Nr. 98. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage„ Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgefpaltene Petttzeile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen= tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. geen fprech- Anschluß: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Weltausstellung in Berlin. Man schreibt uns über diese Frage, mit der wir uns gelegentlich noch beschäftigen werden: " Mittwoch, den 27. April 1892. Expedition: Benth- Straße 3. trifft, um sich das Anrecht auf die Veranstaltung der nächst- Es ist ein bekannter Erfahrungssatz: Das Volt, das folgenden Weltausstellung zu sichern. Wir brauchen uns sich an solchem Ringen nicht betheiligt, schließt sich selbst nicht zu scheuen, die Welt zu Gaste zu laden; wir glauben, von dem Wettbewerb aus, und seine Industrie ist das daß die deutsche Industrie so leistungsfähig ist, daß sie Opfer einer Zurückhaltung, für welche es weder auf dem ohne Sorge sich den Mitkämpfern an die Seite stellen politischen noch auf dem wirthschaftlichen Gebiete Gründe giebt. tann. Die deutsche Industrie hat das Fernbleiben von der WeltDer Plan einer Weltausstellung in Berlin beginnt Weltausstellungen sind Schulen im besten Sinne des ausstellung in Paris schwer büßen, und größere Opfer, als feftere Gestalt anzunehmen. Das Präsidium des deutschen Worts; die Völker lehren und lernen auf denselben, und die Ausstellung erfordert hätte, nachträglich bringen müssen, Handelstages soll mit den Vorarbeiten für die Bildung der Pflege kultureller Bestrebungen gewidmet, bilden die um wiederzugewinnen, was sie durch lächerlichen Chauvinismus eines Komitees beschäftigt sein; der Magistrat und die Weltausstellungen eine Huldigung der Arbeit und des auf dem Weltmarkt verloren hat. Stadtverordneten- Versammlung bringen dem Unternehmen wahren Menschenthums, gewähren in dem wüsten kapi- Aber ganz abgesehen hiervon haben wir keine Sorge, große Sympathie entgegen und sind bereit, es thatkräftig zu talistischen Treiben unserer Tage einen lichtvollen Ausblick daß die Berliner Weltausstellung von den übrigen Nationen unterstützen; der Reichskanzler hat die finanzielle Bethätigung auf die zukünftige, der Wohlfahrt der gesammten Mensch gut beschickt wird; es ist die erste Weltausstellung in Deutschdes Reiches in Aussicht gestellt, und die im deutschen heit dienende Gesellschaft. Zum Ruhme der Arbeit, auf land; die internationale Solidarität der industriellen Inter Handelstag vertretenen Handelskammern haben bereits im allen Gebieten menschlichen Wissens, bringen die zivilisirten essen wird neben den idealen Gesichtspunkten in allen vorigen Jahre beschlossen, einer Weltausstellung in Berlin Völker ihre Erzeugnisse zur Ausstellung; neidlos die Vor- Kulturländern der Welt so mächtig sein, daß jede Möglichdie Wege zu ebnen. züge und Ueberlegenheit Anderer anerkennend, mit berech- feit einer Ablehnung absolut ausgeschlossen ist. Dieser Beschluß stützt sich auf eine Verhandlung, in tigter Genugthuung auf die eigenen Leistungen verweisend, Treffen unsere Voraussetzungen zu, so wird Berlin in welcher die Frage eingehend erörtert wurde, ob Weltaus- ringen die Streiter um den Preis, der ihnen allen gemeinsam einigen Jahren der Schauplatz eines Friedenswertes werden, stellungen überhaupt nüßlich und nothwendig erscheinen, und zu Theil wird, durch ihr Werk selbst, welches uns dem zu dessen würdiger Ausführung es seine volle Kraft aufob Deutschland in der Lage sei, die Kulturvölker zur Aus- hehren Ziel wahren Menschenthums einen Schritt näher wenden muß. Das Reich und die Stadt müssen Alles aufstellung ihrer Erzeugnisse nach Berlin einzuladen. bringt. Neben der Völkerverbrüderung, welches das einzige bieten, um den fremden Gästen, Ausstellern und Besuchern, Diese Frage wurde mit einer an Einstimmigkeit der Arbeiterklasse aller Länder würdige Rampfesmittel den Aufenthalt in Deutschland- denn bei einem Besuche grenzenden Mehrheit in bejahendem Sinne beantwortet, und ist, der verheßenden chauvinistischen Agitation der soge von Berlin wird es bei den meisten fremdländischen Gästen auch die wenigen Vertreter der Minderheit glaubten die nannten„ Mordspatrioten", die es in allen Ländern giebt, nicht bleiben angenehm zu machen. Betheiligung ihrer Industriezweige in Aussicht stellen zu den Boden abzugraben, sehen wir in der Förderung Eine schwere, verantwortungsvolle, aber um so dankenskönnen. eines, über Chicago hinausragenden Weltausstellungsplanes werthere Aufgabe fällt namentlich der Stadt Berlin 10= So scheint es also, daß nach Chicago fich die Kultur- eine Friedensbürgschaft, die bei der Unsicherheit der allge- wohl ihrer Verwaltung, als der Bürgerschaft zu; erstere völker des Erdrunds in Berlin zu friedlichem Wettkampf meinen Lage nur willkommen sein kann; die Völker haben hat hier Gelegenheit zu einer noblen, freigebigen Unterzusammenfinden werden, ein Unternehmen, welches mehr fein Interesse an einem Krieg; fie sehen ihre Aufgabe nicht ftüßung einer Kulturaufgabe; lettere wird ihren guten Ruf wie alle platonischen Friedenskundgebungen die Bürgschaft darin, daß sie sich gegenseitig zerfleischen; sie wollen die von der Aufnahme und finanziellen Behandlung der Ausdes Weltfriedens, wenigstens soweit die Regierten" in Frage Wirkung des rauchlosen Pulvers, der kleinkalibrigen Gewehre, stellungsbesucher abhängig gemacht sehen. tommen, in sich schließt. der schnellfeuernden Kanonen nicht an sich erproben; die Wenn Alles energisch Hand anlegt, so wird Berlin die Wir wollen uns heute nicht mit den zwar beachtens Arbeiter aller Länder haben höhere Biele als gegenseitiges Feuerprobe bestehen und dem scheidenden Jahrhundert noch das werthen, aber immerhin doch nur sekundären Fragen des Morden; in gemeinsamer Thätigkeit kämpfen sie für die Schauspiel einer Weltausstellung in Deutschland zu Theil wermateriellen Erfolges für die Industrie beschäftigen; eben- Befreiung der Arbeiterklasse; bei diesem Kampfe giebt es den. Die Weltausstellung in Paris vom Jahre 1889 war nicht sowenig ziehen wir die etwaigen Vor- oder Nachtheile, die feine nationale Grenzen, hier steht das internationale nur eine Industrie- Ausstellung, sondern eine wahrhafte für Berlin in Aussicht stehen, in den Kreis unserer Proletariat der internationalen Bourgeoisie gegenüber; Völkerverbrüderung, eine Vereinigung, auf welcher nicht heutigen Betrachtungen das Alles find Dinge, die erst nationaler Chauvinismus, dynastische Intereffen oder nur die Aussteller, sondern in den Erzeugnissen ihrer Inin zweiter Linie Berücksichtigung verdienen. andere, in der bürgerlichen Gesellschaft liegende Gründe dustrie die Völker selbst sich zu einträchtiger, brüderlicher Die Zusammenführung der Völker, die Verbrüderung haben damit nichts zu thun. Arbeit die Hand reichten; ein Weltparlament, auf welchem derselben auf einem fern von allem Chauvinismus- Die Vorbereitungen für eine, etwa in das Jahr 1898 im Andenken an die Erstürmung der Bastille das Prolenur der Vervollkommnung menschlicher Arbeit geweihten zu legende Weltausstellung werden hoffentlich die aus den tariat aller Länder sich zu gemeinsamem Rampfe gegen den Gebiet, diese Gesichtspunkte sind es, die unsere Stellung zu genannten Gründen vorhandenen oder noch entstehenden Kapitalismus aufs Neue verbunden hat. den Weltausstellungen bedingen. Kriegsgelüfte im Reime ersticken und schon um dieser In Chicago werden die letzten Vorbereitungen für die Nicht der Jahrmarktstrubel, der von solchen Veran- Wirkung willen sei uns die Berliner Weltausstellung gegrüßt. nächstjährige Weltausstellung getroffen; auch auf dieses staltungen der Bourgeoisie untrennbar ist; nicht die amtlichen Die berufenen Faktoren in Deutschland, vor Allem die Riesenwert, dem Gelingen und Erfolg sicher ist, trifft das Friedensversicherungen, die von Macht zu Macht bei solcher Industrie, dann das Reich und die Stadt Berlin sind, wie von uns Gesagte in vollstem Maße zu. Gelegenheit ausgetauscht werden; nicht die Orden", eben es scheint, entschlossen, der übernächsten Weltausstellung in Auf dem jungfräulichen Boden Amerika's wird im sowenig die Preise" und" Diplome", welche das Unternehmer- Berlin die Stätte zu bereiten, wollen die gesammte nächsten Jahre der Menschheitsgedanke Triumphe feiern; für thum einheimst, fommen für uns in Frage, sondern einzig Kulturwelt zu Gaste laden, um für eine kurze Zeit Berlin die gesammte Kulturwelt wird die Ausstellung in Chicago und allein die Förderung der internationalen Beziehungen zum Sammelpunkte der Welt zu machen. ein bleibendes Denkmal internationaler Verbrüderung, ein von Volk zu Volk, welche wa einer Weltausstellung ihren Wir sind überzeugt, daß alle Länder dieser Einladung Martstein schaffensfroher Arbeit sein. Ausdruck findet. Folge leisten, daß Deutschland keine verschlossenen Thüren In diesem Sinne halten wir es für zweckmäßig und findet, daß alle Nationen sich an diesem Geistesturnier beangemessen, wenn die deutsche Industrie Vorbereitungen theiligen werden. " Feuilleton. Nachdruck verboten.] Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. [ 98 Herr Musselich wurde bei seinem Besuche sehr gnädig empfangen, ohne daß er darüber eine besondere Freude zu empfinden vermochte: Guten Tag, lieber Herr Muffelich," rief sogar der allgewaltige Mann, der so viele Existenzen, höhere wie niedere, in seiner Hand hatte. Sie haben viel Unglück in der letzten Zeit gehabt; das kommt vor; Sie müssen deshalb nicht verzweifeln. Sehen Sie, ich verzweifle auch nicht, habe sogar heute zu Ihrer Ermuthigung und Stärkung eine Flasche Wein anfahren lassen. Was sagen Sie nun dazu, he? werden wohl sagen, der Seidenspinner ist ein Verschwender geworden in seinen gesezten Jahren?" " schmunzelnd der Geldverleiher und ergriff nunmehr die Flasche, welche Musselich schon lange ins Auge gefaßt hatte. Die Gläser wurden gefüllt; und Seidenspinner war dermaßen in Gemüthlichkeit" gerathen, daß er, alle seine guten Grundfäße vergessend, das Signal zum Trinken feines Weines gab, indem er mit quiekender Stimme ausrief: Der allerliebsten kleinen Fanny Gesundheit!" Musselich erbebte im tiefsten Jnnern, aber er stieß mit " an und trant. Freund," bemerkte Seidenspinner mit liebenswürdiger LeutSie scheinen mir ein wenig niedergeschlagen, mein feligkeit. „ Es geht mir schlecht," bemerkte Muffelich. können noch nicht ruhigen Muthes alle die Wechselfälle er " Ich begreife; es ist Ihnen etwas ungewohntes. Sie tragen, die bei unserem Geschäfte nicht ausbleiben können. Wenn man aber, wie ich, trotz aller solcher Wechselfälle mit der Zeit ein leidliches Sümmchen zusammengebracht hat, bann sieht man solche Vorkommnisse ruhiger an." " Das glaube ich gern; Sie mögen wohl ein hübsches Sümmchen zusammengebracht haben." Dja; wie hoch schätzen Sie mich nun wohl?" ,, Sie können es wohl daran wenden", seufzte Musselich." Ei, ich denke, einmalhunderttausend. Thaler werden " Ich kann es daran wenden, ja, obwohl ich es selten wohl faum langen," meinte Musselich etwas schüchtern. thue; denn der Sonntage giebt es 52, und die Feiertage" Sagen Sie getrost: ein Milliönchen," entgegnete find dabei noch gar nicht einmal gerechnet. Aber einem so Seidenspinner selbstzufrieden." Wo denken Sie hin? bewährten Freunde, wie Ihnen, muß man auch einmal etwas über dreißig Jahre im Geschäft; wenn das nicht flecken Dorseßen können, sonst hol' der Teufel das Geschäft. macht denn Ihr Fannychen, lieber Herr Musselich?" " Befindet sich wohl," seufzte Musselich weiter. Was will!" Befindet sich wohl; Ist mir lieb zu hören", bemerkte " 1 Eine Million!" murmelte Musselich leise vor sich hin, , und diese Gans kann ihr Glück nicht begreifen!" " Gans? wie? Gans?" rief Seidenspinner, die Ohren So sind Weltausstellungen im wahrsten Sinne des Worts Friedenskongresse der Völker, und wenn die neue Welt im nächsten Jahre ihre Ausstellung schließt, wenn die spigend, welche das leise Murmeln des Geschäftsfreundes vernommen. " Ja, eine Gans ist meine Tochter," rief der würdige Expeditionsvorstand mit Zusammenraffung seiner ganzen Energie. Denken Sie nur, meine Tochter will ihr Glüd nicht fassen und ist unseren Plänen ganz entgegen?" " Herr Musselich, was reden Sie da!" rief Seidenspinner überrascht; wie kann das möglich sein? Sie sagten mir doch, das Herz Ihrer Fanny hätte noch nicht gewählt?" " Es hatte damals auch noch nicht gewählt; aber in zwischen hat sich herausgestellt, daß ein gewisser Frank, der noch dazu in Wechselarrest sitt, fie für sich einempfänglich ist." genommen hat, so daß sie für keinen anderen Vorschlag mehr schon seit Monaten in Wechselarrest halte?" Wie? jener saubere Frank, den ich durch Krammherz „ Derselbe." gesprochen haben, Herr Musselich, damit sie von diesen " Nun, da werden Sie doch wohl ein ordentliches Wort albernen Jdeen zurückommt." können, aber das Mädchen hat ganz den Charakter ihrer " Das habe ich allerdings gethan, wie Sie wohl denken Mutter: sie ist schrecklich eigensinnig." Und Sie lassen ihr das durchgehen?" Was soll ich thun? Sie besteht auf ihrem„ Nein" und will sogar lieber in fremde Dienste gehen." Sie haben das Kind schlecht erzogen." „ Was soll ich dabei thun? Ich bin den ganzen Tag nicht zu Hause." | zum Welt- Rendezvous dort vereinigten Völker sich wieder träge zu stellen. Sie beschloß, von der Staatsregierung daß der Fachminister der Landwirthschaft für denselben einihrer Heimath zuwenden, dann möge in dem Scheidegruß darüber Auskunft zu verlangen, ob die Gerüchte, welche be- trat. Der Einsender( Diest- Daber) hatte zufällig Kenntniß zugleich die frohe Zusicherung liegen: Auf Wiedersehen in Berlin!" meldet: Das Syftem Stumm. züglich der Veranstaltung einer Lotterie zweds Úmge- davon erhalten, daß der frühere Minister v. Lucius warm staltung des Schloßplates umlaufen, wahr seien. Sodann für diesen Zoll eingetreten war und erwähnte dies in einem wird die Fraktion die Staatsregierung ersuchen, die Ein- Vortrage im Kongreß deutscher Landwirthe. Nach Beendi tommensteuer- Ergebnisse im Allgemeinen, sowie gung desselben bat ihn ein anwesender Geheimrath, dafür bezüglich der größeren Kommunen zu veröffentlichen und sorgen zu wollen, daß diese Stelle in dem stenographischen eine diesbezügliche Denkschrift vorzulegen. Berichte gestrichen würde, da Fürst Bismarck davon unDas Abgeordnetenhaus berieth in seiner ersten Sizung angenehm berührt sein dürfte. Natürlich lehnte Einsender Der Frankfurter Zeitung" wird aus Neunkirchen, dem nach den Ferien am 26. April in erster Lesung die so- dies ab, die Stelle fehlte aber später. Dies kennzeichnet Stammsize des Herrn von Stumm, unter'm 25. April ge- und Betrieb der Bahnen unterster Ordnung, der Lokal- der Aera Bismarckischer Herrlichkeit sind auch heute noch genannte Tertiärbahnvorlage, welche für den Bau die damalige Situation." Diese intimen Mittheilungen aus " Der Raiser hielt bei der Prämienvertheilung an die bahnen jeder Art, Eisenbahnen, Pferdebahnen, Dampf von Intereffe. Im Uebrigen ist das Verlangen nach einem Stumm'schen Arbeiter eine Hede, worin er das Verhältniß der straßenbahnen, elektrische Bahnen u. bgl. allgemeine landes- Wollzoll, der einzig und allein den schafzüchtenden GroßNeunkirchener Arbeiter zu Stumm als mustergiftig und fegen- gefeßliche Unterlagen und Bedingungen schaffen soll. Die grundbesitzern zu Gute kommt, so gerechtfertigt etwa wie bringend pries. Er wünsche der gesammten deutschen Industrie Vorlage fand bei den konservativen Rednern freundliche das nach Getreidezöllen. folche Verhältniffe." Die Zustände im Königreich Stumm find se bekannt, daß es und Polen hinsichtlich einzelner Bestimmungen auf Wider einer Bermögenssteuer, wie ihn der Miquel'sche Aufnahme, stieß aber bei den Nationalliberalen, Freifinnigen Ein dreiblättriges Kleeblatt. Gegen den Plan endeltet mit Ginem Wort als die typische Form der höchft- spruch. Abg. Rickert gefiel es am wenigsten, daß die Pferdefeiner letzten berufenen Reichstagsrede eine verschärfte Neuauflage bahnen unter das Gesez fallen sollen; es soll das angeblich Steuerprogramm- Entwurf entwickelt, wenden sich der„ Weftbeg Sozialistengefezes rein aus dem Stegreif forderte, herrscht gegen die Reichs- Gewerbe- Ordnung verstoßen. Die Borlage fälische Merkur", das Organ des ultramontanen Krautaunumschränkter Gebieter, duldet in seinem Industriegebiet wurde schließlich einer Kommission von 21 Mitgliedern junters von Schorlemer. Al st, die Freisinnige teine Arbeiterbewegung ,, wie überhaupt keine von der seinen ab- überwiesen. Die nächste Sigung des Abgeordnetenhauses Zeitung", der Moniteur Eugen. Richter's und die weichende politische Meinung, er übt 3ensur an der Lektüre so findet am Mittwoch statt. Rechnungsvorlagen, Anträge, mit dem gleichen schwungvollen Eifer. In der Vertheidigung gut wie an der Lebensführung der von ihm angewendeten Ar- Petitionen bilden die Tagesordnung. beiter, ertheilt den Heirathskonsens wie ein Grandseigneur des achtzehnten Jahrhunderts, kurz, repräsentirt den patriarchalisch aufstaffirten Absolutismus des Geldsacks in ausgeprägtester Form. . " 0 der Geldsacksinteressen ist diese liebliche Dreiheit Ein Herz Wollzoll. Herr von Diest- Daber, bekannt aus und Eine Seele. Bismarck, zitternd für das ihm Heiligste, zwischen Stumm und feinen Arbeitern als„ mustergiltig und über die Militärdienst- Schwindeleien der rheinischen Patrizier, vexatorisches Gesetz mit der Tendenz, den reichen Mann in Hat in der That der deutsche Kaiser dies Verhältniß seinem Konflikt mit Bismarck und durch seine Enthüllungen erklärt in den" Hamburger Nachrichten", die geplante Vermögenssteuer fet unter allen Umständen ein brutales, fegenbringend" gepriesen, so ist diese Rede wie so viele macht in der Kreuz- Zeitung"( Nr. 193 vom andere bes Monarchen der Ausdruck feiner privaten 26. April) feinem gepreßten Agrarier Herzen Luft. Daß gehäffiger Weise zu treffen, mit der Wirkung, die Erwerbs Anficht, die für uns hat, bis sie durch die verfassungsmäßig vorgeschriebenen Maß- nicht fehlt, versteht sich am Rande. nur die Bedeutung einer solchen sein Lieblingsprojekt, ber Wollzoll, auf dem Wunschzettel thätigkeit der Nation einzuschränken und die allgemeine Der Wollzoll in Unzufriedenheit zu erhöhen." Grade so wehmüthig erbittert nahmen einen öffentlich- rechtlichen Charakter annimmt. Unsere Kritik würde in der Form eine andere fein, wenn es gleichgekommen; er habe noch im Jahre 1887 betragen Amerita sei bis zum Jahre 1883 einem Prohibitivzoll flingt das