Nr. 44. Abonnements- Bedingungen: 0 Abonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeilage ,, Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts ල Berliner Volksblaff. 20. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonnabend, den 21. Februar 1903. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Nie war Religion ein Ergebnis der Wissenschaft, sondern ein mit Gott. Wilhelm II. und die Anrempelung der zweifelhaft das Fundament ihres Glaubens erschüttert, wenn nicht Ausfluß des Herzens und Seins des Menschen aus seinem Verkehr Offenbarung.. " 1 Mit herzlichstem Dank und vielen Grüßen stets Jhr treuer Freund gez.: Wilhelm, I. R. P. S. Sie können von diesen Zeilen den ausgiebigsten Gebrauch machen; wv er will, kann sie lesen. welchen diese Leute heilige und teure Begriffe verbinden und ihnen entzogen. Eine That, an die nur ein gewaltiges Genie fich heranwagen dürfte, zu der aber das bloße Studium der Affyriologie noch nicht berechtigt. Goethe behandelt diese Angelegenheit auch einmal, indem er ausdrücklich darauf aufmerksam macht, man müsse Der Vortrag des Professors Delisch über die Beziehungen sich vorsehen, bei einem großen allgemeinen Bublifum auch nur zwischen dem Alten Testament und der Babylonischen Kultur hatte Terminologiepagoden" entzweizumachen. Es ist dem in der ewig blinden liberalen Presse einen Aufschrei des höchsten vortrefflichen Professor in seinem Eifer der Grundsak etwas entJauchzens hervorgerufen. Nicht weil Herr Delitzsch etwa eine neue bem, was angemessen ist, dem Ort, Publikum usw., und was nicht. gangen, daß es gar sehr wichtig ist, genau zu unterscheiden zwischen Der Kaiser hat sich mit dem vorstehenden Sendschreiben auf das Wahrheit entdeckt. hätte, sondern weil er durch den Kaiser Ale Theologe von Fach kann er für seinen Kollegenkreis Thefen, Gebiet der theologischen Schriftstellerei begeben. Seine Kritik des offensichtlich ausgezeichnet war. Nun war, so entzüdte man sich, der Hypothesen und Theorien sowie Ueberzeugungen aussprechen in Fach Herrn Delitzsch ist im Stile der Randbemerkungen Friedrichs II. geVerzicht auf die biblische Offenbarungs- Mythologie, deren lleber schriften, welche nicht angängig auszusprechen sein würden in halten, der freilich sonst über die Offenbarung wesentlich anders windung seit dem 17. Jahrhundert wissenschaftliches Gemeingut der einem populären Vortrag oder Buch. Menschheit geworden ist, auch allerhöchst gestattet, unter kaiserlichen Ich möchte nun noch einmal auf meinen persönlichen Stand- dachte tie sein Nachkomme. Der König gebietet dem Professor, was Schutz gestellt. Derselbe Umstand, der die liberale Halbheit be- punkt bezüglich der Offenbarungslehre oder Anschauung zurüder zu thun und was er zu lassen habe. Ob wohl Herr Delitzsch geisterte, erregte im höchsten Grade die Wut der Orthodoxie. Herren schon des öfteren auseinandergesetzt habe. Ich unterscheide fommen, wie ich ihn Ihnen, mein lieber Hollmann, und andren antworten wird? Was sollte aus der Religion, die dem Volke dem Volke erhalten zwei verschiedene Arten der Offenbarung: eine fortlaufende, gewerden muß, werden, ivenn Wilhelm II. selbst zuläßt, wissermaßen historische und eine rein religiöse, auf die spätere Erdaß das Alte Testament im wesentlichen Gehalt babylonischen scheinung des Messias vorbereitende Offenbarung. Ursprungs sei! Und die edlen Herren der Kirche gingen aus Werk, zäh und energisch, um das Aergernis aus der Welt zu schaffen. Der Erfolg blieb nicht aus. Bereits vor einigen Wochen konnte das Drgan des Herrn Stöder das war charakteristisch beruhigt verkünden, einem dritten Vortrag des Herrn Delitzsch werde Wilhelm II. nicht beiwohnen. Wir sind über den Delitzsch- Rummel mit einigen ironischen Be- zu führen und zu fördern, offenbart" er sich bald in diefem oder merkungen hinweggegangen. Was richtig an dem Vortrag gewesen, war nicht neu. Und das Neue wurde von der Mehrzahl der bedeutendsten Assyriologen als völlig haltlos bezeichnet. Trotzdem blieb das Mergernis für die Orthodorie! Da setzte sich Wilhelm II. hin und verfaßte einen Auffat, die Kirche hat' gefiegt! in dem er den Prof. Deligsch belehrte, wie er die Sache richtig hätte ampaden müssen. Wie Wilhelm II. früher der Kunst, so hat er jetzt der Wissenschaft den Weg gewiesen. V " Die vom Kaiser kritisierten Schlußjäße des Vortrages lauten: „ Aber andrerseits laßt uns nicht blind festhalten an veralteten, wissenschaftlich überwundenen Dogmen, etwa gar aus Angst, es möchte hierdurch unser Gottesglaube und wahrhafte Religiosität Schaden leiden! Bedenken wir, daß alles Jrdische in lebendigem Fluß ist, Stillstehen gleichbedeutend mit Tod. Schauen wir hin auf die gewaltige pulsierende Kraft, mit welcher die deutsche Reformation große Nationen der Erde auf allen Gebieten menschlicher Arbeit, menschlichen Fortschritts erfüllt! Aber auch die Reformation ist nur eine Etappe auf dem Wege zu dem uns von Gott und in Gott gesteckten Ziele der Wahrheit. Ihm streben wir nach in Demut, aber mit allen Mitteln der freien Forschung der Wissenschaft, freudig uns bekennend zu der von hoher Warte mit Adlerblick geschauten und hochgemut aller Welt kimdgegebenen Losung der Weiterbildung der Religion." Bur ersten ist zu sagen: Es ist für mich keinem, auch nicht dem leisesten Zweifel unterworfen, daß Gott sich immerdar in Seinem von Ihm geschaffenen Menschengeschlecht andauernd offenbart. Er hat dem Menschen„ Seinen Odem eingeblasen", das heißt ein Stüd von sich selbst, eine Seele gegeben. Mit Vaterliebe und Interesse verfolgt er die Entwickelung des Menschengeschlechtes; um es weiter jenem großen Weisen oder Priester oder König, sei es bei den Heiden, Juden oder Christen. Hammurabi war einer, Moses, Abraham, Homer, Karl der Große, Luther, Shakespeare, Goethe, Kant, Kaiser Wilhelm der Große. Die hat Er ausgesucht und Seiner Gnade gewürdigt, für ihre Bölfer auf dem geistigen wie physischen Gebiet Herr Delitzsch beruft sich also hier recht byzantinisch auf das und desnach seinem Willen Herrliches, Unvergängliches zu leisten. Wie oft Wort Wilhelms II. von der Weiterbildung dec Religion hat mein Großvater dieses nicht ausdrücklich befont, er sei ein In- halb wird er mit so energischen Worten zur Ordnung gerufen, dieſtrument nur in des Herrn Hand. Die Werke der großen Geister sind von Gott den Völkern geschenkt, damit sie an ihnen sich fort, weil den Professor das nichts angeht. Er soll bei der Assyriologie bilden, weiterfühlen können durch das Verivorrene des noch Un- bleiben und nicht in die Theologie pfuschen. Die theologisch kritischen Betrachtungen des Kaisers find in der erforschten hinieden. Gewiß hat Gott, der Stellung und Kulturstufe Der Kaiser erörtert dann seine eigne theologische Auffassung. Form eines zur Veröffentlichung bestimmten Briefes an den Admiral der Völker entsprechend, den verschiedenen sich verschieden geoffen. Wir gestehen, daß es uns als Laien unmöglich ist, feine Ideen im Hollmann gerichtet. Er ist vom 15. Februar datiert, nicht vom bart", und that das auch noch heute. Denn so wie wir am meisten einzelnen nachzudenken. Wilhelm II. scheint auch eine Theologie Grafen Bülow gegengezeichnet worden, und sofort in den Grenz durch die Größe und Gewalt der herrlichen Natur der Schöpfung der mittleren Linie zu vertreten, und er wird, wie in der Politik, boten" veröffentlicht worden. Die Hauptstelle lautet: überwältigt werden, wenn wir sie betrachten, und über die in ihr auch mit dieser theologischen Auffassung niemand ganz zufrieden Während einer Abendgesellschaft bei uns hatte Professor offenbarte Größe Gottes bei ihrer Betrachtung staunen, ebenso stellen. Den Orthodoxen tann er nicht genügen; denn er hält nicht Delitzsch Gelegenheit, mit Ihrer Majestät der Kaiferin und General ficherlich können wir bei jedem wahrhaft Großen und Herrlichen, die ganze Bibel für ein offenbartes Buch, sondern nur den Kern. was ein Mensch oder ein Volk thut, die Herrlichkeit der Offenbarung superintendent Dryander eingehend mehrere Stunden zu konferieren Gottes darinnen mit Dank bewundernd erkennen. Er wirft un- Den Liberalen ist andrerseits auch der Kern schon zu viel. und zu debattieren, wobei ich mich zuhörend und passiv ver- mittelbar auf und unter uns ein! Die Gegner der wissenschaftlichen Freiheit müssen unmutig sein, daß hielt. Er verließ dabei leider den Standpunkt des strengen Historikers und Assyriologen und geriet in theologisch- religiöse Schlüsse und Hypothesen hinein, welche doch recht nebelhaft und gewagt waren. Als er aber auf das Neue Testament tam, wurde es bald klar, daß er bezüglich der Person unsres Heilandes so ganz abweichende Anschauungen entwickelte, daß ich ihm darin nicht nur nicht folgen fonnte, sondern einen meinem Standpunkte diametral entgegengesetzten konstatieren mußte. Er erkennt die Gottheit Christi nicht Er erkennt die Gottheit Chrifti nicht an, und daher soll als Rückschluß auf das Alte Testament dieses feine Offenbarung auf denselben als Meffias enthalten. Hier hört der Assyriologe und forschende Geschichtsschreiber auf und der Theologe mit allen feinen Licht- und Schatten seiten fest ein. Auf diesem Gebiet kann ich nur dringend ihm raten, nur sehr vorsichtig Schritt vor Schritt zu gehen und jedenfalls seine Thesen nur in theologischen Schriften und im Kreise feiner Kollegen zu ventilieren, uns Laien aber und vor allem die Orientgesellschaft damit zu verschonen; vor deren Forum gehört das alles nicht. Wir graben aus und lesen, was wir finden, und geben das heraus zum Wohle der Wissenschaft und Geschichte, aber nicht um Religionshypothesen eines unter vielen Gelehrten begründen oder verfechten zu helfen. Die zweite Art der Offenbarung, die mehr religiöse, ist die, es dem Affyriologen gestattet ist, babylonischen Quellen in dem welche zur Erscheinung des Herrn führt. Von Abraham an wird offenbarten Buche nachzuspüren. Die Bekenner der Wissenschaft fie eingeleitet, langsam, aber vorausschauend, allweise und allwissend, wollen sich nicht für ihre Forschung Schranken sehen lassen. Der denn die Menschheit war sonst verloren. Und nun beginnt das Antisemit mag es nicht leiden, daß Moses und Abraham unter die staunenswerteste Wirken, Gottes Offenbarung. Der Stamm Abrahams und das sich daraus entwickelnde Volt betrachten als Träger der Offenbarung aufgenommen werden, während der heiligstes mit eiserner Konsequenz den Glauben an einen Gott. empfindliche Philofemit es nicht verwinden wird, daß der Kaiser Sie müssen ihn hegen und pflegen. In der ägyptischen Gefangen feine Genugtuung darüber ausspricht, daß durch die babylonischen Sie müssen ihn hegen und pflegen. schaft zersplittert, werden die zerteilten Stücke von Moses zum Forschungen viel vom Nimbus des auserwählten Volkes verloren zweiten Male zusammengeschweißt, immer noch bestrebt, ihren gehe. Monotheismus" festzuhalten. Es ist das direkte Eingreifen Gottes, Wilhelm II. wünscht die Aufrechterhaltung der biblischen Form bas dieses Volk wiedererstehen läßt. Und so geht es weiter durch vor allem der Kinder wegen. Vor Gelehrten tönne die Jahrhunderte, bis der Messias, der durch die Propheten und Delitzsch schließlich seinem Forschungsdrang die Zügel schließen lassne, Pſalmiſten verkündet und angezeigt wird, endlich erscheint. Die aber vor einem Publikum von Laien müsse er sich Nücksicht aufgrößte Offenbarung Gottes in der Welt! Denn Er erschien im Sohne selbst; Christus ist Gott; Gott in menschlicher Gestalt. Er erlegen. Kurz, die Religion muß dem Volk erhalten werden. erlöste uns, Er feuert uns an, es Todt uns, ihm zu folgen, wir Nach seiner persönlichen Auffassung verbindet Wilhelm II. in fühlen sein Feuer in uns brennen, fein Mitleid uns stärken, seine nicht leicht verständlicher Weise die Offenbarungsidee mit einer Art unzufriedenheit uns vernichten, aber auch seine Fürsprache uns internationaler Seelenwanderung. Die Offenbarung wählt sich in retten. Siegesgewiß, allein auf Sein Wort bauend, gehen wir durch allen Zeiten und Völkern ihre menschlichen Träger. So gehört der Arbeit, Hohn, Jammer, Elend und Tod, denn wir haben in Ihm uralte Babylonier Hammurabi Delitzsch' Liebling zu diesen Es ist eben bei Delitzsch der Theologe mit dem Historifer auf Gottes offenbartes Wort, und er lügt niemals. Vollstreckern der Offenbarung, aber auch der hellenische Heide und davon gegangen, und dient der letztere mur noch als Folie für Das ist meine Ansicht über diese Frage. Das Wort ist ins Somer, deffen Nausikaa- Verse den Frommen in Trier ein Greuel den ersteren. Ich finde es schade, daß Delitzsch nicht bei seinem ur- besondere für uns Evangelische alles durch Luther geworden, und sprünglichen Programm geblieben ist, welches er im vorigen Jahre als guter Theologe mußte doch Delitzsch nicht vergessen, daß unser sind. Ja die Offenbarung versenkt sich selbst in einen Antichrift entwidelte: Nämlich auf Grund der Funde unsrer Gesellschaft nach großer Luther uns singen und glauben gelehrt: wie Goethe und einen Kant, dessen Lebenswerk die Zerstörung des „ Das Wort fic Die wissenschaftlich erprobter Uebersetzung der Inschriften zu vergleichen, sollen lassen stahn!" Es versteht sich für mich von selbst, daß das Offenbarungsglaubens und der überweltlichen Moral war. inwiefern diefelben eine Juustration zu der Chronik des Volkes Alte Testament eine große Anzahl von Abschnitten enthält, welche feltsame Reihe, die mit Hammurabi beginnt endigt mit- Wilhelm I. Israel enthalten, das heißt Aufklärung über geschichtliche Ereignisse, rein menschlich historischer Natur sind und nicht„ Gottes geoffen- Es ist zu erwarten, daß Herr Delitzsch in seinem dritten VorSitten und Gebräuche, Ueberlieferungen, Politit, Gefeßgebung usw. bartes Wort". Es find rein historische Schilderungen von Vortrage die Weisungen feines faiserlichen Herrn entsprechend berückMit andern Worten, inwiefern die unleugbar und mächtige hochent- gängen aller Art, welche sich in dem Leben des Volkes Israel auf sichtigen und es unterlassen wird, die Offenbarung anzurempeln. wickelte babylonische Stultur in Wechselbeziehung zu den Israeliten politischem, religiösem, sittlichem und geistigem Gebiet des Volkes stand, auf sie einwirken fonnte, ja sogar ihnen einen Stempel aufvollziehen. Wie zum Beispiel der Aft der Gesetzgebung ant Sinai drücken mochte. Und dadurch eine gewisse Ehrenrettung nur symbolisch als von Gott inspiriert angesehen werden kann, als vom rein menschlichen Standpunkte aus für die im Alten Testament gewiß recht traß, scheußlich und ein Moses zu einer Auffrischung vielleicht allbekannter Gesekes paragraphen( möglicherweise dem Koder Hammurabis entstammend) feitig dargestellten Babylonier zu erwirken. greifen mußte, um das in seiner Zusammensetzung lockere und wenig war seine ursprüngliche Absicht wie ich sie wenigstens auffaßte widerstandsfähige Gefüge seines Voltes zusammenzufassen und zu und ein sehr reichhaltiges und uns allen interessantes Gebiet, deſſen binden. Hier kann der Historiker aus Sinn oder Wortlaut vielleicht Durchforschung, Erhellung und Erklärung uns Laien im höchsten einen Zusammenhang mit den Gesetzen Hammurabis, des Freundes Maße interessieren muß und ihm zu höchstem Dank verpflichtet. Aber Abrahams, konstruieren, der logisch vielleicht richtig wäre; das dabei mußte er nun auch bleiben. Er hat aber leider im Feuereifer würde aber niemals der Thatsache Eintrag thun, daß Gott Moses das Ziel überschossen. Wie nicht anders zu erwarten, haben die Grabungen Mitteilungen zu Tage gefördert, welche auch auf das dazu angeregt und insofern sich dem Volte Israel geoffenbart hat. Daher ist es meine Auffassung, daß unser guter Professor hin religiöse Gebiet im Alten Testament Beziehung gaben. Das Faktum fürder lieber die Religion als solche bei seinen Vorträgen in unfrer hätte er rubrizieren müssen und Koincidenzen( Uebereinstimmungen) Gesellschaft anzuführen und zu behandeln vermeidet. Dagegen ivo folche vortamen hervorheben und erläutern können, aber alle rein religiösen Schlüsse dem Zuhörer selbst zu ziehen überlassen was die Religion, Sitten usw. der Babylonier usw. in Beziehung müssen. So wäre feinem Vortrag Interesse und 2 oh I wollen zum Alten Testament bringt, ruhig schildern möge. Für mich ergiebt sich daraus die nachstehende Schlußfolgerung: des Laien publikums voll erhalten worden. Das hat er Teider nicht geihan. Er hat in sehr polemischer Weise sich an die Offenbarungsfrage herangemacht und dieselbe mehr oder minder verneint beziehungsweise auf historisch rein menschliche Dinge zurüdführen zu können vermeint. Das war ein schwerer Fehler. Denn er tastete damit manchem seiner Zuhörer an sein Innerstes und Heiligstes. Und ob berechtigt oder unberechtigt das ist hier für den Augenblick ganz einerlei, da es sich nicht um eine pure wissenschaftliche Versammlung von Theologen, sondern um Laien aller Stände und Geschlechter handelte hat er manchem Lieblingsvorstellungen oder gar Gebilde umgestoßen oder angerempelt, mit! Das Politifche Ueberficht. Berlin, den 20. Februar. Abgeordnetenhaus. Das Abgeordnetenhaus hat am Freitag die zweite Beratung des Etats der Berg, Hütten- und Salinenverwaltung erledigt. Noch einmal wurde ein langes und breites über die Bergarbeiter- Verhältnisse geredet, doch war von einem wirklichen Eintreten für die Arbeiter auf keiner Seite des Hauses etwas zu merken. Die Regierung richtet ihr Augenmerk weniger auf die Durchführung längst als notwendig erkannter Reformen, als vielmehr darauf, daß keine neuen Arbeiterunruhen entstehen; sie fürchtet, wie der OberBerghauptmann v. Velsen in einer echten Scharfmacherrede mitteilte, den Ausbruch eines neuen Streits im Saarrebier. Nach der sonderbar provozierenden Rede dieses Regierungsvertreters könnte es fast den Anschein haben, als ob ein Streit c) Diese Form ist bisher das Alte Testament in seiner jebigen in der Periode des wirtschaftlichen Niedergangs der Verwaltung Ueberlieferung gewesen. Diese Form wird unter der Forschung und den Inschriften und Grabungen fich ent- gar nicht so unangenehm ist. Im übrigen ist aus der Debatte schieden wesentlich ändern; bas schabet nichts, auch daß nur noch die Mitteilung des Ministers Möller erwähnensdadurch viel vom Nimbus des auserwählten Volkes verloren wert, daß die Regierung eine Reform des Knappgeht, schadet nichts. Der Kern und Inhalt bleibt immer schaft staffen Gefeßes zwar für geboten erachtet, daß derselbe, Gott und fein Wirken! aber diese Reform nur im Anschluß an die Reform des a) Ich glaube an Einen, Einigen Gott. b) Wir Menschen brauchen, um ihn zu lehren, eine Form, zumal für unsre Kinder. Krankenkassen Gesetzes vorgenommen werden könne. Da feine Aussicht auf Erledigung der Novelle zum Krankenkassen- Gesetz in der laufenden Reichstagssession besteht, soll die Novelle in der nächsten Session möglichst frühzeitig eingebracht und im Anschluß daran im Landtage eine Novelle zum Knappschaftstassen- Gesez noch in derselben Session erledigt werden. Sonnabend: Erste Lesung des Gesezentwurfs betr. die Bildung eines Ausgleichsfonds für die Eisenbahn- Verwaltung und Eisenbahn- Etat. Das Wahlfartell. Wir haben selten ein reineres Vergnügen genossen, als jenes, das uns durch die Veröffentlichung des nationalliberalen Kartell= plans verschafft worden ist. Wir haben zu früh in die Geheimnisse des reaktionären Wahlschachers hineingeleuchtet und nun kribbelt's in der Kartellpresse wirr und aufgeregt durcheinander. Die Herren von der parteiamtlichen Nationalliberalen Korrespondenz" müssen lange geschwitzt haben, bis es ihnen gelang, folgende Erklärung zu veröffentlichen: „ Die ganze Geschichte des„ Vorwärts" vom Wahlfartell, soweit sie die nationalliberale Parteileitung angeht, beruht auf willtürlichster Kombination des socialdemokratischen Organs". " Die„ Nationalliberale Korrespondenz" erreicht mit diesem „ Dementi" den Mut eines Zedlitz, dem seine Kanal- Intriguen erst durch unfre Veröffentlichung feiner Honorarquittungen nachgewiesen werden mußten, oder auch des Stöcker, der zunächst auch den Scheiterhaufenbrief abzuschwören suchte, bis er autographisch reproduziert wurde. Wir würden die„ Nationalliberale Norrespon denz" der wissentlichen Unwahrheit, der frechen Lüge zeihen, wenn ihre Erklärung", näher betrachtet, nicht gänzlich inhaltslos wäre. Die ,, Nationalliberale Korrespondenz" weiß schr gut, daß die von uns mitgeteilten Einzelheiten aus dem nationalliberalen Kartellplan die nahezu wörtliche Wiedergabe des vom Borstand resp. im Centralbureau der nationalliberalen Partei Ichthin ausgearbeiteten Entwurfs ist. Wir fordern die„ Nationalliberale Korrespondenz" auf, diese Behauptung klipp und klar abzuleugnen. " 1 Ist somit unsre Veröffentlichung in jedem Punkt authentisch, so wird sie noch zum Ueberfluß bekräftigt durch die wüst schimpfenden Ableugnungen der Kartell- Organe. Es ist sehr ergöglich, wie sehr sich die Brüder schämen, sich zu ihrem Bunde zu bekennen. Als das Kartell beim Zollkampf plöglich mit dem Antrag Kardorff anrückte, spottete Herr v. Kröcher über unsre Ueberraschung und höhnte die Socialdemokraten, weil ihnen, die doch sonst alles wüßten, das Attentat nicht vorher bekannt geworden wäre. Jetzt hofften wir uns die Anerkennung der Konservativen errungen zu haben, daß wir rechtzeitig die Pläne signalisierten, und nun schimpfen sie und Teugnen.„ Die ganze Sache beruht auf Erfindung" beteuert die„ Konservative Storrespondenz". Wir feien entweder ,, einer Mystifikation zum Opfer gefallen" oder hätten uns die „ Geschichte selbst aus den Fingern gesogen". Allerdings belehrt auch Die Konservative Korrespondenz" die toll gewordene„ Germania": Etwas Beleidigendes oder Ehrenkränkendes aber liegt unsres Erachtens doch darin nicht, daß man einer Partei die Absicht unterlegt, mit andren, wenn auch gegnerischen Parteien sich zu einem eminent nationalen Zwecke zu verbinden." Die, Germania" aber fährt fort, wie eine Besessene zu rafen:„ Der„ Vorwärts" wieder als Lügner entlarvt!" Und sie schreit sich immer noch heiser nach konkreten Thatsachen". Die Germania" hätte nur notwendig gehabt, unsern Artikel ab= zudrucken, dann hätte sie die„ konkreten Thatsachen" in Hülle und Fülle gehabt. Aber sie unterließ es weislich, weil sie sich klar war, daß dann selbst ihre gläubigsten Leser über ihr rohes Geschimpf lachen würden. ist " des ,, Beabsichtigt die fönigl. Staatsregierung im StaatshaushaltsEtat für 1904 Mittel in angemessener Höhe zur nachhaltigen Be seitigung dringender Notstände in den Stromgebieten namentlich der unteren Oder, Spree, Havel und Elbe zu fordern?" ostelbischen Juntertums und der Landräte. Unterzeichnet ist die Juterpellation von dem gesamten Chorus „ Gebaut wird er doch!" Herr v. Heyl und der Züricher socialistische Finanzminister. Herr v. Heyl hat in der Reichstagssigung vom 13. Februar dem„ socialistischen Finanzminister" des Kantons Zürich den Vorwurf gemacht, daß unter ihm der Kanton dem Bankrott nahe gekommen, ein Zustand, den er mit seiner progressiven Einkommensteuer herbeigeführt habe. Obgleich Genosse Pens in der nächsten Sigung Herrn v. Henl belehrte, daß der socialistische Finanzminister, der erst seit zwei Jahren im Amte sei, nach einem Steuergeset arbeite, das schon länger als 30 Jahre bestehe, möchten wir doch, dem Wunsche unsres Züricher Parteigenossen Ernst folgend, Herrn v. Hehl noch einige Belehrungen zu teil werden lassen. tein Der Sturz des Grafen Crailsheim. Die plögliche Entlassung des Ministerpräsidenten von Bayern ist nicht, wie es zunächst schien und wie es auch die Münchener Bresse auffaßte, ein Centrumssieg. Graf Crailsheim ist vielmehr den Kanton Zürich im Herbst 1899 und fand eine Steuergesetzgebung Parteigenosse Ernst trat in das Amt des Finanzdirektors für das späte Opfer der- Swinemünder Entrüstungsdepesche. vor, bestehend hauptsächlich in einer ungemein hohen VermögensAls der Reichskanzler in der ersten Etatslesung die Entschuldigung steuer und einer vergleichsiveis geringen progressiven Einkommendes Swinemünder Telegramms versuchte, hatte er zugleich die Auf- steuer. Indirekte Steuern bestehen im Kanton nicht. Arch gabe, die Wirkung des Telegramms auf die Stimmung am bayrischen besteht Deklarationszwang für Vermögens- und EinHofe abzuleugnen. Er feierte in hohen Tönen die fortdauernd vorkommensteuer. Die Folge waren Steuerhinterziehungen in trefflichen Beziehungen zwischen München und Berlin. Und Graf großem Maßstabe, die eine Erhöhung der Steuer auf das wirklich Crailsheim bethätigte die höchste Diplomatensolidarität, indem eingeschätzte Vermögen um so notwendiger machten und hier vielfach er die Bülowsche Verschleierung der wirklichen Thatsachen durch ein sehr ungerecht und hart trafen. Es entstand ein förmlicher Kampf besonderes Danktelegramm, das auch sofort veröffentlicht wurde, der ersteren wandten dem Kanton den Rücken, was wieder ungünstig zwischen den Vermögensbesitzern und der Steuerbehörde und viele unterstützte. Dieses Verfahren des Ministerpräsidenten kostet ihm auf die Steuerverhältnisse der übrigen Steuerzahler einwirkte. sein Amt. Ein Privattelegramm aus München kennzeichnet den Her- Die Situation für unsern Parteigenossen wurde um so uns gang also: angenehmer, als zu der Zeit, als er ins Amt trat, das Deficit im Kantonshaushalt sich herausstellte, teils infolge einer großen lokalen Grundstückskrise, die mit der später einſegenden allgemeinen Krise zusammentraf, teils infolge sehr erhöhter Mehrausgaben, die von feiten des Kantonalrats, bestätigt durch die Voltsabstimmung, beschlossen worden waren. Die Entlassung Crailsheims wurde durch die Veröffentlichung des Danktelegramms an den Grafen Bülow veranlaßt. Es tam im Ministerium wegen dieses Telegramms zu Auseinandersetzungen, die übrigen Minister lehnten ab, ihr Einverständnis mit dem Telegramim zu erklären. Graf Crailsheim reichte darauf beim Prinzregenten fein Demissionsgesuch ein. Gegen Crailsheims Erwarten wurde dieses Gesuch sofort genehmigt. Der Prinz Regent ist seit Swinemünde äußerst aufgebracht. ein besonderer Centrumssieg gelten kann, ist die Thatsache, daß der Ein weiteres Anzeichen, daß der Sturz Crailsheims nicht als vom Centrum viel heftiger befehdete Minister des Innern v. Feiligsch auf seinem Posten verbleibt. Der Nachfolger des Grafen Crailsheim ist der Kultusminister v. Pode wils, an dessen Stelle wahrscheinlich Regierungspräsident er mann Augsburg tritt. # 1 Die Krankenversicherungs- Novelle ist soeben auch dem Reichstag zugegangen. Soweit wir schen, deckt sie sich fast völlig mit dem schon früher( s. Nr. 28 des„ Vorwärts") veröffentlichten Entwurf. Krüppelsteuer in Sicht. -Seit jener Zeit hat Parteigenosse Ernst unausgesetzt bei jeder Gelegenheit in der Regierung, im Kantonalrat und in seinen Finanzberichten auf die schlimme finanzielle Situation hingewiesen und vor Mehrausgaben gewarut. Bergeblich. nicht in der Lage eines monarchischen Ministeriums, das Beschlüsse Ein Züricher Finanzminister befindet sich mit seinen Kollegen ablehnt, die ihm nicht passen. In der kantonalen Republik ist die Regierung mir ausführende Behörde. Die Geseze beschließt der Kantonalrat bezw. das Volt, und die Regierung hat sie ohne Widerrede auszuführen. Aber weder hat bisher ein Züricher Kantonalrat, noch bei der allgemeinen Voltsabstimmung im Kanton die Socialdemokratie die Mehrheit gehabt. Die bestehenden Gesetze und Einrichtungen sind also in erster Linie das Werk der bürgerlichen Parteien. Genosse Ernst hat jetzt nun SteuerreformGesetze ausgearbeitet, ob sie aber Gesetz werden, hängt weder von ihm, noch von der Socialdemokratie ab. Das weiß auch Herr v. Hestl ganz genau, denn er besitzt selbst in der Schweiz ein Gut und hält sich fast alljährlich längere Zeit Nach einer Meldung der Frankfurter Zeitung" beabsichtigt das dort auf. Da er aber die Socialdemokratie haßt und in ihrer Befämpfung nach dem Grundsatz: noblesse oblige! nicht zu handeln derzeit noch regierende Centrums- Finanzgenie, Herr Dr. Müller- vermag, so fuchte er ihr einen Fußtritt zu versetzen, indem er unFulda, zum Militäretat eine Resolution einzubringen, in der er die wahre Behauptungen über die Thätigkeit der Züricher SocialEinführung einer Wehrsteuer befürwortet. Es sollten also nach demokraten im deutschen Reichstage verbreitete. Er hält's mit der Herrn Müller- Fuldas Ansicht alle diejenigen, die nicht zum Militär- politischen Ehrlichkeit wie mit seiner angeblichen Begeisterung für dienst herangezogen werden, einer besonderen öffentlichen Abgabe die Socialreform: er tritt nur dort für sie ein, wo sie seinen Interessen nicht schadet. unterliegen. Während die Socialdemokratie die Belastung der besitzenden Ein Stellvertreter Gottes auf Erden. von der allerchriftlichsten Partei jene direkte Steuer in Anregung macht des Unteroffiziers, von der die Halleschen StriegsVolksklassen durch direkte Reichssteuern verlangt, sollte also Halle, 18. Februar.