Nr. 35. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostSibonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsBreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. delet Ericheint täglich außer Montags. 20. Jahrg. and aboutDie Infertions- Gebühr Vorwärts Berliner Volksblatt. beträgt für die fechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Naum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochenfagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Besttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet Telegramm Adreffe: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Quittung. Jm Monat Januar gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge ein: Anch bei Mez, A. Sch. 30,-. Aue bei Durlach i. B., von Genossen 20,- Aarau, einige Genossen des allgemeinen Arbeitervereins 3,25. Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 2. Streis 400, 3. Kreis 500,-( darunter Tagschneider von Peek 1. Cloppenburg Sch. u. B. 1,50, ( darunter Verein der Bierabzieher 5,-, Stadtbezirk 98 8, Silvesterfeier der Ordner der Freien BierMittwoch, den 11. Februar 1903. Januar 100,-( darunter Charlottenburg 2. Bezirk„ Auf zum lustigen Jagen" 4,-), zwei Referate in Zehlendorf von Bernhardt 14,-) Toluca in Merilo, durch W. F. 100,-. Borivärts", 4. Quartal M. 1902 14 571,55. Württemberg 100,-. Wandsbed, socialdemo tratischer Verein 500,-. X. 9. 3. 2000,-. Berlin, den 9. Februar 1903. Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Kreuzbergstr. 30. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. dem Amtsgericht den Nachweis, von dem der Minister sagte, er sei nicht genügend gewesen, überhaupt zu erbringen. Und wenn der Minister mit Emphase es zurüdwies, daß der Richter in jener Verhandlung das Verhalten der Polizei skandalös und unerhört genannt habe, so steht dagegen fest, daß der Richter in der That das Vorgehen der Beamten auf das schärfste gerügt hat. Der Richter hat das in einer Zuſchrift an unser Kieler Parteiblatt felbst zugegeben, er hat nur bestritten, daß er diese Ausdrücke an die Adresse des Chefs der Sittenpolizei gerichtet habe. # " 3,-, G. B. Jahresbeitrag für 1903 5,20). 4. Kreis Südost 1000,- Die Thatsachen" des Polizeiministers. Es sind keine Haupt- und Staatsaktionen, um die es sich bei den Kieler Fällen handelt, aber ihre Analyse ist doch lehrreich, denn sie Voltsbühne 15,05, Gefangverein Sorgenfrei 10,-, neun Maurer 35,-): Breußen, mag seinem Herrgott danken, daß er nicht Zeitungsschreiber, in den Parlamenten sich hinstellen und die öffentliche Meinung, die Der Freiherr v. Hammerstein, zur Zeit Minister des Innern in zeigt, auf Grund welcher mangelhaften Informationen die Minister 4. Streis, Dit 1000,-( darunter von den Arbeitern der Tischlerei sondern nur Minister geworden ist. Als Zeitungsschreiber wäre er abgeordneten und die Presse Lügen strafen. Wenn so Minister trog Kümmel 100,-, Gesangverein Waldesrauschen 1,-, Hamster 21,-, Andreas B. 50,-, amerit. Mutt., Bezirk 163, 1,75). 5. Streis, Wahl sicherlich nicht von der Anklagebank herunter und aus dem Gefängnis des ihnen zur Verfügung stehenden amtlichen Apparats über Vorverein 150,-( darunter R. K. 50,-). 6. Streis 2500,-( darunter herausgekommen. Denn wenn es ihm als Minister nicht gelingt, gänge in ihrem Ressort vollständig falsch unterrichtet sind, wie neues Pulver, vereinigte Sangesbrüder 4,10, durch Onkel zuverlässige Informationen zu gewinnen, obwohl ihm doch der ganze können sie Privatpersonen, den Abgeordneten, die in ihrer Kritik Raschte 2,50, Ueberschuß einer Krauzipende 10,25, des- amtliche Apparat zur Verfügung steht, dann hätte er als Redakteur, behördlicher Mißgriffe in belanglofen Einzelheiten manchmal irren, gleichen von König Süden u. Ko. 3,55, F., Garten- der sich keinen solchen Informationsdienst einrichten kann, wohl felten die bekannten pathetischen Vorwürfe machen? Andrerseits, wenn die straße 52, 1,50, Neujahr A. E. G., Maschinenlager 15,-, eine wahre Nachricht zu veröffentlichen vermocht. Arb. Radfahrerverein Fahr Wohl" 5,-, Bierprozente durch Kuhnert Minister schon in folchen verhältnismäßig einfachen, zudem gerichtlich Ueber den Fall Rappaport haben wir gestern einige Be- flar gestellten Vorgängen fich fo gänzlich falsch informiert zeigen, 5,80, alter Parteigenosse Schönhauser Allee 5,-, A. B. Mister 1,-, Arbeiter v. Hugo Hartung, Moabit 5,-, aus der Straftasse der merkungen gemacht. Ueber die Kieler Fälle faßt ein dortiges was soll man da erst auf ihre Darlegungen in verwidelteren AnFirma Pardemann 9,50, Lefellub Nordfante, 1. Rate 20,-, Lesellub bürgerliches Blatt feine Meinung dahin zusammen: gelegenheiten, wie in dem Fall Willich, im Fall Löhning oder in Der Freunde, Tester Rest, 23,50, Arbeiter der Berliner Wir müssen es als geradezu unerhört bezeichnen, daß ein der Trakehner Affaire geben? Genossenschaftsbäckerci, Nichtmitglieder 22,- Bezirk 540-545 Minister es wagen darf, im Abgeordnetenhause die Thatsachen Uebrigens haben die Kieler Neuesten Nachrichten" an den Kranzüberschuß v. Genossen Steinide 3,25, Genossen aus direkt auf den Kopf zu stellen und dann den Anschein zu erwecken, Minister eine Nummer ihres Blattes zur Information geschickt und der Boyenstraße 2,-) Berlin, diverse Beiträge: Dr. 2. A. als sei alles in schönster Ordnung! Vou wo er feine in einem Begleitschreiben ihn ersucht, für die Richtig 50,-. Machetes 10,-. Von den Töpfern der Firma Informationen bezogen hat, wissen wir nicht, anscheinend aber stellung ihrer Erklärungen Sorge tragen zu Mayer, Bau Westend 8,85. Gesammelt in der Cigarren von der Kieler königlichen Polizei selbst, die dann allerdings lauter ip ollen". fabrit v. Rendschmidt, Schliemannstraße 2,90. Geburtstagsfeier bei Gomell 5,25. Namentos 100,-. H., Wilhelmshavener grobe unwahrheiten nach Berlin berichtet häite." flraße 4,-. ,, Wette" 10,-. Wasserwerke, Filiale II, Verband der Das ist ein vernichtendes Urteil, es wird aber vollinhaltlich Unerhört ist auch das Verhalten des Ministers im Fall des städt. Arbeiter 30,-. Statt Geburtstagsfeier E. V. 5, Neiniden- durch die vorangehende, Punkt für Punkt belegte Detailuntersuchung Bädergesellen Badeisen. Der Gefelle hatte nichts weiter dorferstraße 10,- Bon elenden Metallarb. aus dem vierten Wahl- bestätigt. Dem Minister werden ungefähr ebensoviele grobe Un- verbrochen, als daß er in einer Versammlung Mißstände in einer freise SO. durch M. F. 10,-. Für ein Referat Bernhards in der richtigleiten nachgewiesen, als er Säge ausgesprochen, und zwar in Bäckerei zur Sprache gebracht hatte. Das genügte, um ihn zu verGasarbeiter- Geivertschaft 6,-. Von einer„ Elenden" 5, Rote Ab- Bezug auf alle drei Fälle, in denen er die Kieler Polizei heraus- haften und gefeffelt durch die belebtesten Straßen der Stadt rechnung 4,50. Contobucharb. vom Weddings, Berlin SW., stud. Jurcben versucht hat. jur. Staifers Geburtstag 1903 5,-. NW. 21, Emdenerstraße 3,-. Wattenscheid nach dem Amtsgericht zu führen. Für den Minister Was den ersten Fall aulangt, wo ein unbescholtenes Mädchen, fcheint es als ausreichender Grund zu gelten, daß Padeisen Für Bebels Etatrede zum Wahlfonds von G. R. 200,-. Ein Freund" 1000,- Berpaßter Gehroc, Zorgingstr., 3,10. das aus einem Fenster seiner Wohnung mit ein paar Vorüber- cin bekannter socialdemokratischer Agitator" fei. Er nannte ihn auch prozente v. d. Elenden d. Scheiderwertstatt Gribowsti, Rylesir., 2, gehenden einige Worte gevechselt hatte, verhaftet und abgeführt einen sehr lauten, des Tumults verdächtigen Mann". Ja, ist es Rum Wahlfonds gef. Möbelfabr. Groschtus, Landsbergerstraße 25/26, worden war, über Sonntag in Polizeihaft behalten, Tags darauf dem in Preußen gestattet, jeden sehr lauten und des Tumults 17,75. Dr. St. 8,-. Uebersch. v.„ Roten Jahr" durch Müller 2, aber nach der bekannten entehrenden Untersuchung durch den Polizei- verdächtigen mur verdächtigen Menschen zu fesseln? C. D. Guhrau 1,-. 3. M. 2.-.. G. 1, Mitgl. d. Verbandes arzt wieder entlassen wurde so ist es, wie gerichtlich fest- Dann würden drei Viertel unsrer Studenten unausgefegt in Ketten J. W. der deutschen Buchdruder im„ Vorwärts", 4. Quartal 1902, 110,- gestellt worden, unrichtig, daß der Vorgang vor einem ver- gehalten werden müssen. Sonst liegt teine greifbare ThatBierprozente der Ladierer von J. B. Pfaff, Zeughofstraße 3, 12, bächtigen Haufe" sich abgespielt, unrichtig, daß das Mädchen vor dem fa che gegen Backeisen vor. Streichard u. Fink 1,10. Ueberschuß Der angegriffene Bäckermeister der Bierkasse Der Schriftgießerei Böllmer 50,-Bierprozente der Geschäfts- Hauſe mit Paſſanten gesprochen, unrichtig, daß es unanständige hatte den Ankläger allerdings denunziert. Aber das Gericht bücherfabrit A. Zumpe 5,-. Mitgl. der II.-Dr. 4,60. G. Sauz 12,- Gespräche geführt", unrichtig, daß es vor dem Hause, nachdem der leistete der Denunziation keine Folge und bis zum heutigen Tage Tischlerei von Bendig Söhne, Elbingerstr. 12, 12,35. Tischler- Schuhmann vergebens Ruhe geboten, verhaftet worden fei. All das hat, wie unser Bochumer Parteiblatt feststellt, der Bäckermeister werkstatt Waldemarstr. 27 20,-. Von den Arbeitern der Firma Unrichtige hat der Minister im Abgeordnetenhause erzählt nicht gewagt, wegen der angeblichen schweren Beleidigungen Jokaiklub 10, Von den Arbeitern der Neuen Berliner Genossen- und er hat hinzugefügt, das Mädchen habe auf der Polizei Klage anzuftrengen. Wie fonnte der Minister also die Fesselung schaftsbäderei 25,-, A. B. 50,-... 50,-. G. J., Moabit selbst zugegeben, daß es vielfach mit Männern Verkehr ge- und Verhaftung für gerechtfertigt erklären? Genügt irgend eine 10. Für versuchte Verleitung zum Treubruch und zum Verrat habt, und es habe sich willig der polizeilichen Untersuchung unter- rachfüchtige Denunziation, um der Polizei solche Maßnahmen zu von Geschäftsgeheimnissen an die politische Polizei, über worfen. Diese Beschuldigung des Mädchens durch den Minister setzt den gestatten, dann ist allerdings die Verordnung des Ministers eitel iviesen von der Redaktion des„ Vorwärts" 60,- Untel Bräfig, zur Abrundung nach oben 40,- Bübingen, gesammelt von polizeilichen Berfolgungen, deren Opfer die Arme geworden, die wind und nach wie vor werden polizeiliche Mißgriffe an der TagesGenoffen in der Silvesternacht 2,-. Brüssel, deutscher Arbeiter- Strone auf, denn das Mädchen hat nicht daran gedacht, jenes Zuordnung fein polizeiliche Mißgriffe, die keine weitere Folge haben verein 16,94. Bremen, B. C. 10,- Bern 50,-. Barmen, vom geständnis zu machen, und es hatte wiederholt um einen Privatarzt als verschärfte ministerielle Mißgriffe. Verein Freie Boltsbühne für Wahlzwede 40,- Breslau, social- gebeten. Mit Recht sagt auch das Kieler Blatt, daß das, was der demokratischer Verein 50,- Bremerhaven, socialdemokrat. Verein Minister verschwiegen, beinahe schlimmer sei, als das, was er geredet, 3. u. 4. Quart. 02. 200,- Barmen, Beitrag des socialdem. Vereins denn verschwiegen hat er in diesem Falle, daß die„ Kieler Neuesten 200,- Bant- Wilhelmshaven 4. Quart. 02. 152,80. Bromberg, Nachrichten", welche cben wegen dieser Gewaltthätigkeiten den Kieler vom intelligenten Budiker 7,05. Cöpenick, gef. von Genossen Polizeipräsidenten und die Polizei aufs schärffte angegriffen und dem bei Rochlik in der ersten Stunde des neuen Jahres Grimmitschau, 18. fächs. Reichstags- Wahlkreis, socialdemokr. Verein Polizeipräsidenten v. Puttkamer u. a. bewußte 150,-( darunter Vertrauensleute 6. u. 7. Bezirk Doppel- Schafkopf Entstellung der Wahrheit vorgeworfen, in einem 1,15, Gesellschaftshaus den 31. 1. 03 18,34). Dresden, Merkur 5, Beleidigungsprozeß glänzend freigesprochen worden sind. Dümpten, Ueberschuß v. Festessen bei der Berggewerbegerichts- Wahl Im zweiten Falle waren die Informationen des Ministers ebenso durch d. Vertr. 7,05. Essen a. Ruhr, socialdemokr. Verein 50,- Falten- falsch. Es handelte sich um eine in Kiel wohnende und längst anberg( Oberschl.) 2,- Friedrichshagen G. B. 1. Quartal 1903 5,- gemeldete Frau, die von einem Geburtstagsfest bei Bekannten Faltenstein i.., Schrautauttion Gesangberein Vorwärts 7,50. Gera, heimkehrend, von einem Schuhmann verhaftet und als Dirne bev. d. Genossen im Wahlfreis Neuß i. 2. 100,-. Greiz, Wahlkreis handelt worden war. Auch dieser Frau ist in der nachfolgenden Augenschein zu nehmen. Umgeben von einer Bauernschar stand Herr Reuß ä. 2. 250,-. Gotha, durch den Vertrauensmann 30,-. Gerichtsverhandlung eine eklatante Ehrenrettung zu Gießen, E. K. 10,-. Halberstadt, socialdemokrat. Wahlverein 150,-. Hannover 1000,-. Hamburg, 2. Wahlkreis 1000,- und im Urteil ausdrücklich bestätigt worden. Der Minister aber läßt Hastedt, von Parteigenossen 10,-. Hamburg, Rotenburgsorter in seiner Darstellung des Falles die Frau immer noch in einem Quartett von 96 zum Wahlfonds 30,-. Hamburg, im Monat zweifelhaften Licht erscheinen und hält sich statt an das gerichtliche Januar in der Expedition des„ Echo" eingegangen 871,75. Heidings- Urteil an die Aussage des übereifrigen Schuhmannes, der vom feld, socialdemokrat. Verein 100,-. Königsberg i. Pr., Partei- Gericht absolut kein Glauben beigemessen wurde. beitrag 1. Quartal 1903, 100,- Stöln a. Rh., vom Ver- Der dritte Fall endlich betrifft das Schicksal eines armen Diensttrauensmann Stöln Stadt 140,-. Karlsruhe i. B., gesammelt mädchens, das gleichfalls widerrechtlich verhaftet und ohne Grund in der Hauptwerkstätte 1,80. Leipzig, 12. und 13. sächsischer unter Kontrolle gestellt worden war. Dem Mädchen wurde von der Reichstags Wahlkreis 2000,- München, Gau Südbayern, Polizei aufgegeben, sich eine von der Behörde genehmigte Wohnung ärmlichsten Grenzen, und es ist keineswegs Aussicht vorDie Fürsorge für die Veteranen hielt sich nach wie vor in den 4. Quartal 1902 75,28. M.- 13., Geburtstagsfeier durch Schlegel 4,-. Mannheim, socialdemokratischer Verein 200,-( jedenfalls in einem Bordell) zu verfchaffen. Es ver- handen, daß es besser wird, so lange der Marine-, Militär- und Magdeburg, von den Parteigenossen 300,- Mülhausen i. E., lich daraufhin Kiel und fand auswärts eine Stelle. Die Kieler Stolonialetat und die Weltpolitik so ungeheure Summen verschlingen. Einzelmitglieder der socialdemokratischen Partei Deutschlands 15,22. Polizei machte es jedoch ausfindig, riß es aus seinem Dienst und Unfre Bartci, für die Grünberg und Singer sprachen, erMeerane, A. H. 5,-. Mülhausen i. E., von Br. durch Schl. 20, ließ es nach Kiel überführen, wo es als Prostituierte behandelt und tennt die Verteranenbeihilfe als eine Reichspflicht an und fordert, Nürnberg, Marcel 2,-. Neustadt( Oberschl.). Ueberschuß des Arbeiter in Untersuchungshaft gesteckt wurde. Der Minister erzählte dem daß sie den Bedürftigen Teichter und reichlicher zugänglich gemacht Stafinovereins 50,-. Nürnberg, E. E. G. 3, 8. H. 3, Abgeordnetenhause, das Mädchen sei wegen Unjittlichkeit unter werde. Au der Finanznot des Reiches sind die Veteranen gewiß Sa. 6,-. Nürnberg- Altdorf, socialdemokratischer Verein 20,- Stontrolle gestellt, dann tegen fitienpolizeilicher Uebertretung nicht schuld. Durch eine Reichseinkommen, Erbschafts- und VerNürnberg, Gau Nordbayern 3. und 4. Quarial 1902 383, Neumünster, Parteibeitr. von St., Dezember und Januar 2, gestraft und, als es vor Vollſtredung der Strafe durchgegangen", mögenssteuer würden die notwendigen Mittel hierzu auch leicht aufNew- Yort, Dr. N. 6,30. Oberstein a. 9., Voltsverein 4. Duartal verfolgt worden. Allerdings habe das Amtsgericht die vorläufige zubringen fein. Den Gedanken einer Wehrsteuer, den Herr 1902 5,54. Dttenfen- Binneberg, 6. fchlesw.- holft. Wahlkreis 500,- Straffeftiegung der Polizei nicht bestätigt und zwar lediglich des Dr. Arendt wieder in die Debatte geworfen hat, lehnten wir natürOffenburg i. B., Stirchensteuer eines Katholischen Stadtverordneten 1,70. halb, weil der Amtsgericht nicht genügend nachgewiesen war, daßlich ab. Dhlau durch E. M. 20,- Ronsdorf, allgem. Arbeiterverein, viertes diese Person sich der gewerblichen Unzucht schuldig gemacht Jut allgemeinen war das Ergebnis der Verhandlungen für die Quartal 1902 25,-, G. E. W. 3 Quartale 3.-, roter Maulwurf 1, habe". Die fittenpolizeiliche Uebertretung", von der der Minister Veteranen nicht besonders günstig. Sie fangen an, durch die KonseSa. 29, Rawitsch, Erlös einer amerit. Auft. für den Christ spricht, ist die bereits erwähnte Weigerung des Mädchens, in einem quenz, mit der sie ihre Forderungen verfechten, einflußreichen Mitbaum 16, Richzenhain, Arbeiter- Bildungsverein 3, Riga, zum Bordell Wohnung zu nehmen. Im übrigen hat das Gericht festgliedern der Rechten läftig zu werden. Herr Dr. Paasche sprach Wahlfonds 20,-. Schwäb. Zinsgrofchen 250,-. Straßburg i.C., Altvater 3, Schwarzenbach a. S., socialdem. Ver. 5, Schöned i. V., gestellt, daß die Kontrollverfügung gegen das Mädchen zu Unrecht von ihrer Begehrlichkeit und Graf Roon warnte vor einer Schusterbude v. Meinhardtu. Stöhr 2,50. Solingen, d. 6.Streisvertrauens erlassen worden war, daß überhaupt nichts Belastendes gegen das Hurraſtimmung zu ihren Gunsten. Die Frage der Verteranenmann 60,- darunter vom Boltsverein Ohligs 40,- desgl. Solingen Mädchen vorlag, ja daß die Polizei noch nicht einmal Erhebungen unterstützung wird wohl beim Etat des Reichsinvalidenfonds noch 15,-) Teltow Bestow- Charlottenburg, Wahlfreis, Beitrag für nach dieser Richtung angestellt hatte. Die Polizei versuchte gar nicht, weiter besprochen werden, D A teil Politische Ueberlicht. Berlin, den 10. Februar. Ueber den Reichstag crgoß sich heute eine agrarische Ueberschwemmung. Truppenweise erschienen die Cirius Busch- Leute unter der Führung der Abgeord= neten des Bundes, füllten die Tribünen und Wandelgänge und be festen alle Konferenzzimmer, so daß die Reichtagsabgeordneten die geduldeten Gäste zu sein schienen. Unfre Notleidenden" aus der Provinz wollten auch in diesem Jahre nicht darauf verzichten, neben der Siegesallee die weitere Berliner Specialität, den Reichstag, int Dr. Sahu mißvergüngt vor der geschlossenen Hofloge. Das Plenum behandelte inzwischen die Nißlersche Interpellation über die Kriegsinvaliden. Die Auskunft, die der Schazsekretär gab, bot nichts Neues. Er hat schon früher angekündigt, daß der Invalidenfonds erschöpft zu werden droht. Heute konnte er einen bestimmten Termin dafür angeben. Die französischen Millionen reichen noch höchstens bis 1910, dann werden die Lasten auf den ordentlichen Etat übernommen werden müssen. In später Stunde wurden die Verhandlungen über den Etats bes 8 Ministeriums des Innern fortgesetzt. Eine Rede des Centrumsabgeordneten Dr. Jäger über die Wohnungsfrage, die von einer Resolution begleitet war, blieb ganz unverständlich. Der Antisemit Raab plaidierte dann für die baldige Einführung der kaufmännischen Schiedsgerichte und verlangte alsbaldigen Erla der Ausführungsbestimmungen zur Seemannsordnung. Staatssekretär Graf Pof a dowsky, der zum Schluß das Wort nahm, antwortete auf Reden vom Tage vorher. Er teilte mit, daß eine Aufhebung der Ruhepause für die Kellner in den Badeorten nicht erfolgen werde und bewies damit ein größeres focialpolitisches Ver= ständnis als der freisinnige" Herr Crüger. Die Sanatorien der Versicherungsanstalten, deren luxuriöse Ausstattung der konservative Herr Salisch bemängelt hatte, müssen mit allen technischen Neuerungen versehen sein, wenn sie ihren wahren Zweck erfüllen Morgen wird die Beratung fortgesetzt. wollen. Ein socialdemokratischer Erfolg. Nachdem der Reichstag bereits seit mehreren Tagen beim Etat des Reichsamts des Junern socialpolitische Beratungen gepflogen hat, besinnt sich in interessanter Verspätung die Centrums partei darauf, daß es die wichtigste Arbeiterforderung, die gesetzliche Einschränkung der Arbeitszeit, auch ein wenig für ihre wahlpolitischen Täuschungszwecke verwenden könne. Das Centrum hat sich, unter Vorantritt feines Renommier- Arbeiterabgeordneten Stözzel entschlossen, die gesetzliche Einführung des zehnstündigen MaximalArbeitstages für die Arbeiter in gewerblichen Betrieben zu fordern. Die Resolution, die soeben im Reichstage einging, lautet: " Der Reichstag wolle beschließen: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, in die GewerbeOrdnung die Bestimmung aufzunehmen, wonach für die der selben unterstellten Betriebe die regelmäßige MarimalArbeitszeit zehn Stunden beträgt." Wir dürfen in diesem Vorgehen der Centrumspartei einen Erfolg des unablässigen Drängens der socialdemokratischen ReichstagsFraktion feststellen. Ohne Socialdemokratie keine Socialreform; ohne die socialdemokratischen Arbeiterschuß- Forderungen- fein Centrums- Arbeiterschutz! Der dem Reichstag vorliegende Antrag der Socialdemokratie auf Einführung des Zehnstundentages und Herbeiführung des neun- und achtstündigen Arbeitstages hat das Centrum genötigt, auch auf diesem Gebiete aus der socialpolitischen Unthätigkeit ein wenig herauszutreten. Es ist bekannt, daß die Socialdemokratie gerade auch um deswillen zunächst den Zehnstundentag als erste Etappe auf dem Wege des Arbeiterschutzes forderte, um dem Centrum jede Ausflucht zu nehmen, daß unsre Forderung unerfüllbar und aussichtslos sei. Wir wollten das Centrum zwingen, seine langjährigen Bersprechungen einzulösen. Wir dürfen mit Genugthuung feststellen, daß unfre Absicht in gewissem Maße Erfolg hat. Das Centrum mußte Farbe bekennen. Uns liegt natürlich nichts ferner, den Erfolg, den wir feststellen, irgendwie überschätzen zu wollen. Im Gegenteil tritt die berräterische Arbeiterpolitik des Centrums in die Erscheinung. ein Ueberbleibsel aus einer alten, besseren Zeit. Ich habe den Ein-| der Städte- Ordnung ließen das Princip erkennen, daß, wenn überdruck, daß hinter ihm steht der Schatten des ersten Kanzlers, riesen- haupt ein Ausschuß der Stadtverordneten- Versammlung in Aftion groß, dessen Gegner er war, so lange er amtierte." trete, der Magistrat sich vertreten lassen darf. Dieses Lob beweist, wieviel doch den Bündlern, im Grunde an zubringen. dem Antrag Kardorff liegt. Sonst würden sie den Mann nicht so feiern, der sich nach sträften bemüht hat, die Kardörfferei durch dient, die ihm zum erstenmal in seinem Leben im Cirkus Busch zu Im übrigen hat Eugen Richter die schöne Ehrung redlich verteil ward. Die Reichstags- Stichwahl in Schleswig. Der gefährliche Polenaufzug. Der polnische Industrieverein zu soften wollte eines Sonntags mit Musik vom Marktplatz in Kosten nach dem Schüßenhaus bei koſten marschieren, allwo man ein zug mußte man aber absehen, denn ihn hatte die ängstliche PolizeiBeteiligung von nur etwa 100 Personen sehr ruhig. Vom Feſt= Sommerfest feiern wollte. Das Fest fand statt und verlief unter verwaltung verboten, weil von ihm Störungen der öffentlichen Ruhe und Ordnung zu befürchten gewesen wären. Beschwerden des Vorsitzenden, des Arztes Dr. Laurentowski, wurden Bei der Reichstags- Stichwahl im Wahlkreise Schleswig- Eckern- vom Landrat und auch vom Regierungspräsidenten in förde wurden nach bisheriger Zählung für Spethmann( frs. Vp.) Bosen abgewiesen. 31 Ortschaften stehen noch aus; doch dürften dieselben am End- Spannung zwischen Polen und Deutschen herhalten. Dr. 2. klagte 6187 und für Hoffmann( Soc.) 4631 Stimmen abgegeben. der§§ 9 und 10 des Vereinsgefezes mußte wieder die resultat nichts mehr ändern. End- Spannung dann beim Ober- Verivaltungsgericht, vor dem sich der Polizeiminister durch einen Kommissar vertreten ließ. Dieser, Regierungsrat Joswig, behauptete, daß die Umzüge polnischer Vereine einen aufreizenden demonstrativen Charakter hätten. Zur Begründung des Verbots gemäß Dies Resultat war vorauszusehen. Der Freifinn hat- tro der Parole der Bündler und der Nationalliberalen, Wahlenthaltung zu üben eine nicht unerhebliche Unterstützung von dieser Seite erfahren, während die Socialdemokratie, die auf ihre eigne Kraft angewiesen war, keine wesentlich höhere Stimmenzahl erhalten hat Es wäre Sache des Klägers geweien, zu beweisen, daß keine Der erste Senat wies die Klage mit folgender Begründung ab: als bei der Hauptwahl. Trotzdem schreibt das Blatt des Herrn Eugen Richter: Thatsachen vorlägen, aus welchen auf eine Gefährdung der öffentDiesen Beweis " Die Partei des Grafen Reventlow, also die Kon= lichen Ordnung und Sicherheit zu schließen wäre. ferbatiben, Bündler und Antisemiten, hat alles guten er nicht geführt. Andrerfeits sei unzweifelhaft ein Gegenſat gethan, um in der Stichwahl den Sieg der Social zwischen der deutschen und polnischen Bevölkerung vorhanden, der demokratie herbeizuführen. Graf Reventlow persönlich Industrieverein bestehe nur aus Polen und verfolge politische Zwecke, noch durch die Wreschener Vorgänge verschärft worden sei. hat zuerst in den Zeitungen bekanntlich Wahlenthaltung indem er im national- polnischen Sinne wirke. Hinzu komme hier empfohlen, weil es unmöglich sei, den einen der beiden Stichwahl- Kandidaten als das größere, den andern als das noch, daß am fraglichen Tage auch der deutsche Bürgerverein sein fleinere Uebel zu qualifizieren. Weiterhin aber ist dann empfohlen worden, für den Socialdemokraten zu stimmen. In dem Organ der Bündler, der„ Angeler Landpost", heißt es schon hinreichend deutlich wie folgt: Das Petitionsrecht der Kommunalbeamten. Aus Halle wird uns geschrieben: Die Socialdemokratie will die gegenwärtige Staatsform über den Haufen werfen. Mit dieser geistreichen „ Das Material gegen den Freisimm häuft sich in bemerkens- Wendung versuchte der Bürgermeister v. Gally in der Stadtwerter Weise und jeder anständige Mensch weiß, was verordneten- Sigung seine Unterbeamten abzuhalten, Beschwerden er am 9. Februar zu thun hat! Keine von den 6183 Stimmen, über schlechte Behandlung socialdemokratischen Stadtverordneten zu die am 29. Januar auf Graf Reventlow und Hansen gefallen unterbreiten. Beamte, die mit Socialdemokraten verkehrten, wären atf 11. Die wie wir sie das zweite Stadtoberhaupt. Unfre Parteigenossen blieben dem Herrn kennen, werden schon am Tage der Stichwahl ihre die Antwort nicht schuldig und die bürgermeisterlichen Ausführungen Reserven heranziehen, während der Freisinn mit den machten auch bei dem größten Teil der bürgerlichen Stadtverordneten 5124 Stimmen, die er bekommen hat, völlig aus keinen Eindruck.gepumpt ist.“ For hari am 9. Februar Spethmann zu gute überhaupt nicht wert, daß sie Beamte sind, meinte fo Diese„ Reserven" der Socialdemokratie waren eben Bündler und Antisemiten. Wie die Wahlstatistik de m nächst erweisen wird, haben ländliche Bezirke, die bei der Hauptwahl vorwiegend bündlerisch gestimmt haben, bei der Stichwahl fast ausschließlich und zwar mit Begeisterung socialdemokratisch gestimmt unter lebhafter Wahlbeteiligung." 17 0001 Chronik der Majestätsbeleidigungen. Ausländische Majestätsbeleidigungen. Wegen Majestätsbeleidigung ist durch Beschluß des Amtsgerichts I in Berlin die Nummer der Wiener Sonn- und Montagszeitung" vom 26. Januar beschlagnahint worden wegen eines Artites Aus dem Tagebuch Kaiser Wilhelms II." Die Gerichte dürften arg überbürdet werden, wenn sie an alle ausländischen Preßerzeugnisse den Maßstab des deutschen MajestätsDie Verblödung des guten Eugenius tritt immer frasier zu beleidigungs- Paragraphen legen wollten. 2020 Tage. Er fafelt von der Unterstügung der Socialdemokratie durch die Bündler, den Reserven" der Socialdemokratie die in land Dertels Brügelideal scheint in Deutsch- Ostafrika verivirklicht zu lichen Bezirken", wie die Statistit nachweisen werde, aufgebracht sein. In nicht weniger als 1464 Fällen wurde dort im letzten sein sollen, ohne die Zahlen des vorliegenden Wahl- Berichtsjahre über Eingeborene die Prügel- oder Rutenstrafe ergebnisses selbst sprechen zu lassen. Nach diesen Zahlen hat der verhängt, insbesondere bei leichten Vergehen und leberreifinn in der Stichwahl nicht weniger als 1063 Stimmen tretungen. Außerdem ist die Prügelstrafe als Zusatzstrafe in mehr erhalten, als bei der Hauptwahl, während die social 1866 Fällen zur Anwendung gekommen. Todesstrafe ist über Gindemokratischen Stimmen nur um 151 Stimmen gewachsen geborene in 27 Fällen verhängt worden. Dazu kommen zahl= find. Für jeden nicht durch den Rotkoller in seinen geistigen reiche Freiheitsstrafen und Geldstrafen. Gegen Europäer Zunächst ist der Centrumsantrag völlig ungenügend. Er be- Funktionen gestörten Menschen liegt also auf der Hand, für wen die wurden 16 Freiheitsstrafen und 22 Geldstrafen verhängt, was nicht schränkt sich auf den Zehnstundentag, von dessen Einführung schon bündlerischen und nationalliberalen Reserven gestimmt haben!