Klagelied des klerikalen Kavaliers und des deutschfreisinnigen Parteiführers. fich um eine Regierungs- Rundgebung, gegengezeichnet von den verantwortlichen Ministern, handelte. Dem Inhalte nach aber ist für ungewaschene Wolle 46,20 M. für den Zentner, fie natürlich die gleiche auch gegenüber der privaten Aeußerung für gewaschene Wolle== 92,40 für fabritmäßig gewaschene 188,60" Raifer Railhelm II. Bewegt sich der Regent auch diesmal wieder auf einem Terrain, das ihn der konftitutionellen Schuhwehr beraubt, Die Folgen davon waren für den Schafbestand in Amerita nach statistischen Nachrichten, welche für die Jahre 1860 bis 1885 vorliegen: " " " " " im Jahre 1860= 19 Millionen Schafe, 1870= 28 " " n " 1880= 42 " " " 188349 群 1885 über 50 . " " " Majestätsbeleidigungs- Prozeß. Die gegen die Neuesten Nachrichten" in Berlin erhobene Majestätsbeleidigungs- Auflage ist zurückgezogen worden. Was insbesondere die Kritik des Er- Kanzlers betrifft, so ist sie recht bezeichnend für den Mann. Seine Geseze hatten allerdings nicht die„ Tendenz, die Reichen zu treffen", sondern die umgekehrte, den Reichen die Taschen so hat er auch die Konsequenzen dieses Thuns auf fich zu nehmen. auf Kosten des„ armen Mannes" zu füllen. Die„ Nation" Wenn der Kaiser emen Zustand, der den Tod jeder felbfind für den erbosten Reichsnörgler die von ihm gezüchteten ftändigen Regung der Arbeiterklasse bedeutet, billigt und für den Millionäre, seine eigene Person eingeschlossen, und die normalen hält, so haben wir zu erklären, daß er sich mit allgemeine" Unzufriedenheit ist die Unzufriedenheit dieser einer Unternehmerpolitik identifizirt, die nicht einmal von der Millionen besitzenden Armen. Mehrheit der deutschen Unternehmer verfolgt wird. Denn die Zu unserem großen Bedauern verdient übrigens die Vermögenssteuer das Lob nicht, Praris des von Stumm bedeutet die Hörigkeit der Arbeiterschaft, fie ist, alles Uebrige gleichgefeßt, ein Analogon zu dem guts welches in diesem Gallenerguß enthalten ist den Gallenherrlich- bäuerlichen Verhältniß vergangener Jahrhunderte, eine Jezt sei Amerika, nachdem es seinen Bedarf durch erguß aber begreifen wir sehr wohl, denn die Verrückständige Erscheinung, die nur in dem weltverlornen, dem eigene Erzeugung mehr und mehr gedeckt habe, in der Lage, mögenssteuer zwingt den armen Mann von Friedrichsruhe, modernen Berkehr und den modernen Ideen ferngebliebenen die Eingangszölle auf Wolle nach und nach herab- zu offenbaren, wie arm er ist! Herr Miquel, dem der Winkel des Saarreviers fich derart entfalten konnte. zusehen. In Deutschland dagegen sei der Schafftand Angriff in erster Linie gilt, grämt sich sicherlich nicht allzuHerr von Stumm ist und fühlt sich als selbstherrlicher Ge- in umgekehrter Progression zurückgegangen, da hier sehr über diesen erreichsfanglerischen embarras de richesses bieter, als industrieller Roi Soleil( Sonnenkönig), und es ist die rohe Wolle frei eingehe und die gekämmte Wolle gleich( diese Verlegenheit des Zuviel). verständlich, daß die politische Romantik, die in unseren Tagen 1 M., sage eine Mart für den Zentner Eingangszoll ihre Wiedergeburt feiert, Gefallen an diesen Verhältnissen findet. zahle. Man biete in diesem Jahre 36 bis 40 M. für den Wer das persönliche Regiment als den Leiter seines Handelns betrachtet, der mag es preisen, daß Stumm nach dem Bentner ungewaschene Wolle und 100 M. für den Zentner Grundfaze Friedrich Wilhelm IV. regiert, der kein Blatt Pa- gewaschene Wolle. Dafür sei keine Wolle zu produziren pier" dulden wollte zwischen sich und seinem Bolke". Aber die und die deutschen Schäfereien, früher eine Haupteinnahmegeschichtliche Entwickelung ist unbarmherzig. Auf die feierliche quelle der ärmeren östlichen Provinzen, insbesondere auch Halbheit." Auf unsre Kritik des evangelisch Erklärung des geistreichen, redefrohen Königs fetzte sie als Trumpf der kleineren Besitzer, seien dem Ruin preisgegeben. Der 3ialen Kongresses( Nr. 96 vom 24. April) rea die Märstage, und auf die Autokratie des Herrn Stumm reagirt fie Grund liege in dem Maffenimport australischer und süd- bas offiziöse Organ der preußischen Regierung( Nr. 194 girt die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" mit dem sozialen Fortschritt, der die Arbeiterklasse auch im amerikanischer Wollen, welche die mit 4½ Millionen vom Saarrepier aufrüttelt und der Krückstock- Methode des Selbst- Deutschen Reiche fubventionirten Dampfer der fünftlich vom 26. April), von welcher erst kürzlich der preußische Wer meint, daß in der ganzen deutschen Industrie" das großgezogenen Textilindustrie zum großen Theile als Rüd- ofhistoriograph Heinrich von Treitschle gesagt, daß sie System Stumm heute noch durchführbar fei, der übersieht, daß fracht zuführen. Bisher," sagt von Diest- Daber, war das in allem Wandel der Zeiten ihrer angeborenen unappetitdie moderne Arbeiterbewegung ein für alle mal die Rückkehr zu Wort Wollzoll" im Reichstage derartig verpönt, daß lichkeit treu bleibt", mit dem plumpen Ungeschick, dessen diesem kapitalistischen Patriarchenthum unmöglich gemacht hat. es nicht einmal die konservativen Mitglieder mehr in den nur fie fähig ist. Sie greift ziellos die Schlußworte unfres Ebenso wenig wie die heutige Spinnerei von der Mule- Jenny Mund zu nehmen wagten, obwohl ein solcher Zoll in an- Artikels, auf den einzugehen sie aus leicht begreiflichen Urzum Spinnrad, ebenso wenig fehrt die deutsche Industrie zum gemessener Höhe an- fachen um der fachen sich hütet, heraus, um zu erklären, die Sozialdemokratie ein Hauptmittel wäre, Stumm'schen Feudalismus zurück. Dieser wird in absehbarer Zeit beutschen Landwirthschaft aufzuhelfen. Und doch könnte Salbheit zu operiren". Und als Beweis hierfür wird ins bank der Sozialdemokratie abgewirthschaftet haben, an der Wende das Reich nach dem Beispiele von Amerita Und doch könnte hätte kein Recht, gegen Andere mit dem Vorwurf der eines Jahrhunderts, das im Zeichen des Verkehrs" steht, in einem solchen Bolle zugleich bedeutende Einnahmen Gefecht geführt das Erfurter Programm. Nachdent einer Periode, die das kämpfende Proletariat zur stärksten poli- herleiten. Gegenüber den Lebensinteressen einer halben gerade der Theoretiker des evangelisch- sozialen Kongreſſes tischen Partei Deutschlands gemacht hat. unter lebhaftem Beifall seinen Hörern den Nachweis er Million landwirthschaftlicher Betriebe, die selbst bei der unter lebhaftem Beifall seinen Hörern den Nachweis er heutigen Preislage noch Schafe halten, also auf die Schaf bracht hat, daß gerade das in Erfurt formulirte Programm haltung unter allen Umständen angewiesen sind, kann eine Sozialismus bedeute, ist es überflüssig, mit dem Bindter den Sieg des von Mary begründeten wissenschaftlichen mögliche geringe Beunruhigung unserer Wollindustrie gar über die„ Halbheit" und die prinzipielle Geschlossenheit" nicht in Betracht kommen. Es handelt sich keineswegs um der Sozialdemokratie zu rechten. Politische tebericht. die Griftena" biefer Industrie, sondern nur darum, ob sie vielleicht mit etwas geringerem Vortheil arbeitet.... herrschers von Neunkirchen entrücken wird. Berlin, den 26. April. aus Zur Charakteristik des bayerischen Liberalismus. Der Grund der Zaghaftigkeit des Reichstages war vor Wir haben seiner Zeit berichtet, daß der Petitionsausschuß Aus dem Abgeordnetenhause. Die deutschfreisinnige allem, daß der Fürst Bismarck ein ausgesprochener scharfer der bayerischen Kammer die Petitionen zu Gunsten einer Fraktion hat am 26. April sich dahin geeinigt, zwei An- Gegner des Wollzolles war und nicht einmal leiden wollte, Landtags- Wahlreform unter den Tisch hat fallen lassen. Und somit glauben Sie mir keine Hoffnung geben zu Wenn aber die Sachen so stehen, wie Sie mir eben tönnen?" Leider nein," seufate Muffelich. Nun, nun; wir wollen sehen," meinte der Wucherer und stöpselte die Flasche Wein zu, die er jetzt neben sich auf die Diele des Zimmers setzte. weiter. Es thut mir außerordentlich leid," bemerkte Muffelich Ich glaube es Ihnen, Herr Muffelich, aber sagen Sie mir, wie soll es denn mit den beiden Wechseln des Rittmeisters von Ottenweil werden?" Die sind verloren; der Mittmeister ist mit manchen anderen Schulden durchgebrannt." " Go? und wer bezahlt nun für ihn?" " Das werde ich wohl sein müssen." " Sie sind in der letzten Zeit recht leichtsinnig gewesen." Das weiß Gott," seufzte Musselich weiter, es ist kein Segen mehr in dem Geschäft." " Das sagen Sie allein; es liegt nur an Ihnen; bei den Anderen mache ich doch solche Erfahrungen nicht. Sie sind zu gierig, Sie verborgen in's Gelage hinein, denken nur an die hohen Zinsen und nicht an die Sicherheit." gefagt...?" " Ich denke, es wird sich doch noch machen." " Sehen Sie zu; Entweder Oder! Ich lasse mich in dieser Weise auf teinen Vertrag ein. Ich habe Sie persönlich ganz lieb; aber erst das Geschäft und dann die Freundschaft; wo bliebe denn sonst ich? Sie werden das einsehen, denn Sie sind ein praktischer Mensch." " Ich denke, meine Tochter wird doch zur Vernunft kommen." " Dann würde sich eine Ausgleichung unter uns finden lassen,- das ist nun ganz selbstverständlich." Nun, Herr Seidenspinner, auf jeden Fall werden Sie menschlich handeln; ich bin Familienvater, wie Sie wissen, und ich habe Sie schon manches schöne Tausend verdienen lassen." " Das kann ich auf jeden Fall zu Stande bringen." " Ich erwarte die Antwort noch heute." " Sie werden sie noch heute erhalten." " Gut, Herr Muffelich; ich glaube, wir sind damit einst weilen fertig mit einander?" Die würdigen Erdenpilger trennten sich hierauf; Musselich, um grollend und ermahnend sein Mittagsmahl im Kreise seiner Familie einzunehmen, Seidenspinner, um den vor acht Tagen gebratenen Rindsleberreft zu verzehren. Der gewöhnliche Sonntag- Nachmittagskaffee, welcher für die ganze nächste Woche aushalten zu müssen die Bestim mung hatte, wurde diesmal ausnahmsweise nicht gefocht. Gegen vier Uhr Nachmittags erhielt er einen Brief, der in zierlichen Schriftzeichen folgende unliebenswürdige Zeilen enthielt: „ Geehrter Herr! „ Nur keine Gefühlsschwärmereien, Herr Musselich; Laffen Sie sich von mir sogen, daß mein Herz längst Sie haben gegen 9000 Thaler von mir; sehen Sie zu, wie gewählt hat und von Ihren gütigen Anerbietungen keinen Sie mir gerecht werden. Wenn freilich, wie gesagt, wir in Gebrauch machen kann. Mögen Sie, ich wünsche es von nähere Berührung zu einander treten sollten, will ich Ihnen ganzem Herzen, eine Lebensgefährtin finden, die Ihnen gern längere Fristen gewähren, das versteht sich ja von meine Wenigkeit ersetzt. Werden Sie glücklich mit derfelben felber; wenn aber nicht dann freilich nicht." und vergessen Sie infolge dessen so schnell wie möglich Ihre " Ich werde thun, was ich kann, aber leider vermag ich " Nun, dann nicht, dann wird es mir sehr leid thun. " Ich denke, es wird sich Alles machen, wenn Sie mir Ihnen nur wenig Hoffnung zu geben." ergebenste nur etwas Zeit gönnen." " Ja, Herr Musselich, die Sache ist nicht so leicht, wie Aber, Herr Musselich, ich will es Ihnen gestehen, Fanny Musselich." An diesem Abende aß Herr Seidenspinner kein AbendSie denten; Sie haben schon bei der Findeisen'schen An- ich habe mich in Ihr fleines Mädchen verliebt; Sie sind effen; er trant auch am Abend keinen Raffee; aber er gelegenheit einen ganz foloffalen derben Bock geschoffen, Sie jetzt ein ziemlich ruinirter Mann, 5-6000 Thaler würde brütete Rachegedanken, in allererster Reihe gegen den un find halb und halb ruinirt. Was denken Sie denn? Mein ich trotzdem daran ristiren, wenn sich die Heirathsangelegen glücklichen Expeditionsvorstand. Geld ist doch kein Blech? Sie müssen mir Sicherheit heit machte. 5-6000 Thaler, denken Sie daran; und nun, bieten, lieber Musselich, sonst bin ich es meiner eigenen wie steht's? Rönnen Sie mir Hoffnung machen? Können Siebenzehntes Rapitel. Sicherheit und Existenz schuldig, daß ich entschieden gegen und wollen Sie das?" Noch eine Gerichtsszene. Sie auftrete. Sie haben das Geld von mir billiger, als„ Ich kann es nicht, wenn ich's auch wollte." Zum zweiten Male stand der Prozeß gegen die viel irgend ein Anderer; da büßte ich ja geradezu vom" Nun, dann sehen Sie zu; ich habe da nichts mehr bedauerte Hedwig Reichelt auf der schwarzen Tagesordnung Rapital ein." hinzuzusetzen. Sagen Sie Ihrer Tochter Alles, wie es steht, des Gerichts. Es war nicht die Appellationsinstanz, welche Sie versprachen mir aber doch, daß Sie wegen meiner und bringen Sie in dieselbe, daß sie mir selber über meinen darüber tagte, denn diese hatte nach Prüfung der Eins schweren Verlufte ein Auge zudrücken wollten." " Ja, ich wollte sogar ein Opfer bringen, weil ich kennen kann. Können Sie das bei Ihrer Tochter noch zu neuten Erörterung und Aburtheilung an die erste Instanz Antrag eine Zuschrift sendet, aus der ich den Erfolg er wände des Vertheidigers Streit den Kriminalfall zur er bachte: unter Verwandten darf man sich schon aushelfen. Stande bringen?" zurückgewiesen. ( Fortsetzung folgt.) Sn de«tschfre?1?nnigen Blättern bramarbastrten aber die Getreuen des Kammerfortschritts, daß diese Petitionen im Plenum„reklamirt" und deshalb trotzdem zur Verhandlung kommen würden. Daß wir an eine solche Reklamation nicht glaubten, ergab sich aus unserer Kenntniß des liberalen Mannesmuthcs. Die zehn Abgeordneten, die zur Rekla- mirung der Petition erforderlich sind, waren nicht aufzu- treiben. Wenn Herr Eugen Richter seinen bayerischen Ge- fmnnngsgenofsen etwa mit der Entschuldigung heraushelfen sollte, jene seien durch den famosen Nürnberger Parteitag mit seiner Kuddelmuddel-Kartellresolution abgehalten gewesen, so ist das Silbenstecherei. Man hätte dann einfach die Tages- ordnung ändern können. Ist ja auch die ursprünglich für den 23. April festgesetzte Berathung des Weinbergantrages wegen der Abwesenheit der unterfränkischen Geistlichen ver- schoben worden. Die Sachlage ist die: der Deutschfreisinn wie überhaupt der Liberalismus fürchtet sich vor dem all- gemeinen Wahlrecht, er klammert sich in Bayern so gut wie in Preußen an veraltete volksfeindliche Wahlsysteme. Die Sozialdemokratie steht hinter ihm!— Herr Richter sucht die klägliche Kartell- Resolution' der bayerischen Deutschfreisinnigen damit zu entschuldigen, daß er schreibt(Nr. 98 der„Freisinnigen Zeitung* vom 27. April): „Bei den bayerischen Landtagswahlen steht der freisinnigen Partei nicht ein Kartell der Konservativen und National- liberalen gegenüber, sondern umgekehrt, ein Kartell der Konser- vativen mit den Ultramontanen. Die Zentrumspartei ver- fügt im bayerischen Landtag über die Mehrheit. Nichts ist daher natürlicher, als daß unter solchen Umständen sich die Minoritätsparteien koaliren. Die Sozialdemokratie spielt bei den bayerischen Landtagswahlen kaum eine Rolle.* Wenn die Deutschfreisinnigen in der Minderheit sind, haben sie nach der trefflichen Logik des Herrn Richter die Be- fugniß, ihr Programm in den Rauchfang zu hängen(das heißt man auch„entschieden betonen*) und mit den angeb- lich so gehaßten Nationalliberalen gemeinsame Sache zu machen. Oder aber mit irgend einer anderen Minoritätspartei, was ja zu niedlichen Konsequenzen führt. Bei der bekannten Unkenutniß des Herrn Richter in allen Dingen, die über die Bezirke östlich der Elbe hinausgehen, redet er davon, daß unsere Partei bei den bayerischen Landtagswahlen„kaum eine Rolle spielt*. Er weiß nichts von den Ergebnissen der 1887 er Landtagswahlen in Nürnberg und in München, nichts von dem famosen liberal- u l t r a m o n t a u c n Kartell, das in München geschlossen wurde, um den Sieg des Sozialdemokraten zu verhüten— es handelte sich um 1 oder 2 Stimmen; er weiß nicht, daß die oben dargestellte Petitions- Komödie ein Angstprodukt ist, ein Produkt der Angst vor der Sozialdemokratie. Die diesmaligen Wahlen werden dem ahnungslosen Engel der„Freisinnigen Zeitung* die Schlippen von den Augen streifen.— Der Dreibund auf der Anklagebank. Man er- schrecke nicht. Wir denken nicht an Deutschland, wo der Dreibund noch stark genug, seine Gegner auf die Anklage- dank zu bringen. Wir sprechen von Italien. Die Situation zeichnet sich dort mit jedem Tag schärfer ab, und stündlich wird sie vom Volk besser begriffen.„Wenn die Militärausgaben, welche jetzt schon unerschwinglich sind, deshalb erhöht werden müssen, weil unsere Pflichten gegen den Dreibund dies erheischen, wie die Regierung uns sagt, dann ist es der D r e i b u n d, mit dem wir es zu thun haben und dem wir den Prozeß machen müssen*— so schreibt ein italienisches Blatt„Popolo Romano*, das bisher dem Dreibunde nicht feindlich war. Es ist dies durchaus logisch, und die ganze Volksbewegung in Italien wendet sich deshalb jetzt folgerichtig gegen den Dreibund. Der Ober- Osfiziosus der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung* sieht dies auch ein, und sucht in einem recht kleinlauten Artikel nachzuweisen, daß der Dreibund nicht so schlecht sei, wie sein Ruf, daß er zwar viel Geld gekostet habe und noch koste, der Welt aber auch den Frieden erhalten habe. Leider ist nur ersteres richtig. Mit der Friedenserhalterei aber stimnzt's nicht. Der Drel- bund wurde von Bismarck gegründet, der vielleicht keinen Krieg mehr wollte, nachdem er drei glückliche geführt, allein unzweifelhaft und eingestandenermaßen dannt einen Streich gegen Frankreich zu führen gedachte. Der Drei- bund war— man mag die Dinge wenden und drehen wie man will— eine Herausforderung— die Herausforderung ist nicht unerwidert geblieben. Viel Böses ist erzeugt worden— das Versöhnungswerk wurde gehemmt, Frank- reich und Deutschland haben sich gegenseitig in gigantischen Rüstungen zu überbieten gesucht und ganz Europa in das wahnsinnige Kirchthurm- Wettrennen des Militarismus hineingerisscn. Dem Dreibund folgte als selbstverständliche Antwort der Zweibund, und wenn die Lage hrute frled- lichcr ist, als zur Zeit, da der Dreibund gegründet ward, so ist das nicht ein Verdienst des Dreibunds, sondern die unbeabsichtigte Wirkung des finanziellen RuiuS, mit den, er die Völker'bedroht und den er zum Theil schon über sie gebracht hat.