienstes Badstr. 42; Schönfeld, Fehrbellinerstr. 9. für der Berliner Töpfer doch nur ein so geringes Jahreseinkommen, d sie gern mit jedem notleidenden Agrarier, der unter geflicten Strohwächern haust, tauschen würden. Lokalen zur Flugblattverbreitung früh 7 Uhr einzufinden: Ständer, Schöneberg. Die Parteigenoffen werden ersucht, sich in folgenden Hohenstaufenstr. 79; Schilling, Kyffhäuserstr. 16; Strüger, Grune waldstraße 110; Döring, Merseburgerstr. 7; Dbst, Meiningerstr. 8; Hoffmann, Cheruslerſtr. 16; Hauser, Hauptstr. 97; Moll, Sponholz Horleman, Kaiser Friedrichstr. 8: Reimer, Hohenfriedbergjir. 26 straße 34. Betrieb im Nardenfötterschen Institut wesentlich günstig und er stellt die Sache so dar, als ob dort alles ganz ordnungsmäßig zugegangen sei. Der Zeuge behauptet, daß er selbst keine selbständigen Ver- früh 8 Uhr zur Flugblatt- Verbreitung in folgenden Lokalen recht Weißensee. Die Parteigenossen werden ersucht, sich am Sonntag ordnungen geschrieben, sondern nur Vorschläge gemacht habe, die der Der Magistrat hat die Ausschmüdung der Mittelpromenade Unter den Linden mit Ruhebänken, welche in den dafür vorlieben Mitgliedern zur Vorberatung überwiesen, weld, bet folf. gesehenen Nischen Aufstellung finden sollen, einer Stommission von gegangenen Modelle und Zeichnungen einer Prüfung unterziehen zur Aufstellung sollen 66 Bänke gelangen. Die Etatsberatungen wurden fortgesetzt. Genehmigung des Arztes bedurften. Wenn es sich um einfache Diät- 2. Abteilung: Stolle, Lehderftr. 28. 3. Abteilung: Garg, König- Fenster, Fortnahme der zwei Pfeiler in der Ratsstube, Anlegung maßregeln handelte, habe er sie wohl mitunter selbst verordnet. Im Anschluß an die Aussage des Zeugen Dr. Manih richtet teilung: Sorrer, Straßburgstr. 56. Chaussee 55. 4. Abteilung: Schmutz, König- Chauffee 38. 5. Ab Sachverständiger Dr. Störmer an diesen die Frage, ob er es für zulässig erachte, brieflich Herzklappenfehler, schwere MilzIn Wilmersdorf treffen sich die Parteigenossen früh 8 Uhr in frankheiten, die Zuckerkrankheit, Augenkrankheiten zu furieren. All- folgenden Lokalen: 1. und 2. Bezirk bei Natusch, Uhlandstr. 70; dann erhebt sich eine längere Erörterung über die Frage, ob es zu 3., 4. und 5. Bezirk bei Witte, Berlinerstr. 40; 6. Bezirk bei Rudloff, rechtfertigen ist, die Gonorrhoe ohne persönliche Untersuchung des Bruchsalstr. 13; 7. Bezirk bei Hilpert, Kurfürstendamm 126. Stranken zu kurieren, ob eine briefliche Untersuchung zulässig er- Treptow- Baumschulenweg. Zu der morgen stattfindenden Flug scheine oder ob nicht vielmehr jeder gewissenhafte Arzt es für seine blattverbreitung werden die Genossen ersucht, sich zahlreich den BePflicht halten müſſe, mit Hilfe des Mitroftops nach Gonofokken zirksführern um 8½ Uhr im Restaurant Staffeld zur Verfügung zu zu suchen. Sachverständiger Dr. Ernst R. W. Frank vertrittstellen. entschieden den letteren Standpunkt. Auf Befragen erklärt Sachverſtändiger Dr. Kahnt, daß auch er eine briefliche Behandlung Sonntag stattfindenden Flugblattverbreitung den Bezirksführern vorRigdorf. Die Parteigenossen werden ersucht, sich zu der am der Gonorrhoe für unzulässig halte. Im Interesse der Wahrheit müsse er aber sagen, daß nach seiner Kenntnis und nach feinen Ermittags 8 Uhr in den bekannten Lokalen zahlreich zur Verfügung zu fahrungen aus der Charitézeit die Aerzte stellen. Des weiteren den Genossen zur Kenntnis, daß die Mitgliederan diefe Strankheit mit dem bloßen Augenschein und ohne mikroskopische versammlung des Wahlvereins aus zwingenden Gründen nicht am 11., Untersuchung des Ausflusses herangehen. sondern erst am 18. Februar stattfinden kann. Der Umbau des Ratskellers im großen Stil( mit Vertiefung der eines Vorgartens an der Königstraße 2c.) ist heute vom Magistrat mit Rücksicht auf die allgemeine Finanzlage abgelehnt worden. Die Stoften follten hierfür 330 000 M. betragen, der Magistrat hat befchloffen, in den neuen Etat nur 50 000 M. für Renovierungsausgaben einzustellen. Der älteste Gemeindeschullehrer Berlins, Herr Rektor August Seiffert von der 15. Gemeindeschule in der Kastanien- Allee, scheidet mit Ablauf dieses Winterhalbjahres aus dem Schuldienſt aus und tritt in den wohlverdienten Ruhestand. Seine Unterrichtsthätigfeit hat er wegen schwerer Erkrankung bereits vorher für immer jahre. Seit 56 Jahren war er im öffentlichen Lehramt tätig, feit einstellen müssen. Der alte Herr steht gegenwärtig im 81. Lebens55 Jahren im Schuldienst der Stadt Berlin, seit 44 Jahren war er Hauptlehrer bezw. Rektor. Eine gleich lange Dienstzeit ist an den Berliner Gemeindeschulen in neuerer Zeit nur ganz selten von einem chrer oder Rettor erreicht worden. Der Magistrat und die Stadtverordneten- Versammlung haben Herrn