- wenig ist, wenn man erwägt, daß die weiße Bevölkerung überhaupt mir vor langen Jahren selbst Centrumsredner keinerlei Schädigung der 1247 Köpfe zählt und zumeist einem besonderen DisciplinarIndustrie zu befürchten zugaben. Er unterläßt die Forderung Er unterläßt die Forderung du Preußische Lehrer- Herrlichkeit. recht unterworfen ist. Neue Prügelordnungen sind in der baldiger weiterer Verkürzungen, ohne welche die große Mehrzahl Die Schlesische Schulzeitung" macht folgende Mitteilungen: legten Zeit vom Gouverneur erlassen worden dahin, daß von Prügelder Arbeiter überhaupt keinen Vorteil von der Einführung des " In Laurahütte beziehen die katholischen Volksschullehrer strafe grundfäßlich abzusehen sei bei der erwachsenen, sepgesetzlichen Arbeitstages haben würden. Er schließt die gewaltigen je nach dem Dienstalter 20 bis 180 M. weniger Gehalt als ihre haften Regerbevölkerung und allen Schwarzen, welche eine Massen von Arbeitern aus, die nicht den Bestimmungen der evangelischen Kollegen. Da die wiederholte Bitte um Gleich gewisse Respettstellung einnehmen, z. B. Jumben, KarawanenGewerbe- Ordnung unterliegen und die des Schutzes vielfach am stellung bis jetzt regelmäßig abgelehnt wurde, bemühten sich die führern, Arbeiterauffehern und dergleichen. Auf diese Weise soll dringendften. bedürfen. am meisten betroffenen Lehrer um eine einmalige Teuerungs- das Ehr gefühl der besseren Klassen" der EingeborenenDer Centrumsantrag verliert aber auch dadurch ungemein an zulage. Sie suchten das einflußreichste Mitglied der Gemeinde- bevölkerung geschont und gehoben werden. Bei leichten Vergehen wird also allen keine Respektstellung Bedeutung, weil er ein Erzeugnis der Wahlangst ist. vertretung, den Hüttendirektor M., auf und trugen demselben bekleidenden Eingeborenen gegenüber das Dertelsche Prügelrecht nach Zur Antwort wurde ihnen unter anderm Hätte das Centrum, anstatt den Arbeiterschutz als Wahlköder folgendes: Die Lebensmittel seien nicht teurer, die Kartoffeln wie vor angewendet werden! Eine Freiheitsstrafe würde ja zu viel auszustrecken, den Willen der wirklichen Durchfeien bisher" billig. Der Lehrer brauche nicht alle Tage Fleisch Kosten und Umstände machen. Welche civilisatorische Erziehung führung auch nur des Zehnstundentages gehabt, so wäre zu essen. Hülsenfrüchte seien ein nahrhaftes Essen; man dieser Antrag längst Gesez in Deutschland. Das Centrum müsse sich nur daran gewöhnen. Der Lehrer könnte, um hat jedoch seine machtvolle und ausschlaggebende Stellung im mit der Wohnungsentschädigung auszukommen, in Arbeiterhäusern Im vierten sächsischen Reichstags- Wahlkreise( Dresden Neustadt) Reichstage Jahr ein Jahr aus zur Förderung seiner engsten wohnen. Die Thätigkeit der katholischen Lehrer sei weniger erfolg Interessen und zur Durchführung der Arbeiterauswucherung benutzt. reich, das sehe man an dem ungezogenen Benehmen der Kinder auf hat Landgerichts- Direttor Dr. Becker( der bekannte„ Waldschlößchender Straße. Die Witwen der früh verstorbenen Lehrer müßten auch Becker") die Kandidatur der„ Ordnungsparteien" niedergelegt. Wenn es jetzt kurz vor den Reichstags- Neutvahlen eine Resolution etwas nebenbei zu verdienen suchen. Das Gehalt der Lehrer sei für Dr. Becker hat sich bei den Hausagrariern durch seine Liebhaberei einbringt, die eine Verwirklichung nicht zur Folge haben kann, so zehn Monate genügend, zwei Monate seien ja Ferien. Eine den für Bau- und Sparvereinswesen mißliebig gemacht. An seiner Stelle macht es damit nur von neuem offenbar, daß es, sobald Arbeiter- Lehrern gewährte Teuerungszulage würde das Volk zum Aufruhr ist dem Dresdener Oberbürgermeister Dr. Beutler die interessen in Frage stehen, selbst unzureichende Forderungen nur bringen." Die Schlesische Schulzeitung" fügt hinzu: Kandidatur angetragen worden; dieser hat sich endgültige Entaufstellt, um sie vor der Verwirklichung zu sichern. Die Aeußerungen des Hüttendirektors find das drastischte scheidung vorbehalten. Anscheinend will diefer in der VerwaltungsZeugnis großkapitalistischer Sinnesart. Wie können die Lehrer carriere und in der sächsischen Ersten Kammer so erfolgreiche Herr wagen, Gehaltswünsche zu hegen? Sie haben nur die Aufgabe, es sich gründlich überlegen, ob er die Verurteilung durch das alldie Arbeiterfinder zu„ bilden"? Dafür noch Dank des Kapitală! gemeine gleiche Wahlrecht, die ihm sicher ist, riskieren will. Jezziger Bertreter des Kreises ist unser Parteigenosse Kaden. Deutsches Reich. 11 " = unsrer Kolonialpolitik! " Wahlvorbereitungen. 0 störten durch die Absicht einer konservativen Kandidatur die AusEs ist bedauerlich, daß die„ Schles. Schulztg." nicht mitteilt, Aus Sparsamkeitsgründen. Im Anschluß an die Erklärung des welches Gehalt der Herr Hüttendirektor für seine gefegnete Thätigkeit Im zehnten sächsischen Wahlkreise( Döbeln- Roßwein) droht das Ministers v. Hammerstein über die Spigelaffaire gegenüber unsrem bezieht. Ob er mit Kartoffeln und Hülsenfrüchten zufrieden ist? Ob Redaktionsboten im preußischen Abgeordnetenhaus wird, wie wir er im Arbeiterhaus wohnen mag? Ob er seine Witive nebenbei Ordnungskartell in die Brüche zu gehen. Nach dem Tode des nationalliberalen Vertreters des Kreises siegte daselbst in der Ersatzwahl vernehmen, für die dritte Lesung des Etats die Einbringung einer verdienen lassen will? Resolution geplant, wonach der Minister des Innern aufzufordern Die unglaubliche Verdächtigung begeht der Bediente des Hütten- unser Parteigenosse Grünberg. Nun wird berichtet, daß die sei, sein Augenmerk darauf zu richten, daß die aus dem geheimen kapitals, indem er für den Fall besserer Lehrerbezahlung den„ Auf- deutsch- sociale Reformpartei den Redakteur der Dresdener Dispositionsfonds des Berliner Polizeipräsidiums in die socialdemo- ruhr des Volkes" in Aussicht stellt. Es giebt in Schlesien noch gar Deutschen Wacht" 3immermann aufstellen wolle und dazz kratische Parteikasse fließenden Beträge sich in möglichst engen Grenzen dunkle Bezirke, aber sicherlich keinen einzigen, wo der Volkszorn so Stonservative und Bund der Landwirte denselben unterstüßen wollen. halten". blind ist, daß er sich gegen die Lehrerschaft anstatt gegen die Dieser Herr Zimmermann, der bis 1898 Dresden- Altstadt im Reichstag vertrat, sucht seit langem krampfhaft nach neuem UnterEinmal hat die Polizei ihr Geld nüßlich angelegt, und nun will fapitalistische Ausbeutung und Volksverbummung wendet. schlupf. In Dresden hat er sich gänzlich unmöglich gemacht und man der Parteikasse gleich wieder diese Zuschüsse entziehen! Können die Stadtverordneten Versammlungen den Magistraten feine Kandidatur kommt dort nicht mehr in Frage. Dann hat er. System Budde. Herrn Thielens Nachfolger wird wie sein Vorseinen Parteigenossen Gräf aus dem start landwirtschaftlichen gänger wirtschaften. In der Budgetkommission des preußischen Ab- die Bertretung in Sikungen von Borberatungs- Ausschüſſen verbieten? 3. sächsischen Kreise zu verdrängen gesucht; Herr Gräf verzichtet zwar Diese für die kommunale Verwaltung bedeutsame Rechtsfrage hatte 3. geordnetenhauſes erklärte Herr Budde, auf eine Herabſegung gestern das Ober- Verwaltungsgericht zu entscheiden. Die Stadt- auf die Wiederannahme der standidatur, aber die Stoufervativen zerEin Kommiſſionsmitglied wies warnend auf den Streit in verordneten- Versammlung von Stolp in Pommern hatte neben einem fichten Zimmermanns. Jm 10. Streise werden die Nationalliberalen Holland hin. Der Minister sollte alles thun, um bei uns derartige Finanz- Ausschuß eine Vorberatungs- Kommiffion zu bilden beschlossen den Einbruch des antisemitischen Hochschutzzöllners auch nicht ruhig Borkommnisse zu vermeiden. Der Minister erwiderte, er dulde nicht, die Vorberatung der in der Stadtverordneten- Versammlung zu beund im§ 19 ihrer Geschäftsordnung dieser Kommission zugewiesen: daß irgend ein Eisenbahnbeamter agitatorisch für den socialdemo- ratenden Gegenstände, insbesondere der bei der Versammlung einfratischen Eisenbahnerverband thätig sei. Die Eisenbahnverwaltung gehenden Ansprüche und Gesuche um Unterstützung, Gehaltszulagen und burg des Oldenburger Freisinns, der Residenzstadt, fand eine von Oldenburg, 9. Februar.( Eig. Ber.) In der ehemaligen Hochsei übrigens auch für den Fall eines Streits gerüstet. Wie? Der Miniſter dentt offenbar an Kavallerie, Artillerie und Geldbewilligungen mit Ausnahme der im§ 19a genannten Vor- unirer Seite einberufene Versammlung statt. Genosse Schulz aus Infanterie. Gerade die Borgänge in Holland haben wieber gezeigt, lagen. Die Sizungen sollten geheime und dem Magistrat Bremen sprach über das Thema: Freisinn und Socialdemokratie. daß die Kulturinteressen mit den Arbeiterinteressen vollständig zu Zu den Sizungen der nach§ 19 a zu bildenden Finanzkommission Versammlung war, daß die Freifinnige Volkspartei darauf verzichtete, jede Teilnahme durch einen Vertreter berwehrt sein. Die Versammlung war sehr gut besucht. Das Bezeichnende an der sammenfallen, und daß auch ohne Blutvergießen ein Eisenbahnstreit( Etatskominission), der auch die specielle Kontrolle der Verwaltung einen Redner zur Verteidigung ihres Bejisstandes vorzuschicken. zum glücklichen Ausgang gelangen kann. Das System Budde ist unvereinbar mit einem modernen Staatswesen und verstößt gegen damit er sich dort durch ein Mitglied vertreten laſſen könne. übertragen wurde, sollte jedoch der Magistrat eingeladen werden, Sie wird sich in bevorstehenden Wahlkampf also wieder darauf das gesetzlich gewährleistete Koalitionsrecht, es macht die Angestellten zu Sklaven und erregt ungeheure Erbitterung, die schließ- kommt. Er betonte, daß er das Recht habe, in jeder Ausschuß- Diskussion sprach nur der Kandidat unsrer Partei Paul Hug. beschränken, mit dem Lügen- A- B- C Eugen Richters und seinen Der Magistrat beanstandete den Beschluß, soweit§ 19 in Frage gutunftsstaatsbildern die Socialdemokratie zu bekämpfen. In der lich einen Ausweg finden muß. fizung vertreten zu sein, auch in den Sizungen der Vorberatungskommission. Sein Ausschuß dürfe ihm verschlossen werden. Ein Mitglied des Centrums machte in der Kommission lebhafte Opposition gegen den Bau des Mittelland- Kanals. U hinnehmen. Ausland. Der Bezirksausschuß in Köslin gab dem Magistrat recht und Eugen Richters Lob im Cirkus Busch. Der Abg. Eugen gestern hat nun auch das Ober- Verwaltungsgericht die BeanstanRichter ist, wie wir nachweisen wollen, in der Generalversamm5ung für gerechtfertigt erklärt. Begründend wurde ausDie Wiederaufrollung der Dreyfus- Affaire. lung des Bundes der Landwirte gewissermaßen zum Ehrenmitgliede geführt: Noch ehe Jaurès den neuen von ihm angekündigten Feldzug der 7 Mark Zöllner ernannt worden. Der Referent v. DIden= Zunächst sei zu prüfen gewesen, ob außer den Ausschüssen gemäß zur endlichen völligen Aufhellung der Dreyfusfrage eingeleitet, ge= burg- Januschau hielt fürchterlich Gericht über die bundesfeindlichen§ 37 der Städte- Ordnung auch andre Kommissionen, ob Vor- langen Mitteilungen in die Zeitungen, die zeigen, welche Aufgabe Parteien. Als eine glänzende Ausnahme ließ er gelten: Eugen Beratungskommissionen von der Stadtverordneten- Versammlung ein- Jaurès sich gestellt hat. Der Kern der Sache scheint zu sein, daß Richter, über den er bemerkte: gesetzt werden können. Das sei nach Ansicht des Gerichtshofes der die gefälschten Kaiserbriefe, die schon die erste Verurteilung Dreyfus' Die freisinnige Volkspartei hat einen gewissen Fall. Zwar schreibe das Gefeß sie nicht vor, es verbiete herbeigeführt hatten, auch hinter den Coulissen des Erfolg zu verzeichnen gehabt; denn man kann es nicht leugnen, fie aber auch nicht. Es handle sich nun noch darum, ob auch Striegsgerichts in Rennes eine entscheidende Rolle ge= daß ihr Führer klug operiert hat. Sie steht kräftig da im Gegen zu ihren Sizungen der Magistrat eingeladen werden müsse und ob spielt haben. satz zu den Gewalten des Umsturzes. Und, m. H., ich habe es in er in diesen Sizungen sich vertreten lassen dürfe. Auch diese Frage Schon die Wahl der klerikalen Stadt Rennes war ein Erfolg gewisser Weise dem Abg. Richter gegönnt; denn er ist noch so sei seitens des Gerichtshofs bejaht worden. Die§§ 37 und 38 der auf eine neue Verurteilung drängenden Militärpartei. General " " Mercier selbst setzte sich in Rennes fest und betrieb dort die Be-| Arbeit war: Hausarbeit, Garten, Stall usw., vornehmlich aber Der verspäteten Rundgebung der Sühne seitens des Parla einflussung des Kriegsgerichts. Es hat nun den Anschein, als ob unter Nähen und Sticken. Den Mädchen wurde Arbeit auferlegt, ohne ments folgte nach einigen Tagen in der Stammer ein allgemeines den Richtern von Rennes einer oder mehrere seien, welche einsehen, Rücksicht auf ihre Leistungsfähigkeit. Der Unterricht wurde ver- Anerkennungs"-Votum für die Volksschullehrer als Antwort auf daß mit ihrer Vertrauensseligkeit ein elendes Spiel getrieben wurde, nachlässigt; man ließ die Mädchen nicht einmal lesen lernen. nationalistischen Angriffe gegen die Lehrer. Das ist ja besser als die und die nun bereit sind die Wahrheit zu enthüllen, daß sie durch Der Anstaltsgeistliche selbst, Abbé Dedun, erklärte als„ Huldigungs"-Resolution der Kammer zu Ehren der„ Armee" 3ustedung der Kaiserbriefe in Irrtum verfekt Beuge:„ Es war ein wahrer Bienenkorb; man behielt nur während der Dreyfus- Affaire. worden sind. Aber die Thaten bleiben nach wie Wie der„ N. Fr. Pr." weiter aus Paris berichtet wird, wurde die guten Arbeiterinnen." vor unendlich weit hinter den großen Worten der Lehrerfreunde und aber auch die entstellte Zeugenaussage des Generals Mercier mit- Die Nahrung war schlecht, ungenügend und un- Mönchsfeinde. geteilt, während der Widerspruch Cafimier Periers weggelassen war. reinlich. Nicht einmal genug Brot gab es zu essen. Die Folge Die Personen, welche beint zweiten Kriegsgericht die schändliche Rolle der Ueberarbeitung und der schlechten Nahrung waren Krankder Fälscher und Frreführer gespielt haben, sollen nun alsbald in heiten; Blutarmut und Magenleiden waren häufig. aus Brüssel meldet, nachdem die Geschworenen die Schuld= Rubino wurde heute, Dienstag, wie uns ein Privattelegramın aller Deffentlichkeit bekannt gegeben werden. In erster Linie handelt An den Augen litten namentlich die Stickerinnen. Ein Augenarzt fragen bejaht hatten, zu lebenslänglicher Zwangsarbeit veres sich um den General St. Germain, in dessen Hause in wurde nie gerufen; die Nonnen leisteten selbst ärztliche Hilfe, die urteilt. Rennes Mercier wohnte, ferner um die Generale Julliard und Chamoin. auch danach war. ausnähmen. Auf den ferneren Verlauf dieses Sensationsprozesses darf man gespannt sein! Venezuela. Belgien. Italien. Ein China- Plünderer. Es ist bekannt geworden, daß von den sieben Richtern in Rennes zwei, nämlich der Präsident Oberst Jouaust und Major Bréon, für Freisprechung eingetreten sind; von diesen dürfte es keiner sein, Der jetzt zur Aufdeckung des geschehenen Rechtsbruches beitragen Eine gesetzgeberische Aktion gegen die Außerfihler Socialdemokraten. will. Die fünf Militärrichter, die die Verurteilung Dreyfus' aussprachen, sind: Oberstlieutenant Beorguiart, ein Freund Merciers, die Kapitäne Parfait und Beauvais, beide früher Ordonnanz- Offiziere des Generals Julliard, ferner Major Profillet und Kapitän Merle. Man weiß noch nicht, wer von diesen bereit ist, zu bekunden, daß er irregeführt worden sei. Alle jene Mißbräuche bieten an sich keine neuen Thatsachen, es Und die Inspektion? Die meisten Zeugen wissen nichts find vielmehr alte bekannte Thatsachen. Wenn nun doch mit den von ihr. Melanie Laurent sagt aus:„ Ich bin 22 Jahre in der selben hervorgetreten wird, wenn man auf Grund derselben in Anstalt gewesen; ich habe niemals einen Inspektor geschen. Der„ Schwäb. Tagw." wird geschrieben: diesem Augenblicke die Revision des Prozesses von Rennes fordert, Ich weiß nicht, Der Pionier- Oberlieutenant V. Modugno hat ob meine Kameradinnen welche lediglich auf Grund einer neuen Thatsache erfolgen haben." einen gesehen Glück bei den Frauen und Chinesen. Als er vor fünf Jahren mit Wenn eine Inspektion fam, fann, so erklärt sich dies daraus, daß eben erst eine solche neue mädchen eingesperrt, von denen man Klagen zu befürchten oblag, erschien urplötzlich seine Geliebte, eine Lehrerin aus Pavia, wurden die feinen askaris in den Schluchten Abessyniens dem Straßenbau Thatsache festgestellt wurde: dieselbe besteht in der authentischen hatte; den andern waren die Antworten auf etwaige um dem einsamen Freunde im heißen Afrika einen Besuch abzus Bekundung der geschehenen Gesetzesverletzungen in der in gese Fragen vorher einstudiert. mäßiger Weise erfolgten Erklärung einer berufenen Person, daß die Vergebens suchten einzelne statten. Vor drei Jahren gelang ihm die Abschüttelung dieses gefeßlichen Formen des Prozeßverfahrens durch unerlaubte geheime Gefängnisgeistliche gegen dies ungeheuerliche System zu intervenieren. Liebesglückes und die Verheiratung mit einer feinen und schmächBeeinflussung der Militärrichter verletzt wurden und daß den Jeder, der eine Opposition wagte, wurde in der skandalösesten Weise tigen Dame aus Bari, deren Onkel die nötigen 40 000 Lire zur Richtern durch diese Beeinflussung die Ueberzeugung von chikaniert. Trotzdem ist es rätselhaft, daß sich kein Geistlicher fand, Schuldenlast aus der lustigen Junggesellenzeit bestehen. Drei Monate Kaution" vorgeschossen hatte; daneben aber blieb eine imposante der Schuld des Dreyfus beigebracht wurde. Während des Kriegs- der auf die Gefahr der Verfolgungen hin die Zustände dieses Bagnos nach Eingehung dieser Ehe 30g Herr Modugno freiwillig gerichts- Prozesses in Rennes im Jahre 1899 wurden dieselben Ver- aufdeckte. brechen begangen wie während des ersten Prozesses im Jahre 1894 nach China mit einem Handköfferchen im Besiz. Die unglücklichen Zöglinge" waren von aller Außenwelt ab- Fünfzehn Monate später kehrte ebenderselbe in Paris. Aber sie wurden anders, sie wurden nicht in derselben gesperrt. Ihre Briefe wurden unterschlagen. Entlassene wurden der Herr zurück mit 45 großen Kisten und Kasten, Form ausgeführt. Man hat es vermieden, die falschen Kaiserbriefe peinlichsten Körpervisitation unterzogen, ob sie nicht Briefe mit hin- Ballen und Packen. Den Richtern insgeheim in das Beratungszimmer mitzugeben, sondern Am 8. Januar d. J. wurde Modugno man hat wiederholt zu öfteren Malen jedem der Militärrichter unter der Anschuldigung verhaftet, in frühester Morgenstunde während der Prozeßverhandlung die falschen Kaiserbriefe beziehungsſeine Ehefrau durch den Schuß aus einer Mauserweise die Photographien derselben individuell gezeigt, sie dieselben pistole vorsätzlich ermordet zu haben, nachdem er zus Lesen lassen und die Dokumente kommentiert. Sechs Wochen dauerte vor deren Abschiedsbrief an die Ihrigen gefälscht und der Prozeß in Rennes. Da hatten der ehemalige Kriegsminister damit den behaupteten Selbstmord der Vincenzina Modugno General Mercier und seine Hilfsarbeiter reichlich Zeit, den Richtern Dem„ Tag" wird aus New York gemeldet: Die Feststellung beiseres wissen begründet habe. erdichtet und mit Ehebruchsgeständnissen wider durch die Mitteilung der geheimen Altenstücke die Ueberzeugung von und Unterzeichnung des Protokolls über die Anrufung des Haager Verbrechen sei hier kein Wort verloren, denn Gattenmorde find leber dieses der Schuld Dreyfus beizubringen. Wenn Wiercier aus ver grage- Schiedsgerichts verzögert sich durch Erhebung einer in Italien, wo die vömiſche Stirche jeit vierzig Jahren das stellung eines der Militärrichter den Schluß ziehen konnte, daß neuen deutschen Forderung; angeblich handelt es sich Zustandekommen eines jeden Chescheidungs- Gesetzes zu verhindern dieser Richter an der Schuld des Dreyfus zweifle, dann erschien dabei um eine große Summe, die sofort zahlbar sein verstand, leider keine Seltenheit. Bon internationalem Interesse ist ein Abgesandter Merciers, welcher die Photographien der soll, sowie um die Abgabe einer entschuldigenden Er- lediglich Herrn Modugnos Beutezug in China. Nach seiner Kaiserbriefe nach Rennes mitgenommen mitgenommen hatte, bei diesem klärung. Das Journal behauptet, der deutsche Gesandte Heimkehr bezahlte der Herr Oberlieutenant seine Schulden, die EinOffizier und zeigte ihm schwarz auf weiß, daß Kaiser Freiherr v. Sternburg habe zugestanden, daß diese geweihte auf 30-40 000 Frank schätzen, kaufte eine Villa für Wilhelm über Dreyfus, seinen Namen voll ausschreibend, ge- Forderung seinen Ansichten nicht entspreche, er habe aber 24 000 Frank bar, vier Pferde und drei Wagen, vornehme sprochen, militärische Geheimnisse von dem pflichtvergessenen Stapitän Befehl aus Berlin erhalten, jie geltend zu machen. Ohne Wohnungseinrichtung für insgesamt 36 000 Frank, Weinberge, verlangt. Der erstaunte Offizier sah die Anmerkungen auf dem diesen neuen Zwischenfall wäre die sofortige Erledigung der Wiesen, Wald und Feld für 300 000 Frank und zahlte alles bar. Bordereau von des Kaisers eigner Hand. Ein General zeigte ihm Differenzen gesichert. diese niederschmetternden Beweise. Da war kein Zweifel möglich. Man wird erst eine offizielle Kundgebung des Auswärtigen bizarrsten Kunstiverken, Obendrein blieb seine Wohnung angefüllt mit den seltensten und Es ist bewiesen, daß die Militärrichter von Rennes, die Kapitäne Amtes abwarten müssen, bevor man dieser Nachricht Glauben schenkt, Tüchern und Teppichen, alle chinesischen Ursprungs. Basen, Porzellanen, Seidenwaren, Beauvais und Merle, auf diese hinterlistige Weise bearbeitet wenn auch die ganze Art des„ neuen Kurses" in dieser amerikanischen Vorgesezten legte Modugno ein halbes Geständnis ab, indem Seinen wurden, und daß sie kraft dieser gefälschten Beweisdokumente ihr Nachricht nicht über perfifliert ist. Schuldig aussprachen. Das will Jaurès auf der Tribüne der er einräumte, in einem vollständig verlassenen Palaste eines GroßNach einer Meldung des„ Daily Mail" soll der englische Bot- würdenträgers sich viele Dinge angeeignet zu haben, weil BeuteKammer zeigen. Er will die Rolle eines jeden einzelnen der Mit- schafter Herbert eine Enthüllung über ein deutsch- italienisches machen nicht verboten, sondern allgemeiner Brauch bei allen Kontinarbeiter des Generals Mercier entwickeln. Separatbündnis in der Venezuela- Affaire gemacht haben. genten sei. Der Kriegsminister ordnete darauf sofort eine strenge Auch für diese Nachricht bleibt die Bestätigung abzuwarten. Untersuchung an; das Verhör vor dem Militärgericht des 11. Corps Schweiz. in Bari aber konnte bisher nicht stattfinden, weil der bürger= Abschluß seiner Untersuchung den Oberlieutenant liche Untersuchungsrichter der ordentlichen Strafrechtspflege vor bewahrt. Modugno vor jedem Verkehr mit der Außenwelt Spanien. * Zürich, 7. Februar.( Eig. Ber.) Stadt Zürich haben vor einigen Jahren im Hinblick auf die AusDie bürgerlichen Parteien der breitung und Befestigung der Socialdemokratie das tiefe Bedürfnis nach einer Abänderung der Gemeinde- Ordnung des erst 1893 geschaffenen Groß- Zürich empfunden, und alle Behörden wie Ueber die Riesenansstände in Spanien wird gemeldet: alle Bürgerlichen des Barcelona, 10. Februar.( B. H.) Die Ausständigen versuchten ganzen Stantons haben mit innigem Verständnis das Vorgehen begrüßt. Die städtischen Behörden be- geistern die noch arbeitenden Rollkutscher gewaltsam an der Arbeit Paris, 10. Februar.( Voss. 3tg.") Pressensé( Socialist) er schlossen unter Ablehnung aller bezüglichen Anträge der Socialdemo- zu verhindern und gaben auf die sie begleitenden Polizeiagenten klärt in der heutigen" Aurore" nochmals, Jaurès und er seien fraten die Einreichung eines Initiativbegehrens an den Kantonsrat Revolverschüsse ab, worauf es zu einem Zusammenstoß mit entschlossen, den letzten und entscheidenden Kampf gegen die Nationa- um Revision des Vereinigungs- Gesetzes und gleichzeitig beschloffen der Polizei kam. listen in der Dreyfus- Sache zu unternehmen, der mit der Ver- sie, dasselbe der Volksabstimmung der Züricher Bürgerschaft zu ent- die Arbeit ist nur in denjenigen Fabriken wieder aufgenommen wor Der Ausstand der Färber dauert fort; nichtung der Fälscher, Meineidigen und Verräter enden müsse. Er ziehen. Der Versuch unsrer Genossen, durch Sammlung der nötigen den, in welchen der Neunstundentag eingeführt worden sei glücklich zu sehen, daß Oberst Picquardt in den Kampfreihen Unterschriftenzahl das Initiativbegehren dennoch zur Volksabstimmung ist. Die Polizei fahndet nach zwei Anarchisten, in denen seinen Platz wieder einnehmen wolle. Die Syvetonsche Wahl zu bringen, mißlang leider, indem nicht die genügende Zahl von man die Urheber der Ausstandsbewegung vermutet. angelegenheit, die den Anlaß zur Entfesselung dieses neuen Kampfes Unterschriften aufgebracht wurde. Diese Woche nun kam die Sache man die Urheber der Ausstandsbewegung vermutet. bieten soll, wird voraussichtlich nächsten Donnerstag auf die Tages- im Kantonsrat zur Behandlung und nach lebhaften Debatten wurde Cadix, 10. Februar. Die Arbeiter des Zeughauses ordnung gesetzt werden. mit 116 bürgerlichen gegen 27 socialdemokratische Stimmen die sowie die Bäcker sind in den Ausst and getreten. Die EisenTeilung des Kreises Außersihl der Stadt Zürich bahnarbeiter erklärten sich mit den Ausständigen int drei neue Wahlkreise beschlossen. Dadurch solidarisch. Der Frankfurter Zeitung" wird aus Nanch vom 7. Februar foll itun die Macht der socialdemokratischen Partei in Asien. gemeldet: Außersihl gebrochen sein, dadurch soll es wieder möglich werden, Am Mittwoch begannen vor dem hiesigen Appellgericht die Ver- die Socialdemokraten durch die Bürgerlichen zu majorisieren und 100 Amerikanern bestehende Truppenabteilung brachte gestern Vom Philippinenkrieg. Aus Manila wird gemeldet: Eine aus Handlungen in dem Prozeß, den Fräulein Marie Lecoanet gegen das ihnen ihre parteipolitischen Errungenschaften wieder zu entreißen. 200 Philippinern in der Nähe von Maria- Tigre eine Niederlage Kloster Zum guten Hirten" angestrengt hat. Die Klägerin ver- Indessen dürfte der schändliche Plan doch nicht gelingen, wie im bei. Die Amerikaner hatten sich in drei Trupps geteilt, deren einer langt 20'000 Fr. Schadensersatz, weil sie in dem Kloster ihre Kantonsrat unser Genosse Heußer erklärte, die socialdemokratische von den Philippinern überrascht und dessen Führer getötet wurde. Gesundheit und ihr Augenlicht eingebüßt hat. Bartei wird entsprechend der neuen Sachlage neue und noch stärkere Trotzdem gelang es einer dieser Abteilungen, sich bis zur Ankunft In der ersten Instanz wurde sie abgewiesen. Das Appellgericht stieg Organisationen schaffen und dadurch den unter Mißbrauch der der Hauptabteilung zu halten, worauf die Rebellen in die Flucht Christliche Charitas. jedoch diese Entscheidung um und ordnete eine eingehende 11ntersuchung darüber an, ob die Angaben der Klägerin über die Zustände im Kloster begründet seien. Die Untersuchung hat nahezu zwei Jahre gedauert, und es sind 65 Zeugen vernommen worden, deren Aussagen vom Vertreter der Klägerin in der Verhandlung vorgebracht werden. Frankreich. erfolgreich Ein Lehrer- Drama. Paris, 9. Februar.