— Keine Polizeimache— aber. In Paris ist gestern Abend das Restaurant Very, in welchem Ravachol verhaftet ward, mit Dynamit in die Luft gesprengt worden, ,vobei verschiedene Personen Verletzungen erhielten. Für die Pariser Polizei ist das sehr fatal. S,e glaubte ihrer Ravachol's ganz sicher zu sein-und nun haben sich Em, ge unter ihnen gesunden, die Ernst machten. Wer mit dem Feuer spielt, imiß darauf gefaßt sein, sich die Finger zu verbrennen; wer den Hödel„sruktizirt*, muß den Nolnlmg in Kauf nehmen, und wer die Jhring-Mahlow und Schmidt predigen läßt, darf sich über die Kammerer mcht wundern. Die internationale Reaktion züchtet seit 1848 das„Rothe Gespenst" systematisch und sucht den Sozialismus zu ver- derben, indem sie ihm einen Doppelgänger schafft, der ans Rechnung des Sozialismus alle möglichen Abscheu erweckende» Dinge zu thun hat. Das ist eine sehr bequeme Praxis, aber auch eine sehr gefährliche. Ein Theil des gesellschaftsretterischen Saatkorns fällt über die gesteckte Grenze hinweg-- neben den dressirten Leidenschaften werden auch wirkliche erzeugt,— neben der bestellten Arbeit giebt es mitunter auch unbestellte; das liegt in, Wesen dcS Metiers. Daß die Zerstörung des Restaurants Very nicht bestellte Arbeit war, glauben wir gern; sie war aber eine Folge bestellter Arbeit, und gewiß ist, daß sie den Herren«Reaktionären sehr große Freude bereitet. Jetzt hoffen sie, ihre Plane theilweise ver- ivirklichen. die Maiseier stören und allerhand reaktionäre Maßregeln durchsetzen zu können. Spricht doch em Blatt schon von der Verhängung des Belagerungszustands!— Der Prozeß Ravachol hat heute begonnen.— Nachschrift. AuS Paris wird unterm 26. April noch gemeldet:„Die gerichtliche Verhandlung gegen Ravachol und Genossen wurde heute Vormittag 11 Uhr unter dem Vorsitze des Rathes Eues eröffnet. Vor dem Justizpalast und in dessen Gängen waren außergewöhnliche Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung getroffen. In dem Sitzungssaale befanden sich nur wenige Zuhörer. Nach Vorführung der fünf Angeklagten gelangte die An- klage zur Verlesung. Bei dem Verhöre räumte Ravachol kaltblütig ein, daß er der Anstifter der Attentate am Boulevard St. Germain sei, deren Verantwortlichkeit er voll auf sich nehme. Die Verurtheilung der Anarchisten von Levallois- Perret habe ihn zu seinem Vorgehen ge- bracht.*— Maifeier in Italien und Belgien. Der Minister des Innern, Nicotera, hat die Präfekturen angewiesen, alle Zusammenkünfte und Auszüge am 1. Mai zu verbieten.— Im„Hinblick auf etwaige Arbeiterkundgebungen am 1. Mai" sind die belgischen Milizklassen der Jahrgänge 1887 und 1888 für die Jnfanterie-Regimenter und des Jahrgangs 1888 für die Grenadier- und Karabinier-Regimenter am 26. April einberufen worden!— Kossuth. Der Name klingt wie ein Märchen aus alten Zeiten. Heute fast vergessen— vor nicht ganz einem halben Jahrhundert in Jedermann's Mund. Im Jahr 1848 und 1349 der Führer im Unabhängigkeitskanipf des„Heldenvolkes im Uugarland", nach der Niederlage ein Verbannter, hat Kossuth seitdem fast ununterbrochen im Auslande gelebt. Nur auf kurze Zeit, nachdem die Amnestie erlassen, kehrte er in die Heimath zurück, die ihm aber fremder war als die Fremde. Morgen, am 27. April, wird er neunzig Jahre alt, und dreiundvierzig von diesen 90 Jahren hat er in der Verbannung zugebracht. Sein thaten- und ereignißreiches Leben, das für die große Welt schon vor einem Menschenalter zu Ende ging, war auch reich an schweren Fehlern, und namentlich hat in den Fünfziger Jahren Kossuth's Vcrhältniß zu Napoleon, dem Staatsstreichkaiser, seinerzeit die schärfste Kritik heraus- gefordert. Jndeß Kossuth war kein politischer, noch weniger ein sozialer, sondern nur ein nationaler Revolutionär, und von diesem seinem eigeuen Standpunkte ans will er be- urtheilt sein. Er hat geirrt, als er 1859, vor dem Italiener- krieg sich Napoleon zur Verfügung stellte, allein ein Ver- räther war er nicht; und morgen an seinem neunzigsten Geburtstag, den er in Turin begeht, wird er der Zeit gedenken, wo der Name Kossuth! Freiheitshoffnungen in den geknechteten Völkern erweckte und die Verzagenden zum Kampf anspornte. Unsere Sache war niemals die seine, wenn auch seine die unsere war. Ein Nationalitätenkampf kann heute die Völker Europas nicht mehr in Leidenschaft setzen— wohl stehen uns noch Kämpfe bevor, in denen das Nationalitätsprinzip eine Rolle zu spielen berufen sein wird, indeß in die vorderste Reihe wird dieses nicht mehr treten und vollständig wird es überschattet werden von dem sozialistischen Jdecninhalt, der jede moderne Volksbewegung im größeren Stil mehr oder weniger beherrschen muß. Vom Sozialismus hat Kossuth nie eine Ahnung gehabt— er war nicht einmal bürgerlicher Demokrat. Aber er war der Führer seines Volkes in dem großarttgsten der nationalen Kämpfe der Jahre 1848 und 1849. Und der Ruf, der da- mals alltäglich aus dem Munde, von Millionen und Millionen— und nicht bloS in Ungarn— ertönte, wird morgen in kleinem Kreis den einsamen Greis begrüßen und an vergangene Tage erinnern: Eljen Kossuth! -Hoch Kossuth!- Worüber flch die Bourgeoisparteien streiten. Aus Budapest wird unterm 26. April gemeldet:„Im ungarischen Abgeordnetenhause fand heute eine ungeheuer stürniische Sitzung statt. Die Opposition tadelte, daß bei der Gendarmerie schwarzgelbe Embleme und der Doppel- adler verwendet werden. Der Ministerpräsident erklärte darauf, daß das Gesetz und die Instruktionen dies vor- schreiben. Darob entstand großer, anhaltender Lärm. Die Abgg. Polonyi und Apponyi verlangten in Beschlußanträgen unverweilte Abänderung dieser Bestimmungen und Ein- fühning der nationalen Embleme. Die Abgg. Horanszky, Ugron, Thaly und MadaraSz unterstützten diese Anträge. Die tumultuarischen Szenen wiederholten sich, worauf der Präsident die Sitzung suspendirte." Wenn es gilt,'die Massen auSzupowern und politisch rechtlos zu machen, sind die ungarischen Junker und Kapitalisten einmüthig.— Polizeispion Munoz. DaS spanische Dynamit- Abenteuer ist typisch für den Polizei- Anarchismus. Der Pariser„Temps" schreibt:„Es hat sich herausgestellt, daß Äunoz die Rolle eines S i ch e r h e i t s- A g e n t e n(!!!!) in der Bomben-Affäre gespielt hat, zu dem Zwecke, die f olizei bezüglich der Pläne der Anarchisten auf dem aufenden zu halten. Munoz ist bereits ohne Kaution in Freiheit gesetzt worden. Der Anarchistenprozeß kommt im Mai vor die Geschworenen. Tcboche und Ferctra sind des Attentats- Versuches mittelst Sprengstoffen angeklagt; vier andere Anarchisten werden beschuldigt, eine geheime Gesell- schaft gebildet zu haben. Alvarcz, der Herausgeber der ...Aaarguiii«'. ist gleichfalls unter den Angeklagten. Man sucht nach vier Anarchisten, die von Munoz beschuldigt werden, an der Herstellung der Bomben mitgearveitet zu haben. Der Anarchist Diez von Bilbao wird in Haft be- halten, weil er an Teboche die Dynamitpatronen geschickt hat." Das heißt, der Beauftragte der spanischen Regierung war Lockspitzel und hat seine Arbeit in höherem Auf- trage verrichtet, wie die Ohm und Genoffen in den Pro- zessen gegen Waldeck und Ladendorss, oder wie die Schröder und Haupt.— Vsvkeinsckvirhlon. Zur Maifeier. In Baden-Baden wird das Fest im Gasthaus» zur Mainau abgehalten. Umzug und Tanzmusik ist nickt(!) genehmigt.— In den bayerischen Distrikten Schwaben und N e u b u r g wird die Maifeier»ach Berichten süddeutscher Parteiblätter dieS Jahr ganz besonders imposant ausfallen.— Die Arbeiter vonKolmar und Logelbach im Elsaß unternehmen einen Ansflug nach Türkheim und St. Gilles.— In Frankfurt a.M, findet die Maifeier im Stadtwalde unter den hohen Wartbäumen. statt. Der Arbeiter-Mnstkverein und der Sängerbllnd„Lassalle" sorgen für mustkalische Unterhaltung. Ein öffentlicher Festzug ist nicht gestattet. Die Lieferung des BiereS ist der Brauerei Oberländer übertragen, da dieselbe ihren Saal stets zu allen Ver- sammümgen zur Verfügung stellte. Festkekker ist, wie «m vorigen Jahre, Genosse Brühne. Bei günstiger Witterung werden gewiß 20 000 Menschen an der Feier Theil nehmen, da schon im vorigen Jahre die Theilnehmerzahl 12 000 Personen betrug. Sonnabend, den 30. April, finden in acht Sälen Volks- Versammlungen statt, sechs in Frankfurt und je eine in Oberrad und Niederrad.— In Cannstatt wurde der geplante Festzug nicht genehmigt.— Die Mannheimer Polizei stellte den Arbeitern einen Platz zur Maifeier zur Verfügung, das Be« zirksamt verbot das öffentliche Volksfest.— Aus Fürth meldet der„Frank. Kurier", die Verbote deS Umzüge? beruhten auf einer Ministerialverordnung.— In Zsch opau ist am Vormittag des I. Mai Maffenversamwlung, am Abend Fest im Feld- schlößchen- Saal.— Blankenese. Zur Abhaltung der Mai- feier auf dem Süllberg war bereits die Genehmigung ertheilt, zedoch wurde dieselbe wieder zurückgezogen und die Genehmigung unter die Bedingung gestellt, daß sich nur Mitglieder der Organi« sation an der Feier betheiligen.— In E r f u r t hat die Polizei es nicht gestattet, daß im Garten des„Tivoli", woselbst die Maiseier stattfindet, über den Achtstundentag gesprochen wird. Das soll bei der„wahllos zusammengeströmten Volksmenge" zu der Befürchtung Anlaß geben,„daß entweder unmittelbar durch die Rede oder durch unvermeidbare Entgegnungen, Zwischenrufe und dergl. Andersgesinnter Ruhestörungen, tumultu-msche Szenen und damit eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicher- heit wachgerufen würde". Die„Thür. Tribüne" nimmt an. daß die Behörde sozialdemokratische Versammlungen etwa nach dem Maßstäbe von Kriegervereins-, Antisemiten- und ähnlichen Radauversammlungen zu beurtheilen scheint,„denn daß es in sozialdemokratischen Versammlungen, und seien dieselben noch so zahlreich besucht, jemals zu„tumultuarischen Szenen" gekommen ist, dürste schwer fallen zu beweisen. Es fehlt mithin in dieser Hinsicht an jeder thatsächlichen Unterlage für das Verbot."- Die Arnstädter und die Genossen von Mühl Hausen, Langensalza zc. feiern das Fest durch Ausflüge rc.— Der A u a s b u r g e r Magistrat bewilligte für die Versammlung am 1. Mai die ehemalige Dominikanerkirche.— In Braun- schweig wurde dem Vorstande des sozialdemokratischen Arbeitervereins polizeilich miigetheilt, daß Tanzscheine für den 1. Mai nicht ausgegeben würden, indem, an diesem Tage im ganzen Herzogthum das Tanzen verboten sei. Das Tanzen hätte aber der feierlichen Bedeutung des 1. Mai doch sicher keinen Eintrag getban!— Bei de« Gemeinderaths-Wahle» in Börnecke er- hielten drei Sozialdemokraten die große Mehrheit der Stimmen. Einen glänzenden Sieg'errangen unsere Parteigenoffen bei den Geiverbegcrichts- Wahlen in Frey stadt(Schlesien). Für die sozialdemokratischen Kandidaten wurden trotz lebhafter Agitation der Gegner 91 Stimmen abgegeben, für die Kandidaten der letzteren nur 30. »» Eine sozialdemokratische tfeelegirtenversammkung, welche kürzlich auf Veranlassung der Schwenninger Genoffen in Hofen bei Spaichingen(Schwarzwald) tagte, beschloß, Lagerstellen für ge- lesene Schriften zu errichten, und empfahl den einzelnen Mitglied- schaften, überall in ihrer nächsten Umgebung, wo»S möglich, Arbeitervereine zu errichten. Die Tuttlinger Genossen über- nahmen es, in Spaichingen in nächster Zeit eine Vottsversamm- hing einzuberufen, um einmal den Versuch zu machen, dort«inen Arbeiterverein zu gründen. Sodann wurde Schwenningen als Vorort bestinimt, und es den dortigen Genossen überlassen,«inen Vertrauensmann aus ihrer Mitte zu wählen, welcher mit den Mitgliedschaften in Verbindung tritt und die nöthigen Geschäft« leitet. Aus der Mitte der Delegirten sprach man den Wunsch aus, daß der Wahlkreis auch von Zeit zu Zeit von einem Reichstags- Abgeordneten unserer Partei besucht würde. Den Genossen in Schwenningen wurde der Auftrag ertheilt, daß der von ihnen gewählte Vertrauensmann mit dem Landesvorstand wegen unentgeltlicher Besorgung von Referenten in Verbindung tritt, damit man nicht genöthigt wäre, die Beiträge an die Landes- kasse zu schmälern. Als Hechte im Karpfenteiche wünscht die„Kleine Presse* in Frankfurt a. M.— die„Lokal- Ausgabe" der„Frankfurter Zeitung"— Sozialdemokraten in die Sladtver- t r e t u n g gewählt zu sehen. Das Blatt stellt bezüglich de? Verkaufs eines städtischen Grundstückes fest,„daß ein kleiner sozialdemokratischer Prozentsatz, vermischt mit den übrigen Elementen der Versammlung der Stadtverordneten, eine heil- s a m« G ä h r u n g hervorbringen würde. Bei den nächsten Wahlen wird es«in Gebot der Klugheit und Gerechtigkeit sein, diesen thatsächlichen Mangel zu beseitigen."— Hoffentlich sind bei den nächsten Frankfurter Gemeinde- Wahlen die Arbeiter Frankfurts selber so klug, nur Sozialdemokraten ihre Stimmen zu geben. Genosse Dr. Adolf Braun theilt unS mit, daß der Auf« ruf der„Echtes. Volkswacht". in welchem um Einsendung gewerk- schaftlichen Materials zwecks einer wissenschaftlichen Arbeit er- sucht wird, sich nach in Breslau von ihm eingezogener Er- kundigung auf ihn bezieht. Genosse Braun hatte auf dem Halberstädter Gewerkschaftskongreß das diesbezügliche Zirkular verlesen und seinerzeit auch versandt, auf Grund dessen nachher die„Breslauer Volkswacht" den bekannten Aufruf erließ, um das Braun'sche Vorhaben zu fördern, jedoch ohne daß Braun um die Veröffentlichung gewußt hätte. Eine Anzahl Blätter unserer Partei druckten den Aufruf der„Volkswacht" ab, um ebenfalls die Angelegenheit in Fluß zu bringen, darunter auch der„Vor- wärts", wie derselbe ja von allen Parteivorgängen, die ein allgemeineres Juteresse haben, seinen Lesern Kenntniß giebt. Das ist der Thatbestand der von der„Nationalliberalen Korrespondenz" zum Gegenstand schmutziger Verleumdungen gemachten«Angelegen- heit. die mit der Erklärung unseres Genossen Braun ihre be- friedigende Erledigung gefunden �hat. Polizeiliche», Gerichtliches tt. — In Düsseldorf sollen, wie die„Nicderrhein. Volks- tribüne" mittheilt, die Lokalinhabcr ihre Lokale mit dein Melermaaß jetzt selbst daraufhin aus», essen, ob die Raumverhält- nissc den für Versammlungslokale festgesetzten polizeilichen Vor- schriften entsprechen. Den» Wirth Herrn von der Beck in der Adlerstraße ist nämlich ein polizeiliches Strafmandat in Höhe von 3 Mark zugestellt worden, weil er sein Lokal zu einer öffent- lichen Versammlung hergegeben hatte, ohne daß sein Lokal den Anforderungen entspräche, welch« an ein solches Lokal gestellt werden. Die Versammlung war innerhalb der gesetzlichen Frist angemeldet, hat ohne Störung stattgefunden und selbstredend war auch polizeiliche Ueberwachung da. Eine zweite Versammlung, die in demselben Lokal stattfinven sollte, ist. nachdem die Polizei das Lokal geprüft und für ungenügend befunden, verboten worden. — Wegen Beleidigung der Remscheider Polizei wurden die Genosse» Stamm und Lenz in Remscheid von der Elberfelder Strafkammer zu 3 bez. 0 Wochen Gefängniß verurtheilt. Bei Stamm wurde die in einer Versammlung ge- scheheue Aeußerung,„die Polizei nehm« es nicht genau mit den, gleichen Recht für Alle", als strafbar angenommen. Bei Lenz hielt eS das Gericht für erwiesen, daß er in derselben Versamm- lung der Polizei vorgeworfen, sie verdrehe Thatsachen und handele hinterlistig. Der Angeklagte habe von Rußland gesprochen und Remscheid gemeint. — Redakteur Adolf Ho ff m a n n vom Zeitzer„Volks- boten* verließ an, 24. April das Gefängniß, woselbst er«ine vierzehutägige Haft verbüßt hatte. Theater. Verein zur Regelung der gewerblichen Mittwoch, den 27. April. Umg. Opernhaus. Cavalleria rusticana Pitt, Verhältnisse der Töpfer Berlins ung. Verlagsbuchhandlung des„, Vorwärts“ ( Bauern- Ehre). Rigoletto, Schauspielhaus. Faust. Deutsches Theater. Doktor Klaus. Leffing- Theater. Die GroßstadtLuft. Berliner Theater. Die Königsbrüder. Wallner- Theater. Der Löwe des Zages. Residens- Theater. Die Journalisten. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas Theater. = Die schöne Helena. Guten Morgen, Herr Fischer. Adolph Ernst- Theater. Fräulein Feldwebel. Bellealliance Theater. BO PechKroll's Theater. Hans Heiling. Ostend Theater. Der LumpenSchulze. fammler von Paris. Feenpalaft. Spezialitäten- Vorstellung. zialitäten- Vorstellung. den 27. Abends 6 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79. Ordentl. General- Versammlung Zages Ordnung: 1. Raffenbericht pro 1. Quartal 1892. 2. Wahl eines Revisors. 3. Die Zustände in unserem Gewerbe in Bezug auf die wirthschaftlichen Verhältniffe. 448/7 der Zarif nicht bezahlt wird, da uns solche bekannt sind. Speziell werden die Kollegen von Bauten eingeladen, wo Quittungsbuch legitimirt. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist nothwendig. Der Vorstand. Handlungsgehilfen und Gehilfinnen! Donnerstag, den 28. April, Abends 8%, Uhr, in der ,, Resource", Kommandantenfr. 57. Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuth- Strasse No. 2. Im Laufe der nächsten Woche erscheint: Krankenversicherungs- Gesetz vom 15. Juni 1888. In der Fassung der Novelle vom 10. April 1892. Mit erläuternden Anmerkungen, einem Anhange, enthaltend Betrieben beschäftigten Personen, das Gesek über die eingeschriebenen Hilfskaffen und alphabetischem Sachregister. Große öffentliche Versammlung die Krankenversicherung der in land- und fortwirthschaftlichen Tages Ordnung: 1. Die Stellenlosigkeit der Handlungsgehilfen und ihre Gebrüder Richter's Variété. Spe- Abhilfe. Referent: Hr. Dr. Lütgena u. 2. Distusfion. 3. Verschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung wird um recht zahlreiches Ca. 290 Seiten und pünktliches Erscheinen ersucht. Winter- Garten. Spezialitäten- Borftellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten. 177/16 Vorstellung. American Theater. SpezialitätenVorstellung. Der Einberufer. Stenographen- Schule. Theater der Reichshallen. Spe- Neue Rurse beginnen am Mittwoch, den 27. April, Abends 1/29 Uhr: zialitäten- Borstellung. Castan's Panopticum Friedrichstr. 165a, Ecke Behrensir. Riesin und Gipstr. 3, Restaurant Pyrtek, Naunynstr. 83, Restaurant Köhne. Unterricht unentgeltlich, Lehrmittel nur 1 Mart 50 Pfennig. Die Arbeiter- Maifeier Taschenformat elegant fartonnirt.- Preis 1,20 3. Die Brauchbarkeit und Nüglichkeit unferes Krankenversicherungs Gesetzes" wird dadurch erhöht, daß es sich hier um feine Zertausgabe handelt, daß vielmehr jeder Paragraph in gemeinverständlicher Weise kommentirt ist. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. وو 2594b Nach Erscheinen zu beziehen durch die Expedition des Vorwärts", Berlin SW., Beuthstr. 3. Buppen- Fee des 5. Berl. Reichstags- Wahlkreises Aama, verbunden mit den Weissenseer Genossen Alle Buchhandlungen, Rolporteure und Zeitungsspediteure nehmen fchon fest Bestellungen entgegen. Bei Aufträgen nach auswärts bitten wir um gefällige Beifügung des Betrages.