Seiffert schon im vorigen Jahre, aus Anlaß der Feier seines 80. Geburtstages, für den Fall litt seit seinem zweiten Lebensjahre an heftigen Harnbeschwerden Verteilung treffen sich die Genossen an diesem Tage, vormittags/ leiner Pensionierung den Fortbezug feines vollen Gehaltes zuV Der achtjährige Sohn eines Bauunternehmers in Tangermünde und der Vater hat das Kind von verschiedenen Aerzten behandeln 8 Uhr, in folgenden Lokalen. Für Steglig: bei Schellhafe, AhornTassen, jedoch haben die Beschwerden nicht nachgelassen. Das sind straße; Wolff. Schildhornstraße; Lees, Florastraße; Strüger, Heese- So ändern sich die Zeiten. In der letzten Sigung der Berliner ist schließlich von Dr. Frank operiert und von einem großen Blasen- straße; Kramer, Martsteinstraße. Für den sechsten Bezirk bei dem medizinischen Gesellschaft teilte der Borsigende mit, daß ein älterer stein befreit worden. Später haben sich wieder Beschwerden bei dem Genossen Gratofiel, Potsdamerstr. 7. Für Friedenau bei Grube, hiesiger Arzt feinen Austritt aus der Gesellschaft erklärt habe, weil Sinde eingestellt und Dr. Frank hat dem Vater, der sich brieflich an Kaiser- Allee. Ferner weisen wir auf die am Dienstag bei Grube, diefe fezt Frauen als Mitglieder aufnehme. Die Mitteilung wurde ihn wandte, gesagt, es würde nötig sein, daß er mit dem Kinde noch Restaurant zur Linde, Friedenau, Kaiser- Allee, stattfindende Bolts- von der Gesellschaft mit Heiterkeit entgegengenommen. In der einmal zu ihm nach Berlin käme. Aus den Antworten, die der Versammlung nochmals hin. Der Vorstand. selben Sigung wurde übrigens eine Aerztin als Mitglied aufBater auf den allen Zeugen von Untersuchungsrichter übersandten Fragebogen erteilt hat, geht hervor, daß er sich nicht noch einmal an verbreitung Sonntag früh 7 1hr bei Grube, Raiser- Allee, Ede der ihres allzu zünftigen Stollegen aufgenommen haben, ist ein Stück In Friedenau treffen sich die Parteigenossen zur Flugblatt genommen. Die Heiterkeit, mit der die Herren Aerzte den Austritt Dr. Frank gewandt, sondern die Hilfe Nardenfötters in Anspruch ge- Stubenrauchstraße. Selbstironisierung. Es ist noch gar nicht lange her, daß die Herren nommen hat. Er behauptet, daß sich der Zustand des Kindes nach mit Ingrimm ihre weiblichen Kollegen bekämpften und sie der Kurden Nardenkötterschen Medikamenten gebessert habe. Nach der EinLichtenberg. Zur Flugblattverbreitung am Sonntag früh 8 1hr pfuscherei bezichtigten. nahme der Medizin seien durch den Urin und durch die Erkremente treffen sich die Parteigenoffen: Wilhelmsberg: Krause, Hohengewisse feste Bestandteile ausgeschieden worden und so könne er nur schönhausenerstraße. Neu Lichtenberg: C. Schulz, Prinzen- Zur Aenderung des Droschten- Polizei- Reglements nahm Donnersfagen, daß die Medikamente großen Erfolg gehabt haben. Allce 6. Der Lichtenberg: Tinger. Dorfstr. 112; Bastian, Hagen- tagabend der Verein Berliner Droschkentutscher Stellung. Es wurde Zeuge fühlt sich nicht betrogen. Aus den Rezepten geht hervor, straße( Ecke Gudrunstraße); Henschke, Pfarrstr. 42; 3immermann, beschlossen, dem Polizeipräsidium u. a. folgendes zur Berücksichtigung daß in dem Medikament Beerentraubenthee- Blätter verwendet worden Rummelsburgerstr. 47; Lange, Wartenbergstr. 67. Friedrichs zu empfehlen: Dem§ 26 folgende Fassung zu geben: Von 8 Uhr find. Auf Befragen des Rechtsanivalts Dr. Davidsohn er- berg: Winzer, Kronprinzenstr. 42; Zipter, Frankfurter Allee 181: abends bis 8 1hr morgens ist der Kutscher zur Annahme einer Fahrt Den§ 47: Der lärt Sachverständiger. Dr. Kahnt, daß man dem Beerentrauben- Krusemart, Blumenthalftr. 45; Lutterbüse, Friedrich- Karlstr. 11 nur verpflichtet, wenn er haltend betroffen wird. Thee( Folia Uvae Ursi) cine steinlösende Wirkung zuschreibe. Schilling, Mainzerstr. 6. Die Bezirksführer nehmen auch An Kutscher ist verpflichtet, dem Fahrgast auf Verlangen Fahrmarken in Rechtsanwalt Dr. Davidsohn: Würden Sie das Mittel auch meldungen neuer Mitglieder für den socialdemokratischen Wahlverein Höhe des zu verrechnenden Fahrgeldes nach Beendigung der Fahri verschreiben? Dr. Kahnt: Eventuell auch. Das Mittel wird dort entgegen. Der Vorstand. auszuhändigen. Ferner in Bezug auf die Kleidung der Kutscher: sehr häufig verschrieben bei Blasentatarrh usw. und wird in dem Dunkelblauer Rod mit Sie soll, wenn möglich einheitlich sein. platten weißen Metallknöpfen, rotem Kragen mit weißer Treffe Liebreich- Langgardschen Lehrbuch der Pharmatologie für derartige Leiden empfohlen. Es kommt auch über diesen Punkt zu längeren eventuell Borde für die I. Klasse; mit gelber für die II. Klasse. Zu Köpenick treffen sich die Parteigenossen früh 7 Uhr bei wird Pelerinenmantel nicht beibehalten, so wird wasserdichter medizinischen Erörterungen. Rochlis und Stippekohl, in Friedrichsfelde früh 8 Uhr bei Bosse, Regenrod oder Regenmantel gewünscht, sowie schwarze Hose und Luisenstr. 