( Eig. Ver.) Das Journal Officiel" veröffentlicht soeben das vom Parlament kürzlich votierte Gesetz, welches der Witwe und den drei Kindern des Volksschullehrers Zuerst wurde der Ursprung der Affaire erörtert. Marie Lecoanet Gobillot eine Pension bewilligt. Die Witwe erhält eine lebenshatte bald nach dem Verlust ihrer Gesundheit und ihrer Augen längliche Pension von 1200 Franken jährlich, die zwei Töchter eine Schadensersatz verlangt, aber sie fand nirgends Gehör. Da trat der solche von je 600 Fr. und der Sohn eben so viel bis zu seiner Bischof Turinaz von Nancy auf. Er sah, daß die Volljährigkeit. Dies ist das versöhnende Nachspiel eines Dramas, in Schwestern Zum guten Hirten" prächtige Bauten aufführten welchem der Lehrer Gobillot durch klerikale Verleumdungsund fand doch in dem ihm alljährlich vorgelegten tünste zum Selbstmord getrieben wurde. Budget des Klosters Budget des losters nirgends die Mittel dazu ers nirgends bice Das Drama spielte sich ab in Meuse- Departement, welches zu verzeichnet. Er ließ das Budget durch eine besondere Kom- den so weiten verklerikalisierten Strichen der französischen Provinz mission prüfen, und diese fand, daß die dem Bischof vorgelegte Ab- gehört. Eine Reihe von Brandstiftungen und Raubmorden, deren rechnung falsch war. Der Bischof forschte weiter und es stellte Urheber lange Zeit unendeckt blieben, wurden von den klerikalen sich heraus, daß die Arbeit der jungen Mädchen das Feinden der weltlichen Volksschule ohne weiteres dem Lehrer seloster bereichere. Er fand auch, wie er sich ausdrückte, daß Gobillot zugeschrieben. Die klerikalen Verleumder hatten es leicht, im ganzen Lande kein Arbeitgeber so gottlos ist, seine Arbeiter und die lokale„ öffentliche Meinung" gegen den Unschuldigen aufzuheben. Arbeiterinnen so auszubeuten, wie die Nonnen die Mädchen be- Die vorgesetzten Schulbehörden suchten vergebens den Verleumdeten handeln, an denen sie angeblich ein werk der Wohl- in Schuß zu nehmen. Und als Gobillot auf sein Verlangen nach thätigkeit verrichten.". Der gute Hirte" hat 221 Anstalten, einem andern Ort verfekt wurde, verweigerte ihm der Dorfschulze in denen außer 7000 Nonnen oder Schwestern 48 000 Arbeiterinnen einfach den Zutritt zum Schullokal! Kurz, Gobillot wurde zur beschäftigt sind. Ist die schlechte Behandlung der Arbeiterinnen geistigen Zerrüttung und dann zum Selbstmord getrieben. überall die gleiche? Auf diese Frage antwortet der Bischof:„ Diese Der Herikal- politische Hintergrund der Hazz trat chnisch hervor Verbrechen werden sicher in allen Häusern des„ guten Hirten" ver- gelegentlich der letzten Kammerwahlen. Die klerikal- nationalistischen übt; der klare Beweis dafür liegt darin, daß trotz aller meiner Klagen Wahlmacher fuchten damals ihre Verleumdung selbst gegen die die Provinzialin und die Generalsuperiorin das Verhalten Kandidaten des bekannten Bourgeois- Republikaners, des halben ihrer Schwestern von Nancy verteidigen und billigen." Der Mélenisten Poincaré, auszuschlachten, weil dieser den Lehrer Bischof verklagte die Nonnen in Rom; fünf Erzbischöfe und fünf- Gobillot in Schutz genommen hatte!. zehn Bischöfe unterstützten ihn. So wurde die Sache bekannt; der Endlich, schon nach dem Selbstmord Gobillots, wurden die UrSocialist Fournière interpellierte in der Kammer und das heber der Verbrechen von Poroches vor Gericht gestellt. Die Ministerium Waldeck- Rousseau ordnete eine administrative Gerichtsverhandlungen, in denen die Witive Gobillots als Civilpartei Untersuchung an, die so viel belastendes Material zu Tage auftrat, haben natürlich die infame Verleumdung der Klerikalen zu förderte, daß Marie Lecoanet ihren Prozeß beginnen und das Schanden gemacht. Appellgericht die gerichtliche Untersuchung anordnen konnte. Erst jest konnte das Parlament eingreifen. Die Initiative Der Vertreter der Klägerin stellte sodann fest, daß die Nonnen zum Pensionsantrag rührt her vom socialistischen Abgeordneten in zahlreichen Fällen versuchten, auf die Zeugen einzutvirken, damit Gérault- Richard und Genossen. In der Kammer wurde der Antrag sie nichts ungünstiges aussagten. Dann führte er die Aussagen mit 499 Stimmen ohne eine einzige Gegenstimme, aber bei Entselbst auf, indem er sie in mehrere Kategorien teilte. Zunächst das haltung der Hartgesottensten Klerikal- Monarchisten, votiert. System. Das Kloster nimmt Waisen und büßende Mädchen auf; übrigen Gesinnungsgenossen der Verleumder Gobillots waren scham beide Abteilungen sind aber nicht getrennt. Das Hauptziel los genug, um für den Antrag zu stimmen, nachdem sie die Schuld der Nonnen war, möglichst viel Arbeit zu erzielen. Die auf die- Schulbehörden abzuwälzen versucht hatten. Die geschlagen wurden, fie ließen 115 Tote zurück, während die Amerifaner nur zwei Tote und zwei Schwerverwundete hatten. Das Rebellenlager wurde verbrannt. Wenn von 200 Philippinos 115 getötet wurden, so beweist das daß don den Amerikanern Pardon nicht gegeben wird! Parlamentarisches. Budget- Kommiffion. In der Sizung am Dienstag wurden zunächst die Petitionen erledigt, welche sich auf die Beihilfe der Kriegsteilnehmer beziehen. Dem Antrage des Referenten, Grafen v. Driola gemäß lichen Etatspositionen für erledigt erklärt, ein zweiter Teil der wurde ein Teil dieser Petitionen durch die Annahme der diesbezügPosition, welche die Bedingungen für die Erlangung der Beihilfen gemildert haben wollen, der Regierung als Material überwiesen und über den Rest zur Tagesordnung übergegangen. Abg. Hoch hatte beantragt, daß aus der letzten Gruppe cine Petition, welche eine Erhöhung der Beihilfe auf 360 M. erstrebte, ebenfalls der Regierung als Material überwiesen werden sollte, um damit wenigstens den Wunsch auszusprechen, daß die Beihilfe erhöht werde, ohne daß die Kommission sich bezüglich der Höhe der Beihilfe festzulegen brauchte. Der Antrag wurde jedoch gegen die Stimmen der Socialdemokraten abgelehnt. Hierauf begann die Kommission mit der Beratung der einmaligen Ausgaben des Etats für die Verwaltung der Reichs Eisenbahnen. Die einzelnen Forderungen werden ohne wesentliche Debatte unverändert angenommen, bis auf die Summe von 145 000 M. für feuersicheren Umbau und zur Erweiterung der elektrischen Lichtanstalt auf Bahnhof Straßburg, letzte Rate". Es wurde von verschiedenen Rednern, unter Hinweis auf das im vorigen Jahre in Straßburg geschehene Explosionsunglück, gefordert, daß derartige Andabei zur Sprache und wurde gerügt, daß selbst auf dem Potsdamer stalten außerhalb des starken Personenverkehrs angelegt werden. Es kam Bahnhof in Berlin eine so gefährliche Anlage sich befindet. Schließlich wurde einstimmig eine Resolution angenommen, welche die Errichtung der Anlage außerhalb der Stadt Straßburg fordert. Nächste Sigung Mittwoch. Aus Industrie und Handel. Eine neue Bereinigung in der deutschen Elektricitätsinduftric. Glettricitäts- Gesellschaft und der Union Elektricitäts- Aktiengesellschaft Nachdem im Dezember vorigen Jahres zwischen der Allgemeinen die Vereinigung zu einer Interessengemeinschaft stattgefunden hat, baben nun, um der Macht dieser Gemeinschaft besser gewachsen zu " * * Ueber den Verlauf der Versammlungen wird uns berichtet: Erster Wahlkreis. fein, auch die Aftiengesellschaft Siemens u. Halske" und die| Tag den Kampf mit einer Welt von Widersachern auszufechten hat,| Schmidt, als Kandidat zu den nächsten Wahlen vor.( Lebhafter Bei Schuckert- Gesellschaft sich verbunden. In einer von den letzt bedarf natürlich keiner umfangreichen Vorbereitungen für den Wahl- fall.) Gine Diskussion über das Referat fand nicht statt. Mit genannten beiden Gesellschaften ausgehenden offiziellen Mitteilung fampf. Gerüstet stehen wir jederzeit da, des Augenblicks gewärtig, Nachdem der Vorsitzende Zucht noch zum Beitritt in den Wahlverein Ginstimmigkeit wurde der Vorschlag Rofertows angenommen. heißt es darüber: In den gestern in Berlin und München abgehaltenen Sizungen denn auch die gestrigen Versammlungen nicht der Beginn Anwesenden unter stürmischen Hochrufen auf die Socialdemokratie der uns zu neuen Kämpfen, zu neuen Siegen führt. So waren und für Verbreitung des Vorwärts" aufgefordert, trennten sich die der Aufsichtsräte der„ Siemens u. Halste, Attiengesellschaft" und der einer Rüstung „ Elektricitäts- Aktiengesellschaft vorm. Schuckert u. Co." wurden Anzum Kampf, fie sondern glichen der und die Genossen Rosenow und Schmidt. träge der Vorstände beider Gesellschaften genehmigt, welche die Heerschau über eine eine kampfbereite und kampfesfrohe Macht, Robert Schmidt, dessen Gesundheit durch die fürzlich erlittene Begründung eines gemeinsamen Unternehmens in der Weise zum die mit Siegeszuversicht in die Wahlschlacht zieht. Der Verlauf der Gefängnisstrafe schwer geschädigt ist, fonnte deshalb an der VerGegenstand haben, daß beiderseits das Fabrikations- und Verkaufs- gestrigen Versammlungen, der Geist, welcher unsre Parteigenossen sammlung nicht teilnehmen. geschäft auf dem Gebiete des Starkstroms fortan durch das neue befeelt, bürgt dafür, daß jeder einzelne seine ganze Kraft einsehen Sechster Wahlkreis. Unternehmen betrieben werden soll. Die Firma Schuckert wird, um die vier Berliner Wahlkreise, welche im Besitz der Socialbringt somit ihre gesamten Nürnberger Fabriken und die Firma demokratie sind, unsrer Partei zu erhalten und die beiden andren Giskeller, welcher die Massen der Erschienenen nicht zu fassen verDie Versammlung tagte im großen Saale des Etablissements Siemens u. Halste außer ihrem Charlottenburger Dynamowert auch wieder- beziehungsweise neu zu erobern. So kann denn der mochte. das Kabelwerk in Westend in die Gemeinschaft ein. Die Form der Referent war der Reichstags- Abgeordnete edebour. Gesellschaft soll die einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Kampf beginnen, dessen Ziel ist: Berlin, die Hauptstadt des Reiches, Wenn man, so führte derselbe aus, die Bedeutung der bevorstehenden einem Kapital von 90 Millionen Mark sein. Beiderseits wird das muß die unumstrittene Hauptstadt der Socialdemokratie, die unein- Wahlen richtig schätzen wolle, so müsse man sich die Vorgänge entsprechende Betriebskapital an Material, und nehmbare Hochburg derjenigen Partei werden, welche allen reaktio- vor Augen führen, die sich in der jetzt zu Ende gehenden Legislatur Außenständen zu ungefähr gleichen Einlagen aufgebracht und nären Gelüften, allen fultur- und freiheitsfeindlichen Bestrebungen periode abgespielt haben. Zu den Aufgaben der Socialdemokratic im bon der neuen Gesellschaft übernommen unter Garantie zum Trotz für Wahrheit und Recht, für Freiheit, Gleichheit und Reichstage übergehend, legte der Redner dar, daß die meisten Aufgaben, feitens der Stammgesellschaften und unter Ausschluß aller Effekten, Brüderlichkeit kämpft. die dieselbe im Reichstage zu erfüllen habe, bis jetzt am Schlusse Beteiligungen, Unternehmungen und bestehenden Garantie-Verjeder Legislaturperiode ihrer Lösung noch viel nicht näher gewesen sind, als beim Eintritt in dieselbe. Das wird sich so lange verpflichtungen. Die zu begründende Gesellschaft, welche den Namen Siemens- Schuckert- Werke G. m. b. H." annimmt, soll mit dem nicht ändern, als bis die Socialdemokratie die ausschlag1. April d. J. in Thätigkeit treten, sofern die betreffenden Verträge gebende Partei im Reichstage und im Reiche sei. Aber selbst durch die alsbald zu berufenden Generalversammlungen der Aktionäre Die in den Arminhallen" tagende Versammlung war von etwa diejenigen Forderungen, die in der bürgerlichen Gesellschaft erfüllt ihre Genehmigung gefunden haben werden. 600 Personen besucht. Das einleitende Referat hielt Dr. Leo Arons. werden könnten, würden von dieser nur widerwillig und aus Die Vereinigung findet demnach in einer wesentlich andren In seinem Vortrage erinnerte Redner daran, daß mit den heutigen Furcht vor der Socialdemokratie zugestanden. Die augenblickliche Form statt, wie bei der Allgemeinen Elektricitäts- Gesellschaft Barteiversammlungen der bevorstehende Wahlkampf unsrerseits eröffnet socialpolitische Ueberschwemmung" wird von dem Redner auf ihren Die beiden jeßigen Kontrahenten, die werde. Anschließend hieran gab er sodann einen großzügigen Ueberblick wahren Wert zurückgeführt. Zum Schluß betonte derselbe unter Firma Siemens u. Halste und die Schuckert- Gesellschaft, gehen über die politischen Vorgänge der letzten 5 Jahre, wobei er die Thätigkeit dem lebhaften Beifall der Versammlung, daß nichts im stande ist nicht mit ihrem ganzen Betriebe und Vermögen in die neue Gemein- der Socialdemokratie zu den gesamten bürgerlichen Parteien in und sein wird, die Socialdemokratie in ihrem Siegeslaufe aufzuhalten, fchaft auf; es wird vielmehr eine neue Gesellschaft gebildet, die treffenden Vergleich stellte. Stürmischer Beifall wurde ihm zu teil, went jeder einzelne Parteigenosse seine Pflicht bis zum äußersten von Schuckert u. Co. nur das Fabrikationsgeschäft übernimmt; die als er am Schluß seiner Ausführungen im Hinblick auf die Bülow- erfüllt. Diskussion fand nicht statt. Beteiligungen diefer Firma an andren Gesellschaften, ihre Effekten, schen Redewendungen gegenüber unsrem Genossen Bebel sagte: Nicht Als Kandidat wird einstimmig der bisherige Abgeordnete übernommen. Ebenso bringen auch Siemens u. Haiste nur jene find. – Da eine Distusfion nicht beliebt wurde und auch Gegner nehmen, wird mit stürmischem Jubel aufgenommen. Nach einent Werke in die neue Gesellschaft mit ein, die sich mit sich nicht zum Worte meldeten, so teilte der Vorsitzende Oppel fräftigen Schlußwort des Vorsitzenden und einem braufenden Hoch der Erzeugung von Startstrom beschäftigen. Ihre Fabritations mit, daß, da der Genosse pötsch bereits vor drei Jahren auf die Socialdemokratie erfolgt der Schluß der imposanten VerKandidatur verzichtet habe, sammlung. fitten, die diesem Gebiete nicht angehören, sowie ihre Effekten, Be- auf eine Wiederantahne teiligungen 2c. find ebenfalls von der Abmachung ausgeschlossen und sich die Kreisleitung nach einem neuen Reichstags= Kanbleiben gesonderter Besitz der Firma Siemens u. Halste. Die Gründe didaten umgesehen habe und als solchen den Genossen zu dieser eigenartigen Fusion dürften darin liegen, daß beide Dr. Arons in Vorschlag bringe. Letzterer wurde hierauf unter dem Gesellschaften, ganz besonders aber die Schuckert Gesellschaft, Beifall der Anwesenden einstimmig zum Kandidaten nominiert. In an recht zweifelhaften Beteiligungen und Verpflichtungen franken. einer furzen Ansprache erklärte sich dieser zur Annahme bereit. Bekanntlich schwebten schon im vorigen Jahre zwischen der All- Hierauf wurde alsdann eine neungliedrige Agitationstommission gemeinen Elektricitäts- Gesellschaft und Schuckert Verhandlungen für die Dauer der Wahlzeit gewählt. über eine Vereinigung, die aber schließlich daran scheiterten, daß erstere Gesellschaft die zweifelhaften Teile der Schuckert- Compagnie und der Union. = nicht mit übernehmen, lettere aber dieſe faulen Anhängsel nicht abtrennen wollte. näherer Aufschluß erteilt werden. Zweiter Wahlkreis. P Verfammlungen. Centralverband der Zimmerer. Die Zahlstelle Berlin hielt am Sonntag in den„ Arminhallen" eine zahlreich besuchte Versammlung ab, die sich hauptsächlich mit Anträgen zu der Anfang April stattfindenden 15. Generalversammlung des Verbandes befaßte. Die Verhandlungen wurden mit einem furzen Referat von Hofjägerpalast, Hasenheide 32. Der große Saal war bis auf den Unterſtügung als einen der wichtigsten Punkte der bevorstehenden Die Parteiversammlung für den zweiten Wahlkreis tagte im Stnüpfer eingeleitet, der besonders auf die Frage der ArbeitslosenWie verlautet, ist für die neu zu bildende Gesellschaft die Form hatten sich eingefunden. letzten Platz gefüllt, mehr als 1000 Barteigenossen und Genofsinnen Generalversammlung hinwies. In der Diskussion hierüber sprachen einer Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht in Aussicht genommen Fischer als Referent kennzeichnete in trefflichen Ausführungen die süßung aus. Reichstags Abgeordneter Richard sich die meisten Redner für Einführung der Arbeitslosen- UnterDie Debatte wurde dann vertagt und soll in einer und ihr Grundkapital auf 90 Millionen Mark festgesetzt, das zu un politische Situation und hob hervor, daß, wenn auch der Buchertarif neuen Bersammlung fortgescht werden, sobald die Anträge des Hauptgefähr gleichen Teilen auf beide Kontrahenten entfällt. Neber die von der Mehrheit des derzeitigen Reichstags mit den bekannten vorstandes fowie die aus ganz Deutschland zu dieser Frage vorliegen. Einzelheiten der Vereinigung, vornehmlich über die geplante Leitung Gewaltmitteln durchgebracht worden sei, die eigentliche Ent- Darauf wurde über Anträge zur Generalversammlung diskutiert. des neuen Unternehmens soll demnächst in den Generalversammlungen scheidung dem Voltsvotum vorbehalten bleibe, die Entscheidung Bertretung der Zahlstellen auf der Generalversammlung soll dahin Folgende Anträge fanden die Zustimmung der Versammlung: Die über die Handelsverträge. Die Ernte der Volksausbeuter Die Belegschaften im deutschen Bergbau während des Jahres 1902. fei geschnitten, aber noch nicht unter Dach und Fach gebracht. Bei abgeändert werden, daß nicht mehr 4 die Höchstzahl der von einer Allmählich werden die abschließenden Arbeitsziffern der einzelnen den bevorstehenden Reichstagswahlen würden die Wähler außer Bahlstelle zu entfendenden Delegierten bildet, sondern auf Zahlstellen von mehr als 350 Mitgliedern 2 Delegierte und auf jede weiteren Bergbaubezirke für 1902 bekannt. Es ergiebt sich daraus, daß auch den Handelsverträgen eine Reihe andrer wichtiger Fragen 350 Mitglieder ein Delegierter gewählt wird. Der Paragraph des der deutsche Bergbau im Jahre 1902 unter einer Depression litt, berücksichtigen müssen. Die Finanzfrage, die militaristischen Statuts, der vom Rechtsschutz bei Lohnforderungen handelt, soll wie sie während der Krisenzeit in den siebziger Jahren nicht erlebt und marinistischen Pläne, die Weiterführung des brachliegenden dahin geändert werden, daß bei Klagen, wenn es sich um Accord, wurde. Den Besitzstand im wesentlichen behauptet hat Oberschlesien, Arbeiterschutzes. Bier und Tabak sollten mehr bluten, neue indirekte ausgelegte Gelder oder Lohnforderungen von über drei Wochen eine relativ starte Zunahme der Belegschaft erfuhr das fistalische Steuern ständen in Aussicht. Auch an die Erhaltung des allgemeinen, handelt, teine Unterstüßung gewährt wird. Die Bersammlung sprad) Saargebiet; dagegen vermochte das Ruhrrevier den im gleichen und geheimen Wahlrechts müsse man denken. Es sei in Laufe des Jahres erlittenen Arbeitsverlust erst im letzten Quartal ständiger Gefahr, trotz aller gegenteiligen Versicherungen der Regierung sich ferner mit 103 gegen. 60 Stimmen für Einführung einer nach Von den mittleren und kleineren Rebieren und des Centrums. In dem Augenblick, wo der Bestand der kapitabehielten Niederschlesien, Sachsen, Lothringen und Oberbayern im liſtiſchen Geſellſchaft bedroht erscheine, werde das bestehende Recht von ganzen die frühere Arbeiterzahl, nur stellenweise tamen Belegschafts- den Herrschenden beseitigt und mit Füßen getreten werden. vermehrungen vor. Doch fallen diese kleinen Reviere nicht aus- Arbeiterklasse und ihr Interesse werde nur durch die Socialdemokratie schlaggebend ins Gewicht, sie konnten den Abfluß der freigewordenen ehrlich und rückhaltlos vertreten.( Stürmischer Beifall.)- Die VerArbeitskräfte nur minimal absorbieren. Die Belegschaftsbewegung ſammlung stellte einstimmig Richard Fischer als Kandidaten für die im westdeutschen Steinkohlenbergbau während der einzelnen Duar nächste Reichstagswahl auf. Mit mehrfachen Hochs auf die Social tale des Jahres 1902 ergiebt nachstehende llebersicht. Es waren be- demokratie und auf St. Fischer trennte man sich. schäftigt im Ruhrbergbau 1901 1. Quartal 242 892 Arbeiter D.-B.-B. Bonn 52 635 Arbeiter 2. " 3. " 4. 241 344 243 583 247 885 " 54 641 54906 " " " " " 2. 239 769 " " 3. 240 423 " " 4. 249 649 55 387 55 189 Arbeiter 55 021 55 646 56 686 " " " " 1902 1. Quartal 245 969 Arbeiter Dritter Wahlkreis. Die der Dauer der Mitgliedschaft bemessenen Hinterbliebenen- Unterstüßung in der Höhe von 20-30 M. aus. Dann wurde noch ein Antrag gutgeheißen, wonach Mitglieder, die das 60. Lebensjahr erreicht haben und mindestens 10 Jahre dem Verbande angehören, und solche, die infolge von Unfall oder andren Ursachen eriverbsunfähig wurden und nicht mehr im stande sind, ihre Beiträge zu zahlen, auf ihren Antrag ohne Beitragspflicht als Mitglieder weiter geführt werden. Ein Antrag, der Verbesserungen des Verbandsorgans bezweckt, wurde den Delegierten zur Berücksichtigung überwiesen. Als Delegierte zur Generalversammlung wurden geDie Versammlung tagte im großen Saale bei Buggenhagen und wählt: ilhelm Witt, knüpfer, Rich. Schröder und Karl Schulz. Dieselben Delegierten wurden zusammen war sehr gut besucht. Der Referent, Reichstags- Abgeordn. W. Heine, der darauf verwies, daß es sich bei dieser Wahl nicht nur darum mit Kube mit der Vertretung der Zimmerer auf dem Bauarbeiterschutz- Kongreß betraut. handelt, ein altes Recht auszuüben, sondern auch darum, neue Rechte zu erringen und die alten zu verteidigen, Eine Versammlung der städtischen Laternenwärter, die am beleuchtete sehr eingehend die von den Herrschenden Klassen Montag in der Ressource tagte, beschäftigte sich mit verschiedenen beliebte sogenannte nationale Politik, wie sie nach innen und Mißständen in ihrem Berufe. So wurde mitgeteilt, daß die Diffe die renz zwischen Lohn- und Krankengeld in den meisten außen bisher zum Ausdruc gelangt ist. Er erinnerte an abenteuerliche äußere Politik, an die Gefahren des immer mehr um Fällen erst nach Wochen der Gesundung zur Auszahlung gelange. Noch ungünstiger gestaltete sich die Bewegung der Arbeiter im sich greifenden Militarismus, ferner an das fortgesetzte Be- Dadurch werden die meisten erkrankten Laternenivärter in eine schr Braunkohlen- Bergbau. Den Fortschritt einiger Jahre hochgradiger ftreben, die Geistes- und politische Freiheit einzuschränken, um auf üble Lage gebracht, da von dem minimalen Krankengeld absolut Prosperität hat das Jahr 1902 ziemlich wieder zunichte gemacht. Der andern Seite die große Masse des Volkes zu Gunsten einer nicht zu leben sei. Große Aufregung rief die Mitteilung hervor, Den Rückgang im Jahre 1902 spiegeln markanterweise die verhältnismäßig fleinen Gruppe noch mehr auswuchern zu können. daß von einem Ober- Kontrolleur erklärt worden sei, daß die Differenz Belegschaftsziffer der beiden größten deutschen Braunkohlen- Distrikte Der Redner unterzog das Verhalten der verschiedenen Parteien einer von jest ab nur 4 Wochen überhaupt bezahlt werden soll. wider. Wir lassen für die Jahre 1901 und 1902 die Ziffern nach treffenden Kritik und erörterte demgegenüber die Anschauungen Weiter wurde die Angelegenheit bezüglich des Verbleibs der Quartalen getrennt folgen: und Forderungen der Socialdemokratie, die allein gewillt Strafgelder behandelt und darauf hingewiesen, daß in der und im Stande sei, die volksfeindliche Politik zu hintertreiben und Begründung der Gewerbe- Ordnung ausdrücklich angegeben ist, daß die Interessen des Volkes zu vertreten. Eine Diskussion über den die Verivendung der Strafgelder so klar zu bezeichnen sind, daß durch lebhafte Zustimmungskundgebungen wiederholt unterbrochenen sowohl die Arbeiter als auch der Fabrik- Inspektor sich über den Vortrag wurde nicht beliebt. Als Kandidat wurde einstimmig der Verbleib der Gelder jederzeit unterrichten tönnen. Zum Schluß Genosse W. Heine wieder aufgestellt, der die Kandidatur unter wurde die Behandlung, welche den Laternenwärtern von den untersten Vorgesetzten zu teil wird, einer herben Kritik unterzogen. Der stürmischem Beifall dankend annahm. Nachdem der Vorsitzende ebenfalls noch zur regen Thätigkeit aufgefordert und die Wahl Arbeiter- Ausschuß wurde in einer Resolution aufgefordert, zu diesen eines Wahlkomitees vorgenommen war, wurde die Versammlung mit Beschwerden Stellung zu nehmen und dem Reglement für den Ausbegeisterdnen Hochs auf die Socialdemokratie und Heine geschlossen. fchuß entsprechend, Wünsche und Beschwerden allgemeiner Natur im Interesse beider Teile zu erledigen. Bierter Wahlkreis. Braunkohlen- Bergbau in Mitteldeutschland ( D.-B.-B. Halle) 1901 1. Quartal 37 113 Arbeiter 2. 3. 38 163 37 853 37 859 Braunkohlen- Bergbau im D.-B.-B. Boun 7 416 Arbeiter 7417 7405 #F 4. 1902 1. Quartal 36 909 Arbeiter 2. 3. 4. 44 34 376 34 470 35 490 7452 " 6 501 Arbeiter 5172 4.957 5 994 Die Versammlung, die in Sanssouci" stattfand, war sehr Bom englischen Eisenmarkte. Fron monger" weist das Geschäft in Eisen und Stahl nur einen besetzt. Reichstags Abgeordneter Paul Singer gab einen mäßigen Umfang auf. Die Preise sind zwar im allgemeinen be- interessanten kritischen Ueberblick über die Hauptsächlichsten politischen hauptet, aber es fehlt fast vollständig an Nachfrage für spätere Fragen, die gegenwärtig die Arbeiterklasse berühren, sowie über Lieferungen, die man in den Kreisen der Produzenten seit Monaten die Thätigkeit des Reichstages. Redner hob hervor, wie notwendig schon erwartet und als den Anfang einer besseren Periode betrachten es ist, daß die Socialdemokratie immer mehr vordringt, wie nament würde. Als günstiges Beichen gelte es, daß die Schiffsbau- Industrie lich auch für den Abschluß von günstigen Handelsverträgen, durch einer Belebung entgegenzugehen scheint. In Sunderland ist eine die die eigentliche Entscheidung über den Zolltarif erst gefällt wird, Order für den Bau von zehn großen Dampfschiffen placiert worden. die Verdrängung der volksfeindlichen Mehrheit des Reichstages erfor Träger und Konstruktionseifen sind leidlich gefragt und sind einige derlich ist, und schloß mit dem Appell an die Versammlung, Werke darin für längere Zeit mit Aufträgen versehen. Die Schienen- daß ein jeder in der Wahlbewegung seine Schuldigkeit thun solle werke haben lebhafte Thätigkeit und die britischen Produzenten er- und daß man auch in den Streifen, die als sicherer Besiz unsrer Partei halten höhere Preise als ihre belgischen und deutschen Mitbewerber. gelten, so arbeiten möge, als sollten sie erst erobert werden. 10 000 Tonnen Nr. 3 Clevelandeisen sollen zur Verschiffung nach Der Vortrag fand stürmischen Beifall. Paul Singer, der jetzt seit den Vereinigten Staaten angekauft sein. 20 Jahren den Wahlkreis im Reichstage vertreten hat, wurde einstimmig wieder als Kandidat aufgestellt. Die Versammlung wurde mit brausenden Hochrufen auf den Kandidaten geschlossen. 1114 Fünfter Wahlkreis. Nach den Wochenberichten des zahlreich besucht, der große Saal mit seinen Galerien war dicht Letzte Nachrichten und Depefchen. Die Volksschulnovelle in der württembergischen Kammer. Stuttgart, 10. Februar.( W. T. B.) Die Kammer der Abgeordneten nahm heute den Absatz 4 des Artikels 5 der Volksschulnovelle, durch den die Leitung des Religionsunterrichtes in den Volksschulen einschließlich der Bestimmung der Katechismen und Religionshandbücher und insbesondere die Visitation desselben unbeschadet des dem Staate zustehenden Oberaufsichtsrates den Oberkirchenbehörden zukommt, mit 53 gegen 26 Stimmen an. Dagegen stimmten die Socialdemokraten und die große Mehrheit der Demokraten. Das Centrum gab die Erklärung ab, c3 gche davon aus, daß die Oberaufsicht des Staates sich nur auf den Inhalt und die Methode des Unterrichts erstrecke. Venezuela. Haag, 10. Februar.( W. T. B.) Es wird hier bezweifelt, daß der niederländische Minister des Auswärtigen in der Streitfrage mit Venezuela Schiedsrichter werden wird, da er das Amit eines Geftrandeter Dampfer. Der Reichstags- Wahlkampf in Berlin Die im Schweizergarten, Am Königsthor, tagende Bartei- Präsidenten des Verwaltungsrats des Schiedsgerichtshofes bekleidet ist durch unsre Parteigenoffen eröffnet worden. Am Sonntag wurde versammlung des fünften Reichstags- Wahltreises war sehr zahlreich und die Niederlande auch an der Lösung der Frage beteiligt sind. ein Flugblatt verbreitet, welches sich an die Berliner Arbeiter wendet besucht. Auch viele Frauen waren anwesend. Hier referierte ind und sie unter Hinweis auf die gegenwärtige politische Situation auf wirkungsvoller Weise der Reichstags- Abgeordnete Rosenow über Bermuda, 10. Februar.