( Porto extra.) Achtung! Fachv. d. Tischler. findet im Etablissement Sternecker in Weissensee statt. Zur Aufführung gelangen grosses Konzert, lebende Bilder, Parteigenossen! grosses Feuerwerk mit Inschriften und auf den 1. Mai bezugnehmenden 16. alt, 9 F. groß. Emblemen. Die Festrede wird vom Genossen Vogtherr gehalten. größte Riesin, Prinzeß Pauline, 16 Jahre alt, 40 Zentimeter groß. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. PassagePanopticum. Riese, 9 Fuj. Zwerg, 25 Zoll. Raffeneröffnung Vorm. 10 Uhr. Anfang Nachm. 2 Uhr. NB. Da mit der Pferdebahn- Gesellschaft ein Abkommen getroffen, daß jeder Vorzeiger eines Mai- Billets für die Fahrt vom Moltenmarkt oder Alexanderplat bis Weißensee 15 Pf. zu zahlen hat, machen wir die Genossinnen und Genoffen darauf aufmerksam, sich vorher mit Billets zu versehen, dieselben auch für die Rückfahrt aufzubewahren, da auch bei der Rückfahrt die Preisermäßigung eintritt. Billets find bei den Kommiffions- Mitgliedern: Frih Berndt, Neue Schönhauserstr. 18; Weber, Landsbergerstr. 41; Fr. Schmidt, Greifswalder straße 8a und in allen mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Mai- Feier. Der Polnische Sozialisten- Verein veranstaltet in Schneider's Gesellschaftshaus( früher Neustädter Volksgarten), in Friedrichsberg, Proskauerstr. 37-38, Ecke Frankfurter Allee, eine Mann m. Steinkopf. Versammlung für Frauen und Männer. Pigmy v. StanleyZwergvolt. Nachmittags 4 Uhr: Vortrag über die Bedeutung des Tages. 10-1 4-9 Uhr Treffpunkt: Früh 8 Uhr auf dem Alexanderplay. Pferdebahn- Berbindung: Spittelmarkt- Alexanderplat- Friedrichsberg. Gratweil'sche Kommandantenstr. 77-79. Bierhallen Täglich: Konzert We Abends: Gemüthliches Beisammensein. E Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. Zehlendorf bei Oranienburg. Hente, Mittwoch, 27. April, Abends 81/2 Uhr, Vorstandssitung. Zur Maifeier findet in Schmöckwin in Norbert's Restaur., Beuthstr. 21/22, ( Seglerschlößchen) Frei- Konzert statt. unteres Zimmer: Genossen, die an der Maifeier in Berlin nicht theilnehmen, werden er sucht, sich am 1. Mai mit Familie auf dem Görlitzer Bahnhof 8,85 einzufinden und lösen Billets für Familie bis Goeben ist erschienen und durch die Schmöckwiß, die Genoffen bis Grünau, Buchhandlung von Hans Baake, und marschiren dieselben unter Vor- Dresdenerstr. 52/53, City- ẞaffage, zu antritt eines Musikchores bis nach beziehen: Schmöckwitz. Nachzügler fahren Gör- Die Mai- Nummer des Südliter Bahnhof 12,35 und werden vom deutschen Postillon", 12 S., Bahnhof Schmöckwit mit Mufit ab- prachtvoll in Buntdruck illustrirt, 2685b Preis 10 Bf. geholt. Genossen von Grünau, Schmöckwiß und Umgegend find freundlichst Wiederverkäufern hoher Rabatt! eingeladen. Billets fönnen Sonnabend auf dem Görlizer Bahnhof schon gelöst werden. Mehrere Genossen. 26976 Adlershof. 251/5 Arbeiter- Bildungsverein Donnerstag, 28. April, Abds. 81/2 Uhr, im Saale des Herrn Wiedemann: Vereinsversammlung. Tagesordnung: Sonntag, den 1. Mai, Nachm. von 2 Uhr ab, im Lokal des Herrn Nieter: 1. Vortrag des Herrn F. Berndt. Ke Mai- Feier mit humoristisch. Vorträgen. arrangirt vom Arbeiter- Bildungsverein für Zehlendorf n. Umgegend. Großer Frühstücks- u. Mittagstisch Konzert, nachher Tanz. Entree 30 Pf. Herren, welche am Tanz theilfowie 6 Billards, 3 Regel nehmen, zahlen 50 Pf. nach. bahnen und 2 Säle. F. Sodtke. 2684b Der Vorstand. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. Um zahlreichen Besuch bittet 133/12 Der Vorstand. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse s. Roabiter Gesellschaftshaus, J. Semmel, praft. Zahn- Arzt, der Tischler n. 1. w. Alt- Moabit 80/81. Oranienstr. 55, Moritzplatz. Spr. 9-1, 3-5. Jn der Poliklinik Oertliche Verwaltung Berlin C. Donnerstng, den 28. April, Abends mann- Straße 5-7: Täglich: Gr. Konzert, Theater für Unbemittelte 8-9 m., 1-3, 5--6 Nachm.( Künſtl. Zähne 2 Mart) 81/2 Uhr, in Habel's Brauerei, Berg und Spezialitäten. Anfang 4 Uhr. 2289L Entree 30 Pfg. Hellmuth Peters. Wo speisen Sie? In der alt. pommer schen Küche, Dranienstr 181, Hof pt. bei Klein! Frühst. 30 Bf., Mittagstisch mit Bier 50 Pf., Abendtisch von 30 bis Central- Möbel- Halle. Möbel- Theilzahlung Mitglieder- Bersammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Hrn. Dr. Riesenfeld: Gardinen- Fabrik. Großes Lager gestickt. u. engl. Tüll- Gardinen, Stores, weiß u. creme. Große Auswahl in Sophas, Tisch- u. Bettdecken, auch im Einz. zu den billigsten Fabrikpreisen. E. Knape aus Eutzsch in Sachsen. Brunnenstraße 26, 1 Treppe. Die rühmlichst bekannte Betten- Fabrik von 20849 R. Kirschberg 1b Spandauer Brücke 1b Gegr. 1870 verkauft streng reell Neue Bettfedernpfd.0,50bis zu den vorzüglich füllend allerbest. nur 3, prima Halbdaunen 1,10 1,50 M. 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Schöning: Nachtigallen, schlagen Kinderwagen und Reiſekörbe, Berschiedenes und Fragekaſten. Bahlstelle d. deutſchen Tischlerverbandes| 6 Mart. 3. 194/2 Aufnahme. Gäste willkommen. Der Vorstand. Dr. Hoesch, homöopath. Arzt, Schnelle, Stalizerstr. 132. über 200 Stück, i. Einzeln. bill. zu verk. Die Herrn Habedank zugefügte Bein d. Korbwaarenfabr. Invalidenstr. 105. leidigung nehme ich hiermit zurück und Kleiner Gesangverein, M. d. A.-S., erkläre denselben für einen Ehrenmann. fucht Dirigent für Sonnabend, Son, Kinderwagen. Andreasfr.23$.p. Artilleriejir. 27. 8-10, 5-7, Gonnt. 8-10. Größtes LagerBerlins 2695b O. Matting. ang. Postamt 15. C. Sch. 203. 2869b Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Günstiger Verkauf! 1. ca. 300 Quadr.- Meter 1/4 zöll. schöne Pappel Dickten, schlanke Waare, OF 2. ca. 50 St. starke Hänge- Eisen z. 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Bekanntlich hatte der Stadtrath zu Mittweida während der Sitzungen des Reichstages gegen den Abgeordneten Schmidt einen Strafbefehl wegen groben Unfugs erlassen, der darin er- blickt wurde, daß Schmidt in unserem von ihm redigirten Schwesterorgan zu Burgstädt unter Darlegung der sozialdemokratischen Bestrebungen zum Abonnement auf dasselbe aufforderte. Das Landgericht zu Chemnitz hatte ein freisprechendes Urtheil gefällt. Stadthagen hatte dann Strafantrag gegen den Stadt- rath zu Mittweida gestellt, weil letzterer sowohl hätte wissen müssen, daß grober Unfug nicht vorliegt, wie daß die Straf- Verfolgung während der Tagung des Reichstages unzulässig ist. Desgleichen war beantragt, gegen den Staatsanwalt zu Chemnitz und die dortigen Richter strafrechtlich vorzugehen, welche die un- statthaste Strafverfolgung und die gewaltsame Vorführung des Genossen Schmidt wegen zehn anderer angeblicher Strasthaten während der Dauer der Session veranlaßt hatten. Der General- Staatsanwalt j hatte mit der Untersuchung wegen dieser und der weiteren Anschuldigung, daß in einer Ausführung der Gründe des das Hauptverfahren eröffnenden Beschlusses eine Majestätsbeleidigung und in der Ausführung des Staatsanwalts daß der unbestrafte Genosse Schmidt ein„gewerbsmäßiger Ehr- abschneider", eine Beleidigung liege, den Ersten Staats- anwalt zu Dresden beaifftragt. Dieser hat jetzt die Strafverfolgung abgelehnt. Die betreffenden Be- Hörden und Beamten hätten sich schlimmstenfalls in entschuldbarem Rechtsirrthum befunden, die Aeußerung des Staats- anwalts, bezüglich deren der General-Staatsanwalt im Reichstage erklärt hatte, sie sei weder zweckmäßig noch nothwendig gewesen, er habe deshalb den Richter rektifizirt, sei nicht rechtswidrig erfolgt u. f. w. Gegen diesen Beschluß hat Rechtsanwalt Stadthagen Beschwerde eingelegt. Die Be- schwerde wird den Erfolg haben, daß die sächsischen Oberbehörden Stellung zu der Frage zu nehmen haben, ob ein Richter und ein Staatsanwalt in der That wegen vom Reichsgericht für u n- st a t t h a f t erklärter Handlungen und deren Folgen nicht ver- antwortlich sei, während jeder Arzt. Apotheker und Kutscher nach dem Stras-Gesetzbuch für jede fahrlässige Berufshandlung die z. B. eine Körperverletzung zur Folge hat, zu haften hat und die Unkenntniß eines Laien, eines Nichsturisten bekanntlich diesen vor Strafe nicht schützt. Wird die Frage abermals verneint, so wird die weitere Frage vielleicht den Reichstag zu beschäftigen haben: aus welchem Grunde sind gelehrte Richter nothwendig, wenn diese ohne irgend welche Folgen in Ausübung ihres Be- rufes irren und Staatsbürger verfolgen und in ihrer Freiheit behindern dürfen? � � Sozialdemokratische und bürgerliche Presse Elsaff Lothringen»..Konsequent, zielbewußt und farbebekennend ist in Elsaß-Lothringen eigentlich nur die sozialdemokrattsche Mül- hauser„Bolkszeitung".»in Blatt, in dem wir mehr wirklich ge- diegene und intereffante Artikel finden, deren einseittger Partei« standpunkt ihren Werth nicht mindert, als in unseren sämmtlichen seichten Waschblättern von Mülhausen bis Metz zusamnien« genommen." Dieses Urtheil fällt das nichtsozialdemokrattsche „Straßburger Tageblatts in Nr. 92 vom 20. April. Kanzelblüthe. Wie die„'Märkische Arbeiter-Zeitung" in Nr. 37 vom 23. April mittheilt, hat in der D u, s b u r g e r JosefSkirche ein Pater bei einer Predigt über die angeblich gotteslästerlichen Tendenzen der Sozialdemokratie die Sozialisten in folgende zwei Mafien geschieden: a) Stimmvieh, d. h. solche, welche durch Unglauben, Elend und Verzweiflung nicht wissen, was sie thun; d) solche, welche die Ziele der Partei kenne». Letztere sind ohne Unterschied Menschen mit einem Charakter und Gewissen, daß jeder anständige Mensch sich schämen muß, mit ihnen über die Straße zu gehen, geschweige denn zu ver- kehren.— Wenn die Ultramontanen sich gelegentlich über eine nicht ganz salonmäßige Behandlung durch unsere Genossen beschweren, mag man ihnen nur vorstehende boshaft-alberne Klassifizirung zu Gemüthe führen, die einer ihrer Zionswächter verübte. Die Sozialdemokratie Bayern» hält am 26. Juni in RegenSburg einen Parteitag ab. Auf der vorläufigen Tagesordnung befinden sich folgende Punkte: Die Thätigkeit des bayerischen Landtags und die Wahlen zu demselben im Jahre 1893, Agitation und Organisation. Einberufer des Parteitages sind die Nürnberger Genossen� Joh. Sch erm und Martin S e g i tz. Der 3. pfalzische Arbeitertag findet während der Psingst« feiertage im Eaalbau zu a i s e r s l a u t e r n statt. Wa»„politische Gegenstande" find, ist in neuerer Zeit schon mehrfach infolge einer Entscheidung des Reichsgerichts de- sprachen worden. Bei der Wichtigkeit der Sache ist es nicht un- angebracht, nochmals auf die Frage zurückzukommen, da die preußischen Polizeibehörden die Fachvereine vielfach als politische Vereine im Sinne des§ 8 des Vereinsgesetzes vom II. März 1850 behandelt haben. Auch der Regierungspräsident von Schleswig macht gerade deshalb neuerdings darauf aufmerksam, daß nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts als politische Angelegenheiten nur diejenigen anzusehen sind, welche Ver- fassung, Verwaltung. Gesetzgebung des Staates, die staatsbürgerlichen Rechte der Unterthanen und die internationalen Be- ziehuygen der Staaten zu einander m sich begreifen. Die Ausübung der im ß 132 der Reichs-Gewerbe- Ordnung verbürgten Koalitionsfreiheit, wie überhaupt die Arbeitsverträge zwischen Arbeitern und Arbeitgebern unterliegen der freien Vereinbarung der Vertragschließenden und gehören dem Privatrecht, nicht der Politik an. Es handelt sich der der Bestimmung des Begriffs„politische Gegenstände" nicht darum, durch irgendwelche Kombinationen zu ermitteln, ob der fragliche Gegenstand nicht unter irgeud welchen Umständen in die Auf- gaben und Interessen des Staates hinübergreifen kann, sondern ausschließlich dämm, ob der Gegenstand als solcher un mittel« bar den Staat, seine Gesetzgebung oder Verwaltung berührt, seine Organe und Funktionen in Bewegung setzt. Diese Gesichts- punkte sind in einem neueren Erkenntnisse des Reichsgerichts ge- rade in Bezug auf die Fachvereine ausgestellt worden.— Die Fachvereine wären hiernach als politische Vereine nur dann an- zusehen, wenn besondere Thatsachen dies im einzelnen Falle recht- fertigen, insbesondere, wenn trotz des Statuts— das etwa die Beschäftigung mit politischen Dingen ausdrücklich ausschließt— thatsächlich in ihren Versammlungen in einer Reihe von Fällen politische Gegenstände erörtert worden sind. Der erste Frauentag hat kürzlich in Le mberg stattgefunden. Derselbe gestaltete sich, wie die Wiener„Arbeiterinnen� Zeitung" in Nr. 8 schreibt, zu einer sozialdemokratischen Kund- gebung. Den Vorsitz führte Frau Pruchnik, welche für die politischen Rechte der Frauen in einem ausgezeichneten Referate eintrat. Frau Czajkovska und Kobryiaska(Bolcchow) sprachen über die Zulassung der Frauen zu den Mittel- und Hochschulen und Genossin Koszycka über die Lage der Arbeiterinnen. Das Referat der Genossin Koszycka machte auf das ungemein zahlreich versammelte Publikum einen großen Eindruck. Als die Referentin in schlichten Worten die"Lage der Arbeiterinnen in Lemberg schilderte, konnten sich viele Anwesende des Weinens nicht enthalten. Alle Referate behandelten die Frauenfrage als einen Theil der sozialen Frage, die nur mit dieser gelöst werden könne. Hervorzuheben ist noch das muthige Auf- treten der Lehrerin Goldfarb, welche, alle Rücksichten außer Acht lassend, die Lage der Lehrerinnen besprach. Tie Weiber der Bourgeosie hatte» ohne Erfolg den riesigen Besuch der Ver- sammlung zu verhindern gesucht, indem sie zu gleicher Zeit eine patriotische Versammlung einberiefen und als Paradepferd den eigens zu diesem Zwecke aus Krakau bezogenen Dichter Asnyk vorführten. Die Dämchen glaubten ihre Jugendsünden am besten vergessen zu machen, wenn sie von Haus zu Haus herumliefen und die Anhängerinnen des Frauentages durch Bitten und Drohungen zu bewegen suchten, von dem Besuche der Versammlung abzustehen. Am Frauentag nahmen Angehörige aller Nationali- täten des Landes in echt sozialdemokratischer Weise friedlich für die gemeinsame Sache mit einander wirkend, theil. »» Au» New-Dork wird uns geschrieben: Der Antrag auf Vereinigung der beiden sozialistischen Frak- t i o n e n ist in der Urabstimmung auf beiden Seiten mit großer Majorität angenommen worden; die meisten Sektionen waren einstimmig dafür. Damit ist aber die Vereinigung noch nicht vollzogen, sondern es soll dieselbe erst durch einen gemein- samen Kongreß, dem beiderseitige Konferenzen vorausgehen, end- giltig herbeigeführt werden. Aber obwohl es auf dem Kongreß zu einigen heftigen Auseinandersetzungen kommen dürste, ist doch nicht zu bezweifeln, daß sich die Sozialisten Amerikas binnen wenigen Monaten wieder in einer gemeinsamen Organisation befinden werden. Und wenn dies auch unter den obwaltenden Umständen kein Ereigniß von einflußreicher Bedeutung für die Entwicklung der amerikanischen Arbeiterbewegung im Gesammten ist, so ist doch damit ein Zustand beseitigt, welcher deprimirend auf die sozialistischen Arbeiter selbst wirkte und den„politischen Drahtziehern" in den gewerkschaftlichen Organisationen— so weit sich jene in ihrer Ignoranz überhaupt um derartige Tinge kümmern— Gelegenheit gab, auf die Zersplitterung unter den fortschrittlich gesonnenen Arbeitern zu verweisen. Todtenliste der Partei, i&n Enkheim ist am 21. der Steinmetz Heinrich Günther gestorben. April UoKerlos. Die Lokalkommissiou macht bekannt, daß Herr Philipp, Rosenthalerstr. 33, von der Boykottliste zu streichen ist, indem derselbe das Zirkular der Kommission unterschrieben hat. Der Restaurateur Albert W e g e r, Inhaber vom Reichsgarten auf Pichelsberg?, hat ebenfalls unterschrieben, Saal und Garten jeder Zeit zur Verfügung zu stellen. I. A.: I. Wernau, Rosenstr. 30. Der Zentralverein für Arbeitsnachweis hat soeben seinen Geschäftsbericht für das Jahr 1891 erscheinen lassen. Derselbe ist zu einer umfangreichen Broschüre angewachsen und hat einen Inhalt, der viel Interessantes bietet. Der Bericht zerfällt in drei Abtheilungen: in den„Arbeitsnachweis für männliche Per- sonen", den für„weibliche Personen" lmd eine Rubrik ist den vielgerühmten„Wärmehallen" gewidmet. Die statistischen Zu- sammenstellungen ergeben, wie viel und wie wenig Arbeitskräfte an dieser Börse„gehandelt" worden sind. Den einleitenden Worten entnehmen wir, daß der Bau der Lokalitäten in den Stadtbahnbögen 103/104 ca. 11 000 M. gekostet hat. Das Vor- standsmttglieo, der freisinnige Baumeister und noch freisinnigere Stadtverordnete Herr Wohlgemuth hat die Bescheidenheit besessen, diesen Bau zum Selbstkostenpreise auszuführen. Damit hat sich der Herr um das Wohl der arbeitenden Klasse Verdienste er- worden, die sich derselbe sicher nicht zu gering anrechnen wird. Ter Verein selber kam durch die Bauerei in eine sehr mißliche Lage, seine Mittel waren vollständig erschöpft, durch„namhafte Zuwendungen" verschiedener Millionäre und durch einen b e- deutenden Zuschuß der Berliner Gemeindebehörde ist es möglich gewesen, daß sich der Verein über Wasser halten konnte. Die Stadt Berlin hat übrigens für den Verein— Vorsitzen- der Herr Magistratsassessor Dr. jur. R. Freund— stets eine offene Hand gehabt. Da ist zuerst gezahlt worden die im städtischen Etat ausgeworfene Summe von 3000 Mark. Dann kommt noch unter den„einmaligen Beiträgen" eine außerordent liche Subvention im Betrage von 5000 M. Das ergiebl 3000 M., — ein Beweis, welches Interesse die städtischen Behörden diesem Arbeits.markt" entgegenbringen. Die Antheilscheine sind zum größten Theil von Vorstandsmitgliedern gezeichnet, die Herren sind so besorgt um das Wohl und Wehe der Arbeiter, daß sie an dieser Sorge sogar ihren Geldbeutel theilnehmen lassen. Diese Antheilscheine sind unkündbar und unverzinslich und sollen mög- lichst mit 10 pCt. jährlich zurückgezahlt werden. Da es aber dem Verein in diesem Jahre so trübselig ergangen ist, mußte von einer Rückzahlung Abstand genommen werden,— gewiß zum größten Vergnügen der armen Besitzer von Antheilscheinen. Als der Magistrat dem Verein die Unterstützung zusagte, stellte er die Bedingung, daß die„Vermittlungsgebühr" fortfallen müsse. Der Verein mußte, wenn er mit den städtischen Behörden auf gutem Fuße stehen bleiben wollte, in diesen sauren Apfel beißen. In dem Geschäftsbericht heißt es, daß derVorstand diese Bedingung„mit Freuden akzeptirte". Das ist offizieller Stil! Aber der Vorstand wußte sich zu helfen: er verminderte den Ausfall durch eine Einschreibegebühr beim Arbeitsnachweis für weibliche Per- sonen. Diese brachte 177,60 Mark ein. Das ist nicht viel, aber es hilft doch ein Loch zustopfen! Nachdem noch mitgetheilt worden ist, daß die umfangreiche Insertion und Versendung von Zirkularen mit dazu beigetragen