20. Weste; für den Sommer leichte Livree. Den Automobilführern ist In Spandau treffen sich die Parteigenossen früh 8 Uhr in den gestattet, dunkles Lederzeug zu tragen. bekannten Lokalen. Sodann wird ein ehemaliger Patient Nardenfötters vernommen, der als Belastungszeuge auftritt. Es ist ein junger Mann, der früher sich von einem geheimen Laster nicht freimachen konnte und auch an einem Ausschlag im Gesicht litt, dessen Beseitigung ihn nicht gelungen war. Er kam dann zu Nardenfötter und dieser soll ihm sichere Heilung versprochen und die übliche Bezahlung für die dreiwöchige Kur beansprucht haben. Die ihm zugewiesenen Meditamente, welche scharfe Mittel und u. a. auch Arsen enthielten, haben nach der Bekundung des Zeugen nichts genußt und er hält sich sowohl hierdurch als durch die Höhe des Honorars für betrogen. Dr. Stör mer rügt, daß hier ohne Not ganz schablonenhaft so scharfe Mittel verschrieben worden seien, die der Fall garnicht erforderte. Er würde dem jimgen In Pankow ist der Treffpunkt zur Flugblattverbreitung früh 81%, Uhr bei Hoffmann, Mühlenstr. 25. Todesvisionen. Schwindsüchtige fühlen sich kurz vor ihrem Tode Waidmannsluft. Sonntagnachmittag 4 Uhr im Lokale des gewöhnlich noch einmal wunderbar fräftig und nehmen sich vor, Herrn Kuhn: Mitgliederversammlung des socialdemokratischen Wahl- alles bisher im Leben Versäumte nachzuholen. So muß es ja wohl vereins. Genosse Wermuth- Berlin referiert über:„ Kautsky und auch politischen Parteien und Gruppen ergehen. Der Bücklerdie sociale Revolution". Vormittags findet Flugblatt- Ber- Moniteur behauptet von der Stadtverordneten- Bersammlung, fie breitung statt, die Genossen werden um rege Beteiligung ersucht. habe sich durch den Beschluß, sich nicht mit der Verunstaltung der Müggelberge zu befassen, Marienfelde und Umgegend. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Vollsversammlung in Marienfelde bei Dietmann( früher Teuschtbein), Großbeerenstraße. Stadtv. Bruns hält einen Vortrag über die kommenden Reichstagswahlen und die Stellung der ländlichen in einen schreienden Widerspruch zu der erdrückenden Mehrheit der Berliner Bevölkerung gesetzt, die ihren Alt- Reichskanzler Hochschätzt und die nicht gewillt ist, sein Andenken in den Schatten stellen zu lassen. Die erdrückende Mehrheit der Berliner Be erteilen." völkerung wird, so hoffen wir, sich aufraffen und durch Kund- 1 Bom Eisenbahnzuge überfahren. Ein schauerlicher Fund wurde nicht beträchtliche Abnahme erfahren. Es standen ferner Mitte gebungen aller Art zu erkennen geben, daß sie mit dem unwürdigen, gestern früh auf den Geleisen der Ostbahn zwischen den Stationen Januar leer 148 Wohnungen mit 4 Zimmern, 101 mit 5, 177 mit vaterlandslosen Beschluß der Singer, Arons und Genoffen nicht Lichtenberg- Friedrichsfelde und Rummelsburg- Ort gemacht. Ein 6-8, 32 mit 9-10 und 15 mit 11 und mehr Zimmern.. Die Einsicht einverstanden ist, und sie wird die Quittung für diesen die Stadt Streckenwärter, der gegen sieben Uhr die Geleise beging, fand auf in die Adressen der freien Wohnungen ist Wohnungsuchenden auf Berlin blamierenden Beschluß bei den nächsten Wahlen denselben den schrecklich verstümmelten Körper eines nur noch leise dem Statistischen Amt, Rosinenſtr. 12, gestattet. stöhnenden Menschen. Beide Beine waren ihm dicht unter den Knien So die„ Staatsbürger 3tg.", der es ebenso elend geht wie ihrer glatt abgeschnitten und der Hinterkopf gespalten, so daß das langten Wahlen zum Gewerbegericht war leider eine sehr Steglitz. Die Beteiligung an den nunmehr zum Abschluß ge= Radaupartei und der wir aus Mitleid wünschen wollen, daß sie die Gehirn bloß lag. Trotzdem lebte der Mann noch, doch starb er schwache. Von 433 wahlberechtigten Arbeitgebern beteiligten sich nur Zeit der nächsten Wahlen noch erlebe. Dann wird sie sehen, wie ball, nachdem man ihn aufgefunden hatte. Die fich heraus 90( ca. 20 Broz.), von 1977 Arbeitnehmern 573( der die erdrückende Mehrheit der Bevölkerung das Andenken Bismarcks stellte, war der Verunglückte ein Puzer von der Ostbahn, der von der Wahl. Der geringe Prozentsatz auch auf Seiten der Arbeitnehmer dadurch ehrt, daß sie deit 150 000 im Jahre 1898 abgegebenen seiner Wohnung aus quer über die Geleise gegangen war, um auf dürfte sich dadurch erklären, daß den von der Gewerkschaftskommission socialdemokratischen Stimmen noch eine stattliche Zahl hinzufügt. kürzerem Wege den Bahnhof und den Zug zu erreichen, mit welchem vorgeschlagenen Standidaten keine Gegner erstanden waren, also ein eine halbe Stunde gelegen haben, bevor