( W. T. B.) Der Dampfer„ Madiana", die wichtigkeit und Bedeutung der bevorstehenden Wahlbewegung die tonunenden Reichstagswahlen. Redner, der in furzen Zügen welcher am Sonnabend mit ungefähr hundert Vergnügungsreisenden aufmerksam macht. Dem Aufruf an die arbeitende Bevölkerung das Verhalten der Mehrheitsparteien bei den letzten Zoll- an Bord eine Kreuzfahrt von New York nach den karibischen Inseln Berlins folgten gestern abend Parteiversammlungen in allen sechs debatten im Reichstage streifte und auf alle die Forderungen, angetreten hat, ist 1% Meilen vom Nordost- Felsen entfernt gestrandet. die die Socialdemokratie an die herrschenden Klassen Die See bricht sich über dem Schiffe, das starte Schlagfeite hat. Berliner 1 triler, ſo iſt auch diesmal unire Partei fet, näher forderte um den Richterſchen Freifinn aus ein the b heranformen. Berliner Reichstags- Wahlkreisen, wo die Socialdemokratie ihre stellt, näher einging, forderte zum Schluß die Versammelten zu Ein Schleppdampfer, der zur Hilfeleistung abgesandt wurde, konnte als erste auf dem Kampfplatz erschienen, während die Gegner es dem Wahlkreise zu sagen. Genosse Rosenow schlug im Einverständnis taum erst zu den Vorbereitungen für den Eintritt in die Wahl- mit dem Vorstande des socialdemokratischen Wahlvereins des fünften New York, 10. Februar.( 3. T. B.) Die Passagiere und bewegung gebracht haben. Eine Partei wie die unfre, die Tag für Wahlkreises, sowie der Bezirksleiter, den bisherigen Kandidaten Robert die Mannschaft der Madiana" sind gelandet worden. Verantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruacrei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 35. 20. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. 255. Sigung. Dienstag, den 10. Februar 1903, nachmittags 1 hr. Mittwoch, 11. februar 1903. Laufe des Jahres 1903/1994 herausstellt, zu niedrig.( Schr sicherungs- Gesetzgebung. Wenn Dr. Paasche das ebenso bedauert richtig!) Die Hauptsache ist, daß die Veteranenbeihilfen aus dem wie wir, damit möge er mit dazu helfen, daß keine Leute in die Invalidenfonds genommen und auf den allgemeinen Etat über- gesetzgebenden Körperschaften kommen, die, wie es bei der Mehrheit nommen werden. Das ist leider infolge der schlechten Finanzlage des preußischen Abgeordnetenhauses der Fall ist, mur die Interessen nicht möglich. Nur in diesem Punkte muß ich mich gegen Herrn ihrer Klassen vertreten und zur Entlastung dieser Klassen die GesamtNißler wenden. Er hat auf die hohen Offizierspensionen heit belasten. Am Bundesratstische: Freiherr v. Thielmann, Graf hingewiefen. Ich würde es sehr bedauern, wenn die Revision des Es ist auch ganz ungerechtfertigt, die Veteranen Boladowsky. Militärpensionsgefeße unter der Fürsorge für die Veteranen leiden beihilfe an ein bestimmtes Alter zu binden. Die Veteranens Auf der Tagesordnung steht zunächst die Interpellation follte. Für unsre direkten Militärinvaliden- Offiziere, Unteroffiziere beihilfe muß an diejenigen gezahlt werden, die bedürftig sind. des Abg. Nisler( f.) wegen Gewährung von Beihilfen und Mannschaften muß vor allem gesorgt werden. Herr Arendt will die Mittel hierzu aus der Wehrsteuer nehmen. an Teilnehmer deutscher Feldzüge. Die Interpellation Er möge aber doch bedenken, daß die Wehrsteuer mit dem Charakter der allgemeinen Wehrpflicht unvereinbar ist. Die Wehrsteuer ist unt Ist der Herr Reichskanzler in der Lage, über Erhebungen Mit- Die immer wachsenden Militär- und Marine- Aus- so ungerechtfertigter, als der, der nicht eingezogen wird, teilung zu machen, welche angestellt sind auf Grund der vom Reichstage gaben haben bewirkt, daß für diesen notwendigen Zweck keine Mittel ja nichts dafür kann, daß er wegen seiner körperlichen unterm 6. März 1901 beschloffenen, wie folgt lautenden Resolution: vorhanden sind. Den darbenden Veteranen, die nicht das Notwendigste Mängel nicht Soldat werden kann. Wir meinen, daß die Steuera) den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, dafür Sorge tragen zu zum Lebensunterhalt haben, wird keine Unterstüßung gewährt, lasten von den leistungsfähigen Schultern getragen werden müssen. wollen, daß die Auszahlung der den Kriegsveteranen nach Maßgabe während für die Expedition nach Ostajien Millionen über Millionen( Bravo! bei den Socialdemokraten.) des Gesetzes vom 22. Mai 1895 gebührenden Beihilfen womöglich vom Tage der Anerkennung ihrer Berechtigung erfolge; b) den Antrag Nißler dem Herrn Reichskanzler zur Anstellung weiterer Erhebungen zu überweisen. lautet: Zur Begründung der Interpellation erhält das Wort Abg. Nißler( fons.): Abg. Grünberg( Soc.): ausgegeben sind. Da war von einer Finanznot noch nichts zu merken. Der Worte find genug gewechselt, laßt uns nun endlich Abg. Dr. Stöcker( f.): Gegen Herrn Singer möchte ich be Thaten sehen. Wenn man bebentt, welche Strapazen 1870 jeder merken, daß die Ausgaben für die Armee die allerproduttivsten sind. einzelne Strieger zu ertragen hatte, wie er seine Gesundheit fürs Die Armee sichert uns den Frieden für Handel und Gewerbe und Vaterland aufs Spiel gesezt hat, dann muß man es geradezu als die militärische Erziehung erzeugt eine Reihe von Tugenden, die dem Den Vete eine moralische Pflicht der Regierungen bezeichnen, hier helfend ein- Deutschen zur Ehre gereichen.( Sehr wahr! rechts.) zugreifen.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Wenn die ranen, die so nobel sind, nicht um eine Invalidenpension einzu Veteranen zu helfen, dann braucht man sich auch nicht zu gegenüberstehen, sondern als den Männern, die die glorreichen Regierung und der Reichstag nicht ernstlich daran gehen, den kommen, sollten wir nicht als armen unterstützungsbedürftigen Leuten noch sehr wenig zu finden ist und eine gewisse Erbitterung play- haben. Für diese wird der Reichstag immer Geld übrig haben. wundern, wenn in den Reihen der Invaliden Vaterlandsliebe mur Kriege für die Begründung des Deutschen Reiches durchgefochten greift, mit leeren Worten ist den Veteranen nicht gedient.( Sehr Abg. Dr. Pachnicke( fri. Vg.): Jch bedaure auch die Tonart des richtig! bei den Socialdemokraten.) Wenn wir hier nicht helfend Herr Dr. Arendt, weil sie geeignet war, durch ihre Uebertreibungen eingreifen, so werden Tansende und Abertausende ins Grab finten, den Veteranen Sympathien zu entziehen, die sie durchaus verdienen. bie während ihrer letzten Tage Hunger und Not gesehen haben.( Sehr Die Wehrsteuer ist vom Reichstag bereits einmal mit großer Mehrrichtig! bei den Socialdemokraten.) In diesem Sinne bitte ich die beit abgelehnt worden. Wir werden mehr für die Veteranen thun Regierung, ernstliche Maßregeln auf diesem Gebiete zu ergreifen. fönnen, wenn am Kolonial- Etat und auch am Militär- und MarineEtat mehr gespart wird. ( Beifall bei den Socialdemokraten.) Die überaus wichtige und dringende Frage der Entschädigung der Kriegsinvaliden ist immer noch nicht befriedigend gelöst. Daher war unsre Interpellation eine Notwendigkeit. Mein Antrag vom Jahre 1901, der die Beihilfen von 120 M. nicht nur an vollständig erwerbsunfähige Striegsinvaliden, fondern schon dann gewährt wissen wollte, wenn die Griverbsfähigkeit auf weniger als ein Drittel herabgesetzt ist, begegnete zu meiner Freude zunächst allgemeiner Zustimmung im Hauſe, er wurde aber einer Kommission überwiesen und als er aus dieser wieder herausfam, blieb nur eine Resolution übrig, die meinen Antrag der Regierung zur Anstellung weiterer Erhebungen überwies. lleber das Ergebnis dieser Erhebungen haben wir aber bisher noch nichts gehört. Für diesen Zweck müssen die Mittel unbedingt vorhanden Abg. Dr. Arendt( Rp.): Leider kann ich dem Vorredner uicht fein. Die großen Ausgaben für die Offizierspensio entgegentreten, denn er hatte in fast allen Punkten recht. nierungen und den Kolonial Etat können viel eher Hilfe fann nach unsrer Meinung allein die Wehrsteuer bringen. zurück stehen. Man kann der Regierung den Vorwurf nicht Da freilich wird die Socialdemokratie versagen; sie wird sich auf ersparen, daß sie sich in Bezug auf die Veteranenversorgung die berühmte Reichs- Einkommensteuer zurückziehen, die von der Volksvertretung von Jahr zu Jahr schieben läßt, ohne etwas jedenfalls, mag man über sie denken wie man will, nicht die Wirkliches zu thun.( Sehr wahr!) Man kann die Haltung der Ne- rasche Hilfe bringt, die der Vorredner forderte. Bis jetzt hat die gierung kaum begreifen. Die Veteranenvereine haben sich stets treu deutsche Nation noch keinen Pfennig für die Invaliden ausgegeben. patriotisch gezeigt und es wird im Volte nicht verstanden, daß diese Der Invalidenfonds stammt aus dem französischen Gelde, das die Krieger, die vor 30 Jahren im Dienste des Vaterlandes die Brust Kriegsinvaliden mit haben erwerben helfen.( Sehr richtig! rechts.) dem Feind geboten haben, heute dem Elend preisgegeben werden. Mit dem Grafen Oriola möchte ich Herrn Nißler bitten, hier keine Ich erwarte, daß die Veteranen nun endlich zu dem Rechte kommen, Gegenfäße zu schaffen zwischen Militärinvaliden und Veteranen. das die Volksvertretung stets anerkannt hat.( Bravo!) Zur Beantwortung der Interpellation erhält das Wort Reichs- Schatzsekretär Frhr. v. Thielmann: Abg. Hilpert( Bayr. Bauernbund): Ich freue mich, daß alle Redner ihre Bereitivilligkeit kund gethan haben, für die Veteranen das Nötige zu thun. Wir würden auch gerne eine Anleihe zu diesem Zwecke bewilligen. Abg. Dr. Paasche( natl.) betont gegenüber dem Abg. Singer, daß die Beihilfen an die Veteranen nicht auf die gleiche Stufe gestellt werden dürften wie die Leistungen der Arbeiterversicherung, für welche die Arbeiter Beiträge leisten. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Dr. Arendt( Rp.) und Nißler( t) schließt die Besprechung der Interpellation. Hierauf wird die zweite Beratung des Etats des Reichsamtes des Innern fortgesezt. Abg. Dr. Jäger( Centr.) begründet folgende von ihm neu ein Abg. Dr. Paasche( natl.): Formell hat Herr Arendt gewiß recht, gebrachte Resolution: Der Reichstag wolle beschließen: In daß das Reich noch feinen Pfennig für die Veteranen ausgegeben Erwägung, daß die Wohnungsverhältnisse der minder hat, aber ich bedauere doch, daß dies Wort gerade aus seinem bemittelten Bevölkerung im Deutschen Reiche, besonders in Munde gekommen ist, denn es wird natürlich in die Lande den städtischen und Der Herr Vorredner hat gefragt, wie es mit dem Invalidenfonds hinausgehen und die Begehrlichkeit von neuem wecken, die uns Gesundheit und Sittlichkeit Maßregeln des Reiches oder der industriellen Bezirken, in Bezug auf stehe und ob es die Absicht der Regierung fei, ihn alle Zeiten fort- ja jetzt von überall her entgegentritt. In der That hat das Reich Einzelstaaten bringend erheischen, die bestehen zu lassen. Der Invalidenfonds ist seit Jahren nicht mehr viele Millionen für die Veteranen gegeben und man soll es rungen zu ersuchen, dem Reichstage zum Beginne der nächsten verbündeten Regiein der Lage, die ihm zugewiesenen Ausgaben aus den regelmäßigen nicht so hinstellen, als ob nichts geschehen sei. Auch ich habe Session eine Uebersicht über die Gesetzgebung und VerwaltungsEinnahmen zu decken. Die Folge davon wird sein, daß er in gewiß ein Herz für die Veteranen, aber als Budgetmann muß maßregeln vorzulegen, welche im Reiche und in den einzelnen Bundesa wenigen Jahren, wohl nicht früher als 1908, ich doch sagen, das Reich ist keine Armen- Versorgungsanstalt und staaten zur Regelung des Wohnwesens und zur Förderung des aber faum später als 1910( Hört! hört! rechts) darauf kommt es heraus, wenn jest Herr Arendt verlangt, Wohnungsbaues für die minderbemittelten Klassen getroffen sind, aufgezehrt sein wird. Dann werden sämtliche Ausgaben, daß jeder 60 Jahre alte hilfsbedürftige Veteran verbunden mit Mitteilungen über die Erfolge und Wirkungen die jetzt diesem Fonds zufallen, auf den ordentlichen Etat ohne weiteres unterstübt wird. dieser Maßregeln. Die Ausführungen des Redners, der sehr leise übernommen werden müssen. Was die Interpellation anlangt, fo Abg. Graf v. Roon( f.): Auch ich muß etwas Wasser in den spricht, bleiben im einzelnen auf der Tribüne unverständlich. habe ich auf Grund der Resolution vom März 1901 an sämtliche Wein der Begeisterung für die Veteranen gießen, die beinahe Abg. Raab( Antis.): Ich hoffe, daß die Vorlage über die Bundesregierungen ein Schreiben gerichtet, das sie auf die Resolution cine Hurrastimmung geworden ist. Wir müssen auf die Schaffung taufmännischer Gerichte dem Reichstage aufmerksam macht. Im Etat für 1903 find 9 000 000 M. für die Finanzlage Rücksicht nehmen. Unberechtigten Forderungen müffen noch in diefer Legislaturperiode zugeht und von ihm erVeteranen ausgeworfen. Daraus können 75 000 Veteranen ihre wir auch auf diesem Gebiet entgegentreten. Selbst das größte Wohl- ledigt wird. Die Handlungsgehilfen wünschen außer einer Verbesserung 120 M. erhalten. Diese Summe ist von der Budgetkommission wollen hat seine Grenzen. Ja, es ist sogar ein Ehrenfold ihrer Rechtsverhältnisse auch eine Aenderung der Bestimmung gutgeheißen worden. Etwa 1/ Million davon bleibt für alle Veteranen verlangt worden, ganz gleich, ob fie bedürftig über die Stu hezeit der tanfmännischen Angestellten. zur Befriedigung von Veteranen, deren Berechtigung zur oder nicht. Wie stimmt denn das überein mit dem Ideal der all- Mit den Ausnahmetagen, an denen eine Verkürzung der bestehenden Anwartschaft sich erst im Laufe des Jahres 1903 Heraus- gemeinen Wehrpflicht? Ich kann den Forderungen des Kollegen Mindestruhezeit gestattet ist, sollte ganz aufgeräumt werden. Ferner stellen wird. Sonach ist unter unter Zustimmung der Budget- Nigler so lange nicht zustimmen, als wir nicht das nötige Geld verlangen die Angestellten eine weitergehende Sicherstellung der ſie Tommission derjenige Zustand geschaffen worden, den wir erstreben, haben. Schaffen Sie uns Geld, Herr Nißler, dann werden wir mit betreffenden Schutzgesetze. Redner kommit weiter auf das Inkraftdaß nämlich jeder Veteran, dessen Anwartschaft als berechtigt an uns reden lassen. erkannt ist, 120 M. alsbald erhält. Freilich kann die Menge der treten der neuen Seemannsordnung zu sprechen und Auch Herr Grünberg meinte, hier muß so schnell wie möglich wünscht alsbaldigen Erlaß der der auf Grund derselben Veteranen, dereit Anerkennung etwa im Laufe 1903 erfolgen wird, geholfen werden. Er sprach wohl nur so im Hinblick auf die erlassenden Bundesrats- Verordnungen. Die Seeberufsgenossennur schätzungsweise berechnet werden. Wenn also hier und da Fälle ahlen, da ist das ja sehr populär, aber ich glaube nicht, schaft scheint in neuerer Zeit den Interessen der Seeleute vorkommen, daß ein Veteran die Beihilfe erst einige Monate später daß die Herren Socialdemokraten bereit sind, neue etwas mehr entgegenzukommen als bisher. Ich kann auch bekommt, so lann den verbündeten Regierungen daraus kein Vorwurf Steuern zu bewilligen, sie stimmen ja nicht einmal für das fonstatieren, daß der Schiffsreeder Schiff in Elsfleth, von dem früher gemacht werden. Budget. hier im Reichstage öfter die Rede war, endlich aus der See- BerufsAbg. Cahensly( C.): Die Regierung hat ausreichendes Ent- genossenschaft ausgetreten ist. Redner bemängelt die vielfach ungegenkommen bei der Invalidenunterſtügung gezeigt, und wir ver- genügende Befolgung der von der See- Berufsgenossenschaft erlaffenen trauen darauf, daß sie in geeigneten Fällen weitere Unterſtügungen Unfallverhütungs- Vorschriften und verlangt die gefegliche Norbewilligen wird. mierung der Tiefladelinie. Wir brauchen cine ReichsSeebehörde zur lleberwachung aller die Schiffahrt und die Seeleute betreffenden Verhältnisse. Ueber die Schutzbestimmungen für die Seeleute werden internationale Vereinbarungen getroffen werden müssen. Für nebeliges Wetter muß eine Maximalgeschwindigkeit der Schiffe vorgeschrieben werden. Auf die Ausführungen des Grafen Bosadowsky über den Mittelstand will ich der vorgerückten Zeit wegen heute nicht mehr eingehen. Ich will nur konstatieren, daß feine Aeußerungen in den beteiligten Streifen lebhaftes Befremden und bei mir die äußerste Erbitterung hervorgerufen haben, da ich selbst dem Mittelstande angehöre.( Bravo! bei den Antisemiten.) Abg. Singer( Soc.): fonStaatssekretär Graf Pojadowsky: Was den zweiten Teil der Resolution anlangt, so ist damals ebenfalls fofort an sämtliche Bundesregierungen im Sinne der Resolution geschrieben worden. Herr Nißler sprach von den Leuten, die aus den ruhmvollen Kriegen des Deutschen Reiches ihre fiechen Körper nach Hause getragen hätten. Soweit aber bei den Kriegern Abg. Liebermann v. Sonnenberg( Antis.) wünscht, daß der Reichsinfolge einer Verwundung das Siechtum eingetreten ist, gehören sie schatzsekretär eine Steuer vorschlage zu dem Zwecke, um den Invaliden nicht зи den Veteranen im Sinne der heutigen Inter- ausreichende Unterstützungen gewähren zu fönnen. pellation, sondern zu den Kriegsinvaliden, sind als solche an= erkannt und pensioniert. Soiveit das nicht geschehen ist, hat es ihnen die 33 Jahre hindurch freigestanden, aus dem aller- Ich verwahre mich dagegen, als ob wir aus höchsten Dispositionsfonds eine entsprechende Unterstügung zu Popularitätshascherei für die Gewährung von Beihilfen erbitten. Solche Unterstützungsgesuche gehen mir noch heute zu. an die Veteranen einträten. Mit Verwundern habe ich vom Grafen Der Dispositionsfonds des Kaisers in Höhe von etwa drei Noon diesen Vorwurf gehört. Wir sind schon lange vor den NeuMillionen wird hauptsächlich zu solchen Unterstützungen nicht an wahlen für die Beteranen eingetreten, zu Beiten, als die Geld erkannter Invaliden verwendet, deren Leiden mit dem Kriege und beschaffung nicht so viel schwierigkeiten gemacht den dort ausgestandenen Strapazen zusammenhängen. Unter den hätte wie heute.( Sehr wahr bei den Socialdemokraten.) Veteranen im Sinne der Resolution verstehen wir lediglich die n guten Jahren haben die Herren, die sich ihrer Kameradschaft für jenigen, welche hilfsbedürftig geworden sind, deren Leiden sich aber die Invaliden jetzt so rühmen, die Millionen des des InEs ist gestern behauptet worden, daß die Vorschriften der Gastin feiner Weise direkt mit den Schädigungen des Krieges haben in validenfonds für Kanonen und Panzerschiffe wirtsgehilfen- Verordnung für die Gastwirte in kleinen Badeorten auss gegeben. Zusammenhang bringen lassen. Der Schaẞsekretär hat immer wieder während der Saison lästig sind. Bisher sind aber Vorschläge, wie darauf Auf Grund des dem. Neichskanzler am 6. März 1901 zur An- hingewiesen, daß der Invalidenfonds seiner Erschöpfung worden. man die Verordnung besser gestalten fönnte, noch nicht gemacht stellung weiterer Erhebungen überwiesenen Antrags Nißler sind die entgegengehe. Dann aber muß auf andre Weise für die Gins ist klar, daß die Gastwirtsgehilfen einzelnen Bundesstaaten aufgefordert worden, diese Erhebungen an- nvaliden gesorgt werden. Dafür treten auch wir ein, gerade bei dem kolossalen Verkehr in der Badefaison zustellen. Preußen hat geantwortet, es stehe kein Material zur Ver- unbeschadet unfrer Gegnerschaft mit dem Militarismus. nicht überanstrengt werden dürfen. Wird ihnen dann fügung, und es könne solches nur auf Grund einer umfassenden Graf Roon suchte wieder einen Widerspruch daraus zu die Ruhezeit entzogen, so wäre der ganze Gastwirtsgehilfenschuk für sie Enquete gewonnen werden. Nach der Schägung des Kriegsministers struieren, daß wir Mittel für die Veteranen verlangten und doch den ziemlich illusorisch. Wir werden also nicht in der Lage sein, diese Verordnung lebten in Deutschland vor Jahresfrist etwa 600 000 Teilnehmer an Etat im ganzen ablehnten. Wir stimmen gegen den Etat, weil die zu ändern, so lange nicht andre praktische Vorschläge gemacht sind. dem Kriege gegen Frankreich. Gegenwärtig find es etwa 560 000. Bewilligung des Etats ganz allgemein als ein parlamentarisches Weiter ist gestern bemängelt worden, daß die Bauten der VerDavon gehen ab 46 000 Personen, die auf Grund ihrer Kriegs- Bertrauensvotum für die Regierung gilt, weil ein großer bings der Ansicht, daß es sich für öffentliche Bauten empfiehlt, Ich bin allerteilnahme in Bezug von gefeßlichen Benfionen standen, Teil der Etatsmittel für Militär und Marine ausgegeben wird, und 11000 Personen, die aus dem allerhöchsten Dispositions- und weil ein sehr großer Teil der Einnahmen aus indirekten möglichst große Baugründe zu ertverben, um möglichste Ellenbogenfonds Gnadenbezüge erhielten. Es bleiben rund eine Steuern und Zöllen, die das Volk schwer belasten, geflossen ist. freiheit für die Gebäude zu haben, damit sie je nach Bedürfnis erhalbe Million Veteranen, von denen etwa 300 000 Das wir trotzdem innerhalb der Etatsberatung für einen uns weitert werden können, ohne daß man ungeheuren Preisforderungen der Nachbarn ausgesetzt ist. auf Preußen kommen. Es ist aber beinahe ein Ding der Unmöglich passend erscheinenden Zweck unser Votum einlegen, versteht feit, auch nur einigermaßen abzuschäßen, wieviele von diesen 300 000 fich ganz von selbst. Wenn Sie für die Zwecke, für die wir Gelder glaube ich, daß man es nicht ablehnen kann, wenn von den Was die Bauten der Reichs- Versicherungsanstalten betrifft, so unter die Resolution Nißler fallen. In demselben Sinne wie Preußen bewilligen, die Steuern bewilligen, die wir gut heißen, Der Antrag dann werden wir auch für diese Steuern stimmen. haben fast alle übrigen Bundesstaaten geantwortet. Wir Versicherungs- Anstalten Heilanstalten gebaut Nißler hat sich nicht als ein gangbarer Weg erwiesen. Das einzige, treten ein für eine Reichs- Einkommensteuer, für eine Erbschaftssteuer halten( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten), und die Wissenwerden, die mit den neuesten Erfahrungen der Wissenschaft Schritt was die verbündeten Regierungen thun können, ist, auf dem bis- und eine Vermögenssteuer. herigen Wege unter Zugrundelegung der bestehenden Bestimmungen Was die Invaliden an Gesundheit und Arbeitsfähigkeit ein- fchaft schreitet auf diesem Gebiet außerordentlich schnell vorwärts. Native weiter fortzufchreiten und die entsprechenden Summen in den Etat gebüßt haben, ist zu Gunsten der befizenden Klaffen geschehen, und ich wird auch bei den Versicherungsanstalten der finanzielle Gesichtseinzustellen, wie es auch in dem gegenwärtigen Etat geschehen ist. die befizenden Klassen hätten alle Ursache, für sie einzutreten. punkt nicht außer acht gelassen werden dürfen. Eine Umfrage auf Abänderung der Bestimmungen, welche In das Verlangen eines allgemeinen Ehrenfoldes können wir nicht Auf Antrag des Abg. v. Normann( f.) erfolgt Besprechung einstimmen. Das würde in direttem Widerspruch mit der allgemeinen ich auf die Tage beziehen, an denen der gewöhnliche LadenWehrpflicht stehen. Für die Erfüllung einer gesetzlichen Pflicht kann hluß der Gewerbe- Ordnung verlängert werden kann, ist nicht ergangen1. Was Abg. Graf Oriola( natl.): In Bezug auf die Erhebungen über kein besonderer Sold gezahlt werden. Dagegen steht auch für meine Handlungsgehilfen betrifft, so darf diese nach dem Gesez die Sonntagsbeschäftigung die finanziellen Wirkungen des Antrags Nißler hat uns der Herr Freunde unzweifelhaft fest, daß das Vaterland die Ber- fünf Stunden nicht übersteigen, es tönnen aber von der höheren Staatssekretär eine sehr ausweichende Antwort gegeben, indem pflichtung hat, den Veteranen, die ihm so bedeutende er lediglich auf die großen Schwierigkeiten hinivies, die die ge- Opfer gebracht haben und später in not geraten find, Berwaltungsbehörde Ausnahmebestimmungen nach den örtlichen Verwünschten Feststellungen für Preußen machen würden. Bei einigem wenigstens vor der äußersten Not zu schützen. Die Ausführungsverordnungen für die guten Willen ließen sich diese Schwierigkeiten wohl über- Es ist charakteristisch, daß dem Abg. Dr. Baasahe unbeab- Seemansordnung werden, soweit fie schon bei Erlaß des Gefeges winden. Was den Beschluß der Kommission in Bezug auf sichtigt das Geständnis entschlüpft ist, daß alle sogenannten Wohl- vorhanden sein müssen, zum 1. April dieses Jahres fertiggestellt. den Etat für 1903 anlangt, jo finde ich die etwa 14 Millionen, fahrtseinrichtungen des Reiches mehr oder weniger der Entlastung Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatumg auf Mittwoch die für diejenigen Invaliden übrig bleiben, deren Anwartschaft sich im der Armenpflege dienen. Das gilt auch zum Teil von unsrer Ver- 11 Uhr. der Interpellation. hältnissen erlassen werden. Der 2001 " Sociales aus der Schweiz. In Genf ist die Errichtung einer Pensionsanstalt betrunken waren. Der Bezirksausschuß schloß hieraus auf eine für die städtischen Angestellten auf der Tagesordnung Ausnutzung des Gewerbebetriebes zur Förderung der Völlerei. ( Das Volksschulwesen. Der Bäderschuß im Basler der städtischen Behörden. Das vorliegende Projekt sieht die Heran- Das Ober- Verivaltungsgericht als Berufungsinstanz erhob noch Großen Rat. Alterspension der städtischen Anziehung der städtischen Angestellten und Arbeiter zur Beitrags- einmal Beweis. Eine große Anzahl von Kellnerinnen, die ver gestellten in Genf.- Wohnungskontrolle in Bern.) leistung vor und zwar mit 1 Proz. des Gehaltes bis zu 1250 r. nommen werden sollten, waren nicht auffindbar. Gehört werden Zürich, im Februar.( Eig. Ber.) Dem jüngst erschienenen und bei jährlicher Pension von 500 Fr., ferner bis zu 5 Proz. von konnten nur drei Kellnerinnen, die zur Zeit schlechten Geschäftsstatistischen Jahrbuch der Schweiz ist über den Stand des schweize- Gehältern über 1250 Fr. und bei einer Jahrespension bis zur Höhe ganges Bei H. thätig waren. Es wurde festgestellt, daß sie außer rischen Volksschulwesens zu entnehmen, daß die 4634 Bolts von 1160 Fr. Die Pensionsberechtigung soll mit dem 55., eventuell freier Beköstigung Tantiemen bezogen. Für eine Flasche Wein, die sie verschulen von 473 058 Knaben und Mädchen besucht werden und daß mit dem 60. Lebensjahre eintreten. Das Projekt ist vorläufig einer fauften, erhielten sie eine Mark, für jedes Glas dunkles Vier 10 Pfennige in denselben 10 116 Lehrer unterrichten, so daß auf jeden derselben Kommission zugewiesen. Tantieme. Die eine Zeugin hat im Tage höchstens"(!) bis zehn im Durchschnitt 46 Schüler entfallen. Indessen zeigen hierin die In der Stadt Bern ist fürzlich von den Stimmberechtigten Glas Bier getrunken, die andre weniger. Von diesen drei eidlich 25 Kantone eine große Verschiedenheit; im Kanton Graubünden mit mit 4839 gegen 739 Stimmen eine Verordnung betreffend vernommenen Zeuginnen will sich keine betrunken haben. Zwei feiner großen Zahl kleiner, von einander weitentlegenen Gemeinden den Gebrauch neuer Wohnungen angenommen worden, Polizeibeamte und zwei andre Zeugen haben keine der Kellnerinnen entfallen durchschnittlich nur 30, in Appenzell, Außer- Rhoden dagegen die den Zweck hat, jede gesundheitsschädliche Wirkung neuer Woh- betrunken gesehen. 