haben, die Kosten erheblich zu erhöhen, wird mit Stolz gemeldet. daß die Mitgliederzahl von 374 aus 520 gestiegen ist und daß hochgestellte Personen die„Gnade gehabt haben, dem Verein nam- haste Beiträge zu überweisen". Es ist also die Geldklemme des Vereins kaum zu erklären. Den drei Abtheilnngen über die einzelnen Unternehmungen des Vereins werden wir noch besondere Artikel widmen— namentlich die„Wärmehallen" verdienen eine entsprechende Kritik. Was da alles für das Wohl der Arbeiter gethan wird, läßt sich kaum schildern. Es schließt übrigens der Vorbericht der Vereinsmittheilungen mit folgendem Satz, der bezeichnend ist, für die Sorgen, mit denen sich die Leute tragen müssen: „Dem Inspektor Herrn Scheibe ist der Titel Ober inspektor beigelegt worden". Und die Welt steht noch fest in ihren Angeln! WohlfahrtS-Konferenz. Gestern fand die zweite und Schluß-Versammlung statt. Zur Verhandlung stand:„Diezweck- mäßige Verwendung der Sonntags- und Feierzeit". Das sanft- lebende Fleisch von Dresden, Geh. Rath Prof. Dr. Böhmert, wiederholte seine von uns bereits vor einiger Zeit mitgetheilten Vorschläge. Es beruhen diese auf dem Geist der Bevormundung der Arbeiter, wenn auch mehrfach gesagt wird, die Bevormundung sei auszuschließen. Der Vorschlag 4 lautet:„Der Unternehmer sollte sich an den Erholungen seiner Arbeiter nicht nur mit Gaben, sondern mit seiner Person, aber nicht als Herr, sondern als Ge- nosse unter Genosse» belheiligen." Für diesen Bauernfang fehlt heute denn doch den Arbeitern die Empfänglichkeit. Mag sich der Prinzipal bei der Arbeit und Lohnzahlung seinen Arbeitern als Genosse bewähren, möge er ihre Gleichberechtigung aner» kennen, möge er nicht ihr Vereinigungsrecht vergewaltigen, dann mag er an den Vergnügungen der Arbeiter Theil nehmen. So aber wird er immer nur als Störer der Gemüthlichkeit erscheinen, die Arbeiter werden auf ihn wie auf einen Zuchtmeister blicken, der sie auch bei ihren Vergnügungen verfolgt. Die„Arbeiten" der WohlfahrtS-Konferenz, der so viele Minister und Geheimräthe beiwohnten, bestanden einfach darin, daß man leeres Stroh drosch. Die Lehrlingsausbentung ist eine der schändlichsten Formen der kapitalistischen Ausbeutung und steht in üppigster Blüthe. Wir heben hier nur einen Fall hervor, der leider noch lange nicht zu den schlimmsten gehört. In einer Alfenidewaaren- Fabrik werden 17 Lehrburschen und nur 9 Gesellen und 1 Werk- führer beschäftigt. Haben die Lehrlinge 4 Jahr gearbeitet, dann haben sie„ausgelernt" und werden entlassen. Die Ausbildung, die sie genießen, ist selbstverständlich nur eine äußerst einseitige, die Hauptsache ist die Ausbeutung der jugendlichen Arbeitskraft. Das erste Jahr bekommen sie als Lehrling 3 M. wöchentlich, wovon 25 Pf. für Krankenkasse und Alters- und Jnvaliditätskasse und 10 Pf. Spargeld abgezogen werden, so daß sie, wenn sie nicht einmal einige Minuten zu spät zur Arbeit kommen, wofür Straf- geld abgezogen wird, 2,65 M. erhält. In jedem folgenden Jahr steigt der Lohn um 1 M., als» auf 4, 5 und 6 M.. und im Vcrhültniß auch die Abzüge. Dann sieht er nach 4 Jahren auf der Straße; während seiner Lehrzeit sind eine ganze Anzahl neue Lehrlinge„angelernt", denen das gleiche Schicksal bevorsteht. Da ihre Ausbildung nur eine lückenhafte ist und vielfach blas in der Ausfertigung einiger Spezialitäten besteht, sind sie ander- wärts kann» zu verwenden. Solche junge Burschen sind oft die einzige Hoffnung ihrer Mutter; was sie erschwingen konnte, hat sie sich'wahrend der Lehrzeit für ihren Sohn am Munde ab- gespart, und jetzt nach beendeter Lehrzeit, wo sie in ihm eine Stütze zu haben denkt, fällt er ihr womöglich erst recht zur Last. Die Gesellschaft ächtet die offenkundigen Wucherer, man meidet die Kuppelwirthe und Zuhälter, man kann sich vor Entrüstung nicht lassen über die Weibsbilder, welche Kindern auf der Straße die Ohrringe aushängen, aber solchen Knabenschindem, welche junge Leute unter den: Vorwande, sie auszubilden, an sich locken, nur um sie auszubeuten und sie dann einem verfehlten Leben zu- zutreiben, gegen solch- Leute verhält man sich durchaus nicht abwehrend, sie gelten als Ehrenmänner und ihre Verdienste um die Erziehung der Jugend werden gepriesen, und doch sind sie schädlicher und verderbenbringender, als die oben genannten Kategorien, welche die allgemeine Verachtung straft. Der Verein zur Besserung der Strafaefangeue« hat in feiner am Sonnabend abgehaltenen dieszährigen Haupt- Versammlung auss Neue bewiesen, daß er seinem Prinzip, den Großgrundbesitzern Arbeiter zu verschassen, auch in dem ab- gelaufenen Jahre treu geblieben ist. Wir haben uns schon vor ein und zwei Jahren wiederholt mit der Thättgkeit dieses Ver- eins beschäftigt. Vor einem Jahre glaubte der Dirigent des Ar� beitsnachweise-Bureaus Kaufmann Bischoss noch, den Verein öffentlich gegen den von uns erhobenen Vorwurf verwahren zu müssen, daß er schließlich blos die Interessen der Großgrund- besitzer fördere und seine„Pfleglinge" zu Arbeitgebern bringe, die sie gegen einen wahren„Spitzbubenlohn" beschäftigen. Diesmal wurde das gar nicht mehr für nöthig gehalten, sondern es wurde offen zugegeben, im Jahresbericht wie auch von dem stellvertretenden Vorsitzenden Geh. Ober-Justizrath Dr. Starcke, daß der Verein sich bemüht,„gleichzeitig die Interessen der Gegenden, in denen es an Ar- beitern fehlt, zu fördern", daß die Arbeitgeber,„anfangs oft nur durch die Unmöglichkeit, in anderer Weise Arbeiter zu erhalten. zu dem Entschlüsse zu bringen sind, Strafentlassene aufzunehmen", und daß sie„ihre eigenen Interessen bei dem guten Werke, welches sie an den Strafentlassenen verrichten, nicht schädigen". Das ist wenigstens offen und ehrlich gesprochen, wenngleich das Geständniß etwas spät kommt. Dagegen verhalten sich die Herren hinsichtlich der an die Strafentlassenen von Seiten der Großgrundbesitzer gezahlten Löhn« nach wie vor sehr zugeknöpft. Für die aufs Neue aufgestellte Behauptung, daß sich die Straf- entlassenen als Landarbeiter gar nicht schlecht stünden, ist man, von einigen allgemeinen Redensarten abgesehen, aufs Neue den Beweis schuldig geblieben. Der Berein hat sich immer noch nicht entschließen können, mit einer genauen Statistik über die Löhne dieser Landarbeiter vor die Oeffentlichkeit zu treten. Wir wiederholen, daß diese nun bereits zum dritten Male von uns gestellte Forderung um so leichter zu erfüllen ist, da der Verein mit seinen„Pfleglingen" wie mit deren Arbeitgebern noch lange Zeit in persönlichem oder brieflichem Verkehr bleibt. Diejenigen Angaben, welche man dem Jahresbericht über 1891 einzureihen gewagt hat. bieten übrigens immer noch genug Material, um danach den Werth der Thätigkeit des Vereins be- urtheilen zu können. Die Zahl der Hilfesuchenden(3930), wie die der in Stellung Gebrachten(3302) sind beide gegen 1890 ge- wachsen. In den kältesten Monaten, in denen Arbeit am schwersten zu finden und die Hilfe auch aus anderen Gründen am nöthigsten ist, war auch diesmal wieder, wie in den Vor- jähren, der Andrang am stärksten, die Zahl der nachgewiesenen Stellungen dagegen am geringsten. Landarbeiter werden eben im Winter schon gar nicht gebraucht. In den warmen Monaten war von Allem genau das Gegentheil der Fall. In der Ernte- zeit besonders scheinen die Strafentlassenen bei den mecklen- burgischen Junkern ein sehr begehrter Artikel gewesen zu sein. Der Verein berücksichtigt daher bei der Unterbringung der„Pfleglinge" thatsächlich fast nur noch die„nothleidenden" Großgrundbesitzer. Die Zahl der als Landarbeiter(Knechte, Hofgänger) Untergebrachten war 1888: 687, 1889: 736, 1890: 1413, 1891: 1729. Im Jahre 1391 wurden außerdem noch 960 als Erd- und Ziegelei-Arbeiter und 165 als Fabrikarbeiter unter- gebracht, sodaß von im Ganzen 3302 allein 2854(= 86 pCt) als„Arbeiter", wie sie im Bericht genannt werden, Beschäftigung erhielten. Ob dieses Ergebniß ein„Erfolg" zu nennen ist, läßt sich erst dann richtig beurtheilen, wenn die„Arbeiter" neben die andere Gruppe von„Pfleglingen", die Beamten, Kaufleute, Buch« Halter, Verkäufer, Aufseher, Schreiber, Handwerker, Kutscher, Hausdiener, gestellt werden. Zu Gruppe 1 gehörten nach ihrem Unter früheren Beruf 1939(= 59 pet.), zu Gruppe 2 1863(= 41 pet.). Isolcher Bucht auf das Steinpflaster, daß es vollständig zerschellte| Annahme verschiedene Belastungsmomente angeführt. Hinsichtlich der nachgewiesenen Beschäftigung gehörten zu Gruppe 1 und sein Inhalt sich über die Straße ergoß. Gleich einem anderem soll die Barnewit zwei Tage vor dem Attentat einer nur 448(= 132 pt.), zu Gruppe 2 dagegen 2854(= 8612 pбt.). Bienenschwarm eilte Alt und Jung, mit Gefäßen und Schöpf- Freundin, auf welche sie eifersüchtig war, gesagt haben, daß sie Demnach wurde der allergrößte Theil der Pfleglinge" aus löffeln ausgerüstet, zu der billigen Petroleumquelle und suchte zu den" Mar" todtschießen werde. Gruppe 1 einem schlechteren" Berufe zugeführt. Natürlich ist retten, was zu retten war. für lange und schwere Arbeit schlecht bezahlt " " " und Der Maurer Hermann Stuckert war Dienstag Bormittag in dem Haufe Friedrichsgracht 49 mit Maurerarbeiten beschäftigt, während in demselben Raume ein Roatsofen zum Trocknen der Wände brannte. Gegen 9 Uhr wurde Stuckert bewußtlos aufgefunden und mußte nach der Charitee gebracht Die Geschworenen verneinten das Moment der Ueberlegung, Sprachen bagegen die Angeklagte des versuchten Todt. hags unter Bubilligung mildernder Umstände schuldig. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnißstrafe von 1 Jahr 3 Monaten, unter Abrechnung von 2 Monaten durch die erlittene Untersuchungshaft. Wie wir hören, bestreitet die Angeklagte, daß sie sich mit dem Vorsatze zu Bochow begeben habe, denselben zu erschießen, niederträchtig behandelt werden immer noch werden immer noch besser als Das 2jährige Töchterchen eines in der Bücklerstr. 32 fie habe sich vielmehr selbst vor seinen Augen tödten wollen und völlig ohne Arbeit sein und hungern müssen. Thatsache wohnenden Arbeiters war Montag Bormittag feiner älteren sich erst zu einem Angriff gegen Bochow hinreißen lassen, nachist aber, daß auch der Verein zur Befferung der Strafgefangenen" Schwester entlaufen, dabei unter die Räder eines Bierwagens bem dieser ihre Annäherung in schnöder und beleidigender Weise das Unrecht, welches die Gesellschaft an dem einmal Ge- gerathen und wurde so unglücklich überfahren, daß der Kopf zurückgewiesen habe. strauchelten durch unbarmherzige Mechiung desselben begeht, nicht vollständig vom Rumpfe getrennt wurde. Die ältere Schwester Um 5 Uhr wurde das Urtheil gesprochen. wieder gut zu machen vermag. Die Aechtung des entlassenen ist gleich nach dem Unfall entlaufen und war bis zum Abend Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Wronter, hatte in mehr als Strafgefangenen wird aber durch den Verein noch gefördert. noch nicht zurückgekehrt. Der Vater ist schon seit längerer Zeit anderhalbstündiger Rede für die Nichtschuld der Angeklagten Wer die Hilfe des Vereins anruft, der stellt sich selbst unter arbeitslos. plädirt. die Polizei- ufsicht mit allen ihren schlimmen Folgen. In dem Hilfsbereiche des Vereins kann der Entlassene nie vergessen machen, daß er einmal ein Vergehen begbngen hat. Bon Arbeit geber zu. Arbeitgeber verfolgt ihn das Signalement des Verbrechers". Menn etwas erreicht werden soll, dann muß der Hebel ganz wo anders angesetzt werden. Nicht die Folgen des Strauchelns zu lindern, sondern das Straucheln zu verhüten, werden. Das Urtheil lautete auf eine Gefängnißstrafe von sechs muß das Endziel sein. Viele werden nur durch die Ungunst der fozialen Berhältnisse zu Falle gebracht. Der Direktor des 9 Uhr, zog man aus dem Wasser des Humboldthafens die Leiche Die Verurtheilte wurde aus der Haft entlassen. Die Geschworenen Anscheinender Mord! Geftern, Dienstag, Bormittags Monaten, wovon zwei Monate für verbüßt erachtet wurden. Moabiter Bellengefängniß sollte in der Sonnabend- Bersammlung einer fraftigen Mannsperson, die dem Arbeiterstande anzugehören traten sofort zusammen, um mit der Beihilfe des Vertheidigers über die sozialen Ursachen der Verbrechen" sprechen. Er ging und im Alter von 35-40 Jahren zu stehen schien. Die Leiche ein Gnadengefuch zu entwerfen. jedoch den sozialen Erscheinungen des Gesellschaftslebens forg war belleidet mit zerrissener, unterer Hosenhälfte. Sie zeigte fältig aus dem Wege. Vielleicht konnte auch er sich der Er Stichwunden im Kopfe und der Brust. Der rechte Arm und linke Da sich die Verhandlung auf dem Boden der Börsensachverstän Der Prozeß Polte wird wohl noch einige Tage währen. Tenntniß von deren Zusammenhang mit der Kriminalität nicht Fuß zeigten bruchliche Verlegungen. verschließen, und vielleicht hatte er weder den Muth zu lügen, zwischen den Fahrzeugen gefunden worden und schien schon einige Grörterung zu ziehen, ob diefer Boden ein rechtsgemäßer ist, Von Schiffern war sie bigen, der Börsenspekulanten, der Geschäftsusanzen bewegt, ohne in noch die Wahrheit zu sagen. Tage im Wasser gelegen zu haben. Die Polizeibehörde brachte so war vorauszusehen, daß der große fenfationelle Prozes die Leiche mittels Wagen nach dem Zeichenschau- Hause. im Sande verlaufen wird. So hat sich denn auch der Gerichtshof veranlaßt gesehen, nach 13monatlicher Untersuchungshaft am Montag am Schluß des 14. Verhandlungstages, den Angeklagten aus derfelben zu entlassen. Herr Polfe ist, wie aus dem Proeffe ersichtlich, im Großen und Ganzen nicht besser und nicht schlechter, wie ein großer Theil seiner als„ Sachverständige" fungirenden Kollegen. Zu der Notiz betreffs des Reichs- Kursbuches in Nr. 95 b. Bl. erhalten wir folgendes Schreiben: Zur Sonntagsruhe. Den Barbieren und Friseuren ist die " Ich bin ein großer Freund des Reichs- Kursbuches und Mittheilung geworden, daß es nach Einführung der Sonntagshabe oft gefunden, daß Leute fich geirrt haben, wenn sie glaubten, ruhe weber den Geschäftsinhabern noch ihren Gehilfen gestattet bort Unrichtigkeiten entdeckt zu haben. So ist es auch Ihrem ift, die Kunden außer dem Hause zu bedienen, es sei denn „ Broletarier" ergangen. Das Kursbuch bezeichnet den von Ihnen während der drei Stunden, die diesem Gewerbe aur Thätigkeit genannten Zug deutlich mit 1-( 4). Auf Seite 2 des Umwährend des Sonntags sugebilligt werden. Schlags, die den deutlichen Vermert trägt: Bor dem Gebrauch Revolvers. Ein freigesprochener Angeklagter hat nach der Straf : des Buches zu lesen", findet man:" Die Wagenklassen sind, soweit Polizeibericht. Am 25. d. M. Vormittags fiel der Rutscher es der Raum gestattet, in den Ueberschriften der Büge angegeben. Stelzner auf dem Grundstück Liegnigerstr. 15 mit einem Theil Prozeß- Ordnung das Recht, eine Abschrift des Urtheils zu Die Angabe ist mit einer Klammer versehen, 3. B. 1-( 4), wenn der aus Ziegelsteinen bestehenden Ladung vom Wagen, gerieth fordern. Bisher wurden von der Staatsanwaltschaft resp. ber fie nur für eine Theilstrecke des betr. Buges Giltigkeit hat." unter die Räder und erlitt so bedeutende Berlegungen an beiden Straffammer Denen, welche von diesem Rechte Gebrauch machten, Allerdings hätte die Antwort lauten müssen: Vierte Klasse bis Beinen, daß er nach dem Krankenhause am Urban gebracht wer- die Schreibgebühr für die ertheilte Urtheilsabschrift Berlin giebt es nicht." den mußte. Vor dem Hause Pücklerstr. 29 wurde ein einjähriges abgefordert, und diese ist dann auch fast stets bezahlt wor Wir sind dem Einsender sehr dankbar für die liebenswürdige Mädchen von einem Bierwagen überfahren und auf der Stelle den. Rechtsanwalt Dr. Flatau als Vertheidiger des von der Surechtweisung und empfehlen unserem Berichterstatter, sie ad getödtet. Mittags erschoß sich ein beschäftigungsloser Buch- Anklage der Gefährdung eines Eisenbahn Transports frei notam zu nehmen. halter in seiner Wohnung in der Schönhauser Allee mittelst gesprochenen Lokomotivführers Grabow in Rummelsburg lehnte Auch auf der Reichsbank find schwere Defraudationen wurde eine mit ihrem kleinen Kinde den Straßendamm über weil sein Klient unter Verurtheilung der Staatskaffe zu den An der Ecke der Linien- und Rosenthalerstraße die Bezahlung der Schreibgebühr in Höhe von 1 M. 80 f. ab, und zwar im Geschäftsbetriebe des Lombard- Komtoirs entdeckt schreitende Frau von einem in schneller Fahrt aus der Kosten freigesprochen worden ist und das Berfahren nicht schon worden. Der Kalkulator S., dem auch die Vertretung des Vor- Linienstraße kommenden schwer beladenen Rollwagen über mit der Berkündung des Urtheils, sondern erst mit ftehers dieses Departements oblag, ist verhaftet. Der Haupt- fahren und erlitt anscheinend lebensgefährliche innere Ver- der Aushändigung der geforderten Abschrift tafsirer Rothschild's stiehlt 2 Millionen, der Pastor Müllerlegungen, während das Kind nur eine Quetschung der desselben seine Beendigung gefunden hat. Auf die einbenutzt sein Amt als Seelenhirt, die gesammte ihm anvertraute Sand davontrug. Mutter und Kind wurden nach dem gelegte Beschwerde hat nun die Staatsanwaltschaft beim Land Heerde aufzuplündern, und auf der Reichsbank ſelbſt giebt es St. Sebwigs Krankenhause gebracht. Vor dem Hause gericht II zu Berlin unter Adoptirung der vorstehend geltend Langfinger mit fapitalistischen Grundsäßen. Von Privatbanken Brückenstr. 