er aufgefunden wurde, fast keine Wahlagitation entfaltet wurde. er zur Dienststelle fahren wollte. Der Mann muß mindestens bereits eigentlicher Wahlkampf nicht in Aussicht stand und infolgedessen auch denn so lange hatte kein Zug mehr die Strecke passiert. Mit laffen, weil gegen 17 drei Züge in furzer Folge die Stelle des welchem Zuge er überfahren worden ist, hat sich nicht feststellen Unglücks passiert haben. " Zufällig einmal die Wahrheit gesagt. In seiner Reichstagsrede vom 23. Januar tischte Hofprediger Stöcker, wie noch erinnerlich sein wird, die Mitteilung auf, daß ihm der Vorwärts" seit acht Tagen gratis ins Haus gebracht werde; auf diese Weise, meinte er, sei es nicht schwer, die Auflageziffer des Blattes zu erhöhen. Wer auch nur ein wenig von den Geschäftsgepflogenheiten in der Expedition unfres Blattes kennt, der weiß, daß wir für das uns so zum Vorwurf gemachte Reklamemittel nicht zu haben sind, und daher lag die Annahme nahe, daß der ehrenwerte Mann seiner üblen Gervohnheit gemäß auch am 23. Januar mit der Wahrheit auf gesparmtem Fuße gestanden habe. Objektiv hatte Herr Stöcker aber in diesem Falle wirklich recht, und das kam, wie wir jetzt erst durch Zufall erfahren haben, also: steller C., der Abonnent unfres Blattes ist. Dieser Herr vermißte In nächster Nachbarschaft des Herrn Stöcker wohnt ein Schriftnun in den Tagen, wo Herr Stöder seine Erzählung im Reichstage an den Mann brachte, regelmäßig am Morgen unser Blatt. AllerHand Umstände verhinderten ihn, sich über die Richtlieferung zu bechive ren; als er aber nach etwa acht Tagen der Sache dennoch auf den Grund ging, stellte sich heraus, daß eine neue Zeitungsfrau den Bortvärts" versehentlich nicht an der richtigen Stelle, sondern bei Herrn Stöcker abgegeben hatte. Verfammlungen. Varfümierte Acpfel. Die Hausfrauen des Westens und der Vierter Wahlkreis( Osten). Eine äußerst zahlreich besuchte westlichen Vororte werden dem„ Telt. Kreisbl." zufolge seit einiger Bersammlung des Wahlvereins tagte am Mittwoch im Lokale Große Zeit dadurch getäuscht, daß ein Straßenhändler mit parfümierten Grantfurterstr. 117. Die Versammlung konnte, wie der Vorsitzende epfeln handelt. Tritt man dem Obstwagen näher, so überrascht weil der Wirt im Leo- Hospiz, Rüdersdorferstraße, die Zusage, seinen Bader mitteilie, diesmal nicht wie sonst am Dienstag stattfinden, der wunderbar feine Geruch der Ware. Man kauft also die Ge= legenheit fehrt vielleicht nicht wieder Saal zur Verfügung zu stellen, rückgängig gemacht hat und dann gleich ein paar Pfund. Zu Hause merit man, daß man hereingefallen ist. Das Aroma der innerhalb der kurzen Zeit für den Dienstag kein Saal zu haben war. haft bemerkbar, beinahe allzu lebhaft. Aber beim Verspeisen der denken des verstorbenen Mitglieds Fährmann chrte die Verepfel ist nicht etwa verflogen, im Gegenteil, es macht sich recht leb- Weiter gab der Vorsitzende bekannt, daß seit der letzten Versammlung dem Wahlverein 178 neue Mitglieder beigetreten sind. Das Anepfel kommt man der Sache auf den Grund. Die Aepfel schmecken o start nach irgend einem Fruchtather, daß man nun mit Bestimmt einen Vortrag über:" Die Glenden und die Gottbegnadeten". fammlung wie üblich. Darauf hielt Stadtv. Adolf Hoffmann heit erkennt, einem„ Künstler" in die Hände gefallen zu sein. Die Nachdem der Vortragende auf die Aehnlichkeit hingewiesen hatte. Alepfel selbst sind schlecht und geschmacklos. die zwischen den Verfolgungen und Beschimpfungen besteht, die heut Die ,, Diesterweg- Stiftung" zu Berlin hat beschossen, folgende zutage die Verkünder der socialistischen Lehren zu erdulden haben, Preisaufgabe zu stellen: Kritische Besprechung des Grundlehrplans und dem, was Christus und seinen ersten Anhängern angethan der Berliner Gemeindeschule vom Jahre 1902." Der erste Preis be- wurde, ging er näher auf die groben Beleidigungen ein, die in lepter So kam das under zu stande, daß Herr Stöder auf einmal trägt 500, der zweite 300 m. Die Arbeiten sind bis zum 1. Januar Zeit gegen die Socialdemokratie in Umlauf gesetzt wurden, und zeigte, die Wahrheit verkündete. Seine an die Mitteilung geknüpften Ver- 1904 an an en Schriftführer der Stiftung: Rektor Brüggemann, wie nichtig und unbegründet diese Angriffe sind. dächtigungen wollen wir, als in seiner Natur liegend, ihm schenken. Berlin N., Pflugfir. 