79 Schüler auf einen Lehrer. Die Gesamtausgaben für die Volts- nungen auf ihre Bewohner hintanzuhalten. In der Verordnung Das Ober- Verivaltungsgericht hob die Vorentscheidung auf und schule betrugen im Jahre 1899 30 036 338 Fr., durchschnittlich pro wird unter anderm bestimmt, daß der äußere Verputz an neuen beließ H. die Konzession. Begründend wurde ausgeführt: Der GeSchüler 63 Fr.; aber der Kanton Basel giebt 230 Fr. pro Schüler Häusern erst 90 Tage nach der Fertigstellung des Rohbaues auf richtshof gehe davon aus, daß das Engagement ohne Gehalt, aber mit aus und der frömmste katholische Kanton Wallis nur 17 Fr. Welche gebracht und die Wohnung erst nach weiteren 3 Monaten bezogen Tantiemenbeteiligung ein recht bedenkliches sei, denn gewaltige Differenz, die natürlich nicht allein durch die gute Be- werden darf, nachdem hierzu von der städtischen Baudirektion die diese Bedingungen seien ja nicht anders aufzufassen, als daß sie ein zahlung der Baseler und die geringe Bezahlung der Walliser Lehrer Erlaubnis erteilt worden ist. Die Uebertretung der Verordnung Animieren zum vielen Trinken bezweckten. Aber allein aus zu erklären ist, sondern zweifellos durch den großen Unterschied im wird mit 10 bis 200 Fr. gebüßt, während bisher die Buße im solchen Bedingungen sei noch nicht auf einen faktischen MißStande des Volksschulwesens in beiden Kantonen überhaupt. Uebrigens Magimum nur 14 Fr. betrug. Die Verordnung tritt am 1. Mai in brauch des Gewerbes zur Förderung der Völlerei zu schließen; reihen sich durchwegs an Basel die großen reformierten Stantone an, Straft und wird zweifellos bei richtiger Handhabung zur Verbesserung es müßten noch andre Thatsachen hinzukommen, die zusammen während die katholischen Kantone die ganze Reihe mit geringen Schul- der Wohnungsverhältnisse ein Wesentliches beitragen. ausgaben bilden. Dieser Zustand ist nicht überraschend, sondern entspricht nur der bekannten Feindschaft der katholischen Kirche gegen die Aufklärung und Bildung des Boltes. Partei- Nachrichten. Internationale Solidarität. Die Cigarrenmacher- Union Nr. 90 mit jenen Bedingungen eine solche Annahme rechtfertigten. Hier sei aber noch nicht soviel nachgewiesen, daß mit Notwendigkeit darauf geschlossen werden müßte, H. werde in Zukunft sein Gewerbe zur Förderung der Völlerei mißbrauchen. Aber er müßte sich sehr in Acht nehmen. in New York bewilligte 100 Dollars für den Wahlfonds der deutschen Frauenarbeit im Reichsdienste. Bei der Reichs- EisenbahnSocialdemokratie. Außerdem sollen auch Substriptionslisten ausverwaltung sollen nach dem Etatvoranschlage für das Jahr 1903 gegeben werden, um weitere Beiträge für die Kriegskasse der deut- 691 Schrankenwärterinnen beschäftigt werden für einen Tagelohn von 55 Pfennigen. Es ist unglaublich, daß sich eine öffentliche Ver waltung nicht scheut, die Zeit eines erwachsenen Menschen während eines ganzen Tages in Anspruch zu nehmen für einen Bettel, der wirklich nicht mehr die Bezeichnung Arbeitslohn verdient. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Ein weimarisches Bersammlungsverbot. Entsprechend der Verschiedenheit der durchschnittlichen Ausgaben der Kantone per Schüler ist auch diejenige der Ausgaben per Einwohner. Auch da steht Basel mit 18 grant obenan und Wallis mit 3,10 Frant am Schwanz, in Gesellschaft mit den übrigen katholischen Kantonen. In der ganzen Schweiz kostet die Volksschule jeden Einwohner 9,50 Frank per Jahr. Dazu kommen dann noch die schen Genossen zusammenzubringen. Ausgaben für die Sekundarschule, deren Besuch ebenfalls in Der socialdemokratische Verein Ottensen schloß in seiner legten mehreren Kantonen bis zum 14. und 15. Altersjahr obligatorisch Generalversammlung eine Anzahl Mitglieder aus, die bei der öffentist, für die gewerblichen Berufsschulen, die Mittelschulen lichen Wahl der Stadtverordneten Gegner gewählt haben, darunter und technischen Bildungsanstalten, für die Universitäten und das auch diejenigen, die einen Gegner und einen Parteigenossen gewählt Bolytechnikum. Die Summe aller dieser eminenten Kulturausgaben haben. In der nächsten Versammlung wird über den Ausschluß der übertrifft die Militärausgaben ganz erheblich, immerhin sind diese jenigen verhandelt werden, die den Mitgliedern empfohlen haben, mit 9 bis 10 Fr. per Einwohner noch viel zu hoch. Im Großen Rat( Landtag) von Basel gelangte gemischt zu wählen. Bei Beginn der Versammlung wurden 164 neue Mitglieder auf vorige Woche folgender Antrag unfres Genossen Arbeiterjekretär genommen. Der Verein gab im letzten Jahre 4512 M. aus und beDr. Wassilieff betreffend die gesetzliche Regelung der Verhält 4360 M. in Kaffe. hältnisse in den Bäckereien zur Behandlung:„ Der Regierungsrat wird eingeladen, zu prüfen und darüber dem Großen Rat beförderlichst zu berichten, ob es nicht thunlich wäre, im Interesse des Publikums wie der Bäckergehilfen 1. die Arbeitszeit dieser Arbeiter feglich zu regeln und 2. die Badstuben und Schlaf- famnilung stattfinden. Der Einberufer erhielt am 6. Februar folgendes Schlaf- Schreiben: räumlichkeiten der Arbeiter periodischer Unter suchung auf Sauberkeit zu unterziehen. Dazu lag eine Petition von 67 älteren Bäckergesellen vor, welche den Antrag lebhaft unterstützte und über die lange Arbeitszeit und über den Mangel an Reinlichkeit in den Bädereien klagte. In der eingehenden Begründung seines Antrages betonte Wassilieff, daß das Bädergetverbe kein leichtes sei, sondern für die Gesundheit mancherlei Gefährdungen biete, und daß insbesondere die Nachtarbeit ungesund fei. Die Arbeitszeit ist übermäßig lang, es fommen tägliche Arbeitszeiten von 13, 14 und 15 Stunden vor, in einer Bäckerei wird wöchentlich 114 Stunden lang gearbeitet. An die Bestimmungen lichen Autorität bei. über die Sonntagsruhe halten sich die Bäckermeister auch nicht. Sodann wandte sich Wassilieff noch gegen eine Eingabe des Bäckermeistervereins, in der im Widerspruch zu den Thatsachen behauptet wird, daß die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit nur etiva 12 Stunden" betrage. ge= In Sulzbach bei Apolda sollte am 7. d. M. abends eine VerHerrn Schöneberg. Heute, Mittwoch, hält der Verein für Frauen und Mädchen Schönebergs und Umgegend feine regelmäßig jeden Monat stattfindende Versammlung im Obstschen Lokale, Meinigerstr. 8, ab. Fräulein Jda Altmann wird über das wichtige Thema: Was zum Munde hinein geht, ist feine Sünde" einen Vortrag halten. Das Erscheinen sämtlicher Frauen und Mädchen Schönebergs in dieser Versammlung wird erwartet. Der Vorstand. Eingegangene Druckschriften. " Von der ,, Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen ( Stuttgart, Diek Verlag), ist uns soeben die Nr. 4 des 13. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Faule Ausreden. Frauen und Kinderarbeit bei der Zeitungsfolportage in in Apolda. Hamburg. Von Louise Bieb. Preußisches Vereinsrecht gegen die Aus der Bewegung. Da ich in ihrer anberaumten Versammlung, welche Social- Soalitionsfreiheit. Feuilleton: Der Garten. Von demokratischer Natur zu sein scheint und wahrscheinlich auf- lbert Gnukmann. Autorisierte Uebersetzung von Wilhelm Thal.( Fortfegung.) Notizenteil: Sociale Gesezgebung. Socialistische Frauenreizend gegen die hießigen Einwohner sein wird, kann ich nicht bewegung im Ausland. stattgeben. Sulzbach, den 6. Febr 1903. Die Drtspolizeibehörde. Göze. Ein solches Schreiben trägt ungemein zur Stärkung der behördSociales. Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspost- Zeitungsliste für 1903 unter Nr. 3189) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Streuzband 85 Pf. Die Bewegung der Warenpreise in Deutschland von 1851-1902. Nebst zwei Ergänzungen: Bankdiskont, Goldproduktion und Warenpreisstand. Der Weizenpreis von 400 vor Chr. bis 1900. Von Otto Schmit. 450 Seiten. Berlin. F. Siemenroth. Kampffmeyer, Englische Gartenstadtbewegung. 24 Seiten. Verlag der Zum Krankenversicherungs- Gesch. Wie der Frankfurter Zeitung" Gartenstadt- Gesellschaft. Robert Taug, Schlachtensee. Preis 20 Bf. Weltall und Menschheit. 22., 23., 24. Lieferung. Geschichte der gemeldet wird, hat der Ausschuß des deutschen Aerzte- Bundes auf Erforschung der Natur und der Verwertung der Naturkräfte im Dienste der Sen 7. März einen Aerztetag in Berlin einberufen, um gegen die Bölker. Herausgegeben von Hans Krämer. Deutsches Verlagshaus Bong gänzliche Richtbeachtung der Wünsche der Aerzte im neuen Kranken-& Co., Berlin W. 57. fassengesetz- Entwurf zu protestieren. Kein Betriebsunfall! Briefkaften der Redaktion. Zenit, Gleiwig. Uns unbekannt. Wagner. Sie haben recht und wir waren im Irrtum. Der Dampfer Elbe" vom Norddeutschen Lloyd hat am 29. Januar 1895 die Reise nach New York angetreten und ist am 30. Januar, früh 5%, Uhr, an der englischen Küste von dem Kohlendampfer Crathie" angerannt worden. In 20 Minuten erfolgte der Untergang, bei dem 374 Menschen ihr Leben verloren. 8. B. 100. Mehr als 6 Millionen. In der namens der Regierung von unsrem Genossen Regierungsrat Wullschleger gegebenen Antwort wurde festgestellt, daß nur eine einzige Bäckerei, nämlich die des Konsumvereins, unter dem Fabrikgesetz stehe, die Gehilfen in allen übrigen Bäckereien also des gesetzlichen Schußes entbehren müssen. Das Departement des Jnnern beschäftige sich daher schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken um Der Steinträger V. in Mariendorf trug eine mit Steinen vollAbhilfe. Im verflossenen Sommer nahmen der Gewerbeinspektor und ein Beamter des Sanitätsdepartements die Untersuchung von 26( von 150) bepackte Mulde und knickte hierbei mit dem rechten Fuß um, er Bäckereien vor und ihr Bericht lautet durchwegs ungünstig. Der Gewerbe- fonnte nicht weiter gehen, mußte vielmehr die Last fallen lassen und Inspektor kommt zu dem Schlusse, daß eine regelmäßige Inspektion wurde von zweien seiner Berufskollegen sofort nach seiner in der der Badstuben und der Schlafräume dringend notwendig sei. Es Nähe des Baues belegenen Wohnung geschafft. Der hinzugerufene werde daher die gesetzliche Regelung der Arbeitszeit, die Durchführung Arzt Dr. St. verordnete Umschläge und nach acht Tagen wurde V., S. J. 100. Unbekannt. W. S. 100. 67 000 fest. Zuweilen der Sonntagsruhe und die Beseitigung der sanitären Mißstände da die Schwellung des Fußgelenks stabil blieb, ins Krankenhaus zu.. 33. 1. Ja. 2. Nein. Lackierer. 1. In einzelnen Fällen ernsthaft geprüft werden, ebenso die Abschaffung der Nachtarbeit, Brig gebracht. Nach vier Wochen mußte der Fuß amputiert werden dazu noch 10 000 Straßenverkauf. Schädigung, für die Gesamtheit Fortschritt. 2. 1868 Rotgewerbegejek, 1869, indessen stehen hier neben andren Hindernissen auch die Wünsche und und wurde V. noch weitere 15 Wochen dort behandelt. Gewohnheiten der Konsumenten im Wege. Die Nordöstliche Baugewerks- Berufsgenossenschaft brachte es Gewerbe- Ordnung, Grundlagen für die heute bestehenden Rechtsauffassungen. gilt Verschiedene Mittelstands- Politiker verteidigten die Zustände in fertig, zu erklären, es läge kein Betriebsunfall vor, und wies den 3. Seine Stellung dazu war zweideutig. 4. Religion Privatsache auch für Abgeordnete. 5. Hauptmann. 6. Nein. E. S. 1. Können Sie den Bäckereien, die höchstens nur an einigen Schönheitsfehlern Verunglückten mit seinem Rentenanspruch ab. Dieser mußte erst gut entbehren. 2. Unterrichten Sie sich durch eine kurz gefaßte Geschichte litten, während von andrer Seite der Antrag Wassilieff unter- ans Schiedsgericht gehen, und auf dessen Veranlassung gab Professor der Philosophie. Geschichte der Weltlitteratur und allgemeine Beltgeschichte. ftügt wurde. Der Gewerbe Inspektor Blocher, der Dr. Körte ein Gutachten ab, daß zwar eine tuberkulöse Fußgelent- Wenn damit fertig, fragen Sie weiter. 3. Wenden Sie sich an gewiegte Fachleute. feiner Zeit mit Unterstützung der socialdemokratischen Partei in Entzündung die unmittelbare Ursache zur Amputation war, daß aber 4. Ein rechtlicher Grund nicht, aber in dem Fall geht leider Macht vor Recht. den Großen Rat gewählt wurde, wies entschieden die in dieser natürlich erst die durch den Unfall verursachte Fußgelenk- Verstauchung Debatte gegen ihn gerichteten Angriffe zurück und erklärte, daß die die Gelegenheit zur Ansiedelung der Tuberkelbazillen an der VerBeschaffenheit der Arbeits- und Schlafraume in letzungsstelle und somit zur Entstehung der Entzündung gegeben habe. den Bäckereien unter aller Kritik sei, während die Daraufhin verstand sich dann die Berufsgenossenschaft zur AnVerhältnisse in der Konsumvereins- Bäckerei mustergültige sind erkennung des Betriebsunfalles und zur Zahlung von Rente. Wullschleger nahm ebenfalls den Gewerbe- Inspektor gegen die ungerechtfertigten Angriffe in Schutz und erklärte dann weiter, daß er seine Amtshandlungen nie vom parteipolitischen Standpunkte aus treffen werde, andrerseits aber für sich das Recht in Anspruch nehme, Barteimann zu sein und zu bleiben. Angesichts der Erklärungen Die Ausbeutung der Kellnerinnen vor dem Ober- Berwaltungsgericht. Hamburg Wullschlegers zog schließlich Wassilieff seinen Antrag zurüd. Dem Gastwirt Herrmann war auf die Klage der Frankfurter Franff./m. Man darf auf die weitere Entwicklung der Sache ge- Polizeiverwaltung vom Bezirksausschuß die Schanktonzession entzogen München 781 spannt sein. Dem Basler Großen Rate bleibt der Ruhm, worden, weil nach der Aussage mehrerer Kellnerinnen diese, ab- Bien 781 N das erste schweizerische Parlament zu sein, in dem die Mißstände in gesehen von den Trinkgeldern, auf Tantiemen vom Wein- und Bierden Bäckereien und die Notwendigkeit des gesetzlichen Eingreifens zu verkauf angewiesen waren und täglich zehn bis zwanzig und mehr Gunsten der Gehilfen behandelt wurden. Glas Bier getrunken hatten, so daß sie zum Teil fast täglich Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Morgen, Donnerstag, den 12. Februar, abends 81%, Uhr, im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Ausserordentliche General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Antrag des Mitgliedes Koch:" Einführung eines Sterbegeldes für Berlin". 2. Die Verschmelzung der Central- Krankenkasse mit dem Verband. 3. Verbandsangelegenheiten. Das Erscheinen aller Mitglieder ist dringend notwendig. Mitgliedsbuch legitimiert! Achtung! Die Ortsverwaltung. Hus der Frauenbewegung. Witterungsübersicht vom 10. Februar 1903, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerstand mm WindSwinemde. 778 23 Berlin 779 WS 780 23 780 23 richtung Windstärke 28etter Temp. n. C. 5° C. 4°. Stationen Barometer ſtand mm Wind2wolfen!-1 Haparanda 758 W 2wolfen!-1 Petersburg 2wolfent- 1 Cort richtung Windstärke Better Temp. n. C. | 0= 0|| 11° 2 heiter -8 2wollig 7 Aberdeen 2bedect 4 Paris 775 SSS 5 bededt 781 G 10 8 1 bededt 1wolkig Wetter Prognose für Mittwoch, den 11. Februar 1903. Etwas wärmer, teilweise heiter, jedoch veränderlich bei mäßigen füdwestlichen Winden; feine erheblichen Niederschläge. ○ Deutscher_Holzarbeiter- Verband. Bauhandwerker- Krankenkasse Zahlstelle Berlin. Heute Mittwoch, den 11. Februar, abends 8% Uhr, bei Keller, Koppenstraße 29: Generalversammlung. Zages Drdnung: Kassenbericht vom 4. Quartal. Bericht des Vorstandes, des Arbeitsvermittlers, der Kontrollkommission und des Gauvorstandes. Antrag der Verwaltung auf Anstellung von zwei Beamten an Stelle der zwei Hilisarbeiter. Ersazwahlen zur Ortsverwaltung. Wahl des GauAnträge. 23/9 borstandes. Eintritt nur mit Mitgliedsbuch. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Moabit. Achtung! Krankenkassen- Mitglieder. Mittwoch, den 11. Februar, abends 8 Uhr, im Saale der Kronen: Brauerci, Alt- Moabit 47-48: Großer öffentl. Vortrag für Männer und Frauen. Thema: Welche Bedeutung hat die arzneilose Heilweise für die Krankeu faffenmitglieder? Referent: Herr Stadtverordneter Dr. Weyl. Für alle Arbeiter und Krankenkassenmitglieder ist es von hoher Wichtigkeit, sich über die arzneilose Heilweise und deren Vorteile Aufklärung zu verschaffen. In recht zahlreichen Besuch des Vortrages ersucht Der Verein für Gesundheitspflege des Volkes Berlin- Moabit. 21075 Die Ortsverwaltung. für Berlin und Umgegend.( Eingeschriebene Hilfskasse No. 118.) Wir geben hiermit bekannt, daß der Ausschuß sich konstituiert und zum Vorsibenden Herrn Gustav Herforth, Buttmannstr. 10, Quergeb. 2 r., gewählt hat. An denselben sind alle Beschwerden in Staffenangelegenheiten Der Vorstand. J. A.: H. Mekke. 80 und 40 Personen, mit Pianino, für Gesangvereine geeignet. 5532* zu richten. 38/2 Vereinszimmer, 78/9 Berliner Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amit VII, 353. Mittwoch, den 11. Februar, abds. 8, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 1: Bezirks- Versammlung für Süden und Südoften. Tages- Ordnung: 1. Die Einführung der Kranken- Unterstüßung im Verband. 2. Disfussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. 111/14 Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Fellx Scheuer U Carl Grosser, Stadtbahn( zwischen Roch- und Dirksenstr. 39, I. Etage, an der Kaiser- Wilhelmstr.) Telephon III. Nr. 1813. Ik- Trio. Stenographie Stralsunderstr. 1. Stolze- Schrey. Neue Unterrichtskurse in der verDichter- u.Komponisten- Abende. einfachten Stenographie beginnen Dorotheenstr. 13/14. Nächsten Sonntag, 15. Febr.: Wagner- Abend. Billets a 50 Pf. mit Garderobe und Programm in den Buchhandlungen von Kantorowicz, Potsdamerstr. 135; Freund, Kleist straße 21; Winkelmanns Buch handlung und Lehrmittel- Anstalt, Markgrafenstr. 43/44; Challiers im Arbeiter- Stenographenverein: Mittwoch, 11. Februar, bei Lehmann, Schulstr. 29. Freitag, 13. Februar, bei Grupe, Annenstr. 16. 1960b Cirkus Busch. Mittwoch, den 11. Februar 1903, abends 72 Uhr: Grosse Vorstellung. Dahomey. Elefanten- Schauspiele. Musithandlung, Beuthstr. 10; err Boeren als Kunstschützen mann u. Co., Neue Promenade 5. and Lassowerfer. Elefant und Pferd. Seelöwen. Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 11. Februar. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Samson und Dalila. Schauspielhaus. Im bunten Rod. Deutsches. Monna Vanna. Berliner. Sanatorium Siebenberg. Lessing. Der blinde Passagier. Neues. Die Fliege.( La Mouche.) Vorher: Der Oberlehrer. Residenz. Lutti.( Loute.) Thalia. Der Kamelienonkel. Westen. Tanzidyllen. Central. Madame Sherry. Belle Alliance. T Am Telephon. Hierauf: Cupido u. Cie. Anfang 8 Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Mittwoch abend 8 Uhr: Das Geheimnis der Gilde. Schauspiel in 4 Aften von August Strindberg. Deutsch von Ernst Brausewetter. Donnerstagabend 8 Uhr: Der Meister von Palmyra. Freitagabend 8 Uhr: Der Meister von Palmyra. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Mittwoch abend 8 Uhr: Esther. Von Franz Grillparzer. Hierauf: Zwei Eisen im Feuer. Lustspiel in 3 Atten frei nach Calderon von Friedrich Adler. Donnerstagabend 8 Uhr: Heimat. Freitagabend 8 Uhr: Heimat. Urania, Cirkus Schumann Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Mittwoch, den 11. Februar 1903, abends 7, Uhr: Die Kaiser- Reden im Reichstage und die Socialdemokratie. Preis 20 Pfg. Aus den Etat- Reden der Abgeordneten Bebel, Vollmar, Stöcker und des Reichskanzlers v. Bülow. 233/6 Zur Abwehr! Die Lohnkommission der sich zur Zeit im Streik befindlichen Jungbier- Kutscher hat in einem Flugblatt Thatsachen behauptet, die der Wahrheit nicht entsprechen und den Sachverhalt auf den Kopf stellen. Wir sind dadurch in die Notwendigkeit verfekt, der Deffentlichkeit den wirklichen Sachverhalt bekannt zu geben. Bei dem eigenartigen, zwischen den Kutschern und den Brauern obwaltenden Verhältnis kann man die eingetretenen Differenzen überhaupt nicht als das bezeichnen, was man pon. Das Land Tirol. Gr. Parade- Vorstellung. chechthin unter einer Lohnbewegung versteht. Die Kutscher sind ein Zwitterding zwischen Schiller O.( Wallner- Theater.) Das Geheimnis der Gilde. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Esther. Hierauf: Zwei Eisen im Feuer. Carl Weiß. Ilse Römer. Buntes. System Aubert. Quisen. Der Meineidbauer. Kleines. Nachtasyl. Trianon. Die Liebesschaukel. Apollo. Natiris Hochzeit. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Casino. Cavalleria rusticana. Palast. Berliner Luft. Specialitäten. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Steidl. Steidl- Sänger. Passage- Theater. Specialitäten. Baffage Panoptikum.Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Das Land Tirol. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Central- Theater Heute 2 Vorstellungen. Rachmittags 4 1hr, halbe Preise. Jeder Erwachsene 1 Stind frei. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. Passage- Theater. Anfang: Sonntags 3 Uhr, Wochent. 5 Uhr, Anf. d.Abendvorstell. 8 Uhr. Ende 11 Uhr. Ganz Berlin zerbricht sich den Kopf über die schwebende AGA die Jungfrau. Mysteriöses Theaterstück in 1 Akt. The three Devils: Die Wettfahrt im Todesring. Willy Prager prolongiert. 14 neue erstklass. Nummern. CASTANS Schneeweisschen und Rosenrot. Panoptikum Abends 72 Uhr: Wiederauftreten des Frl. Mia Werber. Jubiläums- Vorstellung. Zum 1100. Male: Madame Sherry. Jeder Besucher erhält ein elegantes Souvenier. Friedrichstrasse 165. Neu!! Die tatowierte Schönheit Miss Karri in ihren klassischen lebenden Bildern. Morgen u. folgende Abende 7% Uhr: Neu! OTTO REUTTER Madame Sherry. Thalia- Theater. Dresdenerstraße 72/73. Anfang 7 Uhr. Der Camelien- Onkel. Poffe mit Gesang und Tanz in 3 Akten von Leon Leipziger. Neu! Wiener Damenkapelle Kranz. Gr. Promenaden- Konzert. Neues Riesen Programm. 12 Nummern. Nur noch kurze Zeit! Looping Sans rival! Neue Debuts. the Loop. Direktor Albert Schumanns neueste Kreationen. Neu! bleibt die unverwüstDie lustigen Heidelberger. liche Pantomime WINTER CARTEN 765 Yvette Guilbert und die Londoner Sensation Circling the Circle ausgeführt von Original- Noisset- Truppe Metropol- Theater. Meine erhöhten Preise!) Angestellten und selbständigen Unternehmern. Sie selbst haben sich jedenfalls bis jetzt viel mehr als Selbständige wie als Arbeiter betrachtet. Es handelt sich viel weniger um einen Lohnkampf, als um die Festsetzung der Bedingungen, unter welchen der Brauer sein Produkt an den Zwischenhändler abgeben will. Die Jungbier Kutscher haben mit der Zeit den Brauereien die Kundschaft ganz aus der Hand genommen. Die Brauer stellten Reisende an, bezahlten diese in der Regel zu zwei Dritteln, der Kutscher zu einem Drittel, die so erworbene Kundschaft aber sicherte sich der Kutscher, die er bei Abgang aus der einen Brauerei mitnahm und der andern zuführte. Eine Brauerei versuchte der andern nun die Kutscher abspenstig zu machen, eine bot den Kutschern günstigere Bedingungen als die andre. Schließlich hatten die Löhne und Provisionen der Kutscher eine Höhe erreicht, daß an einen Gewinn der Brauer aus dem Wagengeschäft nicht mehr zu denken war und die Brauereien meist mit Verlust arbeiteten. Es ist dies cinleuchtend, wenn man hört, daß die Kutscher neben einem festen Wochenlohn von 20-36 M. noch durchweg volle 20 Proz. Provision von dem erzielten Umsatz erhielten. Im Durchschnitt fegt ein Stutscher wöchentlich für 200 M. Bier brutto um. Der Kutscher erhielt in diesem Fall nach den bisherigen Lohnsägen 27 M. festen Lohn und 40 M. Provision, zusammen 67 M. Damit sind die Einnahmequellen dieser Kutscher aber noch nicht erschöpft, sie verstehen durch die verschiedensten Manipulationen ihren Verdienst noch wesentlich zu erhöhen, indem sie 3. B. trotz der ihnen von den Brauereien auferlegten Verpflichtung, das Bier mit 10 f. per Liter abzugeben, den Preis fünstlich erhöhen, indem sie sehr oft für 50 Pf. nicht 5 Liter, sondern nur 4%, für 1 M. nicht 10 Liter, sondern nur 8-9 Liter Bier abgeben. Es ist ganz niedrig gegriffen, wenn wir den bisherigen Durchschnitts- Wochenverdienst eines Kutschers mit 75 M. abschäßen. Von diesem Verdienst muß er freilich seinen Mitfahrer und die ihm die Kunden zuführenden Reisenden zum Teil bezahlen, so daß bis 25 M. wöchentlich von obigen 75 M. abgehen und ein Netto- Wochenverdienst von 50 M. verbleibt. Nach dem neuen, von den Brauereien eingeführten Lohntarif würde der Nettoverdienst von 50 M. herabgehen auf 44 M., und zwar derart, daß der Kutscher an Lohn 3 M., an Provision 5 Proz.= 10 M., zusammen 13 M. weniger erhält, dafür aber die Brauerei den Reisenden ganz bezahlen würde, mithin der oben angenommene Teilbetrag von 7 M. dem Kutscher wieder zu gute kommt, so daß sich das Erempel stellt: 5013+ 7= 44 m. Berücksichtigen wir, daß der Lohn eines Kutschers in andren Branchen in Berlin durchschnittlich nicht über 25 Mark hinausgeht und wird ferner berücksichtigt, daß der größte Teil der in Betracht kommenden Brauereien seit Jahren mit Verlust arbeitet, so wird jeder Neuestes! billig Denkende zugestehen, daß unsre Lohnreduktion sich in maßvollen Grenzen bewegt und die im Flugblatt der Lohnkommission gegen uns erhobenen Vorwürfe gegenstandslos sind. Allerneuestes! Burgstraße 22 Früher: Feen- Palaft. Besonders verwahren wir uns gegen den Vorwurf, daß wir den Kutschern gegenüber Revue in 5 Bildern von J. Freund. 8% ur. Riesen- Erfolg 8% uhr. tontrattbrüchig geworden sind, wir haben unsren neuen Tarif erst nach Ablauf der usanceMusik von Victor Holländer. Berliner Luft. mäßigen Kündigungsfrist eingeführt. Wir haben auch nicht, wie im Flugblatt behauptet wird, Gastspiel Julius Spielmann. Gastspiel Julius Spielmann. Gr. Operettenpoise mit Gesang und Verhandlungen mit den Fahrern abgelehnt, sondern sind in diese eingetreten. Erst dann Emil Thomas a. G., Henri Bender, Zwickel Zanz in 3 Akten von A. Rosée. Dir. R. Winkler. mußten diese abgebrochen werden, als die Fahrer Forderungen stellten, die weit höher als Unerreicht die bisherigen Lohnsätze waren, und dadurch jede Verhandlung als aussichtslos erschien. ist das neue Februar Programm. Nach erfolgter Anrufung des Einigungsamts durch die Kutscher wiesen die Brauereien die Gr. Wohlthätigkeits- Vorstellung Hand zur Verständigung nicht zurück; sie waren vor dem Einigungsamt ernstlich bemüht, zu zum Besten hinterlaffener Bitwen einer Verständigung zu kommen. Diese scheiterte in der Hauptsache nach dem Bericht des invalider Feuerwehrmannschaften. Berliner Lokal- Anzeigers"( Abendblatt vom Freitag), den wir hier wörtlich citieren,„ daran, daß die Kutscher ihr anfängliches Zugeständnis, für die Erhöhung des Bierpreises um 2 Pfg. pro Liter zu wirken, zurückzogen und von den Brauereibesizern neue Zugeständnisse verlangten." Eine Unterstützung der Kutscher in ihren Forderungen würde zum Schaden des konsumierenden Publikums führen müssen, da sich die Bewilligung dieser Ansprüche nur auf Kosten der Qualität des Bieres durchführen ließe. Morgen und die folgenden Tage: Mit glänzender Ausstattung: Der Camelien- Onkel. Sonntagnachmittag 32 Uhr: Charleys Tante. Luisen- Theater. Allerneuestes! Anfang 8 Uhr. Der Meineidbauer. Donnerstag: Gastspiel des Opern Theaters des Westen: Der Freischüz. Frid Frid, Fl. Siding, Hansi Reichsberg. Residenz- Theater. 300 Mitwirkende. Grandioses Ballett. Direktion: Sigmund Lautenburg. Abends 7, Uhr: Lutti.( Loute.) Schwank in 4 Aften von Pierre Beber. Deutsch von Mar Schönau. Morgen und folgende Tage: Lutti. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Seine Kammerzofe. Belle- Alliance- Theater. Allabendlich 72 Uhr: Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Trianon- Theater. Georgenstrasse, zwischen Friedrich- u. Universitätsstr. Die Liebesschaukel. Lustspiel in 4 Akten v. M. Donnay. Anfang 8 Uhr. Palast- Theater Donnerstag, den 12. Februar: Berliner Luft. Anjang 8 Uhr. Entree 50 Pf. SteidlLiniens straße 132. Theater Dranien burger Thor. Am Telephon. Buntes Theater ochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Drama in 2 Aufzügen. 8 Uhr: Cupido& Cie. Schwant mit Gesang und Tanz in 3 Aufzügen. Köpnickerstrasse 68. 1 Abends 8 Uhr: Bei gewöhnlichen Preisen: Zum 26. Male: System Aubert 2. Male: Kleines Theater.' Weanerin. Unter den Linden 44. Anfang 8 Uhr. Sonnabend, den 14. Februar, zum 1. Male: Lorenzo di Medici. Schwank in 3 Akten v. R. Rittner. Große Frankfurter Straße 132. Abends 8 1hr zum letztenmale: Nachtasyl. Carl Weiss- Theater. Apollo- Theater. Ilse Römer. Heute abend um 8 Uhr: Romantisches Schauspiel in 3 Aften. Donnerstag: Zum erstenmal: Das Nakiris Hochzeit fechte Gebot. Um 9 Uhr: Die neuen Specialitäten: Robert Steidl auf dem Hängeboden. New Original- Cake- Walk- Tänzer Neu In ( 3 Neger und 3 Negerinnen). Morgen: 8 Uhr: Frau Lona. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Frau Luna. allen Vorstellungen: elektrische Ballett. Das Casino- Theater Neu! Lothringerstr. 37. 