( Eig. Ber.) Die grenzenlose gebracht werden, die wie keine andre die direkte Besteuerung der Armut ist. Zu den direkten Staatssteuern und den indirekten gerichtsräte nicht sonderlich erbaut gewesen sein mögen, offenbarte Reichssteuern würde dann für den Militärfreien resp. dessen Familie sich mit wünschenswerter Deutlichkeit in der Straffache wider den Unteroffizier Saspar Richtlin von der 7. Compagnie des auch noch die direkte Reichssteuer treten. Die Erfahrungen aller Länder, in denen die sogenannte in denen die sogenannte 72. Infanterie- Regiments in Torgau. Der Angeklagte, der als Krüppelsteuer" besteht, haben gezeigt, daß diese Steuer entweder zweijährig- Freiwilliger eingetreten ist und im sechsten Jahre dient, eine Lächerlichkeit oder eine Grausamkeit oder beides zugleich hatte in der Zeit vom Oktober bis Dezember v. J. seinen Untersein muß. an gegenüber einen Terrorismuts den Tag gelegt, den selbst das Kriegsgericht mit den allerschärfsten Neben der brutalen Behandlung Mitteln nicht ankämpfen konnte. gebenen Befreit man Dienstuntaugliche mit verminderter Erwerbsfähig gegen keit von der Wehrsteuer, setzt man die unteren Stufen der geringen In ihrer völligen Blindheit- wenn es nicht falsches Spiel Steuerfähigkeit entsprechend niedrig an, so erhält man einen Betrag, seiner Untergebenen hatte er diese unglücklichen Leute auch noch derverharrt die, Freisinnige 3 tg.". Sie redet von einer lächerlichen Erfindung und sieht in unsrer Veröffentlichung den Be- der die Erhebungskosten kaum deckt. Von einer wirklichen ausgiebigen artig beeinflußt, günstig für ihn auszusagen, daß der VerhandlungsProgressivbesteuerung der Besitzenden in diesem Rahmen kann keine führer seine ganze Kraft einsehen mußte, um so und so viel Meineide weis," wie wenig die Socialdemokratie in ihrem proßzenhaften Rede sein, weil das Einkommen der reichen jungen Leute, die ihrem zu verhüten. Durch einen Irrtum seiner Vorgesetzten hatte der AnSelbstbewußtsein überhaupt Bescheid weiß über dasjenige, was in Herrn Papa auf der Tasche liegen, steuertechnisch nicht erfaßbar ist. geklagte einmal die von ihm Mißhandelten sogar in seiner andren Parteien vorgeht." Die gut unterrichtete Freisinnige Wenn man aber nur die ganz Blinden oder völlig Gelähmten eignen Sache zum Termin geführt. Dabei hatte er gesagt: Zeitung"! Warum macht sich Herr Müller- Sagan nicht auf und fragt oder Sterbenstranten von der Wehrsteuer ausschließt, und die" Der Kriegsgerichtsrat kann Euch gar nichts im Centralbureau der nationalliberalen Partei an? Der Mann jagt untersten Stufen so hoch ansetzt, daß sich die Erhebung überhaupt und wenn er noch so streng vorgeht." Der Angeklagte war heute so doch sonst so eifrig nach Jnformationen". Die dreiste Ableugnung der Kartellpläne ist natürlich lediglich lohnt, dann wird die Wehrsteuer eine Kontribution, wie sie grau- liebenswürdig", dem Verhandlungsführer zu erklären, er habe die Untergebenen mur deshalb ersucht, nicht zu sagen, was er ihnen aus dem Trieb der Selbsterhaltung zu erklären. Wenn die Massen famer und gehässiger gar nicht gedacht werden kann. gethan habe, um dem Herrn Kriegsgerichtsrat ein Aergernis zu er sehen, daß die vermeintlichen Gegner auf der Bühne hinter den Coulissen mit einander kosen, dann erkennen sie um so schärfer den sparen. gemeinsamen einen Feind in allen Richtungen und Zersplitterungen der bürgerlichen Interessenvertretung. leber die Bedeutung des Kartells hat ein nicht wieder kandidierender Centrumsführer, der von dem Kartell nichts wissen will, sich wie folgt geäußert: Wenn es den Angehörigen dieser Politik der Sammlung, dieser Neuauflage des Kartells, gelingen sollte, für sich die Mehr heit in dem neuen Reichstag zu erlangen, so sei es um das gleiche, allgemeine Wahlrecht geschehen. Das Gesetz über die Abänderung des Wahlrechts zum Reichstage liege schon seit dem vorigen Sommer fertig ausgearbeitet da, und es unterliege gar feinem Zweifel, daß es dem Reichstage vorgelegt werde, sobald ein bewilligungsluftiger Reichstag vorhanden sei. Ebenso werde von einem solchen Reichstage unser Vereins- und Ver sammlungsrecht abgeändert und eingeschränkt werden. Vorgeschoben würden als Ziel der Sammlungspolitik allerdings rein wirtschaftliche Interessen, der Schutz der nationalen Arbeit usw., das aber seien nur Phrasen, um den Wählern Sand in die Angen zu streuen. As im Jahre 1881 ein Wehrsteuer- Projekt der verbündeten Regierungen im Reichstage zur Debatte stand, da konnte Bismarck zu ihrer Begründung nichts andres vorbringen als dies: Zur Wie dieser Typus eines Soldatenpeinigers mit seinen MannWehrsteuer hat das Gefühl Anlaß gegeben, welches sich des schaften in der Kaserne und auf den Ererzierpläßen umgesprungen Musketen tragenden Soldaten bemächtigt, wenn er einen seiner war, davon hier einige Proben. Bei einer Stiefelfontrolle vor Meinung nach auch diensttauglichen Nachbar zu Hause bleiben sieht." der Abendmahlsfeier hatte er seine Untergebenen„ Numpf Damals aber fand sich kein Mensch im ganzen Reichstage, der dieses vorwärts bengt" machen lassen, und dabei hatte er die Leute mit den hinter angebliche„ Gefühl des Musken tragenden Soldaten" zu würdigen ihnen stehenden Stiefeln auf das Gesäß gehauen. Ohrfeigen verstand, und die Vorlage wurde einstimmig abgelehnt. Zuvor und Schläge mit der Scheide des Seitengewehrs auf die Hände, daß hatte Herr v. Schorlemer- Alst, der gepriesene Centrums- die Finger blau wurden, war für die armen Kerle nichts führer, erklärt: Seltenes. Mit Vorliebe bediente er sich eines Besensticles, mit dem Dem Musketier Es handelt sich bei dieser Vorlage nicht um eine ausgleichende, er die Mannschaften in die Kniekehlen schlug. Dem Rekruten Kaufsondern um eine neue, direkte, recht drückende Einkommensteuer. mann, dem er den Befehl erteilt hatte, zwei Kameraden je eine Die Wehrsteuer würde namentlich die ländliche Bevölkerung schwer Dhrfeige zu geben, langte er eine Ohrfeige herunter, weil belasten... In vielen Fällen würde sie auch eine doppelte Be- Kaufmann, um seinen Kameraden nicht weh zu thun, lastung herbeiführen, namentlich für solche Eltern, welche schon die Dhrfeigen nicht korrekt" verabreicht hatte. mehrere Söhne in der Armee haben und außerdem noch für Böhme, dem er in das Gesicht gestoßen hatte, rief er, als dessen andre Wehrsteuer zahlen sollen. Ich muß nach wie vor in dem Rase blutete, die Worte zu: Du Schwein, ich werde Dir die Gesetze nur eine neue direkte Steuer erblicken, die die ärmeren socialdemokratlsche Gesinnung schon austreiben." Die„ umstürzlerische Klassen mehr bedrückt als die andren. Gesinnung" erblickte der Unteroffizier jedenfalls darin, daß die Nase rot" blutete. Damals stand das Centrum freilich erst in den ersten Anfängen der Regierungsfähigkeit, und man könnte sich nicht wundern, wenn Wird die„ Germania" auch diese Rede eines der Ihrigen ab es seither auch in diesem Punkte ausgelernt haben sollte. AndrerTengnen? seits wird man erst abwarten müssen, ob Herr Müller- Fulda wirklich Ernst macht. Unmittelbar vor den Wahlen zum Brotwucher und der schwindelhaften Witwenversicherung noch eine wirkliche und echte Krüppelbesteuerung zu setzen, das wäre doch ein verwünscht gescheiter Gedanke, den ein Menschenfreund auch einem Centrumsmanne nicht so ohne weiteres zutrauen darf. Deutfches Reich. Der Termin der Reichstagswahlen. Die Deutsche Tageszeitung" schreibt:„ Die Reichstagswahlen sollen, wie uns aus unanfechtbarer Quelle mitgeteilt wird, nicht, wie bisher verlautete, Mitte Juni, sondern schon in der ersten Juniwoche stattfinden." Gebaut wird er doch! Es giebt zweierlei Kanalprojekte in Preußen: das eine ist das jenige der Regierung, das in der Rhein- Elbe- Berbindung sein Hauptstück hat, aber zugleich den Osten bedenkt: das andre ist das Agrarier Projekt, das nur in Ostelbien Wasserstraßen bauen will. damit Der größte Teil der Zeugen, ettva 13 an der Zahl, wollte in der Gegenwart des Peinigers mit der Wahrheit absolut nicht heraus. Sie sagten, sie hätten Angst vor dem Angeklagten, der ihnen gelegentlich einmal die Worte zugerufen hatte:" Für Euch wäre es am rennte Euch das Seitengewehr durch den Leib, besten, man Ihr von der Kaserne teg fämt." Das Gericht ließ nunmehr während der Vernehmung eines jeden Zeugen den Angeklagten aus dem Verhandlungssaal führen. Der Verhandlungsführer freute sich nunmehr, daß die Vernehmung besser „ Klappte“.„ Warum geht es denn mun?" erklärte er den Zeugen. Wenn der Unteroffizier anwesend war, haperte es aber wieder mit den Aussagen. In großer Erregung erklärte der Verhandlungsleiter darauf wiederholt:„ Meine Geduld ist nun zu Ende, es sei ja kaum zu offiziers" machte einen höchst peinlichen Eindruck und in dieser glauben, was in den Zeugen vorgehe." Die Macht des UnterBerichtigung einer Berichtigung. Der Abg. Crüger hatte in der Sigung des Reichstags vom 14. Februar behauptet, die Angabe des Genossen Bebel in seiner letzten Etatrede, daß in der Weberei in Zillerthal im Riesengebirge Wochenlöhne von 2-7 M. gezahlt würden, sei unrichtig und wollte dieses durch eine betreffende Mitteilung berichtigen, wonach höhere Löhne gezahlt würden. Aus dem offiziellen stenographischen Bericht jener Sigung er- peinlichen Situation wurde dann schließlich noch, obwohl giebt sich, daß der Abg. Crüger eine Berichtigung der die Preßvertreter doch von dem Geschehenen unterrichtet waren, Erdmannsdorfer Aktiengesellschaft vortrug, über wegen Gefährdung der militärischen Disciplin die Oeffentlichkeit die Genosse Bebel überhaupt kein Wort gesagt hatte. Die Be- ausgefchloffen". Später wurde öffentlich der Beschluß verkündet, das richtigung des Abg. Crüger war also sinnlos. Gericht müsse die Sache in einer andern Zusammensetzung weiter verhandeln, da gegen den Angeklagten auch das Verbrechen der verleitung zum Meineid vorzuliegen scheine. Die preußische Regierung hat im Jahre 1901 erklärt: die ganze Vorlage oder gar nichts! Die Minister haben beteuert: Gebaut wird er doch! Aber die preußische Regierung hat in den Jahren 1902 und Eine nochmalige Erkundigung bei Parteigenossen in Zillerthal 1903 nicht gewagt, auf ihrer Vorlage zu bestehen. hat auch ergeben, daß die Angaben Bebels richtig sind, die auch Auch die Junker erflären: Gebaut wird er doch! Nämlich ihr bestätigt wurden durch eine Aeußerung eines liberalen AbKanal, nicht der Kanal der Regierung und des preußischen Königs, geordneten, die dieser unmittelbar nach jener Rede zu Bebel sondern der Junkerkanal. Und die Junker fordern dreist, da die machte:" Sie sprachen vorhin von den 2-7 Mark Wochenlohn, die Regierung ängstlich sich duct. die Zillerthaler Weberei zahle. Leider kann sie nicht mehr zahlen, Die Junter des preußischen Abgeordnetenhauses interpellieren ich bin einer der unglücklichen Aktionäre der Fabrik und habe seit die Regierung, wie es mit ihrem Junkerkanal steht. Ihre Forderung Jahren keinen Pfennig Dividende erhalten." Eine Ansicht, die lautet: natürlich die Hungerlöhne nicht rechtfertigt.. Wahlvorbereitungen. Für Kaffel- Melsungen hat der nationalliberale Abgeordnete Endemann eine neue Kandidatur abgelehnt. Die deutschsociale Reformpartei hat für diesen Wahlkreis den Amtsrichter Lattmann aufgestellt. D Kreuz- Zeitung" teilt mit, daß Professor Dr. Kropaisched| Streifbrecher. Wir gehen vorwärts und nicht zurüd, und eine ernste| mit den Worten begonnen haben soll: Diese Kanaille von für den Reichstags- Wahlkreis Zauch- Belzig nicht wieder kan Warnung gegen jede Herausforderung ist wohl am Playe, denn Dreyfus. Bisher habe er( Jaurès) geglaubt, dieser angebliche didieren wird. Die„ Kreuz- Zeitung" sagt nicht, ob ihr Chef wenn, was ich nicht wünsche, ein Funke in den aufgehäuften und stets Brief sei nur nebenbei in Frage gekommen; in Wahrheit sei dieser nur gerade in Zauch- Belzig nicht wieder kandidieren will oder ob er vermehrten Brandstoff geworfen werden sollte, dann wird der Ausbruch der hauptsächlichste Grund für die Verurteilung gewesen und überhaupt dem Reichstag entfliehen will. In Zauch- Belzig allerdings um so st är ter sein, je mehr man den Brandstoff aufrührt. Dann habe seit 1897 dazu gedient, die Nehabilitation des unschuldig Verdürfte ein nochmaliger konservativer Sieg schwer werden. fann geschehen, was beim vorigen Mal noch durch unsren Einfluß urteilten zu verhindern. Jaurès glaubt, daß die Debatten in der verhindert werden konnte: ein allgemeiner Streit im Kammer sofort nach Erledigung des Budgets einVerkehrswesen; nicht auf Befehl, sondern aus der inneren fegen werden; das würde also in den nächsten Tagen sein. Bewegung selbst heraus, aber dann wird auch unser Einfluß fallen und ein Unglück unvermeidlich sein." " Der venezolanische ,, Erfolg" der Belgien. wird von der Rhein.est f. 3tg." noch einmal gewürdigt. Zunächst giebt sie einem in Merito ansässigen Deutschen, der ein Kenner der venezolanischen Verhältnisse sei, das Wort. Dieser Kenner Ein Manifest gegen den Alkohol. Die socialistischen Deputierten schreibt über den„ Erfolg": Die holländische Zeitung, Telegraaf" bringt folgende un- der belgischen Kammer erlassen im„ Peuple" ein Manifest an ihre Wie schon heute ersichtlich, haben wir es fertig gebracht, glaublich klingende Mitteilung: Barteigenossen und die Steuerzahler des Landes. In demselben Venezuela ganz in die Arme unsrer gefähr„ Der deutsche Kaiser soll ein persönliches wird Bezug genommen auf das Alkoholgesetz. Die höhere Besteuerung lichsten Konkurrenten auf diesem Kontinent Schreiben an unsre Regierung gerichtet haben, worin er die des Alkohols sei ein durchaus ungeeignetes Mittel, dem Alkoholder Nordamerikaner zu treiben, die bis ganz vor Frage stellte, ob unsre Regierung dafür sorgen könne,.daß der mißbrauch zu begegnen. Die klerikale Regierung verfolge mit furzem noch die Bestgehaßten in V. waren, und jetzt mit Briefverkehr aus Deutschland ungehindert vor sich gehen kann, da der Wermsten das Staatsdeficit, das durch Besteuerung auch vielmehr den Zweck, auf Kosten die ruinösen Schmunzeln unsre Unbeliebheit gründlich ausnutzen werden. Was der Kaiser sonst selbst mit einem Zug kommen militärischen Rüstungen entstanden sei, zu beseitigen. Die ParteiEuropa auf diesem Kontinent durch solche würde". Auch wurde behauptet, daß der Kaiser den Post- genossen werden aufgefordert, sich selbst möglichst des AlkoholSchnier in der Weltpolitik verliert, ist kaum je wieder einzuholen, denn was hier der Amerikaner ein- dampfern, die unser Land mit der Briefpost anlaufen, eine genuises zu enthalten und eine umfassende Agitation gegen den mal besitzt, hält er fest! Aus solchen den nackten Thatsachen ent- Bemannung von Militärpersonen in Civil mit Alkoholgenuß zu entfalten, damit die Absichten der Regierung vereitelt werden. sprechenden Betrachtungen heraus, ist mir der ganze Frosch geben wolle, die so ausgerüstet sein sollten, daß sie auch Mäusetrieg sehr unsympathisch. Ob es nötig war, ihn handelnd" auftreten könnten." Das Alkoholgefeß ist, wie der„ Peuple" mitteilt, bereits vom ins Werk zu setzen, um den Umfang und die Festigkeit der MonroeKönig unterzeichnet und wird in den nächsten Tagen im„ Moniteur" Doktrin auf diesem Kontinent praktisch zu erproben, kann ich nicht veröffentlicht werden. In Utrecht fand dieser Tage eine von einem socialdemoPeuple" hierzu, daß Leopold II. Siesmal nicht so lange Mit berechtigter Bitterkeit bemerkt der beurteilen, jedenfalls ist die Monroe- Tendenz hier in kratischen Komitee veranstaltete Versammlung der Beit gebraucht habe, wie beim Gesetz gegen die Amerika aber durch dieses Unternehmen nicht geschwächt unter die Waffen gerufenen Mitizen statt, die worden, ganz im Gegenteil! Die dem Yankee in den Schoß außerordentlich zahlreich besucht war. Genosse Mendels schilderte geworfene Vermittlerrolle wird dessen Ansehen auf dem Kontinent den Kampf der Transportarbeiter und führte den Anwesenden vor nur erhöhen, ihn wirtschaftlich und handelspolitisch stärken, Augen, welche Rolle, wenn es nach dem Willen der Bourgeoisie Eine Reorganisation der Marine. Wie die Londoner Blätter und eine neue Staffel zur erfolgreichen Ver- ginge, das Militär dabei spielen sollte. Mit Begeisterung wurde berichten, werde die Admiralität demnächst eine Note veröffentlichen, drängung europäischer Handels- und Erwerbs eine bereits früher von Marinesoldaten und-Matrosen gefaßte in welcher der Plan einer völligen Reorganisation der englischen bestrebungen bilden. Wann werden wir in Berlin einmal Resolution angenommen, worin sich die Versammelten mit den Kriegsmarine dargelegt werde. Die Verteidigungsflotte soll von praktische Politik lernen?" Arbeitern solidarisch erklären. den Auslandsgeschivadern und von der Reserve- Flottille gänzlich getrennt werden, die Geschwaderkommandanten werden von einander Marokko. völlig unabhängig sein. Amerika. Redaktionell bemerkt die„ Rhein.- Westf. 3tg." im Anschluß daran: V " * Spielhöllent. England. 3m Reichstage wird man es auf seiten der nationalen Parteien wohl in alter nationaler Gleichgültigkeit wieder den Social- Der Korrespondent des Imparcial" in Tanger erhielt aus Fez Zur Wahlentrechtung der schwarzhäutigen Staatsbürger. Eine demokraten überlassen, die handgreiflichen Schwächen einen vom 15. d. M. datierten Brief, nach welchem die dem Sultan Massenversammlung von Negern hat gestern abend hier stattgefunden, dieses ohne gründliche Ueberlegung unternommenen und schließlich ergebenen Truppen am 11., 12. und 13. Februar einen Kampf in welcher 100 000 Neger- Wähler des Staates New York vertreten in eine Sadgasse festgefahrenen Unternehmens zu kennzeichnen. zu bestehen hatten gegen einen Nachbarstamm der Hiaines, waren und in der Resolutionen gefaßt wurden, durch die dagegen Erst großortig als Vollzieher des Gerichts anzurücken und dann ohne dabei jedoch mit dem Gros der Streitkräfte des Prätendenten Protest erhoben wurde, daß den Negern im Süden das Wahlrecht plöglich unter tausend gewundenen Verbengungen zusammenzustoßen. Wo letterer sich gegenwärtig aufhalte, wife vor den Nordamerikanern von ihnen sich zur Thür hinaus- man nicht genau. Der Verlust der Truppen des Sultans sei betomplimentieren zu lassen, ist ein klägliches Bild deutend, der der Aufständischen noch größer. von der Voraussicht der Weltpolitik treibenden Diplomatie des großen Deutschen Neiches. Was wir mit allen Mitteln ver hindern mußten, geschieht: hinter der nunt schlossenen Thür drücken sich die bisherigen Feinde, der venezolanische lebelthäter und der schlaue Yankee, die Hand. Für ein paar Millionen, die wir erhielten, haben wir unsre schlimmsten Konkurrenten in Venezuela danernd in den Sattel gehoben." Ausland. Militarismus und innerer Feind. ge= = entzogen werden solle; auch wurde beschlossen, die gesetzliche Gültigkeit der neuen Konstitution von Virginien zu bekämpfen, durch die den Negern das Wahlrecht entzogen wird. Ferner wird in den erwähnten Refolutionen die Bestätigung der durch den Präsidenten Roosevelt vorgenommenen Ernennung des Dr. Crumm zum Steuer Einnehmeer in Charleston gefordert, über die der Handelsausschuß des Senates ungünstig berichtet hatte. Aus Induftrie und Handel. Der Fall Erner". Der Pariser Korrespondent des" Standard" erfährt, dem Minister Delcassé liege sehr viel daran, ein end gültiges Abkommen mit England über die Zukunft Marokkos zu treffen. Delcassé sei bereit, aus der französischen Wirkungssphäre einen Strich längs der Küste zwischen Tanger und Ceuta auszuschließen, dessen Verwaltung eventuell Spanien anvertraut werden könne und in dem die Errichtung von Befestigungen verboten sein solle. Frankreich würde dann in dem übrigen Teile Marrokkos, dessen schließlichen Besiz Delcassé als vitale Notwendig Leipzig, den 20. Februar 1903. feit im Intereffe der Sicherheit und der Homogenität des französischen Neiches in Nord- Afrika betrachte, freie Hand haben. Der" Standard" nachmittag begonnene Verlesung der zwischen Schmidt( von der Die heutige Verhandlung brachte nichts Neues. Die gestern bemerkt in einem Artikel zu dieser Meldung, daß sein Korrespondent Treber- Gesellschaft) und Erner geführten Sorrespondenz wird zu auch in der Lage sei zu erklären, daß Delcassé Lansdowne diese Pläne bereits unterbreitet habe. Oestreich- Ungarn. Schweiz. Stimmzwang. nächſt fortgesetzt. Erner schrieb im Jahre 1896 an Schmidt, die " Frankfurter Zeitung" habe recht, wenn sie es tadele, daß Schmidt buchmäßige Gewinne anstatt sie dem Reservefonds gutzuschreiben, als Dividende verteilen wolle. Erner bemerkt hierzu: Dieser Brief hatte den Erfolg, daß Schmidt demgemäß gehandelt, d. h. fortab diese Gewinne dem Reservefonds gutgeschrieben hat. A Die militärischen Maßnahmen, die die holländische Regierung anläßlich des Eisenbahnerstreits für notwendig er achtete, werden noch immer aufrechterhalten, ja, jogar noch verstärkt, trotzdem der Betrieb der Eisenbahnen in keiner Weise gestört wird. Nach einer Mitteilung des Nieuwen Rotterdamer Courant" sollen die in der vorigen Woche einberufenen Mann- Das Abgeordnetenhaus nahm nach langer Debatte das Gesetz, schaften, ca. 15 000 Mann, auf sechs Wochen im Dienst bleiben. betreffend die Erhöhung des Rekrutenkontingents mit 217 gegen Selbstverständlich bringt diese Einberufung auch wirtschaftliche 108 Stimmen in zweiter Lesung an und lehnte den Antrag Schu Stapital von 5 Millionen Mark zweds lebernahme verschiedener Alsdann kommt zur Sprache, daß ein Trustkonsortium mit einem Nachteile mit sich, namentlich für die verheirateten maier( Soc.) auf Beibehaltung des Rekrutenkontingents in gegen Tochteraktien gegründet worden sei. Die Leipziger Bank habe aber Leute, deren Familien teils bitter darunter leiden. Bereits haben wärtiger Höhe mit 213 gegen 109 Stimmen ab. verschiedene Versammlungen von Milizen und Alt- Nach längerer Debatte wird auch die dritte Lesung der Wehr- Mark übernehmen müssen, und zwar 97 Proz. die Leipziger Bank, schließlich allein die Tochterwerte gegen Zahlung von 3 Millionen Milizen stattgefunden, wo gegen diese Maßnahmen provorlage mit großer Majorität angenommen. Die Sigung wird ferner je 1 Pro3. Erner, Sachsenröder und Dodel. testiert und sie für völlig unnötig erklärt wurden. Der hierauf um 21 Uhr nachts geschlossen. Die nächste Sizung findet am 2 Millionen feien in der Schwebe geblieben. Die weiterent Regierung genügen aber offenbar die getroffenen Maßregeln noch 27. d. M. statt. Sachverständiger Bankier PI aut Stassel bezeichnet die Uebernicht, denn jetzt sind auch noch die Mannschaften des Aufgebots von 1902, die mit beschränktem Urlaub entlassen waren und zu den nahme dieser Tochterwerte al pari als um so leichtfertiger, als bereits im April 1897 die bosnische Tochterunternehmung, die beste von Regimentern der Festungsartillerie, dem Corps der PanzerfortArtillerie, der Pontoniers, der Torpedisten und zu den Compagnien Basel, 18. Februar.( Eig. Ber.) An dem Stimmzivang ist allen, vor dem Konkurs stand. Es konnten schon damals die Ar= der Hospital- Soldaten gehören, unter die Waffen gerufen in Basel schon der Proporz gescheitert, weil die Radikalen den letzteren beitslöhne in Bosnien nicht bezahlt werden, so daß der bosnische worden. ohne den ersteren nicht wollten und sie sich vom Stimmzwang be- Regierungskommissar an Schmidt schrieb:„ Ich mache den Schwindel Wie wir vernehmen", schreibt, het Volf", geht in Offiziers- fondere parteipolitische Vorteile versprechen. Etwas Neues ist der nicht mehr mit; wenn Sie nicht sofort eine Million Gulden herschicken, Schmidt sandte darauf sofort eine Million freisen das Gerücht, daß die Einberufung der Aufgebote mehr Stimmztvang in der Schweiz nicht, er besteht bereits in verschiedenen melde ich Konkurs an." einer Mobilisierung als einer Maßregel zur Aufrecht- Santonen, und zwar zum Teil mit Straffolgen für die Nicht- Gulden nach Bosnien, um den Konkurs abzuwenden. Das Geld erhaltung der Ordmung gleicht. Die Mannschaften werden unter stimmenden. In diesen Kantonen beträgt die durchschnittliche Be- hatte er selbstverständlich von der Leipziger Bank. Im weiteren Verlauf des Prozesses tommt zur Sprache, daß anderm mit Verpflegungsmitteln versehen und vor allem wird Amster- teiligung der Stimmberechtigten an den Wahlen und Abstimmungen dam mit seinen Forts besetzt. Das eine und andre wird in Verbindung 73 Proz., in jenen Kantonen mit Stimmgwang ohne Straf das Berliner Bankenkonsortium unter Führung Jakob Landaus eine Sachverständiger gebracht mit einer Note, die vom deutschen Gesandten mit Rücksicht androhungen 57 Proz. und in den Kantonen mit der völligen Freiheit Provision von 800 000 Mart verlangt habe. Die Erfahrungen sind also Sommerzienrat Sießkind bemert auf Befragen des Staatsauf die Störung des internationalen Verkehrs der Stimmbeteiligung nur 52 Proz. überreicht worden sein soll. Für die Richtigkeit des dem Stimmzivang mit Straffolgen günstig. In Basel haben nun anivalts Kunz, er sei der Meinung, Jakob Landau habe eine Prohier Mitgeteilten, das wir wiedergeben, wie es uns berichtet wurde, 1674 stimmberechtigte Bürger dem Großen Rat ein Initiativ- Be- vision von 800 000 Mark gefordert, weil er das Geschäft nicht habe tönnen wir natürlich nicht einstehen." Die Meinung, daß von gehren um Einführung des Stimmzivanges eingereicht und es wurde machen wollen. Diese hohe Provisionsforderung hätte aber die VerZum mindesten deutscher Seite eine Beeinflussung stattgefunden hat, scheint auch dasselbe nach lebhaften Debatten erheblich erklärt und der Regierung waltung der Leipziger Bank stuzzig machen müssen. folgender Stelle aus dem Middelburger Courant" zu zur Prüfung überwiesen. Dafür erklärten sich die Socialdemokraten hätte sie die Treber- Gesellschaft nicht mehr moralisch unterstützen Grunde zu liegen. Dem Blatt wird aus Haag geschrieben:„ Man und die Freifinnigen, dagegen die Konservativen, die von dem Banfier PI aut Kassel ist der Meinung, daß Jakob Landau schreibt die Machtentfaltung der Regierung nicht so sehr der Furcht, Stimmzwang ohne den Proporz nichts wissen wollen. Die SocialAndernfalls hätte daß wiederum ein großer Streit kommt, zu, als vielmehr gewissen demokraten betrachten den Stimmzwang als den Bahnbrecher für den die Emission habe ernstlich übernehmen wollen. Es lebe er das Anerbieten ja bloß ablehnen dürfen. Verteidiger RechtsWinken, von jenseits der Grenzen empfangen, wo man nicht ohne Proporz und darum schreibt der Basler Vorwärts": anivalt Druder bemerkt, Jakob Landau habe sich selbst um UeberBeunruhigung die jüngsten Vorgänge beobachtet hat und dergleichen der Stimmzwangl Es Tebe der Proporzl" nahme der Emission beworben. In einem Briefe mache Erner Schmidt schlechte Vorbilder" nicht gern sich wiederholen sieht. Vorhaltungen darüber, daß er ohne Wissen der Verwaltung der Wie verlautet, ist es mehr als wahrscheinlich, daß ein specielles Leipziger Bank eine Million Gulden an die bosnische Regierung geGesetz zur Regelung der Arbeit bei den Eisenbahnen angekündigt fandt habe. Dadurch habe das Vertrauen der Bank einen heftigen .verden wird." Stoß erlitten. D dürfen. Auf Befragen bemerkt Eyner, zunächst sei er vom Aufsichtsrat der Trebergesellschaft als Mitglied desselben abgelehnt worden. Später habe er die Wahl als Aufsichtsratsmitglied der Trebergesellschaft auf ausdrücklichen Wunsch des Aufsichtsrates der Leipziger Bank abgelehnt, da sein Aufsichtsrat von dieser Doppelstellung eine Ein demokratischer Fortschritt. Zürich, 17. Februar.