6b gerieth ein sechsjähriger Knabe unter die Städer gemachten Gründe die Kosten niedergeschlagen. wollen wir gar nicht reden; wenn auch das Eigenthum heilig" eines in der Fahrt befindlichen Pferdebahnwagens und wurde vorkommen. ist, so ist doch die Heiligkeit fremder Depots längst ein Märchen. am Knie so bedeutend verlegt, daß seine Ueberführung nach dem flage, welche gestern vor der zweiten Strafkammer des LandEin Nachtrag zu den Aufruhrprozessen war die An Wie ist da zu helfen? Die Abhilfe liegt näher als man denkt. Krankenhause Am Urban erforderlich wurde. Abends wurde gerichts I gegen den Arbeiter Wlar Böhme verhandelt wurde. Man laffe die Nachfolger des Schlosser- Ede, des Eier- Ede, des eine Frau in ihrer Wohnung, am Johannistisch, erhängt vor: Nach der Anklage hatte sich am Nachmittag des 26. Februar Böttcher- Karl und andere Roryphäen der sogenannten Diebszunft gefunden. frei, gebe ihnen gesicherte und gut dotirte Anstellungen als traße 12, entstanden Vormittags im Keller infolge Entzündung Luftgarten angesammelt. Als die Schuhmannschaft die Menge In der chemischen Fabrik von J. F. Riedel, Gericht- Dieses Jahres eine nach Taufenden zählende Menschenmenge im Raffirer und Kontrolleure, und wir, d. h. der Referent, wollen von Schwefel- Kohlenstoff starke Explosionen, wodurch das Gewölbe zurückzudrängen suchte, wurde nach derselben mit Steinen ge uns mit unserem ganzen Vermögen dafür verbürgen, daß so zerstört wurde und größere Vorräthe von Spiritus, Aether, worfen. Der Schuhmann Müller gerieth befonders in Gefahr, Toloffalle Unterschleife, wie sie gegenwärtig üblich, nicht mehr Benzol, Terpentin zc. in Brand geriethen. Am 26. d. M. er wurde von seinen Kollegen getrennt, von einer Anzahl der Morgens fiel auf dem Grundstück Schönhauser Allee 78 ein Tumultuanten umzingelt und arg bedrängt. Von verschiedenen Sonnenberg am Kopf schwer verletzt. Er sollte nach dem Lazarus schickte man sich an, die Drohung auszuführen, als dem Bes hoher Bretterstapel um und wurde hierbei der Tischlerlehrling Seiten wurde der Nuf laut:„ Werft ihn ins Wasser!" und schon Krankenhause gebracht werden, verstarb jedoch schon auf dem brängten Hilfe wurde. Es gelang nur den Angeklagten Böhme Transport dahin. Außerdem fanden Abends vier Brände statt. als einen der Thäter, die mit Eteinen geworfen, aus der Menge herauszugreifen. Im Termine legte Böhme sich aufs Leugnen, er wollte nur ein unthätiger Zuschauer gewesen sein. Einer der Schußleute hatte ihn aber während des Tumults fort während im Auge behalten, bis er ihn greifen konnte. Der Ge richtshof hielt einen Frrthum in der Person des Angeklagten auch für ausgeschlossen und verurtheilte denselben zu einer Gefängnißstrafe von zwei Jahren. Zahlreiche Hausfuchungen und Verhaftungen haben am Montag stattgefunden. Unter den Verhafteten werden genannt die Metallarbeiter Wach und Pawlowicz, Buchhändler Zack, Arbeiter Lehmann, Tischler Müller, Arbeiter Krebs und Reporter Wach. Im Kriminalgebäude wurden die Verhafteten vor den Untersuchungsrichter des Reichsgerichts Dr. Schulz, welcher die Untersuchung im Hochverrathsprozeß gegen Ramien und Genossen führt, vernommen. Nach der Vernehmung wurden die Meisten der Verhafteten wieder entlassen. Gerichts- Beifung. Eine Handsuchung fand Montag früh beim Restaurateur Das Schwurgericht des Landgerichts I hatte sich gestern B. Rennthaler, Bafewaltstr. 4, statt. Es wurde nach mit der Antlagefache gegen die 25 jährige Telegraphistin Emma Ebenso wurde der Arbeiter Kist von derselben Kammer zu anarchistischen Schriften gesucht, aber feine gefunden. Herr Minna Barnewis zu beschäftigen, welche des versuchten Rennthaler felbst wurde verhaftet, aber Nachmittags 2 Uhr vom Untersuchungsrichter wieder entlassen. zwei Jahren Gefängniß verurtheilt, weil er sich als Rädelsführer an dem Aufruhr betheiligt hatte. Rift konnte nicht mit den übrigen Rädelsführern verurtheilt werden, weil er bei den Kra wallen einen Säbelhieb über den Kopf erhalten hatte, an dessen Folgen er bis jetzt im Lazareth gelegent. Mordes beschuldigt war. Trotzdem durch die Zeitungen befannt gegeben worden war, daß die Berhandlung unter Aus schluß der Deffentlichkeit stattfinden würde, war der Zuhörerraum Der Restaurateur C. Appler schickt uns in seiner An- doch bei Beginn der Sigung bis auf den letzten Platz gefüllt und gelegenheit eine Erwiderung auf die gestrige Erklärung des besonders das weibliche Geschlecht start vertreten. Den Vorsit Herrn Franz Schmidt. Da er erklärt, sich an das Komitee des führt Landgerichtsdirektor Schenk, die Anklagebehörde vertritt Eine feltfame Ehescheidungs Geschichte fand gestern 5. Berliner Reichstags- Wahlkreises wenden zu wollen, auf das Staatsanwalt v. Rheinbaben, die Vertheidigung führt ihren Abschluß vor der 123. Abtheilung des Schöffengerichts. wir eigentlich ihn von vornherein hätten verweisen sollen, so Rechtsanwalt Wronter. Nach Verlesung des Antlage- Die R.'schen Eheleute betrieben im Jahre 1890 in der Oranien halten wir diese Sache, was unser Blatt anbetrifft, für erledigt. beschlusses wurde die Deffentlichkeit ausgeschlossen, so daß wir straße ein Mastengeschäft. Ihre Che stand nicht unter dem Eine Schwindlerin. Eine Frau tam gefiern( Dienstag) verhalts zu geben, der der Auflage zu Grunde liegt. Die Anwenn Menschen einträchtig bei einander wohnen", vielmehr uns darauf beschränken müssen, eine kurze Darstellung des Sach- Beichen des hübschen Spruches: Wie schön und lieblich ist es, Nachmittag zu einer Produktenhändlerin in der Wallstraße und geschuldigte, welche beim hiesigen faiserlichen Telegraphenamt an- wurde der Gedanke einer Chetrennung namentlich von Seiten bot eine Quantität von 7-8 Bentnern alten Binns, das sie auf gestellt war, lernte im Dezember v. J. den Kommis Mary Bochow der Frau sehr häufig ventilirt. einem Bau liegen habe und das von dort abzuholen sei, zum lennen. Aus der Bekanntschaft wurde bald ein intimes Liebes- Ausführung, weil über den Besitz des werthvollen Mastenlagers Der Plan fam aber nicht zur Verkauf an. Um es fortholen zu können, habe sie aber noch verhältniß. Die Angeklagte will sich der Hoffnung hingegeben eine Einigung nicht erzielt werden konnte. Da, zu Weihnachten, " 9 Mark an den Bau- Unternehmer, dem sie die Binnabfälle ab- haben, daß das Verhältniß mit einer Heirath endigen zimmerte fich das fluge Frauchen, welche mit aller Entschieden getauft, zu zahlen. Die Produktenhändlerin fuhr darauf mit der folle, eine Anschauung, welche Bochon nicht für begründet hielt, heit die Rosenketten" zerreißen wollte, einen Plan zusammen, Frau nach dem Bauplage Ecke Linden- und Feilnerstraße. Dort wenigstens will er in der Angeschuldigten nie eine derartige welcher der weiblichen Erfindungskunst alle Ghre macht. Der erklärte die Schwindlerin, daß sie, während die Händlerin unten Soffnung erweckt haben. Er wurde fälter und tälter gegen die Familienfinn kam bei ihr plöglich zur höchsten Blüthe und ihr mit dem Wagen warte, in das neue Gebäude zu dem Bau- Angeklagte und als er ungweideutige Bemerkungen machte, daß Ghemann war einer der glücklichsten Menschen, als die Frau das Unternehmer hinaufgehen werde, um ihm die 9 Mark zu zahlen. er barnach trachte, das Verhältniß zu lösen, soll die Angeklagte Schmollen ließ und ihm den Borschlag machte, bei seinen in Sie wurden ihr ausgehändigt, die Schwindlerin ging auch in das den Plan gefaßt haben, ihn ums Leben zu bringen. Haus, aber sie kehrte nicht wieder; sie hatte durch einen anderen 11. Februar ds. 33. Taufte bie Barnewiß beim Waffenhändler Die Reise wurde im besten Einvernehmen ausgeführt, die Eltern Am Schlesien wohnenden Eltern einen Feiertagsbesuch abzustatten. Hausausgang mit den erschwindelten 9 M. Reißaus genommen. Mehles einen sechsläufigen Revolver und verlangte 12 scharfe freuten sich über die liebevolle Tochter und am dritten Feiertage Die Schwindlerin war etwa 30 Jahre alt, fie trug einen langen Patronen dazu. Fräulein Mehles, welche die Käuferin bebiente, dampfte man fröhlich wieder nach Berlin zurück. Auf dem Bahn fchwarzen Mantel und darüber ein hellkarrirtes Umschlagetuch. befolgte aber die von ihrem Vater ertheilte Anweisung, Waffen hofe war das aufmerksame Frauchen plöglich von der Seite des Der in der Ritterstr. 25 wohnhafte 42jährige Handlungs. laufenden Damen niemals scharfe, sondern nur sogenannte, Blah Mannes verschwunden und wie er auch fuchte und spähte- er gehilfe Adolph Cohn, feit zwanzig Jahren bei der Firma patronen" zu verabfolgen. Dieser Umstand hat dem Kauf vermochte teine Spur mehr von ihr zu entdecken. Er vermuthete Jakob u. Richter in der Leipzigerftr. 66, hat am Donnerstag, mann Bochow wahrscheinlich das Leben gerettet. Blagpatronen einen Schers" feiner Frau, als er aber in feiner Wohnung an 21. b. M., seine Wohnung, die er mit seinen Schwestern gemein- bestehen nur aus Papphülsen, welche mit Bulver gefüllt und mit gelangt war, fab er zu seinem Entsetzen, daß es sich um blutigen fam inne hat, verlassen und ist seitdem verschwunden. Da einem Pfropfen von Pappe geschlossen sind. Am Abend des Ernst handelte, denn daselbst starrten ihm vier leere Wände ent Cohn seit längerer Zeit leidend war, befürchtet man, daß ihm 12. Februar suchte die Barnewiß den Bochow in deffen gegen. Madame hatte eine verschmigte Komödie aufgeführt und ein Unfall widerfahren fei. Etwaige Mittheilungen über den Chambre- garni- Wohnung in der Straße Am Zirkus Nr. 12 auf. während der Feiertags- Vergnügungen in Schlesien hierselbst Vermisten sind an die Schwestern, Ritterstr. 25, 2 Treppen, zu Auseinandersegungen, Bochom verließ seine Wohnung, während Der Koup war von ihrem jezigen Ehemann, Kaufmann Richar dem Baar wieder 81 heftigen durch zwei Vertraute die gesammte Wohnung ausräumen laffen. richten. Er ist von kleiner, schmächtiger Figur und trug einen bunkelbraunen Ueberzieher, schwarzen Noct, graue Hosen mit die Angeklagte dort verblieb. Gegen drei Uhr in der Nacht Fiebranz und dessen Schwester Frau Freese ausgeführt feinen rothen Streifen, und schwarzen hohen Filzhut. But und lehrte Bochow zurück. Er traf die Barnewiß noch in seiner worden, die sich nunmehr wegen gemeinschaftlichen Wäsche waren A. C. gezeichnet. Wohnung an. Nach etwa einer Stunde wurden die Haus ausfriedensbruches zu verantworten hatten. Der ang Be bewohner durch mehrere Schüsse aus dem Schlafe geschreckt. In weisführung zufolge waren die Angeklagten ohne Berechtigung Ein entfehlicher Unglücksfall, der den Tod eines jungen der Bochow'schen Stube hatte sich eine tragische Szene abgespielt. in die auf den Namen des Ehemannes gemiethete Wohnung einMannes herbeigeführt, wird uns vom geftrigen Morgen aus der Als Vochow die Thür öffnete, hielt er einen Revolver in der gedrungen und hatten die Ausräumungsarbeiten vorgenommen. Schönhauserstraße 72 gemeldet. dieser Straße war in der daselbst befindlichen Bautischlerei von auf ihn geschossen habe. Dann sei es ihm gelungen, ihr die den vorhandenen Dolus, da die Ehefrau den Angeklagten gefagt Harms der 16 jährige Lehrling Sonnenberg, Swinemünderstr. 41 Waffe trog heftiger Gegenwehr zu entringen. Die Barnewitz hatte, daß die Wohnung von ihr gemiethet worden sei, anderers bei den Eltern wohnhaft, angestellt. S. war in einer Remise hatte die Stube von innen verriegelt, als Bochow auf den Flur feits behauptete er, daß event. nicht gemeinschaftlicher, sondern der Fabrik beschäftigt und wollte soeben ein Brett von einem bis eilte. Erst nach einer Stunde öffnete sie, völlig bekleidet und nur einfacher Hausfriedensbruch vorliege, zu deffen Berfolgung an die Decke aufgestapelten Stoß gehobelter Ballen herunter- ohne sichtliche Aufregung die Thür, man ließ sie gehen, ohne ihr ein Strafantrag nothwendig wäre. Da ein solcher nicht vorlag, nehmen, als er mit der Leiter, auf welcher er stand, umfiel und ein Hinderniß in den Weg zu legen. Zwei Tage darauf wurde erkannte der Gerichtshof auf Einstellung des Verfahrens, sodaß zu Boden stürzte. Durch die Erschütterung gab der Holzstapel sie verhaftet. Bochow hatte noch in der Nacht des Angriffs die die Werkzeuge der erfindungsreichen Ehefrau unbestraft blieben. nach, gerieth ins Stürzen und begrub den Lehrling unter der Universitätsffinit aussuchen müssen. Die Schüsse waren aus enormen Laft, die ihm die Glieder zerschmetterte. Der Unglückliche nächster Nähe gegen ihn abgegeben und gegen das Gesicht ge- Elbing, 25. April. Die Straftammer des Landgerichts er wurde von hinzueilenden Arbeitsgenossen hervorgezogen und verrichtet, der Verschluß der einen Patrone hatte ihn unmittelbar achtete den ehemaligen Landesdirektor Dr. Wehr( siehe den starb schon nach wenigen Minuten, ehe ärztliche Hilfe herbei- unterhalb des rechten Auges getroffen und ein Theil der Bericht in der gestrigen Nummer) der Anstiftung zur Untreue geholt werden konnte. Pulverkörner war in das Auge gedrungen, wodurch eine Ent- und Unterschlagung in 6 Fällen für schuldig und verurtheilte ihn zündung hervorgerufen wurde, die noch nicht völlig gehoben ist. zu zwei Jahren Gefängniß unter Anrechnung von 8 Monaten Billiges Petroleum. Bor dem Hause Blücherstr. 89 ent- Der zweite Schuß verlegte den Getroffenen nur in unerheblicher untersuchungshaft, Das erste Urtheil hatte nur wegen Bei glitt gestern Abend ein großes Petroleumfaß beim Abladen von Weise. Nach der Anklage soll die Barnewitz die That mit Ueber- hilfe auf 1 Jahr Gefängniß unter Anrechnung von 10 Monaten einem Laftwagen den Händen des Rollkutschers; es stürzte mit legung ausgeführt haben und werden zur Bekräftigung dieser Untersuchungshaft gelautet. Die Generalfommission. Quittung über die bei der Generalfommiffion der Gewerk. fchaften Deutschlands in der Zeit vom 10. bis 21. April 1892 eingegangenen Gelder. Aus Halberstadt vom Romitee für den Gewerkschaftskongreß 49,60 M. Quartalsbeitrag( 1. Quartal 92) des Verbandes der Gerber und Lederzurichter 33,-. A. Dammann, Kassirer, Hamburg, Zollvereinsniederlage. Wilhelmstr. 13, I. Versammlungen. einPartei mit guter Musik versorgt würde. Das aber sei verkehrt. Da der Arbeiter dem Musifer für seine Arbeit ebenso viel, " Dielleicht noch mehr als der Bourgeois bezahlt, so könne er auch gute Musit verlangen. In der Diskussion erklärt zunächst Rollege Jahnke unter großem Tumult den Antrag steller W. für einen Musikpfuscher und beantragt den Ausa schluß desselben. Kollege W., der es sich nicht versagen Lonnte, als" Unabhängiger" zu paradiren, ersuchte um Aufrechterhaltung des Antrages. Ihm schloß sich Kollege Graß an, auf die Abhaltung von Proben hinweisend, wodurch die schwächeren Kräfte leistungsfähiger würden. Hiernach wurde Antrag W. mit 62 gegen 26 Stimmen für ungiltig erklärt, und damit traten alle früheren Beschlüsse wieder in Kraft. Hierauf kam die Musikangelegenheit betr. ber Neuen Welt"( Hasenhaide) zur Sprache. Dirigent A. Holz, welcher erschienen war, gab bie Erklärung ab, daß er dies Jahr" nur" 2 Beamte beschäftige, und. viele" feiner Drchester- Mitglieder der Freien Bereinigung noch beitreten würden, er selbst könne sich zum Beitritt noch nicht erklären, va er erst deren Statuten lefen müsse, um sich zu ver gewiffern, ob nichts darin sei, was er nicht unterschreiben könne.. Auf Vorschlag wurde ihm eine Frist von 1 Stunde gewährt, während das Statut und lefen feine Erklärung abgeben solle. Herr Holz war damit einverstanden. Hierauf erstattete Rollege 2oppe Bericht über die Abrechnung von den Matineen. Die erste Matinee ergab: Einnahme 817,75 M., Ausgaben 215,75 M., Ueberschuß 102 M. Die Abrechnung der zweiten Matinee is nicht definitiv. Nunmehr erklärte sich Dirigent Holz zum Beitritt bereit, nahm aber sofort sein Wort zurück, als ihm ber tritt bereit, nahm aber sofort sein Wort zurück, als ihm ber Vorsitzende vorhielt, daß er dann laut Statut nur Mitglieder der Freien Vereinigung beschäftigen dürfe. Nach längerer Debatte wurde dann mit großer Majorität nachfolgende, vom Kollegen Schonert geftellte Resolution angenommen: welcher er dann Reichsgericht. Leipzig, 25. April.( Verächtlichmächung Situationsbericht. In Altenburg i. S.-A. find die nach, ohne daß Rücksicht auf ihre Zeistungsfähigkeit genommen von Staatseinrichtungen.) Gine Strafsache, die infolge der Schuhmacher in eine Lohnbewegung eingetreten. Die Forderungen wird, von der Geschäftskommission bestellt werden sollen. Daß es außergewöhnlichen Länge der fürzlich beendeten Reichstags- find: Bezahlung des von den Unternehmern aufgestellten Lohn- da oft der Zufall füge, daß auf einer Stelle nur schwächere, auf Session fast zwei Jahre lang vertagt war, kam heute vor dem tarifs in allen Werkstätten, Abschaffung jeder Sonntagsarbeit und der anderen durchweg vorzügliche Kräfte spielen, ſei ſelbſtdritten Straffenate des Reichsgerichts zum Abschlusse. Am Auszahlung des Lohnes am Sonnabend. Um Fernhaltung des verständlich, und nur zu begreiflich wäre es daher, daß sich 24. April 1890 ist der sozialdemokratische Rebatteur Max Buzuges wird ersucht. Adresse in Altenburg: E. Gabler, Musikauftraggeber aus der Arbeiterschaft wiederholt über schlechte Schippel in Friedrichshagen wegen Bergehens gegen die Ringstr. 4. Mufit beim Vereinsvorstand beschwert hätten. Diese Beschwerden öffentliche Ordnung(§ 131 des Str.-G.-B.) vom Landgerichte In Lauenburg a. E. haben die Maurer die Arbeit ein- hätten in letzter Zeit in bedenklicher Weise zugenommen. Das Chemnitz zu 9 Monaten Gefängniß verurtheilt worden und zwar gestellt; sie fordern einen Stundenlohn von 40 Pf. und hoffen habe man aber nur der Annahme des Antrags W. zu verdanken wegen einer Wahlrede, die er am 21. Januar 1890 im Feld- denselben auch zu erzielen, wenn fremde Kollegen den Ort meiden. und es erscheine deshalb dringend geboten, diesen Beschluß rückSchlößchen zu Kappel vor einer sehr zahlreichen Versammlung ges In Friedland i. M. sollen die Maurer eine halbe Stunde gängig zu machen, zumal der Antrag auch sele halten hat. Herr Schippel trat damals als Reichstags- Kandidat länger arbeiten, als es bisher üblich war. Auch hier wird es feitig fei; denn während er verlange, daß alle auf und ist dann auch später gewählt worden. Die inkriminirten zum Ausstand tommen, indem man nicht gewillt ist, statt drei Musitgeschäfte aus dem Rahmen der Berliner ArbeiterSäße seiner Rede sind von drei Polizisten, die der Versammlung Monate im Jahre noch länger arbeitslos zu sein. Der Lohn be- schaft" durch Die Geschäftskommission erledigt werden beiwohnten, notirt worden und, wiewohl sie nicht ganz trägt dort 3 M. pro Tag und wird daher kein Maurer sich ver- sollen, lasse er es den Annehmern von Musikgeschäften anderer in ihrem Wortlaute übereinstimmten, vom Landgerichte als locken laffen, den Kollegen durch Zuzug ihre Sache zu erschweren. Art vollständig frei, sich die Kräfte nach eigenem Willen und erwiesen festgestellt worden. Danach hat der Angeklagte In Nordenham, wo die Maurer wegen Lohnforderung Gutdünken zu besorgen. Das heiße aber so viel als mit dem sich ungefähr dahin ausgesprochen, daß die Regierung und Berkürzung der Arbeitszeit die Arbeit einstellten, haben die Kapitalismus gehen; denn: während durch den Antrag der Arbeiter nur die Intereffen des Großtapitales wahrnehme, daß Unternehmer 2/2 Pf. Aufschlag pro Stunde und eine halbe mit schlechter Mufit vorlieb nehmen soll, gestatte er es stillas der Staat ein Ausbeuter sei; baß die Arbeiter außer ihren Stunde weniger Arbeitszeit bewilligt. Der Streit ist dadurch schweigend, daß ein Bourgeois oder Anhänger einer anderen eigenen Beiträgen auch die des Staates zu der Altersversorgung beendet. zahlten, da sie die Steuerzahler seien, daß der Staat nur für das Kapital etwas thue, aber nichts für die Arbeiter, daß er die Schutzölle nur für die Fabrikanten geschaffen habe 2c. Den Staatszuschuß an der Arbeiterversorgung, so soll der Angeklagte insbesondere gesagt haben, zahlten auch die Arbeiter, Das sei gerade so, als wenn ein Räuber eine gefüllte Börse raube und dem Eigenthümer einen Nickel zurückgebe. Von den Gesetzgebern soll der Angeklagte gesagt haben, fie fezten die Ausbeuterei nur fort. Das Gericht stellte fest, daß der Angeklagte Gefeße und gesetzgeberische Einrichtungen, also Einrichtungen des Staates verächtlich gemacht habe. Die Verächtlichmachung erhelle schon aus dem Vergleiche mit dem Mäuber. Die behaupteten Thatsachen feien erdichtet und öffentlich vorgebracht worden. Ferner wurde gefagt, daß der Angeklagte bei seinem hohen Bildungsgrade sich der wohlthätigen Wirkung der Arbeiterschutz- Geseze voll bewußt gewesen fein müsse. Die Revision rügte ungenügende Begründung der getroffenen Feststellungen und behauptete, es handle sich nicht um Im Allgemeinen Arbeiterinnen Vereins sämmtlicher Die Behauptung unwahrer Thatsachen, sondern um wissenschaft Berufszweige Berlins und Umgegend hielt am 12. April der liche Urtheile. Der Vertheidiger, Herr Rechtsanwalt Heine aus Bahnarzt Herr Wollf über die Hygiene des Mundes einen Berlin, führte diese Gedanken des näheren aus und stellte neben intereffanten Vortrag, welcher sehr beifällig aufgenommen wurde. anderen mehr das thatfächliche Gebiet berührenden Aeußerungen Der Referent beantwortete dann mehrere an ihn gestellte Fragen. die Behauptung auf, daß das Urtheil ohne Recht als notorisch Es erfolgte die Abrechnung vom Vergnügen, welches einen Ueber Die Generalversamm hingestellt habe, daß die soziale Gefeßgebung einzig und allein schuß von 25 M. 30 Pf. ergeben hat. dem Streben, das 2003 der Arbeiter zu verbessern, ent- lung findet am 10. Mai statt. sprungen sei. Auch die Nichtübereinstimmung des Gröffnungsbeschlusses mit dem dem Urtheile au Grunde gelegten Material Die Steinseher Berlins und Umgegend nahmen in einer wurde gerügt.