8 Uhr abends: Neu! Sonnabendnachmittag 4 Uhr, Kindervorstellung: Die 7 Naben. Sonntagnachmittag 3 Uhr, Parkett 60 Bf.: Maria Stuart. U. Neues Programm! a. Unser Kakelnest. Urkomische Burleske. Letzte Woche: Familie Humbert. Entree 50 Pf. ( Vorverkauf 40 Pf.) Sperrfik 1 M. anssouci Jeden Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns " Berlin, den 10. Februar 1903, Die vom Streik betroffenen Weiß- und BrannbierBrauereien Berlins und Umgegend. Zu obiger Annonce zur Abwehr 5851 sieht sich die unterzeichnete Kommission veranlaßt, einzelne Behauptungen als nicht den Thatsachen entsprechend zurückzuweisen. Die Kutscher geben kein Mindermaß, sondern sind verpflichtet, um sich ihre Kundschaft zu erhalten, reichliches Maß zu geben. Infolgedessen vermindert sich auch der Prozentjak, welchen der Kutscher nach obiger Angabe verdienen soll. Wie vor dem Einigungsamt festgestellt werden konnte, sind von dem angeblichen Verdienst der Stutscher 40-50 Proz. für Mitfahrer, Reisende und sonstige Spesen, denn der Kutscher muß den ganzen Tag demnach nicht 50,00 sondern im günstigsten Falle 37,50 M. Norddeutsche Sänger. auf der Straße leben, in Abzug zu bringen. Der Netto- Wochenverdienst bei einem Umsatz von 200 m. beträgt Nach jeder Soiree: Tanz- Kränzchen. Auch ist die gesetzliche Kündigungsfrist seitens der Brauereibesiger nicht innegehalten worden; da die Kutscher vor dem Gesch als Handlungsgehilfen betrachtet werden, steht denselben eine sechswöchentliche KündigungsLott ist dot. frist zu, welche erst zum 1. April abgelaufen wäre. Sensationsparodie. Säle zu Festlichkeiten. W. Noacks Theater. Spandauer Brücke 3 Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Benefiz für Arthur Seelen. Der Herrgottschnitzer von Ammergau. Nach der Vorstellung: Familienball. Donnerstag: Luftschlösser. Wir geben gerne zu, daß die Einigungsverhandlungen daran gescheitert sind, weil die Kutscher mit der Berteuerung des Bieres nicht einverstanden waren. Dagegen haben sich die Seutscher lieber mit einer Lohnkürzung einverstanden erklärt, da unter der herrschenden Strise eine Berteuerung einfach unmöglich ist. Die Kutscher find überzeugt, daß nach dem neuen Tarif die Brauer fehr gut zurecht kommen können Deutsche Konzerthallen und werden die Arbeit nicht eher aufnehmen, bevor die Brauereibefizer denselben anerkannt haben. Da die Abnehmer hauptsächlich unter der Arbeiterbevölkerung zu suchen sind, würde diesen die Ver= teuerung recht hart treffen. Die Lohnkommission der Jungbier- Kutscher. Special- Ausschank der Berliner Bockbrauerei. Grosser Bock- Trubel. Um 10 Uhr abends Bernhard Rose- Theater Einzug Gambrinus Badstr. 58. Trudy u. Charles Atlessy. Mittwoch, ben 11. Februar 1903: Großer Erfolg! Unteroffizier Lehmann. Bonné! Cavalleria rusticana. Wochentags 8, Sonntags 7, Uhr. Neue Vorzugskarten, gültig vom Februar bis Mai, sind an den befannten Stellen und vormittags von 10-1 Uhr an der Kasse gratis zu haben. Der Erbförster. Trauerspiel in 5 Aften v. D. Ludwig. Anfang 8 Uhr. Nach der Borstellung: Tanz. Freitag: Gewonnene Herzen. Volksstück mit Gesang. Dienstag, 24. Februar( Fastnacht): Ein Sommerfest in der Jungfernheide. mit Gefolge. Königstadt- Casino. Holzmarktst. 72, Ecke Alexanderst. Täglich erstkl. Specialitäten- Vorstellung. Jed. Mittwoch, Sonnabd. und Sonntag Tanzkränzchen. Anf. Wochent. 8, Sonntags 6 Uhr. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Jeden Tag: Der schöne Max aus Franz.- Buchholz. Heute: Bockbierfest. Im Kaiser: Saal: Norddeutsche Sänger und Tanz. J. A.: A. Werner. Gratweils Bierhallen Theater u. Variété Kommandanten Straße 77/79. Direktion: Carl Haverland. Täglich: Gr. Vorstellung. Das grosse amüsante februar- Programm. Nur allererste Kunstkräfte. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Jed. Sonnabend, Sonntag u. Mittwoch nach der Borstellung: TANZ. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang: Sonntags 7, Wochentags 8 Uhr. diese Chambre: Bum Schluß, neu: garnisten!!! Burleske von Meysel. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Fellenhauer Gustav Hasse am 8. d. M. gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 11. Februar, nachmittag 3 Uhr, von der Leichenhalle des Nazaret- Kirchhofs in Reinickendorf( Berlinerstraße) aus ſtatt. Rege Beteiligung erwartet 111/16 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband ( Verwaltungsstelle Berlin). Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Max Christian am 6. b. M., gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 11. Februar, nachmittags 4 Uhr, auf dem Dankeskirchhof, Müllerstraße, statt. Rege Beteiligung erwartet 111/17 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Max Christian am 6. b. Mis. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 11. Februar cr., nachmittags 4 Uhr, von der Halle der Dantesfirchen- Gemeinde, Müllerstraße 71, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 111/18 Die Ortsverwaltung. Verein der Lithographen, Steindrucker und Berufsgen. Deutschl. Den Mitgliedern hierdurch zur Nachricht, daß unser Kollege, der Steindrucer Arthur Langer am 7. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 12. d. M., nachmittags 4%, Uhr, von der Halle des Heiligen Kreuz- Kirchhofes in Mariendorf aus statt. 21095 Zahlstelle Berlin. PrinzenHiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater Paul Spittler am Sonntag, den 8. d. M., sanft entschlafen ist. am Die Beerdigung findet Donnerstag, den 12. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes 21186 aus statt. Die trauernde Witwe Klara Spittler geb. Weichert nebst Kindern. Allgemeine Kranken- u. Sterbekasse der Metallarbeiter. Filiale Rigdorf. Am 8. d. Mts. verstarb unser Mitglied Paul Spittler. Die Beerdigung findet am Don nerstag, den 12. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. M Um rege Beteiligung ersucht 21136 Die Ortsverwaltung. Verein zur Wahrung d. Interessen der Maurer Berlins u. Umg. Am 7. Februar starb unser Mitglied Ferdinand Bodke an der Proletarierkrankheit. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Gethsemane Kirchhofes in Nieder- Schönhausen aus statt. Rege Beteiligung erwartet 129/4 Der Vorstand. Danksagung. Hiermit fage allen Freunden und Bekannten, die meiner lieben Frau Wilhelmine Riese geb. Kühn die lezte Ehre erwiesen, und für die so zahlreichen Blumenspenden meinen tiefgefühltesten Dank. 2106b Friedrich Riese. Für die vielen Beweise der Liebe und der Teilnahme bei der Beerdigung unfres lieben Bruders und Schwagers Hermann Fiedler jagen wir allen Freunden und Befannten, Hauptsächlich allen seinen Kollegen sowie dem Holzarbeiter Verband unsren verbindlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen Geschwister Fiedler sowie im Namen der Kinder Familie Amtage, Bernburg. Familie Fiedler, Staßfurt. Familie Hartig, Berlin. 21106 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Dr. Simmel, Str. 41. Zelfnahme bei der Beerdigung meines Specialarzt für[ 59/6 Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4. Frische Naturbutter.[ 20986 Netto 8 Pfd. 6,20 M. per Nachnahme. Otto Sievers, Friedrichshof, Ostpr. Jedes Wort: lieben Mannes, Tischler August Verband sowie feinen treuen UnterKüter, jage ich dem Holzarbeiterftüßungs- Kollegen der Werkstatt Baucke meinen herzlichsten Dank. 2115b Frau Küter nebst Kind. 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. 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Was damals fehlte, ist jetzt nachgeholt, nämlich die Angabe der Zahl der beteiligten Arbeiter. Es sind 29 verschiedene Arbeitszeiten festgestellt worden, doch heben sich sechs Hauptarbeitszeiten hervor, was die nachfolgende Zusammenfaffung veranschaulicht. Wöchentliche Arbeitszeit Zahl der Betriebe Stunden In denselben beschäftigte Personen In Prozent Betriebe Personen 48 139 166 3 794 2324 447 7 345 19 679 5,3 3,2 10,2 864 26 960 36,7 37,6 57 114 4 465 4,9 6,2 60 436 21 356 18,5 29,8 Unter 48 186 5 532 7,9 7,7 und über 60 2352 71 776 100 100 Die Arbeitszeit in den Betrieben und die Zahl der in denselben beschäftigten Personen. 4312 46 Branch en 877 Graveur und Ciseleur- Anstalten Klempnerei und Rohrlegerei. Kupferschmiederei Metallwarenfabrifen 481/2 49 50 50 นอน น อ มอง ด ว 223 8 442 3107 1 9 3 159 1 1 1901 161 6053 11 457 74 2294 5 439 102 1 42 ET ཙ| ༅| མ 2 396 533 3 34 90 77 298 98 3814 8 3 312 497 19 85 1 4 307 2689 2 2 T 8 ཁྐྲ|| 3 ༤ 刊 8 23 B 1 15 Chirurgische Branche Eisen- und Maschinenfabriken Schmiederei Ladirerei Elektrische Branche Leder: Sattlerei Textilbranche . Buchbinderei Albumfabrikation Tapezierer. Holz Möbeltischlerei Bautischlerei Diverse Tischlerei Holzbildhauerei Vergolderei Holzbearbeitung Bekleidung: Wäschefabriken Hutfabriken. Schuhfabriken Bau: Steinarbeiter Dachdecker 3 1 24 1 1. 78 3 63 1 24 75 972 930 8 66 2601 5 118 81819 120 6 8 15 40 2 26 11 709 40 2 1 2 223 9 7 10 2 dod 1818 T 255 T 21 2 99 2 80 343 50 4 63 3 10 3 2 5 59 1073 1 12 6 201 211 1 9 2 21 1 2 2 1 T 1 7 2 13 83 T 1 18 4 1 6 69 13 83 1 18 7 87 6245 15 T 1818691628 681 1 5218 6 2 1 73 1 5 3 15 11 284 9O 8 26 TTTTTT 2 118 1 2 265 8 20 20 1 3 148 205 3 124 11 47 1563 2 178 4 257 9 507 2 4 Ge 8 Bemerkenswert ist übrigens auch, wie gleichfalls aus der vorstehenden Zusammenfassung hervorgeht, daß für die kürzeren Arbeitszeiten 48, 51 und 52 Stunden die Verhältniszahl der beteiligten Betriebe größer ist, wie die Verhältniszahl der beteiligten Arbeiter. Das zeigt an, daß es kleinere Betriebe sind, die diese furzen Arbeitszeiten haben und dürfte darauf zurückzuführen sein, daß an ihnen solche Branchen stark beteiligt sind, in denen die Zusammenfassung sehr vieler Arbeiter in einem Betriebe nicht so stark hervortritt, wiewohl nicht verkannt werden soll, daß auch die Zufälligkeiten der Auswahl der untersuchten Betriebe eine Rolle dabei spielen können. Erstreckt sich doch die Untersuchung nur auf einen Teil der hiesigen Betriebe. Von 54 Stunden ant kehrt sich das Verhältnis um und ändert sich mit zunehmender Dauer der Arbeitszeit derartig, daß bei 60 Stunden die größten Betriebe beteiligt sind. Es find vor allem, wie ein Blick auf die große Tabelle zeigt, die großen Betriebe der Metallwaren-, der Eisen- und Maschinen- und der elektrischen Branche, die an der langen Arbeitszeit beteiligt sind, das sind diejenigen Betriebe, wo die weitgetriebene Arbeitsteilung die Verwendung vieler unqualifizierter Arbeiter gestattet. Da gegen sind fleinere Betriebe dieser Branchen ant der neunstündigen Arbeitszeit stark beteiligt. Da man gemeinhin die großen Betriebe dieser Branche doch wohl für leistungsfähiger halten kann wie die kleineren, so entsteht die Vermutung, daß das Herrentum dieser großen Betriebe ein größeres Hindernis der Arbeitszeit- Verkürzung ist wie Rücksichten auf die Produktion. Auch die Vermutung kann man aussprechen, daß die Arbeiter den größeren Unternehmern gegenüber ihre Forderungen schwerer durchsetzen können wie gegenüber den kleineren. Das zeigt auch die folgende Zusammen fassung, aus der hervorgeht, daß fast in drei Vierteln aller Betriebe nur bis neun Stunden täglich gearbeitet wird, während nur ein Viertel eine längere Arbeitszeit für nötig hält; es sind aber fast vier Zehntel aller Arbeiter an der längeren Arbeitszeit beteiligt. Arbeitszeit Arbeitszeit bis 9 Stunden über 9 Stunden Betriebe Personen Betriebe Personen 41 2 25 25 Absolute Zahlen In Prozenten 1 Nach Branchen betrachtet stellt sich die Höchstdauer der wöchent lichen Arbeitszeit bei den 1751 74,4 43 748 61,0 601 25,6 28 028 39,0 Buchbindern Dachdeckern Steinarbeitern Steinbildhauern Bautischlern Graveuren und Eiseleuren Holzbildhauern Tapezierern In allen übrigen Branchen auf 54 Stunden 56 " " 57 2P 60 " 1 und darüber Neben der Feststellung, daß die sofortige gesetzliche Festlegung einer zehnstündigen Arbeitszeit keinerlei Schädigung der Industrie" herbeiführen würde, ist das wichtigste Ergebnis der Erhebung die Konstatierung einer wüsten Anarchie der Arbeitsdauer. Weist sie doch nach, daß innerhalb derselben Branchen ein buntes Durcheinander der verschiedensten Arbeitszeiten üblich ist, gewiß der beste Beweis dafür, daß es vielfach rein äußerliche Gründe sind, die die Dauer der Arbeitszeit in einem Betriebe bestimmen, und keineswegs der Umstand, daß der Betrieb bei kürzerer Arbeitszeit nicht konkurrieren tönnte. Die Anzahl der verschiedenen Arbeitszeiten innerhalb einer Branche ist aus folgender Zusammenstellung ersichtlich: Möbeltischlerei Diverse Tischlereien. Holzbildhauerei Holzbearbeitung 0 Eisen- u. Maschinenfabr. Sattlerei Lithographie u. Steindruck Metallwarenfabr. Vergolderei. Elektrische Branche Tapezierer Wäschefabrik Lackierer. Graveure, Ciseleure. Chirurgische Branche Arbeitszeiten 13 Bautischlerei 12 • • Kupferschmiederei 12 Tertilbranche. 12 Buchbinderei 11 . Steinbildhauerei 11 Schmiederei Albumfabriken 9 @ 9 8 7 7 6 9448 Schuhfabriken. Steinarbeiter Klempner und Rohrleger Hutfabriken Asphalteure Dachdecker · Ledergerberei u. Zurichterei Arbeitszeiten 4 4 3 3 BB 322 Die Abteilung für Arbeiterstatistik beim reichsstatistischen Amte würde sich ein großes Verdienst erwerben, wenn sie sofort eine das ganze Reich umfassende Statistik über die thatsächliche Arbeitszeit in allen Betrieben in Angriff nähme, bei der allerdings auch die Scheidung nach Betriebsgrößen notwendig wäre. Sie würde den Beweis liefern, daß die gesetzliche Regelung der Arbeitszeit eine wirtschaftliche Notwendigkeit und die sofortige Begrenzung auf 10 Stunden durchaus möglich, daß aber die baldige Herabseßung auf 9 und 8 Stunden teinerlei Schädigung weder der Arbeiter, noch der Unternehmer verursachen würde. Zusammen Asphalteure Steinbildhauer Lithographen und Steindrucker Gerberei und Lederzurichterei 800 Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. eingenommen hat, wurde von anarchistischer Seite, namentlich von] diese Erscheinung mit einer bestimmten Krankheit in Verbindung Domela Nieutvenhuis, zu Angriffen und Vorwürfen gegen Polak stehe. Der Krante hat die Medikamente nur acht Tage benutzt und und die Socialdemokratie ausgenügt. Nun hat sich diesen Angriffen kam dann zur Erkenntnis, daß er beschwindelt worden sei, zumal ihm ein Kurhonorar von 125 M. abverlangt wurde. Sach= Zum Streit der Jungbierkutscher. Der Stand des Streits ist als gewissermaßen auch das Nationale Arbeiterfekretariat angeſchloſſen, verständiger Dr. Störmer erklärt, zu diesem Falle, daß die günstig zu bezeichnen. Bis jetzt fahren schon etwa 50 Kutscher Bier indem es an verschiedenen Plätzen der Stadt einen„ Protest" an- Medikamente ganz willkürlich ausgewählt worden, daß sie ganz ungevon solchen Brauereien, die bewilligt haben. Mehrere außerhalb des schlagen ließ, worin erklärt wird, daß selbst die Arbeiter- Abgeordneten" eignet seien. Was den Haarspiritus betrifft, so beträgt der HerRinges stehende größere Brauereien haben den Kutschern das Bier den Beweis erbracht hätten, die Interessen der Arbeiter nicht zu begreifen, stellungswert 19 Pf., der Arzneitagenwert 0,95 M. und 5 M. wurden zu Berlegerpreisen überlassen und sind letztere dadurch in die Lage und worin weiter die Gemeinde- Arbeiter auf ihr gutes Recht, die dafür verlangt. gesezt, ihre alte Kundschaft glatt bedienen zu können. Sollte die Arbeit einzustellen, hingewiesen und zum Kampf für ihre Rechte Während der Verhandlung der folgenden Fälle, bei denen wieder Lieferung dieser Brauereien nicht ausreichen, so planen die Kutscher aus aufgefordert werden. Der Protest, der von Van Ertel unter- viele undelikate Sachen zur Sprache kommen, erbitten und erhalten wärtiges Bier in den Handel zu bringen. Aus den Reihen der zeichnet ist, scheint um so weniger am Plake, da der Verband der zwei junge Damen Zutritt zum Zuhörerraunt, die sich auf der Kutscher ist noch niemand abtrünnig geworden. Bei der Kundschaft Gemeinde- Arbeiter gar nicht dem Nationalen Arbeitersekretariat an Dr. Kronheim beriefen und sich als medizinisch vorgebildet be= sind bereits über 20 000 Flugblätter verbreitet, wobei beobachtet zeichneten. ivurde, daß die große Mehrheit der Kunden mit den Streifenden gehört. Uebrigens wird die Haltung Polaks im Gemeinderat durch Die folgenden zur Erörterung kommenden Fälle bieten faft schon aus dem Grunde sympathisiert, weil sich letztere gegen die von die letzten Beschlüsse der Gemeinde- Arbeiter gerechtfertigt. alle dasselbe Bild. Die nicht persönlich untersuchten Patienten den Brauereibefizern geplante Erhöhung der Bierpreise gewandt Eine Versammlung von Eisenbahn- Angestellten, fühlen sich getäuscht, weil die Medikamente keinen Erfolg hatten, haben. einberufen vom Vorstand der Vereinigung von Eisenbahn- und obgleich Nardenfötter in einzelnen Fällen schrieb, die Patienten Die Stempelschneider in den Schriftgießereien haben ihren Arbeit- Straßenbahn- Personal, fand am Sonntag zu Utrecht statt. Sie war würden gebern folgende Forderungen eingereicht: 1. Stempelschneider im von mehr als 2000 Personen besucht. Nach Referaten von den ersten Jahre nach beendeter Lehrzeit erhalten einen Minimallohn Genossen Oudegeest und Troelstra wurde eine Resolution. Es hat sich in den meisten Fällen ein gereizter Schrifiwechsel entvon 22,50 M. 2. Alle andern dagegen einen Minimallohn von angenommen, worin die Haltung des Hauptvorstands in dem nun 28,50 M. 3. Für diejenigen, welche zur Zeit einen Lohn von 28,50 M. beendeten Streit gutgeheißen und der Wunsch geäußert wird, daß, und darüber haben, ist ein Aufschlag von 10 Proz. zu zahlen. nachdem so bald wie möglich die Einigung in der Organisation 4. Für Ueberstunden ist ein Aufschlag von 25 Proz. zu zahlen. herbeigeführt wird, an die Durchführung der Forderungen gegangen 5. Vollständig unentgeltliche Lieferung sämtlichen Werkzeuges. werden soll. Den Angriffen auf das Vereinigungsrecht der Eisen6. Die Lehrzeit für Stempelschneider beträgt vier Jahre und können bis zu 3 Gehilfen 1 Lehrling, bis zu 6 Gehilfen 2 Lehrlinge, bis zu bahnangestellten, die jetzt in der reaktionären Preffe so stark empfohlen 12 Gehilfen 3 Lehrlinge und darüber 4 Lehrlinge gehalten werden. werden, soll mit aller Energie entgegengewirkt werden. 7. Die Arbeitszeit richtet sich nach den jeweiligen tariflichen Abmachungen der Schriftgießer. Die Berliner Zahlstelle des Buchbinder- Verbandes hat laut Jahresbericht der Ortsverwaltung auch im vergangenen Jahre befriedigende Fortschritte gemacht. So betrug der Mitgliederbestand am Schlusse des vierten Quartals 1902 3786 gegen 3352 im ersten Quartal. An Einnahmen wurden erzielt für die Centralkasse ,, wie neu geboren werden". wickelt, wobei Nardenfötter außer den Honorarkosten auch noch AusImmer wieder wird durch Sachverständigen Dr. Stör mer festTagen für die Mahnbriefe, Schreibgebühren, Porto usw. beanspruchte. gestellt, daß lediglich auf Grund der Fragebogen stark wirkende Gifte verschrieben worden seien, obgleich die laienhafte Beantwortung der Fragebogen eine bestimmte Diagnose absolut nicht gestattete. Erster Staatsanwalt Dr. Pelz teilt mit: Nach einem ihm vorliegenden Attest aus dem Edelschen Heilinstitut für Gemütskranke zu Charlottenburg sei der Zeuge Dr. Manik, der trok seiner längeren Thätigkeit bei Nardentötter ein so günstiges Zeugnis für diesen ab= gegeben, vollständig der Morphiumsucht verfallen und es Der Streik der Fuhrleute dauert fort. Der Vorsitzende der Organisation hat zwar darauf verzichtet, wieder eingestellt zu werden, und damit wäre die erste Ursache des Streiks beseitigt; die nicht angezeigt erscheine, ihn weiter mit Bernehmungen zu behelligen. Streifenden aber wollen nicht auf die gestellten Lohnforderungen verzichten; eine Versammlung der Fuhrleute am Sonnabend beschloß die Forderungen aufrecht zu erhalten. = Die Bädergefellen von Amsterdam haben am Sonntag 43 206,26 M.; für die Lokalkasse 12 960,89 W. Der Vermögens beschlossen, in eine Lohnbewegung zu treten. In der Versammlung, bestand beträgt inklusive des Extrafonds 15 642,97 M. Die noch wo die Forderungen aufgestellt wurden, waren sowohl die Abteilung immer anhaltende wirtschaftliche Krisis stellte erhebliche Anforderungen Amsterdam des Bäckergesellen- Verbandes, als auch die römischan die finanzielle Leistungsfähigkeit der Organisation. So wurden katholische und die chriftliche Organisation vertreten, ferner die BrotArbeitslosen Unterstügung gezahlt 11 811,10. gegen 5693,45 M. im Jahre 1900, an gemaßregelte Kollegen ge- austräger, Depothalter und Backhausarbeiter. Die Meister wurden Tangten 553,30 M. zur Auszahlung. Obwohl es zu keinen auf Donnerstag zu einer Besprechung über die Forderungen eingrößeren Ausständen gekommen ist, so mußte die Ortsverwaltung geladen. Soch in einer Reihe von Fällen eingreifen, um durch die Organisation an V Tarifdurchbrechungen oder Lohnreduktionen in den verschiedenen Die Schornsteinfeger- Gehilfen Wiens stehen vor einem Streif. Branchen abzuwehren. Zur Zeit schweben noch Verhandlungen über Ihre Hauptforderungen sind: Ein Monatslohn von 60 Kronen, für die Errichtung eines paritätischen Arbeitsnachweises und hat bei das Abziehen der Rauchfänge 70 Heller, für das Ausbrennen der Abschlußz desselben eine Generalversammlung über die Frage end- felben 2 Kronen. Die Meister machen die Bewilligung der Gehilfengültig Beschluß zu fassen. Auf dem Arbeitsnachweise hatten sich als forderungen davon abhängig, daß der Gemeinderat die Stadt in arbeitslos 3487 Personen eintragen lassen. Offene Stellen waren Stehrbezirke einteilt, deren jeder einem Meister zugeteilt wird, so daß vorhanden 2981, besetzt wurden davon 2026. die Konkurrenz unter den Meistern, die zur Herabdrückung der Preise und damit der Gehilfenlöhne geführt hat, beseitigt wird. Die Mehrheit des Gemeinderats ist nicht für diese Neuerung. Die Gehilfen unterstützen den Antrag der Meister und wollen, wenn ihre Forde rungen nicht innerhalb acht Tagen bewilligt werden, in den Streik eintreten. Deutfches Reich. Der Streit der Steinbildhauer in Leipzig ist aufgehoben. Im Laufe der letzten beiden Wochen machte sich ein Zuzug von Arbeitswilligen bemerkbar, der zwar anfangs nicht erheblich war, in der letzten Woche aber einen solchen Umfang annahm, daß die StreifLeitung unter diesen Umständen eine Fortsetzung des Streits für aussichtslos hielt. So ist denn der Kampf, nachdem er 13 Wochen gedauert und fein Resultat gehabt hat, von den Streifenden eingestellt worden. = Polizeiliche Auskunfterteilung. Der„ Bergarbeiter Zeitung" wird aus Wanne geschrieben: Ein hiesiger Bergmann, Mitglied des Hirsch- Dunderschen Getverkvereins, gleichzeitig Agitator für genannten Verein, erhielt vom Generalrat folgendes Schreiben: Herrn H. H... Generalrat des Hirsch- Dunderschen Gewerkvereins. Hahn. Der Kurpfuscher- Prozeß. Siebenter Tag. Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Müller verkündet nach Eröffnung der Sizung als Beschluß des Gerichts dahin, daß die vom Angeklagten Nardenfötter gestellte Staution von 15 000 M. der Staatstaffe für verfallen zu erklären fei. Bertheidiger Rechtsanwalt Dr. Davidjohn kommt noch eins mal auf die Verhaftung des Angeklagten Dr. Kronheim zurüd. Inzwischen haben sich der Vater und die Frau desselben an ihn geNach amtlichem Ausweis der dortigen Poli- wandt und bieten eine von ihnen aufgebrachte Bürgschaft von 5000 zeiberwaltung gehören Sie dem alten Bergarbeiter- Mark für die Haftentlassung an. Erster Staatsanwalt Dr. Pe Iz Der Sachverhalt habe sich von Verbande" an. Diese Thatsache erscheint um so seltsamer, als Sie widerspricht der Haftentlassung. dieselbe bisher fortgesetzt bestritten haben. Die socialpolitische gestern zu heute in feiner Weise geändert, im Gegenteil seien weitere Richtung dieses Verbandes ist bekannt. Unter diesen Umständen Momente zu Ungunsten des Angeklagten hervorgetreten. Dem Anfönnen Sie unmöglich von uns mit Festreden betraut werden. geklagten, der die Kaution nicht selbst stelle, sei gestern als Ansicht Burg bei Magdeburg, den 15. Januar 1903. des Gerichts bedeutet worden, daß er der That dringend verdächtig sei und wahrscheinlich eine hohe Strafe zu vergewärtigen habe. Da durch sei ihm der ganze Ernst der Situation nahe gelegt worden und gerade dies könnte ihn zur Flucht veranlassen. Event. müsse aus drücklich erklärt werden, daß 5000 M. eine völlig ungenügende Raution wären. Rechtsanpalt Dr. Davidsohn: Der Angeflagte würde schwerlich seinen alten Vater schädigen. Er halte Erster übrigens die gestrige eidesstattliche Versicherung aufrecht. Staatsanwalt Dr. Pelz: Der Vater ist ein wohlhabender Mann, er bejizzt mehrere Häuser und eine vornehm ausgestattete Wohnung und der Angeklagte würde vielleicht kein Bedenken tragen, ihn in Der GerichtsHöhe von 2500 M. in Mitleidenschaft zu ziehen. hof beschließt nach kurzer Beratung, den Der Betreffende ist wie die Bergarbeiter- Zeitung" feststellt gar nicht Mitglied des alten Bergarbeiter- Verbandes", sondern nur Privatabonnent der Bergarbeiter- Zeitung", die er in seiner Eigenschaft als Hirsch- Dunckerscher Agitator lesen muß. Er hat also seinem Generalrat durchaus die Wahrheit gesagt, wenn er angab, nicht mit glied des alten Bergarbeiter- Verbandes zu sein. Aber- ein eigen tümliches Zeichen von gegenseitigem Vertrauen bei den HirschDunckerschen der Generalrat glaubt der Versicherung seines Agitators nicht, er hat ihn vielmehr im Verdacht, daß er heimlich einer dem Generalrat nicht genehmen socialpolitischen Richtung angehöre. Der Generalrat des Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereins ivendet sich vertrauensvoll an die Polizei, und diese würdigt das Per trauen, indem sie den Verdacht, den der Generalrat gegen seinen Agitator hegt, amtlich bestätigt! Die amtliche Auskunft ist aber thatsächlich falsch. Der durch dieselbe betroffene Bergmann hält cs schon deshalb nicht für möglich, daß die Polizei eine solche Auskunft erteilt haben könne und wandte sich fragend an den Amtmann. Hier wurde ihm schlankweg mitgeteilt, daß ein dahingehender Ausweis an den Generalrat erteilt worden sei und daß die polizeilichen Angaben ja auch zuträfen, da er( H.) dem fraglichen Bergarbeiter- Berbande angehöre. H. bestritt das und machte geltend, daß er nur Privatabonnent der Bergarbeiter- Zeitung" sei, aber gegenüber dem Ver: bande keine Rechte noch Pflichten habe. Dann sind Sie eben nur passives Mitglied!" erklärte der Beamte. " Diese Auffassung ist thatsächlich falsch, denn der BergarbeiterVerband kennt keine passiven Mitglieder. Wie ist nun aber die Polizei zu der Ansicht gekommen, daß der Mann Mitglied des Bergarbeiter Verbandes sei? Gemeldet konnte er doch als solches nach Lage der Sache nicht sein. Wichtiger aber ist die Frage: Wie kommt die Polizei dazu, einer Privatperson amtliche Auskunft darüber zu erteilen, ob eine bestimmte Person einer bestimmten Organisation angehört. Das ist durchaus nicht ihres Amtes. Nach diesen Vorgängen fann man sich denken, welchen Gebrauch die Polizei in Wanne und vielleicht auch in andren Orten jener Gegend von den Mitgliederlisten macht, die ihnen die Gewerkschaften einreichen. Was man dem Hirsch- Dunderschen Generalrat gewährt, wird man den Unternehmern schwerlich abschlagen. Husland. Haftenlassungs- Antrag abzulehnen. Die von dritter Seite angebotene Kaution biete feine Garantie dafür, daß der Angeklagte nicht die Flucht ergreife. Nach Ansicht des Ge richts liege gegen diesen ein dringender Verdacht der Beihilfe vor, die Kaution würde viel zu geringfügig und jedenfalls eine zehnfach höhere Kaution in diesem Falle nötig sein. Auf eine Frage des Verteidigers erklärt der Vorfizende seinerseits keine Veranlassung zu haben, eine Kautionssumme zu nennen. Rechtsanwalt Dr. Davidsohn beantragt auf Wunsch des Angeklagten, Herrn Der Angeklagte behaupte, daß die Ausführungen des Dr. Störmer Präsident: Sachverständiger Dr. Störmer wird bei einem demnächstigen Besuch in der Edelschen Anstalt nach dem Zeugen persönlich sehen. In einem Falle handelt es sich um einen Patienten, der an Hautfrankheit und einer offenen Wunde litt. Er ist auf brieflichem Wege und ohne weitere Untersuchung sofort auf Syphilis behandelt erhalten, darunter große Dosen Quecksilber und Jod. Jedesmal worden und habe in vier Sendungen 11 verschiedene Medikamente wenn er schrieb, das übersandte Mittel hilft nichts", hat er ein andres Mittel erhalten, ohne daß nähere Auskunft von ihm verlangt