( Eig. Ber.) Der Kanton Aargau, der in den vierziger Jahren und später an der Spiße der FreiheitsIn einer Ansprache, die der Kolonel Garnisons bewegung gestanden, ist seit Jahren unter dem ausschließlichen ommandant in Amersfoors an die unter die Waffen ge- Regiment der herrschsüchtigen radikalen Geldsackspolitiker ein polirufenen Aufgebote hielt, jagte er:„ Wir stehen am Vorabend einer tischer Sumpf, aus dem selten etwas Rechtes berichtet wird. Endlich mühevollen Aufgabe. Wie Ihr wißt, ist durch einen Haufen un foll es wieder einen demokratischen Fortschritt geben, den die weitesten williger und aufrührerischer Schreier das ganze Land in Aufregung Boltstreise seit Jahren anstreben und zu dessen Erreichung ein Ini gebracht. Es hat ein Zustand geherrscht, ärger als Anarchie. tiativbegehren mit den erforderlichen Unterschriften den kantonalen Interessenfollision befürchtet habe. Die Verhandlung wurde auf Damit muß die Regierung ein Ende machen. Ihr seid aufgerufen, Behörden eingereicht wurde. Es handelt sich dabei um die Bolts- Sonnabend, 9 Uhr vormittags, vertagt. tvenn nötig die Ordnung zu schützen und wiederherzustellen. Ich wahl der Regierung und der beiden Vertreter Die Berliner Handelskammer hat soeben ihren ersten Jahreshoffe, daß es nicht nötig sein wird. Sollte es aber nötig sein, dann des Kantons im Ständerat, die nummehr fast in allen rechne ich darauf, daß Ihr alle Eure Pflicht thut, daß Ihr, wenn Schweizerkantonen besteht. Der Große Rat( Landtag) des Kantons bericht erscheinen lassen. Da die Handelskammer erst seit April Heuer kommandiert wird, nicht darüber hinweg, sondern treffend Aargau hat nun mit 99 gegen 38 Stimmen beschlossen, dem Volfe vorigen Jahres besteht, ist der Bericht über ihre Wirksamkeit ziem= schießt." Es fehlt offenbar nicht an Scharfmachern unter den ohne weiteres das Initiativbegehren zur Abstimmung zu unter- lich knapp gehalten. Auch die Uebersicht über das Wirtschaftsjahr höheren Militärs. breiten. Die Minderheit der 38 wollte zuerst die Ausarbeitung einer 1902 ist etwas mager ausgefallen. Die wichtigsten wirtschaftlichen Außer durch diese militärischen Maßnahmen sucht man auch durch Vorlage durch den Großen Rat und die Volksabstimmung darüber Erscheinungen des Jahres werden nur oberflächlich geschildert; auf mehr oder minder gewaltsame Ausbreitung des Ordnungsverbandes vor derjenigen über das Initiativbegehren. Offenbar sind sie von ihre Ursachen und ihre Bedeutung für die nationale Gesamtwirtschaft von Eisenbahnpersonal einem neuen Streit vorzubeugen. Dudegeest jener Sorte Politiker, die immer etwas andres wollen, als gerade wird nicht eingegangen. Dagegen sind die Berichte über die Lage und Petter, die Vertrauensmänner der Föderation der Eisenbahner, zur Beratung steht, um so durch Verschleierung ihrer reaktionären der einzelnen industriellen Branchen und des Handels mit deren teilen in Het Volk" mit, daß sie fortwährend aus dem Personal Gesinnung immer und überall jeden Fortschritt zu erschweren oder Erzeugnissen vielfach recht ausführlich und instruktiv. Auf einzelne der beiden Eisenbahngesellschaften Briefe und mündliche Berichte zu verunmöglichen. An der Annahme des Initiativbegehrens in der dieser Darlegungen, die auch für den Arbeiter manches Interesse haben, werden wir noch zurückommen. darüber erhalten, daß die Werber für die neuen„ Ordnungsverbände" Volksabstimmung ist wohl nicht zu zweifeln. sich nicht scheuen, einen Druck auf die Angestellten aus zuüben, um sie zum Austritt aus der alten Organisation und Frankreich. Er werde teine Millionen- Unterschlagung des Bankiers Burghalter. Das bereits mitgeteilte Gerücht, daß der Bankier Burghalter in Potsdam sich zum Beitritt zu ihrer Organisation zu bewegen. Auf verschiedenen Zur Dreyfus- Affaire. Als Grund der Wiederaufnahme des wegen zerrütteter Vermögensverhältnisse und begangener VerunStationen läßt man das Personal Schriftstücke unterzeichnen, worin Kampfes gab Jaurès gegenüber dem Redakteur des Brüsseler treuungen erhängt habe, findet Bestätigung. Die" Potsd. Korresp." fie erklären, entrüstet 3u sein über den leßten Peuple" die beleidigenden und lügnerischen Angriffe der Nationalisten weiß darüber zu melden: Streit und geloben nie mehr streifen zu wollen. Es wird also gegen die republikanischen Parteien an; diese müßten endgültig zum Ganz gewaltige Veruntreuungen von Depotgeldern usw. hat hier bei der Erpressung von Unterschriften nach bekanntem Schweigen gebracht werden. nenen der am Montag durch Selbstmord aus dem Leben geschiedene beibringen; wer deutschen Muster vorgegangen. Petter, der Vorsitzende der Dokumente Ea fenfationelle EntG5jährige Bankier Friedrich Burghalter in Potsdam begangen. Föderation der Eisenbahner, veröffentlicht in„ Het Volk" einen als hüllungen erwarte, werde enttäuscht sein. Er werde herrscht am Orte über die Affaire die denkbar größte Aufregung, Ein warnendes Wort" bezeichneten Artikel, worin er auf die Zweck- lediglich durch die Zusammenstellung der Thatsachen und da viele Personen, namentlich aus Adelskreisen, in erster Reihe aber losigkeit dieser Bestrebungen hinweiſt:" Ich kann der Deffentlichkeit Daten den umumstößlichen Beweis führen, daß die Nationalisten und der die bisher gut fundierte Potsdamer Kreditbank, Aktiengesellschaft, allen, die daran interessiert sind, erklären," schreibt Generalstab seit 1897 in der Dreyfus- Affaire eine monströse verbrecherische bei dem Zusammenbruch des Burghalterschen Bauthauses in Mit„ daß unsre Organisation noch unangetastet feststeht: Legende gewoben haben, die den Prozeß in Rennes und das ganze leidenschaft gezogen wurden. Nachdem eine in der Eile vorgenommene Kraft ist, nach dem legten Streif und während politische Leben beeinflußt habe. Der Mittelpunkt dieser Legende sei Revision der Geschäftsbücher und Depots ergeben hatte, daß sich der Propaganda für die Organisationen, die den Zweck haben, unsre der Brief des deutschen Kaisers, bekannt unter dem Namen Burghalter in der gewissenlosesten Weise an fremden Geldern verKräfte zu vermindern, mehr als verdoppelt. Noch ist unsre Sendschreiben". Dieses Sendschreiben ist das famose Borderau, griffen hatte, wurde am Donnerstag das seit ca. 40 Jahren bestehende Organisation gesichert gegen jeden Sturmlauf, auch gegen den der das anaeblich die Randglosse Wilhelm II. enthielt, welche bekanntlich Bankgeschäft geschlossen und der Konkurs angemeldet, der am Freitag und er, ihre vom Amtsgericht publiziert sein dürfte. Erst nachdem das Geschäft geschlossen war, stellten sich die Kunden des verstorbenen Bantiers ein, um nach ihren Depots zu fragen, mußten aber mit wenig tröst lichen Aussichten wieder fortgehen. Mit der Potsdamer Kreditbant stand Burghalter in ständigem Lombardverkehr; er war Aufsichtsrats- Mitglied bei derselben. Man brachte ihm, der allgemein für einen Millionär galt, dort unbegrenztes Vertrauen entgegen und händigte ihm vielfach ohne genügende Eicherheit Effekten aus. Die Bestürzung über das tragische Ende des Bankiers ist deshalb bei diesem Bankinstitut ein große, zumal man noch nicht genau weiß, wie hoch sich die Summe beläuft, um die Burghalter die Kreditbank geschädigt hat; man ist aber auf recht große Verluste gefaßt. Burg halter hatte u. a. das 200 000 M. betragende Vermögen des entmündigten und in einer Jrrenanstalt untergebrachten Ziegeleibejizers Wilhelm Frize aus Werder a. H. zu verwalten. Dies Geld ist ebenfalls von ihm veruntreut worden. Wie hoch die Fehlsumme in dem Burghalterschen Bantgeschäft ist, steht noch nicht fest, man spricht von 3 Millionen Mark. Wo Burghalter dieses Geld gelassen hat, iveiß man noch nicht und glaubt, daß er heimlich spekulierte, um den durch den Sandenkrach erlittenen großen Verlust wieder auszuwezen. Den Sandenschen Banten stand Burghalter besonders nahe, da er gegen hohe Provision deren Papiere unterbrachte. Unbegreiflich erscheint es, daß der Prokurist Gladow nichts von dem Stand der Burghalterschen Verhältnisse gemerkt haben sollte. Daß der Verstorbene in der letzten Zeit häufig in eigentümlicher Verfassung geschen wurde, wird auf den überaus starken Genuß von Rotwein zurückgeführt. Nach den Affairen Sanden, Heyde( Nationalbank) und Burghalter ist in Potsdam das Vertrauen zu Bankiers und Banten recht erheblich erschüttert worden. Der deutsche Export. Von agrarischer Seite wird mit Vorliebe auf die angeblich geringe Bedeutung des deutschen Exports hingewiesen. Unlängst ist sogar die Behauptung aufgestellt worden, der Export nähme mit der Zeit relativ, d. h. im Verhältnis zur Bevölkerung ab. Demgegenüber berechnet Dr. Borgius in der soeben erschienenen Februar- Nummer der Deutschen Wirtschaftspolitik", daß von dem Werte der gesamten deutschen Ausfuhr auf den Kopf der Bevölkerung entfielen: 1888 70 Mart 1895 65 Mark · 1889 67 1896 71 " " 1890 69 1897 71 " " 1891 67 1898 74 " " 1892 63 • 〃 1893 64 1899 1900 79 " 85 1894 59,5 " " ሀ Inzwischen ist thatsächlich durch das Phos| liches Staatsministerium den Herren Bundesratsbevollmächtigten phor- Verbot die schreckliche Nefrose ausgerottet dahin Anweisung erteilen möge, im Bundesrat des Deutschen Reiches worden. Ein im Jahre 1901 noch vorgekommener Erkrankungs- zu beantragen, an das faiserliche Reichskanzleramt( Reichsamt des fall hatte nach ärztlicher Feststellung seinen Ursprung in der Endzeit Innern) das dringende Ersuchen zu richten, den nebst einer Samm der Phosphorzündhölzchen- Fabrikation. Die im übrigen bereits in lung von Gerichtsurteilen über Unsauberkeiten der Bäckereien in den der kurzen Zeit der Wirksamkeit des Gesetzes festgestellten ver- verschiedensten Städten Deutschlands in der Anlage befindlichen, schiedenen Uebertretungen wurden entsprechend geahndet. Bublifum weint gewiß niemand den gesundheitsschädlichen Phosphor- 1900 ausgearbeiteten Entwurf einer Berordnung über die EinVom vom Ministerium des Junern des Königreichs Preußen im Jahre zündhölzchen eine Thräne nach. richtung und den Betrieb von Bäckereien und Konditoreien in allertürzester Frist für sämtliche Bäckereien des Deutschen Reiches Gefegestraft erlangen zu lassen. Februar- Nummer der„ Labour Gazette" bekannt, daß von jekt ab Aenderungen in der Berichterstattung über den englischen Arbeitsmarkt. Das Arbeitsamt macht in der soeben erschienenen die Berichterstattung über den Arbeitsmarkt eine veränderte sein werde. Bisher wurde eine allgemeine Uebersicht über den Arbeitsmarkt gegeben, der auf allen zugegangenen Informationen basierte; sodann folgten Artikel über einzelne Gewerbe und in dritter Linie die Berichte in geographischer Teilung. In Zukunft sollen die Berichte derart verschmolzen werden, daß sich an den Bericht über die einzelnen Gewerbe sofort die Berichte aus den verschiedenen Teilen des Landes über das gleiche Gewerbe hier anschließen, so daß die einzelnen Interessenten alles in einem Artikel vereinigt finden. die Entschädigungsfrage der Fabrikanten von Zündhölzern Die Phosphorzündholz- Kommission beriet am Freitagvormittag heit gegen je be Entschädigung aus, da, wie Gen. Wurm darlegte, mit Weißphosphor. In mehrstündiger Debatte sprach sich die Mehr dann jede Socialreform, jede Einschränkung der Unternehmerwillkür mit einer Entschädigung aufgekauft werden müßte. Warum spreche man nicht davon, daß die durch die bisherige Fabrikation so schwer frank und elend gemachten Arbeiter eine Entschädigung dafür er halten, daß der Staat sie so spät in Schutz nimmt. Erhalten sie doch nicht einmal eine Unfallrente, wenn sie an Phosphorvergiftung erfranken, sondern nur Krankengeld auf 13, höchstens 26 Wochen. Die Erörterung aller andren Fragen wurde vertagt, bis die Kommission die Staffeler Fabrik besichtigt hat, was wahrscheinlich Sonnabend, den 27. Februar der Fall sein wird. Bis zu Nückkehr von dieser Reise werden die Sizungen der Kommission ausfallen. Der Vorsitzende Dr. Dertel teilte noch mit, daß ein Fabrikant ihm versichert hat, die im gestrigen Bericht erwähnte Mühle sei thatsächlich von der Art, wie sie in den Zündholzfabriken Socialpolitik und Handlungsgehilfinnen. Ueber dieses Thema gewöhnliche Farbenmischmühlen üblich ist, gebe es nicht. Das ließe einer hauptsächlich von Frauen besuchten Versammlung von Handelsverwendet werden; eine andre Konstruktion als diese, die für sprach am Donnerstag in den Arminhallen Genosse Kalisti vor boch auf recht primitive Einrichtungen schließen, die feineswegs den angestellten. Das socialpolitische Verständnis der Regierung, so Ansprüchen genügen würden, die auch auf Grund der bestehenden führte der Redner aus, dofumentiere fich recht drastisch in zivei neuen Sonderbestimmungen für Fabrikation von Weißphosphorzündern zu Gesezesvorlagen, dem Entwurf betreffend die kaufmännischen schaffen sind. Ueberhaupt ist zu erwarten, dat wenn etwa Schiedsgerichte und der Novelle zum Kranken- Vers das Verbot der Fabritation von Weißphosphor- sicherungs- Gesez. In beiden Fällen werden den Handzindern nicht zu stande kommen sollte, eine nicht lungsgehilfinnen zwar Pflichten aufgebürdet, aber keinerlei Rechte unwesentliche Verschärfung der bestehenden Schutzvorrichtungen eintritt. eingeräumt. So soll den Frauen zu den Schiedsgerichten kein WahlDie Kaufmannsgerichte vor dem Ausschuß des Berliner Gewerbegerichts. In zwei Sigungen nahm der Ausschuß des Berliner Gewerbegerichts Stellung zu dem vorliegenden Gefeßentwurf über die Errichtung von Kaufmannsgerichten. Zu Anträgen an die Regierung gang des Gewerbegerichts von Einfluß sind. Es wurde gegen eine twurden nur diejenigen Forderungen verdichtet, die auf den GeschäftsStimme eines Arbeitgeber- Beisitzenden beantragt: Die Regierung möge eine Bestimmung einfügen, die nach einem Beschlusse des Kaufmannsgerichts über seine Nichtzuständigkeit es ermögliche, die Prozeßsache dem nun zuständigen Gerichte( Gewerbegericht oder ordentliches Gericht) zu überweisen. Ferner: Oestreichische Kreditanstalt in Wien. Der Verwaltungsrat hat beschlossen, der Generalversammlung vorzuschlagen, für das Jahr 1902 eine Dividende von 28 Kronen per Attie(= 83/ 4 Broz. wie im Vorjahr) zur Verteilung zu bringen, 600 000 kr. in den außerordentlichen Refervefonds zu hinterlegen und den Rest des Gewinnes im Betrage von etwa 173 000 kr. auf das Gewinn- und Verlustconto des laufenden Jahres zu übertragen. Eingerechnet mit in in das Jahreserträgnis ist der Gewinn an der Option der 125 Millionen Kronen östreichischer Kronenrente, im Betrage von 470 000 Kronen, Ausschüssen beider Gerichte einen gemeinsamen Ausschuß zu bilden, Für gemeinsame Fragen des Handels und Gewerbes aus den ferner die Konverfion der Galizischen Karl Ludwigsbahn- Prioritäten. bei dem die Parität gewahrt sein foll. In dem dritten Antrag Nicht mit zur Abrechnung gelangt ist dagegen der Nutzen aus der wird ersucht, die Bestimmungen der§§ 62-73 des Gewerbegerichtsungarischen Konversion der 4/ prozentigen Anleihe, der insgesamt Gesetzes betreffend die Errichtung von Einigungsämtern in das Gesetz 14 Millionen beträgt, wovon 2,1 Millionen auf die Kreditanstalt über Kaufmannsgerichte zu übertragen. entfallen. Ferner sind nicht verrechnet die Börsenbau- Anleihe und diverse ältere Geschäfte. Der Bruttogetvinn beträgt 16 976 436 Kr., davon erfordern die Ausgaben 7 055 744 Kr., so daß ein Reingewinn von 9 920 622,48 r. verbleibt, ca. 33 000 Stronen mehr als im Vorjahre. Die Einnahme an Zinsen weist einen Ausfall von mehr als eine Million Kronen auf, dagegen hat im Vergleich zum Vorjahre der Gewinn aus Effekten und Beteiligungen um beinahe ½ million zugenommen, ebenso der Gewinn aus„ Mieten und Diverse". Effener Bergwerksverein König Wilhelm. Nach dem Geschäftsbericht stellt sich der Bruttogetvinu( mit 34 904 M. Vortrag) auf 8 350 528 M. Nach Abzug der Löhne, Unkosten, Abschreibungen, Steuern usw. bleibt ein Reingewinn von 1561 854 M.( im Vorjahre 1789 473 M.). Borgeschlagen werden als Dividende auf die Stammattien 12 Proz.( im Vorjahre 15 Proz.), auf die Vorzugsattien 17 Pro3.( 20 Proz.). Als Vortrag auf new Rechnung bleiben 34 797 M. Sociales. Das Phosphorverbot in der Schweiz. In der sehr eingehenden Debatte wurde weiter Uebereinstimmung in folgenden Fragen erzielt: teit auf Sie weiblichen Angestellten, Erhöhung Ausdehnung des Wahlrechts und der Wählbarder Berufungssumme auf mindestens 300 M. Angestellten bis zu einem Jahreseinkommen von 5000 W. Erweiterung der Zuständigkeit des Kaufmannsgerichts für alle Ausschluß der privaten Schiedsgerichte durch das Gesetz. Buständigkeit des Gerichts bei Streitigkeiten aus der Konkurrenz Interstellung der Privatbeamten unter die Kaufmannsgerichte. Erhöhung der Verfäumnisfrist auf 8 Tage, der Berufungsfrist auf 3 Wochen. Mitglieder des Ausschusses bestimmt gegen: Gegenüber den Bestrebungen der Rechtsanwaltschaft erklärten sich die Angliederung der Kaufmannsgerichte an die Amtsgerichte gegen die Zulassung von Rechtsanwalten. flaufel. die und Verwahrlofte Armenhäusler. Verfammlungen. recht gewährt werden, noch viel weniger ist ihre Mitwirkung als Beisiger in Aussicht genommen. Dieselben fadenscheinigen Gründe, die noch stets für die Entrechtung der Frau im öffentlichen Leben geltend gemacht wurden, sind auch bei diesem Gesezentwurf der Regierung maßgebend gewesen. Jeder Kaufmanu, der auch nur eine Angestellte beschäftigt, hat das Wahlrecht und kann als Beifiker fungieren, die 225 000 Handlungsgehilfinnen dagegen kommen verhält es sich bei der neuen Krankenversicherungs- Novelle, nur mit lediglich als„ Objekt dieser Gesetzgebung" in Betracht. Ganz ähnlich Rechte, an der Wahl und Kassenverwaltung teilzunehmen, auch noch dem Unterschiede, daß den Frauen die bis dahin gewährleisteten genommen sind. Gegen eine derartige Gesetzgebung müsse entschieden Protest erhoben werden, denn sie bedeute ein offenbares Unrecht gegenüber den Arbeiterinnen. An der lebhaften Diskussion be Angestellter in den Krankenkassen billigten, sich aber in recht konfuser teiligten sich u. a. auch einige Mitglieder des Deutsch- nationalen Handlungsgehilfen- Verbandes", die wohl die Mitwirkung weiblicher Weise gegen deren Zulassung als Beijißer der Kaufmannsgerichte erklärten. Selbstverständlich wurde ihnen auf ihre rückständigen Aeußerungen die gebührende Antwort erteilt. Besonderen Beifall fand eine Handlungsgehilfin, durch deren Ausführungen die Behauptungen der Gegner, die weiblichen Angestellten seien zum Beifizeramte nicht befähigt, geradezu glänzend widerlegt wurden. genommen: Gegen wenige Stimmen wurde denn auch folgende Resolution anDie Versammlung erhebt Einspruch gegen die vorgesehene Bestimmung in dem Regierungs- Entwurf über Staufmanns- Gerichte, wonach die weiblichen Angestellten von dem Wahlrecht und der Wählbarkeit zu diesem Gericht ausgeschlossen werden sollen. Sie erblickt hierin eine schwere Schädigung der Interessen der weiblichen Angestellten, die gleich ihren männlichen Kollegen ihre Pflichten der Brinzipalität und dem Staate gegenüber erfüllen müssen, und dennoch zur Rechtlosigkeit verurteilt werden. Ferner legt die Ver= sammlung Protest ein gegen die beabsichtigte Wahlentrechtung der weiblichen Angestellten durch die Novelle zum KrankenversicherungsGesetz. Die Thatsachen haben gelehrt, daß gerade die Teilnahme der Frauen an den Wahlen und Verwaltungen der Krankenkassen den wohlthätigsten Einfluß ausgeübt haben. Die Gerechtigkeit und das Gesamtinteresse aller Angestellten unsres Berufes erheischen dringend die Teilnahme der Frauen an allen Verwaltungen und Körperschaften. Wir erwarten daher von dem hohen Bundesrat und Die ländliche Armenpflege in Bayern liegt noch sehr im Argen. Reichstag, daß 1. die Bestimmungen über das Wahlrecht und die WählDie Fürsorge für die Armen, die sich nicht mehr durch ihrer Hände barkeit zu den Kaufmanns- Gerichten gleichmäßig und ohne UnterIm Hinblick auf die dem Reichstage vom Bundesrat gemachte Ge- Arbeit ernähren können, liegt ganz in den Händen der Gemeinden, schied des Geschlechts getroffen werden, 2. der durch die vorliegende sebesvorlage betreffend das Verbot der Verwendung von giftigem und die christlichen Bauern betrachten solche Pfleglinge als eine Novelle zum Krankenversicherungs- Gesetz beabsichtigten Entrechtung Phosphor zur Zündhölzchenfabrikation dürfte es für die Leser des Last, die man am besten sich baldmöglichst wieder vom Halfe schafft. der weiblichen Angestellten ihre Zustimmung verweigern wird. Von " Borwärts" von einigem Interesse sein, etwas über die Ausführung ist jemand arbeitsunfähig und obdachlos geworden, so wird er im den männlichen Angestellten erwartet die Versammlung, daß sie eindieses Verbots in der Schweiz zu erfahren. Gemeinde- oder" Hirtenhause" untergebracht ein Ort, der von den gedenk der Solidarität der Interessen mit aller Straft in diesem Sinne In der Schweiz hatte man sich angesichts der Erfolglosigkeit Armen mehr gefürchtet wird als die Hölle. Dem Hirtenhäusler" thätig sein werden. In der Schweiz hatte man sich angesichts der Erfolglosigkeit haftet das Brandmal der Schande an und er muß es sich gefallen aller Schußmaßnahmen in den Zündholzfabriken gegen die schreckDie Arbeiter- Baugenossenschaft Paradies"( E. G. m. b. H.) hielt liche Strankheit der Phosphornekrose zuerst entschlossen, das lebet lassen, auf der Straße von der Dorfjugend verspottet zu werden. am 15. Februar eine außerordentliche Generalversammlung ab. durch die Einführung des eidgenössischen Zündhölzchenmonopols aus- Die Kost erhält der Armenhausinsasse vielfach noch im Turnus, d. h. Voigt führte aus, daß voraussichtlich im Mai d. J. mit dem Ban zurotten. Allein in der Volksabstimmung wurde die Vorlage ver- einzufinden, um die Abfälle des bäuerlichen Tisches entgegen Oftober bezogen werden können; um dies zu ermöglichen, werden er hat sich zur Essenszeit heute auf dieser, morgen auf jener Hofstätte der Häuser begonnen werden soll, damit die ersten Häuser im worfen. Das war im Jahre 1895. 1898 wurde die Bekämpfung der furchtbaren Krankheit neuerdings in die Hand genommen und zunehmen. Wird solch ein Geächteter frant, so fümmert man sich die Mitglieder aufgefordert, die Haftſumme fotvie Spareinlagen foein Gesek geschaffen, das die Verwendung des giftigen Phosphors häufig gar nicht um ihn, und er ist vollständig hilflos, wenn sich viel wie möglich bis 1. April zu entrichten. Weil die Verwaltungszur Zündhölzchenfabrikation verbietet. Gegen das Gesetz wurde das nicht ein barmherziger Leidensgenosse seiner annimmt. Im vorigen gelder nicht ausreichen, wurde beschlossen, hierzu einen Beitrag von Referendum nicht ergriffen, so daß dasselbe in Kraft gesetzt werden Jahre kam es in einem oberpfälzischen Dorfe vor, daß ein Armen- monatlich 10 Pf. vom 1. Januar 1903 ab zu erheben. häusler thatsächlich verhungerte. Der Bürgermeister, ein Brik. In der Versammlung des Wahlvereins am 13. d. M. Das Gesetz unterstellt die gesamte Zündholzfabrikation ohne früherer Centrums- Abgeordneter, und die Armenpfleger wurden sprach Dr. Silberstein über Socialpolitik in der Gemeinde. Nach Rücksicht auf die Zahl der in einem Betriebe beschäftigten Arbeiter Deshalb zu Gefängnis verurteilt. Nicht lange darauf kam aus dem beifällig aufgenommenen Vortrage wurden einige in Brik befeinen Bestimmungen. Die Fabrikation darf nur in solchen Räumen Niedermirsberg bei Bamberg die Nachricht, daß dort gleich stehende Mißstände besprochen und den Gemeindevertretern die Gorge betrieben werden, die ausschließlich derselben dienen. Zur Erlangung ftrenge Untersuchung ein und stellte folgendes fest: Die mit Gicht gebnis, daß sich 11 Mitglieder in den Wahlverein aufnehmen ließen. falls eine Armenhäuslerin verhungert jei. Die Behörde leitete eine für deren Beseitigung empfohlen. Die Versammlung hatte das Erder Betriebsbewilligung find der Kantonsregierung die detaillierten Pläne der für den Betrieb zu verwendenden Räumlichkeiten einzu- behaftete Frau starb an Blutvergiftung, hervorgerufen durch fortreichen, ferner eine Darstellung der beabsichtigten Fabrikationsweise gesetzte Vernachlässigung in der Pflege. Sie lag wochenlang auf Mist gabe der zu verwendenden technischen Einrichtungen sowie der in und anderm Ungeziefer reich bedeckt.. An vielen Stellen des Körpers des zeigten sich offene Wunden. Aussicht genommenen Verpackungs- und Transportweife Infolge der färglichen Kost war das Fabritats. Verboten ist nicht bloß die Fabrikation von Zündhölzchen arme Weib zum Skelett abgemagert. Der Bürgermeister Lahner mit gelbem Phosphor, sondern auch die Einfuhr, Ausfuhr und der und die Gemeindedienersfrau Bernreuter in Niedermirsberg find Verkauf von solchen. Die Einfuhr und Verwendung von gelbem nun angeklagt, den Tod der Armenhäuslerin durch Vernachlässigung Phosphor find nur gestattet für wissenschaftliche, pharmaceutische berschuldet zu haben. Auch Niedermirsberg ist ein streng christfowie weiterhin für solche, der Gesundheit nicht schädliche Zwecke, fürlicher" Ort und die frommen Bauern wählen durchweg Centrum. welche der Bundesrat eine besondere Bewilligung erteilt hat. Die Nach der katholischen Glaubenslehre begründen die guten Werke" lebertretung des Gesetzes wird mit Geldbußen von 100 bis 1000 ein Berdienst vor Gott und sind zur Erlangung der ewigen Seligkeit Frank beziv. von 50 bis 500 Frank bestraft, außerdem im Wieder- notwendig. Diese guttatholischen Bauern scheinen demnach von der holungsfalle mit Gefängnis bis zu 3 Monaten und mit der zeitweisen ewigen Seligkeit nicht viel zu halten. oder dauernden Entziehung der Fabrikationsbewilligung. Tonnte. und der Zuſammensetzung der Bünd- und Anstrichmaſſen, die An- cinem thatfächlich zu Weiſt verwoesten Strohfad und war mit Läufen Das Gesetz wurde sodann partienweise in Straft gefekt, in allen Teilen bis zum 31. März 1901. Gegen die Mißstände in Bäckereien. " An den Reichskanzler und das herzogliche Staatsministerium zur Prüfung neuer Fabrikationsrezepte bestellte der Bundesrat ist vom Braunschweiger Gewerkschaftskartell folgende Petition eine Expertenkommission aus 3 Chemieprofessoren und 3 Beamten abgesandt worden: der Fabrikinspektion, während den Vorsitz der Chef des Industrie- Infolge mehrfacher Beschwerden von Bäckergesellen über Undepartements führt. Leider war die Thätigkeit der Kommission fauberkeit usw. in den Bäckereien sah sich das Gewerkschaftskartell insofern feine erfolgreiche, als sie von 17 ihr vorgelegten Offerten Braunschweig veranlaßt, sich in zwei Sibungen, am 24. Oftober und tein brauchbares Rezept herauszufudjen vermochte. Schließlich wurde 19. Dezember 1902, sowohl im Interesse der Gesundheit der in nach weiteren Verbesserungen ein Rezept, kurz das französische Bäckereibetrieben beschäftigten Personen, als auch im Interesse der genannt, für überall entzündbare Hölzchen acceptiert. Ende 1901 Konsumenten, d. h. einer fauberen Herstellung der Badivaren, mit bestanden 4 Fabriken für schivedische Sicherheitszündhölzchen und diesen Zuständen zu beschäftigen. 17 Fabriken für überall entzündbare Hölzchen. Letzte Nachrichten und Depefchen. Funkentelegraphic. Rom, 20. Februar.( W. T. B.) Deputiertenkammer. Sur Beratung steht eine von der Regierung eingebrachte Borlage, betreffend die Anlegung einer Station für Funkentelegraphie nach dem System Marconi, die dazu dienen soll, eine Verständigung mit einer gleichartigen Station in Südamerika sowie mit den andren bereits bestehenden oder fünftig zu errichtenden Stationen herzustellen. Nachdem mehrere Redner sich sehr beifällig über die Erfindung Marconis ausgesprochen, erklärt der Minister für Poſten und Telegraphen, Galimberti, Marconi beabsichtige, aus der italienischen Station einen Mittelpunkt funtentelegraphischer Mitteilungen für die ganze Erde zu machen. Der Minister verliest eine Depesche Marconis, in welcher dieser der italienischen Regierung für die ihm zu teil gewordene Unterſtüßung Dank Nach Annahme einer Tagesordnung, in welcher dem Wunsche Ausdruck gegeben wird auf baldige Herstellung einer funkentelegraphischen Verbindung zwischen Italien und Argentinien, wird die Vorlage angenommen. Obstruktion im amerikanischen Senat. Aus New York wird der„ Frantf. 3tg." unterm 20. Februar telegraphiert: Der Senat beraumt Nachtsizungen an, um den Senator Morgan zu ermüden, der nunmehr seit zwei Wochen Obstruktion macht, indem er eine Rede in betreff des Panama- Vertrages hält, welche er bis zum Schluß der Session( 4. März), auszuspinnen trachtet. Morgan erklärt, die Union solle leinen Vertrag mit Columbia abschließen, weil dort die Jesuiten die Regierung beherrschen. Die Organisation der Bäckergesellen hat im Jahre 1900 eine Die Zündholzfabrikanten, welche 1895 die Monopolvorlage, Enquete der Zustände in den Bäckereien der Stadt Braunschweig welche Entschädigungen vorgesehen hatte, mit zur Verwerfung veranstaltet, wobei auch hier unhaltbare, nach den Angaben der Gebrachten, glaubten das neue Gefch zu einem ergiebigen fellen efelerregende Mißstände aufgedeckt worden sind. Da die MißBeutezuge auf die Bundestasse benüßen zu stände auch heute noch in demselben Umfange bestehen, auch nicht können. Dem Bundesrat imponierte jedoch die geztvungene Be- abzusehen ist, daß dieselben von den Bäckereibetriebs- Inhabern aus gründung des Beutezuges nicht und er beantragte daher bei der eignem Antriebe abgeändert werden, so beauftragte das Gewerk- New- York, 20. Februar.( W. T. B.) Jm Clifton- Hotel zu Bundesversammlung die Abweisung des Entschädigungsbegehrens, schaftskartell Braunschweig Unterzeichneten, an das herzogliche Rapids( Jowa) ist Feuer ausgebrochen. 15 bis 20 Personen welche sie auch beschloß. Staatsministerium das dringende Ersuchen zu richten, daß herzog- follen umgetommen sein. Viele erlitten Verlegungen. Verantwortl. Redakteur: Corl Leid in Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen. Nr. 44. 20. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 21. februar 1903. 268. Sigung. Freitag, den 20. Februar 1903, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Graf v. Posadowsky. Eingegangen ist die Krankenversicherungs- Novelle. Die zweite Beratung des Etats des Reichsamts des Innern wird fortgesetzt beim Titel Sosten der Maß regeln gegen die Reblaus- Krankheit mit der dazu vorliegenden Resolution Blankenhorn( natl.). V 0 stügung bewilligt, die Sache ist noch vollkommen res imperfecta. " Abg. Herzfeld( Soc.): Ich werde doch wohl noch das Recht haben, zu konstatieren, welchen Zusammenhang die Sache hat, die ich vortrage. Vicepräsident Büsing: Ja, aber nicht das Recht der ritit an meiner Geschäftsführung. Abg. Herzfeld: Ich habe auch keine Kritik üben wollen, ich wollte nur sagen, weshalb es zur Begründung meiner Forderung unbedingt notwendig ist, auch auf Landesbehörden einen Zwang auszuüben, Zustände zu schaffen, welche Minimalforderungen erfüllen, als indem man die bestehenden Zustände schildert.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Abg. Dr. Röficke- Kaiserslautern( B. d. L.): Es wäre merkwürdig, wenn der Staatssekretär sich der Forderung des Abg. Herold widersetzte. Auch in andern Berufszweigen sind ja ähnliche Unternehmungen vorhanden. Ich erinnere an die Blätter für Handel und Industrie". Gegenüber andren Ländern sind wir in dieser Beziehung sehr im Rückstande. In England z. B. ist eine derartige Preisstatistit sehr entwickelt. Die Linke ist natürlich auch hier wieder nicht bereit, die einfachsten Forderungen der Landwirtschaft zu erfüllen. Aber wir wollen uns von der Linken nicht umgarnen lassen. ( Unruhe links.) Ich freue mich, daß diese Anregung vom Centrum Vicepräsident Büfing: Jch bleibe dabei, daß die materielle Abg. Preiß( Els.): Die Resolution geht von der Voraussetzung ausgegangen ist. Das wird der Regierung, bei der ja jetzt die Lage der Lehrer mit der Frage des Reichsgesetzes, das Sie wünschen, aus, daß die elfaß Lothringische Verwaltung nicht ihre Pflicht zur goldene Mittelstraße sehr beliebt ist, die Zustimmung dieser An- in keinem Zusammenhange steht. Bekämpfung der Reblaus gethan habe. Das ist nicht der Fall. gelegenheit um so leichter machen.