- Herr Reichsanwalt Dr. Lippmann bestritt fo- öffentlichen Bersammlung am 14. April den Bericht des Verwohl diese lettere Behauptung, als alle übrigen Ausführungen trauensmannes entgegen. Es wurde gegen denselben kein Wider der Bertheidigung. Er wies darauf hin, daß das Reichsgericht spruch erhoben. Im Anschluß hieran fand die Wahl von zwei pereits in früheren Fällen die Feststellung der verächtlich Revisoren statt. Gewählt wurden die Kollegen Schmidt und machenden Thatsachen, wie sie auch in diesem Falle geschehen sei, redow. Hierauf hielt Genoffe Millarg einen äußerst beigebilligt habe, und beantragte deshalb die Verwerfung der fällig aufgenommenen Bortrag über„ bie allgemeine Arbeiter Revision. Das Reichsgericht entschied sodann in diesem Sinne. bewegung und ihre Ziele", worauf nachstehende Resolution ein Gin ziemlich gleichgearteter Fall tam in derselben Sigung mit den Ausführungen des Referenten in allen Bunften einver ftimmig angenommen wurde:„ Die Versammlung erklärt sich des dritten Straffenats zur Verhandlung. Der Journalist Her mann Rohrlack aus Düsseldorf hielt am 18. September 1891 standen und verpflichtet sich, um die Lebenshaltung der Steinfeger in einer fozialdemokratischen Versammlung in Stendal auf möglichst hohem Niveau zu halten, und dadurch deren Wiber einen längeren Vortrag über die sozialdemokratischen Ziele und stand im Kampf gegen das Kapital zu träftigen, in jeder Weise verglich darin die Staatseinrichtungen, wie sie sich nach dem für die Organisation derselben einzutreten und dieselbe zu 14. und 15. April mehrere Versammlungen ab, in welchen der Siege der sozialdemokratischen Partei entwickeln würden, mit den feftigen, um auch ihr Theil zur Ueberführung der privat- Werth und die Wichtigkeit einer Organisation der Gasanstaltsjetzigen Staatseinrichtungen. Von seinen Aeußerungen wurden kapitalistischen Produktionsweise in den Sozialismus beizutragen." arbeiter und Berufsgenossen dargelegt wurde. In der Versammdie folgenden unter Anklage gestellt:„ Jetzt hat man ja durch Dann erstattete der Delegirte der Streit- Kontrollkommission Be lung in der Göslinerstraße versuchten mehrere, wohl zu diesem den Staatssozialismus auch Ueberschüsse, dieselben werden aber richt über die Situation derselben, in eingehender Weise auch Zweck eigens in die Versammlung gekommene Arbeiter, den dazu verwendet, den Brudermord zu betreiben, Leute, die uns den Streik der Arbeiter in der chirurgischen Branche beleuchtend. Beweis zu liefern, daß es für die Gasanstaltsarbeiter noch zu nichts gethan haben, zu morden." In Zukunft werden die Die Versammlung entschied, auch fernerhin einen Delegirten in früh fei, sich zu organisiren. Es wurde ihnen aber das Berkehrte Urtheile, weil von Genoffen gefällt, stets gerecht ausfallen." die Kommiffion zu entfenben. Gewählt wurde Kollege Ar It. Dieser Behauptung flar gemacht und die Versammlung ersucht, " Der Staat zwingt die Richter gleichsam zu parteiischen Urtheilen, Die Beiträge an die Streit- Kontrollkommiffion sollen aus dem sich nicht irreführen zu lassen, sondern Mann für Mann für ihre neu zu gründenben Generalfonds bestritten werden und zwar soll Interessen politisch und gewerkschaftlich einzutreten. In den drei sonst werden sie reglementirt." Diefe gegen den Richterstand gebie Hälfte der Einnahmen zu diesem Zweck dienen, während die Bersammlungen wurde eine Resolution angenommen, welche den richtete Aeußerung war durch einen Zusatz gemildert, in welchem andere Hälfte behufs Bestreitung der Kosten für Agitation 2c. von der Berliner Streit- Kontrollkommission im Herbst 1890 über der Angeklagte sagte: damit will ich feinen der Herren ver achten". Das Landgericht Stendal verurtheilte Herrn Rohrladt zur Verfügung des Vertrauensmannes bleiben foll. Bu dem das Geschäft des Schlächtermeisters Sagert, Zentral- Markthalle, am 1. Februar auf Grund des§ 131 zu 6 Monaten Gefängniß und Zweck werden 10 Pf.- Sammelbons ausgegeben und war die Ver- Verkaufsstand Nr. 10, verhängten Boykott aufrecht erhält. Nachführte im Urtheile aus: Die intrimirten Aeußerungen haben aktuelle sammlung der Ansicht, daß auf diese Art auch die indifferenten, dem die Versammelten aufgefordert worden waren, nur solchen Staatseinrichtungen zum Gegenstande und behaupten in Be- noch mit dem Berufsbünkel behafteten Kollegen mehr zu der Kellnern Trinkgelber zu verabfolgen, welche dem Verein der ziehung auf dieselben theils erdichtete, theils gröblich entstellte Streit Kontrollfommission der Fall wäre. In Bezug auf die fennungszeichen( vom 1. April bis 1. Juli blaue Karten) legi Sammlung heranzugieben seien, als dies mit den Bons der Berliner Gastwirthsgehilfen angehören und sich durch das ErThatsachen; es ist allgemein bekannt, daß die Einkünfte des Maifeier beschloß die Versammlung einstimmig, fich ber von der timiren fönnen, wurde zum Abonnement auf den Vorwärts Staates nicht blos zu Kriegszwecken, sondern zur Verbesserung politischen Partei arrangirten Demonstration anzuschließen. Unter Berliner Boltsblatt" aufgefordert, da nur dies Blatt die Interder Lage der Arbeiter benutzt werden, daß die Heere nicht zur Verschiedenem wurde das Vorgehen der Leipziger Jnnungsmeister effen der Arbeiter voll und ganz vertrete, alle anderen Blätter Befriedigung friegerischer Gelüfte, sondern zur Vertheidigung ge einer Kritit unterzogen und hervorgehoben, daß es die Pflicht der aber mehr oder weniger Bourgeoisblätter seien. Mit einem Hoch halten werden. Ebenso wenig bedarf es des Beweises, daß die Berliner sei, die betreffenden Kollegen nöthigenfalls nach Kräften zu auf das Gedeihen und Blühen des Fachvereins der GasanstaltsBehauptungen des Angeklagten geeignet sind, Staatseinrichtungen unterstützen. Auch die Handlungsweise eines Berliner Innungsarbeiter ging man auseinander. verächtlich zu machen. Der Angeklagte macht es sich zum Ge- meisters, Schuffelhauer, wurde getadelt. schäft, über Staatseinrichtungen zu reden, der Dolus muß ihm Gesellen auf, da ihm eine Leistung von 39 Quadratmeter pro Dieser forderte die Eine Stockarbeiter Versammlung tagte am 19. April, also innegewohnt haben. Die Mevision des Angeklagten rügte Zag und Gefelle nicht genügte, die Steine so zu setzen, daß um gemäß dem in einer Drechslerversammlung gefaßten Beim Allgemeinen falsche Gesezesanwendung. Der Reichsanwalt hielt zwar eine Stelle des Urtheils, wo von der Aus- jeder einzelne Stein einen halben Meter deckt!" Als die Arbeit schlusse Stellung zu nehmen zur Wiedereinführung der zehnbung der richterlichen Gewalt" als von einer Staats- fertig geknallt" war, entließ er die Gesellen mit den Worten: tündigen Arbeitszeit in den Stodfabriken. Wenn Sie keine Arbeit finden, so gehen Sie doch Kartoffeln Fabritantenvereinigung dieser Branche ausgearbeitete neue Werk einrichtung die Rede ist, für bedenklich, meinte aber, daß backen!" Nach einem eindringlichen Appell an die Anwesenden, hättenordnung enthält eine Bestimmung, welche die vor zwei man auf dem Wege der Interpretation dahin gelangen fönne, anzunehmen, das Instanzgericht habe unter der Staats- bahin zu wirken, daß in Zukunft Derartigem entgegengetreten Jahren durch Streit errungene neunstündige Arbeitszeit abschafft einrichtung. Die hier in Frage komme, die Handhabung der Ge- werden kann, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem und eine zehnstündige vorsteht. In der Diskussion wurden, wie fete verstanden. Das Reichsgericht entschied feinem Antrage dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie. gemäß wie im vorigen Falle dahin, daß die Revision zu ver werfen sei. Soziale Lebersicht. Die Versammlung fann fich mit den Ausführungen bes Herrn Holz nicht einverstanden erklären; fie beschließt, Herrn Holz zu beauftragen, nur Mitglieder der Freien Vereinigung zu beschäftigen, widrigenfalls gegen ihn und die„ Neue Welt" ganz entschieden Stellung genommen werden wird." Der Fachverein der Gasanstaltsarbeiter hielt am 13., Die von der war. schon in der letzten öffentlichen Versammlung, wiederum die Bu stände in den Stockfabriken, vornehmlich die in der RömmertVerband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf fchen Fabrik, scharf verurtheilt. Von Herrn Römmert wurde Solzplätzen beschäftigten Arbeiter. Deutschlands( Filiale 2, angeführt, daß er seinen Arbeitern das Lesen des Vorwärts" Nord). In der Versammlung am 11. April erstattete der Kassirer verboten habe, nachdem im Bericht des letzteren über die letzte Eggerts den Kaffenbericht vom letzten Quartal. Es wurde öffentliche Drechslerversammlung die von einigen Kollegen ihm hierfür Decharge ertheilt. Nach diesem berichtet der Schrift gegen fein Geschäft geübte Kritik wiedergegeben führer der Arbeitsnachweis- Kommission über die eingelaufenen Allgemein wurde die Ansicht vertreten, daß zur Zeit durch einen und ausgegebenen Arbeiten. Nachdem der Verbands- Delegirte Streit u. f. w. gegen die Fabrikanten nichts erreicht werden könne. Joh. Wolf über den Gewerkschaftstongreß berichtet und ins Nie feien soviel Arbeitslose in der Stockbranche vorhanden geAus Bergedorf geht uns vom Verband der Glas besondere mitgetheilt hatte, daß die von den Arbeitern der Holzwesen, als gerade jest. Um das Verlorene zurück zu erobern, arbeiter Deutschlands folgendes Schreiben zu: industrie gestellte Resolution mit großer Majorität angenommen empfahl man die Anbahnung einer straffen Organisation der In Nr. 96 des Vorwärts" ist in dem Bericht aus Eng- worden ist, ferner für die am 17. und 18. April stattfindende Stockarbeiter. Leider trat während der Verhandlungen der be Land zum Schluß eine Mittheilung an die beutschen Glas- Generalversammlung verschiedene Statuten- Veränderungsanträge graben geglaubte Streit zwischen Stock- und Holzdrechslern wieder arbeiter gerichtet, in welcher gefagt ist, die englischen Kollegen einstimmig angenommen waren, wählte man den Kollegen zu Tage. Beschlossen wurde, das Bureau zu beauftragen, sich feien etwas beunruhigt, daß auf verschiedene Anfragen, die sie Alb. Fischer zum Delegirten für dieselbe und nahm dann die mit dem Ausschuß der Streit- Kontrollkommission ins Ginvernehmen wegen Beschichung des diesjährigen internationalen Glasarbeiter Borstandswahl vor, welche folgendes Resultat hatte: Albert au fetzen, zwecks Schaffung von Klarheit über die Ausdehnung Kongresses an die deutschen Kollegen gestellt hätten, keinen oder Fischer, 1., W. Wendt, 2. Vorsitzender, R. Eggerts, 1., J. Jost, der Wiedereinführung der zehnstündigen Arbeitszeit und zwecks nur ungenügenden Bescheid erhalten hätten. Ich muß hier er 2. Saffirer, G. Franz, 1., H. Bitow, 2. Schriftführer. Revisoren eventueller Herbeiführung von Verhandlungen mit den FabriIlären, daß an uns bezüglich des erwähnten Kongresses nur eine R. Wolf, Pohl und Birkholz; in den Arbeitsnachweis wurden fanten; vielleicht könne dadurch die Aufrechterhaltung des NeunAnfrage gestellt ist, und darauf haben wir die Antwort ertheilt, gewählt: Bump, R. Pohl,' Eggerts II., Nitter, Kurzner und stundentages erzielt werden. Weiter nahm die Versammlung daß wir für Beschickung des Rongreffes Sorge tragen würden. Wegner. Um den Stollegen bei Unglücksfällen mehr Schutz zu eine Resolution an, in welcher gewünscht wird, daß das Vorgehen bieten, wurden die Kollegen Wendt und Pump zur Rechtsschuß der Unternehmer, die zehnstündige Arbeitszeit wieder einzuführen, Mit Gruß Albert Gebel." Kommission gewählt. Die nächste Versammlung findet am agitatorisch ausgenutzt werde, um eine fräftige Organisation zu In Bremen dauert der Streik der Seiler und Reep- 17. Mai statt. Pflicht jedes Kollegen ist es, in derselben zu erschaffen. Man erkenne in einer mächtigen Organisation das scheinen. Mittel, die Angriffe der Unternehmer unter günstigeren Verhält fchläger fort. " " Wegen der neuen Arbeitsordnung haben nach einer Die freie Vereinigung der Zivil. Berufsmusiker hielt nissen zurückzuweisen. Als beste Organisation betrachte die VerAachener Meldung 92 Webern einer Weberei in Haaren die am 12. April eine außerordentliche Bersammlung ab, welche sehr sammlung die lokale und beschließe deshalb, eine Rommission mit Arbeit eingestellt. gut besucht war. Als erster Punkt der Tagesordnung war die den Vorarbeiten der Gründung einer solchen Vereinigung zu be Lange und Pawlowski. In Krempe haben ble Schuhmachergehilfen die Frage aufgestellt: Wie regeln wir unseren Arbeits auftragen. Hierzu wählte man die Herren Rasehorn, Pros, nachweis?" Hierzu führte der Vorsitzende Schonert aus: Zurücknahme der Kündigung, Einführung einer Werkstattordnung Der feinerzeit angenommene Antrag des Kollegen W. habe dem Im Fachverein der Uhrmacher ze. hielt Hr. Dr. Zadek und Regelung der Lohnverhältnisse durchgesetzt. Der Zuzug nach Verein nicht zum Vortheil gereicht. Diefer Antrag besagt: unter reichem Beifall einen Vortrag über„ Infektionskrankheiten". Krempe steht demnach reisenden Schuhmachern wieder frei. Sämmtliche Bestellungen, aus dem Rahmen der Parteigenossen Sodann wurde beschlossen, an der Maifeier gemeinfam in Adlers Die Küfer des Bürgerlichen Brauhauses 3ell- r3- von Berlin ze. berstammend, mögen als Vereinsgeschäfte betrachtet hof theilzunehmen, die Abfahrt erfolgt 1.15 Uhr vom Bahnhof burg haben die Arbeit niedergelegt, weil ihre an sich schon über- werden und soll daher jedes Mitglied, welches einen derartigen Alexanderplatz. Ueber die Maßregelung der bei der Firma aus lange Arbeitszeit noch um eine Stunde verlängert werden felben unserer Geschäftskommission zur Vertheilung zu übergeben; Rollegen berichtete alsdann Kollege Näther. Bei dieser Firma Auftrag zur Ausführung übernommen hat, verpflichtet sein, den- Jonaß u. Cie., Melchior str. 10, beschäftigt geweſenen Sollte. Nach der neuen Arbeitsordnung soll ihre Arbeitszeit schon bamit nicht, wie bisher oftmals an Mitgliedern ergangene Bearbeiteten 8 Uhrmacher, sämmtlich Vereinsmitglieder, wovon der um 4 Uhr früh beginnen, da- wie die Unterfränkische Boltsstellungen von diesen als Privatgeschäfte betrachtet und nach Gine( der Wertführer) in der letzten Versammlung zum VereinsTribüne" mittheilt die Brauer auch schon zu dieser eigenem Gutdünken nur durch Bekannte und Freunde der be- vorsitzenden gewählt worden war. Irgend ein guter Freund des anfangen. treffenden Annehmer besetzt werden". Nach diesem Antrag sei es letteren nun hat in einem Brief an den Inhaber der Firma die schwer möglich, eine durchweg gute Musik zu stellen, da er wolle, Thätigkeit dieses Kollegen, sowie des Vereins überhaupt bis ins daß zu allen Musitgeschäften, gleichviel ob diefelben in Ronzert Kleinste Detail geschildert, zum Schluß sich selbst als Wertführer oder Tanzmusik bestehen, die mitwirkenden Kollegen der Reihe empfehlend. Auf Grund dieses, wie der Veröffentlichung des Aus Nom wird gemeldet, die Arbeiter an den Ziber dämmen drohten mit einem Streit, falls ihnen teine Lohnerhöhung bewilligt würde. Bet Fammlungsberichtes in dem Rollegen bie Stellung ges fündigt worden, da die Firma einen Werkführer, der Vorigender in einem sozialdemokratischen Verein ist", nicht brauchen könne, während an die übrigen Kollegen das Berlangen gestellt wurde, auszuscheiden. Drei find dem nachgekommen, während vier Kollegen infolge ihrer Weigerung, zu unterschreiben, gleichfalls gekündigt worden sind. An Gegenmaßregeln sei, bemerkt der Redner, wegen der großen Arbeitslosigkeit und des noch viel größeren Indifferentismus der Kollegen leider gar nicht zu denken. Auf ein in drei Zeitungen erlaffenes Inferat sei die genannte Firma von Arbeitskräften fast gestiremt worden. Um so nothwendiger sei daher ein fefter 3usammenschluß der Kollegen in der Organisation, damit dem gerabe unter den Uhrmachern noch in so überaus reichem Maße vorhandenen Indifferentismus gesteuert werden könne. In der Distuffion unterzogen alle Redner das Vorgehen jener Firma einer scharfen Kritit; speziell wurde betont, daß Herr Fränkel als Inhaber eines Uhren- Abzahlungsgeschäftes doch zum größten Theile von den Arbeitern lebe. Dem Vorstand wurde sodann überlassen, alles Weitere in diefer Sache zu beschließen. Die nächste Bersammlung findet am 30. April statt. am Sorauerstraße 13. ftraße 101. 1 " 1 Pollack Rauchtlub Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Karlsruhe, 26. April. Die Veranstaltung öffentlicher Aufs züge und Festlichkeiten zur Feier des 1. Mai ist für das Großherzogthum Baden verboten worden. Rom, 26. April. Im Laufe der vergangenen Nacht wurden hier und in anderen hervorragenden Städten Italiens die Führer der Anarchisten verhaftet. Gefang Burn- und gesellige Vereine. Mittwody. Gefangverein nospe, Abends 9 Uhr, im Restaurant Wahlftatt, Belle- Allianceftraße. Musikverein Vorwärts, Abends 8 bis 10% Uhr, Große Frankfurterstraße 99, 1 r.