worden wäre. Verteidiger Rechtsanwalt Kempner macht darauf aufmerksam, daß der als Zeuge vorgeladene Apotheker Pieper noch immer nicht an Gerichtsstelle erschienen sei. Derselbe habe zwar heute dem Gerichte angezeigt, daß er krank sei und an Gerichtsstelle nicht vernommen werden könne. Diese Anzeige sei aber nicht ausreichend. Der Angeklagte lesper könne auf die Vernehmung derjenigen Apotheker, die den Versand für Nardenfötter übernommen hatten, nicht verzichten. Er beantrage deshalb auch noch die Vorladung des Apothekers Bartel( Immanuel- Apotheke) in der Prenzlauer Allee und des Apothekers Goldmann in der Dragonerstraße. Wenn Apotheker in Berlin zu erheblich höheren Gewinnen den Versand für einen Kurpfuscher übernahmen, so müsse dies doch zu Gunsten des Angeklagten les per sprechen, der fern von Berlin und ohne Entgelt lediglich aus Gefälligkeit für seinen Verwandten den Versand kurze Zeit übernommen hatte. Der Gerichtshof beauftragt Herrn Dr. Störmer, durch Untersuchung des Apothekers Pieper festzustellen, ob derselbe an Gerichtsstelle vernommen werden kann, oder zu Hause vernommen werden muß. Die Apotheker Bartel und Goldmann sollen zu morgen als Zeugen vorgeladen werden. Es folgt die Verlesung von Bekundungen von Zeugen, die von Nardenfötter völlig geheilt sein wollen. Ein Wasserbau- Inspektor in Kalbe a. S. erklärte bei seiner kommissarischen Vernehmung, daß er volles Vertrauen zu Nardenfötter habe und vollständig durch ihn geheilt worden sei. Da die Aussagen dieses Zeugen mit den Notizen im Krantenjournal nicht übereinstimmen, so soll der Zeuge sofort telegraphisch vorgeladen werden. Ein Mann, der außer seinem Namen nichts schreiben kann, will durch Nardentötter vollständig von der Wassersucht geheilt Dr. Störmer erklärt hierzu, daß er, ohne den worden sein. Mann vor sich zu haben, nicht bestimmen könne, was ihm gefehlt habe. Die im Krankenbuche verzeichneten Pillen seien ja stark wassertreibend und geeignet, bei nicht auf organischer Veränderung beruhender Wassersucht einige Wirkung auszuüben. Hier scheine es sich nur um eine vorübergehende Herzschwäche im Anschluß an Influenza gehandelt zu haben. Bestimmtes könne er aber in diesem wie in andren Fällen nicht angeben. Ein Vater berichtet, daß sein lungenleidendes Kind, welches von Aerzten schon aufgegeben worden, durch Nardenfötters Stur geDr. Kahnt erklärt auf heilt worden und jetzt völlig gesund sei. Befragen des Verteidigers: Es fomme ja gewiß vor, daß Leute, welche von Aerzten vergeblich behandelt worden sind, bei Naturheil fundigen, d. h. Nichtärzten, Heilung gefunden haben. Dabei dürfe man die Naturheilkundigen natürlich nicht mit den Kurpfuschern in einen Topf werfen. Hierauf wird die Verhandlung auf Mittwoch 9% Uhr vertagt. Lokales. Die Furcht vor dem Vorwärts" hat schon die wunderlichsten Blüten gezeitigt. Man weiß, wie erfinderisch Behörden, Anstaltsverwaltungen, Arbeitgeber usw. sind, wenn es gilt, nach Mitteln zu suchen, durch die sie wenigstens Prof. Dr. Laffar noch als Sachverständigen zu laden. innerhalb ihres eignen Machtbereiches der stetig wachsenden Verbreitung unires Blattes entgegenwirten zu manchmal nicht den Thatsachen entsprechen. tönnen sich einbilden. Dieser Kampf gegen die socialdemokratische Dem Herrn Vertheidiger wird es doch aufgefallen sein, daß auch der Presse hat sich noch immer wieder als erfolglos erwiesen. Er wird, Sachverständige Dr. Kahnt fast immer mit der Ansicht des je länger er dauert, desto ausfichtsloser, aber trotzdem sehen unsre Rechtsanwalt Dr. Davidsohn: Dr. Störmer übereinstimmt. Der Angeklagte hebt hervor, daß Dr. Störmer kein Sachverständiger Staats- und Gesellschaftsretter ihn lustig fort. Auch Verkehrsinstitute machen ihn mit, und zwar selbst private für Geschlechtskranke ist und als Gerichtsarzt doch nicht so in der Erster Staatsanwvalt: Dr. Pelz widerspricht der Institute dieser Art. Als vor jegt einem Jahre die Hochbahn Praris steht. Ladung noch eines Sachverständigen, da zwischen den Sach- ihren Betrieb eröffnete, gingen uns bald Beschwerden darüber zu, verständigen Dr. Störmer, Dr. Kahnt und Dr. Frank im allge- daß auf den Haltestellen an den Zeitungsverkaufsständen der„ VorRechtsanwalt wärts" nicht zu haben sei. Wir fragten an, ob denn ein Verbot ,. meinen in ihren Gutachten bisher übereinstinumten. eo tempner teilt mit, daß ihm von mehreren Aerzten, die im den„ Borwärts" auf den Haltestellen der Hochbahn zu verkaufen, ergangen fei und eventuell von wem. Zuschauerraum der Verhandlung beigewohnt haben, gesagt worden sei, daß die Ausführungen des Dr. Störmer nicht überall zutreffen. wortete damals, sie sei unschuldig an dem gerügten Mangel. Der Gerichtshof beschließt die Ladung des Prof. Dr. Lassar Die Direktion ant Von ihr sei kein solches Berbot erlassen worden und sie habe auch ein Interesse daran, den Verkauf des„ Vorwärts" auf den Halteſtellen ihrer Bahn zu hindern. Trotzdem blieb unser Blatt von den Hochbahn- Haltestellen verbannt und es ist dort noch heute nicht zu haben. als Sachverständiger, wobei er hervorhebt, daß in dieser Ladung in Die Lohnbewegungen in Holland. teiner Weise ein Mißtrauen gegen Herrn Dr. Störmer liegen solle. Die Lohnbewegung der Gemeinde- Arbeiter ist jetzt in ruhigere Der Gerichtshof habe schon bei Beginn der Verhandlung es für Bahnen eingelenkt. In den letzten Tagen der vorigen Woche haben wünschenswert erachtet, einen Obergutachter hinzuzuziehen, die in Nach jener von der Direktion gegebenen Darstellung mußte man sich Versammlungen verschiedener Kategorien der Gemeinde- Arbeiter Aussicht genommenen Herren haben aber die Uebernahme dieses dafür ausgesprochen, daß das Ultimatum, das den Behörden Amtes abgelehnt. Es wird fraglich fein, ob der vielbeschäftigte Prof. annehmen, daß der Bächter der Zeitungsverkaufsstände der Hochbahn entweder aus eignem Antrieb das die Bahn benutzende Publikum gestellt worden war, zurückgezogen werden sollte, oder, wie Dr. Lassar wird erscheinen können. die Gasarbeiter, dafür, daß die Frist für die Annerkennung Geheim- Katalog des Apothekers Henke zur Verfügung, von andrer Seite folgend den„ Vorwärts" in Acht und Bann gethan Der Vorsitzende stellt dem Gerichtshof zur Kenntnisnahme einen vor socialdemokratischer Lektüre zu bewahren sucht oder einem Druck der Forderungen auf 14 Tage verlängert werde. Am welcher von einer Zeitungsredaktion eingesandt worden sei. Darin Sonnabendabend fand eine Versammlung des Centralrates würden unzählige Mittel gegen viele Strankheiten, u. a. gegen die hat. Es scheint indes, daß die Direktion doch nicht so des Gemeinde Arbeiter Verbandes statt. Sie beschloß nach schwersten Leiden, wie Lungentuberkulose usw., zu ganz erorbitanten ganz unbeteiligt an diesem Kampf gegen unser gründlicher Diskussion über den Blatt ist. Wir erhalten Mitteilung von einem Utas, den die der Lohnbewegung, Preisen angeboten. von einem Ultimatum an den Bürgermeister und Hierauf wird die Beweisaufnahme fortgesetzt und es folgt zu Firma Conrad Lamberty, Fabrik automatischer RestaurationsMagistrat sowie an den Gemeinderat Abstand zunächst die Verlesung kommissarischer Bernehmungen in solchen Fällen, einrichtungen, Inhaber des automatischen Musterrestaurants Potsdamer Untergrund Bahnhof und der nehmen. Bürgermeister und Magistrat sollen aber unter Hinweis bei denen der Angeklagte Dr. Kronheim beteiligt ist. In einem Falle handelt es sich um einen Kranken, der gegen automatischen Ausschankbüffetts auf den Bahnhöfen der Hochauf den Ernst der Situation dringend aufgefordert werden, den eine auf Grund des Fragebogens tagierte Krankheit mehrere MediTermin anzugeben, bis zu welchem ein Beschluß über die vom Vertamente und eine Flasche Haarspiritus( lektere für 5 M.) zugesandt und Untergrund- Bahn" kürzlich erlassen hat. Darin werden band eingereichten Forderungen erwartet werden kann. Der Mann war durch eine lasterhafte Gewohnheit unter ausdrücklichem Hinweis auf einen von der Direktion Die Haltung, die unser Parteigeńosse Polat im Amsterdamer gesundheitlich herabgekommen und aus dem Fragebogen ergab sich, erhaltenen Wink die Angestellten des Restaurationsbetriebes Gemeinderat hinsichtlich der Lohnbewegung der Gemeinde- Arbeiter daß ihm auch die Haare ausgingen, ohne daß ersichtlich war, ob mit sofortiger Entlassung bedroht, sofern sie in dem Lokal der Stand erhalten hat. a 111 " Firma noch einmal bei der Lektüre des Bortvärts" betroffen werden. Der Utas lautet: " Da mir von der Direktion mitgeteilt worden ist, daß in meinem Lokal öffentlich der Vorwärts"( die Tageszeitung) gelesen worden ist, so ersuche ich Sie hierdurch, für die Zukunft dies zu unterlassen, indem ich Sie auf den Paragraphverweise, daß sämtliche Angestellten, die im automatischen Restaurant thätig sind, d. h. in meinen Diensten, sich der Gesellschaft für Hoch- und Untergrundbahnen, ebenso der königl. preußischen Eisenbahn- Direktion zu unterwerfen haben, und würde bei einem nochmaligen derartigen Fall sofortige Entlassung erfolgen, ebenso ersuche auch ich Sie, mit diesen Lektüren meinem Geschäftslokal fernzubleiben, wovon Sic gefl. Notiz nehmen wollen." Daß Herr Henke die Reklame Herrn Nardenfötter zum Trotz aus 15,20 M.( bei zehnstündiger Arbeitszeit) kommen durften, ist ihnen dem ff. versteht, zeigen folgende Anmerkungen im Katalog: jegt als Marimalgrenze 4,50 M. gesetzt worden; es bedeutet dies „ Diese Pillen befördern die Verdauung, erregen den Appetit, denna süt viele hundert Arbeiter eine Schädigung um 60 bis führen alle Unreinigkeiten des Körpers lebhafter ab 2c.... hierdurch 70 Pf. pro Tag. Erreichen die Arbeiter einen höheren Verdienst, Thatkraft und Heiterkeit wieder erlangt." wird das vorher schmerzlich vermißte Wohlbehagen, ja Lebenslust, dann werden die Suidne rücksichtslos herabgefeht. Daß träftigsten Sträutern des Morgenlandes() in der König daraus hervor, daß gewisse Stücklöhne, die feit langem feſt " Dieses aus den heil man es mit einem planmäßigen Vorgehen zu thun hat, geht Salomo- Apotheke bereitete Elixir hat sich durch seine vortreffliche standen, nun plößlich als vorübergehend genehmigt" bezeichnet Wirksamkeit und absolute Unschädlichkeit einen bereits 100 jährigen werden. Mit besonderer Bravour geht der Ingenieur Ruf und eine große Verbreitung, fogar im Auslande, erivorben." Barkow im Betrieb A. vor. Wie verlautet, soll die Anstrengung, Die Krankenkassen- Zeitung" meint zu diesem Schwindellatalog: welche die Arbeiter bei den ohnehin schon sehr niedrigen AccordWir sind begierig, ob und wie der Berliner Apothekerring in seinem fäßen unterliegen, die Krankenkasse ganz ungewöhnlich stark heißen und selbstverständlich stets selbstlosen Bemühen um einwand- belasten. freie Arzneiversorgung sich mit den geschäftlichen und wissenschaft- Die von dieser Maßregel betroffenen Arbeiter werden hinlichen" Grundsätzen der König Salomo- Apotheke befassen wird. Wer reichende Entschädigung darin finden, daß ihnen statt des genügenden Die Berufung auf die Direktion läßt vermuten, daß diese Gelegenheit hat zu beobachten, wie arme Krante in ihrer Ver- Lohnes nunmehr ein für alle Lebenslagen ausreichender Titel von selber den Wunsch und das Bestreben hat, der Verbreitung des Vor- zweiflung oft die letzten Pfennige für die unsinnigsten Mittel aus- staatswegen in Aussicht steht. Wie der französische Soldat den wärts" entgegenzutreten. Wir denken aber, daß sie dann wohl auch geben, der wird nicht anstehen, die Herausgabe einer derartigen Marschallstab im Tornister trägt, so trägt der Spandauer Staats die Fernhaltung des Vorwärts" von den Zeitungs- Verkaufsständen Preisliste" durch eine privilegierte Apotheke der Reichshauptstadt für arbeiter in seiner blechernen Kaffeekanne den Oberschlosser und ihrer Bahn nicht ungern sehen wird. Warum sich die Firma Lamberth einen Standal zu erklären." Obermaurer mit sich. Und bei der Aussicht auf so herrlichen Lohn auch noch auf die preußische Staatsbahn- Verwaltung Nachdem in dem jezt verhandelten Kurpfuscherprozeß die be- fann man schon für sich und seine Familie die Schmalzstullen etwas beruft, ist nicht recht verständlich. Die Hochbahn ist ja nicht Eigen denkliche Rolle aufgedeckt ist, die der Apotheter Hente gespielt hat, dünner schmieren. tum des Staates, sondern einer privaten Gesellschaft. Den An- ist die Behörde es ihrem Ansehen schuldig, einmal mit fester Hand gestellten dieses privaten Verkehrsinstituts ist zwar die Eigenschaft nicht schwer fallen, daß der Befizer der Apotheke zum König Salomo öffentlicher Beamten beigelegt worden, doch sind sie deshalb noch nicht der einzige ist, der in der geschilderten Weise auf die Dummteine preußischen Eisenbahnbeamten. Völlig neu ist uns aber, daß heit des Publikums spekuliert. selbst die Angestellten des Lambertyschen Restau= " " rationsbetriebes sich der königlich preußischen Eisenbahndirektion zu unterwerfen haben". " Die Polizei gegen die bürgerliche Frauenbewegung. Wegen Nicht= anmeldung einer Versammlung hatte sich Frau Minna Caner gemeinsam mit dem Inhaber des„ Hotels Garonia" seſtern vor dent Schöffengericht zu verantworten. Der Gerichtshof auf Freisprechung beider Angeklagten; der Staatsanwalt hatte 15 Mart Klopfpeitschen Christentum. Fromme Sehnsucht ziert den Geldstrafe beantragt. Die Führerinnen der bürgerlichen FrauenMenschen. Auch die Sehnsucht nach Brügeln steht der christlichen bewegung finden es skandalös, daß die Polizei ihre Versammlungen Demut wohl an, namentlich wenn die Prügel nicht einen selbst jetzt scharf überwacht. In der Generalversammlung des Vereins Offenbar handelt es sich hier nur um ein Phantasiegebilde der sondern andre treffen. War da in der Erziehungsanstalt Silo ah Frauenwohl war ein Polizeihauptmann mit einem Schußmann anwesend, Firma Lamberty oder der Hochbahndirektion. Wer zur Hunger- bei Pankow die Schwester Sophie, die streng aber gerecht über trotzdem die Vorsitzende darauf hinwies, daß nur interne Vereinspeitsche greifen will, wenn seine Angestellten den„ Vorwärts" lesen, die ihrer Gewalt überlieferten Mädchen ein gar scharf angelegenheiten zur Verhandlung stünden. Da die polizeiliche Ueberder soll doch selber die volle Verantwortung für seine Handlungs- Regiment führte. Als Schwester Sophie im September wachung dennoch aufrecht erhalten wurde, so hat der Vorstand des weise übernehmen.>) vorigen Jahres vor der Straffammer in Potsdam in Frauenwohl" eine Beschwerde an das Polizeipräsidium eingereicht. einer Diebstahlssache als Zeugin vernommen wurde, that fie Man kann es den Damen nicht verdenken, daß sie sich gegen Eine kapitalistische Heilfabrik. den denkwürdigen Ausspruch: Wenn ich schlage, dann schlage ich und eine Behandlung wehren, die aussieht, als ob die Polizei sie für schlage tüchtig!" Diese vom christlichen Empfinden getragenen Worte Socialdemokratinnen hält. Auch in seinen kleinsten Querschnitten weist das Leben die tamen aus dem Munde der frommen Schwester, als der Vorsitzende Nationalliberale Reichstags Kandidaten. Die NationalStruktur der großen gesellschaftlichen Verhältnisse auf. Während der sie über die Beschuldigung einer Angeklagten vernehmen wollte. liberalen wollen, wie die" Freis. 3tg." erfährt, diesmal in Berlin fapitalfräftige Heilprophet Nar denkötter, von Herrlichem Reise- Diese hatte gesagt, daß Schwester Sophie sie in eine Strafzelle ge- im ersten und zweiten Berliner Reichstags- Wahlkreise eigne Kandiwetter begünstigt, in irgend einem fernen Lande seine Freiheit ge- sperrt, fie dort völlig entkleidet und dann mit der Klopf- daten aufstellen. Im Jahre 1898 stimmten die Nationalliberalen nießt, ist sein bezahlter ärztlicher Arbeiter Dr. Kronheim vom peitsche auf sie losgeprügelt habe. Sie, die Angeklagte, int ersten Wahlgang für die Freisimmige Volkspartei. Der erste Lager einer schwerkranken Mutter in das Untersuchungsgefängnis wolle lieber ins Gefängnis, als nach Siloah zurück. Krafft Berliner Reichstags- Wahlkreis ist bekanntlich jetzt noch durch die gebracht worden. Allen Anträgen der Verteidigung entgegen Beispiele von ähnlichen Grausamkeiten. Die Aufsichtsbehörde konnte Ebing und andre Erforscher der Serualpathologie bringen Freisimmige Volkspartei vertreten. will man ihn wenigstens sicher behalten. Und das ist immerhin nicht gut anders als nach dem Bekanntwerden solcher AbscheulichEine Neuerung für den Briefverkehr. Zur Benutzung für das begreiflich. Denn von fünf Angeklagten ist einer schon vor feiten die Schwester Sophie aus der Anstalt Siloah entfernen. Publikum sind seit kurzem auf verschiedenen Postämtern Berlins der Verhandlung geflohen, ein zweiter hält sich vorsichtig im Hinter- Man sollte denken, die Frommen im Lande würden nach solcher Briefwagen aufgestellt nebst Gebrauchsanweisung. Letztere lautet: grunde, als dritter hat sich der Hauptangeklagte aus dem Staube milden Sühne still ihren Herrgott danken, daß die Sache für die Veim Wiegen von Brieffendungen bis 100 Gramm muß das Umgemacht, lange fann das so nicht fortgehen: So oft der Vorsitzende Prügelschwester so gnädig abgegangen. Doch die Frommen müssen schaltegewicht der Wage nach oben liegen; es gelten dann die die Häupter seiner Lieben zählt, immer sind sie weniger geworden. vom christlichen Erziehungswesen eigentümliche Begriffe haben. Zahlen oberhalb der Mittellinie. Für schwerere Sendungen, Wenn übrigens die Angabe des Staatsanwalts, daß sich die Eltern Frauen und Jungfrauen, die dem Nähverein für das Erziehungs- hierfür gelten die Zahlen der unteren Skala. Beim Ableſen der Dieser Tage berief ein Rechnungsrat Mangelsdorf diejenigen über 100 bis 500 Gramm, ist das Gewicht nach unten umzulegen; In Gewichtszahlen ist das Auge stets gerade auf den Zeiger zu richten. Zur Verhütung von Beschädigungen der Wage durch zu heftige Stöße sind über 250 Gramm schwere Gegenstände immer vorsichtig abzunehmen. den Thatsachen entspricht, geht auch einer der gewichtigsten der Entschuldigungsgründe verloren, den menschliches Mitleid für den Lohnsklaven des Kurpfuschers geltend machen konnte. Immer doch bleibt die Thatsache bestehen, daß Kronheim sich mit einem ProletarierJohn von 150 M. monatlich begnügen mußte, während sein Unternehmer Hunderttausende verdiente, die Thatsache ferner, daß er dieser Versammlung wurde lebhaft der„ nachteilige Umstand" betlagt, daß Schwester Sophie ohne stichhaltigen Grund" aus ihrer Stellung fortgenommen sei, und die Damen unterschrieben einhellig eine Protest resolution, welche die Forderung aussprach, die Aufsichtsbehörde möge Schwester Sophie in ihr bisheriges Amt zurüdverse gen. Es ist wohl nicht anzunehmen, daß diesem Christentvunsch Erimmer noch das glücklichere" Los unter 72 Bewerbern und zwei füllung winkt, da der Skandal dann doch zu arg werden würde. Aber Kollegen in seinem peinlichen Amte gefunden hat. Wenn die die sittliche Qualität der Frauen und Jungfrauen, die öffentlich einen Berufsehre der Aerzte so billig zu kaufen ist, dann handelt es sich solchen Wunsch zu Papier bringen, ist immerhin genügend gekennzeichnet. sichtlich und sicherlich um einen Notstand des Aerzteproletariats, Bemerkt sei noch, daß die Sympathie, die Schwester Sophie in ohne den diese ganze schmutzige Affaire nicht so leicht möglich ge- manchen Streisen genießt, auch eine gewisse materielle Unterlage hat. wesen wäre. Das Kurpfuschertum organisiert sich kapitalistisch Sie hat einzelne Lokalgrößen in Bantow mit billigem Dienstpersonal und übernimmt den approbierten Aerzten gegenüber die Rolle des versorgt, das dann auf Grund der Gesinde Ordnung nicht minder Schwizmeisters. Eine traurige Satire auf die Lehre jener, die im forsch geprügelt wurde, wie ehedem auf Grund der Anstaltsfreien" wirtschaftlichen Wettbewerb eine natürliche Auslese der ordnung. Tüchtigsten erblicken wollen. Abgesehen von den Erörterungen über die Verhaftung Kronheims bot die Dienstagsverhandlung wenig bemerkenswerte Momente. Selbst in Fällen, in denen Heilerfolge" erzielt worden sein sollen, handelt es sich um Zufälle", im besten Falle um sogenannte„ Roßfuren" mit ungeheurem Risiko. " " Nardentötters Helfershelfer. In etwa 800 000 Exemplaren haben unsre Parteigenossen in Berlin und den Vororten ein Flugblatt verbreitet, über dessen aufklärende Wirkung das Organ des Herrn Eugen Richter quittiert. In dem Flugblatt heißt es bekanntlich: " Die Kuppelei- Affaire. Die vier Supplerinnen, die dem Landmesser Steldt ihre Dienste Teisteten, hatten nicht immer fleine Quartiere inne. Im Gegenteil trugen die hübschen Wohnungen dazu bei, einen schändlichen Verdacht nicht aufkommen zu lassen. Die 44 Jahre alte Witwe Marie Remme betrieb ihren anfangs übernommenen Obsthandel seit zwei Jahren nicht mehr, leistete auch feine Fuhren mehr, obgleich ein Schild am Hause darauf hindeutet. Ihre im ersten Stock belegene Wohnung, von der möblierte Zimmer abvermietet werden sollten, diente den unlauteren Zwecken. Der Verkehr bei ihr war im Hause wohl aufgefallen, der Eigentümer hatte sich aber täuschen lassen. Die 42 Jahre alte Witwe Auguste Behde lebt mit einer jüngeren Schwester und einem zwölfjährigen Pflegefohn zusammen. In ihrer im zweiten Stock belegenen Wohnung wurde nichts bemerkt. Sie galt im Hause als Kassiererin für ein Weingeschäft. Die 39jährige Frau Alwine Küsel lebt in zweiter Ehe mit einem Kellner, der ein Sportkommissions- Geschäft betreibt. Auch hier wurde nichts Auffälliges bemerkt, obgleich der Mann oft geschäftlich abwesend ist. Diesem wurde am Dienstag In der Zeit des schwersten parlamentarischen Kampfes der der Zutritt zu seiner Ehefrau im Untersuchungsgefängnis versagt. wirklichen Boltsvertreter zeigte sich der Freisinn in seiner wahren Die 44jährige unverehelichte Luise Prozett wohut gleichfalls im Gestalt. Um bei den bevorstehenden Wahlen um die Stimmen ersten Stock. Ihre gut eingerichteten drei Zimmer follten zum AbDem Urteil, das etwa für den Sonnabend zu erwarten ist, Der Konservativen, Ultramontanen und Nationalliberalen buhlen zu vermieten dienen, haben aber dem Anschein nach unsauberen Zweden darf man mit ziemlicher Gelassenheit entgegensehen. Auch fönnen, beging der Freifinn unter der Führung Eugen Richters gedient. Die Prozell hatte angegeben, daß sie als Schneidevin ob Herr Nardenfötter erwischt oder nicht erwischt wird, den schimpflichsten Berrat an den Volksinteressen. Einer Dirne außerhalb ihrer Wohnung die Arbeiten herstellen lasse, und man ist verhältnismäßig nebensächlich. Ziveck der Strafe ist gleich warf der Freifinn sich der Reaktion in die Arme, um bei nahm an, daß die aus- und eingehenden Mädchen damit in Verbekanntlich entweder Vergeltung oder Besserung oder Unschädlichden Wahlen mit einigen Mandaten entlohnt zu werden. bindung standen. Der Herrenverkehr fiel wegen der laut Aushang machung. Auf den ersten dieser Zwecke darf man füglich verzichten, müssen es sein, auf welche im Gegensatz zu den wirklichen Vor- nahme des Hauses Neue Friedrichstr. 90, wurden die Bewohner Hierzu schilt die Freis. Ztg.":" Was für dumme Kerle zu vermietenden Zimmer nicht auf. In allen Häusern, mit Ausder zweite wird kaum zu erzielen sein, der dritte aber wird weniger gängen die Ausführungen des Flugblatts Eindruck machen können durch die Nachricht von dem Gewerbe der Frau überrascht. crreicht durch das Urteil und das Strafausmaß, als durch die Lehre, bei den bevorstehenden Wahlen, daß der Freisim unter Führung In der Kuppelei- Affaire find gestern die Vernehmungen zahl= die das Publikum aus diesem Prozeß zu schöpfen weiß. Den Eugen Richters den schimpflichsten Verrat an den Volksinteressen" reicher Zeugen im Polizeipräsidium und vor dem UntersuchungsRespekt und das Interesse, die die organisierten Arbeiter den Fort- begangen habe. richter fortgesetzt worden. Die Mädchen Grundel, Nitsche, Stelzerow schritten der Wissenschaft entgegenbringen, mag sich dabei überdies Daß Herr Richter die Socialdemokratie beschimpft, ist sein un- und Krause wurden einer Anzahl Herren gegenübergestellt, die in gegen alle Heilbeschwindelung als wirksames Schutzmittel für sie veräußerliches Menschenrecht, das wir ihm schon aus Pietät nicht den Quartieren der Remme, Zehde, Kiesel, Prozell und Heller verbeweisen. rauben wollen und dessen Ausübung seine eignen Parteigenossen kehrt haben sollen. Die Männer bestreiten es entschieden, mit zum Teil sogar für entschuldbar halten. Nicht hübsch und sehr minderjährigen Mädchen in Beziehungen getreten zu sein, wenn sie wenig gescheit ist es aber, daß der freisinnige Führer die Mitglieder auch den Verkehr in den Wohnungen der vier Frauen nicht in Abrede seiner Partei mit dem Titel„ dumme Kerle" belehnt. Denn stellen können. Der verhaftete Tayator Steldt behauptet nach wie Herr Henke, der Besizer der Apotheke zum König Salomo in seine eignen Parteigenossen waren es, die in Presse und Ver- vor, mit der Nitsche erst nach ihrem 14. Lebensjahre Umgang geder Charlottenstraße hat nicht allein dem jezt flüchtig gewordenen fammlungen gegen das Verhalten ihrer Bertretung im Reichstage habt zu haben. Die gegenteiligen Aussagen der jungen Mädchen Kurpfuscher helfend zur Seite gestanden, sondern auch auf eigne Protest einlegten und deren beschämende Taktik, wenn auch sowie zweier älterer Frauenspersonen, die mit der Remme beFaust Wunderheilmittel vertrieben. Die Deutsche Krankenkassen- mit andren Worten, so doch dem Sinne nach ebenso freundet waren, sind für den Beschuldigten schwer belastend. Der Beitung" macht auf einen Preiskatalog aufmerksam, der 104 Seiten klassifizierten wie die Socialdemokratie es am Sonntag in ihrem 43 Jahre alte Mann, der in kinderloser Ehe lebt, war etiva vor start in fünfter Auflage von dem erwähnten Apotheker herausgegeben Flugblatt gethan hat. Sollen wir die freisinnigen Versammlungen fünf Jahren durch eine gewisse Margarete Dänzer bei der Remme wird. Jm Biedermannston ist diesem Buche ein Vorwort beigegeben, alle aufzählen, in denen Resolutionen, welche das Verhalten der eingeführt worden. Auch dieses Mädchen sagt jekt gegen Steldt worin Herr Henke zunächst anzeigt, daß er die Ehre hat, für ver- Freiſsinnigen im Parlament billigen sollten, ausdrücklich abgelehnt aus. Dieser soll früher wiederholt geäußert haben, daß er sich das schiedene regierende und fürstliche Häuser zu liefern. Damn heißt es wurden und vielmehr das Verhalten der Fraktion so deutlich wie Leben nehmen würde, wenn sein sträflicher Umgang ans Tageslicht in der Anpreisung: Es liegt uns vollständig fern, durch diesen unter Freunden nur möglich getadelt wurde? Das Geschick des käme. Er wird jetzt scharf überwacht. Katalog irgendwo ärztliche Konsultationen zu erübrigen. Wir freisinnigen Führers, seine Partei zu ruinieren, verleugnet sich auch haben nur die Absicht, eine Uebersicht über Eine Flugschrift Enthüllungen zur Konizer Mordaffaire" ist die ge- diesmal nicht, und so hoffen wir denn, daß die Freisinnige Zeitung" bräuchlichsten inin- und ausländischen Specialitäten zu geben nicht minder wie unser Flugblatt ihr Teil thun wird, um eine gestern wegen Beleidigung der Konizer Untersuchungsbehörden bei und eine Anzahl empfehlenswerter Hausmittel namhaft zu machen. erkledliche Anzahl derjenigen Berliner Wähler, die bisher noch Herrn hiesigen Kolporteuren beschlagnahmt worden. Es wird heutzutage so vieles Minderwertige angepriesen, daß Richter Gefolgschaft leisteten, zu der einzigen Volkspartei, zur In dem Befinden der bei den letzten Bränden verunglückten Peres uns als eine Pflicht erscheint, einem weiteren Streise unsre nach Socialdemokratie zu befehren. fonen ist eine wesentliche Besserung eingetreten. Die zahlreich an den Principien moderner Wissenschaft zusammengesetzten Präparate bekannt zu geben." Sparsamkeit am unrechten Orte wollen die Freisinnigen, Rauchvergiftung erkrankten Feuermänner fönnen fast sämtlich schon wieder Dienst thun. Die Behandlung mit Sauerstoff, nicht nachdem ihnen das Schreckgespenst der Steuererhöhung vor In dem Preisverzeichnis sind es vorab Lebegreise, die gegen fräftige Bezahlung zu Kräften kommen sollen. Ganz ohne Bedenken Augen getreten ist. In einer Versammlung des Freisinnigen Vereinsohlensäure, wie es in einigen Zeitungen irrtümlich hieß, hat der Luisenstadt hielt Herr Dr. Langerhans vorgestern einen sich bewährt. Sauerstoff wird deshalb nicht nur auf allen Fenertann das Damiana Glegir gebraucht werden", das Herr Hente im Laboratorium seiner Salomo- Apotheke herstellen läßt. Vortrag, in dem er sagte, daß der vom Magistrat vorgeschlagene wachen bereit gehalten, sondern auch stets auf dem Mannschafts,, Vollkommen unschädlich Steuersatz von 108 Proz. wohl noch überschritten werden müsse. wagen zum fofortigen Gebrauch mitgeführt. Bei Unglücksfällen und von höchstem Wirkungswerte" Um dieser Gefahr zu wehren, schlug Herr Langerhans in Gemein- geben die Wachen den Sauerstoff gratis ab. kostet die Flasche nur fünf Mark aus dem Zusah: schaft mit andren namhaften Parteiführern vor, an den Volks- Erdichteter Raubaufall. Die Frau des Kaufmanns Stell fieben Flaschen 30 Mart ist zu schließen, daß es Massenkonsumenten bädern, deren Berlin leider noch viel zu wenige hat, zu sparen. macher, Winsstr. 