( Bravo! rechts.) Die elsaß- lothringische Verwaltung thut in dieser Hinsicht das MenschenAbg. Herzfeld: Ich habe vorhin ausgeführt, daß 10 Proz. der Abg. Gothein( frf. Vg.): Die Herren haben das Barometer der Lehrerstellen nicht besetzt sind und wollte ausführen, woher das mögliche, sie hat seit dem Gesez von 1883 bereits 31%, Millionen für Börse selbst zerschlagen und nun beklagen Sie die Folgen.( Lachen kommt. diesen Zweck aufgewandt. Die kolonnenmäßige Untersuchung des rechts.) Ich habe nichts dagegen, wenn das Reichsstatistische Amt Rebengeländes ist Vicepräsident Büsing: Die Nichtbesetzung einzelner in Lothringen systematisch durchgeführt. eine Statistit der Preisbildung landwirtschaftlicher Produkte vor Lehrerstellen hat mit Minimalforderungen für VolksEinzelne Mißgriffe Mißgriffe im Beobachtungsdienst find ja vornimmt, aber die Aufgabe ist nicht leicht zu lösen. Für Ihre Be- schulen nichts zu thun. Es handelt sich um wissenschaft= gekommen, das liegt aber in der Natur der Sache. Hauptung, daß seit der Aufhebung des Terminhandels die Schwan- liche Minimalforderungen. Damit steht die materielle Lage Falls exceptionelle Aufivendungen zur Bekämpfung der Reblaus ge- fungen der Getreidepreise nachgelassen hätten, werden Sie schwerlich der Lehrer nicht im Zusammenhange.( Unruhe bei den macht werden sollen, kann das nur Sache des Reiches sein, nicht des Beweismaterial beibringen können.( Oho! rechts.) Socialdemokraten.) Kleinen Landes Elsaß Lothringen, das seit diesem Jahre auch ein Abg. Herold( C.): Ich habe niemals eine Kommission verlangt, Deficit zu verzeichnen hat. Hoffentlich werden zu dem in Berlin welche die Getreidepreise macht, sondern einen Verein, der Nachforderung sein soll, daß genug Lehrer vorhanden sind. Um zu zeigen, Abg. Herzfeld: Ich habe vorhin gesagt, daß es eine Minimalzusammenzuberufenden Reblaus- Parlament auch kompetente Vertreter richtenmaterial sammelt, das Produzenten und Konsumenten zur weshalb es nötig ist, daß das Reich einträte, um diese MinimalElfaß- Lothringens hinzugezogen werden. Die Resolution Dr. Blanken- Orientierung dienen kann. Das Statistische Amt tann eine folche forderung zu erfüllen, ist es nötig, zu zeigen, woran es liegt, daß horn scheint nach der gestrigen Erklärung des Grafen Posadowsky Arbeit nicht machen, dann würden die Nachrichten zu spät kommen. 10 Prozent der Stellen nicht besetzt sind. gegenstandslos; vielleicht wird sie zurückgezogen werden. Abg. Gothein( frs. Vg.): Herr Herold hat zugegeben, daß das Vicepräs. Büsing: Jch wiederhole, daß ich das nicht zulassen Statistische Amt mit seinen Nachrichten zu spät kommen würde, weil es sehr vorsichtig vorgehen müßte. Wir wünschen aber eben nicht, daß eine solche Statistik von der Landwirtschaft aus in unzuverlässigerweise veranstaltet wird. = Abg. Baumann( C.): Ich halte die Resolution Dr. Blankenhorn für vollberechtigt. Auch im unterfränkischen Weinbaugebiet hat die Reblaus im vorigen Herbst ihren Einzug gehalten, und es ist zu befürchten, daß sie immer weiter um sich greift. Abg. Dr. Deinhard( natl.): Bis zum vorigen Jahre glaubten wir noch mit der Reblaus- Krankheit fertig werden zu können, ohne die Hilfe des Herrn Reichskanzlers in Anspruch nehmen zu müssen. Während dessen hat die Seuche einen sehr großen Umfang angenommen. Die Ausführung des Gesetzes von 1883 hat allerdings in Elsaß- Lothringen viel zu wünschen übrig gelassen, wenn auch neuerdings etwas mehr geschieht. Die leberwachung muß schärfer werden, jetzt wird dort deutsch regiert.( Heiterfeit.) Abg. Frhr. v. Wangenheim( f.): Für die Herren der Linken ist ja alles was mit dem Bunde der Landwirte in Verbindung gebracht werden kann, ein Werk des Teufels.( Heiterkeit.) Solche Statistiken, wie wir sie wünschen, bestehen bereits in Amerika und England. Daß die Schwankungen der Getreidepreise mit Aufhebung des Terminhandels sich vermindert haben, ist eine ganz bekannte Thatfache. Ich begreife nicht, daß der sonst so sachverständige Herr Gothein das bestreiten kann. Seit er nach Pommern gegangen ist, Abg. Wetterlé( Els.): Die elsaß- Lothringische Verwaltung hat scheint seine Zeit doch allzu sehr in Anspruch genommen zu sein. in der Bekämpfung der Neblaus durchaus ihre Pflicht gethan. Aber Abg. Frese( frf. Vg.): Dadurch, daß die Herren die Behauptung natürlich genügen die 1000 M., die für das ganze Reich zu Maßnahmen über die Wirkung der Aufhebung des Terminhandels immer wiedergegen die Reblaus in das Budget eingesezt sind, absolut nicht. Das holen, wird sie nicht richtiger. Einen Beweis für dieselbe haben Reich muß weit höhere Summen aufbringen. Elsaß- Lothringen ist Sie bisher nicht erbracht.( Lachen rechts.) dazu finanziell nicht im stande. Geh. Ober- Regierungsrat Halley: Durch die heutigen Ausführungen des Dr. Deinhard ging das Gefühl des Mißtrauens gegen die elsaß- lothringische Regierung. Diese Regierung hat aber alles gethan, was irgendwie zur Befämpfung der Reblaus geschehen konnte. Redner legt im einzelnen dar, welche Maßnahmen gegen die Verseuchung der elsaß- lothringischen Weinberge ergriffen worden sind. D Abg. Dr. Müller- Sagan( fri. Vp.), daß die Mitteilungen für Handel und Gewerbe" redaktionell so gestaltet werden mögen, daß die Presse sie direkt zur Belehrung des Publikums benutzen könne. Der Titel wird bewilligt. Beim Titel„ Förderung des Abfazes landwirtschaftlicher Erzeugnisse und Unterstüßung wissenschaftlicher Bestrebungen auf dem Gebiete der Landwirtschaft( 75 000 m.) tritt Abg. Graf Schwerin- Löwitz( f.): Herr Frese ist sehr schlecht orientiert, es erscheinen jedes Jahr graphische Darstellungen über die Die Thatsache, daß die Preisschwankungen abgenommen haben, ist auch Preisschwankungen, die unsre Behauptung unzweideutig beweisen. bisher nie von der Linken bestritten worden. In Amerika ist die Statistit so ausgebildet, daß sich sogar der Getreide- Anbau danach richtet. Abg. Gothein( frs. Vg.): Ich habe bereits dargelegt, daß ich durchaus für eine solche Statistit bin, wir fürchten nur, daß die Sache tendenziös gestaltet wird, deshalb wollen wir sie dem Statistischen Amt überlassen. Der Titel wird bewilligt. Es folgt der Titel„ Reichs- Schulfommission". werde. Abg. Herzfeld: Es ist ja im vorigen Jahre hier im Reichstage besprochen worden. Vicepräs. Büsing: Das ist tein Grund, es jetzt zu wiederholen. ( Große Heiterkeit! links. Abg. Sattler( natt.): Laß es genug sein des grausamen Spiels!) Abg. Herzfeld: Herr Sattler, Ihre Worte zeigen, wie sich die Nationalliberalen zur Volksschule stellen. Ich will nur konstatieren, daß es eine große Anzahl von Lehrern giebt, welche 498 M. und andre, welche 500 bis 600 M. Jahrescinkommen haben. Vicepräsident Büfing: Herr Abgeordneter, ich rufe Sie nunmehr zum erstenmal zur Sache. Abg. Dr. Herzfeld: Nach den statistischen Feststellungen der mecklenburgischen Lehrer selbst ist es ganz einleuchtend, daß 10 Proz. der Stellen unbesetzt sind. 800 Mart in einem Jahre für einen Lehrer ist...( Große Heiterkeit rechts.) Vicepräsident Büfing: Jch rufe Sie zum zweitenmal zur Sache und mache Sie auf die geschäftsordnungsmäßigen Folgen merksam.( Lebhaftes Bravo! bei der Mehrheit.) bei einem weiteren Abweichen von der Ordnung des Hauses aufAbg, Dr. Herzfeld: Ihr Lachen( nach rechts) beweist nur, auf welcher Kulturstufe Sie stehen. Wenn Sie lachen, wo Forderungen der Volksschule begründet werden, so zeigen Sie dadurch, daß Ihnen au Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Cahensly( C.), der Kultur des deutschen Wolfes nichts gelegen ist. Aehnlich wie Dr. Müller Sagan( frs. Bp.), Lucke( wildkons.), Preiß( Elsässer), auf dem Lande steht es in der Stadt. Hier bekommen aber die Dr. Deinhard schließt die Diskussion. Die Resolution BI anten Lehrer wenigstens ein Minimalgehalt. Herr Pachnicke hat ja schon horn( natl.) wird mit großer Mehrheit angenommen. Abg. Dr. Pachnicke( frs. Wg.): Diese Kommission müßte mehr erwähnt, daß sie als Endgehalt( Große Heiterkeit rechts. ViceBei Titel„ Aufwendungen für Einrichtungen im als bisher Gelegenheit nehmen, sich mit den Verhältnissen einzelner präsident Büsing steht mit der Glode in der Hand.) nicht so Interesse von Handel und Gewerbe"( 50 000 m.) Schulanstalten zu befassen. So steht das ritterschaftliche Lehrer- biel erhalten, wie ein Gerichtsvollzieher als Anfangsgehalt wünscht seminar in Lübtheent in Mecklenburg auf einem ganz außerordentlich bekommt. Wie es mit den Pensionen steht, mit der Versorgung der niedrigen Niveau. Es werden den zukünftigen Lehrern dort nur die Relikten, das sind alles Dinge, welche der Herr Präfident vorallerelementarsten Kenntnisse vermittelt. Als Redner darauf näher zutragen nicht gestattet.( Heiterkeit.) Aber ich möchte troauf die mecklenburgischen Verfassungsverhältnisse eingehen will, wird dem den Herrn Staatsjetretär bitten, sich mit er vom Vicepräsidenten Büsing mit der Bemerkung diesen Dingen zu befassen. Trotz des Lachens unterbrochen, daß das nicht im Zusammenhang mit dem Etatstitel der Herren vom Centrum und der Nationalliberalen glaube ſtehe. ich, daß der Staatssekretär finden wird, daß die Kultur des Abg. Dr. Herzfeld( Soc.): Reiches es erfordert, daß man sich mit diesen Dingen beschäftigt. Abg. Herold( C.) für Bildung einer Korporation ein, die statistische Erhebungen zur Ermittelung der in der Richtung zu erweitern, daß sie nicht nur i stände zu bafür zu sorgen, daß die Schule solche Leute heranzieht, Ich möchte anregen, die Befugnisse der Reichs- Schulfommission Der deutsche Reichskanzler sagte, es fehlte an Sträften für die schnelle Fortführung der Socialreform. Nun, dann hat er auch die Pflicht, Preise für landwirtschaftliche Produkte vornehmen tonstatieren, sondern auch die Macht hat, Abhilfe zu schaffen. und daß wir endlich ein Gesetz bekommen, welches Minimalsoll. Am geeignetsten dafür wäre der deutsche Landwirtschaftsrat,( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Durch ein Reichsgeset forderungen für die Volksschule enthält.( Lebhaftes Bravo! links.) doch könnten auch Vertreter von Handel und Gemüssen die Mindestforderungen, die an die Voltsschule zu stellen werbe zugezogen werden. Redner wünscht Unterstützung sind, festgelegt werden. Weiterhin müßte vielleicht ein Reichsdieser Arbeiten durch das Reich. Abg. Rettich( f.): Ich verzichte darauf, Herrn Dr. Herzfeld auf Schulamt errichtet werden, das auf die Durchführung seine Ausführungen über die mecklenburgischen Lehrerverhältnisse zu Abg. Dr. Südehum( Soc.): Auch die linke Seite des Hauses dieser Mindestforderungen Bedacht zu nehmen hätte. Der antworten; ich müßte sonst die Rede wiederholen, die ich im hat gewiß ein großes Interesse an statistischen Er- Einwand, den mir im vorigen Jahre der Staatssekretär machte, vorigen Jahre bei der dritten Lesung gehalten habe. hebungen, aber wir wünschen nicht, daß man Mittel des Reich seine solche Einrichtung würde sich nicht treffen lassen ohne Aenderung will ich nur, daß er mit lebertreibungen gearbeitet Sagen einer rein agrarischen Korporation wie dem Land des Artikel 4 der Reichsverfassung, ist nicht stichhaltig. Wir hat, die ihm in Mecklenburg niemand abnehmen wird, so mit der, wirtschaftsrate zur Verfügung stellt. Wenn die Notiz des ändern ja in jeder Session des Reichstags diesen Ver- daß ein Lehrer mit seiner Frau und seinem Knecht sechs, acht Vorwärts" von heute morgen richtig ist, so ist ja die Angelegenheit fassungsartikel, indem wir den Einzelstaaten Befugnisse nehmen und Stunden täglich landwirtschaftlich zu arbeiten habe. Bleiben Sie uns schon erledigt dadurch, daß Graf v. Posadowsky dem not- fie dem Reiche geben. Das war zum Beispiel beim Toleranz mit folchen lebertreibungen vom Leibe!( Bravo! rechts; Lachen leidenden Blatte des Herrn Ruhland, Der Getreideantrag des Centrums der Fall, und wird der Fall sein bei bei den Socialdemokraten.) markt" 50 000 M. jährliche Subvention zugesichert hat. Solche der in Aussicht gestellten Reichs- Verkehrsordnung für statistischen Erhebungen sind Sache des Reichsstatistischen Amtes, aber Automobile. Wenn der Staatssekretär sich mit den Schul- 3 wischenruf falsch verstanden. Ich rief ihm zu: D, laß es Abg. Dr. Sattler( natl.): Herr Herzfeld hat meinen nicht des Deutschen Landwirtschaftsrats. Staatssekretär Graf v. Posadowsky: An der Preisbildung des wie mit der Socialpolitit, würde er meiner Ansicht sehr mit dem Präsidenten. Ein solcher Kampf zwischen einem befaßte genug sein des grausamen Spiels. Damit meinte ich seinen Kampf Getreides ist nicht nur die produzierende Landwirtschaft, sondern bald zustimmen. Bei den höheren Schulen forgen ja die Abgeordneten und einem Präsidenten, der getragen ist vom Verauch der Handel und das Mühlengewerbe interessiert. Bei Bildung daran interessierten besitzenden Klassen selbst für die Durch trauen der Mehrheit, ist immer ein grausames Spiel für den Abeiner solchen Vereinigung, wie sie Herr Herold wünscht, müßte daher führung der zu stellenden Forderungen. Bei den Volksschulen geordneten. Herr Herzfeld hat meinen Zuruf so verstanden, als darauf Bedacht genommen werden, daß die verschiedenen ist das nicht der Fall. Für die kann nur das Reich sorgen. In hätte ich damit eine unfreundliche Bemerkung gegen die mecklenInteressengruppen in angemessenem Verhältnis Mecklenburg, wo das Bürgertum gar keinen Einfluß hat, sind nicht burgischen Lehrer gemacht. Das ist mir nicht eingefallen. beteiligt sind. Für eine amtliche Unterstützung solcher Ver- einmal die höheren Schulen zufriedenstellend, wie aus einem öffentlichungen über die Getreidepreise würde unerläßliche Voraus- Rotschrei der Lehrer an den höheren Schulen ich etwas mehr erwartet.( Widerspruch bei den SocialAbg. Dr. Pachnicke( frs. Vg.): Von Herrn Rettich hätte setzung sein, daß diese Veröffentlichungen sich von jeder Polemit Medlenburgs hervorgeht, in dem es heißt: Laßt demokraten. Rufe: Wir haben nichts erwartet.) Er schweigt fern halten und nur Thatsachen- Material bringen. Bisher ist alle Hoffnung fahren, die Ihr eintretet." von mir kein Fonds zugesagt worden und ich war dazu auch nicht werden weiterhin die jungen Amtsgenoffen öffentlich burgischen Schulwesen zu, wonach die ritterschaftlichen Schulen nur In diesem Aufruf und stimmt damit der bisherigen Verivaltungspraxis im mecklenin der Lage, weil ich nicht die etatsmäßigen Mittel besitze. vor dem Eintritt in den Medlenburgischen Schul die Aufgabe haben, Tagelöhner zu erziehen. Die Vertretung von Abg. Frese( frs. Vg.): Ich bin über die Rede des Abg. Herold dienst gewarnt, weil die Regierung nicht die Macht hat, eine Kulturinteressen darf Herr Herzfeld nicht für seine Partei auseinigermaßen erstaunt gewefen. Wie soll man es machen, daß die angemessene Besoldung der Lehrer durchzusetzen. Wenn das an den schließlich in Anspruch nehmen; Preise immer ganz stabil sind? Das von ihm verlangte Verfahren höheren Lehranstalten der Fall ist, um wie viel schlimmer muß es schließen. er muß uns mit einist sehr umständlich. Man würde immer post festum fommen. dann an den Volksschulen sein. Das Reich hat nicht nur die Pflicht, eine Verfassung Er meinte, für diese Schulzwecke brauchten wir ( Sehr richtig! links.) Die paar Mitglieder des Handels- sondern auch das dringendste Interesse, Minimalforderungen für das Wert einer konstitutionellen Verfassung höher. Das Reich kann für Mecklenburg nicht. Ich schätze den standes, die man die Güte haben will hinzuzuziehen, werden Volksschulwesen durchzuführen. wahrscheinlich nichts zu sagen haben. Früher hatte Das Reich ruht wirtschaftlich auf der Steuerkraft der breiten vorschreiben; sonst wird in absehbarer Zeit die Volksschule Sache höchstens eine bestimmte Mindestleistung den deutschen Volksschulen man im Getreideterminhandel ein stets den Stand der Getreidepreise Massen, die die Volksschulen besuchen. Das beste Mittel, um diese der Einzelstaaten bleiben. Die städtische und die Landbevölkerung genau anzeigendes Instrument, das leider durch das Börsengeset Steuerkraft zu nähren, ist die Hebung des Volksschulwesens. Auf in Mecklenburg ist jetzt ausgeschlossen von jedem politischen Recht. vernichtet worden ist. So giebt uns das Verlangen des Abg. Herold den mecklenburgischen Volksschulen wird heute noch nicht mehr geVicepräsident Büsing: Das gehört doch wirklich nicht zum Etat! nur eine Mahnung, den Getreideterminhandel wiederherzustellen. lehrt, als was nach dem Gesetz von 1821 für die Bildung eines ( Bravo! links.) Abg. Dr. Pachnicke( fortfahrend): Der kleine Mann in Mecklen Tagelöhners als notwendig angesehen wurde. Nach der mecklenburg muß die Möglichkeit erhalten, durch seine politischen Vertreter Abg. Herold( Centr.): In der von mir gewünschten Korporation burgischen Verfassung selbst ist es also ganz unmöglich, auf dem die Interessen seiner Stinder und der Volksschule zu wahren.( Bravo! müßten neben der Landwirtschaft auch der Handel und die Wege der Landesgesetzgebung eine Besserung herbeizuführen. Es bei der freifinnigen Vereinigung.) Müllerei vertreten sein. Ich bezwede nur die Schaffung muß deshalb hier unbedingt die Reichsgesetzgebung eineines zuverlässigen Nachrichtendienstes. Daß die Getreidepreise nicht treten. " verhältnissen im Deutschen Reich so eingehend " Abg. Dr. Herzfeld( Soc.): stabil sein können, weiß ich ebenso gut wie Abg. Frese. Aber seit Es wandern alljährlich mehr Lehrer aus Mecklenburg aus, weil Herr Rettich hat heute wieder einmal die Stellung des der Abschaffung des Terminhandels haben die Schwankungen der sie das abhängige Verhältnis nicht ertragen können. Wenn das Reich me d lenburgischen Bundesrats- Bevollmächtigten Getreidepreise an Intensität abgenommen. nicht bald Besserung schafft, werden im nächsten Jahre nicht übernommen.( Heiterkeit.) Herr Rettich ist ja ein Vertreter der Abg. Graf Schwerin- Löwitz( f.) unterstützt die Anregung des 10 Proz., sondern 20 Proz. der Lehrerstellen unbesetzt sein. Wie sind Ritterschaft.( Abg. Rettich ruft: Nein!) Er sagt: Nein!( HeiterAbg. Herold. Es handelt sich dabei nicht, wie der Vorwärts" meint, denn die Gehaltsverhältnisse an den Volksschulen? Die Geld- keit.) Es ist in der That eine merkwürdige Erscheinumg, daß ein um ein Interesse des Herrn Ruhland noch, wie Herr Südekum entschädigung ist sehr gering, dafür müssen die Lehrer Landwirtschaft Mann, der in Mecklenburg mit der Ritterschaft sehr wenig in Zu meinte, um ein Interesse des Bundes der Landwirte, sondern um treiben täglich sieben bis acht Stunden, ein Minimalgehalt bekommen sammenhang steht, sich veranlaßt fühlt, hier für die Nitterdie Schaffung einer deutschen Sektion einer in Paris domizilierenden sie nicht. schaft einzutreten.( Abgeordneter Rettich: Hat er gar nicht internationalen Kommission zur Ueberwachung der Getreidepreis- Bicepräsident Büsing: Jch kann nicht zugeben, daß Sie auf die gethan.) Während der mecklenburgische BundesBewegung. Solche Feststellungen liegen auch im Interesse der materielle Lage der Lehrer in einem Einzelstaate eingehen, das ratsbevollmächtigte wiederum durch Abwesenheit glänzt! Konsumenten. hat mit Ihrer Forderung eines Reichsgesetzes, das Minimal- Herr Rettich warf mir lebertreibung vor. Hier heißt es aber in Staatssekretär Graf Posadowsky: Es müßte zunächst die forderungen für die Volksschule aufstellt, nichts zu thun.( Unruhe einem Ausschnitte aus der Mecklenburgischen Schulzeitung": Gewähr geboten werden, daß eine solche Stelle völlig objektiv links.) werden für gewöhnlich durch die Vieh- und Landwirtschaft und ohne irgendwelche handelspolitische Ten= Abg. Dr. Herzfeld( Soc.): Ich sehe nicht ein, daß hier ein etwa acht Stunden täglich für den Lehrer und die Lehrerdenzen ihre Aufgaben erfüllen würde. Sind diese Voraus- 3usammenhang nicht besteht. frau in Anspruch genommen. Es kommt auch bor, daß segungen nicht gegeben, so ist die Reichsregierung nicht in der Lage, Vicepräsident Büsing: Ich erkläre Ihnen, daß ich keinen der Lehrer gleichzeitig als Kirchendiener die Kirchenglocken zu irgend eine Unterstützung zu geben. Bisher ist keine solche Unter- Zusammenhang finden kann. besorgen, die Kirche und den Friedhof zu reinigen hat usw.( Hört! So 3rt! Bei den Socialdemokraten.) Das genügt wohl!( Rufe bei den Socialdemokraten: Dja!) Die Behauptungen des Herrn Nettich werden in Mecklenburg nur lächelndes Erstaunen hervorrufen. Dr. Sattler hat seinen Zuruf in dem Sinne ausgelegt, den ich ihm nachfühlen kann. Aber nicht Worte, sondern Thaten beweisen, und Dr. Sattler hat sich immer gegen die Hebung des Volksschulwesens in den polnischen Landesteilen Preußens gesträubt. Wenn die Nationalliberalen für Volksschulen dasselbe Interesse wie für die Börse hätten, hätten wir heute in Preußen eine bessere Volksschule.( Dho! bei den Nationalliberalen.) Staatssekretär Graf v. Posadowsky: Hamann und mich des Meineids im Tausch- Prozeß be-| fannten Fremden wurden entweder verhaftet oder des Landes verzichtigte und von der Staatsanwaltschaft die Erhebung der Anklage wiesen, und das Militär besetzte alle öffentlichen Plähe. Jetzt ist der Belagerungszustand wieder aufgehoben, aber noch gegen uns forderte. In der That hielt es der Oberstaatsanwalt Drescher für viele Socialisten leben im Eril oder schmachten in den Gefängnissen. Der Generalstreik ist natürlich verloren und die Unternehmer triumangemessen, in bezug auf meine Person dem Verlangen des geflüch- phieren; die Unterdrückung und Ausbeutung der Arbeiterklaffe hat teten Polizei- Agenten Normann- Schumann nachzukommen und eine sich verschärft. Auf der einen Seite haben die brutalen Maßnahmen Bernehmung eintreten zu lassen. Das Endresultat war, daß der der Regierung aber nicht vermocht, die socialistische Bewegung niederOberstaatsanwalt mich in Kenntnis setzte, daß zu einer Weiter zuschlagen, das Centralorgan der Partei hat jogar einen großen führung der Untersuchung wegen Meineids keine Veranlassung vor- Aufschwung von Abonnenten zu verzeichnen und alle Partei- Organe liege, er aber auf Grund des von mir beigebrachten Beweismaterials entfalten eine energische Thätigkeit, um die Scharte wieder ausdie Untersuchung wegen Majestätsbeleidigung gegen Normann- Schumann zutveßen. Die Anarchisten aber fahren fort, die socialistische Partei Ein Mitglied dieses hohen Hauses hat einmal das geflügelte eingeleitet habe und mich ersuche, ihm das bezügliche Beweismaterial zu beschimpfen und zu verleumden. Wort gesagt, vom Bundesratstisch höre man nichts wie Schweigen. zu überlassen. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. ( Heiterkeit.) Das möchte ich diesmal nicht. Die Abwesenheit des Diese Untersuchung schwebt bis heute, weil Normann- Schumann Wegen Beleidigung eines Knappschaftsarztes wurde der ber mecklenburgischen Bundesrats- Bevollmächtigten scheint mir ent schuldbar. Er konnte unmöglich voraussetzen, daß bei diesem für gut fand, Deutschland fern zu bleiben und nur heimlich antwortliche Redakteur der Bergarbeiter- Zeitung", Genosse LeimTitel über die Volksschule in Mecklenburg gesprochen werden würde. und zu hierher nach Berlin zurückkehrt. So erst im Oktober peters, zu 300 M. Geldstrafe verurteilt. ( Widerspruch bei den Socialdemokraten. Sehr richtig! rechts.) vorigen Jahres. Die Reichs Schultommission hat nur die einzig im militärischen Interesse liegende Aufgabe zu prüfen, ob die das Berechtigungszeugnis zum einjährigen Dienst gewährenden Bildungsanstalten den an sie zu stellenden Anforderungen genügen. Das mecklenburgische Volksschulwesen steht weder mit der Reichsverfassung noch mit der Reichs- Schulkommission in irgend einem Zusammenhange.( Zustimmung rechts.) Noch ein kleiner staatsrechtlicher Gykurs. es ab " Gewerkschaftliches. Hiernach ist also sonnenklar, daß die immer wieder von NormannSchumann erhobene Beschuldigung wider mich die ein Teil der schweizer Presse wiedergab-, ich hätte einen Meineid begangen. Zur Warnung für Auswanderer teilt das Hamb. Echo" foleine grobe Verleumdung ist. Normann- Schumann weiß, genden Fall mit: Ein junger Hamburger, Paul Sch., der vor einiger daß die Staatsanwaltschaft seine Denunziation als haltlos zurück- Beit in New- York eingewandert und arbeitslos war, meldete sich im gewiesen hat, Herr Stöcker aber hat sich zum Kolporteur dieser verflossenen Herbst auf nachfolgendes Inserat in der„ Staatszeitung" groben Verleumdung gemacht, indem er sie gestern im Reichstag hin:" Männer, 200 deutsche, polnische, ungarische, slawische, für Kohlengruben, auch 10 Maschinen- Läufer; beständige Arbeit; guter Bei der Gründung des Deutschen Neiches haben die einzelnen wiederholte. Lohn. Kommt sofort reisefertig. J. Herb, 2 Carlisle Str., nahe Bundesregierungen auf ganz bestinumt abgegrenzte SouveränitätsDer Abg. Stöder mußte sich sagen, daß diese Beschuldigung Rector Str." Bei der genannten Schiffs- und Arbeitsagentur wurde rechte zu Gunsten des Reiches verzichtet. Weder Bundesrat noch Normann- Schumanns eine Verleumdung ist, weil, wenn auch nur dem Arbeitsuchenden eröffnet, daß die Chesapeake u. Ohio Coal Co. Reichstag können beliebig diese Voraussetzungen der Gründung des ein Schein von Wahrscheinlichkeit für diese Beschuldigung vorhanden tüchtige Leute für ihre in Fayette County, West- Virginia, gelegenen Reiches verändern. Falls der Bundesrat solche Beschlüsse faßt, gewesen wäre, die Staatsanwaltschaft längst die Verfolgung meiner" Rush. Run"-Kohlengruben brauche. Der Agent versprach ihm anwird es stets nur mit Zustimmung desjenigen Einzelstaates Person beantragt hätte. geblich einen Tagelohn von 5-6 Dollar, wöchentliche Auszahlung, geschehen, um dessen Rechte es sich im speciellen Falle handelt. ( zurufe bei den Socialdemokraten: Na, na, na! Aber Herr Stöcker hat seine moralische Qualität selbst am besten freie Hinreise und nach zwei Monaten Arbeit freie Rückreise. Sch., Heiterkeit.) Bitte, weisen Sie mir Fälle nach, wo das nicht der Fall gewesen ist gewertet, als er von meinem Freund Singer zu einem Widerruf der lange Zeit arbeitslos gewesen, ließ sich überreden und wurde mit einer Reihe Andrer von der Agentur nach West- Virginia gesandt. Es wird gar nicht daran gedacht, durch ein Reichsgesetz eine feiner Beschimpfung aufgefordert, erwiderte: Aus Briefen, welche der Mann seitdem an seinen in Nr. 1016 Verkehrsordnung für Automobile zu erlassen, sondern derartige Be„ Wenn Herr Singer von mir fordert, ich soll konstatieren, daß Ave. A. lebenden Bruder, Mar Sch., schrieb, geht klar hervor, wie schlüsse werden durch lebereinstimmung der Bundes- ich den Abgeordneten Bebel nicht des Meineids für fähig halte, so es ihm in Wirklichkeit erging, und sei dies zur Warnung hier mitstaaten gefaßt. Es sollen durch solche Uebereinstimmung für alle will ich das sehr gern thun, wenn die Herren erklären, geteilt. Er schreibt, daß, trotzdem er nun schon nahe an zwei Monate Bundesstaaten gleiche Grundsätze festgestellt und übereinstimmende daß sie mich dessen auch nicht für fähig halten." in den Gruben arbeitet, es ihm noch nicht möglich war, auch nur Polizeiverordnungen erlassen werden. Das ist keine Aenderung der einen Cent bares Geld zu bekommen. Die Company hat ein WertReichsverfassung. Ich halte es aber für ganz ausgeschlossen, daß etwa das Volksschulwesen der Kompetenz des Bundesrates unterstellt In dem Prozeß, der zwischen mir und Normann- Schumann markensystem eingeführt, welche den Bergleuten anstatt baren Geldes würde.