12, einzusenden, dürfen 10 Druckbogen nicht tationsmaterial, das durch jene groben Beleidigungen und durch die Das reiche Agi= Der Anschluß für die Stadtbahn- Erweiterung nach Friedrichsfelde letzterer ist in einem verschlossenen Briefumschlage, der mit demselben Reichstage unsrer Partei geliefert wurde, verwertete der Redner in überschreiten und auch nicht den Namen des Verfassers tragen; Heßereien der realtionären Presse sowie durch die Vorgänge im ist mmmehr hergestellt worden. Die neuen Geleiſe zweigen Sinnspruch versehen ist wie die Arbeit, beizufügen. hinter der Station Warschauerstraße von der alten Strecke ab und Preisschriften bleiben Eigentum der Verfasser; jedoch wird der zu- Wunsche, daß die sogenannten Elenden denen, die sich für die GottDie gekrönten wirksamer und treffender Weise. Er schloß seinen Vortrag mit dem führen zu beiden Seiten des Bahndammes nach der neu angelegten erkannte Preis erst nach der Veröffentlichung der Arbeit gezahlt, begnadeten halten, bei den bevorstehenden Wahlen eine recht deutStadtbahnstation Stralan Rummelsburg. Der neue Stadtbahnhof Friedrichsfelde geht ebenfalls seiner Vollendung entgegen. Die An- auch behält sich das Kuratorium das Recht vor, eine von ihm zu beliche Antwort auf all die ihnen angethanen Schmähungen geben schlußg eleise können hier jedoch noch nicht gelegt werden, weil die preises zu erwerben. Im Interesse der Preisrichter wird deutliche Beifall aufgenommen. Zur Diskussion verlangte niemand das Wort. stimmende Anzahl von Exemplaren zu einem Drittel des Laden sollten. Die Ausführungen des Referenten wurden mit lebhaftem neue Bahnstrecke sich über das Terrain der jezigen Stationsgebäude Schrift auf einseitig beschriebenem Papier gefordert. Der Lehrplan hinwegzicht. Vor Fertigstellung des Anſchluſſes, voraussichtlich im ist im Buchhandel erschienen und u. a. durch den Verlag von F. Hirt sammlung im Gewerkschaftshause ab, in der Stumpe zunächst der Der Arbeitervertreter- Verein hielt am Donnerstag eine VerLaufe des Monats Mai, kann die Erweiterung des Stadtbahnbetriebes für 0,40 m. zu beziehen. nicht vorgenommen werden. Kassenbericht gab und Jo st sodann den Bericht der SchiedsgerichtsDie Brandstätte in der Michacltirchstraße ist, da eine Unter- Beisitzer erstattete. Der Referent verivies 1. a. auf den kolossalen suchung eingeleitet und feitens der Staatsanwaltschaft des Land- Umfang, welchen die Unfallversicherung genommen hat und führte gerichts I eine Lokalbesichtigung angeordnet ist, noch immer polizeilich an, daß im Jahre 1901 insgesamt 113 Berufsgenossenschaften, davon gesperrt. Die auflichen Ermittelungen über die Entstehung des 65 gewerbliche mit etwa 7 Millionen versicherter Personen und Brandes haben noch kein Ergebnis gehabt. Es wird angenommen, 48 land- und Forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaften mit rund daß das Feuer in dem in der ersten Etage gelegenen Celluloidabfall 11 Millionen versicherter Personen bestanden. Hinzu kommen noch lager entstanden ist. Herr Sch. bestreitet dies und erklärt, daß die Reichs- und Staatsbetriche, Provinzial- und Kommunalbehörden plöglich an der Trennungswand zwischen seinem Lagerraum und mit ca. 775 000 Versicherien, so daß fast 19 Millionen der Unfallder Tapisseriewarenfabrik von Kornider eine ungeheure Feuersäule versicherung unterstellt sind. Renten wurden im Jahre 1901 insemporloderte und gleichzeitig die Wand zusammenstürzte. behördlichen Erhebungen haben ergeben, daß der Arbeitsbursche letzte, an 53 481 Witiven von Getöteten und an 87 035 Kinder von Die gesamt an 768 225 Personen gezahlt, und zwar an 585 596 VerKunze feinen Verbrennungstod gefunden, sondern vermutlich einem Getöteten. Außerdem wurden 12 128 Chefrauen, 26 612 Kinder und Herzschlage erlegen ist. Die Leiche wies nur eine Brandwunde an 256 Verivandte als Angehörige solcher Verletzten, die in einer Heilder Stirn auf. Die beiden schwerverletzten Mädchen lagen in der Nähe anstalt intergebracht waren, unterſtüßt. des jungen K., jedoch näher am Brandherd, und hatten unter Einwirkung des Feuers und Rauches viel intensiver zu leiden. Dieser Umstand deutet darauf hin, daß auch ein Erstidungstod bei dem jungen K. nicht vorliegt. い 3.um Apotheken- Boykott. Herr Apotheker Reich sendet uns folgende Zuschrift: Ji Nr. 27 dieser Zeitung wird unter Lokales folgendes mit geteilt:„ Der Hofapotheker Reich, Adalbertstr.( Adalbert- Apotheke), ließz künzlich durch seinen Lehrling einem Charlottenburger Droguisten, der eine Rezeptursammelstelle hat, die Bereitwilligkeit erklären, ihm privation für jedes Kaffenrezept 20 Pro3. Rabatt zu vergüten, das ihm der: Droguist zur Anfertigung zuweisen würde. Weiter war Herr Reich auch erbötig, täglich ein oder mehrmals per Boten die Rezepte von Charlottenburg holen zu lassen und die Arzneien hinzusenden Bevor der Droguist sich auf den Handel cinließ, machte er der Centraltommiffion Mitteilung. Diese ersuchte ihn, von dem Angebot abzusteher." Ich erkläre hierauf: Es ist unwahr, daß ich dem Charlottenburger Droguisten Herrn Lewinsky ein derartiges Angebot gemacht habe, sondern Herr Lewinsky