- Männer- Gesangverein Waldfapelle 2, Abends 9 Uhr, Restaurant Kayfer, Staligerstr. 22. Arbeiter- Gesangverein Brig, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schöneberg, Chauffeestraße. teuffelstr. 9.Turnverein Hoffnung, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, ManKraftturnverein Jugendfraft, jeden Mittwoch und Sonnabend 9-11 Uhr Abends bet Lade, Beughofftr. 8. Turnverein Gesund: brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8%-10% Uhr Abends Abends 9 Uhr Uebungsstunde bei Fauftmann, Reichenbergerstr. 73a. in der Turnhalle, Freienwalderstraße 39. London, 26. April. Einer Meldung des Standard" aus Kraftturnverein Berolina, Ralfutta zufolge ist zwischen England und China ein Abkommen Theater- und Vergnügungs- Verein Humanitas Abends 9% Uhr bet bezüglich des Gebietes von Hunza zu Stande gekommen, welches äger, Gartenstr. 13/14. Reedt, Lothringerstr. 94. Theaterverein Bultania Abends 9 Uhr bei feit 100 Jahren an China tributpflichtig gewesen ist. Gefelliger Bergnügungsverein Regia, Abends 9 Uhr, im Reftaurant London, 26. April. Der Standard" meldet aus Sansibar Sommer, Grünstraße 21. Humoristischer Verein Arminia, Dresdener von gestern: Aus Uganda eingelaufene ausführlichere NachGarten, Dresdenerfiraße 45.- Kreuzfibel, bet Gumlich, Reichenberger: richten besagen, straße 149.- Fidele Brüder, bei. Mrose, Lachmannstr. 5.daß die Protestanten, welche eine große Klub zustige Brüder, Abends 8 bis 10% Uhr, Restaurant Stewald, Menge Snidergewehre empfangen hatten, die Katholiken Manteuffelfir. 46. Rauchklub& affalle, Abends, bet Lock, Friedrichsbergerfir. 11. angriffen, von diesen jedoch zurückgeworfen und gezwungen Rauchflub Roochloch, Abends 9 Uhr, bet Kierstein, Admiralftr. 83. wurden, sich in ihre Verschanzung zurückzuziehen. Kapitän Lugard othe Nette, bet Steuer, Weinfir. 22. Sumoristischer Rauch- eilte darauf den Protestanten mit Marimgeschüßen zu Hilfe und lub, Abends 9 Uhr, bet A. Niemann, Görligerstr. 42. Rauch flub Sans- zersprengte die Katholiken nach erbittertem Kampfe, welcher viele fouet, Boechstraße 51. Rauchflub Vorwärts Südost, bet Vogel, Berluste forderte. Ashe Winton wurde getödtet. Bischof Heoth Rauchtlub Eiferne Pfeife, Abends 9 Uhr, bei Hoffmann, Triftstr. 1. Rauchtlub Ohne 8wang, Abends 9 uhr, bei entging der Gefangenschaft und behauptet, daß viele Katholiken Späth, Weinstr. 28. Rauchtlub Grüne Quaste, Abends 9 Uhr, bei als Sllaven verkauft worden seien. Die Ratholiken und Eine öffentliche Versammlung der im Vergoldergewerk Schlüter, Kleine Markusstr. 10. Rauchflub Bultan, Abends 9 ühr bei Muhamedaner lagern vor der Verschanzung. Der Widerstand Befhäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen berieth Ahmer, Gräfestr. 82. Rauchtlub„ Goldene Quast e", Abends 9 Uhr bei Muß, Joftyftr. 8. Lugard's und seine Dauer hängt von seinem Vorrathe an 19. April die Stellungnahme zum 1. Mai. Herr Möhring Stattlub Treff, Abends 8% Uhr, bei Dtto Babel, Frankfurter Allee 90. Munition ab. schlag vor, die Kollegen sollten sich in ihren Wahlkreisen der Stattlub Buschelgrün, Abends 8 Uhr, Reichenberger- und ManteuffelFeier der Partei anschließen. Der Vorschlag wurde von der Straßen- Ecke, bei Fürstenau. Bühnenverband Othello, Abends 9 Uhr, Restaurant Bothringer Bersammlung angenommen. Herr Möhring referirte dann über Theaterverein Bultanta, heute Abend Gizung in Jäger's den Streit bei der Firma R. Schmidt, Braum u. Ko. Es be- Gesellschaftshaus, Gartenstr. 13-14. finden sich, nachdem in den ersten Tagen nach Niederlegung der Arbeit ein Streifender dieselbe wieder aufgenommen hat, noch fünf Arbeiter im Ausstand. Dieselben haben neue Arbeit noch nicht gefunden. Bei der genannten Firma sind vor 8 Tagen zwei Arbeiter eingetreten, die zu den herabgesetzten Preisen arbeiten. Nach furzer Diskussion über diesen Gegenstand, an der die Herren Centralblatts hat folgenden Inhalt: Eine moderne Arbeiter Die foeben erschienene Nr. 17 der Sozialpolitischen Richter, Höpfner, Gerndt, Möhring, Otto und Narry Theil nahmer, wurde zum nächsten Punkt der Tagesordnung über- Produktivgenossenschaft. Bon Prof. Dr. Heinrich Herkner. über- Der gegangen und zu Revisoren der Rechnung der Agitations- Der französische Senat und die Beschränkung der Arbeitszeit. Bon Leo Frantel.- Die Konferenz der eingeschriebenen HilfeKommison Herr Behrmann, Herr Nolte und Frau Müller ge- faffen. Gerner eine große Zahl von Notizen unter anderem: wählt. A Verschiedenem bemerkte dann Herr Gerndt Schweizerischer Gewerkschaftstongreß.zu Die schweizerische dem Berichte über die vorige Vergolder- Bersammlung, wie er in Nr. 90 des Vorwärts" entfallen ist, er habe zu dem Vorwurf, Reservekasse. Möglichkeit des Marimalarbeitstags in der der ihm von einer Seite daraus gemacht wurde, daß die Agitations- deutschen Industrie. Krankenversicherung der Dienstboten in tommission seit dem 9. Januar feine Versammlung einberufen hatte, feine Entschuldigung" sondern eine Erklärung"( s." Borwärts" Nr. 90) abgegeben. Der weitere Sah in jenem Berichte:„ Da Herr Gerndt erklärte, erst abrechnen zu wollen.." u. s. w., habe bei einigen Kollegen die irrige Meinung hervorgerufen, als ob er die Abrechnung verzögert hätte; er stelle fest, daß davon nicht die Rede sein könne. Herr Höpfner legte anläßlich gewisser Drohungen des Herrn Fries der Versammlung die Frage vor, Rostock ist, wie der„ Vol. 3tg." aus Neapel berichtet wird, zufolge Der Mecklenburger Karl Brandt alias Jwanow" aus ob sie der Meinung sei, daß der Verbandsvorstand in seiner be- der Anweisung des Ministers des Innern aus Italien aus züglichen Veröffentlichung zu weit gegangen sei, und bat um die gewiesen und am 25. April Abends unter volizeilicher Begleitung Adresse des Kollegen Neu. Herr Möhring meinte diesbezüglich, nach der Schweiz befördert worden. Mit den anarchistischen der Hauptvorstand habe zu voreilig gehandelt; im Allgemeinen Umtrieben" des Genannten hat es also gehapert, und damit die schien jedoch die Versammlung das Vorgehen des Hauptvorstandes Polizei nicht offiziell blamirt wird, so weist man ihn einzu billigen. fach aus. s Brit. Zum Versammlungsbericht des Voltsbildungsvereins von Briz(„ Vorwärts" vom 23. April) ist nachzutragen, daß dem Vertrauensmann 75 M. aus der Vereinskaffe überwiesen worden sind. Abend um 8% Uhr. Kranken- und Sterbe- Unterkühungskaffe der Berliner Dans Diener. Kaffenlokal Neue Friedrichstr. 44, bet Routg, Sigung jeden Mittwoch Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins und Umgegend. Drbentliche Generalversammlung heute Abend Uhr, in Gratwell's Bierhallen, Kommandantenftr. 77-79. Tagesordnung: Die Zustände in unserem Gewerbe in Bezug auf die wirthschaftlichen BerZitherklub„ Alpenveilchen". Judenfir. 65, Abends 8% Uhr, uebungsRiedorf, Verein Vorwärts". Mitgliederversammlung heute bet fegung ber Borträge bes Herrn Bolsche über: Die Entwickelung der wiffenArbeiter- Bildungsschule. Heute bet Norbert, Beuthstraße 22, Forthältnisse. ftunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Hoffmann, Bergftr. 188. schaften. Verein ehemaliger Schüler der 99. Gemeinde- Schule. Heute Abend 9% Uhr: Sthung, in Schröber's Saal, Stegitzerstr. 18. Fachverein der Gasanstaltsarbeiter und Berufsgenossen Berlins London. Litteratur. Literarisches. Vermischkes. Konftantinopel, 26. April.( Meldung der„ Agence de Konftantinople".) Die türkische Regierung brachte in Erfahrung, daß gewiffe armenische Komitees die Herstellung von Dynamitbomben beabsichtigten, um einige öffentliche Gebäude in die Luft zu sprengen. Da die Anschläge von Rustschuk ausgehen sollten, zuvorkommende eingehende Nachforschungen die Entdeckung des habe sich die Pforte an die bulgarische Regierung gewandt, deren Materials und die Verhaftung der Beschuldigten herbeigeführt hätten. Der Pforte seien auch Photographien der Verhafteten überfandt worden. Die Pforte habe sich über den Eifer der bulgarischen Regierung sehr befriedigt ausgesprochen. Newcastle, 26. April. Der Ausstand der bei den Schiffswerften am Tynefluüe beschäftigten Arbeiter und Angestellten ist beendet. Die Arbeiter haben die Bedingungen der Unternehmer angenommen. Der durch den 13wöchigen Ausstand ver ursachte Schaden wird auf eine halbe Million Pfund geschätzt. ( Depeschen des Bureau Herold.) Kopenhagen, 26. April. Alle Hafenarbeiter, welche geftern Vormittag nicht die Bedingungen der Importeure unterzeichnen wollten, find entlassen worden. Die Arbeit im Hafen ruht des halb fast überall, und nur die Schiffsmannschaften sind mit dem Löschen beschäftigt. über die neue Gesetzesvorlage betreffs Herabsetzung des Wahl Luxemburg, 26. April. Der Staatsrath hat ein Gutachten zenfus erlassen. Die Körperschaft schlägt vor, den Wahlzenfus von 24 Frts. auf 16 Frts. zu ermäßigen, was die bisherige Ans zahl der Wähler von 6600 auf 10 900 erhöht. Paris, 26. April. Der bei dem gestrigen Dynamitattentat schwer verwundete Restaurateur Very ist infolge der Amputation des linken Beines gestorben. Briefkaffen der Redaktion. Wegen Erschleichung der Altersrente verurtheilte das Landgericht Stade einen Bewerber zu 6 Monaten Gefängniß. Derselbe hatte die Schlußziffer des Geburts- und Taufzeugnisses gefälscht und dadurch das Geburtsjahr 1822 in 1821 umgewandelt. Strafmildernd war das hohe Alter und der bisherige unbescholtene Lebenswandel des Bewerbers, sonst würde noch eine härtere Bestrafung eingetreten sein. Da hin und wieder noch versucht wird, die Altersrente zu erlangen, ohne daß die BeEine Genoffin. Nur nicht so hizig! Ludwig II. hat sich treffenden ein gesetzlich begründetes Anrecht darauf haben, so bitten wir die Leser des Vorwärts", vorkommenden Falls auf das Leben genommen, weil er eingesperrt wurde; und eingesperrt die nachtheiligen Folgen einer solchen Handlungsweise aufmerksam wurde er, weil er die B.'sche Politik durchkreuzte. So lange er derselben dienstbar war, ließ man ihn in Freiheit, obgleich er Bei Ausführung einer Brunnenanlage wurden in schon vor 1870 ebenso geiftestrant war, wie zur Zeit, da man schüttet. Nach zwölf respektive achtzehnſtündiger schwieriger Schweidnih am Montag ein Monteur und ein Maurer ver- ihn nach Starnberg brachte. Rettungsarbeit wurden die Verunglückten lebend zu Tage geDie Sammlungen, welche man in Stuttgart für ein Dent. zu machen. fördert. Uebersicht" in der mit den Worten„ Der Bolizeipräsident von Berichtigung. In geftriger Nummer ist unter„ Soziale Berlin" beginnenden Notiz in der dritten Beile vor" wird" das Wort: aufgenommen" durch ein Versehen weggeblieben. Im Bericht über die Friedrichshagener Bersammlung ist 3. Seite " und Umgegens. Mittwoch, den 27. April, abends 8 Uhr: General- mal des verstorbenen Königs Karl veranstaltete, haben nur der Beilage, Spalte 3, Beile 8 von unten statt unerhört zu Bersammlung bet Seefeld, Grenadierftr. 33. Bierteljahres- Bericht. 15 000 m. ergeben, ein Betrag, der wie ein Stuttgarter Alle Abänderungen, welche den Arbeiter- Sängerbund oder den Bund Rorrespondenzbureau schreibt hinter den schlimmsten Befürch- lesen unerledigt" und auf der 4. Seite, Spalte 1, Beile 9 der geselligen Arbeiterveretne betreffen, find nur an die Vorstände derselben tungen zurückbleibe". Auch die Liebe der reichen Schwaben von oben hat vor Woltersdorf" das Wort„ Restaurant" auszu richten. zufallen. gese- und Diskutieklubs. Mittwoch. Bereinte raft, Abends für das angestammte Herrscherhaus" hat beim Geldbeutel ihr 8% Uhr, bet Klein, Schönleinstraße 6. G. T. Nördlingen. Eine Vergrößerung des Gedenkblattes Johann Jacoby, bet Otto Ende. Thierbach, Schwebterftr. 44. Seine, jeben Mittwoch vor dem 1. und 15. jeben Monats, Abends 8% Uhr, bet Bechlin, Hornstr. 9.Auch eine Reklame! M. Dutkiewicz, Uhrmacher und wird nicht geplant; wir können Ihnen daher leider nicht -Gleich Elektromechaniker in Inowrazlaw, Kl. Friedrichstr. 5, empfiehlt brunnen, Abends 8 Uhr, bei Haferland, Bellermannstr. 87. heit, Abends 8% Uhr bet Schönemann, Staltzerstr. 7.H. H. Das würde Ihren Eltern nichts nüheu, wenn sie ihr Emanzipation, Gegen Anarchisten Ueberfälle" elektrische ThürAbends 8 Uhr, bei Wagner, Alte Schüßenftr. 6. Seine, Nixdorf," und Fenster Kontakte, elektrische Alarmglocken, unterirdische daß sie Ihnen die Sachen verschreiben. Möblement dadurch der Pfändung entziehen zu fönnen glauben, Abends 8 Uhr, bei Beiler, Knesebeck- und Herrmannstraßen- Ece. Arbeiter Sänger- Bund Berlins und umgegend. Mittwoch. Uebungs- Rabels 2c. Stebesfreiheit, flunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. 2. Tell 100. 1. Wenn Sie vor 14 Jahren aus der Die große Kablianfischerei bei den 2ofoten ist als beBlumenstraße 38, bei Gente. Freya,( Gem. Chor), Alte SchönhauserGefund V dienen. straße 22-23, Bozow's Braueret. Silaritas, Hochstraße 32 a, bet endet zu betrachten, wenn auch noch einige hundert Fischerboote Drts- Krankenkasse austreten, müssen Sie beim Wiedereintritt das Wilte. Deutsche Eiche, Blumenftraße 46, bet Went. Echo1 den Fang fortsezen. Der Kabliau stand in ungeheurer Menge statutenmäßige Eintrittsgeld zahlen. 2. Kassandra ist eine BeBantow, Schulzefir. 27.- 2erche, Bernauerstr. 72, Restaurant zum Beit auf den Banten und in den Fjorden, jedoch war der Ertrag der zeichnung für Unglückspropheten, und rührt von der sagenhaften Männer- Gesangverein der Kürschner, D. V. D. Br. Berlin, Neue Friedrich Fischerei wegen der andauernden stürmischen Witterung nur Tochter des trojanischen Königs Priamus, Kassandra, her, der ftraße 44, bet Röllig.-Südost 2, Cuvryftr. 48, bet Seibler. Steinnette, mittelmäßig. Immerhin wurden nicht weniger als 16 200 000 Stück die Gabe der Prophezeiung verliehen war, zugleich mit mit dem Röslinerstr. 17, bet Wendt.-2yra 1, Raupach fir. 6, bet Stachel.- Euph on ta Rabliau gefangen, wovon 3 500 000 Stück zu Stockfisch bereitet Fluche, feinen Glauben zu finden. geift". Gefangverein ber Steinmegen, Johannisstr. 20, bet Müller. Annenstr. 16, bet teßner.- and in hand 1, Mariannenftr. 31-32, bet, Doberstein. Schneeglöd chen 1, Rottbuser Damm 39, bet Jacob. werden. A. V. Der Gerichtsvollzieher darf Gegenstände, die Sie Schneeglöckchen 2, Potsdam, Brandenburger Kommuitation 16, bet Einen Schlaftrunk gab in Soignies( Belgien) ein für Rechnung eines Meisters anfertigen, nicht pfänden. Geschieht Glafer. Unverbroffen, Abends 8 Uhr, bei Sachs, Lindowerfir. 26. 25 jähriges Mädchen seinen 7 und 10 Jahre alten Brüdern ein, dieses, da der Gerichtsvollzieher den Sachen, die sich in Ihrer Flöter'scher Gefangverein, Landsbergerstr. 31, bet Włusehold.. Rütli, Friedenau im Kurhaus. Borwärts 5, Friedrichshagen, Rundtheil, bei damit sie die Ruhe der kranken Mutter nicht stören sollten. Die Wohnung befinden, nicht ansehen kann, daß sie Ihnen nicht gehören, so muß der Eigenthümer der gepfändeten Sachen Einsprache Lerche. Freundestreue( Gemischter Chor), Grenadierftr. 38, bet See- Rinder starben an dem Trank. felbt. Lorbeertrans, Barnimfir. 16, bei Heindorf. Südost 1, Räuber haben den französischen Vizekonful in Diarbekir auf gegen die Pfändung erheben. Röpniderftr. 191, Restaurant. Rothe Hefte, Schöneberg. Golsfir. 43, der Reise nach seinem Amtssiz zwischen Alexandrette und Aleppo unterhalten, ist nur der Einschränkung unterworfen, daß der Soffnung 1, Friedrichsberg, Friedrich F. B. Die Freiheit, auf den Straßen und Plätzen sich zu Karl ftraße 84, bei Schulze. bet Siegeler. Freiheit 1, Sulmfir. 36, bet Raumann. Frethett, angegriffen. Ein ihn begleitender Baptieh wurde verwundet. Verkehr nicht gehemmt wird. Wann aber eine Verkehrshemmung Moabit, Kronenbraueret, Alt- Moabit 47-49. Steinfeger Sänger Der französische Botschafter in Konstantinopel hat der Pforte vorliegt, das ermißt die Polizei in jedem Falle. Die 3 Schuhchor, Kaftanten- Allee 28 bei Maiwald. Dffenbacher Sänger Tranz, Drantenstr. 158, bet Göße.- Gefangverein ber upferfchmiede, davon sofort Anzeige gemacht. Weinftr. 11 bei Feind. Bergtßmein nicht, Schulstr. 29, im Wedding Fürstin Montesarchio in Neapel soll einem Gerücht macher, welche am 2. Osterfeiertage auf dem Straßendamm Rafino.- Echo 3, in Zehlendorf, Stunde in Friedenau( Kurhaus). zufolge vergiftet worden sein. Der Beweggrund der Verbrechens, ftanden, weil sie noch mehrere Kollegen treffen wollten, wurden Brandenburger Männer Gefangverein in Brandenburg, Mengert's Boltsgarten. Mannesmuth, Mauerstraße 3, bei Ramm. meint man, liege darin, daß sie ihr neun Millionen betragendes auf dem Trottoir aufgefordert, weiter zu gehen, das Gleiche Brüderschaft"( Sausdiener) Fischerftr. 41. Concordia", Vermögen für den Fall, daß sie früher stürbe, als ihr Mann, geschah, als sie auf den Straßendamm traten, und als sie nun Gitschinerstr. 92, bei A. Royl. Arbeiter esangverein diesem vermacht hatte. Die Aerzte versichern jedoch, daß eine auf dem Alexanderplat sich unterhalten zu können glaubten, wurden zwei polizeilich fiftirt. Gewiß haben sie einen so furchtSund der geselligen Arbeitervereine Serlins and Amgegend. Blutvergiftung vorliege. Der Staatsanwalt hat die Besichtigung baren Eindruck gemacht, daß das Schlimmste zu befürchten war. Mittwoch: Verein Fridolin, bet Wolff, Brunnenftr. 35a. Theater- der Leiche anbefohlen. und Bergnügungsverein Vultania, bet Jäger, Gartenstraße 37/38. J. G. 20. Sie brauchen nur die Geburtsscheine; da Sie bescheinigung Ihrer Eltern beibringen. erst 23 Jahre alt find, müssen Sie auch noch die Einwilligungs" Briz", Briz, Werderstraße bet Schöneberg. Die Cholera wüthet in Benares( Britisch Indien) in Rauchflub Hellblau, Alte Jafobftr. 18/19, Restaurant A. Seele. Rauch allerschlimmster Form. Von 180 Cholerakranken sind bis zum tlub Kreuzftbel, bet Gumlich, Reichenbergerstraße 149. Geselliger Verein Waldesgrün, bet Nebelin, Langeftr. 108. Theater und Ber- 23. April 130 geftorben. gnügungsverein Durch Nacht zum Licht, bet gubeil, Naunynftr. 86. Humoristischer Verein Pipifax, bet Möhring, Admiralstraße Nr. 18 c. Empfehle meine Lokalitäten für Vereine, Versammlungen und Festlichkeiten. 2686b Reichsgarten, Pichelsberge. Bur Maifeier künstliche Blumen, Händler hohen Rabatt, bei Schellpapen, 2691b Demminerftr. 65, H. 1 Tr. Saal, neu eingerichtet, Elegante Herren80-100 Berfonen fassend, ist noch jeden Tag in der Woche, auch Sonntags frei. 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