( Lebhafte Zustimmung rechts.) Preußen wäre der schwebt, handelt es sich nicht um die Frage: ob ich einen Meineid gegeben werden. Diese Marken werden nur in den„ Company Stores" angenommen und haben anderswvo keinen Wert. erste Staat, der dagegen lebhaften widerspruch erheben geschworen habe diese Frage ist entschieden, sondern darum, ob ich Arbeiter sind dadurch gezwungen, alle ihre Bedürfnisse in den GesellNormann- Schumann bezichtigte, der Verfaffer der berüchtigten Hunnen schaftsniederlagen bei erhöhten Preisen einzukaufen, wodurch die Abg. Dr. Sattler( natl.): Wohnt Dr. Herzfeld in Kamerun oder briefe zu sein, die von Luzern nach China gesandt wurden, um von Company einen doppelten Profit aus der Arbeitskraft ihrer Anauf einer weltfremden Insel, daß er behaupten kann, ich hätte die dort nach Deutschland verbreitet zu werden. Auf die Klage, die gestellten erzielt. Sein Tagelohn, so behauptet er, war niemals, wie Hebung der Volksschule in den polnischen Landesteilen verhindert? Normann- Schumann hierüber gegen mich erhob, habe ich mit der versprochen, 5 bis 6 Dollar, sondern nie höher als 2 Dollar pro Oder hat er sich in die mecklenburgischen Verhältnisse so verrannt, Gegenklage auf seine immer wiederholten Verleumdungen gegen Tag, und ist die Höhe des Lohnes von der Härte der Kohlen abdaß er nichts von dem bemerkt, was in Preußen vorgeht? mich geantwortet. hängig. Wenn die Kohlen hart sind, kann ein Arbeiter kaum genug ( Heiterkeit.) Was meinen Zwischenruf anlangt, so verbitte ich mir verdienen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Sch. war in die Unterstellung, als hätte ich ihn auf die Verhältnisse der VolksSchöneberg, den 19. Februar 1903. letterer Zeit kränklich und der harten Grubenarbeit nicht gewachsen. schule bezogen. Er wollte deshalb nach New- York zurück. Aus diesem Grunde ver fuchte er, wie er schreibt, zu wiederholten Malen, von der Gesellschaft sein Guthaben von 30 Dollar in barem Gelde zu bekommen, doch so oft er auch mit seiner berechtigten Forderung vor die Beamten der Company trat, wurde ihm bedeutet, daß er ja kein Geld brauche, da er ja alles, was er nur immer wünschen möge, in den Gesellschaftsniederlagen mit den Marken kaufen könne. Auf Ellis Jsland erklärt würde. " Das genügt zur Beurteilung des Herrn Stöcker. Parlamentarisches. Budget- Kommission. A. Bebel. Die Die Abg. Dr. Pachnicke( frs. Vg.): Auch Fürst Bismard hat die Rechte der Einzelstaaten stets ängstlich gewahrt. Trotzdem lag ihm der Gedanke einer mecklenburgischen Verfassung teineswegs fern. Er wurde in den siebziger Jahren einmal ungeduldig und gab dem mecklenburgischen Regierungsvertreter zu verstehen:„ Nun macht aber endlich, daß ihr vom Fleck kommt. Ich Debatte über die Militär- technische Hochschule. Die Sigung am Freitag wurde vollständig ausgefüllt mit der kann dem Drängen des Reichstages und der öffentlichen Meinung Militärverwaltung wies darauf hin, daß die Bedeutung der Technik man freilich, daß keine Einwanderer mehr nach den Gruben in Westnicht länger widerstehen. Auch das Centrum hat doch im vorigen für die Armee eine sehr große sei und immer größer werde. Neben Jahre durch den Abg. Kirsch erklärt, falls Mecklenburg in kirchlichen der allgemeinen Technik habe sich im Laufe der Zeit eine besondere Dingen nicht endlich fortschreite, müsse man an eine Einwirkung von Militärtechnik herausgebildet, die umfangreiche Sondergebiete umReichswegen denken. Tiche Niveau des Offiziercorps unfrer technischen Waffen, dem Forts fasse. Mit Rücksicht hierauf sei es notwendig, daß das wissenschaftentsprechend, gehoben werde und schritt und der hohen Bedeutung der allgemeinen Technik daß außerdem für jeden einzelnen militärischen Zweck eine gewisse Zahl von wir in einem Klassenstaat leben, denn für die höheren Schulen haben wir ja schon ein Gesek, das Minimalforderungen enthält, für die Volksschule aber will man nichts thun.( Sehr wahr! bei den Socialdemokraten.) Staatssekretär Graf Posadowsky wiederholt seine Erklärung, daß die Reichs- Schulkommission lediglich darüber zu wachen habe, daß die Schulen, welche das einjährig- freiwillige Berechtigungszeugnis gewährten, ein bestimmtes Mindestmaß von Kenntnissen vermittelten. Das liegt auf einem ganz andren Gebiet als Mindestforderungen in Bezug auf die Gehaltsverhältnisse der Lehrer. Für eine Erweiterung der Befugnisse der Reichs- Schulkommission besteht nicht die geringste Aussicht. Vor allem wird der größte Bundesstaat Preußen dafür nicht zu haben sein; die Verhältnisse in den einzelnen Staaten sind zu verschieden. In Preußen bemüht man sich seit 30 Jahren vergeblich, ein Volfsschul- Gefeß zu schaffen. Virginia gesandt werden würden, allein, wie aus der Eingangs wege, sich die Opfer ihres Ausbeutungssystems in andrer Weise zu citierten Anzeige hervorgeht, finden die Kohlenbarone Mittel und verschaffen. Berlin und Umgegend. Zum Bäckerstreit bei Goldacker. " des Abg. Dr. Herzfeld( Soc.): 90 Proz. der Lehrer in den polnischen Landesteilen verstehen kein polnisch. Was hat Herr Sattler und feine Partei gethan, um diesen Zustand zu beseitigen? Die Klassen find überfüllt, vicle Kinder müssen Fahre lang auf Aufnahme warten. In unsre gestern abgedruckte Buschrift hat sich ein Drudfehler Was hat Herr Sattler und seine Freunde dagegen Offizieren in bester Weise ausgebildet werden. Deshalb soll eingeschlichen. Statt Bäckermeistern" muß es heißen Backmeistern dieses Betriebes". Artillerie- und Ingenieurschule in Berlin errichtet werden. Die Dauer ersten Satz der Berichtigung wollen wir nicht mehr eingehen da wir Im übrigen: Herr Goldacker berichtigt. aber wie. Auf den des Studiums an der neuen Anstalt soll auf drei Jahre bemessen uns dazu schon gestern erklärt hatten. werden. Jedes Jahr sollen 50 Offiziere angenommen werden, so daß abend, Daß am Sonntag Abend dem zweiten Streits, alle Schichten sich schließlich die Zahl der Hörer auf 150 belaufen iverde. voll besetzt gewesen seien, erklären wir trog der Berichtigung für jährlich ca. 311 000 W. betragen. Für das nächste Jahr find 115000 m. schärfen. Er weiß doch wohl noch, daß am genannten Abend fünf Die dauernden Ausgaben für diese Anstalt werden vom Jahre 1906 unwahr. Wir wollen Herrn Ziemann das Gedächtnis ein wenig an dauernden Ausgaben und außerdem als einmalige Kosten für bis sechs Gefellen, die teilweise schon zu arbeiten angefangen hatten, Bearbeitung der Entwürfe zu einem ballistischen Laboratorium nach furzer Zeit die Arbeit wieder hinwarfen und ihre Papiere 10000 M. gefordert worden. Die Centrums- Abgeordneten Gröber Aenderung der Benennung dieser Anstalt in:" Anstalt für militär- Mann. Hierauf stürzte der Buchhalter, Herr Ziemann, angſterfüllt und Spahn traten für die neue Anstalt ein, schlagen aber eine zurückverlangten. Abends, kurz vor 9 Uhr, als eben gerade wieder drei Mann weggegangen waren, arbeiteten im Betriebe ganze neun technische Lehrzwecke" vor, weil dadurch festgelegt werde, daß sich zu dem Schuhmann vor der Thür mit den Worten:" Herr der Unterricht in dieser Anstalt nur auf die Fragen der Militär- a chtmeister, Herr Wachtmeister, was soll denn technik erstrecken dürfe. Der Kriegsminister erklärte sich mit dieser das noch werden, die holen uns ja die ganzen entsprechende Erweiterung der technischen Hochschule in Charlotten- ware!" Kann sich Herr Ziemann wirklich nicht mehr entsinnen? Aenderung einverstanden. Abg. Paasche will lediglich eine zwed- Leute weg; da haben wir morgen ja wieder keine burg. Unabhängigkeit der Lehrer, wie sie bei einer militärischen Ober- haben wir nicht bestritten; doch hat von den 44 Streikenden Die Freiheit der Wissenschaft erfordere die völlige Daß vom Montagabend an sich genügend Streitbrecher fanden, leitung nicht möglich sei. Durch die Erweiterung der technischen ich noch nicht ein einziger zu StreitbrecherHochschule werde sowohl die Entwicklung dieses Instituts gefördert biensten herbeigelassen. als auch das von der Heeresverwaltung erstrebte Ziel in der besten Waise erreicht. Diesen Ausführungen schließen sich andre Redner an. Fortsetzung der Debatte am Dienstag. Abg. Sattler( natl.): Auf die Verhältnisse in den polnischen Provinzen gehe ich nicht ein. Im übrigen bleibe ich dabei, daß meine Partei stets für die Interessen der Volksschule eingetreten ist. Damit schließt die Diskussion. Persönlich bemerkt Abg. Nettich( f.): Auf Herrn Pachnickes Nede konnte ich schon deshalb nicht antworten, weil ich fie nicht gehört habe. Im übrigen rede ich, wenn ich will und schreibe wenn ich will.( Heiterkeit links.) Wenn aber Herr Pachnide aus meinem Schweigen etwa Zustimmung herauslesen sollte, so lege ich dagegen Verivahrung ein. Der Titel wird bewilligt. Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Sonnabend 1 Uhr. Schluß 6 Uhr. Erklärung.") Durch Unwohlsein verhindert, den Sigungen des Reichstags in den letzten Tagen beizuwohnen, war es mir auch unmöglich, den niedrigen Verdächtigungen, die in der gestrigen Sigung der christliche Hofprediger a. D. Abg. Stöcker gegen mich schleuderte, gebührend zu antworten. Partei- Nachrichten. Parteipresse. In die Redaktion der Märkischen Volfsstimme" tritt an Stelle des nach Nürnberg übersiedelten Genossen Eberhard Genosse Berner- Berlin ein. Unser Parteigenosse Stadthagen befindet sich, wie aus einer foeben von ihm eingetroffenen Mitteilung hervorgeht, so wohl, daß er in den nächsten Tagen wieder nach Berlin zurückkehren wird. Aus der argentinischen Arbeiterbewegung. ader wird doch nicht behaupten wollen, daß Geheimräte oder andre Weiter soll das Geschäft nicht zurückgegangen sein. Herr GoldLeute verwöhnten Gaumens seine Kundschaft bilden, denen es völlig gleich ist, wie er mit seinen Leuten umspringt? Nein, die Kundfchaft dieses Herrn besteht fast nur aus Arbeitern und diese haben ihm schon deutlich fühlen lassen, wie sie über ihn und die Maßregelung denken. Wenn sich das Geschäft noch gehoben hat, warum bemühte sich Herr Goldacker so krampfhaft, dem Publikum mittels der Plakate Ünrichtigkeiten aufzutischen? Er hat dieselben auch schleunigst wieder einziehen müssen, denn er sorgte damit nur noch für größeres Bekanntwerden seines Vorgehens. Herr Goldader mag sich drehen und wenden, wie er will. Wir sagen abermals: Die Entlassung unfres Vertrauensmanns war eine Maßregelung und infolge Nichtbeachtung dreier Paragraphen des Vertrages vom 12. d. M. ein grober Vertragsbruch. Die socialdemokratische Partei von Argentinien hat ihren Kampf Die Arbeiterschaft Berlins aber bitten wir, uns in diesem Kampfe nach zwei Fronten zu führen, einmal gegen die reaktionäre Regierung, gegen Unternehmerwillkür ihre moralische Unterstügung zu teil werden Obgleich nun die Parteigenossen Reißhaus, Wurm, Ledebour und ein andermal gegen die Anarchisten. Die letzteren sind in ziemlich zu lassen. Singer dem Hofprediger a. D. genügend dienten und ihm antworteten, großer Anzahl in den Gewerkschaften vertreten. Im November v. J. Der Vorstand des Bäckerverbandes. was geantwortet werden mußte, sehe ich mich doch noch zu einer sach- war gelegentlich des großen Ledermarktes in Buenos Aires, in dem Die Arbeiter der Firma Mix u. Genest haben gestern abend den lichen Darstellung der behandelten Angelegenheit veranlaßt, weil die Exportgeschäfte erledigt werden, ein Streit der Träger und Bericht der Kommission entgegengenommen. Betriebsdirektor Müller diese nur von mir gegeben werden kann. Backer ausgebrochen; sie forderten die 9stündige Arbeitszeit( anstatt 14) Zeit zu Zeit notwendig seien. Von dem humanitären Standpunkt, Auf Grund einer Reichstags- Rede, die ich in der Session 1896 bis und Anerkennung der Gewerkschaft. Die Hafenarbeiter und Fuhr- hat der Kommission erklärt, daß Ueberstunden in dem Betriebe von leute unterstützen den Streit, indem auch sie die Arbeit niederlegten. Der die Arbeiter bewege, zu Gunsten arbeitsloser Kollegen die leber1897 hielt, wurde ich durch die Oberstaatsanwaltschaft als Zeuge im Da die öffentliche Meinung den Streifenden sehr günstig war, so stundenarbeit abzuschaffen, könne fich die Direktion nicht leiten laffen. Tausch- Prozeß vorgeladen. Ich sagte vor Gericht unter Eid aus, wäre der Ausstand zweifellos zu Gunsten der Arbeiter entschieden was die Behandlung seitens der Meister anbelange, so sei diesen was ich bereits in meiner Neichtags- Rede erwähnt hatte, daß die worden. Da kamen die Anarchisten dazwischen, verübten mehrere Hezereien und Treibereien, die in der ersten Hälfte der neunziger ummüße und widerfinnige Gewaltthätigten und forderten durch nicht zu berargen, wenn sie Arbeiter, von denen sie in Versammlungen angegriffen werden, einfach entlassen. Thatsächlich ist denn Jahre gegen den Kaiser, den Neichskanzler Grafen v. Caprivi und Flugblätter die Arbeiter zum Generalausstand auf. Die Folge auch wieder ein Kommissionsmitglied von seinem Meister durch Abdaß das geängstigte Spießbürgertum die Re- züge derartig drangfaliert worden, daß es seine Entlassung nehmen den Staatssekretär Freiherrn v. Marschall in Scene gesetzt wurden, davon war, daß das gierung zu Maßnahmen gegen die Die Arbeiter drängte. in dem sehr einflußreichen und gut bezahlten Agenten der Socialisten suchten zu retten, was zu retten war; in einem mußte. Nach lebhafter Aussprache beschloß die Versammlung, daß, politischen Polizei Normann- Schumann Manifest forderten sie die Arbeiter auf, den Beschluß bezüglich des wenn von heute( Sonnabend) ab die Ueberstunden Hauptstüße gefunden hätten, der in dem in Paris Generalausstandes aufzuheben und sandten eine Delegation an den nicht im Fortfall kommen, abteilungsweise dieerscheinenden Memorial Diplomatique" entsprechende Korrefpon- Präsidenten. Die lettere wurde nicht empfangen und bei den Ar- selben zu verweigern sind. beitern drangen die Vorstellungen der Socialisten ebenfalls nicht " eine denzen veröffentlicht habe. Die Konferenz der Gesellenausschüsse, Normann- Schumann fand es für angemessen, noch während oder durch. In der Nacht vom 22. November votierte die Kammer das unmittelbar nach Abschluß des Tausch- Prozesses Deutschland zu ver- Heimatsgesetz", ein Ausnahmegejezz gegen die Arbeiter. Danach die am 15. d. M. im Gewerkschaftshause tagte und in der laffen und sich auf seine Luzerner Villa zurückzuziehen. Von hier aus fonnten alle verdächtigen" Fremden des Landes verwiesen werden. 38 Jnnungen durch 180 Ausschußmitglieder vertreten waren, verbreitete er alsdann ein gedrucktes Pamphlet, in dem er den Am nächsten Tage wurde über Stadt und Provinz Buenos Aires beschäftigte sich in ihrem ersten Teile mit der Vornahme einer und Santa Fé der Belagerungszustand verhängt, die socialistischen Statistit über das Lehrlingswesen in Berlin. Herr Dr. Groffe erFreiherrn b. Marschall, den Geh. Regierungsrat Zeitungen wurden verboten, ihre Druckereien, das Boltshaus, die läuterte einen den Anwesenden zu diesem Zwecke vorliegenden Frage*) Durch ein Versehen unsrerseits verspätet. D. R. Bureaus der Gewerkschaften und der politischen Partei wurden von bogen in eingehendster Weise. Nach lebhafter Diskussion erklärte der Polizei durchsucht und geplündert. Alle als Socialisten be- Iman sich mit der Vornahme der hierzu notivendigen Arbeiten ein Die Diskussion zeitigte zahlreiche Klagen und erwies, daß Von Ausständen erwähnt der Bericht den Riesenkampf der Tabak- tretern schlossenen Organisationen auf. 1901 waren es 1855 Mitglieder. der Preßkommission nicht vorgelegen. = Von den Verdaß berſtanden und verpflichtete sich, die ausgefüllten Fragebogen bis zum| Arbeiter mit anwerben lassen. Sie wollten, in Bremerhaven an- liste aufgeführt waren, 15. März der Kommission zulommen zu lassen. Sie wollten, in Bremerhaven an-| liste aufgeführt waren, was den Genossen wiederum eine gelangt, den Trupp nach dem dortigen Gewerkschaftsbureau führen, Mahnung fein sollte, vor jeder Wahl rechtzeitig die Wählerliste Hierauf gaben Korbmacher Bartel und Tischler Monien Bericht um die Leute noch im letzten Augenblick dem Lloyd zu entreißen. einzusehen. über die Verhandlungen der Handwerkskammer, das reaktionäre Der gut angelegte, von der Umsicht unfrer Genossen zeugende Plan Der Stand unsrer Presse ist wohl niemals so befriedigend gewesen Von der Preßkommission berichtete Wels. Gebaren der die übergroße Majorität bildenden Arbeitgeber scharf gelangte aber nicht zur Ausführung, weil inzwischen die Nachricht wie jetzt. Die beispiellose Hetze, die gegen den Vorwärts" getrieben verurteilend. Dhne die Vertreter der Arbeiter hinzuzuziehen, eintraf, daß man die Streitbrecher nicht mehr brauche, weil der wurde, hat jedenfalls zu dem gewaltigen Aufschwung beigetragen. hat man sich ganz nach berühmten Mustern eine Geschäftsordnung Streit beendet war. Nun verlangten die Angeworbenen eine Ent: Die Zahl der Abonnenten ist auf 69 946 gestiegen, wovon circa gegeben, die es den Gefellenvertretern ihrer geringen Zahl wegen schädigung von 5 M. pro Mann, die ihnen der Agent dann auch 63 000 auf Berlin kommen. unmöglich macht, selbständige Anträge zu stellen. Die Redezeit ist zahlte. Die Zahl der auswärtigen So hat der Versuch, schlesische Streitbrecher nach Bremer Abonnenten stieg in den letzten vier Monaten von 3000 auf 7000. selbst für Referenten bei Begründung sachlicher Anträge auf haven zu befördern, dem Norddeutschen Lloyd die Kleinigkeit von Daß der Ueberschuß des Vorwärts" im legten Quartal trotz der zu b mur 10 Minuten festgesetzt. Die für die Mehrzahl der Berufe fest- 500 M. gekostet. gesetzte Lehrzeit von drei Jahren wird illusorisch gemacht durch Der Jahresbericht für 1902 des Gewerkschaftskartells Nord- den Umzug und die Neuausstattung der Redaktionsräume verursachten Steigerung der Auflage nicht größer ist als früher, ist auf die durch Bestimmungen, die es dem Lehrmeister ermöglichen, durch Ge- hausen, der soeben gedruckt erschienen ist, weift an gewerkschaftlich Ausgaben zurückzuführen. Die Buchhandlung rentiert sich jetzt bewährung ganz geringfügiger Entschädigungen dieselbe bis auf vier organisierten Arbeitern 1874 Mitglieder in 19 dem Startell ange- deutend besser als früher. Beschwerden größerer Art haben Jahre zu verlängern. der Lokalkommission wird mitgeteilt, ähnlich dem Verhalten in der Handwerkskammer auch in den arbeiter, der wohl einen teilweisen Erfolg hatte, bei dem aber circa vor kurzem eine Konferenz von Vertretern aus der Provinz einzelnen Innungen verfahren wird. Systematisch werden den 100 Mann ausgesperrt blieben, darunter Arbeiter, die 20-30 Jahre Brandenburg mit der Lokalkommission stattgefunden hat, wobei Gesellenvertretern die kümmerlichen Rechte genommen, die das Hand- in den Fabriken gearbeitet hatten. Am 1. Juni wurde das Gewerk- besonders die Lokalfrage in den Vororten und der Provinz erörtert werkergesetz ihnen einräumt, und Beschwerden an die Aufsichts- fchaftsbureau, in welchem wöchentlich dreimal Sprechstunden gehalten wurde. Im 5. Kreise sind inzwischen 2 neue Lokale freigeworden: behörden hatten bisher nur in den allerseltensten Fällen Erfolg. Nachdem dann noch auf die im April fälligen Ersagwahlen für Neu gegründet wurden die Zahlstellen der Zimmerer und Müller; Friedrichstraße. In der Tonhalle wird am nächsten Mittwoch eine werden, eröffnet und erfreut sich dasselbe allgemeiner Beliebtheit. Zur Hochschule" in der Luisenstr. 55, und die Tonhalle" in der die Handwerkskammern hingewiesen, wurde die Konferenz mit dem erstere mit 45, lektere mit 24 Mitgliedern. Auf Anregung des Ge- Versammlung stattfinden, wo der Reichstags- Abgeordnete Antrick Hinweis, alle Uebergriffe der Innungsvorstände an die Adresse der werkschaftskartells wurde der nunmehr Kommiffion: Otto Wels, Engel- Ufer 15, 3immer 35, zu verein gegründet. Die Arbeitslosen wurden zweimal gezählt. Im zur nächsten Versammlung vertagt werden, weil der Vertreter Stoßzke Leben getretene Stonfum- spricht. Der Bericht der Agitationstommission mußte bis berichten, geschlossen. November waren von 1000 gezählten Personen 203 arbeitslos, im zu einer sehr wichtigen Sigung der Kommission abberufen worden war. insgesamt 1300,49 M., an Ausgaben 833,49 M. Januar bei 1668 Personen 357. An Einnahmen hatte das Kartell Unter Vereinsangelegenheiten gab Wels, um einem Gerücht, konstatiert, daß trotz der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse der abzubrechen, folgende Erklärung ab:" Auf Grund sowohl wörtDer Bericht das gegen ein ehrenwertes Mitglied ausgestreut wurde, die Spize Mitgliederstand nicht gesunken, im Gegenteil in einigen Organi- lich wie finngemäß gänzlich entstellter Wiedergabe von Ausfationen gestiegen ist. führungen, die ich in einer eriveiterten Vorstandssigung gemacht habe, hat ein Gerücht Verbreitung gefunden, das geeignet ist, den feit das Jahr 1902 konstatiert, daß die Thätigkeit der Kommission im Ehre auf das empfindlichste zu kränken. Ich erkläre hierzu im EinDer Jahresbericht der Gewerkschaftskommission Oestreichs für langem im fünften Wahlkreise thätigen Genossen Schrolle in seiner Berichtsjahre eine sehr rege gewesen ist. Das Organ„ Die Gewerk- verständnis mit Schrolle und unter Bestätigung des gesamten Vors schaft" wurde in 54 000 Exemplaren in deutscher und 2400 standes, daß die von mir gemachten Angaben vollinhaltlich der Eremplaren in czechischer Sprache gratis an die der Gewerkschafts- Wahrheit entsprechen, aber auch nicht das geringste ents fommiffion angehörenden Organisationen abgegeben. Die Gesamt- halten, was zur Begründung oder Verbreitung fumme der Einnahmen betrug 31 430 Stronen 19 Heller, wovon aus eines so nichtswürdigen Gerüchts hätte Anlaß geben Monatsbeiträgen a 3 Heller fich allein 30 961 Stronen 69 Heller er- können." gaben. Im Durchschnitt wurden monatlich für 86 004 Mitglieder Des weiteren machte Liepmann darauf aufmerksam, daß in Beiträge entrichtet. Die Gesamtausgaben betrugen 35 007 Stronen mehreren Bezirken des Kreiſes noch sehr viel Agitation geleistet 94 Heller. Der Abgang wurde dem Reservefonds entnommen. werden muß, um die Wahl unsres Kandidaten zu sichern, und fordert An Streikunterstützung hat die Gewerkschaftskommission im Berichts- die Mitglieder auf, die Abteilungsführer in ihrer Thätigkeit fleißig jahre geleistet: 1000 Stronen für den Streit in Triest, 600 Kronen zu unterstützen. für den Schuhmacherstreik in Pola, 300 Kronen für die streikenden Die Rabizputer, Spanner, Cementierer und Hilfsarbeiter haben einem mit dem Verbande der Gips-, Cement- und Deckenbaugeschäfte vereinbarten Tarifvertrage ihre Zustimmung gegeben. Derfelbe tritt am 1. April an Stelle des mit diesem Zeitpunkt ablaufenden alten Vertrages in Kraft. Die wesentlichsten Bestim mungen des neuen Vertrages find folgende: Der Stundenlohn beträgt: Für Rabizputer 80 Pf., für Maurer 67% Pf., für Cementierer 60-62 Pf., für Spanner und Flechter 62 Pf., für Einschäler und Buberträger 55 Pf., für Hilfscementierer und Hilfseinschäler 50 Pf., für Hilfsarbeiter 45 Pf. Die Arbeitszeit ist die selbe wie bei den Maurern. Die Arbeiten sollen möglichst im Zeit Lohn ausgeführt werden. Auf jedem Bau muß, soweit es angeht, eine verschließbare Bude vorhanden sein. Ueberstunden werden mit 25 Proz. und Sonntags- und Nachtarbeit mit 50 Broz. Zuschlag per Stunde gezahlt, jedoch sollen an einem Tage möglichst nur zwei Ueberstunden gemacht werden. Die Nachtarbeit unterliegt, wenn Tag und Nacht 2 Kolonnen arbeiten, der freien Vereinbarung und soll nur in äußerst dringenden Fällen zur Anwendung gelangen. Wenn irgend möglich, sollen die Leute, die tagsüber beschäftigt waren, durch eine Nachttolonne abgelöst werden. Außerhalb Berlins und Berlmutterdrechsler. der Vororte wird das volle Fahrgeld vergütet. Bei Arbeiten außerhalb der Vorortszone wird eine einmalige Hin- und Rückfahrtkarte 3. Wagenklasse bezahlt. Fahrzeit gilt als Arbeitszeit. Lohn für außerhalb unterliegt einer jedesmaligen gegenseitigen Vereinbarung. Der Vertrag gilt auf ein Jahr. Achtung Täschner, Nieter und Sattler aller Branchen. In der Taschen und Koffer- Fabrit von Paul Fährmann, LouisenUfer 12, haben die dort beschäftigten Kollegen wegen Differenzen die Arbeit niedergelegt. Husland. Sociale Rechtspflege. Die jugendlichen Arbeiterinnen des Stürschners Biller hatten ihre Arbeitszeit von 8 Uhr früh bis 8 Uhr abends. Da fie Sonnabends um 5 Uhr aufhören mußten, wurde von ihnen verlangt, an drei Tagen der Woche bereits um 7 Uhr mit der Arbeit zu beginnen, damit die Sonnabends verloren gehende Zeit wieder herausfomme und die Mädchen keinen Schaden hätten". Zwei der Mädchen verweigerten dies und wurden darauf mit den Worten entlassen: wver sich nicht den Anordnungen des Arbeitgebers fügen wolle, der könne gehen. Fräulein S., eine der Entlassenen, klagte beim Berliner Gewerbegericht gegen Biller auf Lohnentschädigung wegen unberechtigter plöglicher Entlassung. Der Gerichtshof unter dem Vorsiz des Herrn v. Schulz war jedoch der Meinung, daß die Klägerin gemäß der Aufforderung des Beklagten um 7 Ühr hätte zur Arbeit bis er die Klage zurücknahm. kommen müssen. Man redete dem Vater der Klägerin so lange zu, In der Militär Effekten- Fabrik von H. Becker u. Co., Michael- Kirchstr. 29 a, haben sämtliche dort beschäftigten Accord arbeiter wegen der geradezu skandalösen Preise, ivelche auf die sogenannten Arbeiten der Spandauer Artillerie- Werkstatt gezahlt werden, die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist streng fernzuhalten. Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Sattler- Verbandes. In Fürstenwalde wurden, wie uns von dort geschrieben wird am Montag die Former der Temper- und Stahlgießerei G. Chorus infolge schlechter Accordpreise gezwungen, die Arbeit niederzulegen. ( Dies eigentümliche Verhalten erklärt sich wohl daraus, daß Es wurde ihnen gesagt, wenn sie die Arbeit für den angebotenen der Gerichtshof der irrtümlichen Auffassung war, es handele Preis nicht machen wollten, könnten sie gehen. Es befinden sich sich hier um eine allgemeine Verlegung der Arbeitszeit auf 9 Mann daher außer Arbeit und ersuchen alle Kollegen dafür zu die Stunden zwischen 7 1hr früh und 7 Uhr abends. Der Berichtforgen, daß der Zuzug ferngehalten wird. Die hiesige Ortsverwaltung des Metallarbeiter- Verbandes versuchte auf friedlichem erstatter.) Wege eine Einigung; der Vertreter der Firma lehnte es aber ab, eine Erhöhung der Preise zu versprechen. Deutfches Reich. Verfammlungen. อิน Der Wahlverein des sechsten Berliner Reichstags- Wahlkreises hielt am Dienstag zwei Mitgliederversammlungen ab, eine für Gesundbrunnen bei Schirm in der Badstraße, die andre für die Schönhauser Vorstadt im Prater. Beide Versammlungen waren gut bes sucht. In Schirms Saal sprach Reichstags- Abgeordneter Rosenow über Das allgemeine Wahlrecht, seine Freunde und seine Feinde". Redner ging auf die Entstehung des jezigen Reichstags- Wahlrechts ein und verwies auf die Erfolge, welche die Socialdemokratie durch dasselbe erzielt hat. Diese Erfolge seien den Gegnern schon seit langem ein Dorn im Auge, deswegen verlangt ein Teil von ihnen, besonders die Konservativen, die gänzliche Beseitigung des Wahl= rechts und den Ausschluß der Arbeitervertreter aus den Parlamenten, der andre Teil aber, bis zu den unentwegten" Freisinnigen, liebäugelt mehr oder minder mit den Entrechtungsplänen der Reaktionäre. Nur die Angst vor den kommenden Wahlen hat sie diesmal noch von einer Beschränkung des Wahlrechts zurückgeschreckt. Für die Arbeiter heißt es, auf der Hut zu fein und ihre Stimme für die Socialdemokratie abzugeben, denn nur diese ist die Hüterin des Wahlrechts. Eine Diskussion über den Vortrag wurde nicht beliebt. Im Prater referierte Genosse Salisti über:, Demolierter Liberalismus". Anknüpfend an den Verrat der Freifinnigen Volkspartei gelegentlich der bekannten Borgänge bei Beratung der Zollvorlage ging Redner auf die historische Entwickelung des deutschen Liberalismus ein und zeigte, daß die Angst vor der Arbeiterklasse und der Mangel an Konsequenz der Reaktion gegenüber den völligen Verfall des Liberalismus bewirkt haben. Schon die bevorstehenden Wahlen geben der Arbeiterschaft Gelegenheit, den Todeskampf des Liberalismus wesentlich abzukürzen, denn an dem gänzlichen Verschwinden desselben verliere in Deutschland niemand etwas. Auch hier fand keine Diskussion statt. " Fünfter Wahlkreis. Der socialdemokratische Wahl Den streifenden Offenbacher Schriftgießern haben sich jest auch verein hielt am Donnerstag im Alten Schüßenhause seine General ihre Frankfurter Kollegen angeschlossen, indem sie am versammlung ab. Seit der letzten Versammlung haben sich Donnerstag gleichfalls die Arbeit niederlegten. Die Arbeit 11 Personen zur Aufnahme gemeldet; fie wurden für aufgenommen Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 22. Februar 1903, borruht also jetzt in allen Betrieben des Frankfurt- Offenbacher Gießerei erklärt. Darauf berichtete der Vorsitzende Zucht über die Thätigkeit mittags 8% ühr, in der Aula der 69. Gemeindeschule, Kleine Frankringes. Die Unternehmer hatten den Gehilfen zur Beilegung des des Vorstandes im verflossenen Quartal. Der Vorstand hat seine furferstraße 6: Versammlung." Freireligiöse Borlesung". Um Offenbacher Ausstandes und zur Zurücknahme der Kündigung in Hauptaufgabe darin erblickt, die Agitation im Kreise 10% Uhr vormittags ebendaselbst: Bortrag des Fräulein Jda Altmann: Frankfurt folgendes Angebot gemacht: 8 ftündige Arbeitszeit und pflegen und gemeinsam mit den Bezirksführern durch Haus- die Inquifition in Deutschland." Gäste, Damen und Herren, sehr will27,50 M. Wochenlohn für Schriftgießer. Die Lehrlingsstala lehnten agitation und fleine Versammlungen recht erfolgreich gedie Unternehmer ab, außerdem verlangten sie, daß die bestehenden wirkt. Allgemeine Kranken: und Sterbekasse der Metallarbeiter. Die Mitgliederzahl ist von 868 auf 1011 gestiegen.( Filiale Berlin 3.) Mitgliederversammlung am Sonnabend, den 21. Februar, Tarife in den nächsten fünf Jahren nicht geändert werden dürften. Unliebfame Vorgänge beim Begräbnis eines Mitgliedes haben den abends 9 Uhr bei Bergener, Reichenbergerstr. 