12, gab ihrem Dienstmädchen Hedwig Schulz den dafür giebt. Doch Herr Hente denkt! leben und leben lassen und Es dürfe nicht vorkommen, daß für ein Boltsbad anderthalb Auftrag, einige in Töpfe gepflanzte Blumen in den Keller zu tragen. führt weiter an: Yohimbin- Spiegel, ein neues Präparat Millionen Mark ausgegeben würden, damit würde dem Sport und Sturz darauf kam die Schulz mit einer Schnur um den Hals und gegen Impotenz, 30 Gramm Lösung 15 M., 100 Tabletten 30 M. Ob„ Nervalin" Welt- Specialität! ebenso wirkt? Der Karton nicht der Volkshygiene Genüge gethan. Man schädige damit das Erde im Munde aus dem Keller zurück und sagte, daß ein fremder Geiverbe der Ladeanstalts- Besizer. Mann sie überfallen, ihr die Schnur um den Hals gelegt und Erde foftet nur 4 M.; es soll auch das einzigste Mittel gegen alle NervenEs ist freisinnige Art, antisocial zu handeln und daher in den Mund gestopft habe. Nach ernstlichen Vorhaltungen gestand leiden" sein. Liqueur Kraft kostet die Flasche 12,50 M., das ist start; noch stärker 18 M.: epochemachendes Radikalmittel; Erfolg finden wir den Vorschlag, an den notwendigsten Dingen Sparfam- fie später aber ein, daß sie selbst die Erde in den Mund genommen absolut sicher. Das feinste, wo Herr Henke hat, ist aber Eligier des Freisinns auch. Die Partei kann sich ein solches Verhalten unter Hause zu fahren! feit zu üben, erklärlich, wie manche andre volksfeindliche Handlung und die Schnur sich umgelegt hätte, um Gelegenheit zu haben, nach Godineau, Pariser Specialität, die Flasche 20 M., 3 Flaschen dem Schutz des Dreitlassen- Wahlunrechts ja auch leisten. Minder Arbeitslosigkeit hat den 54 Jahre alten Arbeiter Ernst HauptGegen das Heer der Geschlechtsleiden führt die 11. Ab- gut dürfte es ihr bei den Reichstags- Wahlen bekommen. manu aus der Wrangelstraße 62 in den Tod getrieben. Bis vor teilung dann noch ca. 25 diverse Präparate an. Für diese Kund- Lohnreduktionen sind in den Staatsbetrieben zu Spandau etwa einem Vierteljahre wurde er in den Allgemeinen Elektricitätsschaft ist wohl der Hinweis da, daß Sendungen nach auswärts an der Tagesordnung. Vorige Woche noch wurden die Arbeiter des werken beschäftigt; hier entlassen, fonnte er nirgends mehr ein nur unter dem Namen des Besitzers, ohne Bezeichnung der Apotheke, Feneriverks- Laboratoriums nicht wenig in Erstaunen gesetzt, als ihnen Unterkommen finden. Darüber wurde er mißmutig und schwergeschehen. ganz urplöglich eine allgemeine Reduktion der Accordlöhne au- mütig. Nach dem Mittagessen begab er sich auf den Hausboden, Weiter umfaßt in dem Preisverzeichnis die Abteilung Asthma gekündigt wurde. Während die Arbeiter der Lohnklasse III bisher angeblich unt Holz zu sägey, fehrte aber nicht zurück. Später fand 15 Mittel, außerdem fehlen nicht die Mittel gegen Haarschwund usw. im Accord noch bis zu einem Tagesverdienst von 5,10 M. bis ihn seine Ehefrau au einem Dachballen erhängt als Leiche auf. 50 W. 2 11 Die Stadtverordneten Versammlung hat sich in ihrer Sigung| Frauen bestellt werden. Die Austeilung von Zuwendungen an die im vorliegenden Falle für die Verbindlichkeit der Arbeitsordnung ant Donnerstagnachmittag 5 Uhr mit folgender Tagesordnung zu Armen wird Sache der Pfleger sein. Eine Reorganisation des ganz gleichgültig wäre, ob die Klägerin die Arbeitsordnung aus befassen: Aften betreffend die Wahl des Kaufmanns Groh, Blumen- Armenwesens unsrer Stadt hat sich schon längst als notwendig drücklich anerkannt habe. Es handle sich hier um einen Fabrikstraße 69, zum Stadtverordneten. Vorlage betreffend die Ver- herausgestellt. betrieb mit mehr als 20 Personen, wo nach den Bestimmungen der leihung von Raten aus dem Friedrichs- Gewerbe- Stipendium an Gewerbe- Ordnung eine Arbeitsordnung aushängen müsse, und in 13 Gewerbegehilfen. Berichterstattung des Ausschusses für schließt in seinen einzelnen Teilen wie folgt ab: Der Haupt- Etat in bloße Aushang, um die Arbeitsordnung für die Arbeiter verDer Charlottenburger Stadthaushalts- Etat für das Jahr 1903 folchen Betrieben genüge nach Ansicht des Gewerbegerichts der Rechnungsfachen über 31 Rechnungen, sowie über die Jahres- Einnahme und Ausgabe mit 25 742 700 W., der Kanalisations- Etat bindlich zu machen. Nachdem die Klägerin in dieser Weise vom abschlüsse für das Etatsjahr 1901 betreffend die Verwaltung der mit 1 159 700, der Etat der Ladestraßen mit 31 900, der Etat des Gerichtshof belehrt worden war, nahm sie die Klage zurück. städtischen Wasserwerke und des städtischen Abladewesens. Berichterstattung über die Vorlage betreffend die Lagerplatzes der Tiefbauberwaltung mit 565 000 M., der Etat des Einführung Elektricitätswertes mit 901 270 M., der Etat der Stiftungen, Ver- Die Feiertagsarbeit. Gegen die Herausgeber des artistischen neuer Bedingungen für die Gasentnahme aus den städtischen Gaswerken.-Vorlagen betreffend: dent Geschäftsbetrieb mächtnisse usw. mit 71 484 M. Der Etat der Gasanstalten weist im Fachblattes Das Programm" flagte Fräulein M. beim Berliner der städtischen Sparkasse, im Oktober- Dezember- Vierteljahr Ordinarium eine Einnahme von 5 780 123, eine Ausgabe von Gewerbegericht. Sie beanspruchte wegen unberechtigter plöblicher 1902, 5112 123 M., mithin einen Ueberschuß von 668 000 2. auf, während Entlassung eine Gehaltsentschädigung. Die Entlassung war erfolgt, die Teilung des Bezirks der 115b. und die anderweitige das Extra- Ordinarium dieses Etats in Einnahme und Ausgabe mit weil die Klägerin am Bußtag während der für kaufmännische GeAbgrenzung des Bezirks der 115 c. Armenkommission, die Vermietung der Kellerräume im Hause Stralauerstr. 58 unter dem allen Gebieten der städtischen Verwaltung gestiegen. Aus diesem Grunde fein wollte. An Sonntagen wurde niemals im Bureau gearbeitet, 1 691 423 M. abschließt. Die fortdauernden Ausgaben sind auf fast schäfte freigegebenen Stunden nicht im Bureau der Zeitung thätig Taywerte und den Bau eines Beamten- Wohnhauses im Park der Heimstätte für brustkranke Männer zu Gütergok. Antrag von beantragt der Magistrat, den Zuschlag zur Staatseinkommensteuer von am Bußtag( einem Mittwoch) hielt es der Chef für notwendig, weil Im Laufe der Mitgliedern der Versammlung betreffend leberfüllung der Berliner 97 auf 100 Proz. zu erhöhen und die staatlich veranlagten Realsteuern am Donnerstag die Zeitung herauskommen sollte. Krankenhäuser. Vorlage betr. die für Erwerbungen und mit einem Sage von 150 Proz. statt bisher 145,5 Proz. zur Ge- Berhandlung wurde die Zuständigkeitsfrage aufgeworfen. Da die Beschränkungen von Straßenland auf Grund von Entscheidungs- meindebesteuerung heranzuziehen. Die Unterverteilung des Real- Klägerin mit Maschinenschreiben, Stenographieren und mit dem beschlüssen oder richterlichen Entscheidungen im Vierteljahre Oktober- ftenerbedarfs auf die Gemeindegrund- und Gewerbesteuer soll nach Eintragen von Aufträgen in die Kladde beschäftigt worden ist, Dezember 1902 gezahlten Beträge. Drei Unterstützungsfachen.- den bisherigen Grundsägen erfolgen, nämlich in der Weise, daß die außerdem die Portotasse( wöchentlicher Umfab 300 M.) zu verVorlagen betr. den Ablauf der Wahlzeit je eines Bürger- Deputierten staatlich veranlagte Gewerbesteuer nur in Höhe des Zuschlages von walten hatte, so wurde sie vom Gewerbegericht als Comptoiristin, bei der Schul- Deputation und bei der Deputation für das städtische der Staatseinkommensteuer, also mit 100 Proz, belaftet und der als kaufmännische Angestellte angesehen. Das Gewerbegericht ivar Das Soll also unzuständig und konnte materiell die Sache nicht ent= Rest durch die Gemeindegrundsteuer aufgebracht wird. der staatlich veranlagten Gewerbesteuer hat von 360 800 9. auf fcheiden. Der Vorsitzende Dr. Meier gab jedoch der Meinung des 330 000 m. ermäßigt werden müssen. Die Gemeindegrundstener ist Gerichts dahin Ausdruck, daß die Beklagten im Unrecht seien. Wenn mit 2178 000 W. in den Etat eingestellt worden, und zwar ist dabei Sonntags- und Feiertagsarbeit nicht vertraglich vorgesehen der gemeine Wert der bebauten und unbebauten Grundstücke auf fei, dann läge es bei der freien Entscheidung des Arbeit960 Millionen Mark angenommen. Die Umsatzsteuer ist imm nehmers, ob er mm Gewerbegehilfe oder Kaufmann sei, Sonn- und 50 000 m., die Betriebssteuer um 1200 m., die Hundesteuer um deiertags während der zulässigen Zeit zu arbeiten oder nicht. Auch 4050 M. und die Einkommensteuer um 266 050 m. höher ver- der Bußtag komme als gefehlicher Feiertag in Betracht. anschlagt. Turn- und Badewesen. Ein Kindesmord beschäftigt die Charlottenburger Kriminalpolizei. Abends wurde im Flur des Hauses Wittenbergplatz 5, in braunes Badpapier eingewickelt, die Leiche eines neugeborenen Knaben gefunden, der durch Messerstiche in Hals und Kopf getötet worden war. Das Kind muß nach seiner Geburt noch mehrere Stunden am Leben gewesen sein. Man nimmt an, daß die Mutter die Thäterin gewesen ist. " Verfammlungen. Die geplante Einführung der Krankenunterstützung im MetallBom HauptEin schwerer Unglücksfall ereignete sich in der vorgestrigen Nacht Gemeindesteuern in Charlottenburg. Bezüglich der Erhebung in der Friedenstraße vor dem Hause Nr. 24. Als der am Görlißer der Gemeindesteuern stellt der Magistrat folgende Anträge: Ufer wohnende Tischler Hermann Franke, von einem Vergnügen a) Personen mit einem Einkommen von nicht mehr als 900 M. aus der Brauerei Friedrichshain kommend, die Straße am Friedrichs- werden von der Pflicht, im Rechnungsjahre 1903 Gemeindehain gegen 1 Uhr passierte, riß ihm plöblich ein Windstoß den Einkommensteuer zu zahlen, entbunden, b) die Gemeinde- arbeiter Verbande war am Sonntag Gegenstand einer eingehenden Hut vom Kopf und trieb ihn in die Friedenstraße hinein. Franke Einkommensteuer kommt in Höhe eines Zuschlages von 100 Proz. Besprechung zweier stark besuchter Versammlungen, die beide von rannte dem Hut nach und lief hierbei mit dem Kopf gegen die Seiten zur Staats- Einkommensteuer zur Erhebung, c) die Gemeinde- der Ortsverwaltung der„ Algemeinen Kranken- und Sterbekajje wand der Vorderplattform des Straßenbahnwagens 2289 der Ring- Grundsteuer ist in Höhe von 2,27 Proz. des gemeinen Wertes der Metallarbeiter" einberufen waren. Zeptere, eine eingeschriebene bahnlinie, und zwar mit solcher Gewalt, daß er zu Boden stürzte der bebauten und unbebauten Grundstüde und d) die Gemeinde- Hilfskaffe mit dem Sih in Hamburg, existiert seit circa 25 Jahren und mit dem Stopf unter die vordere kante der Plattform geriet. Gewerbesteuer unter Berücksichtigung des Beschlusses zu e in Höhe und hat in Deutschland ungefähr 900 Filialen mit annähernd Zwar gelang es dem Fahrer, den Wagen fast augenblicklich zum eines Zuschlags von 100 Broz. der staatlich veranlagten Gewerbe- 100 000 Mitgliedern. Jm Metallarbeiter- Verbande hat sich nun Stehen zu bringen, so daß Franke nicht überfahren wurde, er hatte steuer zu erheben, und zwar zu c und d mit der Maßgabe, daß der die Ansicht Bahn gebrochen, außer der Arbeitslosen- auch die Krankenjedoch infolge des Anpralls einen Schädelbruch erlitten und mußte Ertrag beider Steuern zusammen einem Sage von 150 Proz. der unterstübung von Verbands wegen einzuführen. in besinnungslosem Sustande nach dem Krankenhause Friedrichshain staatlich veranlagten Realsteuern gleichkommt, e) die Warenhaus vorstande ist bereits eine diesbezügliche Vorlage in der" Metallgebracht werden. steuer wird zur Erleichterung des Gewerbesteuer- Solls der Gewerbe- arbeiter- Zeitung" veröffentlicht worden, über welche die zu Pfingsten Theater 2c. Im Bunten Theater wird Sonnabend der Steuer- Klasse IV verwendet, so daß alsdann die niedrigsten Säge von in Berlin tagende Generalversammlung des Verbandes Beschluß Rittersche Schwant„ Lorenzo di Medici" zum erstenmal aufgeführt. 4, 8, 12 und soweit der Betrag reicht- auch noch von 16 9. fassen wird. In der Begründung der Vorlage wurde unter anderm Jin Schiller- Theater wird gegenwärtig das Luftspiel außer Hebung bleiben, f) die Betriebssteuer wird in Höhe von auch darauf hingewiesen, daß es notwendig sei, auch denjenigen Wohlthätige Frauen" von Adolf L'Arronge einstudiert. Das Stüd 100 Broz. der festgesetzten Betriebssteuer erhoben, g) die Gemeinde- Metallarbeitern eine Krankenunterstüßung zu sichern, die von der gelangt in der nächsten Woche zuerst im Schiller- Theater N. Umsatzsteuer kommt in Höhe von 1 Proz. des Umsagwertes der be- Allgemeinen Kranken- und Sterbefasse" wegen förperlicher Mängel, Friedrich Wilhelmstädtisches Theater) zur Aufführung. Im bauten und unbebauten Grundstücke zur Erhebung, und h) die nach geschädigter Gesundheit usw. gar nicht aufgenommen werden, und Central Theater ist heute die hundertste Vorstellung von dem Maßstabe des Gebäude- Nuzungswertes zu erhebende stanalisations- deren sind nicht wenige. Den Standpunkt der Mitglieder der„ Allmeinen Stranten und Sterbefasse" gegenüber dem Vorschlage des Madame Sherry". Jeder Besucher erhält ein Souvenier. gebühr wird auf 1 Proz. festgesetzt." Verbandsvorstandes legt eine Resolution flar, in der zwar anerkannt " Madame Sherry" wird nur noch bis Dienstag, 17., gegeben, da wird, daß die Metallarbeiter neben der zwangsweisen Versicherung am 19. das Gastspiel des Wiener Operetten- Ensembles beginnt. noch einer freiwilligen Strankenversicherung angehören müssen, um In der am kommenden Sonntag, den 15. d. M., mittags 12 Uhr, im Erkrankungsfall die notwendigsten Ausgaben bestreiten zu können; stattfindenden Matinee der Modernen Bühne", die im Bunten sie erkennen aber nicht an, daß es zweckmäßiger für die BerufsTheater" stattfindet, gelangt der Traum eines Herbstabends", ein kollegen sei, die Krankenunterstübung im Metallarbeiter- Verbande dramatisches Gedicht von d'Annunzio, deutsch von Linda v. Lützow, einzuführen resp. ihre Kasse zu Gunsten des letzteren aufzulösen. mit Frau Rosa Bertens in der Hauptrolle zur Darstellung. Denn: I. würde die Einführung der Krantenunterstüßung im Metallarbeiter- Verbande der letztere den Charakter einer Stampfesorgani fation verlieren resp. würde er wesentlich eingeschränkt werden. II. ist es nach den Bestimmungen des§ 28 des Hilfskaffengefezes und dem§ 36 unsres Kassenstatuts ganz unwahrscheinlich, daß sich in einer Generalversammlung unsrer Kasse/ der Delegierten bereit finden sollten, einem Antrage auf Auflösung der Kasse beizustimmen. Geschehe es aber dennoch, dann hätte man einen ungewissen Zustand beschlossen, und die erworbenen Rechte der Mitglieder wären ohne genügende Gegenleistung illusorisch gemacht. III. muß darauf hingewiesen werden, daß eine Staffe bei Erhebung von mäßigen Beiträgen nur eristenzfähig sein fann, wenn beschränkende Bestimmungen in Bezug auf den Gefundheitszustand und die Altersgrenze bei der Aufnahme neuer Mitglieder mitwirken. Diese unangenehmen, aber Die Deutsche Gesellschaft für voltstümliche Natur funde veranstaltet heute abend 8 Uhr im Vortragssaal des Deutschen Kolonial- Museums, Alt- Moabit 1, einen Vortrag. Herr Professor Dr. D. Warburg spricht über den Stand der Kulturen in unfren Kolonien"( mit Lichtbildern). Im Anschluß an den Vortrag findet eine Besichtigung der Sammlung landwirtschaftlicher Produkte der Kolonien im Kolonial- Museum statt. Hus den Nachbarorten. Im Charlottenburger Volkshaus veranstaltet die Direktion des Schiller Theaters am Donnerstag, den 12. Februar einen Heine Abend. Beginn pünktlich 8½ ühr. Eintrittspreis nebst Programm und Garderobe 0,40 m. Nowawes In der Nacht von Sonntag auf Montag brachen Diebe in den Laden unsres Genossen Wilhelm Jappe ein, der in der Friedrichstraße neben einer Schuhmacherei einen Handel mit Partei schriften, Cigarren zc. betreibt. Die Spitzbuben drangen vom Hofe aus durch ein Fenster in die Werkstelle und gelangten von hier aus in den Laden, da fich die Wohnung des Bestohlenen in der ersten Etage befindet. Sie entwendeten aus einem Schrank sämtliche dort zum Verkauf aufbewahrten Eigarren, Cigaretten, Ansichtskarten ze.. fowie aus der Ladentaffe einiges Wechselgeld und Briefmarken. Auch eigneten sie sich aus der Werfstelle einige Stücke Leder und ein paar Stiefel an, welche dem Genossen Jappe zur Reparatur übergeben waren; dagegen ließen sie die ebenfalls in dem Schrank liegenden Parteischriften unberührt. Dem Bestohlenen erwächst durch diesen Diebstahl ein Schaden von ca. 40 W. Vermischtes. Feuerbericht. In der Nacht zum Dienstag hatte die Wehr Johannisthal. Unter eigentümlichen Umständen hat die Gemeindelängere Zeit in der Stoppenstr. 27 zu thun. Hier waren in dem vertretung den Anfauf von zwei den Trüßschlerschen Erben gehörigen Seller einer Seifenfabrik durch Unachtsamkeit vor der Heizungs- Grundstücken beschlossen. Der Kreisausschuß hatte den Beschluß der anlage Kohlen in Brand geraten, der bei Ankunft der Wehr schon Bertretung, ein zwischen der Kaiser Wilhelm- und Bismarckstraße eine größere Ausdehnung erlangt hatte. Es mußte daher auch gelegenes Grundstück zum Preise von 150 Mart pro Quadratrute tüchtig Waffer gegeben werden, um die Flammen zu ersticken. Die zur Anlage einer Pumpstation anzukaufen, wegen der Höhe des Aufräumungsarbeiten nahmen dann noch über eine Stunde in An- Preises die Genehmigung versagt und der Vertretung empfohlen, für uns notwendigen Bestimmungen würde der Verband aus allspruch. Zur ſelben Zeit mußte in der Sebastianstr. 71 im dritten das Trüßschlersche Grundstück hinter dem sogenannten Badofengrundstüd gemeinen Rücksichten fallen laffen müſſen. Das wäre ein Zugmittel, Stock ein Feuer beseitigt werden, das den Fußboden und die Balken in der Friedrichstraße zum Preise von 50 Mart pro Quadratrute welches dem Verbande neue Mitglieder zuführen würde, aber insbesondere solche, bei denen die Voraussetzungen zur Aufnahme in Tage ergriffen hatte. Kleidungsstücke und Möbel gingen abends zu erwerben. Um dies Grundstück aber nuzbar zu machen, eine andre Stranfenfasse nicht mehr vorhanden sind. Dies hätte 10 Uhr in der Arndtstr. 28 in einer Wohnung in Flammen auf, mußte das davor liegende Backofengrundstück, ein zwischen zur Folge, daß die jetzt bestehenden Beiträge nicht ausreichten; sie während in der Großbeerenstr. 18 Wäschestüde Feuer gefangen zwei bebauten Grundstücken liegender Streifen von 7 Meter Breite, au- müßten erhöht werden oder man müßte nach kurzem Bestehen das hatten. Nach der Auguststr. 5 wurde die Wehr kurz vorher ge- getauft werden und zwar zum Preise von 60 m. pro Quadratrute. Begräbnis der Unterstüßungskasse vorbereiten. rufen, weil hier Matratzen und Betten in Brand geraten waren, Munt haben aber an den auf diesem Streifen befindlichen Backofen In beiden Versammlungen wurde lebhaft für und wider ge= dessen Ablöschung indes bald erfolgen konnte. In der Gerichtstr. 32 10 Kolonisten die Berechtigung zum Backen und verlangen als Ab- sprochen, schließlich fand aber die Resolution Annahme mit der Zumußte vorher ein Schornsteinbrand beobachtet werden. Alarmierungen, findungssumme den Betrag von 2200 M., welche Summe die Ge- fügung, nur für solche Delegierten eintreten zu wollen, die sich auf die außerdem in den letzten 24 Stunden nach der Oranienstr. 13, meinde ebenfalls nachzahlen müßte. Hierdurch erhöht sich aber der der Generalversammlung gegen Einführung der obligatoriWinsstr. 66 und noch nach einigen andren Orten erfolgten, waren Preis von 60 auf 133 M. Aus diesem Grunde verwarf die Ver- fchen Krantenunterstützung im Verbande erklären. auf ganz unbedeutende Brände zurückzuführen, die ein Eingreifen der tretung den Antrag des Gemeindevorstandes, die beiden GrundWehr nicht erforderten. stücke anzukaufen und die Abfindungssumme ebenfalls Centralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen DeutschEinen Antrag des Genossen Mann, beide Grundstraße 20: Reuter- Abend. Recitation von Fel. Anna Hedeler. Gäste find lands, Berzirk Berlin. Mittwochabend 9 Uhr, Arminhallen, Kommandantenzahlen. stücke zu einen annehmbaren Preise zu verkaufen und die Abfindung willkommen. mit den zehn Kolonisten den Trühschlerschen Erben zu überlassen, ließ der Gemeindevorsteher nicht mehr zur Abstimmung kommen. Als num hierauf die Vertreter Schmidt und Ostwaldt in der Meinung, daß mun die Sache abgethan sei, die Sizung verlassen hatten, erklärte der Vertreter Kuhrt, er habe den Antrag des Ge- Die Springflut, welche die französischen Freundschafts meindevorstehers nicht verstanden. Er ersuchte um nochmalige Ab- Inseln heimgesucht hat, soll zehntausend Menschenleben, darunter ftimmung über den Antrag des Gemeindevorstandes, dessen Annahme auch einige europäische vernichtet haben. Sie wird mit der Katanach der Entfernung von zwei Gegnern sicher war. Man stimmte strophe verglichen, die 1889 im Hafen von Apia unter andren zwei getrennt über den Ankauf und die Zahlung der Abfindungssummen deutsche Striegsschiffe zerstört hat. Der Gouverneur von Tahiti verMilitärische Ruhestörung. Aus Spandau wird uns berichtet: ab, welch' letterer Antrag mun von dem Schöffen Mitsching gestellt langt dringend Geld und Nahrungsmittel für die leberlebenden der In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag, etiva um 21 Uhr, Beide Anträge wurden denn nun auch angenommen. Für heimgesuchten Inseln. wurden die Bewohner der Schönivalderstraße durch einen militärischen die Zahlung der Abfindungssumme aus Gemeindemitteln stimmte Fadelzug, den etiva 30 Offiziere unter Borantritt eines Mufifcorps auch der Schöffe Knape, der von dieser Summe ebenfalls sein Teil aufführten, aus ihrer Nachtruhe gestört. Der Fadelzug galt einem erhält. Borgesetzten der Offiziere, der zum General befördert sein soll, und der im Hause Schönwalderstraße 26 wohnt. Vor diesem Hause erreichte der Lärm denn auch seinen Höhepunkt. Nach der Ovation zogen die Offiziere in derselben lärmenden Weise wieder Unzuständigkeit des Gewerbegerichts. Der Fahrstuhlführer 3. worden. Das Motiv zu der schauerlichen That ist darin zu suchen, nach dem Kasino zurück, wo sie offenbar bereits die Beförderung ihres verklagte die Besizerin mehrerer Häuser beim Berliner Gewerbe- daß Degen dem Mädchen die Ehe versprochen hatte, trotzdem er Vorgesetzten durch ein solennes Festmahl nach Gebühr gefeiert hatten; gericht auf Gewährung einer Lohnentschädigung wegen unberechtigter nicht die Absicht hatte, es zu heiraten. Um sich min seiner ihm undrei Nachtwächter, die am Eingang zur Mittelstraße sich zufammen- Entlassung. Vor der Kammer 8 des Gerichts wurde festgestellt, bequem gewordenen Braut zu entledigen, wurde er zum Mörder. gefunden hatten, trauten sich offenbar nicht, den ruheftörenden Offizieren daß die Arbeitgeberin des Klägers selber keinen Gewerbebetrieb hat, entgegen zu treten. Ein über die Störung seiner Nachtruhe er fondern nur Hausbesitzerin ist. Der Fahrstuhl dient kediglich dazu, Sungersnot ausgebrochen. Da man den Ausbruch von HungerHungersnot in Dalmatien. Im nördlichen Dalmatien ist eine grimmter Bürger läßt sich über den Vorfall im freisinnigen Anz. Lasten an die Mieter des Hauses zu befördern. Der Gerichtshof typhus befürchtet, hat sich ein Hilfskomitee zur Linderung der Not f. Savell." wie folgt vernehmen:" In verflossener Nacht, um 2% Uhr stellte sich auf den Standpunkt, daß das Gewerbegericht nicht gebildet. wurde ich und mit mir wohl noch viele Bewohner der inneren Stadt zuständig sei, weil es fich hier wegen der privaten aus dem Schlafe geschreckt durch gellende Trompetentöne. Eine Gesell- Stellung der Arbeitgeberin nicht um eine gewerbliche Streitigkeit schaft hat es wohl darauf abgesehen, die Nachtruhe ihrer Mit- im Sinne des§ 1 des Gewerbegerichts- Gesezes handle. Auf Anbürger zu stören, und zog nun mit voller Beleuchtung( augenschein- raten des Gerichtshofes nahm der Kläger die Klage zurück, um beim lich von Fackeln herrührend), die Straßen entlang und spielte ihre Amtsgericht zu flagen. schrecklichen Weisen. Eine halbe Stunde später wiederholte sich das gleiche Schauspiel. Sollten die Nuheftörer, was doch anzunehmen ist", zur Anzeige gebracht sein, so wäre eine eremplarische Strafe wohl am Plaze!" Wenn sich der gute Mann hierüber mir nicht täuscht. Groß- Lichterfelde. Die Versammlung des Wahlvereins findet heute abend 8 Uhr, im Lokal von E. Richter, Chausseestr. 104, statt. Tagesordnung: Vortrag. Diskussion und Verschiedenes. " ivar. Sociale Rechtspflege. Ein Mordanschlag wurde in Kassel verübt. Der Husarenunteroffizier Degen kam in Begleitung seiner Geliebten nachts von einer Festlichkeit und machte mit ihr einen Spaziergang am FuldaUfer. Plößlich umfaßte er das Mädchen und warf es von der hohen Nondelmauer am Justizplatz in die Fulda. Das Mädchen wurde, wenn auch schier verlegt, gerettet, der Unteroffizier ist festgenommen Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. F. 2. 31. Eine Erhöhung der Invalidenrente ist ausgeschlossen. Es Erbschaft A. F. 12. muß Ihr Bater Armenunterſtüßung beanspruchen. Die Miterben müssen in den Verlauf willigen. Wenn sie sich dazu nicht freiwillig verstehen, müssen Sie auf Erteilung der Einwilligung flagen. Zustände nicht gefallen zu lassen. Wenden Sie sich an das zuständige Wenden Sie sich an einen Anwalt. Hauswirt. Sie brauchen sich solche Polizeirevier. W. N., Elsholzstraße. Sie können den zur Anschaffung eines neuen Bettes erforderlichen Betrag verlangen. Das alte Bett brauchen Sie nicht zurückzunehmen. Die Arbeitsordnung. Die Arbeiterin W. flagte beim Gewerbegericht gegen die Firma Ihring u. Fahrenholz auf Zahlung einer ohnentschädigung von 30 M., weil sie ohne gesslichen Grund plößlich entlassen worden sei. Der Vertreter der Beklagten berief sich auf die in den Druckereiräumen aushängende Arbeitsordnung, Schöneberg. Eine Neuordnung des städtischen Armento e fens durch welche die Kündigungsfrist ausgeschlossen wird. Die Klägerin wird jezt vom Magistrat vorgeschlagen. Es soll eine Armendirektion, habe auch die Arbeitsordnung durch Unterschrift anerkannt. Die bestehend aus drei Magistratsmitgliedern, sechs Stadtverordneten und Klägerin wandte dagegen ein, daß ihr bei Vorlegung des betreffenden drei Bürgerdeputierten eingerichtet werden. Die Stadt wird in Buches mur gesagt worden sei, sie solle fich einschreiben. Sie habe soviel Armenbezirke eingeteilt, als es Stadtbezirke giebt. An der dann ihren Namen hinter viele andre Namen geschrieben, ohne daß Spitze jedes Bezirks steht ein Armenvorsteher, welchem eine Anzahl sie auf die auf einer andren Seite stehende Bemerkung, die sich auf Pfleger beigegeben werden. In der Regel soll auf je 6-10 Arme die Arbeitsordnung bezog, aufmerksam gemacht worden sei. Die immer ein Pfleger kommen, und es können zu diesem Amt auch Kanmer 8 des Gewerbegerichts war jedoch der Meinung, daß es Berantwortlicher Redacteur: Carl Zeid in Berlin. Für den Inferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruderei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Briefkaften der Expedition. Hildesheim. Eine derartige Notiz hat nie im Vorwärts" gestanden.