ließ mir durch meinen Lehrling den Vorschlag machen, ihm für Zuweisung von Kassenrezepten eine Provision zu zahlen. Es ist unwahr, daß ich dem betreffenden Droguisten durch meinen Lehrling meine Bereitwilligkeit dazu erklären Tieß. Ich habe vielmehr dem Vorstand des Apotheker- Vereins sofort von den Angebot Kenntnis gegeben, da ich die Ueberzeugung hatte, daß Herr Lewinsky die Krankenkassen schädigen wollte und nur auf seinen eignen Vorteil bedacht war. -Ich hatte dem Vorstande des Apotheker- Vereins das Weitere zu thun überlassen, da ich mit der Sache durchaus nichts zu thun haben wollte. Bu dieser Zuschrift schreibt uns unser Gewährsmann aus Krankenkassentreisen: heblich gestiegen. Im Jahre 1900 tamen 454 341 Unfälle zur AnDie Zahl der angemeldeten Unfälle ist dauernd und ganz ermeldung, das ist ca. 11 000 mehr als im Jahre 1899. Im Jahre 1901 wurden schon 476 446 Unfälle, also über 22 000 mehr als int Feuer im Meßpalast alarmierte Freitagabend ein großes Lösch- Jahre 1900 gemeldet. Dementsprechend stieg auch die Summe der aufgebot nach der Alexandrinenstraße. In dem zu ebener Erde auf gezahlten Entschädigung bezw. Rente von 78 600 000. im Jahr dem ersten Hofe belegenen Lagerraume der Gas- Glühlichtfabrit 1899 auf 86 600 000 M. im Jahre 1900 und auf 100 000 000 M. ( Greyson- Licht) von Adolf Eisner war der Brand in dem Augen- im Jahre 1901. Von den im Jahre 1901 zur Anmeldung gebrachten blick entstanden, als ein junger Mann Petroleum auf eine Glühlicht- Unfällen wurde bei 107 654 die erste Entschädigung festgestellt. lampe goß, deren Delbehälter jedenfalls defekt war. Im Nu standen 8567 Unfälle verliefen tödlich, wodurch 17 216 Personen ihres ErBerufungen an das Schiedsgericht waren die in dem Raume aufgestapelten Glühförper und Brenner in nährers beraubt wurden. Flammen, so daß die anwesenden Personen nur mit knapper Not insgesamt 50 500, darunter 31 500 von gewerblichen und 19 000 den einzigen vorhandenen Ausgang gewinnen konnten. Der Firmen- bon landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften beziv. den UnfallHerr Hofapotheker Reich scheint sich zu einem eigenartigen inhaber Eisner hatte noch die Geistesgegenwart, vorher den cifernen verlegten zu verzeicmen. Rekurse an das Reichs- Versicherungsamt Dementier- Specialisten entwickeln zu wollen. Es ist dies derselbe Herr, Geldschrank zuzuschließen und rettete dadurch die Hauptbücher. haben 12 419 stattgefunden. der seiner Zeit den Apothekerring mit der Nachricht allarmierte, Bald flogen die großen Spiegelscheiben infolge der großen Hige auf übliche Spruchpraris erörtert und das Verhalten einiger Borfikenden Von dem Referenten und den Diskussionsrednern wurde die jest Dr. Freudenberg habe ihm namens der Kassen den Wunsch nach neuen den Hof, und die Flammen schlugen nach den oberen Stockwerken Vergleichsverhandlungen ausgedrückt. Freudenberg hat diese kuriose empor. Angesichts der großen Gefahr für die Fabrikräume in den bemängelt. Ferner wurde von einigen Rednern über die allzu lange Dauer der Sigungen, infolge von Ueberlastung derselben mit zu viel Behauptung bekanntlich energisch zurückgewiesen. oberen Etagen gab der zuerst eingetroffene Löschzug die Meldung Wer das Starnickel war, das diesmal angefangen hat, können die Herren Mittelfeuer", worauf etwa ein Dußend Löschzüge herbeieilten. Es Sachen, Klage geführt und auch darauf hingewiesen, daß die ärzte Levinsky und Reich noch unter sich ausmachen. Jedenfalls ist es gelang dem energischen Vorgehen der Wehr, das Feuer auf den einen lichen Gutachten oftmals äußerst mangelhaft abgefaßt find, so daß gegenüber den Reichschen Behauptungen bezeichnend, daß die„ Apo- Fabrikraum zu beschränken, der allerdings total ausbrannte. Die die Entscheidung dadurch sehr erschwert wird. Als ein weiterer ist ferner, daß ein Bote der Reichschen Apotheke bei Lewinsky erschien, standen. Der entstandene Schaden beziffert sich auf mehrere tausend Rednern wurde kritisiert, daß sich immer noch viele Arbeiter zur thefer- Zeitung" den Vorgang totschweigt und feststehende Thatsache starke, massive Deckenwölbung hatte glücklicherweise der Size wider- ebelstand für die Verlebten kommt in Betracht, daß sie auf die Feststellung der Kente oft sehr lange Zeit warten müssen. Von allen der Rezepte abholen sollte, aber keine behändigt erhielt. Die Central- art, da auch das Comptoir total ausbrannte. Der junge Mann, Erlangung ihrer Ansprüche an Winkelfonsulenten wenden, wodurch kommission halte an der Veröffentlichung nur soweit Interesse, als der den Brand verschuldete, zog sich schmerzhafte Brandwunden zu ihnen nicht nur kein Rußen, sondern oftmals große Nachteile erder Vorgang wieder einmal zeigt, wie es um den Apothekerring