157: Kassenbericht und Wahl Mit diesem Angebot erklärten sich die Arbeiter nicht einverstanden. Vorstand veranlaßt zu beschließen, daß nur dann ein Kranz ge- eines Beitragsammlers. Sie forderten Anerkennung der Lehrlingsstala und Ausdehnung der Zugeständnisse auf die Arbeiterinnen und Hilfsarbeiter. Um diese Forderungen durchzusehen, wurde am Mittwochabend der Ausstand beschlossen. Witterungsübersicht vom 20. Februar 1903, morgens 8 Uhr. Stationen spendet wird, wenn von der Familie des Verstorbenen nichts dagegen eingewandt wird. Die Kaffenverhältnisse des Vereins haben sich sehr günstig gestaltet. Wie der Kaffierer Liepmann berichtete, betrugen die Einnahmen im verflossenen Quartal einschließlich eines Der Streifbrecherfang, der in Breslau versucht wurde, ist zwar alten Bestandes von 810,01 m. 3433,17 M., die Ausgaben 2246,26 M., durch die Beendigung des Ausstandes in Bremerhaven gegenstandslos so daß ein Bestand von 1186,91 m. verbleibt. An den Parteivorstand geworden, immerhin ist es interessant, den weiteren Verlauf dieser wurden 650 M. abgeliefert, für Agitation 100 M. ausgegeben und für den Angelegenheit zu erfahren. Nach der Streitbrecherversammlung im Wahlkreis Prenzlau- Angermünde 50 M. Der Kaffierer wurde einstimmig Breslauer Gewerkschaftshause hatten sich doch etiva 100 Arbeits- entlastet. Den Bericht der Vertrauensleute gab Bucht. Swinemde. willige auf dem Bahnhofe eingefunden, die auf die Order zur Ab- Die Volksversammlungen im fünften Kreise waren außerordentlich Hamburg fahrt nach Bremerhaven warteten. Im lezten Augenblick erst war zahlreich besucht, die Säle erwiesen sich als zu klein. In Zukunft Berlin es unfren Genossen gelungen, Flugblätter unter den Arbeitswilligen soll danach getrachtet werden, daß möglichst in zwei Lokalen Ver- Frankf./M. zu verteilen, worin ihnen für die Dauer des Streits eine Unter- sammlungen veranstaltet werden. Die Agitation für die Gewerbe- München ftübung von 2,50 M. pro Tag zugesichert wurde. Es war voraus- gerichtswahl der Arbeitgeber im 29. Wahlbezirk hat keinen großen suschen, daß, weil die Aufklärung erst im letzten Augenblick erfolgte, Erfolg gehabt, ungefähr ein Drittel der Stimmen wurden für die meisten der Arbeitswilligen doch abreisen würden. Um diese unfern Kandidaten abgegeben. Es stellte sich bei der Wahl heraus, wenigstens noch am Ort ihrer beabsichtigten Thätigkeit von Streit- daß manche Parteigenoffen, die dem Gesetz nach wahl brecherdiensten abzuhalten, hatten sich einige organisierte Breslauer berechtigt sind, nicht wählen konnten, weil sie nicht in der WählerVerband der Möbelpolierer. Montag, den 23. Februar, abends 8%, Uhr, Versammlung in Lichtenberg, Friedrich Karlstr. 11. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen J. Rein: über: Die wirtschaftliche und fociale Bewegung im 19. Jahrhundert. 2. Dislussion. 3. Verschiedenes. Mittwoch, den 25. Februar, Blumenstr. 38: Vorstandssigung. Der Maskenball findet am 7. März in Kellers Festfälen, Koppenstraße 29, statt. [ 145/10] Der Vorstand. Wien Barometer stand mm Winds richtung Windstärke 765 S 768 SS 774 SW Better Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm WindWindstärke richtung 4 Haparanda 732 2 Wetter Temp. n. E. | ot| OT 12 764 SW 5 heiter 7bcdeďt 4 Petersburg 748 SS 3heiter 2 Cort 770 23 2volten! 0 Aberdeen 2wolkenl 2 Paris 778 29 3wollig 4 wollig 3bedeckt 1 bedeckt 3bedeckt 0 7 777 S 775 3 Wetter Prognose für Sonnabend, den 21. Februar 1903. Etwas fühler, zeitweise aufflarend, jedoch sehr unbeständig mit einzelnen Regen- oder Hagelschauern und ziemlich starken westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Deuticher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher Amt VII, 353. Sonntag, den 22. d. M., vormittags 10 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain( früher Lipps): General- Versammlung der Verwaltungsstelle Berlin. enbericht und Tages- Ordnung: Centralverband der Maschinisten und Heizer sowie Beifibers, eines Revisors und dreier Bureaubeamten. 4. Un die Berwaltung gelangte Anträge. Berufsgenossen Deutschlands. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. 1. Jahresbericht. 2. Kassenbericht und Bericht der Revisoren. 3. Neuwahl des ersten Bevollmächtigten, des zweiten Kassierers, eines, Ortsverwaltung Berlin. Laufzettel werden zu dieser Versammlung nicht verteilt. Sonntag, den 22. d. M., nachm. 5 hr, bei Voigt, Nitterstr. 75: Die Mitglieder werden darauf aufmerksam gemacht, daß in nachfolgenden Lokalen Bahlstellen errichtet sind: Restaurant Brüschke, Versammlung. Die Tagesordnung wird in derselben bekannt gegeben. Huffitenstr. 29; Restaurant Nitz, Warschauerstr. 74; Mariendorf: Cigarrengeschäft Busse, Chauffeeſtr. 68. Die Ortsverwaltung. Uraniabillets find noch zu haben zur Vorstellung am 22. 6. M. Die zum Umtausch eingelieferten Mitgliedsbücher können abgeholt werden. Die Ortsverwaltung. 138/8 112/6 Brodts Gesellschafts- Haus Deutscher Holzarbeiter- Verband. Erkner am Dämeritz- See. 3 Minuten vom Bahnhof- herrlich am Wald und Waffer gelegen. Bilderrahmenmacher. Montag, den 23. Februar 1902, abends, 8%, Uhr, bei Stramm, Ritterstraße 123: 78/20 empfiehlt sich bei Ausflügen per Eisenbahn und Dampfer den geehrten Branchen- Versammlung. Familien, Vereinen, Fabriken und Gesellschaften zu angenehmem Aufenthalt. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen aller Kollegen 4172 notwendig. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Obmann. 2 große Säle mit Bühne, 2 große schattige Gärten. Schutz für 1500 Personen. Sonnabende und Sonntage noch für Vereine zu vergeben. Obst's Festsäle, Schöneberg. Meiningerstr. 8. Martin Lutherstr. 51. Einem geehrten Bublifum bringe ich hiermit meine Lokale in empfehlende Erinnerung. Jeden Sonntag von 4 1hr ab: Grosser Ball. 6222* 4 Billards. 2 Kegelbahnen. Im Tunnel angenehmer Familien. Aufenthalt. Um gütigen Zuspruch bittet Ernst Obst. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 21. Februar: Anfang 3 Uhr: Luisen. Der Meineidbauer. Anfang 4 Uhr: Carl Weiß. Der Rattenfänger von Hameln. Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Der Troubadour. Javotte. Urania. Vereinigung der Zimmerer Deutschlands. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Bureau: Berlin C., Dragonerstr. 15. Telephon: Amt III Nr. 5028. Das Land Tirol. Sonntag, den 22. februar, vorm. 10 Uhr, in Cohns Festsälen, Beuthftr. 20: Im Hörsaal um 8 Uhr: Dr. Donath: Elektrische Wellen und Strahlen. Sternwarte Invalidenstrasse 57/62. CASTANS tönig seimid Panoptikum Schauspielhaus. König Heinrich der Fünfte. Deutsches. Monna Vanna. Berliner. Dornröschen. Leffing. Der blinde Passagier. Neues. Die Fliege. Borher: Der Oberlehrer. Residenz. Lutti.( Loute.) Westen. Der Freischütz. Central. Das Mädchen von der Heilsarmee. Thalia. Der Camelienonkel. Belle Alliance. Am Telephon. Hierauf: Cupido u. Co. Anfang 8 Uhr: Schiller O.( Wallner Theater.) Wohlthätige Frauen. 9 Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.) Jugend. Carl Weiß. Das sechste Gebot. Borher: Wie denken Sie über Dreyfus? Buntes. Die Kinder der Excellenz. Luisen. Die Maschinenbauer von Berlin. Kleines. Nachtafyl. Trianon. Die Notbrüde. Apollo. Nakiris Hochzeit. Metropol. Neuestes! Allerneuestes! Casino. Cavalleria rusticana. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Steibt. Steidl- Sänger. Baffage- Theater. Specialitäten. Vaffage- Panoptikum.Specialitäten. Balast. Berliner Luft. Specialitäten. irania. Taubenstraße 48/49. Das Land Tirol. Im Hörsaal 8 Uhr: Dr. Donath: Friedrichstrasse 165. Neu! Miss Karri die schöne Tätowierte. Neu ausgestellt: Otto Reutter. Gr. Promenaden- Konzert. Passage- Theater. Anf. Sonnt. 3, Wochent. 5, Abendvorst. 8 U. Ende 11 U. Ganz Berlin zerbricht sich den Kopf über Aga die schwebende Jungfrau. Mysteriöses Theaterstück in 1 Akt. The three Devils: Die Wettfahrt im Todesring. 14 erstklassige Nummern. Außerordentliche General- Versammlung I des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend. Tagesordung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Bericht der Achtzehner- Kommission über die Verhandlungen mit den Arbeitgebern, betreffend die Festsetzung der Lohn- und Arbeitsbedingungen für das Jahr 1903/1904. 3. Verschiedenes. 257/4 Mitgliedsbuch legitimiert. D Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Alle Mitglieder müssen anwesend sein. Schluss der Saison 3. März. Cirkus Schumann Cirkus Busch an Sonnabend, den 21. Februar 1903, abends 72 Uhr: Wochenschrift. Der Vorstand. unterhaltend u. belehr. fauft Verleger für Ang. an V. 747" Todes- Anzeige. Allen Kollegen zur Nachricht, daß unser Kollege Wilhelm Schmidt, umleimer, am Mittwoch früh gestorben ist. 6462 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 22. d. Mis., nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Freireligiösen Friedhofs in der Pappel- Allee aus statt. Die Kollegen der Pianoforte- Fabrik von Julius Pfaffe. Kunststopferei bon 2982* Sonnabend, den 21. Februar 1903, Gerstmann's Ann.- Bur., Berlin W. 9. Frau Kokosky, nachmittags 3 Uhr: Extra- Gala- Vorstellung Gala- Benefizvorstellung mit ausgesuchtem Festprogramm. für den einzig dastehenden verwegensten Radfahrer der Welt Mr. Diavolo mit seinem unkopierbaren Akt Abends 7, Uhr: Parade- Vorstellung zum Benefiz für den Schulreiter Herrn Burkhardt- Foottit. Boeren. Seelöwen. Dahomey. In beiden Vorstellungen: Looping the Loop. Die grossartig. Elefanten- Schauspiele. Am 27. Februar unwiderruflich letztes Auftreten. Ausserdem die besten KunstSpecialitäten und neuen Debuts sowie Direktor Alb. Schumanns neueste Kreationen. Die lustigen Heidelberger. Sonntag 2 Vorstellungen. Nachmittags Clown- Vorstellung sowie die reizende Pantomime: dem Pierrots Weihnachten mit Bonbonregen. In beiden Vorstellungen Looping the Loop und die neuen Debuts. Apollo- Theater. WINTER CARTEN Heute Sonnabend 8 Uhr: Nakiris Hochzeit. Elektrische Wellen und Strahlen. Um 9%, Uhr: 8 allererste Specialitäten. Invalidenstraße 57/62. Stern- Um 10% marie. Täglich geöffnet von 7 Renteni Original- Cake- Walk. bis 11 Robert Steidl auf d. Hängeboden. 76 4 5 Aus dem interessanten Februar- Programm Circling the Cire. Central- Theater Gomognac. Sur, Frau suna. Otto Reutter. Heute Anfang Uhr. Ensemble Gastspiel der Wiener Operetten- Gesellschaft von Venedig in Bien unter Leit. b. Dir. Gabor Steiner. Das Mädchen von der Heilsarmee. ermäßigte Preise: Borher: Sensationelle Specialitäten und Original- Cake- Walk- Tänzer. Sonntagabend: Nakiris Hochzeit. In allen Borstellungen: Harndins elektrisches Ballett. Amerikanische Operette in 5 Bildern, Casino- Theater bearbeitet von 2. Kren u. C. Lindau. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Thalia- Theater. Dresdenerstraße 72/73. Anfang 7 Uhr. Der Camelien- Onkel. Morgen und folgende Lage: Der Camelien- Onkel. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Romeo und Julia. Luisen- Theater. Die Maschinenbauer von Berlin. Morgen nachm. 3 Uhr zu fl. Preisen: Der Meineidbauer. 8 Uhr: Die Maschinenbauer von Berlin. Montag: Der Meineidbauer. Dienstag: Der Fall Clémenceau. Mittwoch: Der Hüttenbesizer. Donnerstag: Der Fall Clémenceau. Freitag z. erstenmal: Dtto der Faule. Sonnabend: Dtto der Faule. Residenz- Theater Direktion: Sigmund Lautenburg. Abends 71, Uhr: Lutti( Loute). Schwank in 4 Aften von Pierre Beber. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag 12 Uhr: Matinee. Zum erstenmal: Leonarda. Schauspiel in 4 Aften von B. Björnson. VorLothringerstr. 37. Wochentags 8, Sonntags 72 Uhr. Neue Debüts! Molly Verch! Raponé! Dazu: Bonné Atlessy. Unteroffizier Lehmann Cavalleria rusticana. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Ein Sohn SteidlLinienstraße 132. Theater Dranien burger Thor. Täglich 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Urkomische Soiree der Steidl- Sänger Neues Programm! Entree 50 Bf. ( Vorverkauf 40 Pf.) Sperrjit 1 M. Täglich: Nachmittags 4 Uhr: Mons. Lojals Cirkus- u. Affentheater Entree 50 Pf ,, Sperrsitz 1 M. Kinder auf allen Plätzen die Hälfte. Steinmetzstr. 48, Duergeb. 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Etta 240 Delegierte der dem Komitee für Arbeiter bertretung angehörenden Gewerkschaften und socialistischen Organisationen versammeln sich morgen( Donnerstag, den 19. Februar) in Newcastle zu ihrem dritten Jahreskongresse. Die Beratungen und Beschlüsse dieses Kongresses werden von erheblicher Wichtigkeit sein. Sie werden auch allem Anscheine nach einen stürmischen Charakter haben, denn das Komitee mit seinen rund 900 000 Mitgliedern ist an dem Punkte angelangt, wo es eine große politische Arbeiterpartei ins Leben rufen könnte. Wenigstens ist die Mehrheit seiner Führer entschlossen, einen Versuch nach dieser Richtung hin zu machen. Das Komitee für Arbeitervertretung( Labour Representation Committee 2. t. C.) ist bekanntlich noch eine sehr junge Körperschaft. Es entstand am 27. Februar 1900, also vor kaum drei Jahren, infolge einer Resolution des Trades- Unions- Kongresses zu Plymouth 1899, ein besonderes Komitee zu schaffen, das die Aufgabe haben sollte, die Arbeiter politisch zu organisieren. Seinen ersten Kongreß hielt das 2. R. E. in der ersten Februarwoche 1901 in Manchester ab. Es umfaßte bereits 41 Gewerkschaften mit rund 353 000 Mitgliedern, 7 Gewerkschaftskartelle( Trades- Councils) und die drei socialistischen Organisationen: Unabhängige Arbeiterpartei( Independent Labour Barth J. 2. P.) mit 13 000 Mitgliedern, Socialdemokratische Föderation( S. D. F.) mit 9000 Mitgliedern und die Fabier- Gesellschaft mit 861 Mitgliedern. Sein zweiter Kongreß tagte vom 20. bis 23. Februar 1902 in Birmingham, auf dem vertreten waren: 65 Gewerkschaften mit 455 450 Mitgliedern, 21 Gewerkschaftskartelle und die J. 2. P. und die Fabier. Die S. D. F. zog sich im Jahre 1901 aus dem Komitee zurück, weil dieses eine socialistische Resolution abgelehnt hatte. Offenbar infolge der gewerkschaftsfeindlichen Richterurteile nahm das L. R. C. in den letzten Monaten einen beispiellos raschen Aufschwung. Es traten ihm eine große Zahl von Gewerkschaften bei, darunter 130 000 Tertilarbeiter von Lancashire, so daß das Komitee gegenwärtig rund 870 000 Gewerkschaftsmitglieder zählt. damit die Konservativen immer schamloser in der Neaktion werden und immer tiefer vom Kelche der Herrschaft trinken, bis fie Berliner Partei- Angelegenheiten. betrunken in einen schweren Schlaf verfallen. Dann glaubt er werde die Zeit sein, sie rücksichtslos niederzuhauen und die Fahne Erster Wahlkreis. Wir machen auf die am Montag, den 23. Fes der Unabhängigen Arbeiterpartei siegreich auf den Wällen auf- bruar stattfindende Boltsversammlung in der Tonhalle, zupflanzen. Sein Ziel ist nicht Reform, sondern die Revolution. Und Friedrichstr. 112, aufmerksam, in derselben wird Genosse Moltendieses Ziel will er erreichen durch die Tories, die unser Leben in buhr über das Thema referieren:„ Womit sollen bei den nächsten eine Krists hineintreiben, wo die Revolution unvermeidlich wird. Reichstagswahlen Arbeiterstimmen gefangen werden?" Jeder ParteiNach seiner Ansicht müssen Klassenherrschaft und Plünderung genosse muß zur Stelle sein. Der Vorstand. bis zu den äußersten Grenzen getrieben werden, ehe das englische Volt erwacht, um seine Rechte zu fordern und die bestehende am Dienstag, 24. Februar, abends 8 Uhr bei Grube, Kaiser- Allee, Die Gründung eines Wahlvereins für Friedenau soll dort in der Ordnung hinwegzufegen. Mit einem Worte, Hardie gestattet es sich, Ecke Stubenrauchstraße, stattfindenden Volksversammlung erfolgen. zeitweilig das Instrument der Tories zu werden, um am Ende das Wegen der wichtigen Tagesordnung, als Statutenberatung, VorstandsInstrument der Zerstörung sein zu können." wahl und Lokalfrage, ist es Pflicht eines jeden Genossen, pünktlich Aus diesem Erguß spricht die grenzenlose Furcht, die der ganzen zu erscheinen. Das Komitee zur Gründung eines Wahlvereins für britischen Bourgeoisie in den Knochen fizt. Man spricht hier Friedenau: P. Schmidt, Rönnebergstr. 14; May Flieg, Rheinstr. 21; nie von der socialen Revolution, aber man denkt immer an sie. H. Bernſee, Kirchstr. 15. England wäre am reifsten für eine socialistische Umwälzung, wenn nur die Arbeiter endlich den Klassenkampf organisieren wollten. Die Bourgeoisie würde dem Proletariat keinen Widerstand leisten können. Sie lebt nur noch von der politischen Unreife der Arbeiter. Möge der dritte Jahreskongreß des 2. R. C. das politische Bewußtsein der britischen Arbeiterklasse fördern und kräftigen. Ein Erwachen des arbeitenden Großbritanniens würde den Anbruch des Völkerfrühlings bedeuten. Abgeordnetenbaus. 26. Sigung vom Freitag, 20. Februar, 11 Uhr. Am Ministertische: Möller. Die zweite Lesung des Etats der Berg, Hüttenund Salinenverwaltung wird fortgefeßt. Abg. Priete( natl.) schildert die Lohnverhältnisse der Bergarbeiter als günstig, wünscht aber höhere Gehälter der unteren Beamten der Bergverwaltung. Minister Möller bezeichnet die gegenwärtige Finanzlage als wenig geeignet zur Erfüllung solcher Wünsche. Abg. Gothein( frs. Vg.): In Zeiten hoher Kohlenpreise seien die Lokales. Das Armenwesen im Stadthaushalts- Etat für 1903. = debatte über den Entwurf des Stadthaushalts- Etats für 1908 von In der letzten Stadtverordneten- Sigung wurde bei der Generaleinem Redner des Freisinns hervorgehoben, daß der Armen Etat ortgesezt gestiegen sei und auch diesmal wieder eine beträchtliche Erhöhung erfahren habe. Sollte daraus der Schluß gezogen werden, daß die Stadt Berlin mit ihrer Fürsorge für die Armen nicht farge? Thatsächlich bleibt unsre städtische Verwaltung mit den Aufwendungen, die sie für das Armenwesen macht, leider noch weit hinter dem Bedürfnis zurück. Im übrigen ist ja das, was man so unter fommunaler Armeneine weitblickende, auf Förderung der Bevölkerungswohlfahrt abpflege versteht, nur ein läglicher Notbehelf für zielende Socialpolitik der Kommune. beispielsweise mehr für das öffentliche Gesundheitswesen thäte, went die Gemeinde die Besserung des Wohnungswesens in die Hand nähme, Arbeitsmangels wenigstens die Stadtverwaltung nach Kräften für wenn zugleich darauf Bedacht genommen würde, daß in Zeiten des Arbeitsgelegenheit sorgt, dann würde so mancher unsrer Mitbürger Diesmal sollen für das gesamte Armenwesen 13 642 660 2. Es ist selbstverständlich, daß das Wachsen des politisch- proles göhne feineswegs in einem entsprechenden Verhältnis gestiegen, wie bor Not und Verarmung bewahrt bleiben. ganze Bewegung ist überhaupt eine instinktive. Die Gewerkschaften den Berg- und Medizinalbehörden mit allen Mitteln unterdrückt ausgegeben werden( 697 216 M. mehr als 1902). werden. Bisher sei hier manches versäumt. Abg. Gamp( ft.): Von einer allgemeinen Intoleranz der Bergwerks- Besizer gegenüber den Arbeitern kann keine Rede sein. Es mag ja vereinzelt vorkommen, daß einmal ein Unterbeamter einen Bergarbeiter unangemessen behandelt, aber man darf das doch nicht verallgemeinern. Wenn Berlin Die Einfühlen, daß mit der wirtschaftlichen Organisation noch nicht alles M. mehr), gethan fei. Sie wollen den Gang der gesetzgebenden Maschine beeinflussen. Aber auf welche Weise? Ueber diesen Punkt herrscht die weitere Ausgestaltung der Wohlfahrtseinrichtungen auf den fis- Teil der Armenpflege nach Special- Etat 20 allein 10 068 000 2. Minister Möller: Ich werde in neue, ernsthafte Prüfungen über der erforderlich werdende Zuschuß auf 12 090 360 2.( 541 900 W. mehr). Die Armendirektion braucht für den ihr zugewiesenen noch viel Unklarheit. Und es ist interessant zu sehen, was der un- kalischen Bergwerken eintreten. Allzusehr haben wir uns von den( gegen das Vorjahr 387390 m. mehr), wovon 804 500 m.( 37500. mittelbare Grund dieser Unklarheit ist. Die britischen Arbeiter Privatbetrieben wohl nicht überflügeln lassen, wenngleich wir in mehr) durch Einnahmen, meist aus unterstüßungserstattungen, und gehen von der am nächsten liegenden Thatsache aus. Die ihnen am dieser Beziehung nicht voll auf der Höhe stehen. Ich bin allerdings 9 263 500 m.( 349 890 m. mehr) durch Zuschuß aufgebracht werden bei meiner oberschlesischen Reise aufs angenehmste überrascht besten bekannte Organisationsform ist die Gewerkschaft. Diese worden durch die vortrefflichen Einrichtungen zum Schutze der Ge follen. Aus diesen Beträgen werden namentlich die Almosen und fassen fie auch als eine politische Einheit auf. Sie fundheit der Arbeiter, die ich in den privaten Betrieben ge- 8 002 000 m.( 360 000 m. mehr als 1902). Zu den hier angesetzten Pflegegelder sowie die Extra- Unterstützungen gezahlt, zusammen wollen in erster Reihe ihren Gewerkschaftsgenossen helfen sehen habe. und nicht den Arbeitern als Klasse. Die Mechaniker, die Eisenbahner, die Briefträger 2c. 2c. stellen nicht einfach Arbeiterkandidaten sich in steigender Tendenz. Es scheint mir ganz ungerechtfertigt, der Specialetat 20 vorzugsweise betroffen; die Folgen treten Abg. Schmieding( natt.): Die Löhne der Bergarbeiter befinden Ausgabesteigerungen fagt der Etatentwurf:" Durch die anhaltend ungünstige wirtschaftliche Lage wird auf, sondern die Vertreter ihres speciellen Arbeitszweiges. Da nun daß man die jetzige Lage der Bergarbeiter ausbeutet, um bei dieser namentlich bei den Ausgaben für einmalige und besondre Unterdiese Arbeiter in keinem Wahlkreise so zahlreich vertreten sind, daß Gelegenheit andre Forderungen wie die der Arbeiter- Delegierten ftügungen sowie den Erstattungen nach auswärts in die Erscheinung." fie aus eigner Kraft fiegen könnten, fo meinen sie, daß sie die durchzudrücken. bereits Diese offizielle Konstatierung des von unsrem Stadtfreifinn bei bestehenden Partei- Organisationen liberal andren Gelegenheiten so oft abgeleugneten Notstandes kehrt im oder Etat 20 noch an mehreren Stellen wieder. Sie hat indes den Konservativ zu Hilfe nehmen müßten. Denn einfach Geld für Wahlen ausgeben, ohne auf Erfolg rechnen zu können, das Magistrat nicht abgehalten, beim Bau- Etat fräftige Streichungen vorwollen die Gewerkschaften nicht. Wobei allerdings nicht zu vergessen zunehmen und dadurch zu weiterer Verminderung der ist, daß eine einzige Wahl in England mindestens 10 000 m. kostet. Abg. Stösel( Centr.): Es liegt im Intereffe der BergwerksArbeitsgelegenheit beizutragen. Die freisinnige Mehrheit Würden die Arbeiter die politische Agitation den Gewerkschaftsverwaltung, daß die Arbeiter gut behandelt werden. Es find feines der Stadtverordneten- Versammlung will bekanntlich diesem Beispiel fartellen überlassen, so wäre die Frage leichter zu lösen. Allein die wegs immer die schlimmsten Arbeiter, die slagen über unangemessene folgen und noch weiter streichen. Trades Councils spielen eine untergeordnete Rolle. Sie sind oft Behandlung erheben. Auch die Anstalten für Armenpflege erfordern wieder mehr. Annur das fünfte Rad am Wagen. Abg. Dasbach( C.) bringt Beschwerden der Arbeiter der König( 21 700 m. mehr), 108 740 Ginnahme( 5440 M. mehr), 712 960 M. gesezt sind für die Siechenanstalten 821 700 M. Ausgabe Dieser Konflikt zwischen den Interessen der Gewerkschaft und lichen Bergwerksdirektion Saarbrücken über schlechte Behandlung Zuschuß( 16 260 W. mehr), für das Obb a ch 482 500 m. Ausgabe der ganzen Arbeiterklasse ist ein Stonflikt zwischen politischer Los- Arbeiter- Vertrauensmänner, die Angelegenheit zu regeln, jei ge- 428 000 W. Buſchuß( 2342 M. mehr), für das Arbeitshaus seitens des Bergwerksdirektors zur Sprache. Ein Versuch der( 13 805 m. mehr), 54 500 M. Einnahme( 11 463 m. mehr), lösung und politischer Abhängigkeit der Arbeiter von den bürger- scheitert, weil ihr Gesuch um Verhandlung über die Beschwerden 663 300 M. Ausgabe( 97 856 m. mehr), 219 600 M. Einnahme Das 2. R. C. wird von 14 Ausschußmitgliedern in gemeinsamer Sigung ohne Antwort blieb. Die Abhaltung einer( 29 988 M. mehr), 443 700 W. Buſchuß( 67 873 9. mehr). Als täg geleitet. Davon sind acht für Unabhängigkeit. Wie mir heute von Bersammlung der Vertrauensmänner wurde vom Direktor unterliche Durchschnittsfrequenz erwartet der Etatentwurf für das Familieneinigen Führern des Komitees des Komitees gesagt wurde, wird Die fagt, die Einberufer wurden als Friedensstörer bezeichnet. obbach 400( 100 weniger als der Etat 1902), für das nächtliche DbMehrzahl der Delegierten in Newcastle für Unabhängigkeit, Das Verbot der Versammlung ist nicht gerechtfertigt, denn die Ver- bach die gewaltige Zahl von 2000( 1000 mehr!), ferner für das frauensmänner der Bergleute bleiben preußische Staatsbürger und Arbeitshaus 2400( 550 mehr!). Man kennt im Magistrat die ganze Größe das heißt für den politischen Klassenkampf stimmen. Es tann dort zu einer Spaltung kommen. Der Kampf wird haben das Recht, sich zu einer Versammlung zu vereinigen. Er bitte des herrschenden Notstandes, aber zu wirklicher Bekämpfung wird nichts ausbrechen bei der Beratung des Antrags, dem Abgeordneten dort einmal eine gründliche Revision abhält und sich von den Ar- dann keine Arbeit findet, mag ins Obdach gehen und im Arbeitsden Minister, einen Beamten nach dem Saarrevier zu schicken, der gethan. Am Bau- Etat wird, wie gesagt, tapfer gestrichen Mr. Richard Bell, dem Sekretär der Eisenbahner und Vorsigender beitern fagen läßt, was sie drückt. Die Arbeiter sind dort keine haus enden. Das ist die Socialpolitik des Kommunalfreisinns! des 2. N. C., ein Tadelsvotum zu erteilen wegen seines Zusammen- Socialdemokraten, es sind gutgesinnte Arbeiter, fie mögen manche haus enden. Das ist die Socialpolitik des Kommunalfreisinns! gehens mit den Liberalen; ferner bei der Beratung der neuen unberechtigte Wünsche haben, viele ihrer Beschwerden sind aber be- sonst hilflose fowie für verwahrlofte Kinder, steht im Stat mit Die Waifenpflege, d. h. die Fürsorge für verwaiste oder Sagungen, von denen die zweite lautet:" Der Zweck des rechtigt. 2. R. C. ist die Wahl von Kandidaten, die sich verpflichten, eine 1 607 160 M. Ausgabe( 176 465 M. mehr), 364 960 M. Einnahme Oberberghauptmann v. Belsen erwidert, er kenne den Fall nicht,( 70 840 M. mehr), 1 242 200 m2. Zuschuß( 105 625 M. mehr). Hier besondre Gruppe im Parlament zu bilden, mit eignen Einpeitschern werde ihn aber untersuchen. Er glaube aber, die Sache liege tiefer. find gleichfalls wieder höhere Frequenzen angenommen. Seit dem Streit vor zehn Jahren herrsche ja Ruhe im Saarrevier. Recht; denn die Erfahrung früherer Jahre hat gezeigt, daß in Zeiten und einer eignen Politik." Von den eingelaufenen dreißig Reso- Er habe jedoch das unbestimmte Gefühl, daß da nächstens wieder Recht; denn die Erfahrung früherer Jahre hat gezeigt, daß in Zeiten Lutionen sprechen sich die meisten für strikte Unabhängigkeit aus. einmal der Versuch gemacht werden soll,' die Melodie anzustimmen: der Not stets auch die Waisenpflege mehr als sonst in Anspruch geEbenso charakteristisch sind die Schlußsätze des soeben veröffentlichten Alle Räder stehen still, wenn Dein starker Arm es will". Sollte Jahresberichts: Diese Melodie wirklich wieder anzustimmen versucht werden, so könne „ Die Beendigung des Krieges und die Zunahme der man es der Direktion nicht verdenken, wenn sie scharf aufpasse und Arbeitslosigkeit geben der politischen Arbeiterbewegung eine wenn nötig, feft zugreife.( Beifall rechts.) Die Verwaltung sei weit Gelegenheit, die sie zu ihren Gunsten ausnüßen könnte, wenn wir entfernt, den Arbeitern das Koalitionsrecht verschränken zu wollen. einig bleiben und wenn wir wissen, was wir wollen. Das Komitee Man habe den Arbeitern die Wahl von Vertrauensmännern gestattet, blickt dem kommenden Jahre erwartungsvoll entgegen. Die An- damit sie mit der Direktion zusammen beraten können. Vertrauen griffe auf das Gewerkschaftswesen werden fortgefeßt; die Trusts müsse aber mit Vertrauen belohnt werden, wenn die BertrauensSehnen ihre Macht aus; die Presse wird mehr und mehr das männer nun eine Generalversammlung sämtlicher Vertrauensmänner Mundstück des vereinigten Kapitals. Wir sind überzeugt, daß der einberufen, um zu beraten, wie sie ihren Einfluß und ihre Befugnisse Weg, den wir der organisierten Arbeiterschaft zeigen, der einzige erweitern könnten. ist, der mit Sicherheit betreten werden kann." lichen Parteien. ... der Persönlich bemerkt Abg. Dasbach( C.), daß sein ganzes Streben auf Beruhigung Gemüter gerichtet ſei. Beim Titel„ Wohlfahrtszwecke" tritt ab und nommen wird. Die Gewerbe Deputation des Magistrats = ter Mit verhandelte in ihrer letzten Sitzung über einen Antrag verschiedener völliger Sonntagsruhe für die Angestellten in Fabrik-, Engros, Vereinigungen von Handlungsgehilfen betreffend, die Einführung Speditions- und Bankgeschäften für den Stadtkreis Berlin. gegenüber eine ablehnende Stellung ein, indem er sich dabei auf die Der Referent, Stadtrat Dr. Weigert, nahm dem Antrage gegenüber eine ablehnende Stellung ein, indem er sich dabei auf die Gutachten der Weltesten der Kaufmannschaft beziv. der Handelsfammer stüßte. In etwa zwei Dritteln der betreffenden Geschäfte würde jetzt schon an den Sonntagen nicht mehr gearbeitet; wo die Sonntagsarbeit noch nicht ganz abgeschafft sei, beschränke sie sich auf nur etwa 2 bis 3 Stunden. Es gäbe Firmen, welche die Sonntagsruhe nicht völlig entbehren könnten, besonders solche, die im überdringende Depeschen Sonntags zu erledigen, wenn nicht schlimme seeischen Handelsverkehr ständen. Hier gelte es oft, eingegangene Zwangsbestimmungen solle man das, was Sitte und Gewohnheit Schädigungen der betreffenden Firma eintreten sollen. Nicht durch geworden sei, zu beseitigen suchen. Dieser vielversprechende Geist, der die Mehrheit des Komitees erfüllt, ist vielfach der unermüdlichen Thätigkeit des Abgeordneten Keir Hardie zu verdanken. Sein Wochenblatt ,, Labour Leader" hat in Abg. Letocha( C.) entschieden für eine Reform des Knappschaftsden letzten Monaten eine gute principielle Haltung gezeigt. Der wesens ein. Klassenkampf wurde mehr denn je betont, was auch von der social- Minister Möller erwidert, auch die Regierung gebe die Reform demokratischen Justice" in lobenswerter Weise anerkannt wurde. bedürftigkeit zu. Die Möglichkeit dazu hänge aber Kein Wunder, daß die liberale„ Daily News" in Keir Hardie einen von dem Erlasse der Novelle zum Krankenkassen- Gesetz. Die gefährlichen socialistischen Revolutionär erblickt. In ihrem Leitartikel Novelle hat den Bundesrat passiert und wird voraussichtlich Antrag der Handlungsgehilfen ein. Die Sonntagsarbeit betrachte Der Korreferent, Stadtverordneter Borgmann, trat für den vom 16. b. M. über den Kongreß des L. N. C. schrieb sie:„ Meir Hardie be- bald an den Reichstag kommen. Ich habe aber meinerseits einen er nicht als„ Eitte und Gewohnheit", hier gelte es vielmehr, eine müht sich, den Abgeordneten Bell als einen Verräter aus der berechtigten Zweifel, ob der Reichstag noch die Absicht hat die Zeit, eine derartige komplizierte Sache zu erledigen. Die längst hätte beseitigen sollen. Leipzig und Nürnberg seien uns in arge Unfitte aus der Welt zu schaffen, welche man in Berlin schon Arbeiterbewegung hinauszuwerfen. Man darf nicht annehmen, Novelle zum Knappschaftsgesetz werden wir dem Landtag noch im dieser Hinsicht mit gutem Beispiel vorangegangen, indem dort die daß Hardie ein Tory sei. Er haßt die Thaten der konservativen nächsten Jahre vorlegen, wenn der Reichstag die Krankenkassen- Sonntagsruhe im Sinne der Antragsteller mit gutem Erfolge längst Regierung ebenso herzlich wie wir, aber je mehr die Tories sündigen, Novelle rechtzeitig erledigt hat. desto mehr ist er entschlossen, eine Regierung der Liberalen unzur Einführung gekommen sei. Beschreite Berlin denselben Weg, so Abg. Hirsch( frf. Vp.) weist darauf hin, daß einzelne Knappschafts- werde dies vorbildlich für eine ganze Reihe andrer Städte sein. möglich zu machen. Aut Caesar, aut nullus entweder der tassen wegen Mangels an Mitteln aufgelöst seien und die ehemaligen Stadtverordneter Maas äußerte sich in ähnlichem Sinne. Wenn Carlton Klub oder die Unabhängige Arbeiterpartei. Er will kein Mitglieder dieser Kassen nur auf Armenunterstützung angewiefen der gute Wille auch bei den Interessenten vorhanden sei, würde die Kompromiß gestatten, und δα feine Partei aus eigner feien. Diefen Leuten müsse bei der Reform zu ihrem Rechte ver- Einführung der Sonntagsruhe sich leichter durchführen lassen, als Kraft nicht siegen kann, wird er zum Helfer der Tories. Holfen werden, da sie doch jahrelang Beiträge gezahlt hätten. jetzt von den Gegnern derselben behauptet werde. AusnahmeEr spielt ein abwartendes Spiel; er ist bereit, eine Hierauf vertagt sich das Haus. bestimmungen würden jedoch taum zu umgehen sein. In SpeditionsNächste Sigung Sonnabend 11 Uhr.( 1. Gesezentwurf betr. geschäften z. B. werde man die Sonntagsarbeit nicht ganz entbehren nationale Statastrophe zu riskieren, um den Sturz der die Erweiterung des Stadtkreises Gelsenkirchen. 2. Gesezentwurf betr. fönnen. ganzen gesellschaftlichen Ordnung herbeizuführen. Sein Ziel ist, die Schaffung eines Ausgleichsfonds für die Eisenbahn- Verwaltung. eine liberale Regierung unmöglich zu machen. Dies schließt eine 3. Zweite Lesung des Eisenbahn- Etats.) umunterbrochene Herrschaft der Tories ein. Er will, daß die Tories ausschweifend werden; er will einen Toryismus ohne Maske und ohne Furcht vor einer Abrechnung. Er hält die Liberalen in Schach, I Schluß 3 Uhr. Nachdem noch mehrere Redner fich an der Diskussion beteiligt hatten, beschloß die Deputation gegen 4 Stimmen, den Magistrat zu ersuchen, dem Antrage der Handlungsgehilfen entsprechend, ortsstatutarische Bestimmungen zu treffen, mit der Maßgabe, daß als notwendig sich erweisende Ausnahmen zugelassen werden. Ein Antrag der Fleischer- Innung, über den Magistrats- Assessor Straßentünstler" zeigt den herbeigeströmten Leuten den Bauber- Langestr. 92 ein Anabe von 8 Jahren überfahren wurde, werden Alberti referierte, forderte die Ergänzung der Zustimmung ihres würfel", läßt ihn verschwinden und bringt denselben unter all- gebeten, ihre Adresse an H. Raabe, Langeſtr. 92, abzugeben, Gesellen- Ausschusses zu einem Innungsbeschluß auf zeitweilige Aus- gemeiner Spannung schließlich aus irgend einem Hut der Um schließung von Gesellen aus dem Arbeitsnachweis der Innung. stehenden ans Tageslicht. Ein andrer fliegender Magier" macht Kirchhofsarbeiter auf dem Neuen Luisen- Kirchhofe auf WestendSelbstmord eines Berliner Schuhmanns. Heute vormittag fanden Nach den Ausführungen des Referenten sei es vorgekommen, daß wieder mit seinem" Zauberstab" recht nette Geschäfte. Das Ding iſt Fleischergesellen, statt die ihnen vom Arbeitsnachweis zugewiesene ebenfalls von mystischer Schwärze. Der„ Künstler" fährt damit Charlottenburg einen etwa 45 Jahre alten, mit schwarzem Mantel Arbeit anzunehmen, den ihnen übergebenen Nachweiszettel an andre unter dem Hut, hinter den Ohren, im Haar, auf der Brust 2c. der und Schlapphut bekleideten Herrn neben einem Grabe ſizend tot arbeitslose Kollegen weitergegeben bezw. verkauft haben. Die draußen Angesammelten herum und holt überall immer vor. Er hatte sich eine Revolverkugel in die rechte Schläfe gejagt. „ GoldInnung behauptet, daß sich Arbeitslose gefunden hätten, die bis stücke" zum Ergözen der Zuschauer hervor. Alle diese amüsanten Der Revolver lag neben ihm. Bald darauf erschien ein 16 jähriger 10 Mark für solchen Bettel gezahlt haben. Diesen Uebelstand will Sächelchen finden zahlreiche Liebhaber, denn sie kosten durchschnitt- junger Mann und erkannte in dem Toten seinen Vater, der in Berlin nun die Innung dadurch beseitigen, indem fie beschlossen hat, daß lich nur 10 Pf. Schuhmann und in der Chausseestraße stationiert ist. Der Tote Gesellen, welche den ihnen übergebenen Arbeitsnachweiszettel an stand 25 Jahre im Dienst. Er war verheiratet und Vater von drei andre abtreten bezw. verkaufen, auf die Dauer von 3 Monaten von Fernsprecher- Statistik. Während des Jahres 1901 find innerhalb Kindern. An seine Familie hatte er einen Brief geschrieben, in dem der Benuzung des Arbeitsnachweises der Innung ausgeschlossen des Reichs- Telegraphengebietes über mehr als 757 Millionen Ge- er Abschied nahm und erklärte, daß er die Absicht habe, sich am werden sollen. Der Gesellen- Ausschuß hat sich geweigert, diesem spräche durch den Fernsprecher geführt worden. Die von außerhalb Grabe seiner Mutter zu erschießen. Die Leiche ist nach dem CharInnungsbeschlusse zuzustimmen. Diese Zustimmung soll nun auf des Reichs- Telegraphengebietes veranlaßten Gespräche sind hierbei lottenburger Schauhause gebracht. Antrag der Innung von der Gewerbe- Deputation als Aufsichts- nicht in Berechnung gezogen. Täglich wird der Fernsprecher im Reichsbehörde ergänzt werden. Wie der Referent anführte, sei der Ge- gebiete 2086171 mal in Anspruch genommen. Auf jede Anschlußleitung des Grafen Egloffstein bekannte Geldagent Henry Schachtel. Verhaftet und wieder freigelassen wurde der aus dem Prozeß fellen- Ausschuß bereit gewesen, einer Ausschließung auf die Dauer entfallen täglich 7,9 Geſpräche. Die Benutzung der Fernsprech- Seine Verhaftung erfolgte in der Meineckestr. 8 belegenen Wohnung von 6 Wochen zuzustimmen, womit aber die Innung nicht zu- Einrichtung ist natürlich in den einzelnen Bezirken sehr verschieden. des Barons George de Crano auf Veranlassung des Bureaufrieden war. Am lebhaftesten ist sie in den Ober- Postdirektionsbezirken Breslau haften Widerspruch. Fast allseitig wurde die Ausschließung von viel nämlich 11,2 Geſpräche, werden im Bezirk von Frankfurt a. M. G. Verhandlungen angeknüpft, um dem Baron ein Geschäft, bestehend in Der Antrag der Innung fand in der Gewerbe- Deputation Teb- und Hamburg mit 11,6 Gesprächen auf die Leitung. Nahezu ebenso vorstehers Geisler, der als Generalbevollmächtigter des Barons dessen Schuldenregulierung in die Hand genommen hatte. Schachtel hatte mit Gesellen auf 3 Monate als eine zu harte Strafe bezeichnet. Nicht geführt. Es folgt der Kölner Bezirk mit 9,6 Gesprächen und dann dem Ankauf einer Saßnizer Villa, vorzuschlagen. Im Verlauf der jeder, so wurde ausgeführt, hätte sich wohl 10 Mark für einen von erst Berlin mit 9,5, alle übrigen Bezirke nehmen den Fernsprecher Unterredung ließ Geisler die Schöneberger Kriminalpolizei davon ihm nicht benußten Arbeitsnachweiszettel zahlen lassen. Die meisten weniger in Anspruch. So werden im Bezirk Dresden 8,2, Magdeburg hätten sich wohl nur die selbst an die Innung gezahlten Gebühren 6,5, Chemnitz 8,4, Leipzig 6,6 Gespräche täglich geführt. Am wenigsten benachrichtigen, daß sich in der Wohnung des Cranos ein Mann bewieder erstatten lassen, wenn sie den betreffenden Zettel an andre werden die einzelnen Fernsprechanschlüsse im Ober- Postdirektionsbezirk finde, der dringend verdächtig sei, den Baron mehrfach widerrechtlich Kollegen weitergaben. Letzteres sei ja an und für sich nicht zu ver- Mezz beansprucht, wo nur 2,4 Gespräche täglich geführt werden. Bon übervorteilt zu haben. Das zuständige Polizeirevier ließ durch einen teidigen. Richtiger wäre es, wenn solche Bettel, welche von dem, den Städten mit den größten Fernsprechneßen führt natürlich Berlin riminalschuhmann den Schachtel festnehmen; im Laufe des nun für welchen sie ausgestellt wurden, nicht benutzt werden, wieder an die meisten Gespräche, 381 751 täglich. An zweiter Stelle steht folgenden Verhörs, das in der Polizeidirektion geführt wurde, ergab den Arbeitsnachweis zurückgegeben würden, gegen Rückerstattung der Hamburg mit 223 115 täglichen Gesprächen, es folgen Frankfurt a. M. es sich, daß irgend welche Gründe zu einer Verhaftung nicht vordafür gezahlten Gebühren. Die Eingabe der Innung sei so mangel mit 108 389, Köln mit 68 275 und Leipzig mit 58 631 Gesprächen lagen. Schachtel wurde demzufolge heute vormittag wieder auf haft abgefaßt, so wurde mehrfach hervorgehoben, daß es schwer sei, auf den Tag. Zur Vermittelung dieser Unzahl von Gesprächen sind freien Fuß gesetzt. sich ein flares Bild zu machen. Es sei daher notwendig, vor der 8981 Beamte männlichen und weiblichen Geschlechts erforderlich. Es sei daher notwendig, vor der Der Ober- Postdirektionsbezirk Berlin erfordert allein 1919 Personen, der Königgrägerstraße 85a gerufen, wo in einer Wohnung WäscheFeuerbericht. In der Nacht zum Freitag wurde die Wehr nach Beschlußfassung weitere Recherchen zu veranlassen. Unfre Genossen, Stadtverordnete Basner und Borgmann und Hamburg 770, Dresden 437, Leipzig 285, Breslau 227 usw. stücke und Möbel in Brand geraten waren. Gegen 10 Uhr mußte Bürger- Deputierter Tutauer, bekämpften den Antrag der Junung in der Franzstraße 8 ein Feuer beseitigt werden, das den Fußboden ganz energisch. Ersterer wunderte sich, daß der Gesellen- Ausschuß berichteten wir über den in einem Warenhause zu Neuruppin verübten kurz darauf in einer Küche ein Brand ausgekommen, der in der Unschuldig verhaftet. In he In unfrer Nummer vom 12. Februar und die Balkenlage ergriffen hatte. In der Mezzerstraße 15 war sich mit einer Ausschließung der betreffenden Gesellen auf die Dauer Einbruchsdiebstahl, dessen Thäter hier in Berlin verhaftet seien. Hauptsache Küchenmöbel beschädigte. von 6 Wochen einverstanden erklärt haben soll. Auch diese Frist sei, Leider hat auch ein Unschuldiger aus Anlaß dieses Falles schwer schäftigte die Wehr in der Dragonerstraße 10. Ein ähnlicher Brand be wenn man eine Ausschließung überhaupt gutheißen könnte, noch eine büßen müssen. Ein früher in den Warenhause angestellt gewesener hatten in der Krautstraße 17 Bortieren und Kleidungsstücke in einer Eine Stunde später viel zu lange. Borgmann und Zuhauer halten es für verkehrt, die Gesellen, Schneider St. geriet, obgleich er völlig unbescholten ist, in Verdacht Wohnung Feuer gefangen, während in der Meßzerstraße 16 ein Borgmann und Zuhauer halten es für verkehrt, die Gesellen, und wurde in seiner Wohnung in der Hochmeisterstraße am Mittwoch Balkenlagerbrand beseitigt werden mußte. Gegen Mitternacht wurde und gar wie die Innung will, nur diese allein zu bestrafen. Eine voriger Woche von zwei Kriminalbeamten festgenommen. Zum Un- die Wehr nach der Steinmetzstraße 12 gerufen. Hier war im linken viet größere Schuld treffe die Schlächtermeister selbst. Auf den glück wollte ein Droschkenkutscher, dem St. gegenübergestellt wurde, Seitenflügel in einem Zimmer ein Brand entstanden, der in kurzer Arbeitsnachweiszetteln sei doch jedenfalls der Name des dem Meister diesen als einen der Leute, die sich durch den Transport der ge- Beit Möbel, Kleidungsstücke, Decken 2c. erfaßt hatte. Bei den Abzugeschickten Gesellen angegeben. Wenn die Meister hierauf teine stohlenen Sachen verdächtig machten, wiedererkannt haben, und so löschungsversuchen trug der Wohnungsinhaber Paul Wiegand BrandRücksicht nehmen, sondern jeden beliebigen Vorzeiger eines solchen fam es, daß K. bis zum Donnerstag dieser Woche in Haft gehalten wunden an den Händen und im Gesicht davon, die ihm von den Bettels einstellen, so haben sie allein es zu verantworten, wenn mit wurde. Erst dann wurde er ohne alle Förmlichkeit aus dem Unter- Samaritern der Wehr verbunden wurden. diesen Betteln Schacher getrieben wird. Wenn man es für richtig fuchungsgefängnis in Moabit entlassen. Leider giebt es dank unsrer Flammen bald ersticken. Alarmierungen, die außerdem in den letzten halte, hierfür Strafen einzuführen, so hätten die Meister, welche rückständigen Gesetzgebung keine Möglichkeit, den unschuldig ver- 24 Stunden noch nach der Auguststraße und nach der Köpenickerdurch ihr Verhalten solche Zustände geradezu herbeiführen, die Strafe hafteten Mann für die schweren Verluste, die ihm und seiner Familie Straße 8 erfolgten, waren auf unbedeutende Anlässe zurückzuführen. verdient, da sie als die Hauptschuldigen zu betrachten seien. Wenn durch die Untersuchungshaft erwachsen sind, schadlos zu halten. Die von Mißbrauch des Arbeitsnachweises und der Arbeitsnachweiszettel Schädigung trifft Herrn S. noch besonders schwer, weil er herzgesprochen worden sei, so befände sich dieser Mißbrauch" auf Seiten Teidend ist; er ist infolge der ihm widerfahrenen Seelenqualen so der betreffenden Meister. Die Gewerbe- Deputation beschloß hierauf, die Beschlußfassung schwer mitgenommen, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. über den Antrag der Jnnung auszusehen und weitere Auskunft von der Jnnung einzufordern. Sache der Gesellen würde es nun sein, auch ihre Ansicht der Gewerbe- Deputation wissen zu lassen. Der Die Wehr konnte die der Wahlverein Pankow heute abend in den Fürstensälen zu Ein Kostümfest Abschied von der Schönholzer Heide" veranstaltet Pankow, Berlinerstraße. Wir machen die Parteigenoffen der nördlichen Vororte besonders auf dies Fest aufmerksam. Aus den Nachbarorten. Eine Beute von 1200 Mark machte gestern ein Taschendieb, welcher an der städtischen Pfandkammer zu arbeiten" pflegt. Die Handelsfrau Klebener aus Charlottenburg, welche häufiger die Erweiterung der Aufgaben der städtischen Webeschule. städtische Pfandkammer besucht, um für ihr Trödelgeschäft bei Magistrat hat in seiner Sizung am Freitag auf Antrag der Depu- gestern dort und nahm aus ihrem Portemonnaie, in welchem sich kommission die Kaufakten nicht vorgelegt werden können. Die Aften Aus Schmargendorf wird uns zu der Angelegenheit des KirchZwangsversteigerungen Erwerbungen zu machen, befand sich auch hofs- Grundstüds gemeldet, daß der eingesetzten Untersuchungstation für das Fachschulwesen beschlossen, eine Abänderung des§ 10 1200 Mark in Banknoten und Gold befanden, ein Zwanzigniarkstück, sind nämlich vor kurzem infolge einer Beschwerde hiesiger Einwohner der Sagungen für die städtische Webeschule eintreten 3u um eine Zahlung für einen eben erworbenen Gegenstand zu leisten. Lassen, die zugleich eine Erweiterung der Aufgaben der Schule bezweckt. Frau S. steckte dann die Geldtasche der Bequemlichkeit halber in vom Landratsamt zur Prüfung eingefordert worden. Die inzwischen Es soll gleichzeitig Unterricht für die Kon- ihren Pompadour, ein Vorgang, der von einem Taschendiebe ver- erfolgte Einsicht in das Grundbuch hat ergeben, daß das Grundstück fettionsbranche eingerichtet werden. In Zukunft würde sich mutlich beobachtet wurde. Mit einem geschickten Griff öffnete der sofort nach dem Ankaufsbeschluß der Gemeindevertretung von Herrn die Ausbildung erstrecken: auf Kaufleute für Engros-, Versand- Dieb den Pompadour und nahm das wertvolle Portemonnaie an sich, Bruck erworben und dann an die Gemeinde weiter verkauft worden und Konfektions- Geschäfte. Sie sollen vielseitig unterrichtet werden ohne daß Frau K. in dem lebhaften Gedränge, welches in dem Ver- ist. Die Prüfung des Steuermanuals ergab aber, daß eine Umsatzin der Herstellung aller Waren und Artikel, die in Berlin für diese steigerungssaale herrschte, hiervon etwas bemerkte. Die Handelsfrau steuer nicht gezahlt wurde. Hier scheint die mißbräuchliche AusBranchen von Wert sind; ferner Musterzeichner, die mit dem entdeckte nach etwa 5 Minuten den Diebstahl, doch war der Verbrecher mutung eines geheimen Beschlusses der Gemeindevertreter vorzuliegen. Entwerfen von Mustern für die Stoff- und Konfektionsbranche ver- mit seiner Beute bereits verschwunden. Es besteht die Absicht, diese Angelegenheit in Verbindung mit der traut zu machen sind. 3. Arbeitspersonal für die Wäsche und Die Taschendiebe scheinen übrigens eine ganz besondere Thätig- Amtsunkostensache des Gemeindevorstehers der Staatsanwaltschaft zu Kleider sowie Mäntel- und Besatz- Konfektion, für die Posamentiererei keit in der Pfandkammer zu entwickeln, denn schon vor einiger Zeit unterbreiten. Ju letzterer Sache hat eine gutbesuchte Volksversammund Stickerei. 4. Arbeitskräfte für die von der Stofffabrikation noch wurde einer Handelsfrau doriselbst ein Portemonnaie mit 400 m. ihr Bureau beauftragt, weitere Beschwerde beim Oberpräsidenten einübrig gebliebene Stickerei. Inhalt gestohlen. Vorgestern beobachtete ein Handelsmann einen zureichen. Die Beurteilung des Falles durch den RegierungsDagegen soll fortfallen der Fabrikanten- Kursus, weil für die folchen Langfinger, wie er die Jacketttasche einer Besucherin der präsidenten, der das Vorgehen des Gemeindevorstehers mißbilligte, Fabrikanten genügend Gelegenheit durch die Textil- Fachschulen ge- Auktionshalle einer Untersuchung unterwarf. Merkwürdigerweise wurde als zu milde erachtet. geben sei, sich zu unterrichten. Unberührt von dieser neuen Orga- ließ der Mann den Dieb ruhig arbeiten", ohne dessen Festnahme nisation bleibt der Unterricht der Abend- und Sonntagsschüler. zu veranlassen, weil ihn, wie der Händler selbst erklärte, die Sache Für diese soll nach wie vor Gelegenheit gegeben werden, sich in nichts anginge. Bei der großen Zahl von Spitzbuben, Neppern und allen Zweigen zu unterrichten, die für Angestellte in Berlin von andern Verbrechern, die sich täglich in der Pfandkammer einfinden, Nugen sind. erscheint eine ständige kriminalpolizeiliche Ueberwachung dringend er forderlich. verordneten- Sigung brachte bei der Beratung des Feuerlösch= Aus Schöneberg wird uns geschrieben: In der letzten StadtEtats unser Parteigenosse Küter verschiedene Mißstände zur Sprache, die, wie stets bei solchen Gelegenheiten, einfach in Abrede gestellt werden. So rügte Küter u. a., daß ein Feuerwehrmann, der den Hof reinigte und dabei angeblich nicht fauber genug verfuhr, zu 72 Stunden Arrest wegen widersetzlichkeit" verurteilt worden Mit der Aufstellung und Einrichtung von Baracken in verschiedenen Berliner Krankenanstalten dürfte, um dem Mangel an Der gewohnte Jahreseinbruch, den Diebe bisher stets im Februar Freibetten abzuhelfeu, in der allernächsten Zeit begonnen werden. in die chirurgische Fabrik von Engmann, Charitéstr. 4, ausführten, sei. Natürlich ging der extra an den Magistratstisch beorderte Brandsollte in der letzten Nacht mit Erfolg wiederholt werden. Seit inspektor Flöter um den Fall selbst herum, obgleich er die Bertagt hat der Magistrat den Antrag der städtischen Verkehrs- mehreren Jahren hatten die Langfinger dort stets größere Beträge Richtigkeit der verhängten Strafe zugeben mußte. Trotzdem deputation, eine städtische Straßenbahn vom Baltempla erbeutet und glaubten schon, ein gewisses Recht auf den jährlichen erklärten mehrere Blätter das von unsrem Genossen Vorgebrachte durch die Petersburger, Elbinger, Danzigerstraße und weiter durch Tribut zu befizen. Als sie nun vor etwa 14 Tagen bei dem als glänzend widerlegt". Ebenso wurde von ihm die unrechtdie Bernauerstraße nach dem Stettiner Bahnhof und von dort mit einer Abzweigung nach dem Wedding Ringbahnhof zu bauen und in Raubzug die Erfahrung machen mußten, daß der Fabrikinhaber die mäßige Verkümmerung der freien Dienstzeit der Feuerwehrleute geeigner Regie zu betreiben. Es sollen noch weitere Unterlagen, Rasse in seine Wohnung mitgenommen hatte, schwuren sie ihm Rache. rügt. Sie müssen während ihrer freien Zeit die Kontrolle der PrivatRentabilitätsberechnungen usw. bis zur endgültigen Beschlußfassung gewohnter Weise im Geschäft verblieben feien, machten sie sich für die betreffenden Feuerwehrleute" bezeichnete. Natürlich geschicht In der Ueberzeugung, daß die Geldbestände wieder in alt- melder ausüben, was der Brandinspektor als einen Spaziergang über die Pläne beigebracht werden. an die Arbeit. Die Gastwirtin Frau Brusch aus dem dies nur auf Kosten der ohnehin schon furzen Ruhepausen. Als ein Ein braver Kampfgenosse ist in dem Klavierarbeiter Wilhelm Rebenhause sah gestern in der frühen Morgenstunde einen Entgegenkommen gegen unsre Hausbefizer muß es bezeichnet werden, Schmidt dahingeschieden. Schmidt, unter den Genossen des verdächtigen Mann dem Hause gegenüber auf und abgehen und er- daß es den Feuerwehrleuten absolut verboten ist, außerhalb sechsten Kreises allgemein unter dem Namen„ Teufelschmidt" bekannt, fuhr von einem Bäderjungen, daß zwei Männer das Haus mit einem Schönebergs zu wohnen. gehörte zu denjenigen Genossen, die weniger öffentlich hervortreten, Dietrich geöffnet hätten und hineingegangen wären. Während die Neu- Weißensee. Die Gemeindevertretung genehmigte in ihrer aber desto eifriger im Stillen ihre ganze Kraft in der selbstlosesten Frau auf die Badware achtete, holte der Junge zwei Schußmänner. letzten Sißung die Jahresrechnung für 1901. Sie schließt mit einer und aufopferndsten Weise dem proletarischen Klaffenkampfe widmen. Inzwischen hatte der Schmieresteher das Haus ebenfalls betreten und Einnahme von 793 604,21 M. und einer Ausgabe von 763 939,80 m. und aufopferndsten Weise dem proletarischen Klassenkampfe widmen. hinter sich verschlossen. Der Bäckerjunge öffnete, und man holte den ab, so daß ein Bestand von 29 644,41 m. verbleibt. Dieser Bestand Längere Zeit gehörte Schmidt der Agitationskommission der Provinz Aufpasser aus dem Abort. Die beiden Spießgesellen waren über inkl. der Resteinnahme vom Jahre 1900 im Betrage von 5597,53 M. Brandenburg an, auf welchem Posten er in seiner Weise für die eine Mauer nach einem Grundstück der Karlstraße entkommen. wurde wie folgt abgeführt: An den Reservefonds für die Kanalisation Ausbreitung unsrer Jdeen propagandistisch thätig war. Gleich darauf wurde aber der eine von dem Bäckerjungen auf und Wasserleitung mit 2634,34 M., an den Schulhausbaufonds Die Beerdigung findet Sonntagnachmittag 2 Uhr von der der Straße erkannt und gleichfalls ergriffen. Dem dritten ist die 20 000 M., an den Schuldentifgungsfonds 5000 M., an den ReserveZeichenhalle des Friedhofs der Freireligiöfen Gemeinde Pappel- Flucht geglückt. fonds der Gemeindeverwaltung 7627,60 m. Durch ein Schreiben Allee aus statt. Das tragische Geschick eines jungen Mädchens beschäftigte gestern des Landrats wurde bekannt gegeben, daß eine Stadtwerdung Die Erzählungen von socialdemokratischem Terrorismus, welche in einer Privatbeleidigungsklage das Schöffengericht des Land- von Neu- Weißensee nicht in Frage kommen könne, bevor 2. Ebenso wurde der konservative Renommier- Arbeiter Graveur Kluge neulich in der gerichts I. Die 21jährige Verkäuferin Emilie L. tvar in einem die Eingemeindung von Alt- Weißensee erfolgt fei. Sie hatte ein Liebesverhältnis vom Landrat befürwortet, einen besoldeten Schöffen anzustellen. Versammlung im zweiten Wahlkreise vorbrachte, werden von der Buttergeschäft angestellt gewefen. „ Konservativen Korrespondenz" als schmackhaftes Futter für die mit einem Schauspieler W., der die 2. beschuldigte, mit einem Kunden Von allen Seiten wurde die Ueberlastung des Gemeindevorstehers des Geschäfts, dem Beamten L., ebenfalls zu verkehren. W. schrieb anerkannt, jedoch wurde mit 13 gegen 7 Stimmen beschlossen, die reaktionäre Presse verbreitet. Ob an diesen Erzählungen etwas in diesem Sinne einen Brief an L.. der ebenso wie das Mädchen den weitere Erörterung dieser Frage auf ein Jahr zu vertagen. Zu den Wahres ist, das weiß die Konservative Korrespondenz" natürlich nicht, und da Herr Kluge es wohlweislich vermied, anzugeben, schweren Vorwurf als unberechtigt zurückwies. Die Verkäuferin Kosten des Erweiterungsbaues der alten Kirche soll die Gemeinde wann und wo er die von ihm zum besten gegebenen Abenteuer suchte und fand in ihrer Verzweiflung den Tod in den Wellen der nach dem berühmten Gesetze von 1573 exekutorisch verpflichtet werden, mit Socialdemokraten erlebt hat, so sind auch wir nicht in der Lage, Spree, während der Beamte eine Beleidigungsklage gegen W. an- noch die Summe von 2139,98 M. zu zahlen; der Betrag wurde Einen gar komischen Abschluß fand die nachzuprüfen, ob feine Erzählungen reine Phantasiegebilde find, trengte. In dem gestern stattgehabten Termine wurde der Schau- unter Vorbehalt bewilligt. Frage des Umbaues auf der Pumpstation zur Herstellung eines oder ob sie vielleicht ein Körnchen Wahrheit in sich schließen, welches spieler zu 100 M. Geldstrafe verurteilt. in der Einbildung des Erzählers zum üppigen Baume empor- Der tödliche Absturz eines Kindes aus dem vierten Stockwerk Sanalisationsbureaus. Den Kanalisations- und Wasserwerken stehen Breffe, wenn sie unbewiesene Behauptungen, sofern dieselben sich dort wohnende Frau Marquardt war, um Einkäufe zu besorgen, gegenseitig der Zorn zum Ausbruch, wobei zum Schluß der eine der geschossen ist. Es kennzeichnet die Gepflogenheit der konservativen des Hinterhauses Waßmannstr. 