steht. Branddirektor Giersberg leitete selbst längere Zeit die Löschwachsen. Andrerseits sei es unbedingt notwendig, daß die als Uebrigens wird das allmählich auch officiell von den Apothekern zugestanden. Zu einer Zeitungsnotiz, in der die Zulassung der 100 Berliner Apotheken durch den Oberpräsidenten erwähnt wird, erklärte jüngst die„ Apotheker- Zeitung": In Wirklichkeit haben nach Schaffung der Sammelstellen nur die 5 Vertragsapotheken die Lieferungen; die 100 von den Behörden vorgeschriebenen werden nur noch in Notfällen in Anspruch genommen. Stimmt! Ein Rückgang in der Benuhung der Bahnhofs- Droschten ist wie im Jahre 1901, auch im verflossenen Berichtsjahre zu verzeichnen. Insgesamt wurden von den Bahnhöfen 645 470 Fahrten angetreten gegen 654 345 im Vorjahre. Die Zahl der Fahrten hat sich also um 8875 vermindert. Am stärksten in Anspruch genommen wurden die Droschten am Anhalter Bahnhof, von welchem insgesamt 143 368 Fahrten angetreten wurden. Dann folgen Stettiner Bahnhof, Bahnhof Friedrichstraße, Lehrter und Görlitzer Bahnhof. Gepäckdroschken wurden am stärksten benutzt in den Monaten Juli bis September, am schwächsten im Monat Februar. " arbeiten. Schiedsgerichts- Beisiber usiv. gewählten Arbeiter sich dem Arbeitervertreter- Verein anschließen, den Versammlungen und Konferenzen beiwohnen, um sich über alles genau Kenntnis zu verschaffen und dann ihrerseits die Versicherten über ihre Rechte und Pflichten aufHären. Mitgeteilt wurde noch, daß seit neuerer Zeit in solchen Fällen, wo der Mann in das Heilverfahren genommen wird, bei der Ehefrau keine besonderen Recherchen mehr stattfinden, sondern ohne weiteres die Familienunterstüßung in Höhe der zuletzt bezahlten Krantenunterstützung gewährt wird. Vermischtes. Hus den Nachbarorten. Aus der Spandauer Stadtverordneten Versammlung. Der Oberbürgermeister giebt zunächst einen überaus trockenen Berwaltungsbericht für das verflossene Jahr, aus welchem hervorgeht, daß die Gemeinde- Einkommensteuer um 30-40 000 m. hinter dem Boranschlag zurüdgeblieben sei. Voraussichtlich werde sich aber ein„ echebliches Deficit" nicht ergeben, da bei andern Posten 1. Januar 1902 auf 65 504 am 1. Januar 1903 zurück gegangen. Mehrerträge herauskämen. Die Einwohnerzahl sei von 65 894 am In der Diskussion hält Stadtv. Rieger( Soc.) gründliche Abrechnung mit der bürgerlichen Mehrheit wegen ihres vom un socialen Geist getragenen Verhaltens zu den allerverschiedensten Fragen. Der Unwettermeldungen. Im Mittelländischen Meer und im Golfe Redner fündigt an, da die socialdemokratische Fraktion, um ihrem du Lion wütete gestern ein furchtbarer Sturm. Alle Postdampfer Brotest gegen die Wirtschaft in der Spandauer Kommune wirt- erleiden Verspätung, einige suchten Zufluchtshäfen auf, mehrere haben famen Ausdruck zu geben, einmütig gegen den Hauptetat( deffen ernstliche Beschädigungen erlitten. Beratung sich hier anschließen soll) stimmen würde. Der Stadt- Die Chicago Tribune" meldet aus Bay Cith( Michigan): Ein Einen Aufsehen erregenden Selbstmord verübte Freitagnachmittag verordneten- Borsteher Schröder dokumentiert seine bekannte Un- Sturm hat in der Saginaw Bai am Dienstagnacht das Eis einauf der Charlottenburger Chaussee eine ettva 20 jährige Dame, indem parteilichkeit wieder einmal, indem er unsrem Genossen zuruft: gedrückt, auf dem vierzig Fischer in Hütten lebten. Seither ist von sie sich vor einen Straßenbahnwagen warf und überfahren ließ. Die" Diese Ausführungen hätten Sie sich sparen fönnen. Hierüber den Hütten und ihren Bewohnern nichts mehr gesehen worden. Von Unbekannte trat gegen 1/3 Uhr in Begleitung eines Herrn an den entsteht wieder eine der gewohnten Scenen. Stadtv. Rieger zwei Mann weiß man, daß sie ertrunken sind. Es ist wenig Hoffan der Ecke der Charlottenburger Chaussee und Siegesallee Poften wendet sich gegen die Aeußerung des Vorstehers; derselbe befinde sich nung vorhanden, daß die andern entkommen sind. stchenden Schutzmann heran. Der Herr war eben im Begriff den Beamten, nicht im Rahmen seiner Befugnisse, wenn er sich derart verlegende leber den Löffel barbiert. Die Vielseitigkeit unfrer Innungs der dicht am Straßenbahngeleise stand, anzusprechen, als der Ratschläge erlaube. Die erste Lesung des Hauptetats war barbierherren, die sich bis auf das Gebiet des Schröpfens erſtredt, Motorwagen 2108 der Charlottenburger Straßenbahnlinie( Kupfer- damit wahrhaft würdig eingeleitet. Eine sehr eingehende Debatte wird durch folgende Mitteilung gekennzeichnet: Ein Ausländer, der graben- Wilmersdorf) herangefarist tam. Die drei Personen traten entspann sich nur noch über den Antrag einiger Grundstücksbefizer, vor furzer Zeit in Hamburg weilte, besuchte ein an der Alster geetwas zur Seite, doch im nächsten Moment lief die Unbekannte mit die Grundwertsteuer von 3,60 m. pro Mille, wie es der Magiftrat legenes Barbiergeschäft. Der ihn bedienende Gehilfe empfahl ihm dem Ruf:„ Ich laß mich nicht festnehmen", gegen die Vorderplatt vorschlägt, auf 3,06 M. herabfeben! Hier trat so recht deutlich der eine Kopfwaschung, sowie das Einreiben der Kopfhaut mit Pomade, form des in voller Fahrt befindlichen Motorwagens. Die Dame Interessenstandpunkt der Grundbefizer zu Tage. Stadtverordneter womit der Ausländer sich einverstanden erklärte. Er war aber nicht wurde niedergerissen und geriet in das Getriebe des Straßenbahn- Reine de führte zur Begründung des Antrages aus, daß ja, um wenig erstaunt, als ihm darauf eine Rechnung überreicht wurde, die wagens. Die elegante Kleidung der Verunglückten hatte sich den Ausfall wieder weit zu machen, die Grundstücke im I. und folgendermaßen Tautete: Für eine Flasche Kopfwasser fünf derartig in der Bremskette verwickelt, daß der Körper erst II. Festungsrayon um so höher bewertet werden könnten. Franken( 1), ebensoviel für eine Büchse Pomade, für einen Schwamm nach größerer Mühe und mit Hilfe der hinzugerufenen Nachdem der Kaiser endgültig die Entfestigung genehmigt, könnten anderthalb und für Bedienung drei Franken. Der Fremde bezahlte Feuerwehr befreit werden fonnte. Als man den Körper bei diesen Grundstücken mit Leichtigkeit 15 bis 20 Millionen Mark zwar, um Streitigkeiten zu vermeiden, diese ungeheuerliche Forderung unter dem Wagen hervorzog, war die unglückliche bereits tot. Die Wertsteigerung herausgerechnet werden.( Hört! hört! bei den von 14% Franken, beschwerte sich aber doch bei der Hamburger Leiche wurde nach dem Schauhause überführt. In der allgemeinen Socialdemokraten.) Der Magistrat und Etatsausschuß schlagen Polizeibehörde, zumal ihm der Barbiergehilfe gesagt hatte, daß er Aufregung, welche durch die furchtbare Scene verursacht wurde, ent- vor, die Einkommensteuer- Zuſchläge wieder von 185 Proz. auf durch sein Einverständnis für Anwendung des Kopfwaffers und der fernte fich der Herr, so daß bisher nicht festgestellt werden konnte, 200 Proz. zu erhöhen. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Pomade gleich eine ganze Flasche Stopfivasser und eine Büchse Pomade aus welchem Grunde er die Siftierung des Mädchens veranlassen Die Zahl der leerstehenden Wohnungen in Charlottenburg ist faufe!! Die Polizei forderte von der Innung der Barbiere ein Gutwollte. Die Tote ist inzwischen als die unverehelichte Alma Krüger wieder erheblich zurückgegangen. Jm November vorigen Jahres achten ein, das dahin lautete, daß die Jnnung den Preis für die Begen. Groth aus Werder a. H. refognosciert worden. ra. ermittelte das Statistische Amt 1088 leere Wohnungen, darunter 7 Sicmung nicht für zu hoch halte. Die Preise für die andren Artikel Bauunglück. Auf dem Neubau des Börsengebäudes auf dem mit 1 Zimmer ohne Stiche, 36 mit 1 gimmer und Küche, 177 mit( Stopfwaffer, Pomade, Schwamm) entsprächen den in feineren Magerviehhof zu Friedrichsfelde ist gestern mittag 11 1hr 2 gimmern, 277 mit 3 Zimmern und Küche. Nach der neuesten Grifeurgefchäften üblichen. Die Aufsichtsbehörde für die Jnnungen der Maurer Vietzte aus Rigdorf von der Höhe der zweiten Etage Aufnahme von Mitte Januar standen nur noch 870 Wohnungen erflärte sich aber mit dieser Auffassung nicht einverstanden und abgestürzt. Der Verunglückte erlitt schwere Verlegungen am Kopfe leer, und zwar 5 mit 1 Zimmer ohne Küche, 28 mit 1 Zimmer und empfahl dent nsbor, derartige Geschäftskniffe, die geeignet und verschiedene Rippenbrüche. Er wurde nach dem Krankenhause Stüche, 136 mit 2 Zimmern, 228 mit 3 Zimmern und Küche. Also seien, den rbestand auswärts in üblen Ruf zu gerade der Vorrat an kleineren und mittleren Wohnungen hat eine bringen, am Friedrichshain gebracht. Be a 3 Ausstellung Stahlwarenfabrik und Versandgeschäft Gebr. Wolfertz, Wald bei Solingen No. 179. Wi Fabrikmarke für Kartoffel- Verwertung und Verwendung des Spiritus zu technischen Zwecken ( Koch-, Leucht-, Heiz- und Kraftzwecke) im Institut für Gärungsgewerbe Berlin N., Seestrasse Yom 7. bis 15. Februar 1908. Geöffnet von 9 Uhr vorm. bis 4 Uhr nachmittags. Tageskarten 1 M. Dauerkarten 2 M. Sonntagskarten 50 Pf. Im Vorverkauf: Tageskarten 75 Pf.- Sonntagskarten 40 Pf. erhältlich: Berlin NW., Friedrichstr. 96( gegenüber dem Central- Hotel), im Ausstellungs- und Verkaufslokal der Centrale für Spiritus- Verwertung 6. m. b. H. Populäre räge im Hörsaale der Ausstellung: ( ohne besonderes Eintrittsgeld) Sonntag, den 8. ebruar: Geh. 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Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Verantwortlicher Redakteur ré. ictory