32 hat sich gestern ereignet. Die ei turatoren vor, von denen der eine das schlecht heißt, was der andre auszuführen gedenkt. Bei diesem Punkte kam gegen die Socialdemokratie richten, mit Behagen verbreitet. fortgegangen und hatte nach alter Unfitte die Thür abgeschlossen. Stampfhähne das Feld räumte. Die lachenden Dritten sind unfre „ Fliegende Zaubertünstler." Im Laufe der Jahre sind mehrere Der fleine fünfjährige Sohn stieg zum Zeitvertreib auf das Fenster- Genossen, denn sie haben so manches gehört, was nicht für ihre typische Straßenerscheinungen Berlins, der Buchhändler", mehr und mehr verschwunden. Die Neuzeit jedoch Bappelnd und laut schreiend hielt sich das Kind noch eine furze Zeit unfres Genossen Schillert sich gelegt hatte, wurde die Vorlage an hat mit dem Wachstum der Großstadt neue Straßenfiguren ge- Geſchrei zuſammen, tamen aber nicht auf den Gedanken, Betten und der Lag Die Errichtung von Bedürfnisanstalten stand wiederum schaffen, von denen viele ebenfalls des originellen Charakters nicht berlei herbeizuschaffen, und als der Kleine dann die Straft verlor, auf der Tagesordnung, nachdem die vorige Sitzung beschlossen hatte, entbehren. Zu diesen zählen auch neuerdings die„ fliegenden Zauber- fich weiter am Fensterrahmen festzuhalten und auf den Hof ochmals eine Stommiſſion mit der Sache zu betrauen, und in betünstler". An den frequentesten Straßenecken Berlins pflegen fie fonderer Zuvorkommenheit drei unsrer Genossen hineindelegierte. zumeist in den Mittagsstunden bei einem mit einer Holzplatte über- himunterſtürzte, erlitt er einen Schädelbruch und war sofort eine Die Kommission beantragte nunmehr, vorläufig zwei solcher Anbedten kleinen Wagen ihre Kunst zu zeigen und das Publikum dadurch Leiche. stalten zu errichten; jedoch einigte man sich dahin, versuchsweise zum Kauf der ausgelegten Zauberapparate" zu veranlassen. Am„ be- Zeugen gesucht. Diejenigen, welche gesehen haben, daß am eine Anstalt aufzustellen und zwar auf der König- Chaussee in der gehrtesten" find riesengroße Würfel mit tiefschwarzem Grunde. Der 29. Januar, nachmittags zivischen 3 und 4 Uhr vor dem Hause Nähe des Anton- Plazes. Ober- Schöneweide. Zu unsrer Notiz betreffend den Brüdenban in Ober- Schöneweide wird uns geschrieben: Sehr unwahrſcheinlich iſt es, daß das Brückenbau- Projekt ſo zeitig die Genehmigung der Regierung erhält, daß bis zum 1. April mit dem Bau begonnen werden könnte. Da nun mit einem späteren Baubeginn die unentgeltliche Hergabe eines Streifen Landes seitens der deutschen Niles- Werkzeugmaschinenfabrik in Wefall kommt, so wird jedenfalls dann ein enorm hoher Preis hierfür verlangt werden. Es wurde in der betreffenden Sizung schon von der Summe von 50 000 M. geredet. Nun erivedt es hier den Anschein, als ob hierdurch der unter der heutigen Wirtschaftskalamität schwer leidenden Niles- Werkzeugmaschinen- Fabrik unter die Arme gegriffen werden solle. Schr befremdlich wurde es empfunden, daß am letzten Sonntag anläßlich der Beerdigung des Direktors des hiesigen Stabelwerkes, Rathenau, die Sonntagsruhe herhalten mußte. Denn es ist durchaus nicht ersichtlich, weshalb gerade an diesem Sonntag die Verkaufsstätten bis 6 Uhr abends geöffnet sein durften. Es scheint eine in den Vororten allgemein zu übende Brayis zu werden, auf Grund des Aushängens von Plakaten, die Vereinsfestlichkeiten zu öffentlichen zu stempeln, denen behördliche Genehmigung nicht erteilt wird. So ist dem hiesigen ArbeiterGefangverein aufgegeben worden, feine Plakate einzuziehen, andernfalls das Fest nicht stattfinden dürfe. Man wird ja nun abwarten müssen, ob auch die Kriegervereine eines Besseren belehrt werden. " " " Bankow. In der legten Sigung der Gemeindevertretung wurde| jählings unterbrochene Wiegenlied der Mädchen Klingt von neuem an. 1 läffigen Tötung für schuldig und beantragte gegen Kunz brei, gegen der von den Interessenten stark bekämpfte Bebauungsplan für den Der Narr aber, den das Wunder des Kreuzes vollends zum Heiligen Leineweber vier und gegen Block zive i Monate Gefängnis. Die südwestlichen Teil der Gemarkung Pankow( von der Schönhauser gereift und von allen Zweifeln befreit hat, redet in Bersen, die an Verteidiger, Justizrat Kleinholz und Dr. Schwindt, suchten auszuAllee bis zur Marimilianstraße( genehmigt. Hervorzuheben ist, daß Wilhelm Buschs erhabene Einfalt gemahnen, uns in das Gewissen: führen, daß der Unglücksfall durch eine Reihe allerlei nicht vorherzwei der zu bebauenden Straßen in einer Breite von 26 Meter an ,, Laßt dem Glauben, wo die Gründe fehlen(!), gelegt werden, während die übrigen Straßen eine Breite von zusehender Zufälle und nicht auf Fahrlässigkeit seitens der Angeklagten 24 Meter erhalten. Doch sein starkes, freudenvolles Recht. Der Besizer des ganzen Terrains will mur zurückzuführen sei. Der Gerichtshof konnte sich dieser Ansicht nicht Vorderhäuser bauen Wenn nicht der Glaube, so ist die Toleranz in starker Zunahme. anschließen, sondern verurteilte Kunz zu einem Monat, Leineweber " um sich die kleinen Leute vom Halse zu Bei Bussons Ruhmlosen Helden" im Berliner Theater gab es am zu sechs Wochen und Block zu vier Monaten Gehalten". Zu einem später zu errichtenden Schulbau sind der Schluß noch starkes Zischen, Dornröschens Dichter aber trieb sein fängnis. Gemeinde 400 Ruten zur freien Verfügung gestellt worden. Das Schifflein ungefährdet in den Hafen. Brausender Applaus und mehrvon der Gemeinde aufgestellte Schulbau- Projekt hat die Regierung maliges Erscheinen. Als Specialistin für einen ganz besonderen Gauner- Trick hat sich unter Abänderung der Dachstuhlkonstruktion genehmigt und es wird dt. die schon wiederholt vorbestrafte Marie Schwede herausgebildet, mit dem Bau der Doppelschule in der Schulstraße nunmehr be- billiger werden! Früher mußte man, wie Lenau, eigens nach Amerika gerichts I stand. Die Angeklagte fucht sich ihre Opfer auf der Straße Central- Theater. Man soll es nicht glauben, wie die Zeiten die gestern wiederum vor der siebenten Straffammer des Landgonnen werden. Ein Antrag des Schularztes, in sämtlichen Schul- gehen, um statt europamüde vielmehr amerikamüde zu werden. Und aus. In fliegender Eile tritt sie an irgend einen Herrn heran und klassen der Gemeindeschulen gegen die Staubbildung Fußbodenöl seit Ferdinand Stürnberger( 1856) seinen Lenau- Roman zu verwenden, wurde einstimmig angenommen. Desgleichen " Der bittet ihn flehentlich um Schutz gegen einen Verfolger, der zwar nicht wurden Mittel zur Verfügung gestellt, um die in einigen Amerikamüde" herausgegeben, haben Ungezählte ihr Geld daran ge- sichtbar ist, aber nach ihrer Versicherung sie schon eine Strecke Weges Schulen bestehenden und von der Lehrerschaft verwalteten Schul- wendet und wenden es noch daran, um ebenfalls amerikamüde zu belästigt habe. Sie findet mit ihrer Bitte gewöhnlich Gehör; der bibliotheken zu vervollständigen.- Der Gastwirtsverein stellte den An- werden, wenn sie nicht in die paar auch Europas würdigen oder selbst von ihr zu ihrem Ritter und Retter auserwählte Mann bietet ihr trag an die hiesige Gemeindevertretung, den kommunalen Zuschlag nicht danach find, im gewöhnlichen Ueberseeerleben ihr gutes Dasein Hause, wo sich angeblich ihre Wohnung befinden soll. Auf dem Europa schlagenden Vorzüge Ameritas hineingeraten, oder wenn sie galant den Arm und begleitet sie zu einem von ihr bezeichneten zur Betriebssteuer fallen zu lassen; einzelne Gemeindevertreter, die Sem genannten Verein angehören, unterstützten den Antrag mit dem zu finden. Ein Sinn fürs Mechanische, fürs Zufpißen auf äußere Hausflur spielt sich dann eine herzbewegende Scene ab. Die Hinweis auf die allgemeine Teuerung und das Daniederliegen des flug sein, und man hat's billiger als per Schiffstarte! Man braucht tönenden Phrasen und Dankesworten. Der Betreffende merkt erst Wirkung, für Woche" u. dergl. gehört jedenfalls dazu. Ein bißchen ,, Gerettete" fällt ihrem Nitter um den Hals und ergeht sich in Gastwirtsgewerbes. Der Antrag wurde abgelehnt und den Antrag nur zum Beispiel vor einem oder dem andern Jahr in unsrem zu spät, daß er das Opfer einer Komödie geworden und die verfolgte stellern anheimgegeben, an den Kreis zu gehen, damit sie dort den Antrag auf Aufhebung der Betriebssteuer stellen. , Central Theater" die amerikanische Operette Die Unschuld eine raffinierte Spitzbübin war, die die Rührscene auf dem Schöne von Neip York" gesehen haben und sie jetzt( seit vor- Hausflur nur aufführte, um Gelegenheit zu einem Taschendiebstahl gestern, Donnerstag) dort wiedersehen, da sie unter dem Titel, Das zu finden. Die Augeklagte ist schon wiederholt wegen Diebstahls Mädchen von der Heilsarmee"( der Urtitel ist der erst nach diesem Schema vorbestraft worden; gestern hatte sie sich wegen genannte) im" Ensemble- Gastspiel der Wiener Wiederholung dieſes Trias in zwei Fällen zu verantworten. In dem Operetten Gesellschaft von Venedig in Wien" einen Falle ist ein alter Droschtenkutscher ihr zum Opfer gefallen, in unter Leitung des Direktors Gabor Steiner in veränderter dessen Droschke sie eines Tages mit dem Ausdruck des Schreckens Weise noch einmal vor die Berliner tritt. Hoffentlich wird man Wien gesprungen ivar. Sie erzählte auch ihm dasselbe Verfolgungsnicht nach der Welt seines Pratergeschnases" Benedig in Wien" be- Märchen, bat, sie nach ihrer Wohnung zu fahren und rührte den urteilen! Am Strande der blauen Donau- und schwarzen Politik biederen Rosselenker derartig, daß dieser vom Bock heruntertroch und fluten ist man ja in Kunst und Lust zurückgegangen, aber doch nicht ihr noch bis in den Hausflur sicheres Geleit gab. Dort fiel sie dem bis auf amerikanisches Niveau. Es scheint in jener für die Operette Alten wiederum um den Hals und überschüttete ihn mit Dankes geradezu prädestinierten Stadt sogar etwas wie ein neues Leben worten. Der Alte merkte aber, daß sich die Angeklagte bei dieser dieser Kunst- und Lustgattung zu erstehen oder wenigstens erstehen Gelegenheit an seiner Ledertasche zu schaffen machte, er packte ihre zu wollen, vielleicht nur niedergehalten durch's Blaue und Schwarze. Hand und fah, daß die Angeklagte ihm sein Portemonnaie und das Von den Herren Heuberger und Lehner und Johann Strauß III, Geld, welches er lose in der Ledertasche beivahrte, iveggenommen die dort Neues zu leisten scheinen, möchten wir doch noch lieber etwas hatte. Er beförderte sie etwas unsanft zur nächsten Polizeitvache, abbekommen als von der Pratermusik. ivo ihr das Portemonnaie abgenommen wurde. Die Angeklagte Viel andres als eine solche Musik ist die Vertomung des New schien aber plößlich stumm geworden zu sein, denn sie antwortete Yorker Tertes durch Gustav Kerter nicht. Wir haben sie ja auf alle Fragen nach dem Verbleib des losen Geldes nur in der bereits seiner Zeit markiert. Bummigere und verstocktere Bässe als Geberdensprache. Schließlich packte man sie bei der Kehle und dies hier giebt es nicht bald wieder. Einzig einige Gesänge der hatte den Erfolg, daß aus ihrem Munde plötzlich die fehlenden Markfranzösischen Kochstochter Fifi kommen uns etwas anmutiger vor. und Zweimarkstücke auf die Erde rollten. Der Gerichtshof ver" Lehre mich das Küssen" im ersten," Die englische Mis" im zweiten urteilte die unverbesserliche Verbrecherin aufs neue zu 3 Jahren und ein Duett im vierten der fünf Bilder, dazu ein paar beschwingtere 3uchthaus und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht. länge in den vielen Tänzen. Hauptsache: die Evolutionen der Oberröcke, wie sie von zarten Händen und Beinen geschwungen frühere Obmann- Stellvertreter der Schuhmacher- Innung, Louis Ein Kinderfreund. Der vor einiger Zeit in Haft genommene werden. Darin sind denn nun auch die Wienerinnen wirklich ſchens- Schumann, wurde gestern der siebenten Strafkammer des Landwert. Su übrigen ist die personenreiche Truppe gut eingepauft. gerichts. I vorgeführt, um auf die Anklage des wiederholten Sittlich An die im ganzen recht feine Durcharbeitung bei unsrer Ferenczy feitsvergehens zur Verantwortung gezogen zu werden. Gesellschaft reicht sie nicht heran. Hervorragende Stimmen sind auf 67 Jahre alten, anscheinend der Erblindung entgegengehenden Manne Berliner Theater." Dornröschen". Märchenspiel in 4 Aften missen. Die Trägerin der Titelrolle, Fräulein Merviola, macht in 6 Fällen fleine Mädchen unfittlich berührt habe. dem Operettenpodium selten genug, daß wir sie nicht besonders ver- wird zur Last gelegt, daß er, der als Freund der Kinder bekannt war, von Marg Moeller.- Mancher, der dafißen und hören mußte, wird ihre Sache so gut, wie es hier, noch dazu bei einer kaum sehr dank- lung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt, doch wurde dem Die Verhand Dornröschen um ihren schönen Schlaf beneidet haben. Die Saison baren Partie, eben erwartet werden kann. Fräulein Massary Obermeister Bierbach gestattet, im Interesse der Schuhmacher= hat nicht gerade durch besondere Theaterkurzweil den Geschmack ver- singt ebenfalls frisch, doch noch weniger hervorragend, mit einer wöhnt, aber die bleierne Schläfrigkeit dieſes neuesten Märchendramas, ziemlich flachen Stimme. Am chesten erfreute uns der Gesang von nung der Verhandlung beizuwohnen. Rechtsanwalt Ulrich als das übrigens laut Theaterzettel nicht Paul Lindau, sondern die Fräulein 3 werenz in jener musikalisch bevorzugten Rolle der Gelegenheit der Besprechungen mit diesem gemacht, es für geboten Verteidiger des Angeklagten hatte aus den Beobachtungen, die er bei kommende Theaterdirektion inscenierte, schlug alle Konkurrenz." Frau Fifi. Unter den männlichen Stimmen verdienen eine Hervorhebung Gelegenheit der Besprechungen mit dieſem gemacht, es für geboten Anne", das Ostermärchen, mit dem Mary Moeller voriges Jahr im am chesten der Tenor Pagin und der Bariton Varady, was erachtet, den Professor Dr. Straßmann als pſychiatriſchen SachSchauspielhause debütierte, erscheint nachträglich, an dieser neuen gegen die zahlreichen Uebrigen kein Mißtrauensvotum sein soll. Das verständigen zu laden. Dieser hielt auf Grund des Bildes, welches Märchenthat gemessen, Empfindungen und Gedanken, beinahe noch respektabel. So blutlos fünfte Bild ist ein so zusammengewürfelter und zusammengekegelter für gerechtfertigt, diesen zur Beobachtung seines Geisteszustandes auf er während der Verhandlung vom Angeklagten gewann, den Antrag die Ballfesttanz, daß man sich in ein königliches Opernhaus verfekt das Stück zum Ausdruck brachte, in dem Schmerz der denken könnte; Arrangeur: Louis Gundlach. Neben dem Re- einige Beit einer öffentlichen Anstalt zu überweisen. Der GerichtsKönigin um das gestorbene Kind, in ihrer Läuterung durch giffeur Start Tuschl nennen wir noch den Dirigenten Start of entsprach diesem Antrage und vertagte aus diesem Grunde die werkthätige Liebe, war doch ein Ausblick auf menschlich Bedeutsames Sea pe Iler. Er hielt den effektvollen fanfarigen Schluß gut zuVerhandlung. gegeben. Man fonnte an den Ernst, an das Ergriffensein des Dichters sammen und hat das Pfeifsolo im vierten Bilde eigens komponiert, glauben. Durch die dürftige Symbolik schien etwas Innerliches etwas mehr absolut musikalisch, während es damals mehr tonmalerisch hindurchzuschimmern. Und dann, die dekorativen Wirkungen, die gemacht war. dem Drama den Erfolg eintrugen: der Frühlingsreigen der Kinder, die Vision Annes, die in den Liliengefilden des Himmels die tote Tochter wiedersieht, die Bettlergestalten, in denen Jaira der Mutter naht, zeugten bei aller opernhaften Süßlichkeit doch von nicht gewöhnlicher, aufs Scenisch- Bildhafte gerichteter Erfindungsgabe. Durch das Dekorative mag Moeller zu der verhängnisvollen Dornröschen- Jdee geführt worden sein. Zu sagen hatte er diesmal nichts, rein gar nichts. Man kann den Stoff nicht leicht prosaischer behandeln. Aber der Prinz, vor dem die Dornenhecken weichen, der Kuß auf die Stirn der schlummernden Prinzessin, bei dem das ganze Schloß zum Leben erwacht, sollte das bei einiger den Effekt wohlthätig verlängernden Buthat sich nicht prächtig auf der Bühne arrangieren Lassen? Es sicht gut aus und kostet nichts. Verlängert kann die Sache durch Gebete werden, und betet erst der Prinz, dann kann er auch, das macht sich ganz bestimmt höchst wundervoll, mit elektrisch leuchtendem Kreuze den Dornenzauber auseinander scheuchen. Gleich zeitig aber geben wir so dem fimplen, wehrlosen Märchen die wünschenswerte christliche Gesinnung, die sich bei Mutter Anne" ja schon gut bewährte. Und weiter, damit der Sieg des Prinzen ein wahrer Sieg des Kreuzes fei, verwandeln wir vorsorglich die böse Fee, die nach dem Märchen den ganzen Schaden angerichtet hat, weil sie zu des Prinzeßleins Taufe nicht wie die andren Feen eingeladen war, in eine äußerst niederträchtige Heidin. Dort Nacht des Aberglaubens, hier Licht des Glaubens! Aus der fältesten Spekulation, die in der Hoffnung eines äußeren Effekts jede Spur naiver Märchenwahrheit opfert, scheint das Ganze geboren. b Theater. die Gestalten, in den " 1 Briefkasten der Redaktion. Dent Allen Anfragen, die auf Antwort rechnen, ist die Abonnements. brieflich. Anfragen juristischer Art sollten auf dem Convert immer Quittung beizufügen. Die Erledigung erfolgt grundsätzlich nicht den Vermerk haben: Juristischer Teil. Das also find die musikalischen Theatererträgnisse dieses Winters! Gine oder die andre neue Zugoperette, dann im Theater des Westens Auskramungen von Verstaubtem, und im Opernhaus knapp ein Strauß und Neueinstudierungen des" Troubadour" usiv.! Konzerte find dagegen noch eine Erholung. Ein feines, Kleines, nicht woche 20 bis 15., auch 10 M.) oder unentgeltlich( bei großer Be A. K. Schwächliche Kinder können gegen mäßiges Pflegegeld( pro immer tonreines bereiteten uns neulich in der Singakademie die dürftigkeit) auf mehrere Wochen untergebracht werden in den Heilſtätten Sängerin Thea Dora Reicher, der Violinist May Guhlka des Bereins für Kinderheilstätten an den deutschen Seeküsten, z. B. in und beider Begleiter, der längst mit Recht allseits gerühmte Norderney, in Wyk auf Föhr, in Groß- Mürik, in 3oppot. Anfragen bei Coenraad van Bos. Jene Beiden sind zwar keine solchen der Berwaltung der betreffenden Heilſtätte. Auch das Seehofpiz Stolberger Künstler, die zu etwas Großem ausreichen, und speciell die Sängerin Deep, dem Berliner Elisabeth- Kinderhospital gehörig, dient diesem Zwed. stört den Hörer durch ihr weit über erlaubtes Beben oder Schmettern Anfragen beim Elisabeth- Kinderhospital. hinausgehendes Tremolieren, durch ihre unzureichende Stimm- S. D. 144. Uns ist nicht bekannt, wann der Hauseinsturz in der qualität in tieferer Lage usw. Aber beide Künstler haben etwas Dranienstraße war. Vielleicht weiß einer unsrer Leser Auskunft. fo 3artes, Juniges, sogar eine Gabe des Klar- und Durchsichtig Prüfung bestimmt werden. Versuchen Sie es probeweise mit einigen P. 2. 1660. Der Wert kann nur von Fachleuten nach sorgfältiger machens von Stücken, die ihnen liegen", daß man sich daran bon größeren Firmen. mancherlei Lärm erholen kann. Zumal der Violinist, noch dazu mit schriftlich an den Direktor des betreffenden Gefängnisses. Renterstraße. Wenden Sie sich mündlich oder B. Nein. einer würdigen Programmwahl, vermag ein Meister intimerer Kunst Kolonie Kreta. Wenden Sie sich mit Ihrer Frage an die städtische zu werden. Wenn dies von Th. D. Reicher weniger zu hoffen ist, Grundeigentums- Deputation, Rathaus, Zimmer 116-122. fo entschädigt dafür doch die anregende Art, mit der sie die mehr G. B. 19. 1. Alexandrinenstr. 19 gehört zum 16. Kommunal- Wahllieblichen Stücke und selbst den„ Erlkönig" aus sich heraus giebt. bezirt. Derselbe umfaßt die Stadtbezirke 114-121 und wird gegenwärtig Unter ihren Programmnummern brachte uns die erste einen unsrer bis 1905 Täuft. Die Bezirkseinteilung ist jetzt noch dieselbe wie bei der lezten in der III. Abteilung von Herrn Dr. Hermes vertreten, dessen Amtsdauer ernſteſten Komponisten wieder in Erinnerung: Mar Bruch. Aus Wahl. 2. Nein. einer seiner vielen Kantaten für gemischten Chor, Soli und Orchester, " Das Feuerkreuz", war das Ave Maria Königin!" herausgenommen; ein im besten Sinne wirkungsvolles Stück, so sehr wir auch immer wieder vor solchen Herausreizungen warnen müssen. Gerichts- Zeitung. = SZ. Minden. 77. Antwort etwa mit Ende der kommenden Woche. J. 2. Weitere Schritte lohnen sich nicht. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends Das Heideniveib, auf den gemütlichen Namen Trude hörend, von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. ist Dornröschens Tante. Verbannt vom Hofe des guten Königs 2. K. 72. 1. und 2. Der Vermieter muß anmelden und ist strafbar, Ring erscheint sie, schwarz an Haaren, schwärzer am Gemüt, im wenn er es unterläßt. 3. Nein.-E. R. Innerhalb eines Jahres nach der VerSchlosse, um mit fürchterlicher Prophezeiung ihr Zauberspinnrad abheiratung. Ein schweres Fahrstuhl Unglück beschäftigte gestern die dritte erstattungs- Antrag der Versicherungsanstalt einreichen.- K. W. 9. Kommt G. M. 17. Ihre Frau soll die vier Karten mit dem Rüdzuholen. Der König giebt summarischen Befehl, alle Spinnräder zu Straffammer des Landgerichts I. In dem Geschäft des Kaufmanns ganz auf den einzelnen Fall an. Wenden Sie sich an einen Patentanwalt. vernichten. Im zweiten Aft stirbt ein greiser Priester, der als vor- Bernward Leineweber, Köllnischer Fischmarkt 4, wird der Verkehr A. Krause. Wenn sie nicht besonders hervortreten, dann ist wohl nichts bereitendes Motiv des Schlusses vielmals Credo" zu sagen hatte; zwischen allen vier Stockwerken, die vom Geschäft in Anspruch ge- 3u befürchten. P. P. 66. Im Strafregister und durch die Polizei ein Hofnarr, der sich aber später bessern wird, verhöhnt den Alten, nommen werden, durch einen Fahrstuhl vermittelt. Zur Bedienung wird die Bestrafung notiert, sonst nicht. Eine Erschwerung des späteren FortDornröschen nimmt von dem einen guten Prinzen, der sich zur desselben war der geprüfte Führer Johannes Kunz angenommen tommens wird in der Regel die Folge sein. S. 42. Jn drei Monaten. Kreuzfahrt in das heilige Land gerüstet, Abschied und hört dabei worden. In der Mittagstunde des 23. Oktober vor. Jahres war dem zuständigen Amtsgericht anzeigen und dann zwischen 4 und 6 Wochen K. A. Sie müssen Ihre Absicht, aus der Landeskirche auszuscheiden, zum erstenmale, daß es Spindeln giebt. Im dritten Aufzug holt Kunz für kurze Zeit auf den Hof hinausgetreten, ohne, wie die nach der Anzeige den Austritt in der Gerichtsschreiberei des Amtsgerichts zu eine alte Wärterin, aus unbekannten Gründen verbündet mit der Polizei- Verordnung es vorschreibt, die eiserne Thür, die zum Fahr- Protokoll erklären. Hermsdorf. Wiederholen Sie Ihre ganze Anbösen Trude, das versteckte Zauberrad herbei. Die Mädchen singen und stuhl führt, zu verschließen. Während dieser Zeit ertönte von oben frage unter gleichzeitiger Wiedergabe der Vertragsbestimmung. M. B., tanzen eine veränderte, aber nicht verbesserte Auflage des her das Läutesignal, daß jemand den Fahrstuhl benußen wollte. Nannynstraße. 1. Nein. 2. Beim Briefmarkenhändler. C. B. 67. Kinderreigens in Mutter Anne" Dornröschen ſpinnt und In Abwesenheit des Führers Kunz betrat der Buchhalter Georg Gegen Sie ist sicher Bersäumnisurteil ergangen, weil Sie in einem ver sticht sich in den Finger. Alles versinkt in Schlaf und Trude, jetzt Block, der sich gerade unten befand, den Fahrstuhl und fuhr mit ündeten Termin, zu dem Sie also nicht mehr geladen werden mußten, mit einer Fenerkrone auf dem schwarzen Haar, triumphiert in demselben bis zum 4. Stockwerk hinauf. nicht erschienen waren. Erkundigen Sie sich sofort in der Gerichtsschreiberei. Hier traf er feinen Chef Wenn Sie die Kosten nicht bezahlen, kann bei Ihnen gepfändet werden. höllischer Manier. Nirgends auch nur ein einziger Einfall, der Leineweber, der hinab befördert werden wollte. Dieser begnügte sich D. 1, 2. 1. Beides. 2. Müssen bezahlt werden. etivas Gignes, es sei denn als Verballhornung des Guten, zu dem auf die von ihm gestellte Frage, wo Kunz sei, mit der Antwort, daß sich so nicht beantworten. Emil. 1. Läßt Weisen Sie die Berechnung der Berussgegebenen Stoff hinzubrächte. Dabei ein endloses Gerede, wie es, dieser ausgetreten sei. Obgleich Leineweber sowohl wie Block wußten, genossenschaft ab und kommen Sie dann in die Sprechstunde. 2. Ja. gleich inhaltslos, in Prosa wohl kaum möglich wäre. Der gereimte daß der Fahrstuhl nur unter Begleitung eines geprüften Führers 3. C. 1000. Hängt alles von den näheren Bestimmungen des Vers dient als bequemes Dehnungsmittel, er übernimmt die Leitung benutzt werden darf, traten beide die Fahrt an. Auf ein Klingel- Testaments ab, die uns unbekannt sind. 1000. Läßt sich im Briefkasten der Gedanken. Wie man auf eine Sprungfedermatrage springend signal hielt Block in der dritten Etage an. Hier betrat Fräulein wegen der verschiedenen Erbrechte, die möglicherweise in Betracht kommen, unwillkürlich weiter wippt, so hopst die Nede, einmal angefangen, Wilde, eine Angestellte im Geschäft, den Fahrstuhl mit einem Bündel ratsam, das Geld zu sparen. Daß es eingezogen wird, ist nicht zu fürchten. nicht beantworten. Kommen Sie in die Sprechstunde.- O. N. 1. Es ist ganz mechanisch von Reim zu Reim hinüber. Da ist kein Halten. Anzüge über dem Arm. Block nahm ihr die Kleidungsstücke ab und 2. Zur Dedung notwendiger Ausgaben wird die Berausgabung des Geldes Hundert Jahre hat das Dornröschen des Märchens zu Fräulein Wilcke verließ den Fahrstuhl wieder. Dann setzte Block wohl bewilligt werden. Statklub V. Sie brauchen die Mitgliederliste schlafen. In Anbetracht des jungen Kreuzzugs= Prinzen ist den Fahrstuhl wieder in Bewegung. Da ihm Fräulein Wilcke die nicht einzureichen. Mecklenburg. Nach Ihrer Darstellung trifft sowohl diese Zahl bei Moeller auf sieben reduziert. Als Rolf zurückkehrt, Aussicht etwas versperrte, hatte Block nicht gesehen, daß die Thür das Kind wie das Lehrmädchen ein Berschulden, fie müssen daher den wird er von dem Narren, der nun ein frommer Mann geworden, nicht ganz zugefallen war, sondern von der Näherin Hoffmann auf Schaden gemeinsam tragen. K. 3. Das Verhalten des Arztes war vor den todbringenden Hecken gewarnt. Eine Botschaft Trudes; gehalten wurde. Die Hoffmann versuchte nun, den Fahrstuhl, der unschön, nachdem Sie aber einmal gezahlt haben, läßt sich nichts mehr durch einen schwarzen Ritter überbracht, weist Rolf als Bräutigam bereits langsam nach unten ging, noch zu betreten. Sie bog dabei machen. R. 4. 1. Ihre Schwester kann auf Grund eines ihr von ihrem und Christ voll Stolz zurück. Er betet zu der Jungfrau Maria den Kopf vornüber. Vergebens versuchte Leineweber, fie zurück- recht beantragen. hiesigen Armenvorsteher zu erteilenden Armutszeugnifies das Armenund, siche da, die Nachtigallen fangen in dem verwunschenen Wald zudrängen. Dies gelang ihm nicht mehr, denn im nächsten Augen- 3. Die Vollmacht braucht nicht beglaubigt zu sein. jubilieren an, er betet weiter und Musik ertönt, blick hatte die obere Fahrstuhlverdachung ihren Kopf erfaßt und zog er hält das eiserne Kreuz vor sich und die Conliffen geraten fie mit in den Fahrstuhlschacht hinunter. Die Hoffmann erlitt schwere eine nach der andern, rechts und links verschiebend, in Be- Verlegungen, denen sie nach einigen Tagen erlegen ist. Für den wegung. Im Hintergrunde thut das Schloß sich auf. Legtes Unglücksfall wurden Kunz, Leineweber und Block verantwortlich Bild: Der Prinz weckt die Geliebte und das vom Zaubersprüche gemacht. Der Staatsanwalt hielt sämtliche Angeklagte der fahr- 67 000, wie irrtümlich im Briefkasten der Nr. 43 angegeben. zu 2. Sie fam einem der Brüder Bollmacht erteilen. Briefkaften der Expedition. 1000. Nein. Adler. Die Abonnentenzahl unsres Blattes beträgt 69 000, nicht Einladung zur 9. Nachtrag zum Statut der Orts- Kranken: ausserordentl. Generalversammlung taffe für den Gemeindebezirk Lichtenberg. es der gewählten Vertreter der Orts Krankenkasse für den Da die Kaffe ungeachtet der rechtsGemeindebezirt Lichtenberg fräftig gewordenen Aufforderung vom auf Anordnung der Aufsichtsbehörde 19. Januar 1903- A. 716. 1. zum Sonnabend, 28. Februar cr., in der Generalversammlung am 7. Fe abends 8 1hr, im ,, Schwarzen Adler" bruar d. J. abgelehnt, hat, die durch hierselbst, Frankfurter Chaussee 120, meine Verfügung vom 21. November im Zimmer rechts vom Haupteingang. 1902 A. 1108. 11. geforderte Erhöhung der wöchentlichen Stassenbeiträge von 3 Broz. auf 3, Broz. des durchschnittlichen Tagelohns zu beschließen, wird gemäß§ 33 Absatz 3 des Krankenversicherungs- Gesetzes und Biffer 33 der Ausführungsanweisung der§ 31 des Stassenstatuts vom 28. November 1892 22. Februar 1893 aufgehoben. ſtimmung: An seine Stelle tritt folgende Be§ 31. Tages- Ordnung: 1. Mitteilung der Verfügung der Aufsichtsbehörde betreffend die Benfionierung des Rendanten Kauffmann und Beschlußfassung über die definitive Feststellung des Gehalts und der Saution des zum 1. April d. J. vom Vorstande anzustellenden Geschäftsführers resp. Rendanten.(§ 57 Abs. 1 des Statuts.) 2. Antrag Plonz: Besprechung über den Anstellungsvertrag des Rendanten Kauffmann. 3. Antrag Grauer: Abnahme der Jahresrechnung pro 1901 und der Motivierung der Erhöhung der Kaffenbeiträge. 4. Antrag Schachtel II: Wahl des aus drei Mitgliedern der General bersammlung bestehenden Ausschusses für die Prüfung der Rechnung des Jahres 1902. 5. Antrag Po hI: Besprechung der Handhabung der Geschäftsordnung in den Generalversammlungen. 6. Antrag Grauer: Festsetzung des Gehalts und der Kaution des mit ben Rendanturgeschäften beauftragten Sassenassistenten. 7. Antrag Grauer: Beschwerde über den Kommissar wegen Verlegung der Statuten.(§ 52 des Statuts.) Lichtenberg, den 20. Februar 1903. Der zur Wahrung der Geschäfte des Vorstandes der Orts- Krankenkasse für den Gemeindebezirk Lichtenberg bestelite Kommissar. Kauffmann. 271/4 tragen: Die wöchentlichen Kassenbeiträge be1. für erwachsene männliche Kaffenmitglieder über 16 Jahre, ausschließlich der Lehrlinge 2. für erwachsene weibliche Kaffenmitglieder über 16 Jahre 3. für männliche Kaffenmit 4. für Lehrlinge. glieder unter 16 Jahren und 63 f. 33 " 27 " 21" für weibliche Kaffenmitglieder unter 16 Jahren Die Beiträge sind für jede Woche, innerhalb welcher der Versicherte der Staffe angehört hat, ihrem vollen Beals Woche der Zeitraum von Montag trage nach zu entrichten. Dabei gilt bis Sonntag einschließlich. Potsdam, den 12. Februar 1903. A. 603. 2. Der Regierungspräsident. ( L. S.) v. Moltke. Diese vorstehende Verfügung des Herrn Regierungspräsidenten tritt der an mich ergangenen Weisung gemäß vom Montag, den 2. März d. J. ab in Straft, was auf Grund der Bestimmung Central- Kranken- u. Sterbebes§ 66 biefigen Stafſenſtatuts hiermit kaffe der Tischler u. andrer gewerblicher Arbeiter. ( E. H. Nr. 3, Hamburg.) Dertliche Verwaltung Berlin E. Sonntag, 22. Februar, vorm. 10 Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Hoffmann, Basewalkerstraße 3. 2. Zages- Ordnung: allen Beteiligten bekannt gemacht wird. Lichtenberg, den 20. Februar 1903. Der zur Wahrnehmung der Geschäfte des Vorstandes der Orts- Krankenkasse für den Gemeindebezirk Lichtenberg bestellte Kommissar. Kauffmann. 271/5 PrinzenDr. Simmel, Str. 41. Specialarzt für[ 59/ 6* Hant- und Harnleiden. 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1902. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4. Wahl eines Beitragsammlers. 3. Staffenangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert! 183/3 Dr. Schünemann, Um pünktliches und zahlreiches Er- Specialarzt für Haut, Harn- und scheinen ersucht Frauenleiden, Seydelstr. 9. 212-3, 6-8, Sonnt. 9-11. Die Ortsverwaltung. Trinkt„ Apfelblümchen" Bestes Medizinal- und Tafel- Getränk ohne Alkohol. Berliner Manzanil- Gesellschaft m. b. D. Görlitzer Ufer 24. Fernsprech- Amt 4. 1673. 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